Ju haben bei Trudpert Riesterer Buchbinder in Freiburg. Gb 3315 go UB GIESSEN 14 342 761 Anna Scheinboldt. zum Chriftlündchen. Herrn Oberlehrer Werner, 1869. von. zu h Trudperi Buchbinder 3315 تاری 30. Stahlstich v. Carl Mayers Kunst- Anstalt in Nürnberg Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich meine Kirche banen. Matth. 16, 18. Verlag von CarlMayer in Nürnberg. Christkatholisches Gesang- und Andachtsbuch zum Gebrauche bei der öffentlichen Gottesverehrung in dem( ehemaligen) Bisthum Constanz. Einunddreißigste Original- Auflage. Freiburg im Breisgau. Verlag von Fr. Xav. Wangler. 1865. Gb 3315 Univ.- Bibl. Giessen 0 Erste Abtheilung. Morgen- Andacht zur Privat- und öffentlichen Erbauung. TH I. Morgengebet für alle Seiten. Allmächtiger Gott! gütigster Vater! durch deine Gnade habe ich den heutigen Tag erlebt. Sei auch an diesem Tage mein Gott und Vater, wie du es die verflossene Nacht hindurch gewesen bist. Dir danke ich, daß du mich im Schlafe vor jedem Unfalle bewahret hast, und wieder gesund erwachen ließest. Deiner Güte verdanke ich die genossene Ruhe. Ich empfinde neue Kräfte, und erkenne, daß du mir dieselben zu deinem Dienste geschenkt haſt. Deinen Willen zu erfüllen, sei heute und allezeit mein Hauptgeschäft. Dich zu erkennen und zu lieben sei meine einzige Freude. Nie soll ein irdischer Vortheil oder die Befriedigung einer Leidenschaft mich antreiben, das zu thun, was deinem heiligsten Gesetze zuwider ist, oder das zu unterlassen, was Pflicht und Gewissen von mir fordern. Aber wie kurzsichtig, wie unbedachtsam und wie schwach bin ich! Wie oft wähle ich das, was dein Gesetz verbietet, meine Wohlfahrt zerstört, und meinen Mitmenschen Schaden bringt! So erleuchte denn meinen Verstand, o Gott! damit ich einsehe, was deinem heiligsten Willen gemäß ist. Erwärme mein Herz, und unterstütze mich durch höheren Beistand, damit ich das erkannte Gute ausübe, und das thue, was meine Vollkommenheit und meiner Mitmenschen Heil befördert. Laß mich zur rechten Zeit durch die Stimme meines Gewissens vor dem Bösen warnen, und zur Tugend ermuntern. Laß an diesem Tage, der vielleicht der letzte meines Lebens ist, alle meine Gedanken, Worte und Werke auf dich gerichtet und dir geheiligt sein. Laß mich in der Stunde der Versuchung auf dein heiliges Gesetz, 4 auf deine erbarmende Liebe, und auf die herrliche Belohnung der Tugend jenseits des Grabes blicken, und durch das Andenken an dich, den unsichtbaren Zeugen aller meiner Handlungen, über den Anreiz zur Sünde siegen und im Guten mich festhalten. Vater! segne den Vorsatz, den ich in dieser Morgenstunde im Vertrauen auf deinen Beistand gefaßt habe, damit ich demselben tren nachkommen, und, wenn der Tod mich heute überfallen sollte, in die ewige Freude eingehen möge. Amen. II. Erweckung des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und der guten Meinung. 1) Erweckung des Glaubens. Ewiger, allwissender, untrüglicher Gott! ich glaube, daß du mich erschaffen hast, damit ich durch deine Verehrung und durch Rechtthun auf Erden heilig, und einstens ewig selig werde. Ich glaube, daß dein Sohn, Jesus Christus, Mensch geworden sei, um mich durch seinen Tod vom Sündenelende zu befreien, und durch seine göttliche Lehre und mächtige Gnade tugendhaft und glückselig zu machen. Ich glaube, daß ich von dem heiligen Geiste zum Guten erleuchtet, gestärket und geheiliget werde. Ich glaube und bekenne endlich Alles, was du, o Gott! uns Menschen durch Jesum deinen Sohn geoffenbaret hast; so wie es deine heilige Kirche von jeher geglaubt, gelehret und befennet hat. Olaß mich auch recht lebhaft überzeugt sein, daß dieser Glaube mich nur alsdann selig machen werde, wenn ich meinen Sinn und Wandel nach den Vorschriften desselben einrichte. Zu diesem lebendigen, thätigen Glauben hilf mir, o Gott! im Leben und Sterben. - 2) Erweckung der Hoffnung. Allmächtiger, gütigster, treuester Gott! auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen, meine ganze Hoffnung. Von dir verspreche ich mir die Vergebung meiner herzlich bereueten Sünden und die ewige Seligkeit. Von dir erwarte ich auch alle Gnadenmittel, die mir zu meinem Heile nothwendig und nüßlich sind. Wie du bisher väterlich für mich gesorgt hast, so wirst du es auch fernerhin thun; denn du bist wahrhaft gut, und ordnest Alles zu meinem 5 Besten. Mit kindlichem Vertrauen überlasse ich mich deiner väterlichen Führung, und werde jede Gelegenheit, alle Gaben und Kräfte, die du mir zu meiner Heiligung und Seligkeit darreichest, treulich anwenden, damit ich mich der gewissen Erfüllung deiner Verheißungen zu erfreuen habe.- Auf dich hoffe ich, o Gott! im Leben und im Sterben. 3) Erweckung der Liebe. Bester, vollkommenster, liebenswürdigster Gott! dich liebe ich von ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit allen Kräften als meinen ersten und größten Wohlthäter, als meinen zärtlichsten und gütigsten Vater, als die Urquelle und den Inbegriff alles Guten.- Aus dankbarer Liebe zu dir will ich mich bestreben, deine heiligen Gebote immer genau zu beobachten; denn du hast es selbst gesagt, daß nur der dich wahrhaft liebe, der deine Gebote hält. Aus Liebe zu dir und nach deinem heiligen Befehle liebe ich auch alle Menschen, Freunde und Feinde, und wünsche ihnen nicht nur alles Gute, sondern bin auch bereit, ihnen mit Rath und That Hilfe zu leisten, und mit den Fehlenden Nachsicht und Barmherzigkeit zu haben, wie du es, o Herr! mit mir hast. In dieser Liebe, o Gott! will ich leben und sterben. 4) Erweckung der guten Meinung. Anbetungswürdigster Gott! auf dich und auf deine Verherrlichung sollen alle meine Gedanken, Neigungen, Neden und Handlungen jederzeit gerichtet und so beschaffen sein, daß du Wohlgefallen daran haben kannst.- Du siehst auf Alles, auf Willen und Werk, auf Gesinnung und That. Wenn ich Alles nicht nur gut meine, sondern auch so gut mache, als ich kann, dann ist es dir angenehm und belohnenswerth. Du nimmst auch Alles, was ich in meinem Stande aus Pflicht und Liebe zu dir thue, so auf, als hätte ich es Dir gethan. Nicht nur mein Gebet, selbst meine Arbeit, die ich nach meinem Berufe verrichte, ist dir ein angenehmer Dienst, eine wohlgefällige Verehrung. Selbst was ich mit Geduld leide, willst du zu meinem Besten leiten, und einst mit unvergänglichen Freuden lohnen.- Ich will daher in Allem auf dich und dein heiliges Gesetz hinsehen; dich mir immer gegenwärtig denken; dich durch findlichen Gehorsam und wil 6 lige Ergebenheit ehren, und nach deinem heiligen Willen und Vorbilde durch gemeinnützige Beschäftigung zum ewigen Heile und zum zeitlichen Glücke der Menschen unverdrossen das Meinige beitragen. Nach diesem Entschlusse, o Gott! laß mich handeln im Leben und Sterben. Amen. III. Morgengebet für die Sonntage. Sei mir willkommer, Tag meines Herrn, sei mir heilig und gesegnet! Du reißest mein Herz los vom Drucke irdischer Geschäfte, vom niederbeugenden Sinnen und Trachten nach vergänglichen Gütern. Nun kann sich mein Geist, von Sorgen frei, zu dir, Allheiliger! empor schwingen! Nun kann ich in der Betrachtung himmlischer Dinge, in Anhörung des göttlichen Wortes, in heiligen Liedern und Gebeten meinen Geist nähren, ihn wider die Macht der Sünde bewaffnen, zum Kampfe der Tugend ausrüsten, und zur Uebung und Förderung alles Guten mächtig stärken! 1 - Preis und Dank sei dir, Allgütiger! für die Anordnung eines besondern Tages zur Ruhe und Heiligung!- Mit deinem Beistande werde ich ihn zu meiner Heiligung hienieden und zu meiner Seligkeit jenseits des Grabes dankbar benüßen. Ich werde mein Herz heute vorzüglich deinen heilsamen Ermahnungen öffnen, und mich bestreben, ein aufmerksamer Hörer und gewissenhafter Thäter deines Wortes zu sein!- Gebet und Gesang, jeder Gegenstand, und jede Gelegenheit öffentlicher und häuslicher Gottesverehrung sollen mir ein willkommenes Mittel sein, meinen Glauben an dich, Vater ewiger Liebe! und an deinen eingebornen Sohn und meine Hoffnungen auf deine Verheißungen zu beleben, und mich zur ungeheuchelten und thätigen Gottes- und Nächstenliebe anzutreiben. Alles, was ich heute thue oder beginne, geschehe, weil du es willst; du mein Gott und Vater! du, mein mächtiger Helfer und trener Vergelter!- vorzüglich will ich heute auch die Stunden der Ruhe auf eine meines Berufes würdige Weise genießen, und in meinen Erholungen und Vergnügungen Mäßigkeit, Zucht und Bescheidenheit herrschen lassen. Ferne seien von mir solche Zerstreuungen, Gesellschaften und Lustbarkeiten, welche die Absicht dieses hei 7 ligen Tages vereiteln, die Tugend verletzen, zu Unordnungen und Ausgelassenheiten verleiten. Vielmehr will ich durch mein gutes Beispiel auf Andere wirken,( und ihnen) durch Belehrung und Trost, durch Wohlthaten und Liebeswerke zu nußen suchen. Das wird wahrer Gottesdienst, wahre Beförderung deiner Ehre sein. So werde dieser Tag von mir geheiliget! So werde er mir und Allen ein Tag des Segens. Amen. 768 OF JONES - Gesang. 1) Religion, von Gott gegeben, Sei ewig meinem Herzen werth! Ach! traurig ist das Erdenleben Für den, der deinen Trost entbehrt. Du gibst uns Trost in jeder Noth, Hilfst uns besiegen Grab und Tod. 2) Du bist es, die uns Gott erkennen, Und ihn als Schöpfer lieben lehrt; Du lehrest uns ihn Vater nennen, Der seine Kinder mild erhört, Der Muth und Kraft zur Tugend schenkt, Und gütig unser Schicksal lenkt. ISSUR. 3) Religion, des Lebens Wonne! Begleite mich bis an das Grab, Erhelle mir, mild wie die Sonne, Den Pfad in's Todes= thal hinab! Getrost geh' ich an deiner Hand; Sie führt in's ew'ge Vaterland. Mutter meines Heilandes! Und ihr seine treuen Freunde und Nachfolger, ihr Heiligen und Engel Gottes im Himmel! Auch ihr fordert mich auf, und ladet mich ein, euerm Beispiele zu folgen, Gottes Willen zu thun, wie ihr ihn gethan habt, und noch wirklich thut; damit ich auch eurer Seligkeit einst theilhaftig werde. Dies ist euer Wunsch und Gebet bei Gott! O daß es an mir erfüllt werde! Amen. Morgengebet an Werktagen. Zum Privatgebrauch. Von ganzer Seele preis' ich dich, Gott, der du mich so väterlich In dieser Nacht erhalten; Laß für und für Noch über mir Dein göttlich Auge walten! Gütigster Gott! ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich in dieser Nacht so väterlich erhalten, und vor allem Unglücke bewahret hast. Ich weiß, daß meine ganze Wohlfahrt von dir kommt, daß ich sicher ruhe, wenn du mich beschirmest, und daß ich vor dir wohlgefällig wandle, wenn ich von dir mich leiten lasse. Sieh', ich komme 8 deßwegen voll kindlichen Vertrauens zu dir in dieser Morgenstunde, und flehe um Gewährung deines Schutzes, deiner Gnade und deiner Hilfe. Ich habe mich ernſtlich entschlossen, vor dir, Allgegenwärtiger! fromm zu wandeln und deinen Geboten zu folgen. Mache mich dazu tüchtig, der du Anfänger und Vollender eines jeden guten Werkes bist. Strafe mich durch die Stimme meines Gewissens, wenn verderbliche Lüste und böse Gewohnheiten mich zu verführen drohen. Erinnere mich an meine Pflicht, so oft mich mein Leichtsinn zu unerlaubten Handlungen verleiten will, und gib mir Muth und Stärke, das Gute zu beginnen und zu vollenden. Kindliche Furcht vor dir leite alle meine Schritte. Sei mir allezeit gegenwärtig, ich mag allein oder in Gesellschaft sein, ruhen oder arbeiten! Gib mir auch, treuer Gott! deine Gnade, treu und fleißig in meinem Berufe zu sein, Zeit und Kräfte zu meinem und der Meinigen Wohlergehen gewissenhaft zu verwenden, den Müßiggang und die Verschwendung zu fliehen. Bewahre mich vor jeder eigennützigen Handlung, vor Uebervortheilung und Betrügerei. Laß mich ehrlich und liebreich mit meinem Nächsten umgehen, Jedermann nach Vermögen und Kräften dienen und helfen, und Niemand zu einer gerechten Beschwerde gegen mich Anlaß geben. Segne dieses Vorhaben und leite mich durch deinen Geist auf allen meinen Wegen, damit ich in deiner Furcht diesen Tag beginne und vollende. Ich bitte dich darum mit kindlicher Zuversicht, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Heilige Maria, Mutter des Herrn, ihr heiligen Engel, die ihr täglich das Angesicht unsers himmlischen Vaters sehet, vereinigt euer Bitten mit meinem demüthigen Flehen, damit Gott mich und meine Angehörigen segne, zum Guten stärke, und zur ewigen Seligkeit führe. Amen. Des Morgens erste Stunde Will ich, mein Gott, dir weih'n. Mein Herz stimmt mit dem Munde Zu deinem Lobe ein. Ja Herr! den ganzen Tag Laß so vor dir mich wandeln, Daß ich nicht bloß gut handeln, Nein auch gut denken mag. Fromm laß mich, doch gesellig, Klug, doch von Falschheit rein, Freimüthig, doch gefällig, Und stark zur Tugend sein; Auch standhaft in der Noth. Kein Zorn schwäch' je die Liebe, Kein Ernst der Sanftmuth Triebe, Kein Scherz die Furcht vor Gott. 09 Des Nächsten Ehre schmälern, Entehrt mein Christenthum. Ein Ruhm aus fremden Fehlern Ist Schande und kein Ruhm. Laß mich das Richten flieh'n; Nie schlimm, was gut ist, deuten; Und seh' ich And're gleiten, Es jedem Aug' entzieh'n. Bei Fleiß und Arbeit schleiche Kein Geiz sich in mein Herz, Und fremde Noth erweiche Mich leicht zu edlem Schmerz. Kein Glück, das Andern blüht, Empöre mich zum Neide, Und kein Genuß der Freude, Verzärtle mein Gemüth. Gib, daß an diesem Tage Sich mir kein Unfall naht, Und drückt mich eine Plage, Nach deinem weisen Rath; So gib, daß ich alsdann Mein Leiden nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Froh dir vertrauen kann. Die offene Schuld. Unendlicher, ewiger, heiliger Gott! Jch armer sündiger Mensch bekenne dir, vor Maria, der seligsten Jungfrau und preiswürdigsten Mutter meines Erlösers, vor den heiligen Aposteln Petrus und Paulus und allen deinen Heiligen, daß ich von meinen Kindesjahren an, bis auf die gegenwärtige Stunde meines Lebens, oft und auf mancherlei Weise gesündigt habe, wider dich, o Gott! wider meinen Nächsten, und wider das Heil meiner Seele. Alle diese meine Sünden und Vergehungen reuen mich aber im Innersten meines Herzens; darum fleh' ich demuthsvoll zu dir, o Albarmherziger! Verleih' mir deine göttliche Gnade und friste mir mein Leben, damit ich meine Sünden wahrhaft büße, und durch ächte Besserung deiner Vaterhuld würdig und dereinst des ewigen Lebens theilhaftig werden möge; durch Jesum Christum, deinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Amen. Allgemeines Gebet für der Seele und des Leibes Wohlfahrt. Ewiger, unendlich barmherziger Gott und Vater! sieh herab auf uns mit Huld und Gnade, und erbarme dich über alle Menschen, für welche dein Sohn Jesus Christus, unser Herr und Erlöser, am Kreuze gestorben ist. Durch denselben Herrn Jesum bitten wir dich, bewahre uns vor gegenwärtigen und zukünftigen Gefahren, vor Empörung, Krieg, Theurung, Hungersnoth, Krankheiten und betrübten, armseligen Zeiten. Erleuchte und stärke in 10 allem Guten geistliche und weltliche Obern, damit sie deine Ehre, unser Seelenheil, den Frieden und die Wohlfahrt unter den Menschen befördern. Verleih' uns Einigkeit des Glaubens und Nächstenliebe, und behüte uns vor Spaltung und Zertrennung. Bekehre uns zur wahren Buße, zur wahren Besserung des Lebens. Erwecke in uns den Glauben, belebe in uns die Hoffnung, entzünde in uns die Liebe. Wir bitten dich auch, wie du willst, o Gott! daß wir dich bitten sollen, für alle Menschen, für Freunde und Feinde, für Gesunde und Krante, für Betrübte und Fröhliche, für Glückliche und Unglückliche, für Gläubige und Ungläubige, für Lebende und Abgestorbene. Du bist ja der Vater aller Menschen! Gewähre auch allen deinen Segen. Endlich empfehlen wir dir, o Herr! alle Verrichtungen unserer leiblichen und geistigen Berufsarbeiten, unſer ganzes Thun und Lassen, unsere Seele und unsern Leib, unser Leben und Sterben. Laß uns hier auf Erden überall deine beseligende Gnade empfinden, und sie dort einst in vollem Maße erlangen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Gebet für den Landesfürsten. I. Allmächtiger Gott! Vater Himmels und der Erde! von dem alle irdische Macht und Oberherrschaft herkömmt, und durch dessen Anordnung die Könige und Fürsten der Erde regieren! Wir bitten dich inständig für die Wohlfahrt deines Gesalbten, unsers theuersten Landesregenten N. N. und seines Königl.( Großherzogl. oder fürstl.) Hauses. Segne o Herr! unsern König( unsern Großherzog oder Fürsten) mit deiner hilfreichen Gnade, daß er alles Gute zur Ausbreitung deines göttlichen Reiches auf Erden befördere, seines Volkes Glück väterlich begründe, und selbst eine lange Reihe von Jahren hindurch wahres Wohl genieße, einst aber durch Vereinigung mit dir ewig selig werde; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11 II. Stärke, o allmächtiger Vater im Himmel! unsern Landesfürsten in der Verwaltung seines schweren Regentenamtes, rüste ihn aus mit Kraft und Weisheit, nicht mit der Weisheit dieser Welt, sondern mit jener Weisheit, die, o Vater des Lichtes! nur von dir kömmt und zu dir allein wieder zurückführt. Lenke und regiere sein Herz, daß er stets in deinem Lichte vor dir wandle. Gieße aus über ihn deinen Geist, daß er weide in Kraft und Gerechtigkeit die Völker, die du ihm anvertraut hast; daß er deine heilige Kirche schütze, daß unter seiner Regierung Güte und Treue sich begegnen und Friede und Gerechtigfeit sich einander umarmen, und die Erkenntniß deiner Herrlichkeit und deiner einzig wahren, heiligen Lehre immer mehr und mehr unter den Menschen verbreitet werde. Stärke auch uns, unendlich barmherziger Gott! in treuer Erfüllung aller Unterthanspflichten, damit wir unter dem Schuße der Macht unsers Regenten und seiner Gesetze ein gottseliges und ruhiges Leben führen und einst als deine treuen und gehorsamen Kinder mögen erfunden werden. Amen. 12 Zweite Abtheilung. Meßgesänge. I. Das Amt der heiligen Messe im Advent. ( Psalm unter der Austheilung des Weihwassers) 1) Unter allen Frommen hier auf Erden* Ist, o Herr! nicht einer rein vor dir! 2) Laß es mich durch deine Gnade werden,* Tilge du der Sünde Spur an mir. 1) Reuevoll erkenn' ich mein Vergehen,* Fühl' es, Herr! daß ich ein Sünder bin. 2) Ungeheuchelt ist mein findlich Flehen;* Gib mir einen festen Tugendsinn. 1) Dir, o Gott! gebühret Lob und Ehre, Dir, dem Vater, und dem Sohn und Geist; 2) Wie sie dir das Chor der Engelheere," Und hienieden deine Kirch' erweist. * ( 3um Staffelgebet.) Jesus Christus ist gekommen, Alles, Niemand ausgenommen, Ewig, ewig zu beseligen. O theures Wort! dring tief in meine Seel' hinein; Du sollst der Trost für reuerfüllte Sünder sein: Sie vor dem Jammer der Verzweiflung schüßen, Und auf dem Weg zur Tugend unterstützen. Getrost wend' ich zu dir den Blick; Du führest mich zum wahren Glück; rep. Jesus Christus ist gekommen 2c. ( Zur Collecte.) Erwecke, o Herr! deine Macht, und komm, damit wir von den nahen Gefahren des Unterganges, in die uns unsere Sünden hineinstürzen, durch deine Erettung selig werden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Nach der Epistel.) Kommt, reinigt eure Seelen, Seid heilig, seit bereit, Was Gott gefällt, zu wählen, zu flieh'n was er verbeut! Gilt willig in sein Reich; Verabscheut und verlasset, Was euer Heiland hasset. Vertraut ihm, bessert euch! 13 ( 3ur Predigt) Auf Erden Wahrheit auszubreiten, Die Wahrheit, die vom Himmel stammt, Und uns zum ew'gen Glück zu leiten, Das Herz von Gottes Lieb' entflammt, Dazu erscheinst du Jesu hier, Von Gott gesandt zum Heil auch mir. ( Nach der Predigt.) Der du dein Wort mir hast gegeben, Wie preis' ich dich, o Gott! dafür. Nie kann mein Dank dich ganz erheben; Durch Christum schenkst du Weisheit mir. Kennt' ich die Lehre Jesu nicht, Wie wenig hätt' ich Trost und Licht! ( Zum Credo.) Glauben, Jesus trockne alle Thränen, Tilge aller Menschen Schuld. Unsrer Väter langes Sehnen Ward erfüllt durch Gottes Huld. Thn, den sie in Hoffnung sahen, Haben wir schon längst empfahen; Werden ihn einst wiederseh'n, Wenn er von den Himmelshöh'n Uns zu richten kommen wird. ( 3ur Opferung des Brodes und Weines.) 1) Was soll ich dir, o Menschenfrennd! Für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, Du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum Opfer hin; Ich will dich ohn' Aufhören Mit Leib und Geist verehren. 2) 3war sieht dich jetzt mein Auge nicht, Doch du wirst wieder kommen, Dann schauen dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann schau' auch ich, Herr Jesu Christ! Dich so verherrlicht, wie du bist; Dann wirst zu mich zum Leben, Das ewig ist, erheben. ( Zur Präfation.) Wir erheben nun unsere Herzen zu dir, heiligster Herr! allmächtiger Vater, ewiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, den du, allbarmherziger und getreuer Gott! der im Sündenelende seufzenden Menschheit verheißen hattest, damit er durch seine Wahrheit die Unwissenden erleuchte, durch seine Heiligkeit die Sünder rechtfertige und durch seine Gotteskraft die Schwachen unterstüße. Da sich nun die Tage nahen, an denen wir das Andenken seiner beseligenden Ankunft auf Erden begehen, so frohlocken wir in heiliger Freude voll des Glaubens an deine Verheißungen und rufen mit den Engeln und Erzengeln, und allen seligen Geistern und Bewohnern des 14 Himmels: Heilig, heilig, heilig ist der Herr unser Gott! Himmel und Erde sind mit seiner Herrlichkeit erfüllt! gepriesen sei derjenige, der da kömmt im Namen des Herrn! ( Zum Sanctus,) 1. Hohe Lobgesänge Schallen dir zum Preise, Herr! durch alle Himmelskreise, Daß du, von Erbarmen Gegen uns geleitet, Uns ein ewig Heil bereitet. Sollten wir, Jesu, dir nicht vor allen Dingen Dank und Ehre bringen? 2) Bringt ihm Preis, ihr alle, Die ihr Christum kennet, und ihn euren Heiland nennet; Sein erfreu' sich Jeder, Der auf's ganze Leben Sich von Herzen Ihm ergeben. Ew'ges Heil Ist sein Theil; Und einst wird er droben Ihn ohn' Ende loben. ( Nach der heiligen Wandlung,) ( Zum Opfer des Leibes und Blutes Jesu.) Der du dein theures Blut und Leben, Herr! zum Heil und Trost auch mir zum hehren Opfer hingegeben, Mit Ehrfurcht beug' ich mich vor dir. Ich fühle, Heiland! deine Liebe; Dein will ich ewig, ewig sein, Aus warmem, reinem Herzenstriebe! Du starbst für mich, d'rum bin ich dein. ( Nach dem Vater unser.) Um dir, o Heiland! nachzuahmen, Verleih' mir Stärke, Muth und Treu', Damit ich nicht bloß nach dem Namen Ein Christ, nein, auch durch Thaten sei. Laß nie mich von der Tugend weichen Auf dieser rauhen Lebensbahn; Laß mich dein hohes Bild erreichen, So weit ein schwacher Menſch es kann. ( Zum Genusse des Leibes und Blutes Jesu.) Du hast uns, Herr! vor deinem Scheiden, Beim Anbruch deiner letzten Nacht, Mit einem Denkmal deiner Leiden, Mit einem Bundesmahl bedacht. Da wir dies Mahl im Geist genießen, Rührt inniglich uns deine Tren'; Wir sehen deine Wunden fließen, Und deine Liebe täglich neu. ( Zur Dank- Collecte.) Allmächtiger Gott! nachdem wir dankbar der Ankunft deines Sohnes auf Erden als unsers Erlösers gedachten, so verleihe uns, daß wir 15 uns auch auf seine Ankunst als Richter durch ächte Bußgesinnungen und frommen Wandel vorbereiten, und daß ewige Leben erlangen mögen, durch denselben Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Schlußgesang.) Nimm unsre Dankgefühle an, Die wir dir, Vater! weihen; Dein Sohn wies uns der Tugend Bahn, Den Himmel seinen Treuen. Ja ewig, ewig Dank sei dir: Belehrt durch Jesum können wir Uns unsrer Würde freuen. II. Die heilige Noratemesse. ( 3um Staffelgebet.) 1), Thauet, Himmel! den Gerechten, Wolken! regnet ihn herab!" Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab: Seinen Heiland bald zu sehen, Auf dem Pfad' ihm nachzugehen, Den er liebevoll ihm zeigt, In das Land der Seligkeit. 2) Seht, dort steht am Jordanflusse Eifervoll Johannes da; Sünder! ruft er, wirket Buße, Denn das Himmelreich ist nah! Ebnet ouerm Herrn die Pfade, Seinen Fußsteig macht gerade; Gleich nach mir kommt er, der Herr, Christus der Begnadiger! ( Zum Gloria.) Anbetung, Dank und Ehre! Sei unserm Heiland hier! Jhm dienen Engelchöre, Jhm huldigen auch wir. Wir wollen unser Leben Hienied en ihm nur weih'n; All' unser Thun und Streben Soll Pflichterfüllung sein. ( Zur Collecte.) D Gott! dein Wille war es, daß die seligste Jungfrau Maria auf die Verkündigung des Engels deinen eingebornen Sohn empfieng. Wie wir sie nun als die Mutter deines Sohnes verehren, so flehen wir auch kindlich zu dir: laß uns durch ihre Fürbitte Hilfe erlangen zur Nachahmung ihres heiligen Wandels, der sie geführt hat zur ewigen Seligkeit; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ( Nach der Epistel.) Endlich kommt er, das Verlangen Und das Heil der ganzen Welt! Ihn als Mutter 16 zu empfangen, Ward Maria auserwählt.- Einen Himmelsboten sandte Voller Huld der Herr zu ihr! Der sie hoch begnadigt nannte, Der sie grüßte: ,, Gott mit dir!" ( Zum Evangelium.) Zu der Menschheit höchsten Ehren, Jungfrau! will dich Gott erhöh'n: Ihn, den Heiland, zu gebären, Bist du, Reinste, auserseh'n. Frage nicht, wie kann's geschehen? Gottes Allmacht hat kein Ziel! Alle Völker werden's sehen; Seinem Wort ist nichts zu viel. ( Zum Credo oder Glaubensbekenntnisse.) Groß, Maria! war dein Glaube, Fest und unerschütterlich, Beugten auch zum tiefsten Staube Ungemach und Leiden dich. Gottes Wille joll geschehen," Sprach st du, ich befolg' ihn gern: Seine Wege will ich gehen, Bin ich doch die Magd des Herrn!" ( 3ur Opferung des Brodes und Weines.) 1) Dein bin ich, Herr! dir will ich mich Zum Opfer ganz ergeben; Rechtschaffen, rein und fromm will ich, Wie einst Maria, leben. Von ihrer Tage Anbeginn Gab sie sich Gott zum Opfer hin. 2) Hilf du, o Herr und Heiland! mir, Den Vorsaß auszuüben, Dich so, wie deine Mutter hier, Zu ehren und zu lieben; Damit, wenn einst mein Auge bricht, Mir leuchte deiner Gnade Licht. ( Zur Präfation betet die Versammlung in der Stille.) Ich erhebe mein Herz zu dir, o Gott! dich dankbar zu preisen, der du dich an Maria so unendlich gütig und mächtig gezeigt hast! Du hast dieſe reine demuthsvolle Jungfrau über Alle ihres Geschlechts erhoben; du haft sie auserwählt, den verheißenen Weltheiland, Jesum Christum, deinen Sohn, durch die Kraft des göttlichen Geistes zu empfangen und zu gebären. Deßwegen erschallen dir von deinen Engelchören heilige Lob- und Dankgesänge, und, mit ihnen vereint, rufen deine Auserwählten: Heilig, heilig, heilig bist du, Herr, Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Gepriesen sei Jesus Christus, der da kömmt in deinem Namen, uns fündige Menschen zu erlösen. 17 ( 3um Sanctus oder Heilig.) Er kommt, er kommt vom Himmelsthron Des ew'gen Vaters ew'ger Sohn. Hosanna in der Höhe! Es schalle weit umher Sein Lob; auf Land und Meer; Was er befiehlt, geschehe! ( Nach der heiligen Wandlung.) O du, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog, Was war's, das dich zum Staube, Zu mir hernieder zog?- Dein göttliches Erbarmen!- Ja du, o Jesu, hast Mit mitleidsvollen Armen Die ganze Welt umfaßt. ( Nach dem Vater unser.) Damit du mich befreitest, Gabst du dich, Herr! für mich! Mich zu erretten, weihtest Du, Seligmacher! dich. Dein Name ,, Heil der Sünder," Jst meine Zuversicht; O Freund der Menschenkinder! Verwirf, verwirf mich nicht! ( 3ur Communion.) Darf ich dich nicht empfangen, Du Heil der Sterblichen? Du Freude und Verlangen Der Trostbedürftigen! O komm du mir entgegen! Tief seufzt mein Herz nach dir; Führ' mich auf deinen Wegen Und wohne stets in mir. - ( Zur Post communion.) Wir bitten dich, o Gott! erfülle unsere Herzen mit deiner Gnade, damit wir, die wir auf die Botschaft des Engels die Menschwerdung deines Sohnes erkannt haben, auch an den Verdiensten seines Leidens und Sterbens und an seiner Herrlichkeit Theil nehmen, auf die Fürbitte seiner heiligen Mutter, durch denselben Jesus Christus, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. ( Zum Schluß der heiligen Messe.) Dir, der uns Jesum Christum gab, Gott! dir sei Dank und Ehre! Du sandtest Licht und Trost herab Durch ihn und seine Lehre. Es sei mein Herz voll Dankbarkeit Jm Tod und Leben dir geweiht. 18 III. Das heilige Amt am Feste der Geburt Chrifti. 1) Die Nacht des Irrthums und der Sünde Lag drückend auf der öden Welt; Das Leben ging durch dunkle Gründe, Von keinem Hoffnungsstrahl erhellt. Der Seele reinen Himmelsfunken Erstickten Wahn und Sinnlichkeit; Tief war der Mensch hinabgesunken In Abgrund der Verdorbenheit. 2) Doch, Heil uns! singet Dankes- Lieder; Des Irrthums finst're Nacht verschwand! Der Vater hat den Sohn hernieder Und mit ihm Licht und Heil gesandt. Er kam, er kam herab auf Erden, zu Himmelsbürgern uns zu weih'n; Er kam, um unser Freund zu werden, Uns von der Sünde zu befrei'n. 3) Wenn nun der Sünde Last uns drücket, Doch renevoll das Auge weint, Jst's Gottes Sohn, der Trost uns schicket, Und fühnend uns mit Gott vereint. Er bahnt den Weg zu Gottes Gnade, Zeigt uns das Glück der Ewigkeit, Und leitet uns auf sicherm Pfade Zur Quelle der Unsterblichkeit. ( Zum Gloria.) Anbetung, Lob und Preis und Ehre, Sei, Vater, in der Höhe dir! So sangen heut die Engelchöre; Mit ihnen singen dankbar wir! Gott! was uns bessert und bekehret, Was Frieden uns und Trost gewähret, Der Tugend und der Treue Lohn, Das gabst du uns durch deinen Sohn. ( 3ur Collecte der ersten Messe.) O Gott! der du diese Nacht mit den Strahlen des wahren Lichts erleuchtet hast; laß uns, die wir das Geheimniß dieses Lichtes auf Erden erkannt haben, auch einst seiner seligen Anschauung ewig theilhaftig werden, durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. ( Zur Collecte der zweiten Messe.) O Gott! laß auf unser Bitten das Licht, welches die ganze Welt erleuchtet hat, auch unser Innerstes zur Erkenntniß der Wahrheit erleuchten, und unser Herz zur werkthätigen Liebe entflammen, durch denselben Jesum Christum 2c. ( Zur Collecte der dritten Messe.) Allmächtiger Gott! befreie uns durch die Menschwerdung deines Sohnes von dem drückenden Joche der Knechtschaft, unter 19 welches uns die Sünde gebeugt hat; wir bitten dich darum durch Jesum Christum, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Nach der Epistel der ersten und zweiten heiligen Messe.) 1) Jesus ist gekommen, Danket ihm ihr Frommen! Danket, daß er kam, Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm. Welch ein Heil, Ew'gen Theil An des Heilands Himmelsgaben, An Gott selbst zu haben. 2) Gilet, eilet, Sünder! Werdet Gottes Kinder! Wandelt göttlich schön! Die nach seinen Lehren Gläubig ihn verehren, Wird er einst erhöh'n. Mensch wie wir Ward er hier, Um des Vaters heil'gen Willen An uns zu erfüllen. ( Nach der Epistel der dritten Messe.) 1) Für uns, für uns, O Gott! für uns Verlorne Verließ sein Reich Dein Sohn, der Eingeborne, Und wurde Mensch für uns, für uns. 2740 2) Er, der schon war, Eh' jene frühen Sonnen Durch ihn, o Gott! Aus deiner Hand geronnen! Er wird im Fleisch uns offenbar. 3) Er, ohn' den nichts, Nichts hat werden können, Den ehrfurchtsvoll Die Himmel König nennen, Er gibt sich hier als Kind zu seh'n. 4) Der ew'ge Held Sucht Sünder hier auf Erden, Wird Mensch wie wir, Uns Armen gleich zu werden, Zu sein das Licht und Heil der Welt. ( Zum Credo.) 1) Glaube, theu'rste Gottesgabe! Dank sei ihm, der dich uns gab, Hier im Leben, bis zum Grabe, Sei du meiner Schritte Stab. Fest will ich an dir mich halten; Einen Vater zeigst du mir, Dessen Vatersorgen walten, Ueber meine Tage hier. 2) Wenn uns Sünden ängstlich quälen, zeigst du, Glaube, Jesum Christ; Der als Netter uns'rer Seelen In die Welt gekommen ist; Der voll Liebe, voll Erbarmen Suchte, was verloren war; Der noch jetzt mit Freundesarmen Treu umfängt die Büßerschaar. 20 3) Glaube, theu'rste Gottesgabe! O wie freu' ich deiner mich. Alles, was ich bin und habe, Ist zu schwankend ohne dich. Du nur kannst den Trost mir geben: Daß mein Geist nicht untergeht, Daß nach diesem Pilgerleben Selbst mein Leib einst aufersteht." ( Zur Opferung des Brodes und Weines.) 1) Zu preisen Gottes Güte, Bringt heut die Hirtenschaar, Frohlockend im Gemüthe, Ihr Herz zum Opfer dar. Das Beste, was wir haben, Ein Herz von Sünden rein, Empfang' als unsre Gaben! Dir wollen wir uns weih'n. 2) Nimm, Heiland! von uns Allen Dies Opfer gnädig an, Laß es dir wohlgefallen, Führ' uns auf deiner Bahn Zu jenen Himmelschören, Wo selig unser Geist, Bestimmt, dich zu verehren- Dich ewig, ewig preist. ( 3 ur Präfation.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, heiligster, allmächtiger Vater, ewiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen; denn durch das Geheimniß deines Wortes, das die menschliche Natur annahm und uns im Fleisch erschien, ist uns ein neues Licht mit göttlicher Klarheit aufgegangen, und die Gottheit anschaulich geworden; wodurch wir zur Liebe unsichtbarer himmlischer Güte uns gleichsam hingerissen fühlen. Wir loben und preisen dich deßwegen, Allbarmherziger! mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften, ja mit dem ganzen himmlischen Heere seliger Geister rufen wir einmüthig: Heilig- heilig- heilig bist du, unser Gott und Herr! 1. s. w. ( 3um Sanctus.) 1) Heilig!- heilig!-heilig! Jst, der ewig war und währt, Welchen Erd' und Himmel ehrt, unaussprechlich heilig! 2) Heilig!-heilig!- heilig! Ist das Wort, von ihm gesandt, D as die Nacht des Wahns verbannt, Unaussprechlich heilig! ( Nach der heiligen Wandlung.) Voll Freude stieg der Sohn hernieder, Ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu sein; Der Sohn nennt Sünder seine Brüder, Und macht sie von der Sünde rein; 21 Macht, daß wir wieder Gott gefallen, Vergießt für uns sein göttlich Blut; Erwirbt Unsterblichkeit uns Allen, Und Liebe nur ist, was er thut. ( Nach dem Vater unser.) Das Elend, das du hier getragen, Das, Sohn, hast du vorhergeseh'n. Du fah'st die ganze Last der Plagen, Die dir bestimmt war auszusteh'n, Und doch bist du herabgestiegen Vom Thron des Vaters welche Huld! Du wähltest Jammer für Vergnügen, zu tilgen unsre Sündenschuld. - ( Zur Communion.) 1) O hehre Liebe! deines Gleichen Ist in der Schöpfung Gottes nicht; Kein Lobgefang kann sie erreichen, Nicht Sprachen, die der Himmel spricht! Ach! daß auch wir in Liebe brennten, 3u dir, o Herr! in Brodsgestalt.- Ach! daß wir besser danken könnten! Die wärmsten Herzen sind zu kalt. 2) Dies sei der Dank für deine Liebe: Dir unverbrüchlich treu zu sein; Und uns aus reinem heil'gem Triebe, Wie du der Tugend ganz zu weih'n. Der Liebe Band soll uns verbinden, Sohn Gottes und des Menschen Sohn; Und liebend werden wir uns finden, Erhöht zu dir, am ew'gen Thron. ( Zur Postcommunion der ersten heiligen Messe.) Wir bitten dich, o Herr, unser Gott! verleihe uns die Gnade, durch einen heiligen Lebenswandel der Gemeinschaft unsers Herrn Jesu Christi würdig und theilhaftig zu werden, dessen heiligste Geburt wir mit dankbarer Freude feierlichst begangen haben; der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Zur zweiten heiligen Messe.) Wir erneuern, 0 Herr! am Tage deiner heiligen Geburt das Geheimniß deiner Menschwerdung; laß uns dir von nun an ganz geheiliget sein, nachdem der alte Mensch durch deine Geburt in uns getilget und die Menschheit erneuert worden ist; durch denselben Jesum Christum u. f. w. ( Zur dritten heiligen Messe.) Vater! laß uns durch deinen Sohn zu Kindern Gottes geboren und als Erben Gottes durch ihn zum ewigen Leben erweckt werden, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 22 ( Am Feste der Beschneidung Christi.) Tilge, o Herr! durch die Kraft dieses heiligen Opfers alles Sündhafte in uns, und erfülle unsere Herzen mit jenem guten Geiste, der dir wohlgefällig dient; wir bitten dich darum, durch Jesum Christum ut. s. w. ( Am Feste der Erscheinung unsers Herrn.) Wir bitten dich, allmächtiger Gott! laß uns durch die Erleuchtung des Verstandes jederzeit Denjenigen erkennen und ehrfurchtsvoll verehren, dessen Erscheinung vor den Weisen wir heute feierlich begangen haben; der du mit dem Sohne und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst u. ſ. w. ( Zum Segen des Priesters.) Dir, Vater, will ich leben In Jesu, meinem Herrn; O segne mein Bestreben, Damit ich froh und gern Auf deinen Willen schaue, Der Tugend stets getreu, Dir hoffnungsvoll vertraue Und jenseits selig sei. IV. Messe ant Sonntag in der Octav der Geburt Christi. ( Vormesse.) 1) Kommet, Eltern! Eilet, Kinder! Jesus bringt uns Gotteshuld. Beuget euch zur Erde, Sünder! Und beweinet eure Schuld; Allen will er Heil gewähren, Die in ihm die Gottheit ehren. 2) Set, Messtas, uns willkommen, Du der Völker Heil und Licht! Zeige uns mit deinen Frommen Deines Vaters Angesicht. Laß an Tugend reich auf Erden, Dort dereinst uns selig werden. ( Zum Gloria.) Agr Anbetung, Preis und Ehre, Durch Himmel, Erd' und Meere, Sei dir, des Höchsten Sohn; Und Friede ströme Allen, Die deine Wege wallen, Von deiner Gottheit Thron. ( 3ur Collecte.) Allmächtiger, ewiger Gott! leite unsere Handlungen so nach deinem Wohlgefallen, daß wir um deines vielgeliebten Sohnes Willen reichliche Früchte der Gottseligkeit und Tugend hervorbringen, durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Das Weitere ift wie am Fefte der Geburt Christi nach der Epistel der dritten heiligen Messe S. 19 u s. w. 23 v. Messe am Feste der Beschneidung unseres Herrn Jesu Christi. ( Vormesse.) 1) O bester aller Väter! wie, Wie könnten wir dir danken?- deine Huld, wie groß ist sie! Wie ohne Nam' und Schranken!- D Liebe! Von dem höchsten Thron Der Himmels- Thronen kam dein Sohn, Dein Eingeborner nieder. 2) In Finsternissen waren wir, Umstrickt von tausend Sünden; Den Weg zur Tugend und zu dir, Wie konnten wir ihn finden? Wir suchten, strebten immerdar, Nach Lust, die uns Verderben war, und hatten dich vergessen. 3) Doch du vergaßest unser nicht; Dich jammert das Verderben; Mit liebevollem Angesicht Sprachst du: ihr sollt nicht sterben; Der Sünder ist noch Mensch und mein, Soll besser werden, selig sein.-„ Sei, Sohn! der Todten Leben." ( Zum Gloria.) Ehre sei Gott in den Höhen Und den Menschen Friede hier, Welche, Vater! für und für Deines Sohnes Wege gehen. ( Zur Collecte.) Allmächtiger Gott! Wie sich dein eingeborner Sohn am heutigen Tage dem Gesetze gemäß der körperlichen Beschneidung unterworfen hat, so unterwerfen wir unsere Herzen der geistigen Beschneidung, und bitten dich; reinige sie von allen sündhaften Neigungen und laß uns als neue Menschen in der Tugend beharrlich wandeln; durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Nach der Epistel.) Nur auf Gott, und nicht auf Lehren Schwacher Menschen laßt uns seh'n! Gottes Stimme laßt uns hören, Lasset sie uns recht versteh'n! - Mehr als Zeugniß aller Welten, Vater! soll dein Zeugniß gelten. Richte immer unsern Sinn Nur auf dich und Jesus hin. ( Zur Predigt.) 1) Herr! deines Namens Süßigkeit Ist Honig, der das Herz erfreut, Und Alles, was man herrlich nennt, Ist nichts für den, der dich erkennt. 2) Du sendest Licht in unsre Brust, Du schaffst dem Herzen Gottes- Lust; Erfreuender als alle Freud' Ist deines Wortes Lieblichkeit. 24 ( Nach der Predigt.) 1) Dank sei dir für deines Wortes Licht, Für allen Trost und Unterricht, Der' uns von deines Vaters Thron Zufloß durch dich, den ew'gen Sohn. 2) Dies Wort mit Kindertreu vollzieh'n, Sei unser eifrigstes Bemüh'n, Sei unsre Lust und Freude hier, Und Seligkeit, o Gott! bei dir. ( Zum Credo.) Glauben, Gott! wirst du mir geben. Ohne Glauben hier zu leben, Wäre mir wie Todespein.. Deiner Gnade, deinem Segen, Dem nur strebt mein Herz entgegen, Bist du durch den Glauben mein. - ( Zum Opfer des Brodes und Weines.) 1) Du kamst, o Heiland, Jesu Christ! Mit göttlichem Erbarmen, Mit Allem, was des Vaters ist, Kamst du zu uns, den Armen; Du duldest der Beschneidung Schmerz, Bringst sühnend Gott dein liebend Herz, Für uns, für uns zum Opfer. 2) Um dieses Sühnungsopfer hier, Herr! dankbar zu erneuen, Erscheinen am Altare wir, Dir unser Herz zu weihen: Wir legen es in deine Hand, Als treuer Liebe Unterpfand, Die wir dir, Herr! geloben. ( Die Präfation und alles Uebrige ist wie am Fefte der Geburt Chrifti S. 20 u. f. w.) VI. Messe am Feste der Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi, oder an dem heil. Dreikönigsfeste. ( Die Kirche erinnert sich am heutigen Festtage zugleich der Taufe Jesu im Jordan. Deßwegen hat eine eigene feierliche Wasserweihe statt, die, größerer Erbauung wegen, in der Muttersprache nach einer vom Bischof vorgeschriebenen Form verrichtet wird Nach der Weihe wird folgendes Gebet zur Erneuerung des Taufversprechens andachtsvoll gebetet:) Das Andenken der Taufe Jesu erinnert uns, o Gott! an jene beseligende Stunde, in welcher wir durch die Gnade der Taufe von den Makeln der Erbsünde gereiniget, Glieder der heiligen Kirche deines Sohnes und Erben des himmlischen Reiches geworden sind. Indem wir nun dieses Andenken mit gerührtem und dankbarem Herzen wiederholen, erneuern wir jenen Bund, den unsere Pathen mit dir, anbetungswürdigster Heiland! eingegangen haben.- Deffentlich und feierlich entsagen wir daher allen bösen Gesinnungen und Handlungen, als Werken des 25 Satans, allem Frrthume, Aberglauben und Unglauben; wir ergeben uns Gott, unserm himmlischen Vater, als dankbare und gehorsame Kinder, und geloben, seinen heiligen Willen treu zu vollziehen. Wir ergeben uns dir, o eingeborner Sohn Gottes, der du für uns Mensch geworden und gestorben bist, um uns von der Sünde und dem ewigen Untergang zu erlösen, und uns durch dein Blut zum Eigenthume erkauft hast. In Allem wollen wir auf deine göttliche Stimme hören, und deiner heiligen Lehre nachzukommen trachten. Wir bitten dich deßwegen heute auf's Neue um deinen heiligen Geist, damit wir von den Sünden gereiniget, zu einem tugendhaften Leben erleuchtet und gestärkt, und dereinst Miterben deiner Seligkeit werden. In diesem Glauben an dich, o Gott! als unsern Erschaffer und gütigsten Vater! in dem Glauben an Jesum, als den eingebornen Sohn Gottes, unsern Erlöser und Heiland; und in dem Glauben an den heiligen Geist, der von dir, o Vater! und dem Sohne ausgeht, uns heiliget, und zu Kindern Gottes macht; in diesem Glauben an den dreieinigen Gott, auf dessen Namen wir getauft sind, wollen wir leben und sterben. Amen. ( Zur Austheilung des zu diesem Andenken geweihten Wassers wird Folgendes gesungen: Gesang.. 1) Mein Vater, o wie dank ich dir! Von dir hab' ich mein Leben; Und durch die Taufe hast du mir Noch größ'res Glück gegeben; Noch eh' ich dieses Glück empfand Mit zartem Dankestriebe, Hat mich schon deine Vaterhand Geweiht aus lauter Liebe Zum Erben deines Reiches. 2) Du nahmst in Christi Reich mich auf, Kamst liebreich mir entgegen! Verhießest mir zum Tugendlauf Erleuchtung, Kraft und Segen; Versprachst mir deine Vaterhuld, Und einst das ew'ge Leben: Versprachst mir alle meine Schuld Durch Christum zu vergeben, Wenn sie mich herzlich reute. 3) Beschämt gesteh' ich meine Schuld, Und flehe dich um Gnade; Ich will, o habe noch Geduld! Forthin des Christen Pfade Mit einem größern Gifer geh'n, Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 2 26 Und meine Pflicht erfüllen, Auf dich und deine Hilfe seh'n. Gib zu dem guten Willen Auch Kraft, ihn zu vollbringen. Das Amt der heiligen Messe. Vormesse. 1) Wie groß ist, Vater! deine Huld! Uns ängstigte des Todes Schuld, Uns, die gesündigt hatten, Und nun, Heil uns! wir sterben nicht, Es strahlet uns der Gottheit Licht In dieses Lebens Schatten. 2) Entwichen ist die Finsterniß; Wir seh'n den Weg und sind gewiß, Die Tugend wird nun siegen; Die heiligste Religion Ist mit dem Licht von Gottes Thron Herab zu uns gestiegen. 3) Wer dessen sich nicht dankbar freut, Kennt nicht das Glück der Ewigkeit und taumelt in's Verderben. Erbarmer! Mittler! sei mit uns! Sei du der Leitstern unsers Thuns, Mach uns zu Himmelserben. ( 3. Gloria.) Lobet Gott! ihr Völfer alle, Preiset ihn, des Weltalls Herrn! Eures Dankes Stimm' erschalle Freudenvoll für jenen Stern, Der des höhren Lichtes Fülle, Gottes Sohn in Menschenhülle, Aller Welt hat fund gethan. ( 3. Collecte.) Gott! der du an dem heutigen Tage deinen Eingebornen unter der Leitung eines Sterns den Heiden geoffenbaret hast; verleih' uns gnädig, daß, die wir dich schon aus dem Glauben erkannt haben, auch zur Anschauung deiner ewigen Herrlichkeit gelangen; durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( 3. Evangelium.) 1) Gott will sich allen offenbaren, Die redlich suchen seine Bahn! Er nimmt von allen Völkerschaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ja, jeder, der ihn kindlich ehrt, Deß Flehen wird von ihm erhört. 2) Dies sind des Erdensohnes Pflichten, Dem Lichte Gottes nachzugeh'n. Wirst du nach Gottes Licht dich richten, So wirst du dich dort selig seh'n, Wo er in seiner Herrlichkeit Des Wohls der Kinder sich erfreut. ( V. d. Predigt.) Herr! jeder Zeitpunkt, jeder Ort Ist Offenbarung deiner, Und dennoch fand dich ohne Wort Univ.- Bibl. Giessen 27 Von dir der Menschen keiner. Dein Wort ist Licht in Finsterniß; Es macht dem Forschenden gewiß, Was die Vernunft nur ahnet. ( N. d. Predigt.) Dant, Herr! für deines Wortes Licht, Dem Wahn und Sünde weichen; Es gibt uns Muth und Zuversicht, Die Tugend zu erreichen, Die uns durch diese Prüfungszeit 3 ur seligen Unsterblichkeit Wie deine Kinder leitet. ( 3. Credo.) 1) Hoch aus der Erde Nacht empor Schwingt sich zu dir der Glaube; Ist nur für dich, Herr! Aug' und Ohr, Für nichts im Erdenstaube. Nichts baut auf das der ächte Christ, Was sichtbar und vergänglich ist. Sein ist, was ewig währet. 2) O Glaube, Quell des reinen Lichts! Quell göttlich edler Triebe! So herzentflammend gibt es nichts, Wie du für Tugendliebe! Wer Jesu Sendung kennt und glaubt, Was ist es, das den Muth ihm raubt, Stets tugendhaft zu wandeln? ( 3. Opferung.) 1) Vor dir, o Heiland! liegen Weise, Anbetend dich, in Staub gebeugt, Und opfern dir zum Lob und Preise, Was ihre Heimath Edles zeugt. Gold, Myrrhen, Weihrauch sind die Gaben, Die ehrfurchtsvoll ihr Herz dir weiht; Doch mehr, als dieſe Opfergaben, Ist's ihre Liebe, die dich freut. 2) Herr! im Geiste jener Weisen Laß dir von reinem Brod und Wein, Dich dank- und liebevoll zu preisen, Dies Opfer hier gefällig sein. Dir wollen wir nur einzig leben; Nur thun, was, Herr! dein Wort gebeut; Nach Necht und Tugend immer streben, Sei Freude uns zur Seligkeit. - ( 3. Präfation.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, o Gott! dich zu loben und dankbar zu preisen. Denn es ist billig und gerecht, pflichtmäßig und heilsam, daß wir zu allen Zeiten und an allen Orten dir Dank sagen, heiligster Herr! allmächtiger Vater, ewiger Gott! der du deinen Sohn zu unserer Erlösung auf diese Erde gesendet hast, welcher uns, als er im Wesen unserer Sterblichkeit erschien, durch das Licht seiner Unsterblichkeit neu geboren und zu Erben seiner Seligkeit wieder hergestellt hat. Deßwegen vereinigen wir, durchdrungen von deiner 28 Güte und Liebe, unsere Stimme mit den Engeln und Erzengeln, mit allen seligen Geistern und Bewohnern des Himmels, und rufen einmüthig: ( 3. Sanctus.) 1) Heilig, heilig, heilig Ist das Licht, das alle Welt Zur Beseligung erhellt! Unaussprechlich heilig. opus st's dege 2) Heilig, heilig, heilig! Rufen Engelchöre dir, Jesus! Heiland für und für, Unaussprechlich heilig. ( Nach der heiligen Wandlung ist Alles wie am Fefte der Geburt Christi S. 23.) VII. Das Amt der heiligen Messe vom ersten Sonntag nach heil. Dreikönig bis zum Aschermittwoch. ( Vormesse.) 1) Kommt Christen, theure Brüder! Im Geist vor Gott zu steh'n! Kommt, singet frohe Lieder, Den Heiland zu erhöh'n! Kommt feiert voll Entzücken, Wie er uns einst befahl, Um ganz uns zu beglücken, Sein heil'ges Liebesmahl. og 52) Olaß uns jetzt empfinden, Wie freundlich Gott uns ist, Er, der auch unsre Sünden, Die wir bereu'n, vergißt. Er, der uns, seine Kinder, Als treuer Vater liebt, und selbst dem frechsten Sünder Noch Zeit zur Buße gibt. Ente ( 3. Gloria.) Schwingt, heilige Gedanken, Euch von der Erde los! Gott frei von allen Schranken, st unaussprechlich groß. Vor seinem Angesichte Lobsinget Gott, lobsingt, Er wohnt in einem Lichte, Wohin kein Auge dringt. ommi duspic ( Gebet.) Nimm, o Herr! unsre Wünsche und Gebete gnädig auf, und ertheile uns deinen himmlischen Segen, damit wir immer erkennen, was wir thun sollen, und das Erkannte wirklich zu vollziehen vermögen; wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Epist.) Dein Wort, o Herr! Laß immer mehr Verstand und Herz beleben! Dies wird gewiß In Finsterniß Den Geist zum Licht erheben. ( 3um Evang.) Wie glücklich ist Durch dich der Christ, Der dein Gesetz verehret, Und voll Begier O Herr! von dir Die rechte Weisheit höret. 29 ( 3. Pred.) Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott! ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich Dich würdig ehrte. ( N. d. Vred.) Dank, Vater, dir, Dank für und für, Daß du dein Wort gegeben. Es sei uns Pflicht, Dem Unterricht Hier täglich nachzuleben. ( 3. Credo.) Was hilft es mir, ein Christ zu sein, Wenn ich nicht christlich lebe? Wenn ich, o Gott! nicht fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe? Der Glaube, den dein Wort erzeugt, Muß sich durch Thaten zeigen. Je höher die Erkenntniß steigt, muß auch die Tugend steigen. ( 3ur Opferung.) 1) Was sollen wir für Gaben, Dir, Herr! zum Opfer weih'n? Jst, was wir sind und haben, Nicht Alles, Alles dein?- Ein Herz, dir ganz ergeben, Von allen Sünden rein, Ein liebevolles Leben Soll unser Opfer sein. 2) Soll unser Dank dich ehren, So muß er uns zuerst, Lieb' und Gehorsam lehren; Dies ist, was du begehrst. Du liebest uns als Kinder, O Vater! wir sind dein; Drum sollen deine Kinder Auch gut, wie du bist, sein. ( 3. Präf.) Wir erheben nun unsere Herzen zu dir, o Gott! dich zu loben und dankbar zu preisen! denn es ist unsere Pflicht, daß wir zu allen Zeiten und an allen Orten dir Dank sagen, heiligster Herr! allmächtiger Vater, ewiger Gott! der du deinen Sohn zu unserer Erlösung und Seligmachung auf diese Erde gesendet, und uns in Ihm das erhabenste Tugendbild zur Nachahmung gegeben hast. Durchdrungen von der Größe deiner Güte und Liebe, vereinigen wir deßwegen unsre Stimmen mit deinen Engeln und Erzengeln, mit allen seligen Geistern und Bewohnern des Himmels, und rufen einmüthig: Heilig, heilig, heilig bist du, unser Gott und Herr! Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( 3. Sanctus.) 1) Heiligster! wen nennst du dein, Und wen willst du belohnen? Wer wird sich ewig deiner freu'n? Und ewig bei dir wohnen? Der heilig 30 vor dir lebt und thut, Was, Herr! dein Wort ihn lehret; Der, dessen Herz ist rein und gut, Und sich vom Böſen kehret. 2) Der den Geringsten nicht verschmäht, Absichtlich nicht betrübet, Den graden Weg der Tugend geht, Und Alle wie sich liebet.- Wer also wandelt, der ist rein! Gott wird ihn einst belohnen; Er wird in Gott sich ewig freu'n, Und ewig bei ihm wohnen. ( Nach der heiligen Wandlung.) Ein heil'ges Opfermahl der Liebe Hast du gestiftet Jesu Christ! Es läutert dem des Herzens Triebe, Der es mit frohem Sinn genießt, Dir seine Gegenliebe schenkt, Und dankbar deines Tod's gedenkt. ( N. 6. V. U.) Bewundernd denken wir der Liebe, Womit du unser Heil bedacht; Wie stark sind deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O laß uns deinen Todesschmerz Jetzt tiefer dringen in das Herz! ( 3. hl. Comm.) 1) Laß mich mit Ernst die Sünde schenen, Für welche du, dich opfernd, starbst; Mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst; Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost, den mir dein Tod verleiht. 2) Jch übergebe mich auf's Neue, O Jesu, Gottes Sohn! an dich; Dir schwör' ich für mein Leben Treue Vor deinem Tische feierlich. Du starbst für mich, drum bin ich dein; Und dein, dein will ich ewig sein. ( Gebet.) O Gott! der du uns die Früchte der Erlösung so reichlich zu Theil werden ließest; verleih' uns einen so festen und thätigen Glauben an diese Erlösung, daß wir verdienen, zu dem verheißenen Lohne der Herrlichkeit zu gelangen, in welcher dein Sohn mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Zum Schluß.) Voll Inbrunst, Dank und Freude Vollbrachten, Jesu! wir Die Feier deines Todes; Preis sei dir, Herr! dafür.- Gestärkt an diesem Mahle zu immer fest'rer Treu', Empfinden wir, wie selig, Wer dir sich opfert, sei. VIII. Der Aschermittwoch. Gesang zur Weihung und Austheilung der Asche. 31 1) Weg vom Lärm, vom Tanz, vom Spiele! Blick", o Mensch, nach deinem Ziele! Sieh' das Bild des Todes hier! Kreuz und Asche sagen dir: Was geboren ist auf Erden, Muß zu Erd' und Asche werden. 2) Wie sie ringen, sorgen, suchen, Das Gefund'ne dann verfluchen! Wie, vom Schein bethört, der Geist Rastlos baut nnd niederreißt, Was so mühsam strebt auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 3) Sieh! durch diese stillen Hallen Mann und Greis und Jüngling wallen, Und die Mutter, die entzückt An das Herz die Kleinen drückt. Was da blüh't und reift auf Erden, Muß zu Erd' und Asche werden. 