PAO 유 카를 Gb 3569 дв Meta Kruse. Den 23 September 1883. oxe 88. Stahlstich v Serz's Kunstanstalt Nürnbg Bu Kleingläubiger, warum haft du gezweifelt? Matth. 14,31. Verlag von Serz& C. in Nürnberg. Lippen- und Hers gläubiger vollständiges Gefang- Budh enthaltend alte und neue Lieder Dr. M. Euthers und anderen Gefangstefern, zur Beförderung dee Golffelinkeit beim öffentlichen und Händlichen Gottobriſt in Bommern and an unber Dr. Saurenting Tool Belhagen. wetters General Superintent Wewe aut terbanng des S becan Ausgabe. Stettin, Druck und Verlag von F. Hessenland. Bu Kleingläubiger, warung haft geziveifelt? Heilige Lippen- und Herzens- Opfer gläubiger Seelen oder vollständiges Gefang- Buch enthaltend alte und neue Lieder aus Dr. M. Luthers und anderen christlichen Gefangbüchern, zur Beförderung der Gottseligkeit beim öffentlichen und häuslichen Gottesdienst in Pommern und an anderen Orten zuerst eingerichtet von Dr. Laurentius David Bollhagen, weiland General- Superintendenten des Herzogthums Pommern. Neue auf Anordnung des K. Consistorii der Provinz Pommern veranstaltete Ausgabe. Stettin, Druck und Verlag von F. Hessenland. بھارت 3569 Vorrede zu der neuen Ausgabe des Bollhagenschen Gesangbuchs. Wir übergeben hiemit ben evangelischen Gemeinen, bei welchen das Bollhagensche Gesangbuch im firchlichen Gebrauche steht, eine neue Ausgabe dieses altbewährten geistlichen Liederschaßes und wollen durch diese Darreichung ein oft ausgesprochenes und lange erwogenes Verlangen befriedigen. Von mancher Seite her ist eine völlige Umgestaltung des Gesangbuches durch bessere Anordnung der Lieder, Beseitigung der unbequemen Anhänge, sowie durch Beschränkung der Lieder gewünscht worden. Aber überwiegende Gründe haben uns veranlaßt, dem ehrwürdigen Buche im Wesentlichen seine alte Gestalt zu bewahren. Die Rücksichtnahme auf den Segen, dessen unser Gesangbuch, trop mancher äußeren Mängel, während eines Zeitraumes von nahezu anderthalb hundert Jahren, von dem Herrn der Kirche gewürdigt worden ist und die dadurch gerechtfertigte Anhänglichfeit der Gemeinen an diesen Kirchenschaß hat uns die Grenzen bezeichnet, welche ohne Verlegung der Pietät nicht überschritten werden durften. Mit Genehmigung des Evangelischen Ober- Kirchenraths hat sich deshalb der dem Bearbeiter dieser neuen Ausgabe des Gesangbuchs, Konsistorialrath Hoffmann, von uns ertheilte Auftrag darauf beschränkt, die äußere Einrichtung der alten Ausgabe, namentlich die Reihenfolge der Lieder beizubehalten und nur innerhalb dieses Rahmens die vorhandenen Mängel zu be seitigen. Zu diesem Zwecke ist Folgendes geschehen: 1. die leeren und fehlenden Nummer- Stellen sind mit Liedern ausgefüllt und die Doppel- Nummern beseitigt, 2. gleichlautende Lieder ausgeschieden und mit anderen vertauſcht, 3. die Liederterte von ungerechtfertigten Veränderungen oder störenden Härten und Anstößen gereinigt; 4. endlich ist eine Anzahl von Liedern, welche entweder als matte Nachbildungen besserer Dichtungen oder wegen anerkannter Werthlosigkeit für entbehrlich erachtet werden fonnten, entfernt und durch bessere ersetzt worden. Im Uebrigen sind keine Veränderungen vorgenommen, so daß mit Hülfe eines besonders herausgegebenen Abdruckes der neu aufgenommenen Lieder der vorläufige Fortgebrauch der älteren Gesangbuchs- Auflagen auch nach Einführung der neuen Ausgabe ermöglicht ist. Die Auswahl der neuen Lieder ist in Uebereinstimmung mit dem Geiste und dem Bekenntnisse der älteren tirchlichen Kernlieder geichehen und dabei auf alle Zeitalter der christlichen Lieder- Dichtung Rücksicht genommen, borzugsweise aber auf die Zeiten nach der Entstehung des Bollhagenschen Gesangbuchs, Univ.- Bibl. Giessen III um aua ole neueren und neuesten Liederdichtungen gläubiger, mit Christi Geist gefalbter Sänger bei unseren Kirchengemeinen einzuführen. Aus den reichen Vorräthen der neueren Sammlungen sind indessen nur solche Lieder ausgewählt, welche wegen ihres inneren Werthes und ihrer zum Theil bereits erfolgten Verbreitung durch anerkannt gute Gesangbücher einer Aufnahme in unseren pommerschen Liederschaß würdig erschienen. Bei aller Beschränkung hat sich dabei freilich die Zahl der Lieder bis auf vierzehnhundert vermehrt. Da aber unsere Gesangbücher nicht allein der kirchlichen, sondern auch der häuslichen Erbauung dienen, so wird diese Vermehrung nicht für Schaden erachtet werden dürfen. Zur leichteren Uebersicht ist an die Stelle der früheren Perikopen- Lieder Nachweisung ein Inhalts- Verzeichniß sämmtlicher Lieder getreten. Die Angabe der Melodien hat eine von sachkundiger Hand ausgeführte Revision erfahren. Das beigefügte Melodien- Register will die Bekanntschaft mit den gleichartigen Sangweisen erleichtern. Nächst diesen Vorbemerkungen begleiten wir das neue und doch alte Werk vor Allem mit Danksagung vor dem Herrn, unsern Gott, welcher dasselbe nach langen und nicht mühelosen Vorbereitungen hat gelingen lassen, und mit dem innigen Gebetswunsche, daß der alte vielerfahrene Gottessegen des Bollhagenschen Gesangbuchs auf dieser neuen Ausgabe desselben ruhen bleihe. Der dreieinige Gott walte über derselben in Gnaden, daß eine lautere brünstige Anbetung Seines heiligen Namens, jowie das gute Bekenntniß der evangelischen Heilswahrheit dadurch erhalten und vermehrt werde; daß unter allen Anfechtungen, welche über die Kirche und ihre Glieder ergehen und noch fommen werden, gleichwie unter den Erfahrungen Seiner Barmherzigkeit diese Liederstimmen als heilige Lippen- und Herzensopfer gläubiger Seelen laut und immer lauter erschallen bis dahin, wo Er, der Herr, Alles neu machen und in den Mund der vollendeten Gemeine neue Lieder geben wird zum Lobe Seiner herrlichen Gnade in Christo Jesu. Amen. Stettin, am Gedenktage der Uebergabe der Augsburgischen Confession 1862. Königliches Consistorium der Provinz Pommern. Heindorf. Inhalts- Verzeichnik. ( Die Ziffern zeigen die Lieder- Nummern an.) I. Kirchenjahrs- Lieder. 1. Sonntag( Ruhe in Gott). 131. 135. 137. 141. 147. 1057. 1244. Anfang der Gottesdienste. 127 bis 147. Schluß der Gottesdienste. 148. 149. 2. Advent. 150 bis 170. 1073. 1314. 3. Weihnachten. 171 bis 206. 1059. 1164. 1201. 1211. 1212. 1315. 1316 4. Neujahr: a) Beschneidung Jesu. 229. 1193. b) Namensfest Jeju. 172. 218. 219. 221. 223. 228. 1160. c) Jahreswechsel. 207 bis 217. 220. 222. 224 bis 227. 1213. 1214. 1215. 5. Epiphanias. 230 bis 237. 1192. 6. Marientage. 238 bis 245. 396 bis 399. 1216. 7. Passions- Zeit: a) Allgemeine Passionslieder. 246. 247. 248. 252. 255. 260. 261. 262. 269, 270. 276. 279. 285. 287. 288. 290, 291. 1083. 1123. 1156. 1183. 1207. 1217 bis 1224. 1297. 1317. 1320. b) Die Versöhnungskraft der Passion. 250. 252. 254. 256. 258. 259, 263. 264. 265, 267. 273. 274. 275. 281.282. 286. 289, 290. 291, 294. 295, 296. 297, 298. 299, 301. 302. 304. c) Die Heilungskraft der Passion. 249. 251. 264. 265, 266. 268. 271. 272. 277, 278. 280, 283. 284. 303. 1051, 1070. 1223. 1318. 1319. d) Der große Sabbath. 248. 257. 293. 300. 8. Ostern. 305 bis 335. 1031. 1074. 1093. 1116. 1162. 1188. 1225. 1226. 1322 bis 1324. 9. Bußtag. 440 bis 513. 1250 und die übrigen Buß- und Beichtlieder. 10. Himmelfahrt. 336 bis 350. 1029. 1056. 1165. 1325. 1326. 11. Pfingsten. 351 bis 372. 1137. 1163. 1204. 1227. 12. Trinitatis fest. 127 bis 129. 373 bis 389. 1232. 390 bis 395. 13. Johannistag. 14. Michaelistag( Engellieder). 400 bis 407. 1122. 15. Erntefest. 1209. 1388 bis 1390. 16. Reformationstest. 582. 1329. 1341.( Siehe auch Kirche und Wort Gottes). 17. Gedächtniß der Verstorbenen( siehe die Lieder von den letten Dingen). II. Bekenntniß- Lieder. 1. Allgemeine Bekenntniß- Lieder. 408. 2. Die zehn Gebote. 411 bis 414. V 3. Sündenfall und menschliches Verderben. 450. 496. 566. 719. 1033. 1147. 1148. 1158. 1200. 4. Des dreieinigen Gottes Wesen und Eigenschaften: A. Jm Allgemeinen. 415. 418. 420. 858. 1140. 1231. B. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 645. 1233. C. Allgegenwart und Allwissenheit. 134. 644. 1233. 1238. 820. D. Allmacht. 1140. 1233. E. Heiligkeit. 377. 382. 525. F. Wahrhaftigkeit und Treue. 581. 770. 798. 818. 822. 1265. G. Weisheit und Unerforschlichkeit.633.800.802.840. H. Liebe, Barmherzigkeit, Güte. 461. 477. 481. 498. 500, 561. 580, 763. 765. 797. 847. 944. 1112. 1151. 1152. 1230. 1235. 1243. 1263. 1297. 1299. 1354. I. Langmuth und Geduld. 563. 1151. 5. Gottes Werke: A. Schöpfung. 566. 1136. 1236. 1300. B. Erhaltung. 419. 633. 723. 788. 792. 796, 853. 1167. 1208. 1239. C. Regierung. 570. 578. 630. 632. 658. 667. 710. 725. 739. 751. 794. 799. 802. 821. 824. 825. 849. 867. 874. 1036. 1139. 1235. 1292. D. Erlösung( Gnadenwahl): a) Im Allgemeinen. 155. 170. 196. 245. 474. 532. 551. 717. 855. 1105. 1112. 1159. 1240. 1241. 1321. 1353. b) Christi gottmenschliche Person. 154. 157. 162. 180. 191. 206. 242. 1143. c) Christi Aemter: 1173. Prophetenamt( siehe Wort Gottes und Kirche). Priester- und Mittleramt. 246. 344. 1113. 1149. 1360. Königliches Amt. 338. 339. 593. 1237. Hirtenamt. 578. 580 667. 1125. 1141. 1157. 1161. 1358. 809. Die Thränen Christi. 456. 490. d) Christi Erniedrigung( siehe die Advents-, Weihnachts und Passionslieder). e) Christi Erhöhung( siehe die Oster- und Himmelfahrtslieder). E. Die Werte des heiligen Geistes. a) Berufung. 565. 589. 944. b) Erleuchtung. 1058. 1144. c) Bekehrung. 455. 493. 494. 512. 1126. 1131. 1148. d) Erneuerung und Wiedergeburt. 638. 1119. 1130. 1173. 1179. 1195. 1262. 1363. e) Versiegelung und Bewahrung. 1175. 1180. F. Das neue Leben der Christen. 328. 650. 661. 1277. 1362. VI a) Das Glaubensleben im Allgemeinen. 417. 631. 676. 1120. 1186. 1294. 1295. 1296. 1352. b) Das Heiligungsleben im Allgemeinen. 467. 624. 626. 629. 636. 647. 648. 657. 669. 671. 672. 683. 684. 1025. 1037. 1086. 1143. 1150. 1280. 1366. 1367. 1368. c) Bußfertigteit. 394. 440 bis 507. 685. 691. 752. 763.826. 1094. 1099. 1106. 1107. 1110. 1132. 1301. d) Uebergabe des Herzens. 672. 708. 979. 1040. 1066. 1133. 1190. 1197. 1207. 1261. 1344. e) Trachten nach dem Reiche Gottes. 692. 973. 1279. f) Gottesfurcht. 726. 727. 1100. g) Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott durch Christum. 489. 649. 686. 694. 722. 737. 1244. 1257. 1355. 1357. h) Freude und Trost in der Gemeinschaft mit Gott durch Christum. 594. 599. 661. 665. 696. 697. 699. 706. 710. 712. 718. 721. 735. 748. 769. 795. 806. 820. 823. 828. 831. 833. 835. 844. 976. 1026. 1111. 1114. 1117. 1155. 1160. 1168, 1170. 1180. 1202. 1260. 1339. 1351. 1359. i) Verlangen nach Sündenbergebung. Buß- und Beichtlieder und 732. 733. 766. 782. 1075. 1185. 1200. k) Troft der Sündenvergebung und Rechtfer= tigung. 302. 348. 452. 454. 499. 501. 506. 508 bis 513. 551 bis 566. 602. 676. 744. 772. 806. 815. 823. 839. 1092. 1176. 1182. 1249. 1278. 1293. 1361. 1) Friede in Gott. 564. 674. 701. 772, 777. 809. 832. 1169. 1174. 1290. 1356. m) Liebe zu Christo. 534. 605. 628. 660. 675. 679. 686. 687. 695. 729. 830. 1060. 1063. 1067. 1087. 1121. 1145. 1172. 1288. 1364. 1365. n) Das dankbare Herz. 829. 861. 1062. 1063. 1076. 1209. 1242. 1299. 1384. 1387.( Siehe auch die Lob- und Danklieder.) o) Das gottergebene, zufriedene Herz. 596. 599. 601. 630. 632. 641. 646. 656. 668. 674. 678. 704. 705. 707. 712. 715. 716. 720. 725. 749. 750. 774. 781. 784. 791. 793. 794. 802. 804. 821. 838. 845. 846. 1046. 1098. 1103. 1152. 1153. 1154. 1171, 1206. 1242. 1264. 1291. 1292. 1302. 1380. p) Das leidensfreudige Herz. 431. 627. 634. 637. 640. 673. 680. 700. 714. 745. 747. 760. 771. 775. 776. 780. 786. 787. 789. 790, 803. 808. 817. 834. 836. 837. 842. 859. 1047. 1084. 1099. 1135. 1199. 1205. 1266. 1287. 1289. 1379. q) Beständigkeit im Glauben und in der Liebe. 410.613.623.643.698.1071.1081.1134.1184.1286.1288. VII r) Bekenntniß und Berufstreue. 642. 651. 679. 1090. 1283. 1284. s) Nachfolge Jefu. 589. 595. 706. 764. 809. 1072. 1143. 1256. 1285. 1369. t) Wachen und Kämpfen im Glauben. 625. 670. 688. 693. 758. 1015. 1028. 1032. 1038. 1041. 1064. 1081. 1082. 1175. 1189. 1198. 1256. 1282. u) Selbstprüfung. 1055. 1280. v) Selbstverleugnung. 660. 682. 708. w) Weltverleugnung. 345. 639. 659. 677. 703. 713. 717. 984. 1085. 1121. 1146. 1281. x) Einfalt. 691. 1276. y) Reuschheit. 636. 1080. 1258. z) Weisheit. 652. aa) Wahrhaftigkeit. 1274. 1275. bb) Gemeinschaft der Heiligen. 579. 664. 1271. 1272. 1277. 1325. cc) Nächstenliebe und Barmherzigkeit. 709. 1138. 1177. 1187. 1267 bis 1270. 1273. dd) Sehnsucht nach dem Himmel( siehe die Himmelfahrts- und Ewigkeits- Lieder). 654. 655. 681. 740. 741.810, 813.819. 868. 973, 1048. 1294. 1378. 1395. G. Das Gebetsleben: a) Ermunterung zum Gebet.1115.1196.1245.1373. b) Allgemeine Bitten. 657. 663. 672. 684. 702. 730. 751. 857. 898. 899. 900. 901. 1035. 1052. 1053. 1054. 1086. 1102. 1115. 1247. 1272. 1374. c) Baterunser- Lieder. 62. 78. 114. 115. 117. 374. 421 bis 430. d) Leidensgebete. 570. 571. 585. 731. 734. 736. 738. 739. 742. 743. 755. 756. 757. 761. 764. 768. 773. 778. 801. 804. 807. 827. 969. 977. 1030. 1133. 1372. 1381. 1383. e) Lob- und Dank- Lieder: Allgemeine. 762. 848. 850.852.854.856.859.860. 861. 862. 863.867. 871. 872. 873. 874. 1062. 1076. 1095. 1104. 1142. 1166. 1298. 1386. Für leibliche Güter. 825. 853. 864. 869. 870. 875. 1151. 1209. 1300. Für geistliche Güter. 587. 865, 866. 1241. 1297. 6. Die Gnadenmittel: a) Wort Gottes. 142. 143. 567. 574. 579. 588. 592. 600. 606. 107. 619. 621. 1178. 1203. 1254. 1255. b) Taufe. 432 bis 439. 1248. 1346. Confirmation. 250. 667. 1347. 1348.( Siehe auch die Lieder von der Uebergabe des Herzens). c) Abendmahl. 47. 48. 50. 86. 514 bis 550. 1251 bis 1253. 1349. 1350. Beichtlieder. 46. 84. 85. 440 bis 513. 1249. VIII 7. Von der christlichen Kirche und den christl. Ständen: a) Die Noth der Kirche. 567.568.569.571.573.575.576. 583. 586. 590. 591. 609. 611. 620. 759. 1077. 1340. b) Der Trost der Kirche. 577.578. 582. 597. 612. 615. 616. 622. 811. 812. 841. 1329. 1332. 1336. 1339. c) Ausbreitung der Kirche. 608. 610. 1077. 1341. d) Mission. Die Epiphanias- Lieder und 593. 604.614. 1234.1328. 1330. 1331.1333.1334.1335.1337.1342.1343. e) Der Lehrstand. 572. 603. 1090. 1338. f) König und Obrigkeit. 372. 657. 1077. 1376. g) Hausstand. 728. 1079. h) Ghe. 723. 724. 1096. 1377. 1385. i) Eltern. 83. 1396. k) Kinder. 1098. 1124. 1246. 1345. 1370. 1371. 1) Wittwen und Waisen. 746. 935. 1382. III. Zeit- Lieder. 1. Morgen- Lieder. 1 bis 50. 88. 90. 92. 94. 96. 98. 100. 1034. 1043. 1075. 1080. 2. Tisch- Lieder. Vor Tische: 102 bis 107. Nach Tische: 108 bis 126. 3. Abend- Lieder. 51 bis 82. 89. 91. 93. 95. 97. 99. 101. 1048. 1109. 1375. 4. Reise- Lieder. 919 bis 933. 5. Witterungs- Lieder. 685. 851. 903 bis 918. 1050. 6. Ernte- Lieder. 1388 bis 1390. 7. Kranken- Lieder. 49. 50. 87. 753. 814. 889 bis 897. 8. Theuerung. 902. 1303. 9. Krieg und Frieden. 584. 754. 876 bis 888. 1045. 1049. 10. Verbannung. 843. 11. Armuth. 39. 816. IV. Lieder von den letzten Dingen. 1. Bereitschaft zum Tode. 635. 653. 689. 785.937.938.939. 940. 943. 947. 950. 951. 956 bis 963. 965 bis 968. 972. 975.978.980.982.983.987.991 bis 993.995.996.1005.1007. 1065.1068.1091.1191.1194. 1210.1305.1307 bis 1309. 1397. 2. Begräbniß- Lieder. 241. 934 bis 1007. 1061. 1304. 1306. 1310. 1391. 1392. Bei Kinderleichen. 955. 990. 1006. 1069. 1345. 1396. 3. Von der seligen Ewigkeit. 941. 942. 964. 970. 971. 981. 985. 997. 998. 1001. 1008. 1011. 1021 bis 1024. 1101. 1118. 1128. 1129. 1181. 1311 bis 1313. 1394. 1400. 4. Von der Verdammniß. 1017 bis 1020. 1399. 5. Von der Auferstehung der Todten. Die Oster- Lieder und 320. 323. 974. 1393. 6. Vom jüngsten Tage und dem Ende der Welt. 167.946. 1009. 1010. 1012 bis 1014. 1016. 1042. 1127. 1129. 1398. Im Namen Jesu! I. Morgen- Lieder. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mitLieb und Ruhe. das ſeine Pflicht erkenn und willig thue, DSeele! DerHerr hört deinenLobgefang; lobiing ipm meine Seele! 10. Daß ich, als ein getreuer 2. Mich selbst zu schüßen ohne Knecht, nach deinem Reiche strebe, Macht, lag ich und ichlief in Frie-| gottselig, züchtig und gerecht durch den; wer schafft die Sicherheit der deine Gnade lebe; Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht', wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in feinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit schene; mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrem Glauben freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit in Jesu einst be schließe. Christian Fürchtegott Gellert. Mel: Ich dank dir schon durch. ein erst Gefühl sei Preis und 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; Mel: Nun laßt uns Gott dem. du biſt es, der es uns erhält und 2. Auf, auf, ihr meine Lieder, mirs neu 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. Glieder, dem Höchsten Lob zu singen, und Opfer ihm zu bringen! 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herab gesendet, und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Ge3. Er ist mein Schuß gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken fahr, ein Vater, wenn ich fehle.[ mich grausam können wecken. wo 1 Morgen- Lieder. 2 er nicht selbst gewachet und Alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein Leben sei ferner ihm ergeben. O Gott, mir heut auch sende die Hülfe deiner Hände! 6. Daß ich von dir geführet, und überall regieret, deines Namens Ehre mein ganzes Leben kehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die dei nen Zorn mir bringen. 8. Durch deinen Geist mich leite, und mein Herz so bereite, daß ich, dein Kind und Erbe, allein dir leb und sterbe. 9. Gieb deinen heilgen Segen auf allen meinen Wegen; beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. 10. Vor Unglück mich behüte, und laß mich deine Güte so leiten, daß ich bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Gieb Hoffnung und Vertrauen, auf dich allein zu bauen; den Glauben mir auch mehre, und mich zu dir, Herr, kehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Gieb Kraft, Verstand und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich glücklich möge enden. 14. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz, und was sonsten leiden, fo hilf mir, Vater, tragen und laß mich nicht verzagen. 15. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gieb Brod und Trost den Armen aus Gnaven und Erbarmen. 16. Erhöre alle Beter, bekehr die Uebertreter, sei gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 17. Insonderheit am Ende, Herr, deinen Trost mir sende, und laß mich selig sterben, und ewges Leben erben. Joh. Lassenius. Mel: Valet will ich dir geben. 3. Auf, auf, mein Geiſt, zum auf, auf, werd erhitzt, bedente, wie von oben der Höchste dich beschützt! Hätt er dir nicht zum Schuße der Engel Wach gestellt, so hätt in seinem Truhe der Feind dich längstgefällt. 2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein Gott allein, dir, dir soll mein Gemüthe von Herzen dankbar sein; denn du hast mir mein Leben noch bis daher verlängt, und täglich auch daneben viel Wohlthat eingeſchenkt. 3. Du Herrscher aller Welten, wie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin; nimm hin, was ich dir bringe, ein'n dir ergebnen Sinn. 4. Nur weg mit Horn und Klauen! Ich opfre Herz und Brust; ein kindliches Vertrauen, das, das ist deine Lust; das, das laß dir gefallen; wie schlecht es immer scheint, so ist dennoch vor allen das Opfer gut gemeint. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jett empfinde, wie sie mein Herz betrübt. Verzeihe mir und dämpfe all üppige Begier, mit der ich täglich fämpfe. Herr, verzeihe mir! 6. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und prich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. Herr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all mein Geschäftegewünscht vonStatten geh. 7. Gieb mir vor allen Dingen getrosten muth und Geist, dies Morgen- Lieder. freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt; laß mich in guten Tagen nicht übermüthig sein, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu was dir gefällt, und laß mich nicht in Schande gerathen vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein: laß auch mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 9. Gieb, daß im Kreuz und Glücke ich stets fo leben mag, daß ich all Augenblicke denk an den letten Tag; und wenn der wird einbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit! Joh. Frant. In eigener Melodie. 4.Aus meines HerzensGrunde fag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazumein Lebenlang, o Gott, in deinem Chron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein eingebornen Sohn. 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangenen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt de müthiglich, wollst mir mein Sünd bergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wolleft auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind, in deine Hand ichs gebe, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern ( Obern) und Verwandten, Ge3 schwister( Gefreundte) und Bekannten und Alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird mit Wohlgefallen es Alles sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott bescheiden in mein'm Beruf und Stand. J. Mathesius. Mel: Wie schön leuchtet der. an Mor" 5.Benlicht und mache munter mein Gesicht, laß deine Strahlen glimmen! Brich an, du theure Andachtsflamm, aus deinem heiBen Herzensstamm ein Danklied anzustimmen! Weiset, preiset den mit Loben, der von oben mich behütet und mit Segen überschüttet. 2. Ach Gott, mein Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mir verliehen deine Güte, und mich in dieser finstern Nacht durch deine Engel hast bewacht an Leib, Seel und Gemüthe, daß ich fröhlich meine Glieder habe wieder ohn Verlegen mögen aus der Ruhe setzen. 3. Ach gieb, o treues Vaterherz, daß alle Sünden, Angst und Schmerz mit dieser Nacht vergehen; daß ich in deiner Gnad und Huld auch jebund möge ohne 4 Morgen- Lieder. Schuld recht geistlich auferstehen.| sei mir nichts bewußt, so da Freud Laß mich christlich meine Sorgen diesen Morgen so erwägen, daß ich spüre deinen Segen. erwecke. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, daß ich forthin mein Lebenlang nach deinem Willen walle. Behüte mir mein Seel und Leib; mich selbst in deine Hände schreib, damit ich ja nicht falle. Ach, gieb, mein Lieb, deine Wunden alle Stunden zu betrachten und die Welt für nichts zu achten. 5. Regiere mich mit deinem Geist, der mir den Weg zum Himmel weist, auf daß ich überwinde und deine reiche Segenshand in meiner Nahrung oder Stand zu jeder Zeit empfinde, bis ich endlich werd mit Freuden dir ein neues Danklied bringen. und 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und Augenschein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt er gözt zu ihr'm Selbst- Verderben; denn was sie fürs Beste schäßt, machet ewig sterben. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in schöner Ehrenpracht werde Opfer bringen, und daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören singen. Christoph Prätorius. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht; ohne Gottes Leuchten sieht kein Mensche Christum nicht, der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelsthau seiner süßen Lehre; drum, Herr Christe, auf mich schau, und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Güt, frundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüth sich in dir erquicke, und die süße Himmels= lust mit Begierde schmecke; sonsten In eigener Melodie. 7 Dank sei Gott in der Höhe in dieser durch den ich wied'r aufstehe vom Schlaf frisch und gesund! Mich hatte zwar gebunden mit FinsterMel: Christus der uns selig macht. * 6.Christe, wahres Seelenniß die Nacht, ich hab ſie überdeiner der mich beSonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, darf nicht übrig sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf, der du bist das Leben; neues Leben in mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. wacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o Schußherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, unsre Schulund Gemein, in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. 3. Erhalt uns durch dein Güte bei rechter, reiner Lehr, vor Keßerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir mit uns serm Samen immer in einem Geist sprechen: des Herren Namen sei groß und hoch gepreist. 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben, und Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Segen, daß wir nach dein'm Geheiß wan Morgen- Lieder. deln auf guten Wegen, und thun das Amt mit Fleiß, daß jederman sein Neße auswerf, und auf dein Wort sein Trost mit Petro sebe, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren, und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß. Doch kann er nichts vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen, und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachs'n und leben, und bringen Frucht darzu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immermehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr. 3. Mühlmann. Mel: Erschienen ist der herrlich. * 8. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gottfang ich mein Arbeit an, mit Gott es gehet glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk: mein Herz sucht Got tes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muths: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf ſein Wort werf ich aus mein und 5 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, macht, wie ers will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und giebt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Wit oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann fagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid: laß hassen, wers nicht lassen kann, so stimm ich doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius. Mel: Freu dich sehr, o meine. 9 Das walt Gott! Die Mors genröthe weg die schwarze Nacht, und der Tag tritt an die Stätte, der da alles munter macht. Drum so muntre ich mich auf, und mein Herz gedenket drauf, wie ich dir, mein Gott, Lob Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mittel sammt dem End ich stell allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu aller Frist: Das walte Gott!| bringe, undden Morgensegensinge. 6 Morgen- Lieder. 2. Loben doch flugs mit dem| käme, oder sonsten rühmlich wär: Morgen dich die kleinen Vögelein; so befördre solches Werk, gieb eh sie für das Futter sorgen, muß es erst gesungen sein. Sollt ein armes Thierlein nun mir hierin zuvor es thun? Nein, das Singen, Loben, Beten, hab ich mehr, als sie, vonnöthen. dazu Rath, That und Stärk. All mein Arbeit muß gedeihen, wenn du, Herr, wirst Gnad verleihen. 3. Wenn ich könnte übersehen, was all für Gefährlichkeit ich gehabt hab auszustehen meine ganze Lebenszeit, ja, was noch für Mißgeschickt alle Stund und Augenblick und so lang ich werde leben, über meinem Haupte schweben, 4. Ach so würde ich erkennen, was für große Gütigkeit du den Menschen pflegst zu gönnen und wieviel Barmherzigkeit du an mir thust für und für, weil du so vielfältig mir Hülfe sendest und Wohlthaten, wenn ich in Gefahr gerathen. 5. Drum so sei all mein Vergnügen, dich zu loben, dran gewandt, mein Gebet laß vor dir liegen, wie ein Opfer angebrannt; und verleih, daß dieser Tag mir auch glücklich scheinen mag. Ach, daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht vertriebe! 9. Von mir selbst bin ich untüchtig, zu befördern meine Sach; die Begierden sind nicht richtig, der Verstand ist viel zu schwach; schwach ist meiner Seelen Kraft, und der Leib oft mangelhaft; meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. 11. Will ein Fall mich übereilen, ach, so hilf mir wieder auf; schüß mich vor des Satans Pfeilen, und all meiner Feinde Hauf. Kommt ein Unglück vor die Thür, sieht mir was Gefährlichs für, laß mich deine Hülf empfinden, ritterlich zu überwinden. 12. Willst du mir ein Kreuz zuschicken, mach, daß ich es kann ausstehn; will es mir nicht allzeit glücken, und nach meinem Willen gehn, so ist meiner Sünden Schuld; doch gieb Hoffnung und Geduld; alles Unglück kannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. 7. Würd ich etwa heute sehen 13. Wird mir etwas aufgedichallerhand Gelegenheit, Sünd und tet oder sonst geredet nach; Herr, Laster zu begehen, so gieb, daß du bist, der alles richtet, dir be ich solche meid. Reizet mich mein fehl ich meine Sach. Laß mich Fleisch und Blut, zeigt die Welt meiden nur die That, so wird mir Ehr und Gut, so laß mich wohl der Lügen Rath, und ein zu nichts verführen, das mir gut Gewissen machet, daß man würde nicht gebühren. der Verleumdung lachet. 6. Gieb, daß ich mag recht erwägen, was erfordert meine Pflicht; was derselben läuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Meine Sinne und Verstand richte, Herr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Gewissen stets behalte. 10. Drum, Herr, all mein Thun und Lassen sei dir alles heimgestellt; führe mich auf rechter Straßen, mache, wie es dir gefällt. Segne den geringen Fleiß, lehre mich, was ich nicht weiß; zeige mir, was ich nicht sehe, leite mich, wo ich hingehe. 8. Wenn ich aber was vor 14. Willst du mich denn etwa nebme, draus zuvörderst deine heute legen auf das Krankenbett, Chr und des Nächsten Nußen so gieb, daß ich mich beizeite Morgen- Lieder. schicke zu der Ruhestätt. Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so bitt ich dich, mich vor schnellem Tod bewahre, gieb, daß ich in Frieden fahre. 15. Hierauf will ich mit Vergnügen meine Arbeit fangen an; du Gott Vater wirst es fügen, daß es wohl gerathen kann. Jesu Christe, segne du, hei lger Geist, sprich Ja dazu. Herr, in deinem großen Namen sei mein End und Anfang. Amen. Martin Grünwald. Mel: Herr Jesu Christ dich zu uns. 10.Das walt Gott Vater und Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht! wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine und Stimm. Dein Ohren' neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Ich schlief und wußt' nicht, wie mir wär, da schlich der Teufel um mich her; den hat, Herr, deine Macht vertriebn, daß ich vor ihm in Ruh gebliebn. 5. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 6. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 7. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. 7 8. Hilf, daß ich zu regieren wiß mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib; all bös Begierden von mir treib. 9. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Uebel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 10. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar feind. 11. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr: behüte mich vor schnelLem Tod und hilf mir, wo mir Hülf thut Noth. Martin Behemb. In eigener Melodie. 11.Das walt mein Gott, Bater und ger Geist, der mich erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, im Mutterleib das Leben gesund ohn allen Schad. 2. O treuer Gott, der du dein Sohn aus Himmels- Thron für uns gegebn in Tod, der für uns ist gestorben, das Himmelreich erworben mitseinemtheuren Blut. 3. Dafür ich dir aus Herzensgrund mit 3ung und Mund lobfinge mit Begier, und danke dir mit Schalle für dein Wohlthaten alle früh und spat für und für. 4. Auch sonderlich sag ich dir Dank mit diesem Gsang, daß du mich gnädiglich aus lauter Gnad und Güte hast diese Nacht behütet durch dein Engl sicherlich. 5. Und bitte dich, du wollst hinfort, ach Gott mein Hort, ferner genädiglich mich diesen Tag behüten vors Teufels Macht und Wüthen und List tausendfältig. 6. Durch deine Gnad bewahr mir, Herr, Leib, Seel und Ehr, vergieb die Missethat. Vor Ge= 8 Morgen- Lieder. fahr, Sünd und Schande, zu| Willn, laß mich auch deinen Willn Wasser und zu Lande, behüt mich erfülln, daß in geduldigem Gelaß früh und spat. ich Gutes thu, das Böse laß, und Sünde haß. 7. All Tritt und Schritt, in Gottes Nam; was ich fang an, theil mir dein Hülfe mit, und komm mir früh entgegen mit Glücke, Heil und Segen; kein Bitt verfag mir nicht. 8. All mein Arbeit, in Gottes Nam; was ich fang an gereich zur Nußbarkeit. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, welchs du mir haft gegeben, lob dich in Ewigkeit. Basilius Förtsch. Mel: Erschienen ist der herrlich. 12.Der Tag bricht an und meine Seele, geh in dich, wie du geschlafen diese Nacht, ob du auch oft an Gott gedacht, wenn du erwacht? 2. Denn Gott sieht ins Verborgne hin, prüft auch im Schlafen Herz und Sinn. Er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffährst, den Dienst gewährst. 3. Drum walts Gott Vater, der im Geist durch Christum mich stets beten heißt. Dir will ich Opfer bringen, eh ich zum Beruf und Arbeit geh, wenn ich aussteh. 4. Was soll ich aber opfern dir? Ist doch schon alles dein an mir; ja, eben das ist mein Gewinn, wenn, weil ich mich ganz schuldig bin, dir gebe hin. 5. Ich gebe dir die Seele hin; ach richte dein Reich auf darin, daß sie von deiner Gnad regiert, mit Glaub und Gottesfurcht geziert, bleib unverführt. 6. Ich geb und opfre dir mein Herz, ach nimms und ziehs in Lieb aufwärts, daß ich mich stets im Geist erheb, an dem, was irdisch ist, nicht kleb, nach Gott nur streb. 7. Ich opfre dir ganz meinen 8. Sinn und Verstand, und was ich denk, ich dir zum Morgenopfer schenk; hilf daß kein böſer Anschlag mir einkomm, und was ich im Sinn führ, gefalle dir. 9. Ich opfre dir die Zung und Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und fort von mir kein Fluch noch falsches Wort nicht werd erhört. 10. Die Werke, was ich laß und thu, ergeb ich dir, regier ſie du Nuß, des Vaterlandes Trost und Schutz, der Bösen Truß. 11. Daß ich, dir ganz geopfert auf, heut und den ganzen Lebenslauf, des Fleisches sündliche Begier verleugne, ganz absterbe mir, und lebe dir. 12. Sei du stets bei mir un in mir; mit deinem heilgen Geist mich führ; durch deiner lieben Engel Schaar vor allem Schaden und Gefahr mich heut bewahr. 13. Verleih der Nahrung und Gewerb Gedeihen, Segen, ohn Verderb, daß alles dir zu Lob und Dank, was ich in dem Beruf anfang, gut End erlang. 14. Auf daß ich ehrbar und in Ruh mein Leben möge bringen zu, die Lebensnothdurft mir bescheer, daß Armuth nicht mein Herz beschwer, mich ehrlich nähr. 15. Ein fröhlich Herz, gesunden Leib, gieb mir, den Freun den, Kind und Weib; gieb, daß ich den Feind überwind mitSanftmuth, und Gehorsam find bei dem Gesind. 16. Erhalt auch unser Vaterland in guter Ruh und Friedensstand; wend ab Aufruhr, Brand, Krieg und Streit, Pest, Hunger, Morgen- Lieder. 9 9. Weil du nun seinen Geist gekost, und seiner Gnad genossen hast, so dank ihm von Herzen. 10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sieh, daß du stets in seiner Sach treu werdestbefunden. 11. Du weißt nicht, wann der Herre kömmt, denn er dir keine Zeit bestimmt, sondern stets heißt wachen. 12. So üb dich nun in seinem Bund, lob ihn mit Herzen, That und Mund, dank ihm seiner Wohlthat. 13 Sprich: O Vater von Ewigkeit, ich dank dir aller Gütigkeit, mir bisher bezeiget, 14. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, welchem sammt dir im höchsten Chron all Engel lobsingen. 20. In Summa, was dir lieb, uns gut ist, gieb uns an Leib, Seel und Muth; wie du willst, sei dirs heimgestellt. Nur nimm uns selig von der Welt, wann dirs gefällt. David v. Schweinitz. In eigener Melodie. 15. Hilf, Herr, daß ich dich gleicher Weis von nun an allzeit Lob und preis in Ewigkeit. Amen. Michael Weiße. Wo Gott zum Haus nicht. es Morgens, wenn Mel: 13. Der Tag vertreibt die o Brüder, ſeid munter und wacht, dienet 14. Dich früh, aufsteh, und Gott dem Herren. Kummer, theure Zeit und ander Leid. 17. Der Obrigkeit gieb Stärk und Wiß, daß sie dein arme Kirche schüß; die dich und uns verfolgen, Herr, durch deinen starken Arm bekehr, und ihnen wehr. 18. Erlöse wer unschuldig itt um deinetwilln gefangen sitt; beschüße, die falsch sind verklagt, tröst alle, die geängst, geplagt sind und verjagt. 19. Den Armen gieb ihr Kleid und Brod, die Kranken und wer leidet Noth mit deinem Trost befelige, die Waisen, Wittwen, Fremdlinge vertheidige. 2. Die Engel singen immerdar, und loben Gott in großer Schaar, der alles regieret. 3. Die Hähn und Vögel mancherlei loben Gott mit ihrem Geschrei, der sie speist und kleidet. 4. Der Himmel, die Erd und das Meer geben dem Herren Lob und Ehr, thun sein Wohlgefallen. 5. Alles, was je geschaffen ward, ein jeglich Ding nach seiner Art, preiset seinen Schöpfer. 6. Ei nun, Mensch, so edler Natur, o vernünftige Kreatur, sei nicht so verdrossen. 7. Gedenk, daß dich dein Herre Gott zu seinem Bild geschaffen hat, daß du ihn erkennest, 8. und lieb hättestausHerzensgrund, auch bekenntest mit deinem Mund, sein also genössest. Abends in mein Bette geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heiligen fünf Wunden dein, da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schaß ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht; drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb odr sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehl jekund und auch im Tod; nimm sie zu ir, o treuer Gott! 10 Morgen- Lieder. Mel: Herr Jesu Christ dich zu. 15. Die belle Sonn leucht vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unser Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deinem Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, das wir heben an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was jeder heut ausrichten soll, daß unser Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinm Lob, Chr und Preis. Nicolaus Herrmann. Mel: Wo Gott zum Haus nicht. 16. Die Morgensonne gehet auf erfreut zu wallen ihrenLauf; kein Bräutigamkommt so geziert, wie sie die goldnen Strahlen führt. 2. So viel der Himmel Sterne zählt, ist sie vor allen auserwählt. Es muß ein großer Herrscher sein, der ihrertheiltdengüldnenSchein. 3. Die Himmel rühmen Gottes Ehr, und geben uns auch solche Lehr, daß wir ihn stets mit unserm Mund hoch preisen sollen alle Stund. 4. Der Sonnen Lauf nie stille steht, und sonder Ruhe schleunig geht; so sollen wir ohn Unterlaß ihr folgen nach des Himmels Straß. 5. Herr, deine Gnade, Güt und Treu, ist alle Morgen bei uns neu. Erleuchte das ganz blöde Herz mit deinem Wort, der Himmelskerz. den heller Schein erlöse uns von aller Bein. 7. So wollen wir dir allezeit hier danken in der Christenheit, und dorten mit der Engel Schaar dich ewig loben immerdar. G. P. Harsdärfer. Mel: Aus meines Herzens Grunde. * 17. Die Nacht ist nun vers schwunden, der helle Tag ist da. Drum schallt in frühen Stunden, Herr, mein Hallelujah. Dies opfert Dank und Pflicht, laß nur mein schwaches Lallen dir gnädig wohlgefallen, mehr hab und kann ich nicht. 2. D Bater, sei gepriesen, daß du mir diese Nacht Barmherzigteit erwiesen und mich so wohl bewacht; ich wußte nichts von mir, ich schlief ohn alle Sorgen, und jeho stellt der Morgen mir neuen Segen für. 3. Ach, trautefter Erbarmer, was läßt du mir geschehn? Vergieb, wofern ich Armer auch heute was versehn. Deck alle Sünden zu, und sebe mein Gewissen durch Christi Blutvergießen in höchst erwünschte Ruh. 4. Nun, Herr, in deinem Namen tret ich die Arbeit an, sprich selbst, zu Allem Amen, so ist es wohl gethan. Ach, wende die Gefahr auch unter tausend Feinden, und bei verstellten Freunden nimm meiner gleichfalls wahr. 5. Nun, Herr, du wirsts wohl machen. Dies Wort trifft täglich ein. Drum solln dir meine Sachen auch heut befohlen sein. Leb ich, so leb ich dir, und soll ich hier auch leiden, ja gar von hinnen scheiden, du bist auch da bei mir. Jerem. Ketzler. Mel: Auf meinen lieben Gott. 18.Di ie Nacht ist nunmehr 6. Erwärme nun durch deine hin. Wach auf, mein Güt Sinn, Seele, Herz und Herz und Sinn, dem Herren Lob das Gemüth, daß deiner Gna- zu bringen, von seiner Ehr zu Morgen- Lieder. fingen! Er hat für dich gewachet, und alles wohl gemachet. 2. Schau wie der Sonnen Licht durch alles Dunkle bricht, dem Tage Glanz zu geben. Thu du nur auch daneben mit aller Macht das Deine, mit Dank vor Gott erscheine. 3. Lob, Ehr und Dank sei dir, o frommer Gott, dafür, daß diese Nacht geendet, und daß du abgewendet so manche Sorg und Plagen, die sonst mein Herze nagen. 4. Laß diefes Tages Schein mir auch erfreulich sein; mit Segen mich beschütte, laß unter deiner Hütte, und unter deinen Gnaden mich sicher sein vor Schaden. 5. Dir, o mein Gott, befehl ich heute Leib und Seel, mein Thun und meine Werke; durch deinen Geist mich stärke, daß ich zu deiner Ehre mein ganzes Leben kehre. 11 einst gehn und scheiden werd, so laß mich, Vater, kommen zum Frieden aller Frommen, die dich im Himmel droben mit voller Freude loben. I. Lassenius. 9. Mein Gott, du bists allein, deß ich will eigen sein. Herr Jesu, meine Wonne, sei meines Herzens Sonne; mein Geist, Seel und mein Leben, sei dir, Herr, stets ergeben. 10. Und wenn ich von der Erd Mel: Herr Jesu Christ meins. 19. Die Nachtwach nun vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns, frei von aller Plag, gesund läßt sehen diesen Tag. strahl, leucht uns in diesem 2. Wir bitten dich, du GnadenJammerthal; beschirm uns täg= lich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit." 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh, und was uns nöthig ist, dazu. Durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen auch verleih. Gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 6. Vergieb der Sünden Schuld 5. Und wenn es dir, o Herr, durch deine Gnad und Huld; deck alles mein Verbrechen durch gnä- Welt, so gieb ein selges Ende gefällt, uns abzurufen von der diges Fürsprechen des Heilands, der sein Leben für mich in Tod hier, daß wir dort ewig sein gegeben. bei dir. 7. Laß sein unschuldig Blut auch kommen mir zu gut, und mich nicht mehr gerathen auf freble Missethaten; entzeuch mich allen Lüften, mich nicht mehr zu verwüsten. Mel: Aus meines Herzens. 8. Sei gnädig mir auch heut 20. Dir, Herr, will ich lobsingen mit Herzen und und sonsten allezeit, dein Wort mit Mund und ein Dankopfer fei meineSpeise auf dieser Lebens- bringen in dieser Morgenstund. reise; und laß mich deinen Wil- Herr, höre meine Stimm, und len geborsam stets erfüllen. thu mich nicht verschmähen, wann ich will vor dir stehen. Ach Herr, mein Wort vernimm! 6. Jesu Christ, erbarme dich, hörunsre Bitte gnädiglich: Durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Noth! 2. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir beweist, sonderlich mit Behüten so große Treu geleist. Du hast mich diese Nacht mit deinemSchuß umgeben, Morgen- Lieder. 12 behüt mein Leib und Leben durch deine große Macht. 3. Es ist der Mensch auf Erden| gefällt. gleich wie in einem Streit, mit Trübsal und Beschwerden umge= ben allezeit; wo dann dein Hülf nicht wär, so müßt er bald vergehen, nicht lang würd er bestehen in so großer Beschwer. 4. Nun aber du gedenkest, was wir für ein Gemächt, darauf dein Güt uns schenkest: die hilfet uns zurecht, die hilfet allem Fleisch, die hilft in allen Nöthen; auch wenn man uns wollt tödten, hilfet sie allermeist. Leib, mein Leben sei dir, mein Gott, ergeben; machs, wie es dir Josua Wegelin. Mel: Gott, du frommer Gott. * 21.rschein, du Morgenstern, leucht hell in mir, o Sonne, mein Heiland, wahres Licht, beständig in mir wohne; erwärme du mich ganz mit deiner Liebe Schein, und bringe lauter Licht ins neue Herz hinein. 2. Schaff du mirs neu und rein mit dem gewissen Geiste, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich voll, verklär den Vater ganz, daß seine Liebesbrunst mich nähr in reinem Glanz. 3. So laß mich allezeit in dir beständig wandeln, und nicht in Finsterniß noch Heuchelei was handeln. Faß mich mit deiner Hand, dein Auge leite mich, daß ich dir folge ganz, und seh allein auf dich. 5. Sieh an, herr, mein Elende, und steh mir ferner bei; vergieb mir meine Sünde; dein guten Geist verleih, daß er auf rechter Straß mich allezeit mög führen, und ich sein Trost mög spüren jeßt und ohn Unterlaß. 6. Trost hab ich hoch von nöthen, da ich stets hoff auf Gott, und wenn er mich wollt tödten, doch werde nicht zu Spott, sondern dieser Trübsal mich christlich möge rühmen, billig dem Herren dienen in diesem Jammerthal. 7. Ach Herr, wollst mir auch geben des Glaubens Freudigkeit, Geduld, Hoffnung daneben, und viel Beständigkeit, daß ich bis an mein End den guten Kampf mög kämpfen, die Lust des FleiMel: Kommt und laßt uns Christum oder: Den die Hirten lobten. sches dämpfen, und wohl den* 22. gehet und vor allen Lauf vollend. Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, tehre ein! 4. Laß mich kein ander Bild in meine Seel einlassen, als dich, mein Licht und Theil, zum Licht und Leben fassen. Sei du mein einig Wort, eröffne mein Gehör, und ziehe mich dir nach, so lauf ich immer mehr. 8. Gieb mir an diesem Tage den Schutz der Engel dein, daß alles, was ich habe, möge bewahret sein. Laß auch zur rechten Zeit den Tag des Heils anbrechen; die Mängel und Gebrechen verkehr in Freudigkeit. 9. Stark bist du, Herr, und 3. Wollest täglich bei uns bleimächtig, und fannst helfen gar ben, alle Feinde von uns treiben, wohl; ich wills lassen bedächtig uns ins Buch des Lebens schreigehn, wie es gehen soll. Dir sei ben und der gute Hirte sein; es heimgestellt, mein Seel, mein i 4. Weiden uns auf grüner Morgen- Lieder. Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichthum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jeſus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Mel: Valet will ich dir geben. 23. Es batuns heißen treten, Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Erhörung zu gesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und flagt. 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Mergenstund; ach, laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnädig mir gewähre, was Seelen nüßlich ist. 3. Nicht aber mir zu geben, bitt ich aus deiner Hand, Geld, Gut und langes Leben, kein Ehr noch hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelteit, vergänglich, schwach undflüchtig und schwindet mit der Zeit. 4. Jch bitte mir zu schenken ein fromm und keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf unziemlichen Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan, und alle Lust verdammet der lastervollen Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, klare Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Thun und Handel dir mag gefällig sein; laß vor der Welt mein Wandelsein ohne falschenSchein. 6. So wird von jenem allen, Stand, Leben, Chr und Geld auf meine Seite fallen, was dir, mein Gott gefällt. Man muß die Seel erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon be13 glücken. Glüd folgt der Tugend nach. Georg Neumart. Mel: Freu dich sehr, o meine. Creu dich sehr, o meine 24. erhebe dich, und des Herren Lob erzähle, daß er dich so väterlich diese ganze Nacht beschüßt, daß dich Satan nicht beſchmißt, auch vor vor Betrüben bist ganz wohl bewahrt geblieben. 2. Was für Dank soll ich dir geben, Vater der Barmherzigkeit, daß du für mein armes Leben forgest heut und allezeit, daß mich deiner Engel Wacht auch die abgewichne Nacht hat beschützet, daß die Sonne ich erblickt mit Freud und Wonne! 3. Nun, ohöchster, deine Gnade sei auch diesen Tag mit mir, daß teinLeid, Gefahr nochSchade mich den ganzen Tag berühr. Schüße mich durch deine Hand, mache fernerhin bekannt, daß, die auf dich, Herr, vertrauen, auf den rechten Eckstein bauen. 4. Hab ich dich nicht recht geliebet, und mit meiner Missethat, dich, mein frommer Gott, betrübet: was mein Fleisch begangen hat, leg in tiefster Reu und Leid ich hier in der Gnadenzeit, vor dein Angesicht und flehe: Hilf mir, daß ich nicht vergehe! 5. Laß durch deine Kraft mich werden frommer, und dein guter Geist leite mich auf dieser Erden, daß ich suche allermeist zu gefallen dir, mein Hort, auch so leb an allem Ort, daß ich, wenn es kommt zumSterben, deine Freude könne erben. 6. Was ich aber soll verrichten in Gedanken, Wort und Werk, all mein Thun, Beginn und Dichten also führe, daß ich merk deinen Beistand in der Noth, wie im Leben, so im Tod. Laß mich 14 nimmer irre gehen, noch auf bösen Wegen stehen. 7. Sei auch gnädig allen Frommen, schüße deinerHeerdeSchaar, und die dürftig zu dir kommen, die in Noth und Gefahr, und die in des Jammers Pein bei dir seufzend kommen ein, laß er- Richter nicht verdammt. fahren deine Güte, und uns alle= ſammt behüte. 8. Wittwen, Kranken und den Waisen, und die Welt und Teufel plagt, die zu Land und Wasser reisen, sei dein Schuß, Herr, unversagt. Stehe allen Blöden bei, und dein Schirm bei allen sei, die dich, lieber Vater, kennen, und nach deinem Sohn sich nennen. 9. Laß mich allzeit sein beslissen, vor dir und der ganzen Welt zu behalten gut Gewissen; und wenn dies mein Fleisch zerfällt, und der Tod sein Macht und Recht sucht an deinem armen Knecht, laß mich dann für meine Sünden Trost in Jesu Wunden finden! Morgen- Lieder. Mel: Herr Jesu Christ, wahr Mensch, oder: in eigener Melodie. 25. Vor or deinen Thron tret ich hiermit, o Gott, und dich demüthig bitt: Wende dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild. In dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich bon dir, des Lebens Nothdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, dess Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist eswahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und liebe bis ans End. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deineGnadenhand bleib über mir heut ausgespannt. Mein Amt, Gut, Chr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig undrechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meiner Sünden Schuld undhab mitdeinemknecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 15. Ein felig Ende mir bescheer, am jüngsten Tag erwed mich, Herr, daß ich dich schaue Morgen- Lieder. ewiglich; Amen, Amen, erhöre mich! Bodo von Hodenberg. 26. Bott Mel: Ewigkeit, du Donnerwort. ott, der du selber bist das Licht, deß Güt und Treue stirbet nicht, dir sei jest Lob gesungen; nachdem durch deine große Macht der helle Tag die finstre Nacht so kräftig hat bezwungen, und deine Gnad und Wunderthat mich, da ich schlief, erhalten hat. 2. Laß ferner mich in deinem Schuß, o Vater, vor des Satans Truß mit Freuden auferstehen, damit ich diesen ganzen Tag dich ja mit meinen Augen mag im Glauben fröhlich sehen. Vor allem sei du selber mir das Licht des Lebens für und für. 3. Des Glaubens Licht in mir bewahr, o stärk und mehr es immerdar, erweckeTreu undLiebe; die Hoffnung mach in Nöthen fest; hilf, daß ich mich aufs allerbest auch in der Demuth übe, daß deine Furcht stets vor mir steh, und ich auf guten Wegen geh. 4. Herr, halte meinen Gang gewiß, treib aus von mir die Finsterniß und Bosheit meines Herzens. Behüte mich den ganzen Tag vor Aberglauben, Zorn und Plag, auch vor verbotnen Scherzen; bewahre mich vorStolz und Pracht, und allem, was mich läſtern macht. 5. Gieb, daß ich dir gehorsam sei, und mich vor Zank und Hader scheu, auf daß der Sonnen Strah len mich diesen Tag nicht zornig sehn, und nachmals traurig unter gehn. Ach, laß mich nicht bezahlen dem Nächsten seine Bitterfeit mit Feindschaft, Hassen, Grimm und Neid. 6. Vor Unzucht und vor böser Lust, vorKargheit, und des Geistes Wustbehüte michinGnaden. Gieb 15 daß die Falschheit dieser Zeit, zufammt der Ungerechtigkeit, mein Herz ja nicht beladen. Ach, daß dein heilges Angesicht doch solche Sünd erblicke nicht! 7. O treuer Gott, erweck in mir nur einen Hunger stets nach dir, daß ich die Welt verliere. Ach lehre mich, du starker Held, zu thun allein, was dir gefällt; dein guter Geist mich führe, damit ich außer bösem Wahn stets wandeln mög auf rechter Bahn. 8. Befiehl auch deiner Engel Schaar, daß sie mein Leben vor Gefahr den ganzen Tagbeschützen, und auf den Händen tragen mich, daß nicht der Satan grausamlich mich könn allhier beschmißen; so werd ich gegen Löwen stehn, und unverzagt auf Drachen gehn. 9. So nimm von mir, o Vater, hin, mein Herz, Gedanken, Muth und Sinn, daß ich dir ganz vertraue. Behüt auch, du getreuer Hort, mein Dichten, Reden, Werk und Wort, daß ich nur stetig schaue aufdeines theuren Namens Chr, auch meines Nächsten Nut vermehr. 10. Herr Jesu Christe, laß allein mich Armen ein Gefäße sein und Werkzeug deiner Gnaden; richt all mein Thun, Beruf und Stand, halt über mich dein Hülf und Hand, so kann mir Niemand schaden; du wollest auch ja gnädiglich vor den Verläumdern schüßen mich. 11. Mit Herz und Mund ich dir befehl, Herr Jesu Christ, mein Leib und Seel, auch Ehr und Gut daneben. Wenn ich nun sitze, geh und steh, alsdann so schaffe, daß ich seh, Herr über mir dich schweben; giebja, daß deine Gnadenhand sei nimmer von mir ab= gewandt. 12. Vor bösen Pfeilen, die bei Tag auf Erden bringen große 16 Morgen- Lieder. Plag, als vor des Todes Seuche, vergehn. O Herr Jesu, laß mich vor Bestilenz behüte mich, damit finden, deine Wunden offen stehn, sie nicht so grausamlich bei Nacht, da alleine Hülf und Rath ist für Herr, mich umschleiche. Bewahr meine Missethat. uns auch vor Kriegesnoth; wend ab den bösen, schnellen Tod. 13. Gieb, lieber Herr, zu dieser Frist, so viel im Leben nöthig ist, doch nur nach deinem Willen. Wenn du die Speis und Nahrung hie auf Erden segnest spät und früh, kannst du uns reichlich füllen; doch daß man deine milde Gab auch nicht zu einem Mißbrauch hab. 14. Allein zu dir hab ich ge setzt mein Herz, o Vater, gieb zuleßt auch mir ein seligs Ende, auf daß ich meinen jüngsten Tag mit großer Freud erwarten mag; drauf streck ich aus die Hände. Ach komm, Herr Jesu, komm, mein Ruhm, und nimm mich in dein Eigenthum! 15. Mein Gott und Vater, segne mich. Der Sohn erhalte gnädiglich, was er mir hat gegeben! Der Geist erleuchte Tag und Nacht sein Antlitz über mir mit Macht, und schütze mir mein Leben. Nur dieses wünsch ich für und für; der Friede Gottes sei mit mir! Joh. Rist. In eigener Melodie. 27. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele fammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre: Vater, Sohn und heilger Geist, meine Bitte mir gewähre, du, der selbst mich bitten heißt; ſo will ich dich hier und dort herzlich preisen fort und fort. Heinrich Albert. Mel: Gott des Himmels und der. esu Güte hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu, das beweisen Jesu Hände, die da schaffen, o der Treu! daß ich leb, doch ich nichthier, sondern Christus lebt in mir. * " 28. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 2. Jesu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget jetzt ein guter Morgen, da man sieht, wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab und Gut hab be3. Laß die Nacht auch meiner schützt durch Jesu Blut. Sünden jeßt mit dieser Nacht| 3. Jesu, dir sei Dant gegeben Morgen- Lieder. für die Treue deiner Händ, für die Gnade, für das Leben und was du mir zugewend't. Ach zieh von mir bis ins Grab diese deine Händ nicht ab. 4. Sie sinds ja, darein gegraben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja, sie sinds, die bis anitt mich verforget und beschützt. 5. Laß sie weiter mich umfaffen, weil ich ihrer eigen bin; laß sie mich, mich sie nicht lassen. Dieses ist und bleibt mein Sinn: Satan, dir entsage ich; Jesu, dir ergeb ich mich! 6. Nehmt mich drauf, ihrJesushände, schließt mich in Gott Va= ters Herz und in Jesu Blut behende, in sein Leiden, Tod und Schmerz; in des höchsten Trösters Hand schließt mich und die mir verwandt. 7. Ach mit Segen ob mir wal tet, im Gebete stärket mich, in dem Glauben mich erhaltet und daß Gott gefalle ich; macht mich Gottes Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 8. Macht mich los von meinen Sünden; laßt mich einen gnädgen Gott und ein gut Gewissen finden; jagt weg Schrecken, Angst und Noth. Steht mir bei, damit ja hier nichts Verdammlichs ſei an 9. Seid ihr alles mir in allen: meine Hülfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh zur Ruh, meine Freude, wenn ich wach, mein Arzt, wenn ich krank und schwach! 10. Seid mein Leben, weil ich lebe, und verbleibet ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich euch befehle hier; macht ihn alles Leidens los und tragt ihn in Christi Schooß! 17 11. Jch indeß bin voll Vergnügen, halt es für die größte Freud, daß in euch verschlossen liegen ich, die Meinen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in euch ruh. Aem. Jul. Gräfin zu Schwarzburg-R. In eigener Melodie, oder: Vater unser im Himmelreich. daß du 29. Jch ett t, o fi all Wohlthat, auch mich hast gnädiglich die Nacht behüt durch deine Güt, und bitt nun fort, o Gott, mein Hort, vor Sünd und Gfahr mich heut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr. 2. Ich bfehl dir, Herr, mein Seel und Ehr, Herz, Sinn und Muth, mein Leib und Gut und all das Mein; der Engel dein hab mich in Acht, daß nicht find Macht der Feind an mir nach seiner Bgier, noch mich in Sünd mit Listen führ. 3. Auch wollest, Herr, vergeben mir durch deine Huld mein Sünd und Schuld; ich hab an dich vergriffen mich, unrecht gethan; Herr, gnad und schon zu aller Frist durch Jesum Christ, der unser einger Mittler ist. Johann Freder. In eigener Melodie. 30. dh bank dir, lieber Herre, du wahrt in dieser Nacht Gefährde, darin ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, dazu in großer Noth; daraus ich bin entgangen, halfst du mir, Herre Gott. 2. Mit Dank will ich dich lo= ben, o du mein Gott und Herr, im Himmel hoch dort oben. Den Tag mir auch gewähr, warum ich dich thu bitten und auch dein Will' mag sein; leit mich in deinen Sitten und brich den Willen mein. 2 18 Morgen- Lieder. 3. Daß ich, Herr, nicht ab- zu uns eil; gieb uns des Glauweiche von deiner rechten Bahn, bens Waffen vors Teufels List der Feind mich nicht erschleiche, und Pfeil! damit ich irr möcht gahn. Erhalt mich durch dein Güte, das Johann Kolroß. In eigener Melodie. bitt ich fleißig dich, vors Teufels 31.deinen Sohn, o Gott, List und Wüthen, damit er setzt an mich.ins für deine Güte, daß du mich heut in dieser Nacht so gnädig hast behütet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, von aller Sünd geplaget ward, die ich mein Tag begangen 4. Den Glauben mir verleihe an dein Sohn Jesum Christ; mein Sünd mir auch verzeihe allhier zu dieser Frist. Du wirst mirs nicht versagen, wie du berheißen hast, daß er mein Sünd thu tragen, und lös mich von 3. Drum bitt ich dich aus Herder Last. Abilonli przensgrund, du wollest mir vergeben all meine Sünd, die ich beging in meinem ganzen Leben. 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht verderben läßt; dazu christliche Liebe zu dem, der mich verlebt; daß ich ihm Guts er: zeige, such nicht darin das Mein, und lieb ihn als mich eigen nach all dem Willen dein. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. 5. Regier mich nach dem Wil6. Dein Wort laß mich beken- len dein, laß mich in Sünd nicht Welt, das Lemich dein Diener nennen, nicht ben mein und all mein Thun gefürchten Gwalt noch Geld, das fallen. mich bald möcht ableiten von deiner Wahrheit klar; wollst mich auch nicht abschneiden von der christlichen Schaar. 6. Denn ich befehl dir Leib und Seel und Alls in deineHände; in meiner Angst und Ungefäll, Herr, mir dein' Hülfe fende, 7. Laß mich den Tag vollenden zu Lob dem Namen dein, und mich nicht von dir wenden, ans End beständig sein; behüt mir Leib und Leben, dazu die Frücht im Land; was du mir hast ge= geben, steht alls in deiner Hand. 7. Auf daß der Fürste dieser Welt kein Macht an mir nicht finde; denn wo mich nicht dein Gnad erhält, ist er mir zu geschwinde. 8. Ich hab es all mein Tag gehört: Menschenbülf ist verloren; drum steh mir bei, du treuer Gott, zur Hülf bist du erforen. 8. Herr Christ, dir Lob ich sage um deine Wohlthat all, die du mir all mein Tage erzeigt haft überall. Dein Namen will ich preisen, der du allein bist gut; mit deinem Leib mich speise, tränk mich mit deinem Blut. 9. Allein Gott in der Höh sei Preis, sammt seinem eingen Sohne, in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht im Himmelsthrone. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm; die 10. Er herrschet so gewaltigRach dir Niemand wehre, dein lich vom Anfang bis ans Ende. Segen zu uns komm; daß wir Gott Vater, Sohn und heilger im Fried entschlafen, mit Gnaden| Geist, gieb uns ein selig Ende! Morgen- Lieder. 19 In eigener Melodie zeit, daß dein Schuß mich vor verdammten Höldir, 32. Jin deinem Throne durch lenſchaaren gnädigst wolln bewahren. dag dom ra di Linna Jesum Christum, deinem lieben Sohne, daß du mich wollen diese Nacht bewahren vor Schaden und vor mancherlei Gefahren, und bitte dich, wollst mich an diesem Tage behüten auch vor Sünden, Schand und Plage. studs 2. Schließ mich aus Erbarmen, Jefu, in dein Arme, nun der Tag anbricht. Eile, von den Sünden mein Herz zu entbinden, meiner Seelen Licht! Sieh auf mich, ich bitte dich; rett aus Angst und Finsternissen mein erschreckt Gewissen. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Händ befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele. Dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sei und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, gar keine Macht an mir zu üben finde. 3. Wende, was betrübet, wo es dir beliebet, heut in Freud und Lust, daß von Furcht und Zagen, Unglück, Kreuz und Plagen mir nichts sei bewußt. Was ich hab, ist deine Gab, die laß vor des Feindes Wüthen deine 3. Den lieben Frieden ferner Macht behüten. do 18shod uns verleihe, und unsre Nahrung 4. Herr, der Fürst der Höllen reichlich benedeie; die Pest von unsrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen; Theurung vertreib, mit Segen uns erfülle, nachdeinem Wort und väterlichem Wille. fuchet mich zu fällen so durch Lust als Weh. Ach treib seine Tücke, List und Grimm zurücke, wo ich geh und steh; ich bin dein, du bleibest mein; mich wird nicht Freud, Angst und Leiden, Jesu, von dir scheiden. dumatos chigk 13990 4. Jch bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seien hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du sie bewahren, laß ihnen alles Gute widerfahren. 5. Gieb, daß es gelinge, daß ich was vollbringe, Herr, zu deiner Chr. Stärke mein Beginnen, leite meine Sinnen, tröste, führ und lehr, bis ich werd von dieser Erd, wenn mein Ruhtag wird ankoms men, zu dir eingenommen. el 94 ind Andreas Gryphius. 5. All, welche sind betrübt, Mel: Auf meinen lieben Gott. trant und gefangen, in ihren 34. weicht! Mein Ziel hab ich erreicht, ich schau die Sonne wieder. Wacht auf, mein Lob und Lieder, ein Opfer Gott zu bringen, mit Beten und mit Gingen! Mel: Jesu meine Freude. 2. Mein Gott hat mich bewacht und an das Licht gebracht, wär 33.Jwunderwerte, deine Gü mancher Fall und Schaden zu tigkeit lobt mein armes Leben; dich mir Elendem kommen, dem ich will ich erheben heut und jeder- nun ganz entnommen. Nöthen nach dir, Herr, verlangen, die wollest du von allem ihrem Bösen aus lauter Gnaden endlich gar erlösen. All arme Sünder zu dir, Herr, bekebre, ein seligs End uns insgesamint beschere. 2* 20 3. Mein Vater und mein Hort, wo find ich Kraft und Wort, dich nach Gebühr zu preisen, und Ehr dir zu erweisen? Ich habe keine Stärke, zu rühmen deine Werke. 4. Du hast von Jugend auf 35. regieret meinen Lauf, und tausend milde Gaben mich lassen von dir haben; auch hat dein heilger Segen sich müssen um mich legen. Morgen- Lieder. 5. Es ist, Herr, deine Gab, mein Leib und was ich hab; mein Glück und was mich nähret, hast du mir, Herr, bescheeret; von dir hab ich mein Leben, und was mir niht daneben. 6. So nimm nun wieder hin mein Herz, Seel, Geist und Sinn, und laß, o Herr, in Allem mich dir zum Wohlgefallen so stehn, daß deinen Willen ich könne stets erfüllen. 7. Und so aus Schwachheit ich nicht etwa hielte mich, wie ich weiß daß ich sollte, und gleich wohl herzlich wollte: so trage, Herr, Erbarmen mit mir elen= dem Armen. 8. Laß deinen Geist und Licht, was mir hierin gebricht, mit Himmelskraft vollführen; dein weisestes Regieren laß mich, o Vater, leiten in meines Lebens Zeiten. 9. Gieb mir ein solches Herz, das mit viel Reu und Schmerz beweine feine Sünden, und laß mich Gnade finden; wollst auch um Jesu willen mein sehnlich Flehn erfüllen. 10. Laß diesen ganzen Tag, und was ich leben mag, dein Schuß auf allen Seiten mich väterlich begleiten; zum Anfang und zum Ende mir deinen Beistand sende. erben dein Reich im Himmel droben; dann will ich dich recht loben! D. J. Lassenius. motus Mel: Gott, der du für uns deinen. will ich dich loben, o en dieser Morgenstund Gott, mein Vater, in dem Himmel oben. Was du für Gnade mir stets thust beweisen, will ich nun preisen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich angenommen, und lässest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Du giebest mir den heilgen Geist darneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, da mit ich lern auf dich alleine bauen und dir bertrauen. 4. Du hast mich allzeit bäterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheeret, und wenn mich Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deine Engelschaaren mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib wie alle frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sündenlüften, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 11. Und wann zu seiner Zeit ich diese Eitelkeit ablegen werd und sterben, so laß mich, Bater, Freunde, Kinder, Hausgenossen, 9. Herr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Morgen- Lieder. 21 und was ich sonst durch deine machts, daß wir in seinem Schooß milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gieb Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits o Herr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wolleft auch an diesem Tag mich stärken durch dein Kraft in meins Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zuletzt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sei heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, denHimmel erben. 13. So bin ich denn an Leib und Seel genesen und wohl auf dieser Welt allhier gewesen; dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgem Geist regierst in einem Throne. Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. Justus Gesenius. Mel.: Gott, der du für uns deinen. * 36. Lobet den Herren alle, die ihn ehren, laßt uns mit Freuden seinen Namen sinHerren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! geſessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich verleßet, darwider hat sein Engel sich gesetet. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mitunsernhäusern unversehens gefressen, das 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! Mel.: Werde munter mein. gen und Preis und Dank zu 37. Laßt uns früh dem Herbringen. Lobet den ren 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Pant Gerhard. einen Lobgefang! Laßt uns seinen Ohren bringen einen reinen Herzensklang, daß er uns in dieser Nacht so getreulich hat bewacht, und nun wiederum mit Wonne sehen lassen seine Sonne. 2. O du Sonne der Gerechten, o Herr Jesu, jei gepreist, welcher sich uns, seinen Knechten, Tag und Nacht getreu erweist. Sei gelobt darum, daß du hast er= quickt mit sanfter Ruh unfre lieder und aus Gnaden abgewendet allen Schaden. 22 3. Laß auch unsre Seel erwachen, Herr, aus ihrer Sünden haft; sei du mächtig in uns Schwachen und verleih durch deine Kraft, weil du Lasternächte nicht liebest, sondern Tag und Licht, daß wir wie am Tage wandeln und nach deinem Willen handeln. Morgen- Lieder. aufstehen; regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; mach alles so, wie dirs gefillt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing; denn wo ich nur bei dir wohl steh, so acht ichs gar nicht, wie es geh. 4. Sprich zu unserm Thun den Segen, und laß deines Wortes Schein diesen Tag auf allen Wegen unsrer Füße Leuchte sein, daß wir gehn auf deiner Fahrt, vor der Höllen Weg bewahrt, und in Werken deiner Liebe unser Herz und Hand sich übe. 5. Hilf du in allen Sachen rathen, denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und fen, wo ich kann. Gutes schaf1944 1919 HE 5. Wirke mit bei unsern Werken, segne deiner Kinder Schweiß; unterlaß ja nicht zu stärken unsre Hand zu deinem Preis. Richt uns auf, wenn dort und hie strauchelt unser schwaches Knie; hilf uns stehen, hilf uns tragen und in keiner Noth verzagen. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den HimmelSegen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß 6. Schüß auch alles, was wir ich alles wohl verricht. Du wirst haben, Herr, durch deine Güt es thun, ich zweifle nicht. undKraft, Weib und Kind, sammt. Neumann. bersifind 190 mm andern Gaben, die dein Segen uns geschafft. Alles hüte, was durchs Blut uns befreundet, oder Muth. Alles sei in deinemt ar men, allerliebster Jefu, Amen! Erasmus Franzisci. Mel: Wer mir den lieben Gott. Mel: Aus meines Herzens Grunde. 39. Gott, ich thu dir danken, daß du durch deine Güt mich haft vors Teufels Wanken in dieser Nacht behüt, also daß er mich sein hat müssen lassen schlafen, und mir mit seinen Waf fen nicht können schädlich sein. 2. Beschütze mich auch heute vor großer Angst und Noth, vor gottsvergeßnen Leuten und vor einem schnellen Lod, vor Sünden und vor Schand, vor Wunden und vor Schlägen, vor ungerechten Segen, vor Wasser und vor Brand. 38. Mein Gott, mun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde, und häufeSünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. An meinem Geist mich stärke, sowohl auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib und thunachmeiner 3. Dhn Zweifel siehst du mich| Pflicht, so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. 4. Mein Gsichte mir verleihe bis an mein letztes End, und gnädig benedeie die Arbeit meiner Händ, damit ich auch was hab für mich in schweren Zeiten, und davon armen Leuten kann geben eine Gab. Morgen- Lieder. 5. Vor allem mich regiere mit deinem Gnadengeist, daß ich mein Gdanken führe im Himmel allermeist, und ja nicht ganz und gar sei mit dem Geiz besessen, und schändlich mög vergessen des lieben Himmels tlar. Pula 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir gefällt, und thu mir, Herr, nur geben den Schaß in jener Welt; so gilt mirs alles gleich, und bin es wohl zufrieden, ob ich schon nicht hienieden bin vor den Menschen reich. 7. O Herr, hilf mir vollenden mein saure Lebenszeit, thu mir dein Hülfe senden, und sei nicht allzuweit, wenn ich heim schlafen geh, auf daß ich friedlich fahre, und mit der Christen Schaare zum Leben aufersteh. B. Ringwald. ma Mel: Herr Jesu Christ dich zu uns. 40. beilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott, Bater, Sohn, heiliger Geist, beut diesen Tag mir Beistand leist! 9159 2. Mein Seel, Leib Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden seb. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 23 nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 4. Mein Schöpfer steh mir kräftig bei: o mein Erlöser, bilf mir frei; o Tröster werth, weich 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb. S Mel: Gott, dit frommer Gott. 41. 11030 Jesu, füßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag. Das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seele sein dein Bildniß eingepräget in güldnem Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem fleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 24 Morgen- Lieder. 7. Bleib du mir diesen Tag Blut; laß mich deine Gnad emstets vor den Augen schweben; pfinden, wenn in Angst sie nöthig laß dein Allgegenwart mich wie thut; sei mein Reichthum, Schuß die Luft umgeben, auf daß mein und Licht, wenn mir sonsten alls ganzes Thun durch Herz, durch gebricht; laß in deiner WundenSinn und Mund dich lobe, innig- höhle sein die Ruhstätt meiner lich, mein Gott, zu aller Stund. Seele. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke, durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unberrückt verbleib deinEigenthum. Joachim Lange. Mel: Freit dich sehr, o meine Seele. 42.Süßer Jefu, beinerGnaden sag ich und deiner Güt, daß du mich vor allem Schaden diese ganze Nacht behüt, daß der Seelenfeind durch List mein nicht mächtig worden ist, daß ich ganz gesund aufstehe und mit Lust die Sonne sehe. 2. Wär ich, Herr, ohn dein Erbarmen diese Nacht geschlafen ein, o wie würde dann mir Ur men manches Leid geschehen sein! Catan und die böse Welt hätten mich schon längst gefällt; aber weil du mich beschirmet, hat ihr keines mich bestürmet. 6. Laß auch deine Hülf empfinden, die in Angst und Nöthen sein, denen aller Trost will schwinden; geuß dich selbst ins Herz hinein. Segne einen jedenStand, sei auch gnädig unserm Land, und laß deiner Engel Schaaren uns vor allem Leid bewahren. Terengg Johann Lassenius. Mel: Nun laßt uns Gott dem. 43. Wachauf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenbüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret. Gott aber hats gewehret. 3. Ja, Bater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, war ich in deinem Schooße, dein Flügel mich beschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, troß dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. THE Tchin 5. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schußz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer ha5. Tilge meine schweren Sün- ben, hier bring ich meine Saden, Jesu, durch dein theures| ben; mein Weihrauch, Farr und 3. Nun so laß, o Fels und Hügel, Jesu, meine Zuversicht, unter deiner Gnade Flügel, drauf mein Hoffnung ich gericht, mich auch ferner diesen Tag, ohn Gefahr und ohne Klag, wohlbeglückt zu Ende bringen, laß mir auch mein Thun gelingen. 4. Leib und Seel sammt allen Sinnen, die Gedanken, Werk und Wort, mein Thun, Lassen und Beginnen, sei allein dir treuer Hort, zu regieren heimgestellt; machs mit mir, wie dirs gefällt; denn ich mich dir ganz ergebe, ob ich sterbe oder lebe. 7. Ach, Herr Jesu, mich regiere durch den werthen heilgen Geiſt, daß dein Wort mich unterweist; daß ich meinen Lebenslauf richte nach dem Himmel auf; und wenn ich einst komm zu sterben, laß mich dann den Himmel erben. Morgen- Lieder. Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nicht Bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 44. Wie schön leucht uns der Morgenstern vom Firmament des Himmels fern, die Nacht ist nun vergangen. All Creatur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freuden zu empfangen. Was lebt, was schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein Danklied hören. 25 4. Allein, o Jesu, meine Freud in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut befreiet. Du hast der Feinde Macht gewehrt, mir Schutz und sanfte Ruh bescheert, deß sei gebenedeiet. Mein Muth, mein Blut soll nun singen, soll nun springen, all mein Leben soll dir Dankeslieder geben. 5. Ei mein Herr, süßer Lebenshort, laß ferner deine Gnadenpfort mir heut auch offen bleiben; sei meine Burg und festes Schloß und laß kein feindliches Geschoß daraus mich nimmer treiben; stell dich für mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 6. Gieß deiner Gnaden reichen Strahl auf mich vom hohen Himmelsfaal; mein Herz in mir vera neue. Dein guter Geist mich leit und führ, daß ich nach meiner Amtsgebühr zu thun, mich innig freue. Gieb Rath und That, laß mein Sinnen und Beginnen stets sich wenden, seinen Lauf in dir zu enden. 7. Wend Unfall ab, kanns anders sein, wo nicht, so geb ich mich darein, ich will nicht widerstreben. Doch komm, o süßer Morgenthau, mein Herz erfrisch, daß ich dir trau und bleib im Kreuz ergeben, bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden werd erhoben, da ich dich kann ewig loben. 8. Indeß, mein Herze, sing und kling; in allem Kreuz sei guter Ding, der Himmel steht 3. Ich lag in stolzer Sicher- dir offen. Laß Schwermuth dich heit, fah nicht, mit was Gefähr- nicht nehmen ein, dent, daß die lichkeit ich diese Nacht umgeben. liebsten Kinderlein allzeit das DesTeufels List und Trügerei, die Kreuz betroffen. Drum so sei Höll, des Todes Tyrannei stand froh, glaube feste, daß das Beste, mir nach Leib und Leben, daß ich so bringt Frommen, wir in jener schwerlich wär entkommen und Welt bekommen. entnommen diesen Banden, wenn du mir nicht beigestanden B. Wiefenmeyer. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb dein Stimm und säume nicht, dem Herrn dein Lob zu bringen. Denn, Herr, du bists, dem Lob gebührt und dem man billig muficirt, dem man läßt innig klingen, mit Fleiß, Dank, Preis, Freudensaiten, daß von weitem man kann hören, dich, o meinen Heiland, ehren. tros 26 Morgen- Lieder. werd ich wohl bestehen durch deine Güt und Treumid nad 8. In Seel- und Leibsgefahre Geist mein 45. 3 grunde ruf ich aus befiel der Engel Schaare, daß tiefer Noth in dieser Morgenstunde: erhör mich, Herre Gott! Eröffne deine Ohren, wenn früh ich zu dir schrei, thu gnädiglich antören, was mein Anliegen sei. mich kein Unglück rühr; mit feurger Mauer schütze alls, was mir lieb mag sein, was ich hab und besike, mein Gut und all das mein. 9. Behüt vor Bestilenze, Krieg, Feur und theurer Zeit, segn un2. Weil jetzt die Sonn auf gehet, vertreib die finstre Nacht, ser Land und Grenze mit fromund jedermann aufstehet zu dan- mer Obrigkeit, im Frieden vorken deiner Macht, ich auch dein zustehen dem lieben Vaterland; Lob erzähle zu deines Namens laß uns kein Unglück sehen im Ehr, die Sünde nicht verhehle, Lehr-, Wehr- und Nährstand. beflage mein Beschwer. 363. Die Finsterniß mich schreckte, im Tod ich schlafen lag; wenn mich dein Geist nicht weckte, ich nicht aufstehen mag. Das macht die Nacht der Sünden, die den Verstand und Will mit ihren Ket10. Herr, aller dich erbarme die jetzt betrübet sind, Gefangne, Krank und Arme, Wittwen, verwaiste Kind. Was felig ist, beschere dem Freund und auch dem Feind; den Feind zu dir bekehre; erhalt in Lieb den Freund. ten binden, zum Guten halten still.d11. Darauf in deinem Namen, 44. Denn ob mein Auge schläfet, Vater, Sohn, heilger Geist, sprech der Leib von Werken frei, mein Herz doch öfter äffet viel böse Phantasei. Das macht des Teu fels Samen, den er ausstreut geschwind, wenn wir ohn deinen Namen einschlafen, sicher sind. 5. Den hast du abgetrieben, ich von Herzen: Amen, der mir sein Hülfe leist, mein Amt wohl zu vollenden, bis der Feirabend kommt, der alle Müh wird wenden in ewge Freud und Wonn. antspeu Dav. v. Schweinig. o montirs du andr du Hüter Israel, daß ich bins Anf besondere Zeiten und sicher blieben, gesund an Leib u ord Personen. und Seel. Drum ich dir billig d bringe mein Morgenopfer her. Mein Glaub ist zwar geringe; Herr Christ, ihn mir vermehr! was 6. In alles Dunkle fiehet dein Aug, und bringt ans in der Welt geschiehet, fommt dich empor, die Seele zu versor: vor dein Angesicht. Du weißt, gen, tritt an das Licht hervor! mit was Gebrechen ich auch be- Es ist nun Zeit einmal, das laden bin; willst du sie mir zu- Dunkel zu verlassen, die Finsterrechnen, Herr, wo soll ich hin? niß zu hassen, die dir dein Le7. Drum väterlich abwende ben stahl. Eies and nature dein zornig Angesicht, und widers 2. Dies ist der Tag der Reue; uns Elende ja deine Hand nicht bekenne deine Schuld, ruf, flehe. richt. Laß deine Gnad aufge- feusz und schreie um Gottes Gnad hen, die alle Morgen neu, so und Huld. Wie lang, ach, schlässt Mel: Befiehl du deine Wege, ebut sioder: sp Dank sei Gott in der Höhe. Imp dac Am Tage der Beichte. msd Tun Mel: Aus meines Herzens Grunde. 46.2uf, auf, an dieſem Mora gen, Univ.- Bibl. Giessen Morgen- Lieder. du doch? Wach auf, und treib von hinnen die Nacht aus deinen Sinnen, weils heute heißet noch! 193. Ei, wie wär dirs gelungen, wenn dich die Todesnacht in borger Nacht verschlungen und vor Gericht gebracht, da du für jedes Wort, der Werke will ich schweigen, hättst müssen Red anzeigen, und Rechnung geben dort? er 4. Gott hat dich lassen leben, und trägt Geduld mit dir; er hat dir Frist gegeben, auf daß du möchtest hier, weils Zeit noch iſt, auf Buß, auf wahre Beſsrung ken; drum fall ihm nun zu Fuß. 5. Sprich: Ich bin ganz in Sünden empfangen und geborn, mein Kindsrecht will verschwinden, das Erbtheil ist verlorn, den Tod hab ich verdient. Dies machen meine Thaten; du aber wirst mir rathen, weil mich dein Sohn verfühnt. 27 ist, was ich bitt, ach laß mich die erlangen; vergieb, was ich begangen, theil mir Vergebung mit! 10. Drauf tret in deinem Namen ich diesen Bußtag an; sprich auf mein Beichten Amen, daß ich mich trösten kann, du seist mein Vater noch, wenn ich als Kind dir flehe, und zu Gebote stehe. Erhör, erhör mich doch! Ta let did no sid 18 Für Communikanten. dann momtrsag Mel: Wie schön leuchtet der. 47. Die finſtre Nacht jetzt weicht, der Sonnen Licht dagegen leucht, der frühe Tag sich zeiget. Die goldne Morgenröth entspringt, der Sonnen Glanz hernieder dringt, und auf gen Himmel steiget. Singet, klinget! Freudenlieder soll ein jeder, Gott zu Ehren, aus dem Munde lassen hören.adid st plisdado asins12 Wohlan, mein Herz, erhebe dich, und denke, wie der Höchste sich bemüht, für dich zu wachen. Er hat behütet diese Nacht vor Angstund vor des Teufels Macht, vor Noth und Tod mich Schwachen. Drum ich fröhlich Freudenlieder singe wieder, Gott zu Ehren, aus dem Munde lasſe hören. 6. Er ist für mich gestorben, fein Blut erkaufet mich; durch ihn ist mir erworben, was nicht konnt zahlen ich. Nimm an sein Lösegeld, und mach mich frei der Banden; er hat es ausgestanden, was ich ertragen sollt. 67. Mit diesem starken Glauben ich wirst mich berauben der Hoffnung in dem Sohn, der dir gehorsam war bis zu dem Tod und Sterben; durch ihn will ich ererben das Himmelreich sogar. 18. Drauf will ich nun bekennen im Beichtstuhl meine Sünd, mich einenSünder nennen und ein verdammtes Kind. Laß deinen guten Geist mit Andacht mich ausschmücken, zerknirsch mein Herz in Stücken, daß es inThränen fleußt. 9. Du hast mir ja versprochen, du wollst verachten nicht ein Herz in Reu zerbrochen, ein flehend Angesicht. Herr, Gnad licht, brich an, wenn mich mein Sünd ansicht, und mein Gewissen naget. Nimm weg die schwere Sündenlast, dieweil du sie gebüßet hast und dich für mich gewaget. Aus Noth und Tod hilf mir Armen mit Erbarmen; Gnadensonne, ach, erfülle mich mit Wonne! ords at tun 4. Du allerfüßster Seelengast, wirf meiner Sünden schwere Last zu tiefen Meeresgründen. Laß deine füße Himmelsfreud, dein Liebe, Treu und Freundlichkeit, mein schwaches Herz empfinden. In Noth und Tod hilf mir Armen 28 Morgen- Lieder. mitErbarmen, Gnadensonne, und erfülle mich mit Wonne! 5. Speif heut mit deinem Leib und Blut mich, meiner armen 2. Räume, bitt ich, Leib und Seel zu gut, füll mich mit Him- Seele rein von allem Argen aus, melsgaben; mir reiche deine Gna- daß auch meine Herzenshöhle denkraft, erquick mich mit deins werde deingeweihteshaus. Denn Geistes Saft, und segne mein ich hoffe nur auf dich; liebster Vorhaben. Aus Noth und Tod Jesu, liebe mich, und laß deinen hilf mir Armen mit Erbarmen, Tisch auf Erden mir zum Heil Gnadensonne, und erfülle mich und Segen werden. mit Wonne! 8. Fällt dann mein letztes Stündlein ein, so laß mich wohl bereitet sein, mein Seel dir aufzugeben. Wenn Sünd, Tod, Teufel und die Höll, und tausendfaches Ungefäll mir wollte widerstreben, höchster Tröster, laß den Glauben mir nicht rauben; hilf mir siegen, und die Kron der Ehren kriegen! M. Bent. Stöltzl. 3. Kann der Herr dem Diener 6. Hilf mir den Tag und steh schenken auch sein eigen Fleisch mir bei, Genad und reichen Trost und Blut? Ach, so bilf mirs recht verleih, damit ich möge meiden bedenken, was hier deine Liebe Angst, Noth, Gefahr, Feur-, Was- thut, und verleihe, daß ich nicht sersnoth, Seuch, Krankheit, bösen, eß und trinke zum Gericht, was schnellen Tod; stärk mich, wenn du, Jesu, für mein Leben zur ich soll leiden. Uebe Liebe mit Erlösung hast gegeben. Erbarmen an mir Armen, an mir Schwachen; du, du weißt es wohl zu machen! 4. Nimm ist die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Ver7. Hilf, Herr, daß ich den gan- langen, wenn das Fleisch den zen Tag mit Glück, ohn alle Eifer schwächt, bis ich fühle meine Plag und Klag mein Amtsge- Noth, und mich sehne nach dem schäft verrichte; laß mich auf Brod, welches allen Hunger stildeinen Wegen gehn, und was let und mein Herz mit Gott ermir möcht entgegen stehn, mach füllet. allezeit zu nichte. Weide beide, Leib und Leben, Acht zu geben, deinen Willen in Gehorsam zu erfüllen. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt! Dente, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben feist! Drum erhöre, was ich bitt, theile mir dich selber mit, und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht JesusHülfe schafft, ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise fräftig in der That sich weise. Mel: Freu dich sehr, o meine. du haft für alle * 48.5mer einen reichen und die Güter jener Welt. Oder 7.Laßmich deine Liebe schmecken fohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. Tisch gedeckt, wo das Brod der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir bewenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Morgen- Lieder. 29 Trost im Glauben mir von Nie-| Leben dir hiemit, mein Gott, mand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brod. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein, und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Casp. Neumann. 6. Soll ich enden heut mein Leiden, daß mir besser wieder Für Kranke. werd; soll ich von der Welt abscheiden und verlassen diese Erd? Herr, das überlaß ich dir; wie du willst, geschehe mir. Dein bin ich mit Leib und Seele, du bists, dem ich mich befehle. ergeben. 5. Segne alle Arzeneien, stärke mich je mehr und mehr; laß dieselben mir gedeihen, Herr, zu deines Namens Ehr. Hör in Gnaden mein Gebet, wenn ich findlich vor dich tret, daß ich dich im Glauben fasse und mich fest auf dich verlasse.j in nu Mel: Freu dich sehr, o meine. 49.11nter Inter meinem Schmerz und Weinen, nach zurückgelegter Nacht, seh ich jetzt die Sonne scheinen die da Alfröhlich macht. Drum will les Mel: Vater unser im Himmelreich. Du deinen Füßen ich, to viel ich fann, dieſen Tag 50. 3d, mein Seju, blide 34 mit so auch fangen an mit Gebet, Danken, Singen und in Andacht ihn vollbringen. doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum bin ich gleich von Hülfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schooß. 2. Daß ich mich jetzt trant be finde, Herr, das ist dein Will und Rath, welcher mir, als deinem Kinde, dieses zugeschicket hat. Nun, ich nehm es gern auf mich, ja ich trag es williglich. Was du pflegest aufzulegen, ist nicht ohne Gnad und Segen. 3. Dieser Tag ist angefangen, weil mich deine Gnad erhält; laß mich auch das End erlangen, wenn es dir, mein Gott, gefällt. Lindre meinen Schmerz und Noth, ach, mein Vater, Herr und Gott! Ach, du wollest mir beistehen, nicht von deinem Kinde gehen. 4. Doch es soll dein Will geschehen, Herr, dein Wille nur allein! Wie du willst, so soll mirs gehen, so will ich zufrieden sein. Ich will leben, wenns dein Will; auch im Sterben halt ich still. Ich will mich zu Tod und Herzens Theil, o mache meine 2. Mein Trost und meines Seele heil! Besprenge mich mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut, und gieb mir nach Schwachheit auch Geduld. vergebner Schuld bei meiner 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich krant, dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich trant, der Deine sein. 4. Wenns meiner Seele felig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll Sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein! Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! 50 thome Abend- Lieder. 9t 40II. Abend- Lieder. and is ond Mel: du Liebe meiner Liebe. wird bei ihnen bleiben. Dwie * 51. Abend, heller als der sanfte schlafen wir! Bent Schmola naturalelammm 1919 tun And Morgen, weil mein Jesus bei mir ist! Gute Nacht, 30 ihr müden Sorgen! Sanfte Rube, sei Flügel decket, und sein Auge für mich wacht, ach, so werd ich nicht erschrecket vor der sonst betrübten Nacht. Endau ou parte du bei mir! Also ruf im Thal der Erden ich, dein Pilger, auch zu dir. Bleibe mir statt tausend Sonnen; denn dein Geist und Lebenswort hat das Herz mir abgewonnen; darum läßt es dich nicht fort.d disid ud 2. Kommt ihr angenehmen Schatten, wieget meine Glieder ein, daß sie ihre Kraft erstatten, wenn sie wie gestorben sein. Deckt, ihr schwarzen Finsternisse, dieses Tages Fehler zu, und wenn ich mein Bette grüße, so befördert 2. Bleibe, du bist mein Erlöser! Ach, was hab ich ohne dich? Da wird nur mein Elend größer und der Tod erschrecket mich. Ohne meine Ruh. 191790s bit dich bin ich verloren; aber, Herr, dein Fleisch und Blut macht mich wieder neu geboren, weil es ewge Wunder thut. idm 3. Aber du, mein Herze, wache, denn dein Jesus flopfet an, daß er sich ein Lager mache, wo er bei dir ruhen kann. Laß die Glaubenslampe brennen, gießdas Del der Andacht ein, so wirst du den Freund erkennen, der dir will zur Seite fein. 4. Laß mein Opfer dir gefallen, o bu ewger Gnadenthron! Höre meines Mundes Lallen und der Lippen schwachen Ton. Ach, durchstreich mit deinem Blute des vergangnen Tages Schuld; schone meiner mit der Ruthe und erzeige mir Geduld. 5. Treuer Hirte deiner Schafe, Wächter mitten in der Nacht, decke mich in meinem Schlafe, gieb mir deiner Engel Wacht. Sei du meine Feuersäule, daß der arge Feind erschrickt, wenn er die vergiften Pfeile auf mein schlafend Herze drückt. Met: Odu Liebe meiner Liebe.dsp * 52. Bleibe, es will bend bleibe 6.Deine Wagenburg umschließe Alles, was mir angehört, daß man nichts von Grauen wisse, welches sonst die Ruhe stört. Laß an unser Bette schreiben: Gottes Kinder schlafen hier, und Gott 3. Bleibe, denn du bist mein Leben, außer dir ist alles todt; außer dir sind wir ja Reben, welchen Gott das Feuer droht. Meines Herzens schwache Triebe geben, Herr, auf dich allein. Wenn nicht Jesus bei mir bliebe, möcht ich nicht geboren sein. 4. Bleibe, mußt du gleich mir sagen daß ich unverständig sei; denn du kannst die Schwachen tragen, und bleibst ohne Wandel treu. Ich will schuldig mich bekennen, denn ich bins; dech bleib mir nah! Laß mir nur das Herz entbrennen, daß ich fühle, du bist da. 5. Bleibe, wenn ich gleich im Herzen noch so träg zum Glauben bin, denn ich lege dir mit Schmerzen meinen Zweifel offen hin. Hast du nicht auch mit den Trägen noch erbarmende Geduld? Ja, auch auf betrübten Wegen nahst du ihnen voller Huld. 6. Bleibe, wenn vor meinen Augen jetzt auch noch ein Vor= Lieder. 31 fleb: Um seinetwillen schone, daß ich, Herr, nicht vergeb. 5. Nimm mich in dein Beschirmen, wenn wider mich mit Macht der Satan wollte stürmen, und laß auch diese Nacht die Abend bang ist, daß sie nicht zu sehen taugen deineKlarheit, JesuChrist. Deffne mir indeß die Schriften, daß ich an dich glauben kann; denn auf jenen Himmelstriften gehet erst das Schauen an. 47. Bleibe stets mir in Gedan- heilgen Himmelswächter behüten ken, daß mein Herz dich nicht Leib und Seel; vorm Feinde verläßt; mach es, wenn es wollte und Verächter ich mich dir, Herr, wanken, durch die Gnade wieder befehl. fest. Bleibe bei mir, wenn ich schaffe; bleibe bei mir, wenn ich ruh; bleibe bei mir, wenn ich schlafe; weicht mir alles: bleibe du! 6. Sei wider sie und alle mir eine Burg und Schuß, daß keiner mich zu Falle bring; Herr, so biet ich Truß der Welt und ihren 8. Ja, du bleibst, du hast ver Stricken, und weiß, wenn du bei sprochen: Ich bin bei euch alle- mir, wird keiner mich berücken; zeit!" Du hast nie dein Wort dein Lieben steht dafür.. gebrochen, brichsts auch nicht in Ewigkeit. Schlaft, ihr Glieder, wach, o Seele, Jesus bleibt und hält die Wacht, er, dem ich euch froh befehle: das ist eine gute Nacht! Ph. Fr. Hiller. 7. Hilf, daß die Seele bleibe ein Wohnhaus deiner Ehr, und dir sich einverleibe im Glauben immer mehr; auch laß mich an dem Morgen aufstehn in deinem Licht, und ruhen ohne Sorgen, bis daß der Tag anbricht. Joh. Lassenius. In eigener Melodie. Mel: Valet will ich dir geben. 53. Auch dieses Tages Glänhat zu fein; es weicht von unsern Gren: 54. Chriſt, der du biſt der helle Tag, vor dir Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her, und bist des Lichtes Prediger. es funkeln schon von ferne in ihrer Pracht und Licht des Himmels helle Sterne; die Nacht kommt und anbricht. 2. Bedenke nun dein Leben, mein Herz, und sinne drauf, daß 2. Ach lieber Herr, behüt uns heut in dieser Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen du wirst müssen geben, wenn alles| fein und vor dem Satan sicher sein. seinen Lauf vollendet, und das Ende herbeinaht, Rechenschaft; drum dich zu Gott hinwende, eh dich der Tod hinrafft. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 3. Ich danke dir demüthig, o Vater, daß du dich erzeiget hast so gütig die Woche gegen mich, auch daß du deinen Segen gegönnt mir allezeit. Dein Name sei deswegen gelobt in Ewigkeit. 4. Weil aber mein Verbrechen und meiner Sünden Gräul ich nicht wohl kann aussprechen, drum ich, o Vater, eil zu Jesu, deinem Sohne und rufe, bet und ket hat. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heilges Blut. Das war des ewgen Vaters Rath, als er uns dich geschen Abend- Lieder. 32 6. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigenthum; gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmuß Alberus. In eigener Melodie. 55. Christe, der du bist Tag und Licht, vor dir ist, Herr, verborgen nichts; du väterliches Lichtes Glanz, lehr uns den Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein göttliche Macht, behüt uns heut in dieser Nacht; bewahr uns, Herr, vor allem Leid, Gott, Vater derBarmherzigkeit. 3.Vertreib den schwerenSchlaf, Herr Christ, daß uns nicht schad des Feindes List; das Fleisch in Züchten reine sei, so sind wir mancher Sorgen frei. 4. Wenn unsre Augen schlafen ein, laß unsre Herzen wacker sein. Beschirm uns, Gottes rechteHand, und lös uns von der Sünden Band. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, dein Hülf allzeit sei uns bereit; hilf uns, Herr Gott, aus aller Noth, durch dein heilig fünf Wunden roth. 6. Gedenke, Herr, der schweren Zeit, darin der Leib gefangen leidt. Der Seelen, die du hast erlöst, gieb, o Herr Jesu, deinen Trost. 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preis, dazu auch seinem Sohne weis, des heilgen Geistes Gütigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Wolfg. Meußlin. In eigener Melodie. 56. Der lieben Sonnen Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet; die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret; tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Jhr hellen Sterne leuchtet wohl, und glänzt mit Licht und Strahlen, ihr macht die Nacht der Pracht gar voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seelen Ruhm, mein Schuß, mein Schatz, mein Eigenthum. 3. Der Schlaf wird fallen diese Nacht auf Menschen und auf Thiere; doch einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren; es schlummert Jeſus nicht, sein Aug er auf mich richt; drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, eh ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Hüter, auf mich sehn und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, kein Hölle, Welt und Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Jhr Höllengeister, fort mit euch! hier habt ihr nichts zu schaffen; dies Haus gehört in Jesu Reich, laßt es ganz sicher schlafen; der Engel starke Wacht hält es in guter Acht; ihr Heer und Lager ist sein Schuß, drum sei auch allen Teufeln Truß. 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke sein, Abend- Vieder. 33 mein Bette dein Erbarmen; mein Kissen deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fließt, und dein Geist in mein Herz eingießt. du Himmelssonne, leuchtuns von deinem Thron; mit deiner Gnad hier wohne, und send dein Engel schon. 5. Der kann uns wohl behüten 8. So oft die Nacht mein Ader mit Leib, Seel, Weib und Kind, schlägt, soll dich mein Geist um- wenn Satan gleich thut wüthen fangen; so vielmal sich mein Herz mit List und Mord geschwind. bewegt, soll dies sein mein Ver- Herr Christ, du Fürst des Lebens, langen, daß ich mit lautem Schall haft ihm gestürmt sein Haus; er mög rufen überall: Jesu, Jesu, zürnet doch vergebens und ist gedu bist mein, und ich auch bin stoßen aus. und bleibe dein! 6. Obschon der Tag vergangen, die Sonn entwichen ist, doch haben wir Verlangen zu dir, Herr Jesu Christ. Gleichwie die Stern erhalten beiNachtzeit ihrenSchein so wirst du ob uns walten und unsre Leuchte sein. 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh, und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht: Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht. Christian Scriver. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 57. Der er Tag hat sich geneiget, die Sonn mit ihrem Schein von hinnen jetzt sich beuget, der Abend dringt herein. Herr Christ, du Himmelssterne, mit deinem klaren Licht weiche von uns nicht ferne, sonst mögn wir bleiben nicht. 2. Herr Christ, wir thun dirs klagen, denn du weißt unsre Noth, der Feind will uns erjagen mit Finsterniß und Tod; im Finstern er regieret und fuchet überall, wo er Jemand verführet in diesem Jammerthal. 3. Sein List er immer übet, und schärfet seine Pfeil, damit er sehr betrübet und tödtet ganz in Gil; er will uns all verschlin gen und sichten immerhin, wo ers so weit kann bringen mit seinem Zorn und Grimm. 4. Kein Hülfe mögn wir finden, denn bei dir, Herr, allein; mach du uns rein von Sünden und bleib in dieser Gmein. Geh auf, 7. Am Firmament die Sterne stehn fest an ihrem Ort; also stehn wir auch gerne, Herr Christ, bei deinem Wort. Herr, laß uns nicht befallen die dunkle finstre Nacht; wir rufen zu dir alle, du hältst für uns die Wacht. 8. Dein Schirm steht uns zur Rechten, dein Flügel deckt uns zu. Laß Satan immer fechten, in dir ist Fried und Ruh. Der Feind muß von uns weichen, wenn er sieht deinen Schild; er kann uns nicht erschleichen, das machet deine Huld. 9. Dein Engel müſsn uns tragen auf ihren Händen rein, und diesen Feind verjagen, daß wir an keinen Stein uns stoßen und hinfallen, verletzen Seelund Leib. Herr, steh du bei uns allen, den Satan von uns treib. 10.Nun wollen wir einschlafen, Herr Christ, auf deine Hand; du wirst uns Beistand schaffen, wir sind dir wohl bekannt. Laß wieder uns erleben die liebe Morgenröth; wir wollen dir Dank geben und preisen deine Güt. Paul Oderborn. 3 Abend- Lieder. 34 Mel.: Traurigkeit, o Herzeleid. " 58.Der Tag ist hin, mein sieren. und Sinn sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht, o unerschaffne Sonne! Brich mit deinem Licht herbor, mir zur Freud und Wonne. 4. Der Mondenschein fällt nun hinein, die Finsterniß zu mindern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf mög hindern. 5. Der Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der injener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch, nach meinem Brauch, nun in mein Bettlein steigen; laß mein Herz zu deinem sich als zum Bettlein neigen. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre; sende deiner EngelSchaar, die mein Bettlein ziere. das Licht, das die Stadt wird 10. Wenn aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sonne scheinen. 13. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung Heilig, Heilig finget. 14. O Jeſu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. J. A. Freylinghausen. Mel.: Befiehl du deine Wege. 59. Der er Tag ist nun vergangen, die dunkle Nacht bricht ein, und alles trägt Verlangen, der Arbeit los zu sein. Der Leib wird müd und träge; du aber, o mein Sinn, erwach jebt und erwäge, wie fleucht dein Leben hin. 2. Du hast nun manche Plage, die dich zu ängsten pflegt, mit dem verwichnen Tagezugleich auch hingelegt; und woher kannst du wissen, ob nicht noch diese Nacht dein Geist wird hingerissen und an sein Ziel gebracht? 3. Wie mancher geht zu Bette, wird Morgens todt geschaut. Wohl ihm, wenn er nur hätte sich Got tes Schutz vertraut! Ach aber, ach, wie ofte, wird einer hingefällt, der auf gut leben hoffte und liebte blos die Welt. 4. O drum erwach, erwache, erwache du mein Sinn, eh als des Herren Rache dich plößlich raffet hin! Ach, besfre ja dein Leben, weil es noch heute heißt, und bitt auch Gott daneben um einen neuen Geist. 5. Sprich: Dir dank ich von Herzen, daß du mich abermal durch so viel Angst und Schmer zen, durch Sorgen, Noth und Qual hast sicher heißen gehen; ja, daß du täglich mir pflegst 12. Alsdann wird nicht der treulich beizustehen. O Herr, das Sonnen Licht Jerusalem verdank ich dir! lieren; denn das Lamm ist selbst 6. Ob Teufel, Welt und Hölle Abend- Lieder. fich über mich entrüst, indem ich das bestelle, was meines Amtes ist, so hast du doch hingegen mein Werk zu End gebracht, und mich auf meinen Wegen ganz väterlich bewacht. 7. Nimm, Herr für tausend Gnaden, nimm hin, an Opfers Statt, ein Herz mit Schuld be laden, ein Herz von Seufzen matt, ein Herz mit Angst und Beben, mit Reu und Leid gekränkt, ein Herz, das sich daneben in Christi Wunden senkt. 8. Nimm hin die schlechte Gabe, mein Jesu, nimm sie bin, weil ich sonst nichts mehr habe, und selbst mein selbst nicht bin. Denn Herr, mein ganz Gemüthe, Herz, Seel und mein Gebein, rührt her von deiner Güte, und ist vorhin schon dein. 9. Drum laß in Himmelsschaaren auch heute diese Nacht mich kräftiglich bewahren vor aller Feinde Macht. Ach schließ mich ins Erbarmen, mein Gott, ein; Leib und Geel erwarmen von deiner Gnade Schein. 10. Laß mich gefund erwachen, indem es wieder tagt, und richte meine Sachen, nachdem es dir behagt, daß ich nach diesem Leide von dir einst hören möcht: Geh ein zu meiner Freude, geh ein, du treuer Knecht! Joh. Franc. In eigener Melodie. 60. Die Nacht ist vor der Thür, und liegt schon auf der Erden; mein Jesu, tritt berfür, und laß es helle werden. Bei dir, o Jesu mein, ist lauter Sonnenschein. 2. Gieb deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze; laß in mir brennend sein die schöne Glaubenskerze; vertreib die Sündennacht, die mir viel Kummer macht. 35 3. Ich habe manchen Tag in Eitelkeit vertrieben; du hast den Ueberschlag gemacht und angeschrieben; ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 4. Sollt etwa meine Schuld noch angeschrieben stehen, so laß durch deine Huld dieselbe doch vergehen; dein rosenfarben Blut macht alle Rechnung gut. 5. Ich will mit dir, mein Hort, aufs neue mich verbinden, zu folgen deinem Wort, zu fliehn die Lust der Sünden. Dein Geist mich stets regier und mich zum Guten führ. 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder, des Morgens rufe mich zu meiner Arbeit wieder; denn du bist Tag und Nacht auf meinem Nuß bedacht. 7. Ich schlafe, wache du; ich schlaf in Jesu Namen, sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen; und also stell ich dich zum Wächter über mich. Nach Paul Weber. Mel.: Der Tag ist hin, mein Jeſu. sich mit 61. Dihrem Glanz gewen= det, und was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Bergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alleSchuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen 2* Abend- Lieder. 36 schweren Tag sich seiner Kraft fein fanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Nacht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Mel.: Christe, der du bist Tag. Tyrannei der argen Feind im 63. Gott Lob, der Tag ist Schlafe sicher sei. nun dahin, drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, daß ich den Abend hab erlebt, und deine Gnad ob mir noch schwebt. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken, und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann; 2. Ach Herr, sei gnädig, hab Geduld, vergieb mir alle Sün denschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns haft den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann. In eigener Melodie oder: Gott, der du für uns deinen. * 62.Die ie Nacht ist kommen, drin wir ruhen follen; Gott walts zu Frommen nach seinm Wohlgefallen, daß wir uns legen in seinm Geleit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schußherr. Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel; send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanfen. Laß uns mit Züchten unser Thun und Tichten zu deinm Preis richten. dein Will werd beweiset. Frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben; erlös uns. Amen! Böhmische Brüder. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten. Hilf den Gefangnen; tröst die Betrübten. Pfleg auch der Kinder; sei selbst ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset; dein Reich zukomme, 3. Laß mich auch mit der Mor genstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich hier deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. Joh. Olearius. Mel.: Werde munter mein. * 64.5 err, es ist von meinem Leben abermal ein Tag dahin; lehre mich nun Rechnung geben, ob ich fromm ge wesen bin. Zeige mirs auch sel ber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jett in al len Sachen fröhlich Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, das dir nicht gefallen hat. Denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch Abend- Lieder. 37 dein Engel steh mir bei. Lösche und Feuersnoth behüt uns heut, du das Feuer aus und bewahre mein Haus, daß ich moro lieber Gott. selbst gen mit den Meinen nicht darf 66. K per, nimm mein Opfer, Nicolaus Hermann. Mel.: Werde munter mein. meine Lieüber Unglück weinen. 5. Steure den gottlosenLeuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn; so zerstöre du den Rath und verhindere die That. Wend auch alles andre Schrecken, was der Satan kann erwecken. Vater, auf! Jeho werden meine Glieder, nach vollbrachtem Tageslauf, zu verlangtem Schlaf und Ruh eilen ihrem Lager zu, und der finstern NachtErschrecken wird mir Leib und Seele decken. 2. Ich erhebe deine Güte, die ich stets so reichlich spür mit dem Herzen und Gemüthe, die auch heute du an mir hast erwiesen, und den Tag ohne Schaden, ohne Klag, mich mit manchemSorg- Abwenden so beglücket lassen enden. 3. Ja, mein Vater, durch dein Lieben, durch der Engel Schutz und Wacht bin ich unbeschädigt blieben; und es hat der Feinde macht mir nicht können schädlich sein, auch kein Leiden, keine Bein michbetreten; denn deinSchirmen war genug vor ihren Stürmen. 4. Aber ach! ich muß die klagen meines Lebens Utebelthat, daß ich mich nicht so betragen, wie dein Schutz verdienet hat, daß ich leider, mehr als viel auf der Sünder Weg verfiel, und so manHerr Jesu Christ wahr Mensch. 65. Hinunter ist der Son= che Himmelsgabe unrecht angefinstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern irren nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schaden, Gfahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird. Denn du, Vater, bleibest munter and bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund er wachen, wann die rechte Zeit wird sein, daß ich alle meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, großer Gott, beut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Caspar Neumann. In eigener Melodie oder: 3. Womit wir habn erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich, und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst 5. Es gereuet mich von Herzen, und ich komme nun zu dir mit Betrübniß und mit Schmer= zen, wende dich, Herr, nicht von mir! Ach Gott, höre meine Stimm, straf mich nicht im Zorn und Grimm; ach, vergieb doch deinem Kinde alle Fehler, alle Sünde. 6. Laß mich diese Nacht auch schmecken deiner Liebe Süßigkeit. Laß keinSchrecken mich aufwecken, schütze mich zu aller Zeit; halte Leib und Seel in Acht durch der Engel starke Wacht; laß dein gütiges Erbarmen stets verbleiben bei mir Armen. 38 Abend- Lieder. 7. Also werd ich wohl bewah-| was mir nicht wohl gestanden an, ret in dir, mein Gott, schlafen und ich nicht alles wissen kann. ein, und vor allem Leid gesparet, unbeschädigt können sein. Höre mich und alle die, so dich suchen spät und früh, und laß deine Güte kommen über mich und alle Frommen. 6. Aus Gnaden alles mir ver= gieb, verbrenns im Feuer deiner Lieb; du bist voll Heiligkeit und Gnad; was mir noch fehlt, für mich erstatt. Dein Blut mich wasche, daß ich werd so rein, wie mich dein Herz begehrt. 7. Ich dank auch, liebster Jesu, dir für alle Gaben, die du mir erzeiget hast von Kindheit auf bis zu der Stund in großem Hauf. Du haft mir so viel Guts ge than, daß ichs gar nicht erzählen kann. 8. Alles sei dir, Gott, befohlen, was ich habe, Leib und Geist, bis du mich, Herr, hin wirst holen, da des Himmels Heer dich preist. So erhalte bis dahin meine Seel und meinen Sinn, daß ich dir zu Ehren lebe und mich dir ganz eigen gebe. D. J. Lassenius. Mel.: Vater unser im Himmelreich). gch Gott, daß du mich heut vor Schand und Spott und schweren Fällen haft behüt; es kommt von deiner Gnad und Güt. Mein ganz Verderben ist aus mir; mein Heil, das kommt allein von dir. 2. Wenn du nicht hättest mir gereicht, Herr, deine Hand, wär ich gar leicht gefallen auch so tief in Sünd, als sonsten andre Menschenkind. Ohne deine Hülf und Gnadenhand fällt auch der Frömmst in Sünd und Schand. 8. Jch bitte, halt auch gnädig lich dein Augen offen über mich, und Macht nicht überfall in dieser Nacht. Behüt vor Unglück Seel und Leib; Gefahr und Noth weit von mir treib. 9. Gieb, daß ich nach gepflogner Ruh erwach, aufsteh und freudig thu, was du hast anbefohlen mir, und einen guten Wandel führ: mit deinem Geiste steh mir bei, daß nichts Verdammlichs an mir sei. 10. Vor einem bösen schnellen Tod, o du liebreicher frommer Gott, mich heut und jederzeit be wahr; laß bei mir sein der Engel Schaar, auf daß der Satan diese Nacht an mir ja finde keine Macht. Johann Heermann. 3. Doch bin ich gar nicht engelrein, ich find, Herr Jesu, stets das Mein; den alten Adam ich noch spür, der mich anreizet für und für, daß ich mein Herz, Begier und Sinn zur Eitelkeit soll neigen hin. Mel.: O Chrifti, Morgensterne. 4. 3ch flag an mein Unachtsam 68. Jerheb ich meine Stimm n feit vor dir, o Gott, mit Reu und Leid; wie du auch selber haft ge- und lob aus Herzensgrunde Gott sehn, was oft aus Schwachheit mit demSeraphim. Herr, mein ist geschehn. Den innern Men- Lied vernimm! schen hab ich nicht mit Fleiß ver= wahrt nach meiner Pflicht. 5. Den Sinnen hab ich oft zu weit den Baum gegönnt zur Eitel teit; ich habe viel geredt, gedacht, gehört, gesehen und vollbracht, 2. Du hast ganz abgewendet Noth und Gefährlichkeit, und dich zu mir gewendet in dieser bösen Zeit, die voller Angst und Leid. 3. Die Sünden mir vergeben, die Strafen abgelenkt, und deinen Abend- Lieder. 39 reichen Segen mir völlig einge-| bitt ich, o frommer Gott, mich schenkt, gespeiset und getränkt. 4. Mich und mein Hausgenossen sammt meinem hab und Gut hast du ganz unverdrossen genommen in dein Hut, o reiche Lie besfluth! 5. Die Arbeit meiner Hände hast du befördert heut, daß sie gebracht zu Ende mit großer Nußbarkeit; drum ich dein Lob ausbreit. 6. Ich gebe dir die Ehre, o werther Herr und Gott! Hilf, daß ich sie vermehre in Freud und aller Noth, auch endlich in dem Tod. 7. Jch rühme deine Gaben, und bitte ferner dich: wollst Leib und Seele laben, des Satans Macht zerbrich; so schlaf ich sicherlich. 8. Dein starker Arm mich decke, wenn ich entschlafen bin, daß mich kein Unfall schrecke, noch etwas meinen Sinn zum Bösen neige hin. 9. Hilf, daß ich wohl erwäge, was doch der Schlaf andeut: Wenn ich mich niederlege, ist mir mein Bett allzeit des Grabes Aehnlichkeit. 10. Da sterb ich gleichsam abe, da hör und seh ich nicht, da ruh ich wie im Grabe, weiß nicht, was dann geschicht, bis daß der Tag anbricht. 11. Bald steh ich auf mit Freuden, empfinde neue Kraft, und schmeck in meinem Leiden des Wortes Gottes Saft, das Trost und Friede schafft. 12. Also werd ich in Wonne dort lieblich schauen an, dich Jesu, meine Sonne, denn du für Jeder mann, für mich auch gnug gethan. 13. Darum, ob ich gleich sterbe im letzten Stündelein, dennoch ich nicht verderbe; zur Ruh geh ich ein, befreiet aller Pein. 14. Eh ich von hinnen fahre, väterlich bewahre vor bösem, schnellen Tod. Hilf mir in aller Noth! 15. So bet ich alle Stunden in meinem Lobgedicht, und schlaf in Christi Wunden, alsdann mir nichts gebricht, o Herzenszubersicht! 16. Zu singen Lob und Ehre dir, herr, bin ich bereit; den schwachen Glauben mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud. H. Caefar. Mel.: Nun schläfet man. " 69. Mein Auge wacht jetzt in der stillen Nacht. Nun ist mein Herz bedacht, dich, Gott, zu loben. Ach schenke mir Kraft, zu lobsingen die mit deinen Heilgen hier und denen droben. 2. Die stille Zeit fei, Jesu, dir geweiht. Laß nichts die Einsam feit vor dir entweihen; schleuß selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Ruh mög in dir freuen. 3. Wie preis ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gnaden fräftiglich zu dir gezogen! Ach hätte doch mit mehrer Treue noch sich in dein sanftes Joch mein Herz gebogen! 4. Es schmerzt mich tief, daß, feit dein Geist mich rief, ich dir noch erst entlief durch Reiz der Sünden. Mein treuer Hirt, wie oft war ich verirrt und konnte wie verwirrt, die Ruh nicht finden! 5. Doch deine Hand war nicht von mir gewandt, sie zog mich durch das Band der Liebe wieder. Dein Gnadenlicht verließ den Sünder nicht, dein holdes Angesicht fab auf mich nieder. 6. Du riefft, ich kam, gebeugt und voller Scham; dein Vaterherze nahm mich auf voll Liebe. 40 da schmolz mein Herz in reuevollem Schmerz, du zogst es himmelwärts in Liebestriebe. 7. Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freundlich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. Abend- Lieder. 8. Herr, ich bin dein und will es ewig sein. Ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmud bereit, als Sieger dante? 9. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach dei nem Rath das Werk vollenden; ich trau es dir. Ach, stärk den Glauben mir, ich laß mich für und für nur deinen Händen. 10. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o hauche dann den stärter an, daß ich dich lieben lann mit mächtgem Triebe. 11. Beim Sturm der Welt, sei Anker, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Bein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich kindlich dein, bis daß es taget. 12. Preis, Lob und Ehr, sei dir je mehr und mehr, Jehovah hoch und hehr, in Jesu Namen, --im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen. Gerhard Terstegen. In eigener Melodie. * 70. Müde bin ich, geh zur Augen zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen groß und klein follen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel. Mel.: Sollt es gleich bisweilen, oder: Allenthalben, wo ich gehe. * 71. Nur in Jeſu Blut und hab ich wahre Rub gefunden; diese sollen auch allein heut mein Ruhebette sein. 2. Tags umgiebt mich sein Erbarmen; Nachts ruh ich in seinen Armen. Jesu, ja in deiner Hut schläfts sich sicher, wohl und gut. Chr. C. L. v. Pfeil. Mel.: Wo Gott zum Haus nicht. 72. Nun iſt vollbracht auch Gott und Herr, dir Lob ich sag, daß du durch deine Gnad und Güt vor Schand und Unglück mich behüt. 2. Was ich verbrochen hab an dir, das wollst du, Herr, vergeben mir. Durch deines Sohns Verdienst und Tod mich rett aus Leibs- und Seelennoth. 3. Darauf, o Herr, ich nun befehl in deine Händ mein und Seel; ich will nun thun mein Augen zu und schlafen ein mit Fried und Ruh. 4. Dein heilger Engel mich bewach vors Teufels List und Ungemach; durch Jesum Chrift, Herr, bitt mich gnädiglich. 5. Verleih, daß ich frisch und gesund aufsteh und mit erfreutem Mund dein große Gnad und Gütigkeit lob, ehr und rühm in Ewigkeit. Johann Leon. Abend- Lieder. Mel.: Befiel du deine Wege. 73. Nun un ist der Tag vergangen, die Nacht bricht schier herein. O Jesu, mein Verlangen, tritt bei mir wieder ein, sei du mein Licht und Leben; du weißt ja, daß ich dir mein Leib und Seel ergeben, so bleibe denn bei mir. 2. Die dunkle Nacht mich schrektet und ihre Finsterniß; doch, so dein Glanz mich decket( deß ich bin ganz gewiß), bleib' ich vor allem Schaden an Leib und Seel bewahrt, und darf mich wohl entladen der Sorgen aller Art. 3. Dein Herz ist voll Erbarmen, voll Gnad und Gütigkeit für alle Schwachen, Armen. Ja, Herr, du bist bereit, viel Gutes zu erweisen den Schafen deiner Heerd, darum sie dich auch preisen im Himmel und auf Erd. 41 Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf! auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. In eigener Melodie. 74. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Städt und Felder, es schläft die ganze 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelsfaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen, den Rock der Chr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sol werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 4. Hör auch jetzt meine Lieder, und was ich bitte, thu, daß nun mein Leib and Glieder empfinden sichre Ruh. O Gott, mich schütz und decke, den Geist auch zu dir kehr, und morgen mich erwecke zu deines Namens Chr. 5. Um deines Sohnes wegen gieb mir die Engelwacht, sich um mich her zu legen in dieser dunteln Nacht. In deine Händ em= pfehle ich mich und all das Mein; mein Leib und meine Seele soll dir gewidmet sein. 6. Behüte mich vor Sünden, vor Seel- und Leibesnoth, und laß mich Trost empfinden auch 8. Breit aus die Flügel beide, o dermaleinst im Tod. Vergieb, Jesu, meine Freude, und nimm Herr, was geschehen, lösch meine deinKüchlein ein; willSatan mich Schulden aus, und laß mich künf verschlingen, so laß die Engel sintig sehen dich selbst im Himmels- gen: dies Kind soll unverletzet sein! haus. D. J. Lassenius. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig ſchlafen, stell euch die güldund nen ums Engel Schaar. P. Gerhard. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen. Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! Abend- Lieder. In eigener Melodie. Leben. Es ist, Herr, deine Wun75. Nun fich der Tag geendet derthat, die mich bisher geichütßzet hat und keine Sonnhat; du hast von mir Elenden mehr scheint, schläft alles, was auch diesen abgewichnen Tag viel sich abgematt, und was zuvor Unfall, Sünd und manche Plag, geweint. so gnädig wolln abwenden. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Rast, du fchläfst, noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke mir genädiglich den Schirm von deiner Wacht. 2. So thust du, Vater, allezeit; laß ferner mich auch finden in meinem ganzen Herzeleid, Erbarmung für die Sünden, die ich den Tag und sonst gethan. Ach, nimm mich, Gott, in Gnaden an, und gütig sie zudecke! Auch wenn die Nacht wird sein vorbei, so mach mich, Herr, des Schlafes frei, und freudig mich aufwecke. 4. Wend ab des Satans Wütherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich aller Sorgen frei und bringt mir nichts Gefahr. 3. Ja, nimm mich auf und laß mich nicht, weil ich dir fest vertraue, bis mir der Tod die 5. Zwar fühl ich wohl der Augen bricht, und ich dich künftig Sünden Schuld, die mich bei dir schaue. Ach, laß mein Herz dein flagt an: doch aber deines Soh- Tempel sein, seb dich mit deinem nes Huld hat gnug für mich gethan. Geist darein, daß ich dir treu verbleibe, daß Satan und die böse Welt, und was sich sonsten zugesellt, von dir mich nimmer treibe. 42 6. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Darauf thu ich mein Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn, Gott einen Tempel auf. 9. Sollt diese Nacht die lette sein, in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, im Himmel ein zur auserwählten Zahl. 10. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 76. großer Gott, ich komme hier, dir Lob und Dank zu geben, daß du so gnädig für und für bewahrtest Leib und 4. Bewahre meinen Leib und Geist, mein Haus und meine Güter und alles, was dich Vater heißt, du treuer Menschenhüter, so daß nicht Wasser, Feur und Noth, auch nicht ein böser, schneller Tod mich etwa übereile. Es kommt die Nacht, so komm auch du, o Vater, und gieb Schlaf und Ruh, und uns stets verweile. Joh. Lassenius. Mel.: nun laßt uns den Leib. * 77 Jefu, treuſter Heiland mein, Schlaftämmerlein, ich will mich legen in die Ruh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gnad und Güt; schädlich und fündlich Träum verhüt; laß säuberlich mich schlafen ein und ruhen sanft in Armen dein. Abend- Lieder. Und wenn ich schlaf, so wach für mich; treib alles Unglück hinter fich; breit über mich dein Flügel aus, laß stehn dein Engel um mein Haus. 4. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod, vor Diebstahl und vor Leibsgefahr mich und die Meinigen bewahr. 5. Laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn; so will ich dein Barmherzigteit loben und preisn in Ewigkeit. 6. Gott Vater, nimm mich in dein Hut; Gott Sohn, wasch mich mit deinem Blut; Gott heilger Geist, erleuchte mich, daß in den Himmel komme ich. Mel.: Freu dich sehr, o meine, oder: In eigener Melodie. 43 umfangen; sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan. Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Ünart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanten, in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken und wenn ich binSchlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, da man von dem Bett aufstehet. 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sei uns theur und werth; dein Reich komm; dein Will geschehe; unser Brod werd uns bescheert, und vergieb uns unsre Schuld; schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung tödten; hilf uns, Herr, aus allen Nöthen! Joh. Frand. 78.11nire müden Augenlider schließen sich jetzt schläf: rig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellenTages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, ch du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, geh und fall ihm auch zu Fuß, und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders als du mir befohlen; ja ich habe nicht betracht meines Amtes Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. alls umsonst. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad 4. Drum ich vonHerzensgrunde erlangen; gieb mir nicht verdien- dich, Herr Gott, lob und preis ten Lohn; laß mich deine Huld in dieser Abendstunde, und bitt Mel.: Valet will ich dir geben. 79. Malts Gott, mein Werk Feirabend meldt; sie hat vollendt ihr Straße, geht wieder in ihr Zelt. So mögen auch mein Sachen rubn bis zu seiner Zeit, ich will Feirabend machen mit schuldger Dankbarkeit. 2. Mein Augen, Herz und Hände, Jeju, Gottes Sohn, zu dir ich nunmehr wende zum schuldgen Tagelohn. Denn du bist selbst getreten an meine Werkstatt gut, haft helfen mir arbeiten, regierst mein Sinn und Muth. 3. Mein Haupt hast du gestärket, mein Fingern gebenkraft; hab dein Segen vermerket, der allein Frommen schafft. Daher ist wohl gerathen mein Handwerk und mein Kunst; ohn dich geht nichts von statten, ohn dich ist 44 Abend- Lieder. mit ganzem Fleiß, du wollest Keßzerei anricht: so bleib bei uns, gnädig hören mein arm Vespergebet, das Gut in mir vermehren durch dein Barmherzigkeit. Herr Christe, mit deiner Gnad und Schein; dein werthes Wort uns friste, alsdann wir sicher sein. 5. Gleichwie vor alten Zeiten du hast viel Guts erzeigt des Abends denen Leuten, der'r Herz sich zu dir neigt und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn, wie unser Herz dir trauet, uns Liebs und Guts zu thun. 12. Hiermit ich nun vollende mein Tagsgeschäft und Sach, und bitt herzlich zu Ende, Herr, den Feirabend mach; drauf der Sabbath angehet, der währt viel tausend Jahr, der ewiglich bestehet. Amen, das werde wahr! 6. Als Noah hat gelassen ein Schiff, kehrts wieder seine Straßen, und bracht 80. We Gemäthe, und ihr M. Ziegenspeck. In eigener Melodie. erde munter, mein ein Friedensbrief; zur Vesperzeit im Munde führt es ein Delblatt grün, daraus Noah verstunde, des Herrn Zorn wär dahin. Sinne, geht herfür, daß ihr preifet Gottes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den 7. Zween heilge Engel kamen ganzen Tag vor so mancher schwedes Abends zu dem Lot in ihren ren Blag hat erhalten und beSchuß ihn nahmen wider die schüßet, daß mich Satan nicht gottlos Rott, erlösten den Pro- verleget. pheten, bald fiel ein Schwefl und Feur, macht den ruchlosen Städten ihr Freud und Frebl theur. 8. Gleicher Weise wir lesen: Elias der Prophet, im Hunger ist gewesen; hört, was der Herre thät: Vögel gedienet haben zu Tisch dem Gottesmann, Abends und Morgens Raben Brod und Fleisch brachten an. 9. So wollst du, Herr, uns geben Abend- und Morgenbrod, und was zu diesem Leben uns allenthalb ist noth. Dein Engel wollst uns schicken, auf daß er uns bewahr vors Teufels List und Stricken, so sind wir ohn Gefahr. 10. Erhör auch unsre Bitte, ach Herr, du treuer Gott, die Stadt wollst du behüten vor Feur und aller Noth. Und weil die Feinde toben, erregen Krieg und Streit, so sende uns von oben den Fried zu unsrer Zeit. 5. Herr, verzeihe mir aus Gna11. Ja weils will finster werden alle Sünd und Missethat, den ums Wort, der Gnaden Licht, die mein armes Herz beladen denn Satan auf der Erden viel und sogar vergiftet hat, daß auch 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigfeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch den Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Güt und Wunderthat, ja tein Redner kann aussprechen, was dein Huld erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, fie hat weder Maaß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonnen Brangen, die uns All erfreuen kann. Stehe mir, o Bater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mein taltes Herz erhibe, wenn ich gleich im Finstern fibe. Abend- Lieder. Satan durch sein Spiel mich zur Höllen stürzen will. Da kannst du alleine retten, strafe nicht mein Uebertreten! 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Hult ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit!* 81. W bend iſt, mein lie-D Dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe! ber Pilgrim, Jesu Christ? Ei, bleib doch hier und rast in mir, ich laß dich nicht, du ewges Licht, ich schrei dir nach mit tausend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, ich will dir Herberg geben. 8. Schüße mich vor Teufels Neben, vor der Macht der Fin2. Die Sonne hat sich schon sterniß, die mir manche Nacht gesenkt, die Nacht ist da, die mich zusehen und erzeigen viel Ver- bedrängt; komm doch herein, mein dries; laß mich dich, o wahres Freudenschein, zünd an mein Herz Licht, nimmermehrverlierennicht! wie eine Kerz; erleucht es ganz Wenn ich dich nur hab im Her- mit deinem Glanz, daß ich dich zen, fühl ich nicht der Seele mög erkennen und durch und durch Schmerzen. entbrennen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, laß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet ſein: meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest an dir bekleibe und auch schlafend dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine fanft und süße Rub; allesUtebel laßverschwinden; decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Muth und Blut, all die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feind undhausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. 45 noth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets begehre, bleibe ja mein Schuß und Rath! Und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen! 3. Rist. In eigener Melodie. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken; schüße mich vor Üeberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken; treibe weg bes Strieges Schall; wende und 3. Wenn du bei mir bleibst, werther Gast, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brod in Hungersnoth; du treibest weit die Eitelkeit; du zeigst mir an die rechte Bahn: du machst, daß meine Sinnen die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster Freund, bis daß die Sonne wieder scheint; hab nur Geduld und sei mir huld; du kannst nicht fort aus diesem Ort; mein Herze wacht, hat deiner Acht; ich will dich fest umfassen und nicht entweichen laſſen. Joh. Angelus. Für christliche Soldaten. In eigener Melodie. * 82. Der Tag iſt hin, mein 46 Abend- Lieder. O Seelenlicht, der Sünden Nacht| meines Lebens, meine Kindlein vertreibe! Geh auf in mir, Glanz hat sie längst gedacht! Schlum der Gerechtigkeit, erleuchte mich, mert nur, es halten nicht ver ach Herr, denn es ist Zeit. gebens eure Engel hier die stille Wacht. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rath, ob ichs gleich nicht versteh. Du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständigkeit 5. Fühl ich ihrer Flügel leiseg Wehen? Machts ihr Dasein mir im Guten mir noch fehlet. Das so wohl und still? O noch mehr weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch, wie ein Ünmündiger. begehrt des Glaubens Flehen, als der Engelnähe Wohlgefühl. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen: Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wie der ein; da ist die Hand; du mein, und ich bin dein. 6. Tritt herein mit deinem reichen Segen, du, der Mütter hört und Kinder liebt, die durchgrabne Hand auf sie zu legen, die uns jede Himmelsgabe giebt. 5. Israels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn Belial nach meiner Seele tracht. 4. Hier ist Bethel, hier ist Himmelsleiter, Boten Gottes stei: gen auf und ab, die der Hert als schüßende Begleiter seinen Kleinen mit ins Leben gab. 7. Dein sind sie, du hast sie mir gegeben; wieder leg ich sie an deine Brust; da versiegle sie zum ewgen Leben, mache deiner Liebe sie bewußt! 8. Wärest du nicht mein, du Trost der Sünder, schaute ich des Lebens Klippen an, Thränen hätt ich nur für meine Kinder. Doch, du lebst und nimmst dich ihrer an. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels, der Tag ist hin. 9. Birg sie, Herr, in deinen treuen Armen, heile du der Sünden frühen Schmerz! Leite ihren Gang durch dein Erbarmen; weißt ja um das arme Menschenherz. Joachim Neander. Abendlied einer Mutter. 10. War der Eltern Irrsal und Verderben mit dem ersten Herzensschlag ihr Theil; o, so laß von In eigener Melodie. * 83. Dunkel ists, des Lebens dir sie Andres erben, deiner Unverstummt in tiefer Mitternacht. Sterne wandeln dort in lichter Schöne; Alles schlummert, nur die Liebe wacht. 2. Mutterliebe hier in dunkler Tiefe, Mutterliebe dort im Himmelslicht! Still, mein Herz, wenn deine Lieb entschliefe! Jene Liebe schläft noch schlummert nicht. 3. Ach an euch, ihr Blumen 11. Schreib ins Buch des Lebens ihre Namen, jene neuen, die die Welt nicht kennt; halt im heilgen Bunde sie zusammen; binde du, wenn je die Welt sie trennt. 12. Soll es auch für sie durch Nächte gehen, rührt ihr Klagen schmerzlich einst mein Ohr, o so führe aus den bittern Wehen schöner deines Lebens Sieg hervor. Abend- Lieder. 47 13. Weide deine Schafe, laß treiben, unverzüglich fort zu gehn, mich schauen, daß sie nie auf ja mit schnellen Schritt zu laufen fremder Weide gehn, und in dei- zu dem Kleinod, drum das Lamm nes Paradieses Auen freudig einst uns mit Blute zu erkaufen iſt um ihren Hirten stehn. gebracht ans Kreuzes Stamm. 6. Drauf will ich mich schlafen legen, laß mich dir empfohlen Sein Ver- sein; Vater, gönne mir den Segen, der, am Leib und Geiste rein, mich auch in der Nacht bewahre; deine Gnade sei mein Schild, bis ich hin zu Jesu fahre und erwach nach seinem Bild. A. Freylinghausen. 14. Schlummert denn in eures Hirten Armen, Kindlein, der sein Reich euch zugesagt! heißen bleibet Ja und Amen. Nächte fliehn, der ewge Aufgang tagt! Meta Heußer Schweizer 1833. Am Tage der Beichte. Mel. O du liebe meiner Liebe. err und Gott Tag 84. He achte, der du ſchläfft noch ſchlummerft nicht, schaue, dein arm Gemächte jetzt nach seiner Kindespflicht, da es Abend ist geworden und der Tag sich hat geneigt, sammt der Deinen ganzen Orden sich vor deinem Throne beugt. 2. Vater, ich bin zu geringe aller Treu und Gütigkeit, die du, Wesen aller Dinge, mir in meiner Lebenszeit und auch heute hast erwiesen. O daß ich recht dankbar wär! Herr, dein Nam sei hoch gepriesen, dein Herz ferner zu mir kehr. 3. Siehe nicht an mein Verbrechen, ach gedenke nicht der Schuld, die dein strenges Recht könnt rächen, habe doch mit mir Geduld; schaue an des Sohnes Wunden, dadurch ich versöhnet bin, dadurch ich Erlösung funden, und das Leben zum Gewinn. 4. Ich verlange frei zu werden durch das reine Lammesblut von der Sündenlust Beschwerden, von der finstern Schlangenbrut. Ach Herr, reinge mein Gewissen, Leib und Seel dir heilig sei; dein Geist mache mich geflissen, dir zu dienen ohne Scheu. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu. 85. Gelobet feiſt du jederzeit, herzigkeit, der du mir heut vergabst die Schuld und schenktest deine Gnad und Huld. Vater 2. Heut hast du mich mit deinem Wort und Trost erquicket, o mein Hort. Vergeben sind dir deine Sünd, sprachst du, du bist aufs neu mein Kind. 3. Ach große Lieb und Wundertreu, daß ich im Beichtstuhl worden frei von aller Sünd und Missethat, gefunden habe Trost und Gnad. 4. Daß mir dein Diener Trost zuspricht, mit Gnadenworten mich aufricht, den Himmel öffnet, stärket mich in meiner Angst so kräftiglich. 5. Hierüber mun haft morgen du mir Christi Leib und Blut dazu versprochen in dem Abendmahl, daß ich ja stark sei überall. 6. Ach wie verlangt mich, treuer Hirt, nach solcher Weide, die mich wird ermuntern in dem Glaubenssinn, daß ich dein liebes Schäflein bin. 7. Laß mich in Frieden schlafen ein und diese Nacht ohn Sorge sein. Dem Teufel und der Welt verwehr, daß derer keines mich 5. Laß mich nicht dahinten bleiben, laß mich nicht zurücke sehn; dein Geist müsse ich stets bethör. 48 Abend- Lieder. 8. Wenn nun verschwunden ist Wehre, weils mit dir gespeist, die Nacht, und mein Leib wieder daß es Satan nicht zerreißt, sonaufgewacht, so lenk durch deinen| dern mög in deinen Wunden finGeist mein Herz, daß es sich den seine Ruhestunden. schwinge himmelwärts. 9. Schmückt mich mit wahrer Andacht aus, und ziere meiner Seele Haus, damit ich, als ein werther Gast, bei deiner Tafel finde Rast. 10. Gieb, daß in Glaubensreinigkeit, dem mir geschenkten Hochzeitskleid, ich mich zu deinem Tische nah und deine Gnadengab empfah. 11. Mit dieser Bitte schlaf ich ein; laß deine Wächter um mich sein; denn wo du, großer König, bift, daselbst ein fichre Ruhstättist. Am Abendmahlstage. Mel.: Werde munter mein Gemüthe. * 86. Gott, mein Herze Dank dir sendet, weil mit Wohlthun dieser Tag angefangen und vollendet, so daß ich nun mag: den los, ruhe fanftin JesuSchooß, ich bin Jesu Braut heut worden, steh in seinem Liebesorden. 2. Ich hab nun das ewge Leben, weil mir ist im Brod und Wein Jesu Leib und Blut gegeben; ich bin Jesu, Jesus mein, sterb des ewgen Todes nicht, leb und komm nicht ins Gericht. Jesu Blut im Grab mich decket und am jüngsten Tag erwecket. 3. Gott, der du zu meiner Freude mich bewirtht, gelabt, getröst, und aus Lieb geschenfet heute das, womit du mich erlöst, meines Jesu Leib und Blut, mache, daß nun sanfte ruht mit dem Leib stets meine Seele, die ich dir hiermit befehle. 4. Jesu, du mein guter Hirte, mich, dein Schäflein, schließ in dich, ferner es wie heut bewirthe, und mach, daß es beffre sich. 5. Helger Geist, zeug früh und spate, wie du mir geholfen heut, tröste mich mit That und Rathe in der lebten Lebenszeit, daß tch Christi Zelb und Blut hab genossen mir zu Gut, und hilf, daß ich dessen Stärke stets und ja im Tode merke. 6. Der Herr, der mich speist zum Leben, segne und behüte mich Der Herr, der zur Speis sich geben, der erleuchte mich durch sich. Der Herr, der mich führt zur Speis, geb mir Friede ihm zum Preis, und erquick an Seel und Wuthe mich mit Jesu Leib und Blute. Aem. Jul., Gräfin zu Schwarzburg- R. In Krankheit. Mel.: Christe, der du bist Tag. 87. Gott Lob, der Tag iſt nun zu ter Leib, ihr schwachen Händ, betrübter Geist, gequälter Muth, schickt euch zu Gott, dem höchsten Gut! 2. Das Herz- und Lippenopfer bringt, dem Vater euer Danklied singt, durch den ihr wieder einen Tag habt überwunden eure Plag. 3. Hat Satan meiner gleich begehrt, daß er in dieser Leibsbeschwerd mich sichten möcht in seinem Sieb, durch Ungeduld und Sündentrieb; 4. Hat mich doch, Vater, deine Güt vor seiner List und Macht behüt, daß, ob er sich schon nah gemacht, er mir doch keinen Schaden bracht. 5. Ward unter dieser schweren Laft, die du mir auferleget hast, des Fleisches Schwachheit gleich vermerkt, haft du doch meinen Geist gestärkt, Abend- Lieder. 6. Erhalten meines Glaubens Licht, daß es nicht worden gar zu nicht; erwecket Seufzen und Gebet, daß ich getrost mit dir geredt, 7. Und mein Herz vor dir ausgeschütt, wenn noch so sehr der Schmerz gewütht. Ich hatte manche Lindrungsstund, obgleich der Leib noch nicht gesund. 8. Ja, ober noch voll Schmerzen ist, ward ihm das Leben doch gefrist, dazu all Nothdurft wohl verschafft und ich nicht plößlich hingerafft. 9. Deß sei dir Dank! Jch rühme frei, daß aller Treu zu gring ich fei, zu gring so mancher Gnad und Gab, die ich von dir empfangen hab. 10. Bin ich heut als ein schwaches Kind gefallen in so manche Sünd, so find ich mich doch wieder ein; o, Vaterherz, erbarm dich mein! 11. Vergieb, was ich gesündigt hier, im Himmel, Vater, und vor dir; dein liebes Kind mich wieder heiß, durch deines Sohnes Blut und Schweiß. 1. Am Sonntage. Morgen- Lied. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 88. Licht vom Licht erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte. Gnadensonne, stelle dich vor mein muntres Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath lustig sei. 49 12. Darauf ich nun den Leib und Seel dir wieder herzlich anbefehl. Wend ab durch deine Hut und Wacht, was uns die Nacht entfeßlich macht. 13. Sag meinen Schmerzen: Bleibt in Rub! Wo nicht, so gieb Geduld dazu. Dein Leidensnacht mir Labsal schaff, wenn mir die Krankheit stört den Schlaf. 2. Brunnquell aller Süßigkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, 14. Ist es dein Will, ei laß gesund erreichen mich die Morgenstund. Sprichst du: Ich hab nicht Lust zu dir; nun, wie du willst, so machs mit mir. 15. Soll diese Nacht die letzte sein, so laß mich selig schlafen ein, und nach vollbrachtem Lebenslauf nimm meinen Geist, Herr Jesu, auf! 16. In deinen Wunden such ich Ruh, dein Purpurkleid deck mich nun zu; mein Kissen sei dein Dornenkron, mein Kleid dein Blut, o Gottes Sohn. III. Benjamin Schmolkens Morgen- und Abend- Lieder auf jeden Tag in der Woche. 17. Drauf schlaf ich fröhlich ein in dir, wünsch allen Frommen, die mit mir in Kreuz und Aengsten halten Wacht, durch dich auch eine gute Nacht. dich in Andacht recht zu küssen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. ünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig! Heilig! Heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb 4 50 Morgen- und mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir, und geuß meiner Andachtskerze immer neues Dele zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieſer Tag fei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten; nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönfter Sonntag macht. Abend- Lieb. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 89. Der Sabbath ist ver gangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrod gespeiset und meiner Seele Durst geſtillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich obne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh. Denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wa chen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist er schienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Jch schlafe ganz bergnüget, denn, wo mein Herze lieget, da Abend- Lieder ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! 2. Am Montage. Morgen- Lied. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 90. Gin neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an; Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht. 2. Jch grüße diesen lieben Morgen, und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkennet meine Seele, und giebt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Noth und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hülfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gieb deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brod mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein; und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich nöthig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine, und laß mich auch das Meine thun. Behüte beides, Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. auf jeden Tag in der Woche. Abend Lied. Mel: Jefn meine Freude. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Va terhuld. Ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld; denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. Morgen- Lied. irte deiner der Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. 91. Hvon teinem Schlafe 92. Angenehme Morgenblicke, die mir etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schleuß uns mit Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschleuß die Kammer, und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns nicht dürfen grauen vor des Satans Klauen. 5. Wie wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel berflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 3. Am Dienstage 6. Nun wohlan, ich thue in bergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in Acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. 51 macht, ich gedenke noch zurücke an die stille, düstre Nacht, die mit ihren Finsternissen jetzt der Sonnen weichen müssen. 2. Ach, wie tief lag ich begraben in dem Schlaf, wie in dem Tod. Jetzt kann ich mich wieder laben; daß ich lebe, macht mein Gott. Ach Herr über Tod und Leben, soll ich nicht dein Lob erheben? 3. Gieb mir heut ein neues Leben, das nicht todt in Lastern sei. Laß mich nicht am Gitlen kleben, mache mich vom Dienste frei, der das Joch der Hölle träget, den der Sünden Dienstag beget. 4. Niemand kann zwei Herren dienen: Ach, so gieb mich dir allein! Laß den Tag, der mir erschienen, einen heilgen Dienstag sein, daß ich dir zu Ehren lebe, und des Glaubens Früchte gebe. 5. Dein Herz sei mit meinem Herzen, deine Hand mit meiner Hand. Macht mir deine Ruthe Schmerzen, wird ein Kreuz mir zugesandt, ach, so gieb Geduld zum Leiden, nach dem Leiden wieder Freuden. 6. Laß Gedanken, Wort und Werke heilig und gesegnet sein, und des guten Geistes Stärke mir so Kraft als Trost verleihn. Diesen Führer laß mich führen, diesen Beistand nicht verlieren. 7. Nun, du wirsts am beſten machen, denn auf dich kommt alles an. Drum vollführe meine Sachen, daß ich klüglich handeln kann. Morgen, Mittag, Abend müssen nichts als lauter Gnade wissen. 4* 52 Morgen- und Abend- Lieder Abend- Lied. Mel.: Christe, der du bist Tag. 93. Gin Tag geht nach dem andern hin, da ich noch stets im Leben bin; die Zeit verläuft, und ich mit ihr; nur du, mein Gott, bist stets bei mir. 2. Du giebest, daß ich manchen Tag mit Segen hinterlegen mag, und wenn mich eine Last gedrückt, so bist du es, der mich erquickt. 3. Hingegen ist mein Wandel nicht nach deinem Willen eingericht. Ich bin nicht werth, daß deine Gnad so lange mich verschonet hat. 4. Doch trau ich fest auf deine Huld, die größer ist als meine Schuld. Ich halte dich, und laß dich nicht, bis mir dein Mund den Segen spricht. 6. Getreuer Jesu, steh mir bei, und tritt des Satanskopfentzwei, daß, wenn mich seineLift bekriegt, er bald zu meinen Füßen liegt. 7. Gieb, heilger Geist, daß mir dein Licht auch in dem Dunkeln nicht gebricht. Verleih mir einen solchen Sinn, daß ich im Schlaf auch wachend bin. mer in der vergangnen Nacht, und dacht an keinen Kummer, 5. Ach segne, Vater, meine Ruh, und gieb mir dein Geleite zu; io 95. em Bette, holdfeligfo in schlaf ich wie ein Jacob ein, weil Mahanaim um mich sein. ster Immanuel. O, daß ich dich gefunden hätte, so freute sich mein Leib und Seel. Komm, kehre willig bei mir ein, mein Herz soll deine Kammer sein. 2. Kannst du dein Haupt sonst nirgends legen, ach, leg es hier auf meine Brust, so kann ich süße Ruhe pflegen, und nichts verstöret meine Lust. So schläft der Leib, das Herze wacht; so wird es Tag bei finstrer Nacht. 3. Ihr angenehmen, Jesushände, kommt, drückt die müden Augen zu, und schreibt dies Wort an alle Wände: Ein Gotteskind hat hier die Ruh. Werft allen Kummer hinter mich, und schwächt 8. Du heilige Dreifaltigkeit, dein bin und bleib ich allezeit! oll diese Nacht die letzte sein: ich leb und sterbe dir allein. 4. Am Mittwoch. der Andre traurig macht. Jett, da ich Licht erblickt, so leb ich gleichsam wieder, und habe meine Glieder mit neuer Kraft erquickt. 3. Nun Herr, von deinem Sorgen kommt alles Wohlergehn; der Abend und der Morgen muß deinen Ruhm erhöhn. Ach, halte ferner an, daß mein Berufsgeschäfte die neuen Lebenskräfte auch wohl gebrauchen kann. 4. Erfüll mit deiner Gnade mein Herze früh und spat, daß mir kein Unfall schade; gieb beides, Rath und That. Erhalt in Lieb und Leid ein ruhiges Gewissen. Soll ich mein Leben schlie ßen, ach komm, ich bin bereit! Abend- Lied. Mel.: Wer nur den lieben Gott. Morgen- Lied. Mel.: Aus meines Herzensgrunde. 94. Du Aufgang aus der des Satans Ferſenſtich. der 4. Laß mich die schöne Morgenröthe in deinem Lichte wiedersehn, daß sie die Nacht der Sünden tödte, und lehre mich die Welt verschmähn, die nur Egyptens Schatten liebt und wenig Herrlichkeit, durch deine Gnade stehe ich abermal bereit, den bellen Tag zu sehn. Ach, lasse seine Strahlen mir recht vor Augen malen, wie wohl mir ist geschehn. 2. Ich lag im sanften Schlum- Licht der Tugend giebt. auf jeden Tag in der Woche. 53 5. Wohlan, du treuer Freund| Himmel, schreck uns mit der Hölder Seelen, ich habe dich, ich len ab; zeig uns bei dem Welthalte dich; schlaf ich in deiner getümmel, was zuletzte folgt, das Wunden Höhlen, so ist mir gar Grab, daß man an das Ende nichts hinderlich; ich weiß, daß denkt und das Herz auf Klugwo du, Jesu, bist, mein Bette heit lenkt. gar der Himmel ist. 5. Am Donnerstage. Morgen- Lied. Mel.: Gott des Himmels. 96. Gott, du wobnft in einem kommen kann; doch dein helles Ungerichte schaut uns alle Mor an, daß ein umfaßt, welches du geschaffen hast. 2. Da der Vorhang aufgezogen, den die Nacht um uns gehüllt, und die Träume hingeflogen, die mit Schrecken angefüllt, sehen wir mit Freuden an, was du, Herr, an uns gethan. 3. Deinen Schild, der uns bedecket, falben wir mit Dankbarkeit; deine Hand, die uns ge- Geduld. wecket, tüssen wir und sind er4. Unser wäre längst vergessen, unser Bette längst ein Grab; doch du wachtest unterdessen, bis der Schlaf sich weg begab, und so ists, als stünden wir neu geboren hier vor dir. 8. Folgt der Tod uns auf dem Fuße, ach, so schärf uns täglich ein, wie man immer in der Buße feiner muß gewärtig sein, daß auf diesen Donnerstag uns kein Donner schrecken mag. Abend Lied. 3. Zwar hab ich einen Feind, freut, daß du noch an uns gedenkst der voller List und Tücke; doch und uns neues Leben schenkst. wo dein Antlig scheint, da fällt er Trozz Teufel und Hier ist Immanuel. 4. Ich werde diese Nacht, als wie ein Todter liegen, drum lasſe deine Wacht sich um mein Lager fügen, und deiner AllmachtSchein bei meiner Ohnmacht sein. bald zurücke. der Höll! 5. O du hochgepriesner Schöpfer, laß nicht deiner Hände Werk; wir sind Thon, du bist der Töpfer, wir voll Schwachheit, du voll Stärk. Hast du uns ans Licht gebracht, schüß uns auch durch deine Macht. Mel.: Die Nacht ist vor der Thür. 97. Die Nacht ist niemands Sesum habe, so fürcht ich keinen Feind bei solcher Uebergabe. Er ists, der mir die Nacht zur guten Freundin macht. 2. Heb alle Feindschaft auf, Freund, den mein Herze liebet; und wo mein Lebenslauf dich da und dort betrübet, so tilge meine Schuld mit Huld und mit 6. Schreib du das, was wir verrichten, in das große Segensbuch. Unser Reden, Thun und Tichten, sei vor dir ein Wohlgeruch, daß die angewandte Müh viel Gedeihen nach sich zieh. 7. Lock uns stets mit deinem 5. Der Schlaf, des Todes Bild, heißt mich ans Grab gedenken; doch komme, wenn du willt, ich will mich gar nicht kränken; mich bringt der letzte Feind zu dir, mein bester Freund. 6. Am Freitage. Morgen- Lied. Mel.: Meinen Jesum laß ich. 98.Schließet euch, ihr Augen auf, denn das Auge Morgen- und Abend- Lieder 54 dieser Erden will durch seinen neuen Lauf euch zur Morgenfackel werden. euch vor, und weist euch zu Gott empor. 2. Lasset euren ersten Blick sich nach Zions Höhe wenden. Sehet auf die Nacht zurück, die Gott half so glücklich enden. Ach, ein solcher Gott verdient, daß sein Lob beständig grünt. 3. Herr der Heerschaarn, deine Treu hat wie Flügel mich bedecket, und jetzt wird sie wieder neu, da du mich haft aufgewecket. Ach was geb ich dir dafür? Jch verehr mich selber dir. 4. Bin ich nun dein Eigenthum, so versorge mich auch heute, daß zu deines Namens Ruhm Lieb und Segen mich begleite. Was ich thun und reden soll, alles dies gerathe wohl. Abend- Lied. Mel.: Die Nacht ist vor der. mich vor deinem Kreuze 99, Lamm Gottes, schaue liegen; mein mattes Herz will sich in deine Wunden schmiegen. Ach, öffne diese Kluft der Seele, die da ruft. 5. Laß den Himmel offen sein, wenn mein Herz sich zu dir hebet, und laß meine Seufzer ein, wenn die Noth vor Augen schwebet. Sprich ein gnädig Wort zu mir: Fürcht dich nicht, ich bin mit dir. 2. Geschlagner Fels, nimm ist dein Täublein in die Riben; das Blut, das du geschwißt, laß mir auch heute nüßen, daß es die Schulden löscht, und mich von Sünden wäscht. 3. Berbrich in dieser Nacht die Macht der Finsternisse, daß ich bei deiner Wacht die Augen fröhlich schließe. Dein Dornenkranz stelle mir ein Rosenkissen für. 4. Leg mir den Purpur zu, den du mit Blut beflecket, daß er bei meiner Ruh mich fest und sicher decket. In dieser schönen Tracht prang ich selbst in der Nacht. 5. Breit über meinen Schlaf die ausgestreckten Armen, und laß dein armes Schaf an deiner Brust erwarmen; dein offneSeite müß mir sein ein Paradies. 6. Laß Heil und Gnade mir 6. Laß mich dein Augapfel sein, aus deinen Wunden fließen, und den du. Herr, wirst wohl be- deine Lippen hier zur guten Nacht wahren, und mir deinen Gegen-| mich küssen, weil mich nach dir schein aller Orten widerfahren. Sei mir immer Sonn und Schild, sonsten mach es, wie du willt. nur dürst, o du mein Lebensfürst! 7. Kein Teufel soll mich hier von deinem Kreuze reißen, ich will es mein Panier und meine Freistatt heißen. Wo dieses Zeichen steckt, da bin ich wohl bedeckt. 8. So schlaf ich ruhig ein auf dein Verdienst und Leiden; es soll mich keine Bein von deiner Liebe scheiden. Aus Liebe wünsch ich mir zu sterben gar mit dir. 7. Am Sonnabend. 7. Gieb, daß sich kein Brandmal mir ins Gewissen heute mache. Schieb der Sünde Riegel für; hilf mir, daß ich bet und wache; denn wer weiß, ob diesen Tag nicht mein Ende kommen mag? 8. Nun, so werf ich mich auf dich, du kannst alles übertragen. Deine Hand erhalte mich, wenn mich Kreuz und Unglück plagen. Morgen- Lied. Mel.: Die Nacht ist vor der. Kommt der Abend denn herbei, 100. Die Nacht giebt gute gieb, auf jeden Tag in der Woche. 55 nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden, und giebet Trost und Licht. herrscht auf der Erden. Gott, der da beides macht, soll hochgelobet werden. Du, Herr der ganzen Welt, haft alles wohl bestellt. 2. O gnädigster Erhalter von 2. Ja wohl und mehr als wohl allem, was ich bin, hör meines hat mich dein Schild bedecket, daß| Mundes Pfalter, und nimm mein ich erkennen soll, wie deine Güte Opfer hin. Es sind ja deine Gaschmecket, und daß sonst keine ben, die nicht zu zählen sein, und Treu fo groß als deine sei. was ich nur kann haben, das ist ja alles dein. 3. Ach, laß dir meinen Dank in Schwachheit wohl gefallen; dein Lob soll lebenslang aus meinem Munde schallen. Ich werde niemals mein, nur dein alleine ſein. 4. Du wollst mich diesen Tag ins Buch des Segens schreiben, daß ich so leben mag, wie mich dein Geist will treiben. Durch dessen Leitung führ mich mehr und mehr zu dir. 5. Mein Denken und mein Thun, mein Wollen und mein Lassen soll gläubig auf dir ruhn und dein Gebot umfassen. Gieb mein bescheiden Theil am Kreuz und auch am Heil. 6. Versorge meinen Mund, doch aber mehr die Seele, erhalte sie gesund in ihrer Leibeshöhle; gieb einen Gnadenblick auch zu der Meinen Glück. 7. Die Woche gehet nun mit diesem Tag zu Ende; drum bilf, daß ich mein Thun in deiner Kraft vollende, daß morgen mich dein Tag gesammelt finden mag. 8. Laß mich die kurze Zeit des Lebens klüglich theilen, und nach der Ewigkeit mit frohen Schritten eilen. So leb ich, weil es gilt, so sterb ich, wann du willt. Abend- Lied. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebenszeit, von Anfang bis jepunder auf diesen Augenblick, rühmt deine Gnadenwunder im Unglück und im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet, und dich, mein Gott, gefränkt. Je mehr du mich geliebet und meiner hast geschont, je mehr ich dich betrübet und nur mit Haß belohnt. 5. Ach, strafe nicht im Grimme gehäufte Missethat; weil deine Baterstimme mich selbst gerufen hat, so schrei ich um Erbarmen: erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Armen, ach, schone, gnädiglich! 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen, und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue, drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles ficher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht ver= derben, du lebst in mir, mein Mel.: Valet will ich dir geben. 101. Die Woche geht zum Gott. Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit fann wohl verschwinden, 8. Ja du, mein Gott, wirst wachen, ich werde ruhig sein. So mag der Hölle Rachen gleich Donner auf mich spein; dein Kind 56 wird nichts empfinden, als wenns im Himmel wär, Schuß werd ich bei dir finden, mich deckt der Engel Heer. 9. Du wirst auch die versorgen, die mein und deine sein, so wer den wir uns morgen in deiner Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund| nun: Gute Nacht! Tisch- Lieder vor dem Essen. IV. Tisch- Lieder vor dem Essen. Mel.: Wenn wir in höchsten. I dieser Frist, weil du doch unser 102. Bescher uns, Herr, Vater bist. das täglich Brod; 4. Auf dies Vertrauen komvor Theurung und vor Hungers men wir, getreuer Vater, auch noth behüt uns durch dein lie- zu dir, daß wir mit Beten, Lob ben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2. D Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. und Hand, und dir ein Loblied singen, wo du, Herr, bist bekannt. 10. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, und mich im Geistefreun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend, sprech ich 3. Erhörst du doch der Raben Stimm; drum unfre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh fein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unser Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen die Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. Nic. Herman. und Dank empfangen fröhlich Speis und Trank. 5. Drauf bitten wir aus Herzensgrund: Ach Herr, gesegn uns diese Stund, und laß die liebe Kost allein von deiner Hand gesegnet sein. 6. Verhüte, daß, o frommer Gott, wir nicht vergessen dein Gebot und etwa sagen ungefähr: Dies kommt von unsrer Arbeit her. 7. Vielmehr laß uns bescheidentlich erkennen und drum loben dich, daß du nur bist der rechte Mann, der alles Fleisch versorgen kann. 8. Inmittelst, Herr, erleucht uns doch, daß wir dich findlich fürchten noch, damit an Leib und Seel zugleich wir endlich werden satt und reich. Mel.: Wenn wir in höchsten. 103. Gwartet Alles, Herr, auf dich, der du die Welt ganz mildiglich ernährest und so weit und breit die Speise giebst zu seiner Zeit. 2. Wenn du die reiche Hand thust auf, so kommen wir mit vollem Lauf und werden, sind wir noch so matt, von deinen Gütern alle satt. 3. Du trägst Erbarmung Tag für Tag, o großer Gott, hörst unsre Klag; erhör auch uns zu den von ihr gehn. 9. Gieb auch den Armen Brods genug, daß etwa sie durch Satans Trug nach fremden Gütern trachten nicht und fallen in dein Strafgericht. 10. Drauf sprechen wir das Tischgebet und setzen uns zum Tafelbrett. Herr, laß die Mahlzeit so geschehn, daß wir mit FreuJ. Riſt. Tisch- Lieder vor dem Essen. 57 was gebricht, uns in diesem are men Leben, pflegt mit reicher Hand zu geben. 4. Nun wohlan, auf deine Gnade seßen wir uns zu dem Tisch; hilf, daß alles wohl gerathe und der Leib sich so erfrisch, daß er freudig wieder kann seine Arbeit fangen an. Laß die Mahlzeit so geschehen, wie du es wirst gerne sehen. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott; hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir Aem. Jul., Gräfin v. Schwarzburg- R. Mel.: Herr Gott, dich loben alle. dein Gütigkeit hier und auch 106. Herr Gott Vater im in wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund: speise uns auch zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche milde Hand; behüt uns all vor Sünd und Schand, und gieb uns Fried und Einigkeit: bewahr uns auch vor theurer Zeit, Mel.: Herr Jesu Christ, meines. 104. fegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Denn dieses zeitlich Brod allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft auch zum Leben allermeist. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 105. Großer Gott, wir armen Sünder bitten dich aus Herzensgrund: Siehe auf uns, deine Kinder, speise uns zu dieser Stund; laß uns ohne alle Noth haben unser täglich Brod; Segen wollest du ber leihen, daß es uns mag wohl gedeihen. 2. Laß uns gar nicht sein vermessen, liebster Vater, Herr und Gott, in dem Wohlstand zu vergeffen deiner Worte und Gebot; gieb uns allen ferner auch deiner Gaben rechten Brauch, daß wir, was du wirst bescheren, fein in deiner Furcht verzehren. 3. Lehre uns daraus erkennen und darum stets loben dich, daß du seiest Der zu nennen, der für uns sorgt väterlich, welcher uns verlässet nicht, der auch Alles, 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers Herren Christi Namn. Wer das begehit, der spreche Amen. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. * 107. Speis uns, o Gott, deine ste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben: bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Johann Heermann. V. Tisch- Lieder nach dem Essen. Mel.: Dantet dem Herrn, denn. 108. Auf, laffet uns dem den jungen Raben schafft Unterhalt, wir Guts empfangen haben. Herren fingen! Was in uns ist, soll ihm Dankopfer bringen. 3. O milder Gott, in deinen reichen Schäßen kann unser Geist sich nähren und ergößzen. 2. Aus seiner Hand, die auch 4. Das Himmelbrod, die frische 58 Tisch- Lieder nach dem Essen. Lebensquelle sind unsre Lust und Stärk auf alle Fälle. 5. Wir preisen dich dafür und unser Leben soll dir allein sein dankbar und ergeben. 6. Ach stelle nicht vor Augen unsre Sünden; laß, Vater, uns nur Gnad zur Beffrung finden. 7. Erwecke doch ein herzliches Erbarmen, zünd an in uns die Liebe zu den Armen. 8. O laß mit Dank und ruhigem Gewissen uns deiner Güt in Friede doch genießen; In eigener Melodie. 9. Auf daß wir stets mit ſehns 110. Danket dem Herren, an Lieb und Himmelswohllust hangen. 10. So fingen wir in Jesu Christi Namen. O großer Gott, es sei erböret! Amen. er freundlich, und seine Güt und Wahrheit bleibet ewiglich. 2. Der als ein barmherziger, gütiger Gott uns dürftige Creaturen gespeiset hat. 3. Singet ihm aus Herzensgrund mit Innigkeit! Lob und Dank sei dir, Vater, in Ewigkeit! 4. Der du uns als ein reicher milder Vater speisest und kleidest, dein elende Kinder. Mel.: Lobe den Herren, den. * 109. Dante dem Herren, Seele, dem sprung der Güter, der uns er quicket die Leiber und stärkt die Gemüther. Gebet ihm Ehr, liebet den Gütigen sehr; stimmet an dankende Lieder! tig und tief uns durchdringen und uns ein göttliches Leben und Heiligung bringen; bis nur wird sein in uns dein Leben allein. Jesu, du kannst es vollbringen. 6. Gütigster Hirte, du wolleft uns stärken und leiten und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten; bleib uns hier nah, bis wir dich ewig allda schmecken und schauen in Freuden. Gerhard Tersteegen. 2. Du hast, o Jesu, dem Leibe die Nothdurft bescheret. Laß doch die Kräfte im Guten nur werden verzehret. Alles ist dein, Seelen und Leiber, allein werd auch durch beide geehret. 3. Lebenswort Jesu, komm, speise die schmachtenden Seelen. Laß in der Wüste uns nimmer das nöthige fehlen; gieb nur, daß wir innig stets dürften nach dir, ewig zum Heil dich erwählen. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen und nach dir, ewigem Schöpfer, uns sehnen; 6. Durch Jesum Christum, dein allerliebsten Sohn, welcher unser Mittler ist vor deinem Thron. 7. Der helf uns allesammt allhie zu gleiche und mach uns Erben in seins Vater Reiche; 8. Zu Lob und Ehren seinem heilgen Namen. Wer das begehrt, der sprech von Herzen Amen. Böhm. Brüder. Mel.: Wenn wir in höchsten. 111.Danft dem Herrn heut 4. Nimm die Begierden und Sinnen in Liebe gefangen, daß wir nichts neben dir, Jesu, auf sein Güt und Wildigkeit; all Erden verlangen. Laß uns mit dir leben verborgen allhier und dir im Geiste anhangen. Fleisch er speiset und erhält, denn sein Geschöpf ihm wohlgefällt. 5. Laß deinen Lebensgeist kräf2. Wenn über uns sein Antlik leucht, der Regn und Thau die Tisch- Lieder nach dem Essen. 59 Erd befeucht, alsdann wächst al- das dir möcht vergelten aller les Laub und Gras, sein Werk treibt er ohn Unterlaß. Gnad und Gütigkeit, erzeigt unfrer Schwachheit. Ei, wie mag auf Erden, weil alles dein eigen ist, dir vergolten werden? 3. Wenn er aufthut sein milde Hand, so wächst die Füll in allem Land, daß sich deß freuet Jedermann, kein Mensch noch Vieh darf Mangel han. 4. Er hat kein Lust am starken Held, kein Pracht noch Macht ihm wohlgefällt; es ist sein Will, daß man ihm trau, von ganzem Herzen auf ihn bau. 5. O, nimm an unsern Dank sammt diesem Lobgefang, und vergieb, was noch gebricht zu thun bei unsrer Pflicht; o mach uns dir eben, daß wir hier in deiner Gnad und dort ewig leben. Michael Weiße. wird er von uns gepreist, daß er uns reichlich hat 113. Ffen, für den geſchenkMel.: Herr Christ, der einge Gottes. ür Es gespeist. Vater, für deine Gütigkeit, fagn wir dir Dank in Ewigkeit. ten Trank will ich dir nicht vergessen, o Gott, zu bringen Dank, für alle milde Gabe, so ich genoffen habezumeinem Aufenthalt. 2. Von dir hab ich das Leben, dasselb erhältst du mir. Was kann ich wieder geben? Womit vergelt ichs dir, da täglich man genießet, wie deine Güte fließet so mild und väterlich? 6. Ach Herr, gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Theurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns Herr, zu aller Zeit. 7. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist, drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nic. Hermann. 3. Denn alles, was erschaffen ist uns zu Dienst gemacht; man muß sich nicht vergaffen, nur nehmen wohl in Acht, daß wirs mit In eigener Melodie. 112. Den Vater bort oben Dank empfangen, was Gott uns un Jamben, der uns als ein milder Gott gnädiglich gespeist hat, und Christum, seinen Sohn, durch welchen der Segen kommt vom allerhöchsten Thron. 2. Sprechen in der Wahrheit: Dir sei Preis und Klarheit, Dankfagung und Herrlichkeit, o Gott, von Ewigkeit, der du dich erweiset, und uns heut mit deiner Gab leiblich haft gespeiset. 3. Nimm an dies Dankopfer, o Vater und Schöpfer, welchs wir deinem Namen thun in Christo deinem Sohn; laß dirs gefallen, und ihn mit seinem Verdienst zahlen für uns alle. 4. Denn nichts ist zu melden, merthal. 4. Er ist uns gar nichts schuldig, die Güte theilets mit. Wir glauben, sind geduldig, und bringen unsre Bitt, so höret er uns gerne von seiner Burg der Sterne, thut, was ein Beter will. 5. Er fordert kein Bezahlen, er nimmt den Dank für gut, dazu viel tausend malen sein Herz uns Gutes thut; den Vorrath an uns wendet, zu unserm Tische sendet ein wohlbergnügend Theil. 6. DerUndankschließt die Pforten des Segens feste zu, verhindert aller Orten, daß nichts sich zu uns thu; der Undant bringet Darben an Früchten, Vieh und 60 Garben, an Vögeln, Wild und Fisch. 7. Ich muß daher Gott loben für das, was ich genoß; er sibet hoch dort oben, beschert aus seinem Schooß mir aller Gaben Fülle, daß ich mich deck und hülle und sättige dazu. 8. Ich spüre deine Tritte in allem, was du giebst, mein Gott, mehr als ich bitte, weil du mich herzlich liebst. Die Creatur mich lehret, daß Gott mit Segen ehret, wer ihm vertrauen kann. Tisch- Lieder nach dem Essen. 9. Behüte mich vor Schlemmen, vor aller leppigkeit; die Wollust hilf mir hemmen mit ihrer Lüsternheit, damit ich nicht verschwende, zur Ungebühr anwende, was du bescheret hast. 10. Nicht soll der Bauch Gott werden, sonst ging ichfalsche Spur, beliebte Staub und Erden, die eitle Creatur. Gott ist der reiche Geber, der Segensquell, Urheber, der alles weislich thut. 11. Vermehre, Herr, den Se gen bei mir mein Lebenlang, damit auf meinen Wegen der blöde Armuthzwang nicht lehre böse Ränte, mein Herz nichts Unrechts denke, so dir zuwider ist. 12. Beschere, was beschieden für mich, dein armes Kind; dein Segen bleib hieniden, damit ich täglich find aus deiner Hand zu heben, wodurch mein zeitlich Leben hier muß erhalten sein. 13. Ich dank aus Herzensgrunde, Herr Gott, für deine Gab, und was in dieser Stunde ich Guts genossen hab; auch lasse nicht verstieben, was mir ist überblieben. Das bitt ich flehentlich. Mel.: Herr Christ, der einge. 114.5err Gott, nnn sei gegroßen Dank. Du hast uns wohl gespeiset, gegeben guten Trant, dein Mildigkeit zu merken und unsern Glaubn zu stärken, daß du seist unser Gott. 2. Ob wir solchs habn genommen mit Lust und Uebermaaß, dadurch wir möchten kommen vielleicht in deinen Haß, so wollst du uns aus Gnaden, Herr, es nicht lassen schaden, durch Christum, deinen Sohn. 3. Also wollst allzeit nähren, Herr, unsre Seel und Geist, in Christo ganz bekehren und helfen allermeist, daß wir die Sünde meiden, stark sein in allen Leiden und leben ewiglich. 4. D, Vater aller Frommen, geheiligt werd dein Nam; laß dein Reich zu uns kommen; dein Wille mach uns zahm; gieb Brod, vergieb die Sünde; kein Args das Herz entzünde; lös uns aus aller Noth. Mel.: Warum betrübst du dich. 115. Jefu, bu großer Wundermann, der alle Welt abspeisen kann, ich komme jetzt zu dir. Du bist mein Va ter, ich dein Kind, sei mir doch väterlich gefinnt. 2.( 1. Bitte.) Jefu, dein ewigs Lebenswort, das speise mich an allem Ort. Ja, auch dein Leib und Blut, sei meiner Seelen beste Kost, und meines Glaubens Kraft un Tr 3.( 2. Bitte.) Gieb, daß ich deines Reiches Ehr, nicht aber meine suche mehr, und ich hinfüro auch durch Mangel und durch Ungemach, dir gern und willig folge nach. 4.( 3. Bitte.) Was dein verborgner Wille thut, gereichet alles mir zu gut; und scheinet es gleich hart, doch weiß ich, daß verlassen wirst in Noth. 5.( 4. Bitte.) Beschere mir mein Tisch- Lieder nach dem Essen. 61 täglich Brod, und was mir dient ter väterlicher Weise:,: den junzur Leibesnoth. So du was übriggen Raben, die ihn thun anrufen. giebst, gieb, daß ichs nehme wohl Lobet den Herren.:,: in Acht, und nicht gebrauch zu Stolz und Pracht. 6.( 5. Bitte.) Doch dieses ich betennen muß, daß ich des Segens Ueberfluß nicht, wie ich soll, gebraucht; auch oft dem Hungrigen sein Brod nicht hab gereichet in der Noth. 5. Er hat nicht Lust:: an der Stärk des Rosses, noch Wohlge= fallen an jemandes Beinen,:,: ihm gefalln allein, die auf ihn trauen. Lobet den Herren.:,: 7.( 6. Bitte.) Versuch und prüfe mich allhie, doch also, daß es je und je zum Besten mir gescheh! Wenn alle Hülfverschwunden ist, so komm, und hilf, Herr Jesu Christ! 6. Danket dem Herren, Schöpfer aller Dinge; der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen:,: gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren.:: 8.( 7. Bitte.) Wenn ich einmal nach dieser Zeit soll gehen aus der Eitelkeit, laß in dein Himmelreich zur Herrlichkeit mich gehen ein, dort ewiglich bei dir zu sein. 9. O Himmelskönig, groß von Kraft, der allen Menschen Hülfe schafft, vernimm dies mein Gebet; laß es zu deiner Ehr allein erhöret, Ja und Amen sein! Psalm 147. In eigener Melodie. 116. obet den Herren, sondern das sich himmelwärts denn er istsehrfreundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben;:; sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren.:,: durch Gebet und Glauben schwinge, und an deiner Gaben Fülle alles sein Verlangen stille. 2. Singt gegn einander,:.: dem Herrn mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsernGott, den werthen. :,: Denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den Herren.:,: 3. Er kann den Himmel:,: mit Wolken bedecken. Er giebt den Regen, wenn er will, auf Erden.:,: Läßt Gras wachsen gar hoch auf dürren Bergen. Lobet den Her= ren.:,: 4. Der allem Fleische:,: giebet seine Speise, dem Vieh sein Fut7. Jesu Christe,:,: Sohn des Allerhöchsten, gieb du die Gnade allen frommenChristen,:,: daß sie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den Herren.:,: Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. * 117. Nun, wir sind auch uns Gott vergnügt gespeiset und vergnügt getränket hat; seine Güte sei gepreiset, die wird ferner unserm Leben Speis und Trank nach Nothdurft geben. 2. Gieb uns ein gottselig Herz, dahin Geiz und Lust nicht dringe, 3. Laß den Wunsch nicht leer von dir; wenn wir trinken oder efsen, o so wirke stets, daß wir deiner Liebe nicht vergessen, die uns alle Tage nähret und viel tausend Guts bescheret. 4. Reiche deine milde Hand, reicher Vater, auch den Armen; laß doch ihren Kummerstand gleichfalls unser Herz erbarmen, daß wir gern aus deinem Segen ihnen etwas reichen mögen. 5. Endlich wollst du fort und fort uns die rechte Speise geben durch dein theuerwerthes Wort: so wird unsre Seele leben, bis, Tisch- Lieder nach dem Essen. 62 wir himmlisch Manna speisen und dich ewig selig preisen. Aem. Jul., Gräfin zu Schwarzburg- R. Mel.: Nun freut euch, lieben. 118.¹ un ist die Mahlzeit auch vollbracht, wir haben schon gegessen. Mein Gott, du hast es wohl gemacht, nachdem du zugemeſſen jetzt jedem fein bescheiden Theil, und mildiglich, in kurzer Weil uns allesammt gespeiſet. 2. Wie groß ist deine Freund lichkeit, wie herrlich deine Güte, die da versorgt zu jeder Zeit den Leib und das Gemüthe! Du Lebensfreund, du Menschenlust, haft für uns alle Rath gewußt, und uns sehr wohl gelabet. 3. Des Himmels Fenster öffnest du, und schenkest milden Regen; du schließt die Erde auf und zu, und giebst uns deinen Segen. Die Kost ist da auf dein Geheiß, wen sollte das zu deinem Preis, o Vater nicht bewegen? Tisch im Himmelreich uns effen, wo tausend Gaben mild und frisch du selbst uns wirst zumessen. Da wird man schmecken Freud und Ehr, und wir, Herr, wollen nimmermehr zu preisen dich aufhören. In eigener Melodie. 119. un laßt uns Gott dem und ihn ehren von wegen seiner Herren danksagen Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er gar nichtes sparen. die Seele muß auch bleiben, wie3. Nahrung giebt er dem Leibe; wohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. der selber ist das Leben; Chri4. Ein Arzt ist uns gegeben, stus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unlehrt uns darauf vertrauen. fall; der heilge Geist im Glauben 4. Dem Viehe giebst du Futter satt, und speisest auch die Raben, wenn sie noch bloß, jung, schwach und matt, an Nahrung Mangel haben. Herr, du thust auf die milde Hand, und sättigest das 7. Wir bitten deine Güte, ganze Land mit großem Wohlwollst uns hinfort behüten, die gefallen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! kannsts nicht böse meinen. Großen mit den Kleinen; du 5. Für solche Wohlthat wollen wir, wie liebe Kinder müssen, von ganzer Seele danken dir, und unsre Mahlzeit schließen mit einem Dank- und Lobgedicht. treuer Gott, verschmäh uns nicht, laß es dir wohlgefallen! 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen, durch Jesum Christum, Amen. 2. Helmbold. 6. Vergieb auch unsre MisseMel.: Nun laßt uns Gott dem. that, und gieb, was wir begehren; 120. Nun laffet Gottes Güte uns führen schaff uns, o Vater, ferner Rath, daß wir uns ehrlich nähren. Verleihe fünftig gute Zeit, Glück, Nahrung, Fried und Einigkeit, Gesundheit, Heil und Segen. 7. Laß endlich bei des Lammes zu Gemüthe. Kommt, lasset uns erwägen des frommen Vaters Segen. 2. Eh wir ans Licht gesetet, hat er uns hoch geschäßzet, und Tisch- Lieder rach dem Essen. hat uns eingeschrieben zum Leben und zum Lieben. 3. Da wir noch sind gelegen ohn Regen und Bewegen, ohn Menschenhülf und Sorgen, der Mutter auch verborgen; 4. Hat er allein gegeben, die Glieder und das Leben: Ohn einig unser Sorgen warn wir in ihm geborgen. 5. Er hat zu rechter Stunde vollkömmlich und gesunde auf seiner Engel Wagen uns in die Welt getragen. 6. Er hat uns eingenommen in die Gemein der Frommen, gemacht zu seinen Erben, daß wir nicht ewig sterben. 7. Er giebt uns zu erkennen sein Wort, daß wir ihn nennen ein Vater und Ernährer und alles Guts Bescherer. 8. Er giebt für unfre Sünde sein eingebornes Kinde, und läßt es rechten Bürgen. 9. Dies lasset uns bedenken, wenn uns die Sorgen kränken; wer seinen Sohn hergiebet, der selb aufs höchste liebet. 10. Sollt er uns was versagen, so wir ihn gläubig klagen, was wir vonnöthen haben zur Hüll, zur Speis, zum Laben? 11. Die Vögel in den Lüften, die Thierlein in den Klüften, die Blümlein auf den Wegen uns müssen widerlegen. 12. Der sie so treulich heget, und ihrer fleißig pfleget; sollt einen Himmelserben er denken zu verderben? 13. O Vater, Vater, giebe, daß deine große Liebe wir inniglich betrachten und so gering nicht achten. 63 15. Wenn wir nun dieses haben, so werden uns die Gaben, die wir zu diesem Leben bedürfen, wohl gegeben. 16. Eh muß zu nichte werden der Himmel und die Erden, als daß du kannst verlassen, die dich, mein Gott, umfassen. J. M. Dillher. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. deiner Güt durch 121. Gott, wir danken Christum unsern Herren, der uns mit Wohlthat überschütt, und der uns thut ernähren. Allm, was den Odem je gewann, hast du sein Nothdurft lassen han. Dir sei Lob, Preis und Ehre! 2. Als du nun, Herr, gespeiset hast den Leib, der doch verdirbet, so laß die Seel auch sein dein Gast, die durch dich nimmer stirbet. Dein heilsam Wort ihr Speise sei, bis sie auch endlich wird ganz frei das Himmelreich ererben. 14. Bater, uns beschere zu deinem Lob und Ehre, daß wir dir recht vertrauen und gänzlich auf dich bauen. 3. Lob, Ehr und Dank dir, Bater, sei im Himmel hoch dort ober, der du uns machst von Sünden frei, durch den heilsamen Glauben an deinen eingebornen Sohn, der mit dir sitzt im Himmelsthron, mit gleichem Preis zu loben! Nach M. Nic. Boie 1543. In eigener Melodie. 122. Singen wir aus Her loben Gott mit unserm Mund! Wie er sein Güt uns beweist, so hat er uns auch gespeist; wie er Thier und Bögel nährt, so hat er uns auch beschert, welchs wir izund habn verzehrt. 2. Gott hat die Erd zugericht, läßts an Nahrung mangeln nicht; Berg und Tbal, die macht er naß, daß dem Vieh auch wächst sein Gras; aus der Erden Wein und Brod schaffet Gott und giebts Tisch- Lieder nach dem Essen. 64 uns fatt, daß der Mensch sein Leben hat. 3. Drum danken wir sehr und bitten ihn, daß er uns geb des Geistes Sinn, daß wir solches recht verstehn, stets nach sein Geboten gehn, seinen Namen machen Sp. Sal. 30, 7-9. Mel.: Die Seele Christi heilge mich. wei Ding, groß in Chriſto ohn Unterlaß. 125. 3 bitt ich von dir, die So singen wir recht das Gratias.wollest du nicht weigern mir, weil In eigener Melodie. ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei und Lügen ferne von mir sei, Armuth und Reichthum gieb mic nicht; doch dieses ich noch ferner bitt: * 123.Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn. Wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns binfort mehr beschern, und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns gebn nach diesm Elend das ewig Lebn. Mich. Prätorius. Mel.: Dantet dem Herren. 124. Was Lobes folln wir dir, o Vater, singen? Dein That tann téines Menschen Zung ausbringen. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrücket, dabei wir deine Gunst und Güte schmecken. 3. Den bösen Pharao im Meer erwürget, Israel in der Wüstn mit Brod verforget. 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, daß du millst unsern Leib und Seel versorgen. 5. 3u beweisen deine hohe Wunderwerke, hast du zerknirschet der Hethiter Stärke. 6. Dazu ein ewgen Bund mit uns gemachet; wohl dem, der mit dem Herzen darauf achtet. find beständig, Gerichte, Wahrheit, Werke deiner Hände. 8. Dusendest die Erlösung den Gefangnen, und trägest weg den Raub mit hohem Prangen. 9. Theur, schrecklich, unvergänglich ist dein Name; wer den fürchtet, der wirt zur Weisheit kommen. 10. Lob und Ehr müsse dir, o Vater, werden in Ewigkeit, auch hier auf dieser Erden. 3. Einziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, daß kein groß Noth nach Mangel sei, und auch tein Ueberfluß dabei. 4. Sonst, wenn ich würd zu fatte sein, verleugnet ich den Herren mein, und sagen: Was frag ich nach Gott, ich bin versorgt in aller Noth. 5. Oder wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie Mancher thut. reich ohn alle Sorg, wenn du 6. Des Herren Segen machet zugleich in deinm Stand treu und fleißig bist, und thust, was dir befohlen ist. 2. Deler oder P. Eber. Sp. Sal. 30, 7-9. Mel.: Singen wir aus Herz und. 126.3 weierlei bitt ich von trag ich dir für, dir, der alles reichlich giebt, was uns dient und dir be= liebt. Gieb mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Banden reißt. 2. Gieb, daß ferne von mir sei Lügen und Abgötterei; Armuth, Sonntags- Lieder. das die Maaße bricht, und groß Reichthum gieb mir nicht. Allzu arm und allzu reich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Theil, und beschere mir zur Noth hier mein täglich Bißlein Brod. Ein klein wenig, da der Muth und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonsten möcht im Ueberfluß ich empfinden Ueberdruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: Wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, VI. Sonntags- Lieder. Beim Anfange des Gottes- und Leib, und uns behüte ſeine dienstes. Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. In eigener Melodie. 127, prie, o Herr Gott Vater, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, tilge unsre Missethat und erbarme dich unser! 65 weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armuth wird zu groß, wird es untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Schab, und Licht, dieser feines ziemt mir nicht; beides schändet deine Ehr, beides stürzt ins Höllenmeer. Drum so gieb mir Füll und Hüll, also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. Paul Gerhard. 2. Christe, o Herr Gott, Vaters eingeborner Sohn, unser treuer Heiland, der du mit deinem Blut uns alle haft erlöst, bitte uns Gnade bei Gott deinem Vater und erbarme dich unser! 3. Kyrie, o Herr Gott heilger Geist, lehre uns Jesum Christum erkennen recht. Unsre Sünden sind uns leid; tröst uns, leit uns, heilge uns in der Wahrheit und erbarme dich unser! Mel.: Wo Gott zum Haus nicht. * 128. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir, aus deiner Gottheit Heiligthum dein hoher Segen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib; er segne uns nach Seel 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlit über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt und geb uns Frieden unberrückt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen. Luc. 2, 14. In eigener Melodie. 129. lein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten 5 Univ.- Bibl. Giessen Sonntags- Steder. 66 dich, für deine Ehr wir dankten, daß du Gott Vater ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser Aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du allrheilsamster Tröster, vor Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Martr und bittern Tod; abwend all unsern Jammer und Noth; dazu wir uns verlassen. Nicolaus Decius. Mel.: Ach was soll ich Sünder. 130. Ach du edler Gaft der Seelen, Geist des Vaters und des Sohns, gleicher Macht und gleiches Throns, ach| gieb, daß wir dich erwählen zum Geleiter dieser Zeit, welche voll Gefährlichkeit. 2. Finsterniß hat uns umgeben in der Seele, im Verstand, als ein schwarz Egyptenland. Wo du nicht wirst ob uns schweben, sind und bleiben wir verirrt, ganz verdüstert und verwirrt. 3. Drum so laß uns dein Licht leuchten, die wir hier an deinem Ort sind, zu hören Gottes Wort; laß die dürren Herzn anfeuchten mit des Wortes Lebenssaft, so uns ewig Labsal schafft. G. Meißner. In eigener Melodie. und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, du hast vorhin viel Zeit dem Dienst des Herren abgestohlen! 2. Auf, laß Egyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Biegel stehn! Du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke deines Priesterthums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken Acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schaal mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt, und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner armen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Vorgebirge! * 131.Beschwertes Herz, leg 6. Hier will ich eine Hütte bauen, hier labet mich dein Abendmahl, hier giebt sich reichlich mir zu íchauen, o Lebensab die Sorgen, licht, dein Gnadenstrahl. So erhebe dich, gebücktes Haupt! Es feir ich recht den Tag der Sonkommt der angenehme Morgen, nen, so hab ich meine Ruh in dir. da Gott zu ruhen hat erlaubt, Ach habe du dein Werk in mir; da Gott zu ruhen hat befohlen vollführe, was du haft begonnen! Sonntags- Lieder. 67 mehr die Deinen auf dich nur fich vereinen, durch Bruderliebe sich erfreun. 7. Wenn sich des Lebens Werk in unsern Herzen sein. Laßimmer tag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schooß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben! Chr. Wegleiter. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. * 132. Das ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden sentt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Beit mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein; deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtniß in uns sein! In dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein! Laß uns deiner nie vergessen, wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingekehrt. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. Mel.: Wunderbarer König. E. G. Woltersdorf.* 134. Gott ist gegenwärtig! uns anbe= 11 * 133. nig, dem alles unterthänig und übergeben ist, vor dem die Erd sich beuget und selbst der Himmel neiget, hör unser Flehn, Herr Jesu Christ! 2. Vereint mit deinen Frommen, will auch dies Häuflein kommen bor deinen Gnadenthron. Laß unser schwaches Lallen dir, Vater, wohlgefallen und segne uns in deinem Sohn. 4. Die, Herr, nach dir sich nennen, dich aber noch nicht fennen, erleucht mit deinem Wort. Erweck die tobten Herzen, die Zeit nicht zu verscherzen zum Seligwerden hier und dort. 3. Laß, Herr, dein Wort recht träftig und deinen Geist geschäftig 5. Tritt unter deine Füße das Reich der Finsternisſe. Dein Evangelium durchdring der Menschen Herzen; zum Lohne deinerSchmerzen, laß sie erkennen deinen Ruhm. 6. Stärk, Heiland, deine Knechte, zu fördern deine Rechte, zu kämpfen in Geduld. Gieb allen Muth und Kräfte zum großen Heilsgeschäfte, und labe sie mit deiner Huld. 7. So hör denn unser Flehen, o Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt: daß bald die ganze Erde dein Gottestempel werde. Wers glauben kann, dem wirds gewährt. 8. Vereinigt euch, ihr Glieder, und singet Siegeslieder dem Lamm auf Gottes Thron! Stimmt froh in unsre Chöre, ihr großen Himmelsheere, und lobt den Vater und den Sohn! ten und in vor treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen; Heilig, Heilig, Heilig fingen ihm zur Ehre aller Engel Hohe Chöre. Herr vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 68 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden, da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen; möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen, und dich gegenwärtig se- 4. Habe Dank für diesen Morhen! Laß mich dir für und für gen, der mir Zeit zum Guten trachten zu gefallen, liebster Gott,| schenkt. Das sind unsre besten in allen. Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 5. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln, wie die Bienen, und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 6. mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. ang 1200) th Kaspar Neumann. In eigener Melodie. Sonntags- Lieder. 5. Du durchdringest Alles! Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und voll stil lem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 7. Herr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. Gerhard Tersteegen. Mel.: Gott des Himmels und der. * 135. Großer Gott von alten Zeiten, defsen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren 3. Doch das bloße Müßiggehen und der Kleider leere Pracht werden schlecht bei Gott bestehen, der das Eitle wenig acht. Herr, ich bringe, was ich kann, nimm du nur mich selber an. ein Heiligthum noch werden; 136. Herr Jeſu Chriſt dich du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send; mit Hülf und Gnad Herr uns regier, und uns en Weg zur Wahrheit führ.. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein; bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, beilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Chr sei dem Vater und dem 69 Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Sachsen- Weimar. Mel.: Jesus, Jeſus nichts als. alleluja, ren, öffne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. * 137. morgen! schöner schließe, wie er angefangen iſt. 9. Gieb, daß ich den Tag beals man denken mag; heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll lichtes ift, 138. het, deine SüßigJonath. Krause. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. wir kommen Höhlen, heller Tag der dunkeln Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. feit zu schmecken; dich mit Gnaden zu uns kehr, Herz und Ohren zu erwecken, daß wir deine Himmelslehren mögen freudiglich anhören. 2. Deffne deines Dieners Mund, gieb ihm deines Geistes Gaben, kräftiglich zu dieser Stund uns mit Himmelsbrot zu laben. Laß uns diese Engelspeise stärken auf der Heimfarthsreise. Sonntags- Lieder. 3 Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schaß und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heute schickt kein Arbeit sich, als nur Gotteswerk, für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerech- 139. Liebster Jefu, wir sind ist das schönste Sonnund tagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 3. Dir, dem Vater und dem Geist, dafür ewig Preis soll werden; gieb nur, daß wir allermeist fort von dieser eitlen Erden mit Verlangen, Wunsch und Singen nach dem Himmel mögen dringen. G. Meißner. In eigener Melodie. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; laß mich Lehr und Trost gewin nen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte LehWort anzuhören; lente Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und tichten wollst du selbst an uns verrichten. 3. Odu Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alleſammt 70 bereit, öffne Herzen, Mund und Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht. Ohren. Unser Bitten, Flehn und* 141. Deffne mir die Perz Singen, laß, Herr Jesu, wohl gelingen. 4. Vater, Sohn und heilger Geist, dir sei ewig Preis und Ehre! Tröst die Herzen allermeist mit dem Wort der reinen Lehre hier in diesen Lebenszeiten, bis wir dort dein Lob ausbreiten. M. T. Clausnitzer. o du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht zum Licht erkoren, eh die Welt den Anfang hatt. Gile, Liebster, heim zu führen meine Seele, deine Braut, die du dir hast anvertraut. Laß mich diese Klarheit zieren, wo mich keine Sündenmacht mehr betrübt und finster macht. 1012 amu ( 137 2. Ich lieg schon in deinen Armen durch den Glauben fest geschränkt, und durch deiner Lieb Erbarmen wird mir Freude eingeschenkt, die nach deinem Nektar schmecket, den du in der Ewigkeit meiner Seele hast bereit. Über dieje Lust erwecket Durst, den nichts, mein Gott, als du, sättigest in voller Ruh. 3. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht, und von Sünden frei zu stehen, reines Lamm, in deinem Licht; doch ich will dir nichts vorschreiben, und mein Himmel ist schon hier, wirst du, meine Seelenzier, nur mit mir vereinigt bleiben: denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? Sonntags- Lieder. dagle 911 pillio In eigener Melodie. * 140. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch seine Macht unsre Nacht. 12. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter füßen Trost genießen, und erquick uns deine Schaar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke tödte und erweck uns Herz und Muth bei entstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenfleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit möge wie ein Rock bekleiden und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth. 4. Du bist meine Seelenwonne, wenn mich Angst betrüben will; mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wann mir deine Blicke lachen, deren liebbeglänzter Strahl trennet alle Nacht und Qual. Du fannst mich vergnüget machen, in dir hab ich Himmelsfreud, außer dir Verdruß und Leid. 5. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben an dir einen treuen Zweig, der, wann ihn hier Stürme treiben, stärker werd und höher steig, auch im Glauben Früchte bringe; und verseß mich nach der Zeit in das Feld der Ewigkeit, da ich mich in dir verjünge, Sonntags- Lieder. wann des Leibes welkes Laub wieder grünt aus seinem Staub. 6. Gieß indessen in die Seele deinen süßen Lebenssaft, Leben, dem ich mich vermähle, und laß deiner Liebe Kraft mich ganz gnadenvoll erlaben. Bleibe mein, ich bleibe dein, dein will ich auch ewig sein. Dich, mein Jesu, will ich haben; Erd und Himmel acht ich nicht ohne dich, mein Trost und Licht. Chr. Deßler. 6. Laß dein Wort mich kräftig laben, fest es in der Seele haben, deine Wahrheit nicht zerrütten, keine Kraft davon verschütten, fest an der Verheißung bleiben, die Gebote willig treiben, keinen Schritt vom Worte Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. * 142. rediger ber füßen weichen, deines Weges Ziel erLehre, die ich mit Anbetung höre, großer Arzt der Menschentinder, du Evangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mundes, deine Stimme an die Heerden mir zu Geist und Leben werden! na 2. Deine beiden Testamente mache mir zum Elemente. Lasse deinen Geist mich treiben, mir dein Wort ins Herze schreiben; denn es ist auf alle Weise meiner Seele beste Speise. Wer kann sonst bom ewgen Leben meinem Herzen Zeugniß geben? 3. Herr, dein Wort ist mir ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, labt wie Milch und Honigsäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein Schwert dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden; aber dein Gesetz und Gnade leitet mich auf rechtem mein 71 trachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geist ver=stehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehorsam ehre und sonst keine Stimme höre. mein Lieben hat den Grund: Es profteht geschrieben! 7. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, das ist Alles schon gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 8. Selig, felig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil sie Gottes Rath ergründen und sein Herz im Worte finden. O, ein unschäßbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 9. Licht und Kraft und Muth und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schuß vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren, das sind dieses Wortes Früchte. Alles Andre wird zu nichte, alles Andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. E. G. Woltersdorf. Mel.: Fren dich sehr, o meine. * 143. Rede, liebster Jeſu, Kind giebet Acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich mei5. Lehre mich dein Wort be- nen Lebenslauf dir zu Ehren sebe 72 Sonntags- Lieder. fort. Ach, so laß dein heilig Wortzen ein, laß es deinen Temin mein Herz sein eingeschlossen, pel sein. dir zu folgen unverdrossen. 3. Laß in Furcht mich vor dich 2. Ach, wer wollte dich nicht treten, heilge du Leib, Seel und hören, dich, o liebster Menschen- Geist, daß mein Singen und mein freund? Sind doch deine Wort Beten ein gefällig Opfer heißt; und Lehren alle herzlich wohl- heilige du Mund und Ohr, zeuch gemeint. Sie vertreiben alles das Herze ganz empor. Leid, selbst des Todes Bitterkeit muß vor deinen Worten weichen; ihnen ist nichts zu vergleichen. 4. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 3. Deine Worte sind mein Stecken, daran ich mich halten kann, wenn der Teufel mich will schrecken, auf der schmalen Lebensbahn. Diese führen, ohne Qual, mich hin durch des Todes Thal: diese sind mein Schirm und Stüße wider alle Kreuzeshiße. 5. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille wird erfüllt. Laß mich nichts in Andacht stören, wenn der Brünn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben; deine trostesvolle Lehr will ich stets im Herzen haben. Ach, nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdeß vernimm mein Fleben, liebster Jesu, höre mich; laß mich fest bei dir bestehen! Mel.: Jesu, meine Freude. Ich, ich will dich ewiglich preifen 145. Vater aller Gnaden, mit der du uns geladen hast an diesen Ort, dein Wort anzuhören und den Weg zu lehren zu der Himmelspfort, zu uns richt dein Angesicht, das uns leucht vor unsern Füßen in den Finsternissen. will dir zu aller Stund Ehr und Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob befingen. Anna Sophie von Hessen- D. 6. Deffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna thauen; zeige mir die rechte Bahn bhier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrenfaal. Benjamin Schmold. Mel.: Jesus, Jesus, nichts als. * 144. Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein. Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht 2. Jesu, Trost der Sünder, sieh, wie deine Kinder brünstig nach dir sehn! Blick uns an in Gnaden, heil den Seelenschaden, denn wir sonst vergehn; Sinn und Herz neig himmelwärts, daß es einig bleib ergeben, ewig dir zu leben. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch 3. Geist des Hochgeliebten, zu mir. Wo du Wohnung hast Tröster der Betrübten, schönster genommen, da ist lauter Him- Herzensgast, komm mit deinen mel hier. Zeuch in meinem Her-| Gaben inniglich zu laben, was Sonntags- Lieder. 73 du Liebes hast. Gieb jebund in 4. Decke meiner Blöße Schande dieser Stund, daß dein Diener uns mag lehren, was uns kann bekehren. G. Meißner. mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schaar du eingeladen, Streiter rinMel.: 3ion flagt mit Angst und. 146.3 Freude, meine Lust gen, wo sie Siegeslieder singen. ions wo nicht F. G. Klopstock. ist Gottes Stadt; in derselben find ich Weide und für meine Seele Rath. Drum erscheine ich allhier, anzuschauen seine Zier und zu preisen Gottes Werke, seine Wunder, Macht und Stärke. Zum Schlusse des Gottesdienstes. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Nun mein Gott, laß Beten, 148.nun Gott Lob! es ist Singen, Lehren, Hören, und was Singen, mehr, nur zu deinem Lob erklin- Lehren, Beten, Hören; Gott hat gen! Doch auch dieses mir ge- alles wohl gemacht, drum laßt währ, daß ich, wie in deinem uns sein Lob vermehren. Unser Haus jebo gehe ein und aus, Gott sei hoch gepreiset, weil er also ich auch dort mög gehen uns so herrlich speiſet. und mit Freuden vor dir stehen. 6. Meißner. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. eige dich uns ohne uns der Gnaden Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage; daß o du, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, daß die glaubende Gemeine mit dem Vate: sich vereine. 2. O, daß frei von Erdenbürden und der Sünde Lasten würden unsre Seelen, unser Wille fanft, wie diese Sabbathstille; daß in deines Himmels Höhen 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Wegen; Gottes uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang jegne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lasſen, segne uns mit selgem Sterben und moch uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk. In eigenener Melodie. 4. Mof. 6, 24-26. wir von fern den Aufgang jähen jenes Lichts, das wenn der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was ich überm Grab einst höre, sinds nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph erschallt 3. Amen, Amen, Amen! Ehre mit Psalmen. Herr, du selber sei dem Namen Jesu Christi wollst mich weihen, diesem Sab- unsers Herrn, denn er segnet bath deiner Treuen! Liefländisches Lied. uns so gern. * 149. Segne und behüte uns deine Güte; Herr, erheb dein Angesicht über uns und gieb uns Licht. 2. Schenk uns deinen Frieden alle Tag hienieden; gieb uns deinen guten Geist, der uns stets zu Christo weist. Advents- Lieder. dan VII. Advents- Lieder. o fin men, der König sorgt für euch! Er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen biel Kreuz, läßt er doch nicht die, so auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt Alles her; der läffet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein Hand ist nicht zu schwer. 74 as ade Agdsprs Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 150. Auf, auf ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna fingen, mit heiliger Begier! bun bure jimurat di 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah. Hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Lauf und Wort. 1210 19790 191107379710 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. odrold prom 4. Nun hört ihr frechen Sünder, der König merkt darauf, wenn ihr, verlorne Kinder, im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen; er giebt 19 auf Alles Acht. m 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. ned ti Ansat 10. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu befehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht. Laßt uns den Weg ihm bahnen, und machen Alles recht. Fürwahr, er meint es gut; drum laffet uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 11. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unver6. Und wenn gleich Krieg und gleichlich, du jagst den Sündern Flammen uns alles rauben hin; nach; drum wollen wir all Ein Geduld! weil ihm zusammen ge- die Stimmen hoch erschwingen, hört doch der Gewinn. Wenn dir Hosianna singen, und ewig gleich ein früher Tod uns, die dankbar sein. Joh. Rist. uns lieb, genommen, wohlan, sonder om sind sie kommen ins Leben aus Mel.: Meine Seel, ermuntre dich). ( dam hat im Parader Noth.disch * 151.2( bam 7. Frisch auf, in Gott, ihr Ardies feinen Bund 19 Advents- Lieder. 75 mit Gott gebrochen; Gott, der sei Gott in der Höhe und des ihn doch nicht verstieß, hat Erlö- Satans Reich vergehe! fung uns versprochen, und nun kommt in ſeinem Namen der verheißne Weibessamen. UT In guCasp, Neumann. bn eigener Melodie.) Ci * 152.Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hier auf diese Erden in armen Geberden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute, und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wen= den, von Jrrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. und sein Dienst annehmen durch 3. Die sich sein nicht schämen, ein rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben.& 4. Denn er thut ihn schenken in den Sacramenten sich selber zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. Hork mach werden? of us wottir 5. Die also bekleiben und be5. Ist die Krippe nicht zu ständig bleiben, dem Herren in fchlecht, ist der Stall nicht zu ge- allem trachten zu gefallen, die ringe? Wird mein Gott ein ar- werden mit Freuden auch von mer Knecht, daß er mir den Se- hinnen scheiden.nolrso di gen bringe? Herr Jesu, dein 6. Denn bald und behende Beginnen übersteiget alle Sinnen. kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen, und sie mit ihm führen zu der Engel Chören.no 0190 3 6. Nimmst du nicht die Engel an, die sich auch von dir verloren, was hat denn der Mensch gethan, daß du nur für ihn geboren? Was kann Fleisch und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 7. Von dannen er kommen, wie denn wird vernommen, wenn die Todten werden erstehn von der Erden, und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. Frapolal 913 17. Auf, mein Herz, hier ist dein Gott, heiß ibn tausendmal 8. Da wird er sie scheiden, die willkommen! Deine Sünde, dei nen Tod hat er schon auf sich genommen. Jesus fam für dich zu sterben, und du wirst den Himmel erben. THE Intifand si 8. Drum so danke, wer da kann, Gott dem Vater aller Gnaden, bete seinen Heiland an, der uns hilft aus allem Schaden! Ehre Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen, wo sie ewig müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herre Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden, darinnen verscheiden zur ewigen Freuden Böhmische Brüder. 2. Komm, mein Helfer in der Noth, komm, o Heiland, aller Sünder! Du wirst Mensch und bist auch Gott für uns arme Menschenfinder; denn wer könnte sonst erretten, wenn wir keinen Jefum hätten? Ichiragus 3. Aber, Gott, was bin ich doch, daß du deinen Sohn mir giebest? Reicht die Gnade schon so hoch, wenn du deine Feinde liebest, was wird sie denn fünftig geben denen, die in Christo leben? d4. Daß du Menschen hast gemacht, hat dich ja vordem gereuet. Wer hats denn zuweg gebracht, daß sich nun dein Herze freuet, wenn man deinen Sohn auf Erden sieht zu einem Menschen 76 Advents- Lieder.. Mel.: Nun komm der Heiden. 153. Gott ſei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohlzweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch du Ehrenkönig ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 6. Und gleich wie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich so hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held. 2. O des Tages voller Wonne, und dem ſonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht! O der viel gewünschten Stunden, die sich nunmehr eingefunden! 5. Nunmehr wird die höchste Höhe mit dem tiefsten Thal vereint; Chre nimmt die Schmach zur Ehe, Allmacht wird der Schwachheit Freund; Herrlichkeit kommt zu uns Armen und aus Rache wird Erbarmen. 6. O Geheimniß, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist geschehn; welches kein vernünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 7. Vater und doch Kind daneben, unser Bruder, Fleisch und Blut! Ach was können wir dir geben für dies allzugroße Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich empfangen können. I. Frank. In eigener Melodie. Unser Herrscher, unser König. uns Zag* 155.Jefu, einer zu ges 154.Hechienen, worauf Herzen Freude schenken; doch mit süßen Himmelstränken labt uns deine Gegenwart. Adam schon so oft, wie auch Ja kob und sammt ihnen aller Väter Schaar gehofft, dran sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. In eigener Melodie, oder: 3. O du Anfang unsrer Freuden! Sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht gesessen. 4. Nunmehr trieft ein Heilesregen oben durch den Himmel ab; auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab. Gott der Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 2. Lieblicher hat nichts geklungen, holder ist noch nichts geſungen, sanfter ins Gemüth gedrun Advents Lieder. gen, als mein Jesus, Gottes Sohn". 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet; herzlich, wenn man vor dir flehet; lieblich wenn man zu dir gehet; unaussprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; niemand ſehnt sich nach 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! Welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sei. 6. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig, alle Süßigkeit zu wenig, an dem alles liebenswerth. 7. Lieber Herr, bleib in der Nähe, daß dein Licht im Geist entstehe, und die Finsterniß vergehe, und wir schmecken deine Kraft. w nadchrad 8. Wenn du kommst vors Herzens Schwelle, wird es in dem Herzen helle, und das Eitle uns zur Hölle, und die Liebe glihet auf. 9. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seelen näher, glänze, komm, du längst Erwarteter! 10. Durch dich wird das Herz erquicket, und zur Liebe hin gezicket, und die Welt dem Fluch entrücket. Du bist meiner Seelen Ruhm. 11. Himmelsbürger, fommt gezogen, öffnet eurer Thore Bogen, jagt dem Sieger wohlgewogen: holder König, sei gegrüßt! 12.Brunnen der Barmherzigkei77 pfangen; aber meines Geists Verlangen ist dem Heiland nachgeeilt. 14. Jesus, den wir jeßt mit Loben, Wunsch und Psalmen hoch erhoben, Jesus hat aus Gnaden droben eine Stadt für uns bestellt. Nach dem Lateinischen: Jesu dulcis memoria von Bernh. von Clairvaur. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne. 156, ommſt du, kommſt du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starter Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, JungfraunSohn, meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunderseelenfraft, die uns Heil und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin; ſchaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe. Sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jeju, rege mein Gemüthe; Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwieſen haſt. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich zu dir sein hocherhaben; dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie, oder: Erhalt uns Herr bei deinem Wort. ten, Licht der unumſchränkten Wei- 157. Komm, Heidenheiland, treibe weg die Dunkelheiten, gieb uns deiner Klarheit Blick. schönste Sonne dieser Welt, laß 13. Jesus ist zum Vater gan= abwärts flammen deinen Schein, gen, hat den vorgen Glanz em- denn so ill Gott geboren sein. 78 Advents- Lieder. 2. O Wunder, das kein Mensch Weib, zu werden Mensch in ihversteht, die reine Magd als Mutrem Leib. ud ter geht, und leuchtet mit der 5. Des Vaters Wort von EwigKeuschheit Kron; wohl war da keit wird Fleisch in aller ReinigGott in seinem Thron.de keit. Das A und Q, Anfang und End, giebt sich für uns in groß Elend. A 320 grsipur 3. Herbor ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein, der Held als Gottmensch angethan, zu laufen freudig seine Bahn. 4. Vom Vater nahm er seinen Lauf, zum Vater stieg er wieder auf, hinab zur Hölle fuhr der Sohn, und wieder auf zu Gottes Thron. 5. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besiege dieses Fleisches Reich, denn unsers siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelstraft. 2011 6. Es glänzet deiner Krippe Licht, die Nacht ein neuer Glanz durchbricht, da muß kein Dunkel kommen drein, hell leuchtet fort des Glaubens Schein. 7. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Frant. In eigener Melodie, oder: Vom Himmel hoch da komm. 158. Lob sei dem allerhöchsten Gott, der unser sich erbarmet hat, gesandt sein allerliebsten Sohn, aus ihm geborn im höchsten Thron; 2. Auf daß er unser Heiland würd, uns freiet von der Sündenbürd, und durch sein Gnade und Wahrheit führet zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad und Gütigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, kein Engel je verdanken kann. 4. Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an sich unsere Natur, verachtet nicht ein armes 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnad sich nicht theil haftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 8. O Mensch, wie daß dus nicht verstehst, und deinm König entgegen gehst, der dir so ganz dehmüthig kömmt und sich so treulich dein annimmt. 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm deines Herzens Bahn, auf daß er komm in dein Gemüth, und du ge= nießest seiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft in dieser gnadreichen Zufunft. Untergieb seiner Heiligkeit die Werk deiner Gerechtigkeit. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der Höllenpein. Wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schließt dir die Himmelsthür. 12. Sein erste Zukunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit. Die andre wird erschrecklich sein, den Gottlosen zur groBen Bein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, die werden dann zur Freude gehn, besißen da der Engel Chör, daß sie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, sammt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weij' sei ewiglich Dank, Chr und Preis! M. Weiße. Advents- Lieder. 79 In eigener Melodie. dHerz in euch bestellt, damit das 159. Macht hoch die Thür, Heil der Sünder, der wunderstarke aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen und gegeben, bei Allen fehre ein! son die macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich an Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt; sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit. All unsre Noth zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet jei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt Alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen ins gemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudenfonn, bringt mit sich lauter Freud 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zieh in mein Herz hinein, vom Stall und von der Krippen, und Wonn. Gelobet fei mein| so werden Herz und Lippen dir Gott, mein Tröster früh und spat. ewig dankbar sein. Val. Thilo. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Mel.: Aus meines Herzens Grunde. Tempel zubereit! Die Zweiglein 161.Nun jauchzet all ihr zu der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meines Herzens Thür dir offen ist; ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein, dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel. Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlich-= keit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und macht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein; er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Mel.: Helft mir Gottes Güte. Himmelsthrone ist ihm sein Reich Ernst, o Er Macht 160. Michenfinder, das und Majeſtät verhüllen, bis er 80 Advents- Lieder. des Vaters Willen gehorsamlich gleich, führ hinaus den Sieg im vollbracht. Fleisch, daß dein ew'ge Gottsgewalt in uns das frank Fleisch erhalt. 4. Jhr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet rathen und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn berührt. 7. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; Dunkel muß nicht kommen drein, der Glaub bleibt immer im Schein. 5. Jhr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, ißt eure Lieder klingen, dem König zu lobsingen, der ist eur höchstes Gut. 162.Nun kommt der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, daß sich wundre alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt. 6. Er wird nun bald erscheinen 163. Kirchenjahr, des in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ists, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig, und seid stets sein gewärtig! Er ist schon auf der Bahn. M. Schirmer. In eigener Melodie. 2. Nicht von Mannsblut, noch von Fleisch, allein von dem heilgen Geist ist Gottes Wort worden ein Mensch, und blüht ein Weibes 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schön; Gott da war in seinem Thron. 4. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichem Saal so rein, Gott von Art und Mensch ein Held, sein Weg er zu laufen eilt. 8. Lob sei Gott dem Vater gthan, Lob sei Gott seinm eingen Sohn, Lob sei Gott dem heilgen Geist immer und in Ewigkeit! Dr. Marthin Luther. 5. Sein Lauf kam vom Vater her, und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Höll, und wieder zu Gottes Stuhl. 6. Der du bist dem Vater Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. un kommt das neue freut sich alle Christenschaar. Dein König kommt, drum freue dich, du werthes Zion ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist, Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! D. J. Olearius. Mel.: Nun freut euch liebeu. 164. Such, wer da will, ein ander die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Advents- Lieder. Alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und Keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du, mein Ehr, dein Wort mich lehr an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel. In eigener Melodie, oder: Wie wohl ist mir, o Freund. * 165.Dei ein Mittler kömmt, 81 3. Dein König kömmt, doch ohne Prangen, sein Aufzug ist an Armuth reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, der dir an tiefster Schwachheit gleich! Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, der dich wird so zu schüßen wissen, daß dich kein Angststrom überschwemmt. Thu wie getreue Unterthanen, komm her und schwör bei seinen Fahnen. Dein längst verlangter König fömmt. 4. Dein Alles kömmt dich zu umfangen, dein A und O ist vor der Thür; die dieses höchste Gut erlangen, vertauschen gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, dieweil, mein Geist, von allen Enden der Gnaden Meer dich überschwemmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren, laß dich zu nehmen willig spüren. O armes Nichts, dein Alles kömmt. J. J. Rambach. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu. auf! blöde Seele,* 166.Herr Jefu Chriſte, die Mosis Fluch und Donner schreckt, die in der bangen Trauerhöhle, in Fesseln trüber Schwermuth steckt; der Fluch vergeht, die Bande springen, es reißen Satans feste Schlingen, die den gefangnen Geist beklemmt. Du fannst nun Heil und Freiheit hoffen, Gott ist versöhnt, sein Schoß steht offen. Dein gnadenvoller Mittler kömmt. du vom hohen Himmelsthron herab bist kommen in die Welt, und uns zu gut dich eingestellt, 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demüthiglich zu aller Stund, daß du uns schenkest zum Erbtheil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil uns das End nicht mehr ist fern, du wolleft uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen sein. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich; daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Behme. 2. Dein Lehrer kömmt, laß deine Ohren auf seinen Mund gerichtet fein; er zeigt den Weg, den du verloren, er flößt dir Licht und Wahrheit ein. Was unter dunklen Schatten stecket, das hat dir dein Prophet entdecket, er hat das Reich der Nacht gehemmt: er klärt dir auf des Vaters Willen, er giebt In eigener Melodie. dir Kraft, ihn zu erfüllen. Dein 167.Machet auf! ruft uns die der 6 82 Advents- Lieder. Wächter sehr hoch auf der Zinne; und Grimm also tief ins Herze wach auf, du Stadt Jerusalem! schläget, daß sich all mein Blut Mitternacht heißt diese Stunde; beweget! fie rufet uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam fommt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn. 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, ſo zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freu- 4. Will ich denn mein Elend den springen, sie wachet und steht lindern und erleichtern meine eilend auf. Ihr Freund kommt Noth bei der Welt und ihren vom Himmel prächtig, von Gna- Kindern find ich wieder Noth den stark, von Wahrheit mächtig; und Tod. Da ist Trost, der mich ihr Licht wird hell, ihr Stern betrübt, Freude, die mein Unglück geht auf. Nun komm du werthe liebt, Helfer, die mir Herzleid Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! machen, gute Freunde, die mein Hosianna! Wir folgen all zum lachen. Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 5. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an arum willst du drau- dir erquicken; Jesu komm, laß 3. Gloria sei dir gefungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schon. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch vor deinem Thron. Kein Aug hat je geſpürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Dr. Phil. Nicolai. Mel.: Werde munter mein. 168.When stehen, du Ge- dich erblicken! ſegneter des Herrn? Laß dir bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, e Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinen Schrekten macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zieht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret; heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu; gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft; Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld Advents- Lieder. 83 und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze 9. Alles dient zu deinem From= sich häuft je mehr und mehr. men, was dir bös und schädlich Seid unverzagt, ihr habet die scheint, weil dich Christus ange- Hülfe vor der Thür; der eure nommen und es treulich mit dir Herzen labet und tröstet, steht meint. Bleibst du ihm nur wie- allhier. der treu, ists gewiß und bleibts dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhard. 7. Jhr dürft euch nicht bemihen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Billen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. Mel.: Balet will ich dir geben. 169. Mie soll ich dich em: pfangen, und wie begegn ich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! Jesu, Jeju seße mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil kommen und hast mich froh gemacht. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem 4. Ich lag in schweren Ban- Lichte dem, der ihn liebt und den, du kommst und machst mich sucht. Ach komm, ach komm, o los; ich stand in Spott und Sonne, und hol uns allzumal Schanden, du kommst und machst zum ewgen Licht und Wonne in mich groß und hebst mich hoch deinen Freudensaal! zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzeh8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 5. getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande sind. P. Gerhard. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. ren, wie irdisch Reichthum thut.* 170. Soianna! Davids kommt in Zion eingezogen, ach, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten fann. 2. Hosianna, fei gegrüßt! 6* Advents- Lieder. 84 komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zieh zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedefüst, Ehrenkönig, held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unfre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr bilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Delberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Betphage; Hosianna in der Höh! 4. Hosianna, lieber Gast, wir find deine Reichsgenossen, die du dir erwählet haft; ach so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein. Disa ello 15. Hosianna! komme bald, laß uns deine Sanftmuth küssen; sianna, bist du da? Ja, du wollte gleich die Knechtsgestalt kommst! Halleluja! deine Majestät verschließen, ei, 8. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? HoBenjamin Schmold. ad done illtop du VIII. Weihnachts- Lieder. DIT 15! its In eigener Melodie alles bringe Ehre dem, den dro* 171. Den die Engeldroben ben alle Engel loben! mit Gefange lo- old J. A. Freylinghausen. ben, der ist nun erschienen, uns in Lieb zu dienen; 21100 Mel.: O. Gott, du frommer Gott. 2. Der ist Mensch geworden, 172. Ach Jeſu, deſſen Treu und in unsern Orden hat er sich im Himmel und begeben, unter uns zu leben, 3. Ja, für uns zu sterben und uns zu erwerben Gnade, Geist und Gaben, die uns können laben. auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug gepriesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch geborn, haft von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. TICH 4. Arm ist er geboren, uns, die wir verloren, mit sich selbst zu füllen, unsre Noth zu stillen. 2. Bornehmlich wird in mir 15. Freuet euch des alle, singt all Herzensangst gestillet, wenn mit frohem Schalle, jauchzt ihr mich dein süßer Nam mit seinem Cherubinen und ihr Seraphinen! Trost erfüllet. Kein Trost fo 394-36b1TOLE lieblich ist, als den mir giebt dein Nam, der süße Jesusnam, du Held aus Davids Stamm! kb 3. Jeſu, höchster Schab, 7. Auch du, meine Seele, sei- du kannst nur Freude bringen. nen Ruhm erzähle, und ihr Lei- Es kann nichts lieblicher, als besglieder, finget Freudenlieder! Jesu Name Elingen. Ich kann 8. Alles, alles finge, alles, nicht traurig sein, weil Jefus 6. Sonne, Mond und Sterne, und was in der Ferne, Luft und Meer und Erde, seines Lobs voll werde! Weihnachts- Lieder. heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir in Anfechtung will regen, ist Jesu Name mir zum Trost, Fried, Schuß und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Noth, daß ich nicht fürch: ten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde; dein Jesusnam macht mich zu 85 das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir! In dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir. Von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Nach Joh. Heermann. In eigener Melodie, oder: Vom Himmel hoch, da komm ich. einem Gnadenkinde. Er nimmt 173, Christum wir ſollen von mir hinweg und der Missethat, bringt mir die Selig- reinen Magd Marien Sohn, so keit und deines Vaters Gnad. weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. 6. Ei nun, so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünd bedecket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, auf daß dadurch bei mir sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsterniß erleuchte. Er sei des Himmels Thau, der mich in Hiß anfeuchte. Er sei mein Schirm|| tur war unbekannt. und Schild, mein Schatten, Schloß 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle. Er steh mir allzeit bei mit seines Geistes Gab und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab. 10. In Jesu Namen bin ich heute aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen; in seinem Namen ist der Anfang schon gemacht, 2. Der selig Schöpfer aller Ding zog an eins Knechtes Leib gering, daß er das Fleisch durchs Fleisch erwürb, und sein Geschöpf nicht alls verdürb. 3. Die göttlich Gnad vom Himmel groß sich in die keusche Mutter goß; ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand, das der Na4. Das züchtig Haus des Herund Hut, mein Reicbthum, Ehr zens zart gar bald ein Tempel und Ruhm; er sei mein höch- Gottes ward; die kein Mann stes Gut. rühret, noch erkannt, von Gottes 8. Er sei mein Himmelsweg, Wort man schwanger fand. die Wahrheit und das Leben, 5. Die edle Mutter hat geborn, und wolle mir zuletzt aus Gna- den Gabriel verhieß zuvorn, den den dieses geben, daß ich als Sankt Johann mit Springen dann in ihm dies Leben schließezeigt, da er noch lag im Mutwohl, wenn meine Sterbenszeit terleib. und Stunde kommen soll. 6. Er lag in Heu mit Armuth groß, die Krippen hart ihn nicht verdroß; es ward ein kleine Milch sein Speis, der nie ein Vöglein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör sich freuen drob, und die Engel singen Gott Lob; den armen Hirten wird vermeldt der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, geborn von der reinen Magd, mit Vater und dem Weihnachts- Lieder. 86 heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit! Dr. Martin Luther. Kreature, denn Gnttes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, daß du Mut war, freuten sich ter wärest. Was geschah so wunder Engel Schaar, sangen all mit derlich? Gottes Sohn vom HimHaufen schon: Ehr sei Gott im melreich, der ist Mensch geboren. höchsten Thron! Gottes Sohn ist2. Ein Kindelein so löbelich ist Mensch geborn, hat versöhnt seins uns geboren heute von einer Vaters Zorn; freu dich, dem sein Jungfrau säuberlich, zu Trost Sünd ist leid! ban, momode uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei du süßer Jesu Christ, der du Mensch ge boren bist, behüt uns vor der Hölle! rooms to Haw nag manl Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 174. Da a Christus geboren 2. Die Hirten erschraken ganz von der Engel hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mähr, daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt seins Vaters Zorn; freu fich, dem sein Sünd ist Leid! 3. Sie suchten das Kindelein, eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt seins Vaters Zorn; freu sich, dem sein Günd ist leid! 3. Als die Sonn durchscheint das Glas mit ihrem flaren Scheine, und doch nicht versehret das, so merket allgemeine: zu gleicher Weis geboren ward von einer Jungfrau rein und zart Gottes Sohn der werthe; in ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt er auf dieser Erde. nodogrod alibe 4. Sie funden das Kindlein zart liegen in der Krippen hart bei dem Vieh im finstern Stall, 4. Die Hirten auf den Felde welchs die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt seins Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid! 5. Aus der Mutterbrust so rein nähret sich das Kindelein, welches durch göttliche Kraft allem Fleisch sein Speise schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt seins Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid! warn, erfuhren neue Mähre von den engelischen Schaarn, wie Christ geboren wäre, ein König über alle König groß. Herod die Red gar sehr verdroß, ausfandt er seine Boten. Ei, wie gar ein falsche List erdacht er wider Jefum Christ. Die Kindlein ließ er tödten. 15. Jahrh. is dit mal as wind tehnil Mel.: Der Tag, der ist so freudenreich. 6. Solche groß Barmherzigkeit laßt uns preifen allezeit in Gotts: 176. Ein Kindelein so löbfurcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt seins Vaters Zorn; freu sich, dem sein Günd ist leid! belich ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn; das Heil ist unfer aller. Gi du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren hi Vitus Wolfrum. In eigener Melodie. 16 bist, behüt uns vor der Hölle! 2. Die Zeit ist nun ganz freu175. Der Tag, der ist so freudenreich aller Weihnachts- Lieder. 87 es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für solche Feind denreich, zu loben Gottes Namen, Christus von dem Himmelreich auf Erden zu uns kommen. Es ist ein groß Demüthigkeit, die Gott vom Himmel bei uns thät, ein Knecht ist er geworden; in Allem, doch ohne Sünd, uns gleich, dadurch wir werden ewig hingeben? reich; trug unsrer Sünden Bür- 4. Ist doch, Herr Jesu, deine ieftchön den. 3. Wohl dem, der nun des Glaubens ist, mit ganzem Herzen trauet, dem wird die Seligkeit gewiß; wohl dem, der darauf bauet, daß Christus hat genug gethan für uns, darum er zu uns kam von Gott, dem ewgen Vater. Wunder über Wunderthat! 5. Du Fürst und Herrscher Christus trägt unsre Missethat, dieser Welt, du Friedenwiederund stillet unjern Hader.se bringer, du tluger Rath und Braut ganz arm und voller Schanden, noch hast du sie dir selbst vertraut am Kreuz in Todesbanden. Ist sie doch nichts als Ueberdrup, Fluch, Unflath, Tod und Finsterniß; noch darfst du ihretwegen den Scepter von dir legen. rain Indaga 4. Des danft ihm alle Christen- tapfrer Held, du starter Höllenheit, für solche große Güte und zwinger, wie ist es möglich, daß bitte sein Barmherzigkeit, daß er du dich erniedriget so jämmerlich, uns fort behüte vor falscher Lehr als wärest du im Orden der und bösem Wahn, der unsern Bettler Mensch geworden? Seelen schaden kann; er woll alls 6. großes Werk, o WunSchuld vergeben. Gott Vater, dernacht, dergleichen nie gefunSohn und heilger Geist, wir bit- den! Du hast den Heiland herten von dir allermeist, laß uns gebracht, der alles überwundent; im Frieden leben! Dr. M. Luther. du hast gebracht den starten DINOR S970e dodan Mann, der Feur und Wolken Siddur90 In eigener Melodie. dzwingen kann, vor dem die Him177, muntre dich, mein mel zittern und alle Berg erschwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als euen als ſeine Braut zu freien. schüttern.ng hit. Jadön g 7. Oliebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab, als alle Schäß auf Erden! Komm, Schönster in mein Herz binein; komm eiligit, laß die sein; ich 2. Willkommen, süßer Bräu- will bei Zeiten dein Lager dir betigam, du König aller Chren! reiten. mot modep olude!?) Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, 8. Sag an, mein Herzensbräuich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. tigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jacobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm bon mir Leib, Seel und Geist; nimm alles, was Mensch ist und T 3. O großer Gott, wie konnt 88 Weihnachts- Lieder. J heißt; ich will mich ganz ver- Christuswehret allem Leide. schreiben, dir ewig treu zu bleiben. Wonne, Wonne über Wonne! Er ist unsre Gnadensonne. do Chr. Keymann.a 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen! Hilf, daß ich deine Sütigkeit stets preis in dieſer In eigener Melodie, oder: 12 Warum sollt ich mich denn grämen. röhlich soll mein 179.pringen dieſer Zeit, Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! surared this su Joh. Rift. In eigener Melodie. 9 178.ten alle! Freue sich reuet euch, ihr Chrida vor Freud alle Engel singen. Hört, hört wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 0 wer immer fann! Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht! Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Er ist unsre Gnadensonne.n paild divat din 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute.ed fo 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maaßen? Gott giebt, dunserm Beid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seit ner Macht und Ehren. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle hart dalieget, dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Er ist unfre Gnadensonne, jo 4. Sollte von uns sein gefeh ret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? fing 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. Ach, laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude. Christus wehret allem Beide. Wonne, Wonne über Wonne! Er ist unsre Gnadensonne. 90 his 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner doch in Gnaden an. Schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder. Gieb der ganzen Christenschaar Friede und ein selges Jahr. Freude. Freude über Freude! 15. Hätte vor dem Menschenorden unser Heil einen Gräul, wär er nicht Mensch worden. hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden.no him de 6. Er nimmt auf sich was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet, und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. inido chi ve 7. Nun, er liegt in ſeiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder.d 8. Ei, so kommt und laßt uns Weihnachts- Lieder. 89 men auf der Erden! Willst du, süßer Freudenquell, der Betrübten Bruder werden? Schenkst du dich, o Licht voll Pracht, einer Welt voll Furcht und Nacht? laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, ſeht den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da binfort euch kein Kreuz wird rühren.aado 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. bir 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unberrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 19 Nola 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. dum 29 100 14. Jch bin rein um deinet willen; du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen; 2. D holdselges Wunderkind, das Gott und die Menschheit paaret, das die Schwachheit lieb gewinnt und sein Blut zur Marter sparet; o geheimnisvoller Schluß, den mein Geist bewundern muß! 3. Hier ist mit der Sterblichteit die Unsterblichkeit verbunden, hier wird ohne Neid und Streit eine reiche Armuth funden. Allmacht, Ohnmacht füssen sich, unerhört und wunderlich! dong dad 4. Gott liegt hier in Fleisch und Bein, ja in Windeln einge= kleidet; der will arm und dürf tig sein, der die Armen nährt und weidet; der liegt an der Mutter Brust, der des Vaters höchste Lustal online med r 5. Gott ist nun mit uns ver= eint, Gott ist unser Blutsfreund worden; er ist uns nicht ferner feind, denn er lebt in unserm Orden; er hat selbst als seine Braut sich die Menschheit an getraut. arra 390 6. Greift ihr Menschen, greift nur zu, brauchet eures Schöpfers Güte! Er sucht bei euch Raum und Ruh; öffnet ihm doch das Gemüthe! Thut, ach thut die Thore auf, laßt der Liebe freien o mein Ruhm, edle Blum, laß Lauf!!! dich recht genießen!'27. Zeuch, Immanuel, uns hin 15. Ich will dich mit Fleiß zu dem holden Vaterherzen; bewahren, ich will dir leben hier, wecke, schrecke unsern Sinn, dieses dir will ich abfahren. Mit dir Heil nicht zu verscherzen. Locke, will ich endlich schweben voller lenke unsern Geist, bis er Gott Freud, ohne Zeit bort im an- in dir geneußt! 3. 3. Rambach. dern Leben. Paul Gerhard. JESTO moin enor GHS Andr In eigener Melodie. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. daß du * 180. Freundlichster mma 181. Belobet feist du, Jeſu nuel, sei willkom-| Mensch geboren bist von einer 90 Weihnachts- Lieder. Jungfrau, das ist wahr; deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis! Toonlod 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser ärmes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig 4. D wachse doch, du werthes Gut. Kyrieleis! is b willig an dein Kreuz, das dir gebieret dies Kind, das dich erfreuen kann und deine Seele zieret. O drück es fest an deine Brust und laß es stets sein deine Lust. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schooß; er ist ein Kindlein wor= den klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! Kind, in mir nach deiner Güte; o kind, in dem man einig findt das tröstliche Gemüthe; laß mich auch wachsen auf in dir, und mich mit deiner Tugend zier. 4. Das ewig Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein, es leuchtet mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kin5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mir vermählet, und mir darauf Gerechtigkeit und Unschuld zugezählet; drum scheu ich dein Gerichte nicht, weil du im dern macht. Kyrieleis! Tod auch bist mein Licht: eris 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal; er macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm, und in dem Himmel mache reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! bad and C 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Deß freu sich alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigfeit. Kyrieleis! Dr. M. Luther. Jepet me to midnik ordbor dat Mel.: Machs mit mir Gott. ier liegt, den meine 6. So nimmst du nun dagegen an das alles, was ich habe; du zablst, was ich nicht zahlen kann, und holst mich aus dem Grabe. Für Dürftigkeit giebst du mir dich, und mit dir alles ewiglich. 7. Du wirst schwach, daß ich sei ein Mann, hier ritterlich zu tämpfen; du nimmst mein ganzes Elend an, um meine Noth zu dämpfen. Ich kann es alles fagen nicht was du mir worden bist, mein Licht. msg ind ho 8. Du bist mein All, was will ich mehr in diesem turzen Leben? Dort werd ich schauen deine Ehr, wenn du mir das wirst geben, was ich allhier in Furcht und in meinen Tod.ru tim emdinli ich nicht mehr klagen, wenn mich die schnöde Welt betrübt, mir 9. Dies eine will ich bitten anthut Schmach und Plagen. Im noch: du wollest in mir wenden Herzen lieget mir dies Kind, bei dies schwer gespannte Sündendem man Trost und Rettung findt. joch und dies mein Elend enden. 2. Es scheint ja zwar ein schwa- Ach laß mich weiter nicht dran ches Kind, liegt da in einer Krip- ziehn, und ja der Weltlust bald pen im Stall und wo man Un- entfliehn. flath findt; doch seine süße Lippen, die blasen aus in mir den Geist, der mir den Weg zum Leben weist. 200L onmpd 10. So werd ich voller Trost und Freud in meinem Elend werden, vergessen all mein ganzes Leid und zeitliche Beschwerden. Wenn du auch kommest 3. Räum auf, mein Herz, nimm Weihnachts- Zieder. 91 zum Gericht, wirst du mich dann auch Milch und Honigflüsse weit verdammen nicht.orgjasp übertrifft in seiner Kraft, es ist 11. Das hilf uns allen, o Herr voll Labsal, Stärk und Saft, Christ, der du dazu geboren und der Mark und Bein erquicket. unser einger Heiland bist, daß Niemand sei verloren, der sich bekehrt und dir vertraut, und in sich deine Liebe baut. IONIT DHS DI 90 m duit o Mel.: Nun freut euch, lieben. end 183. chsteh an deiner 7. Wenn oft mein Herz im Kummer weint, und keinen Trost tann finden, da rust mirs zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du sollst ja guter Dinge sein; ich du mein Leben! Ich stehe, bring 8. Wer ist der Meister, der und schenke dir, was du mir hast allhier nach Würdigkeit ausstreigegeben. Nimm hin, es ist mein| chet die Hände, so dies Kindlein Geist und Sinn, Herz, Seel und mir anlachend zugereichet? Der Muth, nimm alles hin und laß Schnee ist hell, die Milch ist dirs wohlgefallen. rd bu da weiß, doch beid verlieren ihren 2 Dunhaft mit deiner Lieb Preis, wenn diese Hände blinken. erfüllt mein Adern und Geblüte; 9. Wo nehm ich Weisheit und dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir stets im Gemüthe. Und wie mag es auch anders fein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Augen, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schaar; sein Augen sind viel schöner.prodart manjol dour 10. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach, Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Sammt, Seiden, Purpur wären recht, die Kindlein drauf zu legen. 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. S4. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. Sonne, die das werthe Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 1.9 5. Ich sehe dich mit Freuden and und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so bleib ich betend stehen. daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu! Ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rofen und Violen; mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. omfort 12. Zur Seiten will ich hier und da viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Augen Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das dürre Gras dies Kindlein mehr als alles das, was ich hier nenn und denke. 6. Vergönne mir, o Jesulein, daß ich dein Mündlein küsse, das Mündlein, das den süßen Wein, 13. Du fragest nicht nach Lust 92 der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingeſtellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Trost geschwächt; bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. Georg Werner. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr. hr, los zu und Freud durch dein ſelbit: 185.fein begehrt von eignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. euren Missethaten, heut hat sich Gott zu uns gekehrt und will uns Armen rathen. Er äußert sich der Herrlichkeit, und will uns an Geberden ähnlich werden; deswegen denn sich freut der Himmel sammt der Erden. 2. Er ist uns gleich an Fleisch und Blut, uns also zu vertreten; er hat hierdurch uns von der Glut der Höllen los gebeten, und wird des Himmels Bürgerschaft uns nachmals einverleiben, daß wir bleiben da, wo der Freuden Kraft wird alles Leid vertreiben. Weihnachts- Lieder. 14. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht verfagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich denn dein Kripplein sein! Komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 15. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirthen werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhard. Mel.: Valet will ich dir geben. 184. hr Christen auserforen, freut euch von Herzen sehr, der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mähr! Deß freuen sich dort oben der heilgen Engel Schaar, und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 3. Drum kommt, laßt uns mit Freuden gehn und unsern Heiland schauen; laßt uns vor seiner Krippe stehn und ihm von Herzen trauen. Er wird aus seiner Mutter Schooß die Arme nach uns strecken, und erwecken, was vor der Sündenstoß uns ewig wird bedecken. Simon Dach. Mel.: In dich hab ich gehoffet. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob dieſem 186.m finſtern Stall, o Kindelein. Euch, euch ist es gegeben, und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in fteter Seligkeit. Wunder groß! des Vaters Kind liegt nackt und bloß, der ewge Fürst des Lebens. O göttlich Wort, o Himmelspfort, das thust du nicht vergebens. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, 2. Weil du so dürftig kommst denn dieses Kindelein euch bringet herein, räumst du das Himmelsüße Liebe, was wollt ihr trau- reich uns ein, da wir die Fülle rig sein? Den Himmel will er haben. Dein Armuth macht, daß schenken, die an ihn glauben fest. uns wird bracht der Reichthum Daran sollt ihr gedenken, euch edler Gaben. freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar werden. 3. O Menschenkinder, freuet euch, dies nackte Kindlein macht euch reich; es bringt euch von der Erden zur Himmelsfreud, die euch bereit, und ewiglich soll Weihnachts- Lieder. 93 4. Drum laßt die Herzen wacker die Weihnachtskunst, wie ich im sein und mit den lieben Engelein Lichte wandeln soll und sei des die Stimm also erschallen: Gott, Weihnachtsglanzes voll. dir sei Ehr, bei uns sich mehrslo Casp. Friede. Nachtenhöfer. dein Fried und Wohlgefallen! 5. Du aber zartes Jeſulein, kehr auch bei uns zur Herberg ein, erleucht uns das Gemüthe, daß Glaub und Lieb sich täglich üb. Herr giebs durch deine Güte. oud medrads() 17] hi 8. v. Derschau. 1957 195 tom Isrmic Mel.: daß ich tausend Zungen. siga oilp Smr wikkean dima * 187. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. dm p 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. bad In eigener Melodie. Sef. 11, 1. 2. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich * 188. s ist ein Rof ent Wurzel zart, wie uns die Alten sprungen aus einer fungen, von Jeffe war die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im falten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, bat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rath hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsterniß. Wahr Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allen Leiden, rettet von Sünd und Tod. 4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammerthal laß dein Hülf uns geleiten hin in den Freudensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben. O Gott, uns das verleih! rdi chu 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligfeit, wenn Sonne, Mond unds noch in gar kurzer Zeit wird dieses Licht* 189. mit seinem Schein dein Himmelund dein Alles sein. dengel in Chören, dem Heiland iroblodet ihr Ensinget dem Herren, der Menschen zu 4. Laß nur indessen helle schei- Ehren! Sehet doch da, Gott will Verlornen sich kehren. so freundlich und nah zu den nen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. Mel.: Lobe den Herren, den. auchzet 2. Jauchzet ihr Himmel, frohlocket ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden, Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dies Wunder, wie Weihnachts- Lieder. 94 tief sich der Höchste hier beuget; fehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen! 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entfag ich der Sünde! 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben. Gieb mir auch bald, Jeju, die Kindesgestalt, an dir alleine zu kleben! Gerhard Tersteegen. Mel.: O wie selig sind die Seelen. * 190. Kommt zuschauen:,: an dem Sohne der Jungfrauen, wie uns Gott geliebet hat. Komm, wer dieses Kind gern kennte, gern in seiner Liebe brennte; kommt zur Krippe, glaubt die Gnad! 2. Gottes Namen:: ist in diesem Weibessamen, Gott ists, der sich zu uns naht. Seht das Bild von Gottes Wesen, durch den Alles kann geneſen, was sein Bild verloren hat. 3. Wie geringe:,: liegt der Schöpfer aller Dinge hier auf seiner Lagerstatt in dem finstern, kalten Stalle! Seht, das Alles kommt vom Falle, den das Kind zu büßen hat. 4. Unsre Sünden:: werden dieses Lamm bald binden und hin zu der Schlachtbank ziehn. Seine Seel und zarten Glieder. wird es geben für die Brüder, daß es ihre Schuld verfühn. 5. Wer dies achtet:,: und im Glauben still betrachtet, mozu dieses Kindlein da, freut sich seiner über Alles, liebt es als den Trost des Falles, bleibt ihm innig treu und nah. 6. Jesu höre, was ich jetzt von dir begehre: Lasse mich doch allermeist deiner Menschheit Zweck bedenken, mich in deine Leiden senken, daß mein Herz dein Heil geneußt. 7. Laß auf Erden:,: mir sonst nichts so lieb mehr werden, nichts erfreun so inniglich, als daß du ins Fleisch bist kommen, meinen Fluch auf dich genommen und nun lebst und bittst für mich. In eigener Melodie. 191.Qiebster Heiland, Licht quell süßer Himmelsfreuden, allerschönstes Jesulein! Du verläßt den Thron der Ehren, um zur Erden dich zu lehren, da wir arme Sünder sein, uns das Himmelshaus zu gönnen, so wir sonst nicht erben können. 2. Als ein Gott konnst du nicht leiden; drum, von uns das Leid zu scheiden, nimmst du unsre Menschheit an. Ja, du wirst ein Kind geboren, weil wir Kindesrecht verloren, und von Gott uns abgethan. Unsre Sünden zu Weihnachts- Lieder. verjagen, hilfst du ihre Last uns tragen. 3. Wundergüte, welch Erbarmen! Du machst dich zu einem Acmen, daß wir würden reich in Gott. Blut giebst du für unsre Sünden, unsre Wunden zu verbinden. Du erduldest Haß und Spott. Du wirst flüchtig, uns zu geben Ruh und Fried, bei Gott zu leben. 4. Ewig uns bei dir zu wissen, hast du selber sterben müssen; drum wirst du ein Mensch, wie wir. Großer Gott, was große Liebe, wahrer Mensch, was wahre Triebe des Erbarmens zeigst du hier. Jch bewundre diese Wunder, meiner Andacht heiße Zunder. 5. Ach der harten Kripp und Wiegen, drin mein Jesulein muß liegen! Leg dich in mein Herz hinein, da will ich mit vielen Zähren heißer Andacht dich verehren, und dein Wieg und Wohnung sein. Ach, mein Jesu, dich erbarm, daß mein kaltes Herz erwarm! 6. Mit dir will ich ungescheiden dulden alle Angst und Leiden, mit dir acht ich nicht mein Blut. Mit dir will ich mich begeben auf die Flucht, verfolget dir hab 95 3. Er äußert sich all seinr Gewalt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich ein Knechtsgestalt, der Schöpfer aller Ding, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, denn er ist Davids Reis, 5. Das aus seinm Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf richten wollt sein Reich, die Christenheit, sein Reich, die Christenheit. Muth. Ohn dich soll mich nichtes laben, mit dir will ich mich begraben. Anton Ulrich, H. v. Braunschweig. In eigener Melodie. 192.Qobt Gott, ihr Christen allegleich in seinem höchsten Thron, der heut aufschließt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein, in einem Krippelein. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran, die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher das Herzejefulein, das Herzejefulein? 8. Heut schließt er wieder auf die Thür zum schönen Pasadies; der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nic. Hermann. Mel.: Nun danket alle Gott. 193. Lob, Preis, Ruhm, Ehr und will ich dir, Jesu, geben an diesem Freudentag, in meinem ganzen Leben für deine Lieb und Treu, für deine Gütigkeit, du Gott- und Menschenkind, für deine Freundlichkeit. 2. Du bist aus Davids Stadt Marien Sohn geboren, daß ich, dein liebes Kind, nicht ewig sei verloren. Die große Freude wird der ganzen Welt bekannt, daß Gott hat seinen Sohn der ganzen Welt gesandt. 3. Deß freu sich Jedermann! Wie sollte sich nicht freuen der arme Sünder, den die Sünden Weihnachts- Lieder. 96 herzlich reuen? Hier ist Immanuel; Gott ist nun unser Freund. Drum weg mit aller Furcht, nun ist erlegt der Feind. glänzen und ewig in der Ruhe sein; in Windeln wickelt man dich ein, daß du uns möchtest retten von schweren Todesketten. 4. Gott sei Lob, Ehr und Preis 6. Du weinst in deinen Winim hohen Himmelsthrone, für delein, auf daß wir ewig lachen. seine große Gnad, die wir in Du bist der Größt, und wirst seinem Sohne an diesem Freuden- doch klein, uns alle groß zu matag erkennen allzugleich. folgt auf Fried und Ruh des Himmels Freudenreich. Nunchen. D. J. Olearius. Mel.: Ermuntre dich, mein. [ TITZ Heiland, o Genadenthron, du bist ja Gottes liebster Sohn, du kommst zu uns auf Erden, willst unser Bruder werden. 7. Du bist ein Herr, und wirst 194. Mein Herze, schwinge ein Knecht, uns ewig zu befreien; dich empor, sei reich bist du, froh und guter Dinge! Auf, mit und schlecht, une rit doch arm dem schönen Engelchor, ermuntre Reichthum zu verleihen.Du trägst geduldig jederzeit, wenn mich Noth wird plagen, dein Kreuz dir mög nachtragen. i 200 din geborner Sohn von seinem hohen Himmelsthron zu dir und allen Frommen heut ist auf Erden fommen.pared tidly grind 2. O frommer Heiland Jesu Christ, wie groß ist doch zu schäßen, daß du gering und niedrig bist, wie herrlich kann ergößen die Demuth, so du bei dir haft. Willkommen, sanftmüthiger Gast, du Trost betrübter Sünder, des Todes Ueberwinder! 8. Ddu barmherzigs Jefulein, gieb, daß ich mich des Armen, wo ich ihm kann behülflich sein, von Herzen mög erbarmen Gieb Sanftmuth, gieb Bescheidenheit, gieb christliche Leutfeligkeit; laß mich den nächsten lieben, auch wahre Demuth übendur end anu 9. Dreicher Heiland, schenke 3. Daß du, o theurer Seelen- mir, was mir kann ewig nüßen. fürst, hast Fleisch an dich genom- O starker Herr, ich hang an dir, men, geringer als ein Engel wirst, du kannst und willst mich schützen, das ist von Liebe kommen. Du wenn alle Menschen ferne stehn; wirst dort in dem Ehrenreich uns auch wenn mir wird die Seel machen deinen Engeln gleich. Du ausgehn, willst du den Tod bekommst zu uns auf Erden, auf zwingen. Dir will ich ewig singen. daß wir himmlisch werden. 19 mun Gottfr. Wilh. Sacer. 4. Du wirst ein Gast auf die- rd tis In eigener Melodie. J19/ 1 ſer Welt und führst ein dürftig* 195. Nun finget und feit alle Leben; hierdurch ist uns das reiche Zelt des Himmels eingegeben. Du wirst geboren in der Nacht, auf daß uns werde Licht gebracht; durch dich sind wir gerissen aus dicken Finsternissen. und sagt fo: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippen bloß und leuchtet als die Sonne in seiner Mutter Schooß. Du bist A und Ob Du bist A und O. 5. Im harten Winter kommest p2. Sohn Gottes in der Höh, du, bringst uns den Himmels- nach dir ist mir so weh; tröst lenzen; du suchst im dunkeln mir mein Gemüthe, do Kindlein Stalle Ruh, damit wir möchten zart und rein, durch alle deine • 97 Güte, o liebster Jesu mein:,: Zieh mich hin nach dir.:,: reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 3. Groß ist des Vaters Huld; der Sohn tilgt unsre Schuld, wir waren all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben, die ewge Himmelsfreud.:,: Wären wir doch da:,: 5. Die Weisheit ſpielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend mehre denn dort, da die Engel singen sammt den Heiligen all, und da die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal.::Wären wir doch Nach Peter Dresdensis. Mel.: Mein Freund zerschmilzt oder: In eigener Melodie. * 196. Liebe, die den Himmel bat zer rissen, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Noth; ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mirzwar noch an, dermir in Chriſto doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, weil sie in Christo selbst verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 8. Ein ewig Leben hab ich nun gefunden; viel Reichthum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Liebe füllt. 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Die 9. Auf, auf, mein Geist, verGottheit selbst lebt nun in mei- giß die Trauerlieder, erfreue dich nem Orden, die Ewigkeit ver- in seiner Liebesmacht! Des Himmählt sich mit der Zeit; das Le- mels Glanz und Kraft bestrahlt ben selbst ist Mensch geborn, der dich wieder, und der Verlust ist Glanz der Herrlichkeit, das Licht, völlig wiederbracht. O ewig, ewig das wir verlorn. wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter. da.:,: Weihnachts- Lieder. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun ge= Ju eigener Melodie oder: Wir Christenleut. so angelacht. Die Menſchheit wird 197. Stipplein iſt mein Jesu Christ, tein nun ganz erneut und als ein 7 98 Weihnachts- Lieder. Paradies, da meine Seele weidet. 10. Dein blöder Sinn geht Hier ist der Ort, hier liegt das oft dahin, ruft Ach und Weh, Wort mit unserm Fleisch persön- läßt allen Trost verschwinden. lich angekleidet. Komm her und richt dein Ange2. Dem Meer und Wind gesicht zum Kripplein Christi, da, horsam sind, giebt sich zum Dienst da wirst dus finden. und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottesjohn wirst Erd und Thon, gering und schwach wie wir und unsre Kinder. 3. Du höchstes Gut hebst unser Blut in deinen Thron hoch über alle Höhen. Du emge Kraft machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und Andern für, daß Adam ist und wir mit ihm gefallen? 5. Schweig, arger Feind! Da fißt mein Freund, mein Fleisch und Blut hoch in dem Himmel droben; was du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil macht alles heil; der Himmelsschatz bringt allen Schaden wieder; der Freudenquell, Immanuel, schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sei gutes Muths und laß dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind dich ihm verbindt, ſo fanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet; der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Seligkeit gezieret. 9. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, er heben, dich in Angst und Furcht zu fenten? TUE 198 11. Wirst du geplagt? Sei un verzagt! Dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, fuch Hülf und Rubh, er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sei dem Kranken. 13. Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß seine Pein ihm möchte sein ein unver rückt Erinnerung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort: Er ist die Pfort zu dieses und des an dern Lebens Freuden; er macht behend ein seligs End an alle dem, was fromme Herzen leiden. 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld, und siehe nur, daß dieser Schaß dir bleibe. Wer den hier fest hält und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 198. in Kind, geboren zu Bethlehem des freuet sich Jerusalem. Halleluja... 2. Hier liegt es in dem Krippe: lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja.:: 3. Die Weisen aus Saba ka: men dar:: Gold, Weihrauch, Murrhen brachten sie dar. Halleluja. 4. Sein Mutter ist die reine Magd,:,: die ohn ein Mann ge boren hat. Halleluja.:,: Weihnachts- Lieder. 99 5. Die Schlang ihn nicht ver-| kinder, auf! Auf, auf, und nehgiften fonnt!:,: ist worden unser met euren Lauf mit mir hin zu Blut ohn Sünd. Halleluja.:,: der Stell und Ort, davon gemeldt der Engel Wort. 8. Schaut hin, dort liegt im finstern Stall, des Herrschaft gehet überall; da Speise vormals sucht ein Rind, da ruhet jeßt der Jungfrau Kind. 6. Er ist uns gar gleich nach dem Fleisch, der Sünd nach ist er uns nicht gleich. Halleluja.:: 7. Damit er uns ihm machte gleich und wiederbrächt zu Gottes Reich. Halleluja.: 8. Für solche gnadenreiche Zeit :: sei Gott gelobt in Ewigkeit. Halleluja. 9. Menschenkind, betracht es recht und strauchle nicht, dieweil so schlecht, so elend scheint dies Kindelein, es ist und soll auch uns groß sein. Mel.: Geborn ist Gottes Söhuelein sdirit Jod 3& 10. Es wird im Fleisch hier vorgestellt, der alles schuf und noch erhält; das Wort, so bald im Anfang war bei Gott, selbst Gott das lieget dar. oder: Vom Himmel hoch. 199, Shaut! schaut! was ist für Wunder dar? Die schwarze Nacht wird hell und klar; ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sternenschein. 11. Es ist der eingeborne Sohn des Vaters, unser Gnadenthron, das A und der große Gott, der Siegesfürst, Herr Zebaoth. 12. Denn weil die Zeit nunmehr erfüllt, da Gottes Zorn 2. Es ist ein rechtes Wunder- muß sein gestillt, wird sein Sohn licht und gar die alte Sonne| Mensch, trägt unsre Schuld, wirbt nicht, weils wider die Natur die uns durch sein Blut Gottes Huld. Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. Was wird hierdurch uns zeigen an, der die Natur so ändern kann? Es muß ein großes Werk geschehn, wie wir aus solchen Zeichen fehn. 13. Dies ist die rechte Freudenzeit; weg Trauern, weg, weg alles Leid! troß dem, der ferner uns berhöhnt! Gott selbst ist Mensch, wir sind versöhnt. 4. Sollt auch erscheinen dieser Zeit die Sonne der Gerechtigkeit, der helle Stern aus Jacobs Stamm, der Heiden Licht, des Weibes Saam? 14. Der Sündenbüßer ist nun hier, den Schlangentreter haben wir, der Höllen Pest, des Todes Gift, des Lebens Fürsten man hier trifft. 15. Es hat mit uns nun feine Noth, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht. 9. Lob sei der heilgen Drei einigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja.:,: 5. Es ist also. Des Himmels Heer, das bringt uns jetzt die Freudenmähr, wie sich nunmehr hab eingestellt zu Bethlehem das Heil der Welt. 6. Gütigkeit! Was lange Jahr sich hat der frommen Väter Schaar gewünscht und sehnlich oft begehrt, deß werden wir von Gott gewährt. 7. Drum auf, ihr Menschen16. felig, felig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt und gläubig seinen Heiland nennt. 17. Es danke Gott, wer danten kann, der unser sich so hoch * 7* 100 Weihnachts- Lieder. nimmt an, und sendet aus des 5. Sollte Gott nicht sein geHimmels Thron uns, feinen Feinden, seinen Sohn.go Ionu 18. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe sei nun Ehr, auf Erden Friede jederzeit, den Menschen Wonn und Fröhlichkeit! Paul Gerhard. sid ami tamm Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht. 1190 * 200. Gwig sei dir Lob gez jungen, o du Mensch geborner Held, mit dem Herzen und der Zungen, daß du bist auf diese Welt mir zu gut ins Fleisch gekommen, und aus lauter Freundlichkeit, o du Sohn der Ewigkeit, Fleisch und Blut hast angenommen, und mein Bruder worden bist. Sei willkommen und geküßt! wogen mir, und ich in seiner Hut, der mein Fleisch hat ange zogen, schafft auch mir sein Fleisch und Blut? Ist sein Sohn nicht mir geboren, und bekleidt mit meiner Haut? Hat er mich nicht ihm vertraut? Trop! der sagt, ich fei verloren; stoßt mic un das Felsenwort, daß Gott selber ist mein Hort.slurp chis prind 16. Wird das Leben doch mein Leben, leuchtet mir doch selbst das Licht; wird das Heil doch selbst gegeben mir zum Heil. Ach was gebricht weiter uns? Die Quell der Freuden fällt in dieses Jammerthal aus dem hohen Him melsfaal, uns zu Trost in allem Leiden. Meiner Lieb und Selig feit ist ein Mensch geboren heut. 2. Sei geküffet, dir gehöret heut ein Lobgesang mit Recht, weil du sogar hoch geehret un fer menschliches Geschlecht, daß du solches anvermählet hast der göttlichen Natur; unsre, die so niedrig nur, unsre Menschheit auserwählet, und gesett auf Gottes: Thron in der mittelnden Person.ords Indo mpris 93. Die in Adam ganz berderbet und geschwärzt durch Sünde war, so von ihm uns angeerbet, wird jetzt wieder weiß und klar, bildat sin oder: HA D flar und rein in dir. Von wegends Vater unser im Himmelreich. Adams war sie ganz verflucht; 201. Uns iſt ein Kindlein du gebenedeite Jung7. O du allerschönster Knabe, o du keuscher Jungfraun Sohn, meiner Seelen reichste Habe, mei nes Glaubens edle Kron, laß auch neu geboren werden mich und fromm, als wie du Kind, das man in der Krippen findt, meine beste Freud auf Erden! Laß für diesen Gnadenschein mich dir ewig dankbar sein. dhal ch] todas lalin Erasmus Fing. In eigener Melodie port d frauen bist ihr Segen. Satan einer Jungfrau auserkorn, dein machte sie zu Spott; du verbin- wahrer Mensch und wahrer Gott, dest sie mit Gott. 24. Du, du bist der Mittler worden zwischen Gott und Men schen; du hast den armen Men schenorden wiederum in Fried und Ruh, als du wurdest Mensch, gefeßet, uns beim Vater ausgeföhnt, und mit seiner Huld gefrönt. Solche Gnad und Liebe webet meinem Glauben wider Tod, wider Sünd und Höllennoth. sollten ewig sein. und daß er uns helf aus aller Noth. Sein Nam ist Wunderbar und Rath, durch ihn haben wir funden Gnad. mislarne sobil 15 2. Was hätt uns Gott mehr können thun, denn daß er uns schenkt seinen Sohn, der von uns weggenommen hat all unser Sünd und Missethat, erlöst uns von der Sünd und Bein, darin wir Weihnachts- Bieder. 101 3. Freu dich, du werthe Chri- gering, daß du da liegst auf stenheit, und dank es Gott in dürrem Gras, davon ein Rind Ewigkeit; haß aber alle Sünd und Esel aß! dae nomist 196 und List, davon du theur erlöset 19010 Und wär die Welt vielbist; sei fortan gottfürchtig und mal so weit von Edelstein und rein zu Chrn den neugeborn Gold bereit, so wär sie dir doch Kindlein 29 nd tund enom viel zu klein, zu sein ein enges di Wiegelein, lbildärg ony Jp 19 In eigener Melodie.d 202, Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singen und sagen will: 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du önig groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreichenradsp 2. Cuch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne fein. ad aun Indusmani 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut, nu birsiz 3. Es ist der Herr Christ, un- 913. Ach mein herzliebes Jefer Gott, der will euch führn sulein, mach dir ein rein, sanft aus aller Noth; er will eur Hei- Bettelein, zu ruhn in meines land selber sein, von allen Sün- Herzens Schrein, daß ich nimmer den machen rein. 35hjusi udo bergeffe bein. bod Topol No ligon 4. Er bringt euch alle Selig: keit, die Gott der Vater hat be reit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglichsgr 190 HOMno 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Hosianna schon, mit Herzenslust den süßen Lon. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 15. Lob, Chr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Deß freuen sich der Engel Schaar, und singen uns folch neues Jahr du d 1sd199prin nu Dr. Mart. Luther. 6. Deß laßt uns alle fröhlich ſein und mit den Hirten gebn zu was uns hat beschert, mit seinem lieben das liegt dort in der Krippen hart. 1100 m Si ipd Mel.: Vom Himmel hoch da kommer 203. Vom Himmel kam der schien den Hirten offenbar; sie Engel er= Sohn berehrt. I fagten ihn'n: ein Kindlein zart, 17. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin, was liegt dort in dem Krippelein? Weß ist das schöne Rindelein? Es ist das liebe Jesulein. ont d 78. Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmä 3. Deß sollt ihr billig fröhlich het hast, und kommst ins Elend sein, daß Gott mit euch ist worher zu mir; wie soll ich immer den ein: er ist geborn eur Fleisch danken dir? as ndisi ound Blut, eur Bruder ist das 9. Ach Herr, du Schöpfer aller ewig Gutman 1989 Ding, wie bist du worden so 4. Was kann euch thun die 12. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündet bat; es ist der Herre Jefus Christ, der euer aller Heiland ist. 102 Weihnachts- Lieder Sünd und Tod? Jhr habt mit| Himmelsblum und Morgenstern, euch den wahren Gott. Laß zür nen Teufel und die Höll, Gotts Schn ist worden eur Gesell. du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn! Halleluja. 2. Wir singen die mit deinem 5. Er will und kann euch lassen Heer aus aller Kraft Lob, Preis nicht, setzt ihr auf ihn eur 3u- und Ehr, daß du, o lang gebersicht; es mögen euch viel fech- wünschter Gast, dich nunmehr ten an dem sei Troß, ders nicht lassen kann. eingestellet haft. Halleluja. 6. Buleßt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Deß danket Gott in Ewigkeit, geduldig fröhlich allezeit! Dr. Mart. Luther. In eigener Melodie. 204. Wir Christenleut habn jebund Freud, weil uns zu Troft ist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst. Wer sich des tröst und glaubet fest, soll werden nicht verloren. 2. Ein Wunderfreud! Gott selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren; ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herrn selbst dazu erforen. 3. Die Sünd macht Leid, Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott mun in der Noth. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 4. Drum fag ich Dank mit dem Gesang Chrifto dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los fein der Sünden Last und unträglichen Bürden. 2 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergeffen solln zu keiner Stunde. irfan C. Fuger. Mel.: Erschienen ist der herrlich. 205. Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Ach, daß der Herr aus Zion fäm, und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jacob fröhlich sein! Halleluja. use 5. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein, und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch blos. Halleluja. 6. Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Him mel dein; trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 7. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Gräul, und biſt doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 8. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zu wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 10. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht; warst arm und dürftig, nabmist vorlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. de 10 103 für, und dort in deinem Ehrenjaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Baut Gerhard Weihnachts- Lieder. 11. Du schliefft ja auf der Erden Schooß, so war dein Kripplein auch nicht groß. Der Stall, das Hen, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. Mad in 12. Darum so hab ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so boll Trostes bin. Halleluja. 13. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll; ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sün= der zu dir kehr. Halleluja. hi 14. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. og 15. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, to viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 16. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und hom dru D. J. Olearius. Ing of 300 mt chod 1000 21000 Irodus prind enfind 496 at enu HE enu liste led list muunt sin sichin Hi sok dtaff Mel.: Singen wir aus Herzensgrund.| Gemüth! Hast du doch zu Tag dan IX. Neujahrs- Lieder. bermal ist eins da- als Nacht dieses Jahr an uns gedacht, da doch wir, nur Staub und Koth, nichts verdienen als den Tod, ja sogar der Höllen Noth. di 4. Herr, dein Nachtmahl, Tauf und Wort hast du noch an unserm Ort rein erhalten, und dazu den gewünschten Fried und Ruh uns so mildiglich beschert; ja was unser Herz begehrt, haft du reichMel.: Singen wir aus Herzensgrund. 206.2 underbarerGnadenthron, Gottes und Marien Sohn! Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippen findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit. tik pralnaspolorare 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, o großer Gott, und macht Höll und Tod zu Spott; aller Welt wird offenbar, ja, auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar sdurpip di ort 830 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! stakes 207. 2 hin von der Zeiten Anbeginn; abermal ist dieses Jahr, wie wir selber, wandelbar; es ist nunmehr alt und falt; höret, wie die Zeitung bald von dem neuen Jahr erschallt. 2. Gott sei Lob, daß abermal eins dahin ist von der Zahl uns rer Jahre, die wir sehn schneller als den Rauch vergebn; da von unsrer Pilgrimschaft aber eins| lich uns gewährt. ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. 3. Herr, wie groß ist deine Güt; ach wie fromm ist dein 5. Billig sagen wir dir Dank für die Kleidung, Speis und Trant, für Gesundheit, Ehr und Gut. Lob sei dir, daß auch die 104 Neujahrs- Lieder. Glut, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so sträflich sind, nicht verderbt so gar ge schwind.is ar jim Hodno 6. Laß mich mit diesem neuen wissen. So oft der Tag sich zu uns macht, so oft herkommt die stille Nacht, bin ich dazu geflissen. Jahr in deiner Furcht doch ganz und gar mein altes Thun ab legen. Bergieb mir auch, was ich gethan von meiner ersten Jugend an, von deines Namens wegen. 7. Ich weiß, daß ich dich oft betrübt, dieweil ich Böses nur geliebt in den vergangnen Zeiten. Ich habe dich verlassen oft, am meisten auf die Welt gehofft ihre Eitelkeiten. und It und 6. 3war du hast uns lassen fehn, was den Sündern muß geschehn; aber deine Güt und Treu war doch alle Morgen neu. Ach regier uns Herz und Sinn, daß wir jetzt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. unat na do 7. Gute Nacht, bergangnes Jahr, sammt der Trübsal und Gefahr, gute Nacht, du Sünden kleid, decke mich, o Frömmigkeit! Süßer Jesu, führe mich zu dem neuen gnädiglich, daß ich lieb und lobe dich bu Rift. 8. Doch aber habe noch Ge duld, vergieb du mir die alte la man melk drug finerte drug drose Mein altes Thun will ich ins Mel.: Kommt Her zu mir. doras Grab der alten Sünden legen 208. Das alte Jahr ist nun ab, eh ich von hinnen fahre. Topnundse dahin; mein Gott, daß ich gesund noch bin, das dank ich deiner Treue. Komm, Jesu, hilf doch deinem Knecht, daß mit dem neuen Jahr ich recht im Leben mich erneued g 9. Bleib aber auch mein treuer hort, wie du gewesen immerfort, sonst bin ich gar verloren. Du bist mein alter Gett allein, mein neuer follst du gleichfalls sein, den ich mir auserforen. 2. Was bin ich, liebster Jejus, doch, daß du mich bis anhero noch ſo gnädig haft beſchüßet? daß deine Güt und Gnad allein uns giebet, was uns nüßet? 3. Mich thät unzählig Unglück ja verderbet, wenn mir nicht so nah dein Hülf und Heil gewesen. Dein Allmacht hat mich so geführt, daß kein Verderben mich gerührt durch die Gewalt des Bösen. C. v. Stöcken. Mel.: Nun freut euch, lieben. * 209. Das liebe neue Jahr an, hat ein Ende; brum jauchzt und freut sich jedermann, erhebt sein Herz und Hände zu unserm Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinen lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. www. lopul 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns klar verkündet. 7 Carsill 4. Was bin ich? Lauter Asch und Staub, ein welkend Gras, ein fallend Laub, das eilig muß vergehen. Dein Hand, die ist es, die mir Kraft und Hülf in aller Noth verschafft, sonst wärs um mich geschehen. 3. Die reine Lehr und Sacra-( ment wir haben in unserm Lande, 5. Drum bring ich dir, o Höch- fromm Obrigkeit, gut Regiment, ster, Dank, und will dir auch Glück, Heil in allem Stande. mein Lebenlang dafür zu danken Gott krönt das Jahr mit ſeinem Neujahrs- Lieder. 105 2. Deß freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns sein: sie singen in den Lüften frei, daß Gott mit uns versöhnet sei. Gut, und hält die Schuln in gutera Hut, of auch aller Christen bäufer sprend or nid lobot sitt 4. Deß danken wir dem lieben Herrn, bund freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn, und uns fort auch behüten. Er geb ein felig neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schön preisen. orn 89108 Cyriacus Schneega. strs 3n eigener Melodiei dsla tomm. oder: Mel.: Vom Himmel hoch da 210. Das alte Jahr ver[ 10372 Mel.: Herzlich thut mich verlangen. gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so großer Gefahr bebütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. uns 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, welches ist der Seelen höchster Hort: vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 212. Durch Trauern und Noth, durch Angst, durch Bein, durch Plagen, durch durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein dies Jahr ist hingelegt. Dir, bin ich, Gott Lob, gedrungen; Gott, sei Lob gesungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, in die besteht mein Heil; dir ift 4. Hilf, daß wir fliehn der und bleibst mein Theil. Du hast mein Glück vertrauet; du bist Sünde Bahn, und fromm zu mich wohl erhalten, du bist mein werden fangen an; teinr Sünd fester Trost; dich laß ich ferner des alten Jahrs gedent ein gna- walten, wenn mich die Noth denreich neu Jahr uns schenk. zu sterben, und hernach fröhlich 5. Chriftlich zu leben, feliglich am jüngsten Tag wiedr aufzustehn, mit dir im Himmel einzugehn. TAIRE 100 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. DJesu, unsern Glauben mehr, zu deines Namens Lob und Ehr. 3. Trapp. Mel.: Vom Himmel hoch da komm Toit en Soder: 3. Ist Gott versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? Troß Türken, Papst und Höllenpfort das Jefulein ist unser Hort. and sups 4. Er bringt das rechte Jubeljahr; was trauern wir denn immerdar? Frisch auf! jetzt ist es Singenszeit, das Jesulein wendt alles Leid. Chr. Schneegaß. anstoßt. was du willst, will auch ich; 3. Mein Gott und meine Liebe, gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht Leben dein eigen wünicht zu sein. mehr mein, dieweil mein ganzes und, Herr, ich wills auch thun. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Soll mich die Armuth drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. In eigener Melodie. 16 211. Das neugeborne Kindelein, das berze liebe Jefulein bringt abermal ein neues Jahr der auserwählten Christenschaar., end tran odich in engsten schwitzen, mein 5. Soll ich verlassen siten, mein Gott dein Wille gift. Soll 106 Neujahrs- Lieder. Heiland, wie du willt. Soll ich und macht uns Gott gewogen; denn Krankheit leiden, ich will kein Jud ist hier, kein Griech, gehorsam sein. Soll ich von kein Knecht, es gilt kein Weib, dannen scheiden, Herr, dein Will kein Mannsgeschlecht, kein Ansehn ist auch mein. der Personen. dorp i 19791 6. Soll ich zum Himmel drin- 5. Jhr seid nun Einer allzumal gen; gar gern, o Gott, mein in Jefu Chrifti Namen; Gott Licht! Soll mich die Höll ver- sagt euch zu des Himmels Saal, schlingen, ach, dieses willst du die ihr seid Abrams Samen. die heiße Höllenglut, du aber bist ihr sollt zum Himmel gehen ein verfühnet durch deines Sohnes und ewig selig bleiben. Blut. Olearius nd lid oprilep D. J. Olearius. 7. Heut ist das Jahr beschlossen In eigener Melodie. Sun ſen; Herr, deine Gnade jei heut 214. Helft mir Gottes Güte auf mich neu gegossen; mein Herze werd auch neu! Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer. disial chit Mel.: Mun freut euch, lieben. Gal. 3, 23-29. preisen, ihr lieben Kinderlein, mit Gjang und andern Weisen ihm allzeit dankbar fein; vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr thut enden, die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit. 213. Finggemein, lobt Gott gering nicht achten jein unzäblig reut euch, ihr 2. Erstlich laß uns betrachten und Wohlthat; stets führen zu Gemüth, wie er dies Jahr gegeben all Nothdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt; redag 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten in gutem Fried und Ruh, Nahrung den Jungen und Alten bescheret auch dazu, und gar mit milder Hand fein Güter ausge spendet, Verwüstung abgewendet von unsrer Stadt und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er uns hätt belohnet all unsre Missethat 3. Nunmehr muß der Zucht- mit gleicher Straf und Pein, wir meister fort, nun ist der Glaube wären längst gestorben, in mankommen, nun schenkt uns Gott cher Noth verdorben, die wir voll das Gnadenwort, das wir erfreut Sünden sein.nl! rism CoD bernommen. Wir sind nun Got- bi 5. Nach Vaters Art und Treuen tes Kinder all, und singen drauf er uns so gnädig ist. Wenn wir mit großem Schall Gott Lob für die Sünd bereuen, glauben an seine Gnade. Jesum Christ herzlich, ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf darneben, steht uns in Nöthen bei. Silod mit Herz und Munde, und drückt es eurem Herze ein, was er noch diese Stunde zum neuen Jahr uns allen schenkt, der als ein Vater an uns denkt, daß wir ihn sollen preisen. 2. Wir waren unter dem Geseb verwahret auf den Glauben, gefangen in dem Sündennek; der Satan wollt uns rauben Trost, Hülf und Rath, weil unsre Schuld uns bracht um Gottes Vaterhuld; es war mit uns verloren. 4. Denn, wie viel euer sind getauft, die haben angezogen den, der sie durch sein Blut erkauft, Neujahrs- Lieder. 107 steh mir bei in aller Noth, auch verlaß mich nicht im Lod. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen.n Joh. Rift! nap 6. All solch dein Süt wir preifen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich, gieb uns ein friedlich In Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! Jane Elsinmid. Sad an P. Eber. Mel.: O Herre Gott, dein. 216. Ich preife dich, Gott, du in viel und großen Nöthen erhalten hast auch, wenn die Laft mich oft hat wollen töbten. Schüß und be215. mich all andre Christen. Stürz alle die, so spät und früh sich wider uns ausrüsten. Mel.: 3ion flagt mit Angst 19] Jode oder: Freu dich sehr, o meine Seele. ilf, gelingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, auch daneben all das Mein. Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben. sdn end Sod 2. Laß dies fein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd. Hilf, daß sie mir nimmer schaden, und ich bald Verzeihung find; auch durch deine Gnad ver- 3.Dämpf überall Verfolgungsleih, daß ich herzlich sie bereu, qual, befreie die Gewissen, da du Herr, in dir; denn du mein Le- allein willst Herrscher sein; dies ben, kannst die Sünd allein ver- laß die Feinde wissen. Erhalt geben. 2. Laß Seel und Leib, Gut, Kind und Weib stets bleiben unverletet. Gieb täglich Brod dem der, o Gott, sein Hoffnung auf dich sebet. Treib ab den Krieg, laß Fried und Sieg sich wieder Macht, Gewalt und Pracht der zu uns wenden. Du hast die Feind in deinen Händen. dein Wort an allem Ort, und steure falscher Lehre, als Pest der Schrift und Seelengift; des Teufels Reich zerstöre. fuded on2 od 201 3. Tröste mich mit deiner Liebe; nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, und voll Angst und zagen bin. Wenn ich gleich schlaf oder wach, fieh du, Herr, auf mein Sach; stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht Stödten. dom bilrsind In 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben, sonder Trug und Heuchelei; ich auch meinen Nächsten lieb und ihn ja nicht mehr betrüb, daß ich noch allhie auf Erden fromm und felig möge werden. 5. Jeju, laß mich fröhlich en den dieses angefangne Jahr. Trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; 4. Geduld verleih, und benedei die Arbeit unsrer Hände. Befiehl, daß sich ganz mildiglich dein Segen zu uns wende. Frei unser Land von Seuch und Brand, von Schloß und schwerem Wetter. Erhör, o Gott, und rett aus Noth die glaubensvollen Beter. harte Joch der Trübfal auf mir 5. Soll ich denn noch das tragen, so bilf du mir, Gott, wenn ich dir mein Elend werde klagen. Ist aber ja das Stündben und hilf, daß ich fann selein da, so laß mich fröhlich sterliglich das Reich des Himmels erben. pitu Joh. Heermann. Neujahrs- Lieder 108 Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. * 217. Gottmit uns, Imma nuelt Deffne bei Jesu, meiner Seelen Luft, außer dir, o meine Wonne, ist nichts liebers mir bewußt. Segne, liebster Heiland, mich; Herr, mein Heil, nicht laß ich dich! Ich umfange dich im Glauben, dich soll mir kein Teufel rauben. dem neuen Jahre deinen reichen Gnadenquell, daß man überall erfahre, wie du selbst das höchste Gut, welches allen Gutes thut. d92. Segne uns an Geel und 4. Jesu, Schußherr der BeLeib, oo du Segen aller Segen; zwängten, Jesu, der Verlaßnen was betrübet, das vertreib; führ Schild, Jesu, Helfer der Bedränguns stets auf solchen Wegen, da ten, o du Vaters Ebenbild! Ich dein Fuß von Segen träuft und laß Erd und Himmel sein, wenn dein Brunn stets überläuft. manur Jesus bleibet mein. Erd und Himmel würden Hölle, wäre Jesus nicht zur Stelle. 3. Aus- und Eingang sei beglückt, Thun und Lassen laß gelingen; wenn uns nur dein Auge blickt, muß uns lauter Heil umringen. Schau uns nur in Gnaden an, so ist alles wohl gethan. 5. Jesus ist, der mich kann laben, Jesus ist, der mich erhält. Werd ich meinen Jesum haben, ei, so laß ich alle Welt. Wenn der Tod die Augen bricht, laß ich dennoch Jesum nicht. Werd ich meinen Geist aufgeben, er ist meines Lebens Leben. 4. Schließe deinen Himmel auf, laß auf Erden Friede grünen und bei schlimmer Zeiten Lauf alles nur zum Besten dienen! Seße beides, Stadt und Land, in 6. Wird gleich Gut und Blut vergnügten Ruhestand. verschwinden, geht gleich Leib Beichne mit des Bundes und Leben hin; kann ich meinen Blut dieses Jahr in deine Hände; Jesum finden, ei so hab ich doch halt uns fest in deiner Hut, segne Gewinn. Jetzt schon hab ich, Anfang, Mittel, Ende in dem neu Jesu, dich, und, mein Heiland, erlebten Jahr. Sprich das Amen, du hast mich. Jesu, bleib du so wirds wahr. Benj. Schmold. ewig meine, ich will ewig sein Mel.: Freu dich sehr, o meine.der Deine! fomos. Sacer. 218. Jede, Sefit, mei- e efu, meiner Freudensta : Nun komm der Heiden dol Mel. oder: ile emad nes Glaubens Licht, Jeju meiner 19 n eigener Melodie. Geelen Weide Jefu meine 3u- 219. Ju und mein bester kommt meiner Seelen mir so gewünscht und lieblich für; dein Gedächtniß, Jesu, machet, daß mein traurig Herze lachet. 2. Jesu, dich lieb ich von Herzen, werd auch nie des Liebens fatt. Der ist frei von allen Schmerzen, der dich, liebster Jesu, hat Du siehst in mein Herz hinein, dir tann nichts verborgen sein. Du weißt wohl, daß ich dich liebe und sonst alles von mir schiebe. mal me 3. Jesu, meine Lebenssonne, Schaß dazu, alles bist du mir allein, sollst auch ferner alles sein. 2. Liebet Jemand in der Welt edle Schäße, Gold und Geld: Jesus und sein theures Blut ist mir mehr denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde sich öffentlich gleich wider mich: Je sus reißt aus aller Noth, tilget Teufel, Höll und Tod. 4. Bin ich krank und ist kein Mann, der die Schwachheit heilen kann: Jesus will Neujahrs- Lieder. 109 mein Arzt in Pein und mein 2. Laß uns dies Jahr volltreuer Helfer sein. pismo bringen zu Rob dem Namen dein, daß wir demselben singen in christlicher Gemein; wollst uns das Leben fristen durch deine starke Hand. Erhalt dein liebe Christen und unser Vaterland. Den Segen zu uns wende, gieb Fried an allem Ende. Gieb un di berfälscht in Landen dein feligmachend Wort; die Heuchler mach zu Schanden hier und an allem Ort.dift, murr& mind 8. Hat der Bienen Honig Saft, und der Zucker süße Kraft: mein herzliebster Jesus Christ tausendmal noch süßer iſt.bi del et 3. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm. Geduld im Kreuz uns lehre. Regier all unser Thun, bis wir getrost abscheiden ins ewge Himmelreich, zum wahren Fried und Freuden, 9. Drum, o Jeju, will ich dich den Heilgen Gottes gleich. Inimmer lieben festiglich; du, odeß machs mit uns allen nach Jesu, sollst allein meiner Seelen deinem Wohlgefallen; folchs sinalles fein. im get heut ohn Scherzen die christ10. Jesus, was durch Ohren gläubige Schaar, und wünscht bricht, Jesus, was das Auge mit Mund und Herzen ein selig sieht, Jesus, was die Zunge neues Jahr. Joh. Heermann. schmeckt und wonach die Hand sich streckt. Holl 11.sefus fei mein Sveis und 221. Jerwäblet, Jejus ift & guted mi adot poisid tule Mel.: Jesus, Jesus nichts als. Ind hab ich mir TESTES Trant, Jesus sei mein Lobgefang, Jesus sei mein ganzes All, Jesus sei mein Freudenschall. 12. Endlich laß, du höchstes Gut, Jesu, laß dein theures Blut, deine Wunden, deine Bein meiTode mein Licht und Schein, Jesu hab ich mich vermählet, er ist mein, und ich bin sein. Jesus schütt vor List und Macht, Jesus ist mein Ruhm und Pracht. hen Troft im Lucas Badmeister. jener auf der Schönheit Zier, 2. Troßet der auf seine Jugend, Jotjad niam qmus mich ergößet dessen Tugend, der an Glanz geht allen füir. Meines liebsten Jesu Schein übertrifft die Sternelein.bi di chius 3. Darum geht auch mein Begehren weiter, als auf Jesum, nicht; seine Wahrheit kann ge währen Alles, was er mir verspricht. Hab ich ihn, so hab ich mir, was sonst allem gehet für. 4. Ja, nach Jesu Gnade zielet mein Verlangen ganz allein. O wie selig, wer es fühlet: immer 5. Bin ich nackend, arm und bloß, und mein Vorrath ist nicht groß: Jesus hilft zur rechten Zeit meiner armen Dürftigkeit.nl 6. Muß ich in das Glend fort, hin an einen fremden Ort: Jesus forget selbst für mich, schüßet mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden Hohn und Spott wegen Gott und sein Gebot: Jesus giebt mir Kraft und Macht, daß ich allen Spott nicht acht. In eigener Melodie. 220.eu, nun fei gepreifet zu diesem neuen Jahr, denn du uns haft beweiset viel Gutes in Gefahr, daß wir haben erlebet die neu fröhliche Zeit, die voller Gnaden schwebet und ewger Seligkeit, daß wir in guter Stille das alte Jahr erfüllet. Wir wolln uns dir ergeben jekund und immerdar. Behüt uns Leib und Leben hinfort das ganze Jahr. ini aliad dod Neujahrs- Lieder. 110 immer bei ihm sein! Was dann Mund und Herze singt, Alles nur von Jesu klingt. 5. Jesu, deine treue Liebe, deinen treuen Brudersinn, welcher dich vom Himmel triebe mir zu gut auf Erden hin, dieses soll zu jeder Zeit rühmen meine Schuldigkeit. 6. Ein Gedächtniß will ich stiften, und im Herzen führen auf, selbsten soll mit goldnen Schriften dieses sein gezeichnet drauf: Je sus, Jesus soll allein meine höchste Freude sein! Joh. Angelus. 2. Denn es hat die Sonnenwende uns ein neues Jahr gebracht; drum erhebet eure Hände, rühnet unsers Gottes Macht; daß wir nicht sind hingerafft, das ist seiner Gnade Kraft. 3. Es erhielt der Herr der Zeiten uns bisher in sichrer Ruh. Nun sind tausend Widrigkeiten und wohl tausend noch dazu, und zehntausendfache Noth mit dem alten Jahre todt. 4. Er hat seines Wortes Samen unter uns so ausgebreit, daß von seinem großen Namen die noch nicht geborne Zeit und die Welt, die kommen soll, allbereit ist rühmensvoll. und Brand hat der Herr von unsrer Grenze blos aus Gnaden abgewandt, hat mit Füll uns ausgerüst, daß es nicht zu sagen ist. and radisie NISH GION 8. Ach verzeihe doch den Mängeln, die das schwache Fleisch noch hegt, und dadurch du sammt den Engeln uns zu hassen wirst bewegt. Jesus ist der Mittelsmann, der uns dir versöhnen kann. Mel.: Jesus, Jesus nichts als. 222. obet Gott von Her zensgrunde, danket, die ihr danken könnt; rühmet 9. Gieb uns mit den neuen Tagen neue Herzen, neuen Geist, ihn mit That und Munde, die daß wir Lust zu diesem tragen, ihr euch nach Christo nennt; ehret feinen großen Rath, rühmet feine Wunderthat. S Abd was dein Will und Wort uns heißt. Gieb ein dir ergebnenSinn, nimm die alten Sünden hin. Joh. Franc. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Met Mein Jein Jesus ist getreu, er steht in Noth mir bei, auf ihn ist gut vertrauen, drum will ich auf ihn bauen. Ihm hab ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 223. 2. Der Welt ihr bester Lohn ist Schande, Schimpf und Hohn; wer den nicht will ererben, der muß der Welt absterben, der muß sich ihr'r erwehren, sich hin zu Christo kehren. 3. Wenn mich der FeindeSchaar will stürzen in Gefahr und mich mit Hohn belegen, ist Jesus mir zugegen. Sein Schuß zu mir fich wendet, und alle Feinde blendet. 4. Ob mich angehet Noth, und wär es auch der Tod, für mich mein Jesus ringet und Noth und Tod bezwinget; ja aus der Höllen Rachen kann er mich ledig machen. 5. Er hat mit dem Eintrachtsbande unfreObrigkeit umschränkt, daß ein jeder in dem Lande, den der Krieg vor hat gefränkt, nunmehr sicher und beschüßt unter seinem Weinstock sitzt. 6. Theurung sammt der Bestilenze, Wassersnoth, Raub, Mord 7. der großen Wunderdinge, die kein Sinn noch Mund begreift! Herr, wir sind ja zu geringe alles bessen, was gebäuft deine große Majestät uns bisher erwiesen hat. RG Ha Neujahrs- Lieder. 5. Wenn Sündenschuld mich plagt und mein Gewissen nagt, mein treuer Jesus wachet, mich tröstet und anlachet; sein Leiden und sein Sterben läßt keinen ganz verderben. 6. Sei fort mein Widerstand, mein Auge, Fuß und Hand; hilf mir auf allen Seiten, o Jesu, muthig streiten; dann will ich deinen Namen von Herzen preisen, Amen. 2. Backmeister. 3. Ja, versiegelt dieses noch, o ihr treuen Jesushände, am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen lassen. Atom E. C. 8. v. Pfeil. Mel.: Nun laßt uns Gott dem. laßt gehn 226, Nund treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. Sein theures Wort erhält er rein, auch jedes Sacrament muß jetzt noch unverfälschet sein, 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen; wies feine Kirch bekennt.:,: ein, bom er uto viel unit und Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. 224. Num un danket Gott mit Herz und Mund, der große Dinge thut; sein Lob macht allenthalben fund, er thut uns immer gut. 2. Er hat gegeben Leib und Seel, Sinn, Weisheit und Verstand; er falbt das Haupt mit Freudenöl, und führt uns bei der Hand.:,: 3. 4. Er hat beschüßet Land und Stadt vor Feind und Ueberfall, und was man drinnen nöthig hat, hat er bescheret all.:: 111 ses Jahres Ende! Segnet kiinſtig, seguet jetzt, o ihr theuren Jesus: hände! Segnet, daß an Leib und Seele Niemand etwas Gutes fehle. 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns wieder aufzustehen! Lehrt uns, munter und geschwind in den Wegen Jesu gehen, daß an Weisheit, Gnad und Segen wir auch täglich wachsen mögen. Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Mittern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 5. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübfal blißen, in seinem Schooße sitzen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in Segnet uns zu guter unserm Kreuz und Leiden ein 5. Vor Theurung hat er uns bewahrt, vor Best und manchem Leid; zu Land und Wasser geben Fahrt, und Jedem Brod und Kleid.:,: 6. Also Jahrein, Jabraus genährt manch tausend Menschen find, und seine Güte uns ge= währt, daß wir erhalten sind.:,: 7. Drum danket Gott beim Jahresschluß, bergeßt sein nimmermehr; er ist ein ewger Gnadenfluß. Gott sei Dank, Lob und Ehr!:,: M. H. Elmenhorst. Mel.: Liebster Jesu, wir find hier. * 225. Neujahrs- Lieder. 112 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde! 10. Schließ zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen! 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schaare zum felgen neuen Jahre! Paul Gerhard Mel.: Vater unser im Himmelreich oder: süßer aber alles ist, wo du o Jesu, selber bist. Halleluja. 2. Jesu, des Herzens Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, mas man je begehrt. Halleluja. 3. Jesu, dein Lieb ist mehr denn süß, nichts ist darin, das mich verdrießt; viel tausendmal ists, wie ich sag, edler, als man aussprechen mag. Halleluja. 4. Jesu, du Quell der Gütigteit, ein Hoffnung bist, all unfre Freud, ein süßer Quell und Gnadenbronn, des Herzens wahre Freud und Wonn. Halleluja. 5. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Lebens beste Labung ist, sie machet satt, doch ohn Verdruß; der Hunger wächst im Ueberfluß. Halleluja. 6. Jesu, du meines Lebens Zier, wie süß in Ohren klingst du mir; dich will ich preifen alle Stund aus allertiefstem Herzensgrund. Halleluja. 7. Jesu, du höchste Gütigkeit, meins Herzens Lust und beste Freud, du bist die unbegreiflich Güt, dein Lieb umfäht all mein In eigener Melodie. 227, Nun treten wir ins neue Jahr; Herr Jesu, rett uns aus Gefahr, wend ab in dieser bösen Zeit Krieg, Theurung, Pest und alles Leid! Wir bitten, laß dir insgemein die drei Hauptständ befohlen sein! 2. Gieb uns dein Wort und Sacrament im Lande bis an unser End; bekrön das Jahr mit deiner Güt, und uns mit Segen überschütt! Daß solches Amen sei und wahr, von Herzen wünscht die Christenschaar. 6. Werner. Mel.: Erschienen ist der herrlich. 228.Jesu füß, wer dein gedenkt, deß Herz mit Freuden wird getränkt, noch Gemüth. Halleluja. 8. Jesum lieb haben ist sehr schön, drum will ich nach nichts anderm sehn. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab. Halleluja. 9. Jesu, o meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, mein Herz verlangt dich inniglich. Halleluja. 10. Ja, wo ich bin, da oder hier, so wollt ich, Jefu wär bei mir; Freud über Freud, wenn ich ihn fänd; selig wenn ich ihn halten könnt! Halleluja. 11. Was ich gesucht, das seh ich nun, was ich begehrt, das hab ich schon. Vor Lieb, o Jefu, Neujahrs- Lieder 113 bin ich schwach, mein Herz das Jesu, verschmäh mein Seufzen flammt und schreit dir nach. Halleluja. nicht; Jeju, mein Hoffnung steht mir! Halleluja. zu dir. Jeju, Jeju, hilf du M. Moller. 12. Wer dich, o Jesu, also liebt, der bleibt gewiß wohl unbetrübt; nichts ist, das dieſe Lieb Mel.: Zion klagt mit Angst und. ofe 229 Marum machet solche verzehr, und brennt je längr, je mehr. Halleluja. 190 13. Jefil, du Blum und Jungfrausohn, die Liebe unser Gnadenthron, die sei Lob, Ehr, wie sichs geziemt; dein Reich kein Ende jemals nimmt. Halleluja. Schmerzen, warum machet solche Bein der von unbeschnittnem Herzen dir, o liebes Jesulein, mit Beschneidung. da du doch frei von des Gesetzes Joch, weil du einem Menschenfinde zwar gleich, doch ganz ohne Sürde? T 14. In dir mein Herz hat seine Lust; Herr, mein Begier ist dir bewußt. Auf dich ist all mein Ruhm geſtellt, Jesu, du Heiland aller Welt. Halleluja. 15. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigteit Gewölf vertreib; du Licht des Lebens bei uns bleib. Halleluja. 2. Für dich darfst du dies nicht dulden, du bist ja des Bundes Herr; unsre, unsre große Schulden, die so graujam, die so schwer auf uns liegen, daß es dich jammert herz- und inniglich, die trägst du ab, uns zu retten, die sonst nichts zu zahlen hätten. mi trod dr LILL NO 16. Dein Lob im Himmel hoch erflingt; fein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. Halleluja. dus 3. Freut, ihr Schuldner, euch deswegen, ja sei fröhlich, alle Welt, weil heut anhebt zu erlegen Gottes Sohn das Lösegeld. Das Gesetz wird heut erfüllt, heut wird Gottes Zorn geſtillt; 17. Jesus im Fried regieren heut macht uns, so sollten ſterben, thut; der übertrifft all zeitlich Gottes Sohn zu Gottes Erben. Gut. Der Fried bewahr mein 4. Wer mag recht die Gnad Herz und Sinn, so lang ich noch erkennen? Wer mag dafür dantauf Erden bin Halleluja. sabar sein? Herz und Mund soll 18. Und wenn ich ende meinen stets dich nennen unsern Heiland, Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesulein. Deine Güte wollen wir Jesu, daß ich da Fried und Freud nach Vermögen preisen hier, weil bei dir genieß in Ewigkeit. Hal- wir in der Schwachheit wallen; leluja. rouard 2 medied dort soll dein Lob besser schallen. do and nor Paul Gerhard. lemn man 300 osied im tubinson mopos 19, Jesu, erhöre meine Bitt, ojuisling d X. Epiphanias- Lieder. 00, that Tor Mel.: Werde munter, mein. anpostua ard tobimijoz Heiland fund gethan, der uns 230. reuet euch, ihr Gotführet himmelan, daß wir arme testinder, preiſet Heiden können uns num Gottes mit mir Gottes Macht! Freuet Kinder nennen.sp euch, ihr armen Sünder! Gott der hat an uns gedacht und den 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt; 8 Epiphanias- Lieder. 114 hat von dir vernommen; die Söhn und Töchter kommen und suchen, Jesu, deine Zier. lo espr seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blizz und Don ner fort; es durchdringet Geist und Leben, kann Trost, Heil und Leben geben. 5. Dein Herze wird dir wallen, wenn dir kommt zu gefallen die Anzahl um das Meer. Du wirst die Augen weiden am Volke vieler Heiden, so suchend zu dir dringen her. oon Jade 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihr es auch haben gut, wollt ihr Gottes Kinder 6. Es kommen fromme Seelen werden, ei, so ändert euren Muth! aus Epha mit Kameelen, mit Preiset Gottes Güt und Macht, Läufern Midian. Gold wird dir so wird er euch geben Kraft, Saba bringen und Weihrauch; daß ihr auch zu ihm könnt kom- es wird singen dein Lob und men und euch freuen mit den Preis ein jeder Mann. Frommen. Synstast ol 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Seelenlicht, 232. Sic insgemein für como Martin Opitz. Mel.: Wo Gott zum Haus nicht. err der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht. deines Wortes hellen Schein, Preiset seine Güt und Treu, damit du uns haft angeblickt die uns noch wird immer neu; und unser mattes Herz erquict. so wird er euch Allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. 2. Wir saßen vor im Todes thal sehr tief gefangen allzumal; Dank hab, du lieber Jesu Christ, daß du unser Erlöser bist. 3. Hilf, daß dein Licht uns leuchten mag bis an den lieben jüngsten Tag, und wir auch wan deln jederzeit auf rechtem Weg der Seligkeit. D. J. Olearius. dinasina Mel.: Nun ruhen alle Wälder. Jef. 60.sin# 15 * 231. Brich auf und werde lichte, laß gehn die Nacht zu nichte, dein Licht kommt her zu dir. Die Herrlichfeit des Herren glänzt prächtig weit und ferne und zeiget sich nun über dir.om 4. O wahrer Mensch, o Gottessohn, du König aller Ehren schon, niemand von uns verdie Onet hat solch deine Lieb und 2. Zwar finster ist die Erde, große Gnad. der armen Heiden Heerde liegt dunkel weit und breit. Dich hat der Herr, dein Leben, dein Heil und Trost umgeben mit Glanz und großer Herrlichkeit. 3. Die Völker auf der Erden, io je beschienen werden durchs klare Sonnenlicht, die sollen dein Licht kennen, in seinem Glanze brennen, wenn es nun aus der Höhe bricht. 5. Dein guter Geift woll uns regiern, daß wir ein heilig Leben führn. Du weißt, Herr Jesu, wie so blind und unvermögend wir noch sind. mate ned 6. Nimm an zum Opfer, lieber Herr, das Seufzen unsrer Her zen schwer. Wir arme Menschen ehren dich als unsern König ewiglich. Joh. Chr. Lange. In eigener Melodie. 4. Heb auf, heb dein Gesichte! Das Volk folgt deinem Lichte, und laßt uns es kommt die Welt zu dir. Sie 233. Dommeren, Her Epiphanias- Lieder. 115 und Sinnen zu ihm kehren, 3. Nimm die aufgethanen finget fröhlich, laßt euch hören, werthes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben? Seinen Sohn zum ewgen Leben; dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jacobs Stern ist aufge: gangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen, und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei und wir sind frei. 7. O du hochgesegnte Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben, und mit unſerm Munde o 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht! Paul Gerhard. Mel.: Jesus, Jesus, nichts als. * 234, Gott der Gnaden, Trost der Heiden, aller Völker Heil und Licht! Saba fieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht; Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, o Jacobsstern. 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande sind; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Arm um fasse dich. Schäße, Schaß, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit ersetze unsrer Hände Dürftigkeit. Reichthum suchen wir bei dir, lauter Armuth bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an; laß dich einen Weihrauch laben, den die Andacht geben kann; und als Myrrhen bringen wir die Geduld und Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht vertragen kann. Wenn Herodis Schwert geweßt, so behalt uns unverletzt. 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen; laß mit Segen uns von dir; zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benj. Schmolck. Mel.: Valet will ich dir geben. 235. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort, drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf theurem Rosse, trägst teine güldne Kron, sizst nicht in 8* Epiphanias- Lieder. 116 steinern'm Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit floriret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen durch dein Macht und Gewalt, paß sie im Frieden fißen, die Bösen stürzen balb. 237. We 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf; dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich I aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein von meinm Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jeßt und in Ewigkeit. Martin Behemb. In eigener Melodie oder: Christum wir sollen loben schön. 236. Wa as fürchtst du, Feind Herodes, sehr, daß uns geborn kommt Christ der Herr? Er sucht kein sterblich Königreich, der zu uns bringt sein Himmelreich. 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht. Sie zeigen mit den Gaben drei, dies Kind Gott, Mensch und König sei. 3. Die Tauf im Jordan an sich nahm das himmelische Gotteslamm; dadurch, der nie kein Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. dir gefagt, Christ, geborn von der reinen Magd, mit Vater und dem heilgen Geist von nun an bis in Ewigkeit. Dr. M. Luther. 10000 Ju eigener Melodie oder: 4. Ein Wunterwerk da neu geschab, sechs steinern Krüge man da sah voll Wassers, das verlor sein Art, rother Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr und Dank sei Unser Herrscher, unser König. 237. Werdelicht, bustadt der Heiden, und du Salem, werde Licht; schaue welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, bie mußte wei chen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhellt. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir berblendet, ehe noch dies Licht brach an. Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann. Unsre Augen und Geberden haf teten nur an der Erden. 4. Irdisch waren die Gedanken, Thorheit hielt uns gar verstrickt, Satan macht uns schändlich wanken, wahre Tugend lag verrückt. Fleisch und Welt hat uns betrogen und vom Himmel abgezogen. 5. Gottes Rath war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen; Jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 6. Aber als hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 7. Jesu, reines Licht der Seelen, du vertreibst die Finsterniß, die in dieser Sündenhöhlen un Lieder auf Mariä Reinigung. 117 fern Tritt macht ungewiß. Jeſu, nach im Freudenleben heller als deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. die Sterne schweben. 8. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schaß geschenket, der zu deinem Reich uns lenfet. 10. Dein Erscheinung müsf erfüllen mein Gemüth in aller Noth. Dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen! 11. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein 9. Gieb, Herr Jesu, Kraft und so belles Licht zu sehen, das mir Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit dort schon ist bestellt, wo wir soldienen und durch Glaubenswerke len unter Kronen in der schönsten folgen in Gerechtigkeit, und her- Klarheit wohnen. J. Rist. XI. Lieder auf Mariä Reinigung. und Ruh, seh ich des Himmels Mel.: Allein Gott in der Höh sei. 238. Gott Lob, mein Jesus Freude. mach mich rein von allen meinen Sünden; was er büßt, muß bezahlet sein; nun kann mich nicht mehr binden der SündenStrick, des Teufels Macht; drum mein Glaub Höll und Tod verlacht, weil Jesus ist mein Leben. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfüllet, der durch den Tod und Kreuzesjoch des Vaters Zorn gestillet. Was er hat, das ist alles mein; wie könnt doch größer Reichthum sein, als was mir Jesus schenket? 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, wenn ich die Welt verlaffen, wenn mich die Himmelsgeisterlein geführt zur Lebensstraßen, wenn ich erblickt die Ewigkeit, wenn ich erlangt die Seligkeit, die mir mein Gott bereitet. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, wie Simeon, mein Leben beschließen frei von allem Leid, mich meinem Gott ergeben. So bald ich thu mein Augen zu, so wird mein Tod mein Schlaf 6. Hilf Gott, daß ich sei stets bereit, laß mich nichts von dir wenden; bring mich zu deiner Herrlichkeit, hilf seliglich vollenden; komm bald, hilf mir aus aller Noth, hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod; ja komm, Herr Jesu! Amen. Joh. Olearius. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein durch sein Verdienst will machen, daß ich, los aller Qual und Bein, nicht fürcht des Todes Rachen, ſo tröst mich ſeine Hei: 239. Herr Jefu, Licht ver sein und Seligkeit ist mein Schaß und mein Leben. Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, daIn eigener Melodie oder: Valet will ich dir geben. 118 Lieder auf Mariä Reinigung. hin du dich verbunden durch dein dem Sohn, und dem heiligen Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unfre Sonne, in Kreus" 241. Herr, un tas i Mel.: Gottes Sohn ist kommen. laß in Friede, lebenssatt und müde deinen Diener fahren zu den Himmelsschaaren selig und im Stillen, doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns sezt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. Glut und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, das letzt, wie Simeon, ein jeder Christ mag fingen den schönen Schwanenton: Mir werden nun in Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden teine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich fast ungnädig an, daß oft vor Angst muß weinen und dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht foll sehen dein immer klares Licht. Joh. Franc. Simeons Lobgefang. Luc. 2, 29-31.81 In eigener Melodie. tommotes the in err nun läffest du 240. Frieden fahren, wie du gesaget haſt; 2. Denn meine Augen haben demen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern 3. Ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und Geifte, 5. Wie es war im Anfang, jeßt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 4. Thränen mußt ich lassen, weinen ohne Maaßen. schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf fich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen. Es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden, und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten. Mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir it beigeleget, wo man da werd Scepter träget, eine schöne Krone ich ergößet und zur Ruh gefeßet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9 Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden aufstehn von der Er Lieder auf Mariä Verkündigung. 119 den, Christum werd ich schauen, seine Güte, mit Seel und Gedarauf kann ich trauen. müthe preifen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. 102 800 10. Christo will ich fingen, Lob und Ehre bringen, rühmen J1998 1197 XII. Lieder auf Mariä Verkündigung. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. * 242. Sohn, Jefu, sei willkommen! Der du selber in Person unsre Menschheit angenommen, rette mich aus aller Noth, o mein Bruder und mein Gott! bora 2. Wir empfinden Alle noch, was uns Adam hat verloren; mich auch drückt das Sündenjoch, unter dem ich bin geboren. Aber nun hoff ich auf dich, andrer Adam, ändre mich. Bottes und ebster und Seel; hilf mir, mein Imdaß Gott felbst ein Mensch ist Marien bin dein mit Leib smo naredenie TO Smig 2.50 mir hin, das die Sünder plagt auf Erden und gieb mir von deinem Heil, mein Erlöser, auch mein Theil. 4. Aus dem Himmel kommst du her; hilf mir Armen aus der Hölle! Nur ein Stall ist dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz voll böser Lust, hilf mir, daß es nicht so bleibe. Wohne selbst in meiner Brust und dein Geist mich stetig treibe, bis ich ganz mit dir er füllt, werd erneuert in dein Bild. 6. Jetzt bist du ein Menschensohn; mache mich Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde, er sei mir auch nicht mehr feind, denn ich bin dein wahrer Freund. 7. Wie der Satan sich erbost auf der armen Menschen Orden, Bleibet dies mein ganzer Trost, David Behme. manuel! 8. Nun ich weiß, es wird geschehn. Gieb nur, daß wirs Alle glauben und hinfort durch tein Verfehn dieser Wohlthat uns berauben; hilf auch, daß ich Lebenslang fage deinem Namen Dank! Caspar Neumann. 3. Du bist worden, was ich bin, laß mich auch, was du bift, 243. werden; nimm das Elend von 910 2061 Dr brid Mel: Was mein Gott will oder: Durch Adams Fall ist. dich, Christenheit! Dies ist der Tag des Herren, der Anfang unsrer Seligkeit, den Gott zu seinen Ehren, nach seinem Rath erwählet hat. O Gott, laß wohl gelingen! Hilf uns mit Fleiß, zu deinem Preis ein fröhlich Danklied singen. 2. Gott ist getreu in seinem Wort; was er einmal zufaget, das ist gewiß an allem Ort, ob schon die Welt verzaget. Seht Gottes Sohn, der Gnaden Thron ist jetzt zu uns gekommen. O Wunder groß! Marien Schooß hat ihn in sich genommen. 3. Sie hört vom Engel Gabriel, sie sollt Jesum gebären, zu Gottes der ganzen Welt Immanuel, den mächtig großen Herren. Die Jungfrau rein soll Mutter sein, erschrak ob den Gesichten; doch glaubt dem Wort, wie sie gehört, Gott wird es wohl verrichten. 4. Wohl uns der gnadenreichen 3eit, daß wir erlangt den Orden, Lieder auf Mariä Verfündigung. 120 daß du, o Gott, von Ewigkeit bist unser Bruder worden. Wir bitten dich demüthiglich, lehr uns deinm Wort vertrauen, bis wir zugleich im Himmelreich das Wunderwerk anschauen. Aemilie Jul., Gräfin v. Schwarzb.- R. In eigener Melodie. Luc. 1, 41-56. 9. Wir haben nichts verdient um dich, du fahrest mit uns gnädiglich. In unsern Vätern ist geschehn cin Wort, das hast du angesehn. 10. Auch Abraham, dem treuen Mann, dem hast du selbst ein Eid gethan, und ihm geredt das Himmelreich und seinem Samen 244. Mein Seel, o Gott, ewiglich. muß loben dich, du bist mein Heil, deß freu ich mich, daß du nicht fragſt nach 7. Wer niedrig ist und klein geacht, an dem übst du dein göttlich macht und machest ihn den Fürsten gleich, den Reichen arm, den Armen reich. 8. Das thust du, Herr, zu dieser Zeit, und denkest der Barmherzigkeit. Israel willst du helfen auf, das ist ein auserwählter Hauf. Mel.: Herr Christ, der einge. 245. Laßt uns mit Ernst Grund Armen nicht veracht; 2. Und angesehn mein Niedrig keit. Von nun an wird nun weit und breit mich selig preifen Jedermann; du hast groß Ding an mir gethan. 3. Du bist auch mächtig, lieber Herr, dein große Macht stirbt nimmermehr, dein Nam ist aller Ehren werth, drum man dich billig rühmt und ehrt. 4. Du bist barmherzig insgemein, wer dich von Herzen fürcht allein; du hilfst dem Armen im merdar, wenn er muß leiden groß Gefahr. 3. Es sollte Christus heißen der Heiland aller Welt, und Satans Reich zerschmeißen bald als ein tapfrer Held, der Höllen Burg zerstören, dadurch den Himmel mehren und thun, was ihm gefällt. 5. Des Menschen Hoffart muß bergehn, vor deiner Hand mag nichts bestehn. Wer sich verläßt auf seine Bracht, dem hast du bald ein End gemacht. 4. Es sollte Jesus wehren der Sünd und Missethat, Gerechtig binorkeit bescheeren, und nach des Va6. Du machst zunicht der Men- ters Rath in Sieg den Tod verschen Rath, das ist, Herr, deine schlingen, auch alles wiederbrinWunderthat. Was sie gedenten gen, was man verloren hat. wider dich, das gehet allzeit hinter sich. adult der Seligkeit, und überaus groß achten den, der uns hat befreit von Sünden, Tod und Höllen, der sterbend auch zu fällen den Satan war bereit. 2. Der Jesus ward genennet, als er empfangen ist, der wird von uns bekennet, daß er sei Jesus Christ, der uns macht frei von Sünden und läßt die Seel empfinden viel Trost zu jeder Frist. 5. Von Gott ist ihm gegeben das Scepter in die Hand, sein Königreich daneben, daß er in solchem Stand uns geistlich soll regieren, und durch sein Leiden führen ins wahre Freudenland. 6. Er ist von Gott erforen zum Hohenpriesterthum, er ſelbst hat ihm geschworen, daß er mit großem Ruhm ein solches Amt bedienen und ewiglich soll grünen als Sarons schönste Blum. Passions- Lieder. 7. Er wird auch Herr genennet, dem alles unterthan, wodurch man frei bekennet, daß er, ohn eitlen Wahn, auch Gott sei nach dem Wesen, durch den wir blos genesen, auf dieser Leidensbahn. 8. Muß doch die Schrift bezeugen, daß er Jehovah heißt, dem alle Knie sich beugen, den alle Welt hoch preist, ja dem von allen Zungen wird Ehr und Dank gesungen, so weit die Sonne freist. 9. Sein Stuhl muß ewig dauern, sein Scepter stehet fest, sammt 3ions starken Mauern. Er ist aufs allerbest mit Freudenöl gezieret, hoch ist er aufgeführet, der nicht sein Volk verläßt. 10. ft Gott nun offenbaret im Fleisch, so glauben wir, daß der, so uns bewahret und segnet 121 für und für, sei Gott und Mensch zu nennen; es lässet sich nicht trennen der Gott und Mensch allhier. 11. Durch Jesum ist bereitet die ganze Welt; er hat den Him mel ausgebreitet: es ist durch seinen Rath der Engel Heer erschaffen, ein Heer, das ohne Waffen oft große Wunder thut. 12. Er, Jesus kann erwecken die Todten kräftiglich, er weiß, ein Ziel zu stecken dem starken Wütherich; er prüfet Herz und Nieren, will in den Himmel führen, die selbst verleugnen sich. 2. Hoherpriester ohne Tadel! Lebensfürst von großem Adel! Licht und Herrlichkeit entfalten, Segnen heißt dein hohes Walten. Segnend trittst du mir entgegen, und so wünsch ich einen Segen, einen Ruhm an meinem Grabe: daß ich dich geliebet habe. 3. Elend bin ich und verdorben, in der Sünde fast erstorben; Sünder können nichts verdienen, nichts vergüten, nichts verfühnen. Willst du in der ewgen Hütte mich vergessen in der Bitte, nicht 13. Laßt uns zusammentreten, des Allerhöchsten Sohn in Demuth anzubeten, denn ihm ist ja die Kron der Ehr und macht gegeben. Gieb, Herr, nach diesem Leben auch uns den Gnadenlohn! Joh. Rist. XIII. Passions- Lieder. Mel.: Schmücke dich, o liebe. * 246. An dein Bluten und ich sterben und verzagen. Erbleichen, an dein Opfer ohne Gleichen, an dein priesterliches Flehen mahnet mich des Geistes Wehen; und so wünsch ich, ewge Güte, für mein Leben eine Blüthe, einen Ruhm an meinem Grabe: daß ich dich geliebet habe. init auf deinem Herzen tragen, muß 4. Da die Mörder dich getödtet, hast du ja für sie gebetet, bei dem Vater dich verwendet, weil die Sünde sie geblendet. Jesu, willst du für mich flehen, wird dein Auge Gleiches sehen; was ich auf mein Haupt geladen, ruft zu dir um gleiche Gnaden. 5. Du nur giltſt im Heiligthume; und zu deiner Wunden Ruhme, weil du für die Sünder litteft, giebt der Vater, was du bittest. Wenn schon Zornesflammen lodern, darfst du noch Erbarmen fordern, Hülfe, wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. 6. O wie groß ist dein Vermögen! Priesteramtes fannst du pflegen, Welten auf dem Herzen tragen. Sünd und Hölle nieder Passions- Lieder. 122 schlagen, Gräber öffnen, Todte wecken, ihrer Blöße Schande decken, und hinauf zum ewgen Leben in der Mittlershand erheben. 7. Was ist Reichthum, Lust und Ehre, was ein Ueberfluß, wie Meere, wenn du, Herr, mich nicht erkennest, nicht im Heiligthume nennest? Selger Pilger, dem die Kunde tief ertönt im Herzensgrunde: Christus, meine Lebenssonne, denket mein im Gnadenthrone! Alb. Knapp. Mel.: Ach Gott, erhör mein. 247. 2, stirbt denn ſo Leben? Ja, es ist hin, der Geist ist aufgegeben; mein Herr ist todt, o Angst, o Noth! Kann Jemand auch, wie ich, im Kummer schweben? 2. Am Abend stirbt der Aufgang aus der Höhe, es leget sich das früh gejagte Rehe. Ach weint mit mir, flagt meine Zier, ach, daß ich nicht mit ihm zur Erden gehe! 3. Des Vaters Wort, der Schuß und Truß der Frommen, der Siegesfürst ist schmählich umgekommen; des Himmels Preis, des Davids Reis, die Roi im Thal ist von der Welt genommen. 4. Der ist erstarrt, vor dem die Höll erschricket, vor welchem sich der hohe Himmel bücket; der Seelenfreund, des Todes Feind, wird von dem Tod ins finstre Grab gerücket. 5. Jhr Gräber brecht, ihr harten Felfen splittert, du Sonn erblaß, ihr Erdentlüfte schüttert; du Luft, du Meer, du Sternen heer, flagt euren Herrn; ihr Elemente, zittert! Erde; gieb her Gewand mit milder Hand, gieb Salben, daß er wohl begraben werde! 7. Mein Jesu Christ, auch ich will dich bedenken, ich will dir, Herr, die Specereien schenken der wahren Reu; mein Herz wird neu. In dieses Grab will ich dich, Heiland, senken. 8. Das Grab soll mir dein guter Geist versiegeln, der Glaube solls mir fest und wohl verriegeln. Bleib du in mir; laß mich in dir und deiner Treu andächtiglich bespiegeln. G. W. Sacer. In eigener Melodie. 248. Als Gottes Lamm und Leue entschlafen und verschieden, erwacht in Lieb und Treue ein Paar recht frommer Jüden, die machten sich zum Kreuz hinzu, dich, o du unsre ewge Ruh, zu deiner Ruh zu bringen. 2. Also weiß Gott die Seinen im Kreuz in Acht zu nehmen, und die es böse meinen, zur rechten Zeit zu zähmen. Das Wüthen nimmt zuletzt ein End, und wann die Unschuld gnug geschändt, so findt sich, der sie ehre. 3. Denn einer aus dem Rathe, Joseph der fromme Reiche, der wagt es, ging und bate Pilatum um die Leiche, Pilatus war bereit und gab Befehl, daß man sie nehme ab und Joseph übergebe. 4. Gesegnet sei dein Wille, Joseph, und dein Begehren. Gott wolle dir die Fülle der Freuden dort gewähren, daß du, den meine Seele liebt, vom Kreuze, da man ihn betrübt, so freudig los gebeten. 104 5. Hierzu hat sich auch funden 6. Der Hirt ist todt für die des Nikodemi Treue, der bringt geliebte Heerde; fomm, Joseph, bei hundert Pfunden der besten fomm, und bring ihn zu der Specereie, die M hen sammt Passions- Lieder. der Aloe, zu salben den, der aus der Höh uns salbt mit seinem Geiste. 6. Da siehst du, wie die Schwachen zuletzt gestärket werden. Gott kann zu Helden machen, was blöd ist hier auf Erden. Der Glaube, der im Finstern lag, bricht endlich an den hellen Tag und leuchtet wie die Sonne. 7. Nun diese beiden Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und wickeln ihn in Leinen, verwahren ihn zugleich dabei mit edler theurer Specerei, wie in Judäa bräuchlich. 9. Es war nicht weit von hinnen, wo Christus starb, zu schauen ein Garten, und darinnen des Josephs Grab gehauen gar neu in einen Felsenstein, da legten ihren Schatz hinein die zwei geliebten Herzen. 8. So soll man Christum ehren, 4. Der am Kreuz ist meine wenn er nun liegt darnieder; wir Liebe; foltre nur, Tyrann, und sollen balsamiren ihn und sein stoß! Hunger, Blöße, Hentersarme Glieder, die unbekleidten hiebe, nichts macht mich von wickeln ein, und die, so ganzJesu los; nicht Gewalt, nicht verlassen sein, mit unsrer Hülf Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, annehmen. kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 10. Ach Jesu, dessen Schmerzen mir all mein Heil erworben, fomm, ruh in meinem Herzen, das in der Sünd erstorben! Laß dirs gefallen, ich will dir dein Grab bereiten in mir hier, so leb und sterb ich selig. 123 Liebe; Frebler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. In eigener Melodie. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe, Sünde, du bist mir ver= haßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn, trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. * 249. Der am Kruz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslüst! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Mel.: Herr und Aeltster deiner. Bant Gerhard. 249. ines wünsch ich mir vor allem Andern, eine Speife früh und spät. Selig läßt im Thränentbal sichs wandern, wenn dies Cine mit uns geht. Unverückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgen Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlig niedersant und den Kelch des Vaters trank. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe; komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Joh. Mentzer. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so 124 bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürftend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: es ist vollbracht! Passions- Lieder. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit theurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süBen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir Alles thun und Alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Alb. Knapp. In eigener Melodie. Matth. 27, 50. 251. Brich entzwei, mein armes Herze, mein armes Herze, brich entzwei! Ach, mein Schmerz, dergroßeSchmerze, der ist so viel und mancherlei. Der Himmel zittert, die Erd erschüttert. Ach Noth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 2. Klaget mit, ihr stummen Mauern; ach, seht euren König an! Kanns euch nicht, ihr Steine, dauern, was harte Felsen dauern kann? Die Berge springen, die Felsen klingen. Ach Neth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist toti 3. Seufzet mit, ihr stillen Flüsse, bejammert eures Königs Fall; weint ihr Wolken Thränengüsse, weint doch ihr Quellen allzumal! Die Meere brausen, die Stürme sausen. Ach Noth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 4. Trauert mit, ihr hellen Lichter, ihr klaren Sterne, finstert euch, finstert eure Angesichter! Der Herrscher hängt jetzt blaß und bleich. Die Sonne sinket, kein Mondlicht blinket. Ach Noth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 5. Fall und stirb, du Sammt und Seiden, vermeide allen Stolz und Pracht! Jebund muß mein Jesus leiden, mein Jesus wird jetzt umgebracht. Der Scharlach weißet, der Vorhang reißet. Ach Noth!:: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 6. Lasse, Welt, jett Lust und Prassen, ach, weinet vielmehr, die ihr lebt, denn mein König muß erblassen, der über alles lebt und schwebt. Die Grüfte beben, die Todten leben. Ach Noth!: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 7. Jeju, du mein Schaß und Leben, hier bring ich mein Herz, nimm es an! Das soll sich der Welt begeben, soll weinen, trauern, was es kann, so lang sicbs reget, und noch beweget. Ach Noth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! 8. Jesus, er mein Schat, ist blieben, ach jämmerlich, an einem Pfahl. Ach, mein Schaß, den ich muß lieben in Ewigkeit und überall, den soll ich lassen. Ach Noth ohn Maaßen! Ach Noth!:,: Jesus Christ, mein Herr, ist todt! D. Trommer. In eigener Melodie. 252. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Passions- Lieder. 125 In eigener Melodie. geleget, allda mit Hütern ver253, Christus, der uns se= wahrt, wie Matthäus zeiget. lig macht, Bös hat begangen, ward für uns zur Mitternacht als ein Dieb gefangen, geführt vor gottlose Leut und fälschlich vertlaget, verlacht, verhöhnt und verspeit, wie denn die Schrift faget. 8. O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dantopfer schenken. 2. In der ersten Tagesstund ward er unbescheiden als ein Michael Weiße. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Mörder dargestellt Pilato, dem* 254. ChriſtiBlut und Ge Heiden, ihn befand ohn Urfach des Todes, ihn derhalben von sich sandt zum König Herodes. rechtigkeit ist meines Glaubens Sicherheit. Wenn das Geseß die Sünde sucht und mich verdammet und verflucht, so spricht mich da mein Heiland frei, daß nichts Verdammlichs an mir sei. 3. Um drei hat der Gottessohn Geißeln fühlen müssen, sein Haupt ward mit einer Kron von Dornen zerrissen; gekleidet zu Hohn und Spott, ward er sehr geschlagen, und das Kreuz zu seinem Tod mußt er selber tragen. 4. Um sechs ward er nackt und bloß an das Kreuz geschlagen, an dem er sein Blut verdienst mein Eigenthum. goß, betet mit Wehklagen. Die Zuschauer spotten sein, auch die bei ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen Dingen. 5. Jesus schrie zur neunten Stund, flaget sich verlassen; bald ward Gall in seinen Mund rit Effig gelaffen; da gab er auf seinen Geist und die Erd erbebet; des Tempels Vorhang zerreißt, und manch Fels sich hebet. 3. Damit will ich vor Gott bestehn als auserwählt, gerecht und schön. So väterlich ist Gott gesinnt, er küßt mich als sein trautes Kind und hat mir alle Seligkeit zum Erbtheil ewiglich bereit. 4. Wenn ich zum Himmel werd eingehn und er mich da wird recht erhöhn, so will ich mit der Engelschaar ihn fröhlich loben immerdar. Indeß sei hier auch lebenslang ihm Lob und Ehre, Preis und Dank! e Erdm. Neumeister. In eigener Melodie. und Wasſer rann, die Schrift zu 255. Da Jeſus an dem an, Kreuze und ihm sein Leichnam war verwundt sogar mit bittern Schmerzen, die sieben Wort, die Jesus sprach, betracht in deinem Herzen. 2. Zum ersten sprach er süßiglich zum Vater in dem Himmel5. Da man hat zur Vespe seit die Schächer zerbrochen, ward Jejus in seine Seit mit dem Speer gestochen; daraus Blut 2. Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid zu meiner größten Herrlichkeit: ich ziehe Jesum Christum an, wie er für mich hat gnug gethan; so ist, zu seiner Gnade Ruhm, sein ganz Vernur um unsertwillen. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward Jesus vons Kreuzes Stamm durch Joseph genommen, herrlich nach jüdischer Art in ein Grab Passions- Lieder. 126 reich mit Kräften und mit Sinnen: Bergieb ihn'n, Vater, sie wissen nicht, was sie an mir beginnen. 3. Zum andern denk der großen Gnad, die Gott dem Schächr bewiesen hat, sprach Gott gar gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir sein in meines Vaters Reiche. 4. 3um dritten denk seinr großen Noth, laß dir die Red nicht sein ein Spott: Weib, schau dein Sohn gar eben; Johannes, nimm deine Mutter wahr, sollst ihr gar eben pflegen. 5. Nun merket, was das viert Wort war: Mich dürst so hart ohn Unterlaß, schrie Gott mit Angst und Schmerzen; der Menschen Heil begehret er von ganz liebreichen Herzen. 6. 3um fünften denk der Angst dabei: Mein Gott, mein Gott, am Kreuz er schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz übr die Maaßen. 7. Das sechste war ein kräftig Wort, das mancher Sünder auch erhörtaus seinm göttlichen Munde: Es ist vollbracht meinLeiden groß, wohl hier zu dieser Stunde! 8. 3um siebenten: Ich meine in Händ befehl in meinen letzten Zeiten, weil sie jetzt von mir scheiden will, und mag nicht länger bleibn. 9. Wer Gottes Martr in Ehren hat und oft gedenkt der sieben Wort, deß will Gott eben pflegen wohl hier auf Erd mit seiner Gnad, und dort im ewgen Leben. Joh. Böschenstein. 20161117 ten tragen, hat es auf sich genommen, daß wir dem Tod entkommen. Hab Dank, o lieber Herr Jesu! 2. Es wird getödt das Leben, der Herr für seine Knechte. Er ward in Tod gegeben, daß fer als der Gerechte die Ungerechtigkeiten austilge durch sein Leiden. Hab Dank, o lieber Herr Jesu! 3. O große Gottesliebe, voll himmlischer Geberden! Durch deine starken Triebe kommt Gottes Sohn auf Erden, läßt ihm sein Blut vergießen, und stillet mein Gewissen. Hab Dank, o lieber Herr Jesu! 4. Der hat für mich gelitten, und alles ausgestanden. Ich komme durch sein Bitten nun wieder aus den Banden; er hat sie ganz zerbrochen, und für mich gut gesprochen. Hab Dank, o lieber Herr Jesu! 5. Er hat für mich gebüßet und selbst sich lassen fangen. Es hat mir nicht gemisset, daß ich leer ausgegangen. Hab Dank, o Heil der Armen! Hab Dank für dein Erbarmen! Hab Dank, o lieber Herr Jeſu! C. Arnschwager. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 257. Deru, Herr Jefu deinem Grab gehalten haſt, gieb, Ruh und Rast in daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Bein ein Eingang in das Georg Werner. Mel.: O Lamm Gottes, unschuldig. 256. Das fromme Lamm erduldet den Tod fammt allen Plagen; die Straf, Leben sein! so wir verschuldet und billig foll- J Passions- Lieder. 127 und von Dornen wird verwundt, Mel.: Gott, du frommer Gott. * 258. Du großer Schmer- krönet mich zum Leben. zensmann, vom Vater sehr geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Noth, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Theil. 4. Dein theures Blut, das höchste Gut, muß häufig von dir fließen, nur daß ich des Himmelreichs möchte frei genießen. 5. Die Nägelmal und alle Zahl der tiefen, blutgen Wunden haben mir in Ewigkeit Lebenstroft erfunden. 6. Dein Angstschrei macht mich ganz frei von meiner Angst und Sünde, daß ich nun an ihrer Statt Trost im Herzen finde. 7. Jesu, gieb, daß meine Lieb sich in dein Blut versenke, damit ich an diesen Schatz für und für gedenke. 3. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen, und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen 8. Und wenn zuletzt mir hart mit Geduld durch deine Dornen- zusetzt der Tod und seine Schretkron, wenns kommen soll mit uns ken, dann, o Mittler, laß allein zum Blute, Schmach und Hohn. dein Verdienst mich decken. 4. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Aengsten lieMel.: An Wafferflüssen Babylon. und trägt die Schuld gen: durch deinen Todeskampf 260. Ein Lämmlein geht uns im deine Banden, Herr, bind uns, wie dirs gefällt, hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 5. Laß deine Wunden sein ein Arznei unsrer Sünden: laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen. O Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren sein! M. Adam Thebesius. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 259. Durch deine Noth und bittern Tod, den du für mich erlitten, hast du mir die Seligkeit, o mein Heil, erſtritten. 2. Recht williglich nimmst du auf dich die schwere Sündenbürde, nur daß ich heschwerter Mensch meiner Last los würde. 3. Die Marterfron, o Gottessohn, damit dein Haupt umgeben, der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, er= giebt sich auf die Würgebank, entzieht sich aller Freuden; es nimmt an sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen. Den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornesruthen. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund! Leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an 128 Passions- Lieder. deinem Mund, mein Wirken ist 8. Das soll und will ich mir dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen! O Liebe! Liebe! du bist stark; du streckfest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. chia thibur zu Nuß zu allen Zeiten machen. Im Streite soll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 4. Du marterst ihn am Kreu zesstamm mit Nägeln und mit Spießen; du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und 9. Was schadet mir des ToAdern fließen; das Herze mit des Gift? Dein Blut das ist der Seufzer Kraft, die Adern mein Leben. Wann mich des mit dem edlen Saft des purpur- Kreuzes Hiße trifft, so kann mirs rothen Blutes. O süßes Lamm, Schatten geben. Seßt mir der was soll ich dir erweisen dafür, daß Wehmuth Schmerze zu, so find du mir erzeigest so viel Gutes? ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des KreuzesUngestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anter. furth 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen! du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. up 10. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, will er lichkeit bei Nacht und Tage singen; mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer brinfür gen. Mein Bach des Lebens foll und für in Tankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schäße, die viel größer sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, und Allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Bessers funden! Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. als eine wohlgeschmückte Breut an deiner Seite stehen. Paul Gerhard. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 261.Gegrüßet ſeift du, Gott, mein mein eigne Lieb und schönstes Theil, gegrüßet feist du, werthe Brust, du Gottessohn, du Menschenlust, du Träger aller Bürd und Last, du aller Müden Ruh und Rast! 2. Mein Jesu, neige dich zu mir mit deiner Bruſt, damit von dir mein Herz in deiner Lieb entbrenn, und von der ganzen Welt sich trenn; halt Herz und Brust in Andacht reich, und mich ganz deinem Willen gleich. 3. Mach, Herr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Inflath rein und hell, der du Passions- Lieder. bist Gottes Glanz und Bild und aller Armen Trost und Schild; theil aus den Schäßen deiner Gnad, auch mir mit Gnade, Rath und That. 129 Todesnoth, und machst mich sicher wohnen. Laß Höll und Teufel böse sein. Was schadts? Sie müssen dennoch mein und meiner Seelen schonen. 4. O süße Brust thu mir die Gunst, und fülle mich mit deiner Brunst. Du bist der Weisheit tiefer Grund, dich lobt und singt der Engel Mund; aus dir entspringt die edle Frucht, die dein Johannes bei dir sucht. 5. In dir wohnt alle Gottes- ben. Ach, bleib mir hold und füll, hajt alles, was ich wünsch gutes Muths, bis mich die Ströme und will. Du bist das rechte Got deines Bluts ganz rein gewaschen teshaus; drum wenn zur Welt haben. ich muß hinaus, so schleuß mich treulich in dich ein, und laß mich ewig bei dir sein. 5. Sei du mein Schatz und höchste Freud! Ich will dein Dies ner bleiben und deines Kreuzes Herzeleid will ich in mein Herz schreiben. Verleihe du mir Kraft Paul Gerhard( nach St. Bernhard). Wiel.: An Wasserflüssen Babylon. 262. Gegrüßet feistou, meine und Macht, damit, was ich bei Kron und König aller Frommen, der du zum Trost von deinem Thron uns armen Sündern kommen. O wahrer Mensch, o wahrer Gott, o Helfer voller Hohn und Spott, den du doch nicht verschuldest! Ach, wie mir bedacht, ich mög ins Werk auch sehen. So wirst du, Schönster, meinen Sinn und alles, was ich hab und bin, ohn Unterlaß ergößen. Paul Gerhard( nach St. Bernhard). Mel.: Herr Jesu Christ meins. ſo arm, wie nadt und blos hängit 263. Herr Jefu Chrifti du am wie schwer und groß ist dein Schmerz, den du duldest! theures Blut meiner Seelen höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Es fließt dein Blut; es klagt dein Mund; dazu wirst du verhöhnet; dein heilger Leib ist ganz verwundt, dein Haupt mit Dorn gekrönet. O unbeschränkte Majestät, wie kommts, daß dirs so tläglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Wer dankt dir des? Wo ist der Mann, der sich wie du für uns gethan, für dich zu sterben freue? 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrentleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. Was soll ich dir doch immermehr, mein Heiland, dafür geben, daß dein Herz dich so hoch und sehr bemüht hat um mein Leben? Du rettest mich durch deinen Tod von mehr als einer 4. Vor großer Lieb und heilger Lust, damit du mich erfüllet, drück ich dich an mein Herz und Brust, so wird mein Leid geſtillet, das deinen Augen wohl befannt; und das ist dir ja keine Schand, ein krankes Herz zu la3. Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein Lebensjaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel. Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. D. J. Olearin. 9 Passions- Lieder. 130 Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 264. 5er Jefu, beine Angſt bist du gerathen und und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit fein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth und deinen herben bittern Tod, jo lang ich lebe, denken. I0 0917 590019175 2. Laß deiner Seele Höllen qual, dein blutgeronnen Schwitzen und übrig Elend allzumal, darin du mußtest fißen, mir oftermalen fallen ein und eine starke War nung sein vor allen Missethaten. 3. Die Wunden alle, die du haft, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland schone mein! Laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Sport und Hohn, mußtst an dem Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rath und unsre schwere Missethat bei Gott berföhnen möchteſt. chripritof der 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst bintünftig bringen, so will ich droben noch viel mehr, zusammt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Noth, und selig sterbe! Amen. Schuld? In was für Missethaten 200 11901910 DIT 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gefrönet, ins Angesicht ge= schlagen und verhöhnet; du wirſt mit Eisig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Urfach folcher Blagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen. 10 Jch, o Herr Jeju, babe bas verschuldet, was du erduldet. 91( UD 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe, der gute Hirte leidet für die Schafe. Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirft den Tod und ist entgangen; Gott wird gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. große Lieb, o Lieb ohn alle Maaße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Sch lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solcheTreu ausbreiten? Keins Menichen Herz vermag es auszudenten, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sin nen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Liste dämpf und zähme, In eigener Melodie. 265. Herzliebſter Jefu, was daß sie auss neu mein Herze nicht daß man ein solch scharf Urtheil 11. Weil aber dies nicht steht bat gesprochen? Was ist die in eignen Kräften, fest die Be Passions- Lieder. gierden an das Kreuz zu beften, ich, von der Sünde frei, being der Diener 266.meinetwillen streckſt Mel.: Jesu der du meine Seele. rommes Lamm, um tactiner Schriften zu erfüllen, läßt du von der frechen Schaar allen Frevel an dir üben, und dein unvergleichlich Lieben nimmt die Fesseln willig an, die es doch vermeiden kann. ORI mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, tein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies Alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du es doch nicht gar bei Seite leben. In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht be schämen. ingill B 15. Wann Herr wird bot deinem Throne auf* 267.Frugselbst diekrankMel.: Gott, du frommer Gott. 19 Whe Jes. 53. 190, tchauf 100 ürwahr, Herr Ehrenmeinem Haupte stehn die frone, da will ich dir, wann alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann. 11 heit unsrer Sünden, die Schmerzen wollte er an sich für uns empfinden; was uns an Leib und Seel müßt quälen ewiglich hat sein Tod abgewandt; das Its bast glaub ich feſtiglich. den Gott also geschlagen und und die 2. Wir für meinten nicht, daß wir verursacht solche Plagen, da doch dies alles kommt von unsrer Missethat, weil so viel Wunden ihm die Sünd geschlagen hat. damit wir Frieden haben; durch 3. Auf ihm liegt alle Straf, seiner Wunden Heil kann er die Seele laben. Wir gingen in der Irr, ohn Hirten, arm und bloß; der Herr warf unsre Sünd auf ihn und und sprach uns los. 2. Du bist überreich an Stärke, Kraft und Allmacht wohnt bei dir; aber hier in deinem Werke geht Geduld der Allmacht für. O, sonst müßten Band undSchlingen wie des Simsons Stricke springen. Für mich giebst mit stil lem Sinn du dich in die Fesseln hin. 3. Habe Dank für deine Güte, gieb mir deiner Bande Kraft, und befreie mein Gemüthe von geheimster Leidenschaft. Laß auch die verborgnen Schlingen gänzlich brechen und zerspringen, daß 131 4. Laß in meinen Lebenstagen den durch dich erlösten Geist keine andern Bande tragen, als Diego du mich tragen heißt, Bande deiner Furcht und Liebe. Lege mei nes Fleisches Triebe solche Strick und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. Joup 5. Sollt ich einst die Ebr erlangen, daß ich, deines Geistes voll, auch in andern Fesseln pranfoll: ad, so laß mich in den gen, und für dich was leiden Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja, in aller Todes pein ein dir ähnlichLämmlein sein. Hod 4. Wie ein geduldig Lamm, das man zur Schlachtbank führet, das ganz verstummet ist und sich kaum regt noch rühret: so trug der Herr für uns sein Kreuz, hat durch sein Tod erlöst der Sünder Schaar aus aller Sündennoth. 9* 132 Passions- Lieder. 5. O Jesu, dir sei Dank, daß 7. So gehn wir mit Geduld du für uns gestorben, und hast und Hoffen in deiner Kreuzkirch durch deinen Tod das Leben uns aus und ein. Wir finden stets erworben. Führ uns durch deinen den Himmel offen; dein Kreuz Tod ins ewge Leben ein, so wol- muß uns der Schlüssel sein, bis len wir auch dort dir ewig dank- wir aus Kreuz und Leiden gehn bar sein. D. J. Olearius. und dort in Zions Kirche stehn. sdms0 Benj. Schmold. Mel.: Wer nur den lieben Gott. * 268.einem Streuze, ge= 269. frommster Mann, ier steh ich unter Mel.: Es woll uns Gott gnädig. dich, du ITIL freuzigter Herr Jesu Chrift; hilf, daß uns keine Lust mehr reize, der herzlich gern vergiebet. Wie die deinem Kreuz zuwider ist, schmerzlich Weh wird dir gethan, daß nichts in unserm Herzen steh, wie wird dein Leibis betrübet! als Jefus der Gefreuzigte Es grüßet dich mein ganzer Geist, du meines Heilands Seite, du edler Quell, aus welchem fleußt das Blut, das so viel Leute von ihren Sünden wäschet. Two Sid 1912. Ich mach, Herr Jesu, mich zu dir, ach halt mirs ja zu gute, und laß mich suchen Troft bei 3. Zum Kreuze warest du er- dir in deiner Wunden Blute. foren, im Kreuz berlangt und Du werthe Wunde, sei gegrüßt, vorgebildt, zum Kreuz auf die- du weites Thor der Gnaden, fer Welt geboren, am Kreuz mit Noth und Tod erfüllt. So predigt man in aller Welt nur dich, am Kreuze vorgestellt. 2. Kein ander Bild wird uns gewiesen, als das, so dich am Kreuze weist; so wird auch keiner je gepriesen, daß er dein rechter Jünger heißt, er nehme denn fein Kreuz auf sich und folge dir beständiglich. daraus sich Blut und Wasser gießt und da all unserm Schaden fann abgeholfen werden: ist 3. Du bist mir süßer als 4. gieb, daß wir denn auch der Wein, und heilst das Gift im Glauben mit dir, Herr Christ, der Schlangen; du flößest mit gefreuzigt sein; will uns das das Leben ein und stillst des Fleisch die Kräfte rauben, so schlag| Dursts Verlangen. Eröffne dich, ihm deine Nägel ein. Nur der gehöret Christo an, der sich ans Kreuze beften kann. Y90STY du liebe Wund, und laß mein Herze trinken; ists möglich, laß mich gar zu Grund in dir gehn und versinken, so werd ich mich recht labend him to a 5. Die Welt laß uns zu allen Zeiten, und uns der Welt gekreuzigt sein. Soll uns dein Kreuze 4. Mein Mund streckt sich mit stets begleiten und geht es mit uns aus und ein, so lehr uns wohl die Kreuzgebühr und tröst uns mit der Kreuzeszier. aller Kraft, damit er dich be rühre, und ich den theuern Be benssaft in Mark und Beinen spüre. Ach wie so süße bist du doch, Herr Jesu, meinem Herzen; wer dich recht liebt, dem wird das Joch der bittern Todesschmer zen gleich als wie lauter Buder 5. Verberge mich und schleuß mich ein in deiner Seiten Höhle; hier laß mich stillundsichersein, hier 6. Es sei nun ferne von uns rühmen, denn nur von deinem Kreuz allein! Für deinen Tod Kreuz, Blut und Striemen, laß uns von s Herzen dankbar sein. Dein Kreuz wird uns zu jeder Zeit zum Anker unsrer Seligteit. Passions- Lieder. 133 Mel.: Christus, der uns selig macht. DATO esu, deine will ich jetzt bedenmeine Wann mich ver talte Tod befällt, und wann 271. der höllscheLeue nach mir und meinem Geiste stellt, so laß in deiner Treue mich dann feinrubigbleiben. Baul Gerhard( nach St. Bernhard). 3. Ach, was soll ich Armer sagen? Alle Wunden, die du hegst, alle Striemen, die du trägst, hab ich dir selbst helfen schlagen. Je fu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod. tison wo 4. Dein Gesicht ist dir zerstoßen, deiner Augen Freundlich teit ist verächtlich angespeit von des Teufels Hülfsgenossen. Jesu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod.mopmolbe d ken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu ſein, litteſt alle Mel.: Ach, was soll ich Sünder. 270. Gefu, dein betrübtesLeipromit i Kreuzespein soll mein ganzes Denten sein, allen Welttand zu vermeiden. Jeju, deine bittre Noth tränket mich bis auf den Tod 12. Deines Leibes blutig Schwißen, deiner Seele Höllenqual, deine Striemen allzumal, deiner Krone Dornenspiben, solche deine bittre Noth kränket mich 2. Meine Seele jeben mag deine Angst und Bande, Speichel, Schläge, Hohn und Schmach, deine Kreuzesschande, deine GeiBel, Dornenkron, Speer und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottes Sohn, der mich dir verbunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen: laß mich bis auf den Tod. mir auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, nicht der Heidn Gesinde. 4. Jesu lehr bedenken mich dieß mit Buß und Reue; hilf daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust, und nicht wollen meiden, was du, Herr, selbst büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jeſu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle; dich und deine Passion laß mich gläubig fassen. Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 5. Herr, du bist uns nachgegangen, haft verlassen deinen Thron; ist dies nun dein Dank und Lohn, daß du mußt am Kreuze hangen? Jesu, deine bittre Noth fränket mich bis auf den Tod. 6. Sollte mich denn dies nicht 6. Gieb auch, Jesu, daß ich tränken? Sollt ich nicht bei dieser gern dir das Kreuz nachtrage, Zeit fliehn der Erde Eitelkeit daß ich Demuth von dir lern und an deinen Tod gedenken? und Geduld in Plage, daß ich Jesu, deine bittre Noth kränket dir geb Lieb um Lieb. Indeß mich bis auf den Tod. laß dies Lallen( bessern Dank ich dorten geb), Jesu, dir gefallen! Siegmund von Birken. 7. Laß, Herr Jesu, laß dein Leiden, deine Marter, Angst und Peind meine letzte Zuflucht sein, wenn ich soll von hinnen scheiden. Hilf, daß ich durch deinen Tod fanft beschließe meine Noth. Tob. Clausnitzer. In eigener Melodie oder: 272. Wunden, deine Mel.: Zion flagt mit Angst und. deine tiefe 1134 Passions- Lieder. Qual und bittrer Tod geben mir Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich.. zu allen Stunden Troft in Leibs-* 273h danke dir für deinen Herr fu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth empfandst in deinem Herzen; laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seelen sein, wenn mir die Augen brechen. ind todistill und Blut, so gedenk ich an dein 2. Ich danke dir für deine Leiden, bald wird alles wieder Huld, die du mir hast erzeiget, dugut. Kommt der Satan und da du mit Zahlung meiner Schuld fetzt mir heftig zu, halt ich ihm dein Haupt zu mir geneiget. Ach für deine Gnad und Gnaden- neig dich auch zu mir, mein Gott, zeichen, bald muß er von dannen wenn ich gerath in Todesnoth, weichen. Indnstunt.dms daß ich Genade spüre. d 3. Will die Welt mein Herzen 3. Laß meine Seel in deiner führen auf die breite Wollust- Gunst aus ihrem Leibe scheiden, bahn, da nichts ist als Jubiliven, auf daß an mir nicht sei umsonst alsdann schau ich emsig an dei- dein theuerwerthes Leiden. Nimm ner Marter Centnerlast, die du sie hinauf zur jelben Frist, wo ausgestanden haft; so kann ich du ihr liebster Jesus bist, und in Andacht bleiben, alle böse Lust laß mich ewig leben. bertreiben. 10 191 Inmanstund Joh. Angelus. Tid Mel! Christus, der uns ſelig. was Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. tcham thin tbr and 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch 4. Ja für alles, das mich tränket, geben deine Wunden 274. Kraft; wenn mein Herz hinein eju, meiner Seelen Licht, Freude meisich sentet, frieg ich neuen Le- ner Freuden, meines Lebens Zubenssaft. Deines Trostes Sü- versicht, nimm doch für dein Bigkeit wend in mir das bittre Leiden diesen schlechten Dank hier Leid, der du mir das Heil er- an, jo viel meine Seele immer worben, da du bist für mich ge- dir bringen kann in der storben. lidsil gehheitshöhle. p 5. Auf dich setz ich mein Ver- 2. Ich erwäg es hin und her, trauen, du bist meine Zuversicht; was dich doch bewogen, daß du dein Tod hat den Tod zerhauen, so viel Herzbeschwer haft auf dich daß er mich kann tödten nicht. gezogen, daß du Angst, Gewalt Daß ich an dir habe Theil, brin- und Noth, Schläg und Hohn get mir Trost, Schuß und Heil; und Banden, Lästerungen, Kreuz deine Gnade wird mir geben Auf- und Tod willig ausgeſtanden. erstehung, Licht und Leben. 800 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigteit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich über wunden. Joh. Heermann. 3. Gottes Wohlgewogenheit, Vaterlieb und Güte, deine Herzensfreundlichkeit und ein treu Gemüthe, Jesu, hat es ausge bracht, daß kein Mensch verzaget, wenn der Sünden Mengund Macht die Gewissen naget od 4. O du wunderbarer Rath, den man nie ergründet! Oder unerhörten That, die man nir Passions Lieder. A135 der Erdenknecht, trobiglich( ver 275.Jeu, meines Lebens der& rventnecht, trobiglich nicht einer meines Leber wird an Gott, doch gerecht, durch und durch gerochen. 105.4 Meine schnöde Lustbegier, Lodes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, hat dicholson zerschlagen, diese in das äußerste Verderben, nur Krankheit hab ich dir, Jesu, auf- daß ich nicht möchte sterben, taugetragen. Meine Schuldsund fend, tausendmal sei dir, liebster Missethat hat dich so berbürget, Jesu, Dank dafür! nisdigar bis sie dich auch endlich hat un- 90 2. Du, ach du hast ausgestan= recht hingewürgetid sidaludden Lästerreden, Spott und Hohn, du 6. Alle Strafe, der ich war Speichel, Schläge, Strick und Tag und Nacht verbunden, liegt Banden, du gerechter Gottessohn, auf dir nun ganz undbgar, und nur mich Armen zu erreten von durch deine Wunden wird uns des Teufels Sündenketten. TauFried und Heil gebrachtb Drum send, tausendmal sei dir, liebster swill mir geziemen, deine starke Jesu, Dank dafür! Liebesmacht ewiglich zu rühmen. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu seben mich in Ruh. Ach, du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tauſend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Laß doch diese Sicherheit gleichfalls mein Gewissen zwischen Angst und Tod und Streit kräftiglich genießen! Ach, ach, meines Herzens Herz, wirf durch deine Schmerzen meine Schmerzen hinterwärts fern aus meinem Herzen! $ 1929 8. Und wie schnell mein her Herz erschridt über Straf und Sünden, so schnell werd ich gleich erquict, wenn ich Gnad tann finden. Jesu, sieh ich falle dir zu bewegt? Daß du mit zerknirschter Buße und mit Besserungsbegier glaubenstühn su Fuße. 19111 11. 4. Man hat sich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen gar gekrönets Was hat dich damöchteſt mich ergößen, mir die Ehrenfron aufseßen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! dan 0001 outs by 9. Nun, ich weiß, worauf ich bau und bei wem ich bleibe, wessen Fürsprach ich vertrau und an wen ich glaube, Jesu, du bist es allein, der mich hält und schüßet, wenn gleich alle Höllenpein auf mich schießt und blizet. 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du fonder Trost gehangen. Taufend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! lotira 10. Ich will, weil ich mit dir 6. Du hast dich in Noth gefrei, werd im Himmel erben, stecket, hast gelitten mit Geduld, Herr, in deinen Armen treu gar den berben Tod geschmecket, leben und auch sterben; bis man um zu büßen meine Schuld; daß fröhlich sagen wird nach den ich würde losgezählet, hast du Todesbanden: Sieh, dein Bräu- wollen sein gequälet. Tausend, tigam und Hirt, Jesus, ist vor- tausendmal sei dir, liebster Jesu, shanden songs Dank dafür! 7. Deine Demuth hat gebüßet m om sid tod at$. Held. 136 Passions- Lieder. meinen Stolz und Uebermuth; o Gotteslamm, mich halt an deidein Tod Tod nes Kreuzes Es kommt Alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal jei dir, liebster Jeju, Dank dafür! 8. Es zürne nicht dein treuer Sinn, daß ich dir so beschwerlich bin. Dein theures Blut, das wasch allein, Herr Jesu, mich von Sünden rein. sided 910 9. Ermuntre dich, Herz, Seel und Muth, damit ich dich, o höchstes Gut, der dun gelitten Schläg und Spott, erfenn als meinen starten Gott.dingschi 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für geſammte Noth; für die Wunden, für die Schmer zen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, 10. Ihr schwachen Knie und für dein Angst und tiefe Pein Füße schafft doch meiner müden will ich ewig dankbar sein.sors Seelen Kraft, daß sie des Sa do# 91993 3. E. Homburg. tans List entgeh und ewig GotMel.: Herr Jesu Christ, wahr.estes Antlit seh.is Joh. Rist. hr schwachen Knie, isch 90193 1919rd 10 191 Mel.: Wer nur den lieben Gott. 276. Sjest steh ich hier, ich ſteh und küß euch mit Begier. Erlaub es mir, do Jefu I daß ich so nah am Kreuz mag sein. 2. Herr, deine Lieb ist übergroß. Wie bist du doch so wund und bloß, wie bist du doch, o großer Gott, der Juden Hohn, der Heiden Spott! bi notti * 277. Mein Jeſus ſtirbt, was soll ich leben? Mein Haupt erblaßt, wo bleibt sein Glied? Ach, sollt ich ihm den Geist nicht geben, da jeßt sein Geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir; dein Tod beweise sich in mirbim 3. Wird doch bei dieser Lei- 2. Mein Jesus stirbt; die Audensglut dein ganzer Leib ein gen brechen! Ach nimm den letzlautres Blut; ach, welch ein un- ten Blick von mir! Sein Mund aussprechlich Schmerz zermartert verschmacht, was soll ich sprechen? dein getreues Herz.00 abid Mein letztes Wort ist Jesus hier. Ach Jesu, Jesu laß mich nicht, wenn in dem Tod das Herz mir bricht. hd bil si d 4. O wunderbare Majestät, die nichts als Blöß und Striemen hat! Wo findet man doch einen Mann, der solche Lieb aus3. Mein Fesus neigt das Haupt reden kann? 1995 90 zur Erden; Welt, gute Nacht! ich 5. Dein Blut und Leben giebst du mir, du Heil der Welt, was geb ich dir? Was soll für deine Todespein der Lohn, herzliebster Jesu, sein? scheide mit. Soll Jesus eine Leiche werden, was scheu ich denn den letzten Schritt? Ich füffe seinen blassen Mund; er stirbt, so sterb ich auch jetzund. dim to 6. Du liebest mich bis in den 4. Mein Jesus wird ins Grab Tod, du duldest gar zu große gesenket; olegt ihn in mein Noth; du stirbest, daß ich glau- Herze hin! Und daß man immec bensvoll die Todesangst nicht daran denket, daß ich mit ihm schmecken soll. offon gestorben bin, so sebt mir dieſe Grabschrift bei, daß Jesu Tod auch mein Tod sei. not inno 190 chim rol Benj. Schmoldin 7. Mit Scham und Furcht umfang ich dich. In allem Trüb sal tröste mich und hilf, daß ich, Passions- Lieder. 137 lassen nicht. Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht. 8911 6. Tersteegen. radottogtraf disasIn eigener Melodie. 279. Kommt heraus, all ihr . Mel.: Sieh, hier bin ich Ehrentbuig. * 278. Sebe dich, mein Geiſt dein wenig und beschau dies Wunder groß, wie dein Gott und Ehrenkönig hängt am Kreuze nadt und bloß. Schau die Liebe, die ihn triebe zu dir aus des Vaters Schoß.re 2. Ob ddich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn. Schau, wie alle Höllenschmerzen ihm bis in die Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch sein Klaggetön! sit and in miss 2. Schauet, wie er wird geführet, wie er spottend ist gezieret; schaut sein Elend und sein Leiden, an dem Tage seiner Freu3. Dies sind meiner Sünden den, an seiner Seelen* HochFrüchte, die, mein Heiland, äng- zeitsfest! it is ste sten dich; dieser Leiden schwerSiehe Hohel. Sal. 3, v. 11. Gewichte follt zum Abgrund drücken mich; diese Nöthen, die dich tödten, follt ich fühlen ewiglich. 3. Schaut sein Antlit voller boer Wunden, schaut sein Haupt mit Dorn umwunden, schauet, wie die Locken hangen, ohne Zierrath, ohne Prangen, mit Schweiß genetet und mit Blut! 4. Ach, ich Sündenkind der Erden, Jesu, stirbt du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. aujo, misill 4. Schauet, wie sein Hals zer: rissen und mit Geißeln ist zerschmissen; schaut die Ketten und die Bande, die der trägt zum Unterpfande, betrachtet seinen Purpurrock! ho tu siunt 5. Seel und Leben, Leib und Glieder, giebst du alle für mich hin; sollt ich dir nicht schenken 5. Schauet, wie er geht gewieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verschreib ich Herz und Sinn. bücket, wie das Kreuz ihn niederdrücket; schauet, wie er ist verstellet, wie er auf die Erde fället vor übergroßer Mattigkeit! 6. Dir will ich durch deine Gnade bleiben bis in Tod ge= treu; alle Leiden, Schand und Schade sollen mich nicht machen scheu; deinen Willen zu erfüllen meiner Seelen Speise sei. mata euren König anzuschauen. Schauet ihn in seiner Krone, die er trägt mit großem Hohne für eure Sünd und Missethat! dred and it mor 6. D des Armen und Betrüb: ten, o des Treuen, Vielgeliebten! Ist auch wohl ein Mensch zu finden, dem nicht alle Kräfte schwinden, wenn er den Herrn so leiden fieht? do? 390 200 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte mit dir nun gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 7. Denkt ihr Seelen, denket heute, was euch dieser Gang bedeute, denkt, wenn er euch soll erhöhen, daß ihr müsset mit ihm gehen und seine Kreuzge8. Wenn mich schrecken meine nossen sein. Dol noborch Sünden, wenn mich Satans List 8. Niemand kömmt zu Himanficht, kann ich Kraft und Gnad nicht finden, wollst du mich vermelsfreuden ohne Christi Kreuz und Leiden. Wer nicht hilft sein 2138 Kreuze tragen, darf nicht nach spder Hofzeit fragen und des erschöhten Bräutcams Glanz. das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist wir sind deines Leibes Glieder; wo 9. Nimm, o Jesu, deine Schmer- du lebst, da leben wir. Ach, erzen nimmerm hr aus meinem Her- fenn uns für und für; trauter zen; laß mich würdig sein befun- Freund für deine Brüder! Jesu, den, daß ich trage deine Wun- dir ich lebe hier, dorten ewig den und deine Kron, mein Bräu- auch bei dir. m Siegm. v. Birken. digamordlod i 25 jut Su Dell: Herr, ich habe mißgehandelt. 10. Daß man mich dein Bild: 281. Diebſter Jeju, jei gez niß nenne und bei deinem Passions Licder. 18 kenne, daß man an em Hochtaufendinal, der du haft für mich zeitstage allenthalben fing und gebüißet, als man die mit großer fage, daß ich dir treu gewesen bin. redskasd his Joh. Angclus. din eigener Melodie Qual deine Händ ans Kreuz ge= schlagen, da du mußtest Sünde tragen. di do 291ctev: 11901, boil Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht, Jesu 2. Seid gegrüßet, o ihr Hände, was für Rosen stehn in euch? Schönste am Ende 280. Lehen, seinem Vor- Christum machen roth und bleich. Ach, ich sehe da mit Haufen Blut aus ihren Wunden laufen. bild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himinel reisen, irdisch noch, doch himmlisch sein, glanben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen.ch Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir! 3. Herr, ich muß ans Herz jetzt drücken dieser Wunden Pur purroth, die mir Leib und Seel erquicken in der allerhöchsten Noth. Herr, mich dürftet; ihre Gaben können mich ganz träftig laben. 2. Lasset uns mit Jefu leiden, fie 4. Dwie bist du doch so günseinem Vorbild werden gleich! stig allen Sündern dieser Welt! Nach dem Leide folgen Freuden, Ja wie liebest du so brünstig, Armuth hier macht dorten reich. was der Erdkreis in sich hält! Thränenfaat die erntet Lachen, Herr, du trägest aus Erbarmen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es Bösund Gut in deinen Armen. fann leichtlich Gottes Huld ausn5. Nun ich stelle dir Geplagdem Regen Sonne machen. Jesu, ten einen großen Sünder für, hier leid ich mit dir, dort theil sei barmherzig mir Verzagten, deine Freud mit mir! sdnu öffrie deine Gnadenthür! Pflegst 1903. Lasset uns mit Jesu ster- du doch das einzulassen, was dich ben! Sein Tod uns vom andern kann im Glauben fassen. Tod rettet und vom Seelverder- 6. Ziehe mich, der du gezogen ben, von der ewiglichen Noth. mit den Händen an den Baum; Laßt uns tädten, weil wir leben, hilf, daß ich dadurch bewogen, unser Fleisch, ihm sterbenbab; die im Herzen mache Raum. so wird er uns aus dem Grab All mein Können, Wollen, Wissen in des Himmels Leben heben. sei nur auf dein Kreuz beslissen. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß7. Laß mich deine Liebe schmekich lebe für und für. Y 4. Lasset uns mit Jefu leben! Weil er auferstanden ist, muß fen, weil mich fehnlich nach dir dürft. Ich will meinen Geist erwecken, dir zu Dienst, o Le Passions- Lieder. 3139 bensfürst. Alle Trübsal wird daß dies Lobgetöne deinem Hermich lassen, kann ich nur die zen angenehm und schöne, sage Laster bassen.dis& mid it Amen und zugleich: Friede, Friede r9 8. Seid gegrüßet, o ihr Hände, sei mit euch! E. R. v. Zinzendors. gebet mir doch volle Macht, daß man ich mich im Glauben wende, euch Mel.: Ich hab mein Sach Gott. * 283. doch mit heißen Thränen mich ist es alles wohl nach euren Wunden sehnen. op 9. Nun so bin ich rein geba19 det, liebster Herr, in deinem Blut. gemacht, weil Jesus ruft: es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Leben, das niemals verdirbtodos! Es ist niemand, der mir schadet, 29 denn ich leb in deiner Hut. Jesu, nimm am letzten Ende meine Seel in deine Hände! od Joh. Rift. 1907) and Mel.: Herr 2. Erschrecklich, daß der Herr erbleicht der Herrlichkeit, dem Niemand gleicht, der Lebensfürst. Die Erde kracht, und es wird er und Aeltster. Nacht, weil Gottes Sohn wird 282. Marter Gottes, wer umgebracht te 100 san: 64. Weil denn die Creatur sich regt, so werd, o Mensch, hierdurch bewegt. Zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Gericht bewogen, daß dein Herze bricht? s manu 191102 fann dein ver- 3. Die Sonn verlieret ihren gessen, der in dir sein Wohlfein Schein, des Tempels Vorhang tufindt? Unser Herze wünscht sich reißet ein, der Heilgen Gräber unterdessen stets noch mehr zum öffnen sich ganz wunderlich; sie Dank entzündt. Unsre Seele soll stehen auf gar sichtbarlich. sich daran nähren, unsre Ohren nie was Liebers hören; alle Tage kommt er mir schöner in dem Bilde für. tiid him od 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Beib und Geist bet drüber an, daß du unter 95. Du bist die Schuld, nimm Martern, Angst und Schmerze dies in acht, daß Jesus ist ans haft genug für uns gethan. Laß Kreuz gebracht, ja gar zum Tod dich jedes um so heißer lieben, und in das Grah, weil er aufals es noch im Glauben sich muß gab den Geist und mit Geschrei üben, bis es einst als deine Brautschied ab.estra bilicial mil dich von Angesichte schaut. 316. Drum folge Jesu nach ins 3. Meine Franke und bedürftge Grab und stirb dem Greul der Seele eilt auf deine Wunden zu; Sünden ab; gehst du nicht mit da, da findt sie eine sichre Höhle, ihm in den Tod vom Sünden-= Trost und Labsal, Fried und koth, so mußt du fühlen HöllenRuh. Laß mich nur dein Kreuze nothies mods recht ansehen, und dein Marter- 107. Ach, Bater, ach, dein eigner bild stets vor mir stehen, so geht Sohn erbleicht am Kreuz mit mir bis in mein Grab nichts an Schmach und Hohn! Nun, dies Seligkeiten abgeschieht für meine Schuld; drum 4. Die wir uns allhier bei- hab Geduld und zeig in Jesu fammen finden, schlagen unsre Gnad und Huld.by st Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, die auf ewig treu zu sein; und zum Beichen, 8. Ich will mit ihm zu Grabe gehn und, wo die Unschuld bleibet, sehn; ja, ich will ganz be 140 Passions- Lieder. leben. graben fein im Tod allein mit Böser! Für dich wird Jesus in ihm, und selig schlafen ein. den Tod gegeben, du du sollst unit ndrsun Ism 15. Dein freches Haupt ist nur auf Stolz beflissen, dafür wird sein Haupt jämmerlich zerrissen. Dein Auge fündigt, seins wird 10. Sollt ich den Sündenun- höhnsch verhüllet, mit Blut er= flath noch mehr begen? Nein füllet. 13 CHDI dies schwere Joch sei abgelegt, 6. Daß du nicht ewig Schande es hat mir lang gemachet bang; nun weiß ich, daß ich Gnad empfang. e 9. Ertödt, o Jeſu, selbst in mir der Schlangen Brut, das böse Thier, den alten Menschen, daß ich streb und mich erheb gen Himmel und dir, Jesu, leb. möchtest tragen, läßt er sichschimpf lich in sein Antlitz schlagen. Weil dich zum öftern eitler Ruhm er= freuet, wird er verspeiet. 9mm 11. Ich will heut abgestorben sein der Sünd und leben dir allein. Es hat dein Tod das Leben mir gebracht herfür und au gethan des Himmels Thür. 7. Dein Ohr läßt oft sich von der Welt bethören, das seine muß der Juden: freuzge! hören. Was deine Zunge Böses hat verschuldet, hat er geduldet.rodisis.a 12. O Jesu Christe, stärke mich in meinem Vorsat träftiglich; 8. Mit starken Tränken will laß mich den Kampf so seben sich dein Mund laben, der kranke fort nach deinem Wort, daß ich Heiland kann nicht Wasser hadie Krone erlange dort. allo noben; Essig und Galle bietet man 13. So will ich dich, Herr im Schwamme dem frommen Jesu Christ, daß du für mich Lammestada gestorben bist, von Herzen prei- 19. Weil dich aus Hochmuth sen in der Zeit und nach dem Sammt und Seide fleiden, muß Streit in Freud und Wonn in dein Herr Jesus Blöß und ArEwigkeit. Laurentius Laurenti. muth leiden; weil du im Himmel inser solltest Gnade finden, läßt er sich binden.olid andul Samadi Mel.: Herzliebster Jefu, was hast. daß ich könnte Thrä- 10. Du wirst befreit von ewO 284. daß ich könnte Thrä nen gnug vergießen! gem Kreuz und Plagendrum Ihr Augen, lasset eure Quellen muß sein Kreuze dein Erlöser fließen! Auch du, mein Herze, sei tragen. Daß ihm die Hand und nicht gleich dem Steine, ach, Füße sind durchstochen, hast du weine, weine! t illor overbrochen. more monism 2. Der dir zu gut ist in die 11. Mit einem Speere wird Welt geboren, der deine Seele sein Herz zerspaltet, weil der hat zur Braut erforen, der nichts Ruchlosen Herz und Sinn erkalverwirket wie wir argen Kinder, tet. Sein Leib ist Eiter, Wunstirbt als ein Sünder. gros junden, Striemen, Beulen, dich wohl 3. Für die Verdammten leidet zu heilen. der Gerechte, der fromme Herr stirbt für die bösen Knechte, für die Befleckten muß so schwere Plagen der Reinste tragen. 4. Schau, welch ein Mensch ist, o Mensch, dein Erlöser! Sein blutig Leiden rührt von dir, du 12. Für alle Sünde, die du je begangen, ist dein Herr Christus schändlich aufgehangen; daß dir geholfen werde bestermaßen, ist er verlassen.ua and 13. Auf daß du ewig kannst das Leben erben, muß er am Passions- Lieder. 141 Kreuze so erbärmlich sterben. Auf verwesen; er wird dereinst ihr daß dir möge Raum im Himmel werden, sinkt er zur Erden. 14. Werthester Jesu! laß mirs gehn zu Herzen, wie du mich gieb deine neues Haus.C. R. v. Zinzendorf. distist 00173 0 In eigener Melodie.. 00 * 286. du Liebe meiner du er zen, daß ich mög alle Fleisches lüfte dämpfen, hilf selbst mir kämpfen. 19ll 915. Der du zur Ruh ins Grab wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlachtdich haft gewendet, als mein Er- schaf eingestellt, und bezahlt mit lösunggänzlich war vollendet; deinem Blute alle Missethat der gieb Rube, wenn man mich nach Welt; meinen Tagen, ins Grab wird 2. Liebe, die mit Schweiß und tragen. Ita 1 243 mis@ Thränen an dem Delberg sich 16. Gieb süße Ruhe durch dein betrübt; Liebe, die mit Blut und bittres Leiden, nimm auf mein Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Seele in die Himmelsfreuden; Liebe, die mit allem Willen Gotdieselben hast du, Heiland, mir tes Zorn und Eifer trägt, den, erworben, weil du gestorben. so Niemand konnte stillen, hat stroal red redol 06. W. Sacerdein Sterben hingelegt; him#n nd roto ibin of onplis 3. Liebe, die mit starkem HerMel.: Die Tugend wird durchs. zen alle Schmach und Hohn gedrückten Jesu mit und 285. mienen sich Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; meiner Seel auf ewig ein! O möchte stündlich sein Verfühnen in meinem Herzen träftig fein! Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Ich koste ihm ſein theures Blut; das heilet mich, den Armen, Kranken, und kommt mir ewiglich zu gut. u 122. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen mich Armen an, jo wie ich binboch sehe dir in meinem Herzen ein Denkmal dei ner Liebe hin, die dich für mich in Tod getrieben, die mich aus meinen Jammer riß; ich will dich zärtlich wieder lieben, du nimmst es an, ich bins gewiß. 4. Liebe, bie mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, die aus Liebserbarmen mich zulebt in höchster Huld, ihrem Vater überlassen, die ſelbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat; 15. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unaufhörlich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir geſtillet sein; 19) Joff sm 3. Wenn einst mein Herz wird stille stehen, so schließ mich ins Erbarmen ein, dann werd ich dich von Nahem sehen in deiner Klarheit ewgem Schein. Die 6. Liebe, die für mich gestor Seele, die durch dich genesen, ben und ein immerwährend Gut ruht dann in deinen Armen an dem Kreuzesholz erworben, aus und lässet gern den Leib ach wie denk ich an dein Blut! 142 Passions- Vieder. Ach wie dank ich deinen Wan- Tage, daß ich ewig sing und den, du verwundte Liebe du, fage: Du bist mein wenn ich in der letzten Stunden dein! 99 fanft in deiner Seite rub.onu no und ich bin ord for ona do mdi isd trod adsl ud t Mel.: Jesus da an dem Kreuzé. On 7. Liebe, die sich todt gekränfet, und für mein erkaltet Herz 288, in ein kaltes Grab gejentet, ach wie dank ich deinem Schmerz! was Jesus hat geredet klar, eh Habe Dank, daß du gestorben, per am Kreuz gestorben. Die siedaß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben. Nimm mich, liebster Jefu, ano Adam Dreseg god doip dh ramis du sid siind chim Mel. Seht die Mutter voller. ben Wort, sie zeigen an, was er dir hat erworben. $ 15 2. Zum ersten für die Kreuziger er bat: Ach Vater, lieber Herr, Gott Himmels und der Erden, vergieb, was sie aus Unverstand an mir begehen werden. 3. Zum andern sah er freundlich an den Schächer, der da * 287. ihr Seelen, nehmt zu eures Jeju bittre Schmerzen auf dem 2. Schaut ihn in der Dornen frone, die er trägt mit großem Hohne schauet seine Bande an. 3. Schauet, wie er wird geführet, wie er schimpflich ist gezieret, schauet seinen Purpurrock. 4. Schauet, wie er geht ge bücket, wie das Kreuz ihn niederdrücket, schauet, wie er niedersinkt. 5. O des Armen und Betrübten! O des Treuen, Vielgeliebten! Order Leiden ohne Zahl! 6. Denkt, ihr Seelen, denfet heute, was euch dieser Gang bedeute, den der Herr erduldet hat. 7. Denlt, wenn er euch soll erhöhen, daß ihr müsset mit ihm gehen und das Kreuz ihm tragen nach i to od 8. Niemand kommt zu ewgen Freuden ohne Christi Kreuz und Leiden. Selig, wer es auf sich nimmt! 9. Nimm, o Jesu, deine Schmergen nimmermehr aus meinem Herzen, daß ich stets gedenk daran. 10. Laß mich dich mein Alles nennen, stets in deiner Liebe brennen und dein Kreuz dir tra gen nach. 11. Hilf ir, daß ich alle frommer Chrift, nimm eben wahr, diese Stunde mit mir im Himmel wirst du sein, das glaub von Herzensgrunde. mil hot 4. Zum dritten hört man diese Stimm zu seiner Mutter: Weib vernimm: Dein Sohn Johannes bleibet; er nehme dich zur Mutter an, weil mich der Tod vertreibet. 1011 5. Zum vierten sprach der Le- sa bensfürst: Mein Mund ganz trocken ist vor Durst; die Zung am Gaumen klebet; ich leide Noth und bittern Schmerz, mein Herz vor Alengsten bebet. POTISP 0931 910 10 6. 3um fünften als mit Ungestüm ihn schrecket feines Vaters Grimm, am Kreuz er also klaget: Mein Gott! mein Gott! wie hast du mir die Hülfe ganz verfaget? 7. Das sechste Wort nimm auch in Acht: Jezt alles, sprach er, ist vollbracht, nun endet sich mein Leiden; meinGeist nichtlängerbleiben will, hat Lust, bald abzuscheiden. 8. Bulegt, mein Gott, befehl ich dir die Seele, weich ja nicht von mir an meinem letzten Ende, auf daß ich ewig leben mag, nimm in deine Hande. toda pad Passions- Lieder. 9. An diese Wort, o Menschentind, gedent, beweine beine Sünd und tröst dich Christi Leiden, so wirst du leben dort bei ihm ohn End in Himmelsfreuden.:.1950? find sommari Werner adnar mads Mel.: Herzlich thiff Is mich verlangen. G. 289, 19- 2001 Schmerz und voller Hohn, o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenfron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ghr und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret, gegrüßet jeist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du jo be speit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blafsen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich, ich hab es berschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier ſteh ich Armer, der Zorn vers 290.Jeſu, Gottes Lamm, dienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner schlachtet, wie selig ist der Mensch, für unsre Sünd ge- o Gnad! der herzlich oft betrachtet, was du im Garten und in Caiphas Palast, im Richthaus und am Kreuz für uns erduldet hast. 2. Ich danke zir, o Herr, für I Herzensangst und Zagen, für deinen Blutschweiß, für dein Trauern, Jammern, Klagen, weil deine Traurigkeit mir Himmelsfreud gebracht, dein Todeskampf den Tod zur Lebensthür gemacht. 3. Jch danke dir, daß du gebunden und gefangen, daß du so Haupt boll Blut und 143 Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schooßs 7. E3 dient zu meinen Freu den und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht 001mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geſchehe mir! he 8. Ich danke dir von Herzen, o Jeju, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus. so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wann ich nun erkalte, in dit mein Ende sei. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ift mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süper Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblassen im letzten 9. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus. den lengsten Kraft deiner Angst und Pein, famicht 39 5.0 5dit 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod. und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich a nach dir blicken, da da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhard( nach St. Bernhard). 05 DO 3139d Mel.: O Gott, du frommer Gott. Passions- Lieder. 144 willig bist für mich in Tod gegangen. Weil du gefangen bist, so bin ich frei gemacht, weil du gebunden bist, so bin ich los gemacht. 4. Ich danke dir, daß du dich lassen hart verllagen, dein heil ges Angesicht unschuldig schmählich schlagen; weil du verklaget bist, gilt nicht des Satans Klag, weil du geschlagen bist, trifft mich nicht Höllenplag. 5. Ich danke dir, daß du gegeißelt und gekrönet mit Dornen fläglich, auch verspeict und verhöhnet. Weil mir ist Freud und Chr erlangt durch deinen Hohn, weil deine Dornen mir gebracht die Lebenskron. 6. Jch danke dir, daß du dein Kreuz für mich getragen und unter Mördern an dasselbe bist geichlagen, daß dein Kreuz ist mein Sieg, und dein unschuldig Leid abwendet Höllenpein, bringt mir Gerechtigkeit. 7. Jch danke dir, daß du wie ein Fluch aufgehangen und wie verlassen bist, mit Höllenangst umfangen; daß aller Segen mir durch dich erlanget ist und Gott mich nicht verläßt, weil du mein Helfer bist. 8.. Ich dante dir, daß du das Paradies Schäerworben, daß dein Tod Hölle, Tod und Sünd zunicht gemacht und durch dein Sterben mir das Leben wiederbracht. 9. Ich danke dir, daß durch dich alles ist vollendet, daß alles ist vollbracht, all Sündenstraf gewendet, daß alle Schrift erfüllt, die Sünd getilget ist und Gott mit mir versöhnt, weil du mein Mittler bist. JEST T 11. Ich danke dir, daß du für mich auch bist begraben, daß deines Grabes Krajt mich kann im Tode laben, daß dein Grab mir im Tod gewünschte Ruhe schafft, daß mich nicht halten mag die Sünd und Torestraft. 12. Ad laß durch deinen Geist in mein Herz träftig schreiben, daß dein hohtheures Blut fann alle Sünd vertreiben, daß Jesu Christi Tod und Bhut mich mahet rein, daß Gottes Sohnes Blut abwendet Höllenpein. 10. Ich danke dir, daß du am Kreuz für mich gestorben und alle Gnadenschätz uns allen haft 13. Lab ja auch in mein Herz dies edle Trestmort legen, ver fiegle du es jelbst, laß es ja nicht beivegen; laß es ja nimmermehr wegnehmen Satans List; bewahre mir, mein Gott, den Schaß zu aller Frist. 291. cher, daß du bist mit Essig, Gall des Kreuzes geschlachtet, allzeit getränket, und so das Paradies auch mir geöffnet haft und mich vom Höllentrant erlöst, von al ler Last. 14. Berleih auch, daß ich dir nachfolge, christlich lebe, dich liebe herzlich, mich geduldig dir ergebe. Hilf, daß ich immerdar dir diene, lobe dich für deine Lieb und Treu hier und dort ewiglich. D. J. Olearius. In eigener Melodie. Lamm Gottes un: schuldig erfunden gouldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir berzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geſchlachtet, allzeit erfunden gouldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, ſonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. D Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlach Passions- Lieder. 145 tet, allzeit erfunden gouldig, wie- sammen. Entzünde mich durch wohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! dich und laß mein Herz ohn End und alle Maaß in deiner Liebe flammen. Wer dieses hat, wie wohl ist dem! In dir beruhn, ist angenehm; ach, Niemand kanns gnug sagen. Wer dich recht liebt, ergiebt sich frei in deiner Lieb und süßen Treu auch wohl den Tod zu tragen. KODU JINA 150 nousup Nicolaus Decius. Mel.: Mensch, bewein dein. * 292. Herz des Königs aller Welt, des Herrschers in dem Himmelszelt, dich grüßt mein Herz mit Freuden. Mein Herze, wie dir wohl bewußt, hat seine größt und höchste Lust an dir und deinem Leiden. Ach, wie bezwang und drang mich doch dein edle Lieb, ins bittre Joch der Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnoth mich und mein armes Leben. slps 5. Ich ruf aus aller Herzensmacht dich, Herz, in dem mein Herze wacht; ach, laß dich doch errufen! Komm beug und neige dich zu mir an meines Herzens arme Thür und zeuch mich auf die Stufen der Andacht und der Freudigkeit; gieb, daß mein Herz in Lieb und Leid dein eigen sei und bleibe, daß dir es dien an allem Ort und dir zu Ehren immerfort all seine Zeit vertreibe. 12. O Tod, du fremder Erdengast, wie warst du so ein herbe 6. D Herzensro, o schönste Last dem allersüßten Herzen! Dich hat ein Weib der Welt gebracht und machst dem, der die Welt gemacht, so unerhörte Schmerzen. Du meines Herzens Herz und Sinn, du brichst und fällst und stirbst dahin; wollst mir ein Wort gewähren: Ergreif mein Herz und schleuß es ein in dir und deiner Liebe Schrein. Mehr will ich nicht begehren. Blum, ach, wie so köstlich ist dein Ruhm, du bist nicht auszupreisen! Eröffne dich, laß deinen Saft und des Geruchs erhöhte Kraft mein Herz und Seele speisen. Dein Herz, Herr Jesu, ist verwundt; ach, tritt zu mir in meinen Bund und gieb mir denen Orden: Verwundt auch mich, o süßes Heil, und triff mein Herz mit deinem Pfeil, wie du verwundet worden. 3. Mein Herz ist talt, hart und bethört von allem, was zur 7. Nimm mein Herz, v mein Welt gehört, fragt nicht nach eit- höchstes Gut, und leg es hin, len Sachen. Drum, berzes Herze, wo dein Herz ruht, da ists wohl bitt ich dich, du wollest dies mein aufgehoben. Da gehts mit dir Herz und mich warm, weich und in Freuden ganz, da lobt es ſauber machen. Laß deine Flamm deines Hauses Glanz, und kanns und starke Glut durch all mein doch nicht gnug loben. Hier Herze, Geift und Much mit allen sett sichs, hier gefällts ihm wohl, Kräften dringen; laß deine Lieb hier freut sichs, daß es bleiben und Freundlichkeit zur Gegenlieb, soll. Erfüll, Herr, meinen WilHerr, jeder Zeit mich armen len. Und weil mein Herz dein Günder bringen. Benim Herze liebt, so laß auch, wie dein Recht es gicbt, dein Herz mein Herze stillen. dorm Paul Gerhard( nach St. Bernhard.) 10 4. Erweitre dich, mach alles voll, sei meine Ros und riech mir wohl, bring Herz und Herz zu 146 Passions- Lieder. In eigener Melodie. soll Christi Tod und Pein meine Traurigkeit, o Herze= Kunst und Weisheit sein. Das ist die nicht zu beklagen? Gott des Vaters Schul, da ich mich übe. einges Kind wird ins Grab ge- 3. Schärft, ihr Menschen, eure tragen. 2. O große Noth! Der Herr liegt todt; am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. Sinnen nur in List und Eitelkeit! Sucht nur Ehre zu gewinnen bei den Großen dieser Zeit! ch will meines Heilands Schmach ganz alleine denken nach. Christen will es nicht geziemen, daß sie sich des Eiteln rühmen. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Got teslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 4. Ich will andern gerne gön: nen, wenn sie hurtig und geschickt große Schäße sammeln können, und wenn ihnen alles glückt. Denn mein Reichthum, Glück und Theil ist der armen Sünder Heil. Dies kann ich in Jesu finden und die Welt so überwinden. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 5. Ei, so komm, mein wahres Leben, komm und unterweise mich! Dir will ich mich ganz ergeben, daß ich sonst nichts weiß als dich. Allerhöchste Wissenschaft, ach, beweise deine Kraft, daß ich einzig an dir hange, und nichts außer dir verlange! 6. Weiß ich keinen Trost auf Erden, flagt mich mein Gewissen an, will mir angst und bange werden, ist nichts, das mir helfen kann, drückt mich des Gesetzes Joch, so erinnre du mich doch, daß du hast mit deinem Blute Gnad erlanget mir zu Gute. 6. O lieblich Bild, schön zart und mild, du Söhnlein der Jungfrauen, Niemand kann dein heiBes Blut sonder Reu anschauen. 7. O felig ist zu dieser Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen! Joh. Rist. Mel.: Freu dich sehr, o meine. mit * 294. Praniem Wissen, dieses Wiſsen in mein Herz! Sei das du jetzt so hoch gebracht! Ich kann deine Weisheit missen, die mehr Welt als Himmel acht. Meines Jesu Kreuz und Pein foll mein liebstes Wissen sein. Weiß ich das in wahrem Glauben, wer will mir den Himmel rauben? mein treuer Freund und Leiter, und laß deines Todes Schmerz, deine schwere Kreuzespein mir stets im Gemüthe sein! Du hast dich mir wollen schenten, daran laß mich ewig denken. 2. Andre mögen Weisheit nennen, was hier in die Augen fällt, ob sie den schon nicht erkennen, dessen Weisheit alles hält. Mir soll mein letztes Wissen sein. 8. Endlich, wenn des Todes Grauen alles Wissen von mir treibt, so laß meine Augen schauen diesen Trost, der ewig bleibt. Jefu Leiden, Kreuz und Bein Passions- Lieder. 147 Jefu, hilf mir das vollbringen,| chen von solchem Ungeheur; mein so will ich dir dort Lob singen. J. Job. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Sterben nimmst du abe, bergräbst es in dem Grabe. unerhörtes Liebesfeur! mein 295. bet, e tamm bunden all Augenblickt und Stunsieh hier dein verden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen, vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das betrübte Mar: terheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdi.net meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen: dein Schmerze muß mein Labjal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu ma12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruthen, wie zornig seine Fluthen, will ich aus diesem Leiden jehn. 13. Ich will daraus studiren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem sanften Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Geist gelüfst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen, und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in dei10* Passions- Lieder. 148 nen Schooß und hänte begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhard. In eigener Melodie. wir armen SünMel.: 3ion Flagt mit Angst und. 296. Ober! Unfre Mifſe 297. Sei mir tausendmal that, darin wir empfangen und geboren find, hat gebracht uns alle in jolch große Noth, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie Eleison! Christe Elei= son! Kyrie Eleisſon! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn errettet; die Sünd war zu start. Daß wir würden er löset, konnts nicht ht anders ſein. Zahl 2. Ich umfange, herz und küsse der gefränkten Wunden und die purpurrothen denn Gottes Sohn mußt leiden Flüsse deiner Füß und Nägeldes Todes bittre Pein. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison! maal. O wer fann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, deinen Durst und Liebs3. So nicht wäre kommen verlangen völlig fassen und umChristus in die Welt, und an fangen? sich genommen unser arm Ge- 3. Heile mich, o Heil der Seestalt, und für unsre Sünde gelen, wo ich krank und traurig storben williglich, hättn wir bin; nimm die Schmerzen, die müssen bleiben verdammet ewiglich. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison! mich quälen und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selbsten mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neben, wird sich all mein Jammer seßen. 4. Solche große Gnade und väterlich Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst, in Christo, seinm Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Wohlfahrt. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison! 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergeſſen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Des folln wir uns trösten wider Sünd und Tod, und ja nicht verzagen vor der Höllen Glut. Denn wir sind errettet aus all Fährlichkeit durch Christ, unsern Herren, bendeit in Ewigfeit. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison! bleiben bei seinm heilgen Wort. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison! Hermann Bonn. 6. Darum wolln wir loben und danken allzeit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß er wolle bhüten uns hinfort, daß wir allzeit je und je geliebt, Jeſu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen joll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 5. Diese Füße will ich halten auf das Best ich immer tann; schaue meiner Hände Falten und mich selben freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gieb meiner Bitte Raum, sprich: laß all mein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden! Paul Gerhard( nach St. Bernhard). Passions- Lieder. Mel.: Was mein Gott will, das. 298. ei wohl gegrüßet, guter Hirt, und ihr, o heilgen Hände voll Rosen, die man preisen wird bis an des Himmels Ende. Die Rosen, die ich mein allhie sind deine maal und Plagen, die dir am End in deine Händ am Kreuze sind geschlagen. quifen. 3. Wie freundlich thust du dich doch zu und greifst mit beiden Armen nach aller Welt, in Lieb und Ruh une ewig zu erwarAch Herr, sieh hier, mit was Begier ich Armer zu dir trete, jei mir bereit und gieb mir Freud und Trost, darum ich bete. men. 4. Bieb allen meinen Geist und Sinn nach dir und deiner Höhe; gieb, daß mein Herz nur immer bin nach deinem Kreuze stehe; ja daß ich mich jelbst williglich mit dir ang Kreuze binde, und mehr und mehr tödt und zerstör in mir des Fleisches Sünde. 2. Du zahlst mit beiden Hän- Koth! Herze voller Blut! O den dar die edlen rothen Gul- Leib voll Noth und Tod! den, und bringst die ganze Menfchenschaar dadurch aus allen Schulden. Ach laß von mir, o Liebster, dir die hände herzlich habt ihr, ihr Sünder, nicht den 3. Seht, welch ein Mensch ist das, ach, seht in seine Wunden! briden, und mit dem Blut, das mir zu gut vergossen, mich er Heiligen gebunden? Sind eure trägt? Jsts eure Bosheit nicht, Lüste nicht die Dornen, die er die ihn ans Kreuze schlägt? 5. Jb berz und füjje miederum aus rectem treuen Herzen. Herr, deine Hand und jage Ruim und Dant jür ihre Schmerzen; das neben geb ich. weil ich leb, in tiere deine Hände Herz, Seel und Leib, und also bleib ich dein bis an mein Ende. Paul Gerhard( nach St. Bernhard.) Mel.: Gott, du frommer Gott. Joh. 19, 5. 149 gerechten seht die Unschuld hier verdammen! Ihr Sünder, merket auf, hier bebt die Heiligkeit; ihr Höllentinder weint, der Sohn des Himmels schreit. 299. Sept, welch ein Mensch ist das! Ihr Men ben kommt zusammen, ihr Un2. Seht, welch ein Mensch ist das! O Blicke voller Thränen, o Antlik voller Schmach! O Lip= pen voller Sehnen! O Haupt voll Todesschweiß! O Backen voller 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränensluthen, denn eure Blutschuld macht das Herze Jesu bluten; geht nicht vorüber hier, wo Schmerzen über Schmerz, jeht durch die offne Brust in eures Jesu Herz. 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, was dir, du Menschenfreund, durch Menschen ist geschehen. So lang ein Auge blickt, so lange joll die Pein, die du für uns erträgst, auch unvergessen sein. 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sieh uns auch in Gnaden, wenn wir uns voller Buß in Jammerthränen baden; o laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn, und dein vergojnes Blut für uns im Mittel stehn. 7. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen, und unsern ganzen Trost in dei= nen Wunden bauen, wenn sich dein Haupt nun neigt, so ster ben wir mit dir; wenn unier Auge bricht, so leben wir dafür. Benj. Shmolt. Passions- Lieder. 150 Mel.: Traurigkeit, o Herzeleid. 4. Aber da, wo Gottes Licht * 300. Soruhest bu, o meine reichlich wird geſpüret, hält man Ruh, in deines Grabes Höhle, und erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. sich mit nichten nicht, wie es sich gebühret; denn wer gläubt im Jüdenland unsrer Predigt Wor ten? Wem wird Gottes Arm bekannt in Israels Orten? 2. Man jenkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen- 5. Niemand will fast seinen grab, Fels des Heils, umgeben. Preis ihm hie lassen werden, 3. O Lebensfürst, ich weiß, du denn er schießt auf wie ein Reis wirst mich wieder auferwecken; aus der dürren Erden, frank, follte denn mein gläubig Herz verdorret, ungestalt, voller Blut vor der Gruft erschrecken? und Schmerzen; daher scheut ihn Jung und alt mit entwandten Herzen. 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod, Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts berdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen, und in ganz verklärter Bier aus dem Grabe gehen. 6. Ei, was hat er denn gethan? Was sind seine Schulden, daß er da für Jedermann solche Schmach muß dulden? Hat er etwa Gott betrübt bei gesunden Tagen, daß er ihm anjeko giebt seinen Lohn mit Plagen? 6. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten, und an deinen bittern Tod bis in Tod get enten.s Sal. Frant. 7. Nein, fürwahr, wahrhaftig nein, er ist ohne Sünden! Son dern, was die Welt für Pein billig soll empfinden, was für Krankheit, Angst und Weh uns von Recht gebühret, das ists, was ihn in die Höh an das Kreuz geführet. 8. Daß ihn Gott so hef tig schlägt, thut er unsertwil len; daß er solche Bürden trägt, damit will er stillen Gottes Zorn und großen Grimm, daß wir Friede haben durch sein Leiden und in ihm Leib und Seele laben. Mel.: Christus, der uns selig. Jes. 53. 301. Siebe, mein getreuer Knecht, der wird weislich handeln, ohne Tadel, schlecht und recht auf der Erde wandeln; sein gerechter frommer Sinn wird in Einfalt gehen, und noch dennoch wird man ihn an das Kreuz erhöhen. 2. Hoch am Kreuze wird mein Sohn große Marter leiden, und Viel werden ihn mit Hohn als ein Scheusal meiden; aber also wird sein Blut auf viel Heiden springen und das ewge wahre Gut in ihr Herze bringen. 3. Könge werden ihren Mund gegen ihn zuhalten, und aus innerm Herzensgrund ihre Hände falten; das verblendte taube Heer wird ihn sehn und hören, und mit Luft zu seiner Ehr ihren Glauben mehren. 9. Wir sinds, die wir in der Irr als die Schafe gingen und noch stets zur Höllenthür als die Tollen dringen. Aber Gott, der fromm und treu, nimmt, was wir verdienen und legts seinem Sohne bei; der muß uns verfühnen. 10. Nun, er thut es herzlich gern; ach, des treuen Herzen! Er nimmt an den Zorn des Herrn mit viel tausend Schmer Passions- Lieder. 151 sein Erkenntniß fülle; damit der gerechte Knecht, der vollkommne Sühner gläubig mach und recht gerecht alle Sündendiener. 18. Große Menge wird ihm Gott zur Verehrung schenken, darum, daß er sich mit Spott für uns lassen fränken, da er denen gleichgeschäßt, die sehr übertreten, auch für die, so ihn verlegt, selbst bei Gott gebeten. Paul Gerhard. Mel.: Nun freut euch lieben.at zen und ist also voll Geduld, läßt fein Wörtlein hören wider die, so ohne Schuld ihn so hoch beschweren. 11. Wie ein Lämmlein sich dahin läßt zur Schlachtbank leiten, und hat in dem frommen Sinn gar kein Widerstreiten, läßt sich handeln, wie man will, fangen, binden, zähmen, auch dazu in großer Still ihm sein Leben nehmen; 12. Also läßt auch Gottes Lamm ohne Widersprechen ihm 302. sein Herz am Kreuzesstamm unfertwegen brechen. Er sinkt in den Tod hinab, den er selbst doch bindet, weil er sterbend Tod und Grab mächtig überwindet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich ausgerissen, tritt den Feinden allzumal ihren Kopf mit Füßen. Wer will seines Lebens Läng immermehr umschränken? Seiner Tag und Jahre Meng ist nicht auszudenken. 14. Doch er ist wahrhaftig hier für sein Volk gestorben, und hat völlig mir und dir Heil und Gnad erworben; kommt auch in das Grab hinein, herrlich eingehüllet, wie die, so mit Reich thum sein in der Welt erfüllet. 15. Er wird als ein böser Mann vor der Welt geplaget, da er doch noch nie gethan, auch noch nie gesaget, was da bös und unrecht wär; er hat nie betrogen, nie verleßet Gottes Ehr, sein Mund nie gelogen. 16. Ach, er ist für fremde Sünd in den Tod gegeben, auf daß du, o Menschenkind, durch ihn möchteft leben; daß er pflanzte sein Geschlecht, den gerechten Samen, der Gott dient und Opfer brächt seinem heilgen Namen. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demithiglich: von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret. Wer sich in eignem 17. Denn das ist sein höchste Werk erfreut, wird jämmerlich Freud und des Vaters Wille, verführet. Des Herren Jeju daß den Erdkreis weit und breit Werk allein, das machts, daß We enn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden fommen und hätt, als ich in Sünden todt, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Hölle wandern in die Pein um meiner Sünden willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit findlichem Vertrauen; auf dies sein rosinfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. Passions- Lieder. 152 ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Joh. Hermann. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 303. Wich tränten, was du an mir gethan, und In eigener Melodie. enn meine Sünd 7. Laß mich an Andern üben, mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und aller meiner Schulden Last am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genom men haft. meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann ohn Eigennut und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen lebten Stunden, und deß versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius. 2. Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht, es hat sich martern lassen der Herr für seine Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr'r. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, 304. Wir danken dir, Herr die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen, jeßt und mein Lebenlang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Roth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. du für uns gestorben bist und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Wir bittendich, wahr'r Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit al lem Ernst zu meiden die sünd- schweren Bein,( 52 liche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich exlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, solls auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlaffen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. nd Christoph Bischer. XIV. Ofter- Lieder. Mel.: Jesus, Jesus, nichts als. Jünger jetzt verstehn! Ist der * 305. Ach wie lieblich sind Gruß nicht freudenreich: Friede, Friede sei mit euch? die Füße, welche durch die Thüre gehn! Ach, wie klingt das Wort so süße, das die ANN 2. Komm, du angenehmer Bote, weil mich auch nach Friede dürst: Oster- Lieder. du bist nun nicht mehr der todte, sondern der lebendge Fürst; aber ich bin todt für dich, darum komm, belebe mich! 199200 4. Grüße mich mit deinem Munde, der in deinem Worte ſpricht; ſchließ mich aus dem Ona denbunde deiner lieben Jünger nicht; trag, du reine Taube du, mir des Friedens Delblatt zu. 4. Zwar ich sollte wohl erschrecken, weil ich nicht des Friedens werth, und viel Sünden in mir stecken, die mich von dir abgekehrt. Ach mein Glaub ist gar zu klein, wie kann Frieden in mir sein! 5. Doch du zeigest nur die Siegel deiner blutgen Wunden her, und ich seh in diesem Spiegel feinen Zorn und Feindschaft mehr; Händ und Füße stellen mir lauter Siegeszeichen für. 6. War noch Zweifel dort zu merken, speisten deine Jünger dich; willst du meinen Glauben stärken, ach so speise lieber mich. Brich mir selbst das Lebensbrod, höchster Trost in aller Noth! 7. Lehr die Schrift mich der Propheten und dein neues Wort verstehn: also mußte man dich tödten, und du mußteft auferstehn. Ja, nun geh dein Gnadenwort fröhlich auf an allem Ort. 18. Gieb mir deines Geistes Gaben, solcher Predigt recht zu traun; laß mich die Versichrung haben, Herr, mein Heil, auf dich zu baun; rufe stets ganz gnaden reich: Friede, Friede sei mit euch! Benj. Schmclck. In cigener Melodie. Hof. 13, 14. 306. Also beilig ist der Tag, daß ihn Niemand mit Lob erfüllen mag; denn der einge Gottessohn, der die Hölle überwand, und den leidigen Teufel darinnen band! da153 mit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christus selber. Kyrieleis. Altdeutsch. In eigener Melodie. 307. 2[ uf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großen Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt, da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Gh ers bermeint und denfet, ist Christus wieder frei und ruft Victoria, schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um. Der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen vor Allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt dem ed= len Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 5. Die Höll und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar. Der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird schlecht bei mir geacht, er bleibt ein todtes Bild und wär er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zirnt und fanns nicht machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübfal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht. Das Unglück ist mein Glück; dieNacht mein Sonnenblick. 154 Oster- Lieder. 7. Ich hang und bleib auch das macht alles unsre Sünd, hangen an Christo, als ein Glied; kein Unschuld war zu finden. wo mein Haupt durch ist gangen, Davon kam der Tod so bald und da nimmt er mich auch mit. Er nahm über uns Gewalt, hielt reißet durch den Tod, durch Welt, uns in seinem Reich gefangen. durch Sünd und Noth. Er reißet Hallelujas Chriftus, Gottes Sohn, die Höll; stets Gefell. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an; mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit goldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt. Wer dort 5. Hier ist das recht Ostermit sterben geht, wird hier auch lamm, davon wir sollen leben; mit erhöht. du Paul Gerhard. das ist an des Kreuzes Stamm Siin heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für; der Würgr kann uns nicht rühren. Halleluja! In eigener Melodie. 308. Christ ist erstanden von der Marter alle, deß sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. ess 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 3. Halleluja, Halleluja, Halle luja! Deß sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. Tense 15. Jahrh. 3drs 910 1901 In eigener Melodie. 309. Christ lag in Todesbanden, für unire Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Deß wir ſollen fröhlich sein, Gott und dankbar sein und singen: Halleluja! Halleluja! an unsrer Statt ist kommen, und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachl hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rangen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündigt das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus'm Tod ist worden. Halleluja! 2. Den Tod Niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; 1530 6. So feiern wir das hoh Fest mitHerzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unire Herzen ganz; der Sünd Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brod geladen; der alte Saurteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Koste sein und speisen die Seel allein; der Glaub will feins andrn leben. Halleluja! Dr. Martin Luther. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 310.Der Hölle Pforten find nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert. Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan, durch Chri Oster- Lieder. stum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf des Heils Panier, wie er zuvor versprochen. Er bringt, nach wohlgeführtem Streit, uns Gnade, Segen, Fried und Freud, ja alle Himmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüth erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und macht; der ist hinweg, der Tag und Nacht bor Gott hat uns verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden; des Lammes Blut hat ihn betriegt, fein wahres Zeugniß und zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auferstehen, und mit ihm in die Herrlichfeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen, wie verheißen ist, die andern Glieder wohnen. 155 schweren Stein gehoben; tein Siegel ist dafür. Der Juden Schaar, Herr Christ, die dich zum Tode brachten und bei dem Grabe wachten, nun gar verschwunden ist. 11 3. Man singet in den Landen aus Herzens Fröhlichkeit, daß Christus sei erstanden, wie er selbst prophezeit. Sein Wort erfüllet ist. Freut euch, ihr Menschen alle, und singt mit großem Schalle: Wir danken dir, Herr Christ! trin Sa 4. Du hast uns unverdrossen durch dein hochtheures Blut den Himmel aufgeschlossen, erworben großes Gut; drum halten wir aufs best mit Jauchzen und mit Freuden, nach deinem schweren Leiden das fröhlich Osterfest.. M. Schirmer. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 311. Der er Tod hat zwar berschlungen den Herrn der Herrlichkeit, doch ists ihm nicht gelungen in dieser Osterzeit. Heut stellt sich Christus ein, die gnadenreiche Sonne bringt Seben, Heil und Wonne; wer wollt' nicht fröhlich sein? 2. Ein Engel kommt von oben, der von der Grabes Thür den 5. Herr, der du überwunden den Tod und höllisch Heer, in letzten Todesstunden ein fanftes End bescher. Führ uns ins Himmels Thron, weck auf ohn alle Klage den Leib am jüngsten Tage, o Jesu, Gottes Sohn! G. Werner. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 312. Der Tod ist todt, das Leben lebet, das Grab ist selbst begraben nun; mein Jesus, der sein Haupt er hebet, will ferner nicht im Kerker ruhn und stellt mir diese Losung für: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen; derLebensfürste schläft nicht mehr, er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzt das blaffe Sündenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 156 Ofter- Lieder. 4. Das Haupt belebet seine Halle- Halleluja, so wär die Welt Glieder, wer wollte denn gestor- vergangen. Halle- Halleluja. ben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein; da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Und seit daß er erstanden ist, Halle- Halleluja, lobn wir den Herren Jesum Christ, Halle- Halleluja. 4. Es gingen drei heil'ge Fraun, Halle- Halleluja, des Morgens frühe in dem Thaun, Halle- Halleluja. 5. O Tod! mich kannst du nicht erschrecken, mein Jesus nimmt das Schrecken hin; wie er sich selber konnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. Sie suchtn den Herren Jesum Christ, Halle- Halleluja, der von dem Tod erstanden ist, HalleHalleluja. Benj. Schmold. In eigener Melodie. 313. Grichienen ist der herr: lich Tag, dran sich Niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphirt, all ſein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd, den Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward sein Herr; zerstöret ist nun all sein Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alles, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! Nic. Hermann. In eigener Melodie. 314. Srstanden ist der heilge 6. Sie fundn da zween Engel schon, Halle- Halleluja, die tröstn die Frauen lobesan, Halle- Halleluja. 7.( Engel.) Erschrecket nicht, und ſeid alle froh, Halle- Halleluja, denn den ihr sucht, der iſt nicht da, Halle- Halleluja. Engel fein, Halle- Halleluja, wo 8.( Maria.) Ach Engel, lieber find ich denn den Herren mein? Halle- Halleluja. 9.( Engel.) Er ist erstanden heut an dem heilgen Ostertag, aus dem Grab, Halle- Halleluja, Halle- Halleluja. luja, der aller Welt ein Tröster ist, Halle- Halleluja. 2. Und wär er nicht erstanden, Herren Jejum Christ, Halle- Hal10.( Maria.) Zeig uns den leluja, der von dem Tod erstanden ist, Halle- Halleluja. 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein, und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstan= wenn ich ihn hätt, so wär ich den bist. Halleluja! froh, Halle- Halleluja. 11.( Engel.) So tret herzu, und seht die Statt, Halle- Halleluja, da man ihn hingeleget hat, Halle- Halleluja. 12.( Maria.) Der Herr ist hin, er ist nicht da, Halle- Halleluja; 13.( Engel.) Seht an das Tuch, darin er lag, Halle- Halleluja, gewickelt bis an dritten Tag, Halle- Halleluja. Christ, Halle- Halle14.( Maria.) Wir sehn uns wohl zu dieser Frist, Halle- Halleluja, zeig uns den Herren Jesum Christ, Halle- Halleluja. Oster- Lieder. 157 15.( Engel.) Geht hin ins Ga- name, Satan, noch zu schrecken liläisch Land, Halle- Halleluja, hat? Denn hier ist des Weibes da findt ihr ihn, sagt er, zuhand, Same, der dir deinen Kopf zerHalle- Halleluja. trat. Der, den du zum Tod gebracht, brachte dich um deine Macht, und da wir in Christo siegen, mußt du uns zu Füßen liegen. ff. 5. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn, Sterben ist nun mein Gewinn; also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 6. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Halleluja, rufet, ruft Victoria! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! Erdm. Neumeister. * 315. Jlen Landen, jauchze, 316.Finder! Unser LeberMel.: Werde munter, mein. Gott in alMel.: Jesu, meine Freude.. euch, Gottes du erlöste Schaar! Christ, der Herr ist auferstanden, der für winder, Jesus hat gesiegt. uns getödtet war. Jesus hat durch seine Macht das Erlösungswerk vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. Satan ist gefangen, und der Kopf der Schlangen in dem Staube liegt. Jesus Christ hat ihre List durch sein göttlich Wort gedämpfet und für mich gekämpfet. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Du erweckst nun keine Noth; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod. Das Gesetz hat er erfüllt, also Zorn und Fluch gestillt, und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 2. Was kann mich anfechten, weil mir steht zur Rechten ein so großer Gott? Laß sich grimmig rüsten, wider mich ausbrüsten Kummer, Noth und Tod! Welt und Geld gar leicht zerfällt, Chr und Reichthum, Lust der Sünden wie ein Rauch verschwinden. 3. Hölle, schweig von deinen Banden, Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängniß frei, und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 3. Satan, laß dein Stürmen! Mich wird wohl beschirmen mein Immanuel. Weg mit deinen Lügen! Durch ihn will ich siegen wider dein Gebell. Er wird mir wohl für und für, Troß sei allen deinen Tücken, großen Trost zuschicken. 4. Sage, was dein Schlangen4. Wenn schon meine Glieder 16.( Maria.) Habt Dank, ihr lieben Engel fein, Halle- Halleluja, nun wolln wir alle fröhlich sein, Halle- Halleluja. 17.( Engel.) Geht hin, sagt das Sanct Petro an, Halle- Halleluja, und seinen Jüngern lobejan, Halle- Halleluja. ( Maria zum Volk.) 18. Nun singet all zu dieser Frist: Halle- Halleluja, erstanden ist der heilig Christ, Halle- Halleluja. ( Gemeine.) 19. Deß solln wir alle fröhlich fein, Halle- Halleluja, und Christ soll unser Tröster sein, HalleHalleluja. Ofter Lieder. ihm hier gefällt. Halleluja, Halleluja! Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Aller liebste sein. Halleluja, Halleluja! 8. Hier ist noch nicht ganz fund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja, Halleluja! Der große Schat, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so Sonn aufgeht, mein herzlich freut. Halleluja, Halleluja! 9. Der jüngste Tag wirds zeigen an, was er für Thaten hat gethan: Halleluja, Halleluja! Wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja, Halleluja! 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud. Halleluja, Halleluja! Ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet sein. Halleluja, Halleluja! 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich nicht regt. Halleluja, Halleluja! Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja, Halleluja! 12. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja, Halleluja! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja, Halleluja! nd 200 13. Kein Kreuz und Trübsal ist so tief, mein Heiland thut darein ein Griff. Halleluja, Halleluja! führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja, Halleluja! 158 sich nun senken nieder zu der langen Nacht, da wird Gott gebieten, daß vor allem Wüthen feiner Engel Wacht mir Geleit zur Ewigkeit und dem rechten Freudenleben sicher möge geben. G. v. Mengede. Mel.: Heut triumphiret Gottes. 317. Trüh Morgens, da die Heiland Christus aufersteht. Halleluja. Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja, Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halleluja, Halleluja! Läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halle luja, Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang bleibt mein Heiland ins Todes Zwang. Halleluja, Halleluja! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren sein Siegesfähnlein schwingt. Halleluja, Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Halleluja, Halle luja! Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja, Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja, Halleluja! Ich wach auf durch des Herren Stimm, beracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja, Halleluja! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Halleluja, Halleluja! Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja, Halleluja! 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Gepräng 14. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Halleluja, Halleluja! Der Engel selbst bezeugets klar, das leere Grab machts offenbar, Halleluja, Halleluja! Oster- Lieder. 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halleluja, Halleluja! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halletuja, Halleluju! 159 sem Orte habe, drückst mir die Augen zu; drum soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht, ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja, Halleluja! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja, Halleluja! 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei; du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich dich erblicken, der mich vom Tode weckt. 17. Durch seiner Auferstehung 5. Du fährest in die Höhe und Kraft komm ich zur Engel Brü- zeigest mir die Bahn, wohin ich derschaft. Halleluja, Halleluja! endlich gehe, da ich dich finden Durch ihn bin ich mit Gott ver- fann; dort ist es sicher wohnen, jöhnt, die Feindschaft ist ganz und lauter Glanz um dich, da abgelehnt. Halleluja, Halleluja! warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich.ju 18. Mein Herz darf nicht entseben sich, Gott und die Engel lieben mich. Halleluja, Halleluja! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja, Halleluja! 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner leßten Noth, und meine Ruhstatt machen in deine liebe Gruft, da werd ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. 19. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Halleluja, Halleluja! Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja, Halleluja! 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt! da werd ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshütten, da heißts: Victoria dem, welcher treu gestritten! Ach wär ich nur schon da! Joh. Heermann. Mel.: Balet will ich dir geben.htm * 318. ch geh zu deinem du Ofterfürst, weil ich die Hoffnung Benj. Schmold. habe, daß du mir zeigen wirst, 319.5tes Sohn, der von In eigener Melodie. triumphiret Gotwie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. dem Tod erstanden schon. Halleluja, Halleluja. Mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dantn wir ihm in Ewigkeit; Halleluja, Halleluja! 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut auch in den Staub zu legen, was Staub und Asch vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an die2. Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja! Wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, Oster- Lieder. 160 der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! Führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! mid de 6. Mein Heiland lebt, ob ich nun werd ins Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals auferwecken; er wird mich reißen aus dem Grab und aus dem Lager, das ich hab ein kleines ausgeschlafen. 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth. Wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja, Halleluja! lommig buong 4. Da werd ich eben diese Haut und eben diese Glieder, die Feder jebo an mir schaut, auch was sich hin und wieder von Adern und Gelenken findt, und meinen Leib zusammen bindt, ganz richtig wieder haben din notis nuot 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr. Ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr, Halleluja, Halleluja! Es liegt im 5. Zwar Alles, was der Mensch Staub der arge Feind; dagegen hier trägt, der Leib und seine wir Gotts Kinder sein Halle- Glieder, wird, wenn er sich hin luja, Halleluja! sadrat tasterben legt, zerstäuben und hin6. Dafür wir danken allzu wieder zur Erde werden, von wo gleich, und sehnen uns ins Him- ber es kommen ist; doch nimmermelreich. Halleluja, Halleluja! mehr soll es im Staube bleiben. Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, sammt Christo seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geiste gleicherweis in Ewigteit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja! 6. Es soll doch alles wieder stehn in seinem vorgen Wesen; was niederlag, wird Gott erhöhn, was umkam, wird genesen, was Tod und Sterben hat verheert, und die Verwesung ausgezehrt, wird alles wieder kommen. Hus 7. Das hab ich je und je ge gläubt, und fass ein fest Vera Basilius Förtsch. frauen, ich werde den, der ewig Mel.: Wenn mein Stündlein bleibt, in meinem Fleische schauen; Hiob 19, 25.id sja, in dem Fleische, das hier 320. das da werd ich Gott in ch weiß, daß mein stirbt, in Staub und Asche erst online un soll mir Niemand nehmen. Er sehen. ialla lebt, und was mir widerstrebt, das muß sich endlich schämen. Er lebt fürwahr, der starte Held, sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Deß bin ich herzlich hoch erfreut, und habe gar kein Scheuen vor dem, der alles Fleisch zertreut, gleichwie der Wind die Spreuen; nimmt er gleich mich und mein Gebein, und scharrt uns in die Gruft hinein, was kann er damit schaden. 8. Ich selber werd in seinem Licht ihn sehn und mich erquicken; mein Auge wird sein Angesicht mit neuer Luft erblicken; ich werd ihn sehen, mir zur Freud, und werd ihm dienen ohne Zeit, ich selber und kein Fremder. 9. Trotz sei nun allem, washi mir will mein Herze blöde machen! Wärs noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch fröhlich lachen. Man treib und spanne noch so hoch Sarg, Grab Oster- Lieder. und Tod, so bleibet doch Gott, mein Erlöser leben. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 321. ejus Christus, unser Heiland, Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß Gott sein Huld uns gönnet. Kyrie eleison. 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison. Dr. Martin Luther. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Yesus Christus, wahr 322. unfre Sünd hat gnug gethan, und hat vergoffen sein theures Blut, dadurch wir denn aus aller Noth errettet und erlöset sein von Sünden und der Höllen Pein. 2. Vom Tod ist Christus auferstahn, das hat er uns zu gut gethan; der Sünd, des Tods und Teufels Recht durch sein Aufstehn er hat geschwächt, auf daß er unir Gerechtigkeit und Leben sei in Ewigkeit. 3. Darum, so glaubet nun gewiß, daß Gott ein gnädiger Bater ist, der uns will helfen allezeit, wenn wir zu glauben sind bereit. Halleluja, Halleluja. Lob, Ehr und Dank sei ihm gesagt. Nach Hermann Bonn. In eigener Melodie. Hiob 19, 25-27. 323. Jicht und mein Heis ejus meine Buberland ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geven, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanten macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt, ich werd auch das Leben schauen, 161 sein, wo mein Erlöser schwebt. Warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach ſich zieht? Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt gefunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; dann von mir in Gott wird werden angeschaut und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, tennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier krantet. seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geiſt= lich sein. 8. Seid getroft und hoch erfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht Statt der Traurigkeit; sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt die Gräber dringt. Trompet ertlingt, die auch durch 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist er11 Ofter- Lieder. 162 hebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein! Luise Henr., Churf. v Brandenburg. Mel.: Heut triumphiret Gottes. hr 324. fröhlich sein und sich nur die Erd erregt, bist du fingen Halleluja fein, Halleluja, aus der Erden kommen, hast Halleluja! Und loben Gott den Herren Christ, der uns zu Trost erstanden ist. Halleluja! Halleluja! das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkest uns die Seligkeit. Freue dich, o Christenbeit! 2. Troß Sünde, Teufel, Tod und Höll! den Sieg behält Immanuel. Halleluja! Halleluja! Der uns erlöst, sein Eigenthum, sein Kreuz ist unsre Ehr und Ruhm. Halleluja, Halleluja! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wur den stumpf; Christus ist sein Gift gewesen, ja, der Höllen Seuch und Pest, Welt und Sünde liegen fest, und wir Menschen sind geuns nesen wiederum durch solchen 3. Des Himmels Freund er uns erwirbt; wohl dem, der mit ihm lebt und stirbt. Halleluja, Halleluja! Er ist und bleibt allezeit die Sonne der Gerechtig- Streit. Freue dich, o Christenheit! teit. 5. Gott, der heilet unsre la enn wir nirgends Hülfe fehn, lässet ihn nach dreien Ta gen lebend wieder auferstehn. Darum muß ich dankbar werden, und mein Herz ist freudenvoll, weil der Herr nicht sehen soll die Verwesung in der Erden, noch der Höllen Einsamkeit. Freue dich, Christenheit! 6. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angethan. Wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann? Christus ist der Eckstein worden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget, und dazu Belial sein Schloß zerstöret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, gestor: ben, warest du ins Grab gelegt, Halleluja, Halleluja! 4. Der uns aus diesem Todes gen, thal durchleuchtet in des Himmels Saal. Halleluja Halle luja! deß laßt uns Alle fröhlich sein und singen Halleluja fein. Halleluja, Halleluja! Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht. 325. Paffet uns den Herreno preisen, o ihr Christen überall! Kommet, daß wir Dank erweisen unserm Gott mit füßem Schall. Er ist frei von Todesbanden, Simson, der vom Himmel fam, und der Löw aus Judas Stamm, Jesus Christus, ist erstanden. Nun ist hin der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat über- 7. Hast du schon vom Bach wunden des ergrimmten Todes am Wege angenommen einen Macht, der in Tüchern lag ge- Trank, und erlitten tausend bunden, hat die Schlange um- Schläge, warest kränker noch als gebracht. Satans Reich ist ganz trant: ei, so hast du doch erhoben Ofter Lieoer. = dein verklärtes Angesicht, stirbest num und nimmer nicht. Ja, wir werden ewig loben dich, Herr Jeju, nach dem Streit. Freue dich, o Christenheit! 8. Herr, dies sind die edlen Früchte, die dein Auferstehung girbt, daß wir treten vor Gerichte, ganz in deine Gunst verliebt; Herr, das sind die schönen Gaben: Grad und Leben, Freud und Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg: o die sollen kräftig laben Leib und Seel in allem Leid. Freue dich, o Christenheit! 9. Weil nach diesem Fried ich dürfte, wie nach Wasser Tag und Nacht, den du, großer Siegesfürste, durch den Kampf hast wie derbracht: ei, so theil jetzt aus die Beute, wie der starke Simson that, als er überwunden hat. Laß sich rühmen alle Leute, daß geendet sei der Streit. Freue dich, o Christenheit! 22. 163 nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! Joh. Rist. mel.: Jesu, meine Frend und Wonne. 326. Laßt uns jauchzen, last uns singen, laß es, Jesu, wohl gelingen! Dieſes ist der Siegestag, da der Fürst der Welt erlag, den der Herr hat wollen machen. Laßt uns freuen, laßt uns lachen! 2. Heute, heute triumphiret, im Triumph die Feinde führet Schilo und Immanuel. Ja der Fürst in Israel ist heut aus des Lodes Banden siegreich wieder auferstanden. 3. Der zuvor mit tauſend Plagen als ein Sünder ward geschlagen, hat erhalten Sieg und Feld, wie ein starker Siegesheld; der vorhin ward sehr verhöhnet, heute wird mit Schmuck gekrönet. 10. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir gleich dir auferstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennoth, dämpf in uns Bein, Angst und Schmerzen ſammt der Seelentraurigkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Heute wird ein Gift der Höllen und der Höllen Rottgesellen unserLöw aus JudaStamm; heut hat Jesus, Gottes Lamm, uns, die wir viel leiden müssen, herrlich aus der Angst gerissen. 5. Wo ist, Teufel, nun dein Toben? Es ist wie ein Rauch zerstoben. Tod, wo ist dein Stachel bin? Höll, der Sieg triigt deinen Sinn; Satan, du bist überwunden, Tod und Hölle sind gebunden. 11. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht 6. Unser Heiland ist geneſen, alle Gräber wird aufdecken, und hat ein freudenreiches Wesen mit der Engel Weltgeschrei zeigen, was sich an das Licht gebracht. Er vorhanden sei; dann wird mich hat aller Sünden Macht ganz mein Gott aufwecken und beschlie- vernichtet und verheeret, ausBen all mein Leid. Freue dich, o getilget und verstöret. Christenheit! 7. Jesu, dir sei Dank gefaget, daß die Feinde sind verjaget und du alles beigelegt, was uns hatte Noth erregt. Weil du ritterlich 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, gerungen, sei dir ewig Dank gedessen gleichen hier auf Erden fungen. Ofter- Lieder. 164 28. Gieb, ach gieb mir deine Gnade, daß der Teufel mir nicht schade. Laß mit dir mich auferstehn, Früchte deines Friedens sehn, daß ich mich mit dir ver= neue, deines Kampfs und Sieges freue. E. C. Homburg. Roborbi priborrada ga? 3. Ist Jesus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, fo bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Kein Fluch ist übrig blieben, die Quittung ist geschrie ben, daß alles ſei bezahlt. soll ich sterben? 4. Ach willst du noch nicht glauben, du ungewisser Geist? Welch Teufel kann dir rauben. was Jesus dir verheißt, der Licht, Kraft, Fried und Leben geneigt ist dir zu geben, als feines Sie ges Frucht? als nalling ng 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring dir, was ich hab! ich matte mich vergebens bei meinen Wunden ab; ich kann sie nicht verbinden; soll ich Genefung finden, du mußt sie rühren aning od wie Mel.: daß ich tausend Bungen. 327. Mein Jesus lebt, was Hier steht mein Haupt und triumphirt. So muß ich ja das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht verliert. Weg Traurigfeit, Vergnügung her! Mein Jefus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod wird böllig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Höllen Abgrund selbsten bebt, denn überall schallts: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süße schallt die Stimme hier. Jch leb und ihr lebt auch mit mir! im Glauben dich empor; wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grabling met opdrar Top 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, mein Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benj. Schmold. neder sd- 201 Mel.: Herr Christ, der einge. * 328. Mein Fels hat über wunden der Hölle ganzes Heer, der Drache liegt gebunden, die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle 3ornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank dafür; vertreib die Furcht und schwinge 6. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ, daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Die fin stern Wolfen theile der Zweifel, Herr, und heile des Glaubens dürre Hand. 7. Laß mich nicht länger wanten gleich einem Rohr im Wind; besänftge die Gedanken, die voller Unruh sind. Du bist der Stuhl der Gnaden; wer mühsam und beladen, den rufst du ja zu dir. 8. Ich will nicht mehr vergeb lich bei mir mich halten auf; ich finde nichts erheblich, zu hemmen meinen Lauf zu deinen offen Armen, die mir dein frei Erbarmen so weit hält aufgethan. 9. Hast du den Tod verschlungen, verschling ihn auch in mir; wo du bist durchgedrungen, da laß mich folgen dir; erfülle mein Verlangen und laß den Kopf der Schlangen in mir zertreten ſein! 10. Den Gößen Eigenliebe, Lieder. 165 5. Hölle, willst du pochen? Der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar. Weil du nun gelaſsen und nicht mochtest fassen den, der Bürge war, so hast du für immerzu deines Rechtes dich begeben wider unser Leben. 6. Laß ohnmächtig schrecken und die Hand ausstrecken wider uns den Tod; denn sein Pfeil und Bogen finden sich betrogen. Es hat keine Noth. Ob er trifft, ists drum kein Gift, sondern muß mit seinen Pfeilen er vielmehr uns heilen. Ofter das schnöde Seelengist, jerstör in mir und giebe, daß alle FleischesTrist, die dich ans Kreuz geheftet, ganz möge sein entkräftet durch deines Kreuzes Kraft. 11. Sebst du, laß mich auch leben als Glied an deinem Leib, daß ich gleich einem Reben an dir, dem Weinstock, bleib; gieb Geistessaft gur Nahrung gieb Stärke zur Bewahrung der Pflanzung deiner Hand.ddnl boile 12. Leb in mir als Prophete und leit mich in dein Licht; als Priester mich vertrete. Mein Thun und Lassen richt, um deinen gan= zen Willen als König zn erfüllen. Leb, Christe, leb in mir! Tid F. A. Lampe. estads Met!: Jesu, meine Freude. dn 329. Nun ist auferstanden aus des Todes Banden Gotts und Menschen sohn. Jesus hat gesieget, daß 8. So sind all wir Christen dir nun alles lieget unter einem und deinen Lüsten todt, o EitelThron. Alle Feind, so viel ihr'r feit Wie wir uns nun haben seind, hat er auf das Haupt ge-| laffen mit begraben hier in dieschlagen, ja gar Schau getragen. fer Zeit, so wird er, der große 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in dem Grab meine müden Glieder werden liegen nieder, weil ich dieses hab, daß mein Hort mir diesen Ort selbst mit seinem Leibe weihe, daß ich ihn nicht scheuestidis ourn.nst. Herr, uns hervor auch mit sich führen und mit Kronen zieren. 2. Daß er wollen sterben, war, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Nachdem dies geschehen, dürfen wir nun sehen, daß vor kurzer Zeit er zwar ſich wahrhaftiglich in den Tod um unser Leben hab dahin gegeben 9. Denn dies sicher stehet: Weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, müſsen auch die Glieder ohne Zweifel wieder aus dem Todtenhaus, wenn jeßund die liebe Stund ihnen wiedergiebt das Leben, zu ihm sich begeben. Idal ang ill quic 3. Niemand wird nun finden, daß von unsern Sünden noch was übrig sei, weil der wieder kommen, der sie übernommen; ja indem er frei, so ist nun genug zu thun, weil die Zahlung voll befunden, Keiner mehr verbunden. 10. Ď der großen Freude! Wer wollt nun das Kleide dieser Sterblichkeit nicht getroft ablegen? Weil ja noch hingegen nach so kurzer Zeit, Jesus Christ bereitet ist, ihn zu kleiden mit der Sonne in des Himmels Wonne. Ph. Jac. Spener. Mel.: Allein Gott in der Höh. 1. Co r. 15, 55-57. 4. Was will uns nun schaden, weil wir ja zu Gnaden sind einmal gebracht? Will der Teufel drauen, dürfen wir nicht scheuen iein verlorne Macht. Hier ist der, vor welchem er augenblicklich muß 330. Tod, wo iſt dein und Stachel Wo Ofter- Vieder. 166 schuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. ndoo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie graufam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jefum Christ gegeben. 8. Das ist die rechte Oſterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeitim Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 2. Wie sträubet sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er 7. Der alte Drach mit seiner fie dämpfte. Ob sie ihn in die Rott hingegen wird zu Schanden; Fersen sticht, so sieget sie doch erlegt ist er mit Schimpf und darum nicht, der Kopf ist ihr- Spott, da Christus ist erstanden. zertreten. Des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. ad 390 3. Lebendig Christus kommt hervor, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starten Held kann halten auf; Alls liegt da überwunden. 4. Des Todes Gift, der Höllen Best ist unser Heiland worden. Wenn Satan auch noch ungern läßt von Wüthen und von Morden, und da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klaget an, so ist er doch verworfen. non 5. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, alle Feind 10. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns nun der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in die sem Krieg durch JEfum Chrift gegeben. bud I. Gesenius. Mel.: Nun freut euch, lieben. 331. Sei fröhlich Alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herrlichkeit, den GOtt selbst auserkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergoffen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. ecc hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umge bracht! Der Stachel ist verge bens durch ihn geschossen, schnö der Feind; du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. durch Christi Sieg gedämpfet sein, ihr Zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, 7. Wer täglich hie durch wahre durch dein Thor, ja hat im Sieg Reu mit Chrifto auferstehet, ist verschlungen dich selbst, daß, wer dort vom andern Tode frei, der an ihn nur gläubt, von dir nun felb ihn nicht angehet; genom ein Gespötte treibt, und spricht: men ist dem Tod die Macht, Un- Wo ist dein Stachel? Oster- Lieder. 167 14. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: Ich leb und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott ſei Dank, Halleluja! 3. Neige deines Scepters Spiße unsrer Ohnmacht gnädig zu; zittern wir vor deinem Blize, from= euch erworben. die immer Gott, so tröste du; sind bis5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, wir dürfen ihn nicht scheuen; ich bin sein Siegsfürst und sein Herr, deß sollt ihr euch erfreuen. Dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. rotu tik dr 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mager ihm auch nicht schaden." 17. Nun Gott sei Dank, der Sieg durch hat gegeben, und uns den Grieden für den Krieg, und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Noth uns stürzet, überwunden. Paul Gerhard. 2012 o 18 miss tirdmod Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht. weilen wir verdio sen, Abba, so vergieb die Schuld; Herrscher, richte mit Geduld über deine Reichsgenossen, denn dein Name ruhet da. Gott sei Dank, Halleluja! 4. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt; deinen Frieden gieb uns allen, o, so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos so wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da. Gott sei Dank, Halleluja! Laß, o Sonne der ten'; deinen Strahl ins herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, ei, so fördre selbst den Lauf; rufe fleißig: wachet auf! denn die Schatten sind vergangen und der helle Tag ist da. Gott * 332.11eberwinder, nimm die sei Dant, Halleluja! Palmen, so dein 6. Tilg in uns des Todes Zion heute bringt, das mit froben Osterpfalmen den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Bochen und der Würger Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil in den saphirnen Auen schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, ordgeschrei, da der Schlangen gieb uns mitten in der Bein Kopf entzwei und der Stachel Hiobs Trost und Glauben ein; abgebrochen? Tod und Teufel o, so kann der Tod nicht tödten, liegen da; Gott sei Dank, Halle- denn die Hoffnung blühet da. luja! on Gott sei Dank, Halleluja! teange 2. Stecke nun die Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor, laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit ist 7. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, ei, so nimmt das fühle 168 Oster- Bieder.@ Grab nichts, als nur was irdisch, 5. Jhr Christen gut, habt friab; und der Staub ist unverloren. Unser Goel hütet da. Gott sei Dank, Halleluja! schen Muth, den Raub habn wir bekommen; Gerechtigkeit ist unser Kleid, wir sind der Furcht entnommen. Hier ist die Beut Gerechtigkeit, nun sind wir Gottes Kinder. Drum singn wir all mit Freudenschall: Dank sei demUleberwinder! G. Reimann. 8. Rufe die verdorrten Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, bis der Aschenhaufe wieder in verklärtem Glanz erwacht. Da wirst du die Krone geben; dann wird die vergnügte Brust, Herr, in engelgleicher Luft ewig deinen Sieg erheben; und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! 111 Mel.: O Herre Gott, dein. C. 2. Tabbel. 333. Wir fingen all mit Krieg und Sieg des Herren. Heut triumphirt der große Hirt, Christus König der Ehren; all unsre Feind erleget sind, Keiner konnt ihm entkommen. Der Herre Christ erstanden ist, das bringt uns ewig Frommen. 2. Die Christenheit ist nun befreit, der Teufel ist gefangen; der uns verklagt, ist gar verzagt, zertreten ist die Schlange. Und ch gleich schon der Gottes Sohn ist in die Fers gestochen, so lebt er doch und sieget noch; durch ihn sind wir gerochen. 3. Des Gießes Macht hat auf uns bracht der Sünden Last mit Haufen; der Sünden Noth, dazu dem Tod nicht konnten wir entlaufen; der Seelen Qual war überall; da that der Herr uns scheiden. Dank sei dem Herrn, der uns zu Ehrn gebracht hat durch sein Leiden! Mel.: Herr Gott, dich loben alle, oder: Lob sei dem allerhöchsten Gott. 334. Willkommen, aufer standner Held, Herr Jesu, der du haſt gefällt deinen des Macht und Gottes Gnade wiederbracht. 2. Willkommen siegend Seelenheil, mit der verlangten Beute Theil! Schreib unter deiner Siegesfahn mich, deinen theur Erlöſten, an. 3. Du bist des Allerhöchsten Sohn, der Sünder Heil und Gnadenthron; wer zu dir fommt und Gnade sucht, erhält dein Auferstehungsfrucht. 4. Herr Jesu, deine Sieges freud erquicke mich in allem Leid! Gieb, daß ich jetzt aufsteh mit dir von Sünd und böser Lustbegier. 5. Mach mich auch, wenn kommt meine Zeit, zum süßen Einschlaf wohl bereit, und durch dein beilsam Auferstehn laß froh mich aus dem Grabe gehn. 6. So lang du aber mich hier läßt, verbinde dir aufs allerbest mich, dein ersiegtes Eigenthum, zu deines großen Namens Rubm. 4. Der Höllen Grund, des Todes Schlund uns drohten zu verschlingen. Da hielt ein Schlacht des Lebens Macht, verschlang den In eigener Melodie. Tod im Ringen, der böse Feind 335. Zu dieſer öſterlichen im Kampf erlag, Christen sind entkommen. Aus ist der Krieg, wir haben Sieg durch Jesum Christ genommen. alle Traurigkeit, ihr mübseligen Sünder. Gott bat.gethan groß Wunder. Sprecht im Glauben Himmelfahrts Vieder. · 169 mit Freuden, ja, ja, ja und singet Halleluja. 196 dl sol 12. Der Herre Jesus ist erweckt, bracht; des großen Sieges wegen follen wir ewig leben. Sprecht im Glauben mit Freuden ja, ja, der für uns in den Tod gestreckt, ja und singet Halleluja.or free die Sünd ist hingenommen, Ge- 1904. Gelobet jei der Herre Christ! rechtigkeit ist kommen. Sprecht Sein Auferstehung unser ist, nach im Glauben mit Freuden, ja, ja, Vaters Wohlgefallen; sein Geist ja und singet Halleluja.sous sei mit uns allen. Sprecht im Glauben mit Freuden ja, ja, ja und singet Halleluja. 2. Helmbold party at for gover 115 3. Zerstöret ist des Teufels Macht, göttlicher Friede wiederalto to bed to T+ 12 19119G prats da XV. Himmelfahrts- Lieder. Mel.: Wie schön leuchtet der. berachten. Unart, Hoffahrt laß 336. Achwundergroßer Sie uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. gesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich geietet zur Rechten deines 5. Sei, Jesu, unser Schutz Vaters Kraft, der Feinde Schaar und Schaß, sei unser Ruhm und gebracht zur Haft, bis auf den fester Plaß, darauf wir uns verTod verletet; mächtig, prächtig lassen. Laß suchen uns, was triumphirest, jubilirest; Tod und droben ist: auf Erden wohnet Leben ist, Herr Christ, dir unter- Trug und List, es ist auf allen geben. In dit we Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen.old 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, tlinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 6. Herr Jesu, komm du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried in die Hände. und Freude, Stärk und Kraft, Erquichung, Labsal, Herzensfaft wird uns von dir gegeben. oder: Bringe, zwinge mein Gemüthe, Nun freut euch, lieben Christen. mein Geblüte, daß es preije, dir 337. Aabrt allein ich meine als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jefu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fünftig für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demuth tritt herein, all Ueppigkeit Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Bein hiemit stets überwinde. Denn, weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zu rechter Zeit nachholen. Ernst Christoph Homburg. Mel.: Mein Herzens- Jesu, Himmelfahrts- Lieder. 170 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schaß gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle! Jesus, der bittet: kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung 19rds für Alles, was drücket. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! din 19 Jof. Wegelin. Toums of ide In eigener Melodie. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; Jesus wird selber den Siegern zum Lohne; wahrlich dies Kleinod belohnet den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone; selbsten Jehovoh wird Siegern zum Lohne, nadisi 90 dnu 1914 7. Herrliches Lämmlein, da, da wird man seben eine gewaltige, fiegende Schaar deine unendliche Hoheit erhöhen; dir wird man bringen Halleluja dar. Sehet, wie Thronen und Kronen hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen! Fo? rod " 338. Giner ist König, Immanuel sieget; be bet ihr Feinde und gebet die Flucht! Zion hingegen sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht! Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stänte, c wenn ich da wäre! Springet ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren! Joh. Conr. Ludw. Allendorf. 3. Halte, o Seele, im Leiden di stor rdr toll road fein stille, schlage die Ruthe des Mel.: Alles ist an Gottes Segen, Vaters nicht aus; bitte und nimmo neomoder: Hokaid and aus der göttlichen Fülle Kräftes da Fortgekämpst. monal su fiegen im Kampfe und Strauß. 339. als stönig; alles Christus 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Jejus, die Liebe, versüßet die Schmer: zen, reißet aus Aengsten, aus Jammer und Noth; ewig muß unsere Seele genesen in dem hold: feligsten, lieblichsten Wesen.d Fluthen der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. wird ihm unterthänig; alles legt hopind ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge 4. 3ion, wie lange haft du soll bekennen: Jesus sei der Herr nun geweinet? Auf und erhebe zu nennen, dem man Ehre gedein sinkendes Haupt! Siehe, die ben muß. Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. mino3D 2. Fürstenthümer und Gewalten, Machten, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit; alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen 171 Leben? Das soll sein. Willst du erben? Du wirst sehen. Soll der Wunsch aufs Höchste gehen, willst du Jesum? Er ist dein! Himmelfahrts- Lieder. Gewimmel ist zu seinem Dienst bereit. be allow sun 3. Sagt mir von erhabnen Thronen, die beim ewgen Lichte wohnen; nichts ist gegen Jesum groß. Nennt mir Namen auf der Erden; wenn sie auch vergöttert werden, sind sie Theil aus seinem Loos. tor 97t 4. Gott, des Weltbaus großer Meister, hat die Engel wohl als Geister und als Flammen um den Thron; sagt er aber einem Knechte: sebe dich zu meiner Rechte? Nein, er sprach es zu dem Sohn. 13. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König füßt.nl 5. Gott ist Herr; der Herr ist Einer und demselben gleichet Reiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 6. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitt er unter lichten Chören, sibet ob den Cherubim. In der Welt und Himmels Enden hat er Alles in den Händen, denn der Vater gab es ihm. 7. Nur in ihm o Wundergaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist er schienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 14. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte! Rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und du Blutvolk in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt!( ado??? L 8. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; tlagt, thr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Noth. Wunden müssen Wunden heilen, Heilsöl weiß er 15. Ich auch auf den tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herricht als König, alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! d Ph. F. Hiller. In eigener Melodie. auszutheilen, Reichthum schenkt 340. Christ fuhr gen Him mel. 11. Allen losgekauften Seelen folls an teinem Gute fehlen; denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werthe Worte! theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, süßes Evangelium! nd 12. Zwar das Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden und ihr Haupt zieht sie empor. er 9. Komm, zum Tod verdammt Geschlechte, der Gerechte macht Gerechte, Heilge aus der Sünder Rott! Komm, du wirst noch an= genommen; komm, beherzt, er heißt dich kommen, fag ihm nur: mein Herr und Gott! 10. Gil, es ist nicht Zeit zum Schämen. Willst du Gnade? Du sollst nehmen. Willst du er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zum Trost der armen Christenheit. Kyrieleis! 2. Wär er nicht aufgefahren, so wär die Welt verloren; feit er aufgefahren ist, Lobn wir den Herren Jesum Christ. Kyrieleis! duose 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß sollen wir alle froh Himmelfahrts- Lieder. 172 sein! Christus will unser Trost sein. Ryrieleis! 15. Jahrh. 341. Mel.: Nun freut euch lieben. u fährst gen Himmel, Jefu Chrift, die Stätt mir zu bereiten, auf daß ich bleibe, wo du bist, zu ewiglichen Zeiten. Du fährst, mein Heiland, in die Höh, auf daß ich in die Höh auch geb; dies kann mich recht ergößen. 2. Du fährst, mein Jesu, wolfenan und bringst durch alle Himmel, damit ich dir nachfahren fann aus diesem Weltgetümmel. dir aufzuwarten kommen; Du bist, mein Jesu, aus dem Leid gegangen in die höchste Freud, daß stete Freud mich labe. 4. Nun lieget alles unter dir, dich selbst nur ausgenommen; die Engel müssen für und für die Fürsten stehn auch auf der Bahn, und sind dir willig unterthan; Luft, Feur, Wasser und Erden muß dir zu Dienste werden. 3. Wo Jesus ist, da komm ich bin; bei Jesu will ich bleiben. Drum steht zu Jesu stets mein Sinn, nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld hier manche Noth, so werd ich doch nach meinem Tod bei Jesu recht erquictet. 5. Du starter Herrscher fährest auf mit Jauchzen und Lobsagen, und gleich mit dir in vollem Lauf auch mehr denn tausend Wagen; du fähreft auf mit Lobgefang, es schallet der Posaunen Klang; mein Gott, vor allen Dingen will ich dir auch lobsingen. 4. So zage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich nicht allzu schmerzlich quäl; ich werd nach kurzen Jahren gelangen aus dem Jammerthal hin in den schönen Himmetsiaal, da Jesus mich wird trösten. Gottfr. Händel. Mel.: Ermuntre dich, mein. u Lebensfürst, Herr drungen; du haft gesieget weit und breit. Wie soll ich solche Herrlichkeit, o Herr, in diesem Leben gnug würdiglich erheben? 3. Du hast dich zu der rechten Hand des Vaters hingejebet, der alles dir hat zugewandt, nachdem du unverletzet die starken Feind haft umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, und sie auf deinem Wagen ganz herrlich Schau getragen. 342. du bist aufgenommen gen Himmel, da dein Vater ist und die Gemein der Frommen, wie soll ich deinen großen Sieg, den du uns durch den schweren Krieg erworben hast, recht preisen, und dir gnug Chr erweisen? 6. Du bist gefahren in die Höh, hinführend die Gefangnen, so uns mit Thränen, Ach und Weh genetet oft die Wangen. Drum preisen wir mit süßem Schall, o starter Bott, dich überall, wir, die wir so viel Gaben von dir empfangen haben. 7. Du hast durch deine Himdu den uns melfahrt die Straßen uns beoffenbart, der uns zum Vater leitet; und weil denn du, Herr Jesu Christ, nun stets in deiner Wonne bist, so werden ja die Frommen dahin auch zu dir kommen. 8. Ist unser Haupt im Him2. Du hast die Höll und Sün- melreich, als die Apostel schreidennoth ganz ritterlich bezwun- ben, so werden wir, den Engeln gen; du hast den Teufel, Welt gleich, ja nicht heraußen bleiben; und Tod durch deinen Tod ver- du wirst uns deine Gliederlein, Himmelfahrts- Lieder. mein Gott, nicht lassen von dir fein, die ihnen fest vertrauen, dein Herrlichkeit zu schauen. 173 regiere und weislich alles führe mächtig in aller Welt. 9. Hilf, daß wir suchen unsern Schaß nicht hier in diesem Leben, sondern nur dort, wo du den Plaß wirst Gottes Kindern geben. Ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was fünftig werden soll; so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 10. Zieh uns dir nach, so laufen wir, gieb uns des Glaubens Flügel. Hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Israelis Hügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, da ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir ste= hen, dein Angesicht zu sehen? 11. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jeju, kom= men? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich auf genommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und flopfen in die Hände, Halleluja ohn Ende! Joh. Rist.. on. 4. Insonderheit den Frommen die besten Gaben sendt, die hoch vom Himmel kommen, ihnen sich selbst verpfändt, den Weg der Wahrheit weist, daß sie zu Gottes Ehren an allen Orten lehren, schenkt ihn'n den heilgen Geist. 5. Uns hast du nicht verlassen, du wirst noch bei uns sein, uns trösten aus der Maaßen, dein Wort erhalten rein. Hilf uns zu jeder Frist, daß wir in kurzen Jahren mit dir gen Himmel fahren, du trauter Jesu Christ! Peter v. Hagen. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 344. Großer Mittler, der großen Vaters sißt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dem auf dem erhab'nen Throne, in der königlichen Krone aller Ewigkeiten Heer bringt in Demuth Preis und Ehr. 2. Dein Geschäft auf dieſer Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, nun gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferſtehn läßt uns in die Freiheit gehn. Jesus Christ gen Himmel fährt mit Schalle, weil er erstanden ist, erlöset uns von Pein, den Teufel überwindet, mit Gott uns recht verbindet, wer wollt nicht fröhlich sein? 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum: die 2. Die Jünger Christi stehen erworbnen Segenskräfte durch recht gottesfürchtger Art, mit dein Evangelium allen denen mitWunder groß ansehen des Her- zutheilen, die zum Thron der ren Himmelfahrt; die reinen Gei- Gnaden eilen; nun wird uns ſterlein dem höchsten Gott lob- durch deine Hand Heil und Segen singen, mit Hüpfen und mit Sprin- zugewandt. gen gleiten Christum hinein. 3. Gott Vater hoch im Throne, in seiner Herrlichkeit den Sohn empfahet schöne, mit Schmuck der Ehrn bekleidt, zur rechten Hand ihn stellt, daß er ohn End Mel.: Aus meines Herzens Grunde. Treut euch, ihr Christen 4. Deines Volkes werthe Namen trägest du auf deiner Brust, und an den gerechten Samen denfest du mit vieler Luſt. Du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben. 174 Himmelfahrts- Lieder. 9 Zebaoth! oligrais est 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch die nen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. und bittst in des Vaters Haus nige der Heiden, dem Herren ihnen eine Wohnung aus. # 1stholt 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht; es holen Jesum ein die lautern Cheru binen, den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen, er zeiget uns die Straßen, er macht uns sichre Bahn. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen. O, mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 4. Wir sollen himmlisch werEmden, der Herre macht uns Plaß; 7. Aber nun wird deine Bitte wir gehen von der Erden dortvon der Allmacht unterstützt, da hin, wo unser Schatz. Ihr Herin der vollkommnen Hütte die zen macht euch auf, wo Jesus verklärte Menschheit sitt; nun hingegangen, dahin sei das Verkannst du des Satans Klagen langen, dahin sei euer Lauf! majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unire böse Sache gut. 5. Laßt uns zum Himmel dringen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: Dich, 8. Die Verdienste deiner Lei- Jesu, suchen wir, dich, o du den stellst du deinem Vater dar, Gottes Sohn, dich Weg, dich und vertrittst nunmehr mit Freu- wahres Leben, dem alle Macht den deine theur erlöste Schaar; gegeben, dich, unsers Herzens bittest, daß er Kraft und Leben Kron! in woll dem Volk auf Erden geben und die alle zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 6. Ade mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergößen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide, Laß zu ihm gilt uns dein Verdienſtvertreten, wenn. Wann ſoll es doch geſchehen? wir zu dem Vater beten; sprich Wann kommt die liebe Zeit, daß für uns in letzter Noth, wenn wir ihn werden sehen in seiner den Mund verschließt der Tod. Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst I. I. Rambach. du sein, daß wir den Heiland Mel.: Aus meines Herzens Grunde grüßen, daß wir den Heiland 345.ott fäbret auf gen füssen? Komm, stelle dich doch ein! Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem GeG. W. Sacer. Mel.: Vom Himmel hoch da kommt. tümmel und mit Bofaunenschall. 346. Heut fährt Got auf Lobsingt, Gott, lobsingt, der lobsingt mit Frenden dem Kö- seine Feind gefangen führt und 9. Großer Mittler, seigepriesen, daß du in dem Heiligthum so biel Treu an uns bewiesen; dir Himmelfahrts- Lieder. 175 6. Es hat mit uns nun nimmer Noth; denn Satan, Sünd und ewger Tod allsammt zu Schanden worden sind durch Gottes und Marien Kind. 3. Der höchste Tröster soll all7. Den heilgen Geist sendt er berab, auf daß er unser Herz erlab, und tröst uns durch das zeit sein bei der werthen Chri- göttlich Wort, und uns behüt stenheit, daß sie durchs Wort be- bor Teufels Mord. il no ständig sei von allen Sünden ewig frei.ispilns a!!! 4. Wer dieses glaubt und wird getauft, weil er durch Christi Blut erfauft, den mag tein Feind in Ewigkeit berauben seiner Seligkeit. bi and Hello stale 8. Also baut er die Christenheit zur ewgen Freud und Seligkeit. Allein der Glaub an Jesum Christ die recht Erkenntniß Gottes ift.im dlod ujus limolog 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, erleucht und macht die Herzen fest und uns in Trübsal nicht verläßt.mals 35-100 5. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, jammt heilgem Geist in einem Thron! singt heut die ganze Christenheit und preiset Gott in Ewigkeit. D. J. Olearius. Mel.: Vom Himmel hoch da komm, day oder an herrschet nun gewaltiglich zur Rechten Gottes ewiglich. diends 2. Weil er lebt, hilft er mir aus Noth, troß Teufel, Welt, Sünd, Höll und Tod; er schenkt mir seine Seligkeit, jein Himmelreich ist mir bereit. is miris In eigener Melodie.heißt. euch, 347. Nun renter all! Der tes 10. Was uns die göttlich Ma jestät am heilgen Kreuz erworben hat, das theilet aus der heilge Geiſst, darum er unser Lehrer ONSG97 Ed 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den lieben En geln gleich. Das sehn die lieben Engel gern und danken mit uns Gott dem Herrn. 11. Der Vater hat den Sohn geſandt; der Sohn wird anders nicht erkannt ohn durch den heilgen Geist allein; der muß die Herzen machen rein. Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm! 2. Die Engel und all Him- 12. So manche schöne Gottesmelsheer erzeigen Christo göttlich gab bringt uns der heilig Geist Ehr, und jauchzen ihm mitfrohem herab, und uns vorm Satan Schall; das thun die lieben En- wohl verwahrt. Solchs schafft gel all. risp Bar End des Herren Himmelfahrt. to199 3. Daß unser Heiland Jesus 13. So danket nun dem lieben Christ, wahr'r Gottes Sohn, Herrn und lobet ihn von Herzen Mensch worden ist, deß freuen gern; lobsinget mit der Engel sich die Engel jehr und gönnen Chör, daß man es in dem Himuns gern folche Chr. mel hör. 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, da wir folln bleibn in Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobsin: get ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm! 14. Gott Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. 15. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit! 16. Du heilger Geist, du wah Himmelfahrts- Lieder. 176 rer Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich, und sagen dir Dank ewiglich! Erasmus Alberns. In eigener Melodie. 348. Nun freut euch lieben, Christen gmein, armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben. Da will ich sein der Meister 3. Mein gute Werk, die galten dein; den Geist will ich dir geben, nicht, es war mit ihn'n verdor- der dich in Trübsal trösten soll ben. Der freie Will haßt Gotts und lehren mich erkennen wohl Gericht, er war zum Gutn er- und in der Wahrheit leiten. storben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb; zur Höllen mußt ich sinken. und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat. Gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, carin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein; die Sünd hat mich besessen. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Chren; und hüt dich vor der Menschen Gjab, davon verdirbt der edle Schaß. Das laß ich dir zuletzte. Dr. Mart. Luther. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Baterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz; er ließ's sein Bestcs kosten. Mel.: Erschienen ist der herrlich). 5. Er sprach zu ſeinem lieben 349. ir banken dir, Herr Sohn: Die Zeit ist hie, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sündennoth, erwürg für ihn den bittern Tod, und laß ihn mit dir leben. Jesu Christ, daß du gen Himmel gfahren bist. O starker Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er wollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner 2. Nun freut sich alle Christenheit, und singt und springt ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel er gefahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Gwalt un Himmelfahrts- Lieder. endlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! t 4. Ueber all Himmel hoch erhebt, über all Engel mächtig schwebt, über all Menschen er regiert und alle Kreaturen führt. Halleluja! 12. Komm lieber Herr, komm es ist Zeit, zum letzten Gricht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammerthal in bein ewigen Him500 Dinsd melssaal. Halleluja! 15. Zur Rechten Gotts des Va- 12. Amen singen wir noch einters groß hat er all Macht ohn mal; wir sehnen uns ins Himalle Maoß; all Ding sind ihm mels Saal, da wir mit deinen ganz unterthan, Gottes und der Engelein das Amen wollen sinMarien Sohn. Halleluja! gen fein. Halleluja! 6. All Teufel, Welt, Sünd, media Nicolaus Selneccer. Höll und Tod er alles überwun- coton the 1970 den hat. Troß, wer da will, esal In eigener Melodie, liegt nichts dran, den Sieg muß holt Ach Gott und Herr. er euch allzeit nach 350. 3 vit, jo laufen wir 7. Wohl dem, der ihm vertrauet. gut, und hat an ihm nur frischen Muth.hi Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unsre Begier. 2. Zeuch uns nach dir in Halleluja! mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. Joidud 19 8. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das Gfängniß er gefangen hat, daß uns nicht schad der bittre Tod. Halleluja! Hers 9. Wir freuen uns aus berzens Grund und singen fröhlich mit dem Mund; unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 10. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder, Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich, und durch dich leben ewiglich. Halleluja! 177 reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja! Liebsbegier, ach, reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummerfaden spinnen. TOIS 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 11. Amen, Amen, Herr Jefu Christ, der du gen Himmel gfahren bist! Erhalt uns, Herr, bei| TOGETH anu 4. Reuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böſe Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nun für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzlurg- Rudolstadt. XVI. Pfingst-Lieder.de ne In eigener Melodie. 12. Komm, Vater der armen * 351.Heilger Geist, du Trö- Heerd, komm mit deinen Gaben ster hoch vom komm, der Herzen Licht Himmel uns erschein mit dem auf Erd! Strahl des Lichtes dein! 3. O du süßer Herzensgast, der 12 178 Pfingst- Lieder. du Trost die Fülle hast, uns er-| zens Grund, kam der heilige Geist quick in aller Laft! ins Haus, wie ein Sturmwind mit großem Braus. 4. Komm, du Ruhe unter Mühn, Schatten in des Tages Glühn, vor dem Traur und Schwermuth fliehn! 6. Saß auf Jeglichem unter ihn'n, gab ihn'n allen rechtschaffnen Sinn, sagt ihn'n von Gottes Wunderthat mit neuen Sprachen ohne Spott. 5. O du selge Gnarensonn, füll' das Herz mit Freud und Wonn aller, die dich rufen an! 6. Ohn dein Beistand, Hülf und Gunst ist all unser Thun und Kunst vor Gott ganz und gar umsonst. 7. Wasch uns, Herr, von Sünden weiß, unser dürres Herz begeuß, die Verwundten heil mit Fleiß! 8. Lenk uns nach dem Willen dein, wärm die falten Herzen fein, bring zurecht, die irrig sein! 9. Gieb uns, Herr, wir bitten dich, die wir glauben festiglich, deine Gaben mildiglich! 10. Gieb ein heilges Leben hier, gieb, daß felig sterben wir, gieb uns ewge Freud bei dir! Nebersetzung des Veni sancte spiritus von Robert, König von Frankreich. Mel.: Herr Jesu Chrift, dich zu. 352. Als Jesus Christus, Gottes Sohn, mit feiner leiblichen Person von diejer Welt abscheiden wolln, sagt er sein Jüngern unverholn: 2. Ich geh zu Gottes Majestät, ihr aber geht nicht aus der Stätt, bis euch zuvor himmlische Kraft bestätiget zur Ritterschaft. 3. Die Jünger glaubten diese Wort, blieben verjammelt an einem Ort, einträchtig nach christlicher Weij, betend zu Gott mit allem Fleiß. 4. Nach Ostern am funfzigsten Tag, den man den Pfingsttag nennen mag, zehn Tag nach Christi Himmelfahrt, ward ein sehr groß Ding offenbart. 5. Des Morgens um die dritte aus Her7. Auf diesen Sturm lief viel Volks zu, und sie, die Jün ger redten nu mit neuen Zungen große Ding, das Vielen sehr zu Herzen ging. 8. Derhalben sprachen Etliche: Die Männer sind von Galilä, wie reden sie denn unsre Sprach, so große Ding vorbringen auch? 9. Etliche sprachen: Sie sind voll, sie reden wie die Trunkenbold. Petrus aber, voll Gotteskraft, gab ihnen freudig Rechenschaft. 10. Nahms Wort vor sich aus Joels Buch und aus dem Psalter manchen Spruch; redet, daß durch viel Herzen drang, und sie also zu reden zwang. 11. O lieben Brüder, rathet zu, wie kommen wir zur rechten Ruh? Wir finden bei uns nichts denn Sünd, sagt, wer uns denn davon entbind? 12. Petrus sprach: Bessert euer Thun, und glaubt an Christum, Gottes Sohn, den betet an mit Herz und Mund, laßt taufen euch auf seinen Bund. 13. Sie thaten, wie ihn'n Petrus rieth, kamen von ihrem bösen Tritt, glaubten und empfingen die Tauf, liefen ein gottseligen Lauf. 14. Ei nun verleih, heiliger Geist, daß wir uns halten allermeist nach deiner ersten Kirchen Weis, dir Gott zu Lob, Dank, Ehr und Preis. m. Weiße. In eigener Melodie. 353.Brunnquell aller Gitder Pfingst- Lieder. Bemüther, lebendiger Wind, Stiller aller Schmerzen, dessen Glanz und Kerzen mein Gemüth entjündt, lehre meine schwache Saiten deine Kraft und Lob ausbreiten. 2. Starter Gottesfinger, fremIn eigener Melodie. der Sprachen Bringer, füßer Her- 354. Der beilge Geiſt vom Leide, Brunnquell aller Freude, alles Lebens Kraft, gieb mir deine Brunst und Gaben, dich von Herzen lieb zu haben. 3. Bräutigam der Seelen, laß mich in der Höhlen deiner Lieblichkeit Rub und Zuflucht finden; laß mich von den Winden trüber Noth befreit! Komm hervor, o Gnadensonne, jegne mich mitTrost und Wonne. 179 Tage Lauf. Nimm nach Liesem Leiden mich zur Himmelsfreuden, deinen Diener auf; da soll sich mein Mund erheben, dir ein Halleluja geben. Joh. Franc. 6. Großer Menschenschöpfer, unsers Thones Töpfer, Gott von Ewigkeit, Zunder feuscher Liebe, gieb, daß ich mich übe, auch im Kreuz und Leid alles dir anheim zu stellen und mich tröst in allen Fällen. 7. Führe meine Sachen, meinen Schlaf, mein Wachen, meinen Tritt und Gang, Glieder und Gesichte, daß mein arm Gedichte, daß mein schlecht Gesang, Wandel, Werk und Stand vor allen dir, o Vater, mag gefallen. 8. Laß die Macht der Höllen nicht mit Listen fällen meiner Brausen das ganze Haus einnahm, darin die Jünger saßen; Gott wollt sie nicht verlassen. O welch ein großer Tag am Pfingstfest doch anbrach! Gott sende noch jetzund in unser Herz und Mund den heilgen Geist! Das sei ja, das sei ja, das sei ja, so singen wir Halleluja. 2. Der Jünger Zungen feurig warn, das Wort soll brünstig herausfahrn, der Geist saß auf ihn allen, ihr Herz vor Freud thät wallen. O welch ein 2c. 3. Sie pre igten in mancher Sprach, durch Gottes Geist Wunder geschah, viel Völker das Wort hörten und sich zum Herrn bekehrten. O welch ein 2c. 2. Helmbold. 4. Theure Gottesgabe, komm, o komm, mich labe; sieh, ich bin verschmacht. Komm, o mein Verlangen, komm, mein Lieb, gegangen, denn mein Herze lacht, wird von neuem ganz erquicket, wenn es, Labfal, dich erblicket. 5. Wie ein Hirschlein gähnet, sich nach Wasser sehnet, wenn es wird gejagt, so pflegt mein Gemüthe, Herr, nach deiner Güte, wenn es wird geplagt, tief zu ſeufzen und im Schmachten nach 355. Des heilgen Geiſtes dir, reichem Strom, zu trachten. reiche Gnad die Herzen der Apostel hat erfüllt mit seiner Gütigkeit, geschenkt der Sprachen Unterscheid. 2. Er fandt sie aus in der Welt Kreis, zu predigen mit allem Fleiß mit vielen Zungen Gottes Wort den Creaturn an allem Ort. Mel.: Komm, Gott, Schöpfer, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 3. Er sprach zu ihnen: Nehmet hin den heilgen Geist mit hohem Sinn, der wird euch lehren ganz gewiß, was vergangen und künftig ist. 4. Er sprach zu ihn'n: Wenn ihr werd stahn vor Köngen, Fürsten. denkt nicht dran, was ihr 12* Univ.- Bibl. Giessen Pfingst- Lieder. 180 sollt reden zu der Stund, vom Himmel solls euch werden kund. 5. Nun lobet all den Tröster werth, der uns die Wahrheit hat gelehrt, hat abgewendet all Ungnad, viel Gaben uns geschenfet hat. 6. Darum mit großem Freudenschall singen wir dem Herrn allzumal: Lob sei der heilgn Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Mel.: Aus meines Herzens Grunde. reut euch, ihr Christen alle! uns seinen Sohn. Lobt ihn mit grokem Schalle, er schickt vons Him- 358. Gott heilger Geist, hilf uns mit Grund mels Thron uns seinen werthen auf Jesum Christum schauen, daGeist, der uns durchs Wort recht mit wir in der letzten Stund auf lehret, des Glaubens Licht verfeine Wunden bauen, die er für mehret und uns auf Christum uns nach Gottes Rath am weist. heil gen Kreuz empfangen hat zu Tilgung unsrer Sünden. 2. Durchs Wort in unsre Herzen ſchein und thu uns neu gebären, daß wir als Gottes Kinder rein vom böjen Wandel kehren und in dir bringen Früchte Muth in diesem Fleisch kann gut, so viel als unser blöder tragen. 3. In Sterbensnöthen bei uns steh und hilf uns wohl verschei den, daß wir fein sanft aus allem Weh hinfahren zu den Freuden, die uns der fromme Vater werth aus lauter Gnade hat bescheert in Christo, seinem Sohne. B. Ringwald. Mel.: Kommt her zu mir. nen uns 359.Gott Vater, ſende deidein Sohn erbitten heißt aus deines Himmels Höhen. Wir bitten, wie er uns gelehrt, laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe 2. Es läffet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, das theuer werthe Wort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verzeih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben: vergieb uns unsre Schuld. Führ uns auf ebner Bahn; hilf, daß wir dein Wort hören und thun nach deinen Lehren; das ist recht wohl gethan. 4. Bon oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärke uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast. Tröst uns in Todespein, mach auf die Himmelsthüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein. men Sünder, jauchzetGott mit gro ßem Schall! Euer Tröster kommt zu euch, der euch in sein Freudenreich will aus diesem Jammer bringen, helfen fröhlich siegen, ringen. 2. Unsers Herzens Trost ist kommen, Gottes Geist, das Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die noch alle Morgen neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. D. J. Olearius. Mel.: Ach Gott vom Himmel. Georg Werner. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 357. Freuet euch, ihr Got testinder, freuet euch, ihr Menschenall; freuet euch, ihr ar Pfingst- Lieder. werth, bei uns ist kein Verdie nen. Hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns ver= dienet hat mit Büßen und Verfühnen. 181 daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Ruh und Frieden schlafe. 10. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen 3. Es jammert deinen Vater- Seelen. Was niedrig ist, was sinn der große Jammer, da wir Tugend ehrt, was Buße thut hin durch Adams Fall gefallen. Durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes, leider! bracht auf ihn und auf uns allen. und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 11. Er ist und bleibet stets getreu, er steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre lebte Qual, läßt uns hindurch ins Himmels Saal getrost und fröhlich gehen. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Treu, wo du 12. Nun, Herr und Vater, aller Güt, hör unsern Wunsch: Gieß ins Gemüth uns allen diese Gabe; gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhard. Mel.: Warum sollt ich mich denn. uns nicht ständeſt bei, sich in die" 360. biernieder, Geiſt des 6. Dein Geist hält unsers Glau- Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu bens Licht, wenn alle Welt da- Glieder! Er, der nie sein Wort wider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gottes Geist er hebt die Hand, fällt alles übern Haufen. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei, er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns fränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt viel besser, als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze füß, in unser Licht in Finsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und Wacht, 2.Schöpferunfersneuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße! Zeig uns selbst den Gräul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden. Gott hat uns nun losgesprochen; Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe; rette doch, heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß Pfingst- Lieder. 182 sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht vor Gott zu treten; sei uns nah und sprich ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu uns fal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfr. Liebich. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt fest dein Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deinm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad. Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geift, zu verstehn. 7. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Todten auf erstund, dem Tröster sei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. Martin Luther. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, seinen In eigener Melodie. 362. Komm, heiliger Geift, In eigener Melodie. In eigener Melodie. 361. Komm, Gott Schöpfer 363. Komm, heiliger Geift, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein; mit Gnaden sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf vorhin sein. 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 3. Du bist mit Gaben siebenfalt der Finger an Gotts rechter Hand; des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen in alle Land. ner Gläubigen, und entzünd in ihn'n das Feuer deiner göttlichen Liebe; der du durch Mannigfal tigkeit der Bungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Johann Spangenberg. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremderLehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, füßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinm Dienst bestän dig bleiben, die Trübfal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir Pfingst- Lieder. hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir bringen. Halleluja, Halleluja! Dr. Martin Luther. Mel.: Jesu meines Lebens Leben. * 364. Geist vom Bater und vom Sohne, gleicher Majestät und Kraft in dem höchsten Himmelsthrone, gieße neuen Lebenssaft in mein Herz, Seel und Gemüthe, daß der Reichthum deiner Güte und die Stärke deiner Hand an mir Schwachen werd erkannt. 183 steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 2. Komm, erleuchte meineSinne, komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne und nicht nehme überhand. Deffne meiner Seelen Augen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimniß tiefen Grund, die uns lehret Christi Mund. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; tödt die Glieder, die auf Erden widerstreben deiner Chr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach, leite mich durch deine Gülte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton, sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfr. Hoffmann. Mel.: Laßt uns alle fröhlich sein. * 365. Komm, o Geiſt der Herrlichkeit, 3. Niemand ohne dich ver: spüret reiner Gottesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethöret eitler Dunst. Komm, ach komm, mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Glut, die allein in Jesu ruht. 2. Sünder sind es zwar nicht werth, daß sie dich verlangen; doch wer dein in Ernst begehrt, soll dein Licht empfangen. 4. Laß mich alles Eitle haffen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen faffen, dem sich Seel und Geist ergiebt, Jesum, den die keuschen Seelen sich zu ihrem Schaß erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge sein. 3. Drum ruf ich dich brünstig an, fülle uns mit Segen, daß ein Jeder fühlen kann, du, Herr, feist zugegen. 4. Reden, Schweigen, Bitten, Flehn, ja des Herzens Denken, laß in deiner Kraft geschehn und nach deinem Lenten. 5. Mach uns deines Heils ge wiß, wie dein Volk begehret, frei von aller Finsterniß, in dein Bild verkläret. 5. Ach, die Größe meiner Sünden ist dir mehr als mir bes wußt. Du allein, Herr, kannst ergründen, wie die angeborne Lujt, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, das sonst nichts als Böses thut. 6. Beten wir, so rufe du unsers Vaters Namen; sprich dem Herzen tröstlich zu, sprich in uns das Amen. 6. Gieb mir Kraft zu wider- 7. So wird unser Herz und stehen, wenn die böse Luft sich Sinn dir die Ehre geben, so regt. Laß es nimmermehr gebringst du uns Alle hin, wo wir schehen, daß ich werde gar erlegt; ewig leben. der Kraft und Liebe, gönn uns jetzt und allezeit deine selgen Triebe. 184 Pfingst- Lieder. 8. Halleluja! Preis sei dir, geschütt, bringst vom Vater und Preis dem Vater droben! und dem Sohne nichts als lauter Seden Heiland wollen wir ohn Auf-| gen mit. Laß doch, o du werther hören loben. E. G. Woltersdorf. Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele In eigener Melodie. 366. Nun bitten wir den füllen. heiligen Geist um 4. Du bist weis und voll Verstandes; was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist; fliehst hingegen Schand und Sünden; wie die Taube rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, sansten Muths; bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch diesen edlenSinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Mel.: Freu dich sehr, o meine. 367. bu allersüßte Freude, keinen, den du liebst, betrübe. du o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge! 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich sein dein Eigenthum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 8. Ich entsage alle deme, was dir deinen Ruhm benimmt; ich will, daß mein Herz annehme nur allein, was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und in Fried auf einem Sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben vertlagen. Kyrieleis. Dr. Mart. Luther. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen aus-| Pfingst- Lieder. stärkest und mir treulich stehest bei, hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinges neue, daß mein Gott ſich meiner freue. mein Retter, halt eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhard. Mel.: O Jesulein süß, o Jefulein. 368. heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster werth in aller Noth, du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott, dem Vater und dem Sohn. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gieb uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allesammt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 185 und Noth; wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jebund und unser Lebenlang. heiliger Geist, o heiliger Gott! Abraham Hinkelmann. Mel.: Wie schön leuchtet der. 369. 3. D heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum Niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o beiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigst die Thür zur Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. Oheiliger Geist, o hei liger Gott! 6. heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Tod heilger Geist, kehr und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Duhimmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir fommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balſamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, Pfingst- Lieder. 186 gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu, und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben; Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine tobten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. Mel.: Jesu, meine Freude. 370. 11rprung wahrer Freuden, komm in meinem Leiden und erfreue mich; strafe meine Sünden, so daß ich mag finden, daß du kräftiglich dich in mir, o werthe Zier, hast ergoffen, daß dein Lieben ich hier mög ausüben. 2. Laß nicht Lieb erkalten in mir, sondern halten meines Herren Wort. Lehre mich ergründen dies Wort; laß mich finden hier an meinem Ort, werthes Licht, was mir gebricht; doch laß mich in meinen Klagen gleichwohl nicht berzagen. 3. Auch wollst du in Zeiten, mich behutsam leiten in all Wahrheit ein, daß ich möge kämpfen ritterlich und dämpfen, was mir bringet Pein. Wenn die Sünd auf mich geschwind ihren Stachel schießt, mich stärke, daß ich Trost vermerke. 4. Wenn ich nun foll sterben, und mein Fleisch verderben, da verlaß mich nicht. Tritt mir an die Seite; hilf, daß ich so streite, daß ich ins Gericht ja nicht komm; o mache fromm mich, daß ich in diesem Leben bloß mög hiernach streben! Christoph Runge. Mel.: Jesu, meine Freude. * 371. Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn; nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Sie gel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Gottesfin ger, Friedenswiederbringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine theuren Gaben nach Vergnügen laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten. sprich du selbst uns vor; gieb uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld. Lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut! Laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen; führ uns ein und aus; wohn in unsrer Pfingst- Lieder. 187 Seele, unser Herze wähle dir zu 5. Du bist ein Geist, der lehdeinem Haus. Werthes Pfand, ret, wie man recht beten soll. mach uns bekannt, wie wir Je- Dein Beten wird erhöret, dein fum recht erkennen und Gott Va- Gingen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. ter nennen. 7. Mach das Kreuze füße, und im Finsternisse sei du unser Licht. Trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln, und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land; bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmold. In eigener Melodie. 372. euch ein zu meinen jei Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren haft, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinten und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Chr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Lauf erstickt, als wie in einer Fluthe, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht sein. 8. Du Herr, haft ſelbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. So gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß blühen, wie zuvor, die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Polizeien, bau unsers Königs Thron, daß er und wir gedeihen; schmück, als mit einer kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetet, und was dein Herz ergößet, aus 4. Du bist das heilge Dele, dadurch gefalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum Könge, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum.| unsern Herzen reißt. Dreieinigkeits- Lieder. Gieb Freudigkeit und ben allzeit nach deinem Sinn, Stärke zu stehen in dem Streit, und wenn wirs sollen geben ins den Satans Reich und Werke Todes Hände hin, wenns mit uns täglich anerbeut. Hilf käm- uns hie wird aus, so hilf uns pfen ritterlich, damit wir über- fröhlich sterben, und nach dem winden und ja zum Dienst der Tod ererben des ewgen Lebens Sünden kein Christ ergebe sich. Haus. 13. Richt unser ganzes LePaul Gerhard. 188 XVII. Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. 373. Der du bist Drei in Einigkeit, ein wahrer Gott in Ewigkeit, die Sonn mit dem Tag von uns weicht; laß leuchten uns dein göttlich Licht. 4. Wer karn doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Nur weg, Vernunft, nur weg, nur weg mit dir, dein Wiß der ist gar viel zu schlecht allhier. 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir. Unser armes Lied rühmet dich ißund, immer und ewiglich. 5. Nur immer hin, nur hin mit deinem Tichten, du kannst dich nicht in Gottes Weisheit richten; wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. 3. Gott Vater, dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge 6. Drum lehr uns, Herr, o Herr, und dem Tröster, heiligen lehr uns ohne Trennen in Einem Geist von nun an bis in Ewig- Drei, in Dreien Eins erkennen; teit. Dr. Mart. Luther. Mel.: Der Tag ist hin, mein Jesit. 374. Dreieinigkeit der Gottheit wahrer Spiegel, o Licht von Licht, als dessen Allmachtflügel sich um und um durch diesen Erdkreis streckt, und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt. 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf diesem Erdenweit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 3. O reicher Schat, o unum= schränktes Wesen, wer hat wohl ie dein Heimlichkeit geleſen? tiefer Brunn, o Pracht, wie groß, ach GOtt, wie groß ist deine Macht! ach lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. 7. Gieb, daß von dir dies Wort bei uns stets flinge: von Ihm, durch Ihn, in Jhm find alle Dinge. Dem großen Gott sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, singt alle Christenbeit. 8. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns zwing; ernähr uns; und verschone; Versuchung steur; erlös aus böser Zeit; dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Franc. In eigener Melodie. " 375. Die Gnade unsers Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes Dreieinigkeits- Lieder. 189 jei mit uns Allen, mit uns Al- Gott, der ewig lebet, den alles len! Amen. lobet, was in allen Lüften schwebet; gelobet jei der Herr, deß Name Heilig heißt, Gott Vater, 376. bre fei Gott dem Gott der Sohn und Gott der Mel.: Meine Seel erhebet den. werthe Geist. Vater, der uns erschaffen hat! Ehre sei Gott dem Sohne, der uns erlöset hat! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Gelobet jei mein Gott in alle Ewigkeit! D. J. Olearius. 2. Ehre sei Gott dem Heiligen Geist, der uns geheiligt hat! Ehre sei der heiligen hochgelobten Dreieinigkeit, von nun bis in Ewigkeit, Halleluja! In eigener Melodie. In eigener Melodie. * 377.5eilig ist Gott der Bas 379.Gott der Vater wohn uns bei heilig ist Gott der Sohn, heilig ist Gott der heilig Geist! Er ist der Herre Bebaoth, alle Welt ist seiner Ehren voll. Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kom met im Namen des Herren! Hosianna in der Höhe! Nic. Decius. uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben; vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen. Amen, Mel.: Nun dantet alle Gott. 378. elobet jei der Herr, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja. mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schüßt vom Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Jesus Christus wohn uns bei und laß uns nicht verderben 2c. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der 3. Heilig Geist der wohn uns bei, und laß uns nicht verderben 2c. Dr. Martin Luther. Mel.: Meine Seel erhebt den. Psalm 67. sich für mich gegeben, der mich 380. Gott ſei uns gnädig theuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. und barmherzig gebe uns seinen göttlichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antliß leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 3. Es jegne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden. 4. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 4. Gelobet sei der Herr, mein Dreieinigkeits- Lieber. 190 5. Wie es war im Anfang, jett und immmerdar und von In eigener Melodie. Jef. 6, 1-4. Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 382.Jefaia, dem Prophedas er im Geist den Herren sizen jah auf einem hohen Thron in In eigener Melodie * 381.5ohheilige Dreieinig: keit, du und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ich liebe dich von Herzensgrund, ich preise dich mit meinem Mund. Komm doch, komm und zeuch ein bei mir mach Wohnung und bereit mich dir. 2. Gott Vater, nimm ganz kräftig ein das sinkende Gemüthe, mach es zu deinem innern Schrein und deiner stillen Hütte; vergieb, daß meine Seele sich zerstreut hat oft und sündiglich; bring sie in eine wahre Ruh, daß nichts in ihr sei, als nur du. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand mit deiner Weisheit Lichte: vergieb, daß er sich oft gewandt zu eitelem Gedichte. Laß nunmehr nur in deinem Schein mein einzigs Schaun und Wirken sein; zeuch ihn, daß er schon allbereit entreiße sich von Ort und Zeit. In eigener Melodie. 383. brie, Gott Vater in Ewigkeit! Groß iſt deine Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison. 2. Christe, aller Welt Trost! Uns Sünder allein du hast erJesu, Gottes Sohn! 4. O heilger Geist, du Liebesfeur, entzünde meinen Willen, löst. stärk ihn, komm mir zu Hülf Unser Mittler bist in dem höchund Steur, den deinen zu erfül- sten Thron; zu dir schreien wir len. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was fündlich ist und nicht gejollt; verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb aus Herzens Begier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heilger Geist! Tröst, stärk uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! umsonst. 5. Oheilige Dreifaltigkeit, führ mich doch ganz von hinnen; richt zu dem Lauf der Ewigkeit all und Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran; sechs Flügel sah er einem Jeden an, mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar, und mit den andern zween sie flogen frei. Genander ruften fie mit großem Gschrei: Heilig ist Gott, der Herre Sebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Gschrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Dr. Mart. Luther. einge mich, und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei eine Herrlich keit, o heiligste Dreifaltigkeit! Joh. Angelus. Mel: Helft mir Gotts Güte. 384 Mein Mund foll fröhpreisen, mein Herz soll früh und spat dem Herren Chr beweisen, der uns erschaffen hat, dem millig jederzeit fein Lob und Ruhm bei allen ganz herrlich soll erschallen in aller Christenheit. Dreieinigkeits- Lieder. 191 2. Sein Nam an jedem Orte Mel.: Nun freut euch, lieben Chriften. iſt heilig und bekannt, mit ſeinem 386. heilige Dreieinig: er und Land, erneuert uns im Geist und reinigt uns von Sünden, macht uns zu Gottes Kindern, den Weg zum Himmel weist. 3. Kein Mensch das Leben hätte, könnt auch nicht selig sein, wenns seine Kraft nicht thäte; sein ist die Ehr allein. Wer nicht aus seiner Gnad von Neuem wird geboren, muß ewig sein verloren, kein Theil am Himmel hat. und Ehren! Wie kann doch deine Christenheit dein Lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wundersam, ganz unbegreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad, auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns offenbar gegeben, daß du bist wahrer Gott und heißt Gott Vater, Sohn und heilger Geist, dreifaltig und doch einig. 3. O Vater, aller Dinge Quell und Ursprung, sei gepreiset für alle Wunder klar und hell, durch deine Macht erweiset. Du, Va= ter, hast vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, erzeuget. 4. Erhalt mich, Herr, im Glauben, daß ich an deinem Leib, wie am Weinstock die Trauben, fruchtbar und fest verbleib. Mein Herz, Sinn und Gemüth erneure und regiere, mein Zunge selbst auch führe, also zu singen mit: 5. Ehr sei dem Vater droben im allerhöchsten Thron! Ehr ſei 4. Du hast gemacht den Erdenmit Dank und Loben jein'm al- kreis nach deinem Wohlgefallen; lerliebsten Sohn! Ehr sei zu al- uns Menschen drauf zu deinem ler Zeit dem heilgen Geist ge- Preis, daß wir dein Lob erschalfungen in allem Volk und Zun- len; auch wird durch eines Mungen heut und in Ewigkeit! des Wort dies Alles immer fort und fort erhalten und regieret. Mel.: Erhalt' uns Herr, bei. 385. Mir if ir ist ein geistlich Kirchelein erbauet in dem Herzen mein, welches allerseits gefärbet ist vom Blut des Lammes Jesu Christ. 5. Drum steh, o Vater, ferner bei uns, deinen armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih, als bußfertigen Sündern. Aus unsern Nöthen mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns hast versprochen. 2. In diesem fleinen Kirchelein hat ihren Siß und wohnet drein 6. O Jesu Christe, Gottes die heilige Dreifaltigkeit, Gott| Sohn, von Ewigkeit geboren, Vater, Sohn, heiliger Geist. 3. Dies Kirchlein ist zwar gring und klein, weil aber die Drei wohnen drein, es groß genug und herrlich ist und Gottes königlicher Siß. uns Menschen auch im Himmelsthron zum Mittler auserkoren, durch dich geschieht, was nur geschieht, o wahrer Gott, o wahres Licht vom wahren Gott und Lichte! 4. Dies Häuslein und dies Kirchelein, laß dir, o Gott, befohlen sein; behüts vor allem Herzeleid, wohn drin hier und in Ewigkeit. Nach Joh. Pomarius. 7. Du bist des Vaters Ebenbild und hoch vom Himmel kommen; als eben war die Zeit er= füllt, hast du Fleisch angenommen, hast uns erworben Gottes 192 Huld, bezahlet unsre Sünd und Schuld durch dein unschuldig Leiden. Dreieinigkeits- Lieder. 8. Nun sibest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrscheft alle Leut und Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf uns, o wahrer Mensch und Gott, wir wollen dir für deinen Tod und alle Wohlthat danken. 9. heilger Geist, du werthe Kron, Erleuchter unsrer Sinnen, der du vom Vater und vom Sohn ausgehest ohn Beginnen, du bist allmächtig und ohn End der Vater und der Sohn dich sendt, im Glauben uns zu leiten. 10. Herr du gebierest durch die Tauf uns wiederum aufs neue, und nachher auch nimmst du uns auf, wenn du giebst wahre Reue. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt berläßt, bleibst du bei uns im Herzen. 11. Wir bitten dich demüthiglich, daß es ja mög durchdringen, was wir mit Seufzen oft vor dich in unsrer Noth herbringen; und wenn die letzte Stunde ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getrost und selig sterben. 12. Gott Vater, Sohn und beilger Geist, für alle Gnad und Güte sei immerdar von uns gepreist mit freudigem Gemüthe! Des Himmels Heer dein Lob erklingt, und Heilig, Heilig, Heilig singt; das thun auch wir auf Erden. J. Gesenius. Mel.: Allein Gott in der Höh. Bater, Gott von Ewigkeit, der Gottheit wahre Quelle, du Tiefe der Vollkommenheit, du Licht, das ewig helle; du Herr voll Pracht und Majestät, dein unaussprech lich Lob erhöht der Himmel iammt der Erden. * 387. 2. Als Vater hast du deinen Sohn von Ewigkeit gezeuget, daß sich vor seiner Gottheit Thron der Chor der Engel beuget. Als Vater hast du diese Welt und Alles an das Licht gestellt, auch väterlich erhalten. 3. Drum bleib uns ferner zugethan als Vater deinen Kindern, und nimm dich unsrer Wohlfahrt an; hilf allen armen Sündern, daß wir von deiner Mildigkeit zur guten und zur bösen Zeit Trost, Schuß und Nahrung haben. 4. Gott Sohn, des Vaters Ebenbild von Ewigkeit geboren, wir sehn, da nun die Zeit er füllt, daß du bist auserkoren zum Mittler, Gott und Mensch zugleich. Du hast der Welt dein Himmelreich durch deinen Tod erworben. 5. Als Gottmensch sibst du auf dem Thron zu deines Vaters Rechten, uns wider allen Neid und Hohn des Teufels zu verfechten. Ach, hilf uns durch dein theures Blut, daß uns dein Vater bleibe gut und ewiglich gewogen. 6. Gott heilger Geist, du himmelsgast, der Frommen Schab und Krone, der du den Ausgang ewig hast vom Vater und vom Sohne, du süßer Tröster, Freund und Hort, der du die Deinen immerfort in alle Wahrheit leitest. 7. Komm, wahrer Gott, mit deiner Kraft zu deinen Außerwählten; gieb uns den rechten Lebenssaft und tröste die Gequälten. Bleib unser Trost und Zuversicht, der Seelen Schat und Freudenlicht und unsers Geistes Leben. 8. O heilige Dreieinigkeit, Jehovah der Heerschaaren, der du dich deiner Christenheit hast wollen offenbaren, daß du mit deis nem Namen heißt Gott Vater, Dreieinigkeits- Lieder. Sohn und heilger Geist, wir danken dir mit Freuden. 9. Denn wer dich, Gott, recht weiß und kennt, der hat das rechte Leben. Und wer von deiner Liebe brennt, den kannst du bald erheben, daß er nach dieser trüben Zeit im Licht der frohen Ewigkeit dich wesentlich kann schauen. Sal. Liscow. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 388. Sei Lob, Ehr, Breis und Herrlichkeit Gott, dem Vater, in Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und erhält durch sein göttlich Gnad. 2. Ehr sei auch seinm geliebten Sohn, der uns alles Guts hat gethan, der am Kreuz für uns ist gestorbn und hat den Himmel uns erworbn. 4. Sich hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schaß, dem Keiner gleichet. Das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich gebaut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt, und all dein Kreuz durchsüßet mit seinem heilgen Worte. 5. Erhebe dich, steig zu ihm 3. Ehr sei auch Gott dem heil- zu, und lern ihn recht erkennen, gen Geist, der uns durch sein denn solch Erkenntniß bringt dir Gnad allermeist die Wahrheit Ruh, und macht die Seele brenwolln machen bekannt und eröffnen in reiner Liebe, die uns nen unsern Verstand. nährt zum ewgen Freudenleben, da, was hier unser Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Creaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 4. O heilige Dreieinigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit. 193 Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. Mel.: Es woll uns Gott. 389. Was alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann fallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er al leine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, ein Wesen, drei Personen. 3. Der Vater hat von Ewigfeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische fich erzeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungetheilter Stärke. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der 2. Gott Vater, Sohn und heil- Welt zu dir bekehret werden; erger Geist heißt sein hochheilger leuchte, was verblendet geht; Name; so kennt, so nennt, so bring wieder, was verirret; reiß rühmt und preist ihn der gerechte aus, was uns im Wege steht Same; Gott Abraham, Gott und freventlich verwirret die Ifaac, Gott Jacob, den er lie- Schwachen in dem Glauben. bet, Herr Zebaoth, der Nacht und 8. Auf daß wir also allzu13 194 Lieder auf Johannis Tag. gleich zur Himmelspforte drin- über alle Götter, Gott Vater, gen, und dermaleinst in deinem Sohn und heilger Geist, der Reich ohn alles Ende singen, Frommen Schuß und Retter, ein daß du alleine König seist, hoch Wesen drei Personen. P. Gerhard. XVIII. Lieder auf Johannis Tag. Das Benedictus Luc. 1, 68-79. Mel.: Meine Seele erhebet den. 13. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiſte, 390. Celobet elobet sei der Herr, der Gott Ifrael, denn er hat besucht und erlöset jein Volk. 14. Wie es war im Anfang, jeßt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hauſe seines Dieners David. 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: 4. Daß er uns errette von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns haffen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herren hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß er erscheine denen, die da sißen in Finsterniß und Schatten des Todes und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. Mel.: Vom Himmel hoch, da. 391. elobet fei Ifraels Gott, der Herr, der sein Volk in der Noth, und da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräftiglich, des kann Israel freuen sich. 3. Da es mit uns war alles aus in seines Dieners Davids Haus, hat er ein Horn der Seligkeit gefeßt zum Trost der Christenheit. 4. Als uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund, dadurch er uns hat angemeldt, er woll uns retten als ein held. 5. Der Feinde Truß, des Haf ses Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt. Er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht. 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides statt zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch Kindeskind. 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höl Lieder auf Johannis Tag. lenpein, ihm dieneten sein Leben lang ein Jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt, nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht wie es Menschen Wiß erdenkt, damit man sich vergebens fränkt. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn, 11. Aus herzlicher Barmherzigkeit, kraft deren uns in unserm Leid der Aufgang aus der Höh besucht, das ist der Liebe Gab und Frucht, 12. Auf daß, die er im Finstern findt und die im Todesſchatten sind, des Lichtes Kinder können seinen hellen Glanz und Schein, 13. Daß ihre Füße richtig stehn und auf den Weg des Friedens gehn, ja endlich alle fammt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. Joh. Heermann. Mel.: Es woll uns Gott gnädig. hr Sünder, hört, wer jener stillen Wüsten? Merkt auf den Widerhall der Wort, laßt euch die Stimm entrüsten, die euch und eures gleichen ruft, zu Gott sich zu bekehren. Von Reu erschallt und hallt die Gruft, wer Ohren hat zu hören, der höre doch mit mehren. 2. Es ist nichts über dies Geschrei, ihm gleichen keine Lieder; der angenehmste Klang ist Reu; es kehre zu Gott wieder ein Jeder, der sich schuldig weiß, so wird er Gnad erlangen, ja Gott wird ihn mit allem Fleiß empfangen und umfangen, ob er gleich irr gegangen. 3. Wird dem Gewissen angst 195 und bang von wegen vieler Sünden, so kommt und säumet euch nicht lang, da könnt ihr Ruhe finden. Denn schauet, hier ist Gottes Lamm, das hat allein getragen die Sünden an des Kreuzes Stamm, damit wir nicht verzagen, wenn sie uns wollen plagen. 4. Wohlan, so kehret wieder um und folgt des Rufers Stimme, gebt euch die Schuld und Gott den Ruhm, daß er sich nicht er grimme und strafe nach Gerechtigkeit die großen Missethaten. Nehmt nun in Acht die Gnadenzeit und hüt euch selbst vor Schaden, sonst ist euch nicht zu rathen. C. A. Mel.: Nun freut euch, lieben. 393. Lob fei dem Gott in dem der Menschenkinder, denn er hat uns besuchet schnell, erlöst all arme Sünder und hat uns allen aufgericht des Davids Horn, des Heiles Licht, im Hause seines Dieners. 2. Als er hat durch den werthen Mund so hoch begabter Leute, die feinen Willen machten geredt vor Zeiten, daß er uns von der Feinde Hand und was uns son't that Widerstand, ganz gnädig möcht erretten. Grund, den Vätern längst ver3. Nun zeigt er seiner Güte heißen; er denkt an seinen heilgen Bund, den will er nicht zerreißen; den Eid auch nicht, den sonst sein Rath dem Abraham geschworen hat, den Heiland uns zu geben. 4. So wollt er aus der Feinde Swang uns allesammt befreien, daß wir ihm unser Leben lang auch dienen sonder Scheuen, in heiliger Gerechtigkeit, welch ihm felbst ist heilig. gefällig jederzeit, weil er auch 13* Lieder auf Johannis Tag. 196 5. War nun Johannis ein Prophet, der Jesum sollt andeuten und der vor diesem Herrn hergeht, den Weg ihm zu bereiten, so sei ein Jeder reg und wach, daß er die Weg ihm eben mach in wahrer Reu und Buße. 6. So wird er seiner Seelen Heil erkennen und auch finden, wenn ihm im Glauben wird zu Theil Vergebung seiner Sünden 395. Tr durch Gottes herzlich Huld und Gnad, in welcher uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe. 7. Derselb ist nunmehr ganz gewiß erschienen, die zu schüßen, die sonst in großer Finsterniß und Todesschatten sizen, auf daß durch solchen Glanz und Licht er unsre matten Füße richt auf lauter Friedenswege. 8. Gott Vater sei zu jeder Frist für seine Huld gepriesen, welch er uns hat durch Jesum Chrift so mildiglich erwiesen; der Geist regier uns alle Zeit, daß wir ihm in Beständigkeit bis an das Ende dienen. C. v. St. Mel.: Vor deinem Thron. 394. Lämmlein Gottes, Jesu Christ, der du mein Trost und Leben bist, ich armer Sünder komm zu dir und bring viel Missethat mit mir. 2. Ach Gott, ich hab gesündigt sehr und mir gemacht ein Bürde schwer; doch bitt ich, wollst mir gnädig sein und nehmen weg all Schuld und Bein. 3. Wie Sanct Johann der Täufer mich dies alles legen heißt auf dich, denn du seist da vom Himmelszelt, zu helfen mir und aller Welt. 4. Forthin will ich gern beffern mich, deinm Wort gehorchen wil liglich. Drum, o Herr, bleib allzeit bei mir und nimm mich endlich gar zu dir. Barth. Helder. Mel.: Zion flagt mit Angst. Jef. 40, 1-5. Lieben, tröstet mein Volk! spricht mein Gott; tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an, denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb all ihre Sünden, ich tilg ihre Missethat; ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat. Sie hat ja zwiefaltig Leid schon em pfangen; ihre Freud soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud sich kehren. 3. Eine Stimme läßt sich hö ren in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit! Machet Gott ein ebne Bahn! Alle Welt soll heben an, alle Thäler zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben wer den, und was höckrigt, gleich und schlecht; alle Menschen hie auf Erden sollen leben schlecht und recht. Denn des Herren Herr lichkeit, offenbar zu dieser Zeit, macht, daß alles Fleisch kann jehen, wie, was Gott spricht, muß geschehen. D. J. Olearius. Lieder auf Mariä Heimsuchung. XIX. Lieder auf Mariä Heimsuchung. Mel.: Kommt her zu mir. Luc. 1, 46-56. zensgrund, o Gott, für das, was mir dein Mund versprochen hat zu wirst du mich erretten, und dort ewiglich in Freuden schweben lassen. Joh. Heermann. In eigener Melodie. * 397. Mein lieber Herr, Herren meine 396. Den erhebt, der herzlich liebt und ewig lebt; mein Geist ist voller Freude, daß Gott mein Gott und Heiland ist, der mich ihm ſelbst hat auserkiest, leide. 2. Er hat mit Gnaden ange von ganzem Herzen freu ich mich, blickt mich, seine Magd, und recht daß ich, dein arme Dienerin, mit erquickt. Nun wird mich selig Gnaden angesehen bin. All Gotpreisen auch Kindeskind und Je- tes Kinder werden mich deß selig dermann, denn Gott hat viel ansprechen ewiglich; du hast mich mir gethan; das wird sich kürz- durch dein große Macht zu sollich weisen. chen großen Ehren bracht. 3. Sein Nam ist heilig, seine Macht wird hoch in aller Welt geacht; er bleibet allzeit Allen reich an Güte und Barmherzigkeit, die ihn zu fürchten sind bereit nach seinem Wohlgefallen. 4. Mit seinem Arm übt er Gewalt, stürzt und zerstreuet Alles bald, was sich mit Stolz auf schwellet. Die Mächtigen stößt er vom Thron und giebt den Feinden ihren Lohn, die er zu Boden fället. 197 5. Er setzt die Niedrigen hinauf, die seines reinen Wortes Lauf befördern und groß achten; den Hungrigen giebt er ihr Brod, die Reichen müssen leiden Noth, ihr Leben muß verschmachten. 6. Er dentet der Barmherzigkeit und nimmt hinweg das große Leid, das Israel mit Schmerzen ausstehen muß in dieser Welt; dem hilft er auf, wenns ihm gefällt und trägt ihn stets im Herzen. 7. Wie er denn hat mit Abraham, zu dem er in die Hütten kam, und seinen Kindeskindern durch einen Eid verbunden sich. Das wird er halten ewiglich; er läßt sich nichts verhindern. 8. Ich dank dir auch von Her2. Dein Nam ist aller Ehren werth, drum man dich billig rühmt und ehrt; du nimmst dich aller Menschen an, wenn sie dich nur vor Augen han. Die aber wider dich stolziern und wollen über dich regiern, zerstörest du mit ihrer Pracht; du haft ihr bald ein End gemacht. 3. Was sie gedenken wider dich, das geht doch allzeit hinter sich; denn Hoffart kannst du leiden nicht, du hast sie gar bald hingericht. Du siehst allein die Demuth an; die Armen sind dir unterthan, die willst du lassen nimmermehr; die stolzen Reichen läßt du leer. 4. Wie du vor allzeit haft gethan, so nimmst du dich auch unser an und denkest der Barmherzigkeit in unserm großen Herze= leid; denn Israel, dein arme Schaar ist in der Welt verlassen gar; drum kommst du jetzt zu rechter Zeit, weil sie so herzlich zu dir schreit. 5. Wir habens nicht verdient um dich, du fähreft mit uns genädiglich; zu unsern Vätern ist angesehn. Ja Abraham, dem geschehn ein Wort, das hast du 198 Lieder auf Mariä Heimsuchung. theuren Mann, dem haft du selbst jetzt und immerdar, und von ein Eid gethan und ihm geredt Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. das Himmelreich und seinem Samen ewiglich. Erasmus Alberus. Der Lobgesang Mariä. Luc. 1, 46-56. In eigener Melodie. 398. Meir Jeine Seel erhebet den Herren, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen: Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 399. Nun meine Seel erden Herren 3. Denn er hat große Ding an mir gethan, der da mächtig ist und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener- rael auf. 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinemSamen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater, und dem Sohn, und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang, I Mel.: nun freut euch, lieben, oder: ihren Gott, mein Geist vor Freuden schwebet im Herren Zebaoth. Mein Heil ist nun nicht weit; der Höchst hat angesehen mein Seufzen und mein Flehen in meiner Niedrigkeit. 2. Man wird mich selig preisen zu Kindeskinder Zeit, weil mir Gott will erweisen Gnad und Barmherzigkeit, die bleibet für und für bei Denen, so ihn scheuen und seines Heils sich freuen; das wirket er in mir. 3. Er kann Gewalt verüben mit seines Armes Macht, der Stolzen Sinn betrüben und legen ihre Pracht; er stößet sie vom Stuhl, und wenn sie hoch gestiegen, muß ihre Macht erliegen und sinken in den Pfuhl. 4. Hingegen ihm gefallen, die Demuth ziehen vor der Hoffart, ja vor allen erhebt er sie empor; die Reichen läßt er leer und kann nach seinem Willen, die hungert, reichlich füllen; nichts ist dem Herrn zu schwer. 5. Er hat sich angenommen Israels, seines Knechts; er denkt an alle Frommen und seines Gnadenrechts. Was er hat Abraham versprochen und den Alten, das will er feste halten und helfen Jacobs Stamm. G. P. Harsdörffer. XX. Auf das Michaelis- od. Engelfest. er ihr zubereit viel tausend En gelschaaren; darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben 400. Aus Lieb läßt Gott Engel Tag, die uns gar wohl In eigener Melodie. der Christenheit vbiel bewahren. Gutes widerfahren; aus Lieb hat 2. Sie lagern sich, wenn kommt Engel- Lieder. die Noth, in Eil gefaßt sich machen, und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen; darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen sammt den Kleinen, daß Keiner Schaden leiden ſoll und nicht im Unglück weinen; darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns mit Treuen meinen. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen, die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann. Mel.: Nun komm der Heiden. * 401. Aller Engel himmlisch Heer singt Gott ewig Lob und Ehr. Heilig, Heilig, Heilig schallt, daß der Himmel widerhallt. 2. Cherubim und Seraphim preisen ihn und dienen ihm, Hel: den mächtig und geschwind, gleich als Feuerflamm und Wind. 3. Anzustaunen seine Macht, seiner Werke hehre Pracht, und zu thun, was er gebeut, das ist ihre Seligkeit. 4. Der du sie zum Dienste schicft dem, auf den du gnädig blickst, lasse sich ihr schirmend Heer mächtig lagern um uns her. 5. Laß sie halten uns in Hut vor der Abgefallnen Wuth, vor dem Fürsten dieser Welt, wenn sein Trug uns Schlingen stellt. 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu dort im Himmel sie erfreu; gieb, daß Reiner mehr verübt, was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hülf ist Engelamt, dazu schufst du uns gesammt; 199 daran mach uns hier schon reich, hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deine Hülf uns send, daß bei unserm letten End Engelband uns janft und süß zu dir trag ins Paradies. Victor Strauß. Mel.: Herr Chrift, der einig. 402. Es stehn vor Gottes Throne, die unsre Diener sind, der in seinm lieben Sohne liebt aller Menschen Kind, daß er auch nicht der eines ver= acht will han so kleines, als jemals ist geborn. 2. Sie sehn sein Angesichte, und haben fleißig Acht, was er ihn auszurichten befiehlet Tag und Nacht; da sind die lieben Engel geschwind, regen die Flügel, zu fahren hin und her. 3. Wo Christenleute wohnen in Häusern groß und klein, da sie selber nicht können vor Feinden sicher sein, wo nicht ein englisch Lager umher werd aufge= schlagen mit steter Hut und Wacht. 4. Solches hat Lot erfahren, auch Abram und sein Knecht; Isaac bei vierzig Jahren nahm so Rebekkam recht; Jacob fah auf der Leiter die Boten Gottes steigen auf und ab alle voll. 5. Elias war entschlafen, ein Engel weckt ihn auf; Elisa kriegt zu schaffen, viel Engel warten drauf; erschienen auch den Hirten, und große Freude lehrten, da Christ geboren war. 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseph schlafend lag; ein Feind wollt ihn bekriegen, ein Engel es ihm sagt; zog mit in ferne Lande. Das soll in seinem Stande glauben ein jeder Christ. 7. Auch Lazarus, der Arme, wenns gleich zum Sterben kömmt, Gott, der sich sein erbarme, hat schon Engel bestimmt, die ihn gen Himmel bringen. Dem laßt 200 uns alle singen ewiges Lob und Preis. 2. Helmbold. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 403. t ott, dein Engel schüßt die Deinen; dir sei hoher Dank dafür, daß du mir geschicket einen, der bei mir wär für und für, auf der Hand er mich getragen, daß ich nicht gestoßen an. Laß ihn ferner um mich lagern, daß ich sicher wohnen kann. F. A. Engel- Lieder. Mel.: Balet will ich dir geben. ott, bir sei Dank gegeben, daß dei ner Engel Schaar mich schützt in meinem Leben vor Anstoß und Gefahr, daß nicht die alte Schlange, der arge Menschenfeind, mit ihrer List mich fange, wie sie zu thun vermeint. 404. 7. Als du den dreien Männern gabst einen Engel zu, da tühle Ruh. Wenn über mich zuwurde den Bekennern das Feuer sammen des Kreuzes Feuer fährt, so halte mich in Flammen durd Engel unversehrt. 8. Laß mich mein Thun bereuen, auf daß der Engel Heer, sich über mich mag freuen, weil ich mich zu dir kehr. Laß mich mit Lobgedichten dich preisen im| merdar, und so das Amt verrichten der lieben Engel Schaar. 2. Ach, du herzliebster Vater, wie siehst du auf dein Kind; du treuer Menschenrather, wie gut bist du gefinnt! Dein Heer ist mir zur Seiten und wehret ritterlich, wenn Satans Engel streiten mit Listen wider mich. 3. 9. Wenn ich nach meinen Tagen werd aller Bürden los, laß mich dein Engel tragen sanft in Abrahams Schooß. Wirst du zum Richttag kommen, so nimm mich in dein Reich; mit tauſend, tausend Frommen mach mich den Engeln gleich. daß deiner Engel Schaar, wie 405. Heute wir, und ſolG. W. Sacer. In eigener Melodie. err Gott, dich loben sie bis hieher pflegen, auch fünftig mich bewahr; laß mich auf Löwen gehen, und auf der Ottern Brut, auf jungen Löwen stehen und auf der Drachen Muth. len billig danken dir für dein Geschöpf, der Engel Schaar, die um dich schweben immerdar. 4. Du, Herr, wollst mich behüten durch deinen starken Arm, ber meiner Feinde Wüthen, vor böser GeisterSchwarm; vor ihrem Mord und Lügen, vor ihrem Zorn und Grimm, vor List und vor Betrügen beschützs mich um undum. 2. Sie glänzen hell und leuchten klar und sehen dich ganz offenbar; sie hören deine Stimm allzeit und sind voll göttlicher Weisheit. 5. Die starken Himmelshelden, die allzeit vor dir stehn und deinen Ruhm vermelden, laß immer mit mir gehn; laß sie mich wohl begleiten, wie Jacob fort und fort; laß sie auch für mich strei= ten, wie für Elisa dort. 6. Schick sie zu mir in Nöthen, wie.zu Elias Seel und wie zu dem Propheten, dem frommen Daniel; laß sie mich mächtig ret= ten, wie Lot aus Feuersglut, wie Betrum aus den Ketten, wie Baulum aus der Fluth. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht; ihr Fleiß ist ganz dahin gericht, daß sie, Herr Christe, um dich sein und um dein armes Häufelein. 4. Der böse Feind und alte Drach brennt stets von Neid, Haß, Zorn und Rach; sein Vorsab steht allein darauf, wie von ihm werd getrennt dein Hauf. Engel- Lieder. 201 5. Und wie er bor hat bracht 2. Wir preisen dich insonderin Noth die Welt, führt er sie heit, daß du die Engelschaaren noch in Tod. Kirch, Wort, Ge- zu deinem Lobe hast bereit, auch feb, all Chrbarkeit ist er zu til- uns mit zu bewahren, daß unser gen stets bereit. Fuß an keinem Stein, wenn wir auf unsern Wegen sein, sich stoße und verlebe. 6. Drum keine Rast noch Ruh er hat, brüllt wie ein Löw, tracht früh und spat, legt Garn und Strick, braucht falsche List, daß er verderb, was christlich ist. 7. Indessen wacht der Engel Schaar, die Christo folgen immerdar, beschüßet deine Christenbeit und wehrt des Teufels Liftigkeit. 8. An Daniel wir lernen das, wie er dort unter Löwen saß; desgleichen auch dem frommen Lot der Engel half aus aller Noth. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut verschont und keinen Schaden thut den Männern in der heißen Flamm; der Engel ihn'n zu Hülfe kam. 10. Also schüßzt Gott noch heut zu Tag vor Ulebel und vor mancher Blag uns durch die lieben Engelein, die uns zu Wächtern geben sein. 11. Darum wir billig loben dich, und danken dir, Gott, ewig lich, wie auch der lieben Engel Schaar dich preiset heut und immerdar; 12. Und bitten dich, du wollst allzeit dieselben lassen sein bereit, zu schüßen deine kleine Heerd, die dein Wort treulich hält in Werth. Aus dem Lateinischen des Ph. Melanchthon übersetzt von Paul Eber. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 406. Gott, der du aus Herzensgrund die Menschenkinder liebest, und als ein Vater alle Stund uns sehr viel Gutes giebest, wir danken dir, daß deine Treu bei uns ist alle Morgen neu in unserm ganzen Leben. 3. Was ist der Mensch, o Vater, doch, daß du sein so gedenkest, und ihm dazu so reichlich noch die große Gnade schenkest, wo er nur geht auf rechtem Pfad, daß er die Himmelsgeister hat zu Schüßern und zu Hütern? lichkeit und sonderbare Güte er4. Herr, diese große Freundheischet von uns allezeit ein dankso rühmen wir die große Lieb bares Gemüthe; darum, o Gott, und danken dir für solche hohe Gnade. 5. Es ist der starken Helden Kraft gestanden uns zur Seiten, durch sie sind wir nicht hingerafft zu diesen bösen Zeiten; die Kirche und die Polizei, ein Jeder auch für sich dabei ist gnädiglich erhalten. 6. Ach Herr, laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ja nicht selbst durch Mebelthat die Engel von uns treiben. Gieb, daß wir rein und hei: lig sein, demüthig und ohn Heuchelschein dem Nächsten gerne dienen. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amt ausrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allesammt ausbreiten und vermehren, die du uns in der ganzen Welt und deinem Wort haft vorgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. 8. Und wie du durch die Engel hast aus Noth uns oft geführet, so daß uns manche schwere Last und Plage nicht berühret, so thu es ferner noch binfort, Engel- Lieder. 202 befiehl, daß sie an allem Ort um uns sich stets berlagern. 9. Laß deine Kirch und unser Land der Engel Schuß empfinden, daß Fried und Heil in allem Stand ein Jeder möge finden; laß fie des Teufels Mord und List, und was sein Reich und Anhang ist, durch deine Kraft zerstören. 10. Bulett laß sie an unserm End hinweg den Satan jagen, und unsre Seel in deine Händ in Abrahams Schooß tragen, da alles Heer dein Lob erklingt, und Heilig, Heilig, Heilig singt ohn ewiges Aufhören. Justus Gesenius. Mel.: Werde munter mein Gemüthe. 5. Heere, welche die bewachen, * 407. Starte Rechte Zu- die ein schredlich Lager machen flucht, Schirm und Schatten giebt, der das menschliche Geschlechte wie ein treuer Vater liebt, der in die ser großen Welt Alles, was er schuf, erhält, der als Herr der Engelschaaren Alles kann und will bewahren. gegen aller Feinde Rott, die da sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 2. Viele heilge Seraphinen singen dir ein Heilig" für; zehnmal hundert tausend dienen, viele tausend jauchzen dir. Was bekannt und unbekannt, ist ein Wert von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. Mel.: Erhalt uns Herr bei deinem. 408. err Gott, erhalt uns 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich | allzeit sehen, sollen uns zu Diensten stehen; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schüßen Sünder. Katechismuslehr, die vormals ist der rohen Welt durch deinen Luther vorgestellt. XXI. Catechismus- Lieder. 2. Gieb uns ins Herz die zehn Gebot, daß wir beweinen Sünd und Noth, und doch an dich und deinen Sohn glauben im Geist erleuchtetet schon. 4. Engel finds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demuth decken. 6. Gott der Engel, Herr der Helden! Ach, was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsers Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren. Ph. F. Hiller. 3. Dich, unsern Vater, rufen an, der uns nur helfen will und der Tauf christlich vollbringen unsern Lauf. 4. So Jemand fällt, nicht liegen bleib, vielmehr zur Beichte komm und gläub, zur Stärkung nehm das Sacrament. Amen, Gott geb ein selig End! 2. Helmbold. Catechismus- Lieder. Mel.: Kommt her zu mir. Chr Kinder, kommet was ich euch jetzt trage für, merkt auf mein Wort gar eben: Zur Furcht des Herrn eur Lebenlang ( o nehmt es an zu großem Dank!) will ich euch Anlaß geben. 2. Wollt ihr, daß es euch wohl soll gehn, den Catechismus recht verstehn lernt durch des Geistes Gaben; was Gott im Wort euch schreibet für, das haltet fest, so werdet ihr zum Lohn den Himmel haben. 3. Kein andre Götter neben mir, spricht Gott, sollst du er wählen dir; auch nicht unnüßlich führen den Namen Gottes, deines Herrn; den Sabbath sollst du feiern gern, kein Arbeit dran berühren. 4. Den Vater und die Mutter ehr; so lang du lebst, folg ihrer Lehr und sie ja nicht betrübe, so wirst du sehn viel gute Tag. Im Born nicht deinen Nächsten schlag; die Zucht und Keuschheit liebe. 5. Du ſollst nicht stehlen frem: des Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß noch Blut, und kein falsch Zeugniß geben. Du sollst des Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus, auf daß du lang magst leben. 6. Drei Hauptartikel fass hie 203 wohl: Wie man dem Schöpfer danken soll, an Jesum Christum gen Geist, der dir den Weg zum Himmel weist, so wirst du gar wohl bleiben. 7. Des Morgens früh, des Abends spät zu Gott dem Herrn richt dein Gebet aus ganzem Herzensgrunde, so wird der Vater aller Güt, bei dem der Sohn dich selbst vertritt, dir helfen alle Stunde. 8. Das Sacrament der werthen Tauf sollst du in deinem Lebenslauf durch wahre Buß stets üben. Zur Stärkung deines Glaubens auch das heilge Abendmahl gebrauch, wenn dich dein Sünd betrüben. 9. Wer sich zuleßt mit Ernst befleißt der guten Werk, die Gottes Geist auf eine Tafel schreibet, der führt mit Ehren seinen Stand und in dem rechten Vaterland in Ewigkeit er bleibet. Georg Werner. Mel.: Valet will ich dir geben. 410. Laß mich dein ſein und bleiben, du treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben; halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in aller Ewigkeit. D. N. Selneccer. XXII. Die Zehn Gebote. In eigener Melodie. 2. Moj. 20, 7-17. 411. Dies sind die beilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mofen, seinen Diener treu hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein Gott und Herr, kein Götter sollst du haben mehr, du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis. 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes deines Herrn, du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrieleis. 4. Du sollst heilgen den siebnten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag, du sollst von deinm Die Zehn Gebote. 204 Thun laffen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrieleis. sei, mit Sorgfalt und ohn Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrieleis. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschen Trost und Hülf nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß großer Leute Gnad und 6. Du sollst nicht tödten zor- Gunst, Gewalt, Pracht, Reichniglich, nicht hassen, noch selbst thum, Witz und Kunst mir nicht rächen dich, Geduld haben und zum Abgott werden. fanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis. 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz lein andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis. 3. Hilf, daß ich deinen Gnadenbund aus deinem Wort er| kenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne; daß ich bedenke alle Tag, wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbinde. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut, du sollst aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrieleis. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten; daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre, und dafür herzinniglich dich preiſe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigfeit, so vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Treu und Sorg laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam sein und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troß und Schmach, verzeihe und ihn liebe; sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, auch schau, ob ich ihm dienen könn und dann es thu mit Freuden. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht liigen auf den Näch= sten dein, sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus. Du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis. 11. Die Gbot all uns gegeben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis. 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist! Es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für irdsche Lust nicht müss der Höllen Qual dort leiden. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz, auch Fressen Dr. Martin Luther. Mel.: Aus tiefer Noth. err, deine Rechte und 412. Sebet, barnach wir meid und Saufen. sollen leben, wollst du mic, o 8. Verleih, daß ich mich redlich du treuer Gott, ins Herze selber nahr und böser Ränk mich schäme, geben, daß ich zum Guten willig| mein Herz von Geiz und Unrecht Die Zehn Gebote. 205 kehr, nichts durch Gewalt hin- fen an. Du sollst heilgen den nehme, und von der Arbeit mei- Sabbathtag, daß ich in dir wirner Händ, was übrig ist, auf ken mag. Kyrieleis. Arme wend und nicht auf Pracht 4. Dem Vater und der Mutund Hoffart. ter dein sollst du nach mir gehalten rein. Kyrieleis. 9. Hilf, daß ich meines Näch- horsam sein; Niemand tödten sten Glimpf zu retten mich be- noch zornig sein, und dein Ehe fleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abscheu habe jederzeit vor Lästerung und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch, daß es Niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wir mir gebühret, deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht bermag aus eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke! Verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke! O heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen, und als mich, ohn Falsch den Nächsten liebe! Luc. Ofiander. Mel.: Dies sind die heilgen zehn, oder: 5. Du sollst einm andern stehlen nicht, auf Niemand Falsches zeugen nicht; deines Nächsten Weib nicht begehrn, und all seins Guts gern entbehren. Kyrieleis. Dr. Martin Luther. Mel.: Dies sind die heilgen zehn. 414. Wenn ich die heilgen zehn Gebot betrachte, die du selbst, o Gott, gegeben hast, erschrecke ich, daß ich so erzürnet dich. Kyrieleis. 2. Ich hab die Creatur weit mehr geliebt, als dich und deine Ehr, dich nicht gefürcht, dir nicht vertraut, auf mich und Menschnhülf gebaut. Kyrieleis. 3. Ich habe deinen Nam'n und Bund vergeblich oft geführt im Mund, mit Herzensandacht nicht betracht, Herr, dein Weisheit, Güt und Macht. Kyrieleis. 4. Ich hab zubracht den Sabbathtag in Wollust, oder Müh und Plag; dein Wort versäumt, und nicht gepreist, was du für Wohlthat erweist. Kyrieleis. 5. Ich habe nicht geehrt allzeit die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, ihr Treu und Sorge nicht erkannt, In eigener Melodie. 413, Mensch, willst du le- nicht gedient mit willger Hand. und bei Gott bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unser Gott. Kyrieleis. 6. Ich hab den nächsten nicht geliebt, vielmehr geneidet und betrübt; Zank, Hader, Streit gefangen an, durch Zorn viele Sünd gethan. Kyrieleis. 2. Dein Gott allein und Herr bin ich, kein ander Gott soll irren dich; trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich sollst du fein. Kyrieleis. 7. Ich hab unreine Lust gesucht, nicht Heiligkeit geliebt und Zucht, zum öftern auch in Trank und 3. Du sollst mein Namen ehren Speis hintan gesebet Maaß und schön, und in der Noth mich ru- Weis. Kyrieleis. Vom Glauben. 206 8. Ich hab mein Amt nicht so berricht, wie es erfordert meine Pflicht, mit Unrechi Gut an mich gebracht, den Armn nicht mit Hülf bedacht. Kyrieleis. 9. Ich hab den lästrer gern gehört, nicht alls zum Besten borgekehrt, mich nicht beflissen jeder zeit der Wahrheit und Lauterkeit. Kyrieleis. 10. Ich hab mit Rechtes Schein und Lift begehrt, was meines Nächsten ist, was sich an Gütern bei ihm findt, sein Amt, Haus, Land, Vieh, Gesind. Ky rieleis. 11. Ach starker und gerechter Gott, wer dich veracht und dein Gebot, deß Lohn ist Zorn und Ungenad, bis zum dritt und vierten Grad. Kyrieleis. 12. Der aber hat in tausend Glied hier zu erwarten Gnad und Fried, der dich, Herr, liebt und dein Gesetz hält über all Lust und Schäß. Kyrieleis. Guts in mir; ich habe nicht da nach gefragt, was du dräust und zugesagt. Kyrieleis. 14. Mein Tichten ist von Jugend auf sehr bös im ganzen Lebenslauf: denn ich ganz von der Scheitel hin verderbt bis zur Fußsohl bin. Kyrieleis. Mel.: Herr Jesu Chrift, meins. 415, Sott ott ist mein allerhöchstes Gut, das mir erquickt Herz Sinn und Muth, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der mir ein Schuß, Schild, Beistand heißt. 15. Ach, Vater, sieh mein Elend an; verzeihe mir, was ich gethan; nimm weg durch deine Güt und Huld meine Straf, die ich verschuld. Kyrieleis. 16. Gedent, daß dein Sohn Jesus Christ ein Fluch am Holze worden ist für mich und meine Missethat, die er auf sich gnommen hat. Kyrieleis. 17. Weil ich denn bin in Christo nun geschaffen, gute Werk zu thun, so gieb mir deines Geistes Gab, daß ich vom Bösen laff ab. Kyrieleis. 13. Solch Vorsab, leider! ist nicht hier: es wohnet gar nichts| Kyrieleis. 2. Der mich erschaffen und erlöst, der heilig macht und kräftig tröst, mein Herzenstheil, mein Heil, mein Licht, mein Fels, Trost, Burg und Zuversicht. 3. Der Herr ist meines Lebens Kraft, der mir Trost, Rath und Hülfe schafft, mein König, der Herr Zebaoth, der große Held, der starke Gott. 18. Daß ich nach deinem Willen leb, der Sündenlust stets widerstreb, und danach ringe fort und fort, einzugehen zur engen Pfort. XXIII. Vom Glauben. 4. Gott spricht: Wer meinen Namen kennt, und wer mich seinen Vater nennt, dem leist ich Schuß in aller Noth, den reiß ich auch aus Noth und Tod. 5. Und wie mein Nam ist, bleibt mein Ruhm bei dir, mein Kind, mein Eigenthum: Ich bin dein Gott zu aller Zeit, das bleibt mein Ruhm in Ewigkeit. 6. Will nun der Feind mich irren dran, so ruf ich Gottes Namen an. Ich trau auf Gott, ich glaube fest, daß mich sein Name nicht verläßt. 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn, und Gott dem Geist in Vom Glauben. 207 gleichem Thron! Gelobt sei heut| mir nach diesem Leben auch des und allezeit die heilige Dreieinig- Himmels Freude geben. feit! D. J. Olearius. Anne Sophie v. Hessen- D. Nach voriger Melodie. 416. Sefu, bu eingeborer 418. dich, mit Andacht zu Mel.: Es woll uns Gott genädig. meine Seel erhebe du glaubt, der kommt vor deinen Thron; wer an dich glaubt, stirbt selig lich. Jesu, ich glaube auch an dich. betrachten, wie Gott hat offenbaret sich, und wie man ihn soll achten: daß er der Allerhöchste ist im Himmel und auf Erden, und soll gerühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden als Ursprung aller Dinge. 2. Gott, du bist einig für und für, nichts sind der Heiden Götter. Kein Heil noch Trost ist außer dir, kein Helfer noch Erretter. Laß mich, o Herr, auf 2. Und wer den Glauben hier vernicht't, dieser ist schon vor Gott gericht't; wer aber glaubt an deine Gnad, derselb das ewge Leben hat. Mel.: Freu dich sehr, o meine. Cesu, stärke meinen 417. er von ganzem nicht gegründet jei auf zerbrochne Meinungsschrauben, daß er ohne Heuchelei bleib allein bei deinem Wort unverrücket fort und fort, daß ich mich darauf verlasse und mit festem Glauben fasse. 2. Alsdann mag man Neße stellen; was frag ich nach ihrem Strick? Ja, was frag ich nach der Höllen? Ich bin frei von ihrer Tück; denn du, Jesu, bist bei mir, drum bleib ich auch stets bei dir. Laß mich nichts von dir abtreiben, ich will treulich bei dir bleiben. 3. Laß mich deinen Geist regieren, liebster Herr, nach deinem Wort, und auf deinen Wegen führen, denn du bist mein treuer Hort, der im Glauben mich erhält wider Teufel, Sünd und Welt; wenn sie noch so gräulich wüthen, kannst du mich doch wohl behüten. 4. Du, du wirst die Ehrenkrone ungezweifelt schenken mir; du wirst mir zum Gnadenlohne thuen auf die Himmelsthür. Herr, ich bleibe dir verpflicht't. Herr, ich glaub und zweifle nicht, du wirst trauen, dir inniglich ergeben sein, auf Niemand anders bauen, dir, Gott, allein anhangen. 3. O Herr, mein Gott, du bist ein Geist und theilest bei uns allen an Gaben aus, was geist= lich heißt, nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich sein gesinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind und dadurch dich anbete im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gett, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende. Gieb, daß mein Herz von aller Freud des Zeitlichen sich wende, auf daß ich möge immerdar drum bitten und drauf denken, weil Alles hier ist wandelbar, daß du mir dort wollst schenken das unvergänglich Erbe. 5. Gott, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen. Ob einer hie ist oder dort, iſt er dir nicht entsessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, du könnst dich mein annehmen; auch, was ich thu, laß mich dabei des Bösen vor dir schämen und überall dich fürchten. 208 Vom Glauben. 6. Unendlich ist, Herr, deine| frei, du thust, was dir beliebet; Macht, zu retten, die dich lieben, du bist ein milder Herr dabei, und, wenn der Gottlos dich ver- der reichlich Gutes giebet. Laß acht, die Rache auch zu üben. mich mit dem zufrieden sein, was Gieb, daß sich deiner Allmacht ist dein heilger Wille; gieb auch, Schuß fort über mich erstrecke, daß ich von dir allein und deiner mich auch nicht Menschen Grimm Güte Fülle erwarte Alls in Allem. und Truß, nur deine Straf erschrecke; du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott; Niemand kann dich ergründen. Wie wunderschwer auch ist die Noth, weißt du doch Rath zu finden. Gieb, daß ichs dir stets traue zu, auf dich werf meine Sorgen; auch Uebels we= der denk noch thu, weil du siehst ins Verborgen, und prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du fannst die Sünd nicht leiden. Wer sagen will, er sei dein Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gutheiße, obschon ichs nicht begreife. 9. Du bist ſehr gnädig, fromm und gut, wo sich befehrt der Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Herr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allweg Trost bekommen; von mir auch meine Missethat so fern sein hingenommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, deine Wahrheit stets besteht, und wohl dem, der dir gläubet! Der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, Herr, ewig bleibet. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht und Alles, was du dräuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, du mir das gern verleihest. Hoffnung wird nicht zu Schanden. 11. Allselig bist du, Gott, und 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde sebe, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schäße; bis ich dort, o du wahres Licht, ohn Lallen dich werd nennen, von Angesicht zu Angesicht anschauen und erkennen und ohn Aufhören loben. 13. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du auch willst auf Erden von mir und Allen fein gepreist, laß deinen Ruhm groß werden! Verleih mir Gnade, Kraft und Stärk, daß ich zu allen Zeiten, Herr, deinen Namen und dein Werk könn mehr und mehr ausbreiten, so lang ich hab das Leben. I. Gesenius. Mel.: Ach, was soll ich Sünder. Matth. 6, 25-34. 419. Sollt ich meinen Gott der nicht trauen, mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth, er steht mir bei bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket; seine Güt und Vatertreu bleibt mir jett und immer neu. 3. Der die Vögel all ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn Unterlaß, der uns alles Guts bescheeret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. 4. Wenn ich seinem Reich nach trachte, und in seinr Gerechtig Vater Unser- und Gebets- Lieder. feit suche meine Seligkeit; wenn in der Welt Lust verachte, segnet mein Gott früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Ei, so sorg ich nicht für morgen. Das, was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Ich laß meinen Gott versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorg ist schon bereit. 6. Gott Lob, der mein Herz erfreuet, daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich. Gott Lob, der den Trost erneuet, daß ich weiß, Gott liebet mich. Gott versorgt mich ewiglich. D. J. Olearius. In eigener Melodie. 420. Wir glauben all an einen GOtt, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinddr werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er XXIV. Vater Unser- und Gebets= Lieder. " 421. Abba, lieber Vater, wenn Mel.: Jesus, Jesus, nichts als Jesus.| weiche, bau in uns dein GnadenMath. 6, 8-13. reich; führ uns auch nach dieser Zeit in das Reich der Herrlichkeit. 4. Laß doch deinen guten Willen, lieber Gott, bei uns geschehn, daß wir ihn mit Lust erfüllen und auf deinen Wegen gehn. So stimmt Erd und Himmel ein, wenn wir deines Willens sein. Kind gen Himmel schreit. Rette deines Namens Ehre, denn du bist voll Gütigkeit; unsre Herzen halten dir unsers Jesu Namen für. 209 wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt't und wacht,:,: es steht alles in seiner Macht. 2. Herr, wer kann dich gnug erheben? Wie dein Name, so dein Ruhm; ach, erhalt in Lehr und Leben deines Namens Heiligthum; diesen Namen laß allein unsers Herzens Freude sein. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben, und vom Tod:,: wieder aufer= standen durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, bie ganz Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden. Das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit:: uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther. 3. Komm zu uns mit deinem Reiche, König, dem kein König gleich; daß das Reich des Satans 5. Geber aller guten Gaben, gieb uns das bescheidne Theil; du weißt, was wir müssen haben und bei dir steht unser Heil. Hat man Gott und täglich Brod, D, so hat es keine Noth. 6. Großer Herr von großen Gnaden, ach vergieb die Sündenschuld, wie wir täglich auf uns 14 210 Vater Unsere und Gebets- Lieder laden; habe nur mit uns Geduld; Pest, Krankheit, Feuer, Wasserslaß uns andern auch verzeihn, noth, und was sonst schad, ab sonst kannst du nicht gnädig sein. wende. Gieb gute Obern, Fried und Heil, auch Jedem sein be scheiden Theil und daß uns dran genüge. no mom and 7. Sucht der Satan uns zu sichten, und versucht uns Fleisch und Welt, hilf, daß wir den Kampf verrichten, bis der Geist den Sieg behält. Laß uns fest im Glauben stehn und in keiner Angst vergehn. 6. Bergieb uns alle unsre Schuld und fündhaft böses Leben; hilf, daß mit Liebe und Geduld wir Andern auch vergeben; auch übe an uns keine Rach, und laß uns Unrecht, Kreuz und Schmach dem Nächsten auch verzeihen. 8. Alle Noth und Trübsal wende, daß sie uns nicht schädlich sein; und mach uns an unserm Ende auch von allem Uebel frei. Dein ist Reich und Kraft und Ehr; Amen! großer Gott, erhör! Benjamin Schmola. and ad rem nsduple Mel.: Nun freut euch lieben. 422. Gott, ott, unser Vater, der du bist im Himmel hoch erhoben, und schauest, was auf Erden ist, von deinem Throne droben, o unser Trost und Zuversicht, zu dir ist unser Herz gericht, erhör uns, deine Kinder. 7. In der Versuchung, Herr, uns stärk und hilf uns überwinden das Fleisch, die Welt, des Satans Werk, und was uns reizt zu Sünden; und wenn uns Wollust, Ehr und Geld wird süß und lockend vorgestellt, wir doch darüber siegen. 8. Von allem Uebel, Angst und Noth in Gnaden uns erlöse, daß uns im Leben und im Tod nicht schaden kann der Böse. Gieb, daß wir freudig und getrost, wenn uns gleich manches Kreuz zustößt, des Glaubens End erreichen. 2. Hilf, daß wir deinem heilgen Nam die Ehr in allem geben, wie groß du bist und wundersam, mit Freudigkeit erhe- 9. Dies alles, Vater, werde ben; dich, deine Weisheit, Macht wahr, du wollest es erfüllen; er und Treu erkennen und ohnhör und hilf uns immerdar um Heuchelei dir und dem Nächsten Jesu Christi willen; denn dein, dienen. So Herr, ist allezeit, von Ewig3. Laß uns in deinem Gnaden- keit zu Ewigkeit, das Reich, die reich des heilgen Geistes Gaben, Macht, die Ehre. dein Wort und dessen Kraft zugleich, Glaub, Lieb und HoffIN 600 mil op 11 d. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. nung haben. Des Satans Sün-* 423.Abba, Vater von uns Kirch, und sie vermehr in Einigkeit und Wahrheit. allen, in dem Himmel bist! Laß dir das Gebet gefallen, das uns lehret Jesu Christ; hör im Sohn uns arme Sünder gnädig deine Kinder. an als 4. Dein Will geschehe für und für im Himmel und auf Erden, daß unser Will und bös Begier dadurch gebrochen werden. Verleih uns, Herr, in Freud und Leid ein ruhig Herz, daß jeder zeit, was du willst, uns gefalle.( in die Herzen ein, daß, wenn 2. Lasse deinen theuren Namen auch bei uns geheiligt sein; streue deines Wortes Samen reichlich 5. Gieb uns heut unser täglich wir dich Vater nennen, wir auch Brod durch Arbeit unsrer Hände; deine Ehr erkennen. Vater Unser- und Gebets- Lieder. 3. Tein Reich komme jetzt in Gnaden, einstmals in der Herrlichkeit. Bringt das Reich des Satans Schaden, so zerstör es weit und breit; wirf ihn unter unsre Füße, daß man dir gehorchen müsse. 4. Schaffe, daß wir deinen Willen, wie die Engel thun im Licht, auch auf Erden gern erfüls len, will gleich Welt und Teufel nicht. Sucht das Fleisch zu wider sprechen, hilf du seinen Willen brechen. 5. Unser täglich Brod gieb heute, großer Gott, der alles nährt, daß man nicht umsonst arbeite, daß dein Segen werd vermehrt. Segne des Berufes Werke, Seel und Leib gieb Kraft und Stärke. 6. Sind wir gleich in Schuld gerathen, so bergieb uns gnädiglich. Groß sind unsre Missethaten, aber, Herr, erbarme dich! Laß uns auch beflissen leben, unsern Schuldnern zu vergeben. 7. Wenn wir in Versuchung fallen, so ergreif uns bei der Hand; wenn die Trübfalsfluthen wallen, ach, so leiste Widerstand, daß wir ohne Schuld und Sünden den erwünschten Ausgang finden. 211 ich schrei im Namen Jesu Chrift zu dir auf sein Wort, Eid und Tod: Hör, Helfer treu in Angst und Noth! 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist, hilf, daß wir thun, was du uns heißt; gieb Fried, Schutz und das täglich Brod; behüt die Stadt, du treuer Gott! 3. Errett von Teufel, Sünd und Tod, aus Leibes- und der Seelennoth; ein selig Stindlein uns bescher; dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr! Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 425. Gott, der du in Liebesbrunst ganz gegen uns entbrennest und dich aus unerforschter Gunst selbst unsern Vater nennest, der du im hohen Himmel bist und alles siehst, was niedrig ist, auch uns selbst hast gelehret, wie man recht fräftig beten soll: gieb, daß der Mund dich Eifers voll von gan= zem Herzen ehret. 2. Laß deines hohen Namens 8. Endlich wollst du uns vom Ruhm, dem sich die Thronen Bösen, das uns in der Welt ge- beugen und dem der Engel Fürdrückt, durch den fanften Tod er- stenthum pflegt Chre zu erzeigen, lösen; mache uns alsdann geschickt, vor dem sich Lust und Erdreich allem Uebel zu entgehen und vor bückt und die erschrecklich Höll deinem Thron zu stehen. erschrickt, bei uns dreiheilig heiBen. Gieb reine Lehr und hilf dazu, daß wir uns, großer Gott, wie du, der Heiligkeit befleißen. 3. Vergönn uns, Herr, dein Gnadenreich auch noch in diesem Leben, bis daß wir dermaleinst zugleich mit dir in Freuden schweben. Dein wahrer Geist der wohn Mel.: Erhalt uns, Herr, bei. 424. Herr Gott, der du uns bei, daß unser Herz nicht mein Vater bist, irdisch sei; er schenk uns seine 14* 9. Dein ist Reich und Kraft und Ehre, und es bleibt auch ewig dein; darum, lieber Vater, höre! Jesus will der Mittler sein, und in seinem theuren Namen sprechen wir getrost das Amen. 4. Auf dein Wort sprech ich Amen, Herr; aus Gnad mein kleinen Glauben mehr; du bist allein der Vater mein, laß mich dein Kind und Erbe sein! Johannes Mathestus. 212 Vater Unser- und Gebets- Lieder. Gaben, daß wir in dieser Wanderzeit den Vorschmack füßer Ewigfeit und Himmelssehnung haben. 4. Herr, was du willst und dir gefällt, muß auch vollendet werden, gleichwie in deinem Him melszelt, also bei uns auf Erden. Hilf, daß wir dir gehorsam sein in Lieb und Leid, in Lust und Pein. Laß uns, wenn du betrübest, bedenken, was du, Herr, uns schlägst, und es also zu machen pflegit mit denen, die du liebest. 9. Denn dein, Herr, ist das Reich und Thron, wir sind dein Untersaffen: es muß vor deiner Allmacht Kron all andre Macht verblassen; ob alle Welt gleich wird vergehn, bleibt deine Kraft doch ewig stehn. Lob. Preis fei deinem Namen! Weil Jesus selbst so bitten heißt und uns die rechte 5. Gieb uns heut unser täglich Betkunst weist, sind wir erhöret. Brod und was den Leib ernäh- Amen.morfisiol Joh. Franc. ret; wend ab die schwere Krie- daan anu bist gesnoth, die Leut und Land ver- 891 Mel.: Danket dem Herrn, denn. heeret, daß wir gefund mit guter 426. 98 starker Gott und frei, bis daß die Zeit wird kom men, daß wir zu deiner Herrlichfeit aus sterblicher Beschwerlichkeit ganz werden aufgenommen. zu; gesegn all unsre Sachen; treib was ich von dir auf dein Geheiß Theurung ab und Bestgefahr; begehre: dal puradnit dero hilf, daß wir dir uns trauen gar2. Dein Nam und Ruhm müſſ und dich nur laffen machen. überall auf Erden geheiliget und 6. Daß unsre fündig Adams- ausgebreitet werden. aid mand art durch schreckliches Verbrechen 3. Laß uns allhier sein deine gar oftmals ist dein Widerpart, wollst du, o Herr, nicht rächen; gleichwie auch wir aus Herzens grund denselben, die durch That und Mund uns Leid anthun, bergeben. Herr, gieb uns einen fanften Geist, der auch denselben Guts erweist, die uns stehn nach dem Leben. Reichsgenossen, die nimmermehr von dir sein ausgeschlossen. de 4. Mach uns bereit zu thun nach deinem Willen, gleich wie ihn schon die Himmlischen erfüllen. 5. Was nöthig ist zum Leben heut und morgen, laß brauchen uns ohn leppigkeit und Sorgen. 6. Der Sünden Schuld wollst 7. Verleih auch einen Helden- du nicht mehr gedenken, wie An muth, wenn wir jetzt sollen täm- dern wir die Fehler willig schenken. pfen mit Teufel, Welt und un- 720 Verlaß uns nicht, wenn ferm Blut; hilf, daß sie uns nicht uns auf allen Seiten Welt, dämpfen. Sei du der rechte Mit- Teufel, Fleisch versuchen und betelsmann und nimm dich unser streiten. 196 370 410 treulich an; lehr unsre Arme kriegen, daß wir behalten Oberhand, und wenn der Feind ist übermannt, mit großen Freuden siegen. 8. Und weil in diesem Jammerthal nichts Gutes ist zu hoffen, weil nichts als Elend, Müh und Qual allhier wird angetrof fen: so steh uns in den Unfall bei und mach uns von demselben 8. Ein fanftes End und Abschied auch verleihe, und uns hiermit von aller Noth befreie. 9. Dies kannst du als ein starker Gott vollführen, und will dir, als dem Könige, gebühren.196 10. Dafür will ich dir Ehr und Dank erweisen, dich hier und dort mit Mund und Herzen preifen. 11. Dies traut dir zu, o Va 39GHTS a Vater Unser- und ter, mein Gemüthe; ich glaub es auch ohnfehlbar deiner Güte. M. B. Rehfeld. SONSTID 900 upp fist Mel.: Herr Christ, der einge. 200 427 Bater aller From men, geheiligt werd dein Nam; laß dein Reich zu uns kommen; dein Wille mach uns zahm; gieb Brod; vergieb die Sünde; kein Args das Herz entzünde; lös uns aus aller Noth. siber sid no on la Joh. Agricola. 197 Mel.: Herr Chrift, der einge.it 428. Bater frommer her: zen, leit uns in wahrer Ruh, durch deines Wortes Kerzen. Dein Reich uns komme zu. Laß uns auch deinen Willen, wie das Gestirn, erfüllen. Gieb Nahrung, Kleider, Schuh. 12. Auch wollst du uns erlassen all unsre Schuld, wie wir thun denen, die uns hassen. Nicht in Versuchung führ; Erlösung zu uns sende. Dein ist das Reich ohn Ende. Drauf sprechet Ja mit mir! tired ang hote trdi yo djelo, rolle Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 429 Bater, der du im HimFOUN mel bist, geheiligt werd dein Name; der aller Welt ein Herrscher ist, dein Gnadenreich zukomme. Laß deinen Willn geschehn zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Das täglich Brod gieb heute.aling 2. Vergieb uns unsre Schuld, wie wir den Schuldigern vergeben; uns in Versuchung ja nicht führ; schüß uns durchs ganze Leben, und von dem Bösen lös uns. Herr, dein ist die Kraft, das Reich und Ehr zu ewgen Zeiten, Amen. In eigener Melodie. 430, Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder Gebets- Lieder 213 sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gieb, daß nicht bet allein der Mund; hilf, daß es geh aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geiſt uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Born und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Sott, zugleich auf Erden wie im in Leidenszeit, gehorsam sein in Himmelreich. Gieb uns Geduld Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth. Behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns vom ewigen Tod, 214 Vater Unser- und Gebets- Lieder. und tröst uns in der letzten Noth. Bescheer uns, Herr, ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ. Allzeit gläubig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, gehet sicher seine Bahn. Er wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält. Fr will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Gott, dein Vater lebt ja noch. Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getroft, du mußt nicht zagen, sein Gott kann dir nichts verfagen. 5. Laß dich Gottes Wort regieren; merke, was die Wahrheit lehrt. Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, Schutz und Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen. Bet, du wirst gewiß obsiegen. 9016 6. Lob fei Gottfür seine Gnade Seine große Güt und Treu macht daß mir kein Gegner schade; sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Lebenlang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. D. J. Olearius. 90 90 m dunte 1991 the shee 891 1dot190 Hord Tauf- Lieder. 8. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir gar nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein. So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther. Mel.: Werde munter, mein. 431. Wer bich Unglück hat betreten, wenn du bist in Angst und Noth, mußt du fleißig zu Gott beten. Beten hilft in Noth und Tod. Denn Gott hat sein Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht, wie du, dein Herz zu erquicken, kannst aus seinem Wort erblicken. 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, der sich seinem Gott bertraut. Kommt dir gleich viel Noth zu Handen, hast du auf ihn wohlgebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Noth mußt du ihm klagen und in feiner Angst verzagen. 3. Rufen, Schreien, zu Gott beten ist der Christen beste Kunst.chingfle ord iport nd rsd 89d and bunds mXXV. logor In eigener Melodie. Taufe, und was ein Chrifte glau 432.Chrift unfer Herr zum ben soll, zu meiden Rezer Haufe: Jordan kam nach feines Vaters Willen, von Sanct Johann die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu uns von Gott spricht und will, daß Wasser sei doch nicht allein schlecht Wasser, fein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maaßen; der ist allhie der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset klar mit Bildern und mit Wor ten; des Baters Stimm man ersäufen auch den bittern Tod durch ſein felbft Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle Er sprach: Das ist mein lieber wohl, was Gott heißt selbst die Sohn, an dem ich hab Gefallen, 215 190912 8d Tauf- Lieder.[[..roti? den will ich euch befohlen habn, 2. Du warst, noch eh du wurdst daß ihr ihn höret alle und folget geborn, und an das Licht bist kom= leinen Lehren. men, verdammt verstoßenund ver4. Auch Gottes Sohn hie sel- lorn darum, daß du genommen aus ber steht in seiner zarten Mensch- deiner Eltern Fleisch und Blut ein heit; der beilge Geift hernieder Art, die sich vom höchsten Gut, fährt in Zauben Bild verkleidet, dem ewgen Gott, stets wendet. daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn roir getaufet werden, all drei Person getaufset habn, damit bei uns auf Erden zit wohnen sich ergeben. dyslp 3. Dein Leib und Seel war mit der Sünd als einem Gift Cip durchzogen, und du warst nicht mehr Gottes Kind, nachdem der Bund gebrochen, den unser Schöpfer aufgericht, da er uns seines Bildes Licht und herrlich Kleid ertheilte. 5. Sein'n Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. thiy 6. Wer nicht glaubt dieser groBen Gnad, der bleibt in seinen Sünden, und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Gründen. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verLoren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; bermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasgießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm ein rothe Fluth, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. Martin Luther. rsda 19110 12 Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 433.D u Volk, das du getaufet bist und deinen Gott erkennest, auch nach dem Namen Jesu Christ dich und die Deinen nennest, nimms wohl in Acht und denke dran, wie viel dir Gutes sei gethan am Tage deiner Taufe.90 m Judae 791 4. Der Zorn, der Fluch, der ewge Tod und was in diesem Allen enthalten ist für Angst und Noth, das war auf dich gefallen; du warst des Satans Sclav und Knecht, der hielt dich fest nach ſeinem Recht in seinem Reich gefangen. 5. Das alles hebt auf einmal auf und schlägt und drückt es nieder das Wasserbad der heilgen Tauf, erfeßt dagegen wieder, was Adam hat verderbt gemacht, und was wir selber durchgebracht bei unserm bösen Wesen. 6. Es macht dies Bad von los und giebt die rechte ១ beschloß, die werden frei und Söhne des, der da trägt die höchste Kron; der läßt fie, was fein einger Sohn ererbt, auch mit ihm erben. 7. Was pon Natur vermaledeit und mit dem Fluch umfangen, das wird hier in der Tauf erneut, den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht mehr, hier bricht die Höll, und all ihr Heer muß uns zu Füßen liegen. chun 8. Hier ziehn wir Jesum Christum an und decken unsre Schanden mit dem, was er für uns gethan und völlig ausgestanden 216 Tauf- Liede: Hier wäscht uns sein hochtheures| streb, Herr, deinem Wort und Blut, und macht uns heilig.fromm Willen. sisid ud ard disle und gut in seines Vaters Augen. 3. Du aber hast, o Vater, 9. O großes Werk, o heilges mich, da ich war ganz verloren, Bad, o Wasser, dessen gleichen zu dir gezogen gnädiglich und man in der ganzen Welt nicht wieder neu geboren durchs Washat, kein Sinn kann dich errei- serbad der heilgen Tauf, daß ich chen! Du hast recht eine Wun- in meinem Lebenslauf mich deiderkraft, und die hat der, so ner Lieb kann trösten. Hjupis alles schafft, die durch sein Wort A. Herr Jesu Christ, dein theugeschentet.se hul molleres Blut wäscht mich von mei 10. Du bist fein schlechtes Wasser nicht, wies unsre Brunnen geben; was Gott mit seinem Munde spricht, das hast du in dir leben. Du bist ein Wasdas den scherzet. sten in sich schließt und ſeinen heilger Geift, ich danke großen Namen. nen Sünden; traft dessen macht die Wassersfluth denselben Fluch verschwinden, den von Natur ich hab verschuldt, und sebet mich ins Vaters Huld, die Adam hat verar noding 11. Das halt, o Mensch, in allem werth und danke für die Gaben, die dein Gott dir darin bescheert, und die uns Alle laben, wenn nichts mehr sonst uns laben will; die laß, bis daß des Todes Ziel dich trifft, nicht ungepreiset.unbid find om 12. Brauch Alles wohl und weil du bist nun rein in Christo worden, so leb und thu auch als ein Christ, und halte Christi Orden, bis daß dort in der ewgen Freud, er dir das Ehr- und Freudenkleid um deine Seele lege. ou seriod trochijs Paul Gerhard. Mel.: Es ist das Heil uns.d 434. Gott Bater, Sohn und heilger Geist, du Gott von großer Güte, sei jetzt und immerdar gepreist mit dankbarem Gemüthe, daß du aus unverdienter Gnad mich durch das heilge Wasserbad von Sünden abgewaschen. f dir für diese edle Gabe, daß ich nun innerlich in mir dein starkes Zeugniß habe, dadurch ich meinen Schöpfer kann getrost und freudig rufen an und sagen: Abba, Vater! tug od dm 6. Weil in der Tauf auch Je= fus Christ von mir ist angezogen, so hilf, daß durch des Teufels List ich werde nicht betrogen; denn die nun Gottes Tempel sind, die bleiben vor dem bösen Feind in deiner Gnade sicher, dalis 7. O Herr, an diese Würdigfeit, die du mir wollest schenken, laß mich jebund und allezeit in meiner Noth gedenken; denn ich dadurch ein Herze faff und immer mich darauf verlaſſ, daß du mir Hülf versprochen. 8. Ich hab auch durch das Wasserbad mich dir zum Dienst verbunden; drum gieb, daß keine Sündenthat in mir werd herrschend funden. Gieb, daß für deine Güt und Treu ich, den Gehorsam stets erneu, den ich dir angelobet.psd bin d 2. Herr, ich bekenne, daß ich bin gezeugt aus Sündensamen, ein Kind des Zorns, das im- 9. Und so ich was aus Schwachmerhin entheiligt deinen Namen; heit thu, das wollst du mir verich weiß, daß von Natur ich leb zeihen und mir es ja nicht rechohn deine Furcht und widernen zu: die Gnade auch verlei Tauf- Lieder. 217 Buß und Sündenreu, durch ihn wird auch dein Wandel neu. hen, daß ich in dir beständig bleib, bis du die Seele von dem Beib zu dir hinauf wirst nehmen. revoland erop Justus Gesenius. in Mel.: Herre Gott, dein. 8. So oft die Tauf verrichtet wird, von dir dem Höchsten Dank gebührt, mit Bitt, daß er den 435. Herr schaff uns, wie Schaß bewahr, der in der Tauf die gereicht in Unschuld neu geboren, als wir getauft in Wasser sind, zu deinem Volk erforen: daß demnach sich, Herr Christ, an dich der sündlich Mensch ergebe, daß er wohl sterb und nicht verderb, mit dir ersteh und lebe.arbird 210 chim that dr Ambr. Blaurer. Mel.: Herr Jefu Chrift, mein. 436 Mein Christ, nimm deine Lauf in Acht, erwäg stets ihre Kraft und macht; weil sie dich wäscht von Sündennoth, so flieh die Sünd mehr als den Tod 39 9 3. Bedent, sie sei ein geistlich Grab, da du der Sünd gestor ben ab: drum steh mit deinem Heiland auf zu einem neuen Lebenslauf.sisid uud 4. Wenn du hörst, daß sie heilig sei, macht dich von Schuld und Strafen frei, so halt dich fest an solchem Heil; was unrein ist, das meid in Eil. 19mm 7. Sie tödt't das Fleisch durch Gottes Geist, den bitt, daß er dir Beistand leist, er wirkt die 9. Mit dieser Tauf am letzten End des Teufels Anklang von dir wend; sag, du seist frei von allem Fluch, dein Nam steh in dem Lebensbuch. 2. Sie ist ein feft geschlossner Bund, da gut Gewissen findet Grund; wenn du nicht willst 2. Denn willig und von Hermeineidig sein, halt stetig dein Gewissen rein.bud and zensgrund, sobald ich zu dir kommen, hast du mich auf in deinen Bund zum Kind auch angenommen. Du hattest Ursach, mich vielmehr zu strafen und zu hasfen, und hast, o großer Gott, so sehr herunter dich gelassen, den Bund mit mir geſtiftet. 1975 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert deiner Gnaden; was sich für Schwachheit an mir findt, das läßt du mir 5. Sie zieht dir an ein neues nicht schaden; den Geist der KindKleid, den Brautrock der Gerech- schaft giebst du mir, und wenn tigkeit, wodurch die Schand bleibt ich vor dich trete, mein Herz zugedeckt, wenn er nicht wird aufs ausschütte, Gott, vor dir, nach neu befleckt. nt indingan deinem Willen bete, werd ich allzeit erhöret.or 6. Sie ist das Wasserbad im Wort, das sollst du hören fort und fort, schließ ja davor dein Ohr nicht zu, verlangst du dei ner Seelen Ruh. bhi af sl 4. Hingegen hab ich mich verpflicht, ich woll ein gut Gewissen fort bei des Glaubens Zuversicht zu halten fein geflissen; dich Bater, Sohn und Geist allzeit für meinen Gott erkennen, und sammt der werthen Christenheit mit EhrMagnus Heffenthaler. Mel.: Christ, unser Herr, zum. and Gott, da ich gar keinen Rath für 437. meine Seel konnt finden, haſt du mich durch das Wasserbad gewaschen rein von Sünden; dabei du klärlich haft erweist uns durch ein sichtbar Zeichen, o Vater, Sohn und heilger Geist, es ſei nichts zu vergleichen mit deiner Gnad und Liebe. ander Tauf- Lieder. gut! 218 erbietung nennen den eingen Herrn und Vater. med adgut dorp 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth dei nen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. auf daß erkorenerke dazu selbst befohlen. 5. Ich hab dem bösen Feind entfagt, auch allen seinen Werken; und dieser Bund, der ihn verjagt, kann gegen ihn mich stärfen. Ich bin, o Gott, dein Tempel nu und wieder neu geboren, 5. Mache Licht aus Finsterniß, die seb es aus dem Zorn zur Gnade: glin cik heil den tiefen Schlangenbiß durch 6. Der alte Mensch muß ster- die Kraft im Wunderbade; laß benstab, der neue aber leben; hier einen Jordan rinnen, so verden bösen Lüsten, die ich hab, geht der Aussaß drinnen.mism muß ich stets widerstreben. Ich 6. Hirte, nimm das Schäflein muß dem Guten hangen an, ber- an; Haupt, mach es zu deinem richten deinen Willen, mit Fleiß Gliede; Himmelsweg, zeig ihm und Sorgfalt denken dran, daß die Bahn; Friedefürst, schenk du ich ihn mög erfüllen durch deine ihm Friede; Weinstock, hilf, daß Kraft und Stärke. Hon dieser Rebe auch im Glauben pid 7. Gott, Vater, Sohn und Geist dich umgeberurspolised dis verleih, daß ich fest an dich gläube, 7. Nun, wir legen an dein mich meines Taufbunds tröst und Herz, was von Herzen ist ge= freu, darin beständig bleibe; als gangen; führ die Seufzer himdein Kind Teufels Werke haß, melwärts und erfülle das Verdie böse Liste dämpfe, das Gut langen; ja den Namen, den wir zu thun nie werde laß, bis an geben, schreib ins Lebensbuch das End hier kämpfe und dort zum Leben. tinBenji Schmold. dein Reich ererbe. 3. Bornschürer. off day thaiche drid bin tun lo Mel.: Liebster Jesu wir sind hier. 1130 Tir di Mel.: Liebster Jesu wir sind hier. Jun Gott Lob, es * 438 Liebſter bier 439. Nit bollbrat i to Seſu, und 9 af sind wir deinem Worte nachzuleben: dieses Kind lein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. oni muff der Bund mit Gott geschlossen. Was nun rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Je sus hat es eingesegnet und mit Himmelsthau beregnet. misd i 2. Ja, es schallet allermeist rodieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen.suolins, aft 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz to herfür, und erzeige dein Erbar men, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. is ud lisca dnut 2. Ach was könnte größer sein, als die Kindschaft Gottes haben? Dieser helle Gnadenschein übersteiget alle Gaben; dieses ist des Himmels Spiegel, diejes ist des Lebens Siegel. O si 3. Dwie rein und o wie schön hat dich Christi Blut ge badet! Also kann dein Schmuck bestehn, wenn dich Gott zur Hochzeit ladet: Adam in dir ist ertränket, Christus in dich eingesenket. si malli bi I Buß- und Beicht- Lieder. 219 5. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Loos tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. 15p Benj. Schmold. 011000 und hi varu dion t today on Jodejar dny jy isq XXVI. Buß- und Beicht- Lieder. 4. Nun, so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegest, daß auf einen festen Grund du stets deinen Glauben legest. Wer sich läßt auf Jesu taufen, muß in Jesu Wegen laufen. umel.: In dich hab ich gehoffet. 440.h frommer Gott, wo willen. wat is follo ich hin mit meinem hochbetrübten Sinn und 8. Gieb deinem großen Namen Statt, sei gnädig meiner Missetiefen Seelenschaden? Mein kran-| that, die ich dir nicht verhehle. tes Herz ist wie mit Erz und #Steinen überladeni sasto 12.00 Wie klagt mich mein Gewissen an! Es thut mich grausam in den Bann; ich muß mich selbst verklagen, und seinen Mord an allem Ort in meinem Busen tragen. 198s nad Snot grid 3. Gleich wie ein Wild durch schnelle Flucht den Pfeilen zu entgehen sucht, die schon sein Herz empfunden, fo eil auch ich und trage mich mit meinen HerzensLieb allein um deiner Güte st gleich kein Ziel und ihr so viel, daß ich sie gar nicht zähle. 9.0 Mach mich von meinem Kummer los, denn meines Her zens Angst ist groß, entführ mich meinen Nöthen. Schau gnädig her auf mein Beschwer, es dräuet mich zu tödten.mpm 10 Verzeih, s b Vater, aus Geduld mir alle meine Sündenschuld, laß meine Seele leben; errette sie, damit ich nie in Schan= den möge schweben. and d wunden. 11. Denn sieh, ich trau allein 4. Wer hilft in diesen Nöthen auf dich, durch Schlecht und Recht mir? Herr, mein Verlangen steht behüte mich Gott woll aus alnach dir; ich stell auf dich Ver- lem Bösen mein arme Seel und trauen und Hoffnung; Gott, laß Israel aus aller Noth erlöſen. feinen Spott bei deiner Furchtsaid madsluzbon S. Dach. mich schauen eatid tue i modn 13n eigener Melodie. Inis 5. Denn Reiner, der geduldig 441.2ch Gott, thu dich ers barmen dein wird Schanden sein; laß den zu Schanden werden, der deiner Macht verächtlich lacht, und traut der schnöden Erden.#sdo all isprar 6. Gedenk an die Barmherzigfeit, die du erwiesen allezeit, seit daß die Welt gestanden; gedenke nicht an mein Gericht und meiner Jugend Schanden.i stum deinen Sohn über Reich und übr Armen; hilf, daß wir Buße thun und sich ein Jedr erkennen thut, ich fürcht, Gott hat gebundn eine Ruth, er will uns damit strafen, den Hirten mit den Schafen, es wird ihm Reinr entlaufen.mat tom 7. Sich meiner Thorheit über hin nach deiner großen Lang muth Sinn, laß doch mein Herz sich stillen. Gedente mein in habn wir jetzt in dem Land, ich 2. Gott hat uns lang gerufen durch seine treue Knecht, unfr Obrn sind aber nicht offen, darum geschieht uns recht; ſein Straf 220 fürcht, ihr'r sind mehr vor der Hand; Gott woll sie von uns wenden und seine Gnad uns senden; es steht in seinen Händen. 3. Es gschehn groß Wunderzeichen, noch schlagn wir alls in Wind, die uns sollten erweichen; so gar sind wir verblendt, daß wir erkenn'n die Wahrheit nicht, wie uns jetzt Gottes Wort bericht, daß wir uns daran kehrten und seiner Gnad begehrten, nicht so dawider sperrten. Buß- und Betcht- Lieder. TREETSE HEIDER 4. Nerger ists nie gewefen von Anbeginn der Welt; ein Jeder mags wohl lesen, was Christus hat gemeldt: Rein Lieb noch Glaub auf Erden ist, ein Jeder braucht sein Tück und List; der Reich den Armen zwinget, und ihm sein Schweiß abdringet, daß nur sein Groschen flinget. 5. Wer kanns alles e messen, was treibt die Welt mit Macht, mit ihrem Saufn und Fressen, Hochmuth und großen Pracht? Gott wirds die Länge leiden nicht, schau, daß dich nicht erhasch sein Gricht, sonst bist ewig verloren, dem Teufel auserforen; wär besser nie geboren. 6. Gott eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Kreatur; er wird kommen behende, des han wir schön Figur. Das glaubet der Gottlose nicht, der wohl in seinem Herzen spricht: Es kann noch lang Zeit währen, wir wolln schlemmen und zehren. Der Teufel thut sies lehren. Baum an seine Wurz, als uns hot dr pige Johannes zeiget; ins Feuer muß er kurz. Wohl dem, der es zu Herzen nimmt, und wacht, wann sein Erlöser kömmt, liebt allezeit das Gute; der wird sein wohl behute, ja vor der Höllen Glute. 9. Christus sein Prophezeie ist nun erfüllet gar; ein Jeder merk dabeie und nehm sein eben wahr, daß er sein Leben anders schick und Christum in sein Herz verstrick. Niemand weiß, welche Stunde, spricht Gott aus seinem Munde, die Welt wird gehn zu Grunde. is diskasd glu 190 10. Solchs alles ist verborgen in der Gottlosen Sinn. Das sieht man alle Morgen, wie läuft die Welt dahin, daß sie nur krieg das zeitlich Gut, das ewig sie vergessen thut; daran will Niemand denken, thut Leib und Seel verschenken; manch Christen thut es fränken. 11. Gott hat in seiner Hute all, die er hat erweckt, erkauft durch Christi Blute, am Kreuz hoch ausgestreckt, da er uns all erlöset hat vom Teufel, Sünd und ewgen Tod, ist selbst für uns gestorben, des Vaters Huld erworben; sonst wärn wir all verdorben. 12. Dies Lied sei jetzt geſungen zu Trost der Christenheit, den Alten und den Jungen; und dem sein Sünd ist leid, der bitte Gott allzeit um Gnad, daß er nimmer in Sünden bad. Das helf uns Gott allsammen, zu Lobe seinem Namen, durch Jesum Christum, Amen. R. Müntzer. 7. Die Welt läßt nun nicht abe, das wild vielköpfig Thier, man werf sie denn ins Grabe; es wird geschehen schier. Der Teufel gebracht, daß man Gott und sein Wort ver- 442. Awie groß und ſchwer શર્ર In eigener Melodie. Ich Gott Herr, acht, fragt nicht nach seinm Gebote, treibet daraus nur Spotte, fagt wohl: es sei kein Gotte. find mein begangne Sünden! Da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 8. Die Art ist schon geleget dem 221 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gottsfürchtig sein; ich kanns fo nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht; ich laß mich davon dringen des Satans List und Macht. Hoy enn sid om 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will entgehn. Herr, zu die komm ich wieder und such Barmherzigkeit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß Jedermann sollt leben, der an ihn glauben tönnt; will gleich OND MDM 10 mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest. Hilf du meinem Unglauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht werth der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit seinm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch nothwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. Buß- und Beicht- Lieder. 2012 2. Lief ich gleich weit zu solcher Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 113. Bu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdie net. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich verfühnet. Dp olurs 4. Solls ja sein, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort und laß mich ja jett bißen. to Torra somes 5. Gieb auch Geduld, vergeß der Schuld, verleih ein ghorsam Herze; laß mich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 936. Handle mit mir, wies dünfet dir; durch dein Gnad will ichs leiden. Laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgeschieden. doMart. Rutilius. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 443. 2 Gott, ich muß dirs flagen, daß ich so elend bin; mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist so groß und schwer; sie hat mich gar beseffen, bracht in Noth und Gefähr. 2. In Sünd bin ich empfangen, in Sünd bin ich geborn, viel Günd hab ich begangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Himmel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, o Gott, zu stehn. 3. Nun follt ich ja vertrauen deinem Sohn Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprech ist; so schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar, und spricht: dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, ewiger Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umkehre und leb ewig bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinen heilgen Geiste mein schwachen Glauben mehr, mir Hüf und Beistand leiste, jei mein gnädiger Herr. Leit mich auf deine Stege; vor aller Sünd und Schand, vor Teufels Strick und Wege bewahr durch deine Hand. 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir haft gegeben, behüt durch deine Stärk; erhör mein Seufzn und Schreien und Buß- und Beicht- Lieder. 222 mein furchtsame Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachtn des Teufels Mord. 11. Bulegt laß mich abscheiden mit einem felgen End, und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ. Dafür will ich dich preisen mit schuldger Dankbarteit. Gott wird mir Gnad beweisen und helfn in Ewigkeit. Barth. Rollenhagen. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 6. 444. Ach Herr, mich armen Sünder straf nicht in deinem Zorn, dein'n ernsten Grimm doch linder, sonst ists mit mir verlorn. Ach Herr, wollst mir vergeben mein Sünd und gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entfliehn der Höllenpein. 2. Heil du mich, lieber Herre, denn ich bin frank und schwach; mein Herz, verwundet sehre, leidet groß Ungemach; mein Gbeine find erschrocken, mir ist sehr angst und bang, mein Seel ist sehr erschrocken. Ach, du Herr, wie so lang! 3. Herr, tröst mir mein Gemüthe, mein Seel rett, lieber Gott, von wegen deiner Güte, hilf mir aus aller Noth. Im Tod da ists ganz stille, da denkt man deiner nicht, wer will doch in der Hölle dir danken ewiglich? 4. Ich bin von Seufzen müde, hab weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durch: aus die ganze Nacht, mein Lager gschwind all sein und meine Feind und schändlich kommen um. 6. Drum dank ich dir von Herzen, oGott, im höchstenThron; du wirst mir meine Schmerzen und Leiden lindern schon, auch mir all Gnad erweisen, wie ich gebeten dich; dafür will ich dich preisen immer und ewiglich. I. H. Schein. Mel.: Schmücke dich, o liebe. 445. Ach Herr, schone meiner, schone, mir nicht nach den Werken lohne! Herr, wer kann vor dir beſtehen, wenn du ins Gericht willst gehen? Keiner, keiner ist zu finden, der frei wär von allen Sünden; sondern alle müssen sprechen: Herr, begehre nicht zu rächen! 2. Sündlich, Herr, bin ich geboren, Gottes Huld hab ich verloren durch die Menge meiner Sünden. Ach, wo soll ich Rettung finden? Herr, ich suche dich mit Thränen, mit Maria Magdalenen fall ich dir zu deinen Füßen, sie mit Thränen zu begießen. 3. Herr, vor dir will ich erscheinen und mit Petro stets beweinen, was ich wider dich begangen; Gnade hoff ich zu erlangen. Meine Sünd ist mir vergeben, du hast mir geschenkt das Leben. Weg mit aller Angst und Leiden! Ich geh ein zur Himmelsfreuden. Mel.: Wer nur den lieben Gott. Ephef. 2, 8-9. naß von Thränen, mein Gstalt 446. Aus Gnaden ſoll ich Trauern alt ich mich sehr grämen, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr Uebelthäter! Mir ist geholfen schon; der Herr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört meins Weinens Stimme; es müssen fallen glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Buß und Beicht- Lieder. 3 Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das biet dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm der Sünden Last. Was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sags wenn zu Wars nicht, daß er dein Bestes wollt, und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jefu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sich rer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists: Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zurverheißnen Rub; doch den geht seine Gnad nicht an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter den Verzweiflungsschmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anfer wär? 223 9, Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein fündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel, ich schwinge meine Glaubensfahn, und geh getrost trotz allem Zweifel durchs rothe Meer nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verſpricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Chr. Ludw. Scheit. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 447. Ach hilf mir, bilf, Herr ach schau auf meine Schmerzen! Wie gräulich beißet, nagt und frißt und quälet michs im Herzen, daß ich vom Satan ange= regt und meinem eignen Fleisch bewegt, dies Unrecht hab begangen. 2. O Sünde, dein Abscheulichfeit hat mir die Angst geboren: durch dich hab ich die Seligkeit verscherzet und verloren. Ich bin durch diese meine Schuld aus meines lieben Gottes Huld in seinen Zorn gefallen. 3. Ach Gott, erbarm es, ach, die That ist leider nun geschehen! Warum soll ich ohn Hülf und Rath in meiner Angst vergehen! Ich will zu meinem Heiland hin, von dem ich leidr gewichen bin, und Hülfe bei ihm suchen. 4. Es ist ja Gottes reiche Gnad viel größer als die Sünde, die alle Welt begangen hat und die ich bei mir finde. Ja, Christi theur vergossnes Blut, das macht vor Gott gerecht und gut und rein von allen Sünden. 5. Ach Jesu, ach, erbarm dich mein, und heile mein Gewissen; ach, laß mich deiner schweren Pein zu meinem Trost genießen; ver 224 Buß- und Beicht- Lieder. zeihe mir, was ich gethan; ach, mit erzürnterDonnerstimm möcht schau mich wieder freundlich an, zu tausend Trümmern schlagen, und sei mir Sünder gnädig! ja zur Höllen ewig jagen. 6. Alle Freude sei verfluchet, so von Sünden hergerührt diese Zeit, da ich gesuchet, was mir Höllenangit gebiert; was mir Gottes Wort verbeut, sei verflucht in Ewigkeit. Ewig sein berflucht die Stunden, da ich Sündenlust empfunden! 6. Nun an dich, Jesu, halt ich mich, und will des Glaubens leben, du wirst mir ja auch gnädiglich die schwere Schuld vergeben. Drauf will ich deine Güfigkeit hier und in jener Ewigkeit mit höchstem Lobe preisen. Joach. Barth. Mayer. Mel.: Zion klagt mit Angst und. 7. O wie bist du, Sünde, Sünde, eine Laſt, tie felfenschwer; an mir ich nichts Reines finde, wie kränkt mich doch das so sehr! Gott dein Zorn hat mich geschreckt, ach wer ist, der mich versteckt? keine Kreatur kann rathen meinen schweren Miſsethaten. 8. Herr, es es steht in deinen Händen, du alleine hilfft aus 2. Gott, ich muß mit Zittern Noth; du kannst meinen Kummer sagen, daß ich sei ein Sünden- wenden, du kannst retten aus tnecht; jeho fühl ich deine Pla- dem Tod. Es steht nur allein gen, aber du, du bist gerecht. bei dir, Niemand kann sonst helMein verderbtes Fleisch und Blutfen mir; du kannst gnädig mich hat das rechte, wahre Gut durch des Teufels Trieb verachtet und den Lüften nachgetrachtet. 448. Nh washab ich ausgerichtet? Ach, was hab ich doch gethan? Wer ist, der die Sache schlichtet? Mein Gewissen flagt mich an; ich bin selber wider mich, weil ich also freventlich mich mit Sünden ganz beflecket und des Höchsten Zorn erwecket. erneuen und in Ewigkeit erfreuen. 9. Ich verdamme Seel und Glieder, sprich du sie in Gnaden los; bittend fall ich vor dir nieder, nimm du sie in deinen Schooß. Stärk mich, der ich abgeschwächt, laß doch Gnade gehn vor Recht; wirst du ins Gerichte gehen, Herr, wer kann vor dir bestehen? 3. Vorhin hab ich mich gefreuet meiner schweren Sündenlast; jebo, da mich solche reuet, hab ich weder Ruh noch Rast. Ach, was mich vorhin ergößt, hat mich jetzt in Angst geseßt; was vorhin den Leib erquicket, ist, das jetzt die Seele drücket. 4. So viel Jahr bin ich gelaufen der Gottlosen Irreweg, hab mit dem verruchten Haufen ausgesetzt den guten Steg, der zur Himmelspforte führt. Nie, ach nie hab ich gespürt rechte Reue meiner Sünden; wo soll ich nun Rettung finden? 11. Du hast uns gewiß verheißen herzliche Barmherzigkeit; 5. Gott, ich soll gen Himmel dafür sollen wir dich preisehen, aber ich seh unter mich. sen. Denk an deinen theuren Wie ist mir, mein Gott, geschehen, Eid, der den Sündern Trost daß ich so verlassen dich? Ich verspricht; du willst ihren Tod bin werth, daß mich dein Grimm ja nicht. Leben willst du ihnen 10. Deines Sohnes Marterzeichen stell ich zwischen mir und dir; laß mich hiemit Gnad er reichen; seinen Tod halt ich dir für; glaube steif und festiglich, daß, weil Jesus auch für mich hat gelitten, ist gestorben, ich auch soll sein unverdorben. Buß- und Beicht- Lieder. schenken, wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Herr, so sei doch nun erhöret, bitt ich, der verlorne Sohn, der zu seinem Vater kehret; blicke von des Himmels Thron. Ich bring ein zerknirschtes Herz voller Reue, voller Schmerz, das nach deiner Gnade trachtet; solches hast du nie verachtet. 225 ist; denn wir hie zu dieser Frist mit dem Tode sind umgeben; und wer weiß, was heut geschicht? Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe von der Welt Beschwerlichkeit, ruhe bis zur vollen Freud und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 13. Laß die Engel fröhlich werden, daß ein Sünder Buße thut; weil ich lebe noch auf Erden, will ich das, was Fleisch und Blut hat bisher so hoch geacht, was mich fälschlich angelacht, haffen, fliehen, ernstlich meiden, und mich gänzlich dir vereiden. 14. Wirst du mir zur Seiten stehen durch des guten Geistes Kraft, will ich nicht wie vormals gehen den Weg, der zur Höllen rafft. Gott, ich kehre mich zu dir, kehre du dich auch zu mir; dafür will ich deinen Namen ewig loben. Amen, Amen. 6. W. Sacer. In eigener Melodie. 449. Ah, was soll ich Sünder machen? Ach, was soll ich fangen an? Mein Gewissen flagt mich an, es beginnet auszuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum men und erkannt. laß ich nicht. 2. Mir ist kein Vermögen blie2. Zwar es haben meine Sün- ben, dich, das höchste Gut, o den meinen Jesum oft betrübt; Gott, zu erkennen und zu lieben doch ich weiß, daß er mich liebt, und zu fürchten in der Noth, oder denn er läßt sich gnädig finden. dir allein zu trauen und auf deine Drum ob mich mein Sünd an- Macht zu bauen. Ach, die anficht, meinen Jesum laß ich nicht. geerbte Sünd macht mich zum verkehrten Kind, an Verstand und Sinnen blind. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegen geht, solls mich doch von ihm nicht scheiden; er ist mir ins Herz gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Mein Will ist dir ganz zuwider; was du willt, das will er nicht; ja, verderbt sind Kräft und Glieder; was du hasfest, das geschicht. Leider o wie ganz verkehret ist, was du ganz gut bescheeret; oft zwar will ich, was 15 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts, als nur ein Nebel 6. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben, muß ich schon erst vor Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Drum, o Jeju, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Port, wo du dann wirft einverleiben meine Seele deinem Licht Meinen Jesum laß ich nicht. J. Flittner. In eigenter Melodie. " 450. Ach wie hat das Gift mich an Leib und Seel verderbt, daß nichts Guts an mir zu finden und darüber bin enterbt Gottes Bildes und der Gaben, so die ersten Eltern haben aus desfrommen Schöpfers Hand vormals in der Unschuld Stand überkom Buß- und Beicht- Lieder. 226 da gut; doch das böse Fleisch und Blut immer seinen Willen thut. 4. Ach, ich sag oft: wer wird lösen mich von diesem schweren Joch, das mit übervielem Bösen mich beschwert die Stunde noch? Wie ein Brunn sein Wasser quillet und sich Tag und Nacht nicht stillet, so steigt aus des Herzens Grund, und aus diesem in den Mund, Sünd und Sünd fast alle Stund. 5. Jesu, Abgrund aller Güte, der in allem helfen kann, dich ruft mein betrübt Gemüthe aus des Elends Abgrund an: du wollst diesen Jammer stillen und mit Gnad und Geist mich füllen; wasche mich mit deinem Blut; schenke neuen Sinn und Muth; was verderbt, das mache gut. Joh. Heinr. Califius. Mel.: Zion flagt mit Angst und. 451. Ach, wie will es endlich werden? Ach, wie will es laufen ab, daß ich stets hang an der Erden und so wenig Andacht hab; ja, daß ich im harten Sinn ohne Buß geh immer hin? Jesu, mir mein Herze rühre, mich zur wahren Buße führe! 2. Ach, ich fühle teine Reue, und mein Sündenherz ist kalt. Ich erkenne ohne Scheue meine Fehler mannigfalt; und doch sonder Traurigkeit lebe ich in Sicherheit. Jesu, mich doch so regiere, daß ich wahre Buße spüre. 3. Ach, ich kann an Gott nicht denken, wie ich ſollt und gerne sich lenken dahin, wo er fliehen follt, und klebt dem zu feste an, was zum Abgrund ziehen kann. Jesu, hilf mein Herz aus Gnaden dieser schweren Last entladen! 4. Ach, weil denn mein Geist erstorben und mein Fleisch nimmt überhand, seh ich kaum, was ich erworben, da ich mich von Gott gewandt; mein Verderben merk ich kaum, weil ich geb dem Fleische Raum. Jesu, mir die Gnade gönne, daß ich die Gefahr erkenne! 5. Ach, so wache denn von Sünden auf, o du mein sichrer Geist! Suche Gott, weil er zu finden, weil er noch dein Vater heißt. Komme, weil die Gnadenthür nun noch stehet offen dir. Jesu, zu so gutem Werke mich mit Herzensandacht stärke! 6. Ach, mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bist von Gott; wie du seine Gnad und Hulde hast verworfen und verspott, und wie du aus seiner Ruh selbst der Höllen eilest zu. Jesu, mir mein Herze lenke, daß es diese Noth bedenke! 7. Ach, weil denn noch Zeit zu kehren, so verlaß ich diesen Stand. Du, mein Jesu, wollst mich hören und mir bieten deine Hand; hilf mir Schwachen, hilf mir auf, steure meinem Sünden= lauf! Herr, um deiner Marter willen wirst du meinen Wunsch erfüllen. 8. Ach, ich kann schon tröstlich finden, Jesu, hier in deinem Blut bie Abwaschung meiner Sünden; dieses stärket meinen Muth; dies erfrischet meinen Sinn, ob ich gleich ein Sünder bin. Jesu, mich hinfort regiere, daß ich ein fromm Leben führe! I. Angelus. In eigener Melodie. 452. Allein zu dir, Herr Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöthen helfen kann. Ich ruf dic, an, zu dem ich mein Vertrauen hab. Buß- und Beicht- Lieder. 2. Mein Sündn sind schwer und übergroß, und retten mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan; so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, weß du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine SüBigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir 454,[ us tiefer Noth schrei fend, damit behend des Teufels List sich von mir wend. ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; denn, so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 4. Chr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seinm lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem heilgen Geiste, der uns sein Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. Psalm 130. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben; vor dir Niemand sich rühmen kann, es muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz foll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 453. Aus der Tiefe meiner Sinnen ruf ich, großer Herr, zu dir, der du bon der Sternen Zinnen blickest auf dies Rund allhier; laß die Seuf zer meiner Stimmen über sich gen Himmel klimmen. 2. Laß dein Ohren auf mich merken, laß mein Schreien vor dich gehn; denn wo du nach unsern Werken strafest, Herr, wer wird bestehn? Du wirst teines Menschen schonen, wo du nach Verdienst willst lohnen. 227 4. Herr, ich will auf dich stets bauen, meine Seele harret dein; auf dein Wort will ich vertrauen, wenn der helle Tag bricht ein, und wenn er des Abends schwindet und sich Morgens wieder findet. 5. Israel, dein Hoffnung lade auf des Herren starke Macht; denn bei ihm ist lauter Gnade, ja er hat Erlösung bracht; er wird Israel erretten aus den schweren Sündenketten. 3. Aber deine große Güte, die erlässet derer Schuld, die aus findlichem Gemüthe sich vertrauen deiner Huld, die ihr Uebelthat bereuen und zu dir um Gnade schreien. Joh. Franc. In eigener Melodie. Pfalm 130. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein 15* Buß- und Beicht- Lieder. 228 Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. Mart. Luther. 6. Chr sei dem Vater und dem Sohn, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun; der uns sein Gnade leiste, damit wir gehn auf seinem Pfad, daß unsre Sünd der Seel nicht schad. Wer das begehrt, sprech: Amen! In eigener Melodie. 455, Bete efehre du mich, Herr, so werd ich wohl befehret, denn du bist der Gott, der von Jugend auf mich lehret. Gedenke meiner Sünden nicht, so ist es bei dir ausgericht, und ich bin wohl zufrieden. 2. Ich habe zwar, o Gott, mich östermals versehen, und wider dein Gebot gethan, es ist geschehen mehr, als ich mich besinnen kann; doch was liegt dir, o Satan, dran? Gott kann noch mehr vergeben. 3. Herr, laß meine arme Seel dir nimmermehr entziehen, sie weiß sonst keine Höhl, als nur zu dir zu fliehen. Was wäre deine Gütigkeit, wenn ich nach Herzens Reu und Leid mich der nicht sollte trösten? 4. Ach nirgend besser Statt und Raum hat deine Güte, als wo die Missethat gehäuft, wie mein Gemüthe mir leider! sol ches stellet für, drum klopf ich an die Gnadenthür: Ach laß mich Gnad erbitten! ich abwegs gerathen, doch Gnade größer sei, denn meine böse Thaten. Wenn gleich dein Schäflein böse wird, bist du dennoch mein guter Hirt und wirst es allweg bleiben. 7. Ach mein Erlöser, ach, was würdest du gewinnen? O Jesu, deine Schmach, die wird an mir zerrinnen, wenn ich gerieth an jenen Ort, da fest verriegelt ist die Pfort. O besser nie geboren! 5. O Jesu, großer Hirt, du Hirte deiner Schafe, juch mich, weil ich verirrt, damit ich nicht entschlafe in Sicherheit und dahin geh, wo Sündenlust und Höllenweh die armen Seelen ftürzet. 6. Jch llage ja mit Reu, daß| 8. Wenn aber deine Hand mich sucht und dem wird wehren, was mich von dir abwandt, alsdann wirst du vermehren die Zahl, die dir zur Rechten steht; darum mein Glaub inbrünstig fleht und will dran gar nicht zweifeln. 9. werther Geist, der du vom Vater und dem Sohne ausgehst, ach hilf mir nun, in meimem Herzen wohne, vertritt mich auf das allerbest, weil ich nicht weiß, wie ich Gott fest mit dem Gebet soll halten. 10. Erleuchte meinen Sinn, das Sündliche zu meiden, nimm alles von mic hin, was Gott und mich kann scheiden; denn ich erkenne deine Gnad, und wer da geht in deinem Pfad, den hat die Git umfangen. 11. Für solche Güt erweist, will ich den Vater droben, den Sohn und beider Geist mit meinen Lippen loben. Die Güt ist ewig; ewig Dank soll dir, o Gott, mein Lebenlang von mir geſungen werden i 12. O wie ist nun mein Herz so leicht und ganz entladen! Was Trübsal, Pein, was Schmerz? Es kann mir nichtes schaden. Gott, deine Gnad mich kräftig tröst, bis ich aus allem Leid erlöst, von hinnen werde scheiden. M. C. Bezel. Buß und Beicht- Lieder. 456. Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu. u weineft vor Jerufalem, Herr Jesu, heiße Zähren; bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünde wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Misjethat, jo mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschäßt; wer damit seine Sünde neßt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen; auf allen Seiten, wo fie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Noth du auch gewesen bist. 4. Du zähleft alle Thränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfft du mir mit Luft. 5. Wer jekund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich fein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle, ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Bung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 229 Wenn du mich holen wirst hin. auf zu deiner Auserwählten Hauf. dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir in Himmels Throne. In eigener Melodie. Psalm 51. 457. Erbarm dich mein,& Herre ner großn Barmherzigkeit. Wasch ab, mach rein mein Miſsethat; ich kenn mein Sünd, und ist mir leid. Allein ich dir gesündigt hab, das ist wider mich stetiglich; das Bös vor dir mag nicht bestahn, du bleibst grecht, ob du urtheilst mich. 2. Sieh, Herr, in Sünd bin ich geborn, in Sünd empfing mich mein Mutter. Die Wahrheit liebst, thust offenbarn deiner Weisheit heimlich Güter. Bespreng mich, Herr, mit Ysopo; rein werd ich, so du wäschest mich, weißer denn Schnee, mein Ghör wird froh, all mein Gebein wird freuen sich. 3. Herr, sich nicht an die Sünde mein, thu ab all ungerechtigkeit, und mach in mir das Herze rein; ein neuen Geist in mir bereit. Verwirf mich nicht von deinm Angsicht, dein heilgen Geist wend nicht von mir; die Freud deins Heils, Herr, zu mir richt, der willge Geist enthalt mich dir. 4. Die Gottlojn will ich deine Weg, die Sünder auch dazu lehren, daß sie von bösem, falschen Steg zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm mich, Herr, meins Heils ein Gott, vor dem Urtheil durchs Blut bedeut. Mein Zung verkünd dein rechts Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit. 5. Kein leiblich Opfer von mir heischst, ich hätt dir das auch gegeben; so nimm nun ten zer 230 Buß- und Beicht- Lieder. fnirschten Geist, betrübts und der getrunken hat dein Blut, und traurigs Herz daneben. Verschmäh unsre Missethat durch deinen Tod nicht, Gott, das Opfer mein, thu versöhnet. wohl in deiner Gütigkeit dem Berg Zion, da Christen sein, die opfern dir Gerechtigkeit. Erhard Hegenwald. Mel.: Chrifte, der du bist Tag. 2. Der Sünden Bürde drücket mich und lähmt der Seelen Flügel, daß sie nicht muthig schwinget sich zu solchem Gnadenhügel. Wie sich die Wasserwoge regt und eine Fluth die andre ſchlägt, so häuf ich Sünd auf Sünde. 3. Doch gleichwohl aber neigest nicht mein Erbarmer bist. du dein Haupt vom Kreuze nieJesu Christ, erbarm dich mein! 2. Erbarm dich mein, o Jesu Christ, und nimm hinweg die Sunde mein, damit mein Seel beladen ist. Jesu Christ, erbarm dich mein! 458. Grbarm dich mein, o Jesu Christ! Ich muß verloren ewig sein, wo du der, das winkt und ruft mir tröstlich zu: Komm her, komm immer wieder! Mein reines Blut fließt auch für dich; wer sich mir nahet, den werd ich hinaus von mir nicht stoßen. 3. Erbarm dich mein, o Jesu Christ! Mich nicht verstoß bom Antlik dein, wie sonst der Sünd Belohnung ist. Q Jesu Christ, erbarm dich mein! 4. Erbarm dich mein, o Jesu Christ, und mir verleih die Gnade dein, da du der rechte Gnadstuhl bist. Jesu Christ, erbarmn dich mein! 4. Wohlan, ich komm auf die ses Wort, ich komm, o süßes Leben, in Hoffnung du mein Seelenhort, wirst alles mir vergeben. Du bist getreu und kannst ja nicht verleugnen, was dein Mund verspricht. Deß tröst ich mich von Herzen. 5. Gedenk an deinen bittern Tod, dein Purpurmantel decke 5. Gebärm cich mein, o Jesu den Schaden meinerSündennoth; Christ, in diesem armen Leben dein guter Geist erwecke die un mein, darin Gefahr der Seelen gefärbte Lieb in mir, daß ich ist Jesu Christ, erbarm dich 1 binfort nichts, als was dir ge mein! 6. Erbarm dich mein, o Jesu Chrift! Wenn treten wird der Tod herein, dein Trost mich tröst zur selben Frist. O Jesu Christ, erbarm dich mein! 7. Erbarm dich mein, o Jefu Christ, und nimm nur bald mich zu dir ein, weil Beffres nicht zu hoffen ist. Jesu Christ, erbarm dich mein! Mel.: Es ist gewißlich an. 459. Crlöjer, ich bin zwar nicht werth, die Augen aufzuheben zum Berge, da man Trost begehrt, wenn Sünden uns umgeben, zum Berge, fällig, üben möge. 6. Wie wird mit mir dein En gelvolk so dankbarlich sich freuen, daß meiner Sünden trübe Wolk ein thränenschweres Reuen vergießt, und deine Gnade drauf, als wie der Sonne goldner Lauf, erscheint in meinem Herzen. Erasmus Finr. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich. 460, Vor dir, Herr Jeſu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Herzens Knie, ich tann mir selbst nicht rathen. Mein groß und viele Missethat mich hier und dort verdammet hat, doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, deß dank ich dir, deß dank ich dir; ich will mich bessern, hilf du mir! Andreas Adersbach. Mel.: Zion Buß- und Beicht- Lieder. klagt mit Angst und. & ott, der du aus lauter Gnaden nicht Lust am Verderben hast, sieh, ach sieh, ich bin beladen mit der überschweren Last meiner sehr gehäuften Schuld. Habe du mit mir Geduld! Ach, laß mich in meinen Sünden Trost, Rath, Heil und Hülfe finden. 461. 4. Sünder, hör und nimms zu Herzen, sei auf großen Dank bedacht! Jesu Noth und Todes= schmerzen haben dich gesund gemacht; daß er nur erwürbe dich, hat er selbst verlassen sich; selber hat er wollen sterben, dir das Leben zu erwerben. 231 6. Amen, Lob, Preis, Kraft und Stärke sei für solche Gütigkeit, für so große Gnadenwerke unserm Gott zu aller Zeit! Dank sei Vater, Sohn und Geist, der da Heilig, Heilig heißt! Jhm sei Ehre ohne Ende! Herz, gieb dich in seine Hände! 5. O wie gnädig und geduldig ist der Vater in dem Sohn. Bist du zehen tausend schuldig, hier ist höhrer Löselohn; ein Blutströpflein dieser Huld zahlet alle Sündenschuld. Glaub es nur, und sei nur fröhlich, so bist du in Chrifto felig. In eigener Melodie. 462. Herr, ich habe mißgedrückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Sei du meiner Seelen gnädig, wie ein frommer Vater thut; mache mich der Sünden ledig durch das heilig theure Blut, das dein allerliebstes Kind, unser Heiland, für die Sünd aller Welt so unverdroffen und unschuldig hat vergoffen. 3. Mir und aller Welt zu from- than, darf mich nicht dein Kind men ist dein eingeborner Sohn mehr nennen. Ach, nimm mich zu uns ja auf Erden kommen, zu Gnaden an; laß die Menge hat gelitten Spott und Hohn. meiner Sünden deinen Zorn nicht Unaussprechlich war die Noth, gar entzünden! die ihn bracht in solchen Tod; wär er nicht für uns gestorben, so wär alle Welt verdorben. 2. Doch, wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, dennoch würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe mißge4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten, groBen Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen solltewissen auszusprechen. 5. Wein, ach wein jetzt um die Wette, meiner beiden Augen Bach! O, daß gnug ich Zähren hätte, zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbrunnen käm ein starker Strom geronnen! 6. Ach, daß doch die strengen Fluthen überschwemmten mein Gesicht, und die Augen möchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht! Ach, daß sie wie Meereswellen möchten in die Höhe schwellen! 232 Buß- und Beicht- Lieder. 7. Aber, Christe, deine Wun- von Sünden abgewaschen sein, den, ja ein einzigs Tröpflein Blut, wie David und Manasse; das kann meine Wunden heilen, löschen meinerSünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6. Also komm ich nun auch allhie in meiner Noth geschritten, und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergieb mir, Herr, doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 8. Dir will ich die Laft aufbinden, wirf sie in die tiefe See; wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß, wie Schnee; laß dein'n guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben! Joh. Frand. 7. Ach Herr, mein Gott, vergieb mirs doch, um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Eh ren leb mit kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, wasch mich mit deinem Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und nimm mich dann, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. B. Ringwald. In eigener Melodie. Pfalm 6. In eigener Melodie. 463. Herr Jefu Chrift, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, fieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in folcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor grohem Beh in meinen Sünden un- 464. Hert, nicht schicken deine tergeh und ewiglich verzage. über 3. Fürwahr, wenn mir das tommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, ich bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte gar verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. böse Sache, ob sie wohl durch Uebelthat großen Zorn verdienet hat. Freilich muß ich es bekennen, Ursach hast du ſehr zu brennen; doch du wollest jetzt allein Vater und nicht Richter sein. 2. Schicke lieber o mir Armen für den Eifer dein Erbar4. Dein heilsam Wort mir aber men; heile mich, denn ich vorhin fagt, daß Alles wird vergeben, schwach und lasterhaftig bin. was hie mit Thränen wird bes Siehe, wie ich ab jei kommen, flagt, und nicht soll schadn am wie mir alle Kraft genommen; Leben; ja, Herr, du alle Snad mache, Herr, es ja nicht lang, verheißt denen, die mit zerknirsch- Mark und Bein ist sterbe- krank. tem Geist im Glauben zu dir 3. Vor der Sorgen Pein und kommen. Schmerzen ist kein Herz in mei5. Und weil ich denn in meinem Herzen. Mein Gemüthe, mem Sinn, wie ich zuvor gekla- das dich liebt, ist bis auf den get, auch ein betrübter Sünder Grund betrübt. Mein Trost bin, den sein Gewissen naget, kannst du noch verweilen? hat es und wollte gern im Blute dein| keine Noth zu eilen? Macht denn Buß- und Beicht- Lieder. 233 ihm vor Augen hingetreten, hat auch seine Güte sich ausgebreitet über mich. 4. Kehre wieder, wieder kehre, eh ich mich in Angst verzehre; 10. Vor der ganzen Welt auf reiche deine Hand, o Gott, mei- Erden sollen die nun schamroth ner Seelen in der Noth! Zwar werden, zittern noch vor Gott du möchtest sie wohl hassen, weil| und mir, die mich hassen für sie selber dich verlassen; doch be- und für; weichen müſsen sie zu trachte dies dabei, was dein Heilrücke plöglich und im Augenblicke, und Güte fei. und doch sehen auch dabei, daß der Herr mein Heiland sei. Martin Opitz. 5. Menschen, die nicht mehr im Leben, die den Geist schon aufgegeben, wissen nichts von Schuld und Pflicht und gedenken deiner nicht, denn wer kann dir Ghr 465. Herr, ftraf mich nicht erweisen, wer vermag wohl zu preisen, wenn er schon liegt ausgestreckt, und im tiefen Grabe steckt? 6, Meine müden Seufzer sagen, was der Mund nicht weiß zu flagen; durch mein Weinen alle Nacht wird mein Bette naß gemacht. Meiner Augen heiße Zäh ren, die mir Ruh und Schlaf beschweren, quellen als ein Wasserfluß, daß mein Lager schwimmen muß. 7. Von der Pein, die ich empfunden, ist mein Antlitz abgeschwunden; Ungeduld macht die Gestalt mir vor meinen Jahren alt; denn ich muß von allen Seiten mit dem losen Haufen streiten, der mir anthut Schmach und Spott, und mich ärgert auf den Tod. deine Hülfe sich schwächer, als der Kummer mich? Mel.: Aus tiefer Noth. Pfalm 6. das bitt ich dich von Herzen; ich bin sonst ganz und gar verlorn, mit tir ist nicht zu scherzen; auch züchtgemich nicht indeinmGrimm, weil ich so voll Betrübniß bin und leide große Schmerzen. 2. Sei gnädig mir, denn ich bin schwach, von Herzen sehr erschrocken; tein Ruh hab ich bei Tag und Nacht, das Mark im Bein vertrocknet; mein Seel auch fehr betrübet ist, daß du, o Herr, so lang aus bist, auf den ich stets thu hoffen. 3. Ach wende dich, du lieber Herr, errette meine Seele. Hilf mir durch deine Güt und Ehr, ich thu mich dir befehlen. Im Tod gedenkt man deiner nicht, in der Hölln dir kein Dank geschicht, darin ist nichts denn Quälen. 4. Vom Seufzen ich so müde bin, mein Bette thu ich schwemmen; betrübt ist mir Herz, Muth und Sinn, nach dir thu ich mich tehnen; die ganze Nacht das Lager mein mit Thränen muß genebet sein; das wollst du, Herr erkennen. 8. Nun, ihr Uebelthäter, siehet; ihr Tyrannen, auf und fliehet; geht, ihr Volk der Eitelkeit hin, woher ihr kommen seid! Denn der Herr sieht, wenn ich weine, daß ich dies mit Treuen meine; meine Thränen fließen hin in sein Herz und beugen ihn. 9. Er, der Herr, hat schon 5. Vom Trauern abgenommen mein Flehen mit Genaden ange hat mein Gstalt und ist veraltet; fehen; mein Gemüthe, das sich ich werd geängstet früh und spat, regt, hat ihm seines auch be- das Herz im Leib erkaltet. Ach wegt; alsobald ich ihn gebeten, Herr, erhör das Weinen mein, filt 234 Buß- und Beicht- Lieder. mein Flehn laß nicht vergeblich zen, daß ich fröhlich sagen mag: sein, im Glauben mich erhalte. 6. Jhr Uebelthäter, weicht von mir, der Herr erhört mein Flehen. Mein Feind zu Schanden werden schier, mein Gbet zu Gott geschehen, wird nicht vergeblich sein fürwahr; das ist gewiß und offenbar, deß thu ich mich versehen. Ludwig Deler. Meine Sünden sind verschwunden und ich bin der Angst entbunden, nimmer will ich nun, wie hier, Sünden häufen über mir. 6. Aber ach! den guten Willen kann mein armes Fleisch und Blut nimmermehr in mir erfüllen, das nur nichts denn Böses thut. Meine Schuld wächst alle Stunden, all mein Regen macht mir Wunden. Wer will aus Mel.: Alle Menschen müssen. 466. Hier lieg ich zu dei- des Todes Schooß mich Elenden nen machen meiner Seelen Heil! Laß mich deiner Huld genießen, daß der Sünden Todesseil mich nicht kann zur Hölle ziehen. Ich will, Jesu, zu dir fliehen, ach, sieh mich in Gnaden an, der ich sonst nicht leben kann. 7. Süßer Jesu, dein Erbarmen sammt dem offnen Gnadenschooß und dein ausgestreckte Armen machen mir das Herze groß; weil du mir Trost thust zusprechen, thut mir aller Jammer brechen, weil ich hör das Wort von dir: Kommet, kommet all zu mir. 8. Gütger Jeſu, mein Erbarmen schließ nicht vor mir Armen zu. Ich bin müd; in deinen Armen laß mich, Jesu, finden Ruh. Ich bin kraftlos, komm zu trösten deinen Theuren und Er lösten; nimm mich in die Wunden dein; da, da kann ich selig sein. 2. Sünden sind es, die mich quälen, Sünden, die ich armes Kind dir, mein Gott, nicht kann verhehlen, weil sie mir zu mächtig sind, die wie Wellen vieler Plagen über mich zusammen schlagen. Sünden machen, daß ich nicht sehen kann dein Angesicht. 3. Auch das Licht wird mir zum und die dunkelbelle Nacht pflegt mit Grauen 467. ß nach dir mich zu Mel.: Was mein Gott will. ilf mir, nicht bedacht, wie ich ab von dir gegangen und dem Satan angehangen, meinem Fleisch nicht widerstrebt, nur zu Willen ihm gelebt. 4. Ach hilf, daß doch ich mich fehre von der breiten Sünden bahn. Jesu, du mich selber lehre, wie ichs möge fangen an, meinem Fleisch zu widerstreben und nach deinem Wort zu leben. Ohn dich ich dies nimmer kann; Jesu, hilf, ich ruf dich an. von Herzen mich verlange und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Ver leih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde. Gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten, die Händ allzeit laß sein bereit, dem Dürftigen zu rathen. 5. Oft dent ich: Mit dieser Kerzen soll auch mein Bekehrungstag gehen auf in meinem Her- 3. Die Lust des Fleisches dämpf Buß- und Beicht- Lieder. 235 in mir, daß sie nicht überwinde.| Flehen merke! Sei gnädig meiRechtschaffne Lieb und Lust zu der Missethat, die deine Güt bir im Herzen mir anzünde, daß beleidigt hat; auf dich ist meine ich in Noth, bis in den Tod, Zuversicht, barmherzger Gott, aldich und dein Wort bekenne, und lein gericht. Herr Zebaoth, Gott mich kein Truß noch Eigennuß Vater, schon! Dein liebster Sohn. von deiner Wahrheit trenne. ist aller Sünden Gnadenthron. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmuth ziere; auch alle Hoffart von mir nimm, zur Demuth mich anführe. Was ich noch sind von alter Sünd laß mich hinfort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen regen. 2. Sind meine Sünden groß und schwer, Herr, deine Gnad ist mächtiger, die läßt mich nicht verzagen. Zwar drückt mich schwer der Sünden Schuld, doch tröst ich mich an deiner Huld, an dir, du Brunn der Gnaden. Dein Angstschweiß, Blut, Verdienst und Tod, die stärken mich in meiner 5. Den Glauben stärk, die Lieb| Noth, und deiner Wunden Näerhalt, die Hoffnung mache feste; gelmaal sind Zeugen meiner Gnadaß ich von dir nicht wante bald, denwahl. Herr Jesu Christ, du Beständigkeit ists Beste. Den Gotteslamm, mein Bräutigam, Mund bewahr, daß nicht Gefahr wie füß ist deine Liebesflamm! durch ihn mir werd erwecket. 3. Du Heiliger in Israel, laß Speis ab den Leib, doch daß erleuchten mir dein Antlik hell in bleib in Zucht und unbeflecket. meiner Todesstunden; stärk mich 6. Gieb, daß ich treu und in meinem letzten Streit, aus deifleißig sei in dem, was mir ge- ner aufgespaltnen Seit, schließ bühret, daß ich auch nicht durch mich in deine Wunden! Erschein Heuchelei und Ehrgeiz werd ver- mir in der Sterbensnoth, wie führet. Leichtfertigteit, Haß, Zant du am Kreuz geblut zu Tod, und und Neid laß in mir nicht ver- nimm an meinem Lebensend die bleiben; verstockten Sinn und Seel zu dir in deine Händ. Gott, Diebsgewinn wollst ferne von heilger Geist, du Lebenslicht, vermir treiben. laß mich nicht, wenn mir im Tod das Herze bricht! 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feinde bete, dien Jedermann, so viel ich kann, das Böse haff und meide nach deinem Wort, an allem Ort, bis ich von hinnen scheide. 4. Am jüngsten Tag, wenn dein Gericht dem Erdenkreis das Urtheil spricht, so sei mir Sünder gnädig! Straf, Herr, mich nicht, wie ichs verdient, ich bin ja durch dein Blut versühnt, drum sprich der Schuld mich ledig! Mein Fürsprach, red du mir das Wort! mein Richter, sei Joh. Heermann. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich. * 468. Herr, meines Hermein gnädger Hort! mein Brus mir der mein Heiland, rett mich von dem Tod! Barmherzger Gott, erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! J. E. Ettmüller. Theil, mein Fels, mein Burg, mein einzig Heil, du meine Kraft und Stärke! Du dreimal heilig, heilger Herr, voll Majestät und Pracht und Ehr, Gott, auf mein/ 236 Buß- und Beicht- Lieder. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 469.J charmer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd. Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz! Die Sünden wollst du mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Mein kläglich und beweglich Klagen, ach, Herr, wie lang erhörst dus nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör, was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 5. Wahr ist es: übel steht der Schade, den Niemand heilet, als nur du; ach, aber, ach! sprich: Gnade, Gnade! Ich lasse dir nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, o mein Erbarmer über mich! 6. Nicht, wie ich wohl verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone; erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Herr, mein Erbarmer, über mich! erhöret, erhöret bin ich zweifels frei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei; Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius. Mel.: Durch Adams Fall ist ganz. uch armer Sünder 470. tomm zu dir mit demüthigem Herzen, o Gott, der gnädig für und für, bekenne dir mit Schmerzen die Sünden all und jeden Fall, wie ich ihn hab begangen von Jugend auf mit großem Hauf, darin ich bin ge fangen. 2. Die Sünden sind, die ich gethan, unmöglich zu erzählen; doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich immer quälen. Dein liebster Sohn hatmich davon durch seinen Tod entbunden; dennoch hab ich jetzt laſſen mich den Satan neu verwunden. 3. So ist auch mein Undankbarkeit sehr groß bis auf die Stunde; ich habe dir zu keiner Zeit gedankt von Herzensgrunde für deine Treu, die täglich neu, für deine Lieb und Güte, die ich an mir gar reichlich spür und stets trag im Gemüthe. 4. Vornehmlich hast du mit Geduld viel Jahr bisher verschonet, und mir nicht, wie ich oft verschuldt, bald zornig abgelohnet; hast fort und fort, o höchster Hort, dich meiner ange nommen; haft nichts gespart nach deiner Art, bis ich zu dir bin kommen. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz angeschlagen, durch deinen Geist mir zugerust, den Himmel angetragen; haft früh und spat durch viel Wohlthat zur Buße mich bewogen, auch mit Trübfal, Angst, Noth und Qual zu dir hinauf 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß der arme Sünder hör: Ich habe dir die Sünd vergeben;" hinfürder fündige nicht mehr!" Erbarme dich, erbarme dich, o mein Erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin gezogen. Buß- und Beicht- Lieder. 6. Dennoch, daß ich nicht leugMel.: In dich hab ich gehoffet. nen fann, wenn du gleich anges 471. J weiß, o Gott, weil armer klopfet, hab ich dir niemals aufgethan, die Ohren zugestopfet, mit Unbedacht dies ganz veracht, den Ricken bir gekehret; doch haft du mich so gnädiglich geduldt und nicht verzehret. du für mich hast in den Tod dein lieben Sohn gegeben, du liebeft mich beständiglich und schenkst mir Leib und Leben. 7. Du könntest oft mit gutem Recht das Leben mir verkürzen, und mich, als einen bösen Knecht, hinab zur Hölle stürzen, der ich ohn Scheu, ohn Leid und Reu in Sünden mich verweilet; dennoch giebst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht übereilet. 2. Darum ich schuldig mich befind, daß ich, o Vater, als dein Kind Gehorsam dir erzeige, allzeit mein Herz in Freud und Schmerz mit Liebe zu dir neige. 3. Werth bin ich nicht ob mein ner Sünd, daß ich dir dien und heiß dein Kind. Doch weil dies ist dein Wille, durch deinen Geist mir Hülfe leist, daß ich ihn recht erfülle. 8. Wenn mein Herz dies bei sich bedenkt, in Stücke möchts zerspringen; die große Sicherheit 4. Verleih, daß ich mein Leben mich fränkt, thut Mark und Bein führ, o treuer Gott, zu Ehren durchdringen. Kein Höllenpeindir, daß ichs auch wohl beschließe, so groß mag sein, ich habe sie an Christum gläub, und standverschuldet; ich bin nicht werth, haft bleib. Den bittern Tod daß mich die Erd trägt, nährt durchfüße. und auf sich duldet. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennt ein Werk von dir geichaffen; werth bin ich, daß all ElementzurStrafe mich hinraffen. So weit hats bracht der Sünden Macht; ich muß es frei bekennen; wo du siehst an, was ich gethan, so muß ich ewig brennen. 237 feit, ich falle dir zu Fuße; verwirf nicht den, der zu dir schreit und thut rechtschaffne Buße: dein Angesicht mit Gnaden richt auf mich betrübten Sünder; gieb mir ein Blick, der mich erquick, so wird die Angst bald minder. 5. Daß ich mit Fried und Freud hinfahr, die Seel in deiner Hand bewahr, da sie kein Angst wird schmecken. Gieb, daß der Leib fein sicher bleib, bis du ihn wirst erwecken. Joh. Heermann. Mel.: Aus tiefer Noth. ch komm, o höchster 10. O Vater der Barmherzig- 72. Gott, zu dir und lieg auf meinen Knien. Ach, willst du denn so gar von mir, du lieber Vater, fliehen? Ach nicht, ach nicht! Hilf Helfer doch, weil du, mein Gott, fannst helfen noch und reiß mich aus den Nöthen. 11. Eröffne mir dein freund- 2. Gedenke nicht, wie schwer lich Herz, die Residenz der Liebe; ich mich an dir, mein Gott, ververgieb die Sünd, heil meinen brochen, wie oftmals ich erzürnet Schmerz, hilf, daß ich mich stets dich, wie manchen Tag und Woübe in dem, was dir gefällt anchen, ja manches Jahr hab zumir, und alles Böse meide, bis gebracht, daß ich die Schuld nicht ich hinfahr zur Engelschaar, da recht bedacht, die dich zum Zorn nichts denn lauter Freude. gereizet. Joh. Heermann. 3. Ach richte mich, gerechter 238 Buß- und Beicht- Lieder. Gott, nicht so, wie ichs verdie- Das zeuget mein Gewissen, mein net! Hab ich gebrochen dein Ge- Herz, in welchem nichts gesund, bot, so hat dein Sohn versüh- das tausend Sünden alle Stunt net. Ich glaube fest und traue zum Abgrund fortgerissen. dir, du wirst um seinetwillen mir vom Uebel helfen, Amen. M. B. Sattler. Mel.: Es ist gewißlich an der. 473. h will von meiner Missethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rath hiezu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht sein Elend selbst empfinden, er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden; verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Klopf durch Erkenntniß bei mir an, und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöde Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stel.: len, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorngericht, der Hölle offnen Rachen. 8. Ach, meine Gräuel allzumal schäm ich mich zu bekennen; es ist ihr'r weder Maaß noch Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen, und ist ihr'r keiner doch so klein, um welches willen nicht allein ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen. 10. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Satans und der Höllen Reich, die wollen mich verschlingen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichthum deiner Gnaden. Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brod; du machst, daß mir noch keine Noth bis hieher können schaden. 11. Die mich verfolgt, die große Noth, fährt schnell ohn Zaum und Zügel. Wo flieh ich hin? Du Morgenroth, ertheil mir deine Flügel. Verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch berab, und Hügel! fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg uch nur umsonst! Und 12. 5. b. Haft auch in Chrifto mich erwählt tief aus der Höllen Fluthen, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Baterruthen. könnt ich ja bis in den Himmel steigen, und wieder in die Höll allda mich zu verbergen neigen; dein Auge dringt durch alles sich, du wirst da meine Schand 6. Wer giebt den Kindern, was und mich der lichten Sonne du mir gegeben, zu genießen? zeigen. Schenk aber ich Geboriam dir? 13. Herr Jesu, nimm mich zu Buß- und Beicht- Lieder. dir ein, ich flieh in deine Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh dir, o du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 14. Wasch mich durch deinen Todesschweiß und purpurrothes Leiden, und laß mich sauber sein und weiß durch deiner Unschuld Seiden. Von wegen deiner Kreuzeslast erquick, was du zermalmet haft mit deines Trostes Freuden. 15. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen; ich weiß, er lentet seinen Sinn und schaffet Rath mir Schwachen. Er weiß, was Fleisches Lust und Welt und Satan uns für Neße stellt, die uns zu stürzen wachen. 16. Wie werd ich mich mein Lebenlang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Zwang, den du mir wollst verleihen, daß der von aller Sündenlist und dem, was dir zuwider ist, helf ewig reich befreien. Louise Henr., Churf. v. Brandenburg. In eigener Melodie. geju, der du meine 474. le haft durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrerHöhle und der schweren Sündennoth kräftiglich heraus gerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort; jei auch jeßt, o Gott, mein Hort! 2. Treulich hast du ja gefuchet die verlornen Schäfelein, als sie liefen ganz verfluchet in der Höllen Pfuhl hinein; ja, du Satans Ueberwinder, hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 239 ten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir. Das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele vor; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Bein, und mein Herz ist matt von Sorgen. Ach, vergieb mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut. Und dieweil du sehr zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei, so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Hölle Schrecken und des Satans Grimmigkeit vielmal pflegen aufzu wecken und zu führen in den Streit, daß ich schier muß unterliegen, ach, so hilf, Herr Jesu, siegen. O du, meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht! 8. Deine rothgefärbten Wunden, deine Nägel, Kron und Grab, deine Schenkel fest gebunden wenden alle Plagen ab; deine Bein und blutig Schwißen, deine Striemen, Schläg und Rißen, deine Marter, Angst und Stich, o Herr Jesu, trösten mich. 3. Ach, ich bin ein Kind der 9. Wenn ich vor Gericht soll Sünden, ach, ich irre weit und treten, da man nicht entfliehen breit; es ist nichts an mir zu kann, ach, so wollest du mich finden, als nur Ungerechtigkeit. retten und dich meiner nehmen All mein Dichten, all mein Trach- an. Du allein, Herr, fannst es Buß- und Beicht- Lieder. 240 stören, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr, zu meiner linerfannt! ding 10. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz mit Leid vermenget, durch dein theures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber hast geſagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist Glaubens voll. 12. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod ansicht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Joh. Rift. verkehrten Weg verfallen. ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade bin ich werth; doch hat er in seinem Worte eid lich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an! kommet ihr betrübten Sünder! Jesns rufet euch und er macht 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte, Jesus, der uns nie vergist, suchet treulich das Verirrte, daß es nie verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an! 4. Kommet Alle, konimet her, Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß. mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Er hat mich auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: JeMel.: Jesus meine Zuversicht. * 475. efus nimmt die sus nimmt die Sünder an! an. get dies welche von der rechten Bahn auf 476. bin und bekenne, Erdm. Neumeister. Mel.: Nun komm der Heiden. ebo geh Hier 6. Ich bin ganz getrosten Muths. Ob die Sünden blutroth wären, müssen sie, kraft deines Bluts, sich dennoch in Schneeweiß kehren, da ich gläubig iprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen beißt mich nicht, Moses darf mich nicht verflagen. Der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! wer ich bin; meiner Sünden große Schuld suchet Gottes Güf und Huld. 2. Hab ich doch von Jugend an Sünd und Böses nur gethan; alle Stund und Augenblick ging ich in des Satans Strick. 3. Hülf und Hoffnung hat ich nicht auf den Himmel hingericht; ich verließ mich mehr in Noth auf den Mammon, als auf Gott. 4. Gottes Eidschwur wußt ich zwar, und wie sein Wort offenbar mich zur Buße treibt Buß- und Beicht- Lieder. und kehrt, daß ich nicht verloren werd. 5. Gleichwohl schlug ich böses Kind dieses alles in den Wind, fuhr in Sünden immer fort und berließ auch meinen Hort, 6. Bis daß heut der gute Geist mich zu der Bekehrung weist, daß ich trost- und hoffnungsvoll meine Sünd entdecken soll. 9. Kurz, was ich bin um und an, war der Sünden unterthan. Teufel, Tod und Höllenpein sollten meine Richter sein. 7. Herr, ich hab ohn Maaß und Ziel dich erzürnet oft und 477. I viel, ist überMel.: O Gott, du frommer Gott. st deiner Sünden meine viel, daß ich auch durch Sünd deineStrafen wohl empfind. 8. Ich hab, als ein böser Knecht, nicht gethan, was gut und recht, dich auch herzlich nicht geliebt, sondern täglich hoch betrübt. groß der Schaden, damit dein arme Seel beschweret und beladen, schau an den größten Arzt, der helfen will und kann, der seine Güt und Treu noch gönnet Jedermann. 10. Aber was ich Tag und Nacht ausgeübet und vollbracht, ist mir alles herzlich leid; komm ißt in der Gnadenzeit, 11. Bitt und fleh: O Gottes Sohn, laß mich doch von deinem Thron nicht verdammt zur Höllen gehn, noch bei dir verlaffen stehn. 12. Ach, vergieb mir meine Sünd und die Schuld, so ich empfind, auch womit ich bis anher dich beleidigt gar zu schwer. 13. Schenfe mir ein fröhlichs Herz, daß aufhör in mir der Schmerz. Neuen Glauben, Buß und Reu wirk in mir und mich erneu. 241 14. Gieb auch, Herr, daß ich dafür dir gehorsam werd allhier, und daß ich der Sünden frei, dir zu Dienst gewidmet sei. 478.rie, Christe, Kyrie, Christe, 15. So will ich mit Herz und Sinn streben Tag und Nacht dahin, daß ich möge frömmer sein, nur durch deinen Geist allein. G. H. W. Die Litanei. Die Zeilen, davor ein* stehet, werden langsam gesungen. Der erste Chor. Der andere Chor. 2. Hast du es hundert und noch tausend Mal versehen, so kehre dich bei Zeit zu Gott, laß nicht geschehen, daß deine Schuldenlast dir raube Gottes Huld. Wer nur noch Buße thut, dem schenkt Gott alle Schuld. 3. Verzage nicht, dein Gott will sich dein selbst erbarmen, komm bald, vertraue dich nur seinen Vaterarmen; doch laß von Sünden ab, daß nicht des Teufels Tück dich stürz zum Höllengrund in diesem Augenblick. 4. Komm, folge deinem Gott, sein Wort kann dir nicht lügen; laß ja die böse Welt dich weiter nicht betrügen. Kehr um, thu wahre Buß, komm, du verlorner Sohn, dein Vater wartet dein, schenkt dir des Himmels Thron. D. J. Olearius Elcison! Eleison! Eleison! Erhöre uns! 16 242 Buß- und Der erste Chor. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Beicht- Lieder. Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig! Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal. Vor allem Uebel Der andere Chor Erbarm dich über uns! Durch dein Kreuz und bittern Tod Durch deine heilige Auferstehung und Himmelfahrt Erbarm dich über uns Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Lod, Vor Bestilenz und theurer Zeit Behüt uns, lieber Herre Gott! Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuers- und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Behüt uns, lieber Herre Gott! In unsrer letzten Stund, Am jüngsten Gericht * Wir armen Sünder bitten, Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erbalten; Allen Retten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführten wiederbringen, Den Satan unter unsere Füße treten; Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten; Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, * Unsern König und Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, Behüt uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Buß- und Beicht- Lieder. Der erste Chor. Der andere Chor. Unsern Rath( Obrigkeit) und Ges meinde segnen und behüten, * Uns vor des Papstes Greuel, vor dem Türken und allen Tyrannen behüten und bewahren; Allen, so in Noth und Gefahr find, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pfle= gen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, * Den feefahrenden und reisenden Mann vor allem Unglück bewahren; * Aller Menschen dich erbarmen; * Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben, und sie bekehren, * Die Frucht und das Vieh auf dem Lande, und Fische im Wasser geben und bewahren; * Und uns gnädiglich erhören! * O Jesu Christe, Gottes Sohn, * Odu Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, * Odu Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, du Gotteslamm, das der * Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, 243 Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns; Verleih uns steten Frieden! Erhöre uns Eleison! Eleison! Beide Chöre zusammen. Kyrie Eleison! Amen. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden! Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat! Mel.: Ach was soll ich Sünder. Knecht; die Schuld ist groß, Herr, 479 Lieber Gott, ich muß mach mich aus Guaden los! bekennen, daß ich 2. Laß dich meine Noth erbin in deiner Schuld. Ach Herr, barmen! Sieh doch, wie Herz. hab mit mir Geduld; ich darf Hand und Mund mehren die mich kaum lassen nennen deinen zehn tausend Pfund; hilf aus 16* Buß- und Beicht- Lieder. 244 Gnaden, hilf mir Armen, schone, nimm den Bürgen an, der für mich hat gnug gethan. In ihm ist mein Flehen Amen, trot der Sünde Furcht und Schmerz. Deinen Namen halt ich mir stets zum Heil und Troste für; laß mich spüren seinen Segen, dann wird alle Angst sich legen. 3. Hilf, daß ich auch mag vergeben, wie du mir vergeben hast, meine schwere Sündenlast, allen, die in diesem Leben mich mit ihrer Zung und That je beleidigt früh und spat. 5. Weichet all ihr Seelenfeinde! mein Herr Jesus ist bei mir; weiche Welt, weicht falscheFreunde! 4. Laß dein Wort mein Herz Jesum lieb ich für und für. Seine erschrecken, da du dräuest Höllen- Treu und Freundlichkeit mir zu pein, wo wir unversöhnlich sein. helfen ist bereit, sein Erbarmen, Laß dein Wort in mir erwecken sein Regieren wird mich aus dem Güte und Barmherzigkeit, Liebe, Kerker führen. Fried, Versöhnlichkeit. 6. Jefum will ich stets umfan5. So will ich dich ewig prei- gen, Jesum lieben allezeit, Jeſu sen, daß du mir aus Sündennoth will ich stets anhangen hier in bilfft durch deines Sohnes Tod. dieser Sterblichkeit. Wenn der Ich will Lob und Dank erweisen letzte Tag anbricht, werd ich sehn dir für deine Gütigkeit hier und sein Angesicht und mit eigem dort in Ewigkeit. D. 3. Olearius. Lob und Beugen mich zu seinen Füßen neigen. Mel.: 3ion flagt mit Angst. 480. Liebster Jesu, hör mein len Angstgeschrei; siehe meines Herzens Bagen, stehe mir in Nöthen bei. Mich der Sünden Last sehr drückt und mir allen Troft entrückt, Tod und Hölle mich erschrecken und des Himmels Zorn entdecken. Mel.: Christus, der uns selig. 481. Liebster Bater, ich, dein Kind, komm zu dir geeilet, weil ich sonsten Niemand find, der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, groß sind meine Sünden; mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Jesu, komm und hilf mir 2. Führst du väterlich Geschlecht Armen, zeig mir deine süße Huld. und hast Vatersitten, ei so hab Du wirst dich ja mein erbarmen, ich Kindesrecht und darf kühntilgen meine Sündenschuld. Treiblich bitten; denn den Kindern den Satan fern von mir, öffne mir die Gnadenthür. In den tiefen Jesuswunden, hab ich allzeit Trost gefunden. 3. Jch bin ganz und gar verlassen, Jesu, treuer Seelenfreund; laß mich deine Lieb umfassen, die es herzlich mit mir meint. Deine Liebe mich erfreut und erquickt in allem Leid; wenn mein Glaub und Hoffnung sinket, deine Lieb mir bald zuwinket. steht es frei, Väter anzuflehen. Vater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, ei so mußt du lassen mich Vatersinn erkennen; denn das wäre viel zu schlecht, bloßen Namen führen, und nicht thun nach Vaterrecht, was sich will gebühren. 4. Nun so nimm dich meiner an, wie die Väter pflegen; meine 4. Deinen süßen Jesusnamen Buß und Thränenbahn laß dich schließ ich gläubig in mein Herz. doch bewegen. Meine Sünden Buß- und Beicht- Lieder. bringen Schmerz, die ich hab begangen. Ach du liebes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 5. Haft du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an der Gnadenpfort nicht vergeblich pochen. Laß der matten Seufzer Stärk durch die Wolken dringen, und von deinem Himmelsberg mirGenade bringen. 6. Jch laß doch nicht eher ab, bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab inniglich begehret; segne mich, ich lasse dich eher nicht; ich hange, wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. 7. Du bist Grtt und heißest gut, weil du Gutthat übest, und, gleichwie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz, genieBen; laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 8. Ach verzeih mir, ach vergieb, was ich mißgehandelt, weil ich nach der Sünden Trieb oftermals gewandelt. Meine Sünden ich 245 2. Ach, ich habe bald mit Werken, bald mit Worten dich betrübt; doch so kann mich wieder stärken, daß dein Sohn uns herzlich liebt; habe leider in den Schranken meines Lebens mit Gedanken mich vergriffen hier und dort, doch so tröstet mich dein Wort. prate Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 482. Qiebster Gott, vergieb die Sünde, streich sie aus mit Christi Blut, daß ich wieder Gnade finde und ergreife frischen Muth. Jesus hat ja müssen sterben, ei, so laß mich nicht verderben; was wir durch den Fall verdient, hat er wieder ausgefühnt. 3. Alle Sünder, die nur kommen, haft du ja, o frommer Gott, so gar tröstlich angenommen; ei, so wird mich auch der Tod nicht verschlingen, denn ich glaube, daß ich in der Gnade bleibe und mit Gott versöhnet bin. Christi Tod ist mein Gewinn. re 4. Drum so seusz ich im Vertrauen: Jesu, nimm dich meiner an! Laß mich auf dich gläubig bauen, weil mir keiner helfen tann ohne deine große Güte. Herr, auch stärke mein Gemüthe, daß ich einst zu seiner Zeit bei dir leb in Ewigkeit. Mel.: Herr Chrift, der einig. 283. Mein Sünd ich beicht den; ach derselben nicht gedenk, laß sie sein verschwunden. ich dich, mein Gott, erzürnt hab all mein Tage und wohl ber9. Klagt mich mein Gewissen schuldt den Lod; doch weil sie an und will mich verdammen, mich von Herzen gereuen und will der Sünden Menge dann sehr schmerzen, verzeih sie mir dich zur Rach anflammen, ei so aus Gnad. denke mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld hab dein Blut gewaschen. 2. Solchs darf ich Armer bitten durch Christum, deinen Sohn, denn er für uns gelitten und unsern Sündenlohn that gänzlich abbezahlen durch seinen Tod, uns allen erkauft die ewge Kron. Christoph Titius. 3. Drum wollst du nicht, o Herre, mein Sünde sehen an, sondern Christum vielmehre, der für uns gnug gethan, und sich am Kreuz ließ schlachten, verspotten und verachten, das rein unschuldig Lamm. J. M. Dillher. 246 Buß- und Beicht- Lieder. In eigener Melodie. Gemeine. 484. Nimm von uns, Herre, Gott, all unsre Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. Chor. 2. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset haft mit deinem theuerbaren Blute! 3. Erhör uns, erhör uns, erhör uns unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, erhör uns unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns, und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, erhör uns unsre Bitt, Gott heilger du einiger erleuchte uns und sei uns gnädig! Gemeine. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe, Amen. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 485. Angst und Leid, o Traurigkeit, die ich in mir empfinde, die jetzt mein Gewissen nagt wegen meiner Sünde. 2. O Furcht und Graus! Das Höllenhaus, darnach ich pflegt zu ringen, seh ich nun weit aufgethan, es will mich verschlingen. 3. O Ach und Weh, ach ich bergeh! Wo soll ich mich verstecken? Ach, daß doch die tiefste Gruft möchte mich bedecken. 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher bleiben; meine Bosheit will mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd ich dort so strenge Wort vor Gottes Richtstuhl hören, weil ich mich des Fleisches Lust lassen so betbören. 6. Gottes Sohn, du Gnadenthron, ich flieh in deine Wunden, darin ich hab jederzeit Ruh und Rettung funden. 7. Dein heilig Blut, das mir zu gut am Kreuze ward vergossen, ist ein Brunn, daraus das Heil kommt auf mich geflossen. 8. Darum, mein Heil, laß mich auch Theil an deinem Gnugthun haben; meine Sünde werd hinfort in dein Grab begraben. 9. O treuer Hirt, wenn Sa: tan wird mein leppigkeit ver klagen, so still ihn durch dein Verdienst, sonst muß ich verzagen. Joh. Frand. Mel.: Jesu, der du meine Seele. 486. bu Sonne meiner du Trost, Hülf und Rath, wollt ich gleich vor dir verhehlen die begangne Missethat, würd ich mir nur alle Sachen dadurch zehnmal schwerer machen. Nur ein Wort, Immanuel, so erquickt sich Leib und Seel. 2. Hab ich mich gleich weit berlaufen von der frommen Schäflein Schaar, bin ich mit dem großen Haufen manchen Tag, ja manches Jahr irre gangen auf und nieder, ei, so kehr ich jetzt doch wieder. Nur ein Wort 2c. 3. Ich bin voller Leid und Grämen, daß ich so gefallen bin, möchte mich zu Tode schämen; es erzittert Muth und Sinn, wenn er sich zurücke lenket und an seine Schuld gedenket. Nur ein Wort, Immanuel, so 2c. 4. Hast du doch für mich bezahlet und die Handschrift weggethan, uns mit lauter Huld bestrahlet und des Himmels Ehrenplan durch dein Blut, so du ver Buß- und Beicht- Lieder. gossen, allen Menschen aufgeschlossen. Nur ein Wort 2c. 5. Was betrübt sich mein Gewissen? Ich bin in der Menschen Zahl; Lebensfürst, dein Blutvergießen hilft mir in den Sternenfaal; ich bin selig alle Stunden, denn ich ruh in deinen Wunden. Nur ein Wort 2c. 6. Hinfort soll mein ganzes Leben, o du großer Seelenfreund, dir zu eigen fein ergeben. Ich will mich den Menschenfeind nicht mehr so bethören lassen, alle Sünde herzlich hassen. Nur ein Wort, Immanuel, so erquickt sich Leib und Seel. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr'r. 487, frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot, und sehr gefündigt wider dich; das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht haft Gefalln an mei nem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilge fünf Wunden roth. Mel.: Zion klagt mit Angst und. du 488, Obu Schöpfer aller Dinge, böre, höre mein Gebet, das ich jezo vor dich bringe, weil mein Herz in engsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden; ach Herr, laß michGnade finden! 2. Weil du alle heißest kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 247 5. Berschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. B. Ringwald. brochen, das du einmal haft geredt; nun hast du, o Gott, gesprochen: sucht mein Antlit im Gebet! Darum komm ich auch bor dich und dein Antliß, ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe hier in deine Händ, o Gott, drin du sprichst: so wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und be gehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich ihm Alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demuth biegen meine Knie an diesem Ort, und bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet, deine Güter hat berschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen. Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sei doch gnädigmir! Ich fall dir in deine Arme; achherr, meiner dich erbarme! 248 Buß- und 7. Jch verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden; trage, Herr, mit mir Geduld. Alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. Beicht- Lieder. mich deiner Hand bereitet, aus Mutterleib auch wunderlich ans Tageslicht geleitet. Was hilfts mir aber, daß ich bin, Herr, dein Geschöpf? Jetzt fahr ich hin und muß zunichte werden. 5. Doch weil du selbst mein Schöpfer bist, wollst du dein Werk nicht hassen, und mich in meiner Angst, Herr Christ, ohn Hülf und Trost nicht lassen. Du hassest nichts, das du gemacht, vor dir ist alles hoch geacht und werth in deinen Augen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe Jesu Leiden an, denn er hat ersetzt den Schaden, er bat gnug für mich gethan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jebo tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquicung und zu gut. Gieb, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. 6. Ach, schau doch deine Hände an, durch die ich bin formiret; dein Herz mich nicht verstoßen kann, bald sich Erbarmung rühret. Dies sind die Hände, die für mich mit Nägeln haben lassen sich ans Holz des Kreuzes schlagen. 3. H. Califius. Mel.: Ach Gott vom Himmel sieh. 7. Darinnen steht mit deinem Blut mein Name angeschrieben. Lies doch die Schrift, die mir zu gut in deinen Händen blieben, ſo wird sich ja dein liebreich Herz erbarmen mein und allenSchmerz, den Schmerz des Geistes, stillen. 489.JefuChrifte, Gottes Sohn, du Schöpfer aller Dinge, schau doch herab von deinem Thron; hör, was ich bir borbringe: Du bist fromm und das höchste Gut, ich bin ein Mensch, der Arges thut, ein Hand voll Erd und Asche. 8. Ich schrei, dein arme Creatur: Mit Gnaden mich anblicke; du bist mein Arzt, in deiner Kur mit Labsal mich erquicke! O Gott, mein Heiland, hilf du mir, und bring mich wiederum zu dir, eh ich muß ganz verderben! 2. Du bist sehr herrlich, schön geziert, voll Majestät und Ehren; ich bin in Jammer tief geführt, der keinmal will aufhören. Du bist das Licht, ich aber blind; du bist gerecht, ich voller Sünd, die mich ganz hat durchdrungen. 9. Was sind doch alle meine Tag? Als nichts sind sie zu rechnen. Ich armer Mensch, wie daß ichs wag, so keck dich anzusprechen. Du großer Gott, ach zürne nicht, daß ich vor deinem Angesicht zu reden mich erwinde. 3. Du bist die Wahrheit und die Freud, der Arzt, das Heil und Leben; ich eitel frank, voll 10. Die Noth, o Herr, hat kein Traurigkeit, muß schnell den Geist Geset, die mich jest bart umringet; aufgeben. Der Leib muß die Verdrum dies für keine Frechheit schäß, wesung sehn, es barf in kurzer Zeit geschehn; Niemand kann mich erhalten. die Angst mir Red abzwinget. Der Kranke nach dem Arzte schreit, der Blinde sich des Lichtes freut, der Todte sucht das Leben. 4. Wahr ist es, du hast selber Buß- und Beicht- Lieder. 249 11. O Jesu, großer Lebens- der zu dir schreit und thut noch fürst, wollst meiner dich erbar- endlich Buße. Was ich begangen men, den stets nach deiner Hülfe wider dich, vergieb mir alles gnädürst; schließ du mich in dein diglich durch deine große Güte. Armen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein, und meiner schon hör den, der dir nachschreiet. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat, nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worinnen mirs sonst fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Wert anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen alle Sündenlast, wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein, und mein verschon, Mensch, der Herre sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verjchuldet. 12. Gil nicht so fort, du wah res Licht, hier ist, der auf dich hoffet. Steh still, dein Auge zu mir richt; hör den, der dir nachrufet. Mit deiner Hand mich zu dir leit, daß ich das Licht der Ewigkeit in deinem Licht anschaue. Joh. Heermann. Mel.: Wenn wir in höchsten. 490. Jesus weint, und dich mit seinen Thränen meint; du, du, du böses Sündenhaus drückst ihm die heißen Zähren aus. 2. Den Herren kränkt es inniglich, daß du sollst werden ewiglich verstoßen zu der Höllenpein; dies mag ja werth der Thränen sein. 3. Er siehet an, wie Petrum, dich, ob du auch wolltest bitter lich beweinen deine Missethat, und suchen weinend Gottes Gnad. 4. Mit Liebesaugen blickt er hin, ob du wolltst ändern deinen Sinn; er will von deinem Gün- zen herrsche. denlauf von Herzen gern dich nehmen auf. 5. O Jesu, gieb doch selber du das Wollen und das Thun darzu. Wem du nicht hilfft, der bleibt verlorn; dein Hilf allein macht außerkorn. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust anficht, laß mich von dir nicht wanten. Verleih, daß nun und nim= mermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Her6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trug und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, und dann der letzte Feind, der Tod nur sei die Thür zum Leben. 6. Jesu, Jesu, bei uns steh! Jesu, nimmer von uns geh! Jesu, hilf uns gnädig fort, bis D. Denite. Mel.: Herzliebster Jesu, was haft. wir gehn in die himmelspfort. 492. Bater, groß von Lieb und M. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 491. O dir zu Fuße. Güte, ich komme mit zerschlage= Bater der Barm- nem Gemüthe und bitte dich, du herzigkeit, ich falle wollst ansehn mich Armen und Verstoß den nicht, dich erbarmen. 250. 2. Nimm von mir weg all meine Missethaten, darein ich armer Sünder bin gerathen. Ach denke, daß dein Sohn hat ausgesühnet, was ich verdienet. 3. Ich kann für meine Schuld und schwere Sünden kein ander Lösegeld noch Opfer finden, als deinen Sohn, o Gott, der dafür müssen am Kreuze büßen. 4. Dies theure Opfer wirst du nicht verachten, das sich so willig lassen für mich schlachten. Laß sich doch deinen Zorn und Eifer stillen um seinetwillen. 5. Vergieb die Sünd, darin ich bin empfangen, und was ich selbst für Bosheit oft begangen, was auch von mir aus Schwachheit ist versehen und sonst geschehen. 6. Jns tiefe Meer wollst du es alles senten, nicht mehr daran um Christi willen denken. Verleih, daß solches mir dein Diener heute tröstlich andeute. Buß- und Beicht- Lieder. mich, dein Kind, also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir und ich stets deine bleibe. Beherrschet mein Herz, Sinn und Muth der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sünden; wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hülfe ist, wider Sünd, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele; sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein, und führe mich zur Freude. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt. Mel.: Es ist gewißlich an der. Psalm 51, 12-14. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Seset. 33, 11. 493. Shaff in mir, Gott, 494. So, wahr ich lebe, spricht dein Gott, ein reines Herz, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hie findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugefaget hat und zwar durch einen theuren Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid! mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünden Schmerz, die ihm ist angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu; ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist, und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, und üb den Glauben in Demuth, Zucht, Sanftmuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angeficht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich verfühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mein erbarmen sich. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, nicht denk, es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich sein auf Erd; und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl Buß- und Beicht- Lieder. 251 4. Wahr ists, Gott ist wohl 4. Ach, sieh mein Gebeine an, stets bereit dem Sünder mit wie sie all erstarren; meine Seele Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade fündigt hir, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. gar nicht kann deiner Hülfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüffen. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben ist dir fund, verborgen ist die Todesstund. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer fatt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlik treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschentet. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, eh morgen kommt, fanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir, und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann. In eigener Melodie. Psalm 6. 495. Straf mich nicht in deinem Born, groBer Gott verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 7. Bater, dir jei ewig Preis, hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben! Heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret! J. G. Albinus. Mel.: Fren dich sehr, o meine. 496. Süßer Troft der matten Herzen, liebster Jesu, meine Lust, dem ja meiner Seelen Schmerzen beſſer als mir selbst bewußt, ich, ich liege hier vor dir, trage dir mein Elend für und die Last der schweren Sünden, die bei mir sich leider finden. 2. Herr, wer denkt im Tode dein, wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Bein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Baterhuld, sag mir: du sollst leben! Ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine beben. Heil die Seel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 2. Von Natur ist mein Geblüte durch die Erbfünd angesteckt; Leib und Geist, Herz und Gemüthe ist mit Sündenschuld befleckt; faft bin ich verschmachtet schon. Ich vergleich mich jenem Sohn, der dem Guten abgeschworen und sein Kindesrecht verloren. 3. Ach, mein Erbtheil ist verschwendet, ach, mich hat mein Fleisch und Blut, Satan und die Welt verblendet. Ach, mir ist Buß- und Beicht- Lieder. dich, mein Heil, mein Licht, sehen werd von Angesicht. O, da will ich deinen Namen ewig, ewig preisen, Amen. Fr. v. Derschaut. 252 das schönste Gut ewig aus der Hand gebracht; ja, ich hab es so gemacht, daß mir Gott ohn alles Schonen könnte mit der Hölle lohnen. 4. Aber ach, ich falle nieder, o du Vater aller Huld! Ach erMel.: 3ion flagt mit Angst und. reuer Gott, ich muß barm dich meiner wieder, trag 97. dir flagen meines mit deinem Kind Geduld; zieh mich doch nicht ins Gericht, denn daselbst besteh ich nicht, ja da kann auf tausend Fragen ich dir nicht ein Wörtchen sagen. 5. Sieh, Herr, an die tiefen Wunden, die dein liebster Sohn empfing, als er an das Kreuz gebunden zwischen Erd und Him mel hing. Schaue doch auf seinen Tod, seine Schmerzen, seine Noth, seine Marter, Schmach und Plagen, die er mir zu gut getragen. 6. Laß doch dieses bittre Leiden meiner Sünden Lösgeld sein; Jesu, Brunnquell aller Freuden, tröste, stärke mein Gebein, welches sehr erschrocken ist. Herr, der du betrübest bist, und dich in den Tod gegeben, rette, rette mir mein Leben. Heczens Jammerstand; ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt, Große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; Alles, Herr, ist deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir. Auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs will gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Noth, hör, wie ich so sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott! Mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehrverzage, Christum stets im Herzen trage. 7. Nimm mich herzbetrübten Sünder, trautster Jesu, wieder an; o du großer Üeberwinder, der alleine helfen kann, reich mir deine Gnadenhand und zerreiß das Sündenband; wirf, mein Jesu, meine Sünde in die tiefen Meeresgründe. 4. Jesu, Brunnquell aller Gnaden, der du Niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst; sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wollst du sie doch würdig schäßen, große Berge zu versehen. 8. Wirk, mein Heiland, wahre Buße und ein neues Herz in mir. Ach, ich falle dir zu Fuße, gieb doch, daß ich für und für allen Sünden widersteh und auf deinen Wegen geh. Laß mein ganzes Thun und Leben deinem Dienste sein ergeben. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigteit. Hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit. Meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 9. Bis ich nach Verlauf der Jahre, die du mir hast zugedacht, felig aus dem Eitlen fahre, und du mich dahin gebracht, da ich! 6. Heilger Geist ins Himmels Buß- und Beicht- Lieder. 253 Throne, gleicher Gott von Ewig- rühmen deine starke Hand, daß keit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir angezündt, so viel ich an Gnaden find, über mir mit Glauben walte, ferner deine Gab erhalte. 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du ans gefangen hast. Blas in mir das Fünklein auf, bis daß nach vollbrachtem Lauf ich den Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer bir ist kein Erretter! Tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, allen Trost mir will verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann.. 9. 3euch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat. Laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so ofte ich muß kämpfen, hilf du mir die Feinde dämpfen. Mel.: Bion flagt mit Angst und. 498. Bater, ach laß Troſt erscheinen! Siehest du dein Kind denn nicht bitterlich mit Petro weinen, wie es mit Manasse spricht, wie es schlägt an seine Brust, wie die eitle Sün= denlust wird aus Reue so verfluchet, wie es weinend Gnade suchet? 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorübergeht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hab solch ein Herz gefället, das auf dich sein Hoffnung stellet. 11. Du bist mein Hülfe im Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und Seel ergeben. Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht! Eile mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen. 13. Ich will alle meine Tage 2. Hast du, Vater, nicht ge liebet mich vor aller Ewigkeit? So mich nun die Schuld be trübet, tröst ich mich der Gnadenzeit. Jesu Kreuz und Dornenkron bring ich her vor deinen Hat dein Sohn nicht Thron. das erlitten, und kann kräftig für mich bitten? 3. Zwar bist du gerecht, ich schäme mich der Ungerechtigkeit. So ich Feigenblätter nehme, meiner Werke nichtig Kleid, deckt es doch die Blöße nicht; so du, Vater, vor Gericht Recht für Gnade läsfest gehen, wer ist rein, tann bestehen? wer 4. Gleichwohl sagst du zu das Leben und willst nicht der Sünder Tod. Du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein Gebot, wo aus bös verderbter Art auf der breiten Höllenfahrt ich mich habe lassen finden in ganz ungebüßten Sünden. 5. Suche mich, dein Schäflein, wieder, du mein Gott und treuer Hirt, welches irrig auf und nie. der Wölfen sonst zum Raube wird. Schließ in Jesu Wunden ein das verscheuchte Täubelein, daß es Satan nicht er 254 Buß- und Beicht- Lieder. wische in dem wüsten Weltgeschamroth stehe und dich um Verbüsche. gebung flehe. 6. Herr, ich habe zwar verzogen, bin nach Noä Rabenart ficher hin und her geflogen, habe Buße lang gespart; jest thu ich 2. Du bist heilig, ich hingegen voller Ungerechtigkeit; muß mich bloß aufs Bitten legen, und auf deine Gütigkeit seben meine Zuzu dir den Tritt, bringe Reuversicht; denn so du, Herr, dein und Glauben mit. komme hochbeladen; nimm dein armes Kind zu Gnaden! Herr, ich Gericht ließest ohne Gnad er gehen, würd es übel um mich ſtehen. Benj. Prätorius. Mel.: In dich hab ich gehoffet. 499. Verzage nicht, o Men 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du nicht des Sünders Tod, sondern, daß er sich bekehre und frei werde seiner gen deiner großen Sünd, die du haft hier begangen. Wer sich zur Reu und Buß einfindt, nach dem trägt Gott Verlangen. 2. Ruf Jesum Christum fleißig an, denn ihm ist alles unterthan; er hat Macht zu vergeben. wills auch thun, dieweil er kann erretten uns zum Leben. Er 3. Steh ab von Sünd und was Gott haßt, und halt dich jederzeit gefaßt, wann Jesus wird erscheinen, daß du dort heißt ein Himmelsgaft und ewig Zeit, doch ist dadurch nichts be nicht darfst weinen. 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte 4. Gott will ja nicht des Sün- nommen deiner großen Gütigkeit. ders Tod, drum hat er ihn aus sie nur von Herzen geht; darum Keine Buße ist zu spät, wenn aller Noth erkauft mit seinem wird dir auch mein Flehen an= Blute. Er giebt sich dir zum noch nah zu Herzen gehen. Lebensbrod aus lauter treuem Muthe. 6. Großer Gott voll Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gelten noch. Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgethan; laß mein armes Sündenleben mir aus Gnaden sein vergeben. 5. Wohlan, Herr Christ, ich bitte dich, du wollest jetzt erhören mich und selber recht bekehren. Soll recht bekehret werden ich, mußt du mich selber lehren. als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir befinde über meine schwere Sünde. Erden drum vergossen hat sein 4. Denke, daß dein Sohn auf Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße thut. Ach, sein Kreuz und Dornenfron seinen Tod und Blutvergießen bring ich hier vor deinen Thron; laß mich Armen auch genießen. Mel.: Zion flagt mit Angst und. * 500 Bater, laß mich Gnade finden, gieb mir wieder Trost in Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein men ein, so will ich von HerGott, wie ich hier jetzt vor dei- zen dich dafür preisen ewiglich. ner Gnadenthür mit dem Zöllner Drum in Jesu Christi Na7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott, barme herzig sein und mich in die Zahl der Kinder wiederum auch neh Buß- und Beicht- Lieder. 255 men willst du mich erhören! Seelenfeind, der dort in der HölAmen. len sitt, und der Menschen Herz erhitzt wider den, der, wenn sich 501, Weg, mein Herz, mit reget sein Fuß, alle Welt beChr. G. v. Breitenau. Mel.: Freu dich sehr, o meine. als ob du verstoßen wärst; bleib in Gettes Wort und Schranken, da du anders reden hörst. Bist du bös und ungerecht, ei so ist Gott fromm und recht; hast du Zorn und Tod verdienet, sinke nicht, Gott ist verfühnet. 2. Du bist, wie die Menschen alle, angesteckt mit Sündengift, welches Adam mit dem Falle fammt der Schlangen angestift; aber so du kehrst zu Gott, und dich besserst, hats nicht Noth. Sei getrost, Gott wird dein Flehen und Abbitten nicht verschmähen. 3. Er ist ja kein Bär und Leue, der sich nur nach Blute sehnt; sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmuth angewöhnt. Gott hat einen Vatersinn, unser Jammer jammert ihn, unser Unglück ist sein Schmerze, unser Sterben fränkt sein Herze. 4. So wahrhaftig als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe mir aus seiner Sündennoth. Gottes Freud ist, wenn auf Erd ein Verirrter wiederkehrt, will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringst verloren werde. 5. Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich berläuft. Sollst du Gottes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es dürstet, sucht und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. 7. Dennoch bleibt in Liebesflammen sein Verlangen allzeit groß, ruft und locket uns zusammen in den weiten Himmelsschooß. Wer sich nun da stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Satans Reich und Rachen, der macht Gott und Engel lachen. 8. Gott und alles Heer hoch droben, dem der Himmel schweigen muß, wenn sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß. Aber was gefündigt ist, das verdeckt er und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben. Alles, Alles ist begraben! 9. Rein See fann sich so ergießen, kein Grund kann so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen Gott ist Alles klein, gegen Gott und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage lässet schweben durch das ganze Sündenleben. 6. Gott der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause sind, sondern auch, die ihm genommen durch den grimmgen 10. Nun so ruh und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist; was willst du dich viel ermüden, da es nicht vonnöthen ist? Deiner Sünden großes Heer, wie dirs scheinet, ist nicht mehr gegen Gottes Herz zu sagen, als was wir mit Fingern tragen. 11. Wären tausend Weltn zu finden, von dem Höchsten zugericht, und du hättest alle Sünden, so darinnen sind, verricht, wär es viel, doch lange nicht so viel, daß das volle Licht seiner Gnaden hie auf Erden dadurch könnt erlöschet werden. 12. Mein Gott, öffne mir die Pforten solcher Gnad und Gütigfeit, laß mich allzeit aller Orten schmecken deine Süßigkeit. Liebe Buß- und Beicht- Vieder. 256 mich, und treib mich an, daß ich dich, so gut ich kann, wiederum umfang und liebe, und ja nun nicht mehr betrübe. groß, o großer Gott, du bist, so groß ist auch zu aller Frist bei dir die Gnad und Güte. 5. Die haft du Keinem je versagt, seit diese Welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht verPaul Gerhard. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 502. Web mir, daß ich so oft und viel, als wär ich gar verblendet, gesündigt ohne Maaß und Ziel, von Gott mich abgewendet; der mir doch nichts denn lauter Gnad und Wohlthat stets erwiesen hat in meinem ganzen Leben. sagt, wird nimmermehr zu Schan den. Ich bitt, ich fleh, ich schrei und ruf; auf deine Gnad ich wart und hoff; ach laß mich Gnade finden! 2. Weh mir, daß ich vor meinem Gott mein Herz so fest verschlossen, darinnen er, mein Schuß in Noth zu sein, war unverdros fen. Viel Gräuel hab ich drein 7. Ich habe dir oft widerstrebt, gebracht, des Herren Gutthat nicht bedacht, muthwillig sie vergeffen. 6. Ich bin das ungerathne Kind, das sich von dir gewendet, und mit dem frechen Weltgesind sein Erbtheil hat verschwendet, dich als das Lebensbrod veracht, hintan geseßt, und unbedacht mit Träbern sich gefüllet. gefolget meinen Lüften, und den Begierden nachgelebt, die, was recht ist, verwüsten. Das höchste Gut hab ich veracht, auf das, was zeitlich ist, gedacht, und in der Welt boch pranget. 3. Mich überzeuget Herz und Sinn, ich muß es frei bekennen, daß ich der größte Sünder bin, darf mich nicht anders nennen. Doch wenn ich, Gott, dich schaue an, mit nichten ich verzweifeln kann; du kannst und willst mir helfen. 4. Groß ist zwar meine Miffethat, die mich bisher besessen, doch ist weit größer deine Gnad, willen. Niemand kann sie ermessen. So ideithas 8. Doch aber bitt ich dich, aus Gnad wollst du nicht mehr gedenken, was ich geübt für Frevelthat, ins Meer wollst du sie fenten. Die Sünd erlaff, die Straf abführ, ein neues Herze schaff in mir um deines Sohnes Joh. Heermann. Mel.: Jesu, meine Freude. Der erste Chor. Der zweite Chor. * 503. Gº Bottes liebste Kinder Haſt du Angſt im Herzen, und gehn arme Sünder in den Himmel ein; und die blinde Menge kann im Weltgedränge doch so sorglos sein! Ach die Welt, welch Todtenfeld! Wie viel trägt, Herr, dein Erbarmen! Trag auch mich, den Armen! über deine Sünd? O sei wohl zufrieden, also wirst hienieden du ein Gotteskind. Gott betrübt, die er recht liebt; die er will zur Rechten stellen, führt er erst zur Höllen. ISTOR grat Ten 2. Was für rauhe Wege, wie 2. Lauter Wunderwege sinds, viel tausend Schläge kostet dir da Gottes Pflege uns hienieden mein Herz! Und wie viele Stricke führt. Allda gilt es tämpfen, der verborgnen Tücke mehren noch und den Willen dämpfen, wie Der erste Chor: Buß- und Beicht- Lieder. Der zweite Chor: den Schmerz, daß ich oft faft es sich gebührt; bis die Buß hat ausgehofft, und der Muth mir festen Fuß, und wir in dem Streit will entschwinden bei so vielen auf Erden Ueberwinder werSünden. den. 3. Wie würd ich bestehen, sollt ich heute gehen vor dein Angeficht? Nichts hab ich gelitten, schlecht hab ich gestritten, das verhehl ich nicht. Laß mich, Gott, doch nicht zum Spott mein und deiner Feinde werden, bessre mich auf Erden. 4. Was vorhin geschehen, was auch sonst versehen, rechne mir nicht zu! Nur in deinen Wunden hab ich stets gefunden, Jesu, meine Ruh. Herr, jedoch, ich wollte noch, daß du möchtest mich erneuen, ganz dich meiner freuen. 5. Jesu, wollst mich sichten, und im Grund vernichten, was dir nicht gefällt! Wirst du nicht, mein Leben, Kraft und Gnade geben, läßt mich nicht die Welt. Nimm mich hin; gieb deinen Sinn in mein Herz, so will mit Freuden ich von hinnen scheiden. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund. 504, Mein Heiland, du und oftmals schon mein Herz gerührt. Ach würd ich dadurch recht bewogen und zu dir völlig hingeführt! Drum fahre fort mit deinen Zügen und laß dein Gnadenwerk nicht liegen; nein, wirt und treib mich immer zu und laß mich nun allhier auf Erden nur ferner nicht mehr ruhig werden, bis ich in deinen Wunden ruh. 2. Die Feinde sind gar bald geschäftig, und schläfern uns gleich wieder ein; die Rührung ist nicht mehr so träftig, wenn wir nicht treu und wachsam sein. Wir machen Frieden, eh wir siegen und lassen uns gar bald begnü257 3. Wer sich selbst wird richten, den wird Gott mit nichten ins Gerichte ziehn. Seines Sohnes Leben hat er ja gegeben in den Tod dahin, daß wir dort im Freudenport sollen ohne Ende bleiben, wenn wir ihm nur gläuben. 4. Machts der Sünden Menge deinem Herzen enge? Gottes Gnad ist weit! Schon in diesem Leben will sie uns ja geben Freiheit, Seligkeit. Fürcht und Bein muß ferne sein, wenn wir Jesum lassen walten und ihm stille halten. 5. Deiner Liebe Feuer mach uns lieb und theuer, o Herr Jesu Christ! Laß uns nie mit Bagen deinen Weg beklagen, der so heilsam ist. Jesu, du, o einge Rubh, führ uns durch dein bittres Leiden ein zu deinen Freuden! gen, wenns nur ein Wenig besser geht. Und das sind falsche Ruhehast mich gezogen| stätten. So hilf, Herr, daß wir ernstlich beten, daß nur kein falscher Fried entsteht. 3. Erweiche doch mein hartes Herze, daß ich in Thränen ganz zerrinn und mit der Sünde nicht mehr scherze. O beug und ändre meinen Sinn, daß ich den Glauben wirken lasse und redlich den Entschluß nun fasse, recht eilend, eilend auszugehn, und auf den Ruf bald zuzufahren. Die ganze Zeit von meinen Jahren muß ja nur dir zum Opfer stehn. 4. Laß mich recht arm und elend werden und decke meinen Schaden auf, den innern Gräul, den Sinn der Erden, und hemme 17 258 Buß- und Beicht- Lieder. meinen alten Lauf. Laß mich und laß nichts mehr den Vorsat der Sünden Last empfinden, laß brechen. Ach gieb nur auch Vollsich den Durst nach dir entzün- bringungskraft, wie du das Wollen den, daß ich nach nichts so schrei mir gegeben; du bist es, der ein und fleh, als nur nach dir, nach ander Leben, ein rein und neues deiner Gnaden, bis ich mich bei Leben schafft. so tiefem Schaden geheilt und recht erhöret seh. 5. Zerstöre ganz die falschen Stüßen der eignen Selbstgerech tigkeit, daß ich mit nichts mich möge schüßen und mich in dich nur, als mein Kleid ganz nackt und bloß zu hüllen suche, den eignen Schmuck und Glanz verfluche, und nur in deinem Blut allein Vergebung, Gnad und Kraft verlange, mit eigner Heiligkeit nicht prange, nein, nur mit deiner Kreuzespein. 9. So laß mich ganz an mir berzagen und nicht auf meine Kräfte baun; auf dich allein laß mich es wagen und deiner Macht und Gnade traun, damit ich niemals mehr zurücke auf Freud und Weltlust wieder blicke, auch Keinem, der mich hindern kann, Gehör und Eingang ferner gebe. Nein, nein, ich bleibe, weil ich lebe, ja ewig dir nur zugethan! C. H. v. Bogatty. Mel.: Bion flagt mit Angst und. 6. So leere mich von eignem Wesen, von Selbstgefälligkeit recht aus und laß mein Herze recht genesen; ja, mach, o Herr, ein Ganzes draus, daß ich nicht Gott und Welt vermenge, nicht halb, nein ganz an dich mich hänge; drum nimm mein ganzes Herze hin. Wem sollt ichs denn wohl lieber geben als dir, mein allerliebstes Leben? Dies sei, o Herr, mein ganzer Sinn! 505. Wie so sehr, mein entstellet, was betrübst du dich in mir? Wie, daß dir der Muth entfället, ist kein Trost noch Labsal hier? Leute, die verzweifelt stehn, pflegen so erschreckt zu gehn, willst du denn mit jenem Haufen selbst zu der Verdammniß laufen? 2. 3war ich weiß mein wiistes Leben, meines Wandels Uebelthat, wie mein Fleisch sich ganz ergeben dem, was Gott erzürnet hat; ich vergaß oft meiner Pflicht, was ich sollte, that ich nicht. Gutes wußt ich zu erzählen, aber nichts für mich zu wählen. 7. Ich will der ganzen Welt entfagen, es muß einmal geschieden sein, auch deine Schmach, der Welt Spett tragen; und stellt die Menschenfurcht sich ein, so 3. Meine Schuld ist nicht zu hilf mir mächtig überwinden; ich zählen, ihr, ihr mehr als Sterne fann doch keine Ruhe finden, sind; was die Andern einmal wenn ich die Welt noch lie- fehlen, bei mir sich gedoppelt ben kann. Sieb du mir dei- find. Ja, ich armer Sündennes Geistes Waffen, laß mich knecht weiß wohl, daß mit allem mein Heil mit Zittern schaffen Recht, so der Richter rechten und führe mich auf ebner Bahn. wollte, ich des Todes sterben sollte. 8. Mein Jawort hast du nun bekommen, so nimm mein Herz nur gänzlich ein; es soll nicht ferner dir genommen und also nicht mehr meine fein. Herr, halte mich bei dem Versprechen 4. Ich gedente oft mit Schrelken, mit Betrübniß und mit Graus, wenn mich meine Laster wecken: Wo wills nun mit mir hinaus? Oft der Sünden abgesagt, und Buß- und Beicht- Lieder. 259 doch wiederum gewagt! Werd mir armen Erdenkloß, der so ich auch noch Gnade finden, oder wird fie mir verschwinden? nackend und so bloß; schenke mir dein Blut und Leiden, wer wirv mich dann von mir scheiden? 11. Nun getrost, betrübte Seele, freue dich, mein Herz und Geist! In des Heilands Felsenhöhle wirſt du tein mit Trost gespeist. Wenn der Sünder noch so viel, Jesus Gnade hat kein Ziel; Gottes Zorn und Eiferfluthen sind nun worden Liebesgluthen. 5. Jeſus, wenn er mich schon riefe durchs Gewissen und sein Wort, dennoch ich leichtfertig liefe hin an meinen alten Ort; ich war wie ein wildes Meer, immer hin und immer her; Weltlust steckte mir im Herzen, die empfind ich nun mit Schmerzen. 6. Aber wenn mein Geist gedenket an des Höchsten Vatertreu, wie er Gnad und Güte schenket denen, die mit ernſter Reu, ohne ohne Rast ihre Sündenlast recht erkennen und beklagen, sollt ich Sünder denn verzagen? 7. Nein, ich weiß, daß sein Erbarmen und des Sohnes theures Blut mir und allen andern Armen, auch der ganzen Welt zu gut, vorgestellt; wie sollt ich dann irgendwo noch zweifeln bran? Nein, wie groß auch ja die Sünder, Jesus ist der Heilerfinder. 8. Er pflegt die nicht zu verlaffen, nicht verwerfen, nicht verschmähn, die ihn kindlich reuend faffen, die im Glauben ihn anfehn. Bin ich denn des Todes Mann, hab ich Uebels gnug gethan, ei, so ist auch Gott mein Leben; was verloren kann er geben. 9. Ich will nach den Felsenwunden, nach der sichern Gnadenruh, darin Petrus Heil gefunden, mich mit Seufzen machen u. Höre, Jesu, meine Stimm, Heiland, mein Gebet vernimm; fei nicht mein geſtrenger Rächer, sondern mein Hort und Fürsprecher. D. J. Lassenius. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 506. Wo soll ich fliehen hin, bin mit viel und großen Sünden? Wo soll ich Reitung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so beftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, die schöne rothe Fluth, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr'r nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versente. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich haft erlöst. Was ich gesündigt habe, hast du ver= scharrt im Grabe. Da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Jst meine Bosheit groß, so werd ich ihr'r doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald 17 10. Denke nicht an meine Sünden, decke zu, Herr, meine Schuld; laß mich immer Gnade finden, habe doch mit mir Geduld mit verschwindet. 260 Buß- und Beicht- Lieder. 7. Mir mangelt zwar fehr viel,| Trofst und Licht,:,: erquicke mich doch, was ich haben will, ist al- und laß mich nicht! les mir zu Gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt den Geist nur allzusehr; du, Herr, wollst es zerbrechen. Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zu Theil. Mach mich durch deine Wunden heil. Herr Jesu Christ, und für mich bitt,:,: wenn Satan wider mich auftritt. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärt und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt fann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. 3. Zu dir steht meine Zubersicht, ich weiß von feinem Helfer nicht, ohn dich, o Arzt der Sünder. All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Ueberwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich,: ,, ach, stärk in folchem Glauben mich. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög Alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich. 4. Hinfort will ich nun jeder507. 3 tomme ich, nachpem reit dein Joch, die sanfte Bürde. dir, Herr Jesu, mich nehmen bedu mich so süßiglich zu dir hast Darunter find ich Fried und Ruh, Heißen kommen. Mich dricket ich wachs und nehm im Guten zu; meiner Sünden Last, sie läßt mir und ob ich drunter würde aus keine Ruh noch Rast; wird sie Schwachheit, die dir ist bekannt, mir nicht benommen, so müßt ermüden, wird doch deine Hand darunter ich vergehn, ich könnt mir immer wieder helfen auf, um vor Gott auch nicht bestehn, vor zu vollenden meinen Lauf. Herr dem die Himmel selbst nicht rein; Jesu Christ, durch dich allein ich müßt ein Kind des Todes kann ich hier und dort selig sein. sein. Herr Jesu Chrift, mein J. A. Freylinghausen. Beichte und 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Troß bald schweigen. XXVII. Nach der Absolution. Mel.: Freu dich sehr, o meine. tes Wundergüte, die er dir zu 508. Auf, mein Geist und aller Zeit hat erwieſen fonmeinGemüthe, lobe derlich, daß er nun aufs neue Gottes Freundlichkeit! Lobe Got- dich hat durch seines Sohnes Nach der Beichte und Absolution. Wunder deiner Sünden Last entbunden. 2. Nunmehr kannst du sicher hoffen, daß dir Gott wird gnädig sein; nun steht dir der Himmel offen und die Seligkeit ist dein. Hinfort hat es keine Noth mit Sünd, Teufel, Höll und Tod. Nichts mehr können sie dir schaden, weil du bist bei Gott in Gnaden. 3. Dir, Herr Jesu, muß ich jagen Lob und Dant, dieweil du hast so mitleidig wollen tragen für mich meine Sündenlast und daß du durch deinen Tod mich errettet aus der Noth, darin ich durch Missethaten, leider! war sehr tief gerathen. 4. Gieb durch deine große Güte mir nun deinen guten Geist, daß ich mich vor Sünden hüte und das suche allermeist, was du willst und dir gefällt; daß ich mich der bösen Welt mag in Gottesfurcht entziehen, und all ihreLüstefliehen. 5. Gieb dabei Geduld im Leiden und des wahren Glaubens Licht. Laß mich Geiz und Hoffart meiden; hilf, daß ich ja zürne nicht, wenn mein Nächster mich betrübt, sondern, wie du mich geliebt und mir meine Schuld vergeben, mit ihm möge friedlich leben. 6. Hilf, daß ich dich herzlich liebe und im Beten fleißig sei, Liebe auch am nächsten übe; Schwermuth und Melancholei laß entfernet sein von mir. Jesu, hilf, daß für und für ich mich als ein Christ gebehrde und drauf ewig jelig werde. E. C. Homburg. Mel.: Herr Jesu Chrift, dich. 509. Belobetseift du, Jefus Christ, daß du der Sünder Heiland bist, und daß dein unschäßbares Blut an armen Sündern Wunder thut. 261 2. Gelobet sei des Vaters Rath, der dich der Welt geschenket hat, und weil er viel Erbarmen hegt, dir alle Schulden auferlegt. 3. Gelobet sei der heilge Geist, der uns zu dir, o Jesu, weist; zu dir, o Arzt, der Jedermann durch seine Wunden heilen kann. 4. Gott Lob, nun ist auch Rath für mich; mein Gott und Herr, ich glaub an dich, an dich, der alles hingezählt, was mir an meiner Rechnung fehlt. 5. Die Schulden sind mir angeerbt! ich bin nicht halb, nein, ganz verderbt; ich treff auch keinen Heller an, den ich zur Lösung zahlen kann. 6. Gott Lob, daß ich nun weiß, wohin, ich, der ich krank und unrein bin, den Furcht und Scham und Zweifel quält, und dem nicht mehr, als alles fehlt. 7. Mein Jesus nimmt die Sünder an; ich komme zu ihm wie ich kann; denn wer sich selber besser macht, von dem wird Christi Blut veracht. 8. Der Kranke wird nicht erst gesund, er macht dem Arzt die Krankheit kund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; ich weiß, du thust dein Amt an mir. 9. Vergebung heilt mein ganzes Herz; fie tilgt die Furcht, sie stillt den Schmerz, sie bringt mir Ruhe. Kraft und Licht, erfüllet mich mit Zuversicht. 10. Die Seele wird von Banden frei; sie lobt und singt und fühlt dabei, daß eines neuen Geistes Kraft sie ganz belebt und Früchte schafft. 11. So macht der Glaub an Christi Blut in armen Sündern alles gut, und was noch Böses übrig bleibt, ist Noth, die uns zum Heiland treibt. 12. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Heiland 262 Nach der Beichte und Absolution.. bist und daß du, hocherhabner Mein Heiland nimmt die SünFürst, der Sünder Heiland blei- der an. ben wirst. E. G. Woltersdorf. Huds In eigener Melodie. Luc. 15, 2. 510 Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, tein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, den'n selbst die wei Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; den'n Moses schon den Stab gebrochen, und diefe Freistatt aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Ecden; ihn drang der Sünder Noth und Schmerz an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und schmeckte den verdienten Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben zur theuren Zablung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an. 5. O, folltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus! Wie gnädig stillt er Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der Reinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet! Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? Onein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schooß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins un- 8. Komm nur mühselig und ergründlich tiefe Meer von seinem gebückt; komm nur, so gut du reinen Blut versenket; der Geist, weißt zu kommen! Wenn gleich der ihnen wird geschentet, schwingt| die Last dich niederdrückt, du über sie die Gnadenfahn: Mein wirst doch gnädig angenommen. Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbeflossnen Armen; das neiget dann den Vaterfinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja, Alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen. Drum, armer Sünder, komm heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu arg gemacht; ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schänd Nach der Beichte und Absolution. 263 lich durchgebracht, er hat mich ist ein solcher Gott, wie du, der oft umsonst geladen. Wofern dus also gnädig höret zu dem Seufnur recht redlich meinst und deinen zen der Elenden, und ungeachtet Fall mit Ernst beweinst, so soll unsrer Schuld zu uns sich mit ihm nichts die Hände binden und so großer Huld, wie du thust, du sollst jetzt noch Gnade finden; pflegt zu wenden? er hilft, wenn sonst nichts helfen fann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Weil du mich denn so väterlich zu Gnaden aufgenommen, so will ich nun bereiten mich, zu deinem Tisch zu kommen als ein geschickter frommer Gast. Seele, mache dich gefaßt zu dieser Himmelsspeise, daß du sie wiirdiglich genießst! Mein Gott, hilf, daß dein guter Geist mich hiezu unterweise! Joh. Nift. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich beut die offnen Gnadenpforten schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit verfäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut fomm, heut nimmt dich Jesus an. für o Herr, bir sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit ertragen; da ich in schwerer Sünd und Uebertretung lag, und dich, du frommer Gott, erzürnet manchen Tag? 2. Sehr große Lieb und Gnad erwiesest du mir Armen. Ich fuhr in Bosheit fort, du aber in Erbarmen. Jch schob die Buße auf und widerstrebte dir, du schobest auf die Straf aus Liebe gegen mich. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet; du hast des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz gebrochen und erweicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl beleidigen mit Sünden, ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden; selbst fallen konnte ich und ins Verderben gehn, doch konnt ich selber nicht von meinem Fall aufftehn. 2. Ich hatte taum gefucht bei dir Vergebung meiner Sünden, 5. Du hast mich aufgericht't ach sieh, da ließest du sie hier und mir den Weg gewiesen, den mich alsobald auch finden. Wo ich nun wandeln soll. Dafür sei 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unjerm Seelenschmerz dein aufge= spaltnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! F. L. F. Lehr. Mel.: Gott, du frommer Gott. 512. Was kann ich doch Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 511. Mein Gott, ich lob und preise dich von Grunde meiner Seelen, daß du anjett haft laffen mich frei spre chen und los zählen von meiner schweren Missethat, die dich so sehr erzürnet hat. Wie soll ich gnugsam preisen, Herr, deine große Gütigkeit, die du jetzt und jonst allezeit haft wollen mir erweisen? 264 Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich die alte Sünde haß und willig, ohne Furcht die todten Werke laß. Abendmahls- Lieder. 6. Auf daß ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, dieweil ich hie noch walle, der meine Schwachheit stärk und in mir mächtig sei, auch mein Gemüthe stets zu deinem Dienst XXVIII. erneu. 7. Ach leit und führe mich! So lang ich leb auf Erden, laß mich nicht ohne dich, durch mich 3. Dir sei Dank für solch geführet werden. Führ ich mich gnädig Herz, der du selbst heilest ohne dich, so werd ich bald ver- allen Schmerz durchs theure Blut führt; wenn du mich führest selbst, des Herren Christ, welchs für all thu ich, was mir gebührt. Sünd vergoffen ist. 4. Gieb uns dein'n Geist, 8. O Gott, du großer Gott, D Vater, hör mein Flehen! O Jesu, Gottes Sohn, laß deine gieb Fried und Freud von nun Kraft mich sehen! O werther an bis in Ewigkeit. Dein Wort heilger Geist, sei bei mir alle- und heilig Sacrament erhalt bei zeit, deß ich dir diene hie und uns bis an das End. dort in Ewigkeit! D. Denicke. Nic. Seluecker. In eigener Melodie. 514. Ah, du allerhöchste Freude, meine Luft und Lebensweide, meiner Seele Lebensspeise, Manna auf der Himmelsreise, o du Schaß, den ich begehre, komm, vergnüge, tomm, gewähre! Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 513. Wir danken dir, o treuer daß du uns hilfft aus Sündennoth, vergiebst uns alle Schuld und Fehl und hilsest uns an Leib und Seel. Abendmahls- Lieder. 2. Komm, mein Herr, entgegen gehe mir, der ich mich unterstehe zu dem allergrößten Werke, daß ich meinen Glauben stärke, dir o Jesu, mich zu nahen; komm, sonst kann ich nichts empfahen. 2. Durch Priesters Mund ſprichst du: Mein Kind, dir alle Günd vergeben sind, geh hin in Fried, sündge nicht mehr und allweg dich zu mir bekehr! 3. Komm entgegen, Herr, betrachte, wie ich kraftlos sonst verschmachte. Jesu Christe, mich bereite, würdig dich zu nehmen heute. Jebo wollst du dich mir schenken und dein Leben in mich senten. 4. Du hast ja den Tisch gedecket, drauf gesetzt, was föſtlich schmecket, ladest dazu kranke Herzen, heilest Sünd- und Seelenschmerzen; Herr, dich selbst giebst du zur Speise in geheimnißvoller Weise. 5. Dies im Glauben ich erblicke, rufe seufzend: Herr. erquicke, Herr, erquick mein arme Seele, hindre, daß ich mich nicht quäle; Sündenschmerzen ich erleide, lindre sie, du Lebensweide! 6. Heile mich, laß Gnad erlangen, dich recht würdig zu empfangen; labe mich, Herr, preis und tränke, in mich Kranken dich versenke; sente dich, ich will genießen deinen Tod, dein Blutvergießen. 7. Jesu, sei in Herz und Abendmahls- Lieder. Munde jetzt und in der Todesstunde. Jesu Christe, sei mein Leben, wenn mich Angst und Furcht umgeben. Jesu, Schußherr, steh und wehre; wenn ich Jesum ruf, erhöre. 8. Herr, dein heilger Leib mich ſpeise, stärke mich zur Himmelsreife. Herr, dein Blut mein Herz auch rühre, wasch es rein von Sünd und führe mich zum Vater schön geschmücket, wenn der Tod mein Herz entrücket. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 515, Ad ch Gnad über alle Gnaden! Heißet das nicht Gütigkeit? Jesus hat uns jelbst geladen zu dem Tisch, den er bereit. Jesus bittet uns zu Gast, daß wir aller Sorgen Last, aller Sünd und Noth entnommen, zu dem Himmel möchten kommen. 3. Hast du dich doch schon gegeben unsertwegen in den Tod, daß wir möchten wieder leben, frei von aller Qual und Noth; aber deiner Liebe Macht hat dich auch dahin gebracht, daß du dei nen Leib uns schenkest und mit deinem Blute tränkeſt. 265 Christ, und will dich im Glauben bitten, weil für mich bereitet ist jezo deiner Gnaden Tisch, daß ich meine Seel erfrisch und vor Hunger nicht vergehe, wenn mir meine Kraft entstehe. 2. Jesus Christus will uns speisen und auch selbst die Speise Mel.: O Gott, du frommer. ſein. Heißet das nicht Gnad er: 516. Ach, wenn ich mich doch gütig sein. Solches ist an keinem Ort, o mein liebster Seelenhort, sonst gehöret noch gesehen; solches ist sonst nie geschehen. in Lieb versenken, und alle Augenblick an Jesu Liebe denken! Mir deucht, ich höre stets, als wenn man mir zuspricht: Der treuen Jesulieb vergiß ja nimmer nicht! 2. Ach, wie könnt ich doch auch, mein Jesu, dein vergessen? Denn, was ich oftmals hab getrunken und gegessen dein eigen Leib und Blut, das hat mein Herz und Sinn erfüllet, daß ich nun in meinem Jesu bin. 4. Hier sieht man dein treu Gemüthe. Du bist sonst der Arzt allein, doch willst du aus lauter Güte auch die Arznei selber sein. Du giebst dich uns selbst zu Theil, daß wir möchten werden heil von den tiefen Seelenwunden, die sonst wären unverbunden. 5. Ach, zu dir komm ich geschritten, o mein liebster Jesu 6. Ach, so wollest du mich laben mit dem rechten Himmelsbrod und mit reichem Trost begaben wider Hölle, wider Tod. Ach, laß deine Lebensquell auch mich machen weiß und hell; tränke mich, eh ich ersterbe und vor großem Durst verderbe. 7. Dir will ich anjeto schicken mein ganz müd und mattes Herz; ach, das wollest du erquicken, weil es fast vergeht vor Schmerz. O mein Arzt, du kannst allein mich von Sünden machen rein; du allein kannst mich entbinden von der schweren Last der Sünden. Anna Sophie, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt. 3. Ich bin von Jesu Kraft im Glauben angefüllet, kein Ader iſt in mir, die nicht von Jeſu quillet, das Herze stärket sich in meines Jesu Blut und brennet hell und froh in Jesu Liebesglut. 4. Zu viel, ach gar zu viel thust du mir, Jesu, Gnade; ich armer Sünder, ich betenne gleich gerade: Ich bin der keines werth Abendmahls- Lieder. 266 so du an mir gethan, und weiß auch nimmermehr, wie ich gnug danken kann. 5. Wenn nicht dein Leib und Blut das beste thut hierinnen und lässet gleichsam mich in lauter Dank zerrinnen, das ich denn gänzlich hoff, und darauf deiner Güt ergebe gleich zum Dank mein Herz, Seel, Sinn, Gemüth. 6. Ach, wo ich geh und steh, so laß mich dank- und denken, gedenken, wie du dich mir eigen wollen schenken, dir danken für die Lieb, und sagen für und für: Ich lebe nun in Gott und mein Gott lebt in mir. 7. Dies Denken und den Dank laß stetig dazu kommen, in allem, was auch wird von mir nur vorgenommen. So leb in Jesu ich mit einem frischen Muth und sterbe, wenn Gott will, aus Jesum und sein Blut. Nemile Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. er ward verrathen, auf unser Heil war ganz bedacht, dasselbe zu erstatten. 2. Da nahm er in die Hand das Brod und brachs mit seinen Fingern, fab auf gen Himmel, dankte Gott und sprach zu seinen Jüngern: 3. Nehmt hin und eßt! das ist mein Leib, für euch er wird gegeben, und denket, daß ich euer bleib im Tod und auch im Leben. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch und sprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr Gott recht gefallen! euch zu gut am Kreuz jetzt werd vergießen. 5. Hier geb ich euch mein theures Blut im Kelche zu genießen, daß ich für euch und 6. Hier wird ein neuer Bund gemacht in meinem eignen Blute; im alten ward nur Vieh geschlacht, das euch nicht kam zu gute. 9. O Jesu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben! Ach, laß durch dieje Speis und Trank auch mich das Leben haben! Joh. Heermann. Mel.: Herr Jesu Christ, du. 518. Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Die Nacht ist nun vergangen; nein Jesus kommt und wecket mich, er ruft mir mit Verlangen; mit ſeinem Leib Blut, Mel.: Ich dank dir schon. Jesus Christus 517. 2 in der Nacht, darin das gnug für meine Sünde thut, will er mich heut erquicken. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, dort war Figur und Schatten, dort war ein Lamm, hier laß ich mich in heißer Liebe schlachten. 8. Das macht euch aller Sünden frei, daß sie euch nicht mehr kränken; so oft ihrs thut, ſollt ihr dabei an meinen Tod gedenken. 2. Steh auf und iß! Das Lebensbrod wird dir heut aufgetragen; der selge Trank so rosinroth, und heilet alle Plagen, den beut dir Jesus selber dar; trink fröhlich, so kann die Gefahr der Höllen dir nicht schaden. 3. Doch wirf zuvor das Sündenkleid von dir, das sehr be= flecket; nimm den Rock der Gerechtigkeit, der deine Blöße decet; den heilgen Geist ruf eifrig an, der deine Seele heilen kann, daß er dich wohl bereite. 4. So wird alsdann das Gotteslamm auch gerne bei dir wohnen und als ein treuer Bräutigam dich, seine Braut, belohnen Du sollst mein Herz, sein Him Abendmahls- Lieder. mel sein; da will er prächtig ziehen ein und ewig in dir bleiben. 5. Nun, Herr, der du mein Herze weißt, zu dir komm ich geschritten, du wollest nebst dem heilgen Geist den Vater für mich bitten, daß ja mein Glaub auf höre nicht und ich dies Mahl nicht zum Gericht unwürdig brauchen möge. 6. Ihr Engel, kommt und führet mich zu diesem Tisch der Gnaden! Troß, daß Sünd, Tod und Hölle sich jetzt regen, mir zu schaden! Mein Jesus kommt, ich freue mich. Herz schicke dich! Er eilt zu mir, hier bin ich, liebster Jesu. D. Joh. Fr. Mayer. Mel.: Wie schön leuchtet der. 519. Auf, meine Seel, auf, mein Gefang! Sag deinem Schöpfer Lob und Dank für seine Gnad und Güte, die seine liebgeneigte Hand so treu lich dir hat zugewandt; erheb dich, mein Gemüthe, singe, bringe alle Gaben, die wir haben, Gott zu schenken, seiner Liebe zu ge267 4. O sei willkommen, edler Gaft, der du mich jetzt besuchet hast mit deinem Leib und Blute. Was thu ich dir, du theures Wort, mein Lebensfürst, mein höchster Hort, was thu ich dir zu gute? Ach, ich find mich aller Orten schwach von Worten, arm von Werken; ach laß deine Kraft mich stärken. 5. O weich, mein Schaß, doch nicht von mir, bewohn mein Herze für und für und laß dich nichts vertreiben; zwing mein verderbtes Fleisch und Blut und laß mich unter deiner Hut dein Kind und Gliedmaß bleiben, bis ich endlich dieses Leben werd aufgeben und dort oben dich, mein Gott, ohn Ende loben. F. v. Derschau. Mel: Es ist gewißlich. 520. Du Lebensbrod, Herr Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist, und sich mit dir will laben: So bitt ich dich demüthiglich, du wolleft so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. denken. 2. Auf grüner Auen wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich 2. Ach schau, mein Herz, mit Freuden an, was Gott, der große Wundermann, der treue Menschenhüter für große Sorgfalt bin zwar fündlich, matt und für dich trägt, wie er dich krank, doch laß mich deinen schüßet, nährt und pflegt, was Gnadentrank aus deinem Becher große Schäß und Güter, was schmecken. Bier er dir vorgeheget, beigeleget und gegeben, hier sowohl als dort zu leben. 3. Du gnadenreiches Himmelsbrod, du wollest mir verleihen, daß ich in meiner Seelennoth zu dir mag kläglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sizen. 3. Heut hat er aus der Sündennacht dich wieder an das Licht gebracht, nun bist du in dem Örden der Kinder, die sein Sohn erkauft und die auf seinen 4. Tilg allen Haß und BitterTod getauft, ein Glied und Bru- keit, o Herr, aus meinem Herder worden. Dafür sei dir, Herr, zen; laß mich die Sünd in dieser mein Leben, Ehr gegeben, deine Beit bereuen ja mit Schmerzen. Güte bleibt mir ewig im Gemüthe. Du uns geschenktes Osterlamm, Abendmahls- Lieder. 268 du meiner Seelen Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht werth, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beichwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen. Erleuchte mich, denn ich bin blind; du kannst mir Gnad ertheilen. Ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich, und hilf aus lauter Gnaden. 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir, und wohn in meiner Seelen; laß mich dich halten für und für, und mich mit dir vermählen. Ach, laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrod, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken. Blut, was du vergossen bist, komm eiligst, mich zu fränken. Jch bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelsthür, auch mich dort einst aufnehmen. Joh. Rist. 3. Wie gnädig du, Wundergott, der hochbetrübten Seelen; du läsfest sie ja nicht mit Spott von stolzen Feinden quälen, dein theurer Tisch steht ihr bereit, zu Troß des Feindes Grausamkeit, trop! wer es nicht tann lassen. 4. Wohl weidest du mich, treuer Hirt, zeigst mir gesundes Wasser; du tränkst mich als ein reicher Wirth, treibst ab den bösen Hasser, und giebst dich selbst zu eigen mir; was opfre denn ich dir dafür, für diese Liebesthaten? 5. Nun habe, süßer Jesu, Dank, du hast mich wohl verbunden; du stärkest mich, der ich lag krank an alten Adamswunden. Ich danke dir, daß du, Herr Christ, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 6. Du hältest die Verheißung fest, und meinst es gut von Herzen, die treulich du geschehen läßt, Del geußt du in die Schmerzen. Denn wie du, Herr, verheißen hast, so hast du deinen armen Gast jetzt königlich verpfleget. 7. Trifft mich nun Seelen Hungersnoth, muß sich mein Herz abmatten, so komme du, mein Himmelbrod, erfreulich mir zu statten; dein theures Blut im Mel.: Nun freut euch, lieben. 521. im Todesthal, damit ich nicht verschmachte. lengast, daß ich mich hoch erfreue; komm an, du meine Ruh und Rast; wie groß ist deine Treue, daß du zur Seelen, die so schwach, hier unter eines Sünders Dach so brüderlich einfebrest! 2. Groß Herzenslust hab ich daran, wenn ich ein Wunder merke; doch schaue ich, was du haft gethan in dem Erlösungswerke, wie mich dein Leib und Blut erquickt, so bald mein Geist Mel.: Aus tiefer Noth oder: In eigener Melodie. viel Luft erblickt mit Vorſchmack" 522. Herr Jefu Chrift, du jenes höchstes Gut, 8. Wie heilig, herrlich, groß und hehr ist, großer Gott, dein Name: wie heilig ist dein Ruhm und Ehr! Ich bin ein böser Same; jedoch weil du mit mir, Herr Christ, im Abendmahl vereinigt bist, kannst du dein Fleisch nicht hassen. Benj. Prätorius. Abendmahls- Lieder. Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit, zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; Mel.: Freu dich sehr, o meine ſchenk uns dein ſchönes Ehrens 524. Gott sei Lob, der Tag ist durch deines Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zu ewgem Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleis ben; laß Sünd und Noth uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft zu Auserwählten fortgeschafft und ewig felig werden. B. Ringwaldt. In eigener Melodie. 523. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria tam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrieleison. 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison. 269 Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison. Dr. M. Luther. Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden huld. Kyrieleison. 3. Gott geb uns Allen seinen Gnadensegen, daß wir gehn auf ſeinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison Jesu werd vertraut, da ich aller Schuld entnommen werd in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit ist des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als dein liebes Kind, leg in deine Vatersorgen mich mit Leib und Seel geschwind. Abba, Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit Jesu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre, weil du trägest meine Sünd; als mein Schab und Wirth herkehre, mich als deine Braut erfind. Deiner Güte ich vertrau; führe mich auf grüner Au und speis mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleibe heut und stets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Segen, Gott zum Preis, ich genieß die Himmels speis, daß ich darnach christlich lebe, freudig meinen Geist auf gebe. 5. Nun ich lieg dir, Gott, zu Füßen. Gottes Liebe schmücke mich! Meines Jesu Blutvers gießen mache würdig mich durch sich! Hilf mir drauf, du Vaterherz; hilf mir, Jesu Tod und Schmerz; hilf mir, Tröster, heut Abendmahls- Lieder. 270 auf Erden, daß ich möge selig werden! der Seelen Hunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schnarzb.- R. eilig ist Gott, der 525. 2. Nun sprichst du, SeelenHeil Herre Sebaoth! bischof, dort: ich bin das Brod Heilig ist Gott, der Herre zum Leben. Dies Brod treibt Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Alle Land, alle Land, alle Land sind seiner Ehren voll, Hosianna in der Höhe! auch den Hunger fort, den ſonst nichts mag aufheben: ich bin der Trant, wer glaubt an mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, Mel.: Wie schön leuchtet der. 526. err Jesu, dir sei für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet. Im Brod und Wein dein Leib und Blut wahrhaftig kommt uns wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir uns erfreuen, wohlgedeihen, ewig leben. Solches wollest du uns geben. 2. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein werthes Nacht mahl zum Gericht; ein Jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrod im Glauben stillen unsre Noth. O Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig, dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. wenn du sie läsfest schauen die Ströme deiner Gütigkeit, die du für alle haft bereit, so deiner Hut sich trauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich auf deiner grünen Weide; dein Lebensmanna speiſe mich. zu Trost in allem Leide. E tränke mich dein theures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von deiner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser schreiet, so schreiet auch mein Seelenschmerz: ach laß mich sein befreiet von meiner schweren Sündenpein, und schenk den Lebenstrant mir ein, so bin ich benedeiet.. 3. O, daß wir solcher Seligfeit erwarten möchten alle Zeit 6. Vor allem aber wirk in in Hoffnung und Vertrauen, und mir ein ungefärbte Reue, daß folgends aus dem Jammerthal ich zu fündigen vor dir mit gan= eingehen in den Himmelssaal, zem Ernst mich scheue. Wirf mir da wir Gott werden schauen, da den Rock des Glaubens an, der sich fröhlich alle Gäste auf das dein Verdienst ergreifen kann, beste werden laben und ganz volle damit mein Herz sich freue. Gnüge haben. Bernh. v. Derschau. In eigener Melodie, oder: 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse, und deine Treue, Gnad und Gunst in dieser Speise fasse, daß durch dein Lieben Lieb in mir Nun freut euch, lieben Christen. 527. Dein armer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mic bereitet hast, daß er mein Hers erfrische, wenn mich für und ich fort Niemand hasse. 8. Ach, führe mich nur selbst von mir, bei mir ist nichts denn Sterben; nimm aber mich, o Herr Abendmahls- Lieder. zu dir, bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts als Seligsein mit allen Himmelserben. 9. Erneure mich, o Le bens- Stab, gieb mir des Geistes Gaben. Laß mich der Sünde danken ab, die mich sonst konnte laben. Regiere meinen lassen Sinn, daß er die Lüste werfe hin, die er pflegt lieb zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschap, dich kann ich nimmer missen. Mein Herze giebt dir Raum und Plaß und will von Keinem wissen, als nur von dir, mein Bräutigam, dieweil du mich am Kreuzesstamm aus Noth und Tod gerissen. 11. O liebster Heiland, großen Dank für deine Süßigkeiten! Ich fühl der Sehnsucht heißen Drang, drum warte ich der Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich sammt den Auserwählten wirst jur Himmelstafel leiten. Just. Sieber. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. 528. ch treuer Gott, zu deinem Himmelsgastgebot, dazu du mich geladen hast; hilf, daß ich ſei ein würdger Gast! 2. Mit Sünden bin ich zwar beschwert, und darum deinerGunst nicht werth; doch, lieber Gott, erbarme dich um Christi willen über mich. In eigener Melodie. * 529.5 ier ist der Herr zugegen, hier ist des Himmels Pfort; es ist mit Gnad und Segen der Herr an diesem Ort; hier finden ganz gewiß die wahren Glaubensstreiter die Himmelsthür und Leiter troß Satans Hinderniß. 271 2. Die Thür steht allhier offen; wer nur mit Reu erscheint im Glauben, Lieb und Hoffen und seine Schuld beweint, der wird verstoßen nicht; er wird mit allen Frommen von Jesu aufgenommen und kommt nicht ins Gericht. 3. Wer mühsam und beladen, der stelle sich nur ein, er findt für seinen Schaden hier nicht nur Brod und Wein, nein, sondern Jesu Leib und Blut für ihn vergossen, wird hier zum Heil genossen, damit er ewig bleib. 4. Hier ist ein Mahl der Freuden für Gottes Volk bereit, hier sollen die sich weiden, die in dem Krieg und Streit geschwächt und ausgezehrt, die mit der Sünde kämpfen und Satans Werke dämpfen, die werden hier genährt. 5. Die arm im Geiste leben und geistig hungrig sind, die sich dem Herrn ergeben und wo sich Reue findt, die nach Gerechtigkeit sich sehnen: solchen Herzen ist für die Sündenschmerzen dies Gnadenmahl bereit't. 6. Die ihre Schuld bereuen sollen sich erfreuen an dieser heilgen Stätt, Gott stößt sie nicht hinaus; weil sie aus ihm geboren, so hat er sie erkoren zu sein in seinem Haus. 7. O Jesu, meine Wonne, ich komme jetzt zu dir, du Herr mein Schild und Sonne, mit herzlicher Begier: tränt mich mit deinem Blut, speis mich mit deinem Leibe, dieweil ich weiß und gläube, daß du mein höchstes Gut. 8. Erquicke mich mit Freuden, weil ich bin müd und matt von Sündenschmerz und Leiden, damit ich werde satt vom Lebenswein und Brod und dir getreu verbleibe, ja dir mich ganz verschreibe im Leben und im Tod. 2. Laurenti. 272 Abendmahls- Lieder. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 3. Gnade von dir anzunehmen, 530. Stund aus meines men; selbst die Himmel find nicht reine vor dir, denn du bists alleine; darum wirst du stets von allen, soviel Heilge hier noch wallen und nicht stehn auf Hoffartsstufen, um Vergebung angerufen.dstopno, usoni Herzens Grund., o Gott, dein' Güte preifen, die du mir thust beweisen. Ich will mein ganzes Leben zu deinem Lob ergeben. i 2. Jesu, mein höchstes Gut, dein Leib, dein wahres Blut ist meines Herzens Freude, mein Trost in allem Leide, weil diese deine Gaben mir Leib und Seele laben.tr Gu 4. Ja, den Sündern, nicht den Frommen, rufest du, zu dir zu kommen; du bist ihrer stets gewärtig, Gnade zu ertheilen fertig, und in jedem Augenblicke blüht der armen Sünder Glücke, wenn sie sich vor dir recht beugen, auf die Sündenwunden zeigen. 5. Aber unter allen Zeiten, Stunden und Gelegenheiten, dir 4. Hier ist das Gotteslamm, die Herzen auszuschütten, deine für uns am Kreuzesstamm aus Gnade zu erbitten und mit solcher lauter Lieb gestorben, dadurch alles Gute, kann uns keine Heilsdas Heil erworben. Hier kannst minute beffer, um uns recht zu du Gnade finden, Bergebung segnen, als die heutige begegnen. aller Sünden. 3. Vernunft, Witz und Verstand wird hier zu Spott und Schand. Der Wahrheit muß man trauen, auf Gottes Wort fest bauen. Was Gott spricht, muß geschehen, sollt alle Welt vergehen. mug and notnad 6. Da wir deines Tods ge5. Gott Lob für seine Treu, denken, solltst du uns nicht die ich noch immer neu in seinem alles schenken? Da wir deinen Nachtmahl finde! Weicht Teufel, Leib nun essen, solltst du auch Tod und Sünde! Gott will mir was Guts vergessen? Da wir Trost und Leben hier und dort jetzt dein Blut genießen, läßt du ewig geben. D. J. Olearius. Segen auf mich fließen. Amen, Gott ist uns verfühnet! Jefus Christus hats verdienet! nodod disl Mel.: Schmücke dich, o liebe. * 531. Titten, bör der in DAR armen Sünder Bitten; höre das* 532. naben, fieb mein Chr. C. 2. v. Pfeil. Mel.: Jesus, meines Lebens. Cesu, süßes der Gebet und Schreien um Ver geben und Verzeihen! Schau hinein in unsre Herzen, in die Wunden, in die Schmerzen, so die Sünden uns geschlagen, die wir immer an uns tragen. Elend, meine Noth. Laß dics jammern, hilf dem Schaden; ach. er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm: Heilig ist dein Eigenthum. 2. Bei dir ist ja lauter Gnade, davon triefen deine Pfade; Niemand, der zu dir sich wandte, feine Missethat bekannte, ist von dir hinweg gegangen, ohne Gnade zu erlangen; darum kommen, darum laufen dir die Sünder zu mit Haufen, bis antaadist 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich, theures Lamm, den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner; Jefu, so gedenk auch meiner! Abendmahls- Lieder. 273 Denk an mich, sprich nur ein Wort, Herz und Sinn, Leib und Seel o so weicht mein Jammer fort. und alles hin! 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, all dein Leben von der Krippen bis zum Delberg und die Band, dein für uns geschmecktes Leiden, dein zum Kreuz so schmerzlich Scheiden ist für Sünder angesehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Lippen sich erschlossen, war es lauter Seligkeit, lauter Trost, was sie ergossen; segnen war ihr Werk allzeit. Ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den Sünder ruften fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Und wem halfen deine Hände? Welchen boten sie sich 4. Du sollst Gott den Vater dar? Ach, es waren nur Elende, preisen, daß er dich so wohl wollt eine lahm und blinde Schaar. speisen, und für deine Missethat An Blutflüßgen und Unreinen in den Tod sein Sohn geben hat. ließest du dein Heil erscheinen; 5. Du sollst glauben und nicht in der Sündr und Zöllner Hauswanken, daß ein Speise sei den brachen deine Wunder aus. Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer, und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Wem zu gut bist du gestorben? Denen, welche los von Gott. Welchen hast du Fried erworben? Der verlornen Sünder Rott. Wen hast du am Kreuz berbeten? Eben die, so übertreten. O so macht dein theures Blut auch den größten Sündern Muth. 7. Jesu, sollt ichs denn nicht wagen? Sollt ich nicht zu dir hinfliehn? Sollt ich denn an dir berzagen, weil ich so verdorben bin? Nein, ich will mit allen Armen, gläubig suchen dein Erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist, als meine Schuld. 8. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß uns auch kundbar werden, daß du mächtiger noch bist. Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Höllen Band in Stücken; nimm mein Leben, In eigener Melodie. 533. Christus, unser beiland, der von uns den Gottes Zorn wandt, durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer deß vergeffen, gab er uns sein Leib zu effen, verborgen im Brod jo klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl acht auf sein Sachen; wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht friegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was könn'n erwerben, was durft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Gläubst du das von Herzensgrunde, und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speiß deine Seel erquict. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben; deinen Nächsten ſollst 18 Abendmahls- Lieder. 274 du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. Mart. Luther. bilgis,& ildartad 10 01 Un eigener Melodie. 5349 efus ist mein Hirt, bauen; Jesus, Jesus wird mich gnädiglich anschauen. Er fübret mich auf grüner Au und tränket mich mit Himmelsthau. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben oder leben, Jesus ist und bleibet mein. sana m 2. Was kann füßer sein, als meines Jesu Gaben? Ich sein, er ist mein; ich trank, er will mich laben; drum was ich rede, dent und mein, soll mein herzliebster Jefu sein. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben 2c. 3. Jesus, Jesus ist mein Trost in meinen Nöthen, nun kann keine List mich ängſtigen, noch tödten; nun ich von bannt, ich leb in meines Jesu Hand. Jesus hat sich mir ergeben. Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben 2c. nunmehr mir ist von meines Jesu wegen vergeben meiner Sünden Schuld und bin versichert Gottes Huld. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag 2c. droliga 7. Drum Welt, bleibe Welt, du willst mich nur verführen: Jesus tritt ins Feld und läßt sich gnädig spüren; er will nun aus dem Jammertbal mich nehmen in den Freudensaal. Jejus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag 2. 8. Nun weg Gut und Ehr und Welt mit deinen Schäßen! Ich kann mich nunmehr an Jesu stets ergößen! er soll nun mein sein ewiglich und ich auch sein; deß freu ich mich. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben oder leben Jesus ist und bleibet mein.p birles usting drol Mel.: Schmicke dich, o liebe. * 535. Komm, mein Herz, in Jesu Hunger satt zu weiden. Stille hier dein sehnlich Dürsten in dem Blut des Lebensfürsten. Daß ich hinchimeinen Heiland habe und in seinem Heil mich labe, und in sein Vers dienst mich kleide: das ist meines Herzens Freude. so oradore 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, wenn ich in sein Blut mich wage. Er ist auf der Himmelsreise täg lich Lebenstrank und Speise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe; und ich mag nichts anders wissen, als sein Leiden zu genießen. edod 3. Dennoch will ich mit Ver langen auch sein Abendmahl empfangen; hier darf Seel und Leib ihn essen und so kann ichs nichtvergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schrei bet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Jesus ist mein Licht, mein Aufenthalt und Leben, was mir sonst gebricht, das, das will er mir geben; nun will er mich in feinem Reich bald machen allen Engeln gleich. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben 2c. 5. Jesus ruft mir zu: Mein Kind, nun kannst du leben freudig und in Ruh, die Sünd ist dir vergeben; nun wirst du fühlen keine Qual, drum komm und schmeckt mein Abendmahl. Jesus hat sich mir ergeben, Jesus ist mein Trost allein. Ich mag sterben oder leben 2c. 6. Ach, ich Sündenkind bekomm für Fluch den Segen, weil 2 Abendmahls- Lieder. 275 das mir tröstlich dünken! Hab ich doch sein Blut zu trinken. 4. Weil der Unglaub uns be- die dürre Seele labe, wie muß sessen, kann man nichts so leicht vergessen, als den Tilger unsrer Sünden. Ja, auch mir wills oft verschwinden, daß ich einen Heiland habe; und dann weiß ich keine Gabe zur Versöhnung darzubringen; meine Schuld muß mich verschlingen. nem da müde, wie entweicht der süße Friede. Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. onsdag 10. Er befiehlts, sein Fleisch zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebeuts, jein Blut zu trinken, ganz in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur OpferOpfer mir zum Leben, mir zur Speis, zum Trant gegeben. 999 Tim and 11. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nie vergessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei vom Tod und Grabe; wenn mich Sünd und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. Sdspre mo 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, weil ich mich nicht knechtisch schäme, nehmet hin! so rufst du Allen. Darum ſoll es laut einen 6. Dich Sünder, ich Verdammter, und von Sündern Abgestammter! Was wollt ich vom Troste wissen wäre dieses weggerissen, daß ich einen Heiland habe, defsen Blut mich Sünder labe. Besser wär es, nie geboren, als dies theure 7. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, folch ein Denkmal selbst gestif tet: daß ich einen Heiland habe, und oder Heiland habe, und an ihm mid) muthig labe. Troß den Fein den, die mich hassen, will ich mich nicht irren lassen. pour dy 13. Will hinfort mich etwas Grabe, ja den Sprung ins Todes Rachen gern gethan, mich los zu machen.bunu mist mi 8. Heilges Brod, sei mir gesegnet, weil er mir mit dir begegnet, dessen Leichnam voller Wunden die Erlösung ausgefunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und todt im fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur befinnen, daß ich einen Heiland babe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Süinder, zugehöret. E. G. Woltersdorf. nadal wa timmel mundhuk Mel.: Herr Jesu Christ, meins. pis " 536. Meinherr und Gott will " Grabe auch für meine Schuld will ich schmecken und JesuChrift, daß and are prinse du des Sünders Heiland bist, rufft ihn mit herzlicher Begier, wie kann ich das verdanken dir? 2. Erlöser, ich bins zwar nicht werth, daß deine Liebe mich begehrt; ich bin ein Mensch, ein 18* erwägen. 9. Heilger Kelch, sei benedeiet, weil mein Jesus dich geweihet, defsen Blut mich läffet finden die Vergebung meiner Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der 276 Abendmahls- Lieder. Sündenkind; wie bist du doch 13. Herzliebster Jefu, laß doch so gut gefinnt! 3. Mein Herze steckt voll Missethat, du bietest mir an deine Gnad; du deckest meine Sünden zu und schaffst mir wahre Seelenruhi si jind aus Joom nicht mich nehmen solches zum Gericht. Ach gieb, daß ich an deinem Leib ein lebend Gliedmaßewig bleib! 6. W. Sacer. Grur Mel.: Meinen Jesum laß. 19 4. Ach, meine Seel iſt deine 537. Meinen Jefum laß ich nicht, meine Braut; du, du hast dich ihr ja vertraut mit Lieb und mit Barmherzigkeit von Anfang über alle Beit. Ito a 15, Mit Liebe, deren süßer Brand weit stärker als des Todes Band, mit Liebe, so der List und Macht des Teufels und der Höllen lacht. smad on jo niso Jule 6.Bu deiner Mahlzeit rufft du mich, du setest mir recht töniglich die allerbeste Speife für; ja, Herr, du sättigst mich mit dir. ist nun genesen. Selig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen; drum ruft jetzt mein Herz und spricht: Meinen Jeſum laß ich nicht. 2. Meinen Jefum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja sich mir zu eigen giebet und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und theures 7. Ach, ich verdiene nicht die Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, Ehr; weil aber du mich rufft stärkt mich und macht alles gut, so sehr, so komm ich als ein daß ich hinfort nicht verstoßen kleiner Gast, den du selbst groß bin von Gottes Angesicht. Meigemachet haft. neamuri nopluld nen Jesum laß ich nicht. 8. Mich drücket meine Sün- 14. Wohl mir, daß mich nichts dennoth, du führest mächtig aus mehr drückt; ach wie wohl ist dem Tod Krank bin ich, du mir geschehen! Meine Seel ift bist Arzenei; gefangen bin ich, ganz entzückt, weil ich, Jesu, du machſt frei. sun er srut dich gesehen. Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. dare chiste 9. Ich bin befleckt, du reinigst mich! ich bin verletzt, du heilst den Stich. Ich leb in Blöß und Hungersnoth, du bist mein Kleid und Himmelsbrod. pudoit 10. Ach Jesu, dir ist wohlbefannt mein Elend und betrübter Stand; am allerbesten siehest du, was mir so heftig setzet zu. day 5. Mose, donnre nun nicht mehr, für mich ists Gesets erfüllet; Jesus, Gott, des Vaters Ehr, hat den großen Zorn gestillet und das Werk mit Blut geschlicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 11. Drum ftell ich mich jetzt bei dir ein; du, Jesu, sollst mein Helfer sein. Ich bins nicht werth, das sag ich noch, bedarf es aber höchlich doch im 6. Dich, Lamm Gottes, laß ich nicht, weil du trägst auf deinem Rücken meiner Sünden Strafgericht, das mich Armen sollte drücken. Wenn mich meine Sünd ansicht, laß ich dich, Lamin Gottes, nicht. 890 CUD IN 12. O Jesu, du mein Trost und Ruhm, laß mir dies große Heiligthum, laß deinen Beib, dein theures Blut sein meiner Seelen Heil und Gut! 7. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist nun mein Bruder worden, troß, daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Örden. mise Abendmahls- Lieder. 277 Mel.: Erquice mich, du Heil, iton tup or oder: ach Herr, warum trittst du.& * 538. Mein Jeſu, der du 8. Mein Gewissen stille dich, deine Handschrift ist vernichtet. Jesus, der so jämmerlich ward vor dem Schei gemartert und gerichtet, der vertritt mich vor Gericht; darum laß ich Jeſum nicht GG den, in deiner letzten Trauernacht, uns hast die Früchte deivermacht, es preijen gläubige ner Leiden in einem Testament Gemüther dich. Stifter dieſer hohen Güter.rod, nepieredmrnk 9. Kommt, ihr Teufel, sprecht mir Hohn, fragt, ob ich sei Gottes Erbe? Freilich, Jesus, Gottes Sobn, bleibt mein Erb theil, wenn ich sterbe. Troß, der mir dies Gut abspricht; meinen Jefum laß ich nicht. Its 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtniß bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unserm Herzen. ad com 10. Tod, dein Stachel ist entzwei, Christus ist zum Gift dir worden; von dir bin ich ewig frei, weil du mich nicht kannst ermorden. Troß, daß mich dein Stachel sticht, weil ich Jesum lasse nicht him this wwww 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel auf gedrückt, daß unser Schuldbrief fei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. bousc 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, füblt, wie sie neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden.mil dhe dite me 5. Dies Brod kann wahre Nahrung geben, dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. 2 Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kraft- und Glaubenswerte. udnis zid 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Nein! mein Jesus ist mein Licht, dich, mein Bruder, laß ich nicht. 1:11. Hölle, schweig, denn deine Glut ist nun völlig ausgelöschet. Jesus ist es, dessen Blut mich gang rein von Sünden wäschet und mich frei vom Feuer spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 12. Jesus ist und bleibet mein, er hat sich mit mir verlobet wie ein Bräutgam; ich bin sein, ob der Feind gleich droht und tobet. Ich weiß, daß mir nichts geschicht, 13. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende; wenn mir Sinn und Herze bricht, Jesu, nimm in deine Hände meinen Geist, mein Le benslicht. Ach, mein Jesu, laß mich nicht! end thirspinne 14. Und deß bin ich auch gewiß, weil mein Jesu mir verheißen, aus des Todes Finsterniß mich mit starker Hand zu reißen. Drum mein Herze gläubig spricht: Amen, Jefum laß ich nicht! D. Joh. Fr. Mayer. 278 Abendmahls- Lieder. Pfande dienen, daß unser Leib, Ich glaub, daß mir gegeben dein der Schwachheit voll, einst herr- Fleisch und Blut zum Leben; lich aus dem Staube grünen und drum laß mich jezo würdig sein! unverweslich werden soll; ja, daß90 S9 dood armidest em du uns ein ewig Leben nach die- odlar Mel.: Allein zu dir, Herr.ed ſem kurzen werdeſt geben. 540. 8. Lamm, edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt, da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmad jener Freuden. bing. Dir sei Lob, Ehr und Preis geſungen; ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engels 2. Hier ist des Lebens Baum Zungen zu dessen Ruhm geschäftig geseßt, desselben Blätter heilen, sein. Wird unser Geist zu dir was durch den Satan war vererhoben, so wird er dich voll- lebt mit so viel Sündenpfeilen. kommen loben.3. 3. Rambach. Hier ist das Holz ganz voller rd No on 1190 001 G mult Saft, von Früchten süß, sehr nsdr Mel. Num ruhen alle Wälder. groß von Kraft, ja dessen edle 539. Nun komm ich einge- Lieblichkeit zu aller Zeit ver laden zum Abend- treibt des Todes Bitterkeit.mp mahl der Gnaden, mein Heiland 3. Hier ist das rechte HimmelsJesu Christ; doch scheu ich mich brod, von Gott uns selbst gege zu treten vor meinen Gott, zu ben, das für den wohl verdienten beten, weil in mir nichts als Tod uns wiederbringt das Leben. Sünde ist. and to mill Dies ist der Christen Unterhalt; 2. Ich bin ein armer Sünder, dies macht die Seele wohlgeſtalt; wie alle Menschentinder, gestehe dies ist der Engel Speif und meine Sünd und bin sehr aus- Trank, dafür ich Dank Gott geschritten; doch hilf, o Jesu, singen will mein Lebenlang.com bitten, auf daß ich Gnade bei ich Gnade bei 4. Hier steht die rechte Bundir find. 3. Ich will nun wiederkehren; hilf allem Unfall wehren, vergieb mir meine Schuld. Du bist für mich gestorben, haft mir das Heil erworben; drum schenk mir deine Jesushuld de 94. deine blutge Wunden hab ich mich eingefunden, dadurch ich bin erlöst. Mein Jesus sprich das Amen und ruf mir zu mit Namen: Du armer Sünder, fei getröst't! rd and thik and 5. Nun werd ichs wohl genießen, in deiner Lieb zerfließen, mein Himmelsbrod und Wein. 970 großes Werk, gez das höchlich zu verehren; to Werk, das stündlich in uns soll durch deine Kraft vermehren Bereuung unsrer schweren Schuld, Furcht, Glauben, Hoffnung und Geduld, Zucht, Lieb und aller Tugend Zahl! O Himmelsfaal, o hochgepriesnes Abendmahl! murid duid deslad, hier ist der Leib des Herren, voll Weisheit, Git und großer Gnad; hier schau ich gleich von fernen die wunderschöne Himmelsschul, den Tempel sammt dem Gnadenstuhl; hier find ich ja das höchste Gut, das theure Blut, so mir erquicket Seel und Muth.la i lege of 15. Hier ist die rechte Himmelspfort; hier steht der Engel Leiter, Israels auserwählter Ort und seiner Lust Bereiter. Hier steigen wir mit vollem Lauf in Christo stracks zum Himmel auf, der uns durch ihn ist zuerkannt. Abendmahls- Lieder. 279 herrlich Pfand, so allerliebstes Baterland! int day blis wozu in Furcht sich kehren die Kräft und Thronen Wundersvoll! 6. Ach! schauet, wie der Herr Herr, meiner Seele ist so wohl, uns liebt, wie hoch er uns ver- es trifft sie schon in dieser Qual chret, indem er sich uns selber ein Freudenstrahl. O hochgegiebt und freundlich zu uns keh- priesnes Abendmahl! 3. Rift. ret. Bedenket, wie er uns gelos mm2 servidt Q 8 macht zu Bürgern seiner großen Mel. Mein Herzens Jesu, meine Pracht; ja wie er unser Fleischus tidis] oder: tpotop ergößt, das er zuletzt zu seinersin Es ist gewißlich. 541. Jefu, dir ſei ewig Dank für deine Treu und Gaben; ach, laß durch diese Speis und Trank auch mich das Leben haben! Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast; wie soll ich dir Dank sagen? 17. Der Leib, der nun erböbet ist, in Gottes Stadt zu leben, der wird uns hier zu dieser Frist durch Christum selbst gegeben. So wird sein Wesen uns zu Theil, to finden wir der Seelen Heil, so bleiben wir in Gottes Huld und unsre Schuld wird übersehen 2. O Jesu Christ, du kannst mit Geduld. lo and i 19 allein mein Leib und Seele laben. 8. Wie kann uns der zuwider Nun bin ich dein und du bist fein, der uns so freundlich reichet mein mit allen deinen Gaben. fein Fleisch und Blut im Brod Hier hab ich, was ich haben soll; und Wein, der nimmer von uns dein Gnadenbrünnlein ist stets weichet? Wie kann uns laffen voll; hier find ich Trost und Leben. aus der Acht, der uns so treff- 3. Laß mich auch ewig sein in lich hat bedacht, indem er unsre dir, laß dir allein mich leben, Missethat, o felger Rath! durch und bleib du ewig auch in mir. seinen Tod vertilget hat? Mein Gott, du wirst mir geben, daß ich, kraft dieser Speiß und Trank, start bleib, wenn ich bin schwach und frank, und fahr zu dir mit Freuden. D. J. Olearius. dom) chi 9. Wie kann hinfort des Satans Stärt uns Christen überwinden, dieweil durch dieses Gnadenwert wir große Kraft empfinden? Hat doch dies Mahl uns so erquickt, mehr unterdaß Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. brüdt. Drum, Satan, komme 542. Dam, der du aus Jeſu, du mein tigam, nur zum Streit, wir sind bereit, zu spotten deiner Grausamkeit. Sieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last. Imr? 10. Was achten wir des Leibes Tod, der kranken Glieder Schmerzen? Hier ist Arznei auch für den 2. Ich komm zu deinem AbendTod, ein edler Trank der Herzen; mahl, verderbt durch manchen ja Christi Fleisch ist solcher Art, Sündenfall. Ich bin krank, unta alles durch geheilet ward; rein, nackt und bloß, blind und hier ist das Lebenswasser feil, arm; ach, mich nicht verstoß! dadurch in Eil wird stumpf ge= 1973. Du bist der Arzt, du bist macht der Höllen Pfeil. 19 das Licht; du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit; du bist das rechte Hochzeitkleid.dslamic mom 11. Oheilger Leib, o beilges Blut, das auch die Engel ehren; o Himmelsspeis, o höchstes Gut, 280 Abendmahls- Lieder. 4. Drum, o Herr Jeju, bitt2. Wie kann ich gnugsam ich dich, in meiner Schwachheit schäßen dies himmelsfüß Erheile mich. Was unrein ist, das gößen, und diese theure Gaben, mache rein durch deinen hellen die uns geſtärket haben? Gnadenschein. of monoge idi? 3. Wie soll ich dir verdanken, 5. Erleuchte mein verfinstert o Herr, daß du mich Kranken Herz, zünd an die helle Glau- gespeiset und getränket, ja ſelbſt benskerz. Mein Armuth in Reich- dich mir geschenket? thum verkehr, und meinem Fleisches 4. Ich lobe dich von Herzen steur und wehr, silogie für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der'r du so viel empfunden.id sirg TIS 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, dich Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit höchster Ehrerbietung eß und deiner Liebe nicht vergeß. 896 dlod ad 5. Dir dant ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. Dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Thränen.s Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier; und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben. Dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jeßt schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte. Dies theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben, und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit 11. Mein Leben, Sitten, Sinn dir, mein liebstes Leben; was und Pflicht nach deinem heilgen kannst du Werthers geben? Willen richt. Ach, laß mich meine 11. Laß Schönster, meine Tag in Ruh und Friede christlich Seele doch stets in dieser Höhle bringen zu, bin des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewig lich an deiner Tafel freue mich. 3. Heermann Mel.: Nun laßt uns Gott. 190 13. Im Handeln, Wandeln, 543. Jesu, meine Wonne, Esſen laß nimmer mich vergeſſen, du meiner Seelen wie trefflich ich beglücket und Sonne, du Freundlichster auf himmlisch bin erquicket. Erden, laß mich dir dankbar 14. Nun kann ich nicht verwerden. Isra hralp du dderben, drauf will ich selig sterben, 8. Gieb, was mir nüßt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein Herz, laß mich mit dir bereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb and Huld. busi 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar sind. Den guten Vorfaß, den ich führ, durch deinen Geist fest mach in mir. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten, und von der Welt abtreten. Abendmahls- Lieder. und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist. do di giard an op Mel.: O Gott, du frommer Gott. 544, wundergroße Treu, o hohes Werk der Gnaden! Ich, der ich Asch und Staub, erscheine hier geladen beim löniglichen Mahl, bei deinem Tisch, Herr Christ, da du in dir halten. die Nahrung selbst und Lebens- 2. Eile, wie Verlobte pflegen, ſpeise bist.msdnujums deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Deffn ihm bald des Geistes Pforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich genießen, laß mich deiner nicht mehr missen! om dnopir man dotud 12. Ich komme, Herr, zu dir; du ehrest meine Seele, dein lieber Gast zu sein, damit dein Herz erwähle sie dir zur lieben Braut. Du schenkt ihr theures Pfand, und zeigest, wie so viel du an ihr Heil gewandt, the Ind 281 3. Schön, lieblich bist du, Herr; fie schnöde zugerichtet. Schön, prächtig bist du, Herr; sie nackend und vernichtet. Du bist vor Lieb entbrannt; sie als ein Eis, falt. Groß bist du, Herr, von Macht; sie unter der Gewalt. so d In eigener Melodie. 545. Schmücke dich, o liebe Seele; Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg waaren pflegt man sonst kein 3. 3war in Kaufung theurer Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein folch Kleinod ist zu finden, das die Manna kann bezahlen. blutgefüllten Schalen und dies 4. Du bist der Weg, das Licht; jie blind und ganz verirret. Du 4. Ach, wie hungert mein Gebist der Freudenstrom; sie traurig und verwirret. Die Wahrheit bist du selbst, sie glaubet dennoch nicht. Du meinst es herzlich gut; sie Treu und Glauben bricht. dal mont i müthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten, nach dem Trank des Lebensfürsten! wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott bereine. 5. Sehr herrlich bist du, Herr; sie als ein Wurm verachtet. Der Heilbrunn bist du, Herr; fie durstig und verschmachtet. Du bist mein Lebensfürst; ihr Thun verdient den Tod Das Manna bist du selbst; ihr fehlet Him melsbrod. boals a chum an 5. Beides, Freude und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Bestätige, Herr Christ, was du hast angefangen; ist sie es würdig nicht, so trägt sie doch Verlangen. Kehr ein, dir stehet 6. Nein! Vernunft die muß hier frei dies arme Herzenshaus; komm, süßer Jesu! komm, mach einen Tempel draus. weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend Abendmahls- Lieder. 282 nähret und daß mit dem Saft der Reben urs wird Christi Blut gegeben. Op der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist fann deutendardna od bil und sich mir vermählet, er mein Gnadenthron. Ach, verbleib, du reiner Leib, von mir ewig ungeschieden; so bin ich zufrieden. 4. Edoms Keltertreter, tauch 7. Jesu, meine Lebenssonne! den Missethäter in dein rothes Jesu, meine Freud und Wonne! Blut. Laffe meine Flecken deinen Jefu, du mein ganz Beginnen, Purpur decken und sprich für Lebensquell und Licht der Sin- mich gut. Ach, durchstreich die nen! Hier falb ich zu deinen Schuld zugleich in dem SündFüßen, laß mich würdiglich ge- und Strafregister, du mein Honießend diesern deiner Himmels- herpriester! ffspred sin poids? speise, mir zum Heil und dir5. Wer will mich verdammen? zum Preise.n toprogos find u Tretet her zusammen, die ihr 1918. Herr, es hat dein treues Feinde heißt! Da der Zorn geLieben dich vom Himmel hergestillet, das Geset erfüllet, und trieben, daß du willig haft dein mich Jesus speist, biet ich Trub Leben in den Tod für mich gege- ganz guten Muths, weil ich nunben und dazu ganz unverdrossen, mehr zum Paniere Blut des LamHerr, dein Blut für uns vergoffen, mes führe. RTS nchisl993 das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. mad9. Jeju, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht Isbergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seebleneffen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. ud for nism I. Franc. Mel.: Jefu, meine Freude. 6. Kräftiges Geschenke, föstliches Getränke, komm und labe mich! Zieh in meine Seele, denn des Herzens Höhle machet Raum für dich. Gieb mir Kraft und Lebenssaft, zier mich selbsten mit dem Kleide zu der Hochzeitsfreude. 7. Nun ihr Sinnen schmecket, weil der Tisch gedecket, wie Gott freundlich ist. Sehet, Gottes Diener reicht euch den Verfühner, den man hier genießt. Tretet dar, hierzum Altar! Jesus kommt. Ach, sei willkommen, Labsal aller Frommen! luss dB. Schmolde. nofforion Idoct& fi or Mel.: Nun laßt uns Gott dem. 546. Seelengast, erscheine, komm im Brod und Weine, gieb mir Leib und Blut. Zeige mir jekunder, was für große Wunder dein Gedächtniß thut. Segne mich, ich wart auf 547. Was ſoll ich, Jeſu, zum denken, ich will mich dir schenken. 2. Hier wird aufgetragen, mehr als ich kann sagen, o gewünschte Tracht! Hier ist eine Speise, die verborgner Weise uns recht himmlisch macht. Hier ist Most; wer ihn gekost, kann bereits auf dieser Erden schon unsterblich werden. rad 3. JB, o Herz, dies Manna, finge Hosianna! Das ist Davids Sohn. Der hat dich erwählet, und Seel erquicket.de bringen und dir zu Lobe singen, damit ich dich recht preise für deinen Trank und Speise? nd 3sdr med 193 2. Du hast mich ja aus Gnaden zu deinem Tisch geladen, da ich in dieser Stunden hab Heil und Trost gefundendo2 msmis 3. Du hast mir nun bergeben mein sündlich böjes Leben; mir solche Speif geschidet, die Leib Abendmahls- Lieder. 283 is 4. Dein Leib hat mich gespeiset, o Herr, in deinen Guadensaal. der mich zum Himmel weiset: dein Blut hat mich sgetränket, das alle Sünd berjentet.ibog 5. Hier seh ich, wie der Hirte sein armes Schaf bewirthe und leit auf grünen Auen, da nichts als Troft zu schauen. qu sid 6.19 Dafür will ich dir geben Dank, Preis im ganzen Leben und will dies Seelenessen mein Lebtag nie vergessen.sisirarsd n7mLapses in mir bekleiben, daß ich in die mag bleiben und daß mein ganz Gemüthe stets rühme deine Güte. 800 talli $ 78. Laß mich dadurch empfinden Vergebung meiner Sünden und Trost in meinem Herzen für alle Seelenschmerzen. di Sam Daselbst hab ich berühret dein edle Güter allzumal; du hast mir nicht vergebens geschentet mildiglich das wahre Brod des Lebens, das sehr dergößet mich; du hast mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. Ens 93. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit. Du haft mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köstlich Engelbrod. Hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod.lt 90 2792 9. Laß auch dieGlaubensfrüchte an mir mit hellem Lichte vor allen Menschen scheinen, vor Großen und vor Kleinen. angrad od 14. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich lassen werden von dir und durch dich satt und voll. 10. Laß nicht vergeblich Sor- Du hast mich selbst getränket gen mich plagen alle Morgen; mit deinem theuren Blut, und gieb, daß ich dir vertraue und dich zu mir gelentet, o unvernicht aufs Eitle baue. gleichlichs Gut! Nun werd ich Hot 11. Hilf, daß mir stets gelinge, ja nicht sterben, weil mich gewas ich hier Guts vollbringe; speiset hat, der nimmer fann laß alle meine Thaten auf dein verderben, mein Trost, Schuß, Wort wohl gerathen od sm Hülf und Rath. 12. Kann ich dann nicht ver- 5. Wie kann ich aber faffen, meiden, auch Trübfal hier zu leiden, so gieb Geduld und Hoffen; so ist es wohl getroffen. 50 100 2 D. Fr. Fabricius. Mel.: Nun lob mein Seel den. Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelsfaal herab zu mir? Du, Schöpfer aller Dinge, besuchest deinen Knecht. Ach hilf, daß ich dir bringe, ein Herz, das fromm das bertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der Ewigkeit. HQ H 548. Wie wohl haft du geJesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wunderschöne Speise, o süßer Lebenstrant! 6. Du bists, der ewig bleibet, Liebsmahl, das ich preise mit ich aber bin dem Schatten gleich, einem Lobgefang, indem es hat den bald ein Wind vertreibet. erquicket mein Leben, Herz und Herr; ich bin arm, und du bist Muth. Mein Geist, der hat erreich. Du bist sehr groß von blicket das allerhöchste Gut.laf Güte, kein Unrecht gilt bei dir; 2. Du hast mich jetzt geführet, lich, sündhaft von Gemüthe, ich Abendmahls- Lieder. 284 fehle für und für. Toch kommest du hernieder zu mir, dem Sündenknecht. Was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen möcht? 7. Ein Herz, durch Reu zer schlagen, ein Herz, das ganz zerthirschet ist, das, weiß ich, wird mein dir theures Blut komm unserm Leib und Seel zu gut. mmplastr 3. Den Bund du selbst gestiftet hast, gesagt: Euch fröhlich drauf verlaßt! Nimm hin und iß, das ist mein Leib, trink da mein Blut und dabei bleib! 4. dein Leib trink jeder Friſt. Du wirſt es nicht dein Blut, dadurch werd ich erwenn ich nur quickt an Muth, an an bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen! Denn billig wird jezund dein theurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch deinen Mund. Leib, an Gwissen gar, wider die Sünd und Todsgefahr. 5. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; dein Leib und Blut kommt nicht von mir, und wo du bist, da will ich sein. Hilf, Herr, dem schwachen Glauben mein! and lind 8. Hilf ja, daß dies Genießen des edlen Schapes fchaff in mir ein unaufhörlich Bußen, daß ich mich wende stets zu dir. Laß mich hinführo spüren kein andre als welche pflegt zu an rühren von dir, in dieser Zeit. Laß mich ja nichts begehren, als deine Lieb und Gunst, denn Niemand kann entbehren hier deiner Liebe Brunst. 6. Hilf mir durchs bittre Leiden dein, dir alle Zeit gehorsam sein, zu halten mich an deinen Wahrheit. 9118 1198018 1190 7. Laß mich sein in der Frommen Zahl würdig zu deinem Abendmahl; laß mich nicht, mein Gott und Herr, dein ist die Kraft, Macht, Lob und Ehr. 9. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeif und Engeltrant. Nun will ich fröhlich stehen, og Nic. Selneder. Mel.: Aus tiefer Noth. 003 zu singen dir Lob, Chr und 550.3 komm ich, Gott, Todour Dank. Fahr hin, du Weltge tümmel! Du bist ein eitler Tand; weil du mich eingeladen; ich ich seufze nach dem Himmel, dem traue Christi Blut und Tod und rechten Vaterland. Fahr hin! deines Vaters Gnaden. Das Dort werd ich leben ohn Un- Herze mir vor Freuden springt, glück und Verdruß; da wird vor meinen Ohren mir erklingt, mein Gott mir geben der Gna- als wenn du mir zuriefest: den Ueberfluß. J. Rist. roderi mtat redag tod mud Tor Mel.: Erhalt uns, Herr. de 549. air danken dir, o Jesu Christ, daß du das Lämmlein worden bist und trägst all unsre Sünd und Schuld hilf, daß wir rühmen deine Huld. 191199 2. Ich bin dein Schild und großer Lohn, ich will, daß du follst leben, dir meinen eingebornen Sohn im Abendmahle geben. Nimm hin, nimm hin, dir selbst zu gut, im Brod und Wein ſein Leib und Blut, nimm Jefum hin und alles!" 3. Jch greife zu mit Herz und 2. Dein allerheiligst Abend- Mund, boll Dank für deine mahl erhalt bei uns, Herr, Treue. Bereit mich, Gott, in überall; dein Leib und heilig dieser Stund mit gläubger Buß Von der Rechtfertigung. und Reue, daß ich das rechte Ofterlamm, wie es geschlacht am Kreuzesstamm, zur Seligkeit genieße. TODIST od tin 4. Ich hungre nach dem Lebensbrod, das Jesu Fleisch mir tulee 4. Weil die Wahrheit nicht fann lügen, will ich dir vertrauen fest; weil du Reinen je verläßt, weil dein Wort nicht kann betrügen, bleibt mir meine Selig teit unverrückt in Ewigkeit.d 285 schenket, und meine Seele dürft nach Gott, mit Jefu Blut mich tränket, und giebt mir, was ich haben soll, was ewig mich macht freudenboll und was mich bringt in Himmel. 99900kn XXIX. Von der Rechtfertigung. Mel.: Ach, was soll ich Sünder. 551. Ach, wie groß ist deine Gnade, du getreues Vaterherz, daß dich unsre Noth und Schmerz, daß dich aller Men schen Schade hat erbarmet väterlich, uns zu helfen ewiglich. 2. Du hast uns so hoch geliebet, daß der Mensch soll aller Bein frei und ewig selig sein, daß dein Sohn sich selbst hingiebet, und beruft uns allzumal zu dem großen Abendmahl. 3. Ja, dein werther Geist bezeuget durch dein Tauf und Abendmahl unser Heil im Himmelssaal, der die Herzen zu dir neiget, weil er uns den Glauben schenkt, daß uns Höll und Tod nicht fränkt. 5. Lob sei dir für alle Gnade, bu getreues Vaterherz! Daß dich du meine Noth und Schmerz, daß dich auch mein Seelenschade hat erbarmt so väterlich, drum lob ich dich ewiglich. D. J. Olearins. fidi die Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 552. Ali bat Gott die Welt geliebt, daß er uns feinen Sohn hergiebt, daß, wer ihm traut und glaubt allein, kann und soll ewig selig ſein.de unut and the diser en bli feptidore 193 pitais 2. Der Glaubensgrund ist Jesus Christ, der für uns ſelbſt Mensch worden ist. Wer seinem Mittler selbst vertraut, der bleibt auf diesen Grund gebaut.d 3. Dein Gott will nicht des Sünders Tod, sein Sohn hilft uns aus aller Noth, der heilge Geist lehrt uns durchs Wort, daß du wirst selig hier und dort 4. Drum sei getrost, weil Gottes Sohn die Sündbergiebt, der Gnaden Thron; du bist gerecht durch Christi Blut; die Tauf schenkt dir das höchste Gut. dus de 18 amico 5. Bist du frank, kommst du gar in Tod, so merk dies wohl in aller Noth: dein Jesus macht die Seel gesund, das ist der rechte Glaubensgrund.uie inti 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, sammt heilgem Geist in einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit! dunirsin matchar ada qodel di drgon fro Mel.: Ich ruf zu dir, Herr. le 553. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er Christum hat geben, sein lieben Sohn in Tod betrübt, daß wir nun ewig leben. Gott! wie groß ist deine Lieb, die kein Mensch kann von Herzen ganz ermessen. Herre Gott, gieb Gnad, daß wir das nimmr vergessen! LUC 2190 2. Christus hat uns zum Himmel bracht ohn aller Menschen Stärke; allein der Glaube jelig 2868 Von der Rechtfertigung. macht, ohn alle unsre Werke. men, aufgethan. Er nimmt alle wer glaubt an Chrift, der hat das ewge Leben. 5. Hört es, Menschen, hört es Merk gar eben, denn wo nicht doch! Machet Jesu diese Freude, Glaube ist, mag tein Mensch und verlaßt das Sündenjoch; selig werden. har braaid kommt zur Freiheit und zuv Weide, kommt zum Lebenswasser her, kommt zum vollen Gnadenmeer! pis ad dur un pils 3. Wer nicht glaubt, der ist schon verdammt, als Christus felbst thut ſagen; nimmermehr er sich deß erbarmt. Wer trott auf Werk ohn Glauben, an Leib und Seel wird der geplagt, kann auch kein Trost erlangen, liegt gefangen allhier ohn alle Gnad ewig in Todesbanden. squal 4. Wer gläubig bleibt bis an sein End, der wird gwiß selig werden, und Christum frei ohn Furcht bekennt vor aller Welt auf Erden, den wird er auch im höchsten Thron vor Gott mit Chrn bekennen und ihn nennen seinen Miterben schon, deß Freud wird sein kein Ende, al jockan til bin Hinat s dnd Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. * 554. Das ist je gewißlich Wort voll Heil und Leben, daß sich Jesus ganz und gar für die Sünder hingegeben, und daß durch ihn Jedermann ewig selig werden kann.oid sid 2. Du ein theures wahres Wort, das der Geist nicht nur anpreiset, sondern sich auch immerfort noch bei dem als wahr beweiset, der sich ganz verloren sieht und zu Jefu gläubig flieht. 3. Diese Botschaft ist es werth, daß sie alle Welt annehme, und daß Jeder, der sie hört, sich zu Christi Joch bequeme; denn die ganze Seligkeit ist für Alle nun bereit. bp nstipat si jork 4. Keinen schließt nun Jesus aus, der sich nur nicht selbst will hindern. Seines Vaters Herz und Haus hat er allen, allen Sündern, die nur kom 6. Wollt ihr denn verloren gehn, da ihr selig werden könnet? Wollt ihr dort zur Linken stehn, da er euch die Rechte gönnet? Kann euch jene Qual und Bein lieber als der Himmel sein? 7. Heute ruft sein theures Wort jeden Sünder noch zur Buße. Komm, Verlorner, eile fort, fall ihm demuthsvoll zu Fuße, fühle wahren Seelenschmerz, fage ihm dein ganzes Herz! anu duc d 8. Du bist Jefu nicht zu schlecht, nicht zu alt in Sünden worden, nicht zu gottlos, ungerecht, wärst du auch gleich aus dem Orden derer, die man in der Welt für die größten Sünder hält. noch Recht an ihm, denn er ist auch dein Er barmer. Was er dir erwarb, das nimm nur it im Glauben als ein Armer zum Geschenk und Gaben an, so ist alles abgethan. 10. Niemand ist so sehr ver wundt, Jesus kann und will ihn heilen. Alle macht sein Blut gefund, die zu seinen Wunden eilen. Wirf dein Elend da hinein, so wirst du von allem rein am 11. Darum komm als arm und bloß, Jesus will dich selber zieren, und zu seines Vaters Schooß, durch sein Blut geschmücket, führen! Dann bist du von innen schön, und dein Werk wird nicht vergehn. and any 12. Glaube nun, du bist vera föhnt, Gott will dich nicht weiter strafen; dein Feind, der dich gnug verhöhnt, hat mit dir nichts mehr Von der Rechtfertigung. 287 und D vom ganzen Evangelio; und daß das Gotteskraft und Weisheit ist, das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt.n irsit 4. Wenn einer von der Mutter her vielleicht noch unbescholten wär, und wüßte kaum, was Fleisch und Blut, was Geiz sei oder hoher Muth, und in dem allen sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. tpoldsp 190 Ti 159 mi 5. Und wer auch in dem Glanz des Lichts sich sieht, und sieht, er tauge nichts, und geht und greift die Sache an, will eher Guts thun als er kann, und müht sich selber viel und mana cherlei, der lernet nie, was ein Erlöser sei. a nad more fun 6. Wenn aber ein verlornes Kind vom Tod erwacht, sich krümmt und windt, und sieht das Bös als böse an, und glau bet, daß es sonst nichts kann, verzagt an sich, es geht ihm aber nah; kaum sieht sichs um, steht der Heiland da. 7. Wie geht dirs? Des am geht nicht gut, ich liege hier in meinem Blut. Da ſpricht der Menschenfreund: Mein Sohn, nimm P an welches unsre Seele glaubt, laß uns in deiner Nägel Maal erblicken unsre Gnadenwahl, und durch der aufgespaltnen Seite Schrein führ unsre Seelen aus sieh mich an, und glaub und stehe auf, und freue dich, und zieh dich an und lauf! ama 153480 8. Die Seele kriegt den neuen Geist, sie glaubt und th und durch und ein. od Jesus heißt; sie sieht das Lamm was mit Augen an, die Gott alleine geben kann; stebt auf, bekommt ein unsichtbar Gewand, und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 2. Dies ist das wundervolle Ding: erst dünlts für Kinder zu gering, und dann zerglaubt ein Mann sich dran, und stirbt wohl, eh ers glauben kann. Daran erkennt man hier das kleine Heer, und davon singt man noch am gläsern Meer. dual 9. Die Sündenscham und Goteng tes Kraft, die machen gleich Genossenschaft, und bleiben immer ungetrennt im Herzen, das den Heiland fennt. Da geht kein 3. So lange eine Menschheit ist, jo lange Jesus bleibt der guter Wille mehr zurüd, denn Christ, so bleibet dies das Aihre Arbeit ist ein ewges Glück. zu schaffen. Nimmt auch gleich der Tod dich hin, so ist Sterben dein Gewinn. 29. ja 13. Nun, hier bin ich, Herr, mein Heil! Mich verlangt nach deinen Gaben; laß mich Armen doch auch Theil an den Selig teiten haben. Mache mich schon selig hier und dort ewig für und für! mnd a motta el.: Es ist das Heil uns kommen. 555. Der Glaube macht allein gerecht, durch Chriftum, ders erworben. Kein Werk erwirbt das Himmelrecht, weil alls an uns verdor ben. Doch ist ohn Lieb der Glaube todt; drum, willst du meiden ewge Noth, so glaub, thu Buß und liebe. Supp $ 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen; dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und deinen Tod du seist gerecht; und flieh, zu sein der Sünden Knecht. Gott will uns all bekehren! 2 sd drogrs Mel.: Wer ist der Braut des. en 556. Du unser auser Von der Rechtfertigung. 288 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, dann essen und hernach was thun; so übt er ihre Glaubenskraft in einer treuen Ritterschaft. Sie thut, und wenn sie dann ihr Werk gethan, denkt sie gemeiniglich nicht weiter dran. 11. Und würde man ja irgendwo der eignen Gnadenarbeit froh, so kommt die heilge Schaam herbei, die zeiget uns so mancherlei, daß man Gott dankt, wenn man sich selbst vergißt, und denkt an nichts, als daß ein Heiland ist. 12. Und allenthalben geht der Sinn der Gläubigen zur Gnade hin, und sinnet, wie er Nacht und Tag dem Bräutigam gefallen mag, der uns vom ewgen Tode losgemacht und unverdient zur Seligkeit gebracht. Nic. L. v. Zinzendorf. In eigener Melodie. 557. Durch Adams Fall ist ganz berderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht fonntn genesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen hat bracht den Tod, so war je noth, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und, wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein'n Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenft, getödt, gen Himml gefahren, dadurch wir sein vom Tod und Bein erlöst, daß wir vertrauen in diesem Hort des Vaters Wort; wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewig Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch Gwalt aus seiner Hand wird rauben. 9. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht, und nicht bei Gott, dem Herren. Denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels Gwalt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu Schanden. Denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu handen viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Troft. Er hilft sein Gläubgen allen. 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld sek ich all mein Vertrauen. Wer sich nur fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilig Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort. So dieser Morgensterne in uns aufgeht, so bald versteht der Von der Rechtfertigung. 289 Mensch die hohen Gaben, die 7. Daran ich keinen Zweifel Gottes Geist den'n gwiß ver- trag; dein Wort kann nicht beheißt, die Hoffnung dazu haben. trügen. Nun sagst du, daß kein 1001p Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben 1.91sp 2. Spengler. en eigener Melodie. 10 Töltse Röm. 7, 8. ist der Himml erkauft, daß er 558, G ist das Heil uns kommen her aus Gnad und lauter Güte! die Werk, die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. Der 2. Was Gott im Gjeb geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Gset erfordert aller meist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein Gset drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns anzeigt die fünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich wars, dieselbge Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn MaBen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch mußt das Gieß erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden. Das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Baters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nichts mehr denn: lieber Herre mein, dein Tod soll mir das Leben sein; du bast für mich bezahlet! werd 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben faffet. Der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lässet. Mit Gott der Glaub ift wohl daran; dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 190 9. Es wird die Sünd durchs Gset erkannt, und schlägt das Gwissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder. 63 spricht: Nur komm zum Kreuz herzu, im Gfez ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. VGC 10. Die Werk die kommn gewißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, was Gottes Wort zusaget. Wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein gewiffe Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erſchrecken; denn wo er iſt am beſten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob das Herz spräch lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und 19 Von der Rechtfertigung. 290 heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns anfangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brod ja heut uns werd; wollst unsre Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldgern thun; laß uns nicht in Versuchung stehn; lös uns vom Uebel, Amen! p. Speratus. kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Was schreckt mich des Geseßes Wetter? Ich seh ins Lebensbuch hinein, wo Christi heilges Blut die Blätter gezeichnet mit der Gnade Schein; hier les ich was mir Tröstung giebt: Dich was mir Tröstung giebt: Dich hab ich je und je geliebt. 4. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Schulden aufge schrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und mich ins Buch des Lebens sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinderzahl. In eigener Melodie. 559. HD err Christ, der einge Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seinem Herzn entsproffen, gleichwie geschrieben steht: Er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor andern Sternen klar. 2. Für uns ein Mensch geboren im letzten Theil der Zeit, der Mutter unverloren ihr jungfräulich Keuschheit; den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufge= schlossen, das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe und Kenntniß nehmen zu, daß wir im Glauben bleiben im Geist dir dienen so, daß wir hie mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht; das Herz uns zu dir wende, und kehr ab unfre Sinne, daß sie nicht irrn von dir. 5. Ertödt uns durch dein Güte, erweck uns durch dein Gnad. Den alten Menschen kränke, daß der neu leben mag wohl hier auf dieser Erden, den Sinn und Mel.: Mein Jesus lebt, was, oder: O, daß ich tausend Zungen. zu all Begierden und Gdanken habn* 561.h habe nun den Grundgefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders als in Jesu Wunden? Da er vor der Welt, Elisabeth Creuziger. Mel.: Wer nur den lieben. im Himmel * 560. Jangeschrieben, ich bin ein Kind der Seligkeit. Was der Grund, der unbeweglich ſteht, wenn Erd und Himmel untergeht. 5. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes färben, ich ein zur Seligkeit undzu demgroßen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 6. Kein Teufel foll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden, durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin. So leb ich denn und sterbe drauf; auf Christum schließ ich meinen Lauf. J. E. Wenigt. Von der Rechtfertigung. 291 2. Es ist das ewige Erbarmen, men ist: er wolle selbst mein das alles Denken übersteigt; es Herze stillen, damit es ihn nur sind die offnen Liebesarme deß, nicht vergißt; so stehet es in Lieb der sich zu den Sündern neigt, und Leid in, durch und auf dem allemal das Herze bricht, Barmherzigkeit. wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden. Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsre Herzensthür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Lob ver: Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich glaubig senken; dem will ich mich getroft vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen, und schein ich völlig aus: gethan, scheint die Errettung noch so weit, so bleibt mir doch Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Dies will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 3. A. Rothe. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbar: Mel.: Freu dich sehr o meine. * 562. Nichts Verdammlichs an denen, in Christo Jesu sind; darum still die Fluth der Thränen, die aus deinen Augen rinnt. Weintest du gleich tausend Jahr, ei so würdest du fürwahr für die kleinste deiner Sünden dadurch doch kein Mittel finden. 2. Schaue nur nach Christi Blute, dieses, dieses macht dich rein; das soll bei zerknirschtem Muthe dein erquickend Labjal sein. Er ruft selber: komm herzu, daß der Glaube sich zur Ruh hier in meine Wunden lege, und dich nichts verdammen möge. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, und häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen plagen muß, werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 3. Was soll dich verdammen können? Gott ist hier und macht gerecht. Ist wohl eine Schuld zu nennen, welche der gerechte Knecht, Jesus Christus, nicht gebüßt? Wie er Aller Heiland ist, also bleibet er alleine auch insonderheit der deine. 4. Sein Verdienst ist dir gegeben in dem Evangelio; seine 8. Muß ich an meinen besten Gnade, Heil und Leben machen Werken, darinnen ich gewandelt hier die Seele froh, hier schließt bin, biel Unvollkommenheit be- Jesu Herz sich auf; drum vertraue merken, so fällt wohl alles Rühmen fest darauf, daß an dir, hast' du hin; doch ist auch dieser Trost gleich Sünden, nichts Verdammbereit: Ich hoffe auf Barmherzig= liches zu finden. feit. 5. Schon im heilgen Wasserbade hat dich sein Verdienst geschmückt, und das Zeichen seiner 19* 292 Gnade, Gottes Bild, dir eingedrückt. Nunmehr bist du Gottes Kind; drum sei immer treu gesinnt, denn Gott wird haft du gleich Sünden nichts Verdammlichs an dir finden. 6. Sein Verdienst ist dir geschenket, da sein wahrer Leib dich speist, und sein wahres Blut dich tränket. Was sich hier für Liebe weist, spricht sogar fein Engel aus. Darum folgt gewiß daraus, daß an dir und deinen Sünden nichts Verdammliches zu finden. Von der Rechtfertigung. Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 7. Nun getrost! Auf solchen 5. Herr, es hat noch keiner, Glauben leb und sterb ich als der zu dir gegangen, statt der ein Christ, ihn soll mir kein Teu- Gnade Recht empfangen. Wer fel rauben, ob er noch so grau- zu deinen Füßen sich mit Thräsam ist. Nichts Verdammlichs nen senket, dem wird Straf und ist an mir, denn mein Heiland, Schuld geschentet. Unser Schmerz mein Panier, spricht mich frei rührt dein Herz, und du willst von jenen Flammen, so daß mich der Armen gnädig dich erbarmen. nichts kann verdammen. 6. König, jei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest! Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm das Scepter führet! Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! 3. J. Rambach. - - 8. O mein liebster Jesu, leifte, leiste Kraft nach deiner Treu, daß mein Wandel nach dem Geiste und nicht nach dem Fleische sei. Also steh ich allemal sicher in der Gnadenwahl, und ich faß den Trostzusammen: Nichts kann mich in dir verdammen. * 563.11 Mel.: Alle Menschen müssen sterben. gönne blöden Augen,* 564. Mohl mir! Jefu haben mich nun frei gemacht. Ach, wie hart war ich gebunden, ach, wie finster war die Nacht, die mein Herz mit Sorgen quälte, da mir Gott und alles fehlte! Sündenschuld und Seelennoth machte mich lebendig todt. die sonst laum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Lang- 2. Wohl mir, wohl mir, meine muth Ehre wird durch neue Pro- Ketten sind entzwei, und ich bin ben immer herrlicher erhoben. Ios. Christi seliges Erretten macht O, wie weit, o, wie breit über mir Muth und Freude groß. Berg und Hügel steckt sie ihre Ach, wie tief lag ich gefangen! Flügel! Nun bin ich herausgegangen, und das süße Tageslicht strahlt ins Herz und Angesicht. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Mel.: Wunderbarer König. numschränkte Liebe, Von der Rechtfertigung. 3. Wohl mir, alle meine Sünden seh ich durch des Lammes Blut weichen, sinken und verschwinden; mein vor Gott er schrockner Muth steigt getrost aus feinem Staube, schöpfet Lust und singt: Jch glaube! Angst und Schulden sind dahin, weil ich arm und gläubig bin. 4. Wohl mir, ich kann ruhig schlafen, und mein Herz ist sorgenfrei, denn ich fürchte keine Strafen. Ja, nun weiß ich, was es sei, Gottes Gnade zu genießen, und mit freudigem Gewissen frei und fröhlich aufzustehn, sicher aus: und einzugehn. 5. Wohl mir, denn ich trink und esse als des Vaters Kind und Gast. Ich bin selig, ich vergesse meiner Noth, der Seelenlast. Und wenn ich der Arbeit warte, so verschwindet mir das Harte. Der sich für mich freuzgen ließ, macht mir alles leicht und süß. 6. Wohl mir, denn der Hölle Flammen sind erſtidt. Wer will mich hinfort verdammen, da mich Jesus angeblickt? Denn ich hab in seinen Wunden ewige Erlösung funden; Diese bleibt mir allezeit, diese gilt in Ewigkeit. E.G. Woltersdorf. 293 strer Nacht, also Satan mich angreifet und mir Angst und Bange macht. Herr, er will dein Kind verschlingen, hilf im Glauben ihn bezwingen. 4. Seelenmörder, alteSchlange, Gottes Feind du, schäme dich! Schäme dich, mir ist nicht bange; denn mein Jesus tröstet mich. Weil er ziehet, muß ich laufen, er will mich ihm selbst erkaufen. 5. 3euch mich mit den Liebesfeilen, zeuch mich kräftig, o mein Gott! Ach wie lange, lange Weile machst du mir, Herr Zebaoth? Doch ich hoff in allen Nöthen, wenn du mich gleich wolltest tödten. 6. Mutterherze will zerbrechen über ihres Kindes Schmerz; du wirst dich an mir nicht rächen, o du mehr als Mutterherz! Beuch mich von dem bösen Haufen! Nach dir, Jesu, will ich laufen Joachim Neander. 565. 3 Mel.: Herr ich habe mißgehandelt. euch mich, zeuch mich mit den Armen deinec großen Freundlichkeit; Jeju Christe, dein Erbarmen helfe meiner Blödigkeit. Wirst du mich nicht zu dir ziehen, ach so muß ich von dir fliehen. 2. O du Hirte meiner Seelen, fuche dein verirrtes Schaf. Wem soll ich mich sonst befehlen? Weck mich aus dem Sündenschlaf. Guter Meister, laß mich laufen nach dir und nach deinem Haufen. 3. Wie der Löw den Wald durchschweifet mit Gebrüll bei finMel.: O Gott du frommer. 566. 3ward der erſte Mensch formiret und auf das Herrlichste von seinem Gott gezieret; sein Schmuck und seine Bier war die Gerechtigkeit und seine hohe Würd war lauter Heiligkeit. 2. Er konnte seinen Gott ganz völliglich erkennen und aus des Herzens Grund ihn seinen Vater nennen; des Schöpfers ganzen Willn, fein Wort und sein Geheiß mit Lust er konnt erfülln, zu Gottes Hohem Preis. 4. Der Leib viel schöner war, als Jemand konnt aussprechen, er war frei von dem Tod, von Krankheit und Gebrechen: der Thiere großes Heer, das fliegt gen Himmel an, wie auch die Fisch im Meer ihm waren unterthan. 294 Vom Worte Gottes 4. Durch Ungehorsam ist dies 5. Mein Gott, ich bitte dich, Ebenbild verloren; die Erbsünd dem Iten Menschen steure; im aber wird uns allen angeboren, Geiste des Gemüths rechtschaffen daß nun die Menschenkind, so mich erneure, damit mein ganzes viel ihr immer sein, vor Gott Lehn, ohn alle Heuchelei, zu sind voller Sünd und Reiner ist deinm Dienst ergebn und unmehr rein.beflecket sei. XXX. Vom Worte Gottes und der christlichen Kirche. Mel.: Erhalt uns Herr bei. 567. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das belle Licht, laß ja bei uns erlöschen nicht. 2. In dieser leßtn betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar sicher faul und falt. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort, und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und viel Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. lieber Herr, daß wir nicht anders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort, und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himelssaal. n. Selnecker. Mel.: Christus der ist mein Leben. 568. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. bei uns, Erlöser werth, daß uns 2. Ach bleib mit deinem Worte beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. bei uns, du werthes Licht; dein 3. Ach bleib mit deinem Glanze Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; in uns reichlich vermehr. dein Gnad und alls Vermögen bei uns, du starker Held, daß 5. Ach bleib mit deinem Schuße uns der Feind nicht truße, noch fäll die böse Welt. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern bei uns, mein Herr und Gott, 6. Ach bleib mit deiner Treue dein ja ist; darum so steh du Beständigkeit verleihe, hilf uns denen bei, die sich auf dich verlaffen frei. aus aller Noth. Josua Stegmann. In eigener Melodie. Psalm 12. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen 569 ch Gott, vom Him. wahrer Schuß; dabei erhalt uns, mel darein, und und der christlichen Kirche. 295 laß dich deß erbarmen, wie wenig du tröstest mich, mein Gott, o sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. mein Erretter! O meine Burg, mein Hort, mein Heil, mein Schild, mein Schuß, mein bestes Theil; mein Hort, auf den ich traue! 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der Andre das; sie trennen uns ohn alle Maaß, und gleißen schön von außen. 2. Dich will ich ehren, großer Gott, mit Loben und mit Beten, so wird mein frecher Feind zu Spott; da wir ihn untertreten. Nimm mich als wie ein Aug in Acht; mit starken Flügeln deiner macht beschirme mich Verlassnen. 3. Gott woll ausrotten Aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Troß! Wer will uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns foll meistern? 3. Die Augen heb ich sehnlich auf, daß du so gnädig blickest; mein Herze bauet freudig drauf, daß du so gern erquickest. Der Herre hilft; es soll mein Muth, weil er an mir so löblich thut, den Herren ewig preisen. 4. Herr Gott, von Herzen dank ich dir; die hohen Wunderwerke 4. Darum spricht Gott: Ich erzähl ich alle für und für, ich muß auf sein, die Armen sind preise deine Stärke. Du ziehst verstöret; ihr Seufzen dringt zu den Armen aus dem Koth, ein mir herein, ich hab ihr Klag er- Schuß bist du zur Zeit der Noth, höret. Mein heilsam Wort soll du weichst nicht von den Deinen. auf den Plan getroft und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Wir rühmen, daß Gott bei uns steht; des Herren Name machet, daß man das Siegspanier erhöht; Israels Hüter wachet. Es ist ihm unser Thun bekannt, es hilft uns seine rechte Hand gewaltiglich aus Nöthen. 5. Das Silber durch Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden; es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. Mart. Luther. Mel.: Nun freut euch, lieben. Psalm 20." 6. Dort Jene troßen ohneScheu auf ihre Ross' und Wagen, uns aber steht der Herre bei, der wird die Feinde schlagen. Herr, hebe dich in deiner Kraft, auf daß uns werde Ruh geschafft, laß deine Macht obsiegen. 7. Der Herr mein Licht ist und mein Heil, ich fürchte mich vor Keinem; der Herre wird mir in der Eil mit seiner Kraft erscheinen. Ob schon ein Kriegsheer auf mich stoßt, bleibt er doch meines Her= zens Trost; Gott kann den Krie570. 2 Herr, ich liebe gen steuern. ch 7. Er deckt mich vor der bösen ftenTrübfalswetter; dufester Fels, Welt in seinen sichern Hütten, herzlich 296 Vom Worte Gottes er nimmt mich auf in sein Gezelt, her, Gott weiß wohl, was uns er hört mein ängstlich Bitten. Auf einen Felsen stellt er mich, mein Haupt erhöht er gnädiglich hoch über meine Feinde. mag nüßen; der wird uns auch wohl beschüßen; er spricht nur ein einzig Wort, so geht alles Unglück fort. 8. Man stößt mich, daß ich fal= len soll, Gott aber hilft mir wieder. Mein Mund ist seines Lobes voll, ihn rühmen meine Lieder. Des Herren Rechte bricht hervor, des Herren Rechte schwebt empor, des Herren Rechte sieget! G. W. Sacer. Mel.: Du o schönes Weltgebäude. Mel.: Ach Gott vom Himmel. " 572. Ach Gott, wie herz lich liebst du doch uns arme Leut auf Erden, daß du uns von dem Himmel hoch durchs Predigtamt in deinem dein'n Willen kund läßt werden Wort, welchs jebund schallt an 571. Alles hat vor uns ein unserm Ort, daß wir Buß thun und glauben. Grauen; wir sind aller Leute Schmach. Kannst du, lieber Gott, noch schauen länger dieses Ungemach? Kannst du über deinen Schafen länger hal ten mit den Strafen? Vater, wie lang willst denn du mit der Ruthe schlagen zu? ber= 2. Hast du, lieber Gott, gessen, uns genädig mehr zu sein? Wie lang follen wir noch fressen unser Herzeleid so ein? Schau, wie uns die Menschen hassen und die nächsten Freunde lassen; wir sind aller Feinde Spott, die uns achten wie den Koth. 3. Du hast uns gemacht zu Waisen, unsre besten Freund sind todt, und wir müssen täglich speis fen uns mit bitterm Thränenbrod, und vor unserm Haus und Thoren stopft ein Jeder seine Ohren. Jeder fliehet diesen Ort, Niemand redt mit uns ein Wort. Hort, du wollst allzeit bescheren 2. Wir bitten dich, o höchster getreue Diener, die dein Wort Gieb uns deins Geistes Kraft rein, unverfälscht uns lehren. und Macht, daß wir es hören mit Andacht und heilig darnach leben. uns laß uns doch in deine Hände fallen, oder hilf uns doch einmal aus dem harten Joch. 5. Doch wir wollen nicht versagen, wen Gott liebt, den züchtigt er. Kämen auch die Straf und Plagen auf uns mit viel Tausend 3. Hilf, daß wir treue Prediger von Herzen ehrn und lieben darin uns täglich üben, weil und folgen ihrer guten Lehr, sie verrichten dein Befehl und wachen über unsre Seel, auch Rechnschaft dafür geben. ihnen nun erzeigen Guts und 4. Herr, gieb du, daß wir Ehre, daß sie ihr Amt mit Freuden thun und nicht mit Seufsen schwere; denn solches ist uns ja nicht gut, wie uns dein Wort selbst lehren thut; dafür wollst uns behüten. 4. Jeder meinet, daß wir sinken, fliehet uns als Best und Gift. Laß uns doch nicht untersinken in der Noth, die uns betrifft; 573. An Waſſerflüſſen Bas In eigener Melodie. Psalm 137. bylon, da wir mit Schmerzen; als wir gedachten an Zion, da weinten wir von Herzen; wir hingen auf mit schwerem Muth die Harfen und die Orgeln gut an ihre Bäum der Weiden, die drinnen sind in ihrem Land; da mußten wir und der christlichen Kirche. 297 2. Wenn du das glaubest festiglich, wie dein Gott selbst versichert dich, so hast du Trost aus Gottes Wort, so bist du selig hier und dort. 3. Die Tauf schenkt uns das höchste Gut, das Nachtmahl Christi Leib und Blut. Wenn dir die Sünd bergeben sind, so heißt und bist du Gottes Kind. 4. Hüt dich vor Sünd, glaub schlecht und recht und halt dich fromm, als Gottes Knecht; bleib Gott getreu bis in den Tod, so hilft dir Gott aus aller Noth. 5. So segnet dich Gott mildiglich, so lebst du bei Gott ewiglich, so wird dein Glaub vor Gott bestehn, wenn endlich muß die Welt vergehn. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, sammt beilgem Geist in einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis D. J. Olearius. in Ewigkeit! viel Schmach und Schand täglich von ihnen leiden. 2. Die uns gefangen hielten lang so hart an selben Orten, begehrten von uns ein Gesang mit gar spöttischen Worten, und suchten in der Traurigkeit ein fröhlich Lied in unserm Leid: Ach, lieber thut uns fingen ein Lobgefang, ein Liedlein schön von den Gedichten aus Zion, das fröhlich thut erklingen. 3. Wie sollten wir in solchem 3wang und Elend, so vorhanden, dem Herren singen sein Gesang, sogar in fremden Landen? Jerusalem, vergeß ich dein, so wolle Gott der Rechten mein vergessn in meinem Leben. Wenn ich nicht dein bleib eingedenk, mein Zwang sich an den Gaumen häng und bleibe daran kleben. 4. Ja, wenn ich nicht mit gan zem Fleiß, Jerusalem, dich ehre, im Anfang meiner Freuden Preis bon jetzt und nimmermehre! Gedenk der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, o Herr, die in ihr Bosheit Mel.: Vater user im Himmelreich. 575. Bedent doch, o Herr wie steht reiß ab, zu aller Stund, vertilg fie gar bis auf den Grund, den Boden wolln wir brechen. dein Kirch in großer Noth, weil jetzt bei der betrübten Zeit sich hebt viel Unruh, Krieg und 5. Du schnöde Tochter Baby- Streit. Der Feind sind viel, groß Ion, zerbrochen und zerstöret! ist die List; man weiß nicht, wem Wohl dem, der dir wird gebn zu trauen ist. den Lohn, und dir das wiederkehret dein UebermuthundSchalk heit groß und mißt dir auch mit solchem Maß, wie du uns haft gemessen! Dir ist geschehen, Babylon, was du verdienet an Zion, damit dein werd vergessen. W. Dachstein. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 574. Aus Gottes Wort lernst du erkenn'n, wie Gott sich deinen Gott läßt nenn'n, der dir hilft aus der Sünden Noth durch deines Sohnes Blut und Tod. 2. Solch Uebel haben wir verdient, weil wir nicht fromm gewesen sind. Dein werthes Wort und Sacrament war bei uns übel angewendt; dazu ist Sünd und Schand gemein; man spürt kein Buß bei Groß und Klein. 3. Daher merkt man im ganzen Land, wie dein Zorn heftig sei entbrannt; man sieht viel Zeichen überall auf Erden und am Himmelsfaal; dieStraf herein rauscht, wie ein Fluth; Viel kommen um ihr Leib und Gut. 4. Herr, steh auf, nimm dich 298 Vom Worte Gottes Gewalt. unser an, sonst Niemand besser seinem Blute von des Teufels helfen kann. Erbarm dich deiner lieben Kind; vergieb uns alle Schuld und Sünd; erhalt dein Wort, dämpf falsche Lehr; die irr gehn, durch dein Wort bekehr. Den folln wir alle mit seinen Engeln loben, mit Schalle singen: Preis sei Gott in der Höhe! Uebersetzung von Grates nunc omnes. Mel.: Nun laßt uns Gott dem. Psalm 23. 5. Laß doch dein Häuflein nicht allein, schüß und errett dein lieb Gemein, ein feurig Mauer um uns sei, vor Einfall Land und 578. Der Herr, der aller Stadt befrei; wehr allen, die blutdürstig sind, zerstreu sie, wie die Spren vom Wind. 6. Jhr Tück und List mach offenbar, die vor uns sind verborgen gar; mit ihrem eignen Strick sie fang, daß dein Kirch Fried und Ruh erlang. So loben wir mit Innigkeit dein Güt und Treu in Ewigkeit. Martin Behemb. Mel.: Herzliebster Jesu, was, oder: Gott, der du für uns. 576. Chr Christe, du Beistand eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine; steure den Feinden, ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Teufel, seine Macht verhindre; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde. Matthäus Apelles v. Löwenstern. In eigener Melodie. 577. Dant sagen wir alle Gott, unserm Herrn Chrifto, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet und uns erlöset mit Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er läsfet mich mit Freuden auf grünen Auen weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget, und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. lassen, führt mich auf rechter 5. Er lehrt mich thun und Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. im finstern Thal muß wandern, 6. Und ob ich gleich vor andern fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor Ungelicte. Seiten, bist Schuß vor bösen 7. Denn du stehst mir zur Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. machst, daß ich mich erfrische, 8. Du sebeft mich zu Tische, wenn Schmerzen erweckt in meinem mir mein Feind viel Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durftig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mu thes, boll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohneft, und Frommsein wohl belohneſt. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, singn und Paul Gerhard. loben. 299 Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottesruh; die Kraft durchdringet Leib und Seele. und der christlichen Kirche. * 6. Die eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins bermessen, sobald greif er fie Alle an; sie fallen betend Gott zu Füßen und singen in des Herren Kraft; sie wollen an der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. Mel.: Mein Jesu, dem die Seraph. 579. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schaar, die um das Lamm beständig war, gelockt und kräftig eingeladen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bit2. Nur Menschen, die von Gott tern Schmerzen; Eins reicht dem geboren, die unter einem Haupte Andern seine Hand und wollen stehn, die hat der Herr sich aus-| sich mit Freuden dienen mit Herz erforen, die läßt er Wunderliebe jehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seele speist; nur das kann sie vollkommen laben. und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des groBen Guts: Ich, ich in ihnen. 3. Der Glaubensgrund, auf sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns um schlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die heilgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Mel.: Nun freut euch lieben. Psalm 23. 580. Der Herr iſt mein ge= treuer mich in seiner Hute; darum mir gar nicht mangeln wird irgends an einem Gute. Er weidet mich auf grüner Au und segnet mich mit Lebensthau seines heilsamen Wortes. 2. Zum frischen Wasser er mich weist, das mich erquicken thue, das ist sein guter, heilger Geist, der mich macht wohlgemuthe. Er führet mich auf rechter Straß in sein Geboten ohn Ablaß von wegen seines Namens. 3. Ob ich wandert im finstern Thal, fürcht ich kein Ungelücke 300 Vom Worte Gottes in Verfolgung, Leiden, Trübsal, jetzt hat betroffen. Der alt böse und dieser Welten Tücke; denn Feind, mit Ernst ers jetzt meint, du bist bei mir stetiglich, dein groß Macht und viel List sein Stab und Stecken trösten mich, grausam Rüstung ist, auf Erd ist auf dein Wort ich mich lasse. nicht seins Gleichen. 4. Du breitest vor mir einen Tisch vor Feinden allenthalben, machst mein Herz unverzagt und frisch; mein Haupt thust du mir falben mit deinem Geist, der Freuden Del, und schenkest voll ein meiner Seel deiner geistlichen Freuden. 5. Viel Gutes und Barmherzigkeit laufen mir nach im Leben, und ich werd bleiben allezeit im Haus des Herren eben, auf Erd in der christlichn Gemein, und nach dem Tode werd ich sein bei Christo meinem Herren. Wolfgang Meußlin. Mel.: Wo Gott zum Haus. 581.D rückt dich hier Untreu, Hohn undSpott, so bleibt dein Trost der treue Gott. Laß Untreu immer werden neu, Gott läßt mich nicht, Gott iſt getreu. 2. Wer Gott getreu, hier redlich lebt, verlachts, wenn Untreu oben schwebt, denn sein Trost wird ihm immer neu! Gott läßt mich nicht, Gott ist getreu. 3. Weg Untreu! Ich dien meinem Gott, was acht ich Untreu, Hohn und Spott? Mein Trost bleibt alle Morgen neu, Gott läßt mich nicht, Gott iſt getreu. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, fammt heilgem Geist in einem Thron! Sein Lob sei alle Morgen neu! Gott läßt mich nicht, Gott ist getreu. D. J. Olearius. In eigener Melodie. Psalm 46. 582. in feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Roth, die uns 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts, das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben! Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 583, Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steur des Papsts und Türken Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster werth, gieb deinm Volk einrlei Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Noth, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. 4. Ihr Anschläg, Herr, zu nichte mach, laß sie treffen die und der christlichen Kirche. böse Sach, und stürzen in die Grub hinein, die sie machen den Christen dein. 5. So werden sie erkennen doch, daß du unser Gott lebeft noch, und hilfft gewaltig deiner Schaar, die sich auf dich verlassen gar. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. 584. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns tönnte streiten, denn du unser Gott alleine. 301 denk an deine Werke, die deine Hand verübt. Zu dir, dem Lebensfürsten, heb ich mein Glaubenshand; nach dir pfleg ich zu dürsten, gleich wie ein dürres Land. 5. Laß dein Erhörung eilen, eh Ohnmacht mich befällt; laß deinen Anblick heilen, was in mir ist zerschellt; laß mich nicht ähnlich werden dem, den die Gruft verschlingt, der in den Staub zur Erden verzweifelt niedersinkt. 6. Gieb, daß ich früh vermerke, daß du mir gnädig bist, weil meiner Hoffnung Stärke auf dich gegründet ist. Sei du mein Wegedeuter, daß ich nicht irr allhier. O Herr, sei mein Begleiter, denn mich verlangt nach dir. 7. Errette mich von Leuten, die mir gehässig sein, die grimmig mich bestreiten. Du bist die Burg allein, drauf ich mein Hoffnung pflanze, da nehm ich Zuflucht hin, das ist die beſte Schanze, in der ich sicher bin. 8. Lehr, Herr, mich deinen Willen, der du mein Heiland heißt, daß ich ihn kann erfüllen; laß deinen guten Geist die ebne Bahn mich leiten, und wenn die Seele zagt, so bilf mir, Herr, bestreiten das Unglück, jo mich plagt. 9. Um deiner Wahrheit wegen tilg aller derer Macht, die wider mich sich legen, und der werd umgebracht, der meine Seel und Sinnen mit Schrecken ängst't und schwächt, damit ich noch werd innen, ich sei, o Gott, dein Knecht. Joh. Frand. 2. Gieb unserm König und aller Obrigkeit Fried und gut Regis ment, daß wir unter ihnen ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Chrbarkeit. Amen. Dr. Martin Luther. Mel.: Befiehl du deine Wege. Psalm 113. 585. Ethör, o Herr, mein Bitten, nimm doch die Thränen hin, die ich hier aus muß schütten, weil ich geängstet bin. Von deiner Rechten wegen erhöre mein Geschrei, mit deiner Rechte Segen steh in der Noth mir bei. 2. Laß dein gerechtes Sprechen nicht über mich ergehn, denn deines Knechts Verbrechen kann nicht vor dir bestehn. Es ist kein Mensch zu finden, kein lebendiger Mann, der sich gerecht von Sünden, vor dir, Herr, rühmen kann. 3. Der Feind verfolgt mein Leben, stößt mich zur Höllen ab, will in den Tod mich geben und legen in das Grab. Mein Geist ist sammt dem Herzen voll Pein und Traurigkeit, ich denk in meinen Schmerzen an die vergangne 4. Jch rühme deine Stärke, wenn Unfall mich betrübt, und In eigener Melodie. Psalm 14. 586. Gs spricht der Unweisen Mund wohl: den rechten Gott wir meinen; doch ist ihr Herz Unglaubens 302 Vom Worte Gottes voll, mit That sie ihn verneinen.| zum ewgen Leben, daß wir erIhr Wesen verderbet zwar, kennen seine Werk, und was ihm vor Gott ist es ein Greuel gar, lieb auf Erden, und Jesus Chries thut ihr'r Keiner kein Gut.stus, Heil und Stärk, bekannt 2. Gott selbst vom Himmel den Heiden werden, und sie zu fah herab auf aller Menschen Gott bekehren. Kinder, zu schauen sie er sich begab, ob er Jemand würd finden, der sein Verstand gerichtet hätt, mit Ernst nach Gottes Worten thät, und fragt nach seinem Willen. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freue sich, und fing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Da war Niemand auf rechter Bahn, sie warn all aus geschritten; ein Jeder ging nach feinem Wahn, und hielt ver= Lorne Sitten. E3 thät ihr'r Keiner doch kein Gut, wiewohl gar viel betrog der Muth, ihr Thun follt Gott gefallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bring Frucht und besfre sich, dein Wort laß uns gerathen. Uns fegne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! 4. Wie lang wollen unwissend sein, die solche Müh aufladen, und fressen dafür das Volk mein, und nähen sich mit seinm Schaden? Es steht ihr Trauen nicht auf Gott, fie rufen ihn nicht in Dr. Martin Luther. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. der Noth; sie wolln sich selbst* 588. Geſetz und Evange= beide 5. Darum ist ihr Herz nim- Gottes Gaben, die wir in unmer still, und steht allzeit in serm Christenthum beständig nöFurchten; Gott bei den From- thig haben; doch bleibt ein großer men bleiben will, die ihm mit Unterschied, den nur ein solches Glauben gehorchen. Ihr aber Auge sieht, das Gottes Geist erschmäht des Armen Rath, und leuchtet. höhnet alles, was er sagt, daß Gott sein Trost ist worden. 6. Wer soll Israel, dem armen zu Zion Heil erlangen? Gott wird sich seins Volks erbarmen und lösen, die gefangen. Das wird er thun durch seinen Sohn; davon wird Jacob Wonne han, und Israel sich freuen. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. Psalm 67. 587. s woll uns Gott genädig sein, und seinen Segen geben; sein Antlik uns mit hellem Schein erleucht 2. Was Gott in dem Geset gebeut, ist uns ins Herz ge schrieben; wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetragen, das Evangelium kann nicht, als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du thun follst, an; dies lehrt, was Gott an dir gethan; jens fordert, dieses schentet. 4. Was das Geseß dir Guts und der christlichen Kirche. 303 verspricht, wird dir nicht zuge- hören? Wie laß ich mich bezauwendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen hast vollendet. Was Christi Gnade Guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Geseß den Sünder findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium verbindt und heilt die Wunden wieder. Jens predigt Sünde, Zorn und Fluch; dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen. Jens zeigt und dräuet dir den Tod; dies hilfet dir aus Tod und Noth, und bringt dir Geist und Leben. 7. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen. Sein 3wang, sein Bliß, sein Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin; wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. 8. Mein Gott, laß diesen Unterschied mich in der That er fahren; nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Seele paaren. Treib mich, o Herr, durch dein Geseß in deiner Gnade holdes Neß, in des Erlösers Arme. 9. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben, und als dein Kind, mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. 3. 3. Rambach. Mel.: O höchster Gott und unser, bern und bethören? Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht, und meine Seel noch so gefährlich steht. 2. Gott rufet noch, sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab so lang die treue Stimm vernommen. Ich wußt es wohl, ich war nicht, wie ich sollt; er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch: wie, daß ich mich nicht gebe, ich fürcht sein Joch, und doch im Joch ich lebe. Ich halte Gott und meine Seele auf; er ziehet mich, mein armes Herze, lauf! 4. Gott rufet noch, ob ich mein Ohr verstopfet; er stehet noch an meiner Thür und klopfet. Er ist bereit, daß er mich noch empfang; er wartet noch auf mich; wer weiß wie lang? 5. Gieb dich, mein Herz, gieb dich doch ganz gefangen; wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß los, laß los, brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich; nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz; nun länger nicht getheilet! Fleisch, Welt, Vernunft, sag immer, was du willt! Meins Gottes Stimme mehr als deine gilt. 7. Ich folge Gott, ich will ihn ganz vergnügen; die Gnade foll im Herzen endlich siegen. Ich gebe mich, Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach, nimm mich hin, du Langmuth ohne Maaße! Ergreif mich wohl, daß ich dich nie verlasse! Herr, rede nur, ich geb begierig Acht; führ, wie du willst! Ich bin in deiner G. Tersteegen oder: Der Tag ist hin, mein Jesus. " 589. Gott rufet noch, sollt Macht. endlich Vom Worte Gottes 304 Mel.: Wo Gott der Herr. 590. Gott Vater aller Gü: 592.mich verlangt zu boch dort oben, erbarm dich deiner Christenheit und steur der Feinde Toben. Die Sache geht dich selber an, drum mache dich ja auf den Plan und sei das Heil der Armen. hören deine Recht. Ich will solche deine Gaben stets im Munde haben und nie schweigen still. Fort und fort soll mir dein Wort, weil es recht ist und mein Leben, auf der Zunge schweben. 2. Beistand deiner Hände sei mir ohne Ende, denn ich hab erwählt, was dein Mund befiehlet, mein Verlangen zielet auf dein Heil. Mir fehlt zwar nicht Lust in meiner Brust, deiner Sabung nachzudringen, aber das Vollbringen. 2. Gott Sohn, du allerhöchstes Gut, vom Vater uns geschenket, stärt in uns unser Herz und Muth, welchs ist bisher gekränvom Teufel und den Gliedern fein; erhalt uns bei der Lehre dein, laß uns davon nicht weichen. 3. Gott heilger Geist, du Tröster werth, wollst ja nicht von uns weichen; der Teufel ficht mit Lügn und Schwert und will uns gar umschleichen. Ach hilf, heilge Dreieinigkeit, und tröst uns ja in dieser Zeit. Nun singt von Herzen Amen! Mel.: Auf meinen lieben Gott. 591. ott, das Verfolgungsmeer bestürmt 4. Suche mit Erbarmen deinen Knecht, den Armen, welcher ganz verwirrt; wie in wüster Haiden, die Kirche sehr, ihr Schifflein fern von guter Weiden manches geht zu Grunde, wo du zur rech- Schäflein irrt. Hier bin ich, ach, ten Stunde nicht wirst vom finde mich, der nicht mehr wird Schlaf erwachen und alles ruhig unterlassen, dein Gebot zu fassen. machen. Er. Francisci. 2. Drum schreien wir zu dir: Mel.: Gott, du frommer Gott. Hilf, fonft verderben wir! Se:* 593. Herr Jeju, bu reagiert biet den stolzen Wellen, die sich zu deines jo zornig stellen, daß sie za dei Rechten, von Engeln hochgelobt, nen Füßen mit Furcht sich legen verehrt von deinen Knechten. Du müssen. haft für alle Welt am Kreuz genug gethan; nimm dich nun aller Welt in ihrem Elend an. 2. Dein Evangelium gieb allem Volk auf Erden, daß Jude, Heid und Türk dadurch erleuchtet werden; in Ost, Nord, Occident und in dem heißen Land werd hoch dein Ruhm erhöht, dein Name recht bekannt. 3. Laß auch den Unglückswind, der täglich mehr beginnt sich wier uns zu regen, zur Stelle sich bald legen; du wollest ihm gebieten, hinfort nicht mehr zu wüthen. Mel.: Jesu, meine Freude. err, du 4. Wir wollen deine Macht und Hülfe Tag und Nacht mit Mund und Herzen preisen, die du uns wirst erweisen, und rühmen deinen Namen hier und dort ewig. Amen. 3. Nun du kannst es geben, laß die Seele leben, daß sie lobe dich, und hergegen sterben, was nur zum Verderben scheidet dich und mich. Deine Zier, die blüh in mir, deine Heldenhand, die Rechte, helfe deinem Knechte. 3. Auf Erden sei kein Knie, das sich vor dir nicht beuge, und keine Creatur, die dir nicht Dienst und der christlichen Kirche. 305 erzeige; kein Mund, der nicht 2. Herr Jesu, hilf du selbst bekenn, daß Jesus unser Herr, ein Heiland, König sei zu seines Vaters Chr. 4. Komm, froher Tag, o komm! der unsre Sehnsucht stillet und das Verheißungswort im ganzen Sinn erfüllet: Es ist das Reich, die Macht, die Herrlichkeit und Kraft auf ewig unserm Gott und Christo nun verschafft. den Schatz beständig hegen, du mußt selbst durch dein Wort den Trost ins Herze legen; du bist mein, ich bin dein, denn Jesus ist mein Heil; Gott ist mein Gott, mein Schutz und Trost, mein Herzenstheil. 3. Weg alle Traurigkeit! Gott Lob! ich hab gefunden, was kräftig heilen kann die vielen Sün5. Mit Herrlichkeit wird er in denwunden. Mein Jesus lebt Ewigkeit regieren, doch in der in mir; weg alle Seelennoth! Majestät ein Friedensscepter füh- Ich leb in Ewigkeit, des Todes ren. Ihr Völker, jauchzt ihm zu; Macht ist todt. D. J. Olearius. Preis überall nur seiner Ehre voll! jedes, sei 6. Jhm singt der Engel Heer, sein Lob beschäftigt immer des Cherubs starke Kraft, des Seraphs reinsten Schimmer. Der Harfenschläger Chor dort an dem gläsern Meer stimmt an das neue Lied: Dem Lamm sei Lob und Ehr! 7. Vier Thiere um den Thron, die Weltesten auf Stühlen er böhn Gott und das Lamm, deß Herrlichkeit sie fühlen. O sinket, betet an; werft eure Kronen hin vor den, der spricht: Ich war, ich werde sein, ich bin! 8. Ehr sei dem höchsten Gott, dem Sohne gleich dem Vater, dem heilig guten Geist, der Gläubigen Berather! Die auserwählte Schaar, der Himmel weit und breit preif dich, dreieinger Gott, in alle Ewigkeit! Mel.: O Gott, du frommer. err, wenn ich dich 594. Hur hab, was frag Herri ich nach der Erden! Im Himmel ohne dich, kann ich nicht fröhlich werden; wenn Leib und Seel verschmacht, so bist du doch mein Heil; du bleibst mein höchstes Gut, mein Trost meins Herzens Theil. 595. Hemmt ber zu mir! Mel.: Vater unser im Himmelreich. err, weil du so komm ich auch und ruf zu dir: Laß mich stets folgen dir allein, gottsfürchtig, fromm, gehorsam sein; gieb Demuth, Wahrheit, Zucht und Fleiß zu deinem Dienst, Lob, Ehr und Preis. Amen. D. J. Olearius. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 596. Herr, wie du willst, im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier, Herr, laß mich nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst, gieb nur Geduld; dein Wille ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir Herr nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Christum, Amen. Caspar Melissander. 20 306 Vom Worte Gottes Mel.: Freu dich sehr, o meine. eigen Kind. Troß dem, der mich 597. Silf, mein Gott, wie von ihm abtreibe, es ſei Welt, Wahrheit immerdar! Wie so hef- Alles ohne Trug; ich habe Gott tig pflegt zu neiden Welt und und hab genug. Teufel deiner Schaar. Ach, wie tobt die Lüge doch, wenn dein göttlich Wort sich noch etwas weiter will ausbreiten und den Lügengeist bestreiten. 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet, und für das Leben gar der Tod, ich bins zufrieden, weil es wendet zu meinem Besten alles Gott. Wie Gott will, so ist auch mein Will; wie er es macht, so schweig ich still. 2. Doch dein Sohn hats selbst empfunden; Unrecht, Lügen, Spott undHohn, Schläge, Marter, Kreuz und Wunden war sein unverdienter Lohn. Drum, weil er den Feind bekriegt und dem Teufel obgesiegt, wird die Wahrheit stehen bleiben, keine Macht kann sie vertreiben. 3. Gottes Wahrheit wird bes stehen, sein Wort bleibt gewiß und fest, sollte gleich die Welt vergehen. Wohl dem, der sich drauf verläßt! Wer auf diesen Grund gebaut und nur seinem Gott vertraut, der wird fröhlich überwinden und im Tod sein Leben finden. 4. Um mich hab ich mich ausgekümmert, die Sorge ist auf Gott gelegt. Ob Erd und Himmel gleich zertrümmert, so weiß ich doch, daß er mich trägt; und wenn ich habe meinen Gott, so frag ich nichts nach Noth und Tod. 5. Gott, einen solchen Sinn laß haben mich jetzt und bis ins Grab hinein, mit deinen Leidund Freudengaben, wie du sie giebst, zufrieden sein, und spüren die Vergnüglichkeit zur Lebensund zur Sterbezeit. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. Mel.: Wer nur den lieben Gott. Mel.: Erhalt uns Herr bei deinem. 598. bins gewiß, mich" 600. Herr, öffne mir die nichts scheiden von meinem Heil, von meinem Gott! Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden, was acht ich Noth, Tod, Hohn und Spott? Mir bleibt gewiß, was Gott verspricht, ich weiß, mein Jesus läßt mich nicht. Herzensthür; zieh mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein; laß mich dein Kind und Erbe sein. D. J. Olearius. 2. Dein Wort bewegt des Her zens Grund; dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ists, das mein Herz erfreut; dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigfeit sei Lob und Preis in EwigD. J. Olearius. Mel.: Wer mir den lieben Gott. 601. erfreut. 2. Es trobt mein Herz in meinem Leibe auf Gott, weil ich sein Mel.: Wer nur den lieben Gott. 599. Ich bin in allem wohl zufrieden, befind mich ruhig und vergnügt, weil ich hab Gottes Lieb hienieden. Mein Jesus mir im Herzen liegt, keit! der mich und leit, und Gottes Wort mein Herz bin vergnügt und halte itille, wenn mich gleich manche Trübfal drückt, und denke, daß es Gottes Wille und der christlichen Kirche. 307 der mir das Kreuze zugeschickt; und Gnadenwahl alle Tage fester und hat er mir es zugefügt, so bin ich doch mit ihm vergnügt. 2. Ich bin vergnügt in allem Leiden, dieweil es doch nicht ewig währt; es soll mich nichts von Jesu scheiden, weil Leid in Freude wird verkehrt. Mein Heiland hat all Angst besiegt der ganzen Welt: Ich bin vergnügt. werden, daß ich mit der Deinen Zahl, die ihr schönes Erbtheil können ewig unverwelklich nennen, bis zu dir, durch Gottes Macht, werd im Glauben durchgebracht. 3. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen; denn hilft Gott gleich nicht, wie ich will, so hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beste Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn, denn so betrügt die Hoffnung nicht: Ich bin vergnügt. 4. Ich bin vergnügt in meinem Leben; hab ich nicht viel und mancherlei, so glaub ich, daß mir alles geben kann, der mein Gott und Vater sei. Obgleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: Ich bin vergnügt. 5. Ich bin vergnügt, wenn meiner spotten der Satan und die falsche Welt. Was schaden mir die argen Rotten? Ein from mer Christ behält das Feld, wenn er sich nur geduldig schmiegt, und Demuth liebt: Ich bin vergnügt. 6. Ich bin vergnügt auch in dem Sterben, wenn nun der Geist bom Körper eilt; ich weiß, daß wir die Kron ererben, die uns vorlängstens zugetheilt, weil Gott in seinem Wort nicht lügt; drum jag ich noch: Ich bin vergnügt. 7. Ich bin vergnügt in Jesu Armen, und lieg an seiner Liebesbrust. Da kann mein kaltes Herz erwarmen, ich achte teine Men schenlust. Ich habe nun die Welt besiegt und bin vollkommener vergnügt. Clemens Thieme. 2. Bei dir, Jesu, will ich bleiben; halte selbst dein schwaches Kind, bis durchs selge an dich Gläuben Seel und Leib geheiligt sind. Alle Noth will ich dir klagen, alles dir ins Herze sagen, bis du endest meinen Lauf, und dann hört mein Trauern auf. Christian Gregor. Gebet eines Predigers. Mel.: Von Gott will ich nicht. 603. Mein Gott! dir will singen Herzen Lob und Dank, daß du zu hohen Dingen gefördert meinen Gang. Dich rühm ich täglich Herr, daß, eh ich bin geboren, du mich schon hast erkoren zu deinem Prediger. 2. Nun, Herr, dies Amt zu führen, halt ich mich viel zu schlecht, wenn du nicht läsfest spüren mir, deinem armen Knecht, daß du bist stets bei mir mit deines Geistes Gaben; denn wenn ich die kann haben, dien ich mit Freuden dir. 3. Gesegne mein Beginnen mit deiner Gnadenhand; erleuchte mir die Sinnen, damit ich den Verstand der unverfälschten Schrift klar, hell und deutlich fajje, hingegen aber hasse der falschen Lehrer Gift. 4. Begabe mich von oben, daß ich dein theures Wort, trotz aller Feinde Toben, so lehr an meinem Ort, damit dasselbe wohl und recht verstanden werde von meiner lieben Heerde, die ich ver= sorgen soll. Mel.: Jesu, der du meine Secle. 5. Laß mich mein Amt ver602, Las, o Jeju, mir auf walten mit höchstem Fleiß und Erden meinen Ruf Treu, zu rechter Zeit anhalten 20* 308 Vom Worte Gottes mit Strafen ohne Scheu. Mein ab; laß mich die Welt nicht Helfer, stärke mich, des Lebens scheuen, sollt ich den Bettelstab Weg zu bahnen durch Warnen gleich nehmen auch zur Hand. und Ermahnen, durch Trösten Dir will ich dies mein Leben, ja kräftiglich. Leib und Seele geben, o treuer Gott, zum Pfand. 13. Und sollt ich gleich auf Erden, wie die Welt öfters thut, mit Macht verfolget werden, so gieb mir einen Muth, der solches mit Geduld kann fröhlich überwinden, bis ich kann Rettung finden, Herr Gott, durch deine Huld. 6. Und wenn dann kommt die Stunde, daß ich dich loben soll, so sei mit meinem Munde, auf daß er geistesvoll es thue recht mit Kraft. Dein Wort sei nicht vergebens, das edle Wort des Lebens, das so viel Segen schafft. 7. Verhüt, o Herr, in Gnaden bei meinen Schäfelein, was ihnen könnte schaden und dir zuwider sein. Es treibe sie dein Geist, daß fie mich gerne hören, wenn ich will ihnen lehren, was recht und christlich heißt. 8. Laß sie zu Herzen fassen, o Gott, dein theures Wort, daß sie sich drauf verlassen im Glauben immerfort; auch in der Kreugespein laß sie gar nicht vergessen, daß du hast abgemessen, wie viel der'n solle sein. 9. Laß sie auch Thäter bleiben und Hörer nicht allein; laß fie thun, wie sie gläuben und voll von Früchten sein. Denn hierdurch wird erst kund, wenn man Frucht ob der Baum gewesen frisch, tauglich und gesund. 10. O freuer Gott, regiere mich selber auch zugleich, daß ich mein Amt so führe, damit mein Thun gereich allein zu deiner Ehr und Wohlfahrt meiner Heerde; gieb, daß gefunden werde bei mir Trost, Straf und Lehr. 11. Hilf, daß ich nicht entbrenne von Eifer dergestalt, daß ich mich ſelbst kaum kenne, noch suche mit Gewalt, was man durch Freundlichkeit kann von den Schafen haben; doch gieb des Eifers Gaben, o Gott, zur rechten Zeit. 12. Laß weder Gunst noch Dräuen mich von dir wenden 14. Laß doch sein mein Ge wissen von groben Sünden frei und mich stets sein beflissen auf Tugend mancherlei. Mein Thun sei wohlgethan; mein Leben und mein Lehren laß nimmer sich abkehren von deines Wortes Bahn. 15. Nun, Herr, merk auf mein Flehen, so ich jest bringe für; laß es mir so ergehen, wie ich gebeten hier. Verleihe Kraft und Muth, daß ich hier freudig streite, dein theures Lob ausbreite. Hilf, o mein höchstes Gut! 3. Rift. Mel.: Wie schön leuchtet. * 604. Macht weit die Bfor ten Welt! Ein König ists, der Einzug hält, umglänzt von Gnad und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, wer auf vom Todes schlafe stand, der siehet seine Klar heit. Seht ihn weithin herrlich schreiten, Licht verbreiten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die frohe Schaar, die lang in schweren Fejfeln war; er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun, lahm waren sie und gehen nun, todt waren sie und leben. Köftlich, tröstlich allen Kranken, ohne Wanken, ohne Schranken walten seine Heilsgedanken. und der christlichen Kirche. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Sünden ungeheures Heer, das tausend Völker drücket. Um Hülfe schreit es auf zu Gott; doch lebet er und hat die Noth der Sünder angeblicket, betet, rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Armen als ein Heiland voll Erbarmen. 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem Namen! Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche muthig baun! Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, gehet, Himmelserben anzuwerben! Hars ret, ringet! Jesus ist es, der euch dinget. 309 Mel.: In dich hab ich gehoffet. 605. Mein schönſte Zier und Kleinod bist 4. Längst ist in seinem engen Rath für sie zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebahnet. Ohnmächtig droht der Feinde mich trennen. Hohn; schnell steht in Herrlichkeit 3. Dein Wort ist wahr und sein Thron, wo Niemand es ge-| trüget nicht, dasselbe mich dir ahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet! ganz verspricht im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten, und allezeit in Lieb und Leid im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erden so fest steht, ein Jeder muß bekennen: Es soll kein Noth, ja auch kein Tod von deiner Lieb verseige! Flammen, zündet! Tempel Gottes, sei gegründet! A. Knapp. schönste Zier, Herr Jesu Christ, 4. Der Tag nimmt ab. Ach, bleib du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch dein nicht bei uns Licht auslöschen allhier auf Erden. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei. 606. Gott, du höchſter Gnadenhort, ver= leih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 6. O du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch deines Lobs genug auf dieser Welt er schallen? Wann wird der Völter volle Zahl im ungetrübten 2. Der einge Glaube ist die Sonnenstrahl zu deinem Tempel Kraft, der fest an Jesu Christo wallen, wo dich freudig alle haft, die Werk der Lieb sind des kennen, Heiland nennen, die ge- fen Schein, dadurch wir Christi beren, dir auf ewig zugeschwo- Jünger sein. ren? 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deinr Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Conrad Huber. In eigener Melodie. 7. Wir harren dein, du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies, und bittre Quellen strömen süß, wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme 607. Herre Gott, dein göttlich Wort iſt lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und an 310 Vom Worte Gottes dere Apostel mehr aus deinm ich der, dem Sterben kommt zu göttlichen Munde. Das danken gute, dadurch uns haft aus aller dir mit Fleiß, daß wir erlebet Last erlöst mit deinem Blute. han die Stunde, Das dank ich dir, drum wirst du mir nach deinr Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nicht im Tod und auch am Leben. 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr' erbarm dich der'r, die dich noch jetzt verleugnen, und achten mehr auf Menschenlehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Willst du nun fein gut Christe sein, so mußt du erstlich glauben; set dein Vertraun, darauf fest bau Hoffnung und Lieb im Glauben allein durch Christ zu aller Frist; dein Nächsten lieb darneben; das Gewiſſen frei, rein kann geben. 4. Allein, Herr, du mußt solches thun doch gar aus lauter Gnaden. Wer sich deß tröst, der ist erlöst, und kann ihm Niemand schaden. Ob wollten gleich Babst, Kaiser, Reich sie und dein Wort vertreiben, ist doch ihr Macht gen dir nichts g'acht, sie werd'ns wohl lassen bleiben. 5. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, dein Wort verachtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht: es sei nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort. Jsts nicht ein teuflisch Wesen? 6. Ich glaub gwiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns thut schreiben: Eh muß geschehn, daß all's vergeh, dein göttlichs Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid vieln hart verstockten Herzen; kehrn sich nicht um, werden sie drum leiden gar große Schmerzen. 7. Gott ist mein Herr, so bin 8. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht, als treue Knecht, im Herzn und Glauben fassen; giebst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. O Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. A. H. 3. W. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens 608. Jeſu Chriſte, wahres die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet sein, auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil; laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gebn; mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich, auf Erden wie im Him melreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. und der christlichen Kirche. Mel.: Erhalt uns, Herr. 609. starker Gott in Himmels Thron, wach auf und hilf durch deinen Sohn! Schau, wie hat sich der Feind geriist, daß er dein liebe Kirch verwüst. 2. Wir wissen keinen Widerstand den Schöpfer kann ergrünstand, Herr, ohn dein Macht den. Sein Wesen ist verborgen und starke Hand; drum mach dich gar, doch ist durchs Wort uns selber auf den Plan, du bist der offenbar, wie wir ihn sollen ehren. rechte Kriegesmann. 4. Du kamst darum, o Gottes Sohn, herunter auf die Erden, daß Gottes Will vons Himmels Thron uns kundbar möchte werden. Wir danken dir und bitten dich, laß deine Lehr gewaltiglich in aller Welt erschallen. 5. Die aber in der Christenheit Gott wissen recht zu nennen, daß er ist Drei in Einigkeit, die Ihn also bekennen, verknüpfe durch der Liebe Band, daß man in jedem Reich und Land nur Wahrheit such und Frieden. 3. Uns fränkt im Herzen nichts so sehr, als daß deins Namens Wort und Chr so gar schrecklich geschändet wird und manchermenschen Herz verführt. 4. Der Feind frohlockt zwar sehr und lacht, weil ers so gar hoch hat gebracht; sein Sinnen steht auf lauter Krieg und meint, er habe schon den Sieg. 311 wollen dies nicht hören, daß du der wahre Gott auch seist, mit Vater und dem heilgen Geist gleich ewig und allmächtig. 3. Herr, mache ihnen doch bekannt, daß kein Geschöpf zu finden, so durch erschaffenen Ver5. Du aber in dem Himmel hoch, o wahrer Gott, lebst gleich wohl noch. Die Sach ist dein, das Wort ist dein, drum laß es dir befohlen sein. 6. Vor denen, die in Glaubensfach als Ketzer uns verdammen und noch dazu uns stellen nach mitDrangsal, Schwert und Flammen, nimm uns in deinen starken Schuß, laß aller Feinde List und Truß zu nicht, zu Schanden werden. 7. Verleihe, daß die reine Lehr dämpf allen Aberglauben, damit man dir nicht deine Ehr aus falschem Wahn mög rauben; daß man auch Niemand in der Noth, als nur allein dich, wahren Gott, Mel.: Es spricht der Unweisen. 610. treuer eiland, um Hülf und Rettung bitte. Jesu Christ, der du am Kreuz gestorben und von dem Tod erstanden bist, du hast uns ja erworben, daß alle Men schen insgemein durch dein Blut mögen selig sein, wenn sie nur an dich glauben. 8. Auch weil so viel an manchem Ort aus Unverstande fehlen, so gieb, daß sie auch durch dein Wort die rechte Bahn erwählen. Hilf, daß wir von dem Irreweg sie bringen auf der Wahrheit Steg in Freundlichkeit und Sanftmuth. 9. Dein Wort erhalte hell und klar uns fort und unsern Kin6. Es muß vergehn eh Himml und Erd, ch daß dein Kirch vertilget werd; ohn dich hat sie kein Aufenthalt, drum brich des Feindes groß Gewalt. 7. Behüt uns und das ganze Land, gieb uns ihm ja nicht in die Hand. Erhalte uns dein reines Wort, so loben wir dich hier und dort. M. Behemb. 2. Erbarme dich der blinden Leut, die sich selbst so bethören durch ihrer Sinnen Eitelkeit und 312 Vom Worte Gottes dern, daß man dabei bleib im- nicht an, sie will mich deß ers merdar, so wird uns gar nicht götzen mit ihrer Lieb und Treu hindern, was die Vernunft je an mir, die sie zu mir will seßen hat erdacht, und Menschenhand und thun all mein Begier. hervorgebracht, zuwider deinem Willen. 10. Gieb uns auch allen deine Gnad, daß wir das Böse lassen und vorsäßliche Sündenthat von Herzen immer bassen, auf daß wir nach dem Jammerthal des Glaubens Ende allzumal, die Seligkeit erlangen. 2. Sie trägt von Gold so reich ein Kron, da leuchten in zwei Sterne; ihr Kleid ist wie die Sonne schön, das glänzet hell und ferne, und auf dem Mond ihr Füße stehn; sie ist die Braut, dem Herrn vertraut; ihr ist weh und muß gebären ein schönes Kind, den edlen Sohn und aller Welt ein Herren, dem sie ist unterthan. 611. Rett, Mel.: Erhalt uns, Herr, bei. ett, o Herr Jesu, rett dein Ehr, das Seufzen deiner Kirchen hör; der Feind' Anschläg und macht zerstör, die jetzt verfolgen deine Lehr. 2. Groß ist ihr List, ihr Truß und Macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoff nung wird verlacht, wir sind bei ihn'n wie nichts geacht. 3. Vergieb uns unsre Missethat. Vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Beweis den Feinden in der That, es gelte wider dich kein Rath. 4. Steh deinem kleinen Häuflein bei. Aus Gnaden, Fried und Ruh verleih; laß Jedermann erkennen frei, daß hier die rechte Kirche fei. 5. Laß sehn, daß du seist unser Gott, der unsre Feinde sett zu Spott, wirft ibre Hoffahrt in den Koth, und hilft den Seinen aus der Noth. Johann Heermann. In eigener Melodie. Offenb. 12, 1-6. 3. Das thut dem alten Drachen Zorn und will das Kind verschlingen. Sein Toben ist doch ganz verlorn; es kann ihm nicht gelingen; das Kind ist doch gen Himmel hoch genommen hin und läffet ihn auf Erden fast sehr wüthen. Die Mutter muß gar sein allein; doch will sie Gott bes hüten und der recht Vater sein. Dr. Mart. Luther. Mel.: Ach, was soll ich Sünder. 613. Sollt ich meinen Je nen Jesum laß ich nicht, meines Herzens Zuversicht, der mich führt zur Himmelsstraßen. Laß mich, was dein ist, anmaßen, Jesu, laß mich dich nicht lassen. 2. Sollt ich meinen Jesum lassen? Nein, mein Jesus läßt mich nicht, weil mir sein Wort Hilf verspricht, Jesus kann mich nicht verlassen. Laß mich, was dein ist, anmaßen, Jesu, laß mich dich nicht lassen. 3. Jejum kann ich nicht ver612. Sie ist mir lieb, die Laffen, denn ich bin auf ihn gewerthe und kann ihr nicht vergessen. Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt, fie hat mein Herz besessen. Ich bin ihr hold; und wenn ich follt groß Unglüc ban, da liegt baut, er hat vertraut, er erquickt mich ohne Maßen. Laß mich, was dein ist anmaßen, Jesu laß mich dich nicht lassen. D. J. Olearins 313 und der christlichen Kirche. Mel.: Warum sollt ich mich. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. * 614. Süß ists, für ein 615. Verzage nicht, o Häufewges Leben dengut, Leib und Blut willig hinzugeben. Pilger sind wir noch hienieden; droben hat eine Statt uns der Herr beschieden. lein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tausend gehn zu ihren Thoren selig ein, werden sein ewig unverloren. Auch die Herrlichkeit der Heiden findet Bahn, dringt hinan in die Stadt der Freuden. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, laß ihn alleine walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl kennt, dir helfen 3. Sehnend rufen sie dem Hüschon, dich und sein Wort erter: ,, Ist die Nacht schier vollbracht? Wo sind unsre Güter?" Doch getrost, der ewgen Gnade Sonnenschein strahlt herein auf die finstern Pfade. 4. Gnade weht an ihren Orten. Manches Herz, hart wie Erz, ist schon weich geworden, denn das Wort von Christi Leiden kann allein Mark und Bein, Leib und Seele scheiden. 5. Das muß edle Früchte tragen, das erneut unsre Freud in den bösen Tagen. Daß man darauf möge warten, gibt uns Gott ohne Noth keinen Rosengarten. 6. Selig, wen von Welt und Sünden Christus reißt, und ihn heißt seinen Tod verkünden; denn es ist die beste Gabe, theuerwerth, ihm beicheert mit dem Wanderstabe. 7. Selig, wer im Kampf bestehet, Glauben hält, und ins Feld guten Samen fäet! Nach dem Beinen, nach dem Ringen wird er nun friedlich ruhn, und viel Garben bringen. 8. Jesu, süßes Licht der Seele, tritt herzu, falb uns du mit dem Freudenöle! Was du dir an uns ersehen, was du willst, und befiehlst, müsse dir gescheben! Alb. Knapp. halten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. 4. Drum sei getrost, du fleines Heer, streit ritterlich für Gottes Ehr, und laß dir gar nicht grauen! Er wird den Feinden nehmn den Muth; daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 5. Amen! Das hilf, Herr Jesu Christ, dieweil du unser Schußherr bist, hilf uns durch deinen Namen; so wollen wir, deine Gemein, dich loben und dir dankbar sein, und fröhlich singen Amen. V. 1-3 v. J. Fabricius. In eigener Melodie. Psalm 124. 616. Mär Gott nicht mit uns so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit wir hätten mußt verzagen da wir ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns seben alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn. Wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin 314 Vom Worte Gottes mit ganzem Leib und Leben;| trautes Gut, dein Wort, dein wir wärn, als die ein Fluth er- Geist, dein Leib und Blut mich jäuft, und über die groß Wasser inniglich erquicken. Nimm mich läuft und mit Gewalt verschwem- freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden. Auf dein Wort komm ich geladen. met. 3. Gott Lob und Dank! Der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unfre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. Martin Luther. In eigener Melodie. Psalm 45. 617. Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werthe Kron, wahr'r Gottes- und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Gia, eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitentlang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen den liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräutigam mein zu Ehren und Ge fallen! Singet, klinget, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und Q, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolai. Mel.: Ich dank dir, Gott, für. 3. Gieß sehr tief in mein Herz 618. Wir danken dir, Gott hinein, du Herr Gott allein, die Flamme deiner Liebe, daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwählten Leib, in frischem Liebestriebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. für daß du dein Wort an diesem Ort mit hellem Schein erhalten rein und bitten dich, laß sicherlich je mehr und mehr die reine Lehr ausbreiten sich zu deiner Ehr. 2. Der Schaß ist theur, drum wehr und steur der Feinde Truß, halt selber Schuß, daß sie mit 4. Von Gott kommt mir ein Freu- List und Mordgelüst dies schöne denlicht, wenn du mit deinem Licht auslöschen nicht. Laß ihren Angesicht mich freundlich thust Rath, der früh und spat läuft anblicken. Jesu, du mein wider uns, nicht finden Statt. und der christlichen Kirche. 315 3. Gieb solche Leut, die unge- in Freud und Schmerz es aus scheut uns zeigen an die rechte der Acht nicht lassen; daß wir Bahn, die du bereit zur Selig- nicht Hörer nur allein des Worteit; mit deinem Geist ihn'n Hülfe tes, sondern Thäter sein, Frucht leist, daß nicht mit Macht werd hundertfältig bringen. bergebracht des alten Gräuels finstre Nacht. 4. Darinnen nicht ein Fünklein Licht in Angst und Leid von Trost und Freud. Dein Wort allein kann tröstlich sein; dasselb erhalt bei Jung und Alt bis an das End und stürz behend, der uns raubt Wort und Sacrament. J. Heermann. Mel.: Es spricht der Unweisen. Luc. 8, 4-15. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen. In Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen. Der Samn, der in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem fruchtbarn guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deineLehr und Huld in feinem, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünden meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall nebst bösen Lüsten dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen. Erhalt es bei uns klar und rein! hilf, daß wir draus ge= nießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. Oheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. D. Denike. 619. Mir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten aus gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben wird bekannt dein Will und deine Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von dem Himmelsthron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben, und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jeder zeit mit Sanftmuth, Ehrfürcht, Lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende, weil ihr Gespött, sammt ihnen, drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. uns In eigener Melodie. Psalm 124. 620. Wo Gott der Herr das Herz, daß wir dein Wort nicht bei uns wenn unsre Feinde toben, und recht fassen; in Lieb und Leid, er unsrer Sach nicht zufällt im 316 Vom Worte Himmel hech dort oben, wo er Ifraels Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, er wird ihrn Rath auf decken. Wenn sies aufs fligste greifen an, so geht doch Gott ein ander Bahn; es steht in seinen 3. Sie wüthen faſt und fah: cen her, wollten sie uns fressen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen umher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn; deß wird sich Gott erbarmen. Gottes 8. Den Himmel und auch die Erden, hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden; das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, bis an das End beständig sein; die Welt laß immer murren. Justus Jonas. 4. Sie stellen uns wie Keter nach, nach unserm Blut sie trachten; noch rühmen sie sich Christen auch, die Gott allein groß ach ten. Ach Gott, der theure Name dein muß ihrer Schalkheit Dekfel sein. Du wirft einmal aufwachen. Mel.: Lobet Gott unsern Herrn, oder: Befiehl du deine Wege. 621. Wohl dem, der Jeſum Himmelswort, der wird niemals betrübet vons Teufels Höllenmord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet Lebens voll. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport? Hat dich die Welt verwirret? Komm, hier ist Gottes Wort, das wird dir Flärlich weisen die rechte sichre Bahn, dahin du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 5. Auf sperren sie den Rachen weit und wollen uns verschlingen, Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen; er wird ihr Strick zereißen gar, und stürzen ihre falsche Lahr; sie werdens Gott nicht wehren. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet? Komm, hier ist Gottes Wort, dies wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 6. Ach Herr Gott, wie reich 4. Hat Satan dich verblendet tröstest du, die gänzlich sind ver- und dich bald hier, bald dort lassen; die Gnadenthür steht nim- vom Guten abgewendet? Komm, mer zu; Vernunft kann das nicht hier ist Gottes Wort, dies mafaffen; sie spricht: Es ist nun chet, daß die Blinden sich zu dem alls verlorn, da doch das Kreuz rechten Steg hinwieder können hat neu geborn, die deiner Hülfe finden von ihrem Irreweg. warten. 5. Wirst du auch gleich geführet 7. Die Feind sind all in deiner durch den stockfinstern Ort, da Hand, dazu all ihr Gedanken; sonst der Tod regieret? Komm, ihr Anschlag sind dir wohl be hier ist Gottes Wort, dies ist kannt; hilf nur, daß wir nicht wan- der Stab und Stecken, mit dieten. Vernunft wider den Glauben sem kannst du dich vors Teufels ficht; aufs Künftig will sie trauen| List und Schrecken beschüßen richt, da du wirst selber trösten. mächtiglich. 317 3. Drum wird er mich verlassen nicht nach seiner Pflicht, er kann mich wohl behüten, viel Wohlthat hat er mir erzeigt, wie sichs eräugt, nach aller seiner Güte, hält bei mir fest, mich nicht verläßt in Angst und Noth, in Kreuz und Tod; zu ihm steht mein Gemüthe. und der christlichen Kirche. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahrt durch deine Huld, damit in Kreuzesschmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophie, Landgr. zu Hessen. Mel.: Mag ich Unglück nicht. Gott allein 4. Seins Worts will ich mich 622. 3ichs gestellt, wie's nehmen an, davon nicht lahn, ihm gefällt, drein will ich mich ergeben. Vom ihm laß ich in teiner Noth, er ist mein Gott im Tod und auch im Leben. Hab nie geacht eines Menschen Macht; bei Gott ich bleib, wag Gut und Leib; er kann mirš wieder geben. so lang ich leb auf Erden; damit der reinen Lehre Schatz vom Menschensaß mög recht geläutert werden. Menschlich Gedicht bestehet nicht. Gotts Wort allein giebt hellen Schein und zeigt das ewge Leben. 2. Ob diese Welt schon tobet sehr ob reiner Lehr und will mich davon führen, muß sie Gotts Wort doch lassen stahn, und kein'n Dank han, er kann ihrm Troß bald steuren. Gott ist mit mir nach allr Begier; die Sach ist jein, er weiß allein das Recht hinaus zn führen. 5. So hilf mir nun, Herr Jesu Christ, zu aller Frist, daß mirs ja wohl gelinge; dein Geist, Gnad und Kraft mir auch gieb, daß ich dich lieb und fürcht vor allen Dingen. Was kann die Welt, die auf mich hält? Gott ist mein Hort, sein ewges Wort, das wird mit Macht durchdringen. Christian II., Churf. in Sachsen. XXXI. Vom christlichen Leben und Wandel. In eigener Melodie. und Donner her gehen, so will ich 623.2ch alles, was Himmel bei Jesu doch immerfort ſtehen. und Erdenumschließet, sei von mir viel tausendmal schöne gegrüßet; was hören kann höre ich will sonst nichts wissen, als meinen gefreuzigten Jesum zu küssen. 4. Und sollte auch alles in Trümmern zergeben, daß nichtes mehr bliebe auf Erden bestehen, so soll doch mein Herze bei Jesu verbleiben, von welchem mich ewig kein Teufel soll treiben. 2. Ich rühme mich einzig der blutigen Wunden, die Jesus an Händen und Füßen empfunden; drein will ich mich senten, recht christlich zu leben, daß einstens ich himmelan fröhlich kann streben. 5. Denn Jesus erquicket die schmachtenden Herzen, versüßet mit Freuden die bitteren Schmerzen. Das weiß ich nun alles, drum will ich nicht lassen hier meinen Herrn Jesum, ich muß ihn umfassen. 3. Es mag die Welt stürmend gleich wüthen und toben, den lieblichen Jesum will dennoch ich 6. Ach sehet, mein Jesus loben; es mögen gleich Bliße kommt freudig gegangen und 318 Vom christlichen Leben und Wandel. will mich in Liebe gleich brün- Mel.: Ach was soll ich Sünder. ftig umfangen. Liebe, o Freude,* 625. Auf, ihr Streiter, o süßestes Leben, wer wollte an Jeju nicht immerdar kleben? 7. Auf Jesum sind alle Gedanken gerichtet, dem hab ich mich gänzlich mit allem verpflich tet; ich habe mir Jesum vor allen erlesen, so lange mich träget das nichtige Wesen. 8. Wenn Augen und Herzen im Tode sich beugen, so will ich doch endlich mit Seufzen bezeu gen, daß Jesus, mur Jesus mein Heiland soll heißen, von welchem mich ewig kein Teufel soll reißen. Mel.: In dich hab ich gehoffet. Recht glauben. 624. Ach Gott, dein liebes Kind ich bin, gieb mir des Glaubens lautern Sinn, daß ich im Glauben fasse mein'n Jesum Christ, ohn Trug und List, all falsche Wege haffe. Christlich leben. 2. Laß mich, o Herr, im Glauben rein christlich gottselig leben fein, die guten Werke üben, der Sündenbahn ganz müßig gehn, den Nächsten herzlich lieben. Geduldig leiden. 3. Im Kreuz verleih mir deine Huld, daß ich es trage mit Geduld in guter Hoffnung lebe, beständiglich auch ferner mich deinm Wohlgefalln ergebe. Andächtig beten. 4. Mein armes Seufzen müsse dir, mein Gott, genehm sein für und für um Jesu Christi willen, dadurch mein Herz in allem Schmerz ich könne glücklich stillen. Selig sterben. 5. Laß mich gedenken an mein End, daß ich mich, Herr, zu dir bald wend und selig möge sterben; durch deinen Geist mir Beistand leist, mach mich zum Himmelserben. durchgedrungen! Auf, und folgt dem Lamme nach, das durch Marter, Hohn und Schmach sich auf Zions Berg geschwungen! Nach! Das Haupt hat schon gesiegt! Nach, daß ihr nicht müßig liegt! 2. Fort! Nur nach mit Wachen, Beten! Fort! Was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt und den Schlangenkopf zertreten. Tretet nach in seiner Kraft! Christus ists, der Sieg verschafft. 3. Niemand soll in Zion spre chen: Ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann kein armer Sünder | brechen; denn der Herr ists, der uns heilt, und den Schwachen Kraft ertheilt. - 4. Sind wir schwach- das Lamm hat Stärke; sind wir arm der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 5. Ja, er kann und will uns schützen. Drum, so bringet muthig ein; schämet euch, so träg zu sein und aus Bagheit still zu siben! Schmach, wem noch vorm Feinde graut, weil er Jesu nicht vertraut! 6. Niemand wird zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und die Enakstinder dämpft, weil wir in der Wüsten wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 7. Nun so wachet, kämpft und ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf dem Berge stehn, wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist die Wochenlast gethan, alsdann geht der Sabbath an. I. I. Rambach. Vom christlichen Leben und Wandel. 319 Mel.: Was mein Gott will, das. sonders nur nach rechter Schnur 626. Ach höchster Gott, verder wahren Chriſten lebe. leihe mir, daß ich 7. Vor Schreicheln, List und nur dich begehre, und daß ich Heuchelei bewahre mir die Sinchristlich für und für durch dich nen, und laß mich ja durch Gleißmich neu gebäre, daß ich, dein nerei den Nächsten nicht gewinnen. Kind, dich such und find in allem Laß Ja und Nein mein Antwort Kreuz und Leiden, damit nicht sein, darnach man sich zu richten; Tod, noch Höllennoth mich je- denn dieses kann bei Jedermann mals von dir scheiden. die Sachen leichtlich schlichten. 2. Gieb meinem Herzen wahre Neu und Thränen meinen Augen, daß ich hinfort das Böse scheu, und meine Werke taugen. Hilf, daß ich sei ohn Heuchelei, ein Schuß und Trost der Armen, auch jederzeit voll Freundlichkeit mich ihrer mög erbarmen. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Welt, empfinde Lust, und stets also mich übe, nach deinem Wort, an allem Ort in tugendlichen Dirgn: so wird mein Geist sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demuth leben; Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben, wenn schon durch List mein Nebenchrist ins Elend mich getrieben; weiß ich doch wohl, daß man auch soll die ärgsten Feinde lieben. 8. Herr, säubre doch von Eitelteit mein sündliches Gemüthe, daß ich in dieser kurzen Zeit vor schnöder Lust mich hüte. Der Herzensgrund sei wie der Mund, dem Nächsten nicht zu Schaden: so werd ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmähen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang fammt aller Trägheit haffe; dagegen, Herr, mein Lebenlang mein Arbeit so verfasse, daß ich zur Noth mein täglich Brod mit ich soll, fein sanft und wohl in Ehren mög erwerben, und wenn dir, Herr Jesu, sterben. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe, und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemühe; so kann kein Leid in dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, besonders ich werd ewiglich bei dir, Herr Jesu, bleiben. Johann Rift. 5. Herr, gieb mir diese dreierMel.: Herr Jesn Christ, wahr. lei: erſt einen feſten Glauben, 627. 2, Jeſu, werther welchem rechte 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt mög inniglich verachten; auch nimmermehr nach hoher Ehr und großem Namen strebe. benimmer steh auf Schrauben; daß Himmelsthür, Held, Davids ich mich üb in wahrer Lieb, und Sohn, du bist mein Heiland in hoff auf deine Güte, die mich, oder Noth, mein Arzenei für Sünd Gott, vor Schand und Spott und Tod. auch bis ins Grab behüte. 2. Ach, zeige mir die rechte Bahn, wie ich soll steigen himmelan; ertheile mir Trost, Hülf und Rath für alle meine Missethat. 3. Herr Jesu, gieb die Gnade mir, daß ich in allem folge dir, 320 Vom christlichen Leben und Wande.. ja, durch viel tausend Ungemach immer siegt und nimmermehr im das liebe Kreuz dir trage nach. Kreuz erliegt. 4. Wohl mir, wohl mir, wenn Nacht und Tag ich mich an dir ergößen mag; dann bin ich rechter Freude voll, wenn ich dich, Jesu, haben soll. 14. Dein Segen und Barmherzigkeit halt über mir fort allezeit, und wenn die böse Stund anbricht, Herr Jesu, so verlaß mich nicht. 5. Kein Leiden unterdrücket mich, wenn, Jesu, ich nur habe dich; kein Angst und Noth kann sein so schwer, dein süßer Nam erfreuet mehr. 6. Durch dich, o Heiland, kann allein mein Elend mir er träglich sein; denn wenn ich voller Schmerzen bin, kann ich sonst nirgends fliehen hin, 7. Als nur zu dir, o Gotteslamm, mein Arzt, mein Seelen9. Ach, dieser ist fürwahr kein Christ, der zu der Schmach nicht munter ist, der nicht um dich des Kreuzes Last mit Freuden auf die Achsel faßt. 15. Errette mich aus aller Noth durch deinen herben bittern Tod; zieh mich nach dir mit deiner Hand in das gelobte Vaterland. Mel.: daß ich tausend Zungen. bräutigam; du bist mein Schmuck, 628. Ach, fagt mir nichts von Gold und mein Hort und Heil, mein Schuß, mein Helfer und mein Theil. 8. Warum wollt ich doch sterben nicht, wenn ich, o meine Zuversicht, wenn ich bei dir zu aller Zeit genießen soll der Seligkeit? 10. Ich schreie, Jesu, Weh und Ach. Herr Jesu, hilf, ich bin sehr schwach; zwar willig ist der Geist und gut, das Fleisch hat aber schwachen Muth. 11. Komm, Seelenarzt, und stärke mich, daß ich dir folge williglich, daß ich dir dien ohn Heuchelei und mir dein Kreuz ein Beispiel sei. 12. Gieb Glauben, Liebe, gieb Geduld; verzeihe, Jeju, alle Schuld; zieh mich ab von der bösen Schaar, denn sie nichts bringet als Gefahr. 13. Laß keine Freude, keine Lust mir außer dir hier sein bewußt; denn wer dich liebet, 16. Fahr hin, fahr hin, du schnöde Welt, du Seelengift, weg Gold und Geld! Mein Heiland, mein Herr Jesus Christ, mein bester Schatz und Reichthum ist. zen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja gar nichts ergößen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide, und finde, was mein Herze stillt. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit lann alles das berwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; fein Thron bleibt stets in gleichen Ehren, von nun an bis in Ewigkeit. Ein Jeder liebe, was er will, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes An Vom christlichen Leben und Wandel. 321 gesicht, und was an Schmuck um dir viel mehr denn Gold, das ihn zu finden, verbleichet und glaube mir; roenn Geld und Gut veraltet nicht. Ein Jeder liebe, sich von dir scheidt, so weicht was er will, ich liebe Jesum, doch nicht die Frömmigkeit. der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben, und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schäße geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein Jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Gedenk der Armn zu aller Frist, wenn du von Gott geseg= net bist; sonst dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom reichen Mann. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Angelus. Das goldene A. B. C. In eigener Melodie. 10. Kehr dich auch nicht an Jedermann, der dir vor Augen dienen kann; nicht alles geht 629. Allein auf Gott seb von Herzensgrund, was schön und lieblich redt der Mund. dein Vertraun, auf Menschenbülf sollst du nicht baun. Gott ist allein, der Glauben hält, sonst ist kein Glaub mehr in der Welt. 2. Bewahr dein Ehr, hüt dich vor Schand, Ehr ist fürwahr dein höchstes Pfand; wirst du die Schand einmal versehn, so ists um deine Ehr geschehn. 3. Claff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr; mit Schweigen sich verredt Niemand, Claffen bringt manchn in Sünd und Schand. 8. Hat dir Jemand was Guts gethan, da sollst du allzeit denken dran; es soll dir sein von Herzen leid, wenns deinem Nächsten übel geht. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich; hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 4. Dem Größten weich, acht dich gering, daß er dich nicht in Unglück bring; dem Kleinsten auch kein Unrecht thu, so lebst du stets in Rast und Ruh. 5. Erheb dich nicht in stolzem Muth, wenn du bekommen hast groß Gut; es ist dir nicht darum gegebn, daß du dich dadurch sollst erhebn. 6. Frömmigkeit laß gefallen 11. Laß kein Unfall verdrießen dir, wenn das Glück wohnet nicht bei dir; Anfang und Ende sind nicht gleich, wie solches ofte findet sich. 12. Mäßig im Born sei allezeit, um klein Ursach erheb kein Streit; durch Zorn das Herze wird verblendt, daß Niemand recht damit erkennt. 12. Nicht schäm dich, rath ich allermeist, daß man dich lehr, was du nicht weißt. Wer etwas kann, den hält man werth, den Ungeschickten Niemand begehrt. 14. O merk, so einer führt ein Klag vor dir, sollst du sobald der Sach nicht gläuben, auch nicht richten fort, sondern hörn erit des Andern Wort. 15. Pracht und Hoffart meid überall, daß du nicht kommest zu Unfall; Mancher wär ein behaltner Mann, hätt er Hoffart und Pracht gelan. 16. Quad von Niemand ge21 322 Vom christlichen Leben und Wandel. denk noch sprich, denn kein Mensch| unberlebet einen freien Heldenlebet ohne Gebrech; redest du muth. alls nach deinem Willn, wird man dich gar bald wieder stilln. 17. Ruf Gott in allen Nöthen an, er wird gewißlich dir beistahn; er hilft einm Jeden aus der Noth, der nur nach seinem Willen thut. 2. Der mich hat bisher ernähret, und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 18. Sieh dich wohl vor, die Zeit ist bös, die Welt ist falsch und sehr gottlos; willst du der Welt viel hangen an, ohn Schad odr Schand kommst nicht davon. 19. Tracht stets darnach, was recht gethan, ob dich schon nicht lobt Jedermann; es kanns doch Reiner machen so, daß Jedermann gefallen thu. 20. Verlaß dich nicht auf irdisch Ding, all zeitlich Gut verschwindt gering; darum der Mensch gar weislich thut, der allein sucht das ewig Gut. 3. Viel bemühen sich um Sa chen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind. Ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen, und man jett gar selten findt. 22. Xerres verließ sich auf sein Heer, darübr ward er geschlagen jehr; so du mußt kriegen, Gott vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem 21. Wenn Jemand mit dir hadern will, so rath ich, daß du schwei-| Willen mein Verlangen zu ergest still, und ihm nicht helfest füllen; es hat alles seine Zeit. auf die Bahn, da er gern wollt Ich hab ihm nichts vorzuschrei ein Ursach han. ben; wie Gott will, so muß es bleiben; wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 23. Ye länger, je mehr kehr dich zu Gott, daß du nicht kriegst des Teufels Spott. Der Mensch ein solchen Lohn wird han, wie er im Leben hat gethan. Mel.: Christe, der du bist Tag. 24. Zier all dein Thun mit 631. Bedent, o Menſch, ſtels ohne Spott dein Redlichkeit, bedenk zum End den letten Bicheid; denn vor gethan und nach bedacht, hat manchen in groß Leid gebracht. Bartholomäus Ringwald. In eigener Melodie. 630. Alles ist an Gottes Segen und an sei ner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott feinhoffnung sebet, der behält ganz End und deines Jesu Tod, die Noth auf Erd und böse Zeit, des Himmels Freud und Herr lichkeit. 2. Der Höllenglut und schwere Pein, das soll dein Angedenken sein. Lebst du nun lang, so lebe Gott; wer lebt der Welt, ist lebend todt. 3. Geh, wie es will, dein höch Vom christlichen Leben und Wandel. 323 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles 632. Befiehl du deine führen soll; Gott fizt im Regimente und führet alles wohl. Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergebn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk foll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst eigner Pein läßt Gutt sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst, er wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk binausgeführet, das dich bekümmert hat. fter Trost ist, daß dich Christus hat erlöst. Dem leb und sterb auch immerdar und acht sonst alles wie ein Haar. 4. Denn was ist diese ganze Welt mit aller Pracht, Ehr, Gut und Geld? Wenn kommt der Tod, ſo ist es aus, es wird nur Staub und Asche draus. M. J. Staub. In eigener Melodie. Psalm 37, 5. 3. Dein ewge Treu und Gnade, 10. Wirds aber sich befinden, o Vater, weiß und sieht, was daß du ihm treu verbleibst, so gut sei oder schade dem sterblichen wird er dich entbinden, wenn dus Geblüt; und was du dann erle- am mindsten gläubst. Er wird fen, das treibst du, starker Held, dein Herz erlösen von der so und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg bast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht, dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als frag er nichts nach dir. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen haſt. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du haft und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth! Stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unire Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhard. 21* 324 Vom christlichen Leben und Wandel. Mel.: Ermuntre dich, mein. Wer brachte Sonn und Mond 633, Du bist ein Mensch, berfür? Wer machte Kräuter, das weißt du wohl, Bäum und Thier, und hieß sie was strebst du denn nach Din- deinen Willen und Herzenslust gen, die Gott der Höchst alleine erfüllen? soll und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und dentst: Wie wills auf Erden doch endlich mit mir 7. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall für dich sich hat erhoben. Dein Brod, dein Wasser und dein Kleid war eher noch, als du, bereit; die Milch, die du erst nabmest, war auch schon, da du famest. 8. Die Windeln, die dich allgemach umfingen in den Wiegen, dein Bettlein, Kammer, Stub und Dach und wo du sollteſt liegen, das war ja alles zugericht, eh als dein Aug und Angesicht eröffnet ward und sahe, was in der Welt geſchahe. 9. Noch dennoch soll dein Angesicht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als was dein' Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 4. Wer hat gesorgt, da deine Seel im Anfang deiner Tage noch in der Mutter Leibeshöhl und finsterm Kerker lage? Wer hat allda dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, da Geist und Sinn und Leben dir ward ins Herz gegeben? 10. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen. Hingegen, wie so manchesmal ist doch geschehn, was überall kein Mensch, kein Rath, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. 5. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibehaut undHülle? Wer zog die Adern hier und dort ein jed an ihre Stell' und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 11. Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenom men, und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rath, in dem dus angefangen, du wärst zu Grunde gangen. 6. Wo war dein Herz, Will und Verstand, da fich des Himmels Decken erstreckten über See 12. Der aber, der uns ewig und Land und aller Erden Ecken?| liebt, macht gut, was wir berwerden? 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinem Dich ten auch nicht ein einzges kleines Haar in aller Welt ausrichten; und dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest, und selbst das Leben fürzest. 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf die Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. Vom christlichen Leben und Wandel. 325 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme; bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme so wird er dich durch seinen Geist, auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen, aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhard wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüth und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nißet, da unterdessen unser Will und Herz in Nengsten fizet, sucht hier und da, und findet nichts, will sehn, und mangelt doch bes sich winden, und kann den Weg nicht finden. 14. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Nath geführet. 15. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth, und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir, sein Eingeweid ist gegen dir und uns hier allzusammen voll allzu süßer Flammen. 16. Er hizt und brennt von Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie seinem Muth zu Muthe sei, wenn wir uns oftmals kränken mit so vergebner Sorgenbürd, als ob er uns nun gänzlich wird aus lauterm Zorn und Hafsen ganz hülf- und trostlos lassen. 17. Das schlag hinweg, und laß dich nicht so leichtiglich bethören. Obgleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermehren, so wird doch wahrlich das geschehn, was Gott, dein Vater, auserfehn; was er dir zu will kehren, das wird kein Mensche wehren. Mel.: Mein' Augen schließ ich. 634. Du liebe Unschuld du, wie wirst du geacht! Wie oftmals wird dein Thun von aller Welt verlacht. Du dienest deinem Gott, hältst dich nach seinen Worten, darüber höhnt man dich und drückt dich aller Orten. 2. Du gehst geraden Weg, fleuchst vor der krummen Bahn; ein andrer thut sich zu, und wird ein reicher Mann, vermehrt sein kleines Gut, füllt Kasten, Boden, Scheunen; du bleibst ein armer Tropf und darbest mit den Deinen. 3. Du strafft der Bösen Werk, und sagst, was unrecht sei; ein andrer braucht die Kunst der süßen Heuchelei; die bringt ihm Lieb und Huld, und hebt ihn auf die Höhen, du aber bleibst zurück und mußt da unten ſtehen. 4. Du sprichst, die Tugend sei der Christen schönste Kron; hingegen hält die Welt von Reputation. Wer diese haben will, jagt sie, der muß gar eben sich schicken in die Zeit, und gleich den andern leben. 5. Du rühmest viel von Gott und streichst gewaltig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus. Ist denn nun dem also, so laß doch, sagt man, sehen, was dir denn ist für Guts, für Glück und Heil geschehen? 6. Halt fest, o frommes Herz, halt fest und bleib getreu in 326 Vom christlichen Leben und Wandel. Widerwärtigkeit! Dein Gott der steht dir bei; laß diesen deine Sach handhaben, schüßen, führen, so wirst du wohl bestehn und endlich triumphiren. 7. Gefällst du Menschen nicht, das ist ein schlechter Echad; all gnug ists, wenn du hast des ewgen Vaters Gnad. Ein Mensch kann doch nicht mehr, als irren, fehlen, ligen; Gott aber ist gerecht, sein Urtheil kann nicht trügen. 8. Spricht er nun: Du bist mein, dein Thun gefällt mir wohl, woblan, so sei dein Herz getrost und freudenboll! Schlag alles in den Wind, was böse Leute dich ten, sei still und siehe zu, Gott wird sie alle richten. 9. Stolz, llebermuth und Pracht währt in die Länge nicht; wenns Glas am hellsten scheint, fällts auf die Erd und bricht; und des 635. Du, o schönes Weltam höchsten ist gestiegen, so stürzt gefallen, wem du willst; deine es unter sich, und muß zu Bo| scheinbarliche Freude ist mit lauden liegen. ter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, will ich ihre Weltlust lassen. Mich verlangt nach dir allein, allerschönstes Jefulein! 2. Müde, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt, daß sie nach so vielen Lasten können sanft und süße rasten. Mein Wunsch ist bei dir zu sein, allerschönstes Jefulein! 10. Das ungerechte Gut, wers recht und wohl besieht, ist lauter Centnerlast, die Herz, Sinn und Gemüth, ohn Unterlaß beschwert, Seel und Gewissen dringet, und aus der sanften Ruh in schweres Leiden bringet. 13. Du aber, der du Gott von ganzem Herzen ehrst, und deine Füße nicht von seinen Wegen kehrst, wirst in der schönen Schaar, die Gott mit Manna weidet, hergehn, mit Lob und Ehr als einem Rock gekleidet. 14. Drum fasse deine Seel ein wenig mit Geduld; fahr immer fort, thu recht, leb außer Sündenschuld. Halt, daß den höchsten Schatz dort in dem andern Leben des Höchsten milde Hand dir werd aus Gnaden geben. 15. Was hier ist in der Welt, da sei nur unbemüht; wird dirs ersprießlich sein, wies Gott am besten sieht, so glaube du gewiß, er wird dir deinen Willen schon geben, und mit Freud all dein Begehren stillen. Paul Gerhard. In eigener Melodie. 11. Was hat doch mancher mehr, als armer Leute Schweiß? Was ist und trinket er? Worin besteht sein Preis, als in geraubtem Gut und armen Wittwen Thränen, die, wie ein dürres Land, sich nach Erquickung ſehnen? O 12. Heißt das nun selig sein? Ist das die Herrlichkeit? welch ein hartes Wort wird über jolche Leut am Tage des Gerichts aus Gottes Thron erschallen, wie schändlich wird ihr Ruhm und großes Brahlen fallen! 3. Ach, möcht ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt, allerliebster Schaß, erwarmen, so wollt ich das feinste Gold, das in Ophir wird gegraben, nicht für die Ergößzung haben, wenn ich könnte bei dir sein, allerschönstes Jefulein! 4. Andre mögen durch die Wellen und durch Wind und Wohnhaus. Vom christlichen Leben und Wandel. 327 Klippen gehn, ihren Handel zu| hinaus aus deinem Tempel und bestellen und da Sturm und Noth ausstehn; ich will meine Glaubensflügel schwingen an die Sternenhügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönstes Jefulein! 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt! 5. Tausendmal pfleg ich zu sagen und noch tausendmal dazu: Ach würd ich ins Grab getragen, ei, so käm ich ja zur Ruh, und mein bestes Theil das würde frei von dieser Leibesbürde je und ewig um dich sein, allerschönstes Jefulein! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum, und nur dies achten für Gewinn, wenn ich dir ganz ergeben bin. H. G. Neuß. 6. Komm, o Tod, du Schlafesbruder, komm und führe mich nur fort! Löse meines Schiff leins Ruder, bringe mich in fichern Port! Es mag, wer da Mel.: Mein Herzens- Jesu, meine. will, dich ſcheuen, du kannſt mich 637. Es ist gewiß ein föſtviel mehr erfreuen, denn durch dich komm ich hinein zu dem schönsten Jesulein! 7. Ach, daß ich den Leibes ferker heute noch verlassen müßt, und käm an den Sternenerfer, wo das Haus der Selgen ist! Da wollt ich mit Wortgepränge, bei der Engel großen Menge rühmen deiner Gottheit Schein, allerliebstes Jefulein! lich in Geduld zu fassen und Gottes heilgn Willn und Wink sich willig überlassen sowohl bei trüber Noth und Pein, als bei vergnügtem Sonnenschein. Geduld erhält das Leben. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, da dich ein Leiden drücket. Ach, fliehe zu dem ewgen Licht, das träftiglich erquicket. Küß in Geduld des Vaters Ruth, die dir so viel zu Gute thut. Geduld giebt Muth und Kräfte. 3. Nur frisch im Glauben fortgekämpft, bis sich der Sturmwind leget; im Kreuze wird die Lust gedämpft, die sich im Fleisch noch reget; dem Geist wird neue Kraft geschenkt, daß er sich still in Gott versenkt. Geduld erhält viel Gnade. 4. Es wird auch Keiner dort gekrönt, als der hier recht gestritten. Ja, der wird dermaleinst verhöhnt, wer hier nicht hat gelitten. Wer aber Christi Joch hier trägt, dem wird sein Schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die Krone. 8. Doch weil ich die Seelenauen und den goldnen Himmels ſaal jetzt nicht kann nach Wunsche schauen und muß hier im Thränenthal noch am Kummerfaden spinnen, ei, so sollen meine Sinnen unterdeß doch bei dir sein, allerschönstes Jefulein! Joh. Frank. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu. " 636. in reines Herz, Herr, schaff in mir; schließ zu der Sünde Thor und Thür; vertreibe sie, und schaffe du, daß sie vor meiner Thür nicht ruh. 2. Die öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir; treib all Unreinigkeit 328 Vom christlichen Leben und Wandel. 5. Gott hilft dir auch bei aller göttlichem Stamme, die Gott Noth, dem kannst du sicher trauen; durch sein mächtig Wort selber er übergieht dich nicht dem Tod, gezeugt, ein Funke und Flämmdu sollst das Leben schauen. Er lein aus göttlicher Flamme, die steht dir bei, er tröstet dich, be- oben Jerusalem freundlich geweiset sich recht väterlich. Geduld sfäugt. Die Engel sind Brüder, ist voller Segen. die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig und schüßen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel; sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm als Götter der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel als präch tige Lichter auszieren. Da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Froblocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt! Denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt: Du sollst noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzer mit ihnen vereinet. 6. Erwarte nur die rechte Zeit, so wirst du wohl empfinden, wie er in jüßer Freundlichkeit sich mit dir werd verbinden. Es wird nach ausgestandner Pein dein Labial unaufhörlich sein. Geduld wird nicht zu Schanden. Dr. Jac. Gabr. Wolf. In eigener Melodie. Col. 3, 3. 4. * 638. s glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, ist Niemand als ihnen nur selber bekannt. Was Niemand verspüret, was Niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Efel der Welt; und innerlich sind sie die lieblich sten Bräute, der Zierrath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bilde des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Sünder; sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, in Schlafen und Wachen sieht man sie vor Andern nichts sonderlichs machen; nur, daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus 8. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, wenn gleich uns die Larve des Kreuzes verstellt! Hier übel genennet und wenig erkennet, ver Vom christlichen Leben und Wandel. 329 borgen mit Christo im Vater ge=| du kannst mich nicht laben; Jelebet; dort öffentlich mit ihm im sus nur liegt mir im Sinn; wenn Himmel geschwebet! ich den mag haben, frag ich nicht nach aller Luft, die dein Himmel heget; alles ist nur Koth und Wust, was das Erdreich träget. 8. Ist auf Erden füße Lust, giebt die Welt auch Schäße, so ist mir doch mehr bewußt, wenn ich mich ergöße, hier an Jesu, der allein kann vergnüglich laben; ohne den ists lauter Pein, Erd und Himmel haben. 9. Er ist mir, was ich begehr, ohne List und Trügen, mein erwünschte Zier und Ehr, mein höchstes Vergnügen, mein Erb und mein Paradeis, mein Schaß und mein Leben, meines Mundes höchster Preis; er kann mich erheben. 10. Fahr nur, Welt, fahr immer hin mit den güldnen Schäzzen; Jesus kann mir meinen Sinn mehr als Gold ergößen. Mangelt Gold, so hab ich Gott; es wird mir gelingen, sollten auch die Raben Brod mir vom Himmel bringen. 11. Bin ich vor der Welt veracht und werd hier betrübet, so bin ich doch werth geacht bei Gott und geliebet. Menschenehr muß wie ein Dunst, wie ein Schaum vergehen; bleibt mir nur des Himmels Gunst, will ich doch bestehen. D. H. Müller. Chr. Fr. Richter. Mel.: Christus, der uns selig. 639. Fahr nur hin, du + schnöde Welt, fahr aus meinen Sinnen, du sollst doch mit deinem Geld mir nichts abgewinnen. Jesum Christum hab ich mir auserwählt zu lieben; alles Andre, was man hier liebet, kann betrüben. 2. Was ist aller Reichthum hier? Nur ein Stückchen Erde, eine Laft, die für und für drükfet mit Beschwerde, eine Flamme, die das Herz giftiglich entzündet, eitel Dornen, da der Schmerz unsre Seel verwundet. 3. Was ist Ehr und Herrlich keit? Nur ein Schein und Schemen, kömmt und schwindet mit der Zeit, stürzet uns in Grämen. Wenn wir wollen himmelauf unsre Flügel schwingen, müssen wir mit Gottes Hauf in die Schande dringen. 4. Deine Wollust ist ein Gift, künstlich überzogen mit viel Täuschung; wen sie trifft, wird durch sie betrogen; wer ihr dienet, muß mit Pein in die Hölle fahren, trinken von dem Feuerwein der verdammten Schaaren. 5. O du blinde Menschenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Höllenhöhl ewig kann betrüben, und doch nichts ist, als ein Rauch, als ein Dampf und Schemen? Auf verdammter Liebe Mel.: Von Gott will ich nicht. Hebr. 10, 26. Brauch folgt ein ewig Grämen. 640. Geduld iſt euch von= nöthen, 6. Bist du nicht vom Himmel her, himmlisch am Gemüthe, fannst genießen immermehr deines Gottes Güte? Wie soll denn was irdisch noch dein Begierde stillen? Kann das Erdenpünktlein doch nicht den Himmel füllen. 7. Fahre, Welt, nur immerhin, Gram und Leid, und was euch mehr will tödten, euch in das Herze schneidt. auserwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht tödten, ist euch Geduld vonnöthen. Das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Fleisch und Blute 330 Vom christlichen Leben und Wandel. ein herb und bittres Kraut. späte mit eifrigem Gebete vor Wenn unsers Kreuzes Ruthe Satans List und Gift. uns nur ein wenig dräut, erschrickt der zarte Sinn. Im Glück ist er verwegen; kommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Muth dahin. 9. Geduld thut Gottes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich fein zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt! Sie wird doch nicht zu Schanden, es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. 3. Geduld ist schwer zu leiden, dieweil wir irdisch sind, und stets in lautern Freuden bei Gott zu fein vermeint, der doch sich klar erklärt: Ich züchtge, die ich liebe, und die ich hoch betrübe, die halt ich hoch und werth. 4. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; der zeucht und löst uns abe, sobald er in uns ruht; der edle werthe Gast, er löst uns von dem Zagen, und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 5. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie ihr nicht rauben; das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall. Da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 6. Geduld feßt ihr Vertrauen auf Christi Tod und Schmerz. Macht Satan ihr ein Grauen, so faßt sie sich ein Herz, und spricht: zirn immerhin, du wirst mich doch nicht fressen; ich bin zu hoch gesessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rath, läßt sich nicht leicht ermüden durch Auf schub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost beschweren, und denkt: Wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 10. Geduld dient Gott zu Ehren, und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe fehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie toch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat Alles wohl gemacht. 11. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hülf erlanget ein fröhlich Angesicht. 12. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron und königlichen Hut, hemmt der Betrübten Thränen und füllt das heiße Sehnen mit rechtem guten Gut. 13. Geduld ist mein Verlangen und meine Herzenslust, nach der ich oft gegangen. Das ist dir wohl bewußt, Herr, voller Gnad und Huld! Ach gieb mir, und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts anders als Geduld. schönem tes zu ihrem Heil das Paradies der Schrift, und schüßt sich früh und 14. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt denn der lebte Zug, jo gieb durch deine Hände auch ein geduldigs Ende; so hab ich alles gnug. P. Gerhard. In eigener Melodie. 8. Geduld kann lange warten, vertreibt die Langeweil in Got: 641. Gieb dich zufrieden und sei Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden File, of Vom christlichen Leben und Wandel. ihn mühst du dich bergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir feinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der beißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich aufrieden! 331 und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen, nach seinem Brauch dein Nothdurft stillen. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Tröster werden, und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stille Klagen, und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar fühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren Angst und Bange, glaube nur, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser; und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Jst Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensd, groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen fönnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte fagen: Ich weiß durchaus von feinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden: Alle Menschen müssen leiden Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab; da wird 332 Vom christlichen Leben und Wandel sichs enden. Gieb dich zu- Mel.: O Gott, du frommer Gott. frieden! 643. err, allerhöchster 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herkommen und aus der Qual befrein die Frommen. Gieb dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Fricden abgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhard. Gebet eines Studirenden. Mel.: Nun laßt uns Gott, dem. 642. Gott, gieb mir zu erkennen, was Weisbeit sei zu nennen, daß ich dich recht verehre ohn alle Keberlehre. 2. Laß durch ein christlich Leben mich stets nach Tugend streben; laß mich auch deinen Willen gehorsamlich erfüllen. wir alle Gaben, und was uns nühlich ist, durch Bitte müssen haben, ich, Sünder, klage dir, daß leider ich nicht kann dich, wie ich gerne wollt, im Glauben beten an. 5. Mein ander Thun und Lasfen regiere du dermaßen, daß dirs zu Lob gelange, wie ichs in dir anfange. 6. Gieb Rath und That, gieb Freunde, regiere meine Feinde, daß sie doch endlich können mir nichts, als Gutes gönnen. 7. Dir sei es heimgegeben Seel, Ehre, Gut und Leben; ich feß in deine Hände, den Anfang und das Ende. H. Held. 2. Ich glaube ja zwar wohl, doch mit sehr schwachem Glauben, den mir noch will dazu der böse Feind wegrauben. In solcher Noth, o Gott, weil ich auf dich allein vertraue, wollest du mein treuer Helfer fein! 3. Ach, strecke du zu mir doch deine Gnadenhände! Hilf meiner Schwachheit auf und Stärkung mir zusende! Obschon, dem Senf| forn gleich, mein Glauben ist sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum ſein. 4. Ich bin zwar schwach, doch sei der Glaub in mir geschäftig und deine Stärk und Kraft sei in mir Schwachen mächtig. Ach, zieh mich hin zu dir, Herr, meine Zuversicht, auf daß sich mehr in mir des wahren Glaubens Licht. 3. Sint ich in Sünden nieder, so richte du bald wieder mich auf, daß ich die Hände zu dir, Herr Jesu, wende. 5. O frommer Gott, der du ein Fünklein angezündet des Glaubens, blas es aus, daß, wenn sich Noth einfindet, ich wohl gerüstet 4. Bleib du mein rechter Leh- sei, und gute Ritterschaft ausüb rer, du Brunnquell und Ver- allezeit durch dieses Lichtes Kraft. mehrer der Weisheit; mein Studiren laß mich, Herr, wohl vollführen. 6. Herr Jesu, blicke du mich an aus lauter Gnaden, wie dort das arme Weib von Cana, das beladen mit vielem Unglück war; vertritt du mich bei Gott, damit mein schwacher Glaub hie werde nicht zu Spott. 