4) Staub sind Tausende, die kamen; Wer gedenkt noch ihrer Namen? Ach! ihr moderndes Gebein Deckt' uns warnend, längst ein Stein. Was geboren ist auf Erden, Muß zu Erd' und Asche werden. 5) Aber Gott will All' erwecken. Tod! nur Böse magst du schrecken!- Wie das Korn, in's Feld gefä't, Reich an Nehren aufersteht, Werden wir uns wieder sehen. Glaube kann nicht untergehen! 6) Die dem Vater aller Seelen Kindlich ihren Geist empfehlen, Die vom Fluch der Sünde rein, Sich dem Reiche Gottes weih'n; Sollten die wie Staub verwehen? Hoffnung kann nicht untergehen. - 7) Menschenfreund! dein frommes Sehnen, Abzutrocknen alle Thränen; Was die Hand der Armuth füllt, Haß mit Wohlthun gern vergilt; Aechte Tugend wird bestehen; Liebe kann nicht untergehen. 8) Dort das Kreuz auf dem Altare, Hier die schwarz umhüllte Bahre Und das Grau der Asche spricht: Aller harrt das Weltgericht; Unser Reich ist nicht hienieden, Tugend nur gibt Seelenfrieden. Das heilige Amt für den Aschermittwoch. ( Zum Eingang.) Vater, Vater! voll Gebrechen Stehen deine Kinder hier. Dürfen Sünder mit dir sprechen, O so rufen flehend wir:„ aß uns bei dir 32 Gnade finden; Gott! vergib uns unsre Sünden; Heiligster! erbarme dich Unser Aller väterlich." ( 3. Col.) Verleih', o Gott! deinen Gläubigen, daß sie diese heilige Fastenzeit gottselig beginnen, im Geiste wahrer Andacht fortsetzen, und zu ihrem Heile beschließen; durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Nach der Epistel.) Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes eitlem Triebe, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Erneut' durch Glauben zu der Liebe; Dies ist's, was Gott von dir verlangt. Ein solches Herz mußt du besißen; Denn nie wird dir ein Fasten nützen, Womit der Pharisäer prangt. ( Zur Opferung.) 1) Laß, Vater, diese Gaben Von reinem Brod und Wein, Uns, die gesündigt haben Zum Sühnungsopfer sein. Dein Sohn trug alle Leiden, Und starb für unsre Schuld, Und gab uns vor dem Scheiden Dies Denkmal seiner Huld. 2) Der Frucht von Jesu Sterben Uns sicher zu erfreu'n, Laßt uns, als Gotteserben, Ihm unser Leben weih'n. Vergebung kann nur finden, Der sich zu Gott bekehrt; Nur wer verharrt in Sünden, Wird nicht von ihm erhört. ( Zur Präfation.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, heiligster Gott! allmächtiger Vater! meinen Dank dir darzubringen, daß du uns von der Sünde und dem ewigen Untergange errettet, und den Weg des Heils kennen gelehrt hast durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, dessen vierzigtägigen heiligen Fastens wir hier ehrfurchtsvoll gedenken, und dadurch ermuntert den Entschluß fassen, unsere sinnlichen Begierden zu beherrschen, unsere bösen Neigungen zu bekämpfen, unsere Leidenschaften zu bezähmen und wahre heilbringende Buße zu wirken, welche uns, seine Erlösten, würdig macht, in seine Herrlichkeit aufgenommen zu werden, die er uns durch seine Leiden und seinen Opfertod erworben hat. Vereint mit allen Engeln und Erzengeln rufen wir deßwegen, gerührt von deiner Güte und Barmherzigkeit: Heilig, heilig, heilig bist du, unser Herr und Gott! Himmel und Erde sind von deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank ſei 33 dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( Zum Sanctus.) Gott ist heilig; heilig leben Soll auch ich nach seinem Ruf; Dazu will mir Gnade geben, Der mich unvergänglich schuf, Wenn ich hier nach seinem Willen Rastlos strebe zu erfüllen, Was sein heilig Wort gebeut Für das Heil der Ewigkeit. ( Nach der heiligen Wandlung.) Ach sieh' ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, jag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes eig'nen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, Der so, wie er, für Sünder sterben kann? ( N. d. V. U.) Wie dunkel waren jene Stunden, O Herr! und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und o, es floß zum Trost und Heil für mich! Es ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, o großer Dulder du! ( 3. hl. Commun.) 1) Herr! mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod! Bestätigt ist nun deine Lehre; Ich baue feſt darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 2) Dies Beispiel, Jesu! soll mich lehren: Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören. Und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit drängt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? ( Gebet am Aschermittwoch.) Allmächtiger, ewiger Gott! du hast den Ninivitern um ihrer Buße willen Vergebung ihrer Sünden gnädig angedeihen lassen: verleih' auch uns, daß wir wahre Buße wirken und Verzeihung unserer Sünden erlangen; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. ( Gebet in der Fasten.) Verleih' uns, o Gott! deine Gnade, daß wir unsere Herzen von allen unerlaubten Absichten reinigen, unsere Liebe zu den irdischen Gütern mäßigen, den Reizen des Lasters widerstehen, uns zu dem rühmlichen Kampfe der Tugend durch Enthaltsamkeit stärken, 34 und der beseligenden Früchte des Leidens und Sterbens unsers Herrn Jesu Christi würdig und theilhaftig werden mögen. Amen. ( Schlußges.) Für deine namenlosen Leiden Nimm an den Dank, den treue Liebe bringt; Ginst dankt, entzückt von höhern Freuden, Mein Geist, der sich der Erd' entschwingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein! Der ganze Himmel soll dann Zeuge sein. Ix. Das heilige Amt für die Sonntage in der Fasten. Gott! du willst des Sünders Leben, Seine Seele ist dir werth; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege; Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eig'ne Schuld. ( Gebet.) Laß, o Jesu, unsere Seelen, zu deren Nettung du den Kreuzestod gestorben bist, nicht verloren gehen, sondern führe sie auf den Weg deiner heiligen Gebote zum ewigen Leben. Amen. ( N. d. E.) Erwecke mich durch deine Gnade Zu stetem Ernst der Besserung; Und leite mich auf sicherm Pfade Des Glaubens und der Heiligung, Gott meines Heils! sei ewig mein, Und laß auch mich dein eigen sein. ( 3. Predigt.) Eröffne, Gott! mir den Verstand, Dein Wort recht zu verstehen, Dein Wort. zum Leitstern mir gesandt, Stets deinen Pfad zu gehen; Zu fühlen, wie du mein gedenkst, Und väterlich mein Schicksal lenkst, Wenn ich dir kindlich folge. ( N. d. Pred.) Dank, Vater! ewig Dank sei dir Für diese heil'ge Lehre! Gib, daß durch sie auch für und für Sich meine Tugend mehre, Und ich in dieſer Uebungszeit Zu meiner Seele Seligkeit Des Guten Vieles wirke. ( 3. Cr.) Ich glaube, Gott! daß du es bist, Der Jefum uns gegeben; Ich glaube, daß es Jesus ist, Der für uns gab sein Leben; Daß er Verzeihung uns erwarb, Vom Satan uns befreite, Indem er an dem Kreuze starb, Und sich zum Opfer weihte. Sur Opferung und alles Weitere siehe Seite 32 8 33. Kinder. Alle. x. Der heilige Palmſonntag. 3ur Palmweihe 1) Singt: heilig, heilig, heilig! Ist unser Herr und Gett. Singt mit den Engeln: heilig Bist du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden Jeßt und in Ewigkeit. 2) Der kömmt in Gottes Namen, Der sei gebenedeit! Ruft: Kinder! mit uns Amen. i Von Herzen Hocherfreut. Hosanna in den Höhen, Hosanna Davids Sohn! Wenn Welten auch vergehen, Besteht sein Königs thron. Gebet vor der Prozession. 35 ( L ime( S 5.( t ( 1 Wir ahmen, o Gott! in heiliger Freude den feierlichen Einzug deines Sohnes in Jerusalem nach, und bitten dich erfülle unsere Herzen mit Ehrfurcht und Liebe zu ihm, daß wir seines Segens würdig und der Früchte seiner Erlösung theilhaftig werden; der du lebst und regierst von Ewigkeit. R. Amen. Gesang zur Prozession. 1) Jesu, König, unser Herr!* Du der Welt Begnadiger! 2) Dir bracht' einst der Juden Schaar* Lobeshymnen freudig dar. 1) Hosianna Davids Sohn!* Sang sie dir im Jubelton, 2) Als du auf der Eselin* Reitend kamst nach Salem hin. 1) Jefu, König, unser Herr!* Du der Welt Begnadiger; 2) Dir bringt auch der Christen Schaar* Lob- und Dankeshymnen dar. antipsie 1) Fröhlich rühmet, wer ein Christ,* Wer erkauft zum Leben ist, 2) Dich, der groß von Rath und That,* Uns vom Tod erlöſet hat. 1) Du bist mehr, als Davids Sohn; Unvergänglich iſt dein Thron; 2) Durch dich ward ein ewig Heil,* Licht der Seele uns zu Theil. 36 1) Menschenfreund! wie dank ich dir!* Schenke dieses Heil auch mir. 2) Mache mich, Gerechter! frei Von der Sünden Tyrannei! * 1) Gütigster! verzeihe mir,* Was ich Böses that vor dir. 2) Sanftmuthsvoller! deine Huld* Trage mich stets mit Geduld. 1) Stehe mir, mein Helfer! bei* Daß ich, meiner Pflicht getreu, 2) Immerhin auf dieser Welt* Thue, was dir wohlgefällt. 1) Trifft mich Traurigkeit und Schmerz,* Tröste dann mein zagend Herz. 2) Hilf zum treuen Tugendlauf* Meiner Schwachheit mächtig auf, 1) Daß ich einst, o Lebensfürst!* Wenn du richtend kommen wirst, 2) Singen kann im Jubelton!* Hosianna Davids Sohn! Alle! Hosiannah dir, o Herr!* Unserem- Begnadiger! ( Oder statt des obigen Psalms der folgende.) 1) Singt dem König Lobespsalmen! Strömt um ihn, ihr Völter, her! 2) Christen! streuet freudig Palmen Euerem Begnadiger! 1) Dieser ist von Davids Samen, Gottes Sohn von Ewigkeit! 2) Dieser tömmt in Gottes Namen, Dieser sei gebenedeit. Der ganze Chor: 1) David sah im Geist entzücket Den Messias Jesus Christ. 2) Sah, wie er das Volk beglücket, Das ihm treu ergeben ist. Jesu, König, unser Herr! Sei auch uns Begnadiger! 1) Tochter Sion, streu' ihm Palmen! Breite deine Kleider hin, 2) Sing' ihm Lieder, sing' ihm Psalmen, Der zum Heile dir erschien. Der ganze Chor: Jesu, König, unser Herr! Sei auch uns Begnadiger! 1) Sieh', Jerusalem, dein König, Wie sanftmüthig kömmt er an! 2) Sei ihm dankbar, unterthänig, Wandle freudig seine Bahn. 1) Den die Himmel hoch verehren, Dem der Chor der Engel singt, 2) Dessen Ruhm sollst du vermehren, Da er dir den Frieden bringt. Jesu, König, unser Herr! { Sei auch uns Begnadiger! Der ganze Chor: 1) Geister, die im Himmel wohnen! Preisen unsern König heut, 2) Und die Völker aller Zonen Singen, hoch das Herz erfreut: 1) Hosianna in den Höhen! Hosianna Gottes Sohn! 2) Mögen Welten einst vergehen, Ewig fest besteht sein Thron. Jesu, König, unser Herr! Der ganze Chor:{ Sei auch uns Begnadiger! 1) Aus des Säuglings Mund erschallet Schon das Lob, das dir gefällt. 2) Auch der Jugend Loblied wallet Heut zu dir, o Heil der Welt! 1) Hier, in dieses Tempels Halle Preisen wir dich hocherfreut. 2) Hosianna! rufen alle Christen dir in Ewigkeit. Der ganze Chor:{ Jesu, König, unser Herr! Sei auch uns Begnadiger! 37 Das Amt der heiligen Messe. ( 3um Eingang.) Jch Sünder komm', o Gott, zu dir, Gebeugt von Reueschmerz, Und flehe dich um Gnade hier Für mein bestürztes Herz. Schenk' mir nach deiner Vaterhuld Vergebung aller Sündenschuld! Erbarme meiner, Vater! dich, Und rette huldvoll, rette mich! 38 ( Gebet.) Allbarmherziger! nach deinem heiligen Willen ist dein Sohn, unser Erlöser, im Fleisch erschienen, und starb den Tod des Kreuzes, damit das Menschengeschlecht das erhabendste Vorbild der Demuth und Geduld zur Nachahmung habe. Verleihe uns nun auch die Gnade, diesem heiligen Vorbilde in allem nachzukommen, damit wir, die wir an seinem heiligen Leiden Theil nehmen, auch an seiner Auferstehung Antheil erhalten mögen. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Nach der Epistel wird als Vorbereitung zur Anhörung der Leidensgeschichte Jesu Folgendes gesungen.) Laß die Geschichte deiner Leiden Mir, großer Dulder! heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden, Und dir mein ganzes Leben weih'n. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn! Dir walle sanft mein Herz entgegen, Weil ich durch dich gerettet bin. ( Zum Credo.) Jch glaube, Gott! daß du es biſt, Der Jesum uns gegeben; Ich glaube, daß es Jesus ist, Der für uns gab sein Leben; Daß er Verzeihung uns erwarb, Vom Satan uns befreite, Indem er an dem Kreuze starb, Und sich zum Opfer weihte. ( Die Opferung und alles llebrige ist wie am Aschermittwoche, Seite 32.) XI. Messe am heiligen Grünendonnerstag. ( Vormesse.) 1) Ich will den Bund mit meinem Herrn Bei seinem Mahl erneuen. Ich will von der Zerstreuung fern Mich seines Todes freuen. Tag! wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser! sich erheben. 2) Bekennen will ich's öffentlich! Dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser! will ich mich zum Eigenthum ergeben. Laß mich mit gläubigem Vertrau'n Auf dich, mein treuer Mittler, schau'n Laß mich Erbarmung finden. ( 3. Gloria.) Rühmen will ich Jesu Güte, Bis mein letzter Hauch entflieht; Preisen soll ihn mein Ge 39 müthe, Wenn es einst sein Antlitz sieht. Wer hat ſo, wie er, geliebt, Der für uns sein Leben gibt. ( Gebet.) O Gott! dessen eingeborner Sohn uns unter den Gestalten des Brodes und Weines seinen heiligen Leib und sein heiliges Blut als ein immerwährendes Dentmal seiner Liebe hinterlassen hat; verleih' uns, daß wir das Andenken der Einsetzung dieses heiligen Geheimnisses heute so würdig begehen, daß in uns das Verlangen nach dieser göttlichen Speise immer lebendiger werde, und wir durch den Genuß derselben an den beseligenden Früchten des heiligen Opfertodes Jesu Theil nehmen. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( N. d. Epistel.) Du weißt es, Gott! ich prüfte mich, Bekannte mein Vergehen, Und du erhörtest väterlich Mein reuevolles Flehen. Du schenktest mir nach deiner Huld Verzeihung meiner Sündenschuld, Und deine Gnade wieder. ( Zum Evangel.) Begnadiget, von Sünden rein, Nah' ich mich deinem Mahle; Will tief gerührt ein Zeuge sein Von dem, was in dem Saale, In jener finstern Leidensnacht, Dein liebend Herz, o Herr! vollbracht zum Heil und Beispiel Allen. ( 3um Credo.) Ich weiß, an wen ich glaube. Ich glaube fest! und zweifle nicht. Kein Wiz des Spötters raube Mir jemals meines Glaubens Licht. Der Herr, der Retter dieser Welt, Der mir das Brod gegeben, Das nährend meinen Geist erhält Für jenes sel'ge Leben; Der ist's, an den ich glaube. ( Zur Opferung.) 1) Der Herr beim letzten Mahl, Das Herz erfüllt von Liebe, Nimmt Brod und dankt und spricht: Dies ist mein Leib, nehmet hin, Genießt mein Fleisch und Blut, Zum Denkmal meiner Liebe! Folgt, Jünger, treu mir nach, Der ich der Meister bin." 2) Deßgleichen nahm er auch Den Kelch in seine Hände. Dies ist mein Blut, spricht er, Ihr trinkt das Leben hier; Der neue Bund fängt an, Der alte hat ein Ende! Mein Kreuzestod ist nah'! Steht auf und folget mir." 40 3) Heut ist uns dieser Tag, Das Fest von Gottes Liebe, Der Tag des neuen Bund's, Den Gott mit uns gemacht, Erhebe dich, mein Herz, Zum Dank, zur Gegenliebe; Wie hat der Herr voll Huld An uns, sein Volk, gedacht! ( Zur Präfatio n.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, o heiligster Gott! barmherzigster Bater! dich dankbar zu preisen durch deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, der noch in der Nacht, da er von seinem Jünger Judas treulos verrathen und den Händen seiner Feinde übergeben ward, uns unter den Gestalten des Brodes und Weines seinen Leib und Blut zur Speise und zum Trank hinterlassen hat, damit wir seines Opfertodes niemals vergessen, und durch den Genuß dieses göttlichen Mahles mit Muth und Kraft zur Tugend erfüllt, zur Gegenliebe entflammt, zur seligen Unsterblichkeit genährt und mit ihm auf das Innigste vereinigt werden. Deßwegen rufe ich, durch seine Liebe gerührt: Heilig, heilig, heilig bist du, unser Herr und Gott! Himmel und Erde sind von deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( 3um Sanctus.) 1) Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere! Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre, Auch unser Dank und unser Fleh'n Soll dich, o Gottes Sohn! erhöh'n. 2) Es feire dankbar diesen Tag die Erde, Daß jedes Land voll deines Ruhmes werde; Dein Lob sei, Heiland! jedes Wort Hienieden schon und ewig dort. ( Nach der heiligen Wandlung.) Der du dein theures Blut und Leben, O Herr! zum Heil und Trost auch mir Als reines Opfer haft gegeben, Anbetend beug' ich mich vor dir. Gott! wer ergründet deine Liebe! Dein möcht' ich ewig, ewig sein! O heilige des Herzens Triebe, Und weihe mich zum Opfer ein. ( Nach d. V. U.) 1) Jesus ist mein Trost und Leben, Ganz ist ihm mein Herz ergeben. Er ist meines Glaubens Licht, meiner Hoffnung Zuversicht. 41 2) Er kann meine Wünsche stillen, Mein Verlangen mir erfüllen; Außer ihm gibt es kein Gut, Das mir je Genüge thut. 3) Durch Gehorsam, den ich übe, Halt' ich mich in seiner Liebe, Traue dem, was er verspricht, Lasse meinen Jesum nicht. 4) Dann wird er mit Himmelsfreude Lohnen dort, was ich hier leide- Und ich schau sein Angesicht In des Himmels heiterm Licht. Feierliche Communion. Die offene Schuld. Ich bekenne mit demüthigem und reuevollem Herzen vor Gott dem Allmächtigen, der seligsten Jungfrau Maria, und allen lieben Heiligen, vor dir, ehrwürdiger Priester des Herrn, und vor euch, meine Brüder! daß ich gegen Gottes heiligsten Willen durch Unterlassung des Guten und Vollbringung des Bösen in Gedanken, Worten und Werken vielmal gesündiget habe. Ich erkenne und bereue meine Schuld, meine eigene Schuld, meine große Schuld. Darum bitte ich alle Freunde Gottes im Himmel und auf Erden, dich, ehrwürdiger Priester des Herrn, und euch, meine Brüder! ihr wollet für mich um Gnade und Barmherzigkeit beten bei Gott unserm Herrn. Gesänge während der Ausspendung des heiligsten Opfers. I. 1) Gedenk, o Christ! An jene Nacht, Wo unser Herr Die Seinigen Vor seinem Tod Noch einmal sah. 2) Sieh', was er that, Daß Niemand ihn Nach seinem Tod Vergessen soll. O bet' erstaunt Das Wunder an! ( Chor.) Keine Liebe Gleicht, o Jesu! Deiner Liebe. O liebten wir Dich, wie du uns Geliebet hast! 3) Er nahm ein Brod; Er betete; Er brach's, und sprach: Jhr Jünger! Nehmt, nehmt hin und eßt: Dies ist mein Leib, 4) Der jetzt für euch Gegeben wird: Das thut auch ihr Nach meinem Tod! Dies soll bei euch Mein Denkmal sein. ( Chor.) Keine Liebe u. s. w. 5) Da nahm er auch Den Kelch mit Wein Sprach ein Gebet, Gab ihn herum, Und sagte: trinkt Ihr alle hier! 42 6) Das ist der Kelch Des neuen Bund's; Er reicht mein Blut, Das euch zum Heil, Zum Heil der Welt Jetzt fließen wird. ( Chor.) Keine Liebe u. s. w. 7) Vollendet war Das heil'ge Mahl, Dann gieng er hin, Und litt und starb Am Kreuz für uns, welche Lieb'! 8) Gedenk, o Chrift! Wie er für dich Gestorben ist! Gedenk daran, Und lebe dem, Der für dich starb! ( Chor.) Keine Liebe u. s. w. II. 1) Jesus kam und lehrt' und übte, Was sein Vater ihm gebot. Unaussprechlich, göttlich liebte Jesus uns bis in den Tod. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln Auf dem Weg, den er betrat, Heilig und gerecht zu handeln, Wie der Herr in Wort und That. 2) Ganz sich weih'n der reinsten Tugend, Weit vor allem Unrecht flieh'n, War die Freude seiner Jugend, War. sein dauerndes Bemüh'n. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 3) Heil 1 durch Wahrheit zu verbreiten, zog er hin durch Stadt und Land, Allen, sie zu Gott zu leiten, Bot er liebreich seine Hand. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 4) Mit dem herzlichsten Erbarmen Hob er den Gefall'nen auf. Helfer, Retter sein der Armen, Liebe war sein Lebenslauf. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 5) Arm, entbehrt er gern die Freuden, Die der Erde Reichthum gab, Nahm, an Liebe reich, die Leiden De m Bedrängten freundlich ab. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 6) Um der heil'gen Wahrheit willen Litt er duldend jede Schmach. Pflicht der Liebe zu erfüllen, Gieng er dem Verirrten nach. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 7) Der Verfolgung preisgegeben, Trug er liebevoll ihr Joch; Gab der Liebe hin sein Leben, Liebt' im Tod die Feinde noch. ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. 8) Liebe war sein ganzes Leben, Liebe war sein Tod am Kreuz; Laßt uns so nach Liebe streben, So auch tragen unser Kreuz! ( Chor.) Wir geloben nachzuwandeln 2c. Nach der Ausspendung des heiligsten Opfers sprich laut und andachtsvol: ( Der Vorbeter.) O heiliges Liebesmahl, in welchem wir an dem Leibe und Blute Jesu Ehristi Theil genommen, und das Andenken seines Leidens und Todes feierlich begangen haben. V. Wer das Fleisch des Menschen- Sohnes ißt, und ſein Blut trinkt, hat das ewige Leben. R. Denn wer sein Fleisch ißt, und sein Blut trinkt, der bleibt in ihm. 1 - 43 ( Vorbeter.) Lasset uns beten! Göttlicher Erlöser, wie viel hast du für uns gethan! Wir empfinden deine Liebe, und danken dir aus ganzer Fülle des Herzens. Du bist unser Führer; dir wollen wir nachfolgen, nach deinem Muster uns bilden! Dein Geist leite uns zur Wahrheit, deine Liebe uns zur Tugend. Mit Vertrauen blicken wir zum Himmel auf. Dann halten wir uns fest im Guten; standhaft ertragen wir alle Leiden und mit Heiterkeit gehen wir dem Tod entgegen. Ein göttliches Gefühl zieht uns mit Sehnsucht zu dir. Jn deiner Liebe wollen wir hier wirken, um dich einst in verklärtem Leben heilig und ewig anzubeten. Amen. Dankpfalm. Lobet Gott alle Völker,* Preiset ihn alle Nationen! Er erbarmt sich aller,* Die ihn aufrichtig verehren. Er verzeiht dem Sünder,* Wenn er sich reuevoll bessert. Er sieht auf den Gerechten* Mit Wohlgefallen und Gnade. Er öffnet seine Vaterhand* Und füllt uns reichlich mit Segen. Danket, danket dem Herrn,* Denn seine Güte währet ewig. Unwandelbar ist seine Treue, Seine Liebe fennt feine Grenzen. * Preis sei dem Vater und dem Sohne, Wie auch dem Hl. Geiste, So wie von Anfang, so auch jetzt* Und zu ewigen Zeiten. Amen. ( Statt des obigen Psalms kann auch folgendes Danklied gesungen werden:) 1) Durch dich, du höchstes Gut, erfreut, Erhebet mein Gemüthe Die Größe dieser Seligkeit, Die Größe deiner Güte. Gestärkt, Herr! durch dein Abendmahl, Geh' ich getrost durch dieses Thal Des Kampfes und der Leiden. 2) Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, Mit freudenvoller Seele; Ich halte fest mich an dein Wort; Und wenn ich Schwacher fehle, So blickt mein Geist auf dich zurück, Und dann verleihst du mir das Glück, Daß ich dir würdig lebe. ( 3. Schluß.) Auf ewig sei, mein Heiland! dir Anbetung, Dank und Ehre. Gib, daß ich ewig dir dafür Zum Opfer angehöre. Bin ich im Leben, Herr! nur dein, So werd' ich's auch im Tode sein. Und ewig mit dir leben. 44 Gesang zur Prozession, wenn das heiligste Altarsakrament auf einen Seiten- Altar getragen und beigesetzt wird. 1) Du, dessen Herz voll Liebe Sich bis zum Tod und Grab Aus mitleidsvollem Triebe Zu unsrer Nettung gab: Wie leidend schloß dein Leben Den liebevollen Lauf! Mit einem heil'gen Beben Steigst du zum Delberg auf. 2) Hier sahst du schon das Toben Ergrimmter Hasser nah, Sahst schon das Kreuz erhoben Für dich auf Golgatha; Sahst deine Grabeshöhle, Und fühltest Todesnoth. Betrübt war deine Seele, Betrübt bis in den Tod. 3) Für unser Heil zu leiden Bleibst du dennoch bereit; Begabst dich aller Freuden, Und gingst mit Willigkeit Der frechen Schaar entgegen, Die blutbegierig kam, Dir Bande anzulegen, Und dich gefangen nahm. 4) Mit welcher Geistesstille Trugst du das Ungemach, Das aus der Bosheit Fülle Gehäuft nun auf dich brach; Du scheutest teine Schmerzen, Die dir ihr Grimm gedroht; Zu schwer war deinem Herzen Selbst nicht der Kreuzestod. Joonpornir 5) Wie viel sind wir dir schuldig, Daß du die schwere Last Des Kreuzes so geduldig Für uns getragen hast. Dich wollen wir erheben, So viel die Schwachheit kann. Nimm unser ganzes Leben Als Dankesopfer an. ( Statt bieses Gesanges kann auch das pange lingua in der Muttersprache gesungen werden. Siehe die Segens- Gesänge: Preiset, Lippen, das Geheimniß Eines Leibs voll Herrlichkeit,") 315 113911 XII. Die vormittägige Feier des Todes unsers Herrn Jesu Christi am heil. Charfreitag. i Die Trauer- Ceremonien, welche die Kirche für diesen Tag angeordnet hat, sollen uns recht anschaulich darstellen, daß wir den Sterbe- und Begräbnistag unsers liebevollsten Heilandes feiern.- Zu Anfang des Gottesdienstes sind am Altare die Kerzen nicht angezündet, zur sinnbildlichen Bedeutung, daß beute das Licht der Welt gleichsam erlosch. Der Priester gebt im schwarzen Meßkleide zum Altar; legt sich gleich am Fuße des Altars auf sein Angesicht nieder, und erwägt in tiefster Demuth und Reue, daß der Heiland für unsere Sünden am Kreuze starb. Vom Chor, oder auch von sämmtlichem Volke wird unterdessen Folgendes gesungen:] 1) In tiefer ehrfurchtsvoller Stille, Omein Erlöser, dent' ich dein; Der Wehmuth fromme Zähre quille, Und heilig soll der Tag mir sein, Da du so willig Blut und 45 Leben Auf Golgatha dahingegeben, Daß ich, von Sünd' und Tode frei, Einst Erbe deines Reiches sei. 2) Hinweg von allem Eiteln lenke Die dir geweihte Seele sich; Der leiseste Gedante denke, O mein Erlöser! nur an dich- An dich, den Qual und Jammer beugte, Bis sich dein Haupt am Kreuze neigte, Und bis der Felsenhöhle Schooß Den heil'gen Leichnam sanft umschloß. [ Das 53. Kapitel des Propheten Je saias, welches iegt in der Muttersprache verlesen wird, ist unserer größten Aufmerksamkeit und Beherzigung werth. Es enthält die bestimmteste Weissagung vom Leiden und Tode Jesu. Diesrr Prophet lebte schon 700 Jahre vor Christi Geburt. Nach verlesener Prophezeiung wird von einem Vorbeter folgendes Gebet, als Einleitung zur Leidensgeschichte, gesprochen:] ( Lasset uns beten!) An dein Kreuz treten wir heute hin, göttlicher Erlöser! sehen deine Leiden, deine Wunden, deine Schmerzen, deinen Todeskampf, und fragen mit Recht: für wen leidest du, da niemals in deinem Munde ein Betrug war, und in dir nur göttlicher Geist wirkte?.. Für die Rettung des sündigen Menschengeschlechts übernahmst du alle diese Leiden, wie es der Mund deiner Propheten vorher verkündet und dein Wort bestätigt hat. O möchte die Feier deiner Leiden und deines Kreuzestodes zur reinsten Gegenliebe uns entflammen, und uns seinen beseligenden Früchte würdig und theilhaftig machen. Amen. ( Zur Predigt.) 1) Nach tausend Todesleiden Am Kreuze dich verscheiden, Für mich verscheiden seh'n, Was könnte, mir zum Segen, Mich kräftiger bewegen, Herr! deine Bahn zu geh'n? 12) Ja hier, hier will ich lernen Von Sünden mich entfernen, Und sterben, wie du starbst; Will hier dir Treue schwören, Und ewig dich verehren, Weil du mir Heil erwarbst. istor vietny nie ( Nach d. Predigt.) O Todestag voll Segen! Dich soll mein Herz erwägen; Du hast uns Heil gebracht! Dein wollen wir gedenken, Auf dich den Sinn hinlenken Im Grau'n der Todesnacht. ( Da Christus an dem heutigen Tage für Alle gelitten hat und gestorben ist, so fordert die heilige Kirche auch von uns, daß wir durch Jesum mit besonderer Liebe und Vertrauen für alle seine Erlösten beten. I. Lasſet uns beten für die Heilige Kirche Gottes, daß sie in Friede und Eintracht auf der ganzen Welt erhalten werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der du deine Herrlichkeit durch Christum allen Völkern geoffenbaret hast, beschütze 46 das Werk deiner Barmherzigkeit, deine auf dem ganzen Erdboden verbreitete Kirche, daß sie mit unerschütterlichem Glauben in dem Bekenntnisse deines heiligen Namens verharre, durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. II. Lasset uns beten für den heiligen Bater N. N. Allmächtiger, ewiger Gott! nach dessen heiligem Rathschlusse Alles fortbesteht, erhalte auf unser Flehen unsern obersten Bischof N. N., damit unter ihm, als einem so erhabenen Vorsteher, die christliche Gemeinde von dir, o Herr! regiert, in den Verdiensten ihres Glaubens durch werkthätige Liebe zunehme! durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. Amen. III. Lasset uns beten für die Bischöfe, Priester, für die übrigen Geistlichen und das Volk, damit sie Gott im Christenthume rechtschaffen dienen. Allmächtiger, ewiger Gott! durch dessen Geist der ganze fittliche Leib, die Kirche, geheiligt und regiert wird; erhöre unser demüthiges Flehen für alle Stände derselben, damit dir unter deiner göttlichen Leitung von allen treu gedienet werde; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. IV. Lasset uns beten für die höchste Landes- Obrigkeit, daß sie Gott mit seiner Weisheit erfülle: damit sie das Volk nach heiliger Gerechtigkeit regiere. Allmächtiger, ewiger Gott! der du mit unendlicher Macht alle Reiche der Welt beherrschest; sieh' mit Huld und Gnade auf unser Vaterland, und verleihe, daß sowohl unser Landesfürst( unsere Obrigkeit) durch gerechte und milde Regierung, als wir, die Untergebenen, durch unverbrüchlichen Gehorsam zur Ehre deines Namens die gemeinsame Landeswohlfahrt mit einstimmiger Frömmigfeit möglichst befördern; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. V. Lasset uns beten für die neuen Täuflinge, oder Katechumenen, daß, wie sie durch die Taufe zu Christen aufgenommen, sie in der Erkenntniß und dem Eifer der christlichen Religion stets Hawachsen mögen. Allmächtiger, ewiger Gott! der du deine Kirche zu allen 47 Zeiten mit neuen Gläubigen vermehrst; verleih, daß Alle, welche, durch die Taufe wiedergeboren, in die heilige Gemeinde der Christen aufgenommen worden, in den Wahrheiten des Heils wohl unterrichtet werden, in der Erfenntniß deiner beseligenden Lehre täglich wachsen und an Eifer, deine heiligen Vorschriften treulich zu befolgen, immer mehr zunehmen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. VI. Lasset uns beten für alle Unglückliche, in Zrrthum, Krankheit, Elend und Gefahr des Leibes und der Seele Schwebende! Allmächtiger, ewiger Gott! befreie alle Kummervollen von ihrer drückenden Last. Laß sie in der Anbetung und Verehrung deines heiligsten Willens Trost und Beruhigung, und in dem Beispiele deines bis in den Tod duldenden Sohnes Kraft und Ermunterung finden. Laß die Bitten aller Hilfsbedürftigen zu dir dringen; damit sie, aus ihrer Noth errettet, sich deiner unermeßlichen Barmherzigfeit dankbar freuen; durch unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. VII. Lafset uns beten für unsere außer der katholischen Kirche irrenden Brüder, daß sie Gott zur Erkenntniß der Wahrheit und zu unserer Mutter, der heiligen Kirche leiten möge. Allmächtiger, ewiger Gott! der du Alle zur Seligkeit erschaffen und berufen hast; erbarme dich derjenigen, die das reine Licht deiner beseligenden Lehre nicht erkennen. Führe sie zur völligen Erkenntniß der Wahrheit in deine heilige Kirche zurück, und laß sie, durch das Band des Glaubens und der Liebe mit uns vereinigt, derselben Seligkeit theilhaftig werden; durch unsern Herrn Jeſum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Allmächtiger, ewiger Gott! der du auch die hartnäckigen Juden von deinen Erbarmungen nicht ausschließest; erhöre unser Gebet für dieses noch nicht gläubige Volk. Laß dasselbe das wahre Licht, welches Christus ist, erkennen, damit es, von seinem Irrthume befreit, nach Jesu beseligender Lehre wandle. 48 VIII. Lasset uns beten für die Heiden, daß sie sich von dem Gößendienste ab-, zur Verehrung des einigen wahren Gottes hinwenden. Allmächtiger, ewiger Gott! der du nicht den Tod der Sünder willst, sondern daß sie sich bekehren und leben; erhöre unser demüthiges Gebet, und befreie die in heidnischer Unwissenheit schmachtenden Völker von dem Joche des Gözendienstes und des Aberglaubens. Führe sie zur Erkenntniß der Wahrheit, und vereinige sie mit deiner heiligen Kirche zum Preis und zur Ehre deines heiligen Namens; durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Nach diesen Gebeten folgt die Aufdeckung des Crucifires, und die Anbetung des Gekreuzigten. Als Einleitung wird hier gesungen:) -- OGolgatha! zu deinen Höhen Erhebet dankend sich mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen In seines Opfertodes Schmerz; Ich will für seine Lieb' und Pein Ihm meine ganze Seele weih'n. ( Indem der Priester mit erhabener Stimme spricht oder singt:, Sebet Jesus Christus am Kreuze!" wird in wechselnden Chören geantwortet:) V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes!! R. Und danken dir, daß du für uns gestorben biſt. ( Wie der Priester obige Worte dreimal wiederholt, so werden auch die Worte der Anbetung wiederholt, und hierauf kann während der Adoration des Priesters eines der folgenden Lieder gesungen werden:) I. 1) Anbeten kann ich nur, und weinen; Verstummen muß ich hier:- solch' einen Unschuld'gen sah der Himmel nie! So viel auch aus den tiefsten Tiefen Beklemmte je zum Vater riesen, So schmachtete tein Sünder je. 2) Wunder ohne Namen! Keiner, Nicht ein Erschaffener, auch nicht Einer, Ergründet Jesu Christi Tod. Nur dies vermag mein Geist zu denken: Ein Gott muß uns nun Alles schenken, Der seinen Sohn gab in den Tod. ( Wenn der Priester in Prozession zum Seitenaltare gegangen und dann zurückgekehrt, um den Kelch mit der consekrirten Hostie auf den Hochalter zu tragen, wird gesungen:) 3119 3) Liebe, Liebe! Heilig, heilig! OUnaussprechlicher! wie heilig; Wie unerforschlich ist dein Rath! 49 Durch dich wird eine Welt von Sündern Jetzt wunderbar ein Kreis von Kindern; Versöhnt ist meine Missethat. 4) Mit welcher Zunge, welchem Herzen, Dank' ich dir, Herr! für deine Schmerzen; Für jede mir verborg'ne Last! Für jeden Kampf, den du gestritten; Für deinen Tod, den du gelitten, Bekämpft und überwunden hast! II. 1) Mein Volk! was hab' ich dir zu Leid gethan? Sag' an, womit hab' ich dich je betrübet? Wie viele Schmach und Marter thust mir an? Schlägst den an's Kreuz, der dich so zärtlich liebet. 2) Ich machte dich vom Sündenjoche frei, Beschützte dich auf allen rauhen Wegen. Ich nährte dich, und rief dein Heil herbei. Und du, du lohnst mit Undanf meinen Segen. 3) Was sollt' ich mehr für meinen Weinberg thun? Hat etwas meine Huld für ihn beschränket? Nun, da ich wollt' in seinem Schatten ruh'n, Hat er mit Gall' und Esfig mich getränket. 4) Die dich oft hart bedrückten, strafe ich; Dich aber schützte ich mit deinen Freunden, Und nun zerfleischest du mit Geißeln mich, Und übergibst zum Tod mich meinen Feinden. 5) 3ur ew'gen Seligkeit verklär' ich dich; Ich segnete die Arbeit deiner Hände! Du krönst mit Dornen, schlägst mit Nägeln mich An's Kreuz; willst, daß ich da mein Leben ende. 6) Mein Volk! was hab' ich dir zu Leid gethan? Sag' an, womit hab' ich dich je betrübet? Wie viele Schmach und Marter thust mir an? Schlägst den an's Kreuz, der dich so zärtlich liebet. Zum Opfer der vorgeweihten Gaben wird das Folgende als Fort: segung der vorhergehenden Strophen des 1ten Liedes gesungen. ( Eigentliches Mesopfer hat beute nicht Statt. Es wird weder Brod noch Mein neu konfekrirt; sondern nur die Hoftie von gestern bei der beiligen Wandlung aufgehoben und zur Communion genossen. Dadurch erinnert uns die heilige Kirche, daß Jesus Christus an diesem Tage allein zur Genugthuung für die Sünden der ganzen Welt sich blutiger Weise geopfert hat, und daß sein heiligster keichnam nach vergossenem Blute im. das Grab gelegt worden ist.) Const. Gesangb. 31ste Aufl. 3 50 7) Auf Golgatha will ich mich schwingen, Wenn Nacht und Leiden mich umringen; In deiner Leidensnacht dich schau'n; Will da mit allen Seelenkräften Mich an dein Kreuz im Geiste heften, Und gleich dir lernen Gott vertrau'n. 8) Und wenn mich meine Sünden kränken, Herr! will ich deines Tods gedenken, Nur fließen seh'n dein göttlich Blut. Für mich auch ist dies Blut geflossen; Wer zu dir kömmt, wird nicht verstoßen; Du starbst auch mir, auch mir zu gut. 9) Frende jener Ewigkeiten, Wo ich dich anſchau'n, dich begleiten, Dich hören, dich umfangen kann! Für deine Liebe ohne Schranken, Lamm Gottes, will ich dir danken! Wie bet' ich, Liebe! dort dich an! Schlußgebet. Jesus Christus! Dank, ewiger Dank dir! der du dich für das Menschengeschlecht aufgeopfert, und uns auf dem Wege der tiefsten Erniedrigung, des schmerzlichsten Leidens, des schmählichsten Todes zur Seligkeit geführt haſt. Nein, größere Liebe gibt es unter den Menschen nicht, als daß einer sein Leben für seine Freunde läßt. Und du gabst dein Leben hin für die, die dich mißkannten, die feindselig gegen Wahrheit und Tugend, feindselig gegen dich gesinut waren;- starbst für Feinde Gottes und der Wahrheit. Nein, größere Liebe gibt es nicht! Dich müssen Himmel und Erde loben als den, der beide mit einander vereiniget hat. Dank, ewiger Dank dir! daß du dem Tode und den Schrecknissen des Todes die Macht genommen, und uns Trost, Vertrauen auf die Vaterliebe dessen, der dich gesandt hat, Gewissensruhe, Vergebung der Sünden, Licht, Gnade und Unsterblichkeit so theuer erkauft, alle Feinde unsers Heils besiegt und alle Quellen der Seligfeit geöffnet hast. Amen. ( Weil der Leichnam Jesu im Grabe verschl ffen, versiegelt, und also nicht mehr fichtbar war. so wird auch nach der Vorschrift des römisch. tatholischen Meßbuchs und Rituals das rochwürdigste nicht mehr ausgesest, fondern daß Tabernakeltbürchen steht offen, der Tabernakel leer, um anzuzeigen, daß Jesus hier nicht mehr in seinem Leibe zu sehen sei.) 51 XIII. Die vormittägige Feier des heiligen Charsamstags. Anmerk. An Orten, wo ein Vorbeter aufgestellt ist, kann aus dem größern ( Gesangbuche, erste Auflage S. 168-177 oder 3 weite Auflage S 153-160, die heilige Meffe vorgebetet werden; wo keiner ist, bleibt alles der stillen Andacht überlaffen XIV. Das Amt der Messe auf das heilige Osterfest. Píalm, zur Austheilung des Ofterwaffers. Ich sah, wie aus des Mittlers Seite Auf eines Kriegers Lanzenstoß Zum Zeugniß des erfolgten Todes Und uns zum Heile Wasser floß.3927 Laß nun als Sinnbild jenes Wassers Auch dieses uns zum Segen sein; Und dankbar wollen wir uns heute, Herr! deiner Auferstehung freu'n. Alleluja! Alleluja! Alleluja! 190 ( Vormesse) 1) Jesus! die erlösten Sünder, Alle Christen danken heut Dir, du Todesüberwinder! Dir, du Herr der Herrlichkeit! Der du tobt warst, lebest wieder; Mit dir leben alle Glieder; Alle, die das Grab einst deckt, Hat Gott mit dir auferweckt. 2) Nieder kamst du auf die Erde, Gottes Sohn, von Gottes Thron! Trugest jegliche Beschwerde, Littest Schmerzen, Spott und Hohn. Menschen haßten dich, du Bester! Aller Armen Hilf und Tröster! Dich, du Labsal jeder Noth, Drängten sie bis in den Tod. 3) Willig, Herr! trug deine Seele Mancher Leiden schwere Last, Und in dunkler Grabeshöhle Lag dein müder Leib erblaßt. Endlich frei von aller Plage, Ruht er bis zum dritten Tage; Da kam in das stille Grab Gottes Herrlichkeit herab. ( 3. Glor.) 1) Dir, großer Gott! sei Ehre, Und Ehre dir, o Sohn! Durch Himmel, Erd' und Meere I'm hehren Jubelton. Du hast den Sieg errungen, Du Held auf Golgatha! Du hast den Tod bezwungen, Der uns zum Raub ersah! 2) Gesprengt sind Stein und Siegel, Beschämt der Feinde Wuth; Und auf dem Todeshügel Erstickt der Hölle Brut. Du lebst, der Helden größter! Du lebst, und wir durch dich. Dich preis' ich, dein Erlöster, Dich preis ich ewiglich. 52 ( Zur Coll.) O Gott! der du uns durch die Auferstehung deines eingebornen Sohnes den Eingang zu deiner Herrlichkeit geöffnet hast, laß uns die Entschlüsse zu einem tugendhaften, des Himmels würdigen Leben durch die mächtige Hilfe deines Beistandes vollbringen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn u. s. w. Amen. ( N. d. Epist.) 1) Seele! dein Heiland ist frei von den Banden, Glorreich und herrlich von Todten erstanden; Freue dich, Seele, die Hölle erbebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 2) Freue dich, Seele, die Höllenmacht lieget, Sünde und Satan und Tod sind besteget. Der im Triumphe vom Grabe sich hebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt! 3) Manne dich, Seele! sei tapfer im Streite, Jesus ist mit dir, und kämpft dir zur Seite. Zage nicht, wenn auch der Tod dich umschwebt, Jesus, dein Heiland, iſt Sieger und lebt! 4) Hast du die Sünde, wie Jesus, bestritten, Hast du den Tod, wie dein Heiland, gelitten; Glaube, daß Jesus vom Grabe dich hebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt! ( 3. Cr.) 1) O hoher, süßer Glaube! Vom Grabe zu ersteh'n! Erweckt vom Erdenstaube, Mein Heiland! dich zu seh'n, Der du nach tausend Leiden zu Gottes Rechten thronst, Mit niegefühlten Freuden Die Deinen ewig lohnst. 2) Was könnte diesen Glauben An hehres Leben mir Aus meiner Seele rauben, Leb' ich, mein Heiland, dir!- Du sprachst: Neißt immer nieder Der Seele Tempel;- seht, Ob er nicht fester wieder Am dritten Tage ſteht!" 3) Herr! was dein Mund gesprochen. Erfüllte deine Macht! Dein Tempel ward zerbrochen; Doch mit erhöhter Pracht Steht er jetzt fester wieder zur Freude Aller da, Und jedes deiner Glieder Singt dir: Alleluja! ( 3. Opfer.) 1) Dir Auferstand'ner! opfern wir Mit reinem Brod und Wein Ein liebend Herz, voll Treu zu dir, Von schnöden Lüsten rein. Du starbst für 53 unsre Sündenschuld; Hast uns mit unermess'ner Huld Zur seligen Unsterblichkeit Durch Auferstehung eingeweiht. 2) Durch dich allein lebt unser Geist, Der du das Leben bist; Und alles, was die Welt verheißt, Ist eitel Trug und List. Nur du, der uns vom Tod erlöst, Bist in dem Grabe nicht verwest.- Dir will ich mich zum Opfer weih'n; Dein Auferstand'ner! ewig sein.. ( 3. Präf.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, allgütiger Gott und Vater! dich vorzüglich in diesen Tagen dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der sich als unser Osterlamm aufgeopfert, die Sünden der Welt hinweggenommen, durch seinen Tod unsern Tod zernichtet, und durch seine Auferstehung uns neues Leben gegeben hat. Durchdrungen von dieser Liebe und Güte, rufen wir deßwegen mit deinen heiligen Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Heerschaaren, und mit allen himmlischen Geiſtern: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Heilig, heilig, heilig! Ruft der sel'gen Geister Chor Hochentzückt zu Gott empor, Unaussprechlich heilig! 2) Heilig, heilig, heilig! Der des Todes Macht bezwang, Uns des Lebens Sieg errang, Unaussprechlich heilig! ( Nach der heiligen Wandlung.) 1) Odu, für uns dahingegeben In Angst und Schmerz und Schmach und Tod! Du, du bist aller Todten Leben! Du Heilungstrank und Himmelsbrod! Der Seele Nahrung, edle Werke, Kann, wer dir glaubt, mit Freude thun. Aus dir schöpst jede Ohnmacht Stärke, Und jede Sorge lehrst du ruh'n. 2) Wer dein Verdienst um uns erkennet, Sich deiner Himmelsgüte freut; Mit Ehrfurcht deinen Namen nennet, Gedanken, Wort und That dir weiht; Sich dir mit allen Kräften nahet, Dich sucht, wenn er von dir entwich; Der ist dein Jünger, der empfahet Unsterblichkeit, o Herr! durch dich. 3) Der Glaube sieht im Nachtmahlsbrode. Herr! deinen Leib, im Bundeswein Dein Blut, und spricht: Der 54 Ja, große Todte, Der ewig lebt, ist ewig mein! deinen Leib soll ich genießen Als Unterpfand der Seligteit, Die du mir ewig hast verhießen, Wenn sich mein Herz dir dankbar weiht. 4) Dir ähnlich werden, deinem Willen Ergebe sich mein Wille gern! Vor allen Augen, wie im Stillen, Sei ganz mein Herz und Sinn des Herrn! Herr! lehr' im Großen, wie im Kleinen, Mich freudig thun, was dir gefällt! Ein leuchtend Beispiel sein den Meinen, Ein Leuchtend Beispiel sein der Welt. ( Gebet auf Ostern.) Befestige in unsern Herzen den Glauben an deine Auferstehung, o Herr! wie du denselben durch das Brodbrechen in den Herzen deiner Jünger befestigt hast, und laß denselben reichliche Früchte der Tugend bringen; damit wir einst würdig sein mögen, durch dich vom Grabe zum ewigen Leben auferweckt zu werden! der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste u. s. w. ( Gebet am Himmelfahrtsfeste.) Laß das Opfer, welches wir dir, o Herr! ehrfurchtsvoll dargebracht haben, an uns so gesegnet sein, daß wir deinen heiligen Fußstapfen nachfolgen, und dorthin zu kommen verdienen, wohin du heute im Triumph deinen treuen Verehrern vorangegangen bist, und uns die Wohnstätte ewiger Seligkeit bereitet hast; der du zur Rechten deines Vaters sitzest, und mit ihm in Einigkeit des heiligen Geistes als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Schlußges.) Dank, Todesüberwinder! Für das, was du gethan; Nimm der erlösten Sünder Dich ferner gnädig an. Send' uns vom Heiligthume Zur Tugend Kraft und Muth; Damit nur dir zum Ruhme Wir leben, höchstes Gut! Anmerkung. Das heilige Amt am weißen Sonntage ist wie am Oftersonntage, G 51. Gebete und Gesänge zur feierlichen KinderCommunion. Gesang nach der Ablegung des Taufgelübdes. 1) Mit dem Herzen, mit dem Munde Schwören wir in dieser Stunde, Jesu ewig treu zu sein; Nimmer werde je gebrochen, Was wir Jesu heut versprochen, Ewig tren uns ihm zu weih'n. 55 2) Ja, ihm wollen wir ganz leben, Ihm, der auch für uns ſein Leben Willig hingegeben hat. Gott, der alles weiß und richtet, Hört, wozu wir uns verpflichtet, Liebt das Wort nicht ohne That. Gebete und Gesänge vor der feierlichen KinderCommunion. t Deiner und deines Opfertodes, o Jesu, Sohn Gottes! dankbar zu gedenken, erscheinen wir vor deinem heiligen Tische, und wünschen die Speise des ewigen Lebens zu genießen, die du uns in deinem Leibe und Blute noch am letzten Abendmahle vor deinem Leiden hinterlassen hast. Unser Ange erblickt zwar hier nur Gestalten von Brod und Wein; aber unser Herz glaubt es deinem Worte, o Herr! daß du unter diesen Gestalten zugegen seist, wie du es dort beim Abendmahle warst, wo du über Brod und Wein die Worte sprachst: ,, Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut." - Du bist, o Herr! mit Fleisch und Blut In Brodsgestalt zugegen, Und dein Genuß, o höchstes Gut! Ist mir ein ew'ger Segen! Gott! diese Wahrheit glaube ich; In diesem Glauben stärke mich, Daß ich dich ewig schaue. Du bist vom Himmel herabgekommen, Sohn Gottes! und Mensch geworden, um uns zu erlösen und selig zu machen. Durch dich, mein Heiland! habe ich Gnade und Vergebung meiner Sünden bei Gott dem Vater gefunden und du hast mir die Verheißung gegeben: wenn ich dein Fleisch esse und dein Blut trinke, so bleibst du in mir und ich in dir, und du werdest mich am jüngsten Tage erwecken, und ich mit dir leben in Ewigkeit. Deßwegen nah' ich mich voll des Vertrauens auf dein untrügliches Wort deinem Tische, und hoffe durch den Genuß deines Leibes und Blutes zu allem Guten gestärkt zu werden, und das ewige Leben zu erhalten. Dein Fleisch und Blut nährt meinen Geist Für jenes hehre Leben, Und wird, wie es dein Wort verheißt, Unsterblichkeit mir geben. Dir, Gütigster vertraue ich, und hoffe fest, ich werde dich Einst ewig dort besitzen. Jesus Christus! du durchzogst unermüdet Städte und Dörfer, um ihnen deine beseligende Lehre zu verkünden, und du ludest selbst uns Kinder ein, zu dir zu kommen. Ganz hast du dich dem Wohl der Menschen dahingegeben; 56 dahingegeben auch für mich der Todesangst und Traurigteit am Delberge; dahingegeben in die Hände deiner Feinde zu den empfindlichsten Verspottungen und grauſamſten Mißhandlungen!- hingegeben dem ungerechten Todesurtheile und der schweren Kreuzeslast. Willig nahmſt du das Kreuz auf deine Schultern, und gingst wie ein Lamm zur Schlachtbank, ohne Widerrede und Murren.- Dort bietest du die Hände zur Durchbohrung deinen Feinden dar, und stirbst für uns Alle den schmählichsten und schmerzlichsten Tod am Kreuze, um uns Vergebung der Sünden bei Gott, deinem Vater zu verdienen, und uns die Erbschaft der Kinder Gottes, das ewige Leben, wieder zu erwerben. So groß, so unermeßlich groß war deine Liebe zu uns! und ich sollte dich nicht wieder lieben? mir sollte die Sünde noch angenehmer sein, als dein Wohlgefallen und deine Gnade? Nein, mein Gott und Herr! dich will ich lieben von ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüthe, aus allen meinen Kräften. Ernstlich will ich die Sünde und jede Gelegenheit zur Sünde meiNichts soll mich von deiner den, und einzig dir leben. Liebe zu trennen vermögen, im Tode sein. dein will ich im Leben und - Für mich floß, Herr! dein theures Blut, Für mich gabst du dein Leben. Du bist der Seele höchstes Gut, Dir will ich mich ergeben. Ich liebe dich, und möchte dein Ganz dein, o bester Heiland! sein, Dir ewig angehören. - Mit diesem Glauben, mit dieser Liebe, und in dieser Hoffnung treten wir nun in tiefster Ehrfurcht und Demuth zu deinem Tische, o Jesu! um deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut in Brodsgestalt zu empfangen. Dein Zuspruch und deine Einladung ermuntert uns zu diesem heiligen Geheimnisse. Du hast gesprochen:„ Lasset die Kleinen zu mir kommen, denn ihnen ist das Himmelreich." Aber indem wir uns an deinem Tische, o Jesu! versammeln, so erinnern wir uns deiner heiligen Lehre, deines heiligen Lebens und Sterbens, und fühlen es, daß wir nicht werth sind, deine Gäste zu sein, denn wir sind nicht mehr so unschuldig, als wir es in unserer ersten Kindheit waren, sondern ( Die Kinder.) Wir bekennen Gott dem Allmächtigen, und vor Maria, der seligsten Jungfrau, vor den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, vor allen deinen Heiligen, vor dir, ehrwürdiger Priester des Herrn, und vor allen hier Gegenwärtigen, daß wir öfters gesündigt haben, in Gedanken, Worten und Werken, und durch Unterlassung des Guten. Wir bekennen und bereuen unsere Schuld, unsere Schuld, unsere große Schuld, und bitten deßwegen Maria, die seligste Jungfrau, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen, dich, ehrwürdiger Priester des Herrn, und euch, unsere Brüder und Schwestern, daß ihr für uns zu Gott um Gnade und Verzeihung beten wollet. R. Amen. 57 Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz: sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele von Sünden rein und gesund. Gesänge unter der Communion der Kinder. 1) Laßt die Kinder zu mir kommen, Sprachst du, höchster Jugendfreund; Was du sprichst, das ist so traulich, Ist so herzlich gut gemeint. Sieh', dort kommen sie, die Kleinen, Liebend dich, von Sünden rein; kommen zu dir, bester Heiland! Ihre Herzen dir zu weih'n. 2) Höre gnädigst ihr Versprechen, Einzig nur auf dich zu seh'n, Und durch ihre Lebenstage Deine Wege tren zu geh'n, Hör' ihr unverstelltes Rnsen:, Guter Jesus! wir sind dein! Möchten mit dir eins auf Erden, Eins in deinem Himmel ſein." 3) Nicht um Schäße, nicht um Kronen Sei ihr Herz dem Laster feil. Du nur seist und bleibest ihnen Höchstes Gut und Erbetheil. Dann beglückt sie schon hienieden Himmlische Zufriedenheit, Und nach diesem Pilgerleben Selige Unsterblichkeit. - ( N. d. heil. Comm.) Genossen haben wir, o Herr! deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut; genossen das Brod des ewigen Lebens. Dank, herzlicher Dank sei dir für diese Gnade! Wie können wir dir, bester Heiland! deine Liebe vergelten? Alles, was wir haben, ist ohnehin schon dein. Doch, du verlangst teine vergänglichen Opfergaben! du verlangst ein Herz, das dich liebt und durch treue Erfüllung deiner Gebote diese Liebe beweist. Ein solches Herz bringen wir dir, o Gott! zum Danke dar. Lieben, ja lieben wollen wir dich, und diese Liebe durch treue Nachfolge darthun. Wir haben dein heiliges Univ.- Bibl. Giessen 58 Beispiel vor Augen. Du warst das frömmste, beste Kind. So andächtig und eingezogen im Hause Gottes; so fleißig und gehorsam im Hause deiner Eltern; so gut und liebreich gegen alle Menschen! Dies wollen wir auch sein. Was uns immer bisher daran abging, das wollen wir zu erreichen streben, unsere Fehler zu verbessern, und mit immer größerem Eifer alle unsere Pflichten zu vollziehen suchen; damit wir bis zu unserem Lebensende dir angehören, und dann ewig mit dir vereinigt an der Herrlichkeit Theil nehmen, die du uns im Hause deines Vaters zubereitet hast. - Dankpsalm. I. 1) Meinen Jesum laß ich nicht, Er hat sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht An ihm hangen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht; Meinen Jesum laß ich nicht. Chor. Er ist meines Lebens Licht; Meinen Jesum laß ich nicht. 2) Durch ein Herz voll Dankbarkeit, Durch Gehorsam, den ich übe Gegen das, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner Liebe, Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich Jesum nicht. Chor. Trauend dem, was er verspricht, Laß ich meinen Jesum nicht. 3) So ist er mein Heil und Ruhm Bis an meines Lebens Ende: Ihm geb' ich zum Eigenthum Ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; Meinen Jesum laß ich nicht. Chor. Er ist meine Zuversicht; Meinen Jesum laß ich nicht. 4) Hier auf Erden kann nichts sein, Was des Herzens Wünsche stillet! Du, o Jesu! bist's allein, Der sie hier schon ganz erfüllet. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Chor. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jeſum laß ich nicht. II. 1) Welch ein Himmel, welche Klarheit Strahlt so mild in uns empor! Uns erquickt am Quell der Wahrheit, Was kein Aug' er= reicht, fein Ohr. Er, der Gottheit ganze Fülle, Liebevoller Mensch zugleich In geheimnißvoller Hülle Wählt er unser Herz zum Reich. 2) Herrsche du in unserm Herzen Mit unendlicher Gewalt! Läßt die Welt mit allen Scherzen, Aller Lust es doch so kalt! O entzünd' in uns die Liebe, Die dein Leben hat verklärt, Dile mit Allmacht alle Triebe In der Brust zum Himmel kehrt. 3) Froh entsagen wir den Gaben, Die als Sold die Sünde beut. Alles, wenn wir dich nur haben, Sind zu opfern wir bereit. Was du willst, sei unser Wollen; Nur dein Beifall unsre Lust! Güter deinem Geist entquellen, Alle Sehnsucht unsrer Brust. 4) Frieden kann dein Geist nur geben, Unsre Seele sei sein Thron! Gleich des Himmels Bürgern leben Wir alsdann auf Erden 59 schon; Und ein Herz und eine Seele, Pilger nach dem Einen Land, die 5) Erdentand soll nimmer trennen, Die dein Bruderwort versöhnt, Christ fortan sich keiner nennen, Der des Staubes Gözen fröhnt! Fürst des Lichtes! Fürst des Lebens! Gib uns deinen Kindersinn! dann schmachten nicht vergebens Wir nach deines Reichs Beginn. XV. Die heilige Meje in der Bittwoche bei Kreuzgängen und Betstunden. ( Vormesse.) 1) Jeder Sünder, jeder Fromme Drängt sich deinem Throne zu; Jeder hofft, wenn er nur komme, Find' er bei dir Hilf und Ruh. Unter diesen Sünderschaaren, Menschenvater! komm' auch ich; Ich, der es so oft erfahren: Wer dich suchet, findet dich. 2) Alles hast du, Alles geben Willst du, was uns heilsam ist, Gib die Gnade, fromm zu leben, Mir, o Gott! durch Jesum Christ. Du, die Stärke aller Schwachen! Schone aller Sünder du! Gut und selig kannst du machen: Hilf, mein Gott, auch mir dazu! ( 3. Glor.) Ehre sei Gott in der Höhe, Der mit unendlicher Weisheit und Macht Immer im Wohl und im Wehe Ueber die Menschen so väterlich wacht! ( Gebet am Bittsonntag.) OGott, von dem uns alle guten Gaben zufließen, verleihe auf unser demüthiges Flehen, daß wir durch deine Eingebung jederzeit nach dem trachten, was recht und gut ist, und dasselbe durch deine Leitung auch vollbringen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet in dee Kreuzwoche und bei Betstunden.) D Gott und Vater! du kennest unsere Bedürfnisse, noch ehe wir sie dir vortragen, und du theileſt deine Gaben aus, ehe wir darum flehen. Sieh, wir bitten dich heute um Gedeihen der Feldfrüchte, um sruchtbare Witterung und Abwendung alles Mangels, aller Theurung und Hungersnoth. Nimm das Rufen deiner Kinder als einen Beweis ihres vertrauensvollen Herzens an, und gib, daß das Gute, das wir von deiner Vatergüte erfleht haben, durch keinen Mißbrauch von uns entweiht werde. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum 2c. 60 ( Gebet um heiteres Wetter oder um Regen.) Zu dir, o Herr! rufen wir vertrauensvoll: Schenk' uns milden Sonnenschein( fruchtbaren Regen), dessen deine Erde bedarf, um uns Nahrung zu geben. Laß uns deine Hilfe im Zeitlichen erfahren, damit wir dadurch im zuversichtlichen Verlangen nach dem Ewigen gestärkt werden. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet in verschiedenen Anliegen.) Verschmähe nicht, allmächtiger Gott! unser demüthiges Flehen um Rettung und Hilfe zu dir; sondern befreie uns nach deiner unermeßlichen Vatergüte von dieser Trübsal, oder gib uns Gnade, daß wir diese zeitlichen Leiden so geduldig und sanftmüthig ertragen, daß sie uns zur Quelle ewiger Freuden werden. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Ep. am Bittsonntag.) Des Heuchlers Flehen kannst du nicht, O Heiligster, erhören; Dich trügt fein frömmelnd Angesicht, Dich täuschen keine Zähren. Das Herz, von Sünden- Mateln rein, Muß nur nach Tugend streben; Voll Demuth, Neu' und Einfalt sein, Und kindlich dir ergeben. ( N. d. Ep. in der Bittwoche und bei Betstunden.) Gott gibt den Pflanzen Sonnenschein, Er gibt der Saat den Regen; Und ohne Ihn ist kein Gedeih'n, Und ohne Ihn kein Segen. Er ist der Vater der Natur, Trägt sie in seinen Händen; Will ihren Lauf auch einzig nur Zu unserm Besten wenden. ( N. d. Ep. bei Betst. um Abwend. der Drangs.) Wir dürfen trostvoll in der Roth Zu Gottes Throne gehen; Denn Gott ist es, der uns gebot, Um Hilf' ihn anzuflehen. Er ist es, der die Macht besitzt, Uns Rettung stets zu senden! Der liebevoll uns unterstützt, Wenn wir uns zu ihm wenden. ( 3. Predigt.) 1) Gib, Vater, gib uns jenen Geist, Den Jesus Betenden verheißt, Daß wir zu unſerm Wohlergeh'n Die Lehre deines Sohn's versteh'n. 2) Erwärm' uns Allen Herz und Sinn, Daß früh des Guten Keim darin Hervor zur Knosp' und Blüthe dringt, Die hundertfält'ge Früchte bringt. 61 ( N. d. Pred.) 1) Gott, der du unser Vater biſt, Wie trostvoll, wie ermunternd ist, Was er, dein Sohn, zu Menschen spricht:„ Sucht, bittet, glaubt und zweifelt nicht!" 2) So wollen wir uns stets dir nah'n, Um deinen Segen zu empfah'n, Du hörst auf unser frommes Fleh'n, Und läsfest es uns wohlergeh'n. ( N. d. Pred. bei Abwendung eines Uebels.) 1) Dank, Herr, für deines Wortes Licht, Für jeden Trost und Zuversicht, Die es durch seine Gotteskraft In unsern Herzen wirkt und schafft. 2) Laß uns nicht Hörer nur allein, Laß uns des Wort's Vollbringer sein; und gib uns dann durch Jesum Christ, Was uns zum Heile dienlich ist. ( 3. Cr.) Wir glauben, daß mit Liebe Ein Gott die Welt regiert; Und uns und alle Menschen zum Heil durch Jesum führt, Daß unser Glück und Leiden Auf seinen Rath besteht; Wie Sonnenschein und Regen Durch ihn kommt und vergeht. ( 3. Opfer.) 1) Gott, durch den die Geister denken, Herrscher in dem Schöpfungskreis! A ch! was kann der Mensch dir schenken? Nichts als Liebe, Dank und Preis. Willst du unser Gut und Leben? Freudig sei's dir hingegeben! Deine Wohlthat ist es nur, Vater der Natur! 2) Wenn wir, Vater, dir uns weihen, wie uns Jesus Christus lehrt, Wirst du uns gewiß verleihen, Was zum Unterhalt gehört. Der du uns bisher ernähret, Uns des Guten viel gewähret, Du, o Gott! biſt jederzeit Uns zur Hilf' bereit. er lige n ( 3. Präf. bis zur Auffahrt unsers Herrn.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, allgütiger Gott und Vater, dich vorzüglich in dieser Zeit dankbar zu loben und zu preisen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der sich als unser Osterlamm aufgeopfert, die Sünden der Welt hinweggenommen, durch seinen Tod unsern Tod zernichtet, und durch seine Auferstehung uns neues Leben gegeben hat. Durchdrungen von dieser Liebe und Güte, rufen wir deswegen mit deinen Engeln und 62 Erzengeln, mit den Thronen und Heerscharen, und mit allen himmlischen Geistern: Heilig, heilig, heilig u. s. w. ( 3. Präf. an der Auffahrt.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, allgütiger Gott und Vater! dich in dieser Zeit dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung unter seinen Jüngern sichtbar gewandelt, und vor ihren Augen in den Himmel erhoben worden ist, um uns in dem Hause seines Vaters die Wohnstätte ewiger Seligkeit zu bereiten, und uns seiner Gottheit theilhaftig zu machen. Durchdrungen von dieser Liebe und Güte, rufen wir deswegen mit deinen Engeln und Erzengeln, mit allen seligen Geistern und Bewohnern des Himmels: Heilig u. s. w. ( 3. Präf. bei Bittmessen.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, heiligster Vater! allmächtiger Gott! dich überall und allezeit zu loben und zu preisen! denn du hast uns erschaffen, sorgst für unsern Lebensunterhalt mit Vatertreue und gibst uns täglich unzählbare Beweiſe deiner unermeßlichen Liebe. Du hast deinen eingebornen -Sohn zu unsrer Erlösung gesandt, und uns durch ihn die Verheißung gegeben, daß du uns alles, um was wir in seinem Namen bitten, gewähren wollest. Du gibst uns durch deinen heiligen Geist Licht zur Erkenntniß des Guten, und Kraft zur Vollbringung desselben, damit wir der ewigen Seligkeit theilhaftig werden, die uns dein eingeborner Sohn Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben verdient und erworben hat. Wir vereinigen deswegen unsere dankbare Gesinnung mit allen deinen Heiligen im Himmel und auf Erden und rufen einmüthig mit ihnen: Heilig u. s. w. ( 3. St.) 1) Groß ist der Herr! von seiner Macht Erzählen Erd' und Meere, Die Himmel und der Himmel Pracht, Und aller Sonnen Heere. Bit 2) Vom Aufgang bis zum Niedergang, Bis zu der fernsten Sphäre Schallt der Geschöpfe Lobgesang Zu unsers Schöpfers Ehre. 3) Groß ist der Herr! zu ihm empor Soll froh mein Herz sich schwingen; Mit aller sel'gen Geister Chor Soll ihm mein Lob erklingen. 63 vidim ns( Nach der heiligen Wandlung.) undraule d) Christus! vor dir niedersinken, Fest umfaſsen will ich dich. Deiner Liebe Blicke winken Meiner Seele, treiben mich, Der ich todt und Sünder bin, Zu dir, Quell des Lebens, hin. 2) Ausgegossen ist dein Leben, Nahe deines Geistes Kraft; Kannst du nicht mein Herz erheben, Du, der jedes Leben schafft?- Leben soll dein Geist in mir; Leben will ich nur in dir. ( 3. v. u.) 1) O Vater! der im Himmel ist, Du, dessen Herz die Welt umschließt, Dein Name soll geheiligt sein, So weit sich deine Menschen freu'n. 2) Erhelle des Verstandes Nacht! Dein Reich, das uns zu Brüdern macht- Die Liebe, Treu und Redlichkeit Vermehre sich zu jeder Zeit. 3) Dein Will' ist unser höchstes Gut; Wohl jedem, der ihn findlich thut. O möchten wir voll Eifer glüh'n, Den Sel'gen gleich ihn zu vollzieh'n. 4) Gebrauch der Kraft ist dein Geheißz; Beleb' in uns den Trieb zum Fleiß, Laß unser Tageswerk gedeih'n, Laß Feld und Weinstock fruchtbar sein. 5) Die Sonne scheinet als dein Bild, Den Bösen, wie den Guten, mild. Wie wir vergeben fremde Schuld, Vergeb' uns deine Vaterhuld. 6) Der Seele Ruh, ihr wahres Heil, Sei um fein zeitlich Gut uns feil. m Streit der Sinne mit der Pflicht Verlaß, o Gott! verlaß uns nicht. 7) Beglücke deine Kinder hier, Und führ' uns Alle dort zu dir. Anbetung dir und Dank und Ruhm! Das Herz sei stets dein Eigenthum. ( 3. Dant- Collecte.) Laß uns, o Vater, im un erschütterlichen Vertrauen auf deine Güte die Tage unsers Lebens dahinfließen, daß wir dich in Allem und über Alles dankbar lieben, und durch ungeheuchelte Frömmigkeit deiner Wohlthaten hienieden, und jenseits der ewigen Seligkeit theilhaftig werden; durch Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn u. s. w. ( Zur Dank- Collecte bei Betstunden wegen Drangsalen u. s. w.) O Gott und Vater unser Aller, wir unterwerfen uns mit Demuth deinen unerforschlichen 64 Anordnungen und Fügungen, voll Vertrauen auf die Weisheit und Güte deiner väterlichen Regierung, und bitten dich: Stärke uns zur gelassenen Ertragung dieser Drangsale, damit wir durch sie von dem allzu irdischen Sinne geläutert, der hehren, unvergänglichen Güter würdig und theilhaftig werden; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn u. s. w. ( Schlußges. am Bittsonntag und bei Betstunden.) Gott! dein ist alle Stärke, Und alle Hilfe dein! Gib, daß auch unsre Werke Durch deine Kraft gedeih'n. Gib uns bald sanften Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen Die Felder( den Weinstock) fruchtbar sein. ( Schlußgesang bei Betst. um Abwendung der Drangs.) Von Gott will ich nicht lassen, Denn er verläßt mich nicht. Im Kummer mich zu fassen, Gibt er mir Kraft und Licht. Ihm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten Zeit; Einst werd ich ihn dann schauen In seiner Herrlichkeit. Bei Betstunden in allgemeinen oder besondern Anliegen. 1) Vorb. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er verläßt mich nicht. Volt. Im Kummer mich zu fassen, Gibt er mir Kraft und Licht. Vorb. Mit jedem neuen Morgen Steht er mir hilfreich bei, Volt. Er weiß mich zu versorgen, Ich sei auch, wo ich sei. 2) Vorb. Der Menschen Gunst und Liebe Wankt oft und ändert sich, Volk. Doch Gottes Vatertriebe Sind unveränderlich. Vorb. Eh' wirs vermuthet hätten, Weiß er aus jeder Noth Bolt. Uns wunderbar zu retten, Und wär' es selbst der Tod. 3) Borb. Ihm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten Zeit, Volk. Auf seine Hilfe bauen; Er segnet selbst durch Leid. Vorb. Leib, Seele, Gut und Leben Sei dir, Herr! heimgeitellt. Volk. Wir sind dir treu ergeben, Mach' es, wie's dir gefällt! 4) Vorb. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht, Bolk. Das Glück bleibt ewig stehen, Das Gott mir zugedacht. Vorb. Und wenn ich einst im Grabe, Nach dem vollbrachten Lauf, Volt. Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 5) Borb. Das ist des Vaters Wille, Der mich erschaffen hat; Volt. Aus seines Sohnes Fülle Empfah'n wir Hilf und Nath; Vorb. Mit Gott und seinen Frommen Soll ich mich ewig freu'n! Volk. Werd' ich einst zu ihm fommen, Wie selig werd' ich sein. 65 Gebet nach dem Papst Urban VIII. Vor deinen Augen, o Herr! bekennen wir die Sünden, die wir begangen, und vergleichen sie mit den Strafen, die wir damit verdient haben. Ueberdenken wir das Uebel, das wir verübt, so sind die gegenwärtigen Leiden weit geringer als unsere Missethaten. Wir empfinden die Strafen der alten Sünden, und noch lebt die Luſt zur neuen Sünde in unsern Herzen. Deine Züchtigungen treffen unsere Vergehungen, aber unsere Bosheit überwältigen sie nicht. Traurigkeit überfällt unser Herz, aber den stolzen Sinn des Lasters demüthigt sie nicht. Bitterer Schmerz nagt an unserm Leben, aber unsern Wandel bessert er nicht. Wenn du langmüthig schonest, so achten wir nicht darauf; und wenn du züchtigest, so halten wir es nicht aus. Zur Zeit des Unglücks gestehen wir unsere Verbrechen, aber nach deiner Heimsuchung vergessen wir, was wir zuvor beweint haben. Hebst du deine Ruthe gegen uns auf, so thun wir Gelübde der Besserung; senkt sich dein Arm, so unterlassen wir Alles, was wir versprochen haben. Wenn du schlägst, so schreien wir zu dir: verschone uns! und wenn du uns verschonest, so sind wir so fehlerhaft wie zuvor. Herr! du hast an uns Sünder, die es bekennen, daß sie gesündigt haben. Wir wissen, daß wir, wenn uns deine Barmherzigkeit nicht in Gnaden aufnimmt, deiner Gerechtigkeit Heimfallen. Allmächtiger Vater! gib uns ohne unser Verdienst das, um was wir zu dir flehen- du, der uns aus Nichts gemacht, daß wir zu dir beten fönnen- durch Christum, unsern Herrn. Amen. XVI. Das heilige Amt auf das Fest nnd die Oktav der Auffahrt Jesu Christi. ( Vormesse) 1) Uns deiner Ausfahrt zu erfreu'n, Erlöser! Gottes Sohn! Dir dankbar unser Herz zu weih'n, Nah'n wir uns deinem Thron. Dein Werk auf Erden ist vollbracht, Zerstöret ist der Hölle Macht; Wir sind, zu deines Namens Ruhm, Hienieden schon dein Eigenthum. 2) In deiner Hand ist unser Heil, Das du am Kreuz erwarbst; Du Sohn! bist unser Erbetheil, Der du für 66 Sünder starbst. Hilf uns von unsrer Schwachheit auf, Und heil'ge unsern Lebenslauf! Dann schaut nach dieser Prüfungszeit Dich unser Geist in Herrlichkeit. ( 3. Glor.) 1) Lobsinget dem Vater in Chören, Lobsinget dem Sohne zu Ehren, Steigt, fröhliche Lieder, empor! Der Heiland entschwingt sich der Erde, Damit er verherrlichet werde: Eröffne dich, himmlisches Thor. 2) Seht ihn, der die Weisheit gelehret, Die Schmach ist an ihm jetzt verkläret; Er herrscht auf dem ewigen Thron. O seht zu den Frommen ihn eilen, mit ihnen die Freuden zu theilen, Der Schmerzen, der Prüfungen Lohn. ( Gebet.) Allmächtiger Gott! wir glauben, daß dein eingeborner Sohn, unser Erlöser, heute in den Himmel aufgefahren ist; verleihe uns, daß wir hier auf Erden schon himmlisch gesinnt sein mögen, und himmlisch wandeln, um dereinst auch in den Himmel aufgenommen zu werden, wo dein Sohn mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Gebet am Sonntag in der Oktav.) Allmächtiger, ewiger Gott! verleih' uns, daß wir jederzeit einen redlichen Willen gegen dich zeigen, und dir mit aufrichtigem Herzen dienen. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir u. s. w. ( 3. Evang.) 1) Frohlock', o Herz, weil Jesus Christ 3 um Himmel aufgefahren ist, Der Todesüberwinder! Sing ihm, wie ihm der Himmel sang, Da er sich auf die Wolke schwang: Preis dir, du Heil der Sünder! 2) Jhm neigt sich aller Engel Knie; Messias macht," so rufen sie, ,, Daß Menschen Engel werden! Er hat das größte Werk vollbracht, Sein ist die Weisheit, sein die Macht Im Himmel und auf Erden." 3) Entreiße, Herr! durch deine Kraft, Die alles allenthalben schafft, Mein Herz dem Land der Erde, Daß ich mit Muth von deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Zum Kampf erfüllet werde. 4) Hab' ich vollendet meinen Lauf, So nimm mich in den Himmel auf, Daß ich dich, Jesu, sehe; Daß ich in deiner Herrlichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Vor deinem Throne stehe. 67 ( 3. Cr.) 1) Gib, Heiland, meinem Glauben Leben, Sich über diese Welt und Zeit Vom Erdenstaube zu erheben, zu dir und deiner Herrlichkeit! O du, der mich vom Tod befreiet, Der Licht in unsre Nacht gestreuet, Durch den sich Gott mit uns vereint, Du bist mein Bruder, bist mein Freund! 2) welche Liebe! wie entzücket, Wie selig werd' ich, wenn mein Geist Nach jenen Herrlichkeiten blicket, Die mir dein hehres Wort verheißt! Ganz, ganz möcht' ich in Dank vergehen, In Sehnsucht, Jesus, dich zu ſehen, Von Angesicht zu Angesicht, Umstrahlt, o Herr! von deinem Licht. 3) Einst wirst du herrlich wieder kommen, Den hohen Richterspruch zu thun: Geht hin, gebenedeite Frommen, Von eurem Kampfe auszuruh'n. Wie ich verlangt, habt ihr gestritten, Nach meinem Beispiel hier gelitten: Empfangt, was meine Liebe beut, Die Krone der Unsterblichkeit! ( 3. Opfer.) 1) Heiland! dessen wir uns trösten, Der zur Rechten Gottes sitzt, Und als Mittler der Erlösten Sie so gern beglückt und schützt! Nimm des Priesters Opfergaben Und das Beste, was wir haben, Redlichkeit und Tugendsinn, Liebevoll zum Opfer hin. 2) Großer Mittler, dir zu leben, Deine Wege tren zu geh'n, Standhaft himmelwärts zu streben, Dich in Herrlichkeit zu seh'n! Sende Stärke unserm Willen, Diesen Vorsatz zu erfüllen, Bis der ganz verklärte Geist Dich mit allen Himmeln preist. ( 3. Präf.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, allgütiger Gott und Vater! dich heute dankbar zu loben und zu preisen, durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung unter seinen Jüngern sichtbar gewandelt, und vor ihren Augen in den Himmel erhoben worden ist, um uns in dem Hause seines Vaters die Wohnstätte ewiger Seligkeit zu bereiten, und uns seiner Gottheit theilhaftig zu machen. Durchdrungen von dieser Liebe und Güte, rufen wir deswegen mit deinen Engeln und Erzengeln, mit allen seligen Geistern und Bewohnern des Himmels: Heilig u. 1. w. d 68 ( 3. Sanct.) 1) Gott ist heilig! heilig leben Sei auch unser ganz Bestreben. Schwing' dich, Seele, himmelan; Sieh dort Jesum auf dem Throne! Daß er deine Tugend lohne, Folg' ihm nach auf seiner Bahn. 2) Wie die Engel Gottes Willen Freudig eilen zu erfüllen, Soll dies auch von uns gescheh'n: So wird Gott von uns auf Erden Würdig angebetet werden, Wie von seinen Heiligen. ( Alles Uebrige ist wie in der Ostermesse nach der Wandlung S. 53) „ du, für uns dahingegeben" u s. w. XVII. Das heilige Amt auf das Pfingstfest und dessen Oktav. Psalm, zur Austheilung des Pfingstwaffers. 1) Auf euch soll reines Wasser strömen, Von mir auf euch und ihr seid rein. 2) Auf euch soll sich mein Geist ergießen Und euch zu meinen Tempeln weih'n; 3) So spricht der Herr: und wir empfinden In unsrer tief beklemmten Brust 4) Die Kraft, die Sünde zu besiegen Und reine, hehre Himmelsluit. 5) Dir, unserm Gott, sei Lob und Ehre; Dir Vater, Sohn und heil ger Geiſt! 6) Sei wie vom Chor der Engelbeere Von deiner Kirche hier gepreist. ( Vormesse.) 1) Jenen Festtag zu erneuen, Da aus deiner Liebe Schoos, Vater! über deine Treuen Sich dein heil'ger Geist ergoß, Singen wir dir Lobeslieder, Werfen uns voll Ehrfurcht nieder, Fleh'n zu dir, in Staub gebeugt, Um den Geist der Heiligkeit. 2) Deinen Geist, der unsre Triebe Reinigt und zum Guten lenkt, Und die reinste Tugendliebe In der Frommen Busen senkt! Diesen Geist, des Lebens Sonne, Aller Guten Freud' und Wonne, Sende Vater! sende du uns durch Jesum Christum zu. 3) Ew'ge Quelle wahrer Güter! Hochgepries'ner Gottes- Geist! Der du menschliche Gemüther Besserst und mit Troft erfreust; Reiß' die Wurzel unsrer Schmerzen, Reiß' die Sünde aus dem Herzen; Pflanze hohen Tugendsinn An die öde Stätte hin. 69 ( 3. Glor.) 1) Lob, Ruhm und Preis erschalle Von jeder Zunge hier; Der Kinder Dank gefalle, O bester Vater! dir; Du hast den Geist gegeben, Durch ihn uns Sündern Leben; Sein ist die Macht und Kraft, Die neue Herzen schafft. 2) Der Seele Ruh, den Frieden, Den Gottes Geiſt gewährt, Jst Seligkeit hienieden Dem Herzen, das Gott ehrt. G eist der Lieb' und Güte! Mit dankendem Gemüthe Erhebe für und für Sich unser Mund zu dir. ( Gebet.) OGott! der du deine Gläubigen mit dem heiligen Geiste erfüllet und erleuchtet hast, verleihe uns die Gnade, daß wir eben durch diesen Geist verstehen, was Recht ist, und zur Vollbringung desselben uns seines Beistandes zu erfreuen haben. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir u. s. w. ( 3. Ev.) 1) Geist der Wahrheit! Geist der Liebe! Den der Herr den Jüngern gab, Läut're jeden unsrer Triebe; Geist der Liebe, Geist der Wahrheit, komm zu uns herab. 2) Geist der Liebe, Geist der Wahrheit! Nebel hüllt des Menschen Pfad; Führ' ihn du zur Sonnenklarheit! Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, sei uns Licht und Rath. 3) Unsers Herzens Tugendquelle Trüben Sinnenlust und Schmerz! Leidenschaft treibt Well' auf Welle; O er helle, Geist der Lieb' und Wahrheit, unser Herz. 4) Laß in Sturm und Ungewittern Uns nicht zagen, guter Geist! Auch alsdann laß uns nicht zittern, Wenn den bittern KeIch dein Friedensbot uns leeren heißt. ( 3. Cred.) 1) An dich, mein Gott! zu glauben, Welch' eine süße Pflicht ist dies! Wer könnte sie mir rauben? Bin ich nicht deines Sohn's gewiß, Der uns im Fleisch erschienen, Und deine Vaterhuld erwarb, Mit dir uns zu verfühnen, Der Sünder Tod am Kreuze starb? 2) So wie ich Gott bekenne, Und Jesum Christum seinen Sohn Mit Dank den Heiland nenne, Schau ich empor zu Gottes Thron; Erblicke jenen Tröster, Den deines Sohnes Wort verheißt, Und fleh', der Väter Bester! 3 u dir um den verheiß'nen Geist. 70 3) Nach diesem Glauben leben, Ist, Vater! deiner Kinder Pflicht! st, Vater! mein Bestreben, Und meiner Hoffnung Zuversicht, Der Hoffnung, ihn zu sehen, Den Sohn, der dir zur Rechten thront, Und, strafend das Vergehen, Die Tugend ewig einst belohnt. ( 3. Opferung.) 1) Nimm, großer Gott! der Gaben Weihe, Zum Lob- und Dankesopfer an, Zum Pfande unsrer Lieb' und Treue, Für das, was du für uns gethan. Dein Geist der Wahrheit und der Liebe, O Vater! heil'ge unsre Triebe, Laß uns mit dieſem Brod und Wein Ein angenehmes Opfer sein. 2) Gib uns zum Heiligungsgeschäfte, In Demuth, Vater! flehen wir, Durch deinen heil'gen Geist die Kräfte, Und o, wir leben einzig dir! Dir jei des Leibs, der Seele Leben Zum Opfer freudig hingegeben; Sie wurden durch die Taufe dein, Und sollen es auf ewig sein. ( 3. Präf.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, o Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der sich über alle Himmel erschwungen, zu deiner Rechten gesetzt, und den verheißenen heiligen Geist über Alle, die er an Kindesſtatt angenommen, ergossen hat. Dieser unaussprechlichen Gnade freut sich heute die auf der ganzen Erde ausgebreitete Christenheit, und vereinigt ihren Logesang mit allen Engeln, Erzengeln, und allen seligen Geistern, die im Gefühle deiner Gottheit und Majestät, und gerührt von deiner unermeßlichen Güte unaufhörlich rufen: Hei lig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Heilig, heilig, heilig, Una u sſprechlich heilig, Ist des Ew'gen höchster Geist, Wel chen Erd' und Himmel preist; Unaussprechlich heilig! 2) Voll von deiner Ehre, Singen tausend Chöre, Hoch von dir entzückt wie wir: Heilig, heilig, heilig! dir Ünaussprechlich heilig! ( Nach der heiligen Wandlung) 1) Jesus! der du uns erwählet, Uns den Erben beigezählet, Die dein Vater ausersah; Der du uns der Ewigkeiten Höchste Wonne zu bereiten, Wandeltest nach Golgatha. 71 2) Der du in der Gottheit Fülle Unter Brod- und Weineshülle Segnend hier zugegeben bist; Dankbar sei von uns gepriesen, Liebe dir um Lieb' erwieſen, Liebe, die nicht irdisch ist. 3) Unter namenlosen Schmerzen Trugst du, Herr! aus edlem Herzen Eines Kreuzes schweren Stamm; Betetest für deine Freunde, Flehtest selbst für deine Feinde, Blutet e st als Gotteslamm. 4) Liebe Christi! lehr' uns lieben, Liebreich uns im Guten üben, Wohlthun, dulden und verzeih'n. Lehre uns die Sünde meiden, Für die Tugend kämpfen, leiden, Deiner Liebe würdig sein. 5) Liebe! die wir liebend ehren, Du nur kannst die Seele nähren, Du nur stillen unsern Durst; Ohne dich sind Erdengüter, Schnöde Lüste der Gemüther, Ohne dich sind sie Verlust. 6) Stille, Jesus! das Verlangen, Dich im Geiste zu empfangen, Dein, auf ewig dein zu sein. Heil'ge unsre Herzenstriebe, Flöße deine Gottesliebe, Deine Menschenlieb' uns ein. ( Gebet auf Pfingsten.) Allmächtiger Gott und Vater! der du den Aposteln und Jüngern deines eingebornen Sohnes den heiligen Geist so reichlich mitgetheilt hast, laß diesen heiligen Geist immerfort in deiner Kirche herrschen, damit auch wir seine heiligende und selig= machende Kraft empfinden und in Sinn und Wandel täglich besser und des ewigen Lebens würdig werden. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen geliebten Sohn, unsern Herrn, der mit dir u. s. w. Dreieinigkeitssonntage. Laß, o ( Gebet am Gott der Liebe! deine Gläubigen durch den Beistand deines heiligen Geistes in der Einigkeit des Glaubens, der Liebe und des christlichen Wandels täglich wachsen und deines Himmlischen Reiches würdig und dereinst theilhaftig werden; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir u. s. w. ( Schlußges.) Nimm hin den Dank der Liebe, Vater, Sohn und Geist! Den dir aus reinstem Triebe Dein treues Volf erweist. Dein ist das Licht, die 72 Stärke, Und alle Hilfe dein; Laß jedes unsrer Werke Zur Ehre dir gedeih'n! Am Pfingstmontag wird nach der Predigt folgendes Gebet verrichtet. Gott, unser Vater! ewiger Urquell der Wahrheit, deiner unendlichen Güte verdanken wir es, daß die beseligende Lehre deines Sohnes Jesus Christus seit Jahrhunderten auch unserm Vaterlande leuchtet. Deine erbarmungsvolle Liebe war es, die mitten in den nächtlichen Finsternissen des Heidenthums, wodurch unsern Vätern das Licht der Wahrheit verhüllt war, heilige Männer erweckte, und mit himmlischer Kraft ausrüstete, um die Götzen zu stürzen, und über ihren Trümmern das Zeichen des Kreuzes zu errichten, an welchem Christus für die Sünden der Welt zum ewigen Heil aller derjenigen sich geopfert hat, die von Herzen an ihn glauben, und seine Vorschriften erfüllen. Denn selig sind, die dein Wort hören, und es beobachten! Der heilige Geist, den du einst am Pfingsttage, der Verheißung deines Sohnes gemäß, auf seine versammelten Jünger herabgesendet hast, ergoß sich auch über die apostolischen Männer, die zuerst unsere Väter für das Christenthum empfänglich gemacht, sie aus rohen sinnlichen Götzendienern zu Anbetern Gottes im Geist und in der Wahrheit umgeschaffen, und die kirchlichen Anstalten gestiftet haben, wodurch die göttliche Wohlthat des öffentlichen christlichen Unterrichts bis auf uns fortgepflanzt wurde. Siehe, o Allgütiger! wir sind heute in deinem Tempel versammelt, um dir für die größte deiner Wohlthaten gemeinsam unsere Empfindungen auszudrücken. Wir sind aber, o Herr! ganz von der Ueberzeugung durchdrungen, daß dir nur jene Dankbarkeit wohlgefällig sein könne, die sich durch findlich- treue Benutzung deiner Wohlthaten an den Tag legt. Gib demnach, o Vater des Lichtes! daß der Geist der Wahrheit und Liebe, der die Apostel und ihre Nachfolger zu heldenmüthigen Bekennern und Vollziehern der Lehre Christi machte, auch unsere Herzen entflamme und stärke, damit wir die Erkenntniß unsrer göttlichen Religion und die Ausübung ihrer Vorschriften allen andern Gütern standhaft vorziehen, und auf solche Art ihres erhabenen Trostes und ihrer Früchte 73 des ewigen Heils würdig und theilhaftig werden mögen. Belebe in uns, o Gott! die Begierde nach deinem Worte, zu dessen Verkündigung dein Sohn, unser Herr und Heiland, seine Kirche und ihre Diener bevollmächtiget hat! Entferne von unserm Verstande das Blendwerk des Aberglaubens und des Irrthums, und beschirme unser Herz vor den täuschenden Versuchungen der Sinnlichkeit, der Eigenliebe und verkehrter Neigungen, damit wir stets mit Demuth und Einfalt wie gute Kinder der unverfälschten Lehre Jesu Gehör verleihen, und sie gewissenhaft befolgen mögen. Bewahre uns, o Herr! vor den Eingebungen eines thörichten Stolzes, damit wir nicht, entblößt von christlichen Tugenden, uns mit dem leeren Christennamen begnügen, oder durch den Wahn, die Lehre und Anordnungen Christi besser zu verstehen, als deine heilige Kirche, die die Säule und Grundveste der Wahrheit ist, auf Abwege verleitet werden, und uns, gleich dem Schilfrohr von jedem Winde menschlicher Meinungen hin und her getrieben, von deiner ewigen Wahrheit entfernen. Erleuchte und stärke besonders unsere obersten Seelenhirten, den Papst und den Bischof, denen Jesus Christus die Gewalt gegeben hat, deine Kirche zu regieren, damit durch ihre wachsame Sorgfalt dein Reich das Reich der Wahrheit und Tugend. stets zunehme; hingegen in deiner Kirche keine Pflanze, die du, o Vater im Himmel! nicht gepflanzet hast, gedeihe. Erhalte und befestige, Erhalte und befestige, o Gott! die Bande brüderlicher Vereinigung in der christkatholischen Kirche, damit alle ihre Mitglieder auf dieser Erde gleich Zweigen einer Rebe in Christo vereinigt, sich gegenseitig zu allem Guten aufmuntern, und nach diesem irdischen Leben, reich an Früchten christlicher Tugend, vor dem Nichterstuhle deines Sohnes erscheinen mögen, wo Er einem Jeden vergilt nach seinen Werken. Von inniger Bruderliebe getrieben, bitten wir dich endlich, Allgütiger! verbreite unter allen Menschen immer mehr die Herrschaft der christlichen Lehre; zerstreue die Nacht des Unglaubens und des Aberglaubens; erhelle das Gemüth des Irrenden mit dem Strahl deiner Gnade! wecke die hartnäckigen Sünder aus ihrem tödtlichen Schlafe, Const. Gesangbuch 31ste Aufl. 4 - 74 und erfülle alle Herzen mit dem lebendigen Feuer deiner himmlischen Liebe, damit auf Erden wie im Himmel nur Ein Hirt sein möge und Eine Heerde, die dich preiſe in Ewigkeit. Amen. XVIII. Meßgesang zum heiligen Dreieinigkeitsfest. Pfalm, zur Austheilung des Weibwaffers. Läutre, Vater! uns von Sünden, Weihe uns zur Andacht ein! Laß uns vor dir Gnade finden, Deines Segens uns erfreu'n. Preis dem Vater! Preis dem Sohne! Ehre auch dem heil'gen Geist! Wie sie Gott im Jubeltone Seine Kirche stets erweist. Amen. ( Vormesse.) 1) Dir, bester Vater! nahen wir mit reuevollem Herzen. Wir flehen demuthsvoll zu dir; Sieh der Zerknirschung Schmerzen. Schenk' uns nach deiner großen Huld Verzeihung unsrer Sündenschuld; Erbarmung schenk' uns Allen. 2) Herr Jesu Christ, des Höchsten Sohn, Dich, seinen Eingebornen, Dich sandte Gott vom Himmelsthron Du bist des Glaubens Zur Rettung der Verlornen. Quell und Licht Und unsrer Hoffnung Zuversicht. Erbarmung schent' uns Allen. 3) Geist, der reinsten Liebe Born, Erleuchte, beff're tröste, Die Christus, trotz der Hölle Zorn, Durch seinen Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; Es flehen Herz und Mund zu dir: Erbarmung schenk uns Allen. ( Zum Gloria.) Dreiein'ger! dir sei Ehre In deinem Heiligthum! Stets fingen tausend Chöre Der Engel deinen Ruhm. Laß uns vereint mit ihnen Dir Wort und Thaten weih'n! Dir stets mit Freude dienen, Dein ew'ges Loblied sein. ( Zur Collecte.) Allmächtiger, ewiger Gott! du hast deinen Dienern die Gnade ertheilt, daß wir im Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit erkennen, und in der machtvollen Majeſtät die Einheit anbeten. Verleih' uns auch, daß wir durch die 75 Festigkeit des Glaubens selbst in den widrigsten Schicksalen der Tugend treu verbleiben, und uns nichts von deiner Liebe zu trennen vermöge; durch Jesum Christum u. s. w. ( Zum Evang.) Der Mensch erforscht das fernſte Land, Des Meeres Grund, der Sonne Licht; Und doch ergründet sein Verstand Den Plan und Weg der Gottheit nicht. Anbetend, Vater! kann er nur, Entdeckt er deiner Weisheit Spur, Sich beugen in den Staub. ( 3. Credo.) Dreieinig, ewig Wesen! Gott! aller Dinge Grund! Dein Sohn, uns zu erlösen, Ward Mensch, starb und erstund, Und wird als Richter kommen, Wenn wir vom Tod ersteh'n. Der Geist lehrt alle Frommen Durch Kampf zum Heile geh'n. ( 3. Opferung.) Laß dankbar dir, Dreieiniger! Von reinem Brod und Wein, zu deines Namens Ruhm und Ehr', Der Liebe Denkmal weih'n! So wie es uns dein Sohn befahl, Da er beim letzten Abendmahl Im Jüngerkreis es selbst gethan, Aus Liebe gegen uns gethan; Für deren Schuld Er sich geopfert hat voll Huld. ( 3. Präf.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, o Herr! dich dankbar zu preisen; denn es ist pflichtmäßig und heilsam, daß wir allezeit und überall dankbar preisen, dich heiligster, allmächtiger Vater, ewiger Gott, der du mit deinem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste ein einziger Gott bist, ein einziger Herr, nicht eins in den Personen, nur eins in der Wesenheit; denn was wir von deiner Herrlichkeit nach dem Lichte deiner Offenbarung glauben, alles das glauben wir auch von deinem Sohne und dem heiligen Geiste, ohne einen Unterschied der göttlichen Natur anzunehmen. Unser Bekenntniß der ewigen, wahren Gottheit ist so beschaffen, daß wir in den Personen die Verschiedenheit, in dem Wesen die Einheit, und in der Majestät die vollkommenste Gleichheit anbeten. Eben diese Majestät preisen auch alle Engel und Erzengel, alle Cherubim und Seraphim. Unaufhörlich und einstimmig ist ihr Lobgesang! Heilig, heilig, heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Wer ist, wie du, so heilig? Herr, Schöpfer, Vater, Gott! Wer ist, wie du, so heilig, Du 76 Sohn, gesandt von Gott? Wer ist wie du so heilig, Du Geist der Kraft aus Gott? Singt: heilig, heilig, heilig Ist ewig unser Gott! 2) Und heilig dir zu leben, In deiner Wahrheit Licht, Sei unser ganz Bestreben, Sei unsre liebste Pflicht. Dann wird es uns gelingen, zu deinem Bild erneut, Dich würdig zu besingen Dereinst in Ewigkeit. ( Nach der Wandlung ist Alles wie am Pfingstsonntag, S. 70.) XIX. Das Amt der heiligen Messe auf das Frohnleichnamsfest und dessen Oktav. ( Vormesse) 1) Der bis zum Tod die Menschen liebte, Und was sein Mund zu thun befahl, Zuerst als unser Vorbild übte, Der stiftete ein heil'ges Mahl, Daß wir voll Liebe sein gedächten, Der Tugend jedes Opfer brächten, Getreu dem Schöpfer der Natur, Ein Herz und eine Seele nur. 2) Dies Mahl der Liebe zu erneuern, Der Liebe Segen zu empfah'n, Den Sieg des Glaubens fromm zu feiern, Laßt uns dem Throne Jesu nah'n. Wenn wir ihm nahen mit Vertrauen, Wird Heil auf uns hernieder thauen; Er ist die Weisheit, ist die Kraft, Die Gutes will, die Gutes schafft. 3) Du starbst, Sohn Gottes! für die Sünder Auf Golgatha den Kreuzestod. Du zeigst erbarmend dich nicht minder Jn deines Nachtmahls heil'gem Brod. Laß uns Verzeihung unsrer Sünden Beim Mahle deiner Liebe finden; Treu wollen wir die Pfade geh'n, Die du zum Heile uns erseh'n. ( 3. Glor.) Dir, Liebe! in des Vaters Schoos, Die kein Verstand ermißt, Die einst im Staube göttlich groß Der Welt erschienen ist; Dir, Liebe! unter Brodsgestalt, Der in den Himmeln Lob erschallt, Sei von uns jederzeit Preis, Ehr' und Ruhm geweiht! ( Gebet.) Du hast uns, o Jesu! in diesem heiligen Sakramente ein ewiges Denkmal deiner Liebe, deines Leidens und Todes hinterlassen. Hilf, daß wir die Geheimnisse deines Leibes und Blutes mit so wahrer Andacht verehren, daß wir den ganzen Segen und Nußen 77 deiner Erlösung stets an uns erfahren mögen; der du lebst und regierst mit dem Vater u. s. w. ( N. d. Epist.) 1) Wie könnten, bester Heiland! wir Wohl deiner je vergessen, Wenn unsre Herzen dankbar dir Die Huld und Lieb ermessen, Womit du alle Welt umfaßt, Da du am Kreuz geblutet hast, Uns Sünder zu erlösen? 2) Was einst die fromme Vorwelt sah Im Schatten heil'ger Zeichen; Das ist in Christus wahrhaft da; Die Bilder müssen weichen. Er blutete als Gottes Lamin Für unser Heil am Kreuzesstamm; Er ist das Brod des Lebens. ( 3. Cr.) Glauben, wie wenn ich dich sähe, Flöße mir, mein Heiland, ein! Im Gefühl von deiner Nähe Laß mein Herz sich täglich freu'n. Nur im Glauben und Vertrauen Kann ich dich hienieden seh'n; Einst wird dort mein Geist dich schauen, Selig in dir fortbesteh'n. ( 3. Opferung.) 1) Bei des Abendmahles Schlusse Nahm der Heiland Brod und Wein, Weihte beides zum Genusse Und zum Liebesdenkmal ein. Nehmet, sprach er, Tischgenossen! Meinen Leib zur Speise hin; Nehmt, von meinem Blut umflossen, Diesen Kelch und trinket ihn. 2) Diesen Leib, den ihr genießet, Opfre ich zum Heil der Welt; Dieses Blut, das für euch fließet, Zahlt der Sünde Lösegeld. Zum Gedächtniß meines Leidens Führet aus, was ich begann; Ehrt den Abend meines Scheidens, Ewig, ewig denkt daran! 3) Liebe herrsch' an diesem Mahle, Liebe ist auch mein Gebot; In der Liebe heil'gem Strahle Wandelt, Brüder! bis in Tod. Christen! rührt euch Jesu Liebe, Ist euch werth, was er gethan: Kommt und opfert eure Triebe, Folget ihm auf seiner Bahn. ( 3. Präfat.) Ich erhebe nun mein Herz, heiligster Gott! dich dankbar zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der seinen Leib und sein Blut zu einem Versöhnungsopfer für uns dargegeben hat, das auch heute auf diesem Altare in Brod- und Weingestalten geheimnißvoll erneuert wird; damit wir seines Opfertodes und seiner unendlichen Liebe niemals vergessen, 78 sondern durch den Genuß dieser göttlichen Speise mit Muth und Kraft zur Tugend erfüllt, zur Gegenliebe entflammt, und mit ihm vereinigt der seligen Unsterblichkeit theilhaftig werden. Von dieser unendlichen Güte und Liebe gerührt, rufen wir deswegen mit allen Chören der Engel und aller Seligen im Himmel: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere, Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre; Auch unser Dank und Fleh'n Soll dich, o Gottes Sohn! erhöh'n. 2) Es feire dankbar diesen Tag die Erde, Daß jedes Land voll deines Ruhmes werde; Dein Lob sei, Heiland! jedes Wort, Hienieden schon und ewig dort. ( Nach der heiligen Wandlung.) Der du dein theures Blut und Leben, O Herr! zum Heil und Trost auch mir Als reines Opfer hast gegeben, Anbetend beug' ich mich vor dir. Gott! wer ergründet deine Liebe? Dein möcht' ich ewig, ewig sein! O heilige des Herzens Triebe, nd weihe mich zum Opfer ein. ( N. 6. V. U.) 1) Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan; Bist Vielen doch verklungen, Und keiner denkt daran. 2) Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei; Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die reinste Liebe sieget; Am Ende fühlt man sie; Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 3) Wenn Alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb' ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 4) Jch habe dich empfunden; O lasse nicht von mir; Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts, Und sinken liebend nieder, Und fallen dir an's Herz. ( Gebet.) Verleihe uns, o Herr! daß wir dich aus ganzer Fülle des Herzens und über Alles lieben, durch 79 Haltung deiner Gebote in dieser Liebe mit dir vereinigt bleiben, bis wir dereinst des Genusses der Gottheit im Himmel theilhaftig werden, wie wir deiner durch den Genuß deines heiligen Leibes und Blutes auf Erden theilhaftig geworden sind; der du mit dem Vater und in Einigkeit des heiligen Geistes als gleicher Gott lebſt und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Schlußges.) Gott! dieser Tag sei mir Ein Denkmal deiner Güte; Sein dent' ich für und für Mit dankbarem Gemüthe. Ich preise deinen Sohn, Der uns zum Heil gestorben, Der uns vor Gottes Chron Die Seligkeit erworben. Gefang bei der heiligen Frohnleichnamsprocession. 1) Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Christenvolt! stimm Lieder an. Preise herzlich seine Würde, Die kein Lobspruch, keine Zierde Je genug erheben kann. 2) Dort beim letzten Abendmahle Aß zuerst im Speiſesaale Er das Lamm nach Moses Sinn, Gab sodann mit eignen Händen, Liebevoll sich zu verpfänden, Seinen Leib zur Speise hin. 3) ,, Nehmet hin, sprach er, und esset Dieses Brod; und o vergesset Ewig meiner Liebe nicht!" Uns zum Heil hat er sein Leben Dann als Opfer hingegeben Vor des Vaters Angesicht. 4) Heilig sei an diesem Tage Uns der Kirche treue Sage Von des Meisters Abendmahl. Durch sie ward. die Lehr' erhalten, Daß er unter Brodsgestalten Zum Genusse sich empfahl. 5) Laßt uns denn die Kniee beugen, Jesu Lob und Dank erzeigen In dem heil'gen Sakrament. Dankbar wollen wir uns üben, In den Brüdern ihn zu lieben, Bis dereinst der Tod uns trennt. 6) Guter Hirt! gib deiner Heerde Deinen Segen, daß sie werdeDeinem frommen Bilde gleich. Jesus Christus! wahre Speise, Stärk' uns auf der Lebensreise, Führ' uns in dein himmlisch Reich. 80 Gesang zur ersten Station. 1) O Christen! laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken! Das Rauchfaß hauche füßen Duft! Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude! Die Glocke schalle in der Luft. 2) Laßt uns mit Dank- und Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt iſt! Preis! Ehre dir im Sakramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der du zu uns gekommen bist! 3) Laßt Heilig! heilig! heilig! schallen Dem Menschenfreunde, der vor allen Bei seinem Christenvolte wohnt; Dem Lamme, das in Brodeshülle mit aller seiner Gnadenfülle Auf christlichen Altären thront. 4) Erbarmer! laß uns nicht erröthen, Wenn wir Erbarmer in Leibs- und Seelennöthen zu deinem Tabernatel flieh'n! Gib' heut und immer deinen Segen! Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen Vor dir in deinem Frieden zieh'n! 5) Sei stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christen Seelenspeise, Du höchst gepries'nes Himmelsbrod! Und dann in deinem Friedenskusse, In deinem heiligen Genusse Vollend' uns einst ein frommer Tod! ( Nach dem heiligen Evangelium.) Priest. Dieses ist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist. Volk. Das Brod, welches der Welt das Leben mittheilet. Priest. Wer von diesem Brode ißt, wird ewig leben. Volk. Herr! gib uns dieses Lebensbrod. Priest. Herr! erhöre mein Gebet. Volk. Laß unsre Bitte dir gefällig sein. ( Gebete.) 1) O Gott, dessen eingeborner Sohn jenes Brod ist, welches vom Himmel kam, der Welt das Leben mitzutheilen, verleihe uns, daß sich die Begierde nach dieser göttlichen Speise täglich in uns vermehre, und wir im Genusse derselben das ewige Leben finden mögen. Um das bitten wir dich durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ste 2) Jesu, unser Heiland und Erlöser! der du selbst geſagt hast: wer dich sehe und an dich glaube, habe das ewige Leben; verleihe uns, daß der Glaube an deine heilige Gegenwart unser ganzes Leben begleite, uns vom Bösen abhalte und zum Guten ermuntere, damit wir würdig sein mögen, von dir zum ewigen Leben auferweckt zu werden; der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigfeit. R. Amen. Priest. Gepriesen sei der Name des Herrn. Volt. Der Name unsers Erlösers Jesu Christi. Priest. Unsre Hilfe kommt von dem Herrn. Volk. Der unser Mittler und Begnadiger ist. ( Nach dem heiligen Segen.) 81 Volk. Gott, erbarme dich unser! Gott, segne uns! Gott, erbarme dich unser! Priest. Es geschehe. Gesang zur zweiten Station. 1) O Engel Gottes, eilt hernieder, Und stimmet ein in unsre Lieder! Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrod, das wir verehren, Mit dem sich unsre Seelen nähren, Dies Brod macht Mensch und Engel gleich. 2) O kommt, so wie ihr einst im Saale Bei Jeſu letztem Abendmahle Erstaunensvoll zugegen war't! Ihr sahet dort das Brod ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen:" Dies nehmt vor meiner Himmelfahrt!" 3) Dies ist mein Leib, den will ich schenken; Nehmt ihn zu meinem Angedenken! So oft ihr, Freunde, dieſes thut, So oft ihr dies Geheimniß handelt Wird Brod und Wein, wie jetzt, verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut." 4) O Abgrund unbegriff'ner Gnade! War's nicht genug, auf Erdenpfade Zu kommen von des Himmels Höh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 5) War's nicht genug, die Kranken heilen, Gesunden Trost und Rath ertheilen, und höchster Weisheit Lehrer sein: Für uns in frechen Henkers Händen Des Lebens Lauf in Qualen enden, uns von dem Untergang befrei'n? 6) nein, es wallen neue Triebe Der ewig uns verheißnen Liebe In unsers Heilands treuer Brust. Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden; Bei Menschenkindern sucht er Lust. 7) Er läßt bis an das End der Zeiten Bei uns sich einen Sig bereiten, Uns seine Neigung darzuthun. Der Univ.- Bibl. Giessen 82 Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt er sich in Brodsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n. ( Nach dem heiligen Evangelium.) Priest. Wer das Fleisch des Menschen Sohnes ißt, und sein Blut trinkt, hat das ewige Leben. Volk. Denn wer sein Fleisch ist, und sein Blut trinkt, der bleibt in ihm. Wer zu ihm kömmt, wird nicht mehr hungrig werden. Und wer an ihn glaubt, wird nicht mehr Durst leiden. Priest. Herr! erhöre mein Gebet. Volk. Laß unsre Bitte dir gefällig sein. Priest. Volk. ( Gebet.) 1) Unser Vater! der du in dem Himmel bist, gib uns täglich jenes übernatürliche Brod, das von den Himmeln kam; damit wir, indem wir dieses Brod essen, ewig leben mögen. Um dieses bitten wir dich, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unſern Herrn. R. Amen. 2) Jesu! der du uns deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut zur Seelenspeise hinterlassen hast; gib uns die Gnade, jederzeit an diesem heiligen Geheimnisse mit so wahrer Andacht Theil zu nehmen, daß unser Glaube immer herzlicher und tugendreicher werde, und wir durch ihn das ewige Leben erhalten; der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. R. Amen. Gesang zur dritten Station. 1) Anbetung, Ehre, Preis und Dank, O großer Freund, sei dir! Dich ehrt der Engel Lobgesang. Nimm auch dies Lied von mir. 2) Aus Liebe gab der Vater dich Für seine Kinder hin, Und du gabst selbst aus Liebe dich Für deine Brüder hin. 3) Und diese Liebe, o wie groß, Wie edel war sie doch! Mein wahres Glück, mein besfres Loos Dank ich dir heute noch. 4) Auch dank ich dir für deinen Tod, Du littest ihn für mich. Als Retter in der größten Noth Verehr' ich, Jeſu, dich. 5) Preis sei dir, großer Menschenfreund! Auch mein hast du gedacht. So lange mir die Sonne scheint, Sei dir mein Dank gebracht. 83 6) Auch jetzt erschallt dir mein Gesang, Mit Brüdern feierlich; Es preiset unser froher Dank In Brodsgeſtalten dich. ( Nach dem heiligen Evangelium.) Priest. So oft ihr von diesem Brode esset, und aus diesem Kelche trinket, Volt. Wollen wir den Tod des Herrn verkündigen. Priest. Wer unwürdig von diesem Brode ißt, und von diesem Kelche trinkt, Volf. Der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Priest. Herr! erhöre mein Gebet. Volt. Laß unsre Bitte dir gefällig sein. ( Gebete.) 1) Herr Jesus Christus! der du das Geheimniß deines Leibes und Blutes zum Unterpfand deiner göttlichen Liebe, zur Nahrung und zum Trost deiner Kirche hinterlassen hast; verleihe uns, daß wir gewürdiget werden mögen, dich, den wir in diesem heiligen Geheimnisse verborgen verehren, in deiner himmlischen Herrlichkeit anzuschauen; der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 2) Gib uns, o Herr! deine Gnade, daß wir jederzeit deinen heiligen Leib und dein Btut mit redlichem Herzen, mit vollkommenem Glauben und mit sündenfreiem Gewissen empfangen; damit wir uns nicht an dir verfündigen und des Gerichtes schuldig machen, sondern uns der Genuß dieses heiligen Geheimnisses zum ewigen Leben gedeihe; der du mit dem Vater und mit dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigfeit. R. Amen. Gesang ur vierten Station. 1) Jesum innig zu verehren, Ist mir eine heil'ge Pflicht; Seine weisheitsvollen Lehren Geben meinem Geiste Licht, Und zu jedem guten Werke Gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2) Sollt' ich ihn nicht dankbar preisen, Der zum Heil der Menschen kam? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, Der bis an des Kreuzes Stamm Reine Tugend, die er lehrte, So wie Jesus uns bewährte? 84 3) Der mit liebevollem Herzen Göttlich hohen Muth verband, Der noch in den Todesschmerzen Mitleid gegen die empfand, Die mit Grausamkeit ihm fluchten, Seine Qual zu mehren suchten. 4) Der auf Erden hat gewandelt Wie die Gottheit, tadellos, Immer edel hat gehandelt, Göttlich edel, göttlich groß: Willig, freudig selbst das Leben Für die Menschheit hat gegeben. 5) Gern weil ich vor deinem Bilde, O erhabner Menschenfreund! Wo mit so viel sanfter Milde Tugendwürde sich vereint, Und zu jedem guten Werke Schöpfe ich hier Muth und Stärke. 6) Durch mein Leben dich zu preisen, Fst mir süß' und heil'ge Pflicht, Dich, den liebevollsten Weisen, Dich, der Menschheit Heil und Licht. Aehnlich, Jesu, dir zu werden, Ist mein höchstes Ziel auf Erden. ( Nach dem heiligen Evangelium.) Priest. Dies ist sein Gebot daß vir an ihn glauben. Volk. Und einander nach seiner Vorschrift lieben. Priest. Wer seine Gebote hält, der bleibt in Vereinigung mit ihm, Volt. Und seine Liebe ist in uns vollkommen. Priest. Herr! erhöre mein Gebet. Volk. Laß unsre Bitte dir gefällig sein. ( Gebete.) 1) Du, die Liebe selbst, Jesus Christus, den wir hier unter den Gestalten des Brodes gläubig anbeten; o sende deine Gnade in unsere Herzen, daß wir feine größere Frende kennen, als mit dir durch den Genuß deines heiligen Leibes und Blutes hier auf das Jnnigste vereiniget zu werden, und in dieser Vereinigung ewig zu verharren; der du mit dem Vater und in Einigkeit des heiligen Geistes als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 2) Jesus Christus! laß uns deine Gnade zu Hilfe kommen, das jederzeit zu suchen und zu verlangen, was dir das Angenehmste und Liebste ist; damit wir durch Befolgung deiner heiligen Gebote bis an unser Lebensende mit dir vereinigt bleiben, und durch diese Vereinigung in dir, als der Quelle des Lebens, ewig selig sein mögen; der du mit dem Vater und in Einigkeit des heiligen Geistes als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigfeit. R. Amen. 85 Gesang auf dem Rückwege zur Kirche. 1) Ewig seist du angebetet! Jesus, du hast uns errettet. Danket, dantet, fromme Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen. 2) Ganz sei dir mein Herz geweihet Und mein Vorjaz jetzt erneuet! Wie du hier gelebt, zu leben, Opfernd mich dir hinzugeben. 3) Was du hassest, will ich hassen, Ganz von dir mich leiten lassen; Alles, was du liebest, lieben, Nie mit Vorsaß dich betrüben. 4) Welt und Tand und alle Güter Eitler, sinnlicher Gemüther Sollen nie mein Herz bethören, Nie der Seele Ruhe stören. 5) Durch Gehorsam! den ich übe, Halt' ich fest an seiner Liebe, Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich Jesum nicht. 6) Jesus ist mein Trost, mein Leben, Ganz ist ihm mein Herz ergeben; Er ist meine Zuversicht; Meinen Jesum laß ich nicht. 7) Er nur kann die Wünsche stillen, Mein Verlangen mir erfüllen; Er verläßt die Seinen nicht, Und so laß ich Jesum nicht. 8) Dann wird er mit Himmelsfreude Dort belohnen, was ich leide; Dort schau ich sein Angesicht In des Himmels heiterm Licht. V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste. R. Dankbar sei ihnen unser Lob geweiht. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! dessen heilige Kirche das ehrwürdigste Geheimniß des Leibes und Blutes deines Sohnes heute mit wahrer Festlichkeit verehrt; laß uns dir für dieses wahrhaft göttliche Geschenk unsern ehrfurchtsvollsten Dank so herzlich darbringen, daß wir der beſeligenden Früchte seines siegreichen Todes würdig und theilhaftig werden; durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. R. Amen. 86 XX. Erstes Amt der heiligen Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. ( Die offene Schuld und der Psalm zur Austheilung des Weißwassers ist wie am Dreieinigkeitssonntage, Geite 74.) ( Vormesse.) 1) Hier soll, vom Weltgeräusche fern, Sich unser Herz gen Himmel schwingen. Erfüll' uns ganz o Geist des Herrn! Daß wir dein Lob voll Ehrfurcht singen. 2) 3um Kampfe mit der Leidenschaft Umgürt' uns mit des Glaubens Waffen! Rüst' uns mit Jesu hoher Kraft, Daß wir durch sie nur Gutes schaffen. 3) Dein ist des Feiertags Beginn; Damit er fromm mit dir sich ende, Befehlen wir mit Kindersinn Die Seele, Gott! in deine Hände. ( 2. Glor.) Die ganze Natur voll Ordnung und Pracht Verkündet des Emigen Ehre. Vor ihm ist das Licht der Sonne wie Nacht; Ihm jubeln der Seligen Chöre; Ihm ingen auch wir zum ewigen Lob, Jhm, der uns aus Nichts zum Dasein erhob. ( Gebet.) Wir bitten dich, o Gott! laß unsere Lebenstage unter dem Schußze deiner unendlichen weisen Vorſehung zu unserer Beseligung dahin fließen, und verleihe deiner heiligen Kirche den ungestörten Genuß, dich im Geiste und in der Wahrheit bis an das Ende der Zeiten anzubeten. Wir bitten dich darum durch denselben Jeſum Christum u. s. w. ( 3. Evang.) 