7. Ach, lieber Herr, wie du für Petrum haft gebeten, daß er nicht möchte ab vom wahren Glauben treten, so bitte auch für mich, der du mein Mittler bist, daß ich beständig bleib, wie mir es nöthig ist. 8. Erhöre mich, mein Gott! Vom christlichen Leben und Wandel. 333 verbracht; denn laß die Nacht sein, wie sie mag, so ist sie bei dir heller Tag. Mein Gott, mich doch erhöre! Mert auf mein Flehen, und der Bitte mich gewähre, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange dort einmal bei dir in Ewigkeit. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu. Psalm 139. 11. Mein Innerstes ist dir be644. Herr, du erforschest kannt, es liegt frei dar in deiner kennest, was ich hab und bin; ja, was mir selbst verborgen ist, das weißt du, der du alles bist. 2. Ich siz hier oder stehe auf, ich lieg, ich geh auch oder lauf, so bist du um und neben mir, und bin ich allzeit hart bei dir. 3. All die Gedanken meiner Seel und was sich in der Herzenshöhl hier reget, hast du schon betracht, eh ich einmal daran gedacht. 4. Auf meiner Zunge ist kein Wort, das du nicht hörest also fort. Du schaffest, was ich red und thu und siehst all meinem Leben zu. 5. Das ist mir fund und bleibet doch mir solch Erkenntniß viel zu hoch; es ist die Weisheit, die kein Mann recht aus dem Grunde wissen kann. 6. Wo soll ich, der du alles weißt, mich wenden hin vor deinem Geist? Wo soll ich deinem Angesicht entgehen, daß michs sehe nicht. 7. Führ ich gleich an das Himmelsbach, so bist du da, hältst Hut und Wach; stieg ich zur Höll und wollte mir da betten, find ich dich auch hier. 8. Wollt ich der Morgenröthe gleich geflügelt ziehn, so weit das Reich der wilden Fluthen nekt das Land, käm ich doch nie aus deiner Hand. 10. Dich blendt der dunkle Schatten nicht, die Finsterniß ist dir ein Licht; dein Augenglanz ist klar und rein, darf weder Sonn- noch Mondenschein. 9. Rief ich zu Hülf die finstre Nacht, hätt ich doch damit nichts an mir lauter Lieb und Guts gethan. 12. Du bists, der Fleisch, Gebein und Haut so fünstlich in mir aufgebaut. All deine Werk sind wundervoll, und das weiß meine Seele wohl. 13. Du sahest mich, da ich noch gar fast nichts und unbereitet war, warst selbst mein Meister über mir und zogst mich aus der Tief herfür. 14. Auch meiner Tag und Jahre Zahl, Minuten, Stunden allzumal hast du, als meiner Zeiten Lauf, vor meiner Zeit geschrieben auf. 15. Wie köstlich, herrlich, süß und schön seh ich, mein Gott, da vor mir stehn dein weises Denken, das du denkst, wenn du uns deine Güter schenkst. 16. Wie ist dies doch so trefflich viel! Wenn ichs bisweilen zählen will, so find ich da bei weitem mehr, als Staub im Feld und Sand am Meer. 17. Was macht denn nun die wüste Rott, die dich, o großer Wundergott, so schändlich lästert und mit Schmach dir so viel Utebels redet nach? 18. Ach, stopfe ihren schnöden Mund, steh auf und stürze sie zu Grund! Denn weil sie deine Feinde sein, bin ich auch ihnen Herzlich feind. 19. Ob sie nun gleich hinwie der sehr mich hassen, thu ich doch 334 Vom christlichen Leben und Wandel. nicht mehr, als daß ich wider ihren Truß mich leg in deinen Schooß und Schuß. 20. Erforsch, Herr, all mein Herz und Muth, sieh, ob mein Weg sei recht und gut und führe mich bald himmelan den ewgen Weg, die Freudenbahn. P. Gerhard. Mel.: Es ist das Hei uns. Psalm 90. 7. Wie lang hält doch dies Leben aus? Gar selten siebzig 645. Herr Gott, du bist ja Jahre. Wenns hoch kommt, werfür für die Zuflucht deiner Heerde. Du bist gewesen, eh allhier gelegt der Grund zur Erde; und da noch kein Berg war bereit, da warst du in der Ewigkeit, o Anfang aller Dinge! den achtzig draus, und wenn man alle Waare, die hier gewonnen, nimmt zu Hauf, ists lauter Müb von Jugend auf und lauter Angst geweſen. 8. Wir rennen, laufen, sorgen viel, und eh wirs uns verseben, da kommt der Tod, steckt uns das Ziel, und da ists denn geschehen. Wir fliehen eilend und behend, und ist doch Niemand, der sein End und Go es Zorn bedenke. 2. Du läßt die Menschen in das Thor des Todes häufig wandern, und sprichst: Kommt wieder, Menschen, vor und folget jenen andern; denn dir sind, Höchster, tausend Jahr als wie ein Tag, der gestern war, und nunmehr ist vergangen. 3. Du läßt das schnöde Menfchenheer wie einen Strom verfließen, und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hinschießen; gleich wie ein Schlaf und Traum bei Nacht, der, wenn der Mensch vom Schlaf erwacht, entfallen und vergessen. 6. Das ist das Feur, das uns versehrt das Mark in allen Bei nen; daher kommt, daß der Tod verzehrt die Großen und die Kleinen. Drum fahren unire Tage hin wie ein Geschwäße durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben. 4. Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jetzt aufgehet, wird aber schnell von seinem Ort entführet und berwehet. So ist ein Mensch; heut blühet er, und morgen, wenn ihn ohngefähr ein Wind rührt, liegt er nieder. 9. Lehr uns bedenken, frommer Gott, das Elend dieser Erden, auf daß wir, wenn wir an den Tod gedenken, flüger werden. Ach, kehre wieder, fehr uns zu dein Angesicht und steh in Ruh mit deinen bösen Knechten. 10. Erfüll uns früh mit deiner Gnad an Leib und an der Seelen, so wollen wir dir früh und spat dein Lob und Dank erzählen. Erfreu uns, o du höchste Freud, und gieb uns wieder gute Zeit nach so viel bösen Tagen. 11. Bisher hats lauter Kreuz geschneit, laß nun die Sonne scheinen; beicheer uns Freude nach dem Leid und Lachen nach dem Weinen. Laß deiner Werte ü Ben Schein, Herr, deinen Knechten kundbar sein, und dein Ehr ihren Kindern. 5. Das macht, Herr, deines Zornes Grimm, daß wir so bald verschwinden; dein Eifer stößt und wirft uns um von wegen 12. Bleib unser Gott und unsrer Sünden. Die Sunden stellest du vor dich, davon brennt und entrüstet sich dein allzeit reines Herze. treuer Freund, balt uns auf festem Fuße, und wenn wir etwa irrig sind, so gieb, daß sich mit Buße das Herze wieder zu dir Vom christlichen Leben und Wandel. 335 wend; auch fördre das Thun wird ein wahres Gliedmaß sein unsrer Händ und segne unsre hier deiner christlichen Gemein. Werke. und dort der Vuserwählten? 2. Wer sich der Frömmigkeit Paul Gerhard. Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes. err 646. Glück und Heil uns zu der Nahrung geben, und schenk uns gnädig unser Theil in die jem kurzen Leben; doch halt darinnen Maß und Ziel, und gieb uns ja nicht allzuviel, daß wir uns nicht erheben. 2. Gieb uns auch nicht zu wenig Brod, sondern zu rechter Maßen, auf daß wir nicht aus großer Noth dein rein Gebot verlassen, noch von dem Wuchrer dürfen was aufborgen, der das beste Gras auf fremden Wiesen mähet. nicht fremde Güter zu sich reißt mit einem Schein des Rechten; hat eine reine Zung und Mund, die Wahrheit sagt von Herzensgrund und hasset alle Lügen. 3. Vor diesem Fresser uns bewahr, auf daß er uns nicht zwinge, noch unser Haus und Nahrung gar in seinen Rachen bringe, als vielen Narren widerfahrn, die nicht wollen das Ihre sparn, noch dich vor Augen haben. 4. Herr, gieb uns was uns jelig ist, mehr wolln wir nichts begehren, und hilf, daß wir ohn Hinterlift uns fein aufrichtig nähren, und jederzeit der Gaben dein recht brauchen und zufrieden sein mit dem, was du bescherest. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 5. Ei, Herr, gieb uns die 648. Herzallerliebster Gott, Seligkeit, das ist das Allerbeste; wir sind doch hier ein kleine Zeit nicht anders wie die Gäste; eh mans versieht, sind wir dahin. Wohl dem, der hier in seinem Sinn ist auf dein Wort gestorben. B. Ringwald. Mel.: Es ist gewißlich an der. Psalm 15. 3. Wer seinen Nächsten nicht veracht, noch mit der Zunge schändet, kein Unglück einem Menschen macht, zum Besten alles wendet und liebet nicht gottlose Leut, bält aber doch die Frömmigkeit und Alle, die Gottfürchten. 4. Wer seine Worte treulich hält, nicht hinterlistig schwöret, nicht Wucher treibt mit Korn und Geld, noch Wittwenbrod verzehret, und kein Geschenke nimmet an, zu hindern den gerechten Mann in seiner guten Sache. 5. Wer das thut, ist ein frommer Christ, das mag man fühnlich gläuben; es wird ihn keine macht noch List von ſeinem Orte treiben. Er wird beschüßt durch Gottes Hand, behalten seinen Ehrenstand bis an sein selig Ende. Leben, Leib, Seele und Vernunft aus Gnaden hast gegeben, regiere ferner mich durch deinen guten Geist, daß der in allem Thun mir Kraft und Beistand leist. 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüste meide, bingegen empglich des Geistes Werke treibe und gute Ritterschaft ausübe, auch 647. Herr, wer wird hier dabei in Hoffnung immer stark deiner Hütten wohnen, und wen wirst du im Himmel doch in Gnaden wohl belohnen? Wer 3. Gieb, daß ich, als ein Christ, wie Christus mich bezeige, und meine Ohren stets zu seiner Lehre Vom christlichen Leben und Wandel. 336 neige, im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält.90& ndo spion e bon 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe, und gieb, daß ich zugleich am nächsten Liebe übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig möge sein. 90 mansio 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. C mein Heil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir deine Gnade geben. Behüt mich Herr, vor falscher Lehr; des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth! 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinm Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jeſu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. M. Schalling. 6. Haß, Falschheit, Uebermuth und Heuchelei daneben, laß ja an mir nicht sein in meinem ganzen Leben; List, Unrecht, Frevel, Geiz und Unbarmherzigkeit setz ferne weg von mir, o Gott, zu aller Beit. Teplop down all 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten und schützen Tag und Nacht, daß meine Tritt nicht gleiten. Du wollest meine Burg und Schuß in Nöthen sein, wenn ich in meinem Amt ausgehe oder ein. 8. Zuletzt erlöse mich von allem Kreuz und Leiden, und wenn ich soll einmal von dieser Welt abMel.: Eins ist Noth, ach Herr. ſcheiden, ſo stehe du mir bei mit* 650. 5erzog unfrer Selig" deiner Gnadenhand und führe mich hinauf ins rechte Vaterland. in dein Heiligthum, da du uns In eigener Melodie. die Stätt bereiten, und hier im Triumph herum als deine Er649. Herzlich lieb hab ich kauften ſiegprächtig willst führen; o Herr; dein bitt, wollt sein von mir nicht rühren: wir wollen dem Vater fern mit deiner Hülf und Gna- zum Opfer darstehn und in der den. Die ganze Welt erfreut Gemeinschaft der Leiden hingehn. mich nicht, nach Himml und Erden frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, wollen wir gerne mit dir auch 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir hangt Muth und Sinn. Nun 337 Vom christlichen Leben und Wandel. absterben dem ganzen natürlichen Seelen, und bringe noch näher Seelenverderben. Achpflanze und set uns zum Tode hinzu, sonst finden wir ewig kein Leben und Ruh. die Stunde, da du dich in allen den Gliedern verklärst, sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 3. Aber hier erdenkt dieSchlange so viel Ausflucht überall. Bald macht sie dem Willen bange, bald bringt sie die Luft zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; es schützet die besten Absichten noch vor und bauet so Höhen und Festung empor. 8. Gönn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken wir bitten zu viel, so thust du doch über der Bitten ihr Ziel. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ des Lodes Urtheil aus; 651.pingen, daß wir Gottfr. Arnold. Mel.: Freu dich sehr, o meine. ilf uns, in allen brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf den Drachen ganz hinaus. Ach laß dich dein neues erstandenes Leben in unser verblichenes Bildniß eingeben. Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier, und bringe dein neues Geschöpfe berfür. unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen; gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk umsonst. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 5. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie neuen Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Finsterniß nieder und bringe des Geistes verneuten Mund wieder, der von der verkläreten Menschheit sich mehr, und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 6. Stärke deinen zarten Samen, der dein männlich Alter schafft, daß wir hier in Jesu Namen stehn vor Gott in Jünglingskraft, den Bösewicht völlig in dir zu besiegen, daß endlich die Feinde zu Füßen da liegen. So soll aus dem Tode das Leben entſtehn, und hier noch in völliger Mannheit aufgehn. 7. Lebe dann und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die erstattete Natur; erwecke dein Paradies wieder im Grunde der 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten, und gieb deinem Häufelein, deiner armen Christenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöthen, aller Trübsal und Gefahr; laß uns keine Drangsal tödten; nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leiden in der letzten Todesnoth; laß uns fahren hin mit Freuden, und durch deinen bittern Lod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 22 338 Vom christlichen Leben und Wandel. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Bügen, hilf nach unsrer Zubersicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu Schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachten Dingen Lob und Dank dir ewig singen. 11 Martin Rintart. 652. h Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. Duell und Grund, err, aller Weisheit dir ist all mein Vermögen fund; wo du nicht hilfst und deine Gunst, da ist mein Thun und Werk umsonst. 2. Ich, leider, als ein Sündenkind, bin von Natur zum Guten blind. Mein Herze, wenn dirs dienen soll, ist ungeschickt und Thorheit boll. 3. Ja, Herr, ich bin gering und schlecht zu handeln dein Gesetz und Recht; was meinem Nächsten nüz im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein Leben ist sehr kurz und schwach, ein Lüftlein, das bald lässet nach. Was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wenig beigelegt. 5. Wenn ich auch gleich vollkommen wär, hätt aller Gaben Ruhm und Ehr, und sollt entrathen deines Lichts, so wär ich doch ein lauter Nichts. nicht recht kennt, mit seinem Witz ein schrecklich End. 9. Gott, mein Vater, kehre dich zu meiner Bitt und höre Nimm folche Thorheit mich. von mir hin und gieb mir einen bessern Sinn. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Kron. 6. Was hilfts, wenn einer gleich viel weiß, und hat zuvörderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst: der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, das ein Sünoer führt, wird leichtlich in ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kann, so stößt sie aller Enden an. 8. Wie mancher stürzet seine Seel durch Klugheit, wie Abitophel, und nimmt, weil er dich 11. Ich lieb ihr liebes Angeficht, sie ist meins Herzens Freud und Licht; sie ist die Schönste, die mich hält, und meinen Augen wohlgefällt. 12. Sie ist hoch edel auserkorn, von dir, o Höchster, selbst geborn; sie ist der hellen Sonnen gleich, an Tugend und an Gaben reich. 13. Ihr Mund ist füß und tröstet schön, wenn uns die Augen übergebn; wenn uns der Kummer niederdrückt, so ist sies, die das Herz erquickt. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewährt vorm Tod und großen Leid; wer fleißig um sie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er ftirbt. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rath, von Worten mächtig und von That; durch sie erfährt die blinde Welt, was Gott gedenkt in seinem Zelt. 16. Denn welcher Mensch weiß Gottes Rath? Wer ists, der je erfunden hat den Schluß, den er im Himmel schleußt, den Weg, den er uns laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinne, hin und her zerstreut, sind ja vom Irrthum nicht befreit. 18. Wer will erforschen, was Gott setzt, und sagen, was sein Herz ergött? Es sei denn, der tadbi Vom christlichen Leben und Wandel. du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebst. 19. Drum sende sie von deinem Thron, und gieb sie deiner Magde Sohn; ach schütt und gieß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 20. Befiehl ihr, daß sie mit mir sei, und wo ich gehe, stehe bei; wenn ich arbeite, helfe sie mir tragen meine schwere Müh. mir weise Hand die recht Erkenntniß und Verstand, daß ich an dir alleine kleb und nur nach deinem Willen leb. 339 und hast du ewig Herzeleid, wärst besser nie geboren. 4. Drum denk ans End all Augenblick und an die letzte Stunde, bei zeiten dich zum Sterben schick, weil du noch bist gefunde.nl And lun@ 5. Wer nicht lernt sterben, eh er stirbt, und bald den Tod erkennen, derselb am End gar leicht verdirbt, wird kaum der Höll 6. Betrachte doch, was nach dem Tod dir zu erwarten stehet. Gericht wird selber halten Gott dugo web, wer nicht beſtehet! 22. Gieb mir durch sie Ge- 7. Ein jedes ungeschickte Wort schicklichkeit, zur Wahrheit laß wird da geurtheilt werden, und mich sein bereit, daß ich nicht was geschehen fort und fort, so mach aus sauer süß und aus dem lang du warst auf Erden. Lichte Finsterniß. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib an meinem Ort, und mich zur frommen Schaar geſell, in ihren Rath mein Wesen stell. 8. Erwäge, was auf das Gericht noch weiter wird geschehen: der Gottlof' wird vons Herrn Gesicht weg in das Feuer gehen. 9. Da wird er brennen für und andfür, und wird doch nicht verbren24. Gieb auch, daß ich gern nen, verschlossen ist die Gnadenjedermann mit Rath und That, thür, Gott mag ihn nicht mehr so viel ich kann, aus rechter un- kennen. hor big sl gefälschter Treu zu helfen allzeit willig sei. 25. Auf daß in allem, was ich thu, in deiner Lieb ich nehme zu. Denn wer sich nicht der Weisheit giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. Paul Gerhard. Mel.: Ich dank dir schon durch. 653. Hin inweg, hinweg all Fröhlichkeit, die mir die Welt verehret, dieweil in eroge Traurigkeit sie leichtlich wird verkehret. 2. Es hängt das End des Lebens dein an einem schwachen Faden; wie nun dasselb bei dir wird sein, so ists mit dir gerathen. 3. Findt dich der Tod nicht ubereit, so ists mit dir verloren, 10. Von Freuden geht man nicht zur Freud, die Gott einmal wird geben; durch Trübsal und viel Traurigkeit geht man ins ewge Leben. J. M. Dillher. be Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 654. Hummelan geht unſre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Canaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unſer Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmliſch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 22* 119000 340 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Himmelan! Die Welt kann feinen Stand; der Himmel jell dir nur geborgte Güter geben. mir werden, da ist mein VaterDeine himmlische Begier muß land. Hier reis ich aus und abe; nach solchen Schäßzen streben, die dort in der ewgen Ruh ist Gottes uns bleiben, wenn die Welt in Gnadengabe, die schließt all Arihr erstes Nichts zerfällt. beit zu. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schaße haben; denn es kann mich anderwärts fein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelsfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ach, Himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. B. Schmold. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken fann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harterSturm erschreckt. Bliß, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der Vater Abraham, eh als ihm sein Vergnügen und rechte Wohnstatt kam. 5. Wie manche schwere Bürde trug Isaac, sein Sohn; und Jafob, dessen Würde stieg bis zum Himmelsthron, wie mußte der sich plagen! In was für Web und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft sein armes Herz! 6. Die frommen, heilgen Seelen, sie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erst bewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schook. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid. Was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein. 655. ch bin ein Gaſt auf Wer nicht hat wohl gerungen, hab geht Mel.: Befiehl du deine Wege, oder: fignisp Lobet Gott unsern Herrn. Hebr. 11. 11519 Vom christlichen Leben und Wandel. 341 8. So will ich zwar nun trei- Dingen in meinem Erbtheil ben mein Leben durch die Welt; ruhn. P. Gerhard. doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre mel.: Wer nur den lieben Gott. meine Straßen, die zu der Hei. 656. Ich bin mit der, men math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. Gott, zufrieden, und halte deinem Willen still. Was 9. Mein Heimath ist dort dro- deine Güte mir beschieden, mit ben, da aller Engel Schaar den dem begnüget sich mein Will, mein großen Herrscher loben, der Alles Will, der zwar nicht ferner mein, ganz und gar in seinen Händen dieweil er dein beginnt zu sein. träget und für und für erhält, 2. Willst du mich auf das auch alles hebt und leget, nach- Siechbett legen? Ich will. Soll dems ihm wohlgefällt. ich in Mangel sein? Ich will. Soll sich ein Unfall regen? Ich will; und willst du, daß ich wein? Ich will; und giebst du mich dem Tod? Ich will. Dein Will gescheb, o Gott! 10. Zu dem steht mein Verlangen; da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Herzeleid. 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, tomm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 12. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab; und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 3. Willst du mich in den Himmel bringen? Herr, dies ist meiner Wünsche Füll. Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich weiß, Herr, dies ist nicht dein Will. Daß dein Will nicht so wollen sollt, hat deines Sohnes Tod gewollt. 4. Sein Tod erklärt mir deinen Willen; dein Will ist, daß ich heilig sei. So will ich zwar, doch das Erfüllen verhindert leider mancherlei.. Bald will sich Unwill mengen ein, bald Muthwill mein Beherrscher sein. 5. Nicht so, mein Herz! Was Gott dir giebet, Bös's oder Guts, nimm willig an. Weg Eigenwill! Was Gott beliebet, das sei mit Lust von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still; es wählt, es will, was mein Gott will. Andr. Ingolstädter. Mel.: In dich hab ich gehoffet. und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen, Welt gesendet. Thun und frei von schnöden 2. Er ist gekommen, hat sein 657, he dider, thi Vater, daß du dich von deinem Born gewendet, und deinen Sohn zur Freud und Kron uns in die 342 Vom christlichen Leben und Wandel. Blut bergossen und in solcher Fluth all unsre Sünd ersticket. Wer ihn nur faßt, wird aller Last benommen und erquicket. 3. Ich bitte, was ich bitten kann, herzliebster Vater, nimm mich an in diesen edlen Orden, der durch dies Blut gerecht und gut und ewig jelig worden. 4. Bereite meiner Seelen Haus; wirf allen Sündenbann hinaus; bau in mir deine Hütte, daß deine Güt in mein Gemüth all ihre Lieb ausschütte. 5. Wenn ich dich hab, ist alles mein; du kannst nicht ohne Gahast tausend und Mel.: Das Jesulein soll mein Trost, oder: Was mein Gott will. hab Gottes digit Weifen, dein arme Heerd auf 658. Jerz und Sinn mein dieser Erd zu nähren und zu speisen. Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt. bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen. Halt ich denn Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch formiret. Mein Gott ist, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret, der Seelen Sitz mit Sinn und Witz, den Leib mit Fleisch und Beinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth kanns nimmer böse meinen. 4. Woher wollt ich mein Aufenthalt in dieser Welt erlangen? Ich wäre längstens todt und falt, wo mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das 6. Gieb mir ein gnügsam Herz und Sinn, denn das ist ja ein groß Gewinn, in steter Andacht liegen, und wenn Gott giebt, was ihm beliebt, sich lassen gern genügen. Bille 7. Das Wenge, das durch Gottes Gnad ein Frommer und Gerechter bat, ist vielmal mehr geehret, als alles Geld, davon die Welt mit frechen Herzen zehret. 8. Die Frommen sind dir, Herr, bewußt, du bist ihr und sie deine Lust, und werden nicht zu Schanden; kommt theure Zeit, findt sich bereit ihr Brod in allen Landen. 9. Des Höchsten Auge fieht auf die, so auf ihn hoffen spät und früh, daß er sie schüß und rette aus aller Noth, wenn sie der Tod auch selbst verschlungen hätte. 10. Herr, du fannst nichts als gütig sein; du wollest deiner Güte Schein uns und all denen gönnen, die sich mit mund und Herzensgrund allein zu dir befennen. laß immerzu sein Fried und Ruh auf seinem Stu und Throne. 12. Halt unser liebes Vaterland in deinem Schooß und starker Hand; behüt uns allzusammen vor falscher Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuerflammen. 13. Nimm all der Meinen eben wahr; treib, Herr, die böse Höllenschaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. julle n Paul Gerhard. 11. Insonderheit nimm wohl in Acht den König, den du uns gemacht zu unsers Landes Krone; Leben und Wandel. 343 du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mit gehen. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht haft, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret: hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 12. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen. reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhard. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem und aus ich wahrer Treu, was dienlich ſei 659.jelbſt gedacht, wenn Mel.: Vater unfer im Himmelreich. bei mir dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. ich den Lauf der Welt betracht, ob auch das Leben dieser Erd uns gut sei und des Wünſchens werth, und ob nicht Gott dem besser thu, den er fein zeitig legt zur Ruh. Vom christlichen bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle MaaBen. Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 8. Wenns Gott gefällt, so fanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Heil gedeihen. Wart in Geduld! Die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal, gleich wie ein Dampf verschwinden. 9. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen. So fällt auch Menschen Wohl= fahrt um bei lauter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, macht gleichwohl rothe Wangen. So muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 10. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getroft in deine Hände. Nimm mich und mach du es mit mir bis an mein letztes Ende, wie 2. Denn, Lieber, denk und sage mir: was für ein Stand ist wohl allhier, dem nicht sein Angst, sein Schmerz und Weh alltäglich überm Haupte steh? Ist auch ein Ort, der Kummers frei und ohne Klag und Thränen sei? 3. Sieh unsern ganzen Lebenslauf! Ist auch ein Tag von Jugend auf, der nicht sein eigne Qual und Plag in seinem Laufe mit sich trag? Ist nicht die Freude, die uns stillt, auch selbst mit Jammer überfüllt? 4. Hat einer Glück und gute Zeit, bilf Gott, wie tobt und zürnt der Neid! Hat einer Ehr und große Würd, ach, mit was großer Vom christlichen Leben und Wandel. 344 Last und Bürd ist, der vor andern ist geehrt, vor andern auch dabei 5. Ist einer heute gutes Muths, ergößt und freut sich seines Guts, eh ers vermeint, fällt sein Gewinn zusammt dem guten Muthe hin. Wie plößlich kommt ein Ungestüm und wirft die großen Güter um.lad u od 190 7. Nun, es ist wahr, es steht uns hier die Trübfal täglich vor der Thür, und findt ein jeder überall des Kreuzes Noth und bittre Gall. Sollt aber drum der Christen Licht ganz nichts mehr sein? Das glaub ich nicht. da 8. Ein Cbriste, der an Christo flebt und stets im Geist und Glauben lebt, dem kann kein Unglück, keine Bein im ganzen Leben schädlich sein. Gehts ihm nicht allzeit, wie es soll, so ist ihm dennoch allzeit wohl. anno Himmel untergehn. Und wenn ihn alle Welt verläßt, hält Gottes Wort ihn dennoch fest. nis lar 6. Bist du denn fromm und 13. Ei nun, so mäßge deine fleuchst die Welt und liebst Gott Klag! Ist dieses Leben voller mehr, als Gold und Geld, so Plag, ists dennoch an der Chriwird dein Ruhm, dein Schmuck sten Theil auch voller Gottes und Kron in aller Welt zu Spott| Schuß und Heil. Wer Gott verund Hohn. Denn, wer der Welt traut und Christum ehrt, der nicht heucheln kann, den sieht die bleibt im Kreuz auch unversehrt. Welt für albern an. no 14. Gleichwie das Gold durchs Feuer geht, und in dem Ofen wohl besteht, so bleibt ein Christ durch Gottes Gnad im Elends ofen ohne Schad. Ein Kind bleibt seines Vaters Kind, obs gleich des Laters Zucht empfindt. To 19 15. Drum, liebes Herz, sei ohne Scheu und sich auf deines Va ters Treu! Empfindst du auch hier seine Ruth, er meints nicht bös, er ist dir gut. Gieb dich getroft in deine Händ; es nimmt zuleßt ein gutes End. 19 16. Leb immerhin, so lang er will! Jsts Leben schwer, so sei du still; es geht zuletzt in Freuden aus. Im Himmel ist ein schönes Haus, da, wer nach Christo hier gestrebt, mit Christi Engeln ewig lebt. Paul Gerhard. 10. G3 weiß ein Christ und bleibt dabei, daß Gott sein Freund 660. Jerr und Gott, dein 290 dhid model thin nun Mel: Herr Jesu Chrift, meins..! ch liebe dich, mein und Vater sei. Er hau, er stech, er brenn, er schneid, hie ist nichts, was uns von ihm scheid. Je mehr er schlägt, je mehr er liebt, bleibt fromm, obgleich er uns betrübt. bin ich lebend und auch todt. Frei sein begehr ich nicht ohn dich; dir unterwerf ich gänzlich mich. 2. Nimm mein Gedächtniß und 11. Laß alles fallen, wie es es lent, daß ich an dich allein fällt! Wer Christi Lieb im Her- gedenk; leit den Verstand, gieb zen hält, der ist ein Held und ihm das Licht, daß dir zur Ehr bleibt bestehn, wenn Erd under alles richt. 1200 sdat 9. Hat er nicht Gold, so hat er Gott, fragt nichts nach böser Leute Spott, verwirft mit Freuden und verlacht der Welt vertehrten Stolz und Pracht. Sein Chr ist Hoffnung und Geduld, sein Hoheit ist des Höchsten Huld. 12. Des Höchsten Wort dämpft alles Leid, und kehrts in lauter Lust und Freud; es nimmt dem Unglück alles Gift, daß, obs uns gleich verfolgt und trifft, es dennoch unser Herze nie in allzu großes Trauern zieh.top 345 Vom christlichen Leben und Wandel. ner mein, denn dein und mein 661. Jesu Christ, ich bitt 3. Mein Will sei dein und dei- o rad In eigener Melodie. ruf zu soll ein Will sein; was Gott will, das gefällt auch mir, nichts will ich, was mißfällig dir lo erhör mein Klagen. Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich 4. Nimm hin, o Herr. Dein ist doch nicht verzagen. Den rechten die Gab, was ich nur bin, und was Weg, o Herr, ich mein, den wolich hab; mach du damit, wie lest du mir geben, dir zu leben, dirs gefällt; dir sei es völlig mein'm Nächsten nüß zu sein, heimgestellt. Suor estore dein Wort zu halten eben. 5. Nur deine Gnad, nur deine2. Ich bitt noch mehr, o Herre Lieb, o Gott mein Herr, dagegen Gott, du kannst es mir wohl geben, gieb. Mit dir will ich zufrieden daß ich nicht wieder werd zu Spott. sein, wenn ich nur dein bin und Die Hoffnung gieb daneben, vordu mein. list fra dudé aus wenn ich muß hie davon, 1906. Dich liebt, o Gott, mein daß ich dir mög vertrauen, und armes Herz, und ist mir dies der nicht bauen auf Alles, was ich größte Schmerz, daß ich dich, als thu; sonst wird michs ewig reuen. das höchste Gut, erzürnt. Ach, 3. Verleih, daß ich aus Herzenswasch mich durch dein Blut! 207. Ich lieb dich, Herr; doch nicht darum, daß ich durch Lieb in Himmel komm; nicht, weil dort in der Höllenpein, die dich nicht lieben, strafbar sein. E grund mein'n Feinden mög vergeben. Verzeih mir auch zu dieser Stund; schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 1ij dat bl 8. Du, Herr, der du aus Lieb ans Holz gehänget bist für meinen Stolz, der du zum Fluche 4. Laß mich kein Lust noch worden bist für mich durch Feindes Grimm und List; an 9. Der du Spott, Geißeln, Dornenstich, ja Nägel, leßt den Tod für mich erlitten, das doch ich verdient, und also durch dich bin verfühnt; Inve Furcht von dir in dieser Welt abwenden. Beständig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Händen; und wem dus giebst, der hats umsonst. Es mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom 10. Du, Herr, bist ja wohl lie- Sterben. 19 topi mu ned benswerth, für mich traf dich 5. Ich lieg im Streit und das Racheschwert. Sollt ich denn nun nicht lieben dich, der du so theur erkaufet mich? 1550 widerstreb; hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kömmt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst maaßen, daß mirs nicht bring Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 11. Wenn schon tein Höll, noch Himmel wär, doch dich zu lieben ich begehr umfonst, um nichts, gleich wie du mich, o Gott, geliebt, so lieb ich dich. 12. Dich lieb ich jetzt, auch bis in Tod, nur drum, weil du meins Mel.: Nun laßt uns den Leib. Herr und Gott. Weil du mein* 662.h weiß noch keinen Heiland und ich dein, ich dein Erbe dort zu sein. Martin Geier.mir gefällt, das thut er gern. 346 Vom christlichen Leben und Wandel. Doch weiß ich keinen schlimmern Knecht, ich mach ihm keine Sache recht. 2. Gott Lob, daß mir mein Herr vergiebt und mich aus sei ner Gnade liebt. Gott Lob, daß er mich dulden kann; Gott Lob, er nimmt die Sünder an. 3. Drum bleib ich stets bei diesem Herrn und das von ganzem Herzen gern. Bei seinem Wort, in seinem Blut hats meine Seele eivig gut. E. G. Woltersdorf. In eigener Melodie. 663. ch weiß, mein Gott, und Werk auf deinem Willen ruhn; von dir kömmt Glück und Segen. Was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. spoli Jolit dhe 1193 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht und er seins Gangs sich freue. Des Höchsten Rath, der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spißen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was recht ist, zu erfüllen. 9. Prif alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das und verwehre. Der höchste Zweck, das 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolten blißest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sizest: 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben. Was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben. 11. Jsts Werk von dir, so hilf zu Glück. Jsts Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 4. So fängt auch oft ein weiser 13. Tritt du zu mir und mache Mann ein gutes Werk zwar fröh- leicht, was mir sonst fast unmöglich an und bringts doch nicht zu lich däucht, und bring zum guten Stande. Er baut ein Schloß und Ende, was du selbst angefangen festes Haus, doch nur auf lau- hast durch Weisheit deiner Hände. term Sande. 14. Jst gar der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, wovor ſonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen. Sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was gut dein Herz gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. Vom christlichen Leben und Wandel. 347 erfenn ich meine Schuld, bitt um Gnad und um Geduld. sple 5. Laß mir ja nicht widerfahren, was du, Herr, zur Straf und Last denen, die mit falschen Waaren handeln, angedräuet hast. da du sprichst: du wollest scheuen, und als Unflath von dir speien aller Heuchler falschen Muth, der Guts vorgiebt, und nicht thut. 6. Gieb mir ein beständigs Herze gegen alle meine Freund auch dann, wenn mit Kreuz und Schmerze sie von dir beleget sind, daß ich mich nicht ihrer schäme, sondern mich nach dir bequeme, der du, da wir arm und bloß, uns gesetzt in deinen Schooß. 7. Gieb mir auch nach deinem Willen einen Freund, in dessen fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt. Doch wer ihn freudig gebet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnige. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Baul Gerhard. and 2nd Jilbron Mel.: Du, o schönes Weltgebäude. 664. efu, allerliebster Brumit mir meint, du mein Anker, Maft und Ruder und mein treuster Herzensfreund, der du, ehe was geboren, dir das Menschen volk erforen, auch mich armen Erdengast dir zur Lieb ersehen hast. 2. Du bist ohne Falsch und Tücke, dein Herz weiß von feiner List, aber wenn ich nur erblicke, was hier auf der Erden ist, find ich alles voller Lügen; wer am besten kann betrügen, wer am schönsten beucheln kann, ist der allerbeste Mann. da mein Mund sich ohne Scheu öffnen und erklären möge, da ich alles niederlege, nach dem Maaße, das mir gnügt, was mir auf dem Herzen liegt. juello kidini 396 8. Laß mich Davids Glück erleben, gieb mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. Ach wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt! Ist sie jemand wohl gewogen, währts nicht länger als sein Geld. Wenn das Glück uns blüht und grünet, sind wir schön und hübsch bedienet; kommt ein wenig Ungestüm, kehrt sich alle Freundchaft um. 9. Herr, ich bitte dich, erwähle mir aus aller Menschen Meng eine fromme, heilge Seele, die an dir fein kleb und häng; auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hülfe leiste, Trost, der in der Noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 10. Wenn die Zung und Mund 4. Treib, Herr, von mir, und nur liebet, ist die Liebe schlecht berhütefolchenunbeständgenSinn. bestellt; wer mir gute Worte gieHätt ich aber mein Gemüthe, weil bet, und den Haß im Herzen ich auch ein Sünder bin, schon hält, wen der Eigennuß remit Wankelmuth geschändet und gieret, und wenns Bienlein der Falschheit zugewendet: so nicht mehr führet, alsdann gehet 348 Vom christlichen Leben und Wandel. nach der Thür, ei der bleibe fernchen wider mich aufthut allhier, von mir! Bat Spor Jesu, bleibe stets bei mir! 11. Hab ich Schwachheit und 4. Doch es muß der Teufel Gebrechen, Herr, so lenke meinen weichen und er darf mich nicht Freund, mich in Güte zu be erreichen. Ach, du meiner Seelen sprechen und nicht als ein Löw Zier, Resu, bleibe stets bei mir! und Feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, ist als der in Freudentagen reichlich auf mein Haupt mir geußt Balsam, der am Jordan fleußt. 5. Weil ich noch in Sünden schwebe, und der bösen Welt nachlebe, könnt ich leicht verderben schier; Jesu, bleibe stets bei mir! 6. Ci, fo kann ich nicht verderben, werd einmal den Himmel erben, weil ich seufze für und für: Jesu, bleibe stets bei mir! 12. O wie groß ist meine Habe, o wie föstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue. Wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist folch ein Schaß bescheert. 7. Ach, mein liebster Jesu bleibe, von mir alles Böſe treibe! Ach, ich wünsche mit Begier; Jeju, bleibe stets bei mir! 8. Wirst du, liebster Jefu, bleiben, deinen Geist stets in mir treiben, ei so kann ich sagen hier: Jefu, bleibe stets bei mir! 9. Also werd ich selig fahren zu den großen Engelschaaren. Jesu, dieses sag ich dir: Bleibe du nur stets bei mir! J. Flittner. 13. Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! Der hat einen schweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? In eigener Melodie. 14. Nun, Herr, laß dirs wohl 666. Jefu, meine Sonne, gefallen, mein Freund bis in mein Grab; bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. P. Gerhard. Mel.: Sollt es gleich bisweilen. Cesu, meiner Seelen aller: höchste Freude, alles find ich stets bei dir, Jesu, bleibe stets bei mir! meines Lebens Licht; Jesu, meine Freude, meiner Seelen Weide, von dir geh ich nicht. Laß mich nur bald kommen in die Zahl der Frommen, vor dein Angesicht, von dir geh ich nicht. 2. Jesus, mein Regierer, meines Herzens Führer, meiner Seelen Ruh! Jesus ist mein Leben, Jesu wird ergeben, was ich und Beginnen ist nun weg von hinnen, und nach Jesu zu, meiner Seelen Ruh. Joh. Angelus. 2. 3war ich mich unwürdig wenn nur betrachte. Ach, ich feufze für und 667. Jeben, meines HerMel.: Jesu, meines Lebens Leben. Seelen für: Jesu, bleibe stets bei mir! 3. Bleib, Erlöser, bei mirSchwa- zens höchste Freud, dir will ich chen, weil der Teufel seinen Ra- mich ganz ergeben jeßo und in Vom christlichen Leben und Wandel. 349 sie mein Trub; zweifle ich, ist fie die Lehre; jagt man mich, ist sie mein Schuß. Niemals hab ich was begehret, war es gut, ich bins gewähret. Ich bin dein, und du bist mein: ich will keines Andern sein! 8. Deiner Liebe Süßigkeiten sind meinm Herzen eingeflößt; durch den Blick der Herrlichkeiten deines Himmels wird getröst mein Gemüth in seinem Zagen; alles Kreuz hilfst du mir tragen. Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein! 49. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Troß, daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines Andern sein! 1113110. Dieses alles ist gegründet nicht auf meiner Werke Grund; dieses, was mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen fund, daß es kommt aus deinem Blute; das allein kommt mir zu 5. Ach, wie oft hat meine Ju- Gute. Ich bin dein, und du gend deine Gnadenband gefaßt, bist mein; ich will feines Anwenn die Frömmigkeit und Tu- dern sein! gend war in meinem Sinn ver= haßt. Ach, ich wäre längst gestorben außer dir, und längst verdorben. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern fein! is duit naiss Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines Andern ſein! noch 2. Deine Hand hat mich bereitet; dein Mund blies mir Odem ein; deine Hand war ausgebreitet wie ein Teppich ob dem Schrein, welcher mich hat erst verschlossen, darum sag ich unverdrossen: Jch bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern sein! ds 3. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als ich an der Brust noch hing. Dein Schooß hat mich angenommen, wenn ich nur au dir bin kommen. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern sein! gild 4. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüth, jo ich etwa ausgetreten, daß ich wiederkäm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern sein! 6. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, so hilft sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern sein! 11. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zubersicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern sein! 12. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bilt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen. wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch fagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern Isus Chr. Scriver. 7. Schmäht man mich, ist sie mein Ehre; troßt man mir, ist sein! Leben und Wandel. Klage, Müh und Streit, Kummer, Sorgen, Angst und Noth, Krankheit und zuleßt der Tod. 2. O, so denke drauf im Herzen, frommer Christ, mit allem Fleiß, wie du solche Noth und Schmerzen brechen kannst als Grundeseis. Laß aus deinem Herzen nicht diesen treuen Unterricht; CHANE 3. Habe deine Lust am Herren, laß ihn sein dein höchstes Gut! Er ist nah und gar nicht ferne, einzusprechen Trost und Muth. Seine Gnad und starke Hand gehet durch das ganze Land. 4.Augenlust und schnöde Freude, Ueppigkeit als Wust und Koth vor den Augen Gottes, meide, willst du sein befreit vom Tod; deinen Leib, das Faß der Ehrn, sollst du nimmermehr versehen. 5. Nimm dir vor, vor andern allen, was du thust, nur Gott allein mit dem Glauben zu gefallen, voller Lieb, ohn argen Schein. Beichte deine Sünd und Schuld, so bekommst du Gottes Huld. 6. Nimmer gehe falsch im Handeln, noch im Reden, noch im Thun. Willst du vor dem Herren wandeln, dermaleinst auch selig ruhn, so lieb Wahrheit, Recht und Zucht als des Geistes rechte Frucht. 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß die allerbeste Zeit. 7. Eitle Ehr und Pracht verachte, Demuth lieb und Niedrig7. So sei nun, Seele, feine, feit; nach dem Himmel ernstlich und traue dem alleine, der dich trachte; trag geduldig, Kreuz geschaffen hat. Es gehe, wie es und Leid. Gott thut keinem je gehe, dein Vater in der Höhe, mehr an, als was er ertragen der weiß zu allen Sachen Rath. kann. Paul Flemming. 8. Stets ans Ende hier ge denke, und an Christi Kreuz und Tod; in sein Wunden dich einMel.: Komm, o komun, du Geist. 669. In dem Leben hier senke, also kömmſt du aus der auf Erden ist doch noth, bon der Vein und bösen nichts als Eitelkeit, bös Erem- Zeit zur gewünschten Seligkeit. pel, viel Beschwerden, Plage, I David Behme. 350 Vom christlichen In eigener Melodie, oder: de Welt, ich muß dich lassen. 668. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, uns selber geben Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinenSachen nach seinem Willen machen; ich stell es blos in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch erfiest. 4. Jch traue feiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach feinen Säßen, so wird mich nich verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Hat Gott es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig überstehn. Vom christlichen Leben und Wandel. 351 ganz bergaß, dieweil er lebt auf Erden. In eigener Melodie. Matth. 11, 28.970 670. Kommt ber zu mir, spricht GottesSohn, all, die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen; ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich kann, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nachträgt in dem Geding, der Höll wird er entweichen. Ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich gethan und glitten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns gschicht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Christen leiden. So mag es denn nicht anders sein; darum ergieb dich nur darein, wer ewig Bein will meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt im Wasser, Laub und Gras, sein Leiden fanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Namn nicht will, zuletzt muß er des Teufels Ziel mit schwerm Gewissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang; fieh, morgen ist er schwach und frank, bald muß er auch gar sterben. Gleich wie die Blumen auf dem Feld, also muß auch die schnöde Welt in einem Hui verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod. Wenn einer liegt in letzter Noth, dann will er gleich fromm werden. Einer schafft dies, der andre das; seinr armen Seel er 8. Und wenn er nimmer leben mag, so hebt er an ein große Klag, will sich nun Gott ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Einm Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Muth, er muß aus diesem Maien. Wenn einer hätt die die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 10. Dem Gelehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß erverderben. 11. Höret und merkt ihr lieben Kind, die jebund Gott ergeben sind, laßt euch die Müh nicht reuen. Halt't stets am heilgen Gottes Wort; das eur Trost und höchster Hort. Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht Uebel ihr um Uebel gebt; schaut, daß ihr hie un schuldig lebt, laßt euch die Welt nicht äffen. Gebt Gott die Rach und alle Ehr; den engen Steig geht immer her; Gott wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Muth, in Gunst, Gesundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten. Darum schickt Gott die Trübsal her, damit das Fleisch gezüchtigt werd, zur ewgen Freud erhalten. 14. Ist euch das Kreuz so bittr und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, dat in die Welt thut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Bein, und mag doch nicht verbrennen. 15. Jhr aber werdt nach dieser 352 Vom christlichen Leben und Wandel. Zeit mit Christo haben ewig 5. Selig sind, die schnlich streFreud; dahin sollt ihr gedenken. ben nach Gerechtigkeit und Treu, Es lebt kein Mann, der aussprechn| daß an ihrem Thun und Leben kann die Glorie und den ewgen nicht Gewalt noch Unrecht sei; Lohn, den euch der Herr wird die da lieben Gleich und Recht, ſchenken. sind aufrichtig fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht haffen; die wird Gott satt werden lassen. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Namen, das hält und giebt er gwiß fürwahr. Der helf uns zu der Engelschaar, durch Jesum Christum! Amen. Johann Witzstadt. 6. Selig sind, die aus Erbars men sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit dem Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. Mel.: Werde munter mein. Matth. 5, 3-11, 671. Kommerren lehren! den reines Herzens jederzeit, die 7. die werCommt, laßt euch in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede ma2. Selig sind, die Demuth ha- chen, und drauf sehn ohn Unterben, und sind allzeit arm im laß, daß man mög in allen SaGeist; rühmen sich ganz feiner chen fliehen Hader, Streit und Gaben, daß Gott werd allein ge- Haß. Die da stiften Fried und preist; danken ihm auch für und Ruh, rathen allerseits dazu, sich für, denn das Himmelreich ist des Friedens selbst befleißen, ihr. Gott wird dort zu Ehren werden Gottes Kinder heißen. seben, die sich selbst gering hie schäßen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden, und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes noch so viel, sebet Gott doch Maaß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd! Gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanft muth auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; Kommt und lernetallzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christenzahl. Sie bekennen mit dem Mund, gläuben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; auch deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn; diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth jpüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schüßen, daß sie noch das Land besißen. 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, 353 Vom christlichen Leben und Wandel. die im Unfried stehn, verfühne, nimm auf dich meine Sündendir anhang in Freud und Schmerz, schuld und meiner Strafe Theil. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! 11. In dich wollst du mich fleiden ein, dein Unschuld ziehen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor Gott bestehen kann. 119 DG 2091, anu 12. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein. Ergieß um Jesu willen til 19. Denicke. noffel med Mel.: Nun sich der Tag geendet. 672. Mein Gott, bot zur bringe dir Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; deß bin ich eingedenk. Pont Colpon 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du; das ist mir lieb und werth. Du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an mein Herz, veracht es nicht! Ich gebs so gut ich geben kann. Kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es boller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt, der wahren Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein'n Uebelstand, und träget jeho vor dem Scheu, dran Lust zuvor es fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, und schreit: Nun schlage zu! Zertnirsch, o Vater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu. 7. Zermalm mir meine Härtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzer, Reu und Leid und Thränen ganz zerrinn. 8. So nimm denn mich, Herr Sefu Christ, tauch mich tief in dein Blut. Ich glaub, daß du gefreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Stärt meine schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil; 13. Dein göttlich Licht ſchitt in mich aus und Brunst der reinen Lieb. Lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach schen der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht ver= läßt, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Augenschein, durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, aufrichtig, ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht und niemand schelt ohn Fug. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demuth und Sanftmuth halt, daß ich von aller Weltlieb rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn alle Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei. 20. Ja, nimm, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; brauchs, wozu dirs gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 23 354 Vom christlichen Leben und Wandel. 22. Drum soll sie nun und 7. Sie schlafen ohne Ruh, arnimmermehr dies richten aus bei beiten immerzu, sind Tag und mir, sie lock und droh auch noch Nacht geflissen und können doch jo sehr, daß ich soll dienen ihr nicht wissen, wer, wenn sie niederliegen, ihr Erbe werde kriegen. 23. In Ewigkeit gescheh das nicht, du falsche Teufelsbraut! Gar wenig mich, Gott Lob! anficht dein glänzend Schlangenhaut. 24. Weg Welt, weg Sünd! Dir geb ich nicht mein Herz, nur Jesu, dir ist dies Geschenke zugericht; behalt es für und für. J. C. Schade. 8. Nun, Herr, wo soll ich hin, wer tröstet meinen Sinn? Jch komm an deine Pforten, der du mit Werk und Worten erfreueſt, die dich scheuen und dein allein fich freuen. 9. Wenn sich mein Feind erregt, und mir viel Schmach anlegt, jo will ich stille schweigen, mein Herz zur Ruhe neigen. Du Richter aller 673. Mein Gott, ich habe Sachen, du kannst und wirsts mir gar gefeßet für, ich will mich fleißig hüten, wenn meine Feinde wüthen, daß, wenn ich ja was spreche, ich dein Gebot nicht breche. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Psalm 39. 2. Wenn mein Gemüth entbrennt, so hab ich mich gewöhnt, vor deinen Stuhl zu treten, laß Herz und Zunge beten. Herr, zeige deinem Knechte, zu thun nach deinem Rechte. 3. Herr, lehre mich doch wohl bedenken, daß ich soll einmal von dieser Erden hinweg geraffet werden und daß mir deine Hände gefeßet Ziel und Ende. 4. Die Tage meiner Zeit sind einer Hande breit; und wenn man dies mein Bleiben soll recht und wohl beschreiben, so ist es nichts und bleibet ein Stäublein, das zerstäubet. 10. Wenn du dein Hand aus: streckst, des Menschen Herz erschreckst; wenn du die Sünd heimfuchest, den Sündern schiltst und fluchest, so geht in einer Stunde all Herrlichkeit zu Grunde. 5. Ach, wie so gar nichts werth sind Menschen auf der Erd, die doch so sicher leben und gar nicht Acht drauf geben, daß all ihr Thun und Glücke verschwind im Augenblicke. 11. Der schönen Jugend Kranz, der rothen Wangen Glanz wird wie ein Kleid verzehret, so hier die Motten nähret. Ach, wie gar nichts im Leben sind die auf Erden schweben! 12. Du aber, o mein Hort, du bleibest fort und fort mein Helfer, siehst mein Sehnen, mein Angst und heiße Thränen, erhörest meine Bitte, wenn ich mein Herz ausschütte. 13. Drum ruhet mein Gemüth allein auf deiner Güt. Ich laß dein Herze sorgen, als dem es nicht verborgen, wie meiner Feinde Tücke du treiben sollst zurücke. 14. Ich bin dein Knecht und Kind, dein Sohn und Hausgesind, dein Bilgrim und dein Bürger, der, wenn der Menschen Würger 6. Sie gehen in der Welt, und mein Leben mir genommen, zu suchen Gut und Geld, der Schat- dir gewiß wird kommen. ten einen Schemen, und können 15. Zur Welt muß ich hinaus, nichts mitnehmen, wenn, nach der Menschen Weise sie thun des Todes Reise. der Himmel ist mein Haus, da in der Engel Schaaren mein Eltern und Vorfahren, auch Schwe Vom christlichen Leben und Wandel. 355 stern, Freund und Brüder jetzt sich für mich gegeben, so erfordert singen ihre Lieder. meine Pflicht, treu und fest an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 16. Hier ist nur Qual und Pein; dort, dort wird Freude sein. Dahin, wenn es dein Wille, ich fröhlich, sanft und stille aus diesen Jammer- Jahren zur Ruhe will heimfahren. Paul Gerhard. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. 674. Meine Seele, laß es es in der Welt jetzt geht. Meine Seele, laß es stehen, wie es jebo geht und steht. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es Gottes Wille. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Ist dir gleich die Welt zuwider, und bist deiner Freunde Spott; drücken dich die Feinde 4. Ich werd ihn auch lassen nieder, so vertraue deinem Gott. Liebste Seele halte stille; denke, daß es Gottes Wille. nicht, wenn ich nun dahin ge= langet, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht, meiner Seele Grund sich sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ist in deines Herzens Kammer nichts als lauter Herzeleid; plaget dich sehr großer Jammer hier in dieser Sterblichkeit: liebste Seele, halte stille, denke, daß es Gottes Wille. 4. Gott pflegt die getreuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz bewährt, wohl zu trösten nach den Schmerzen, und thut, was sie nur begehrt. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es Gottes Wille. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles iſt auf ihn gericht; meinen Jeſum 5. Auf den Regen scheint die Sonne; also kommet Lust auf Leid. Auf die Angst folgt lauter Wonne; Freude fommt auf Traurigkeit. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es Gottes Wille. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten, Christus läßt mich für und für zu den Lebens- Bächlein leiten. elig, der mit mir so spricht: Meinen Jejum laß ich nicht. *( Die größeren Buchstaben in Vers 6 bedeuten: Johann Georg, Churfürst zu Sachsen spricht:) Christian Keymann.. 6. Sollst du von der Welt abscheiden, scheide nur getrost zu Mel.: Ach Gott und Herr. Gott. Gott giebt auf dies Schei:" 676. MeinFreundiſtein. den folget auf die Noth. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es Gottes Wille. ich ihm hab ich mich ergeben. In Freud und Leid bin ich bereit, dir, Jesu, stets zu leben. In eigener Melodie. 2. Ich glaub an dich, an dir 675. Meinen Jesu laß kleb ich und will dich auch nicht ich nicht, weil er lassen, bis du mich wirst, du 356 Vom christlichen Leben und Wandel. Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinnst; dein Höllenangst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, die du hier haft für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennoth, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden, und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Troß sei dem Tod und aller Noth! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. 8. Troß sei nunmehr des Teufels Heer! Denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich tödlich zu verwunden. 9. Troß aller Welt! Hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 10. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schaß auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir geschieden werden. Glaub und Hoffnung wichtig, und die Lieb besteht. Gottes Huld deckt meine Schuld, dem ich mich allzeit vertraue, und fest auf ihn baue. 2. Daß die Welt ich hasse, und die Lüste lasse, und mein Fleisch bezwing, gieb mir, Gott, die Stärke, daß ich Glaubenswerke williglich vollbring, daß mein Sinn niemals gewinn, daß mein Geist empor sich hebe, ewig bei Gott lebe. 3. Wenn ich solchermaßen geb auf rechter Straßen, die zum Himmel führt, wird mich nicht betrüben mein Thun und Verüben, das aus Sünd herrührt. Gott wird mir die ewge Zier, und die Kron der Ehren geben dort in jenem Leben. 4. Wenn ich werd erwachen, wird mein Mund voll Lachen und voll Rühmens sein. Wenn die Himmel weichen, Sonn und Mond verbleichen, giebt Gott Licht und Schein. Dann will ich dort ewiglich mit Danksagen und Lobfingen alle Zeit zubringen. 5. Kein Mensch hat gesehen, feiner kann verstehen, was da sei für Lust; kein Ohr hat gehöret, niemand das gelehret, feiner hat gewußt, was da sei, von Sünden frei Gott anschauen, und Gott loben ewiglich dort oben. Johann Flittner. 11. Denn du bist mein, und Mel.: Herr Jesu Christ meins. ich bin dein; dir hab ich mich 678. Mein Sach hab ich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie, Landgr. v. Hessen- D. der machs mit mir, wies ihm gefällt. Dient etwas mir zur Seligkeit, so ists bei Gott mir schon bereit. 2. Solls aber nicht ersprießlich sein, so geb ich meinen Willen drein. Gott hat so lang gesorgt für mich, wird ferner auch nicht Mel.: Jesu, meine Freude. 677. Menschenbülf ist nich tig, Gunst und Kunst ist flüchtig, Geld und Welt vergeht! Gottes Hülf ist tüchtig, ändern sich. Vom christlichen Leben und Wandel. 357 3. Er weiß, was mir ist selig- vergeben mit aller ihrer Herrlich, obs gleich oft gehet wunderlichkeit; nichts ist, das ewig kann lich. Die rechte Stund sieht er bestehen, als was mein Jesus allein. Wohl dem, der sich nur hat bereit. Wenn Himmel, Erd schicket drein! und alles bricht, laß ich doch meinen Jesum nicht. J. M. Dillher. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 8. Der Tod soll bei mir in 679. Mein Wert will ich mitGott anfangen, und meinem Herren Jesu Christ, bei dem ist Hülfe zu erlangen, weil er der rechte Helfer ist. Ich jage: Jesus hats verricht; drum laß ich meinen Jeſum nicht. dem Sterben auch nicht behalten Oberhand; mein Jesus läßt mich nicht verderben. Ich habe ein gewisses Pfand, so mir sein kräftig Wort verspricht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 9. Ich laß ihn nicht in meinem Leben, dort werd ich ewig bei ihm stehn, und an ihm wie die Klette kleben, da wird mein Mund sein Lob erhöhn. Alsdann sch ich sein Angesicht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 10. Da will ich Dank und Preis ihm bringen, ich will vor Gottes hohem Thron stets Heilig, Heilig, Heilig singen dem größten Fürst und Königssohn in seinem Friedund Freudenlicht. Ich lasse meinem Jesum nicht! Nem. Jul., Gr. v. Schwarzb.- R. 2. Von Jesu will ich niemals wanken, der mich geliebet hat vorhin; ihm soll mein Herz allstetig danken, daß ich in seiner Gnade bin. Auf ihn ist stets mein Herz gericht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 3. Mein Jesus will bei mir stets walten, weil ich bei ihm in Gnaden steh. Ich laß ihn nicht, ich will ihn halten in aller Noth und allem Weh; denn er bleibt meine Zuversicht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 4. Ich will bei meinem Jeſu halten, ich bleib an ihm, denn ich er iſt mein. Er läßt mich nicht, in mein Herz hinein. Mein Herz im Glauben bei mir spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 5. Scheints gleich, als läg ich gar darnieder, werd ich doch da- hats nicht Noth. durch nicht verzagt. In Jesu krieg ich Hülfe wieder, drum sei es auch mit dem gewagt. Ob mich gleich manche Noth ansicht, so laß ich meinen Jesum nicht. 6. Der Teufel soll mich nicht erschrecken, stellt er sich wider mich gleich ein; mein Jesus wird den Schild ausstecken, darunter ich werd sicher sein. Drum jetzt mein Herz vor Freuden spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 7. Die Welt muß endlich doch In eigener Melodie. 680. Nicht ſo traurig, nicht sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie Andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott; hast du Gott, so 2. Du, noch sonst ein Menschenkind, hast ein Recht in dieser Welt. Alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich 358 Vom christlichen Lebeu und Wandel. fränkt um ein Hand voll Eitel- ziert und schmückt es herrlich feit, wenn ihm Gott dagegen aus, ja erwählet, dir zum Heil, schenkt Schäße der Beständigkeit. dich zu seinem Gut und Theil. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 13. Ci, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Sebe, als ein HimmelsSohn, deinem Willen Maaß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankes Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehres, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. P. Gerhard. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt. Alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas; siehe welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern ist, das dir unwerth wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun, so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird bescheert. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir wäre nüß und gut, wonach so begierlich strebt dein verblendtes Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüfter wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er Nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, Mel.: Was mein Gott will. 681, Blindbeit! Bin ich der Welt dienen nur erschaffen, und hat mein Schöpfer mich bestellt, daß ich soll emsig gaffen nach eitlem Gut, und meinen Muth auf solche Thorheit seben, die leichtlich kann den flügsten Mann an Seel und Leib verletzen? mein Gott, erschaffen haft du deinem Freudenleben. Das weiß und glaub ich festiglich; kann doch nicht recht erheben mein Herz zu dir, und für und für nach solchem Leben trachten. Es ist mir leid, daß in der Zeit ich dieses nicht geachtet. 3. Laß Fleisches-, Welt- und Augenlust in mir nicht länger walten; ein Beffres ist mir ja bewußt, daran ich mich soll halten. Laß meinen Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud und Wonne. Du bist mein Licht und Zuversicht, ja meiner Seelen Sonne. 4. O Bater, laß dein schwaches Vom christlichen Leben und Wandel. 359 Kind stets deine Liebe suchen. zur Ewigkeit ich selig möge Welt ist nur Dampf, Welt ist nur Wind, die Welt will ich verfluchen. Dein Unterthan lauf in der Bahn, zu dienen seinem Fürsten. Es soll fürwahr mich immerdar nach deiner Gnade dürsten. 5. Wenn Kreuz und Trübsal kommt heran, so laß mich nicht verzagen. Dein Wort ists, das mir helfen kann, mein Elend leicht zu tragen. Ich weiß ja wohl, wie daß ich soll mit dir, Herr Jesu, leben. Soll ich denn nicht, o du mein Licht, nach solcher Wohlfahrt streben? 6. Was ist doch alles Kreuz und Noth, was ist doch alles Leiden, was Herzensangst, was gar der Tod, was schnell und traurig Scheiden? Wenn ich nur mag den großen Tag der Herrlichkeit bedenken, und aus der Welt ins Himmelszelt, zu Zions Stadt mich lenten. 7. O schönste Stadt, o Gotteshaus, voll Klarheit, Freud und Wonne! Ich wünsch aus dieser Welt hinaus, daß ich die Freudensonne, das flare Licht und An= gesicht des Allerhöchsten schaue, kommen? 10. Was irr ich hier im Jammerthal, in diesem fremden Lande? Ich leid ja hier so manche Qual, so manchen Spott und Schande. Ich will hinaus, des Vaters Haus kann ich zur Wohnung haben; ja dieser Ort wird mich hinfort mit höchster Wonne laben. 8. Ach, ach! Wann wird mein Bräutigam mich einmal kommen heißen? Wann wird er mich aus diesem Schlamm und eitlen Leben reißen? Wann werd ich doch das schwere Joch von meinen Schultern legen? Wann wird sich mir doch thun herfür des Himmels Freudensegen? 11. O möcht ich Armer doch, befreit von aller Angst und Schrecken, die übergroße Herrlichkeit in jenem Leben schmecken! O süße Kraft! O Lebenssaft! Wann werd ich dich empfinden? Komm Ewigkeit, mach mich bereit, das Eitle laß verschwinden! 12. O schönste Stadt, o klares Licht, o Süßigkeit ohn Ende, o Jesu, meine Zuversicht, ergreif mich doch behende! Laß mich von hier, zur Engel Zier und jener Freud abscheiden. Denn ich bin dein und du bist mein; drauf fahr ich hin mit Freuden. Nach H. v. Gersdorf. Wel.: Seelentveide, oder: Ringe recht. ja, daß ich mich herzinniglich mit* 682. der alles hätt bermeinem auch sich selbst, der allezeit nur das Ein hätt auserkoren, so Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O der alles hätt vergessen, der nichts wüßt, als Gott allein, dessen Güte unermessen, macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O der alles könnte laffen, daß er, frei vom Eiteln all, wan= dern möcht die Friedensstraßen durch diesThränen- Jammerthal! 4. O wär unser Herz entnommen dem, was lockt durch eiteln Glanz, und hält ab, zu Gott zu kommen, in dem alle Güt 9. Wann soll ich doch dein Angesicht, o mein Herr Jeju, sehen? Wann werd ich einst in deinem Licht, o Licht der Seelen, stehen? Du lieblich Bild, treu, fromm und mild, wann werd ich genommen, daß aus der Zeit ist ganz! Vom christlichen Leben und Wandel. 360 5. O daß wir Gott möchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden! Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O wär unser Aug der Seelen stetig nur auf Gott gewendt, so hätt auch das sorglich Quälen im Gewissen ganz ein End! 7. O du Abgrund aller Güte, zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüthe, ewig mit dir eins zu sein! G. Arnold. In eigener Melodie. Gott, du frommer du 683. quell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib! 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs zu der f soll; und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb dem Worte Kraft und Nachdruck, ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth; das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanft muth überwind, und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut. nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd und Schaden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden. Die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn, schön verklärt, zum auserwählten Hauf. J. Heermann. Mel.: Es woll uns Gott genädig Gott, mein Schö pfer, edler und Vater meines Lebens, wo du mein Leben nicht regierst, so leb ich hier vergebens; ja, ich bin auch lebendig todt, der Sünde ganz ergeben. Wer sich wälzt in dem Sündenkoth, der hat das rechte Leben noch niemals recht gesehen. 2. Darum so wende deine Gnad zu deinem armen Kinde, und gieb mir allzeit guten Rath, zu meiden Schand und Sünde. Behüte meines Mundes Thür, daß mir ja nicht entfahre ein solches Wort, dadurch ich dir und deiner frommen Schaare verdrießlich sei und schade. 684. 3. Bewahr, o Vater, mein Gehör auf dieser schnöden Erde vor allem, dadurch deine Ehr und Reich beschimpfet werde. Laß mich der Lästrer Gall und Gift Vom christlichen Leben ja nimmermehr berühren; denn wen ein solcher U ath trifft, den pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nicht Arges treiben. Ein unverschämtes Angesicht laß ferne von mir bleiben; was ehrbar ist, was Zucht erhält, wonach die Englein trachten, was dir beliebt und wohlgefällt, das laß auch mich hoch achten, all Ueppigkeit verlachen. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlemmen und zum Brassen; laß deine Lust mein eigen sein, die andre fliehn und hassen. Die Luft, die unser Fleisch ergößt, die zeucht uns nach der Höllen, und was die Welt für Freude schäßt, pflegt Seel und Geist zu fällen und ewiglich zu quälen. 6. O selig ist, der stets sich nährt mit Himmelsspeis und Tränken, der nichts mehr schmeckt, nichts sieht und hört, auch nichts begehrt zu denken, als nur, was zu dem Leben bringt, da man bei Gotte lebet, und bei der Schaar, die fröhlich singt und in der Wonne schwebet, die feine Zeit aufhebet. Paul Gerhard. Mel.: Wenn wir in höchsten. 685. Herrscher in dem Himmelszelt, was ist es doch, das unser Feld, und und was es uns hervorgebracht, so ungestalt und traurig macht? und Wandel. 361 4. Drum wird uns auch der Himmel blind, des Firmamentes Glanz verschwindt. Wir warten, wenn der Tag anbricht, aufs Tageslicht, und kommt doch nicht. 5. Man zankt noch immer fort und fort, es bleibet Krieg an allem Ort, in allen Winkeln Haß und Neid, in allen Ständen Streitigkeit. 2. Nichts andres traun, als daß die Schaar der Menschen sich so ganz und gar bis in den tiefsten Grund verkehrt, und täglich ihre Schuld vermehrt. 3. Die, so als Gottes Eigenthum stets preisen sollten Gottes Ruhm und lieben seines Wortes Kraft, sind gleich der blinden Heidenschaft. 6. Drum strecken auch all Element hier wider uns aus ihre Händ. Angst kommt uns aus der Tief und See, Angst kommt uns aus der Luft und Höh. 7. Es ist ein hochbetrübte Zeit; man jagt und plagt die armen Leut, eh als es Zeit, zur Grube zu und gönnet ihnen keine Ruh. 8. Drum trauert auch der Freuden Quell, die Sonn und scheint uns nicht so hell. Die Wolken gießen allzumal die Thränen ohne Maaß und Zahl. 9. Ach, wein auch du, o Menschenkind, und traure über deine Sünd! Halt doch mit deinen Lastern ein, und mache dich durch Buße rein. 10. Fall auf die Knie, fall in die Arm des Herren, daß er sich erbarm, und der so wohlverdienten Rach in Gnaden bald ein Ende mach. 11. Er ist ja fromm und bleibet fromm, begehret nichts, als daß man komm, und mit geneigter Furcht und Scheu ihn bitt um Gnad und Vatertreu. 12. Ach, Vater, Vater! höre doch, und lös uns aus dem Sündenjoch, und zieh uns aus der Welt herfür, und kehr uns selbsten du zu dir. 13. Erweiche unsern harten Muth, und mach uns Bösefromm und gut. Wen du bekehrst, der wird bekehrt, und wer dich hört, der wird erhört. 14. Laß deine Augen freund 362 Vom christlichen Leben und Wandel. lich sein, und nimm mit gnäd5. Mein Heiland, du bist mir gen Ohren ein das Angstgeschrei, zu Lieb in Noth und Tod gedas von der Erd aus unsern Herzen zu dir fährt. 15. Reiß weg das schwarze Zorngewand, erquicke uns und unser Land und der so schönen Früchte Kranz mit süßem, warmen Sonnenglanz. gangen, und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder da ge= hangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt. Ach, laß mich deine Wunden alle Stunden, mit Lieb im Herzensgrund, auch reizen und verwunden. 16. Verleih uns bis in unsern Tod alltäglich unser liebes Brod, und dermaleinst nach dieser Zeit das süße Brod der Ewigkeit. Paul Gerhard. 6. Dein Blut, das dir bergossen ward, ist köstlich, gut und reine; mein Herz hingegen böjer Art, und hart, gleich einem Steine, laß doch deines Blutes Kraft mein hartes Herze zwingen, wohl durchdringen, und Mel.: Ich ruf zu dir Herr Jesu. 686. Jefu Chrift, mein diesen Lebenssaft mir deine Liebe schönstes bringen. Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen fann noch zählen, gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen, und als dein Eigenthum nur einzig an dir hangen. 7. O daß mein Herze offen ständ und fleißig möcht auffangen die Tröpflein Bluts, die meine Sünd im Garten dir abdrangen! Ach, daß sich meiner Augen Brunn aufthät und mit viel Stöhnen heiße Thränen vergösse, wie die thun, die sich in Liebe sehnen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel, als deineLiebewohne. Gieb, daß ich deine Lieb erwähl 8. O daß ich wie ein kleines als meinen Schaß und Krone. Kind mit Weinen dir nachginge, Stoß Alles aus, nimm Ailes so lange, bis dein Herz entzündt hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Muth und Sinn in deiner Liebe brennen. mit Armen mich umfinge, und deine Seel in mein Gemüth in voller süßer Liebe sich erhübe, und also deiner Güt ich stets vereinigt bliebe. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe, Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 9. Ach, zeuch, mein Jeſu, mich nach dir, so lauf ich ohn Verweilen. Ich laufe und will mit Begier zu deinem Herzen eilen. Ich will aus deiner Liebe Zier den süßen Trost empfinden, der die Sünden und alles Unglück hier kann leichtlich überwinden. 10. Mein Trost, mein Schaß, mein Licht und Heil, mein höch4. O daß ich dieses hohe Gut mög ewiglich befißen! O daß mich diese edle Glut ohn Ende möcht erhißen! Ach, hilf mir wachen| stes Gut und Leben, ach nimm Tag und Nacht, und diesen Schaß bewahren vor den Schaaren, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. mich auf zu deinem Theil; dir hab ich mich ergeben; denn außer dir ist lauter Pein. Ich find hier überalle nichts als Galle; nichts Vom christlichen Leben und Wandel. kann mir tröstlich sein; nichts ist, das mir gefalle. 11. Du aber bist die rechte Rub, in dir ist Fried und Freude. Gieb, Jeju, gieb, daß immerzu mein Herz an dir sich weide. Sei Mel.: Wie schön leuchtet del meine Flamm und brenn in mir. 687. Jeſu, Jeſu, Gottes eilen, Sohn, dern, heilen den Schmerz, der stets allhier mich seufzen macht und heulen. 12. Was ist, o Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe; mein süßer Wein, mein Himmelsbrod, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schuß in aller Noth, mein Haus, darin ich wohne. 363 Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Trost zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhard. 13. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich erfaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen. Eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zu rechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rath und gute Werke lehren; steuren, wehren der Sünd, und nach der That bald wieder mich bekehren. 16. Laß sein sie meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine der und mein Gnadenthron, mein Schaß, mein Freud und Wonne, du weißt ja, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnentlar, und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor Allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich fann und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Gut und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich genugsam laben. Ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst feinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen, ewig, glücklich. Große Freude nach dem Leide wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für 364 Vom christlichen Leben und Wandel. Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe blei: ben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen Erden schäßen das, was dort uns will ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude fein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt, und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe stets mich übe; bis ich endlich werd abscheiden, und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 6. Jesu, stärke mich zum Kampf! 7. Da werd ich deine Süßig- Denn du hast ja überwunden und feit, das Himmelsmanna allezeit gefunden einen offnen Weg für in reiner Liebe schmecken, und mich, ritterlich alle Feind mit dir fehn dein liebreich Angesicht mit zu schlagen und das Kleinod zu unverwandtem Augenlicht, ohnerjagen, auszuhalten allen Stich. alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket dort am Throne mit der schönen Himmelskrone. 7. Ach, es kostet viele Müh, ja, es dringen große Schmerzen zu dem Herzen, das sich waget in den Streit; Angst und Leid kommen wie die Meereswogen auf dasselbe zugezogen, da verschwindet alle Freud. J. Heermann. In eigener Melodie. 688. u Hüter Iſrael! Willst du dich nicht lassen finden und verbinden mit der Seel, die suchet dich, inniglich? Warum trittst du mir so ferne, da ich dich doch hätt se gerne? Herr, du bists, dich meine ich! 2. Du bist ja mein Licht und Stern, der mir bald ist aufgegangen, der umfangen meinen ganzen Lebenslauf; mert ich drauf, so erstaunen meine Sinnen, in mir, die Gedanken rinnen, ihrer ist ein großer Hauf. 3. Herr, was ist denn nun ein Mensch, daß du seiner so gedenkest und umschräntest seinen Weg, daß er nicht fann finden Bahn, sondern muß im Dunkeln fizen oder sich an Dornen rißen und verirren von dem Plan? 4. Menschenfreund, gefället dirs, daß ich, ein Werk deiner Hände, nehm ein Ende in so schwerer Finsterniß? Wie ist dies? Bist du ganz von mir gevichen? Ist dein Gnadensonn verblichen, daß ich sie nicht mehr genieß? 5. Heilger Gott, es ist dein Will, der an mir vollbracht soll werden hier auf Erden, drum ich nun in dieser Stund komm jekund. Dein Wort als ein Schwert will scheiden Seel und Geist, daß man von beiden aufgedecket seh den Grund. 8. Man hat nicht allein zu thun mit dem groben Fleisch und Blute; dem zu gute steiget aus dem Abgrund gar eine Schaar böser Geister, die verletzen, was die Christen theuer schäzen, machen trübe, was ist klar. 9. Nur bleibt übrig in dem Geist eine Stätt, die Gott bereitet, selbst erbeutet ihm zum Sitz in allem Leid; Kampf und Streit soll mich nicht von ihm abtreiben. Er soll mir im Herzen bleiben; durch ihn überwind ich weit. 10. Gnade, Herr, bitt ich von dir, die alleine kann mich lösen von dem Bösen und vertilgen alle Schuld. Hab Geduld, Herr, ach heile mein Gebrechen! Wollest dich an mir nicht rächen, sondern zeigen deine Huld. 11. Führe aus den Streit zum Vom christlichen Leben und Wandel. 365 alles wird aus lauter Pein berwandelt, der kein Ziel wird sein. 7. Was Gott an ihnen hat gethan, bezeugt, daß er auch solches kann an dir erweisen. Du bist Erd, trittst Erd, und wirst von Erd genährt; zur Erden wirst du nach dem Tod auch werden gleich wie Mott und Koth. Mel.: Bater Unser im Himmelreich. Mensch, bedenke 8. Mert und behalt dies, was 689. Oftets beth End, der ich fag: Vergiß nicht deinen Todestag, wie schnell er brechen wird herein; vielleicht möcht es noch heute sein. Der Tod mit dir macht keinen Bund; wie, wenn er käm jetzt diese Stund? 9. Gewiß ists, daß du sterben mußt; wann, wie und wo, ist unbewußt; an allem Ort, all Augenblick wirft aus der Tod sein Netz und Strick. Bist du nun klug, so sei bereit und warte sein zu jeder Zeit. Sieg, daß ich wiederum mag sehen bald aufgehen Licht und Stern in finstrer Nacht. Wenn erwacht meine Seel am frohen Morgen, frei und los von Qual und Sorgen, ist sie auf dein Lob bedacht.! Joh. Tribbechow. Tod doch Leib und Seele trennt. Gehorche Gott, und dich bekehr, mit Sünden nicht dein Herz beschwer. Hier bleibst du nicht, du mußt davon; wie du hier lebst, ist dort der Lohn. 2. Wo sind die Kinder dieser Welt mit ihrer Wollust, Pracht und Geld? Wo sind, die noch vor wenig Zeit bei uns stolzierten voller Freud? Sie sind dahin, all ihre Hab ist nichts, denn Staub und Asch im Grab. 10. Trau nicht auf deinen stol3. Hieran gedenk, o Menschen zen Leib, den Sündenlauf nicht find, bedenke, was sie worden weiter treib. Wirst du in Bossind. Sie waren Menschen gleich heit fahren fort, so fährest du zur wie du; die meiste Zeit fie brach- Höllenpfort. Gott ist gerecht, er ten zu in Wollust. Aber, ach wie straft die Sünd; er straft dort, schnell sind sie gefahren zu der wie er dich hier find. Höll! 11. Denn wer die Welt mehr liebt, als Gott, mit Frömmigkeit nur treibet Spott, lebt täglich, wie der reiche Mann, in Völlerei, so gut er kann; dem Teufel dienet er auf Erd, wird mit ihm gleicher Straf gewährt. 12. O Jesu Christe, der du mich aus Finsterniß so gnädiglich berufen haft zu deinem Licht, hilf, daß ich mich gleichstelle nicht dem Wesen dieser armen Welt, die ganz in Bosheit ist vergällt. 13. Verleih, daß ich aus aller Macht die Welt mit ihrer Lust veracht, und trachte stets nach deinem Reich, da ich werd sein den Engeln gleich, da man dein auserwähltekind in höchster Freud beisammen find. 3. Heermann. 4. Hier wird der Leib der Würmer Kost, die Seel dort leidet Hitz und Frost, bis sie der Herr am jüngsten Tag zusammen bringen wird mit Klag und stürzen in das Schwefelfeur, zu allen Teufeln ungeheur. 5. Denn wie sie hier mit Ueppigkeit gedient dem Satan haben beid, an ihre Buße nie gedacht, noch an die finstre Todesnacht, so ist auch recht, daß sie zugleich dort leiden Qual ins Teufels Reich. 6. Was hilft nun ihnen Geld und Gut, ihr Wollust, Macht und Uebermuth? Wo ist ihr Lachen, Spiel und Scherz? Wo ist ihr Stolz und freches Herz? Dies Leben und Wandel. durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es foll, so ruf 690, König, dessen Majestät weit über Alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beiräthig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Val. Ernst Löscher. Mel.: Die Tugend wird durchs Krenz. 2. Hier steh ich, wie der Zöllnerthat, beschämet und von ferne; ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch* 691. füßer Stand, o felig und 366 Bom christlichen Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Luc. 18, 13. wo ich mich nur wende hin, beschmußet und unfläthig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist, nach Christi Bilde, in Licht und Recht hat aufgericht, und unter solchem flaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen; hier heißts: rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Himmelskost schmedt 3. Die Schulden, der ich mich bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Abba, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug ge- viel zu süße dem Herzen, das in than, durch die wir Gottes Kin- Jesu lebt. Die Braut bewahrt der in gläubigem Vertrauen sind; Haupt, Herz und Füße, und wo der ists, bei dem ich Ruhe find, ihr etwas noch anklebt, das zu sein Herz ist ja gutthätig. Ich dem Glanz der Welt gehöret, faffe ihn und laß ihn nicht, bis das ist ihr lauter Höllenpein; Gottes Herz mitleidig bricht. und wo sie recht in Gott einkehGott, sei mir Sünder gnädig! ret, da macht sie sich von Allem rein. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar; laß meinen Glauben immerdar sein 4. Die Einfalt Christi schließt die Seele vor allem Weltgetümmel zu. Da sucht sie in der dunklen Höhle, in Horeb, Gott und ihre Ruh. Wenn sich das Vom christlichen Leben und Wandel. Heuchelvolk in Lüsten der Welt und ihrer Eitelkeit, auch wohl bei gutem Schein will brüsten, fühlt jene Kampf und harten Streit. 5. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Chrifti liegt. Die reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon besiegt. An einem reinen Gottestinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 6. Von Sorgen, Noth und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht. Den Schab, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid. Ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, barrt nur, bis euch die Nacht berückt! Was sind die Lampen sonder Dele? Schein ohn Einfalt und Christi Sinn. Sucht doch was bessers für die Seele, und gebt der Welt das Ihre hin! 8. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein! Reiß aus, ob schon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Des alten Drachen Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Creatur. 3. 3. Winkler. 367 der Herr wird kommen, hier zu richten Bös und Frommen, daß ihr schafft mit Furcht allein, wie ihr möget selig sein. Mel.: Jesu, der du meine Seele. Phil. 2, 12. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o ihr Sünder allzumal, wann der jüngste Tag wird wittern, daß ihr dann der Höllenqual mit erfreuter Seel entgehet, nicht zur Linken Jesu stehet, sondern frei von Höllenpein möget ewig selig sein. 3. Schaffet, daß ihr selig werdet; traut nicht eurem Fleisch und Blut, das sich heilig hier geberdet und thut euch doch nimmer gut. Flieht das falsche Christenleben, bleibt allein an Christo kleben; dem folgt und schafft insgemein, daß ihr möget selig sein. Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes. 693. Schau, lieber Gott, wie meine Feind, damit ich stets muß kämpfen, so listig und so mächtig sind, daß sie mich leichtlich dämpfen. Herr, wo mich deine Gnad nicht hält, so kann der Teufel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünden stürzen. 2. Der Satanas mit seiner List im Anfang gar süß locket; drauf, wenn die Sünd begangen ist, das Herze er verstocket; er 692. Schaffet, daß ihr selig treibt mit Trug und mit Gewalt von einer Sünd zur andern bald und endlich in die Hölle. werdet, ihr, die ihr wollt selig sein, euch zwar christlich hier geberdet, aber doch nur nach dem Schein. Denket, weil 3. Der Welt Art ist auch wohl bewußt, wie die kann Anlaß ge: 4. O Herr, der du durch dein Leiden uns von Sünd erlöset hast, laß uns nicht von dir abscheiden, der du unsre Rub und Raft. Wir zwar kleben stets an Sünde, aber laß uns Gnade finden. Deine treue Lieb allein schaffe, daß wir selig jein. Fr. Barbara Reitz. 368 Vom christlichen Leben und Wandel. ben zu Augenluft, zu Fleisches- pfinden. O Jesu Christe, steb luft, zu hoffärtigem Leben. Wenn mir bei, daß ich kann überwinaber Gottes Zorn angeht, ein den. Hilf, heilger Geist, in diejeder da zurücke steht; die Freund- sem Krieg, daß ich da immer schaft hat ein Ende. einen Sieg erhalte nach dem andern. David Denicke. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut; es will die Welt 694. Schatz über alle Schäße, nicht Mel.: Valet will ich dir geben. hassen. Die kurze Freud gefällt ihm wohl, drum wills nicht, daß ich meiden soll des Teufels Neß und Stricke. o Jesu, liebster Schaß, an dem ich mich ergöße, hier hab ich einen Plaß in meinem treuen Herzen dir, Schönster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freu den, du wahres Himmelsbrod, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Troft und Süßigkeit. 5. Nun muß ich Armer immerfort mit diesen Feinden streiten; sie ängsten mich an allem Ort und sind mir stets zur Seiten. Der Satan sebt mir heftig zu, die Welt läßt mir gar keine Ruh, mein Fleisch zur Sünd mich reizet. 6. Zu dir flieh ich, o treuer Gott, ich weiß sie nicht zu stillen. Hilf, Vater, hilf in dieser Noth um Jesu Christi willen! Verleih mir deines Geistes Stärk, daß meiner Feinde List und Werk dadurch zerstöret werde. 7. Laß diesen deinen guten Geist mich innerlich regieren, daß ich allzeit thu, was du heißt, und mich nichts laß verführen; daß ich dem Argen widersteh, und nicht von deinem Weg abgeh zur Rechten oder Linken. 8. Ob böse Lust noch mannigfalt mich ansicht, weil ich lebe. so hilf, daß ich ihr alsobald im Anfang widerstrebe, und daß ich da vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 9. Gieb, daß ich denke jeder zeit an diese letten Dinge, und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe; damit ich mög mein Lebenlang dir dienen ohne Furcht und Zwäng in willigem Gehorsam. 10. Gott Vater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich em3. Laß, Jesu, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicen. Komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh, du treuer Kreuzgeselle, schlag nach Belieben zu! Ich will geduldig leiden, und soll mich keine Bein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben, dir immer für und für zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwißen, als, Schönster, ohne dich im Paradiese sißen, veracht und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht! Mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet. Da fehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. Vom christlichen Leben und Wandel. 369 7. Nun, Jeju, mein Vergnü- mels und der Erden ist nur gen, komm, bole mich zu dir, in gegen ihn ein Schein. Keiner deinem Schooß zu liegen; komm, auf Erden lieber kann werden, meiner Seelen Bier, und setze als der herzliebste Jesus mein. mich aus Gnaden in deine Freudenstadt, so kann mir niemand In eigener Melodie." schaden, so bin ich reich und satt." 697. Sei gegrüßet, schönSal. Liscow. In eigener Melodie. 695. Schönster Jesu, meine Freude, meinesHerzens süße Weide! Nichtes ist auf dieser Welt, das mir ohne dich gefällt, ohne dich kränkt meinen Muth Reichthum, Hoheit, Ehr und Gut. 2. Wozu kann der Reichthum nüßen? Kann auch wohl die Thorheit schüßen? Wozu dienet Ehr und Gut? Sie verblendet nur den Muth, daß die Seele wird gefränkt, und nicht an den Himmel denkt. Menschheit Blume du! 3u dir kommen alle Frommen; Gottes Gnade, Himmelszier wohnt in dir. Ich komm auch; o wär ich kommen lange schon, und hätte Ruh! 2. Lange bin ich irr gegangen, suchte Rub am falschen Ort. Meine Augen gehn mir über, und voll Wehmuth ist mein Herz, ist voll Schmerz: Denn ich suchte dich nicht, Lieber, suchte mich nur hier und dort. 2. Schön sind die Wälder, schon auch sind die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jejus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schön auch leucht der Monde und die Sternlein allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht heller, als die Engel im Himmelsjaal. 4. All leuchtend Schönheit Him3. Konnt ich, was ich suchte, finden? Wo ist Ruhe ohne dich? Geistesqualen, Herzensqualen, 3. Mich kann Jesus nur er- Dürsten fand ich ohne Trank! gößen, und mein Herz in Ruhe Ohne Dank martern sich die seben; ihm ergeb ich mich allein; Menschenseelen, martern sich oft durch ihn kann ich sicher sein. ewiglich. Aber dieser Erde Lust macht mir nichts als Leid bewußt. 4. In die Schöpfung will ich gehen, sprach ich, da ist Gott gewiß! Unter Blumen will ich finden, der der Blumen Vater ist. In eigener Melodie. " 696. Schönster Herr Jesu, Wo du bist, laß dich, Bater, laß dich finden! Hier, o Gott, bist du gewiß. Herrscher aller En den, Gottes und MariäSohn! Dich will ich lieben, dich will ich ehren, du, meiner Seelen Freud und Kron! 5. Ueberall sah ich die Spuren seiner naben Gegenwart; ahnte ihn auf Thal und Höhen, fragte rings die Creatur: Seine Spur sah ich, habt ihr ihn gesehen? Wo ist seine Gegenwart? 6. Sei gegrüßet, schönste Blume, du, der Gottheit Abbild, du! Lilien und Rosen blühen um dich, doch dein Dornenkranz ist voll Glanz! Was soll ich mich weiter mühen?! Den ich juchte, Gott, ist hier! 7. Kommt zu ihm, die ihr müh jelig und beladen, juchet Ruh! 24 370 Vom christlichen Leben und Wandel. Er, er wird euch Geistesleben, Unschuld, Liebe, süße Kraft, Her zenssaft, Gottesruh wird er euch geben! Gott im Menschen- das Herder. bist du! 6. Sei getreu in deinem Leiden. sei getreu bis in den Tod! Wer will herrschen dort in Freuden, muß hier leiden bis auf's Blut; wer will dorten sein gekrönt, muß hienieden sein verhöhnt; er muß sich mit Dornen rißen, will er Mel.: Freu dich sehr, o meine. 698. Sei getreu, Chri- dort in Rosen sitzen. sei getreu 7. Sei getreu in deinem Beten, sei getreu bis in den Tod! Im Geist brünstig vor Gott treten, und begehren was ist noth, dem es niemals hat gefehlt, alles, alles er erhält; denn wer bitt't in Christi Namen, dem ist alles Ja und Amen. bis in den Tod, die du auf der Erden Höhle leidest Kummer, Angst und Noth! Ist doch dies der Christen Bahn, worauf sie zum Himmel an und durch Seufzer, Ach und Flehen, sollen ins Reich Gottes gehen. 2. Sei getreu in deinem Glau- 8. Sei getreu in deinem Hoffen, ben, sei getreu bis in den Tod! sei getreu bis in den Tod! Wer Laffe dir dein Herz nicht rauben| gehofft, hats oft getroffen, und durch gottloser Leute Spott. erlanget das Kleinod. Hoffen Gottes Werke man nicht kann nicht zu Schanden macht; Hoffen messen nach des Fleisches Wahn. ist der Christen Pracht; Hoffen Wer glaubt was Gott glauben und auf Gott vertrauen läßt heißet, der zugleich sein' Allmacht gewünschte Hoffnung schauen. preiset. 3. Sei getreu in Jesu Lieben, fei getreu bis in den Tod! In Gott lieben sich stets üben gehet über Erdennoth; denn wer Gott beständig liebt, den muß auch das was betrübt, endlich wieder um erfreuen und zu lauter Heil gedeihen. 9. Sei getreu in Unglücksfällen, sei getreu bis in den Tod! Will dir schon die Welt nachstellen mit viel Feindschaft, Zorn und Spott, ei! wer solche hat zum Feind, der ist Gottes bester Freund; alles dienet ihm zum Besten, weil er Gottes sich darf trösten. 4. Sei getreu in Gottes Leh- 10. Sei getreu an deinem ren, sei getreu bis in den Tod! Ende, sei getreu bis in den Tod! Mit Furcht Gottes Wort an- Jn des Herren Jesu Hände und hören, heißet efsen Himmels- in seine Wunden roth deinen brod, der ist ein gewünschter Geist sodann befiehl, troß dem, Mann, dems nie übel gehen der dir nehmen will deinen Hei kann; lauter Frucht von ihm land, dir zum Schaden; Jesu man siehet, weil er wie ein Schirm deckt dich in Gnaden. Fruchtbaum blühet. 11. Sei getreu in allen Sa5. Sei getreu in deiner Buße, chen, sei getreu bis in den fei getreu bis in den Tod! Fall Lod! Wer hier alles gut wird in tiefster Reu zu Fuße dem, der machen, was ihm lehret das Ge heißet Mensch und Gott. Er bot, dem ist schon der Lohn be nimmt Buße an für Sünd, reit in der frohen Ewigkeit. Eine spricht zu dir, als seinem Kind: Kron, das Freudenleben, ihm Sei getrost, ach, sei zufrieden, aus Gnaden Gott will geben. du bist nicht von mir geschieden! 6. Meisner. Vom christlichen Leben und Wandel. Mel.: O Welt ich muß dich. 699. Sogeb ich mich zu frieden, o Jefu, noch hienieden. nach ausgestandner Noth. Weil du mich nur ergößest und in die Ruhe setest, fürcht ich nunmehr auch nicht den Tod. 371 ganzes Herz bewege, daß ich dich darin bege, wie du es haft um mich verschuldt. 5. Nein, meine Seel läßt fahren, was sie nicht kann bewahren hier eben so, wie dort. Gott, Gott, den läßt sie walten, der kann sie auch erhalten zu jeder Zeit, an allem Ort. 10. Laß es dein Tempel werden, auch schon auf dieser Erden sei du die schöne Blum, damit es ausgezieret; wenn es nun triumphiret, so sei du selbsten auch der Ruhm. 2. Wie oft hab ich geklaget in dieser Welt, gefraget: Wo ist denn meine Rast? In allen mei nen Stunden hab ich nur Müh gefunden, ich pilgermüder Er dengast. 3. Viel Ding hab ich gesehen schon plötzlich untergehen in dieser eitlen Welt. Drum muß ich Vieles lassen und meinen Jesum fassen, eh alles übern Haufen fällt. 4. Was geben mir Figuren? Was geben Creaturen? Betrug und dem, der Mel.: Herr, nicht schicke deine. ihnen trauet, auf ihre Hülfe bauet, 700. Stäglich tränten und und suchet dabei Sicherheit! aufs Künftige gedenken? Soll ich denn niemals mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir stehen, wie mirs einstens wird ergehen, da doch durch mein Sorgen nicht das Geringst wird ausgericht? 11. Willst du es hier nicht stimmen, so laß es höher klimmen bis in den Freudensaal: da wird es anders schallen, und dir noch mehr gefallen, als hier in diesem Thränenthal. 12. Nun, Seele, sei zufrieden, was willst du dich ermüden? Der Sabbath ist heran. Nun kannst du wieder singen, nun kannst du Opfer bringen; es ist nun wohl mit dir gethan. 6. Die Ruhe hat sie funden in Jesu Christi Wunden, wie eine Taube pflegt in festen Felsenrißen in Sicherheit zu sißen, bis sich das Ungewitter legt. 7. Hier, hier ist das Vertrauen, hier ist das rechte Bauen, hier ist der Liebe Brunst. Wenn ich dies recht will meinen, so muß ich drüber weinen, und sagen: Welt, weg mit der Gunst! 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret noch nicht auf zu walten; oder sollt er jetzt allein dessen müde worden sein? Ach so laß ich Sorgen bleiben, Gott allein es heim zu schreiben, daß es, wie es ihm gefällt, mir zu malen eines gelt. 8. Du, Jesu, wirst mich leiten, daß ich nicht werde gleiten in dieser Wüstenei; du wirst ja mich vertreten, auch meine Seele retten, 3. Er ists, der allein verstehet, wenn mirs so und so ergebet, ob dasselbe nüß und gut, oder obs mir Schaden thut; da sonst wir in unsern Lüsten uns nicht zu entschließen wüßten, öfters wäh und mich dann endlich machen frei.| lend ohngefähr. was uns nur 9. Nimm nur aus meinem Her zen, womit ich kann verscherzen dein enge Lieb und Huld. Mein hochschädlich wär. 4. Soll ich denn stets niedrig leben, und nur an der Erde kle24* 372 Vom christlichen Leben und Wandel. ben, daß, wenn ich zur Ruh mich doch Ieg, niemand von mir wissen sem mög? Soll mich solches gar nicht Tränken, sondern ich dasselb bedenken, daß ich vieler Sorgen frei und des Falles sicher sei? 5. Dennoch will ich auch nicht flieben, wo er wollte selbsten ziehen mich hervor aus niederm Staub, weil ich solches sicher glaub: es lieg nur an seinen Gaben, die wir dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink allein im Beruf gehorsam sein. 6. Will die Armuth meiner Hütten er mit Segen überschütten und mit Gütern dieser Welt, jei es ihm auch heimgestellt. Ich will ihm für solches danken und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst Viel gethan, ich das Herz auch hänge dran. 9. Soll ich aber Krankheit leiden, will ich dennoch auch mit Freuden, weil mir seine Treu bekannt, aus des Höchsten Liebeshand solche Züchtigung annehmen, und mich nicht unmäßig grämen, daß solch herbe Arzenei meinem Fleisch vonnöthen sei. Genade geben, daß in dieTrauerleben je zuweilen komm ein Tag, der mich noch erfreuen mag. 11. Bin ich aber bald vor: über, ist mir solches desto lieber, daß ich dann von Sünden frei, und in solchem Stande sei, wo ich meinem Gott in allen Stücken möge wohlgefallen, so hier nicht geschehen kann, weil die Sünd mir hänget an. 10. Soll ich viele Jahre zählen, und also mich lange quälen, jo geicheh des Herren Will, dem ich gern auch halte still. Er wird 12. Also bleibts Gott heim gewiesen und sein theurer Nam gepriesen, was er auch in seinem Rath über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht mehr achten, sondern dieses nur betrachten, daß den Seinen zum Beschluß endlich alles frommen muß. Philipp Jakob Spener. In eigener Melodie. 7. Ist mir Armuth denn be: schieden, bin ich auch damit zufrieden, weil mir dieses himmel: wenn Gott verließ die Seinen; fest, daß er mich drum nicht ver- o so glaub und weiß ich dies: läßt. Ich will doch ihm freudig ingen und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. Gott hilft endlich doch gewiß! 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch wenns nöthig ist. 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll dieselb in meinem Leben dazu dienen, daß ich mehr fördern könne seine Ehr, daß ich müßig nicht vergrabe, was ich drum empfangen habe, damit ich es brauch dahin, wozu ich berufen hin. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maaß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten. Er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz dem Teufel, Troß dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Schmerzen! Trob der Welt und allen Herzen, die mir sind ohn Ursach Feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 701. Sollt es gleich bis weilen Vom christlichen Leben und Wandel. 7. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden; ei! so frag ich nicht darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich Alles zur Genüg. 9. Welt, ich will dich gerne laffen; was du liebest, will ich baffen; hab du immer deine Noth, lasse mir nur meinen Gott! 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Chr. Tietze. 7. Sorge, Herr, wenn mich anficht Satan auf der Erde; sorge, wenn vor dein Gericht ich gefordert werde. Sorge für mein Grabstättlein, sorge immerforten; sorge für mich, du bist mein; Mel.: Schwing dich auf zu. 702. Sorge, Bater, forge forge aller Orten! du, sorge für mein Sorgen; sorge, Jesu, sorge du, forge heut und morgen. Sorge Ludaemilie Elisabeth, Gr. v. Schwarzb.- R. Mel.: Herr ich habe mißgehandelt. für mich allezeit; forge für das 703. Steh doch, Seele, ſteh be Deine. O du Gott der Freundlichkeit, sorge du alleine. 2. Sorge, wenn der Tag anbricht, für mein Leib und Seele; forge, daß ich niemand nicht sie, als dir, befehle. Sorge, lieber Gott, allhier auch für meine Sinne, forge, daß zuwider dir ich ja nichts beginne. 3. Sorge doch, und laß mir auch dein Wort bis ans Ende; laß mir, Herr, den rechten Brauch deinerSacramente. Sorge für die Obrigkeit, Diener deines Wortes, und dazu für alle Leut jedes Stands und Ortes. 373 5. Sorge, wenn sich schließen zu meine Augenlider; sorge, wenn ich bin zur Ruh und erwache wieder. Sorge für mein Amt und Stand, Wort, Vernunft und Tichten, für die Arbeit meiner Hand, Lassen und Verrichten. 6. Sorge für mein Hab und Gut, Ehr und guten Namen; sorge, wenn mir Leides thut die Welt und ihr Samen. Sorge, wenn zu Sünd und Spott mich mein Fleisch will leiten; sorge, wenn ich mit dem Tod ringen muß und streiten. 4. Sorge, großer Menschen freund, für uns, deine Kinder; forge, Herr, für Freund und Feind; forge für uns Sünder. Sorge, für mein Stücklein Brod, forge doch für alle, die da sind mit mir in Noth; sorge, wenn ich falle. sinn dich, wo du bist; denke doch, wo dich dein Wille, der so gar im Eitlen ist, der so gar klebt an der Erde, endlich hin verleiten werde. 2. Weißt du denn, wo du hinrennest? Warum du dir Mühe machst? Ist es etwas, das du kennest, oder du es recht betrachtst, drum du, alles zu gewinnen, ste tig kränkest deine Sinnen? 3. Ehr ist Rauch; willst du den fangen? Gold ist nichts, denn rothe Erd; trägst du darnach ein Verlangen? Lust ist ganz und gar nichts werth, so die Erde uns erzeiget, wenn sie nicht vom Himmel steiget. 4. Laß der Welt den Dampf der Ehre; gönn ihr doch, daß sie ihr Gold mit unrechtem Gut vermehre; laß sie sein den Freuden hold, die ein Augenblick 374 Vom christlichen Leben und Wandel. erfreuen, und hingegen ewig eigen sein, der sich gnädig zu dir fehret, und dich zu sich lässet ein; freundlich will er den umfangen, der nach ihm nur trägt Verlangen. 13. O so hilf, du höchste Stärke, und mich also richte zu, daß ich deine Kraft vermerke, daß ich deinen Willen thu, daß ich dich allein betrachte und die Erde nichts mehr achte. 14. Ich bin lahm, du mußt mich führen; ich bin blind, erleuchte mich; ich bin stumm, du wollst anrühren meine Zunge, daß ich dich hier anfangen mög zu loben, und hernach im Himmel oben. reuen. 5. Wie ein Fischer in den Flüssen, der mit Angeln Fische fängt, wenn er dem den Wurm entrissen, ihn vor einen andern senkt, und doch keinen läßt verschlingen; so gehts auch mit solchen Dingen. 6. Dir wird heute vorgestreuet, was der Seele bringt den Tod; bald ein Andrer daran käuet, bis er fömmt in gleiche Noth; viele dies ins Nebe treibet, und doch endlich keinem bleibet. 7. Ach! der Tod hat seine Pfeile auf rich längstens ausgewebt; eile, dich zu schicken, eile, 15. Hilfst du nicht, so ists geeh er grimmig an dich setzt. schehen; niemand ohn dich helfen Läßst du dich im Eitlen finden, ewig wirst du's nicht verwinden. 8. Was da ewiglich kann dauern, das ist dein, und sonst nichts mehr. Warum willst du denn viel trauern um vergänglich Gut und Ehr, das dich heute fann erfreuen und sich morgen muß 9. Achte dich nicht so geringe, du bist viel zu gut dazu, daß dir sollten solche Dinge nehmen des Gemüthes Ruh. Willst du auf der Erde liegen, da du kannst zum Himmel fliegen? 10. Willst du dich in Koth einfenten? Du bist ja zum Reich erkorn. Willst du dich zu Gott wird. Gieb, Herr, daß ich dich mag sehen, daß ich sprech: O treuer Hirt, niemand wird von dir verlassen, der dich wird mit Glauben fassen! Gregor Richter. Mel.: Aus meines Herzens 704. Stell alles dein Be ginnen zu Gottes Ehren an; entferne deine Sinnen von allem eitlen Wahn, dem Welt und Fleisch anhängt; ob Jemand gleich dein lache, befiehl du Gott die Sache, so hast du viel erlangt. In eigener Melodie. Psalm 127. nicht lenken, der dir hat so oft 705. Bergebens ist all Müb du dich nur willst bekehren, soll die Freude ewig währen. 11. Christus reicht dir selbst die Hände; lauf, o Seel, im Glauben lauf, bitt, daß er dir Flügel sende, schwing dich fröhfich zu ihm auf! Wirst du den Erlöser sehen, so wird dir erst wohl geschehen. und wo nicht das Haus Gott selber baut; also ist auch der Mensch trostlos, wo er sein eignen Kräften traut. Denn wo die Stadt Gott mit seinm Rath nicht selbst erhält und schüßet; man wach und hüt, ohn Gottes Güt fürwahr daß solchs nicht nüßet. 12. Wirf doch hin, was dich beschweret! Christus will dein 2. Was hilfts, daß wir vor Tag aufstehn, und auf uns laden Sorgen viel, so doch all unfre 375 Vom christlichen Leben und Wandel. Anschläg gehn allein, wie Gottes gethan und man glaubt daran Ordnung will. Und ob dein mit Beugen, so bekommt man Brod gleich wird mit Noth und es zu eigen. Kummer überkommen; wenn Gott dir nicht solchs segnet mit, was reicht dir das zu Frommen? 2. 3. Der himmlisch Vater thuts allein, daß Land und Leut wird wohl regiert, wir sehens täglich, als ich mein, und wenn nicht hütet dieser Hirt, all Regiment nähm bald ein End, wärs noch ſo fest erbauet. Wie elend Leut sind wir denn heut, daß wir ihm nicht vertrauet! Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht! Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 4. Daß Gott den Menschen Kindr bescheert, das ist allein sein Gnad und Güt; er ists, der sie erhält und nährt. Wenn sich der Mensch am höchsten müht, so ists umsonst ohn Gottes Gunst. Er kann ihr Fußsteig wenden, gleich wie in Eil umtreibt ein'n Pfeil ein Starter in sein Händen. 5. Wie felig ist nun diese Stadt, die von Gott selber wird regiert; das Haus, so ein Vorsteher hat, den Gott in seinen Wegen führt! Darum so schau, daß dein Vertraun nur werd auf ihn gestellet, denn ohn fein Hand ein jedes Land gewiß zu Boden fället. 3. Aber freilich kann nichts taugen, als nur das, was Christus thut. Lassen wir ihn aus den Augen, finden wir was Andres gut, so erfahren wir gewiß, unser Licht sei Finsterniß, unser Helfen sei Verderben, unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig Seine, regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was sie wirkete, geschafft! Jeſu, richte unsern Sinn lediglich auf dich nur hin, so lebts Herz in deiner Wahrheit und das Auge wird voll Klarheit. 5. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrath gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschäßt. Eine arme Creatur kann allein auf dieser Spur deines Namens Ruhm erhöhen und in deine Freud eingehen. Joh. Andreas Rothe. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist mit hohem Preis, als es im Anfang war, und nun, und bleiben soll in stetem Fleiß; denn er allein uns insgemein mit überreichen In eigener Melodie. Gaben an Leib und Seel, ohn 707. Bon Gott will ich nicht allen Fehl, hat gnädiglich haben. er Lazarus Spengler. laffen, er nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret sehr. Er reicht mir seine Mel.: Freu dich sehr, o meine. * 706.11nverwandt aufChristum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit; Allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit: Siehet man im Herzen an, was er für die Welt Hand; den Abend als den Morgen thut er mich wohl versorgen, fei wo ich woll im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, fein 376 Vom christlichen Leben und Wandel. Macht und Gnad bewährt: hilfet aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben ſei Gott dem Herrn er geben; er machs, 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheeret, was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst berdirbt alle Zeit, die wir zubringn auf Erden; wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, wedr Ehr noch Gut bestehet, so vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schooß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herrn. Daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigleit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb' ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und Genad; und Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Heimbold In eigener Melodie, oder: O daß ich tausend Zungen. 1. Rön. 18, 21. * 708. Was hinket ihr, benoch immerhin auf beider Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? Ach sehts mit off nen Augen an, und brecht hindurch zur schmalen Bahn!( Hindurch!) 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reichthum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf denSieg erhält. Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust, voll Ruh, voll Seligkeit.( Hindurch!) 3. Drum gilt hier kein halbirtes Leben, Gott krönet kein getheiltes Herz. Wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Qual und dort die Höll davon. ( Hindurch!) 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig Allem Abschied giebt und dem Monarchen aller Dingen von Herzen und alleine liebt, der wird der Krone werth geschäßt und auf des Königs Stuhl gesetzt.( Hindurch!) 5. Berreißet die gelegten Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf verhindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht zum Himmel zu.( Hinturch!) 6. Auf, auf! Ist dieser Weg schon enge und voller Dorn und rauher Stein, bringt euch die Vom christlichen Leben und Wandel. 377 Welt oft ins Gedränge, stellt Mel.: O Gott, du frommer Gott. Satan sich geharnischt ein, erhe1. Cor. 13. bet ſich ein ganzes Reich: Immas 709. Wenn einer alle Kunſt ist bei und alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschen und mit Engelzungen redte, hätt aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor Gott damit nichts ausgericht. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget, sonst aber keine Frucht und keinen Nußen bringet. Es war ein solcher Mensch ein solcher guter Christ, euch die Wach, die Gottheit sel-| wie eine Schell, an der fein ber will euch leiten; folgt nur Geist noch Leben ist. mit treuen Schritten nach! Wie manchen hat nicht diese Hand hindurch geführt ins Vaterland. ( Hindurch!) 3. Wenn er weissagen könnt, und hätte allen Glauben, daß er auch Wunderwerk an Bergen, Blinden, Tauben erwies, und hätte doch der wahren Liebe nicht, so wäre abermals damit nichts ausgericht. 4. Wenn Einer auch sein Hab und alles Gut den Armen hingäbe, aber es nicht thäte aus Erbarmen; wenn er sich brennen ließ, und hätte nicht dabei der Liebe, fag ich doch, daß er nichts nüße ſei. 7. Gott fordert nichts, geliebte Seelen, als daß ihr euch nur zu ihm balt't und ohne henblerisch Verhehlen vor ihm die schwachen Hände falt't. Er streit für euch, er macht euch Bahn. Troß dem, der euch besiegen kann!( Hindurch!) 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, es ist schon jetzo viel verfäumt. Ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, so ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet! Denn die Gnadenzeit rennt zügellos zur Ewigteit.( Hindurch!) 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, verfluchet feine Zärtlichkeit; ihr gebt euch ja um eitle Sachen in tausend Müh und Fährlichkeit. Wie, daß ihr um das höchste Gut so faul, verzagt und sorglos thut?( Hindurch!) 11. O sehet nicht das arme Leben und den geringen Hausrath an; will Joseph euch doch Gosen geben und mehr als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand betrübt, wenn manibm Gold und Silber giebt? ( Hindurch!) 12. Gilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah; wie bald wird unser Kampi sich enden; da steht denn unser König da. Er führt uns ein zur stillen Ruh und urtheilt uns das Kleinod zu.( Hindurch!) L. F. F. Lehr. 5. Die Lieb ist sanftmuthsvoll. langmüthig und gelinde, sehr freundlich jedermann, stets fertig und geschwinde in Nöthen beizustebn. Die Liebe eifert nicht, die Liebe siehet zu, daß keinem Leid geschicht. 6. Die Liebe ist nicht stolz, bie Liebe taffet feinen, sucht ihren Nußen nicht, sie rathet den Gemeinen. Die Liebe zürnet nicht, die Lieb hilft jedermann, und wendet Schaden ab, wo sie nur immer fann 7. Die Liebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet und freuet sich, wenn man der Wahrheit feit beipflichtet; die Liebe decket auch des Nächsten Mängel zu, verträget allesgern und liebei Friedund Rub. 8. Ohn Argwohn glaubet sie 378 Vom christlichen Leben und Wandel. das Beste nur von allen: fie ist gefallen in Sünd und Missethat; hat sie gleich keine Schuld, so leidet sie dennoch, was möglich, mit Geduld. 9. Wenn dort die Wissenschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe doch sich fort und fort vermehren; wenn Glaub und Hoffnung auch vergehet mit der Zeit, so bleibet doch die Lieb in alle Ewigkeit. 10. Herr Jesu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am nächsten Liebe übe. Gieb, daß ich allezeit von Herzen jedermann zu dienen sei bereit, wo ich nur soll und kann. Ludwig Bacmeister. Mel.: Die Tugend wird durchs. In eigener Melodie. 711. Warum betrübſt du dich, mein Herz, bekümmerst dich, und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenfloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will vertraun meinm Gott, ob ich gleich werd veracht, so weiß und glaub ich festiglich: wer Gott vertraut, dem mangelt nicht. " 710. Was wär ich ohne dich gewesen? Was wird ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auser lesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz fich tief betrübte, wem thät ich meine Sorgen kund? 5. Elia, wer ernähret dich, da es so lange regnet nicht in jo schwer theurer Zeit? Ein Wittwe aus Sidonier Land, zu welchr du von Gott warst gesandt. 6. Da er lag untem Wachhol2. Hat Christus sich mir kund derbaum, ein Engel Gotts vom gegeben und bin ich seiner erst Himmel kam, und bracht ihm gewiß, o, dann verzehrt ein lich- Speis und Trank; er ging gar tes Leben die bodenlose Finster- einen weiten Gang, bis zu dem niß. Nun schau ich erst des Men- Berg, Horeb genannt. schen Würde, mein Schicksal wird verklärt durch ihn, und leichter trag ich jede Bürde, seh in der Wüste Rosen blühn. 3. O, geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt Jedem eure Hand entgegen, und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir uns an. Die eines Glaubens mit uns werden, auch Denen ist er aufgethan. Friedr. v. Hardenberg. 7. Des Daniels Gott nicht vergaß, da er unter den Löwen saß; sein Engel fandt er hin, und ließ ihm Speise bringen gut durch seinen Diener Habatut. 8. Joseph in Egyptn verkaufet ward, von Pharao gefangen hart um sein Gottsfürchtigkeit. Gott macht ihn zu einm großen Herrn, daß er konnt Batr und Brüdr ernährn. 9. Es ließ auch nicht der treue Gott die drei Männr im Feur Vom christlichen Leben und Wandel. 379 Dien roth; sein Engel fandt er| allein ist es, ders gegeben. Will hin, bewahrt sie vor des Feuers ers wieder zu sich kehren, nehm Glut, und half ihnen aus aller ers hin, ich will ihn dennoch Noth. fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt berein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 10. Ach Gott, du bist noch beut so reich, als du bist gwesen ewiglich, mein Vertraun steht zu dir; mach mich an meiner Seelen reich, so hab ich gnug hier und ewiglich. 11. Der zeitlichn Ehr will ich gern entbehrn, du wollst mir nur des Ewgen gewährn, das du er worben hast durch deinen herben bittern Tod; daß bitt ich dich, mein Herr und Gott. 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 13. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mich solchs erkennen lan durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 14. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohlthat, und bitt demüthiglich: Laß mich nicht von deinm Angesicht verstoßen werden ewiglich. Hans Sachs. In eigener Melodie. 712. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Oden. Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten flichen. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht; tann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man fann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden. Was die Welt in sich hält, muß im Hui verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand fann uns scheiden. Jch bin dein, weil du 380 Vom christlichen Leben und Wandel. dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. P. Gerhard. In eigener Melodie, oder: O Gott du frommer Gott. 713. Was frag ich nach der Welt und allen ihren Schäßen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ergößen? Dich hab ich einzig mir zur Wollust vorgestellt; du, du, bist meine Ruh. Was frag ich nach der Welt? 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jefus aber bleibt, wenn alles bricht und fällt; er ist mein starker Fels. Was frag ich nach der Welt? 3. Die Welt fucht Chr und und denkt nicht einmal drauf, wie bald doch dieſe gleiten. Das aber, was allein mein Herz für rühmlich hält, ist Jesus nur allein. Was frag ich nach der Welt? 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht eher raften, sie habe denn zuvor den Mammon in dem Kasten. Ich weiß ein besser Gut, wonach mein Herze stellt; ist Jesus nur mein Schaß, was frag ich nach der Welt? 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Ich trage Christi Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt? 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür wohl gar den Himmel geben. Ein andrer balts mit ihr, der von sich selbst nichts hält. Ich liebe meinen Gott, was frag ich nach der Welt? 7. Was frag ich nach der Welt? Im Hui muß sie vergehen, ihr Ansehn kann durchaus dem Tod nicht widerstehen, die Güter müssen fort und alle Lust verfällt. Bleibt Jeſus nur bei mir, was frag ich nach der Welt? * 8. Was frag ich nach der Welt? Mein Jesus ist mein Leben, mein Schatz, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich, und was mir sonst gefällt. Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der Welt? M. G. M. Pfefferkorn Mel.: Aus der Tiefe rufe ich, oder: Müde bin ich, geh zur Ruh. 714. Was für Kummer, ficht dich an, mein traurig Herz? Blöde Seele, schwacher Sinn, ach wo will das Trauern hin? 2. Kränkest du dich noch so sehr, kriegest du darum nicht mehr; Sorge tödtet nur das Herz, Sorge führt nicht himmelwärts. 3. Sorge ist des Grabes Thür, du bekommst doch nichts dafür, als nur Gram und Herzeleid; ach, darum die Sorge meid. 4. Ob mich alle Welt verläßt, hält mein Gott doch bei mir fest; er ist meine Zuversicht. Ach, mein Gott, verlaß mich nicht! 5. Hast du doch so wunderlich, großer Gott, erhalten mich; wenn die Noth mich schwer gedrückt, ei so hast du mich erquict. 6. Dir befehl ich meine Sach; rett dein Kind, und freudig mach Vom christlichen Leben und Wandel. 381 die betrübte Seel in mir, denn| Glend treiben, so wird Gott mich ich flieh, mein Gott, zu dir. 7. Drum hinweg, o Bangig keit, Gott steh mir in Noth bereit, Gott, der hilft mir allermeist! fahre hin, du Trauergeist! In eigener Melodie. 716. Was mein Gott will, 715. den er bereit, an das gscheh allzeit, sein Will der ist der beste; zu ihn glauben feste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtiget mit Maaßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. In eigener Melodie. as Gott thut, das es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. M. S. Rodigaft. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber bat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet." 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn in Gottes Willen zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille; mein arme Seel ich Gott befehl in meinen letzten Stunden. Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wollst mirs nicht verjagen, wenn mich der böse Feind ansicht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Markgr. Albrecht v. Brandenburg. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm er geben in Freud und Leid, es fommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. Mel.: Ans tiefer Noth. 6. Was Gott thut, das ist 717. Was willst du, armer Erdentloß, so sehr wohlgethan, dabei will ich ver- mit Hoffahrt prangen? Dein bleiben, es mag mich auf die Elend ist zu viel und groß, du rauhe Bahn Noth, Tod und bist in Sünd empfangen, mit 382 Vom christlichen Leben und Wandel. Weh geboren auf die Welt, Weh dein ganz Leben überfällt, mit Weh gehst du von dannen. 2. Was zierest du den Leib, das Haus, drin alles Siechthum stecket, und füllest ihn so zärtlich aus mit dem, was ihm wohl schmecket? Weißt du denn nicht, nach wenig Tag, daß er muß fterben mit Wehllag und Würmerspeise werden? den, und sie verdammet werden sollt zur Hölle alle Stunden; bor Jammer ihm zerbrach sein Herz, er weinte über ihren Schmerz, davon sie selbst nicht wußte. 9. Ja, was noch mehr, so ließ er sich um ihretwillen tödten, errettet sie ganz kräftiglich aus allen ihren Nöthen. Sein Blutschweiß war das Lösegeld, das er, der Heiland aller Welt, für sie hat ausgezahlet. 3. Vielmehr die edle Seele zier mit Buß und guten Werken; das Himmelsbrod ihr seße für, dadurch sie sich kann stärken; denn sie ist, die, ohn allen Tod, im Himmel schweben soll vor Gott und allen heilgen Engeln. 4. Warum pflegst du des Fleisches Wohl und lässt die Seel verschmachten? Jsts recht, daß man die Magd jetzt soll mehr als die Frau selbst achten? Dem Geist gebührt das Regiment, bei dir ist solches umgewendt, das Fleisch den Geist regieret. 5. Gott selbst, der große Herr und Held, des Menschen Seel hochschäßet, und sie weit über alle 12. Darum, o Mensch, verWelt und alle Himmel sebet. achte nicht das große schwere Lei Denn, für wen hat er seinen Sohn, den, das er für dich hat selbst fein höchste Zierde, Freud und verricht; thu alle Bosheit meiden. Kron, ins Kreuzes Pein gegeben?| Schau doch, wie sich so treulich 6. Traun, nicht dem Himmel, hat des Sohnes Gottes Majestät nicht der Erd ist dies zu gut er gangen; des Menschen Seel, so theur und werth, hat diese Gnad empfangen; sie ist das hohe Pfand und Gut, das ohne seines Sohnes Blut nicht konnt erlöset 10. An dieses Opfer denke recht, das für dich ist gegeben. Die | Seele schäße nicht so schlecht, thu Gott nicht widerstreben. Schau doch, wie schwer sie war verwundt, da sie sonst nichtes heilen konnt, als Christi Blut und Sterben. 11. Wenn sie der Satan nicht zu Grund, der alles Unglück stiftet, durch List mit seinem Lügenmund bis auf den Tod vergiftet, so hätte Gottes Sohn den Lod, und so viel Marter, Hohn und Spott, am Kreuz nicht dürfen leiden. in Noth dein angenommen. 13. Hilf Gott, daß ich mein Leben lang dies alles recht be denke, für deine Treu dir Lob und Dank in tiefster Demuth schenke, daß ich von Sünden trete ab, mein Herz bei dir im Himmel bab, nach meinem Heil stets trachte. Joh. Heermann. werden. 7. Ist deine Seel so hoch vor Gott, wie kannst du sie denn haffen, und sie in ihrer Sündennoth so träge liegen lassen? Ge= In eigener Melodie. dent, daß Gottes liebſter Sohn, 718. Mer Jesum bei fide gestiegen von dem Himmelsthron, le hat vom Tod errettet. 8. Denn als er sie in schwerer Schuld vom Teufel fand gebunhat, feste stehen, wird auf dem Unglücksmeer nicht untergehen; wer Jesum bei sich hat, was kann dem Vom christlichen Leben und Wandel. schaden? Sein Herz ist überall mit Troft beladen. 2. Wer Jesum bei sich hat, der hat den Himmel, wünscht zu verlaffen nur das Weltgetümmel; wer Jesum bei sich hat, der lebt vergnüget mit dem, was Gott sein Herr ihm zugefüget. 3. Wer Jesum bei sich hat, der mag nicht haben die Eitelkeit der Welt und ihre Gaben; wer Jefum bei sich hat, hat gnug auf Erden, und mag in Ewigkeit nicht reicher werden. 4. Wer Jesum bei sich hat, kann sicher reisen, er wird ihm schon den Weg zum Himmel weisen; wer Jesum bei sich hat, in höchsten Nöthen, den kann kein Teufel nicht, noch Mörder tödten. 5. Wer Jesum bei sich hat, ist wohl beschlißet, wenns heftig donnert und erschrecklich blizet; wer Jefum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn seine Sünd ihm Furcht und Angst erwecken. 6. Wer Jesum bei sich hat, darf nicht verzagen, und kann den Teufel auch leicht von sich jagen; wer Jefum bei sich hat, wird nicht verderben; wer Jesum bei sich hat, kann ruhig sterben. Christ. Friedr. Connow. 383 wurm, ein Strohhalm, den ein kleiner Sturm gar leichtlich hin kann treiben. Wenn deine Hand, die alles trägt, mich nur ein wenig trifft und schlägt, so weiß ich nicht zu bleiben. Mel.: Kommt her zu mir. 719, Wie ie ist es möglich, höchstes Licht, daß weil vor deinem Angesicht doch Alles muß erblassen, ich und mein armes Fleisch und Blut, dir zu entgehen, eingen Muth und Herze follte faffen? 4. Herr, ich bin nichts, du aber bist der Mann, der alles hat und ist, in dir steht all mein Wesen. Wo du mit deiner Hand mich schreckst, und nicht mit Huld und Gnaden deckst, so mag ich nicht geneſen. 5. Du bist getreu, ich ungerecht, du fromm, ich gar ein böser Knecht, und muß mich wahr. lich schämen, daß ich bei solchem schnöden Stand aus deiner milden Vaterhand ein einges Gut soll nehmen. 6. Ich habe dir von Jugend an nichts anders, als Verdruß gethan, bin fündenvoll geboren; und wo du nicht durch deine Treu mich wieder machtest los und frei, so wär ich ganz verloren. 7. Drum sei das Rühmen fern von mir; was dir gebührt, das geb ich dir, du bist allein zu ehren. Ach laß, Herr Jesu, meinen Geist, und was aus meinem Geiste fleußt, zu dir sich allzeit kehren. 8. Auch wenn ich gleich was wohl gemacht, so hab ichs doch nicht selbst vollbracht, aus dir ist es entsprungen. Dir sei auch dafür Ehr und Dank, mein Hei land all mein Lebelang, und Lob und Preis gesungen. Paul Gerhard. 2. Was bin ich mehr, als Erd und Staub? Was ist mein Leib, als Gras und Laub? Was taugt 720. mein ganzes Leben? ich, wenn ich alles kann? Was hab und trag ich um und an, als was du mir gegeben? 3. Ich bin ein armer ErdenMel.: Was mein Gott will. Wies Gott gefällt, ſo und laß mich gar nicht irren; ob mich zu Zeiten beißt der Rauch, und wenn sich schon verwirren alle Sachen gar, weiß ich 384 Vom christlichen Leben und Wandel. fürwahr, Gott wirds zuletzt wohl richten; wie ers will han, so muß bestahn; soll sein, so seis ohn- Tichten. 2. Wies Gott gefällt, zufried ich bin, das Uebrig laß ich fahren; was nicht sein soll, stell ich ihm heim, Gott will mich recht erfahren, ob ich auch will ihm halten still, wird auch wohl Gnad bescheeren; dran zweifle nicht. Solls sein, man spricht, so seis, dem kann nichts wehren. 3. Wies Gott gefällt, so gfällt mirs wohl in allen meinen Sachen. Was Gott versehen hat einmal, wer fann das anders machen? Drum alls umsonst, Geld, Wiß und Kunst, hilft auch nicht oder ren; meinr Sach hat er gestellt ein Ziel, die bleiben muß und währen das Leben mein. Drum geb mich drein, auf guten Grund will bauen, und nicht auf Eis; folls sein, so seis; wills Gott allein vertrauen. 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, will um Geduld nur bitten. Gott ists allein, der helfen kann; und wenn ich schon wär mitten in Angst und Noth, läg gar im Tod, kann er mich wohl erretten gewaltger Weis; solls sein, so seis; ich gwinns, wer wollte wetten? Ambrofius Blaurer. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. 721. Menn doch alle Sees daß du freundlich bist, und der Zustand wahrer Christen unaussprechlich selig ist, 2. Ach, wie würden sie mit Freuden aus der Weltgemeinschaft gehn und bei deinem Blut und Leiden fest und unbeweglich stehn. E. G. Woltersdorf. * beiß, solls sein, so seis, wird doch sein Weg nauslaufen. 4. Wies Gott gefällt, laß ichs geschehn, will mich darein ergeben, wollt ich seinm Willen widerstehn, so müßt ich bleiben kleben. Denn gwiß und wahr, all Tag und Jahr bei Gott sind ausgezählet; ich schick mich drein, geschiehts, solls sein; so seis bei mir erwählet. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. 5. Wies Gott gefällt, so wolls 722. Wo ich nur geh, und wo ich steh, ich meinen Jesum vor mir seh, und kann ihn doch nicht holen ein, daß er bleib in dem Herzen mein. ergahn in Lieb und auch im Leide; dahin mein Sach will gstellet han, daß sie mir sollen beide gefallen wohl; darum mich soll Ja oder Nein nicht schrecken; schwarz oder weiß, solls sein, so seis; dann wird Gott Gnad erwecken. 2. Es dünkt mich oft, er steh von fern, und lasse mich erseufzen gern. Wie kannst du doch so fremde sein, und lassen mich, mein Herr, allein? 6. Wies Gott gefällt, so laufs hinaus, ich laß die Vöglein forgen; kommt mir das Glück nicht heut zu Haus, wart ich desselben morgen. Was mir bescheert, bleibt unverwehrt, ob sichs schon thut verziehen; mich nicht drum reiß; folls sein, so seis; gfällts Gott, mein Theil werd 3. Komm doch, kehr ein, und bleib bei mir, o Jesu, mein Freund, Ehr und Zier; erfüll doch endlich mein Begier, so werd ich ewig danten dir. J. M.Dillherr. In eigener Melodie Pf. 127. o Gott 7. Wies Gott gefällt, daſſelb 723. W nicht giebt ſein ich will und weiter nichts begeh Vom christlichen Leben und Wandel. 385 Gunft, so arbeit jedermann um sein, daß du sehen wirst Kindessonst; wo Gott die Stadt nicht kind, und daß Israel Friede find. selbst bewacht, so ist umsonst der Wächter Wacht. Dr. Martin Luther. 2. Vergebens, daß ihr früh aufsteht, dazu mit Hunger schlamit Ungemach; denn wems Gott gönnt, giebt ers im Schlaf. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind; gleich wie die Pfeil ins Starten Hand, so ist die Jugend Gott bekannt. 4. Es soll und muß dem gicheben wohl, der dieser hat sein Köcher voll; sie werden nicht zu Schand noch Spott; vor ihrem Feind bewahrt fie Gott. 5. Ehr sei Gott Vater und dem Sohn, sammt heilgem Geist in Einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. Johann Kolroß. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu. Psalm 128. 724. Mohl dem, der in GottesFurcht steht, und auch auf seinem Wege geht. Dein eigen hand dich nähren ſoll; so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deinm Hause sein wie ein Reben voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch wie Delpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hangt dem an, wo in Gottes Furcht lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenfindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott fegnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Serujalem, vor Gott in Gnaden an genehm, 5. Fristen wird er das Leben dein, und mit Güte stets bei dir Mel.: Machs mit mir Gott. 725. Wohl dem, der sich Gott recht findlich kann verlassen; den mag gleich Sünde, Höll und Tod und alle Teufel hassen, so bleibt er dennoch wohlbergnügt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. 2. Die böse Welt mag immerhin mich hie und da befeinden; kann sich nur mein Gemüth und Sinn mit meinem Gott befreunden, frag ich doch nichts nach ihrem Haß; ist Gott mein Freund, wer thut mir was? 3. Und ob ich gleich darüber oft viel Unglück leiden müssen, so hat Gott gleichwohl underhofft mich wieder draus gerissen. Da lernt ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß fein. 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld sich häuft in mir zusammen, mich treibt in Angst und Ungeduld, und will gleich hier verdammen; so fürcht ich doch dieselbe nie, denn Gott, mein Freund, vertilget fie. 5. Dahero trop der Höllen Heer, troß auch des Todes Rachen, trotz aller Welt! Mich kann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. Gott ist mein Freund, mein Schuß und Nath; wohl dem, der Gott zum Freunde hat! Mel.: Werde munter mein. f. 112. 726. Wohl dem, der den Herren scheuct sich fürcht vor seinem Gott; ielig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen fein Gebot! Wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in 25 386 Vom christlichen Leben und Wandel. feinem Leben ihm vom Himmel will, das wird Gott mit gutem ift gegeben. Willen schon zu rechter Zeit er füllen. 2. Seine Kinder werden stehen wie die Rosen in der Blüth, fein Geschlecht wird einhergehen, voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. 8. Aber seines Feindes Freude wird er untergehen sehn; er, der Feind, vor großem Neide wird zerbeißen seine Zähn; er wird knirschen und mit Grimm solches Glück mißgönnen ihm, und doch damit gar nicht wehren, sondern sich nur selbst verzehren. Paul Gerhard. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanfet nicht; sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott der Herr ihr Licht, tröstet, stärfet, schüßt und wacht, bis nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen, Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest. Wohl dem, der die Noth der Armen sich zu Herzen gehen läßt, und mit Liebe Gutes thut, den wird Gott, das höchste Gut, gnädiglich in seinen Armen, als ein lieber Vater warmen. 5. Wenn die schwarzen Wolken blißen von dem Donner in der Luft, wird er ohne Sorgen fizen wie ein Täublein in der Kluft; er wird bleiben ewiglich, auch wird sein Gedächtniß sich hie und da auf allen Seiten, wie die edlen Zweig ausbreiten. Mel.: Werde munter mein Gemüthe. Psalm 1. 727. Mohl dem Menschen, 7. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten wohl ergötzt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel giebt, verlanget viel. Was sein Herze wünscht und in gottloser Leute Rath. Wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spötter Freundschaft fleucht, und von ihren Sesseln weicht; der hingegen herzlich ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt. Dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flussen an der Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch 6. Wenn das Unglück an will grünen, wer in Gottes Wort sich kommen, das die rohen Sünder übt; Luft und Sonne wird ihm plagt, bleibt der Muth ihm un- dienen, bis er reife Früchte giebt. benommen und das Herze un- Seine Blätter werden alt und verzagt. Unverzagt, ohn Angst doch niemals ungestalt; Gott und Bein bleibt das Herze, das giebt Glück zu seinen Thaten, sich fein seinem Gott und Herrn ergiebet und die, so verlassen, liebet. was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zer streuet von dem Wind im schnel len Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott Vom christlichen Leben und Wandel. 387 liebt alle Frommen, und wer bös sen Bund: Weich alles Volk auch ist, muß umkommen. Paul Gerhard. von ihm fern, ich und mein Haus steht bei dem Herrn! Mel.: Wo Gott zum Haus. einem Haus, * 728. W wo Jesus Christ 729. Wer seinen Jeſum allein das All in Allem ist! Ja, will lieben, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück; dann bleibet ihrer feins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht! die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen fegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause dieChr. C. L. v. Pfeil Mel.: Wer nur den lieben Gott. der achtet nicht der Eitelkeit; ihn kann kein Ungemach betrüben, er bleibt auch treu bei rauber Zeit. Wer Jesum hat und Jesum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 2. Wer Jesum liebt, muß alles lassen, was falschen Schein der Liebe macht; nur seinen Jesum muß er fassen, auf ihn alleine sein bedacht. Wer Jesum hat und Jejum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 3. Wer Jesum liebt, verlangt den Himmel und ruht an seines Jesu Brust; er läßt das böse Weltgetimmel, und seufzet nach der Himmelslust. Wer Jejum bat und Jesum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 4. Wer Jesum licbt, der kann nicht sterben, er lebt auch in dem Tode noch; sein Jeius läßt ihn nicht verderben, ob ihn hier drückt der Sünden Joch. Wer Jesum hat und Jesum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. 5. Wer Jesum liebt, kann sich ergößen, wenn ihn sein Gott mit Segen grüßt, wenn er ins Leben ihn wird sehen und alles Herzeleid versüßt. Wer Jesum hat und Jesum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. XXXII. Kreuz- Lieder. Mel.: Auf meiuen lieben Gott. 730. h allerliebster Gott, zu erhören. ich schweb in großer Noth; ich fürchte, meine Sünden, 2. Ach warum bet ich nicht in fester Zuversicht? Du willst ja die sich bei mir befinden, die wer- nicht das Flehen der Elenden den dir verwehren, mein Beten 388 verschmähen, und lockest sie, mit Beten vor deinen Thron zu treten.in Kreuz- Lieder. 3. Wer nur die Kühnheit nimmt und freudig vor dich kömmt, sein Herz da auszuschütten und etwas auszubitten, der soll von deinen Gaben, so viel ihm nüket, haben.inl. 4. Darum verzeihe mir, daß ich, o Höchster, dir, durch sündliche Gedanken und hin und wieder Wanken nicht jederzeit ge trauet und fest auf dich gebauet. 5. Gieb du mir Zuversicht, daß, wenn mir was gebricht, ich, Herr, von dir nicht minder, als wie die lieben Kinder die Eltern um was bitten, mein Herz auch mag ausschütten. 6. Ach mach mich endlich frei bon Plagen mancherlei, und führ einst meine Seele aus ihrer Leibeshöhle, nach überstandnem Leiden zu deinen Himmelsfreuden. In eigener Melodie. eilend 731. 2, daß doch mein täme, und mich aus der Anat wegnähme! Ach, daß er das harte Joch nähme meines Leides doch! Leides doch! 2. Herr, ich heiße dich willkommen. Ich will kommen. Ach, es dient zu meinem Frommen, einem Frommen. Du, du kommst nach deinem Brauch; kann ich Kreuz vertragen auch, tragen auch? 3. Mein Kreuz ist, denk, eine Blage. Keine Plage. Nicht? Da schwer ich freilich trage? Weil ich) trage. Du trägst, ich im Ungemach muß auch viel ertragen, ach! Trage nach! 4. Niemand seh ich mir bei stehen, hier beistehen. Muß zu Grunde vollends gehen, wohl intgehen. Wer will Freund sein, co giebet Rath und erweist es mit der That. In der That. 5. Mir macht man viel Leides eben; leid es eben. Ich muß wie im Aufruhr leben. Ruh erleben. Mir mein Feind will widerstehn, und auf mich voll Hasses gehn. Laß es gehn! mero 6. Laß, o Herr, zu deinen Frommen, einen Frommen, mich in Aengsten schreiend kommen, ei entkommen. Laß Gottseligkeit bei mir sein, und recht nachstreben ihr, leben ihr. 7. Jedoch muß ich hier ersterben, hier ersterben. Ja dort, wo es voller Erben, wohl ererben, loben Gott, dem nichts gebricht, meinen Jesum lassen nicht. Laß ihn nicht! 8. Sollt ich ihn wohl lassen können? Lassen können? Laß mich nach mit Reuen sinnen! Treuen Sinnen! Treu ist Gott, ich nicht nach Pflicht. Jedoch Jesum laß ich nicht. Laß ihn nicht Mel.: Wenn wir in höchsten. 732. Ach, du getreuer from mer Gott, der böſe Geist bringt mich in Noth; er sebt mir in Versuchung zu und läßt mir weder Rast noch Ruh. 2. Er ficht mich so gefährlich an, daß ich nicht widerstehen kann. Ich fühle Höllenangst in mir; drum komm und fleh ich jetzt zu dir. 3. Jch für mich kann nicht widerstehn, ohn dich ist es um mich geschehn; du aber bist der starke Gott; ach, mach des Satans Macht zu Spott! 4. Du hast mich ja in meiner Tauf zu deinem Kind genommen auf und das Versprechen mir gethan, du wollst dich meiner nehmen an. 5. Laß mich des theuren Lammes Blut turch wahren Glauben Kreuz- Lieder. 389 wohlgemuth ergreifen, und durch und Vater seist, der alle Gnade starke Hand dem bösen Geist thun Widerstand. mir erweist um Jesu Christi willen. rd 6. Zerstör in mit des Teufels Werk und gieb mir Zuversicht und Stärk, daß ich dein Wort zu Herzen faß und mich allein auf dich verlaß. 7. Erquicke mich mit deiner Gnad, die mir dein Sohn erwor ben hat, daß ich nicht gar mit Angst und Weh in meinem Schrecken untergeh. oling In eigener Melodie. 734. Ach Gott, erhör mein bei; mert doch auf meines Fle- llagen, laß mich in meiner Noth hens Stimm, all Angst aus meinem Herzen nimm. nicht gar berzagen! Du weißt mein Schmers, erkennst mein Herz. Hast du mirs aufgelegt, so bilf 9. Was wäre dir damit gedient, wenn ich, dein liebes Gna- mirs tragen. denkind, für das dein Sohn des Kreuzes Pein gelitten, sollt verloren sein? noti 8. Ach, hör, wie ich ſo kläglich schrei; steh mir in Elend 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen, du kannst berfluchen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind, und habs verdient, gieb warmen Sonnenschein nach tribem Regen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herz und hilf, daß ich es acht für keinen Scherze; zu deiner Zeit wend ab mein Leid; durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 4. Ich weiß, du haft noch meiner nicht vergessen, daß ich vor Leid mir sollt mein Herz abfressen. Mitten in Noth denk ich an Gott, ob er mir schon mit Kreuz und Angst thut preſſen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähtet, es hat doch endlich wieder aufgehöret. Beut mir dein Händ, und machs ein End; auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr um dei3. Drum gieb mir einen Gna- netwillen leiden, so steh mir, Herr, denblick, ich weiß sonst nicht zu mit deiner Kraft zur Seiten; bleiben; vertreib des Teufels fein ritterlich, beständiglich hilf böse Tück und lehre mich fest mir mein Widersacher all beläuben, dass du mein Freund streiten. 10. Erfreue vielmehr mein Gebein, die so gar sehr erschrocken sein, so will ich beine Gütigkeit erheben bis in Ewigkeit. E. B. 4. Ach stell dich nicht so lange Beit, als wollst du mich nicht sehen: ich möcht in meiner Bangigkeit sonst ohne Trost vergehen. Ach eil und sieh mich gnädig an, daß ich mich wieder freuen tann: so will ich, Herr, dir danken. Christoph Brunchorst. Mel.: Herr Jesu Christ, du. 733. Ach Gott, der Satan giebt mir ein, du wollst der Sünden wegen mir forthin nicht mehr gnädig sein, ja seist mir ganz entgegen; rufft alle Creatur herbei, daß sie zur Rache fertig sei, mich ewig zu verderben. 2. Du wirst mich ja nicht, liebster Golt, von deiner Gnade scheiden; dein Sohn hat ja durch seinen Tod und ausgestandnes Leiden vertilget meine Sündenschuld, und mir hinwieder Gnad und Huld durch sein Verdienst erworben. Kreuz- Lieder. 390 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden, und mich allzeit in deinem Haus laß finden, zum Preis und Dank, mit Lobgefang. Mit dir will ich aus Liebe mich verbinden, 6. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; dein Warheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schaß und mein Reichthum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann. Wer Glaub und Lieb im Mel.: Bater unser im Himmelreich). 735. Ach Gott, wie man- Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwerlich läßt sich Fleisch und Blut zwingen zu dem ewigen Gut. 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich. Das bitt ich dich, durch Jefum Chriftum, unsern Herren. Amen. Jacob Peter Schechs. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß gefunden hat. Niemand je mals verlassen ist, der sich verläßt auf Jesum Christ. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja daß ich nicht geboren wär. Denn wer dich nicht im Herzen hat. der ist gewiß lebendig todt. 9. Jesu, du edler Bräutgam werth, mein höchste Zierd auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergöß weit über alle güldne Schäß; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüth erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack jei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröh lich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit; hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 3. Du bist der große Wundermann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn, und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Noth. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr. Kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht. Wenn 12. Hilf mir auch zwingen ich dich hab, so hab ich wohl, Fleisch und Blut, vor Sünd was mich ewig erfreuen soll. und Schanden mich behüt; erDein bin ich ja mit Leib und halt mein Herz im Glauben Seel, was kann mir thun Sünd, rein, so leb und sterb ich dir Tod und Höll? allein. Jesu, mein Trost, hör Kreuz- Lieder. mein Begier; o mein Heiland, wär ich bei dir! Conrad Hojer. Mel.: Ach lieben Christen seid. Pfalm 13. 736. Ach Gott, wie schwer ist mir mein Herz, wie angst ist mir zu Muthe! Mein Seele empfindet großen Schmrz und wird kein mal zu gute. Mir ist an allen Orten bang. O du getreuer Gott, wie Mel.: Befiehl du deine Wege. lang willst du mein so vergeſſen? 737. Ach Herr, mit großen 2. Wie du das Antlik dein vor mir, o Herr, verdecken? Wie lang soll denn die Seele mein sich ängsten und erschrecken? Soll ich denn sorgen immerzu, und auf dem Lager teine Ruh in meinem Herzen haben? and then thied 3. Wie lang soll denn mein stolzer Feind sich über mich erheben, ders heimlich gar erschrecklich meint und tracht nach meinem Leben? Auf sein Gewalt er troßt und pocht, und gänzlich mein Verderben sucht am Amt, Gut, Leib und Ehre. th 391 ein Gott aller Gnaden voll, der gerne hilft den Seinen. 7. Drum, meine Seel, nur fröhlich sei, laß alle Schwermuth fahren, und glaub in deinem Sinn dabei, dein Gott wird dich bewahren vor aller Feinde Lift und Tück, und selber ein groß Ungelück auf ihren Scheitel werfen. Martin Möller. 4. D Herr, laß dich erbarmen das, schau doch an meine Sachen, und rett mich aus der Neidev Haß, die mich zu Spotte machen! Erhör mich, Herr, mein Zuversicht, erleucht mein Augen, daß ich nicht vor Gram im Tod entschlafe; bom du treuer Gott, schrei ich zu dir von Herzen in meiner großen Noth. Mein Gwissen thut mich kränken von wegen meiner Sünd, und will mich gar versenken; kein Hülf ich bei mir find. 2. Du, mein Gott, bists alleine, der mir aushelfen kann, dein Gnad ist allgemeine für mich und Jedermann. Drum hilf auch mir jetzt tragen mein Leid und Trübsal groß, sonst möcht ich gar verzagen; mach mich von Sünden los! 3. Gedenk ans bittre Zeiden, welchs dein geliebter Sohn am Kreuz hat müssen leiden, für mich genug gethan. Er hat für mich vergossen sein heilig theures Blut, sonst müßt ich sein verstoßen; sein Tod tam mir zu gut! 4. Dafür will ich dich loben jebund und allezeit, o liebster 5. Auf daß mein Feind nicht Gott dort oben. Gieb mir Berühm dabei, er habe Rach ge- ständigkeit, daß ich ja nicht abfunden, und sich in seinem Her weiche von deiner Wahrheit klar, gen freu, als wär ich überwun- bis ich einmal erreiche das Erb den, und meiner Gruben höhnisch der Christenschaar. M. E. Winter lach, da du doch weißt, daß du din hisln sim do meine Sach kein Unrecht mit Mel.: Herr Jesu Christ, du. fich führet. bo Pfalm 13. Tra g 6. Derhalben ich dein Ange- 738. Ach Herr, wie lange sicht thu suchen und anbeten, und willst du hoff gewiß, daß du mich nicht ganz und gar vergessen? Wie wirst lassen untertreten, sondern mich Armen schüßen wohl, als lange soll der Sorgenstein mich und mein Herze pressen? Wie Kreuz- Lieder.. 392 lange soll dein Angesicht sich von mir wenden? Willst du nicht dich meiner mehr erbarmen? 2. Wie lange soll ich armes Kind der Seelenruh entbehren? Wie lange soll der Sturm und Wind der Herzensangst noch währen? Wie lange soll mein stolzer Feind, ders niemals gut, ftets böse meint, sich über mich erheben? Mel.: Herr, ftraf mich nicht in, oder: Aus tiefer Noth. 739. Achtreuer Gott, barm herzigs Herz, deß Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein ja dein Hand hat zugesendet; ja Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb ertheilet hast, und gar aus keinem Haffe. 3. Ach schaue doch, mein Gott und Hort, von deiner heilgen Hütte, und höre meiner Klage Wort und hochbetrübte Bitte: Gieb meinen Augen Kraft und Macht, und laß des Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen! 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch; wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; führst uns zur Höllen, thust uns web, und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums ander. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergößen; was leben soll, muß erstlich sich ins Todes Höhle setzen; was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß zuvor in Noth und Kreuz sich üben. 4. Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen; sie würden mein, als der zu Grund und Boden gangen, lachen: Da liegt er, würden sie mit Freud herprahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte. 5. Ich kenne sie und weiß gar wohl, was sie im Schilde führen; ihr Herz ist aller Bosheit voll, läßt sich nichts Guts regiezen. Du aber bist der fromme Mann, Herr, mein Gott, der nicht lassen kann die, so sich zu dir halten. 4. Das hat, Herr, dein ge liebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn, eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gefreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Noth; ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. har med priso 6. Deß tröst ich mich und hoffe drauf, du wirst mir auch fromm bleiben, und aller bösen Tücke Lauf gewaltig hintertreiben. Mein Herze freut sich, wenns bedenkt, wie gern du stets dein Heil geschenkt dem, der sich dir ver5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwiderstreben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach deiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. trauet. du mo 7. Das thu ich, Herr, ich traue dir, du bist mein einge 6. Ach liebster Vater, wie so Freude, bewehrest mich, thust wohl an mir, und führst mich aus dem Leide. Dafür will ich mein Lebelang dir manchen schönen Lobgefang zum Dant und Opfer bringen. Paul Gerhard. schwer ists der Vernunft, zu glau ben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben? Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie( chwerlich will sich Lieb und Leid zusammen laſsen reimen! Kreuz- Lieder. 393 7. Was ich nicht kann, das ner Gnad, als wie ein Schäflein gieb du mir, o höchstes Guí der weiden, daß ich im Glauben die Frommen. Gieb, daß mir nicht Geduld, und durch Geduld dein des Glaubens Zier durch Trüb- edle Huld nach scharfer Prob fal werd entnommen; erbalte erhalte. mich, o starter Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 14. O heilger Geist, du Freudenöl, das Gott vom Himmel schidet, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein erquicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt was für Gnade, Trost und Freud mein in dem Himmel warte. 15. Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben; ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen. 16. Daselbst wirst du in ewger Luft aufs füßste mit mir han10. Ach Jesu, der du worden deln, mein Kreuz, das mir und bist mein Heil mit deinem Blute, dir bewußt, in Freud und Ehr du weißt gar wohl, was Kreuze verwandeln. Da wird mein Weiist, und wie dem sei zu Muthe, nen lauter Wein, mein Aechzen den Kreuz und großes Unglück lauter Jauchzen sein; das glaub plagt; drum wirst du, was mein ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhard. Herze flagt, gar gern zu Herzen faffen. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; bilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt, und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe; ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie balde geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 11. Ich weiß, du wirst in deis nem Sinn mit haben, und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bes sern Stand das Straucheln meiner Füße! Mel.: Christus, der ist mein. * 740. Ach wär ich schon dort mein land, wär ich da, wo dich die Schaaren loben und säng Hallelujah! 2. Wo wir dein Antlit schauen, da sehn ich mich hinein, da will Inich Hütten bauen; denn dort ist gut zu sein. 12. Sprich meiner Seel ein Herze za, und tröste mich aufs beste; denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Thurm und Feste, ein Schatten vor der Sonnenhiß, ein Hütte, da ich 4. Da feiern die Gerechten, die sicher fis im Sturm und Ungewitter. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrath, was durch dein Blut geschehen und deines Geistes That. ungezählte Schaar, mit allen deinen Knechten das große Jubeljahr. 13. Und weil ich ja nach deinem Rath hier soll ein wenig leiden, so laß mich auch in dei 5. Mit göttlich- süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich Kreuz- Lieder. 394 ohne Sünde preisen, du, meines Lebens Grund! 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! 6. G. Woltersdorf. Mel.: Ach wie nichtig, ach. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 741, 2, wie betrübt find 742. Ach, wie lange, ach. fromme Seelen allhier in dieser Jammerwelt! Wer fann ihr Leiden alle zählen, das fie als wie gefangen hält? Es thut gar weh und kränket sehr. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! wie bange wird mir hier auf Erden! Wo ich mich auch hin mag wenden und die Augen hin mag senden, seh ich alles voll Elenden. 2. Ich mag mich, wo ich will, hinwenden, so seh ich nichts als tausend Noth. Ein jeder hat jein Kreuz in Händen und sein beschieden Thränenbrod, und deß wird immer mehr und mehr. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! 3. Hier lebt der Mensch ja stets im Jammer; mit Jammer kommt die Abendruh, mit Jammer geht es aus der Kammer, mit Jammer bringt er alles zu. Das macht das Leben freilich schwer. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! 4. Hier kann das Glück zwar fröhlich machen, doch kommts nicht Jedem in das Haus: den Einen macht es stets zu lachen, dem Andern preßt es Thränen aus. Mich läßt es leider allzu leer. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! Himmelsthüre, worauf mein Herz am meisten hält. Ich achte nun der Welt nicht mehr. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! Georg Mich. Pfefferkorn. 5. Im Himmel wird das Kreuz der Erden, und was mich hier zu Boden drückt, zu lauter goldnen Kronen werden; ach, wär ich doch schon hingerückt. Die liebe Noth ist hier recht schwer. Ach, wenn ich nur im Himmel wär! di Hoi spo 6. Ei nun, mein liebster Jesu, führe, ei führe mich aus dieser Welt; schließ auf die goldne 2. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Die Verfolgung aller Seiten pflegt die Frommen zu begleiten in der Welt zu allen Zeiten. 3. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Ich muß hier im Elend liegen, und mich vor der Bosheit schmie gen, und kann doch kein Recht hier kriegen. 4. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Mich ergreifen meine Sünden, daß ich wünsche Trost zu finden, weil mich Angst will überwinden. 5. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Plage, Mühe, Kreuz und Sorgen ist mein Theil schier alle Morgen, und Niemand will mich versorgen. 6. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! All mein Wesen und Beginnen, und was ich mag Guts ersinnen, muß hier aller ganz zerrinnen. 7. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Unglück, Elend, Dürftigkeiten find bei mir zu allen Zeiten, Noth und Kummer mich geleiten. 8. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Feinde haben mich umgeben, daß ich stets in Furcht muß schweben, feine Stunde sicher leben. Kreuz- Lieder. 9. Ach, wie lange, ach, wie bange wird mir hier auf Erden! Ich weiß hier in meinen Mühen irgend sicher hinzufliehen. Herr, du wollst mich zu dir ziehen! Mel.: Durch Adams Fall. 743. Barmherzger Bater, böchster Gott, gedenk an deine Worte. Du sprichst: Ruf mich an in der Noth, und flopf an meine Pforte, so will ich dir Errettung hier nach deinem Wunsch erweisen, daß du mit Mund und Herzensgrund in Freuden mich sollst preisen. 2. Befiehl dem Herren früh und spat all deine Weg und Sachen; er weiß zu geben Rath und That, kann alles richtig machen. Wirf auf ihn hin, was dir im Sinn liegt und dein Herz betrübet. Er ist dein Hirt, der wissen wird zu schüßen, was er liebet. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine Arme fassen, und die gerecht und gläubig sind, nicht stets in Unruh lassen. Drum, lieben Leut, hofft allezeit auf den, der völlig labet! Dem schüttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 395 6. Fürwahr, wer meinen Namen ehrt, spricht Christus, und fest gläubet, deß Bitte wird von Gott erhört; sein Herzenswunsch bekleibet. So tret heran ein jedermann! Wer bittet, wird empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Nuß erlangen. 4. Ach süßer Hort, wie tröstlich klingt, was du versprichst dem Frommen: Ich will, wenn Trübsal einher dringt, ihm selbst zu Hülfe kommen. Er liebet mich, drum will auch ich ihn lieben und beschüßen; er soil bei mir im Schooße hier, frei aller Sorgen, sigen..m opind 5. Der Herr ist allen denen nah, die sich zu ihme finden; wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all Angst und Weh, hebt in die Höh, die schon darnieder liegen; er macht und schafft, daß sie viel Kraft und große Stärke kriegen. 7. Hört, was dort jener Richter sagt: Ich muß die Wittwe hören, dieweil fie mich so treibt und plagt! Sollt denn sich Gott nicht kehren zu seiner Schaar, die hier und dar bei Nacht und Tage schreien? Ich sag und halt: Er wird sie bald aus aller Angst befreien. 8. Wenn der Gerecht in Nöthen weint, will Gott ihn fröhlich machen; und die zerbrochnen Herzens sind, die sollen wieder lachen. Wer fromm will sein, muß in der Pein und Jammerstraßen wallen; doch steht ihm bei des Höchsten Treu, und hilft ihm aus dem allen. 9. Ich hab dich einen Augenblick, o liebes Kind, verlassen. Sieh aber, sieh, mit großem Glück und Trost ohn alle Maßen, will ich dir schon die Freudenkron aufseßen und verehren; dein turzes Leid soll sich in Freud und ewges Heil verkehren. 10. Ach lieber Gott, ach Vaterherz, mein Trost von so viel Jahren, wie läßt du mich so man chen Schmerz und große Angst erfahren! Mein Herze schmacht; mein Auge wacht und weint sich frank und trübe; mein Angesicht verliert sein Licht vom Seufzen, das ich überd 11. Ach, Herr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergeffen? Wie lange soll ich traurig sein, und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein Herz, und nimmt vein Antliß 396 meiner Seelen? Wie lange foll ich sorgenvoll mein Herz im Leibe quälen? zündet; ja hier hältst du, Herr, deine Ruh bei uns, die nach dir heißen, und bist bereit zu rechter Zeit uns aus der Noth zu reißen. 18. Nun, Herr, nach aller diegen? Soll dein Wort und Ver- ser Zahl der jetzt erzählten Worte 12. Willst du verstoßen ewig lich, und kein Guts mehr erzeiheißung sich nun ganz zu Grunde neigen? Zürnst du so sehr, daß du nicht mehr dein Heil magst zu mir senden? Doch, Herr, ich will dir halten still, dein Hand kann alles wenden. hilf mir, der ich so manchesmal geklopft an deine Pforte! Hilf, Helfer, mir, so will ich hier dir Freudenopfer bringen, auch nach: mals dort dir fort und fort im Himmel herrlich singen. Paul Gerhard. Kreuz- Lieder.. 13. Nach dir, o Herr, verlanget mich im Jammer dieser Erden. Mein Gott, ich harr und Mel.: Erschienen ist der herrlich. hoff auf dich; laß nicht zu Schan-* 744. Brich durch, meinanFreund, daß nicht mein Feind sich freu und jubilire. Gieb mir viel mehr, daß ich mit Ehr erhoben triumphire. 14. Ach Herr, du bist und bleibst auch wohl getreu in deinem Sinne; darum, wenn ich ja tämpfen soll, so gieb, daß ich gewinne. Leg auf die Last, die du mir haft beschlossen aufzulegen!| zur Seligkeit. Leg auf, doch daß auch nicht das Maaß sei über mein Vermögen! 15. Du bist ja ungebundner Kraft, ein Held, der alles stürzet; du hast ein Hand, die alles ichafft, die ist noch unverkürzet. Herr Zebaoth wirst du, mein Gott, genannt zu deinen Ehren; bist groß von Rath, und deiner That fann keine Stärke wehren. 16. Du bist der Tröster Israel| imd Retter aus Trübsalen; wie fömmts denn, daß du meine Seel jetzt sinken läßt und fallen? Du stellst und hast dich als ein Gaft, der fremd ist in dem Lande, und wie ein Held, dems Herz entfällt mit Schimpf und großer Schande. brich durch den innern Seelenschmerz; komm, schaue deinen Bräutigam, den Gnadenbrunn, das Gotteslamm, am Kreuzesstamm! 2. Dein Jesus reicht die Arme dir, und legt dir Ruh und Leben für, die Krone der Gerechtigkeit, den Zugang, der uns ist bereit 17. Nein, Herr, ein solcher bist du nicht, deß ist mein Herz gegründet! Du stehest fest, der du dein Licht hier bei uns ange3. Sei nur getrost und ringe recht! Durch Ringen wirst du Gottes Knecht; denn aller Anfall lehret dich, wie man in ihm ganz ritterlich bewaffne sich. 4. Die Wunden hält dir Jesus zu, die Sicherheit und süße Ruh, darin der Zuflucht finden kann, der ihn im Glauben siehet an, den Wundermann. 5. Hier ist die Burg für alle Noth, die Gegentur für Höll und Tod, der Quell, daraus das Leben quillt, das Meer, so Durst und Kummer stillt, mit Gnad erfüllt. 6. Stürmt auf uns die Versuchung los, wohlan, wir treten zu ihm blos. Da stärkt uns unser Jesus Christ, wenn nur das Herz aufrichtig ist, zu aller Frist. 7. Nun, süßer Jeju, meine Ruh, ich eile deinen Wunden zu. Kreuz- Lieder. 397 Mein Herz und Glauben läßt Schläge. Schau, das sind Gottes dich nicht, bis auch dein theures Gnadenlicht in mir anbricht. Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht an ders haben; auch dieses Lebens Noth und Bein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein. so geh es ein! Es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Chrift kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleiBig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen! Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbekannt die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit r.chter Lieb umfassen. Die Welt vergeht und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben! 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein; sinds doch nur kurze Plagen, und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. Wittwen- und Waisen- Lied. Mel.: Fren dich sehr o meine. D. Nerreter. Mel.: Was Gott thnt, das ist. 745. Ein Christ kann ohne* 746. Ginsam leb ich und Kreuz sein. Drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Bein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters verlassen, bin betrübt von Herzensgrund; Gott der tränkt mit großen Massen bittrer Thränen meinen Mund. Wer Naemi nicht gekannt, über die des Herren Hand schwer ge8. Mein Herz empfindet Sturm und Wuth, auf allen Seiten strömt die Fluth; ich fühle stets der Sünden Pfeil, drum ich zu bir im Glauben eil, und suche Heil. 9. Zu deinen Wunden fliehe ich, in deiner Seite stärk ich mich; ich labe mich in deinem Blut, das auch durch deine Liebesglut mir tömmt zu gut. 10. O unerschöpftes Gnadenmeer, Israels Ruhm und Zions Ehr, wie stärkt uns deine treue Hand, das auserwählte Gnadenpfand und Liebesband! 11. Da hängest du aus großer Huld für fremde Sünd, für unsre Schuld; nur daß die angefochtne Seel erlang in deiner Seitenhöhl das Gnadenöl. 12. Du Heilger wirst vor aller Welt zum Trauerschauspiel vor gestellt, und kaufest uns durch deinen Tod die Freiheit aus der Seelennoth, bringst uns zu Gott. 13. Gi wie sollt ich denn traurig sein? Ich fehr bei dir, mein Jesu, ein. Hier find ich wahre Rub und Rast, weil du auf dich die Sündenlast genommen hast. 14. Dies ewge Wort trägt volle Kraft; hier ist die beste Ritterschaft. Wohlan denn, Jeju, mein Gewinn! dir liefre ich Herz, Seel und Sinn. Ach nimm es hin! J. H. Böhmer. 398 legen, kann sie schauen an mir allerärmsten Frauen. 2. Soll ich nicht mit Zion klagen, daß Gott mein vergessen hat? Soll ich nicht mit Seufzen fagen, meine schwere Missethat fei erwacht und heimgesucht? Meine Freud ist in der Flucht, und ich muß auf dieser Erden nach Naemi Mara werden. Kreuz- Lieder. 3. Was sind Wittwen dieser Zeiten? Was ein elternloses Kind? Harfen sonder Klang und Saiten; Zäune die gar niedrig find; Schiffe, die im Meer zerftückt; Würmer, die schon halb zerdrückt; Häuser, welche dachlos stehen, über die viel Wetter gehen. 4. Hat dich Zions Glück betroffen, o du Zionstochter du; wohl, dein Hoffen, dir auch gleich wie Zion 748. Fverzage nicht! Gott risch auf, mein Seel, Kind zu: Was ein liebes, zartes an der süßen Mutter findt, finden deine Noth und Schmerzen, ja noch mehr, an meinem Herzen. 5. Hab ich nicht mit Kunst begabet Hiram, einer Wittwe Sohn, daß ihn Salomo gelabet mit verdientem reichen Lohn? Stellt es doch Sarepta dir und der Sarg zu Nain für, daß mein Ohr nicht sei verstopfet, wenn der Wittwen Seufzer klopfet. will sich dein erbarmen. Rath, Hülf wird er dir theilen mit, er ist der Schuß der Armen. Obs oft geht hart, im Rosengart kann man nicht allzeit sißen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut, den will er ewig schüßen. 2. Dies hat Joseph, der fromme Mann, sehr oft und viel erfahren. Von David, Job man lesen kann, wie sie in Unfall waren; noch hat sie Gitt in ihrer Noth gnädiglich behütet; denn wer Gott traut, hat wohl gebaut, wenn noch der Feind so wüthet. 3. Trotz sei dem Teufel und der Welt, von Gott mich abzuführen! Auf ihn mein Hoffnung ist gestellt, sein Gutthat thu ich spüren. Denn er mir hat Gnad, Hülf und Rath in seinem Sohn berheißen. Wer ihm vertraut, bat wohl gebaut, wer will mich anders weisen? 747. spricht Zion in ihrer Noth: Der Herr hat mich verlassen, es bat der Herre Zebaoth mein ganz und gar vergessen. Er will nicht verachten, als sollt Gott nicht 4. Wenn böse Leut schon ſpotten mein, mich ganz und gar 6. Zwar ich lasse Thränenregen ihnen aus den Augen gehn, ihr Geduldfeld zu verpflegen, da viel Kreuzgewächse stehn; aber was zu dieser Zeit wird mit Thränen ausgestreut, werden sie, wenn sie erwachen, fröhlich ernten einst mit Lachen. Erasm. Francisci. mehr das Seufzen mein aufnehmen in die Ohren sein; das fränket mich ohne Maßen. 2. Kann auch, spricht Gott, ein Mutter fromm ihr Kind ſe gar vergessen, daß sie ihm nicht zu Hülfe komm, wenn es in Noth gesessen und nicht mit ihrem lieben Sohn Mitleiden und Erbarmen han? Das kann sie ja nicht lassen. 3. Und ob sie schon desselben gar vergäß aus ihrem Herzen, so will ich doch dein nehmen wahr in aller Angst und Schmerzen. Denn sieh, in mein Händ hab ich dich gezeichnet tief und festiglich, drauf thu dein Hoffnung seben! Mel.: Herr straf mich nicht. Jef. 49, 14-16. Mel.: Was mein Gott will. Krenz- Lieder.. 399 mein Helfer sein, dennoch will will leben froh und frei. Jesus ichs nicht achten. Der Schutzherr mein ist Gott allein; dem hab ich mich ergeben; dem ich vertrau, fest auf ihn bau, der kann mich noch erheben. wird nach seinem Willen mein betrübtes Herze stillen. 5. Ob sichs bisweilen schon anließ, als wollt mich Gott nicht schüßen, und hätt die Welt mein Ueberdruß, wollt mir dazu auch trußen, so weiß ich doch, er wird mich noch zu seiner Zeit nicht lassen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut; wie könnt er mich denn haffen? 2. Was soll ich mich selber fränken, da mich doch mein Jejus liebt? Ich will stets daran gedenken; Satan, du magſt sein betrübt; du bist nicht wie ich getauft, du bist nicht wie ich erkauft; dir ist Christus nicht gestorben, dir ist nichts, wie mir erworben. 6. Drum freu dich, meine liebe Seel! Es soll kein Noth nicht haben; Welt, Sünd, Tod, Teufel und die Höll soll dir ewig nicht schaden. Denn Gottes Sohn, der Gnadenthron, hat sie all überwunden. Auf Gott vertrau, fest auf ihn bau, der hilft zu allen Stunden! 7. Der feinen er verlassen hat, die nach seinem Willen leben, bei ihm Hülf suchen früh und spat, sich ihm gänzlich ergeben. Glaub, Lieb, Geduld, bringt Gottes Huld, dazu ein gut Gewissen. Wer Gott vertraut, fest darauf baut, der solls ewig genießen. 8. Wer aber Hülf bei Menschen sucht, und nicht bei Gott dem Herren, derfelb ist gottlos und verflucht, kommt nimmermehr zu Ehren. Denn Gott allein will Helfer sein, in Jeju Christi Namen. Wer solches glaubt und Gott vertraut, soll felig werden. Amen. Caspar Schmucker. 3. Wenn ich sonst gleich alle Schäße, alles Gold und Geld der Welt gegen diese Ehre sebe, ges gen dieses Lösegeld, wär mir alle Ehr und Luft in der ganzen Welt bewußt, ei, sie würde mich nicht laben, wenn ich Jeſum nicht sollt haben. mir mein Herz beschwert, flieht aus meiner Sinnen Schranken, daß ihr nimmer wiederkehrt. Weg mit Schwermuth, wie sie sei! Ich 4. Nun wohlan! er ist mir geben, daß ich mich sein freuen kann; Leiden, Tod, Verdienst und Leben, alles, was er hat gethan, er und was er hat, iſt mein, und ich bin auch wieder sein. Teufel, Hölle, Tod und Sünden kann ich durch ihn überwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein Sünder; aber meines Jesu Blut treibt der Sünden Zahl dahinter und macht mich gerecht und gut. Das gerechte Gotteslamın mußte mich am Kreuzesstamm durch sein heiliges Verdienen bei dem höchsten Gott verjühnen. 6. Es ist wahr, ich muß auch sterben, und durch Lodesthäler gehn; aber ich soll nicht verderben, ich soll wieder auferstehn. Jesus hat des Todes Macht durch sein Sterben umgebracht, daß er mir ein Durchgang wor Mel.: Freu dich sehr o meine. 749. Bebt, ihr traurigen den zu der Himmelsbürger Örden. Satan 7. Es ist wahr, der schrecket und ist über mich bemüht, daß er Angst und Furcht erwecket, die in mir zusammen zieht; aber ich gedenk daran, Je 400 fus ist der starke Mann, der den Teufel hat geschlagen, und die Hölle Schau getragen. Kreuz- Lieder. auch ferner wissen Rath. Hoff auf ihn mit freiem Muth; schaue, was sein Allmacht thut; alles muß doch werden gut. 2. Kommt ein Ungewitter her, welches überaus ist schwer, harr auf Gott, der Sonnenschein wird sich wieder stellen ein, daß die Wolken trennen sich, es gedenkt auch Gott an dich, hilft zuletzt ganz gnädiglich. J. Rift. 8. Jesus hat durchaus gestürmet die verdammte Finsterniß: er beschüßt auch und beschirmet feine Gläubigen gewiß. Fürchte dich nur nicht mein Sinn, schlage die Gedanken hin! Jesus wird dich wohl erhalten, laß ihn nur geduldig walten! 9. Jeju, meiner Seelen Freude, gieb mir deinen Freudengeist, der mein müdes Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach 751. Gott mein Hort, benimm mir doch dieses schwere Trauerjoch; laß mich sein in dir zufrieden, und su feiner Zeit geschieden! 10. Gieb, daß ich, in dir erfreuet, ein geruhig Herze hab, welches, durch dich ganz verneuet, sich an dir ergöß und lab. Sei du meiner Seele Hort, und laß durch dein heilig Wort deinen Geist mich wohl erquicken, und darinnen dich erblicken! 11. Laß mich Ungeduld vermeiden, die zuweilen sich erregt; laß mich dir zu Ehren leiden, was du mir hast auferlegt; laß mich zwingen Fleisch und Blut. und erheben meinen Muth! laß mich dein doch sein und bleiben, und von dir mich nicht abtreiben! Mel.: Nun freut euch lieben. Psalm 27. ott ist meinLicht, der Herr mein Heil, das ich erwählet habe. Er ist die Kraft, dahin ich eil und meine Seele labe. Was will ich mich denn fürchten nun, und wer kann mir doch Schaden thun auf dieser ganzen Erden? 2. Wenn mich die böse Rott anfällt, und will mein Fleisch verschlingen, so kann sie dieser starke Held gar leicht zu Boden bringen. Wenn sich auch gleich ein ganzes Heer legt um mich her; was ists denn mehr? Mein Gott kann sie bald schlagen. 3. Eins bitt ich nur, das hätt ich gern, wenn mirs Gott wollte geben: daß ich bei ihm, als meis nem Herrn, stets wohnen sollt und leben, und alle meine Tag und Jahr in meinem Hauje, bei der Schaar der Heiligen vollbringen. 12. Jesu, laß mich ja nicht fallen, halte mich in deiner Hand; laß beständig mich in allen an dir bleiben unverwandt. Laß 4. Da wollt ich meines Her mich alle Angst und Noth, alle zens Freud an seinen Diensten Furcht, ja selbst den Tod durch sehen, und rühmen, wie zur bö dich tröstlich überwinden und dessen Zeit mir so viel Guts ge Glaubens Ende finden.! schehen; da er mich fleißig hat verdeckt in seiner Hütten und versteckt auf einem starken Felsen. M. Joh. Gottfr. Olearins. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 5. Und also wird er ferner 750. Gott, der dir ja Seel und Hof, Gut, Ehr und Weib chon vorlängst ertheilet hat, wird noch mich wissen zu regieren; und Leib, Haus er wird mich schüßen und sehr hoch in sichre Derter führen. Mein Haupt wird über meine Kreuz- Lieder. Mel.: Freu dich sehr o meine. Feind, ob sie gleich hoch erhaben sind, allzeit erhöhet bleiben. 6. Dafür will ich denn wie- 752, Gott, mein Vater, zähl derum Gott auf das Best erhöhen; sein Ruhm soll in dem Heiligthum aus meinem Munde gehen. Ich will ihm opfern Dank und Preis; ich will sein Lob, so gut ich weiß, vor allem Volke fingen. in Gnaden meine Seufzer, die ich thu; wende von mir Spott und Schaden, schick mir Rath und Hülfe zu; denke nicht der Missethat, die mein Fleisch begangen hat, sondern siehe an die Plage, die ich aussteh alle Tage. 7. Mein Gott und Herr, hör 2. Ach, ich hab es wohl verwie ich schrei und seufz in mei schuldet, was für Strafen ich em= nem Sinne. Gieb, daß mein pfind; was ich bis anher erdulBitten kräftig sei, und dein Herz det, ist dagegen noch gelind. eingewinne. Mein Herz hält dir,| Dein Gericht, o Herr, ist recht o treuer Hort, beständig vor dein eignes Wort: Ihr sollt mein Antlik suchen. über mich, den bösen Knecht, der ich mich von dir verlaufen, Sünd begangen hab mit Haufen. 3. Was ich hätte sollen hassen, hab ich leider oft gethan. Gutes hab ich unterlassen, mehr, als ich nur wissen kann, durch Gedanken, Werk und Wort dich erzürnt an manchem Ort, auch den Nächsten nicht geliebet, sondern öftermals betrübet. 8. Nun such ichs jebt; ach laß mich nicht entgelten meine Sünden. Ich suche, Herr, dein Angesicht; das laß mich gnädig finden. Verstoße ja nicht deinen Knecht, denn du bists, der mir hilft zurecht und bringt aus allen Nöthen. 9. Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist von guten Leuten, die sind zu schwach und können mir nicht treten an die Seiten. Ich bin entsetzt von aller Welt, Gott aber nimmt mich in sein Zelt; da find ich volle Gnüge. 10. Herr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, daß mir kein Feind nicht chade. Denn viele reden wider mich, und zeugen, das sie ewiglich nicht können über weisen. 401 11. Noch dennoch hab ich guten Muth und glaube, daß ich werde im Lebenslände Gottes Gut dort sehn und auf der Erde. Frisch auf, getroft und unverzagt! Wers nur mit Gott im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten. Paul Gerhard. 4. Wenn ich nun daran gedenke, steigt mirs dergestalt zu Sinn, daß ich mich von Herzen kränke und in höchsten Nengsten bin. Meiner Schulden große Zahl drückt mich schwerlich überall. Ach ich fürcht, ich muß vergehen, denn ich nirgends kann bestehen. 5. Dir, Herr, falle ich zu Fuße, und begehre Gnad und Güt. Nimm für Sünden an die Buße aus zerschlagenem Gemüth. Vater, jchent mirs gnädiglich, daß ich hab erzürnet dich, und um Jesu Christi willen laß nun deinen Grimm sich stillen. 6. Gott, ach Gott! Durch dein Erbarmen, deine Weisheit, deine Macht hilf mir Einsamen und Armen, auf dich wart ich Tag und Nacht. Ach erlöse mich doch bald aus der Noth so mannigfalt! Herr, ich bitte, du wollst 26 9 402 eilen und nicht länger mehr verweilen. müden bei 3 Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in 7. Nun, Gott, du kannst Ret- dich sent in Lieb und Frieden. tung senden zu der angenehmen Laß des Leibes Angst und Zeit; all mein Elend kannst du Schmerz nicht der Seelen Aufwenden, mein Betrübniß, Sorg| fahrt hindern und die Ruhe in und Leid. Komm, Herr, komm und eile doch, nimm mir ab das schwere Joch! Gott, ich weiß, du hörst mein Flehen; Amen, laß es bald geschehen! mir mindern; unterstüße du das Herz. Kreuz- Lieder. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Gehorsamkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. * 753.6t In Krankheit. In eigener Melodie. ott, den ich als Liebe tenne, der dukrankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich das von hiß und brenne; brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben. Denn so weiß ich feftiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben; denn die Liebe reinigt mich. 2. In der Schwachheit sei du träftig, in den Schmerzen sei mir süß; schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng Chr. Fr. Nichter. Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes. Psalm 85. err, du und heftig. Denn was jetzt den 754. Heraft Dein Land mit Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. Gnaden angeblicket, und des gefangnen Jakobs Band gelöst und ihn erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen: 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst; das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottes dienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung giebet, kommt von dir, der mich geliebet. Alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist er2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet, und nach dem Zorn das süße Gut der. Lieb und Huld gesendet, ach from mes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns betrübt und kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden; erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden. Willst du dennzürnen ewi glich und sollen deine Flu then sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns Streuz- Lieder. 403 daß ichs kann erzählen. denn nicht nun einmal wieder ficht und verwirrt mein Herz, als laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, gerß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Rub und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchte i ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Gut und Treue werden schön einander grüßen müssen: Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schooße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn.und stets invollemSchwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhard. Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes. 755. Herr Jesu Christ, ich schrei zu dir mit ganz betrübter Seele; dein Allmacht laß erscheinen mir, daß ich mich nicht so quäle. Viel größer ist die Angst, der Schmerz, jo an2. Herr Jesu Christ, erbarm dich mein, nach deiner großen Güte; mit Trost und Rettung doch erschein meinm traurigen Gemüthe, das mit viel Elend wird geplagt und, so du nicht hilfst, gar verzagt, weils keinen Trost kann finden. 3. Herr Jesu Christ, groß ist die Noth, darin ich jetzt thu stecken. Ach hilf, du allerhöchster Gott, schlaf nicht, laß dich erwecken! Niemand ist, der mir helfen kann; es nimmt kein Mensch sich meiner an; ich darfs auch niemand klagen. 4. Herr Jesu Christ, du bist allein mein Hoffnung und mein Leben; drum will ich in die Hände dein mich ganz und gar ergeben. O Herr laß meine Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht; sonst bin ich ganz verloren. 5. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen; du bist der rechte Gnadenthron. Wer nur auf dich kann bauen, dem stehst du bei in aller Noth, hilfft ihm im Leben und im Tod, darauf ich mich verlasse. 6. Herr Jesu Christ, das Elend mein wollst gnädiglich ansehen; durch die heilgen fünf Wunden dein hör mein Gebet und Flehen, das Tag und Nacht mit Angst und Schmerz zu dir ausgießt mein traurigs Herz. Ach laß dichs doch erbarmen! 7. Herr Jesu Christ, wenn es ist Zeit nach deinem Wohlgefallen, hilf mir durch dein Barmherzigkeit aus meinen Nengsten allen. Zerstör den Anschlag meiner Feind, die mir zu stark und mächtig sind; laß mich nicht un terdrucken! 26* 404 Kreuz- Lieder. 8. Herr Jeſu Christ, die Freunde fast, und steck in vielen Plagen; mein mit Leib und auch der ich finde nirgends Rub und Seelen, in deine Huld und Gnad Rast, ich muß schier oft verzagen. allein ich treulich will befehlen; Wo du mir nicht zu Hülfe kömmst schüß sie durch dein Barmherzig- und meiner dich alsbald anfeit, und wend in Freud mein nimmst, so geh ich ganz zu großes Leid, das ich dir sehn- Grunde. fich flage. 9. Herr Jesu Christ, ich weiß kein'n Rath, des Elends los z werden, so du nicht hilfft durch deine Gnad, so lang ich leb auf Erden. Wenn es dir denn jezo gefällt, daß ich also soll sein gequält, so gieb mir Kraft und Stärke. 10. Herr Jesu Christ, verleih Geduld, hilf mir mein Kreuze tragen; wend von mir ab nicht deine Huld; und, so du mich willst plagen, es zeitlich hier am Leibe thu; gieb nur der armen Seele Ruh, daß sie dort mit dir lebe! 11. Herr Jesu Christ, das glaub ich doch, aus meines Herzens Grunde, du wirst mich wohl erhören noch zur rechten Zeit und Stunde: denn du warst oft mein Helfersmann, wenn ich dich hab gerufen an; deß ich mich herzlid) tröste. 12. Herr Jesu Christ, du ein ger Trost, zu dir will ich mich wenden. Mein Herzleid ist dir wohl bewußt, du kannst und wirst es enden. In deinen Willen feis gestellt, machs, lieber Gott, wie dirs gefällt; dein bin und will ich bleiben. M. 3. Schindler. Mel.: Wenn mein Stündlein. 756. He err Jesu, trautster Gott und Herr, wie weh ist mir im Herzen, denn ich empfind je mehr und mehr sehr große Angst und Schmerzen. Ja, weder ein, und muß ohn Trost und Ruhe sein bei dir und allen Menschen. 2. Ich bin vor Leid verdorret 3. Ach, Jesu, du mein Freund und Rath, dein Bruderherz entzünde, und. zeige solches mit der That mir, deinem armen Kinde, und schaff aus Liebe Beistand mir in dieser meiner Noth allhier, eh ich darin versinke. 4. Ach, thu es ja, und bleib nicht lang mit deinem Gnadenblicke, denn mir ist in dem Herzen bang; ach bleib nicht lang zurücke; denn Menschenhülfe tauget nicht, drum hilf mir, o mein Gnadenlicht, soll mir geholfen werden. 5. Mein Heiland, du hast solches Leid am Delberg auch ertragen, da deine Seel vor Bangigkeit muß zittern und auch zagen um alle meine Missethat, die Gott auf dich geleget hat, daß ich soll selig werden. 6. Nun, allerliebster Herr und Gott, um solches Leidens willen verlaß mich nicht in meiner Noth; wollst doch an mir erfüllen, was mir dein liebes Wort verspricht, und wend zu mir dein Angesicht, denn ich muß sonst verderben. 7. Ach, komm, erquicke mich behend, und laß mich Gnade finden in deinem Wort und Sacrament, und mach mich los von Sünden; denn du Betrübte nicht verstößt, weil du sie selber haft erlöst; dafür will ich dir danken. C. W. Mel.: Herr straf mich nicht. du 757. Herr, wenn ich, die vorge Zeit betrachte, so bin ich voller Angst und Noth, vergeb hier und verschmachte, daß es Kreuz- Lieder. 405 um mich so arg jett steht und Dunkeln; nie gereut ihn seine mir so gar unglücklich geht, weil du von mir gewichen. Wahl! Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe kann nur lieben; Wonne bald wird deine Qual. 4. Wend von aller Welt die Blicke; schau nicht seitwärts, nicht zurücke; nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jeju wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich 2. War ich nicht glücklich, Herr, da du mich segnetest mit Gnaden? Ich hatt an Leib und Seele Ruh, kein Mensch durft mir da schaden; ich hatte meine Lust und Freud an deines Wortes Süßigfeit, und konnte freudig beten. 3. Nun ruh ich weder Tag noch Nacht; der Abend und der Mor- erfreut! gen wird nur mit Kummer zu- 5. Aus des Jammers wilden gebracht und tausend bösen Sor- Wogen hat dich oft herausgezogen. Mein Unglück und mein Angstgeschrei wird alle Stunden wieder neu, es ist um mich ge schehen. gen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 4. Ach wend doch diese meine Noth, und neige dein Gemüthe in Gnaden zu mir her, mein Gott, und laß mich deine Güte, nach ausgestandner Unglückszeit, hinwiederum mit Luft und Freud und frohem Antlik schauen! 5. Alsdann soll meine Freude sein, dich ewiglich zu preisen, und allen Frommen insgemein dein großes Heil zu weisen, was du, mein Gott, an mir gethan, da mit hinfort ein Jedermann dir auch vertrauen lerne. 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, klage schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist ein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er gebeten, Gott sein Vater ihm gewährt. 3. Bald wird dir sein Antlik funkeln; hoffe, harre, glaub im 8. Drum so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlit wagen, flehen, ringen fort und Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Cortgekämpft und fort75o. gerungen, bis zum fort. Ja, ich werd ihn über Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefiten Dunkelheiten kann dich Jesus binbegleiten; Muth spricht er den winden; was ich bitte, werd ich finden; er beschwörts in seinem Wort. Joh. Kaspar Lavater. 2. Bei der Hand will er dich 759. Schmach und Spott Mel.: O Herre Gott, dein. lieber was jassen, scheinst du gleich von ihm verlassen; glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanlen; bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Kraft und Licht. muß doch dein Häuflein dulden, das gläubig ist an Jefum Chrift, auch ohne sein Verschulden! Jud, Türk und Heid kann jederzeit gar wohl gelitten werden; nur die Gemein, da Christen fein, hat nirgend Raum auf Erden. 406 Kreuz- Lieder. 2. Das macht, Herr Christ, zeigt uns den Port, da er voran des Teufels List in diesen letzten gegangen. Herr hilf uns nach, daß Zeiten, da er durch Mord und allgemach wir auch dahin geLügennwort die Kirche will be langen! D. Fr. Fabricius. streiten, und das weiß dann der Mel.: Wer nur den lieben Gott. größer Kreuz, je Höllenmann fein artig durchzus 760.Je ser rese treiben. Wort Herrn kann nah und fern in aller Welt nicht bleiben. 3. Doch ists die Art der Kirchenfahrt, die, wie des Noah Kasten, schwebt hin und her auf wildem Meer und kann fast nir: gend raften; Luft, Wasser, Wind, und solch Gesind, sind stetig ihr entgegen; doch muß sofort auf Christi Wort sich Wind und Wetter legen. ohneKreuz, ist ohneGott; beiSündenlust und Weltgetümmelvergißt man Hölle, Fluch undTod. Oselig ist der Mensch geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübjal setzt! 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube! Die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. mann ringen. 3. Je größer Kreuz, je größer Liebe! Der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Del im Feuer thut. 4. Je größer Kreuz, je mehr 5. Wirf hin und her, du wil- Gebete. Geriebne Kräuter riedes Meer, das Schiff mit deinen chen wohl. Wenn um das Schiff Wellen! Gott kann die Fluth und wilde Wuth gar bald zufrieden stellen. Brauch deine List, du Antichrist, sammt allen Höl lenpforten, und sei bedacht auf List und macht! Doch bleibts bei Chrifti Worten. kein Sturmwind wehte, jo fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär. 5. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen! Im Thale steiget man Berg an. Wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nur Ruh, so fleucht es nach der Arche zu. 6. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 4. Er hält das Schiff mit einem Griff, und wenn es scheint, er schlafe, so wacht er doch, und forget noch für seine armen Schafe, und ist bereit zur rechten Zeit mit Hülfe beizuspringen, vornehmlich dann, wann Jeder will mit dem Tode 6. Dies Schifflein muß durch viel Verdruß zwar öfters sein gefränket, doch wirds nicht gar in der Gefahr zum Abgrund eingesenket; denn seine Hand hält es im Stand, auch wenn es gleich schon sinket. Gott hält die Weis, daß auf der Reis kein gläubig Herz ertrinket. 7. Es ist nicht fern der Morgenstern, das Licht ist schon vorhanden; auch ist das Land gar wohl bekannt, woselbst das Schiff 7. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber soll landen. Des Heilands Wort sein! daß mich die Ungeduld Kreuz- Lieder. 407 nicht reize, so pflanz ein solches Hoffnung hegt, bis dort mein Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Kreuz die Krone trägt. B. Schmole. In eigener Melodie, oder: Du o schönes Weltgebände. Klage. Troft. hat mich ganz 10. Seel hör auf zu 761. Jumgeren, Glend hat schreien, deines Klagens ist zu viel. Nach dem Trauern kommt das Freuen, Herzensangst hat auch ihr Ziel. Wechsel ist in allen Sachen, nach dem Weinen kann man lachen: Gott der treibt mit dir sein Spiel.:,: mich angethan, Trauren heißt mein kurzes Leben, Trübsal führt mich auf den Plan. Gott, der hat mich gar verlaffen; feinen Troft weiß ich zu fassen hier auf dieser Unglücksbahn.:,: 2. Grausamlich bin ich getrieben von des Herren Angesicht, als ich, ihn allein zu lieben, nicht gedacht an meine Pflicht; drum muß ich so kläglich stehen; doch es ist mir recht geschehen: mein Gott rief, ich hört ihn nicht.:: 3. Ach, mein Schifflein will versinken recht auf diesem Sündenmeer; Gottes Grimm läßt mich ertrinken, denn sein Hand ist viel zu schwer; ja mein Schifflein läßt sich jagen durch Verzweiflung, Angst und Plagen, ganz entantert hin und her.:,: 4. Gott hat mich jetzt gar vergessen, weil ich nicht an ihn gedacht; meine Sünd hat er ge messen, und sich meinen Feind gemacht, daß ich ringen muß die Hände; sein Erbarmen hat ein Ende, schier bin ich zur Höllen bracht.:,: 5. Wo ist Rath und Trost zu finden, wo ist Hülf in dieser Noth? Herr, wer rettet mich von Sünden? Wer erlöset mich von Tod? Ich gedenke zwar der Zeiten, da du pflegst für uns zu streiten, wenn wir lagen gar in Noth.:,: 6. Aber nun hat sich geendet deine Lieb und große Treu; ach dein Herz ist abgewendet und dein Grimm wird täglich neu. Du bist gar von mir gegangen, nur dein Zorn hält mich gefangen, ch verschwinde wie die Spreu.:,: 11. Ist dein Heiland von dir gangen, er wird wiederkommen schon und mit Freuden dich umfangen, recht wie den verlornen Sohn. hat dein Jesus dich verlaffen: ei, er kann dich nimmer hassen, seine Güt ist doch dein Lohn.:: 12. Hat dich Gott dahin gegeben, daß dich Satan sichten foll und das Kreuz dich mache beben, ei, er meint doch alles wohl. Dies sind seiner Liebe Zeichen, die doch keiner kann erreichen, wenn er nicht ist Glaubens boll.:,: 13. Ob dich dein Gewissen naget, ob dein Geist bekümmert ist, ob der Höllen Furcht dich plaget, ob dich schreckt des Teufels List: traure nicht: Gott wird es wenden und dir große Lindrung senden, wenn du nur geduldig bist.:,: 14. Moses hat dies auch erfahren, und sein Bruder Aaron; Noah und die mit ihm waren, sahen nicht die Gnadensonn; David, Joseph und Elias, Petrus, Paulus und Tobias trugen auch ihr Theil davon.:,: 15. Sei zufrieden, liebe Seele, billig trägst du solche Last; hier in dieser Unglückshöhle weiß man doch von keiner Rast; drum ſo stille nur dein Zagen, und gedenk, es sind die Plagen, die d längst verdienet baſt.:,: 408 Kreuz- Lieder. 7. Höllenangst hat mich be- 16. Brausen jetzt die Wassertroffen, mein Gewissen quälet wogen, morgen ändert sich das mich; kein Erlösung ist zu hoffen; ich empfinde Todesstich und ein unaufhörlich Sterben. Herr, ich eile zum Verderben, ich vergehe jämmerlich.:,: Meer. Ist dir heut ein Freud entzogen, morgen kommt sie wieder her. Ist dir aller Trost entgangen, sei zufrieden, dein Verlangen wird erfüllet nach Be= gehr.:: 8. Grauen bat mich überfallen, Zittern hat mich angesteckt; schwer lich kann ich nun mehr lallen, Angst und Furcht hat mich bedeckt. Ach ich wandle jetzt die Straßen, da ich mich muß martern lassen; o wie wird mein Geist erschreckt.:,: 9. Will mir denn kein Trost erscheinen, spür ich gar kein Gnadenlicht? Nein, vergeblich ist mein Weinen, mein Gebet, das hilft mir nicht; über mich verlaffnen Armen will kein Helfer sich erbarmen, ich bin todt, mein Herz zerbricht.:,: 2. Du hast in harten Zeiten mir diese Gnad ertheilt, daß meiner Feinde Streiten mein Leben nicht ereilt, wenn sie an hohen Orten mich, der ichs nicht gedacht, mit bösen falschen Worten sehr übel angebracht. 17. Was betrübst du dich mit Schmerzen? Stille dich und harr auf Gott! Danken will ich ihm von Herzen, daß ich werde nicht zu Spott. Ob er mich gleich würde tödten, hilft er mir den noch aus Nöthen, er, der starke Zebaoth.:,: Mel.: Balet will ich dir geben. Sir. 51, 1-17. dir sich wider mich gelegt, und, wie die Feuerflammen, Gefahr und Brand Da hab ich denn 762. Freuden, mein Kö- geſessen, und Blut vor Angſt gemit nig und mein Heil, daß du manch schiveres Leiden, so mir zu meinem Theil oft häufig zugedrungen, durch deine Wunderhand gewaltig haft bezwungen und von mir abgewandt. schwitzt, als ob du mein bergessen, und hast mich doch ge| schüßt. 5. Du hast mich aus dem Brande und aus dem Feur ge rückt, und wenn der Höllen Bande mich um und um bestrickt, jo haft du, auf mein Bitten, dich Herr, zu mir gefellt, und aus des Unglücks Mitten mich frei ins Feld gestellt. 6. Den Feind, der frech mit Lügen, gleich als mit Waffen tämpft, und nichts kann, als betrügen, den hast du oft gedämpft. Wenn er gleich einem Drachen das Maul hat aufgezerrt, so hast du ihm den Rachen durch deine Kraft gesperrt. 7. Ich war nah am Verderben! 4. Sie haben oft zusammen| du nahmst mich in den Schooß' 3. Wenn sie wie wilde Leuen die Zungen ausgestreckt, und mich mit ihrem Schreien bis auf den Tod erschreckt, so hat dann dein Erbarmen, das alles lindern kann, gewaltet, und mir Armen den freuen Dienst gethan. 18. Herr, errette mich mit Freuden aus der Höllen Grausamkeit; hilf mir, daß ich auch im Leiden dir zu dienen sei bereit! Giebst du nur des Geistes Gaben, daß sie mir die Seele laben, tret ich fröhlich an den Streit.:,: Joh. Rift. Kreuz- Lieder. 409 es fam mit mir zum Sterben, Güte. Die Vaterlieb und Mutterdu aber sprachst mich los, und treu, die wohnt ihm im Gehieltest mich beim Leben, und müthe. Gott zürnet nicht, wie gabst mir Rath und That, die wohl geschieht bei uns hier auf jonst kein Mensch zu geben in der Erden, da mancher Mann seinen Mächten hat. nicht wieder kann zur Güt erweichet werden. 5. Nein, nein! dies ist nicht Gottes Sinn; sein Zorn der hat ein Ende. Wenn wir uns bessern, fällt er hin, und macht die strengen Hände sanft und gelind, hört auf, die Sünd hier bei uns heimzusuchen. Gott tehrt den Grimm mit Gnaden um, und segnet nach dem Fluchen. 6. Das wird fürwahr auch mir geschehn, es solls ein jeder spü ren. Gott wird einmal zum Rechten sehn und meine Sach ausführen. Sein Angesicht wird mich ans Licht aus meiner Höhle bringen, daß seine Treu ich fingen. frisch und frei erzählen mög und 7. Drum freut euch nicht, ihr meine Feind, ob ich danieder liege; denn mein Gott wird, eh ihrs vermeint, mir helfen, daß ich siege. Sein heilge Hand wird meinen Stand schon wieder feste gründen. Es wird sich Freud und gute Zeit nach trübem Wetter finden. 8. Ich bin in Noth, und weiß doch nicht von rechter Noth zu jagen. Denn Gott ist meines Herzens Licht; wo der ist, muß es tagen auch in der Nacht, da sich die Macht der Finsterniß ver= mehret. Wenn dieses Licht mir scheint, so bricht und fällt, was mich beschweret. ¡ 8. Es war in allen Landen, weit die Wolken gehn, kein einzger Freund vorhanden, der bei mir wollte stehn. Da dacht ich an die Güte, die du, Herr, täglich thust, und hob Herz und Gemüthe zur Höhe, da du ruhst. 9. Jch rief mit vollem Munde; du nahmest alles an, und halfft recht aus dem Grunde, so daß ichs nimmer kann nach Würden gnugsam loben; doch will ich Tag und Nacht dich in dem Himmel droben zu preisen sein bedacht. Paul Gerhard. Mel.: Was meiu Gott will. Mich. 7, 7--9. 763. ill ich doch mich gch habs verdient, was wider Gott viel sperren? Komm immer her, du Kreuzesjoch und bittrer Kelch des Herren! Ohn Angst und Pein mag der nicht fein, der wider Gott gehandelt, wie ich gethan, da ich die Bahn der schnöden Welt gewandelt. 2. Ich will des Herren Straf und Zorn mit stillem Herzen tragen. In Sünden bin ich ja geborn, hab auch in Sündenta gen mit eitler Freud ost meine Zeit ganz lästerlich verzehret, Gott, meinen Hort, in seinem Wort nicht, wie ich soll, gehöret. 3. Ich habe den gebahnten Steg verlassen und geliebet den gottsbergeffnen Irreweg, drum wird nun auch betrübet mein Herz und Muth durch Gottes Ruth. Er hält ein recht Gerichte bor seinem Thron, giebt Sold und Lohn mit völligem Gewichte. 4. Gott ist gerecht, doch auch dabei sehr fromm und voller 9. Es kommt die Zeit, und ist nicht weit, da will ich jubiliren. Der aber, der mich jetzt verspeit und gern will irre führen in meiner Noth: wo ist dein Gott? der wird mit Schauden stehen; er wird mit Hohn, ich mit Kreuz- Lieder. 410 der Kron der Ehren davon gehen. Mel.: Ach was soll ich Sünder. Paul Gerhard. 766. Jefu, haft du mein scheint dein Angesicht meiner arMel.: Seelenbräutigam. * 764.Jefu, geh boran auf men Seele nicht Mich hat große der und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen. Führ uns an der Hand bis ins Va= terland! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübjal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz ir gend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden! Richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Jeju, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! N. 2. v. Zinzendorf. Mel.: Herr Jesu Chrift, meins. 765. ch weiß dein Trübfal, Angst und Noth, ich, ich reiß dich aus Noth und Tod; drum sei getrost, verzage nicht, denn ich weiß schon, was dir gebricht. 2. Kein Vater war noch je so treu, als ich, mein Trost ist immer neu; kein Mutterherz liebt dich so sehr, als ich dich liebe immer mehr. 3. Kein Freund, kein Bruder ist so gut, der an dir so viel Wohlthat thut; kein Arzt hilft so zu aller Stund, als ich mach Leib und Seel gefund. 4. Drum, wenn dich dein Kreuz schmerzlich drückt, so merk, Seele preßt, Angst, die mich ohn Hoffnung läßt. 2. Ach, wie lange soll ich sorgen? Ach, wie lange soll ich sein in so schwerer Angst und Pein, weil du dich vor mir verborgen, deine Hülfe gar versteckt, und dein Angesicht verdeckt? 3. Jesu, laß dein großes Eilen; sprich doch meiner Seele ein, daß ihr soll geholfen sein. Willst du dich denn nicht verweilen, hochgewünschter Gnadenthron, Jeju, trauter Davidsjohn? 4. Kehre, Jesu, kehre wieder! Ach, mein Jammer ist zu hart, meine Seele liegt erstarrt hier zu deinen Füßen nieder. Jesu Christ, erbarm dich mein, laß doch Gnade Gnade sein! 5. Laß mich doch zu deinen Füßen( weil ich armer Sündenknecht ja nicht suche Kindesrecht) nur der Hündlein Recht genießen. Ach wirf mir zu meiner Ruh nur ein Gnadenbröcklein zu! 6. Gnade, Jesu, und Erbarmen such ich, und ein Mehrers nicht. Herr, ich laß, ich laß did nicht hier aus meinen Glaubensarmen, bis du mich gerissen haft aus der übergroßen Last. 7. Laß dich meine Noth bewegen! Meine Thränen, mein Buß leg ich, Jeju, dir zu Fuß: laß sich dein Erbarmen regen und sprich meiner Seele ein: Ja du sollst erhöret sein! G. v. Mengede. Mel.: Jesu meine Freude. daß dich der Troſt erquidt: Ich 767. Jeſu, Sonn im Her weiß Angst und zen, Jesu, Freud in Noth, ich reiße dich aus Noth Schmerzen, Jesu, Seelenluft! Ad und Tod. wo bist du blieben in meinem Kreuz- Lieder. 411 Betrüben? Mir ists unbewußt! Ach komm bald, mein Herz ist kalt, wärme mich mit deiner Liebe, Jeju, meine Liebe! 2. Dein gnädig Ohr neig, Herr, zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Web ich lieg und steh; hilf mir aus meis nen Nöthen! 2. Wenn ich dich nicht finde, quälet mich die Sünde, Jesu, Seelentrost! Mein Herz will ver= zagen von den schweren Blagen; 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, du hast mich erlöst; drum sodarin ich frei und ritterlich mög komm, o Jesu fromm, tröste mich streiten wider mein Feind, der'r mit deiner Liebe, Jesu, meine gar viel sind an mir auf beiden Liebe! Seiten. 3. Wo ich sitz und gehe, wo ich lieg und stehe, sehn ich mich nach dir. Deine Gnad und Treue, Jesu, mir verneue immer für und für! Jefu, Freud in Lieb und Leid, labe mich mit deiner Liebe, Jesu, meine Liebe! 4. Nicht der blaue Himmel, nicht das Weltgetümmel, nicht was zeitlich ist, meine Seel vergnüget; alles mich betrüget, was nur irdisch ist. Gott allein, mein Freudenschein, wärme mich mit deiner Liebe, Jesu, meine Lieve! 5. Treuer Hirt der Seelen, laß mich hier nicht quälen in der Wüstenei! Ich bin matt und müde, bringe mich zum Friede, mach mich los und frei! Mir ist bang, ach bleib nicht lang, weide mich mit deiner Liebe, Jesu, meine Liebe! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth. Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und falschem Gedicht, viel Netz und heimlich Stridke. Herr, nimm mein wahr in dieser Gfahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befeb! ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dir, Gott, Vatr und Sohn, bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reißner. 6. Dort in jenem Leben, so du mir wirst geben, Jesu, meine Bier, will ich dich mit Freuden, frei von allen Leiden, loben In eigener Melodie. für und für. Jeſu du, mein* 769. Jallem Leide, o du Seelenruh, segne mich mit deiner Liebe, Jesu, meine Liebe! in füßer Jesus Christ; durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest bon Schanden, rettest von Ban den; wer dir vertrauet, hat wohl daß ich nicht zu Schanden werd, lelujah! Zu deiner Güte steht noch ewiglich zu Spotte. Das mein Gemüthe; an dir wir flebitt ich dich, erhalte mich in dei- ben im Tod und Leben. Nichts ner Treu, Herr Gotte! kann uns scheiden. Halleluja! In eigener Melodie. Pfalm 31, 1-6. 768. ich hab ich ge= n 412 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd und Lod. Du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Noth. Drum wir dich ehren, dein Lob bermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde. Hallelujah! Wir jubiliren und triumphiren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde, Halleluja! J. Lindemann. Kreuz- Lieder. 6. Wo du dich aber bösen Rath wirst von mir wenden lassen, so will ich deine Missethat heimsuchen, doch mit Ma Ben; und wenn du wiederkehrst zu mir, so will ich wieder auch zu dir mich mit Erbarmen kehren. 7. Nun kehrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad in meinen Armen; drum bricht mein Herze 770. meine von und erbarmen. Der Unmuth fällt mir muß mich sein meines Herzens Wonne, mein mit Gewalt, mein Eingeweide trautes Kind, mein theurer Sohn, hißt und wallt in treuer Lieb mein Stern und meine Sonne, und Gnade. mein Augenlust, mein edle Blum, mein auserwähltes Eigenthum und meiner Seelen Freude? Mel.: Nun freut euch lieben. Jerem. 31, 20. Ephraim dich selbst will ich und auch dein Land aufs Schönst und Beste zieren; und wirst du mir ge horsam sein, so soll dich meines Segens Schein ohn alles End erfreuen. 8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet eure Sünden, und suchet Gnad an meiner 2. Ich höre seines Seufzens Thür, ihr sollt sie reichlich finden! Stimm und hochbetrübtes Kla- Wer sich mit Ephraim bekehrt, gen. Mein Gott hat mich, spricht wird auch mit Éphraim erhört, Ephraim, gestraft und hart ge- und hie und dort getröstet. schlagen; er sucht mich heim mit harter Zucht; das ist mein Lohn, das ist die Frucht und Nußen gleich mein Elend Paul Gerhard. Mel.: Wenn meine Sünd mich. ft kommen meiner Sünden. 771. 3. Hör, alle Welt: Ich bin ge- ei, laß es sein! Die Trübfal treu und halte mein Versprechen. Was ich geredt, da bleibt es bei, mein Wort werd ich nicht brechen. Das soll mein Ephraim gar bald erfahren und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen. bringt mir Frommen, dort blickt ein Freudenschein. Ich fühle schon Trost, Hülf und Rath; bald wird von mir genommen, was mich gequälet hat. 2. Laß sehen auf mein Schreien, Herr Jesu, deine Macht, du haft mich ja mit Treuen so manches Mal bedacht. Ich will dich preisen nach der Zeit, wenn du mich wirst erfreuen dort in der Ewigkeit. Joh. Nist. Mel.: Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31-35. 5. Sebwill mit meiner starken 772.Jit Gott für mich, Hand dich als trete aleich alles 4. Ich denk noch wohl an meinen Eid, den ich geschworen habe, da ich, aus lauter Gütigkeit, mich ihm zu eigen gabe. Ich sprach: Du hast mein Herz erfüllt mit deiner Lieb, ich bin dein Schild und wills auch ewig bleiben. Kreuz- Lieder. wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was fann mir thun der Feinde und Widersacher Nott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Gründ, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß sich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönstes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sit; ich müßte strads vergehen wie Wachs in Feuership. 413 giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Lod; der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts fkann mich berdammen, nichts nimmet mir mein Herz. Die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Urtheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmer: zen, nimmt allen Kummer hin, 10. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hie feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben, und alles was ich hab; an dir will fest ich kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen joll trennen mich und dich. Rein Hunger und kein Dürsten, kein Armuth, keine Bein, fein Born des großen Fürsten soll mir ein Hind'rung sein. Kreuz- ieder. 414 14. Rein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, tein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sei flein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhard. Mel.: Herr, nicht schicke deine. Psalm 77. gch will meine Stimm 773. Gottes Rettung streben; meine Stimme steigt empor, und er neiget mir das Ohr. Dich, Herr, juch ich an dem Tage meiner großen Noth und Plage; meine Hand ist für und für ausgestreckt bei Nacht zu dir. 2. Meine Seel ist als verlassen, und will keinen Trost mehr fasfen; nicht ohn Weinen in der Noth trete ich vor dich, mein Gott. Ach, ich muß stets zu dir dringen und mein Elend vor dich bringen. Meines Jammers ist 10 viel, daß mein Geist verichmachten will. 3. Herr, du willst mein Augen rühren, daß sie keinen Schlaf mehr spüren; mir kommt Angst und Ohnmacht an, daß ich auch nicht reden kann. Ich gedenk der alten Zeiten, die vor Jahren mich erfreuten; meinGemüthe untersucht ihre allzuschnelle Flucht. 4. Meine Harfe und mein Singen will vor Trauern jebt nicht llingen; meine Seele forscht bei Nacht, und hab oftmals dies gedacht: Wird der Herr denn also bleiben, und im Zorn mich von sich treiben, hat der Gnadenbund ein End, nun sich Gott so von mir wendt? 5. Will er nicht mehr Güt erweisen, daß man ihn drum fönne preisen? Seine Zufag und sein Wort, währen die nicht im merfort? Jst der Herr zu weit entsessen? Hat er Lieb und Huld vergessen? Will er nicht barmherzig sein nach so vieler Straf und Pein? 6. Endlich sprach ich in dem Denken: Soll ich mich zu Tode tränken? Kann des Höchsten rechte Hand doch leicht ändern solchen Stand. Starter Gott, du kannst noch rathen durch dergleichen Wunderthaten, als du schon der gestellt. 7. Wenn ich bei mir im Gemüthe überlege deine Güte, deine Weisheit, deine Macht, hoff ich darauf Tag und Nacht. Herr, ich bitte, hilf mir Armen durch dein väterlich Erbarmen; sende mir bald Rettung zu, und an Leib und Seele Ruh. 8. Daß ich mich zufrieden geben und dir heilig könne leben, deines Namens Herrlichkeit auszubreiten jederzeit. Ich will beten, ich will wachen, dich das Andre lassen machen. Gott, ich weiß, du hörest mich, denn dir trau ich festiglich. M. Opitz In eigener Melodie, oder: Befiehl du deine Wege. 774. einen hat Gott ver vertraut allzeit; und ob ihn gleich viel bassen, geschieht ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schüten, zuletzt erheben hoch, und geben, was ihn'n nüßzet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle: Kreuz- Lieder. 415 er machs, wies ihm gefällt, zu schon. Im Himmel soll mir Nuß meint armen Seele! In werden die ewig Gnadenkron. dieser argen Welt ist doch nur Kreuz und Leiden, und muß auch Andreas Keßler. Mel.: Ach Gott und Herr. alſo ſein, denn die zeitlichen Freu- 775. Komm, Kreuzestaft. den bringen uns ewge du werther 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöthen, ihm beffr als mir bekannt. Um Gould will ich stets bitten in allm Anliegen mein; er wird mich wohl behüten und mein Nothhelfer sein. 4. Alls Glück und Ungelücke das kommt allein von Gott. Ich weiche nicht zurücke und steh in meiner Noth. Wie kann er mich denn hassen, der treu Nothhelfer mein? Ja, wenn die Noth am größten, so will er bei mir fein. Ich will dich willig tragen, weil jeder Christ, se fromm er ist, muß haben seine Plagen. 2. Ich will gar gern den Zorn des Herrn und seinen Eifer dulden, weil seine Glut mein Fre velmuth und Sünde wohl verschulden. any a 3. Ich sag es recht: Ich Lasterknecht hab öfters mißgehandelt; den Sündenpfad durch Missethat von Jugend auf gewandelt. 4. Dadurch hab ich geſtürzet mich in ewiges Verderben, ja müßte fort zur Höllenpfort und böses Todes sterben. 5. Reichthum und alle Schäße, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht sebe, das bleibet in der Welt. Ein Schaß hab ich im Himmel, der Jeſus Christus heißt; er ist übr alle Schäße, schenkt uns den heiligen Geift. 6. Jhn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein 7. So glaub auch ich ganz Blut hat er vergoffen für mich sicherlich, du wirst mich lasſen arm Würmelein, mich damit zu spüren dein Herrlichkeit und mit erlösen von ewger Angst und Bein. Wie könnt auf dieser Erden doch größre Liebe sein? der Zeit mir meine Sach aus7. Nun soll ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad. Ich geb mich Gott zu eigen mit Allem, was ich hab; wie ers mit mir will machen, sei ihm Alls beimgestellt! Ich bfehl ihm all mein Sachen; er machs, ihm gefällt! 9. Drum, Kreuzeslast, komm, werther Gast! Ich will dich willig tragen, weil jeder Christ, so fromm 8. Amen, nun will ich schlie- er ist, muß haben seine Plagen. Ben dies schlichte Liedelein. Herr, Ernst Christoph Homburg. Mel.: Seelenweide. 5. Wo deine Gunst und Liebesbrunst nicht vor den Riß getreten, dein liebster Sohn, der Gnadenthron, bei dir mich losgebeten. 6. Weil du denn bist zu jeder Frist, mein Gott, sehr reich von Güte, und liebst dabei, wenn voller Reu und Buße das Gemüthe. führen. 8. Du wirst, mein Gott, aus Hohn und Spott mich endlich ans Licht bringen, der Feinde Schaar nicht immerdar es laſſen so gelingen. durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein, so hab ich Alls* 776. Kreuz, wir grüßen auf Erden, was mich erfreuet! dich von Herzen 416 fomm, du angenehmer Gast! Dein Schmerz wirtet keine Schmerzen, ist keine Last. Kreuz- Lieder. 2. Unser Herr ist stets den Seinen in der Liebe zugethan; wenn fie bittre Thränen weinen, zieht er fie doch himmelan. 3. Alle Zeugen und Bekenner rühmen jener Fesseln Bein, und die Qualen frommer Männer, die sie führten himmelein. 4. Heil dir, Kreuz, du lieber Bote der zukünftgen Herrlichkeit, der Gerechten noch im Tode göttliche Verklärung beut! 5. Die ans Kreuz geschlagne Wahrheit thronet nun in Majestät, und die Liebe herrscht in Klarheit, die vordem ans Kreuz erhöht. dos 6. Ja, im Himmel steht geschrieben der Bekenner werthe Zahl, und der König ruft: Ihr Lieben, kommt zu meinem Freudenmahl!" 7. O, wer wollte nicht mit Freuden nun Verfolgung, Angst und Noth sammt der größten Marter leiden, ja den allerherbsten Tod? 8. Kann doch unsers Mittlers Stimme und ein einzig Himmelswort jeden Feind mit seinem Grimme, alle Schande treiben fort. 9. Drum, so kommt, geliebte Brüder, folget unserm König nach, der zum neuen Leben wieder durch die Todespforte brach! su 10. Kommet, denn die Engel singen, wenn uns gleich die Welt verhöhnt! Wenn wir mit dem Tode ringen, werden wir n wir darnach gekrönt. 11. Duldet gern der Erde Wehen; haltet fest in Trübsal aus! Unser Hort, auf den wir jeben, führt uns in Vaters Haus. F. A. Gotter. Mel.: Straf mich nicht in deinem. * 777 Liebster Heiland, nahe dich, berühre, und aus allem kräftiglich mich in dich einführe, daß ich dich inniglich mög in Liebe fassen, alles andre lassen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen; denn wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geist sich quälen. Creatur ängstigt nur, du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von allem frei, gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinem Frieden, findlich rein, sanft und klein, dich in Unschuld sehe, in dir leb und stehe. 4. Menschenfreund Immanuel, dich mit mir vermähle! O du sanfter Liebesquell, jalbe Geist und Seele, daß mein Will sanft und still ohne Widerstreben dir sich mag ergeben! 5. Jedermann hat seine Lust und sein Zeitvertreiben; mir sei eines rur bewußt: Herr, in dir zu bleiben. Alles soll folgen wohl, wenn ich mich nur übe in dem Weg der Liebe. 6. Creaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören! Jesu, ich will schweigen gern und dich in mir hören. Schaffe du wahre Ruh, wirke nach Gefallen! Ich halt still in allen. 7. Was noch flüchtig, fammle du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring zur Ruh, was noch hart, erweiche: daß in mir nichts hinfür lebe, noch erscheine, als mein Freund alleine! Gerhard Tersteegen. Mel.: Ach was soll ich Sinder. 778, Liebster Bater, soll ich dulden Widerwärtigkeit? Es sind mir Kreuz- Lieder. 417 ja herzlich leid alle meine Sün- Freude auch im Leide, wenn denschulden; laß doch Gnade gehn vor Recht und verstoß nicht deinen Knecht! mich Angst und Kummer plagt; denn du bist der Auserkorne; das Verlorne hast du nimmer weggejagt. 2. Laß mich deinen Sohn er blicken, seinen Jammer, Angst und Noth, seinen herben, bittern Tod, wenn mein Kreuz mich will ersticken, wenn mein Leid und Ungemach will den Glauben machen schwach. 7. Odu meines Herzens Sonne, Trost und Wonne, voller Gnad und Gütigkeit! Ach mein Gott, was soll ich sagen? Mein Behagen bleibest du in Ewigkeit. Chr. Fr. Richter. 3. Stärke selbst die matte Seele, In eigener Melodie. Vater der Barmherzigkeit, wende 780. MAg ich Unglück nich du mein aus widerstehn, der Jammerhöhle, gieb Geduld| Ungnad habn der Welt für mein in Traurigkeit, dir zu Lob in Ewigkeit! D. J. Olearius. In eigener Melodie, oder: Hütter wird. recht Glauben, so weiß ich doch, das ist mein Kunst, Gotts Huld und Gunst, die muß man mir erlauben. Gott ist nicht weit, eine kleine Zeit er sich verbirgt, bis er erwiirgt, die mich ſeins Worts berauben. * 779. Meine Armuth macht mich schreien zu dem Treuen, der mich segnet und macht reich. Jesu, du bists, den ich meine, da ich weine, damit ich dein Herz erweich. 2. Ach, wo nehm ich ber die Kräfte zum Geschäfte, dazu ich verbunden bin? Herr, mein armes Herz anfeure, und erneure den zerstreuten Geist und Sinn! 3. Sieh, es eilt zu deiner Quelle meine Seele, von dem Durst geplagt und matt. Du kannst die Begierde stillen und mich füllen, daß ich werd erfreut und satt. 4. Treibe ferne, die mich hindern! Du kannst mindern der Versuchung starke Kraft. Laß nichts meinen Glauben schwächen, dich zu sprechen, so empfind ich deine Kraft. 5. Eil mit ausgespannten Armen zu mir Armen, drücke mich an deine Brust! Du erkennst mein tiefes Sehnen und die Thränen, Jesu, meines Herzens Lust. 6. Du bleibst ewig meine 2. RIcht, wie ich will, jekund mein Sach, weil ich bin schwach, und Gott mit Furcht läßt finden; so weiß ich, daß kein Gwalt bleibt fest; ist allerbest, das Zeitlich muß verschwinden. Das ewge Gut macht rechten Muth; dabei ich bleib, wag Gott und Leib. Gott helf mir überwinden! 3. All Ding ein Weil, ein Sprichwort ist. Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten, und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf dieser Bahn, Welt, wie du willt! Gott ist mein Schild, der wird mich wohl begleiten. Maria, Königin v. Ungarn. Mel.: O Gott, du frommer. 781. Mein Gott, mein Licht, mein Schuß, mein Trost, mein Heil, mein Leben, hilf, daß ich dir mein Herz ge= duldig mög ergeben; laß meine Hoffnung gar nicht wanken, stärke mich; laß mich dein Vaterherz erquicen gnädiglich! 27 Kreuz- Lieder. 418 2. Gieb mir durch Stillesein und Hoffen stark zu werden, weil ich ja leiden soll und muß auf dieser Erden; laß deine Hülfe mich erwarten, rette mich aus aller Noth, ich willch dich preisen ewiglich. D. J. Olearius. Mel.: Nun laßt uns den Leib, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens. * 782. Mein Jesu, meines Lebens Licht, du weißt gar wohl, was mir gebricht, es ist dir mein betrübter Stand weit besser, als mir selbst bekannt. 2. Das Fleisch ist schwach, obgleich der Geist durch deine Kraft sich willig weist; die Sünde klebt mir an, und zieht mich von der rechten Bahn. 3. So thu ich denn, was ich nicht will, und steh im Laufen oftmals fill. Es lenkt mich der berderbte Sinn stets zum verbotnen Baume hin. 4. Siehst du dich als mein Richter an, der Herz und Nieren prüfen kann, willst mit mir ins Gerichte gehn, so kann ich nicht vor dir bestehn. 9. Wenn Fleisch und Blut dawider streit, so rüste mich mit Tapferkeit, und treib mich immer freudig an, daß ich mich selbst verleugnen kann! 10. Den alten Menschen dämpf in mir, mit neuer Kraft den Glauben zier; laß Adam täglich untergehn und mich mit Christo auferstehn! 5. Ach straf mich nicht nach meiner Schuld und habe noch mit mir Geduld. Laß Gnade doch für Recht ergehn, sonst werd ich schlecht vor dir bestehn. 6. Dein Blut ist ja von solcher Kraft, daß es noch immer Rettung schafft; das halt ich dir im Glauben für, verstoße mich doch nicht von dir! 11. Und endlich führe mich da hin, wo ich erst recht vollkommen bin! Da will ich jauchzend vor dir stehn und ewig deinen Ruhm erhöhn. B. Schmold. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. Psalm 25. 783. Nach dir, o Herr, verbiſt mein Trost, ich hoff auf dich; ich hoff und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu Schanden, der dich schändt und sein Gemüthe von dir wendt; der aber, der sich dir ergiebt und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 3. Herr, nimm dich meiner Seelen an und führe sie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit leuchten mir im Steige, der uns bringt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einzig Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht. Ich harre dein bei Tag und Nacht. Was ist, das dich so säumend macht? 5. Ach, wende, Herr, dein Augen ab von dem, wo ich geirret hab. Was denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf? 7. Besprenge mich mit dieser Fluth und mache meinen Schaden gut; verändere den kalten Sinn und schaffe, daß ich frömmer bin! 6. Gedenk, o meines Lebens Hort, an deine Güt und süßes 8. Dein Geist ermuntre mei- Wort, damit dein Herz zu trönen Geist, daß er der Welt sich sten pflegt das, was sich dir zu ganz entreißt, mit Eifer nach dem Himmel strebt und nur in dir alleine lebt! Füßen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut dem, der sich prüft Kreuz- Lieder. 419 und Buße thut. Wer seinen und Noth, und führ uns bald Bund und Zeugniß hält, der mit Gnaden ein zum wird erhalten, wenn er fällt. ewgen Fried- und Freudenschein! un STRI esto chim 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut; und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird sein Kreuz zur Wonn erhöht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt; mein Geist, der schwebt in deiner Hand; du siehst, wie meine Seele thränt und sich nach deiner Hülfe sehnt. 10. Die Angst, die mir mein Herze bringt und daraus so viel Seufzer zwingt, ist groß; du aber bist der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum steht mein Auge stets nach dir, und trägt dir mein Begehren für. Ach, laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen ruhn! 12. Wenn ich dein darf, so wende nicht von mir dein Aug und Angesicht; laß deiner Antwort Gegenschein mit meinem Beten stimmen ein! 13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, ders treulich und von Herzen meint; der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzensgrund. 14. Zerreiß die Netz, heb auf die Strick und brich des Feindes Lift und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar ſei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einber gehn; gieb mir die Einfalt, die dich ehrt und lieber duldet, als beschwert. 16. Regier und führe mich zu dir, auch andre Christen neben mir; nimm, was dir mißfällt, von uns hin; gieb neue Herzen, neuen Sinn! 17. Erwecke, was in Sünden tødt; erlös aus aller Angst Paul Gerhard. Mer.: Num freut euch oft soll dhulgrus AriznsiCA oder: Jis Aus tiefer Noth. 784. Noch dennoch mußt du ganz in Traurigkeit versinken! Gott wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken. Steh in Geduld, wart in der Still, und laß Gott machen, wie er will! Cr kanns nicht böſe machen. 2. Ist denn dies unser erstes Mal, daß wir betrübet werden? Was haben wir als Angst und Qual bisher gehabt auf Erten? Wir sind wohl mehr so hoch gekränkt, und hat doch Gott uns drauf geschenkt ein Stündlein voller Freuden. Un alonmG 3. So ist auch Gottes Meinung nicht, wenn er uns Unglück sendet, als sollte drum ſein Angesicht ganz von uns sein gewendet. Nein, sondern dieses iſt sein Rath, daß der, so ihn ver=lassen hat, durchs Unglück wiederkehre. 4. Denn das ist unsers Fleisches Muth, wenn wir in Freuden leben, daß wir dann unserm höchsten Gut am ersten Urlaub geben. Wir sind von Erd und halten werth vielmehr, was hier ist auf der Erd, als was im Himmel wohnet. 5. Drum fährt uns Gott durch unsern Sinn, und läßt uns Web geschehen. Er nimmt oft, was uns lieb, dahin, damit wir aufwärts sehen, und uns zu seiner Güt und Macht, die wir bisher nicht groß geacht, als Kinder wieder finden. 6. Thun wir nun das, ist er bereit, uns wieder anzunehmen, 27* 420 Kreuz- Lieder. macht aus dem Leide lauter Namens Ruhm, den du, wenn Freud, und Lachen aus dem Grämen; und ist ihm das gar schlechte Kunst. Wen er umfängt mit Lieb und Gunst, dem ist geschwind geholfen. du sein Heiligthum willst sehen, ihm mußt geben. Paul Gerhard. 7. Drum falle, du betrübtes Heer, in Demuth vor ihm nie: 785. der; sprich: Herr, wir geben dir die Ehr, ach nimm uns Sünder wieder in deine Gnade, reiß die Last, die du uns aufgeleget hast, hinweg, heil unsern Schaden! fällt.:: 8. Denn Gnade gehet doch vor:,: aus dieser Welt, so dirs geRecht, Zorn muß der Liebe weichen; wenn wir erliegen, muß uns schlecht Gott sein Erbarmen reichen. Dies ist die Hand, die uns erhält; wo wir die lassen, bricht und fällt all unser Thun in Haufen. 2. O Jesu Christ, gestorben bist am Kreuzesstamm, du Got teslamm! Dein Wunden roth in aller Noth, dein theures Blut komm mir zu gut; dein Leidn od 291 und Sterbn mach mich zum Erbn 9. Auf Gottes Liebe mußt du:: in deinem Reich, den Engeln stehn, und dich nicht lassen fällen, gleich.:,: wenn auch der Himmel ein wollt gehn und alle Welt zerschellen. Gott hat uns Gnade zugesagt; sein Wort ist klar, wer sich drauf wagt, dem kann es nimmer fehlen. Romi rad 3. heilger Geist, der Trö fter heißt, an meinem End dein Trost mir send! Verlaß mich nicht, wenn mich anficht des Teu fels Gwalt, des Tods Gestalt! Nach deinem Wort, du höchster Hort,:,: wollst du mir gebn das ewge Lebn.:,: spela loja! 10. So darfst du auch an seiner Kraft gar keinen Zweifel haben. Wer ists, der alle Dinge schafft? Wer theilt aus alle Ga- Mel.: Befiehl du deixe Wege. Nicol. Selnecker. ben? Gott thuts, und das ist 786. Reiß durch, gekränkte auch der Mann, der Rath und 11. Deucht dir die Hülf unmöglich sein, so sollst du gleich wohl wissen: Gott räumt uns dieses nimmer ein, daß er sich laß einschließen in unsers Sinnes enge Wahl; sein Arm ist frei, thut überall viel mehr, als wir verstehen. a), 790) Seele, That erfinden kann, wenn jeder- und traure nicht, geh aus der mann berzaget. als Haupois Schwermuth Höhle! Gott weiß, was dir gebricht; es ist mein Wohlergeben gewißlich noch nicht reif, indessen bleib ich stehen, die Hoffnung halt ich steif. In eigener Melodie, oder: Vater unser im Himmelreich. Herre Gott, in ich zu dir; du hilfest mir. Mein Leib und Seel ich dir befehl in deine Händ; dein Engel send, der mich bewahr, wenn ich hinfahr 12. Was ist sein ganzes werthes Reich als lauter Wunderjachen? Er hilft und baut, wenn wir uns gleich des gar kein Hoffnung machen; und das ist seines 3. Bald wird mir Hülfe wer2. Der Höchste wirds wohl machen, was will ich Mensch dech thun? Auf Gott bestehn die Sa chen, in ihm will ich beruhn. Ich hab mich Gott ergeben, der mag bekümmert sein! Auf mein betrüb tes Leben folgt froher Sonnenschein.d Kreuz- Lieder. 421 den, was soll der feige Muth? Was erneust du deinen Stich, Nachdem ich was auf Erden erlitten, wird es gut. Dann werd ich fröhlich singen: Auf Gott hab ich gebaut, drum muß es mir gelingen. Wohl dem, der Gott vertraut! machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd: 4. Wohl dem, der seine Sorgen für? Wo hat Gott befohgen in Gottes Hände legt; sein len, daß mein Urtheil über mir Rath ist uns verborgen, wenn ich bei dir soll holen? Wer hat uns ein Unfall schlägt. Wenns dir die Macht geschenkt, andre donnert und wenns blißet, und zu verdammen, der du selbst doch wenn das Wetter tobt, so wer- liegst versenkt in der Höllen den wir beschüßet. Der Herr sei Flammen? hochgelobt! 5. Ich weiß wohl, wie im Trauern ich oftermals gesteckt, die Haut beginnt zu schauern, das Herze wird erschreckt, wenn ich daran gedenke; doch hat der treue Gott des bösen Feindes Ränke gemacht zu Schand und Spott. 6. Jeßt wird es auch geschehen; ich bin zwar hoch betrübt, bald werd ich fröhlich sehen, wie mich der Herr geliebt, wenn dies mein großes Leiden, die centnerschwere Bein wird von mir müssen scheiden und weggenommen sein. 7. Auf, Sinnen, die ihr zaget, weg Schwermuth, wie sie ſei! Wenn mich ein Unfall plaget, macht Gott mich wieder frei. Muß ich mich jetzt gleich bücken; komm, frischer freier Muth! Der Höchste wird es schicken, daß mir thut Trübfal gut. G. W. Sacer. In eigener Melodie. 787. Swing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Löjegeld meiner Missethaten; bring ich das vor Gottes Thron, ist mir wohl gerathen. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, fein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich da vor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch du alte Schlange! 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; und es bricht das schwere Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun 422 Kreuz- Lieder. Gottes Kind, warum will ich und Bein vertrau allein auf ihn, fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will as Guts will siehen? er wirds wohl machen. 2. Dein Unglück kommt nicht ungefähr, es rühret von dem Höchsten her, der hat es so versehen. Drum sei nur still, und was Gott will, das laß du nur geschehen! 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi 3. Sollt auch der Himmel Garten( dem er einig recht be wußt) endlich zu gewarten. fallen ein, und die Natur geändert sein, so kann doch Gott nicht hassen, und auch den Mann, der ihm recht kann vertrauen, nicht verlassen. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach Odo sie sich sehnen; denn es fommt 4. Zudem wird eine Traurigdie Erntezeit, da fie Garben keit ja auch nicht währen allemachen; da wird all ihr Gram zeit; Gott wird die Freude geund Leid lauter Freud und Lachen. edo ben, wo nicht allhie, doch dort, da sie soll ewig ob dir schweben. 11. Gi, fo faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen! Wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gieb dem grosen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! 4D 0197 11971981 Paul Gerhard. duate Sun 19t 5. Hab immer einen frommen Muth, vertraue Gott, es wird noch gut auf alle Trübsal werden. Gott ziehet dich durchs Kreuz zu sich gen Himmel von der Erden. bio bi list 16. Der liebe Gott ist so getreu und fromm, daß er dir stehet bei, wenn Unfall sich erreget, auch Jedermann mehr, als er Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 788. Sei getroft! Der Herr kann ertragen, nicht aufleget. weiß Rath, wenn7. Es haben ja zu aller Zeit man wenig übrig hat. Schwa- die Heiligen in Traurigkeit und cher Christ, was trauerst du? Kreuz oft müssen stehen; warum Segnet Gott, so nimmt es zu. willst du denn immerzu im Rosengarten und mehrte sich, ſollte denn nicht kräftiglich Gott eng. Bet, hoff und brau auf dei auch nähren dich und mich? thu 2.b Jesu, nähre mich hinfort, speise mich auch durch dein Wort, das mir manchen Trost einfpricht; Brod allein erhält mich nicht. Füll auch mich nach dieser Zeit, alles Mangels ganz befreit, mit der füißen Ewigkeit! 3. Rift. 1927 11000 11 dzior allo trdod lud Mel.: In dich hab ich gehoffet. nen Gott, in allem Jammer, Angst und Noth; laß, wie er will, es gehen! Seß ihm fein Ziel; ist er im Spiel, wirst du noch Wunder sehen. h * 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du ein Gott des Trostes heißt, laß alle Trof empfinden, die traurig sein, unb hilf allein das Böse überwinden! dine hd tled man sisils mer Christ, der du mel.: Lobe den Herren, den. im Kreuz und Unglück bist, be: 790. Soll ich denn, Jeſut, fehl Gott Sachen! mein in 789. Seiunverzagt, ofrom Kreuz- Lieder. Trauern beschließen, soll ich denn stündlich die Wangen mit Thränen begießen, willst du mich nicht, mein Leben und Licht, lassen auch Freuden genießen? 423 Mel.: Ich weiß mein Gott. Matth. 6, 25. 792. Verzage nicht, o from= der du von Gott erschaffen bist, obgleich die Zeit ist schwere; vertrau du deinem lieben Gott, der wird dich wohl ernähren! 2. Hat er dir noch zu seiner Zeit im Augenblick dein Seel und Leib, auch das natürlich Leben, ohn all dein Müh, Sorg und Arbeit im Mutterleib gegeben. 2. Schau doch, wie Thränen und Seufzen mein Herze abna gen, wie ich muß jämmerlich leiden und dulden viel Plagen, daß ich vor Noth öfter mir wünsche den Tod, der mich zur Ruhe wird tragen. 3. Ist doch dies zeitliche, dürftige, flüchtige Leben immer mit Krieg und Streit häufig und stetig umgeben; hier ist kein Ruh! Jesu, dir fliehe ich zu, schenk mir das ewige Leben! 4. Ich will, was zeitlich ist, gerne und willig verlassen, wandern mit Jesu, dem Heiland, die himmlische Straßen. Ewige Ruh fühlet mein Herze ja nu, weil ich dich, Jesu, kann faffen. 5. Fahr hin, du falsche Welt, fahr hin, du zeitliches Leben! Nunmehro werd ich bei Jesu dort ewiglich schweben. Freu, Seel, dich nu, weil du bekommen haft Ruh, dazu das ewige werden. Leben! 3. Auch nähret Gott die Vögelein, die keinen Vorrath sammeln ein, und in den Lüften schweben; sie säen nicht, sie ernten nicht, doch fristet Gott ihr Leben. 4. Das sind die klein Waldvögelein, die dir zu gut erschaf fen sein; sind wir doch gar viel besser, wie sollt denn Gott ver= gessen dein, der nimmer dich verläffet? tige bang, namait 5. Sieh an die schönen Blümlein zart im weiten Feld an allem Ort wachsen aus Staub und Erden, die doch so bald in schneller Fahrt missen zunichte nopilis 910006. Ob sie schon sind dahin geim 1109 richt, daß sie nähen und spinnen Mel.: Vater Unser im Himmelreich. nicht, doch schmückt sie Gott gar 791. Verzage nicht, du traurigHerz! Wenn schöne, so schön, daß ihnen nichts gebricht an Stärke, Kraft und dich so manches Kreuz und Zierde dun tid sidbir dun Schmerz der Menschen Hülf ent- 07.d Weil denn Gott schmückt rissen hat, so weiß mein Heiland das grüne Gras und ziert endlich Rath; er ist und bleibt es schön über die Maaß, das ein solcher Mann, den keine Macht doch gar bald verdorret; wie viel verhindern kann, 100 mehr wird Gott uns das thun, dieweil er für uns forget. 2. Mein Heiland, komm auch her zu mir; ach komm! Ich seufze stets nach dir. Ja komm ich weiß, Herr Jesu Christ, daß du allein mein Helfer bist, dein bin und bleib ich jederzeit, und 8. Wie ein Vater für seinen Sohn, also wird uns Gott treulich thun, wie Christus uns thut sagen. Drum seid getrost, ſpricht Gottes Sohn, und laßt die Heilobe dich in Ewigkeit. O den sagen! der einer Zäng ein Joh. Rift. 9. Wer ist 424 El, ob er sich gleich drum gräm und quäl, mit Sorgen kann zu: jeben, ob er gleich leidt groß Ungemach und kümmert sich im Herzen? dt juo 10. Laß fahren, was nicht bleiben will! Denn Gott der Herr, nach seinem Biel, hat allbereit gemessen dein Theil, und wird dirs geben wohl; er wird dein nicht vergessen. und du 11. Sprich nicht in Mangel und in Noth: Wo werden wir denn nehmen Brod, daß wir nicht Hunger leiden? Wir haben gar fleinen Vorrath, womit solln wir uns fleiden? ragarso 12. Denn der himmlische Vater dein, der für uns trägt die Sorg allein, weiß wohl, was wir bedürfen. Sieh nur, daß du die Sorge dein im Glauben auf ihn fannst werfen. gol, Jngplad Idom 13. Such erst sein Reich und Grechtigkeit, und sei in dem all zeit bereit, fleißig in allen Dingen, so werden dir zu rechter Zeit all Sachen wohl gelingen. Kreuz- Lieder. jeder Frist, den Leib und Seel ernähre.ngur gnu Jintop und 17. Verlaß uns nicht, Herr Jefu Chrift! Weil du auch arm gewesen bist und in dem Kummer schwere, so hilf uns auch zu 18. Du giebst allhier auf dieser Welt nicht allen gleich viel Gut und Geld, du weißt die rechte Maaßen; jedoch wirst du, wenn dirs gefällt, in keiner Noth uns laffen. od lid om de 19. Dein Geld und Gut nicht allezeit in Noth, Angst und Gefährlichkeit den Menschen kann erfreuen, vielmehr am gutn Gewissen leit, das kann den Muth Gewiin nimmt erneuen. gut man mit sich, das gläub ein Christ ganz sicherlich, wenn man scheidet von hinnen. Sonst bleibet Alles hinter sich, wenn wir uns recht besinnen. linjap Hod 21. Darum halt immer fest an Gott, es sei so groß, als woll, die Noth, laß dir nichts liebers werden! Wer Gott vertraut, sich gnügen läßt, der ist der Reichst auf Erden. spil! 197 22. Wenn uns nun nahet jett der Tod, so tröst du uns, o Herre Gott, um deines Sohnes Namen; hilf endlich uns aus aller Noth, durch Jesum Chriftum Amen. G ledanmaift rod diuill#sitat Mel.: Wenn wir in höchstent. 14. Wenn sichs anließ, als wollten nu Noth, Mangel, Angst und auch dazu Unglück mit Hau fen kommen, so laß dichs nicht erschrecken thun, glaub, es wird sein dein Frommen, ung mont 15mp 15. und weiß oft nicht, woher noch hin, so sez ich meine Zuversicht auf Gott, der alle Hülf verpricht. ibid Wirst du nun alle deine 793. Wenn ich in Angst Noth in dieser Welt, bis in den und Nöthen bin, Tod, nach Gottes Willen tragen, kommt Zeit, kommt Rath, der trene Gott wird dich nicht lassn berzagen.m Todo e. bio 16. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth, bescheer uns auch das täglich Brod, hilf allen gläub gen Leuten, die jegund leiden Angst und Noth in diesen schweren Zeiten! id min 1900 2. Auch weiß ich, daß mein Kreuzberdruß mir doch zum Besten dienen muß. Je größre Noth mein Herz bedrückt, je reichern Trost mir Gott zuschickt. 3. Leid ich in dieser Welt gleich viel, so hat es dennoch Maaß und Ziel, und endlich wird in jener Beit mein Leid verkehrt in Fröhlichkeit. Vodopredu any diok Kreuz- Lieder. 4. Gott machs mit mir, wies ihm gefällt, und wenn mich ja die böse Welt nicht länger leiden will, noch kann, so nimmt er mich mit Ehren an. ud oldu 5. Gieb, Vater, was mir nöthig thut an Leib und Seel, an Ehr und Gut; hilf, daß mir nur der Himmel werd; das Irdsche bleib dann auf der Erd! al mejmil Fr. Fabricius. njung modenalaid ou Mel.: Erschienen ist der herrlich. 794. Was as Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an! Stürmt gleich der Wind und braust, daß Alles tracht und bricht, jo sei getrost, denn dir geschicht, was Gott gefällt! 2. Der beste Will ist Gottes Will, auf diesem rubt man sanft und still. Da gieb dich allzeit frisch hinein; begehre nichts, als 3. Der Flügste Sinn ist Gottes Sinn. Was Menschen sinnen, fället hin, wird plößlich fraftlos, müd und laß, thut oft, was bös, und selten das, was Gott gefällt.de mus 425 das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unfer Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand; hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. d m mstromor 9. Er hält der Elemente Lauf, und damit hält er uns auch auf, giebt Sommer, Winter, Tag und Nacht, daß Alles davon lebt und lacht, was Gott gefällt.don s6 10. Sein Heer, die Sterne, Sonn und Mond, gehn ab und zu, wie sie gewohnt. Die Erd ist fruchtbar, bringt herfür Korn, Del und Most, Brod, Wein und Bier, was Gott gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und Verstand; ihm ist bewußt und wohl bekannt, sowohl wer Böses denft und übt, als auch wer Gutes gefällt. siin m praty 1990 198 12. Sein Häuflein ist ihm lieb und werth; sobald es sich zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterruth und locket, bis man wieder thut, was Gott gefällt. 13. Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß sein Herz, ist, fromm dabei, der einem je mals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was Gott gefällt. mallras 29e conn 4. Der schönste Muth ist Gottes Muth, der Niemand Arges gönnt und thut. Er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die niemals sucht, was Gott gefällt. dbo gisor an 5. Das treuste Herz ist Gottes 14. Ist dem also, so mag die Hers, treibt alles Unglück hinter- Welt behalten, was ihr wohlwärts, beschirmt und schützet gefällt. Du aber, mein Herz, Tag und Nacht den, der stets balt genehm und nimm vorhoch und herrlich acht, was Gottlieb mit Gott und dem, was geacht. Gott gefällt. rd dore thipor 15. Laß Andre sich mit stolzem Muth erfreuen über großes Gut. Du aber nimm die Kreuzeslast, und sei geduldig, wenn du hast, ds was Gott gefällt. 192 dum mansed meise 6. Ach, könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund, und singen jeho diese Stund, was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzäblen seinen 16. Sebst du in Sorg und Rath und übergroße Wunderthat, großem Leib, hast lauter Gram 426 Kreuz- Lieder. und keine Freud, ei, sei zufrie-| geß ich alle Noth und bin froh den! Trägst du doch in diesem in meinem Gott. jauern Lebensjoch, was Gott gefällt. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, so bleibe fest an deinem Hort! Denn alle Welt und Creatur ist unser Gott, kann nichts als nur, was Gott gefällt. 18. Wirst du veracht von Jedermann, höhnt dich dein Feind und speit dich an, sei wohlgemuth! Dein Jesus Christ erhöhet dich, weil in dir ist, was Gott gefällt. 19. Der Glaub ergreift des Höchsten Huld, die Hoffnung bringt und schafft Geduld. Schließ beid in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. 20. Dein Erb ist in dem Himmelsthron, da ist dein Scepter, Reich und Kron; da wirst du schmecken, hören, sehn, da wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt.bin Rodion un in susik In eigener Melodie. Paul Gerhard. 4. Tausendmal hab ich gerungen mit dem Herrn, den meine Seele liebt, und mein Flehn hat den bezwungen, der so hart im Glauben mich geübt. Jacobs Gott ist auch mein Trost, und mein Gott, der mich erlöst. 5. Daß doch alle Menschen kämen, o mein Gott, zu deinem Gnadenthron, daß fie deinen Sohn aufnähmen glaubensvoll, wie groß wird dann ihr Lohn! Ach, so kommt, wir bitten euch, nehmt doch an das Himmelreich! C. L. Seyd. Mel.: Jesu meine Freude. " 796. Weicht, ihr finstern Sorgen! auf heut und morgen sorgt ein and rer Mann. Laßt mich nur mit Frieden! Dem hab ichs beschie den, der es besser kann. Schreit die Welt gleich immer: Geld! Ich will Hosianna schreien, glauben und mich freuen. 2. Der die Haare zählet, dem fein Sperling fehlet, der die Ra795. Wann wird doch ben speiſt, der hat mich geschaf mein Jesus komfen, der bedarf kein Schlafen, der men und mein Herz mit seiner ist nicht verreist. Der den Sohn Huld erfreun? Meine Kraft hat so lange schon für mein Heil abgenommen, und ich muß so dahin gegeben, der ist noch am ganz verlassen sein. Nur, o Gott, Leben. mJesu Schooß, ach, da ruh ich forgentos! 2.10 3euch mich ganz zu deinem Herzen, da ist Ruh für meinen franken Geist. Labe mich mit deinen Schmerzen, mit dem Trost, den mir dein Wort verheißt. Sieh nicht an der Missethat, denn ich harr auf deine Gnad! 03. Ach, wierinnen meine Thränen; zähle fie, Erbarmer, Jesus Christ! Du erkennst mein banges Sehnen, hörst mein Flehn, weil du mein Jesus bist. Nun ver- und ders gethan, diesen traget 3. Mir den Erben schenken und sich doch bedenken, wenns am Brode fehlt: Das ist ohne Zweifel ein Gedicht vom Teufel, der die Herzen quält. Zweifelnd Herz, begreifft dus nicht? Der sein Kind nicht abgeschlagen, was wird der versagen? 4. Der die Seele speiset, und ihr mehr erweiset, als den Werth der Welt; der mir Leib und Leben wunderbar gegeben, wunderbar erhält; der es kann 427 Kreuz- Lieder. erst zu Grabe, eh ich Mangel Mel.: An Wafferflüsfen Babylon habe! Hof. 11, 8. 9. 012. 1100 10SHISHE 5. Wenn ich ihn erkenne und ihn Abba nenne, wie sein Geist mich lehrt, so bin ich, der Sünder, in der Zahl der Kinder, die er bitten hört. Mein Gebet wird nicht verschmäht: Bater heißen, Kinder haben, das erfordert Gaben! n bad p3 ich aus dir machen, der du so oftmals meinen Grimm haft pflegen zu verlachen? Soll ich dich schüißen, Israel? Soll ich dir deine freche Seel hinführo noch bewahren, aus welcher noch von Jugend auf ein solcher großer Sündenhauf ohn alle Scheu gefahren? un chid dinal com 6. Bin ich werth geachtet, daß man den geschlachtet, der mein Bürge war; zählt sein heißes Bluten unzählbare Fluthen mir 2. Sollt ich nicht billig deiner zur Lösung dar; giebt er sich zum Fluch für mich, o, so gelt ich ohne Kronen mehr als Millionen. That und Leben gleich mich stellen, und dick, wie Sodom, ohne Gnad, und wie Adama fällen? Sollt ich nicht billig meine Glut 7. Der für mich gefastet, sel- auf dein verderbtes Gut und ten recht geraſtet, oft mit Kum- Blut, wie auf Zeobim, schütten, mer aß; der sich arm gegeben dieweil du ja mein Wort und und im ganzen Leben eignes nicht Bahn fast ärger noch, als sie gebefaß, Gottes Lamm, mein Bräu- than, bis hieher überschritten? tigam, untersagt mir alle Sorgen. Er forgt heut und morgen. 8. Er hat mich erkaufet, durch ſein Blut getaufet und zu sich bekehrt. Ach, wie hat sein Lieben ihn nach mir getrieben, bis ich ihn gehört! Sollt er nun so lieblos thun? Sollt er eins von jeinen Schafen mit Verhungern strafen? 3. Ja billig sollt ich dich dahin in alles Herzleid fenten; allein, es will mir nicht zu Sinn, ich hab ein andres Denken. Mein Herze will durchaus nicht dran, daß dir es thu wie du gethan; es brennt vor Gnad und Liebe. Mich jammert dein von Herzen sehr, und kann nicht sehen, daß bin das Heer der Hüllen dich betribe. JASIR& MOTIT dhe 9. Nein, er wird mich kleiden, ipeijen, tränken, weiden, mein Versorger sein. Steht er gleich von ferne; wenn ich warten lerne, fehrt er bei mir ein. Ist es leer, so giebt er her; und nach überstandnen Proben werd ich fröhlich loben. 09090. 4. Jch kann und mag nicht, wie du wohl verdienet, dich verderben; ich bin und bleib erbarmensvoll und halte nichts vom Sterben. Denn ich bin Gott, der treue Gott, mit nichten einer aus der Rott der bösen Adamstin10. Nun, so weicht, ihr Sor- der, die ohne Treu und Glauben gen, denn auf heut und morgen sind, und werden ihren Feinforgt ein andrer Mann! Ich den feind, und täglich größre will ruhig bleiben, meine Arbeit Sünder. anisd treiben, wie ich immer kann. 5. So bin ich nicht, das glaube Christi Blut stärkt meinen muth und läßt mich in Noth und Pla: gen nimmermehr verzagen. so E. G. Weltersdorf. mir, und nimms recht zu Gemüthe! Jch bin der Heilge unter dir, der ich aus lauter Güte für meine Feinde in den Tod und Island 797. Was soll ich doch, o was 428 in des bittern Kreuzes Noth mich als ein Samm will geben. Ich, ich will tragen deine Laft, die du dir, Mensch, gehäufet hast, auf daß du mögest leben. 6. D heilger Herr, o ewges Heil, Versöhner meiner Sünden! Ach, heilge mich, und laß mich Theil in, bei und an dir finden! Erwecke mich zur wahren Reu, und gieb, daß ich dein edle Treu im festen Glauben fasse; auch tödte mich durch deinen Tod, damit ich allen Sündentod hin= fort von Herzen hasse. Paul Gerhard. Kreuz- Lieder. ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand fort treiben; es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es heimgestellt. Nach nichts mehr ich sonst strebe, denn nur was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier. Der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann. Mel.: Wenn wir in höchsten, oder: Herr Jesu Chrift, meins. Mel.: Bon Gott will ich nicht. 799. Wen enn Menschenhülf 798.Was as willst du dich scheint aus zu betrüben, o meine fein, so stellt sich Gottes Hülfe liebe Seel? Thu den nur herzlich ein. Wenn Niemand hilft, so lieben, der heißt Immanuel. Verhilfet er und macht mein Leiden trau dich ihm allein; er wird gut nicht zu schwer. alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Was tracht ich lang nach Menschengunst, die doch vergehet wie ein Dunst? Es ist in dieser Welt kein Freund, der stets es gut mit einem meint. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was edir ist nütz und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan trobiglich mit seinen Rottgesellen sich setzte wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen; damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. Solls sein, kein Mensch fanns wehren, wenns 3. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der dir kann nehmen deine Noth; such den zum Freund, der dir allein mit seiner Hülf kann nüßlich sein. 4. Wenn Gott ist Freund, alsdann dein Feind ist ohne Macht und ganz verkleint; und wären noch viel Tausend hier, so könnt doch Keiner schaden dir. 5. Es muß doch gehn, wies Gott gefällt, wenn sich gleich Alles gegenstellt. Laß Gott nur machen, wie er will, und halte seinem Willen still. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig. Mel.: Ach, was soll ich Sünder. 800. Wenn sich alles wis ein Herz und tröste dich, wenn geht Alles hinter sich, wenn dich Angst Kreuz- Lieder. und Noth befället. Was sich hart und schwer anläßt, wird zuletzt das Allerbest. 2. Merk, wie Gott die Seinen führet wunderlich auf dieser Erd. Was hier unwerth, ist ihm werth, weil er, wie er will, regieret. In eigener Melodie. In Was sich hart und schwer anläßt, 802. Wait fäßt walten er wird zuletzt das Allerbest. Gott 3. Gott geht anders, als wir meinen, sein Thun sieht oft seltsam aus; sein Rath führets doch hinaus; durch Kreuz macht er groß die Seinen. Was sich hart und schwer anläßt, wird zuletzt das Allerbest. D. J. Olearius. In eigener Melodie. 2. Chron. 20. und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? 801. Leid enn wir in höch- unser Kreuz und Wir machen durch die Traurigkeit. 199 sdo 3. Man halte nur ein wenig stille, und sei doch in sich selbst bergnügt, wie unsers. Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. risp 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es niißlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, d so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshiße, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schooße siße, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel, und sebzet Jeglichem sein Zielinsd llio 6. Es find ja Gott fehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen flein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. an 7. Sing, bet und geh auf Gotsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat. 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung, 429 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preifen hie und dort. P. Ebernd 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns derselbn aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, de 430 Kreuz- Lieder tes Wegen, verricht das Deine süßes Leben, der mir Leib und nur getreu, und trau des Him- Seel gegeben. st mels reichem Segen, so wird er 2. Ach, wann werd ich dahin bei dir werden neu. Denn wel kommen, daß ich Gottes Angecher seine Zuversicht auf Gott sicht, das gewünschte Licht der ſeßt, den verläßt er nicht. Todbe nism isd Georg Neumart.genlicht? un bin Modry Frommen, schau mit meinem AuMeine Thränen sind mein Brod Tag und Nacht in meiner Noth, wenn mich schmähen meine Spötter: Wo ist nun dein Gott und Retter? gil Mel.: Allein zu dir, Herr. 803. Wer will doch zweifeln in der Noth, ist sie gleich noch so heftig? Wer will sich fürchten vor dem Tod? Ach Jesus ist so kräftig, daß, wenn der Menschen Hülf und Rath im schweren Kreuz ein Ende hat, nur er zu helfen weiß allein, bald tritt herein und lindert gnädig unsre Pein. 3. Rift. 301 non liber dle Mel: O Herre Gott dein. 804. Wer wird, o Gott, der dir vertraut, in seinem Kreuz verlassen? Ich gebaut, den fannst du nimmer hassen. Nur stille sein, und dir allein sich in der Noth ergeben, das hilft firwahr uns endlich gar das Unglück überstreben. 2. Hilf mir, mein Gott, aus Noth und Tod! Du wirst mich nicht verlassen, ob sich gleich täglich mehrt die Noth; dein Trost bringt Freud ohn Maßen. Laß endlich mich recht festiglich im Frieden, Herr, abscheiden, und frei von Noth, Sünd, Höll und Tod, erheben dich mit Freuden. J. Rist. Miel.: Freu dich sehr, o meine. Psalm 42. 805. Wie der Hirsch in großen Dürsten schreiet und frisch Wasser sucht, also fucht dich Lebensfürsten meine Seel in ihrer Flucht. Meine Seele brennt in mir, lechzet, dürstet, trägt Begier nach dir, o du 3. Wann ich dann deß inne werde, schütt ich mein Herz bei dir aus, wollte gerne mit der Heerde deiner Kinder in dein Haus: ja in dein Haus wollt ich gern gehen und dir, meinem Herrn, in der Schaar, die Opfer bringen, mit erhobner Stimme fingen. 4. Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl siehet, was werd dennoch hier fröhlich danken, daß er mir, wenn mein Herz ich zu ihm richte, hilf mit seinem Angesichte. in di 5. Mein Gott, ich bin voller Schande, meine Seele voller Leid; darum denk ich dein im Lande bei dem Jordan an der Seit, da Hermonim hoch herfür und hingegen meine Zier, Zion, nur ein wenig steiget und dir Kron und Scepter neiget. 6. Deines Zornes Fluthen sau sen mit Gewalt auf mich daher; dein Gericht und Eifer brausen, wie das wilde, tiefe Meer; deine Wellen heben sich hoch empor und haben mich mit ergrimmten Wasserwogen faſtzuGrund hinabgezogen. dd ind 7. Gott der Herr hat mir am Morgen zugefaget seine Güt; und wenn sich die Sonn verbor gen, heb ich zu ihm mein Ge müth, spreche: Du mein Fels Kreuz- Lieder. 431 und Stein, gegen welchen Alles| reich. Wer wollt ein solches Gut klein, dem ich in dem Schooß nicht haben, dem nichts auf diegeseffen, warum hast du mein ser Erde gleich? Gottlob!:,: Se vergessen? geh ich unbetrübt. Mein Schaß ist, daß mich Jesus liebt. 5. O du getreue Jesusliebe, mein Heil und Theil, mein Schatz und Schuß! Erhalt mich nur in solchem Triebe, jo biet ich allen Feinden Truß. Gottlob!:,: So sterb ich unbetrübt. Mein Trost ist, daß mich Jesus liebt. B. Schmold. 8. Warum muß ich gehn und weinen über meiner Feinde Wort? Es ist mir in meinen Beinen durch und durch als wie ein Mord, wenn sie sagen: Wo ist nun dein Gott und sein großes Thun, davon, wenn du sicher wohntest, du so viel dich rühmen konnteſt? 9. Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl fiehet, was dich quäl! Ja, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken für und für, daß er meinem Angefichte sich selbst giebt zum Heil und Lichte. Paul Gerhard. Mel.: Wer weiß wie nahe mir. er will mich von * 806. Wer Liebe ſcheiden, die nur allein in Jesu ist? Und sollt ich alles drüber leiden, was ihr als Kreuz zu nennen wißt; Gottlob!:: So bleib ich unbetrübt. Mein Trost ist, daß mich Jesus liebt. 2. Mein Jesus hat sich mir verschrieben; die Handschrift ist mit Blut gemacht. Die Liebe jelbst hat ihn getrieben, daß er jein Leben nicht geacht; Gottlob!:: So leb ich unbetrübt. Mein Heil ist, daß mich Jesus liebt. 3. Will mir die Welt nun Neße stellen; mein Jesus hat ein Liebesband. Will mich der Feind zu Boden fällen; mein Jesus hält mich bei der Hand; Gottlob!:,: So leid ich unbetrübt. Mein Schuß ist, daß mich Jesus liebt. 4. Ein andrer mag fich Schäße graben in Jesu Liebe bin ich Mel.: Eine feste Burg. Psalm 13. 807. Wie lang, o Herr, soll dein Herze mein vergessen? Wie lange soll ich jammervoll mein Brod mit Thränen effen? Wie lange willst du nicht mir dein Ange= sicht zu schauen reichen dar? Willit du denn ganz und gar dich nun vor mir verbergen? 2. Wie lange soll die Trauerhöhl in Sorgen ich besitzen? Wie lange soll mein arme Seel in diesem Bade schwißen? Soll ich denn alle Tag immer lauter Plag, die Welt im Gegentheil nur lauter Glück und Heil, nach ihrem Wunsche haben? 3. Ach, schaue doch von deinem Saal, und siehe, wie ich leide! Mein Herzensweh und große Qual ist meines Feindes Freude. Herr, mein getreuer Hort, hör an, meine Wort, die ich durch Trübsal hier gepresset, schütt herfür, laß dein Gemüth erweichen! 4. Erleuchte meiner Augen Licht mit deinem Gnadenwinke, damit ich in dem Tode nicht entschlafe, noch versinke. Gieb, daß die böse Rott nicht treib ihren Spott aus mir und meinem Fall, als hätt ich überall verspielet und verloren. 5. Ich steh und hoffe steif und Kreuz- Vieder. 432 zugehn. Was alle Welt nicht geben kann, das trifft ein solches Schaf bei seinem Hirten an. fest darauf, daß du die Deinen nicht endlich untergehen läßt, fannsts auch nicht böse meinen. Obs gleich bisweilen scheint, als mwärst du uns feind und ganz lich abgewendt, so find ich doch behend dein Vaterherze wieder. 2. Hier findet es die angenehmsten Augen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Rein Auge kann die Gaben über 6. Mein Herze lacht vor gros schauen, die es allhier in reicher Ber Freud, wenn ich bei mir be Menge schmect. Hier wird denke, wie herzlich gern in böser ein Leben mitgetheilt, das unZeit dein Herz sich zu uns lenke. aufhörlich ist und nie vor Der Herr ist frommen Muths, übereilt. ils sorpres thut uns nichts als Guts! Das 3. Wie läßt sichs da so froh ist mein Lobgefang, den ihm und ruhig sterben, wenn hier das zum Ehrendanksich hier und Schafe im Schooß des Hirten dort will singen. Paul Gerhard liegt. Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben; fein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büst gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. b thn droit enor 194.19 Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vors Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt. Es wird es ihm 2. Was darfst du dich viel fein wilder Wolf entwenden, weil grämen? Will Christus selber der allmächtig ist, an den es doch dein Kreuz zu Herzen neh- glaubt. Es kommt nicht um men, und werfen ab das Joch der in Ewigkeit, und wird im To= Krankheit, so dich drückei auch desthal von Furcht und Fall schier bis auf den Tod; ja, feine befreit. monisd 19d rdentlic Lieb erquicket uns plößlich in dn5. Wer leben will und gute der Noth, do mi anu neds Tage sehen, der wende sich zu 3. Sobald dir Gott vergeben dieses Hirten Stabd Hier wird die schwere Sündenschuld, so sein Fuß auf füßer Weide gehen, fühlst du auch gar eben in dei- da ihm die Welt vorhin nur Tränem Kreuz Geduld. Denn das ber gab; hier wird nichts Gutes find Gottes Sitten, daß er den je vermißt, dieweil der Hirt ein Frommen oft viel mehr giebt, Herr der Schäße Gottes ist. als sie bitten, und zwar ganz 6. Doch ist dies nur der Vorunverhofft. In Joh. Rist. Jobin wood and pol ron In eigener Melodie. # 19) 1 291d chup idoil Mel.: Befiehl dit deine Wege. doil 808. Wilt du bon beinen Plagen, o Mensch, befreiet sein, so mußt du nicht berzagen an Gott, der dir allein fann plößlich wieder geben, wo du nur gläubig bist, dein halb erstorbnes Leben, das ohnedemn fein istast 19d ni sio hile dies schmack größrer Freuden; es fol get noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen 11 herrlich weiden, wo der frystallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein * 809. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden, und in der Huld des treusten Hirten stehn. Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, Schäflein Christi sei. als unverrückt dem Lamme nach- 1990 bono 3. C. Rambach. Kreuz- Lieder. 433 In eigener Melodie. dopueblen Samen hin, da viele Thräsolo m Psalm 126.pl nen uns begleiten. bilans in 8. Der Winter nun bald * 810. We zien meint, die davon, die volle Blüthe zeigt ſich endlich, Zion sehr erwünschte Stund erscheint, da Gott wird die Erlösung geben, die unsern Kerker bricht entzwei und machet die Gefangnen frei: Was Freude wird man da erleben! this disptim schon. Wie wenig Tage sind zu zählen, so kommt der ganze Hauf erfreut, bringt seine Garben heim und schreit: Ach, unsre Hoffnung konnt nicht fehlen! G. A. Aftmann. op bila STD 31790 Mel.: Werde munter mein. tis 2. Die plößlich eingebrochne Zeit und übergroße Seligkeit wird 811. 3ion, gieb dich nur Sinne wir werden sein wie Träumende, er noch bei dir darin; du bist nicht staunt, obs in der That gescheh, von ihm geschieden; er hat einen obs wahr sei, was die Augen Vatersinn. Wenn er straft, so fehen. medras do dnu oliebt er auch; dies ist sein be liebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken; warum willſt du dich so fränken? gnif 3. Das Volk, das jetzt uns nur verlacht, und unsre Hoff nung gar nicht acht't, wird dann voll Reu bekennen müssen, daß Zions Reich nicht Schwärmerei, fein leerer Traum gewesen sei, wie sie es jetzt zu lästern wissen. 4. Die ganze Welt wird Zeuge sein, wenn sich die große Freud allein wird über Gottes Volk verbreiten. Der Herr hat große Ding gethan an ihnen, wie man fehen kann, das wird man sagen bei den Heiden. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, daß du rufest Ach und Weh; schweigt dein Heiland still dazu, gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Fluth wird sich bald legen. 3. Berg und Felfen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn, Indija die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergebn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanten aus des Bundes Gottes Schranken. 5. Vielmehr bei deinem Ifrael wird alles, was an Leib und Seel, das große Halleluja singen; der Herr hat Großes uns gethan, deß sind wir fröhlich; Jedermann laß dieses ewiglich ertlingen. han ding 6. Ach aber, Herr, ach Herr, wie lang, geschieht uns noch in Babel Drang! Erlöse uns von ihren Banden! Das ist dir eine leichte Sach, als wenn du einen leichten Bach vertrockneft in den Mittagslanden. bil vertrauen. 7. Allein, es ist dein Gnaden- 5. Droht man dir mit Schmach rath, daß erst geschah die Thrä- und Banden, mit dem Tod und nenjaat, eh man die Ernte seh Herzeleid, ei, du wirst doch nicht der Freuden. Jetzt tragen wir zu Schanden, denk nur an die nach deinem Sinn annoch den Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohl28 4. Müssen schon allhie die Thränen deine schönsten Perlen sein; muß das Seufzen und das Stöhnen sein das beste Liedelein; ist der Spott dein täglich Brod und dein Trank die bittre Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott 434. Kreuz- Lieder: gemuth, denn der Herr ists, der 3. Zion, o du Vielgeliebte, es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du cben merken. die s 6. Freue dich! Es ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für Spott und Hohn giebt er die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum, so laß die Welt nur machen! OTR 12 7. Halleluja! Deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schooß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jest fannst du von Freuden jagen. sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch, stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen kind kann hafsen und aus ihrer Sorge lassen? fuer 4. Ja, wenn du gleich möch test finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! Du hast mir mein Herz beseſſen, deiner kann ich nicht vergessen.d 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe hier in meinen Händen hab ich dich ge schrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja ge denken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 8. Oibr Engel, himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll mun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen 6. Du biſt mir ſtets vor den Himmelsfaal. Zion, wer will Augen, du liegst mir in meinem dich nun scheiden von dem LammSchooß, wie die Kindlein, die noch und ewgen Freuden? faugen; meine Treu zu dir ist Joachim Pauli. groß. Mich und dich kann keine In eigener Melodie. Cetteit, ja der Satan ſelbſt nicht Jef. 49, 14. scheiden. Bleib getreu in allen 812. 3ion tlagt mit Angſt Leiden! Joh. Heermann. und Schmerzen, Mel.: Mein Herzens- Jesu. Zion, Gottes werthe Stadt, die* 813. 3 beiner Ruh! Dein er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Noth und läßt mich jo harte pressen! Meiner hat er ganz bergessen. Hoot mi Erbtheil ist dort oben; dein Jesus schwöret es dir zu, es jei dir aufgehoben. Er gehet selber gar voran und bricht die raube Bilgerbahn. Zeuch, 3srael, in Frieden! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, als wahre Streitgenoffen. Der Glaube fürchtet sich nicht mehr, die Lieb ist unverdrossen. So stehen wir für Einen Mann. Ein Jeder ringe, was er kann, das Kleinod zu erlangen. Trost- Lieder 435 3. Wir sehn auf dich, du A vor dieser Welt am fremden und O, mit unverwandten Blicken. Joche ziehet, und wer die Hand Dein Dasein macht uns immer an Pflug gleich legt, und doch froh, dein Wort kann uns er- verbotne Lust noch hegt, der ist quiden, dein Kreuz ist unser kein rechter Streiter. Siegspanier. Wir schwören Treu und folgen dir durch diese öden Wüsten. op 1910 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, die dort die Sieger tra gen; und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Siegesheld nicht blos für diese Welt bestellt; nein, wir sind für den Himmelsur June 21 5. Man drickt uns, wir verzagen nicht; man schilt uns, und wir fegnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht den Feinden 9. Drum soll es unsre Losung fanft begegnen. Wir sind der sein: Wir nichts, und Jesus Welt hier unbekannt, und haben alles! Ihm räumen wir die Ehre doch ein Baterland; Gott fennt ein, ihm, unferm Trost des Faluns als die Seinen..les. Er segne ferner unfern Lauf 6. Wen noch ein Bann g ge- und nehme unfre Seelen auf, fangen hält, wer Jesu Kreuz noch wenn wir nun ausgestritten. fliehet, wer noch durch Furcht ct 7901 2018 3. D. Henie. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; wir sind gar bald verloren. Zur Quelle alles unsers Thuns ist uns das Lamm erforen; das Lamm, das alles schon vollbracht und unsre Sache gut gemacht, dem ist es zu verdanken. that ste jstor std stur 800 m o nad modis I did rodina ipais day 310 311 omm smist maot chid deas dori CHAL HorR 7. Wir aber geben ganz um ganz, verleugnen alle Sachen, die uns den schönen Siegestranz noch könnten streitig machen, und unfre Seele glanbet fest: Was man darum hier fahren läßt, ist nicht werth jenes Erbes. of urbno XXXIII. Trost- Lieder. bir fidigt din In eigener Melodie. sdibdie Erren; so muß auch unser 814.h lieben Christen, irdisch Leib zu Staub und Aschen werden, eh er kommt zu der Herrlichkeit, die du uns, Herr Christ, hast bereit durch deinen Gang zum Vater. Goo feid getrost! Wie könnt ihr so verzagen, weil uns der Herr heimsuchen thut? Laßt uns von Herzen sagen: Die Straf wir wohl verdienet habn! Solches bekenn ein Jedermann, Niemand darf sich ausschließen. 200 2. In deine Händ uns geben wir, o Gott, du lieber Vater; denn unser Wandel steht bei dir, hier wird uns nicht gerathen. Weil wir in dieser Hütten sein, ist nur Elend, Tribsal und Bein; bei dir die Freuden warten. 3. Kein Frucht das Weizenförnlein bringt, es fall denn in 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Gr den? Es muß einmal gestorben sein. O wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon entschläft, fein Sind erkennt, Christum ergreift; so muß man selig sterben. 5. Dein Seel bedent, bewahr dein Leib, laß Gott den Vater sorgen! Sein Engel deine Wächter sein, behüten dich vorm Argen. Wie eine Henn ihr 28* 436 Trost- Lieder Armen. Küchelein bedeckt mit ihren Flü Mel.: Wenn mein Stündlein, b gelein, so thut der Herr uns 816. Betrübtes Hersfel 19115 miswoblgemuth und 306. Wir wachen oder schlafen lasse vom Verzagen! Es wird noch ein, so sind wir ja des Herren alles werden gut; all deine Noth Auf Christum wir getaufet sein, und Klagen wird sich in lauter der kann dem Satan wehren. Fröhlichkeit verwandeln in gar Durch Adam auf uns kommt der kurzer Zeit; das wirst du wohl Tod, Christus hilft uns aus aller erfahren.mo Noth; drum loben wir den Herren. 2. Harr du auf Gott, weil dir bewußt, daß er sich will erbar men der Elenden, und hab sein Lust an dem Gebet der Armen; die will er nicht in Ewigkeit verlassn in ihrem Herzeleid; er will sie draus erretten. I namdan ilmM 3 Gigass neliomspare tim nd 20 nodol In eigener Melodiend od 815. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Noth; der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. rebarspmu 12. Obe mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht. Auf Christum will ich bauenbund ihm allein vertrauensihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben.p bilpinti astill 3. Ob mich der Tod nimmt hin, sist Sterben mein Gewinn, denn Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben Seel wird er versorgen mein 3. Verlassen Vater, Mutter dich in deinen großen Nöthen, so aweifle nicht, glaub feftiglich, wollt man dich gleich gar tödten, daß doch dein Heiland dich nimmt auf. Drum laß die Welt in ihrem Lauf, trau du nur Gott alleine. s4. Wär gleich noch eins jo groß die Noth, laß dich es nicht erschrecken; es soll doch der Gerecht sein Brod nicht fuchn an einem Stecken. Sagt David nicht: Ich war auch jung und hab gelebt der Jahr genug, habs doch noch nie gesehen. 196sichige 105. Hier geht es oft und sebr ungleich, der Arme muß ich schicken. Wer nur Geld that und ist sehr reich, vor dem muß man sich bücken. Wer nicht hat großer Herren Gunst, dem hilft auch nicht sein beste Kunst, er muß darnieder liegen. Ich 4 mein Herr Jesu Christ, der du so gouldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben auch uns Allen zugleiche das ewget him melreiche, nema nello idat] 19 195. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich: Hilf mir am lebten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zurinewgen Himmelsfreude föl anu un nen endo 6. Amenzu aller Stund, sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest mild uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preiien. Amen. Sigm. Weingärtner. 6. Gott aber hält ein andre Art; denn was die Welt ver lachet, das faffet er gar mild und zart, bis er es herrlich mahet. Die Armen hebt er aus dem Staub, die Stolzen wirft er hin zum Raub dem Teufel, dem sie dienen, ni bun di day and tod 97. Drum, meine Seel berzage nicht, balt fest an Gott dem Herren; ob dir jebund Gewalt Trost Lieder. geschicht, halt ftill und leid es gerne! Es wird wohl kommen noch die Zeit, daß Gott heimfuchen wird die Leut, die dich jehund betrüben. uner. Kritzelmann. 191 Miel.: Ein Fefte Burg ift. tu Pfalm 116.119 bilder 817. Das ist mir lieb, daß JOP STI Gott, mein Hort, so treulich bei mie stehet. Wenn ich ihn bitte, wird kein Wort in meiner Vitt verschmähet. Des schwarzen Todes Hand, sammt aller Höllen Band umgaben überall mein Herz mit Angst und Qual; doch hat mir Gott ge holfen. 2910( pirst! 437 plagt mich noch dazu, ich aber steb und ruh auf dir, mein Trost und Helfer. was er ( 1913 6. Du stürzest meiner Feinde Rath und segneft, wenn sie schelten. Wie soll ich doch die große Gnad dir immermehr vergelten? Ich will, Herr, meines Theils den Kelch deines Heils, der voller Bitterkeit, doch mir zum Nuß gedeiht, gehorsamlich annehmen. 2. Ich lam in Jammer und in Noth, ich fant faft gar zu Grunde, und da ich fant, rief ich zu Gott mit Herzen und mit 8. So zürne nun gleich alle Munde: D Herr, ich weiß, du wirst, als der Lebensfürst, schon führen meine Sach! Und wie ich bat und sprach, so ists auch nun geschehen. Welt mit mic, Herr, deinem Knechte. Du, du deckst mich in deinem Belt, und reichst mir deine Rechte. Darüber will ich dich 2999 allstets inniglich, so gut ich im 3. Sei wieder froh and guten mer fann, mit Dank vor JederMuths, mein Herze, sei zufrie- mann in deinem Hause preisen. den! Der Herr, der thut direds nisi Paul Gerhard. alles Guts, burch ihn ist nun Mel: Nun last uns Gott dem.r95 7. Was du mir zugemessen haft, das will ich gerne leiden. Wer fröhlich trägt des Kreuzes Last, dem hilfst du aus mit Freuden Du weißt der Deinen Noth, und hältst ihren Tod sehr hoch, sehr lieb und werth, auch läßt du auf der Erd ihr Blut nicht ungerochen. 894137 geschieden und ferne weggebracht. 818. Du kannſts nicht böſe meinen, 5. Ich glaube fest in meinem Sinn, und was mein Herze gläubet, das red ich auch in Einfalt hin: Wer Gott vertraut, der bleibet. Die Welt und böse Rott lacht deß, mir zu Spott, ja mich aus der Noth, ja gar aus Höll und Tod mit seiner Hand geriffen. 4. Mein Aug ist nun bon nen, dein Blut verläfset Keinen, Thränen frei, mein Fuß von sei nem Gleiten; bas will ich sagen dein Wort läßt Alle hoffen, dein Herz steht allen offen. Scusine ohne Scheu und rühmen bei den 3. Du kannsts nicht böse meiLeuten. Was gar kein Mensch nicht kann, das Bat Gott gethan. Der Mensch ist Lügen voll, Gott aber weiß gar wohl, wie er sein Wort soll halten. nen, wenn du das Glück läßst scheinen. Du willst alsdann mit Segen zur Buße uns bewegen. 4. Du kannsts nicht böse meinen, wenn du uns läsfest weinen. Die schweren Kreuzestriebe find Schläge treuer Liebe. 5. Du kannsts nicht böse meinen, du züchtigest die Deinen, damit sie in den Wehen wie reines Gold bestehen. mit den Deinen, du Brunnquell aller Güte, du treuestes Gemüthe! Monui2. Du kannsts nicht böse mei 438 Trost- Lieder. 6. Du fannsts nicht böse mei- die Gaben, die Seele recht gu nen, das kann kein Mensch ver- laben: Licht, Leben, Freud und neinen; die milde Vatertreue ist Rub. Fort, fort zum Him mmel zu! alle Morgen neue. in tih 100 5. Wie groß ist deine Würde, o auserwählte Seel! Der Herr ist selbst dein Hirte, dein Lamm Immanuel; dein Bräutigam, dein Leben hat sich dir ganz er geben zur ewig füßen Ruh. Fort, fort, zum Himmel zulal 7. Woblan, drauf will ichs wagen, mich nicht mit Sorgen schlagen; mir gnüget an dem Einen: Gott fanns nicht böse meinen. 8. Das will ich stets bedenken, es soll mein Leben lenken, mich recht mit Gott vereinen, ders FOTO nicht kann böse meinen. 9. Es ist mein Licht im Leide, mein Wahlspruch, meine Freude, es tröst in Mark und Beinen: Gott kanns nicht böse meinen. nen 10. Herr, laß dein treues Wei nen; erhalt mich bei dem Einen: Du fannsts nicht böse meinen. D. Bal. Ernst Löscher. 6. Lamm auf Zions Hügel, wie berrlich siehst du aus! Ach, hätt ich Adlers Flügel, ich eilte heut nach Haus, wo mit Triumph und Prangen die Deinen dich umfangen in höchst vollkommner Ruh. Fort, fort, zum Him7. Jedoch soll mein Verlangen in deinem Willen ruhn, mein na hun eigener Melodie. de Derz soll an dir hangen, und was du fagest, thun. Ich will * 819. heißt Fort, hier wartend stehen, bis mich Cort, fort, mein Herz, fort, zum Himmel zu! In diesem Weltgetimmel ist für dich teine Ruh. Dort, wo das Lämmlein fort, zu deiner Ruh, zu mir, zum Himmel zu! 1909112) Mel.: Jesus, Jesus, nichts als. 820, ott bei mir an je weidet, iſt deine Stadt bereitet: da Fort, fort, zum Himmel zu! das 2. Fühlst du dich noch gebundem dem Meer und auf dem Land! Das ist mir aus seinem Worte, den, entreiß dich nur beherzt. aus Erfahrung wohl bekannt. Das Lamm hat überwunden, was deine Seele schmerzt. Wie Fragt ihr mich: Wer ist bei dir? Gott ist hier! Gott ist mit mir! dem Siegesplane! Nun blühet deine Ruh. Fort, fort, zum Himmel zu! 101910 3. Es eilet mit Erbarmen der Vater felbst zu dir, will ewig dich umarmen, setzt dich zur Pracht und Zier, schenkt dir die reine Seide, Gerechtigkeit zum Kleide. Dies bringet stolze Ruh. Fort, fort, zum Himmel zu! 11150) 4. Die Fülle aller Gnaden ergießt sich dir zu gut, hier kann dein Herz sich baden schneeweiß in seinem Blut; auch sind allhier hab ihn unter tausend Wehen 4. Ach, ich habe ihn geſehen in der Kripp als armes Kind. Kerker schließen Gott nicht aus; er ist bei mir in der Kammer, auf dem Felde, wie im Haus. Size, liege, stehe ich, überall ist Gott um mich! hoog ind 3. Gott für mich, das darf ich sagen, er ist meiner Seele Gott. Darum kann ich nicht verzagen in Verfolgung, Kreuz und Spott. Fragt ihr: Mensch, was tröstet dich? Höret es: Gott ist für mich! Trost- Lieder. 439 5. Wie daran, der sich in Gottes Wege in tiefster Demuth schicken kann, ihm aushält alle Schläge. Dies nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gieb uns, daß sich aller Fleiß auf dies zu lernen lege.hu annot to S. Dach. bluten meine Sünd. Und so weiß ich feſtiglich: Gott, mein Heiland, ist für mich! 5. Gott mit mir, o welche Freude! Mit ihm hab ich Muth und Kraft, mit ihm hab ich Trost im Leide, Kunst, Verstand und Wissenschaft. Fragt ihr: Mensch, wer hilft dir so? Gott mir mir, deß bin ich froh! plats. dag 6. Noth und Lod will ich be-" 822 zwingen, wenn mein Gott nur mit mir ist; fann durch alle Neße dringen, siegen über Macht und Lift. Kannst du das? jo fraget ihr. Nein, das thut mein Gott mit mir! Chr. Fr. Zeller. Mek. Herr straf mich nicht in 821. Gott herrschet und hält bei uns Haus, was sagst du, Mensch, dawider? Was schlägst du seinen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder; schweig still, laß ihn nur Meister sein! Er ist das Haupt, mir insgemein desselben schwache Glieder. 2. Belegt er dich mit Kreuz und Noth und greift dir nach dem Herzen, er schickt das Leben und den Tod, laß dir es etwas schmerzen; doch hüte dich vor Ungeduld, du möchtest sonst durch große Schuld dein bestes Heil verscherzen, opid 3. Es bleibt schon so von Alters her: Jetzt hält er sich verbergens als wiß er nichts um dein Beschwer, läßt immerhin dich sorgen, hat gegen dich sich hart gemacht; dies währt vom Abend in die Nacht und wieder an den Morgen. 35 900 Typsett ist er wieder gnädig hier giebt Endschaft deinem Lei pen; ee leget deinen Sad pon dir und gürtet dich mit Freuden; er zichligt als ein Vater dich; jedoch muß seine Gnade sich darum nicht von dir scheiden. Mel. Gott, du frommer Gott. moral Gott iſt und bleibt getreu! bricht von Lieben, pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube ſei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, was er uns aufgelegt, die Laſt der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft, und bleibet doch dabei Gotin Bater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 1120 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu piel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht. Gott ist und bleibt getreu d 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen; der Sturm, der Kreuzessturm geht augenblicks vorbei, sei, Seele, nur getroft! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu! und stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfalsalut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 6, Gott ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter trachen, Gott wird der Triibsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz Trost- Lieder. 440 und Noth dir ewig nüßlich iei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. I in Sup Japanse promel.: Balet will ich dir geben. do 290 II 2 Röm. 8. a wing, slammie von 823.J ch bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod. Was kann mir endlich schaden? Was acht ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. Augen Licht; mein Gesicht ist für und für zu den Bergen aufgericht, zu den Bergen, da herab ich mein Seil und Hülfe gabs Somm 2. Meine Hülfe fömmt allein des Höchsten Händen her, der so künstlich, hübsch und fein Himmel, Erde, Luft und Meer und was in dem allen ist, uns zum Besten ausgerüst. lis lore 3. Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Herze, wohl in Acht; wenn du gehest, geht ser mit, und bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getrost, das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr. u guy a fi re 2. Was wird mich können schei den von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübfal mancherlei? LaßSchwert und Blöße walten, man mag durch tausend Bein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg ist dennoch mein! 1 4. Siehe, wie sein Auge wacht, wenn du liegeft in der Ruh; wenn du schläfest, kommt mit Macht auf dein Bett geflogen gu feiner Engel güldne Schaar, daß sie deiner nehme wahr. notis 3. Ich kann um dessen Willen, der mich geliebet bat, gnug mei 5. Alles, was du bist und nen Unmuth stillen und fassen hast, ist umringt mit seiner Troft und Rath. Denn das ist Hut. Deiner Sorgen schwere Laft mein Vertrauen, der Hoffnung nimmt er weg, macht Alles gut. bin ich boll, die weder Drang Leib und Seel hält er verdedt, noch Grauen mir ewig rau- wenn dich Sturm und Wetter ben foll: tein and ordach 4. Daß weder Tod noch Leben und keiner Engel Macht, wie hoch fie möchte ichweben, fein Fürsten thum, fein Bracht, nichts dessen, was zugegen, nichts, was die Zukunft hegt, nichts, welches hoch gelegen, nichts, was die Liefe trägt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, bon Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn dieſe grün: det sich auf Jesu Tod und Sterben. Ihn fleb ich gläubig an, der mich, fein Rind und Erben nicht laffen will noch tann. GR Dach o Mel. Nicht so traurig, nicht so. pred pfalm 121.9 mar em o ſchrect.id filed u mudi solle 6. Wenn der Sonnen Hiße brennt, und des Leibes Kräfte bricht; wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren Angesicht, hat er seine starte Hand dir zum Schatten vorge wandt. jed doil 7. Nun, er fahre immer fort, der getreue, fromme Hirt, bleiben stets dein Schild und Hort, wenns dein Herz geängstigt wird; wenn die Noth wird viel und groß schließ er dich in seinen Schooß! 8. Wenn du sibest, wenn du stehst, wenn du redest, wenn dus hörst, wenn du aus dem Hauje gehst und zurücke wieder kehrste wenn du trittst aus oder ein, woll er dein Gefährte, feinind de mis P. Gerhardu o 824 h erhebe, Vert, zu dir meiner beiden om sdom t Crost- Vieder.. 441 at the In vigenter Melodie. moms Thränlein iſt ſo klein, du hebſt 825. und legſt es bei. finge dir mit Herz und Mund, meines Herzens Luft! Ich fing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 9 od 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spät viel Heil und Gutes fließt. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem m was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. mid d 3. Was sind wir doch? Was 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt Erd; das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 14. Er ist dein Schab, dein Erb und Theil, dein Glanz und 4. Wer hat das schöne Him- Freudenlicht, dein Schirm und melszelt hoch über uns geseßt? Schild, dein Hülf und Heil, schafft Wer ist es, der uns unser Feld Rath und läßt dich nicht. mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Seiten finde siden 19nid 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf bat er zurück gefehrt! 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werthen, eds len Fried in unserm Vaterland? 17. Ach Herr, mein Gott, das kommt von die Du, du mußt alles thun. Du hältst die Wach an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhned dnu 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschebhn, das nimmt ein gutes End. ed 8. Dus nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, und red ihm nicht darein! So wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. 10 endr Paul Gerhard. ( bad asblar stbirt 9191 Met!: Gott, di frommer. JEDIT 901 Du strafft uns Slinder 826. go fortan ge uch will des Herren Janno allzuſehr; ja endlich nimmst du duldig tragen, denn ich durch unfre Schuld und wirfft sie in meine Sünd verdienet solche Pla das Meetur lord darat didi gig gen, bis er mir schaffe Recht, 10. Wenn unser Herze seufzt daß er sich mein erbarm und und schreit, wirst du gar leicht meine Sach ausführ mit ſeinem erweicht und giebst uns, was starken Arm. uns hoch erfreut und die zu Eh ren reicht, dar sug das Du zählst, Chrifte wein und was sein Rummer fel. Kein Zähr- und 2. Er wird mich an das Licht, wenns ihm gefällt, schon bringen, Christer weinie oft ein da mein Begehren mir nach Wun sche wird gelingen, daß ich meins Herzens Lust an seiner Gnade 442 Trost- Lieder. schau, und auf diefelb allein mein wie lang, ach lange ist dem Her-) Heils und Wohlfahrt bau dlatzen bange und verlangt nach dir. Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. dr 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß oden Satan wittern, laß den Feind erbittern; mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich stürmt und blitt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 1987 Troß des Todes Rachen, Troß 3.5 Trot dem alten Drachen, der Furcht dazu! Tobe, Welt, und ringe! Ich steh hier und finge in gar fichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht. Erd und Abgrund mögen wüthen, Gott wird mich behütenyug ihni si Weg mit allen Schäßen! meine Lust. Weg ihe eitein Ch Du bist mein Ergößen, Jesu, bleibt mir unbewußt! Elend, ren, ich mag euch nicht hören, und Tod 3. Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein Flehen! O Jeju, Gottes Sohn, laß deine Kraft mich sehen! D werther heilger Geist, regier mich allezeit, saß ich dir diene hier und dort an Ewigkeit! id 827. Mel.: Werde munter mein." ch will meine Augen chwill meine Augen wenden zu dir Gott dem Herren mein, weil ich muß an allen Enden gleich als wie verlassen sein, weil du auch, Herr Jefu Christ, der Clenden Zuflucht bist, und haft ihnen jelbst befohlen, daß sie dich ancufen sollen. 2. Wende dich zu meinen Klagen und hilf, wo mir Hülf iſt noth, daß ich dir auch Dant 4 tann sagen, und nicht ganz entschlaf im Tod. Mich mit deinen Augen leit bis zu meiner Selig die du mir selbst erworben, da du für mich bist gestorben. 3. Du hast ja in deinen Hän den unser Leben, Gut und Blut, du wirſt alles dahin wenden, daß es mir gereicht zu Gut. Alles Leiden, Kreuz und Bein ellt mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. Jehju Belt erlesen, mir gefällst du nicht! 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, tommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stol und Pracht! Dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. wirst Besten mir gedeihn; zum alles alfo felyren, paß es dir gereich zu Ehren. 