1) Mit Nacht umzog das Heidenthum Der Menschheit Kleinod, Recht und Pflicht; Doch sieh, Gott sprach: ,, es werde Licht!" Da war das Evangelium. 2) Es ist ein Strahl von Gottes Glanz; Es hellt den Geist, und wärmt das Herz; In Wonne wandelt er den Schmerz, Uns zeigend einen ew'gen Kranz. 3) Seid ihm in Wort und Thaten treu; Tragt nicht in seinen Sonnenschein Des Truges Jrrwischlicht hinein; Liebt Gott und steht den Brüdern bei! ( 3. Predigt.) O Geist des Herrn! entzünd' in uns Den Wunsch, das Wort zu hören! Es ist der Leitſtern unsers Thuns; Voll Kraft, den Geist zu nähren. Regiere deines Priesters Mund, Es würdig zu verkünden; Er mache uns die Wege kund; Das hehre Ziel zu finden. 87 ( N. d. Predigt.) Dank, ewig Gütiger! sei dir Für deines Sohnes Lehren! Laß ihre Kraft sich für und für An Wort und That bewähren. Wie guter Same Früchte trägt; Laßt uns auch Früchte bringen, Bis die gewünschte Stunde schlägt, Dir ewig Dank zu singen. ( 3. Credo.) Laßt uns mit Herz und Mund befennen: Wir glauben einen Gott und Herrn." Laßt uns ihn dankbar Vater nennen; Er schüßt uns nah, er schützt uns fern. Er sandte seinen Sohn hernieder Zur Tilgung unsrer Sündenschuld; Wir wurden seines Leibes Glieder Durch seines Geistes Kraft und Huld. ( 3. Opferung.) 1) O Gott! unendlich reich, Wer ist an Lieb' und Macht dir gleich? Du spendest Leben, Wohl und Freude Durch's ganze Weltgebäude. 2) Wie arm, wie klein sind wir! Wie können Erdgeschöpfe dir Für jedes Glück, das sie empfingen, Ein würdig Opfer bringen? 3) O schau voll Huld herab! Wie Jesus dir sich ganz ergab, So sei dir aus des Herzens Fülle Geheiligt unser Wille. 4) Dein Segen schaff' ihn rein, Und weih' ihn für die Tugend ein, Daß wir nicht blos mit Wort und Mienen, Daß wir im Geist dir dienen. 5) Du weißt, was uns gebricht. Um Erdenschätze fleh'n wir nicht. Wir bau'n mit findlichem Gemüthe Auf deine Batergüte. ( 3. Präf.) Ich erhebe mein Herz und meinen Mund zu dir, ewiger, allgütiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen; denn du hast mich aus Nichts zum Dasein gerufen, schufst meinen Geist nach deinem Ebenbilde, fähig der seligen Unsterblichkeit, und sandtest deinen eingebornen Sohn, uns von der Knechtschaft der Sünde zu erretten und das Erbtheil des ewigen Lebens wieder zu erwerben; unterstüßest uns durch die Kraft deines heiligen Geistes, damit wir das durch deines Sohnes Lehre erkannte Gute zu vollbringen vermögen, und der ursprünglichen Bestimmung der seligen Unsterblichkeit theilhaftig werden. Gerührt durch diese unermeßliche Liebe und Güte, vereinige ich meine Stimme mit dem Lobgesange deiner 88 Engel und aller Heiligen im Himmel und auf Erden, und rufe einmüthig mit ihnen: Heilig, heilig u. s. w. ( 3. Sanctus.) 1) Heilig, heilig, heilig, Du, der sein wird, ist und war! Unsre Herzen sind dein Weihaltar. 2) Heilig, heilig, heilig! Ruft der ganze Schöpfungschor Hochentzückt zu dir, o Gott! empor. 3) Heilig, Menschen, heilig Werdet, eurem Vater gleich; Denn des Ew'gen Odem ist in euch. ( Nach der heiligen Wandlung.) Ich seh' am Kreuz dich hangen, Geliebter Gottessohn! Mit todesbleichen Wangen, Mit einer Dornentron'. O sieh! hier knie ich Armer! Mein Heil und Trost bist du! Owende, Allerbarmer! Mir deine Gnade zu. - ( N. d. V. U.) 1) Ehret Jesum, ehret ihn, Der uns erhob zu Gottes Kindern. Er brachte Trost verirrten Sündern, Hieß Heil aus Gräbern blüh'n. 2) Sein Herz war göttlich mild, Sein Lebenslauf der Tugend Spiegel, Sein Opfertod der Wahrheit Siegel; Er war ganz des Vaters Bild. 3) Bedeckt mit Hohn und Schmach, Verrathen von dem falschen Freunde, Bat er noch segnend für die Feinde, Bevor sein Auge brach. 4) Hinweg mit Neid und Groll! O sei'n wir alle rein von Lüsten, Durch gute Thaten wahre Christen, Von Jesu Liebe voll! 5) Dann schreckt der Tod uns nicht. Er nahet gleich dem Abendrothe, Und führt uns, wie ein Himmelsbote, Vor Gottes Angesicht. 6) Was noch kein Ohr gehört, Kein Blick geſeh'n, kein Herz empfunden, Wird dann dem Geist, der überwunden, In Ewigkeit gewährt. ( Gebet.) Du hast uns, Allgütiger! durch deinen eingebornen Sohn zur Erkenntniß der Wahrheit und zur wahren beseligenden Weisheit geführt! Erhalte nun durch deine Güte diese Erkenntniß in uns, und laß uns nie auf den verderblichen Weg des Un- und Aberglaubens gerathen, sondern gib uns, daß wir dich immer im Geiste 89 und in der Wahrheit anbeten, und dir mit ungetheiltem Herzen dienen, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Schlußges.) Laß dir das Opfer der Andacht gefallen, Das wir, o Gott! dir gebracht, Mehre die Liebe zum Guten in Allen! Weil sie dir ähnlicher macht. Führ' uns, o Herr! den Vollendeten gleich, Einst in dein Reich. XXI. Zweites Amt der heiligen Messe auf die Sonntage nach Pfingsten. Die offene Schuld. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! der du uns durch die Lehre deines Sohnes auf den Weg der Wahrheit und Tugend gesührt hast; wir bekennen dir am Fuße deines Thrones vor Maria, der seligsten Jungfrau und Mutter deines eingebornen Sohnes, vor den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, und allen deinen Heiligen, daß wir deine heiligen Vorschriften oft und auf mancherlei Weise wissentlich und unwissentlich übertreten, viel Böses begangen, viel Gutes versäumt, und uns dadurch deiner Gnade unwürdig gemacht und deine gerechte Strafe verdient haben. Wir erkennen unsere Strafbarkeit und bereuen es von ganzem Herzen, daß wir wider dich, als unsern unendlich gütigen Vater, wider unsern Nächsten, und das Heil unserer eigenen Seele gesündigt haben. Mit dem ernstlichen Vorsatze, unser Leben zu bessern, nehmen wir unsere Zuflucht zu deiner Barmherzigkeit, und rufen vertrauensvoll: Sei uns Sündern gnädig! Vergib uns unsere Schuld durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Psalm zur Austheilung des Weihwaffers Mach' uns, o Gott! nach deiner Güte Das Herz von aller Sünde rein, Und flöße liebreich dem Gemüthe Die Lust und Kraft zur Tugend ein; Dann werden wir uns glücklich preiſen, Im Heiligthum vor dir zu steh'n, 90 Und dich in frommen Lieder- Weisen Vereint durch Liebe zu erhöh'n. Dir, Vater! dir, o Sohn, sei Ehre! Und Ehre dir, o heil'ger Geist! Wie in der Schöpfung großer Sphäre Sie dir die Christenheit erweist. ( Vormesse.) 1) Versammelt hier im Heiligthume, Bringt dir, o Gott! die Christenschaar zu deines Namens Preis und Ruhme Gesang, Gebet und Opfer dar. Sieh' gnädig, Vater auf sie nieder, Erhör' ihr demuthsvolles Fleh'n. O laß den Sängern frommer Lieder Dein liebevolles Antlitz seh'n. 2) Du sahst des ersten Menschen Sünde, Versprachst und fandtest deinen Sohn, Damit dein Volk Errettung finde, Die Tugend den gehofften Lohn. Wend' auch auf uns die Gnadenblicke Nach deiner Huld und Vatertreu; Vergebend führe uns zurücke, Und schaffe unsre Herzen neu ( Zum Gloria.) 1) Anbetung sei dir, Herrlichster! Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist dir gleich, wer würdiger, Daß man ihm Ehre bringe? Du, dessen Macht unendlich ist, Bist auch allweise Liebe; Und ewig, wie du selber bist, Sind deines Wohlthuns Triebe! 2) Wie sollten wir, Herr! deinen Ruhm Nicht wonnevoll erheben? Und als dein Volk und Eigenthum Nicht dir zur Ehre leben? Kein Tag von unsrer Lebenszeit Soll Höchster! uns vergehen, An dem wir deine Herrlichkeit Nicht ehrfurchtsvoll erhöhen. ( Gebet.) O Gott! der du allein in einem unendlichen Grade besitzest, was nur immer vollkommen, schäzenswerth und liebenswürdig sein kann; wir bitten dich, läutre uns von übermäßiger Liebe zum Jrdischen, und entzünde in uns das Feuer deiner heiligen Liebe; damit wir einzig in dir, als dem höchsten Gute, unsre Zufriedenheit suchen, und unsre Seligkeit finden; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( Nach der Epistel.) Dein Wort, ich mag es lesen oder hören, wird mir durch seine weisheitsvollen Lehren, Mein Gott und Herr! zum seligsten Gewinn; Es leitet mich zur reinsten Tugend hin. 91 ( Nach dem Evangelium.) Gelobt seist du für deines Sohnes Lehren, Die unsern Geist für höh'res Leben nähren. Mach' unser Herz vom Trug des Frrthums frei, Damit das Wort in uns recht fruchtbar ſei. ( Nach der Predigt.) Dein Wort, o Herr! befeſtigt uns im Glauben: Laß uns nicht seinen Trost durch Sünde rauben. Wer es hier treu zu seiner Richtschnur macht, Dem strahlt sein Licht noch durch des Todes Nacht. ( Zum Credo.) Dreieinig, ew'ges Wesen! Gott! aller Dinge Grund! Dein Sohn, uns zu erlösen, Ward Mensch, starb und erstund. Er wird als Richter kommen, Wenn wir vom Grab' ersteh'n, Um uns mit seinen Frommen Im Himmel zu erhöh'n. ( 3ur Opferung.) 1) Am letzten Abendmahle, Die Nacht vor seinem Tod, Nahm Jesus dort im Saale, Gott dankend, Wein und Brod. Nehmt, sprach er, trinket, effet! Das ist mein Fleisch und Blut, Damit ihr nie vergesset, was meine Liebe thut." 2) Dann ging er hin, zu sterben, Mit liebevollem Sinn, Gab, Heil uns zu erwerben, Sich selbst zum Opfer hin. O laßt uns ihm ein Leben, Von jeder Sünde rein, Ein Herz, ihm ganz ergeben, 3um Dankesopfer weih'n. ( Zur Präfation.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, o Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen, daß du mich erschaffen und zur seligen Unsterblichkeit berufen hast durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn! der die Fülle deiner Herrlichkeit verließ, und die Knechtsgestalt annahm, uns von der Sünde zu erretten, und die Erbschaft ewiger Seligkeit wieder zu erwerben. Eben dieser Jesus Christus hat uns auch den verheißenen heiligen Geist gesendet, der uns zum Guten ermuntert, zur Tugend Kraft verleiht, in der Versuchung stärkt, und alles Gute in uns wirkt und schafft. Gerührt durch diese unermeßliche Liebe, Güte und Vatertreue, die uns bisher erhalten und so beseligend geleitet hat, rufen wir voll dankbarer Gesinnung in Vereinigung mit deinen Engeln und allen seligen Geistern: Heilig, heilig, heilig bist du, inser Herr und Gott!- Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt! Lob, Preis 92 und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( 3um Sanctus.) 1) Hochheilig bist du, unſer Gott! Hochheilig sei uns dein Gebot: Seid, menschen, gleich mir heilig!" Hochheilig bist du, Jesu Christ, Deß' Wort uns ewig heilig ist: Seid gleich dem Vater heilig!" 2) Ein heilig Volk, den Engeln gleich, zu stiften hier ein Gottesreich, Dazu bist du erschienen. Drum wollen wir auch immerhin mit reinem, unbeflecktem Sinn, In Heiligkeit dir dienen. - ( Nach der heiligen Wandlung.) Jesu! du mein Heil und Leben, Ach! am Kreuze blutend seh' Ich im Geiste dich hier schweben Auf der Schädelstätte Höh'! Lieber wolltest du erblassen, Als mich im Verderben lassen, wie dank ich, Jesu! dir Inniglich genug dafür? ( Das Vater Unser wird laut und nach den 7 Bitten abgesest gebetet;- nach demselben wieder gesungen.) 1) Du starbst für unsre Sünden, O Herr! am Kreuzes stamm! Laß uns auch Gnade finden, Du reines Gotteslamm! Hilf uns, wie du unschuldig, Von jeder Sünde rein, Sanftmüthig und geduldig, Und ganz dir ähnlich sein. 2) Gib, daß die Bahn der Leiden Wir frohen Muthes geh'n, Bis wir von hinnen scheiden, Und dich, o Herr! dort seh'n, Wo der Erlösten Heere Dir singen immerdar:„ Dem Lamm sei Ruhm und Ehre, das einst geschlachtet war." Beim Genuß des heil. Opfers. Kraft zum Guten, Trost im Leiden, Seelenruh, im Tode Muth, Ew'ges Leben, Himmelsfreuden, Mir zu schenken, floß dein Blut. Jesu, dir mein Herz zu geben, Ganz nur, Bester! dir zu leben, Willig einst zu sterben dir: Dieses sei mein Dank dafür. ( Gebet.) Gott! bei dem die Fülle aller Freuden, und zu dessen Rechten ewig liebliches Wesen ist, erwecke in uns den Eifer, täglich mehr nach eigener Vollkommenheit zu streben, und außer uns Segen zu ver 93 breiten; denn darin besteht, Allgütiger! deine höchſte Seligkeit, überall um dich her Wohlthun und Segen zu verbreiten; und dazu hilfsst auch du uns mit deinem mächtigen Arme, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir in dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Schlußgesang.) Im freudigen Gefühle Der künft'gen Seligkeit Naht unser Geist dem Ziele, Daß er sich besser freut, Bis er an Gottes Throne Jn jener bessern Welt Der treuen Kämpfer Krone Aus deiner Hand erhält. XXII. Das heilige Amt am Kirchweihsonntag. ( Vormesse.) 1) Wir freu'n uns dieser heil'gen Stätte; Sie ist, Allvater! dir geweiht! Wir seh'n an ihr die Morgenröthe Von deiner ew'gen Herrlichkeit. Du wohnest hier in unsrer Mitte; Der Frommen Herzen sind dein Thron: Erhöre hier der Kinder Bitte Durch Jesum Christum, deinen Sohn! 2) Der Tempel ist des Himmels Pforte; Dem Beter wird sie aufgethan. An diesem hier geweihten Orte Fleh'n wir dich drum voll Sehnsucht an. Da die Erbauung uns beisammen Dich stärker hier empfinden läßt, Begeh'n wir mit den reinsten Flammen Der Andacht heut' das Kirchweihfest. ( 3. Glor.) 1) Dich preisen laut der Engel Chöre, Die Kinder Gottes jauchzen drein; Dir jubeln alle Sternenheere, Das ganze Weltall stimmt mit ein. 2) Natur ist deiner Schönheit Spiegel, Dein Tempel deines Kleides Saum, Auf ihr strahlt deiner Liebe Siegel, Du füllst der ganzen Schöpfung Raum. 3) Dir, Vater! singen Engel- Chöre; Auch hier ſei dir Gesang geweiht; Wie schändlich, wenn der Christ nicht wäre Ein Herold deiner Herrlichkeit! ( Gebet.) O Gott! der du uns alle Jahre den Einweihungstag dieses deines Tempels erneuerst, und uns die Feier deiner heiligen Geheimnisse zu begehen würdigest; erhöre die Bitten deines Volkes, und gib, daß Alle, welche zur Erflehung deiner Wohlthaten in dieses Haus 94 kommen, dieſe erlangt zu haben sich freuen dürfen; durch unsern Herrn Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Ep.) 1) Dem Herrn gefiel der Juden Tempel, Bis er den Sohn geoffenbart Als Hohenpriester in dem Tempel, Von dem er selbst der Eckstein ward. 2) Laßt bauen uns auf diesem Grunde, Bis das Jerusalem erscheint, Wo uns Gott heilet jede Wunde, Wo alle Gott mit sich vereint. 3) Da reicht den Guten er die Kronen; Verkläret und von Leiden frei Macht alle er, die mit ihm wohnen, Und Erd' und Himmel werden neu. ( 3. Predigt.) Laß uns, o Herr! mit Ehrfurcht hören, Was deiner Kirche Diener spricht; Laß uns ergreifen deine Lehren Mit kindlich frommer Zuversicht. ( N. d. Pred.) Dank, Herr! für dieses Wort des Lebens, Das rein der Kirche Mund entquillt; Es sei die Richtschnur meines Strebens Auf Pfaden, welche Nacht umhüllt. ( 3. Credo.) Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, Der mich erschuf, ernährt, erhält; Damit ich gut und selig werde, Kam selbst dein Sohn in diese Welt; Gib, daß ich dich stets mehr erkenne, Mich deiner Macht und Güte freu', Dich findlich meinen Vater nenne, Ein Tempel deines Geistes sei. ( 3. Opferung.) 1) Für uns empfingst du Kreuz und Leiden, Für uns verging dein Geist im Schmerz; Drum opfern wir dir, Herr! mit Freuden Ein findlich dankerfülltes Herz. 2) Dir baute hier aus reinstem Triebe Dein Volk, o Herr! dies Heiligthum; Da glüh' in uns die rein Liebe, O Heiligster! zu deinem Nuhm. ( 3. Präf) Mit dem lebhaftesten Gefühle der Liebe und Freude erheb' ich mein Herz zu dir, o Gott! dich am Gedächtnißtage der Einweihung dieses Tempels dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Ich freue mich herzlich die ses Tempels; denn hier vernehmen wir deine Anbetungswürdigkeit, deine Allmacht, Weisheit und Güte. Hier werden wir zur Tugend und Frömmigkeit ermuntert, im Glauben gestärkt, im Leiden getröstet und mit Muth 95 gegen die Schrecknisse des Todes erfüllt. Hier wird uns Vergebung der Sünde durch Taufe und Buße und die Nahrung seliger Unsterblichkeit im Leibe des Herrn gereicht. Noch singen wir in diesem Tempel, von deiner Liebe gerührt, Lob- und Dankeslieder. Noch ergießen wir unsere frommen Gefühle in vereinigtem Gebete, und nehmen an den Lobgesängen der Engel und aller Heiligen Antheil. Vereint mit ihnen rufen wir schon jetzt: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Heilig, heilig, heilig! Der du in den Himmeln thronst, Und in diesem Tempel wohnſt; Unaussprechlich heilig! 2) Heilig, heilig heilig! Preisen wir dich hier, o Herr! Dich, der Welt Begnadiger! Unaussprechlich heilig! ( Nach der heiligen Wandlung.). 1) Daß wir nach dir verwandelt würden! Dies ist's, worauf dein Lehramt drang. Dann drückten uns der Sünde Bürden Nicht mehr auf diesem Pilgergang. 2) Der ganz mit dir sich hat vereinet, Den lockt nicht mehr der Reiz der Welt. Er trägt mit Muth dein Kreuz und weinet Nur dann, wenn er aus Schwachheit fällt. ( N. d. V. U.) Du starbst für uns am Kreuzesstamm, Du tilgtest unsre Sünden. O Jesus! wahres Gotteslamm! Laß uns Erbarmung finden! Vergebend öffne sich dein Herz! Vollende deine Liebe! O läutre durch der Reue Schmerz Der Sinne dunkle Triebe. ( Zur Commun.) 1) Dem schwachen Kämpfer hier auf Erden Willst du zum Siege Stärkung werden, Und gibst dich selbst zur Speise hin. Durch heißes, innigstes Verlangen, Das Brod des Lebens zu empfangen, Entflamm', o Jesu! unsern Sinn. 2) In frommer Eintracht wahrer Brüder Soll uns, als eines Leibes Glieder, Vereinigt durch dein Liebesmahl, Das Himmelsbrod zur Tugend stärken; Damit wir, reich an guten Werken, Einst mehren deiner Sel'= gen Zahl. ( Gebet.) Laß uns nie aus diesem Tempel zurück 96 kehren, Allgütiger; ohne den frommen Entschluß gefaßt zu haben, durch treue Erfüllung unserer Berufspflichten täglich würdigere Glieder deiner heiligen Kirche zu werden. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. ( Schlußges.) Stets will ich, Vater! mit den Brüdern In deinen Tempel freudig geh'n! Und deine Lieb' in heil'gen Liedern Dankbar und demuthsvoll erhöh'n, Bis die gewünschte Stund' erscheint, Die ewig mich mit dir vereint. XXIII. Das heilige Amt an den Festtagen der ſeligsten Jungfrau Maria, Mutter unsers Herrn J. Chr. 1) Vormesse) 1) Maria würdig zu verehren, Von Liebe zu dem Sohn beseelt, Den sie als Jungfrau zu gebären Von dir, o Gott! ward auserwählt; Versam meln wir uns vor den Stufen Des Thrones deiner Majestät: Erhöre deiner Kinder Rufen, Für die zu dir Maria fleht. 2) Schenk' uns Vergebung unsrer Sünden Nach deiner Lieb' und Vatertreu, Damit das Lob, das wir verkünden, Dir, Heiligster! gefällig sei. Gib uns ein Vorgefühl der Freuden, Die einst dein Himmel dem ge währt, Der hier dich stets im Glück und Leiden, So findlich wie Maria ehrt. ( 3. Glor.) Lieblich aus Mariens Munde Tönte, Gott! dein hohes Lob, Wenn sich in der Andachtstunde Ihr Gemüth zu dir erhob. Laß dir heut' ein Lied ge fallen, Das Maria selig preist, Die uns, auserwählt vor Allen, Mutter deines Sohnes heißt. ( Gebet für alle Festtage Mariä.) Allmächtiger, barmherziger Gott! verleihe, daß wir als wahre Verehrer der seligsten Jungfrau, der Mutter unsers Herrn und Erlösers, durch Nachahmung ihres tugendhaften Lebenswandels deiner Gnade und ihrer Fürbitte würdig sein mögen, und dereinst mit ihr an deiner Herrlichkeit Theil nehmen, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heil. Geiste u. f. w. 97 ( Nach der Epistel.) ( 1. An den Festtagen Mariä überhaupt.) Wer wollte sie nicht herzlich lieben, Die Jesus selbst so sehr geliebt? Sich nicht im Guten standhaft üben, Wie sich Maria hier geübt? Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn Zu dir, der Tugend Königin. ( 2. An Maria Empfängniß und Opferung.) Wir rufen aus des Herzens Fülle: Wie reich an Tugenden warst du! Ein Engel in der Menschenhülle, Voll Unschuld und voll Seelenruh. Mit Rührung neigt sich unser Sinn Zu dir, o Makellose! hin. ( 3. An Mariä Geburt.) Du, Heiligste! begannſt das Leben In frommer Eingezogenheit; Ein mildes Herz ward dir gegeben, und himmlische Zufriedenheit. Voll Liebe neigt sich unser Sinn 3ft dir, o Gottes Lieblingin! ( 4. An Mariä Verkünd. und Heimsuch.) Wer wollte dich nicht herzlich ehren, Die du empfingst den Heiligsten; Die, ihn als Jungfrau zu gebären, Von Gottes Huld warst auserseh'n? Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn zu dir, der Jungfrau'n Zierde, hin. ( 5. An Mariä Lichtmeß.) Nach des Propheten heil'ger Sage Wird jenes Opfer heut' gescheh'n, Daß sich im Anbeginn der Tage Der Herr zur Sühnung auserseh'n. Maria gibt mit frommem Sinn Jhr Kind zu diesem Opfer hin. ( 6. Am Gedächtnißtage der Leiden Mariä.) Voll Glauben sahst du ohne Zagen Auf deines Lebens Dornenbahn. Du sprachst in deinen Schmerzenstagen: „ Was Gott thut, das ist wohlgethan." Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn Zu dir, erhab'ne Dulderin! ( 7. An Mariä Himmelfahrt.) Hellglänzend, wie des Himmels Sonne, Stehst du, umringt von Seligkeit, und blickst herab mit Mutterwonne Auf jedes Herz voll Frömmigkeit. Hochpreisend schwingt sich unser Sinn 3u dir, du hehre Siegerin! ( 3um Credo.) 1) Ich glaub' an Gott, An Gott, den Schöpfer aller Wesen; An Jesum Christum, seinen Sohn. Er kam herab, uns zu erlösen, Von seines Vaters ew'gem Thron. 2) Die Reineste, die ihu empfangen und geboren, Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 5 98 Ihm ihre Tage treu geweiht, Hat er zur Herrlichſten erforen Im Reiche seiner Herrlichkeit. 3) Auch unser Geist Schaut hin in jenes sel'ge Leben, Aus dem uns deine Mutter winkt. Du wirst ihn, Herr, zu dir erheben, Wenn er der Hülle sich entschwingt. ( Zur Opferung.) 1) Dein bin ich, Herr! dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben. Wie einst Maria will auch ich zu dir mich fromm erheben. Von ihrer Tage Anbeginn Gab sie sich Gott zum Opfer hin. 2) Hilf du, o Herr und Heiland! mir, Den Vorsatz auszuüben: Dich treu wie deine Mutter hier Zu ehren und zu lieben; Damit, wenn einst mein Auge bricht, mir leuchte deiner Gnade Licht. ( 3. Präf.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, heiligster Gott, allmächtiger Vater! dich dankbar zu loben und zu preisen an dem Gedächtnißtage der Empfängniß( Geburt, Verkündigung u. s. w.) Mariens, der seligsten Jungfrau und freuen Mutter deines Sohnes, welche durch iht tugendvolles, heiliges Leben uns zum Vorbilde der Nachahmung geworden ist, und nun im Besitze ewiger Seligkeit, geschmückt mit der Krone der Tugend, die Zahl der Auserwählten als Königin verherrlichet. Deswegen singen wir mit allen Engeln und Heiligen, mit allen Chören der seligen Geister: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig, Bist du, unser Gott und Herr! Ewig Unerforschlicher! Unaussprechlich heilig! 2) Heilig, heilig heilig! Unaussprechlich heilig! Du, der sein wird, ist und war, Den Maria uns gebar, Unaussprechlich heilig! 3) Heilig, heilig heilig! Unaussprechlich heilig Bist du, Geist des Höchsten Kraft, Die uns Menschen Heil verschafft, Unaussprechlich heilig! ( Nach der heiligen Wandlung.) Jesus ist uns hier zugegen, Der für uns am Kreuze starb; Er, der Völker Heil und Segen, Der uns Se ligkeit erwarb. Laßt ihm unsere Kniee beugen, Unser Haupt zur Erde neigen, Unsre Herzen dankbar weih'n, Šeiner ewig uns erfreu'n! 99 ( 3. d. V. U.) Des Höchsten Sohn in unsrer Mitte, O melche unermesf'ne Huld! Er höret seiner Mutter Bitte, Vergibt uns unsre Sündenschuld. Wenn wir nach ihrem Beispiel handeln, In unserm Thun auf ihn nur seh'n, Füran auf seine Wege wandeln, Wird uns auch Himmelsluft einst weh'n. ( 3. Commun.) 1) Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist; Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts vom Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2) Wenn ich ihn nur habe, Laß ich Alles gern, Folg' an meinem Wanderstabe Wie Maria treu dem Herrn; Gehe seine Wege, Bis ich mich zur Grabesruhe lege. 3) Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt; Seligkeit ist seine Gabe, Selig, wer an ihn sich hält; Tief versenkt im Schauen Wird mir vor dem Tode niemals grauen. ( Gebet für alle Festtage Mariä.) Laß, o Gott! dir unsere Verehrung in der seligsten Jungfrau Maria, Mutter deines eingebornen Sohnes, gefallen, und verleihe uns die Gnade, ihrem heiligen Vorbilde immer ähnlicher zu werden, damit wir ihrer Fürbitte würdig seien, und jederzeit dasjenige erlangen, was uns zum Heile der Seele und des Leibes gedeihlich ist; durch denselben Jesum Christum 2c. ( Schlußges.) Ermuntert durch das Angedenken An deines Lebens Heiligkeit, Sind wir, das Herz zu Gott zu lenken, Wie du, Maria! stets bereit. Erfleh' uns deines Sohnes Segen, Daß wir, wie du, auf seinen Wegen Einst gehn in seine Herrlichkeit. Anhang. Zur Prozession an Mariä Lichtmeß. Zur Weibung der Kerzen. 1) Reinste Jungfrau! Gottes Willen Treu der Vorschrift zu erfüllen, Stellst du dich den Priestern dar, Opferst Jesum am Altar. 2) Demuthsvoll, gleich andern Frauen, Opferst du, und dein Vertrauen Lohnet Gott im Tempel schon Durch den frommen Simeon. 100 ( 3ur Prozession.) 1) Gott erfüllt, was er verspricht; Länger säumt die Hilfe nicht. Freudig, wie beim Sieg ein Held, Wird der Sohn das Lösegeld. 2) Sohn, der uns verheißen war, Den die Jungfrau uns gebar; Sei willkommen deiner Welt, Welche Heil durch dich erhält. 3) O wie herrlich glänzte nicht Dort im Tempel heut dein Licht! Wen erleuchtest du nicht gern, Ebenbild und Glanz des Herrn! 4) Ach! du hast uns, Herr! so lieb; So erleucht uns denn und gib Jedem Kraft, daß er dir treu, Gläubig, fromm und heilig ſei. 5) Fröhlich rühme, wer ein Christ, Wer erkauft zum Leben ist, Den, der groß von Rath und That, Uns vom Tod erlöset hat. 6) Lob sei dir, du kommst herab, Lob dem Vater, der dich gab! Lob dem Geist, der dich verklärt Und dein Licht, o Herr! gewährt! V. Unsere Augen haben den Heiland gesehen! R. Das Licht zur Erleuchtung aller Völker! Lasset uns beten. O Gott! von deinem heiligen Geiste erleuchtet, nahm heute Simeon deinen Eingebornen auf seine Arme, und pries ihn als das Licht aller Völker. Verleih' auch uns, daß wir seine heilbringende Lehre immer für das wahre Licht erkennen, das unsern Verstand erhellet, und unser Herz zur Tugend erwärmt, und gib uns die Gnade, in diesem Lichte zu wandeln, bis wir zum Wohnsitze der Herrlichkeit gelangen; durch denselben Jesum Chriſtum, deinen Sohn unsern Herrn. R. Amen. XXIV. Das heilige Amt am Feste eines oder einer Heiligen. ( Vormesse.) 1) Ueber Gräbern wohnet Friede, Ueber Sternen findest du, Von der Last des Tages müde, Frommer Pilger!( Fromme Pilg'rin!) ew'ge Ruh. Sieger!( Sieg'rin!) dort vor Gottes Thron Erndtest du der Tugend Lohn! Alle Thränen, alle Leiden Wandeln sich in Himmelsfreuden. 2) Wer für Gott in Weisheit lebte, O! der stirbt im Grabe nicht; Wer nach Recht und Tugend strebte, Steigt empor von Licht zu Licht. Schein und Erdentand vergeht, Aber ewig fest besteht, Was wir Gutes fühlten, dachten, Und für jene Welt vollbrachten. 3) Blicke von des Himmels Höhen, Seliger!( Se lige!) auf uns herab! Hilf uns Gott um Gnade flehen, 101 Die er dir so reichlich gab. Nur durch sie vermögen wir, So wie du, o Heil'ger!( Heil'ge!) hier, Welt und Hölle zu bezwingen, Siegespalmen zu erringen. ( 3. Glor.) Dir jubeln der Heiligen Chöre! Dir singen hienieden zur Ehre Wir deine Erlösten, o Gott! Dein, Herr! ist die Macht und die Stärke, Du heiligest unsere Werke, Wir wandeln nach deinem Gebot. ( Gebet.) Wir bitten dich, o Gott! laß das Andenken des( der) heiligen N. so wirksam in unsern Herzen sein, daß wir uns bestreben, seinem( ihrem) schönen Tugendbeispiele nachzukommen, und eben derselben Seligkeit würdig und theilhaftig zu werden, die er( sie) an dem Wohnorte deiner Auserwählten in unermeßlicher Fülle zum Lohne seiner( ihrer) Glaubenstreue und heiligen Wandels ewig bei dir genießt. Der du mit dem Sohne u. s. w. ( Am Feste des heiligen Erzmärt. Stephan.) Wir bitten dich, o Herr! Verleihe uns, dem nachzuahmen, den wir verehren; damit wir auch unsere Feinde lieben lernen, da wir das Andenken desjenigen feiern, der auch für seine Verfolger flehte zu Jesu Christo, deinem Sohne, der mit dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Am Feste des heil. Joseph.) OHerr! nimm und erhalte uns unter deiner steten Obhut: der du deinem eingebornen Sohne den seligen Joseph zum Nährvater, und eben diesen zum Beschützer seiner jungfräulichen Mutter gegeben hast; der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Nach der Epistel.) ( 1. Am Gedächtnißtage eines oder mehrerer heil. Märtyrer.) 1) Unter der Verfolger Peinen Bebten Christi Zeugen nie; Seine Lehren zu verneiKen 3wang nicht Drohn', nicht Folter sie. Mit des Glaubens Heldenmuth Haben sie ihr edles Blut Freudig für sie hingegeben, Ewig, Christus! dir zu leben! 2) Herr! du hast mit Kraft von oben Sie( Jhn) zum Kampfe stark gemacht, Sie( Jhn) zu deinem Thron erhoben, Wo kein Feind mehr ihrer( seiner) lacht. Hilf uns, Christus! hilf uns hier, Gläubig fleht das Herz 102 zu dir: ,, Hilf auch uns den Kampf bestehen, Gib uns Sieg von deinen Höhen!" ( 2. Am Feste eines heil. Kirchenpatrons oder mehrerer Heiligen überhaupt.) 1) Selig ist, wer seine Sünde Wehmuthsvoll vor Gott bereut, nd damit er Gnade finde, Sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeih'n, Und zum Guten Kraft verleih'n: Ja, er soll schon hier auf Erden, Und auch dort getröstet werden! 2) Selig, wer in Demuth lebet, Seiner Schwachheit nie vergißt; Nie sich selbst mit Stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreu'n, Und das Himmelreich ist sein. Selig sind, die Demuth üben; Gott wird sie als Kinder lieben. 3) Selig ist, wer Sanftmuth übet, Seinem Feinde niemals flucht; Alle Menschen herzlich liebet, Nie sich selbst zu rächen sucht; Ruhig seine Pflicht vollbringt, Und sein eigen Herz bezwingt; Denn Gott segnet seine Freunde; Schande trifft einst seine Feinde. 4) Selig! die mit Ernst verlangen, Gut gesinnt und fromm zu sein; Treu und fest am Glauben hangen, Und sich ganz der Tugend weih'n; Deren Herz nichts mehr begehrt, Als was Gottes Reich vermehrt; Gott wird ihren Wunsch erfüllen, Ihre fromme Sehnsucht stillen. 5) Selig, wer der Noth des Armen Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichem Erbarmen Wohl zu thun sich froh bemüht; Und wenn er um Hilfe weint, Jhm mit Hilf und Trost erscheint; Hilfe wird auch er empfangen, Und Barmherzigkeit erlangen. 6) Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, keusch und rein zu sein, Die der Wollust Netze fliehen, Und der Heiligkeit sich weih'n! Die der Lockung dieſer Welt, Dem, was nur dem Fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden Gottes Antlitz sehen! 7) Selig, wer im Frieden lebet, Wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, Und wenn Feindschaft, Haß und Streit Seiner Brüder Glück zerstört, Sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, Werden Kinder Gottes heißen. 8) Selig, die mit gutem Willen Leiden, und sich 103 dessen freu'n; Standhaft ihre Pflicht erfüllen, Und der Tugend Müh' nicht scheu'n! Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre Treu' Einst mit Wonn' und Siegeskronen Auf das Herrlichste belohnen. 9) Glücklich, wer zu Gottes Frieden Selig eingegangen ist, Wo der Labekelch den Müden Alle Lebensnoth versüßt! Fromme Dulder, hoch und hehr! Dort fließt feine Thräne mehr! Laßt uns dulden, laßt uns leiden! Denn bei Gott blüh'n reine Freuden. ( 3. Credo.) In der Heiligen Gemüthe Wurzelte des Glaubens Macht, Trieb der Tugend schönste Blüthe, Die des Friedens Heil gebracht. Also werd' auch unser Leben Aechten Glaubens Widerschein; Thaten sollen Zeugniß geben, Früchte unsers Glaubens sein. ( 3. Opferung.) 1) Die schönste Opfergabe Weiht dir der Heil'gen Schaar. Sich selbst mit aller Habe Bracht' ihr Gemüth dir dar. Der Strahl von ew'gen Freuden Entflammte ihren Muth, Für dich, o Herr! zu leiden, Für dich floß selbst ihr Blut. 2) Berufen sind mit Allen Zur Heiligkeit auch wir. O möchten wir gefallen, Wie deine Heil'gen dir! Ihr Beispiel soll uns Spiegel Im Kampf des Lebens sein; Zu dir leih' es uns Flügel, In dem sie jetzt sich freu'n. ( 3. Präf. an den Festtagen der Heiligen überhaupt.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, Allheiliger! dich an dem Gedächtnißtage des( der) heiligen N. N. dankbar zu loben und zu preisen. Groß ist deine Herrlichkeit in den Versammlungen deiner Heiligen. Du frönst ihre Verdienste mit göttlicher Liebe ,, mit nie versiegbarer Seligkeit. Du gibst uns an ihrem Wandel ein Vorbild, an ihrer Gemeinschaft einen beseligenden Umgang, und auf ihre Fürsprache deinen Gnadenbeistand. Du forderst uns durch deine heiligen Bekenner( Blutzeugen) auf, den bevorstehenden Kampf gegen Sünde und Welt standhaft zu kämpfen, und mit ihnen die unverwelkliche Krone der ewigen Herrlichkeit zu erringen. Gerührt von dieser unermeßlichen Güte vereinige ich meine Stimme mit deinen Heiligen und allen Bewohnern des Himmels. Ich rufe mit ihnen: Heilig 2c. 104 ( 3. Präf. a m Gedächtnißtage eines Apostels, Evangelisten oder Kirchenvorstehers.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, allmächtiger, ewig gütiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn, den du uns zum Hirten und Oberhaupte mit aller Fülle des göttlichen Segens vorgesetzt hast! der die Apostel zur Fortpflanzung seiner heilbringenden Lehre in alle Welt gesendet, und sie bevollmächtiget hat, Hirten und Lehrer zu setzen, die noch jetzt die beseligende Anstalt seines Erlösungswerkes fortpflanzen, und alle, die ihre Stimme gläubig hören, zum Wohnsitze deiner ewigen Seligkeit führen. Gerührt durch diese unendliche Güte und Liebe, rufen wir mit allen Engeln und allen Heiligen im Himmel und auf Erden: Heilig 2c. ( 3. Sanct.) heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich heilig, Bist du, Vater, Sohn und Geist, Du, den Erd' und Himmel preist, Unaussprechlich heilig! ( 3. Canon.) 1) In Geist und Wahrheit Gott verehren, Sich ganz der Tugend weih'n; Das Wohl der Menschen freudig mehren, Nur dies heißt heilig sein. 2) Mehr ist des Geistes inn're Zierde, Als Ehre, Macht und Geld; Es bleibt der Tugend schönste Würde, Zerfiel auch rings die Welt! ( Nach der heiligen Wandlung.) 1) Uns zum Himmel zu erheben, Stiegst du, Herr! zum Staub herab; Gabst für uns dein theures Leben, Sankst für unser Heil in's Grab. 2) Ach, kein Mensch, kein Engel, keiner Kann dir gleich an Liebe sein! Dankbar freut mein Herz sich deiner; Wärest du doch ewig mein! ( N. d. V. U.) 1) Ich soll nicht bloß für diese Erde leben, 31 den Verklärten soll ich mich erheben Und ew'ge Güter sind mein Loos. 2) Drum laß mich nicht nach eitlen Dingen trachten, Laß weislich mich die Sinnenlust verachten, Die mei ner Wohlfahrt widerspricht. 3) Gib, Herr! den Heil'gen nachzuleben Mir deine Kraft! laß eifrig mich bestreben, zu dämpfen jede Leidenschaft! 105 4) Der Tugend Werth laß immer mich empfinden, Und jede Lust zur Sünde überwinden, Und alles, was sie reizt und nährt! ( 3. Commun.) 1) Mein Herz erinnert dieses Brod des Lebens An deine Leiden, deine Todespein. Die Heiligen, die dir ihr Leben weih'n, Sind mir ein leuchtend Vorbild meines Strebens Nach Heiligkeit, wie es dein Wille ist, Der du in Brodsgestalt zugegen bist. 2) Dir, Gottmensch, will ich mich zum Dienste weihen, Stets thun, was dir, Erlöser! wohlgefällt, Nicht achten auf die eitle Lust der Welt, Nicht auf der Sünde süße Schmeicheleien. Herr! stärke du mit deinem Beistand mich; Denn nichts vermag ich Schwacher ohne dich! 3) Jm Streite hilf mir siegreich überwinden; Verlaß mich, Gott! in der Versuchung nicht. O stärke mich zur Uebung jeder Pflicht; Bewahre mich vor Rückfall in die Sünden! Damit dereinst dich mein verklärter Geist Mit deinen Heil'gen ewig, ewig preist. ( Gebet an Festtagen der heil. Märtyrer.) Du verwandelst, o Herr! die Leiden deiner Frommen jenſeits des Grabes in den Genuß ewiger Freuden. Laß uns daher in dem Leiden ausharren und gereinigt werden, damit auch wir einst würdig seien, an deiner Herrlichkeit Theil zu nehmen; der du lebst und regierst von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. ( Gebet an den Festtagen eines oder mehrerer Heiligen.) Du, o Gott! bist die Krone und der große Lohn der Heiligen, die hier auf Erden voll des lebendigen Glaubens waren, und nun dich von Angesicht zu Angesicht schauen. Du läsfest fie die Früchte ihrer Liebe und Treue in unaussprechlicher Seligkeit genießen. Auch wir verlangen nach den Wohnungen deiner Herrlichkeit. Verhilf uns zu denselben; wir bitten dich durch Jesum Christum deinen Sohn u. s. w. ( Gebet an den Festtagen der heilig. Apostel, Evangelisten, Päpste und Kirchenlehrer.) Verleih, o Gott! wir bitten dich, daß wir in den Lehren und Arbeiten der heiligen Apostel( Vorsteher deiner heiligen Kirche) jederzeit das geheimnißreiche Werk deines heiligen Geistes erkennen und anbeten, uns die Erwägung der 106 selben zu Nuzen machen, und dadurch der Herrlichkeit theilhaftig werden, die du uns bereitet hast durch Jeſum Christum u. s. w. ( Gebet am Festtage aller Heiligen.) Deine Heiligen, o Herr! haben dich hier in Worten und Werken bekannt, und für ihre Leiden ewige Freuden erworben. Verleih, wir bitten dich, o Gott! daß wir nach ihrem Beispiele in aller Demuth und Liebe, in Gerechtigkeit und Heiligkeit dir dienen und so mit ihnen des ewigen Lebens theilhaftig werden mögen, durch Jeſum Christum u. s. w. ( Gebet am Feste des heil. Erzm. Stephan.) Allmächtiger Gott! durch die Geburt deines eingebornen Sohnes haben wir die Kind- und Erbschaft des ewigen Lebens erlangt: verleih uns nun auf die Fürbitte des heiligen Erzmärtyrers Stephanus, daß wir derselben gleich ihm theilhaftig werden; durch Jesum Chriftum u. s. w. ( Gebet am Festtage des heil. Evangelisten Johannes.) O Gott! dein ist die Kraft, von dir kommt alles, was wahrhaft gut ist. So laß uns denn die Liebe zu dir in uns so lebendig werden, wie sie es in dem Herzen dieses geliebten Jüngers Johannes war; damit wir auch gleich ihm würdig seien, an deiner Herrlichkeit Theil zu nehmen u. s. w. ( Gebet am Fest des heiligen Joseph.) Laß, o Gott! das tugendreiche Leben des heiligen Joseph immerdar wie ein helles Licht uns voranleuchten, damit wir gleich ihm ein gottesfürchtiges Leben führen und ein sanftes jeliges Ende nehmen; durch Jesum Christum u. s. w. ( Schlußges.) Stärk' uns, o Herr! im Streben Nach deinem ew'gen Reich! Es werde unser Leben Dem deiner Heil'gen gleich, Daß wir am Urtheilstage Vor deinem Spruch besteh'n, Und frei von Schmerz und Klage Dein heil'ges Antlitz seh'n. XXV. Das heilige Amt an Apostelfesten. ( Vormesse. 1) Lob euch von uns im Erdenthal! Ihr Erben hehrer Freuden, Ihr treuen Freunde unsers 107 Herrn! Gefährten seiner Leiden! Wir sehen euch verherrlichet An eures Jesu Seite; Erflehet, edle Sieger! uns Auch euren muth zum Streite Für Tugend und für Gott. 2) Jhr wandeltet die Tugendbahn Mit ächtem Heldenmuthe; Ihr trugt die Palmen himmelan Besprengt mit eurem Blute. Dies soll uns heil'ger Antrieb sein Stets würdig euch zu preisen; Durch Wort und That vor aller Welt Den Glauben zu beweisen Den ihr verfündigtet. ( 3. Glor.) Dir erschallt vom Erdenrunde, Heiligster! aus Herz und Munde Aller Christen Dank und Ruhm; Der Apostel heil'ge Lehre Gründete zu deiner Ehre, Uns zum Heil das Christenthum. ( Gebet am Feste der heil. Apostel Petrus und Paulus.) O Gott! der du den heutigen Tag durch den Martertod deiner Apostel Petrus und Paulus geheiliget hast; verleihe deiner Kirche die Gnade und Stärke, daß sie in allen Stücken die Lehre treu befolge, durch welche deine heilige Religion ihren gesegneten Anfang genommen hat; durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet am Feste des heil. Evangelisten Johannes.) Laß, o Herr! durch das Licht der reinen Lehre, welche dein geliebter Jünger Johannes verkündigte, unsere Herzen zu derjenigen Liebe entflammt werden, womit er dir bis zum Tode so treu ergeben war; damit wir mit ihm im Genusse deiner Liebe ewig leben mögen; der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Gebet am Feste des heil. Evangelisten Markus.) O Gott! der du den heiligen Evangelisten Markus durch die Gnade des evangelischen Predigtamtes verherrlichet hast, verleihe auf unser Flehen, daß wir nicht nur allezeit an christlicher Vollkommenheit durch seinen Unterricht zunehmen, sondern auch die Kraft seiner Fürbitte an uns empfinden mögen, durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet an einem Aposteltage überhaupt.) O Gott! der du uns mit dem Andenken des heiligen Apostels N. erfreuest, wir bitten dich: verleihe, daß wir jederzeit an seiner Lehre uns erbauen, und nach seinem Beispiele wandeln, um derselben Seligkeit theilhaftig zu 108 werden, die er sich durch Lehre und That erworben, und durch das Verdienst seines Sohnes von dir, Allgütiger! erhalten hat: der du lebst u. s. w. ( N. d. Epist.) 1) Jhr theuern Freunde unsers Herrn! Von seinem Geist entzündet, Habt ihr den Völkern nah und fern Sein theures Wort verkündet! Es schwand des alten Irrthums Nacht, Zerstöret war des Lasters Macht, Und Heil und Segen blühten. 2) Noch danert dieser Segen fort, Noch hat der Herr Verehrer, Noch jetzt erschallt an uns sein Wort, Noch jetzt schickt er uns Lehrer, Die uns an der Apostel Statt Mit Kraft und Macht, mit Wort und That Den Pfad des Heiles führen. ( 3. Credo.) Jm Glauben Gott zu schauen, Nach der Apostel Unterricht, Jhm findlich zu vertrauen, Sei unsers Herzens erste Psticht. Er hat den Sohn gegeben Voll Huld zu aller Menschen Heil. Durch ihn wird ew'ges Leben Dem treuen Kämpfer einst zu Theil. ( 3. Opferung.) 1) Wer den Aposteln nachzuahmen Des Kreuzes Bürd' in Sanftmuth trägt, Wer dann sein Herz in Jesu Namen Auf den Altar als Opfer legt, Auf jede Freude gern verzichtet, Wenn Gottes Wille sie verbeut, Das Aug' zum Himmel stets gerichtet, Der bringt das schönste Opfer heut. 2) Erbarmer! segne unser Streben, Gin solches Opfer dir zu weih'n; Wie die Apostel dir zu leben, Wie sie uns deiner zu erfreu'n! Laß uns mit kindlichem Vertrauen Auf dich, o Dulder ohne Schuld! In allen unsern Nöthen schauen, Wie sie ausharrend in Geduld. ( 3. Präf.) Jch erhebe nun mein Herz zu dir, allmächtiger, ewig gütiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, den du uns zum Hirten und Oberhaupte mit aller Fülle des göttlichen Segens vorgesetzt hast; der die Apostel zur Fortpflanzung seiner heilbringenden Lehre in alle Welt gesendet, und sie bevollmächtiget hat, Hirten und Lehrer zu setzen, die noch jetzt die bejeligende Anstalt seines Erlösungswerkes fortpflanzen, und alle, die ihre Stimme gläubig hören, zum Wohnsizze deiner ewigen Seligkeit führen. Gerührt durch diese unendliche Güte und Liebe 109 rufen wir mit allen Engeln und allen Heiligen im Himmel und auf Erden! Heilig u. f. w. ( Das Sanctus nebst den übrigen Gesängen und Gebeten werde aus der vorhergehenden heiligen Messe Seite 104 genommen.) XXVI. Das heilige Amt der Messe am Feste Aller: heiligen. ( Vormesse.) 1) Auf, Christen! mit heiligem, hohem Entzücken Laßt uns in den offenen Himmel heut blicken: O schauet der Heiligen glänzende Schaar, Die sterblich, wie Menschen, auf Erden einst war. 2) In himmlischer Schönheit, viel heller als Sonnen, Auf ewig dem Jammer des Erdthals entronnen, Umgeben sie jubelnd des Ewigen Thron, Genießen der Heiligkeit seligen Lohn. 3) Genießet in Frieden, nach Trübsal und Leiden, Ihr Heiligen Gottes! die himmlischen Freuden, Doch denfet bei eurem so herrlichen Glück An eure noch streitenden Brüder zurück. ( 3. Glor.) Dir jubeln der Heiligen Chöre, Dir singen hienieden zur Ehre Wir deine Erlösten, o Gott! Dein, Herr! ist die Macht und die Stärke. Du heiligest unsere Werke, Wir wandeln nach deinem Gebot. ( Gebet.) Allmächtiger, ewiger Gott! du läsfeſt uns die Verdienste aller deiner Heiligen an einem Tage feierlich verehren; wir bitten dich, sich auf die Fürbitte der großen Schaar deiner Auserwählten, und verleih' uns, daß wir an Tugend und Gnade bei dir immer mehr zunehmen; durch Jesum Christum u. s. w. ( Nach der Epistel und alles llebrige ist wie in der heil. Festmesse S. 101.) XXVII. Das hl. Amt zur Verehrung der hl. Engel. ( Vormesse.) 1) Unaussprechlich sel'ge Geister, Ewiger! von dir gesandt, Schweben unsichtbar um Seelen, Welche dir sind zugewandt: Engel nennt sie unsre Sprache, Lieblich malt sie unser Geist, Stellt sie vor der Gottheit Throne, Wo ihr Lied den Schöpfer preist. 110 2) Reine Wesen, Himmelskinder, Boten hoher Freudigkeit! Ach der Glaube ist so selig, Daß ihr unsre Freunde seid, Daß euch unser Schicksal rühret, Daß ihr uns zur Seite steht, Unsre stille Tugend segnet, Unsre fromme Thräne seht. 3) Auf, mein Geist, zu diesen Geistern, Wenn die Erde dich umstrickt! Auf zu jenen Freigebornen, Wenn dich deine Knechtschaft drückt! Strebe muthig zu dem Ziele, Aus der Finfierniß zum Licht; Gottes Engel sind dir nahe: Kämpfe, ringe, weiche nicht! ( 3. Glor.) Ehre sei dir in den Höhen, Dessen Antlitz Engel sehen, Die, auf deinen Wink bereit, Üns in den Gefahren schützen, Uns im Kampse unterstützen; Ehre dir in Ewigkeit! ( Gebet.) Gott, unaussprechlich liebevoll ist deine Vorsehung! Du würdigest dich, deine heiligen Engel zu unserm Schußze als dienstbare Geister auszusenden. Erhöre unser Flehen; laß uns allezeit die Macht ihres Schußzes erfahren, und einst der Freude ihrer Gesellschaft ewig genießen; durch Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Epist.) 1) Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten! schufft? Sie freu'n sich, deinen Willen Gehorsam zu erfüllen, Wenn du zu deinem Dienst sie rufft. 2) Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren In seiner Pilgerzeit. Sie freu'n an deinem Throne Sich einst auch seiner Krone, Wie ihrer eig'nen Seligkeit. ( 3. Credo.) 1) Des Vaters Wort, das uns erschuf, Schuf auch die Engelheere, Die unermüdlich ihm zur Ehre Verkünden seiner Allmacht Ruf Im Himmel und auf Erden. 2) Wir sehen sie voll Seligkeit Des Vaters Thron umgeben, Und tröstend niederschweben, Wohin der milde Wink gebeut Des liebevollen Vaters. 3) Die Wonne, stets um Gott zu sein, Die sie jetzt dort genießen, Wird uns dereinst auch fließen, Wenn wir uns treu der Tugend weih'n, Bis wir von hinnen scheiden. ( 3. Opferung.) 1) Uns immer treu der Tugend 111 weih'n, Und willig Gottes Willen Wie Engel zu refüllen, Geloben wir bei Brod und Wein, Die dir der Priester opfert. 2) Nimm dieses Opfer gnädig auf, O du! dem wir vertrauen, Laß uns dein Antlitz schauen Nach treu vollbrachtem Lebenslauf, Wie es die Engel sehen. ( 3. Präs.) Ich erhebe nun mein Herz zu dir, allgütiger Gott und Vater! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn, weil du aus erbarmender Liebe deinen Engeln befohlen hast, uns auf deinen Wegen zu schützen und zu leiten. Du kannst uns zwar auch ohne deine Engel vor allem Bösen bewahren; denn du bist der Allmächtige, und Himmel und Erde, und Engel und Menschen sind deiner Hände Werke; aber es gefiel deiner weisen Liebe, den Menschen auch die Engel zu senden, und sie dadurch deiner Vaterhuld und Fürsorge noch mehr zu versichern. Gerührt durch diese unermeßliche Güte und Liebe rufen wir deßwegen einmüthig mit allen deinen Engeln und Erzengeln; Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) Mit dem Chore der Seraphinen Preisen wir dich, großer Gott! Rufen hochentzückt mit ihnen: Heilig bist du, unser Gott! Heilig, der in deinem Namen Zu uns kommt, Hosanna! Amen! Ihm sei Lob und Herrlichkeit, Preis und Dank in Ewigkeit. ( 3. Canon.) 1) Mit deinen Engel- Chören Dich, Ewiger, verehren, Welch' eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden! Nur der, der rein von Sünden Dir seine Lebenstage weiht. 2) Drum laß mich schon auf Erden Den Engeln ähnlich werden, So weit ich Schwacher kann! Dann bet' ich mit den Engein Einst rein von Sünd' und Mängeln Dich würdiger im Himmel an. ( Von der heiligen Wandlung an bis zum Dankgebet werden die Gesänge aus einem vorhergehenden Sonntage genommen.) ( Dankgebet.) Jch danke dir, mein Gott! aus der Fülle meiner Seele, für alle deine Sorge und Treue, die du mir durch deinen heiligen Engel bis auf diese Stunde erwiesen hast. Wache, forge, leite, tröste, auch künftig mich durch einen heiligen Engel und verleih', daß ich 112 durch das Andenken an die unsichtbare Gegenwart der Engel in dem Abscheu wider alles, was Sünde ist, gestärkt, und zur Vollbringung deines heiligen Willens, sowie zum Lobe in Anbetung deiner unerforschlichen Vorsehung, immer mehr ermuntert und zur innigsten Liebe gegen dich entflammt werde, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Schlußges.) Gott! laß mich deinen Engeln gleich Mit reinen frommen Trieben, An Unschuld und an Güte reich, Dich und die Brüder lieben. Dann werd' einst ganz engelrein Mich deiner, Vater! ewig freu'n. XXVIII. Das heilige Amt an Dankfesten. ( Für allgemeine und besondere Wohlthaten, für gesegnete Erndte, am Schluffe des Jahres, an Geburts- und Namensfesten des Landesherrn 2c.) ( Vormesse) 1) Lobjinget Gott, und betet an! Preist ihn mit heil'gen Liedern! Lobsing' ihm, Seele! denn wer kann Sein Wohlthun ihm erwiedern! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Ihr Frommen, die ihr ihm vertraut, Rühmt es, daß seine Gütigkeit Mit jedem Morgen sich erneu't, Und ewig, ewig währet. 2) Du wolltest, daß vor dir nichts leer Von Freud' und Leben bliebe! Drum schufst du, Gott! der Geiſter Heer, Schufst unsre Welt aus Liebe. Du selbst be durftest ihrer nie; Zu ihrem Heile schufst du sie. Ihr Glück ist deine Freude nun, Dein Wille, allen wohl zu thun Jm Himmel und auf Erden. 3) Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt, O Schöpfer! deinen Segen; Wie gütig deine Weisheit ist In allen ihren Wegen. Gott! deine Liebe* reicht so weit, Als deines Reichs Unendlichkeit! Was hat dein Himmel, das du nicht Dem, der dich liebt, mit Zuversicht zu seinem Heil gewährest? ( 2. Glor.) 1) Schwing' dich, Herz! zu Gott empor; Sonn' und Mond, die Welten alle, Sterne, Bliz und Donnerschalle, Und der Geister zahllos Chor, Preisen Gottes Hoheit, Pracht, Gottes Weisheit, Lieb' und Macht! 2) Tugend will der Herr von dir, Will, daß ihn 113 dein Leben ehre, Und als Vorbild Andre Lehre! Dies sei deines Dantes Zier. Gold, Gewalt und Ruhm vergeht, Tugend nur allein beſteht. ( Gebet für allgemeine Wohlthaten.) Gott! deine Erbarmungen sind ohne Zahl und die Schätze deiner Güte ohne Maß. Du gibst den Flehenden, um was sie bitten, und bist nahe bei denen, die dich anrufen. Wir danken dir, Unendlicher! der du die Liebe selber bist, für alle deine Gaben, und flehen ohne Unterlaß zu deiner Milde, die ganz Weisheit ist, daß du uns zu der Belohnung des kommenden Lebens weise vorbereitest und gnädig hinüber leitest; durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet für gesegnete Fruchterndte und Weinleje.) Wir danken dir, Allmächtiger! für den reichen Erndtesegen( für Fruchtbarkeit des Weinstockes und aller fruchttragenden Gewächse), mit welchen uns deine väterliche Güte in diesem Jahre beschenkt hat. Verleihe, daß wir ihn( sie) nach deiner heiligen Absicht zu unserm und unsers Nächsten Besten verwenden, und deiner Wohlthaten ferner würdig und theilhaftig werden, durch Jesum Christum u. f. w. ( Gebet bei geringer Fruchtbarkeit.) Allmächtiger! nicht so reichlich, als du es schon oft gethan, hast du uns in diesem Jahre mit Fruchtbarkeit gesegnet; aber auch das Wenigere, was wir von deiner Vaterhand empfingen, ist unverdiente Güte von dir und wird uns genügen, um uns und die Unsrigen zu erhalten, gibst du nur deinen Segen dazu. Wir danken dir deswegen von Herzen für diese wenigen Gaben, und bitten dich: laß uns diese unter deinem Schutze in Zufriedenheit genießen, und mit Treue mit denselben haushalten, damit wir einst verdienen, über mehreres gesetzt zu werden und an den unvergänglichen Gütern des ewigen Lebens Theil zu nehmen durch den Jesum Christum ut. s. w. ( Gebet am Geburts- oder Namensfest des Landesfürsten.) Allmächtiger, ewiger Gott! du hast nach deiner unergründlichen Weisheit deinen Diener N. uns zum Könige( Großherzog, Fürsten) gegeben. Da wir heute das Andenken seines Geburtstages( Namenstages) aus Dankbarkeit feierlich begehen, so flehen wir 114 zu dir: Ergieße die Fülle deines göttlichen Segens über ihn, damit er viele Jahre hindurch über uns, dein Volk, mit Gerechtigkeit und Vatermilde herrsche, unsere Seelenund Leibeswohlfahrt nach deinem heiligen Willen befördere, und dereinst der Krone seliger Unsterblichkeit theilhaftig werde; durch Jesum Christum u. s. w. ( Gebet am Dankfeste des Jahresschlusses.) Du hast uns, o Gott! dieses Jahr hindurch unzählbare Wohlthaten an Seele und Leib zufließen lassen. Wir bitten dich, laß uns durch das Andenken an dieselben zur kindlichsten Dankbarkeit und herzlichsten Liebe gegen dich als unsern größten Wohlthäter entflammt werden, damit wir auch in dem kommenden Jahre deiner Liebe und Güte würdig erscheinen; wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s, w. ( N. d. Epistel bei allgemeinen Dankf.) 1) Allmächtiger! wir danken dir, und preisen deine Stärke; Unendlich ist sie für und für, Und groß in jedem Werke. Was nie ein Mensch begreifen kann, Hast du durch deine Macht gethan, Und herrlich ausgeführet. 