4. Darum will ich dir ber6. Weicht, ihr Trauergeister, trauen, Herr, mein Gott, zu aller denn mein Freudenmeister, Jeſus, Zeit, und auf dein Verheißung lieben, muß auch ihr Betrüben tritt hevein! Denen, die Gott bauen in Angst und Gefährlichkeit. Wohl dem Volt, das fort lauter Freude sein. Duld ich schon und fort bält ganz fest an Got hier Spott und Hohn, dennoch tes Wort! Eh der Höchste fie bleibst du auch im Beide, Jeju, follt laffen, eh müßt er sich sel meine Freudens Job Frant. ber haffen.in co un In eigener Melodie, siti notbol Tug rim Hisia der smicoder: inndu eigener Melodie. E 1919 Jeju, meine Freude. 828.meines Derzens 829, meines Herzens ich oft betrübe hier Weide, Jesu, meine Zier! Ach in dieser Welt! Dir dankt mein Trost- Lieder. 443 Gemüthe wegen deiner Güte, die hofft hat geholfen in den Klagen, mich noch erhält, die mir oft Noth, Leid, Angst und Zagen. gar unverhofft, hat geholfen in to redorp to a C den Klagen, Noth, Leid, Angst 3ft eigener Melodie. rink " 830. eft, meines Herzens 2. Nun, ich will dran denken, wenn ich werd in Kränken und in lengsten fein. Wo ich werde stehen, wo ich werde gehen, will ich denken dein. Herr, ich will dir für und für dankbar sein in meinem Herzen denken dieser Schmerzen. nobod i Jesu, meiner Seelen Seligkeit, süßer Jesu, des Gemüthes Sicherheit, süßer Jesu, Jefu, süßer Jeſu! rusia ating saugu? 2. Tausendmal gedenk ich dein, mein Erlöser und begehre dich allein, mein Erlöser, sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser, Jesu, mein Erlöser! 3. Dich bat ich mit Thränen und mit Angst und Sehnen. Mein Aug und Gesicht hub ich 3. Nichts ist lieblichers als auf und schrie, beugte meine Knie, stand auch aufgericht. Ich ging hin und her, mein Sinn war bekümmert und voll Sorgen durch die Nacht zum Morgenbim di du, liebste Liebe; nichts ist freundlichers als dit, milde Liebe; auch nichts füßers ist als du, süße Liebe, Jesu, füße Liebe! 4. Weide mich und mach mich 4. Jch, als ich nicht sabe, daß satt, Himmelsspeise; tränte mich, du mir so nahe, sprach zu dir mein Herz ist matt, Seelenweide im Sinn: Ich kann nicht mehr sei du meine Rubeſtatt. Rub beten, tomm, mein Heit, getreten, der Seelen, Jeju, Rub der sonst sink ich dahin. Sa ich fint. Ei, sprach dein Wint, halt, meinst du, daß ich nicht lebe, nicht fort um dich schwebe? tbi 198 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in der Leibeshöhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Zch glaube noch! Glaubt 831. n allen Nöthen ist Mel.: Auf meinen lieben Gott. 119 nicht, noch vor dich hintreten. Jesus Christ; der ist bei aller Blage mein Schuß bei Nacht und Lage, mein Schuß in jeder Sache, ich schlafe oder wache. 6. Herr, wer zu dir schreiet, feine Sünd bereuet, ruft dich herzlich an aus getreuem Herzen, dessen große Schmerzen wirst du, 2. Wenn Unglück bricht herein, Herr, alsdann, wenn er fest glaubt, dich nicht läßt, als die deinen selbst empfinden, tilgen jeine Sünden. Seelen! 5. Ich bin krant, komm, stärke mich, meine Stärke; ich bin matt, erquicke mich, süßer Jesu; wenn ich sterb, so tröste mich, du mein Tröster, Jeſu, du mein Tröster! u 13h, a Joh. Flittner. will er mein Schubherr fein; er will mich nicht verlassen auf allen meinen Straßen. Es kann mich nichts anfechten, sein Schuß ist mir zur Rechten. 7. Drum, o meine Liebe, die ich oft betrübe hier in dieser 3. Wenn meiner Feinde Schaar Welt, die dankt mein Gemüthe mir dichten auf Gefahr; fein megen deiner Gite, die mich noch Schuß mich bald umringet, fein erhält, die mir oft gar unver- Schuß mir Rettung bringet, sein Troft- Lieder. 444 Schuß zu allen Zeiten kann sicher mich begleiten. pls red 199 14. Wenn Kreuzesnoth hergeht, mein Schußherr bei mir steht. Von ihm kommt mir entgegen Heil underwünschter Segen; wenn Unfall mich erreichet, fein Schuß nicht von mir weichet. mir Gott ein Kleid und läßt mirs wohlergehn, so ist es gut; kommt aber auch die Zeit, daß ich soll öde stehn: die Blöße muß mich nicht erschrecken, mein Gott will Leib und Seele decken. Ich hab genug. Ichistik duat res diuusd 6. Ich hab genug. Mein 511 Wohlan Herr Jesus Christ, treuer Vater siebt, er fiehet im weil du mein Schutzherr bist, mer scharf auf mich, sein Kind, dein Schutz sich auch herwende auf dies, was mein Gemüth, zu mir am letzten Ende! Dann was Seel und Leib bedarf. will ich deinen Namen ohn Ende Drum laß ich Wald und Vögel preisen, Amen, si dolmsorgen, bekümmre mich gar nichts mars( bit di sio gol n doard In eigener Melodied * 832 ch hab genug. Mein um morgen: Heut hab ich gnug. 7. Ich hab genug, und sorge für den Geist, das Andre fällt mir zu. Reich, das Jesus fuchen heißt, dies giebt mir trachte nur des Vaters Willen in Kraft des Geistes zu erfüllen; drum hab ich gnug. domine dom 8. Ich hab genug. Ich lieg an Jesu Bruft und Gottes Vaterberz; was will ich mehr? Das giebet mir nur Luft, durchfüßet meinen Schmerz. Den Himmel hab ib ich ſchon auf Erden, was will in jener Welt noch werden? Ich hab genug. 2nd ad momen Janns mi 11000 Christ, ich weiß von keinem mehr. nur und treuer Diener ist der forget nicht so fehr. Ich will ganz meinem Gott anhangen, und nicht mehr nach der Welt berlangen, so hab ich gnüg. nadz 2. Ich hab genug. Ich bin der Sorgen los und kränke nicht das Herz. Ich bin vergnüigt, und si in Gottes Schooß, der lindert allen Schmerz. Ich sorge nicht mehr für mein Leben, der Höchste kann mir alles geben. Ich hab genug. n afsmmons Mel.: Kommt Her zu mir. ft Gott mein Schild 3. Ich hab genug. Gott, der 833. die Vögel alle Welt ernährt, Gott, der das Gras und Blumen wachsen heißt und ihnen Schmuck bescheert, der wird auch meinen Leib ernähren, Nahrung und Kleider mir bescheeren. Ich hab genug. 9 oshirts ams autres 4. Ich hab genug. Besiß ich schon nicht Geld, es gilt mir alles gleich; ich habe Gott und bin schon auf der Welt in allen Stücken reich; denn Jesus ist mein Schaß und Krone, der mir den Himmel giebt zum Lohne. Ich hab genug. 5. Ich hab genug. Bescheert was wird sein, das mir schaden kann? Weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir listiglich nachsteht, nur eurer Schmach entgegen geht. Ich habe Gott zum Freunde. 2. Jst Gott mein Trost und Zuversicht, kein Leid kann sein, so mich anficht. Weicht, alle meine Feinde! Die ihr nur sinnet auf Gefahr, ich achte solches gar kein Haar. Ich habe Gott zum Freunde. 3. Jft Gott mein Schirm und mein Panier, kein Ungemach kann schaden mir. Weicht, alle meine Trost- Lieder 445 fällen, und will sein berdammtes Heer deiner Seligkeit nachstellen, ei so fürchte dich nicht ſehr! er gehört zur Hölle doch. Gott, dein Tröster, lebet noch. mdi hoë Feinde! Die ihr mich ängstet und betrübt, es ist umsonst, was ihr verübt. Ich habe Gott zum Freunde.dgsiga lla) 4. Ist Gott mein Schutz und treuer Hirt, kein Unglück mich 4. Bist du arm und ganz ber berühren wird. Weicht, alle meine lassen, ist doch Gott dein höch Feinde! Die ihr mir stiftet Angst stes Gut. Ob dich gleich die Men und Bein, es wird zu eurem schen hassen, hält dich Gott in Schaden sein. Ich habe Gott seiner Hut. Wohl mir, wenn ich zum Freunde. e par said tsag und poch: Gott, mein Hüter, 5. ft Gott mein Retter und lebet nochan msigel mp tin: us Patron, was acht ich der Welt 5. Laß es hageln, laß es witSchimpf und Hohn? Weicht, alle tern, laß die Welt voll Teufel meine Feinde! Die ihr mich lä| sein, laß die Erde sich erschüttern, stert früh und ſpat, es wird euch du bist Gottes, er ist dein. Schwebt richten eure That. Ich habe Gott das Kreuze noch so hoch, Gott, zum Freunde.dein Schirmer, lebet noch. GO 6. Ist Gott mein Heil, mein Hülf und Kraft, die böse Welt an mir nichts schafft. Weicht, alle meine Feinde! Die ihr auf mich erbittert seid, ihr thut euch selbst gebranntes Leid. Ich habe Gott zum Freunde. 36. Kehre wieder, meine Seele, was betrübst und quälst du dich? Wenn ich Gott die Noth befehle, kann ich troben feftiglich. Duld ich viel so sag ich doch: Gott, mein Leben, lebet noch.11989 190 Christian Junter. nid o punap dpd be S thin' In eigener Melodie. 10 136 835. herseg der FromLiebster Herzog men, du meiner Seelen Trost! Komm, komm nur bald; du haſt mir, höchster Schat, mein Herz genommen, so ganz por Liebe dir kann auf Erden mir Liebers werden, als wenn ich meinen Jefum stets behaltid ning nemult und grämst du dich? Fleuch die 2. Dein Nam ist mir so süß Qual und Kummerhöhle, und schau redlich über dich; ei gedent, gedente doch: Gott, dein Vater, lebet noch! dis nisl chiodu 2. Liegt das Kreuz auf deinem Rücken, will die Angst und schwere Bein deine Hoffnung nieder briden, laß Geduld dein Labsal sein! Trägst du gleich ein schwes res Joch, Gott, dein Helfer, lebet noch analysinnis 23 Denkt der Satan dich zu Honig im Munde, holdselig, liebs lich, frisch wie hübler Than, der Feld und Blumen nett zur Morgenstunde. Mein Jesus ift es nur, dem ich vertrau. Dann weicht vom Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn ich im Glauben, ihn anbet und schau, D 873ft Gott mein Beistand in der Noth, was kann mir schaden Sünd und Lod? Weicht, alle meine Feinde! Tod, Sünde, Teufel, Höll und Welt, ihr müsset räumen doch das Feld. Ich habe Gott zum Freunde. im Ernst Christoph Homburg. did MIDINYS 834. ehre wieder meine Seele, was betrübst 90111973 Mel: Gott des Dinnels 3. Obgleich das Kreuze mich bier zeitlich plaget, wie es bei Christen oft pflegt zu geschehn. wenn meine Seele nur nach Jeſu 446 Trost- Lieder. fraget, so kann das Herze schon 4. Unser Weg geht nach den auf Rosen gehn. Kein Unge- Sternen, der mit Kreuzen ist bewitter ist mir so bitter, mit Jesu sest; hier muß man sich nicht kann ichs fröhlich überstehn. entfernen, ob er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4. Ob mich auch will die Welt verfolgen, hassen, und bin dazu veracht bei Jedermann, von meinen Freunden gänzlich auch verlassen, nimmt Jesus meiner doch fich herzlich an und stärkt mich Müden, spricht: Sei zufrieden, ich bin dein bester Freund, der helfen kann. drage 5. Drum fabret immer hin, ihr Eitelkeiten! Du, Jesu, du bist mein, und ich bin dein; ich will mich von der Welt zu dir be reiten, du sollst in meinem Herz und Munde sein! Mein ganzes Leben sei dir ergeben, bis man mich einstens legt ins Grab hinein. volt 38507 Ahasverns Fritsch. dopra 11932 913 jun Mel.: Freu dich sehr, o meine. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübfal hergekommen. Darum siebet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Chrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet feste, und bleibt ewig unverrückt: Seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Canaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. * 836. Meine Sorgen, Angst und Plagen lau fen mit der Zeit zu End. Alles 7. Darum trage deine Ketten, Seufzen, alles Klagen, das der meine Seel, und dulde dich! Herr alleine fennt, wird Gott Gott wird dich gewiß erretten. Lob, nicht ewig sein. Nach dem Das Gewitter leget sich; nach dem Regen wird ein Schein vieler Blitz und Donnerschlag folgt ein taufend Sonnenblicke meinen angenehmer Tag. Auf den Abend matten Geist erquicten. folgt der Morgen, und die Freude 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen aus. nach den Sorgen. In eigener Melodie. id m Wenn die Dornen abgemähet, so" 837. ur frisch hinein! trägt man die Frucht zu Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei. Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquicungszeiten. wird tief nicht sein, das rothe Meer wird dir schon Plaß vergönnen. Was fürchtest du? Sollt der nicht helfen können, der nach dem Blis giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott vill. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht. Will man hier das Kleinod finden, so muß man erst ¡ berwinden. 2. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den Niemand weiß. Eh sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein. Er herrscht im Fluthenfeld der Himmelsheld. Trost- Lteder. 447 3. Die größte Noth zerbricht 5. So ists auch nur ein Auder kalte Tod. Hindurch, hindurch! Und folge deinem Führer! Dein Jesus ist der Erd- und Meer- Regierer, er schreitet durch und reißt aus aller Noth dich durch den Tod. 19713 genblick, daß währet alles Ungelück. Wenn du bedenkst die Ewigkeit, darin besteht die Se ligkeit, de mim 30 6. Wohlan, so mags nur immer gehn, wie mir es ist von Gott versehn! Was er mir schickt, ist alles gut, obs gleich nicht alles sanft mir thut.co 4. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird. Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen. Es wartet schon auf dich dec Engel Wagen zum sichern Schutz. Und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. 7. Ihm sei es gänzlich beimgestellt; er machs nur, wie es ihm gefällt und laß den schwachen Willen mein seinm Willen ganz ergeben sein! 3. m. Dillherr. Mel.: Machs mit mir Gott. Gottes Lamm, ging es dem, der unser Kreuz mein Element iſt getragen am Kreuzes stamm. Es einzig dein Erbarmen, dein Herz, ist kein Kindertand der Christen- das zu mir wallt und brennt stand..cum onumit offnen Liebesarmen, dein 5. Der Christen Stand ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuze jagen. So 839. 6. Ach jüßer Christ, wenn du Blut, wie es vom Kreuze floß nur bei mir bist, so will ich auch und Heil auf alle Welt ergoß. mit dir mein Leiden enden. Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist. Ach, füßer Christ! M. Kongebl. 2. Ich weiß von keinem andern Trost: ich müßt in Sünden sterben. Der Feind ist wider mich erbost; die Welt will mich verderben. Mein Herz ist un crein, blind und todt. O tiefes Elend, große Noth! 3. Die eigene Gerechtigkeit, das Thun der eignen Kräfte macht mir nur Schand und Herzeleid, verzehrt die Liebesjäfte. nein, es ist kein andrer Rath, als der, den dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott, wie wohl ist mir, wenn ich darin versinke! O Lebensquell, wenn ich aus dir Blut der Versöhnung trinke, wenn dein Erbarmer mich bedeckt und wenn mein Herz Vergebung schmeckt! 5. Da lebt mein Geist, ist froh und falt, hat Alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er falt und matt, wenn er sich selber quälet, wenn dein Erbarmen ihm entgeht, wenn er auf fremdem Grunde steht. Mel.: Wenn wir in höchsten. 838. du betrübte Seele D mein, stell och einmal das Trauern ein, schwing die Gedanken über sich. Der wohnt im Himmel, kennet dich. Gedenke doch an Jesum Christ, der weiß aufs best, was nüglich ist und dienet deiner Seligkeit, die er durch seinen Tod bereit. 3. So du ein rechter Christ willst sein, so mußt du gleich dem Herren dein das Kreuze tragen in der Still; dies ist des Herren ernster Will. 4. Willst du genießen seiner Freud, mußt du zuvor mit tragen Leid. Die himmlisch Rosen bricht man nicht, eh uns ein Dorn des Kreuzes sticht. Trost- Lieder. 448 6. Drum bleibe du, mein Element, du selbst und dein Erbarmen, und wie mein Glaube dich erkennt, so kenne du mich Armen! Ich leb in deiner Gnad allein; ich will in dir erfunden sein. E. E Woltersdorf. Mel.: Jehovah ist mein Licht. * 840. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft trumm, und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam aus zusehn; doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gefeßen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelstnoten kann dein Schwert verleßen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegenseßt, muß sinken hin. Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn. Dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Ost und Westen aus. Was Mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sternen Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein. Dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so haft dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber Niemand will dein Zeugniß weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nichts taugen, du giebst die Kraft und Nachdruck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei. Wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. Herrscher, jei von uns gebenedeiet, der du uns tödteft und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schaß verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spie len mit; bei uns zu wohnen, ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Bald scheinst du uns was harte anzugreifen, bald fähreft du mit uns ganz säuberlich. Ge schiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; du füsfest uns, wir sagen Bessrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Baum den ausge schweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unver stand. Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu Wo Trost- Lieder. 449 Niemand meint, daß etwas deine schämt nun der Gemeinschaft sich; ſei, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt. Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! G. Arnold. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird felten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft. Wer meint, er hab den Vorsatz recht gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unterschied, dadurch Natur von Gnade wird entscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit! Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht; brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht! 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen, und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg, tein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach, selig, der dein Licht ergreift und findt! 12. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen, und trag und heg und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwindt. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir; ich brenne nur nach dir in Liebsbegier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein. 13. Drum muß die Creatur mir immer dienen, kein Engel Mel.: Herr Jefu Chrift, meins. * 841. o lange Jesus bleibt der Herr, wirds alle Tage herrlicher; so wars, so ists, so wird es sein bei seiner Blut- und Kreuzgemein. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit bleibt seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund. O Herr, dein Blut ist unser Grund, der fest und unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 4. Du bist und bleibest unser Herr, der Leitstern deiner Wanderer, der Kirche theures Oberhaupt, woran ein jedes Herze glaubt. 5. Dein Geist, der Geist der Herrlichkeit, mit dem der Vater dich geweiht, der ruht nun auch auf der Gemein und lehrt uns deine Zeugen sein. 6. Mach deine Boten herrlicher, Herr, dir und deinem Volk zu Ehr, und gieb mit uns an deinem Heil der ganzen Welt aus Gnaden Theil. n. 2. v. Zinzendorf. In eigener Melodie. Psalm 42. 842. So wünsch ich nun ein gute der Welt und laß fie fahren, ob sie mir gleich viel Jammers macht, Gott wird mich wohl bewahren. 29 450 Trost- Lieder. Ich meint, die Welt wär eitel und schwer vor Angst auf dieser Geld, befind es nun viel anders.:,: 2. Ein Hirsch nach frischem Waffer schreit, wenn heiß die Sonne scheinet; also ich bürst zu dieser Zeit, mein Aug nach Troste weinet. Mir ist so bang- ach Gott wie lang? Herr, ich muß zu dir schreien.:,: 3. Wann komm ich in dein Paradeis, da schon viel Christen wohnen, und sagen dir Lob, Ehr, und Preis, geschmückt mit Sie gerkronen? Wann holst du mich ins Himmelreich, daß ich dein Antliß schaue?:: 4. Mein Seel hat Noth und fühlet Qual, daß ich so lang muß leiden in diesem ErdenJammerthal, da nichts, denn Haß und Neiden. Da treibt ihrn Spott die falsche Rott mit mir in meinen Nöthen.:,: 5. Sie fragen: Ja, wo bleibt dein Gott? Ja, daß er dir er scheine! Der Hohn kränkt mir mein Herz und Muth, daß ich vor Trübsal weine. Ei, komm doch bald, mein Aufenthalt, und reiß mich von der Erden!:,: 6. Nimm mich in deinen Freudensaal, von dir bereitet droben, da dich die Auserwählten all in füßen da Schaar der Engel klar um deinen Thron herschweben... 7. Was kränkst du dich, mein arme Seel? Sei still in deinen Schranken. Gott ist mein Burg, mein Trost, mein Heil, das werd ich ihm noch danken. Sei still und leid ein kleine Zeit; nach Angst kommt Freud und Wonne.:: Erden.:,: 9. Ich seh, daß dein Zorn wie ein Fluth dem ganzen Land be gegnet, und daß es schmerzt und wehe thut, wo sich dein Grimm erhebet; die Wellen gar ich auch erfahr jammt deinen Wasserwogen.:,: 10. Darum bin ich der Welt so müd; all Tag und Nacht ich weine, und laß nicht ab, bis deine Güt, verheißen mir, er scheine. Nun eil doch fort, mein treuer Hort, und nimm mich hin mit Freuden!:,: 11. Wie lang soll ich hier traurig sein, daß mich die Feinde plagen? Es ist ein Mord in meinem Bein, daß sie ganz höhnisch fragen: Sag an, wo ist dein Jesus Christ, ja, daß er dir er scheine?:: 12. Geduld, Geduld, betrübte Seel! Geduld kann dich nur retten. Wart nur, bis dein Immanuel zerbricht die Trübfals ketten. Er holt uns fort zum Himmelsport; da werden wir ihm danken.:: D. Phil. Nicoloi Exulanten- Lied. Mel.: In dich hab ich gehoffet. 843. Traur nicht ſo ſehr, der du jekund im Elend bist, mußt gehn auf fremde Straßen. Schwer ist das Joch, doch lebet noch, der sein Volk nie verlassen. 2. Gedenke nicht, du seist als lein, es haben müssen Pilgrim sein Erzbäter und Propheten; ja, Gottes Kind, frei aller Sünd, war auch in solchen Nöthen. 3. Schau über dich, da wohnet Gott, versöhnt durch Christi Kreuz und Tod; von dem kann dich nichts scheiden. Dir ist bereit 8. Das Kräutlein Patientia wächst nicht in jedem Garten. Ach Gott, schaff du mirs immerdar, daß ich mag deiner war vor aller Zeit das Himmelreich ten; sonst bin ich sehr betrübt voll Freuden. Trost- Lieder. 451 4. Sind um dich her der Feinde du in Fried und Ruh bei Gott viel, so hat doch Gott gesteckt ein dein Räumlein finden. Ziel, das sie nicht überschreiten. J. Heermann. Findt sich Gefahr, der Engel Schaar muß selber für dich streiten. In eigener Melodie. 5. Gott zählet alle Härlein 844. Wie wohl ist mir, klein, nicht eines soll verloren jein; wie sollt er denn nicht sorgen für Seel und Leib, für Kind und Weib. Sie sind ihm unverborgen. 6. Wenn sich die Feinde lehnen auf, und gehn zu Rath in vollem Hauf, sind stolz und hoch vermessen, so lacht ihr'r Gott, und macht zu Spott, die sein Volk wollen fressen. D Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermuthshöhlen und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden. Wer wollte nicht vergnüiget werden, der in dir suchet Ruh und Luft? 7. Nimmt deine Trübsal überhand, so ist dir doch auch dies bekannt, daß du solch Kreuz mußt leiden um rechte Lehr zu Gottes Ehr, und Abfall zu vermeiden. 8. Wird dir dein zeitlich Gut geraubt und mitzunehmen nichts erlaubt, befiehl Gott deine Sache. Er ists, der richt, wenn Niemand spricht; sein ist allein die Rache. 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; es sei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welthaß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blißt auf mich des Gefetes Web, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine Seitenwunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus 12. Wohlan, jo leid jetzt, was den Wolkenbrüsten und labest du follt, und wenn auch gleich aus den Felsen mich. Ich traue der Teufel wollt vor Zorn die deinen Wunderwegen; sie enden Höll anzünden, dennoch wirst sich in Lieb und Segen. Genug 29* 9. Er wird ein Räumlein dir bescheern, daß du dich ehrlich kannst ernährn, dabei auch sicher wohnen, bis er zu sich wird nehmen dich, dir deine Treu belohnen. 10. Du wirst erfahren in der That, daß deine Zier in Gottes Stadt, die nicht von dir wird weichen, mit aller Pein, die hier mag sein, gar nicht sei zu vergleichen. 11. Wenn du dann wirst er löset sein, wird Mancher Wehe, Wehe schrein, der jebund jubiliret. Ihr bestes Gut wird fein die Glut, vom Satan angeschüret. Trost- Lieder. 452 wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Ändern düster scheinen; mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest Keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Strecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Rub in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! W. C. Deßler. Mel.: Nun freut euch, lieben. Psalm 23. 845. Was kann uns kom men an für Noth, so uns der Herre weidet, und speiset uns mit Himmelsbrod, und auf die Weide leitet; dazu erquicket unsre Seel und fühlet mit dem Wasserquell seins werthen heilgen Geistes. leiten thust, uns tröftet und auch strafet; das Kreuz dämpfet des Fleisches Lust, daß es nicht Schaden schaffet dem Geiste durch der Sünde Gift, die alles Böse leider stift, und thut sich stetig regen. 4. Du einen Tisch bereitet haſt, den stetig wir anschauen, deins heilgen Wortes werthe Kost, drauf wir im Herzen trauen; wenn uns des Feindes List anfällt, die selb dann unsre Seel erhält, sammt deines Geistes Fülle. 5. Dein Güte und Barmherzigkeit uns, Herre, folgen werden von nun an bis in Ewigkeit, daß wir allhier auf Erden schon durch den Glauben selig sein, dort offenbar im Saale dein Bürger und Hausgenossen. 6. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unsre Herzen bauet durch Glauben, der recht thätig ist, daß wir den Vater schauen durch ihn sammt dem heiligen Geist; auf daß werd dies fer Wunsch geleist, so sprecht einmüthig: Amen. Andr. Knöpfen. Mel.: Was mein Gott will. 846.W er Gottvertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt aufJesum Christ, dem muß der Himmel werden; darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu seßen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem 2. Uns wegen seines Namens Teufel sehr und aller Welt zugroß er führt auf rechter Stra- wider, dennoch so bist du, Jesu Ben, und will zu feiner Zeit Christ, der sie all schlägt dartrostlos in Angst und Noth uns nieder. Und wenn ich dich nur lassen; darum wir stetig muthig hab um mich mit deinem Geist sein auch in des Todes Qual und Gnaden, so kann fürwahr und Bein; denn uns der Herr mir ganz und gar nicht Tod noch beistehet. Teufel schaden. 3. Dein Stab, mit dem du 3. Dein tröst ich mich gans Trost- Lieder. 453 für die Welt auf ewig gnug gethan. Du rufft auf mich zu deinem Kreuze hin; ich wags aufs Wort und komme wie ich bin. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen; ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir. Versöhner, Freund der geistlich Armen, wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir. Dies Mel.: Dir, dir, Jehovah, will. Du " 847. du ja an keinem noch than: Ich bin gewiß, an mir fängst dus nicht an. 6. Nein, Jesu, du hast Lust zum Leben, du rufft mir zu: Getrost, Sohn, du bist mein! Was du gefündigt, ist vergeben, nun soll an dir nichts mehr verdammlich sein; ich schenke dir mein reines Unschuldskleid und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. 7. So hab ich Gnad bei dir gefunden? Ja, Herr, dein Geiſt bezeugt es meinem Geist, der aller seiner Last entbunden, mit Dank und Ruhm aus allen Kräften preist, wie wohl ihm ist, da deine Jesusmacht ihn unverdient zum kindschaftsrecht gebracht. sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist Noth, du treuer Gott, in diesm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Joh. Mühlmann. Seele stille, mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt; aus deiner Gnade reicher Fülle fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, treff ich bei dir, was mich beruhigt, an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, du weißt, wornach das arme Herz sich sehnt; du siehst, wie unter bangen Sorgen voll Kümmerniß das Auge zu dir thränt. Dies liegt mir an: Ich möchte gerne rein, und durch dein Blut, o Lamin, entfündigt fein. 3. Ich dank es ewig deiner Gnade, die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, die mir, wie tief mein innrer Schade, durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt, und die zugleich, da mich mein Elend beugt, mir Hülf und Rath in deinen Wunden zeigt. 8. Muß ich noch was am Fleische leiden, so duld ich es mit still gelassnem Muth; kann mich doch nichts mehr von dir scheiden, von dir, in dem mein 4. Die sind doch auch für mich Glaube sicher ruht. Der Schmerz geschlagen. Wer Sünder heißt, sei groß, ich bleibe doch gesett, den geht der Heiland an, der weil mich der Troft ,, ich habe alle Schulden abgetragen und Gnad" ergößt. A. Rehberger. XXXIV. LobLob- und Dank- Lieder. Mel.: Gott des Himmels. Psalm 100. jauchze Gott zu jeder Frist. Dienet ihm, wer dienen kann, tret 848. Alle Welt, was lebt mit Luft zu ihm heran! und webet, was im Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung erhebet, 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus Nichts gemacht, er hat unsre Leib und 454 Lob- und Dank- Lieder. Geister an das Licht hervorge- 6. Hoff und wart ich alles bracht. Wir sind seiner All- Guts, bin ich froh und gutes macht Ruhm, seine Schaf und Muths, rückst du mir aus meiFigenthum. nem Sinn alles gute Sinnen hin. Gott ist, sprichst du, fern von dir, alles Unglück bricht herfür, steht und liegt vor deiner Thür. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichkeit. J. Frand. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 849. Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere bittre Pein stellt sich Troft und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllenthor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt er schrickt, hat mir meinen Geist erquickt; seine hohe, starke Hand reißt mich aus der Höllen Band; alle seine Lieb und Güt über ftrömt mir mein Gemüth und erfrischt mir mein Geblüt. 7. Heb dich weg, verlogner Mund! Hier ist Gott und Gottes Grund; hier ist Gottes Angesicht und das schöne helle Licht seines Segens, feiner Gnad; all sein Wort und weijer Rath steht vor mir in voller That. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kummer mich befchwert, hat der Satan mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schuß und Treu steht mir treulich wieder bei. 8. Gott läßt Keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt. und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung feßt, findet endlich und zuletzt. was ihm Leib und Seel ergößt. 9. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein we nig still, ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 10. Ach, wie ofte dacht ich doch, da mir noch des Trübfals Joch auf dem Haupt und Halse saß und das Leid mein Herze fraß: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Todtenmeer. 11. Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich der= gestalt, daß ich, was sein Arm gethan nimmermehr gnug prei 4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, wie du es mit mir gemeint; du hast wahrlich mich mit Macht in dein Neß zu ziehn gedacht. Hätt ich dir zu viel getraut, hättst du, eh ich zugeschaut, sen kann. Da ich weder hier mir zum Fall ein Sieb gebaut. 5. Ich erkenne deine List, da du mit erfüllet bist. Du belügst mir meinen Gott, und machst seinen Ruhm zu Spott. Wann er setzt, so wirfst du um, wann er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Baterstimm. noch da eingen Weg zur Rettung sah, hatt ich seine Hülfe nab. 12. Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herz geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krant gemacht, als wir aller Muth entfiel, tratst, mein Gott, du selbst Lob- und Dank- Lieder. 455 ins Spiel, gabst dem Unfall Kräften, entzeuch den Sinn bon Maaß und Ziel. irdischen Geschäften, nimm alsobald dein Saitenspiel zur Hand, und sing ein Lied, in Geistesglut entbrannt. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein Lebenlang meinem Gott mit Lobgesang hiefür bringen Lob und Dank. 2. Schwing jetzt empor die Flügel deiner Sinnen, und preise Gott, der von des Himmels Zinnen hat dein Gebet und Seufzen angehört, sprich: Herren Herr, dein Nam ist hochgeehrt. 14. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jebo zugezählt, oder fünftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 3. Du hörest stets des armen Voltes Flehen, und pflegest sein Geschrei nicht zu verschmähen; wir haben kaum dir, großer Gnadenthron, die Noth geklagt, so hilfest du uns schon. 4. Du siehest an das lechzende Gefilde und wässerst es ganz gnädiglich und milde, und giebst Befehl, daß sich die Wolkenfluth ergießen soll, als wie sie jetzt auch thut. 5. Ein Tropfenstrom, getrieben von dem Winde aus Westen her, neßt unsre dürren Gründe; und unser Feld, das vor so schmäch tig schien, das stehet jeßt ganz fruchtbar, frisch und grün. 6. Wo ist doch wohl ein Gott, dir zu vergleichen? Wer hat wohl je verübet solche Zeichen, wie du, o Gott? Dir muß der Sonnenschein, Wind, Regen, Blitz stets zu Gebote sein. 7. Nun, großer Herr, wir danken deinem Namen, wir danken ihm, daß er Frucht und Samen zu rechter Zeit durch Regen, Thau erquickt, und wieder drauf ein warmes Wetter schickt. 8. Auch bitten wir: Laß deinen Gnadensegen sich ferner noch um unsre Felder legen, daß wir mit Dank, in Ruh und ungefränkt genießen des, was deine Hand uns schenkt. Joh. Franc. Mel.: Es ist das Heil uns. Mel.: Der Tag ist hin, mein. 851. Bereite dich, mein 852. Bringt her dem Heraus ren Lob und Ehr 15. Ich will gehn in Angst und Noth, ich will gehn bis in den Tod; ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste will beistehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhard. Mel.: Unser Herrscher, unser. 850. Auf, mein Geist, auf und erhebe Gottes Güt und Vatertreu! Er ists, der, so lang ich lebe, mich macht aller Sorgen frei. Drum auch ihn allzeit zu ehren, sich mein Lied soll lassen hören. 2. Seine Huld und Liebe machet, daß ich also fröhlich bin, daß mein Mund nur singt und lachet und wirft alles Trauern hin. Alles Trauern, alles Leiden wendet er in lauter Freuden. 3. Großer Gott, laß dir gefallen, was mein Mund aus Einfalt fingt; dein Lob müsse weit erschallen, bis es durch die Wolken dringt! Dich zu rühmen und zu loben, soll mein Werk sein hier und droben. Jedis S. Dach. 456 Lob- und Dank- Lieder. aus freudigem Gemüthe! Ein nur Odem hat, das danke seinem Jeder Gottes Ruhm vermehr, Namen! und preise seine Güte! Ach lobet, Lobet alle Gott, der uns befreiet Chr. Günther. Mel.: Valet will ich dir geben. Psalm 146. aus der Noth und danket feinem 853. Du meine Seele finge, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben hie preifen auf der Erd. Ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Jhr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nüßlich sein. Laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja Reiner auf Fürstenmacht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, und dadurch alle Ding erhält. Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns geschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt, und täglich giebet, was uns nüßt, drum dantet seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod er worben, der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben ange zündet, und alles Gute noch verheißt, und stärket, kräftet, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt, und seinen Gläubgen vor behält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Se raphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles, was 3. Was Mensch ist, muß er blassen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslaſsen, ſelbst werden Erd und Koth. Allda ists dann geschehen mit seinem klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jacobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schab geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starten Kräfte, die unerschöpfte Macht. Das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählge Heerde im großen wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Ge walt muß leiden, den schüßt er im Gericht. Lob- und Dank- Lieder. 7. Er weiß viel tausend Waifen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne rothe Wangen, oft bei geringem Mahl; und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 457 gemacht, dies rühme, wer es höret, als er uns hat hervorgebracht, und nach der Hand gemehret; da er das menschliche Geschlecht gesegnet, daß auch Früchte brächt das Erdreich und was drinnen begriffen wird mit Sinnen. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen und die ihm günstig sind, die finden, wenn sie kom men, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie jaßen, das wirft er um und um. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm! Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhard. 4. Der Herr hat alles wohl gemacht. Da schon der Mensch gefallen, da hat er dennoch fleißig Acht auf ihn und auf uns alle. Er rief und ruft noch mich und dich aus lauter Lieb, und sehnet sich in seinen süßen Flammen nach uns hier allzusammen. 5. Der Herr hat alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, davon oft unser Herze lacht; wenn wir in engsten schweben, da ist er unsre Zuversicht; er tröstet uns, und läßt uns nicht in allen unsern Nöthen, und sollt er uns gleich tödten. 6. Der Herr hat alles wohl gemacht, da er für uns gestorben, uns Heil und Leben wieder bracht und durch sein Blut erworben. Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was lieben heißt: Sollt der Mel.: Ermuntre dich mein. 854. Der Herr hat alles nicht alls dir geben, der für dich er 7. Der Herr hat alles wohl gemacht, da er vom Tod erstanden, und aus ganz eigner Kraft und macht uns von der Höllen Banden und ihren Ketten hat befreit, daß unser Mund getrost ausschreit: Wo ist der Sieg der Höllen und ihrer Mitgesellen? wird nichts böse machen. Dies, fromme Seele, wohl betracht in allen deinen Sachen, in Freud und Leid, in Gnüg und Noth, in Krankheit, Jammer, Kreuz und Lod, in Kummer, Angst und Schmerzen; das gläub, o Herz, von Herzen. 2. Der Herr hat alles wohl gemacht, noch eh er uns erchaffen; er hat uns mit dem Heil bedacht, das einig unser Waffen, ja unser Schild und Rettung ist. Er hat uns vor der Zeit erfiest; eh man die Sterne zählet, da hat er uns erwählet. 3. Der Herr hat alles wohl! 9. Der Herr hat alles wohl 8. Der Herr hat alles wohl gemacht, da er ist aufgefahren gen Himmel, da ein Herz hintracht, das Trübsal hat erfahren. Er hat die Stätt uns da bereit, da wir nach dieser kurzen Zeit in Freuden sollen schweben und ewig mit ihm leben. 458 Lob- und Dank- Lieder. gemacht, wenn seinen Geist er Angst und Schmerzen gieb ihm jendet zu uns herab, der uns Lob, Dank von Herzen. Heinr. Müller. bewacht, und unsre Herzen wendet von dieser Welt zu Gott hinauf; und daß wir endlich Mel.: O das ich tausend. unsern Lauf ganz seliglich voll* 855. Geht hin, ihr gläuziehen, wenn fliehen. ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; er wägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 10. Der Herr hat alles wohl gemacht, auch wenn er uns betrübet, wenn uns die finstre Kreuzesnacht befällt, und allzeit übet in Kreuz und Widerwärtigteit, in Angst, in Trübsal und in Leid, wenn er uns stärkt im Glauben, den Niemand uns muß rauben. 100 139 517 11. Der Herr hat alles wohl gemacht, wenn er in Lieb und Treue noch immerzu an uns gedacht, und macht uns wieder sollte leben durch seinen einge neue, wenn er den alten Men- bornen Sohn; den wollt er mir schen bricht und die verkehrten zum Mittler geben, den macht er Wege richt nach seinem frommen mir zum Gnadenthron; in dessen Willen, daß wir den einst er Blute sollt ich rein, geheiliget füllen. und selig sein 13. Der Herr hat alles wohl gemacht; er wird kein Sinn er reichen hier seines Rubmes große Bracht, er muß zurücke weichen, und rufen aus mit voller Macht: Der Herr hat alles wohl gemacht, dafür wir hier und oben ihn billig ewig loben! 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich 12. Der Herr hat alles wohl gemacht, wenn er wird wieder kommen; und ob gleich alles bricht und kracht, wird er doch seine Frommen zu sich auf ziehen in die Höh, und retten fie von allem Weh, da wir Lebens schrieb! und sie erhoben ihn ewig wer- 5. den loben. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag fein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher ge bracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 14. Nun er hat alles wohl gemacht, er wird nichts böse machen. Er träget dich gar sanft und facht; drum in all deinen Sachen, in Freud und Leid, in Gnüg und Noth, in Krankheit, Jammer, 7. Ja freilich bin ich zu ge ringe der herzlichen Barmher Kreuz und Tod, in Kummer, zigkeit, womit, o Schöpfer aller Lob- und Dank- Lieder 459 Dinge, mich deine Liebe stets 4. Ja, du kannst alles machen, erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein! und bleibt auch wohl gemacht; du führeft alle Sachen, wie sie dein Rath bedacht. Thu solches auch an mir, so soll mein Herze klingen, von deiner Güte singen und ewig danken dir. Aem. Jul. v. Schwarzburg- R 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat diefes Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn! Mel.: Es ist das Heil mts. 9. Ach könnt ich dich nur beſſer 857. Gott deine Güte reicht so weit, so ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 10. Doch nur Geduld, es fommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfried Heermann. In eigener Melodie. 856. Groß ist, Herr, deine Güte, sehr groß ist deine Treu; in der Gerechten Hütte zeigt sie sich täglich neu; denn sie in aller Noth abwendet Angst und Leiden, durch Trübsal führt zu Freuden, und zwinget auch den Tod. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt und mich selbst zu erkennen. 3. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glüce Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir ges ben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor deinem Throne finden Chr. F. Gellert. Mel.: Was Gott thut, das ist. 2. Wie sollt ich nun nicht has" 858. Gott lebt! Was kann an ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Recht und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen, und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn Niemand hören will. Was will der Feind denn sprechen, als würde meiner Seufzer Ziel nicht durch die Wolten brechen? Ruf ich empor, so der du durch deine Gaben mir so viel Gutes thust? Du giebest mir allein, wodurch mein Herz gestillet, wodurch mein Wunsch erfüllet; ich kann vergnüget sein. 3. Dir, Herr, und deinem Leiten, befehl ich meinen Weg. Wie ich in Unglückszeiten auf dich die Sorge leg, so glückt mir Alles wohl, daß ich im Kreuze merke bon dir Trost, Hülf und Stärke, durch Christum mich erhol. Lob- und Dank- Lieder. 460 hört sein Ohr, so steigt die Hülfe nieder und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als seh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tieffte Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fällt, das er nicht zählt, ja werth und theuer schäßet, ja endlich mich ergößet. 4. Gott führt! So geh ich immer fort auf allen meinen Wegen. Und will die Welt durch List und Mord mir tausend Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brod, und wenn die Noth uns nach der Wüste weiset, wird man auch da gepreiset. 6. Gott lebt! Wohlan, ich merke das. Gott hört! Ich wills ihm jagen. Gott sieht! Er setzt den Thränen Maaß. Gott führt! Ich darf nicht klagen. Gott giebt und liebt. Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmold. und erfülle mir dein Wort, da du selbsten meinem Leben dich zum Fels und Burg gegeben. Hilf mir aus des Heuchlers Band und des Ungerechten Hand. 3. Denn dich hab ich auserlesen von der zarten Jugend an. Dein Arm ist mein Trost gewesen, Herr, so lang ich denken kann. Auf dich hab ich stets geschauet und von Mutterleib getrauet. Deine Hand zog mich ans Licht, Herr, Herr, meine Zuversicht! 4. Von dir ist mein Ruhm, mein Sagen; dein erwähn ich immerzu. Viele spotten meiner Klagen, höhnen, was ich red und thu. Aber du bist meine Stärke, wenn ich Angst und Trübfal merke, lauf ich dich an. Gönne mir, fröhlich stets zu sein in dir. 5. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn mein hohes Alter kommt, da die schwachen Tritte gleiten und man Trost vom Stecken nimmt. Da greif du mir an die Arme; fall ich nie der, so erbarme du dich, hilf mir in die Höh, und halt, bis ich wieder steh. 6. Mach es nicht, wie mir es gönnen, die mein abgesagte Feind, auch mir, wo sie immer können, mit Gewalt zuwider sind, sprechen: Auf, laßt uns ihn fassen, sein Gott hat ihn ganz verlassen; jagt und schlagt ihn immerhin, Mel.: O du schönes Weltgebäude. Plalm 71. 859. Herr, bir trau ich all Niemand schüßt und rettet ihn! mein laß mich nicht mit Schimpf bestehn! Wie ich von dir glaub und sage, also laß mirs auch ergehn. Rette mich, laß deine Güte mir erfrischen mein Gemüthe; neige deiner Ohren Treu, und vernimm mein Angstgeschrei! 7. Ach, mein Helfer, sei nicht ferne, komm und eile doch zu mir; hilf, mein Gott, mir bald und gerne, zeuch mich aus der Noth herfür, daß sich meine Feinde schämen und vor Hohn und Schande grämen, ich hingegen fröhlich sei über mir erwiesne Treu. 2. Sei mein Zuflucht, laß mich fißen in dir, o mein starker Hort! Laß mich deinen Schuß beschüßen 8. Mein Herz soll dir allzeit bringen deines Rubms gebührend Lob- und Dank- Lieder. 461. Theil, auch soll meine Zunge mir ift. Mein Gemüth, o Herr fingen täglich dein unzählig Heil. empfindet dein Heil, das du jelIch bin stark, einher zu gehen, ber bist. Ich steh im gewünsch unerschrocken da zu stehen durch ten Stande, mein Feind ist voll des starken Herrschers Kraft, der Scham und Schande; der mein die Welt und Alles schafft. Unglück bat gesucht, leidet, was er mir geflucht. Paul Gerhard. gend, Wahrheit und Gerechtigkeit, Das Te Deum laudamus die mich schon in meiner Jugend verdeutscht. 204 hoch ergößet und erfreut. Du 9. Herr, ich preise deine Zuine dhilar haft mich als Kind ernähret, 860. Herr Gott, dich loben deine dabei wir. Herr Gott, wir danken dir. Dich, Gott Vater in Ewigkeit, ehret die Welt sehr weit und breit; all Engel und Himmelsheer, und was da dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! mals wunderbar bedeckt, daß mein Feind mich nicht erschreckt. 10. Fahre fort, o mein Erhalter, fahre fort, verlaß mich nicht in dem hohen grauen Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht! Laß mein Leben in dir leben, bis ich Unterricht kann geben Kindeskindern, daß dein Hand ihnen gleichfalls jei bekannt. 11. Gott, du bist sehr hoch zu loben, dir ist nirgends etwas gleich, weder hier bei uns, noch oben in dem Stern- und Engel reich. Dein Thun ist nicht auszusprechen, deinen Rath kann Niemand brechen; Alles liegt in deinem Schooß, und dein Werk ist alles groß. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit: Der heiligen zwölf Boten Zahl, und die lieben Propheten all, die theuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit, dich, Gott, Vater, im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster werth mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist! Der Jungfraun Leib 13. Such ich Trost und finde nicht hast verschmäht, zu erlösen feinen, bald doch werd ich wie- das menschlich Geschlecht. Du hast der groß. Dein Trost trocknet dem Tod zerstört jein Macht, und mir mein Weinen, das mir aus alle Christn zum Himmel bracht. den Augen floß. Ich selbst werde Du sibst zur Rechten Gottes wie ganz neue, sing und klinge gleich mit aller Ehr ins Vaters deine Treue, meines Lebens einz- Reich; ein Richter du zukünftig ges Biel, auf der Harf und Sai- bist übr alls, was todt und letenspiel. bend ist. 14. Ich bin durch und durch entzündet; fröhlich ist, was in 12. Du ergiebst mich großen Nöthen, giebst auch wieder große Freud. Heute läsfest du mich tödten, morgen ist die Lebensseit; da ermunterst du mich wieder und erneuest meine Glieder, holst sie aus der Erdentlust, giebst dem Herzen wieder Luft. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit deinm Lob- und Dank- Lieder. 462 heuren Blut erlöset sein; laß uns im Himmel haben Theil, mit den Heilgen im ewgen Heil; hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und fegne, was dein Erbtheil ist, wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, und ehrn deinen Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig, o Herre Gott! Sei uns gnädig in aller Noth; zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. D. M. Luther. In eigener Melodie. 861. Daffet uns den Herren preisen und vermehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr feid fein Eigenthum! Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen! Rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Che noch ein Mensch geboren, hat er uns zuvor erkannt und in Christo auserkoren, seine Huld uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, die er uns in ihm bescheeret. Ewig wollen wir uns üben, über Alles ihn zu lieben. 3. Ja, wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns in seiner Liebe weiden, wie die thun, so vor ihm stehn, Heilig, Heilig, Heilig fingen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor Allem, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesus kennen, der euch theur erkaufet hat; lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rath, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Troft und eur Heil, euer allerbestes Theil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob erklingen, das wir ihn zu Ehren singen. 5. Tretet nur getroft zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn. Es fann euch von Gottes Sobne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Verlangen, bis er könne uns umfangen und das allerhöchste Gut uns mittheilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden; er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit aufgethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme Jedermann. Reiner soll sich hierbei schämen, ſondern Gnad um Gnade nehmen. Wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle jatt. Ewig folche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheeret. Wollust, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir Alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesammtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Chr, Ruhm, Dank, Dank- Lieder. 463 nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. Lob- und Macht und Stärke und was rühmet feine Werke, werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! C. J. Koitsch, Mel.: Aus mein meines Herzens. Psalm 30. ch 862. preife dich und Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat. Denn das ist meine Pflicht in meinem ganzen Leben, dir Lob und Dank zu geben. Mehr hab und kann ich nicht. 2. Du hast mein Herz erhöhet qus mancher tiefen Noth; den aber, der da gehet und suchet meinen Tod, und thut mir Herzleid an, den hast du weggeschlagen, so daß er meiner Plagen fich nicht erfreuen fann.d 3. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrie, da ward dein Heil mein Anker, dein Wort mir Trost verlieh. Da Andre fuhren hin zur finftern Todeshöhle, da hieltst du meine Seele und mich noch wo ich bin. 4. Jhr Heiligen, lobsinget und dantet eurem Herrn, der, wenn die Noth herdringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hülfe giebt. Rühmt den, deß Hand uns träget, und wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 5. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld; sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld, und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muths. 6. Jch sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz gering; ich werde 7. Als aber dein Gesichte, ach Gott, sich von mir wandt, da ward mein Trost zunichte, da lag mein Heldenstand. Es war schwere Klagen mit Zittern und mit 3agen: Herr, mein Gott, wie so lang? soll od 8. Hast du dir vorgenommen, mein ewger Feind zu sein? Was werden dir denn frommen die ausgedörrten Bein, und der elende Staub, zu welchem in der Erden wir werden, wenn wir werden des blassen Todes Raub? 9. So lang ichs Leben habe, lobsing ich deiner Ehr; dort aber in dem Grabe gebent ich dein nicht mehr. Drum eil und hilf mir auf, und gieb mir Kraft zum Leben! Dafür will ich dir geben meins ganzen Lebens Lauf. 10. Nun wohl, ich bin erhöret; mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End; es ist von mei nem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 11. Du hast mit mir gehandelt noch besser, als ich will. Mein Klagen ist verwandelt in eines Reigens Spiel, und für das Trauerkleid, in dem ich vor gestöhnet, da hast du mich gekrönet mit süßer Lust und Freud. 12. Auf daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb, und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelssaal. Paul Gerhard. 464 Lob- und Mel.: Aus meines Herzens. Psalm 111. ch Dank- Steder. das macht er fest und wahr, und wird ihm gar nicht schwer. Sein 863. will mit Danken Name, den er führet, ist heilig mit meinen Rath der rechten wahren Frommen, die Gottes Rath und That mit süßem Lob erhöhn; zu denen will ich treten; da soll mein Dank und Beten von ganzem Herzen gehn. und Ehr. 8. Die Furcht des Herren gie: bet den ersten besten Grund zur Weisheit, die Gott liebet und rühmt mit seinem Mund. Wie klug ist doch der Sinn, der diesen Weg verstehet und fleißig darauf gehet; deß Lob fällt nimmer hin. 2. Groß ist der Herr und mächtig, groß ist auch, was er macht. Wer aufmerkt und andächtig nimmt seine Werk in Acht, hat eitel Lust daran. Was 864. mächtigen König der seine Weisheit sezet und ordnet, das ergößet und ist sehr wohl gethan. Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe wacht auf! Lasset die Musika hören. 3. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt: damit auch dem Gemüthe, das uns im Herzen schlägt, dieselbe nicht entweich, hat er zum Glaubenszunder ein Denkmal seiner Wunder gestift in seinem Reich. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt! Hast du nicht dieses verspüret? 4. Gott ist voll Gnad und Gaben, giebt Speis aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt; dentt stets an seinen Bund; giebt denen, die er weiden will mit dem Erb der Heiden, all seine Thaten fund. 5. Das Wirken seiner Hände und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt rechten Trost und Freud und Wahrheit, die nicht trügt. Gott leitet seine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sich zum Leben neigt. 6. Sein Herz läßt ihn nicht reuen, was uns sein Mund verspricht, giebt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht; ist freudig, unverzagt, uns alle zu erlösen vom Kreuz und allem Bösen, was seine Kinder plagt. 7. Sein Wort ist wohl ge= 865. Lobet den Herrn alle gründet, sein Mund ist rein und Helden klar. Wozu er sich verbindet, ihn alle Völker; denn seine Gnad Paul Gerhard. In eigener Melodie. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der dei: nen Stand sichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrabams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander. In eigener Melodie. Psalm 117. Lob- und Dank- Lieder. und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja. 2. Ehre sei dem Vater und dem Sohn, dazu auch Gott dem heilgen Geist, als der im Anfang war und nun und bleibet biš in Ewigkeit. Amen, Halleluja. Mel.: Nun freut euch lieben. Psalm 117. 866. Lobet den Herrn, ihr Heiden all, lobetGott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker, allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mitgetheilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barmherzigkeit thut über uns stets walten; sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten, und währet bis in Ewigfeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit. Drum singet: Halleluja. In eigener Melodie. Psalm 146. " 867. Robe den Herren, meine Seele! Ich will ihn loben bis in den Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen vom Weib geboren, und kehren um au ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen fann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 465 findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Beigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er feine Liebe schn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truß; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihre Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich! Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen deß, der so große Wunder thut! Alles, was Ödem hat, rufe Amen. nd bringe Lob mit frohem uth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geiſt! Halleluja, Halleluja! 3. D. Herrenschmidt. 3. Selig, nennen, deß Hülfe der Gott Jas 868. Mreude der zu Mel.: Gott des Himmels und. fobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer ist der Mein eines Lebens beste Himmel, Gottes Thron; meiner Seelen beste Weide ist mein Jediesen Herrn zum Beistand hat, sus, Gottes Sohn. Was mein 30 466 Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt; ich will nach dem Himmel blicken und zu Jefu sein gesellt; denn der Erden Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. Lob- und Dank- Lieder. 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schon in Jesu bin. Alle Schäße dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seelen sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge und ist bald damit geschehn. Plößlich pfleget aus zu sein diejes Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und fatt; und bergeht zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Einen Tag bei Jesu sizzen, ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nüßen. Aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 7. Trinken, Effen, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen, und auf Jesum sein gericht, ist der Seelen schönste Zier, geht auch aller Freude für. 8. Ach so gönne mir die Freude, Jeju, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; und an dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liscow. In eigener Melodie. Sir. 50, 24-26. 869. Num und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jebund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich im hohen Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, als der ursprüng lich war und ist und bleiben wird jehund und immerdar! M. Rindart. un danfet alle Gott mit Herzen, Mund Zusatz. * 4. Der große starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden mag, gewaltig lich erlösen; er schüß, er rette uns; er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht. * 5. Stell dich, Herr, wie du willst, ich fahre fort mit Schreien in meiner Angst zu dir, du wirst mir Hülf verleihen; du haft mirs zugesagt, drum muß es auch ge schehn. Ich werd noch meine Lust an deiner Hülfe sehen. * 6. Laß dich, Herr Jesu Christ. durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz, und bring mir deinen Segen. All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus; wo du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. * 7. Jetzt ist die Gnadenzeit, jetzt steht der Himmel offen, jest hat noch Jedermann die Seligkeit zu hoffen. Wer diese Zeit versäumt, und sich zu Gott nicht kehrt, der schrei Web Lob und Danf- Lieder. 467 über sich, wenn er zur Höllen Lob erweisen, und seine Güte fährt. Joh. Heermann. In eigener Melodie. Sir. 50, 24-26. 870. un bantet all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, deffen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil zu allem 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei stets er unser Heil, und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu, und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhard. Mel: Nun laßt uns Gott. 871. Nun laffet uns zu ſammen, in Jesu Christi Namen, dem Herren preifen. 2. Er ists, der uns das Leben aus Gnaden hat gegeben. Leib, Seel und was wir haben, sind alles feine Gaben. 3. Daß wir erhalten werden, schafft er, was Noth auf Erden; ja alles Fleisch er speiset, viel Gutes uns erweiset. 4. Da wir in Noth gerathen durch unsre Missethaten, bat er den Sohn uns geben, der wiederbracht das Leben. 5. Wenn wir sein Blut auf: fassen, wird uns die Sünd erlassen. Wohl dem, der auf ihn bauet, ihm Leib und Seel vertrauet! 6. Den heilgen Geist er schenfet, mit seinem Blut uns tränket, mit seinem Fleisch uns speiset, viel Gutes uns beweiset. 7. Drum lasset uns ihn ehren und seinen Rühm vermehren! Laßt uns dem Herren singen, und ein Dantopfer bringen! In eigener Melodie. Psalm 103. 872. nun lob, meine Seel, den was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren; vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Günd vergeben und heilt dein Schwachheit groß; errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit rei: chem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet, die leidn in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an seine Erbarmung nicht. Sein'n Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld. Die Gnad thut er nicht 30* 468 Lob- und sparen; den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sind dahin. Dank- Lieder. 2. Es danken dir die Him. melsheer, o Herrscher aller Thro nen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schö pfersmacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seirem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Wie sich ein Vatr erbarmet iibr seine jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte, Gott weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nicht mehr da. Also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei jeiner liebn Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten; er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet seins Lobs, und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heiligs Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. * 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Er woll in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen und gänzlich lassn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Muth und Sinn ihm findlich thut anhangen. Drauf fingen wir zur Stund: Amen! Wir werdens erlangen, glaubn wir aus Herzensgrund. 3. Graumann. Mel.: Es ist das Heil uns. 873. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der allein Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Chre! 4. Ich rief dem Herrn in mei ner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dant, ach Gott, drum dank ich dir. Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zubersicht, ihr Segen, Heil und Frie den. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt er zeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Rub. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, dein'n Lobgefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht Lob- und Dank- Lieder.. zu Spott. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet bor sein Ange ficht mit jauchzenvollemSpringen. Bejablef die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles wohl gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3. Schüz. In eigener Melodie. 874. ( ollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst fich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald in Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab, und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich bin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt jeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz er469 fülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Thier und Kräuter und Getreide. In den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht geweſen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böſe, was der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus dem Wege weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, 470 Lob- und Dank- Lieder. will mein Fehlen mit der Ruth ben und des güldnen Himmels und nicht mit dem Schwerte Zelt wir noch künftig haben. rächen. Alles Ding währt seine 3. Wär ich gleich wie Frösus Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.reich, hätte Baarschaft liegen; 10. Seine Strafen, seine wär ich Alexandern gleich an Schläge, ob sie mir gleich bitter Triumph und Siegen: müßte ſein, dennoch, wenn ichs recht er gleichwohl siech und schwach Pfühl wäge, sind es Zeichen, daß mein und Betten drücken, würd aud Freund, der mich liebet, mein mich im Ungemach all mein Gut gedenke und mich von der schnö- erquicken? den Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und laffe mirs nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maaße, und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter aus: geschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigteit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigfeit. Paul Gerhard. 6. Ich erwähl ein Stücklein Brod, das mir wohl gedeihet. für des rothen Goldes Koth, da man Ach bei schreiet. Schmett mir Speis und Mahlzeit wohl, und darf mein nicht schonen, halt ich ein Gerichtlein Kohl höher als Melonen. 7. Sammt und Purpur hilft mir nicht mein Elende tragen, wenn mich Hauptweh, Stein und Gicht und die Schwindsucht pla gen; lieber will ich fröhlich gehn in geringem Kleide, als mit Leid und Aengsten stehn in der schönsten Seide. 2. Ein gesundes frisches Blut hat ein fröhlichs Leben; giebt 8. Sollt ich stumm und sprachlos sein, oder lahm an Füßen, sollt ich nicht des Tages Schein fehen und genießen. Sollt ich ge hen spat und früh mit verschloßnen Ohren, wollt ich wünschen. uns Gott dies einge Gut, ist uns daß ich nie wär ein Mensch gegnug gegeben hier in dieser ar: men Welt, da die schönsten Gaboren. 9. Lebt ich ohne Rath und 4. Stünde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude, hätt ich Wildpret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Mund und Schmack ergößt, wozu würd es nüßen, wenn ich dennoch ausgesetzt müßt in Schmerzen sißen? 5. Hätt ich aller Ehren Pracht, süß im höchsten Stande, wär ich mächtig aller Macht und ein Herr im Lande, mein Leib aber hätte doch auf- und angenommen der betrübten Krankheit Joch: was hätt ich für Frommen? Mel.: Christus, der uns selig. 875. Wer wohl auf ist und gefund, bebe sein Gemüthe, und erhöhe seinen Mund zu des Höchsten Güte. Laßt uns danken Tag und Nacht mit gesunden Liedern unserm Gott, der uns bedacht mit gefunden Gliedern. Lieder in Kriegeszeiten. 471 Wiß, wär im Haupt verwirret, ich unbewegt, bis die Sonne hätte meiner Seelen Siß, mein| wieder mit den hellen Strahlen Herz, fich verirret; wäre mir regt meine Augenlider. mein Muth und Sinn niemals guter Dinge: wär es besser, daß ich bin, wo ich her bin, ginge. 13. Habe Dank, du milde Hand, die du aus dem Throne deines Himmels mir gesandt diese schöne Krone deiner Gnad und großen Huld, die ich all mein Tage niemals hab um dich verschuldt, und doch an mir trage! 10. Aber nun gebricht mir nichts an erzählten Stücken; ich erfreue mich des Lichts und der Sonnenbliden; meinGesichte sieht sich um, mein Gehöre höret, wie der Vöglein süße Stimm ihren Schöpfer ehret. 11. Händ und Füße, Herz und Geist sind bei guten Kräften; alle mein Vermögen fleußt und geht in Geschäften, die mein Herrcher hat gestellt hier in meinem Bleiben, also lang es ihm gefällt, in der Welt zu treiben. 12. Ist es Tag, so mach und thu ich, was mir gebühret; kommt die Nacht und süße Ruh, die zum Schlafen führet, schlaf und ruh 14. Gieb so lang ich bei mir hab ein lebendigs Hauchen, daß ich solche theure Gab auch wohl möge brauchen. Hilf, daß mein gesunder Mund und erfreute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen. 15. Halte mich bei Stärk und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein hin mich rafft in das Grab und Erde. Gieb mir meine Lebenszeit ohne sondres Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude. Baul Gerhard. XXXV. Lieder in Kriegeszeiten. Mel.: Ach Gott vom Himmel. zogen. Darum sich nun die Strafe 876. A Gott, wir treten findt, ja unsre unerkannte Sünd, o Herr, wird uns bergolten. hier vor dich mit traurigem Gemüthe; wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte! Schau an, wie doch die Kriegsgefahr, die bei uns anhält immerdar, uns dräuet zu verderben. 4. Verzeih uns unsre Missethat um Jesu Chrifti willen, der für uns deinen Eifer hat am Kreuze wollen stillen. Die Schuld ist da auf ihn gelegt; er ist das Lamm, das für uns trägt die Sünd und Sündenstrafe. 2. Gedenke, Vater, jekt nicht mehr, daß wirs verdienet haben, und sonderlich, daß wir so sehr geschändet deine Gaben. Wir haben sie viel Jahr und Zeit zur Pracht, zur Wollust, Ueppigkeit und Schwelgerei gebrauchet. 5. Um deffenwillen hilf uns nun, erhöre unsre Klagen, schick uns den Frieden wieder zu nach so viel schweren Plagen. Herr, unser Land sieht elend aus, man hält sehr übel drinnen Haus; es 3. Es ist von uns der Neben- ist voll Noth und Jammer. christ gedrücket und betrogen; 6. Der Könge Herzen, Rath durch Rechtes Schein, Gewalt und Sinn hast du ja in den und List, ist ihm das Sein ent- Händen, du kannst sie auch allein Lieder 472 dahin, wo dirs beliebet, wenden. Ach neige du sie selbst dazu, daß sie doch stiften Fried und Ruh und allem Jammer steuern. 7. O Herr, wir fallen dir zu Fuß, und bitten dich daneben, du wollest doch durch wahre Buß auch bessern unser Leben, daß wir nicht selbst an unserm Theil verhindern dieses große Heil, und Frieden bald erlangen. 8. Breit aus um unser Reich und Land die Flügel deiner Gnaden; beschüß und segne jeden Stand, wend Unglück ab und Schaden, so werden wir dich jederzeit für solche Gnad und Gütigkeit sammt unsern Kindern preisen. 9. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen; erhör und hilf uns immerdar, um Jesu Christi willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. Mel.: Wenn wir in höchsten. 877. Ach Gott, dein arme Christenheit jetzt allenthalbn Verfolgung leidt, sie wird gepreßt, geängstet sehr und fanns fast nicht ertragen mehr. 2. Die Feind toben gewaltiglich mit Morden, Brennen grausamlich; es wird verheert alls mit Gewalt, man schonet weder Jung noch Alt. 3. Es ist zwar unsrer Sünden Schuld, doch hab, o lieber Gott, Geduld mit uns so armen Würmelein, schon deiner liebsten Kinderlein! 4. Herr Jesu, thu bei uns das Best, treib von uns solche fremde Gäst, den Papst und alle andre Feind, die deinem Wort zuwider ſein. 5. Damit hinfort dein liebes Wort in Fried und Ruh an allem Ort rein, unverfälscht, gepredigt werd, so lang wir lebn auf dieser Erd! 6. Ach du herzliebster Jesu Christ, weil es aufs Höchste kommen ist, und allen Leuten wird sehr bang, so bleib doch nicht mehr außen lang. 7. Mit deiner Hülf, die wir begehrn in unsrer Noth, ohn alls Aufhörn. Ach komm und rett uns arme Leut aus dieser Kriegsbejchwerlichkeit! 8. Heb auf den Krieg, nimm weg das Schwert, eh daß wir werden ganz verzehrt, bescheer gewünschten Friedensstand bei uns und auch in anderm Land. 9. Hilf, Herr und Helfer, gnädiglich, wend ab die Strafen väterlich! Wir wolln dich preisen dankbarlich hier zeitlich und dort ewiglich. Mel.: Chrift, der du bist der. 878. Ach Herr, schon deines Volkes doch, du bist ja unser Vater noch. Wir fallen all in deine Arm, und ru fen: Vater, dich erbarm! 2. Gefündigt haben wir gar sehr; ach, wirf die Sünde weg ins Meer! Wir greifen all nad Jesu Blut und schrein: Halt ein mit deiner Ruth! 3. Nach deinem Namen heißen wir; straf nicht, wie wirs verdient bei dir, wend ab von uns und unserm Land die Feinde und der Feinde Hand. 4. Zeig deine Lieb und Gütigkeit, errette uns zu dieser Zeit; beweise an uns insgemein, daß du der Helfer seist allein. 5. Ach Herr, sieh doch, wie uns so bang das Herze wallt; komm säum nicht lang! Das Unglück trifft uns hart und schwer, und unser Land, das leidet sehr. 6. Neig deine Ohren, Herr in Kriegeszeiten. 473 mein Gott, und reiß uns aus 7. Erleucht doch unsern Sinn der Kriegesnoth; erhalte doch und Herz durch den Geist deiner durch Christi Blut, Leib, Leben, Ehre, Hab und Gut. 7. Thu deine Augen auf, und sieh, wit alles so verheert allhie; chick uns den edlen Friedensschein, so wollen wir dir dankbar sein. Grad, daß wir nicht treiben draus ein Scherz, der unsrer Seelen schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jac. Ebert. Mel.: Was mein Gott will, das. Gr. Neur. Jul. von Schwarzb.- R. 880. Gieb Fried, o fromIn eigener Melodie. u Friedefürst, Herr mer, du Vater aller Gnaden, wend ab Feind die groß vorstehend Noth, verhüt 879. Mensch und wahrer Gott, ein mit Macht dahin nur tracht, die starker Nothhelfer du bist im Le- Völker zu verheeren, die deinen ben und im Tod; drum wir al- Sohn, den Heiland fron, erkenlein im Namen dein zu deinem nen, lobn und ehren. Bater schreien. 2. Gieb Fried, o Jeju, lieber Herr, du Schüßer deiner Heerde; es langet an dein Amt und Ehr, den Gottesdienst so werthe. Solchs alls der Feind mit Ernst jetzt meint, wills hindern und ausrotten. Hier steh uns bei. Herr Jesu, frei, die Feinde mach zu Spotte. 3. Gieb Fried, o Herr Gott heilger Geist, du Tröster aller Blöden, dein Hülf uns jetzt und allzeit leist, laß dein Kirch nicht veröden; das Gbet erweck, den Glauben stärk, gieb wahre Buß und Reue; die Feinde stürz, dein Volk beschüß, auf daß sichs ewig freue. Chriatus Schneegaß. 2. Recht große Noth uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns Niemand helfen kann, denn du; drum führ die Sach, dein Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn woll mit uns fahren. 3. Gedenk, Herr, jebund an dein Amt, daß du ein Friedfürst bist, und hilf uns gnädig allefammt jebund zu dieser Frist; laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen. 4. Verdient haben wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch deine Gnad größer sein soll, denn unsre Sünd und Schuld. Darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägeſt. Mel.: Herzliebster Jesu, was. Es groß Elend und Gefahr, wo Bestilenz regiert, aber viel größer ists fürwahr, wo Krieg geführet wird; da wird veracht und nicht betracht, was recht und löblich wäre. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach Gericht; dein Wort liegt auch zu solcher Zeit, und geht im Schwange nicht. Drum hilf uns, Herr, treib von uns fern Krieg und all schädlich Weſen. 881. err, unser laß richt zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; laß dich erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand Lieder 474 wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traum auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. J. Heermann. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volkjetzt überall; täglich wird der Trübjal mehr; hilf, ach hilf, schüß deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht wirst bei uns stehn. 7. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zit tern sie anschau. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 8. Liebster Schab, Immanuel, reuer meiner Seel, Gott 882. Trael, des fich freuet mit uns in aller Noth, neben meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfft noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht. uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Troß dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht. Aller Feinde Bündniß trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre trauen ihrer Kraft, ihrem Glück und Ritterschaft; deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich feftiglich. Laß sie werden nicht zu Schand; bleib ihr Helfer und Beistand; sind sie dir doch all bekannt. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns ver föhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wieder bracht das höchste Gut! 4. Sibst auch heut ins Baters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser Mittler und Patron, feine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er feine Bitt abschlägt. Vaters Zorn abwend, der wie lauter Feur jetzt brennt und schier alle Welt durchrennt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, flopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigenthum; deines 6. Zeig ihm deine Wunden roth, red von deinem Kreuz und Tod, und was du mehr haft gethan, zeig ihm unsertwegen an. Sage, daß du unsre Schuld hast bezahlet in Geduld, und erlanget Gnad und Huld. 11. Gürte dein Schwert an die Seit als ein Held, und für sie streit, und zerschmettre deine Feind, so viel ihr auf Erdei seind. Du fannst fie zur Strafe ziehn, leg sie dir zum Schemel hin, und brich ihren stolzen Sinn. 12. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar ver in Kriegeszeiten. brennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 13. Jesu, wahrer Friedefürst, der der Schlangen hat zerkniricht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. J. Heermann. 475 du zubor Israel oft errettet, wenns auf dich gehofft; die Noth auch jeßund wende! Ach nimm von uns die schwere Last, der du uns theur erlöset hast, und uns bald Hülfe sende. Mel: An Wafferflüssen Babylon. 883. Wir wissen nicht, Herr Zebaoth, was wir anfangen sollen. Den Feinden sind wir jetzt ein Spott, die uns verderben wollen. Wir sind ein Schauspiel Jedermann; wer wider uns tritt auf den Plan, der thut die größten Thaten; der Gottlos' darf ganz ohne Scheu mit all den andern jebund frei nach seinem Willen rathen. 2. O treuer Gott, sieh doch darein, wie man bedrängt uns Armen; man zwingt und presset Groß und Klein ohn einiges Er barmen. Dies ist die Zeit, dies ist der Tag voll Scheltens, Trübjal, Noth und Plag, voll Angst und voll Beschwerden. Wir sind jest wie ein fleines Kind, bei dem man keine Kraft mehr findt, wenns soll geboren werden. 3. Mit uns ists aus, o Gott, wo du nicht unsre Sach ausführeft, und schaffest deinen Kindern Ruh, die du dir selbst gebierest. Ach schau doch an, ach höre doch die Seufzer aus dem schweren Joch, das wir jetzt müssen ziehen. Wir schütten aus in deinen Schooß den Schmerz, der uns wird gar zu groß, dem nicht ist zu entfliehen. 5. Du hast vormals die Miſsethat bergeben deinem Bolte; was deckest du denn deine Guad jebund mit einer Wolke? Laß deinem Zorn doch nicht den Lauf. den du vor oft gehoben auf und deines Bolts verschonet. Wenn auch der Feind gefahren fort mit Grimm, Verfolgung, Raub und Mord, hast du ihn abgelohnet. 6. Willst du denn zürnen ewiglich und zwar mit solcher Strafe? Laß ab, laß ab, erbarme dich! Der Wolf zerstreut die Schafe. Nach so viel Elend, Schad und Schand, wollst du, Herr, uns und unser Land in Ruh und Frieden setzen; und hinfort weder Freund noch Feind, uns, die dein Sohn so treu gemeint, geſtatten zu verleben. 7. Steh du mit treuem Rath uns bei, den wir sonst nirgends wissen; auch denen Kraft und Troft verleih, die mit uns leiden müssen. Damit wir allesammt an bir beständig halten für und für, gieb Freudigkeit barneben, daß wir verachten Schmach und Noth, Verlust und Drangsal, ja den Tod, und dir nicht widerstreben. 8. Fes Königs Herz ist alle zeit, o Gott, in deinen Händen, du kannst zu Fried und Einigkeit mit einem Wort es wenden. Wenn alle Welt im Harnisch wär. kannst du ja mitten durch das Meer uns freien Paß bald machen. Du kannst mit deiner starten Hand den Löwen, die vor Grimm entbrannt, zuschließen ihren Rachen. 4. Die Straf ist zwar sehr wohl verschuldt durch unsre schwere Sünden; du aber bist voll Gnad und Huld. Drum dei nen Zorn laß schwinden, der Danklieder nach erlangtem Frieden. 476 9. Das macht uns freudig in der Noth, daß wir nicht gar verzagen. Wir sind dein Volk, du unser Gott, der retten kann von ringen dir glaubensvoll; die Hülf uns dennoch werden soll; du wirst uns, dein Volk, segnen. Die Sonne muß mit ihrem Schein zuletzt doch fröhlich treten ein, sollts Jahr und Tag gleich regnen. 10. Gott Vater in dem höchsten Thron, hilf uns doch bald in Gnaden! O Jesu Christe, Gottes Sohn wend ab Drangfal und Schaden! Oheilger Geist, wir bitten dich, stärk, tröst und rett uns kräftiglich! 3. O Gott, mein Herr, dem Satan wehr, daß er uns nicht bethöre! Gut Polizei und Fried verleih, daß eins das andre ehre. 4. So wollen wir uns für und Wir wolln alsdann erheben, für der Dankbarkeit befleißen, wenn wir sind von dem Dienst- und dich allzeit in Ewigkeit erhejoch frei, Herr, deine Allmacht, I ben hoch und preisen XXXVI. Danklieder nach erlangtem Güt und Treu hier und in je nem Leben. Nach J. Heermann. Mel.: Ach Gott und Herr. Mel.: Ach Gott, thu dich. 885, Dan ankt Gott an allen Enden, der hier von unsrer Stadt den Unfall wollen wenden, so uns erschrecket hat, der uns mit seiner Hülf erscheint und reißet uns gar unvermeint dem Unglück aus dem Rachen, und will nach Trauern machen, daß unser Mund soll lachen. 884. Wohl stehts im Land in allem wenn Fried darin regieret. Der Fried ernährt, Unfried verzehrt; alls Guts der Fried gebieret. 2. Dem Fried nachjag, in Lieb vertrag, wenns nicht sogleich zugehet. Aus Krieg und Streit kommt Herzeleid; Verwüstung draus entstehet. Frieden. wie alles öd ist und verheert: Und dieses waren wir auch werth. Wo gleiche Laster schweben, die müssen endlich eben auch gleichen Ausgang geben. 4. Herr, deine Vatersinnen, die haben hier allein das blutige Beginnen geheißen von uns sein, und dein Verstand hat das gemacht, darauf wir vormals kaum gedacht und herzlich doch begeh2. Was hatten wir zu boffen ret. Jeßt sind wir es gewähret, noch vor gar furzer Zeit, eh, als da wird uns Ruh bescheeret. uns hat betroffen, was uns 5. Schaut hier die Werk des jebund erfreut? DesKrieges grau- Herren, schaut seine Weisheit an, sam Angstgeschrei tam immer der alles weit und fernen nach mehr und mehr herbei. Wer kann Weisheit schaffen kann. Was hier den Jammer sagen, das Unglück der Mensch kaum kann absehn, und die Plagen, die uns vor muß auf sein bloßes Wort geAugen lagen? schehn; er kann die Herzen zwingen, und die auf Unruh dringen, mit Macht zum Frieden bringen. 3. Schaut nur an andern Orten, was Kriegen mit sich bringt, wie hier das Feur zur Pforten, und da das Schwert eindringt, 6. Ach Herr, du wirst vergön Danklieder nach erlangtem Frieden. 477 nen, daß wir der süßen Ruh| weggeraffet. Es hat die Vaternoch künftig brauchen können, bis hand uns deine Gnadenthür jetzt auf das Ende zu, wenn das, was wieder aufgethan. Herr Gott, noch in Zwietracht steht, im Feuer wir danken dir! endlich untergeht, da du ohn Maß der Zeiten uns wirst aus allem Streiten in Friedenshäuser leiten. D. M. Behemb. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den frommen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast. Gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Mel.: Nun danfet alle Gott. 886. Herr Gott, dich loben Herr Gett, wir danken dir! wir. Regier, Herr, unfre Stimmen; laß deines Geiftes Glut in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 8. Herr Gott, wir danken dir, und bitten, du wollst geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frand 2. Herr Gott, dich loben wir. Wir preisen deine Güte, wir rühdeine mit Gemüthe. Es steiget unser Lied 887. bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir für deine große Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier. Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jezt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß undSchwert zerbrochen und zerschlagen. Die Noth ist nun vorbei; darum so fingen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft Mel.: O Welt ich muß dich. Alten und ihr Jungen, erhebet eure Zungen, lobt Gott mit süßem Klang! Den Himmelskönig preiset, der uns den Fried jetzt weiset, gebt seinem Namen Ehr und Dank! 2. Du Vaterland beschweret, von Feinden ausgezehret, verwüstet hier und da, lob Gott! Den Krieg er endet und alles Unglück wendet; von Herzen sing: Halleluja. 3. Ihr, die vordem geplaget, von Haus und Hof gejaget, seid dankbar immerdar! Der Feind mit Schwert und Bogen ist nunmehr abgezogen; nehmt wieder ein, was euer war. 4. Der Krieg ist weggenommen, der Fried ist wiederkommen, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Jetzt scheinet uns die Sonne und bringt nach Trauern Wonne; drum lobet Gott mit höchstem Fleiß! 6. Groß sind, Herr, deine Gaben, die wir empfangen haben von deiner milden Hand zu vie Lieder 478 len tausendmalen kann man bir nicht bezahlen, was du uns allen zugewandt. 7. Wir bitten deine Güte, den Frieden uns behüte, Herr Gott, zu unsrer Zeit. Wir wollen dafür oben mit allen Engeln loben dein Ehr und große Herrlichkeit. Georg Beruer. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Jun Gott, wir loben 888. Nich und danken ewiglich, daß du mit unsern Plagen Mitleiden hast getragen, und uns in diesem Leben noch Frieden wieder geben. 2. Hilf doch durch deine Treu, XXXVII. Lieder in Krankheitsdaß er beständig sei; laß uns in unsern Jahren den Krieg nicht mehr erfahren; laß uns in Frie: den sterben, die Himmelsruh ererben. 3. Dein Geist uns lehre auch des Friedens rechten Brauch, daß uns die Friedenszeiten zur Bus und Bessrung leiten, und wir durch neue Sünden nicht neuen Krieg entzünden. 4. Herr Gott, dies alles nun wollst du aus Gnaden thun; laß es sein Ja und Amen. Alsdann wir deinen Namen hier und im Himmel droben obn Ende wollen loben. zeiten. 889. Ach Gott, in Gnaden| nen, da mir dein Tod um Herzen uns wend große Kreuz und groß Elend, damit wir sind umgeben gar, und stehn all Augnblick in Gefahr. 2. Behüt uns, deine Kinderlein um Christi, unsers Herren Bein, vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Noth. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund. " 890. Bewährter Arzt der tranten Seelen, ich bin gesund und frank nur dein. Dir will ich mich allein befehlen, du sollst mein Arzt, mein Helfer fein. Die Krankheit muß mir Heilkraft geben; ja noth und Tod ist lauter Leben, wenn nur in dir mein Glaube lebt. Was noch so schädlich mir geschienen, das muß mir doch zum Besten die 2. Ich halt es nur für Liebeszeichen, was du mir aufgeleget hast. Laß mich nur deinen Zweck erreichen, und segne diese Liebes: last, daß sie noch mehr das Fleisch erdrücke, der Geist hingegen sich erquicke und in der Heilgung weiter geh. Denn ich will doch auf dieser Erden noch immer mehr erläutert werden, bis ich wie rei3. In dieser Noth ach laß uns nicht; wend von uns dein Zorn und Gericht, daß dir lobsingenes Gold besteh. unser Mund für deinen Schuß aus Herzensgrund. B. Ringwald. 3. Gieb nur Geduld bei allen Schmerzen; und läßt der Schmerz den Schlaf nicht zu, so gieb doch stets dem armen Herzen in deinen Wunden Fried und Ruh, mich dir gelassen zu ergeben, es geh zum Sterben oder Leben. Laß nur dein Blut mein Labial sein, und halte mich zu allen Stunden in dir bereit und rein erfunden, so bin und bleib ich ewig dein. 4. Ich habe wohl sehr viel verbrochen, auf taufend weiß ich nicht ein Wort; doch du baft in Krankheitszeiten 479 ten mögen. 6. Führ ich gleich himmelein, Gott wird zugegen sein; könnt ich, mich zu erretten, auch in die Hölle betten, das letzte Meer erreichen, ihm werd ich nicht entweichen. Gnade mir versprochen. Dein| schneller regen, als Menschen den Kreuz, Herr, ist der Zufluchtsort, wohin die größten Sünder eilen; du willst all ihr Gebrechen heilen und deckest alle Schulden zu. Die sich nur selber richten können und gläubig dich den Heiland nennen, die finden Hülfe, Gnad und Ruh. 5. Ich sehe nichts als lauter 7. Ich weiß in dieser Noth ein Sünde, nichts Gutes, kein Ver- Schußwehr gegen Tod: Daß wir dienst an mir, wie ich mich an mir selber finde. Jedoch ich bin gerecht in dir und sterb auf dein Verdienst und Leiden; das soll mich um und um bekleiden, in dem will ich zum Vater gehn. Ich will mit deinem Blute prangen, an deiner Gnad alleine hangen; so werd ich im Gericht bestehn. uns Gott ergeben, wir sterben oder leben, durch wahre Buß ihn stillen und leiden seinen Willen. 8. Und hieran halt ich mich. Erbarm, Gott, meiner dich! Komm meinen Missethaten mit deiner Gunst zu statten; ich bin nicht werth der Erden, und dein genannt zu werden. 9. Mach mein Verbrechen gut durch Jesu Christi Blut, der unfrer Sünden wegen im Grab bat tobt gelegen, und uns von ihren Banden befreit, da er erstanden. 10. Und weil ich diese Zeit weiß nirgends Sicherheit, wollst du sie mir verstatten, Herr, unter deinem Schatten. Sei meine Burg und Stärke, wenn ich mein Urtheil merke. 11. Dies trau ich, Herr, dir zu, drum sei jetzt meine Rub! Laß andrer Leute Schrecken nicht Furcht bei mir erwecken. Denn was hat der zu sorgen, den du bei dir verborgen? 12. Würd ich denn heimge sucht mit dieser deiner Zucht, gieb mitten in den Schmerzen Geduld und Kraft dem Herzen. Wenn alles tritt von weiten, so steh du mir zur Seiten. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 891. Bei dieser Sterbens noth flieht alles vor dem Tod; wir meinen schier mit Haufen dem Tode zu entlaufen. Wohin soll ich doch eilen vor feinen scharfen Pfeilen? 2. Es ist des Höchsten Ruth auf unfern Uebermuth, die soll uns alle strafen, die Hirten mit den Schafen; sie hat uns längst gedreuet; wer hat sich groß geſcheuet? 3. Nun sie mit allem Recht uns trifft, die bösen Knecht, und ich wollt tnechtisch fliehen, mich meiner Straf entziehen, so möch ten Gottes Plagen mich noch viel härter schlagen. 4. Ein Kind, das seine Schuld läßt strafen mit Geduld und kommt der Ruth entgegen, kann Eltern noch bewegen; das aber Zucht will meiden, wird doppelt Streiche leiden. 5. Und wo verberg ich mich? Läßt Gottes Eifer sich in aller Welt nicht finden? Er kommt zu vor den Winden und kann sich 13. Sprich in der letzten Bein Trost meiner Seelen ein. Dein Geist mög mich vertreten, wenn ich nicht mehr kann beten. Laß mich auf Christi Leiden getrost von hinnen scheiden. 14. Wie felig werd ich sein, Lieder 480 hüllt mich das Grab gleich ein, und ich vor allem Jammer fein ichlaf in meiner Kammer und höre kein Getümmel, fiel auch gleich ein der Himmel. 15. Thu, was dein weiser Rath. o Gott, beschlossen hat mit mir in meinen Sachen. Nur laß mich fleißig wachen und allzeit sein erfunden in einer selgen Stunden. Simon Dach. Abendlied eines Kranken. Mel.: Hüter wird die Nacht. * 892. Cr Schäflein, Chrifti schlaf in Friede, du bist müde! Er ist nicht entfernt, dein Freund; und die dunkle Nacht der Leiden wird sich scheiden, wenn sein göttlich Licht erscheint. 2. Laß dir nur den theuren Glauben Niemand rauben, und verharre im Gebet. Schlafe und dein Herze wache; deine Sache in des Vaters Händen steht. 2. Ich ist eben. muß beim! Der Weg Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ist es gleich ein schmaler Steg, der zum Haus des Vaters führet, ist der Weg doch eine Bahn, drauf man nicht verirren kann, wenn man ihn nicht gern verlieret. Ihn bescheint des Lebens Licht; wer drauf wandelt, stirbet nicht. 4. Zu ihm fröhlich einzugehen, wenn ers für mich gut erkennt, will ich seinen Namen flehen. den man nie vergeblich nennt: Jesu, hilf, daß ich doch möge fröhlich aus der Welt hinaus und ins ewgen Vaters Haus auf dem rechten Lebenswege sterbend gehn, weil dies nur die Kraft verzehrt. ich bitte dich: Wenn ich sterbe, 3. Jesu, gieb in dunklen Wegen deinen Segen, weil die Nacht der Trübsal währt. Laß mich alles willig tragen, statt zu flagen, 4. Gottes Friede hält die Sin- hole mich! Chr. v. Pfeil. nen bei dir drinnen. Ja bewahr Mel.: Sollt ich meinen Gott. 893. Sollt ich nicht mit nicht sterben. Jesus tommt und 3. Er stirbt nicht und kann holet ihn. Das verheißne Reich zu erben, nimmt er ihn jetzt zu sich hin. Jesus kommt zu ihm hernieder, und er kommt zu ihm hinauf. O wer freut sich nicht darauf, wenn einmal das Haupt die Glieder, wenn sein Schlaf der gute Hirt zu ihm selber nehmen wird. mein Herz und Sinn, daß die Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Nacht durch deine Gnade mir" 894. 11nter Leiden prägt schade, bis ich ganz im Lichte bin. Dr. Chr. Fr. Richter. Meister Seelen, in die Geister sein allgeltend Bildniß ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des fünftgen Schöpfer auf dem der Leiden aus dem Jammerthal hinaus, von dem Leib des Todes scheiden? Sollt ich nicht ins Vaterhaus lieber in dem Erbe wohnen, das für mich durch Jesum Christ rechtsgemäß erworben ist, als noch in Egypten frohnen? Weg mit Erden, Thon und Leim! Laßt mich los, denn ich nuß heim! 2. Leiden bringt empörte Glieder endlich zum Gehorsam wieder, macht sie Chrifto unterthan, daß er die gebrochnen Kräfte zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern fann. 3. Leiden sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt; ist wie in Krankheitszeiten. eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemüthes Ordnung hält. 4. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Palm der Ewig feiten lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, wo die felgen Palmenträger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 481 nen, die uns Brüder, Schwestern nennen, sein durch ihn von uns gegrüßt! 12. Jeju, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da auch uns nach treuem Ringen beim zu dir auf lichten Schwingen eine Schaar der Engel trägt! C. F. Hartmann. 5. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte zu* dem Schlaf in kühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Todten zum Empfang des Lebens ruft. 6. Leiden macht im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, findlich; Leiden, wer ist dei ner werth? Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde, die nicht Jedemwiderfährt. 7. Brüder, solche Leidensgnade wird in mannigfachem Grade Jefu Jüngern fund gemacht, wenn mancher Schmerz durchwühlet, wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. sie 8. Wenn auch die gesunden Kräfte zu des guten Herrn Geschäfte wurden willig sonst ge= weiht, o, so ists für sie kein Schade, daß sie ihres Führers Gnade läutert in der Prüfungszeit. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. " 895. Wie elend müßt ich sterben, wie würde mein Verderben so unvermeidlich sein, wenn auf dem Sterbebette wäre Jesus nicht auch mein. ich keinen Heiland hätte, und 2. Nun ist das Heil erworben, Jeſus für uns gestorben, der ohne Sünde war. Da ward, weil er ſein Leben für Sünder hingegeben, die Liebe Gottes offenbar. 3. Das ist ein Trost der Kranfen, daß man sich in Gedanken ſtets des Versöhners freut. Der Glaube kann ihn halten, läßt Gottes Gnade walten, die bleibet bis in Ewigkeit. 4. Herr laß mein Sterbebette mir eine Ruhestätte bei deinem Kreuze sein! Dein blutiges Verfühnen laß mir zum Trostgrund dienen, so geh ich zu dem Leben ein. P. F. Hiller. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu seinem Herzen immer liebender hin= Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Psalm 91. an, und um eins nur fleht es ſehn896. Wer unterm Schirm mache deinem ähndes lich, daß ich mit dir leben kann! 10. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, welch ein Meer vollGottesfrieden droben ihm bereitet sei? 11. Dann ist er bei jenen Schaaren, die zu Jefu heimgefahren, die sein ewges Licht um der ist sehr wohl bedecket. Wenn alles donnert, kracht und blißt, bleibt sein Herz ungeschrecket. Er spricht zum Herrn: Du bist mein Licht, mein Hoffnung, meine Zuversicht, mein Thurm und starke Veste. Du rettest mich vons Jägers Strick, und treibst des Todes Macht zurück, und schüßest mich aufs Beste. fließt Alle, die uns droben ten- 2. Frisch auf, mein Herz! Gott 31 Lieder in Krankheitszeiten. 482 stärket dich mit Kraft auf allen Seiten. Schau her, wie seine Flügel sich ganz über dich ausbreiten! SeinSchirm umfängt und deckt dich gar; sein Schild fängt auf, was hier und dar von Pfeilen fliegt und tobet. Der Schild ist Gottes wahres Wort; der Schirm ist, was der starke Hort versprochen und gelobet. gebret mein, so will ich ihm beispringen; er kennet meines Namens Zier, drum will ich ihm auch nach Begier mein Hülf und Rettung bringen. 7. Er ruft mich an, so will ich ihn ganz gnädiglich erhören. Wenn sein Feind auf ihn aus will ziehn, jo will ich stehn und wehren. Ich will ihn reißen aus 3. Wenn dich die schwarze| dem Tod, ich will ihn nach Nacht umgiebt, kannst du fein erlittner Noth mit großer Ghr sicher schlafen. Des Tages bleibst ergößen. Ich will ihn machen du unbetrübt von deines Fein- lebenssatt, und, wenn er gnug des Waffen. Die Best, die in gelebet hat, ins ewge Heil verdem Finstern schleicht und die feßen. des Mittags umher freucht, wird Paul Gerhard. von dir abgeführet. Und wenn gleich tausend fallen hier und zehentaufend hart bei dir, bleibst 897. Gott Lob, daß ich ſo doch in 4. Hingegen wirst du Lust und Freud an deinen Feinden sehen. wenn ihnen alles Herzeleid vom Höchsten wird geschehen. Wer Gott verläßt, wird wiederum verlaffen und mit großem Grimm zu seiner Zeit geschlagen. Du aber, der du bleibst bei Gott, findst Gnad und darfft in feiner Noth ohn Hülf und Trost verzagen. 5. Kein Uebel wird zu deiner Hütt eingehn und dir begegnen. Gott wird all deine Schritt und Tritt auf deinen Wegen fegnen. Denn er hat seiner Engel Schaar befohlen, daß sie vor Gefahr dich ganz genau bewahren, daß dein Fuß möge sicher sein, und nicht vielleicht an einem Stein zu deinem Schaden fahren. Danklied. Mel.: Wer nur den lieben. 6. Du wirst auf wildem Löwen stehn und treten auf die Drachen; du wirst ihr Gift und starte Zähn in deinem Sinn verlachen. Das macht, daß Gott will bei dir sein; der spricht: Mein Knecht be wahrem Glauben meinen Gott! Ich bin nun durch sein Liebeswalten befreiet von der Krankheit Noth, und steh gesund da und mein Haus. Wie sprech ich Gottes Gite aus? 2. Die Seuche hat viel hingerissen an diesem und an jenem Ort, uns aber hat sie laſsen müssen ganz unberühret immerfort. Daraus man sieht, wie viel es nütt, wenn Gottes Hand uns deckt und schützt. 3. Gott, unser Helfer, sei ge lobet, daß du der Krankheit Macht und Wuth, die so sehr bei uns hat getobet, nur haft gebraucht zu unsrer Ruth, daß wir von solcher frei und los, gesund noch sind in deinem Schooß. 4. Wir fallen dir in deine Arme und sagen alle Bessrung zu. Ach ferner unsrer dich erbarme, sei unser Schutz und Hülfe du, und nimm bei Tage und bei Nacht als wie dein Auge uns in Acht! In Landplagen. XXXVIII. Jn Landplagen. In Die Litanei in Reimen. Mel.: Bater unfer im Himmelreich. 898. Got Bater in dem Himmelreich, Gott Sohn, Gott heilger Geist zugleich, du heilige Dreifaltigkeit, ein einger Gott von Ewigkeit, auf dein Zujag wir bitten dich, wollst uns erhören gnädiglich. 2. Ach lieber Gott, unser verschon, nach unserem Verdienst nicht lohn; erbarme dich nach deiner Gnad; Leib, Ehr und Gut behüt vor Schad. Sei gnädig uns und hilf uns, Herr; verlaß uns, dein Volk, nimmermehr. 3. Behüt uns vor des Satans Tück, daß er uns nicht mit List berück; wend ab von uns sein feurig Pfeil, hilf, daß er uns nicht übereil. Ach lieber Gott, verlaß uns nicht, wenn uns die arge Welt ansicht. 4. Behütuns, Gott, durch deine Hand vor rrthum, Laster, Schuld und Schand, vor Krieg, Haß, Feindschaft, Gift und Neid, vor Wasser, Feur und theurer Zeit, vor Bestilenz, Krankheit geschwind, vor Ungewitter, schädlichem Wind. 5. Behüt uns, Herr, in aller Noth, bor einem bösen schnellen Lod. Vor allem, Herr, verlaß uns nicht, wenn wir kommen vor dein Gericht, und vor des ewgen Tods Gefahr, ach, lieber Gott, auch uns bewahr! 483 ner dein, die du gegeben der Gemein; zum Wort gieb deinen Geist und Kraft, daß es Furcht bring und bei uns haft. 8. In dein Ernt treu Arbeiter send, Sekten und Keßerei abwend, tilg aus all Rotten, falsche Lehr, und allen Aergerniffen webr; auch die noch irren bring zurecht, und leit sie auf der Wahrheit Weg. 9. Ach stürz durch dein gewaltge Hand, die deinem Wort thun Widerstand, und vor des Türken groß Gewalt dein Reich und arme Kirch erhalt, die sich hier leiden muß auf Erd, ihr Blut vor dir ift theur und werth. 10. Beschüß auch unser Leib und Gut, wend ab all Aufruhr, Krieg und Blut; den Königen, Fürsten und Herrn gieb Guad, daß sie ja recht regiern, auch daß sie halten Fried allzeit, sich hüten vor Zwietracht und Streit. 11. Gieb unserm König Sieg und Glück, brich seiner Feinde Macht und Tück, beschüße unsern Landesherrn; mit Segen wollst auch reichlich mehrn die Stadt, den Rath und ganz Gemein; die laß dir all befohlen sein. 12. Den Christen all, die in Gefahr, mit Hülf erschein, sie stets bewahr, tröst und erhalt die Herzen der'r, die du heimsuchst mit Aengsten schwer; die Warsen schüß mit deiner Hand, die Wittwen tröst in ihrem Stand. 6. Wir armen Sünder bitten mehr, o Jesu Christ, du lieber 13.DieSäugendenundSchwanHerr, hilf uns durch dein heil- gern all, die Kinder schüße vor am Geburt, dein Auferstehn und Unfall; hilf allen, die schwach Himmelfahrt; durch deinen Tod sind und krank, daß ihre Hoffund theures Blut mach allen nung ja nicht want; mach sie an unfern Schaden gut. ihrer Seel gesund, und tröst sie in der letzten Stund. 7. Dein heilig Kirche führ, o Herr; behalt im Wort und reiner Lehr und Heiligteit die Die14. Gott Vater der Barmhersigteit, mit deinen Engelein ge= 31* 484 In Landplagen. leit den Seefahrer, die Reisenden, Treue dein mit Troft und Ret hilf, daß es ihn'n wohl möge gehn; in allem Unglück und Gefahr sie gnädiglich allzeit bewahr. tung uns erschein. Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht nach unsrer That. Wohn uns mit deiner Güte bei; dein Born und Grimm fern von uns sei! 15. Ach lieber Herre, gieb Geduld den'n, die da leiden ohne Schuld, und rett sie aus der Feinde Händ, ihr Elend und Ge= fängniß wend; tröst die auch in der letzten Noth, die man vom Leben bringt zum Tod. 4. Warum willst du doch zornig sein über uns arme Würmelein? Weißt du doch wohl, Erlöser werth, daß wir nichts sind als Staub und Erd. Es ist ja vor deinm Angesicht unsre Schwachheit verborgen nicht. 16. Auch alln, die unsre Feinde sind, vergieb ihr Missethat und Sünd; gieb, daß wir ihn'n auch gern vergebn, mit jedem Menfchen friedlich lebn. Hilf, daß all Sünder sich bekehrn, von Herzensgrund dein Gnad begehrn. 5. Die Sünd hat uns verderbet sehr; der Teufel plagt uns noch viel mehr; die Welt auch unser Fleisch und Blut uns alle zeit verführen thut. Solch Elend dem Land gieb uns durch deine kennst du, Herr, allein. Ach, laß milde Hand; vor Frost und Ha- uns dir befohlen sein! 17. Ach Herr, die Früchte auf gel sie bewahr, gieb uns ein se- 6. Gedenk an deines Sohgensreiches Jahr. Erhör uns, nes Tod, sieh an sein heilge lieber Herre Gott, erhöre uns in Wunden roth! Die find ja für aller Noth! die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Deß trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmberzigkeit. 18. O Jesu Christ, wahr'r Gottes Sohn, o Jesu Christ, du Gnadenthron, o Jesu Christ, du Gotteslamm, das der Welt Sünde trug und nahm, erbarm dich unser allezeit, gieb Fried und ewge Seligkeit! Mel.: Vater unser im Himmelreich. 899. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die fchwere Straf und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl berdienet haben allzumal. Be= hüt vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht! Wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die 7. Leit uns mit deiner rechten Hand; gesegne unsre Städt und Land! Gieb uns allzeit dein heilges Wort: behüt vors Teufels List und Mord! Bescheer ein jeligs Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein! Martin Moller. In eigener Melodie. 1. Moj. 18, 23. 900.großer Gott von Gütigkeit, willst du das ganze Land strafen mit Grimmigkeit? Vielleicht möchten noch Fromme sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wolleft du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 2. O großer Gott von Ehr, dies ferne sei von dir, daß Bös und Fromm zugleich die strenge In Landplagen. 485 Straf berühr; der möchten etwa drum wollest du verschonen, uns funfzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werfen lohnen. nicht nach Sünden lohnen. Balth. Schnurr. 3. großer Gott von Rath, laß die Barmherzigkeit ergehen, und halt ein mit der Gerechtigfeit; der möchten fünf und viersig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werfen lohnen. 9. O großer Gott von Treu, weil vor dir Niemand gilt, als dein Sohn Jesus Christ, der dei nen 3orn gestillt: so sich doch an die Wunden sein, sein Marter, Angst und schwere Pein; um seinetwillen schone, uns nicht nach Sünden lohne. Jeremias Weber. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 4. D großer Gott von Stärt, 901. Bend ab deinen Zorn, schau an das arme Land, und wende von der Straf dein aus gestreckte Hand; der möchten etwa vierzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werten lohnen. lieber Gott, mit Gnaden und laß nicht wüthen deine blutge Ruthe! Richt uns nicht streng nach unsern Missethaten, sondern nach Güte! 2. Denn so du wolltest nach Verdienste strafen, wer könnte deinen Grimm und Zorn ertragen? Alles müßt vergehn, was du hast geschaffen, vor deinen Plagen. 5. O großer Gott von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der möchten etwa dreißig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 6. O großer Gott von Gnad, erhör auch diese Stimm, und in deinm hohen Thron das Seufzen tief vernimm; der möchten etwa wanzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werten lohnen. 7. O großer Gott von That, schau, wie die arme Erd von deiner Mildigkeit noch einen Wunsch begehrt; der möchten etwa zehen fein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 8. Ogroßer Gott von Lob, wenn ja das Maaß erfüllt der Sünden, und aus Zorn uns 3. Vergieb, Herr, gnädig unfre große Schulde! Laß über das Recht deine Gnade walten, denn du verschonst nach deiner großen Hulde, uns zu erhalten. 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd, Schwachheit, Noth und Tod beladen. Warum sollen wir gar zu nichte werden im Zorn ohn Gnaden? 5. Sieh an deins Sohnes Kreuz und bitter Leiden, der uns erlöset hat in seinem Blute, auch eröffnen lassen sein Herz und Seiten der Welt zu gute. 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben; dein Gnad und Geist durch Christum wolleſt geben! Mach uns, sammt ihm, des Himmelreiches Erben, mit dir zu leben. B. Ringwaldt. In theurer Zeit. ganz berderben willt; so möchMel.: Warnm betrübst du dich). ten doch die Kinderlein thun 902. Barmherziger, grunds nach dem rechten Willen dein; 486 Bitten um fruchtbares Wetter. fich doch an die große Roth, die guß und aus der Erden manuns liegt auf dem Hals; es dhen Fluß. drücket uns die Theurung sehr, der Hunger wächst je mehr und mehr. 2. Wie Erz und Eisen, Stein und Sand ist nunmehr fast das ganze Land; der Vorrath ist hinweg. Die armen Leut verschmachtet gehn, die Vorrathshäuser wüste stehn. 3. Du hast die Sünder heimgesucht, die Arbeit unsrer Händ berflucht, wie du gebräuet hast. Es fühlt der Vater mit dem Kind, was wir verdienet mit der Sünd. 4. Ach Herr, fieh an die große Noth, entzieh uns nicht das täglich Brod; schütt deinen Segen aus. Du bist ja unire Zuberficht, drum bitten wir: verstoß uns nicht! 7. Du bringest in der Hungersnoth aus bloßer Erde Wein und Brod, das unser Herz erfreut; du giebest Fische, Fleisch und Mark, so daß wir werden fett und start. 8. Herr, öffne doch dein Wolkenhaus, und schütte reichen Segen aus; beweis jetzt deine Kraft, die so viel hunderttausend Mann wohl eh in Noth gesehen an. 9. Du bist ja noch derselbe Gott, auf dessen Winken und Gebot der Acker fruchtbar wird; theil aus den Segen weit und breit in dieser hochbedrängten Zeit. Mel.: Ach Gott vom Himmel sieh. 903. A Herre, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Menschen und Vieh traurig sein. Wenn du zuschleußt den Himmel dein ( wenn du nicht giebest Sonnenschein), so müssen wir verschmachten. 10. Nimm auch in dieser Hungeranoth die Krast nicht von dem lieben Brod; ach sättge unsern Leib. Verleihe, daß auf dein Befehl sich mehre das Korn, Brod und Mehl. 5. Du bist von allmachtreicher Kraft, der allem Vieh sein Futter schafft, und sein Geschöpf erhält; den blauen Himmel deckest du mit fegensreichen Wolken zu. 11. Nun, du bist Gott von Alters her, drum diese Bitte uns 6. Du läsfest wachsen Laub und gewähr; gieb christliche Geduld, Gras, du machest Berg und Thä- auch Nothdurft hier in dieser ler naß, du giebeft milden Thau, Beit, bis du uns bringst zur vom Himmel auch den Regen- Seligkeit. XXXIX. Bitten um fruchtbares Wetter. dir, bu werdest Hülf verleihen. Gieb Regen und den Willen dein ( Klarheit, Herr und Sonnenschein) zu deines Namens Ehr allein, Herr unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens wil len. Wir bitten dich aus Herzens Grund, eil unsre Noth zu stillen vom Himmel mit dem Regen dein ( Sonnenschein); denn dein ist ja der Himml allein, ohn dich kann es nicht regnen( die Sonn nich 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu scheinen). Bitten um fruchtbares Wetter. +487 4. Gs steht bei teinem Göben von uns abgewendet? Willst du nicht, daß er sollt Regen( Klarheit) uns und unser Land mit den geben; den Himmel hast du zuge- viel bedrängten Plagen ganz und richt, darinnen du willstschweben. gar zu Boden schlagen? Allmächtig ist der Name dein; solchs alles kannst du thun allein, Herr, unser Gott und Tröster! Nic. Heermann. Mel.: Kommt her zu mir. 904. Ach starker Gott wend von uns nicht dein gnadenreiches Angesicht, und nach Verdienst nicht strafe; verwirf uns doch nicht ganz und gar, in dieser Angst nimm unser wahr, getreuen Beistand schaffe. 2. Der Himmel ist verdunkelt ganz, es ist der hellen Sonne Glanz mit Wolken ganz be decet; der Regen unaufhörlich träuft, dadurch das Land wird fast ersäuft, viel Krankheit auch erwecket. 3. Des Feldes Früchte leiden Noth, wo wollen wir denn nehmen Brod, wenn selbe ganz verderben? Ach habe, Herr, mit uns Geduld, und straf uns nicht, wie wirs verschuldt, laß uns nicht Hungers sterben. 4. Es ist ja nichts mit unsrer Stärk, es sind auch aller Menschen Werk umsonst ohn deinen Segen; drum laß ja nicht zu Grunde gehn die Früchte, die wir vor uns sehn, durch allzugroßen Regen. 2. Warum willst du, Gott der Götter, über uns so zornig sein? Ach was sind wir? Stoppeln, Blätter, Würmer, Schaum, ein bloßer Schein; laß doch unsre beißen Zähren deinen Born in Gnade kehren. 3. Sich, o Herr, das Feld muß trauern, weil es nicht getränfet wird; unsre Necker sind wie Mauern, es ist Alles ausgedörrt; unsre Gründe sind ganz trocken, und die Saat will bleiben stocken. 4. Ist der Himmel denn verschlossen? Soll auf unsrer Felder Au nicht mehr werden ausgegossen milder Regen oder Thau? Nichts mehr unser Feld ergößen? Nichts mehr unsre Saat beneben? 5. Soll das Land nun Eisen werden? Soll das Feld nun öde stehn? Sollen wir sammt unsern Heerden gar verschmachten, gar vergehn? Ach Herr, laß dich doch bewegen, laß doch deinen Zorn sich legen. 6. Denke doch an deinen Bogen, den du in die Luft gestellt, als du deinen Bund vollzogen nach der Sündfluth ersten Welt. Du, Herr, hast noch nie gebrochen, was du damals hast versprochen. Mel.: Herr Christ, der einge. 905. Das Land wollest du mit dei7. Ja, du hast mit deinem Segen uns zu jeder Zeit beschenkt, haft mit früh- und spätem Regen unser dürres Land getränkt. Denn dein Wort bleibt ewig stehen, muß gleich Erd und Luft vergehen. nem Segen reich, und sein Gepflügtes tränken, mit Regen machen weich, daß sein Gewächs es gebe zur Nothdurft diesem Leben; mir wolln dir dankbar sein. Vinc. Schmuck. Mel.: Herr ich habe mißgehandelt. ott, deß Güte sich 8. Drum, o Herr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt er906. du wirst Felder du denn die Vaterhand gänzlich bauen und derselben Früchte 488 Bitten um fruchtbares Wetter. mehrn, du wirst uns mit Fülle nem Zorn, gedenk an deine Güite; peisen, daß wir dich drum wer- den Weinstock und das liebe den preisen. Korn uns gnädiglich behüte vor Hagel, Frost, Sturmwind und Schlag, vor Mehltau und was Joh. Frand. Mel.: In allen meinen Thaten. 907. Herr, willst du nicht schaden mag den Früchten ins. gemeine. 5. Vor großer Dürre uns bewahr; vergieb uns unsre Sünde, damit nicht etwa mit Gefahr das Wetter was anzünde. Halt auch das Erdreich nicht zu naß, auf daß wir mögen Scheun und Faß durch deinen Segen füllen. 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand jetzt thut gar reichlich weifen, und thu damit im ganzen Land all Creaturen speisen. So wird dich loben Groß und Klein, die Alten und die Kinderlein, und was auf Erden lebet. einst lassen scheinen, an dem du gnädig bist? Soll denn das stete Flehen dir nicht zu Ohren gehen? Erhöre uns, Herr Jesu Christ. 2. Laß ab, laß ab zu strafen die Hirten sammt den Schafen, gieb, daß die Sonne schein. Ach laß dich, Gott, bewegen, nimm weg den steten Regen, auf daß wir wieder dankbar ſein. 3. So soll von allen Zungen dir werden Preis gesungen, dein Name sein erhöht; dein Lob wird hoch erklingen, dich wird man froh besingen, so lange diese Erde steht Bh. v. Zesen. Mel.: Wo Gott der Herr nicht. 907. O Herr Gott, der du deiner Schaar haft zugesagt auf Erden, daß sie von dir soll immerdar im Kreuz geröstet werden, dazu auch unser täglich Brod sammt Rettung aus der Angst und Noth ganz reichlich überkommen. 2. Gieb reine Luft, warm Sonnenschein, gieb Thau und fruchtbarn Regen, damit die Früchte wachsen fein durch deinen milden Segen, die hier zu Lande früh und spat der Ackersmann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Ohn dich so ist all seine Kunst, Fleiß, Arbeit und Ver mögen vergebens, wo du deine Gunst nicht geben wirst zum Pflügen, und allen Samen wecken auf, daß er wohl reif und seinen Lauf mit gutem Gwinn erlange. 4. Herr, straf uns nicht in dei7. Wir trauen dir, o Herre Gott, dein Gnade laß uns walten; du weißt gar wohl, was uns ist noth, hast lange hausgehalten, und wirst noch ferner so regiern, daß man wird deinen Segen spürn und deinen Namen preisen. B. Ringwaldt. Mel.: Ach Gott vom Himmel. 909. Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen fannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erden neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verfehrtes Leben, jo deinen Zorn entzündet hat, daß Danklieder für das fruchtbare Wetter: 489 dein Herz und deine Freundlichkeit? Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel M. Schirmer. wir in Nöthen schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns haft versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit und auf Erden. XL. Danklieder für das fruchtbare Wetter. Mel.: Nun freut euch, lieben. 910. 2 Herre Gott, wir preisen deinen Namen, daß du uns haft so gnädiglich unser Gewächs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm. höchster erbarm und ner uns bedenke. 2. Gieb fruchtbarn Regn und Sonnenschein zu rechter Zeit und Stunden, daß unser Land mit Früchten fein erfüllet werd gefunden. Krön du das Jahr mit deinem Gut, halt unser Feld in guter Hut, und unsre Furchen tränke. 3. Du weißt ja, daß wir deine Kind und hochgeliebte Erben, dazu deins Sohnes Brüder sind; drum laß uns nicht verderben. Behüt uns, Herr, vor Hungere noth, und gieb uns unser täglich Brod aus reichen, milden Gnaden. Spott zu Ehren deinem Namen. Beschüß vors Türken Tyrannei, vors Mord und gerei durch Jesum Christum, Amen. Mel.: Allein Gott in der Höh. 911. Auf, Chriſtenherz, auf, säum, laß uns den Höchsten loben! Gott sucht sein Land in Gnaden heim, er wässert es von oben; er tränfet seine Furchen jetzt, er giebt dem Lande, was ihm nüßt, durch einen gnädgen Regen. 2. Gott, du erhörst uns für und für, das Lob wird dir ge geben; drum kommet alles Fleisch zu dir, daß es erhält sein Leben. Du bist und bleibst der Helfersmann, du hast uns auch jetzt Hülf gethan; dein Name jei gepriesen! 3. Krön fort das Jahr mit deinem Gut; schüß das Gewächs auf Erden; erfreue unser Herz und Muth; laß, was uns nißet, werden! Zu rechter Zeit gieb Sonnenschein, zur rechten Zeit send Regen ein, schenk fruchtbares Gewitter! 4. Wenn du aufthust dein milde Hand, so stehet alls im Segen; wenn du gnädig anschaust das Land, so neiget sich der Regen; wenn du aufthust, so sammeln wir; wenn Schutz und Schirm herfommt von dir, mag uns kein Unglück schaden. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 912. Nun ist der Regen hin, wohlauf, mein Herz 5. Behit uns auch, o treuer Gott, mit allem unsern Samen und Sinn. Sing nach betrübtem vor aller Feind Gewalt und Leiden Gott, deinem Herrn, mit 490 Bei großem Freuden! Gott hat sein Herz ges kehret und unsre Bitt erhöret. 2. Sein Zorn war sehr entbrannt auf uns und unser Land. Er sprach: Ihr Menschenkinder, ihr seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmelslicht sein flares Angesicht in schwarze, trübe Decken und dunkle Wolken stecken, und für das helle Scheinen nur immer zu euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzers Stimm; das ewige Gemüthe dacht an sein erge Güte, und ließ auf unser Schreien ihn seinen Zorn gereuen. 5. Die Wolken floben weg; der feuchten Winde Steg, daher die Wasser flossen, nahm ab und ward verschlossen; des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauerzelt! Steh auf und laß nun wieder die süßen Sommerlieder zu deines Schöpfers Chren mit Lust und Freuden hören! 7. Sieh hier der Sonnen Zier geht wieder schön herfür, bringt Ungewitter. nach dem Schlag und Regen den lieben, warmen Segen, und wirkt auf Berg und Thalen mit wunderreichen Strahlen. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte geben, die Aecker gut Getreide, die Wiesen Gras und Weide. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn; die Bäche werden fließen, und Wein und Dele gießen; das Bienlein wird wohl tragen bei stillen warmen Tagen. 10. Davon wird unser Theil das ewge Gut und Heil uns allesammt zumessen; wir werdens sehn und essen, und mit dem Gut der Erden zur Gnüg ersättigt werden. 11. Nun Gott ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu und läßt sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, läßt gnädig sich erfinden und nicht nach unsern Sünden. 12. Darum so richte nun, o Mensch, auch du dein Thun zu Gottes Lob und Liebe, daß dein Herz nicht betrübe mit mehrerm Zorn und Schmerze das allerfrömmste Herze. Paul Gerhard. XLI. Bei großem Ungewitter. Mel.: Ertarm dich mein, o Herre. 2. Der Erdball, der sich sonst 913. A Gott, wie schreck nicht regt, in großer Furcht er lich ist dein Grimm, schüttert sich; wenn du nur schnauwenn du stark auf den Wolken best, wird bewegt der Berge gehst, und deine schwere Donner- Grund und fürchtet dich. Dein ftimm in starken Krachen von Arm ist stark, dein Hand ist dir stößt. Wir arme, blöde Men- schwer; wenn du im Zorn sie ſchenkind erkennen deine große hebest auf und wirfst die StrahMacht; drum wir in Furcht und| len hin und her, mit Zittern Schrecken sind, dieweil der Him- treten wir zu Hauf. mel blißt und fracht. 3. Wir hätten wohl verdient Bet großem o Gott, mit unjern Sünden schwer und viel, daß du uns schlägst mit Grimm zu Tod, weil fast Niemand gehorchen will. Doch weil wir deine Kinder sind, dein Volk und Schafe deiner Weid, ein Volk, das seine Schuld be weint, so hoffen wir Barmherzigkeit. Ungewitter. 491 Jemand gleich im Himmel unt in aller Welt? Wer hat ein solch gewaltig Reich, dem alles stracks zu Fuße fällt? 9. Drum sprich ein Wort, je weichet bald des schweren Wetters Grausamkeit. Dein Wort durchdringet mit Gewalt, drum uns zu retten sei bereit. Ach 4. Wir wissen nichts und nir- tomm, ach komm und jetzt begenes hin, wenn wir durchlau- weis, daß du der rechte Helfer jen alle Welt, zu wem wir sicher seist; so wollen wir dir singen möchten flichn; all Creatur zur Preis sammt Christo und dem J. Heermann. Rach sich stellt. Wir wissen nichts heilgen Geist. als deine Gnad, die alle Mor= gen neu aufgeht, die groß ist und kein Ende hat, die Jedermann 5. Wir schreien aus dem Jammerthal durch Christum, deinen lieben Sohn, zu dir hinauf ins Himmelsfaal, um seinetwillen unser schon! O Vater der Barmherzigkeit, straf uns ja nicht, wie wirs verschuldt; uns ist die Sünde herzlich leid, kehr dich zu uns mit Gnad und Huld. 6. Laß nicht anzünden deinen Bliz, was du an Nahrung hast verehrt; bor Donnerschlägen uns beschüß, laß unsern Leib sein unversehrt. Sei du bei uns in die ser Noth, zu dem all Hoffnung ist gericht. Behüt vor böjem schnel: len Tod, mit deiner Hülf verlaß uns nicht. 7. Bedecke du mit deiner Hand Leib, Leben, Haus, Vieh, Gut und Hab; die Frücht erhalt durch Feld und Land, und was fonst mehr ist deiner Gab, vor Schlosfen, Hagel, Wasserfluth, vor Feur und anderm Wetterschad halt uns, o Herr in deiner Hut; wir wollen rühmen deine Gnad. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 914. Ein Wetter ſteiget auf. mein hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 8. Du bist allein der Herr und Gott, dem Donner, Blitz, Feur, Luft und Wind, dem alles stehet 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm; bitt mir aus dein Erbarmen, hab Chriftum auf den Armen; um dessen willen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Durch Christi theures Blut mach mir ein Herz und Muth, das sich nicht tnechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein. Dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht, und las dein Vaterlieben auch jeßt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, die Preis und Ehre geben! Aemilie Juliane Gr. v. Schwarzb.- R. Mel.: Chrifte, der du bist, Tag. zu Gebot und ſeinen Willen thut 915. Wo biſt du, Gott? wo ist dir Hier dein 492 Danklieder nach dem Ungewitter. ich fürcht mich in dem starken Land und Leut in Jesu aufgeWind; du machst, daß sich ein Sturm erregt; die Erde bebt und wird bewegt. spaltne Seit. 4. Bedräu denn, so du willst, den Wind, dir Wind und Meer gehorsam sind, damit der Wind uns immerdar laß ohne Schrecken und Gefahr. 5. Erhör nach deinem Willen mich, und laß den Sturm bald legen sich, ich will mit all den Meinen dir von Herzen danken 2. Komm her zu mir, mein Helfersmann! Mir ist sehr angst, ich ruf dich an; zu deinem Ohr fomm mein Geschrei, und deine Rechte steh mir bei. 3. Vergieb mir alle meine Sünd, verberge stets und jetzt geschwind mich und die Meinen, stets dafür. XLII. Danklieder nach dem Ungewitter. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 916. Das as Wetter ist vorbei durch Gottes Batertreu, nach unserem Verlangen ist es wohl abgegangen; wir find der Furcht entledigt, uns ist gar nichts beschädigt. 2. Das macht das Vaterherz, des Heilands Blut und Schmerz, des Trösters sein Beschirmen, daß diejes Wetters Stürmen tein Härlein uns verlebet, noch in Gefahr gesebet. 3. Gott Lob! Gott Lob dafür! nun sei und bleibe dir, nächst unserm Leib und Leben, der Ruhm allein gegeben, ja alle Ehr, Kraft, Stärke, für diese All- Herr Zebaoth, zu uns bist schreckmachtswerke. lich kommen durch Bliß und Feuersnoth. Wir wären gar verzehrt, wenn du es nicht gewen= det und Hülfe zugesendet, wie wir von dir begehrt. 4. Von deiner heilgen Höb du aber auf uns seh; laß deine Gnad uns fassen, in Lieb und Leis nicht lassen, und deine Hülfe spüren, so lange wir uns rühren. preise dich, Gott, inniglich. Ge lobt sei deine Allmachtshand, die Angst und Noth bat abgewandt 2. Uns allen, wie wir selbst gestehn, ist ja kein einzig Leid geichchn; daraus wir merken, was es nüßt, wenn Gottes Lieb und Macht uns schützt. 3. Ach mach es, mein Gott, weiter so, mach über deinen Schutz uns froh, so jagen wir: Dem Gottestind schadt nichts mit Gott, tein Sturm, kein Wind. J. Heermann. Mel.: Von Gott will ich nicht. 5. So wollen wir standhaft uns freuen deiner Kraft, dir alle Ehr erweisen, dich rühmen und dich preisen, bis in dem Himmel droben wir dich vollkommen loben. 918. Wir haben jetzt verz wie du, 2. Herr, deine Macht wir preisen, dein Zorn ist uns bekannt; dech thust du uns auch weisen, wie deine Gnadenhand, die dich anfleben, schützt. Wer sich zu dir bekehret, der bleibet unversehret, wie sehr es kracht und Mel.: Vor deinen Thron tret 917. Der Sturm ist weg, blikt. ich freue mich, und 3. Jst Trübfal da mit Hau Reise- Lieder zu Lande. fen, so denkst du jederzeit an die, so dich anlaufen, hilfft in Barmherzigkeit. Du haft an uns gedacht, wie du deß nicht vergessen, der in der Arch gesessen, hast ihn zu Lande bracht. 493 wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 6. Dankopfer wir dir bringen für dies, was du gethan; von deiner Hülf wir singen; ach nimms in Gnaden an durch Christum, deinen Sohn, um seines Verdiensts willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 7. Wenn du am jüngsten Tage, der schon ist angestellt, mit deinemDonnerschlageanzündenwirst die Welt, so streck aus deine Hand, und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. Joh. Heermann. 4. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft; du bist stets bei uns blieben, hast Sicherheit verschafft, wie du, Herr Jesu Christ, im Schiff das Meer bedräuet, die Jünger drob erfreuet, gewährt des Teufels Lift. 5. Du hast Haus, Hof, Leib, Leben, und was ein Jeder hat, mit deinem Schutz umgeben bei uns und unsrer Stadt. Dein freundlich Angesicht läßt du uns XLIII. Reise- Lieder zu Lande. sen, gieb mir ein rein Gewissen und teuschgesinntes Herz, daß sich dir, el.: Nun ruhen alle Wälder. 919. Barmberger Gott und Menschenrather, auf dein Wort zich ich aus ganz unbekannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 2. Ach Herr, der du kannst neigen und nach Gefallen beugen des Menschen Herz und Sinn, erwecke fromme Leute und bring auf meine Seite Befördrer, wenn ich einsam bin. 3. Behüte mich vor Feinden und heuchlerischen Freunden; gieb mir dein Engel zu; gesegne meine Werke; sei Morgens meine Stärke und dann zu Abend meine Ruh. Herr, möge richten; die Sünde sei mir ja kein Scherz. 6. Wenns nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Noth entſtehet, gieb einen frischen Muth. Werd ich auf dich nur bauen, so kann vor nichts mir grauen; es wird doch endlich alles gut. 4. Laß mich nach Tugend trachten und dein Gebot hoch achten; laß allen falschen Schein der schnöden Eitelfeiten, der lastervollen Zeiten von mir weit ausgebannet jein. 5. Die Weisheit laß mich füs7. Du wollst den lieben Meinen auch gnädiglich erscheinen, du liebster Vater du. Halt ab, was kann betrüben, und wann dirs wird belieben, so führ mich wieder heim zur Ruh. 8. Soll aber dies geschehen, daß ich nicht mehr soll sehen der Väter Grenzestein; soll ich bei Fremden leben, ich will nicht widerstreben, ist doch bei Fremden auch gut sein. 9. Gott, du wirst meinen Reifen gewünschten Fortgang weisen; du wirst nach deinem Wort mich schüßen und ernähren, auch 494 Glück und Heil bescheeren. In Gottes Namen reis ich fort. G. W. Sacer. Reise- Lieder zu Lande. 7. Vor bösen Leuten mich bewahr, vor WassersnothundKriegsgefahr, vor wilden Thieren, Fall Mel.: Erichienen ift der herrlich. 920. Gottes Namen fab- und Brand, vor Stößen und vor ren wir, sein Hülf und Gnad begehren wir. Des Baters Güt behüt uns heut, bewahr auch unser Seel und Leib. Kyrieleis. 2. Christus sei unser Geleits mann, bleibe stetig bei uns auf der Bahn, und wend von uns des Feindes List, auch was seinm Wort zuwider ist. Kyrieleis. 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit ſeinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Noth und führ uns wie der heim mit Gott. Kyrieleis. Mel.: Herr Jefu Chrift, meins: 921. Jeu Namen reis aus seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist kommen in dies Jammerthal. 2. Was man in Jesu Namen thut, das machet freudig Herz 922. und Muth; es muß in ihm gerathen wohl und seines Segens werden voll. 3. Du, Jeju, richtest meinen Fuß, daß nichts von dir mich wenden muß; du führst mich aus und wieder ein, durch dich wird alles heilsam sein. mich, die fromm sind und recht lieben dich. 4. Befiehl den Engeln, daß sie! mich auf allen Wegen sicherlich begleiten und durch ihre Wach abwenden alles Ungemach. 5. Treib meine Sachen glück lich fort und bringe mich selbst an den Ort, dahin zu kommen ich gedenk; der Menschen Herzen zu mir lent, 6. Daß sie mich willig nehmen an, wenn ich nicht weiter reisen fann; zu solchen Leuten führe 8. In deine Händ ergeb ich dir Leib, Seel und was ich hab bei mir, an allen Orten nab und weit, bei Jedermann, zu jeder Zeit. 9. Behüt in Gnaden Weib und Kind, Blutsfreunde, Haus, Hof, Vieh, Gefind, und was ich mebr verlassen hab. von dem wend alles Unglück ab. 10. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe wieder mich zu Haus, wie du mich haft g führet aus. 11. Und laß mich finden unversehrt, was du aus Gnaden mir und stark geleit dank ich dir, Gott, in Ewigkeit. 3. Heermann Mel: Aus tiefer Noth. Gott, im Namen Jesu Christ reij ich nun meine Straßen. Mein Hüter und mein Hirt du bist. du wirst mich nicht verlassen. Mein'n Leib und Seel empfeb! ich dir, mein Ehr und Gut und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, daß ich allhie auf Erd bin mit Gefahr umfangen, zu feiner Zeit auch völlig werd die Ruh hierfelbst erlangen. Ich bin ein Bilgrim, der stets muß fortsezen jeinen Stab und Fuß, der nirgend hat sein Bleiben. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu die Noth noch überwinde, bis daß ich dort die wahre Rub und rechte Heimath finde. Da ist dann Müh und Sorge aus. Reise- Lieder zu Lande. da bin ich eigentlich zu Haus; die Unruh hat ein Ende. 4. An solche Ruhstätt denk ich bier jebund bei meinem Wallen. Ich bitt, o Herr, mich so regier, daß ich dir mög gefallen; leit mich allzeit auf rechter Bahn, und alles, was ich fange an, das jegne du von oben. 5. Dir ist am besten, Herr, bekannt, was mein Amt mit sich führet, daß mir auch darum auf dem Land( zu Wasser oder Land) den Weg zu thun gebühret. Bring mich gesund wohin ich joll; mein Werk laß mich verrichten, wohl und glücklich wieder kommen. 495 einem Stande, an den er mich gestellt. Sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, faffen, zu dienen treulich sei ner Welt. 2. Bin ich in wilder Wüsten, so bin ich doch bei Christen und Christus ist bei mir. Der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren wie dorten und auch also hier. 3. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Hei! und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und Alles, was ich noch begehr. 4. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie. Durch feinen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen dennoch fast nicht wie. 6. Wend unterdeß all Unheil ab von meinen Anverwandten, die ich zu Haus gelassen hab, von Freunden und Bekannten. Laß sie dir, Gott, befohlen sein; bilf, daß ich sie und all das Mein in gutem Zustand finde. 7. Daneben mir auch dies verleih, daß ich behutsam wandle und immerdar vorsichtig sei in Allem, was ich handle. Durch deines heilgen Geistes Gnad gieb rechte Zeit, Verstand und Rath zu meinem Thun und Lassen. 8. Schick deinen Engel vor mir her, den Weg mir zu bereiten; befiehl, daß er dem Satan wehr und allen bösen Leuten. Nimm mich, o Herr, in deinen Schuß, daß ihre List, Gewalt und Truß mir nimmer könne schaden. 9. Nun, Bater, dir ergeb ich mich; du kannst stets Hülfe sen den. Bewahr und führ mich gnädiglich hier und an allen Enden, und laß mich bald, wo dirs gefällt, nach dieser Unruh in der Welt, bei dir dort Ruh erlangen. 5. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen; dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indeß wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß, wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Mel.: Welt ich muß dich lassen. 9. So sei nun, Seele, seine, 923. hsieb in ferne und traue dem alleine, der did Lande, zu nüßen geschaffen hat! wie es Reise- Lieder zu Lande. 496 gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Carl Flemming. In eigener Melodie, oder: Ich bin ja Herr in deiner. * 924. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerasalem, das droben Gott elbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Jakobs Hirten loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft meines Lebens Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit! Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach, der Lebensweg hat auch sein Ach, man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dornen stoßen; ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg schn. jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen! Mein Leben fleucht, ach, eile du und fleuch gleich wie ein Hirsch herzu! 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; gieb in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich; hilf mir auf, zeuch mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübfalshize; lab deinen süßen Gnadenschein in Finsterniß nicht ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich da sein in Abrahms Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Mesechsland der blinden Welt schon unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschaar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang! In Kedars Hütten wird mir bang. F. A. Lampe. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 4. Der Sonne Glanz mir oft" 925. Wer nur mit ſeinem Gott entbricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Her- der findet immer Bahn gemacht, zen strahlet. Wind, Regen stür- weil er ihm lauter Wege weiset, men auf mich zu, mein matter auf welchen stets sein Auge wacht. Geist findt nirgend Ruh. Doch Hier gilt die Losung früh und alle Müh ist schon bezahlet, spat: Wohl dem, der Gott zum wenn ich die güldne Himmels- Führer hat! thür mir stell in Glaub und Hoff= mung für. 5. Jsraels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem Gottes Stab. 2. Wenn Jacob durch die Wüften gebet, trifft er ein liebes Beth- El an; wenn Israel am Jordan stehet, zeigt ihm der Herr ein Canaan; geht David in das Thal hinab, so lehnt er sich auf Reise- Lieder zu Lande. 3. Gott hat sich gar zu sehr verbunden, daß er will bei den Seinen sein; fein Ort wird in der Welt gefunden, er zieht mit ihnen aus und ein durch Feuersund durch Wassersnoth, auch selbsten mitten durch den Tod. 4. Er leitet uns mit seinen Augen, er gängelt uns mit seiner Hand. Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns sein Gewand; ja seine Liebe kann allein der beste Schirm im Sturme sein. 5. Er ist uns Wolk- und Feuerfäule sowohl bei Tag als bei der Nacht; durch ihn wird uns die längste Meile zu einem Schritte nur gemacht; kein Stein wird in den Weg gelegt, den er nicht auf die Seite trägt. 6. Er selbst ist Wahrheit, Weg und Leben, und wer ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand uns drauf gegeben, daß uns bei ihm kein Leid geschicht; und wenn der Weg voll Drachen wär, so geht sein Schuß doch vor uns her. 7. Die Wagenburg ist stets geschlagen, die dort um Dothans Berg gesetzt. Er lässet uns auf Händen tragen, daß uns kein Stoß Die Engel müſſen, wo wir gehn, zur Rechten und zur Linken stehn. 8. So wallen wir hier auf der Erden, wo wir nur lauter Bilger sein, bis uns das Vaterland wird werden; da gehen wir zum Himmel ein. Ein sanfter Tod zeigt uns die Bahn, wie man zur Heimath kommen kann. 497 Bestes denkt; und ob es wunderlich gleich scheint, gnug, daß es selig ist gemeint. 9. Indessen lassen wir uns führen, wie Gottes Hand die Reise lenkt, weil wir aus seiner Leitung spüren, daß er auf unser 10. Wir reisen, Herr, in deinem Namen; sei du Gefährte. Weg und Stab! Die Helden, die zu Jacob kamen, send auch zu unserm Schutz herab! Mach Ausund Eingang so beglückt, daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 11. Bleib bei uns, wenns will Abend werden; gieb Licht durch deine Gegenwart. Sei unser Leitstern hier auf Erden; und ist der Kreuzsteg schwer und hart, ſo tröst uns mit der Rosenbahn, die man dort oben laufen kann. 12. Wirst du mit uns auf diesem Wege durch deinen Schuß und Leitung sein und auch indessen deine Pflege den Hinterlassenen verleihn, so soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der Herr allein! 13. Wir wollen einen Altar bauen, der Eben- Ezer heißen soll; daran soll man die Worte schauen: Gott führet feine Kinder wohl. Und also findt die Losung statt: Wohl dem, der Gott zum Führer hat! B. Schmolc. Mel.: Wachet auf, ruft uns die. Dieht in eure * 926. 3 Pfade, mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, spät und frühe! Vergeßt uns nicht in Seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht! G. Kual. 32 Reise- Lieder zu Wasser. XLIV. Reise- Lieder zu Wasser. geführt, im Meer auch giebst du 498 Mel.: Es ist gewißlich an. 927. ott, der du aller Gänge. Himmel Heer, wie auch den Ball der Erden und das so große weite Meer mit allen seinen Heerden so wunderbarlich hast gemacht, was du willst, das muß sein vollbracht im Meer und allen Tiefen. 2. Du hast das Meer mit seiner Thür, o großer Gott, ver= schlossen, dein Allmacht schaut man für und für, wenn es wird ausgegoffen. Es bricht her wie aus Mutterleib; daß es in seinen Ufern bleib, hat deine Hand geboten. 3. Ob sichs nun gleich mit 9. Hilf uns zusammen an den Macht ergeußt, wenn seine Flu- Port, vor Feinden uns behüte; then wallen, ob es gleich tobet, erschein uns allen jort und fott braust und reißt, muß es doch mit deiner Hule und Güte; laß wieder fallen; in seiner Grenze keinen Sturmwind stehen auf, muß es stehn, und darf das Ziel hilf, daß das biff in seinem nicht übergehn; dein Wort hat es Lauf mag keinen Anstoß leiden. versiegelt. 10. Wenn sich das wüste Meer 4. Du bist der Herr auf wil erhebt und braust mit stolzen der Fluth; da kennt man deine Wogen, daß uns aus Furcht das Werke, da sieht man, was dein Herze bebt, sei du uns nicht ent= Allmacht thut, da fennt man deine zogen. Wenn wir dir klagen Stärke. Wenn du sprichst, fährt unsre Noth, ach, so errett uns mit großem Graus ein ungebeu- von dem Tod und führ uns aus rer Sturmwind aus, wirst hohe den Nengsten. Wasserberge. 5. Da fliegen wir bald him melan, bald stürzen wir zur Höllen; all Arbeit wird umsonst gethan, es werfen uns die Wellen; das Segel reißt, der Mastbaum bricht, kein Tau, kein Anter dauert nicht, wir taumeln als ein Trunkner. 11. So wollen wir dir immer: dar Lob, Chr und Dank erweisen und wie du bilfest aus Gefahr, vor allen Völkern preisen. O Herr, laß unsre Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht, um Jesu willen, Amen! 7. Vor dir legt sich das wilde Meer, du gehst auf einem Wa gen; und stürmt das Wetter noch so sehr, du kannst es bald verjagen. Um einen Wink ist dirs zu thun, so müssen Wind und Fluthen ruhn. Wer kann sich dir vergleichen? 8.D Höchster, deine Allmachtshand nicht nur das Land bedecket, sie wird auch auf der See erkannt, da ist sie ausgestrecket. Mit dir will ich zu Segel gehn, laß glüdlich deine Winde wehn, gieb fibre Fahrt und Wetter. Gebet um guten Wind. Mel.: Balet will ich dir geben. 6. Wir wissen ferner feinen Rath, der übne Schiffer zaget; 928. ir heben unſre AuD der so zu naht, gen zu Gott, macht, daß man zagt und flaget allein. Kein Rath kann sonst nicht Von dir, Herr, wird das Schiff taugen, wirst du nicht um uns regiert und einen sichern Wegl sein. Der Wind liegt gänzlich Reise- Lieder zu Wasser. 499 Engel Wacht Schiff, Gut, Seel und Leib in Acht; und du selber wollst zum Segen deine Hand ans Steuer legen. 4. Wenn denn nach des Fle bens Schreien uns die Zukunft selbst ergött, ach, so kröne mit Gedeihen, was sich Jeder vorgeseßt. Ja, laß jedes Werk allein eine reiche Quelle sein, draus zu glücklichem Ersprießen milde Segensströme fließen. 3. Du wirst dich nicht ververren vor unserm Schiffgeschrei. 5. Dringt, ihr Seufzer, durch Wie Knecht auf ihre Herren in die Lüfte, die aus Mund und Noth und Armuth frei, wie Mägd Herzen gehn! Dringet durch die auf ihre Frauen in ihrer Sor- Wolkendüfte, rühret Gott mit diegen Noth allein nach Rettung schauen, so sehn wir auch auf Gott. sem Flehn: Herr, Herr, führ uns glücklich fort an den vorgesetzten Ort; und führ uns im letzten Scheiden an den Ort der Himmelsfreuden! stille, wir können nirgend fort; uns hilft nicht Müh noch Wille, noch Kunst zum sichern Port. 2. Herr, der du auf den Winden und ihren Flügeln fährst, und ihren Lauf fannst binden, so oft du es begehrst; ja, der du sie läßt kommen aus fremder heimlichkeit, die noch kein Mensch vernommen, sei auch von uns nicht weit! 4. Herr, Herr, sei du uns gnädig, die Kraft und Macht ist dein; laß nicht die Segel ledig, gieb guten Wind hinein, der uns den Richtsteig weiſe, zugleich so nab als weit; Herr, fördre biese Reise durch deine Gütigkeit. H. Held. Mel.: Freu dich sehr, o meine. * 929. 11nergründlich Meer der Gnaden, Abgrund aller Gütigkeit, Gott, be schüße mich vor Schaden, leite mich in Sicherheit; führe, wie du sonst gethan, mich die rechte sichre Bahn, daß doch auch an dieser Reise deine Huld sich herrlich preise. In Gefahr zur See. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 930. Wer ist es, der die Segel und der das Schiff regieret, der jenes Heer ins Meer versenkt, der Mosen bat geführet? Ich bins, der allerhöchste Gott, der groß und starke Zebaoth, der auch an allen Enden so wunderbarlich helfen kann, daß in der Noth sich Jedermann getrost zu mir darf wenden. 2. Ich spreche nur den Wellen zu, wenn sie so grausam wüthen, daß sie sich legen schnell zur Ruh; ich kann der Fluth gebie ten. Drum fürchte dich kein Härlein mehr, betrübte Seel, ob noch so sehr jetzt Wind und Wellen rasen. Bedenk es nur in deinem Sinn, ob ich der große Gott nicht bin, vor dem kein Wind kann blasen. 3. Herr, zu dessen Preis und Ebrejeder Tropfen Wafers rinnt, 3. Gedent an meine Jünger starker Gott, dem Wind und nur, wie heftig sie dort schrieen, Meere, Blitz und Donnr gehor- als ich mit ihnen überfuhr; sie sam sind, nimm durch deiner| lagen auf den Knieen und rie32* 2. Vor der Lüfte Sturm und Krachen, vor der Wellen wilder Wuth, vor des Abgrur ds schwarsem Rachen halte mich in sichrer Hut! Ach, laß deiner Gnade Schein meinen holden Leitstern sein. Vor des Schiffbruchs Noth und Schrecken laß mich deine Flügel decken. Reise- Lieder zu Wasser. 500 fen: Meister, hilf uns bald! Und als ich nun zwang mit Gewalt die hocher habnen Wellen, da sprang ihr Herz, sie dankten mir. Stund. Christ Kyrie, ja dir ge horcht die See. J. D. Fall. Mel.: In dich hab ich gehoffet. Ein Gleiches will ich thun an dir, 932. 3u dir, o Gott, erhekein Wetter fällen. bet sich mein Herz, und jucht demüthiglich dein vä terlich Beschirmen. Hilf, daß ich sei von Sorgen frei und von des Satans Stürmen. 4. Sollt endlich auch das Schiff jogar zu Stück und Trümmern gehen, so will ich mitten in Gefahr doch kräftig bei dir stehen. Ich will dich retten aus dem Meer, als ich den Jonas wieder her ans Land gebracht mit Freuden. Ge geh auch immer wie es woll, erinnre dich, daß dich nichts soll von meiner Liebe scheiden. H. Held. In eigener Melodie. " 931. Wie mit grimmgem Understand Wel2. Dein Engel sei mein Reisgesell, er bringe mich gesund zur Stell; und wenn ich heim gedenke, sei dein Geleit zu meiner Seit, daß mich kein Unfall kränke. Danklied nachvollhrachter Reise. Mel.: Werde munter mein. Ien sich bewegen! Nirgends Ret: 933. N un hab ich, Gott tung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! Lob, vollendet meine vorgehabte Reis, nun ist folche ganz geendet, darum viel Lob, Ehr und Preis, weil mich deine Gnadenhand hat so sicher durch das Land wieder bis hierher geführet, jetzt, o mein Gott, dir gebühret. 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst, als nur bei dem Herrn! Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 2. Du, mein Gott, haft mich bewachet durch der Engel Schutzgeleit, mich so glücklich auch ge machet, daß ich jetzt mit Lust und Freud hier nun wieder kommen an, und mir so viel Guts ges than, daß ich dich muß herzlich preisen, und dir ewig Dank erweisen. 3. Einst in meiner letzten Noth laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand. Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, laffen, großer Schöpfer dir, unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder werden! 3. Ach, ich bitte dich, erzeige mir noch ferner deine Gnad, daß id) bald das Ziel erreiche, so mein Gang noch vor sich hat. Führe mich aus diesem Leid hin in deine Ewigkeit. Ich verlange von der Erden, laß mich ewig selig Sterbe- Lieder. XLV. Sterbe- Lieder. Mel.: Sollt es gleich bisweilen. Der meiste Theil nicht Glauben 934. 2, daß doch mein hält, die Treu will gar verJesus käme, und die Seele bald wegnähme hier aus diesem Jammerthal zu sich in den Freudensaal. schwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu, die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entrathen. 2. Ist doch hier nichts mehr als Klagen, Seufzen, Weinen, lauter Plagen; alle unsre beste Zeit ist nur Müh und Herzeleid. 3. Nichtig, flüchtig sind die Tage; unser Leben ist nur Plage; alles ist nur Eitelkeit hier in dieser Sterblichkeit. 4. Was wir schauen nur auf Erden, muß zu Staub und Asche werden; was wir sehen, das verschwindt gleich wie Rauch und Staub im Wind. 5. Drum begehr ich nicht zu leben, hier in dieser Welt zu schweben, sondern nur bei Gott zu sein, so verschwindet Angst und Bein. 6. Fahre hin, du Weltgetümmel, weil mein Wandel steht gen Himmel! Ehre, Gut und Geld Ade, o do falsche Welt. Vale! Lied eines Wittwers. Mel.: Wenn mein Stündlein. 935. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilig hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; deß muß ich jetzt beraubet fein. Wer kann mein Elend wenden? 501 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jeßund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich: mein Kreuz und Weinen mehret sich; vor Leid möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? 5. O treugeliebtes jelges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst woll enden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Leid gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübsal, Weh und Noth kann dich jetzund verleßen. Im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreieinigfeit mit allen Auserwählten. 7. Der Höchst hat dich in seinem Schooß und wicht dir ab die Thränen; er füllet dich mit Freuden groß, danach wir uns noch ſehnen. Du ſteheſt bei der Engel Schaar, lobsingest Gott, frei von Gefahr, mit jüßem Ton und Schalle. 8. Der Leib, der ruht gar sanft und fein; obn alle Qual und Sorgen vor allem Unglück groß und klein liegt er dahin geborgen. Kein Beinlein, ja kein Stäubelein wird dir davon verloren sein; die Engel dich bewahren. 9. 3ur letzten Zeit wird Jesus Christ dich wieder auferwecken, und weil du auch sein Schäflein bist, wird er die Hand ausstrecken, dich führen in sein Him. 502 melreich, daß du mit Leib und Seel zugleich bei ihm sollst ewig bleiben. Sterbe- Lieder. 936. A 10. Du kommst nicht wieder her zu mir in das betrübte Leben. Ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich fost; drauf ich mich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freudigier Erden. feit wolln wir einander kennen! 5. Hiermit ich euch gesegnen Da wird uns dann zu feiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen! 12. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüthe führen, erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch deinen Geist regier zu deines Namens Ehren! Joh. Heermann. Mel.: Ach lieben Christen seid. trauert nicht, wollt euch nur recht bedenken, ob ich gleich bin aus eurin Gesicht, wollt euch darum nicht kränken. Ich bin gekommn aus Angst und Noth zur Ruh und schlafe sonst in Gott, der mich nun hat entbunden. 2. Viel Angst hatt ich und großes Leid; bedenkts um Gottes willen, und gönnt mir doch die ewge Freud, die ich jetzt hab be: kommen. Kommt ihr doch alle her zu mir, drum wollt euch nicht betrüben mehr; nun lobt mit mir den Herren. gangen aus dieser sehr betrübten Welt, nun nähm ich nicht groß Gut und Geld und käm zurück auf Erden. 3. Dieweil ich zu den'n kommen bin, nach den'n ich hatt Verlangen, die von hinnen geschieden sind und mir sind verge4. An jenem Tag, wenn ich aufsteh, worauf ich wart mit Freuden, will ich euch alle wieder sehn und ewig bei euch bleiben. Der Tod wird uns nicht scheiden mehr, auch kein Unglück betrüben sehr, wie hier auf diethu, ihr Großen und ihr Kleinen! Die ihr mich habt begleit zur Ruh, um mich sollt ihr nicht weinen. Thut Buß, schickt euch mit ganzem Fleiß, wenn der Tod kommt, daß ihr bereit und gläubig werdt erfunden. 6. Ade, ade, zu guter Nacht! Ich fahr in Gottes Namen. Ein jeder Mensch sein End betracht. so wolln wir allzusammen an jenem Tag Gott schauen an und mit einander Freude han im Himmel ewig, Amen. Mel.: Freu dich sehr, o meine. ch 937. Ab wann kommt doch meine Stunde und der letzte Augenblick, daß ich dir von Herzens Grunde, Jeſu, meine Seele schickt? Mich verdreußt mein Leben fast. Ach wann wird des Lebens Last von mir werden weggenommen, daß ich möge zu dir kommen? 2. Herr, wie lange soll ich weinen? Soll die Lebenssonne mir denn nun nimmermehr nicht scheinen? Ach wie lange soll ich hier also gar verlassen sein? Ad erbarme dich doch mein, eile doch mit meinem Ende, und nimm mich in deine Hände! 3. Es ist hier doch nichts als Klagen, nichts als lauter Herzeleid; Keiner kann es anders ja gen. Unsre ganze Lebenszeit ist Sterbe- Lieder. ja lauter Angst und Noth. Ach komm doch, du süßer Tod! Führe mich doch zu dem Leben, ich will gar nicht widerstreben. 4. Ach wie oft hab ich gebeten! Ach wie manche lange Nacht ist mein Geist vor dich getreten und hat heiße Seufzer bracht, daß du, Jesus, wollest ihn aus des Todes Leibe ziehn, von der Sünd und allem Bösen, aus dem Leibe ihn erlöſen! 5. Wie viel heiße Herzensthränen haben mich doch schon befeucht? Von dem großen Seelenjehnen bin ich ganz und gar erbleicht. Und du hörest mich doch nicht, o du schönes Himmels licht! Wann werd ich dich doch anschauen in den schönen Sternenauen? 503 Niemand kann damit bestehn, wenn Gott ins Gericht will gehn. 4. Ach was ist doch Gut und Geld? Nichts als nur ein Koth im Feld. Heute reich und morgen arm; Reichthum bringetSorg und Harm. 5. Ach was ist doch Amt und Ehr? Nur ein Leben mit Beschwer. Der viel Gaben hat allhier, wird beneidet für und für. 6. Ach was ist doch Menschengunst? Nur ein eitler Nebeldunst. Lieber, trau dem Freunde nicht; auch der Bruderglaube bricht. 7. Ach was ist doch Fröhlichkeit? Eine ungesunde Zeit, davon oft die Seel verdirbt; mancher vor der Zeit hinstirbt. 6. Ach wann willst du mich erfreuen? Ach wann wirst du doch einmal meine Seele mir verneuen in dem schönen Sternenfaal? Wie viel Nengste soll ich noch leiden in des Leibes Joch, eh mein Geist wird weggenommen und ich werde zu dir kommen? 7. Ich will nur geduldig leiden und indeß bereiten mich, Jesu, zu den großen Freuden, die mir sind bereit durch dich: Komme, komme, wenn du willt, o du starter Seelenschild! Hole meine arme Seele aus der franken Leibeshöhle. 8. Ach was Haß und was für Neid tragen gegen uns die Leut! hier ist Zorn, Berläumdung dort; also geht es fort und fort. 9. Ach wie frank und ungesund sind wir Menschen alle Stund. Fast kein Glied zu finden ist, dem nicht mangelt was zur Frist. 10. Ach was ist doch unser Tod? Nur ein Ende aller Noth, da wir ohne Kreuz und Bein bei Gott ewig werden sein. 11. Drum freu ich mich allezeit auf die wahre Himmelsfreud, da uns gar nichts mangeln wird, da nur Freude wird gespürt. In eigener Melodie. 12. Freude, die kein Ohr berührt, die keins Menschen Herz 938. 2 was ist doch un- gespürt, Freude in- und äußerser Lebn? Nichts, lich. Auf die Freude freu ich mich. als nur im Elend schwebn. Wenn es gut gewesen ist, ist es Müh zu jeder Frist. J. Rosenthal. 2. Ach was ist doch unsre Zeit? Nichts, als nur ein langer Streit, da nur eins das andre haßt, da Mel.: Ach lieben Chriften, oder: Wenn mein Stündlein. Psalm 90. kein Fried, kein Ruh noch Raft. 939. Ach wie elend iſt unſre 3. was ist doch Frömmigauf die feit? Eine Unvollkommenheit, fer Erden. Gar bald der Mensch 504 darnieder leit; wir müssen alle fterben. Allhier in diesem Jammerthal ist Müh und Arbeit überall, auch wenn dirs wohl gelinget. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 2. Ach Adams Fall und Missethat solchs alles auf uns erben. O Gott, gieb du uns guten Rath, daß wirs erkennen lernen. Daß wir so blind und sicher sein mit ten in Trübial und in Pein, das ist ja zu erbarmen. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort wohl konnte führen und vernünftig discurriren, 3. Herr Gott, du unsre Zu- muß bald allen Wiß verlieren. flucht bist, dein Hülfe thu uns 9. Ach wie michtig, ach wie fenden; denn du der Deinen nicht flüchtig ist der Menschen Tichten! vergißt, die sich zu dir nur wen- Der, so Kunst hat liebgewonden. Mit deinem Geiste steb uns nen, und manch schönes Werk bei, ein seligs Stündlein auch ersonnen, ist dem Tode nicht entverleih durch Jesum Chriftum, ronnen. Amen. Joh. Gigas. In eigener Melodie. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Fluth entsteben, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Grunde gehen. Sterbe- Lieder. 940. 2 wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und in kurzer Zeit vergehet, so ist unserLeben. Sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rin nen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Freuden! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein strenges Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne Sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke! Der sich wie ein Löw erwiesen, überworfen mit den Riesen, den wirft eine kleine Drüse. 6 Ach wie nichtig, ach wie flichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald hie, bald dorten stehet, so ist unser Glücke. Gehet! 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Herrichen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, wird doch nicht den Tod besiegen, er muß auch im Grabe liegen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott ge sefsen, dessen wird im Tod vergessen. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen können! Der die Kranken wohl zu heilen konnte guten Rath ertheilen, den muß auch der Tod ereilen. 14. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. 15. Ach mein Heiland, ach mein Beistand, Jesu voller Güte, wollst mein Herz also bereiten, daß mich solcheNichtigkeiten nimmer können von dir leiten! Mich. Frank. Sterbe- Lieder. 505 In eigener Melodie. diese große Herrlichkeit. Jehund 941. Alle Menschen müſsen werd ich schön geschmücket mit sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu. Was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er ewig foll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone; stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 8. Nun, hier will ich ewig wahnen, liebster Schaß, zu guter Nacht! Eure Treu wird Gott belohnen, die ihr habt an mir vollbracht. Liebsten Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, lebet wohl zu guter Nachi! Gott sei Dank, es ist vollbracht! J. G. Albinus. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ift des Herren Christi Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud 942. A gehe, fiße, liege oder Alle [ llenthalben wo ich dahin hier aus diesem Weltge= tümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. stehe, sehn ich mich nach Jesu Christ, der für mich gestorben ist. 2. Von der bösen Welt zu scheiden nach so vielem Kreuz und Leiden, wenn es ihm gefällig ist, bin ich fertig und geriſt. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor Gottes Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sibet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du Schöne, ach wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in süßer Ruh! Ach, der groBen Freud und Wonne! Jehund gehet auf die Sonne, jebund In eigener Melodie, oder: Sollt es gleich bisweilen. Phil 1, 23. gehet an der Tag, der kein Ende mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket 3. Wenn ich werde mit ihm leben, herrschen und in Freuden schweben, o wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird verneuen und in Himmel führen ein, prächtig stets bei ihm zu sein. 5. 3ung und Herze wird da klingen und dem Herren Jesu singen. Ewig werd ich stimmen ein mit den lieben Engelein. 6. Besser Leben werd ich finden ohne Tod und ohne Sünden. O wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! Ahasv. Fritsch. Mel.: Herr Jesus Christ, meins. 943. An Tod gedent, o du gesund am Leibe bist; gieb Sterbe- Lieder. 506 dich mit gutem Willen drein, es muß einmal gestorben sein. 2. Nun ist sehr ungewiß die Zeit, drum mach dich alle Stund bereit. Im Augenblick muß Manher dran und keinen Aufschub haben kann. 3. Die Art und Weis auch du nicht weißt, wie du aufgiebest deinen Geist. Der Tod hat Mittel mancherlei, daß er dem Menschen komme bei. 4. Und wo ihn dann nach seinem Tod einmal hinweist der grechte Gott, bleibt er ewig; am jüngsten Tag er auch kein'n Wechsel finden mag. 5. Drum weil du lebst, so rüste dich, zu sterbn in Christo seliglich. Du lebest oder schläfft nun ein, wirst du in Gottes Händen fein. D. Andr. Keßler. Mel.: Kommt her zu mir. 944. Bis hierher ist mein Lauf vollbracht, es heißt mit mir nun gute Nacht! mein Leben wird sich enden. Der Höchste ruft, das Herze zagt: die zweifelsvolle Seele fragt: Wohin soll ich mich wenden? fallen mir Gedanken ich auch werde selig sein? Ob ich auch sei erwählet? Ob denn des Herren Jesu Blut auch mir bergoffen sei zu gut? Ach dies ists, so mich quälet. 5. Ach Gott, ach Gott, wie kommst du mir so schrecklich und so grausam vor. Ach, bin ich denn verloren? Ach, soll ich denn ersehen sein in Ewigkeit zur Höllenpein? O wär ich nie geboren! 3. Berufen sind wir Alle zwar; wer weiß, bin ich auch in der Schaar, die Gottes Gnade schauen? Er spricht: es sind nicht viel erwählt. Zu welchen bin ich denn gezählt? Wer sagts? Wem foll ich trauen? 4. Bin ich erwählt, wie mancher spricht, dann schadet mir kein Laster nicht; den Himmel muß ich erben. Bin ich verdammet zu der Glut, so kommt kein Glaube mir zu gut, ich muß doch ewig jterben. 6. Ein Hirsch, der seinen Aufenthalt sucht in dem wilden, wüsten Wald, ist seliger auf Erden; er lebet lang, und wenn er stirbt, zugleich sein Leid mit ihm verdirbt; so gut mag mirs nicht werden. 8. Halt inne, Mensch, und sprich so nicht! Gott hält getreu, was er verspricht; er ſagt ja: du sollst leben. Er hat berufen Jedermann, den Himmel trägt er Allen an, die sich nur ihm ergeben. 9. Du blöder Mensch, was zweifelst du? Gott schließt den ob Keinem zu. Es uns Gott zusammen durch seines Soh nes Blut erwählt; wir sind den Engeln zugezählt, wenn wir uns nicht verdammen. 7. O möcht ich nur ein Kieselstein auf unbewohnten Bergen jein! Hätt ich gleich keine Freu den, hätt ich gleich weder Stand noch Ehr; was wär es denn nun endlich mehr? So hätt ich auch kein Leiden. 10. Was wünschest du ein Hirsch zu sein, ja ein verworfner Kieselstein? Du bist ein Mensch geboren. Dir ist die süße Selig feit nebst allen Gläubigen bereit. Gott hat dich auserkoren. 11. Gott ist nicht selber wider sich. Uns allen ruft er gnädig lich; sein Will ist unverhehlet. Wer glaubt und flaget seine Schuld, mit diesem hat der Herr Geduld und macht ihn auserwählet. 13. Der fromme Gott berufet i viel. Den meisten ist es nur ein Sterbe- Lieder. Spiel; drum müssen sie auch bleiben geschlossen aus des Himmels Saal. Klein ist der Auserwählten Zahl, weil wenige nur gläuben. 507 zagt, der Himmel ist dir zugesagt, du bleibst in Gottes Händen! G. W. Sacer. 13. Gott siehet die Person nicht an. Uns allen hat er fund ge= than, was er von uns will haben. Der heilge Geist ist auch bereit, zu fördern unsre Seligkeit durch seine theuren Gaben. und ewig bei ihm sein. 14. Gott härtet keines men- dannen zu Christ, dem Bruder schen Sinn, er nimmt viel lieber mein, daß ich mög zu ihm kommen von uns hin, was uns kann ewi Hindern. Darum wer sich nicht felbst verstößt, der ist erwählt, der ist erlöst, kommt zu den Himmelskindern. 15. Der treue Jesus, Gottes Lamm, hat allen schweren Sündenbann von Grund aus aufgehoben. Hier merke Gottes Wahl und Rath, hier lerne Gottes Gnadenthal; fo lebst du ewig droben. 16. Weil Gott nicht will des Sünders Tod, weil tief ihn jammert unfre Noth, wird er mich auch nicht bassen. Ich bin sein Werk und Ebenbild; er ist voll Gnad, gerecht und mild. Das will ich gläubig faffen. In eigener Melodie. Phil. 1, 21. 945. Chriſtus, der ist mein Leben, mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben; mit Fried fabr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch sein heilig fünf Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein fanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Ach laß mich an dir fleben, wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in jener Himmelsfreud. 17. Auf Gott steht meine Zubersicht. Getrener Gott, dich laß ich nicht, du wirst mich auch nicht lassen! Jch weiß, daß du barmherzig bist; durch meinen Hei= land, Jesum Christ, geh ich die Himmelsstraßen. 18. Viel Sünden hab ich zwar gethan; doch schau ich meinen Jesum an, so läßt von mir das Schrecken. Die Sünden sind mir herzlich leid; ich glaube, daß mich 946. Du fiebeft, Menich, Gott zur Freud wird gnädig auferwecken. 19. Mit Freuden geb ich gute Nacht, ade! Welt, mein Lauf ist vollbracht, dies Leben will ich enden. O Seele, sei nur unver: 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis, und ewig bei dir wohne, Vater, Sohn, heilger Geist! Anna Gräfin v. Stolberg. In eigener Melodie, oder: Kommt her zu mir. der eine hier, der andre dort uns gute Nacht muß geben. Der Tod hält keinen andern Lauf, er sagt zuletzt die Wohnung auf uns Allen, die wir leben. 508 2. Bedenk es weislich in der Zeit und flieh den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker; denn wiss, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den Gottesacker. Sterbe- Lieder.. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und alle vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wenn auf der Engel Feldge chrei die Glut das große Weltgebäu wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Belohnung wer en zugestellt; die Sünder sollen büßen, und ihnen ohn Betrug und Schein felbst Kläger, Richter, Henker sein, verdammt durch ihr Gewissen. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, o Jesu, meine Lust, begriffen in der Sünden Wust, zum ewgen Tod erfalte. S. Dach. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn. Sobald der Geist gewichen und dieser Mund verblichen, fragt Keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn eingen Unterschied. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies Alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besißen, kann für den Tod nichts nüßen; dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urtheil vor, so steigt in mir die Angst empor, mein Herz fühlt Furcht und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg, und was sich stürzen fann, fallt her, mich zu bedecken! 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, ach, laß dein strenges Zorngericht, ach laß es mir nicht schaden! Biet an dem Vater den Vertrag, damit ich freudig hö- pur, Gold, noch edler Stein. ren mag den süßen Spruch der Gnaden. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drum müssen wir von hinnen, und eh wir uns besinnen, der Erden sagen gute Nacht. 8. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein! Was du zuvor genoffen, ist als ein Strom verstoffen; was tünftig, wessen wird es sein? 9. Verlasse Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einig selig machen fann. 10. Wohl dem, der auf ihn In eigener Melodie, oder: Nun ruhen alle Wälder. 947. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden; kein Fels, tein Erz kann stehn. Das, was uns tann ergößen, was wir für ewig schäßen, wird als ein leichter Traum vergehn. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da teine Macht noch Krone fann unbergänglich sein? Es mag vom Todtenreihen kein Scepter sich befreien, kein Pur Sterbe- Lieder. 509 2. Laß mich, Herr Christ, an trauet! Der hat rechtfest gebauet; und ob er hier gleich fällt, wird deinem Leib ein grünes Zweiger doch dort bestehen, und nim- lein bleiben! Mit deinem Geist, mermehr vergehen, weil ihn die Herr, bei mir bleib, wenn meine Seel soll scheiden. Wenn nun Stärke selbst erhält. bergeht all mein Gesicht und meines Bleibens länger nicht allhier ist auf der Erden. Andr. Gryphius. 3. So laß mich nicht in dieser Noth umkommen noch verzagen. Komm mir zu Hülf, du treuer Gott, mein Angst hilf du mir tragen! Dent, daß ich bin am Leibe dein ein Glied und grünes Zweigelein. In Fried laß mich heimfahren! In eigener Melodie, oder: Christus, der uns selig macht. 2. Tim. 4, 7. 948. Ginen guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn mein Gott hat gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meinen Lebenslauf jeliglich vollendet und die Seele himmelauf Chrifto zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt fümmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jeßt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gedenk, Herr, an den theuren Eid, den du selbst haft geschworen. So wahr du lebst von Ewigkeit, ich soll nicht sein verloren! Ich soll nicht kommen ins Gericht, den ewgen Tod auch schmecken nicht. Dein Heil wollst du mir zeigen! 5. Ach Gott, laß mir ein Leuchte sein dein Wort zum ewgen Leben. Ein selig Ende mir verleih, ich will mich dir ergeben. Ich traue dir, mein Herr und Gott, der du verläßt in keiner Noth, die deine Hülf erwarten. 6. Drauf will ich nun befehlen dir mein Seel in deine Hände. Ach treuer Gott, steh fest bei mir, dein Geist nicht von mir wende! Und wenn ich nicht mehr reden karn, so nimm den letzten Seufzer an durch Jesum Christum. Amen. B. Frölich. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Heimgang, den ich thu in die Erde nieder. Schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder! Heinr. Albert. Mel.: Wenn mein Stündlein, oder: Aus tiefer Noth. in Würmlein bin ich 950. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin; lös auf das Band, das allgemälig reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte fehnet, der täglich flagt und nächtlich thränet: Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers 949, arm und klein, mit Todesnoth umgeben. Kein Trost weiß ich in Mark und Bein, im Sterben und im Leben, denn daß du selbst, Herr Jesu Christ, ein armes Würmlein worden bist. Ach Gott, erhör mein Klagen! In eigener Melodie. 1. Sön. 19, 4. 510 der mich drückt durch Adams Luftbegier; das Sündengift hat mich zu sehr erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich mich beflecket nennet, das ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie bart ist diese Laft! Ich schwemme manche Nacht mein bartes Lager ganz mit Thränen. Wie lang, wie lang muß ich mich fehnen? Wann ists genug? 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will. Er fennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurückgelegt und zu mir faget: Es ist genug! 5. Es ist genug, Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus, ich fahre sicher hin mit Frieden; mein groper Jammer bleibt danieden. Es ist genug! Franz Joach. Burmeister. Sterbe- Lieder. In eigener Melodie. 951. Freu reu dich sehr, o meine Seele und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat geböret und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End mög han, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unfre Seele, lassen uns bei keinem Muth. Wir sind voller Angstund Plag, lauter Kreuz sind unfre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sora und Kummer daher streichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jezund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut! Ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 7. In dein Seite will ich fliehen auf dem bittern Todes gang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, drein dein Mund den Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen, und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und 511 gebunden. Das ist mein Steden, Stärk und Stab, da ich Trost, Hülf und Sieg her hab in meinen Todesstunden. Sterbe- Lieder. Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen roth, meine Seele wohl bewahren wie den Lazarus im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schooß, und erfülle sie mit Troft, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. 5. Warum wollt ihr denn traurig sein, daß ich von hinnen scheide? Ich fahr in Gottes Himmel ein, da ich kein Angst mehr leide. Geduldet euch, trauri nicht so sehr, balt't rechte Maaß, gebt Gott die Ehr! Ich schweb in lauter Freude. 10. Freu dich sehr, o meine Seele und vergiß all Noth und 6. Ein christlich Herz so recht Qual, weil dich nun Christus, erwägt der Seelen Freudenleben, dein Herre, ruft aus diesem| und fort dahin Verlangen trägt, Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Simon Graff. muß seufzend wohl anheben: Komm Jesu, liebster Heiland mein! Es sehnt sich meine Seel allein, in deinem Glanz zu schweben. Georg Werner. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 952. ar wohl mein Herz 953. Geliebten Freund, was mit Ernst sich zu bewerben, bei mei- gen, mit vielem Seufzen, Heulen nem Heiland Jesu Christ zu leben und Wehklagen, darum, daß dieund zu sterben. Der Welt ich ser Leib soll in die Erden geleget überdrüsig bin, sehn mich nur werden? nach dem Himmel hin. Herr, laß mich den ererben. 2. Wißt ihr nicht, daß sein Stündlein ist gekommen? Der Herr hat ihn genädig weggenommen, und aus der Angst, die ihn oftmals gebissen, gänzlich geriffen. 3. Hier hat er müssn in Gfahr zu allen Zeiten mit Teufel, Fleisch und bösen Menschen streiten, viel Herzeleid erfahren und ertragen mit großem Klagen. 4. Nun ist er aller seiner Feinde Toben und alles Jammers frei und überhoben; nun mag ihm keine Creatur zusetzen, noch ihn verleben. 5. Nun hat er alles Unglück überwunden, den rechten Fried und besten Schatz gefunden, darnach er hat gleich als ein Chrift gestrebei, dieweil er lebet. 6. Sein Geist, der lebt jekund in großer Freude, ist angethan 2. Was ist die Welt, was ist ihr Ruhm? Was ist der Mensch darinnen? Ein Schatten, Schaum und Wiesenblum, ein eiteles Beginnen. Ist auch was je zu finden drein, so unsrer Seel kann hülflich sein, wenn sie nun fährt von hinnen? 3. O nein! Wer außer Jesu Christ den Weg zum Leben suchet durch Werk, Verdienst, ja was es ist, muß ewig sein verfluchet. Nie hat ein Mensch, sei wer er sei, durch seiner Werke Trügerei das Heil Goit abgepochet. 4. Mein Jesus ist mein höchftes Gut; in seinen beilgen Wunden, an sein Verdienst und heilges Blut mein Glaub fest bleibt 512 Sterbe- Lieder. mit einem weißen Kleide und 2. Geht nun hin und grabt preiset hoch mit englischem Gedichte Gottes Gerichte. mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Jrdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand vergehn, wenn die Winde drüber wehn. 7. Aber sein Leib, der jetzt wird hingeleget, ist wie ein Korn ins gute Land gefäet, wird auferstehn in Kraft, mit großem Preise himm= lischer Weise. 8. Das wird geschehn, wenn ihm und auch uns allen die Stimm des großen Gottes wird erschallen, der wiederum all ungeschickte Sachen will richtig machen. 9. Dann wird er uns, wenn seine Glocken klingen, mit großer Freud wiedrum zusammen bringen, und prächtiglich mit vielem Triumphiren zumHimmelführen. 10. Da wir dann fein in himmlischen Geberden ohn Sünd und Klag beinander bleiben werden, von Teufel, Tod und allen Aergernissen gar nichts mehr wissen, 11. Sondern vollkommen und gar engelreine uns lieben in verklärtem Fleisch und Beine, und ewiglich Gottlobn in seinem Reiche, den Engeln gleiche. 12. Das wollt ihr, mein geliebten Freund, bedenken, und euer Herz nicht wie die Heiden tränten, die von den Todten, wenn sie die begraben, kein Hoff-| nung haben. 13. Gott helf, daß wir zur Zeit auch still einschlafen, und von dem Herrn sammt allen seinen Schafen am jüngsten Tag zum Leben aus der Erden erwecket werden! B. Ringwald. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 954. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun im Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Land. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröftet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur fann ewig sein! 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus den Schat en, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts! 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst fein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung ichwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt. Sterbe- Lieder. Mel.: O Welt ich muß dich. 955, ott ott Lob, die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen insichöne Paradeis! Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freuden sollt ihr sagen: dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Wie kanns Gott besser machen? Er reißt mich aus dem Rachen des Teufels und der Welt, die jetzt wie Löwen brüllen; ihr Grimm ist nicht zu stillen, bis alles übern Haufen fällt. 3. Dies sind die letzten Tage, da nichts als lauter Plage mit Haufen bricht herein. Mich nimmt nun Gott von hinnen und lässet mich entrinnen der überhäuften Noth und Pein. 513 9. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet Jedermann. Nichts ist ja je geschehen, was er nicht vorgesehen; und was er thut, ist wohl gethan. 10. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seiden stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 11. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und in Geduld sich ihm ergiebt. 12. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jetzund begegnet, ist andern auch geschehn; viel müſsens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wieder sehn. Joh. Heermann. 4. Kurz ist mein irdisch Leben; ein beffres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Noth verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 5. Gott eilet mit den Seinen, läßt ſie nicht lange weinen in 956. mer hat ein End, Mel.: Wo Gott der Herr. Gott, mein diesem Thränenthal. Ein schnell und jelig Sterben ist schnell und ich fahr aus diesem Leben; mein glücklich erben des schönen Him- Seel geb ich in deine Händ, als mels Ehrensaal. die du mir gegeben. Ich bitt, o Herr, sei gnädig mir, und nimm mich väterlich zu dir; mein Geist will ewig leben. 2. Weil ich hie leb in dieser Zeit, hab ich viel Sünd begangen, und deine große Gütigkeit nicht dankbarlich umfangen. Dies reuet mich von Herzensgrund all Augenblick und alle Stund. Herr, laß mich Gnad erlangen! 6. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit. Die Welt von List und Tücke legt beimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht zu jeder Zeit. 7. Ihr Neße mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verlegen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 8. Zuvor bracht ich euch Freude; nun, da ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott thut, hochachtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 3. Mein Hoffnung steht zu aller Frist auf deine große Güte und meinen Heiland, Jeſum Christ, der woll mein Seel behüten, daß sie nicht weich von deiner Gnad und mir des Feindes Macht nicht schad, noch sein grausames Wüthen. 33 Sterbe- Lieder. 514 4. Christus hat für mich gnug gethan, des Kreuzes Tod gelitten; den sehe ich im Glauben an, er hat für mich gestritten, den Leufel, Höll und Tod verwundt, hat jie getilget gar zu Grund und ihre Macht zerschnitten. 5. Deß tröst ich mich, mein Herr und Gott, und will mich drauf verlassen; ich fürchte gänzlich nicht den Tod, zieh fröhlich hin die Straßen zu meinem Herren Jesu Christ, der jetzund mein Begleiter ist; das weiß ich gutermaßen. 6. Amen, daß ist gewißlich wahr und kann mich nicht betrügen, daß ich ins ewge Leben fahr, sein Wort wird mir nicht lügen. Denn ich mit Christo ewiglich und allen Heiligen seliglich des Tods Macht will obfiegen. Michael Franc. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer. Gott, du kennest 957. Herrent, ade, ou siehst, daß ich, dein schwaches Kind, den Schatz in solchen Schaalen trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntniß streben, daß du mir haft mein Ziel bestimmt, und daß mein ungewisses Leben vielleicht gar bald ein Ende nimmt; ja lehre du mich deinen Schluß, daß ich einmal von hinnen muß. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erden zu entfernen und um den Himmel zu bemühn, dieweil der Tod allein beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, allwo ich ewig bleiben fann; drum lehr mich auf den Himmel achten, den seh ich als mein eigen an; so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, denn da ist auch mein Schab und Theil; den hat mir Jesus aufgehohen, dort ist das mir versprochne Heil. Die Weltluft ist mir viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan, so will ich täglich sterben; ich lebe so, als lebt ich nicht; und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Mein Ende kommt mir süße für, denn du, mein Jesu, lebst in mir. 7. Dein Bote kann mich nicht erschrecken; die Welt erstaunt vor seinem Bild; mir soll er lauter Lust erwecken, weil du durch ihn mich holen willt. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken keine Statt. Stunden, komm, eile, mein Ers lösungstag, da ich von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag! Da find ich in des Höchsten Hand mein Eden und gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Du, liebster Jeſu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du nur mein, so gnüget mir. 10. Willst du mich länger leben lassen, so geb ich mich geduldig drein; und sollt ich heute noch erblassen, so wird dein Schluß mein Wille sein. Wer deinen Rath erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Alles bist; mich, daß ich Staub und nichts zu nennen: die Welt, Sterbe- Lieder. 515 daß sie mein Kerter ist. Wer rein, und mir dein Reich erdich, sich und die Welt erkennt, der macht ein richtig Testament. L. R. von Senfft zu Piljach+ 1718. worben: 3. So bitt ich dich, Herr Jesu Christ, halt mich bei den Gedanken, und laß mich ja zu keiner Frist von diesem Glauben In eigener Melodie. 958. Herrott, nun schleuk wanten, sondern dabei verharren den auf! daß die Mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, deß sich mein Seel sehr freuet; hab genug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden! 2. Wie du mir, Herr, befohlen haft, hab ich mit wahrem Glauben hier meinen Heiland aufgefaßt ins Herz, um dich zu schauen; hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudensaal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, in Frieden zu dir fab ren! Befiehl mich Christo, deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; drauf wag ichs schon, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Tobias Riel. 959. He In eigener Melodie. err Jesu Christ, ich weiß gar wohl, daß ich einmal muß sterben; wann aber das geschehen soll, und wie ich werd verderben dem Leibe nach, das weiß ich nicht, es steht allein in deinm Gericht; du siehst mein lettes Ende. 2. Und weil ich denn, als dir bewußt, durch deines Geistes Sabe an dir allein die beste Lust in meinem Herzen habe, und gwißlich gläub, daß du allein mich haft von Sünd gewaschen zu dir wird in den Himmel fahren. 4. Kanns sein, so gieb durch deine Hand mir ein vernünftig Ende, daß ich mein Seel fein mit Verstand befehl in deine Hände, und so im Glauben sanft und froh, auf meinem Bettlein oder Stroh aus diesem Elend fahre. 5. Wo aber du mich in den Feld, durch Raub auf fremder Grenze, in Wassersnoth, Hiß oder Kält, oder durch Bestilenze nach) deinem Rath wolltst nehmen hin, so richt mich, Herr, nach meinem Sinn, den ich im Leben führe. 6. Wo aber ich aus Schwachheit groß mich nicht rechtschaffen hätte, ging etwa oder läge bloß, und unbescheiden redte, ſo laß michs, Herr, entgelten nicht, weils wider mein Bewußt geschicht, und mich nicht kann besinnen. 7. O Herr, gieb mir in Todes Pein ein säuberlich Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein fein sanft gebrochen werde, und wie ein Licht, ohn übrig Weh. auf dein unschuldig Blut vergeh, das du für mich vergossen. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und gläuben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich, wie ich wolle. 9. Derhalben ich in meinem Sinn mich dir will ganz ergeben; denn sieh, der Tod ist mein Gewinn, du aber bist mein Leben, 33* 516 Sterbe- Lieder. und wirst den Leib ohn alle deis; da ist mein rechtes VaterKlag, das weiß ich gwiß, am jüngsten Tag zum Leben auferwecken. B. Ringwaldt. land, darauf du dein Blut bast gewandt. 3. 3u reifen ist mein Herz sebr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele seufzt in mir: Herr, hol mich heim, nimm 960. He und Gett, laß mich zu dir! Mel.: Was mein Gott will, das. err Jesu Christ, mein mich doch nicht verderben; dein theures Blut, dein'n bittern Tod laß sein mein Trost im Sterben. Gewiß glaub ich, daß du für mich am Kreuz dein Blut vergossen, von Sünden mein gewaschen rein, den Himmel aufgeschlossen. 2. Drauf will ich nun, Herr Jesu Christ, dir folgen herzlich gerne, wann dirs gefällt und dein Will ist; sei nur von mir nicht ferne! Mit deinem Geist mir Hülfe leist; im Glauben mich bewahre beständiglich, das bitt ich dich, bis ich von hinnen fahre. 3. Alsdann an meinem letzten End, Herr Christ, mein arme Seele in dein allmächtig göttlich Händ ich treulich dir befehle; schlaf also ein im Namen dein fanft, felig und auch stille; am jüngsten Tag wirst du ohn Klag mich weckn nach deinem Willen. 4. Da werd ich dann stets bei dir sein, in Ehr und Freud erhoben, sammt allen Auserwählten dein ohn Unterlaß dich loben, dein Herrlichkeit in Ewigkeit mit meinen Augen schauen. Darauf ich nu sprech Amen zu, und laß mir gar nicht grauen. Johann Leon. In eigener Melodie. 961. Herr JejuChrist, meins höchster Troft und Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich schwer der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Bara4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein; dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick. 5. Dein Backenstreich und Ruthen frisch der Sünden Striemen mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dornenfron laß sein mein Ehre, Freud und Wonn. 6. Dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab; dein Angstgeschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Höllenglut. 7. Die heiligen fünf Wunden dein laß meine rechte Zuflucht sein, darin ich flich als eine Taub, daß mich der letzte Feind nicht raub. 8. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei. Hilf, daß mein Seel den Himmel findt, wenn meine Augen werden blind. 9. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod mein Herz zerbricht. Behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 10. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heiligs Grab; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider ſein. 11. Laß mich durch deine Nä gelmaal erblicken meine Gnadenwahl. Durch deine aufgeſpaltne Seit mein arme Seele heim geleit. 12. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein leßte Heim Sterbe- Lieder. fahrt bau. Thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 13. Am jüngsten Tag erweck mein'n Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib; daß mich nicht treffe dein Gericht, wenn nun dein Mund das Urtheil spricht. 14. Alsdann mein'n Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz, und ähnlich sei deinm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 15. Wie werd ich dann so fröhlich sein, dort singen mit den Engelein, und mit der auserwähl- 10. Sondern ich will mit starten Schaar ewig schauen dein fer Hand ihn reißen aus des Antlig klar. Martin Behemb.Todes Band, und zu mir nehmen ♦ Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst, 2. Jch bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod. 517 7. Ein fröhlich Aufstehn mir verleih; am jüngsten Gricht mein Fürsprach sei und meiner Sünd nicht mehr gedent, aus Gnaden mir das Leben schenk! 8. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich; 9. Der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht, und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt, In eigener Melodie. 9625 errJeiuChrist, wahr'r mit mir zugleich 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all mensch. lich Hülf zerrinnt, so komm, o Herr Christ, mir behend zur Hülf an meinem letzten End, 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; in mein Reich; da soll er denn 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Öhren hören In eigener Melodie. nicht, wenn meine Zunge nicht 963. Herzlich thut which ber mehr spricht und vor Angst mein Herz zerbricht; langen nach einem felgen End, weil ich hie bin um= fangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser bösen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden. O Jesu, komm nur bald! 6. Bis sich die Seel vom Leib abwend, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd fein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns doch gnädiglich! Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, deinm Wort vertrauen feftiglich, bis wir einschlafen seliglich. P. Eber. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll. Es hat dein Blut gelostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum follt mir denn grauen vorm Tod, vor Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 3. Obgleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich Sterbe- Lieder. 518 mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freu ich mich gar eben. Sterben ist mein Gewinn. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ allein. Gieb mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein. Führ mich ins ewge Leben, das du erwor4. Der Leib zwar in der Er- ben hast durch dein Leiden und den von Würmern wird verzehrt, Sterben und blutiges Verdienst. doch auferwecket werden durch Christum fchön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmels Freud und Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich balt in Acht, daß ich mag fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Chr. Knoll. 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nichts achte; es währt ein das Himmlisch betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihn'n bringt Leide, doch tröstet meinen Muth, daß wir in größern Freuden zusammen werden kommn und bleiben ungeschieden im himmelischen Thron. 7. Ob ich gleich hinterlasse betrübte Waiselein, der'r Noth mich über Maaße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; der wird sie wohl versorgen, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so verzagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gett Hülf verjagen, der speist die Raben klein? Frommen Wittwen und Waisen ist er, der Bater, treu, der wird euch kleidn und speisen; das glaubt ohn alle Scheit. Mel.: Der lieben Sonne Licht. " 964. Die Chriften gebn zu Ort durch mannichfalten Jammer, und kommen in den Friedensport, und ruhn in ihrer Kammer; Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; unds Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein deine Schritte, du allbereits befreiter Geist, da jetzt verlaffne Hütte! Dir nährt die Liebesflamm der holde Bräutigam; dich deckt bei ungestörter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelaffenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jeſu Arm und Schooß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. n. 2. v. Zinzendorf. In eigener Melodie, oder: Vater unser im Himmelreich. 9. Gesegn cuch Gott der Herre, ihr mein! Ach trauret nicht zu ſehre über den 965. Hürmelein, fann Abychbied mein; beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in fur- regen weder Hand noch Bein; zer Zeit einander wieder schauen von Angst mein Herz im Leib cort in der Ewigkeit. zerspringt, mein Leben mit dem 519 3. Wie mancher ist vorangegangen! Wer weiß, wann ich ihm folgen muß? Der Tod giebt oft den frischen Wangen ganz unverhofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Herz, mit eitler Luft; gedenke, daß du sterben mußt! 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben und macht ihm diesen festen Schluß: O Mensch, in allem, was du thust, bedenke, daß du B. Schmold. sterben mußt! Sterbe- Lieder. Lode ringt. Vernunft und alle Sinn sind matt, meins Lebens bin ich müd und fatt. 2. Darum, Herr Jesu, zu mir eil, vertreib des Teufels feurig Pfeil, der um mich jetzt thut brüllen her gleich wie ein Löw und grimmger Bär, daß mich von deiner Lieb nicht scheid Anfechtung, Angst und Herzeleid. 3. Herr, laß mich in dem Reiche dein nur den geringsten Diener lein; den festen Glauben mir verleih, daß ich gerecht und selig sei, erlöset durch dein theures Blut von Sünden, Tod und Höllenglut. Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. 4. Herr, wenn mein Stündlein 967. charmerende kommt heran, so laß dein Engel um mich stehn, daß sie mein Seel iu Himmels Saal heimführen aus dem Jammerthal, und sie do bleib in deiner Hand, als ein durchs Blut erworbnes Pfand. Martin Moller. Mel.: Wer weiß wie nahe. ch steh einem * 966. Juft im Grabe; es ist um einen Schritt gethan, jo leg ich meine Hütte abe, die nichts als Schwachheit heißen fann. Drum sei mir stets dies Wort bewußt: Gedenke, daß du sterben mußt! 2. Dem Menschen ist ein Ziel gejebet, und da wird auch nichts anders draus. Wenn man am sichersten sich schäßet, so ist der Lebenszeiger aus; drum schreib ich stets in meine Brust: Gedenke, daß du sterben mußt! Tohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste beständiglich; laß deinen Sohn mein Trost und Lebn, allzeit in meinem Herzen schwebn. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; denn ich bin dein und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir sein. 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 5. Mit deinen Engeln in deinm Reich dich lob und preise ewiglich; das bitt ich dich demüthiglich, Amen, Amen, erhöre mich! V. 1-3 Gigas. 4, 5 Leon. In eigener Melodie. in 968. deiner Macht, du J o recht, mein Kind, ergieb dich mir! Das Leben gab ich Anhaft mich an dies Licht gebracht, fangs dir, bis hieher hab ichs du unterhältst mir auch das Leauch erhalten. Ich bins, der dir ben; du kennest meiner Monden den Odem giebt, und wenn es Zahl, weißt, wann ich diesem mir einmal beliebt, wird auch 520 Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinnen Kraft gebricht; thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? Sterbe- Lieder. 3. Mich dünft, da lieg ich schon bor mir in großer Hig ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangit befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden nur ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen; des Satans Anklag hat nicht Ruh, sezt mir auch mit Versuchung zu. 4. Jch höre der Posaunen Ton, und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urtheil fällen. Hier weijet mein Gewissensbuch, da aber des Gesebes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid! Mord! Jammer! Angst und Beter! schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, friegt einmal uns der Höllenrachen. Wer hilft mir sonst in dieser Noth, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? dein fiecher Leib erkalten; doch wann du sollst sein ausgespannt, das steht allein in meiner Hand. 2. Ja, ich bins, der dich retten kann, und nehm die letzten Seufzer an, die die gepreßte Brust läßt fliegen; wenn aller Sinne Kraft gebricht, so fehlt doch meine Hülfe nicht. Ich, Jehovah, ich kann nicht lügen; ich komme meinen Worten nach, insonderheit beim letzten Ach. 3. Getrost, mein Kind, und leide dich, sebz deine Hoffnung ganz auf mich! Das alles wird uns doch nicht trennen. Nimmt schon die Kraft von außen ab, und siehst du nichts als Tod und Grab, dein Geist wird doch nicht sterben können. Was ficht dich Sünd und Satan an? Ich bins, der dich erretten kann. 4. Hörst du gleich der Posaunen Ton, und siehst du den Gerichtstag schon, getrost, laß dichs doch nicht erschrecken! Hier wird mein Leben und Geduld, dort meines Vaters Gnad und Huld dich mit dem Schild der Gnaden decken. Ich hab der Höllen Macht geschwächt, im Himmel ist dein Bürgerrecht. 5. Ja, ja, ich Gott, des Todes Tod, ich helfe dir aus dieser Noth, wo alle Hülfe sonst verschwunden; denn freilich hilft kein Geld noch Gut, ja durch vergoßnes Bruderblut wird keine Rettung nicht gefunden. Doch wer mich ruft im Glauben an, da hat die Höll kein Macht daran. 6. Der Teufel hat nicht macht 6. Recht so! An dem, was mir an mir, ich habe blos gesündigt vertraut und nur auf mich im dir, dir, der du Missethat ver- Glauben schaut, kann Satan giebest. Was maßt sich Satan auch kein Antheil suchen. Ich dessen an, der kein Gesch mir bins, der Missethat vergiebt dem, geben kann, nichts bat an dem, der da mich von Herzen liebt was du, Herr, liebest? Er nehme und alle Sünden will verslu Sterbe- Lieder. 521 das, was sein ist, bin. Ich weiß, chen. Ich löse des Gefeßes daß ich des Herren bin. Bann, und nehme mich der Mei7. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es felbst mit deinem Blut, daß ich der Sünden nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht, und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand, und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Theil, zu tief in deinen Bunden sitzen. Hier lach ich aller Angst und Noth, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blißen. weil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. DieSimon Dach. nen an. 7. Getrost, mein Kind, mein theures Blut kommt freilich dir auch mit zu gut, wenn du nur meiner recht begehrest. Ach fürcht dich vor dem Satan nicht, ihn drücket selbst das Zorngericht, darunter du nicht mehr gehörest; er bleibt von mir verflucht, verbannt; dich schbüet meine Gnadenhand. 8. Wohlan, suchst du in mic dein Heil, so sollst du als mein wahres Theil in meinem Schooß gerubig siken. Hier lache aller Angst und Noth, es mag Geseß, Höll oder Tod auf dich herdon: nern oder blißen; verbleibst dus nur im Leben mein; im Lot wirst du keins Fremden sein. E. G. Spener. Mel.: Ach was soll ich Sünder. 969. ch bin müde, mehr sein Gott nicht helfen kann! leben, nimm mich, 5. Dann geh ich in liebster Gott, zu dir; muß ich doch im Leben hier täglich in Betrübniß schweben. Mein größte Lebenszeit läuft dahin in Traurigkeit. sie schreien: Seht den Mann, dem meine Kammer, fall auf meine matte Knie, bet und klage je und je, und beweine meinen Jammer; meiner Thränen wilder Lauf steiget zu dir wolkenauf. 2. Möcht es dir, mein Gott, gefallen, wollt ich herzlich gern ins Grab, da mein Leid geschnitten ab, da mein schmerzensvolles Wallen dieses Lebens ganz verschwindt und sein endlichs Ende findt. 6. Gott, wann wirst du dich erbarmen über meine schwere Bein? Wann wirst du mir gnädig sein? Ach, wann wirst du mich umarmen? Ach mein Gott, wie lang, wie lang soll mir doch noch sein so bang? 3. Ich verschmachte fast vor Sorgen. Meine milde Thränenfluth und des Kreuzes heiße Glut sind mein Theil schier alle Morgen. Furcht, Betrübniß, Angst und Roth sind mein täglich SpeiseBrod. 4. Seh ich jene bösen Rotten, die sich in die Welt verliebt, werd ich innerlich betrübt; denn sie höhnisch meiner spotten, wenn 7. Setze mich doch einmal nieder, laß mich kommen doch zur Ruh, allerliebster Vater du; tröste mich doch einmal wieder; gieb mir endlich doch einmal Herzenslust nach dieser Qual! 8. Doch wer weiß, wozu es nißet, daß du mich so züchtigest, daß ich werde so gepreßt, und vor welcher Noth es schüßet? Denn wer in der Welt sich Sterbe- Lieder. 522 freut, kommt oft um die Seligkeit. 9. Darum laß die Straf er gehen; schlage zu und stäupe fort, liebster Gott, und schone dort! Doch damit ichs kann ausstehen, so verleihe mir Geduld bei verborgner Gnad und Huld. 10. Und nimm mich nach deinem Willen, nach der ausgestandnen Qual, in den großen Freudensaal, da sich alle Noth wird stillen. Komm, mein Gott, wenn dirs gefällt, und reiß mich von dieser Welt! Georg Neumark. Mel.: Mag ich Unglück nicht. hab, Gott Lob, Lauf Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn. In Got tes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vor: über, o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein; mich nicht mit Sünd beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach felge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud 970. Welt, gute Nacht! Wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Noth, zuletzt der Tod; jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein; er führt allein mich aus dem Tod ins Leben. Am ein vergoßnes Blut kommt mir 972. Gott heimgeſtellt. In eigener Melodie. ch zu gut, macht fröhlich mich da= neben. Der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz im Todesschmerz, kann Freud und Wonne geben. Er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich noch leben manchen Tag- ist Gottes Sach, der es nach seinem Willen mach. 3. In Jesu Namen fahr ich 2. Mein Zeit und Stund ist, hin, denn mein Gewinn ist Chri- wann Gott will; ich schreib ihm ftus, wenn ich sterbe. Ich weiß, nicht vor Maß noch Ziel. Es daß du mich nicht verläßst; ich sind gezählt all Härlein mein, glaube feft, im Tod ich nicht ver- beid groß und klein; fällt keines derbe. Mir ist bereit in Ewig- ohn den Willen sein. feit von Gottes Sohn die Ehrenfron, das rechte Himmelserbe. G. Werner. 3. Es ist allhier ein Jammerthal. Angst, Noth und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit, und. wers bedenkt, immer in Streit. 4. Was ist der Ein Mel.: Herzlich thut mich. hab mich 971. Jgeben, dem liebsten Erdenkloß; von Mutterleib kommnt Vater mein; hier ist kein Imnackt und bloß, bringt nichts mit merleben, es muß geschieden sein. I sich auf diese Welt, kein Gut 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude fahrt nur bald all hernach! G. Werner. Sterbe- Lieder. 523 noch Geld, nimmt nichts mit so bin ich sein; er ist allein der sich, wenn er hinfällt. einge Troft und Helfer mein. 5. Es hilft kein Reichthum, Geld noch Gut, kein Kunst, noch Gunst, noch stolzer Muth. Fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ; Alles, was lebet, sterblich ist. 14. Das ist mein Troft zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, morgen todt und lie gen im Sarg. Heut blühn wir wie die Rosen roth, bald frank und todt; ist allenthalben Müh und Noth. 15. Mein lieber, frommer, treuer Gott all mein Gebein bewahren thut, da wird nicht eins vom Leibe mein, groß oder klein, umkommen noch verloren sein. 7. Man trägt Eins nach dem Andern hin wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald, Jung oder Alt, auch unsrer Ehren mannichfalt. 16. Mein'n lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 17. Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für mich haft gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein! Du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 18. Amen, mein lieber, from= mer Gott, bescheer uns Alln ein selgen Tod; hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich! Joh. Pappus. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, und wir allhier kein Bleiben han, müssn All davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott; dadurch ist komma der bittre Tod; der nimmt und frißt all Menichentind, wie er jie findt; fragt nicht, weß Stands und Ehrn sie Mel.: Herzlich thut mich. ch habe Luft zu schei10. Sch hab bier wenig gute 973. Je bent geht Tag, mein täglich Brod ist Müh und Klag. Wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried; Sterbn ist Gewinn und schadt mir nicht. aus der Welt. Ich sehne mich zur Freuden nach Zions Rosenfeld.. Weil aber keine Stunde zum Abschied ist benennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament: 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 2. Gott Vater, meine Seele be= scheid in deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir ge geben, so nimm sie wieder hin, daß ich im Tod und Leben nur dein alleine bin. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd gestorben ist und auferstanden mir zu gut, der Höllen Glut gelöscht mit seinem theuren Blut. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, 13. Dem leb und sterb ich alle- nimm du meine Sünden als ein zeit; von ihm der Tod mich nim- Vermächtniß an. Wirf sie in mer scheidt. Ich leb odr sterb, deine Wunden, ins rothe Meer 524 hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnaden, laß ich den letzten Blick; werd ich im Schweiße baden, so sieh auf mich zurück. Ach, schrei in meinem Herzen, wenn ich fein Slied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jefum für. 5. Ihr Engel nehmt die Thränen von meinen Wangen an! Jch weiß, daß cuer Sehnen sonst nichts vergnügen fann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schooß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. Citerbe- Lieder. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch habe ich verschrieben Gott, eurem besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen! Es wird gewiß ge= schehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein Mel.: Herzlich thut mich. blaffer Leib vermacht, damit dir 975. Ich will gar gert wer ſelig ſtirbt, wieder werde, zugebracht. Mach mich zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. stirbt nicht. Gott läßt den nicht verderben, deß Glaub auf ihn gericht. Mein Heil ist vorge: gangen und kommen durch den Tod dahin, wo mein Verlangen entnommen aller Noth. 8. Das ist mein letzter Wille, Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende, so geh ich freudig hin, und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmold. nen lieben Sohn, Jesum Christ, hat geschenket. Liebers war nicht in seinem Thron; hieran mein Herz gedenket. 2. Er wird hernach mich aus der Erd leiblich wieder aufwecken; mich soll kein Feind mehr schrecken; Höll, Teufel, Tod, oder was mehr entgegen ist der Freuden, räumt er auf mit seinm Leiden. Trot, daß ihm etwas widerstreb, zertreten ist die Schlange. O Herr, mein Seel ich dir ergeb, Gnad ich bei dir erlange. 3. Zu dir hab ich mein Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Unerzognen, auf daß sie, durch dein Wort erleucht't, Christen werden und bleiben, himmlische Güter lieben, selig vollenden diese Zeit, sammt allen, so dein'n Namen erkennen und in Ewigkeit stets dich anschauen, Amen. M. L. Helmbold. 2. Herr Jesu, du mein Leben, der du mein Leben mir erworben, laß mich schweben im Himmel dort bei dir. Nimm mich aus dieser Kammer voll Elend, Angst und Bein, und reiß mich aus dem Jammer, der hier uns bleibt gemein. In eigener Melodie. 3. Hier macht die Sünd uns ch weiß, daß Noth, und Qual; es haben Furcht und Zagen die Menschen allzumal; sie plagen sich mit Sorgen; Ehrsucht quält hier den Sinn, auch Geiz, Tag. Nacht und Morgen; doch mt man nichts mit hin. 974. jer lebt, ob ich schon hier auf Erden hab Sünd gethan und sterbe. All meine Feinde sind erlegt, nicht einer kann mir schaden. So groß ist Gottes Gnade, welcher mir ei Sterbe- Lieder. 525 4. Hiervon werd ich gerissen.| sichert seid, daß ich alle Qual Herr, nimm dich meiner an, be- und Noth überwunden, und bei freie mein Gewissen; und wenn Gott mit den Auserwählten ich nicht mehr kann mit meinem schwebe voller Freud und ewig Munde schreien, laß meines Seuf- lebe? zens Stimm durch dein Blut mich befreien vom ewgen Höllengrimm. 2. Derer Tod soll man beklagen, die dort in der Höllenpein müssen leiden alle Plagen, so nur zu erdenken sein; die Gott aber nimmt zu sich in den Himmel, gleich wie mich, und mit lanter darob sich kränket? 3. In des Herren Jesu Wunden hatt ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Simmel ravben. 4. Niemand sag, ich sei umtommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hingenommen, Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich. Jetzt kann mich kein Trübfal Mel.: Wenn wir in höchsten. 977. Hilf, Helfer, bilf in pressen, alle Angst iſt nun ver= Mel.: Herr Jesu Christ, wahr. Chrifti Wunden 976. machen mich von Sünden rein; ja Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gottesfind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du förderst mich; ins ewig Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. D. Paul Eber. erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ; du mein Gott und Erlöser bist. 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein'n Namn. Hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich: Amn. R. Selneccer. 5. Der Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen, sanft und wohl, und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, der auf seinen Schooß mich setzet und mit höchster Freud ergößet. 6. In der Welt ist nichts zu finden, nichts als Theurung, Best und Streit, und was mehr die großen Sünden bringen für Beschwerlichkeit. Sonderlich kommt noch ein Schwert, das der Christen Herz durchfährt. O viel beffer, selig sterben, denn durch Mel.: Fren dich sehr o me ine. 978. Laffet ab, ihr meine diesen Zwang verderben! Lieben, ab von Traurigkeit. Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr deß ver7. Solcher Noth bin ich ent= gangen; nichts ist, das mich ängsten kann; Fried und Freud hat 526 mich umfangen, kein Feind darf mich feinden an; ich bin sicher ewiglich in des Herren Hand, der mich ihm zum Eigenthum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. Sterbe- Lieder. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der nicht widern, zu beschließen meine 2. Ich zwar will mich auch Welt, schützen wider alle Feinde Zeit; trag ich doch in allen GlieGottes Sohn, der starke Held. Dern Samen von der SterblichSeid und bleibt ihm nur getreu, keit. Geht doch immer da und feine Gnad ift täglich neu. Wer| dort Einer nach dem Andern fort, Betrübte will betrüben, der muß und schon Mancher liegt im wie die Spreu zerstieben. Grabe, den ich wohl gekennet habe. 9. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich euer Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; der wird euch in eurem Leid tröften, und zu seiner Zeit in den Ort, da ich bin, führen, und mit höchster Klarheit zieren. 10. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns sehr geschieden hat; Gott selbst wird uns alsdann weiden und erfreun in feiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit einander jubiliren, und ein felig Leben führen. Joh. Heermann. Mel.: Gott des Himmels. 979. Laß mich, Jefu, in dem Leben dieser schnöden Eitelkeit dir nur einzig sein ergeben, damit meine Lebenszeit ich so ende, daß zu dir meine Seele geh von hier. 2. Nimm sie auf in deine Hände, und dem Leibe gieb die Rub; hernach, wenn das jüngste Ende kommt, führ sie demselben zu, damit ewig ohne Zeit ich dein wahres Lob ausbreit. des alten Adams Erben, unter denen ich auch bin, haben das zum Vatertheil, daß sie eine kleine Weil arm und elend sind auf Erden und dann selber Erde werden. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 980. Lieber Gott, wann Meine Zeit läuft immer hin, und 3. Aber, Gott, was werd ich denken, wenn es wird ans Sterben gehn? Wo wird man den Leib versenken? Wie wirds um die Seele stehn? Ach, viel Kummer fällt mir ein: Wessen wird mein Vorrath sein? Und wo werden meine Lieben nach einander hin verstieben? 4. Doch, was darf es dieser Sorgen? Soll ich nicht zu Jesu gebn? Lieber heute noch als morgen, denn mein Fleisch wird auferstehn. Jch verzeih es gern der Welt, daß sie Alles hier be= hält, und bescheide meinen Erben meinen Gott, der nicht kann sterben. 5. Herrscher über Tod und Leben! mach einmal mein Ende gut; lehre mich den Geist auf geben mit recht wohl gefaßtem Muth. Hilf, daß ich ein ehrlich Grab neben frommen Christen hab, und auch endlich in der Erde nimmermehr zu Schanden werde. Casper Neumann. In eigener Melodie. 981. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinen Leiden; was ich dich bitt, versag mir nicht: werd ich sterben? Wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Sterbe- Lieder. Händ. Ist alles gut, wenn gut das End! 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du wirst mich nicht verderben. Ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, verlassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Rüht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich ichwinget; in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 527 ein Andrer sanfte fällt. Doch, wie du willst, gieb. daß dabei mein End in dir nur selig ſei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt. Doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich leicht ein Räumlein ein. Die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, den ich mit Christi Blute färbe; denn hab ich Jesum nur bei mir, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. B. Schmold. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein eigner Sohn 983. Mein Gott aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein. Mel.: Vater unser im Himmelreich. und Schöpfer, zu mir eil, wenn mein Herz trifft des Todes Pfeil. Ach, laß mich armes Würmelein in Jesu Namen schlafen ein und führe meine Seel ohn Qual in deines Himmels Freudensaal! Mel.: Gott des Himmels und. Mel.: Wer weiß wie nahe mir. * 982. Mein Gott, to ich Eine Blum und dürres Laub, Mein Gott, ich weiß 984. Menich, fag an, was ist wohl, daß sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hir kein folches Erbe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. das am Zweige kaum kann kleben und vergehet bald in Staub. Dies bedenke, Menschentind, weil wir alle sterblich sind! 2. Was ist Adel, hoch Geschlechte, was ist hochgeboren sein? Muß der Herr doch mit dem Knechte leiden bittre Todespein. Kaiser, König, Edelmann, alle müssen sie daran. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zer bricht doch eine Scherbe. Die Blume kann ja leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Was ist Weisheit? Was sind Gaben? Was ist hochgelehrte Kunst? Was hilft, Ehr 3. Mein Gott, ich weiß nicht, und Ansehn haben und des growie ich sterbe, dieweil der Tod ßen Haufens Gunst? Dringt sich viel Wege hält; dem Einen wird doch der Tod herein, nichts hilft das Scheiden herbe, wenn ionstflug und weise sein. 528 Sterbe- Lieder. 4. Was ist Reichthum? mas Christ Falsch- und Bosheit von sind Schäßze? Nur ein glänzend sich legen, denken auch zu jeder gelber Staub. Mensch, darauf Frist, wie er möge fertig sein, dein Herz nicht sehe; denk an Zeit- wenn der letzte Tag bricht ein. und Todesraub; dieje nimmt das Leben hin, jener raubt Gut und Gewinn. 12. Ach Herr Jesu, wollst uns lehren, wie, vorher, wenn kommt der Tod, daß wir uns bei Zeit bekehren und entgehn der Seelennoth, weislich und mit flugem Sinn denken stets ans Ende bin. Val. Wudrian. 5. Was ist Zierlichkeit und Schöne? Ach, ein weißer Wasserschaum. Helle Stimm und jüß Getöne? Ach, ein leer und nicht= ger Traum. Schönheit wie ein Dampf vergeht und nicht vor dem Tod besteht. In eigener Melodie. 6. Was ist Jugend, frische 985. Mir vergeht zu leben Jahre, in der besten Blüthe stehn? Junger Muth und graue Haare müssen mit dem Tode gehn; ist doch hier kein Unterscheid unter jung und alten Leut. länger alle Luft; ja, der Erden Reben sind mir Gall und Wust. Meines Herzens Sehnen steiget über sich; mein Gebet und Thränen wünschen, Jesu, dich. 7. Menschentöchter, Menschenföhne, laßt euch dies gesaget sein! Seid ihr hoch, weis, reich und ichöne, ihr seid doch nur Todtenbein; hier ein wohlgeschmückter Bau, nach dem Tod der Würmer Au. 8. Staub und Asche, willst du prangen mit dem Wissen und Verstand? Mit der Röthe deiner Wangen? Mit dem Gold an deiner Hand? Kann es doch nicht belfen dir, wenn der Tod klopft an die Thür. 9. Menschenkind, nimm dies zu Herzen: Hier ist Leben, hier ist Tod, hier ist Freude, hier sind Schmerzen. Willst du meiden ewge Noth, denke, daß du sterben mußt, so erstirbt der Sünden Lust. 10. Laß von Mißgunst, Neid und Hassen, Demuth lieb, laß Hoffahrt sein! Alles mußt du andern lassen, nackt zu Grabe gehen ein. Heute bist du Herr im Haus, morgen trägt man dich binaus. 11. Wer dies flüglich kann er wägen, der wird als ein rechter 2. Was ist doch zu lieben an der eitlen Welt? Was hat ohn Betrüben sie uns vorgestellt? Ihre süßen Freuden, die so zart und weich, trachten uns zu scheiden von dem Himmelreich. 3. Mich soll sie betrügen künftig nimmermehr. Weg mit ihren Lügen! Weg mit ihrer Chr! Weg mit ihren Schäßen! Nichts kann meinen Muth mehr forthin ergößen, als des Himmels Gut. 4. Was soll ich entfernen länger meinen Sinn von dem Reich der Sternen, da ich Bürger bin? Ich hab abzuscheiden brünstig heiße Lust, und an dir zu weiden, Jesu, Aug und Brust. 5. O wie fröhlich singen werd ich immerdar, und die Saiten zwingen sammt der Engel Schaar, dich, mein Herr, dort oben in der Freudenkron ewiglich zu loben recht vor deinem Thron! 6. Ach wie werd ich glänzen dort so hell und weiß, zieren mich mit Kränzen in dem Paradeis! In den Lebensbächen trink ich mich da fatt: Mangel und Gebrechen finden dort nicht Statt. Sterbe- Lieder. 529 7. Flieg mit deinem Wagen, Jsrael Preis, Ehre, Freud und Sonne bring mein Ziel mit dir Wonne. Dr. Martin Luther. bergetragen! Was verweilst du viel? Komm, gewünſchtes Stünddas mich, als Gottes, in das Bündlein jenes Lebens bind! 8. Länger hier zu leben, schwindt mir alle Lust. Erde, deine Reben sind mir Gall und Wust. Meines Herzens Sehnen steiget über sich. Ach, gieb meinen Thränen bald, o Himmel, dich! Erasm. Francisci. In eigener Melodie. Luc. 2, 29-32. 986. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, haft sehen lan, und machst bekannt, daß er jei das Leben und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort er schollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks In eigener Melodie. 987, Mitten wir im Leben dem umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth, Kyrie eleison! 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr alleine. És jammert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starter Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut, Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben. Vo folln wir dann fliehen bin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starter Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost, Kyrie eleison! Dr. Martin Luther. Begräbniß- Gesang. Antwort des Verstorbenen. 988. Nun laßt uns den 989 Begrabet mich nun Leib begraben, daran wir kein Zweifel haben, lang verwahret bin, bis mein er werd am jüngsten Tag aufgetreuer Seelenhirt mich stehn und unverweslich hervor- wieder auferwecken wird. gehn. 2. Er ist Erd und von der 2. Ja freilich werd ich nach 34 Sterbe- Lieder. 530 Erden, wird auch zur Erd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Pofaun wird angehn. 3. Die Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu einm felgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebi ohn alle Klag; der Leib schläft bis am jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst geweien, dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unire Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod tommt uns gleicher Weis. dem Tod zu Asche, Erde, Staub und Koth; doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott bewahret ſein. Mel.: Nun laßt uns den Leib. 990. un lieg ich armes Würmelein und ruh in meinem Kämmerlein; ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Noth. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid in Himmelsglang und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solZier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesulein ist 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott, die Seele ist bei meinem Gott, der durch ſeins Sohns Todsbitterkeit sie hat erlöst zur Seligkeit. 4. Was hier von Trübsal mich verletzt, wird jetzt mit Himmels lust erseßt. Die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudensaal. 4. Wenn alle Welt durch Feur zerbricht und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtig keit hatt ich in meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, denn ewigliche Himmelslust. 7. So laßt mich nun in sanfter Ruh, und geht nach eurer Wohnung zu. Ein Jeder denke Nacht und Tag, wie er auch selig sterben mag. Georg Neumark. M. Weiße. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst von Teufels Gwalt und ewger Bein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Dr. Martin Luther. meine Luft, mein Labsal, meine beste Koſt. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein Jesulein mich tüßt und hält; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauchzen bin ich nun erkorn; ich singe mit der Engel Schaar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts liebers meine Zunge singt, nichts reiners meinen Sterbe- Lieder. Ohren klingt, nichts füßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesu Christ. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu tlagen meinen kurzen Lauf; ich bin vollkommen worden bald. Wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es in der Welt bewandt. Bei euch rumoret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. 9. Wer auf der Erden lange lebt, derselb auch lang an Sünden llebt, muß streiten oft mit Fleisch und Blut, das Manchem weh und bange thut. 10. Ja, leiden muß er Kreuz und Noth und noch wohl einen langen Tod; hier hab ich schon nach kurzem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 11. Wie manches Kind fällt sich zu todt, wie manches stirbt in Wassersnoth; wie leidet man ches lange Qual, eh es kommt aus dem Jammerthal! 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein? Daß mir das liebe Jefulein verkürzet meine Todespein? 13. Drum legt die Hand auf euren Mund, und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wanns dienet eurer Seligkeit. 14. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Chrifttagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. M. Schirmer. 531 Bein war zugericht, der wird dich auch gewißlich nicht an deinem Ende haffen. Mel.: Wenn mein Stündlein. 991, un sei getrost und unbetrübt, du mein Geist und Gemüthe! Dein Jesus lebt, der dich geliebt, eb als dir dein Geblüte und Fleisch und 2. Erschrecke nicht vor deinem End, es ist nichts Böjes drinnen. Dein lieber Herr streckt seine Händ und fordert dich von hinnen aus so viel tausend Angst und Qual, die du in diesem Jammerthal bisher haft ausgestanden. 3. Zwar heißts ja Tods- und Sterbensnoth; doch ist da gar kein Sterben, denn Jesus ist des Todes Tod und nimmt ihm das Verderben, daß alle seine Stärk und Kraft mir, wenn ich jetzt werd hingerafft, nicht auf ein Härlein schade. 4. Des Todes Kraft besteht in Sünd und schnöden Missethaten, darein ich armes Adamskind so oft und viel geratben. Nun ist die Sünd in Jesu Blut versenkt, erstickt, getilgt und thut fort gar nichts mehr zur Sache. 5. Die Sünd ist hin, und ich bin rein; Troß dem, der mir das nehme! Hinfüro ist das Leben mein, darf nicht, daß ich mich gräme um einger Sünden Lohn und Sold; wer ausgejöhnt, dem ist man hold, und thut ihm nichts zuwider. 6. Ei nun, so nehm ich Gottes Gnad und alle seine Freude mit mir auf meinen letzten Pfad und weiß von feinem Leide. Der wilde Feind muß mir ein Schaf, sein Ungestüm ein süßer Schlaf und sanfte Ruhe werden. 7. Du Jesu, allerliebster Freund, bist selbst mein Licht und Leben; du hältst mich fest und kann kein Feind dich, wo du stehest, heben. In dir steh ich und du in mir, und wie wir stehn, so bleiben wir hier und dort ungeschieden. 8. Mein Leib, der legt sich hin zur Ruh, als der fast müde wor34* Sterbe- Lieder. den; die Seele fährt dem Himmel zu, und mischt sich in den Orden der auserwählten Gottes= schaar, und hält das ewge Jubel jahr mit allen heilgen Engeln. 9. Kommt dann der Tag, o höchster Fürst der Kleinen und der Großen, da du zum allerletten wirst in die Posaune stoßen, so soll dann Seel und Leib zugleich mit dir in deines Vaters Reich zu deiner Freud eingehen. 10. Jsts nun dein Will, so stell dich ein, mich selig zu verjeben. Ach, ewig bei und mit dir sein, wie hoch muß das ergößen! Eröffne dich, du Todespfort, auf daß an solchen schönen Ort ich durch dich möge fahren! Paul Gerhard. Mel.: Ich hab mein Sach Gott. 992. felig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herren Christo stirbt! Oselig, wer vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 2. Was suchit du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil. Denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Theil! an die Brust. Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 6. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, fein Herz zu warm; da blüht zu schön kein Wangenroth, im Finstern droht der Tod überall der Tod! und 7. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl?! Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Grabesnacht das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr." Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu fich vertraut, schon hier die ewge Hütte baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern, und harrt der Zukunft seines Herrn. Th. Fr. H. Sachse. Mel.: Ach Gott vom Himmel. 993. Herr, gedent in Todespein nicht meiner schweren Sünden; besonders hilf du mir allein die Schmerzen überwinden. Errette mich durch deinen Tod, und hilf mir in der letzten Noth; ach, laß mich Gnade finden! 3. Was sorgst du bis zum letten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz; ichau himmelwärts! Da, wo dein Schaß, da sei dein Herz. 2. Sprich Tröstung meiner Seele zu, und biet mir deine Hände! Der Leib, der schlafe sanft und ruh, und wenn an meinem Ende geschrecket wird und schwach mein Muth, so stärke mich dein theures Blut; den Troftgeist, Herr, mir sende. 4. Mit Gott bestell dein Haus in Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier! 3. Und laß mich also schlafen ein in Jesu Christi Na 5. Vom Freudenmahl zum men; verkürze mir die Todes Wanderstab, aus Wieg und Bett pein, und laß mich guten Samen in Sarg und Grab! Wann, wo der Früchte tragen für und und wie? ist Gott bewußt. Schlag für; zum Tod bereit sein, hilf Sterbe- Lieder. 533 du mir, ach Gott, durch Jefum.nes Leben dich nicht verklagen Amen! 2. Bacmeister. 994. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. Jesu, Gottes Lämmelein, ich leb odr sterb, so bin ich dein. Ich bitt, laß mich mit dir zugleich ein Erbe sein in deinem Reich. 2. Denn was wär sonst dein Sterbensnoth, dein Striemen und dein Wunden roth, wenn ich auch nicht der Seligkeit genießen sollt 996. 3. Warum hättst du dein Leib und Lebn im Grab verschlossen und aufgebn, wenn nicht mein Tod durch deinen Tod verjagt sollt werdn, du treuer Gott? 4. Darum, o Jeſu, steh mir bei, gewissen Trost und Hülf verleih! Verlaß den nicht, Herr Jesu Christ, der mit deinm Blut gewaschen ist! 5. Im Friede laß mich schlafen ein und in dir haben Ruhe fein; ein selges Ende mir bescheer, dein Antlik laß mich sehen, Herr! 6. Ich bitt durchs bitter Leiden dein, laß das mein letztes Wünschen sein; so will ich loben allezeit dich, o Herr Gott, in Ewigkeit. Georg Weissel. Mel.: Herzlich thut mich. 995. Mensch, gedenk ans willst du nichts Uebles thun; der Tod bringt oft behende das allerletzte Nun. An einem Augenblicke hängt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh. kann. 2.0 Mensch, gedent ans Ende! Stirb stets den Sünden ab; gieb dich in Gottes Hände, und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt dich an Christi Blut. Stirbst du in Jesu Wunden, so ist dein Ende gut. Benj. Schmolck. 2.D Menjch, gedenk ans Ende! Wer weiß, ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eigIn eigener Melodie. Welt, ich muß dich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein'n Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben seben in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden; mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nichts schaden; erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen; so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnüt Knechte; mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewig Leben; umsonst will er mirs geben, und nicht nach meinm Verdienst und Wahl. 534 Sterbe- Lieder. 7. Drauf will ich fröhlich ster- den; hör auf von Sünd und ben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben; mein Seele sich vom Leibe scheidt. Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen: laß fahren alle Sachen und fang ein neues Leben an. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, wollst dich besinnen, denn du mußt auch hernach. Eil dich zu Gott zu kehren und Gnade zu begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhan10. Das schenk ich dir am Ende; Ade! zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh, Hesse. In eigener Melodie. Gläubige. Selige. 997, wie jelig seid ihra, höchst selig sind wir, lieben D Brüder, unser Mund ist voller die ihr durch den Tod zu Gott Freudenlieder; doch was wir gekommen; ihr seid entgangen schauen, wird Gott euch gar bald aller Noth, die uns noch hält auch anvertrauen. gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerter leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hergegen ruht in eurer Rammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, habt das schon, wonach wir uns noch sehnen; euch wird geſungen, was durch Keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben, und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf, und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. 2. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden; wünscht nicht Freude, weil ihr seid hienieden; laßt euren Willen sich nur sanft in Gottes Gnade stillen! 3. Aber gleichwohl mußten wir auch kämpfen, da in uns war Sünd und Tod zu dämpfen. Was euch jetzt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 4. Duldet euch nur fort bei euren Thränen, bleibt getreu, euch himmelan zu sehnen! Eur jebigs Leiden ist der Samen zu künftigen Freuden. 5. Freilich ists hier gut bei Christo leben, doch könnt ihr euch in Geduld ergeben; all euer Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten. 6. Ach ihr theuren Seelen, eure Kronen, eure Palmen, eure güldnen Thronen sind schon be reitet, schafft nur, daß ihr recht Jum Siege streitet! Sterbe- Lieder. Beide Chöre. 7. Nun wir wollen beiderseits| ihr Himmelschöre, gebt dem dann loben Gottes Lamm, das höchsten Gott allein die Ehre! uns in Gott erhoben. Ein ewges Die Ewigkeiten werden unsers Leben ist uns beiderseits gewiß Gottes Lob ausbreiten. gegeben. 8. Lobt, ihr Menschen, lobt, In eigener Melodie. 998. Sieg, Sieg! Mein Kampf ist aus; nun hab ich meine Krone; hier ist das Himmelshaus. Ich steh vor Gottes Throne in reiner weißer Seiden; so heißt mich Jesus kleiden. 2. Nun wird von mir geschaut die Stadt, da alle Stücken von Gott find ausgebaut. Hier sieht man Perlen blicken, die Wände schön bemalet, von Jaspis alles strablet. 3. Ach wundersüßer Hall! Ach welch ein schönes Singen war doch der Jubelschall, als mich mit Freud umfingen die Chör der Cherubinen, nebst tausend Seraphinen. 535 4. Als sie mit frober Luft mich zu dem Bräutgam brachten, der drückt mich an die Brust, daß Herz und Sinne lachten; sein erster Wink und Grüßen war nichts als füßes Küssen. 5. Wohl mir! Ich bin bertraut mit ihm ins Himmels Grenzen; ich prang als eine Braut, umschränkt mit Siegestränzen; mit Luft bin ich umKummer mich Menschen Lauf geht hin zur Grabeshöhle. Wohl, wer ihn zeitlich endet und sich zur Ruhe wendet! 8. Je länger man hier lebt, je mehr es widerfähret, daß man Gott widerstrebt, mit Sünden Sünden mehret. O wohl, wer nicht die Sünden mehr darf bei sich empfinden! 9. Drum, liebstes Mutterherz, gebt euren Muth zufrieden, laßt fahren Angst und Schmerz, daß ich von euch geschieden; der, so mich euch gegeben, nimmt wieder hin das Leben. Simon Dach und Jacob Baumgarten. beklemmet. 6. Frum, Erde, gute Nacht! Dein falsch geschmücktes Wesen wird ganz von mir verlacht. Ich bin bei dir gewesen. Nur weg, du Weltgetümmel! Ich wähle mir den Himmel. 10. Habt Dank für alle Müb, für alle Sorg und Blagen, die ihr so spät als früh für euer Kind getragen! Habt Dank für euern Segen! Nun will mich Gott verpflegen. 11. Stellt auch die Thränen ein, ihr Schwestern und Gebrüder! Wenn meine Todtenbein nun werden grünen wieder, da folls gewiß geschehen, daß wir uns wiedersehen. Dr. Jeremias Würfel. Mel.: Herzlich thut mich verlangen 999. So hab ich nun vollendet schweren Lebenslauf, mich ganz zu Gott gewendet, und geh jetzt himmelauf. Sehr matt bin ich von Thränen, mein Herz ist schwach von Noth, von Seufzen und von Stöhnen; drum fomm, o lieber Tod! 7. So hör mit Weinen auf, o 2. In allen meinen Jahren, treufte Mutterseele; dent, aller von zarter Jugend an, hab ich ve Sterbe- Lieder. 536 es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rojen gegangen jederzeit, wie etwa die Gottlosen in stolzer Sicherheit. 9. Ade! Nun muß ich scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! zurHimmelslust und Freuden; ihr Liebsten, seid bedacht, wie ihr mich wollet finden im schönen Para3. Was ist der Menschen Le- deis, da eitel Ueberwinden. Ei ben? Wern sie aufs allerbest sich gute Nacht, ich reis. Joach. Pauli. können hier erheben, so ist es Mel.: Valet will ich dir geben. Müh gewest; ja nichts, denn eitel Sorgen, nur lauter Gram und Noth, den Abend als den Mor: 1000. So hab ich obge sieget, mein Lauf gen; drum ist man lieber todt. ist nun vollbracht, ich bin gar 4. Wie oft hab ich geklaget, wohl vergnüget. Zu tauſend gugleich wie ein Wandersmann. ter Nacht! Ihr aber, meine LieAch hätt ich Rast gefraget!| ben, thut nicht so ängstiglich; Wann komm ich himmelan? was wollt ihr euch betrüben? Werd ich noch lange gehen auf Stehts doch sehr gut um mich. eitler Erden Tand? Ach werd ich nicht bald sehen das rechte Vaterland? 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchdaß ich von dieser Erden solltet, wer es liebt; den Kummer werden los und frei. Nun hab ich ausgetlaget, ich hab in meinem Streit mich ritterlich gewaget; die Kron ist mir bereit. könnt ihr sparen, drum seid doch unbetrübt. 6. O Liebsten, laßt das Weinen, es ist ja ohne Noth; Gott eilet mit den Seinen durch einen selgen Tod, eh noch viel Trübjal kommen; Gott weiß, sie dräuen schon. Wohl dem, der nur gekommen zum schönen Himmelstbron! 3. Auch Mutter, laßt die Zäh ren, stellt eure Klagen ein; allein Gottes Begehren, das muß erfüllet sein. Darum ihr jeto weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet; Gott machet alles gut. 3. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kömmet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier den sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen. daß ich erlöset bin; ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; da trifft, noch rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewig5. Gott Lob, nun soll es werden, nun ist die Stund herbei, 7. Wenn ihr euch könnt bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr euch nicht tränken ob diesem Todessold. In diesem Weltgebäude hab ich euch ja geliebt; drum gönnt mir doch die Freude, die mir mein Heiland giebt. S. Wir werden sein verbunden ohn alle Noth und Leid nach wenig Zeit und Stunden dort in der Ewigkeit. Da wird uns Gott verneuen, da werden wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. Sterbe- Vieder. Nachruf der Betrübten. teit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gele die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 13. Fahr wohl, o liebe Seele, geneuß der süßen Luft! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon 7. Schmückt meinen Sarg mit bewußt. Wann wird doch anKränzen, wie sonst ein Siegs- gelangen desselben Tages Schein, mann prangt; aus jenen Him- da du uns wirst umfangen? O melslenzen hat meine Seel er- möcht es heute sein! G. 2. Sacer. langt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich In eigener Melodie. " 1001. 11nter Lilien jener bedacht. Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor, als ein Adler fliegt behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 8. Noch nezet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit; will Gott mich zu sich ziehen, so werfet bin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du tast es Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 537 10. Seht nicht an meine Jahre, gedenkt vielmehr zurück, daß ich ein Mensche ware und jeden Augenblick zum Tode reif und zeitig von erster Kindheit an. Wie seid ihr doch so streitig in dem, was Gott gethan! 11. Daß ich das Grab muß fehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es so bald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, jchon alt genug. 12. Schein ich zu früh entnommen; sag Jemand: fann man auch zu früh in Himmel kommen? Gott bleibet bei dem Brauch, er eilet mit den Seinen zur schönen Himmelspracht. Wer mag nun den beweinen, der bei den Engeln lacht? 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron, nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton! 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins! Laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein! 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, füßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten länger nisten? Nein, ich reis ins Himmelszelt! 5. Herzens- Heiland, schenke Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch Alles dringt! Nach dir fehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. D, wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser der stirbt| Mund erfüllet sei! Du kannſt durch des Todes Thüren träumend führen, und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen. Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder; meine Glieder werden fröhlich auferstehn! Sterbe- Lieder. 538 8. Herzenslamm, dich will ich loben hier und droben in der garten Liebsbegier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben. Hole mich, mein Lamm, zu dir! J. 2. C. Allendorf. In eigener Melodie. 1002. VALEt will ich dir geben, du arge, falsche Welt! Dein jündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich hie dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon! Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth, laß selig mich abe scheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funteln all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut't zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß; der ist ewig genesen, der bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib meinen Namn aufs beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Val. Herberger. In eigener Melodie. 1003. Welt ade! Ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die ewge stolze Rub. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 2. Ich bin da schon angekommen, ich bin meiner Krankheit los, und der Schmerzen ganz ent nommen, ruhe sanft in Gottes Schooß. In der Welt war Angst und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was empfind ich da für Freude, was ist hier für Herrlich feit! Uebersüße Himmelsweide labet mich schon allbereit. Welt, bei dir ist Krieg und Noth, Krankheit und zuletzt der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar, Heilig! Heilig! Heilig! flinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Angst und bloße Eitelkeit; aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Laßt doch euer Trauern bleiben, meine Lieben, weinet nicht! Es ist gar nicht zu be schreiben, wie mir hier so wohl geschicht. Denn bei euch war Angst und Noth, Schmerzen und der bittre Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Denfet, daß es wird geschehen, daß ihr mich in kurzer Zeit fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei euch war nichts denn Noth, Mühe, Angst und gar der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 7. Ich bin nun vorangegangen in das schöne Himmelszelt. Helf Sterbe- Lieder. euch Gott dahin gelangen fort aus dieser argen Welt! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Nach J. G. Albinus. In eigener Melodie. 1004. Wenn mein Stünd lein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so gleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht berlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich, Herr, in deine Händ, du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünd mich werden fränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen; denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein'n Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 539 In eigener Melodie. 1005. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht fann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein'n Arm thu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und rube fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nic. Heermann 2. Es kann vor Abend anders werden, als es am frühen Morgen war; wie bald verwechselt sich auf Erden das Leben mit der Todtenbahr. Mein Gott, ich bitt durch Jesu Blut zc. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und daß ich einstens sterben muß, so darf mich nicht im Tod erst fränken die allzulang gesparte Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut 2c. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott 2c. 5. Ach Vater, deck all meine Sünde mit Christi Blut und Wunden zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst gewünschte Ruh. Mein Gott z. 6. Ach mache mir den Himmel füßer und desto bittrer diese Welt, damit ich, ihre Luft nicht büße, wenn dein Gericht das Urtheil fällt. Mein Gott zc. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, es sei gleich Leben oder Tod; er bleibt im Leben meine Freude, mein Gott, mein Alles in der Noth. Mein Gott zc. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längstens in der heilgen Tauf; er ist mir auch daher gewogen, hat mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut zc. 9. Ich habe Jeju Fleisch ge 540 Sterbe- Lieder. gessen, fein Blut hab ich getrun-| du deinem Jesu singen, die Himfen hier; nun fann er meiner melslieder lassen klingen. Zeuch nicht vergessen, ich bleib in ihm hin, mein Kind! und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut zc. 5. 3euch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eileft fort, eh denn das Ungemach mit Haufen sich einstellt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Ich bin und bleib in seinen Sorgen mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt 2c. 11. Ich leb indeß in Gott vergnüget, und sterb ohn alle Kümmerniß. Es komme nun, wie Gott es füget, so glaub ich doch und bin gewiß, daß durch sein Gnad und Christi Blut mein lettes Ende werde gut. Nach Gr. Aem. Jul. v. Schwarzb.- R. Mel.: Es ist genug. " 1006. Reuch bin, mein ſelbst fordert dich aus diejser ar gen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gett gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste fagen; Zeuch hin, mein Kind! 2. 3euch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Beuch hin, mein Kind! Jm Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in engsten schweben, dort fannst du ewig fröhlich leben. Beuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! hinauf in Gottes Schul, da Gott ſelbst Lehrer ist; da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst 6. 3euch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Jesus, Gottes Sohn, dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast in Jesu überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann. Täglicher Blick in das Grab. Mel.: Wer nur den lieben. 1007. Das Grab ist da; mein Bette, da ich den Tod umarmen soll. Ach, wer sich wohl gebettet hätte, der schliefe sanft und ruhte wohl! Man denket gar zu wenig dran, daß man so leichtlich sterben kann. 2. Das Grab ist da! So heißt es immer; wir gehen ein und gehen aus; die Welt ist wohl ein schönes Zimmer, doch aber ein geborgtes Haus. Bequemt man sich am besten hier, so weiset uns der Tod die Thür. 3. Das Grab ist da oft bei der Wiegen; wie manches Kind grüßt kaum die Welt, so muß es schon im Sarge liegen, dieweil der Tod nicht Ördnung hält und alles ohn Erbarmen bricht, die Frucht sei zeitig oder nicht. 4. Das Grab ist da! Die besten Jahre sind auch des blassen Todes Raub; der wirft den Stärksten auf die Bahre und legt den Schönsten in den Staub. Vom jüngsten Gericht. Ein jeder Schritt, den man vollbracht, naht sich mit uns zur Grabesnacht. 5. Das Grab ist da! Sobald wir älter, so gehn wir auf den Kirchhof zu. Die Glieder werden immer fälter und sehnen sich selbst nach der Rub; denn Sterben ist derfeste Schluß; der Junge kann, der Alte muß. 6. Das Grab ist da! Was sollt ich wähnen, daß es noch ferne von mir sei? Denn man begräbt ja den und jenen, und jeder muß an diese Reih. Wie manchen legt man auf die Bahr, der jiinger und gesunder war. 7. Das Grab ist da! Ich will mit Muße dahin stets meine Wallfahrt thun. Ich falle dir, mein Gott, zu Fuße, ach laß mich nicht in Sünden ruhn! Wer Sünde mit sich nimmt ins Grab, stirbt dir und auch dem Himmel ab. Wo 8. Das Grab ist da. michs soll laben, so muß ich auch im Glauben mich in meines Jesu Wunden graben. Mein Heiland, ich umfasse dich, denn du bist meines Todes Tod; steh bei mir in der letzten Noth. 541 9. Das Grab ist da! Mein kurzes Leben soll künftig desto frommer sein, und nicht nach Pracht und Reichthum streben; das ist ein fahler Leichenstein. Die Grabschrift, die der Glaube gräbt, macht, daß man auch im Tode lebt. 1008, 2 XLVI. Vom jüngsten Gericht. Mel.: Auf meinen lieben Gott. શબ્દ du süße Welt! Ich schwing ins Himmels Zelt die Flügel meiner Sinnen und suche zu gewinnen, was ewiglich bestchet, wenn die ses Rund vergehet. 10. Das Grab ist da! Kein Weltgetümmel stört mich bei dem Gedanken nicht. Je näher Grab, je näher Himmel; wer weiß, wie bald mein Herze bricht; und doch erschreck ich nicht dafür; mein Grab wird mir zur Himmelsthür. 11. Das Grab ist da! Ich steh vielleichte mit einem Fuße drinnen schon; wie, wenn ichs heute noch erreichte? Die Zeit eilt flügelschnell davon. Doch bin ich immerdar bereit, das Grab jei nahe oder weit. 12. Das Grab ist da! Weg Eitelkeiten! Bei euch vergißt man nur das Grab. Ich will mich) täglich so bereiten, daß ich den Tod vor Augen hab. Ich bin ein Mensch; so heißt es ja: Das Grab ist da, das Grab ist da! Benj. Schmold 2. Fahr hin mit deinem Gut, das eine kleine Fluth so balde kann verheeren und eine Glut verzehren! Fahr hin mit deinenSchäßen, die nimmer recht ergößen! 3. Fahr hin mit deiner Luft! Sie ist nur Trug und Wust; und deine Fröhlichkeiten berblühen mit den Zeiten. Was frag ich nach den Freuden, auf die nur folget Leiden? 4. Fahr hin mit deiner Pracht! Von Würmern ist gemacht der Sammet und die Seiden, die deinen Leib bekleiden. Was mag genennet werden, ist lauter Staub der Erden. 5. Fahr hin mit deiner Ehr! Was ist die Hoheit mehr, als Kummer im Gewinnen, und Herzleid im Zerrinnen? Was 542 Vom jüngsten Gericht. frag ich nach den Ehren, die nur Hilf nur, daß wir fein wacker das Herz beschweren? sein, wenn du mit deinen Engelein zu dem Gericht wirst kommen. Melchior Bischof. 6. Fahr hin mit deiner Gunst! Falsch lieben ist die Kunst, dadurch der wird betrogen, dem du dich zeigst gewogen. Was frag ich nach dem Lieben, das endlich muß betrüben? 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht herzlich meint, der mir sein Herze giebet und mich fo brünstig liebet, daß er mich füß erquicket, wenn Angst und Trübsal drücket. 8. Des Himmels Herrlichkeit ist mir schon zubereit. Mein Name steht geschrieben bei denen, die Gott lieben. Mein Ruhm kann nicht vergehen, so lang Gott wird bestehen. 9. D 3ions güldne Pracht, wie hoch bist du geacht! Von Perlen sind die Pforten, das Gold hat aller Orten die Gassen ausgefchmücket. Wann werd ich hingerücket? 10. süße Himmelslust, wohl dem, dem du bewußt! Wenn wir ein Tröpflein haben, so kann es uns erlaben. Wie wird mit großen Freuden der volle Strom uns weiden! 11. O theures Himmelsgut, du machest rechten Muth. Was werden wir für Gaben bei dir, mein Jefu, haben! Mit was für rechten Schäßen wirst du uns dort! ergößen! 12. Fahr, Welt, fahr immer hin! Gen Himmel steht mein Sinn; das Irdisch ich verfluche; das Himmlisch ich nur suche. Fahr hin, du Weltgetümmel! Ich wähle mir den Himmel. Heinr. Müller. tel.: Es ist gewißlich an. 1009, 2uf dein Zukunft, Mel.: Herzlich thut mich. " 1010, Badenke, Mensch, bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende. Der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein! 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu. Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein Jeder dran und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit jeiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird verpflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten lette Zeit, daß fich nach dir zu lenten mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag! Im Tod und Herr Jesu Christ, vor Gerichte steb mir, o Jeju, wir hoffen alle Stunden; der bei, oa ich ins Himmels Lichte jüngste Tag nicht fern mehr ist, zu wohnen würdig sei. dran werden wir entbunden. Benj. Schmold. 543 Theil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All anders Gut bergehet, mein Erbtheil das bestehet. 10. Ach Herr, mein schönstes Gut, wie wird sich all mein Blut in allen Adern freuen, und auf das Neu verneuen, wenn du mir wirst mit Lachen die Himmelsthür aufmachen. Vom jüngsten Gericht. tel.: Auf meinen lieben Gott. 1011. Die Zeit ist nunmehr nah, Herr Jesu, du bist da. Die Zeichen, die den Leuten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen. 2. Was soll ich denn nun thun? Ich soll auf dem beruhn, was du mir haft verheißen, daß du mich wollest reißen aus meines 11. Komm her, komm und emGrabes Kammer und allem an- pfsind, o auserwähltes Kind, dern Jammer. 3. Ach Jesu, wie so schön wird mirs alsdann ergebn! Du wirst mit tausend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde mich zu dir schwingen werde. komm, schmecke was für Gaben ich und mein Vater haben; komm, wirst du sagen, weide dein Herz in ewger Freude! 4. Ach was wird doch dein Wort, o jüßer Seelenhort, was wird doch sein dein Sprechen, wenn dein Herz aus wird bre= 13. Hier ist der Engel Land, chen zu mir und meinen Brüder selgen Seelen Stand; hier dern, als deinen Leibesgliedern? hör ich nichts als Singen, hier 12. Ach du so arme Welt, was ist dein Gold und Geld hier gegen diese Kronen und mehr als güldnen Thronen, die Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället? 5. Werd ich denn auch vor Freud in solcher Gnadenzeit den Augen ihre Zähren und Thränen können wehren, daß sie mir nicht mit Haufen auf meine Wangen laufen? seh ich nichts als Springen; hier ist kein Kreuz, kein Leiden, kein Lod, kein bittres Scheiden. 6. Was für ein schönes Licht wird mir dein Angesicht, das ich in jenem Leben werd erstmals ichen, geben? Wie wird mir deine Güte entzücken mein Gemüthe! 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der noch verwundt, da wir so fest auf trauen, das werd ich alles schauen; auch innig herzlich grüßen die maal an Händ und Füßen. 8. Dir ist allein bewußt die ungefalible Lust und ecle Seelempenje in deinem Barateise; die fannst du wohl beidhreiben, ich finn mht mehr als glauben. 9. Ded was ich bier geglaubt, das steht gewiß und bleibt mem 14. Halt ein, mein schwacher Sinn; halt ein, wo denkst du hin? Willst du, was grundlos, gründen, was unbegreiflich, finden? Hier muß der Wiß sich neigen und alle Redner schweigen. 15. Dich aber, meine Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, Herr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. 16. Ach, wie ist mir so weh, eh ich dich aus der Höh, Herr, sebe zu uns kommen; ach daß zum Heil der Frommen du meinen Wunsch und Willen noch möchtest heut erfüllen! 17. Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fröhlich da zu stehen und so einher zu gehen, daß alle Stund 544 Vom jüngsten Gericht. und Tage mein Herz mich zu dir| Buche frei, darinnen stehn die trage. Deinen; auf daß ich, sammt den Brüdern mein, mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 18. Dies gieb, Herr, und verleih, auf daß dein Huld und Treu ohn Unterlaß mich wecke, daß mich dein Tag nicht schrecke, da unser Schreck auf Erden soll Fried und Freude werden. Paul Gerhard. 7.0 Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß und mache uns in Gnaden los von allem Uebel! Amen. B. Ringwald In eigener Melodie. 1012. s ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu In eigener Melodie. richten Bösund Frommen. Dann 1013. Gott hat das Evans wird das gelium gegeben, daß wir werden fromm. Die Welt acht solchen Schaß nicht hoch, der mehre Theil fragt nicht danach. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welt ihr Ende; darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 2. Man fragt nichts nach der guten Lehr; der Geiz und Wucher nun vielmehr hat überhand genommen gar. Noch spredhen sie: Es hat kein Gfahr. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 3. Danach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt auf Erden habn getrieben. Da denn gewißlich Jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 3. Täglich erdenkt man neue Nep; das sind der Gottlosen Gefeß, damit sie alles Gut zu sich gern wollten reißen gwaltiglich. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und 4. Man rühmt das Evangeipat nach großem Gut getrachtet! lium, und will doch Niemand Er wird fürwahr gar fahl bestehn werden fromm. Fürwahr, man und mit dem Satan müssen gehn| spott des lieben Gott; noch sprevon Christo in die Hölle. chen fie: Es hat kein Noth. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden! Baran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen. und lies mich aus dem 5. Es ist doch eitel Büberei; die Welt treibt große Tyrannei, als ob kein Gott im Himmel wär; die Armuth muß sich leiden sehr. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 6. Die Schäß der Kirchen nimmt man hin; das wird uns Vom jüngsten Gericht. 545 bringen kein Gewinn. Die Ar-| Christ! Das Erdreich überdrüssig men läßt man leiden Noth, macht ist zu tragen folche Höllenbränd. ihnen schwer ihr täglich Brod. Drum machs einmal mit ihr ein Das ist ein Zeichen vor dem End und laß uns sehn den lieben jüngsten Tag. jüngsten Tag. Erasmus Elberus. Mel.: Bom Himmel hoch da. lieben 7. Die Schäß der Kirchen sind ihr Gift; ſie sind von ihnen nicht 1014. freut euch ichon! gestift, doch nehmen sie das Kirchengut. Sieh, was der leidge Geiz nicht thut! Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 8. Man fragt nach Gott dem Herrn nicht mehr: die Welt tracht nur nach eitler Ehr; die Hoffahrt nimmt ganz überhand; Betrügen, Lügen ist kein Schand. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 9. Wo bleibt die brüderliche Lieb? Die ganze Welt ist voller Dieb. Kein Treu noch Glaub ist in der Welt; ein Jeder spricht: Hätt ich nur Geld! Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 10. Die Welt will ihr nicht lassen wehrn, an Gotts Wort will sich Niemand kehrn; sie haben nichts gelernet mehr, als essen nur und trinken sehr. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 11. Ihr größte Kunst ist banketirn und in der Büberei studirn; das kann sie aus der Maßen wohl: die Welt ist aller Schaltheit voll. Das ist ein Zei chen vor dem jüngsten Tag. 12. Die liebe Sonne fann nicht mehr zusehen und entsetzt sich sehr, darum verliert sie ihren Schein; das mag ein große Trübsal sein. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 13. Der Mond, die Sterne ängsten sich, und ihr Gestalt sicht jämmerlich, weil sie gern wollten werden frei von solcher großen Büberei. Das ist ein Zeicher vor dem jüngsten Tag 14. Darum tomm, lieber Herre Bald wird erscheinen GottesSohn, der unser Bruder worden ist, das ist der Herre Jesus Christ. 2. Der jüngste Tag ist nun nicht fern. Komm, Jesu Christe, lieber Herr! Kein Tag vergeht, wir warten dein und wollten gern bald bei dir sein. 3. Verrathen ist der Widerchrist; sein Heuchelei und arge List find offenbar und gar am Tag; deß führt er täglich große Klag. 4. Du treuer Heiland Jesu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündigt Daniel, drum komm, lieber Immanuel! 5. Sanct meon wart't auch auf dich, und deiner Zukunft freut er sich; er ward auch seis ner Bitt gewährt, da er sah, was sein Herz begehrt. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich gesehn hab meinen Herrn. Doch soll es nicht gestorben sein, sondern im Frieden fahr ich fein. 7. So warten wir nun auch der Stund und bitten dich aus Herzensgrund, du wollst nicht außen bleiben lang, und straf einmal die alte Schlang. 8. Der alle Welt ermordet hat und kann nicht Lügens werden satt, den nimm sammt seiner Lästerschul, und wirf sie in den Feuerpfuhl. 9. Dein lieben Kinder warten all, wenn doch einmal die Welt jerfall, u d wenn des Teufels Reich zergeh und er in ewgen Schanden steh. 35 546 Vom jüngsten Gericht. 10. Er ists, der deinen Namen| nicht die böse Zeit unverhofft be schändt und der die armen trete; denn es ist Satans Lift berblendt. Der böse Geist sucht über viele Frommen zur Ver seinen Ruhm und hindert, daß suchung kommen. dein Reich nicht komm. 2. Über mache erst recht auf 11. Was du befiehlst, das lä- von dem Sündenschlafe; denn es stert er und tobt dawider gräu- folget bald darauf eine lange lich sehr. Was uns bescheert Strafe; und die Noth sammt dem dein milde Hand, das nähm er gern und machts zu Schand. Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unserHerr erleuchten. Wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf erblicke, weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 12. Der Satan läßt nicht ab zu wehrn, daß sich so wenig Leut befehrn; er wendt die Leut von deinem Wort und richtet an Haß, Neid und Mord. 13. Der Teufel brächt uns gern zu Fall, und wollt uns gern verschlingen all; er tracht nach Leib, Seel, Gut und Ehr. Herr Christ, dem bösen Feinde wehr! 14. Die Welt kann nun nicht länger stehn, ist schwach und alt, sie muß vergebn; sie wankt an allen Orten sehr und kann die Last nicht tragen mehr. 15. Die Creatur nicht länger kann der Eitelkeit sein unterthän, und wollt gern wieder werden frei von Teufels Mord und Ty= rannei. 16. Die Frommen sind sehr hart beschwert, all gute Ordnung wird verkehrt; drum wären sie gar gern erlöst und hoffen All auf deinen Trost. 17. Die alten Väter warten all, wenn du erscheinst mit groBem Schall, mit aller lieben Engel Schaar, drauf warten sie manch hundert Jahr. 18. Ei, lieber Herr, eil zum Gericht, laß sehn dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreieinigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit. Erasmus Alberus. Mel.: Straf mich nicht in. 1015. Mad ache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieb, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht reventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, und kann sich bald heucheln und in Hoffahrt schmeis cheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem Allen machen, was dich druckt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er vers langet unser Schrein, wenn wir wollen leben, und durch ihn un sern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, Vom jüngsten Gericht. wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst be schütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum, so laßt uns immer dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkhard Freystein. wie selig seid ihr doch. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Rath gefunden. Dein Kreuz und Leiden führe mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert. Mel.: Welt ich muß dich. Mel.: 1016. wie mögen wir* 1017. Piel beſſer nicht geLeben boren, doch so der Welt und ihrer Lust ergeben, und uns selbst scheiden von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird gechehen, daß ein Jeder seinen Lohn wird sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urtheil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? Wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 547 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüfte bassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von dei nem Wort abkehren. Dein will ich bleiben, keine Welt soll mehr bon dir mich treiben. 3. Im Fluch auf ewig brennen, Gott seinen Gott nicht nennen, o das ist ja betrübt! Ach Gott, ich flich gerade allein zu deiner Gnade, mein Gott, der du die Welt geliebt. 4. Du hast den Sohn gegeben im Sohn ein ewig Leben; im Sohn will ich dich flehn, dich flehn um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe. Laß mich das Heil in Jesu sehn. 5. Ich war dem Tod zum Raube; nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht verloren, so bin ich neu geboren, so dring ich in das Ph. Fr. Hiller. Leben ein. XLVII. Von der Hölle und Verdammniß. ייזן, lich verloren, von Gott getrennt sich sehn, von keinem Heil nichts wissen, vom Licht zu Finsternissen, vom Leben zu dem Tode gehn. 2. Von Freuden in den Klagen, vom Hoffen im Verzagen, von Wollust in der Pein, von Freiheit in den Banden, von Ehren in den Schanden, von Ruhe in der Qual zu sein. Mel.: Jesus meine Zuversicht. wohl bedenken müssen. Seitlich 1018. ewigheißtdas hier und ewig dort, das ist, was Sort, das wir wir alle wissen; denn nach die35* 548 Von der Hölle und Verdammniß. fer turzen Zeit folgt die lange ja, wie mein Heiland felber Ewigkeit. spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 2. Es wird endlich alle Zeit von der Ewigkeit verschlungen; diese bringet Freud und Leid, wie man hier darnach gerungen. Was wir in der Zeit gethan, schreibt die Ewigkeit uns an. 3. Ewig wird das Erbe sein derer, die an Christum gläuben, und ohn allen Heuchelschein treu in seiner Liebe bleiben; für das Leiden dieser Zeit krönet sie die Ewigkeit. 4. Wenn der Verdammten große Qual so manches Jahr, als an 4. Ewig aber ist verflucht, wer der Zahl hier Menschen sich er die Zeit in seinem Leben zu vernähren, als manchen Stern der schwenden nur gesucht und sich Himmel hegt, als manches Laub eitler Luft ergeben; diesem bringt die Erde trägt, noch endlich sollte die Ewigkeit endlich ein unend- währen, so wäre doch der Bein lich Leid. zuletzt ihr recht beſtimmtes Ziel gesetzt. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert tausend, tausend Jahr haft kläglich ausge standen, und von den Teufeln solcher Frist ganz grausamlich gemartert bist, ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so Niemand zählen kann, die fänget stets von Neuem an. 6. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Bein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen; betracht es oft, 0 Menichentind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit an die Ewigkeit gedenken, und durch keine Sicherheit mir das rechte Ziel verschränken, daß mich, eh die Zeit verläuft, nicht die Ewigkeit ergreift! 6. Ewig, ewig! Süßer Schall, wenn man hier hat wohl gelebet! Ewig, ewig! Schreckenshall, wenn man Gott hat widerstrebet! Stehe mir in Gnaden bei, daß das Wort mir Jubel sei! Benj. Schmold. 3. Ewigkeit, du machst mit bang! O ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr fein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Bein betracht, erschreck ich recht von Her zen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. In eigener Melodie. 1019. Ewigkeit, du Don= nerwort, oSchwert das durch die Seele bobrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigfeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, we ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 7. Ach fliehe doch des Teufels Stric! Die Wollust kann ein'n Augenblick und länger nicht er gößen; dafür willst du dein arme Seel hernachmals in des Teufels Höhl o Mensch, zum Pfande setzen. Ja schöner Tausch, ja wohl gewagt. das bei den Teu feln wird beklagt! 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit hat nur fein Biel; fie treibet fort und fort ihr 8. So lang ein Gott im Him Spiel, läßt nimmer ab au toben; mel lebt und über alle Wolken Vom ewigen Leben. 549 schwebt, wird solche Marter wäh-| wo ich mich hinwende. Nimm du ren; es wird sie plagen Kält und mich, wenn es dir gefällt, Herr bis, Angst, Hunger, Schrecken, Jeju, in dein Freudenzelt! Feur und Bliß, und sie doch nicht verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wann Gott nicht mehr wird ewig sein. 9. Wach auf, o Mensch. vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben. Wach auf, es ist doch hohe Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der lette Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 10. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffahrt, Reichthum, Ehr und Geld dir länger nicht gebieten. Schau an die große Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zusammt des Teufels Wüthen. Vor allen Dingen hab in Acht die vorerwähnte lange Nacht! Joh. Riſt. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 1020. bekehre dich! Du lebest hier nicht ewiglich, zu seiner Zeit mußt du davon und wirst empfangen deinen Lohn, nachdem du haft in dieser Welt dein Thun und Wesen angestellt. 2. Bedenke, was die Ewigkeit doch sei für eine lange Zeit, wie sie ganz ohne Ende ist, und daß nach dieser Lebensfrist die Sün= der in der Höllenpein gestrafet müsfen ewig sein. 3. Ob du ausstündest allzuhand so manche Plagen, als man Sand am Meer, und so viel Sternenlicht man an dem blauen Himmel sieht; ja wäre noch der Qual so viel, so hätte sie doch Maaß und Ziel. 11. O du bethörtes Men- 4. Hier aber ists nicht so geschenkind, von Sinnen toll, von than. Die Qual fängt stets von Herzen blind, laß ab die Welt Neuem an; viel hundert, hundert zu lieben! Ach, ach soll denn die tausend Jahr sind wie der Tag, Höllenpein, da mehr denn tau- der gestern war, und es wird send Henter sein, ohn Ende dich dieser Höllenpein in Ewigkeit kein betrüben? Wo ist ein so beredter Ende sein. Mann, der dieses Werk aussprechen kann? 5. Darum, du fichres Menschenkind, schlag diese Warnung nicht in Wind! Laß ab von deiner Missethat, noch ist es Zeit, noch ist es Rath. Was du versäumst in dieser Zeit, das büßest du in Ewigkeit. 12. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bobri, o Anfang sonderEnde! OEwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigleit nicht XLVIII. Vom ewigen Leben. Mel.: Wie wohl ist mir o Freund, oder: Dein Mittler fommt Auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest bier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, br. 4. 1021. s ist noch eine das dich mit Freuden dort wird Ruh vorhanden. vor seiner. Stuhle weiden, wirf 550 Vom ewigen Leben. hin die Laft und eil herzu! Bald die Thränen von den Augen wi ist der schwere Kampf geendet, schen; wer weiß, was sonst noch bald, bald der saure Lauf voll- soll geschehn? endet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns so bestimmt. Das Gottes lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben. Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwachen, denn die Erquicungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah. Es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Ges beine grünen, der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schooß. Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort war tet fchon die frohe Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, begürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sieg. Kunth. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt! Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr krumm und sehr gebückt! Ihr habt des Tages Laft getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Rubstatt sein. Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran-*. ten laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann! wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergößen: wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig ftille liegt. 5. Da wird man Freudengar ben bringen, denn unsre Thränenfaat ist aus. D, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und derglei chen wird müssen fliehn und von 3. Jm Augenblick wird sie er uns weichen. Wir werden auch heben sich bis an das Firmadas Lamm dort sebn; es wird ment, wenn sie verläßt ſo sanft, beim Brünnlein uns erfrischen, so wunderlich die Stätt der 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit. Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Got tes treue Hände zum auserwähl ten Pfand, daß sie mit Heil an lände in jenem Vaterland? In eigener Melodie. * 1022. gebaute Stadt, du hochwollt Golt, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Alle und eilt aus dieser Welt. Vom ewigen Leben. Element, fährt auf Eliä Wagen mit engelischer Schaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnaden pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich; die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 551 den wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun und die Noth, die uns umgeben, läffet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Noth heißet unser täglich Brod. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarbeit bell umgeben, mit fonnenlichtem Strabl. 7. Wenn tann zuletzt ich angelanget bin im schönsten Paradies, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit; Mel.: Alle Menschen müssen, oder: 3. Ad, wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn, und aus dieſem Thal der Thränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Psalmen, unser Klagelied in Psal men, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt? 4. Da wird unser Aug ers blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wollust ohne Schmerz. 8. Mit Jubelflang, mit In strumenten schön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und bon dem süßen Ton sich regt der Freudensaal; mit bundert tau fend Bungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang ge= fungen das himmelische Heer. Joh. Matth. Meyfart. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschaar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegestränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antliz schau? Werd ich nicht bald auf genommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Per= len gleichet, deffen Glanz die Sonne weichet, deffen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? Jesu, der du meine Seele. 1023. wie fröhlich, o wie selig wer7. Nun, so stille mein Verlangen o du großer Lebensfürst! 552 Vom ewigen Leben. Laß mich bald dahin gelangen, ligkeit, prangen nun im Ehrens wo du mich recht trösten wirst. lleid. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Loos in jener Welt auf das Allerschönste fällt. 7. Es sind die, ſo stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht be reit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nun sie stehen all berum vor dem Stuhl im Heiligthum. Benj. Schmold. In eigener Melodie, oder: Gott des Himmels uno. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch * 1024. Wer sind die vor und hell, so hat ihre Seel geächGottesThrone? zet nach dem rechten Lebensquell. Was ist das für eine Schaar? Nun ihr Durst geſtillet ist, da Träget jeder eine Krone, glänzen sie sind bei Jesu Christ. wie die Sterne klar; Halleluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. 9. Ach, Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit. Treibe, Herr, die Feinde weit! 10. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 11. Gieb, daß ich sei neu geboren; an dir, als ein grünes Reis, wachse und sei auserforen, durch dein Blut gewaschen weiß; meine Kleider wahre rein, meide allen falschen Schein; 12. Daß mein Theil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich der Noth entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in denSand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget dieſen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem jundgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübfal, Schmeizen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmüd mit Het feit! 13. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sonne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in EwigTh. Schent. Erster Anhang. Erster Anhang. Mel.: Wo Gott der Herr nicht. ( ch 1025. Gott, viel wol: len Christen sein, und leben wie die Heiden; die Sünden herrschen insgemein, und Niemand will sie meiden; dein Wort wird oft nur angehört und Wenige dadurch bekehrt zu einem heilgen Leben. an, wer in mir herrsch und lebe, ob ich, so viel ich immer kann, dem Fleische widerstrebe, obChristo auch in mir allein das Herze jei geräumet ein, und er in solchem wohne. 8. Die täglich Buße muß auch sein mein Herzensstand auf Er den; ich muß ein neuer Mensch allein in Christo Jesu werden, der nicht mehr sei der Sündenfnecht, bergegen der allein gerecht durch Christum Christo diene. 9. Wer nun ein wahrer Christ will sein und Christo angehören, der hab den Glauben nicht zum Schein und laß sich nicht bethören die Welt; er lebe nach dem Geist, thu nicht, was Fleisch und Blut ihn heißt, such wie er Gott gefalle. 10. Drum, Christen, laßt das Glaubenslicht stets leuchten vor den Leuten, auf daß es an euch 4. Zwarkann von außen Man- mangle nicht, rechtichaffen auszucher sich so fromm und heilig breiten des Höchsten Lob in diestellen, begt aber Schaltheit inner- ser Zeit, bis wir ihn dort in Ewiglich und ist ein Kind der Höllen, teit mit Freuden werden preisen. ein Heuchler, der Gott nicht geC.F. Connow. treu, und der durch seine Heuchelei Mel.: Nun wir bitten den. 5. Das macht es auch allein* 1026. Aeju, bein NaheHerr nicht aus, wenn man nur früh aufstehet, und dann zum Schein ins Gotteshaus zum Sakramente gebet. Wenn Vieler Mund Bessrung verspricht, und sich doch gleichwohl bessert nicht, so bleibts ein Heuchelwesen. 2. Die meisten gehn in Sicherheit, wohin ihr Fleisch sie führet, thun nicht in dieser Gnadenzeit, was ihn zu thun gebühret. So boshaft ist dazu die Welt, daß nie die gar für Narren hält, die Gott von Herzen fürchten. 3. Des Glaubens rühmen viel fich sehr, und leben doch in Sünden; ja es ist fast kein Glaube mehr und Gottesfurcht zu finden. Wenn das ein Lehrer nun beflagt, wird er verleumdt, gehaßt, berjagt, als wie ein Landsverräther. 553 6. Zum Glauben gehört dies dazu, daß Christi Blut uns wäfchet; wenn aber ein Heuchler im Nu im Sündenschlamm sich löschet, wie kann das wahre Reingung sein? Das Herz bleibt ein verhärt'ter Stein, zur Seligkeit untüchtig. 7. Das Leben, das muß zeigen fein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so felig, daß auchs Gebeine darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundlichs Angesicht voll Huld und Gnade, wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungeſehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätte ohn Ende von Glück zu sagen, und Erster Anhang. 554 Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen, und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Luft. 5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommner Theil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben, und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlichs Herz und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden, bei Freud und Leid. sterniß; dazu quälet uns gar heftig der vergifte Schlangenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 5. Ach, wie kraftlos, Herzens Jesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohne macht in dem müden Lebenslauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster 8. So werden wir bis in Jesu, sei in Finsterniß das Licht; Himml hinein mit dir vergnügt öffne unsre Herzensaugen, zeig wie die Kindlein sein. Muß man dein freundlich Angesicht. Strahl, gleich die Wangen noch mancho Sonn, mit Lebensblicken, so mal neßen, wenn sich das Herz wird sich das Herz erquicken. nur an dir stets seben und stilIen kann. 3. Ach, ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll; die Verdammniß macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell. Mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu. kommt man nicht durch dieje Welt; sie hat fast auf allen We gen unsern Füßen Netz geſtellt; fie kann troßen, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 9. Du reichst uns deine durch grabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen und unser Auge müß übergehen vor Lob und Dank. Chr. Gregor. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß; komm zu deiner Braut ge gangen, biet ihr deinen Frie densgruß, daß sie Himmelsfreud verspüre und fe Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Bilgerstraß. daß wir auf den rechten Wegen Mel.: Herr ich habe mißgehandelt. gehen fort ohr Unterlaß; laß uns meiden alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke. 1027. Ach, was sind wir ohne Jesum? Dürftig, jämmerlich und arm! Ach was sind wir? Voller Elend! 9. Laß den Geist der Kraft, Ach, Herr Jesu, dich erbarm! Herr Jesu, geben unserm Geiste Laß dich unsre Noth bewegen, Kraft, daß wir brünstig dir nachdie wir dir vor Augen legen. wandeln nach der Liebe Eigen2. Wir sind nichts ohn dich, schaft. Ach, Herr, mach uns selber Herr Jesu! Hier ist lauter Fin-, tüchtig, so ist unser Leben richtig. Erster Anhang. 555 10. Dann wird Lob und kein Leid noch Tod berührn in Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund: dann wird Alles jubiliren und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach. 1028. Auf, Chriftenmensch, auf, auf zum Streit! Auf, auf zum Ueberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit sei ner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fällen dich und fangen. Streitst du nicht wie ein tapferer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn haft geschworen; dent ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserforen; ja dente, daß ohn Streit und Sieg nie keiner zum Triumph aufstieg. Ewigkeit. 7. Wer überwindt und seinen Lauf mit Ehren kann vollenden, dem wird der Herr alsbald dar= auf verborgnes Manna senden, ihm geben einen weißen Stein und einen neuen Namen drein. 8. Wer überwindt, bekommt Gewalt, mit Chrifto zu regieren, mit Macht die Völker mannichfalt in einer Schnur zu führen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn zum Feldpanier den Morgenstern. 9. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen: sein guter Name soll hinfort im Buch des Lebens stehen, ja, Christus wird denselben gar bekennen vor der Engel Schaar. 10. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen, vielmehr drin, wie ein englisch Licht und güldne Säule, stehen. Der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 4. Wie schmählich ists, wenn ein Soldat dem Feind den Rücken fehret; wie schändlich, wenn er jeine Statt verläßt, und sich nicht wehret; wie spöttlich, wenn er noch mit Fleiß aus Zagheit wird dem Feind zum Preis! 5. Bind an! Der Teufel ist bald hin, die Welt wird leicht verjaget; das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, wie sehr dichs immer plaget. O ewge Schande, wenn ein Held vor diejen dreien Feinden fällt! 6. Wer überwindt und kriegt ben Raum der Feinde, die vers der vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindi, dem soll 11. Wer überwindt, foll auf dem Thron mit Christo Jesu fißen, soll glänzen wie ein Gottessohn und wie die Sonne bliben, ja ewig herrschen und regiern und immerdar den Himmel ziern. 12. So streit denn wohl, streit feck und fühn, daß du mögst überwinden. Streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dies Gut mögst finden! Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler. In eigener Melodic. oder: Nun freut euch lieben Chriften. 1029. Auf dieſen Tag bes da Christ gen Himmel gfahren, und danken Gott aus bödbiter Bgier. 556 mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher Gfährd ohn Hoffnung sind und Troste. Erster Anhang. 2. Drum sei Gott Lob, die Bahn ist gmacht, uns steht der Himmel offen! Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wer glaubt, deß Herz ist Freuden voll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, soll der sein recht, so wird auch gwiß das Leben schlecht zu Gott in Himmel grichtet. 4. Solch Himmelfahrt fährt in uns an, wenn wir den Vater finden, und fliehen stets der Welt ihr Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, und Gott berab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zufammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jeßt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mutb zu ewger Zeit daß wirs erleben! 6. Ehr sei dem Herren Jesu Chrift, der für uns ist gestorben, und wieder auferstanden ist, des Vaters Huld erworben, daß wir nun nicht in Adams Fall umkommen und nicht sterben all, sondern das Leben erben. Joh. 3wick. Mel.: Nun kommt der Heiden, oder: Ach was ist doch unser Lebu. Psalm 130. 1030. Ats erhöre mich, deine Ohren gnädig neig, merk die flehend Stimm zugleich. 2. Aus der Tiefen rufe ich; Sünden gehen über mich. Willt du rechten, Herr, mit mir, so be steh ich nicht vor dir. 3. Aus der Tiefen rufe ich; will denn Niemand hören mich? Ach, so höre, Jeju, mein! Du wirst ja der Helfer sein. 4. Aus der Tiefen rufe ich ach, schon lang erbärmiglich. Kreuz und Leiden halten an; Jesus mich erretten kann. 5. Aus der Tiefen rufe ich. Warum, Jesu, läßt du mich? Ich harr, warte, seufze, ach! bis zur andern Morgenwach. 6. Aus der Tiefen rufe ich. Jesu Gnade tröjte mich. Ob es mir gleich gehet hart, ich doch der Erlösung wart. 7. Aus der Tiefen rufe ich. Jesus wird erlösen mich; Jesus machet, daß ich rein werd von allen Sünden mein. 8. Nunmehr hab ich ausgerust. Jesus kommt und macht mir 2ust. Seele, schwing dich in die Höh, sage zu der Welt: Ade! Ch. Schwämlein. In eigener Melodie. * 1031. Chriſtus ist erstans den von Todes Banden: deß freuet sich der Engel Schaar und singt im Himmel immerdar: Halleluja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Osterlamm, deß wir uns freuen alleſammt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehangen, kein Trost konnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen us der Tiefen ruf sur Höllen gestiegen, den wohlich, Herr, zu dir, gerüsten Starken band, der wird Erster Anhang. 557 den alle Frommen erwählen. Wer sich selbst vergißt, und eilet zu den Ewigkeiten, wird durch des Vaters Hand geführt, der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, eh er ihn mit der Krone ziert. nun in der Höh erkannt. Halleluja! 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird kräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun berkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach feiner Ordnung juchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Ofterlamm, speis uns heut allesammt, nimm weg all unsre Missethat, daß wir dir singen früh und spat. Halleluja! Michael Weiße. 5. Denn Gott hat uns nicht führen wollen durch einen Weg voll Zärtlichkeit, worauf wir emsig laufen sollen in der so furzen Pilgrimszeit zum Leben, das da ewig währet, wo Streit und Kampf entfernet ist, und wo man recht die Ruh erfähret in Gott, der alles Leid verfüßt. In eigener Melodie. 6. Darum, wen Gott zum Kind erkläret, der hat am Satan einen * 1032. Die Tugend wird Feind, mit dem ſein Kampf ſtets durchs Kreuz geübet, denn ohne das kann sie nicht sein. Wenn sie nicht oft mals wird betrübet, so merkt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Stärke zeigen, die sie verborgen in sich hat, daß sie den könne unterbeugen, der ihr nachstellet früh und spat. wird vermehret, weil ers gewiß mit Ernste meint. Er bläst ihm durch sein giftges Hauchen oft Lüste mancher Lafter ein, und weiß sich großer List zu brauchen, daß er mög Ueberwinder sein. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl fiegen? Die Tapferkeit kann nicht bestehn, wenn man nicht will zu Felde liegen und einen ernsten Streit angehn. Der Feind ist, wenn Gott Kraft verliehen, flugs da, der sich ihr widersetzt; da soll man ja den Schlaf recht fliehen, 8. Doch wie er viel geschlagen wenn Satans Heer die Schwer- nieder, so wird er auch gar oft ter weßt. 7. Denn wie Gott aufwärts führt zum Leben, so führt der Feind zum Untergang. Er sucht mit Grimm zu widerstreben, und macht dem armen Menschen bang. Er will den Muth darniederschlagen, drum wagt er alles, was er kann, und läffet nicht bald ab zu plagen, zu fällen ihn auf rechter Bahn. besiegt, wenn man ermannt die matten Glieder in Gott, und tapfer ihn bekriegt. Der Glaube muß ihm widerstehen, und hat in sich die Gottesmacht. Der Satan muß vor ihm bald gehen, wenn man sich wachend nimmt in Acht. 3. Zwar drückt den Balmbaum wohl zur Erden gar oft ein centnerschwer Gewicht, der doch nicht unterdrückt kann werden, er stehet wieder aufgericht. So wird die Tugend auch gedrücket, daß sie fast als in Zügen liegt; bald aber wird die Stärkerblicket, wenn sie mit Macht ben Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen Stufen kommen, wenn sie im Streit geübet ist. Kreuz ist der Weg, 9. O Jesu, der du mir erwore ben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, da du am Kreuzesstamm gestorben nach ausgestandner vieler Noth, komm mir zu 558 Erster Anhang. Hülf und schaffe Leben in mir,| Stund von dir werd abgeführet. und stürze meinen Feind, der über mich sich will erheben, wenn mir dein Licht nicht helle scheint. Es steht mir stets mein Herz und Muth nach Wollust, Ehre, Geld und Gut und solchen eitlen Dingen. 6. Da ich mich nun der Sündenlust nicht sollt gefangen geben, und, wie mirs macht dein Wort bewußt, ihr allzeit widerstreben: so denk ich nicht so fleißig dran, ruf dich nicht fort um Hülfe an, ich bin oft träg und sicher. 7. Wenn mir was Böses kommt in Sinn, dawider ich sollt kämpfen, so tracht ich nicht alsbald dahin, das Feur mit Macht zu dämpfen. Das nimmt denn in mir überhand, daß ich möcht leicht in Sünd und Schand darüber gröblich fallen. 8. Oft will mich auch die arge Welt, die ich doch stets follt fliehen, wenn meinem Fleisch ihr Werk gefällt, mir zur Gesellschaft ziehen; sie will, daß ich auch Ulebels thu, und Andre reizen soll dazu, daß sie mit Sünd begeben. 9. Ach Gott, ich hab nach solcher Art gar lang mit großem Schaden, eh ich zu dir bekehret ward, gelebet außer Gnaden. Ich bin auch noch nicht ohn Ges fahr, dieweil mir jetzt und immerdar die Sündenlust anklebet. 10. Flöß immer in mich neue Kräfte, damit ich hang an deiner Brust, und tödt in mir all mein Geschäfte; dein Friede bleib mir nur bewußt. Stärk du, mein Held, mir selbst den Glauben, und zieh mein Aug auf dich nur hin, so wird mich wohl der Feind nicht rauben, weil du in mir, ich in dir bin. 3. Ch. Nehring, Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 1033. Das as Elend weißt du, Gott, allein, das ist mir angeerbet, und wie mir alle Kräfte sein durch Adams Fall verderbet; denn mein Verstand berfinstert ist, ich kann dich gar nicht wie du bist, noch dei nen Rath erkennen. 2. Mein Wille ist so sehr verkehrt in meinem Thun und Lassen, daß er am meisten das begehrt, was du befiehist zu hassen; hingegen, Vater, was du willt, bei mir sehr wenig oftmals gilt, ich fet es aus den Augen. 3. Es geht des alten Adams Trieb nur immerdar zur Sünden; das recht Vertrauen, rechte Lieb sich in mir nicht befinden, daß ich dem Nächsten diene nicht, wenns nicht zu meinem Nuß geschicht, und suche nur das Meine. 4. Ja, wenn ich Alles recht betracht, so würd gar leicht auf Erden ein Abgott aus mir selbst gemacht, dem fort gedient müßt werden; denn eigne Lieb und eigne Ehr, auch Eigennuß und was des mehr, mir leider noch anbanget. 5. Dies ist die Wurzel und der Grund, draus alles Unheil rühret, daß ich zu aller Zeit und 10. Herr, in dieser meiner Noth sieh mich an mit Erbarmen; komm mir zu Hülf, du treuer Gott, und steh mir bei, mir Armen; erleucht durch deine Gnad und Güt mein unverständiges Gemüth, daß ich dich recht erlenne. 11. Den Willen leit nach deinem Wort, daß ich dich herzlich liebe, dir fest vertrau und fort und fort in Gottesfurcht mich übe, daß ich dir meine Taufzuiag mit starfem Vorsaß alle Tag aufs Neue wiederhole. 12. Und weil dir Niemand ohn Erster Anhang. 559 Gebet beständig fann anhangen, Maaß wird folgen dort ohn so gieb, daß ich oft vor dich tret, die Gnade zu erlangen, damit mein ganzes Christenthum des Nächsten Nuß und deinen Ruhm ohn Heuchelei befördre. Unterlaß auf kurze Luft und Freude. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, mit wem und wie ich wandle, daß ich halt mein Gewissen rein in allem, was ich handle, und achte keines Menschen Gunst, wenn mich die Welt durch ihre Kunst von dir zu sich will ziehen. 20. Dem bösen Geist gieb nimmer zu, mich irgend zu verleben, und meine Seel aus ihrer Ruh Noth aufs Neu zu setzen. Wenn sich Versuchung zu mir wendt, laß sie gewinnen so ein End, daß ich es könn ertragen. 21. Verleih, o Vater, gnädiglich, daß es ja mög geschehen. was ich, dein Kind, nun bitte dich mit Seufzen und mit Flehen. Hilf, wenn mir alle Hülf zerrinnt, daß ich geduldig überwind in Jesu Christi Namen. Christive, Herzogin v. Mecklenburg. In eigener Melodie. 1034. Die güldne Sonne Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sola len hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schooß. 13. Gieb mir des Geistes Freudigkeit, daß ich dadurch verachte Geld, Ehr und Wollust dieser Belt, das Ewige betrachte. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir, daß ich dir leb und sterbe mir und meinen bösen Lüsten. 14. Des Fleisches und des Geistes Krieg ist dies bei Jung und Alten; laß mich da immerfort den Sieg durch deine Kraft erhalten. Herr, stärke mich und mich erneu, daß ich stets unverdroffen sei, an diesen Streit zu treten. 15. Vor Stolz und Ehrsucht mich behüt, daß die nicht funden werden in meinem Herzen und Gemüth, in Worten und Geberden. Hoffahrt war ja des Teufels Fall. Äch hilf, Herr, daß ich überall fest an der Demuth 16. Die Sorg der Nahrung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren, denn was ich hab von nöthen hier, mich ehrlich zu ernähren; daß ich auch keinen 3weifel hab, du werdest mich bis an mein Grab mit Unterhalt versorgen. 17. Herr, gieb mir Gnade, daß ich dämpf des Fleisches bösen Willen, und wider mich ja selber tämpf, die Lust nicht zu erfüllen, wenns gleich nur in Gedanken wär. Hilf auch, daß ich mich nicht beschwer mit Essen oder Trinken. 18. Gieb, daß ich oft der Höl3. Lasset uns singen, dem len Qual hinwieder mög beden- Schöpfer bringen Güter und Gaten, wie häufig man die wird ben; was wir nur haben, alles einmal für böse Lust einschenken, sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die Pein, Angst und Jammer ohne besten Güter sind unire Gemü Erster Anhang. 560 ther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. 4. Abend und Morgen sind feine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, ſo läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Jch hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zu= rücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehn den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernäh ren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste; Gott ist das Süßste und Allergewißste, aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, bast niemals Keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windessaufen leuchtet der Sonnen gewünschtes Ge sicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhard. In eigener Melodie. ifts gewejen? In einer Stunde 1035. Dir, dir, Jehova, geht es zu Grunde, das Lüftlein des Todes dreinbläst. Alles in allen muß brechen und fallen. Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist! 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne, und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmed und fühi und dir darob im Herzen sing und spiel. 8. Alles vergebet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Willen bat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die täglichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, bergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen 3. Verleih mir, Höchster, solche Augen sein abgewandt. Sonsten Güte, so wird gewiß mein Sin regiere mich, lenke und führe, wie gen recht gethan; jo klingt es dirs gefället. Ich habe gestellet schön in meinem Liede, und ich alles in deine Beliebung und Hand., bet dich im Geist und Wahrheit Erster Anhang. an; jo hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir bertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, wenn es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 561 nach Begehr es nicht geht her, was darfst du dich drum grämen? Gott lebet doch, das glaub ich noch, der mag es auf sich nehmen. 2. Dort oben fizt der große Mann, der diese Welt regieret, der alle Ding vermag und kann und wunderthätig führet; mit Vorbedacht die Gottesmacht verwaltet alle Sachen. Gott herr= schet doch, das glaub ich noch, und laß ihn weislich machen. 3. Wie, wann und wo, und was er heißt sodann, das muß geschehen. Was er von dir und mir beschleußt, das soll und wird bestehen. Rath, Wiß und Kunst ist ganz umsonst, läßt Gott es nicht gerathen. Gott führt mich noch, das gläub ich doch, in allen meinen Thaten. 4. Die Gaben seine Vatergüt uns austheilt nach Gefallen und mit gemessnem Unterschied; er schenkt nicht alles allen. Dort giebt er viel, hier sett er Ziel und hält das Maaß im Geben. Gott giebet doch, das gläub ich noch, die Nothdurft meinem Leben. 8. Wohl mir, ich bitt in Jeju Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest folche Seligkeit! B. Craffelins. Mel.: Was mein Gott will. 1036. D u freies Herz, was zageft du und kränkest deine Sinnen? Gott selber gönnet dir die Ruh, du willst sie dir mißgönnen. Wenn 5. Dem giebt er Reichthum, jenem nicht, der kann sich kaum ernähren, der ist gelehrt, dem Wiß gebricht, der niedrig, der in Ehren. So ists bestellt, so wird die Welt durch Ordnung feſt er= halten. Gott hauset doch, das gläub ich noch, und laß ihn immer walten. 6. Hiernächst will er die Arbeit auch frisch angegriffen haben, und heischt von dir den rechten Brauch der Leibs- und Seelengaben. Drum nicht vergrab der Gaben Hab, Fleiß, Schweiß und Müh anwende! Gott nährt mich doch, das gläub ich noch, leg ich nur an die Hände. 7. Wornach und wie ein Jeder 36 Erster Anhang. 562 ringt, und dem er nachgegangen, Mel.: O Gott, du frommer. darnach es ihm auch oft gelingt mit 1037. Du ſagit: Ich bin Gott es zu erlangen. Dein Fleiß ein Christ. gewinnt, was Gott dir gönnt. an, wenn Werk und Leben dir Auf Wagniß folgt Ersprießen. dessen, was du sagst, Beweis Gott segnet doch, das gläub ich und Zeugniß geben, so steht es noch, und läßt es mich genießen. wohl um dich. Ich wünsche, 8. Von oben her mir Alles was du sprichst, zu werden alle kommt, was zeitlich mich erfreuet, Tag, nämlich ein guter Christ. und was in diesem Leben frommt, mir Gottes Gunst verleihet. Weg blindes Glück, weg blind Geschick! Hinfort ich euch verlache. Gott gönnt es doch, das gläub ich noch, und stell ihm heim die Sache. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ists, der Jesum tennet, und feinen Gott und Herrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du fagit: JIch bin ein Christ. Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünden liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: Ich bin ein Christ, denn ich bin ja besprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget. Ja wohl, hast aber du gehalten auch den Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 9. Auf deine Vorsicht, Gott, ich schau, dich will ich lassen walten, auf deine Treu und Güt ich bau, die nimmermehr erfalten. Ich hoff und bet und frisch fort tret in meines Amtes Schranken. Gott forget doch, das gläub ich noch, und trau ihm ohne Wanken. 10. Ich sei in Armuth oder reich, tief unten oder oben, es gilt, mein Gott, mir alles gleich; ich will dein Aufsicht loben. Es hält mein Will dem deinen still; schick, was du zu willst schicken. Gott schickt es doch, das gläub ich noch, wie mir es mag gelücken. 11. Geht mirs beim frommen Leben schlecht, und wohl den schlimmen Leuten; gilt Unrecht oftmals mehr als Recht, laß mich es schicklich deuten. Du ordnest schon den Gnadenlohn, damit du mich willst zieren. Gott liebt mich toch, das gläub ich noch, der wird mich selig führen. 12. Dir, Gott und Vater, ich befehl mein ganzes Thun und Leben, und mich mit Sorgen nimmer qual; dir bleibt es heimgegeben. So wie es woll, und wie es soll, mag alles immer gehen. Gott hilft mir doch, das gläub ich noch! es muß um mich wohl stehen. 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich wie du hast versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Dusagft: Ich bin ein Christ, weil Gottes Wort und Lehre ohn allen Menschentand ich fleißig les und böre. Ja, Lieber, thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht der hört, sondern thut, der ist bei Gott geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich beichte meine Sünden und laß beim Beichtstuhl mich auch oftermalen finden. Findt aber sich, Erster Anhanų. mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht die Bessrung auch bei dir? 8. Ach du bleibst nach wie vor; dein Worte, Werk und Sinnen wird oftmals ärger noch; dein Vorsatz und Beginnen geht nach dem alten Trieb, und was noch gut sill sein, ist, wenn mans recht besieht, nur lauter Heuchelschein. 9. Du sagst: Ich bin ein Chrift, ich laß mich speisn und tränken mit dem, was Christus uns im Abendmahl will schenken. Wohl, aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 563 Ach, öfters nicht so viel, a= Gutes sie gethan; sie werden dorten dich gewißlich flagen an. 15. Sag nicht: Ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du sagſt, Beweis und Zeugniß geben. Die Wort sind nicht genug; ein Christ muß ohne Schein das, was er wird genannt, im Wesen selbsten ſein. 10. Du sagst: Ich bin ein Christ; ich bete, les und singe, es; ich geh ins Gotteshaus, find das aber wenn sie werden so verricht, daß Gott auch stets dabei ein reines Herze kriegt. 11. Du sagst: Ich bin ein Christ. Ich kann dirs nicht ge= stehen, es sei denn, daß ichs werd aus deinem Wandel sehen. Wer sagt und rühmet, daß er Christo angehör und auch sein Jünger fei, mus wandeln gleich wie er. 12. Bist du ein solcher Christ, so mußt du sein gesinnet, wie Jesus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüthig bist von Herzen, wie der Herr, so jag, du seist ein Christ. 13. So lang ich aber noch an dir erseh und spüre, daß Stolz und Uebermuth dein Sinn und Herz regiere; wenn an der Sanftmuth Stell sich zeiget Haß und Neid, so bist du ganz gewiß vom Christenthum sehr weit. 14. Sagst du: Ich bin ein Christ, und rühmst dich deß mit Freuden; thust aber du auch mehr, als andre kluge Heiden? 16. Ach mein Gott, gieb Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ und nicht nur so zu heißen; denn welcher Nam und That nicht hat und führt zugleich, der kommet nimmermehr zu dir ins Himmelreich. J. A. Haßlocher. Mel.: Was Gott thut, das ist. * 1038. in Chrift, ein held, voll Geist, voll Kraft und Stärke, verleugnet sich, bezwingt die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und außer sich mit Teufel, Welt und Sünden und kann doch überwinden. 2. Ich war ein Mensch voll Eigensinn, voll Eigenlieb und Ehre; ich lebte nach den Lüsten hin und nicht nach Christi Lehre. Doch, Gott sei Ehr, ich bins nicht mehr; ich streite mit den Sünden und will sie überwinden.; 3. Kommt mir die alte Bosheit ein und will noch lieblich schmecken; soll Jesu Leiden, Kreuz und Bein mich heilsamlich er= schrecken, die süße Luft in meiner Brust, die liebsten Busensünden, die will ich überwinden. 4. Will Menschenfurcht und Menschengunst Leid oder Freude machen, so herz ich die verichmähte Kunst, verachte Drohen, Lachen; ihr Haß und Gunst ist lauter Dunst und muß wie Rauch verschwinden; drum will ich überwinden. 36* 564 Erster Anhang. 5. Leb ich in steter Traurig-| den, suchs bei teiner Creatur. keit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit, ich habe Gott gefunden; der tröstet mich gar jüßiglich; der kann den Schmerz verbinden, und ich will Laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jefu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen; schente dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachDenn dein Wort, o laufen. Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu genießt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieren und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führen. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein mildvergoß nes Blut. Die höchste Gerechtig feit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. Da hab ich die Klei der des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 2. Seele, willst du die es fin- 7. Nun so gieb. daß meine überwinden. 6. Die Welt mit aller Schmach und Hohn befördert mich zu Ehren; sie muß an meiner Ehrenkron die Edelsteine mehren. Wenn wider mich blutdürftiglich viel hundert tausend stünden, so wollt ich überwinden. 7. Der Teufel mit dem Heer der Höll will meine Seele schrecken; Gott wird sein auserwählte Seel mit Adlersflüge in decken. Ist er erbost; ich bin getrost: Gott kann den Satan binden, und ich kann überwinden. 8. Mir geht der Tod nicht bitter ein, ich bin schon längst gestorben; er soll mir recht will kommen sein; das Haus wird nur verdorben. Gott muß den Gaft der Erdenlast auf solche Art entbinden; das hilft mir überwinden. 9. Das Kleinod ist mir vor= gesteckt, ich soll nur tapfer tämpfen. Drum bleibt mein Arm itets ausgestreckt, mit Gott den Feind zu dampfen. Nur unverzagt und frisch gewagt! Ich seh die Krone binden; drum will ich überwinden. In eigener Melodie, 1039. Fins ist Noth! Ach Herr dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wies auch scheine, ist doch nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Gine, das Alles ersett, so werd ich mit Einem in Allem ergött. Erster Anhang. Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Luft; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gna denfluth. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden. Dein Eingang die völlige Freibeit mir bringt, im findlichen Geiste das Abba nun klingt. 565 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. Oblöder Geist, schau doch, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer.:: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth.:,: 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan.:,: 5. Besit sein Herze in Geduld, weni tu nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so siehe nur, daß du dein Herze stärkest, so wirds gewiß mit seiner Hülf erfreut zu seiner Zeit.:: 6. Laß nur dein Herz im Glauben rubn, wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; dein Bater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor feinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur.:,: 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, und wirst dein In eigener Melodie. 1040.& ist nicht schwer, Heil mit größrer Klarheit ſchauen; ein Christ zu sein was du geglaubt, wirst du dann und nach dem Sinn des reinen no, dir sehr drum darfst du nur Geiftes leben. Zwar der Natutem frominen Vater trauen. O geht es gar sauer ein, sich immer eeele, sieh dous wie ein wahrer dar in Christi Tod zu geben, do führt die Gnade selbst zu alle Seit den schweren Streit.:,: 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jeto meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts, nichts ist, das also mein Herze fann laben, als wenn ich nur, Jesu, dich nimmer soll haben. Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles ein. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel= schein. Sieh, ob ich auf bösem betrüglichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Sieb, daß ich hier Alles nur achte für Spott und Jesum gewinne. Dies Cine ist Noth! 3. H. Schröder. Christ so selig int.:,. 8. Auf, auf, mein Geist, was jäumest du, dich meinem Gott Erster Anhang. 566 ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh. Im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und fühn allein auf ihn.:,: Ch.F. Richter. In eigener Melodie. 1041. stoftet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geisstes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht, das machts noch nicht!:: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die bald ihr Gift in unsre Ferjen bringen. Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit.:,: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schöne macht.:,: bheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret. Sie frönet es mit ihrem Perlenkranz. Nun wird die Braut dem Bräutgam zugeführet. Die Herrlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Luft empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durch gehn und es mit Gott zu Cinem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn; wer mags verstehn?:: 6. Da giebt sich ihm die Weiswar.:,: 7. Was Gott genießt, genießt es auch: was Gott befizt, wird ihm in Gott gegeben. Der Him mel steht bereit ihm zum Ge brauch. Wie lieblich wird es doch mit Jefu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein.:,: 3. Doch ist es wohl der Mühe In eigener Melodie. werth, wenn man mit Ernit die 1042. Es wird ſchier der erwäget, die ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht.:,: 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds thun!:: Ch. F. Richter. men, denn die Bosheit hat sehr zugenommen; was Christus hat vor gesagt, das wird jetzt be flagt. 2. Der Abfall vom Glauben wird erfahren, daß er sei geschehn vor langen Jahren, wie Paulus, der fromme Mann, klärlich zeiget an. 3. Der verdammte Sohn hat lang gesessen in dem Tempel Gottes hoch vermessen, sich ge rühmt und sein Gebot, gleich als wär er Gott. 4. Viel falsche Propheten sind entstanden, ja noch Rotten und Sekten vorhanden, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden jehr. 5. Weil uns nun der antichristlich Orden durch Gottes Wort offenbar ist worden, so laßt uns Erster Anhang. fliebn, mit Fleiß seine Lehr und Weis. 6. Laßt uns in den Bund des Herren treten, und darinnen stets wachen und beten; denn der letzte Tag geht her, kommt uns immer nähr. 7. Die Welt mehrt sich in der Sünd und Thorheit und trachtet zu dämpfen Gottes Wahrheit, der Herr wirds lassen geschehn, ihr also zuschn. 567 16. Weicht von mir, all ihr Vermaledeiten, in das Feuer, welchs vor langen Zeiten allen Teufeln ist bereit für ihre Bosbeit! 8. Aber, wenn sie meint, fie hab gewonnen und sei allem Unglück entronnen wirds ihr erst mit aller Macht kommen hundertfach. 17. Alsdann werden sie zur Höllen müssen und daselbsten ihr Untugend büßen in unaussprechlicher Pein, der kein End wird sein. 18. Aber sein Volk, von diesen gescheiden, wird er führen zu himmlischen Freuden, da es wie der Sonnenschein ewiglich wird sein. 19. Ei nun, Herre, steh uns bei auf Erden und bereit uns, daß wir würdig werden zu schauen in Ewigkeit deine HerrMichael Weiße. 9. Große Plag wird sie plößlich umgeben, und ihr alle Schöpfung widerstreben; dann lichkeit. wird Christus sagen frei, daß er Richter sei. Mel.: Schwing dich auf. 10. Und er wird ſeinen Grz- 1043. Fangbein Wert mit Jesu an, engel schicken, alle Verstorbenen Jesus bats in Händen; Jesum lassen wecken, daß sie allesammt auferstehn, vor Gerichte gehn. 11. Dann wird er zu seinen Engeln sprechen: Ich will mich an meinen Feinden rächen; wer wider mich hat gethan, wird nehmen seinen Lohn. 12. Versammelt mir her mein Auserfornen, alle Gläubigen und Neugebornen, die meinen Bund wohl betracht, treulich han vollbracht. 13. Und die werden sie zur Rechten stellen, da der Herr ein lieblich Urtheil fällen, sie wird fetzen gwaltiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zum Gottloien wird er sprechen: Nun wohlan, ich werde mit euch rechnen: warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu Morgens auf, geh mit Jeſu schlafen, führ mit Jefu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 15. So ihr doch Gottfeligkeit berachtet und nur auf Untugend habt getrachtet! Ich schwieg und da meintet ihr, es wär nichts vor mir. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht, will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüthen; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach also mit Gott angefangen, ei, so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben 568 Erster Anhang. 5. Nun, Herr Jesu, all mein| Schand und Schad, all Furcht Sach fei dir übergeben; es nach und Kriegsbeschwerde von uns deinem Willen mach auch im ablehr, dadurch dein Ehr bei Tod und Leben. All mein Wert allem Volt groß werde. greif ich jetzt an, Jeju, in deinm Namen, laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. 1046. Gott, der wirds Wolfgang Capito. Mel.: Jesu, meine Freude. Mel.: Es ist gewißlich an der. wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimge* 1044. Gieb, eu, bak stellt. Er hat mich erforen, eh ich dich genieß in allen deinen Gaben; bleib bu mir einzig ewig süß! Du kannst den Geist nur laben. Der Seele Hunger geht auf dich; vereine mit ihr innig dich, o Jesu, meine Freude! ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets ge geben hier in diesem Leben. 2. Gott, der wirds wobl machen, der mir manches Lachen, Freud und Luft geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Effen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Streuzeslaft oft die Seinen ziemlich drücdet, hat er mich erquicket. 3. Gott, der wirds wohl machen, laß das Wetter krachen und die Stürme gehn! Wenn mit großem Graufen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Jonas lag in dritten Tag. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 2. O Lebenswort, o Seelenfpeii, mir Kraft und Leben schenke! O Brunnquell reiner Liebe, fleuß, mein schmachtend Herze tränte! So leb und freu ich mich in dir; ach, hab auch deine Lust an mir bis in die Ewigkeiten! Gerh. Tersteegen. Mel.:D Herre Gott, dein. 1045. iebried zu unsrer Beit, o Herr! Groß Noth ist jetzt vorhanden. Der Feind begehrt nichts anders mehr, denn daß er bring zu Schanden den Namen Cbrist, und dämpf mit List wahrn Got tesdienst auf Erden; solchen erhalt durch dein Gwalt; du hilfft allein in Gfährden. 2. Gieb Fried, den wir berIoren han durch Unglaub und bös Leben! Dein Wort hast uns geboten an, dem wir all wider streben; denn wir zum Theil dies unser Heil mit Frevel, Gwalt austreiben, zum Theil ohn Grund bekennen rund, ohn herzlich Frommsein bleiben. 4. Gott, der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann ver stäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. Gott, der wirds wohl ma chen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz! Alles ſteht in seinen Händen; Gott fann alles wenden. 3. Gieb Fried, auch deinen Geist uns send, der unser Herz durch Reue und Leid um unser 6. Gott, der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Sünd behend, in Jesu Christ er neue, auf daß dein Gnad all Lebensjahre liegen auf der Bahre, Erster Anhang. 569 führt er himmelan. Dieser Bund| Gnade währet immer, seine Treu hat seinen Grund: die gelebt und vergehet nimmer. Seele, so be leben werden, kommen in die denke doch: Lebt doch unser Herr Erden. Gott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedente doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, fo be denke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott, der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich. Führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunderlich, sei bereit u Freud und Leid! Gott befiehl nur deine Sachen! Gott, der wirds wohl machen. . Stocmann. In eigener Melodie. 1047.& ott lebet noch! Seele, was ver sagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Macht und ftarten Armen machet Alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Roth zum Besten lenten. Seele, so bedente doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was berzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den From men Web geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel sammt der Erden immerhin in Trümmern gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund blißen! Wer Gott traut, den will er schüßzen. Seele, so bedente doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Er denkreis verhüllet mit den Wolfen weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagit du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist GottesWohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, jo bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott Joh. Fr. Zihn. Mel.: Mein Herzens Jesu, oder: Nun freut ench lieben. nur deinen Lauf. Gott ist groß 1048. Gott Lob, ein Schritt zur Ewig= und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig Gottes feit ist abermals vollendet! Zu 570 Erster Anhang. dir im Fortgang dieser Zeit mein| trennen, und daß ich frei vor Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt, und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben! Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir dein Erbe schenken. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, das sich entzündet; was in mir ist, und mein Gemüth sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher in dich dringen. 10. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Kniee wanken, jo biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 4. O daß du selber kämest bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach 11. Geh, Seele, frisch im Glaukomm, eh mir das Herz erfalt, ben dran, und jei nur unerund sichs zum Sterben schicke! schrocken; laß dich nicht von der Komm doch in deiner Herrlichkeit, rechten Bahn, die Lust der Welt schau, deine Braut hat sich bereit; ablocken! So dir der Lauf zu die Lampen sind geschmücket. langsam deucht, so eile wie ein Adler fleucht, mit Flügeln süßer Liebe. 5. Und weil das Del des Geistes ja ist in mir ausgegossen, du mir auch selbst von innen nah, und ich in dir zerflossen, so leuchtet mir des Lebens Licht, und meine Lamp ist zugericht, dich fröhlich zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, komm! rufet deine Fromme; sie ruft und schreiet überlaut: Komm bald, o Jesu, Mel.: Nun lob mein Seel den. komme! So komme denn, mein 1049. Gott Lob, nun if Bräutigam! Du mich, o Gottes Lamm, daß ich dir bin vertrauet. erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf, und nimm nun wieder dein Saitenspiel her vor, o Deutschland, singe Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüthe und danke Gott, und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts verdienet, 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis er erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 7. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße, und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts fann von deiner Lich 12. Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du haſt, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. H. A. France. Erster Anhang. 571 sei unerschrocknes Muths; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben; Das Ende naht herzu: da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhard. als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche schnöre Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Ruth, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir find und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du theure, werthe Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil. Wer dich betrübt und fränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze, und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns Niemand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jeßt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Schweiß, der Helden, deren Gleichen auf Erden man nicht weiß. Mel.: Wenn wir in höchsten. 1050. Gott Bater, der du läßt scheinen über Bös und Fromm, und der ganzen Welt damit leuchtst, mit Regn und Thau die Erd befeuchtst! 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen! Geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dingen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 2. Die Berg machst du von oben naß, und läßt drauf wachsen Laub und Gras; in Gäng und Fels gut Erz du legst; Fried, Schutz und Recht du selber begst. 3. Du giebst auch reichlich Brod und Wein, daß Menschen Herz könn fröhlich sein. deckst auch unsre Sünde zu; dein Wort bringt uns Trost, Fried und Ruh. Du 4. So bittn wir nun, dein Gnad und Güt im Wort und Fried uns stets behüt; die Frücht der Erden uns bewahr, und gieb uns heur ein reiches Jahr. 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescheer, dem Hagl und Ungewitter wehr, Schnee, Regen, Wind und Sonnenschein allzeit deinm Wort gehorsam sein. 6. Heuschrecken und Raupen sind dein Ruth, alls, was Schaden an Früchten thut; solch Ungeziefer, Herr, vertreib, daß dein Gab unbeschädigt bleib. 6. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf! Wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, 7. Dent, daß wir arme Würmelein dein Gschöpf, Erbgut und Kinder sein, und warten auf dein milde Hand, uns aus deinm Wort und Werk bekannt. Um Sonnenschein. 8. Die liebe Sonn uns scheinen laß, heiß wachsen Erz. Brod, Kraut und Gras, daß Leut und Vieh ihr Nahrung hab, und dich kennen aus deiner Gab. 572 Erster Anhang. Um Regen. 9. Durch Christ, dein'n Sohn, hör unsre Bitt, theil uns ein'n gnädgen Regen mit, und krön das Jahr aus deiner Hand, mit dein'n Fußstapfen düng das Land. 10. Den Herren von Zion dich man nennt, in aller Welt dein Güt man kennt, hörst unsre Bitt und hilfft allein. Gieb Gnad, daß wir dir dankbar sein. 1051.& ut Nic. Heermann. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. ute Nacht, ihreit len Freuden, gute Nacht, du falsche Welt! Sehet doch, welch Angst und Leiden jetzt aussteht der Lebensheld! Wie er zittert, wie er ringet, daß jein Blut auch von ihm dringet. 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen, und, o schnöde Welt, mit dir gehen auf den breiten Wegen der verderblichen Begier? Nein, ich will nun Jeju leben, und euch gute Nacht jetzt geben. 3. Jch mag euch durchaus nicht hören, die ihr bald ein frommes Herz mit dem Ansehn könnt bethören. Hebet euch nur hinterwärts! Ihr follt mich nicht mehr verblenden, noch von Jesu mich abwenden. 4. Besser ists, mit Jesu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheiden, und bei der gottlosen Rott hier in großen Ehren siten und dort in der Hölle schwitzen. 5. Weg mit Hoffahrt, Stolz und Prangen, weg mit allem Uebermuth! Meines Heilands Haupt und Wangen triefen überall mit Blut; und dem Schußherrn aller Frommen sind die Kleider selbst genommen. 6. Ach, das Haupt muß Dornen tragen, und die Glieder prangen noch! Ja der Herr muß Blöße klagen, und der stolzieret doch! O du falsch beschöntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? 7. Weiche Schwelgen, weiche Saufen, denn dein Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken überlaufen, wenn ich nur bedent, wie sich auch zu ihrem großen Schaden viel in Wollust überladen. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge hats so gut nicht können sein, daß, als er am Kreuze hinge in der schwersten Todespein, er, sein mattes Herz zu laben, möcht ein Tröpflein Wassers haben. 9. Drum geb ich euch, schnöde Sünden, hiermit nochmals gute Nacht. Weichet fern und bleibt dahinten, ihr habt Gott die Angst gebracht, daß er klaget ohne Maßen, wie sein Gott ihn hab verlassen. 10. Daß der Lebensherr verstirbet, und daß der ein Fluch jetzt ist, der den Segen uns erwirbet, das soll mich zu jeder Frist von der Sündenbahn abschrecken und zu wahrer Buß aufwecken. 11. Habe Dant, o Freund der Seelen, für die Angst und Trau rigkeit, für die Striemen, Noth und Quälen, für des Todes Bitterkeit, die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 12. Gieb, daß wir forthin bereuen unsrer Sünden schwere Last, und die Strafe nicht er neuen, die du jetzt bezahlet haſt, sondern dir uns ganz ergeben, und nach deinem Willen leben. H. v. Hippe. Mel.: O Gott, du frommer. ab Dank, mein 1052. Sommer Gott, für deine große Güte, die du an Leib und Seel, an Sinnen und Geüthe von Kindheit mir erzeigt Erster Anhang. hab Dank für alle Gnad, die mich und mein Geschlecht bisher bestrahlet hat. 573 9. Ja bilf, o starker Gott, damit ich meine Feinde mit Sanftmuth überwind, und alle Herzensfreunde in steten Ehren halt, damit ich jederzeit mit allen Kräften such die wahre Einigkeit. 2. Laß deinen Segensbrunn noch ferner sich ergießen, und seine Lebenstraft durch meine Adern fließen. Gieb Weisheit und Verstand, gesunde Seel und Leib, und daß in diesem auch ein rein Gewissen bleib. 3. Regier und führe- mich, damit ich deinen Willen in allem mainem Thun geduldig mag erfüllen. Hilf, daß ich allemal in und ja zu In eigener Melodie. keiner Zeit bei böjen Leuten ſteh. 1053. Harme dich unſer! 2. Christe, Gottes einger Sohn. erbarme dich unser! 4. Ach segne mich, mein Gott, in allen meinen Werken, laß deinen guten Geist zum Guten mich stets stärken; gieb, daß ich so mein Thun begrüße und beschließ, damit ich Nutzen spür und keine Hinderniß. 3. Herr Gott, heilger Geist, erbarme dich unser. 10 Laß endlich meine Seel durch deinen Engelswagen zu dir, o treuer Gott, hinauf in Himmel tragen; gieb, daß der todte Leib werd seiner Ruh gewährt, und endlich mit der Seel in Ewigkeit verklärt. Mel.: Herr Christ, der einge. 5. Erfülle mein Gemüth mit 1054. Herr Jeſu, Gnadenz deines Geistes Gaben, meine Wort auch Kraft und Nachdruck haben. Regiere meine 3ung, daß alles mit Bedacht, zu meiner Nußbarkeit ja werde vorgebracht. 6. Gefällt es sonsten dir in diesem Kummerleben, an Ehre, Geld und Gut auch etwas mir zu geben, so hilf, daß solch Geschenk ich also lege an, daß ich auch ewiglich vor dir bestehen fann. 7. Behüte Leib und Seel vor Schmach, Gefahr und Sünden, und laß bei meiner Schuld mich wieder Gnade finden vor deinem Gnadenstuhl! Ja, Vater, jchüßze mich vor aller Feinde Macht und falscher Zungen Stich. 8. Gieb mir ein keusches Herz und heilige Gedanfen; gieb, daß ich mit Geduld verbleib in diesen Schranken, darein du mich gesest, daß ich mit Jedermann, so weit es christlich ist, in Friede Icben kann. Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Huld erfreuen, und meinen Geist erneuen! Mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich! Laß allen Zorn verschwinden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben. Ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Adams Sinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe, zu Truß der Höllenpfort. 5. Leit mich in dieser Wüste, zu kreuzgen mein Begier und alle 574 Erster Anhang. böjen Lüste, auf daß ich für und betrachte: Ob du hast mit Gebet für der Sündenwelt absterbe und gefangen an den Tag, gelobet nach dem Fleisch verderbe, hin- deinen Gott bei jedem Glockengegen leb in dir. schlag? 6. Ja, zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 5. Ob du gedanket heut für Christi Tod und Leiden, an heilgen Geist gedacht, und deine Lauf mit Freuden, Gott über alls geliebt, den Nächsten gleich als dich, gewesen treu und fromm und Niemand ärgerlich? 6. Ob du kein faul Geschwäß, kein Fluchen angefangen? Wo 7. Nun Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Muth und Kraft, denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist in uns| du gewesen bist? Mit wem du schafft. Hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. umgegangen? Ob du geliebt, gehört, gelesen Gottes Wort, dich darnach haft gericht't stets und an allem Ort? 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden, und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. 7. Ob, als vor Gottes Aug, im Glauben du gewandelt? Mit Wiß und Willen Gott zuwider nie gehandelt? Ob du auch wiederholt den vorgen Sündenwust, und dich ergößet hab die alte Sündenlust? Dank die 2. A. Gotter. Mel.: Gott, du frommer. err, mein Gott, 1055. Hehre mich stets Gottesgab empfangen? Dem Geiz und eitler Ehr unbillig angehangen? Die dir Gott vorgesetzt, geliebet und geehrt, ihr und des Nächsten Fehl zum Besten hast gefehrt? 9. Ob deinen Nächsten du gebracht in Schimpf und Schaden? Mit seinem Gut und Blut dich sündlich nie beladen, habst seinen Nuß gesucht, ihn fälschlich nie gericht't, den Armen wohlgethan, Niemand verlassen nicht? 10. Ob du hast keujch gelebt in Wort, Gedank und Werken, in Speis und Tranke dich stets mäßig lassen merken, demüthig dich bezeigt, geduldig in dem Leid, gejuchet Gottes Chr, geliebt Gerechtigkeit? meine Tage zählen, auf daß ich werde klug und hüte mich vor Fehlen. Ein Stück ist wieder heut von meinem Leben hin, und deinem Richterstuhl ein Guts ich näher bin. 2. Da ich von Wort und Werk, bon meinem ganzen Leben, ja von Gedanken auch dir Rechenschaft soll geben; hilf, daß mit meiner Seel, zu einer guten Ruh, ich hier dir erst mit Reu durch Christum Rechnung thu. 3. Komm, meine Seele, komm, wir wollen uns selbst richten und prüfen unser Thun, ja unsers Herzens Tichten. Schon deiner selber nicht. Ach, prüfe doch mit Fleiß, und denke, daß es Gott und dein Gewissen weiß. 4. Fang von dem Morgen an, vom Tage bis zu Nachte, und nach einander doch dies folgende 11. Ob du mit deinem Gott gewesen bist zufrieden, nicht mißbraucht Gottes Git, Zeit, Glück und Gab hienieden? In Summa: 575 gelegt für mich so köstlich gut. Wie wird der Schlaf heut sein, jo janft auf Jeju Blut! Erster Anhang. fo gelebt, daß du dabei gewollt, daß dein Gott dich so findt, wenn er jetzt kommen sollt? 12. Die Prüfung ist geschehn und leider so befunden, es sei der große Gott beleidigt alle Stunden; viel Zeit sei mißge braucht, gedacht sehr wenig beut an Gott, sein Wort, Tod, End, Gericht und Ewigkeit. 13. Es kann die Sünde hier nicht werden all gezählet. Denn wer kann wisſen doch, wie oft und viel er fehlet! Leib, Aug, Ohr, Mund, Hand, Fuß voll Sünde steckt, und mir, wenn ichs bedenk, das Herz im Leib erschreckt. 14. Nun, nimmer wieder thun verspricht die wahre Buße. Dem ich gesündigt hab, dem fall ich jetzt zu Fuße. Ich schlage nun in mich, ruf an Gott mit Begier: Gott sei mir Sünder doch durch Christum gnädig hier! 15. Sieh, ich getröste mich blos deines Gnadenthrones und wasch mich aus dem Quell des Blutes deines Sohnes. Mit dem, was er gebüßt, ich hier zu diesem Mal dir meine Rechnung thu und meine Schuld bezahl. 19. Mein Herz ist mir nun leicht; ich lebe oder sterbe, durch Jesum ich gewiß das Himmelreich ererbe; vor Christi Richterstuhl ob ich werd offenbar, so fürcht ich mich nunmehr durch Christi Blut kein Haar. Mel.: Freu dich sehr, o meine. * 1056. Herr, auf Erden und bin voller Angst und Weh; warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täglich bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke, und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, mache selbst den Himmel auf; und so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sißst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 16. Mein Jesu, laß mich nicht! Ich hüll mich in dein Leiden. Die Sünde, die uns schied, laß nie uns wieder scheiden. Durchs heilgen Geistes Kraft sag ich nun bis ans Grab Gott alle Treue zu und allen Sünden ab. 17. Lehr mich, mein Gott, nur thun nach deinem Wohlgefallen, und nimmer wissentlich in einge Sünde fallen; regier und führe mich, daß stets in Glück und Noth ich besser fürchte dich und halte dein Gebot. 18. Nun, Jesu Blut hat mir die Sünde ganz durchstrichen, mit meinem lieben Gott auf ewig mich verglichen, die Rechnung ab3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist Alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an; hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Kommt der Satan wider mich, ach, to wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus; denn der Weg dahin bist du, darum bringe 576 Erster Anhang. mich zur Ruh, und nimm an dem| veracht, mit Mördern schändlich letzten Ende einen Geist in deine umgebracht, daß jeine Lehr hätt Hände. kurzen Lauf, und mit ihm müßte hören auf: Halleluja. 6. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, denn du hast es zugesagt, und erlöse meine Glieder, die der Tod im Grabe nagt. Richte dann die böse Welt, die dein Wort für Lügen hält, und nach aus gestand nem Leide führ uns ein zu deiner Freude. Casp. Neumann. 9. Der ist erstanden hell und klar, und hat erfreut sein kleine Schaar, die bis ans Ende ihn geliebt und seinethalben war betrübt. Halleluja. Mel.: Erschienen ist der herrlich. 1057. Heut ist des Herren aller Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, fommt vor des Höchsten Augesicht. Halleluja. 2. Tret her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majeftät allhie; es ist sein Heiligthum und Haus; wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja. 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn alleſammt, das ist der Chriften rechtes Amt. Halleluja. 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts geschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und was dieselbe in sich hält. Halleluja. 5. Und als er sie genug geziert, hat er den Menschen drauf formirt, und ihn nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. Halleluja. 6. Erkennt mit dankbarem Ge= müth, wie er allein durch seine Güt uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von un febrt. Halleluja. 10. Leibbaftig er sich ihnen wies, sich sehen, hörn und fühler ließ, damit versichert wär ihr Sinn, des Todes Macht sei nun dahin. Halleluja. 11. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach recht christlicher Weis; wir wollen aufthun unsern Mund und sagen das aus Herzensgrund: Halleluja. 12. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr. Halleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine Werk, voll Weisheit, Güte, Kraft und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja. 7. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freu: digkeit in aller Noth uns ist bereit. Halleluja. 8. Der von den Juden ward 14. liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja. 15. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja. 16. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht; all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja. Nic. Selneccer. Erster Anhang. 1577 Mel.: Was frag ich nach der. In eigener Melodie. Jefaias 21, 11. 1059. Joir und heiße dich gch 1058, Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, willkommen, mein lieber Jesu Christ! Du hast dir vorgenomist die Nacht schier hin? Wird men, mein Bruder nun zu sein; die Finsterniß der Sinnen bald zer- ach, wie ein süßer Ton! Wie rinnen, darein ich verwickelt bin? freundlich sieht er aus, der große Gottessohn! 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden. Seelenjonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe. Jeſu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 2. Gott senkt die Majestät, sein unbegreiflich Wefen, in eines Menschen Leib; nun muß die Welt genesen. Der allerhöchste Gott spricht freundlich bei mir ein, wird gar ein kleines Kind und heißet Jesus mein. 3. Wie heblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren! Es kann durch Stahl und Erz, durch harte Felsen bohren: Herr Jeſu, du bist mein! Wer Jesum recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, so dald er Jefum nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an dich, mein Jesu halten, und sollte gleich die Welt in tausend Stücke spalten. O Jesu, dir, nur dir, dir leb ich ganz allein; auf dich, allein auf dich, mein Jesu, schlaf ich ein. C. Ziegler. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich Kind Erden helle werben, daß ich Gutes wirten kann. 1060. lieb und bleibe Mel.: O Gott du frommer. gch 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben. Jejus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken. Jesus muß die Sonne sein. an ihm hangen, er einzig meine Lust, er einzig mein Verlangen. Fall ich schon oftermals aus meiner Liebespflicht, so trennet ſolches doch die treue Liebe nicht. 8. Nur die Decke vor den Augen tann nicht taugen, seine Klarheit fann nicht ein. Wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine fein. 2. Denn hätt ich nur die Kraft, die ich mir wünschen wollte, wenn mein Wunsch nach Begier erfüllet werden sollte, gewiß, ich blieb getreu, er sollte noch an mir von Herzen sein vergnügt, er meine höchste Bier. 9. Jeju, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter. 3. Das Wollen und der Muth sind da, obschon zu Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seb 37 Erster Anhang. 578 ich täglich streiten in mir mit Fleisch und Blut ben geistgefinnten Sinn, weil ich annoch ein Kind in Christi Liebe bin. 4. Und werd ich dermaleinst zu meiner Mannheit kommen, wie will ich ihm so treu verbleiben, meinem frommen und allerbesten Herrn. Ach, gegen ihn allein soll in recht treuer Lieb mein Herz entzündet sein. 5. Im Himmel wollt ich gerne fein, im Himmel ist gut wohnen. Ich zittre vor der Höllenpein, in welcher kein Verschonen, worin ein Wurm, der immer zehrt, ein ewig brennend Feuerheerd, die Sünder zu belohnen. 6. Der Himmel ist ein Ehrensaal, ein Wohnhaus süßer Freuden, da bei des Lammes Abendmahl, nach viel verschmerzten 5. Komm Jesu, zünde an, ent- Leiden, der Auserwählten Schaar zünde die Gedanken, entzünde sich lebt und ihre frohe Seel er: mir mein Herz, so werd ich nie- gößt mit süßer Himmelsweide. mals wanken aus meiner Liebes- 7. Durch dein unschätzbar theupflicht; entzünde gegen dich mein res Blut laß auf dem Himmels Herz, so bleib ich treu dir Jesu wagen die Seel in starker Engel ewiglich. Hut zu deinem Throne tragen. Wenn mir vergeht all mein Geund meine nicht, laß mich doch nicht verzagen. J. C. Schade. 8. Und eh ich sterbe, wasche mich mit deinem theuren Blute; was ich gethan hab wider dich, das halte mir zu Gute; und wenn vorhanden ist mein Ziel, so bilf, daß ich nicht lange fühl des strengen Todes Ruthe. 9. Sebald ich dann gestorben bin, im Tode erstarret liege, so laß mich ehrlich tragen hin, daß ich ein Räumlein kriege in frommer ChristenSchlafgemach, worin nad vieler Müh und Ach ich ruhig mich vergnüge. 10. Obschon mein Leib muß dann vergehn, verwesen und zer stieben, werd ich doch wieder auf erstehn, wo meine Asche blieben, und meinen Gott von Angesicht in hoher Freud und hellem Licht stets schauen, loben, lieben. 11. Das wird geschehen, wenn Christus wird das Weltgebäu verbrennen, und als ein treuer Seelenhirt die Böck und Schafe trennen, den Böcken Schmach und Herzeleid, den Schafen Ehr und Herrlichkeit als Richter zuerkennen Mel.: Herr Jesu Christ, ich. 1061. ch ich sterben muß, weiß aber nicht die Stunde; drum hilf, o Gott, daß ich mit Buß mich kehr zu deinem Bunde, daß meine Sünd ich stets bewein, jedoch auch deiner Todespein mich tröst aus Herzensgrunde. 2. Wo Buße folgt, ist keine Noth im Himmel und auf Er den; da wohnet Gott und muß der Tod zum sanften Echlafe werden, da schwebt der lieben Engel Heer bei eines Sünders Wiederkehr in Freud und Lust geberden. 3. O treuer Heiland, Jesu Christ, erhöre mein Verlangen: Laß ja mein Herz zu keiner Frist der Welt und ihrem Prangen, stets aber dir ergeben sein und als ein fruchtbar Zweigelein an dir, dem Weinstock, hangen. 4. O wahrer Mensch und groBer Gott, durch deine Qual und Sterben, laß mich nicht weder hier noch dort im Sündentod verderben; reiß mich aus seiner Bande Macht und sehe mich mit großer Bracht zu deinen Him inelserben. Erster Anhang. 579 12. Nun Amen, dieses werde gnädig an zerschlagene Gemüther, wahr! Herr Jesu, komm be= fraels Hirt und Hüter, der alles bende, bring uns zu deiner Engel Heilen kann. Schaar, und allen Jammer wende, daß wir mit Freuden ewiglich den Vater, heilgen Geist und dich erheben sonder Ende. Mel.: Von Gott will ich nicht. Psalm 34. 1062.h will den Herren Rub. loben, soll immerdar noch ferner stehn erhoben, als bei der Sternen Schaar. Es soll mein Herz und Mund sich Gottes Güt erfreuen, ja seinen Rubm berneuen jetzt und zu aller Stund. 7. Der Herr hat nicht verborgen sein Angesicht vor mir; denn als mein Herz voll Sorgen sich selbst verzehrte schier, da trat er bald herzu und stillte mein Verlangen; als ich sein Hülf empfangen, da fühlt ich stündlich 2. Helft mir den Herren preifen, ihr Christen überall mit wunderschönen Weisen, mit Instrumentenschall. Er hat sein gnädig Ohr mir zeitig zugewendet und Hülfe mir gesendet; drauf tam ich bald empor 3. Nur der ist wohlbestanden, der ihn hat angesehn; denn Keiner wird zu Schanden, der ihm fann nahe gehn. Da der Elende rief, hat ihn der Herr erhöret, in Lust sein Leid verkehret, darin er lag so tief. 4. Ach sehet doch und schmecket, wie freundlich der Herr ist, wie fein er uns bedecket vor Satans Macht und List! Er wachet um uns her. Wohl dem, der auf ihn bauet und seiner Güte trauet, den fällt kein Kreuz zu schwer. 8. Er tennet ja den Jammer, der oft so grausamlich in dieser Thränenfammer verzehret dic und mich. Drum ist mein Herz gewiß, daß er auf alles merket, und die Betrübten stärket in ihrer Kümmerniß. 9. Laß gnädig dir gefallen, du meines Lebens Hort, dies meiner Zunge Lallen; es sind dein eigne Wort. Ach nimm sie von mir an, dieweil mir will geziemen, von Herzen dich zu rühmen, so lang ich reden kann. 10. Man lobt dich in der Stille, du Zions Schuß und Heil, Herr hilf, daß ich erfülle, was ich zu meinem Theil dir kindlich leisten soll. Inmittelst laß vor Allen dies Opfer dir gefallen, so werd ich Jauchzens voll. 11. Das ist ja meine Freude, daß ich in Glück und Noth von meinem Gott nicht scheide; und ob mich gleich der Tod hinreißt aus dieser Welt, bleib ich doch Gott ergeben; der friste mir mein Leben, so lang es ihm gefällt. 12. Wie kann ich dir bezahlen, Herr, deine Güt und Treu? Es fell zu tausendmalen ein Danklied werden neu. Auf, meine Seel, fort! Dem Herren will ich singen, laß Himmelslieder klingen mit Freuden hier und dort! Joh. Rist, 5. Des Herren Augen sehen, was der Gerechte macht; auch müssen offen stehen sein Ohren Tag und Nacht. Er höret ihr Geschrei. Wenn Trübjal sie will födten, so hilft er schnell aus Nöthen und macht sie sorgenfrei 6. Der Herr ist nahe der en, die traurigs Herzens sind. Wie fich fonit Eltern jebnen nach ib: 1063.Jh will be to, id In eigener Melodie. rem schwachen Kind, nimmt meine Stärke, ich 37* 580 will dich lieben, meine Zier. Jch will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz imSterben bricht. will dich mein Leben, als meinen allerbeſten 1064.Jürfte des LeFreund. Ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen liebsten Bräutigam. bens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein; wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu 3. Ach, daß ich dich so spät sein. Satan der sinnet auf allererkennet, du hochgelobte Schön- hand Ränke, wie er mich sichte, heit du, und dich nicht eher mein| berstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erfaufet; rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz mächtig anlaufet, oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wenn Babel wüthet von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. Erster Anhang genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich dich hab so fpät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich, und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich endlich hab ersehn. ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Sterben bricht. Joh. Angelus. Mel.: Einer ist König. efu, 3. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht tlagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir. Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Ge wissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen und dies zu meiner Demüthigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hof fahrt und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröthen, und durch dein Leiden mein fündlich Fleisch tödten. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen feusche Brunst! Laß meine Seele fich gewöhnen, zu üben in der Liebeskunst! Laß meinen Sinn, Geist und Verstand sein immer mehr zu dir gewandt! 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, auf wärts sich schwingend durch hei8. Ich will dich lieben, meine ligen Trieb. Laß mich eindringen Krone; ich will dich lieben, mei- ins göttliche Wesen, so wird mein nen Gott. Ich will dich lieben Geist. Leib und Seele genesen. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht. Ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht. Ich danke dir, du goldner Mund, daß du mich innigst machst gefund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht nur Leib und Seele ganz, du ewigstarker Himmelsglanz! Erster Anhang. 6. Jefu, bilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen ver= hülle, wo sich die Seele zur Ruhe binlenkt! Laß mich mir sterben und alle dem meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 7. Jesu, bilf siegen in allerlei Fällen, gieb mir die Waffen und Wehre zur Hand! Wenn mir die höllischen Feinde nachstellen, dich mir zu rauben, o edelstes Pfand, so hilf mir Schwachen mit Allmacht und Stärke, daß ich, o Liebster, dein Dasein bermerke. 8. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listig verschmißeten Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, wenn mich der Schlangen List sucht zu verwirren. 581 wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jeju, bilf siegen, und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meifter, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 10. Jefu, bilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein Fürsprach zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, er muntern und wecken. 12. Jesu, bilf siegen, und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiefen! 13. Jesu, hilf fiegen, laß bald doch erschallen, daß Zion rufet: Es ist nun vollbracht! Babel, die Stolze, ist endlich gefallen, die da bishero so lang dich veracht. Ach Herr, komm, mache ein Ende des Krieges, schmücke dein Zion mit Palmen des Sieges! 14. Jesu, bilf fiegen, damit wir uns schicken, würdig zur Hochzeit des Lammes zu gehn; fleide dein Zion mit güldenen Stücken, laß uns den Untergang Babels einst sehn. Doch wohlan, wankt es, so wirds auch bald liegen. Auf, Zion, rüste dich! Jesus hilft siegen. 15. Jefu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jeju, dir bleib ich ergeben; bilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! 16. Jesu, hilf siegen, wenn ich nun soll scheiden von dieſer jammer und leidvollen Welt! Wenn dumich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach Jesu, recht ritterlich ringen, und durch das Leben und Tod zu dir dringen. J. H. Schröder. 11. Jefu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten fich findet, wenn ich muß ſein ein 1065. betrachte mich! Kº Mel.: Es ist gewißlich an der. Sterblicher, verschüchtertes Reh: ach Herr, so Erster Anhang. 582 Du lebst, ich leb auf Erden. Was du jetzt bift, das war auch ich; was ich bin, wirst du werden. Du mußt hernach, ich bin vorhin; gedente nicht in deinem Sinn, daß du nicht dürfest sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, denk auf die letzten Stunden! Wenn man den Tod verächtlich hält, wird er sehr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir. Wer weiß, vielleicht gilts morgen dir, ja wohl noch diesen Abend! mans am wenigsten gedacht, so heißt es wohl: Zu guter Nacht, ich bin nun hier gewesen. 8. Indem du lebeft, lebe ſo, daß du kannst selig sterben. Du weißt nicht, wann, wie oder wo der Tod um dich wird werben. Ach denk, ach denke doch zurück! Ein Zug, ein kleiner Augenblick führt dich zu Ewigkeiten. 9. Du seist dann fertig oder nicht, so mußt du gleichwohl wandern, wenn deines Lebens Ziel anbricht; es geht dir wie 3. Sprich nicht: Ich bin noch| den andern. Drum laß dirs gar zu jung, ich kann noch lange eine Warnung sein! Dein Aufleben. Ach nein, du bist schon erstehn wird überein mit deinem alt genug, den Geist von dir zu Sterben kommen. geben. Es ist gar bald um dich gethan; es sieht der Tod kein Alter an. Wie magst du anders denken? 4. Ach ja, es ist wohl Klagens werth, es ist wohl zu beweinen, daß Mancher nicht sein Heil begehrt, daß mancher Mensch kann meinen, er sterbe nicht in seiner Blüth, da er doch viel Exempel sicht, wie junge Leute sterben. 5. So oft du athmest, muß ein Theil des Lebens von dir wehen, und du verlachst des Todes Pfeil; jetzt wirst du müssen gehen. Du hältst dein Grab auf tausend Schritt, und haft dazu kaum einen Tritt! den Tod trägst du im Busen. 6. Sprich nicht: Ich bin frisch und gesund, mir schmeckt auch noch das Effen. Ach, es wird wohl jetzt diese Stund dein Sarg dir abgemessen. Es schneidet dir der schnelle Tod ja täglich in die Hand das Brod. Bereite dich zum Sterben! 10. Ach denke nicht, es hat nicht Noth, ich will mich schon bekehren, wenn mir die Krankheit zeigt den Tod; Gott wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob du zur Krankheit kommst, ob du nicht schnell ein Ende nimmst? Wer hilft alsdann dir Armen? 11. Zudem, wer sich der Sünden freut, dabei auf Gnade bauet, der wird mit Unbarmherzigkeit der Höllen anvertrauet. Drum lerne sterben, eh du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten! 12. Zum Tode mache dich ge schickt; gedenk in allen Dingen: Würd ich hierüber hingeriidt, sollt es mir auch gelingen? Wie könnt ich jetzt zu Grabe gehn? Wie könnt ich jetzt vor Gott bestehn? So wird dein Tod zum Leben. 13. So wirst du, wann mit Feldgeschrei der große Gott wird kommen, von allem Sterben frant und frei sein ewig aufge nommen. Bereite dich, auf daß dein Tod beschließe deine Bein und Noth. O Mensch gedenk G. W. Sacer. 7. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, ein Wachs, ein Schnee, ein Schatten, ein Thau, ein Laub, ein leerer Traum, ein Gras auf dürren Matten. Wenn ans Ende! Erster Anhang. 583 Mel.: Gott des Himmels und. hat dir ein Lob bereitet, weil ich 1066. Liebe, die du mich von deiner Freundlichkeit ſo großes deiner Gottheit haft gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit Heil bedacht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 2. Liebe, die du mich erforen eh als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein u bleiben ewiglich! 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich blos ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit heißer Lieb entzündet! es singt, es springt, es freuet sich, so oft es dich im Glauben füßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 5. Liebe, die du mich gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 3. Du bist ein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin mein Herz, erfüll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke! 4. Du bist mein sichrer Himmelsweg; durch dich steht alles offen. Wer dich versteht, der hat den Steg zur Seligkeit getroffen. Ach laß mich, liebstes Heil, binfür doch ja den Himmel außer dir auf keinem Wege hoffen. 5. Du bist die Wahrheit; dich allein hab ich mir auserlesen, denn ohne dich ist Tand und Schein, in dir ist Kraft und Wesen. Ach, mach mein Herz doch völlig frei, daß es nur dir ergeben sei, ducch den es kann genesen. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich träftiglich vertritt, Liebe, dir er geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 7. Liebe, die mich wird ent: rücken aus dem Grab der Sterb= lichkeit, Liebe, die mich einst wird chmücken mit der Kron der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! Joh. Scheffler. 6. Du bist mein Leben; deine Kraft soll mich allein regieren. Dein Geist, der alles in mir schafft, kann Leib und Seele führen, daß ich voll Geist und Leben bin. Mein Jesu, laß mich nur forthin das Leben nicht verlieren! 7. Du bist mein füßes Himmelsbrot, des Vaters höchste Gabe, damit ich mich in Hungersnoth als einer Stärkung labe. Brod, das Kraft und Leben giebt, gieb, daß ich, was der In eigener Melodie. 1067.Meinerzens Jefu, Welt beliebt, zur Nahrung niemeine Lust, an mals habe! dem ich mich vergnüge, der ich an deiner Liebesbrust mit meinem Herze liege, mein Mund 8. Du bist mein Trank, und deine Frucht ist meiner Seele süße: wer von dir trinkt, derſelbe 584 fucht, daß er dich stets genieße. O Quell, nach der mein Herze schreit, gieb, daß der Strom der Süßigkeit sich ganz in mich ergieße! 9. Du bist mein allerschönstes Kleid, mein Zierrath, mein Geschmeide; du schmückst mich mit Gerechtigkeit, gleich als mit reiner Seide. Ach gieb, daß ich die schnöde Pracht, damit die Welt sich herrlich macht, als eine Unzier meide. Erster Anhang. 10. Du bist mein Schloß und sichres Haus, da ich in Freiheit jibe; da treibet mich kein Feind heraus, da sticht mich keine Hiße. Ach laß mich, liebster Jesu mein, allzeit in dir erfunden sein, daß deine Huld mich schüße. 15. Du bist mein Leitstern und mein Licht, wenn ich im Finstern gehe, mein Reichthum, wenn es mir gebricht, in Tiefen meine Höhe, mein Labsal, wenns mir bitter schmeckt, mein festes Dach, das mich bedeckt, wenn ich im Regen stehe. 16. Du bist mein Garten, da ich mich in stiller Luft ergöße, mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde sebze, mein Rose in dem Kreuzesthal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verleße. 17. Du bist mein Trost in Herzeleid, mein Lustspiel, wenn ich lache, mein Tagewerk, das mich erfreut, mein Denken, wenn ich wache, im Schlaf mein Traum und süße Rub, mein Vorhang, den ich immerzu mir um mein Bette mache. 18. Was soll ich, Schönster, wohl von dir noch weiter sagen können? Jch will dich meine Liebsbegier, mein Ein und Alles nennen; denn was ich will, das bist du mir. Ach, laß mein Herze für und für in deiner Liebe brennen! J. Chr. Lange. 11. Du bist mein treuer Seelenhirt und selber auch die Weide; du hast mich, da ich war verirrt, geholt mit großer Freude. Ach, nimm dein Schäflein nun in Acht, damit es weder List noch Macht von deiner Heerde scheide. 12. Du bist mein holder Bräutigam. Dich will ich stets umfassen, mein Hoherpriester und mein Lamm, das sich hat schlachten lassen, mein König, der mich ganz besißt, der mich mit seiner Allmacht schüßt, wenn mich viel Feinde hafsen. 13. Du bist mein auserkorner 1068. Mein Freund, der mir mein Herz beweget, mein Bruder, der es treulich meint, die Mutter, die mich pfleget, mein Arzt, wenn ich verwundet bin, mein Balsam, meine Wärterin, die mich in Schwachheit träget. 14. Du bist mein starker Held im Streit, mein Panzer, Schild und Bogen, mein Tröster in der Traurigkeit, meinSchiff in Wasserwogen, mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, mein sichrer Kompaß und Magnet, der mich noch nie betrogen. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 1068. Mein Jesus kommt! Mein Sterben ist vorhanden; ich werde frei von dieses Lebens Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt haft ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nachsprechen. Erster Anhang. 585 4. Vergieb, o Bater, denen, die ten. Jch dürste wie ein Hirsch; mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. laß dich erblicken und mich erquicken! 14. Jetzt fommt der Trost; mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet. Es ist vollbracht, was übrig ist gewesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 5. Vergieb auch mir, o Vater, alle Sünde, und was ich jetzt noch Böses in mir finde: Ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet, von dir getheilet. 6. Ich habe, Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben; du wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände. O Jesu, gieb du mir ein selig Ende! Ich bleibe dein, ich sterbe deinem Namen; M. Hunold. Jesu, sprich Amen! 7. Ich übergebe sie, Herr, der nen Händen: Behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden. Du wirst, o Vater, diesen meinen Willen aus Gnad er= füllen. In eigener Melodie. 8. Drauf wendet sich mein Herz 1069. Mein junges Leben von dieser Erden; dein Paradies, das soll mir eigen werden; dein Paradies, das schöne, das wird heute sein meine Freude. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte! Gieb mir ein himmeldringendes Gemüthe, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone! 10. Zwar Höll und Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. 11. Jch aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott, mein Gott, du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst, von Gott verlassen, hingest und mich umfingest! mein zeitlich Leid und Freud, weil meine Seele nun behend von meinem Leib abscheidt. Mein Leben kann nicht mehr bestehn, es ist sehr schwach und muß vergehn im Todeskampf und Streit. 12. Mein Herze dürftet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach, ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in mei ner Noth versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trin2. Doch fährt die Seel zu Gott dahin, der sie gegeben hat; mein Tod ist ihr Nuß und Gewinn. Dort find ich Hülf und Rath, ob schon verschwindt des Leibes Ehr, als wenn er nie wär kommen her aus meiner Mutter Leib. 3. So bleib nun, schnöde Welt, zurück! Ich scheid mit Lust von dir, weil deine List und falsche Tück forthin nicht schaden mir. Du giebst auch sonst kein wahre Ruh, bis man die Augen drücket zu; du bist kein stete Stätt. 4. Ich klag nicht, daß ich scheiden soll von dir, o wilde Welt; nur dieses macht mich traurensvoll und höchlich mir mißfällt, daß ich nicht mehr geflohen hab die Sünd. Sünd stößt uns all 586 ins Grab und macht uns all zur Erd. Erster Anhang. 5. O Jefu Chrift, meins Herzens Freud, ich hab zwar Sünd gethan, dein Snad sei aber mir nicht weit, steh bei auf letter Bahn! Wie ich denn noch vere zage nicht; Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, aus Gnaden mir verzeih! 3. Du, du sollteft große Bein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jefus trägt die Sünden, daß du mögest Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache; er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böseSache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Wie sollst du dir wohl anstellen? Jefu Leiden ist kein Scherz, seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. 8. Drum sei willkommn, du 6. Ich kann nimmer, nimmer letter Tag all meiner Lebens- mehr das Geringste nur vergel müh! Führt, Christenfreund, kein ten; er verbindt mich allzusehr. Heidenflag, der Tod trennt uns Meine Trägheit muß ich schelten, nur hie; dort aber werden wir daß ich ihn so schlecht geliebet ugleich besitzen Gottes Chren und wohl gar mit Sünd be reich. Folgt nur in wahrer Buß! trübet. 9. Gott segne euch an Leib und Seel! Gott segne, was ihr thut, dem ich euch herzlich all befehl; er ist das höchste Gut. Wer ihm treu bleibt im bittern Tod, mit dem hats ewig teine Noth, sein ist die Lebensfron. 6. Ach Herr, was du mir auf erlegst, ertrag ich mit Geduld. Die Sünd der ganzen Welt du trägst, vergieb auch meine Schuld, daß ich nicht ewig sei verlorn; ftill den verdienten Vaterzorn, du mein Lob, Ehr und Preis. 7. Ach schaue doch, du Gotteslamm, es gehen meine Sünd mir häufig ob dem Haupt zusamm, errette mich geschwind! Das thust du auch; mein Sündenstein ist deiner Hand nur leicht und klein, nicht dir, nur mir zu schwer. sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dor nenkron, sein Leib ist mit Blut besprenget; er läßt sich für dich verwunden. Wo ist größre Lieb gefunden? In eigener Melodie, oder: Liebster Jesu wir sind hier. 1070, Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke, wie er für dich giebet fich, darauf deine Andacht lenke. Ach erwäg die große Treue und dich deines Jefu freue. 2. Sieb, der wahre atte 7. Was geschehen, foll nun nicht binfort mehr von mir geschehen; mein Schluß sei nun fest gericht. einen andern Weg zu gehen, darauf ich nur Jesum suche und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden; euretwegen müßt ich hier und dort von dem sein geschei den, ohne welchen ist kein Leben, teine Gnade, kein Vergeben. Heil, dir will ich mich ganz vers 9. Du, mein Jesu, du mein schreiben, daß ich dir, als meis nem Theil, ewig will getreu ver bleiben, dir zu leben, dir zu leis den, dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, follst es Erster Anhang. ſein, den ich mir zum Zweck gesebet. Wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betrüben. 587 Licht, springt in allerlei Bejchwerden mir getreulich an die Seit. liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen Jesum laß ich nicht. Wenn mich alle Menschen haffen, und der Feinde Macht einbricht, auch gedenket so zu faffen, daß ich gleich soll untergehn, bleibt mir seine Rettung ftehn. 4. Meinen Jejum laß ich nicht. Wenn mich meine Sünden quälen, wenn mein Herz und Satan spricht: sie sind groß und nicht zu zählen, spricht er: Sei getroft, mein Kind, ich, ich tilg all deine Sünd! 5. Meinen Jefum laßß ich nicht. Wenn mir bricht in letzten Zügen meiner schwachen Augen Licht, da erst, da hilft er mir siegen; ja ins lette Weltgericht läffet er mich kommen nicht. 6. Meinen Jesum laß ich nicht, denn er wird auch mich nicht lassen. Dieses glaub ich, anders nicht, und er wird mich niminer hassen. Darum sprech ich: Ihn, mein Licht, meinen Jesum laß ich nicht. Georg Linzner. 11. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel; wann du schlägeft, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun fo bleibt es fest da bei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, deß ich sei; nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht laffen, ewig will ich dich umfassen. 13. Jst bereits schon jest allhier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, ei was will im Himmel werden! 14. Was für Luft und Süßigkeit, was für Fried und Jubi liren, was für Ruhe nach dem Streit, was für Ehre wird uns gieren! Ewig, ewig werd ich loben, wenn ich ganz in Gott erhoben. Mel.: Machs mit mir Gott. Johannes 8, 12. 15. Ach, ich freu michalleStund 1072. Mir nach, ſpricht danke auf dies freudenbolle Leben, dir mit Herz und Mund; du, o Jeju, basts gegeben. Nur im Glauben laß michs halten, dei nen Geist in mir stets walten. J. C. Schade. In eigener Melodie. 1071. Meinen Jefum laß ich nicht, denn er ist allein mein Leben. Wer ihn bat, dem nichts gebricht, und tann sich zufrieden geben; er ge rath in was für Notb, wärs auch Satan, Sünd und Tod. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil kein besfrer Freund auf Erden; denn er, Jesus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weije wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü: thigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund, der fließt zu jeder 588 Erster Anhang. Zeit von süßem Sanftmuthsöle. geld, du Licht und Trost der HeiMein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. den! O Seligmacher, Hülf und Schuß, Versöhner, Rath, Prophet und Truß, zeuch in mein Herz mit Freuden! 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger Lift zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgeben, und wohlgemuth, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen. Wer nicht gefämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Angelus. 4. Ach jei gelobt, Immanuel, du Siegsfürst über Tod und Höll, du Tilger meiner Sünden! Ich bitte, kehre bei mir ein, wiewohl ein schlechter Raum wird sein zur Wohnung dazu finden. 5. Denn du bist aller Herren Herr; in Asch und Staub, und Sonst nichts mehr, willst du darin wohl liegen. freilich dein nicht werth; ich arDas Haus ist mer Mensch von Thon und Erd, wie will ich dich vergnügen? 6. Was bitt ich mehr, was wünsch ich nun? Dir ists allein darum zu thun, daß ich dir geb mein Herze. Willst du es, Herr, so sei es dein; dem Herzen kann nicht besser sein, als bei der Lebenskerze. O wär es doch nur gänzlich rein 7. Du willst es aber ganz allein. von allen fremden Gästen! Du bringest mit Gerechtigkeit im heilgen Geiste Fried und Freud; was ist nun hier zum Besten? Mel.: Kommt her zu mir. 1073. Nunhofianna, Da vids Sohn, der du kommst aus des Himmels Thron zu allen armen Sündern, 8. Nimm in der Armuth es für gut mit Chre, Liebe, Furcht, Demuth und ganz gelassnem Willen. Mein Glaube hänget fest an dir, dadurch du wohnen willst in mir; o könnte das dich stillen! geuch ein, zeuch ein! Dir stehet 9. Ach, aber alles ist zu schwach, bier ganz aufgeschlossen Thor und Thür bei deinen armen Kindern. 2. Mein Herz empfängt dich herzlich gern, du Gottessohn, du Davidsstern, du wahrer Weibesfamen! Du Helt, du Heiland, Hirt und Heil, mein Bruder, Gnadenthron und Theil, komm, in des Herren Namen! wo du nicht selber hilfst her: nach, darum sei du erſuchet! Ei stoß nur alles gleich hinaus, was dir mißfällt in diesem Haus, der Satan sei verfluchet. 10. So nimm denn nun, was du gemacht, zeuch in mein Herz, nimm es in Acht, dir sei es ganz ergeben; bereit es selbst zu deiner 3. Komm, König, Friedefürst Ruh und schließ die Thüre nach und Held, Erlöjer, Mittler, Löje- dirzu. Willkommen, o mein Leben! Erster Anhang. Mel.: Was Gott thut, das ist. 1074. auferstandner du Leben aller Leben! Heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben. Erst bracht die Noth dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Ach, unsre Sündenlast und Schuld ließ dich in Fesseln fallen; du gabest dich aus großer Huld zum Kreuze für uns alle. sind darinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnadensonne; die erst erstarb in ihrem Lauf, giebt Strahlen neuer Wonne; jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gefalbet worden und steht im neuen Orden. 589 rechten Oftern feiern, und uns in dir verneuern. 8. Ach laß das wahre Aufer= stehn auch uns in uns erfahren, und aus den todten Gräbern gehn, daß wir den Schatz bewahren, das theure Pfand, das deine Hand zum Siegel uns gegeben, so gehn wir ein zum Leben. Just. Henning Böhmer. In eigener Melodie. Seele: 4. Die Kraft von deiner Majestät dringt selbst durch Grab und Steine; dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wuth, der Höllen Glut hat alle Macht verloren, und wir sind neu geboren. 1075.Chrifte, Morgen= mit hellem Schein, schein uns vons Himmels Throne an diesem dunklen Ort mit deinem reinen Wort. 2. O Jesu, Trost der Armen, mein Herz heb ich zu dir, du wirst dich mein erbarmen, dein Gnade schenken mir; das trau ich gänzlich dir. 5. O daß wir diesen theuren Sieg lebendig möchten kennen, und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen; denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, ich kann nicht fröhlich sein; mir ist verwundt mein Seele und fürcht't der Höllen Pein. O Christ, erbarm dich mein. 4. O Jesu, lieber Herre, du einger Gottesjohn, von Herzen ich begehre, du wollst mir Hülfe thun, du bist der Gnadenthron. 5. Du haft für mich vergossen dein rosinfarbes Blut; deß laß mich, Herr, genießen; tröst mich durch deine Güt; hilf mir, das ist mein Bitt. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Chren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, da wir in dir die offne Thür zur ewgen Ruhe finden und auferstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen theuern Fried in unsre Herzen scheinen, so können wir, o Held, mit dir die Jesus: 6. Ist dir verwundt so sehre die arme Seele dein, thu dich zu mir nur kehren, ich will dein Helfer sein, vergeben Schuld und Pein. 7. Laß von den Sünden abe und sei ein frommer Christ, ich will dich selber laben und schenken meinen Geist, der dich zum Himmel weist. 8. Ich will dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein 590 Lieb an dir beweisen, und will dir theilen mit mein'n Schab und höchstes Gut. Seele: Erster Anhang. 9. O Jesu, Lob und Ehre sing ich dir allezeit: den Glauben in mir mehre, daß ich nach dieser Zeit mit dir eingeh zur Freud. B. Fortsch. In eigener Melodie. 1076. baß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so ftimmt ich damit um die Wette aus allertiefstem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an bon dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte his dahin, wo die Gonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes. meines Herren, Breis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lebe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch och mit mir! Jhr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet fröhlich mit mir ein! 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist ju matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stebn. 6. Dir sei, o allerliebster Bater, unendlich Lob für Seel und Leib! Lob Jei dir, mildester Verather, für allen edlen Zeitvertreib, ben du mir in der gan zen Welt zu meinem Nußen hast bestellt! 7. Mein treuster Jesu, sei ge priesen, daß dein erbarmungs volles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamfeit zu deinem Eigenthum befreit! 8. Auch dir jei ewig Ruhu und Ehre, o heiligwerther Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich Kind des Le bens heißt! Denn wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o rei cher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o starter Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute und ist mir eine sanfte Last; sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten ſei. 11. Ich hab es ja mein Lebes tage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch Noth und Kummer haft geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem ſteten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphi rend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelfeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hochy and groß! Kraft, Ruhm, Erster Anhang. Preis, Dank und Herrlichkeit gebührt dir jetzt und allezeit. 591 Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsres Landesvaters Haus gieß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus, umstrable seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihr zur Sicherheit, zu deiner Feinde Truß und zum erwünschten Schuß uns, dei: nen armen Kindern. 14. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Zunge regt. Ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Menzer. Mel.: Ein feste Burg ist unser. 1077.Jeju, einig wahres Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen ftebt, der nie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrümmert und zerfällt, erhör, erhör uns, Jeju! 2. Laß uns, dein kleines Häu6. Erbarm dich deiner Christenheit, bermehre deine Heerde, für uns, dein armes Häuflein, streit, daß es erhalten werde. Den ergernissen wehr, was dich haßt, bekehr; was sich nicht beugt, zerbrich; mach endlich seliglich an aller Noth ein Ende. uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unferm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen, laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher geschienen zur Buße kräftig sein und zum hellen Schein. der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen schaffet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen! mach uns dadurch getrost und iroh, das schwerste Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Luft und Leid nicht von dir scheiden mag, bis wir den 7. Ach Jesu, ach wir bitten dich in deinem Jesus- Namen, erhör, erhör uns gnädiglich, sprich, Jesus: Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein, so halt dein Jesuswort und laß uns hier und dort darüber jubiliren. Joh. Mentzer. Mel.: Was Got: thut, daß ist. felein, das ſich zu dir bekennet, 1078. großer Gott ins ei Himmels Thron, hilf, daß ich mög erkennen, wer doch gewesen die Person, und wie sie sei zu nennen, die hier für mich so ritterlich bis in das Grab gestritten, als sie den Tod erlitten. 2. Ach ist es nicht dein liebstes Herz, dein Kind und Eingeborner? Wie leidet denn jo großen Schmerz, o Gott, dein Auserforner? Wie kann es sein, daß solche Bein dem Helden wird gegeben, der allen giebt das Leben? 3. Ja. Vater, ist er nicht der Mann, von dem du selbst geja get: Er ist es der mich stillen kann, mein Sohn, der mir behaget? Wie muß denn er jebund so schwer die Bürte auf sich nehmen, den Tod daturch zu zähmen? 592 Erster Anhang. 4. Jft er nicht selbst die Herr- dem Rachen der Höllen frei zu lichkeit und wird dennoch ver- machen. speiet? Ja, ist er nicht der Held im Streit und wird so leicht zerstreuet? Ist er nicht Gott, und leidet Spott? Ist er nicht ohne Schulden, und muß den Tod erdulden? 11. O Wunderwerk! Der herrlich ist, nimmt auf sich unsre Schande; der keusch, gerecht und sonder List gepriesen wird im Lande, trägt mit Geduld ganz fremde Schuld, ja, hat sein eig nes Leben für unsers hinge5. O frommes, unbeflectes Lamm, o schönster Mensch auf geben. Erden, o Manna, das vom Him12. Wie niedrig bist du wor mel kam, das muß geopfert werden, Herr, um unsrer Hoffahrt den! Dein Händ und Füß, als willen! Dein Geißeln, Martern die so süß am letzten End uns laben, die werden ganz durchgraben. und Beschwer muß unsre Frechbeit stillen. Nur unsre Lust, der Sünden Wust, gebieret deinem Herzen, o Heiland, so viel Schmerzen. 6. Dein würdigs Haupt, o Gottes Sohn, das wir mit Zittern ehren, bedecket eine Dornenfron, dein Elend zu vermehren. Dein treuer Mund, der Wahrheit Grund, die rosenfarbnen Lippen sind bleicher als die Klippen. 13. Ich bin, Herr Jesu, ganz verflucht, du aber bist der Se gen: noch hat der Segen mich gesucht auf gar verfluchten Wegen. Ich hab allein die höchste Pein mit Sünden wohl verdienet; du hast mich ausgefühnet. 7. O große Lieb, jetzt seh ich recht die Wund in deiner Seiten, dadurch du willst mir armen 14. Ich war verkauft zur Höl Knecht ein ewges Wohl bereiten. lenglut um so viel böser Thaten, Dies Herzensblut, das hohe Gut, da wußt allein dein göttlich Blut desgleichen nicht zu finden, bein solcher Noth zu rathen. Der freiet mich von Sünden. 8. Dein Augen voller Freundlichkeit, der Menschen Luft und Wonne, die klarer werden vor der Zeit, als die so klare Sonne, die ändern sich nun jämmerlich, die schönsten Lichter schwellen von lauter Thränenquellen. 9. Sie rinnen als ein Wasserfluß auf die zerschlagnen Glieder; fie fallen wie ein Regenguß die zarten Wangen nieder. Ach, nichts ist hie als Angst und Müh; es wird mit tausend Plagen der ichönste Leib zerschlagen. 10. Du trägst die Strafen meiner Schuld und schweren Missethaten, ja läsfest dich aus lauter Huld zur Kreuzespein vertheure Schatz behielt den Plaß, der Satan mußte weichen, Sünd, Höll und Tod desgleichen. 15. Nun höret auf des Höchsten Rach, sein Zorn, der ist ge stillet durch so viel Schmerzen, Bein und Schmach, nun ist die Schrift erfüllet. Des Herren Tod hat nun die Noth auf Erden weggenommen, der Fried ist wie der kommen. 16. Herr Jesu, nimm mich gnädig an, vertilg in mir die Sünde, die ich nicht ganz ertödten fann, wie leider ich befinde, Eins bitt ich dich, Herr, lasse mich dein theures Blutvergießen bis in mein Grab genießen. Joh. Rift. Mel.: Schmück dich mein Herz. aus, wo man dich auf= buf rathen. Das that die Lieb, Herr," 1079. felig Erster Anhang. 593 genommen, du wahrer Seelen-| endlich Alle ziehen aus dahin, freund, Herr Jesu Christ! wo woher der Vater dich gesendet, unter allen Gästen, die da kom ins große, freie, schöne Vatermen, du der gefeiertste und liebste haus. bist, wo Aller Herzen dir entgegen schlagen, und Aller Augen freudig auf dich sehn, wo Aller K. J. Ph. Spitta. Lippen dein Gebot erfragen, und Alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gefinnt, wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. Oselig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, wo fie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf sie jehn. bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei das Ihre schaffen froh und unverdrossen in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O felig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei kei ner Freude dein vergißt. O selig Haus, wo du die Wunden heilest. und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tagewerf vollendet und bis fiel Mel.: Freu dich sehr, o meine. 1080. Reiche, Bater, deis nem das vor deinen Thron hintritt, dein sehr gnädig Ohr geschwinde; theile, Jesu, Gnade mit, gläubig dich zu rufen an, denn ich ohne dich nichts kann; so wird mein Gebet erhöret, weil du selber es gelehret. 2. Unter so viel Gnadengaben, die von deiner Baterhand reichlich wir empfangen haben, ſo zum Theil uns unbekannt, danke ich insonderheit deinem Schutz und Nachtgeleit, daß mit dieſem frühen Morgen ich kann aufstehn ohne Sorgen. 3. Tritt, mein Hirte, mir zur Seite, wenn mich Sündennoth befällt; laß dein Schäflein nicht abgleiten von der Gnade, die mich hält. Ach, vergieb die alte Schuld, um des frommen Jesu Huld, so leb ich an diesem Tage frei von meiner Sündenplage. 4. Gi wie gerne will ich laufen heute deinen guten Steg; zieh mich nur vom großen Haufen, der da geht den breiten Weg, da man keine Wahrheit spürt, der zur Hölle abwärts führt. Hilf mir, fromm, gottselig handeln und vor deinen Augen wandeln. 5. Nicht mir, Herr, nicht mir gieb Ehre, deinem Namen nur allein! Daß ich deinen Ruhm vermehre, laß mich heut dein Werkzeug sein. Gieb, daß ich sei gleich und schlecht, gegen Jeder= mann gerecht, auch Barmherzigteit ausübe, christlich meinen nächsten liebe. 6. Heilger Vater, du begehrest, 38 Erster Anhang. 594 daß ich keusch und züchtig sei; du berdammest und verwehrest Unzucht und Abgötterei. Ach, ich bitt durch Jesum Christ, der mein reiner Heiland ist: Mache mich ihm gleich gesinnet, was die Welt auch Args beginnet. 7. Christe, du weißt alle Dinge, weißt, daß ich nicht reine bin; fieh doch, wie ich sehnlich ringe, um zu haben deinen Sinn, der ist heilig, keusch und rein. Ach hilf mir auch also sein, Welt und Fleisch und Blut bekriegen, und dawider stets zu siegen. In eigener Melodie. 1081. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich echt entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist ichmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelsjaal. 8. Kann ich dieses Ziel erreiheit. chen, mein Gott, was will ich denn mehr? Thust du mir dies Gnadenzeichen, giebeft mir auch Brod und Ehr, daß es mir in meinem Stand wohl ergeh durch deine Hand, müssen sich die Hasser schämen, können mir gar nicht es nehmen. Rütenick. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben; dring hinein in Gottes Reich. Will der Satan wider streben, werde weder matt noch weich. rungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du haft. Recht beharren ist das Beste, Rüdfall ist ein böser Gaſt. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicher 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleisches Freiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz, frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollujtpflege, hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll, weil es, wenn Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ibr Streiter, streitet recht und fürchtet euch, geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Him5. Ringe mit Gebet undSchreien, halte damit feurig an; laß dich teine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du denn die Perl er- melreich. Erster 17. Denkt bei jedem Augenblice, obs vielleicht der letzte fei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. Anhang. 595 3. Ihr habt Urfach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade nichts in euch als Seeleníchade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, und die Sünde in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, böse Neigung zu bezwingen, fo bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg. Wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt fich lustig machen, hat bei Christen keine Statt. Fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geijt und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn geht es nun und nimmer an, daß man noch I. I. Winkler. Mel.: Werde munter mein. Phil. 2, 12. 1082.Shaffet, ichaffet mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. Menschenfinder, fchaffet eure Seligkeit! Bauet 7. Furcht muß man vor Gott nicht, wie freche Sünder, nur stets tragen; denn er kann mit auf gegenwärtge Zeit, sondern hauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget felig werden. Leib und Seel euch zur Hölle niederschlagen. Er ists, der des Geistes Del und nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O, so laßt uns zu ihm 2. Daß nun dieses mag gegehen, ihn um Gnade anzuflehen. schehen, müßt ihr nicht nach 8. Und dann schlagt die SünFleisch und Blut und nach dessen denglieder, die des Fleisches Lust Neigung gehen, sondern was erregt, in dem Kreuzestode nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab. Was euch ärgert, fentt ins Grab, und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 38* Gott will und thut. Das muß einzig und allein eures Lebens Richischnur sein, es mag Fleisch und Blut in Allen übel oder wohlgefallen. 18. Liegt nicht alle Welt im Böjen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch, als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von Allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen lleben; fleuch vor dem verborgnen Bann; such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag undStunden, bis dein Bräutgam zu dir dringt und, wenn du unüberwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürft't nach der Ewigkeit. Erster Anhang. 596 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum fehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu beftehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb 1084. wir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Glaubenskampf vollführ. Jesus gebe Kraft und Stärk, und regiere felbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel bringe. 2. A. Gotter. Mel.: In dem Leben hier auf, oder: Gott des Himmels. 1083. Shauet, schauet doch, ihr Sünder, wies mit eurem Jesu steht! Weint und klagt, ihr Menschen finder, die ihr hier vorüber geht! Kann ein Schmerz und eine Pein auch wie Jesu Schmerzen sein? 2. Händ und Füße sind durchgraben, Herz und Haupt ist matt und schwach, Gall und Essig soll ihn laben in dem größten Ungemach. Kann ein Schmerz und eine Bein auch wie Jeju Schmerzen sein? 3. Seht, wie ist sein Haupt durchstochen von der scharfen Dornenkron! Seht, die Augen sind gebrochen, Leib und Seele trennt sich schon! Kann ein Schmerz und 2c. 4. Ach, jetzt neigt er sich zum Ende. Ach, jetzt schreit er: Meinen Geist, Vater, nimm in deine Hände! Seht, die Erde drob serreißt. Kann ein Schmerz und eine Bein 2c. 5. Ach, wer ist, den das nicht schmerzet? Wer ist, dem das Herz nicht bricht, weil die Sonne sie selbst schwärzet und entzieht der Welt ihr Licht, weil tein Schmerz und keine Bein tann wie Jesu Schmerzen sein. Mel.: Jesu, meine Freude. eele, fei zufrieden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth! Ist die Noth dein täglich Brod, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, jei nur unbetrübt! Stellt man dir viel Elend für, droht dein Feind mit böjen Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Unge lücke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn, nur Geduld! Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen; Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann nichts von mir nehmen, macht mir großen Schmerz. Wer sich widersetzet, der nur mehr ver leßet, drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin! Drücket gleich die Baft die Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag in Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja, zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter frachen, Gott wirds doch wohl machen. 6. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen und die Sonne blickt. So muß auf das Weinen Erster lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Bein mit dir schlafen, mit dir wachen; Gott wirds doch wohl machen. Anhang. 597 5. Ach. es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du fast bift erstorben. Suche Jefum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 8. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ift: Wie Gott will! Drum jag ich in allen Sachen: Gott wirds boch wohl machen. B. Schmold. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; darum liege nicht im Koth; bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und Mel.: Jesus meine Zuversicht. 1085. Seele, was ermübft sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lau ter Nichtes werden? Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufchwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jeſum und fein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen beget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und ſein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du berlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben. Gil zur Lebensquell hinzu, da fannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und ſein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Bein, so das finstre Reich gebieret. Laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jejum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jefum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, io keusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche Jejum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 12. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum juch Jejum und Erster Anhang. 598 sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Jacob Gabriel Wolf. In eigener Melodie. 1086. Seelen- Bräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jeju, Gotteslamm! 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest, und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß berlöschen nicht. Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Jch. Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß. wird dein Thränenfluß nun die meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich erfreu mich mit dir aufs Neu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, bilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg em: pfinde, wie so ritterlich du ge fämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Saronsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur fann gefallen, werthe Saronsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Dreje. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! In eigener Melodie. Freude, las 7. Großer Friedefürst, wie baft 1087. Seelenweide, mn du gedürst nach der Menschen Heil und Leben, und dich in den Tod gegeben, wie du riefst: mich dürst, großer Friedefürst! mich fest an dir mit Verlangen dir anhangen; bleib mein Schuß Schild und Panier. 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen. Denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen 2. Lebensquelle, flar und helle bist du, wenn ich dich empfind; deine süße Liebesküsse süßer mir als Honig sind. 3. Laß, mein Jesu, teine Un rub mich von deiner Lieb ab fübrn; ob die Welt schon auf bein Erster Anhang. Zion ihren Haß und Grimm läßt ſpürn. 599 dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Her, ich bitt dich, lenke mich nach del= nem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Jch begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, der dich hat. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, unbeflecktes Gotteslamm, in der Höhle meine Seele suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie fläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt. Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin Joachim Neander. bereit! 4. Ob gleich Dornen mich von bornen und von hinten ganz umringt, schüßest tu mich, daß kein Dornstich seine Kraft an mir vollbringt. 5. Weizenkörner, Unkrautsdörner hier beisammen müssen stehn; dort wird scheiden Gott die bei den, wenn die Ernte wird angehn. 6. Saulus Schnauben kränkt den Glauben und verfolgt die kleine Heerd. Mein Gott höre, Viel bekehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd, 7. Und viel Glieder hin und wieder sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide über die Bekehrung ſein. 8. Armes Zion, Gott ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu; fei geduldig, leb unschuldig vor der Welt, und rede frei. 9. Schmale Wege, enge Stege zeigen, wie vorsichtig wir wandeln sollen, wenn wir wollen ohne Anstoß leben hier. 10. Furcht und Zittern muß erschüttern Leib und Seel in wahrer Buß; Reu im Herzen, Glaubenskerzen Gott in uns anzünden muß. 11. Brennt der Glaube, ei so schaue, was für Kräfte er uns giebt. Du sollst meiden, willig In eigener Melodie, oder: Was mein Gott will. leiden, gerne thun, was Gott 1089. So geheſt du, mein beliebt. 12. Eifrig haffen, unterlassen, was nur Gott zuwider ist; seinen Willen zu erfüllen, darnach strebt ein wahrer Christ. Adam Drefe. In eigener Melodie. 1088. Sieb, bier bin ich, Ehrentönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschenjohn! Laß für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt mit Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort! Mein Augen sollen fließen ein Thränensee, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 2. Ach Sünd, du schädlich Schlangengift, wie weit fannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch, mich jetzt betrifft, in Tod 600 Erster Anhang. thut er mich zwingen. Jetzt| Christum kennen, die bei der kommt die Nacht, der Sünden Wahrheit hellem Schein so arg Macht, fremd Schuld muß ich als blinde Heiden sein? abtragen. Betracht es recht, du Sündenknecht, nun darfst nicht mehr berjagen. 6. Wer sind die denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer haffen? Wer sind sie, die fo zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? 3. Jch, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seel, an Haut und Haar, auch ewig aller Freuden beraubet sein, und leiden Pein; so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Tod bringt mich vor Gott, ich bleib in deiner Hulde. 4. Was kann für folche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß, ich finde nichts an mir; doch will, weil ich werd leben, mich eigen bir hier nach Gebühr zu dienen ganz berschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. Casp. Fr. Nachtenhöfer. Prediger- Lied. Mel.: Zeuch meinen Geist. * 1090.Sollt ich ausFurcht bor Menschen findern des Geistes Trieb in mir verhindern, und nicht, bei so viel Heuchelschein ein treuer Zeuge Gottes sein? 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen, und nicht dem Hause Jacob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum weils Menschen nicht gefällt? 3. Sollt ich den falschen Chriften heucheln und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen felig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um derer Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Gottes sind? 5. Sollt ich die Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch 7. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf, ein leicht geschätzte Spreu. 8. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Höllen fährt und nur auf kurze Zeit hier währt. 9. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ifts denn auf mich nur angesehen? Jsts Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 10. Weß ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage? Jfts nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen kund? 11. Ci sollt mein Gott mich auch nicht schüßen, wenn sie mit Wüthen auf mich blißen? Sollt deffen Huld in aller Bein mir nicht ein süßes Labsal sein? 12. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so gefangen hält. 13. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 14. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden. Sei du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 15. Hier ist mein Blut, mein Erster Anhang. 601 armes Leben. Soll ichs bei dei-| dein Kind, bereit't und bezahlt nem Wort hingeben, ja, Herr, für meine Sünden. dein Will gescheh an mir, bring nur dadurch viel Guts herfür. 4. Sprichst du nicht, dein Gesicht blickt auf Arme? Daß es, wie ein Vater thut, über das geplagte Blut sich zur rechten Zeit erbarme. 5. Ist nicht fund, daß dein Mund dem verziehen, der im Tempel Reue trug und mit Weh ans Herze schlug? Soll ich denn nun vor dir fliehen? 16. Ich weiß, dein Wort wird endlich fiegen, das finstre Reich muß unten liegen; den Sieg wird man in Kurzem sehn, sollts auch durch Märtrerblut geschehn. 17. Ach stärke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Kreuzeswetter mein Zeugniß fest und freudig sei. Es ist gewagt, Gott steh mir bei! 3. 3. Windler. Diel.: Jefus meine Zuversicht. 1091. Sterblicher, bu gehst wo man mich bat bingeleget; schaue bier dein Conterfei, wenn man dich zum Grabe träget. Meine Gruft ist dein Prophet, daß es dir wie mir ergeht. 2. Dieser Staub ist auch vorbin Fleisch und Bein, wie bu, gewesen. Wie ich jebund Asche bin, so wird man von dir auch lesen; man vergißt im Tode mein; so wird dein vergessen sein. 3. Heute mir und morgen dir! Du mußt endlich an den Reihen; darum ftirb bei Zeiten hier, so darfst du den Tod nicht scheuen. Du hast keine Todesfrist, Mensch, bedenke, was du bist! 6. Nein, auf dich gründ ich mich; du kannst retten, wenn mich gleich der blaffe Zod, wenn mich Hölle, Qual und Noth allbereits gefangen hätten. 7. Nimm mich auf, wenn mein Lauf wird geschlossen; laß in deiner Seiten Schrein meine Seele sicher sein, weil dein Blut für sie vergossen. 8. Fort, o Welt, mir gefällt nichts auf Erden. Leid ist in der Eitelkeit, Lust ist in der Seligkeit. Jesu, laß mich selig werden! Benj. Schmold. In eigener Melodie. 1092. Süßer Chrift, du, du bist meine Wonne, du bist meines Herzens Luft, die ich trag in meiner Brust, o du schöne Himmelssonne! 2. Du haft dich ja für mich lafsen tödten. Dein den Rosen gleiches Blut ist für meine Seele gut, wenn sie kämpft in höchsten Nöthen. 3. Drum, o Schab, laß mich Plaß bei dir finden! Hast du doch die Seligkeit auch für mich, In eigener Melodie. 1093. Triumph, Triumph, es kommt mit Pracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht; wer seines Reiches Unterthan, schau heute fein Triumph Fest an! Triumph, Triumph, Victoria, und ewiges Halleluja! = 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt, die Erde schönes Blumwerk bringt; des Lenzes Zier so mancherlei, zeigt, daß ihr Schöpfer Sieger sei. Triumph c. 3. Die Sonne sich aufs Schönste schmückt und wieder durch das Blaue blickt, die schwarz zuvor im Trauerkleid beschaut den Blutund Todesstreit. Triumph 2c 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, sich muthig als ein Löw erzeigt; tein barter Fels ibn bält und zwingt, Grab. 602 Erster Anhang. Siegel, Riegel vor ihm springt.| Thaten, die auf Böses nur geTriumph 2c. richt't, daß ich fort dein Kind 5. Der andre Adam heut er soll heißen; mein Herz möchte wacht nach seiner harten Todes- sich zerreißen. Schaue, wie ich nacht; aus seiner Seiten er er- mich betrübe, wenn ich denke deibaut uns, seine theur erlöste ner Liebe. Braut. Triumph 2c. 6. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, am Morgen Blüth und Mandeln trug, so träget Frucht der Seligkeit des Hohenpriesters Leichnam heut. Triumph 2c. 3. Mache mich nur deren einen, die du Lagelöhner heißst; so wird sich mein kläglich Weinen enden und ich allermeist werde voller Trostes werden, wenn du mich wirst hier auf Erden deine 7. Nun ist die Herrlichkeit er-| Gnade laffen blicken und an deine kämpft, der Sünden Pest und Brust mich drücken. Gift gedämpft; der schweren 4. Denke nicht mehr meiner Handschrift Fluch und Bann ver- Sünden, die im Himmel unr tilgt hier mein Erlösersmann. vor dir ich begangen; laß mich Triumph 2c. finden deiner Liebe neue Zier. Will ich doch nicht Kind meh heißen, laß dich nur nicht von mir reißen meines Ungehorsams wegen, der verzehrt hat deinen Segen. 5. Reich bin ich hinweg gejogen; Alles hab ich durchgebracht, vieler Schandluft nur geflogen und mich höchst veracht't gemacht. Niemand hat mir wollen geben, aufzuhalten dies mein Leben, Träber, die die Säue fressen; und dies kann ich nicht vergessen. 8. Du, liebe Seel bist ausgebürgt, der höllische Tyrann ermürgt: Sein Raubschloß und ge schworne Rott ist ganz zerstört, der Tod ein Spott. Triumph x. 9. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenten wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Triumph 2c. 10. Triumph! Triumph! Dich ehren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichs= genossen dort dir folgen durch die Siegespfort. Triumph 2c. Bent. Praetorius Mel.: Du betrübte müde Seele. Luc. 15, 18. 19. 6. Stoß von deinem Angesichte mich doch nur, mein Vater, nicht, weil ich mich ber zu dir richteundumfehr zu meiner Pflicht. Halt mich fest und nicht vertreibe, daß ich ewig bei dir bleibe; von der neuen Liebe Brennen laß mich nun und nimmer trennen. 1094. Vater, liebstes Baterherze, du meine große Noth, meinen Jammer, meinen In eigener Melodie. Schmerze, meinen ſo gar nahen Tob, meinen Kum: 1095.11njer Herrscher, unmer, mein Verlangen. Höchstes Darben ist mein Prangen, Durst nach deiner neuen Gnade, groß ist mein erlittner Schade. König, allerhöchstes Gut, herrlich ist dein großer Name, weil er Wunderihaten thut, löblich nah und auch von fernen, von der Erd bis an die Sternen. 2. Wenig sind zu diesen Beiten, welche dich von Herzensgrund 2. Ach wo bin ich hingerathen aus der Kindschaft? Ich bin nicht werth, um meiner bösen Erster Anhang. lieben, suchen und begehren; aus der Säuglinge Mund hast du dir ein Lob bereitet, welches deine Macht ausbreitet. 3. Es ist leider zu beklagen, Ja wem bricht das Herze nicht, wenn man siehet so viel Tausend fallen an dem bellen Licht? Ach wie sicher schläft der Sünder! Ist es nicht ein großes Wunder? .603 4. Hier wächst ein geidbidter Sohn, dort ein edle Tochter zu. Eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht; wissens aber beide nicht. 5. Bis so lang es dem beliebt, der die Welt im Schooße hält und zur rechten Stunde giebt Jedem, was ihm wohlgefällt. Da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rath. 4. Unterdessen, Herr, mein Herrscher, will ich treulich lieben dich; denn ich weiß, du treuer Vater, daß du heimlich liebest mich. Zeuch mich kräftig von der Erden, daß mein Herz mag himmlisch werden. 5. Herr, dein Nam ist hoch gerühmet und in aller Welt bekannt. Wo die warmen Sonnenstrahlen nur erleuchten einigLand, da ruft Himmel, da ruft Erde: Hochgelobt Jehovah werde. 6. Herr, mein Herrscher, o wie herrlich ist dein Name meiner Seel; drum ich auch vor deinen Aiugen singende mich dir befehl; geb, daß deines Kindes Glieder fich dir ganz ergeben wieder. Joachim Neander. Mel.: Nicht so traurig, nicht. Wunder, 6. Da wählt Ahasverus Blick sich die stille Esther aus; den Tobias führt das Glück in der frommen Sarah Haus; Davids bald gewandter Will holt die flug Abigail. 7. Jacob fleucht vor Esaus Schwert und trifft seine Rabel an; Joseph dient auf fremder Erd und wird Asnaths Herr und Mann; Mose spricht bei Jethro ein, da wird die Zipora sein. 8. Jeder findet, Jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn. Was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn; und was denn nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht't. denkt man, dies und 1096. Voller eller dies hätte können beſſer ſein, Weisheit, voller Kraft, voller aber, wie die Finsterniß nicht Hulde, Gnad und Gunst, boller erreicht den Sonnenschein, also Labsal, Trost und Saft, voller geht auch Menschensinn hinter Wunder, sag ich noch, ist der keu- Gottes Weisheit hin. schen Liebe Joch. 10. Laß zusammen, was Gott 2. Die sich nach dem Angesicht fügt, der weiß, wies am besten niemals hier zuvor gekannt, auch ſonst im Geringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. sei. Unser Denken fehlt und trügt, sein Gedant ist mangelfrei. Gottes Werk hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 3. Dieser Vater zeucht seinkind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr fondrer Wind, ihre fondre Bahn und Lauf; aber ten ihrer Händ auf ein gutes wenn die Zeit nun da, wirds ein selges End. wohlgerathnes Paar. 11. Siebe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Tha12. Jhrer Tugend werther 604 Erster Anhang. Ruhm steht in steter voller Blüth.| doch nehm ich, Herr, zu dir ZuWenn sonst aller Liebe Blum als flucht, laß doch uns arme Sün= ein Schatten sich verzieht und der durch Christi Wunden werden wenn aufhört alle Treu, ist doch rein! Du wollest Gnade brauihre Treue neu. chen und lassen uns so selig sein, daß wir vor deinen Augen noch 13. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort.etwas wenigs taugen. Liebe zieret ihren Tisch und verfüßet alle Wort. Liebe giebt dem Herzen Raft in der Müh und Sorgenlast. 3. Du wirst auch, Herr, im Mutterleib jetzt meine Frucht versorgen, denn sie, so wie ich armes Weib, sind dir ja nicht ver14. Gehts nicht allzeit wie es borgen. Dein Hand hat sie gesoll, ist doch diese Liebe still, hält bildet ganz, ihr Odem, Geist und fich in dem Kreuze wohl, denkt, Leben, des Leibes Form, der es sei des Herren Will und ver-| Augen Glanz, Herz, Seel und fichert sich mit Freud einer künf- Geist darneben, so gnädiglich getig bessern Zeit. geben. 4. Behüte mich zu Tag und Nacht vor Sorgen, Furcht und Schrecken; es müsse mich der Engel Wacht auf dein Geheiß bedecken. Bezwing, o Herr, durch deine Stärk auch Satans Grimm und Wüthen; beschüße deiner Hände Werk, ihm kannst du ja gebieten, mich und die Frucht behüten. 5. Gieb meinem Kinde eine Seel, die fein sei am Verstande, daß sie den Zugendweg erwähl, vermeide Sünd und Schande. Gieb ihm auch einen frischen Leib, du kannst der Schwachheit wehren. Und wenn ich armes schwaches Weib mein Kindlein foll gebären, so hör auf mein Begehren. 15. Unterdessen gebt und fließt Gottes reicher Segensbach, speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 16. Endlich, wenn nun ganz bollbracht, was Gott hier in die fer Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt und drückt sie mit groBer Lust selbst an seinen Mund und Brust. 17. Nun so bleibt ja boller Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, voller Wunder, vollerkunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Wunder sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. Paul Gerhard Mel.: Christ, unser Herr zum. 6. Wenn Stund und Zeit vor1097. Von ganzem Herzen banden ist, so stärke mich in dank ich dir, so Gnaden, entbinde mich zu rechlang ich bin im Leben, o treuer ter Frist, behüte mich vor SchaVater, daß du mir haft Leibes- den; gieb zur Geburt viel Muth frucht gegeben. Ach stärke sie und Kraft, Herr, lindre mir die durch deinen Geist und laß sie Schmerzen; du bist es, der mir gnädig schreiben ins Himmels- Hülfe schafft, das bitt ich dich buch, das Christus beißt, daß sie von Herzen, ohn Heuchelei und ohn Hintertreiben dein liebes Scherzen. Kind mag bleiben. 2. 3war ich und meine Leibesfrucht sind ungerathne Kinder; 7. Wenn nun das liebe Kind= lein ist gefund zur Welt gekommen, so laß es, o Herr Jesv Erster Anhany. Chrift, doch werden aufgenommen in deinen Tauf- und Gnaden bund, der uns macht geistlich leben. Dann soll, o Gott, mein Herz und Mund stets deine Güt erheben, viel Preis und Dank bir geben. Mel.: Warum sollt ich mich. Matth. 6, 25. 1098. Warum willst du doch für morgen, armes Herz, immerwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, weil Gott will in der Still sich der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib, darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken. Traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 605 wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlaffen. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin, ach mein Sinn, soll zu Jesus fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab, mir gar lassen rauben, so muß mir zum Besten kommen, wenn Gott mir alles schier hat hinweg genommen. 3. Sage nicht: was soll ich effen? Gott hat dir schon allhier ſo viel zugemessen, daß der Leib fich kann ernähren; llebriges wird indeß Gottes Hand bescheeren. 4. Es ist mehr als Trank und Speisen dieser Leib; darum gläub, daß Gott wird erweisen, daß er Speis und Trank kann geben dem, der sich festiglich ihm ergiebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht! Solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn, und die Bäum in Wäldern. 11. Er kann alles wieder geben; wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben. Ach, wie biele fromme Seelen leben so und sind froh ohne Sorg und Quälen! 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, wie er will, und sind still immer im Verborgnen. Was Gott will ist ihr Vergnügen, und wie er ohngefähr wills mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brod in der Noth, wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich, sie zu tröster. eh mans meint, und erscheint, wenn die Noth am größten. 14. Jhre Sorg ist für die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des Herren Jesu Wunden; hier find sie aller Müh und der Noth entbunden. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Bonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 6. Sorgt ein Vogel auf den 3weigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er essen soll und trinten? Nein, ach nein, er allein folgt des Himmels Winten. 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden; wär er ea, mißt uns ja, was uns noth ist werden. Wer Gott kann im Glauben jassen, der I 16. Alles sei dir unverhohlen 606 Erster Anhang. herzet was mir fehlt, was mich quält, scherzet, zürnt und bald drauf großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen, und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 7. Weine nicht, wenn Gott dich krank auf das Bette leget; jag bielmehr der Güte Dank, die ihn so beweget, daß er ſucht dich durch Zucht aus des Satans Stricken zu sich hinzurücken. 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, bier und dort und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Theil, Hülf und Heil, liebster Jeju! Amen. Laurentius Laurenti. Mel.: Straf mich nicht. 1099. Meine nicht! Gott Himmel. lebet noch, der dich herzlich liebet. Obwohl jetzt ein schweres Joch Fleisch und Blut betrübet, ach so sei nur getreu, bis die Trauerstunden selig überwunden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich, wenn dus nicht gedenkest; oftermals verbirgt er sich, so daß du dich kränkest. Das geschicht aber nicht aus des Zornes Triebe, fondern nur aus Liebe. 8. Weine nicht, wenn Geld und Gut sich von dir entfernet; weil Gott dieses alles thut, daß dein Herze lernet, wie dein Schaß, Ziel und Platz nicht beim Weltgetümmel, sondern dort im 3. Weine nicht, wenn er dein Flehn nicht so bald erhöret; bleib nur vor der Thüre stehn, klopf an ungestöret. Hab Geduld, bis di Huld deines Vaters eilet und dein Herze heilet. 9. Weine nicht! Gott kann dich schon ohne Gold erhalten; er ist selbst dein großer Lohn; laß du ihn nur walten. Korn und Wein ist ja sein; er wird dir zum Leben, was dir nöthig geben. 10. Weine nicht, wenn Menschengunst von dir abgezogen! Dieser eitle Wahn und Dunst hat dich oft betrogen. Menschen sind wie der Wind, der bald heftig streichet und bald wieder weichet. 11. Weine nicht, wenn dich die Welt lästert, schmäht und höhnet! Wenn der Feinde Zunge bellt, so sei du gewöhnet, daß dein Sinn sich dorthin zu dem Heiland fehret, der dich Sanftmuth lehret. 4. Weine nicht, wenn seine Hand immer stärker schläget; der ist in dem besten Stand, der das Freuz erträget. Wenn ein Christ elend ist, dann lebt er beglücket und ist recht geschmücket. 5. Weine nicht und nimm das Joch deines Jeju gerne! Wenn Gott schlägt, so liebt er doch, denn er ist nicht ferne, wenn die Qual uns vielmal unterm Kreuze dränget, bis er uns umfänget. 6. Weine nicht! Er kann dich ja nicht gar lange lassen; denn 14. Weine nur um deine Schuld, er ist am ersten da, wenn er die du ausgeübet, und bitt Jesum scheint zu hassen, wie ein Kind um Geduld, der die Menschen Liebe findt, wenn die Mutter| liebet; weine recht als ein Knecht. 12. Weine nicht, wenn du allhier wirst für nichts geschüßet! Denke, daß dein Ehrbegier Gottes Thron verleßet. Hier verlacht, dort geacht! Es wird dir versüßet, was du hier gebüßet. 13. Weine nicht! Du hast ja den, der dich auserwählet; laß es, wie es gehet, gehn, bleib nur ungequälet. Dieser Zeit kurzes Leid ist das Pfand der Frommen, die zu Jesu kommen. Anhang. 607 uns so beftig schaden, und Christus mußt sich selbst in Gottes 15. Weine, weine Tag und Zorne baden; ein Bruch an deie Nacht! Denn der Sünder Wei- ner Tauf spricht dir den Meineid nen und ihr büßend Seufzen zu; vielleicht kommt Tod und End macht Gottes Huld erscheinen. in diesem Blick und Nu. Wenn der Geist Reu erweist und es ernstlich meinet, hast du recht geweinet. Amadeus Creuzberg. Erster der mit bösen Thaten seinen Herrn verrathen. 7. Man hat genug zu thun, die einzge Seel zu retten; wer noch viel anders bat, wie fann er das vertreten? Je größer Amt und Gut und Pfund und Gaben Mel.: O Gott, du frommer. 1100. Welch eine Sorg sein, je größre Rechenschaft bildt man sich kecklich ein. und Furcht soll nicht bei Christen wachen, und fie behutsamlich und wohl bedächtig machen. Mit Furcht und Zittern, beißts, schafft euren Seelen Heil! Wenn kaum der Fromme bleibt, wie denn der fündge Theil? 8. Die ganze erste Welt mußt jämmerlich vergehen; acht Seelen sind allein vor Gott gerecht ersehen. Nicht zehn Gerechte sind in Sodoms Nachbarschaft. Des Samens vierter Theil geht nur in Frucht und Kraft. 2. Der Satan geht umher und fuchet zu verschlingen, legt tausend Netz und Strick in unvermerkten Dingen; die Welt ist toll, verführt und bindt ihr selbst die Ruth, ja gar der ärgste Feind ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Sünd unwissentlich begeben, vor Gott kommt der Gedant gleich einem Werk zu stehen. Ein einzig räudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er nicht plößlich fall. 4. Jhr sollet, faget Gott, wie ich bin, heilig leben, mir eure Seele ganz, nicht halb getheilet geben. Vom Adel und Gewalt hab ich nicht viel erwählt; viel Herr Herrsager sind der Höllen zugezählt. 9. Es sind nur Etliche in Eanaan gegangen. Auch aus den 3wölfen selbst ist Judas aufgehangen; der Zehnte dankte nur, daß er vom Ausiaß rein. Ach möchten fünf doch flug und fünf nur thöricht sein! 5. Und wird ein Frommer schlimm, so soll ihm das nichts dienen, daß er vor solcher Zeit rechtichaffen gut geschienen. Der Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß. macht sich viel größte Sch läg durch seiner Bosheit Fleiß. 6. Ein einzger Apfelbiß konnt 10. Des Richters Zukunft wird gleich einem Bliz geschehen; was unrein nnd gemein, darf nicht in Himmel gehen; es fühlt die letzte Plag Aegyptens erstes Kind; es wird fast kein Haus sein, da nicht Verdammte sind. 11. Herr Gott, so oft ich dies nach aller Läng bedenke, jo schneidet Angst und Furcht durch Adern und Gelenke, so schauert mir die Haut, so gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz, und hebet sich empor. 12 Ich lebe zwar getrost durch Glauben, Lieb und Hoffen, und weiß, daß deine Gnad noch allen Menschen offen, und deine Lieb und Treu mich tröstet und erhält; doch fleh ich desto mehr für mich und alle Welt. 13. Sent deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; laß 608 Erster Anhang. Niemand mit der Buß und wah- wußt, was unaussprechlich ist in rem Glauben scherzen; thu allen ewig süßer Ruh. Mein SterbLichtsinn weg, Trägheit, Ver- tag ist im Himmelsorden ein meffenheit, Verstockung, Heuchelei, Namens- und Geburtstag worden. Bosheit, Unheiligkeit. O Himmelslust! B. Schmold. 14. Hilf siegen über das, was bu haft überwunden; zerstör des Mel.: Seelenbräutigam. Teufels Reich, laß ihn bald fein 1102. Wer ist wohl, wie gebunden, daß wir mit Fleiß und Sorg verleugnen, widerstehn, anhalten mit Gebet, entfliehen und entgehn. süße Ruh, unter vielen auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh? 15. Verleih Geduld und Trost im Kämpfen und im Ringen; forgfältge Wachsamkeit laß mit Bestand durchdringen; laß uns in heilger Furcht und in Bereit chaft stehn, daß wir mit Freudigkeit vor deinen Augen gehn. Joh. Reinh. Hedinger. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Noth hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschentet und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! Mel.: Es ist genug, so nimm.. 1101. Welt, gute Nacht! Mein Weg geht himmelan nach Zions Freudenfaal. Es ist vollbracht der harte Leidenskampf, der Weg durchs Thränenthal. Mein Kreuze wird zu lauter Palmen, mein Thränenlied zu lauter Psalmen. Welt, gute Nacht! 2. Welt, gute Nacht! Ich laffe zwar in dir, was mich bisher erfreut; mein Sterben macht viel Herzen voller Schmerz, vielWunden voller Leid; doch weiß ich, daß auf Edens Auen wir dort einander wieder schauen. Welt, gute Nacht! 3. O Himmelsluft! Auf Rosen geht mein Fuß, voll Lachen ist mein Mund, an Jesu Brust schlaf ich ganz ungestört. Nun bin ich erst gesund, die Schmerzen sind ja nun begraben, hingegen muß mich Freude laben. D Himmelslust! 4. Himmelslust! Jhr Thränen stört mich nicht; ruft, Lieben, mir Glück zu! Mir ist be4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich küssen; ich will fizen dir zu Füßen, wie Mariä thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum als des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Beuch mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze und auf dich mein Elend wälze, das stets drücket mich, zeuch mich ganz in dich! 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege! Vor tir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 9. Eteure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht Erster Anhang. 609 mög von dir wanken, sondern| den, sei ihm hiermit ganz heimbleiben in den Schranken. Sei gestellt; er mache, wie es ihm du mein Gewinn, gieb mir dei- gefällt, zum Leben oder Sterben. nen Sinn! 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht. Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, doch letzt wird ers aufdecken, wie er nach feinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke. In eigener Melodie. 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsete, und mich nicht in ſeinem Nebe Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlit treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir höchstes Gut, durch dein theures Blut! 14. Solls zum Sterben gebn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten 1104. Wunderbarer König, Joh. Anaft. Freylinghausen. Mel.: Mein Herzens- Jefu, wenn. von uns Allen, laß dir unser 1103. WieGott mich führt, Lob gefallen! Deine Vaterglite so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er nur auserfehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt im findlichen Vertrauen. haft du laffen triefen, ob wir schon dir, Herr, entliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobetgern, Mond und Stern; seid bere t, zu ehren einen solchen Herren! i 3. O du, meine Seele, singe, 3. Wie Gott mich führt, bin ich fröhlich singe, finge deine Glaubergnügt, ich ruh in seinen hän- benslieder! Was nur Odem den. Wie er es schickt und mit mir holet, jauchze, preise, klinge! Wirf fügt, wie ers will fehrn und wen- dich in den Staub darnieder! Er 39 Zweiter Anhang. 610 ist Gott, Zebaoth. Er nur ist zu loben bier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jefum liebet. Halleluja singe, Zweiter Anhang. Mel.: Alle Menschen müssen. 1105. h, ein Wort von großer Treue, das theur und annehmenswerth, ehre ich in ticffter Reue lebenslang auf dieser Erd: Hier, in diese Welt, ihr Kinder, ein Erlöser aller Sünder, Jejus Chriftus fommen ist. Troß nun Welt und Satans Liſt! welcher Christum nennet, fich von Herzem ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir; endlich wirst du droben ohne Sünd ihn Loben! Joachim Neander. 2. Schöpfer, ach, ich muß bemuß be kennen jetzt zum Preise deiner Gnad: Böses war wohl nichts zu nennen, ich war dessen fähig jatt. Leider ach, vor andern allen ließ die Sünd ich mir gefallen, aber die Barmherzigkeit sich weit größer anerbeut. 3. Christe, drum muß ich auch billig hier als ein Grempel sein, wie du freundlich, gnädig, willig alle Sünder ladest ein; rufft: aa kommt ihr blöden Tauben, trete. doch herzu im Glauben, ziehet an das Hochzeitskleid in der letzten Gnadenzeit! 4. Halleluja! Kommt ihr Armen, lobt mit mir des Höchsten Güt, laßt uns preisen sein Erbarmen, eitel Gnade jetzt uns blüht. Leben er den Todten ichenfet und mit seiner Lieb uns tränket. Jeſu, laß uns für und für Halleluja fingen dir. der unsre Hülf und Meister ist, wie er sich selbit thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben im merfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Samuel Zehner. Amen. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 1107. 2ch Gott, ist noch dein bei mir, der mir könn Zeugniß geben, ich sei dein Kind? Ich zweifle ichier, wenn ich beschau mein Leben; nichts ist an mir, das mich entzündt, in wahrer Buß zu sein gesinnt, wie du von mir begehrest. 2. Den guten Geist, den du mir hast versprochen, mich zu übren, treib ich von mir und hait für Laft sein himmlisches Regieren; die Freud in Gott, die wahre Ruh kann ich mir nimmer eignen zu, weil nur mein Fleisch mich leitet. 3. Daß du ein großer Herrscher seist, der alles hier regieret, bedenk ich zwar; doch daß du dräust der Sünd, wie ihr gebühret, mit schwerer Stras, betracht ich nicht. Den Richter weiß ich, das Gericht will ich doch nicht erwägen. 4. Die vielen Gaben dieser Welt lieb ich mehr als den GeJoh Heinr. Schröder. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. ch uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an Jesum Christ, 1106. 2 Gott, gieb du ber. Gesundheit, Wollust, Ehr und Geld sind solche füßen Träber, wonach ich meine Wünsche stell; daß meine Seel die wahre Quell verlieret, ihren Schöpfer Zweiter Anhang. 611 5. Ich meine zwar, ich liebe| nicht stoß die Seel in das Verdich, wünsch auch dein Gegenlieben; was aber scheidet dich und mich, scheu ich mich nicht zu üben. Ich halte dich für meinen Gott; will doch nicht halten dein Gebot, entzieh mich deinem Joche. 6. Du gabst aus Lieb mir deinen Sohn, mich Armen zu erlösen; was geb ich dir für einen Lohn? Ich laufe nach dem Bösen; die Sünden, die bu haft du verbannt, in bin ich so sehr entbrannt, daß ichdeingarvergesse. 7. Ja, großer Gott, es jaget mir der Zeuge, mein Gewissen: Ich geb dir nichts, ich raube dir die Seel, die du gerissen mit solcher Müh aus ihrer Noth; ich ftütz sie willig in den Tod, verrath sie deinen Feinden. 8. Die Gaben, die von deiner Hand sie dankbarlich sollt nehmen, die sinds, die sie von dir gewandt und ihren Glauben lähmen, sie an die Erd so heften an, daß sie sich nicht mehr schwingen fann zum Ursprung ihres Wesens. 9. Weil denn mein Geist so irdisch ist, so hab ich leicht empfunden, daß mich mein Fleisch und Satans List an diese Welt gebunden. Lös du mich, Gott, der du mich hast vormals erlöst von Sündenlast, und meiner dich erbarme! 10. Berfnirsch, zermalme meinen Sinn, wie du hast angefangen! Nimm du mein ganzes Herze hin, und laß mich Heil erlangen, das Heil, das mir Vergebung bringt, und mich zur Heiligung durch bringt, aus Christi Tod und Wunden. 11. Den guten Geist, den ich nun mehr so lang nicht hab gefühlet, den laß mir kommen wieder her und steur dem, der da sielet auf mich mit tödlichem Geschoß, damit kein Zweifelmuth derben. 12. Es soll der schwere Sündenwust mich nicht kleinmüthig machen. Des Sünders Reu ist deine Lust, der Engel Freud und Lachen. Dein guter Geiſt geb für und für ein Zeugniß meinem Geist in mir, daß ich sei Gottes Erbe. Anton Ulrich v. Braunschweig. Mel.: Ich dank dir schon durch. 1108. Ach komm du ſüßer Herzensgast, du Labial meiner Seele, bei der du deine Wohnung hast in dieser Jammerhöhle. 2. Reut aus, du theures Glaubenspfand, was nicht dein eigen heißet; ach beut dem Willen doch die Hand, der sich der Welt ent= reißet. 3. Es schaut dein holder Gnadenblick die Sündengruft im Herzen, und zeucht sich dennoch nicht zurück; er sieht auf Christi Schmerzen. 4. Ich öffne dir Herz, Seel und Sinn mit brünstigem Verlangen, dich, meine Ruh und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich entzünde. 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelslust, dein Brunnquell fleußt ins Leben; davon das, was uns nicht bewußt, zu schmecken wird gegeben. 7. Es ist wohl ein verborgner Schab, doch bringt er Geist und Leben( und läßt den Sünden keinen Platz), die Andacht zu erheben. 8. So kehrt Gott zu der Seelen ein mit allen seinen Gütern und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemüthern. 9. Da liegt des Teufels Macht 39* Zweiter Anhang. 612 zerstreut, die Welt ist überwunden; und führt des Geistes Freudigteit die Sündenlust gebunden. 10. Gott zeigt, was zu erwarten sei auf wenig Kreuzesstunden, wenn wir, von diesen Fesseln frei, die Freiheit so gefunden. 11. Da, da verbindt sich Seel und Gott in recht vertrauter Liebe; was nicht ist göttlich, wird zu Spott vor diesem Himmelstriebe. 13. Mein Gott, wann zeuchst du mich zu dir, wann werd ich dahin kommen, daß ich dein Antliß für und für anschaue mit den Frommen? 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Seit eilt vorbei als wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 12. Wie leicht ist ja des Hei- 4. Aber ich muß mich herzlich lands Joch, wie sanft ist seine schämen; du erhältst, du schüßest Bürde. Ach, spricht die Seele, mich Tag und Nacht so gnädigdaß ich doch ein Himmelsbürgerlich, und ich will mich nicht be würde! quemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir. Neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr ver14. Jch glaube doch, ich werde gangen; jei du selbst mein sehn das Gut im Freudenhim- Sonnenlicht, das durch alles Dunmel, und dort vor deinem Throne fel bricht! stehn nach diesem Weltgetümmel. 6. Laß mich meine Tage zäh 15. Du Geist der Gnaden, stehlen, die du mir noch gönnen mir bei und laß mich ja nicht willst. Mein Herz sei mit dir fallen; mach meinen Gang ge- erfüllt, so wird mich nichts könwiß und frei, ach leite mich in nen quälen; denn wo du bist Allem! Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein treuer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht, schübe mich mit deiner Macht; deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Lewin Johann Schlicht. 16. Ach streite wider meinen Feind, so kann und werd ich fiegen, und wenn ers gleich aufs Nergste meint, kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein Herz dir gänzlich ein und stärk es aus der Höhe; dann werd ich völlig selig sein, wenn ich dich ewig fehe. 2. Mende. 3. Und mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in Acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte. Mein Erbarmer, mancher Trost geht so dahin, daß ich nicht recht wacker bin. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. Mel.: Ach was foll ich Sünder. Verderben wohnet 1110. Ah, mein Jesu, welch 1109. Ah, mein Jeſu, sieh, nicht in meiner Brust! Denn ich trete, da Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. der mit andern Adams Erben sted ich voller Sünden Lust. Ach, ich muß dir nur bekennen: ich bin Fleisch vom Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege, wie verderbt mein alter Zweiter Anhang. 613 Sinn, der ich zu dem Guten| Welt für Güter giebt. Stüdträge und zum Bösen hurtig bin! werk, unvollkommnes Wesen ist Ach, wer wird mich von den Ket- es, was die Welt erlesen; aber ten dieses Sündentodes retten? mein Herr Jesus Christ alles mir in allem ist. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der angeerbten Noth; heile meinen Seelenschaden durch dein Blut und Kreuzestod! schlage du die Sündenglieder meines alten Adams nieder! 4. Ich bin unten von der Erden, stecke in dem Sündengrab; soll ich wieder lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebären und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze; einen neuen Geist gieb mir, daß ich ja nicht länger scherze mit der Sünden Lustbegier. Laß mich ihre Tück bald merken, mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen und mein böses Fleisch und Blut unters Geistes Joch zu zwingen, weil es doch thut nimmer gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 2. Ach, wo mag man hier auf Erden finden ein so großes Gut, dadurch möcht befriedigt werden unsre Seele, Herz und Muth? Find ich etwas, das da herzet, wie viel Andres kommt, das schmerzet. Aber mein Herr Jesus Christ alles mir in allem ist. 3. Nicht nach Himmel, nicht nach Erden frag ich, nur nach Jesu Christ; ich wünsch, daß er mir mag werden, der nur mein Verlangen ist. Wenn ich ihn im Herzen habe, so hab ich die beste Gabe; denn ja mein Herr Jesus Christ alles mir in allem ist. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn und wo der Feind sich regt, sondern hilf mir tapfer tämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, oso hilf mir wieder auf und in deiner Kraft obfsingen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen Siegeshänden möge ritterlich vollenden. 2. A. Gotter. 4. Wenn mir Leib und Seel verschmachtet, weil die Angst mich preßt und drückt, doch mein Herz es gar nicht achtet, weil mich Jesu Lieb erquickt; denn mein Labial, Troft und Freude ist er mir in Angst und Leide. Ach ja mein Herr Jesus Christ alles mir in allem ist. 5. In der Schwachheit meine Stärke, in der Finsterniß mein Licht. Daß ich treibe gute Werke, nur mit seiner Hülf geschicht. Was mein Herz nur Guts begehret, das wird mir in dir gewähret. Q der Freud, daß Jeſus Christ alles mir in allem ist! 6. Drum, wie selig iſt zu nennen, der von Herzen Jesum liebt, der bedenkt und kann erkennen, was für Güter Jeſus giebt. Lauter ganz vollkommne Gaben wir allein in Jeſu haben; denn er selber, Jesus Christ, alles mir in allem iſt. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. Mel.: Ermuntre dich mein. ( lio 1111., unselig iſt zu Welt geliebt, das in die Welt verliebt, der nicht will, noch mag erkennen, was die merke, wer es höret, die Welt, 1112. Alig hat Gott die 614 Zweiter Anhang. die Gott jo boch betrübt, hat finden? Mit was für Lobe joll Gott jo hech geehret, daß er den eingebornen Sohn, den eingen Schaß, die einge Kron, das einge Herz und Leben mit Willen hingegeben. mein Mund dein treues Herz ergründen? Wie ist dir immer mehr geschehn? Was haft du an der Welt ersehn, daß die, so hoch dich höhnet, du gar so hoch gekrönet? 2. Ach, wie muß doch ein einges Kind bei uns hie auf der Erden, da man doch nichts als Bosheit findt, so hoch geschonet werden! Wie hitzt, wie brennt der Vatersinn; wie giebt und schenkt er Alles hin, eh als er an das Schenken des Eingen nur will denken! 3. Gott aber schenkt aus freiem Muth und treuem, milden Herzen sein einges Kind, jein schönstes Gut in mehr als tausend Schmerzen. Er giebt ihn in den Ted hinein, ja in die Höll und deren Bein; zu unerhörtem Leide stößt Gott sein eigne Freude. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen, und durch ein theures Lösegeld aus deinen Kerter gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, wie, da dich Gott ihm anvertraut, du wider deinen Orden ihm allzu untreu worden. 5. Darüber hat dich Sünd und Tod und Satanas Gefellen zu bittrer Angst und harter Noth beschlossen in der Höllen. Und hier ist gar kein andrer Rath, als der, den Gott gegeben hat. Wer den hat, wird dem Haufen der höllschen Feind entlaufen. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wefen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen joll genesen. Wen die Verdammniß hat um schränkt, der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 7.% mein Gott, meines Lebens Grund, wo soll ich Worte 8. Warum behieltst du nicht dein Recht und ließest ewig pres sen diejenge, die dein Recht ge schwächt und freventlich ver geffen? Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewußt, daß sie für dein Verschonen dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen. Die Meisten wollen deiner nicht und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 10. Du frommer Bater, meinst es gut mit allen Menschenfindern. Du ordnest deines Sohnes Blut und reichst es allen Sündern; willst, daß sie mit der Glaubenshand das, was du ihnen zugewandt, sich völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken. 11. Sieh aber, ist nicht immerfort dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort, die Welt schlägt alles nieder. Darum erlangt sie auch kein Heil; fie bleibt im Tod und hat kein Theil am Reiche, da die Frommen, die Gott gefolgt, hinkommen. 12. An dir, o Gott, ist keine Schuld, du, du hast nichts verschlafen. Der Feind und Hafjer deiner Huld ist Ursach seiner Strafen, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz gestellet war, auch einzig helfen follte, durchausnicht haben wollte. 13. So fahre hin, du tolle Zweiter Anhang. 615 Satan hat verdorben. Schaar! Jch bleibe bei dem sein Blut gemachet gut, was Sohne; dem geb ich mich, deß bin ich gar, und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug, sein Kreuz und Leiden ist mein Schmuck, sein Angst ist meine Freude, sein Sterben meine Weide. 2. Du warst des Schöpfers schönstes Bild, mit Lieb und Licht von ihm erfüllt, als er dich erst formirte, und seine Hand in solchem Stand dich, einer Braut gleich, zierte. 3. Doch sieh, wie durch der Schlange List du bald darauf gefallen bist aus diesem schönen Orden, wie du ganz blind und voller Sünd ein Andrer bist geworden. 4. Da liegst du nun in deinem Blut getrennt von Gott dem höchsten Gut und dessen Licht und Leben, der dir dafür, das glaube mir, des Todes Lohn könnt geben. 5. Schau aber den im Glauben an, den Gott gejetzt zum Helfersmann, Jejum, denSchlangentreter, der selbst für dich geopfert sich; der, der ist dein Erretter! 14. Ich freue mich, soost und biel ich dieses Sohns gedente; dies ist mein Lied und Saiten spiel, wenn ich mich heimlich tränke, wenn meine Sünd und Missethat will größer sein als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er, der das Recht nie beugt, nicht feindlich mit mir fahren anjeko, da ich ihm verfühnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet. 16. Fehlts hie und da? Ei unverzagt! Laß Sorg und Kum mer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rath zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, wie jollt er, laßt uns denken, mit ihm nicht Alles schenken? 6. Geh hin und falle ihm zu Fuß und sprich in wahrer Herzensbuß: Herr, tilge meine Sünden! Denf nicht daran, was ich gethan, ach, laß mich Gnade finden! 7. Bringst du ein recht zerknirschtes Herz, das seiner Einden Qual und Schmerz erfährt, und mit Vertrauen zu Jefu flieht und ihn ansicht, so darf dir fort 17. Jch bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen, mein Kreuz und ganzer Lenicht grauen. benslauf wird sich noch fröhlich 8. Dies Opfer ift Gott angestilen. Hier hab ich Gott und nehm, und du fannst also recht Gottes Sohn, und dort bei Got- bequem an Christi theuren Schättes Stuhl und Thron, da wird zen, die seine Treu dir schenket fürwahr mein Leben in ewgen frei, dich inniglich ergößen. Freuden schweben. Faut Gerhard. 9. Deffelben rein und theures Blut, so er vergossen dir zu gut, wird heilen deine Wunden; dies ist der Saft, der Heil und Kraft cir giebet alle Stunden. Mel.: In dich hab ich gehoffet. 1113. Auf, auf, Mensch! Es ist nun Zeit, zu suchen die Gerechtigkeit, die 10. Drum auf, o Mensch! denn Christus hat erworben, der durch es ist Zeit, geh, suche die Gerech 616 tigkeit, die Christus dir erwor= ben; so kommest du zu Fried und Ruh und bleibest unverdorben. Zweiter Anhang. In eigener Melodie. 1114. uf, binauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide, hin zu deinem Jesu hin! Er ist dein Schab. Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt fein Ort dir geben, bei ihm ist Plaß. Fort, nur fort, steig immer weiter in die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter flettre mit geschwindem Lauf! Gott ist dein Schuß! Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truß. 3. Feft, fein feft dich angehalten an die starke Jesustreu! Laß du Gott den Vater walten! Seine Güt ist täglich neu; er meints recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen. Hab guten Muth! 4. Gin, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan! Klag und sag ihm deinen Jammer, schreie ihn um Hülfe an; er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei! Mel.: Jesu meines Lebens. Matth. 7, 7-11. 1115. Bittet, so wird euch gegeben, was nur euer Herz begehrt; was zu diejm und jenem Leben nüßlich ist, wird euch gewährt. Sucht mit Fleiß, so werdt ihr finden Rath und Trost für eure Sünden. Klopft bei Gott im Glauben an, so wird euch bald aufgethan. 2. Denn wer bittet, der erlanget, was sein Glaube hofft und will. Wer Gott sucht und ihm anhanget, findet seiner Gnaden Füll. Wer mit rechtem Ernst anflopfet, dem bleibt nimmermehr verstopfet Gottes Ohr, das alles hört; sein Leid wird in Freud verkehrt. 3. Welcher ist wohl von euch allen, so sein Sohn von ihm beischt Brod, der ihm einen Stein zufallen läßt in seiner Hungersnoth? Oder so er zu ihm fräte, und um einen Fisch ihn bäte, der ihm brächt auf seinen Tisch eine Schlang für einen Fisch? 4. So denn ihr, die ihr doch Sünder, und aus argem Samen seid, könnt begaben eure Kinder mit den Gütern dieser Zeit; vielmehr wird auf euer Bitten euer Gott und Vater schütten über euch den heilgen Geist, den er euch durch mich verheißt. 5. Hoch, so hoch du kannst erbeben deine Sinne von der Erd, schwinge dich, dem zu ergeben, was du hast, der dein ist werth! Dein Jesus ist, der um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. 5. Jeju, dies ist deine Lehre; schreib sie mir ins Herz hinein, damit ich niemals aufhöre anzuklopfen und zu schrein. Ja, du wollst selbst für mich bitten, Gnad und Segen auf mich schütten! Dafür will ich für und für Halleluja bringen dir. 6. Auf, hinauf, das Droben fuche, trachte doch allein dahin, wo dein Jesus, sonst verfluche allen schnöden Sündensinn! Zum Himmel zu! Welt und Erde muß R. J. v. Asseburg. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. verschwinden, nur bei Jesu ist 1116. Chriſti Leben trö zu finden die wahre Ruh. stet mich; mir ists ein gewünschtes Leben, denn J. C. Schade. Zweiter Anhang. id glaube sicherlich, er sei mir vin Gott gegeben, daß er mich vom Tod befrei und mein ewig Leben sei. 2. Mit ihm hat es keine Noth, er hat Tod mit Tod bezwungen, so bin ich auch durch den Tod schon zum Leben durchgedrungen. Tod, ich frage nichts nach dir, ich will leben für und für. 3. Gott sei Lob, ich weiß, ich weiß, mein Erlöser ist am Leben, de wird noch mit großem Preis mir das Leben wieder geben. Ich werd fröhlich auferstehn, meinen Gott mit Augen sehn. 4. Ziehe meine Seel in dich, Jeju, daß sie lebend bleibe und dich liebe brünstiglich; ihr den Sündenschlaf vertreibe. Wer in Sünden schläfet ein, wird des ewgen Todes sein. 5. Lebe mit mir, Jesu, nun, mehr als brüderlich verbunden; all dein Leben, Leiden, Thun werd an meiner Seel gefunden. Was ich hab, ist alles dein; was du hast, ist alles mein. 617 so gemeint. Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich tödten, vergießt für mich sein eigen Blut, er steht mir bei in allen Nöthen, er spricht für meine Schulden gut, er bat mir niemals was berneint. Mein Jesus ist der beste Freund; 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet; mein Freund, der mein, und ich bin ſein; mein Freund, der mich beständig liebet; mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar gar zu wandelbar, and hätt ich hunderttausend Feinde, so frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund, und nimmer Feind! Mein Jesus ist der beste Freund. B. Schmold. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege. Mein Jesu stebet felfenfest, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich seine Freund schaft doch nicht läßt; er ists, der mit mir lacht und weint. ein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nußen fann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft binten an; doch bier ist es nicht Mel.: Balet will ich dir geben. 1118. Der Bräutgam ruMel.: O daß ich tausend zungen. fen: Kommt all, ihr Hochzeitgäst! 1117. Der beste Freund ist Hilf, Gott, daß wir nicht schlain dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. fen, in Sünden schlummern feſt, bald habn in unsern Händen die Lampen, Del und Licht, und dürfen uns nicht wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm ein große Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unsrer gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jeſu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. Zweiter Anhang. 618 4. Gott wird sich zu uns tehren, einm jeden sehen auf ein güldne Kron der Ehren, uns herzen freundlich drauf; wird uns an sein Brust drucken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man hören klingen die rechten Saitenspiel; die Musita wird bringen in Gott der Freuden viel; die Engel werden fingen, all Heilgen Gottes gleich, mit himmelischen Zungen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zu bereiten mit seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Brunne, und täglich werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar aus aller Noth, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit, dir solches geben, der hat den Zorn versöhnt mit seinem theu: ren Blut, und uns den Weg gebahnt zu Gott, dem höchsten Gut. geht wie sie will; der Satan fann sie drebn; hilft Gottes Geist dir nicht, so ists um dich geschehn. 3. Die Sünden abzuthun, kannst du dir doch nicht trauen, dein Glaube muß allei aur Gottes Hülfe bauen. Vernunf 4. Nun, Herr, ich fühle Durst nach deiner Gnadenquelle, wie ein gejagter Hirsch, auf so viel Sündenfälle. Wie komm ich aus der Noth, als durch den Gnadensaft? Hilf mir durch deinen Geist, in mir ist keine Kraft. 5. Du hast ja zugesagt: du wollst, die Durst empfinden nach der Gerechtigkeit, befrein von ihren Sünden; nun weiset uns den Weg dein Sohn, der wahre Christ; nur du mußt Helfer sein, weil du voll Hülfe bist. Chr. Anorr v. Rosenroth. Mel.: Es ist das Heil uns. Schmerz und Leid, von Schwer: 1120. Der Glaub ist eine muth, Zorn und Zagen, von aller Zuversicht zu bösen Zeit. Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüthe durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein, ohn Wanken und ohn Zweifel. 1119. Joh. Walther. Mel.: O Gott, di frommer Gott. er Gnadenbrunn fließt noch, den Jedermann kann trinken. Mein Geist, laß deinen Gott dir doch umjonst nicht winken; es lehrt dich ja das Wort, das Licht für deinen Fuß, daß Christus dii allein von Sünden helfen muß. 2. Wer sein Herz also stärkt und steist im völligen Vertrauen, und Jesum Chriftum recht ergreift, auf sein Verdienst kann bauen; der hat des Glaubens rechte 2. Dein Thun ist nicht geschickt zu einem bessern Leben; Art und kann zur seligen Hins auf Christum richte dich, der kannfahrt sich schicken ohne" Grauen. 6. felig! Willst du mir von diesem Wasser geben, das tränfet meinen Geist zu der Gerechten Leben. Gieb diesen Trunk mir stets, du Brunn der Gütigfeit, so ist mir immer wohl in der Gelaffenbeit. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, Gott muß es uns gewähren; drum bitt, daß er den Glauben stärk und in dir woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein in guten Werten an dir jein; sonst ist dein Glauben eitel. Zweiter Anhang. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich nur rühmen und gehen auf der Sünder Bahn, das Christen nicht kann ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sei Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 619 Leid; der Engel Lust hingegen tränkt den, der mit Thränen hier sich fränkt. 6. Ach Gott, wo sind die, die vor Jahren ergeben aller Eitelfeit, und in die Welt so brün= stig waren verliebt? Des schnöden Leibes Kleid sind Würmer; ihre Seele sitzt in ewig heißer 5. Drum lasse sich ein from mer Christ mit Ernit sein ange- Glut und schwitzt. legen, daß er aufrichtig jeder 7. Die Welt jenkt ihre Todten Frist sich halt in Gottes Wegen, nieder, und weckt sie nimmer daß sein Glaub ohne Heuchelei wieder auf. Mein Schab rust vor Gott dem Herrn rechtschaffen seine Todten wieder zum unbesei und vor dem Nächsten leuchte.| schränkten Lebenslauf, verklärt fie, wie das Morgenroth, wenn jene nagt der andre Tod. 8. Was hab ich denn, o Welt, zu schaffen mit deiner leichten Rosenkron? Flieh hin, und gieb sie deinen Affen; laß mir des Kreuzes Dorn und Hohn! Besit ich Jesum nur allein, ist alles, was zu wünschen, mein. Erasmus Francisci. Mel.: Wer nur den lieben. 1121. Die Liebe leidet nichtGesellen, im Fall fie treu und redlich brennt; zwei Sonnen mögen nicht erhellen beisammen an dem Firmament. Wer Herren, die einander feind, bedienen will, ist keines Freund. 2. Was hingst du denn auf beiden Seiten? O Seel, ist Gott Mel.: Es ist das Heil uns. der Herr dein Schaß, was ba: 1122. Die Engel, die im ben einen Anspruch, Theil und Plaz? Soll er dich nennen seine Braut, kannst du nicht Andern sein vertraut hovah fröhlich loben, und schauen Gottes Angesicht, die sind zwar hoch erhoben; doch sind sie von dem Herrn bestellt, daß sie die Kinder auf der Welt behüten und bewahren. 3. Dasern du Christum willst behalten, so halt ihn einig und allein. Die ganze Welt muß dir erfalten, und nichts, als lauter Schaden sein; dein Fleisch muß sterben, eb die Noth der Sterblichkeit dir bringt den Tod. 2. O große Lieb, o große Güt, die Gott uns Armen zeiget, daß auch ein Englisches Gemüth fich zu den Kindern neiget, die Gott 4. Warum sollt ich doch das im Glauben hangen an; drum umfangen, was ich so bald ver- lobe, was nur loben kann, Gott lassen muß, was mir nach ab- mit den Engelschaaren! gehürztem Prangen brächt ewig Efel und Verdruß? Sollt ich um einen Dunst und Schein mein eigener Verderber sein? 5. Die Augen dieser Erden lachen zwar weidlich in der Sterblichkeit; beweinen aber in dem Rachen der Hölle ihr unendlich 3. Ach werdet doch den Engeln gleich, ihr Sterblichen auf Erden, auch hier in diesem Gnadenreich an Herz und an Geberden! Cs ist der Engel Amt und Pflicht, daß Gottes Will allein geschicht im Himmel und auf Erden. 4. Legt ab, was euch verhin Zweiter Anhang. 620 dern mag an diesem neuen Leben; reißt aus die Ilnart nach und nach, und bleibet doch nicht tleben am Erdenstaub, schwingt euch empor im Geist zu Gottes Engelchor und dienet Gott mit Freuden! 5. Ein Mensch, der sich das Eitle läßt in dieser Welt gefallen, der kommt nicht auf des Herren Fest, wo Engellieder schallen dem großen Gott zum Preis und Ruhm, und wo sein herrlichs Eigenthum das dreimal Heilig finget. 6. O Jesu, mache mich bereit und tüchtig, dich zu loben, damit ich dich nach dieser Zeit mit allen Engeln droben erheben mög und Engeln gleich mög ewig sein in deinem Reich. Das gieb aus Gnaden, Amen! Laurentius Laurenti. In eigener Melodie, oder: Nun laßt uns den Leib. 1123. Die ie Seele Chrifti heilge mich; sein Geist verseße mich in sich; sein Leichnam, der für mich verwundt, der mach mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seiten floß, das sei mein Bad, und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht; sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich; laß mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann ficher sein. Heilgen alln mög ewiglich dein Lob erschalln. Joh. Scheffler. Gebet einer Mutter. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. * 1124. Du ſchläfft in deiner Wiege, mein Kind; ich aber liege vor Gottes Angesicht, der höret Flehn und Beten, und wird uns selbst vertreten; denn dieser Hüter schlummert nicht. 2. Du warst ehmals verloren, nun bist du neu geboren, vom Sündenübel rein; Gott fage dazu Amen und schreibe deinen Namen ins Buch des ewgen Lebens ein. 3. Gott wohnt in deiner Seele; daß ihr kein Trost mehr fehle, das macht dein Glaubenslicht; Gott stärk auch meinen Glauben, und laß mir ihn nicht rauben; Gebet und Hoffnung trügen nicht. 4. Ja, wär ich nur in allen nach Gottes Wohlgefallen ein frommes Kind, wie du! Nun, Jesus woll mir geben Zucht, Demuth, stilles Leben und sonderlich der Seelen Rub. 5. So schlaf denn sanft und stille! Jsts Gottes grädger Wille, so bin ich auch bereit; nur nehm er an dem Ende den Geist in jeine Hände. Der Leib schläft bis zur letzten Zeit. 6. Doch wird verklärt er wallen, wird die Posaun erschallen aus düstrer Grabesnacht. Da wollen wir denn beide in ewger Himmelsfreude den Himmel schaun in seiner Pracht. 7. Indeß sei Gottes Segen auf allen deinen Wegen, er segne deinen Lauf und laß uns selig fahren, die Engel uns bewahren; so wachen wir zum Leben auf. Diel.: O Gott du frommer. 5. Ruf mir in meiner letzten Roth und sets mich neben dich; 1125. Du biſt ein guter mein Gott, daß ich mit deinen Hirt, wirst Zweiter Anhang. es ewig bleiben, o Jefu, gieb, daß ich dies mög im Herzen gläuben; laß hören deine Stimm, daß ich davon erwach und als ein Schäflein dir gehorsam folge nad). 2. Ich kenne deine Stimm und hör der Fremden keinen, die meine Seele nicht, sich aber selber meinen; der Miethling hält ohndem in Noth bei mir nicht Stand, drum folg ich deiner Stimm und deiner Hirtenhand. 621 kannst und wirst mich also ma chen, daß ich im Glauben dir befehle meine Sachen. Du kommst ja von dir selbst und führst die Schäflein ein, daß fie ganz un besorgt in deinem Schafftall sein. 9. O Jesu, leite mich, als ein getreuer Hirte, der seiner Schäflein sich annehm und sie bewirthe, selbst zu der bösen Zeit, da wenig Hirten mehr getreu im Glauben sind, noch leben nach der Lehr. 3. Du bist getreu in Noth, mein Herz soll sich verlassen auf dich, mein Hirt, und dich mit Glaubensarmen fassen. Bist du mein Hirt, so wird dein Schaf verforget sein und auf der Weide gehn nach Willen aus und ein. 10. Führ du, o Jesu, mich auf grüner Weid und Auen, und laß mein Glaubensaug im Leben auf dich schauen, und deine Stimme mich so hören, daß ich dich als meinen Hirten lieb hier und dort ewiglich! L. Laurenti. Mel.: Wie schön leuchtet der. 4. Ach, daß ich deine Treu im" 1126. Es iſt etwas, des Herzen mög erkennen, und mich bis in den Tod dein frommes ,, ich dein, o Jesu, und du mein", Schäflein nennen! Ach, daß ich in Wahrheit sagen können, Ihn deine Lieb erwägen möchte so, daß mich die Hirtenlieb im Kreuz auch machte froh! seinen Hirten, Herrn und Ruhm, und sich sein Schaf und Eigenthum ohn allen Zweifel nennen. Selig, fröhlich sind die Seelen, die erwählen ohn Bedenken, ihrem Jesu sich zu schenken. 2. Schau an die Welt mit ihrer Lust und alle, die an ihrer Brust in heißer Liebe liegen! Sie essen und sind doch nicht satt; sie trinken und das Herz bleibt matt, denn es ist lauter Trügen. Träume, Schäume Schläg im Herzen, Höllenschmerzen, ew= ges Quälen ist der Lohn betrog-= ner Seelen. 3. Ganz anders ists, bei Jesu sein, und als ein Schäflein aus und ein auf seinen Wegen geben. Auf diesen Auen ist die Lust, die Gottesmenschen nur bewußt, im Ueberfluß zu sehen: Weide, Freude, reine Triebe süßer Liebe, Fried und Leben, Stärke, Licht und viel Vergeben. 5. O daß ich dir allein, mein Hirte, wär ergeben, der du für mich aus Lieb gelassen hast dein Leben! O daß mein ganzes Herz. und was sich in mir regt, zur Gegenliebe würd aus dieser Lieb bewegt! 6. Ach wär ich Schäfleins Art, die sich um nichts bemühen, noch jorgen, weil sie nicht von ihrem Hirten fliehen; fie gehen, wo der Hirt sie führet hie und dort, und folgen seiner Stimm und Stab an jedem Ort. 7. O daß ich möcht auf dich, o Jesu, mein Anliegen stets werfen und in dir allein mein Herz vergnügen! Hergegen stille sein, und sorgen ferner nicht; weil du als Hirte weißt, was deinem Schaf gebricht. 8. Ja, Herr, du willst und 622 Zweiter Anhang. 4. Man hat auch wohl ein mehr mein, des Teufels und wenig Schmach und ein und der Sünde sein, die mich bisher andres Ungemach bier bei dem gebunden. Mein Herr, den ich Herrn zu leiden; doch ists nicht so sehr betrübt, der aber mich werth der Ehr und Freud, die vielmehr geliebt, der hat mich er uns schon in Ewigkeit ge- überwunden. Nimm mich gänzdachte zu bereiten: Kronen, Thro- lich, meine Freude, dir zur Beute nen, Hosianna, himmlisch Manna, und zum Lohne deiner blutgen Siegespalmen folgen auf die Dornenkrone. Kreuzespsalmen. 5. Schau, armer Mensch, zu diesem Glück ruft stets dein Heiland dich zurück von jenem Grundverderben; er kam deswegen in die Welt, er gab für dich das Lösegeld durch Leiden und durch Sterben. Laß dich willig doch umarmen; sein Erbarmen, Blut und Leiden sind ein Meer der Seligkeiten. 6. Du hast es lang genug versucht, ob das, was Jesu Kreuz verflucht, dir wahres Wohl ge währe. Dein Herz jagt: ja, fürwahr es ist so wie man in der Bibel lieft; der Welt Lust, Pracht, und Ehre lüget, trüget! Wer nur wollte, wie er sollte, ja wer könnte, machte heut dem Spiel ein Ende. 7. Das Wollen und Vollbringen schafft des Wortes Jesu Gotteskraft:„ Mir nach, ihr armen Sünder; ihr seid für mich, ich für euch da, fönnt ihr gleich nichts, doch bin ich nah, nur fol: get mir als Kinder; ist doch mein Joch sanft und heilig, nur daß freilich euer Wille mir sich lasse in der Stille." 8. O kannst du den Immanuel so vor der Thüre deiner Seel vergeblich rufen lassen? Sollt feine unermessne Bein gerad an dir verloren sein? Das hieß das Leben bassen. O nein, Schäffein! Komm und wende dich behende zu den Wunden, die dein Hirt für dich empfunden. 9. Jch tomme, Herr, will nicht 10. Ach mach mich von mir selber frei und stehe mir in Gnaden bei; stärk meinen schwachen Willen durch deines wertben Geistes Kraft, zu üben gute Ritterschaft, den Vorsaß zu erfüllen; bis ich endlich schön geschmücket und entricket allen Leiden, darf bei dir, dem Lämmlein, weiden. J. Chr. Storr. Mel.: Freu dich sehr, o meine. Luc. 21, 25-36. 1127. sind schon die letzten Zeiten, drum, mein Herz, bereite dich, weil die Zeichen schon von weiten zum Gericht ereignen sich. Himmel, Erde. Luft und Meer machen sich, als Gottes Heer, auf zur Rache sonder Schonen über die im Finstern wohnen. 2. Es ist alles fast verdorben in der ganzen Christenheit; Glaub und Liebe sind erstorben, Alles lebt in Eitelkeit. Wie es war zu Neä Zeit, so lebt jetzt in Sicherheit der gemeine Hauf der Christen, die im Sündendienst sich brüsten. 3. Unverstand und Sündenleben herrschet und nimmt überhand; die dem Unheil widerstreben, sind als Fremdling unbefannt und, wie Jesus jelbst, veracht't; ja ihr Thun steht in Verdacht. Wie ist denn der Welt zu rathen bei dergleichen Frevelthaten? 4. Jesus wird bald selbst einbrechen, weil sein Heer sich auf Zweiter Anhang. 623 seine Füße, was hier die Welt erhebt. gemacht, und sein armes Häuf- wer nach jenem strebt, tritt unter lein rächen, das zu ihm schreit Tag und Nacht. Darum hebt das Haupt empor zu des Himmels Thür und Thor, daß ihr euer Heil umfahet, weil sich die Erlösung nabet. 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie wohl würd ibm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, das ist die Seligkeit und aller Himmelsauen ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinen Blicken der Abraham so frob, wie wünscht er zu erquicken sich 5. Weil der Feigenbaum aus schläget und anlegt sein Hoff nungskleid, so weiß man, daß fich erreget die gewünschte Sommerzeit; ja, die Blätter zeigen sich in den Frommen häufiglich. Wer bemerkt der Zeiten Zeichen, wird dies Gleichniß bald erreichen. 6. Wächst das Reich der Fin- an dir, A und O! sternissen, so wächst auch des Lichtes Reich. Jenes wird bald weichen müssen; aber der Gerech: ten Zweig wird in steter Blüthe stehn, wenn die Welt wird unter gehn. Darum freuet euch, ihr Frommen, euer Jesus wird bald kommen. 7. Hütet euch, daß nicht mit Fressen und mit Saufen euer Herz, noch mit Nahrungsforg indessen sei beschwert, als Blei und Erz, daß nicht komme dieser Tag, wie ein Bliz und Donnerschlag über die auf Erden wohnen ohn Erbarmen und Verjchonen. 8. Ja, wir wollen deinen Worten folgen, trauter Seelenichatz! Stör der Höllen Macht und Pforten und mach selber Bahn und Plaß, daß dein Zion werd gebaut, und die schöne Himmelsbraut von den Banden dieser Erden möge bald erlöset werden. Laurentius Laurenti. Mel.: Valet will ich dir geben. 1128,( in Tröpflein von den Reben der füßen Ewiglett fann mehr Er quidung geben ale dieier eitlen Zeit gesammte Bollutflüsse; und 4. Sprach mit Triumph und Brangen der liebe Jacob nicht: Ich habe Gottes Wangen und flares Angesicht gesehn und bin genesen! Wie glänzte Moses Haut, als er bei Gott gewesen und seinen Mund geschaut! 5. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl sich offenbarlich zerget! O herrlich edler Tag, dem diese Sonne steiget und ihn erleuchten mag! 6. O Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel kennet! Gesellschaft, reich an Lust, da Gott und Engel tommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen gejegnet werden sein! 7. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entspringet ein ewge Fröhlichkeit. Gott ſelbst ist ſolche Bonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im bun= ten Paradeis. 8. Sein Licht wird in uns leuchten, sein Del und Honigsaft soll unsre Lippen feuchten; von feiner Stärke Kraft mit Weisund Schönheit werden wir ganz 624 Zweiter erfüllet sein und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 9. Was wünscheft du für Gaben? Du wirst fie finden dort, und in die selbsten haben den Reichthum fort und fort; denn Gott, bor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird felber in uns wohnen und wir in unserm Gott. 10. Wann werd ich einmal kommen zu solcher Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen, und ichon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich felbst ansehen und recht beschauen kann. Erasmus Finx. Ju eigener Melodie, oder: Balet will ich dir geben. Matth. 25, 1-13, 1129. Grmuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah! Begegnet ihm in Reihen und fingt: Halleluja! 3. Jhr flugen Jungfraun alle, bebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist ausgeschlossen, die Hochzeit ist bereit. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein! Man fieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verAnhang. heißt Erquickungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag vom Weiten, vor dem das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach. Gott kommt, die Welt zu strafen, zu führen seine Sach in Allen, die nicht wachen, und die des Thieres Bild anbeten sammt dem Drachen. Drum auf, der Richter nabt! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstundengekommen und der Braut wird, weil sie überwunden die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld vertragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegesktron. 8. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort; hier sind die güldnen Gassen; hier ist das Hochzeitsmahl; hier soll sich nies derlassen die Braut im Rosenthal. 10. Jeſu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände nach der Er lösungszeit. Laurentius Laurenti. Zweiter Anhang. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 1130, neure mich, ostreut. ewigs Licht, und 11. Und weil du boller Güte laß von deinem Angesicht mein bist, die schmeckend und erfreulich Herz und Seel mit deinem ift, so gieb, daß ich dich fühl in Schein durchleuchtet und erfüllet mir und ganz umschlossen sei ſein. von dir. 2. Ertödt in mir des Fleisches Lust, und nimm hinweg den Sündenwust. Bewaffne mich mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist. Ein willig Opfer willst ja du und alles Fleisch taugt nicht dazu. 4. Mach in mir das Gedächtniß neu, daß es auf dich gerich tet sei, und was dahinten ist vergeß, und stündlich Christi Tod ermeß. 5. Des Fleisches Willen tödt in mir, und mach ihn unterthänig dir; durch deine Liebe treib ihn an, zu gehn auf deiner Lebensbahn. 8. Auf dich laß meine Sinnen gebn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freuden hör, mein Herz nach ihm in allem fehr. 625 Süßigkeit in meiner Seelen Kräfte 6. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne deinen Willen nicht, so leuchte du, o Gott, allein in dem Verstand mit deinem Schein. 7. Mach in mir das Gewissen rein, und laß es abgewaschen sein, In eigener Melodie. ſo kann ich dann durch deinen 1131. Grquicke mich, du Heil der Sohn mit Freuden stehn vor deinem Thron. 9. Gieb, daß ich finde deine Kraft und schmecke deiner Güte Saft. Laß mich dein freundlich Angesicht mit Freuden sehn in deinem Licht. 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es mir sein ein Geruch, der Leben, Kraft und 12. Und wie ich von mir selbst nichts kann, so treib durch deinen Geist mich an, daß er in mir die Herrschaft führ, Geist. Seet, Herz, Sinn und Mund regier. 13. Wie dieses ohne Glauben nicht in mir fann werden aus: gericht, der Glaub auch ohn dies nicht besteht, wo er nicht in die Werke geht; 14 So wirke, Herr, durch deinen Geist den Glauben, der sich träftig weist, und in ein neues Wesen dringt, und seine Lebensfrüchte bringt. 15. In allem, o Herr Jesu Christ, laß mich mit Kraft sein ausgerüst, zu fechten wider Fleisch und Blut, und nimm mich unter deine Hut. 16. So acht ich nicht des Teufels List, der jezund voller Grimmes ist. Ich bleib im Sieg, in dir will ich, mein Jeſu, leben ewiglich. Joh. Fr. Ruopp. der, durch dich und deinen Gnadenschein, und laß, o Freund der Menschenkinder, dein Herz auf mich gerichtet sein. Komm, und erzeige dein Erbarmen dem heilund hülfbedürftgen Armen. 2. Du bist und bleibst der Trost der Erden und der gepriesne Wundermann, durch welchen wir errettet werden, der allen Menschen helfen tann, und uns von allem unsern Schaden durch deine Huld und Kraft entladen. 3. Der Blinde kann die Sonne 40 Zweiter Anhang. 626 fehen; der Taube hört die Stimme dann; der Lahme muß gerade gehen; der Aussaß wird hinweggethan; den Todten hast du Geist und Leben und allen Armen Trost gegeben. 4. Hast du vor diesem solche Mel.: Ach Gott thu dich. Thaten, o Herr, durch deine 1132. Grwach, o Mensch, Hand gestift, so wollest du auch auf jeho rathen dem Schaden, der vom Sündenschlaj! Es kommt die Seele trifft. Ach zeige deine des Höchsten Rache und seine große Stärke dnrch unverdiente Straf mit Schrecken und mit UnGnadenwerke. geſtüm, und sucht die Sünder 5. Du weißt ja, was wir Men- heim im Grimm, die auf der fchen taugen, wir sind verblendt| Erde wohnen. Der Herr wird und sehen nicht; darum erleuchte zornig lohnen und nur der Frommeine Augen mit deinem Glanz men schonen. und Gnadenlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, wenn wir in deinem Licht nicht stehen. 6. Eröffne mir, Herr, meine Ohren, zu hören dein heilsames Wort; es gehe nicht an mir verloren, es tön im Herzen fort und fort. Es lehre mich, dir Dienst erweisen und dich durch Geistes: früchte preisen. 2. Drum fallet Gott zu Fuße, ihr Menschen groß und klein, thut rechte, wahre Buße, stellt alle Bosheit ein. Seid auf den großen Tag bereit mit Glauben und Gottseligkeit, so trifft euch kein Verderben, so könnt ihr selig sterben und Gottes Reich ererben. 3. Ach nehmet dies zu Herzen, die ihr erlöset jeid durch Christi Blut und Schmerzen, bekehrt euch in der Zeit. Sagt allem ab, was zeitlich ist, und liebt alleine Jesum Christ, thut, was derselb euch lehret; denn wer ihn so nicht ehret, der wird im Zorn verzehret. 4. Befehre du uns, Herre, so werden wir bekehrt. Ach führ uns aus der Irre zu deiner frommen Heerd. Verzeih, was wir bisher gethan; nimm uns durch Christum wieder an; laß deinen Geist uns leiten, daß wir zu allen Zeiten dein heilges Lob ausbreiten. Barth. Crasselius 7. Ich wanke auf gelähmten Füßen und strauchle hier, bald fall ich dort. Laß deine Kraft mich ganz durchfließen, daß ich mag gehn gerade fort, und meine Tritte niemals gleiten, noch aus dem Pfad der Wahrheit schreiten. 8. Wer will doch meinen Ausfaß heilen, der Krankheit aller schlimmsten Theil? Mein Arzt, du wolleit nicht verweilen, ach heile mich, so werd ich heil! Laß deine Wunden, o mein Leben, für meine Wunden Heilung geben. 9. Ich bin ganz todt, und meine Kräfte, Will und Verstand sind ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte. Herr, gieb mir neuen Lebensiaft, daß ich Baum und tausendfache Früchte trage. 10. Ich finde mich arm und elende, entblößt von allem eignen Ruhm. Die Friedensbotschaft zu mir sende, dein süßes Evangelium, daß ich dadurch noch hier auf Erden gerecht und selig möge werden. Lud. Andr. Gotter. Mel.:Odu Liebe meiner Liebe. 1133. Fabre fort mit Lies Jesu, liebster Hort, laß sich Trübfalswinde regen und bring mich hindurch an Port. Ach ich biete Zweiter Anhang. dir den Rücken, schlag nur zu, ich habs verschuldt; Kreuz und Noth find Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. 2. Ich bin lang von dir gewichen, lang war mir das Eitle lieb; doch bist du mir nachgeschlichen, weil dich deine Liebe trieb; Liebe, die dir Hand und Füße an des Kreuzes Holz gespießt, Liebe, die so mild und süße auf die armen Sünder fließt. 3. Ach so dente nicht, wie lange ich dich, Jesu, nicht erkannt, wie ich mich zur alten Schlange oft mit Herz und Sinn gewandt; an deine die dein heilig Fleisch durchrißt; denk an deine Trauerstunden, da du Blut für mich geschwißt. 4. Fege durch die Kreuzes rutbe alles aus dem Herzen aus: wasch es dann mit deinem Blute, und mach es zu deinem Haus. Ach eröffne selbst die Thüre, wälz den Sündenstein davon; gieb, daß ich dich drinnen spüre, du geliebter Gottessoğn! 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein; denn ich hab mir vor genommen, dein hinfort allein zu sein. Ich will selbst mich nicht mehr kennen, nicht die Welt, nicht Fleischeslust; Augenlust, Stolz, sündlich Brennen jei mir niemals mehr bewußt. 6. Denn ich will in deinen Armen unterm Kreuz gar sanfte ruhn; doch vertrag auch mit Erbarmen, wenn mein Lassen oder Thun noch mit Schwachheit sehr -beflecket, die dir jehr verborgen ist; diese aber wird verdecket, weil du mein Erlöser bist. 627 Herzen, bis du dich mir offenbarst; schenke mir des Glaubens Kerzen, wie du vormals gnädig warst. 8. Hör, ach bör mein sehnlich Flehen, ach wie lang verbirgit du dich? Hilf mir kämpfen, widerstehen, meine Kraft verlieret sich. Aber du bist in den Schwachen mächtig, wenn ihr Herz betriibt; drum magst du es mit mir machen, Jesu, wie es dir beliebt. phil. Balth. Sinold v. Schüß. 7. Nun du sollst mein in dem Leben, und im Tod auch meine sein; dir mit Leib und Seel ergeben, geh ich in mich selbst hinein; dich such ich in meinem In eigener Melodie. 1134. Fabre fort, fahre fort, Zion, fort im Licht! Mache deinen Leuchter belle, laß die erste Liebe nicht; suche stets die Lebensquelle; Zion, bringe durch die enge Pfort, fahre fort, fabre fort! 2. Leide dich!:: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, jei bis in den Tod getreu; sieh auf deine Lebensfrone; Zion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich!:: 3. Folge nicht!:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld; nimm nicht an den Stuhl des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht!:: 4. Prüfe recht!:,: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt; laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und schlecht, prüfe recht!:: 5. Dringe ein!:: Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die Andern todt; sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein!:.: 6. Brich herfür!:: Zion, brich 40% Zweiter Anhang. 628 herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, dir gegebne Thür brich herfür!:: Mel.: Komunt her zu mir, oder: Kommt Christen preift den Herrn. durch die 1136. Geh aus, mein und 7. Halte aus!:: Zion, balte deine Treu; laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus!:,: J. E. Schmidt. Mel.: Machs mit mir Gott. 1135. Glein, Jefu Chrift, der du all Angst und Plagen, alls Ungemach zu jeder Frist geouldig haft getragen; verleib mir auch zur Leidenszeit Geduld und alle Tapferkeit. eduldigs Lämm- Salomonis Seide. 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll und leiden, daß ich mein Kreuze williglich ſoll tragen und mit Freuden. Ach möcht ich doch in Kreuz und Vein geduldig wie ein Lämmlein sein! 3. Ich wünsche mir von Herzensgrund, für dich geschlacht zu werden, und was noch mehr, zu jeder Stund gekreuzigt stehn auf Erden; doch aber wünsch ich auch dabei, daß ich ein Lämmlein Jeju jei. Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als 4. Laß kommen alles Kreuz und Bein, laß kommen alle Plagen; laß mich veracht, verspottet ein, verwundt und hart geschlagen; laß aber auch in aller Bein mich ein geduldigs Lämmlein sein. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hoch begabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälb. lein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist frob und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen; die Wiesen liegen dicht dabei, und klingen ganz voll Lustgeschrei der Heerden und der Hirten. 6. Die unverdroßne Bienenschaar zeucht hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigfpeise. Des süßen Weinstocks starker Saft friegt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 5. Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid zur Freude nicht gelangen, weil du in deine Herr lichkeit ſelbst bist durchs Kreuz gegangen. Wer nicht mit dir leidt Güte deß, der so überflüssig labt Streuz und Pein, fann auch mit, und mit so manchem Gut begabt dir nicht selig sein. 3. Angelns. das menschliche Gemüthe. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet Jung und Alt, und rühmt die große Zweiter Anhang. 629 8. Ich selber kann und mag| ten Reis an Leib und Seele nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erwect mir alle Sinnen. Ich singe nit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. grünen! So will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhard. 9. Ach, denk ich, biſt du hier so schön, und läsfest uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch bohe Luft, welch heller Schein wird wohl in Christi Garter jein? Wie muß es da wohl klingen, wo so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimum ihr Halleluja singen! 11. O wär ich da, ach stünd ich schon, o süßer Gott, vor deinem Thron, und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weiß erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben! Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben! 15. Erwähle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzMel.: Freu dich sehr o meine. 1137. Gott, gieb einen denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstges Land. Daß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißt guter Bater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glanben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein; säubre du nur selbst das Haus meines Herzens; wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den jüßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben; mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Muth; heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott bintreten und im Geist und Wahrheit beten. 630 Zweiter Anhang. 6. So will ich mich dir erge- der Glanz erlischt, nicht laſſen ben; dir zu Ehren soll mein untergehn, bevor sich hab geleget Sinn dem, was himmlisch ist, der Zorn, den er geheget. Wohl, nachstreben, bis ich werde fom- wohl, wenns ist geschehn! men hin, da mit Vater und mit Sohn ich im höchsten Himmelsthron dich erheben kann und preijen mit den süßen Engelweisen. Mauritius Kramer. Mel ,: Bon Gott will ich nicht. 1138. 6° ott ist ein Gott der Liebe, ein Freund der Einigkeit; er will, daß man sich übe in dem, was wirket Freud und Fried in einem Sinn, der Zwistigkeit absage, sich brüderlich vertrage in Sanftmuth immerhin. 7. O Christe, steur und wende des Satans Bitterfeit, damit er nicht behende erwecke Zorn und Streit bei denen, die der Geist des Friedens soll regieren, und in der Stille führen zu dem, was lieblich heißt. 4. Dagegen, wer beladen mit bitterm Haß und Zorn, der hat deß großen Schaden, er ist und bleibt verlorn; es kommt das theure Blut, so Christus unverdrossen aus Liebe hat vergossen, ihm nimmermehr zu gut. 8. Hilf uns ja fleißig balten die Einigkeit im Geist, daß über uns mög walten dein Segen allermeist, nach deinem Geist und Sinn einander uns vertragen in Freundschaft und nachjagen dem köstlichen Gewinn. Dr. 2. 11. Tafinger. 2. Der Satan ist ein Störer des Friedens, und bedacht, daß In eigener Melodie. ja des Wortes Hörer ganz laffe 1139. Gott wills machen, aus wider Haß und Neid der Heiland treulich lehret, und wie von Gott abkehret die Unversöhnlichkeit. 3. Wer hier den Frieden liebet in Wahrheit, ohn Verdruß, dem Nächsten sich ergiebet ohn Absicht auf Genuß, der hat am Himmel Theil, da Fried und Liebe wohnet, da Friede wird belohnet. Gott ist und bleibt sein Heil. gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich fränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Slagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen auf zusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz.. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Wer seinen Nächsten hasset, der basset selbsten Gott; drauf Gottes Zorn ihn fasset und stürzt in solche Noth, darinnen er verdirbt, woselbsten kein Erretten, der Hölle Band und Ket= ten ihn fesseln, wenn er stirbt. 5. Glaub nur feſte, daß das Beste über dich beschlossen ſei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Wer dieses recht bedenket, der wird der Sonnen Licht, wenn es zur Erd sich senfet, und eh 7. Willst du wanten in Ge6. Laß dir füße sein die Küſse, die dir Jesu Ruthe giebt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Furcht betrübt. Zweiter Anhang. danten, fall in die Gelaffenheit. Mel.: Sollt ich meinen Gott. Laß den sorgen, der auch mor. 1140. Großer Gott, der gen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, fein Vermögen hat kein Ziel. Jsts beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glauben Funten fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht berein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum, wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willenscub! Auf das Wollen fällt dem Sollen die Vollbringungs kraft bald zu. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. hat zu seinem Lob und Preis, laß dein Lob bei mir nicht schlafen, wecke selber meinen Fleiß, stets ein Opfer dir zu bringen; denn wer tann jo löblich sein. wer so herrlich, heilig, rein von so hohen Wunderdingen, so ge= recht und schön dazu, schönster Herr und Gott, als du? 2. Du bist lauter Güt und Wahrheit, du ein Quell der Freundlichkeit, unaussprechlichhell an Klarheit; Licht und Strahlen sind dein Kleid; Heil und Recht sind deine Werke, alle Dinge deiner Hand dir von Ewigkeit bekannt. Deiner Weisheit, deiner Stärke ist nichts gleich, ganz nichtes ist vor dir unser Wiz und List. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet jeine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seiten stehn. 631 16. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan..crenschmidt. 3. Niemand mag dir widerstehen. Wer ist mächtig doch wie Gott? Wie ers denkt, so muß es gehen, denn er heißt: Herr Zebaoth. Alles läuft nach seinem Willen; sein allsehend Angesicht, weichet von den Menschen nicht; seine Gegenwart fann filllen Erd und Himmel hier und dort, schaut und hört sie fort und fort. 4. Das Vermögen seiner Hände ist unendlich, also auch seine Gnade sonder Ende, und ihm täglich in Gebrauch. Laß mich dich sehn, dich empfinden, du ewiges Heil; o Licht, welchem nimmer Glanz gebricht, laß mich deine Flamm entzünden! Ach du reinste Liebesglut, brenn mir lieblich Herz und Muth! 5. Unaussprechlich süße Weide, gieb dich einst zu schmeden mir; o du höchster Trost und Freude, find ich alles doch an dir. Du fannst rechten Re hthum geben; nichts als lauter Armuth ist da, Zweiter Anhang. 632 wo du nicht alles bist. Ach was ist doch dieses Leben? Ohne dich nur Höllennoth, übertünchtes Grab und Tod. 5. O Herr Jefu, laß mich nicht in der Wölfe Rachen kommen; hilf mir nach der Hirtenpflicht, daß ich ihnen werd entnommen; hole mich, dein Schäfelein, zu dir in den Himmel ein. Joh. Scheffler. Mel.: Wie schön leuchtet der. 6. Schaß, du reizest mein Verlangen; ach wann kommt der schönste Tag, Herr, daß ich dich einst umfangen und vollkömmlich ſchauen mag, daß, o meines 1142.Salleluja, Lob, Preis unGeistes Krone, ich vom Staube frei, ganz mit dir vereinigt sei, und in deinem Reiche wohne, wo dein Antlig bell und klar uns soll werden offenbar? 7. Nun du hast schon längst erlesen Zeit und Stunde mir zu gut, und ein solches lieblichs Wesen auch mit deinem eignen Blut mir verschrieben; unterdessen will ich harren in Geduld, Gott, mein König, deiner Huld, deines Lobes nicht vergessen. Lob und Preis sei dir bereit hier und dort in Ewigkeit. Erasm. Fing. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. uter Hirte, willst 1141. du und ferm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns Allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig. heilig, freilich, freilich heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslanım gebracht, in dem wir sind erwäh let, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermäblet. Heilig, selig ist die und darinnen uns Freundschaft und Gemeinschaft, erlaben. 3.Halleluja! Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren! Ei ja, ei da, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna, und ein ewig Hosianna. Schäfleins dich erbarmen, und nach deiner Hirtenpflicht tragen beim auf deinen Armen? Willst du mich nicht aus der Qual holen in den Freudensaal? 2. Schau, wie ich verirret bin in der Wüste dieser Erden. Komm und bringe mich doch hin zu den Schafen deiner Heerden, führ mich in die Hürden ein, wo die heilgen Lämmer sein. 3. Mich verlangt, dich mit der Schaar, die dich locket, anzu schauen, die da weiden ohn Gefahr auf den lichten Himmelsauen, die nicht mehr in Furchten stehn und nicht können irre gehn. 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, weil die Feinde mich umschränkt und mit List und Macht umgeben, daß ich armes Schäfes 1143.ligungs- Quelle, lein feinen Blick tann sicher sein. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr, und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsichaar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, singet! Heilig, heilig, freilich, freilich heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Barth. Graffelius. Mel.: Wachet auf ruft uns. Zweiter Anhang. mehr als Krystall rein, tiar und helle, du lautrer Strom der Heiligteit, aller Glanz der Cherubinen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelbeit. Ein Vorbild bist du mir Ach bilde mich nach dir, du mein Alles, Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich mag beilig sein wie du. 2. O stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod geborsam war: also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich gesinnt wie ein gehorsam Kind, stille, stille. Jesu, ei nu, bilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wachsamer Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht. Du mußtest täglich viel aussteben, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsam teit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. Jeju, ei nu, bilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 633 Mein Heiland, ach verleib mir Sanftmuth und dabei guten Eifer. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei, wie du. 6. Würdigster Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest medrig und gering; du wandeltst ganz ertieft auf Erden in Deuth und in Knechtsgeberden, erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, jolche Demuth lebr mich auch je mehr und mehr stetig üben. Jeju, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. 4. Gütiger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du dich gegen Freund und Feind! Dein Sonnenglanz, der scheinet allen, dein Regen nuß auf alle fallen, ob fie dir gleich undankbar sein. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte, Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du. 5. Du fanfter Jeju, warst unschuldig und littest alle Schmach geduldig, vergabft und ließt nicht Rachgier aus; Niemand kann deine Sanftmuth messen, bei der fein Eifer dich gefressen, als den du hattst ums Baters Haus. 7. O feuscher Jeju, all dein Wesen war züchtig, keusch und auserlesen, von tugendvoller Sittsamkeit; Gedanken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war voller lautrer Züchtigkeit. Omein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und züchtig, Jesu, ei nu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein, wie du. 8. Mäßiger Jeju, deine Weise im Trinken und Genuß der Speiſe lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Kost, des Vaters Willen und Werk vollenden, dir bereit. Herr, hilf mir meinen Leib stets zähmen, daß ich bleib dir stets nüchtern. Jeſu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich stets nüchtern sei, wie du. 9. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir recht eben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jeju, ei nu, laß mich, wie du und wo du bist, einft finden Rub. Barth. Craffetius nach Jodocus v. Lodenstein. 634 Zweiter Mel.: Nun freut euch lieben. 1144. it so groß, daß err, deine Treue wir uns wundern müssen; wir liegen vor dir arm und blos zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immerfort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 2. Die Sünde nimmet über= hand, du siehest selbst die Schmerzen; die Wunden sind dir wohl bekannt der sehr verstockten Herzen; die Schulden nehmen täglich zu, es haben weder Rast noch Ruh, die dir den Rücken kehren. 3. Dein Auge stehet wider die, io deiner Wege fehlen, und in dem ganzen Leben hie den breiten Weg erwählen, und suchen in dem Sündenwust zu büßen ihres Fleisches Lust nach dem verderbten Willen. 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhören; wir flehen, o Gott, für und für, du wollest doch bekehren die fündenvolle blinde Welt, die sich für so glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. Anhang. wenden sich zu deiner Huld und deines Sohnes Wunden. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, der du die Welt geliebet, die Welt, die ganz in Sünden todt, in Irrthum dich betrübet. Gieb deinem werthen Worte Kraft, daß es in solchen Herzen haft, die hart sind wie die Felsen. 8. Die Heerde, die du hast erwählt, die sebe du zum Segen, und schenke, was ihr annoch fehlt, zu gebn auf rechten Wegen. Laß deine Treue, Aug und Hand ſein deinen Gliedern wohl bekannt, die deiner Güte trauen. 9. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; du bist noch mehr als beide sind, du kannsts nicht böse meinen; drum trauen wir allein auf dich; ach leite du uns väterlich nach deinem Rath und Willen. 4. Die Creatur entsetet sich, und seufzet, frei zu werden; sie Mel.: Herr Christ der einge. wartet und thut angſtiglich; der 1145. Herr Jeſu Chrift, und und die Erden, die ner Finger Werke sind, und was sich in denselben findt, beweinen solch Verderben. einge Zuversicht, dir hab ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht. Ach laß mich deinen Willen beständiglich erfüllen, du meiner Seelen Zier! 2. Ach schenk mir deine Liebe, mein Hort und Bräutigam; gieb, daß ich nicht betribe dich, werthes Gotteslamm! Ach laß mich an dir hangen, im Herzen dich umfangen, denn du bist liebenswerth. 3. In Liebe laß mich brennen und halten an dir fest; von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest. Ach laß mich mit dir sterben und nachmals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 10. Hier sind wir deine Reben schon und freuen uns daneben, daß du uns die Genadenfron nunmehro bald wirst geben; wir hoffen bald dein Angesicht zu sehen dort in jenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. Joh. Weydenheim. 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, 4. Ach laß mich allzeit bleiben wie sanft und angenehm dein ein grüne Reb an dir; dir will Joch sei denen armen Sündern, ich mich verschreiben, ach weiche so fühlen ihre Sündenschuld, und nicht von mir. Ich bleib dir Zweier Anhang. ganz ergeben im Tod und auch im Leben; ach hilf mir Armen bald! 635 Wunderfeld, wie weiß jich Mancher zu ergötzen an Reichthum, Ehre, Gut und Geld. Was gebt mich aller Reichthum an? Genug, wer dich, Golt, haben fann. 5. Nun Jesu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir laß mich stets streben, so werd 4. Kann auch ein fejtrer Bunt ich selig sein. Ach laß mich dich im Leben, als zwischen Leib und stets suchen, und alles das ver Seele sein? Wenn die sich von fluchen, was mich von dir hält ab. einander geben, alsbald Ver6. Gieb, daß ich mein Ver- schmachtung fället ein. Was geht trauen nur jeß auf dich allein. mich dieses Leben an? Genug, Herr, laß mich auf dich schauen und warten allzeit dein; ja laß mich dich stets loben, hier und hernach dort oben in alle Ewigkeit. wer dich, Gott, baben kann. 7. Mein Heiland, du wollst fommen, ja komm, ach komme doch! Erlöse deine Frommen von allem Band und Joch. Ach Jeju, fomm und dämpfe das Fleisch, gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. 8. Nun, Vater, bör mein Lallen; mein Jesu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen, und sel ber mich vertritt. Gott heilger Geist, erfülle mein Herz, daß ich sei stille, und allzeit lobe dich. Joh. Fr. Sannom. 5. Du, Gott, ja du bist mein alleine, meins Herzens Glanz und beste Freud; des Himmels Glanz weicht deinem Scheine, die Weltlust aller Herrlichkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 6. Drum hilf, daß ich an dich gedenke in meinem Leben allezeit, und mein Gemüth zum Himmel lenke, entrückt der eitlen Eitelkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. Ahasv. Fritsch. 1147.5¹ doch jetzo zu? Mel.: An Wasserflüssen Babylon. ilf Gott, wie gehts Mel.: Wer nur den lieben Gott. Psalm 73, 25. 26. Was sind doch das für Zeiten? Die Menschen haffen ihre Rub 1146. Herr, wenn ich dich und wollens gar nicht leiden, nur werde ha- daß man sie lehr den rechten ben, mein bestes Theil zu jeder Weg, daß man sie führ den schinaZeit, so wird sich Leib und Seele len Steg, der nach dem Himmel laben hier zeitlich und in Ewig- führet; sie sagen ungescheuet: feit. Was geht die Welt uns Nein, wir wollen bleiben, wie Christen an? Genug, wer dich, wir sein. Sieh, wie das Volk Gott, haben kann. sich rühret. 2. Wie schön und hoch haft du gebauet die sternenreiche Himmelsstadt, daß sie der Mensch mit Lust anschauet, die so viel Glanz und Klarheit hat? Was geht mich Sternenklarheit an? Genug, wer dich, Gott, haben fann. 3. Wie reich ist doch von Gold und Schäßen der Erden großes 2. Genug ists nicht, daß sie dein Wort verweisen und ver achten, und nach der alten Weiſe fort den Bauch zu nähren trachten; sie wollen noch dazu Recht han; das größt Unrecht hat der gethan; der ihnen das verweijet; den halten sie für ungelehrt und seine Lehre für verkehrt, der ihr Thun nicht hochpreiset. 636 Zweiter Anhang. 3. Wer will von schwachen| absteht Menschen mehr, als wir sind, heißen. wohl begehren? Man treibt die Sach auch allzusehr, und sagt nur von Bekehren. Ei Lieber, laßt es, wies vor war; Welt bleibet Welt, das sebt ihr gar, ist Christus doch gestorben. Wenn wir zuweiln zur Kirchen gehn, zur Beicht, und beten beim Aufstehn, ists denn so garverdorben? 4. Zwar tröst man sich: Christ 4. Dergieichen Reden führen ist für mich, das glaub ich, ja die, so sich nach Christo nennen; gesterben, hat mir durchs Leiden verleugnen in dem Leben je, was mildiglich die Seligkeit erworben, sie im Mund betennen; sie schel- den Himmel durch sein Blut erten wohl flix Keßerei, daß man taust; so bin ich auch auf ihn gefie wollt bereden frei; ein Christ tauft; soll ich nicht selig werden? muß beilig leben; daß Jesus und 5. Ja freilich, wenn dein Glaub sein Geist die Sünd durch Glau- ist recht, so kannst du dies auch ben in uns überwind, ist ihnen hoffen, der macht allein vor Gott gar nicht eben. gerecht und zeigt den Himmel offen; doch hat der Glaub die Buß zum Grund, er steht mit Gott im festen Bund, nach seinem Wort zu leben. 5. Drum, lieber Gott, reit deine Ehr und Jesu, deines Sohnes; laß leuchten immer mehr und mehr durch den Geist deines Thrones, daß Jesus Christus Heil und Stärk, Genad und Wahrheit, Glaub und Werk bekannt uns allen werden, und wie er für, in, mit uns sei, lebr, was wir an ihm haben frei im Himmel und auf Erden. Joh. Caspar Schade. das soll Gott dienen 3. Ei, denket man, man fann doch nicht, wie Gottes Wort will, leben; es ist uns wohl ein helles Licht, wir sollen darnach streben; es wär wohl gut, und stünde fein, doch kann man nicht vollkommen sein, wir sind gar schwache Menschen. Mel.: Ans tiefer Noth, oder: Ach Gott vom Himmel. 1148. ilf, lieber Gott, wie große Noth bat unire Zeit betroffen; ob uns gleich nichts als Unglück droht, will man dochs Beste heffen; man jaget allenthalben frei, daß es so bös mit uns nicht sei; wir find ja gute Christen. 2. Ein Jeder lebt in Sünden fort und will sich nicht bekehren. Man thut nicht nach des Herren Wort, man läßt es nur beim Hören. Genug, daß man zur Kirche geht, vom Bösen aber nicht 6. Folgt dieses auf den Glauben nicht, daß man im ganzen Leben sich nach des Herren Wil-. len richt, so ist der Glaub nicht eben; er ist ein Traum und falscher Wahn, es geht der Mensch auf breiter Bahn, die zur Verdammniß führet. 7. Für uns ist Christi reines Blut zum Lösegeld gegeben; doch fommt es denen nicht zu gut, die nach dem Fleische leben. Wer hier der Sünde nicht abstirbt, durch Christi Tod derselb verdirbt in seinen Sünden ewig. 8. Das dünket Manchem allzu hoch, er will nichts davon hören; er denfet wohl: was ist es doch? dies sind ja schwere Lehren. Denn wahrlich, wenn es also wär, so wären viel verdammt bisher, und wenig jelig worden. 9. Sagt aber nicht des Herren Wort, daß wenig auserwähiet? 637 Anhang. In eigener Melodie. 1149. öchſter Priester, du dich selbst geopfert haft für mich, laß doch, bitt ich, noch auf Erden auch mein Herz dein Opfer werden. Zweiter So steht auch von der ganzen Pfort, daß Christus wenig zäblet, die richtig gehn, und auf dem schmalen Wege stehn, daß sie zum Leben kämen. 10. Und endlich will auch Mancher nicht von wahrer Buße hören, er schiebt es immer auf, und spricht: Ich will mich noch bekehren; jetzt hab ich dies und das zu thun; ich kann noch nicht, wie ich will, ruhn; es soll doch wohl gut werden. 11. O lieber Mensch, was den- nimm mein Herz aus meinem fest du? Des liebsten Vaters Herzen, sollts auch sein mit tauArme sind ausgestreckt, er ruft send Schmerzen. dir zu, daß er sich dein erbarme. Wie oft ist schon durch seine Macht dir dein Gewissen aufgewacht, und du willst doch nicht hören. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, nicht gethan; was durch deine Hand nicht gehet, wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum tödt und schlachte hin meinen Willen, meinen Sinn; 4. Trage Holz auf den Altar, und verbrenn mich ganz und gar, o du allerliebite Liebe. Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der Herr es wird ansehn. Also werd ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Joh. Angelus. 12. O Sinder, widerstrebe nicht, wenn dich der Vater ziehet, wenn ihm sein Herz, zu dir gericht, in heißer Liebe glühet. Gewiß, er meint es gut mit dir; er will mit Gnaden für und für dich reichlich überschütten. Mel.: O Gott du frommer. 13. Nur jeurst, flebe, tämpf 1150. Jante dir, mein Gott, daß du seufze, und ring, er will die Wunden heilen; die Seligkeit ist nicht gering, die er dir will mittheilen. Mach dich von deinen Sünden los, so will er dich auf seinem Schooß in süßer Liebe tragen. 14. Sein Himmel soll dir offen ſtehn mit lauter Freud und Wonne; er will in die mit Kraft aufgehn als eine Lebenssonne; dann sollst du freundig jeine Bahn fortlaufen und stets himmelan mit deinem Herzen steigen. 15. O Mensch, o Mensch, was fäumest du, dem Herrn dich zu ergeben? Du findest doch sonst feine Ruh in deines Fleisches Leben; drum reiß das Sündenband entzwei, laß Jefum Christ dich machen frei, so sollst du ewig leben. 3. G. Ruopp. hast gegeben den Sinn, der gerne dir will hier zu Ehren leben. Regier nun auch mein Herz, steh mir bei früh und spät, in allem meinem Thun gieb selber Rath und That! 2. Laß mein Vorhaben stets auf deine Augen jsehen, die alles sehen, was ich thu, was soll geschehen. Laß die Gedanken stets auf dieser Probe stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott strafts; du kannst ihm nicht entgehn. 3. Lehr mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Jsts denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? Jsts denn auch recht, obs gleich die Menschen sehen nicht? Jits recht vor Gott? Jsts recht vor seinem Angesicht? 638 Zweiter Anhang. 4 Ach, führe mich, mein Gott, vor seinem Throne droben. Laß und laß ja nicht geschehen, daß sprechen, wer nur sprechen kann, ich sollt ohne dich auch einen doch wird kein Engel und kein Schritt nur gehen; denn wo ich Mann des Höchsten Größ ausfelbst mich führ, so stürz ich mich sprechen. in Tod; führst du mich aber, Herr, so hat es keine Noth. 5. Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben ihn geprei5. Laß mich verlassen mich, und set; so hat ein Jeder auch sein von mir selbst entbinden, nicht Kind zu solchem Dienst geweiſet; suchen mich, nur dich, so werd die Kinder werden auch nicht ich mich doch finden an einem ruhn, und werden doch, o Gott, bessern Ort. Sucht ich mich ohne dein Thun und Werk nicht ganz dich, so würd ich doch gewiß nie- auspreiſen. mals recht finden mich. 6. Wie mancher hat vor mir 6. Laß deine Gnad an mir dein Heil und Lob mit Fleiß gedoch ja nicht sein vergebens; ertrieben, und siehe, mir ist doch fülle mich vielmehr mit Kräften mein Theil zu loben übrig bliedeines Lebens, jo daß dich meine ben. Ich will von deiner WunSeel in Ewigkeit erhöh, und ich dermacht und der so herrlich schöihon jeßt in dir geh, sibe, lieg nen Pracht bis an mein Ende und steh. v. 1-3 D. J. Olearius. reden. Mel.: Nun freut euch, lieben. Psalm 145. 1151. ch, der ich oft in tiefes Leid und große Noth muß geben, will dennoch Gott mit großer Freud und Herzenslust erhöhen. Mein Gott, du König, höre mich! Ich will ohn alles Ende dich und deinen Namen loben. 2. Ich will dir mit der Morgenröth ein täglich Opfer bringen; so oft die liebe Sonn aufgeht, jo ofte will ich singen dem großen Namen deiner Macht; das soll auch in der späten Nacht mein Werk sein und Geschäfte. 3. Die Welt, die deucht uns fchön und groß, und was für Gut und Gaben sie trägt in ih rem Arm und Schooß, das will ein Jeder haben. Und ist doch Alles lauter Nichts; eb als mans recht genießt, zerbrichts und geht im Hui zu Grunde. 4. Gott ist alleine groß und schön, unmöglich auszuloben, auch denen, die doch allzeit stehn 7. Und was ich rede, wird von mir manch frommes Herze lernen; man wird dich heben für und für hoch über alle Sterne. Dein Herrlichkeit und starke Hand wird in der ganzen Welt bekannt, und hoch berufen werden. 8. Wer ist so gnädig doch wie du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit solcher Langmuth zu so vielen schweren Schulden, die aus der ganzen weiten Welt ohn Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmel steigen? 9. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben. Gott muß nicht anders sein, als gut; daher fließt seiner Güte Fluth auf alle seine Werte. 10. Drum, Herr, so sollen dir auch nun all deine Werke danfen; woraus die Heilgen, deren Thun fich hält in deinen Schran fen, die sollen deines Reichs Gewalt und schöne Regimentsgestalt mit vollem Munde rühmen. 11. Sie sollen rühmen, daß Zweiter Anhang. .639 der Ruhm durch alle Welt er der Last; den aber, der sie fränkt tlinge, daß Jedermann zumund haßt, den stürzt er ganz zu Heiligthum dir Dienst und Opfer Boden. bringe. Dein Reich, das ist ein ewig Reich; dein Herrschaft ist dir selber gleich, der du kein End erreichest. 18. Dies Alles, und was sonsten mehr man kann für Lob berbringen, das soll mein Mund, zum Ruhm und Ehr des Höchsten, täglich singen. Und also thu auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort! Das wird Gott wohl gefallen. P. Gerhard. 12. Der Herr ist bis in unfern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsre Kreuzesnoth, und bält uns, wenn wir fallen; er fteuret manches Unglücks Lauf, und hilft uns wieder fröhlich auf, wenn wir ganz hingeschlagen. 13. Herr, aller Augen sind nach dir und deinem Stuhl getehret; denn du bist auch, der alles hier so väterlich ernähret. Du thust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, in Meer und Lüften lebet. 14. Du meinst es gut und thust uns Guts, auch da wirs oft nicht denken. Wie Mancher ist betrübten Muths und frißt sein Herz mit Kränken; besorgt und fürcht sich Tag und Nachi, Gott hab ihn gänzlich aus der Acht gelassen und vergessen. 15. Nein, Gott vergißt der Seinen nicht, er ist uns viel zu treue; sein Herz ist stets dahin gericht, daß er uns leßt erfreue. Gehts gleich bisweilen etwas schlecht, ist er doch heilig und gerecht in allen seinen Wegen. 16. Der Herr ist nah und stets bereit einm Jeden, der ihn ehret, und wer nur ernstlich zu ihm fchreit, der wird gewiß erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm günftig sei, und stehet solchem treulich bei, wenn ihn die Angst um 1152. allem stille, er Mel.: Wer nur den lieben Gott. Gott in liebet mich in Freud und Schmerz; wie gut ist Gottes Vaterwille, wie freundlich sein mich liebend Herz! Er ist mein Hort und meine Zier; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 2. Mein Gott weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig treue Freund; er läßt mich nach dem Seinen lachen; was er thut, das ist wohlgemeint. Sein Lieben währet für und für: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 3. Sein Willen bleibet mein Vergnügen, so lang ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille trügen, der das nicht will, was Gott gefällt? Jch denk an meine Christgebühr; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 4. Er will und wird mich ewig lieben, er weiß wohl, was mir nüßlich sei; er hat mich in die Hand geschrieben mit lauterm Golde seiner Treu, Weg, eigner Wille, weg mit dir! Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 5. Gott will, daß mir geholfen werde, er will der Seelen Seligkeit; drum reiß ich mich von dieser Erde durch wahre Gottge= lassenbeit; feinm Willen ergeb mich dort und hier: was Gott treibet. 17. Den Frommen wird nichts abgesagt; Gott tbut, was sie begehren. Er mißt das Unglück, das sie plagt und zählt all ihre gefällt, gefällt auch mir. Säbren, und reißt sie endlich aus| 2. W. Crank. 640 Zweiter Auhang. Dei.: Wer nur den lieben Gott. zwingt, dem bringt es Leid; ein 1153. laffe Gott in jedes Ding hat seine Zeit. ch Allem walten; 8. Wohlan! Gott soll in allem sein Wille bleibt mein bester walten und dieser Schluß bestebet Rath; dem will ich gerne stille fest: Ich will mich an die Hoffhalten, was er für mich beschlos- nung balten, die nicht zu Schansen hat. Ich nehme dies zur den werden läßt; fie wirft in Richtschnur an: Was Gott thut, Gott den Anker ein, so muß sie das ist wohlgethan. gut und sicher ſein. Aemilie Juline Gr. zu Schwarzb.- R. 2. Er kennt die rechten Freudenstunden, inzwischen prüft er die und wenn er solche treu erfunden, ſo krönt er uns 1154. in allen Sachen, so mit seiner Huld, die eher, als man sichs versieht, mit tausendfacher Gnade blüht. Mel.: Wer nur den lieben Gott. trau auf Gott 3. Was Andre haben, kann ich leiden, denn Gott hats so für sie gefügt. Wer fremdes Glücke will beneiden, ist mit sich selber mißvergnügt. Ein reines Herz, ein freier Muth gilt mehr, als Gold denn wer wollt sonst mein Helfer sein? Ach Niemand hilft dem mein Gott, der thuts allein. armen Schwachen, denn nur drum seh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. und alles Gut. 4. An ihn befehl ich meine Wege, wo könnte ich wohl besser tein? Bei seiner treuen Hut unt Pflege trifft alle Hoffnung selig ein. Er macht es wohl durch Rath und That viel mehr, als man gehoffet hat. 5. Wir müssen uns zu malle schicken, denn alles kommt von lieber Hand. Auch wenn mich Zentner- Sorgen drücken, so bleibi mir dieser Trost bekannt, daß doch zuletzt der Weberdruß durch Gott zum Besten dienen muß. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, und kostet ihm ein einzig Wort, so tann ich nach dem Wei nen lachen; drum treib ich allen Kummerfort. Nicht ich, der trene Gott allein, joll meines Glückes Meister sein. 7. Gesetzt, es müßte noch ver sieben; was gut ist, kommt mit nicht zu spät. Die Aloe mus langiam blühen, bis sie in vol lem Schmucke steht. Wer alles ben Zeiten was dulden, ei, 2. Und muß ich gleich zu trüwas ist denn nun? Ich will es herzlich gerne leiden, Gott wird mir keinen Schaden thun. Drum seh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. 3. Er hat mirs ja so oft ver sprochen, daß er mein Helfer wollte sein; ich weiß, er hält mirs ungebrochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum ſeh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. 4. Läßt Gott die Vöglein nicht verderben, ei nun, so glaub ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Noth verderben läßt. Drum seh ich auch in meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. 5. Wohlan, ich will beständig bleiben bei Gott in Noth und Todesqual: von Gott soll mich fein Unglück treiben. Drum jag ich ein für allemal: Ich seh in aller meiner Noth zuvörderst auf den lieben Gott. Zweiter Anhang. 641 In eigener Melodie. * 1155.willswagen 1156. Jlen büßen für die Mel.: Jefu, meines Lebens Leben. Cesu, der du wolSünden aller Welt durch dein theures Blutvergießen, der du dich haft hergestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamstinder; ach, laß deine To= despein nicht an mir verloren sein! von der schönen Pracht was zu sagen,:,: die aus Jesu lacht! Aber wag ich mich zu sehr? Seine Wunden sind ein Meer! Doch laßt hören,:,: was der Heiland macht. 2. Du bist wahrlich:,: eine gute Lieb, und beharrlich:: in dem Liebestrieb. Niemand kann so traurig sein, daß ihn deiner Liebe Schein nicht erfreute,:,: wenn er vor dir blieb. 3. Gute Liebe: wären wir bekehrt! Doch die Triebe:,: werden noch gestört. Nun wir wären gerne so alle Stunden deiner froh: Heiland, hindre:,: was dein Werk verheert! 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt. Laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshize fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine 4. Sieh doch auf mich,:,: ruft Bande von des Satans Banden in ihrer Höhl herzbeweglich:: frei; hilf, daß dein erlittne eine jede Seel. Segne jeden Schande meine Kron und Ehre Gnadentag, daß ich Früchte brin- sei. Trost der Seelen, Heil der gen mag! Gieb mir, Jesu:: Erden, laß mich nicht zu Schanwas von deinem Del!" den werden! Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Volle Hände:,: thut euch, thut euch auf, ohne Ende:,: seg net unsern Lauf! Hier ist eine Sünderreih; höchster Priester, komm herbei, sei uns gnädig:: denn wir warten drauf! 6. Gieb uns allen,:,: die so herzlich gern möchten wallen:: nach dem Sinn des Herrn, daß wir möchten selig sein durch dein theures Blut allein. Komm doch zu uns,:,: heller Morgenstern! 7. Nun so mache:: du, der alles macht, unsre Sache, nimm uns gut in Acht; halte uns dir unbefleckt und beständig aufgeweckt, dich zu loben,:,: Jesu, Tag und Nacht! 8. Ja, du treuer,:,: werther Bräutigam, bring dein Feuer:.: völlig in die Flamm; schent uns Absolution, und darüber Lobeston; laß uns wurzeln:,: in dir, holdes Lamm! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammniß dräuet. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich ste= chen; Jeju, nahe dich zu mir; fröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sünden- Dorn mir schade. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Heile des Gewissens Striemen; nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Riemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der 41 642 Zweiter Anhang. Sünde Satans Streiche nicht und ein Hirt liebt seine Heerd. empfinde. Ach, laß deine Todes- Laß uns auch so Liebe üben, du pein nicht an mir verloren sein! im Himmel, ich auf Erd. Schal7. Ach, laß deine tiefen Wun- let deine Lieb hernieder, soll dir den frische Lebensbrunnen sein! meine schallen wieder; wenn du wenn mir alle Kraft verschwun- rufft: Ich liebe dich! ruft mein den, wenn ich schmacht in See- Herz: Dich liebe ch! Ienpein. Sent in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine Todes: pein nicht an mir verloren sein! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt. Laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 8. Ach, zerbrich des Eifers Ruthe, ach, erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst der Sünden, Ruh in deiner Seite finden. Ach! laß deine Todespein nicht an mir berloren sein! 4. Heerden ihren Hirten bören, folgen seiner Stimm allein; Hirten auch zur Heerd sich kehren, wenn sie rufen, groß und klein. Laß mich hören, wenn du 9. Hilf, daß mir dein Dürsten schreiest, laß mich laufen, wenn nüße, das am Kreuze dich ge- du bräuest; laß mich horchen plagt. Wenn ich lechze, kämpf stets auf dich; Jesu, höre du und schwiße, wenn mich meine auch mich. Sünde jagt, laß mich deines Dursts genießen, laß mir Le bensströme fließen. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Höre, Jesu, und erhöre, meine, deines Schäfleins Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder challen; wenn ich bete: höre mich! Jesu sprich: Ich höre dich! 10. Jesu, komm mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei. Wenn viel tausend Günden schreien, stehe doch mir Ar- 6. Höre, Jesu, und erhöre, men bei. Wenn mir Wort und wenn ich ruf, anklopf und schrei; Sprach entfallen, laß mich sanftJesu, dich von mir nicht fehre, von hinnen wallen. Laß mir steh mir bald in Gnaden bei. deine Todespein Leben, Heil und Ja, du hörst; in deinem Namen Himmel sein! ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. J. Frank. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. efu, frommer Men1157. henheerden gu ter Hirt, laß mich Sigism. v. Birken. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. efu, blöauch dein Schäflein werden, das 1158. Jeen Herzen, Troſt dein Staub und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Le in aller Bangigkeit, Labial in ben für die Schafe hingegeben, den Sündenschmerzen, Arzt für alles Herzeleid, Hülfe für die Todeswunden, die man stets boll Kraft befunden! und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. 2. Heerden ihre Hirten lieben, Zweiter Anhang. 643 2. Meines Herzens Brünnlein 2. Gott, der selbst die Liebe quillet lauter angebornen Wust; Mark und Adern sind erfüllet durch das Gift der bösen Lust; kein Blutstropfen ist zu finden, der nicht ist befleckt mit Sünden. ist, preiset feiner Liebe Wunder, daß sein Sohn, Herr Jesus Christ, starb für alle Feind und Sünder; sind wir durch dies Blut Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. 3. Ja, so wir versöhnet sind, weil der Sohn sich hingegeben, so wird das erstandne Kind noch vielmehr uns durch sein Leben selig machen, die er Brüder heißt und seines Leibes Glieder. 4. Aber nicht alleine dies, sondern weil wir sind im Sohne, welcher selbst den Schlangenbiß heilet, daß er in uns wohne: ei so rühmen auch wir Sünder, daß wir nun sind Gottes Kinder. 3. Ja, ich stecke boller Pfeile durch den Teufel, Fleisch und Welt; eh ich zu dem Helfer eile, werd ich wiederum gefällt; meine Seele muß erliegen, eh sie recht kann Athem kriegen. 4. Will ich mich zu dir erheben, wird vor Trägheit nichts daraus; wenn dein Geist in mir soll leben, jagt das wilde Fleisch ihn aus, daß ich auch die Qual der Schulden fort nicht länger kann erdulden. 5. Drum du Heil der kranken Sünder, Brunn, von dem das Leben springt, Arzt für deine schwachen Kinder, dessen Rur stets wohl gelingt, du kannst Pein und Schmerzen lindern, ja des Todes Stoß verhindern. 6. Komm, o Herr, und drück in Gnaden mir dein Bild ins 5. Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Himmel oben! Siehe, wie die Sünd allhier noch in uns will immer toben. Wollest, Herr, den Geist uns geben, daß wir in dir ewig leben. Joach. Just. Breithaupt. meinem alten Schaden durch dein Blut 1160. eu am aller Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Yesus ist der geholfen sein; salbt dein Del nur meine Wunden, so bin ich genug verbunden. 7. Flößest du denn meiner Seele dich, o Helfer, selber ein, so wird meiner Adern Höhle voller neues Leben sein; ja mein Mund wird voller Weisen dein Erbarmen ewig preisen. Christian Knorr v. Rosenroth. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. Röm. 5, 8. 1159, efusChristus, Got= tes Lamm, ist für unsre Schuld gestorben, hat bezahlt am Kreuzesstamm und die Freiheit uns erworben. Wer die Sünde wohl bereuet, wird durch Christi Tod erfreuet. die vom Himmel kommen, huldreich, prächtig, tugendsam, den Gott selber angenommen. Seiner großen Lieblichkeit gleicht tein Name weit und breit. 2. Jesus ist das Heil der Welt, meine Arznei für die Sünden. Jesus ist ein starker Held, unsre Feind zu überwinden. Wo nur Jesus wird gehört, wird der Teufel bald zerstört. 3. Jesus ist der Weisen Stein, der Gesundheit giebt und Le ben; Jesus bilft von aller Pein, die den Menschen kann umgeben. Lege Jeſum nur ins Herz, so verliert sich aller Schmerz. 41* 644 Zweiter Anhang. 4. Jesus ist mein ewger Schatz und umarmen; komm weinend, und ein Abgrund alles Guten. komm in wahrer Buß und fall Jesus ist ein Freudenplaß voller im Glauben ihm zu Fuß! Er füßer Himmelsfluthen. Jesus ist wird sich dein erbarmen. ein kühler Thau, der erfrischet Feld und Au. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dems in der Irr an Hülf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er läsfet neun und neunzig stehn und sie gar in der Wüsten gehn, das Eine zu umfangen. 4. Es fucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers bat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl! Noch sind die Gnadenstunden. 5. Jesus ist der jüße Bronn, der die Seelen recht erquicket. Jesus ist die ewge Sonn, deren Strahluns ganz entzücket. Willst du froh und freudig sein, laß ihn nur zu dir hinein. 6. Jesus ist der liebste Ton, den mir alle Welt kann singen, ja, ich bin im Himmel schon, wenn ich Jesum hör erklingen. Jesus ist meins Herzens Freud, meine ewge Seligkeit. 5. Jesu, deine Lieb ist groß, ich komm mühselig, nackt und bloß; ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach nimm mich auf, weil ich verwirrt im Strick und Netz der Sünden. and 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier; ach laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an und mach mich frei vom Fluch und Bann! Dies ist mein Herz- Begehren. 9. Jesu ist das höchste Gut in dem Himmel und auf Erden; Jefu Name macht mir Muth, daß ich nicht kann traurig werden. Jesu Name soll allein mir der liebste Name sein. 7. Baß mich dein Schäflein enig sein; sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich als Gotteskind um dich, mein Schaß, bewerben! Joh. Scheffler. Mel.: Kommt her zu mir, spricht. Chrarmen Sünder, 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein 1161. in dem neuen Leben tommt eilig, fommt und macht in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir euch auf, mühselig und beladen! dienen noch die kurze Zeit, die Hier öffnet sich das Jesus- Herz mir zum Heil gegeben. für Alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Laur. Laurenti. Mel.: Nun freut euch, lieben. 1. Cor. 5. minal Chr Er nimmt die Sünder an! Drum komm, dein 1162. Jaß ihr ausfegt, Jesus will und kann dich retten 7. Jesus ist mein Himmelsbrod, das mir schmeckt, wie ichs begehre; er erhält mich vor dem Tod, stärkt mich, daß ich ewig währe; Honig ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum bolleredler Tugendfrüchte. Wenn er findt im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zu nichte; alles Gift und Unheil weicht, das sein Schatten nur erreicht. Zweiter Anhang.. was sich in euch von Sünden und altem Sauerteig noch regt, nichts muß sich deß mehr finden; daß ihr ein neuer Teig mögt sein, der ungesäuert sei und rein, ein Teig, der Gott gefalle. 2. Habt doch darauf genaue Acht, daß ihr euch wohl probiret, wie ihrs vor Gott in allem macht und euren Wandel führet. Ein wenig Sauerteig gar leicht den ganzen Teig fortan durchschleicht, daß er wird ganz durchsäuert. 3. Also es mit den Sünden ist: wo eine herrschend bleibet, da bleibt auch, was zu jeder Zeit zum Bösen ferner treibet. Das Osterlamm im neuen Bund erfordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. 4. Wer Ostern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern Salzen wahrer Buß; er muß das Böse hassen, daß Christus, unser Ofterlamm, für uns geschlacht ans Kreuzes Stamm, ihn durch sein Blut rein mache. 645 keit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen, denn was nur dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; das, was hinter uns gethan, räume ferner aus dem Wege; Schlecht und Recht sei um und an. Wirke Reu Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. an 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zie len, wenn sich Noth und Drangfal findt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns allerwege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten, frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 5. Drum laßt uns nicht im Sauerteig der Bosheit Oftern 6. Wird uns auch nach Troste essen; auch nicht in Schaltheit, bange, daß das Herz oft rufen ob sie gleich uns hat sehr hart muß: Ach, mein Gott, mein besessen; vielmehr laßt uns die Gott, wie lange! Ei, so mache Osterzeit im süßen Teig der den Beschluß; sprich der Seele Lauterkeit und Wahrheit christ- tröstlich zu und gieb Muth, Gelich halten. duld und Ruh. 6. Herr Jesu, Osterlamm, ver leih uns deine Ostergaben, daß wir den Frieden und dabei ein reines Herze haben. Gieb, daß in uns dein heiligs Wort der Sünden Sauerteig hinfort je mehr und mehr ausfege! Lucas Bacmeister. 7. O, du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist! fördre in uns deine Werke, wenn der Satan Macht beweist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz In eigener Melodie. 1163. omm, komm, und Gott. Sagt das Fleisch gleich bens, wahrer Gott von Ewig- wisser sein. du Geist des Le- immer Nein, laß dein Wort ge 646 Zweiter Anhang.. 9. Wenn wir endlich sollen Kraft ausfließen und sich deinen sterben, so versichre uns je mehr, Geist ergießen, da du in der als des Himmelreiches Erben, Herrlichkeit nun regierest weit jener Herrlichkeit und Ehr, die und breit. uns unser Gott erkiest, und nicht auszusprechen ist. H. Held. 2. Denn dir ist in deine Hände nun gegeben alle Macht; bis an aller Welten Ende wird dein Name hoch geacht. Alles muß ſich vor dir neigen und was hoch ist, muß sich beugen; selbst der leßte Feind auch muß endlich unter deinen Fuß. 3. Darum kannst du allen rathen, deine Kraft ist nie zu tlein; das bezeugen deine Thaten, die uns aufgeschrieben sein. 2. Was ich in Adam und Eva Ja, du bist deswegen kommen, durch Sterben verloren, hast du weil du dir hast vorgenommen, mir, Jesu, durch Leben und Lei- aller Menschen Heil zu sein und den erkoren. Gütiger Gott, alle mein Jammer und Noth endet sich, da du geboren. zu retten Groß und Klein. 3. Teufel, Tod, Hölle, die zürnen und halten zusammen, wollen mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen. Mächtiger Gott, wende du Jammer und Noth, tilge die höllischen Flammen! 4. Hier, mein Arzt, steh auch ich Armer, krank am Geiste, blind und bloß; rette mich, o mein Erbarmer, mache mich von Sünden los und von den so vielen Tücken, die mein armes Herz bestricken. Ach, laß deinen süßen Mund zu mir sprechen: Sei gefund! 5. Siehe, meine Seele rühret deinen Saum im Glauben an, wartet, bis sie endlich spüret, was du haft an mir gethan. An dein Wort will ich mich halten und indeß dich lassen walten; leugnen fannst du dich noch nicht, da dein Wort mir Heil verspricht. 6. Amen! du wirst mich erhören, daß ich durch dich werde rein und zu mir dein Antlig kehren, daß ich könne fröhlich sein; so will ich aus Herzensgrunde deine Güte mit dem Munde rühmen hier in dieser Zeit bis zur frohen Ewigkeit. Mel.: Lobe den Herren, den. 1164. ommst du nun, Jesu, vom Him mel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereinigt werden? Ewiger Gott, fann dich mein Jammer und Noth bringen zu Menschen- Geberden? 4. Gieb mir, o Jefu, nur heilige, gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken! Heiliger Gott, laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken! 5. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, welches du alIen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bei Gott ohne Noth, Jammer und Tod ewig in Freuden kann schweben. C. Fr. Nachtenhöfer. Mel.: Jesu, der du meine Freude. Luc. 8, 44. 1165. Liebster Jefu, in den Tagen deiner Niedrigkeit allhier hörte man zum Mel.: Nun lob mein Seel den. Nach Psalm 56. Volk dich sagen: Es geht eine 1166. Man lobt dich in Kraft von mir. Laß auch deine Stille, 647 3. Aber Gottes Güte währet immer und in Ewigkeit: Vieh und Menschen er ernähret durch erwünschte Jahreszeit; alles hat seine Gnad dargereichet früh und fpat. Zweiter Anhang. bocherhabner Zions- Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch, Herr, auf Erden der Frommen Zuversicht; in Trübfal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er fallen kann. 4. Giebet er nicht alles reichlich und mit großem Ueberfluß? Seine Lieb ist unvergleichlich, wie ein starker Wasserguß; Luft und Erd uns ernährt, wenn es Gottes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer durch den wahren Menschensohn, der uns, wie ein freier Töpfer, hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rath, stark von That ist, der uns erhalten hat. Joachim Neander 2. Es müssen, Herr, sich freuen bon ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen, das, was mir nüß und gut! Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets und niemals von scheide, so lang ich leb und web. 1168. Meie nicht! Ach 3. Herr, du hast deinen NaIn eigener Melodie. Jeinen laß ich men sehr herrlich in der Welt was wollt ich bessers haben? gemacht; denn als die Schwa- Ruhe, Freude, Trost und Licht chen kamen, hast du gar bald ist in seinem Schooß begraben. an sie gedacht. Du hast mir Alles, was Vergnügen giebt, hab Gnad erzeiget; nun wie vergelt ich, weil mich Jesus liebt. ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. 2. Er ist mein und ich bin sein, Liebe hat uns so verbunden; es ist auch mein Trost allein nur sein Blut und tiefe Wunden. Auf ihn bau ich felfenfest, voller Hoffnung, die nicht läßt. Johann Rift. 3. Ohne Jesum würde mir nur die Welt zur Hölle werden; In eigener Melodie. 1167. Meine Hoffnung hab ich ihn, so zeigt er mir feste der Erden lebendigen Gott; er ist mir den; hungert mich, so ſeßt er der Allerbeste, der mir beisteht mir Brod wie lauter Manna für. in der Noth. Er allein soll es sein, den ich nur von Herzen mein. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann feste Schlösser bauen in die Luft und in den Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erden seht. 4. Eine Stunde, da man ihn recht ins Herze sucht zu schließen, giebt den seligsten Gewinn, Gnad und Friede zu genießen. Ein nach ihm geschickter Blick bringt viel tausend Lust zurück. 5. O, wie wird mein Kreuz so klein! Hilft er mir doch selber tragen, richtet es zum Besten ein. Er will auch nicht im 648 mer schlagen; nach der Ruthe kommt die Huld, er begehret nur Geduld. Zweiter Anhang. 6. Führt er mich gleich wun: durch Leid und Schmerzen, er hat dennoch über mich immer etwas Guts im Herzen; ja, es führt die Wunderbahn nirgends hin, als himmelan. 7. Von der treuen Liebeshand offenbart sich lauter Liebe. Nichts beruht auf Unbestand bei dem treuen Liebestriebe. Jesus, immer einerlei, ewig ist und bleibet treu. god 8. Blinde Welt, such immer hin, deine Lust auf dieser Erden! Außer Jesu kann mein Sinn niemals recht vergnüget werden. Also bleibts bei dieser Pflicht: Meinen Jesum laß ich nicht. B. Schmold. Mel.: Jesu, meine Freude. 1169. Mei wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er er. Mel.: In dich hab ich gehoffet. Meine Seel ift ftille 1170. Mein Geist und Sinn ist hoch erfreut in Gott, der mich hat benedeit in Christo, seinem Sohne, den er zum Heil und besten Theil gefandt von seinem Throne. 2. Er hat mich vor der Welt erwählt und seinen Kindern zugezählt, er wird mich nimmer lassen. Die Gnadenfüll giebt, was ich will; sein Lieb ist ohne Maßen. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag feinen leiden, der ihr rede ein. Von der Welt Ehr, Luft und Geld, wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nicht wissen. 3. Bin gleich ich Sünder des nicht werth, bleibt seine Huld doch unversehrt; sie hebt, sie trägt, sie duldet. Drum trifft mich 3. Nein, ach nein! nur Einer, nicht das Zorngericht, das ich fagt sie, und sonst keiner wird sonst hätt verschuldet. von mir geliebt. Jeſus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. In Christo fiehet er nicht an, was meine Unart hat gethan, wenn ihn mein Glauben fasset und alle Sünd, die sich noch find't, mit Ernst und Abscheu haffet. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege fanft in seinen 5. So schenkt er mir auch Schooß; lerne ihm vertrauen, sol seinen Geist, der mir den Weg zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur zum Himmel zu und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 5. Meine Seele senket Alles, was sie fränket tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was fie je betroffen, träget fie mit Lust, faffet sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste. Endlich kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet! Wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis ans End, alsdann sich wend't das zuerst gekost'te Leiden und gehn an die Freuden. J. C. Schade. Zweiter Anhang. 649 sten dir alles geschicht, was dir jetzt begegnet; obs stürmet und regnet, bald kommt doch die Sonne mit fröhlichem Schein. Drum sei nur zufrieden, dein Trauern stell ein! dm dng 2. Vergnüigung des Herzens ist besser als Gold, für aller Welt Schäße ich wählen sie wollt; allein es sind Gaben, die Allé nicht haben. Wohl dem, der sich darauf gegründet hat fest! Drum sag ich nochmalen: Vergnügung ists best. 3. Die rechte Vergnügung dar8. Er ist mein Leben, Trost innen besteht, daß man ſei zuund Licht, mein Fels, mein Heil, frieden, obs seltsam gleich geht. drum acht ich nicht selbst Him- Bei glücklichen Tagen kann Manmel und die Erden, weil mir cher wohl sagen: Ich bin schon ohn ihn, nach meinem Sinn, kein zufrieden, was Gott mir zuschickt. Gut und Theil mag werden. Nein! sei auch zufrieden, wenn Unglück dich drückt. 9. Er ist mein allerhöchstes Gut, mein Herz in seinem Herzen ruht; ich schlafe ganz mit Frieden. Wir bleiben fort, so hier als dort vereint und ungeschieden. zum Leben weist, sein Lieb ins Herze gießet, die mir mein Leid und Traurigkeit vermindert und versüßet. 6. Er ist der allerbeste Freund, der treu und gut es mit mir meint; man findt nicht seines Gleichen. Wer ihn erkennt und Vater nennt, sollt er von dem wohl weichen? 7. Ich habe und behalte ihn, ich geb mich ihm vollkommen bin; ohn ihn will ich nichts wissen. Weil ich ihn hab zu meiner Gab, kann ich leicht alles missen. 10. Er segnet mich, wenn man mir flucht, und wenn der Feind mein Unglück sucht, wird's ihm doch nicht gelingen. Er macht mich frei und steht mir bei, daß ich kann fröhlich fingen. 11. Es wird mir ewig wohl ergehn; ich werd ihn selbst mit Augen sehn, den Ursprung aller Freuden. Mein Herz wird sich, das glaube ich, ohn Ende in ihm weiden. 12. Kein menschlich Ohr hat es gehört, was mir von Gott noch ist bescheert, ich seh es schon im Glauben und freu mich sehr, daß nimmermehr kein Feind es mir fann rauben. Joh. Friedr. Start. Mel.: O Ursprung des Lebens. 1171, Mein Herz, jei zu4. Mit Sorgen und Grämen ist nichts ausgericht't; wer recht ist vergnüget, dem gar nichts gebricht. Wer sich läßt begnügen an Gottes Verfügen, der lebet vergnüget auf irdischer Welt, weil er ist zufrieden, wie Gott es gefällt. dich nicht; gedent, daß zum Be-| 5. Gott gebe uns Allen vergnügteren Muth, daß, wie es Gott füget, wir halten für gut. Mit Trauern und Grämen läßt Gott sich nichts nehmen; es schwächet die Kräfte, dem Herzen bringts Pein. Wer Gott nur vertrauet, fann fröhlich stets sein. 6. Drum will ich zufrieden mit meinem Gott sein; er schicke mir Freude, er schicke mir Bein, so soll mir in Allem sein Wille gefallen; denn er weiß am besten, was nüßlich uns sei und will uns nicht schaden; es bleibet dabei. Mel.: Wie schön leuchtet frieden, betrübe 1172. Mein delu, füße Zweiter Anhang. 650 ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest; dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht fannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte! Bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen; allein wie eilend gehts vorbei! Da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns betrügen. Drum muß Jesus mit den Schäßen mich ergößen, die bestehen, wenn die Weltluft will bergehen. scheiden. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt; darum so geh ich ungetrübt mit dir durch Kreuz und Leiden. Plage, schlage! Ich bin stille, ists dein Wille, mich zu kränken; du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Trösten nicht allhier in dieser Welt empfinden, so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gnadenschein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Menschensohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen. Dein Herz, das mich in Trauern setzt und sich verschließt muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen. Drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Liebe, daß ich mich nicht mehr betrübe. 9. Du falbest mich mit Freudenöl, so daß sich öfter Leib und 4. Wer Jesum fest im Glau- Seel recht inniglich erfreuen. ben hält, der hat die Kraft der Ich weiß wohl, daß du mich beandern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurigkeit fein Antlit zu berdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich versteckest. Du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir erweckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir llebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. 6. Derhalben soll mich keine trübst; ich weiß auch, was du Denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist ein starke Hand und hält dich als ein festes Band. Ach, stärke meinen Glauben! Im Glauben kann dich Niemand mir, im Glauben kann mich Niemand dir, o starker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Leid und Grämen kann hinnehmen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Chr. Lange. In eigener Melodie. zeuge Noth, mein Jesu, wär es auch 1173. Mein Bater, sein, D S Zweiter Anhang. Apar nach deinem Bilde un schaffe selbst in mir die neue Krea... laß mich doch gütig sein, auch heilig, weis und milde, durch deiner Gnaden Kraft, wie du bist von Natur. 651 nicht auf für mich zu beten, ach rufe doch mit mir den Vater glich an! Laß deinen heilgen Geist mit Seufzen mich vertreten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 9. Mein König, schüße mich, wenn Satan, Welt und Sünde, so sich in mir noch regt, auf meine Seele stürmt; hilf daß in deinem Schooß ich allzeit Ruhe finde: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 2. Mein Licht, erleuchte mich, laß deiner Gnaden Strahlen mir dringen in mein Herz, vertreib die Finsterniß. Ich fall und irre sonst zu allzu vielen Malen; ja werd ich nicht erleucht, verderb ich ganz gewiß. 3. Mein Weg zum Vaterland! ach öffne mir die Pforte, die mich ins Liebe- Reich im Glauben überbringt. Du weißt ja, daß dein Knecht an einem wiiften Orte schon lang genug gewohnt und nun nach Freiheit ringt. 10. Meine Hirte, weide mich auf einer grünen Auen, und leite mich im Durst ans frische Wasser hin. Hol meine Seel herum! Wollt ich aufs Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweiften Sinn. 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß die Arzenei, dein theurvergoßnes Blut, mich heilen; laß des Geists Erneurungs- Lebensfäfte mich leben und erfreun, mir stärken Herz und Muth. 4. O Wahrheit, heilge mich in aller deiner Wahrheit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit; vertreib den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit! 5. Mein Leben, leb in mir, und laß mich in die leben! Ich bin ja ohne dich zum Guten gänzlich todt. Du bist das Lebensbrod, das einzig Nahrung geben kann meinem matten Geist in aller seiner Noth. 6. Mein Lämmlein still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach wirke doch in mir den sanften Lämmleins- Sinn, so werd ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig führen hin. 7. Mein Meister, lehre mich 14. Mein Ein und Alles, laß den Vater wohl zu kennen, weil mit dir mich eins hier werden, ohne dich, o Licht, ich Gott, das so wird mir alles nichts, du Licht, nicht seh; ach unterweise mich, ihn Abba recht zu nennen, daß alle mein Gebet in rechter Brunst gescheh. aber alles sein. Und nimmet deine Güt mich endlich von der Erden, so geh ich friedensvoll in deine Freuden ein. 8. Mein Hoherpriester, hör Christian Andreas Bernstein. 12. Mein Freund, vertraue dich doch besser meinem Herzen, und laß mich deiner Treu noch mehr versichert sein, auf daß zu aller Zeit ich meiner Seelen Schmerzen getrost versenken darf in deines Herzens Schrein. 13. Mein Bräutigam, liebe mich, und setze mir das Siegel der unverfälschten Lieb, den Geist, auf meine Brust; laß deinen Gruß und Kuß mich schmecken; sei mein Spiegel, darin ich mich beschau nach aller HerzensLust. Zweiter Anhang. Mel.: Seelen- Bräutigam. In eigener Melodie. 1174. u füße Luft aus 1175. Durchbrecher alder Liebesbrust, du erweckest wahre Freude, daß ich falsche Freude meide, o du süße Lust aus der Liebesbrust! Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Luft und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unfern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin! 2. Deine reine Quell giebet klar und hell geistliche Erquickungsfäfte, lebensvolle Himmelskräfte. Deine reine Quell giebt es klar und hell. 652 3. O gewaltger Trieb, o du Jesus- Lieb! O unendlich tiefe Güte, o wie froh ist mein Gemüthe! O gewaltger Trieb, o du Jesus- Lieb! 4. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu! Ich bin durch den Vorhang gangen, Jeſum einig zu umfangen. Laßt mich in der Ruh, fragt nicht, was ich thu! 5. Ich bin benedeit, weil mich Gott erfreut; diese Freud Niemand erfähret, als in dem sich Gott verkläret. Ich bin benedeit, weil mich Gott erfreut. 6. Denn das sinnlich Theil fühlet nicht dies Heil; bloß der Geist der Seelenträfte trinfet diese Himmelsfäfte. Denn das sinnlich Theil fühlet nicht dies Heil. 7. In der Sabbathsruh tritt er selbst herzu. O wie große süße Wonne strahlet dann von dieser Sonne! In der Sabbathsruh tritt er selbst herzu. 8. Alles wird versenkt, was uns je gefränkt. Diese Freud weiß nicht von Leiden, weil in Freuden über Freuden alles wird versenkt, was uns je gefränkt. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja an ders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht. Ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas beffres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los, und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen blos. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weich, Vernunfts- Bedentlichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 9. O du süßer Hort, du lebendig Wort, du mußt niemals mich verlassen hier auf dieser Pilgrimsstraßen, o du süßer Hort, du lebendigs Wort! 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboßte Macht entzwei; denke, daß ein armer Waise dir im Tod nichts nüße ſei! Heb ihn aus dem Staub der G. Arnold. Sünden, wirf die Schlangenbrut Zweiter Anhang. 653 hinaus; laß uns wahre Freiheit durch mich erzürnen können; wie finden in des Vaters Hochzeithaus! ich versöhne dich durch mich, kann ich mir nicht aussinnen. Doch tröstet mich, dein liebes Kind, an dem man nichts Sündhaftes findt, ist mein Erlöser worden. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maaß gebricht. 8. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut! 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit! Denn die Last treibt uns zu rufen; Alle schreien wir dich an. Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 10. Ach wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebildt. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer ans deiner Füll sich füllt. 2. Vom Himmel ist er williglich zu mir auf Erden kommen und hat mein Fleisch und Blut an sich aus großer Lieb genommen, daß er mich Schwachen heilen möcht, und dir dafür ein Opfer brächt, was dich zum Zorn bewogen. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan! Du wirst nicht säumen; wo wir nur nicht lässig sein, werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold. 3. Dich hat ein Mensch zu Zorn bewegt, dich mußt ein Mensch verföhnen, durchs Kreuze, das er willig trägt, mußt er den Zorn ablehnen. Zu deiner Rechten zeigt er dir jetzt immerdar, wie er sich mir mit Freundschaft hat verbunden. 4. Sieh, das ist meine Zuversicht, das ist mein ganz Vertrauen. Willst du, gerechter Gott, mich nicht der Sünden halbn anschauen, so sieh mich doch in Gnaden an, weil dein Sohn gnug für mich gethan und meine Sünd gebüßet. 5. Nimm wahr, o Vater, deinen Sohn, sei gnädig deinem Knechte! Weil er ward Mensch, ach, so verschon, straf nicht nach strengem Rechte! Wenn du siehst feine Nägelmal, laß meine Sünden ohne Zahl darin verborgen bleiben. 6. Wenn du beschaust das Blut jo roth, das von ihm ist geflossen: wasch ab damit den Sündenkoth, weil ers für mich vergossen. Weil dich ein Mensch erzürnet hat, so laß dich deinen Sohn zur Gnad hinwiederum bewegen. Mel.: Aus tiefer Noth schrei ich. 7. Sehr groß ists, was ich 1176. Herr, mein Gott, oft und viel mit Sünden hab ich hab zwar dich verschuldet; jedoch ich nicht ver= 654 Zweiter Anhang. zagen will, weil Christus hat der Vater ist, barmherzig ist zu erduldet gehorsamlich den bittern Tod und mir dadurch, o treuer Gott, die Seligkeit erworben. jeder Frist und das aus des Herzens Grunde? 8. Groß ist mein Ungerechtigfeit, die deinen Zorn erwecket; sein Unschuld aber ist das Kleid, damit sie wird bedecket. Kein Mensch so große Sünde findt, die nicht in Christi Tod verschwindt, der unser Bruder 2. Gott ist barmherzig, spricht der Mund, und wer ist, ders nicht gläubet? Allein macht Gott dies also fund, daß er zur Nachfolg treibet, so ist verschloſssen Herz und Ohr, es wankt der Glaube wie ein Rohr, weil mans unmöglich achtet. worden. 9. Wer ist so boch in dieser 3. Bon Gott will man Barmherzigkeit in seinem ganzen LeWelt durch Hoffahrt aufgeschwel-| ben, ja, daß sie möge weit und let, den Christi Niedrigkeit nicht fällt, wenn er sie ihm vorstellet? Des Todes Macht so groß ist nicht, der bittre Kreuztod sie zerbricht, den Gottes Sohn erlitten. breit sich über uns erheben; allein soll man Barmherzigkeit am Nächsten thun, wie Gott gebeut, so ist Niemand zu Hause. 4. Ach denke, daß der Höchste 10. Ja, wenn man Christi dir Barmherzigkeit erzeiget, daß Gnad und Huld und aller Men- dich die Güte überführ und du ichen Sünden auf gleiche Waage auch seist geneiget zu geben dem, legen jollt, so würde sich befin- der dürftig ist, und gar ein den ein solcher großer Unter- Gliedmaß Jesu Christ; dies ist schied, als zwischen Nacht und des Herren Wille. Tageszeit, als zwischen Höll und Himmel. 11. Darum, o du liebreicher Gott, deß Gnad nicht auszugründen, durch deines Sohnes Blut und Tod bergieb mir meine Sünden! Laß durch sein Unschuld meine Schuld, durch sein Geduld mein Ungeduld vertilget gänzlich bleiben. 5. Es wird ein grausames Gericht, dort über den ergeben, der dieses hat erkannt im Licht und läßt es nicht geschehen. Das Wissen, das entschuldigt nicht; man muß ausüben, was Gott spricht; dies ist die rechte Liebe. 12. Gieb seine Demuth mir zum Schuß, die mich vor Stolz behüte; sein sanfter Muth steur meinem Trub, laß mich sein voller Güte! Er sei mir alles, was ich darf, so wird kein Unglück sein so scharf, das mich verdammen möchte. Johann Heermann. 6. Wie mancher Reiche stößet aus und weist von Thür und Pforten die Armen, die vor seinem Haus die Noth mit vielen Worten ausschütten, daß ein Felsenstein darüber sollt mitleidig sein; allein man wills nicht hören. Mel.: Nun freut euch, lieben. 1177. himmlische Barmherzigkeit, die Jesus uns anpreiset! Ach wer ist doch zu dieser Zeit, der sich ge= treu erweiset, der gleich wie Gott, 7. Ach laß mein Herz barmherzig sein und nach Vermögen geben, aus wahrer Liebe, nicht zum Schein, wenn ihre Stimm erheben die Armen in der Hungersnoth, daß sie an meinem Stücklein Brod, o Jesu, sich erfreuen! 8. Du giebst Barmherzigkeit ohn End mir Armen auf der Zweiter Anhang. 655 Erden, so laß auch wieder Herz ort, verhärtet durch die Sünden, und Händ mit freundlichen Ge- so ist der Same schlecht verberden austheilen, was du mir wahrt auf solchen Felsengründen. bescheert, daß auch der Arme Ein Felsenstein hat keinen Saft, werd ernährt durch den bescheer- drum hat der Same keine Kraft ten Segen. zu sprießen und zu schießen. 9. Ist unbarmherzig gleich die Welt und hat ihr Herz verschlosjen, so laß mich thun, was dir gefällt und helfen unverdrossen. Laß mich dem Vater ähnlich sein, der überflüssig schenket ein Barmherzigkeit und Güte. 10. Ja, Vater, gieb mir folchen Sinn, daß ich von deinen Gaben, die du mir giebst, geb Andern hin, die Dürftigen zu laben: laß mich nach deinem Ebenbild sein liebreich, gütig, sanft und mild! Dies bitt ich herzlich. Amen. Laurentius Laurentii. Mel.: Ach Gott vom Himmel sieh, oder: Aus tiefer Noth. Luc. 8. 1178. Menich, wie ift deinHerz bestellt? Hab Achtung auf dein Leben! Was trägt für Frucht dein Herzensfeld? Sinds Dornen oder Reben? Denn aus der Frucht fennt man die Saat, auch wer das Land besäet hat, Gott, oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und einer Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Vögel Alles fraßen? Ach, prüfe dich; es ist kein Scherz. Ist so bewandt dein armes Herz, so bist du zu beklagen. 3. Denn ist der Same weggerafft, vertreten und gefressen, so hast du keine Glaubenskraft, noch Seelenspeis zu essen. Fällt dir ins Ohr der Same nur und nicht ins Herz, ist deine Spur zum Leben ganz vertreten. 4. Ist auch dein Herze Felsen5. So lang noch nicht zerknirscht dein Herz und vom Geseb zerschlagen durch wahre Buße, Reu und Schmerz, so fanns nicht Früchte tragen. Bedenk es wohl und thue Buß, glaub fest und falle Gott zu Fuß, so ist dein Herz genesen. 6. Oft ist das Herz auch dornenvoll, mit Sorgen angefüllet. Oft lebet es im Reichthum wohl; da wird der Sam verhüllet. Ja, er ersticket ganz und gar und wird nicht einmal offenbar. Das ist wohl zu beklagen. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthum ist bemühet, und nur nach Wohllust dieser Welt mit Aug und Herzen siehet. Da kann kein Gutes haben ſtatt, wo man der Wohllust nicht wird satt; der Same muß ersticken. 8. Doch ist, Gott Lob, noch gutes Land auf dieser Welt zu finden, das Gott dem Herrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Same, den Gott eingelegt, noch hundertfältig Früchte trägt; das sind die rechten Herzen. 9. Wer Ohren hat, der höre doch und prüfe sich ohn Heucheln, dieweil es heißet heute noch; hier muß sich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. 10. Herr Jesu, laß mein Herze sein zerknirschet und zerschlagen! Der Sam durch Glauben dringe ein und laß ihn Früchte tragen, die mir im Himmel folgen nach, Zweiter Anhang. 656 da ich sie finde tausendfach: das wünsch ich mit Verlangen. tradhisdar idisid 2. Laurenti. Mel.: Warum sollt ich mich. 1179, was für ein herr lich Wesen hat ein Christ, der da ist recht in Gott genesen! Der aus ihm ist neu geboren und hier schon in dem Sohn ist zum Kind erkoren. 2. Wenn die Seel sich von der Erden ganz Losreißt, durch den Geist heilig hier zu werden, so ist das ihr hoher Adel, wel: chen sie je und je findet ohne Tadel. Jollo chod i spek 6. Hier steht diese Rof im Grunde, und ihr Schein bleibet flein in der Prüfungsstunde. Man tritt hier sie oft mit FüBen, aber Gott wird den Spott ihr einmal versüßen. einmal nach der Qual sie bekommt zum Lohne. 3. Irdsche Scepter, irdsche Kronen sind ein Sand und Land nebst den hohen Thronen. Eine Seel, die Gott regieret, bat hier schon eine Kron, die sie ewig zieret. End52 11 10 In eigener Melodie, ala bis oder: bad manis 190 xid Alles ist an Gottes Segen. 9 4. Köstlich ist sie ausgeschmüt: 1180. O wie felig finb Seelen, die fet, reine Seid ist ihr Kleid, hoch ist sie beglücket; innerlich glänzt sie von Golde, pranget sehr, lebt in Ehr, denn Gott ist ihr holde. 5. Doch ihr Glans bleibt hier verdecket vor der Welt, die sie hält, als wär sie beflecket. Sie lebt jetzt in Gott verborgen, kriegt oft Hohn hier zum Lohn; doch gius fie läßt Gott sorgen. 7. Christus, der sie hat erwählet und als Braut ihm vertraut, der sicht, was ihr fehlet; tröst't sie im bittern Leiden, führt sie dann auf die Bahn der vergnügtsten Freuden. er 9. Ewig wird sie triumphiren, wenn ihr Hirt Christus wird in sein Haus sie führen und ihr öffnen alle Schäße, damit sie je und je sich daran ergößele 10. Dann wird sie kein Leid mehr beugen und ihr Glanz wird sich ganz offenbarlich zeigen. Sie wird leuchten als die Sonne; Gott allein wird stets sein ihre Freud und Wonne. redat! 11. Dann wird sie mit Christo sizen auf dem Thron; ihre Kron wird von Golde blißen. Dann wird Jedermann sie kennen und sie frei ohne Scheu hoch von Adel nennen. J. G. Wolff. STEISITI mit Jesu sich vermählen, die sein sanfter Liebeswind so gewaltiglich getrieben, daß sie ganz daselbst geblieben, wo sich ihr Magnet befindt! DHIL 2. Denn wer fasset ihre Würde, die bei dieser Leibesbürde sich in ihnen schon befindt? Alle Himmel sind zu wenig für die Seelen, die der König so vortrefflich angezündt. 3. Wenn die Seraphim sich decken und vor seiner Macht erschrecken, wird er doch von seiner Braut in der wundervollen Krone auf dem gloriösen Throne ohne Decke angeschaut. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern, und bedienet mit Erschüttern dieses Königs Heiligkeit. Aber wer mit ihm vere 8. Ihre Hoheit wird vermeh-| trauet, wird, wenn er sein Ants ret bei dem Schmerz, der ihr litz schauet, doch gar sänftiglich Herz hier im Kreuz bewähret; erfreut. dieses schmücket ihre Krone, die 5. Wenn Jehovah man ge Zwetter Anhang. nennet, wird nichts Höhers mehr erfennet, als die Herrlichkeit der Braut. Sie wird mit dem höchsten Wesen, das sie sich zur Lust erlesen, gar zueinem Geistvertraut. 6. Sie ist edler als Karfunkel; Diamanten sind zu dunkel vor dem Glanz der Herrlichkeit, der sie durch und durch erfüllet, der wie Ströme aus ihr quillet, der die Königin erfreut. 7. Drum, wer wollte sonst was lieben, und sich nicht beständig üben, des Monarchen Braut zu sein? Muß man gleich dabei viel leiden, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 8. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 657 gehen. Die Ewigkeit nur hat fein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht: Ihr Erbe, das verwelfet nicht. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß ver3. Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge sammt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leis den nicht, das faum ein Augenblick ansicht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, die Pein der märtrer allzumal, so vieles Kreuz und Leiden? Wenn man es gleich zusammenträgt und Alles auf die Wage legt, sodann zur andern Seiten dort jenes Lebens Herrlichkeit, wie wird es überwogen weit! 9. So will ich mich selbst nicht achten; sollte gleich der Leib berschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit er quicken, daß ich meines Jesu sei. 10. Ohne Fühlen will ich trauen, bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, bis er sich zu mir gesellt, bis ich werd in seinen 6. Ach, wie verlanget doch nach Armen in gar süßer Lieb erwar- dir mein mattes Herze mit Bemen, dort in seinem Himmelszelt. gier, du überselges Leben! Wann werd ich doch einmal dahin ge= langen, wo mein schwacher Sinn Christian Friedr. Richter. Mel.: Ewigkeit, du Donnerwort. 1181. Ewigkeit, du ſtets pfleget nach zu streben? Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende, o Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß bor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 5. Im Himmel lebt der Christen Schaar bei Gott viel tausend tausend Jahr und werden deß nicht müde; sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Frieden, da Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 7. Fahr hin, du schnöde Zucht und Pracht, du tolle Hoffahrtskleidertracht; fahr hin, du sündlich Wesen, du falsch entzündte Liebesbrunst, du Gold- und Silber Reichthumsdunst, und was die Welt erlesen gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Muth. = 42 Zweiter Anhang. 658 8. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin! Erasmus Francisci. 6. Christum siehe an im Glauben, leer dich von dir selber aus; sein Verdienst laß dir nicht rau ben, so vergehet Furcht und Graus. Er ist der Mann, der dein Herz weiß zu erquicken, und den Stein, der dich mag drücken, bald heben kann. M. J. F. Ruopp. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Mel.: Auf, hinauf zu deiner. 1182. Swing dich auf, 1183. Seele geh auf Gol meine Seele, gatha! steig aus deinem Staub empor, unter Jesu Kreuze und bedente, flich aus deiner finstern Höhle! was dich da für ein Trieb zur Dein Licht bricht mit Glanz her-| Buße reize. Willst du unemvor, dein süßes Heil, das dir pfindlich sein, o so bist du mehr J190 lauter Freude bringet und mit als Stein. bil bij 598k Lust entgegen singet: Gott ist 2. Schaue doch das Jammerdein Theil! bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strö men quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! Ach der übergroßen Noth, es ist gar mein Jesus todt! 2. Bist du gleich beschwert mit Sünden, mit Verdammniß überdeckt, Gnade, Gnade ist zu finden wider das, was dich erschreckt. Hier ist der Held, der die Sünde überwunden durch sein Blut und bittre Wunden; sie ist gefällt. 0. 3. Lamm Gottes ohne Schuld! Alles das hatt ich veran schuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze bin. 3. Alles, alles ist besieget, was dir die Verdammniß droht; Christi Leiden überwieget alle Sünden, Angst und Noth. Der Tod ist todt; drum laß dein Herz erklingen und vor Freuden immer singen: Versöhnt ist Gott! 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von dem Kreuzesstamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. sise 4. Dadurch mußt du über winden, kleid dich nur in Christum ein; durch Beschauung deiner Sünden geht nicht auf der Gnadenschein. Er ist das Licht, dran sich muß das Auge weiden, draus entsteht der Glanz der Freuden und sonsten nicht. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr. Schenk ich dir gleich tausend Welten, ach das wäre nicht genung nur für deinen Gallentrunk. sia 5. Mosis Strahlen sind zum 6. Nun ich weiß noch was Schrecken, die uns unsere Ge- für dich: ich will dir mein Herzed stalt und das sündlich Herz aufgeben; dieses soll beständiglich decken, wie es gegen Gott so unter deinem Kreuze leben. Wie falt. Er treibt das Herz mit du mein, so will ich dein lebend, Bedrohen und Verfluchen, Chri- leidend, sterbend sein. um, unser Heil, zu suchen in Reu und Schmerz. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; Zweiter Anhang. 659 da hinein will ich stets gehn, schon hier, sein Herz bricht ihm wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasfer dürst, bis du mich erquicken wirst. gegen dir. Hoffe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. pr asd 5. Sei getrost in Todesnöthen! Fechte frisch den letzten Zug; sollt dich gleich der Herr auch tödten, das ist ja der leßte Druck. Wer da recht mit Jesu ringt, und wie Jakob ihn bezwingt, der gewißlich auch obsieget und die Lebenskrone krieget. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen. Laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich. plapp 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finWer sich sich hier sein Bette macht, spricht zulett: Es ist vollbracht. Benj. Schmolt. den. 6. Sei getreu bis an das Ende! Daure redlich aus den Kampf, leidest du gleich harte Stände, duldest du gleich manchen Dampf Ist das Leiden dieser Zeit doch nicht werth der Herrlichkeit, so dir wird dein JeMel.: Freu dich sehr o meine.fus geben dort in jenem Freuital HIS 1184. Sei getreu in dei- benleben. nen 7. So wehlan! so will ich dich fein Ungemach von der leiden, glauben, lieben, hoffen Liebe Jesu scheiden; murre nicht mit Web und Ach! Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, da du ihm dein Herz verschlossen, ob ihn das nicht hab verdrossen. did nor fest, und getreu sein bis zum Scheiden, weil mein Jesus nicht verläßt den, der ihn beständig liebt und im Kreuze sich ergiebt. Ihm befehl ich meine Sachen; Jesus wirds zuletzt wohl machen. Benjamin Prätorius. Mel.: Straf mich nicht in deinem. 41730 p mon Seelespill o 1185. Siehe, ich gefallner Blut und Schläge, ich dein Diener, bin wohl recht langsam, faul und träge. Ach mein Gott Zebaoth, hör mein Schreien, Lönen und mein ängstlichSehnen! 2. Ich bin falt, entzünde mich, o erweich mich Harten! Speis mich, ich bin hungerig, feucht mich dürren Garten, Satan schlägt und erregt sehr viel harte Wunden in Versuchungsstunden. 3. Meines Fleisches Lustbegier macht mir manche Schmerzen; auch die Welt, die schießet mir Pfeile nach dem Herzen. Man42* 2. Sei getreu in deinem Glauben! Baue deiner Seelen Grund nicht auf zweifelhafte Schrauben; fage den gewissen Bund, to geschloſsen in der Tauf, dei so Gott wieder fange an ein besser Leben, deinem Gott zum Dienst ergeben. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hart betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willst, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe fest, Gott ist Zweiter Anhang. 660 cherlei Menschenscheu sucht mich zu erschrecken und in Noth zu stecken. 4. Ach könnt ich doch, Jesu, dich, wie ich wollte, lieben, o möcht ich doch kräftiglich solche Lieb ausüben! Brünstiglich wünsche ich, dich, Herr, zu umfassen und zu 11.( Seele.) O wie rein ist doch dein Blut, Jesu, meine Wonne, schneeweiß und vollkommen gut, heller denn die Sonne. Ganz und gar hell und klar werden dort die Deinen durch dein Blut erscheinen. 12. Dank sei dir, du Gotteslamm, daß du überwunden, daß 5. Mein Geift weiß und füblet wohl, was es sei, dich liedu mir am Kreuzesstamm die Erlösung funden. Ich bin dein, ben; doch das Fleisch ist Träg- dir allein will ich mich ergeben, heit voll, will die Herrschaft in dir siegen, leben. üben. Fleisch und Geist ziehtion des und reißt mich auf beiden Sei- Joni ten; o da gilt es streiten! Mel.: 6. Ach was mag ich Armer doch? Wer wird mich erretten? Wohin ich 1186. Verſuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, adadas in Sanftmuth, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit.ro, dige 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen; bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweijet jeine Kraft, macht Christo gleichgesinnt, verneuert Herz und Muth, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und pflegt in Sinfalt es dem Nächsten wieder geben. Dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, be tennet Jesum Christ. Wer wird mich vertreten? Herr, mein Heil, komm in Eil, brich des Fleisches Tücke, die verstrickten Stride! 7.( Jesus.) Sieh, ich komme und erfüll, Seele, dein Verlangen. Ja ich kenne dich und will dich mit Lieb umfangen. Fleischesnoth, Welt und Tod, ja der Höllen Banden mache ich zu Schanden. 8. Meinen Geist den schenk ich dir, der das Fleisch bezwinge; auch die Lieb, die dich zu mir zieh und kräftig dringe. Ich heil dich, dich will ich reingen und entbinden, stärken, kräftgen, gründen. with drie 9. Deiner Wunden tiefen Schmerz heilen meine Wunden; deine Schläge hat meine Herz dir zum Heil empfunden. Trag Geduld! Alle Schuld soll mein Blut bezwingen, soll mein Blut verschlingen. Ludw. And. Gotter. nist End midi mapist Gott, du frommer Gott. 2. Cor. 13, 5. die? mstnight 10. Dieser reine Purpurschweiß machet alles reine; was nicht reine, das wird weiß durch dies Blut alleine. Die Natur, Kreatur und dies ganze Wesen soll dadurch genesent.ansdun 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwer muth wird berjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach! 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Häns den nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schänden; denn Zweiter Anhang. 661 alles uns zu Nuß und Besten ten Werk berauben. Wo Licht ist gemeint; drum dringt die ist, geht der Schein freiwillig Liebe durch auf Freunde und davon aus. Du bist mein Gott auf Feind. und Herr; bewahr mich als dein Haus! Joachim Justus Breithaupt. mommal 6. Wir waren Gottes Feind. Er giebt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erkennt, wird die allen bald Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben. Droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Seßt Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Geduld, macht leichte alle Plagen; statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Biel geſtedt. duple 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, weiß, daß man gar nichts schafft, vernichtet sich zu Grund, sucht nur beiChristokraft. 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glauben strebet. Erst machet er gerecht, dann heilig; wirket Lust zu allem guten Werk. Sieh, ob du auch so thust. Mel.: Sollt ich meinen Gott nicht 1. Cor. 13. 1187. Unter jenen großen Gütern, die Christus zugetheilt, ist die Lieb in den Gemüthern, wie ein Balsam, der sie heilt, wie ein Stern, der herrlich blinket, wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, wie die Schönheit, die uns winket, und die Lust, so Jedermann zwingen und vergnügen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig nüßt und ziert, und zum höchsten Stand erheben, der die Seelen aufwärts führt. Menschen oder Engelzungen, wo sich keine Liebe findt, wie beredt sie sonsten sind, wie beherzt sie angedrungen, sind ein flüchtiger Gesang, sind ein Erzund Schellentlang. 3. Was ich von der Weisheit höre, der Erkenntniß tiefer Blick, die geheimnißvolle Lehre, und des Glaubens Meisterstück, so der Berge Grund verseßet, und was sonst den Menschen ehrt, das verlieret seinen Werth; alles wird für nichts geschäßet, wenn sich nicht dabei der Geist, der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Habe armen Brüdern zugewandt, opfert ich mich selbst dem Grabe, scheut ich keiner Flammen Brand, gäb ich meinen Leib auf Erden ihnen zu verzehren hin, und behielte meinen Sinn, würd ich doch nicht besser werden, bis mich wahre Lieb erfüllt, die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoff12. Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der gu-| Zweiter Anhang. 662 nungsblüthe führt uns tröstend durch die Welt, bis das irdische Gebiete und der Schöpfungsbau zerfällt; doch der Liebe weite Grenzen strecken sich in Ewigkeit; alle, welche sie bekleidt, werden unaufhörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. Odu Geist der reinen Liebe, der du von Gott gehest aus, laß mich spüren deine Triebe, komm in meines Herzens Haus! Alles, was sich selbst nur suchet und nicht gut mit andern meint ( es fein Feinde oder Freund), laß mich halten als verfluchet. Lente meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin! Ernst Lange. Wonne leben. Wirf dein Arliegen auf den Herrn, und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. Mel.: Allein Gott in der Höh. 1188. Mach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Monne. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gebn mit ihrer Salbungsgabe; so wirst du sehn, daß Jesu Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Juda's Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Got teslamm hat uns zum Heil erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden! Er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch auch der Höllen Rachen! Dein Jesus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bei den 2. Steb aus dem Grab der Schwachen und dem Geringsten Sünden auf und such ein neues in der Welt als ein gekrönter Leben; vollführe deinen Glau- Siegesheld; drum wirst du überbenslauf und laß dein Herz sich winden. heben gen Himmel, da dein Je= sus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 9. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottestindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die über4. Quält dich ein schwerer wunden durch dein Blut; Herr Sorgenstein, dein Jesus wird Jeju gieb uns Kraft und Muth, ihn beben; es kann ein Christ daß wir auch überwinden! bei Kreuzespein in Freud und 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben; tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. Laur. Laurentii. Zweiter Anhang. Mel: Fren dich sehr, o meine. Matth. 25. 1189, Machet, wachet, ihr Jungfrauen! Wacht, der Bräutgam bricht herein; laffet euch nicht schläfrig schauen, zeiget eurer Lampen Schein! Schmückt euch, schickt euch, macht geschwind, daß er euch bereit erfind! Wollt ihr erst zum Krämer gehen, ei, so bleibt ihr draußen stehen. 2. O wie selig ist die Seele, die die Lampe zugericht't, daß es ihr da nicht an Dele, wenn der Bräutgam kommt, gebricht. Das iſt eine kluge Brauf, die darauf, weils Zeit ist schaut; die wird bei dem Bräutgam stehen und mit ihm zur Hochzeit gehen. 663 als dein werthes Eigenthum. Nimm doch alle Trägheit hin und ermuntre meinen Sinn; rüste mich mit Geisteswaffen; nur, was du willst, laß mich schaffen. 7. Steur dem Fleisch, und allen Sachen in der bösen Welt dazu, die mich wollen schläfrig machen und doch stören meine Ruh. Wecke du mich stündlich auf und befördre meinen Lauf, daß ich werde alle Stunden flugen Jungfraun gleich erfunden. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 3. O wie thöricht sind hingegen, die der Feind also berückt, daß sie sich nicht bald drauf legen, daß die Lampen sind geschmückt. Jammer! wenn der Bräutgam spricht: Gehet hin, ich kenn euch nicht! wenn die Gnadenzeit verflossen und die Himmelsthür verschlossen. 4. Gieb, mein Bräutgam, daß mein Herze sei mit Glaub und Lieb erfüllt, und ich nicht die Zeit verscherze, da du Hochzeit halten willt; sondern, wenn dein Tag bricht an und die Thür wird aufgethan, ich, nach überstandnem Leiden, eingeh zu den Hochzeitsfreuden. 5. Laß mich beten, laß mich wachen, bis mein letzter Tag anbricht, laß mich ja nichts schläfrig machen, bleibe du bei mir, mein Licht! Laß stets deiner Gnaden Schein leuchten in mein Herz hinein! Hilf mir ringen, bilf mir kämpfen und die falsche Regung dämpfen! 6. Deine Liebe laß mich ehren 1190. Was giebſt du denn, o meine Seele, Gott, der dir täglich alles giebt? Was ist in deines Leibes Höhle, das ihn vergnügt und ihm beliebt? Es muß das Best und Liebste sein; gieb ihm, gieb ihm das Herz allein! 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben. Sag, Seele, wem gebührt das Herz? Dem Teufel nicht, er haßt das Leben; wo dieser wohnt, isthöllenschmerz. Dir, dir, o Gott, dir joll allein mein Herz aufwärts gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was du verlangest, die Erstgeburt ohn alle List, das Herz, damit du, Schöpfer prangest, das dir so sauer worden ist. Dir geb ichs willig, du allein hast es erworben, es ist dein. 4. Wem sollt ich mein Herz lieber gönnen, als dem, ter mir das seine giebt? Dich kann ich meine Herzlieb nennen, du hast mich in den Tod geliebt. Mein Herz, dein Herz, ein Herz, allein soll dein und keines andern sein. Joh. Leonhard Stöberlein. Mel.: Wer weiß, wie nahe. und erheben deinen Ruhm; laß 1191.Meil nichts Gemeinmich Lob vermehren, res 664 ben, und bald vielleicht die Reih an mir, so will ich mich beizeit bewerben um ein recht seligs Sterben hier. Ich will erst sterben, eh ich sterb, daß ich im Tode nicht verderb. Zweiter Anhang. heilge Wunden zur Ruh, dein Wort zur Arzenei, deins Leidens Kraft zur letten Stunden, des Vaters Herz, des Trösters Treu, dein Blut zur Kron und Sterbekleid, zuletzt zumt Grabe deine Seit. hou om dist 9. Auf dicse Weise mag ich sterben in Kurzem oder über lang, mir ist, als einem Himmelserben und Gottestinde, gar nicht bang. Die Gotteslieb, das Jesublut machts schon mit 2. Weil aber dies ist eine Sache, die nicht in Menschenträften steht, so weiß ich, wie ichs flüglich mache, daß mein Vorhaben doch fortgeht: Ich lauf gerade zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen kann. 3. Das ist mein Jesu, der meinem Ende gut. Chr. Weise. fein Leben für meines hat gespown Jobin hon attr of opfert auf, mir sein Verdienst Mel.: Hoffanna, Davits Sohne, zum Trost gegeben, sein Blut zuonik modunk oder: meiner Seelen Kauf und mir Ach, was soll ich Sünder. durch seine Todesnoth erworben 1192. Wer im Herzen will einen selgen Tod. erfahren und 4. Ach, liebster Heiland, denke darum bemühet ist, daß der Kömeiner und halte bei mir red- nig Jesus Christ sich in ihm lich aus! Laß allzeit mich genie- mög offenbaren, der muß suchen Ben deiner, reiß mich aus aller in der Schrift, bis er diejen Noth heraus; denn ich will hier Schab antrifft. doch haben nun, mit Niemand als mit dir zu thun. 2. Er muß gehen mit den Weisen, bis der Morgenstern aufgeht und im Herze stille steht. So kann man sich selig preisen, weil des Herren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist geboren, da erweiset sich gar bald seine göttliche Gestalt, die im Herzen war verloren. Seine Klarheit spiegelt sich in der Seele kräftiglich.d 190730 4. Alles Fragen, alles Sagen ist von diesem Jesulein, und von dessen Gnadenschein, dem sie fort und fort nachjagen, bis die Seele in der That diesen Schab gefunden hat. 5. Laß mich absterben meinen Sünden durch siete Reu und wahre Buß, im Glauben mich mit dir verbinden und lernen, daß ich sterben muß; damit ich mich all Augenblick zu einem felgen Sterben schick. 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, Herr, meine Seel, dein Eigenthum; das Deine mag ich nicht entwenden; es bleibet dein zu deinem Ruhm; gieb du nur felber Achtung drauf. Herr Jesu, meinen Geist nimm auf! 5. Ach wie weit sind sie zurücke, die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld? Wo ist Ansehn bei und zeig dich mir mit deinem dem Glücke? Wo ist Wohllust, Heer! Ruhm und Ehr? und noch sol7. Bereite mich von auß- und innen, wie du mich selber haben willst. Den Glauben mehr, stärk meine Sinnen, und sei für mich stets Sonn und Schild; die Sünde tilg, dem Satan wehr 8. Ich bitt mir aus deincher Thorheit mehr. Zweiter Anhang. 6. Ja, unselig find die Herzen und in ihrem Wandel blind, die also beschaffen sind, weil sie diesen Schatz verscherzen und er wählen einen Koth, der nichts hilft in Tod und Noth. 7. Ach heißt nicht nach Jefu fragen, wenn man nur zur Kirche geht und in der Versammlung steht, oder eine Beicht hersagen und darauf zum Nachtmahl gehn, meint, dann sei genug geschehn. 8. Nein! wenn dies in deinem Leben nach Gewohnheit nur geschicht, so ists noch nicht ausgericht. Du mußt dich Gott ganz ergeben, und im Glauben Nacht und Tag deinem Jefu folgen nach. 9. Dann läßt er auch bald sich finden in dem Tempel, bei der Beicht, in dem Nachtmahl, und bezeugt, daß die vorbegang nen Sünden sind vergeben, und sein Blut reinigt Seele, Geist und Muth. 665 sches Tödtung leidet, die so hoch nöthig ist, der wird dem Heiland gleich, der auch beschnitten wor den, und tritt ins Kreuzes Orden in seinem Gnadenreich. de 10. Dann so kann man freudig treten zu dem Gnadenstuhl und Thron, und den König in der Kron als ein treuer Knecht anbeten, der nichts juchet in der Welt, als was seinem Herrn gefällt. qur ng92.8 11. Jesu, laß mich auf der Erden sonst nichts suchen, als allein, daß du mögest bei mir sein, und ich dir mög ähnlich werden in dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 12. So will ich mit allen Weisen, die die Welt für Thoren acht, dich anbeten Tag und Nacht, und dich loben, rühmen, preisen, liebster Jesu, und vor dir christlich wandeln für und für. Laurentius Laurenti. 2. Wer so dies Jahr anhebet, der folget Christi Lehr, weil er im Geiste lebet und nicht im Fleische mehr; er ist ein Gotteskind, von oben her geboren, das alles, was verloren, in ſeinem Jeju findt, 5ang 3. Doch wie muß dies Beschneiden im Geist, o Mensch, geschehn? Du mußt die Sünde meiden, wenn du willst Jesum sehn. Das Mittel ist die Buß, wodurch das steinern Herze in wahrer Reu und Schmerze zerknirschet werden muß.pls non 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß sich bald offenbar dein himmlische Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen! Ja, thu es, Jesu, bald! Jue blo 5. Ich seufze mit Verlangen, und Tausende mit mir, daß ich dich mög umfangen, mein aller schönste Zier. Wenn ich dich hab allein, was will ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, und alles nüßlich sein. 6. Ach ihr verstockten Sünder, bedenket Jahr und Zeit! Ihr abgewichnen Kinder, die ihr in Ei telkeit und Wollust zugebracht, ach führt euch Gottes Güte doch einmal zu Gemüthe, und nehmt die Zeit in Acht! Mel.: Von Gott will ich nicht. 1193. Wer sich im Geiſt als ein wahrer Christ des Fleis 7. Beschneidet eure Herzen, und fallet Gott zu Fuß in wahrer Reu und Schmerzen; es wird die Herzensbuß, in Glaubenskraft geschehn, das Vaterherz bewegen, daß man wird vielen Segen in diesem Jahre jehn. 8. Ja, mein Herr Jesu, gebe, daß deine Christenschaar mit dir 666 Zweiter Anhang. im Geist so lebe in diesem neuen ich dich seh und bald vor deinem Jahr, daß sie in keiner Noth Throne steh'? Du unterdessen sich möge von dir scheiden; stärk lehre mich, daß stetig ich mit sie im Kreuz und Leiden durch klugem Herzen suche dich! deinen bittern Tod. 28 Joachim Neander. 9. So wollen wir dich preisen die ganze Lebenszeit und unsre Pflicht erweiſen in alle und wir mit allen Frommen nach diesem Leben kommen ins ewge neue Jahr. TIN Laurentius Laurenti. Mel.: Ich hab mein Sach Gott. 1194. Wie fleucht dahin 2. Wenn zur gewohnten Zeit der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigfeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt davon der träge Mund! man will zum Nachtmahl gehen, so macht man sich bereit mit Beten und mit Flehen, bis daß das Werk vorbei; drauf fängt man wieder an zu fündigen aufs neu, wenn, wie und wo man kann. 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin! Mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin! 3. Indessen meint die Welt, fie sei gereinigt worden, weil sie fich eingestellt nach Gottes Willn und Orden; sie bleibt bei ihrem Wahn, und wer ihr anders sagt, ist auf der Irrthumsbahn. Ach das sei Gott geklagt! 4. So lang ich in den Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tage und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth, Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. Mel.: Gott, du frommer Gott. die Rei1195. Wie wird doch ſo nigung im Herzen gehalten, als ein Ding, damit sich lasse scherzen; es meint die eitle Welt, sie fei gereinigt schon, wenn sie einst niederfällt zum Schein vor Gottes Thron.is 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O, mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn 4. Wie ist die Reinigung doch viel ein ander Wesen und die Erneuerung. Es muß, wer sie erlesen, stets kämpfen. Ach wie viel findt da ein Gotteskind zu bes sern, weil ohn Ziel der Sünden Mängel sind. 5. Das Herz ist eine Quell, aus welcher sonst nichts fließet als Bosheit, die sich schnell in Wort und Werk ergießet. Wer nicht die Quelle leert und stopft den Brunnen zu, wird nimmer recht be kehrt und kommt niemals zur Ruh. 290 292 uit 6. Es fehlt an Mitteln nicht, Gott hat sie gnug gegeben, wenn man nur will nach Pflicht des Herren Wort nachleben; allein, es will die Welt nicht an die Zweiter Kreuzigung, und weil das Kreuz mißfällt, folgt keine Besserung. 7. Es kann des Herren Aug der Schlangen Gift nicht leiden; es siehet, was nicht taug; drum muß man alles meiden, auch den geringsten Schein. Es muß durch Jesu Blut das Herze werden rein, dann ist der Wandel gut. 8. Herr Jesu, der du mich dies hast erkennen lassen, gieb, daß ich für und für mög alle Sünden hassen, und in der Reinigung zunehmen bis ans End, bis ich die Heiligung durch deine Kraft vollend. Laurentius Laurenti. Anhang. 667 Herzensgrund, im Geist und nicht nur mit dem Mund, in Glaubenskraft und Zuversicht, um alles, woran dirs gebricht. 8. Du aber, Jesu, lehre mich zum Vater beten würdiglich, damit ich dadurch früh und spat in dir erlange Gnad um Gnad. Tu Laurentins Laurenti. OHN Mel.: O Gott, di frommer Gott. Mel.: Wenn wir in höchsten. 1196. Mohl dem, der fest Glauben hält. im Glauben steht und in dem Namen Jesu fleht, denn wahrlich, wahrlich es geschicht, was ihm des Herren Mund verspricht. 2. Unmöglich ist, daß den sein Hoffen kann betrügen, der Gottes Wahrheit traut, die nimmerDer Herr ist mehr tann lügen. gut und fromm, und was sein 2. Doch müssens Gottes Kin- Wort verspricht, das folget in der sein, die sonder Trug und der That gewiß und fehlet nicht. Heuchelschein zu ihm aufheben heilge Händ, zu solchen er sein Antlik wendt. 3. Wie gut ists, auf den Herrn und nicht auf Menschen bauen; wie eitel, schwach und falsch, wie schnöd ist ihr Vertrauen, so sich auf Fleisch verläßt und einig Menschenkind; denn auch die Könge selbst auf Erden sterblich sind. 3. Wenn zu dem Vater schreit ein Kind, so hört darauf sein Ohr geschwind; wenns ihn an spricht in Hungersnoth, versagt er ihm ja nicht das Brod. 1197. Wohl dem, der Ja= fobs Gott zum Helfer sich erwählet, der, was sein Herze kränkt, voll Hoffnung ihm erzählet, der seine Zuverficht fest auf den Herren stellt, der alle Hülfe thut und ewig 4. Ein Vater giebet feinen Stein, wenn seine Kinder hung rig sein nach Brod, noch tragen fie davon für Fische, Schlang und Scorpion. 5. Also, wer Gott zum Vater hat, der wird erhöret in der That; die Sünder aber hört er nicht, er kehrt von ihnen sein Gesicht. 6. Nur der, der von der Sünd abtritt und stellet Jejum in die Mitt, der schmecket seiner Bitte Frucht, der findet, was er hat geſucht.did 7. Drum bet und fleh aus 4. Die sich mit ihrer Noth zu ihren Füßen legen, die müssen Zeugniß fein, wie nichtig ihr Vermögen, wie wandelbar ihr Sinn und ihrer Hoheit Pracht, wie mancher Unglücksfall ihr Können schamroth macht. 5. Viel fichrer ist mein Trost! Ich weiß, an wen ich glaube, troß, daß die größte Noth mir solch Vertrauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem keine Noth zu groß, der helfen will und kann. 6. In ihm ist meine Seel in höchster Unrub stille; sein Hand Zweiter Anhang. 668 ist unberkürzt; sein gnadenvoller Wille ist unverändert gut, un endlich seine Kraft, die stets von Alters her hat Hülf und Rath geſchafft. 7. Drum halt ich mich zu Gott; und das ist meine Freude, wenn mein erquicktes Herz nach überstandnem Leide sich seiner Wohlthat rühmt, und ihm mit ganzem Fleiß ein Danklied singen kann zu seines Namens Preis. 8. Laß du mich nur, mein Gott, dein Lob hier zu erhöhen, nicht faul noch träge sein, wie du nie auf mein Flehen zu merken müde wirst, und stets, von Kindheit an, so überschwenglich viel an haft gethan. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir fest hangen bleibe, daß weder Glück noch Noth mich von der Bahn abtreibe, die dein Gebot mir zeigt; gieb meinem Geiste Kraft, zu üben immerdar hier gute Ritterschaft. 10. Daß nichts, was eitel ist, ich für mein Wohlfein achte, noch Fleisch für meinen Arm, daß ich nach sonst nichts trachte, als was du selber bist. Ach nimm, mein Gott, mich mir, entreiße mich der Welt, und zeuch mich ganz nach dir. 11. Laß mich in allem Kreuz und auch im Tode schmecken, wie freundlich du mir bist; laß mich die Schuld nicht schrecken, die Jesus schmerzlich gnug schon längst an meiner Statt gebüßt, und dir, mein Gott, durch sich bezahlet hat. 12. Laß seine Wunden mir alsdann an meinem Ende ein sichres Freischloß sein, dahin mein Geist sich wende, wenn mich mein Herz verdammt, wenn Satan noch zuletzt sein Heil an mir versucht und grimmig an mich setzt. 13. Daß wie ich Jesu hier mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe, als sein erkauftes Gut und tbeure, werthe Braut, die in der Schwachheit hier er sich schon hat vertraut.bod 14. Daß an dem Freudenort, wo reine Geister wohnen, auch ich dich, meinen Gott, in allen drei Personen in deinem klaren Licht vollkommen kennen kann, und in der Engel Chor mein Danklied stimmen an. di is Henriette Cath. v. Gersdorf, not tort dorp Mel.: Durch Adams Fall.noin * 1198. Wer sich auf ſeine steurt, der bleibt in Sünden liegen; wer nicht Herz, Sinn und Muth erneurt, wird sich gewiß betrügen; den Himmelsweg und schmalen Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was Kämpfen ſei und Beten. 2. Was jetzt die Welt nuro Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke; dadurch mehrt dann der Höllengeist sehr mächtig ſeine Werke. Auf, Seele, auf, richt deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet! Des Heilands Blick zerreißt die Strick, womit du angefettet. sloj i seisid nech 3. Der erste Schritt im Chris stenthum macht von der Sünd uns scheiden; bei einem wahren Glaubensruhm muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist die Seele reißt aus ihren Todesbanden, so spürt sie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 190 4. Mein Heiland, fördre selbst. dein Werk, laß mich gekräftigt werden! Es ist Gerechtigkeit und Stärk mein bestes Theil auf Erden. Du machst gerecht uns, 669 wanken, du wirst ihm noch einmal danken. 4. Denke selbsten nur zurücke, deine Jugend dich es lehrt; o wie manches Ungelücke hat er schon von dir gefehrt! Defters, da man hätt gedacht, du würdst in der Kreuzesnacht bleiben liegen und ersterben, ließ dich Gott doch nicht verderben. Indi Zweiter Anhang. dein Geschlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glaubens Bier, die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, damit auch wir durch brechen! Laß uns in dir, o Gnadenthron, nicht mehrvonSchwach heit sprechen, wenn deine Hand das theure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heuchelei, im Streit stets fiegreich leben. su i d 5. Nun, der große Gott der Erden, der ist unveränderlich. Wolltst du jetzt verzaget werden, als sollt er nicht schüßen dich? Nein, sein werthes Vaterherz bricht ihm noch indeinem Schmerz; ja, wies eine Mutter kränket, so dein Gott an dich gedenket. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist; gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen; gieb Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwächen will in Kämpfen! Wenn uns die Welt viel Anstöß 6. Also fehlts auch nicht am stellt, gieb Kraft, sie zu vernich- Können, Gott kann machen was ten, so wird in Noth, ja selbst aus nichts; drum läßt er sich im Tod uns deine Kraft auf- mächtig nennen; wenn er redet, richten. B. Gottlieb Marperger. so geschiehts. Nimmt die Noth at malame schon überhand, doch Gott MitMel.: Zion klagt mit Angst und. tel find bekannt, wie er könne dich erlösen wider all Vernunft vom Bösen. 7. Hör auch, was dir Gott versprochen hie und da in ſeinem Wort; das hält er dir unverbrochen, so gewiß, als er dein Hort. Himmel und die Erd vergehn, Gottes Wort muß doch bestehn. Drum nur Gottes Zu= sag traue, auf sein Macht und Gnade baue. 1199. Wunderlich ist Got tes Schicken, wunderbarlich ist sein Rath: herrlich ist doch sein Erquicken, dies erweist zuleßt die That. Wohl dem, der es recht bedenkt, feinen Sinn zu Gott nur lenkt, der wird sich in seinem Leben Gottes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es Gott zu ma chen, dieses ist sein alter Brauch: über die sein Augen wachen, 8. Doch, mein Herz, noch diedie betrübt und kränkt er auch, ses wisse: Gott ist auch ein weistößt in Jammer, Angst und ser Mann. Denk nicht, daß er Tod, die er doch bald aus der helfen müsse plößlich, da er helNoth will erheben, hoch versetzen fen kann. Wunderlich fügt er und an Seel und Leib er die Zeit, wenn er wenden will gözen. das Leid, wenn ers herrlich will ausführen, unser Haupt mit Gnaden zieren. 3. Dies bedent, du meine Seele, wenn bei dir die Noth bricht ein, und dich ja nicht selbsten quäle, als sollst du verlassen sein. Gott spielt mit dir wunderlich, herrlich zu erretten dich. Laß dein Herze nur nicht 9. Hälts Gott mun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will, mach dir darum keine Sorgen, sei nur in dem Herren still! Er will sehen, ob auch Zweiter Anhang 670 fest sich dein Herz auf ihn verläßt; er will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nennest. 