2) Wohl denen, die im Herzen rein Auf deine Wunder schauen! Wohl denen, die auf dich allein, Und nicht auf Menschen bauen! Dir, Gütigster! ist Niemand gleich; Dein ist die Macht, dein ist das Reich Im Himmel und auf Erden. ( N. d. Ep. bei Erndte- Dankfesten.) 1) Jch sehe, Schöpfer! deine Macht mit kindlichem Gemüthe, Die Liebe, die für alle wacht, Den Reichthum deiner Güte, Und weiß nicht, von Bewund'rung voll, Wie ich dir würdig danken soll Für diesen Erndtesegen. 2) Ruft, Völfer! ruft! Gelobt sei Gott! Ruft es mit ihnen, Brüder! Ruft, Berge nach: Gelobt sei Gott! Ihr Thäler, hallt es wieder. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff auf ihn und dien' ihm gern, Der wie ein Vater forget. ( N. d. Ep. bei geringern Erndten und Mißwachs.) 1) Nie bist du, Höchster! von uns fern, Du wirkst an allen Enden. Wo wir auch sind, Herr aller Herrn! Sind wir in deinen Händen; Durch dich nur 115 leben, athmen wir, Du gibst uns Nahrung für und für; Dir wollen wir vertrauen. 2) Du bist die Liebe! Dank sei dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum Ruhm, zum Troste mir, Dich meinen Vater nenne! Jch liebe dich, und traue dir, Du bleibst mein Freund, du hilfft auch mir; Du kannst mich nicht verlassen. ( N. d. Epistel am Geburts- und Namensfeste des Landesfürsten.) 1) Nimm unsern Dank, Allgütiger! Für unsers Fürsten Leben; Du hast es ihm, o Weisester! Zu unserm Wohl gegeben. Setz' seinen Tagen Jahre zu, Die er in ungetrübter Ruh', In Wonne stets genieße! 2) O mög' ihn deine Vaterhuld In allem stets begleiten! Mög' er durch Weisheit in sein Land Stets deinen Segen leiten! Laß ihn der Unschuld Schüßzer sein, Den Redlichen im Land erfreu'n, Dem Unrecht kräftig steuern. ( 3. Credo.) 1) Es ist ein Gott, o fühl' es Herz! Erhebt euch, ihr Gedanken! Im höchsten Glück, im tiefsten Schmerz Soll nie mein Glaube wanken. Wenn sich mein Herz der Tugend weih't, Knüpft Gott an sie die Seligkeit, Reicht mir die Siegeskrone. 2) Es ist ein Gott; er ist und lebt! Gleich Felsen steht mein Glaube; Er lohnt die Tugend, und erhebt Sie mächtig aus dem Staube. Er ist und lebt, ich seh' es ja An seinen Werken fern und nah; Er schuf und lenkt sie alle. ( 3. Opferung.) 1) Was sollen wir denn bringen Zum Opfer unsrer Dankbarkeit? Du liebst vor allen Dingen Ein Herz, das sich dir kindlich weiht; Ein Herz, das deine Winke Durch willige Befolgung ehrt, Gibt, ohne daß die Linke, Was seine Rechte thut, erfährt. 2) Ein solches Herz, Gott! legen Wir dankbar hier auf den Altar Für diesen Jahresfegen, Der Ausfluß deiner Güte war, Die kein Verstand ergründet, Die nie ein Sterblicher ermißt, Die jeder strömen findet, Wenn er dir tréu ergeben ist. ( Bei Misjahren wird ftatt der 2ten folgende Strophe gesungen.) 116 Gott läßt es keinem fehlen An dem, was wahrhaft glücklich macht; Nie wird das Heil der Seelen Durch Ueberfluß hervorgebracht. Auf! laßt uns ihm vertranen, Mit Kindessinn auf ihn nur seh'n; Einst werden wir ihn schauen Verherrlicht auf des Himmels Höh'n! ( Um Feste des Geburts- und Namenstages des Landesregenten wird nach der obigen ersten Strophe folgende zweite gesungen.) Und solche Herzen geben Wir, Gütigster! zum Opfer dir Für unsers Fürsten Leben!- Erhalt' es gnädig für und für; Laß ihn als Vater glühen Für Bürgerwohl und heh'res Heil. O kröne sein Bemühen Dereinst mit Christi Erbetheil. ( 3. Präf. bei allgemeinen Dankfesten.) Ich erhebe mein Herz zu dir empor, ewiger, allmächtiger Gott! dich dankbar zu loben und zu preisen durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn; denn du bist der Höchste Herr Himmels und der Erde, du unser gütigster Vater! Du hast uns aus Nichts zum Dasein gerufen, und deine Liebe hat uns unzählbare Freuden hie nieden und jenseits bereitet. Alles Gute, das wir haben, kömmt von dir, und ohne dich haben wir nichts. Du sorgst mit unveränderlicher Vatertreue für unser zeitliches und ewiges Wohl. Wo wir nur hinblicken, sehen wir neue Wunder deiner unerschöpflichen Güte, und hören unzählbare Wesen dein Lob verkünden. Auch unser Lob erschalle dir, Anbetungswürdigster! und unser Dank steige zu dir empor, Allgütiger! für Alles, was du uns zum Heile der Seele und des Leibes angedeihen ließest. Ver eint mit den Chören deiner Engel und Erzengel und allen deinen Heiligen im Himmel und auf Erden rufen wir deßwegen: Heilig u. s. w. ( Präf. d. Danksagung für gesegnete Erndte oder Weinlese.) Ich erhebe mein Herz zu dir, ewig Gütiger! mit dem freudigsten Gefühle des Dankes. Unvergleichlich ist der Reichthum deiner Güte, den du uns wieder in der gesegneten Erndte( Weinlese und Frucht barkeit anderer Gewächse) zeigtest. Wie herrlich krönest du das Jahr mit deinem Gut, und bestätigest die Wahrheit deiner Verheißung: ,, So lange die Erde steht, ſoll Saat und Erndte nicht aufhören." Ausgesäet hatte der 117 Landmann auf Hoffnung deiner Fürsorge, o gütigster Vater! Er übergab dir die mit Mühe bebauten Felder, Gärten und Weinberge, und du gewährtest Sonnenschein und Regen; du schenktest ihm Gedeihen zu seiner Arbeit, und lohntest sie mit reichlicher Erndte. Gerührt von deiner unermeßlichen Vatergüte vereinigen wir unsere Stimme mit dem Lobgesange deiner Engel und Erzengel und aller Heiligen im Himmel und auf Erden; einmüthig rufen wir mit ihnen: Heilig u. s. w. ( Präf. bei Mißjahren.) Ich erhebe mein Herz zu dir, Anbetungswürdigster! mit Ehrfurcht und Dank Du bist Schöpfer, Erhalter und Regierer des Weltalls! Du bist unser Vater und weißt es am besten, was deine Kinder auf Erden bedürfen. Du sorgtest für uns, ehe wir waren, und begegnetest unsern Bedürfnissen, ehe wir sie kannten, und zu dir um Nahrung flehten. Nach deiner unergründlichen Weisheit theilest du die Gaben aus, und nährst deine Geschöpfe. Unter deiner Segenshand gedeiht auch das Wenigere zur Sättigung für Viele. Wir danken dir deswegen, o Gott! von Herzen für die Gaben, die wir empfangen haben, und rufen vereinigt mit den Engeln und Erzengeln und allen Heiligen im Himmel und auf Erden: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Dich dankbar, Herr! zu ehren, Erheben uns're Herzen sich; Mit deinen Engelchören Besingen wir lobpreisend dich. Wir singen: heilig, heilig Ist unser Gott und Herr! Gott, unser Gott ist heilig, Und keiner ist wie Er. 2) Jm Himmel und auf Erden, Wie schön tönt eine Stimme nur: Gott soll gepriesen werden! Sein Lobg fang ist die Natur. Und alle Welt singt: heilig Ist unser Gott und Herr, Gott, unser Gott ist heilig, Und teiner ist wie Er. ( Bei der Thronbesteigung des Landesfürsten oder an seinem Geburts- und Namenstage wird statt der 2ten Strophe des Sanktus Folgendes gesungen:) Für unsern Fürsten( König) beten wir, Er sei dein Bild auf Erden! O möcht' er und sein Volk von dir, O Herr! beglücket werden. Verleih' ihm Weisheit, Muth und Kraft, Was wahres Wohl dem Lande schafft, Mit Sorgfalt wahrzunehmen. 118 Laß ihn mit uns beflissen sein, In deiner Furcht zu leben, Uns deiner Oberherrschaft freu'n, Mit ihm dein Lob erheben; Daß so vor deiner Majestät, Die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. ( Nach der heiligen Wandlung.) Anbetung, Jesus Christus! dir; Aus warmen Herzen singen wir Dir Lobgesänge, Gottes Sohn! Dir, Herrscher auf des Vaters Thron! Dir, der du Alles sichtbar bist! Was unsichtbar im Vater ist; Die höchste Lieb' und Allmachtskraft, Das Wort, wodurch er Welten schafft. Anbetung, Jesus Christus! dir. ( N. d. V. u.) O du, durch welchen Alles ist; Der du der Herr der Welten bist! Dein ist der Sterne Majestät, Dein, was dich ehret und verschmäht: Der Felder Brod, der Hügel Wein, Das Leben und der Tod ist dein. Des Wurmes Tag, der Menschen Jahr, Was ist, was sein wird und was war, Fühlt deine Kraft, o Jesu Christ! ( 3ur Commun.) Geheimnißvolles Opferlamm. Am blutbesprengten Kreuzesstamm, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Erhöht auf deines Vaters Thron Sei dir voll Lieb' und Dankbarkeit Stets unser Herz zum Dienst geweiht, Das nichts begehrt als dein zu sein, Sich ewig deiner, Herr! zu freu'n, Der du voll Huld und Liebe bist. ( 3. Dank- Colecte.) Allmächtiger, ewiger Gott! dessen Barmherzigkeit ohne Grenzen, und dessen Güte unerschöpflich ist! wir danken dir für alle Wohlthaten, die du uns erzeigt hast, und flehen zu dir, daß du uns, deine Diener, die auf deine Vaterhuld vertrauen, durdh deine Hilfe ferner noch erfreuen, vor allem Uebel bewahren, und durch deine Gnade zur ewigen Seligkeit leiten wolleft; durch Jesum Christum unsern Herrn u. s. w. ( Bei Fehljahren oder Fehlerndten.) Allmächtiger, unerforschlicher Gott! wer ergründet deinen Rathschluß? Du entziehest oft zeitliche Güter, und theilest ewige mit. Nie wollen wir, mit den Führungen deiner Fürsicht unzufrieden, in Klagen oder Murren ausbrechen, wenn uns deine Hand weniger reicht, als unsere Sinne 119 begehrten. Du bist und bleibest dennoch unser Vater, und unser unvergängliches Wohl war deine Absicht bei unserer Schöpfung. Dafür soll dir auch immer der kindlichste Dank dargebracht werden; durch Jesum Christum u. s. w. ( Am Geburts- und Namensfeste des Landesfürsten.) Laß, o Gott! das Opfer des Dankes, welches wir dir heute ehrfurchtsvoll dargebracht haben, an unserm Landesregenten, seinem( Fürstl., Großherzoglichen, Königlichl.) Hause und uns gesegnet sein; verleih' auch, daß wir unter seiner gerechten und milden Regierung friedliche und glückliche Tage durchleben, und durch Gehorsam und Treue des verheißenen Lohnes der ewigen Seligkeit theilhaftig werden; durch denselben Jesum Christum u. 1. w. ( Schlußgesang.) Nicht nur des Dankfests heil'ge Stunde Laßt uns dem Lobe Gottes weih'n; Sein Lob soll stets in unserm Munde Und stets in unserm Herzen sein. XXIX. Das hl. Amt an den Festen der Bruderschaft, der Liebe Gottes und des Nächsten. ( Vormesse) 1) Dir, Vater aller deiner Kinder! Der du der Liebe Quelle bist, Und dessen Wohlthun gegen Sünder Groß und bewunderungswürdig ist; Dir sei von ganzem Herzen heut Aus Liebe unser Lob geweiht. 2) Gib, daß wir dich als Kinder lieben, Da du auch uns als Vater liebst; Und so gesinnt zu sein uns üben, Wie du uns selbst die Vorschrift gibst. Dann werden wir durch Liebe dein, Und du durch Liebe unser sein. ( 3. Glor.) Mit freudigem Gemüthe Erheben wir, o Schöpfer! dich! Wie groß ist deine Güte, Wie liebſt du uns so väterlich! Stets unermüdlich schauet Dein allumfassend' Aug" umher, Und wer auf dich vertrauet, Dem gibst du auch des Guten mehr. 3.( Coll.) O Gott! der du uns das Gebot gegeben hast, dich über Alles und den Nächsten wie uns selbſt Univ.- Bibl. Giessen 120 zu lieben; verleih' uns, daß wir dieses Gebot stets genau erfüllen, und an unserer Liebe Jedermann erkenne, daß wir würdige Schüler deines Sohnes und ächte Glieder seiner Bruderschaft sind, die er hier auf Erden gestiftet hat, damit wir, mit ihm und allen Heiligen durch das Band der Liebe vereinigt, des ewigen Lebens würdig und theilhaftig werden, der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Nach d. Epistel.) 1) Der du, o Gott! die Liebe bist, Und Menschen gerne segnest, Ja dem, der selbst dein Feind noch ist, Mit Wohlthun stets begegneſt; O bilde unsern Sinn nach dir, Und laß uns, Vater! alle hier In deiner Liebe wandeln. 2) So Jemand jagt: er liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wort nur Spott, Er handelt ihm zuwider. Gott, der zu lieben ihn gebeut, Befiehlt uns auch zu gleicher Zeit, Die Brüder stets zu lieben. 3) Wer dieser Erde Güter hat, Und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden; Der fennt und liebt den Höchsten nicht, Der zu uns so vernehmlich spricht: Liebt mich in euern Brüdern! 4) Du schenkst uns täglich so viel Schuld, Du Herr von unsern Tagen! Wir aber sollten nicht Geduld Mit unsern Brüdern tragen? Dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, Und den nicht lieben, den du liebst? Du, unser Gott und Vater! 5) Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Von Brüdern Unrecht leiden. Doch kann und soll das Bruderherz Haß, Zorn und Rachsucht meiden. Verzeihen ist des Christen Pflicht; Wir sind des Heilands Freunde nicht, Wenn wir die Feinde hassen. ( 3. Pred.) Du gabst uns, bester Lehrer! hier Die Lieb' als Bruderzeichen; Und willst, daß wir in Liebe dir Und deinem Vater gleichen. Herr! laß deiner O Liebe Wort In unsre Herzen dringen, Daß wir durch dieses immerfort Der Liebe Früchte bringen. ( N. d. Pred.) Dich lieben, wie dein Wort gebeut, Sei, Vater! unser Streben! In Bruderliebe jederzeit 121 Auf dieser Erde leben. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet; Die Liebe ist's, die Seraphim Dir zu gehorchen treibet. ( 3. Credo.) Gott lehrt, daß er die Liebe ist: Er hat den Sohn gegeben! Und gleiche Lieb' ist Jeſus Christ; Er gab für uns sein Leben; Und Liebe ist der heil'ge Geist, Den uns, o Gott! dein Sohn verheißt, Dich ewig treu zu lieben. ( 3. Opferung.) 1) Weih', Heiligster! hier Brod und Wein zum Denkmal deiner Liebe, Zum Opfer der Versöhnung ein; Nimm unsre Kraft und Triebe Zum Opfer an, und unser Thun; Aus Liebe wollen wir nicht ruh'n, Bis wir den Lauf vollenden. 2) Mit Schonung soll auch unser Herz Beleidigern begegnen, Und selbst bei der Verfolgung Schmerz Verzeihen nur, und segnen; Soll in der Tugend leiſem Ruf Deß Stimme hören, der es schuf Zur Heiligkeit und Liebe. ( 3. Präf.) Mein Geist schwingt sich empor, Allgütiger! liebevollster Vater aller Menschen! dich dankbar zu loben und zu preisen. Du erschusst mich nach deinem Bilde, hauchtest den Trieb der Liebe meinem Herzen ein; damit ich dich über Alles, und den Nächsten gleich mir zu lieben vermöchte, und durch diese Liebe in heiliger Verbindung mit dir bleibe, bis ich dereinst, ewig mit dir vereiniget, der seligen Unsterblichkeit genieße. Gerührt durch deine unermeßliche Liebe, die sich an mir und allen Menschen so reichlich offenbaret, vereinige ich aus Gegenliebe und Dankbarkeit meine Stimme mit den Engeln und allen Bewohnern des Himmels und rufe mit ihnen: Heilig 2c. ( 3. Sanct.) Dich preisen Engelheere In deiner Herrlichkeit, Dir singen wir zur Ehre Auf Erden jederzeit: Du, unser Gott! bist heilig, Und heilig dein Gebot: Wie ich, seid Menschen heilig, Liebt euch in Glück und Noth." ( Nach der heiligen Wandlung.) Liebe, welche Blut und Leben Opfernd für uns hingegeben, Weihe unsre Herzen ein! Lehr' uns alle Const Gesangbuch 31te Aufl. 6 122 Menschen lieben, Durch dein Vorbild angetrieben, Wohlthun, dulden und verzeih'n. ( N. d. V. U.) Du kennst unsrer Liebe Schwäche; Auf des Herzens Oberfläche Schwebet sie nur allzu oft. Treue Liebe ist dein Wille, Gieß' sie aus in deiner Fülle In das Herz, das auf dich hofft! ( 3. Commun.) 1) Liebe ist des Glaubens Leben, Liebe kann allein uns geben Die ersehnte Würdigkeit, Eins mit dir, o Herr! auf Erden, Und einst dort in dir zu werden Ewig durch die Lieb' erfreut. 2) Laß uns deines Vaters Willen Kindlich treu, wie du, erfüllen; Dir in Allem ähnlich sein. Du gabst uns des Wohlthuns Triebe, Du erschusst dies Herz zur Liebe: Dir, Herr! wollen wir uns weih'n. ( Dankgebet.) OGott! der du denen, die dich lie ben, unsichtbare Güter zubereitet hast; erhalte uns in der Liebe zu dir, und verleihe, daß wir unsere Liebe durch einen heiligen Wandel und thätige Hilfe an unsern Nächsten beweisen, und dadurch deiner Verheißungen würdig und dereinst des ewigen Lebens theilhaftig werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Dankgebet zur Sommerszeit.) OGott! der du uns allezeit vom Himmel herab so viel Gutes erweisest, Regen und fruchtbare Zeiten ertheilest und unser Herz mit Freuden erfüllest; deine menschenfreundliche Gütigkeit rühre unsere Herzen zur dankbaren Liebe, nicht nur gegen dich, sondern auch gegen deine Kinder, unsere Brüder in Jesus Christus, deinem Sohne, unserm Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Schlußges.) In deiner Liebe laß mich sterben; So ist selbst Sterben mein Gewinn; Ich werde deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin; Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit! XXX. Das heilige Amt bei feierlichen ehelichen Einseg. unngen, oder die Hochzeitmesse. ( Vormesse.) 1) Sei mit uns, Gott! in dieser Stunde; Um deinen Segen flehen wir. Es reichen sich 123 zum Ehebunde Verlobte froh die Hände hier. Von dir, o Gott! von dir allein Kömmt wahrer Segen und Gedeih'n. 2) Gib, Vater! daß sie treulich halten, Was heut' ihr Herz und Mund verspricht; Laß ihre Liebe nie erkalten; Sei du ihr Führer, sei ihr Licht. Nie stör' ein Ungemach der Zeit Die eh'liche Zufriedenheit. ( 2. Glor.) Preis dem Vater in der Höhe, Seinem Sohne gleicher Ruhm! Gottes Geist erhob die Ehe Uns zum hehren Heiligthum; 3um Geheimniß treuer Liebe, Die sich ihres Bandes freut, Nie durch unerlaubte Triebe Jhr gegeb'nes Wort entweiht. Ehre sei Gott in der Höhe! ( Gebet.) O Gott! der du den Ehestand zu einem. so großen Geheimnisse erhoben hast, daß er die Verbindung Jesu mit seiner Kirche bedeutet; verleihe uns, daß dasjenige, was wir heute unternehmen, durch deinen Segen begnadiget werde; durch eben denselben Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Epist.) 1) Wohl dem, der Gottes Wege geht, Der findlich ihn verehrt! Die ehliche Zufriedenheit Wird ihm von Gott gewährt. Der Liebe Freuden reicht ihm Gott Auch in der Hütte dar; Des Delbaums jungen Zweigen gleich Blüht seiner Kinder Schaar. 2) Der Rebe, die voll süßer Frucht Des Baumes Stamm umschlingt, Gleicht eine Gattin, deren Treu' Dem Manne Segen bringt. Am Lebensabend wird er noch Der Enkel Spiele seh'n, Und dann bei ihrem Dankgebet In's Haus des Vaters geh'n. ( Bei Brautpersonen von hobem Alter wird statt der vorhergehenden Strophen folgende gefungen.) Wohl dem, der Gottes Wege geht, Der kindlich ihn verehrt. Das Glück der stillen Häuslichkeit Wird ihm von Gott gewährt. Sanft fließen seine Tage hin, Und endet sich sein Lauf, So lohnt ihm Gott die Gattentreu' Und nimmt ihn zu sich auf. ( 3. Credo.) 1) Daß Gott schon in dem Paradies Der Ehe seine Huld verhieß, Der Glaub' ist fest be 124 gründet. Wir glauben, daß in Jesu Christ Die Eh' ein groß' Geheimniß ist, Wie Paulus uns verkündet. 2) Du gibst, o Gottes heil'ger Geist! Den Jesus Betenden verheißt, Den Eh'genossen Gnade In from mer Herzenseinigkeit 3u wandeln, Vater! jederzeit Auf deines Wortes Pfade. ( 3. Opferung.) 1) Laß, Vater! diese Gaben Von reinem Brod und Wein, Die wir geopfert haben, Ein Pfand der Treue sein! Dir haben sie geschworen, Das Auge himmelwärts, Die hier sich auserkoren Mit Mund und Hand und Herz. 2) führ' auf deinen Wegen Zum Glücke sie hinan! Laß stets nur deinen Segen Sich ihrer Wohnung nah'n! Ihr Herz soll sich erheben, So oft der Tag erwacht, Um dir den Dank zu geben Für deiner Güte Macht. ( 3. Präf.) Ich erhebe mein Herz zu dir, allmächtiger Vater! ewiger Gott und Herr! dich dankbar zu loben und zu preisen, der du die Ehe als ein unauflösliches Band herzlicher Vereinigung für das ganze Leben geſtiftet hast. Deine unermeßliche Güte wußte zugleich die eheliche Verbindung so zu heiligen, daß sie die Vermehrung der Glieder deines Reiches, und in wechſelſeitiger Verbindung durch Liebe die Zufriedenheit und daß Wohl der Familien begründet. Deswegen preisen wir deine gütige Vorsehung, welche von Anbeginn der Schöpfung bis auf diese Zeiten für die Erhaltung des Menschengeschlechts so weislich gesorgt hat, und rufen innigst gerührt mit allen Gliedern deines Reiches: Heilig u.[ w. ( 3. Sanctus.) 1) Dir, Schöpfer aller Stände! Bringt Lob und Ruhm ohn' Ende Der sel'gen Geister Chor. Auch unser Lob erklinge, Und unser Herz erschwinge Sich, Herr! zu dir empor. 2) Du gibst der Ehe Freuden Und auch der Ehe Leiden, Gott! nach weisem Rath. O laß dein Heil uns schauen, Und einzig dir vertrauen Auf diesem Pilgerpfad. ( Nach der heiligen Wandlung.) Jesus! du bist hier zugegen; Gläubig beten wir dich an. Noch gewährt uns Heil und Segen, Was du 125 littest und gethan. Dankbar denken unsre Herzen Deiner Wunden, deiner Schmerzen, Deinés Tod's auf Golgatha. ( N. d. V. U.) 1) Gott segne das geschloss'ne Band Am heiligen Altar, Und leite durch dies Pilgerland Dich, neues Ehepaar! Er laß dir fromme Kinder blüh'n, Die dich noch spät erfreu'n! Dich laß er christlich sie erzieh'n, Sie fromm wie Engel ſein. ( Wenn das Brautpaar schon etwas hohen Alters ist, wird gesungen:) Gott segne das geschloss'ne Band Am heiligen Altar, Und leite durch dies Pilgerland Dich, liebes Ehepaar! So bitten alle, alle wir: Gott höre unser Fleh'n, Und laß es dir auf Erden hier Nach Herzenswunsch ergeh'n. 2) Auf euch wird Gottes Segen ruh'n; Er hat ihn euch gewährt. Geht hin, und macht durch frommes Thun Euch dieses Segens werth. Der Herr erfüllt, was er versprach; Sein Heil sollt ihr empfah'n, Kommt ihr nur dem Gelübde nach, Das ihr dem Herrn gethan. 3) hm weiht euch nun im Ehestand, Jhm heiligt euer Herz, Und folgt der Leitung seiner Hand Durch Freuden und durch Schmerz; Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit Nach Gottes Willen schließt, Und euch von seiner Herrlichkeit Der reine Glanz umfließt. ( Dankgebet.) Wir bitten dich, allgütiger Gott! verleihe deinen Dienern, diesen Brautleuten, daß, weil sie sich in deinem Namen verbunden haben, sie auch allezeit in friedlich heiliger Liebe vereiniget bleiben, durch Jesum Christum u. s. w. ( Schlußges.) Was Gott der Herr zusammenfügt, Das soll der Mensch nicht scheiden. Die Eintracht mach' euch stets vergnügt, Und geb' euch Trost im Leiden. Und trennt der Tod einst euer Band, So tröst' euch dies, daß Gottes Hand, Die, welche sich hier treu geliebt, Einander ewig wieder gibt. XXXI. Allgemeiner Meßgesang für alle Zeiten. ( Vormesse) 1) Vom Staub, o Gott! zu dir em= por Erhebt sich unser Herz; Eröffne unserm Fleh'n 126 dein Ohr, Sieh' unsrer Reue Schmerz. Vergib uns unsre Sündenschuld Nach deiner unbegrenzten Huld! Nur du bist unsre Zuversicht; Verwirf uns, bester Vater! nicht; Verwirf uns nicht; Uns, deine Kinder, nicht! 2) Für alle Menschen beten wir; Gib ihnen wahres Glück. Verirrte führe mild zu dir Durch deinen Sohn zurück. Nimm Aller väterlich dich an, Leit' uns auf deiner Weisheit Bahn; Gib uns ein Herz, das Tugend liebt, Und sich im Guten standhaft übt, m Guten übt, Jm Guten standhaft übt. ( 3. Gloria.) Gott in der Höh' sei Ehre! Sein Preis durchtönt die Welt, Ihn loben Himmels- Chöre, Und was die Sonn' erhellt. Nie kann sein Arm ermüden Zu segnen, was da lebt; Er lohnet den mit Frieden, Der stets nach Tugend strebt. ( Gebete.) 1) Allbarmherziger! gib uns, um was wir dich ehrfurchtsvoll bitten, und damit wir gewiß erhalten, um was wir bitten, so leite du selbst unser Flehen, damit wir einzig nur das verlangen, was dir wohlge fällt; durch Jefum Christum u. s. w. 2) Allgütiger! neige dein Ohr herab zu unserm Flehen, und gib uns auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria, des heiligen N. und aller deiner Heiligen, was zum Heile unsrer Seele und des Leibes gedeihlich ist; und wende von uns ab jede Gefahr, welche die Wohl fahrt unsrer Seele oder unfres Leibes bedroht, durch Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Epist.) Wie kräftig sind die Lehren, Die du uns kund gethan, Damit wir Tugend ehren, Und flieh'n die Sündenbahn. Herr! stärke unsern Willen, Daß wir zu jeder Zeit, Was du befiehlst, erfüllen, Mit Lust und Freudigkeit. ( 3. Pred.) Flehend, Vater! werfen wir uns zu deinen Füßen; Laß des Lebens Worte hier Reichlich in uns fließen. Nur bei deines Wortes Licht Lernen wir dich kennen, Den mit Glaubens- Zuversicht Wir dreieinig nennen. ( N. d. Pred.) Dank dir, Vater! für das Wort, Durch den Sohn gegeben; Mächtig wirk' es immer 127 fort Zu der Seele Leben! Es verbreite Jesu Reich Tåglich mehr auf Erden, Daß, vor deinen Augen gleich, Alle selig werden. ( 3. Credo.) 1) Allmächtiger! Vor dir im Staube Bekennt dich deine Kreatur! O Gott und Vater! ja, ich glaube An dich, den Schöpfer der Natur! Auch an den Sohn, der ausgegangen, Von dir gezeuget, ewig war; Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2) Jch glaube, Christus ist gekommen, Um zu versöhnen uns mit Gott, Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt am Krenze Qual und Spott. Erstanden aus des Grabes Höhle, Fuhr er zum Thron des Vaters auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3) Ich glaube, Gottes Geist regiert Die Kirche und die Christenheit; Ich hoffe, daß er mich auch führt zur Tugend und zur Seligkeit. Am jüngsten Tag werd ich erstehen mit deinen Heiligen, o Herr! In deiner Herrlichkeit dich sehen, Mein Gott und mein Begnadiger! ( 3ur Opferung.) 1) Hier wird von Wein und Brode Das Opfer dargebracht, Das uns vor seinem Tode Der Herr zur Pflicht gemacht. Wir feiern sein Gedächtniß Bei diesem Opfermahl, Das er wie sein Vermächtniß Beim Abschied uns empfahl. 2) Dir gab für unsre Sünden Dein Sohn sich opfernd dar; Er thut es hier nicht minder, Als dort am Kreuzaltar. Nimm uns, und was wir haben, Mit ihm zum Opfer hin, O segne diese Gaben, Und heil'geunsern Sinn. ( 3. Präf.) Ich erhebe mein Herz zu dir, o Gott! dich zu loben und zu preisen; denn es ist billig, pflichtmäßig und heilsam, daß wir dir, heiligster, allmächtiger Vater! allezeit und überall Dant sagen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, durch welchen dich deine Engel loben, die Herrschaften anbeten, die Gewaltigen zittern, die Himmel mit vereinigter Stimme preisen; mit welchen Allen auch ich ehrfurchtsvoll rufe: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Singt: heilig, heilig, heilig Ist 128 unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist du, Gott Sabaoth! Jm Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jetzt und in Ewigkeit. 2) Der fam in Gottes Namen, Der sei gebenedeit! Wer Jesum liebt, ruft: Amen! Von Herzen hoch erfreut. Hosannainden Höhen! Hosanna Gottes Sohn! Wenn Welten auch vergehen, Besteht der Gottheit Thron. ( Nach der heiligen Wandlung.) Sieh', Vater! von des Lichtes Höhen Herab auf uns und den Altar, Wo wir den Sohn als Opfer sehen, Wie er's für uns am Kreuze war. Er starb aus Liebe für uns Sünder, Erwarb uns die verlorne Huld! Durch ihn sind wir nun deine Kinder; Getilgt hat er der Sünde Schuld. ( N. d. V. U.) Du Herr, bist Allbeleber, Besiegest jeden Tod, Bist alles Guten Geber, Und unser Lebensbrod. Aus deinen milden Händen Strömt Freude, Fried' und Ruh, Und Segen allen Enden Der weiten Schöpfung zu. ( 3. Commun.) 1) O Herr! wir sind nicht würdig, Zu deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' uns wür dig; Dies, Herr! ist unser Fleh'n. Leit' uns auf deinem Pfade, Hilf unsrer Schwachheit auf; Stärk' uns mit deiner Gnade In unserm Lebenslauf. 2) Wir wollen redlich streben, Herr! nach deinem Reich; Es werde unser Leben Stets mehr dem deinen gleich, Daß wir am Urtheilstage Vor deinem Spruch besteh'n, Und frei von jeder Klage In's Reich des Lichtes geh'n. ( Dankgebet.) 1) Allmächtiger, ewiger Gott! du hast uns den Glauben an deine Ewigkeit gegeben, um uns in allen Fällen dieses zeitlichen Lebens mit der Aussicht auf ein unvergängliches zu erfreuen. Laß diesen Glauben in uns so wirksam werden, daß er uns in Freuden mäßiget, in Trübsalen aufrichtet, zu Allem ermuntert und stärkt, was wir in dem andern Leben uns entweder wünschen oder freuen werden, gethan und unterlassen zu haben. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s.w. / 129 2) Laß uns, o Gott! auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria, des( der) heiligen N. und aller deiner Heiligen stets an Andacht und Heiligkeit zunehmen, damit wir dir immer wohlgefälliger, und deiner Liebe und Güte würdiger werden; durch denselben Jesum Christum 11. S. w. ( Schlußges.) Das Opfer ist vollendet, Wir geh'n zur Tagespflicht; Wer sich von dieser wendet, Ist Christi Schüler nicht. Nur den, der alle Pflichten Aus Liebe treu erfüllt, Wird Jesus gnädig richten, Der Aller Thun enthüllt. XXXII. Das Amt der heil. Messe für Kinder. ( Vormesse.) 1) Sieh', Vater! huldvoll nieder Auf deine Kinder hier; Wir singen Dankeslieder, Mit frohem Herzen dir. Du hast den Sohn gegeben 3 u aller Menschen Heil; Durch ihn wird ew'ges Leben Uns Kindern einst zu Theil. 2) O Sohn! du starbst für Sünder, Für ihre große Schuld. Auch wir, wir deine Kinder, Bedürfen deiner Huld. Herr! laß uns Gnade finden Vor deinem Angesicht. Verzeih' uns unsre Sünden, Verwirf uns, Vater! nicht. ( 3. Glor.) Dir, Vater! in der Höhe Sei Ehr' und Lob geweiht! Was du befiehlst, geschehe Auf Erden jederzeit! Du liebst die Menschen alle, Willst ihre Wohlfahrt nur! Laß, daß ich dir gefalle, Mich folgen deiner Spur. ( Gebet.) Gütigster Gott! erhöre das Gebet deines Priesters. Gib uns dasjenige, um was er dich für Alle bittet. Gib uns ein Herz, das dich findlich liebt, und gern deinen heiligen Willen thut. Wir bitten dich durch Jesum Chriftum u. s. w. ( N. d. Epist.) Wohl uns, wenn wir Jesu Lehren Gern mit Ernst und Einfalt hören, Uns von ihm erzählen lassen, Tief sein Wort zu Herzen fassen. Täglich werden wir dann besser, An Verstand und Tugend größer, Seinem Vater wohlgefallen Und zu ihm in Himmel wallen. 130 ( 3. Credo.) Daß du, Gott! unser Vater bist, Wie wir dich gläubig nennen, Dies wissen wir durch Jesum Christ, Von dem wir hier bekennen: Er ist dein Sohn, als Gott dir gleich, Barmherzig auch den Sündern; Ist hier, wie dort in seinem Reich, Ein Freund von guten Kindern. ( 3. Opferung.) 1) Was sollen wir für Gaben, Dir, Herr! zum Opfer weih'n? Ist, was wir sind und haben, Nicht Alles, Alles dein? Ein Herz, dir ganz ergeben, Von jeder Sünde rein, Ein unschuldsvolles Leben Soll unser Opfer sein! 2) Als Vorbild unsrer Jugend Nahm st früh, o Jesus! du An Weisheit und an Tugend Von Tag zu Tage zu. Auch wir, wir wollen streben Nach Tugend und Verstand; Leit' uns durch dieses Leben zum ew'gen Vaterland. ( 3. Präf.) Vorbet. Erheben wir unsere Herzen, Kinder. Gott unsern Herrn zu preisen. Vorbet. Danken wir ihm nach frommer Christen Weiſe. Kinder. Es ist dies Pflicht für uns. Vorbet. Ja, es ist Pflicht für uns, daß wir dich überall und allezeit preisen, heiligster Gott! denn du bist unser gütigster Vater, du, der Höchste Herr im Himmel und auf Erden. Alles Gute kommt von dir, und ohne dich haben wir nichts. Du sorgst mit unendlicher Liebe für unser Wohl, für unser ewiges Wohl. Du bist wahrhaftig das liebenswürdigste, höchste Gut. In tiefster Ehrfurcht" beten wir dich an, und rufen mit den Engeln: ( Kinder.) Heilig, heilig, heilig bist du Herr, unser Gott, Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit er füllt, Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. ( 3. Sanct.) Heilig! singen Engelchöre, Großer Gott! im Himmel dir. Heilig! singen dir zur Ehre, Vater! deine Kinder hier. Dir gefällt des Säuglings Lallen; Wirst du unser Lob verschmäh'n, Wenn wir, Gott, dir zu gefallen, Deine Wege redlich geh'n? 1. Knaben. 2. Mädchen 1. Knaben. 2. Mädchen. 1. Knaben. 2. Mädchen. 1. Knaben. 131 ( 3ur heiligen Wandlung.) ( Wenn der Peiefter die h. Hoftie emporhält.) Wir beten dich an, gekreuzigter Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes. Und danken dir, daß du uns durch deinen Tod Gnade und Seligkeit erworben haſt. Wir beten dich an, der du das Blut vergossen hast. Das am Kreuze zur Vergebung unserer Sünden geflossen ist. Das Andenken an dein Leiden und Sterben, o Jesu! halte uns von Sünden ab. Und erfülle unsere Herzen mit der Liebe zu dir, und allem Guten. Amen. ( Nach der heiligen Wandlung.) Jesus, du bist hier zugegen; Gib uns Gnade, gib uns Segen, Unsre Herzen dir zu weih'n, Laß uns, wanken wir im Guten, Sehen dich am Kreuze bluten, Und der Reiz der Sünde scheu'n. ( N. d. v. U.) Du bist in die Welt gekommen, Hast die Sünd' auf dich genommen, Starbst für uns den Kreuzestod; Und wir sollten dich betrüben, Sünde mehr als Tugend lieben, Mehr als dich, Herr! unser Gott? ( 3. Commun.) 1) Jesus, Vorbild unsrer Jugend! Schönstes Muster reiner Tugend, Bilde unsern Sinn nach dir! Was du liebest, wollen lieben, Sich im Guten standhaft üben, Deine treuen Kinder hier. 2) Jesus, unser Trost und Leben! Innigst sind wir dir ergeben; Dein sind wir, von Herzen dein. Nichts soll unsre Liebe schwächen, Nichts das Wort der Treue brechen, Dein, o Herr! ganz dein zu sein. ( Dankgebet.) Wir gehen nun von diesem heiligen Orte, voll des Vertrauens, daß du uns überall mit deiner Hilfe zugegen sein werdest, wo wir dich gläubig suchen; daß du unser Thun und Lassen genau beobachteſt, daß du uns durch deine heiligen Engel vor Gefahren der Seele und des Leibes schützest, und zur Vollbringung des Guten mächtig stärkest; durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Schlußgesang.) Segne, Vater! unsern Willen, 132 Dies Versprechen zu erfüllen; Gib uns Kraft zu Wort und That! Leite unsre Lebenstage, Wende von uns jede Plage, Wenn es ist dein weiser Rath. XXXIII. Gemeinschaftliche Meßandacht für Kinder. Vorbereitungsgebet. Heiligster Gott und Vater! das unblutige Opfer, welches dir dein Priester darbringt, ist die Feier desjenigen Opfers, welches Jesus für uns am Kreuze darbrachte. Ich will deßwegen dieser heiligen Handlung mit größter Ehrfurcht und Andacht beiwohnen. Unterstütze mein Vorhaben mit deiner Gnade, daß ich der Früchte dieses hei ligsten Opfers theilhaftig werde; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Zum Staffelgebet. Mit deinem Priester, o Gott! werfe ich mich vor deinem heiligen Altare nieder, und bekenne vor Maria, der seligsten Jungfrau und Mutter unsers Herrn Jesu Christi, vor den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, und allen deinen Heiligen, das ich gesündigt habe. R. Jch betenne meine Schuld. Daß ich gesündiget habe wider dich, o Gott! als unsern besten Vater. Daß ich gesündiget habe wider meinen Nächsten. Daß ich gefündiget habe wider das Heil meiner eigenen Seele. Daß dies geschehen ist in Gedanken und Worten. Daß dies geschehen ist in Werken und durch Unterlassung vieles Guten. R. Jch betenne 2c. Ja, liebevoller, barmherziger Vater! ich bekenne und bereue meine Schuld, und bitte dich, verzeih' mir die Fehler und Sünden, die ich begangen habe. R. Erbarme dich meiner! Jesus Christus, Sohn Gottes! unser Erlöser und Seligmacher! R. Erbarme dich meiner! Heiliger Geist, der dir Kraft verleiht, das Böse zu besiegen, und das Gute zu vollbringen! R. Erbarme dich meiner! ( 3. Glor.) Lob, Preis und Dank sei dir, unendlich gütiger Vater im Himmel, von deinen Kindern auf Erden geſagt! R. Lob, Preis und Dank sei dir, Gott! in Ewigkeit. Du hast deinen Sohn gesandt, daß er uns von der Sünde erlöse, und zu dir in den Himmel führe! R. Lob, Preis und Dank 2c. 133 Dir, Heiligster, sei mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste durch alle Zeiten unser Dank gebracht! R. Lob, Preis und Dank zc. ( Zum Kirchengebet.) Gütigster Gott! sei mit mir. Gib mir auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria, und aller deiner heiligen Freunde, was mir an Seele und Leib heilsam und nützlich ist. Ich bitte dich darum, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( 3. Epist.) Die heiligen Schriften, o Gott! enthalten dein heiliges Wort. Durch sie wird mir kund gethan, was ich thun und lassen muß, um gut und dir wohlgefällig zu werden, um dereinst zu dir in den Himmel zu kommen. Erleuchte durch deinen heiligen Geiſt meinen Verstand, damit ich dein heiliges Wort immer besser verstehen lerne. R. Erhöre meine Bitte! Stärke meinen Willen, dasselbe immer treuer zu vollzieh'n. R. Erhöre 2c. Gib, daß ich durch dasselbe, wie an Jahren, so auch an Verstand und Tugend wachse. R. Erhöre zc. Zum Evangelium. 1) Welch erbauliches Exempel Gabst du, Jesus! mir im Tempel Durch die Lust an Gottes Wort! Gib daß ich, wie du, es gerne Hörel lese, forsche, lerne, Mir zum Nußzen hier und dort. 2) Frommes Kind! des Vaters Willen Warst du eifrig zu erfüllen; Warst den Eltern unterthan. Deinen Vater hilf mir ehren, Und der Eltern treue Lehren Mit Gehorsam nehmen an. 3) Auf der Weisheit hellem Pfade Gingst du stets, und Gottes Gnade Und der Menschen Huld mit dir. Laß auch mich, dein Kind, auf Erden Gut und immer besser werden; Dann strahlt auch der Himmel mir. ( 3ur Opferung.) Nimm von uns, Vater! dieses reine Brod und diesen Wein aus deines Priesters Hand zum Opfer an. R. Nimm dieses Opfer gnädig an. 134 Ich bringe dir zugleich das Beste, was ich habe, ich bringe dir mein Herz zum Opfer dar. Nur dir, o Vater! will ich von nun an leben, dir alle meine Tage weihen! Mit Lust und Freude will ich treu vollziehen, was du mir väterlich befiehlſt! Dein Sohn ist das Vorbild meines Thuns und Lassens, seine Wege will ich immer gehen. Gehorsam war er dir bis zum Kreuzestod; gehorsam will ich dir auch sein. Von Tag zu Tag will ich, gleich Jesus, wachsen an Frömmigkeit und an Verstand. Wie Jesus alle Menschen zärtlich liebte, will ich auch lieben Jedermann. Wie Jesus duldete, will ich auch dulden, und den Beleidigern verzeihen. Das Böse will ich mit Gutem vergelten, und den, der mir flucht, segnen. Was Sünde ist, das will ich ernstlich meiden, und das nur thun, was dir, o Herr! gefällt. Dein Wohlgefallen ist mir mehr als Gold und Silber, als alle Schäßze dieser Welt. Dir will ich, bester Vater, leben; dir dankbar meine Tage weih'n! R. Nimm dieses Opfer gnädig an! Segne, Allgütiger! diese Entschlüsse, und laß dieses Opfer mir und allen Menschen zum Heile gedeihen; durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn und Erlöſer. Amen. ( 3. Präs.) Ich erhebe mein Herz zum Himmel empor, um dich, meinen Schöpfer und Herrn, anzubeten, denn es ist der Christen heilige Pflicht, daß sie dich überall und allezeit( und heute am Gedächtnißtage des( der) heiligen N.N.) preisen, heiligster Gott! denn du bist unser gütig ster Vater und der höchste Herr im Himmel und auf Erden. Alles Gute kommt von dir, und ohne dich wir nichts. Du sorgst mit unendlicher Liebe für unser Wohl, für unser ewiges Wohl, du bist wahrhaftig das liebenswürdigste, höchste Gut. In tiefster Ehrfurcht bete ich dich an und rufe mit deinen Engeln: Heilig, heilig, heilig bist du, Herr, unser Gott! Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlöſen. ( Zur Stillmesse.) Indem wir, gütigster Vater! den Opfertod deines Sohnes unblutiger Weise erneuern, den er zu unserm Heile starb, bitte ich dich: 5 R. Erhöre unsere Bitte! Erhalte deine heilige fatholische Kirche in Fried' und Einigkeit! Erleuchte den Papst, die Bischöfe und Seelenhirten, daß sie uns auf dem Wege deiner heiligen Gebote zum ewigen Leben führen! Schenke unserm Landesfürsten langes Leben, den Geist der Weisheit und Güte, daß er stets die Wohlfahrt des Landes befördere! 135 Vergilt meinen Eltern, Vorgesetzten und Lehrern nach deiner unendlichen Güte ihre Mühe und Sorgfalt! Laß mich immer mehr erkennen, was mir heilsam ist, und dasselbe immer freudiger üben! Gib mir Gnade gleich den Heiligen im Himmel, jederzeit nur das zu wollen, was wahrhaft gut und dir wohlgefällig ist! laß mich, wie sie, das Beispiel deines Sohnes stets vor Augen haben, und ihm aus reiner Liebe folgen! R, Erhöre unsere Bitte! Um dieses Alles bitte ich dich, o großer Gott! durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn und Hei land, welcher bei dem letzten Abendmahle, am Tage vor seinem Tode, das Brod in seine heiligen Hände nahm, gegen Himmel sah, es segnete und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib. ( Bei Aufhebung der heiligen Hostie.) ( Knaben.) Wir beten dich an, gekreuzigter Jesu Christe! Sohn des lebendigen Gottes! ( Mädchen.) Und danken dir, daß du uns durch deinen Tod Gnade und Seligkeit erworben hast! Deßgleichen nahm Jesus auch den mit Wein gefüllten Kelch, segnete ihn, gab ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus, dies ist der Kelch meines Blutes. ( Bei Aufhebung des heiligen Kelches.) ( Knaben.) Wir beten dich an, der du das Blut vergossen hast.( Mädchen.) Das am Kreuze zur Vergebung unserer Sünden geflossen ist.( Knaben.) Das Andenken an dein Leiden und Sterben, o Jesu! halte uns von Sünden ab.( Mädchen.) Und erfülle unsere Herzen mit Liebe zu dir und allem Guten. R. Amen. 136 ( Nach der heiligen Wandlung.) ( Bum Opfer des Leibes und Blutes Jeſu.) Wie du es befohlen hast, göttlicher Erlöser! so gedente ich hier deiner, und rufe in dankbarer Gesinnung: Jesu, Sohn Gottes! R. Jch preise deine Liebe und Güte! Du verließest die Fülle deiner göttlichen Herrlichkeit, und wurdest Mensch, uns von der Sünde zu erlösen! Du lehrtest uns Gott als unsern Vater kennen und verehren, und uns als Brüder lieben! Wer immer mit Vertrauen bei dir Hilfe suchte, der fand sie reichlich! Die Hungrigen speistest du, den Blinden gabst du das Gesicht, den Tauben das Gehör, und den Stummen ihre Sprache wieder! Die Kranken fanden einen Arzt an dir, die reuevollen Sünder einen Heiland, die Irrenden den Netter! Selbst Todte wecktest du durch deine Wunderkraft zu neuem Leben! Zu unserem Heile gabst du dich den Banden deiner Feinde hin! Du botest deinen Rücken den Geißelstreichen deiner Peiniger still duldend dar! Du nahmst die Last des Kreuzes auf die Schultern, und gingst, gleich einem Lamme, ohne Murren der Todesstätte zu. Am Kreuze hangend betetest du für deine Feinde und Beleidiger um Nachsicht und Verzeihung. Du starbst den Tod des Kreuzes, söhntest uns mit deinem Vater aus. R. Jch preise deine Liebe und Güte! - Du erkauftest uns des Himmels Erbschaft wieder. Noch bist du unser Mittler und Begnadiger, erhörest Alle, die mit gläubigem Gemüthe zu dir beten. ( Zum Vater Unser.) Nach der heiligen Vorschrift deines eingebornen Sohnes, und nach seinem göttlichen Unterrichte beten wir: ,, Vater unser, der du bist in dem Himmel u. s. w. Jesu! Lamm Gottes! du trägst die Sünden der Welt! R. Erbarme dich unser! ( Wird dreimal gesprochen.) ( 3. Commun.) Jesus Christus! Sohn Gottes! unser Heiland und Erlöser! Ich sehe jetzt, wie der Prieſter mit frommem Sinne das unblutige Opfer des neuen Bundes genießt, welches du zu deinem immerwährenden Denkmal eingesetzt hast, und wünsche, mit ihm an dieser göttlichen Speise Theil zu nehmen; aber noch bin ich dessen nicht ganz fähig und würdig. R. Erhöre meine Bitte! Gib mir ein reines Herz und einen festen Tugendsinn, der mich deines heiligen Leibes und Blutes würdig macht. Unterstüße mein Vorhaben, deinem heiligen Beispiele nachzukommen, mit deiner Gnade, daß ich immer mehr dir ähnlich und der Vereinigung mit dir würdig werde. Laß mich durch die Feier deines Opfertodes mit immer größerer Liebe zu dir und allem Guten entflammt, und zum Abscheu gegen die Sünde bewogen werden. Laß dir wohlgefallen die Verehrung und Anbetung, die ich zum Beweise der Ehrfurcht, Liebe und Dankbarkeit dargebracht habe. Laß dieses heilige Opfer mir nüßlich und Allen heilbringend sein, die demselben andachtsvoll beigewohnt haben. Führe mich auf dem Wege deiner heiligen Gebote zur Tugend und Seligkeit. Wende von mir jede Gefahr der Versuchung, die der Secle den Untergang droht. Gib mir Kraft und Stärke, das Böse zu besiegen, und dir zu leben und zu sterben. Segne mein Bemühen. und alles, was ich thue, daß es zu deiner Ehre und zu meinem Heile gedeihe. Segne auch meine Eltern, Lehrer, Wohlthätrr und Freunde. Laß ihnen wohl gelingen, was sie zu deiner Ehre und meinem Besten unternehmen. 137 XXXIV. Erstes Amt für die Abgestorbenen. ( Nach der Choral- Melodie.) R. Erhöre meine Bitte! Erhöre, o Gott! diese Bitten durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( Schluß Gebet.) Jch gehe nun von diesem heiligen Orte voll des Vertrauens, daß du überall mit deiner Hilfe zugegen sein werdest, wo ich dich gläubig suche; daß du mein Thun und Lassen genau beobachteſt; daß du mich durch deine heiligen Engel vor Gefahren der Seele und des Leibes schüßest, und zur Vollbringung des Guten mächtig stärkest, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( 3um Eingang.) 1) Friede den Entschlafenen! Segne du sie, Ewiger! Und Heil der bessern Welt sende du ihnen. 2) Dich preiset das Lied sterblicher Sünder, und dein Lob erschallet von Chören der Seligen. Erhöre gnä 138 dig, Herr! die Deinen. Zu dir beten deine GläuDigen: 3) Heiliger, erbarme dich! Heiliger, erbarme dich! Mittler, erhöre uns! Mittler, erhöre uns! Heiliger, erbarme dich! ( 1. 3ur Collecte für Abgestorbene überhaupt.) O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung ihrer Sünden, damit sie durch unser demüthiges Gebet die Nachlassung derselben, welche sie allezeit gewünscht, erhalten mögen, und in die Wohnung der Seligen auf genommen zu werden verdienen, wo du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geiſtes von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. ( 2. Bei den Opfern des Ablebungstages.) Wir bitten dich, o Herr! für die Seele deines Dieners ( deiner Dienerin) N., welche von dieser Erde geschieden ist. Befreie sie nach deiner unermeßlichen Barmherzigkeit von den ihr noch anklebenden Sünden, damit sie würdig sein möge, an deiner Herrlichkeit Theil zu nehmen durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( 3. Bei Ablebungs- oder Stiftungs- Jahrtagen.) Verleihe, o Herr! der Seele deines Dieners ( deiner Dienerin), dessen( deren) jährliches AblebungsGedächtniß wir heute begehen, Verzeihung ihrer Sünden und den Wohnsitz der ewigen Freude und Seligkeit; durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( N. d. Epistel.) 1) Welche bange Trauerstunde, Wenn nach des Propheten Munde Glüht die Erd' im Feuerschlunde. 2) Der Posaune Schall wird klingen, Durch der Erde Gräber dringen, Alle zum Gerichte zwingen. 3) Tod! Natur! ihr werdet beben, Da, erweckt zum neuen Leben, Rechenschaft der Mensch wird geben. 4) Gottes Buch wird ausgeschlagen, Treu enthält es eingetragen Jede That aus diesen Tagen. 5) Röthe färbt des Schuld'gen Wangen, Das Gewissen quält mich Bangen. Laß, ach laß mich Gnad' erlangen. 139 6) Eh' ich noch von hinnen scheide, Füll' die Sünde mich mit Leide; Schmerz durchwühr' mein Eingeweide. ( 3. Opferung.) 1) Heiliger Herr und Mittler, erhöre uns! Rette die Seelen der Scheidenden, die Seelen entschlafener Frommen vom ewigen Tode und aus der Nacht des Grabes. Schüße sie gnädig, o Herr! vor Verderben. Wende du von ihnen ab die namenlosen Qualen, dem unbußfertigen Sünder dort beschieden, und führe sie einst zu deinem Heil. Leite sie, Erbarmer! zu jener Wonne, die du den Gläubigen hier verheißen hast, uns, deinen Erlösten. 2) O vernimm das Flehen frommer Betenden! Stärke die Scheidenden, und leite auch uns einst auf dunklem Pfade. Hilf uns, Ewiger! wenn Todesgrauen sich uns naht. Und Alle führe dann durch Nächte des Grabes zum Leben, das du uns Gläubigen verheißen hast, uns, deinen Erlösten. ( 3. Präf.) Ich erhebe nun mein Herz, dich dankbar zu loben und zu preisen, heiliger Gott, barmherziger Vater! der du deinen eingebornen Sohn gesandt haſt, daß wir durch ihn das ewige Leben erhalten; und, überzeugt von der Wahrheit der Auferstehung, ohne Furcht und Zittern unsere Leiber dem Grabe vertrauen, bis einstens seine mächtige Stimme diese wieder in verklärter Gestalt aus dem Staube erweckt, und unsere Seelen, von ihnen umgeben, eine ununterbrochene Seligkeit genießen. Deswegen danken wir durch Jesum Christum, deinen Sohn, und rufen mit allen Engeln und seligen Geistern: Heilig, nt. s. w. ( 3. Sanctus.) Heilig, heilig, heilig! Herr, unser Gott! in Ewigkeit! Himmel und Erde verkünden immerdar dein Lob. Preis sei dir in der Höhe! Benedeit den Hohen, den Heiligen Israels! Preis sei ihm in der Höhe! ( Nach der heiligen Wandlung.) 1) Jesus, du, für uns gestorben, Hast uns ew'ges Heil erworben. nach deiner großen Huld Tilge der Verstorb'nen Schuld. 2) Sie sind deiner Kirche Glieder, Als Gerechte deine Brüder; Lieben dich, und wollen dein, Bester Heiland! ewig sein. 140 ( 3. Agnus Dei.) Großer Mittler! verleihe den Entschlafenen sel'ge Ruhe.( Rep. 2 Mal.) ( 3. Commun.). Erlöser und Begnadiger! Dich hier in Brodsgestalt zu sehen, und deinen Leib beim heil'gen Mahl Der Liebe würdig zu genießen, War der Entschlaf'nen höchste Lust. Verkläret nun laß sie dich schauen Von Angesicht zu Angesicht; Sich unaussprechlich selig fühlen, Vereint, o Herr! mit dir zu sein. ( Dankgebet.) Nimm, o Gott und Vater! dieses Opfer, welches wir dir dargebracht haben, gnädig auf, und verleihe der Seele deines Dieners N.( deiner Dienerin N.) und aller unserer Entschlafenen( Freunde, Bekannten, Eltern, Brüder, Schwestern und Anverwandten) Verzeihung ihrer Sünden. Schenk ihnen Nachlaſsung der verdienten Strafen, und laß sie, von allen Makeln gereiniget, des ewigen Reiches würdig und theilhaftig werden. Uns aber, Allgütiger! verleih' deine Gnade, daß wir unsere irdische Wanderschaft in kindlichem Ge horsame gegen dich fortsetzen und vollenden, damit auch wir einst die verheißene Erbschaft erlangen, welche du allen Frommen und Guten bereitet hast, durch Jesum Christum unsern Herrn. R. Amen. Himmlisches Licht leuchte den Ent schlafenen, den Gerechten in Ewigkeit, Allbarmherziger! ( Schlußges) XXXV. Zweites Amt der heiligen Messe für die Abge= storbenen. ( Vormesse.) 1) Bei des( der) Entschlaf'nen Trauerbahre Versammeln wir uns am Altare; Sieh' mitleidsvoll, o Herr! auf uns herab. Voll des Vertrau'ns zu deiner Güte, Erheben wir uns im Gemüthe Zu dir, der in den Tod für uns sich gab. 2) Erhöre, Heiland! unser Flehen; Gib dem( der) Entschlafenen dich zu sehen; Mach' ihn( sie) von jeder Sündenmakel rein! Wenn wir uns gläubig hier be streben, Nach deinem Wort, o Herr! zu leben, So hoffen wir einst ewig dein zu sein. ( Gebet.) 1) O Gott! dir ist es eigen, sich zu erbarmen, und zu verschonen. Wir bitten dich demuths 141 voll für die Seele deines Dieners N.( deiner Dienerin N.), die du aus dieser Welt abgerufen hast; laß deine heiligen Engel sie in das Vaterland der ewigen Liebe führen, weil sie auf dich gehofft, und an dich geglaubt hat. Wir bitten dich darum durch denselben Jeſum Christum u. s. w. 2) Herr! laß deine Erbarmungen der Seele deines gläubigen Dieners N.( deiner gläubigen Dienerin N.) angedeihen; verzeih' ihr alles, was sie in ihrem Wandel auf Erden gesündiget hat, und nimm sie in deine Wohnungen auf, in denen sich deine Erlösten ewig erfreuen. Wir bitten dich darum durch Jesum Chriſtum s. w. ( Gebet an einem Jahrestag.) Barmherziger Gott und Vater! befreie die Seele des Verstorbenen( die Seelen der Verstorbenen) von den ihr( ihnen) anklebenden Folgen ihrer Vergehungen. Läutre sie, damit sie würdig werde( werden) der verheißenen Seligkeit. Das Andenfen an sie ermuntere uns, immer mehr nach der Seelenreinheit zu streben, und durch einen tugendhaften Lebenswandel der seligen Unsterblichkeit würdig und theilhaftig zu werden; durch Jesum Christum u. s. w. ( N. d. Epist.) 1) Wie tröstlich ist, was Jesus lehrt: Wer an mich glaubt, und mich verehrt, Der lebt, kömmt nicht in das Gericht, Und sieht den Tod auf ewig nicht." 2) Wir glauben freudig an dein Wort: Ja, Herr! wir leben ewig fort.- Wie fann der Tod uns schrecklich sein? Er führt uns ja in's Leben ein. 3) Dort sehen wir dein Angesicht; Um uns strahlt dort ein himmlisch Licht. Wir sind von aller Noth befreit, Dort Erben deiner Herrlichkeit. ( 3. Opferung.) 1) Dir, Vater! weihen wir hier Gaben Von reinem Brod und reinem Wein. Du bist's, von dem wir Alles haben! Laß sie dir wohlgefällig ſein! Mit ihnen steige unser Flehen Für die Entschlafenen empor: Laß sie in Herrlichkeit dich sehen, Umgeben von der Engel Chor. 2) Dein Sohn, o Gott! starb sür uns Sünder, Er tilgte unsrer Sünden Schuld; Durch ihn sind wir nun deine Kinder, Vertrauend deiner Vaterhuld. Mag 142 unsern Leib die Erde decken, Uns grauet vor dem Grabe nicht; Du wirst ihn wieder auferwecken, Du, unsers Glaubens Zuversicht! ( 3. Präf.). Ich erhebe nun mein Herz zu dir ,, heiliger Gott, barmherziger Vater! dich dankbar zu preisen, der du deinen eingebornen Sohn gesandt hast, daß wir durch ihn das ewige Leben erhalten, und wir, überzeugt von der Wahrheit der Auferstehung, ohne Furcht und Zittern unsere Leiber dem Grabe vertrauen, bis einstens ſeine mächtige Stimme diese wieder verklärt aus dem Staube erweckt, und unsere Seelen, mit ihnen bekleidet, eine ununterbrochene Seligkeit genießen; weßwegen wir dir danken durch Jesum Christum, deinen Sohn, und von deiner Liebe gerührt, mit allen Engeln und seligen Geistern rufen: Heilig u. s. w. ( 3. Sanct.) 1) Droben nur ist wahres Leben, Millionen stehen schon, Ihren Retter zu erheben, Selig da vor seinem Thron. Engel und Verklärte singen, Lob und Dank ihm darzubringen: Heilig, heilig, heilig ist Der Erbarmer, Jesus Christ! 2) Vaterland verklärter Frommen, Wohnsitz ungestörter Ruh! Was kein Sterblicher vernommen, Got tes Heil gewährest du, Freuden Erndten schenkt Gott denen, Die zuvor gesä't in Thränen. Jesus! führ' uns auch dorthin; Dann ist Sterben uns Gewinn. = ( Nach der heiligen Wandlung.) Jesus, dir leb' ich! Jesus, dir sterb' ich! Jesus, dein bin ich im Leben und Tod! ( Zum Memento für die Abgestorbenen.) Der Frommen abgeschied'ne Seelen, Gott, deiner Vaterlieb' empfehlen, Dies ist der Hinterlass'nen Trost und Pflicht. Drum hoffen wir, du wirst das Flehen Der Bruderliebe nicht verschmähen, Die hoffnungsvoll für theure Seelen spricht. ( 3. Agnus Dei.) Lamm Gottes! Gnade, Heil und Leben Hast du erbarmend mir gegeben; Du starbst, um mich vom Tode zu befrei'n. Ermattet gingst du, mich zu suchen; Du ließest dir am Kreuze fluchen; Herr, soll dein Blut an mir verloren sein? 143 ( 3. Commun.) 1) O hohes Glück, vor dir zu steh'n, Freude, Jesus, dich zu seh'n, Dich, herrlich Haupt der Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich, erster aller Brüder! 2) Wie dann mir wird zu Muthe sein, Wenn alle Todten groß und klein, O Jesus! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim Namen nennst, Vor Gott und Engeln mich bekennst, Jch ewig dich soll sehen. 3) Der Seligkeiten, Gott! wie viel! O Freuden. ohne Maß und Ziel, Hoch über alles Sehnen! O Ewigfeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! ( Dankgebet.) Laß, o Gott! dieses hier dargebrachte Opfer der Seele unsers verstorbenen N.( der verstorbenen N.) und allen abgestorbenen Christgläubigen zur Vollendung ihrer Reinigung gedeihen. Nimm sie in jene Wohnung auf, die ihr( die ihnen) dein Sohn Jesus Christus bei dir zubereitet hat; uns aber laß die Vergänglichkeit dieses irdischen Vaterlandes erkennen, damit wir nach dem Himmlischen verlangen, und so leben, daß wir desselben würdig, und dereinst theilhaftig werden; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Schlußges.) Euch, die von uns geschieden, Verleih Gott seinen Frieden, Bis wir nach dieser Pilgerzeit Mit euch in Gottes Herrlichkeit Vereinigt ewig leben! XXXVI. Das Amt der heiligen Messe am Allerseelentage. ( Vormesse.) 1) Erbarmer! hör' uns voll Vertrauen Mit Einer Stimme zu dir fleh'n; Gib den Verstorb'nen dich zu schauen, Die, nahe dir, dich doch nicht seh'n. Auch sie sind deiner Kirche Glieder, Auch sie hast du erlöst, o Herr! Sie hoffen nun als deine Brüder Ihr Heil von dir, Barmherziger! 2) läut're sie von jedem Flecken! Dein Blut floß auch für ihre Schuld. Zerstreue ihre bangen Schrecken Durch einen Strahl von deiner Huld. Du sprachst am Kreuze zu dem Sünder:„ Heut noch biſt 144 du im Paradies!" Ach! sprich zu ihnen, Herr! nicht minder:„ Ihr kommt noch heut zu mir, gewiß!" 3) Erfüll', erfüll' ihr heißes Sehnen Nach deiner Seligkeit Genuß, Und mildere die Glut der Thränen Durch einen sanften Friedensgruß! Mit Liebe sieh' auf ihre Leiden, O ende ihre Prüfungszeit, Laß eingeh'n sie in deine Freuden, Du Fülle der Barmherzigkeit! ( Gebet.) O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung ihrer Sünden, damit sie durch unser demüthiges Gebet die Nachlassung derselben, welche sie allezeit gewünscht, erhalten mögen, und in die Wohnung der Seligen aufgenommen zu werden verdienen; wo du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( N. d. Epist.) 1) Selig, die im Herrn versterben, Denn sie sind des Himmels Erben, Erben der Unsterblichkeit! Ihren letzten Augenblicken Folget himmliſches Entzücken, Folgt des Himmels Seligkeit. 2) Mild und sanft seh'n wir den Frommen, Allem Erdenleid entnommen, Seinem letzten Ziele nah'n. Wo sich alle Lebensfreuden Von dem frechen Sünder schei den, Fängt des Christen Freude an. 3) Sein beruhigtes Gewisses Bebt nicht vor den Finsternissen Jener dunkeln Todesnacht. Auf dem schreckenvollen Pfade Leuchtet hell ihm Gottes Gnade, Hält ihn des Erlösers Macht. 4) Mag den Leib die Erde decken, Ihn auch wird der Herr einst wecken, Wenn er kömmt zum Weltgericht. Alles Leid ist dann geendet, Die Erlösung ganz vollendet, Und wir seh'n sein Angesicht! ( 3. Predigt.) Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt, Ein büßend Herz, von Lieb' erfüllt, Dies ist es, was bei Christo gilt. Mit Ehrfurcht hören wir es an, Was Gott zu Aller Heil gethan, Und sind, o Heiland, ganz bereit, 3u thun, was uns dein Wort gebeut. ( N. d. Pred.) Dant, Herr, für deines Wortes Licht! Es ist der Seele Zuversicht, Daß, wenn vom Grabe wir ersteh'n, Wir unsre Brüder selig seh'n. Voll 145 Dornen ist der Prüfung Zeit, Und ach! umhüllt von Dunkelheit. O dent' erbarmend im Gericht An unsre Missethaten nicht! ( Die Opferung und alles llebrige ist wie Seite 141 im zweiten Umte für die Abgestorbenen. Das Libera oder Gesänge bei Besuchung der Trauers bahre und des Grabes, nach dem Amte der heil. Messe. ( Das Libera nach der lateinischen Choralmelodie.) I. V. R. Rette mich, o Ewiger! befreie von Strafe mich an jenem Tage voller Angst, wann der Erde Grund erbebt und wanket; wann, aller Welt Gebieter, du erscheinest zum Gericht. Wie werd' ich dann erbeben, wie mich fürchten, wenn kommen wird der Schreckenstag und des Allmächtigen Strafgericht. R. Wenn Gottes mächtige Stimme die Uebertreter schreckt: dann, großer Tag, sei mir kein Tag des Schreckens und der Furcht! Friede dem( den) Entschlafenen! Segne du ihn( sie), Ewiger! und das Heil der bessern Welt sende du diesem( ihnen)! II. 1) Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Lern' hier, was unser Leben ist! Ein Sarg nur und ein Leichenkleid, Bleibt dir von aller Herrlichkeit. 2) Der ist jetzt arm, der andre reich, Im Grabe sind wir alle gleich. Sei gleich entfernt von Stolz und Neid, In Hoheit und in Niedrigkeit. 3) Wer weiß, wie bald auch dich zur Gruft Der Herr des Tod's und Lebens ruft. Drum halte dich zu jeder Zeit Auf Tod und Ewigkeit bereit. 4) Herr! sei barmherzig, wenn du einst Als Richter aller Welt erscheinst; Dein wollen wir, auf ewig dein, Im Leben und im Tode sein. III. 1) Gerechter Gott! vor dein Gericht Muß alle Welt sich stellen; Du wirst in ihrem Angesicht Auch mir mein Urtheil fällen. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Menschenkinder; Bestimmest jedem seinen Lohn, Dem Frommen und dem Sünder. 2) Herr! lehre mich die große Kunst, Bei Gräbern flug zu werden. Was ist des Menschen Leben? Dunst Und Eitelkeit auf Erden! Viel hängt vom frommen. Const. Gesangbuch 31ste Aufl. 7 146 Tode ab, Noch mehr vom frommen Leben! Dies soll mein Herz an diesem Grab' Mit Macht zu Gott erheben. Beim Grabe oder der Tumba wird gebetet: Antiphon. Laß bir gefallen, Herr! sie zu retten. Nach dem 50. Psalm. Sei ihnen gnädig, Gott! den Abgeſtorbenen; Tilge ihre Sündenschuld, Barmherziger! Läutre ihren Geist von allen Flecken, Die an ihnen jegt dein Auge noch entdeckt. Unter allen Heiligen auf Erden Ist, o Herr! nicht Einer rein vor dir. Doch hast du zur Tugend sie geleitet, Die du liebst; sie lernten kennen deinen Rath. So entsündige sie nun vollkommen, Mach' sie rein und heilig, würdig dich zu sehen. Damit ihre Seelen bald gelangen Hin zur höhern Stufe der Vollkommenheit. Wende dein Gesicht von unsern Sünden; Jede werde gänzlich von dir ausgetilgt! Unser Herz schaff' um zu einem reinen, Bring' zur Festigkeit den neuen Tugendfinn. Ach! verstoß uns nicht vor deinen Augen, Und entzieh' uns deine Vaterliebe nicht. Bis zum Tode laß uns Hilfe finden, Und erhalt' uns immer auf der Tugend Bahn. Nach dem 129. Psalm. 1. Tief gebeugt rufen dir, o Herr!* Abgestorbene, die du reinigst, zu. 2. Neige mild dein Ohr, o Herr!* Zu dem Flehen ihres Geistes. 1. Wenn du Sünden willst zurechnen, Herr! Wer wird dann vor dir besteh'n? 2. Nur bei dir steht's, zu vergeben;* Retten fannst nur du, nur du befrei'n. 1. Herr! sie sehen deiner Hilf' entgegen;* Du verheißest sie; sie trauen auf dein Wort. 2. Sehnlicher, als Wächter auf den Morgen,* Warten fie auf deine Hilfe. * 1. Gott, laß sie umsonst nicht hoffen,* Gütig bist du ja, und rettest gern. 2. Von der Sündenstraf und Pein* Wirst du sie befrei'n, o Herr! Antiphon. Laß dir gefallen, die Abgestorbenen zu retten. V. Aus dem Orte der Reinigung R. Erlöse die Seelen der Abgestorbenen! V. Laß sie ruhen in Frieden. R. Amen. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Laß unser Rufen zu dir kommen. ( Das Gebet suche Seite 144.) V. Herr! erbarme dich unser! R. Chriftus! erbarme dich unser! Herr! erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. V. Herr! erhöre unser Gebet! R. Laß es dir wohlgefällig fein. 147 Gebet.( Bier wird eines aus den vorhergehenden meffen für Verstorbene genommen. Darauf:) V. Gib der Seele( den Seelen) des( der) Abgestorbenen die ewige Ruhe! R. Ewiges Licht leuchte ihnen! V. Laß sie dich schauen in ewiger Herrlichkeit! R. Amen. XXXVII. Gemeinschaftliche Meßandacht für alle Zeiten des Kirchenjahres. ( Vorbereitungsgebet.) Mit innigster Freude und Dankbarkeit versammeln wir uns, o Gott! an dieser heiligen Stätte, um das Andenken an das liebreiche Werk unserer Erlösung durch deinen Sohn Jesus Christus andachtsvoll und feierlich zu begehen. Laß dir, Allgütiger! diese Andacht wohlgefällig sein, und erwecke durch sie in uns solche Gesinnungen und Entschlüsse, die uns der beseligenden Früchte der Menschwerdung deines Sohnes würdig und theilhaftig machen. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ( 3um Staffelgebet.) Indem wir uns mit deinem Priester, o Gott! ehrfurchtsvoll deinem heiligen Altare nahen, und unser Leben mit den Vorschriften und dem Geiste deiner heiligen Religion, die uns dein Sohn vom Himmel brachte, vergleichen, nehmen wir noch Vieles an uns wahr, das uns von dir, Heiliger! entfernt, und deiner Gnade unwürdig macht. Reuevoll flehen wir dich deßwegen um Verzeihung an, und bekennen unsere Schuld. 148 Noch sind wir zu irdisch gesinnt, sehnen uns und trachten weit mehr nach vergänglichen Gütern, als nach den wahren Freuden der Ewigfeit. Noch beherrscht uns sinnliche Lust, und strafbare Begierden reißen uns gegen die warnende Stimme unsers Gewissens auf den Abweg des sittlichen Verderbens. Mehr wegen Vortheil und Gewinn, mehr wegen Furcht und Strafe, als aus reiner Liebe zur Tugend, und aus Achtung für dein heiliges Wort, unterlassen wir das Böse und üben das Gute. Menschenlob oder Menschentadel sind nicht selten die Richtschnur nnsers Thuns und Lassens zum Nachtheile der Wahrheit und Bruderliebe. Viele unsrer Worte sind unnüß; viele derselben der Ehre deines Namens zuwider, und dem guten Rufe unsers Nächsten schädlich. Oft vergessen wir deiner Allgegenwart und Gerechtigkeit, und verfündigen uns an deiner Baterliebe. Manchfaltig, o Vater, haben wir seit den Tagen unsrer Jugend bis auf die gegenwärtige Stunde Böses gethan. R. Wir bekennen unsre Schuld. ( Zum Eingang und Kyrie.) Doch, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, so erbarmst du dich unser, und sendest deinen Eingebornen aus der Fülle deiner Herrlichkeit zu uns Sündern auf Erden, daß er uns durch Wort und That den Weg des Heils zeige, und uns beselige. Wir rufen deswegen vertrauensvoll zu dir! R. Erbarme dich unser! Vater ewiger Liebe! R. Erbarme dich unser! Jesus Christus, Sohn Gottes! R. Erbarme dich unser! Du unser Mittler und Begnadiger! R. Erbarme dich unser! ( 3. Gloria.) Lobet Gott, ihr Völker alle! preiſet Jhn, des Weltalls Herrn; rufet mit uns: R. Ehre sei ihm in den Höhen! R. Ehre sei ihm 2c. Frieden und Heil sandte er zu uns auf Erden nieder. Frieden und Heil allen Menschen, die hienieden guten Willens sind. Lobet ihn, denn er ist gütig; ewig währet seine Trene. Preis sei auch dem Sohne Gottes, Jesu Christo, unserm Herrn. Preis und Dank sei ihm, daß er zu unserer Rettung Mensch geworden ist. Preis und Lob sei ihm von allen Menschen, und durch alle Zeiten hin. ( 3. Collecte.) Nimm, o Gott! unser Gebet gnädig auf, und damit wir erhalten, um was wir bitten, so sei unser Verlangen und Bestreben nur auf das hinge richtet, was dir wohlgefällig, und uns wahrhaft heilsam ist; durch denselben Jesum Christum u. s. w. 149 ( 3. Epist. und z. Evang.) Zu dir, der du vom Himmel kamst, uns von dem Elende der Sünde zu erlösen, zu dir rufen wir herzlich empor: Dank dir, o Herr! Du hast die Finsternisse des Irrthums und der Unwissenheit zerstreut, und das Licht göttlicher Wahrheit unter den Menschen verbreitet. Du bist es, der uns von den schmachvollen Fesseln der Sünde befreite, und uns aus dem Abgrunde des sittlichen Verderbens errettete. Du entreißest uns der Herrschaft der Sünde, und gibst uns Antrieb und Kraft zur Besiegung lasterhafter Gewohnheiten. Du bist ber Wiederhersteller unserer Würde und Seligkeit, der innigste treue Freund, der uns Gott und der Tugend zuführt. Du lehrtest uns, Gott im Geiste und in der Wahrheit anbeten, und erwarbst uns das Vorrecht, ihn unsern Vater zu nennen. Du führest uns auf dem Wege deiner Gebote zum innern Frieden schon hier, und zur Seligkeit jenseits des Grabes. Damit nichts fehlen möchte, was zur Beseligung der Menschen gehört, bist du in die Welt gekommen, dem Tode die Macht zu nehmen. Du hast durch dein Evangelium Leben und Unvergänglichkeit in's Licht gesetzt, und künftiger Herrlichkeit uns fähig und empfänglich gemacht. Priest. Aus dem Evangelium des heil. N. N. Volk. Mit Ehrfurcht hören wir es an. Priest. Es sind Worte des ewigen Lebens. Volk. Wir stehen bereit, fie zu erfüllen. R. Dank dir, o Herr! ( Nach dem heiligen Evangelium.) Priest. Diese heil. Worte glaube ich u. s. w. Volt. Diese heil. Worte glauben auch wir im Herzen und be kennen sie mit dem Munde. ( 3. Pred.) Jesus Christus! der du in die Welt tamst, das Licht wahrer Gottesverehrung anzuzünden und zu verbreiten, und dadurch die Finsternisse der Unwissenheit und des Aberglaubens zu zerstreuen; leite mit deiner Gnade deines Predigers Herz und Zunge. Wir bitten dich, erhöre uns! Erleuchte seinen Verstand, um das Wort des Heils, das du vom Himmel gebracht, mit reinem Sinn zu verkünden. Erfülle sein Gemüth mit deiner Liebe, daß er mit apostoli schem Eifer uns zu dir, der Quelle der Wahrheit und der Tugend, hinführe. Laß das Wort deiner beseligenden Wahrheit mit überzeugender Kraft in unsere Herzen dringen. R. Wir bitten 150 Laß den Irrenden Licht, den Frommen Stärkung, den Leidenden Trost in deinem Worte finden. Laß den Samen, der ausgestreut wird, hundertfältige Früchte für's ewige Leben bringen, und uns aus Erfahrung inne werden, wie selig die sind, welche dein Wort hören und befolgen. ( N. d. Pred.) Dank dir, Allgütiger! für das beseligende Wort deines Sohnes, das uns durch deines Priesters Mund zufloß. Laß es nun auch auf unser Herz und Leben wirken, und gesegnete Früchte an uns hervorbringen. V. Wir bitten dich, erhöre uns! Es nähre und belebe unsern Glauben an dich, o Gott! als unsern Vater. R. Wir bitten 2c. E3 nähre und belebe unsern Glauben an Jesum Christum, deinen Sohn. R. Wir bitten 2c. Es nähre und belebe unsern Glauben an den heiligen Geist, der die Seelen zum Guten mächtig stärkt. R. Wir bitten dich 2c. Daß du den Himmel und die Erde, alles Sichtbare und Unsichtbare aus Nichts hervorgebracht, und zu unserm Nußen eingerichtet hast. Daß Jesus Christus dein Sohn, unser Lehrer, Vorbild und Seligmacher sei. dich zc. ( 3. Credo.) Mit deinem Priester, o Gott! bekennen auch wir unsern Glauben, und sprechen andachtsvoll: An dich, den Vater, Sohn und heiligen Geist, glauben wir, o Gott!" 11 Daß er durch die Kraft deines Geistes die menſchliche Natur angenommen, und von Maria, der Jungfrau geboren worden sei. R. Wir bitten Daß er aus Liebe zu uns Vieles an Seele und Leib gelitten habe, und am Kreuze für uns gestorben sei. Daß er am dritten Tag vom Grab' erstanden, vierzig Tage unter seinen Jüngern gewandelt und sichtbar gen Himmel gefahren sei. Daß er dereinst als unser Richter wieder kommen, und Jedem vergelten werde nach seinem Verdienste. Daß der heilige Geist, der von dem Vater und Sohne ausgeht, uns die Wahrheit lehre, zum Guten stärke, und in Widerwärtigkeiten tröſte. Daß alle Frommen im Himmel und auf Erden, in diesem Leben und nach dem Tode durch das Band der Liebe in heiliger Gemeinschaft stehen. Daß unsere Seelen unsterblich sind, und selbst unsere Leiber, vom Grabe erweckt, sie dereinst verherrlicht umhüllen werden. R. Glauben wir, o Gott! ( 3. Opferung.) Vater unser Aller! sieh gnädig herab auf die Gaben, welche der Priester nach dem Be fehle und dem Vorbilde Jesu dir zum Opfer darbringt. Mit diesen Gaben bringen wir dir uns selbst zum Opfer dar. V. Nimm dieses Opfer gnädig an!" Nicht Gold, nicht Schäße dieser Erde willst du, Herr! nur unser reiner guter Wille ist's, was dir gefällt. Und dieser reine gute Wille offenbare sich zu unsers Heilands Ehre durch Heiligkeit des Wandels. Wir wollen künftig immerhin die Sünde ernstlich meiden, und dir, o unser Gott und Herr! ganz lebeu. Durch deines Wortes Kraft gestärkt. beginnen wir den Kampf mit Muth gegen sündliche Begierden. Von deiner Gnade unterstüßt, o Herr! erringen wir den Sieg in den Stunden der Versuchung. Nicht Mühe, nicht Beschwerden scheuen wir, o Herr! um auf deiner Bahn dir unermüdlich nachzuwandeln. Wie Kinder, Vater! liebst du uns; wie Brüder wollen wir auch alle Menschen wieder lieben. Selbst unsere Feinde wollen wir mit Bruderliebe umfangen, und jenen Gutes thun, die uns verfolgen. Wir sind entschlossen, Herr! von Herzen Allen zu verzeihen, die uns beleidigt haben; zu segnen jene, die uns fluchen. Des Dürftigen erbarmen wir uns herzlich, wir trocknen gern der Wittwen und der Waisen Thränen. Nach unsern Kräften wollen wir des Guten vieles wirken, und überall die Ehre deines Namens fördern. Das Gute üben wir, weil du es auch gethan, und weil es uns, o Herr! deiner Liebe und Gnade würdig macht. Herr! nimm uns hin, wir wollen ganz dir angehören, ganz wollen wir uns deinem Dienste weihen! 151 Dein sind wir, Herr! im Leben, im Leiden sind wir dein, dein sind wir auch im Tode. Amen. R. Nimm dieses Opfer gnädig an! Vorbeter. Segne, Allgütiger! dieses Opfer von rei nem Brod und Wein, das wir dir zur Verherrlichung deines Namens, zum Danke für die Gnade der Erlösung durch deinen eingebornen Sohn, zu unserm Heile und zum Besten aller Mitmenschen darbringen. Laß die from nen Entschlüsse, die wir dabei gefaßt haben, zu uns heiligenden und beseligenden Werken gedeihen, durch Jesum Christum, deinen Sohn unsern Herrn. Amen. Zur Präfation. Vorbeter. Erheben wir unsere Herzen gen Himmel. Volt. Gott unsern Herrn zu preisen! Vorbeter. Danken wir ihm nach frommer Christenweise. Volf. Dies ist Pflicht für uns. Vorb. Ja, o Gott! es ist Pflicht für uns, dich zu loben und dankbar zu preisen; denn du hast uns deinen 152 einzigen Sohn zu unsrer Erlösung und Seligmachung auf diese Erde gesendet, und uns in ihm das erhabenste Tugendbild zur Nachahmung gegeben. Durchdrungen von der Größe deiner Güte und Liebe, vereinigen wir deswegen unsre Stimme mit deinen Engeln und Erz engeln, mit allen seligen Geistern und Bewohnern des Himmels und rufen einmüthig: Heilig, heilig, Himmel und ( 3. Sanctus.) Vorb. und Volt. heilig bist du, unser Herr und Gott! Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, o Jeſsu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( 3. Canon.) Vorb. Deiner Stimme, o Gott! die uns zuruft: Seid heilig, wie ich es bin!" folgten die Patriarchen, die Propheten, die Apostel, die heiligen Märtyrer und Betenner deiner heiligen Religion aus allen Ständen und Völkern. Auch wir sind bereit, ihr nachzufolgen, und wünschen zugleich, daß alle Menschen dies thun möchten. Deswegen flehen wir jetzt zu dir, barmherziger Gott und Vater! für uns und alle Menschen. R. Wir bitten dich, erhöre uns! 11 K Erhalte und beschüße die allgemeine Kirche, die du auf Erden durch deinen Sohn geſtiftet haſt. Erleuchte die Hirten und Vorstcher der Kirche, daß sie ihre Heerde mit Weisheit und Sanftmuth leiten. Regiere alle christlichen Gemeinden, daß sie die Stimme ihrer Hirten hören, befolgen und selig werde: 1. Verleihe unserm Landesherrn und allen Obrigkeiten den Geist deiner Weisheit, Gerechtigkeit und Güte. Lenke die Herzen aller Unterthanen, daß sie in Gehorsam und Treue gegen ihre Obern unverbrüchlich verharren. Stärke und erleuchte die Eltern, daß sie ihre Kinder zu verständigen, guten und glücklichen Menschen erziehen. Gib, daß alle Kinder zur Freude ihrer Eltern, zum Segen des Vaterlandes und für den Himmel aufblühen. Bewahre die gefahrlaufende Unschuld, und führe die Irrenden auf den Weg der Tugend zurück. Tröste und erquicke die Armen und Nothleidenden, und lindre die Schmerzen der Kranken. Segne unsre Wohlthäter und Freunde, und vergilt ihnen das uns erwiesene Gute mit himmlischen Freuden. Führe uns alle nach Vollendung dieses Pilgerlebens in die Wohnstätten ewiger Freude. R. Wir bitten bich, erhöre uns! Die heilige Wandlung. ( Bum Opfer des Leibes und Blutes.) Vorbeter. Das Opfer, das einst zu unsrer Erlö sung am Kreuze blutete, liegt hier auf dem Altare in Gestalt des Brodes und Weines. Lasset uns ehrfurchtsvoll unsre Häupter neigen, zur Erde unsre Knie beugen, und voll dankbarer Liebe rufen: Jesus Christus, du daß Ebenbild des Vaters, der Abglanz seiner Herrlichkeit! R. Anbetung dir in Ewigkeit! Wer dich recht kennt, der kennt Du bist im Vater, er in dir den Vater. - Wie groß warst du, und wurdest so gering, damit du uns erheben möchtest. Dein hohes Ziel war Seligmachen; wer zu dir kam, den nahmst du liebreich auf. Das kranke Herz des Sünders, welch einen Arzt fand es in dir, o Freund der Menschenkinder! Nur Wohlthun war dein Werk, du gingst durch Städte und Dörfer, und Segen ging voran, und Segen folgte dir. Wie reich warst dü, und wurdest doch so arm, damit du uns bereichern möchtest. Wie Gott ergeben littest du! wie felsenfest war dein Vertrauen auf ihn, den Vater aller Menschen. Du duldetest der Frevler Hohn, und bliebest Gott treu bis in den Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Dein Leben gabst du Gott zum Opfer für uns hin, und lebst nun ewig uns zum Heil. 153 Im Himmel bist du noch der Menschenfreund, der du anf Erden warst; du hörst nicht auf, für unser Heil zu sorgent. R. Anbetung dir in Ewigkeit! ( Das Vater unser nach den sieben Bitten.) Vorbeter. Du kamst in die Welt, göttlicher Heiland! um die Sünder selig zu machen, und die Herrschaft der Sünde zu schwächen. Selig sind wir, hochgelobter Sohn Gottes! daß du erschienen bist, um uns die Lossprechung von der Schuld und Strafe unsrer Sünden, wenn wir reumüthig Buße thun, durch dein Leben, Leiden und Sterben so gewiß zu verschaffen, und so stark zu versichern, als wir es zu unsrer Beruhigung nur immer wünschen können. Vertrauensvoll rufen wir deswegen zu dir: ,, Jesus, du wahres Gotteslamm! weldhes die Sünden der Welt auf sich genommen hat, erbarme dich unser!" R. Erbarme dich unser! ( Wird dreimal wiederholt.) Vorbeter. Der Mensch lebt nicht von dem Brode 154 dieser Erde allein; er bedarf auch einer höhern Nahrung für seinen unsterblichen Geist. Diese Nahrung ist der Leib und das Blut Jesu, jenes Brod des Himmels, das uns ewiges Leben mittheilt. Unser Erlöser, Jesus Christus, gab und hinterließ uns diese seelennährende Speise in dem Abendmahle, das er noch vor seinem Leiden mit seinen geliebten Jüngern hielt. Als er ihnen unter Brodsund Weinsgestalt seinen Leib und sein Blut zum Genusse darreichte, sagte er zu ihnen: So oft ihr dieses thut, so thut es zu meinem Andenken." Dies thut dein Priester nun, göttlicher Erlöser! Jndem er deinen Leib genießt, und den Kelch des neuen Bundes trinkt, verfündet er uns deinen beseligenden Opfertod, und wir rufen mit gerührtem Herzen: Jesu, Sohn Gottes; für Alles, was du für uns gethan. 11 R.Sei jetzt und ewig dir gedankt!" Für alles, was du für uns litteſt. Für jedes Licht, das uns durch deine heilige Lehre aufgegangen ist. Für jeden Trieb zum Guten, den sie in uns erweckte. Für jeden guten Vorsaß, den wir faßten und vollbrachten. Für jeden Fortschritt auf dem Wege der Besserung und Tugend. Für jeden Trost und frohen Sinn, den der Glaube in unsre Herzen goß. Für alles Gute, das von uns und von der ganzen Christenheit geschah. Für alles, was du immer noch zum Heil der Menschen wirkest. Mit unserm Dank vereinigt sich auch unser frommes. Flehen. R. Erhöre unsere Bitte! Vollende, was du angefangen hast. Vermehre die Anzahl deiner würdigen Verehrer. Vertilge das leere Schein- und Namenchristenthum. Mach unsern Glauben täglich herzlicher und tugendreicher. Bilde unsern Sinn nach deinem hohen Tugendsinn. Dein Leben sei das Vorbild unsers Lebens. Dir folge Alles nach in deinem unerschütterlichen Vertrauen. Dir folge Alles nach in deiner schweigenden Geduld. Dir folge Alles nach in deinem findlichen Gehorsam. Dir folge Alles nach in deiner unverstellten Demuth. Dir folge Alles nach in deiner Freundlichkeit und Sanftmuth. Dir folge Alles nach in deiner Gott- und Menschenliebe. Dir folge Alles nach in deinem Eifer, wohlzuthun. gedankt! R. Sei jebt und ewig dir Laß uns dir täglich ähnlicher und deiner Liebe würdiger werden. Nimm uns dereinst zu dir in deinen Himmel auf. R. Erhöre unsre Bitte! V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! 155 ( Vorb.) Lasset uns beten! Göttlicher Erlöser! wir wollen uns durch gerechte Nachfolge als deine ächten Verehrer, als deine dankbaren Erlösten erzeigen; dann werden wir in dir auch unsern Seligmacher finden, und dich dereist mit allen Auserwählten von Angesicht zu Angesicht schauen, und ewig loben und preisen, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit. R. Amen. ( Das Gebet für den Landesfürsten und die Landeswohlfahrt siehe Geite 10.) XXXVIII. Meßandacht zum Privatgebrauch, oder zur stillen Messe. ( Vormesse.) Jch will jetzt mit lebendigem Glauben und tiefster Ehrfurcht mein ganzes Gemüth auf dich, o mein Gott, und auf das große Opfer der Liebe richten, welches einst dein Sohn, unser Erlöser, Jesus Christus, am Kreuze vollbracht hat, und der Priester auf dem Altare unblutiger Weise erneuert. Das Andenken an das Leiden Jesu foll auch meine Liebe zu dir, o Herr! erwecken, daß ich meine Sünden bereue, mich ernstlich bessere, und durch ein frommes, tugendhaftes Leben mich der Verdienste Jesu und seines heiligsten Opfers theilhaftig mache. ( 3. Kyrie.) Vater! erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit! Erbarme dich meiner und gib mir Kraft und Stärke zu meinem Vorhaben, immer besser und dir wohlgefälliger zu werden. Jesus, der du auf die Welt kamst, die Sünder selig zu machen, erbarme dich meiner! ( Zum Gloria.)( Wenn eines Statt hat.) Ehre sei Gott im Himmel! Friede und Heil den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind! Lobet den Herrn, denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währet ewig. Gelobt seist du Jesus Chriftus, Sohn Gottes, unser Heiland und Herr! der du nun sizest im Himmel zur rechten Hand Gottes. Amen. 156 ( 3. Collecte.) Verleihe uns, o Gott! nach deiner weisen Güte, was der Priester für unser Heil bittet. Wir wollen zuerst nach deinem Reich, und nach solchen Dingen trachten, die uns wahrhaft gut und dir gefällig sind; dann wirst du es uns auch nicht an dem Uebrigen, was wir an Seele und Leib bedürfen, fehlen lassen, nach der Verheißung Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes. Amen. ( Zur Epistel.) 1) Wenn ich alle Sprachen der Menschen und Engel reden könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich wie ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2) Besäß ich auch die Gabe der Weifsagung, wüßte ich alle Geheimnisse, hätte ich alle Wissenschaft, und wäre mein Glaube so groß, daß ich Berge versetzen könnte, und hätte dabei die Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3) Würd' ich mein ganzes Vermögen unter die Armen austheilen, und meinen Leib zum Verbrennen dargeben, es fehlte mir aber die Liebe, so würde mir Alles nichts nüßen. 4) Die Liebe erträgt Alles, glaubt Alles, hofft Alles, erduldet Alles. Jetzt bleiben nur diese drei: der Glaube, die Hoffnung, die Liebe. Aber die größte darunter ist die Liebe, sie hört auch niemals auf. 1. Korinth. 13. ( zum Evangelium.) 1) Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern herumirren, sondern vom Lichte der Wahrheit erleuchtet und geführt, sichern Weges zur Tugend und Glückseligkeit fortgehen. 2) Willst du zum Leben eingehen, so halte die Ge bote! du sollst den Herrn deinen Gott von deinem ganzen Herzen, aus ganzer Seele und mit deinem ganzen Gemüthe lieben: dies ist das erste und größte Gebot. Das andere aber ist diesem gleich, du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. 3) Wenn du deine Opfergabe bereits zum Altare gebracht hast, und dir dort einfällt, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß deine Gabe vor dem Altare stehen, und gehe hin und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder; alsdann komme wieder und entrichte dein Opfer. 157 4) Sammelt euch nicht Ueberfluß und Schäße für diese Erde, wo sie Motten und Rost verzehren, wo Diebe einbrechen und sie stehlen; sondern sammelt euch Schätze für den Himmel, wo sie weder Motten noch Rost verzehren, noch Diebe einbrechen und sie stehlen. ( 3um Credo.) Jch glaube an Gott den Vater, der Alles erschaffen hat, Alles erhält und mit unendlicher Weisheit und Güte ordnet. Ich glaube an seinen Sohn Jesum Christum, der vom Himmel kam, uns von der Sünde zu erlösen, und selig zu machen. Ich glaube an den heiligen Geist, der uns in dem erleuchtet, was uns zu guten Kindern macht, und uns durch das Gewissen zum Guten treibt und stärkt. Ich glaube Alles, und halte für wahr, was uns Gott geoffenbaret hat, und durch seine, heilige Kirche zu glauben vorstellt. Nach diesem heiligen Glauben will ich mein Leben einrichten, und in diesem Glauben will ich sterben, damit ich auferstehe zum ewigen Leben. ( 3ur Opferung des Brodes und Weines.) ( Der heilige Paulus sagt: Euch selbst, ein Gott geheiligtes Leben bringet zum Opfer dar.) Himmlischer Vater! Du siehst gnädig herab auf die Gaben, welche der Priester nach dem Gebote und Vorbilde Jesu über dem Altare aufhebt, und dir als ein Opfer darbringt. Ich hebe mit ihm die Hände auf, und opfre dir mich selbst. Gold und Silber verlangst du nicht von mir. Aber einen reinen guten Willen, und einen heiligen Wandel verlangst du von mir; und ein reiner, guter Wille und ein heiliger Wandel ist es was ich dir heute, und alle Tage meines Lebens zum Opfer darbringen will. Aus Liebe zu dir will ich alle Sünden meiden; aus Liebe zu dir will ich das Gute üben. Ich will meinen Mitmenschen wohlthun an Seele und Leib;nicht aus Hochmuth und Eitelkeit, nicht wegen meinem zeitlichen Vortheile, nicht um den Beifall der Menschen damit zu verdienen, oder Dank dafür einzuerndten, sondern weil du es so haben willst. Jch bin bereit, Alles, was mir so lieb ist, wie mein rechtes Auge, was mir 158 so nüßlich ist, wie meine rechte Hand, zu verlassen und hinzugeben, wenn du dieses Opfer von mir sorderst. ( 3. Präf.) Mein Herr, mein Schöpfer und Vater! du schenkest mir alles, was mir wahrhaft gut und nüßlich ist. Es ist also billig und pflichtmäßig, daß ich mein Herz kindlich zu dir erhebe, dich lobe und preise, und dir danke für Alles, was du mir thust. Ich will dich aber nicht allein mit meinem Munde rühmen, sondern auch durch dankbaren Gehorsam ehren; denn du bist höchst heilig, o Gott! und willst, daß ich durch Be folgung deines heiligsten Willens dir ähnlich und deiner Seligkeit würdig werde, die mir dein eingeborner Sohn, Jesus Christus, durch sein Leiden und Sterben verdient und erworben hat. Ich vereinige deßwegen meine Stimme mit dem Lobgesange deiner Engel und mit allen Heiligen im Himmel und auf Erden, und rufe unermüdlich mit ihnen: ( 3um Sankt.) Heilig, heilig, heilig bist du, unser Herr und Gott! Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesus, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen. ( 3um Canon.) ( Der Priester betet für alle Menschen; ich will es auch thun.) Gott, mein Vater! ich bete zu dir für die Wohlfahrt Aller. Erhalte und beschüße die allgemeine Kirche, die du auf Erden durch deinen Sohn gestiftet hast. Erleuchte die Hirten und Vorsteher derselben, daß sie ihre Heerden mit Weisheit und Sanftmuth leiten und zur Tugend führen. Regiere alle christlichen Gemeinden, daß sie die Stimme ihrer Hirten hören, befolgen und selig werden. Verleih' allen Obrigkeiten Wachsamkeit und Einsicht, die Gerechtigkeit zu handhaben, und das Wohl aller ihrer Untergebenen zu befördern. Lenke die Herzen aller Unterthanen, daß sie im Gehorsam und in der Treue gegen ihre Vorgesetzten ihre Freude finden. Stärke alle Eltern, daß sie ihre Kinder zu weisen, guten und glücklichen Menschen erziehen, und gib, daß 159 alle Kinder zur Freude ihrer Eltern und zum Segen ihres Vaterlandes für den Himmel aufblühen. Tröste und erquicke die Nothleidenden, unterstütze mit deinem Beistand die Schwachen; erleichtere die drückende Last der Armen, und lindre die Schmerzen der Kranken. Gegne meine Freunde, daß sie mit Freude fortfahren an mir Gutes zu thun, und segne meine Feinde, daß sie Verzeihung ihrer Fehler finden, und alles erhalten, was ich mir selbst wünsche. Behüte uns auch, o Gott! vor Allem, was uns an Leib und Seele schaden kann, und gib uns Allen, was uns nützlich und heilsam ist. Vorzüglich, o gütigster Vater! empfehle ich dir mein geheimes Anliegen; du allein kennst es, und du wirst es zu meinem wahren Besten lenken und leiten; denn du bist ja unendlich gütig und barmherzig. Amen. ( Zur heiligen Wandlung.) O Gott! dein geliebter Sohn wollte das Andenken an seinen Opfertod unter uns erhalten, und in seinem heiligen Leibe und Blute ein immerwährendes Denkmal seiner Liebe, und ein Unterpfand ewiger Seligkeit hinterlassen, deswegen versammelte er am Abende vor seinem Leiden seine Jünger noch einmal um sich her, ermahnte sie zur. Standhaftigkeit im Guten, versicherte sie seiner unzertrennlichen Liebe, forderte sie zur Gegenliebe auf, und nahm alsdann Brod in seine Hände, verrichtete ein Dankgebet, brach das Brod in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den ewig denkwürdigen Worten: ,, Nehmet hin und genießet alle davon; denn dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Auf gleiche Weise nahm er auch den Kelch, verrichtete ein Dankgebet, segnete ihn und sprach: Dies ist der Kelch meines Blutes, das für euch und für Viele vergossen wird zur Nachlassung der Sünden." ( Nach der heiligen Wandlung.) ,, Thut das, so oft ihr es thun werdet, zu meinem Andenken," sprachst du, o Herr! zu deinen geliebten Jüngern und sie thaten es, deinem heiligen Worte gemäß. Auch ich erinnere mich hier dankbar deiner; erinnere mich - 160 deines Abschieds von den betrübten Jüngern- erinnere mich deiner heiligen Lehren und Ermahnungen, deines heiligen Lebens, Leidens und Todes, den du aus Liebe für uns starbst, und fasse den Entschluß, der Absicht deines heiligen Opfertodes nachzukommen. Ich will sorgfältig meiden, was du verabscheuest; ich will mich bestreben, alle bösen Neigungen zu unterdrücken, die bösen Begierden zu bestegen, und die bösen Gewohnheiten abzulegen. Ich will meinen Sinn nach deinem Sinne bilden, und sanftmüthig und demüthig sein, wie du es ge= wesen bist. Die Beschwernisse und Mühseligkeiten dieſes Lebens will ich mit unerschütterlicher Geduld und kindlicher Ergebung tragen, und mich durch, Nichts von deiner Nachfolge trennen lassen. Ich vertraue auf deinen mächtigen Beistand, o Jesu! unser Mittler, Fürsprecher und Begnadiger. Amen. Zum Gedächtnißtag für die Verstorbenen. ( Der Priester empfiehlt die verstorbenen Christgläubigen Gottes unermeßlicher Vaterliebe.) Gerechter, gütiger Vater! ich empfehle dir jetzt mit dem Priester die Seelen der abgestorbenen Christgläubigen, besonders die Seelen N. N, und N. N. meiner Eltern, Wohlthäter und Aller, welche mir durch die Bande der Verwandtschaft und Freundschaft näher angehörten. Weil ich ihnen nimmer etwas Besseres erzeigen kann, als für sie zu beten, so flehe ich zu dir: Gib ihnen, was ich thnen nicht zu geben vermag, gib ihnen die ewige Ruhe, und laß ihnen das ewige Licht leuchten. Nimm sie zu dir in deinen Himmel auf, daß sie ewig selig sein mögen. Amen. ( Zum Gebete des Herrn.) Möchten doch alle Menschen dich, o Gott! erkennen und verehren. Möchten alle deinen heiligen Willen erfüllen, und möchte das Gute immer mehr verbreitet werden. Du gibst uns ja täglich mehr, als wir bedürfen und verdienen, und dennoch ers kennen wir deine Güte nicht genugsam; fahren noch immer fort, durch Sünden dich zu beleidigen. Verzeih' uns, Vater! wir wollen nicht mehr fündigen. Verzeih' uns, so wie wir auch allen denen herzlich verzeihen, die uns beleidigt haben. Bewahre uns auch vor Allem, was uns 161 am Leibe, und mehr noch, was uns an der Seele schaden könnte. Amen. ( 3ur heil. Communion.) Gütigster Vater! wenn ich bete und arbeite, so gibst du mir für das Leben meines Leibes das tägliche Brod. Dieses Brod ist aber vergänglich, und kann meine Seele nicht nähren für's unvergängliche, ewige Leben. Meine Seele hungert deßwegen nach einer unvergänglichen Speise, und diesen Hunger muß ich bei dem zu stillen suchen, der allein ihn stillen fann und stillen will. Dieser bist du, o Vater! denn du hast das ewige Leben, und kannst dem Hunger meines Geistes ein unvergängliches Brod darreichen. Du reichst es auch wirklich dar in deinem geliebten Sohne Jesus Christus; denn er ist das Brod des Lebens, und wer von diesem Brode ißt, der wird ewig leben..( Joh. 6.) Ich sehe auch, wie der Priester mit frommem Sinne diese göttliche Speise genießt; aber wenn ich meine Gedanken, Worte und Werke genau prüfe, so fühle ich mich unwürdig, an dem Leibe und Blute deines Sohnes Theil zu nehmen; denn ich bin noch nicht, was ich als sein Schüler und Nachfolger sein sollte. Je mehr ich aber diese Unwürdigkeit erkenne, desto ernstlicher fasse ich auch den Entschluß, das Böse sorgfältig zu meiden, die Sünde zu hassen, und einzig nach dem zu streben, was mich deiner Liebe und deines Wohlgefallens, und der innigsten Vereinigung mit deinem Sohne würdig und theilhaftig macht. Leite du meinen Verstand, und stärke meinen Willen, daß ich in dieser Gesinnung bis an mein Lebensende verharre, und dereinst des ewigen Lebens theilhaftig werde; durch denselben Jesum Christum deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Zum Segen des Priesters und Schluß der heil. Messe.) Himmlischer Vater! wie mich der Priester segnet, so strecke auch du deine segnende Hand über mich aus. Segne meine Vorsäße und Gelübde, damit ich sie treu zu erfüllen vermöge. Segne meine Arbeit und Berufsgeschäfte, damit sie mir gelingen. Segne die Meinigen, segne alle Menschen an Seele und Leib, und laß deinen Segen auf uns heute und jederzeit ruhen. Amen. 162 XXXIX. Gebet nm Segen und Gedeihen der Feldfrüchte und des Weinstockes bei der Wettersegnung am Ende der heil. Messe. 1) O gütigster Gott und Vater! dir haben wir unser Leben, dir unser Brod, ja Alles zu verdanken. Auf dir ruht unsere ganze Hoffnung; denn was kein Mensch geben kann, das kannst du, Allmächtiger! Gib uns daher, wir bitten dich im kindlichen Vertrauen, gib uns milden Thau und Regen und erwärmenden Sonnenschein; und was wir alle zusammen nicht abzuwenden vermögen, davor bewahre uns du, Allgütiger! Entferne nach deiner liebreichen Weisheit jede Gefahr von unsern Feldern und Weinbergen, damit sie zum Lohn unsrer Arbeitſamkeit reichliche Früchte bringen. Wir wollen auch alles, was du uns bescheeren wirst, als deine Gabe zufrieden und mit Mäßigteit genießen, barmherzig davon unsern armen Brüdern mittheilen, und uns durch ein frommes Leben dir dankbar erzeigen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 2) Wir bitten dich, allmächtiger, gütiger Gott! wegen der Verdienste deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, und auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria; und aller Heiligen: wende von uns ab alle schädlichen Ungewitter; bewahre uns vor Mißwachs und Hagel, gib der Erde Wachsthum und Gedeihen, segne unsere Felder und Weinberge, beschüße unsere Wohnungen und alles, was wir durch deine Güte besitzen; damit wir unsere Nahrung und Fortkommen immer finden mögen, und es uns dadurch erleichtert werde, unsere Berufspflichten treulich zu erfüllen, und in allem deinen heiligen Willen nachzukommen, bis wir nach diesem sterblichen Leben zu dir gelangen, und uns der ewigen Seligkeit erfreuen, welche du uns versprochen hast durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. XL. Gebet an den Freitagen, wenn die Scheidung Christi geläutet wird. Da Jesus gekreuzigt wurde, entstand um die sechste bis zur neunten Stunde eine große Finsterniß über der 163 ganzen Erde. Um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? und gab bald darauf mit geneigtem Haupte seinen Geist auf; und sieh', der Vorhang des Tempels zerriß von oben bis unten, die Erde bebte, die Felsen barsten, und die Gräber vieler Heiligen thaten sich auf. Der Hauptmann aber, und die bei ihm waren, Jesum zu bewachen, da sie das Erdbeben, und was geschah, sahen, sprachen: " Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen." V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, daß du für uns gestorben bist. Psalm. 1) Mein Geist kann nicht den hohen Nath Von Jesu Tod ergründen; 2) Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 1) So lang ich Jesu Willen gern, Mit reinem Herzen thue, 2) So fühl' ich froh die Kraft des Herrn, Und schmecke Fried' und Ruhe: 1) Und wenn mich meine Sünde fränkt, Und ich zum Kreuz hintrete: 2) So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und merkt auf mein Gebete. 1) Rann Liebe wohl für jenen hier, Der uns geliebt, erfalten? 2) Und sollten nicht aus Liebe wir Sein Wort von Herzen halten? 1) Mein Herz erfülle Dankbarkeit, Wenn ich dich Heiland nenne! 2) O gib, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. 1) Soll ich dereinst noch würdig sein, Für dich, Herr! Schmach zu leiden, 2) So laß mich weder Hohn noch Pein Von deiner Liebe scheiden. Vater unser u. s. w. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Laß unser Rufen zu dir kommen! Lasset uns beten. Wir bitten dich, o Gott! sieh deine gläubige Gemeinde mit gnädigen Augen an, für welche sich dein Sohn Jesus Christus den Händen der schuldigen Sünder auslieferte, und den schmerzlichen Kreuzestod starb. Verleihe uns, 164 daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen, der Verdienſte seines Leidens und Sterbens würdig, und des ewigen Lebens theilhaftig werden. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Beichtandacht. Vor der Beicht. Gütiger, erbarmungsvoller Vater, allwissender Gott! ich suche Trost und Beruhigung für mein durch Sünden beängstigtes Herz. Du selbst, o Gott! hast das reumüthige Herz aufgenommen, als du sagtest: ,, Reiniget euch, schafft euer böses Wesen weg von euch, und ich will wieder euer Gott sein." Ich komme zu dir, allgütiger milder Gott! wie der verlorne Sohn zu seinem Vater, da er in sich ging und sprach: Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir!" Auch ich will meine Sünden dem Priester bekennen, der die Vollmacht hat, mir in deinem Namen sie zu vergeben; aber ehe ich mich anklage, will ich mich zuvor selbst prüfen. Sende mir deinen heiligen Geist, daß er mich erleuchte, damit ich mich nicht selbst betrüge. Zeige mir die geheimen Falten meines Herzens; gib nicht zu, daß ich vor mir selbst meine Sünden und Missethaten beschönige, oder daß ich heuchle, als wollte ich von den Banden meiner Sünden befreit werden, während ich doch insgeheim die Neigung zu ihnen unterhalte. Gewissenserforschung. Pflichten gegen Gott. Wie habe ich mich verhalten gegen Gott? War mein Vertrauen auf ihn herzlich? War er mein erster und mein liebster Gedanke? War mir sein Gebot wichtiger, als Menschengunst? Wichtiger, als zeitliche Ehre, Reichthum, Bequemlichteit, Gesundheit und Leben? Hab' ich seinen Willen auch dann erfüllt, wenn er mit meinen Wünschen und Neigungen stritt, und mir beschwerlich und lästig vorkam? Hab' ich ihm für die empfangenen 165 Wohlthaten gedankt, und dieselben gut angewandt? Hab' ich in Leiden ihm fest vertraut, mich seinem heiligen Willen geduldig ergeben, nicht gegen ihn gemurrt und an seiner Hilfe nicht gezweifelt? Hab' ich mich durch Leiden bessern lassen, Gottes Winke beherziget, seine Absichten befördert? Hab' ich sein Wort in Ehren gehalten, seinen Namen nie entheiliget, und seine Ehre auch unter meinen Nebenmenschen auszubreiten gesucht? Hab' ich ihn jederzeit mit wahrer Andacht, mit innigster Erhebung des Herzens verehrt, oder nur mit dem Munde, mit bloß. äußerlicher Demuth zu ihm gebetet? Hab' ich denjenigen, denen er mir zu gehorsamen, und die er mir zu ehren gebot, die schuldige Folgsamkeit und die gebührende Ehre erwiesen? oder wurde ihnen von mir das Leben durch Härte, Ungeduld, Drohung, Beschimpfung und Lästerung verbittert? Pflichten gegen sich selbst Hab' ich nie unerlaubte Begierden in mir genährt? Hab' ich ungestüme Aufwallungen meines Herzens unterdrückt, oder mich den Neigungen und Leidenschaften, vorzüglich des Zornes und der Traurigkeit überlassen? Hab' ich nicht durch Unordnung oder Ausschweifungen im Vergnügen, durch Berauschung, durch üppige Vorstellungen oder Thaten, die mein Blut in Wallung brachten, meine Herzensruhe gestört und meiner Gesundheit und Tüchtigfeit zur Arbeit geschadet? War mir die Wahrheit immer theuer? Bin ich nie aus Uebereilung oder mit Ueberlegung von ihr abgewichen, oder hab' ich meinen Mund mit Lügen entweiht? Wie hab' ich die Pflichten meines Standes erfüllt? Hab' ich nach meinem Berufe so viel Gutes gestiftet, als mir möglich war? Hab' ich das Gute stets auf die beste Art mit allem Fleiße, mit Willigkeit und ohne Murren gethan? Pflichten gegen den nächsten. Ist Niemand unter meinen Brüdern, den ich mit Worten, Geberden oder Thaten gekränkt und ohne Noth betrübt habe? Jst keine Seele, die ich geärgert, die ich verführt, und zur Theilnahme an meinen Sünden gereizt oder überredet habe? Niemand, mit dem ich in Feind 166 schaft und Unversöhnlichkeit lebe? Niemand, den ich ver ächtlich, stolz und unbescheiden behandle? Sind meine Hände und mein Gewissen rein von fremdem Gute? Habe ich stets ungerechten Gewinn verabscheut? habe ich keinen meiner Mitmenschen betrogen, übervortheilt und beschä diget? Habe ich nie den Glücklichen beneidet, mir feinen Wunsch nach fremden Gütern erlaubt? Jst mein Mund und meine Zunge rein? Habe ich keines Menschen Ehre befleckt, Niemand lieblos gerichtet, gelåstert, verurtheilt, oder verläumdet? Habe ich Niemand Uebels gewünscht, Niemand durch Meineid und Falschheit in Kummer und Unglück gestürzt? Welches sind die Vergehungen, deren ich mich am meisten schuldig machte? Welche Sünden habe ich mit Leichtsinn, und welche mit Ueberlegung begangen? Sind mir nicht einige Sünden schon zur Gewohnheit geworden, und welche? Welche würden mich auch am meisten kränken, wenn ich jetzt sterben müßte? Habe ich das begangene Unrecht seit meiner letzten Beicht vergütet, den zugefügten Schaden ersetzt, die geraubte Ehre wieder erstattet? Bin ich seit meiner letzten Beicht besser oder schlimmer geworden? Reue- Gebet. Himmlischer Vater, allwissender Gott! der du die geheimsten Gedanken meines Herzens weißt: Dir bekenne ich: Ich habe gesündiget, östers gesündiget wider dich, meinen besten Wohlthäter, meinen gütigsten Vater, mein höchstes Gut. Es reuet mich von ganzem Herzen, daß ich gegen dich so undankbar, gegen mich selbst so blind und thöricht, und gegen meinen Nebenmenschen so lieblos und unbillig gehandelt habe. Du siehst den Schmerz, der mich betrübt, die Scham, die mich erfüllt! Nicht etwa nur aus Furcht der Strafe, sondern nur aus Liebe zu dir und dem Guten verabscheue ich die Sünde, als das größte Uebel, und entsage ihr vor deinem heiligen Angesichte. Ich nehme mir auch ernstlich vor, meine Fehler zu verbessern, und nicht wieder zu sündigen. Vater! barmherziger Vater! der du meinen aufrichtigen 167 Willen und den Entschluß meines Herzens siehst, erbarme dich meiner, wie du dich des reumüthigen Zöll= ners erbarmtest, laß mich, gleich ihm, gerechtfertigt von hinnen gehen. Erbarme dich meiner, wie der Vater sich seines Sohnes erbarmte. Nimm mich wieder an Kindesstatt an. Laß mir das verlorne Erbtheil des Himmels wieder zukommen. Ich bitte dich darum durch Jesum Christum, deiuen Sohn, der zur Vergebung unserer Sünden für uns am Kreuze starb, und nun bei dir unser Mittler, Fürsprecher und Begnadiger iſt. Amen. Nach der Beichte. Wohl mir! meine Sünden sind vergeben. Ich will nun mein gegebenes Wort halten. Ich will unermüdlich an meiner Selbstbesserung arbeiten. Ich will, so viel es mir auch Mühe und Ueberwindung kostet, meine böse Gewohnheit und Neigung zu bekämpfen beflissen sein. Ich will mir öfters etwas Erlaubtes versagen, damit mein Geist Herr über mein Fleisch, über meine Sinnlichkeit werde. Ich will mit Sorgfalt meiden die Gelegenheit, und alles, was mir Anlaß zur Sünde war. Ich will die unzähligen Winke, die du mir durch dein Wort, durch mein Gewissen, durch Freunde und Feinde, durch Schicksale und Beispiele anderer Menschen zur Warnung vor dem Verderben der Sünde gibst, dankbar zu meinem Heile benützen. Ich will als ein Freier in Christus stark und muthvoll diese Freiheit bewahren, und mich durch keine Versuchung zum Stlaven der Sünde und der Hölle machen lassen. Gott, mein Gott und Vater! so wie ich dir für deine unermeßliche Güte, Langmuth und Barmherzigkeit dante, so bitte ich dich auch: Erhalte, unterstüße und stärke meinen Entschluß der Besserung. Gib brennenden Eifer meinem Herzen, dem Guten unermüdlich nachzustreben, und die Sünde auf ewig zu verlassen. Dein heiliger Geist leite mich auf dem Wege der Tngend und Frömmigkeit, auf dem geraden Pfade deiner heiligen Gebote. Laß mich, Heiligster, dich suchen und finden in ewiger Seligkeit. Amen. 168 XLI. Die heilige Communion- Andacht. Es ist der Ordnung gemäß, daß die Communion des Bolkes gleich nach der Communion des Priesters folge. Die heil. Communion außer der heil. Meffe empfangen, ist ein Gebrauch, der wenig nach dem Geiste der Kirche ist. Nur im Falle der Krankheit, und in allen solchen Fällen, wo die Nothwendigkeit in die Augen leuchtet, soll dies stattfinden.( Mesangui, Auslegung der christ lichen Lehre, IV. Theil, S. 207.) Vater! nun mill ich mich nahen zu dem Tische mei nes Freundes und Wohlthäters Jesus Christus. Er will jetzt das unvergängliche Brod für das ewige Leben meiner Seele sein, und mich durch seine unsichtbare Gegenwart zur Tugend und Glückseligkeit leiten. Er ist un ter dem erhabenen Geheimnisse seines Leibes und Blutes der Gegenstand meines Glaubens, meiner Hoffnung und meiner Liebe. O möchte jetzt der Glaube an ihn, die Hoffnung auf ihn, und die Liebe zu ihm in mir so lebendig werden, daß ihr Leben, welches das wahre Leben meiner Seele ist, mit dem zeitlichen Leben meines Leibes nicht aufhörte, sondern nach dem Tode des Leibes fortdauerte, und im Himmel ewig währte. Amen. 1) Vater! ich glaube an deinen Sohn Jesus Christus. Ich glaube: er ist mit Seele und Leib, wie er bei dir in deinem ewigen Reiche lebt, hier unter den Brodsgestalten wahrhaft und wesentlich zugegen. Er hat es ja bei seinem Abschiedsmahle flar, bestimmt und deut lich gesagt: nehmet hin, und genießet alle davon, denn dies ist mein Leib." Die Worte deines Sohnes sind Wahrheit und Leben: ich glaube sie, und thue darnach, und so finde ich das ewige Leben meiner Seele. Dieser Glaube stirbt nicht mit meinem Leibe, sondern gehet mit meiner Seele lebendig in die Ewigkeit über, wo ich Den finden und sehen werde, welchen ich hier ungeſehen als meinen göttlichen Freund und Wohlthäter verehrt habe. Du bist, o Herr! mit Fleisch und Blut In Brodsgestalt zugegen, Und dein Genuß, o höchstes Gut! Ist mir ein ew'ger Segen. Gott! diese Wahrheit glaube ich; In diesem Glauben stärke mich. Daß ich dich ewig schaue. 2) Vater! ich hoffe auf deinen Sohn Jesus Chri stus. Jch hoffe, er wird den Hunger meiner Seele nach 169 dem ewigen Leben stillen. Du hast ihn auf die Erde gesandt, damit ich durch ihn tugendhaft und glücklich werden sollte; du wirst also mein Verlangen nach Tugend und Glückseligkeit nicht unerfüllt lassen. Du reichest mir seinen Leib als Speise und geistige Nahrung des ewigen Lebens dar, du wirst also auch das ewige Leben selbst in mir erhalten und bewahren. Das, was du mir durch deinen Sohn bereits gethan hast, und noch thust, ist mir ein Unterpfand dessen, was du mir durch ihn noch zu thun bereit bist. Voll Zuversicht hoffe ich deßwegen durch ihn das ewige Leben, und die Mittel, dasselbe zu erlangen, Vergebung meiner Sünden, Gnade und Beistand in allen Versuchungen, Trost und Erquickung in allen Leiden, die Auferweckung aus dem Grabe, und die endliche Vereinigung mit dir in dem Himmel. Ich denke jetzt an die letzten Worte, welche dein Sohn bei seinem Abschiedsmahle zu seinen betrübten Jüngern sprach: Ich verlasse euch nicht, ich will noch im Himmel für euch sorgen, und euch im Hause meines Vaters eine Wohnung bereiten. Da werdet ihr mich wiedersehen und euch freuen, und diese Freude wird Niemand von euch nehmen!" Vater! auf dieſe Worte setze ich mein Vertrauen; ich gründe darauf meine Hoffmung, und du, Allmächtiger und Allgütiger! wirst sie nicht zu Schanden werden lassen. Dein Fleisch und Blut nährt meinen Geist Für jenes höh're Leben. Und wird, wie es dein Wort verheißt, Unsterblichkeit mir geben. Dir, Gütigster! vertraue ich Und hoffe fest, ich werde dich Einst ewig dort besitzen. 