10. Er will deine Andacht mehren, welche sonst fast falt und todt; er will gern das Lob anhören, so du nach erlittner Noth ihm, als der deinLebensfürst, noch erfreuter geben wirst, wenn du greiflich wirst erblicken Got tes herrliches Erquicken. 11. Drum so lasse Gott nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten; deine Noth ist ihm bewußt, die er so genau abmißt, daß auch aller Feinde List dir tein Härlein mag berühren ohne Gott; sie muß verlieren. 12. Nun, mein Jesus, sei gelobet, freilich bist du mir getreu! Ob das Kreuzesmeer schon tobet, ist doch deine Hand dabei. Stärt nur meine Zuversicht, daß sie fest auf dich gericht. Wunderlich wirst dus noch schicken, herrlich dein Kind zu erquicken. Joh. Weißenborn. Mel.: Aus tiefer Noth schrei. 1200., 2 Gott, es bat mich ganz verderbt, der Aussaß meiner Sünden, die mir von Adam ange= erbt; wo soll ich Rettung finden? Es ist mein Elend viel und groß, und ist vor deinen Augen bloß, wie tief mein Herz verdorben. angestecket? Der Tausendste bedenkt es nicht; der Sinn ist nicht dahin gericht't, daß er davon geneſe. 4. Ich komm zu dir in wahrer Reu und bitte dich von Her zen: O Jesu, Jesu, mache frei die Seele von den Schmerzen und dem, was sie bisher beschwert und ihre Lebenskraft verzehrt, sonst muß ich untersinken. 5. Wen sollt ich anders rufen [ an, als dich, mein Heil und Leben? Du bist allein der Helfersmann, der mir kann Rettung geben, daß ich von Sünden werde rein und als geheilt vor Gott erschein durch deinen Tod und Wunden. Truli 200 6. Du weißt, o Jesu, meine Noth und kannst nach deinem Willen vertreiben diesen meinen Tod und allen Jammer stillen. Ja Herr, du willst; ich traue fest, daß du mich nicht in Angst verläßst; du heißt und bist ja Jesus. 2. Laurenti. Mel.: Lobt Gott ihr Christen alle. säume nicht! Es 1201. Auf, Seele, auf und bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern! 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, der dir aufgangen ist; er führet dich zum Kindelein, das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die theure Saronsblum, das rechte, echte Gottes= lamm, Jsraels Preis und Ruhm. 2. Es ist verdorben mein Verstand, mit Finsterniß umhüllet, der Will ist von dir abgewandt, mit Bosheit angefüllet, und die Begierden sind geneigt, die Luft, die aus dem Herzen steigt, im Werke zu vollbringen. 2. Wer kann aussprechen sol- 5. Drum höre, merke, sei bechen Gräul, der Leib und Seel reit, verlaß des Vaters Haus, beflecket? Wer macht uns von die Freundschaft, deine Eigendem Unheil heil, das uns hat heit, geh von dir selbsten aus! Zweiter Anhang. 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein haft. is B 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davids- Stadt, wenn du dein Herze machst bequem zu solcher großen Gnad. 8. Da findest du das Lebensbrod, das dich erlaben kann, für deiner Seelen Hungersnoth das allerbeste Man.bi alol asd 671 18. Genieße hier das Engelbrod, die süße Himmelskost, und lobe herzlich deinen Gott bei diesem Freudenmoſt. di mis 5039 10. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsterniß. 11. In solchem Lichte siehet man das wahre Licht allein; ein armes Menschenkind das kann nur davon Zeuge sein. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn in diesem Jefulein. 9. Nimm wahr, mein Herz, doch deiner Sach, ob gingst du ganz allein, nun forsche weiter fleißig nach, und such das Kinder vor das Herz zernagt. delein.de 21. Hier ist in allem Ueber= fluß, was einem nur behagt; da ist kein Kummer noch Verdruß, 22. Mit Gott und allen Seligen hast du Gemeinschaft hier, der Ort ist wohl am glücklichsten, da wohnet Gott in dir. 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Rub- und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. 24. Denselben geb und folge dann, und kehre nicht zurück, Herodi es zu zeigen an, der heget eine Tück. 25. Er will das Kindlein bringen um, die edle Gottesfrucht; den theuren Schab, dein Eigenthum er dir zu rauben sucht. 26. Laß toben, würgen, wie er will, dir widerfährt kein Leid; geh du die Lebensbahn in Still 12. Johannes selbst, ders treulich meint, der zeuget ja von sich, daß er nur sei des Bräutgams Freund; zu solchem nahe dich! 20 13. Ersinke du vor seinem Glanz in tiefster Demuth ein, und laß dein Herz erleuchten ganz auf diesen Freudenschein! 14. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar, mit Geiste, Leib und zur frohen Ewigkeit! Seel, und singe mit der Engelschaar: Hier ist Immanuel! 16. Die Engel in des Him mels Saal, die freuen sich darob, die Kinder Gottes allzumal, die bringen hier ihr Lobpr 17. So sieh und schmeckt, wie süß die Lust, die hier verborgen liegt in deines Jesu Liebesbrust, die alles Leid besiegt. Michael Müller. 15. O wunderbare Süßigkeit, Mel.: Lobe den Herren, den. die dieſer Anblick giebt dem, 1202. Christe, mein Le ben, Hof= dessen Herz dazu bereit, und diefes Kindlein liebt! fen, mein Glauben, mein Wallen und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen, richte den Sinn, treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen! 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben; ich will mich gänzlich dir schenken und Zweiter Anhang. 672 völlig hingeben; nimmst du mich hin, es ist mein großer Gewinn keinen wird kränken mein Leben. kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. 3. Sende nun, o Vater, sende 3. Eines, das nöthig, laß mäch- deinen Geist von deinem Thron, tig vor allen bestehen, Ruhe der der mein Herz zu dem nur wende, Seelen; laß alles, was eitel, vers was dein allerliebster Sohn, desgeben! Einzige Luft ist mir nur sen Wort wir angehöret, uns ferner bewußt, Christus mir ewig von deinem Willen lehret. ersehen. 4. Von mir selbst kann ichs 4. Herzog des Lebens, du wol- nicht fassen, mein Herz ist verlest mich selber regieren so, daß finstert ganz; ich geh auf den mein Leben ich selig und heilig Irrthumsstraßen, wo nicht deimag führen! Gieb du den Geist, nes Geistes Glanz den verblendreiche, was göttlich nur heißt, ten Sinn regieret, und zur helanders die Seele zu zieren. len Wahrheit führet. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen: eile zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Verlangen! Von dir nichts mehr, Heiland, ich jetzo begehr: nimm mich dir selber gefangen! 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo du nicht hilfft tras gen; alles, was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Lap es denn sein! Lebt man nur Chrifto gemein, der wirds wohl können verjagen. 6. Führe mir stets zu Gemüthe, was mir Jesus zugesagt, daß ich traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Hülf und Rettung werd ergehen. 7. Es kann keine Noth nicht haben, weil mein Jesus wohnt in mir; ich genieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt für, wenn ich ihn beständig liebe und in seinem Wort mich übe. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet, und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnöder Wollust strebet, der muß ewig sein betrübt. Gott wird nicht in ihm Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. 1203.eu, tomm mit dei mehr wohnen, sondern ihn mit 7. Nun, nun, so will ich auch immer und ewiglich hassen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir sein Reichthum und alles allein: Gott, Gott, wer wollte dich lassen? Joh. Wilh. Kellner von Zinnendorf. 5. Zünd doch an die Liebeskerzen, und durchhiße Geist und Muth; werther Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilgen Flammen schlagen über uns zuſammen! zu mir, ich liebe dich. Komm, o treuer Seelenrather, heilger Geist, besibe mich. Laß mich, o dreieinges Wesen, dir zur Wohnung sein erlesen! 2. Laß mich, Jesu, deinem Worte vollen Glauben stellen zu; denn sie ist die rechte Pforte zu der süßen Seelenruh. Niemand 9. Mein Herz, du darfst nicht erschrecken, Jesus ist dein Aufenthalt; denn sein Friede wird dich decken wider alle Feinds Gewalt, der vergeblich an dich stürmet, weil sein Friede dich beschirmet. 10. Fahre hin mit deinem Friede, mehr als feindgesinnte Zweiter Anhang. 673 mir ergeben, bis mein Gesicht erblaßt. Welt! Deiner werd ich zeitlich müde, weil dein Friede bald zerfällt. Gottes Fried erfreut die Herzen; Welt, dein Friede bringet Schmerzen. 5. Der du als Gott ausgehest, vom Vater und dem Sohn, und mich im Geist erhöhest zu Got11. Nun soll weder Angst noch tes Stuhl und Thron, kehr ewig Leiden, Jesu, keine Macht noch bei mir ein, und lehr mich JeList mich von deiner Liebe schei- fum kennen und meinen Herren den, weil dein Friete bei mir nennen mit Wahrheit, nicht zum ist; ja es sollen meine Sin- Schein. nen nichts als Jesum liebges winnen. 12. Jesu, der du vorgegangen durch den Tod zum Vater hin, hol mich, der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin! Willst du, ich will gern aufstehen und mit dir von hinnen gehen. Juliane Patientia v. Schultt. Mel.: Aus meines Herzens. 1204. Komm, Tröster, vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund und Brüder, komm eilig, komm und wohn im Herzen allermeist, mit deinem Licht und Gaben und Freudenöl zu laben, komm, werther heilger Geist! 2. Du bist der Trost der Frommen; gieß aus dein heiligs Del, und laß es zu mir kommen, daß sich mein Herz und Seel erfreuen inniglich. Komm, Tröster, zu erquicken die Seelen, die sich bücken im Geist demüthiglich. 3. Laß allen Trost verschwin den, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was Jesus mir anpreist, dem will ich feste gläuben; du sollst mein Tröster bleiben, du, o Gott heilger Geist! 4. Du kannst mein Herz erfreuen und kräftig rüsten aus, ja ganz und gar erneuen mein armes Herzenshaus; drum komm, mein schönster Gast, und bleib im Tod und Leben als Tröster 6. Du kommst ja von dem Vater, der meine Seele liebt; drum sei auch mein Berather. Wenn mich die Welt betrübt, so komm und tröste mich, und stärk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja zeug in meinem Herzen von Jesu ganz allein, von seinem Tod und Schmerzen und seiner Wahrheit Schein, daß ich ganz überzeugt Seelen als Jesum mög erwählen, bis sich mein Herz ihm gleicht. 8. Leit mich mit deinem Finger, o Geist von Gottes Thron, und sei mein Herzbezwinger, daß mich kein Schmach noch Hohn, kein Trübsal, keine Noth von meinem Jesu scheide; im Kreuz sei meine Freude und Trost bis in den Tod! Laurentius Laurenti. Mel.: Welt, ich muß dich lassen. 1205. Mein Herz, gieb dich zufrieden, und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket. Sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit 3agen und unmuthsvollen Klagen bäufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein 3. Kanns doch nicht ewig wäh43 674 Zweiter Anhang. ren; oft hat Gott unsre Zähren, geschieden von Sorge, Furcht eh mans meint, abgewischt. und Gram! BVielleicht wird Gott Wenns bei uns heißt: wie lange bald senden, die dich auf ihren wird mir so angst und bange? Händen hintragen zu dem Bräuso hat er Leib und Seel er- tigam. frischt. Johann Anastasius Freylinghausen. Mel.: Meinen Jesum laß ich. 4. Gott pflegt es so zu maGotchen: Nach Weinen schafft er 1206. Meine Seele ſentet Lachen, schein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein. Was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein fein. tes Herz und Hände, und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit Allem wohl zufrieden. Was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 309 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt. Nicht Schwerter, sondern Ruthen sinds, damit Gott zum Guten in Gnaden uns, die Seinen, schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt; den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Luft ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen ja gar tödten, uns doch getrösten ſeiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Ich lebe oder sterbe, so bleibet mir das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, fo muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn. Er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll vor Gottes Preis und Ehr. Joh. Jof. Winkler. Mel.: Was Gott thut, das ist. 11. Drum gieb dich ganz zus 1207. reicher Gott von Zweiter Gnade und Erbarmen, sehr groß Mel.: Wer nur den lieben Gott. ist deine Gültigkeit bei allen geift: 1208. Walts Gott! Ich lich Armen. Mein Herz ist still und spricht: Dein Will, o Vater in der Höhe, dein Will allein geschehe! 2. Laß leuchten nur dein Angesicht in meinem dunklen Herzen, da deines theuern Wortes Licht zerstreuet alle Schmerzen, und öffne mir die schöne Thür der Gnaden und der Wahrheit in lauter froher Klarheit. 3. Ach selig und gar heilig ist, wer hierzu kann gelangen, daß du, o Mittler Jesu Christ, den Willen nimmst gefangen, und bringst den Sinn zum Vater hin, versöhnt mit deinem Blute; da schmeckt man alles Gute. 4. Denn Gott ist nicht ein Menschenkind, was Böses zu erwählen; der beste Mensch ist oftmals blind, und kann gar leichtlich fehlen. Wer aber sich ganz lediglich vergnügt in Got tes Wegen, der findet lauter Segen. 5. Drum schaff in mir o heilger Geist, den wahren Sinn des Sohnes, und gieb mir, der du Tröster heißt, die Einfalt deines Thrones; da ich ja frei vom Wollen sei, und mich dir übergebe, daß dein Will in mir lebe. 6. Zerbrich, o Gott, des Teufels List, der immer will verhindern, daß nicht, was auch dein Rathschluß ist, erscheine deinen Kindern. Stoß ab den Feind, ders böse meint; laß an das Licht nie kommen, was er zufügt den Frommen. Anhang. 675 7. Wenn aber deines Friedens Schein nun zeiget deinen Willen, so wollest du ohn alle Pein auch allen Zweifel stillen. Versiegle du in tiefster Rub all Innigkeit der Seelen. Dein Wille sei mein Wählen. Joachim Justus Breithaupt, streue men in das gepflügte Erdreich hin, und thue das in deinem Namen, ich, der ich nichts als Erde bin. Ach, laß mein Werk gesegnet sein, schließ es in deinen Machtschuß ein! 2. Du, Gott, weißt, was für Ungelücke, was ihm für Wetter schaden kann; man spürt nicht immer Sonnenblicke, es meldt sich Sturm und Regen an. Heut kommet Hiße, morgen Wind, die allzuscharf und schädlich sind. 3. Vergönne, Gott, daß ich bedenke, was sich für Unfall mehr angiebt; wenn ich mein Haupt zur Erde senke, seh ich, daß sie uns oft betrübt. Dorn, Disteln, Unkraut deckt das Land, die sind von Adam her bekannt. 4. Hier kann ein Wurm das Korn bezwingen, bald blißt darauf des Himmels Haus. Ich mag gleich meine Furchen düngen, geht doch die Saat und Arbeit aus. Korn, Hafer, Gerste, Weizen, Lein gerathen nicht und bleiben klein. 5. So stehts, mein Vater, um die Früchte, wenn deine Hand nicht Segen schenkt; der Schweiß von meinem Angesichte wird vielmal mit der Saat vermengt; doch ist mein Sorgen Tag und Nacht umsonst, wo nicht dein Auge wacht. 6. Da nun mein Sorgen, Pflügen, Eggen dem Acker nicht die Früchte bringt, ist es, o Herr, an dir gelegen, daß meine Arbeit wohl gelingt. Wohlan, so thu ich, was ich kann, du aber nimm dich meiner an! 7. Laß doch mein Seufzen vor dich kommen, das unter freiem Himmel schallt. Wie du dich meiner angenommen, ich sei 43* Zweiter Anhang. 676 gleich jung, ich sei gleich alt, so stehe mir noch ferner bei, daß mein Beruf gesegnet fei. 8. Behüte doch die edlen Gaben, die meine Hand von dir erhält. Gott Lob! daß wir die Saat noch haben, die in das milde Erdreich fällt. Ach Va ter, laß sie wohlaufgehn, laß sie in vollem Segen stehn! 9. Wend gnädig ab, was sie fann kränken, und gieb uns ein gesegnet Land, so wollen wir mit Freuden denken an deine milde Vaterhand, wenn Vorrath unsre Scheunen füllt, und alles Leid auf einmal ftillt. 10. Frost, Regen, Dürre, Mehlthau, Fluthen, und was sonst unsre Früchte schlägt, sind freilich allzuscharfe Ruthen, die schlagen, was das Erdreich trägt. Treib fern hinweg, was uns verzehrt, und gieb, was Leib und Seel ernährt. 11. Doch will ich dir nicht das vorschreiben, Herr Zebaoth, was mich ergößt; du wirst uns doch gewogen bleiben durch Christum, der uns das ersetzt, darum uns jener Fluch gebracht, als Adam Gottes Wort veracht't. Bitte mir gewähr: Mach mich zu solchem Ackersmann, der sich in dein Herz finden kann! 15. Laß mich zu einem Erdreich werden, das nichts als Glaubensfrüchte trägt. Spürt man Frost, Hiße und Beschwerden, wird mir ein Hauskrenz auferlegt, fo führe mich nach deinem Rath zu frommer gottgelassner That. 16. Willst du mit Chau die Furchen tränken, und geben, was mein Heil vermehrt; willst du uns gute Nahrung schenken, und wenden, was die Ernte stört, jo soll mein Mund bei Tag und Nacht dich preifen für der Felder Pracht. 17. Sollt aber, was wir doch nicht hoffen, ein Sturm auf unsre Necker wehn; sollt man den Mißwachs, der uns troffen, mit Ach und Jammer müssen fehn, so gieb nach deiner Gnad und Huld Trost, Rath und christliche Geduld. 18. Nun, ich kann nichts, als dieses sagen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Du wirst die Sorgen fürder tragen, wie du bezeugt haft für und für, bis nach der Saat- und Thränenzeit folgt jene Ernt der Seligkeit. Ernte- Lied. Mel.: Wer nur- den lieben Gott. * 1209. Gott, von dem 12. Wir trauen deiner Vater güte, die als ein treuer Hauswirth wacht. Es sei die Saat in Schoß und Blüthe, man spürt, daß dein Herz auf sie lacht. Der jage dies, der Andre bas; du, Gott, allein, füllst unser Faß. 13. Wenn Andre ihren Köpfen trauen, so trau ich deinem Vatersinn; wenn sie auf Aberglauben bauen, so weiß ich, daß ich sicher bin. Gott, meine Zeit steht nur bei dir, was dir beliebt, das giebst du mir. die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drin nen aus. Dein Segen macht uns alle reich. Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer fann die Menschen 14. So geh ich denn in dei- alle zählen, die heut bei dir zu nem Namen auf das Gepflügte Tische gehn? Doch muß die hin und her. Sprich, Gott, dazu Nothdurft Keinem fehlen, denn dein kräftig Amen und meine du weißt allen vorzustehn und Dritter Anhang. schaffest, daß ein jedes Land ſein Brod bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet, und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonnenstrahl, sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brod; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget jeinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier sind gar so viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr bescheert, als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens, Herr, keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dant." Caspar Neumann. Mel.: Wer weiß wie nahe. 1210. Beſtell dein Haus, denn du 677 sterben! Wer weiß, wann mich die Stimme ruft? Wir sind doch alle Todeserben, auf Jeden wartet Sarg und Gruft. So bild ich mir nichts anders ein; es muß einmal gestorben sein. 2. Was ist mein Leib? Ein Haus der Sünden, ein Ort, wo mancher Gräuel wohnt. Und sollte mich der Lod so finden, so würd ich wahrlich nicht verschont. Drum laß mich säubern in der Zeit durch wahre Buß und Sündenleid. 1. Weihnachts- Lieder. Mel.: Herr Gott dich loben alle. 1211. Die ies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihnpreise, was durch Jeſum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von ſeinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wie mancher Schmerz pocht an die Thüre, und jede KrantWohin ich heit ist ein Bot. meinen Fuß nur rühre, begleitet mich der blasse Tod. Mein Leben nimmt im Werden ab; ein jeder Schritt führt uns ins Grab. Dritter Anhang. 4. Drum will ich stets ans Ende denken in dieser meiner Mein Gott, hilf Sterblichkeit. meine Sinne lenken, und mache du mich selbst bereit. Dein Himmelshaus sei mir bestellt, wann hier mein morsches Haus zerfällt! Benjamin Schmold. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Chrfurcht still, er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an uns rer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Wil Dritter Anhang. 678 len thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immunel und Friedensfürst, auf den die die Väter hoffend sahn, dich, Gott mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchftes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke boller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße fißt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, singt ihm, dem Herrn! ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert. vor dir, umringt mit Elend und mit Noth, und starben für und für. 5. Dein Zorn, Herr, soll verföhnet sein; dein Sohn erbarmet sich und geht den Tod des Kreuzes ein für eine Welt, für mich. 6. Und als die Zeit erfüllet war, da sandt er seinen Sohn, verkündigt von der Engel Schaar; Gott fandte seinen Sohn. 7. Der, welcher Erd und Himmel trägt, hüllt sich in Niedrigkeit. In eine Krippe wird gelegt, der Herr der Herrlichkeit. 8. Die Erde kennt nicht ihren Herrn; die Himmel kennen ihn, und leuchten treu durch einen Stern die Weisen zu ihm hin. 9. Im Staube bet ich vor dir an, mein König und mein Gott! Ich, dein Geschöpf, dein Unterthan, bin reich durch deine Noth. 10. Mein ganzes Leben will ich dir, dir, Herr zum Dante weihn, mit Freuden arm, dein Pilger hier und dort, dein Bürger sein. 11. Hier gingst du, Herr, in Knechtsgestalt; dort aber, im Gericht, ist dir gegeben die Gewalt und Finsterniß und Licht. Mel: Lobt Gott, ihr Christen. 1212. ingt dem Versöhner, singt ihm Dank! Herr Gott, dir danken wir. Es danfet dort der Lobgefang, der Ueberwinder dir. 12. Kommt, Sterbliche, und füßt den Sohn, eh noch sein Zorn entbrennt, und eh er euch von seinem Thron, weh euch! Verdammte nennt. Th. G. v. Hippel. II. Neujahrs- Lieder. 2. Er, welcher schon von Anbeginn der Welt mein Retter Mel.: Es ist das Heil uns. war, wird Fleisch wie ich, und 1213. Du Gott, du bist wunwas ich derbar! 3. Gerecht ist Gott und sein Gericht ist so gerecht wie er. Es gelten alle Himmel nicht vor dir, gerechter Hort. der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten; laß mich auch jetzt mit Freudigfeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad 4. Sterbt, sprachst du, mehr als einen Tod! Da lagen wir und Güte. Dritter Anhang.. 679 Himmel Ruhe findet. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich bis meine Seele einst bei dir im an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen, und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu fegnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verflossnen Jahr mich väterlich geleitet und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif ich dich. Aufs neue übergeb ich mich, mein Gott, in deine Hände. 5. Vergieb mir alle Sündenschuld von den verfloffnen Tagen und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade rühn und lehre Lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, nach deinem Wort zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit dir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. J. Sam. Dietrich. Mel.: Machs mit mir Gott. Luc. 13, 6-9. * 1214. in Jahr geht nach dem andern hin, der Ewigkeit entgegen. Ach möchte doch der träge Sinn Ach dies fleißiger erwägen. brächte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! 2. Allein wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm web, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. haut ab, spricht er, den kargen Baum, der keine Früchte träget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan! 4. Allein der treue Heiland spricht: laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigfeit im rechten Glauben laufen. Des Lebens Last erleichtre mir, 5. So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige bringen und schütte du auf unser Haus viel Gnade, Kraft und 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemü- Segen aus! Joh. Jacob Rambach. hen. Der Ewigkeit bin ich verwandt, im Himmel ist mein Mel.: Es ist das Heil uns. Vaterland; dahin, Herr, laß 1215. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, Dritter Anhang. 680 dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verflossne Jahr ein beilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben; verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns; und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Rub und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder; erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, liebster Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne. Chriftian Fürchtegott Gellert. III. Auf das Fest der Reinigung Mariä. Jugend an deinem Vater opfern kann. 2. Deiner Mutter Reinigung im Geseße vorgeschrieben, giebt uns die Erinnerung dein Gebot getreu zu lieben und den Weg mit Lust zu gehn, der uns heißt im Tempel stehn. 3. O du Quell der Reinigkeit, nimm von mir die Sündenflecken und laß deiner Unschuld Kleid meine Blöße ganz bedecken. Deines Opfers Wohlgeruch tilge des Gesetzes Fluch. 4. Hast du dieses schwere Joch willig über dich genommen, da du ohne Sünde doch warest in die Welt gekommen, ach, so stelle, Jesu, dich zur Erfüllung auch für mich. 5. Laß mein Opfer Taubenart, reine Unschuld an sich haben. Glaub und Liebe sei gepaart. Nimm aus Huld die schlechten Gaben von der armen Seele an, die nichts Bessers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, an mein treues Herze drücken; du wirst als mein Gnadenthron, mich mit Rath und Trost er: quicken. Du, der Tröster Israel, süßester Immanuel! 7. Sei der müden Augen Licht, wenn der Tod sie wird verschlie ßen. O mein Heiland,[ laß mich nicht, wenn ich werde sterben müs sen. Du bist deines Volkes Preis und der Weg ins Paradeis. 8. Einst sei dies mein Schwanenlied: Herr, laß mich in Frieden fahren, daß dann dich mein Auge sieht bei der Auserwählten Schaaren, wo man dort in jener Welt erst das rechte Licht fest hält! B. Schmold, Mel.: Meinen Jesum laß ich. 1216. Opfer für die ganze Welt, du kömmit heut in deinen Tempel, daß du IV. Passions- Lieder. Mel.: Wer weiß, wie nahe. würdeſt vorgeſtellt uns zum löb-* 1217. Es ist vollbracht; lichen Erempel, wie man sich von er Dritter Anhang. 681 den, mein Jesu schließt die Au- Wort. Was wir niemals vollgen zu, der Friedensfürst schläft bringen konnten, ist nun vollganz in Frieden, die Lebenssonne| bracht durch Jesu Wunden. Was geht zur Ruh. Amen!:: Wie Gottes Rath von Ewigkeit bedacht, still die Todesnacht! O großes das ist durch seinen Tod vollbracht! Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht, wie Gott gesprochen. Des Lebens Wort muß sprachlos sein. Das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein. Amen! Die höchste Kraft verschmacht't; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Schweig, mein Gewissen, ihr Sünden, schreit nicht allzusehr! Habt ihr die Wolken oft zerrissen, das Blut des Lammes schreit viel mehr. Amen!:,: Nun tilg der Hölle Macht das starke Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Mein Herzverlangen, du allerliebste Liebe du, die Engel wünschen zu umfangen, nimm auch in meinem Herzen Ruh. Amen. Sein Grab ist schon gemacht; trostvolles Wort: es ist voll bracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein. Die Engel sind all hier zugegen, ich schlummre sanft mit Jakob ein. Amen!:,: Die Himmelspfort aufmacht das Les benswort: es ist vollbracht! Sal. Frant. 3. Es ist vollbracht und gnug gethan, daß man nicht mehr verlangen kann; Gott ist verföhnt und ganz gestillet, weil sein Sohn Alles hat erfüllet. Was ists, daß man in Angst und Sorgen wacht? Man glaube nur: es sei vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Was soll ich nun dazu noch, o mein Jesu thun? Nichts, nichts! Denn was von dir geschehn, wird schon als mein Werk angesehn. Auch das, was ich vollbringe Tag und Nacht, wird von dir selbst in mir vollbracht. 5. Es ist vollbracht! Ich bin befreit, ich habe schon die Seligfeit. Weil Sünd und Tod sind weggenommen, ist Gnad und Leben wiederkommen. Darum, wenn auch gleich Alles bricht und kracht, sag ich getroſt: es ist vollbrachl! 2. Es ist vollbracht am Kreuze dort Gesetz und der Propheten 6. Es ist vollbracht! Vergiß ja nicht dies Wort, mein Herz, das Jesus spricht, und laß es dir auch dazu dienen, daß du vollbringst, was dir soll ziemen. So lang du lebst, laß dies nicht aus der Acht, daß Jesus spricht: es ist vollbracht! Joh. Eusebius Schmidt. In eigener Melodie. * 1218. G ist vollbracht: 1219. fliest von ThräMel.: Zion flagt mit Angst. ließt, ihr Augen, Vergiß ja dies Wort, mein Herz, das Jejus spricht, da er am Kreuze für dich stirbet und dir die Seligkeit erwirbet: da er, der Alles, Alles wohlgemacht, nunmehro spricht: es ist vollbracht! nen, und beweinet eure Schuld, brich, mein Herz, von Seufzen, Sehnen, weil ein Lämmlein in Geduld nach Jerusalem zum Tod, ach zum Tod für deine Noth und der ganzen Welt, hinwandelt! Dent, ach wie hast du gehandelt? 682 Dritter Anhang.. 2. Es soll nun vollendet wer- 8. Endlich wird der Schluß den, was davon geschrieben ist,| gesprochen, Jesus muß zum Tode und warum auf diese Erden ist gekommen Jesus Christ. Schauet nun des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. gehn, und der Stab wird abgebrochen, es hilft hier kein Bitten, Flehn; Barrabas wird losgezählt, Jesus wird zum Kreuz erwählt: Weg mit dieſem, dem Verfluchten! ruft der Haufe der Verruchten. 3. Es wird in der Sünder Hände überliefert Gottes Lamm, daß sich dein Verderben wende. Jud und Heiden sind ihm gram und verwerfen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte sein. Ach dies leidet der Gerechte für die bösen Sündenknechte. 4. Jesus steht in Strickt und Banden, dessen Hand die Welt gemacht, bei Verachtung, Spott und Schanden, und wird höhnisch ausgelacht. Backenstreich und Fäustenschlag, Jud und Heiden Grimm und Rach duldet er für deine Sünden; wer kann diese Lieb ergründen. srbian 5. Laß es dir zu Herzen gehen, besfre und bekehre dich. Wer kann diese That ansehen, daß man nicht bewege sich? Jes ſus steht an unsrer Statt; was der Mensch verdienet hat, büßet Jesus und erduldet, was der Sünder hat verschuldet. 6. Er hält feinen heilgen Rücken Geißel, Ruth und Peitschen dar. Wer kann dies ohn Reu erblicken? Wenn die rohe Heidenschaar Hand anlegt an Gottes Bild, das so freundlich, fromm und mild und doch nackend wird gehauen: wer kann solchen Gräul anschauen? 7. Also sollt man dir begegnen, du verruchtes Menschenherz; aber nun kommt, dich zu jegnen und und zu tragen deinen Schmerz, wird dort so jämmerlich abgestraft, verwundt, zerschlagen, daß tein Maaß noch Ziel der Plagen. 9. Folge denn zur Schädelftätte deinem Jefu traurig nach; aber auf dem Wege bete, bet im Geist mit Weh und Ach, daß der Vater auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd, sehen woll und sich erbarmen über die Elend'n und Armen. 10. Muß ich, Jesu, dich denn sehen am verfluchten Kreuzespfahl, ach, so laß ich übergehen meine Thränen sonder Zahl. Ach erbarm dich, Gotteslamm, das da hängt am Kreuzes stamm, ach erbarm dich, weil dein Leiden mir gereichen soll zur Freuden. 11. Ich will dir ein Opfer geben, Seel und Leib ist meine Gab: Jesu, nimm dies arme Leben, weil ich ja nichts Beffers hab; töd in mir, was dir mißfällt, leb in mir auf dieser Welt; laß mich mit dir leben, sterben und dein Reich im Himmel erben. 12. Tausendmal sei dir gefungen, liebster Jesu, Preis und Ruhm, daß du Höll und Tod bezwungen; nun bin ich dein Eigenthum, und du meine Freud und Wonn. Möcht ich dich, o schönste Sonn, bald in deiner Krone sehen! Komm, dein Leiden ist geschehen! Laurentins Laurenti. Mel.: Ich dank dir schon. 1220, Gedanke, der uns giebt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken! Dritter Anhang. 683 2. Gedanke boller Majestät, dem Reich erhebst, da ich dich umringt mit Finsternissen, hoch über die Vernunft erhöht, stillst du doch mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonnen Wunder nicht, noch ihren Bau er gründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jeju Lod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ all meine Schuld getragen, mein Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd ich irren müssen, und wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wissen. schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 9. Du giebst mir Deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern, wenn auch in Schwachheit thue, so fühle ich die Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Rube. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichfeit und halte fest am Glauben. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 8. Ich bin bein ewges Eigens 1221. Herr, ſtärke mich, zu thum, durch dich des Himmels Erbe! Dies, o mein Heiland, ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. dein Leiden bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und thut, warum ich bete. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, hier um dich Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 12. Ich weiß, daß du mein Heiland lebst, und mich einst aus der Erde erweckst und zu 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirke doch dein Blut in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt( laß mich noch sterbend denken), wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? C.F. Gellert. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünden tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; dich seh ich und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist, mit Schrecken 684 Dritter Anhang. und Entzücken am Kreuz er- widerstehn. Wie wird bei dei blicken. nem Leiden, bei deiner Schmach und Bein, die Welt mit ihren Freuden in meinen Augen klein! 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, versenke mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 3. Wenn sie auf Trug beflissen der Sünde Reiz erhebt und Nachreu im Gewissen und Angst im Busen gräbt, so werde meinem Herzen dein Kreuztod eingeprägt. 4. Wenn sterbend meinen Sinnen die letzte Kraft gebricht, wenn heiße Thränen rinnen und Herz und Auge bricht, so lindre voll Erbarmen, Erlöser, meine Qual Ich bin ein Mensch, darf der und führe du mich Armen, sich unterwinden, Gott zu ergründen? 7. Sie übersteigt die mensch lichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? durchs finstre Todesthal. 8. Das Größt in Gott ist Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie dehmuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 5. Dem Lamme, das erwürget und auferstanden ist, dem Mittler, der gebürget, bezahlt hat und gebüßt, dem Gotte, des sen Werte der Erdkreis fühllos sah, sei Preis und Ruhm und Stärke, Dank und Halleluja! I. F. Löwen. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. Ogieb zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. C.F. Gellert. Mel.: Herzlich thut mich. 1222. Lamm Gotttes, das geduldig die Last der Sünden trug, Lamm Gottes, das unschuldig der Zorn der Rache schlug, Lamm Gottes, ach, mein Glaube folgt dir nach Golgatha; hier sing ich, tief im Staube, dir mein Halleluja! 2. Ich will zu deinem Freuze, du Keltertreter, gehn und hier dem schnöden Reize der Weltlust Mel.: Schmücke dich, o liebe. von * 1223. Sünder, freue dich deines Jesu Schmerzen; laß bei seinem Blutvergießen stille Dantestbränen fließen. Er hat sich für dich gegeben, such in seinem Tod das Leben; nur von seinem Kreuze quillet, was dein Herz auf ewig stillet. 2. Ach wie groß ist dein Verberben! Ohne Jesum mußt du fterben; blind und todt sind deine Kräfte, Sünde thun ist dein Geschäfte, dein Verdienst ist Zorn und Rache, es ist aus mit deiner Sache; ja im Himmel und auf Erden kann dir nicht geholfen werden. 3. Nichts kann all dein Opfer gelten vor dem Richter aller Welten. Den der Dornenkranz gekrönet, Gottes Sohn hat dich Dritter Anhang. 685 versöhnet; seine Thränen, seine| dich selbst so tief ins Elend senWunden haben Rath für dich test? Fiel nicht schon Adam gefunden; ihm alleine bleibt die und in seinem Falle mit ihm wir Ehre, daß er deinen Tod zerstöre. alle? 4. Fühlst du nun die Macht der Sünden, wie sie deine Seele binden, wie sie dein Gewissen quälen, wie der Jammer nicht zu zählen: o, so komm mit dei nen Ketten, wag es nicht, dich selbst zu retten. Jesu Blut muß auf dich fließen, so wirst du das Heil genießen. 3. Kaum reizet ihn der Vater aller Lügen, so wanket er, läßt willig sich betrügen und will, von Stolz berauscht, sogar in Sünden die Gottheit finden. 4. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient ein felbstgemachter böser Schade des Richters Gnade? 5. Sünder macht der Heiland felig, seine Gnaden sind unzählig; er giebt Buße, er giebt Glauben, hilft den Lahmen, Blinden, Tauben. Wer sich nur will retten lassen, der soll das Vertrauen fassen: Alles Heil in 6. Höchstselig herrschest du auf Christi Wunden hab ich schon umsonst gefunden. 5. Was zieht dich denn, Erlöser, auf die Erde? Was schadet dirs, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich Strafe leide, des Vaters Freude. deinem Stuhle, wenn Satans Schaaren schon im Feuerpfuhle durch neue Schuld sich neue Straf erwerben und ewig sterben. 6. Glaube nur dem Wort der Guade, o so heilet bald dein Schade, und des Mittlers zarte 7. Verehrt beschämt den weiLiebe schafft in dir ganz neue sen Rath, ihr Christen, den anTriebe. Sind die Sünden erst zuschaun die Engel selbst gelüvergeben, so kannst du auch heiligsten; bewundert doch in dem leben und der Gnade treues Erlösungswerke der Liebe Stärke! Walten wird dich fördern und erhalten. 8. Der ewge König von der Allmacht Throne, der trägt zum Schimpf nun eine Dornenkrone; der wird verlästert, den im Himmel oben die Engel loben. 9. Des Höchsten Sohn büßt für die Menschenkinder, der Heilige bezahlet für die Sünder, der Lebensfürst und aller Bosheit Rächer stirbt bei dem Schächer. 7. O so gieb dem Sohn die Ehre, daß ihm aller Ruhm gehöre; suche nicht erst zu verdienen, was am Kreuz vollbracht erschienen; suche nicht, was schon gefunden; preise fröhlich seine Wunden, und bekenn es bis zum Grabe, daß er dich erlöset habe. Ernst Gottlieb Woltersdorf. Mel.: Herzliebster Jesu, was. 1224. Wie grundlos sind die Tiefen dei ner Liebe! Wie heiß, wie zärtfich, Jesu, deine Triebe! Kein Mutterherz gleicht deinem treuen Herzen, du Mann der Schmerzen! 2. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, für ihn 10. Kann dein Verstand so hobe Gnadenzeichen, so große Wunder seiner Lieb erreichen? Thut er nicht mehr, uns Erde zu erhöhen, als wir verstehen? 11. Herr, lehre selbst mich deine Huld erkennen, im rechten Glauben meinen Herrn dich nennen; erbarme dich und heile meinen Schaden, du Brunn der Gnaden! 686 12. Ich bin verderbt vom Fuße bis zum Scheitel; mein Herz ist trobig, widerspenstig, eitel; mein bestes Thun ist mangelhaft und sündlich: so fehl ich stündlich. Dritter Anhang. 13. Ich flieh, o Herr, zu deinen Liebesarmen; ich such und bitte nichts, als dein Erbarmen. Verstoß den nicht, der seine Sünden hasset und dich umfasset. 14. Was machst du, Feind, mir Christi Huld verdächtig? Schweig, seine Kraft ist in den Schwachen mächtig! Er selbst macht den gerecht, der an ihn gläubet und in ihm bleibet. 15. 3euch mich, verwundtes Lamm, zu deinem Kreuze, damit dein Blut die Seele dring und reize, dich, den Erwerber aller guten Gaben, recht lieb zu haben. 16. Dir, Jesu, leb ich, dir will ich auch sterben; laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben. O hilf mir jetzt und in den letzten Stunden durch deine Wunden! Joh. Adolph Schlegel. 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichfeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, ir. Wolken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit foll ich mich freun in V. Oster- Lieder. Mel.: Herr Gott, dich loben alle. 1225.& rinnre dich, mein Ewigkeit. Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 11. Zu welchem Glück, zu wel chem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottessohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 3. Schau über dich und bet ihn an, er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und sein Name gebenedeit von nun an bis in* 1226. Jum auch ich, Mel.: Jesus meine Zuversicht. Cesus lebt, mit Ewigkeit! 13. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. C. F. Gellert. Dritter Anhang. Tod, wo sind nun deine Schrekfen? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auserwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt die Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 687 barkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich mich dir ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden, er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. C.F. Gellert. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor sei nen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. VI. Pfingst- Lieder. Mel.: Freu dich sehr, o meine, 1227. Bater liebeſt, Der er du uns als 7. Gieb mir wahre Selbstertreuer Gott und deinen Geist fenntniß, daß ich meine Sünden denen, die dich bitten, giebest, ja, seh, und durch reuevoll Bekenntuns um ihn bitten heißt: de niß Gott um die Vergebung fleh. muthsvoll fleh ich vor dir, Va- Mache täglich Ernst und Treu, ter, send hn auch zu mir, daß zur Bekehrung in mir neu. er meinen Geist erneue und ihn Zu dem Heiligungsgeschäfte gieb dir zum Tempel weihe. mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblik meiner Sünden mein Gewissen rieder3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserstund mit Trost erfreust, nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Frucht 688 Dritter Anhang. schlägt, wenn sich in mir Zwei- höchster Wunsch erreicht; dann fel finden, die mit Angst mein wird auch nach Trauerstunden Herze hegt; wenn mein Aug in Ruh und Freud in dir gefunden. Nöthen weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Rettung fehlen! 5. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei. Wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu. Gieb mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, berlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. David Bruhn. Mel.: Fren dich sehr. 6. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Augen niederdrückt, wenn ich traurig und gebückt, fast vor Jammer muß vergehen, ach, ſo bleib du bei mir stehen. 7. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, ei fo bleibt mir unbewußt, was die Welt für Luft erdenkt, Lust, die nur die Seele fränkt. Rechte Freude muß den Frommen einigvon Gott selber kommen. 1228. ler Geiſt im Himmelsthrone, Eines Wesens, Einer Kraft mit Gott Vater und dem Sohne, meiner Seelen Lebenssaft! Ach, ergieße deine Treu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 2. Ach, ich bin mit Schmach und Schanden gar erbärmlich zugericht; Satan hat mit schnöden Banden meine Freiheit gar 8. Geist des Betens, lehr mich zernicht; Gottes Bild ist ganz beten: Abba, Vater in der Höh! verderbt, Sünden sind mir an- Treibe mich, vor Gott zu treten, geerbt; und wie kann Gott solche und gieb, wenn ich vor ihm steh, Seelen sich zur Wohnung aus: erwählen? daß mein Bitten träftig sei, steh mir stets mit Seufzen bei; sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen. Joh. Gottfr. Hermann. Mel.: Herr Jesu Chrift, dich zu. 3. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Beawvinger, meiner Seelen helles Licht. Kehrest du nun bei mir* 1229. heilger Geift, ein, ach, so wird mein rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 4. Geist der Weisheit, fomm und leite mich zur rechten Weis beitsquell. Geh und stehe mir zur Seite, mach mein finstres Herze hell. Wenn dein Himmelsglanz mir leucht't, ist mein du höchster Tröster in der Noth, von Herzensgrund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen Ian. 1. Ach sei mein Trost und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des Feindes List, erhalt mich jest an Jesum Christ. Dritter Anhang. 689 3. Daß ich demselben allezeit gen meiner Schuld; er ward treulich zu dienen sei bereit, und Mensch aus freier Huld, starb ihn in wahrem Glauben rein für mich aus heißem Triebe. erkenne für den Heiland mein. Meine Seele flehet dich: Erste Liebe, liebe mich! 4. Leit mich auf rechter ebner Bahn christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterblichkeit erlangen mög die ewge Freud. 5. Diese Liebe hat durch Sterben meinen Tod zu nicht gemacht, mir die Rettung vom Verderben durch ihr Auferstehn gebracht. Ja, mir steht der Himmel offen durch der Liebe Himmelfahrt. Wer mit ihr verbunden ward, darf ein himmlisch Erbtheil hoffen. Meine Seele flehet dich: Mel.: Sollt ich meinem Gott. $ 1230. Abgrund wesentli- Sohn der Liebe, liebe mich! cher Liebe, Gott, 6. Deinen Geist hast du gegedu allerhöchstes Gut, der aus ben, daß er mich erleuchten soll; unerforschtem Triebe uns viel dieser heiligt unser Leben, macht tausend Gutes thut, grenzenloses die Herzen Trostes voll, lehrt Meer der Gnaden, reines Licht, die Thoren, stärkt die Müden; voll Mildigkeit! Quell des Trosts er erquickt die elend sind, und in allem Leid! Arzenei für allen versiegelt deinem Kind seinen Schaden! Meine Seele flehet Himmelstheil durch Frieden. dich: o du Liebe, liebe mich! Meine Seele flehet dich: Geist der Liebe, liebe mich! VII. Von dem dreieinigen Gott, seinen Eigenschaften und Werken. 2. Huldreich Wesen, laß dir danken, preisen dich von Herzensgrund! Deine Huld ist ohne Schranken, unaussprechlich für den Mund, wunderlieblich für die Sünder, für uns Kleinen viel zu groß, in der Größe schrankenlos, väterlich für alle Kinder. Meine Seele flehet dich: große Liebe, liebe mich! 7. Wie die Väter sich erbarmen, wenn sie Kinder weinen sehn, also läsfest du uns Armen dein Erbarmen offen stehn. Gieb mir doch ein solch Gemüthe, das in deiner Liebe steht, wacht und schlummert, liegt und geht und nur lebt von deiner Güte! Meine Seele flehet dich: Vaterliebe, liebe mich! 8. Schließ mein Leben und mein Sterben nur in deine Liebe ein; laß mich einst mit deinen Erben auferstehn und herrlich sein, denn dein Lieben ist das Leben und die ewig süße Rub! Ewig kann man nichts dazu außer deiner Liebe geben. Meine Seele flehet dich: Selge Liebe, liebe mich! Phil Fr. Hiller. Mel.: Nnn dantet alle Gott. 3. Du erhörst Gebetes Sehnen; was mir fehlt, erfüllest du, zählst und stillest meine Thränen, börest meinen Seufzern zu, weißt und leitest mein Betrüben, schickst und nimmst mir meinen Schmerz, prüfst, erfährst und kennst mein Herz, meinen Glauben und mein Lieben. Meine Seele flehet dich: Treue Liebe, liebe mich! 4. Sünden willst du mir bergeben; Gnade, Hülfe, Trost und Licht, Frieden und ein ewges 1231. Agott, mit Ehrfurcht Leben ist es, was dein Wort verspricht. Du giebst mir den stets zu nennen, du bist unendSohn der Liebe auch zum Bür- lich mehr, als wir begreifen kön44 690 Dritter Anhang. nen. O flöße meinem Geist die müssen. Die Schöpfung zeugt tiefste Demuth ein und laß mich von dir; und deines stets vor dir voll Ehrerbietung sein! Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen kund. 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von feinem Leide; stets ruhig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. Auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur! 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. die ganze Welt und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub. Auch Geifter kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besibet, der Leben giebt und nimmt, der unsern Odem schüßet. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er nichts. Du bleibest für und für. 8. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst. Verstand und Rath sind dein; und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst und es geschieht. Auf dein allmächtig Werde! entstand dein Schöpfungswerk, der Himmel und die Erde. Mit* 1232. Amen, Gott Batt du Sohne sei Lob ins Himmels Throne; sein Geist stärk uns im Glauben, und mach uns selig, Amen, und mach selig, Amen! 2. Amen, es wird geschehen; wir werden Christum sehen in den Wolken herkommen, uns mitzunehmen, Amen, uns mitzunehmen, Amen. 3. Amen, uns ewig währe die Freude, Gott die Ehre; bringt all Sprachen zusammen, in einem Glauben, Amen, in einem Glauben, Amen. 4. Amen, kein Tod soll schrekten, Christus will uns erwecken, der selbst zuvor begraben, nun lebet ewig, Amen, nun lebet ewig, Amen. 5. Amen, Gott sei gepreiset! Der Geist auf Christum weiset. Der helf uns alln zusammen im ewgen Leben, Amen, im ewgen Leben, Amen! Ludwig Helmbold. Mel: Es ist das Heil uns kommen. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das haſt 1233. Der Herr ist Gott du zuvor uns offenbaren mehr! 10. Indeß sei auch schon jett dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott! erhöhn. Nach 3. I. Rambach) von J. S. Dietrich. In eigener Melodie. Dritter Anhang. Frohlodt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam ist groß; er ist unendlich grenzenlos in seinem ganzen Weien! 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer feines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem 3. Um seinen Thron her strömt Blut. Unsere Leiber, unsere Herein Licht, das ihn vor uns verzen gehören dir, o Mann der hüllet; ihn fassen alle Himmel Schmerzen, in deiner Liebe ruht nicht, wie weit er sie erfüllet. fichs gut! Nimm uns zum EigenEr bleibet ewig, wie er war, thum, bereite dir zum Ruhm verborgen und auch offenbar in deine Kinder; verbirg uns nicht seiner Werke Wundern. das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd und Himmel. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst haft unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armuth ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern, weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Wölkt keine Schatten um euch her! Gedanken selbst erkennet er im tiefsten Herzensgrunde. 691 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre. Kommt, werdet Gottes LobgeDer sang, ihr alle seine Heere! Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? J. A. Cramer. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. Mel.: Wachet auf, ruft uns. * 1234. Finer ists, an dem wir hangen, 3. O Herr Jesu, Ehren- König, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne. 4. Schau auf deine Millionen, Du hast Unsterblichkeit allein, die noch im Todesschatten wohbist selig und wirst ewig sein, nen, von deinem Himmelreiche der Seligkeiten Fülle. fern! Seit Jahrtaujenden ist 44* 692 Dritter Anhang. ihnen tein Evangelium erschie- deine Gnad' mich Verlornen nen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jeſu! Zieb uns voran und mach uns Bahn, gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil er funden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen, und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn träftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Parabies. Albert Knapp. Mel.: Warum sollt' ich mich denn. * 1235. Go roß ist unsers Gottes Güte, seine Treu', täglich neu, rühret mein Gemüthe. Sende, Herr, den Geist von oben, daß jetzund Herz und Mund deine Güte loben. 2. Du hast meinem Leib gegeben für und für mehr, als mir nöthig war zum Leben; meine Seel' mit tausend Gnaden allerhand, dir bekannt, hast du, Herr, beladen. 3. Da ich, Herr, dich noch nicht kannte und in Sünd' todt und blind dir den Rücken wandte: da hast du bewahrt mein Leben und mich nicht dem Gericht nach Verdienst gegeben. 4. Wenn ich damals wär' gestorben, ach, mein Herr, ewig wär' meine Seel' verdorben. Du, du haft verschont in Gnaden und mich gar immerdar nur zur Buß' geladen. 5. Wenn ich gleich nicht hören wollte, riefst du doch immer noch, daß ich kommen sollte; endlich hast du überwunden, endlich hat funden. 6. Endlich mußt' mein Herze brechen, und allein ohne Schein dir das Jawort sprechen. O, du sel'ge Gnadenstunde, da ich mich ewiglich meinem Gott verbunde! 7. Da ich allem Sündenleben, aller Freud' dieser Zeit Abschied hab' gegeben; da mein Geist zu Gottes Füßen sank dabin, und mein Sinn wollt' in Reu' zerfließen. 8. 3war bin ich nicht treu geblieben, wie ich sollt', wie ich wollt', dich allein zu lieben; aber du bleibst ohne Wanken immer doch treue noch. Könnt' ich recht dir danken! 9. Ach, ich hab' so oft betrübet deinen Geist, wie du weißt; du hast doch geliebet, daß ich immer wieder fame und mein Schmerz brach dein Herz, das mich in sich nahme. 10. O du forgest für mich Armen, Tag und Nacht hältst du Wacht, groß ist dein Erbarmen. Lauf' ich weg, du holst mich wieder; väterlich hältst du mich, wann ich sinke nieder. 11. Deine Güte muß ich lo: ben, die so treu stund mir bei in so manchen Proben; dir hab' ich es nur zu danken, daß ich doch stehe noch, der so leicht kann wanken. 12. Bald durch Kreuz und bald durch Freuden hast du mich wunderlich immer wollen leiten. Herr, ich preise deine Wege, deinen Rath, deine Gnad', deine Liebesschläge. 13. O wie groß ist deine Güte! Deine Treu' immer neu preifet mein Gemüthe. Ach, ich muß, ich muß dich lieben; Seel' und Leib ewig bleib' deinem Dienst verschrieben. 14. Möcht' dich alle Welt ers Dritter Anhang. fennen, und mit mir danken dir und in Liebe brennen! Deine Güte laß mich loben hier auf Erd, bis ichs werd thun vollkommen droben. Gerhard Tersteegen. Mel.: Wie schön leuchtet der. 1236. Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort, sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen und voll Wohlthun nach mir Armen. 693 Tritt, mein Geist und ganz Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nun dir zu Ehren leben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und fühl und höre sie in tausendfacher Melodie. Dis bringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben. Mel.: Schmücke dich, o liebe. an, 2. Seb ich den hohen Himmel* 1237. König, dem keinkösobiel ich davon sehen kann, gleichet, desso seh ich deine Güte. Der Him- sen Ruhm kein Mund erreichet, melslichter Lauf und Pracht, das dem als Gott das Reich gebühSternenheer, das du gemacht, ret, der als Mensch das Sceperreget mein Gemüthe mächtig, ter führet, dem das Recht gehört freudig dir zu singen, dir zu zum Throne, als des Vaters bringen Ehr und Stärke. Groß ewgem Sohne, den so viel Vollsind deiner Hände Werke! kommenheiten frönen, zieren und begleiten, 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte; Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Heerde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen, sieht man doch am schönsten glänzen, wie viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder 6. Herr, dazu bitt ich, hilf du mir! Zieh immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird dein Himmel werden. Nach Dr. Val. Ernst Löscher. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht 694 Dritter Anhang. und Grauen dein verklärtes und auf dem höchsten Hügel, so Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. führte mich auch hier, Gott, deine rechte Hand, so blieb ich dir auch hier so nahe, als bekannt. die Finsterniß ist vor dir belles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist Niemand zu ver- 5. Spräch ich, es sollte mich gleichen an dem Ueberfluß der die Finsterniß bedecken, doch Schäße, an der Ordnung der würde mich das Licht von deiGesebe, an Vortrefflichkeit der nem Antlit schrecken; denn auch Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen! Laß mich deinen Schub genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit Ringen, Dulden, Streiten, dort mit Herrschen, dir zur Seiten! 6. Du warest über mir in meiner Mutter Leibe, dein Hand hat mich bereit't, so wie ich bin und bleibe, ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht; dein Werk ist wundervoll; dies hält mein Herz in Acht. J. Jacob Rambach. Mel.: Gott, du frommer. Psalm 139. 1238. Heich und kenneſt err, du erforschest meine Wege. Jch size oder steh, so sind dir meine Stege, ja die Gedanken selbst von fern bereits befannt; ich liege oder geh, so hält mich deine Hand. 2. Ach sieh, es ist kein Wort, o Herr! vor dir verborgen. Du weißt und ordnest selbst des ganzen Lebens Sorgen. Herr, dies begreif ich nicht; zu wunderlich, zu hoch ist solch Erkenntniß mir, o wer erklärt mirs doch? 3. Wohin soll ich vor dir und deinem Geiste fliehen? Wo kann ich deinem Blick, du Höchster, mich entziehen? Führ ich gen Himmel gleich, so bist du den noch da, stürzt ich zur Hölle mich, auch hier bist du mir nab. 4. Ja, nähm ich mir auch gleich der Morgenröthe Flügel, und blieb am Rand des Meers 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und jeder künftge Tag war deinen Blicken klar. 8. Wie köstlich sind vor mir, Gott, deine weisen Schlüsse! Wie groß ist ihre Zahl! Eh, als ein Mensch sie wisse, eh zählt er leichter noch des ganzen Meeres Sand. Auf dich ist Tag und Nacht mein forschend Herz gewandt. 9. O möchte doch dein Grimm, o Gott, die Sünder schlagen, und die mein Blut begehrn, schnell von mir Armen jagen! Sie lästern ohne Scheu, und stets empöret sich ihr unbiegsames Herz, so wider mich, als dich. 10. Ich hasse, großer Gott, die alle, jo dich hassen; es thut mir schmerzlich weh, daß sie dein Wort verlassen; ich hasse sie im Ernst, und darum sind sie ißt auch wider mich und dich so heftiglich erhitzt. 12. Erforsce mich, o Gott, und prüfe wie ichs meine; erfahr Dritter Anhang, 695 33, ob ich bin, was ich von außen vielfältig Seel und Leib be scheine; sieh, ob vielleicht mein Fuß auf bösen Wegen geht, und leite mich den Weg, der ewig mich erhöht. fleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; bergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, 1239, in Vater, nicht von dir, schaff selbsi 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod getreu, zu dienen dir beflissen sei. Mel.: Wer nur den lieben Gott. ein bin ich, Gott, Leben. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab ich dir zu 9. Fällt dieses Leibes Hütte berdanken, Herr, der du mich nieder, vollend ich dieses Lebens bereitet hast! Als mich die en- Lauf, o Gott, so richte du mich gen, finstern Schranken des er- wieder verherrlicht aus dem sten Daseins noch umfaßt, da Staube auf! Bleib du, o Herr, war dein Auge über mir, da mein ewges Theil, so preis ich lebt ich, Höchster, nur in dir. ewig dich, mein Heil. Casp. Bollikofer. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr Mel.: Freu dich sehr, o meine. kein Wohlfein feble, dein Ruf* 1240. Gwge Liebe, mein zum höhern Leben hebt. Du haft mir Sinnen und Verstand, einen fühnen Blick in den AbBegier und Willen zugewandt. grund deiner Güte; send ihm 4. Wenn ich, Herr, meinen Leib einen Blick zurück, einen Blick anjehe, den du so kunstvoll aus-| voll Heiterkeit, der die Finstergebildt, so wird, o Vater in niß zerstreut, die mein blödes der Höhe, mein Herz mit Ehr- Auge drücket, wenn es nach dem furcht ganz erfüllt. Ein jedes Lichte blicket. Glied, ein jeder Sinn weist mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hieher noch erhalten, so daß der Tod vorüberging. Jch stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schützet mich. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast, und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein theures Lösegeld und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um zu retten die Rebel Dritter Anhang. 696 len aus dem Pfuhl der tiefen Höllen! 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Antheil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben jehen. 5. Diesen Glauben anzuziinden, der selbst Gottes Gabe heißt, läsfest du dich willig finden, deinen beilgen guten Geiſt denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnaden eilen, gern und willig mitzutheilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen, noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein: diesen hast du auserwählet und den Deinen zugezählet. 7. Du hast Niemand zum Verderben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, den die Schaar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunen hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Lief ergründet! 9. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. J. Jacob Rambach). * 1241. etlichem ErbarHe Mel.: Wer nur den lieben Gott. err, von unendmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen und mit dem ganzen Sündenheer für deine Huls in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld; ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch res Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei. Wenn Berge weichen, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu. Wenn Erd und Himmel weicht und fällt. ſo lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine theuren Sacramente, als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, auf daß wir glauben könnten, ein Denkmal seiner Wunder stift't, für dieſe Gnade in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. Dritter Anhang. 6. Ja, Mund und Herze soll Mel.: Wer nur den lieben Gott. dir danken. Doch bittet auch 1242. Befiehl dem Herren Herz und Mund: weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund. Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei. 7. Und fechten Satan, Welt und Lüste mich in dem bösen Stündlein an, gieb, daß ich mit dem Schild mich rüste, der Satans Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so lasse du kein allzu stark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, die auch allgemein ein fester Grund des Glaubens sein. 9. Du gabit auch mir ja solche Gnaden, auch ich erhalte Theil daran. Ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan. An deinen Worten, Trost und Heil gehört mir ein besonder Theil. 10. An diesen kann ich nun erkennen, daß ich dein Kind in Gnaden bin. Du willst mir selbst die Ehre gönnen; du gabst dein Kind für mich dahin, und der ward Sündern zugezählt, indem du Sünder auserwählt. 697 mache dich von Sorgen los; vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, das er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast rathen lassen, da hat er alles wohlgemacht. Denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rath hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Noth und Plage dir werden in der Eitelkeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinen eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 11. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes bin, weil ich in Jesu Christo bin. 12. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt, mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seelen an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts, sie ist die deine, und kostet dir dein theures Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indeß sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigenthum mich haft erwählt und deinen Schafen zugezählt. Dritter Anhang. 698 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erden Gast, ist alles liebreich, nüß und gut, was deine Schickung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nun mein Hoffen ist gerathen, daß ich kann in der Seligteit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Catharina v. Gersdorf. In eigener Melodie. 1244. Mein Jeſu, dem nen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlig dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht, wie sollten blöde Fleischesaugen, die nur verhaßte Sündennacht mit ihrem Schat: ten trüb gemacht, dein helles In eigener Melodie. * 1243. Mir ist Erbar Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligthum, und laß mich deine Gnad erblicken zu meinem Heil und deinem Rubm. Reich deinen Scepter meiner Seele, die sich wie Esther vor dir neigt und dir als deine Braut sich zeigt; sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth. Das zähl ich zu dem Wunderbaren; mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein. Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte dem Herzen, das nach Gnade sucht; hör, wie ein sehnendes Gemüthe: Gott sei mir Armen gnädig! ruft. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Bein erlöst, da es so reich geflossen? 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. Ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben; dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben; auf dieses bet ich auch allein; auf dieses duld ich in der Noth; auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch 4. Ich fall in deine Gnadenhände und bitte mit dem Glaubenskuß: Gerechter König, wende, wende, die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht: durch deine Wunden, es ist nichts Sträflichs mehr an mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnaden mir zur Seiten, daß Dritter Anhang. 699 het, wenn dein Herze flehet. ich auf dir beliebtem Steg be- sei es auch, der zu Gott aufgeständig bis ans Ende wandle, damit ich auch zu jeder Zeit in Lieb und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht, so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. b 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir. Laß mir nichts diese Freude rauben; erfülle mich nun ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir der Puls sich regt, und wenn derselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfg. Christoph Defler. VIII. Gebets- Lieder. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier, alle sich vereinen, und es geht ein Gebet aus von ihnen Allen, wie muß das erschallen! Mel.: Straf mich nicht in deinem. * 1245. Betgemeine, beilge dem 6. der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöthen! Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. beilgen Dele! Jeſu Geist ergieße und Seele! den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig über gehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, hei lig anjutangen. Heilger Rauch 7. O ſo betet Alle drauf, veiet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder! Heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet! 8. Betet, daß die lebte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe! Stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! Christ. Karl Ludwig v. Pfeil. Mel.: Fren dich sehr, o meine. 1246. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; sind sie gleich vor dir nur Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut, in der Tai dir übergeben, sein zu sein in Tod und Leben, 700 Dritter Anhang. 2. Du hast sie bisher ernähret nach so vielem Kreuz und Leide und so manchen Unglücksfall ich mit Jauchzen sagen mag: mehr als väterlich gewehret, wel- Siehe, Vater, ich bin hier nebst cher sonsten überall leichtlich den Kindern, die du mir in der hätte sie gestürzt, ja ihr Leben Welt einst hast gegeben! Ewig abgekürzt; aber deine Vatertreue will ich dich erheben! bleibt bei ihnen täglich neue. J. L. Schlosser. 3. Sollt ich dir für solche Güte, Herr, nicht stets verpflichtet sein, und mit dankbarem Gemüthe solchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor Jedermann wirf, o Gott, mein Flehen nicht; Deine Wohlthat zeigen an? Ach, vergieb mir alle meine Schuld, so würd ich ganz vermessen du Gott der Gnaden und GeGottes, meines Heils, bergessen! duld! 4. Herr, du bists, was mich ergößet, meiner Seelen Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schäßet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht, verderben, bis sie endlich selig sterben. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein llebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 5. Schüße sie vor böfen Leu ten und vor der VerführerSchaar. Laß doch ihren Fuß nicht gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, nach mir, zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie auf dieser Erden deinem Reich, so dirs gefällt, und dem Nächsten nüßlich werden, so laß in der ganzen Welt, ihnen, wo sie immer gehn deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich in Thun und Lassen stets in ihre Herzen faſſen. 7. Endlich, wenn die Jahr verflossen, daß sie diese Lebenszeit hier in Gottesfurcht genossen, und sie in der Ewigkeit sollen ihren Eintritt thun, so laß alle Schmerzen ruhn, und laß sie nach sanftem Sterben glaubensvoll den Himmel erben. 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag Mel.: Herr Jesu Christ, meins. 1247.ch kommebor dein ver4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten ſei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zu siegen über Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern diefer Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. Dritter Anhang. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Vorbild giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage biel, so bleib, Gott, meine Zuver sicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. C.F. Gellert. 701 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Scel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besiß von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 1248. IX. Tauflied. Mel.: Nach einer Prüfung. einen Namen, ch getauft auf Gott Vater, Sohn und heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volt, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Chriftum eingeſenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt! Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jeſu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entfage euch. 7. Laß diesen Vorsaß nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort für und für. Joh. Jac. Rambai` 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu fein gewagt; hingegen jagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. X. Buß- Lieder. Mel.: Jesu, der du meine Seele, oder: Alle Menschen müssen sterben. * 1249. Schöpfer aller der, großer Richter aller Welt, sieh, hier wird ein armer Sünder vor dein streng Gericht geſtellt, der in Sinden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Sünden sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. 2. Mein Gewissen, das mich quälct, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesch, das nichts verfehlet, nebst dem Satan stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen, denn ein Zeuge Dritter Anhang. 702 giebt sich an, der gesehn, was ich gethan. 2. Wehe mir! ich muß verderben, sehe nichts als Höll und Bein. Frecher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil sein. Es erzittert meine Seele vor des Abgrunds offner Höhle. Wer hilft mir in dieser Noth? Wer errettet mich vom Tod? 6. Ach, was hör ich? Gnade, Gnade, Gnade schallet in mein Ohr; und es hebt vom Sündenpfade mich ein sanfter Zug empor. Gott spricht: Sünder, du sollst leben, deine Schuld ist dir vergeben, sei getrost, mein lieber Sohn, komm zu meinem Gnadenthron! 4. Doch, Gott Lob! die Furcht verschwindet, weil sich mir ein Mittler zeigt, weil sich ein Vertreter findet, vor dem der Verfläger schweigt. O beglückte, theure Stunden! Gottes Sohn 1250. Wir liegen hier zu hat seine Wunden und sein bluMel.: Wer nur den lieben Gott. tig Lösegeld meinem Richter dar- ach Herr von großer Güt und geſtellt. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, siehe die Bezahlung an! Dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan; er hat dein Gesetz erfüllet, er hat deinen Born gestillet. Herr, ich glaube, steh mir bei, sprich von Straf und Schuld mich frei! Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet ſei. Das Maaß der Sünden ist erfüllt. Ach, weh uns, wenn du strafen willst! 2. Du bist gerecht, wir alle Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die Wege des Verderbens gehn, die würdig, daß uns Best und Schwert und Hunger längstens aufgezehrt. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet, feht, wie sich der Himmel freut, da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt und ein Himmelstind verklagt? der giebt, Geist, der mir den Glauben schenket, mich in Jesu Wunden senket, Gott der Gnade, dir sei Ruhm und mein Herz dein Eigenthum! 8. Richter, der mich losgesprochen, Vater, der mich zärtlich liebt, Mittler, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wie 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert; laß mich alles unterlassen, was den theuren Frieden stört! Reinge täglich mein Gewissen, laß mich ewig sein beflissen, mit Verleugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt. Joh. J. Rambach. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; drum geh mit uns nicht ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube und unser Herz ist ganz zerknirscht. Uns tröstet ganz allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach haft du noch ein Vaterherz, so sieh doch jetzt auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler selbst tritt in die Mitten. Ach schaue seine Wunden an, die er für unsre Schuld erlitten, wodurch er dir Dritter Anhang. 703 genug gethan. Wirst du nicht ser Pflicht mir deines Geistes gnädig auf uns sehn, so muß sein Blut verloren gehn. Kraft und Licht. 6. Ach Blut, ach Blut von Gottes Sohne, schrei für uns um Barmherzigkeit! Schau, Jesu, von dem Gnadenthrone und denke doch der alten Zeit, da dich der Sünder Schmerz gebeugt, da du oft Gnad und Huld erzeigt! 7. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Samml uns in deinen Gnadenschooß, und mach uns aller Plagen los. 8. Steck ein das Schwert, das uns foll fressen. Den Würger laß vorübergehn. Laß uns das Brod in Frieden essen. Laß keine solche Zeit entstehn, die uns dein Wort so theuer macht, daß unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohl feile Zeit, und laß uns deinen Schuß genießen. Befördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut. Nimm Kirch und Haus in deine Hut. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand; mir sei an dein verföhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an gieb von das Kreuz gebracht! deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz. 10. So wollen wir dir Opfer bringen, die Deinen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob zum Himmel dringen; und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jacobs schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweiben, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod 195 verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du mein Herr und Gott, an dich, gelobe dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gefinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, VerIX. Abendmahls- Lieder. jöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Mel.: Wer nur den lieben Gott. Nie komm es mir aus dem Ge müth, welche eine schwere Schul1251. Hier bin ich, Jeju, denlast du mir aus Huld erlaſzu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung die8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staute mich dein allmächt Dritter Anhang. 704 ger Ruf erhebt, wenn du, o gro= Ber Lebensfürst, in Herrlichkeit erscheinen wirst. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen, mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen; mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet ſei! David Bruhn. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 5. Ja, Herr, mein Ziel ist dein Gebot von Herzen zu er= füllen; ich bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. C.F. Gellert. Mel.: An Wafferflüssen Babylou. 1252.htomme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, In eigener Melodie. Sohn Gottes und des Menſchen* 1253. Wir glauben All mich deiner zu frei, daß nach Christi Wort dies Brod der Leib Christi sei, der für unsre Sünd und Missethat litt am Kreuz den bittern Tod. 2. Desgleichen der Wein in seiner Art, sein unschuldig Blut, das am Kreuz vergossen ward uns und allen Gläubigen zu gut, so ihm folgen in Demuth. Michael Weisse. XII. Vom Worte Gottes. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sün= der; du hast die Handschrift abgethan und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du haft mein Heil verdienet; Du haft für mich dich dargestellt. Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. Mel.: Was Gott thut, das ist. 3. So freue dich, mein Herz," 1254, Dein Wort, o Herr, in mir! Er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir bergeben! Du bist in meinen Tod getauft, und wirst dem, der dich hat erkauft, von ganzem Herzen leben. ist milder Thau für trostbedürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbrunnen fehlen. Erquickt durch ihn laß jede blühn, und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Hammr, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und 4. Dein ist das Glück der Se- Bein durchschaltet. D laß dein ligkeit; bewahr es hier im Glau- Wort noch fort und fort der ben, und laß durch keine Sicher- Sünde Macht zerscheitern und beit dir deine Krone rauben. I alle Herzen läutern! * Dritter Anhang. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger reise. Es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfeble. 4. Jch suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labjal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeiget mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort ift Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve. Mel.: Gott des Himmels. 1255. Theures Wort aus das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich Alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herr705 Glauben ein; laß mich täglich beffer werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort ihm zugewandt. 5. Laffe mich in diesen Schranken, ohne eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß i Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker; und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei er durch Liebe thätig ſei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach deiner Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein und That in den größten Nöthen hat.. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf den Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold. lich laben, weil bei dir ein Tisch XIII. Heiligungs- Lieder. geteckt, der mir Manna immer schenkt, mich mit Lebenswasser tränkt. Mel.: Meine Hoffnung stehet. 3. Du mein Paradies auf * 1256. Auf, ihr Chriſten, Christi Glieder, Erden, schließ mich stets im die ihr noch hangt an dem Haupt, 45 Dritter Anhang. 706 auf, wacht auf, ermannt euch wieder, eh ihr werdet hingeraubt! Satan beut an den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf, folgt Chrifto eurem Helden, trauet seinem starken Arm! Liegt der Satan gleich zu Felde mit dem ganzen Höllenschwarm, sind doch der noch viel mehr, die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit! Dieses machet unverzaget und recht tapfre Kriegesleut. Christi Blut giebt uns Muth wider alle Teufelsbrut. 4. Christi Heeres Kreuzesfahne, so mit seinem Blut besprengt, ist schon auf dem Siegesplane In eigener Melodie. uns zum Troſte ausgehängt.* 1257. in Chriſten- Herz Wer hier kriegt, nie erliegt, dern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch empfunden, vieler Heilgen starker Muth, da sie haben überwunden fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir denn allhier nicht auch streiten mit Begier? sich nach hohen Dingen, ein irdisch Herz nach dem, was irdisch heißt. Hält Gott die Seel, kann sie kein Weltgeist zwingen, weil Gottes Kraft sie stärkt und zu sich reißt. Gott ist getreu, wenn man sich zu ihm wendet, e fängt wohl an, er mittelt, er vollendet. binden sein Wort, so ein Zeugniß ist, das uns deckt und er= weckt und nach Gottes Liebe schmeckt. 6. Wer die Sclaverei nur liebet in der Zeit und Ewigkeit, und den Sünden sich ergiebet, der hat ewig Luft zum Streit; denn die Nacht, Satans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein Theil, dessen Herz zu Gott sich kehret, seinem allerhöchsten Heil, jucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 10. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das Leid dieser Zeit werden wird zu lauter Freud. 11. Da Gott seinen treuen Knechten geben wird den Gnadenlohn und die Hütten der Gerechten stimmen an den Siegeston; da fürwahr Gottes Schaar ihn wird loben immerdar. Justus Faldner. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, so der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, hat nur Müh, Angst und Verdruß. Der, der kriegt recht vergnügt, wer sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf! Laßt uns überwinden in dem Blute Jeju Christ, und an unsre Stirne 2. Mit Gnade kommt der Herr zuvor uns Sündern; er suchet uns und will uns zu sic; ziehn, erbietet sich zum Vater bösen Kindern; ob diese gleich wie Jonas vor ihm fliehn, liebt er sie doch und will ganz ungern lassen das Sündenkind, er sucht es zu umfassen. 3. Ach, öffne mir die Tiefe meiner Sünden, laß mich auch sehn die Tiefe deiner Gnad, laß keine Ruh mich suchen oder finden, als nur bei dem, der solche für mich hat, der da gerufen: Ich will euch erquiden, wenn euch die Sünd und ihre Last recht drücken. 4. Otheures Lamm, da dort Johannes sabe, wie es von Anfang her erwürget ist, nimm weg Dritter von mir die Sünd, und sei mir nahe, daß ich dich seh, und schmecke, wie du bist. Laß mich durch dich, o Lamm, recht überwinden mein größtes Kreuz, die Gräuel meiner Sünden. 5. Gieb mir ein reines Herz, damit ich sehe, was kein natürlich Aug gesehen hat; gieb deine Lieb ins Herz, daß ich verstehe, was nie ein Mensch erfahren in der That; laß mich doch vom verborgnen Manna effen, und dein, o Jesu, ewig nicht vergeſsen. 6. So soll dein Lob dann von mir stets erklingen, so lang ich noch in dieser Schwachheit bin. Dort aber werd ich dir ein neu Lied singen. Inzwischen nimm dies Lallen von mir hin bis ich dort werde mit den Seraphinen in deinem Tempel Tag und Nacht dir dienen. Maria Magdalena Böhmerin. Mel.: Jesu, der du meine. * 1258. Reuscher Jeſu, hoch von Adel, un beflecktes Gotteslamm; züchtig, heilig ohne Tadel, du mein rei ner Bräutigam! O du Krone keuscher Jugend, du Liebhaber reiner Tugend, ach, entziehe mir doch nicht dein holdjelig Angesicht! 2. Ach es ist mir angeboren nichts als nur Unreinigkeit; aber du bist auserkoren, unbeflectet ist dein Kleid. O du unbeflecktes Wesen, laß mich doch durch dich genesen! Mehr als Engel reines Lamm, tilge meinen Siindenschlamm! Anhang. 707 der reine Gottesgeist nicht im Herzen Meister heißt; 4. O so wollst du mich vertreten, mein Heil und mein Gnadenthron! Laß durch dich sein abgebeten den hierdurch ver dienten Lohn. Soll es nach dem Rechte gehen, o so ists um mich geschehen. Dein für mich vergoßnes Blut sei für diese Wunden gut! 5. Sollen nur dein Antlitz schauen, die von Herzen keusch und rein, o so werden ja mit Grauen sinten hin zur Höllenpein, die aus unverschämtem Herzen ihre Reinigkeit verschmerzen. Drum, Herr Jeju, steh mir bei, mach mich dieser Banden frei! 3. Hat was Böses angestiftet dieser Abgrund schnöder Lust, und mir Leib und Seel ver giftet, wie dir Alles wohlbewußt, weil Begierden und Geberden leichtlich angeflammet werden, wo 6. Hilf, daß ich dir mög anhangen als ein Geist, ein Herz, ein Leib, auch ganz innig dich umfangen, und dir stets bereinigt bleib, ja recht brünstig dir nachlaufe, weil schon in der heilgen Taufe du zu wahrer Heiligkeit mich gewaschen und geweiht. 7. Weil du meinen Leib willst ehren, daß er dir ein Tempel sei, und den gänzlich willst verheeren, der denselben bricht ent= zwei, o, so werd, was du geehret, nie durch Unkeuschheit zerstöret; Alles, Alles bleibe rein, was dir soll ein Tempel sein! 8. Du hast dich mit mir vermählet, dein Geist ist mein Unterpfand; auch ich habe dich erwählet und mit Herzen, Mund und Hand meine Treue dir ge schworen; dich allein hab ich erforen. Es weiß alle Kreatur: Jesum, Jesum lieb ich nur! 9. Keuscher Jesu, hoch von Adel, unbeflecktes Gotteslamm; züchtig, heilig, ohne Tadel, du mein reiner Bräutigam! Odu Krone keuscher Jugend, du Liebhaber reiner Tuo pp, laß mein 15* 708 Dritter End und Anfang sein: Jesum lieb ich ganz allein. Jakob Baumgarten. Anhang. 6. Jsts gleich zuwider der Natur, ists doch das Heil der Seelen. Was ist mein bestes Eigenthum, mein höchstes Gut im Leben? Daß du mein Theil Mel.: Was mein Gott will. 1259. Oft denkt mein Herz., bist und mein Ruhm. Herr, laß mich danach streben! wie schwer es sei, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste; jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 7. O stärke mich, mein Gott, mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 8. Mich stärke auf dem schmalen Pfad das Vorbild selger Geister; ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. Olaß mich nie des Frechen Spott auf diesem Wege hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen, allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigfeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedent an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mirs nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Drum seh auf Jesum ich allein und deinen Gnadenwillen; sein heiliges Verdienst ist mein. Dies laß mein Herze stillen. C.F. Gellert. 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Born entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier aus Bosheit uns zu fränken, was müßten wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen beilig fein, das ist dein gnädger Wille; drum sprichst du unsren Herzen ein deines Wortes Du giebst uns deines Worts* 1260. Herr en höchſtes Jesu Christ, Verstand, bezeugst auch im Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich. Psalm 73, 23-28. Gut, mein Seelenschat, mein Herzensmuth und aller Sinnen Freude, ich bleibe dennoch stets Dritter Anhang. 709 fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. an dir, jo ist auch nichts, was Christ, ich hoffe fest, ich hoffe dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei deiner rechten Hand; regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht! Ich folge dir, so irr ich nicht. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich sehe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll Alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach, möchte Solches doch geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf; komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! E. Neumeister. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor die Krone Mel: Dir, dir Johovah will ich. der Gerechtigkeit. Herr Jeju" 1261. Hemen Licht und err Christ, ach, voll Begier, ach, voll Begier wünsch ich mich heute noch bei dir! Leben, erneure meinen Geist sammt Leib und Seel. Dir, dir hab ich mich ganz ergeben, mit meiner Seel dich inniglich vermähl. Ach nimm:: dich meiner herzlich an, und zeige mir, führ mich die Lebensbahn. 2. Und weil ich auch allhier noch lebe, so gieb mir deinen heilgen, guten Geist, daß ich in deinem Willen schwebe, und thue nur, was du, mein Gott, mich heißt. Ach nimm:: dich meiner allzeit an, und führe mich, führ mich auf ebner Bahn. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze Welt hat nichts, was mir, wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 3. Mein Jesu, laß mich mit 4. Und sollte mir durch Kreuz| dir sterben und mit dir leben und Noth, durch Marter, durch in der Ewigkeit; was sündlich Gewalt und Tod auch Leib und ist, laß ganz verderben; ach mache Seel verschmachten, das Alles mich, mein Gott, fein bald wird, wenn auch noch mehr, bereit. Ach nimm:: dich meija gar, wie eine Hölle wär, ner Seelen an, und führe mich, mein Glaube gar nicht achten. führ mich die Lebensbahn. Du bist, du bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu 4. Wenn ich von aus und innen leide Anfechtung, Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, so gieb, daß ich stets bleib in Freude, und allzeit fönne gutes Muthes Dritter Anhang. 710 fein. Ach nimm:: dich meiner treulich an, so fehl ich nicht, ich nicht der rechten Bahn. 5. Jesu Christe, Heil der Menschen, o wahrer Gott von aller Ewigkeit! Die Sünde wollst du ganz versenken, die sich in mir noch regt zu dieser Zeit. Ach nimm:: dich meiner Herzlich an, und führe mich, führ mich die Lebensbahn. Joh. Friedr. Samnom. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus falschen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Va ter, ganz befehlen. Ach, drück * 1262. Hier legt mein es tief in meinen Sinn, daß ich Mel.: Zeuch meinen Geift. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier gelten nichts der Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armuth sein gericht! 2. Schau her! Ich fühle mein Verderben. Laß mich in deinem Tode sterben; o, möchte doch in deiner Pein die Eigenheit er tödtet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich 1263. Ach, wie iſt der Liebe dich liebe und mich in deinen Wegen übe; nur ist von der Unlauterfeit die Liebe noch nicht ganz befreit. so veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie nicht so bald! Seße nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß. 2. Aber deiner Liebe trauen, tiefer in dich gehn, der Fuß muß| Höchster, das gereuet nie, denn unbeweglich stehn. ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverletzt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter. Mel.: Ach, was soll ich Sünder, oder: Hosianna, Davids Sohne. 3. Täglich sag ichs meiner Seele: Gott liebt ewig, seine Treu wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen erwähle dir zum Freund, und glaube dann, daß kein Feind dir schaden kann! Dritter 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater, ich will dir allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber, ach! die Kräfte fehlen meinem Vorsab; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid. Und dann sink ich muthlos nieder, suche nur bei Menschen Ruh: und mein Helfer bist doch du! 6. Ach, vergieb mir, der im Staube dieses Leibes dich noch nicht, Gott, erkennt von Angesicht. Ach vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, wie er sollt, auf dich verläßt. Anhang. 711 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschickt, bei dessen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über8. Der du deiner Kinder Fle- wunden! Hofft auf den Herrn, hen, Gott, mein Gott, jo gern er hilft uns gern; seid fröhlich, erhörst, und sie selbst auch flehen ihr Gerechten! Der Herr hilft ſeilehrst: Laß mich fest im Glau- nen Knechten. C.F. Gellert. ben stehen, und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe ſei. B. Minter. 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz darauf sich stüßt, daß nicht Menschenhülfe nüßt. Allen Trost laß mir ver= schwinden, bis ich wieder flieh zu dir; und dann, Vater, hilf du mir! Mel.: Was Gott thut, das ist. 1264. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? Mel.: Gott des Himmels. Jes. 54, 10. * 1265. Weicht, ihr Berge, gel! Gottes Gnade weicht mir nicht, und der Friede hat dies Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind aller Annahm werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt. Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Miiden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade, man hat Frie Dritter Anhang. 712 den, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dies in allen Nöthen zu! 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafe lange Pein, ach so rede meinem Herzen deine Huld und Frieden ein, daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 5. Gieb mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mir mein 1267. Gieb mir, o Gott Mel.: O Gott, du frommer Gott. Erbarmer spricht. ein Herz, das meinen Nächsten liebet, bei ſeinem Wohl sich freut, bei seiner Noth 1266. Was ist, daß ich betrübet; ein Herz, das Eigens muß und Neid und Härte flicht, und sich um Andrer Glück, als um sein eignes, müht. mich quäle? Harr nur auf Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, muß Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt: niis bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh sucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme Philipp Friedr. Hiller. Mel.: nun ruhen alle Wälder. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich jelbst noch kannte; eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Gott, nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke, erbarmst du ewig dich. Was kann mic widerfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich! C. F. Gellert. 5. Was dieses Glück vermehret, jei mir von Gott gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verlehet, wenns alle Welt auch schäßet, sei Herr, mein Gott, mir ewig fern! Dritter Anhang. kein Verdienst, deck seine FehIer zu. 713 höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Die Rach ist dein, o Gott; du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behilflich sein. 8. Den, der in Zweifeln steht, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines 6. Wer Andre, wenn er sie beFleisches Werken, von der verschirmt, mit Häct und Vorwurf kehrten Bahn auf rechten Weg quälet, und ohne Nachsicht straft zu ziehn, dazu verleih mir Kraft, und stürmt, so bald sein Nächund segne mein Bemühn. ster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deiner Liebe Macht, zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, kann nicht dein Jünger sein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen ſein. Mel.: Machs mit mir Gott. 1268, SJemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem llebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du bermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, so liebest du. 2. Wer dieser Erden Güter hat und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht fatt, läßt Nackende nicht kleiden; der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt ich wie du nicht gütig sein? 10. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glie3. Wer seines Nächsten Ehre der; drum diene deinem Nächschmäht, und gern sie schmähen sten gern, denn wir sind alle Dritter Anhang. 714 Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr, von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir er wiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn fleben. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. C. F. Gellert. lassen? und Gott, deß nur das Gericht, deß die Rach ist, richtet nicht? 4. Der du für die Uebelthäter um Geduld batst, und die Last unsrer Schuld getragen hast; unser Mittler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach entbrennt, überwind, o Uleberwinder, meinen Haß, und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn. 6. Deine Thränen, wie sie flossen, als dein Aug um mich geweint, laß mich sehen, Menschenfreund! und dein Blut, vor Gott vergossen, ausgeschüttet, Herr, für mich, und von Gott verlassen dich. 7. Es ertön in meinen Ohren: was ich that, entzünde dich; wer den Bruder liebt, liebt mich. Wer nicht liebet, ist verloren, Gottes Zorn bleibt über ihm! Gottes Zorn bleibt über ihm! 8. Laß michs hören, daß ich übe, was dein Wille mir ge= beut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, feurig liebe; mild, ge= treu, sanft und leicht versöhnlich sei. Mel.: Hosiannah, Davids Sohne. 1269. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer sein? Sollt ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gottes Huld erwarb. 2. Er hat all aus einem Blute stammen lassen; alle sind Gottes; jeder ist sein Kind; Alle zeihn! sind mit einem Blute ihm erkauft, und eines Throns Erben, Erben seines Sohns. Mel.: Herr, ich Habe mißgehandelt. 3. Gottes Kinder wollt ich 1270, 2llen, welche nicht vergeben, wirst hassen, lieblos, unbarmherzig du, Richter nicht verzeihn, trost sein? meinem Feinde nicht ver- los werden sie im Leben, trostzeihn? keine Schulden ihm er- los einst im Tode sein; unent9. Dihr meines Hauptes Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gnad und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und ver3. A. Cramer Dritter Anhang. laden ihrer Sünden, nimmer vor dir Gnade finden. 2. Ob sie reuend zu dir flehten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein erbarmend Angesicht. Sündern, welche Brüder hassen, kannst du keine Schuld erlassen. 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der Todesüberwinder selbst für seine Mörder bat, so soll auch ein Christ verzeihen, und fich nicht auf Rache freuen. 4. Ach, wir alle sind Verbrcher, häuften alle Schuld auf Schuld! Du, der Sünden ernster Rächer, habe noch mit uns Geduld! Sei uns gnädig, daß wir leben, und vergieb, wie wir bergeben! 715 men, sucht in Gottes Herzen Ruh, laffet eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er ists Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein, Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 5. Wir gelobens dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein, täglich vor dein Antlig treten, und für unsre Feinde beten! 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnaden finder und erneuert euren Bund, schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, als er gab für uns sein Blut, denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr auch selbst Eintrag thut. 4. Ach, du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie sich so herzlich eine, wie's dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, Alles was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 6. Stärk uns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie überwinden! 7. Also mach uns deinem Leben, Jesus Christus, gleichgesinnt! Dann vergieb, wie wir v.rgeben allen, die uns schuldig sind! Laß für deines Volks Verbrechen dann dein Blut verföhnend sprechen! 5. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieb, und daß, wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 8. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns ins Gericht, nimmt uns auf zu seine Kindern, zürnet init uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach in uns zu dämpfen! 6. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die todten, trägen Geister, lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein Jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. B. Münter. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, und Herz bis hier Erden * 1271. vereint zujam- kein getrenntes Glied mehr iſt. Dritter Anhang. 716 und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein! Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nic. Ludwig v. Zinzendorf. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 1272. eu, der du bist alleine und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt! 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall! 3. O, wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o, wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Jch umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Segen. sie in deinen Wegen, führ sie selbst nach deiner Pflicht! 5. In der argen Welt fie rette, und den Satan bald zertrete gänzlich unter ihre Füß; tödte durch den Geist von innen Fleischeslust, Natur und Sinnen; sei nur du den Deinen süß! 6. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, lauterlich in dich gewandt! Wille, und wie du sie gern willst sehn!" 8. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll; auf dein Herz will ich sie legen, gieb du jedem solchen Segen, wie es noth; du lennst fie wohl! 9. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen und im Grunde ste erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein! 10. Ach, du hast uns theur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüsten schweben, laß uns nimmermehr allein; 11. Bis ich einst mit allen Frommen droben werd zujammen kommen und von allen Flecken rein da vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein! Gerh. Tersteegen. Mel.: Kommt her zu mir. 1273. Du liebſt, o Gott, Gerechtigkeit, und hasfest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der Jedem seinen Schn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und heilig heißt, stets eine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habjucht und Gewinn, des Nächsten Recht zu kränkeu. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht, und Andre kränkt; wie kann das 7. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder fchön, abgeschieden klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Brüder lieben? Dritter Anhang. 4. Nie seufze Jemand wider mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sein, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. Mel.: Valet will ich dir geben. 1274. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, fich unbefleckt erhält. 717 damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit fei. 5. Nie laß mich was versprechen, was ich nicht halten kann, und nie Zusage brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wenn ich für Andrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 2. Wohl dem, der Lügen has sei, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletet, und der an allem Ort 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt, so stärke meine Seele, daß sie nicht un terliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben; so kann ich durch die Welt stets mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens find. David Bruhn. Eides- Lied. Mel.: O Ewigkeit du Donnerwort. sich dies vor Augen fetzet: Gott " 1275. Gott, der du her. merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß fein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der nicht tund; du, Heiliger, wirsts Wahrheit Licht beschämt die rächen. Laß jederzeit mein Ja Falschen stehen, erschreckt durch und Nein, wies Chriften ziemt, dein Gericht. aufrichtig sein. zenskenner bist,. Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen: kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, 4. Herr, drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lü gen Feind zu sein; erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlit seh, die Hand zum Himmel bebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, Dritter Anhang. 718 dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuche lei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schaue Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit tein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Troft mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, fein Fürstenthum und keine Welt soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei! 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit, die Wahrheit treulich iprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die theure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: erhalt mich ewig, ewig dein! Johann Karl Dan. Bickel. 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichthum ist nur Wind; alle Schönheit wird zu Schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine fluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht nach dem und jenem gafft. Eine, in dem alles Andre steht; 5. Einfalt denkt nur auf das Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem theuren Gottesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Wem sonst nichts als Jesus schmecket, wer allein auf Jesum blickt, wessen Ohr nur Jesus wecket, wen nichts außer ihm erquickt; 8. Wer nur hat, was Jesus giebet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm beliebet, wer nur kann, was Jesus will; 9. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei ſeinem Licht; wer nur stets verlangt nach Gnade, und mag alles Andre nicht; 10. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt; wer sich nur um ihn betrübet, und in ihm nur fröhlich ist; 11. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. * 1276. Seilge Einfalt, der ist auf den Fels erbauet, ein tieffte Weisheit, größte Kraft, 12. Wohl dem, ter den Herrn schönste Zierde, Lebensspiegel, läßt machen, wohl ihm, Jesus Werk, das Gott alleine schafft!| ist sein Hirt! Jesus wartet Dritter ſeiner Sachen, daß man sich verwundern wird. A. G. Spangenberg. Vers 4 N. L. v. Zinzendorf. Mel.: D, ihr auserwählten Kinder. 1277. önig, gieb uns Muthund Klarheit, einen willgen, einen muntern Jüngersinn, helle Augen in die Wahrheit und ein leichtes, lichtes Herze zum Gewinn, das einmüthig, ehrerbietig wie die Engel vor dir stehe, bis dein Leben unsern Geist mit Kraft durchgehe. 2. Gieb uns deines Geistes Regung alle Tage, alle Tage inniger, deiner Gnade Liebsbewegung immer näher, immer berzbeweglicher, daß wir stündlich treu und findlich und mit unverwandtem Triebe dringen mögen in dein Herz voll Gnad und Liebe. Anhang. 719 durchzuwandeln viele viele Blaubensgrade! Nicol. Ludwig, Graf v. 3inzendorf. 3. Möchten uns die Sonnenaugen, die wie Feuerstrahlen zünden, ganz durchgehn! Dann wird unser Wandel taugen, wir vereint und neu belebet vor dir stehn voller Liebe, voller Triebe eines fürstlichen Geblütes, eines göttlich unerschreckenen Gemüthes. In eigener Melodie. * 1278. Wer iſt der Braut des gleich? Wer ist so arm und wer so reich? Wer ist so häßlich und so schön? Wem kanns so wohl und übel gehn? Lamm Gottes, du und deine selge Schaar sind Menschen und auch Engeln wunderbar. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon: ich bin ein Theil von deinem Lohn, so elend, als mans kaum erblickt, so herrlich, daß der Feind erschrickt, so gottlos, daß wohl alle besser sind, und so gerecht als du, des Vaters Kind; 4. D, wie sind die Seelen glück: lich, die sich Jesu ohne Ausnahm zugewandt! Wären wir doch ein geschicklich und dem Meister ganz bequemes Gartenland! O, der Treue komm aufs neue in dem Innersten zu wohnen! Es gilt Treue, wenn der Fürst den Kampf soll lobnen. 3. Ein Wurm bis in den Staub gebeugt, der auf den Thron des Königs steigt; bekümmert, trübe, bloß und frank, und doch voll lauter Lobgesang; so schwach, daß meine Kunst in nichts besteht, so start, daß Satan aus dem Wege geht; 4. Verfolgt, verlassen und verflucht, doch von dem Herrn hervorgesucht; ein Narr vor aller flugen Welt, bei dem die Weisheit Lager hält; verdrängt, verjagt, besiegt und ausgefegt, und doch ein Held, der ewge Palmen trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? Ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lamm, in deiner Pracht? Ein Mensch, der Engel weichen macht, io rein, so weiß, so schön, so auserwählt, daß mirs an Worten zur Beschreibung fehlt. 5. Höre, Jesu, unser Flehen, du zum Segnen aufgelegter Seelenfreund! Laß die Segen stärker gehen, als der Unglaub 6. DSündenschuld, wie beugst und die Sorge nimmer meint. du mich! Gnade, wie erhebst Hilf uns, deinen Armen, Kleinen, du mich! Wer faßt hier den um auf deinem Gnadenpfade geheimen Rath? Nur, wer den Dritter Anhang. 720 Geist des Glaubens hat, der durch des Lammes Blut zusammen schreibt, was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt. 7. Das ist der Gottheit Wunderwerk und seines Herzens Augenmert, ein Meisterstück aus nichts gemacht; so weit hats Christi Blut gebracht. Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, bewundert uns, und jauchzt und danket ihm! Ernst Gottlieb Woltersdorf. gunst, nicht irdisch Glück; nur Friede Gottes, und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden jehen und wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um Erbarmung flehen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, Gott dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. o 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärte mir dazu den Trieb! Nichts sei mir je so groß, so lieb, mich davon abzuwenden. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mirs? Nie kann die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad erseßen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschen6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten und, was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht dereinst besteh, fei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest und mich so treu in dieser Pflicht mit Kräften unterftüßest? O, stärke mich, mein Gott So ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. J. S. Dietrich. 1279. Nin Geligkeit laß, Mel.: Es ist das Heil uns. ach meiner len Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit vollbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn! Wer Mel.: Wer nur den lieben Gott. in dein Reich wünſcht einzugehn, 1280. Nicht, daß ichs ſchon muß ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Lugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wolluft oder Geiz. Dritter 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe, erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. wie welchen Stand und Gold nicht 1281. Herr, de lange Blick, Anhang. 721 Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall! C.F. Gellert. Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jezt sollst du deine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst ge- reizet, daß ich träger werde, wirst cholten ward. eh ich auf der steilen Bahn deines Reichs zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach wenn mich die Luft der Erde, oder kühner Sünder Spott du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, eilen? Wirst du dann mich schüben? 3. Ach ich zittre. Gott, wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange, und der Welt Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde! Höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde, mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wan deln und nicht straucheln möge! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht ungetreu mach, und dann spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei, daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja ich bo fe, daß du hörcst, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und 46 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen; so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du epferst Gott die leichten Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit! Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieier zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zant; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht, doch auch bescheiden? liebst mäßigkeit; doch auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Dritter Anhang. 722 dir singen, daß du Stärte gie bst zu ringen. J. A. Cramer. Mel.: Wachet auf, ruft uns die. 1282. Rüftet euch, ihr Die Feinde suchen euch zur Beute, ja, Satan selbst hat euch begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel: Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget fie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit! 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so steben wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uus die Welt noch höhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenfron. Mel.: Wo Gott der Herr. 1283. Herr, laß mich doch mein Gieb zeitlich Gut verwalten. felbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so auszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe.. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Wohl. Drum gieb, Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deinem Willen brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich und von Erde. Hilf, daß ich nicht aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz zu Ueppigkeiten hin, die wichtgre Sorgen hindern. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? Verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen. was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie thöricht würd ich handeln! 5. Mein größtes Trachten ſei allhier nach deiner Gnade Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die fann haben. Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Blauben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zn Ueberwindern, 6. Den Geiz laß ferne von die du erkauft mit deinem Blut. mir sein, die Wurzel alles BöSchaff in uns ein neues Leben, sen. Von Unruh und Gewissensdaß wir uns stets zu dir erhe- pein kann Reichthum nicht erlöben, wenn uns entfallen will dersen. Er hilft in Todesstunden Muth. Gieß aus auf uns den nichts, und nichts am Tage des Geist, dadurch die Liebe fließt Gerichts; da schüßt er feinen!! in die Herzen, so halten wir ge Sünderhos treu an dir in Tod und Leben, Laßweiser Spar für und für bi dnu found ud ajamkeit die Güter nie verschwen Wilhelm Grasmus Arendsar den, die du mirnogabst in dieser Dritter Anhang. 723 Zeit sie nüßlich anzuwenden. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, Gieb mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre. daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft. Das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei, und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände, befehl ich, liebster Heiland dir; hilf, daß ich sie vollende Mel.: Es ist das Heil. 1284. n Gottes Namen zu deines Namens Herrlichkeit, und daß ich zur erwünschten Lohn empfange. fang an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohl gethan, und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist Sal. Liscov. allenthalben recht und gut, und* 1285. Kom kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Muth und Kraft, und läßt das Werk gelingen, daß uns ein rei cher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir Vergnügen baben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme voll und satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brod zu geben. * Mel.: Von Gott will ich nicht. Commt Kinder, laßt uns ge ben, der Abend kommt herbei! Es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein Jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte nur nach Jerusalem. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er frönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid; es soll noch besser gehen zur Ab= geschiedenheit. Nein, Kinder, seid nicht bang, verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten, und geht nur curen Sang! sie mit seiner Hand, er fegnet 4. Gehts der Natur entgegen, ihre Stadt, ihr Land, und füllet sie mit Freuden. so gerad und fein bie Fleisch und Sinnen pflegen, noch 5. Drum komm, Herr Jeju, Pichlechte Pilger sein. Verlaßt stärke mich, hilf mit in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. 3 die Creatur und, was euch ſonst will binden, laßt gar euch selbst dahinteil, esgeht durchsSterben nur. 46* 724 Dritter Anhang. 5. Man muß, wie Pilger dem sauren Tritt; er will uns wandeln, frei, bloß und wahrlich machen Muth, mit süßen Sonlecr. Viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich toot; wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Noth. nenblicken uns locken und erquicken. Ach ja, wir habens gut. 12. Ein Jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern; schaut auf die Feuersäule, die Gegenwart des Herrn. Das Aug nur 6. Schmückt euer Herz aufs eingekehrt, da uns die Liebe beste, sonst weder Leib, noch winfet und den, der folgt und Haus! Wir sind hier fremde sintet, den wahren Ausgang Gäste und ziehen bald hinaus. lehrt. Gemach bringt Ungemach; ein 13. Des süßen Lammes WeBilger muß sich schicken, sich sen wird uns da eingedrückt; dulden und sich bücken den man fanns am Wandel lesen, turzen Pilgertag. wie findlich, wie gebückt, wie sanft, gerad und still die Lämmer vor sich sehen und ohne Forschen gehen, so wie ihr Führer will. 7. Laßt uns nicht viel besehen das Kinderspiel am Weg; durch Säumen und durch Stehen wird man verstrickt und träg. Es geht uns all nicht an. Nur fort, nur fort gerungen, durch Alles durgedrungen! Es ist so bald gethan. 8. st gleich der Weg was enge, so einsam krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuzchen trägt, es ist doch nur ein Weg; laßt sein! wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Gebäg. 9. Was wir hier hörn und sehen, das hörn und sehn wir kaum; wir lassens da und gehen, es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unter Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles fein. 10. Wir wandeln, eingekehret, beracht't und unbekannt; man siehet, kennt und höret uns kaum im fremden Land; und höret man uns ja, so höret man uns singen von unsern großen Dingen, die auf uns warten da. 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen! Der Vater gehet mit; er fellbst will bei uns stehen in je14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern! Wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. kommt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht ſtreiten; die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 15. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, bindet fester an! Ein Jeder ſei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 16. Kommt, laßt uns munter wandern! Der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut! 17. Es wird nicht lang mehr währen- halt't noch ein wenig aus es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen Dritter Anhang. 725 daheim beim Vater kommen, wie| Gott, er kann ja nicht ohn alle wohl, wie wohl wirds thun! Maaß versuchen, er bleibet noch ein Vater in der Noth, sein Segenmund wird seinem Kind nicht fluchen. Ei höre nur, wie er so freundlich spricht: Verz ge nicht! 2. Bedenke fein, daß du berufen bist in Gottes Reich durch Trübsal einzugehen. Du glaubest ja, du seist ein wahrer Christ, so muß man auch von dir die Proben sehen. So lang es geht nach deinem Fleisch und Blut, stehts noch nicht gut. 3. Du hast genug von Christenkreuz gehört, so hast du auch genug davon gesprochen; doch haftet mehr, was die Erfahrung lehrt, drum komm getroft zum Kreuz herangekrochen. Wer di.= fes faßt, dem wird zuletzt zu Theil Kraft, Trost und Heil. 18. Drauf wollen wirs dann wagen, es ist wohl wagenswerth, und gründlich dem abfagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus ſein. 19. O Freund, den wir erlesen, o allbergnügend Gut, o ewig bleibend Wesen, wie reizest du den Muth! Wir freuen uns in dir, du, unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du, unsre ganze Bier! Gerhard Tersteegen. XIV. Trost- Lieder. Psalm 73, 23, 24. Miel.: Meinen Jesum laß ich nicht. * 1286. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider. Keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wunderlich ge schiebet, aber endlich in der That auf die schönste M.hlfahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet babe; führe mich die Lebensbahn, zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Loos in der Auserwählten Schooß. 4. Ch Joseph steigt auf der Egypter Thron, muß er zuvor den schwarzen Kerker sehen. Eh David kommt zu der verheißnen Kron, muß er mit Schmach im Elend umher gehen. Hiskia wird erst nach der Sterbensnoth befreit vom Tod. 5. Dein Jesus selbst geht dir zum Beispiel vor: er mußte ja auf Erden vieles leiden, eh er sich hub zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. Wer treulich kämpft, bringt auch den guten Lohn zus lezzt davon. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, den noch will ich feste stehen; ich muß, treß sei aller Pein, dennoch, dennoch, jelig sein. 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt! Er ist dir gut auch mitten in dem Jammer; dein Bräutgam sieht, wenn dich der Kummer beißt, und schaut hinein in deine Herzenskammer; da sieht ers wohl, wenn du bist Trostes bloß und Hülfe los. Bemjamin Schmolck. Mel.: Es fostet viel ein Chrift. 7. Und also bricht das Herz 1287. Gr wird es thun, ihm gegen dir. Er spricht: Ich derfromme, treve muß mich über dich erbarmen: du Dritter Anhang. 726 liebes Kind hast Niemand außer mir, drum halt ich dich in meiner Güte Armen. Sei gutes Muths! Die Hülfestund ist nah, dein Trost ist da. 8. Dir sei gedankt, du auserwählter Freund, daß du dein Aug so richtest auf die Deinen; denn wenn uns jetzt der arge Friedensfeind so hat gefaßt, daß wir verloren scheinen, so stürzest du ihn in den Höllenschlund zur rechten Stund. 4. Jch laß dich nicht, du Hülf in allen Nöthen! Leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich tödten. Machs wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hülf in allen Nöthen: Ich laß dich nicht!:,: 5. Jch laß dich nicht; sollt ich den Segen lassen? Nein, Jeju, nein! du bleibest mein; ich halt dich noch, wenn ich nichts mehr kann faffen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht. Sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht!:: 9. Gieb, daß auch wir, die du so innig liebst, dich mögen stets in Lieb und Hoffnung ehren, weil du ja nicht von Herzen uns betrübst, und unser Leid in Freude willst verkehren. So 6. Jch laß dich nicht! Führ sei dir denn Lob, Ruhm und mich nach deinem Willen; ich Dank gebracht aus aller Macht.| folge nach durch Wohl und Ach; dein weifer Schluß kann allen Kummer stillen. Dir, Jeju, hang Joh. Dan. Herrnschmidt. In eigener Melodie. * 1288. Ju mußt mein wo Dorn und Diſtel sticht. Führ deinem Willen, ich Du Jefus bleiben. Will rauhe Noth, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben: nur her! ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dich nicht!:,: 2. Ich laß dich nicht, du al Ierschönste Liebe! Wenn Zweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe Flamme triebe; du trugest Schuld und Pein. Sollt ich verurtheilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich nicht!:,: 3. Jch laß dich nicht, du jüße Seelenstärke! Die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwachheit merke. Macht Krankheit gleich den Leib durch Schmerzensnächte schwach, so spricht die Seele doch: du süße Seelenstärke, ich laß dich nicht!:,: mich nach laß dich nicht!:: 7. Ich laß dich nicht auch in dem Schooß der Freude; denn wenn ich mich seh ohne dich, so ist die Lust mir eine Wermuthsweide. Mir graut vor ihrer Kost, wenn nicht von deinem Trost mein Herz durchfüßet spricht, auch in dem Schooß der Freude: Ich laß dich nicht!:,: 8. Ich laß dich nicht! Was will die Hölle schrecken? Herr, ich bin dein, weß könnt ich sein, als dein, mein Gott? Du wirst mich schüßend decken, mich reiniget dein Blut. Was drohet denn mit Glut ihr zürnendes Gesicht? Was will die Hölle schrecken? Ich laß dich nicht!:,: 9. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbſt Dritter Anhang. 727 aus Liebe mir; ich sags in Liebe| Die Hülfe schafft nur Er! Sein dir, auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht!:,: großer Nam ist, Herr, unsre Stärke! Die ihm vertraun, die werden schaun, welch Heil es bringt, auf ihn zu baun. Wifgg. W. Deßler. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu 1289. in bangen erlösen; deß sind wir froh und danken dir. Auch Mel.: Wachet auf, ruft uns die. Cesus kommt, von allem Bösen uns, feine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichteit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Seid fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; bald macht er ewgen Freuden Raum. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund. 2. Augenblicke dieser Leiden, 1290. 11michließ mich was seid ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron am Ziele prangen, und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder! Das Ziel ist nah; bald seid ihr da, dann singet ihr Halleluja. ganz mit deinem Frieden, mein treu erkannter Seelenfreund! Halt mich von allem abgeschieden, was du nicht bist, was dich nicht meint. Ich wünsche mir kein andres Leben, als das dein Sterben mir gegeben, und du am Kreuz erwor= ben hast. Drum beug all meinen Eigenwillen, daß er sich möge göttlich stillen bei deines KreuPrüfungstagen, soll unser Herz niemals verzagen; auf deine Zufunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille, wenn gleich die Welt zu Trümmern fällt. Dein Arm ists, der uns ewig hält. B. Münter. * 2. Mein König, laß mich nichts vertreiben aus dieser Burg, die 3. Der sich euch zum Volk er- zes leichter Last! wählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wie feufzt er laut, und schwißte Blut! hiermit zu vergleichen; VerDoch sahn die Feinde nicht auf nunft, die kann es nicht erreifeinem Angesicht bange Schrecken.[ chen, weils über alles Denken Gestärkt von Gott, dämpft er den Tod und überwindet alle Noth. Friede" heißt! O, laß mirs ewig theuer bleiben, daß du stets bei den Deinen seist! Kein Heil ist. Nur durch des Geistes sanftes Wehen kann ich etwas da= von verstehen, daß du mein ew= ger Friede bist. 3. In dieser Fassung laß mich bleiben, so lang mein Blut in Adern schlägt. Dies laß mich denken, lieben, treiben, so lang mich deine Gnade trägt. Bewahre du selbst erz und Sin4. Mitgenossen seiner Leiden sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu dringen, zum Himmel, um bei ihm zu sein! Dritter Anhang. 728 nen; laß all mein Denken und Beginnen ein Zeugniß deines Friedens sein. Komm, all dein Wesen in mich lege, komm für die Ewigleiten präge mir deines Lebens Bildniß ein! 4. Hallelujah! es sei gewaget, durch Noth und Tod dir nach zugehn! Ich folge, Herr, dir unverzaget mit unablässig heihem Flehn; ich nehme deine Kreuzesbürde und die damit verbundne Würde, und lehne mich auf dich, mein Freund! Ich weiß, du trägst mich durchs Gedränge mit aller meiner Lasten Menge, bis mir dein Antlitz ewig scheint. Gottfried Clemens. Mel.: In allen meinen Thaten. 1291. Mas foll ich ängst und 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich je den Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du fegnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, mir deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und mir zum Besten lenken, was mich zu Šorgen reizt und fränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht immer, wie sie meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. Wenn ich und es nicht ganz verstehe, was du doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erin der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfein feble. Genug jum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, heidnisch| fahren, wie gut du mich geführt. sorgen und jeden neuen Morgen Da sing ich dir mit Freuden, mit neuem Kummer sehn? Du, nach überstandnen Leiden, den Vater meiner Tage, weißt, eh Dank, der deiner Huld gebührt. ichs dir noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergebn. C. C. Sturm. 3. Auf deine Hand zu schauen, Mel.: Fortgekämpft und fortgerungen. underanfang, dir lindich zu vertrauen, bas,* 1292. Weblichs Ende, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßst die Deinen nicht. wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Rathen, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere weidest, du Herr der Creatur, weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 2. Denke doch, es muß so gehen, wies Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet; Friede folget nach dent Streit. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth auch, die verborgen in meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du ſpürst nicht ſei Dritter Anhang. nen Fuß. So auch in dem Meer| bekennen müssen: Wunderanfang, der Sorgen hält Gott seinen herrlichs End! Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. Heinrich Arnold Stockfleth. 4. In den ungegründten Gründen, wo nur tiefer Schlamm zu 1 finden, im Kreuz- und Todesmeer sieht man oft die Christen schwimmen und sich im Versinken krümmen, als obs schon verloren wär. 5. Kein Besinnen kann erfin nen, wo man könne Hülf gewinnen; die Vernunft ist hier zu blind; ihre halbgebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 6. Weil der Herr im Dunkeln wohnet, und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht, bleibt die Sorge wohl beim Sorgen. Wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 7. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 729 3. Gott verläßt mich nimmermehr; er giebt, was ich nur begehr. Alles, was Gott hat, ist mein; Christi Taufe wäscht mich rein; ich bin Gottes Heiligthum; Christus zieret mich mit Ruhm, schenkt sich mir zum Eigenthum. 4. Gottes Liebe wohnt in mir, Gottes Gnad ist mein Panier. Christus hat mich auserwählt, er hat sich mit mir vermählt, er hat sich mit mir vertraut; ich bin Christi Schatz und Braut, Christi Auge auf mich schaut. 5. Meine Ruh bleibt ungestört; mein Vergnügen ewig währt; meine Lust vergehet nicht; ich 9. So laß dir doch nimmer komm nimmer ins Gericht. Chrigrauen, lerne deinem Gott verstus selber ist der Mann, der frauen, sei getrost und guten Muths! Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende ſpüren, wie er dir thut lauter für mich hat gnug gethan; keine Plage rührt mich an. Guts. 6. Drum bin ich stets wohlgemuth, weil mich Christus hat in Hut, und sein Herz mich ewig liebt, ja, weil er sich ganz mir giebt. Auf, mein Geist, und nicht verweil, Gott, der selbst dein Gut und Theil, stets zu lieben für dies Heil! 8. Fähret er mit dir im Schrekten durch die Dornen, durch die Hecken, über Stock und über Stein, Berg und Thal und Felfenkliften, Feuer, Wasser und in Lüften, und was mehr kann schrecklich sein: Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 1293. Ich bin ette und Ehr, bin sein Kind, was will ich mehr? Christus ist mir anverwandt, überköstlich ist mein Stand; Christus ist mein Schmuck und Kleid hier und dort in Ewigkeit; durch ihn werd ich hoch erfreut. 2. Gott hat mich gerecht gemacht; Christus hat mir heil gebracht; Gott zürnt nimmermehr mit mir; ich bin selig für und für. Gott hä't mich auf seinem Schooß, ich bin Gottes Hausgenoß, mein Siz ist im Himmelsschloß. 10. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz verfüßen, daß du wirst 730 Dritter Anhang. erfaust, o Herr, durch deine Leiden. deinen bin ich 1294. Shein laub sich getauft; wer will mich von dir ch weiß, an wen hält, kein Feind soll mir ihn scheiden? Du zeichnest mich in rauben. Als Bürger einer bes- deine Hand, Herr, du bist mir, sern Welt, leb ich hier nur im ich dir bekannt; mein sind des Glauben. Dort schau ich, was Himmels Freuden. ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit, empfinde sie, o Seele! Vom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Chr. Sturm. Diel.: Es ist das Heil uns. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit: erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene neue Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm Dunkeln seh ich bier mein Heil; dort ist mein Antlik heiter. Hier ist die Sünde noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Leben noch verhüllt; dort wirds erscheinen, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. 1295. Mein Glaub iſt meines Rub, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, in Christo sein. 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit sein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich mehr als Asch und Staub, nicht mehr des Todes ewger Raub: Du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöser bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, durch Jesum Christ! Mein Herz ist ruhig, und vergißt die Schmerzen die ses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Troftes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichfeit mit Rub entgegen schaue? Bald ruft mich Gott und ewiglich erfreuet und erquickt er mich. daß ich ihm fest vertraue. Bald, Dritter Anhang. bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sündenschulden Joch in meinem Lauf auf Erden. Der Glaube hält mich aufgericht, doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich der einst foll werden. Mein Trost ist meines Jesu Huld, der hat gefühnet alle Schuld. 731 dich loben. Christus Jesus salbt mit Dele deine Seele; Geistes Gaben sinds, die dich so hoch erhaben. 2. Du bist selbst göttlichen Geschlechts, der Kindschaft und des Kinderrechts mit der Natur theilbaftig. Sieh, welche Lieb und Ehr ist dies! Die Welt hälts zwar nicht für gewiß, doch, ob sie gleich geschäftig, immer schlimmer es zu machen mit dem La= chen, mit dem Haffen, muß sie dir die Ehre laffen. 3. Du bist ein Priester und Prophet, der vor des Höchsten Throne steht, und wird von Gott gelehret. Du bist ein König, dessen Macht weit größer ist, als man gedacht, ob dich gleich Niemand ehret. Freilich, heilig und so herrlich bist du schwerlich ohne Glauben, den dir doch kein Feind fann rauben. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh, du heilest meine Wunden zu, du stillest meir Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott durch Jesum Christ, denn seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort ruft mich zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens. Ach Herr, erhalt mir deine Kraft, die in mir neues Leben schafft! 8. Dank dir, o Vater, Tank und Ruhm, daß mein Herz ist dein Eigenthum, ach laß es bei dir bleiben! Dank dir, o Jesu Gottes Sohn, sammt beilgem Geist im höchsten Thron! Von Gott soll mich nichts treiben. Mein Slaub, bleibt meines Lebens Ruh, mein Glaub führt mich dem Himmel zu. Balthaf. Münter. 4. Du bist auch deines Jesu Braut; hat er sich nicht mit dir vertraut, und dich selbst schön geschmücket? Hat er dir nicht des Geistes Pfand von seinem Thron herabgesandt, damit du unverrücket stündlich, gründlich mit dem Herzen unter Schmerzen ihm anhangest, und nach ihm allein verlangeft? 5. Du stehst, bedenks! mit Gott im Bund, sein Thron ist deines Herzens Grund, darin er Aus dir Wohnung machet. macht er sich einen Ruhm, du bist sein bestes Eigenthum, darüber er stets wachet Was mehr? Daß er aus Erbarmen in den Armen dich stets träget und wie Mel.: Wie schön leuchtet der. 1296. Wie groß ist deine eine Mutter beget. = Herrlichkeit, o Christen Mensch, hier in der Zeit und noch vielmehr dort oben, wenn anders, was dein Name heißt, dein Wesen und die That beweist, und deine Werk 6. Wer ist, der alles sagen kann, was dir für Ehre ange than schon hier auf dieser Erden? Ists gleich auch noch nicht offenbar, doch bleibts gewiß und ewig wahr, daß du Gott gleich wirst Dritter Anhang. 732 werden. Deine reine Liebesaugen werden taugen, Gott zu sehen, wenn du wirst verklärt aufstehen. 7. O Christenmensch, bedenk den Stand, darin dich Gottes Gnadenhand gesetzt, und deine 5. Groß ist seine Hüld, und Würde! Rühm deine Höhe je- nicht zu fassen, daß er mit so derzeit in aller deiner Niedrig- fündger Art, als wir sind, so teit; trag aber auch die Bürde. nah sich eingelassen. Wahrlich, Lebe, strebe, daß dein Adel ohne wie sein Herz so zart mit uns Tadel immer bleibe; und vor armen Sündern umgegangen, allen Dingen gläube! dahin werden keine Worte langen! Durch sein Bitten und sein Flehn ist uns Sündern wohlgeschehn. J. C. Schmidt. XV. Lob- und Dank- Lieder. Mel.: Herr und Aeltster deiner. * 1297. Auf, ihr nah verChriftian Ren. Graf von Zinzendorf. In eigener Melodie. * 1298. Nun preiſet Alle bundnen Jesusherzen, die ihr unserm eingen gar zu gern für Gottes Barm= Tod und Schmerzen Dank- und herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Freudenthränen weint, fallt im wertheste Christenheit! Er läßt Geist zu seinen blutgen Füßen, dich freundlich zu sich laden. fie aus Lieb und Dankbarkeit zu Freue dich, Israel, seiner Gnaküssen, und schickt eure Seufzer= den!:,: lein in sein treues Herz hinein! 2. Laßt uns ihm ein Halle luja singen! Mächtiglich sind wir errett't. Laßt uns ihm uns selbst zum Opfer bringen, das ihm sei geheiliget! Blutge Arme, für die Sünder offen, nehmt uns auf, so wie wirs gläubig hoffen, weil sein Mund so freundlich spricht: Kommt nur, ich verstoß euch nicht! 3. Ach wer waren wir? Wer sind die Armen? Wie blutarm, ist dir bekannt! O du Herz voll Liebe, voll Erbarmen, das uns fuchte, das uns fand! In dem Marterbilde, mit den Wunden, die dein Leib am Kreuz für uns empfunden, warst du jeder Seele nah; gleich war Gnad und Friede da. 4. Meine Armuth ist nicht auszusprechen, meine Noth ist nicht so klein, und wie mancher: ner Gnaden!: lei ist mein Gebrechen! Aber, was kann selger sein, als mein Herz, wenns Trost und Friede findet, und vom Blute Jesu wird entzündet, welches er aus lauter Gnad mir zum Heil vergos fen hat! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, ihm auch zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Pfalter und Harfe ihm Ehre geben.:: 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein! Auf grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaterweiſe sättigt er allzumal; er giebet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:: 5. Drum preis und ehre Gottes Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werthefte Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden. Freue dich, Israel, seiMatthäus Apelles Löwenstern. Zweiter Anhang. 733 Mel.: Die Tugend wird durchs. 6. Gott, laß deine Güt und * 1299, Wie groß ist des Liebe mir immerdar vor Augen Allmächtgen sein! Sie stärk in mir die Güte! Ist der ein Mensch, den frommen Triebe, mein ganzes sie nicht rührt, der mit verhär- Leben dir zu weihn. Sie tröste tetem Gemüthe den Dank erstickt, mich zur Zeit der Schmerzen, der ihm gebührt? Nein, seine sie leite mich zur Zeit des Glücks, Liebe zu ermessen, sei ewig meine und sie besieg in meinem Herzen größte Pflicht! Der Herr hat die Furcht des letzten Augenblicks. C.F. Gellert. mein noch nie vergessen, vergiß mein Herz auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar Mel.: Es ist das Heil. bereitet? Der Gott, der meiner 1300. Wenn ich, o Schös pfer, deine Macht, nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. Stell, daß ich dies Gebot erfülle, o Gott, dein Bildniß in mir her! Lebt deine Lieb in meiner Seele, ſo treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir Sünde nicht. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Dritter Anhang. 734 Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o. mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unier Vater, sei gepreist, und uile Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und boff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? C.F. Gellert. XVI. Kreuz- Lieder. Mel.: Unter Lilien jener Freuden. Glauben, den zu rauben Satan immer ist bedacht. Hilf mir, daß ich im Vertrauen möge schauen auf dich, auch in finsſtrer Nacht. 8. Gieb Geduld, daß ich gelassen mög umfassen meine Leiden sanft und still. Laß sich beugen alles Harte, daß ich warte, wie und wann der Herr es will. 9. Da, mein Heiland, ist mein Wille! Komm und stille mein gestörtes Herze dann; steh mir bei, so kann ich stehen; laß mich * 1301. eſu mein Erbar- sehen, was in mir die Gnade kann. Gerh. Tersteegen. mer, höre und dich kehre doch in Gnaden her zu mir! Du erfennest meine Plage: meine Klage ist ja Nacht 1302. hunden des Les Mel.: Nun ruhen alle Wälder. gch hab in und Tag vor dir. 2. Sieh, wie ich im Finstern bens Glück empfunden und Freuschwebe! Ach, ich lebe wie verden ohne Zahl. So will ich irrt in fremden Land; äußerlich denn gelassen mich auch in Leiin Kreuz und Schmerzen, und den fajjen; welch Leben hat nicht im Herzen sind die Leiden dir jeine Qual? bekannt. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Rub, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jett hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben ſein. 3. Schau die Bande, die mich drücken und verstricken, mache mich Gefangnen los! Denn ich kann mich selbst vom Bösen nicht erlösen; ach, ich bin so schwach und bloß. 4. Keine Ruhe kann ich finden. Meine Sünden, die mich drücken, schenke mir; stille mein betrübtes Sehnen und die Thränen; mache mich getrost in dir. 5. Herr, wann willst du dich erbarmen? Laß mich Armen doch nicht liegen, wie ichs werth! Du bast mich ja jelbst gezogen und bewogen, daß ich mich zu dir gekehrt. 6. Du hast auch, mein Gott 5. Wenn ich in Christo sterbe, und König, mich nicht wenig bin ich des Himmels Erbe, was deine Treue lassen sehn. Bin ich schreckt mich Grab und Tod? gleich nicht treu geblieben, dich Auch auf des Todes Pfade verzu lieben, doch bleibt deine Treue trau ich deiner Gnabe; du, Herr, ſtehnolt e hid dolls mist bist bei mir in der Noth 7. Komm und stärke meinen 6. Ich will dem Kummer weh Dritter Anhang. 735 ren, Gott durch Geduld vereh ist dir leicht. Du kannst dem ren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenfen, und was mir gut ist, wird geschehn. C.F. Gellert. Mel.: Aus meines Herzens. 1303. D¹ u bester Trost der Armen, Gott, Schöpfer faller Welt, du Bater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält, du, du erhörst Gebet. Hör denn, was unser Glaube zu dir jetzt aus dem Staube in unsern Nöthen fleht. 2. Uns bringen unsre Sünden jest Angst und Herzeleid. Gott, Richter, wir empfinden, was uns dein Wort gedräut. Ein furcht= bar Erdreich soll sein Gut nicht denen zollen, die nie sich bessern wollen. Ach, unser Maaß ist voll! 3. Ach, unser sündhaft Leben verklagt vor dir uns hart. Doch schonen und vergeben, ist ja der Väter Art. Und, rechter Vater, du bist gut vor allen Vätern, und neigst selbst Uebertretern dein Herz bald wieder zu. Mangel wehren, in Ueberfluß ihn tehren, wenns uns unmöglich deucht. 7. Laß alle Frucht gerathen. uns deine Hülfe sehn. Erquicke du die Saaten, so oft fie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, tränk es mit Thau und Regen, und füll es an mit Segen aus deiner milden Hand. 9. Herr, deine Tritte triefen, wohin du trittst, von Fett. Die ängstlich zu dir riefen, macht bald dein Lob beredt. Du, der den Mangel hebt, machst doch, trotz unsers Sorgens, des Abends wie des Morgens, noch fröhlich, J. A. Schlegel. was da lebt. XVII. Sterbe- Lieder. Mel.: Es ist gewißlich an der. * 1304. 2m Grab der Christen finget man vom Sieg mit lauter FreuEr hat vollendet seine den. Bahn, geendet seine Leiden, gekämpfet einen guten Streit, sich durchgedrängt durch manches Leid; die Kron ist ihm beschieden. 5. Gott, unser Heil, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! 2. Drum singen wir Halleluja Thu deine milden Hände, den bei Tode dieses Christen, dein Schatz der Allmacht auf. Was wir ein Ehrengrabmal da zu nur ein Leben hat, nährst du seiner Ruhe rüsten. Dann weinmit Wohlgefallen. Nähr uns ten wir um ihn mit Recht, wenn auch, schaff uns allen bei unserm wir nicht, daß der Gottesfnecht Mangel Rath, bo mal an die nun überwunden, wüßten.& 6. Herr, der du auch uns 3. Nicht seine Hand, nicht seine schufest, hör unser Angstgeschrei! Straft hat es gethan, die Rechte Allmächtiger, du rufest dem Nichts des Herrn hat ihm den Sieg auch, daß es sei. Uns helfen, verschafft, die Strone feinem 4. Wenn sie mit ernster Reue zu dir um Hülfe schrein, so willst du bald aufs Neue ihr Gott in Christo sein. Herr, unsre Zuversicht, zu dem wir alle flehen, auf den wir alle sehen, hör uns, verlaß uns nicht! 8. Erhör uns! Kröne, fröne das Jahr mit deinem Gut, und unser Herz gewöhne, daß es in dir ganz ruht, sich deines Wohlthuns freut, dich strebt zum Gott zu haben, gern mittheilt, deine Gaben durch Mißbrauch nicht entweiht. 736 Dritter Anhang Knechte. Die legt er ihm zu stus ist und bleibt mein Leben, Füßen hin, singt: Jesu, das er der Weinstock, ich der Reben, ist dein Gewinn; ich bin ein Tod und Himmel mein Gewinn. arm Gemächte. Gott, nimm meine Seele hin! 4. Ich habe nichts dazu gethan, du haft den Sieg erhalten durchs Blut; das an dem Kreuze rann; da man dein Herz zerspalten, da man dir Händ und Füß durchpfählt, mit Todesmartern dich gequält, da hast du ihn erhalten. 5. Er wusch in dem Versöhnungsblut die Kleider rein und helle. In ihm, in Gottes Frieden ruht sein Leib an dieser Stelle, bis daß ihn der getreue Hirt einst wieder auferwecken wird, der Herr, des Lebens Quelle. 3. Hält sich gleich mein Gott verborgen, er kommt doch zur rechten Zeit, und bringt den verklärten Morgen himmlischer Zufriedenheit. Eile, Seele, du gerechte, von dem sündigen Geschlechte, wo der Herr dein Gott wird sein, eile zu dem Himmel ein! 4. Nach so vielen Ungewitteri werd ich bei der finstern Nacht meines Grabes wenig zittern. Gott hat alles wohlgemacht. Schon in Schwachheit, als ein Sünder, durch den Glauben Ueberwinder, kann ich bei dem Streite ruhn. Tod, wo ist dein Stachel nun? 5. Meine matten Augen brechen; Sünden und Vergänglichfeit mögen sich im Staube rächen, wenn mein Geist sich hoch erfreut. Zwar mein Leib wird in der Erden erst als Staub zu Staube werden, doch dereinst verklärt und schön durch die Allmacht auferstehn. 6. Treuer Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hand. Führe du die müde Seele in das rechte Vaterland. Nach der Trübsal, nach dem Leiden überschütte sie mit Freuden, daß kein Mel.: Jesu, der du meine. 1305. Herr, laß mich in Leid und kein Geſchrei und kein Friede und und bei Jesu Christo sein, wo sich die verklärten Schaaren in 7. Gile, süßer Jesu, eile! Start ist Liebe, wie der Tod. Gott gab dir, ihrem Gott, erfreun. Chri- dich zu meinem Theile; ich um6. Weg ist nun alles Leid und Schmerz, die Thränen abgewischet, getröstet ewiglich sein Herz, gestärket und erfrischet. Nun wohnet er in einem Licht bei Christo dort, das nimmer nicht in Ewigkeit verlifchet. 7. Der Geist, zur Ewigkeit gereift, ist heim zum Herrn gegangen, hat nur die Hülle abgestreift, die ihn allhier umfangen; und hat aus Jesu Christi Hand ein ander, neu und hell Gewand vor seinem Thron empfangen. 2. Wie der Hirsch nach Wasser schreiet, so verlangt mein Geist nach dir. Herz und Sinne find befreiet, öffne nur die Himmelsthür, mir ein unvergänglich Leben mit dem Gnadenlohn zu geben: Halleluja in der Zeit, Lob und Preis in Ewigkeit! 8. Drum singen wir Halleluja, denn ihm ist wohl geschehen. Wie gegenwärtig, und wie nah kann er den Herrn nun sehen! Wir sehn ihm nach, er sieht herab auf uns, die wir bei seinem Grab ihm nachzukommen flehen. Christoph Karl Ludwig v. Pfeil. Dritter fasse dich, mein Gott! Führe mich aus allen Nöthen; deine Liebe wird mich retten, ihre starke Glut allein Tod und Auferstehung ſein. Anhang. - 737 6. Selig, wer in Chrifto stirbt! Christi Tod wird mir zum Leben. Wer sich um sein Blut bewirbt, kann den Geist getroft aufgeben, weil er nicht also verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Samold. 8. In den letzten schweren Zügen bleibe Jesu, bleibe hier! Hilf mir tämpfen, freudig siegen! Ich, dein Kind, verbleibe dir. Mit dem innigsten Entzücken* 1307. Jund mein LeMel.: Wer nur den lieben Gott. ch werd ich, Schönster, dich erblicken. Sprich zu mir: Ich komme bald! Amen, Jesu, komme bald! ben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, J. C. Eberwein. Mel.: Jesus meine Zuversicht. " 1306. Heute mir und der Lod kommt her. Ach wer dir! nur immer fertig wär! morgen So hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacker brin2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, gen; der Begrabne ruft berfür:| der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab; der alte Bund schließt feinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. Heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich Noth, daß wir uns an Andern spiegeln. Wie bald ist man Aschenbrod! Heute rcth und morgen todt! 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land' der Todten. Wohl dem, der Haus und Herz be= 3. Eines folgt dem andern stellt! Denn ewigs Glück und nach; Niemand findet einen Bür-| Ungelück hängt nur an einem gen; und die Frucht, die Adam Augenblick. brach, wird uns Alle noch er= würgen. Jeder findt sein Schlafgemach; eines folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund! Für den Tod ist gar kein Mittel; bist du heute noch gesund, denk an deinen Sterbe kittel! Morgen fällt, der heute stund; Mensch, es ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? Ich will sterben eh ich sterbe; so wird mir die letzte Noth, wenn sie kommet, nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie longe du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Baterhänden und schließ 47 Dritter Anhang. 738 in Christi Tod mich ein, daß wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält! 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so spreche Jeju Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht geſegnen, so iegne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich, und lasse der Verlaffnen Schrein durch deinen Trost erhörlich ſein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verfürze mir des Todes Schmerzen, und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abichied keine Pein, wohl eilig, aber selig ſein. Benjamin Schmolck. Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dein Jesus hoch erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Er ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Heil er wirbst, thue Buß und bet und wache. Sorge nicht wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Stirb nur stets den Sünden ab, dann schreckt dich nicht Tod und Grab. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nimmt dem Tode ſeine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver senten; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken, und daß du Herr Jesu Christ auch im Tod mein Heiland bist. C. F. Gellert. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 1308.Meine Lebenszeit 1309. Wie ficher lebt der der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu un verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, daß ich noch zu leben habe? Dent, o Mensch, an deinen Tod, jäume nicht, denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menſchen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, ein durch ihn versöhnt Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod verjüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. serm Heil. 4. Wenn in deiner letzten Nothi 5. Der Tod rückt Seelen vor Dritter Anhang. Mel.: Welt, ich muß dich. Gericht; Gott alles an das Licht, und macht, was* 1310. Wemelserben in Himhier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufund bereit; püf deinen Glau- gehoben, damit sie unverloren ben als ein Christ, ob er durch sein. Liebe thätig ist. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, jo sei doch wacker 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Er lösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht noch nicht von Sünden rein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht, und noch bei Gott in Gnaden. Was sollt es ihnen schaden, wenn Jesus über fie gebeut? 3. Wie leichtlich geht bei Kindern von uns erwachinen Sündern das fremde Feuer an. Wie tröstlich, wenn wir wissen, daß nichts mehr einzubüßen, daß sie fein Tod mehr tödten fann! 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, bußfertig sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Rechenschaft, ist Liebe in des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 739 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag, vor dir, o Gott, erforschen mag, und Liebe, De muth, Fried und Treu, die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleb, stets meiner Schwachheit widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! CF. Gellert. 4. O, wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht so geschwinde. Zeuch hin, o liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe. XVIII. Ewigkeits- Lieder. In eigener Melodie. * 1311. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn!:: Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn.:,: 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht, :,: o wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht?:,: 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! :: Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn.:: 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem 740 Dritter Anhang. - ein?:: in die Stadt der gold-| Reine, feine Edelsteine sind genen Gaffen Herr, mein Gott, meine, ihr Licht flimmert, wie ich fanns nicht fassen, was das ein heller Jaspis schimmert. wird für Wonne sein:,: 5. Die Stadt darf keiner Sonnen nicht, nicht unsers Mondes blasfes Licht, das Lamm ist ihre Sonne. Ihr leuchtet Gottes Herrlichkeit, die Heiden wandeln weit und breit bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thüre und die Pforte dieser Orte stehen offen; da ist keine Nacht zu hoffen. 6. Von Gottes Stuble quillt ein Fluß, da mitten auf der Gaffen muß das Holz des Lebens grünen. Die Frucht, die der Baum zwölffach trägt, ein jedes Blättchen, das er begt, soll der Gesundheit dienen. Schlechte Knechte, Herren, Fürsten, Kaiser dürften nach der Quelle; sie fließt recht krystallenhelle. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß!:: Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies!:,: - Ở. Senat. Mel.: Wie schön leuchtet der. Offenbarung Johannis 21. sts? oder ist mein * 1312. Geist entzückt? Mein Auge hat jetzt was erblickt, ich seh den Himmel offen; ich febe Gottes Königsthron, zur Rechten Jesum, Gottes Sohn, auf den wir alle hoffen. Singet, flinget, spielt auf scharfen Davids Harfen, jauchzt von Her zen! Jesus stillet alle Schmerzen. 2. Ich seh, er machet Alles neu; die Braut fährt zu ihm ohne Scheu in reiner, schöner Seide. Die Kleider sind mit 7. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen Gold gestickt, der Bräutgam vorbehält! Kein Mensch kann hat sie selbst geschmückt mit theurem Halsgeschmeide. Meister, Geister, Cherubinen, Seraphinen, wünschen Glücke, Jesus giebt ihr Himmelsblicke. sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf sie mir auch ererben! Weise, preise ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden; laß mich auf den Anblick enden! Ashasverus Fritsch. 3. Gott hat sie aus dem Strom erfrischt, der Augen Thränen abgewischt, Gott kommt bei ihr zu wohnen. Er will ihr In eigener Melodie. Gott, sie sein Volk ſein, ſelbst 1313. Nach einer Prüfung bei gehen aus und Wie kurzer erreichlich kann Gott lohnen! wartet uns die Ewigkeit. Dort, Trauet, schauet Gottes Güte, dort verwandelt sich die Klage Gottes Hütte bei den Kindern! in himmlische Zufriedenheit. Gott wohnt bei bekehrten Sün- Hier übt der Glaube seinen Fleiß; und jene Welt reicht ihm den Preis. dern. 4. Wie heilig ist die neue Stadt, die Gott unds Lamm 2. Wahr ists, der Fromme zum Tempel hat, zum Grunde schmeckt auf Erden schon mandie zwölf Boten! Gar nichts chen selgen Augenblick; doch alle Gemeines geht hinein; wer Freuden, die ihm werden, sind gräuelt, muß verbannet sein, ihm ein unvollkommnes Glück. fein Theil ist bei den Todten. Er bleibt ein Mensch, und seine Dritter Anhang. 741 Ruh nimmt in der Seelen ab durch jeden Augenblick ihr Heil und zu. mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo der Fromme öfters leidet, der Böse öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs noch, dort werd ichs finden; dort werd ich heilig und verklärt, erlöst aus aller Noth der Sünden ihr preifen, der mir Heil gewährt. Den Gott der Liebe werd ich sehn, und er wird mich zu sich erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Weſen, Heil die Fülle, am Throne erfreun. Dann Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schidung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, da Gott, mein Heil, fich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward, wo Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig jehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigfeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh! C.F. Gellert. a) Advents- Lied. Mel ,: Meinen Jesum laß ich. Matth. 11. * 1314. Bist du, der da Ja, mein Jesu, du bist kommen; aus den Wundern sieht'man wohl, daß du Alles vorgenommen, was uns der Propheten Chor vom Messias stellet vor. 2. Blinde sehen, Lahme gehn, die Aussäßgen werden reine, Taube hören, Todte stehn auferweckt in der Gemeine, und der Armen Eigenthum ist dein Evangelium. 3. Arzt und Helfer Israel! Laß uns auch die Kraft genießen, heile Beides, Leib und Seel, mache reine das Gewissen, nimm der Sünden Aussag weg, führ den Fuß auf deinen Steg! 4. Gieb den Augen, ungestört dich im Glauben anzuschauen. Was das Ohr beständig hört, laß uns auch im Leben bauen, Dritter Anhang. 742 weck uns von den Sünden auf, fördre wahren Tugendlauf. 5. Laß die Unbeständigkeit uns zu keinem Rohre machen, oder sonst ein weiches Kleid deinen Purpurrock verlachen. Wer sich an dir ärgern will, findet nicht des Himmels Ziel. 6. Bläset der Verfolgungswind, laß uns dennoch feste stehen und wie Israel, dein Kind, in der Wüste sicher gehen. Zieh uns an Gerechtigkeit, dieses sei das weiche Kleid. 7. Haben wir kein Königshaus, wohnen wir in unsern Hütten, so wird ja ein Himmel draus, wenn Herodes gleich will wüthen. Dich bekennen bringt zwar Schmach, aber Ehre hintennach. 8. Wenn dir ein Johannes will einen Weg in uns bereiten, o so lasse dieses Ziel uns getrost zur Buße leiten, denn dergleichen Engelstimm warnet uns vor deinem Grimm. Erden, daß sie wie die Engel werden, die ihm singen Gloria. 3. Kommt, liebt dann den Heiland wieder, werft euch mit zur Krippe nieder; gebt ihm Herz und alles ein! Seine Unschuld, seine Tugend sei ein Spiegel eurer Jugend; freuet euch in ihm allein! 4. Er wird euch weit mehr ergößen, als die Welt mit ihren Schäßen, die so bald, so bald vergehn. Jesum lieben, Jesum loben, Jejum schauen hier und droben, diese Freude wird bestehn. 5. Nun, ich will die Welt verlassen und dich, Himmelstind umfassen, das sich gern den Kindern giebt. Jeju komm, mein Herz ist deine, mach es still gebeugt und reine, mach, daß es dich ewig liebt! 6. Komm, o Jesu, Heil der Sünder, laß, o Jesu, Freund der Kinder, Herz und Mund dein Lob erschalln: Ehr sei Gott im 9. Es wird uns wohl diese höchsten Throne, Fried bei uns Welt immer ein Gefängniß hei- auf Erden wohne, und in uns ßen, bis der Tod, wenn dirs ge- sein Wohlgefalln! Gerhard Tersteegen. fällt, unsre Bande wird zerreißen, da du uns, o Lebensfürst, aus dem Kerker führen wirst. Benjamin Schmolck. 2. Euretwegen läßt er fahren Himmel und der Himmel Schaaren, daß er euch möcht kommen nah. Kinder sucht dies Kind auf In eigener Melod. * 1316. du fröhliche, o b) Weihnachts- Lieder. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. reue dich, du Kindu selige, gna denbringende Weihnachtszeit! Welt war verloren, Christ ist geboren. Freue, freue dich, Christenheit! * 1315. Ferorden! Gott 2. O du fröhliche, o du selige, ist selbst ein Kindlein worden, gnadenbringende Weihnachtszeit! also hat euch Gott geliebt. Christ ist erschienen, uns zu vers Schaut dies Gottfind in der fühnen. Freue, freue dich, ChriWiegen nackt und arm und wei- stenheit! nend liegen! Eure Sünd ihn so betrübt. 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenhringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre. Freue dich, freue dich, Christenheit! Johannes Fall. Dritter Anhang. 743 c) Passions- Lieder. 7. Du flagst, voll Angst im Herzen: ,, Mein Gott verlasset mich!" Du dürftest in den Schmerzen, und Niemand labet dich. * 1317. der Ende, Mel.: Herzlich thut mich verlangen. u meines Lebens nes Todes Tod, für mich dahin gegeben in tiefe Seelennoth, in Martern, Angst und Sterben, aus heißer Liebsbegier, das Heil mir zu erwerben; nimm Preis und Dank dafür! 2. Ich will jetzt mit dir gehen den Weg nach Golgatha, laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innig zartem Sehnen begleite dich mein Herz, und meine Augen thränen um dich vor Liebesschmerz. 3. Ich komm erst zu der Stätte, wo Jesus für mich rang, und Blutschweiß beim Gebete ihm aus den Adern drang. Den Tod, mit dem er ringet, verdiente meine Seel; der Schweiß, der aus ihm dringet, ist mir ein Heilungsöl. 4. Mein Heiland wird verrathen, geführt zu Qual und Spott. Ach, meine Missethaten, die brachten meinen Gott hin vors Gericht der Heiden und in der Feinde Hand; ich wars, ich follte leiden, was da mein Bürg empfand. du rufft: ,, Es ist vollbracht!" empfiehlst ins Vaters Hände den Geist; es war vollbracht. 8. Ich seh mit Lieb und Beugen des Heilands letzten Blick; ich seh sein Haupt sich neigen, das war mein ewigs Gluck! Mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswerth ich bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin. 5. Seht, welch ein Mensch! Er stehet geduldig wie ein Lamm. Und nun wird er erhöhet, ein Fluch, aus Kreuzes Stamm, vollendet da sein Büßen, der Welt, auch mir zu gut; aus Seite, Händ und Füßen strömt sein Versöhnungsblut. 6. Du bittst am Kreuz für Feinde; mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde, gedenk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, verheißest ihm dein Reich; das macht mich Sünder fröhlich, mich, der dem Schächer gleich. 9. O du, an den ich glaube, und den mein Geist umfaßt, der du im Todesstaube für mich gelegen hast! auf dein Verdienst und Leiden vertrau ich ganz allein, darauf werd ich einst scheiden und ewig bei dir sein. 10. Erhalt mir deinen Frieden und deines Heils Genuß, so lang ich noch bienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich, dir zu Ehren, der mich mit Gott versöhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja E. W. W. v. Wobeser. tönt! Mel.: Wie herrlich ists, ein. stilles Lamm, * 1318. O du haft für mich gelitten und warest doch ganz heilig, chne Schuld; dadurch ist mir mein Seelenheil erstritten, du bist auch mir ein laß Spiegel der Geduld. mich, deinem Vorbild gleich, auch recht geduldig sein, so geh ich in dein Reich. 2. Der schmale Weg, den wir zum Himmel gehen, geht durch Geduld, durch Trübsal, Kampf und Noth; drum laß mich doch den Kreuzesweg verstehen, und führe stets das böse Fleisch in Tod. Nimm doch von mir die Dritter Anhang. 744 Zärtlichkeit und gieb mir rechten Ernst in allem Kampf und Streit. 3. Ich soll dein Kreuz ja täg: lich auf mich nehmen, o, gieb mir nun dazu auch wahre Treu, daß ich mich deiner Schmach nicht möge schämen, und also auch dein rechter Jünger sei, der jeden Tag sein Kreuze trägt, das dein so weiser Rath ihm selbst hat auferlegt. 4. Ein jeder Tag hat seine eigne Plage, ein jedes Glied sein eigne Kreuzes last; wenn ich dein Kreuz nur immer willig trage, das du zum Heil für mich bestimmet hast, so trag ich nichts zu lang und viel, du setest al ler Last ihr rechtes Maaß und Ziel. 5. Es darf da nichts mich allzu lästig drücken, es drücket nur das böse Fleisch und Blut; der Geist hingegen kann sich da erquicken; so thut dein Kreuz uns täglich viel zu gut; es macht von vieler Hindrung frei, daß unser Geist dadurch im besten Wachsthum fei. 6. Wenn wir dein Kreuz nur fein geduldig tragen, jo trägt es uns in Gottes Herz hinein. Flieht man das Kreuz als lauter Last und Plagen, so macht man sich nur größre Last und Pein; das Fleisch wird stark und schwächt den Geist. Owohl uns, wenn man trägt, was du uns tragen heißt! In eigener Melodie, oder: Alles ist an Gottes Segen. * 1319. Sebt die Mutter zen, wie sie mit zerrissnem Herzen bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Tribsalshite, wie des Schmerzes Schwertes= spiße tief durch ihre Seele geht. 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Jammer sich erwehren, die des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelaſſnem Muthe todesmatt in seinem Blute an dem Holz des Fluches hängt! 3. Für die Sünden feiner Brüder leidet er, daß jeine Glieder unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblossen: sen! und verathmet seinen Geist. Gott, mein Gott, ich bin verlajLiebe, deiner Liebe heiße Triebe 4. Laß, o Jesu, Quell der strömen in mein Herz hinab; laß mich dich mein Alles nennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für mich sein Leben gab! 5. Drück, mein König, deine Wunden, die das auch für mich empfunden, tief in meine Seele ein! Laß in Reue mich zerfließen, mit dir leiden, mit dir büßen, mit dir tragen jede Pein. 6. Laß mich herzlich vor dir weinen, mich durchs Kreuz mit dir vereinen; aller Weltsinn sei verflucht! Unterm Kreuze will ich stehen und dich zittern, leiden sehen, wenn die Sünde mich versucht. 7. So hilf mir nun, daß ich mich stündlich leide und ja nicht 7. Gieb mir Theil an deinem mehr aus deiner Schule geh; Leiden, laß von aller Luft mich gieb nur Geduld und stete Glau- scheiden, die dir solche Wunden bensweide, daß ich im Kampfschlug! Ich will ganz der Welt gestärkt und männlich steh, und entsagen, will das Kreuz des dann verwandle alles Leid, schon Lammes tragen, welches meine hier, besonders durt, in lauter Sünden trug. Herrlichkeit. v. Bogatzky. 8. Laß, wenn meine Thränen Dritter Anhang. 745 laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Christian Carl Jositas Bunsen nach Palestrina. fließen, mich den Gnadenblick ge- ziger Heiland! Du ewiger Gott, nießen deines milden Angesichts; decke mich durch deine Plagen vor den Nengsten und den Klagen einst am Tage des Gerichts! 9. Gegen aller Feinde Stürmen laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen, deine Gnade leuchte mir! Deckt des Grabes finstre Höhle meinen Leib, so nimm die Seele hin ins Paradies zu dir! Nach Stabat mater des Jacopone. † 1306. In eigener Melodie * 1321. Wollt ihr wisſen, wasmein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigenthum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Gefreuzigte! 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf' und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte! In eigener Melodie. " 1320. Mas babe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidigt? Antworte mir! Habe 3. Wer ist meines Lebens ich dich doch aus Aegyptenland Theil, meines Geistes Kraft geführt, und du hast zur Geiße- und Heil? Wer macht mich rein lung überantwortet deinen Hei- und gerecht? Wer macht mich land. Habe ich dich doch aus zu Gottes Knecht? Jesus, der dem Diensthause erlöset, und du; Gekreuzigte! hast ans Kreuz geschlagen deinen Erlöser. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer erquict mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte! 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Noth? Wer verseßt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte! 6. Und so wißt ihr, was ich weiß; ihr wißt meinen Zweck und Preis! Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, der uns Gott Jesu, dem macht angenehm Gefreuzigten! 2. Habe ich doch Pharao und seine Reiter gestürzt ins Meer, und du hast mich überantwortet den Hohenpriestern und den Heiden. Habe ich dich doch geſpeifet mit Manna und getränket von dem Wasser des Felsen in der Wüste, und du hast mich getränket mit Galle und Essig. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Mel.: Jesus, meine Zuversicht. * 1322. Auf, mein Herz, des Tag hat die Nacht der Furcht verHeiliger Herre Gott! Heiliger trieben, Christus, der vergraben starker Gott! Heiliger barmher- lag, ist im Tode nicht geblieben. 3. Was habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidigt? Antworte mir! Johann Christoph Schwedler. d) Oster- Lieder. Dritter Anhang. 746 Nunmehr bin ich recht getröst, Jesus hat die Welt erlöst. 2. Nunmehr ist er Gottes Sohn und hat dieses klar er wiesen. Allen Feinden auch zum Hohn sei er dafür hoch gepriesen! Denn es kommt jetzt in der That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind wohl groß, aber doch ist Gott vergnüget, denn mein Bürge kommet los, der für mich im Grabe lieget. Aller Zorn ist abgelehnt, und der Mensch mit Gott verföhnt. 4. Sterben ward der Sünde Sold. Nun ist Christus unser Leben, der für mich nicht Geld und Gold, sondern sich selbst hat gegeben; und sein Auferstehen macht, daß ich jetzt kein Sterben| Halleluja, Halleluja! acht'. 5. Sterbe, wer da sterben kann, Jesum werd ich doch behalten! Darum liegt mir wenig dran, ob die Meinen auch erfal=ten. Wenn man alle Welt begräbt, weiß ich doch, daß Jesus lebt. nicht vergebens. Denn ich bin dein Eigenthum, gleich wie du mein Fürst des Lebens. Dir sei auch viel Dank bereit jetzund und in Ewigkeit! Caspar Neumann. 7. Dieser Erstgeborne lebt, den wir alle Bruder nennen, dessen Herz an meinem klebt, der sich nicht von mir will trennen. Du rum hat es keine Noth, weil nun Jesus nicht mehr todt. 8. Tod, wo ist nun deine Kraft? Hölle, wo sind deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft; hier ist einer, der fann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein lange wird verweset sein. 9. Herr, dies glaub ich, dir zum Ruhm, und mein Trost ist Mel.: Heut triumphiret Gottes. * 1323. Lebt Chriſtus, was bin Ich weiß, daß er mich herzlich liebt, Halleluja, Halleluja! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja, Halleluja! 2. Mein Jesus lebt und schützet mich, darum, mein Herz, freu allzeit dich, Halleluja, Halleluja! Ob sich erhebt der Bösen Rott, sei gutes Muths, nur ihrer spott. 3. Lebt doch mein Jesus in der Höh, troß dem, der mir entgegen steh, Halleluja, Halleluja! Er kann dem Feind begegnen so, daß er der List wird nimmer froh. Halleluja, Halleluja! 4. Ich seh auch nicht, warum ich sollt betrüben mich, wenn ich 6. Ja, wenn Gott mich selber auch wollt. Halleluja, Halleluja! ruft, daß ich werde sollen ster- Weil Jesus lebt, an den ich ben, fürcht ich mich vor keiner glaub, wer ist, der mir das Le Gruft; ich will doch den Him- ben raub? Halleluja, Halleluja! mel erben. Denn mein Simson 5. Er macht ja durch sein Aufhat bei Nacht Grab und Him- erstehn, daß ich zum Himmel mel aufgemacht. fann eingehn. Halleluja, Halles luja! Kein Sünd, kein Tod im Weg mehr sein, die Straße hält er frei und rein. Halleluja, Halleluja! 6. Mein Glaub an Jesum tilgt die Sünd, Gott liebet mich recht als sein kind. Halleluja, Halleluja! Ist Gott versöhnt und nun mein Freund, laß to ben Welt und alle Feind! Halleluja, Halleluja! 7. 0 Tod, vor dir fürcht ich mich nicht, dein Macht die Bösen nur ansicht. Halleluja, Hal Dritter Anhang. leluja! Mein Leben, Jesus, dich bezwingt, und mich durch dich zum Himmel bringt. Halleluja, Halleluja! 8. Wenn ich Trost, Hülf und Gnad begehr, mein Jesu, mir daffelb gewähr, Halleluja, Hal5. Schwing deine Siegesfahne leluja! Ich glaub an dich, stärk meinen Geist, daß du vom Tod auch über unser Herz, und zeig erstanden seist. Halleluja, Halle- uns einst die Bahne vom Grabe himmelwärts! luja! 9. So werd ich nimmer sein verlorn, so wahr als du ein Mensch geborn. Halleluja, Halleluja! Wer an dich glaubt und zweifelt nicht, der kommnet ja nicht ins Gericht. Halleluja, Halleluja! 747 schallt schon das Siegeslied, du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schaß hier finden, der ewig fann erfreun! 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Ich glaub an dich, mein Jesu Christ, daß du für mich getödtest bist, Halleluja, Halleluja; und auferstanden mir zu gut, daß du mich haltest stets in Hut. Halleluja, Halleluja! 9. Der Tod kann uns nicht 11. Wie könnt ich denn verlo- schaden, sein Pfeil ist nunmehr ren sein? Es ist unmöglich, stumpf; wir stehn bei Gott nein, ach nein! Halleluja, Hal- in Gnaden, und rufen schon leluja! Gott Lob, der starke Je- Triumph! fus lebt, mit ihm lebt, wer im Benjamin Schmold. Glauben schwebt. Halleluja, e) Himmelfahrts- Lieder. Halleluja! Johann Caspar Schade. 12. Ich leb und werd in Ewig: feit mit Jesu leben, o der Freud! Halleluja, Halleluja! Deß habe Dank du Lebenshort, hab Dank, o Jesu hier und dort. Halle luja, Halleluja! Mel.: Christus, der ist mein. * 1324. Wi illkommen, Held im Streite aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute an deiner leeren Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott! 3. In der Gerechten Hütten Mel.: O Durchbrecher aller. * 1325. Auf du prieſterlich hlechte, das den Bund des Herrn bewahrt, und ihr, unsers Gottes Knechte, schaut auf eure Himmelfahrt! Suchet doch nur das, was droben, es verdients ja ganz allein. Sollt ich das nach Würden loben, müßt ich mehr als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget an die Weiden Babylon, nehmt sie wieder ab und finget Zions Lied im Siegeston! Sollt uns unser Jammer hindern, der ja nur zur Welt gehört, uns ein Volk aus Königskindern? Wer ist, der die Feinde stört? 3. Droben seht zur Rechten 748 Dritter Anhang. sißen Jesum Christ voll Glanz werden, schon der weite Himmel und Licht; sehet seine Augen an; dann wird Himmel, Meer bliben und sein Sonnenangesicht!| und Erden als veraltet abgethan. A und O, Anfang und Ende, Erst- und Letzter nennt er sich; er beherrscht die Höllenschlünde als ein Sieger königlich. Bald wird sie hernieder kommen, Neu- Jerusalem, die Braut, als die Königsstadt der Frommen, die Gott ihnen selbst erbaut. 4. Droben und doch immer 10. Droben ruft er voll Vernahe, wo ein Herz zu ihm sich langen: Höre, Braut, ich komine naht, ist er, den Johannes sahe, bald! Selig, wem, ihn zu emder die sieben Sterne hat. Wan- pfangen, schon das Herz entge= delnd unter den Gemeinen, rei- genwallt! Er wird nimmer lang nigt er sein Tempelhaus, tröstet, verweilen und bringt seinen straft, warnt, lobt die Seinen, Lohn mit sich. Komm, dein Zion und gießt Geist und Leben aus. heißt dich eilen! Meine Seel erwartet dich. Fr. Christoph Steinhofer. 5. Droben, wenn wir überwinden, wird im Paradiese schon sich das Holz des Lebens finden und die goldne Lebensfron. Himmlisch Manna, neue* 1326. Sentönig, höchſt Mel.: Alle Menschen müssen. KiegesfürstundCh. Namen, die nur der weiß, der fie trägt, gutes Zeugniß- dies zusammen wird den Siegern bei gelegt. verklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu 6. Droben sind sie angeschrie- Fuße fallen, und mein Herz vor ben in dem Lebensbuch des Freuden wallen, wenn mein Herrn Alle, die den Heiland lie-| Glaubensaug betracht deine Herrben, und bei aller Schmach sich lichkeit und Macht? gern doch nach seinem Namen nennen. Diese ziert das weiße Kleid, und er wird sie laut bekennen auf dem Thron der Herrlichkeit. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da; seh ich wie der Engel Schaaren alle rufen: Gloria! sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? 7. Droben soll in Salems Höhen, wo der Tempel Gottes prangt, als ein Grund und Pfeiler stehen, wer den Siegeskranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, dessen Namen wird man hell, einst auf seiner Stirne lesen: Bion, Gott, Immanuel! 8. Droben sind unzählge Namen, Palmenträger, weiß gekleidt, die aus großer Trübsal kamen, und nun singen sie erfreut: Heil sei Gott und seinem Lamme, das in Gnaden uns erwählt, und aus jedem Volk und Stamme uns den Seinen zugezählt! 9. Droben schickt sich, neu zu 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister ſpeist. Brächtig wirst du eingenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau ich armes Kindlein hier, ruf auch: Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie sch? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht ver= steh? Meinem König will ich Dritter Anhang. 749 trauen, nicht vor Welt noch Teu- Herz, daß ich stets an Gott gefel grauen: nur in Jesu Namen denke, und mich oft mit Reu mich beugen hier und ewiglich. und Schmerz über meine Sün5. Geist und Kraft nun über- den kränke; doch nach den betrübfließen; drum wirk in mir kräf- ten Stunden führe mich im Jesu tiglich, bis zum Schemel deiner Wunden. Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis zum Weltende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren. Ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen. 6. Pflanze mich daselbst in ihn als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, er der Weinstock, ich die Rebe, daß ich ganz in Jefu lebe. 7. Hierzu bitt ich diese drei, Glauben, Hoffnung und die Liebe; steh auch sonst mir also bei, daß kein Teufel mich betribe. Gieb mir Demuth, Fried und Freude, und auch Sanftmuth, wenn ich leide. f) Pfingst- Lied. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilen gar nichts sagen; hilf mir beten, wie ich foll; hilf mir auch mein Kreuze Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. * 1327. Gott, du hast in tragen. Wenn es Zeit iſt, hilf deinem Sohn mir sterben, und danach den HimCaspar Neumann. mel erben. mich von Ewigkeit erwäblet. Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile Feblet; und gieb mir des Geistes Ga= ben, sodann werd ich alles haben. 2. Ach, ich bin lebendig todt und zum Guten ganz verloren. Heilger Geist, und Gott, mache du mich neugeboren; denn das Fleisch ist mein Verderben, und kann nicht den Himmel erben. 3. Treibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Gedanken. Dämpfe das, was Gott veracht, halte die Vernunft in Schranken, daß ich anders nicht, als gerne, selbst von dir die Weisheit lerne. 4. Was mein Herze ticht und tracht, ist von Jugend auf nur böse; aber hilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse; und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Vollbringen. 5. Schaffe mir ein reines g) Kirche und Mission. Mel.: Stabat mater, oder: Alles ist an Gottes Segen. * 1328. Armes Zion, traure nimmer! deiner Mauern Trümmer glänzt der Hoffnung ewges Licht. Berge weichen, Hügel wanken, doch Jehovahs Heilsgedanken, seine Worte weichen nicht. 2. Trockne die verweinten Wangen! Jakobs Stern ist aufgegangen, Gottes Glanz vom Aufgang her. Blöd und krank sind Judas Augen, Jesu Strahlen einzusaugen. Doch auch Blinde heilet er. 3. Was die Seher dir verkündet, Volk, dem Ewigen verbün= det, endlich sollst du solches schaun. Bald in angenehmer Stunde wird zum neuen Frie Dritter Anhang. 750 densbunde sich dein Heilger dir vertraun. Zeit, in Arbeitsmüh und hartem Streit wird Zion stets gebauet. Doch zage nicht, du Volk des Herrn! Dein König ist dir nim mer fern; wohl dem, der ihm vertrauet! Du sein! Er dein! Darfst du zagen, magst du klagen? Du sollst singen: ,, Mit ihm muß es mir gelingen!" 5. Alte Gaben kehren wieder: Zion, deine Davidšlieder rau= 3. Er decket dich zur bösen schen neu, wie Jordansfluth; Zeit in seinem Zelt, führt selbst Abrams Glaube, Moses Treue, Josuas Kraft ersteht aufs Neue, und ias Gottesmuth. den Streit, ist Schwert und Schild im Kriege. Er lagert dich auf grüner Au, labt dich im Kampf mit Gnadenthau, verheißt dir ewge Siege. Reichlich geußt sich seine Güte ins Gemüthe, selbst in Wüsten Gnadenströme fließen müssen. 4. Nur eins, nur eins, das macht dich schwach. Gemeine Gottes: bleibe wach! Laß dich nicht schläfrig finden! Laß ja die erste Liebe nicht, es brenne hell dein Glaubens: licht, sonst wird der Feind dich binden. Träumen, Säumen, schläfrig bleiben, lässig treiben Gottes Werke lähmt dir alle Kampfesstärke. 4. Ewig will sich dir verloben, der dir tausend Liebesproben in der Zeiten Anfang gab. Deine Wüste soll erblühen, Sarons Rosen wieder glühen unter seinem Hirtenstab. 6. O, wie wirst du Wonne weinen, hast du erst erkannt den Deinen, der zu Heiden fich gewandt; der die Sünden, gleich der Wolke, tilgt und seinem Erstlingsvolle stets noch winkt mit treuer Hand. 7. Davids Sohn, du Wunderbarer, mach es unsern Seelen klarer, was dein Herz von uns begehrt! Nimm nach lan gem Widerstreben deiner Christen Dienst zum Leben deines Volks, das dir so werth! 8. Komm, du Herzog der Gemeine, Bundesengel, komm, bereine, was getrennt auf Erden wallt! Komm, dein Israel zu trösten; lad auch uns zu seinen Festen! Amen, komm, Herr Jesu, bald! — 5. Drum, Israel, auf, schicke dich, begegne Gott! Er nahet sich; sein Auge nach dir schauet. Ergreif das Wort, das scharfe Schwert! Auf, ins Gebet, dem Schlaf gewehrt, daß Zion werd gebauet! Durch des Geistes heilge Triebe mehr die Liebe, laß dich stärken zu des Glaubens felgen Werken! A. R... Reformations Lied. Mel.: Wie schön leuchtet der. * 1329, Brich aus, du heilge Gottes stadt, da Er noch Heerd und Feuer aus mit Kraft und Klarheit! Laß leuchten deis* 1330. Derschienen der Miel.: Balet will ich dir geben. du zum Heil nes Lichtes Schein, du sollst ein heller Zeuge sein von seiner Gnad- und Wahrheit. Treuer, freier, geistlebendig und beständig laß erschallen das Befenntniß laut vor Allen! allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gefellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 2. Denn ach, in tümmerlicher Dritter Anhang. 751 hält, was er verspricht. 2. Damit wir Kinder würden, auf und werde Licht! Jesus gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl find Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Jm schönen Hochzeitskleide von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und welchen nichts verkündigt, fein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage Ach wie manches werde! Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde. Kleine Heerde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle; und der Sohn der Wüste fniet dürstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht. Jejus hält, was er verspricht. 5. Gräber werden aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jejus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichdu, die keit! Jejus Christus Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf und werde Licht! Jejus hält, was er verspricht. Friedrich Adolph Krummacher. 4. Es kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siebe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht. Auch fie haft du gegraben in deinen Priester schild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde"! Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn, daß, wo man Gözen fröhnet und vor dem Teufel kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht! 7. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele" 1332.5err, wann wirſt Mel.: Ach, was soll ich Sünder. noch ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. du Zion, die geliebte Stadt, die sich dir ergeben hat? Ach, soll sie nicht einmal schauen ihre Mauern aufgericht? Ja, der Herr verMel.: Jesus, meine Zuversicht. 1331.( ine eerde und läßt uns nicht!" ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Heerde; mach dich 2. O, wann soll die Stimm erschallen, da man rufet überall in der Auserwählten Zahl: Babel, Babel ist gefallen und all 752 Dritter Anhang. ihre stolze Pracht, die vormals| Amen! so rühmen wir und jauchwar hochgeacht! zen dir ein Halleluja für und 3. Höre, wie dein Zion flaget für! unter Babels Dienstbarkeit, jett in dieser finstern Zeit! Doch du Mel.: Jesus, Jesus, nichts als. wirst den, der fie plaget, ſtürzen* 1334. Licht, das in die bald durch deine Macht und vertilgen Babels Pracht. 4. Gieb nur, Jesu, daß wir wachen und im Glauben munter sein, wenn du fömmst und brichst herein mit Posaunen und mit Krachen, zu erlöfen deine Braut, die du ewig dir bertraut. 5. Drücke uns dein heilges Siegel an die Stirne, an die Hand, dir zu Ehren, uns zum Pfand, daß wir uns durch Glaubensflügel können schwingen himmelan, da uns Niemand schaden kann. 6. Zeichne mit dem heilgen Zeichen uns, dein Volk, dein Eigenthum, schönster Jesu, höchster Ruhm! So muß Satan von uns weichen, weichen muß der Sünden Kind, weil wir dein Erfaufte sind. 7. Ach, wie wird dein Volk dich ehren, wenn es neu entnommen ist Babels Stolz, des Thieres List! Deinen Ruhm wird es vermehren, und in alle Ewigkeit dich zu loben sein bereit. 8. Darum, Zion, unbetrübet! Die Erquicungszeit ist da, und des Herren Hülf ist nah. Selig, wer sich ihm ergiebet, und vor seinem Heiland kann Halleluja stimmen an! Joachim Lange. Mel.: Wachet auf, ruft uns. * 1333. önig, Jefu, streite, fiege, daß Alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht! Zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein! 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht geprieinen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit er füllet ist, wo du richtest, Jesu Christ! 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen; denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe Allen: Kommt zu mir! 4. Es sei teine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Geset sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall, laß ihn ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat! Leuchte helle, ewges Wort, treibe alles Dunkel fort! 6. Und erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen! Vor den Stolzen uns bewahr! Ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte fein! n. Stier. Mel.: Lobe den Herren, o meine. Friedensboten; laß wehen deinen* 1335. Lobe den Herren, o ganze weite Todtenfeld! Erhöre unser Flehn der seine Kirche mächtig hält! und laß es bald geschehn. Amen, Sinkt in den Staub ihr, des Kreu Dritter Anhang. 753 zes Feinde, der Herr ist Gott theil hält, und wonach die Meiund sein die Welt! Sein kräftig Wort schallt weit und breit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja! Halleluja! 2. Schon benedeien dich viele Zungen, o Herr, als Heiland und Prophet; vielorten ist ja tein Nam erklungen, des Kreuzes Gnadenbild erhöht; es naht den Inseln fern dein Wort, dir jauchzt der Süden und der Nord: Halleluja! Halleluja! 3. Lobet den Herren! Einst kommt die Stunde, wo eine Heerd, ein Hirte ist. Alle die Völker sind dann im Bunde und beugen sich vor Jesu Christ. Wenn dieser selge Zag erscheint, Himmel und Erde sind vereint. Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 1336. öwen, laßt euch wiederfinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte überwinden! Seht nur an ihr Martyrthum, wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt. 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein, ihr Sinn drang zum Himmel. Fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Alle Dinge nach der Wahrheit und nach Fleischesmeinung nicht, maßen gründlich sie voll Klarheit, denn ihr Urtheil stand im Licht; in der Trübsal fröhlich waren sie und selig, fern von Menschensclaverei und von ihren Banden frei. 4. Ganz großmüthig sie verlachten, was die Welt für Vorsten trachten, es mag sein Ehr, Wollust, Geld; Furcht war nicht in ihnen. Auf die Kampfschaubühnen sprangen sie mit Freudigkeit, hielten mit den Thieren Streit. 5. O, daß ich, wie diese waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft! 6. Ohne dich bin ich nicht tüchtig irgend etwas Guts zu thun; was da heilig, groß und wichtig, seh ich bloß auf dir beruhn. Herr, Herr, meine Hoffnung! Halte dein Verheißung, hilf mir, daß ich als ein Held durch den Glauben halt das Feld! 7. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen tämpf in Jesu Löwenstärk, und ja niemals mög erschlaffen, daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen und ich tapfer ringen, daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich! 8. Es dürft wieder dazu kommen, daß des Feindes tolle Wuth zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübfalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. 9. Ei, wohlan, nur fein standhastig, o ihr Brider, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, was ihm so gebühret; er hats Leiden wohl verdient, und die Seel darunter grint. 10. Fort mit enem Sinn der Griechen, denen Kreuz nur Thorheit ist! O, laßt uns zurück nicht 48 754 Dritter Anhang. } friechen, wenn ans Kreuz soll| les, was sich trennt, zusammen, Jesus Christ! Steht in Jesu Na- und baue deinen Tempel aus; men, wenn der Schlangensamen laß leuchten deine heilgen Flamsich dem Glauben widersett men durch deines Vaters ganzes und das Schlachtschwert auf Haus! uns wetzt! 4. Beleb, erleucht, erwärm, 11. Gebt euch drum ins Lei- entflamme doch bald die ganze den wacker! Mit dem Blut der Welt und zeig dich jedem VölMärtyrer wird gedüngt der Kir- terstamme, als Heiland, Friede chenacker, diese Feuchtung treibet fürst und Held! Dann tönen sehr; alle Pflanzen sprossen, die dir von Millionen der Liebe davon begossen. O, dann trägt Jubelharmonien, und alle, die er reichlich Frucht, eine schöne auf Erden wohnen, knien vor Gartenzucht! den Thron des Lammes hin. JI. L. Fricker. 12. Komm, befrucht mit mildem Regen uns dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken! Wiel.: Wie schön leuchtet der. Mach dein Kirch an Glauben* 1338. Jeſu, Herr der reich und das End dem gleich! Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerden! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, forgft, daß sie selig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der 2. Und noch entzünden Him- Sünder rühren. Treue Hirten melsfunken 1o manches falte, laß den Seelen niemals fehlen todte Herz und machen Durstge und die Heerden mit den Hirten freudetrunken und heilen Sünd- selig werden! Mel.: Wie groß ist des Allmächtgen. * 1337. daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 3war brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West, dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. Bei Einführung eines Pastors. und Höllenschmerz. Erwecke, 3. Wir nehmen hier von deiläutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schaar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch Jedem offenbar! 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starter Gotteshauch! Dein Feuermeer strömt nicht vergebens. Ach zünd in unsern Herzen auch; schmilz alner Hand den Hirten, den du uns gesandt. Herr, jegne ſein Geschäfte, die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte! Zehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen! Dritter Anhang. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz boll treuer Liebe. Lehrer, Hörer, laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen! 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter feine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß feine ihn ver lieren! Jesu, hilf du, biet die Hände, daß am Ende hirt und Heerden, treu vor dir erfunden werden! 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand; führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Carl Bickel. Mel.: Balet will ich dir geben. * 1339. Sie jauchzet doch mit Freuden, die heilge Gottesstadt, die sich durch Jesu Leiden vor nichts zu fürchten hat; denn Gott ist bei dir drinnen, das weiß sie sicherlich. Der Zweifel muß zerrinnen, die Furcht verlieret sich. 755 seine Schuld unzählig und sich verloren nennt; der alles herzlich hasset, was sonst dem Fleisch gefällt; der Jesum gläubig fasset und über alles hält. 4. Ja, selig sind die Christen, die ohne Falsch bestehn. O, daß es alle wüßten, die noch zur Hölle gehn! Wer ist so reich und prächtig, so schön, vergnügt und satt, so fröhlich, start und mächtig, als der den Glauben hat? 5. Schon hier in diesem Leben grüint seine Seeligkeit; was wirds im Himmel geben? Da kommt die Erntezeit. Da schmeckt sein Herz vollkommen, was hier im Vorschmack war, und ist mit allen Frommen im ewgen Jubeljahr. TSSHORT 6. Behalte, Welt, das Deine, du arme blinde Welt! Der Glaube bleibt das Meine, der Christi Blut behält. Wenn alle Reichen darben; wenn Fürsten betteln gehn, will ich mit Freudengarben in Zions Thoren stehn. E. G. Woltersdorf. Mel.: Freu dich sehr, o meine. se " 1340. Treuer Hirte deiHeerde, deiner Glieder starker Schuß, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit grimmen Trub tobt und wüthet wider dich, und vermißt sich frebentlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbtheil zu verheeren. 2. Laß Andre wankend fragen, ob Gott ihr Vater sei? Ein Christ kann muthig sagen und schwören noch dabei: Ich habe Gnade funden, die Seligkeit ist mein, und durch des Lammes Wunden geh ich zum Himmel ein. 3. Ein wahrer Christ ist selig, 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel; Menschenhülf ist ja zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst zu Felde machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rott zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens der Christum recht erkennt, der Ehre, deiner Wahrheit Heilig48* Dritter Anhang. 756 thum, Jefu, deines Glaubens Lehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu fannst du ja nicht schweigen, deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken, sind bemüht! Deine Weisheit fennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und be gehre der Verfolger blindes Heer; der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht sei zu schwer! Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechte Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betriigen! 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinsalt dir ganz gelassen heilig wandeln, und dabei uns flüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Herrlichkeit, auch vor Feindes List und Wüthen, uns mit Schlangen flugheit hüten! 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut, und nur dich, Herr, lassen machen, so wird alles werden gut! Jesus streitet für uns hier und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden bei ihm triumphiren werden. Henriette Catharine, Freifr. v. Gersdorf. nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O, daß doch bald dein Feuer brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! Die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. Ofiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflebn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gieb dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O, daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! Q, würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei, und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein, ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Ifrael bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! Mel.: Dir, dir, Jehova, will. * 1341. Wach auf, du Geiſt der ersten 7. O, beffre Zions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe Zeu- hindern kann, das räum, ach gen, die auf der Maur als treue räum aus jedem Wege! Vertilg, Wächter stehn, die Tag und Nächte o Herr, des falschen Glaubens Dritter Anhang. Wahn, und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch sei! 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche stehn und schrein! 9. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt. Nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt. Drum halt ich dieses klare Wort dir vor; ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 10. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich), Herr, o nimm mein Bitten an! 11. Du wirst wohl wissen recht zu richten, da du ja aller Welt ihr Richter bist. Laß nur dein Wort den Streit hier schlichten, wenn deine Lieb in uns in Zweifel ist; und treib uns ferner, dich nur anzuflehn! Es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. Karl Heinrich v. Bogatzky. Mel.: Wie schön leuchtet der. 1342. Mann grint dein ganzer Erdenfreis, wann geben dir die Völker Preis und werden unterthänig? Wann wirst du groß in mir und alln, daß, die du schufft zu Fuß dir falln und schrein: der Herr ist König? Gieße füße Geifteskräfte, Lebensfäfte in mich Schwachen, bis du alles neu wirst machen! Gerhard Tersteegen. 757 Mel.: Wie schön leuchtet der. * 1343. Woß iſt das Fest, zu wem empor schallt der Gemeine heilger Chor mit froben Feierliedern? Es gilt des großen Königs Ruhm dem Priester in dem Heiligthum, dem Haupt von vielen Gliedern. Droben loben ihn, den Meister, reine Geister, aber Sünder preisen ihn als Gottes Kinder. 2. Wenn ich dereinst erhöhet bin, will ich sie alle zu mir ziehn! so hat sein Mund gesprochen. süßes Licht, o selges Wort, das geht durch Erd und Himmel fort, der Lag ist angebrochen! Zeuget, beuget euch, ihr Höhen. Inseln, Seen, Länder, Meere; Kinder Gottes, bringt ihm Ehre! 3. Es thuts ein Tag dem andern fund, es tönt aus taufendfachem Mund das Wort von jenem Lichte; und wendet sich ein Sonnenjahr, so glänzen auf dem Dankaltar viel neueLebensfrüchte: neue, treue Schwestern, Brüder, Christi Glieder, Hörer, Lehrer, seines Reiches Ruhm und Mehrer. 4. Und Saaten, für den Sohn gesät, viel Liebesgaben, viel Gebet, viel Wunder seiner Gnade und Hoffnung, wo nicht Hoffnung schien, in dürren Wüsten frisches Grün und neu gebahnte Pfade. Hosianna Davids Sohne auf dem Throne! Sieggekrönetjauchzt sein Volk, das er versöhnet. 5. Fest steht in Ewigkeit dein Thron! So singen wir, o Gottes Sohn, am Tage deiner Ehren. Weit streckst du von des Vaters Haus das Scepter deines Rei ches aus, und Niemand wird dirs wehren. Machtvoll, prachta voll, unabwendlich wird doch endlich, Herr, den Deinen ganz dein hoher Rath erscheinen. 6. Nicht Macht und Weisheit dieser Welt, nicht, was dem klu 758 Dritter Anhang. gen Fleisch gefällt, das hast du 5. Sei auch, Jesu stets gepries nicht erkoren. Dein Lebenswort, sen, der du dich und viel dazu dein Geist und Blut, das ists, was alle Wunder thut, was dir uns neu geboren. Helle Quelle emger Wahrheit, gieße Klarheit, Kraft und Milde in des Todes Nachtgefilde! hast geschenket und erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! fo 7. Ich komme bald!". zeugest du. O komm und weck aus die noch dein weil nicht tennen! daß alle gläu-* 1345. Llommen zu inir: Laffet die spricht Gottes Sohn. Sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. big auferstehn, dem Bräutigam entgegen gehn, daß alle Lampen brennen. Faff uns! Laß uns treue Hände bis zum Ende vor dir heben, bis du kommst, den Lohn zu geben! Alb. Knapp. 4001950 - h) Tauf- und Confirmations- Lieder. In eigener Melodie, oder: idi Gott des Himmels. * 1344. Jesus, Jefus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. 69 Jego mach ich ein Verbündniß, daß ich will, was Jesus will. Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt! -98 310 79 350 Ludämilia Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. Mel.: Aus meines Herzens. Ev. Marci 10, 14. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel soll ihr sein, dieweil fein theures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzes= stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, das mit sie Gnad erlangen, Niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, Er will sich ihr'r erbarmen. Legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh! 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, laffen die schnöde Welt; sind frei aller Ge fahr und dürfen hier nicht leiden. Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schaar. Cornelius Becker. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt; führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nüßet mir! Gieb dich mir, mein Jefu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt! 4. Und deinen Mel.: Jefu, meines Lebens. Ien in, durch und an mir, mein 1346. Laffet mich voll spreGott! Deinen Willen laß er- chen: Ich bin ein getaufter Chriſt, füllen mich im Leben, Freud und der bei menschlichen Gebrechen Noth; sterben als dein Ebenbild, dennoch ein Kind Gottes iſt. Herr, wann, wie und wo du willt! Was sind alle Schäße nüße, da Dritter Anhang. 759 ich einen Schaß besibe, der mir dem Himmel hin, daß wir unalles Heil gebracht und mich sern Bund erneuern und mit ewig selig macht! Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn! 2. Keine Sünde macht mir bange: ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. wenn ſterbe: ich bin ein getaufter Chrift, denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lig ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein; ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu! 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot. Mel.: Wachet auf, ruft uns. Gemeinde. 1348. Vor einer bir, LobezUeberwinder, stehn an dem Sabbath diese Kinder, ihr Lobgesang sei dir ge bracht! Freudig gehn sie dir entgegen, weil du der Liebe reichsten Segen den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier im Jugendschmuck vor dir knien und beten. Herr, sie sind dein. Laß ihre Reihn dir an dein Herz geleget ſein! Chor der Kinder. Mel.: Seelenbräutigam. 2. Friedefürst, ich ward erkoren, am ersten Tag, da ich geboren, zu deinem selgen Gnadenkind. Du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben, und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh, Gottes Sohn, deinen Geist, den ich greife freudig zu nach den Geist der Stärke, gieb uns Kraft Gaben, die du mir heut zur Sezum heilgen Werke, dir uns ganz ligkeit durch dein Erbarmen haft zu weihn, ewig dein zu sein! * 1347, V on des Himmels Thron sende, erneut. 3. Laß dich halten und umfassen! Ich will dich ewig nicht zu bekennen und dich unsern verlassen, verlaß auch du mich Herrn zu nennen, dessen theures ewig nicht! Schüße mich vor 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben Blut floß auch uns zu gut! Welt und Sünde, und offenbare 3. Richte Herz und Sinn zu deinem Kinde dein gnadenvolles Dritter Anhang. 760 Mel.: O daß ich tausend Zungen. Angesicht, auf daß ich Tag für Tag in die mich freuen mag, ftill und heilig, und mich bein 1350, fönnt ich dich Mund zu jeder Stund erinnre an den Liebesbund. nach Würden loben, und deines Namens Ruhm erhöhn, Immunuel, wie die dort 4. O du Hirt erkaufter See- oben, die dein verklärtes Antlen, ich muß des rechten Wegs liz sehn! verfehlen, wenn meine Seele von dir geht. Darum gieb mir Licht und Stärke und Glaubensmuth zum guten Werke, zum Ringen, Wachen und Gebet, bis ich den Pilgerstand im ewgen Vaterland selig ende, und du, Herr, schon den Gnadenlohn mir reichst von deinem Gnadenthron! Doch dein so süßer Jeſussinn nimmt auch der Kinder Lallen hin. 2. Du bist des Herzens wahre Freude, der Seelen süßes Heil und Licht: O sei auch meine Lust und Weide, mein höchster Trost und Zuversicht! Mein Herze flebet heut zu dir: O Jeſu, Jesu, sei es mir! Albert Knapp. i) Abendmahls- Lieder. In eigener Melodie. 3. In Liebe bleib mir doch gewogen, von nun an bis in Ewigkeit! Du hast mich selber angezogen und mich mit deinem Schmuck bekleidt; mein Brod dein Fleisch, mein Trank dein Blut; du bist mein ewig Hab und Gut. * 1349. Sier liegt vor dei ner Majestät im Staub die Christenschaar, das Herz zu dir, o Gott, erhöht, die Augen zum Altar. Schenk uns, D Heiland, deine Huld, vergieb uns unsre Sündenschuld! O Herr, von deinem Angesicht, verwirf uns arme Sünder nicht, verwirf uns nicht, verwirf uns Sünder nicht! 4. Dein Vaterherz wird mich nicht lassen, dein Mutterschooß bewahret mich; durch deine Kraft will ich dich fassen, ich lehne mich, mein Freund, auf dich; so geht es durch die Wüste fort nach Kanaan, dem lieben Ort. 2. Gesündigt haben wir, o Herr, wie der berlorne Sohn, gefündiget, o Heiliger! Doch sieb von deinem Thron erbarmend her auf unsern Schmerz, verstoß nicht das zerknirschte Herz! Entzieh die Vaterhuld uns nicht und sende uns dein Gnadenlicht, dein göttlich Gnadenlicht! 3. Du bist's, der alles Gute schafft, der helfen will und kann; drum wirke Leben, Trieb und Kraft zu wandeln deine Bahn! Sich uns in deinem Sohne an, der hat genug für uns gethan. Mach uns von unsern Sünden los durchs Blut, das von dem Kreuze floß. O mach uns los, mach uns von Sünden los! 5. So läßt sichs gut durch Mara wallen, wenn du, mein Hirte, bei mir bist. Der Himmel läßt mir Manna fallen, mein Wasser aus dem Felsen fließt, das mich an Leib und Seel erquickt, wenn Tageslast und Hike drückt. 6. Was sollte mir nun mangeln können? Ich habe ihn und seine Füll. Die Welt dert tausend nennen, und sich behunmag reichern, wie sie will; ein kleiner Wind, ein Todesfall macht plößlich ihre Freuden all. 7. Hingegen ich bin wohl vergnüget mit Einem, der mir Alles ist. Das wahre Gut, so nimmer trüget, so ist mein Heiland Jesus Christ, der mich hier überall Dritter Anhang. 761 wenn uns je will grauen, so bleibts: der Herr ist treu. begleit't mit Güte und Barmherzigkeit. 8. Wir bleiben ewig ungeschieden, es trennet uns auch selbst kein Tod; der führt vielmehr zum vollen Frieden, zu meinem Freund, der weiß und roth, zu meinem auserfornen Lamm, zu meinem Hirt und Bräutigam. C. L. Allendorf. k) Glaubenslieder. Psalm 73, 25. 26. Mel.: Nach einer Prüfung. A * 1351. 21h wenn ich dich, ch 7. So scheint uns nicht ein Schade, was man um Jeſum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. mein Gott nur habe, nach Erd und Himmel frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost und Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 8. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 9. Herr, laß es dir gefallen, 2. Soll Leib und Seele mir noch immer rufen wir: Die verschmachten, ich hoffe doch ge-| Gnade jei mit Allen! Die Gnade trost auf dich. Nichts will ich sei mit mir! alle Plagen achten, an dir allein erquick ich mich. Regt sich auch Alles wider mich, es bleibt dabei, ich liebe dich. Ph. Fr. v. Hiller. Mel.: Aus tiefer Noth schrei. 2. Tim. 3, 8. ** 1353. Halt im Gedächtnißz Jejum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, " 1352. Die Gnade fei mit und dadurch hat bestritten Welt, Mel.: Christus, der ist mein. Allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth. Dank ihm für diese Liebe! 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden iſt, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe! 3. Hab ich nur dich, so hab ich Alles, was meine Seele wünschen kann; auch fürcht ich mich gar keines Falles. Liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Theil, in dir ist meiner Seelen Heil! Benj. Schmold. 4. Die Gnade, die den Alten half zwei Weh überstehn, die wird ja auch erhalten, die in dem dritten stehn. 5. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst, so komme doch! 6. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein, denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und Dritter Anhang. 762 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszei ten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du follst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe! 5. Salt im Gedächtniß Jefum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tobt und lebend ist, zu richten vorgenommen. D dente, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu banten! 6. Gieb, Jefu, gieb, daß ich bich fann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was bu an mir gethan, mög aus dem Herzen laffen, daß beffen ich in aller Roth mich trösten mög, und durch den Tod zu bir ins Leben bringen! Cyriacus Günther. 4. Die Betrübten zu erquiden, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstoden, täglich liebreich zu dir locken, war, mit Schwächung deiner Kräfte, dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar theures Leben in ben ärgsten Zod gegeben, ba bu in der Sünder Dr. den aller Schmerzen Ziel gewors den und, den Segen zu erwers ben, als ein Fluch haft wollen sterben! 6. Deine Lieb hat bich getries ben, Sanftmuth und Gebuld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen Anbrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich Ju begegnen, für die Lästerung ju segnen, für der Feinde Schaar Mel.: Edhmüde bid), o liebe. " 1354.Heiland, beine Men. zu beten und die Mörder zu ver. treten. fchenliebe war die Quelle deiner Eriebe, die dein treues Hers bewogen, bich in unser Fleisch gesogen, bich mit Schwachheit überbecket, bich vom Streus ins Grab geftredet. D, der wunderbaren Triebe beiner treuen Menschenliebe! 7. Demuth war bei Spott und Sohne beiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Ges schlechte. Dieje Demuth, gleich den Tauben, war ohn Falsch, boll Treu und Glauben, mit Ges rechtigkeit gepaaret, durch Vot sichtigteit bewahret. 2. Uleber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Ar- 8. Herr, laß deine Liebe decken men mehr als väterlich erbar- meiner Sünden Meng und Flek men, der Betrübten Klagen hö- ten! Du haft das Geseß erfüllet, ren, sich in Andrer Dienft ver des Gefeßes Fluch gestillet; laß zehren, sterben für die ärgsten mich wider dessen Stürmen deiSünder: das ist Lieb, o Menner Liebe Schild beschirmen. schenkinder! Heilge meines Herzens Triebe! jalbe sie mit deiner Liebe! 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O, wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke anJohann Jat. Rambach. Mel.: nun komm der Heiben, geſprochen! D, wie pflegteſt bu* 1355.jelbst zu mir, oder: In eigener Melodie. efu, komm zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! Dritter Anhang. 763 und verbleibe für und für; komm an die Welt, schau ihren ReichDoch, werther Seelenfreund, Lieb-| thum an, er tann ja nicht die ster, den mein Herze meint! müden Seelen laben. Mein Jesus fanns; er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das im Geset sich so ermüdet hat, und nun zu dir, dem Seelenleben naht und ichmeckt in dir bie wundersüße Güte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal ruf ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist auf der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Dein, o Jesu, Beimirsein, nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, süße Seelenfreud, ohne dich nur Herzeleid. 5. Nimm nur Alles von mir hin, ich verändre nicht den Sinn. Du, o Jesu, mußt allein ewig meine Freude sein. 6. Keinem Andern sag ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu; dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich mein. 7. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; bu, für mich verwundtes Lamm, bist allein mein Bräutigam. 8. O, so komm benn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmers! Denn ich schrei doch für und für: Jefu, Jefu, komm zu mir! 9. Nun, ich warte mit Geduld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein füßer Jesus sein. Joh. Angelus. 4. Gewiß, mein Freund, wern deine Liebeszeichen mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, so fann in mir ein reines Licht entstehn, durch das ich kann das Baterhers erreichen, in dem man nichts als nur Bergebung spürt, da eine Gnabenfluth die andre riibrt. 5. Je mehr bas Herz fich su dem Vater kehret, je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, daß es babei ber Gitelleit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret. Je mehr das Herz den süßen Vater schmedt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, ber in der Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, so in das Meer des Lebens fpringt hinein und Lebensströme In eigener Melobie. 1356. Mein Salomo, wieder von sich giehet. Behält dein freund- in dir dies Waffer seinen Lauf, liches Regieren stillt alles Web, so geht in dir die Frucht des das meinen Geist beschwert. Wenn Geistes auf. sich zu dir mein blödes Herze tehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, so wird dadurch das Leben angericht, die Heimlichkeit der Weisheit aufgeſiegelt, ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt und alle Kraft der Sünden ab2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen tann. Schau gefehrt. 764 8. Was dem Geset unmög lich war zu geben, das bringt alsdann die Gnade selbst herfür; sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir und ändert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh und könne schlechterdings der Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. Dritter Anhang. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, wenn das Geset mit meinem Glauben kämpft und lauter Angst und Furcht in mir erreget, so laß mich doch dein Mutterherze sehn und neue Kraft und Zuversicht entſtehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen. Du felbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein. Mein Element ist einzig dein Erbarmen; und weil du mir mein Ein und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Christian Friedrich Richter. Mel.: Jesu, komm doch selbst. un, jo bleibt es fest dabei, daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sünde, fahret hin, weil ich schon versprochen bin! * 1357, 2. Jesus ist mein höchstes Gut, denn er gab sein theures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein GlaubeGnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir. Nimm nur Alles selbst von mir, was dir nicht gefällig ist, weil du doch mein Alles bist. 4. Meine Seele sehnet sich; Gottes Lamm, sie suchet dich; ja, sie fragt allein nach dir. O mein Hirte, komm zu mir! 5. Sie verlangt kein ander Heil; du bist doch ihr bestes Theil. Andre Quellen weiß sie nicht. Nein, sie sucht dein Angesicht. 6. Freilich bin ich deß nicht werth, was mein Herz und Mund begehrt; müßte billig ganz allein ewiglich verlassen sein. 7. Doch, weil du so gnädig bist, weil dein Blut vergossen ist, weil dein Mund so viel verspricht, werd ich fröhlich aufgericht. 8. Jesu, laß mich nicht allein, denn ich kann nicht selig sein; ja, wo will ich Armer hin, wenn ich ohne Jesum bin? 9. Nun, so komm, du Seelenfreund! der es niemals böse meint; meine Seele wünscht allein deiner Hände Werk zu sein. 10. Bringe mich in deinen Lauf; decke mir mein Elend auf; reiß mich von der Sünde los; mache meinen Glauben groß! 11. Jesu, sieh, ich liege da, warte auf dein Hephata. Ich bin unrein, blind und todt, kann auch nichts in meiner Noth. 12. Lamm, du nimmst mich, wie ich bin, gern in deine Hände hin, machst, daß mich die Sünde reut, schmückst mich mit Gerechtigkeit. 13. Nun, ich strecke mich nach dir; Jacobs Glaube zeiget mir, wie man heftig mit dir ringt, bis man dich zum Segnen bringt. 14. Herr, ich fasse dich mit Macht, würd ich auch zum Schweiß gebracht; Herr, ich lasse dich nicht los, bis du sprichst: dein Glaub ist groß. 15. Meine Thränen, mein Geschrei lassen dich nicht so vorbei. Wenn ich auch nicht weinen kann, seh ich dich doch sehnlich an. Dritter Anhang. 16. Cher laß ich dich nicht hin, bis ich ganz versichert bin, bis ich weiß: dein Blut ist mein und ich soll errettet sein. 17. Amen, ja du hörest mich und ich Armer lobe dich. Ja, zum voraus will ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein! Ernst Gottlieb Woltersdorf. Mel.: Meine Seele, willst du. 1358. Meil ich Jeſu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein, und hab unaussprechlich gute Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durftig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. In eigener Melodie, oder: Nun fich der Tag geendet. meinen guten Hirten, der mich* 1360. Wie bist du mir so innig gut, schön weiß zu bewirthen, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. mein Hoherpriester du! Wie theur und kräftig ist dein Blut, es bringt mich stets in Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sünden Schuld, so macht dein Blut mich wieder still, setzt mich bei Gott in Huld. 3. Es giebet dem bedrückten Sinn Freimüthigkeit zu dir, daß ich in dir zufrieden bin, wie arm ich bin in mir. 4. Hab ich gestrauchelt hie und da und will verzagen fast, so spür ich dein Versöhnblut nah, das nimmt mir meine Last. 5. Es sänftigt meinen tiefen In eigener Melodie. " 1359. Wenn ich ihn nur Schmerz durch seine Valſamkraft; es Herz 3. Sollt ich nun nicht fröhlich fein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich hingetragen in des Hirten Arm und Schooß. Amen, ja mein Glück ist groß! Luise v. Hayn. mein nur ist, wenn mein Herz hin bis zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 765 Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält. Tief versenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süfer Labe seines Herzens Fluth mir jein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt; und des 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland; und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand: längst vermißte Briider find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. Ludio. v. Hardenberg. und neuen Glauben schafft. 6. So senkt sich denn mein blöder Sinn in deine Wunden ein; da ich dann ganz vertraulich bin. Mein Gott, wie kann es sein? 7. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie geschehn. Du sprichst: sei still in mir, mein Kind, du mußt auf dich nicht sehn! 8. Wie kann es sein? Ich sag es noch; Herr, ist es auch Betrug? Jch großer Sünder hab ja doch verdienet deinen Fluch 9.Nein, Jesus, du betrügestnicht, dein Geist mir Zeugniß giebt, dein Blut mir Gnad und Fried verspricht. Ich werd umsonst geliebt. 766 Dritter Anhang. 10. Umsonst will ich auch lieben dich, mein Gott, mein Trost, mein Theil! Ich will nicht denken mehr an mich; in dir ist all mein Heil. 11. Weg, Sünde, bleib mir unbewußt! Kommt dieses Blut ins Herz, so stirbet alle Sündenlust, der Sinn geht himmelwärts. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin; sie liegt auf deinem Rücken. Dublutest an des Kreuzes Pfahl, da muß dich unerhörteQual nach Leib und Seele drücken. Dieſe süße Fluth der Gnaden heilt den Schaden; durch die Wunden hab ich Heil und Frieden funden. 12. O nein, ich will und kann nicht mehr, mein Freund, betrübendich. Dein Herz verbindt mich allzusehr. Ach bind mich ewiglich! 13. 3euch mich in dein verjöhnend Herz, mein Jesu, tief hinein; laß es in aller Noth und Schmerz mein Schloß und Zuflucht sein! 5. Mitleidender Immanuel! Es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missethat am armen Staube rächen. Deine reine Mutterliebe fühlt die Triebe, hier im Leben täglich reichlich zubergeben. 14. Kommt, groß und kleine Sünder doch, die ihr mühselig feid! Dies liebend Herz steht offen noch, das euch von Sünd befreit. Gerhard Tersteegen. Mel.: Wie schön lenchtet. 6. Die Gnade führt das Regiment, sie macht der Sclaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden. Drum, willst du frei und D * 1361, Wo ist ein ſolcher fröhlich sein, laß Jeſum und die Gott, wie du? Gnade ein, so kannst du überDu schaffst den Müden süße Ruh, winden. Seelenquälen, SündenRuh, die nicht zu ergründen. Ein kräfte, Nachtgeschäfte und desgleiAbgrund der Barmherzigkeit ver-| chenmußderstarken Gnadeweichen. schlingt ein Meer von Herzeleid. Du, Herr, vergiebst die Sünden. Jeju, ja, du läßt dich würgen als den Bürgen aller Sünden, mich auf ewig zu entbinden. 7. Durch deines Blutes Kraft, o Herr, befreie du mich mehr und mehr von Sünde und Verderben! Du hast mich dir, Immanuel, gar theur erkauft mit Leib und Seel, du willst, ich soll nicht sterben. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünde loben. Ludw. Allendorf. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, wie hoch wird dessen Geift erfreut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn vollkommen schöne macht, die ihm das Herz ent= brennet. Laß mich ewig, Himmels= sonne, Seelenwonne, dich genießen süßer und in deinem Lob zerfließen! wie hat dich nach dem Heil ge dürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war: Gott und verdammte Sünder. Freude! Beide werden eines. Ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 1) Heiligungs- Lieder. Mel.: O du Hüter Israel. * 1362. Christen sind ein dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und von seiner Flammen Macht angefacht. Vor des Bräutgams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich vor der Gottverlobten Würde; Dritter Anhang. 767 eine Hürde wird zum himm- ganz verschwindt; es kann sich lischen Balast, und die Last, findlich freuen. Der Geist der drunter sich die Helden tlagen, Kindschaft treibt den Sinn zum wird den Kindern leicht zu tra Schooß des lieben Vaters hin, gen, die die Kreuzestraft gefaßt. den es darf Abba nennen. 3. Che Jesus unser wird, eh wir unser selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebenspfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zurEwigkeit blei bet immerdar beschwerlich, ja gefährlich, bismanringtunddringt zu dir, engeThür, eingeUrsach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Beuch mich hin, erhöhter Freund! Zeuch mich an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich dein Erwählter bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget, und das Alles blos allein, daß ich dein und du meine heißen könntest. Wenn du nicht vor Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 7. Nun, so fahre alles hin! Fahrehin, erlaubteFreude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl von der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine zier die Ros im Thal! 7. Ein neugebornes Gotteskind küßt seines Vaters Ruthe und ruft, weil es sie lieb gewinnt: Du thust mir viel zu gute! Es unterwirft sich ihrer Zucht und läßt dadurch des Geistes Nikolaus Ludwig v. Zinzendorf. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 1363, in neugebornes Frucht zu größrer Reife kommen. 8. Hier prüfe, meine Seele, dich, ob du aus Gott geboren! Vielleicht regt Eigenliebe sich und bläst dir in die Ohren: du solleft ohne Sorg und Pein auf deine Taufe ficher sein und nur das Beste hoffen. 9. Ach, hast du deiner Taufe Kraft durch Sündendienst verloren, so ruh nicht, bis Gott. Rathgeschafft und dich aufs neu geschmeckt seines Vaters Liebe, der ihm in Christo alle Sünd ge= schenkt aus reinem Triebe, der es in seinem Gnadenbund, in dem es durch die Taufe stund, bon neuem aufgenommen. 2. Ein neugebornes Gottes find darf sich nicht knechtisch scheuen, weil blöde Furcht ihm 3. Ein neugebornes Gottesfind wird seinen Vater lieben, und weil es ihm ist gleichgesinnt, sich im Gehorsam üben. Es hält ihn für sein höchstes Gut und lebt mit ihm durch Christi Blut in einem süßen Frieden. 4. Ein neugebornes Gottesfind, das liebt auch seine Brüder, die auch von Gott geboren sind, die auch sind Christi Glieder. Ja seine Lieb ist allgemein; es weiß nicht mehr was Feinde sein; sein Herz ist ganz versüßet. 5. Ein neugebornes Gottesfind, kämpft gegen alle Sünden. Es kann den Feind, der Andre bindt, durch Christum überwinden. Greift es der Arge grimmig an, so wird ihm Widerstand gethan; der tapfre Glaube sieget. 6. Ein neugebornes Gottesfind ist brünstig im Verlangen, die Milch, die aus dem Worte rinnt, zur Nahrung zu empfangen. Durch dieses süße Lebenswort wächst es im Guten munter fort und wird im Geist geſtärket. 768 Dritter Anhang. boren; so rub nicht, bis der Kind- ben, mein Heiland, gieb mir schaftsgeist dich durch sein Zeugniß Kraft dazu! Die Welt hat mich überweist, daß du sein Kind und lang umgetrieben, nun schenkst Erbe. du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, Joh. Jakob Rambach. In eigener Melodie. * 1364.h bete an die der alle Königskronen_weichen, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward. Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe fanft und tief gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein; hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen. Drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut! Für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und seelig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und Alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schaar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tiefgedrücket ein! Möcht deine süße Jejusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk, und allem Wesen jei Jesus, und sonst nichts, zu lesen! Gerhard Tersteegen. Wiel.: Wie wohl ist mir, o Freund. 1365. ch will dich im mer treuer lieAch, daß ich ganz in Lieb zerflöße vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt! 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbar men nach! Jchfloh dich, der du mich bewogen, und rang nach Tod und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen, und offenbarst dich meinem Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treuemein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin! 3D lehre mich, mich selbst vergessen, damit ich nur an dich gedenk; lehr mich nach dir nur alles messen, damit ich mich ganz in dich senk! Ich wünsch in mir ganz zu verschwinden, um dich vollkommener zu finden, du süße Lieb und höchstes Gut! Werd ich mich selber recht verlieren, so wirst du Kräfte in mich führen, daß ich dich liebe bis aufs Blut. 4. Ich hänge nicht an deinen Gaben; dich, Jesu, such ich ganz allein. Soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein. Vertausch den Trieb nach Süßigkeiten mit der Begierde still zu leiden, und mach in allem mich getreu! Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eigen Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, denn du, mehr übrig sei. 5. Mir ist am feligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten, mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret; und das heißt Dritter Anhang. 769 recht in Gott gethan. O, mischte so sterbe nur, was du nicht bist! sich doch in mein Lieben nichts Ein Blick von dir kann mehr mir mehr von meinen eignen Trie- geben, als was der Welt verben, so sing ich recht zu lieben an! gnüglich ist. O Jesu, du sollst 6. Getreuer Jesu, soll ich hof- mein verbleiben; nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugefaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket, und dich, o Bräutigam, umfaßt! fen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Güte; durchleucht mein dunkeles Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erfenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. Johann Adam Flessa. Mel.: Ich wills wagen. 2. Herz, das in Liebesgluth gestorben, ach, laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd ein Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen! Laß mich in deiner Liebe siegen, ch will strebenja, siege du nur selbst in mir, triumphiren, * 1366. ben, wo ich selig bin. Ich will so wird dein Todessieg mich zieren, ringen, einzubringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, durch gedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen; das Verweilen bringt oft bösen Lehn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, das mag schwinden; ich mag nichts davon. so leb und leid und sterb ich dir. 3.Zündauch inmir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bindmich und ihre Noth zujammen, damit ichmich bersichern kann, ich sei also wie du gesinnet. Wenn mein Geist die Gewalt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihrKummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 3. Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel! Lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Locktdie Welt, fosprich mir zu; schmäht sie mich, so -tröste du! Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen; mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Secle; aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft! Ph. Fr. Hiller. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund. 1367. Qebst du in mir, wahres Leben, 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt. Du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist der Fels, auf den ich baue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelstunden finden, so laß die Hülfe nicht verschwinden, und mach den kranken Geist gesund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht! Ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, 49 Dritter Anhang., 779 der du mich nicht wirst verlassen; denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt. Dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meinet vir meinen Willen ſchenten, Ich ich will in Tod und Leben denfen, daß du es gut mit mir gemeint. Phil. Balth. Sinold. Mel.: Wie wohl ist mir. * 1368. Baterherz, Licht und Leben, mein treuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel; ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren. So geh nur mit mir aus und ein, und leite mich nach allen Tritten, ich geh( o Herr, erhör mein Bitten!) für mich nicht einen Schritt allein. ber ist; laß deinen Geist mir klärlich weisen, wie du von ihm geschenkt mir bist! Ach, offenbare deine Liebe, und wirke doch die heißen Triebe der reinen Gegenlieb in mir! Durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Liebe Lob nur führ! v. Bogatty. Mel.: Valet will ich dir geben. * 1369, Vfhweben iſt or wahre Seligkeit, ein unverrücktes Leben mit ihm schon in der Zeit. Nichts können und nichts wissen, nichts wollen und nichts thun, als Jesu folgen müssen, das heißt in Frieden ruhn. 2. Man steht aus seinem Schlafe in Chrifti Freundschaft auf; man fürchtet feine Strafe im ganzen Lebenslauf; man ist und trinkt in Liebe, man hungerte wohl auch und hält im Gnadentriebe beständig Einen Brauch. 3. Wenn man den Tag vollendet, so legt man sich zur Ruh, von Christo unverwendet thut man die Sinnen zu, und wünschet selbst den Träumen( wenns ja geträumt muß sein) nichts anders einzuräumen, als Christi Wunderschein. 2. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht findlich sei bei allem gläubig zu dir flehe, und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu! 3. O, daß ich mich in nichts verweilte, was mir hat Zeit und Kraft verzehrt! O, daß ich stets zum Himmel eilte! Mein Held, dein Schwert, und Für Kinder. Mel.: Herr Jesu Christ, meins. brich durch alle Hindernisſe, ja* 1370. Adebüte mich und laß nach deinem Wort die Füße hinfort gewisse Tritte thun! Laß mich in allen Wort und Werken auf deines Geistes Trieb nur merfen, und nieim eignen Willenruhn! meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 4. Laß mich in dir den Va2. Und Alle, die uns sind ver wandt, beschüß durch deine rechte ter preisen, wie er die Liebe sel- Hand! Behüte mich vor aller 4. Gewiß, wer erst die Sünde in Christi Blut ertränkt und dann gleich einem Kinde ihm unverrückt anhängt, der wird auch heilig handeln und kann dann anders nicht. Herr Jesu, lehr uns wandeln in deiner Augen Licht! Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. m) Gebets- Lieder. Dritter Anhang. Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind! Johann Heermann. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. Cuch 1371. bin ein fleines Kraftistschwach; ich wolltegerneseNach Nik. Ludw. von Zinzendorf. Mel.: Werde munter, mein. will ligſeinundweißnicht, wie ichsmad).* 1372. Gott wird hö2. Mein Heiland, du warst mir zu gut ein armes Menschenkind, und hast mich durch dein theures Blut erlöst von Tod und Sünd. 3. Mein lieber Heiland, rath mir nun, was ich zur Dankbar keit für alle deine Lieb soll thun, und was dein Herz erfreut. 4. Ich kann nur flehn, weil ich gehört, daß du mein junges Herz zu einem Opfer haft be gehrt: Herr, zieh es himmelwärts! 5. Du hast mich in der Taufeja mit deinem Heil bekleidt, und eh ich etwas wußt und sah, zu deinem Kind geweiht. 771 13. Und schließ ich endlich meinen Lauf in Liebe gegen dich, so hebe dich zu mir hinauf; dann freu ich ewig mich. 10. Bewahr mein Herz und halt es rein von allem, was befleckt; ja deines Geistes heller Schein halt immer mich bedeckt! 2. Ich will beten; Gott wird geben, denn von ihm fommt Alles her. Aus der Fülle kann man heben als aus einem reichen Meer, was für Leib und Seel ist noth. Droben lebt der reiche Gott, der hat Segen, Brod und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 6. Und so gehör ich jener Schaar, die droben vor dir steht in lichten Kleidern immerdar, der Engel Lied erhöht. 7. Ja, Herr, ich will, wie mans versprach, auf ewig deine sein, dir folgen gern durch Freud und Schmach, umdortmichauchzufreun 3. Jch willbeten; Gott wird scho= nen, wenn michmein Gewissenquält und der Sünden Millionen mir aus seinem Schuldbuch zählt. Gott, der keinem Sünder flucht, wenn er herzlich Gnade sucht, wird mir nach Verdienst nicht lohnen. Ich will beten, Gott wird schonen. 8. Ich armes Kindlein aber kann nichts von mir selber thun; drum hilf mir, o du starker Mann, Herr Jesu, hilf mir nun! 9. 4. Ich will beten; Gott wird stärken, wenn der Glaube wanten will. Werd ich Unglückswetter merken, ist Gebet mein SaitenSo nimm mein ganzes spiel. Beten in des Glaubens Herz denn hin, nimms, liebster Jesu an! Ich weiß ja, daß ich deine bin, dein Armnurrettenkann. Kraft ist des Christen Ritterschaft. hab ich Gott bei meinen Werken, will ich beten, Gott wird stärken. 11. Nimmst du mich früh aus dieser Zeit, dann ist mir wohl geſchehn; ich komm in jene Herrlichkeit, wo Friedenspalmen wehn. 12. Doch soll ich länger hier noch jein, nehm ich an Jahren zu, so hilf, daß in des Glaubens Schein ich fröhlich Gutes thu. ren, denn er hat es zugeſagt. Mich soll Zweifel nicht bethören, und ich werde nicht verzagt, wenn er nicht zu hören scheint, denn ich weiß wohl, wie ers meint: Es soll die Geduld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. 5. Ich will beten; Gott wird heilen. Wenn der Leib dieSchmerzen spürt, will ich zu dem Helfer eilen, der mit einem Wort kurirt. Wenn Hiskias fleht und schreit, wird des Lebens Kraft erneut. Sollte sichs auch was verweilen- ich will beten; Gott wird heilen. 6. Ich will beten; Gott wird retten. Ich will, neigt mein Lebenslicht, in des Vaters Schooß mich betten mit Gebet und Zu49* 772 Dritter versicht. Wer im Sterben beten kann, ist gewiß recht wohl daran und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten, Gott wird retten. Mr. Gottfr. Gottschling. Anhang. 12. Drum laßt uns gläubig bitten; kein Zweifel sei gelitten! Wir flehn in Jesu Namen; sein Nam und Wort sei Amen! 13. Und wenn wir Berge wüßten, die wir verseßen müßMel.: Nun laßt uns Gott, dem. m * 1373. Glauben und ten, ſie werden, wenn wir beten, Vertrauen ins Wege Herz des Vaters schauen, recht findlich zu ihm treten; das heißt erhörlich beten. 2. Der Vater kann nicht hasfen, die seinen Sohn umfassen; mit väterlichen Trieben muß er fie zärtlich lieben. 3. Eh sie noch rufend lallen, läßt er schon Antwort schallen; die Hülfe wird gesendet, eh sie ihr Flehn vollendet. 4. Was sie noch denken sollen, eh sies begehren wollen, ist schon von ihm beschlossen und ihnen zugeflossen. 5. Sein göttliches Vermögen, hat Millionen Segen; je mehr wir nehmen wollen, je mehr wir nehmen sollen. 6. Der es im Ernst befohlen, die Gaben abzuholen, der kann uns nichts versagen, wenn wirs im Glauben wagen. 7. Er will uns durchs Verheißen aus allem Zweifel reißen. Die Wahrheit kann nicht lügen, die Treue kann nicht trügen. 14. Ja, das Gebet im Glauben läßt sich kein Andrer rauben; es wird in allen Sachen uns Alles möglich machen. Ernst Gottlieb Woltersdorf. Mel.: Nach einer Prüfung. * 1374 Mein Gott, ich flopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an. Ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach öffne mir die Gnadenthür! In Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben; bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum fomm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist. Der mich heißt freudig vor dich treten, iſt mein Erlöser Jesus Christ. Und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen das, was dein Kind bedürftig ist! Du kannst all mein Verlangen stillen, weil du dieSegensquelle bist. Doch gieb, o Geber, allers meist, was meiner Seele selig heißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben! Laß meine Liebe brünstig sein! Will Satan mir dies Kleinod rauben, so halte der Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde nicht zu Willen thut. 6. Erweck in mir ein gut Ge wissen, das weder Welt noch Teufel scheut. Und wenn ja 8. Ein Wort, das er gesprochen, wird nimmermehr gebrochen; selbst seines Namens Ehre verlangt, daß er uns höre. 9. Es ist uns freigelassen, ihn mit Gewalt zu fassen, sein Wort vor ihn zu bringen und auf die That zu dringen. 10. So sollen wir es wagen, an sein Herz anzuschlagen, ge trost und freudig beten, nicht von der Stelle treten. 11. Wenn lauter Nein erscheinet, ist lauter Ja gemeinet. Wo der Verzug am größten, da wird die Hülf am beßten. Dritter Anhang. 773 und der Feind uns ihn nicht raube; deine Hülf mach uns frei; treuster Jesu, steh uns bei! 4. Treuster Jesu, wenn es nu einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh. Mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuster Jefu, hilf mirdu! 5. Treuster Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch des Himmels Thür, liebster Jesu, ein zu dir! Gebet für den König. Mel.: Fren dich sehr, o meine, 3. Wenn ich dich bift um lan- 1376. Vater, tröne dumit ges Segen unsernköLeben, gieb, daß ich christ- nig, und sein Haus; führ durch ihn lich leben mag. Laß mir den auf deinen Wegen, herrlich deinen Tod vor Augen schweben und Rathschluß aus! Deiner Kirche sei meinen lebten Sterbetag, damit er Schuß, deinen Feinden biet er mein Ausgang aus der Welt Truß! Sei du dem Gejalbten gnäden Eingang in den Himmel hält. dig, segne, segne unsern König! 10. Wiewohl, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß. Du wirst mir, was mir nüßt, gewähren, denn Jesus macht den süßen Schluß: Ich soll in seinem Namen schrein, so wird es Ja und Amen sein. B. Schmolch. Abendgebet. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Reiches Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig; schüße, segne unsernkönig! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rath und 1375. Treuster Jesu, frommen Flehn fest in deiner wache du, weil ich jebund will einschlafen; gönn mir und den Meinen Ruh; bleib, o Hirte, bei den Schafen; schließ die Thüre selbsten zu, treuster Jesu, wache du! Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottessohn! Sei du ihm auf ewig gnädig; leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig. Segne, segne unsernkönig! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es ſelbst beStrafen folgen müssen, so schickt sie in der Gnadenzeit! Durchstreich die Schuld mit Jefu Blut, und mach das Böse wieder gut! 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß mich es gar verschonen soll. Mein Heiland hat ja ſelbst gelitten; sein Kreuz trag ich auch freudenvoll. Doch wird Geduld gar nöthig sein; die wollest du mir, Herr, verleihn! 8. Das andre wird sich alles fügen, ich sei bei dir arm oder reich. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich. Kommt mir das Glück nicht häufig ein, so laß 2. Treuster Jesu, weiche nicht; sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns voll Ach und Weh erwecken; bleib bei uns mit deinem Licht, treuster Jesu, weiche nicht! 3. Treuster Jesu, steb uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wader sei, Dritter Anhang. 774 währet, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir, drum so beten alle wir: Bor dem Bösen schüß uns gnä: dig; Gott erhalte unsern König! 6. Gieb uns Muth in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspa nier; Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig. Segne, fegne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig! segne, fegne unsern König! With. Hülsemann. Ehestands- Gebet. dern, bis sie kommen zu dem Zelt und Siz der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich; das Weib gleicht einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchtlein, die daleben. Wohl dir, o Zier! Manneswonne, Hausessonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein in seinem Throne. 5. Sei gutes Muths! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufge richt, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, derbeste Freund und Rather. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 6. Zwar bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da Mel.: Wie schön leuchtet.] man leidensvoll die Thränen läſſet schießen. Je dennoch, wersich in Geduld ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld in großen Freudenschließen. Schweige, beuge dich ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. * 1377. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt du haben Ruhm und Preis. beisammen stehn im Bunde rei- Wir wollen singen bester Weis ner Treue, da geht das Glück und danken alle beide, bis wir im vollen Lauf, da sieht man, bei dir, deinen Willen zu erfülwie der Engel Hauf im Himmel len, deinen Namen ewig loben ſelbst sich freue. Kein Sturm, werden. Amen. kein Wurm kann zerschlagen, 7. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Nengsten Trost und Freude! Deß sollst P. Gerhard. fann jernagen, was Gott giebet n) Streuz- und Trost- Lieder. dem Paar, das in ihm sich liebet. Mel.: Meine Armuth macht, 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schooß er frith und spat sein Hochgeliebten heget, da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Bater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wanoder: Unter Lilien jener Freuden. * 1378. Auf, was will b Du mußt eilen, wenn du willst gekrönet sein. Du mußt muthiger eindringen; denn ohn Ringen geht man nicht zur Freuden ein. 2. Auf! du mußt nicht läſsig Dritter Anhang. 775 werden; denn auf Erden findest 5.Daskreuz macht hell undrein, du gewiß nicht Ruh. Richt deines fegt den falschen Schein. Das Herze vom Getümmel auf den liebe Kreuz entdecket, was noch so Himmel unverrückt und einzig zu! sehr verstecket, geschieht es gleich mit Pein. Der Schaum der Eigenheiten zerschmilzt in Kreuz und Leiden. Es macht so rein, so rein! 3. Kostet es gleich banges Sehnen und viel Thränen, werde nur darob nicht matt; ringe bis aufs Blut und Leben! Gott wird geben, was sein Sohn erworben hat. 6. Im Kreuze wird man klein. Der eingebildte Schein und alles hohe Dünken, das muß im Kreuze sinken. Da lernt man Gott allein verehren und erheben, im eignen Nichts zu leben. Man wird so klein, so klein! 4. Und wenn dann die Ketten springen, wirst du singen: Preis, Lob, Ehr, Dank, Macht und Kraft! Du, o Jesu, du bleibst meine, ich der deine, der du mir haft Heil verschafft. 5. Herr, so will ich nicht verweilen, sondern eilen, bis in mir das Abba klingt. Du wirst selbst mir Kräfte geben zu dem Leben, das ins Himmelreich eindringt. 7. Ich lieb das liebe Kreuz, und wollt aus heilgem Reiz der ganzen Welt Vergnügen dafür wohl lassen liegen. Ich füß es ja bereits. O Kreuzesfürst, mein Leben sei völlig dir ergeben, und deinem lieben Kreuz! Mel.: O Jesu, du bist mein. as Kreuz ist 8. Vom Kreuz ins Paradies, * 1379. Danach gut, wenn es gleich wehe thut. Der gute Gott es giebet, drum muß es sein geliebet. Ei, fasse guten Muth! Was bitter ist im Munde, ist innerlich gefunde. Es ist so gut, so gut! 2. Das Kreuz ist dennoch schön, vom Leiden zum Genieß iſt Jeſus vorgegangen. Willst du die Kron erlangen, so halt das Kreuz gewiß. O Jesu, mit mir leide, bis daß ich endlich scheide vom Kreuz ins Paradies! 6. Tersteegen. Mel.: Meinen Jesum laß ich. muß es mit der Noth ein Ende nehmen; endlich bricht das harte Joch; endlich schwindet Angst und Grämen; endlich muß der Sorgenstein doch in Gold verwandelt ſein. kanns gleich Vernunft nicht ſehn.* 1380. Endlich, endlich Man 2. Endlich bricht man Rofen ab, endlich kommt man durch die Wüsten; endlich muß der Wanderstab sich zum Vaterlande rüsten; endlich bringt die Thränensaat, was die Freudenernte hat. 3. Endlich sieht man Canaan 4. Wo Kreuz ist, da ist Licht.| nach Egyptens Diensthaus lieDu kennst dich selbst noch nicht. gen; endlich trifft man Thabor So lang du nicht bewähret, hast an, wenn der Delberg überstiedu, wie sichs gehöret, von Gott gen; endlich gehet Jakob ein, auch kein Gesicht. Kreuz lehrt wo kein Esau mehr wird sein. dich alle Wahrheit, Kreuz füh4. Endlich! O du schönes ret in die Klarheit. Wo Kreuz Wort, du kannst alles Kreuz ist, da ist Licht! versüßen. Wenn der Felsen ist mit Gottes Sohn verkläret. Die Engel um dich stehn, sie sehen dich mit Freuden im stillen Geiste leiden. Es ist so schön, so schön! 3. Das Kreuz macht Gott gemein, es treibt den Sinn hinein, der gern die Welt anrühret und leicht das Herz verführet. Nun sammelt er sich fein; er mag die Welt nicht hören, er muß zu Gott sich kehren. Das Kreuz macht Gott gemein! 776 Dritter Anhang. durchbohrt, läßt er endlich Bal- Durch sein siegreich Auferstehen sam fließen. Ei, drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß! B. Schmold. Mel.: Alle Menschen müssen. ein Herz, kann ich neu geboren gehen zu den Bürgern jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. * 1381. Gwge Wahrheit, deren Treue 7. Da mein Haupt sich aufgeschwungen und auf Gottes Thron geseßt, bin ich auch mit unsre Hoffnung stüzt und hält, durchgedrungen und den Engeln ich bekenne und bereue, daß mich gleich geschäßt. Ich besitz ein Zweifelmuth befällt. Ach wie ewig Leben, das mir Jesus selbst hängt mein Herz an Dingen, gegeben. Ich bin in der Hoffnung die mich nicht zur Ruhe bringen! schon mit erhöht zu seinem Thron. Ach wie leicht vergeß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein! 2. Ach vergieb mir diese Sünde; nimm die Strafe von mir bin! Schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoffnung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leichter Rauch verfleucht und das Herz zur Erden zeucht. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und im Trauern wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst! Laß mich, Herr, auf dein Wort hoffen, das noch allzeit eingetroffen! Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wuth nur dein Herz zum Grunde wählen, wo er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschlagen. Ich werd unbeweglich stehn, wenn auch Berge untergehn. 5. Laß mein Herz versichert werden, daß dein Wort wahrbaftig sei; o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben beten und erhört zurücke treten, so wächst meine Zuversicht, so wantt meine Hoffnung nicht. 6. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Ach, in seinem Blute findet sie gewissen Trost in Noth. 8. Hier muß ich als Pilgrim wallen, oben ist mein Vaterland; dort, wird einst die Welt zerfallen, find ich meinen Ehrenstand. Ich erwarte nur die Stunden, da ich von der Sünd entbunden, meinen Heiland werde sehn und verkläret vor ihm stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen, auch in Trübsal auf dein Licht. Beige mir den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich, Herr, voll Trost und Freuden aus dem Thal der Thränen scheiden, und was ich gehofft allhier, dort schauen, Herr, bei dir! mich Mel.: Freu dich sehr, o meine. * 1382. Nichts betrüb ters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Wittwen wer den, wenn verlassne Waisen stehn ohne Vater, ohne Muth, ohne Freunde, ohne Gut. Wittwen sind verlassne Frauen; wer mag auf die Waisen schauen? 2. Wittwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schooß; ihrer will er sich er barmen, wär die Noth auch noch so groß. Der ist ein gottloser Mann, tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Wittwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darin Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanten, weil er sich zu Dritter Anhang. ihnen hält, sollen sie im Himo) Lob- und Dank- Lieder. Mel.: Es ist das Heil uns. melsschloß werden alleskummers los. Da foll nicht mehr, wie* 1384. Bis bieber hat auf Erden, Wittwennoth gehöret werden. Mich. Hunold. In eigener Melodie. Psalm 121. bracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüthe. 1383. Wenn ich in Angst is hieber hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen! und Noth mein Augen heb empor zu deinen Bergen, Herr, mit Seufzen und mit Flehen, so neigst du mir dein Ohr, daß ich nicht darf betrübt von deinem Antlitz gehen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue! In mein Gedächtniß schreib ich an: Der Herr hat Großs an mir gethan, bis hieher mir geholfen! 2. Mein Schuß und Hülfe kommt, o treuer Gott, von dir, der du das Firmament und Erdreich haft gegründet. Kein Mensch kann helfen mir; vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. 3. Hilf ferner weit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er gebolfen! Aemilie Jul., Gräfin v. Schwarzb.- Rudolst. Beim Kirchgang einer Wöchnerin. 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann; du leitest selber mich auf allen meinen Wegen und zeigest mir die Bahn, wenn mir die Welt, der Tod und Teufel Stricke legen. 777 4. Du Hüter Ifrael, du schläfft noch schlummerst nicht; dein Augen Tag und Nacht ob denen offen bleiben, die sich in deiner Pflicht zur Kreuzfahn durch dein Blut, o Jesu, lassen schreiben. 5. Der Herr behüte mich voz allem Ungelück; besonders meine Seel er väterlich bewahre vors Teufels List undTück, auf daß hinfüro mir kein Uebel widerfahre. 6. Herr, segne meinen Tritt, wo ich geh aus und ein; und was ich red und thu, laß Alles wohl gelingen und dir befohlen sein, so kann ich meinen Lauf hier seliglich vollbringen. 7. Und wenn ich aus der Welt nach deinem Willen geh, so hilf, daß ich in dir fein sanft von hinnen scheide und fröhlich aufersteh; dann führe mich hinauf, in deine Wonn und Freude! Matthäus Apelles v. Löwenstern. Mel.: O daß ich tausend zungen. 1385.Gottlob, ich schließe meine Wochen undpreise meines Gottes Kraft. Ich habe Gottein Wortversprochen, der neues Leben in mir schafft: Wird er mir Rath und Trost verleihn, so soll mein Herz sein Opfer sein. * 2. Ich komme, meines Lebens Leben, und sage dir, mein Da tausend Schöpfer, Dant. Schmerzen mich umgeben, und schon der Ted zum Herzen drang, so hast du mich also erquickt, daß mich mein Kreuze nicht erbrückt. 3. Nun deine Magd wird solches preisen und ewig dafür dienstbar sein; doch wirst du mir noch mehr erweisen und meinem Kinde Kraft verleihn, daß es in deinem Bunde bleibt, und dein Geist solches immer treibt. 4. Gieb ihm das Wachsthum deines Sohnes, bei Gott und Menschen, Huld und Gnad. Der 778 Dritter Anhang.. Flügel deines Gnadenthrones, ben, mächtiger Herr Zebaoth? der es bereits beschattet hat, Sende mir dazu von oben deibedeck es, wo es geht und steht, nes Geistes Kraft, mein Gott! bis es zum Himmel wird erhöht. Denn ich kann mit Nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Ja, du bist aller Kinder Vater, dein Sohn ist aller Kinder Freund. Sei du nun ferner mein Beratber, daß, wenn dein letzter Tag erscheint, ich und mein Kind dort vor dir stehn und wir zu deiner Rechten gehn! B. Schmold. Mel.: Herr Gott dich loben alle. Psalm 100. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht! Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir 2. 3. Denk ich nur der Sündengassen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit dil, o Gott, mich Armen hast getragen aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir zc. 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir 2c. * 1386. N Herren alle un jauchz dem Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt! Kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennet, daß Gott unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und wir nicht selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zuSchafen, die er ist bereit, zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang! 5. Du, Herr, bist mir nachges laufen, mich zu reißen aus der Glut. Denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du auf das mich achten, wo nach man zuerst soll trachten. Tausend, tausendmal sei dir 2. 6. O, wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mirKraftzum Lebengaben. Tausend, tausendmal sei dir 2c. 7. Ja, err, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht. Du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. dich wohl lo- Tausend, tausendmal sei dir 2, 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm! Lobsingt und lobet allesammt! Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund lichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Jesus Christ, sein ewger Sohn, sammt Gott dem werthen heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist! D. Denite. Mel.: Jesu meines Lebens. * 1387. Womit soll ich 779 Dritter Anhang. 8. Wie du jebest jedem Dinge o) Ernte- Danklieder. Zeit, Zahl, Maaß, Gewicht und Ziel, damit Keinem zu geringe mög geschehen, noch zu viel, so hab ich auf tausend Weisen deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir zc. eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch; man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken; drum preisen wir ihn hoch. 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir 2c. 2.Wir rühmenseineGüte, dieuns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt, die immer noch geschont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß Jeder sicher wohnt. 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, als es Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir zc. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen noch hätten sonst geerbt; doch hat Goit mehr gethan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüthe nach Würden rühmen kann. 11. Mich hast du auf Adlers Flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln 4. Er hat sein Herz geneiget, uns wunderbar errettet mich. Wenn Sünder zu erfreun, genügsam sich schien alles zu zerrinnen, ward erzeigetdurchRegen, Sonnenschein. ich deiner Hülf doch innen. Tau- Wards aber nicht geacht, so hat er send, tausendmal sei dir 2c. sich verborgen, und durch verborg12. Fielen Taufend mir zur nesSorgenzumBeten unsgebracht Seiten, und zur Rechten zehn- 5. O allerliebster Vater, du mal mehr, ließest du mich doch bast viel Dank verdient; du milbegleiten durch der Engel starkes dester Berather, machst, daß uns Heer, daßden Nöthen, diemichdran- Segen grünt. Wohlan dich loben gen, ich je dennoch stets ontgangen. wir für abgewandten Schaden, Tausend, tausendmal sei dir 2c. für viel und große Gnaden. 13. Vater, du haft mir erzei- Herr Gott, wir danken dir! get lauter Gnad und Gütigkeit. 6. Zum Danken kommt das BitUnd du hast zu mir geneiget, ten: Du wollest, frommerGott, vor Jesu, deine Freundlichkeit. Und Feuer unsbehüten undallerandern durch dich, du Geist der Gna- Noth. Giebfriedensvolle Zeit, erden, werd ich stets noch eingeladen. halte deine Galen, daß wir unsdaTausend, tausendmal sei dir 2c. mit laben; regier die Obrigkeit! 14. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Lob, Preis und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch, durch Jesu Leiten, nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir. 2. A. Gotter. Mel.: Aus meines Herzens. * 1388. Dende, der Segen ie Ernt ist nunzu 7. Besonders laß gedeihen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort diesguteSamenkornverlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute ſein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenfet, was du zum Unterhalt des Leibes haft geschenket; daß wir Dritter Anhang. 780 dich mannigfalt in deinen Ga ben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. Olaß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden, nach ausgestandnem Leiden, die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann. Gottfried Tollmann. Mel.: O daß ich tausend Zungen. * 1389. daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, unserfreust, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du uns zn segnen weißt, wie gern du unsern Jammer stillst und uns mit Speis und Dank erfüllst! dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt Christen, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern, dem Herrn der Ernte dankbar sein! Ihm, der uns steta Versorger war, bringt neuen Dankzum Opfer dar! 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht! Dein Segen mehr in uns die Triebe zum thätgen Dant, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vatertreu auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nährest uns bloß aus Erbarmen, das treib auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm nüßlich ist! 7. Bewahr uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben jei! Du, der uns täglich nährst und speist, erquick auch ewig unsern Geist! Ehrenfried Liebich. Mel.: Was Gott thut, das ist. * 1390. Was Got thut, ist wohlgethan, so denken Gottes Kinder. Er siehet sie oft sauer an, und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut das ist wohl2. Du siehst es gern, wenn gethan. Giebt er, so kann man nehdeiner Güte, o Vater, unser men; nimmt er, wir sind nicht Herz sich freut, und ein erkennt- übel dran, wenn wir uns nur beliches Gemüthe, auch das, was quemen. Die Linke schmerzt, die du für diese Zeit uns zur Er- Rechte herzt; und beide Hände quickung hast bestimmt, mit Dant müssen wir doch in Demuth küssen. aus deinen Händen nimmt. 3. Gott thut, das ist wohlgethan. Er zeigt uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schaß will sein, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben binden kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns ge= sucht und dennoch müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht der Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit ersetzen, und Feld und Herz ergößen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Laßt ihm nur sei 6.Thu deine mildeSegenshände, uns zu erquicken ferner auf! Ver= nen Willen; hängt er den Brodkorb sorg uns bis an unser Ende und höher an, er wird ihn wieder füllen. mach in unserm Lebenslauf uns Wer so viel nimmt, als ihm be Dritter stimmt, der kann auch bei den Brokten vergnügt sein und frohlocken. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht noth. Eh muß die Welt verderben, als wir vor Hunger sterben. ist 8. Was Gott thut, das wohlgethan. So wollen wir stets schließen, und ist bei uns kein Canaan, wo Milch und Honig fließen, doch ist genug zur Sättigung, wenn Gott den Löffel segnet, obs gleich nicht Scheffel regnet. 9. Was Gott thut, das ist wohlgetban. Wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an, und sind dabei vergnüget. Wenn gleich der Kad sehr wenig hat, doch wird ein jeder Bissen im Munde quellen müssen. Benjamin Schmold. Anhang. 781 5. Ach der Tod ist dir gewiß; drum bergiß alles Citle dieser Erden. Lente dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht zc. 6. Schwinge dein Gemüth und Herz himmelwärts, wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden! Denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden! Unser Leben fleucht zc. Nürnb. Gesangbuch v. J. 1692. Mel.: Himmel, Erde, Luft und, oder: Nun komm der Heiden. * 1392. Aller Gläubigen da, wo ihr Herz und Schaß, wo ihr liebster Jesus Christ, und ihr Herze hier schon ist. 2. Eins geht da, das Andre dort in die ewge Heimath fort, ungefragt, ob Die und Der uns nicht hier noch nüklich wär. 3. Aber wenns nun schon geschehn- und Er kann nie was verſehn- hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich gar sehr nah. Aber, Herr, du bist uns mehr, als das eigne Leben wär. Nik. Ludw. v. Zinzendorf. p) Sterbe- u. Ewigkeits- Lieder In eigener Melodie. 1391. dh was ist doch unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten. Menschen können nicht bestehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende; Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrechlichGlas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen. Ach wiebaldwird ihre| mein Staub, nach kurzer Ruh; Kraft hingerafft, wenn die Todes- unsterblichs Leben wird, der dich lüfte wehen. Unser Leben fleucht 2c. schuf, dir geben. Gelobt sei Er! 3. Jugend, die den Rosen 2. Wieder aufzublühn, werd gleicht, die verbleicht, ihre Schön- ich gesät; der Herr der Ernte heit muß verschwinden. Es ver- gebt und sammelt Garben uns ein, geht durch Todesnacht alle Pracht, die in ihm starben. Gelobt sei Er! die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht 2c. 4. Menschen sind der Zeiten Spiel und ein Ziel, drauf die Todespfeile fliegen. Die wie schlanke Cedern stehr, groß und schön, müssen durch den Tod erliegen. Unser Leben fleucht sc. In eigener Melodie. * 1393. Auferſtehn, ja aufdu, 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein; mit Jefu getn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr Dritter Anhang. 782 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler. Dann leb ich im Heiligthume, zu seines Namens Ruhme, in Ewigkeit. Friedrich Gottlieb Klopstock. Mel.: Nun preiset Alle. * 1394.h hab von ferne, mich zu Ruh und Friede! Ich bin matt und müde. 3. Was ich denk und thue, ist nach Himmelsruhe nur allein gericht: Alles ist nur Mühe, was mir spät und frühe von der Welt geschicht.— Gottes Thron erblickt und hätte gernemein Herz vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben.:: Schein, der giebt allein Fried und Ruh in meinem Herzen, lindert Seelenschmerzen. 4. Weichet nun, ihr Sünder, weichet, ihr Weltkinder, alle fern 2. Das war so prächtig, was von mir, die ihr streitet, krieget, ich im Geist gesehn; du bist all- die ihr öfters sieget in dem Bösen mächtig, drum ist dein Licht so hier. Himmelsfreud ist mir beschön. Könnt ich an diesen hel- reit. Sanfte Rub und süßes len Thronen doch schon von heute Leben wird mir Jesus geben. an ewig wohnen!:,: Ahasverus Fritsch. Das hat* 1396. nacht! Nun geht 3. Nur ich bin sündig, der Mel.: O Gott, du frommer. Erde noch geneigt. Das hat*. Eltern, mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht ge| es an ein Scheiden. Ich fahr zu nug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Elt rn, gute Nacht! 2. Jhr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jeßt mein zarter Leib wird in das Grab getragen! Wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet 2c. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ists zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben!:: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüden will ich hier näher gehn, und ihre hellen, goldnen Gaffen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:: Joh. Thimoth. Hermes. Mel.: Jesu meine Freude. * 1395, eu, Ruh der Jelen, laß nicht so quälen hier in dieser Welt! Ich bin matt und müde, suche Ruh und Friede in demhimmelszelt. Komm, ach komm, o Jesu, komm! Führe mich aus diesem Leiden hin zur Himmelsfreuden! 2. Dein Kind hat gestritten, Kreuz und Noth erlitten, Jesu Seelenfreund! Laß mich nun ausrasten von der Arbeit Lasten, morgen oder heut. Komm, ach tomm, o Jesu komm! Bringe zugedacht. Ach weinet, weinet 2c. 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet 2c. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden. Mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet 2c. Gotthard Schuster. Dritter Anhang. 783 kömmt zur Erden, wägend jegliche Beschwerden! 3.Die Drommet im Wundertone dringt durch Gräber jeder Zone, Alle fordernd zu dem Throne. mein Hirte, Trost und Leben, mein bester Freund zu jeder Frist, dem ich mich hab ergeben, ich bitte dich ganz inniglich), laß mich doch nicht verderben, wenn kommt die Zeit zum Sterben! 4. Tod und Welt sieht dann mit Beben sich die Creatur erheben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Schau, das Buch wird aufgeschlagen, in das Alles eing etragen, warum Welt und Fleisch zu fragen. 2. Steh mir am letzten Ende bei und hilf mir überwinden; mach mich von meinen Schulden frei und sprich mich los von 6. Wird nun das Gericht beSünden! In aller Noth sei mir ginnen, kommt ans Licht des dein Tod und unverschuldtes Lei- Herzens Sinnen, wird der Rache den ein Anblick großer Freuden! nichts entrinnen. 3. Erscheine mir zur selben Zeit mit deinen offnen Wunden, die du, daß ich sollt sein befreit, aus lauter Lieb empfunden.Deintheures Blut tomm mir zu gut und labe meine Seele in ihrer matten Höhle! 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, noch meinen Mund bewegen, so nimm die schwachen Seufzer an, die sich im Herzen regen. Laß für und für gar süß in mir den Namen Jesus schallen, wenn mirs Gehör entfallen! Mel.: Was Gott thut, das ist. 1397. treuster Jefu, du bist 7. Ach, was werd ich Armer flehen? Wen zum Anwalt mir ersehen, da Gerechte kaum beſtehen? 8. Furchtbar majestätscher König, Quell der Liebe, Heiland gnädig! Mache mich der Sünden ledig! 9.Frommer Jefu, wollst gedenken, daß du kamst mir Heil zu schenken, nicht mich ins Verderben senken! 10. Du hast mich gesucht von Herzen, mich am Kreuz erlöst mit Schmerzen. Laß solch Heil mich nie verscherzen! 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich theilhaft mache, eh zur Rechnung ich erwache! 12. Vor dem Urtheil muß ich bangen, roth vor Schuld sind meine Wangen; laß mein Flehen Gnad erlangen! 13. Du, derlossprach einst Marien der dem Schächer du verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen, 5. Daneben bitt ich, treuer Gott, du wollst mich ganz umfassen, und ja nicht in derselben Noth aus deinen Armen lassen! Ach, möcht ich doch auch heute noch die theure Gunst ererben, in deinem Schooß zu sterben! 6. Ei nun, so komm zu dei= nem Lamm, mein Hirte, Trost und Leben, mein bester Freund, mein Bräutigam, dem ich mich ganz ergeben! Komm bald zu mir, nimm mich mit dir aus dieser Zeit der Leiden ins Reich der ewgen Freuden! Johann Scheffler. In eigener Melodie. 1398. Tag des Borns, der zu vergelten, brennen wird zu Staub die Wel ten, wie uns die Propheten melden! 2. Welch ein tiefes Graun 17. Sieh, nach dir streck ich die wird werden, wenn der Richter Hände. Zum Zerknirschten, Herr, 14. Gar unwürdig ist mein Flehen; laß mich, Heiland, Gnade sehen, nicht ins ewge Feuer gehen! 15. Wollst mich von den Bösen scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten! 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 784 Dritter Anhang. dich wende; o, gieb mir ein seligs| ren, der Mund, der oft geläſtert Ende! Nach Thomas von Celano. hat, die Hand voll Mord und Missethat, die lasterhaften Füße; Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 1399.11ns Menjchen ſtehn zwei Orte vor, ehwir vonhinnen scheiden. Der Tod eröffnet uns das Thor zu einemdieser beiden. So, wie man seine Zeit beschließt und selber einen aus erfiest, so wird man ihn erhalten. 2. Der eine ist der Freudenort, wo Gott und Christus wohnet. Der andre führt zurhöllefort, wo er den Sündern lohnet. Dort geht es wohl, hier übel zu. Hier ist viel Pein, dort hat man Rub; dort jauchzt man, hier ist Weinen. 3. Hölle, welch ein Wort ist das! Nichts wird dadurch bedeutet, als Jammer ohne Ziel und Maaß, als Qual für die bereitet, die Gottes böse Feinde sein, für alle Teufel insgemein, für Sünder, die verworfen. 4. Ist etwa eine Noth bewußt und schrecklich anzuhören, kann etwas unsre Freud und Lust in Traurigkeit verkehren, macht etwas Schmerzen, Noth und Pein und ein Verlangen nie zu sein, so ists die Qual der Höllen. 5. Da trägt der Mensch, kommt er hinein, ein unaussprechlich Quälen. Er leidet unerhörte Bein an Leib und an der Seelen. Den Jammerwurm, der nimmer stirbt, das Feuer, welches nie verdirbt, muß er beständig fühlen. 6. Die Angst, die sein Gewissen hat, die Furcht in seinem Herzen, die Bein für manche Frevelthat macht ihm viel tausend Schmerzen. Was er gethan, gedacht, geſagt, das kommt ihm vor, das nagt und plagt die sündenvolle Seele. *. 7. Die Augen, die nach Pracht geschaut, die wollustvollen Ohren, die Zunge, die auf Lügen baut und oftmals falsch geschwo8. Ja alle Glieder insgemein, die sich in Sünden üben, wird. künftig der Verdammten Pein in Ewigkeit betrüben. Sie werden ihre Fröhlichkeit mit desto größerm Herzeleid dort ewig büßen müssen. 9. O Mensch, das überlege wohl; bekehre dich von Herzen! Dent, was man thun und lassen soll, zu meiden solche Schmerzen! O Vater, lehr uns in der Zeit, dein Kind zu sein und jenem Leid der Höllen zu entfliehen! In eigener Melodie. " 1400, Wird das nicht nach gläubigem Vertrauen dort selbstdenheilandschauen in unserm Fleisch und Bein, mit seinen holden Blicken und Worten unserquicken? Wird das nicht Freude sein? 2. Wird das nicht Freude sein, wenn, was der Tod entnommen, uns wird entgegen kommen und jauchzend holen ein, wenn man wird froh umfassen, was thränend man verlassen? Wird das 2. 3. Wird das nicht Freude sein, sehn untern Füßen liegen, womit man hier musi kriegen, Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Leid, Verdrießen nicht das Geringste wissen? Wird das 2c. 4. Wird das licht Freude sein, was unaussprechlichs hören, des Höchsten Lob vermehren, mit Engeln stimmen ein, wenn sie mit süßem Klingen ihr dreimal Heilig singen? Wird das 2. 5. O, das wird Freude sein! Weg Güter dieser Erden, ihr Ehren voll Beschwerden, ihr Freuden auf den Schein! Ge habt euch wohl, ihr Lieben! Muß ich euch jetzt betrüben, denkt: dort wird Freude sein! Hans Chriftoph v. Schweiniß. Melodien- Register. Die Lieder sind nach den Gesangbuchs- Nummern angegeben. I. Zweizeilige Strophen. 1. 110. Danket dem Herren. 108. 124. 426. II. Dreizeilige Strophen. 2. 252. Christe, du Lamm Gottes. 3. 351. Heilger Geist, du Tröster. 287. O ihr Seelen nehmt zu. 5. 1398. Tag des Zorns, der. 6. 198. Ein Kind geborn. 13. Der Tag vertreibt. III. Bierzeilige Strophen. 8. 533. Jesus Christus unser. 383. Kyrie Gott Vater. 149. Segne und behüte. 11. 171. Den die Engel droben. 12. 365. Komm, o Geist der. 13. 1042. Es wird schier der letzte. 14. 1149. Höchster Priester, der du. 15. 997. O wie selig seid ihr. 1016. 16. 83. Dunkel ists, des Lebens. 17. 155. Jeju, deiner zu gedenken. 233. Kommt und laßt uns. 22. 18. 70. Müde bin ich, geh zur. 153. Gott sei Dant durch alle. 162. Nun komm der Heiden. 938. Ach, was ist doch unser. 1030. Aus der Tiefe rufe ich. 1355. Jeju komm doch jelbst. 269. 785 401.476.714. 1355. 1347, 1392. 19( auch sechszeilig). 1081. Ringe recht, wenn Gottes. 682. O, der Alles hätt verloren. 721. 776. 1276. 1087. Seelenweide. 1139. Gott wills machen. 20. 701. Sollt es gleich bisweilen. 942. Allenthalben, wo ich gehe. 71. 665. 934. 21. 314. Erstanden ist der heilge. 22. 361. Komm, Gott Schöpfer. 23. 1173. Mein Vater zeuge mich. 24. 1383. Wenn ich in Angst und. 25. 623. Ach Alles, was Himmel. 26. 945. Christus, der ist mein. 568. 740. 1324. 1352. 27. 82. Der Tag ist hin, mein. 61. 374. 589. 851. 28. 1262. Hier legt mein Sinn. 1090. 29. 62. Die Nacht ist kommen. 116. Lobet dem Herren. 265. Herzliebster Jesu, was. 35. 36. 281. 492. 576. 881.953. 1068. 1221. 1224. 30. 31. Ich dank dir schon durch. 1. 517. 653. 1108. 1220. 31. 25. Vor deinen Thron tret. 51. Christ, der du bist der. 55. Christe, der du bist Tag. 65. Hinunter ist der. 123. Wir danken Gott für. 136. Herr Jesu Christ, dich zu. 157. Komm, Heiden Heiland. 158. Lob sei dem allerhöchsten. 50 Are 786 Melodien- Register. 37. 279. Kommt heraus, all ihr. 38. 173 Christum wir sollen loben.| 1311. Laßt mich gehn. 202. Vom Himmel hoch, da. 236. Was fürchtest du Feind. 244. Mein Seel, o Gott, muß. 347. Nun freut euch Gottes. 405. Herr Gott dich loben. 583. Erhalt uns Herr bei. 629. Allein auf Gott set. 723. Wo Gott zum Haus. 799. Wenn Menschenhülf. 801. Wenn wir in höchsten. 961. Herr Jesu Christ, meins. 962. Herr Jesu Christ, wahr. 988. Nun laßt uns den Leib. 994. Jefu, Gottes Lämmelein. 1123. Die Seele Chrifti. 10. 14. 16. 19. 40. 63. 72.77.85.87. 93. 102. 103. 104, 106. 111. 125. 128. 166. 199. 203. 210. 211. 232, 257, 263. 276. 304. 334. 346.352. 355. 373. 385. 388. 391. 394, 408, 415. 416. 421. 436. 458. 487.490. 509. 513.528. 536.542. 549. 552. 567. 574. 581.600.606. 608. 609. 611. 627. 631, 636. 644. 652, 660. 662. 678.685.722. 724. 728. 732.765. 782.783. 793. 838.841. 877.878. 889. 915, 917.921.942. 967.976. 977. 989. 990. 1014. 1050. 1130. 1196. 1211. 1229.1247. 1309. 1370. 1386. 32. 75. Nun sich der Tag. 192. Lobt Gott ihr Christen, 825. Ich finge dir mit. 870. Nun danket All. 224.672. 1201. 1212. 1360. 1371. 33. 43. Wach auf mein Herz und. 119. Nun laßt uns Gott dem. 1232. Amen, Gott Vatr und. 2. 120. 226. 543, 547. 578. 642. 818. 871. 1373. IV. Fünfzeilige Strophen. 34. 1031. Christus ist erstanden. 35. 1393. Auferstehn, ja auferstehn. 36. 864. Lobe den Herren, den. 109. 189.790. 1164. 1202. 39. 321. Jesus Christus unser. 40. 398. O heiliger Geist, o heiliger. 41. 584. Verleih uns Frieden. 42. 837. Nur frisch hinein. 43. 1013. Gott hat das Evangelium. 44. 1253. Wir glauben All und. 45. 1321. Wollt ihr wissen, was. 46. 711. Warum betrübst du dich. 115. 902. 47. 734. Ach Gott erhör mein. 247. 48. 308. Christ ist erstanden. 340. 49. 1075. OChriste, Morgenstern.68. 50. 293. O Traurigkeit, o Herzeleid. 58. 259. 300. 485. 51. 366. Nun bitten wir den. 1026. 52. 181. Gelobet feist du, Jesu. 972. Ich hab mein Sach. 283. 992. 1194. 54. 411. Diessind dieheilg. 413. 144. 55. 313. Erschienen ist der herrlich. 1093. Triumph, Triumph. 8.12. 163. 205. 228. 349. 744. 794. 920. 1057. 1225. 56( auch jechszeilig). 255. Da Jesus an dem Kreuze. 663. Ich weiß, mein Gott, daß. 288. 792. 499. 768. Indich hab ich gehoffet.186. Melodien- Register. 440. 471. 605. 624. 657. 789.843. 932. 1113. 1170. V. Sechszeilige Strophen. 57. 140. Morgenglanz der Ewigkeit. 58. 1358. Weil ich Jesu Schäflein. 59. 1359. Wenn ich ihn nur habe. 60. 514. Ach, du allerhöchste. 61. 731. Ach, daß doch mein. 1092. Süßer Christ, du. 63. 695. Schönster Jesu, meine. 64. 1316. O du fröhliche. 65. 326. Laßt uns jauchzen. 66. 795. Wenn wird doch mein. 67. 696. Schönster Herr Jesu. 68. 940. Ach, wie nichtig. 69. 152. Gottes Sohn ist kommen. 241. 338. Einer ist König. 1064. 1086. Seelenbräutigam. 764. 1102. 1174. 1347. 72. 779. Meine Armuth. 1001. Unter Lilien. 1058. Hüter, wird die Nacht. 892. 1301. 1378. 73. 680. Nicht so traurig. 824.1096. 74( auch neunzeilig). 1088. Sieh hier bin ich. 278. 75. 449. Ach, was soll ich Sünder. 130, 156. 270. 419. 479. 551. 613. 625. 766.778. 800. 969. 1109. 1192. 1263. 1269. 1332. 76. 787 630. Alles ist an Gottes. 758. Fortgekämpft und fortger. 1180. O wie selig find. 190. 339. 894. 1292. 1315. 1319. 1328. 77. 623. Jesus meine Zuversicht. 675. Meinen Jesum laß ich. 88. 98. 170. 180. 217. 242. 475. 537. 554. 654. 954. 1018. 1071. 1085, 1091. 1116. 1141. 1160. 1168. 1183. 1206. 1216. 1226. 1286. 1306. 1308. 1314. 1322. 1331. 1375. 1380. 78. 27. Gott des Himmels und. 669. In dem Leben hier. 1024. Wer sind die vor. 1163. Komm, o komm, du. 1344. Jesus, Jesus nichts als. 28. 96. 135. 137. 144. 221. 222. 234. 305. 421. 820. 834. 844. 868.979. 984. 1066. 1083, 1163. 1255. 1265. 1334. 79. 237. Werde Licht, du Stadt. 462. Herr, ich habe mißgehand 1095. Unser Herricher, unser. 92. 154. 237. 281. 423. 453. 565. 674.703. 850. 906. 1027. 1051. 1110. 1158. 1203. 1270. 1281. 80. 139. Liebster Jeju, wir sind. 1070. Meine Seel ermuatre. 117. 138. 148. 151. 225. 438. 439. 1159. 1327. 81. 11. Das walt mein Gott. 82. 32. Ich danke dir, o Gott. 83. 335. Zu dieser österlichen. 84. 718. Wer Jesum bei sich. 85. 897. Wenn endlich, eh es. 86. 986. Mit Fried und Freud. 50* 788 998. Sieg, Sieg, mein Kampf. 88. Melodien- Register. 1171. Mein Herz, sei zufrieden. 89. 1257. Ein Christen Herz. 90. 1356. Mein Salomo. 91. 60. Die Nacht ist vor der. 97. 99. 100. 92. 196. Liebe, die den Himmel. 809. Wie herrlich ists ein. 1318. 93. 319. Heut triumphiret. 317. 1323. 324. 94. 442. Ach Gott und Herr. 350. 676. 775. 884. 95. 1041. Es kostet viel, ein Christ. 1040. 1287. 96. 815. Auf meinen lieben Gott. 18. 34. 223. 506. 530.591. 673. 720. 831. 888. 891. 912. 914.916. 1008. 1011. 97. 670. Kommt her zu mir. 946. Du siehest Mensch, wie. 208. 359. 396. 409. 615. 719. 833. 904. 944. 1073. 1106. 1136. 1161. 1273. 98. 1035. Dir, dir Jehovah. 847. 1261. 1341. 99. 1131. Erquicke mich, du Heil. 1364. Jch bete an die Macht. 538. 100. 887.895.907.919.923.955. 996. 1017. 1124. 1205. 1266. 1291. 1302. 1310. 104. 981. Machs mit mir Gott. 182. 725. 839. 1028. 1072. 1135. 1214. 1268. 105. 197. Jesu Christ, dein. 204. Wir Christenleut. 101. 29. Ich dank dir, Gott, für. 430. Vater unser im. 785. Herre Gott, in meiner. 965. Hier lieg ich armes. 50. 67. 201. 227. 254. 261. 322. 494. 575. 595. 618. 659. 689. 735. 791. 898. 899. 983. 1020. 106. 327. Mein Jejus lebt, was. 708. Was hinket ihr, betrogne. 802. Wer nur den lieben. 1005. Wer weiß, wie nabe mir. 1063. Ich will dich lieben, mein. 1076. O, daß ich tausend. 1243. Mir ist Erbarmung. 1313. Nach einer Prüfung. 38. 90. 95. 187. 268. 277. 312. 446. 469. 560. 561. 598. 599. 601.628. 656. 679. 708.729. 741. 760. 806. 855. 897. 925. 957. 966. 982. 1007. 1063. 1117. 1121. 1146. 1152. 1153. 1154. 1190. 1191. 1208. 1209. 1210. 1217. 1239. 1241. 1242. 1248. 1250. 1251. 1280. 1307. 1350. 1351. 1374. 1385. 1389. VI. Siebenzeilige Strophen. 107. 296. O wir armen Sünder. 108. 1134. Fahre fort. 109. 1298. Nun preiset Alle. 1394. 102. 1278. Wer ist die Braut. 556. 103. 830. Jesu, meines Herzens. 110. 835. Liebster Immanuel. 111. 74. Nun ruhen alle Wälder. 668. In allen meinen Thaten. 1167. MeineHoffnungstehet.1256. 947. Die Herrlichkeit der. 89. 112. 133. 231. 295. 539. 699.867. Lobe denHerren, o.m. 1336. Melodien- Register. 789 113. 1029. Auf diesen Tag bedenken. 122. Singen wir aus Herzens. 1067. Mein Herzens- Jesu. 118. 126. 174. 206. 207.750. 788. 849. 882. 1293. 121.164.183.209.213.238. 264.273.302.310.320.330. 331.337.341.358.386.387. 393.400.406.412.422.429. 433.434.447.459.463.472. 473.489.491.493.502.518. 520.521.522.527.541.550. 555.570.572.580.588.590. 598.610.619.637.645 646. 647.693.717.733.736.738. 739.747.751.754.755.756. 757.770.784.813.816.821. 845 852.857.866.873.903. 908.909.910.911.922.927. 935.936.939.949.952.956. 991,993. 1009.1025,1033. 1044. 1048. 1061. 1065. 1103. 1107. 1120. 1122. 1144. 1148, 1151. 1162. 1176. 1177. 1178. 1188. 1200. 1213. 1215. 1233. 1279. 1283. 1284. 1294. 1300. 1304. 1353. 1384 1399. VII. Achtzeilige Strophen. 129. 191. Liebster Heiland, Licht. 130. 251. Brich entzwei, mein. 131. 306. Also heilig ist der Tag. 132. 353. Brunnquell aller. 133. 697. Sei gegrüßet, schönſte. 134. 753. Gott, den ich als Liebe. 135. 931. Wie mit grimmen. 136. 1003. Welt ade, ich bin. 137. 1094. Vater, liebster Vater. 138. 114. 195. Nun singet und seid froh. 115. 879. Du Friedefürst. 116. 641. Gieb dich zufrieden. 117. 112. Den Vater dort oben. 118. 188. Es ist ein Ros entspr. 119. 248. Als Gottes Lamm. 120. 455. Befehre du mich, Herr. 121. 1069. Mein junges Leben. 122. 1218. Es ist vollbracht. 123. 1400. Wird das nicht Freude. 124. 291. Lamm Gottes. 256. 125. 303. WennmeineSündmich.771. 126. 832. Ich hab genug. 950. 1006. 1101. 127. 559. Herr Christ, der einge. 113. 114. 245. 328. 402. 427. 428.483, 905. 1054. 1145. 128. 129. Allein Gott in der Höh. 348. Nun freut euch lieben. 400. Aus Lieb läßt Gott. 454. Aus tiefer Noth. 463. Herr Jesu Christ, du. 465. Herr straf mich nicht. 558. Es ist das Heil uns. 569. Ach Gott vom Himmel. 586. Es spricht der Unweisen. 616. Wär Gott nicht mit uns. 620. Wo Gott, der Herr, nicht. 814. Ach lieben Christen seid. 959. Herr Jesu Christ ich weiß. 1335. Löwen, laßt euch. 1004. Wenn mein Stündlein. 1012. Es ist gewißlich an der. 1277. König, gieb uns Muth. 139. 1391. Ach, was ist doch unsre. 790 Melodien- Register. 141. 688. O, du Hüter Israel. 1362. 142. 1039. Eins ist noth. 650. 143. 1114. Auf, hinauf zu deiner.1182. 144. 282. Marter Gottes. 250. 1247. 145. 464. Herr, nicht schide. 700.773. 146. 495. Straf mich nicht in. 777. 1015. 1099. 1185. 1245. 147. 545. Schmücke dich, o liebe. 107. 142. 147. 246. 445. 531. 535. 1223. 1237. 1354. 148. 179. Fröhlich soll mein Herze. 712. Warum sollt ich mich. 360.614.1098.1179.1235. 149. 286. du Liebe meiner Liebe. 1175. ODurchbrecher aller.51.52. 84. 403. 1133. 1271. 1325. 150. 275. Jesu meines Lebens. 474. Jesu, der du meine. 635. Du, o schönes Weltgebäude. 941. Alle Menschen müssen. 132. 266 344. 364. 466. 482. 486. 532. 564. 571. 602. 664 667. 692, 1105. 1111. 1115. 1156. 1157. 1165. 1249. 1258. 1305. 1326. 1346. 1381. 1387. 151. 367.395.407.417.431.448. 451.461.480. 488.496.497. 498.500, 501, 505,508.515. 524.562. 597.651.671.691. 698.706.726.727.746.749. 752.805.811. 827.836.929. 930.937.951.978.980.1056. 1080. 1082. 1127. 1137. 1184. 1189. 1199. 1219. 1227. 1228. 1240. 1246. 1340. 1372. 1376. 1382. 153. 985. Mir vergeht zu leben. ( vergl. Nr. 107). 154. 159. Macht hoch die Thür. 155. 69. Mein Auge wacht. 156. 307. Auf, auf, mein Herz, mit. 157. 309. Christ lag in Todesbanden. 158. 634. Du liebe Unschuld du. 159. 638. Es glänzet der Christen. 160. 819. Fort, fort mein Herz. 161( auch siebenzeilig). 842. So wünsch ich nun. 162. 900. Ogroßer Gott von Macht. 163. 840. So führst du doch recht. 164. 253. Christus, der uns selig. 787. Schwing dich auf zu. 948. Einen guten Kampf hab. 1022. Jerufalem, duhochgebaute. 165. 1079. O selig Haus, wo man. 166. 1349. Hier liegt vor deiner. 6. 271. 274. 301. 481. 167. 639. 702. 875. 1043. 1379. Das Kreuz ist dennoch. 152. 168. 56. DerliebenSonneLicht.974. 169. 24. Freu dich sehr, o meine. 78. Unsre müden Augenlider. 80. Werde munter, mein. 381. Hochheilige Dreieinigkeit. 272. Jesu. deine tiefen Wunden. 397. Mein lieber Herr, ich. 812. Zion tlagt mit Angst. 9.37. 457. Erbarm dich mein. 913. 42. 48. 49, 64.66.86.105. 170. 143.146.168.215.218.229. 1019. Ewigkeit, du Donnerw. 230.249.291.297.315,357. 26. 1181. 1275. 1295. Melodien- Register. 171. 968. Ich bin ja, Herr, in. 924. 172. 131. Beschwertes Herz, leg ab. 1244. Mein Jesum, dem die. 579. 173. 177. Ermuntre dich, mein. 194. 342. 633. 854. 1112. 174. 1032. Die Tugend wird durchs. 285. 691. 710. 1299.1337. 175. 715. Was Gott thut, das ist. 745. 858. 1038. 1074. 1078. 1207. 1254. 1264.1390.1397 176. 4. Aus meines Herzens. 214. Helft mir Gotts Güte. 372. Zeuch ein zu meinen. 529. Hier ist der Herr. 707. Von Gott will ich nicht. 856. Groß ist, Herr, deine. 17. 20. 39. 46. 94. 150. 160, 161. 311. 343. 3 15. 356. 384. 399. 603, 640. 704.798.862.863. 918. 1062. 1138. 1193. 1204. 1285. 1303. 1345. 1388. 177. 1055.1059.1060. 1100.1119. 1125.1150.1186.1195.1197. 1231. 1238. 1267. 1396. 178. 7. Dank sei Gott in der. 30. Ich dank dir, lieber. 239. Herr Jesu, Licht der. 621. Wohl dem, der Jeſum. 632. Befiebl du deine Wege. 774. Keinen bat Gott verlassen. 963. Herzlichthutmich verlangen. 1062. Valet will ich dir. 1129. Ermuntert euch, ihr. 3. 23. 45. 53. 57. 59. 73. 79. 101. 101. 169. 184. 212. 235. 289. 318. 404. 410. 443. 444. 585. 595. 694.737. 762.772.786. 808. 823.853 928.971.973. 975. 995. 999. 1000. 1010. 1118. 1128. 1222. 1274.1317. 1330. 1339. 1369. VIII. Neunzeilige Strophen. 179. 450. Ach, wie hat das Gift. 180. 828. Jesu, meine Freude. 829. Jesu, meine Liebe. 33. 91. 145. 316. 329. 370. 371. 503.546.592.677.767.796. 1046. 1084. 1169. 1395. 181. 363. Komm, heiliger Geist, Herre. 182. 1288. Ich laß dich nicht. 183. 791 683. Gott, du frommer. 713. Was frag ich nach der. 869. Nun danfet alle Gott. 21. 41. 172. 193. 258. 167. 290. 299. 378. 477.512.516.544. 566. 593. 594. 643. 648. 709. IX. 3ehnzeilige Strophen. 781.822.826.886.1037.1052. 441. Ach, Gott, thu dich. 184. 452. Allein zu dir, Herr Jesu. 456. 540. 803. 185. 582.Einfeste Burg.807.817.1077 186. 661. Ich ruf zu dir, Herr. 185. 553. 686. 187. 432. Christ, unser Herr, zum. 587. Es woll uns Gott. 269.389. 392. 418. 437. 684. 1097. 188. 178. Freuet euch, ihr Christen. 189. 534. Jesus ist mein Hirt. 190. 666. Jesu, meine Sonne. 191. 1104. Wunderb. König. 134. 563. 192. 874. Sollt ich meinem Gott. 141. 200. 280. 325. 332. 893. 1140. 1187. 1230. 193. 81. Wo willst du hin. 194. 523. Gott fei gelobet und. 195. Melodien- Regiſter. 792 420. Wir glauben All an. 196. 958. Herr Gott, nun schließ. 197. 974. Ich weiß, daß mein. 198. 1034. Die goldene Sonne. 199. 1017. Gott lebet noch. 200. 175. Der Tag, der ist fo. 176. 201. 260. Ein Lämmlein geht. 573. An Wasserflüsfen. 76. 262. 425. 511 690. 797. 896. 930. 1147, 1181. 1252. 202( auch zwölfzeilig). 557. Durch Adams Fall. 658. Ich hab in Gottes Herz. 705. Vergebens ist all Müh. 716. Was mein Gott will. 1089. So gehst du nun, mein. 243. 298. 435. 467, 470. 628. 681. 720.743. 748.763, 804. 880. 960. 1036. 1045. 1198. 1259. 607. Herre Gott, dein. 216. 333. 759. 864. 203. 165. Tein Mittler kommt. 844. Wie wohl ist mir 504.890. 1365. 1367.1368, 1021. 1290. 204( auch zwölfzeilig). 617. Wieschönleuchtet. 5.44. 47. 336.369.519.526.601.687. 1126. 1142. 1172. 1236. 1296. 1312. 1329. 1338. 1342. 1343, 1361. 1377. 205. 510. Mein Heiland nimmt. X. Elfzeilige Strophen. 206. 1155. Ich wills wagen. 1360. 207. 780. Magich Unglück. 622.970. XI. Zwölfzeilige Strophen. 208. 861. Laffet uns den Herren. 209. 167. Wachet auf, ruft. 926.1143. 