3) Vater! ich liebe deinen Sohn! er ist derjenige, in dem du geehrt und geliebt sein willst. Er sagte bei seinem letzten Abendmahle: ,, Vergesset meiner nicht, bleibet in meiner Liebe." Vater! wer fönnte seiner je vergessen? Er ward Mensch, um sich für mein ewiges heil zu opfer. Er erkaufte mich zu seinem Eigenthum, nicht um Silber und Gold, sondern mit seinem kostba ren Blute. Er läßt sich unter den Brodsgestalten zu mir hernieder, damit er mich ernähren könne zum ewi Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 8 170 gen Leben. Hier an seinem Tische lebt meine Seele von seiner Liebe, und diese Liebe ist ewig, stirbt nicht mit meinem Leibe, sondern geht mit meiner Seele in die bes sere Welt hinüber, und verwandelt sich da in Freude und Seligkeit. Für mich floß, Herr, dein theures Blut, Für mich gabst du dein Leben. Du bist der Seele höchstes Gut, Dir will ich mich ergeben. Ich liebe dich, und möchte dein Ganz dein, o bester Heiland! sein, - STO Dir ewig angehören. 4) Vater! ich liebe auch alle meine Mitmenschen als deine Kinder. Dein Sohn hat bei seinem Scheiden von der Erde seinen Schülern nichts nachdrücklicher empfoh len, als diese Liebe. Er sprach: Dies ist das Gebot, welches ich euch mehr, als alles andere einschärfe: liebet euch unter einander, daran wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Schüler seid, wenn ihr euch unter einander liebet." Dieses Gebot ist das Vermächtniß, der letzte Wille deines Sohnes. Ich muß mir also besonders angelegen sein lassen, es zu erfüllen. Ich verzeihe deßwegen allen meinen Beleidigern von Herzen, wie ich wünsche, daß du mir verzeihen mögest. Ich verspreche, nicht allein allen groben Haß, alle wilde Rache abzulegen, sondern auch jede verborgene Abneigung, jeden geheimen Groll, jede Erbitterung gegen meine Mitmenschen aus meiner Seele zu verbannen; und ich will ihnen so viel Gutes thun, als mir in meiner Lage nur immer möglich ist. Jesus Christus soll in meinen Gedanken, Worten und Werken herrschen, damit ich einst am Tage, wann er wieder kömmt, unter diejenigen gezählt werde, welche seine fiebevolle Stimme hören: ,, Kommt, meine Auserwählten, meine getreuen Schüler und Nachfolger! kommt, befizet das Reich, welches euch von ewigen Zeiten bereitet iſt." Amen. Die offene Schuld." Ich bekenne mit demüthigem und reuevollem Herzen vor Gott dem Allmächtigen, der seligsten Jungfrau Maria, und allen seinen lieben Heiligen, vor dir, ehrwürdiger Priester des Herrn, und vor euch, meine Brüder, daß ich gegen Gottes heiligsten Willen durch Unterlassung des Guten und Vollbringung des Bösen, in Gedanken, Worten und Werken vielmal gesündigt habe. Ich erfenne und bereue meine Schuld, meine große Schuld. Darum bitte ich alle Freunde Gottes im Himmel und auf Erden, dich ehrwürdiger Priester des Herrn und euch meine Brüder, ihr wollet für mich um Gnade und Barmherzigkeit bitten bei Gott unserm Herrn. Gesang. Siehe bte VI. Abtheilung: Gesänge unter der heil. Communion 1. 2. 3. Nach der heiligen Communion. Oheiliges Liebesmahl, in welchem wir an dem Leibe und Blute Jesu Christi Theil nehmen, und das Andenken an sein Leiden und seinen Tod feierlich begehen. 171 V. Du hast uns, o Herr! das Brod der Engel ertheilt! R. Das Brod des ewigen Lebens. SEG Dank sei dir, Gott! himmlischer Vater! für deine Liebe und große Güte, die du uns durch deinen Sohn Jesum Christum erwiesen hast. Wie herrlich hast du dich an uns durch so viele Liebe geoffenbaret! Wir fühlen uns daher auf's Heiligste verpflichtet, dich durch Gehorsam wieder zu lieben und zu ehren, und sind entschlossen, im Glauben an deinen Sohn, in dem Ver-, trauen auf ihn, und in der Liebe gegen ihn zu beharren, und durch Thaten der Liebe zu beweisen, daß wir seine Schüler sind. Denn wir wissen es: Gehorsam, Treue und Liebe ist Alles, was du von uns verlangst, damit du den Hunger unsrer Seele nach dem bessern, ewigen Leben, nach Ruhe, Frieden, Freude und Seligkeit stillen mögest. Amen. ( Hierauf der Tankpsalm wie S. 58.) oor on 10 01 172 nelunds wild Dritte Abtheilung. Vespern und Nachmittags- Andachten. *** I. Vesper für die heil. Adventzeit. Eingang. Priester. Mein Gott! hilf mir beten; Volk. Hilf uns deinen heiligen Namen loben und preisen. V. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste R. Von allen Menschen, und zu allen Zeiten. I. Psalm( nach dem 1. der Vulg.) Antiphon. Der Herr wird zum Gerichte kommen. 400 1. Heil dem, der nicht den Rath der Sünder hört, Und ihre Frummen Pfade nicht betritt; 2. Der seine Freude hat an Gottes Wort,* Und es bei seinem Thun zur Richtschnur nimmt. * 1. Er gleicht dem Baum, der, an den Bach gepflanzt, Stets grünt und Früchte trägt zur rechten Zeit; 2. Der täglich mehr an Nahrungssaft gewinnt Zur neuen und erhöhten Fruchtbarkeit. * 1. Wenn einst der Herr den Richterstuhl besteigt,* So bebt und zaget seine Seele nicht. 2. Er weiß, Gott ist gerecht, und krönet den,* Der treu hienieden seine Wege geht. 1. So ist der Sünder nicht, er gleicht der Spreu,* Dem Straßenstaub, den schnell der Wind verweht. * Von 2. Unsicher ist sein Tritt, und nah sein Sturz steiler Höh' des Abgrunds Schlund hinab. 1. Vergeblich seufzt er dort nach jener Hand,* Die ihm so oft zur Rettung sich erbot. 2. Sein selbst gewähltes Loos ist Finsterniß,* Wo ew'ger Schrecken sein Gebein durchbebt. 1. Gerecht ist Gott in seinem Urtheilsspruch,* Gerecht, der einst in seinem Namen kömmt; 173 2. Und diese Welt der Sünde überzeugt,* Gerechten den verheiß'nen Lohn ertheilt. * 1. Dem Vater und dem Sohn und heil'gen Geist* Sei von uns Allen Ehr' und Lob geweiht. 2. Gott ist allein von Anbeginn der Herr,* Sein Ruhm allein besteht in Ewigkeit. Amen. II. Pfalm( nach dem 118.) Antiphon. Lebre mich, Herr! deine Rechte, daß ich vor dir bestehe. 1. Nie werde ich vor dir bestehen,* Halt ich, o Herr! nicht dein Gebot. 2. So lehre mich nach deiner Güte,* Was Heil dein Wort gebeut. * Was mir zum 1. Ich bin ein Pilgrim dieser Erde,* Wie du mich leitest, will ich geh'n. 2. Ich wähle mir den Weg der Wahrheit, Erleuchte mich durch deinen Rath. * 1. Die Stolzen lästern dich und lügen,* Mich aber, Herr! entzückt dein Wort. 2. Ich rede gern von deinen Rechten,* Und zürne, wenn die Spötter schmäh'n. 1. Dein Wort gibt Trost in trüben Tagen,* Bewahrt im Glücke uns vor Stolz. 2. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte;* Bei seinem Schein verirr' ich nicht. 1. Der Sünder Glück wird nie bestehen;* Dein Recht allein steht ewig fest. 2. Du bist getreu! wer dir vertrauet,* Wird ewig nicht zu Grunde geh'n. 1. Es sei mein höchstes Gut hienieden,* Daß ich stets halte dein Gebot. 2. Dann werde ich, mein Gott! dich schauen* In Fülle deiner Herrlichkeit. * Und Ehre 1. Dir, Vater, und dem Sohn sei Ehre, dir, o heil'ger Geist! 2. So wie von Anbeginn der Zeiten, und in Ewigkeit. Amen. * In Zukunft III. Psalm( aus dem 118. und Evang. Joh.) Antiphon. Der Herr kömmt selbst, uns zu belehren und zu retten. 1. Das Wort, das schon bei Gott im Anfang war, Dies Wort wird uns im Fleische offenbar. 174 2. Es ist das wahre Licht, das uns erhellt,* Auf dunkeln Wegen ist es Leitstern uns. 1. Es tömmt in diese Welt; sie kennt es nicht,* Verwirft es, liebet fort die Finsterniß. 2. Nicht so, der Gottes Wahrheit sucht, nicht so,* ET nimmt das Licht mit Freuden bei sich auf. 1. Denn wandeln möcht' er nur der Wahrheit Bahn, Die zu des Lichts und Lebens Quelle führt. * Un2. Zu Gott, der uns nach seinem Bilde schuf, sterblichkeit durch seinen Odem gab. 1. Seht, wenn der Mensch von Gottes Wort sich trennt,' Wird ew'ge Finsterniß sein Erbetheil. 2. Erlöschen wird in ihm der Gottheit Bild,* Er wird des Todes und der Sünde Knecht. * 1. Wer rettet ihn aus dieser Sklaverei?* Wer führet ihn in's Paradies zurück? * 2. Des Höchsten Wort, das Licht und Leben ist;* Das uns zum ew'gen Heil im Fleisch erscheint. * 1. Dem Vater und dem Sohn' und heil'gen Geiſt* Sei von uns Allen Ehr' und Lob geweiht. 2. Nur Gott gebühret Ruhm von Anbeginn* Von allen Völkern und in Ewigkeit. Amen. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. # Hymnus oder ( Kapitel oder Lesung aus der heil. Schrift.) Brüder! die Gnade Gottes unsers Heilandes hat sich für alle Menschen geoffenbaret, und nimmt uns in Zucht, daß wir dem gottlosen Wesen und allen weltlichen Begierlichkeiten entsagen, und auf dieser Welt eingezogen, gerecht und gottselig leben, und so der seligen Hoffnung und der herrlichen Wiederkunft des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi entgegenharren sollen. Tit. 2, 11-13. 1) Welch himmlisch Frühroth glüht herauf, kein Tag noch dämmerte so schön, Seit du, o Gott! dein Ebenbild, Den Menschen, schufft im Paradies. Lied. 1) Der Sohn kommt nach des Vaters Rath, Mit Heil uns zu erfreu'n; und auf dem schmalen Lebenspfad Der Welt ein Licht zu sein. 2) Vom Wahn bethört, nicht mehr dein Bild, Versank in tiefe Nacht der Mensch. Ein Knecht der Sünde schmachtete, Sich selbst ein Räthsel, er nach Licht. 3) Durch's Nachtgewölk fiel mancher Strahl: Doch stilltest du die Sehnsucht nicht. Jest flieh'n die Schatten; herrlich strahlt Der Rettung lang cr= sehnter Tag. 4) Mit Jubelton entgegen ihm, Der Licht und Heil vom Himmel bringt! Entgegen ihm im Festge.vand, Nicht reich an Schmuck, durch Unschuld schön. 5) Der eiteln Lust entsagend laßt Uns ihm mit reinem Herzen nah'n. Auf Gold und Silber sieht er nicht, Doch liebreich auf ein reines Herz. 175 2) Bei seinem Eintritt in die Welt Umgibt ihn keine Pracht, Die glänzend in die Augen fällt, Und groß vor Menschen macht. 3) Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuzieh'n. Vor seinem Lichte muß die Nacht Des Aberglau- z bens flieh'n. 4) Er lehret uns die Sünde scheu'n; Er gibt auch Kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereu'n, Begnadigung und Ruh'. 5) Er bringt den Trost der besseru Welt Vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, Uns weder Tod noch Grab. 6) Als Führer ging er uns voran, Voran in Gottes Reich. OChristen! wandelt seine Bahn, Dankt Gott, und freuet euch! V. Thauet, ihr Himmel, den Gerechten! Wolken, regnet ihn herab! R. Die Erde öffne sich, und bringe den Heiland hervor. Antiphou. Maria! sieh', du wirst empfangen und einen Sobn gebären. pe Magnifikat, oder Lobgesang der seligsten Jungfrau Maria. 1. Meine Seele preiset hoch den Herrn,* Und mein Herz ist voll Freude in Gott, meinem Helfer. 2. Herunter sah er auf seine geringe Magd,* Selig werden mich von jetzt an alle Geschlechter preisen. 1. Denn große Dinge that an mir der Mächtige;* Heilig ist sein Name. 2. Seine Barmherzigkeit gegen jene, die ihn verehren, Geht von einem Geschlechte auf das andere fort. 1. Mächtig wirkt sein Arm; Hochmüthige weist er ab;* Fürsten stößt er vom Throne, und erhebt die Geringen. 2. Gutes gibt er den Hungrigen zur Genüge;* Reiche schickt er leer fort. * Einge 1. Israels nahm er sich an, seines Knechtes, denk der Gnade, die er den Vätern versprochen hat. * 176 2. Eingedenk der Gnade, die er dem Abraham versprochen hat,* Und seinen Kindern immer und ewig. R. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem hl. Geiste!* Von allen Menschen, zu allen Zeiten! Amen, Priester. Der Herr sei mit cuch. Volk. Und mit seinem Priester. Lasset uns beten. Allmächtiger Gott! wir bitten dich, laß uns das Ge heimniß der heiligen Ankunft deines Sohnes auf Erden jederzeit so betrachten, daß wir, von deiner Weisheit und Liebe gerührt, dich dankbar preisen, und durch bußfertige Gesinnungen unsere Herzen zu einer würdigen Wohnung für, ihn zubereiten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Der Herr sei mit euch. R. Und mit seinem Priester. V. Laßt uns den Herrn preisen. Im indi nell and R. Gott sei ewiger Dank gesagt. V. Laß auch, Allbarmherziger! die Seelen der abgestorbenen # Christgläubigen im Frieden ruhen. R. Amen. ( Die Marianischechlußantiphon, nebst den Gebeten dazu, suche in der vierten Abtheilung unter der Aufschrift: Erste Antiphon vom ersten Adventsonntage bis Weihnachten chluß46 II. Veſper für die heil, Weihnachtszeit, d. h. am Feste der Geburt, Beschneidung oder Neujahr, und der Erscheinung Christi oder heilige Dreikönig und dessen Oktav. Eina ang wie Seite 172. Antiphon Die Simmet vertünden Gottes Her lichkeit I. Pjalm( nach dem 18. der Vulg.) EDC 19 Cn 3100 1. Die Himmel rühmen Gottes Größe, Das blaue Sterngewölb macht sie uns fund. 2. Ein Tag erzählet sie dem andern,* Und eine Nacht ruft sie der andern zu. 1. Der Herr spricht sich in seinen Werken Für alle Völker sehr vernehmlich aus. 2. So, weit des Himmels Blau sich wölbet, reicht seiner Werke Stimme hin. So weit Ihr Aufod Inad 1. Voll Pracht zeigt er sich in der Sonne, und Niedergang verkündet ihn. sonno * 2. Von seinem Antlitz strömet Milde,* Dem Bräutigame gleich am Hochzeitstag. 1. Sein ist der Himmel, sein die Erde;* Er ist's, der Mitternacht und Mittag schuf. 2. Er ist es, der dem Meer gebietet;* Start ist sein Arm, und kraftvoll seine Hand. * Dem 1. Von ihm kommt her das Wort des Lebens, nie ein Erdengut am Werthe gleicht; 2. Das mehr als Gold und Edelsteine,* Das lieblicher dem Mund als Honig ist. 177 1. Wer ist an Weisheit und an Größe,* Wer Gott an Güte und Erbarmen gleich? 2. Zur Seligkeit schuf er den Menschen;* Vom Himmel bringt sein Sohn den Völkern Heil. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heiligen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. II. Psaim( nach dem 44. der Vulg.) Antiphon: Des Höchsten Sohn wohnet unter uns. * 1. Mein Geist ergießet sich in Liedern, Dem neuen Weltbeherrscher weih' ich sie. 2. Dem Edelstein der Menschenkinder,* Des Ew'gen Sohn in menschlicher Gestalt. 1. Von seinem Angesicht strahlt Würde,* Um seine Lippen fließt Holdseligkeit. 2. Er ist des Höchsten Wohlgefallen,* Und wird der Segen seines Volkes sein. 1. Besiegen wird er Tod und Hölle,* Befreien von der Sünde Knechtschaft uns. 2. Er wird ein neues Reich begründen.* Sein Thron steht unerschütterlich durch Gott. 1. Auffordern wird er alle Völker.* Wer Wahrheit liebt, der wird sein Unterthan. 2. Er liebet Tugend, hasset Frevel. Gerechtigkeit ist Scepter seines Reichs. 1. Durch ihn wird Fried und Heil den Menschen,* Die eines reinen, guten Willen sind. 2. Darum werden ihm die Völker danken, Sein Name ihnen unvergeßlich sein. * * 178 1. Dem Vater, Sohn und heil'gen Geiste* Sei von uns Allen Ehr' und Lob geweiht. 2. So wie von Anbeginn der Zeiten* Von allen Völfern und in Ewigkeit. III. Psalm( nach dem 71. der Vulg.) Antiphon. Der Sohn bringt Bölkern heil und Segen. 1. Des Höchsten Güte preis' ich ewig,* Gedenke seiner Treue für und für. 2. Der Heiligste ist unser König,* Wir freuen seines Namens ewig uns. 1. Die Fürsten fallen vor ihm nieder,* Und alle Völfer sind ihm unterthan. 2. Er schaffet Recht den Unterdrückten,* Nimmt huldvoll sich verarmter Waisen an. 1. Er rettet der Verlass'nen Leben,* Erbarmt der Dürftigen und Schwachen sich. 2. Wer ihm mit Kindessinn vertrauet,* Dem ist er Schirm und Schutz in jeder Noth. 1. So lange Sonn- und Mondlicht scheinen,* Ehrt man ihn von Geschlecht zu Geschlecht. 2. Gerechtigkeit wird durch ihn blühen.* Er wohnet unter uns mit Gnad' und Huld. 1. Vom Heiligthum bringt er das Gute.* Wir wandeln in des Segens Ueberfluß. 2. Die Berge tragen Glück dem Volke,* Auf ihren hohen Gipfeln steht Getreid. 1. Durch ihn strömt Segen öden Ländern,* Wie Negen auf die abgemähte Flur. 2. Durch ihn blüht Treu' im Lande wieder,* Und Alles preiset und erhebet ihn. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, jetzt, und einst in Ewigkeit. * Und gleiche So nun auch * I. Lesung aus der heiligen Schrift am heiligen Weihnachtsfeste und am Sonntag in der Oktav. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns gezeigt, daß er seinen Sohn, den Eingebornen, in die Welt gesandt, damit wir durch ihn zum Leben kommen sollen. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder ! 1. Geboren ist das Heil der Welt, Des ewigen Vater ew'ger Sohn! O Nacht, in der dies Licht entstand, Du leuchtest heller als der Tag! 2." Den Guten Gottes Friede!" tönt Vom Sterngewölb der Engel Lied! Zum Neugebornen eile hin, Wer Gott mit reinem Herzen sucht! 3. Erhabne Demuth zeigt sich hier; Ihr seht im Stall ein armes Kind! Der Glaub' erblickt in dir, o Kind! Durch diese Hülle Gottes Sohn. 4. Auch schweigend aus der Krippe schon Verkünd'st du der erstaunten Welt: Nur die, so werden, wie ein Kind, Geh'n ein in meines Vaters Reich. 179 Lied. 1. Liebe, reine Lieb' ist Gott! Liebe kommt die Welt zu retten, Liebe bricht der Sünde Ketten, Troßt der Hölle Grimm und Spott. 1. Heiland! kaum erblickt dein Auge das Taglicht. Von der Thränen Erstlingen beneßt, 2. Seht, das Kind kommt, Gottes Sohn! Diesem größten Himmels- Gaste Dient ein Stall jest zum Palaste, Dient die Krippe hier zum Thron! 3. Welche Milde strahlt dies Kind Auf uns schwache Menschen nieder; Freundlich grüßt es uns als Brüder, Wenn wir reinen Herzens sind. 4. Einst am großen Weltgericht Bebt vor diesem Kind der Sünder. Die nicht werden wie die Kinder, Seh'n nicht Gottes Angesicht. 5. O heil'ges Kind, voll Lieb' und Huld, Füll' unser Herz mit deinem Geist! Ma ch' unsern Wandel sanft und rein Nach deiner Kindheit Ebenbild. 5. Demuth macht die Seele rein, Hoffart führt zum Sündenfalle. Kindeseinfalt weih' uns Alle Heut zu Jesu Brüdern ein. V. Das Wort ward Fleisch, und wohnt unter uns. Alleluja! R. Wir sehen seine Herrlichkeit. Alleluja! Antiphon. Christus ist uns geboren. Kommet! laßt uns ihn mit den Hirten anbeten. ( Das Magnifikat suche nach der Lesung und dem Hymnus oder Lied auf das heil. Dreikönigsfest zc.) II. Lesung aus der heil. Schrift am Neujahrstag oder amt Feste der Beschneidung Christi. Brüder! wie ihr nun Jesum Christum den Herrn angenommen habt, so wandelt auch in ihm, Lebet gewurzelt in ihm, und gebaut auf ihn, und befestiget im Glauben, da in ihm die ganze Fülle der Gottheit wohnet. Durch ihn habt ihr auch die Beschneidung erhalten; nicht jene, die ein Werk der Menschenhand ist, durch Hinwegnehmung des Fleisches; sondern die Beschneidung Christi. Coloss. 2, 6. 11. R. Dir, o Gott, sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder Lied. 1. Er, der uns ward zum Heil gesandt, Ist uns ein göttlich Ünterpfand, Wie innig Gottes 180 da riefst du Tief bewegt zum Vater: Nach deinem Willen Werd' ich zum Opfer! 2. Dir gefallen Thiere nicht mehr zur Sühnung. Ich, aus deinem Urlicht geflossen, bringe Selbst, mit Blut besprenget, für aller Menschen Schulden die Sühne." 3. Tag, an dem der Heiland begann dies Opfer, Sei dem Knaben Jesu von uns geheiligt! Statt des Leibs Beschneidung verlangt er liebreich Jene des Herzens. 4. Da der erste Morgen des Jahres sich röthet, Laß uns heut den Gözen der Welt entsagen, Durch dein Blut, o Jesu! zu Kindern Gottes Wiedergeboren. Vatertreu', Wie werth ihm unsre Wohlfahrt sei. 2. Durch ihn hat er die sich're Bahn Zur Seligkeit uns kund gethan; Durch ihn hat er uns Muth und Kraft, Auf dieser Bahn zu geh'n verschafft. 3. Aus Gegenlieb' und Danks barkeit Sei unser Herz ihm ganz geweiht, Ihm, der so väterlich uns liebt, Daß er den Einen Sohn uns gibt. 4. Jhm, den uns Gott zum Heiland gab, Ihm folget redlich bis in's Grab; Seid treu, und wendet dankbar an, Was er zu unserm Heil gethan. V. Voll innigster Erbarmung hast du uns Gott geweiht. Alleluja! R. Du Sohn des Vaters, Gott von Gott, Alleluja! Antiphon. Er auf sich die Sünde, und macht uns zu Erben seiner Herrlichkeit. ( Magnifilat fiehe unten.) III. Lesung aus der heil. Schrift am Dreikönigsfest, oder dem Gedächtnißtage der Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi. Auf, Jerusalem! über dir ist ein Licht aufgegangen, und die Herrlichkeit Gottes zeigt sich. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und Könige zum Glanze, der aufgeht über dir. Sie werden aus Saba kommen, Gold und Weihrauch zum Geschenke bringen, und des Herrn Lob verkünden. Isaias K. 60. oder R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Offenbarung. Hymnus Lied. 1. Welch heit'rer Stern glänzt dort so schön? Er thut den neuen König fund, Deß Reich nicht ist von dieser Welt! Zu seiner Wiege führt der Stern. 2. Die alten Seher täuschten nicht! Der Stern hebt sich aus Jakobs Stamm. Jn's Auge strahlet hell sein Licht, Noch heller in der Weiſen Brust. 1. Die Welt, die ganz im Dunkel lag, Erleuchtet nun ein heller Tag. Es sehen Völker nah und fern Das Licht, die Herrlichkeit des Herrn. 2. Was nie der Weisesten Verstand Erforschen konnte, noch erfand, Ward offenbar durch Jesum Christ, Der heute uns erschienen ist. 3. Die Lieb' ist aller Zög'rung Feind, Nicht hemmt sieMühe, nicht Gefahr. In unbekannte Ferne zieh'n Die Weisen froh dem Sterne nach. 4. So freundlich wink uns nicht umsonst, O Heiland! deiner Gnade Licht. Wir folgen freudig dem Gestirn, Das Gott den Völkern leuchten ließ. 181 3. Gestürzt ist nun der Gözzen Thron, Durch Jesum Christum, Gottes Sohn; Er ist die Weisheit, er die Kraft, Die in uns Gutes wirkt und schafft. 4. Die ganze Erde weit und breit Ist Zeuge seiner Herrlich: keit. Wir beten ihn voll Ehrfurcht an, Und wandeln seiner Wahrheit Bahn. V. Bringet dem Herrn Gaben und Opfer, Alleluja! R. Mit Heiligkeit geschmückt, betet ihn an, Alleluja! Antiphon. Er tam von seines Vaters Thron; mit ibm kam Licht und Seligkeit. Magnifikat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele;* Mein Herz, es freuet deines Sohnes sich. 2. Du sahst herab vom Heiligthume,* Sahst schmachten in der Sünde Knechtschaft uns. * Wie du 1. Du willst nach deiner Huld uns retten, es unsern Vätern zugesagt. 2. Damit wir ohne Furcht dir dienen,* Mit Kindessinn dir unsre Tage weih'n. 1. Nun hast du uns den Sohn gesendet,* Den du, o Gott! von Ewigkeit gezeugt. 2. Der alles, was da ist, erschaffen,* Und Abglanz deiner Macht und Liebe ist. 1. Ein Licht, uns Menschen zu erleuchten,* Wenn Finsterniß uns deckt, wie Todesnacht. 2. Ein Licht, zu leiten unsre Tritte* Auf sicherm Pfad, der uns zum Leben führt. 1. Uns von der Sünde zu erlösen,* Verließ er seine ew'ge Herrlichkeit; 2. Erniedrigte sich zu uns Sündern,* Ward Mensch und starb für uns der Sünder Tod. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. * So nun auch V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit seinem Priester. 1) Gebet auf das Fest der Geburt Christi. 182 Lasset uns beten. Allmächtiger Gott! verleihe uns, daß wir durch den Heiland der Welt, dessen Geburt wir heute feiern, zu Kindern Gottes neugeboren und einst zum ewigen Leben erweckt werden. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 2) Gebet am Sonntage in der Oktav der Geburt Christi, Seite 22. 3) Bebet auf das Fest der Beschneidung Christi, Seite 23. 4) Gebet am Sonntage nach dem Neujahr, S. 23. 5) Gebet auf das heil. Dreikönigsfest, S. 26. ( Die Marianische Schlußantiphon, siehe die zweite von Weihnachten bis beil. Dreikönig.) III. Vesper und Nachmittagsandacht für die jährliche Danksagung am Schlusse des Jahres. Eingang wie Seite 172. I. Psalm( nach dem 103. der Vulg.). Antiphon. Groß and wunderbar ist Gott. 1. Den Ewigen lobt meine Seele;* In Allem ist er groß und wunderbar. 2. Sein Kleid ist Majestät und Schöne;* Sein Mantel Licht, das glänzend ihn umfließt. 1. Die Wolken dienen ihm zum Wagen,* Die Winde tragen ihn, wohin er will. 2. Er hing den Erdball fest in Angeln;* Bei seiner Aufsicht wankt er ewig nicht. 1. Er gab ihm Wasser zum Gewande,* Hoch über Bergen strömte es dahin; 2. Er sprach, es floh vor seinem Drohen,* Vor seiner Donnerstimme bebte es. 1. Jetzt floß von Höhen es in Tiefen,* Dem Orte zu, den Gott zum Bett ihm gab. 2. In Quellen hat es sich ergossen, In Bächen rieselt es durch Thäler hin. 1. Aus ihnen trinkt das Wild im Felde,* An ihnen stillen Vögel ihren Durst. * 183 2. Von seinen Höhen tränkt er Berge,* Und Früchte tragen sie im Ueberfluß. 1. Er läßt das Gras dem Viehe wachsen,* Und Pflanzen jeder Art durch unsern Fleiß. * Am 2. An Halmen wächst uns Brod zur Nahrung, Rebstock Wein, der unser Herz erfreut. 1. Die Zeiten weislich einzutheilen,* Hat er den Mond an's Firmament geſetzt. 2. Die Sonne läuft nach seinem Winke* Getreu die Bahn, die ihr sein Finger wies. 1. Er führt herauf die Finsternisse,* Und es verbreitet sich die Nacht um uns. 2. Dann regen sich der Wildniß Thiere, Der junge Löwe brüllt nach Raub. * 1. Die Sonne kommt, und sie entfliehen,* Gesättiget in ihre Felsenkluft. 2. Dann geht der Mensch zu seiner Arbeit, Zum Ackerbau bis an den Abend hin. # 1. Wie groß, wie viel sind deine Werke!* Die Erde, Herr! ist deines Reichthums voll. 2. Von dir erwarten Alle Speise,* Du öffnest deine Hand sie werden satt. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. II. Psalm( nach dem 32. der Vulg.). Antiphon. Wer Gott vertraut, wird nicht zu Schanden. * 1. Frohlocket in dem Herrn, Gerechte! Singt neue Lob- und Dankgesänge ihm. 2. Denn Gott ist treu in seinen Worten;* Von seiner Güte ist die Erde voll. 1. Sein ew'ges Wort erschuf die Himmel,* Und seines Mundes Hauch das Sternenheer. 2. Wie Mauern thürmt er Meereswogen, * Schließt Schätze in des Abgrunds Tiefen ein. 1. Sein ist die Macht; er kann gebieten.* Wenn er gebeut, gehorcht das Weltall ihm. 2. Er schützt mit seiner Allmacht Flügeln,* Wer durch Gehorsam ihn als Herrscher ehrt. 184 1. Voll Huld lenkt er der Fürsten Herzen Nach seiner Weisheit uns zum Wohlergeh'n. 2. Er macht der Völker Plane scheitern,* Wenn seinem Rathschluß sie zuwider sind. 1. Dem Volke Heil, das ihn zum Herrscher,* Das er zum Eigenthum erkiesen hat. 2. Denn ewig währet seine Treue,* Wie seine Güte und Gerechtigkeit. 1. Er schaut von seinen Himmelshöhen, * Von seinem Heiligthum auf uns herab. 2. Er hat die Herzen selbst gebildet,* Sieht unsrer Handlungen geheimen Grund. 1. Sein Segen wird auf jene strömen,* Die immer redlich seine Wege geh'n. 2. Er rettet sie in Todsgefahren,* Er nähret sie zur Zeit der Hungersnoth. 1. Laßt uns auf seine Güte bauen,* Mit den Gerechten uns in ihm erfreu'n. 2. Wer ihm vertraut, wird nie zu Schanden,* Denn er schützt Recht und Wahrheit jederzeit. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist.. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und einst in Ewigkeit. Amen. III. Psalm( nach dem 148. der Vulg.). Antiphon Des Höchsten Lob soll stets in meinem Munde sein. 1. Lobt vom Himmel her den Ew'gen!* Lobt ihn dort in jenen Höhen! 2. Lobt ihn, alle seine Engel! Lobt ihn, alle seine Heere! 1. Lobe ihn, du Mond und Sonne!* Lobt ihn, alle Lichtgestirne! 2. Lobt ihn, aller Himmeln Himmel!* Ihr Gewässer in den Lüften! 1. Alles lobe seinen Namen!* Denn was er gebot, das wurde. * 2. Ewiglich erhält er Alles;* Unverletzbar ist sein Wille. 1. Lobt den Herrn, ihr von der Erde;* Meeres- Wunder, Fluthen alle! 185 2. Blizze, Hagel, Schnee und Nebel,* Stürme, die sein Wort vollstrecken! 1. Alle Berge und die Hügel, Fruchtbelad'ne Bäum' und Cedern! 2. Was im Feld und Walde lebet,* Würm' im Staub, und hoch die Adler! 1. Alle Völker und Regenten,* Fürsten und Beherrscher alle! * 2. Jünglinge zugleich mit Mädchen,* Und ihr Greiſe mit den Kindern! 1. Alle lobt des Ew'gen Namen;* Denn sein Nam' ist hoch erhaben. 2. Ueber Erd' und über Himmel* Breitet aus sich seine Güte. 1. Gott gebühret Ruhm und Ehre,* Ihm, dem Vater und dem Sohne; 2. Gleiches Lob dem heil'gen Geiste,* So wie jetzt, zu allen Zeiten. Amen. Lesung aus der heil'gen Schrift. I. Thesſal. 5, 18. Brüder! danket Gott für alles, denn das ist sein Wille, der euch allen durch Jesum Christum bekannt gemacht worden ist. R. Dir, o Gott sei Dank für diese heilige Lehre. ( Gesang.) 1) O Gott! du bist der Herr der Zeit, Und Herr der Ewigkeiten! Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermal dahin; Wem dank' ich's, Gott! daß ich noch bin, Als deiner Macht und Güte? Zur Danksagungspredigt, und nach derselben: 2) Dich, Ewiger! dich bet' ich an, Dir will ich mich ergeben; Dir, den kein Wechsel treffen kann, Vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergeh'n durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du warst, du bist und bleibest. 3) Herr! ewig währet deine Treu, Mit Huld uns zu begegnen! Mit jedem Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne teinen Augenblick, Da nicht von ihr stets neues Glück Mir zugeflossen wäre. Univ.- Bibl. Giessen 186 4) Du hast mich auch in diesem Jahr Mit Vaterhuld geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich; Auf's Neue, Herr! ergeb' ich mich Ganz deiner weisen Führung. 5) Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verfloff'nen Tagen, Und laß, Herr! deine Vaterhuld Mich Schwachen ferner tragen! Laß deinen Segen auf mir ruh'n, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen. 6) Laß mich, o Vater! meine Zeit 3um Guten weislich kaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit Mit frommer Vorsicht laufen. Des Lebens Last erleicht're mir, Bis meine Ruhe dort bei dir kein weit'rer Wechſel störet. ( 3. Segen.) Heilig, heilig, heilig, Bist du, unser Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit st der ganze Weltfreis voll! Dir, Heiland Jesus Christ! Der du zugegen bist! Dir sei aus Dankbarkeit Stets unser Herz geweiht. Nimm es zum Opfer hin, Und heil'ge unsern Sinn. Heilig, heilig 2c. ( Litaney.) Gerührt durch die Menge der Wohlthaten, die uns, o Gott! auch in diesem Jahre von deiner Vaterhand zuflossen, werfen wir uns vor deinem heiligen Altare nieder, und rufen mit kindlich dankbarem Herzen: Für alles, was wir von Anbeginn unserer Tage bis auf diesen Augenblick empfangen haben,„ Sey jetzt und ewig dir gedankt!" Für deine Liebe, die uns erschuf. Für die Glieder unseres Leibes, und die Kräfte unserer Seele. Für die Sonne, die alle Tage über uns auf- und unterging. Für die Luft, die uns und Thiere und Pflanzen belebte. Für die Speisen und Getränke, die uns erquickten. Für die Kleider, die uns bedeckten. Für die Wohnungen, die uns beherbergten. Für die Menschen, die uns im Guten unterrichteten. Für deine Gnade, die uns in Berufsgeschäften leitete. Für die Kraft, die uns zur Vollendung der Arbeit stärkte. Für deinen Schuß, der uns vor Unglücksfällen bewahrte. Für deine Hilfe, die uns aus Gefahren errettete. Für deine Vorsorge, die uns beim Leben erhielt. Für deine Barmherzigkeit, die uns zur Erkenntniß deiner heiligen Lehre berufen. R. Sei jetzt und ewig dir gedankt! Für die Liebe, aus welcher du deinen Sohn zu unserer Erlösung dahingegeben. Für seinen Opfertod, den er zu unserer Beseligung gestorben. Für die Langmuth, mit welcher du uns Zeit zur Buße verliehen. Für die Barmherzigkeit, aus welcher du uns Vergebung der Sünden geschenkt. Für jeden Fortschritt auf dem Wege der Besserung und Tugend. Für deine Heimsuchungen, wodurch unsere Herzen gedemüthigt wurden. Für deine Züchtigungen, wodurch wir zur Buße bewegt wurden. Für Trost im Leiden und Stärke in Widerwärtigkeiten. Für alle Gnaden und Wohlthaten, die uns und allen Geschöpfen zugeflossen sind. 187 R. Wir bitten dich, erhöre uns! Regiere uns nach deiner Weisheit. Nimm, Allgütiger! diesen unsern Dank gnädig auf, und sei auch in dem kommenden Jahre unser Wohlthäter und Begnadiger. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Behüte uns nach deiner Barmherzigkeit. Leite uns nach deiner Heiligkeit. Beschütze die heilige Kirche, die Jesus mit seinem Blute gestiftet hat. Erleuchte und stärke den obersten Hirten der Kirche, den Papst N. Erfülle unsern Bischof N. mit Weisheit und apostolischem Eifer. Gib deiner Heerde treue Hirten, und laß ihr Wort zu deiner Ehre gedeihen. Gib allen Christgläubigen den Geist der Eintracht und brüderlichen Liebe. Segne die Fürsten der Erde, und lenke ihre Herzen zur Wohlfahrt ihrer Untergebenen. Erhalte deinen Gesalbten, unsern Landesregenten N. N., zum allgemeinen Glücke seiner Unterthanen. Unterstüße alle Obern und Vorsteher mit deiner hilfreichen Gnade. Steh' den Eltern bei, daß sie ihre Kinder christlich auferziehen. Nimm dich der Unschuld an, und rette die gefahrlaufende Jugend. Leite die Verirrten auf den Weg der Wahrheit und Tugend zurück. R. Sei jetzt und ewig dir gedankt! Erhalte unter Eheleuten Liebe und Eintracht, und Zufriedenheit in den Familien. Gib uns allen das tägliche Brod, und Kraft und Freude zur Arbeit. Nimm dich der Hilflosen an, und sei Vater der Wittwen und Waisen. Tröste die Betrübten und eile, den Bedrängten zu helfen. Erquicke die Kranken, und leite die Sterbenden zum ewigen Leben. R. Wir bitten dich, erhöre uns! 188 ben. Vergilt unsern Wohlthätern das Gute mit himmlischen Thue wohl denen, die uns haßten, und segne jene, die uns verfolgten. Bewahre uns vor Krieg, Theuerung und Mißwachs, und Hungersnoth. Bewahre uns vor ansteckenden Krankheiten und Senchen. Wende alles Unglück ab von uns und unsern Wohnungen. Führe uns alle nach diesem Leben zur seligen Unsterblichkeit. Jesus, du Sohn Gottes! du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der erhöre uns! R. Wir bitten dich, Welt! R. 1) Verschone uns! R. 2) Erhöre uns! R. 3) Erbarme dich unser! V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. Te Deum Laudamus. 1) Herr, unser Gott! dich loben wir, Wir preisen dich, wir danken dir; Im Staube kniet die Christenheit Voll Liebe, Trost und Freudigkeit. Die Thräne fließt, die Dank dir bringt, Und heilig, heilig, heilig! singt. Du, Vater! wirst uns gnädig sein, Sieh', unser ganzes Herz ist dein. Ja, deine Kinder fühlen heut Jhr Glück und deine Freundlichkeit! 2) Wir danken dir mit frohem Sinn; Ein volles Jahr ist wieder hin, Ist zwischen Lust und Traurigkeit Hin in den Strom der Ewigkeit. Gott! deine Huld ist täglich neu; Die trübe Wolke zieht vorbei. Du legst auf keinen Lebenstag Mehr, als das Herz ertragen mag. Die Sonne blickt hervor und lacht Nach schauriger Gewitternacht. 3) Wir wollen ganz dein eigen sein! Nimm unser Leben, wir sind dein! Nimm unser Glück, nimm unsern Stab, Und leg' uns in das finst're Grab. Gib uns Vergnügen oder Schmerz, Dir, Vater! bleibt doch unser Herz. Dein bleibt es, Herr! und murret nicht, Bis es dereinst im Tode bricht; Dann führst du uns zu Jesus Christ, Der uns zum Heil gestorben ist. V. Laßt uns preisen den Vater und den Sohn, sammt dem heiligen Geiste. R. Dankbar sei ihnen unser Lob geweiht. Lasset uns beten. O Gott! deine Erbarmungen sind ohne Zahl, und die Schätze deiner Güte ohne Maß. Du gibst den Fle 189 henden, um was sie bitten, und bist nahe bei denen, die dich anrufen. Wir danken deiner göttlichen Majeſtät, die ganz Liebe ist, für alle Gaben, die du uns angedeihen ließest; und flehen ohne Unterlaß zu deiner Milde, die ganz Weisheit ist, daß du uns auch in dem kommenden Jahre als deine Kinder mit allem segnest, was zu unsrer Wohlfahrt gedeihlich ist, und uns dereinst gnädig hinüber leitest in jenes bessere, ewige Leben; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( 3um Segen.) Heilig, heilig, heilig, Bist du unser Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit Ist der ganze Erdkreis voll. Du bist uns nah, Den noch kein Auge sah. Sei, wo wir sind, mit uns! Sei Leiter unsers Thuns. Führ' uns nach dieser Zeit In deine Herrlichkeit. Heilig, heilig 2c. IV. Vesper für die Sonntage nach heil. Dreikönig bis Sonntag Septuagesimä. Eingang S. 172. I. Psalm( nach dem 8. der Vulg.) Antiphon. Danket dem Herrn und lobet ihn. Redet von allen feinen Wundern. 1. Wie wunderbar ist nicht dein Name, * Gott, unser Herr! an allen Orten. 2. Hoch über allen Himmeln tönet* Der Ruhm von deiner Macht und Größe. 1. Du hast dir Lob im Mund der Kinder,* Im Mund der Säuglinge bereitet. 2. Verstummen müssen, die dich schmähen!* Mit Scham bedeckt sind deine Feinde. 1. Betracht' ich deiner Finger Werke,* Den über mir gewölbten Himmel, 2. Die unzählbaren Sternenheere,* Den Mond im blassen Lichtgewande, 1. So muß ich voll Bewund'rung sprechen:* Was ist der Mensch, deß du gedenkest? 2. Des Menschen Sohn, für den du sorgest,* Dem ew'ge Güter du bereiteſt? 1. Geringer zwar, als deine Engel,* Ist er im Neiche deiner Schöpfung; 190 2. Doch frönst du ihn mit Ruhm und Ehre;* Du unterwirfst ihm alle Dinge: * 1. Den Stier, das Lamm, des Waldes Thiere, Die Vögel, die in Lüften schweben; 2. Die Fische, die in Meeren wandeln,* Bestimmteſt du zu seinem Dienste. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und Ehre Gott dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So jetzt von uns und allen Menschen. Amen. II. Psalm( nach dem 110. der Vulg.) Antiphon. Des Herrn Barmherzigkeit und Treue ift groß. 1. Bekennen will ich Gott von Herzen,* Ihm Dank und Ruhm mit Freude bringen. 2. Höchst weis' sind alle deine Werke,* Ganz ihren Zwecken angemessen. 1. Ein jedes zeugt von seiner Größe,* Jst uns ein Dentmal seiner Güte. 2. Ein ew'ges Denkmal der Erbarmung, * Die Frommen unversiegbar strömet. 1. Er speiset Alle, die ihm dienen;* Er hält sein heiliges Versprechen; 2. Macht uns zu Erben seiner Güter,* Wenn wir auf seine Winke achten; 1. Wenn wir als Diener seines Willens* Auf seines Mundes Worte horchen; 2. Mit Lust und Freude das vollziehen,* Was er als Vater uns gebietet. 1. Er hat uns von der Sünde Ketten* Durch Jesum seinen Sohn erlöset; 2. Hat mit uns einen Bund geschlosseu,* Daß wir ihm unser Leben weihen. 1. Sein Name ist uns allen heilig;* Mit Ehrfurcht nennt ihn unsre Zunge. 2. Gott! wir erkennen es; dich fürchten* Gibt Weißheit, und beglückt auf immer. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und Ehre Gott dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So jetzt von uns und allen Menschen.. 191 III. Psalm( nach dem 95. der Vulg. Antiphon. Dir, Herr! ist Niemand gleich; du bist groß und dein Name ist groß. 1. Dem Höchsten singet neue Lieder!* Jhm weihe Lobgefang die ganze Welt! 2. Besinget seine Huld und Gnade;* Besinget, was er uns gethan zum Heil. 1. Verkündet Völkern seine Wunder,* Die Größe seiner Macht und Herrlichkeit. 2. Die Götter, die noch Völker ehren,* Sind nur Geschöpfe leerer Träumerei. 1. Der aber, dem wir Ehre bringen,* Der ist des Weltalls Schöpfer, wahrer Gott. * Erfüllt 2. Ist voll der Weisheit, Macht und Stärke, sein Heiligthum mit Majeſtät. 1. Drum kommet, Völker! kommt und werfet* Euch demuthsvoll zu seinen Füßen hin. 2. Bringt eure Herzen ihm zum Opfer,* und seid ihm unverbrüchlich zugethan. 1. Die Himmel rühmen seine Ehre;* Die ganze Erde beuge sich vor ihm. 2. Er ist der Herr und unser König;* Begründet hat er hier sein Gottesreich. 1. Ihn preisen Himmel ohne Ende;* Mit ihnen stimme froh der Erdkreis ein! 2. Es freuen seiner sich die Berge;* Vor Freude wiederhalle Feld und Wald. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und einst in Ewigkeit. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Am ersten Sonntage nach heiligen Dreikönig Der da gekommen ist, ist des unsichtbaren Gottes Ebenbild, und Erstgeborner vor allem Erschaffenen; denn in ihm ist alles erschaffen im Himmel und auf Erden, Sichtbares und Unsichtbares, Thronen und Herrschaften, Fürsten und Mächte, Alles ist durch ihn und für ihn erschaffen; Er aber ist vor Allem, und Alles besteht in ihm. Coloff. 1, 15-17. 192 Am zweiten Sonntag nach heiligen Dreikönig Gott hat seinem Sohn einen Namen über alle Namen gegeben, damit jedes Knie im Himmel, auf Erden und unter der Erde sich beuge vor dem Namen Jesu, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Verherrlichung Gottes der Vaters. Philipp. 2, 9-11. Am dritten und an den übrigen Sonntagen nach seiligen Dreikönig bis Septuagesima. Gott hat von den ältesten Zeiten her vielfältig und auf mancherlei Weise durch die Propheten zu unsern Vätern geredet. In dieser unserer Zeit aber hat er durch seinen Sohn zu uns geredet, den er zum Erbherrn aller Dinge eingesetzt, durch den er auch die Zeitläufe bestimmt hat. Hebr. 1, 1-3. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Hymnus 1. O du, in dessen Lichtgemach nicht dringt der Blick des Erdensohns; Vor dem die Heil'gen zitternd steh'n, Sein Antlitz scheu der Seraph hüllt. 2. In tiefen Nächten schmachen wir Nach Licht, nach deinem Licht, o Gott! Urquell des Lichts! du kannst allein Um uns zerstreu'n des Wahnes Nacht! 3. Die Sonn' ist schwaches Sinnbild nur Des Tags, den einst herauf du führst. Doch warum säumt so lang der Tag? Erst sinken muß das Erdgewand. 4. Wenn seiner Bande ledig, einst Der Geist zu dir sich schwingt. o Gott! Dann wird in ew'gem Licht dich schau'n, Dich preisen, lieben dich der Geist. Lied. 1. Der du uns, Herr! erschienen bist, Du Licht der Völfer, Jesus Christ! Dein Name sei gebenedcit Von nun an bis in Ewigkeit. 2. Schau gnadenvoll auf uns herab! Du, der Unsterblichfeit uns gab. Dich preise Jüngling, Mann und Greis, Und wer von deiner Größe weiß. 3. Dein Reich ist, Christus! alle Welt; Dein ist die Macht, die sie erhält; Dein jeder Berg und jedes Laub Und jede Sonn' und jeder Staub. 4. Was auf der höchsten Berge Höh'n Die Augen sehen und nicht seh'n; Die ganze Erde weit und breit, Verkündet deine Herrlichkeit. V. Gepriesen sei der Name des Herrn. Alleluja! R. Von nun an bis in Ewigkeit. Alleluja! Antiphon. In seinen Tagen wird Gerechtigkeit aufgehen, und leberfluß des Friedens Der Lobgesang oder Magnifikat wie S. 181. ( Gebet.) Erhöre, o Gott! das Flehen deines Volkes; laß deine himmlische Gnade an uns wirksam sein, da mit wir deine Größe und Güte erkennen, und es immer besser einsehen, was wir zur Ehre deines Namens thun sollen, um deines Wohlgefallens würdig und deiner Seligkeit theilhaftig zu werden; durch Jesum Christum 2c. R. Amen. ( Die Marianische Schlußantiphon suche in der vierten Abtheilung 1907 91 nach beil. Dreikönig bis Sonntag Septuagefimä) 030) 69ldönapon sior V. Vesper vom Sonntage Septuagefimä bis zum ersten and Idhist S in f 406 193 Fasten- Sonntag. Eingang S. 172. I. Psalm( nach bem 111. der Vulg.) Antiphon. Dein Leben lang babe Gott vor Augen. Freude 1. Heil dem Menschen, der den Höchsten fürchtet, am Gesetze Gottes hat. 2. Sein Geschlecht wird mächtig schon auf Erden,* Und; geehrt von allen Frommen sein. 1. Ueberfluß und Reichthum werden wohnen In dem Hause dieses Redlichen. 1. Wird sich über keinen stolz erheben, reich wie er an Gütern ist; ** 2. Aber niemals wird er es vergessen,* Daß der Dürftige sein Bruder ist; * Der nicht 2. Wird sich selig fühlen, dem zu geben,* Der vor sei ner Thür um Hilfe seufzt. 1. Mögen Boten des Verderbens kommen,* Seine Seele zagt und zittert nicht. 2. Er vertraut dem Höchsten in Gefahren; Schmiegt sich findlich an sein Vaterherz. 2017 Wandelt er 1. Mitten in den größten Finsterniſsen dem Licht des Wortes nach. * 9 2. Nie leiht er sein Ohr der Lästerzunge.* Achtet der Verläumdung Pfeile nicht. 1. Unter Arme theilt er seine Güter,* lebt Gerechtigkeit bis an das Grab. 2. Segensvoll wird auch sein Angedenken* Bei den Freunden Gottes fortbesteh'n. 1. Ehre sei dem Vater und dem Sohne, Gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. Const. Gesangbuch 31ste Aufl. 194 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. II. Psalm( nach dem 32. der Vulg.) Antiphon. Hüte dich, daß du in keine Sünde willigeft. 1. Auf Frevler sei nicht eifersüchtig, Beneide ja die Uebelthäter nie; * 2. Denn plötzlich gehen sie zu Grunde,* Sie welken hin, wie abgemähtes Gras. 1. m Vertraue Gott und wirke Gutes;* Was nur dein Herz verlangt, das gibt er dir. manif 2. Befiehl dem Höchsten deine Wege;* Vertraue ihm, und er wird alles thun.pnin 1. Laß Sünder drohen dem Gerechten,* Und knirschen mit den Zähnen über ihn. 2. Du aber zürne nicht dem Sünder,* Sei sanftmuthsvoll selbst gegen deinen Feind. 1. Die Sanftmuthsvollen haben Frieden, Unendlich groß ist ihre Seelenruh'. 2. Mehr nützt das Wenige den Frommen,* Als Ueberfluß dem reichen Bösewicht. 1. Gott segnet der Gerechten Tage; Sie werden nicht zu Schanden in der Noth. 2. Laß ab vom Bösen, und thu' Gutes,* So haben deine Kinder Ueberfluß. 1. Ich sah den Frevler mächtig werden;* Er wuchs empor dem Cedernbaume gleich. 2. Ich ging vorbei, sah ihn nicht wieder,* Mein Fragen und mein Forschen war umsonst. 1. Bemerke ich der Frommen Ende,* So ist es felige Unsterblichkeit. 2. Der Herr ist der Gerechten Hilfe; * Vertraue ihm, und halte sein Gesetz. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jest, und einst in Ewigkeit. Amen. III. Psalm( nach dem 72. der Vulg.) Antiphon. Mein Herz bleibe rechtschaffen. 1. Gott ist höchst gütig gegen alle,* Die eines guten, reinen Herzens sind. 195 2. Doch hätte bald mein Fuß gestrauchelt, Wär abgegleitet von der Tugendbahn. * 1. Ich sah die Missethäter glücklich,* Und fing die Frevler zu beneiden an. 2. Sie wissen nichts, dacht' ich, von Plagen,* Von Leid und Elend nicht, das andre trifft. 1. Sie brüsten sich mit Gräuelthaten,* Und leben stets gesunde Tage fort. lightnis 11tol 2. Ihr frecher Mund spricht Hohn dem Himmel,* Und auf der Erde gilt ihr prahlend Wort. 1. Ich sah die Sünder sich bereichern,* Sah sie in ſtetem Glück und Ueberfluß. 2. Soll ich mein Herz dem Guten weihen?* Soll ich in Unschuld wandeln lebenslang? 1. Ein jeder Tag bringt neue Plage,* Ein jeder Morgen bringt mir neue Noth. 2. Soll ich der Sünder Sprache führen?* Aufhören, Heiligster, dein Kind zu sein? 1. Das will ich thun: dir treu verbleiben,* Wenn Unglück auch mein Innerstes durchwühlt. 2. Droh'n Leib und Seele zu verschmachten,* Du bleibst mein Trost, mein Theil in Ewigkeit. 1. Was könnt' ich mir im Himmel wünschen,* Was hier auf Erden neben dir zur Lust? 2. Auf dich, mein Gott! will ich vertrauen;* Der Sünder scheinbar Glück bethört mich nicht. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, * Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und einst in Ewigkeit. Lesung aus der heiligen Schrift. Brüder! richtet euch nicht nach der Sitte dieser Welt, sondern nehmet durch Erneuerung eures Sinnes eine ganz andere Gestalt an, damit ihr erkennen möget, was Gottes guter, vollkommener Wille, was Gottes Wohlgefallen sei. Röm. 12, 2. mie R. Dir, o Gott sei Dank für diese heilige Lehrc. 196 Hymnus 1. Dein Aug', o Vater! wachet mild Ob dem, der lebt nach deinem Geist, Er gleicht dem Baum, der, reich an Frucht, Sich malt im Bach, der ihn erquickt. 2. Dein Donner rollt, es tobt der Sturm; Der Fromme zagt und zittert nicht. Dein Friede, Gott! umstrahlt sein Herz, In= deß umher Gewitter ziehn. 3. Den Frevler sieht er ohne Neid, Wenn er gleich Cedern schwingt sein Haupt. Des Gleißners Mark durchfrißt ein Wurm, Du winkst, vertilgt ist seine Spur. 4. Im Goldpalast, beim Prachtfest weh'n Den Frevler Gottes Schrecken an. Der Fromme blickt mit heitrer Ruh Durch's Nacht= gewölk der Noth zu Gott. 5. Der Tugend Kraft gib uns, o Gott! Laß trachten uns nach deinem Reich! Die Herrlichkeit der Welt vergeht, Dein Reich währt ewiglich, wie du. Lied. 1. Bater! heilig möcht ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; Aber Lüste widerstreben Dem Geseß in meiner Brust. oder 2. Lockende Begierden tre: ten zwischen mich und meine Pflicht. Hör' mich Schwachen zu dir beten, Vater! gib mir Kraft und Licht. 3. Reiß die Sünde, reiß die Schmerzen, Tief im Staube bitt' ich dich, Reiß die Lust aus meinem Herzen; Heilige du selber mich. 4. Sieh mich dürsten nach dem Guten, Früh und spät ruf' ich zu dir. Laß mein Herz nicht länger bluten, Schenke höh're Kräfte mir. 5. Tausendmal hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, Gläubig mich mit dir vercinet, Und mich deiner Huld erfreut. V. Wandelt würdig, dem Herrn zu gefallen! R. Seid fruchtbar in allen guten Werken. Antiphon. Ich freue mich, ( Das und bin fröblich in dir, und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Magnifflat wie S. 181.) ( Gebet S. 28.) ( Die Marianische Schluß- Antipbon ist die dritte von 1. Dreikönig bis zur Fasten. VI. Vesper für die hl. Fastenzeit bis Palmsonntag. I. Psalm. CHIE Antiphon. Vom Himmel blickt der Herr auf Erden. 1. Jm Herzen spricht der freche Sünder;* Ich leb' in Lüsten fort; es ist kein Gott. 2. Wo ist wohl unter Menschen- Kindern Nur Einer auch, der ernstlich Gutes wirkt? 1. Gott hört's und sieht von seinen Höhen* Herab auf das noch übrige Geschlecht. 2. Wo sind, spricht er, die mir gehorchen, Die noch im Herzen fühlen, daß ich bin? * 197 1. Vereint sieht er sie alle wandeln* Auf Lasterpfaden dem Verderben zu. 2. Falsch reden sie mit ihrem Nächsten,* Mit glatten Lippen und mit Doppelsinn. 1. Aus ihrem Munde strömen Flüche;* Ihr Herz kocht Rache nur und Bitterfeit. 2. Von Blutschuld triefen ihre Tritte;* Von geilen Lüsten duftet ihr Gewand. 1. Bosheit bezeichnet ihre Wege;* Die Gottesfurcht ist ihnen unbekannt. 2. Nie denken sie Gott anzurufen;* Sie wälzen unbesorgt in Lastern sich. 1. Doch wird Entsetzen sie ergreifen,* Wenn die Posaune zum Gerichte ruft. 2. Sie werden dann vor Furcht erstarren, * Wenn des Gerichtes sich der Fromme freut. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* Sei sie auch jetzt, und einst in Ewigkeit. Amen. II. Psalm. Antiphon. Klein ist die Zahl unserer Tage. 1. Vernehmet mich, ihr Völker alle;* Bewohner dieses Weltalls, höret mich. 2. Ihr Edle, so wie ihr Gemeinen, Ihr Reichen und ihr Armen hört mich an. 1. Wo ist der Bruder, der den Bruder* Durch Macht und Gold vom Tod befreien fann? 2. Sein eig'nes Leben zu erhalten,* Hat noch kein Mensch ein Lösegeld erdacht. 1. Voll Sorg' und Müh' sind unsre Tage:* Es scheint, nur um zu sterben leben wir. 2. Wenn Weise selbst ein Raub des Todes werden, Wie kann der Thor noch sagen: Ich bin frei! * 1. Mit Sorgfalt sammeln wir uns Schäßze,* Und unsrer Erben Hand verschwendet sie. 2. Wird auch der Niedrige erhoben,* Bald blendet ihn der Schein der Herrlichkeit. nis 198 1. Er wird den Thieren gleich an Lüsten,* Und stürzt, mit Schande ganz bedeckt, in's Grab. 2. Jm tiefsten Abgrund heult der Sünder;* Ich höre ihn, und will die Sünde flieh'n. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Chre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. mor) ste Antiphon. III. Psal m. Nur um zu sterben leben wir. ww gdsur upt 1. Mein Vorsatz ist: Ich will mich hüten, nicht fündige mit meinem Mund; * Daß ich 2. Daß ich nichts Böses unternehme,* Und niemals übertrete dein Gesetz. 1. Laß mich, o Herr: mein Ziel bemerken,* Und meiner Tage Maaß, wie klein es sei. Le 2. Daß ich erkenne, wie vergänglich,* Wie nichts vor dir das höchste Alter iſt. 200 1. Wer kann von uns sich bleibend dünken?* Ein jeder ist wie lauter Nichtigkeit. 2. Der Mensch vergeht wie Schattenbilder,* Sein gans zes Streben ist Geräusch um Nichts. 1. Womit soll ich mich Armer trösten?* Der Sünde Schmerz durchwühlt mein Eingeweid'. 2. Auf dich, o Herr! geht all mein Hoffen,* Auf dir allein beruht mein Glück und Heil. or. 1. Erhör', o Ewiger! mein Rufen:* Zu meinen Thränen schweige nicht! 2. Laß mich nach deiner Huld Vergebung finden,* Der Sündenschuld Verzeihung schenke mir. li 1. Ich bin ein Pilgrim dieser Erde,* Ich sehne nach der ew'gen Heimath mich.d 2. Willst du die Sünden mir zurechnen,* Dann werd', o Gott! ich nie dein Antlitz seh'n. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. madre 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* Sei sie auch jetzt und einst in Ewigkeit. Amen.ind- ass ( Kapitel, oder Lesung aus der Hl. Schrift. 1. Joh. 1-8.) Wenn wir sagen: daß wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, daß er uns unsere Sünden nachläßt, und uns von aller Ungerechtigkeit reiniget. Denn wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten; dieser ist das Versöhnopfer für unsere Sünden; nicht allein aber für unsere, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt. GNS R. Dir, o Gott! sei Dank für diese_heil. Lehre. usd in nd Hymnus oder 1) Mit ungeschmückter Demuth laßt Uns kindlich fleh'n zu unserm Gott, Daß er mit ſeiner Weisheit Strahl Den Pfad uns helle, den wir geh'n, 2) Kein Glied beleidige den Herrn, Nichts Eitles denke der Verstand; Den Munh beherrsche Wahrheit nur, Nur reine Liebe das Gemüth. 3) Von dir allein kömmt Licht und Kraft; Stärk' uns, o Herr! mit deinem Geist; Dann zwingt des Herzens schwache Burg Der list'ge Feind der Tugend nicht. 4) Der Wandel jedes Tages sei Ein unbefleckter Gottesdienst. Was wir mit dir beginnen, Herr! Laß uns vollbringen auch mit dir. 000 199 5) In des Bedrängten Trauerfelch Gieß unsre Liebe sanften Trost; Des Armen Thräne trockne mild Des Reichen segenvolle Hand. 6) Der Sinne frechen Uebermuth Bezähme Zucht und Mäßigkeit: Nicht unterjochen mög' in uns Den ewigen Geist, was sterblich ist. Lied. 1) Nach deinem Beispiel widmen wir, Herr! diese vierzig Tage hier. Erbarmer! höre das Gebet Der Kirche, die mit Thränen fleht. 