1234 1282. 1289, 1333. 1348. 210( getheilt gleich 95). 292. Herz des Königs. 211. 612. Sie ist mir lieb, die. 212. 860. Herr Gott, dich loben. 213. 872. Nun lob, mein Sele. 548. 1049. 1166. XII. DreizehrzeiligeStroph. 214. 354. Der heilig Geist vom. 215. 649. Herzlich lieb bab ich dich. 460. 468. 507. 1260. XIII. Vierzehnzcil. Stroph. 216. 379. Gott, der Vater, wohn. 217. 987. Mitten wir im Leben. 218. 220. Jeſu, nun sei gepreiset. XIV. Sechzehnzeil. troph. 382. Jejaia, bem Propheten. XV.Achtzehnzeilige Stroph. 219. 220. 769. In dir ist Freude. XVI. Stroph. ohne Versm. 221. 398. Meine Seele erhebet. 370. 380. 390. 865. 222. 127. Kyrie, o Herr, Gott. 223. 362. Komm, beiligerGeiſt, erfüll. 375. Die Gnade unsers Herrn. 225. 478. Die Litanei. 226. 484. Nimm von uns, Herr. 227. 525. Heilig ist Gott. 228. 577. Dank sagen wir Alle. 229. 1053. Herr Gott Vater. 230. 1320. Was hab ich dir gethan. Ncc. der Mel. 13804 Lieder- Register. Nr. der Seite Mel. A. 78* Abba lieber Vater 77* Abba Vater von uns 149* Abend heller als der 30 113 Abermals ist eins dahin 103 192* Abgrund wesentlicher 689 96 Ach, allerliebster Gott 387 25 Ach Alles, was Himmel 31 Ach, bleib bei uns, Herr 26 Ach, bleib mit deiner 61 Ach, daß doch mein Heil 20 Ach, daß doch mein Jeju 60 Ach, du allerhöchste 75 Ach, du edler Gast der 31 Ach, du getreuer 150 Ach, ein Wort von 501 264 793 100# 47: 03T are Seite 295 209 128 Ach, Herre, du gerechter 486 210 128 Ach, Herre Gott, wir 489 128 Ach, Herr, ich liebe 178 Ach, Herr, mich armen 222 178 Ach, Herr, mit großer 391 31 Ach, Herr, schon deines 472 317 147 Ach, Herr, schone meiner 222 294 18 Ach, Herr, wie lange 391 294 388 128 Ach, hilf mir, bilf Herr 223 202 Ach, böchster, Gott, berl. 319 177 Ach, Jesu, dessen Treu 84 31 Ach, Jesu, werther 319 56 Ach, frommer Gott, wo 219 152 Uch, Gnad über alle 265 50 TIGE 66 30 Ach, komm, du füßer 611 388 128 Ach, lieben Christen seid 435 31 Ach Got, dein arme 472 610 128 Ach, lieben Christentrauert 502 31* Ach, lieber Gott, behüte 770 51* Ach, mein Herr Jesu 553 75 Ach, mein Jesu, sieh ich 612 79 Ach, mein Jesu, welch 612 106 Ach, jagt mir nichts 320 318 389 56 Ach, Gott, dein liebes 128 Ach, Gott, der Satan 47 Ach, Gott, erhör mein 389 128 Ach, Gott, es hat mich 670 97 Ach, Gott, gieb du uns 610 178 Ach, Gott, ich muß dir 221 128 Ach, Gott, ich muß in 31 Nch, Gott, in Gnaden 128 Ach, Gott, ist noch dein 183 Ach, Gott, thu dich 97 Ach, starker Gott, wend 487 47 Ach, stirbt denn so mein 122 128 Ach, treuer Gott, barmh. 392 150 Ach, unselig ist zu nennen 613 501 26* Ach, wär ich doch schon 393 478 152 Ach, wann kommt doch 502 610 152 Ach, was hab ich ausger. 224 219 18 Ach, was ist doch unser 503 220 140* Ach, was ist doch unsre 781 128 Ach, Gott, viel wollen 553 79 Ach, was sind wir chne 554 128 Ach, Gott, vom Himmel 294 75 Ach, was soll ich Sünder 225 128* Ach, Go't, wie herzlich 296 106* Ach, wenn ich dich mein 761 105 Ach, Gott, wie manches 390 169 Ah, Gott, wie schredlich 490 128 Ach, Gott, wie schwer 391 128 Ach, Gott, wir treten 471 75 Ach, wie groß ist deine 285 94 Ach, Gott und Herr 177 Ach, wenn ich mich doch 265 106 Ach, wie betrübt sind 394 128 Ach, wie elend ist unsre 503 Lieder- Register. Seite Mel. 794 Mel. 179* Ach, wie hat das Gift 225 75 Ach, wie ist der Menschen 710 es Ach, wie lange, ach, wie 78* Ach, wie lieblich sind cs Ach, wie nichtig, ach 152 Ach, wie will es endlich 226 107 Ach, wir armen Sünder 148 204 Ach, wundergroßer 394 152 504 169 so* Adam hat im Parad. 96 Ade, du süße Welt 31 Allein auf Gott seb 128 Allein Gott in der Höh 184 Allein zu dir, Herr Jeju 226 150 Alle Menschen müssen 505 20 Allenthalben wo ich gehe 505 714 79 Allen, welche nicht 18* Aller Engel himmlisch Seite 104 Auf, Christenmensch 555 128 Auf Christi Himmelfahrt 169 128 Auf deine Zukunft Herr 542 113 Auf den Nebel folgt die 454 128 Auf diesen Tag bedenken 555 149* Auf, du priesterlich 747 35* Auferstehn, ja auferstehn781 175 Auf Gott und nicht auf 711 74 143 Auf, hinauf zu deiner 616 111* Auf, ihrChristen, Christi 705 144* Auf ihr nah verbundnen 732 541 75* Auf, ihr Streiter 318 1 Auf, laffet uns dem 57 79 Auf, mein Geiſt, auf und 455 152 Auf, mein Geist, und mein 260 77* Auf mein Herz, des 745 321 65 199 18* Aller Gläubgen 781 296 322 150 Alles hat vor uns ein 76 Alles ist an Gottes 78 Alle Welt, was lebt 113 Als Christus geboren 119 Als Gottes Lamm und 122 453 86 AlsJesus Christus Gottes 178 30 Als Jesus Christus in der 266 31 Also hat Gott die Welt geliebet, daß er uns 285 186 Also hat Gott die Welt 96 Auf meinen lieben Gott 436 204 Auf meine Seel 267 670 32 Auf, Seele, auf, und 72* Auf, was willst du 79 Aus der Tiefe meiner 774 227 18 Aus der Tiefe rufe ich 556 106* Aus Gnaden soll ich 222 31 Aus Gottes Wort lernst 297 128 Aus Lieb laßt Gott 176 Aus meines Herzens 128 Aus tiefer Noth schrei 198 geliebet, daß er Chrift 285 173 Also hat Gott die Welt geliebet, das merte 131 Also heilig ist der Tag 33* Amen, Gott Vater 128* Am Grab der Christen 735 177 Anbetungswürdger Gott 689 147* An dein Bluten und 121 79 Angenehme Morgenblicke 51 31 AnTodgedenk, o frommer 505 201 An Wasserflüssen Babyl.296 76* Armes Zion, traure 749 31 178 Auch dieses Tages 176 2'uf, auf an diesem Morg. 26 38 Auf, auf, ihr meine Lieder 1 176 Auf, auf, ihr Reichsgen. 74 128 Auf, auf, mein Geift erm. 266 178 Auf, auf, mein Geist zu 2 156 Auf, auf, mein Herz, mit 153 106 Bestell de'n Haus 156 Auf, auf, o Mensch 128 Auf Christenherz 615 146* Betgemeine, heilge dich 489 128 Betrübtes Herz, ſci 3 227 690 613 103 Barmherziger Gott und 493 153 202 Barmherzger Vater, höchfter Gott 46 Barmherziger. grundfrommer Gott 105 Bedenk doch, o Herr 395 485 297 178* Bedente Mensch das 542 31 Bedent, o Menich, stets 322 106 Befiehl dem Herrn deine 697 178 Befiehl du deine Wege 323 529 31 Begrabet mich nur 96 Bei dieser Sterbensnoth 479 120 Bekehre du mich, Herr 228 27 Bereite dich, mein Herz 455 31 Bescher uns, Herr 172* Beschwertes Herz leg 56 66 677 699 436 Lieder- Register. Mel. Seite Mel. 203* Bewährter Arzt der 478 124 Das fromme Lamm 128* Bis hier her hat mich 97 Bis hier her ist mein 506 77** Bist du, der da kommen 741 150 Bittet, so wird euch 777 106 Das Grab iſt da 150* Das ist eine selge 77* Das ist je gewißlich 185 Das ist mir lieb, daß 114 149* Bleibe, es will Abend 204* Brich an du schönes 103* Brich auf und werde 204* Brich aus, du heilge 750 55* Brich durch, mein angef. 396 130 Brich entzwei, mein armes 124 128 Bringt her den Herren 455 31* Brunn alles Heils, dich 65 132 Brunnquell aller Güter 178 616 30 3 C. 31 Christ, der du bist der 31 31 Christe, der du bist Tag 32 29 Christe, du Beistand 298 2 Christe, du Lamm Gottes 124 38 Christe, mein Leben, mein 671 141* Christen sind ein göttl. 766 151* Christe, wahres Seelenl. 4 48 Christ fuhr gen Himmel 171 48 Christ ist erstanden 105* Christi Blut und 154 795 Seite 126 540 67 286 437 5 5 167* Das Kreuz ist dennoch 775 487 127 Das Land wollst du 128* Das liebe, neue Jahr 104 31 Das neugeborne Kindel. 105 55* Das walte Gott, der 152 Das walt Gott die M. 31 Das walt Gott Vater 81 Das walt mein Gott 96 Das Wetter ist vorbei 492 106 Dein bin ich, Gott 695 203* Dein Mittler kommt 81 172* Dein Wort, oHerr, bringt 299 175* Dein Wort, o Herr, ist 704 11* Den die Engel droben 84 97 Den Herren meine Seel 197 77* Dennoch bleib ich stets 725 117 Den Vater dort oben 152* Der am Kreuz ist 106 Der beste Freund ist in 178 Der Bräutgam wird 31 Der du bist drei in 59 125 77 Christi Leben tröstet 85 616 72* Christi Schäflein schlaf 480 157 Christ lag in Todesband. 154 31 Christum wir sollen 187 Christ, unser Herr, zum 214 26 Christus, der ist mein 151 Christus, der uns selig 34* Christus ist erstanden D. 7 7 123 617 617 188 126 687 750 31 Der du, Herr Jeju, Ruh 152 Der du uns als Vater 178* Der du zum Heil 128 Der Glaube macht allein 287 128 Der Glaub ist eine 618 298 457 113 Da Christus geboren 86 56 Da Jesus an dem Kreuze 125 38* Danke dem Herren, o 177 Der Gnadenbrunn fließt 618 507 214 Der heilge Geist vom 179 125 33 Der Herr der aller 556 173* Der Herr hat Alles 128 Der Herr ist Gott und 690 128 DerHerrist meingetreuer 299 128 Der Hölle Pforten sind 154 168 Der lieben Sonne Licht 32 103 Der Sabbath ist vergang. 50 31 Der Sturm ist weg, ich 492 55 Der Tag bricht an und 8 200 Der Tag der ist so 86 476 178* Der Tag hat sich gen. 33 298 50* DerTag ist hin, meinGeift 34 58 1 Danket dem Herren, denn 58 31 Dantt dem Herren heut 58 183 Dankt Gott an allen 228 Dank sagen wir Alle 178 Dank sei Gott in der 4 27* Der Tagiftbin, mein Jesus 45 97 Das alte Jahr ist nun 104 178 Der Tagist nunvergangen 34 31 Das alte Jahrvergangen 105 7 Der Tag vertr ibt die 128 Das Elend weißt du 558 176 Der Tod hat zwar 9 155 Lieder- Register. Seite Mel. 155 178* Du meines Lebens 796 Mel. 106 Der Tod ist todt 518 619 31 Des heilgen Geistes reiche 179 31 Des Morgens, wenn ich 9 168* Die Christen gehn von 128 Die Engel, die im 176* Die Ernt ist nun zu 204 Die finstre Nacht jetzt 26* Die Gnade sei mit 224* Die Gnade unsers 180 Die güldne Sonne 31 Die Helle Sonne leucht 103* Die Herrlichkeit der 106 Die Liebe leidet nicht Seite 743 16* Dunkel ists, des Lebens 46 150 Du, ojchönes Weltgebd. 326 202 Durch Adams Fall ist 288 50 Durch deine Noth und 127 779 178 Durch Trauern und 105 27 177 Du sagst, ich bin ein 562 103* Du schläfft in deiner 620 97 Du siehest Mensch, wie 507 102* Du, unser auserwähltes 287 10 128 Du Volk, das du getaufet 215 508 184 DuweinestvorJerusalem 229 761 188 559 619 31 Die Morgensonne gebet G. 91 Die Nacht giebt gute 29* Die Nacht ist kommen 36 152 Edler Geist ins Himmels 688 189 10 54 91 Die Nacht ist Niemands 53 221 Ehre sei Gott, dem 96 Die Nacht ist nunmehr 10 176* Die Nacht ist nun verschw. 10 91 Die Nacht ist vor der 31 Die Nachtwach nun 31 Die Seele Christi heilge 620 31 Dies ist der Tag den Gott 677 106* Dies ist die Nacht, da 93 54 Dies sind die heilgen 203 27 Die Sonn hat sich 35 174* Die Tugend wird durchs 557 178 Die Woche geht zu 96 Die Zeit ist nunmehr 543 98 Dir, dir, Jehovah, will 560 176 Dir, Herr, will ich 11 561 27 Dreieinigkeit der Gottheit 188 31 Drückt dich hier Untreu 300 176 Du Aufgang aus der 176 Du bester Trost der 177 Du bist ein guter Hirt 620 173 Du bist ein Mensch, das 324 128 Du fährst gen Himmel 172 202 Du freies Herz, was 115 Du Friedensfürst, Herr 473 128 Du Gott, du bist der 678 177* DugroßerSchmerzensm. 127 103* Du großer 3ionskönig 67 33 Du kannsts nicht böse 128 Du Lebensbrod, Herr 55 Erinnre dich, mein Geist 173 Du Lebensfürst, Herr 172 128 Erlöser, ich bin zwar 158 Du liebe Unschuld du 325 178 Ermuntert euch, ihr 97 Du liebst, o Gott, Gerecht. 716 173 Ermuntre dich, mein 178 Du, meine Seele, finge 456 31 Ernei.re mich, o ewges 89* Ein Christenberz sehnt 706 175* Ein Christ kann ohne 397 77* Eine Heerde und ein 751 151 Einen guten Kampf hab 509 70* Einerist König.Imman.170 209* Ciner ists, an dem wir 691 144* Eines wünsch ich mir 123 185 Ein feste Burg ist unser 300 104* Ein Jahr geht nach 679 55 200 Ein Kindelein, so löbelich 86 6 Ein Kind, geborn zu 98 201 Ein Lämmlein geht und 127 106 Ein neuer Tag, ein 128* EinneugebornesGottesk.767 31* Ein reines Herz schaff 327 152* Cinsam leb ich 50 397 142 Cins ist Noth, ach 564 35 11 52 735 175* Ein Christ, ein tapfrer 563 437 267 31 Ein Tag geht nach dem 52 178 Ein Tröpflein von den 623 96 Ein Wetter steiget auf 491 128 Ein Würmlein bin ich 509 77* Endlich, endlich muß 775 169 Erbarm dich mein, o Herr 229 31 Erbarm dich mein, o Jesu 230 31 Erhalt uns, Herr, bei 300 178 Erhör, o Herr, mein 301 686 230 624 87 625 Lieder- Register. 797 Wiel. Seite Mel. Seite 679 177* Erschein, du Morgenst. 12 99 Erquicke mich, du Heil 625 152 Freuet euch, ihr Gottesk. 113 128 Er ruft der Sonn 152 Freuet euch, ihr Gottest. 180 77* Freundlichster Imman. 89 128 Erscheine, füßer Seeleng. 268 180 Freut euch, Gottes Kinder 157 55 Erschienen ist der herrlich 156 21 Erstanden ist der heilge 156 176 Freut euch ihr Christen alle, der 173 alle Gott 180 183 Erwach, o Mensch, erw. 626 176 Freut euch, ihr Christen, 95 Er wird es thun, der 725 97 Es fallen mir Gedanken 506 159* Es glänzet der Christen 328 178 Es hat uns heißen 106 398 88 131 128 Freut euch, ihr Christen, insgemein 13 202 Frisch auf, mein Seel 17* Früh am Morgen Jesus 12 93 Früh Morgens, da die 158 215 Für Gericht, Herr 127 Für jetzt beschertes 177* Fürwahr, der Herr 230 59 131 6. 128 Es ist das Heil, uns 289 148 Fröhlich soll mein Herze 118* Es ist ein Rof entspr. 93 150* Frommes Lamm, um 204* Es ist etwas des Heil. 621 126 Es ist genug, so nimm 509 128 Es ist gewiß ein köstlich 327 128 Es ist gewißlich an der 544 95 Es ist nicht schwer, ein 565 203* Es ist noch eine Ruh 549 106* Es ist vollbracht, er ist 680 122* Es ist vollbracht, vergiß 681 95 Es kostet viel, ein Christ 566 52 Es sind schon die letzten 622 128 G3 spricht der Unweisen 301 128 Es spricht Zion in ihrer 127 Es stehn vor Gottes 31 Es wartet Alles, Herr 13 Es wird schier der letzte 566 187 Es woll uns Gott gnädig 152* Ewge Liebe, mein 150* Ewge Wahrheit, deren 776 77* Ewig, ewig, heißt das 547 192* Ewig sei dir Lob ges. 100 128 Gar wohl, mein Herz 511 30 Gedanke, der uns Leben 682 628 104 Geduldges Lämmlein 398 176 Geduld isteuch vonnöthen 329 199 105 Gegrüßet seist du, Gott 128 56 201 Gegrüßet seist du, meine 129 628 97 Geh aus, mein Herz 106* Geht hin, ihr gläubigen 458 152 Geht, ihr traurigen Ged. 399 512 77* Geht nur bin und 150* Geist vom Vater und 183 29 Geliebten Freund, was 511 177 Gelobet jei der Herr 189 302 695 F. 149 Fahre fort mit Liebesschl. 626 108 Fahre fort, Zion fabre 627 151 Fahr nur hin, du schnöde 329 151* Fang dein Werk mit 567 152 Fließt ihr Augen fließt 681 160* Fort, fort, mein Herz 438 76* Fortgekämpft und 202 Freu dich, du werthe 152 Freu dich sehr, o meine Seele, Herz 152 Freu dich jehr, o m. S. 510 76* Freue dich, du Kinderord.742 Iss Freuet euch, ihr Christen alle 221 Gelobet sei der Herr, der 194 31 Gelobet fei Jfraels Gott 194 31 Gelobet jeist du jederzeit 52 Gelobet feist du, Jesu 31* Gelobet feist du. Jesus 31 Gesegn uns, Herr, die 128* Geseß und Evangelium 405 116 Gieb dich zufrieden 119 202 Gieb Fried, o frommer 473 202 Gieb Fried zu unsrer 13 128* Gieb Jesu, daß ich dich 568 177 Gieb mir, o Gott, ein 712 78* Gott bei mir an jedem 438 96 Gott, das Verfolgungsm. 304 128* Gott, deine Güte reicht 459 568 88 47 89 261 57 302 330 Lieder- Register. Seite Mel. 798 Mel. 400 498 149 Gott dein Engel schütt 200 134* Gott, den ich als Liebe 402 113 Gott, der dir ja Seel 128 Gott, der du aller 152 Gott, der du aus lauter 231 170* Gott, der du Herzenst. 717 170 Gott, der du selber bist 15 78* Gott der Gnaden 175* Gott lebt, was kann 106 Gott Lob, daß ich so 115 189 216 Gott der Vater wohn 108 Gott der wirds wohl 568 78 Gott des Himmels und 16 150* Großer Mittler, der 173 79 Gott, deß Güte 459 178 Gott, dir sei Dank 200 487 176 Groß ist, Herr, deine 148* Groß ist unsers Gottes 692 79 Gute Nacht, ihr eitlen 572 77 Guter Hirte, willst du 632 5. 119 so* Gott, du hast in deinem 749 78 Gott, du wohnst 53 180* Gottes liebste Kinder 256 69* Gottes Sohn ist kommen 75 77* Gottes und Marien 176 Gott fähret auf gen 152 Gott, gieb einen milden 33 Gott gieb mir zu 43 Gott hat das Evangel. 544 128 Gott, heilger Geist, bilf 180 128* Gott berrichet und hält 439 176 Gott ist ein Gott der 630 191* Gott ist gegenwärtig 174 177 Hab Dank, mein frommer 572 629 200 Halleluja, Lob, Preis 632 332 78* Halleluja, schöner Morg. 69 761 128* Halt im Gedächtniß 180* Hast du Angst im Herzen 256 147* Heiland, deine 762 19* Heilge Einfalt 718 67 3* Heilger Geist, du Tröster 177 31 Gott ist mein allerhöchst. 206 227 Heilig ist Gott der Herr 270 128 Gott ist mein Licht 177* Gott ist und bleibt 199 Gott lebet noch 400 227* Heilig ist Gott der Vater 189 439 209 Heiligster Jeſu 632 Seite 128 Gott, unser Vater, der 210 128 Gott Vater aller Gütigk. 304 31 Gott Vater, der du 105 Gott Vater in dem 571 483 97 Gott Vater sende deinen 180 128 Gott Vater, Sohn und 216 630 19 Gott wills machen 192 Großer Gott, der mich 631 78* Großer Gott von alten 68 152 Großer Gott, wir armen 57 18 Gott sei Dank durch 194 Gott sei gelobet und 152 Gott sei Lob, der Tag 221 Gott sei uns gnädig 569 176 Helft mir Gottes Güte 106 459 177 Herr, allerhöchster Gott 332 338 482 36 31 Gott Lob, der Tag ist nun 31 Gott Lob, der Tag ist nun zu 48 634 31 Herr, aller Weisheit 152* Herr, auf Erden muß 575 127 Herr Christ, der einge 290 31 Herr Christ, man dankt 114 103 Gott Lob, die Stund 513 128 Herr, deine Rechte und 204 128 Gott Lob, ein Schritt 569 128 Herr, deine Treue 106* Gott Lob, ich schließe 777 128 Herr, der du vormals 126 Gott Lob, mein Jesus 117 150 Herr, dir trau ich 213 Gott Lob, nun ist ersch. 570 152* Gott, mein Herze, Dank 48 152 Gott, mein Vater zähl 401 77* Gott mit uns, Imman. 108 27* Gott rufet noch 128 Gott ruft der Sonn 31 Herr, duerforschestmeinen 333 177 Herr, du erforschest mich 694 152* Herr, du hast für alle 28 180 Herr, du wollest lehren 304 36 303 152* herr es ist von 679 31 Herr Gott, der du mein 211 402 460 76 31 Herr Gott, dich loben alle 200 269 212 Herr Gott, dich loben wir 461 269 177 HerrGott, dich loben wir, 189 regier 477 799 Seite 305 305 404 635 335 305 721 488 Lieder- Register. Mel. Seite Mel. 128 Herr Gott, du bist ja 106 Herr Gott, du kennst 31 Herr Gott, erhalt uns 202 128 HerrGott, mein Jammer 513 196* Herr Gott, nun schließ 515 127 Herr Gott, nun sei gepr. 60 229 Herr Gott, Vater erbarme 573 31 Herr Gott, Vater, im 79 Herr, ich habe mißgeh. 231 334 105 Herr, weil du sprichst 514 177 Herr, wenn ich dich nur 128 Herr, wenn ich, du getr. 106 Herr, wenn ich nur dich 128 Herr, wer wird hier 128 Herr, wie du willst 79 Herr, wie lange muß 103 Herr, willst du nicht 177 Herzallerliebster Gott 57 335 31 Herr Jeju Christ, dein 129 215 Herzlich lieb hab ich dich 336 31 Herr Jesu Christ, dich zu 68 128* HerrJesuChrist, duböchst268 128 Herr JesuChrist, du höchst 232 31* Herr JesuChriste, Gottes 81 123 Herr Jesu Christ ich schrei 403 123 Herr Jesu Christ ich weiß 515 202 Herr Jesu Christ, mein Herr 215* Herr Jesu Christ, mein böchtes 174 178 Herzlich thut mich verl. 517 29 Herzliebster Jesu, was 130 142* Herzog unsrer Seligt. 336 149* Herz und Herz vereint 715 77* Heute mir und morgen 737 31 Heut fährt Gott auf 55 Heut ist des Herren 79 Heut ist uns der Tag 93 Heut triumphiret 106 Hier bin ich, Jesu, zu 176* Hier ist der Herr zugegen 271 28* Hier legt mein Sinn 710 105 Hier lieg ich armes 576 516 76 159 708 703 127 Herr Jesu Christ, mein Leben 634 518 es* Herr Jesu Christ, mein Licht 709 31* Herr Jesu Christ, meins Lebens 635 525 150 Hier lieg ich zu deinen 104 Hier liegt, den meine 516 166* Hier liegt vor deiner 335 106* Hier steh ich unter 201 Hilf Gott, wie gehts 31 Hilf, Helfer, hilf 152 Hilf, Herr Jefu, laß 202 Hilf, lieber Gott, was 405 128 Hilf, lieber Gott, wie 117 152 Silf, mein Gott, wie 404 202 Hilf mir, mein Gott 722 152 Hilf uns, Herr, in 107 636 306 128 Herr Jesu Christ, thu 31 Herr Jesu Christ, wahr 517 128 Herr Jeju deine Angst 130 204 Herr Jesu, dir jei Preis 270 177* Herr Jesu, du regierst 301 127 Herr Jeju Gnadenionne 573 178 Herr Jeju, Licht der 128 Herr Jeju trauiſter 128 Herr, laß mich doch 150 Herr, laß mich in Friede 736 215* Herr, meines Herzens 235 177 Her, mein Gott, lehr 574 145 Herr, nicht schicke deine 232 225 Herr, nun läsfest du 60* Herr, nun laß in Friede 31* Herr, öffne mir die 202 Herr, schaff uns 234 337 339 37 29 Herr, stärke mich dein 128 Herr, straf mich nicht 149* Herr und Gott der 234 90 760 132 339 37 51 77* Himmelan geht unsre 15: Himmel, höre meine 30 Hinweg, binweg all 31 Hinunter ist der 118 180 Hirte deiner Schafe 118 169* Hochheilige Dreieinigt. 190 306 14 Höchster Prieſter, der du 637 217 148* Höchster Tröster komm 181 683 77* Hosianna. Davids Sohn 83 233 72* Hüter wird die Nacht 577 47 29 Herr, unser Gott, laß 473 J. 106* Herr von unendlichem 696 75* Herr, wann wirst du 751 150 Jammer hat mich ganz 407 800 Lieder- Register. Mel. Seite Mel. 128 Ich komm, o höchster 182 laß dich nicht 106 Ich lasse Gott in Allem 640 31 Ich liebe dich, mein Herr 344 202 Jch preise dich, Gott 176 Ich preise dich und singe 768 186 Ich ruf zu dir, Herr 440 32 Jch finge dir mit Herz 441 340 128 Ich steh an deiner 107 91 152* Jauchzet Gott in allen 157 38 Jauchzet, ihr Himmel 93 31 Ich armer Mensch doch 519 106 Ich armer Mensch, ich 236 202 Jch armer Sünder komm 236 56 Jch armer Sünder weiß 237 99* ch bete an die Macht 178 Ich bin bei Gott in 178 Ich bin ein Gast auf 32* Ich bin ein kleines 106 Jch bin getauft auf 113 Ich bin Gottes Bild 171 Ich bin, ja Herr, in 108* Ich bin im Himmel 106 Ich bin in Allem wohl 306 106 Ich bin mit dir, mein 341 75 Ich bin müde, mehr zu 521 106 ch bins gewiß, mich 306 106 Ich bin vergnügt und 306 105 Ich dank dir, Gott, für 17 178 Ich dank dir, lieber 771 106* ch steh mit einem Fuß 519 701 stell mich ein 729 106* h sterbe täglich 31 271 737 290 160 524 17 30 Ich dank dir schon durch 18 56 Jch danke dir demüthigl. 341 128* Ich danke dir für deinen 134 105 ch dante dir, liebreich r 38 177 Ich danke dir, mein Goit 637 178 Sch dante dir mit Freud. 408 82 Ich danke dir, o Gott 128 Jch, der ich oft in tiefes 73 Ich erhebe, Herr, zu dir 177 ch freue mich in dir 178* ch geb zu deinem 187 178 441 519 106 ch suche dich in meinem 52 106 Ich trau auf Gott in 640 128 Ich weiß an wen mein 730 128 Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, das soll 197 Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, ob ich 31 Ich weiß rein Trübsal 410 56 Ich weiß, mein Gott, daß 346 31 Ich weiß noch keinen 345 128 Jch weiß wohl, daß ich 578 152* ch will beten, Gott 771 176 Ich will den Herrn loben 579 177 Ich will des Herren 203* ch will dich immer 19 106 Ich will dich lieben 638 178 Ich will gar gerne sterben 524 440 152 Ich will meine Augen 442 577 145 Ich will meine Stimm 414 159 176 Ich will mit Danken 464 206* ch will streben 206* ch wills wagen 238 Ich will von meiner Ich will zu aller Stund 272 769 641 495 406 * ach hab, Gott Lob 522 103 h zieh in ferne 577 106 Je größer Kreuz 312 164* Jerusalem, du hochgeb. 550 734 219 Jejaia, dem Propheten 190 522 150 Jesu, allerliebster Bruder 347 522 75 Jeſu, dein betrübtes 343 151 Jesu, deine Passion 409 133 133 152 17* Jesu, deiner zu gedenken 76 Jeju, deine tiefen 76 133 * Jesu, der du bist allein 716 701 150 Jeiu, der du meine 239 700 Jeſu, der du wollen 2701 31 Jesu, du eingeborner 641 207 ch grüße dich du h132 ch habe Lust zu scheid. 523 106 chhabe nun ren Grund 290 128 126* ch hab genug 444 96 207 177 Ich hab ihn dennoch 202 Ich hab in Gottes 103 h hab in guten St. 53 Ich hab mein Sach Gott 178 Ich hab mich Gott 105 ch hab oft bei mir 202 Ich habs verdient Ich hab von ferne 101 106 Ich halte Gott in Allem 201 ch tomme, Herr und 31 ch komme vor dein 128 Ich komm jetzt als ein 782 639 Ceite 237 726 463 345 768 579 Lieder- Register. 801 Mel. Seite Mel. Seite 71 410 46 Jesu, du großer Wundm. 60 186 Jhr, die ihr los zu sein 92 150 Jesu, frommer Menschen 642 177* Jhr Eltern, gute Nacht 782 * geh voran 97 Ihr Kinder, kommet her 203 78* Jesu Güte hat kein 31 Jhr lieben Christen 75 Jeju hast du mein 31 Jhr schwachen Knie 70 Jesu, hilf siegen 16 545 410 136 580 19 18 96 Ihr schweren Sorgen 187 3hr Süuder, hört 56 Jm finstern Stall 195 92 23* Im Glauben und Verk. 772 442 642 103 In allen meinen Thaten 350 96 In allen Nöthen ist 443 180 72 152 31 InChristi Wundenschlaf 525 78 In dem Leben hier auf 350 In dich hab ich gehoffet 411 In dieser Abendstunde 29 In dieser Morgenstund 220* n dir ist Freude 56 49 38 komm doch selbst 762 147* Jesu, komm in unsre 272 79 Jesu, komm mit deinem 672 79 Jeju Kraft der blöden 180 Jesu, meine Freude 442 , meine Liebe Jesu, mein Erbarmer 734 108 Jeju, meiner Freuden 150 Jeju, meiner Seelenleben 348 151 Jesu, meiner Seelen Licht 134 18 Jefu, meiner Seelen Ruh 108 20 Jesu, meiner Seelen Weide 348 109* Jesu, meines Herzens 443 135 Jeju, meines Lebens Jefu, meine Sonne 348 177 Jesu, meine Stärke 19 128 218 Jefu, uun sei gepreiset 109 125 180*, Ruh der Seelen 782 * Jesu, Sonn im Herzen 410 20 411 150 31 190 55 In Gottes Namen fahren 494 128* In Gottes Namen fang 723 Jesu Namen reis ich 494 deiner Sünde viel st Ephraim nicht ft gleich mein Elend Ist Gott für mich, jo 241 180 412 412 180 178 412 152 97 st Gott mein Schild 444 Jesu, stärke meinen Gl. 207 204* fts, oder ist mein Geist 740 150* Jesu, süßes Licht der so Jesu, wir sind kommen 78 Jesum hab ich mir 272 69 K. 109 80 445 us Christus, Gottes 643| 76* Jesus Christus herrscht 170 414 39 Jesus Christus, unser 161 150* Keuscher Jesu, hoch von 707 8 Jesus Christus, unser Heiland, der von 105 Jesus Christus, wahr 78* Jesus. Jesus, 147* König, dem kein König 693 138* König, gieb uns Muth 719 209* König Jesu streite 752 22 Komm, Gott Schöpfer 273 161 ts als 758 686 77 Jesus meine Zuversicht 161 77* Jesus nimmt die Sünd. 240 Jeßt komm ich als ein 128 270 240 477 644 78 Kehre wieder meine 178 Keinen hat Gott berl. 77 Jesus ist der schönste 643 31 Komm, Heidenheiland 189 Jesus ist mein Hirt 274 223 Komm, heil. Geist, erfüll 182 209 Jesus kommt von allem 727 181 Komm, heil. Geist, Herre 182 77* Jesus lebt, mit ihm 415 18 Jebo geh ich Armer hin 103 Ihr Älten und ihr 97 Ihr armen Sünder 182 гуру 94 Komm, Kreuzeslaft 147* Komm, mein Herz, in 274 12* Komm, o Geist der 183 78 Komm, o komm, du Geist 645 128 Komm, Sterblicher 581 75 Kommst du, kommst du 77 38 Kommst du nun Jesu 646 37 Kommt heraus, all ihr 137 138 hr Christen auserforen 92 127 Jhr Christen, laßt uns 162 97 Kommt her zu mir, spricht 351 98 Ihr Christen, seht, daß 644 176* Kommt Kinder, laßt 723 51. Lieder- Register. ܣ ܚ ܪ 802 - Mel. 176 Komm, Tröster, komm 152 Kommt, laßt euch den 17 Kommt und laßt uns 76* Kommt zu schauen 19* Kreuz, wir grüßen dich 225 Kyrie Eleison Seite 352 114 Seite| Me I. 673 29 Lobet den Herren, denn 61 221 Lobet den Herrn alle Heid. 464 128 Lobet den Herrn, ihr Heid. 465 78 Lobet Gott von Herzensgr.110 177 Lob, Preis, Ruhm, Ehr 95 31 Lob sei dem allerhöchsten 78 195 128 Lob sei dem Gott in 94 31 Lobt Gott, ihr Christen 95 139* Löwen, laßteuch wieder 753 dard M. 415 241 9 Kyrie Gott Vater 190 222 Kyrie. o Herr Gottt 65 178 Lamm Gottes, das ged. 684 Ra 91 Lamm Gottes, schaue 152 Lasset ab, ihr meine 176* Lasset die Kindlein 150* Lasset mich boll Freud. 192 Lasset uns den Herren 208* Laffet uns d. 5. pr. und 192 Lasset uns mit Jefu 178 Laß mich dein sein mu 78 Laß mich, Jesu, in dem 150* Laß, o Jesu, mir 36* Laßt mich gehn nu 152 Laßt uns früh dem 65 Laßt uns jauchzen 127 Laßt uns mit Ernst 203* Lebst du in mir ( 19) 79 54 146 Mache dich, mein Geist 546 525 104 Machs mit mir Gott 526 758 154 Macht hoch die Thür 758 204* Macht weit die Pforten 308 162 207 Mag ich Unglück 417 462 213 Man lobt dich in der 646 144* Marter Gottes, wer 139 155* Mein Auge wacht 39 31 Mein Christ, nimm deine 217 739 72* Meine Armuth macht 417 11 Meine Hoffnung stehet 647 21 77 Meine Lebenszeit verst. 738 163 77 Meinen Jesum laß ich 12008 nicht, achnod 77 Meinen Jesum laß ich 647 nicht, denn 587 77 Meinen Jesum laß ich 355 355 198 nicht, meine nashle 276 77 Meinen Jesum laß ich nicht, weil 30* Mein erst Gefühl sei 1 79 Meine Seele, laß es 221 Meine Seel erhebet 80 Meine Seel ermuntre 77 Meine Seele senket sich 674 648 180 Meine Seel ist stille 465 78 Meines Lebens beste 152* meine Sorgen, Angst 446 127* Mein Fels hatal 164 586 94* Mein Freund ist mein 355 56 Mein Geist und Sinn 648 170 Mein Glaub ist meines 730 32 Mein Gott, das Herz 353 176 Mein Gott, dir will ich 307 202 Mein Gott, erschaffen 358 96 Mein Gott, ich habe 106* Mein Gott, ich klopf 772 354 138 203 526 307 769 93* Lebt Christus, was 746 78* Licht, das in die Welt 752 77 Licht vom Licht erleuchte 49 78 Liebe, die du mich zum 583 75 Lieber Gott ich muß 24398 152 Lieber Gott, wann werd 526 150 Liebster Gott vergiebt 245 129 Liebster Heiland, Licht 94 146* Liebster Heiland, nahe 416 80* Liebster Jesu, hier sind 218 152 Liebster Jesu, hör mein 244 150 Liebster Jesu, in den 646 79 Liebster Jesu, sei gegrüßet 138 80 Liebster Jesu, wir sind 69 110 Liebster Immanuel 445 151 Liebster Vater, ich dein 75 Liebster Bater, soll ich 225 Die Litanei/ 244 416 241 38 Lobe den Herren, den 464 112* Lobe den Herren, oChrist 752 112* Lobe den Herren, o meine 165 29* Lobet den Herren Alle 21 Lieder- Register. 1990 803 Mel. Seite Mel. Seite 357 776 201 Mein Gott, ich lob und 263 106* Mein Gott, ich weiß 527 177 Mein Gott, mein Licht 417 106 Mein Gott, nun ist es 22 105 Mein Gott und Schöpf. 527 78 Nicht so traurig 152* Nichs Betrübters ist 152* Nichts Verdammlichs ist 291 105 Nimm von uns, Herr, du 484 226 Nimm von uns, HerreGott246 203* Mein Heiland, du hast 257 128 Noch dennoch mußt du 419 205* Mein Heiland nimmt 262 51 Nun bitten wir den 184 466 31* Mein Herr und Gott 275 177 Nun danfet alle Gott 96 32 Nun danket All und 32 Nun danket Gott mit 583 173 Mein Herze schwinge 128 Mein Herzens- Jesu 103 Mein Herz, gieb dich 88 Mein Herz, sei zufrieden 649 172 Mein Jesu, dem die 673 698 277 31 Nun freut euch, Gottes 128 Nun freut euch, lieben so Nun, Gott Lob, es ist 80* Nun, Gott Lob, es ist 96 Nun, Gott, wir loben 152 Nun hab ich, Gott Lob 97 Nun Hosianna Davids 588 31* Nunjauchzt dem Herren 778 176 Nun jauchzet all ihr 99* Mein Jesu, der du 31* Mein Jesu, meines 418 204 Mein Jeju, süße Seelenl. 649 96 Mein Jesus ist getreu 110 29 Mein Jesus kommt, mein 584 106 Mein Jesus lebt, was 164 106* Mein Jesus stirbt 500 79 136 180 Nun ist auferstanden 165 96 Nun ist der Regen hin 4 9 178 Nun ist der Tag 41 128 Nun ist die Mahlzeit 62 53* Nun ist es Alles 139 31* Nun ist vollbracht 40 18 Nun komm, der Heiden 80 103 Nun komm ich eingeladen 278 55 Nun kommt das neue 80 121 Mein junges Leben hat 171* Mein Leben ist ein 169* Mein lieber Herr ich 176 Mein Mund soll fröhlich 31 Mein Sah hab ich 90* Mein Salomo, dein 585 496 197 56 Mein schönste Zier 31 Mein Seel, o Gott, muß 127 Mein Sünd ich beicht 190 356 31 Nach dir, o Herr, berl. 418 106 Nach einer Prüfung 740 128 Nach meiner Seelen 720 106 Nicht, daß ichs schon 720 467 111 763 309 120 357 245 23 Mein Vater, zeuge mich 650 106 Mein Werk will ich 180 Menschenhülf ist nichtig 356 78 Mensch, jag an, was ist 527 54 Mensch, willst du leben 205 191 31 Mir ist ein geistlich 106* Mir ist Erbarmung 698176 Nun, mein Seel erhebet 104 Mir nach sprichtChristus 587 101* Nun preiset Alle 153 Mir vergeht zu leben 528 103 Nun ruhen alle Wälder 41 176 Mit Ernst, ihr Mensch. 79 123 Nun sei getroft und 86 Mit Fried und Freud 529 31 Nun sich der Tag 217 Mitten wir im Leben 529 114* Nun singet und seid 57* Morgenglanz der 18* Nun, so bleibt es fest 18* Müde bin ich, geh zur 40 105 Nun treten wir ins 80* Nun wir sind auch 70 N. 175 176 73 42* Nur frisch hinein 20* Nur in Jesu Blut D. 50 O Angst und Leid 51* 218 478 33 Nun lasset Gottes Güte 62 33 Nun lasset uns zusammen 467 31 Nun laßt uns den Leib 529 33 Nun laßt uns gehn und 111 33 Nun laßt uns Gott dem 31 Nun lieg ich armes 13 Nun lob, mein Seel 62 530 467 198 732 531 42 96 764 112 61 446 40 246 804 Lieder- Register. Mel. Seite Mel. 49 174* 31 210* 175* auferstandnerSiegesf.589 128 202 O Blindheit, bin ich 358 129 Christe, Morgensterne 589 128 daß doch bald dein 754 106* daß ich doch bei der 780 29 O daß ich könnte Thr. 140 128 daß ich tausend 590 202 O höchster Gott, verteihe 319 der Alles hätt 359 100 O Jesu Christ, dein 97 174* O drückten Jesuds 141 128 152 O du allerfüßste Freude 184 31 Herz des Königs himmlische Barmh. 654 145 106 19* du betrübte Seele 447 64* du fröhliche 141* O du Hüter Israels 149* du Liebe meiner 149 Durchbrecher aller 152* O du Schöpfer aller du Sonne meiner 150 31 71 O du süße Lust 652 177 204* 187 128 128 201 192* Deffne mir die Perlenth. 70 170 Ewigkeit, du Donnerw. 548 204 170* OEwigkeit, duFreudenw. 657 33 56 Ofrommer Christ, nimm 142 177 31 Ofrommer und getreuer 247 55 202 Oft denkt mein Herz 708 Gott, da ich gar 217 Gott, der du aus 201 Gott, der du das Firm. 488 Gott, der du in Liebes 211 204 O Gott, des starke Hand 693 177 O Gott, du frommer 360 31 Gott, du höchster 309 104* Gottes Lamm, mein 447 176 Gott, ich thu dir 22 128 Gott im Namen Jesu 494 187 O Gott, mein Schöpfer 360 106* Gott, von dem wir 676 Gott, wir danken 63 großer Gott, ich 42 175 175 Ogroßer Gott in Himmels 591 162 Ogroßer Gottvon Macht 484 128 201 184 großes Werk 1278 178 Haupt boll Blut und 143 31* beilger Geist, du ewger 688 204 Obeilger Geist, kehr bei 185 128 O heilige Dreieinigkeit 191 31 heilige Dreifaltigkeit 23 heiliger Geist, o heiliger 185 Herre Gott, dein 309 Herre Gott, in meiner 420 40 202 105 Scite Herr gedenk in 532 Herr Gott, der du 488 Herr, mein Gott, ich 653 Herrscher in dem 361 Jefu Chrift, du böchstes 232 128 O Jesu Christe, Gottes 248 31 O Jesu Christe, wahres 310 Jefu Chrift, mein 362 516 279 279 742 186 364 31 O Jesu Christ, meins 141 128 Q Jesu, dir sei ewig 652 31 Jesu, du mein 247 185* Jesu, einig wahres 591 246 Jesu, Gottes Lämmel. 533 Jefu, Gottes Lamm 143 Jesu, Herr der 754 Jeju, Jefu, Gottes 3 3 Jesu, meine Wonne 280 Jeſu, süßes Licht 23 Jesu, süß, wer dein 112 31* Jesu, trenster Heiland 42 4*, ihr Seelen, nehmt# 142 178 König aller Chren 115 201* OKönig, dessen Majeſtät 366 106* tönnt ich dich na h 760 124 Lamm Gottes, unsch. 144 31 OLämmlein Gottes 196 92* Liebe, die den Himmel 97 487 D meine Seel, erhebe 207 105 Menich, bedenke stets 365 31 O Mensch, der Herre 249 178 O Mensch, gedenk ans 533 128 O Mensch, wie ist dein 655 77 Opfer für die ganze 680 reicher Gott von b674 165* selig Haus, wo man 592 53* Ofelig, wer das Heil 532 105 sichrer Mensch, bekehre 549 31 Ostarker Gott ins 10 starter Gott und 92* ftilles Lamm jüßer Stand 311 212 743 174* 128 O Tod, wo ist dein 50 O Traurigkeit, o Herzel. 146 128 treuer Heiland, Jeju 311 175* treuster Jesu, der 783 366 165 Lieder- Register. Seite Mel. 77 Seele, geh auf Golgatha 71 Seelen- Bräutigam 180 Seelengast, erscheine 19 Seelenweidead and 249 180 Seele, sei zufrieden 770 656 Mel. 128* 192 127 Vater aller Frommen 213 128 Vater der Barmherzigk. 249 127 Vater frommer Herzen 213 Vater, Gott von 29 O Vater, groß von 203* Vaterherz, o Licht 148 O, was für ein herrlich Welt, ich muß dich Welt, fieh hier dein wie fröhlich, o wie 103 103 150* 15* wie mögen wir doch 15 O wie selig feid ihr 76 O wie selig sind die 107 wir armen Sünder 177 O wundergroße Treu Immo. 598 596 77 Seele, was ermüdst du 597 111 73 744 177 Seht, welch ein Mensch 149 128 Sei fröhlich Alles weit 166 133* Sei gegrüßet, schönste 369 152 Sei getreu in deinem 659 148 152 Sei getreu, o Christens. 370 281 113 Sei getroft, der Herr 656 422 193 31 Sei Lob, Ehr, Preis 128 Sei Lob und Ehr 116 152 Sei mir tausendmal 468 533 147 551 547 534 M sumo? 152* Prange Welt, mit 147* Prediger, der süßen OPS 90310C SHISHE 29 11 and 10 ichi's R. 312 152* Rede, liebster Jesu 152 Reiche, Vater, deinem 178 Reiß durch, gefränkte 31 Rett, o Herr Jesu 19 Ringe recht, wenn Gottes 594 209 Rüstet euch, ihr Christenl. 722 Sallod molmm 318 P.Immig nedor 3* 30 148 146 56 Sei unverzagt, ofrommer 422 71 202 Sei wohl gegrüßet 149 74* Sebe dich, mein Geist 137 150* Siegesfürst und Ehrenk. 748 87 Sieg, Sieg, mein Kampf 535 71 146 Siehe, ich gefallner 593 151 Siehe, mein getreuer 420 74 Sieh, hier bin ich 659 150 Schaffet, daß ihr selig 367 152 Schaffet, schaffet, Mensch. 595 128 Schaff in mir, Gott 250 178 Schatz über alle Schäße 368 78 Schauet, schauet doch 596 128 Schau, lieber Gott 805 Seite 658 598 282 80* Segnet uns zu guter 10* Segne und behüte 76* Seht die Mutter voller 178* Sie jauchzet doch mit 211 Sie ist mir lieb, die 113 Singen wir aus Herzens 63 32 Singt dem Versöhner 678 163* So führst du doch recht 448 sig 103 So geb ich mich zufrieden 371 202 So gehst du nun, mein 599 178 So hab ich nun vollendet 535 178 So hab ich obgesieget 536 104 So Jemand spricht 713 31* So lange Jesus bleibt 367 38 Soll ich denn, Jeju 99 145 Soll ich mich denn 53 31 Schaut, schaut, was ist 77 Schließet euch, ihr 147 Schmücke dich, o liebe 180* Schmückt das Fest 67* Schönster Herr Jesu 369 63* Schönfter Jesu meine 369 110 Schönster Immanuel 445 150* Schöpfer aller Mensch. 701 152* Schußgott, dessen starte 202 143 Schwing dich auf, o 151 Schwing dich auf zu 281 186 150 599 755 312 449 422 371 75 Sollten Menschen meine 714 20 Sollt es gleich bisweil. 372 28* Sollt ich aus Furcht 600 192 Sollt meinen Gott nicht singen Toptron 469 75 Sollt ich meinen Gott nicht trauen 208 75 Sollt ich meinen Jefum 312 658 192* Sollt ich nicht mit Luft 480 421 171* So recht mein Kind 519 806 Lieder- Regiester. Mel. Seite Mel. Seite 180 Vater aller Gnaden 57 79 Steb doch, Seele, stehe 373 176 Stell alles dein Beginnen 374 77 Sterblicher, du gehst 146 Straf mich nicht in 128 Such, wer da will 147* Sünder, freue dich 62 Süßer Christ, der du 152* Sorge doch, für meine 699 152 Vater, ach laß Trost 253 151 Sorge Vater, sorge du 373 72 50* So ruhest du, o meine 150 128 Vater, der du im Himmel 213 105 So wahr ich lebe spricht 250 152* Vater, kröne du mit 773 161 So wünsch ich nun eine 449 152* Vater, laß mich Gnade 254 147* Speis uns, o Gott 137 Bater, liebstes Vaterherze 602 105 Vater unser im Himmelr. 213 202 Vergebens ist all Müh 374 601 41 Verleih uns Frieden 301 251 177 Versuchet euch doch selbst 660 80 105 Verzage nicht, du traurig 423 56 Verzagenicht, o frommer 423 97 Verzage nicht, o Häuflein 313 56 Verzage nicht, o Mensch. 254 103* Viel besser, nicht geb. 547 73 Voller Wunden, voller 603 31 Vom Himmel hoch, da 101 31 Vom Himmel fam 684 601 24 * Süßer Jesu, deiner 152 Süßer Trost der matten 251 148* Süß ists, für ein ewig 313 T. 101 71* Von des Himmels 759 5* Tag des Zorns, der 78* Theures Wort aus 78* Thut mir auf, die 56 Traur nicht so sehr 152 Treuer Gott ich muß 152* Treuer Hirte deiner heat 783 705 72 450 252 755 113 Treuer Wächter Israels 474 77* Treuster Jesu, wache 773 601 W. 98* Wach auf, du Geist der 756 128 Wach auf, mein Herz, die 662 33 Wach auf, mein Herz und 24 209 Wachet auf, ruft uns 152 Wachet, wachet, ihr 81 663 499 128 Wär Gott nicht mit uns 313 79 Unser Herrscher, unser 602 106 Walts Gott, ich streue 675 105 Uns ist ein Kindlein 178 Walts Gott, mein Werk 43 204* Wann grünt dein 757 66* Wann wird doch mein 426 46 Warum betrübst du 378 152 Warum machet folche 113 148 Warum sollt ich mich 379 148 Warum willst du doch 605 152 Warum willst du draußen 82 187 Was alle Weisheit in 193 177 Was frag ich nech 380 31 Was fürchtst du Feind 18 Was für Kummer 108 Was giebst du denn, o 663 55 Was Gott gefällt 425 55 Triumph, Triumph 152 Tröstet, tröstet, meine 196 11. 203* Umschließ mich ganz 152* Unergründlich Meer 192* Ueberwinder, nimm die 167 727 100 784 43 128* Uns Menschen stehn 537 152 Unsre müden Augenl. 192 Unter jenen großen 661 76* Unter Leiden prägt 480 72* Unter Lilien jener 152* Unter meinem Schmerz 29 191* Unumschränkte Liebe 292 152* Unverwandt auf Christ 375 108 Ursprung wahrer Freuden 186 187 Von ganzem Herzen 604 176 Von Gott will ich nicht 375 31 Vor deinen Thron tret 14 215 Vor dir, Herr Jesu, steh 230 200* Vor dir, Todesüberw. 759 178* Vor Jesu Augen 770 V. 178 Valet will ich dir geben 538 116 380 Lieder- Regiſter. Seite Mel. 780 712 496 668 381 102* Wer ist der Braut 201 Wer ist es, der die 71 Wer ist wohl, wie du 106 Wer nur den lieben 106* Wer nur mit seinem 106 Wer seinen Jesum recht 387 202* Wer sich auf seine 176 Wer sich im Geist 78* Wer sind, die vor 728 201 Wer unterm Schirm 427 106 Wer weiß, wie nahe 282 184 Wer will doch zweifeln 430 106* Wer will mich von der 431 202 Wer wird, o Gott, der 430 151 Wer wohl auf ist 665 64 381 552 103 Was ists, daß ich mich 177 Was kann ich doch für 263 128 Waskann uns kommen an 452 1 Was Lobes jolln wir 202 Was mein Gott will 103 Was soll ich ängstlich 201 Was soll ich doch, o 33 Was soll ich Jesu 174* Was wär ich ohne dich 128 Was willst du, armer 176 Was willst du dich betr. 152 Weg, mein Herz, mit 128 Weh mir, daß ich 481 539 378 470 255 204* Weß ist das Fest 757 256 32* Wie bist du mir so 765 481 666 78* Weicht, ihr Berge 180* Weicht, ihr finstern 426 58 Weil ich Jesu Schäflein 765 106 Weil nichts gemeiners 663 146 Weine nicht, Gott lebet 606 177 Welch eine Sorg und 607 136 Welt ade, ich bin dein 538 126 Welt, gute Nacht 609 685 711 152 Wie der Hirsch in großen 430 103* Wie elend müßt ich 53 Wie fleucht dahin der 128 Wie Gott mich führt 204 Wie groß ist deine Herrl. 731 174* Wie groß ist des Allm. 733 29 Wie grundlos sind 92* Wie herrlich ists ein 97 Wie ist es möglich 185 Wie lang, o Herr, wie 135* Wie mit grimmen 204* Wie schön ists doch 204 Wie schön leuchtet 204 Wie schön leucht uns 202 Wies Gott gefällt 608 29 Wend ab deinen Zorn 485 128 Wenn dein herzliebster 151 152 Wenn dich Unglück hat 214 19* Wenn doch alle Seelen 384 177 Wenn einer alle Kunst 377 85 Wenn endlich, eh es 433 54 Wenn ich die heilgen 205 59* Wenn ich ihn nur habe 765 24* Wenn ich in Angst und Noth 611383 738 83 Ge 777 31 Wenn ich in Angst und Nöthens 424 128 Wenn ich, o Schöpfer 733 103* WennkleineHimmelserb.739 31 Wie sicher lebt der 178 Wie soll ich dich empf. 152 Wie so sehr mein Herz 258 177 Wie wird doch so gering 666 213 Wie wohl hast du Bal 283 203* Wie wohl ist mir, o 451 31 Willkommen, auferstandn 168 125 Wenn meine Sünd mich 152 26* Willkommen, Held im 747 128 Wenn mein Stündlein 539 178 Willst du von deinem 432 31 Wenn Menschenbülf 428 103 Wir Christenleut 75 Wenn sich Alles widrig 428 31 Wenn wir in höchsten 429 79* Werde licht, du Stadt 116 152 Werde munter, mein 202 Wer Gott vertraut 84 Wer Jesum bei fich 75 Wer im Herzen will 102 105 Wir danken dir, Gott 314 31 Wir danken dir, HerrJesu 176 55 Wir danken dir, Herr Jesu 152 31 Wir danken dir, o Jesu 284 452 31 Wir danken dir, o treuer 264 382 31* Wir danken Gott, für 64 664 123* Wird das nicht Freude 784 44 Miel. 175 Was Gott thut, das 175* Was Gott thut 230* Was hab ich dir gethan 106 Was hinket ihr 745 376 381 428 807 Seite 719 499 608 429 432 383 431 500 774 314 25 Lieder- Register. Seite Mel. 808 Mel. 195 Wir glauben All an einen 209 44* Wir glauben All und 704 176 Wir haben jetzt vern. 492 178 Wir heben unsre Augen 106 Wir liegen hier zu 128 Wir Menschen sind zu 202 Wir singen All mit 55 Wir singen dir, Imman. 201 Wir wissen nicht 31 Wo bist du Gott 128 Wo Gott, der Herr 31 Wo Gott zum Haus 152 Wohl dem, der den 31 Wohl dem, der fest 667 177 Wohl dem, der Jakobs 667 178 Wohl dem, der Jesum 316 31 Wohl dem, der in Gottes 385 178 Wohl dem, der richtig 104 Wohl dem, der sich auf 152 Wohl dem Menschen 31* Wohl einem Haus 150* Wohl mir, Jesu Christi 94 Wohl stehts im Land 31 Wo ich nur geh 204* Wo ist ein solcher Gott 45* Wollt ihr wissen, was 150* Womit soll ich dich 36 Wo soll ich fliehen hin 493* Wo willst du hin, weils Seite 76* Wunderanfang 728 113 Wunderbarer Gnadenth. 103 191 Wunderbarer König 609 498 152 Wunderlich ist Gottes 669 702 315 168 3. 102 475 147* Beige dich uns ohne 491 176 3euch ein zu meinen 315 126* 3euch hin, mein Kind 384 128* 3euch, Israel, zu 385 73 187 540 434 384 766 745 778 259 45 293 177 497 433 79 Beuch mich, zeuch mich 94 Zeuch uns nach dir 209* Zieht in Frieden 152 Zion, gieb dich nur 152 Zion klagt mit Angſt 434 717 152 3ions Burg ist meine 73 385 105* 3u deinen Füßen liege 29 386 83 Zu dieser österlichen Zeit 168 387 215 Budir, Herr Jesu, komme 260 98* Zu dir ist meine Seele 453 56 Zu dir, o Gott, erhebet 500 178 Bu dir von Herzens 292 476 26 207 Zu Gott allein hab 317 177 Zum Bilde Gottes 293 128 Zur Lammes Hochzeit 284 31 Zwei Ding, o Herr, bitt 113 3weierlei bitt ich von 64 64 Geiſtreiches nedurnis 142 ngon nedsm si I did I muinin niks te Gebet- Buch darinnen Par DE $ 10 side anu, chid spist, S hi TONE motti that and a 2 NG 1108) MU, and dies Morgen- und Abend- Segen Tomion#n HOP bint bus a dose auf alle Tage in der Woche, wie auch digni tim dpoll Sonn- und Festtags-, Buß-, Beicht-, Communion, Danksagungs-, Berufs-, Standes-, Kreuz-, Anfechtungs-, Krieges, Hungers-, Pestilenz-, Wetter, Reise-, Krankheits- und Sterbe- Gebete enthalten; res 19 fitboo pi? THE Evangelischen Lehrer geistreichen Büchern mit allem Fleiß zusammengetragen 3intons pu 1918 aus and moda de la cos ud Arndts, Gerhards und anderer und in richtiger Ordnung verfaſſet. 100 18 Stettin. Druck und Verlag von F. Hessenland. Register über die Gebete, so in diesem Buche zu finden sind. $ eilige Vorbereitung zum Gebet pag. 4 Morgen- Gebet am Sonntage Dantjagung für die Geburt 34 JEsu Christi Gebet am Neuen- Jahrestage 36 5 Gebet auf den heiligen drei Königs- Tag 6 37 am Tage der Reinigung Mariä 38 am Tage der Verkündi38 40 Abend- Gebet am Sonntag Morgen- Gebet am Montage 8 9 Abend- Gebet am Montage Morgen- Gebet am Dienstage 10 Abend- Gebet am Dienstage 11 Morgen- Gebet am Mittwoch 13 Abend- Gebet am Mittwoch 14 Morgen- Gebet am Donnerstage16 Abend- Gebet am Donnerstage 17 Morgen- Gebet am Freitage 18 Abend- Gebet am Freitage Morgen- Gebet am Sonnabend22 Abend- Gebet am Sonnabend 23 Tägliches Gebet nach jedem gung Mariä am grünen Donnerstage 39 am Charfreitage Danksagung für die sieghafte Auferstehung JEfu Christi 41 Von der Himmelfahrt JEſu 42 Christi 20 44 Danksagung für die Sendung des Heiligen Geistes Gebet am Fest der heiligen Dreieinigteit 45 Gebet am Tage Johannis 25 des Täufers 46 Morgen- und Abend- Segen 25 Gebet vor Lesung der Bibel des Morgens vor Lesung der Bibel des Abends Danksagung des Morgens Am Tage Mariä Heimsuchung 46 Am Tage Michaelis 46 des Abends Gebet wenn man in die Kirche gehet Gebet in der Kirche - wenn man das Kyrieleison finget bei der Epistel : = : = 26 27 Allgemeine Beichte Kurzes Kirchen- Gebet' Allgemeines Kirchen- Gebet Gebet für Kranke und Nothleidende, welche in der Kirche Fürbitte begehren 26 26 Morgen- Segen, wenn man zur 26 47 Beichte gehen will Eine Ermahnung zur Buße 48 Seufzer, wenn man GOtt um Vergebung der Sünden bitten will 27 28 wenn das Evangelium gelesen wird vor der Predigt nach der Predigt : 28 28 29 29 30 30 : = Gebet um wahre Buße und Belehrung : = = 48 49 um herzliche Buße 49 um unverzügliche Buße 50 um wahre Buße und Erkenntniß der Sünden 50 vor der Beichte 52 53 : Seufzer vor der Beichte 54 33 Gebet wenn man zum BeichtStuhl gehen will Allgemeine Beichte, so in Bom51 mern gebräuchlich ist Seufzer unter währender Anfündigung der Absolution 55 33 Dantiagung nach empfangener 34 Absolution 33 Gebet wenn man aus der Kirche gehen will Seufzer beim Ausgange Gebet auf den Advent 55 Eine Eine andere Danksagung Abend- Segen, wenn man zur Beichte gewesen Morgen- Segen eines Commu56 nifanten 57 Gebet vor dem h. Abendmahl 58 Um würdigen Genuß des heil. Abendmahls Gebet vor Genuß des heil. Abendmahls 59 Ein anderes : Seufzer wenn man zum Altar tritt 61 : Seufzer beim h. Abendmahl 62 beim Empfang des heil. Leibes Chrifti 62 Bei Empfang des Blutes Chr. 62 Seufzerlein nach Empfang des Leibes und Blutes Christi 62 Ein anderes 63 Danks. nach dem heil. Abendm. 63 Gebet um neuen Gehorsam 64 - eines Communifanten zum Beschluß des Tages Gebet um seinen Beruf glücklich zu verrichten 64 65 So man an die Arbeit gehet 66 Danksagung nach der Arbeit 66 Gebet so oft die Glocke schlägt 66 = um zeitliche Nahrung 67 um Glück und Segen zur Haushaltung 67 um das tägliche Brodt 67 um zeitliche Güter 68 eines Predigers für seine Zuhörer 68 69 69 70 : : Register über die Gebete. 55 : C E 60 61 eines Kriegs- Bedienten oder Soldaten eines Kaufmanns oder Kaufdieners eines Künstlers oder Handwerkers eines Bauern oder Acker70 71 Gebet der Eltern für ihr Kind, welches in der Fremde ist 72 Gebet in Kreuz und Leiden 73 Gebet, daß wir uns stets in unserm Kreuz mit Christo trösten Gebet in Kreuz und Widerwärtigkeit Gebet, darinnen wir erkennen, daß uns ohne den Willen GOttes nichts begegnen kann 73 Gebet um gnädige Erlösung aus dem Kreuz Gebet wider die Versuchung des Teufels Seufzer um Trost in Trübsal 74 Gebet in Verfolgung Um Fröhlichkeit des Herzens 74 Gebet in Kriegs- Zeiten In Hunger und Theurung Zur Zeit der Pestilenz Gebet wenns donnert Danksagung nach dem Ungewitter 75 mannes Gebet eines Unterthanen für feine Obrigkeit Gebet Chr. Eheleute, die GOtt mit Leibes- Frucht geſegnet 71 Gebet der Eltern für ihre Kinder 71 Gebet der Kinder für ihre Eltern 72 73 = 73 RENERELL LEE EE LESS T 73 74 74 75 76 76 76 Gebet um Sonnenschein = um gnädigen Regen wenn man zu Lande verreisen will Danksagung nach der Reise zu Lande 78 Gebet wenn man zur See verreisen will Gebet in der Ausfahrt zur See 78 Morgen- Segen zu Schiffe Abend- Segen zu Schiffe Gebet um glücklichen Wind 80 Bei gefährlichem See- Sturm 80 Danksagung nach vollbrachter Reise zu Wasser Gebet um ein seliges Ende 81 Morgen- und Abend- Gebet eines Kranken 81 куку 77 77 78 79 81 82 Tägl. Gebet eines Kranken 82 Gebet in Todes- Nöthen Kurze Seufzer in Todes- Noth 83 Gebet in letzten Zügen Gebet wenn der Sterbende ver= 84 scheiden will 84 Gebet wenn der Sterbende oder Kranke verschieden ist )( 4 84 Heili Heilige Vorbereitung zum Gebet. & ott Ott Vater: Sohn und Geist verleih, Daß mein Gebet erhörlich sei. Hör' Vater! und vertritt mich, Sohn, Geist des Gebetes, gieb den Ton! mein Vater, ich GOtt Sohn! mein Erlöser, löse dein Kind erscheine vor meine Zunge mit dem Finger deideinem Angesichte, und ner Allmacht. Thue auf den Mund flopfe mit einem brünstigen Abba zum Lobe, das Herz zum Gebete. an dein väterliches Herz. Ich will beten, denn mich locket deine Barmherzigkeit. Ich soll beten, so erfordert es meine Dürftigkeit. Wie kann ich aber beten, ohne deines Geiftes Beredsamfeit? Darum laß mir denselben in meiner Schwachheit aufhelfen. Hast du mich gerufen, daß ich zu dir kommen soll, so rufe ich jeßt dich, daß du zu mir kommen mögest. Ich weiß wohl, daß ich nicht werth bin, dein Kind zu heißen! aber ich weiß auch, daß du dich über mich erbarmest, wie ein Vater über sein Kind. Ach so erzeige mir deine Gnade, und verberge dein Angesicht nicht vor mir. Laß dir wohl gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens. Neige dein Ohr, gönne mir deinen Blic, öffne mir dein Herz. O wie fröhlich werde ich sein über deine Hülfe, wenn du GOtt Heiliger Geist, mein mein Gebet wirst erhören, und Tröster, ach senfze in meinem meine Thränen gesehen haben. Herzen, und schreie in meinem Laß dein Blut heute reden für mich, daß ich mit Freudigkeit hinzu trete zu dem Gnadenstuhl, und Hülfe suche, zur Zeit, da es Noth ist. Zerreiß den Himmel über mir, daß mein Gebet hindurch dringe. Zeige mir durch deine Wunden das briünstige Herz deines himmlischen Vaters. Mache es weich in deinem Blute, daß es gegen michbreche und daran denke, was er mir geredet hat. Ja, wo ich nicht beten kann, so sei du selbst mein Fürsprecher und vertritt mich zur Rechten GOttes. Mach mich frei von der Sünde, damit ich desto freier mit GOtt reden möge. Schweige den Satan, bedräue die Welt, tödte Fleisch und Blut, daß mein Gebet im Glauben desto lebendiger, in der Liebe desto himmlischer, in der Versuchung desto sieghafter sei. Du wirst's wohl machen. Munde Gott Bater! Morgengebet am Sonntage. 5 Munde. Ohne dich kann ich mei- so beten, damit ich nicht die Antnen Jesum teinen HErrn heißen. Ohne dich habe ich kein Zeugniß der göttlichen Kindschaft. Ohne dich kann ich nichts thun. Ach, so wirke doch in mir jeht, du Geist des Gebets. Lege alle Worte auf meine Lippen. Presse alle Seufzer aus meiner Seele. Gieb in mir eine heilige Stille. Reinige die Sinne von aller eitlen Absicht. Erleuchte den Verstand, heilige den Willen, befestige den Vorsatz, vermehre das Vertrauen, gründe die Hoffnung, erwede die Geduld. Mein Herz sei dein Bethaus. Meine Seele dein Sela. Laß mich alwort hören möge: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Oheilige Dreifaltigkeit! Erhöre mich! Erhöre mich! Erhöre mich! Ich bete an zu deinem Fußschemel. Ich liege vor dir auf deine Barmherzigkeit. Heiliger GOtt! Barmherziger GOtt! Wahrhaftiger GOtt! Ich halte dir vor deine Allmacht. Ich berufe mich auf deine Liebe. Ich gründe rich auf alle deine Verheißungen. Ich lasſse dich nicht, du segnest mich denn. Sprich nur ein Wort, so heißt es Amen, in deinem allerglorwürdigsten Namen. Amen. Du hochgepries'ne Majestät, Erhör' mein sehnliches Gebete, Daß es von Herz zu Herzen geht. Und da ich jezzo vor dich trete, So sieh auf mich von deiner Höh, Bis ich mit Abend von dir geh. Tägliche Morgen- und AbendAndachten. Morgengebet am heiligen Sonntage. Mein GOtt, die Sonne geht| men. Laß es nun auch lichte werherfür, Sei du ein helles Licht in mir. Du Sonne der Gerechtigkeit, Vertreib der Sünden Dunkelheit. den in meinem Herzen, du Vater des Lichts, daß ich in deinem Lichte sehe das Licht und darinnen wandele. Bewahre meinen Fuß, wenn ich heute zu deinem Haufe Bott Ott Vater, mein Schöpfer, gehe. Meine Seele verlanget und o wie heilig ist dieser Tag, fehnet sich nach deinen Vorhöan welchem du selbsten geruhet fen. Lege dein Wort in meinen haft. Ich komme von der Mund. Erfülle mit deiner StimRuhe, und gehe zur Rube. Ge- me meine Ohren. Erleuchte mit ruhet habe ich diese Nacht in deiner Wahrheit meine Augen. deinen Armen, dafür danke ich Rühre mit deinem Finger meine dir. Diesen Tag willst du in mei- Lippen. Erfülle mit deiner Sünem Herzen ruhen, darüber freue Bigkeit mein Herz. Laß meine ich mich. Die Nacht ist vergan- Gottesfurcht gen, der Tag aber herbei kom- sein, und meinen nicht Heuchelei Gottesdienst nicht a 6 Abendgebet am Sonntage. nicht Menschenwerk. Wenn ich ben. Tröste mich in der Anfechmit dem Zöllner in deinem Vor- tung. Bereite mich zu einem hofe stehe, so sei mein erster seligen Sterben. So werde ich Seufzer: GOtt fei mir Sünder nicht nur ein hörer, sondern gnädig! auch ein Thäter sein. Du aber wirst geben das Wollen und das Vollbringen, und die gute Beilage in mir bewahren, ja verfiegeln, bis auf den Tag meiner Erlösung. GOtt Sohn! mein Heiland, dieser Tag ist dein. An dem bist du auferstanden. Ach! laß mich heute auferstehen vom Irrthum zur Wahrheit, von der Sünde zur Heiligkeit, vom Trauern zu der Heilige Dreifaltigkeit, heilige Zufriedenheit. Du bist der Weg, mich heute durch und durch, sei die Wahrheit und das Leben. Ach, du alles in mir, so vermag ich rede heute von deinem Heilig- alles durch dich. Mache dir einen thum, so bin ich froh. Ich lege Tempel in meinem Herzen, so mich an deine Brust; tränke wird meinem Hause heute Heil mich mit der Milch des lautern widerfahren. Wohne nicht nur Evangelii. Du aber lege dich bei mir, sondern bleibe auch in durch dein Wort in mein Herz, mir. Die Gemeine der Gläubigen daß ich reichen Trost von deinem fei an diesem Tage ein Herz und Hause habe. Erhalte mein Herz eine Seele. Niemand diene dir bei dem Einigen, daß ich deinen mit falschem Herzen. Behalte Namen fürchte. Baue dieses alle Frommen in einer heiligen Land, und wässere es; denn Ruhe, bis wir noch eine Ruhe deine Brünnlein haben Wassers finden, welche dem Volke GOttes die Fülle. Streue deinen Samen vorhanden ist. Dort werden auf ein gutes Feld, daß es hun- wir mit allen Auserwählten dertfältige Früchte bringe. Laß einen Sabbath nach dem andern dein Wort sein mein Licht aufhalten. Amen. dem Wege, meinen Weg zum Himmel, meinen Himmel im Herzen; so werde ich Lust an deinen Beugnissen und selbst einen lustigen Sabbath haben. Senfzerlein. Mein Herz ist willig und bereit, Dir heilige Dreifaltigkeit Ein Heiligthum in sich zu bauen, Ach! tehre gnädig bei mir ein. Und laß mich deinen Sonnenschein Bis auf den späten Abend schauen. Hierauf fann angeſtimmt werden: Licht vom Licht, erleuchte. p. 51. GOtt, Heiliger Geist, mein Tröster, der Tag ist auch dein Tag, an welchem du sichtbarlich bist ausgegossen worden. Ergieße dich heut über mich, gieße dich heute in mich. Zeige mir an diesem Sonntage die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Falle du auf mich, wenn ich das Wort höre. Laß Mein GOtt, die Sonne geht mir's durch die Ohren in's Herze zur Ruh, gehen. Schreibe es durch deinen Komm, drücke mir die Augen zu; Finger in meinen Sinn. Reini- Doch lasse deinen Geist mich ge mich in der Buße. Befestige Abendgebet am heiligen Sonntage. schauen, mich im Glauben. Erbaue mich So darf mir vor der Nacht nicht in der Liebe. Vessere mich im Legrauen. GOtt Abendgebet am Sonntage. 7 Ott Vater, mein Wächter, du an mit dem Purpur deines VerHüter Israel. Ich nehme dienstes. In diesem Schlaftleide meine Zuflucht an diesem Abend werde ich süß ruhen, bis der Tag zu deinen offenen Augen. Du anbricht und der Morgenstern schläfest noch schlummerst nicht; aufgeht in meinem Herzen. ich aber muß beides thun, daß der müde Leib erquicket werde. Erleuchte demnach meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe. Ich habe heute die Wunder in deinem Geset gesehen. Wie deutlich hast du mich gelehret, wie väterlich vermahnet, wie treulich gewarnet, wie herzlich getröstet! Aber ich erschrecke, wenn ich dagegen auf mich sehe. Wie sparsam habe ich dich gehöret, wie laulich dich geliebet, wie ungern dir gefolget, wie muthwillig deinen Zug verachtet. Ach, laß mich das Wort, welches ich verachtet habe, nicht richten an jenem Tage. Laß nicht die Sonne über meine Bosheit und deinen Born untergehen. Gnade für Recht bitte ich. Erbarmen für Züchtigung. Sei auch in der Finsterniß mein Licht, daß ich morgen zu einem neuen Licht und Wandel auferstehe. GOtt Sohn, mein Hirte, mache mir jetzt in deinem Blute eine schöne Abendröthe. Dein Schäflein leget sich in deinen Schooß. Dein Hühnlein wirft sich unter deine Flügel. Dein Jünger( deine Jüngerin) schmieget sich an deine Brust. Bewahre mich wie deinen Augapfel. Seße mich wie ein Siegel auf deinen Arm. Halte mich wie einen Ring an deinem Finger. Laß deine Liebe meinen Traum, und dein Wort das Gespräch meines Herzens auf meinem Lager sein. Deine Linke lege sich unter mein Haupt, deine Rechte herze mich. Kleide mich aus von den heutigen Sünden, und kleide mich GOtt Heiliger Geist, mein Beistand, versiegle in mir, was ich diesen Tag gehöret habe. Du hast mir Himmel und Hölle vorgestellet, Segen und Fluch angekündiget, Leben und Tod zur Wahl gegeben. Laß mich also wählen, daß ich das Beste und Einige erwählen möge. Sei mir ein Brunn des lebendigen Wassers, das ins ewige Leben quillet. Zertheile in mir die angeborene Finsterniß durch dein himmlisches Licht; lösche dagegen die Liebe der Welt in meinem Herzen aus. Laß mich diese bevorstehende Nacht in deiner Liebe einschlafen und in derselben auch wiederum fröhlich erwachen. Ermuntre meine Seele durch heilige Bewegungen, daß sie stets zu dir wache, obgleich der Leib schläfet. Zeige mir auch im Bette meinen Sarg und in meinem Schlafe den Tod, daß mich der letzte Schlaf nicht übereilen, sondern wachend und betend finden möge. Tröste die Betrübten, beruhige die Unruhigen, bekehre die Boshaften. Heilige Dreifaltigkeit, meiner Väter GOtt, erbarme dich der Meinen und aller Menschen. Laß deinen heiligen Sonntag überall Strahlen der Liebe und Gnade zurücklassen. Deine Sonne gehe Keinem unter, der dich nur erkennet und liebet. Niemand ist gut, denn du einiger GOtt. Laß uns von dir nichts trennen, o du unzertrennliches Wesen, bis wir zu dem ewigen Sabbath kommen und das Dreimal Heilig unaufhörlich rufen werden. Amen. Seufa 2 8 Morgengebet am Montage. Seufzerlein. Schließ dich, o Herzenstempel, zu, Denn GOtt hat in dir seine Ruh. Die Ueberschrift steht an der Thür: GOtt Vater, Sohn und Geist ist hier. Der Sabbath ist vergangen. p.51. Morgengebet am Montage. Mein GOtt, erwecke Herz und Mund, Ott Vater, mein HErr, das GOtt Sohn, mein A und O! Mit dir trete ich in eine neue Du bist der erste und der letzte. Woche; vertritt mich mit deiner träftigen Fürbitte, daß ich in deinem süßesten JEsus- Namen viel Segen erbitte. Der Tag führet den Namen vom Monde, der Mond hat sein Licht von der Sonne. Du bist das wahre Licht und der Glanz der Herrlichkeit. Ertheile mir nur ein Fünklein von dem Lichte deiner ist dein Name, denn du Gnaden, so werde ich heller sein willst deine Ehre keinem Andern als der Mond. Der Mond nimmt geben. In diesem allerheiligsten ab und zu; laß mich im Bösen Namen stehe ich jetzt auf und ab- und im Guten hingegen zubringe dir am ersten Wochen- nehmen. Und sollte heute der tage die Erstlinge meiner Lippen. Tag kommen, an welchem Sonne, Ich preise dich, Vater und HErr Mond und Sterne verfinstert Himmels und der Erden, daß werden, so mache mich theilhaf du mich die verwichene Nacht tig deines ewigen Lichtes, daß mit deiner Gnade bedecket, mit ich in deinem Reiche leuchte wie deiner Liebe überschattet, mit des Himmels Glanz, wie die deiner Allmacht umgeben hast. Sterne immer und ewiglich. InSei gelobet, o du verborgener dessen segne mich, so lange ich GOtt, daß du mich so wohl in dieser Hütte wohne. Segne verbirgest, und jetzt aus dem alle Tritte, die ich auf deinen Verborgenen wiederum ans Licht Wegen thue. Segne alle Worte, hervortreten läsfest. Fülle mich die von meinen Lippen gehen. nun auch frühe mit deiner Gnade, Segne alle Werke, die ich in frühe wollest du meine Stimme meinem Beruf treibe. Segne alle hören, frühe will ich mich zu| Bissen, die ich in meinen Mund dir schicken und darauf merken. stecte. Segne alle Menschen, mit Ich komme heute zum Anfange denen ich umgehe. Segne auch der neuen Woche. Im Namen alles Kreuz, daß es zu meinem unsers Gottes werfe ich mein Besten diene. Panier auf. Ich rufe dich, daß du mir beistehest in dem, wozu du mich berufen hast. Du bist der Brunnquell alles Guten, laß deine Brünnlein reichlich auf mich fließen. Du bist meine Kraft, kräftige meinen Leib und Seele. Du bist mein Licht, sende deine Weisheit herab von deinem heiligen Himmel, daß sie bei mir sei und mit mir arbeite, damit ich erkenne, was dir wohlgefalle. Erneure deinen Gnadenbund, Daß dieser Woche erster Tag In dir gesegnet heißen mag. GOtt Heiliger Geist, mein Pfleger, pflege meiner mit Geist und Gnade. Mache in der neuen Woche aus mir einen neuen Menschen und laß mich in einem neuen Leben wandeln. Gieb mir Gaben, daß ich dieselben GOtt Abendgebet am Montage. 9 GOtt und meinem Nächsten| Drum nimm auch diesen Abend an, wiedergeben kann. Erwecke in mir Was deinen Ruhm vermehren Lust und Fleiß zu den Werken kann. meines Berufs und betäube bingegen mein Fleisch und Blut, welches zu lauter Trägheit geneigt ist. Mache meinen Verstand weise auf's Gute, meiner Willen begierig zum Guten, mein Herz beständig im Guten. Guter Geist! führe mich auf ebener Bahn. Führe auch alle meine Lieben und behüte uns und alle Frommen vor Unsegen. Heilige Dreifaltigkeit, du bist reich von Barmherzigkeit, erbarme dich unser. Du bist die Liebe selbst, ach! so liebe uns je und je und zieh uns zu dir aus lauter Güte. Gieb Friede im Lande, jegne einen Jeden in seinem Stande. Laß unser Herz und Haus deines Ruhms voll werden. Wenn die Tage unsers Leidens werden ein Ende haben, so laß uns einen Tag anbrechen in deinen Vorhöfen, der besser ist, denn sonst tausend. Indessen rufen wir: Gelobet sei der HErr täglich! Amen. Seufzerlein. GOtt Lob! der Anfang ist gemacht, Ich habe mein Gebet vollbracht, Und gehe nun an den Beruf, GOtt, der die Welt und mich erschuf, Wird Kraft von oben mir verleihn, Der Anfang und das Ende sein. Ein neuer Tag, ein neues. p. 51. Gott Ott Vater, meine Stärke, Dank sei dir, daß du mich stark gemacht, des Tages Last und Hiße zu ertragen. Lob sei dir, daß du ein väterliches Aufsehen auf mich gehabt und in meinem Beruf mannigfaltig gesegnet hast. Groß sind deine Wunder und deine Wohlthaten. Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du hast mir heute viel Gutes gethan; allein ich habe dir leider viel Böses dafür bewiesen. Mein Gewissen zeiget mir mehr Flecken, als der Mond in seinem Lichte. Ja, der Montag überzeuget mich einer großen Finsterniß meines Herzens. Mein Mund beklaget es. Mein Herz bereuet es. Ach richte, HErrr, dein Angesicht nicht wider mich, sondern auf mich. Sei mir Sünder gnädig. Errette mich von der Obrig feit der Finsterniß, und laß mich nicht im Schatten des Todes sizzen. Ueberschatte mich aber mit deiner Rechten in der gegenwärtigen Nacht und lasse meine Zuversicht unter deinen Flügeln sein. Sei mir eine feurige Mauer, mein Schild wider alles Schref= ken, meine Ruhe in der Unruhe, mein Leben, wenn ich als ein Todter liegen werde. GOtt Sohn, mein Heil, ach nimm doch alles Unheil von mir, welches meine Sünde heute angerichtet. Heile die Wunden meines Gewissens, daß ich nicht Abendgebet am Montage. heulen dürfe vor Unruhe meines HErr Zebaoth, dein Ruhm verdient, Herzens. Streich dein Blut an die Pfosten meiner Kammer, daß der Würgengel vorüber gehe. Ich will mein Herz mit deinem theuren Namen versiegeln. Laß dieses meine Losung, laß dieses a 3 mein Daß er in meinem Herzen grünt, Daß es ein Tag dem andern Tage Und eine Nacht der andern sage. 10 Morgengebet am Dienstage. mein Zeichen sein, daß ich dir| über Reiche und Arme. Habe zugehöre, und der Satan kein ein Aufsehen auf deine AuserTheil an mir habe. Bleibe bei wählten. Behüte Verwandte und mir, denn es will Abend werden, Bekannte. Schüße Einheimische und der Tag hat sich geneiget. und Fremde. Segne Freunde und Sehe ich um mein Lager nichts Feinde. Sei aller Nothleidenden als ein finsteres Aegypten, so laß GOtt, aller Betrübten Trost, doch ein lichtes Gosen durch dei- aller Schlafenden Hüter und nen Glanz in meinem Herzen Wächter. Niemand ist gut, als sein: denn auch Finsterniß ist du, einiger GOtt, also verleihe nicht finster bei dir und die Nacht auch uns allen in dir eine gute leuchtet, wie der Tag, wo du bist, Nacht. Amen. o du Licht vom Lichte. Himmlischer Salomo, stelle deine Star fen um mein Bette und laß mich mit Augen des Geistes sehen, daß derer mehr, die bei mir sind, als derer, die wider mich sind. Du Engel des großen Raths, laß mich nicht der Engel mangeln, sondern berathe Leib und Seele mit deinen heiligen Wächtern, daß ich bei deinem Schuß sicher ruhen möge. GOtt Heiliger Geist, mein Trost, habe Dank, daß du viel Gutes heute in mir gewirket hast. Sei gepreiset, daß du viel Böses heute in mir verhindert hast. Es ist dein, was ich Löbliches gethan habe: mein aber, gefehlet und versehen ist. Habe ich heute den Tempel meines Herzens verunreiniget, ach! so weiche was mir. und reinige ihn wiederum in dem Blute des Lammes. Seße das Siegel wieder auf mein Herz, welches ich durch meine Sünde abgerissen. Ueberschattemichheute, du Kraft des Höchsten. Bezeuge in mir die göttliche Kindschaft. Zeige mir im Schlafe die himmlische Erbschaft, und bereite mich durch Erblickung des Todes zu meines Lebens seliger Endschaft. Heilige Dreifaltigkeit! von dir sind alle Dinge und wir in dir. Odu unerforschliche Tiefe des Reichthums, erbarme dich heute Senszerlein. Bu guter Nacht! Mein JEsus wacht, i Daß mir die Nacht kein Grauen macht, Jetzt schließt die Ruh mein' Augen zu. Mein GOtt ist mein und ich bin jein, Dies soll die letzte Losung sein. Hirte deiner Schafe. p. 52. Morgengebet am Dienstage. Du alter GOtt machst deine Treu An diesem Morgen wieder neu; So komm ich auch von Neuem hier, Und trage dir mein Herze für. Ott Vater, mein Erhalter. erfordert einen neuen Dienst von mir. Ach! sei gepriesen für deinen gnädigen Schuß, der mich die vergangene Nacht umgeben hat. Im Schlafe war ich außer mir, aber du warest in mir. Der arge Feind gedachte es böse mit mir zu machen, aber du, GOtt, hast es gut gemacht, wie es jetzt am Tage ist. O du allergetreuester Menschenhüter, wie groß ist deine Güte, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Habe Dank, daß du meines Angesichts Hülfe und mein GOtt bist. 11 Soll ich laß mich Ich will Morgengebet am Dienstage. GOtt Heiliger Geist, mein Gnadengeist, laß mich auch heute wandeln im Geist, und die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Erleuchte die Augen meines Verstandes, daß ich erkennen möge, welches da jei die Hoffnung meines Berufs. Verleihe das Wollen, wirke das Vollbrinbist. Laß aber auch diesen Mor du, so erfreue auch. gen mit dem neuen Lichte dein mit Thränen säen, so Antlik auf's Neue über mich in it Freuden ernten. leuchten, daß mein Leib und Seele des Morgens deine Gnade, und genese. Hat ein jeglicher Tag des Nachts deine Wahrheit verfeine eigene Plage, so laß auch kündigen. einen jeglichen Tag seinen Segen finden. Sei mir heute wie ein Thau, der das Land befeuchtet. Laß mich nicht nur im Schweiß meines Angesichts, sondern auch im Preise deiner göttlichen Güte mein Brod essen. Deine Hand sei mit mir im Werke, daß ich mit meinen Händen etwas Gutes schaffe. Willst du mich züchti- gen. Du bist der Finger GOtgen, ach so thue es nicht im tes, schreibe JEsum Christum Grimm, daß du mich nicht auf- in mein Herz. Erneuere mich reibest. an dem inwendigen Menschen. GOtt Sohn, mein Immanuel, Herrsche in allen meinen GlieGOtt mit uns! Sei auch heute dern. Gieb mir Einfalt des mit mir. Mache an diesem Tage Herzens und Lauterfeit des Munein Gefäß deiner Gnade und des. Wirke alles in allem nach Ehre aus mir. Bei dir allein ist deinem Wohlgefallen. Laß mich Gnade und viel Erlösung. Sün- jederzeit prüfen, welches das dige ich, ach! so behalte meine Beste sei, und erfülle mich mit Sünde nicht. Falle ich, so laß Früchten der Gerechtigkeit, die mich nicht liegen. Schreibe meine durch JEsum Christum geschehen Schuld nicht auf, sondern ab. zur Ehre und Lobe GOttes. BeTilge meinen Namen nicht aus wahre den theuren Schaß, den dem Buche der Lebendigen. Laß ich in einem irdischen Gefäße mich an diesem Dienstage nicht trage. Und sollte heute mein dienen der Sünde, denn sie loh- letztes Stündlein kommen, so net mit lauter Reue; nicht die bewahre und erhalte mich zum nen der Welt, denn sie bezahlet ewigen Leben. uns mit unserm eigenen Verderben; nicht dienen dem Satan, denn sein Lohn ist in dem Pfuhl. da lebendig, heilig und GOtt Sei mit mir Gieb, das ich dir diene in Heilig- wohlgefällig ist. keit und Gerechtigkeit, welche dir und den Meinen in Glück und gefällig ist. Und alsdann sei auch Unglück, in Gesundheit und mein Schild und mein sehr großer Krankheit, in allen Anliegen. Laß Lohn, ich will vor dir wandeln heute mich nicht und keine Seele und fromm sein. Laß mich dei- verloren gehen. Erhalte uns in nen Geist unter den vielfälligen Einigkeit des Glaubens, im Bande Versuchungen in alle Wahrheit des Friedens und in der Hoffführen. Unter den mancherlei nung unsers Erbes. Mache endTrübjalen aber gieb mir ein herzlich durch einen seligen Tod unnach deinem Willen. Schlägest sern mühseligen Dienstag zu eidu, so verbinde auch. Betrübest nem himmlischen Frei- und Freua 4 dena Heilige Dreifaltigkeit! Jch ergebe mich dir zu einem Opfer, das 12 dentage, und führe uns aus Aegypten durch's rothe Meer der Wunden JEsu ins ewige Canaan. Da wollen wir dir dienen in deinem Tempel Tag und Nacht. Amen. Abendgebet am Dienstage. muß, denn das Ende derselben ist der Tod. Ach, Vater! strafe mich nicht, wie ich verdienet habe. Laß auch an diesem Dienstage das Verdienst deines Sohnes gelten für alle meine Sünde. Weil es dunkel wird, so stelle meine Angesicht, sondern laß sie in den Sünde nicht in's Licht vor deinem Wunden JEsu vergraben sein. mein GOtt! du bist unter uns wie GOtt Sohn, mein HErr und ein Diener gewesen, und haſt Knechtsgestalt an dich genommen, daß du uns von der Sünden= knechtschaft befreien und zur himmlischen Freiheit der Kinder GOttes bringen möchtest. Ach, Dienst der Ungerechtigkeit, daß ich doch von dem hinfort der Sünde nicht mehr diene. Gieb mir deine dienstbaren stehen. Steure, o du Löwe vom Geister zu, die um deinen Thron Stamm Juda! dem brüllenden Ott Vater, mein Hort und Löwen, der mich zu verschlingen es mit Seufzerlein. Nun geht es auf die Arbeit los, Mein GOtt, eröffne deinen Schooß Und schütte Segen aus die Fülle, Nur deine Ehre heißt mein Ziel, Giebst du mir wenig oder viel, Ach! so geschehe, HErr, dein Wille! Angenehme Morgenbl. p. 52. Abendgebet am Dienstage. Die Nacht verlöscht des Tages Licht, Mein Gott, nimm deinen Glanz mir nicht. Zieh du in meinem Herzen ein, So hab' ich immer Sonnenschein. Tag zu Ende, aber deine Güte deinen Augen geleitet, so drücke nicht, welche kein Ende hat. auch nun selber meine müden Ach! daß doch meine Sünde auch Augen zu. Bewahre mich und ein Ende hätte, mit welcher ich das Meinige, denn es ist das diesen Tag mein Gewissen be- Deinige. Wende ab Wassersschweret habe. O ich elender und Feuersnoth, denn du bist Mensch! wer will mich erlösen der Nothhelfer. Behüte vor von dem Leibe dieses Todes. Ich Grauen und Erschrecken. Deine habe leider! an diesem Dienstage Hand kann alles ändern. Du meine Glieder sehr wenig bege- hast mir heute viel Gutes erwieben zum Dienste der Gerechtig- sen, ach, jebe auch dieses hinzu, teit, daß sie heilig würden. Ich daß ich ein dir versöhntes Herz hätte dir allein dienen sollen, zur Ruhe bringen möge. Soll denn Niemand kann zween Herren etwa das Bette zu meinem Grabe dienen; aber so habe ich dem werden, so laß mich an dein Grab Geschöpfe mehr gedienet, als dem gedenken und meine Seele in Schöpfer. Ich bin der Sünden deine Wunden betten. Knecht( Magd) geworden, und GOtt Heiliger Geist, mein Licht habe sie lassen herrschen in mei vom Lichte, laß mir dein Gnadennem sterblichen Leibe, ihr Ge- licht nicht mit der Sonne zu horsam zu leisten in ihren Lüsten. rüste gehen. Schlafen die Augen, Was habe ich nun zu der Zeit so laß doch mein Gewissen wachen. für Frucht? deren ich mich schämen| Laß mich mein Lager lieber mit Morgengebet am Mittwoch. 13 mein Kind. Ein Tag geht nach dem. p. 53. mit Thränen, als mit Sünden GOtt selber ruft: Nun schlaf' beflecken. Behüte mich vor ärgerlichen und entseßlichen Träumen. Mache mein Herz zu deinem Heiligthum, und heilige es in meiner Ruhe durch deine süßen Regungen. Befreie mein Gemüth von der Last aller irdischen Sorgen, und laß mich keine als menschliche Versuchung betreten. So oft ich einen Dienstag beschließe, so oft gieb mir zu bedenken, daß dieses Leben nur ein Diensthaus sei, damit ich mich freue, den Dienst der Eitelkeit und bereite, dir dermaleinst im ewigen Lichte zu dienen. Erhalte mich in deinem Dienst getreu bis in den Tod, auf daß, wo mein JEsus ist, auch alsdann ich, sein Diener ( feine Dienerin) sein möge. Morgengebet am Mittwoch. Brich an, gewünschte Morgenstunde, Du trägest lauter Gold im Munde; In meinem Munde soll allein Mein GOtt mein Gold, mein Alles sein. Ott Vater, mein Erbarmer! mein ist mein Herz ist bereit, ich will singen und dichten. Deine Barmherzigkeit ist es, daß ich nicht gar aus bin. Der anbrechende Tag leuchtet mir nicht so sehr in die Augen, als deine Güte Heilige Dreifaltigkeit, offenbare und Treue, die alle Morgen deine Herrlichkeit auch diese Nacht bei mir neu ist. O wie soll ich an mir und allen Menschen, dich genugsam preisen, daß du die deiner Macht vertrauen, deine so wohl an mir thust! Mitten in Gnade suchen, deines Schußes der Woche, mitten in dem Leben bedürfen. Gedenke an deine mit dem Tode umfangen. Ich lag, Verheißung: ich will dich nicht als wär' ich begraben. Wie leicht verlassen, noch versäumen. Sei hätte mich der Schlaf seinem du, großer GOtt, bei deinem Bruder, dem Tode, überantworkleinen Häuflein; du, reicher ten können! Aber in deiner Kraft GOtt, bei den Armen; du star- stehe ich gefund von meinem fer GOttt, bei den Schwachen; Lager auf. Du hast durch dein du, Vater des Trostes, bei den Aufsehen meinen Odem bewahret, Betrübten; du, Arzt Israels, bei ich will dich preisen, so lange den Kranken; du, ewiges Leben, ein Odem in mir ist. Du hast Seufzerlein. bei den Sterbenden. Verhilf mich behütet wie einen Auguns endlich Allen dahin, wo keine| apfel, mein Auge soll dafür auf Nacht mehr ist, sondern lauter den HErrn sehen. Du hast Licht immer und ewiglich. Amen. meine müden Hände gestärket, ich breite sie aus zu dir. Du haft mein Herz erquicket, ich werfe es dafür als ein Opfer in deinen Schooß. Mein ganzes Leben sei dir ergeben, weil du mich lebendig erhalten hast. Gedente auch heute meiner im Besten. Behüte den Leib vor Krankheit, die Seele vor Verführung. Laß dir a 5 alles Komm, süßer Schlaf, erquicke mich, Mein müder Leib begehret dich, Wirf meine Glieder sanfte bin, Laß alle Schrecken von mir flichn, Bis daß die Nacht ihr Ende find't, Abendgebet am Mittwoch. 14 alles mein Thun und Lassen in deine Hände befohlen sein. GOtt Sohn, mein Mittler, laß mir alle Tage eine Mittwoche jein. Tritt mitten ein bei mir und den Meinen, wie bei deinen Jüngern durch den Kuß des Friedens. Mittle alles heute zu meiner Seligkeit. Segne in meinem Thun Anfang, Mitte und Ende. Sei bei mir mitten in der Arbeit, und erleichtere mir die Last meines Berufs. Sei bei mir mitten im Kreuze, und versuche mich nicht über mein Vermögen. Wenn ich mitten in der Angst wandele, so erquicke mich. Sündige ich, so tritt mitten zwischen mich und den erzürnten Vater mit dem Rauchwerke deiner hohen priesterlichen Fürbitte, damit der Plage gewehret werde. Laß mich auch die Mittwoche erinnern, wie du mich in deinen Weinberg gemiethet, daß ich nicht müßig stehe an dem Markte dieser Welt, sondern als ein treuer Arbeiter in demselben befunden werde. Sollte ich heute sein als eine Rose mitten unter den Dornen, als ein Schaf mitten unter den Wölfen; ach so verlaß mich nicht mit deinem Trost, denn mit dir kann ich alles überwinden. mir ein Herz nach deinem Willen. Reiß die Welt aus meiner Brust, und pflanze hingegen in derselben das Reich GOttes. Laß mich alle meine Berufsgeschäfte im Glauben ohne Zweifel anfangen, in der Liebe ohne Hinderniß fortfeßen, in der Hoffnung ohne Unsegen vollenden. Mache mich tüchtig, wo ich untüchtig, mache mich erleuchtet, wo ich thöricht; mache mich getrost, wo ich betrübet bin. Ohne dich kann ich nichts, durch dich will ich alles thun. Heilige Dreifaltigkeit, sei an dieser Mittwoche mit uns, unter uns, in uns. Wenn alle Berge mitten in's Meer sänken, und die Welt unterginge, so laß uns den= noch erfahren, daß du mitten unter Israel, und daß du der HErr unser GOtt feiest. Wie du, o starker GOtt, dein Volk mitten durch's rothe Meer führtest, so führe uns auch mitten durch alle Angstfluthen hindurch. Erhalte uns mitten in der Anfechtung, wie die frommen Männer mitten im feurigen Ofen. Endlich bringe uns mitten durch Noth und Tod hindurch in's ewige Leben, so wollen wir dir mitten in der Gemeine lobsingen, die bei dir im Himmel ist. Amen. Seufzerlein. Es wolle mich nun segnen GOtt Vater, Sohn und Geist, So kann mir nichts begegnen, GOtt Heiliger Geist, mein Führer, führe mich auch an diesem Tage nach dem Worte meines GOttes, daß ich als ein Kind GOttes sei ohne Tadel, lauter| Was Noth und Uebel heißt. und unsträflich, mitten unter dem unartigen und argen Geschlechte. Mache meinen Gang gewiß auf deinem Fußsteige. Zäume meine Zunge, halte meine Augen, betäube meine Ohren, binde meine Hände und Füße, bedeute mein Herz, wenn böse Gedanken, Worte und Werke hervorbrechen wollen. Behüte mich vor meinem eigenen Willen, und gieb Es muß mir alles Nußen geben, Lieb' oder Leid, Tod oder Leben, Du Aufgang aus der Höhe. p. 53. Abendgebet am Mittwoch. Die Last ist aus, nun kommt die Lust, Die mir in sanfter Ruh bewußt. Mit JEsu wach' und schlaf' ich ein, Wie sollt' ich denn nicht fröhlich ſein? GOtt Abendgebet am Mittwoch. 15 Ott Vater, mein Erretter, Feinde nicht ruhen, so widerſtehe ich will ein Freudenopfer thun und deinem Namen danken, daß er so tröstlich ist. Du rettest mich aus aller meiner Noth. Je mehr ich Tage hinter mich lege, je mehr genieße ich deine Liebe, je mehr schmecke ich deine Freundlichkeit, je mehr erfahre ich deine Treue, je näher komme ich aber auch dem Tage, der allen meinen Tagen ein Ende machet. Ach! daß ich doch einen jeden und also auch den heutigen Tag also zugebracht hätte, daß deine Liebe nicht wäre beleidiget, deine Gerechtigkeit nicht gereizet, mein Gewissen nicht beschweret, meine Strafe nicht gebäufet worden! Ach! ich erkenne die Finsterniß meines Herzens bei diesem duntlen Abende. Die Mittwoche zei= get mir eine Mitternacht meiner Sünde. Wo soll ich hingehen vor deinem Angesicht! Sollte mich richt dein Fluch treffen, daß meine Leuchte verlöschte mitten in Finsterniß? Ach, mein GOtt! züchtige mich nicht nach deiner Gerechtigkeit. Verwandle deinen Richterstuhl in einen Gnadenstuhl. Laß meine Sünde wohl ferne von mir sein, du aber sei nicht ferne von mir. Vergieb mitten unter den Löwen, so laß mich auch mitten unter den Engeln liegen, die ihren Rachen zuhalten. Bin ich wie ein Mensch, der mitten im Meere schläft, so gieb mir dennoch eine Stille in meinem Herzen, daß meine Seele nicht unruhig sein dürfe. Verbirg mich heimlich in deinem Gezelt, welches die Losung hat: Die Liebe ist sein Panier über mir. und vergiß meine Schuld; gedenke aber an deine Huld und sei auch in der zukünftigen Nacht mein GOtt, der sich über mich erbarme. GOtt Sohn, mein Fürsprecher! tilge aus die Handschrift, so wider mich ist. Thue aus dem Mittel, was ich an diesem Mittwoch gesündiget habe. Du Baum des Lebens mitten im Paradiese GOttes, laß mich heute unter deinem Schatten ruhen. Jch suche auch des Nachts dich, den meine Seele liebet. Ruhe bei mir, so jchlafe ich selig. Wo ja meine GOtt Heiliger Geist, mein Redner! laß mich diesen Feierabend mit feurigem Gebete machen. Bin ich heute kaltsinnig gewesen in meinem Christenthum, jo entzünde deine brünstige Liebe in mir, und laß das Fünklein. meines Glaubens nicht in der Asche ersticken. Habe ich gewandelt nach dem Fleisch, so erneure mich im Geist. Lege ich meine Kleider ab, so ziehe mir Jum Christum an. Schließe ich meine Augen zu, so erwecke du mein Gewissen. Seufze ich in der Nacht, so schreie du selbst das Abba für mich. Rede ich mit meinem Herzen auf meinem Lager, so laß den Inhalt meines Gesprächs nichts als meinen Will mir eine JEsum sein. Furcht ankommen, so halte mir vor, daß ich nicht einen knechtischen, sondern einen findlichen Geist empfangen habe, und mich also nicht fürchten dürfe. Heilige Dreifaltigkeit, auf deine Gnade lege ich mich, mit deiner Barmherzigkeit decke ich mich, hinter deiner Allmacht verberge ich mich. Verriegle mein Haus, versiegle mein Herz mit deinem Schuhe. Sei bei uns zur RechSei meiner ten und Linken. Freunde Freund. Erquicke alle Mühselige und Beladene. Gieb uns auf eine geruhige Nacht einen 16 Morgengebet am Donnerstage. einen fröhlichen Morgen. Bis derstand der Macht der Finsterendlich keine Mittwoche mehr sein wird und wir alle dort verfammelt werden, wo das Lamm mitten auf dem Stuhl uns weiden wird. Dir sei Ehre in Zeit und in Ewigkeit. Amen. niß. Nun haben sich meine Kräfte versammelt, meine Glieder er= quicket, und ich stehe gesund vor deinen Augen. Ach Vater! nimm dich auch heute deines Kindes an. Laß deine Barmherzigkeit hervorbrechen wie die Morgenröthe, und der das Land befeuchtet. Gieb, deine Gnade wie einen Thau, daß alle meine Tritte von Segen triefen, die ich auf deinen Wegen thun werde. Schlecht und recht behüte mich, denn ich harre dein. Erlöse mich aus aller meiner Noth. GOtt Sohn, mein König! laß mich auch an diesem Morgen den Scepter deiner Gnade füssen. Wenn dein Angesicht freundlich ist, so ist's mein Leben. Laß auch an diesem Donnerstage dasselbe leuchten, daß meine Seele genese. Sei mir freundlich und fördere Das Werk meiner Hände. Sollte ich ja heute ein verirrtes und Bott Ott Vater, mein Versorger! verlorenes Schäflein werden, ach! meine erste Sorge an die so suche deinen Knecht. Bekehre sem Morgen ist das Lob deiner du mich, HErr, so werde ich unaussprechlichen Güte. Der bekehret; hilf du mir, HErr, so Donnerstag ist nun auch erlebet ist mir geholfen. Behüte mich und ich lebe noch. Dafür bringe vor Sicherheit des Herzens, und ich dir das Opfer meiner Lip- vor Gottlosigkeit des Wandels. pen, und bezahle dir das Ge- Zeige mir deine Fußtapfen, daß lübde meines Herzens. Ich sage ich nicht mir noch der Welt mit Jacob, da er aufwachte: oder dem Satan folgen möge. Wahrlich ist der Herr an sem Beuch mich dir nach, so laufe Orte! Um mein Bette finde ich ich, und wo du mir ein mensch= die Fußstapfen deiner Liebe, die liches Joch auflegest, so laß mich hat meine Wache bestellet, die doch dabei den ganzen Tag in hat meine Ruhe gewirket, die den Seilen deiner Liebe gehen. hat mich jeßo fanft wiederum Gieb, daß dieser und ein jeder aufgewecket. Ach, wer bin ich, Tag, den ich noch zu leben habe, HErr, daß du dich meiner so mein Donnerstag sei, daß ich herzlich angenommen! Du hast mich erinnere des letzten Gerichtsmein Lager nicht zur Todtenbahre, donners, erschrecke vor dem noch mein Haus zur Mördergrube gegenwärtigen Gesetzdonner und werden lassen. Unter deinem also täglich in wahrer Buße Schirm verlachte ich den Sturm erfunden werde. Weil ich nicht der Gottlosen. Deine Macht wi- weiß, wenn das letzte Stündlein Senfzerlein. So bin ich nun in GOttes Hand, Die alles Grauen hat verbannt. Ich fürchte weder Noth noch Tod: Denn wo ich bin, da ist mein GOtt. Mit JEfu will ich schlafen gehn, Mit JEsu wieder auferstehn. Ich suchte dich in meinem. p. 54. Morgengebet am Donnerstage. Mein GOtt, du schaffest dieses Licht, Das jekund durch die Wolken bricht; Laß es auch lichte bei mir werden, Gieb einen Himmel auf der Erden. Abendgebet am Donnerstage. 17 Seufzerlein. So zieh ich meine Kleider an, Und bin mit Jesu angethan, Der kann den rechten Schmuck mir schenken, Jedoch bei Allem, was ich thu, Will ich auch an die letzte Rub Und an den Sterbekittel denten. GOtt, du wohnst in einem. p. 54. lein kommt, so laß mich alle Stunden bereit sein, dir, meinem Könige entgegen zu gehen. GOtt Heiliger Geist, meine Stärke, sei auch in mir Schwachem heute mächtig. Laß mich die sen Tag also leben, daß es mich auf den Abend nicht reuen möge, gelebet zu haben. Zünde mir ein Licht an in dem Verstande und baue dir ein Heiligthum in meinem Willen. Laß mich in dem Rath der Frommen wandeln. Abendgebet am Donnerstage. Meine Seele komme nicht in den Rath der Gottlosen. Mein Fuß trete nicht auf den Weg der Sünder. Lege meinen sündlichen Neigungen Baum und Gebiß an, daß sie in dem Gehorsamdes Reichs Christi behalten werden. Beruhige mein Gewissen, daß Gerechtigkeit und Friede sich in meiner Seele tüssen. Verwandle alle Bitterkeit des Kreuzes in eine Arzenei, und bringe das Licht des Trostes mitten aus der Finsterniß der Trübsale hervor. Gieb mir ein vergnügtes Herz bei meinem bescheidenen Theile. Laß mich nicht begierig sein nach Gütern, die uns eitel machen; sondern pflanze in mir eine Sehnsucht nach den wahren Schäßen, die eine beständige Vergnügung geben und die ich auch im Sterben mitnehmen kann. Heilige Dreifaltigkeit! ich heilige dir heute meinen Leib und Seele. Ach, laß mein Leben und Weben ein stetes Lob deiner Herrlichkeit sein. Wende dich auch zum Gebet der Verlassenen. Erbarme dich deines Erbes. Segne dein Volk. Laß die Meinen nicht aus deinen Augen noch aus deinem Herzen. Leite uns nach deinem Rath, und nimm uns endlich mit Ehren an. Ehre sei dir GOtt in der Höhe. Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Dank und Ruhm sei dir bereit, du HErr der Herrlichkeit! Daß ich wieder einen Tag Fröhlich hinterlegen mag. Ott Vater! mein höchstes Gut, wie gut hast du es abermal den vergangenen Tag mit mir gemachet! Deine Güte ist besser, denn Leben. Wenn ich meine Unwürdigkeit mit der Größe deiner Barmherzigkeit vers gleiche, so muß ich mit Jacob fagen: Ich bin dessen nicht werth, was du an mir gethan hast. Mit was für väterlicher Vorsorge haft du mich berathen! Mit was für getreuer Wachsamkeit hast du mich so viel tausend Gefährlichkeiten entrissen! Mit was für Langmuth hast du mich in meinen Sünden getragen! Mit was für Geduld und Liebe hast du mich zur Buße geleitet. Ach! gieb mir doch eine rechte Empfindung von der Größe dessen, was ich dir schuldig bin. Aber wie erschrecke ich auch, wenn ich bei allem diesem Guten in meinem Fleische nichts Gutes finde. Du hast mich wohl mit Wohlthaten überschüttet, aber ich habe deine Gnade und Gabe mißbraucht. Diese Seile der Liebe habe ich zerrissen. Meine Sünde ist jetzt vor mir, dein Zorn über mir, die Angst Morgengebet am Freitage. 18 Angst der Hölle in mir. O Vater der Barmherzigkeit, wie sündlich ich auch bin, nehme ich dennoch meine Zuflucht zu dir. Bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ach, HErr! vergieb nach deiner Liebe, die du fest zu mir trägest. GOtt Sohn, meine einzige Zuflusht, zu dir flieh ich, verstoß mich nicht. Ich höre wohl an diesem Donnerstage dein Geset donnern, aber auch dein süßes Evangelium Friede und Gerechtigkeit predigen. Habe ich schon große Ursachen, traurig zu sein über meine Sünde, so habe ich doch noch viel größere Ursachen, mich zu erfreuen über deine Liebe, die mich nicht will lassen verloren gehen. Verwandle durch die Liebe den Zorn deines himmlischen Vaters in lauter Gnade, die Finsterniß der gegenwärtigen Nacht in lauter Licht, ja meinen Tod, wenn er heute erfolgen follte, in lauter Leben. Hast du nichts, o Seelenfreund, wo du dein Haupt hinlegest, ach! so lege es heute auf mein Herz, so werde ich in dir ruhen und du in mir. Ich will dich halten und nicht lassen, bis ich dich in meine Kam= mer bringe. Ach, bist du bei mir drinnen, so werde ich wohl bleiben. nen Geist von der Last aller irdischen Sorgen, welche uns oft die Nacht zum Tage machen. Verbanne aus meinen Gedanken alle unreinen Lüste; aus meinen Ohren alle bösen Zeitungen; aus meinen Augen alle Schreckbilder der Hölle. Wecke mich wieder aber mein letztes Stündchen vor einer glückseligen Stunde. Ist der Thür, so laß meinen letzten Blick in die Wunden JEsu gehen. Nur felig, obgleich plößlich. Auf Christum und in Christo ist es am besten schlafen gehen. Heilige Dreifaltigkeit! laß auch heute die Meinen dieses Siegel haben: Der HErr kennet die Seinen. Mache zunichte den Rath der Gottlosen. Heilige die Ruhe aller Frommen. Schüße die Wohnungen Jacobs. Gieb uns diejenigen zu, die um deinen Thron stehen, so wollen wir uns morgen vor diesem Thron bücken und sagen: Der GOtt Jsraels ist mit uns, der GOtt Jacobs schüßet uns. In deinem Namen sprechen wir indessen Amen. Seufzerlein. In IJEsu Namen schlaf' ich ein, Der Feind mag lauter Donner fpein, Die Nacht ist Niemands. p. 54. Ich werde darum nicht erwachen, GOtt Heiliger Geist, mein GOtt wendet einen jeden Schlag, Pfand und Siegel, versiegle mich und kann auf einen Donnerstag auch heute mit dem Zeichen der| Die angenehmste Stille machen. göttlichen Kindschaft. Erinnere mich meines Taufbundes, damit ich im Bündlein der Lebendigen eingebunden bleibe. Baue dir auch im Schlafe einen Tempel in mein Herz und erfülle das selbe mit süßen Träumen. Verlaß mich nicht, wenn mich alle Die Macht der Finsternisse tödte. Menschen verlassen. Wenn ich In deinem Blute stelle mir von mir selbst nicht weiß, so Den rechten Himmelspurpur denke du an mich. Befreie meifür. Morgengebet am Freitage. Gieb, JEsu, daß die Morgenröthe GOtt Morgengebet am Freitage. 19 69 Ott Vater, meine Freude, Tode. Hast du, Sohn GOttes, so stehe ich wieder auf zu mich frei gemacht, so bin ich recht deinem Lobe. Wache auf meine frei. Gieb, daß dieser Tag mir Ehre. Das Herz meiu Psalter, heute und nimmer aus dem Gedie Lippen meine Harfen, klin- dächtniß komme. Heute bin ich gen von deinem Ruhme. Dieser mit Israel aus dem Diensthause Freitag mein Frei- Tag. Mein gegangen, heute hast du meine Auge frei von der Finsterniß, Seele aus dem Kerker geführet, mein Ohr frei vom Schrecken, das danke ich deinem Namen. meine Füße frei vom Stricke Ach! laß mich die herrliche Freides Jägers, mein Herz frei von heit, die du mit deinen Banden allem Grauen der Nacht. O erworben hast, nicht brauchen herrliche Freiheit! das Auge sie zum Deckmantel der Bosheit, het es, der Mund rühmet es, die daß deine Gnade in mir nicht Seele erfennet es. Fahre fort, overgebens sei. Gieb vielmehr, daß allgütigster Vater! in solcher Frei- ich eine Dienstbarkeit mit der anheit mich zu befestigen. Befreie dern verwechsele, die Dienstbarmich von allem, was mir schäd- feit der Sünden mit der Dienstbarlich und dir mißfällig ist. Ziehe feit der Gerechtigkeit. Du haſt meinen Fuß aus dem Nebe, das mich theuer erkauft, laß mich beute mir Welt und Satan gestellet und künftig dein eigen sein, da= bat. Berschneide alle Bande der mit ich mich nicht wiederum in Eitelkeit, die mich fest an die das knechtische Joch fangen lasse. Erde heften und vom Himmel los- Pflanze heute dein Kreuz in mein reißen. Laß meine Begierden Herz, Drücke deine Dornen in nicht ruhen auf Dingen, die keine mein Fleisch, daß es nicht geil werRuhe haben. Schütte in mir aus de. Hefte mich an dich mit Nädeine Gnade, und gieb mir keinen geln der Liebe. Zeige mir durch geringern Reichthum, als dich die geöffnete Brust dein im Blute ſelbst. Mache mich in meinem wallendes Herz als meine einBerufe emsig und vergnügt. Deine zige Freistatt, wenn die Seele Liebe und dein Segen versüße in Aengsten ist. Gieb Balsam mir, was mir zu sauer wird. Frei her aus deinen geheiligten Wun= vom Kreuze will ich an diesem den für mein geängstetes GewisFreitage nicht sein, ich werde sen. Dein im Tode geneigtes auch, leider! nicht frei von der Haupt laß mich heute küssen, wo Sünde bleiben. Dort aber laß ich nach deinem Willen dem Tode mich deinen Trost, und hier dei- begegnen sollte. Das sei meine ne Gnade finden, wenn ich sie Losung an diesem Tage: JEfus, juchen werde. Laß mich im Kreuze meine Liebe, ist gekreuziget. nicht verzagt, in der Sünde nicht verstockt sein; in jenem Linderung, in dieser aber Vergebung erhalten. Sei mein GOtt, der mir hilft, und meine Hülfe, die mich in keiner Noth verläßt. GOtt Heiliger Geist, mein Freund, bewahre mich heute vor aller Sünde, welche ist eine Feindschaft wider GOtt. Laß mich der Welt Feind und GOttes Freund sein, und alsdann auch schmecken und sehen, wie freundO! was lich der HErr ist. für Freiheit werde ich an diesem Freitage befißen, wenn ich meinen GOtt Sohn, meine Freiheit. Der Freitag war dein Sterbetag. Durch deinen Tod hast du mich frei gemacht vom ewigen 20 Abendgebet am Freitage. ben in euch, So hab' ich ein Bette dem Salomon gleich, Und fürchte nicht, daß mich ein Unfall betrübe. nen Verstand und Willen dir Ich lege mein Herze mit Glauvöllig unterwerfen werde; denn wo der Geist des HErrn ist, da ist Freiheit. Gieb, daß ich dem Fleische nicht Raum gebe, noch mich lasse den eitlen Wahn der Welt gefangen nehmen. Reiß mich je Ott Bater, mein Geber alles mehr und mehr los von dem, was Guten, was gebe ich dir irdisch ist, und zeige mir bei allen wieder für alle deine Gaben, Trübjalen, daß auch dermaleinst die ich diesen verflossenen Tag die Creatur frei werden wird von dir empfangen habe? Ich vom Dienst der Eitelkeit zur bin ein Kind des Zorns und herrlichen Freiheit der Kinder dennech hast du mir deine Gnade GOttes. Wir sind Kinder der so reichlich erwiesen. Da ich Freien, und warten auf Jeru- nichts verdienet, so hast du mir salem, das droben ist, das ist die alles gegeben, was mir noth ist. Freie, die unser aller Mutter ist. Alle Wohlthaten, die du über mich Da werden wir vollkommen freiausgeschüttet, sind Früchte deisein, unsere Seele aus dem Tode ner allerbarmenden Liebe. Alles gerissen, unsere Augen frei von Thränen, unser Fuß frei vom Gleiten. Eia, wären wir da! Heilige Dreifaltigkeit, sei heute nicht ferne von einem Jeglichen unter uns, in dir leben, weben und sind wir. Jirael hoffet auf dich; laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, denn du bist unser GOtt. Erhebe über uns das Licht deines Antlizes. Vermehre dein Reich in uns. Bleibe mit deiner Wahrheit bei uns. Laß uns muthig glauben, heilig leben, geduldig leiden, selig sterben. Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn. Amen. Seufzerlein. Ich bitte, JEsu, dich, Dein Blut komm' über mich, Doch aber in Genaden; Da fann mir keine Noth, Kein Elend und kein Tod, Auch gar kein Teufel schaden. Schließet euch, ihr Augen. p. 55. Abendgebet am Freitage. Ihr blutigen Wunden der leidenden Liebe, Kreuz, das du mir zugeschicket, ist eine Wirkung deiner väterlichen Neigung. Und diesen Augenblick muß ich sagen: Bis bieher hat mir der HErr geholfen. Ach, warum habe ich nicht Engelzungen, deine Treue und Barmherzigkeit nach Würden zu erheben! Allein, wie beschämt mich meine Sünde vor deinem Angesicht, daß ich mich fürchten muß, mein Danfopfer werde dir nicht gefällig sein. Es ist wahr, daß der Sünder vor dir nicht bestehen kann; aber das ist auch gewiß, daß du den Sünder in seiner Buße nicht verstoßen willst. Ich will deine heilige VerheiBung ergreifen, daß, wer an JE sum Christum glaubet, nicht soll verloren werden. In diesem Glauben rechtfertige mich. In dieser Gerechtigkeit absolvire mich. Sei mir um Christi willen grädig und barmherzig. Finsterniß bedecket nun das Erdreich, du aber decke mich mit deiner allergetreuesten Liebe. Sende mir deine Nachtwache bis zur fröhlichen Morgenwache. GOtt Sohn, mein Alles in Allem, Abendgebet am Freitage. 21 Allem. Jedermann denket jetund| der Höhe, daß ich wider alle an seine Ruhe: Ich aber denke listige Anläufe des Satans bean meine Sünden. Ach, meine stehen möge. Wenn ich die Gedanken sind heute nicht alle- natten Glieder auf mein Lager mal deine Gedanken und meine werfe, so versichere meine Seele, Wege nicht immer deine Wege daß ich in den Wunden meines gewesen. Ich weiß aber, daß JEsu ruhe. Laß auch mein du nicht Gedanken des Leides, Bette mir von meinem Grabe sondern Gedanken des Friedens predigen, daß ich nicht in Sicherüber mich hast. O! so denke an heit schlafe, wie die Jünger am mich in deiner Barmherzigkeit, Delberge, sondern alle Augenwie du am Kreuze des armen blicke meines Endes gewarte. Schächers gedacht hast. Wirf Stecke das Kreuz meines Erlömeine Sünde in die Tiefe des sers als ein Siegeszeichen vor Meeres, daß ihrer nimmermehr mein Bette. Das soll meine gedacht werde. Gedenk', o HErr, Ruhe, das soll meine Ehre sein. der schweren Zeit, darin der Leib Bekehre auch alle Feinde des gefangen liegt. Der Seele, die du Kreuzes Christi, daß sie sich unhaft erlöst, der gieb, HErr JEsu, ter dieses Panier sammeln und deinen Trost. Tröste mich in die der Verdammniß entgehen möser Nacht durch das Andenken gen. Versiegle auch mit diesem deiner Wunden. Weil du mich Gnadenzeichen die Ruhe der in derselben von der Obrigkeit Meinigen und laß keinen verder Finsterniß errettet hast, so loren gehen, den du damit belaß mich auch jetzt vor des Sa- zeichnet hast. tans Grauen und Klauen sicher ruhen. Dein letztes Wort sei auch mein Wort: Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. Sollte ich diese Nacht mein Haupt neigen müssen, so laß es dir auf deine blutrünstige Brust fallen. Soll mir mein Herz brechen, ach! so breche es in deiner geöffneten Seite. Das sei mein Weg in's Paradies. Ich küsse deine hohepriesterlichen Wunden und sage: Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. GOtt Heiliger Geist, mein Vertreter! Beschließe meine Seufzer mit deinem Abba. Besprenge sie mit dem Blute des unschuldigen Lammes. Versiegle sie mit dem letzten Angstgeschrei meines sterbenden JEsu. Wenn ich jetzt mein Licht auslöschen werde, so sei das Licht in meinem Herzen. Wenn ich meine Kleider ablege, so ziehe mich an mit Kraft aus Heilige Dreifaltigkeit, deine Gnade sei unser Licht im Finstern. Deine Kraft sei unsere Stärke in der Schwachheit. Dein Schuß sei unser Schild in der Gefahr. So wird keine Plage zu unsern Hütten nahen. Sei mit uns, o Vater! in deinem Sohne, mit deinem Geiste. Laß diese Schrift an unser Haus und Herz geschrieben sein: Hier ist der HErr! Ist GOtt für uns, wer will wider uns sein! Amen. Seufzerlein. So ist der Freitag nun vorbei, Und du, mein JEsu, machst mich frei, Daß ich in deinen tiefen Wunden Der Kinder GOttes Freiheit funden, Gieb auch nunmehr, durch deine Macht, 3um Freitag eine freie Nacht. Lamm GOttes schaue mich. p. 55. Morgenb 22 Morgengebet am Sonnabend. Morgengebet am Sonnabend. Mein JEju, sei mein Morgenthau, Erquide meines Herzens Au, Und laß mich heute fruchtbar fein Mit Früchten, welche dich erfreun. nichts Böſes über mich wollen. Dein Wille ist der beste. GOtt Sohn, mein Hoberpriester, ich bringe dir diesen Morgen ein Lamm zum Opfer. Was könnte ich dir wohl Angenehmeres brin gen, als dich selber? Ich richte mich jebo auf in deinen Wunden, in welchen ich gestern zu Bette ging. Laß diese die Brunnen sein, aus welchen mir heute alles Heil zu fließet. Laß dieses die Fenster sein, durch welche mir heute dein himmlischer Vater die Gnadenblicke zuwerfe. Laß dieses die Felsenrizen sein, in welche ich mich heute bei aller Gefahr als ein schüchternes Täublein verbergen könne. Laß dieses die Lippen sein, welche heute mich bei GOtt vertreten, wenn ich in Sünde und Strafe fallen sollte. Rathe mir heute nach deinem Herzen, daß ich nicht auf Abwege geratbe. Bei dir ist Rath und That, du fannst mir geben, was mein Herz wünschet. Rüste mich mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel. Ich hoffe darauf, daß duso gnädig bist, mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfest. Breite deine Güte über die, so dich kennen und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Laß mich den letzten Tag in die ser Woche also zubringen, daß wenn es der letzte meines Lebens sein sollte, ich ihn in dir sanft und selig beschließen möge. Ott Bater, meine Hülfe, bis hierher hast du abermals geholfen. Du hast Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich. Groß war die Gefahr, darinnen ich diese vergangene Nacht schwebte. Groß die Macht und List der Feinde, die auf meine Seele lauerten. Noch viel gröper aber deine Kraft, die mich wider Alles mächtiglich beschüßet hat. Darum will ich des Morgens deine Güte und des Abends deine Wahrheit verfündigen. Wie foll ich dir aber deine Wohlthaten vergelten? Ich, der ich nichts habe, was nicht dein ist? Ich will dir alles wieder geben, was dir gehöret. Ich heilige dir meinen Leib zu einem lebendigen Opfer, und meine Seele zu einem immerwährenden Eigenthum. Mein Herz soll dich lieben, mein Mund soll dich loben, alle meine Gliedmaßen sollen dir dienen, alle meine Sinne dir gehorchen. Ich bitte aber auch für diesen Tag, daß du denselben mit deinem Segen heiligen wollest. Laß mich wandeln, wie sich's gebühret in GOtt Heiliger Geist, mein meinem Beruf, darin ich berufen Leitstern, leite mich heute auf bin. Regiere die Zufälle meines rechter Bahn. Schaffe, daß ich Lebens nach deiner Weisheit, ich mich übe, ein gutes Gewissen zu will dir in Allem stille halten. haben, damit dasselbe mich nicht Du kannst mir mehr geben, als beißen möge meines ganzen Le ich bitte; du kannst mir etwas bens halber. Bewahre mich wi Besseres geben, als ich begehre. der die Verführungen, erhalte Ich bitte aber nichts mehr, als mich in den Versuchungen, stärke dieses: HErr, dein Wille geschehe. mich wider die Verfolgungen. Du wirst, du fannst, du willst Sei mein Rathgeber, wenn ich zweifle. Abendgebet am Sonnabend. 23 zweifle. Sei mein Geleitsmann,| So hab' ich Licht und Leben, wenn ich wandele. Stärke mich Wenn mich die Nacht umgeben. bei dem Elende dieſes mühfeli: Ott Vater, mein Anfang und gen Lebens mit der Hoffnung Ende in meinen eines bessern und ewigen Lebens. Herrsche über alle meine Neigungen. Gebiete über alle meine Worte. Regiere alle meine Werke. Mache allen meinen Wandel zu einem guten Geruche vor GOtt. Befriedige mein Herz durch deine heiligen Verordnungen, daß es aller unordentlichen Sorgen müßig gehe und deiner göttlichen Vorsehung keinen Eintrag thue. Laß mich zuvörderst das Reich GOttes suchen und alsdann versichert sein, daß mir das andere alles zufallen werde. Und nach allen deinen Gaben gieb du dich mir selber, wie ich an meiner Seite wünsche, dir ganz und gar ergeben zu sein. Heilige Dreifaltigkeit, vollende das gute Werk in mir beim Ende dieser Woche. Mache an diesen Tage gut, was ich in den übri: gen böse gemacht. Schüße und rette deine arme Christenheit bis an's Ende der Welt. Gieb uns des Glaubens Beständigkeit, Geduld in Kreuz und Widerwärtigkeit. Gieb unfern Grenzen Friede, unsern Häusern Segen, unsern Angehörigen Leben und volle Genüge. Erlöse uns, so lange wir leben. Amen. Senfzerlein. Nun, JEsu, sprich den Segen Auf allen meinen Wegen, Und stecke selbst das Ziel; So wird das Werk vollführet, Wie mir zu thun gebühret Und deine Ehr' es haben will. Die Nacht giebt gute. p. 56. Abendgebet am Sonnabend. Die Sonne gebt zu Rüste, Bleib bei mir, JEfu Christe, gen. Wie ich diese Woche mit deiner Gnade angefangen, also habe ich sie auch durch dieselbe zu Ende gebracht. Ach, was für Dankbarkeit, was für Liebe bin ich dir, meinem GOtte, schuldig für so viel unaussprechliche Wohlthaten, die ich zwischen diesem Anfang und Ende genossen habe. Du hast mir so viel Liebes erwiesen, da ich dich doch beleidiget babe. Du bist so nahe bei mir gewesen, da ich doch mein Auge so oft von dir abgewendet. Du baft Gutes, ich Böjes gehäufet. Ach! ich kann die Größe deiner Liebe nicht genugsam begreifen, aber auch leider die Menge meiner lebertretungen nicht über=. sehen. Jedoch, o barmherziger Vater, nehme ich meine Zuflucht zu deinen theuren Verheißungen. Wo meine Sünde mächtig iſt, da ist deine Gnade noch viel mächtiger. Ach, HErr, der du das Werk deiner Hände nicht berschmähest, was erwartest du anders von mir armen Sünder, als ein zerknirschtes Herz, welches sich von ganzem Herzen zu dir bekehret und von deiner Gerechtigkeit zu deiner Barmherzigkeit seine Zuflucht nimmt. Laß doch heute deine Gnade sein wie einen Abendregen. So ferne der Morgen ist vom Abend, so ferne laß auch meine Sünde an diesem Sonnabend von mir sein. Gieb, daß ich das Ende dieser ein Ende nehme mit Schrecken, Woche also mache, daß ich nicht wie die Gottlosen, deren Ende ist die Verdammniß, sondern laß mich aus Gnaden davon bringen das Ende des Glaubens, welches ist der Seelen Seligkeit. 62 GOtt 24 Abendgebet am Sonnabend. GOtt Sohn, meine Gerechtig- auch mich wird fest behalten bis keit, du bist des Geseßes Ende, an's Ende, daß ich unsträflich sei wer an dich glaubet, der wird auf den Tag seiner Zukunft. gerecht. Ich schließe mich beim Soll ich morgen leben, so erwecke Schlusse der Woche in deine mich zu einem geistlichen Leben. Wunden. Stelle mich deinem Morgen ist des HErren Fest. Behimmlischen Vater vor in deinem reite mich dazu in heiliger Furcht. Blute. Bekleide mich mit deiner Indessen versiegele meine Ruhe Gerechtigteit. Tilge meine Sünde heute mit der Gnade und Liebe durch deine ewige Liebe. Jch be- meines Jesu. Breite deine Flüfehle dir Leib und Seele, du hast gel über alle meine Angehörige. beides erlöset, du getreuer GOtt. Sei der Traurigen Leuchte in der Zeichne mich in deine durchbohr- Finsterniß. Erleichtere die Laft ten Hände. Laß heute dein Haupt aller Müden. Schaffe, daß bei über mir voll Chaues und deine deinen Kreuzträgern die Versu Locken voller Nachttropfen sein. chung so ein Ende gewinne, daß Gieb auch, daß ich allezeit unter sie es ertragen können. Laß heute den klugen Jungfrauen erfunden alle Menschen an ihr Ende gewerde, und wenn du um Mitter- denken, so werden sie nimmer nacht kommest, mit dem Dele des Uebels thun. Glaubens, dir entgegen gehen Heilige Dreifaltigkeit, deine möge. Weil ich auch unter denen Jahre nehmen kein Ende, aber bin, auf welche das Ende der bei uns ist nahe kommen das Ende Welt kommen ist, so laß mich aller Dinge. Ach! laß es nicht gar beim Ende dieser Woche auf eine aus fein mit uns, sondern deine felige Bereitschaft bedacht sein, Barmherzigkeit kein Ende haben. deine Zukunft mit Freuden zu Und wann sich das Ende unsers erwarten. Wie du die Deinen Lebens herzu nahen sollte, so bis an's Ende geliebet, so bleibe laß uns kommen zum Anfange auch bei uns bis an's Ende der der großen himmlischen Woche, Welt nach deiner allergetreuesten die du deinem Erbe vorlängsten Verheißung. Gieb uns Bestän- verheißen hast. Laß uns sterben digkeit des Glaubens in der des Todes der Gerechten, und Liebe und erfülle endlich dein unser Ende sein, wie das Ende Wort an uns: Wer beharret der Frommen, so heißt es: Ende bis an's Ende, der soll selig wer- gut, Alles gut. Amen. den. So wollen wir dich ohne Ende rühmen dort, wo deines kö= nigreiches wird kein Ende sein. GOtt Heiliger Geist, mein Leh rer, lehre mich heute inbrünftig beten. HErr, lehre mich bedenfen, daß es ein Ende mit mir baben muß, daß mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Bereite mich alle Abende zum Tode, und laß mich niemals in Sicherheit zu Bette gehen. Gieb, daß ich allezeit warte auf die Offenbarung JEsu Chrifti, welcher Seufzerlein. So ist die Woche nun beschlossen, Undauchzugleich der Tagverflossen, Wer weiß, wie nah mein Ende sei? Nimm, JEsu, mich in deine Hände, So komme, wenn du willst, mein Ende; Ich warte dessen ohne Scheu: Denn, was mein Ende hier auf Erden, Das muß mir dort der Anfang werden. Die Woche geht zu Ende. p. 56. Täg Gebete vor und nach Lesung der heil. Schrift. 25 Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden wer= den möge; sondern verleihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine Ulebertretung von Herzen erkennen, bekennen und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Wort Tägliches Gebet eines frommen Christen nach jeden Morgenund Abendsegen zu sprechen. Opfre GOtt Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Pf. 50, v. 14. ch! du lieber GOtt und HErr, ich wie lange. Ich muß sterben, und weiß nicht wann; du mein himmlischer Vater! weißt es. Wohlan, foll dieses Stündlein oder dieser Tag etwa der lebte Tag( diese Nacht etwa die letzte Nacht) meines Lebens sein: HErr, dein Wille geschehe, der ist allein der beste, nach demselben bin ich bereit, im wahren Glauben an Christum, meinen Erlöser, zu leben und zu sterben. Allein, lieber GOtt, gewähre mir nur diese Bitte, daß ich nicht möge plötzlich in meinen Sünden sterben und verderben. Gieb mir rechtschaffene Erkenntniß, Reue und Leid über meine begangene Sünde, und stelle sie mir noch in diesem Leben unter vor und nach Lesung Gebet var Lesung der Bibel Ach barmherziger Vater, verlaß mich nicht und nimm ja deinen Heiligen Geist nicht von mir. Mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzensfündiger! wohl bekannt, in derselben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich sterben, wenn du willst, verleihe mir nur ein vernünftiges, sanftes, seliges Ende. Amen. HErr JEsu, nimm meine Seele in deine Hände und laß sie dir befohlen sein. Amen. HErr JEsuChrist, du höchstes Gut, Ich bitt' dich durch mein theures Blut, Andächtige Gebete des Morgens. Abba, mein Vater! siebe, hier deibin ich, du hast mich in nem Wort gerufen. Hier liege ich auf meinen Knieen vor dir, mein GOtt, deinen Willen zu vernehmen. Ach! so erleuchte doch meinen ganz verfinsterten Verstand, daß ich deine Geheimnisse und was du von mir haben willst, wohl und recht verstehe; wecke meine Ohren, daß Mach' mir mein letztes Ende gut; Obgleich dasselb' ist wunderlich, So laß es nur sein seliglich. Amen. der heiligen Schrift. ich es willig höre, entzünde mein Herz mit feuriger Liebe, daß ich es mit der größesten Freude und Begierde annehme und deinen Willen, mein GOtt! gerne thue. Nun das Blut JEsu, so mir deinen Heiligen Geist erworben, das erbitte jetzt diesen Geist der Wahrheit und Erkenntniß, damit diese Capitel mir werden ein Geruch des Lebens zum Leben. Amen, mein Vater, um des Todes deines Kindes JEsu willen. Amen. b 3 Gebet 26 Gebete vor und nach Gebet vor Lesung der Bibel des Abends. Efu, aller armen Sünder Heikonnte der blinde Bartimäus mit ker, allmächtiger GOtt, meinem seinem Winseln: JEsu, du Sohn schwachen Fleisch und Blut, daß Davids, erbarme dich mein! dein ich von solchem Worte niemals Herze brechen, daß du ihm frei abweiche, es niemals verleugne, zu bitten Macht gabest: Was sondern vor aller Welt bekenne, willst du, daß ich dir thun soll? mein Leben darnach anstelle und und da er sprach: HErr, daß ich was ich gelesen, so dir wohlgeſehen möge! alsobald seine Augenfällig, durch die That ausübe; erleuchteteſt: Sei sehend! Ich so dir gehässig, fliehe und meide, armer, von Natur Blinder, öffne mit gleichem Winseln mein Bibelbuch, darinnen du vorübergebest. Ach, wie drohet Satan, die Welt, mein Fleisch und Blut! Ich schreie vielmehr, ich schreie und rufe: JEsu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! rufe du doch auch meiner seufzenden Seele zu: Was willst du, daß ich dir thun foll? Nun HErr! so bitte auch in meiner letzten Noth aller deiner Zusage, so du mir in deinem Wort gethan, mich fest getröste und darauf sanft und selig einschlafe. Ach! heilige mich, heiliger Vater, in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrbeit. DHErr hilf, o HErr, laß Alles wohl gelingen! Amen. Danksagung des Abends. willen nichts mehr, als: HErr, daß ich dich in diesem Bibelbuche zu meiner Seelen Seligkeit sehen möge. Lesung der heil. Schrift. höchster! daß du dich mir so gütig zu erkennen gegeben, deinen Willen fund gethan und den Weg gezeiget, den ich zum Himmel gesehen, und meine Seele ist genesen; o so bilf doch nun, mein GOtt, daß, wie ich dich in deinem Wort erkenne, also auch HErr, eröffne mir die Augen, stets vor Augen habe und im Herdaß ich sehe die Wunder an dei- zen und mich hüte, daß ich in keine nem Gesezze. Tröste mich dem nach mit deinem Machtworte: Sei sehend! Thue es, der du bist das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, um aller deiner Marter und Qual willen, die du um meiner Seligkeit willen ausgestanden. Amen. Sünde willige, noch thue wider dieses dein Gebot, damit ich als ein Knecht, der nun seines HErren Willen weiß, auch dar nach thue, auf daß ich nicht doppelte Streiche auf mich lade. Laß, mein gütigster JEsu, dieses dein Wort in mir fest eingepflanzet sein, damit es meine Seele felig mache. Ach, HErr, erbarme dich über mich! Christe, erbarme dich über mich! HErr, erbarme dich über mich. Amen. Danksagung des Morgens. Jah ch danke dir, gnädiger Vater, von Grund meiner Seelen, und preise deinen Namen, du Aller Kirchen Kirchengebete. Kirchengebete. Gebet, wenn man in die kirche gehet. Du aber weide dein Volk mit deinem Stabe, die Heerde deines Erbtheils, die da wohnen beide im Walde allein und auf dem Felde, laß sie zu Basam und Gilead weiden, wie vor Alters. Mich. 7, v. 14. Allmächtiger GOtt, himmlischer Vater, auf deine große Güte will ich in dein Haus gehen und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht. HErr, leite mich in deiner Gerechtigkeit, richte deinen Weg vor mir her, führe mich auf dem Steige bei ner Gebote, denn du bist mein GOtt und HErr meines Heils. Ich habe Lust zu deiner Wohnung und bin gern in der Gemeinde der Feiligen, die dich loben und bekennen. Wie lieblich find deine Wohnungen, HErr Bebaoth! meine Seele verlanget und sehnet sich nach deinen Vorhöfen. Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat, denn er ist unser GOtt und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Heerde. Erhebet den HErrn unsern GOtt, betet an zu seinem Fußschemel, denn er ist heilig. Ich bete zu dir zur angenehmen Zeit, GOtt, durch deine große Güte erhöre mich mit deiner treuen Hülfe. Amen. 27 Ich will lieber der Thür hüten in meines GOttes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Ps. 84, v. 1. 11. Gewißlich ist der HErr an diesem Orte! Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anders, denn GOt= tes Haus. 1. B. Mof. 28, 16. 17. Die Güte des HErrn ist's, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HErr ist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HErr ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget. Klagel. Jer. 3, v. 22. 23. 24. 25. A lischer Bater, auf deinen Bellmächtiger GOtt und himmfehl komme ich jetund in dein Haus zu beten, dein seligmachendes Wort zu hören, Trost und Erquickung für meine arme Seele zu holen. Weil denn leider mein Herz, Gemüth und Verstand so blind, und gleichsam als mit einem Fell überwachsen ist, daß ich dein Wort in meinem Fleische nicht hören, verstehen, noch behalten kann, und dennoch meine betrübte Seele gerne Trost haben möchte: so bitte ich dich im Namen deines lieben Sohnes JEsu Christi: Du wollest mir die Augen und Ohren meines Herzens durch deinen Heiligen Geist er= öffnen, daß ich dein heiliges Wort mit herzlicher Andacht hören, verstehen und behalten möge; dich in der heiligen Schrift finden, sehen und erkennen, mich deiner in aller Anfechtung bis an den letzten Seufzer von Herzen freuen und wider Sünde, 6 4 Tod Gebet in der Kirche. Wie lieblich sind deine Woh nungen, HErr Zebaoth! Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. 28 Kirchengebete. Tod und Teufel kräftig trösten, Gebet, wenn das Euangelium verlesen wird. und also das ewige Leben und Seligkeit erlangen möge. Dazu hilf mir, du bochgelobte Dreieinigkeit, GOtt Vater, Sohn und Heiliger Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Gebet, wenn man das Kyrie- Röm. 1, v. 16. leison finget. HErr, du bist mein GOtt, dich pre ich. Ich lobe deinen Namen, denn du thust Wunder, deine Vornehmen von Alters her sind treu und wahrhaftig. Efaia 25, v. 1. von Christo nicht, denn es iſt Ich schäme mich des Evangelii eine Kraft GOttes, die da felig machet Alle, die daran glauben. Gebet bei der Epistel. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. 2. Cor. 6, v. 2. A¹ HErr, erbarm dich unser! Lieber himmlischer Vater, der Christe, erbarm dich unser! und verschone deines Volks, welches du mit deinem kostbarlichen theuren Blut erlöset hast, und zirne nicht ewiglich über unsere Sünde. O HErr, gedenke unser nach deinem Wohlgefallen und gutem Willen, den du zu deinem Volte hast, und besuche uns mit deinem Heil, daß wir schauen das Gute deiner Auserwählten, und uns freuen in der Freude deines Volks und dich loben mit deinem Erbtheile. Amen. D ich jeßt hier unter deiner heiligen christlichen Gemeine und Versammlung bin, da man dein heiliges Wort und Evangelium von deinem lieben Sohn JEsu Christo lauter und rein predigen und lehren und deiner armen Christenheit vortragen wird, was JEsus Christus uns armen, elenden, betrübten Sündern und Sünderinnen durch seine heilige Menschwerdung, Leiden, Sterben, Blutvergießen, fröhliche Auferstehung und Himmelfahrt zu gut ausgerichtet hat. Ich bitte llmächtiger, ewiger, gütiger GOtt, verleih mir ein Herz, welches täglich möge begreifen das göttliche Wort des Heiligen Geistes, und das sich unterwerfe dem süßen Joch Jesu Christi und dem Gehorsam seiner heiligen Gebote. Amen. Das Wort GOttes ist lebendig und kräftig, und schärfer, denn ein zweischneidig Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinnen des Herzens. Ebr. 4, v. 12. dich, du wollest mir durch deinen Heiligen Geist Gnade verleihen, daß ich mit deiner göttlichen Hülfe dein Wort und heiliges Evangelium von JEsu Christo hier mit allem Fleiße höre, nicht allein mit den auswendigen Ohren, sondern auch von Herzen also annehme und fasse, daß es in mir zur ewigen Seligkeit Frucht schaffe und nun hinfort mein fündlich Leben bessere, der Sünde absterbe und ein ehrlich, züchtig, nüchtern und fromm Leben unter der reinen Lehre des heiligen Evangelii führe, daß du, lieber allmächtiger Vater, dadurch gelobet Kirchengebete. 29 gelobet und gepreiset, und mein| du, o GOtt, dasselbe in unsere Nächster gebessert werde. Amen. Herzen, daß wir darnach thun, leben und sterben mögen. Gieb, daß wir allezeit in deinem Erkenntniß wachsen und zunehmen. Laß es nicht allein bei uns, sondern auch bei allen Völkern bekannt und ausgebreitet werden, damit es unsere und aller Menschen Herzen rühren und befeuchten möge, gleich wie der Regen und Schnee die Erde befeuchten und fruchtbar machen; auf daß wir dich, ewigen GOtt, lernen recht erkennen, an= rufen, loben, ehren und danten; daß wir auch alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir allezeit wie gehorsame Kinder erfunden, endlich des ewigen Lebens und Erbtheils, das uns durch ejum Christum erworben ist, theilhaftig werden mögen. Amen. Gebet vor der Predigt. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Schmekfet und sehet, wie freundlich derHErr ist, wohl dein, der auf ihn trauet. Ps. 34, v. 5 u. 9. allmächtiger GOtt, Heiliger Geist, eröffne meine und aller Zuhörer Ohren und Herzen, erleuchte unsern Verstand, hilf nicht nur andächtig hören und verstehen, sondern auch fassen und behalten, ja auch thun und vollbringen. Reinige uns von der Weltliebe, wende ab fremde Gedanken. Behüte mich, daß ich dein Wort ja nicht mit verkehrtem Herzen und verstocktem Sinne nur zu meinem Verderben an= böre, noch der Satan diesen edlen Samen wieder von meinem Herzen hinweg reiße; sondern laß mich durch diese Predigt im Glauben in der Liebe brünſtiger, im Leben heiliger, in A barmherziger Bater! ich armeinem Beruf fleißiger, im Gewissen reiner, auch in Geduld und Hoffnung beständiger werden. Amen. mer, elender, sündiger Mensch, betenne dir alle meine Sünde und Missethat, womit ich dich jemals mit Gedanken, Worten und Werken erzürnet und deinen gerechten Born, zeitliche und ewige Strafen wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr; und ich bitte dich durch deine grundlofe Barm= herzigkeit und durch das heilige, unschuldige, für mich und an meiner Statt ausgestandene bittere Leiden und Sterben deines Gebet nach der Predigt. Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht. Das Gefeß seines GOttes ist in seinem Herzen, ſeine Tritte gleiten nicht. Pf. 37, v. 30. 31. ch danke dir, mein himmlischer daß du mir armen Sünder zum Trost dein heiliges Wort so reichlich haft lassen verkündigen und vortragen; drüce und versiegle Allgemeine Beichte und Absolution sammt dem BindeSchlüssel. wollest mir armen bußfertigen Sünder gnädig und barmherzig sein, und alle meine Sünde mir vergeben! Amen. Amen. b5 Hierauf Kirchengebete. 30 ( Hierauf spricht der ordinirte Prediger:) Yuf solche eure herzliche Beichte und Sündenbekenntniß verfündige ich euch Allen, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an JEsum Christum gläubet, auf seinen Rücken, als auf den Rüften des GOtteslammes, alle eure Sünde werfet, und den ernstlichen Vorsaß habet, durch Beis stand GOttes des Heiligen Geistes euer sündliches Leben forthin zu bessern, Kraft meines Amtes, als ein berufener und verordneter Diener GOttes, die Gnade GOttes, und auf Befehl, ja, an Statt meines HErrn JEfu Christi, als wenn ihr seinen heiligen Mund selbst reden höret, vergebe ich euch alle eure Sünden im Namen GOttes des Vaters+ des Sohnes + und des Heiligen Geistes t Amen. Dagegen fage ich allen Unbußfertigen, Sicheren, GOtes, seines Wortes und der hochheiligen Sacramente Verächtern, aus GOttes Wort und im Namen JEfu Chrifti an, daß alle ihre Sünde zum Gericht ihnen vorbehalten sein, und daß GOtt dieselben zeitlich und ewig strafen werde, daferne sie nicht in der Gnadenzeit ablassen und ernstliche Buße thun, welche Buße wir ihnen auch von Herzen anwünschen, und sie dazu wollen ermahnet haben. unsrer Sünden auflösen und alle wohl verdienten Strafen gnädiglich wegnehmen. Du wollest auch unsere Versammlung und die ganze christliche Gemeine in aller Seligkeit und Unsträflichkeit bewahren. Vornehmlich laß deine Gnade groß werden über den König, unsern Herrn, über die Königin, seine Gemahlin, über die Königin- Wittwe, über den Kronprinzen und seine Gemahlin, über sämmtliche Königliche Prinzen und Prinzessinnen, und Alle, die dem Königlichen Hause anverwandt und zugethan sind. Wir befehlen dir auch alle hohe im Militär- und Civilstande, die und niedere Königliche Beamte hiesige Königliche Landesregierung und alle übrigen Collegia, ingleichem Bürgermeister und Rath dieser Stadt. Reinige auch alle Christen von ihren Laftern, bermehre in ihnen das Gute. Gieb uns auch deinen Frieden und alles Heil. Mache zu Schanden alle Feinde, so wider uns und deine christliche Gemeine, aus des Teufels Eingeben, falsche List vornehmen. Verleihe uns auch gut Wetter, Früchte der Erden, Gesundheit des Leibes. Behüte uns auch vor Bestilenz, Krieg, Feuer, theurer Zeit, bösem, schnellem und ungeheurem Tode. Gieb uns auch und allen unsern Feinden deine göttliche Liebe und Einträchtigkeit, um JEsu Christi, deines lieben Sohnes, unsers HErrn und Heilandes Kurzes Kirchengebet. Wir ir bitten dich, HErr GOtt, himmlischer Vater, du wollest durch deine milde Güte und Barmherzigkeit die Banden willen. Amen. Allgemeines Allgemeines Kirchengebet. Allgemeines Kirchengebet. ewiger barmherziger Vater in Jesu Christo! Wir danken dir von Herzen, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten, und durch dein Evan= gelium von deinem Sohne arch zu dem ewigen Leben berufen und zubereiten läsfest; wie wir denn eben noch jetzt dein heiliges Wort in Friede und Ruhe zu dem Ende anhören können. 31 Nimm dich allenthalben gnädiglich deiner Kirche an, sonder und verfolgten und schaffe ihr Pfleger und Säugammen an allen Herrschaften und Regenten. Wir bitten dich demüthiglich, siehe uns ferner in Gnaden an, bergieb uns unsere Sünden und Uebertretungen und erneure uns im Geiste unsers Gemüthes, daß wir dir dienen in Heilig keit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. O du GOtt aller Wahrheit und alles Trostes! bewahre uns vor dem abscheulichen Joche des Aberglaubens und vor der Trostlosigkeit des Unglaubens. Erhalte unter uns mit aller Gewissensfreiheit die Predigt deines unverfälschten Wortes sammt dem reinen Gebrauche deiner heiligen Sacramente und gieb erleuchtete, treue Hirten und Lehrer, welche die Wahrheit und den Frieden lieben, uns und unsern Nachkommen. Vornehmlich aber laß deine Gnade groß werden über den König, unsern Herrn, über die Königin seine Gemahlin, über die Königin- Wittwe, über den Kronprinzen und seine Gemahlin, über sämmtliche Königliche Prinzen und Prinzessinnen, und alle, die dem Königlichen Hauſe anverwandt und zugethan sind. Seße sie bei gesundem und langem Leben zum christlichen Vorbilde deinem Volke für und für. Zu dem Ende nimm auch in deinen väterlichen Schuß alle hohe und niedere Offiziere und Soldaten. Bewahre sie auf ihren Wegen und Stegen, regiere ihre Herzen jederzeit, daß fie dem Eide, welchen sie so theuer geleiſtet, fleißig und gehorsamlich nachleben. Behüte sie vor Krantheit und ansteckenden Seuchen, auch allem andern Uebel. Laß sie deine väterliche Liebe und Fürsorge dergestalt erkennen, daß ihre Dienste ge= reichen zu deiner Ehre, zum Steure und wehre mächtiglich Schuße der Kirche und des Vaallen öffentlichen und heimlichen terlandes, wie auch zu ihrer Verführungen und Verleitungen zeitlichen und ewigen Wohlvon dem wahren Glauben und seitlichen und ewigen Wohl= der Kraft der GOttseligkeit; damit fahrt. also dein Name einmüthiglich, wie in der ganzen Christenheit, also auch in diesen unsern Landen geheiligt, dein Reich vermehret und des Satans Reich mehr und mehr gestöret werde. Wir befehlen dir auch alle hohe und niedere Civilbediente besonders unsern verordneten Statthalter dieser Pommerschen Lande, sammt allen bei unserer Bom Allgemeines Kirchengebet. Pommerschen Regierung und Geist, damit wir nicht durch deren übrigen Collegiis befind- Uebertretungen deinen Segen lichen Königlichen Räthen und Bedienten, die des Königs und des Vaterlandes Nußen und Beste treulich suchen und befördern, imgleichen Bürgermeister und Rath dieser Stadt. verscherzen, und deine gerechte Strafe uns zuziehen. 32 Lehre sie alle einmüthig dabin trachten, daß Recht und Gerechtigkeit gehandhabet, und hingegen alles ungerechte Wesen durch ihren Dienst getilget werde. Stehe ihnen bei mit deiner väterlichen Hülfe, daß der Sünden und Seufzer des Landes weniger, und dein Segen unter uns vermehret werde. Segne, liebreicher GOtt, uns und alle Königlichen Länder, die christliche Kinderzucht, alle ehrliche Handthierung und Nahrung zu Wasser und zu Lande. Hilf einem Jeden in seiner Noth und erbarme dich aller, die wo zu dir schreien; behalte uns in deiner Liebe und laß uns alles in der Welt zum Besten dienen. Wir erkennen, o HErr! wenn du uns nach deiner Langmuth bis jetzt damit verschonet hast, daß es nicht unsere Gerechtigkeit, die dich dazu beweget, denn wir sind sündige und unnüße Knechte vor dir, sondern allein deine grundlose Barmherzigkeit; nach derselben sei uns ferner gnädig, und lenke unsere Herzen auch zur Liebe gegen den nächsten und thätigem Mitleiden gegen alle Nothleidende, daß wir nie vergessen, Jedermann, auch un= sern Feinden, Gutes zu thun, damit wir erweisen, daß wir deine Kinder sind. Wende von uns in Gnaden ab alle wohl verdienten Landplagen, feindlichen Einfall und Räuberhaufen, Hunger und theure Zeiten, Feuer- und Wassersnoth, Bestilenz und andere Seuchen an Menschen und Vieh, und was wir sonst mit unsern Sünden verdienet haben. Gieb gedeihliches Gewitter und laß wohl gerathen die Früchte der Erden! Sei ein Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen! Bewahre uns vor einem bösen und schnellen Tode, und bereite uns mehr und mehr durch deinen Geist und Gnade zu einem seligen Ende. Vornehmlich in der letzten Todesstunde unterstütze uns mit den kräftigen Tröstungen deines Geistes; treib von uns alle Anfechtungen und vermehre in uns den Glauben an deinen Sohn JEsum, daß wir überwinden alle Schrecken des Todes, sterben in deiner Gnade, dahin fahren in deinem Frieden, ruhen im Grabe unter deinem Schuß, auferstehen durch deine Kraft und darauf ererben die selige Hoffnung, das ewige Leben, um deines lieben Sohnes willen JEsu Christi, unsers HErrn, welchem sammt dir und dem Heiligen Geiste sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit Du heiliger GOtt! bewahre uns vor Sünden und Schanden und stehe uns bei mit deinem guten jetzt und immerdar. Amen. Gebet Kirchengebete. 33 Gebet für die Kranken, Betrübten und Nothleidenden, welche Kreuz entlediget, beim Leben erhalten und aus ihrer Noth ge= rissen werden; so werden sie nicht allein GOttes gnädige Hülfe in Kirchen Vorbitte begehren. und deinen trostreichen Beistand Der Mensch ging hin und verfündiget's den Juden, es sei JEsus, der ihn gesund gemachet habe. Joh. 5, v. 15. ( ch! höchster Tröster, Heil'ger Ach! Geist, von Christo selbsten seiner betrübten Kirchen auf Erden verheißen und gefandt zu einem trostreichen Beistande: Ich seufze zu dir für alle kranken, betrübten und nothleidenden Personen, welche deiner Hülfe höchlich bedürfen, nach deinem Troft ernstlich schreien und dar: über beachren, und bitte demüthiglich, tröste sie in ihrem Elende, erquicke ihr Gemüth, lindere ihre Schmerzen, reinige ihre Angst, hilf auf ihrer Schwachheit, befördere ihre Seligkeit, und führe fie aus aller Trübseligkeit. Gieb ihnen Stärke des Glaubens, daß sie ihrem GOtt in aller Noth vertrauen; verleihe dazu christliche Geduld, daß sie ihr Kreuz dem HErrn Christo geduldig nachtragen und erbaue ihre Hoffnung, daß sie nicht auf's Gegenwärtige, ſondern auf das Zukünftige sehen, und ziehe sie an mit dem Harnisch GOttes, auf daß, wenn das böse Stündlein kommt, sie alles wohl ausrichten und das Feld behalten mögen. Ja, wenn es dir wohlgefällig, deiner Kirche erbaulich, ihnen niglich und an der Seligkeit nicht schädlich ist, so vertritt sie mit angenehmen Seufzen bei GOtt in allem ihrem Anliegen, daß sie bald wieder genesen, an Leib und Seele gedeihen, in ihrer Betrübniß erfreuet, von dem rühmen müssen, sondern auch erkennen, daß der Kirchengemeine Gebet viel vermöge, um der theuren Verheißung JEju Christi willen. Amen. Gebet, wenn man aus der Kirche gehen will. Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit. Deine Rechte will ich halten, verlaß mich nimmermehr. Pi. 119, v. 7, 8. Nun, HErr GOtt, der du groß geachtet bist nach wir mit unseren Ohren gehöret haben, der du uns dir zum Volk bereitet haft, und unser GOtt worden bist; bekräftige, HErr GOtt, dein Wort. Ja, HErr, HErr, du bist mein GOtt, und deine Worte werden Wahrheit sein. Demnach, o du GOtt des Friedens, zertritt den Satan unter unsere Füße. Dein Friede, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre mein Herz und Sinn in Christo JEfu. Amen. Der HErr segne mich und be= hüte mich! Der HErr lasse sein Antliß leuchten über mir und sei mir gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Friede! Amen. Seufzer beim Ausgange. Mein GOtt und Vater, segne. mich, Der Sohn erhalte gnädiglich, Was er mir hat gegeben; Der Geist erleuchte Tag und Nacht Sein Antlig über mir mit Macht, Und schüße mir mein Leben! Nur dieses wünsch' ich für und für: Der Friede GOttes sei mit mir! Hohe Adventsgebet. Hohe Festgebete. Hosianna dem Sohne David, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HErrn! Hosianna in der Höhe! Matth. 21, v. 19. D HErr JEfu Christe, du KöKönig. So bilf nun, daß wir auch, wie die Apostel dir in vollem Gehorsam uns unterwerfen, und alle unsere Vernunft unter deinen Gehorsam gefangen nehmen. Hilf, daß wir dir den Weg zu unseren Herzen bereiten, die Thore weit und die Thüre in der Welt hochmachen, daß wir mit Danksagungen vor dein Annig der Chren, ein Sohn gesicht kommen und immerdar des lebendigen GOttes und Da- sagen: Hochgelobet sei Gott! vids! Du bist im Namen dei- Hilf, daß wir dich öffentlich und nes Vaters kommen in die Welt, ungescheuet mit diesem Völklein du hast dich als ein König von bekennen vor der Welt, und in Israel, ein Gerechter und Hel- christlicher Bereitschaft allezeit er= fer, eingestellet bei deinem Volke funden werden, die zu dienen in zu Jerusalem, daß du dasselbige Heiligkeit und Gerechtigkeit unser brächtest znr Gerechtigkeit und Lebelang. Daß wir auch dir deine Elenden rettetest und sie Handreichung thun von unserm selig machtest von Sünden; weil Vermögen und deinen geistlichen sie dich aber nicht auf- und an- Einzug, so viel uns möglich, be genommen haben, so hast du dich fördern, auch im Fall der Noth zu uns armen Heiden gewendet, deinethalben gerne Alles verlasdaß wir dein Volk sein sollen, sen, der du um unsertwillen ſo und ziehst noch täglich bei deiner arm worden, daß du eine Eselin Kirche ein in deinem Worte entlehnen müssen und am Stamme und Sacrament; dafür wir dir des Kreuzes in deinem höchsten von Herzen danken und bitten,| Durst nicht einen Trunk Wassers daß du uns solche deine Gnade bekommen können; damit wir recht wollest zu erkennen geben. also in deiner letzten Zukunft Ach, HErr! ziehe auch bei uns das Ende des Glaubens, der ein und mache dir eine Wohnung Seelen Seligkeit davon bringen, in unsern Herzen. Du bist ja die du uns so theuer durch dein unser Heiland und Helfer, nicht eigen Blut erworben hast. Dafür allein in leiblichen Nöthen, son- wir dir, o treuer Erlöser! sammt dern zuvörderst wider den Tod dem Vater und dem Heiligen und Teufel. Darum fragen wir Geiste, Lob, Preis und Dank nicht nach Himmel und Erden, sagen, hier zeitlich und dort wenn wir nur dich haben, und ewiglich. Amen. da uns gleich Leib und Seel' verschmachtet, so bist du doch, GOtt, allezeit unsers Herzens Trost und unser Theil. Du bist ja der Vater, darum wirst du als ein Vater die Tochter Zion, Deine Kirche lassen, du kannst ch lobe dich, sie auch wohl ichigen, als ihr Jo Herr Jeju Chriſte, du ein D geborner 34 Gebet auf den Advent zu Christo, daß er auch bei uns einziehen wolle. Danksagung für die Geburt JEfu Chrifti. Ehre sei GOtt in der Höhe! Frie de auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Luc. 2, 14. Weihnachtsgebet. 35 geborner Sohn vom Vater, daß O wunderbare Geburt, die da du, der du auch sonst vor dem An- über die Natur, doch für die fang, als der Erstgeborene vor al- Natur, sie wieder aufzurichten, len Creaturen in der Ewigkeit ge- geschehen! du übertriffst weit mit zeuget worden, uns arme men- deinen unaussprechlichen Wunichen so viel gewürdiget, und hier dern die Ordnung der Natur bei auf Erden in einem unsaubern allen Menschen, die jemals geStalle wahrer Mensch geboren, boren worden; und durch deine und aus Liebe zu unserer Armuth göttliche Kraft, der Menschwerin ein enges Kripplein wollen dung Fortgang, tröstest und beigeleget werden. Ich preise dich lest du unserer sündlichen Geauch, o allerlichstes Ejulein, für burt fläglichen Anfang. O süßes deine heilige und herrliche Ge- JEfulein! du zartes, schönes burt von der reinen, teuschen Kindelein einer schönen jungJungfrauen Maria, imgleichen freulichen Mutter, wie gesegnet, wegen deiner Armuth und des wie lieblich ist deine Geburt! Sie ganz berachteten Lagers in einer endet unsern traurigen Zustand, so schlechten und geringen Vieh- tilget die Handschrift der verkrippe. Wer kann das alles, wie dammten Natur, die wider uns wohl es billig, würdiglich und gewesen, daß nunmehro diejeninothdürftig erwägen, daß der gen, denen es leid und zuwider, höchste GOtt, uns Menschen zu daß sie aus Adam verdammteSüngut, so klein, ja gar ein Kind wer- der geboren, sich freuen und herzden wollen? O wie großes Lob lich trösten können deiner heiligen und Dank bleibt dir dafür das und unbefleckten Geburt, kraft ganze menschliche Geschlecht zu welcher sie durch deine Gnade zahlen ewig schuldig, weil du um und Geist wahrhaftig zum Leben dessen Erlöiung willen dich in können wiedergeboren werden. ein enges Kripplein wollen ein- Ich danke dir, o JEsu Christe, schließen lassen! O! welch ein du einiger Sohn GOttes, aberwunder- gottseliges Geheimniß, mals für deine herrliche und Wunder- Süßigkeit, ja füße Liebe aus lauter Gnaden geschenkte ist das, daß man jebt singen und heilige Geburt. Denn durch diesagen kann: GOtt ist ein Kind selbige haben wir Freudigkeit geboren, in Windeln gewickelt und Zugang in aller Zuversicht und in ein enges Kripplein vor durch den Glauben an dich, zur das Vieh geleget worden. O! Gnade GOttes, darinnen wir welch' eine unbegreifliche Nie- stehen, und uns nun rühmen köndrigkeit ist das, daß der HErr al nen der Hoffnung der zukünftiler Herren uns zu gut unser Mit- gen Herrlichkeit, die GOtt uns knecht, ja ein Knecht aller Knechte verheißen und geben will. Du werden wollen! Es hat dir, bist das rechte Pfand unserer Erlömein GOtt und HErr, dies viel sung, unser aller einige und ewizu wenig bedünket, daß du mein ge Hoffnung. Wir arme elende Schöpfer und mein Vater wä- Sünder haben Zuflucht zu dir, rest, du hast noch dazu mein Bru- der du uns gesuchet und geliebet der, Fleisch von meinem Fleisch, hast, ehe wir gewesen und dich erja, wahrer Mensch, doch außer fannt haben. O du heilige und und ohne die alt: verderbliche liebe Kindheit meines HErrn Sündenschuld, werden wollen. JEsu! du bringest menschlichen Herzen 36 Neujahrsgebete. ma 100 und Speise erfüllet, allerlei Seuchen, Bestilens, feindlichen Einfall und viel Unglück in diefer betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet, unser Haus und Hof vor Feuersnoth und mancherlei Uebel behütet. Und die du uns dieses vergangene Jahr haft erzeiget? du hast uns zwar gezüchtiget um unsrer vielHerzen wahre Unschuld, und alle scheeret, tägliche Nahrung gege Menschen, weß Alters sie seien, ben, unsere Herzen mit Freud' führest du hinwieder zur seligen Kindschaft; du machest sie dir gleich, nicht zwar an kleinen Gliedern, sondern an Demüthigkeit unserer Sinnen und an Einfalt und wahrer Gottseligkeit. Verleihe mir, o allergütigster HErr JEsu, daß ich deiner wie können wir alle deine großen tiefen Niedrigkeit und Armuth väterlichen Wohlthaten erzählen, heilige Fußstapfen wahrnehme und denselben gern und willig folge, denn du hast bei dunkler Nacht von der Jungfrau Ma- fältigen Sünde willen, aber ria wollen geboren werden, allen Menschen hiermit ein Erempel vieler christlichen Tugenden zu lassen, und hierdurch eine Arzenei zu ihrem ewigen Heil zu bereiten. Hilf, daß ich dieses er kenne, und mit den heiligen Engeln und allen himmlischen Heerschaaren, die die ersten fröhlichen Ehrenholde und Boten deiner heiligen Geburt gewesen, dich mit dankbarem Herzen andächtig hier und dort ewig loben und preisen und dir dienen möge. Amen. Gebet am Neujahrstage. deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank, und bitten dich demüthiglich, rechne uns nicht zu unsere vorigen und alten Sünden, damit wir dich so oft erzürnet haben, sondern vergieb sie uns um unsers HErrn JEsu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen ausund den neuen anziehen, der nach GOtt geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns auf's Neue zu segnen. Gieb uns neugeborne Herzen, erneure deine väterliche und Treue an heiligen Muth und gerechte Werke. Nimm uns alles Verseleid und wohlverdiente Strafen. Und weil dies künftige Jahr, wie auch die ganze Zeit unsers Lebens, keine Stunde und Augenblick vergehet, da wir nicht könnten ohne deinen Schutz in groß Elend gerathen, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger GOtt und Vater! erhöre unser Gebet, er barme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, baue Kirchen und Schulen. Behüte barmherziger lieber Vater, wir haben abermal Jahr unſers Elends und unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach HErr und GOtt! wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig erwiesen hast, da wir doch mit unsern Sünden nichts als Strafe verdienet haben. Dein heiliges Wort hast du uns sammt dem rechten Gebrauch der heiligen Sacramente rein er halten, friedliches Regiment behe Gebet am heiligen Dreikönigstage. 37 hüte uns vor falscher Lehre, stärke| uns seiner herzlich freuen dürfen. alle treuen Regenten, fördere Lob, Ehre, Preis und Dank ſei guten Rath und That, segne Ba- dir, barmherziger, gütiger GOtt, ter und Mutter, regiere Kinder für diese und alle deine großen und Gesinde, bewahre uns vor Wohlthaten. Wir bitten dich herzKrieg und Blutvergießen, wende lich, regiere uns mit deinem Heiab Pest und Theurung, steure ligen Geist, daß wir, ungeachtet dem Grimm des Teufels, sende aller Gefahr, Versäumniß und uns deine heiligen Engel, beschere Unkosten deinen Sohn, unsern gut Gewitter, fröne das Jahr Immanuel, suchen, finden und mit deinem Gut, gieb Friede im erkennen und ihn in seinen GliedLande, unserm Herzen Freude, maßen nähren und erhalten und unserm Leibe Gesundheit, unsrer da wir ihn ja aus Schwachheit Stadt Einigkeit; benedeie unfre verlieren, daß wir ihn ja in deiNahrung, fördere das Werk unsrer nem heiligen Worte suchen und Hände, nähre treue Arbeiter, be- finden. Laß uns im Glanz des fehre die Sünder, bekräftige die Lichts, so die ganze Welt erleuchFrommen, bringe zurecht die tet, wandeln und unsere Füße, Irrigen, erleuchte unsre Feinde, Beruf und Aemter nach dem wehre allen Verfolgern, schüße Schein des leuchtenden Sternes Wittwen und Waisen, versorge deines Wortes richten, daß wir die Armen, speise die Hungrigen, ein neu christliches Leben bestäntränke die Durstigen, erquicke die dig führen mögen. Regiere und Berjagten, erlöse die Gefange- benedeie unsere liebe Obrigkeit nen, tröste die Elenden, erfreue und die ganze christliche Gemeine. die Traurigen, pflege die Kran- Behüte uns vor Hauptkrankheiken, hilf den Hülflosen, labe die ten, Pestilenz, Theurung, vor Kraftlojen, errette die Bedräng- Feuer, Krieg und Blutvergießen. ten, hilf den Gebährenden, be- Steure den Türken, Tartaren wahre die Reisenden, sei bei den und allen barbarischen Völkern. Sterbenden durch JEsum Chri- Sei du unser GOtt und Va= stum, deinen lieben Sohn, unsern ter, unser Schuß und Schirm, Heiland und Erlöser. Amen. wie du die Weisen aus Mor= genlande errettet und behütet hast. Tröste alle betrübten, mit dem Tode ringenden Herzen und erfülle sie mit deiner HimmelsHErr, beiliger, allmächtiger, freude. Und wenn wir dieſes elende Leben verlassen deiner göttlichen Majestät, daß so laß uns vorleuchten dein du den Weisen aus Morgen- heiliges Wort, daß wir im lande deinen heiligen und einge- Finstern und Todesschatten die bornen Sohn Jesum Christum Sonne der Gerechtigkeit, deihast offenbaret, und daß du auch nen lieben Sohn, sehen und uns arme Heiden durch den uns seiner Geburt und VerStern deineš seligmachenden dienstes wider alle Anfechtung Wortes, zu seiner heilsamen Er- freuen und trösten und selig kenntniß haft kommen lassen, daß werden, so wollen wir dich wir nicht vor ihm, wie Herodes loben und rühmen in alle Ewigvor den Juden erschrecken, sondern keit. Amen. Gebet Gebet auf den heiligen Dreikönigstog. 38 Gebet am Tage der Reinigung u. Verkündigung Mariä. Gebet am Tage der Reinigung und Schwachheit aus meinem Gemüthe, daß ich mich täglich Maria. durch deine Gnade verneure und nicht unrein vor deinen Augen erfunden werde. Und wenn das Ende meines irdischen Lebens herzunahet, so balte du mich auch, o theurer Erlöser, fest in deinen heiligen Händen und Armen und laß mich nimmermehr fallen, daß mich der Satan mit seinen Anfechtungen in Ewigkeit daraus nicht reißen könne. Beschere mir eine stille, fröhliche und friedliche Hinfahrt, wie dem alten Simeon, daß mein Sterben in einen sanften Schlaf verwandelt werde und ich dich im ewigen Licht mit den Auserwählten anschauen möge. HErr Christe, dein Diener ich bin, mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin, weil Sterben wird sein mein Gewinn. Amen. 50 Christus hat gemacht die Reinigung unserer Sünde durch sich felbst. Ebr. 1, 3. Err Christe, du gewünschtes hell leuchtendes Licht der Heiden, der du heute deine hei lige Kirchfahrt mit deiner lieben Mutter in den Tempel gehalten, ich danke dir, daß du meinetwegen dich unter das Geseß gethan und bitte dich, erleuchte mich, daß ich mich dir ergebe zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, und deinen Tempel oft mit Andacht bejuche. Gieb mir auch, daß ich mich reinige von allen sündlichen Lüsten und Begierden, durch Betrachtung meiner heiligen Taufe und emsigen Streit wider mein verderbtes Fleisch und Blut. Und weil ich sehr schwach bin zu solchem beiligen Werk, fo reinige du selbst Gebet am Tage der Vermeine fündliche Natur und verkündigung Mariä. doing sm dor fehrtes deinen 19/2 17111 gen Geist und dein unschuldiges Dieser Tag ist ein Tag guter Blut. Verleihe mir, daß ich dich, Botschaft. 2. Kön. 7, 9. do als das rechte Licht der Welt, Mache auf, meine Seele; frette stets dich deinem Hei lande, dante deinem GOtt, der dir die Zusage von der Erlösung des menschlichen Geschlechts erfüllet und seinen Sohn in's Fleisch gesandt, sei fröhlich über deine Würdigkeit, daß Gott ist Mensch worden und so viel an dich gewendet hat. Wer kann die Leutseligkeit GOttes, die in der Sendung seines Sohnes uns bewiejen, genugsam preisen! O HErr. Christe, du holdseliger Menschenfreund! ich danke dir, daß du in dem zarten geheiligten Leibe Mariä menschliche Natur an dich genommen und uns mit deinem Vater wieder verföhnet hast, ob wir's gleich um dich und nie in Finsterniß wandele; auch daß ich dich in allem Elend und Anfechtung, in allem Schrekten und Furcht des Gewissens, mit den Armen eines wahren Glaubens ergreife, dich in mein Herz schließe und mich dein gänzlich tröste. Zünde in mir an das Licht der Erkenntniß deines göttlichen Willens und herzlichen Anrufens, auch eines thätigen Glaubens, der durch gute Werke vor den Menschen leuchte, auf daß GOtt im Himmel dadurch gepriesen werde. Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe. Treibe durch den Glanz deiner Herrlichkeit alle Finsterniß BodumGebet am grünen Donnerstage. Donnerstage. Siehe, ich stehe vor der Thüre und klopfe an: so Jemand meine Stimme hören wird und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Offenb. Joh. 3, 20. dich nicht verschuldet und ver- Gebet am grünen dienet. Du hast eine selige Reise auf dich genommen: Aus dem Himmel bist du kommen in den Leib Mariä, aus dem Leibe Mariä auf Erden, von der Erden an's Kreuz, vom Kreuz in's Grab, aus dem Grabe wieder in dein Himmelreich. Und solches alles um uns arme Sünder willen: Denn du hast von deinem Thron ch danke dir, HErr JEsu, daß dich zu uns hernieder gelassen, du vor deinem Abschiede aus auf das wir einmal zu der himm= der Welt deine liebe Gemeine so lischen Herrlichkeit erhoben wür- wohl bedacht und uns auf Erden. Du hast dich sehr gedemüthi- den einen solchen heiligen Tisch get, auf daß wir ewig herrschen und ein so tröstliches Sacrament möchten. Du haft uns alle sehr gestiftet und verordnet hast. Ja, hoch geehret, du bist unser Bru- ich preise dich, mein theurer Erder worden, auf daß wir GOttes löser, daß du dich nicht allein Kinder seien. Du hast uns nicht zum Opfer für meine und aller verschmähet, die wir Staub und Welt Sünde dahingegeben und Asche sind. Größere Liebe hät- am Kreuz schlachten lassen, sontest du uns nicht erzeigen können. dern daß du auch im heiligen Süßer Heiland und Immanuel! Abendmahl mich armen, hungriich freue mich deß je von Herzen gen und fündlichen, doch bußund hoffe gewiß, du werdest mit fertigen Menschen mit deinem mir nicht zürnen und dein eigen heiligen Leibe und Blute speisest Fleisch und Blut nicht haffen. und mir alle deine erworbenen Ich tröste mich deiner Heiligkeit, Güter und Wohlthaten dadurch ob ich gleich fündig und unheilig zueignest und versiegelst. Ach, bin. Du hast durch deine heilige HErr! das Brod, das wir breMenschwerdung einen ewigen un= chen, ist ja die Gemeinschaft deizertrennlichen Bund mit GOtt nes Leibes; und der Kelch, welund uns gemacht. Du hast, chen wir segnen, ist ja die Gemeinals wahrer GOtt, auch mensch- schaft deines Blutes. O! wie soll liche Natur an dich genommen, ich dir es, meinem GOtt, vergelauf daß du, als der rechte Mitt- ten, daß du dich so nahe zu mir ler, zwischen GOtt und uns thust und eine solche himmlische bandeln, GOtt verfühnen, unsre| göttliche Gemeinschaft mit mir Noth und Jammer erkennen aufrichtest, dadurch ich nicht allein und uns reichlich trösten könnest. mit dir, sondern auch durch dich Allerliebster Bruder, Jesu mit der ganzen Heiligen Dreis Christe! ach komme zu mir mit faltigkeit vereiniget werde. Indeiner Gnade, verachte mich dem du mich, mein JEſu, mit nicht, denn ich bin dein und be deinem heiligen Leibe und Blut gehre auch dein stets zu bleiben. ſpeisest und tränkest, verbindest Wo nun mein Fleisch und Blut du dich mit mir so fest, daß ich herrscht, da werde ich auch durch nun hinfort ein Gliedmaß deidich in Ewigkeit herrschen und nes Fleisches und Gebeines bin. regieren. Amen. Du theilest jo mildiglich mit c 2 mir 39 40 Gebet am Charfreitag. mir, daß nun dein ganzer Gehor- Mensch, daß du mich armen sam, Verdienst und Gerechtigkeit Sünder und verdammmten Menmein eigen ist und ich dadurch schen ohne alle meine Werke, vor meinem GOtt so gerecht Verdienst und Würdigkeit durch und angenehm bin, als wenn dein heiliges Leiden, Sterben ich niemals gefündigt hätte. und Blutvergießen erlöset haſt. Ja, du thust dich so nahe zu mir, O HErr JEsu Christe, wie groß ist daß du nun allezeit in mir woh- dein Leiden, wie schwer ist deine nen, mich durch deinen Heiligen Pein, wie viel ist deine Marter, Geist lebendig machen und nim- wie tief sind deine Wunden, wie mermehr von mir lassen willst. bitter und schmerzlich ist dein Mein HErr und mein GOtt! Tod, wie unaussprechlich ist wie tröstlich stärkest du meinen deine Liebe, damit du mich deiGlauben, wie lieblich erweckest nem lieben Vater verfühnet hast, du meine Zuversicht! Hilf, HErr da du am Delberge blutigen JEsu! daß unsere Gemeinschaft Schweiß vor großer Todesangst je länger, je fester werde, daß geschwißet, daß die Blutstropfen ich mich deines Verdienstes und auf die Erde fallen und daselbst Wohlthaten je länger, je freudi- von allen deinen Jüngern verger tröste, daß ich dir je länger je lassen in die Hände der schnöden tiefer einverleibet und ein unab- Juden und gottlosen Schaar dich löslich Gliedmaß bleibe, daß ich willig für mich ergeben, welche durch dich mit GOtt, deinem dich hart und ungezwungen geund meinem Vater und mit dem bunden, von einem ungerechten Heiligen Geist, je länger je kräf- Richter zum andern unbarmtiger vereinigt und verbunden herzig geführet; daselbst bist du sein und bleiben möge bis in fälschlich verklaget, verurtheilt Ewigkeit. O wobne und lebe in und verspeiet, verhöhnet und mit mir, mein HErr JEsu, sammt dem Fäusten in das Angesicht geschlaVater und Heiligen Geist und gen worden. Du bist um unsrer erzeige dich kräftig in mir ohn Missethat willen verwundet und linterlaß. Mache mich recht le- um unsrer Sünden willen zerbendig, heilig und selig, daß ich schlagen, gegeißelt und mit Dormit reinem Herzen, mit heiligem nen gekrönet und jämmerlich zuVerstande, mit neuer Zunge, mit gerichtet, wie ein armer Wurm, thätigen Händen und Füßen dei- der nicht einem Menschen ähnnem Namen mit Freuden diene: lich gewesen. Denn du warest daß meine Gliedmaßen mit Lust thun und vollbringen Alles, was dir gefällig ist. Auf daß ich anbebe, als eine neue Creatur, dir, meinem HErrn und Haupte, gleichförmig zu sein und durch GOttes Kraft und macht zur ewigen Vollkommenheit bewahret und erhalten werde. Amen. der Allerberach tetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gesagt: Sehet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter die zween Uebelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehänget, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Effig großen Gebet am Charfreitage. danke dir, HErr JEsu 41 Danksagung am heiligen Ostertage. großen Schmerzen hast du dei- löset. Tod, wo ist dein Stachel? nen Geist aufgegeben, auf daß Hölle, wo ist dein Sieg? Dir du unsere Schuld bezahltest und sei Dank, daß du uns den Sieg wir durch deine Wunden gehei- gegeben hast. Du bist dem Tode letwürden. OHErr JEsu Christe! ein Gift gewesen und der Hölle für diese und andere deine Mar- eine Bestilenz; du hast den Tod ter und Bein sage ich dir Lob verschlungen ewiglich und alle und Dank und bitte dich, laß dein unsere Thränen von unsern Auheiliges bittres Leiden und gen abgewischet. Kommet, laſſet Sterben an mir nicht verloren uns zu dem HErrn gehen, er hat sein, sondern, daß ich mich dessen uns geschlagen, er wird uns zu jeder Zeit von Herzen rühme wieder verbinden, er hat uns und tröste, auch dasselbige also verwundet, er wird uns wieder begehe und betrachte, daß alle heilen, er wird uns wieder aufböse Lust in mir ausgelöschet richten am dritten Tage, er wird und gedämpfet, dagegen aber alle uns lebendig machen nach dreien Tugend eingepflanzet und gemeh- Tagen, daß wir vor ihm leben ret werde, auf daß ich der Sünde werden. Darum freuet sich mein abgestorben, der Gerechtigkeit Herz und meine Ehre ist fröhlebe und deinem mir gelassenen| lich; denn GOtt hat seine Seele Vorbilde nachfolge, in deine nicht in der Hölle gelaffen und Fußstapfen trete, das Uebel mit Geduld ertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen. SISCHE 2011 NG Ind fidiatod nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Verwesung sähe. Du bist eine kleine Zeit von GOtt verlassen gewesen, aber nun mit te Ehren und Schmuck gefrönet; du bist aus der Angst und Ge richt hinweggerissen, wer will Danksagung für die sieghofte Auferstehung IEsu Chrifti. Err JEsu Christe, du starter unüberwindlicher Held, du mächtiger Siegesfürst, du starker Simson, du Sündentilger und Uleberwinder des Todes, duSchlangentreter und Zerstörer der Höllen! Ich fage dir herzlich Dank für deine sieghafte, fröhliche Auferstehung, da durch du dem Tode die Macht genommen und ein ewiges, unvergängliches Wesen wieder an's Licht gebracht. Du hast dich bewiesen als ein allmächtiger Herr, der da hat die Schlüssel der Hölle und des Todes, der da ausschließt und Niemand zuschließt. Du warest todt und siehe, nun lebest du von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du hast dein Volk vom Tode errettet und aus der Hölle erDer Stein, den die Bauleute zum worden und das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Man singet mit Freuden vom Siege in den Hütten der Gerechten: die Rechte des Herrn ist erhöhet, die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern lea ben und des HErren Werk bera tündigen. Du hast getrunken vom Bach auf dem Wege, darum hast du dein Haupt empor gehoben. Du bist wahrhaftig die Auferstehung und das Leben, wer an dich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet, du bist der Gläubigen Leben, darum können sie nimmermehr sterben; denn du, ihr Leben, stirbest nicht, c. 3 darum 42 Danksagung am heiligen Ostertage. darum können sie ihr Leben nicht der Auferstehung JEfu Christe, verlieren. Ach mein HErr JEsu! komme in mein Herz, erfreue du bist hervorgebrochen wie die meine Seele! denn über diesen schöne Morgenröthe, majestäti- Frieden wird man sich freuen, wie scher Weise bist du auferstanden man sich freuet in der Ernte, wie in einem Erdbeben; deine heili- man fröhlich ist, wenn man Beute Du, mein HErr gen Engel eröffnen und zeigen austheilet. uns das Grab und sagen: Was Christe! hast als ein Siegesfürst suchet ihr den Lebendigen unter nach erhaltenem Siege die rechte den Todten? Kommet her, sehet Beute der Unsterblichkeit ausge= die Stätte, da der HErr gelegen. theilet, die schönen Feierkleider Ach welche schönen fleißigen der Verklärung, wie Simson in Kammerdiener sind um dein Grab seiner Hochzeit, da er die Philister ber, fehet die heiligen Wächter, schlug. Ach laß auch mich derdie auf ihren HErrn warten, jelben theilhaftig werden! ja, wenn er aufstehet. Ach freund- laß uns alle, o HErr! mit dir licher HErr, du erscheinest den durch wahre Buße auferstehen großen Sündern, Maria Magda- und Theil haben an der ersten lenä und Petro und sprichst: Auferstehung, auf daß der andere Gehe hin und sage meinen Brü- Tod an uns nicht Macht habe. dern: Ich fahre auf zu meinem Stehe du in uns auf, lebe du in Vater und zu eurem Vater, zu uns, besiege und überwinde meinem GOtt und zu eurem in uns die Welt, Sünde, Tod, GOtt. Du bist ein Pilgrim gen Teufel und Hölle; tröste unsere Emmaus und legest deinenbetrüb- Seele in Angst und Traurigkeit ten Jüngern alle Schrift aus; durch dein Wort und Geist des du kommest zu den Aposteln im Friedens. Erwecke auch am verschlossenen Haufe, zeigst ihnen jüngsten Tage, durch Kraft deiner Hände und Füße, deine Seite Auferstehung, meinen Leib zum und Wunden Maal und heilest ewigen Leben, wenn du wirst damit die Wunden ihres Un- fagen: Wachet auf und rühmet, glaubens, isfest mit ihnen aus die ihr schlafet unter der Erden, Liebe, zum Zeugniß, daß du wahr- denn mein Thau ist ein Thau Alsdann haftig lebest, auf daß du sie speisest des grünen Feldes. mit den Früchten deiner Aufer- wird mein nichtiger, verweslistehung, denn du theilest diesel- cher, sterblicher Leib anziehen ben Früchte aus durch einen ewi- die Unverweslichkeit, Unsterblichgen Frieden, welcher alle himm- keit, Kraft und Ehre, und wird lischen Güter in sich begreift, ähnlich sein deinem verklärten GOttes Huld und Gnade, Ver- Leibe: denn unser Leben ist in gebung der Sünden, Gerechtig- dir verborgen; wenn aber unser keit, Sieg, Trost, ewige Freude Leben wird offenbar werden, so und ewiges Leben; dagegen er werden wir auch offenbar werweiseft du, daß Sünde, Tod, Teu- den in der Herrlichkeit. Amen. fel, Zorn, Fluch, Hölle und Ver- Von der Himmelfahrt Est dammniß überwunden und hinweg sind, sonst könnte kein Friede Christi. zu uns kommen. Oliebreicher, HErr JEfu Christe, du allmächtiger der huldreicher, ger Friede! Du edle Frucht dich durch deine sieghafte und fröhliche Von der Himmelfahrt JEsu Christi. 43 fröhliche Himmelfahrtgesetet hast des, der da Alles in Allem erfüllet. zur Rechten der Majestät und Du bist unser ewiges, einiges Kraft GOttes und alle deine Haupt, der seinen Leib und seine Feinde geleget zum Schemel dei- Glieder mit Leben, Licht, Trost, ner Füße, nämlich die Sünde, Kraft, Stärke, Sieg, Friede und Tod, Teufel, Hölle und Welt. Freude erfüllet. Du bist unser Wie soll ich diesen Triumph, ewiger Hoberpriester, jalbest uns diesen Sieg, diese Herrlichkeit, mit deinem Heiligen Geist, giebst diesen deinen hohen Namen ge= Evangelisten, Apostel, Prophenugsam und würdiglich rühmen ten, Hirten und Lehrer, auf daß und preisen? Denn nachdem du dein geistlicher Leib erbauet werde. gemacht hast die Reinigung un- Ach! sende solche Bauleute, die serer Sünde durch dich selbst, haft du mit dem Geist der Weisheit du dich in den Himmel gesetzet und des Verstandes erfüllet haft. zur Rechten der Majestät GOt- Du hast ein ewiges Hobesprietes und bist soviel besser worden, sterthum, darum kannst du alldenn die Engel, foviel gar einen zeit felig machen, Gebete erhören höheren Namen du vor ihnen er derer, die zu dir kommen und erbet hast! denn zu welchem En- zu dir rufen. Du hast uns durch gel hat GOtt jemals gesagt: deine Himmelfahrt den Weg ge= Sebe dich zu meiner Rechten? zeiget, den Himmel und ParaDein himmlischer Vater hat dir dies eröffnet und die Stätte im alles unter deine Füße gethan, Himmel bereitet. Weil du nun nichts ausgenommen, denn sich unser Haupt im Himmel bist, selbst. Du hast dir unterthan ge- so werden auch gewiß deine macht die Engel, die Gewaltigen, Glieder nicht draußen bleiben, die Fürstenthümer und die Kräfte; du wirst uns alle nachholen, auf auch hast du in diesem herrlichen daß wir sein, wo du bist, daß fieghaften Triumph ausgezogen wir deine Herrlichkeit sehen; dadie höllischen Fürstenthümer und durch ist unsere felige Hoffnung Gewaltige, sie öffentlich Schau bestätiget, daß wir gewiß zu dir getragen und einen Triumph aus kommen werden; dadurch ist unihnen gemacht durch dich selbst. fere Gerechtigkeit bekräftiget! denn Du starter GOtt fährest auf mit darum erscheinest du vor deinem Jauchzen und der HErr mit himmlischen Vater, zum Zeugniß, hellen Posaunen; lobsinget un- daß du durch dein Blut in's ferm GOtt, lobsinget ihm flug- Allerheiligste eingegangen bist, lich. Der Wagen GOttes ist viel und eine ewige Erlösung erfuntausend mal tausend. Du bist den und die ewige Gerechtigkeit aufgefahren in die Höhe und wiedergebracht hast. Ziehe uns haft das Gefängniß gefangen ge- nach dir, daß wir mit unsern führt, du haft Gaben empfangen Gemüthern bei dir im himmlifür die Menschen, du bist erhöhet schen Wesen und Leben wandeln über alle Engel und Fürsten- und wohnen mögen, daß wir thümer, über alle Gewalt und auch allda unser Herz haben, da Macht, über alles, das in dieser unser Schaß ist und suchen, was und jener Welt mag genennet droben ist und nicht, was drunwerden. GOtt hat dich zum ten ist; daß wir vergessen, was Haupt geseßet deiner Gemeine, dahinten ist und strecken uns die da ist dein Leib und die Fülle nach dem, was zukünftig ist. c 4 Bieb Danksagung am heiligen Pfingsttage. 44 uns nach dir, so laufen wir. Gieb uns Flügel der himmlischen Morgenröthe und des heiligen Verlangens nach dir, daß wir zu dir fliehen. O, wann werde ich dahin kommen, daß ich dein Angesicht sehe und mit dir auffahre zu deinem GOtt und zu meinem GOtt! Komm, HErr JEsu, und nimm mich zu dir. Amen. Brausen vom Himmel gesandt; wehe uns an und mache uns mit dem Odem deines Mundes lebendig, wie du deine Jünger anbliefest und in der ersten Schöpfung einen lebendigen Odem dem Menschen einbliefest und ihn zum natürlichen Leben lebendig machtest; also mache uns lebendig durch deinen Heiligen Geist in's ewige Leben. Ach du liebreiches GOttesflämmelein, erleuchte uns! Ach du lebendiges Wasser! erquicke uns! O du Ödem GOttes, mache uns lebendig! O du heiliger Finger GOttes, schreib dein lebendiges Wort in Tafel kann ich dir genugsam danken zens! O du Kraft aus der Höhe, für die hohe, herrliche, göttliche stärke uns in unserer SchwachGabe deines Heiligen Geistes, heit! Odu himmlisches Freudenöl, welchen du verheißen hast, da tröste und erfreue uns in unserer du sprichst: Ich will Wasser gie- Traurigteit! Du liebreicher HimBen auf die Durstigen und Ströme melsthau, erquicke unsere verwelkauf die Dürren: ich will meinen ten Herzen! Du gnädiger Regen, Geist ausgießen über alles Fleisch, befeuchte unsere verdorrten Her= daß sie sollen wachsen wie Gras zen! D HErr JEsu, gieß über am Wasser; meine Söhne und uns aus den Geist der Gnaden Töchter sollen weissagen, ihre und des Gebets, der in uns seufze, Günglinge sollen Gesichte sehen, unserm schwachen Gebet zu Hülfe ihre Aeltesten sollen Träume ha- komme, der uns bei GOtt verben. Du hast deinen Heiligen trete mit unaussprechlichem SeufGeist verglichen einem fühlen, zen, der da Zeugniß gebe unserm frischen Wasser. Ach erquicke und Geist, daß wir GOttes Kinder tränke unsere dürren Herzen mit sind. Denn er ist ja ein Geist der demselben, daß unsere Seele Kindschaft, das Siegel GOttes, grüne, wie das Gras; du hast das Pfand unsers Erbes, mit deinen Geist in Feuerflammen welchem wir bersiegelt sind bis herab gesandt und der Apostel Bungen feurig gemacht und sie mit deinem heiligen Feuer des Heiligen Geistes getauft. Ach erwärme, erleuchte und entzünde unsere Herzen im Glauben, in der Liebe, in Andacht, im Gebet, im Lobe GOttes. Laß dein Wort wie ein Feuer in unsern Herzen werden, daß es davon brenne und leuchte. Du hast deinen Heiligen Geist in einem Winde und in einem lieblichen auf den Tag unjerer Erlösung, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! an welchem wir erkennen, daß du in uns bleibest, weil dein Geist in uns bleibet. Laß auch diesen deinen Heiligen Geist mit siebenfältigen Gaben über uns ruhen, denn uns zu Gute ruhet über dir der Geist der Weisheit, des Verstandes, der Klugheit, des Raths, der Kraft, der Stärke, der Furcht GOttes. Er ist ein Geist des Friedens, laß Danksagung am heiligen Pfingsttage für die Sendung des Heiligen Geistes. Ach freundlicher und holdselis ger Gebet am Fest der heiligen Dreifaltigkeit. 45 Liebe, Hoffnung, Demuth, Geduld, Andacht, Gebet und Gottessurcht. Odu einige Freude unserer Seelen! hilf, daß wir dich nimmermehr betrüben, noch von uns treiben, sondern daß wir dich allezeit mögen bei uns behalten, wir schlafen oder wachen, gehen oder stehen, leben oder sterben, daß du in unsern Seelen ewig bleibest, in dieſem und jenem Leben, denn du bist GOttes Siegel, damit uns GOtt versiegelt hat ewiglich. Du Geist der Herrlichkeit GOttes! ruhe über uns, laß uns mit Stephano GOttes Herrlichfeit sehen, hier im Geist und Glauben, dort aber von Angesicht zu Angesicht. Amen. Gebet nm Fest der heiligen Orrifaltigkeit. du laß uns durch ihn ein friedsam uns wachsen mögen, Glaube, Herz und Gewissen haben. Er ist ein Geist der Liebe und Einigkeit, laß uns durch seine Kraft in Liebe und Einigkeit verbunden bleiben, daß er uns zu einem Leibe, ja zudeinemLeibe, HErr JEsuChriste! als Glieder zusammen verbinde. Er ist ein Geist des Vaters und des Sohnes, denn der Vater und Sohn senden ihn; darum vereiniget er uns mit dem Vater und dem Sohn, und machet uns zum Tempel und Wohnungderhei= ligen Dreifaltigkeit. Er ist ein Geist der Wiedergeburt, darum machet er uns zu neuen Creaturen. Derohalben, o Heiliger Geist! wende unser Herz ab von der Welt zum himmlischen Leben, mache in uns neue, göttliche Bewegungen, fange in uns an das ewige Leben, richte in uns auf das Reich GOttes, welches ist Gerechtigkeit, Friede heilige Dreifaltigkeit: GOtt, Vater, Sohn und und Freude im Heiligen Geist. Erneure in uns das Bild GOttes Heiliger Geist, wir danten dir, in rechtschaffener Gerechtigkeit und daß du dich in deinem Worte uns Heiligkeit. Und wenn uns aller haft zu erkennen gegeben. Ach! Trost in dieser Welt berlässet, du großer GOtt, erhalte uns so bleibe du unser wahrer und und unsern Nachkommen solches einiger Tröster bei uns ewiglich, dein seligmachendes Erkenntniß. nach der Verheißung unsers Laß uns bei demselben fest beHErrn Jesu Christi. Lehre, leite, harren und nichts davon abführe, stärke, heile, erquicke und wendig machen. Die heilige, mache uns lebendig; sei unser hochgelobte Dreifaltigkeit, wir Helfer, Beistand nnd Rath, Kraft rühmen, ehren und preisen dich. und Trost: sei unsrer Seelen Heilig, beilig, heilig ist unser Licht und Freude in Traurigkeit. GOtt, der HErr Zebaoth! Alle Du bist ja unser himmlisches Lande, Himmel und Erden sind Freudenöl, mit welchem wir ge- seiner Herrlichkeit und seiner salbet sind. Du bist ja unser Ehren voll. GOtt Vater, fei himmlisches Täubelein mit dem uns gnädig und erfreue uns Delblatt göttlicher Gnade; ruhe mit deiner Liebe! GOtt Sohn, über uns, wie über dem HErrn sei uns gnädig und erhalte uns JEsu Christo. Du bist ja unsere durch dein Verdienst. O GOtt himmlische Salbung, die uns Heiliger Geist, sei uns gnädig, Alles lehret; sei unsers Geistes erquicke und tröste uns mit deiStärke, daß wir durch dich die ner heiligen Beiwohnung! O du Lüste unsers Fleisches dämpfen, heilige Dreifaltigkeit! sei uns die Früchte aber des Geistes in gnädig, hilf uns recht glauben, christlich 46 Festgebete. christlich leben, geduldig leiden in Demuth und Freundlichkeit und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig sterben, damit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von Angesicht zu Angesicht schauen und dich daselbst ewig lieben, loben und preisen mögen. Amen, HErr JEsu, in deinem Namen. Amen. die Werke der christlichen Liebe und Barmherzigkeit einander fleißig erweisen. Hilf, daß unsere Seele und Leib sich in dir stets erfreuen, unnöthige Traurigkeit aber meiden. Siehe gnädig an das viele Elend, dem wir in dieser Welt unterworfen sind und errette uns daraus durch deinen gewaltigen Arm. Stürze deine Feinde, die dein geringes Häuflein zu vertilgen suchen. Erhalte uns Allmächtiger GOtt, ewiger Ba- in deiner Furcht, damit deine ter, wir rühmen und preisen Barmherzigkeit für und für bei dich, daß du durch Sanct Johan- uns bleiben möge. Dafür soll nen, den ersten Prediger Neuen unsere Seele und Geist deinen Testaments, die fröhliche Bot- Namen mit ewigem Ruhm erschaft des heiligen Evangelii hast heben und preisen. Amen, um verkündigen, auch solche nach- JEju, deines lieben Sohnes mals uns fund thun lassen. Wir willen. Amen. bitten dich ingleichen demüthiglich, du wolleft dieſes dein selig. Gchet am Cage Michnelis. machendes Wort in unsern Kireiliger, großer GOtt, wir danGebet am Tage Johannis des Täufers. Heiligen Geist erhalten, dasselbe uns fest glauben und wider alle Anfechtungen von Sünde, Tod, Teufel und Hölle zum kräftigen Trost gedeihen lassen. Hilf auch, daß solche gnadenreiche Botschaft uns zu keiner Sicherheit diene, sondern wir vor dir mit willigem Gehorsam, in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leben bemühet sein, bis wir dort bei dir zur seligen Vollkommenheit gelangen, durch JEsum Christum, unsern Heiland und Helfer. Amen. Gebet am Tage Mariä Heimsuchung. [ llmächtiger GOtt, der du die heilige Mutter deines lieben Sohnes auf ihrer Reise gnädiglich behütet hast. Wir bitten dich, leite, führe und beschüße uns auch auf unsern Wegen und Stegen. Regiere uns, daß wir göttlichen Weisheit und väterlihen Liebe gegen uns die lieben Engel uns zu Dienern und Wächtern bestellet hast, die uns als eine feurige Mauer umgeben und vor allem Schaden und Gefahr behüten müssen. Lieber Vater, laß diese deine starken Helden und himmlischen Heerschaaren sich fernerhin um deine liebe Kirche und unser ganzes Land lagern, daß sie des Teufels, wie auch aller seiner Glieder und Diener Bosheit, List, Macht und Gewalt abtreiben und verjagen. Sende die lieben Engel in unsre Häuser und Wohnungen. Laß sie uns auf allen unsern Wegen und Steger mit ihrem Schutz begleiten, daß uns kein Unglück noch Ulebel berühre. Gieb uns auch diese deine väterliche Liebe nach Genüge zu erkennen, damit wir dich allezeit dafür loben und ei nes frommen, heiligen und reinen Lebens Morgenjegen, wenn man zur Beichte gehen will. 47 Lebens befleißigen, auf daß wir das Geleite vieler heiligen Endie lieben Engel durch Sünde und gel, so wollen wir in ihrer und Laster nicht von uns berjagen, aller Auserwählten Gesellschaft, noch denen bösen Geistern über dich sammt Sohn und Heiligem uns Macht einräumen. Endlich, Geiste in Ewigkeit loben und wenn unsere Seele nach dem Him- preisen. Amen. mel reisen soll, bestelle derselben Anu onit ustruolustu Buß-, Beicht- und Communiongebete. Morgensegen, wenn man zur ach! so verleihe mir doch, mein Vater! deine kräftige Gnade zit 3d Beichte gehen will. diesem Werk. Du hast vor Zeiten Ewiger GOtt und Vater, zu deinem Volk einen großen Verdir erhebe ich mein Herz in söhnungstag anzustellen und zu dieser Morgenstunde und danke feiern befohlen, an welchem du dir demüthiglich, daß du mein ihre Missethat vergeben hast; Leben bis hierher erhalten und Ach, so laß mir doch auch diesen mich in dieser Nacht vor Schrek- Tag einen rechten Versöhnungsken und Krankheit, ja vor der tag sein, auf daß meine Sünden List und Macht des Fürsten der weggenommen und die MisseFinsterniß behütet hast. HErr! that versiegelt werde. Ich bedein Aufsehen bewahrt meinen kenne meinen Abfall und VerOdem noch diese Stunde und du derben, und du weißt selbst, o fristest mir immer das Leben, ob HErr, der du alle Dinge weißt, ich wohl mit meinen Sünden den was für eine schwere Lost es Tod verdienet habe. Nun mein mir ist, den Leib der Sünden GOtt! laß nicht ab, deines ar- herum zu tragen, ein verletztes men Kindes zu verschonen, gieb Gewissen zu haben und das mir deinen Heiligen Geist in Schlangengist zu empfinden. Gemein Herz, daß er mich heut und rechter GOtt! du könntest billig allezeit regiere, vor Sünden be- die Seele, die dich zuerst verhüte und in alle Wahrheit leite; lassen, von deinem Angesicht und daß er mir das Herz aufthue, wie aller Hoffnung der Gnade verder Lydia, damit ich auf dein werfen; aber du offenbarest dich Gebot achte, dein Gesetz liebe in deinem Wort als ein gnädiger und halte. Du weißt, HErr, Vater. Darum komme ich zu dir mein GOtt, daß sich mein Herz und bitte dich in Christo JEsu, nach deiner Gnade sehnet. Es laß meine Seele leben und etwas gehet aber leider sehr schwach da- gelten in deinen Augen. Gieb mit her. Ach! so stärke mich durch mir Gnade zur wahren Umkehdeine Kraft und ziehe meine rung. Laß mich nicht durch eine Seele zu dir. Und weil ich mir Heuchelbuße meine Seele betrüdurch deines Geistes Trieb vor- gen, sondern bekehre du mich gefebet habe, heute vor dir zu recht, hilf du mir, so ist mir geerscheinen, mit dem Zöllner an holfen. Laß meine Gerechtigkeit meine Brust zu schlagen, meine besser sein, als der SchriftgeSünden zu beichten und eine lehrten und Pharisäer. Laß nicht tröstliche Absolution zu erbitten;| allein meine Lippen und äußerlichen 48 Buß- und Beichtgebete. lichen Glieder sich zu deinem auch nach diesem Leben deinen Dienst begeben, sondern erneure Lohn empfangen; um deßwillen auch den Grund deines Herzens, sei allewege bereit und lebe in damit ich den Sünden abgestor= steter Buße, daß dich der Tod ben, dir allein lebe in Christo nicht einmal in Sünden hinreiße, JEsu, meinem HErrn, dessen und sei kein Retter da. Viele Joch freudig auf mich nehme Leute sterben ja plößlich und unund von seinen Fußstapfen nicht versehens, zu der Stunde, da sie weiche, weder zur Rechten, noch es nicht vermeinen, wie gefährzur Linken. Du, mein GOtt! lich und mißlich stehet es alsdann mußt dieses in mir wirken, du um ihre Seele! Wohlan, weil wirst's auch thun, denn ich weiß, du demnach nicht weißt, wann daß du gnädig bist und willst deine Stunde kommt, so balte nicht den Tod des Sünders. eine jede für die lette, schicke dich Ach! so führe doch mein Herz und begegne deinem GOtt durch und Sinn durch deinen Geist wahre Buße. Kehre wieder zu dahin, daß ich mög' Alles mei- ihm, du Abtrünnige! so wird er den, was mich und dich kann sein Angesicht nicht gegen dich scheiden und ich an deinem Leibe verstellen, denn er ist barmherein Gliedmaß ewig bleibe. Amen. zig und wird nicht ewiglich zürnen. aus Erkenne und bereue nur deine Missethat, daß du wider den HErrn deinen GOtt gefünGlauben das theure Verdienst diget hast. Ergreife mit wahrem deines JEsu, der sich's so viel dich aus des Teufels Gewalt und von dem ewigen Tode zu erlösen. Mach dich los von den Stricken der Sünde und des Verderbens und thue jett, was du thun kannst. Gedenke an nichts mehr, als an dein Heil. net. der Sündenherberge und fäume nicht länger, dich mit deinem GOtt zu versöhnen, den du mit deinen vielfältigen Sünnen, bösem Wesen und gottlofet Leben bisher ſo ſehr erziirund spare dieser Erden als ja nicht deine Buße länger auf, ein Bilgrim, den der Welt Gedaß der Zorn GOttes dich nicht schäfte nichts angeben. Behalte übereile, daß du nicht unbereitet dein Herz frei und aufgehoben zu zum Abschiede aus dieser Welt| GOtt, denn du hast hier keine erfunden und in die ewige Ver- bleibende Stätte, sondern die zudammniß hernach gestoßen wer- fünftige mußt du suchen; und dest. Bedenke doch dein Elend dahin sende dein Gebet und Seufund jämmerlichen Zustand in zen mit Thränen, auf daß du diesem Leben, denn wie bald ist einst nach dem Tode selig zum es um einen Menschen geschehen? HErrn eingehen mögest. Amen. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blibet wie eine Seufzer, wenn man GOtt um Blume auf dem Felde, wenn Vergebung der Sünden bitten der Wind darüber gehet, so ist will. SONI sie nimmer da. Darum siehe wohl zu, wie du dich verhältst; Gim Beſten gedenken; JEjus Ott der Vater wolle meiner wie du hier gelebet, also wirst du Hierauf kann angestimmt werden: Auf, auf, an diesem Morgen 2c. pag. 27. Eine Ermahnung zur Buße. Buß- und Beichtgebete. 49 Christus wolle mir die Sünden- den du dräuest den Sündern, agegen schulden schenken und der Heilige unerträglich und wie Geist wolle mir das Herze len- deine Barmherzigkeit, so du verken, daß ich in Erkenntniß der heißest denen, die wahre Buße Sünden die Gnade GOttes juche, thun, unermeßlich und unausmit der Gnade GOttes Verge- sprechlich groß sei. Inmaßen du bung und Trost finde und mit solches durch deinen Heiligen Geist der Vergebung frei werde aller gewirket in Manasse, in Petro, meiner Sünde. Amen. Maria Magdalena, am Zöllner, der an seine Brust schlug und sprach: GOtt sei mir Sünder gnädig! Ein solch bußfertiges Herz gieb mir auch, o getreuer GOtt, wirke in mir wahre Reue wegen meiner begangenen SünGebet um wahre Buße und Bekehrung. Bater, ich habe gefündiget im Himmel Luc. 15, 18. und vor dir. ewiger barmherziger Vater, du weißt es ja, daß des Menschen Thun nicht stehet in seiner Gewalt, wie er möge und könne wandeln und seinen Gang richten; wir sind auch nicht tüchtig von uns selber, als von uns selber etwas Gutes zu gedenken, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von dir, HErr du getreuer GOtt. Insonderheit aber ist die Buße nicht ein Werk unsers sündlichen Fleisches und Blutes, sondern es ist dein Werk, du mußt uns Buße geben und uns bekehren, wenn wir sollen zu dir bekehret werden und Buße thun. Derowegen komme ich jetzt auch zu dir mit diesem meinem demüthigen Gebet, o frommer GOtt! den Willen habe ich wohl zur Buße und Bekehrung, aber gend finden. Nun, o lieber HErr GOtt, du hast mir den Willen gegeben, so gieb mir doch auch das Vollbringen. Schaffe in mir, GOtt, ein reines Herz und gieb mir deinen Heiligen Geist. Laß ihn in mir kräftiglich wirken rechtschaffene Erfenntniß der Sünden und erleuchtete Augen meines Verständnisses, daß ich erkennen möge den Greuel meiner vielfältigen Sünden! wie dein Zorn, und Maria Magdalena bitterlich zu weinen und mit Manasse herzlich zu seufzen: Ach! HErr, ich habe gesündiget! Ja, ich habe gesündiget! Und mit dem Zöllner im Tempel; Ach GOtt, sei mir armen Sünder gnädig! denn du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe ewiglich. Um dieser deiner hochtheuern Verheibung und Zusage willen, erhöre dieses mein Gebet gnädiglich! Ach! du barmherziger und getreuer GOtt und Vater, erhöre mich und sei mir gnädig. Amen. Um herzliche Buße und Bekehrung. Err mein GOtt! Ich weiß, Vernunft noch Kraft zu wahrer Buße kommen, noch an meinen HErrn JEsum Christum glau= ben kann. Ich bitte dich, rühre du mir mein Herz durch deinen Heiligen Geist und gieb, daß meine Bekehrung nicht Heuchelei und mein Glaube nicht falsch, sondern rechtschaffen und herzlichsei und an seinen Früchten allezeit möge gespüret und erkannt werden. Amen. Um ut 50 Buß- und Beichtgebete. Um unverzügliche Buke. ilf mir, o mein HErr JEsu! von Herzen, ich vertraue dir nicht gänzlich, meines Herzens Dichten und Trachten ist böse von Judir zu bekehren und meine Buße nicht aufschiebe von einem Tage zu dem andern: denn deine Gnade hast du mir zugesaget, aber den morgenden Tag hast du mir nicht verheißen. Ei! so verleihe mir, daß ich heute Buße thue und mich bekehre, auf daß ich nicht morgen in meinen Sünden ergriffen und hingerafft werde. Amen. Gebet um wahre Buße und Erkenntniß der Sünden. Ach du heiliger, gerechter und barmherziger Schöpfer und Erlöſer, ich klage dir, daß ich zwar und bekenne dir mit reuigem, Bilde geschaffen, aber dasselbe zerbrochenem, zerschlagenem Her- verloren habe und bin worden zen und zerknirschtem Geiste meine das Bild des Satans; das ganze Uebertretung und Missethat. Ach Reich des Satans ist leider in HErr! viel sind meiner Sünden, mir mit aller Bosheit und Un= wie Sand am Meer, sie gehen tugend und bin ein Werkzeug des über mein Haupt und wie eine Satans worden. Ach HErr, mein schwere Last sind sie mir zu GOtt, mein Elend ist größer, schwer worden. Wie groß ist denn ich dir es klagen kann! ich meine Missethat, daß sie gen bin ein Gräuel in allem meinem Himmel steiget und schreiet. Willst Wesen und Thun, alle meine du mit mir rechten, so kann ich Gerechtigkeit ist wie ein unflätig dir auf Tausend nicht Eines ant Kleid, ich verwelke in meinen worten. Ach! welch eine unreine Sünden, wie die Blätter, meine Masse und Klumpen bin ich; Sünden werden mich auch noch wie bin ich durch das tödtliche dahin führen wie ein Wind. Ach Gift der Erbsünde so jämmerlich HErr! ich habe alle deine Wohlan Seele und Leib verderbet! thaten mißbrauchet, mit allen Siehe, ich bin aus sündlichem meinen Gliedern und Kräften Samen gezeuget, meine Mutter Leibes und der Seelen dir wihat mich in Sünden empfangen: derstrebet, mit Leib und Seele vom Haupt bis auf die Fußsoh habe ich den Sünden und dem le ist nichts Gesundes an mir. Teufel gedienet. Ach! ich bin Ach HErr, wer will einen Reinen aus deiner Gnade gefallen in finden, da kein Reiner ist? Ach! deinen ewigen Born, aus der ich bin ein böser Zweig aus Seligkeit in die ewige Verdammeinem giftigen Baum! alle meine niß, aus dem Leben in den emiKräfte sind verderbet, mein Ver- gen Tod, aus dem Himmel in stand ist verfinstert, mein Wille die unterste Hölle. Ach HErr! ist dir widerspenstig, ich erkenne ich bin der verlorne Sohn, der dich nicht recht, ich liebe dich nicht seine Güter so schändlich verschwendet Brunn sein Wasser quillet, so quillet aus meinem Herzen die Sünde: da gehet heraus Verachtung, Lästerung, Hoffahrt, Lügen, eigene Ehre und Liebe, Ungehorsam, Feindschaft, Born, Rachgier, Ungeduld, Unzucht, Ungerechtigkeit, Geiz, allerlei böse Lüste, über welche du, o gerechter GOtt, das Urtheil gesprochen hast: Die das thun, follen das Reich GOttes nicht ererben. Ach! mein GOtt, mein Buß- und Beichtgebete. 51 schwendet hat, ich bin nicht werth,| und der hochwürdigen Vergebung daß ich dein Kind heiße. Ich der Sünden. Gieb mir einen wäre werth, daß du mich aus zerknirschten Geist, ein zerbrochedeinem Hause stießest und nim nes, reuiges Herz; laß meine mermehr wieder aufnähmest. Jch Augen Thränenquellen werden, bin der Knecht, der dir, meinem meine Sünden herzlich zu beweiHErrn, zehn tausend Pfund nen mit Petro und mit Maria schuldig ist und habe in Ewigkeit Magdalena. O mein HErr und nicht zu bezahlen. Ich bin der GOtt, wenn ich Tag und Nacht Mann, der unter die Mörder ge- weinete, könnte ich mein Elend fallen, die haben mich ausgezo- nicht genug beweinen, meine gen und des schönen Bildes GOt- Sünde nicht genug beklagen, tes beraubet und haben mich an meinen Ungehorsam nicht genug Leib und Seele so sehr verwun- beseufzen. Ach mein GOtt! es det, daß mich kein Mensch hei- reuet mich nicht so sehr, thut len kann. Darum hilf du mir, mein mir nicht so wehe, daß ich den GOtt und HErr! schaffe mir Bei- Tod, Hölle und Verdammniß stand in dieser Noth, denn Men- verdienet habe( denn das habe schenhülfe ist hier keine nüße. Be- ich billig verdienet), als daß ich tehre du mich, HErr, so werde dich, meinen GOtt, meinen Schöpich bekehret, hilf mir, so ist mir fer, meinen lieben Vater, meigeholfen, denn du bist mein Ruhm. nen Erhalter, meinen Erlöser, O HErr, wer kann das böse Herz meinen Seligmacher, meinen geändern und ein neues schaffen? treuen Hirten, meinen einigen, Du HErr allein, du getreuer wahrhaftigen Tröster, so hoch, so Schöpfer in guten Werken. Wer oft, so vielfältig, so gröblich, so fann die tiefen und abscheulichen schändlich beleidiget und erzirnet Sündenwunden heilen? Du, HErr habe und bin dir so undankbar und dein Werk, welches alles gewesen für deine große Liebe heilet. Nimm weg das böse stei- und Treue, Wohlthat und Barmnerne Herz und schaffe in mir, herzigkeit. Ach wie werde ich beGOtt, ein reines Herz, und gieb stehen vor deinem Angesicht, vor mir einen neuen gewissen Geist. deinem gerechten Gericht, vor Verwirf mich nicht von deinem allen heiligen Engeln und AusAngesicht und nimm deinen Hei- erwählten! Ach! wo foll ich hinligen Geist nicht von mir. Tröste gehen vor deinem Geist? wo soll mich wieder mit deiner Hülfe ich hinfliehen vor deinem Angeund der freudige Geist erhalte sicht? Deine rechte Hand wird mich. Ich bin das verlorene mich doch an allen Orten finden Schaf, wenn du mich nicht suchest, und halten. Ich kann und weiß to irre ich ewiglich und bleibe nicht mehr, denn dies einige: ewig verloren; nimm mich auf Vater, ich habe gejündiget im deinen Rücken und bringe mich Himmel und vor dir und bin zu deinem himmlischen Schafstall nicht werth, daß ich dein Kind Gieb mir eine göttliche Traurig- heiße. Ach, ich habe mich der teit, die da wirke eine beilsame Rindschaft verlustig gemacht, ich Reue zur Seligkeit, die Niemand habe aufgehöret dein Kind zu gereuet und daß mein Herz durch sein durch meinen Ungehorsam den Glauben bereitet werde, fä- und habe all mein Kindesrecht big zu werden deines Trostes verloren; aber ich glaube, du habest pe 52 Buß- und Beichtgebete. habest noch nicht aufgehöret mein mein Fürsprecher am jüngsten Vater zu sein: denn deine Barm- Gericht, daß ich nicht darf bören herzigkeit ist groß und währet die schreckliche Stimme: Weichet von Ewigkeit zu Ewigkeit. von mir, alle ihr Uebelthäter, ich Darum erbarme dich mein und habe euch nie erkannt! Du tensiehe nicht an meine Sünde, son- nest mein Herz, daß es mit Reue dern deine unendliche, ewige und Traurigkeit zerbrochen und Gnade und Barmherzigkeit, um zerschlagen ist, dasselbige opfere deines lieben Sohnes JEsu Christi ich dir mit deinem Blute bewillen. Amen. sprenget, das wirst du nicht ver= achten. Erfülle an mir die Verheißung, da du jagest: Es sollen alle, die an dich glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben baben. Ach, HErr, ich glaube, bilf meinem Unglauben! laß mich nicht in meinen Sünden verderben, noch die Strafe ewiglich über mir bleiben; die Strafe liegt auf dir, du haft sie gelitten, auf daß wir Frieden hätten und durch deine Wunden sind wir geheilet; darauf will ich mich verlassen, im Glauben hoffen und erwarten des Glaubens Ende und die ewige Seligkeit. Amen. Gebet vor der Beichte, nds Gebet um Vergebung der Sünden. Err JEsu Christe, mein ewiger Hoherpriester, Fürbitter, Mittler, Verföhner! wie treulich hast du die verlorenen Schafe gefuchet, die Sünder zur Buße gerufen, am Kreuz für die Ulebelthäter gebeten, deines Vaters Herz dadurch versöhnet, vertrittst auch noch alle bußfertigtn Sünder und bittest deinem himmlischen Vater die Strafe ab. Siehe, ich bin ein Kind des Zorns, alles Dichten und Trachten meines Herzens ist nur böse immerdar. Ich weiß, daß in mir nichts Gutes wohnet. Wollen habe ich wohl, aber nicht, sondern das Böse, so ich nicht will, thue ich. Ach HErr, ich kann nicht merken, wie oft ich fehle; meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden. Aber, HErr JEsu, du hast sie von mir genommen und getragen. Mein Erlöser, mein Heiland und Helfer, erbarme dich mein, zu dir habe ich allein Zuflucht. O du zerschlagener Fels! verbirg mich vor dem Grimm des Satans und Schrecken der Hölle in die Steinrißen und Felslöcher deiner blutigen Wunden; wende alle Plagen von mir gnädiglich ab, daß ich nicht im Grimm verzehret und aufgefressen werde; bleib ich armes Sündenkind! wo treibet Angst des Gewissens, welches mich selbsten anklaget, daß ich des ewigen Todes schuldig bin? nirgends anders hin, als zu dir, du gnädiger und barmherziger GOtt, der du nicht Lust hast zum Tode des Sünders, sondern willst, daß er sich bekehre und lebe. Aber ach! wie schäme ich mich vor deiner Majestät, der du aller Welt Richter bist. Ich habe gesündiget und so habe ich aufgehöret dein Kind zu sein und bin dein Feind worden. Ich habe deine Gnade verachtet, und so bin ich deines Zornes würdig. Ich habe mit der gottlosen Welt gewandelt und so sollte ich mit ihr verdammet werden.! wie viel böse Gedanken, die dich nicht Buß- und Beichtgebete. nicht mehr alle weiß! O wie viel gottlose Worte, die ich nicht alle bedacht! wie viel boshaftige Sünden, die ich oft nicht für Sünden gehalten, stehen jetzt als Zeugen wider mich vor deinem Richterstuhl und schreien dich um ein solches Urtheil an, als ich verdient habe! Ach, ich bringe ein Herz zu dir, welches voller Gräuel; einen Mund, der voller unnüßer Worte; Hände, die voller Ungerechtigkeit sind; eine Seele, die voller Angst, ein Gemüth, das voller Erschreckniß ist. Allein ich bringe auch vor dein Angesicht das Blut JEfu, welches für mich schreiet, viel kräftiger, als das Blut Abels. Siehe doch auf meinen Hohenpriester, der mit dem Räucherwerk seiner vielfältigen Fürbitte zwischen mich und dich getreten ist. Ich sebe diesen Gnadenstuhl neben deinen Richterstuhl. Ich decke meine Blöße mit diesem Purpur. Ich der Ungerechte, Er meine Gerechtigkeit. Ich der Schuldige, Er meine Unschuld. Ich der Verfluchte, er mein Segen. Ich der Todte, er mein Leben. Ach nimm dieses blutige Lamm von meinen Händen. Zeige mir durch die offenen Wunden JEsu dein Herz, wie es Gnade für Recht ergehen läffet. Sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist. Ach Vater! nimm wiederum an das verlorene Kind, um dessentwillen dein Kind gelitten hat. Ach, JEsu! dein Blut sei meine Besprengung wider alle des Gesebes Beschuldigung. Ach, Heiliger Geist, zerknirsche mein Herz, zerschlage meinen Geist, daß sie bor GOtt ein gefälliges Opfer sind. Und also gehe ich hin, Gnade, Gnade zu suchen, wo GOtt Gnade in den Mund seines Dieners geleget hat. Gnädiger und 53 barmherziger GOtt, laß meine Buße rechtschaffen, meinen Glauben ungefärbt, meine Besserung unausbleiblich sein. Ich will und kann dir nichts verschweigen; schweige du nur nicht auch zu meinem Schreien. Was du geschworen hast bei deinem Leben, was du versiegelt haft mit deines Sohnes Tode, das glaube ich, das hoffe ich, das bitte ich. GOtt sei mir armen Sünder gnädig! Amen. Andächtiger Seufzer vor der Beichte. allergütigster und frommer HErr JEsu! nimm jetzt mein Bekenntniß und Beichte von mir an. O einige wahre Hoffnung des Heils meiner Seelen! dich bitte ich, gieb mir die Gnade, daß ich meine Sünden recht erkennen, schmerzlich bereuen und bitterlich beweinen, auch mich durch wahren Glauben an dir, meinem Heilande, wieder aufrichten und trösten möge. HErr! laß mein Gebet vor deine Ohren kommen. Wenn du mit mir zürnen wolltest, wo wollte ich einen Helfer finden? Wer wollte sich sonsten über meine Sünde und Uebertretung erbarmen? Ach, HErr, gedenke mein, der du das Cananäische Weiblein und den Zöllner zur Buße gerufen und den weinenden Petrum zu Gnaden angenommen. HErr, mein GOtt, erhöre mein Gebet und tiefes Seufzen! O frommer HErr JEsu, der Welt Heiland! der du dich dem Tode des Kreuzes ergeben, uns arme Sünder dadurch selig zu machen, siehe jeho mich armen Sünder an, der ich deinen Namen anrufe; siehe nicht auf mein gottloses böses Leben, daß du deiner Güte dabei vergessen wollen Ast 54 Buß- und Beichtgebete. licher Zuversicht mich auch getröste, zum bessern Leben einen guten Vorsat fasse und mich fortan stets und fest an deinen Sohn, meinen Heiland und Seligmacher JEsum Christum halte. Amen. wollen; habe ich gleich das be- GOtt, daß ich derselben in kindgangen, darüber du mich richten und verdammen könntest, so hast du doch noch so viel mehr übrig, davon du mich erhalten und se lig machen kannst. Sei mir gnädig und schone meiner, du bist mein Seligmacher, erbarme dich über meine fündhafte Seele, löse ihre Bande auf und heilge ihre tiefen Wunden. O HErr JEsu! nach dir verlanget mich, auf dich hoffe ich, dich suche ich, dich begehre ich, laß mich nicht zu Schanden werden, tröste mich, laß dein Antlit leuchten, so genese ich. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und zu deiner Wohnung bringen. Erleuchte meine Seele, daß ich meine Sünde und Unrecht erkenne und jebo dieselbe nicht nur mit tem Munde allein, sondern von Her- OGOtt! Heiliger Geist! weil ich zen dir beichte und bekenne, allein ohne dich und ohne deinen Beibei dir und deinem theuren Ver- stand weder recht beten, noch recht dienste Gnade fuche und finde. beichten, noch recht glauben kann, Pflanze auch durch deinen Hei- ach! so entzünde du doch in mir ligen Geist in mir einen guten eine feurige Andacht und wahVorfaß, mein Leben hinfort zu ren Glauben. Laß mein Gebet so bessern. HErr JEju! laß den in andächtig, meine Buße und Beichte seiner Missethat nicht verderben, so herzlich und meinen Glauben den du geschaffen und erlöset hast, so stark und kräftig sein, daß ich erbarme dich meiner, weil es noch in meinem Herzen anders nichts Zeit ist zum Erbarmen, daß du fühle, noch empfinde, als daß mich nicht zur Zeit des Gerich mir durch die heilige Absolution tes verdammen dürfest. HErr, meine Sünde verziehen und ver höre und sei mir gnädig! HErr, geben werde; darauf trete ich sei mein Helfer! Amen. hinzu, hilf mir, GOtt Vater, O mein HErr JEsu Christe, du hast ja zu meinem Leben dich selbst am Kreuz zum Tode hingegeben: Ach, so nimm mich doch auch zu Gnaden an! Sprich du mir durch deines Dieners Mund eine tröstliche Absolution und Vergebung aller meiner Sünden und stehe mir bei mit deinem Heiligen Geiste, daß ich hinfüro gottselig lebe, die Sünde meide und mich allein an dich, meinen Heiland JEsum Christum, im wahren Glauben fest halte und ewig selig werde. Amen. Gebet, wenn man zum Beicht- Sohn und Heiliger Geiſt. Amen. stuhl gehen will. Allgemeine Beichte, sa in Pommern gebräuchlich ist. Mürdiger, lieber HErr, ich bitte, ihr wollet meine Beichte hören und mir die Vergebung der Sünden sprechen, um GOttes Willen. charmer fündiger Mensch euch, Aí ch du barmherziger GOtt und Bater! ich bitte dich durch deine große Güte, du wollest mir armen fündigen Menschen gnädig sein, mir meine schwere Sünde nicht zurechnen, sondern die heilige Absolution mir widerlieber Danksagung nach der Absolution. 55 euch, daß ich wider alle Gebote bin gekommen, die Sünder zur GOttes mit Gedanken, Worten Buße zu rufen und nicht die Fromund Werken biel gefündiget habe men. Matth. 9. v. 12, 13. und von Natur in Sünden em- du gnädiger und barmherpfangen und verdorben bin und ziger GOtt und Vater, ich unter GOttes Zorn des ewigen sage dir von Grunde meines Her= Todes schuldig. Darum ist mein zens Lob und Dank, daß du mir Herz betrübt, und ist mir leid, armen Sünder jett abermal durch daß ich GOtt, meinen HErrn, er- deinen Diener alle meine Sünzürnet habe und bitte von Her den vergeben und wieder auf's zen, GOtt wolle mir alle meine neue das ewige Leben zugesaget Sünde um seines lieben Sohnes, und zu Gnaden angenommenhaft. des HErrn Jesu Christi willen, Ich bitte dich herzlich, gieb mic aus Gnaden vergeben, mein Herz deinen Heiligen Geist und schaffe mit dem Heiligen Geist ver- in mir ein reines Herz, daß ich neuern, wie ich auf sein gött- festiglich glaube, daß mir alle liches Wort glaube und traue. meine Sünden durch JEsum Dieweil ihr denn vom HErrn Christum vergeben sein, dessen Christo Befehl habet, allen Buß- zu einem gewissen Unterpfande fertigen ihre Sünde zu vergeben, soll ich morgen den wahren Leib so bitte ich euch durch Christum, und Blut deines liebsten Sohnes ihr wollet mich mit GOttes Wort JEsu Christi im Brod und Wein unterrichten und trösten und mir essen und trinken, zu meiner im Namen Jesu Christi die Ver- Seelen Seligkeit. Verleihe mir gebung der Sünden sprechen, auch, HErr, du getreuer GOtt, seinen Leib und Blut im Sacra- daß ich mich hinfort besser vor ment zur Stärkung meines Glau- Sünden hüte, denselben desto bens darreichen; ich will mich feinder werde und mein Leben mit GOttes Hülfe bessern. Seufzerlein unter währennach deinem Willen anstellen möge, daß ich frommer werde und mich bessere. Dazu wollest du mic gnädiglich helfen mit deinem Heiligen Geist, um JEfu Christi deines allerliebsten Sohnes willen. Amen. der Ankündigung der Absolution. As [ ch HErr JEsu, laß diese Worte sich tief in mein Herz senken, daß ich mich derselben in Kreuz und Verfolgung, in der Noth und Tod trösten und mich auf meinen versöhnten und gnädigen GOtt allezeit verlassen möge. Amen. Danksagung nach empfangener Absolution. DieStarken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich Eine andere Danksagung. Qobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen meine Seele und vergiß nicht, heiligen Namen. Lobe den HErrn, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebet und heilet alle deine Gebrechen. Der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich machet und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Psalm 103, v. 1-4. Allmächtiger 56 Abendsegen, wenn man zur Beichte gewesen. Ah Umächtiger, himmlischer Va- mein ganzes Leben nach deinem ter, ich jage dir von Herzen Willen anstellen möge, durch JELob und Dank, daß du mich sum Christum. Amen. armen gefallenen Menschen nun wiederum so gnädig angesehen und aus der Grube der ewigen Verdammniß gezogen hast. Denn wo du nicht mit mir Geduld gehabt, in Abendlegen, wenn man zur Beichte gewesen. Allmächtiger GOtt, barmherzidu mich gestrafet hättest, so hätte ich rechte Vater über alles, was da in meinen Sünden sterben und Kinder heißet im Himmel und verderben müssen. Deiner Güte auf Erden. Drum wendet sich allein habe ichs zuzuschreiben, mein Herz in kindlicher Zuberdaß es nicht gar aus mit mir ist; sicht und Vertrauen zu dir, nimm deine Barmherzigkeit hat noch an mein armes Gebet, welches kein Ende, sondern sie ist alle nicht aus falschem Munde gehet. Morgen neu und deine Treue ist HErr, ich danke dir, daß du mich groß. Ach! wie kann ich dir ver- nach deinem Bilde geschaffen und gelten alle deine Wohlthaten, die in Christo zu deinem Kinde andu mir die Zeit meines Lebens genommen. Ich danke dir, daß du erzeiget, sonderlich, daß du jetzt mich heute vor schweren Sünden abermal durchs Wort von der wider das Gewissen behütet und Versöhnung, welches du unter auf meinen Wegen und Stegen uns aufgerichtet, die harten und durch deine guten Engel begleitet schweren Bande meiner Sünden hast. Absonderlich danke ich dir zerrissen und mich durch deinen von Herzen für das tröstliche Wort Diener so herzlich getröstet hast. der Gnaden, das du mir heute Verleihe mir, o HErr! deinen durch deinen Diener verkündigen Heiligen Geist, daß ich dieser und mich von meinen Sünden abermals empfangenen gnadenloszählen lassen. Nun erkenne reichen Absolution feftiglich glaube ich, mein GOtt, wie gut du es und in allen Anfechtungen mich mit uns armen Menschenkindern derselben herzlich tröste. Gieb mir meinest. Du betrübest wohl, aber auch deine Gnade, daß ich fort du tröstest auch wieder und erhin den Sünden, davon ich jetzo barmest dich unser nach deiner wiederum absolvirt worden, nicht großen Güte und durch dieselbe mehr also nachhänge, noch mei- hast du auch mich heute der Vernem verderbten Fleisch den Wil- gebung meiner Sünden wiederum len lasse; sondern, daß ich der versichert. O HErr! versiegle Sünden je länger je mehr absterbe, diesen Trost in meinem Herzen das Fleisch sammt den Lüsten und laß ich allezeit ſeine Kraft und Begierden kreuzige, hingegen empfinden, wenn Angst nahe ist dir nach allen deinen Geboten und ich keinen Helfer sehe. Sei mit willigem Gehoriam diene. auch mitten in der Finsterniß Bestätige, o HErr, in mir, was mein Licht. Bewahre mich vor du jeßt Gutes an mir angefan- dem Grauen der Nacht und allem gen, daß ich die Welt und mich Unglück. Laß deine Augen mich selbst nicht mehr also liebe, noch behüten, deine Hand mich schüßen die Sünde in meinem sterblichen und deine Güte mich umfangen. Leibe herrschen lasse, sondern Laß deine Liebe mein Hauptfiffen, Morgensegen eines gottseligen Communicanten. 57 kissen, dein Erbarmen meine wenn ich erwache, so rede ich von Decke und das liebliche Wesen zu dir. Von Herzen begehre ich deiner Rechten meinen Traum deiner des Nachts, dazu mit meisein. Verleihe mir eine fanfte nem Geiste wache ich frühe zu Ruhe, das mein Geist und Ge- dir. Nun HErr GOtt Vater müth sich erquicke und ich mor- im Himmel! erbarme dich über gen defto munterer und eifriger mich. HErr GOtt Sohn, der dem Gottesdienste beiwohne. Er- Welt Heiland! erbarme dich über halte mein Herz in steter Be- mich. HErr GOtt Heiliger trachtung deiner Allmacht, Wahr- Geist! erbarme dich über mich! heit, Weisheit, Liebe und Barm- sei mir gnädig und hilf mir! herzigkeit. Hilf, daß ich morgen in meiner letzten Noth und am gesund erwache und mit Freuden jüngsten Gericht hilf mir, lieber in dein Haus gehe, anzubeten in HErr GOtt! Amen. deinem heiligen Tempel, in deiner Furcht. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, Hierauf fann angestimmt werden: Nun ist mit dunklen Schatten. Pag. 49, Morgensegen eines gottseligen Communicanten. Der HErr segne mich heute und| und iß! und da meine Seele erbehüte mich! muntert, so siehet sie allbereit im Geiste das Brod des Lebens und den Kelch voll stärkenden GOttesbluts, deinen Leib, mein JEsu, dein Blut, mein JEsu, mit welchem du mich heute sättigen und tränken willst, damit Abb [ bba, mein Vater, wie herzlich ich den weiten Weg zum Himmel liebest du mich, daß du mich getrofst und sicher wandern könne. nach zurückgelegter Nacht, da ich Ö, demnach auf, auf, meine unter deinen Flügeln, ja gar in Seele! wache auf! die Zeit ist deinen Armen, so sanft geschla- da, aufzustehen vom Schlaf. Lege fen( wofür dein Name hochge- ab alle Werke der Finsterniß. lobet sei), so gnädig und gesund Die Nacht ist vergangen, ziehe an diesem Morgen wieder auf- aus den alten Schlafrock des vererwecket hast. Dort mußte deinderbten Fleisches und lege das Kind Eliam ein Engel wecken Kleid der Unschuld und Gerechund sagen: Stehe auf und iß; tigkeit Jesu Christi durch wahund als Elias erwachte, da sahe ren Glauben an, damit bei dies er zu seinen Häupten ein geröstet ser Mahlzeit du deinem BräutiBrod und eine Kanne mit Was- gam herzlich wohlgefallen mögest. jer. O seliger Morgen! da nicht Höret Zachäus aus deinem Munde, ein Engel vor meinem Bette er allersüßester JEsu, die selige scheinet, sondern du, mein hoch- Stimme: steige eilend hernieder, gelobter GOtt, du mein barm- ich muß heute zu deinem herziger Vater selbst, und mir Hause einkehren; so steiget er einen seligen Morgen heute mit eilend hernieder und nimmt dich diesen Worten bietest. Stehe auf auf mit Freuden! Ach! dies ist d 3 die Der HErr erleuchte sein Angesicht über mir und sei mir gnädig! Der HErr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden! Amen. 58 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. die Stimme meines Freundes, Ach, HErr, sprich dies Wort, so meines Jesu, die ich in meinem werde ich gesund, so werde ich Bette an diesem Morgen höre: dein Abendmahl würdig empfanStehe eilend auf, ich muß heute gen. Ach JEsu! du um der bei dir einkehren. Ach HErr! du Günde willen gekreuzigter JEfu! weißt alle Dinge, du weißt, das geschebe um aller deiner ausmein JEsu, daß ich dich lieb gestandenen Marter und Qual habe, deine heiligen Augen, so willen, so du auch meiner Seden Abgrund des Herzens erfor ligkeit zu gut erduldet hast! schen, wissen, wie meine Seele sich Amen! Amen! Nun, so komme freuet, daß heute mein Herz auf doch herein, du Gesegneter des Erden dein Himmel soll werden. HErrn, was steheft du draußen!. Du siehest, mit wie herzlichen Hier kann mit Herzensandacht Freuden ich dich bringen will in angestimmt werden: Auf, meiner Mutter Kammer und dich, auf, mein Geist, ermuntre meinen Bräutigam, darinnen 1791/91 llmächtiger, barmherziger, güſehnlich füssen. Allein, eines quälet mich, daß du HErr des Himmels und der Erden, eine übele Wohnung, du heiliger GOtt, eine Sündenhöhle, in welcher nichts Gutes wohnet, antreffen tiger GOtt, Schöpfer Himwirst, darum falle ich mit Perro mels und der Erden, groß ist nieder, will zwar nicht, daß du deine Güte, übergroß deine Treue, von mir sollest hinausgehen, Himmel und Erde ist voll deioder von meinem Herzen zurück- ner Gnade und deine Barmherbleiben, sondern flage und winzigkeit reichet bis an die Wolken, ſele nur: Ich bin ein fündiger du erhörest Gebet und vergiebeſt Doch was war die Sünde, alles Haus für ein Tempel? Eine Fleisch zu dir, denn bei dir ist Zöllner- und Sünderhütte, ein Vergebung und viel Erlösung Aufenthalt der gröbsten Sünder und du wirst frael erlöfen aus Ach! und doch, weil fie JEsum willig allen seinen Sünden. annahm, ward der Segen über barmherziger GOtt, himmlischer fie gesprochen: Heute ist diesem Vater, fiebe, ich armer großer Hauje Heil widerfahren; fintemal Süinder tomme jeßt auch zu dir dieser Sünder auch Abrabams und dieweil ich sonst keine ZuSohn ist; denn des Menschen flucht habe, noch nirgends Hülfe Sohn ist kommen zu suchen und weiß, so schreie ich von Grund felig zu machen, das verloren ist. meiner Seelen, mit geängstetem Auf diese deine Gnade verlasse Geift und zerschlagenem Herzen, ich mich auch, mein gnädiger Hei- o GOtt, zu dir und bitte dich land, auch über meine fündige inbrünstiglich, weil du gestrigen Höhle wirst du ausrufen: Heuie Tages( oder heute früh) in der widerfähret diesem Hause Heil. tröstlichen Absolution durch den Bist du gleich ein Sünder, fo Mund deines Dieners mich aus bist du doch mein Kind; denn Gnaden aller meiner Sünden deswegen komme ich zu dir, dich entbunden, so wollest du meiner zu juchen und selig zu machen, Sünde nicht mehr gedenken, son weil du verloren warest. Amen. dern dieselbe hinter dich werfen und ich c. Pag. 257.pc Gebet vor dem heiligen per Abendmahl. ir Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 59 und in die Tiefe des Meeres ver- du wollest mich würdig machen senken, dich meiner gnädigst er zu deinem Tisch und mir voll barmen und mir meine großen einschenken den Becher deiner Missethaten verzeihen, um deines Liebe und Gnade. Ich armes eingeborenen Sohnes, meines Schäflein komme zu deiner Weide, Fürsprechers, Erlösers und Se- zum Brod des Lebens, zum leligmachers Christi JEsu willen. bendigen Brunnen; ach du wahDarauf will ich auch nun, o himm- res süßes Himmelsbrot! erwecke lischer Vater, das hochwürdige in mir einen geistlichen Hunger heilige Abendmahl und unter und heiligen Durst, daß ich nach dem gesegneten Brod und Wein dir schreie, wie ein Hirsch schreiet den wahren Leib und Blut mei- nach frischem Wasser. Vor allen nes Erlösers JEfu Chrifti, zur Dingen aber gieb mir wahre Versicherung, daß mir alle meine herzliche Reue und Leid über Sünden vergeben seien, in festem meine Sünde und lege mir an Glauben, durch Wirkung des das rechte hochzeitliche Kleid des Heiligen Geistes empfangen. Hilf Glaubens, durch welches ich dein o barmherziger, himmlischer Va- heiliges Verdienst ergreife und ter, daß ich solches würdig em- dasselbe, mein schönes Kleid fest= pfange, zur Besserung meines halte und bewahre, damit ich sündhaftigen Lebens, zu Trost nicht ein unwürdiger Gast sei. meines blöden Gewissens, zu Gieb mir ein demüthiges verStärkung und Vermehrung mei- söhnliches Herz, daß ich meinen nes schwachen Glaubens und Feinden von Herzensgrund verdann zu meiner Seelen Heil und Seligkeit. Amen. Inbrünstiges Gebet um würdigen Genuß des heiligen gebe; tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit; pflanze dagegen in Abendmahls.asp meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Ach du wahres Osterlämmtreuer Hirte und Bischof mich dich genießen und essen mit meiner Seelen! der du gejaget bittern Thränen und herzlicher haft: Ich bin das Brod des Le- Reue und mit dem ungesäuerten bens, wer von mir isset, den wird Brod eines heiligen und bußfernicht hungern und wer an mich tigen Lebens. Ach! ich komme zu glaubet, den wird nimmermehr dir mit vieler Unsauberkeit beladürsten. Ich komme zu dir und den, ich bringe zu dir einen unbitte dich demüthiglich, du wol- reinen Leib und Seele voller Auslest mich durch wahren Glauben saß und Gräuel! ach! reinige bereiten und zum würdigen Gast mich, du höchste Reinigkeit. Dein machen dieser himmlischen Mahl- heiliger Leib, als er vom Kreuz zeit, du wollest mich, dein armes abgenommen ward, wurde in ein Schäflein, heute weiden auf dei- rein Leinwand eingewickelt; ach ner grünen Aue und zum fri- wollte GOtt! ich möchte dich mit schen Wasser des Lebens führen, so reinem Herzen aufnehmen, als du wollest meine Seele erquicken es dir wohlgefällig. Ach! daß ich und mich auf rechter Straße füh- dich mit heiliger Andacht um= ren, um deines Namens willen, fangen und in meine Liebe einwikd4 feln, pre 60 Gebet vor dem heiligen Abendmahl. keln, dich mit Myrrhen des zer- ein Herz, das leer ist von allen brochenen Herzens und Geistes wahren, gründlichen Tugenden; falben sollte! Das Himmelbrod erfülle es mit deiner Gnade, mit mußte in einem goldenen Gefäße deinem Geist, mit deiner Liebe, aufgehoben werden zum Gedächt mit deiner Sanftmuth, mit deiniß in der Lade des Bundes: Ach ner Demuth, mit deiner Geduld. wollte GOtt! ich möchte dich in Ach, du süßes Brod des Lebens! einem ganz reinen Herzen be speise mich im ewigen Leben, daß wahren! Ach mein HErr, du hast mich in Ewigkeit nicht hungere ja selbst gesagt: Die Starken be- und dürfte. In dir habe ich volle dürfen des Arztes nicht, sondern Genüge, du bist mir alles; bleibe die Kranken; ach! ich bin frank, ewig in mir und laß mich ewig ich bedarf deiner als meines in dir bleiben, wie du gesagt haft: himmlischen Seelenarztes. Du Wer mein Fleisch isset und mein haft gesagt: Kommet her zu mir Blut trinket, der bleibet in mir alle, die ihr mühselig und beladen und ich in ihm und ich werde seid! ich will euch erquicken; ach ihn auferwecken am jüngsten HErr, ich komme mit vielen Sün- Tage. Amen. den beladen, nimm sie von mir, entledige mich dieser großen Bürde; Gebet vor Genießung des ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach JEsu! mein liebster Seelenbräutigam, führe mich von mir ilber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich; denn in dir lebe ich, in mir selber sterbe ich; in dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich eitel Verdammniß. Ach du mein himmlischer Bräutigam! komme zu mir, ich will dich führen in die Kammer meines Herzens, da will ich dich tüssen, auf daß mich Niemand höhne, bringe mir die Süßigkeit deiner Liebe, den Geruch deines feligen ewigen Lebens, den Geschmack deiner Gerechtigkeit, die Schönheit deiner Freundlichkeit, die Lieblichkeit deiner Güte, die Zierde deiner Demuth, die Frucht deiner Barmherzigkeit. Ach mein himmlischer Arzt! ich bringe dir eine todte Seele, mache sie leben dig, eine tranke Seele, heile sie; heiligen Abendmahls. racht lien Jout Süßer JEsu! soll ich nun und wie freundlich der HErr ist? Ach ich Unwürdiger, woher kommt mir solche Gnade, daß der Sohn meines GOttes zu mir kommt? Ich bin viel zu gering aller solcher Treue und Barmherzigkeit. Ich foll Manna essen und Wasser des Lebens trinken. Das ist der Tisch, welchen du für meine arme Seele bereitet hast. Das ist die Arznei, dadurch mein verletztes Gewissen heil wird. Das ist das Siegel, auf welchem die Versicherung der Erlösung beruhet. Das ist das Pfand, Kraft dessen JEsus der Meinige ist. Das ist die Speise und Trank vom Himmel, die mich himmlisch machen. Gnade über alle Gnade! So komm ich als Sud ein Gast zu dir an deinen Tisch und du als ein Gast kehrest ein in mein Herz. Wie könntest du mir näher kommen, als wenn du meine Speise wirst? Wie könntest du mir süßer sein, als wenn du mir zu einem Trante wirst? Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 61 daß ihn nimmermehr bungern, noch dürften soll. Ach HErr, hier kommt zu dir eine arme hungrige und durstige Seele nach deiner Speise und Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brod des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deiner wahren Liebe. Odu Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blut, auf daß ich gesättiget und erquicket aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Himmel erhebe, da du sitzest zu der Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns. Da ich dich denn ohne Hunger und Durst in ewiger Freude und Frohlocken sammt deinem Vater werde in Ewigkeit. Amen. zu diesem großen Abendmahl und Heiligem Geiste preisen gehe und im rechten geistlichen Priesterichmuck vor meinen Hohenpriester trete. O allergütig ster Erlöser, mache mich selbst würdig und geschickt zu deinem Gnadentische. Um deiner Wunden willen lasse mich nicht zum Gericht, sondern zur Gnade, nicht zum Tode, sondern zum Leben gespeiset und getränket werden. So komme ich in Demuth, fomme du in der Liebe. Speise mich, so werde ich satt werden und doch immer nach dir hungern. Tränke mich, so werde ich trunken werden von den reichen Gütern deines Hauses und doch immer nach dir dürsten. Mein Glaube ist gewiß, daß dein Leib und Blut unter Brod und Wein mich zum Himmel speifen und tränken werde. Amen. HD Tao Tis 1190 wirst? Ach gieß dich sehr tief in mein Herz hinein. Ich lege meinen Mund an deine Wunden: HErr, ich lasse dich nicht, du segneft mich denn. Heiliger Leib, ach heilige mich durch und durch, daß ich ein wahres Glied an dem Leibe meines JEsu sei. Heiliges Blut! wasche mich von allen Sünden und schreibe mich ins Buch des Lebens. Nähre mich, du reines Brod und vermehre die Kraft meines Glaubens. Erquicke mich, du edles Traubenblut und mache mich zu einer Rebe an deinem Weinstock. O du einige Liebe, laß mich schmekfen den überschwenglichen Reich thum deiner Gnade. Gieb, daß ich in dem rechten Hochzeitskleide Ein Anderes. Andüchtige Senszer, wenn man zum heiligen Altar tritt. GOtt Vater, jeho trete ich zu dem heiligen Altar, den höchsten Schatz im Abendmahl zu genießen. O des großen Geheimnisses. Stärke meinen Glauben, erhalte meine Seufzer, befestige meine Liebe. Sei gnädig mirarmen Sünder und laß mich ja den wahren Leib und Blut JEsu Christi empfangen, nicht zum Gericht, sondern zur Versicherung der Vergebung meiner Sünden und meiner Seelen Seligkeit. Amen. O HErr JEju Christe, dein heiliger wahrer Frohnleichnam, der für mich gelitten hat den bittern Tod, und der theure Schat deines heiligen unschuldigen Bludeinem heiligen Munde sel- löset bin und das für mich verber fageft: Wer hungrig und gossen ist zur Abwaschung aller durstig ist, der soll zu dir kommen, meiner Sünden, der wolle mich du wollest ihn speijen und tränken, jebund speisen und tränken, stärD 5 fen Spill 62 Gebete vor und bei dem heiligen Abendmahl. ken und bewahren zum ewigen deines allerheiligsten Leibes, Leben und mir mittheilen den den du mir jetzt im Brod Trost, daß alle meine Sünden zu vergeben seien. Amen, Amen. essen giebest, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast, das laß mir ges deihen zum ewigen Leben. 1130 GOtt, Heiliger Geist! jeßo gehe ich hin, das heilige Abendmahl zu empfangen, ach! zum Leben! zum Leben, nicht zum Gerichte! Stärke meinen Glauben, tröste mein Gewissen, gieb mir Besserung meines Lebens und hilf mir zur würdigen Gea nießung. Amen! O GÖtt Heiliger Geist. Amen. Die HErr JEsu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glaubenzumewigen Leben. Amen. JEju! meines Lebens Sonne, I ju! meine Freud' und Wonne, JEsu! du mein ganz Beginnen, Bei Empfahung des Blutes Christi sprich also in deinu nem Herzen: Lebensquell und Licht der Sinnen, Sei mir willkommen, du Hier fall' ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum 40 nislle Preise. Amen.or tydligd! reduale m Seufzer beim Gebrauch des on heiligen Abendmahls. das süßer HErr JEsu Christe, mit dem edlen Trank deines allerheiligsten Bluts, das du mir im Wein zu trinken giebst, wie du es für mich am Kreuz vergossen hast zur Vergebung meiner Sünden, das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Err JEfu Christe, dein heiliger Leib speise mich, bein theures Blut tränke mich, dein Leiden und Sterben stärke mich, HErr JEsu Christe, erhöre mich, in deine heiligen fünf Wunden verbirg mich und laß mich nim mermehr von dir geschieden sein. HErr JEsu Christe, vor dem bösen Feind bewahre mich, in der Stunde meines Todes be gnade mich, auf daß ich dich mit allen Auserwählten lobe und preise ewiglich. Amen.ompile HErr JEsu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre wahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Du hast, Jesu, weggenommen Meine Schulden durch dein Blut. Laß es, o Erlöser! kommen meiner Seligkeit zu gut.st monista aup 501937190 Seufzerlein nach Empfahung des Leibes und Blutes JEsu Christi. pfahung des Leibes Christi 3 habe GOtt von Angesicht gesehen im heiligen Abendmahl.pro toldonava aid tim bi ind ols Herzlicher Seufzer bei Em- BIDO und meine Seele ist genesen. 1. Buch Mose 32, v. 30. ei mir willkommen, du füßer HErr JEsu Christe mit der edlen Speise MARS du allerheilsamste Speise, wie wohl hast du mich gelabet! D du heilsamster Trant, wie kräftiglich hast du meine Seele Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. 63 Todeskampf sunded blutigen Schweiß, für alle dein heiliges Leiden, für die Schläge, für die Schmach, für die erduldete Verspeiung, für die schmerzliche scharfe Dornenkrone, für deine Wunden, für alle deine Schmerzen, für deine Thränen, für deine Seufzer, für deine Angst, für deine Kreuzigung, für den erbärmlichen Tod, für alle deine Wohlthaten, die du mir dadurch erworben, für die Erfüllung des Gefeßes, für die Vergebung der HErr JEsu Christe, die| Sünden, für die vollkommene empfangene wahre Gemein- Bezahlung und Genugthuung, schaft deines allerheiligsten Lei- für meine Missethat, für die bes und Blutes diene mir armen Versöhnung deines himmlischen Sünder( Sünderin) durch deine Vaters, für die erworbene und Gnade zu begehrter Vergebung geschenkte Gerechtigkeit, für die aller meiner Sünden, zu gott- Heiligung durch den Heiligen seliger Erhaltung meines Leibes Geist, für das ewige Leben, und Lebens und zu starker Be- welcher Wohlthaten allein du gleitung meiner Seelen aus die- mich durch den Glauben theilhafsem elenden Thränenthal in den tig gemachet und durch das hohe zukünftigen ewigen und himmli- theure Pfand deines Leibes und schen Freudenthal. HErr Blutes im Sacrament versichert hast. Ach wie könntest du mir doch ein höher Pfand geben deiner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens? Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, sondern deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und Blut heilige, JEsu! vereinige dich mit mir nach deiner Zufage und wirke in mir alle guten Werke und bleibe in solcher Weise mit mir, auf daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. do Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Ach du freundlicher, liebreicher, meinen Seele erquicket! O süßer HErr JEju! du bast mich geführet in deine himmlische Speijetammer und mit dem Brod des Lebens mich gesättiget, du hast mich eingelassen in deinen himmlischen Weinkeller, mir Gutes und Barmherzigkeit voll eingeschentet. Ich habe genossen die Speise der Unsterblichkeit, ich habe getrunken den Kelch deiner Liebe, dafür danke ich dir herzlich, lobe und preise dich ewiglich. Amen. Sin Ein Anderes. Christe! dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und theuren Speise e und Trank deines heiligen Leibes und Blutes geſpeiset und geträntet hast. Ach! wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdiget hast, von deinem Tische zu essen! Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Mensch werdung, für dein heiliges, holdseliges Evangelium, für deinen Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher! lebe du in mir und ich in dir, vertreibe aus meinem Herzen alle Untugend erhalte und besige du allein das Haus meines Herzens. Meine arme Seele hat sich mit dir vermählet, als eine Braut, du hast dich mit ihr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, sie ist nun eine Königin worden, dieweil sie dich, den König 64 Um neuen Gehorsam und zum Beschluß des Tages. nig aller Könige zu ihrem Gemahl bekommen hat, wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd machen so vieler Sünden und Unsauberkeit? wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünde und sich selbst unwürdig machen eines solchen königlichen Gemahls? Ach schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoff nung, mit edler Demuth, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdfeliger Sanftmuth, fehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein eine freundliche Gemeinschaft habe, ich esse oder trinke, jchlafe oder wache, lebe oder sterbe, daß du bei mir und in mir und ich bei dir und in dir ewig bleibe, stets mit dir esse und trinke, von dir rede, singe und fage, ohn Unterlaß an dich gedente; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. du aber fannst dasselbe lenken und in deiner Furcht leiten, wie dir's gefällig ist. So bitte ich dich, gieb mir ein neues Herz, daß ich der Sünden von Herzen feind werde. Laß deine Furcht mich heiligen, daß ich ein ander und from= mer Leben anfange und lebe in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß mich deiner Onade und meiner Zusage nie vergessen, sondern daß ich wider mein Fleisch und Blut und wider alle bösen Lüfte ernstlich streite und nicht wieder auf's Neue in Sünde und Laster falle. Ich habe vor mir Leben und Tod, laß mich ja das Leben ergreifen und nach dem Kleinod unverdrossen laufen, damit ich's ergreife und mich selbst nicht verunehre Lehre mich thun nach deinem Wohlge= fallen, auf daß ich gerecht und gottjelig lebe in dieser Welt und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen GOttes und unsers Heilandes Jesu Christi. Amen. Gebet eines Communikanten zum Beschluß des Tages. Abba, liebster Bater! du haft aus unaussprechlicher Liebe mich, dein verlornes Kind, heute Gnädiger GOtt und Vater, wieder zu Gnaden angenommen. du hast mir aus Barmher- JEsu, du treuer Heiland aller zigkeit alle meine Sünden verge- armen Sünder! du hast mit deiben und mich zu Gnaden um nem Blute den Zorn deines VaChristi, deines lieben Sohnes ters gestillet, für mich gebeten, willen angenommen. Jch habe mich, dein verirrtes Schäflein, dir auch von Herzen versprochen, auf deine blutigen Achseln wieder mein Leben durch deine Gnade geleget, über meine Buße mit ernstlich zu bessern und frommer deinen heiligen Engeln dich heute zu werden. Ach HErr und GOtt! gefreuet und bist jeho ganz eins weil des Menschen Thun nicht mit mir. O GOtt Heiliger stehet in seiner Gewalt, wie er Geist! du hast meine GOtt wohlwandele und seinen Gang richte, gefällige Buße, meine Andacht auch das Tichten des mensch in mir gewirket; du hast mir, o lichen Herzen alle Tage böse ist, GOtt, den Weg heute wieder gezeiget, Gebet um neuen Gehorsam und Besserung des Lebens. Berufs- und Standesgebete. 65 gezeiget, den ich hinfüro zum Himmel wandern soll. Nun bin ich gewiß, daß alle meine Sünde mir verziehen, und GOtt feiner Sünde mehr gedenken will. Treibe mich, mein GOtt! gedenke, was für ein Gemächte ich bin, gedenke doch, daß ich Staub und Asche bin, und nimm dannenhero deinen Heiligen Geist nimmermehr Ich bin gewiß, daß mein Gebet von mir. Laß diesen deinen Geist ist durch die Wolfen gedrungen, mich stets leiten auf ebener GOtt hat es zu meinem Besten Bahn. Hindere durch diesen Geist, erhöret. Derowegen tomme ich mein GOtt, alle Gelegenheit, bei dem Schlusse dieses Tages die mich zur Sünde locken dürfte. mit Jauchzen und Frohlocken, Wecke mich durch deinen Geist, GOtt, der du meine Wonne bist, wenn mein Geist in ünde einvor dein Angesicht. O HErr, ich willigen will, daß ich dein zornibin zu gering dieser großen und ges Richterantlit erblicke. Mache unbeschreiblichen Barmherzigkeit, durch deinen Geist zu Schanden die du heute an mir bewiesen alle listigen Anläufe des Teufels, haft! Mein GOtt, allerliebster der Welt und meines eigenen gnädiger GOtt, dafür will ich Fleisches und Blutes. dich loben immer und ewiglich. mich durch diesen deinen Heiligen Aber ach, zirne nicht, HErr, daß Geist zu den Früchten des Geiich nun noch einmal mit dir rede. I stes, damit in mir wachse Glaube, Mir ist Angst, daß ich möchte den heut mit dir gemachten Bund bald wieder übertreten und in die alte Sündennoth mich wieder stürzen; denn ich weiß, mein GOtt, daß in mir, das ist, in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt: Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht; das Gute, was ich will, das thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich. So wird auch mein Wider facher, der Teufel, nicht ruhen, er habe mich denn wieder gebracht in vorigen Jammer und Noth! Ach, so erbarme dich um aller deiner Güte willen über Liebe, Hoffnung, Demuth, Geduld, Andacht und Gottesfurcht. Erforsche mich, GOtt, und erfahre, mein Herz, prüfe mich und erfahre wie ichs meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Nun, ich übergebe mich dir und deiner mein Regierung ganz und gar, GOtt, HErr GOtt Jfrael, stärke mich und hilf mir gnädiglich meine Buße und Besserung des Lebens vollbringen, die ich mit ganzem Vertrauen auf dich habe vorgenommen. HErr, laß mich nicht zu Schanden werden, Amen, um des theuren Verdienstes JEsu Christi willen. Amen. to magh Berufs- und Standesgebete. allros Gebet, um seinen Beruf glücklich weiser GOtt und Vater, eiliger, barmherziger, allein zu verrichten. der du deinen Knechten einem Lehre mich thun nach deinem jeden sein Pfund vertraueſt, Wohlgefallen, denn du bist mein unter welchen ich der geringste GOtt, dein guter Geist führe mich bin. Siehe, ich bin zu geringe auf ebener Bahn. Psalin 143, 10. aller deiner Barmherzigkeit und Treue, Berufs- und Standesgebete. 66 Treue, die du täglich an mir thust. Ich bitte dich demüthiglich, du wollest mir aus Gnaden vergeben, daß ich in diesem meinem Beruf zu öftern nachlässig gewesen bin und alles nach deinem Worte und heiligen Willen nicht verrichtet habe. Ach HErr! mein GOtt, fei mir gnädig und regiere mich hinfüro mit deinem Heiligen Geist, daß ich die Werke meines Berufs und alle meine Sachen nach deinem heiligen, göttlichen Wort richte. Gieb mir den Geist der Weisheit und des Verstandes. Allmächtiger GOtt, in dem all' unser Vermögen ist, ohn' welLaß den Engel des großen Rathsches Gnade und Hülfe wir nichts meinen Lehrmeister und Rathge- thun können, ich sage dir von Hülfe ber sein. Sende deine Weisheit, daß sie bei mir sei und mit mir arbeite. Sende deinen Engel vor mir her, der zu allen meinen Geschäften mir den Weg bereite, und alle Hindernisse aus dem Weg räume, wie du diese Gnade erzeiget haft allen deinen getreuen Dienern von Anfang her. Mache mich auch tüchtig zu dem Amt, das ich verrichten soll, damit ich bie Gaben, die du mir vertraueft, recht gebrauchen möge, dir zu Ehren und zu Nuß meines Näch: ften. Und weil ich weder An= fang, Mittel noch Ende verstehe, wie ich mein Amt führen soll, so mache du, mein lieber GOtt, den Anfang, regiere das Mittel und segne das Ende. Steure desaggio duni schlägt. böſen Feindes Lift und Betrug, ich, dir sterbe ich, bein bin herzen Dank für deine und Beistand, so du mir diesen heutigen Tag geleistet hast, ohne den ich wahrlich nichts hätte mögen ausrichten, dieweil du allein die Weisheit, allein die Stärke bist, in der ich alles gethan habe. Derohalben du billig allein das Lob haft, mit demüthigster Bitte, daß du gleicher Weise, wie du mir diese Arbeit hast helfen vollbringen, also auch dir dieselbige wollest gefallen und sie mir, sammt meinem Nächsten, an Leib und Seele gedeihen lassen, durch JEferen Herrn. Amen. ſum Christum, deinen Sohn, unGebet, so oft die Glocke Err dir lebe und halte deine Hand und Macht O JEsu C Sohnes JEsu Christi willen. Amen. über mich, um deines lieben ich todt und lebendig. Christe, GOttes Sohn, verleihe mir ein seliges Stündlein, aus diesem Jammerthal abzuscheiden, auf daß ich unsträflich und unbefleckt vor deinem Angesicht erfunden werden und die fröhliche Stimme hören möge: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, welches euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Amen. Gebet Gebet, so man zur Arbeit geht. ewiger, barmherziger GOtt, ich bitte dich, du wollest mir zu meiner vorgenommenen Arbeit und Werk in diesem meinem Beruf Sinn, Witz, Verstand, ja Kraft und Stärke verleihen und selbige durch Buthun deiner gnädigen und väterlichen Hülfe löblich und nüßlich vollführen helfen, auf daß dies mein vorgenommenes Werk und Arbeit mit dir angefangen, durch dich zu deinem göttlichen Lobe und Preis und meines Nächsten Wohlfahrt und Frommen geendet werde durch deinen lieben Sohn JEsum Christum unsern HErrn. Amen. Danksagung nach gethaner Arbeit. Berufs- und Standesgebete. 67 Hor rung. Err GOtt, himmlischer Vater! der du bist mein Leben! mein Leib und Seel', mein Hab und Gut, und alles, was da mein ist, das hast du mir gegeben, von dir habe ich's empfangen, richte und ordne du, o lieber GOtt! alles in meinem Hauswesen, Stand, Thun und Leben nach Gebet um zeitliche Nah-| das Gedeihen dazu. Thue deine mildeHand auf, speise und ernähre mich, daß ich mein täglich Brod aus deiner mildenhand mit Danksagung empfange, aller Sorge und Geizes nrüßig gehen und dir, mildreicher GOtt, in aller Dürftigkeit mit starkem Glauben find= lich vertrauen möge, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Gebet um das tägliche fürchten, er gedentet ewiglich an seinen Bund. Psalm 111, v. 5. Wirf dein Anliegen auf den HErrn, der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewig in Unruhe lassen. Pfalm 55, v. 23. deinem göttlichen Willen, dir zumnenja Brod.ru Lobe, mir, den Meinigen und Er giebt Speise denen, so ihn jedermänniglich zu Nuß. Segne alles, was ich habe, mache fruchtbar und reich alles, was zur leiblichen Nothdurft gehöret und dadurch ich meinen Unterhalt haben soll; denn wenn du giebest, so sammeln wir und wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Amen. Gebet um Glück und Segen zur Haushaltung. Dein Lebelang habe GOtt vor Augen und im Herzen und hüte dich, daß du in feine Sünde wil ligest, noch thuest wider GOttes Gebot. Trachtet am ersten nach dem Reich GOttes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles zufallen, spricht Christus. Matth. 6, v. 33. Von deinen Gütern hilf den Armen und wende dich nicht vom Ar= men, so wird dich GOtt wieder gnädig ansehen. Tob. 4, v. 6, 7. immlischer Vater, ewiger, güdem du mich durch deinen Segen in den häuslichen Stand gefeßet, danke ich dir dafür von Herzen und weil ich mich darin durch meine Hand und Berufsarbeit christlich nähren will, wozu ich zuvörderst deines Segens bedarf, so bitte ich dich um deines allerliebsten Sohnes JEsu Christi willen, du wollest mir in mei nem Beruf väterlich beistehen und mir gnädiges Auskommen verleihen. Ich will thun, was du mir in meinem Beruf befoh: len und auferlegt hast, gieb du wiger, allmächtiger GOtt, du reicher, milder Vater, weil ich armer Mensch nichts mit in die Welt gebracht habe, sondern nackend und bloß, arm und elend geboren, gleichwohl aber des Aufenthalts meines vergänglichen Lebens und der Nahrung meines schwachen Leibes benöthigt bin, so trete ich vor den Tisch deiner Grunde meines Herzens, du wollest nicht ansehen mein Verdienst, sonst bin ich keines Bissen Brodes, auch nicht eines Tröpflein Wassers werth! sondern deine Augen abwenden von meinen Sünden, mich in meiner Dürftigkeit und Armuth gnädiglich anschauen und dich über mein großes Elend väterlich erbarmen. O mein GOtt und Vater, dein Gut ist's, das du mir giebest, von deinem gnädigen Thron fället herab das liebe Brot, so ich täg= lich esse aus der lebendigen Quelle, Lare 68 Berufs- und Quelle, die bei dir ist, fließet herab der Strom, daraus ich alle Tage trinke. Du bist der reiche GOtt und Speisemeister, der du alle deine dürftigen Creaturen er nährest, du bist der milde Vater, der du deine hungrigen Kinder versorgest. Darum thue auf deine milde Hand und sättige mich mit Wohlgefallen. Segne meine Speise und gieb mir so viel Brod, als ich zu meiner Nahrung vonnöthen habe. Laß mich deine guten Gaben in Friede und Gesundheit genießen, aber| Sohn. Amen. nimmermehr in Müssiggang und Faulheit verschwenden, sondern der Sparſamkeit mich befleißigen und das übrige zu Rathe halten. Erwecke auch mein Herz zur täglichen Dankbarkeit, daß, gleich wie du aus väterlicher Güte mich und die Meinigen täglich speisest, also auch wir dich alle Tage und ohne Unterlaß dafür loben und preisen. Amen. Gebet um zeitliche Güter. Standesgebete. Schirm mein Weib und Kinder und alle mein Hausgesinde, behüte uns vor Sünden, Schanden, Feuer, Wasser und vor allem Ulebel. Sende uns deinen heiligen Engel, der uns behüte in allem unserm Thun und Leben, der uns leite und führe auf dem rechten Wege, auf daß wir nichts reden, thun oder gedenken wider deine heiligen Gebote und Willen, sondern danach leben, dich ehren, loben immer und ewiglich, durch JEsum Christum, deinen lieben Bet Gebet eines Predigers für seine Zuhörer. etreuer GOtt, himmlischer Vater, der du mich zum Arbeiter in deine Ernte gesendet haft: Ich bitte dich für meine Zuhörer und Pfarrtinder, welche ich lieb habe in der Wahrheit, du wollest sie mit deinem Heiligen Geist erleuchten, leiten und führen, daß sie zu Herzen nehmen, was ich ihnen aus deinem Befehl vortrage, damit sie nicht vergeßliche Hörer, sondern Thäter des Wortes seien. Heilige sie durch und durch, daß sie Buße thun und sich bekehren von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu GOtt fegnet den Frommen ihre Güter und wenn die Zeit kommt, gedeihen sie bald. v. 23. Ach! HErr GOtt, himmliſcher dir, zu empfangen Vergebung der Vater, der du bist mein Le Sünden und das Erbe sammt deben; meine Seele und Leib, mein nen, die geheiligt werden durch Gut und habe und alles, was den Glauben an JEfum Chrimein ist, das hast du mir alles ge- stum. Gieb ihnen Kraft, nach dem geben, von dir habe ich's empfan- Reichthum deiner Herrlichkeit gen; richte und ordne du, o lieber stark zu werden durch deinen GOtt im Himmel, alles in mei- Geift an dem inwendigen Mennem Hause, Handel, Stande, schen und Christum zu wohnen Thun und Leben, nach deinem durch den Glauben in ihrem Hergöttlichen Willen, dir zu Lobe zen und durch die Liebe einge= und Jedermann zu Willen und wurzelt und gegründet werden. Nuß. Denn dir lebe ich, auf dich Mache sie fertig zu allem guten traue ich, du wirst mich nicht Werk, zu thun deinen Willen verlassen, dir befehle ich unter und schaffe in ihnen, was dir gedeinen göttlichen Schuß und fällig ist, durch JEsum Chriftum; berDen Frommen giebt GOtt Güter, die da bleiben und was er bescheret, das gedeihet immerdar. Sir. 11, v. 15, 16. Berufs- und Standesgebete. 69 deine väterliche Gnade und Fürforge allezeit empfinden. Vor allen Dingen ziehe mein Herz von der Welt und regiere mich durch deinen Heiligen Geist, daß ich derselben in Fluchen, Läſtern, Rauben und andern Sünden nicht folgen möge, sondern dich, meinen JEsum, allezeit vor Augen und im Herzen habe. Hast du auch beschlossen, daß ich einmal in einem Feldzuge bleiben und von des Feindes Hand oder sonst sterben joll, so geschehe, HErr, dein Wille, gieb mir nur, daß ich selig abscheide und bereit sei, wann du kommest, damit ich nicht zur Hölle, da nichts, denn ewige Qual und Bein ist, verstoßen werde, davor behüte mich, HErr JEsu Christ, der du Mensch geboren bist, um deines bittern Leidens und Sterbens willen. Amen. Gebet eines Kaufmanns vermehre sie und laß ihre Liebe völlig werden unter einander und gegen Jedermann, daß ihre Herzen gestärket und unsträflich jein in der Herrlichkeit vor dir, auf die Zukunft JEsu Christi, sammt allen seinen Heiligen. Thue deinem Wort die Thür ihres Herzens auf und wirke durch mich kräftiglich, daß sie das Wort meiner Predigt nicht als Menschen, sondern( wie es denn wahrhaftig ist) als dein Wort annehmen und vor dir würdiglich wandeln. Mache sie würdig des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen deiner Güte und das Werk des Glaubens in der Kraft, auf daß an ihnen der Name deines eingebornen Sohnes JEsu Christi und sie an ihm gepriesen werden nach deiner Gnade. Hilf mir, daß ich nicht verliere, was ich erarbeitet, sondern vollen Lohn empfange. Behüte sie( meine lieben Zuhörer), ohne Fehl und stelle sie vor das Angesicht deiner Herrlichkeit un fträflich mit Freuden um JEsu Christi willen. Amen. Gebet eines Kriegsbedien- hast, ten oder Soldaten. Err JEsu, gütigster Heiland, der du die Kriegsleute nicht verwirfest, noch ihren Stand verdammest, ich auch mich aus erheblichen und dir am besten bekannten Ursachen in Krieges zug und Dienst begeben. Die weil ich aber in gefährlichen Begebenheiten nicht weiß, wo dieses oder jenes Unglück auf mich lauert, so bitte und flehe ich dich an, allergütigster HErr JEsu, sende deine heiligen Engel, welche mich behüten und bewahren mögen auf allen meinen Wegen, daß mich kein Unglück treffe. Erhalte mich auch mitten unter meinen Feinden und laß mich oder Kaufdieners. HErr, der du rechtmäßigen Handel und Gewerbe dir wohlgefallen läsfest und mich zum Kaufmannsstand berufen ich bitte dich, du wollest mir verleihen, daß ich mit Fleiß an deiner Furcht halte und ja nicht zu weit greife, noch meinen Bruder übervortheile, sondern mit dem zeitlichen Gut recht handele im Kaufen und Verkaufen. Behüte mich, daß ich meinem nächsten nicht vorsäßlicher Weise Unrecht oder Schaden thue, noch mein Gut mit Wucher und Uebersaß mehre und noch dazu troße, sondern, was ich will, das mir geschehe, solches auch andern Leuten thue. Bewahre mich vor der leidigen Geldfeuche, daß ich nicht das Zeitliche mehr, als dich, der du bist mein höchstes Gut, liebe und durch unordentliche Mittel mich zu bereichern nicht e Berufs- und Standesgebete. 70 nicht begehre, auf daß ich nicht falle in Versuchung und Stricke und viel thörichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammniß. Gieb, daß ich mir genügen lasse und vielmehr das gegenwärtige Gut brauche, als nach anderm gedenke.Regiere mich, daß ich mir zuvörderst Schäße im Himmel jammle, und am ersten nach deinem Reich und seiner Gerechtigkeit trachte, auf daß mir nichts mangele. an irgend einem Gut, in Chrifto JEsu. Amen. Gebet eines Künstlers oder Handwerkers. und Ungerechtigkeit, daß ich nicht unbilligen Lohn fordere, sondern recht hardele und deines Segens mich tröste. Lenke auch reichen und vornehmen Leuten ihre Herzen, und laß mich Gnade finden bei ihnen, daß sie sich meiner Armuth annehmen, darüber erbarmen und mir Gutes thun. HErr, gerne will ich mich nähren von meiner Hände Arbeit und in deiner Furcht wandeln. Segnes du mich, mein GOtt, wie du in deinem Wort verheißen hast und gieb, daß ich nach der schweren Arbeit dieses kümmerlichen Lebens eingehen möge zu deiner himmlischen Ruhe durch JEsum Christum, deinen lieben Sohn. Amen. Ewiger, barmherziger GOtt, allweiser Vater, ich weiß, daß alle gute Gaben und alle Kraft und Wissenschaft zu arbeiten, allein von dir kommt und daß Gebet eines Banern oder Ackermannes. ich auch ohne deinen Segen mit Gott Erden, bu willſt, daß wir Ott, Schöpfer und der meiner Arbeit nichts ausrichten werde, wenn ich gleich früh auf stehe, mich spät niederlege und mein Brod mit Sorgen essen würde. An deinem Segen ist alles gelegen, der machet reich ohne Mühe. Darum bitte ich dich, mein GOtt, segne auch meine Arbeit, verleihe mir Gesundheit und ein genügsames Herz, daß ich vorlieb nehme mit meinem bescheidenen Theil und wisse, daß das Wenige, das ein Gerechter hat, besser sei, denn das große Gut vieler Gottlofen, und daß es dir leicht sei, einen Armen, so du willst, reich zu machen. Erleuchte und regiere mein Herz, daß ich mich des Glaubens und der wahren Gottfeligkeit befleißige, den Reichen ihr Gut nicht mißgönne, vor Aufwiegelung, Untreue und Diebstahl mich hüte, daß ich andern treulich diene und arbeite, mich demüthig halte und befleißige, reich zu werden an guten Werken. Behüte mich vor Geiz das Land bauen und uns von un= ferer Handarbeit nähren sollen, auf daß wir durch deinen Segen unser Brod und Nahrung davon haben, so lange wir leben. Mache du unser Land fruchtbar und wachsend, daß es Samen zur Saat und Brot zu essen gebe. Gieb gut Wetter, straf' uns nicht mit Feuer, Hagel, Dürre, Nässe, Unrath und Unfruchtbarkeit. Behüte mich, mein Weib, Kinder, Gesinde, Haus und Hof, und hilf, daß ich mich nach deinem Befehl ehrlich nähre, ohne Vortheil und Betrug handele und meine Sache so verrichte, daß ich Niemand Unrecht thue; damit ich mit allen den Meinigen deinen milden Segen erlangen, zu essen habe und keinen Mangel spüre, durch JEsum Christum. Amen. Gebet eines Unterthanen für seine Obrigkeit. HErr, allmächtiger GOtt, der du alle Obrigkeit eingesetet Berufs- und Standesgebete. 71 gesetet und durch dein Wort be- Gebet der Eltern für ihre stätiget und bist selbst gewißlich Kinder. der Erhalter aller löblichen Ord= ch getreuer lieber GOtt und nungen. Ich bitte dich, du wolleft Vater, Schöpfer und Erhalter meiner lieben Obrigkeit wahre aller Creaturen, ich danke dir von GOttesfurcht, Weisheit und rech- Herzen für die Leibesfrüchte, so ten Rath geben, zuvörderst aber du mir durch deinen Segen ge= fie in rechtschaffener Erkenntniß geben haft und bitte dich herzlich, der reinen allein seligmachenden weil du gefaget hast, du wollest Religion fest und unbeweglich deinen Heiligen Geist geben allen, erhalten. Beschirme sie wider die dich darum bitten: Begnadige alle Teufelstücke und Mord und auch meine armen Kinder mit deiwider alle ihre Feinde und Miß- nem Heiligen Geist, der in ihnen gönner, die heimlich oder öffent- die wahre Furcht GOttes anzünde, lich ihrem Amt oder Leben nach welche ist der Weisheit Anfang stellen. Erhöre sie in der Noth und die rechte Klugheit, wer darund schüße sie mit deinen Gna- nach thut, deß Lob bleibt ewigdenflügeln. Verleihe ihr und lig. Beselige sie auch mit deiner ihren Erben, Erbnehmern( Nach- wahren Erkenntniß, behüte sie folgern) langes Leben und gute vor aller Abgötterei und falscher Gesundheit. Erzeige ibr Güte und Treue, die sie allezeit behüte, um Jesu Christi willen. Amen. Gebet christlicher Eheleute, wenn sie spüren, daß fie GOtt mit Leibesfrucht gesegnet hat. Lehre, daß sie in dem wahren feligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demüthiges Herz, auch die rechte Weisheit und Verstand, lieber treuer himmlischer Vater, treu und wahrhaftig bist du allen, die dich anrufen, wir spüren deinen göttlichen Segen aus unserm züchtigen Ehebette und stehen in Hoffnung, du werdest uns mit einer lebendigen Leibesfrucht zu rechter Zeit erfreuen. Für diesen Anfang sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich herzlich, du wollest dir die Frucht in Mutterleibe väterlich lassen befohlen sein, sie vor allem Ulebel behüten, schüßen und bewahren, daß ihr kein Leid wider fahre und laß diese unsere Leibes frucht zu rechter Zeit frisch und gefund auf die Welt geboren werden und zu der heiligen Taufe kommen, durch Christum, deinen lieben Sohn, unsern HErrn und Erlöser. Amen. daß an Alter und Gnade bei GOtt und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttliches Wortes und gegen Jedermann aufrichtig in Handlung, schambaftig in Geberden, züchtig in Sitten, wahrhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glücklich in Verrichtung ihres Berufs und Amts, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, fanftmüthig und freundlich gegen alle Menschen zu sein. Behüte sie vor allen Aergernissen dieser Welt, daß sie nicht verführet werden durch böse Gesellschaft; laß sie nicht in Schlemmen und Unzucht gerathen, daß sie sich ihr Leben nicht selbst verkürzen, auch andere nicht beleidigen. Sei ihr Schuß in aller Gefahr, daß sie nicht plößlich umkommen. Laß 2 mich Berufs- und Standesgebete 72 mich ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch hersißen mögen, als die himmlischen Delzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch JEsum Christum, unsern HErrn. Amen. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. elenden, betrübten Jammerthal den himmlischen, ewigen Freudensaal, durch JEsum Christum; das fromme gehorsame Kind, deinen lieben Sohn, unsern einigen Heiland und Seligmacher, dem sei mit dir und dem Heiligen Geist Lob, Ehr' und Preis gesaget, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Gebet der Eltern für ihr Kind, welches in der Fremde ist. scher Vater! wir haben unser I hiden Bater, var di mir ch danke dir, mein himm- Barmherziger GOtt, himmlichristliche und gottselige Eltern Namen in die Fremde geschicket bast bescheret, die mich meinem und können also demselben mit HErrn JEsu Christo in der heili- Rath, Zucht und Unterweisung gen Taufe haben einverleiben las nicht beiwohnen. Deswegen bit= sen und mich von Jugend auf ten wir dich herzlich, du wollest bis daher zu deiner Furcht und solch unser Kind durch heilsame allem Guten auferzogen und hier- Regungen und Bewegungen deiinnen keinen Fleiß, Mühe noch nes Heiligen Geistes also führen, Unkosten gesparet haben. Und daß es in den Wegen deiner Gebitte dich, allerliebster Vater, du bote wandele und sein Gewissen wollest mir deinen Heiligen Geist mit einem Sündenbrandmal verleihen, daß ich treulich folge nimmermehr verleze. Ach GOtt! und mich zu allem Guten ziehen laß auch deine lieben Engel bei laffe. Sprich du deinen göttlichen ihm sein und es vor aller GeSegen, Gnade und Gedeihen zu fahr mächtig beschüßen, damit meinem Vorhaben, daß ich was nicht dein Geschöpf dir zur UnFruchtbarliches, dir zumLobe, mir ehre lebe und unser Fleisch und und meinem Nächsten zur Wohl- Blut uns einen Schandfleck zufahrt und meinen lieben Eltern ziehe, sondern seine Jugend in zur Freude lerne, behalte und je deiner Furcht also zubringe, daliglich gebrauche. Erhalte meine mit es sich derselbigen alle Zeit liebsten Eltern bei langem Leben freuen und in dem Bunde, den und frischer Gesundheit, daß sie es in der heiligen Taufe mit mir länger nüße sein und verleihe dir gemacht, beständig verbleiben uns endlich sämmtlich nach diesem möge. Amen. Amen. Krenz- und Anfechtungsgebete. Der Kreuzstab schläget mich, daß ich soll Thränen weinen, So will mein Jejus mir mit seiner Gnad' erscheinen. Er führet mich zur Kron' und zu der Himmelswaag', Drum ich dir, JEsu, folg' und dir mein Kreuz nachtrag'. Gebetim Kreuz und Leiden.| sum Christum glauben und in Ach HErr, du frommer und kindlicher Zuversicht an dir gnädiger GOtt, du lieb- hangen; was du in deinem reicher Vater und Schußherr heiligen Rath beschlossen und geordnet, ller, so an deinen Sohn JE= Kreuz- und Anfechtungsgebete. geordnet, das ist alles löblich und herrlich, das sollen wir uns alle auch wohl gefallen lassen, in Betrachtung, daß du mit deiner wunderbarlichen Regierung nichts anders, als deines Namens Ehre und aller Menschen Seligkeit suchest, weil du es denn also für gut angesehen und nach deinem väterlichen Willen geordnet, daß wir durch viel Kreuz und Leiden in dein ewiges Reich und Herrlichteit eingehen sollen, jo regiere gnädiglich unsere Herzen mit deinem Heiligen Geiste, daß wir deinen gnädigen Willen erkennen, unser Kreuz geduldig tragen und nach ausgestandener Trübsal hernach mit Christo eingehen mögen in den himmlischen ewigen Freudenfaal, und dein heiliges Angesicht in Ewigkeit anschauen. Amen. Gebet, daß wir uns stets in unserm Kreuz mit Christo trösten. Err! allmächtiger, getreuerund nen lieben Sohn JEsum Christum zum Kreuzträger für uns gemacht, und durch sein Kreuz all unser Kreuz und Leiden weihen und hei: ligen lassen: Wir bitten dich durch dein selbst Kreuz, Leiden und Tod, du wolleft uns dein väterlich Herz, das du gegen uns trägeft, in un= ſerm Kreuz, Trübsal und Anfechtung zu erkennen geben, damit wir in findlicher Zuversicht und starkem Vertrauen auf dich, alles mit Geduld leiden, und wenn wir mit Christo hier zeitlich genug ausgestanden, mit ihm auch endlich zur ewigen Freude und Herrlich keit eingehen mögen. Amen. Gebet in Krenz und Widerwärtigkeiten. Allmächtiger, ewiger GOtt! ich zu von Grund meines Herzens, und flage dir meine Noth, die du sie hest und erkennest, darin ich leider 73 stecke und weiß weder Rath noch Hillfe, wie ich daraus kommen soll. Ich bitte dich aber, du getreuer GOtt, du wollest meiner nicht vergessen, mich nicht verlassen, und dein Antlik vor mir nicht verbergen, noch meinen schwachen Glauben sinken lassen, daß ich nicht vergehe in meinen Aengsten vor großer Traurigkeit und Schwermuth. Hilf mir, 0 frommer, herzliebster Vater, erhöre mich, mein GOtt und HErr, laß mich nicht vergehen in meinem Zagen, stärke meinen Glauben, führe mich an deiner Hand, wie ein Vater sein schwaches Ki ndlein gängelt, und laß mich allezeit dein Kind sein und bleiben, denn ich traue und hoffe auf dich, dieweil du so gnädig bist, und mein Herz freuet sich in dir, daß du ſo gerne hilfst. HErr, hilf mir auf, um deines Namens Ehre willen, und errette mich aus gegenwärtiger Angst und Noth, so will nun an bis in Ewigkeit. Amen. Gebet, darin wir erkennen, daß uns ohne den Willen GOttes nichts begegnen kann. du mein himmlischer Vater, gieb, daß ich verstehen und glauben möge, daß mir ohne deinen Willen und Verhängniß in dieser Welt nichts begegnen kann, ſo du nicht längst zuvor zu meinem Heil und Wohlfahrt verordnet haft. Hilf, du einiger, ewiger Hel= fer, daß ich mich dir mit Leib und Glück und Unglück, es währe lange Seel', mit Ehr' und Gut, mit oder kurz, aus ganzer Macht vertraue und befehle. Amen. Gebetumgnädige Erlösung Zion spricht: Der HErr hat mich verlassen. Der HErr hat mein vergessen. Kann auch ein 74 Kreuz- und Anfechtungsgebete. Weib ihres Kindes vergessen, daß euch, er wird sie erretten in ei= sie sich nicht erbarme über den ner Kürze. Luc. 18, v. 7, 8. Sohn ihres Leibes? Und ob fie Grt, allmächtiger GOtt und desselben vergäße, so will ich unsers HErren doch dein nicht vergessen. Siehe, Christi, ein Vater der Barmherin die Hände habe ich dich gezeich- zigkeit und GOtt alles Trostes, net. Efaias 49, v. 14 feq. der du uns reichlich tröstest in alund laß mich auch die Süßigkeit deines Trostes in meinem bittern Kreuze schmecken, auf daß, wenn ich des Leidens viel habe, auch reichlich möge getröstet werden durch JEsum Christum. HErr, mein GOtt, laß mich deine Wunder sehen, so will ich dich preisen in Ewigkeit. Amen. Gebet in Verachtung und Verfolgung. HErr JEsu Chriſte, der du Gabe leihe gnädig mir Elenden, daß ich diesen Kelch, den du mir jetzt eingeschenket hast, geduldig und gehorsamlich möge austrinfen. Laß die Anfechtung deine Furcht nicht aus meinem Herzen reißen, den Glauben schwächen, das Gebet dämpfen, Ungeduld und Unfrieden in mir erwetfen. Gefällt es dir, o lieber HErr, daß du willst mein Kreuz und Schmerzen mehren, ach! so deine Propheten und Apostel der Geduld, daß ich alle mein An- jederzeit dargestellet haft als die liegen auf dich werfen, und dies Allergeringsten in dieser Welt, mein zeitlich Anliegen mir end- ihnen auch den Geist und Muth lich zum Besten dienen möge. Laß gegeben, alle Schmach und Vermich nach diesem Ungewitter mei- achtung freudig und fröhlich zu nes Trübfals einen fröhlichen An- leiden. O gieb, mein GOtt, daß blick meiner Erlösung sehen, so ich in ihre Fußstapfen trete, und will ich dich loben und dir dan- mich keine Schmach und Verfolken in Ewigkeit. Amen. gung von dir abwenden lasse. Gebet wider die Versuchun- Und weil ich in dieser Welt ja gen des Teufels. muß verfolget, gelästert und geschmäht werden, und mit keiner äußerlichen Gewalt mich schüßen kann, so habe ich meine Zuflucht zu dir, und rufe deinen Schuß an, errette mich von bösen, frebelnden Leuten, denn von solchen kann mich Niemand erretten, als du allein. Verleihe mir Geduld, daß ich mit dem heiligen Apostel Paulo durch Schande und Ehre, durch gute und böse Gerüchte zu dir durchdringe in die ewige Ehre und Freude. Amen. HErr JEsu Christe. Amen. Gebet um ein fröhliches Herz. Die u starter Ueberwinder des leidigen Teufels, Jesu Christe, weil du uns versprochen, du wollest bei uns sein in aller Noth, sei auch heute mit mir in harten und schweren Versuchungen des Satans, damit er in mein Herz grausam gestürmet. Laß mich deiner liebreichen Gegenwart stets freuen und trösten, daß der böse Feind mich von dir nimmermehr reißen und scheiden könne. Amen. Herzensseufzer um Trost in Trübfal. Sollte GOtt nicht erretten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage gnädiger GOtt, ich rufe zu dir, verleihe mir in allem Kreuz Kreuz- und Anfechtungsgebete. 75 und Kreuz ein fröhliches Herz, erhalte ner hohen Majestät zu Lobe und mich auch durch deine Barm- uns zu gemeinem Nuß herzigkeit in aller Sündenangst Wohlfahrt recht verwalten. meines betrübten Herzens. Er du starker GOtt! behüte uns und barme dich deines geängsteten die ganze Christenheit vor allerlei Häufleins, so dein Wort ehret Ulebel, Schaden, Angst und Noth und bekennet, auf daß ich mich in diesen gefährlichen Zeiten. über deine Liebe gegen mich alle Beschirme deine Gläubigen vor zeit freue, des theuren Verdien aller Gewalt der Feinde, sie seien stes meines lieben HErrn Christi sichtbarlich oder unsichtbarlich. mich herzlich tröste, und dich Gieb Hülfe und Stärke wider die mit fröhlichem Herzen anrufe. große Gewalt und liftigen AnAmen. schläge aller unserer mächtigen, Gebet in Kriegszeiten und der grausamen Tyrannei wider alle Feinde. aller Christen Erbfeinde, damit Err GOtt Vater, HErr wir uns deste ruhiger zu deinem GOtt Sohn, HErr GOtt göttlichen Dienst bekehren, nach Heiliger Geist, unser Schöpfer, deinem heiligen Willen leben, und Erlöser und Tröster, wir bitten mit allen Heiligen deine Majedurch deine immerwährende stät loben und ehren mögen. Dazu grundlose Barniherzigkeit, züch- hilf und begnadige uns, du gütiger fige uns arme Sünder nicht in himmlischer Vater, durch JEsum deinem Zorn, und strafe uns Christum, deinen einigen Sohn, nicht in deinem Grimme, sondern unsern HErrn und Seligmacher, dieweil deine Güte uns zur Buße welcher sich selbst für unsere Sünde rufet und locket, so erweiche und geopfert und bis in den bittern erleuchte unsere finsteren und stei- Tod des Kreuzes gegeben hat, nernen Herzen zur wahren Er- mit dem lebest und regierest du kenntniß unserer Missethat, da- in Einigkeit des Heiliges Geistes, mit wir über dieselbige bittere ein einiger und gebenedeieter Reue und Leid tragen, uns selbst GOtt in Ewigkeit. Amen. richten und strafen, auch die Gebet in Hunger und rechtichaffenen Früchte der Buße Theuerung. alsbald anfangen und wirken. Du bist zu jeder Zeit ein HErr und Liebhaber des Friedens: parum nimm von uns hinweg allen Unfrieden, Zwiespalt und Mißverstand im Glauben. Tilge du züchtigest und strafest den aus und vertreibe allen Un- vielfältigen Mißbrauch deiner willen, Zorn, Neid, Aufruhr, überflüssigen Gaben, mit Fressen, Geiz, Stolz, Frevel, Unzucht Saufen und unnützlicher Verund dergleichen mehr, welche du schwendung deiner Güter, in an deinen Gläubigen haffest und welcher dein heiliger Name so nicht allein zeitlich, sondern oft mit Fluchen und Schwören auch dort mit dem höllischen verlebet, deine heiligen Feiertage Feuer strafest. Erhalte auch un- so viel entheiligt werden. Was sere Obrigkeit und Regenten, follen wir arme Bedrängte nun beide, geistliche und weltliche, anders vornehmen, denn daß wir daß sie ihr Amt und Stand dei- vor deinem erzürnten Angesichte allmächtiger GOtt und HErr, wir arme Sünder bekennen, daß die gegenwärtige Zeit und Ruthe ist, denn Hungersnoth deine Strafe niedere 4 76 Wettergebete. niederfallen und beklagen unsere und ist allenthalben jämmerliche Sünde, bitten um Gnade und Gestalt des Todes; er gehet uns Barmherzigkeit, du wollest vom allenthalben auf den Fersen nach, Himmel und aus der Erden dei- und ist Niemand, der uns könne nen Segen verleihen, damit des erretten, denn du, o HErr, du Leibes zeitliche Nahrung zu zeit- Ueberwinder des Todes, des Teulicher Nothdurft wiederkomme, fels und der Höllen. O HErr, und die Armen vor Hunger und erbarme dich unser, stecke ein Kummer nicht verderben, son- dein blutig Schwert, zücke hindern nach empfangenem Segen ter dich deine gewaffnete Hand, dich loben und ehren. Amen. laß dich der großen Niederlage Gebetzur Zeit der Bestilenz. erbarmen, heile, was verwundet ist, behalte, was noch gefund iſt, und gütiger und barmherziger lassene sind unserer Sünde halber ner Heimsuchung uns zu dir bein deine Hände gefallen und kehren, und wo nicht zeitlich, denwerden mit den Pfeilen der tödt- noch ewiglich leben und erhalten lichen Bestilenz hart verwundet, werden. Amen. O wie ist das Kreuze doch ein so schöner Schmuck der Christen! Dieses ist das sanfte Joch und ein Stecken in der Wüsten, Ten GOtt seinen Kindern reicht, Wenn ihr Fuß vom Wege weicht. Wettergebete. Gebet, wenn es donnert und blitt. auf dem Felde, und alles, was wir haben, bis dein Zorn und das ichreckliche Ungewitter vorüber gehe. Beweise an uns, daß du der rechte Nothhelfer seiest, ein Schuß zur Zeit der Noth, und laß uns dein Vaterherze wiedersehen durch JEsum Christum. Amen. Danksagung nach dem Ungewitter. Allmächtiger, ewiger GOtt, barmherziger, lieber Vater, weil wir bor deinem Zorn nirgend hinfliehen können, denn zu deiner grundlosen, holdfeligen, väterlichen Gnade und Barmherzigkeit, so rufen wir in dieser Noth zu dir in den Barmherziger GOtt, himmHimmel und bitten um Gnade durch deinen lieben Sohn JEsum lischer Vater, wir haben Christum. Ach HErr GOtt! strafe dich nach deinem Befehl in ununs nicht in deinem Zorn und serer Noth angerufen, und du züchtige uns nicht in deinem hast uns errettet, derowegen saGrimm. Laß uns deine Blize, gen wir dir von Grund unserer welche schrecklich leuchten, nicht Herzen Dank, daß du unser jo beschädigen, unser Haus und väterlich verschonet und deinen Hof nicht anzünden, noch die gerechten Zorn in große Gnade starken Donnerschläge zerschmet- verwandelt hast, welche Gnade tern. Sei du bei uns, und be- du uns nimmermehr vergessen, hüte uns vor einem böjen, schnel- noch uns von Neuem in muthlen Tode. Bedecke mit deiner all- willige Sünden gerathen lassen mächtigen Hand und Gnaden wollest, damit wir dich nicht flügeln unsern Leib und Leben, abermals erzürnen und zur Haus und Hof, Vieh, die Früchte Strafe bewegen. Und gleichwie deine Reisegebete zu Lande und Wasser. 77 deine Güte alle Stunden über uns unsere Sünde nicht entgelten, neu ist, also laß auch unsere Danksagung alle Stunden vor dich kommen und uns immerdar mit den vier und zwanzig Aeltesten sagen: HErr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge du Himmel und Erde gemacht geschaffen, und durch deinen Wil- hast. Amen. HErr, verstopfe die Fenster des Himmels, vertreibe die Wolken und laß uns die liebe Sonne wieder scheinen! Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und Zuflucht ist und bleibet in dir, der len haben sie das Wesen, und Gebet um gnädigen Regen. werden erhalten. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen, in JEsu Namen, Amen. barmherziger Vater, schließ deinen Himmel auf, denn Gebet um Sonnenschein. du allein hast den Schlüssel dazu. Err JEsu, Theile Hunsere Günde beweineten, jo Schaß einen fruchtbaren Regen dürfte der Himmel nicht weinen. mit, erquicke die Erde, erfreue Dieweil wir ganz verstocket und die lieben Früchte, denn alles verhärtet sind, suchest du uns bil- seufzet dir nach. Ach HErr! er= lig mit diesem feuchten und schäd- höre unser Gebet, es ist Noth da! lichen Wetter heim. Aber erbar- Erhöre uns, auf daß dein heiliger me dich der lieben Armen und der Name von uns gelobet und gekleinen Kinderlein und lasse sie preiset werde in Ewigkeit. Amen. Reisegebete zu Lande und Wasser. Gebet, wenn man zu Lande ich hinkomme, klüglich handle, und mir wohl gelinge. Bewahre meinen Aus- und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Danksagung nach der Reise zu Lande. verreisen will. HErr, der du vor Zeiten dein Volk Israel durch wunderliche Wege und durch eine wilde Wüste mit einer Wolke und hellem Feuer geund & nädiger GOtt, himmliſcher Vater, ich von Grund meines Herzens, daß du mich meine vorgehabte Reise glücklich haft lassen vollbringen und mich durch deiner lieben Engelein Schuß mit Freuden wiederum zu den Meinen gebracht, und vor allem Uebel, Irrthum und Feindschaft väterlich bewahret, daß ich nicht von Räubern und Mördern bin umgebracht, von wilden Thieren zerrissen, oder sonsten in Wassersnoth und andere Fährlichkeiten gerathen, daß ich auch keinen Arm oder Bein zerbrochen, noch sonst beschädigt bin; in Summa, daß ich( wie der junge Tobias e 5 ein Schirm, des Nachts eine Flamme gewesen, weil ich jetzt meines Berufs halber reisen muß, so bitte ich dich von Herzen, du wollest mit mir und vor mir herziehen und mich den rechten Weg führen, auch zu seiner Zeit gesund wieder heimbringen. Trage mich wie ein Mann seinen Sohn träget, durch alle Wege, dahin ich wandeln muß. Decke mich mit deiner Hand und errette mich von der Hand der Feinde. Laß mich deine Engel geleiten, und alles wohlschikken, was ich vorhabe, also, daß ich mit Freuden wieder heim kommen möge. Regiere mich, daß ich, wo 78 Reisegebete zu Wasser. bias durch den Engel Raphael) als allein auf dich und deine frisch und gesund hin und her väterliche Allmacht und Vor= bin geleitet worden, dieses alles forge? O GOtt und HErr! denn habe ich deiner väterlichen Vor- weder Mensch, noch je eines deiforge und allmächtigem Schuße ner Geschöpfe können mich erzu danken. Und bitte dich von retten. Der Wind bläset, wo er Herzen, du wollest mich und die will, das Wasser hebt empor seine Meinen fortan auch gnädiglich Wellen, unter mir sehe ich keinen behüten, in deinen Schuß neh- Grund noch Boden, oben aber men und an Leib und Seele bis den bloßen, hohen Himmel, Menzum ewigen Leben seliglich erhal- schen stehen mir zur Seite in ten, um Jesu Chrifti Willen. gleicher Gefahr und Sorgen. Darum, o GOtt, hebe ich meine Augen auf zu dir allein, von dem mir Hülfe kommt, meine Hülfe kommt von dem HErrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Amen. Gebet, wenn man zur See verreisen will, oder in's Schiff tritt. iermit trete ich vom Lande, Schiff, geleite du mich, und trittmit mir hinein, gieb mir deine Gnade, und zeige mir deine Barmherzigkeit, daß ich empfinden möge, wie du die Thüre hinter mir schließest und mich behüten, wie du dem lieben Altvater Noah gethan hast, da er in seinen Kasten und Schifflein einging, so wird mir auf dieser meiner ganzen Reise kein Leid widerfahren, du wirst mit mir sein, mich hinführen, und wiederum anhero frisch, gesund und lebendig zu den Meinen bringen, und belfen, daß mein Wandel und Geschäfte in dir christlich vollzogen werden, alles um dein selbst willen, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein ewiger GOtt, in Ewigkeit geehret. Amen. Gebet in der Ausfahrt Leib und Seel', Gut und Blut, auf dich sehe ich allein, dir traue ich. meine Hoffnung steht in dir, Menschenhülfe ist kein nüße, trage du dieses Schifflein auf deinen Flügeln, erhalte mich darinnen und sei mit mir im Schiffe, denn sonsten, HErr, vergehen wir, wenn ich aber nur dich darinnen habe, so frage ich nichts nachHimmel und Erde. Ja, wie ich jetzt vom Lande wieder ablege, und die Erde weit hinter mir lasse, so hilf, daß ich gleichergestalt alle Zuversicht irdischer und menschlicher Hülfe verlasse, derselben absage und mich dir allein ergebe. Siehe, HErr, ich ergebe mich dir ganz und gar zu eigen in deinen Willen, mache du es mit mir, wie du willst und weißt, daß es zu meiner Seelen Seligkeit zur See. das Beste ist. Ich ergebe mich in iehe, ewiger GOtt, ich fahre deine Hände, denn du hast mich in jetzt auf die Höhe und über deine Hand gezeichnet, und Niegebe mich der wilden, rohen See, mand wird mich aus deinen Hända schwebe ich jetzt daher zwischen den reißen, dieweil ich ein Schäf= Himmel und Erden auf dem lein Christi und seiner Weide Wasser, auf diesem geringen und bin, darauf will ich gerne leben schwachen Gebäu und Schiff- und sterben, durch Beistand des lein, welches sich selber nicht, Heiligen Geistes. Amen. viel weniger mich icbus noch Morgensegen zu Schiffe. bergen kann. Berauflrnier Vater, der du, ein allmer mich denn v mächtiger GOtt und König, Reisegebete zu Wasfer. mit deiner Gegenwart herrichest über himmel und Erden, Meer und alles, was darinnen ist, dir sage ich Lob, Ehre und Dank, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, ich habe mich durch deine Kraft nicht schrecken lassen vor dem Grauen des Nachts, vor den schrecklichen Sturmwinden, die mich unversehens hätten können umwerfen und verstoßen, noch vor den graujamen 79 werde, denn ich übergebe dir in deine Hut mein dürftiges Leben, mein Gehen und Stehen, meinen Willen und Rathschlag, mein Dichten und Trachten, meine Hinfahrt und Wiederkunft, das Ende meines Lebens und alles, was ich bin und vermag, der du ein einiger GOtt und mein Vater bist, bochgelobet im Himmel und auf Erden. unwissend hätten können berschlingen; denn du, HErr! warest meine Zuversicht, darum ist mir kein Ulebels begegnet und keine Plage hat sich zu meinem Schifflein genaht. Du haft deinen Engeln befohlen über mir, daß sie mich auf den Händen getragen und der Fuß meines Schiffleins an keinen Stein oder Felfen gestoßen. Du warst bei mir in der Noth, darum habe ich auf deine Verheißung sicher schlafen können und kann jebund mit Freuden die fröhliche Morgenröthe und Licht des Tages anschauen und mich über den wunderlichen Lauf des unruhig laufenden gestirnten Himmels freuen, dafür sei dir, ewiger GOtt und Vater, Lob und Dank gesaget. Dich bitte ich weiter, durch deinen Sohn JEsum Christum, du wollest mich diesen angehendem Tag auch mit deinem Schirm bewahren, daß ich mit voller Fahrt in meinem Beruf feliglich möge fortziehen, nach dem Ziel deines heiligen Wortes laufen und diesen Tag ohne ei nige Sünden wider das Gewissen vollbringen, damit du in mir bleiben, in mir wohnen und dein Werk in mir schaffen mögest. Gieb Gnade, daß ich in großer Todesgefahr an Leib und Seel' behütet Bleil Abendiegen zu Schiffe. leib bei uns, HErr, denn der Tag hat sich geneiget, es will Abend werden und die finstere Nacht kommt heran, darum wird unsere Gefahr groß und sorglich! denn wenn du nicht bei uns bleibest und mit deinem hellen Glanz den Weg zeigest, wie bald ist es mit uns geschehen! HErr, der du nimmer schläfest noch schlummerst, du wollest gnädiglich verhüten, daß wir nicht die Nacht zum Deckel aller Sünde und Bosheit gebrauchen, auch Gnade geben, daß wir mit unserm Glauben und Zuversicht an dir immer, auch im tiefsten Schlafe, wacker sein; damit wir, wann du kommen und anklopfen würdest, ein wachend Auge der Seelen zu dir erheben mögen. Und nachdem du über uns, der Seelen nach, also Hut und Nachtwache hältst, wollst du dir auch unsern Leib und Gut also lassen befohlen sein, damit du ja, wenn wir aus menschlicher Unkraft in unserm Wachen möchten in unzeitigen Schlaf fallen, du unser väterlich geruhen wollest und also unser schlafloser Steuermann sein und bleiben, daß wir hiermit durch den zeitlichen Schlaf erquicket, unserm Lauf christlich nachkommen mögen. Darauf so kann ich mich zur Ruhe sanft niederlegen und meine Augenlider lassen schlummern; deine heiligen Engel, Reisegebete zu Wasser. 80 Engel, die du, den Menschen zu gute, zu Winden machest, werden unsere Reise und das ganze Schiff glückselig treiben und ihm mit ihren heiligen Flügeln den Weg zeigen, den es wandeln soll; und ich will dich für diese und alle andere Barmherzigkeit loben und preisen und des Morgens deine Gnade, des Abends deine Güte verkündigen, durch das Verdienst des blutigen Schweißes Christi JEsu, unsers HErrn, im Heiligen Geist. Amen. Gebet um glücklichen Wind. Allmächtiger, gnädiger GOtt, himmlischer HErr und Vater, der du die Erde gegründet und das Meer damit gleichsam wie in einen Sack gefasset, auch dem Wasser den Geist und Wind gestellet, der darüber wehet und ihn in alle Orte der Welt versebet, daß er dir zu Diensten stehe und deine Gebote ausrichte. Du sagen? Gieb Gnad', o großer GOtt, daß wir durch Anregung diejes deines göttlichen und geistigen Windes in unserm Herzen angeblasen werden, daß das Feuer des Gebets, des Trostes und der Hoffnung in uns recht aufgehe, damit wir nicht mit Zweifel, Wankelmuth und Unglauben dieses und alles andere von dir bitten mögen. Du bist viel geneig= ter, uns die Bitte zu gewähren, als wir zu bitten; darum komme zu Hülfe unserm schwachen Glauben mit deiner zeitigen Hülfe, so werden wir deines Heiligen Geistes mehr voll und des zeitlichen Windes auch theilhaftig werden. Das verleihe, o GOtt, durch denselben deinen Heiligen Geist, damit du unsern Glauben aufbläsest, in Christo JEsu, unsermHErrn, einiger GOtt in Ewigkeit. Amen. Gebet bei gefährlichem Sturm. gebieteſt ihm und er hält an sich; Qus tiefer Noth, HErr GOtt, Gefahr ein und er kommt aus widerwärtigen Orten. Ach HErr, hier ist uns geholfen durch eines glückseligen Windes Kraft, welchen du doch gnädig schicken wollest, winke nur, so wird er dir gehorsam und mit uns sein, nach deinem Befehl. GOtt, der du den Wind aus nichts geschaffen hast, du wirst und kannst ja aus dem widerwärtigen einen glückjeligen Wind schaffen, denn deine Allmacht ist nicht allein über die Winde, sondern über Himmel und Erden; auch wirst du uns ja denselben nicht versagen, der du uns ein viel theures Windlein geschenket hast, als das Brausen des süßen Windes, des Heiligen Geistes, den du auch über uns in der heiligen Taufe und Gehör göttlichen Wortes reichlich haft gehen lassen, wie solltest du denn uns dieses irdiche Geichent verund heulen wir jetzt zu dir. GOtt, eile uns zu helfen, denn das Wasser gebet uns bis an die Seele, und ist Niemand, der erretten kann, als du allein. Ach, HErr, ver= suche uns nicht zu lange, es ist genug. Siehe an unsere Noth und Gefahr, höre das Brausen der Winde, das Krachen des Schiffleins, das Prasseln des Wassers, siehe an, wie wir hier wallen; schwarze und dicke, finstere Nebel haben uns umschlossen; wer sollte uns hier helfen können, als du, GOtt allein? Willst du denn ewig= lich zürnen und keine Gnade mehr erzeigen? Jst's denn ganz und gar aus mit deiner Güte? Hast du ver= gessen gnädig zu sein und deine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Stehe, HErr, auf, warum ichläfest du? Wir vergehen. HErr, wache auf und laß uns ſehen Gebete für Kranke und Sterbende. 81 sehen und hören deine väterliche mich nicht hast verschlingen lasStimme, damit du deinen Jün- sen, sondern bei mir, wie ein gern zusprachest: Oihr Klein- allmächtiger Schiffspatron im gläubigen! Wahr ist es, wir sind Schiff gewesen und über Wind kleingläubig; aber HErr, ver- und Meer geherrschet, daß sie mehre unsern Glauben und laß nach deinem Gebot gehorsamlich uns empfinden deine starke All- thun und unsere Fahrt befördern macht, daß du nur einen Wink müssen. Wahrlich, wahrlich, du gebest, alsbald, HErr, wird dir bist allein ein mächtiger GOtt, du der Wind und das Meer gehorsam bist der GOtt, dem der Dank gesein und wir wollen dich loben, bühret. Dir danke ich mit allen preisen und dir danksagen für die deinen Heiligen, Noah, Jona, ErrettungunserLebenlang. Amen. Paulo und allen Aposteln, die wir Danksagung nach voll- deine Hülfe in großen Wassern brachter Reise zu Wasser. erfahren haben, darum dir allein iehe, HErr GOtt, himmli- Lob gebühret, dein ist allein der scher Vater! hier ist dein Ruhm, dein ist allein die Ehre Knecht, den du auf seiner langen und Herrlichkeit, wie auch die Schifffahrt geschüßet, geführet und macht zu helfen dein allein. begleitet und nach allem Wunsch Nimm an, HErr, diese meine wieder zu Lande gebracht hast, Danksagung, laß sie dir sein cin daß er nunmehr von aller Noth süßes Geruchopfer auf dem golund Gefahr befreiet, deinen Erd- denen Altar Christo JEsu, in dem boden gesund betreten mag. Dar- reinen und heilsamen Rauchfaß um komme ich auch mit meinem seiner rothen fünf Wunden, an= Dankopfer zu dir, bringe dir die gezündet mit dem Feuer des HeiFarren meiner Lippen und danke ligen Geistes, der du lebest, ein dir von Herzen, daß du den einiger GOtt, hochgelobet in Schlund des grausamen Meeres Ewigkeit. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. Gebet um ein seliges Ende,| Morgen- und Abendgebet täglich zu bitten. eines Kranken. gnädiger, du getreuer GOtt und HErrn JEsu allmächtiger, barmherziger GOtt, ich bitte dich durch deine heiligen Christi, ich sage dir Lob und Wunden, durch deinen bittern Dank, daß du mich schwachen Tod, laß mich auch in dir selig- Menschen diesen Tag( Nacht) lich und wohl sterben, mit allen über so gnädiglich erhalten, ge2. deinen Heiligen. Behüte mich schüßet und gestärket hast. Ich vor einem bösen, schnellen Tode, bitte dich von Herzen, im Namen daß ich nicht in Sünden über- JEsu Christi, du wollest auch dieeilet werde und sterbe, wenn du sen Tag( Nacht) und die übrige groß Mißfallen an mir hast; son- Zeit meines Lebens deine Barmdern daß ich mit guter Vorberei- berzigkeit zu mir wenden, meine tung und mit Empfahung deines Sünden verzeihen, mich durch heiligen Leibes und Blutes möge deine Gnade trösten, durch deine zu dir wandeln, bei dir Gnade Kraft stärken, durch deinen Heifinden und der ewigen Seligkeit ligen Geist leiten, damit ich theilhaftig werden. Amen. nach deinem Willen leben und leiden 82 Gebete für Kranke und Sterbende. Leiden möge. diesen meinen franken Leib und auch meine Seele in deine heiligen Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Gewalt noch Macht an mir finde, noch habe, durch JEsum Christum, deinen geliebten Sohn, meinen einzigen Trost und Heiland in Kraft des Heiligen Geiftes. Amen. Tägliches Gebet eines Ich befehle auch Höllen und des Todes in deiner Hand hast! der falte Angstschweiß bricht mir aus und fühle an mir selbst, daß ich meine Hülle bald ablegen werde, denn ich bin Erde und werde wieder zur Erde werden, davon ich genommen bin: Ich bitte dich aber, um deines schmerzlichen Todes willen, laß mir nicht grauen vor dem Tode, den ich, wie ein Lamm auf der Schlachtbank, vor Augen Kranken.sehe, sondern tröste mich in Tofrommer GOtt, barmher- desnöthen und Schmerzen. Sende ziger Vater, billig kommt deinen heiligen Engel, daß er nicht allein diese Krankheit über mich, wie dich, HErr Christe, da mich, nachdem ich bis daher so eft du meiner und der ganzen Welt und viel wider dich gesündiget; Sünde halben mit dem Tode sondern ich sollte auch, wenn du rangest, stärke. Ach, HErr! es nach Recht mit mir verfahren muß einmal gestorben sein, auf wolltest, meiner Missethat wegen, Erden ist nichts, denn Trübsal, ewig verloren und verdammet Angst und Pein. Meine Zeit ist fein. Weil mich'saber herzlich reuet verflossen und meine Tage sind und ich nach deiner Gnade, in dahin. Behüte mich nur, HErr! deinem lieben Sohne JEsu Chri- vor schwerer Anfechtung und vor sto, ein sehnliches Verlangen tra- einem schrecklichen Ende. Ich ge, ach! so laß mir auch solche danke dir, du GOtt meiner Väfreudig widerfahren. Vergieb mir ter, daß du mich aus Gnaden nach deiner väterlichen Zujage alle zur Gemeinschaft der christlichen meine Sünde. Wende es mit mei- Kirche gebracht, daß du mir zum ner Krankheit nach deinem Rath, feligmachenden Glauben geholzu deiner Ehre und meiner Selig- fen und mich bishero darinnen keit. Verleihe indessen Geduld. erhalten hast! Erhalte mich noch Und wenn es mir ja zum Tode dabei bis an mein letztes Ende. gereichen soll, so beschere mir ein Laß mich nicht entfallen von seliges Ende. Willst du mir aber des rechten Glaubens Trost, daß aus Gnaden wieder aufhelfen, so mir vom andern und ewigen behüte mich, daß ich hinfüro Tod kein Leid geschehe. Himmnicht mehr fündige und mir so- lischer Vater! es will Abend werdann nicht etwas Nergeres wider den und die Tage meines Lebens fabren möge. Laß mich mein haben sich geneiget, bleibe bei Leben nach deinem Wohlgefallen mir und weise mich zu Bette. christlich bessern, damit ich in HErr Christe, laß mich sanft eindeiner Huld und Gnade hier schlafen und in meiner Heimzeitlich und dort ewiglich ver- fahrt, wie Stephanus, den Him= bleiben könne. Amen. mel offen sehen. HErr, Heiliger Geist! weiche nicht von mir, bis sich Leib und Seele scheiden, Gebet in Todesnöthen. Err Christe, du Fürst des H ligkeit, der du die Schlüssel der hin fahre. Erhalte mich bei guter Vera Gebete für Kranke und Sterbende. 83 Vernunft, verfürze mir die To- ficht vor deinem Richterstuhl ers desqual und nimm mich mit scheinen, sei mein Helfer und Gnaden von diesem elenden Le- Fürsprecher, stelle mich unter deine ben und Jammerthal zu dir in Schäflein zu deiner Rechten und den Himmel. HErr Christe, der laß mich mit Freuden hören: Gehe du um unserer Sünde willen ge- ein zu deines Herrn Freude! Hilf, storben und um unserer Gerech- daß ich in der zukünftigen Welt tigkeit willen von den Todten er- mit dir lebe und mit Gebet und standen bist, so mein irdisch Haus Freudengesang dir ewig diene, dieser sterblichen Hülle zerbro- um dein selbst willen. Amen. chen und mein Leib zur Erde Kurze Seufzer in Todesund Asche wird; so gieb mir, zur noth. un Jch Zeit der letzten Poſaunen, fürch HErr GOtt und Vater! den Leib geist- dir befehle ich meinen Leib lichen Leib und was verweslich und Seele, versorge sie, daß sie in Unehren und Schwachheit ge- versorgt feien ewiglich. Ach jäet wird, laß unverweslich in HErr JEju Christe! auf dein Herrlichkeit und Kraft auferste= Verdienst lebe und sterbe ich, hilf, hen; verkläre meinen Leib, daß daß ich nicht allein bier selig er ähnlich werde, HErr Christe, sterbe, sondern auch dort ewiglich deinem verklärten Leibe. le be. Ach GOtt Heiliger Geist sehne mich bei mir selbst nach auf deinen Trost verlaß ich mich der Kindschaft, ich freue mich allein, schaffe, daß ich bald im der fünftigen Güter, Ehre und Himmel schaue, was ich anjeto Herrlichkeit und warte auf deine glaube, und daß ich dort besize, freudenreiche Zukunft und mei- was ich jetzt hoffe. heilige nes Leibes Erlösung und auf ein Dreieinigkeit, hochgelobet in anderes und ewiges Leben nach Ewigkeit, verleihe gnädiglich, daß der Verheißung GOttes. Ich ich durch diese meine Sterblichglaube, daß noch eine Ruhe vor- feit eingehe in die ewige Freude handen sei dem Volke GOttes, und Seligkeit. Amen. darinnen sie sich ewig freuen Err JEsu! du Heiland aller verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung allein auf deine Barmherzigkeit sebe. Laß mich nun die lieblichen Worte hören und in meinem Herzen erschallen, ten werden wie die helle Sonne in ihres Vaters Reich. HErr Christe! dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Ich bin dein und du bist mein, laß dir meine Seele befohlen welche du zu dem Schächer am sein, du wirst sie wohl bewahren, Kreuze gesprochen: Heute wirst du hast sie erlöset, du wahrhafti- du mit mir im Paradiese sein. ger und getreuer GOtt. HErr, Denn, HErr JEsu, ich wünsche der du zukünftig bist, zu richten von Herzen, aufgelöset und bei die Lebendigen und die Todten, die in der ewigen Seligkeit zu verleihe mir eine fröhliche Auf- sein. Amen. erſtehung mit allen Seligen und vereinige und der du über Leben und Geist ein HErr bist; laß mich mit gutem Gewissen und fröhlichem AngeNch HErr JEſu! ſei mir gnädig, erbarme dich mein und erhalte mich durch dein theures Blut. Nimm mich auf zu dir in dein ewiges Himmelreich. In deine 84 Gebete für Kranke und Sterbende. deine Hände befehle ich meinen so herrlich nach seinem Ebenbilde Geist. Hilf mir durch deine erschaffen hat. Fahre hin, im Barmherzigkeit. Amen. Namen GOttes des Sohnes, D HErr JEsu Christe, der du der dich so theuer erkauft und mit seinem bittern Leiden und Sterben erlöset hat. Fahre hin im Namen GOttes des Heiligen Geistes, der dich zu deinem Tempel bereitet und geheiliget hat. Der gütige und barmherzige GOtt, der den armen ver= storbenen Lazarum in den Schooß Abrahams und den Schächer am Kreuz in das Paradies hat tragen lassen, der wolle dich durch das bittre Leiden JEsu Christi, seines lieben Sohnes, unsers HErrn und Heilandes, vor dem Teufel bewahren und durch seine heiligen Engel führen lassen in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in ewiger Freude und Seligkeit leben mögest. Dahin er auch für mich den Todeskampf mit blutigem Schweiß ausgestanden hast, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in dieser meiner letzten Noth nicht verlassen, sondern von aller Angst gnädig erlösen und meine Seele sanft und selig zu dir nehmen. Amen. So fahr' ich hin zu JEsu Christ, Mein' Arm' thu' ich ausstrecken. So schlaf' ich ein und ruhe fein, Kein Mensch kann mich auf wecken, Denn Jesus Christus, GOttes Sohn, Der wird die Himmelsthür' aufthun, Mich führ'n zum ew'gen Leben. Gebet, wenn der Kranke in letzten Zügen iſt. Allmächtiger, ewiger GOtt! uns allen nach dieser vergänglaß dich erbarmen das ängstlichen Zeit gnädiglich wolle verhelfen. Amen. liche Seufzen und Wehklagen Gebet, wenn der Sterbende dieses sterbenden Menschen und oder Kranke verschieden ist. nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Barmherziger, ewiger GOtt! daß die Gläubigen aus Gnaden von An- Seele dieses Menschen, so jetzt fang der Welt bereitet haft. Entbinde ihn gnädiglich, o HErr, und nachdem er die Schuld der Natur im Tode bezahlt, so tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern HErrn JEsum Christum. Amen. deinen lieben Engeln und Ausvon seinem Leibe verschieden ist, erwählten in deinem Reich zugeſellet werde, und daß dieser ſein todter Leib wieder auferstehe am jüngsten Tage zum ewigen Le= ben, durch deinen lieben Sohn, unsern HErrn JEsum Christum, der mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit des Heiligen GeiGOtt in EwigGebet, wenn der Sterbende verscheiden will. Jahre 1 Namen des Vaters, der dich keit. Amen. Nun gute Nacht! weg mit der Erden, Du aber, Himmel, fei gegrüßt, Hier will ich JEsu Schooßkind werden, Der sich schon mit der Seele küßt. Ach! was ist hier für Luft und Prach.. Drum sag' ich selia: Gute Nacht! Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 1+ 4₂ 6 7 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 00