2) Du, den mein Herz stets dankbar preist, Du, Jesus, Gottes Sohn! du weißt, Wie schwach die Kraft des Menschen sei! Berzeih' uns Büßenden, verzeih'! 3) Beschämt bekennen wir die Schuld, Ach, wir mißbrauchten deine Huld! Gott, nimm der Sünde Last von uns! Und sei die Richtschnur unsers Thuns. 4) Das Fleisch bezähmen, sei die Zucht Der Fasten und der Buße Frucht, Damit das Herz von Knechtschaft frei, Und unser Wandel heilig sei. 5) Du, Herr! bist unsre Zuversicht, Verlaß, o Gott, verlaß uns nicht! Hilf uns der Sünde widersteh'n, Und treu den Weg der Tugend geh'n. 6) Dir, heiligste Dreieinigkeit! Sei von uns allen jederzeit Für deine große Huld und Macht Anbetung, Lob und Dank gebracht. V. Wachet und betet, R. Damit ihr nicht in Versuchung fallet. 200 Magnificat oder Lobgesang. Antiphon. Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. 1. Dich Ewiger, preist meine Seele,* Mein Geist rühmt deine Huld und Gnade. 2. Du sahst herab auf uns Verlorne,* Sahst uns im Sündenelend schmachten. 1. Erbarmteſt väterlich dich unser,* Und sandteſt deinen Eingebornen. shin 2. Daß er von Sünden uns erlöse,* Und tilge unfre Nissethaten..dand'in 1. Wir sahen ihn als den Geringsten,* Als einen von dir selbst Verworf'nen. 2. Du hattest ihm all' unsre Sünden,* All' unsre Lasten aufgebürdet. 1. Er hat sich selbst zum Sühnungsopfer* Für uns am Kreuz dahingegeben. 2. Für uns starb er den Tod der Sünder,* Ward den Verbrechern beigezählet. 1. Nie hat er seinen Mund geöffnet,* Dem Lamme gleich vor seinem Scheerer. 2. Er wollte uns zum Heile bluten,* Vollbringen Gotutes heil'gen Willen. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Preis dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten* Von uns auch jetzt und dereinst ewig. Amen. V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit seinem Priester. ( Gebet.) O Gott! erwecke in uns durch deine Gnade den wahren Geist der Buße, daß wir Vergebung unserer Sünden erhalten, und der beseligenden Früchte des Leidens und Sterbens deines eingebornen Sohnes würdig und theilhaftig werden mögen. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. ( Die vierte Schlußantiphon ist von der hl. Fasten bis Ostern. 201 VII. Nachmittägige Gottesverehrung auf den PalmSidsen fonntag und die übrigen Tage der heiligen Charwoche. Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi in XV Stationen. Gesang. Laß die Geschichte deiner Leiden Mir, großer Dulder! heilig sein; Sie lehre mich die Sünde meiden, Und dir mein ganzes Leben weih'n. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn. Dir walle sanft mein Herz entgegen, Weil ich durch dich gerettet bin. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir ihm nachfolgen. ( Gebet.) Wir wollen, o Jesu! dein heiliges Leiden und Sterben mit Aufmerksamkeit und Andacht betrachten. Segne dieſe Betrachtung, daß wir, durch sie ge rührt, den frommen Entschluß fassen, der Sünde zu entsagen, deinem heiligen Beispiele nachzufolgen, in Leiden geduldiger, in Erfüllung unserer Berufspflichten startmüthiger, und in Allem deinem göttlichen Willen ergebener zu werden; damit wir zu jener Seligkeit gelangen, welche du uns durch dein Leiden und Sterben verdient und erworben hast. R. Amen. 2 Vater unser u. s. w. I. Station. prendas de ( Jesus am Delberge.) Auf dich, der Menschen Bester! Drang Angst auf. Angst herzu, Und doch hing niemand fester An seinem Gott, als du. Ď stärk' auch unsre Zuversicht, Wenn Menschenhilfe uns gebricht. ( Aus der heiligen Schrift. Luk. 22.) Nach dem letzten Abendmahle ging Jesus mit seinen Jüngern auf den Delberg. Daselbst ertfernte er sich etwas von ihnen, knieete nieder und betete. ,, Vater! willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Bald darauf gerieth er in eine Todesangst, betete länger, und sein Schweiß fiel wie Blutstropfen auf die Erde. Nun erschien ein Engel, und stärkte ihn. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. 202 il600 modo Betrachtung.inf STY Da Jesus auf dem Delberge angekommen war, schwebte ihm sein Leiden, sein schmerzhafter und schmachvoller Tod, und der Undank derer vor Augen, die er glücklich machen wollte; und da er zugleich sah, wie viele die Wohlthat seiner Erlösung mißbrauchen, wie viele seine beseligende Lehre zwar mit dem Munde bekennen, aber durch ihr fündhaftes Leben verläugnen würden, so wurde er darüber bis in den Tod betrübt. Dies war der Kelch des Leidens, der unserm Erlöser so bange machte. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. In dieser bangen Leidensstunde nahm Jesus seine Zuflucht zum Gebet. Sein Gebet war eine findliche Bitte um Errettung, aber auch zugleich die vollkommenste Ergebung in den Willen Gottes. Wenn uns daher etwas widerfährt, das unser Herz mit Bangigkeit und Kleinmuth erfüllt, so wollen wir, wie Jesus, beten, und unser Anliegen gänzlich dem Willen des weisesten und gütigsten Vaters anheimstellen, der seine Kinder nie verläßt. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erharme dich unser! ( Gebet.) O Jesus! so oft unser Herz betrübt, geängstiget oder kleinmüthig wird, laß uns deine Bangigkeit und Todesangst am Delberge lebhaft vor Augen schweben, damit wir uns, wie du, in den Willen des Vaters ergeben, und durch das Gebet in unsern Widerwärtigkeiten gestärft werden. R. Amen. II. Station. ( Jesus wird verrathen.) Verführt durch Goldes- Schimmer, Verstockt an Herz und Sinn, Gibt Judas Kuß auf immer Den Freund und Lehrer hin. Wehmüthig redt' ihn Jesus an: D Freund! was hast du hier gethan? ( Aus der göttlichen Schrift. Lukas 22. K. 45. V.) Da Jesus vom Gebete aufstand: fand er seine Jünger vor Traurigkeit schlafend. Da sprach er zu ihnen: Was schlafet ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet." Da er aber noch redete, so war die Schaar da, und einer von den Zwölfen, mit Namen 203 Judas, nahte sich Jesu; um ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Judas! verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kusse?" rink V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. Betrachtung. ind- bil Was mag wohl Judas veranlaßt haben, diese Treulosigkeit an Jesuß zu begehen? Wohl nichts anderes, als die Habsucht, die allzugroße Begierde nach Geld. Judas hatte schon früher Maria, die Büßerin, getadelt, daß sie mit einem so theuern Nardenöle die Füße Jesu salbte; und jetzt verräth er für 30 Silberlinge seinen göttlichen Lehrmeister. 896 V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. 1bi Die Habsucht und Begierde nach Geld macht die Herzen treulos gegen Gott und den Nächsten, wie wir an Judas sehen. Laßt uns daher nur nach Tugend und Rechtschaffenheit trachten. Dies sind die Güter, welche die Motten nicht verzehren, und der Rost nicht verderben kann; Güter, die ewig dauern. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! radi testisp ( Gebet.) Bewahre, o Herr! unsere Herzen vor unmäßiger Begierde nach zeitlichen Gütern, und lehre uns vor allem nach deinem Reiche und der Gerechtigkeit trachten, damit wir jener ewig dauernder Güter würdig und theilhaftig werden, die du denen bereitet hast, die dich als ihr höchstes Gut von ganzem Herzen lieben, und dir bis an ihr Lebensende tren verbleiben. R. Amen.d III. Station. ( Jesus wird gefangen.) Auch unter seinen Leiden Sucht Jesus wohlzuthun; Er heißt die Rache meiden, Befiehlt dem Zorn zu ruh'n; Und gibt sich dann mit sanftem Sinn Den Banden seiner Feinde hin. ( Nach der göttlichen Schrift. Lukas 22. K.) Als die Jünger Jesu diese Verrätherei sahen, so fragten sie; ,, Herr! sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen?" Wirklich schlug auch einer nach des Hohenprieſters 204 Bedienten, und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus hieß sie davon abstehen, rührte sein Ohr an, und heilte es. Nun sprach er zu den Hohenpriestern, Tempelwächtern und Aeltesten:„ Wie gegen einen Mörder seid ihr mit Schwertern und Stangen ausgezogen. Da ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht an mich gelegt; aber diese Stunde der Finsterniß ist euch günstiger. Jetzt ergriffen sie ihn, und führten ihn gebunden fort. V. Wir dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. rald für Betrachtung. Jesus heilt den verwundeten Knecht des Hohenpriesters. Einst hatte er seinen Jüngern die Lehre gegeben:„ Böses nicht mit Bösem, sondern mit Gutem zu vergelten;" und nun bringt er selbst diese Lehre in Erfüllung. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beiſpiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. So oft wir nun von unsern Mitmenschen beleidigt werden, wollen wir uns an das Beispiel Jesu erinnern, und unsern Beleidigern nicht nur herzlich verzeihen, sondern ihnen auch wie Jesus das Böse mit Gutem zu vergelten suchen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Sanftmüthigster Jesu! flöße deine sanftmüthige und großmüthige Liebe unsern Herzen ein, damit wir nichts Süßeres kennen, als Böses mit Gutem zu vergelten, unsern Feinden wohlzuthun, und sie in dir und wegen deiner zu lieben. R. Amen. IV. Station. ( Jesus steht vor Kaiphas.) Der Herr steht vor Gerichte, Von Feinden angeklagt, Beschimpft im Angesichte Des Priesters, der ihn fragt:„ Bist du des wahren Gottes Sohn?"„ Ich bins," versetzt er auf den Hohn. ( Aus der göttlichen Schrift, Martus 14. K.) Sie führten Jesum zu dem Hohenpriester, bei welchem sich alle Priester, Neltesten und Schriftgelehrten versammelten. Inzwischen suchte der Hohepriester und die ganze 11 Rathsversammlung Zeugniß gegen Jesum, ihn umzubringen. Nun stand der Hohepriester auf, trat mitten unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts über das, was sie über dich sagen?" Jesus antwortete nichts. Da fragte der Hohepriester abermal: „ Bist du Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes?" Jesus sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn zur rechten Hand Gottes sitzen und auf den Wolfen des Himmels kommen sehen. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. 205 D Jesus wird falsch angeklagt, und er schweigt; falsche Zeugen bestätigen diese Verläumdung, und er schweigt. Durch dieses Schweigen wollte er uns die schöne Lehre geben: Wer sich im Schweigen übt, der rüstet sich zur Geduld." Jesus wird im Namen Gottes angefragt, wer er sei, und nun öffnet er seinen Mund, und bekennet laut, daß er der Sohn des Allerhöchsten sei, ob er gleich voraus sieht, daß ihm dieses Bekenntniß als eine Gotteslästerung werde angerechnet und er zum Tode verurtheilt werden. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, Daß wir ihm nachfolgen. R. Schweigen, welches Jesus bei den boshaften Anschuldigungen seiner Feinde beobachtete, ermahnt uns, daß auch wir dulden und schweigen, und die Verläumdungen durch einen guten Lebenswandel widerlegen sollen; das Neden Jesu aber fordert uns auf, laut und ohne Scheu dort zu reden, wo es Gottes Ehre und des Nächsten Wohlfahrt erheischt: ob wir gleich einsehen, daß wir der Wahrheit wegen gehaßt und verfolgt werden. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Bewahre uns, o Herr! vor jeder Verletzung der Ehre und des guten Namens unsers Nebenmenschen. Flöße unsern Herzen den Muth ein, zu deiner Ehre und des Nächsten Wohlfahrt unerschrocken die Wahrheit zu reden, und dich und deine heilige Lehre mit Wort und That bis an unser Lebensende zu bekennen. R. Amen. 206 V. Station. ( Jesus wird mishandelt.) muallinit i Hote Gefangen und gebunden, Trägt Jesus allen Spott; Er leidet Schläg' und Wunden, Denkt nur an uns und Gott. Der Sanftmuth Muster, schweigt er still, Und leidet gern, weil Gott es will. ( Aus der heiligen Schrift. Lukas 22. K.) 500k Die Männer, welche Jesum die Nacht hindurch bewachten, verspotteten und mißhandelten ihn; sie verhüllten ihm das Angesicht, schlugen ihn darein, fragten und sprachen:„ Weissage uns, wer ist's, der dich schlug?" Und viele andere Lästerungen stießen sie wider ihn aus. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. Betrachtung. Sobald im Hause des Kaiphas das Urtheil über Jesum gesprochen war, gingen die Rathsglieder auseinander, und übergaben Jesum den Gerichtsdienern die Nacht hindurch zur Bewachung. Hier ward er vom verworfensten Gesindel auf's Peinlichste mißhandelt; und jeder Ausblick zu seinem himmlischen Vater wurde ihm mit neuen Lästerungen vergolten. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. JEOD SUED Wie leicht werden wir zornig, wenn uns auch nur die geringste Beleidigung widerfährt; und Jesus trägt mit unerschütterlicher Geduld die gröbsten Beleidigungen aller Art. Laßt uns sein Beispiel nachahmen, und alle Mißhandlungen mit Stillschweigen und Geduld ertragen; denn warum sollten wir nicht Weniges aus Liebe zu ihm leiden, der für uns so viel gelitten hat? V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) O Jesu! verleih uns die Gnade, dir in heiliger Geduld immer ähnlicher zu werden, und Spott, Schimpf und Verachtung mit Sanftmuth zu ertragen; damit wir, die wir aus Liebe zu dir leiden, auch verdienen, mit dir uns ewig zu erfreuen. R. Amen. 207 VI. Station.nd 96 or malloor The code spil( Sesus wird verläugnet.) Von Furcht dahingerissen, Verläugnet Petrus dich; Bald straft ihn sein Gewissen, Schon weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu! rührt sein Herz, Weck' auch in uns der Neue Schmerz. ( Aus der göttlichen Schrift. Markus 26. K.) 11 Petrus saß im Vorhofe, und es trat eine magd zu ihm und sagte: Auch du warst bei Jesu aus Galiläa." Und er läugnete es. Als er aber zur Thür hinausgehen wollte, sah ihn eine andere Magd, und sprach; ,, Diefer war auch mit Jesu von Nazareth." Und er läugnete es abermal. Ueber eine kleine Weile traten die Uebrigen hinzu und sprachen zu Petrus: Wahrlich du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verräth dich." Da fing er an sich zu verfluchen, und zu schwören, daß er den Menschen nicht fenne. Und alsbald krähte der Hahn. Nun erinnerte sich Petrus an die Worte Jesu! Ehe der Hahn zweimal krähen wird, wirst du mich dreimal verläugnen." Und er ging hinaus und weinte bitterlich. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! ad R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. Voll des Muthes und Vertrauens auf seine eigenen Kräfte erbot sich Petrus kurze Zeit zuvor, für seinen göttlichen Lehrmeister zu sterben. Nun läugnete er nicht nur dreimal, ein Jünger Jesu zu sein, sondern er betheuert die Verläugnung noch mit einem Schwure. Jesus wendet sich gegen den meineidigen Jünger, und wirft ihm einen Blick voll Mitleids zu. Der Hahn krähet, und sein Herz zerschmilzt in Wehmuth und Reue. Er geht eilends aus dem Vorhofe und weinet bitterlich. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlaſsen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Der Jünger Petrus kann uns zu einem warnenden Beispiele dienen. Wir sehen an ihm, wie schwach der Mensch ist, der auf seine eigenen Kräfte baut. Wir wollen daher auf unsere Tugend nicht zu viel trauen, sondern stets wachen, beten, und jede Gefahr zur Sünde sorgfältigst meiden. Sind wir aber wirlich gefallen, so 208 wollen wir den büßenden Petrus zum Muster nehmen, und mit allem Ernste nach Besserung ringen. Was wir dabei nicht aus eigenen Kräften vermögen, das wird uns möglich durch die Gnade Gottes. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser!, ( Gebet.) Verleih' uns, o Jesu! deine stärkende Gnade, um jeder Versuchung zur Sünde zu widerstehen, unsere Fehltritte und Vergehungen, wie Petrus, zu bereuen, und würdige Früchte der Buße zu bringen. R. Amen. VII. Station. ( Jesus vor Pilatus.) Man klagt als Ruhestörer Den Heiland heftig an, Und doch hat dieser Lehrer Nur Gutes hier gethan. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Die fern von Gottes Geist sich hält. And HG ( Aus der göttlichen Schrift. Matthäus 27. K. Mart. 15. K. Lukas 23. K. Joh. 18. K.) 101 1900 Am Freitag Morgens führten sie Jesum zu Pilatus, und verklagten ihn, daß er das Volk aufwiegle, dem Kaiser den 3ins zu geben verbiete, und sich für den gesalbten König ausgebe. Pilatus fragte ihn: ,, Bist du der König der Juden?" Jesus antwortete ihm:" J „ Ich bin ein König, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt." Pilatus sagte hierauf zu den Oberpriestern und dem versammelten Volke; ,, Ich finde an diesem Menschen kein Verbrechen." Sie aber beharrten auf ihrer Klage. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. 109591 Betrachtung. Jesus hatte öffentlich gelehrt: Gebet Gott, was Gottes, und dem Kaiser, was des Raisers ist; und er hatte sowohl für sich als Petrus den Zoll und die Tempelsteuer entrichtet. Dennoch klagten ihn seine Feinde bei des Kaisers Landpfleger als einen Uebertreter der Landesgesetze und Aufwiegler des Volkes an. So ungerecht und hart diese Anklage war, so sprach Jesus dennoch kein Wort zu seiner Vertheidigung; denn er wußte wohl, daß es seinen Feinden nicht um Wahrheit, sondern um sein Blut zu thun war. 209 V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Wir sehen hier an Jesu, wie wir uns zu betragen haben, wenn wir bei unsern Obern angeschwärzt, verläumdet oder fälschlich angeklagt werden; nämlich: wir sollen dulden und schweigen, oder uns bei unsern Obern mit Achtung und Ehrerbietung rechtfertigen und ihrem Urtheilsspruche unterwerfen. Dadurch ehren wir Jesum, der selbst einem heidnischen Richter mit Achtung begegnete, und in dessen Person die obrigkeitliche Gewalt ehrte. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Verleih' uns, o Jesu! deine Gnade, daß wir nach deinem heiligen Beispiele allen unsern Obrigkeiten mit Ehrfurcht und Gehorsam begegnen, und uns niemals durch Schmähen und Lästern an ihnen, als Stellvertretern Gottes, versündigen mögen. R. Amen. VIII. Station. ( Jesus vor Herodes.) Hier wünscht zu seh'n ein König Des Heilands Wundermacht; Doch Gottes Sohn hat wenig Des stolzen Sünders Acht. duldet lieber Hohn und Spott, Als zu versuchen seinen Gott. ( Ans der göttlichen Schrift. Lukas 23. R. 7.- 14. V.) Er Da Pilatus vernahm, daß Jesus aus Galiläa, und folglich aus dem Gebiete des Herodes sei, schickte er ihn dem Herodes zu, der dazumal auch in Jerusalem war. Herodes freute sich, Jesum kennen zu lernen, und hoffte von ihm ein Wunder zu sehen. Er legte ihm daher mancherlei Fragen vor, auf die aber Jesus feine Antwort gab. Herodes verspottete nun Jesum, ließ ihm ein weißes Kleid anziehen, und schickte ihn wieder zu Pilatus zurück. noi pl V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. Jesus, der so viele Wunder gewirkt hatte, that dem König Herodes tein solches Zeichen; denn er wußte wohl, daß es diesem wollüstigen König nicht um Ueberzeugung seiner göttlichen Sendung und der Wahrheit seiner Lehre zu thun war, sondern nur um Befriedigung 210 seiner Neugierde, und dazu wollte Jesus seine Wunderkraft nicht mißbrauchen. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Dein Beispiel, o Jesu! sei uns heilig. Auch wir wollen die Würde und das Ansehen, gute Christen zu sein, behaupten, und weder schmeichelhafte Versprechen, noch Drohungen und Mißhandlungen sollen uns verleiten, etwas zu reden oder zu thun, das dieser Würde zuwider wäre. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Entferne, o Jesu! aus unsern Herzen alle Eitelkeit, damit wir bei all' unserm Thun und Lassen nicht auf Lob und Tadel der Welt, sondern einzig auf dein Wohlgefallen und jene Seligkeit hinblicken, die du durch dein Leiden und Sterben verdient, und den guten Christen zur Belohnung bestimmt und vorbehalten hast. R. Amen. IX. Station. ( Jesus und Barrabas.) Des Tigers Herz bezwänge Ein Blick von Gottes Sohn! Doch diese Menschenmenge Spricht seiner Unschuld Hohn. Un menschlich tobt das Volksgeschrei:„ Gib Barrabas, den Mörder, frei." ( Aus der göttlichen Schrift. Lukas 23. Kap.) Da Herodes Jesum an Pilatus zurückgeschickt hatte, rief er die Hohenpriester, die Obrigkeiten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Jhr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als wäre er ein Aufwiegler des Volkes. Jch habe ihn vor euch gehört, aber ich finde an ihm nichts von demjenigen, weßwegen ihr ihn verflagt habet. Ebenso wenig findet ihn Herodes schuldig. Ich will ihn also züchtigen, und loslassen." Nun schrie das ganze Volk mit gleichem Ungestüm: ,, Hinweg mit diesem; den Barrabas gib los!" Barrabas aber war ein Aufrührer und Mörder. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. HOT- DUNDIDA Das Volk, das noch vor wenigen Tagen laut ausge 211 11 rufen hatte:„ Hosanna! gebenedeit sei, der da kömmt im Namen des Herrn!" dieses Volk ruft jetzt mit wildem Geschrei: Nicht Jesum, sondern Barrabas gib los!" Jesus von Nazareth ging voll Gnade und Wahrheit, voll Liebe, Weisheit und Güte unter ihnen umher. Dessen ungeachtet soll er doch zum Tode verurtheilt, und der Aufwiegler und Mörder Barrabas freigelassen werden. Wie unbeständig und ungerecht ist doch die Gesinnung leidenschaftlicher Menschen. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen R. Daß wir ihm nachsolgen. Welch' ein trauriges Schicksal hat oftmals der Fromme auf Erden! Wie sehr wird er nicht bei dem Guten, das er zu verbreiten sucht, mißkannt, verdächtiget, geläſtert, mißhandelt, und nicht selten bis zum Tode verfolgt, indessen das Laster triumphirt und auf Ehrenstellen glänzt. Dies soll uns aber im Glauben an die Gerechtigkeit Gottes nicht irre machen; denn es kommt eine Zeit, wo dem unterdrückten Gerechten die Leiden mit unvergänglichen Freuden vergolten werden, der Bösewicht aber die verdiente Strafe des ewigen Todes erhält. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Laß, o Jesu! dein heiliges Beispiel einen solchen Eindruck auf unser Herz machen, daß, wenn unsere guten Absichten mißkannt, unsere Wohlthaten mit Undank belohnt, und uns nichtswürdige Menschen vorgezogen werden, wir alle diese Mißhandlungen mit Geduld ertragen, und ohne Widerrrede und Murren uns deinen heiligen Fügungen unterwerfen. R. Amen. 19/19 disp X. Station. ( Jesus wird gegeißelt und mit Dörnern gekrönt.) In einem Purpurkleide Wird Jesus ausgehöhnt, Mit roher wilder Freude Gegeißelt und gekrönt. Mein Heiland! ach wie leidest du zu meiner Seele Heil und Ruh! ( Aus der göttlichen Schrift. Lukas 23. K. Joh. 19. K. Matth. 27. K.) Pilatus wünschte die Loslassung Jesu. Allein die Priester und das Volk riefen ihm wiederholt entgegen: „ An's Kreuz, an's Kreuz mit ihm!" Er sprach nun zum dritten Mal zu ihnen:" Ich finde an ihm feine 212 Ursache des Todes, ich will ihn also geißeln und loslassen." Hierauf ward Jesus gegeißelt. Die Soldaten riefen dazu die ganze Rotte zusammen, und als sie ihn ausgezogen und gegeißelt hatten, legten sie ihm einen Purpurmantel um, setzten eine Krone von Dornen auf sein Haupt, fielen vor ihm auf die Kniee nieder, spotteten und sagten: Sei gegrüßt, du König der Juden!" spieen ihn an, nahmen das Rohr, und schlugen ihn damit auf sein Haupt. 11 V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danfen dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. So viel litt Jesus unsrer Sünden wegen; und dennoch hängen wir sündhaften Gedanken nach, überlassen uns unerlaubten Begierden, befriedigen unsere bösen Neigungen und Leidenschaften, und helfen dadurch der Sünde wieder auf. Warum ersticken wir nicht jede böse Lust sogleich in uns? Warum bieten wir nicht alle Kräfte auf, um gegen die Sünde zu kämpfen, und unsere bösen Neigungen, Begierden und Leidenschaften zu besiegen? V. Chriftus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlaſſen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Erinnern wir uns zur Zeit der Versuchung an den mit Wunden und Blut bedeckten Jesus; sehen wir sein mit Dornen umwundenes und durchstochenes Haupt, und führen wir es zu Gemüthe, daß Jesus alles dieses leiden wollte, um uns von der Sünde zu erlösen; dies wird uns vom Bösen abhalten, wird uns im Kampfe gegen das Böse mächtig stärken, und den Sieg der Tugend erleichtern. V. Göttlicher Heiland und Erlöſer! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Laß uns, o Jesu! so oft sich in unserm Innern sündhafte Lüste und böse Begierden regen, deine schmerzhafte Geißlung und Krönung lebhaft vor Augen schweben, damit wir, durch den Anblick deiner Leiden gerührt, uns stark genug fühlen mögen, der Versuchung zu widerstehen, und der Tugend treu zu bleiben. R. Amen. 213 XI. Station. ( Jesu Todesurtheil.) Gegeißelt und zerschlagen Wird Jesus vorgestellt; Den Richter hört man fragen: Worin hat er gefehlt?" Das Volk stürmt auf den Richter ein, Und schreit:„ er muß gekreuzigt sein!" ( Aus der göttlichen Schrift. Matth. 27. K. Markus 15. K. Lukas 23. K. Job. 19. K.) Pilatus führte( den gegeißelten und mit Dörnern gefrönten) Jesum heraus, und setzte sich auf den Richterstuhl, und sprach zu den Juden: ,, Seht an euern König." Sie riefen ihm entgegen: ,, Hinweg, an's Kreuz mit ihm; wir wissen von keinem König, als dem Kaiser; gibst du diesem die Freiheit, so bist du kein Freund des Kaisers!" Da nun Pilatus sah, daß seine Mühe vergeblich war, nahm er Wasser, wusch sich die Hände vor allem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; ihr möget es verantworten." Das ganze Volf antwortete: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. Jesus, der unschuldigste der Menschen, wird zum Tode verurtheilt. ,, Was hat er denn Uebels gethan?" fragt selbst sein Richter, und dennoch übergibt er ihn den Händen seiner Feinde zur Kreuzigung. Er wascht zwar die Hände, und ruft laut vor dem Volke: Ich will teine Schuld haben am Tode dieses Gerechten." Aber diese Ceremonie rechtfertigt ihn nicht. Er hat dadurch nur sein Verbrechen vergrößert, indem er das Ungerechte seiner Nachgiebigkeit beſtätigte. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Die Feinde Jesu fordern seinen Tod, und der schwache Richter erfüllt wegen der Drohung des Volkes, und aus Furcht vor der Ungnade des Kaisers ihr Begehren. Wie viel Böses wird doch gethan, wie viel Gutes unterlasſen, weil man sich mehr fürchtet, den Menschen, als Gott zu mißfallen! Lasset uns daher, so oft wir eine Pflicht zn erfüllen haben, nicht nach dem Lob oder Tadel der Men 214 schen fragen, sondern einzig auf den Willen Gottes schauen, und diesen, wie Jesus vollbringen. V. Göttlicher Heiland und Erlöſer! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Verleihe uns, o Jesu! die Gabe, die ungerechten Urtheile der Menschen mit Sanftmuth zu ertragen, und laß uns bei all' unserm Thun und Lassen einzig auf dich und deinen heiligen Willen hinſehen, damit wir uns niemals durch Lob oder Tadel der Menschen von Erfüllung unserer Pflichten abhalten lassen, oder aus Menschenfurcht Böses thun. R. Amen. XII. Station. ( Jesus geht zum Tode.) Der Herr nimmt auf den Rücken Des Krenzes schweren Pfahl; Er droht ihn zu erdrücken; D welche große Qual! Doch geht er still den Todespfad, 3u tilgen unsre Missethat. ( Aus der göttlichen Schrift. Matth. 27. Markns 15. Lukas 23. Joh. 19.) Die Soldaten des Landpflegers zogen Jesum den Purpurmantel aus, legten ihm seine eigenen Kleider an, und führten ihn zur Kreuzigung. Im Hinausgehen trafen sie Simon von Cyrene an und nöthigten ihn, Jesu das Kreuz nachzutragen. Es folgte ihm eine große Menge Volkes sammt vielen Weibern nach, die ihn beklagten. Jesus wandte sich gegen sie um und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem! weinet nicht über mich, über euch selbst und über eure Kinder weinet; denn wenn dem grünen Holze das widerfährt, was wird an dem dürren geschehen? 3wei andere Missethäter wurden noch mit ihm zur Hinrichtung hinausgeführt. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten hast. Betrachtung. Jesus war durch das viele Blutvergießen bei der Geißelung und durch die mannigfaltigen Peinigungen, die er zu dulden hatte, an Kräften ganz erschöpft, und dennoch nimmt er die Kreuzeslast ohne Widerrede auf seine Schultern, und trägt sie, bis ihm solche abgenommen wird, und zeigt Mitleiden gegen die ihn beweinenden Frauen von Jerusalem. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. 215 So oft uns unsere Standespflichten lästig werden, so oft wir den Druck der Leiden empfinden, so oft Drangsale uns heimsuchen, wollen wir auf Jesum hinblicken, und unsere Leiden mit seinen Leiden, unsere Last mit der Last seines Kreuzes vergleichen, damit wir es recht lebhaft fühlen, wie gering unsere Leiden und Beschwerden gegen die seinigen seien. Dies wird uns vor Kleinmüthigkeit und Verzweiflung bewahren, und uns die Kraft einflößen, so lange auszuharren, als Gott die Laſt auf uns liegen läßt, und wir durch Leiden genugsam geprüft und gereiniget sind, um mit Jesu an den ewigen Freuden Theil zu nehmen. did V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! " 1 ( Gebet.) Herr Jesus Christus! du sagtest einst selbſt: Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich!" Wir sind bereit, alle Mühseligkeiten, Beschwerden und Lasten dieses Erdenlebens mit findlicher Ergebung auf uns zu nehmen. Verleihe uns deine Gnade zu diesem Vorhaben, damit wir muthvoll und getrost den Weg des Kreuzes wandeln, den du uns vorangegangen bist. R. Amen. XIII. Station. ( Jesus hängt am Kreuze.) Dul An's Kreuz wird hier geschlagen, Von Kleidern ganz entblöst Der unsre Schuld getragen, Von Sünden uns erlöst. Jesus, wahres Gotteslamm! Du blutest hier am Kreuzes stamm. ( Aus der göttlichen Schrist. Matth. 27. K. Markus 15. K. Lutas 23. K. Joh. 19.) - Als die Juden mit Jesu auf der Schädelstätte angekommen waren, boten sie ihm essigsauren Wein mit Myrrhen vermischt zu trinken dar; da er ihn verkostete, wollte er nicht davon trinken. Nun nagelten sie ihn an's Kreuz, und neben ihm zwei Straßenräuber, so daß Jesus in die Mitte kam. Jesus aber sprach:„ Vater! verzeih' ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun." Das Volt, welches umherstand, und zuschaute, verlachte ihn mit den Vornehmsten. Einer der Mitgekreuzigten 216 lästerte ihn auch; der andere hingegen sprach:, Herr! gedenke meiner, wenn du in dein Reich kömmst." Jesus antwortete ihm: Ich versichere dich, heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein." Hour V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haft Betrachtung. Da Jesus auf dem Nichtplaße angekommen war, wurde ihm saurer, mit Myrrhen gemischter Wein zum Trinken dargereicht, damit er die schrecklichen Schmerzen des Kreuztodes weniger empfinden möchte, aber Jesus trinkt nicht davon; er verlangt für die größten Schmerzen feine Linderung; denn er will uns Allen zeigen, daß auch die größte Qual nicht vermögend sei, seinen Gehorsam zu Gott und seine Liebe zu uns Menschen zu ersticken. V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlasſen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Jesus läßt sich ohne Widerrede an das Kreuz nageln, und betet zu Gott für seine Mörder; und wir kochen Rache, wünschen und suchen den Untergang unserer Feinde. Jesus schweigt, wenn er am Kreuze verspottet wird; und wir gerathen in Zorn, brechen in Scheltworte aus, wenn man unsrer Ehre zu nahe tritt. Jesus, im höchsten Grade des Elends, erbarmt sich liebevoll des Mitgekreuzigten, der zu seiner Rechten hängt, und spricht ihm durch sein mächtiges Gnadenwort beseligenden Trost ein, und wir lassen nicht selten unser widriges Schicksal andere Unglückliche hart empfinden, oder versagen ihnen mitten im Ueberflusse unsere Hilfe. GO CHAOT V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Erfülle, o Jesu! unsre Herzen mit jener Liebe, mit der du selbst für deine Mörder um Gnade batest, damit wir deines Namens würdig, und deines himmlischen Reiches theilhaftig werden. R. Amen. XIV. Station. ( Jesus stirbt am Kreuze.) Nun sind sie überwunden, Jesu, Gottes Sohn! Die martervollen Stunden, Der Feinde Spott und Hohn. Sie ist jetzt da, die Todesnacht, Und du, o Herr! haft es vollbracht. 217 ( Aus der göttlichen Schrift. Matth. 27. K. Martus 15. K. Lukas 23. K. Joh. 19. K.) Bei dem Kreuze Jesu stand seine Mutter. Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er lieb hatte, hier stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: ,, Weib! sieh' da deinen Sohn!" Dann sagte er zum Jünger:„ Sieh da deine Mutter!" Gegen Mittag kam eine Sonnenfinsterniß über das ganze Land, die bis drei Uhr anhielt. Um drei Uhr rief Jesus mit lauter Stimme: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen!" Einer der Umstehenden nahm einen Schwamm mit Essig, und reichte ihn auf einem Hysopstengel Jesu zum Trinken dar, und sagte: ,, Laßt sehen, ob Elias kommt!" Als Jesus den Essig genommen hatte, rief er mit lauter Stimme: ,, Es ist vollbracht! Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist." Nach diesen Worten ließ er das Haupt sinken, und gab den Geist auf. - V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. Betrachtung. Mit wehmüthigem Blicke sah Jesus seine Mutter an, die jetzt, wie Simeon es ihr vorausgesagt hatte, von dem Schwerte des Schmerzes ganz durchdrungen ward. Da empfiehlt er sie seinem geliebten Jünger Johannes, der sie auch von dieser Zeit an zu sich nahm. So vergißt Jefus im höchsten Schmerze die Seinigen nicht. Er wird auch uns nicht vergessen, wenn wir nur durch treue Befolgung seiner heiligen Lehre uns als seine Jünger beweisen. Um uns die Größe seiner Qual fühlbar zu machen, ruft Jesus mit lauter Stimme: ,, Mein Gott, mein Gott! watum hast du mich verlassen?" Er gibt uns dadurch die Lehre, daß wir uns immer fest an Gott halten sollen, der uns nie verläßt, ob er uns gleich zu verlassen scheint. Nun spricht der große Dulder:„ Es ist vollbracht! Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" V. Christus ist für uns gestorben, R. Um uns zu erlösen. Es ist vollbracht, das große Werk der menschlichen Erlösung. Jesus starb, damit wir Vergebung unsrer Const. Gesangbuch 31se Aufl. 10 218 Sünden erhielten und Erben des Himmels würden. Lasset uns also die Sünde, um deren Willen Jesus gestorben ist, ernstlich meiden, und durch redliche Erfüllung unsrer Berufspflichten der beseligenden Früchte des Opfertodes Jesu theilhaftig werden. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser! ( Gebet.) Göttlicher Heiland! wir danken dir für deine unaussprechliche Liebe, aus welcher du dich zum Versöhnungsopfer für uns dahingegeben hast, und sind bereit, mit Aufopferung aller irdischen Vortheile deiner heiligen Lehre bis an unser Lebensende treu zu verbleiben. R. Amen. XV. Station. ( Jesus wird begraben.) Hier bringen Jesu Freunde Den Leichnam in die Ruh; Es schließen seine Feinde Die Grabeshöhle zu; Doch wird am dritten Tag der Stein Durch Gottes Kraft zersplittert sein. ( Aus der göttlichen Schrift. Matth. 27. K. Markus 15. K. Lukas 23. K. Joh. 19. K.) Als es Abend wurde, und weil es Vor- Sabbath war, kam Joseph von Arimathea, ein angesehener Rathsherr, der auf das Reich Gottes wartete, und bat sich von Pilatus den Leichnam Jesu aus. Pilatus wunderte sich, daß er schon gestorben sei. Da er vom Hauptmann es vernommen hatte, schenkte er dem Joseph den Leichnam. Dieser ging also hin, und kaufte Leinwand, und nahm den Leichnam ab. Zu ihm gesellte sich Nikodemus, und brachte bei hundert Pfund gemischte Myrrhen und Aloe. Sie übernahmen den Leichnam und wanden ihn sammt den Gewürzen in reine Leinwand ein, und legten ihn in das neue Grab, das sich Joseph in einen Felsen hatte hauen lassen. Joseph wälzte einen großen Stein vor die Deffnung des Grabes, und ging weg. V. Wir beten dich an, o Jesu, Sohn Gottes! R. Und danken dir, der du für uns so viel gelitten haſt. Betrachtung. Die Feinde Jesu haben ihre boshafte Absicht erreicht; sie sahen Jesum am Kreuze erblassen. Allein gleich nach seinem Tode ereigneten sich Dinge, die für seine Un 219 schuld laut genug sprachen: der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei, die Erde bebte, Felsen zerbarsten, und die Gräber öffneten sich. Der Hauptmann und die, so mit ihm Jesum bewachten, sprachen: Ja, wahrhaftig, dieser Mensch war unschuldig; er war Gottes Sohn." Auch alles Volk schlug an seine Brust. Die frommen Rathsherren Joseph und Nikodemus veranstalteten ihm ein ehrenvolles Begräbniß. Die erbitterten Juden versiegelten das Grab und besetzten es mit einer Wache, damit nicht der Verstorbene, seiner Versicherung gemäß, am dritten Tage von den Todten auferstehen möge. Allein, was vermögen alle Anschläge der Menschen gegen Gott, der die Gerechten beschüßt, und mit Ehre krönet? V. Christus hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. Der Leichnam Jesu ruht nun im Grabe von seinen Schmerzen und Mißhandlungen aus, und harret der nahen Auferstehung, die ihn verherrlichen wird. Wenn auch uns dereinst die Ruhe des Grabes tröstlich sein soll, so müssen wir Jesu im Leben, Leiden und Tode getreu nachfolgen. Wir müssen mit dem Stande, in welchen uns die göttliche Vorsehung setzte, zufrieden ſein, darin so viel Gutes verbreiten, als uns möglich ist, und die Lasten, Leiden und Widerwärtigkeiten desselben mit findlicher Ergebung ertragen und in Ausübung des Guten bis an unser Lebensende verharren. V. Göttlicher Heiland und Erlöſer! R. Erbarme dich unser! Christen! senkt am Pilgerstabe Hier das Haupt in Ehrfurcht still! Denn ihr steht am heil'gen Grabe Dessen, der, statt gold'ne Gabe, Nur ein Herz voll Einfalt will. Wer dies bringt, der sei willkommen! Dessen Leichnam hier geruht, Hat die Sünd' hinweggenommen, hat verklärt den Blick des Frommen, Der des Vaters Willen thut. Ueberm Grabe glänzt das Zeichen, Das zerstreut des Wahnes Nacht, Das auch mitten unter Leichen Heißt die Todesschrecken weichen, Das die Hölle zittern macht. Weit hinweg von hier die Seele, Die sich schnöd mit Andacht schminkt! Des Erlösers Grabeshöhle Wird entweiht von einer Seele, Der das Kreuz nicht aufwärts winkt. Naht mit reiner Demuth, Brüder! Dann wird euch der Heiland nah'n; Himmelsruh' weht auf euch nieder; Freundlich hellt ein Engel wieder Euch die lang umwölkte Bahn.m 220 ( Gebet.) Wir bitten dich, o Herr! um deine Gnade, damit wir es vermögen, deinen heiligen Fußstapfen nachzufolgen, und bei treuer Erfüllung unserer Pflichten das gegenwärtige Leben so zu endigen, daß uns der Tod und das Grab nicht schrecklich, sondern als Uebergang zu einem bessern Leben erwünschlich werden. R. Amen. ( Schluß gesang.) Dank dir und Preis in Ewigkeit, Der du für uns gestorben, Und Heil und Licht und Ruhm und Trost Durch deinen Tod erworben! Du hast gesiegt; Es ist vollbracht; Dein, dein ist nun am Throne Der Unschuld Ehrenkrone. VIII. Besper auf das hl. Osterfest und dessen Oktav. I. Psalm. Antiphon. Ich war todt, und lebe nun von Ewigkeit zu Ewigkeit, Alleluja! 1. Die mich bis in den Tod verfolgten,* Verschlossen auch die Grabesstätte. 2. Der Wahrheit und der Tugend Feinde,* Die wollten mich zum Lügner machen. 1. Verwesen sollte ich in Felsen,* Nie meine Treuen wiederseh'n; 2. Nicht meinen Tempel wieder bauen,* Den sie aus Neid zertrümmert hatten. 1. Jch stieg hinab in's Reich der Todten;* Vollendet waren meine Leiden. 2. Die Vorwelt eilte mir entgegen,* Sie hoffte immer mich zu sehen. 1. Mein Leib genoß der Grabesruhe,* Gesellt war ich zu Gruftbewohnern. 2. Die Frevler sagten meinen Freunden:* Weckt ihn nicht auf mit euern Klagen. 1. Ich sprach zu Gott: rufst du nicht wieder* Mich aus der Todtengruft zum Leben? 2. Was nüßt mein Blut, was mein Verwesen?* Wird Staub wohl meine Treue preisen? 221 1. Lobsingt dem Herrn, ihr seine Freunde! Und preiset seinen heil'gen Namen. 2. Vom Todtenreich kehrt er zurücke,* Den sie aus Haß getödtet hatten. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiſte. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. II. Pfalm. Antiphon. Du, Herr! bist groß. Du hast es mit der That bewiesen. Alleluja. 1. Ich preise dich, o Gott! von Herzen,* Erzähle deine Wunderthaten; 2. Voll Freude sing' ich deinen Namen,* Und rühme deine Macht und Treue. 1. Du hast den Heiligsten von Feinden,* Von Uebelthätern ihn errettet. 2. Sie dürsteten nach seinem Blute,* Und stellten ihm nach seinem Leben. 1. Er hatte keine That begangen,* Die ihn des Todes schuldig machte. 2. Nie war Betrug in seinem Munde,* In seinem Wandel kein Vergehen. 1. Getreu vollzog er deinen Willen',* Verbreitete dein Reich auf Erden; 2. That immer unermüdlich Gutes,* Und segnete, die ihn verfolgten. 1. Sie aber haben ihn gemordet,* Den Missethätern gleich behandelt. 2. Doch ließest du kein Bein ihm brechen,* Ihn nicht sein Grab bei Mördern finden. 1. Zu Schanden machtest du sie Alle,* Die ihm am Krenze Hohn gesprochen. 2. Du hast ihn auferweckt vom Grabe;* Er wandelt unter seinen Jüngern. 1. Bewährt ist seines Wortes Lehre,* Besiegt durch ihn sind Tod und Hölle. 2. Wie groß ist seine Macht und Treue!* Ich preise dich von ganzem Herzen. 222 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiſte. * 2. So wie von Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. III. fa I m. Antiphon. Dein lob soll stets in unserm Munde sein. Alleluja! 1. Dein Lob, Herr! wollen wir besingen,* Verkünden deine Macht und Größe. 2. Nur du bist unser Ruhm und Helfer,* Du hast Unsterblichkeit begründet. 1. Du bist der Gott, den wir anbeten,* Der Gott, dem unsre Väter sangen. 2. Allmächtiger! dies ist dein Name,#Wen kann man dir, o Herr! vergleichen? 1. Besiegt hast du der Wahrheit Feinde,* Der Tugend Seligkeit bereitet. 2. Wer ist wie du, o Herr! so heilig?* Wer thut die Werke deiner Wunder? 1. Wir sind dein Eigenthum geworden;* Von nun an bist du unser Führer. 2. Für uns hast du dein Blut vergossen;* Damit, wir ewig mit dir leben. 1. Du wirst zum Heiligthum uns leiten,* Das deine Macht uns hat bereitet. 2. Als König wirst du uns beherrschen;* Dein Reich in Ewigkeit bestehen. 1. Dir Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Rapitel oder Lesung aus der heil. Schrift 1. Ror. R. 15, V. 3-7.) Brüder! Christus ist für unsere Sünden gestorben. Er ist begraben worden, und am dritten Tage, nach der Schrift, auferstanden. Er ist dem Kephas erschienen, und hernach den Eilfen. Darauf hat er sich mehr als fünfhundert Brüdern zugleich mit einander gezeigt. Viele davon sind noch jezzt beim Leben einige aber entschlafen. Hernach erschien er noch dem Jacobus; alsdann noch allen Aposteln mit einander. R. Gott sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus 1. Ihr Himmelsföhne, strömt herbei, Und singet freudigen Gesang! Dem Grab entschwingt sich wunderbar Der Herr, von Todesbanden frei. 2. U msonst bewacht die heil'ge Gruft Des Wahnsinns Furcht mit Kriegerschaar, Kein Siegel hemmt des Sohns Ersteh'n, Wenn ihn zu sich der Vater ruft. 3. Volk! an Glauben so gering! Der Herr bedarf des Truges nicht. Zum Leben kehrt aus eig'ner Kraft, Der wie ein Gott zum Tode ging. 4. Am Kreuze rief ihm: steig herab! Die Judenrotte höhnisch zu. Herab vom Kreuze stieg er nicht; Doch steigt er siegreich aus dem Grab. 5. Laß, Christus! sterben uns mit dir, Mit dir laß uns zugleich ersteh'n. Der Erd' entsaget unser Herz; Das Himmlische nur lieben wir. 223 oder Lied. 1. Wir singen jubelnd, daß er lebt, Und auferstanden ist; Daß er in unsrer Mitte schwebt, Und ewig bei uns ist. 2. Hinunter in das tiefe Meer Versant des Todes Grau'n! Und jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schau'n. 3. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus! Und wer nur hört auf seinen Rath Kommt auch in's Vaters Haus. 4. Es kann zu jeder guten That Ein Jeder frischer glüh'n; Denn herrlich wird ihm diese Saat Jn schönern Fluren blüh'n. 5. Er lebt und wird auch bei uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. V. Christus ist die Auferstehung und das Leben. Alleluja. R. Wer an ihn glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Alleluja! Antiphon. Ich, der Lebendige, der auch todt war, lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Magnifik a t. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele!* Rühmt ewig deine Huld und Treue, 2. Wir schmachteten in Sünden- Ketten,* In der Gefahr des Unterganges. 1. Erbarmend sahst du auf uns nieder,* Versprachst, uns gnädig zu erretten. 2. Du fandtest deinen Eingebornen,* Wie du's den Vätern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung;* Er starb für uns den Tod der Sünder.. 2. Du hast ihn auferweckt vom Grabe;* Er lebt und herrscht mit dir nun ewig. 1. Sein ist Unsterblichkeit und Leben;* Er ist des Todes und der Hölle Sieger. 224 2. Er wird vom Grabe auferwecken,* Die ihn als Heiland gläubig ehren. 1. Die nach des Glaubens Vorschrift wandeln,* Wie er hienieden selbst gewandelt. 2. Wie er der Sünder Spott nicht achten,* Und muthig seine Pfade gehen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre;* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiſte. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. Gebet wie Seite 52. ( Fünfte Schlußantiphon von Ostern bis Pfingsten.) IX. Vesper auf den zweiten, dritten und vierten Sonntag nach Ostern. I. Psalm. Antiphon Mein Gott und mein Erretter, dir singe ich! 1. Den sie aus Haß getödtet hatten,* Der wandelt unter seinen Jüngern. 2. Seht doch die Maale seiner Wunden;* Nie strahlten je Rubinen schöner.. 1. Nie sah der Erdkreis einen Sieger,* Der ihm an Größe zu vergleichen. 2. So mußte der Messias leiden,* Die Welt von Sünden zu erlösen. 1. Er mußt' am Kreuze schmählich sterben,* Um Tod und Hölle zu besiegen. 2. Laßt uns ihm Lobeslieder singen,* Die Größe seines Sieges rühmen; 1. Die Größe seiner Treue preisen. Wir sind sein Eigenthum geworden. 2. Wir sind sein Volk, das er erkaufte;* Für uns gab er sein theures Leben. 1. Ihm wollen wir mit Freude folgen,* Dem treuen Hirten unsrer Seele; 2. Stets seine milde Stimme hören,* Nachwandeln ihm auf seinem Pfade. 1. Dir Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 225 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. II. a I m. trt und Antiphon. Du bist mein Hirt und Helfer, auf dich vertraue ich. 1. Der von den Todten auferstanden,* Der ist mein n den Tod Hirt und mein Ernährer. 2. Er weidet mich auf reichen Fluren,* Er leitet mich an lautern Bächen. Mir 1. Bei seiner Hut wird mir nichts mangeln, strömet Ueberfluß an allem. 2. Und wall' ich auch im Todesthale,* Ich walle freudig, ohne Beben. 1. Denn du, mein Hirt, gehst mir zur Seite,* Du biſt mein Stab und meine Stüße. 2. An deiner Hand kann ich nicht irren;* Du bist der wahre Weg zum Leben. 1. Jch baue fest auf deine Hilfe;* Kein Unfall trübet meine Seele. 2. Dein Trost wird sich auf mich ergießen,* Wenn Leiden meiner Wohnung nahen. 1. Jch freue mich, Herr! deiner Güte,* Und dent' an dich, so lang' ich athme. 2. Einst werd' ich bei dir ewig wohnen,* Und ewig deinen Namen preisen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten;* So mun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. III. a I m. Antiphon. Ich will ohn' Unterlaß, Herr! deine Gnade rühmen. 1. Erretter! dir will ich jetzt danken* Für deinen Tod und deine Leiden. 2. Groß ist das Werk, das du vollbrachtest;* Wer ist, der es ermessen könnte? 1. Es rühmt dies ein Geschlecht dem andern!* Auch ich erhebe deinen Namen. 2. Und alles soll mit mir einstimmen;* Die Erde soll es wiederhallen. 1. Barmherzig und von großer Güte* Bist du, mein Heiland und Erlöser! 226 2. Zu dir blickt der Gerechten Auge,* Und du erfüllſt ihr frommes Flehen. 1. Du eilst voll Liebe aufzusuchen,* Die sich von deinem Pfad verirrten; 2. Trägst sie zurück auf deinen Schultern,* Und heilest sie von ihren Wunden. 1. Du schüßest alle, die dich lieben,* Machst sie zu Erben deines Reiches. 2. Dein Reich wird ewig fortbestehen,* Die Welt mag auch in Staub zerfallen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. * 2. So wie in Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der Geschichte der Apostel 1. 2. 3. 4. V. Den Aposteln hat sich Jesus nach seinem Leiden lebendig gezeigt mit vielen Beweisen, da er sich vierzig Tage lang sehen ließ, und mit ihnen vom Reiche Gottes redete. Er aß mit ihnen, und befahl ihnen ,, sie sollten nicht von Jerusalem weggehen, sondern die Verheißung des Vaters erwarten, die ihr, sprach er, aus meinem Munde gehört habt. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Hymnus 1. Des Staubs Bewohner sind wir; doch lebt ein Geist Von hoher Abkunft in den Verwesungen, und denkt Gedanken, daß Entzückung Durch die erschütterte Nerve schauert. 2. Auch du wirst einmal mehr wie Verwesung sein, Ter Seele Schatten, Hülle, von Erd' erbaut, Und heil'ge, nie gefühlte Schauer Werden dich dort, wo du schlummerst, wecken. 3. O Herr und Meister! zeig uns die Wege, die Du wandeltest, auf welche, wie Morgenroth, Von deinen Strahlenhöhen milder Glanz von Unsterblichkeit niederfließet. Lied. 1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, womit willst du mich schrecken? Jesus lebt, und wird auch mich Aus dem Grab in's Leben wecken. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich Neber alle Welt gegeben. Mit ihm werde ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. 3. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben! Dankbar will ich es ihm weih'n, Und den Lüsten widerstreben. 4. Jesus lebt, ich bin's gewiß! Nichts soll je von ihm mich scheiden; Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, fein Leiden. 227 V. Nach deiner Barmherzigkeit bist du der Führer deines Volkes. Alleluja! R. Das du nicht mit Gold und Silber, sondern mit deinem Blute erfaufet hast. Alleluja! Antiphon. Ich bin der gute Hirt. Ein guter Hirt gibt das Leben für seine Schafe. ( Magnifikat wie Seite 191.) ( Gebet.) Wir bitten dich, o Gott! laß durch das Andenken der Auferstehung deines eingebornen Sohnes in uns den Entschluß erregt werden, der Sünde ganz abzusterben, und einzig dir nach seinem heiligen Vorbilde zu leben, damit wir dereinst verdienen, vom Grabe auferweckt zu werden, durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Fünfte Schlußantiphon von Ostern bis Pfingsten.) x. Vesper auf den Bittsonntag, oder den fünften Sonntag nach Ostern. I. Pfalm. Antiphon Deine Güte, Herr! sei über uns. 1. Allmächtiger! ich schau zu dir empor,* Der du den Himmel und die Erde schufst. * 2. Du deckst das Sterngewölb mit Wolken zu, Und gießest Regen auf die Erde aus. 1. Du fleidest, Herr! den hohen Berg mit Gras,* Das grüne Thal erfrischst mit Quellen du. 2. Auf Feldern feimt Getreid' im Ueberfluß;* Am Rebstock Wein, der unser Herz erfreut. 1. In deinen Händen ist der Witt'rung Lauf;* Du ordnest sie nach deiner Weisheit an. 2. Du, Ewiger! du bist des Weltalls Herr;* Was da ist, lebt und athmet nur durch dich. 1. Du nimmst das Schrei'n der jungen Raben wahr, Und deine Hand streut ihnen Futter aus. 2. Du bist's, der allen Thieren Nahrung gibt,* Und uns nach Wohlgefallen sättiget. shholy fun 1. Herr! aller Augen schauen nur auf dich;* Von dir allein kömmt Leben und Gedeih'n 2. Erhöre unser demuthvolles Flehen,* Und kröne dieses Jahr mit Fruchtbarkeit. 228 1. Dem Vater, und dem Sohn, und heil'gen Geist Sei von uns allen Ehr' und Lob geweiht. 2. Gott ist allein von Anbeginn der Herr,* Sein Ruhm besteht allein in Ewigkeit. Amen. II. a I m. Antiphon. Es fegne uns2Gott, unser Gott. 1. Vergeblich ist des Künstlers Mühe,* Wenn nicht der Herr mit ihm das Haus erbaut. 2. Vergeblich ist der Wächter Sorge,* Wenn Gott mit ihnen nicht die Stadt bewacht. 1. Vergeblich steht ihr auf vor Tage,* Arbeitet fort bis in die späte Nacht. 2. Ihr esset euer Brod in Kummer,* Gibt euch der Herr nicht Segen und Gedeih'n, 1. Der Landmann pflügt im Schweiß den Acker,* Streut Samen in des Feldes Jurchen aus: 2. Doch ist sein Tagewerk vergeblich,* Wärmt deine Sonne nicht die junge Saat; 1. Tränfst du das Ackerfeld mit Regen nicht,* Erquickst du nicht mit Than den zarten Halm. 2. Der Mensch mag schlafen oder wachen,* So wächſt die Saat und wird zur Ernte reif. 1. Oft drohen ihr Gewitterwolken,* Des Landmanns Herz fleht demuthsvoll zu dir. 2. Du neigst dein Ohr dem frommen Beter,* Und zeigest weise dich in deinem Thun. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und einst in Ewigkeit. Amen. III. a I m. Antiphon. Gott ist mein Schirm, auf ihn vertraue ich. 1. Heil dem, der in des Höchsten Schußze,* Im Schatten seiner Allmacht wandelt. 2. Er kann zu sich mit Wahrheit sprechen:* Ich darf auf Gottes Hilfe bauen. 1. Flieh' ich zu ihm in Angst und Nöthen,* Ist er mir eine Burg auf Felsen. 2. Mich werden seine Flügel decken,* Sein starker Arm wird mich beschützen. 229 1. Ein Schirm und Schild ist seine Treue.* Ich darf beim Grau'n der Nacht nicht zittern. 2. Beim Tage darf ich furchtlos wandeln,* Wenn Seuchen meinem Leben droh'n. 1. Kein Unfall naht sich meiner Hütte,* Wenn ich dem Ewigen vertraue. 2. Er hat den Engeln anbefohlen,* Auf allen Wegen mich zu tragen. 1. Und wenn ich seinen Namen ehre,* Nach seinem Reich vor allem trachte; 2. So wird er mein Gebet erhören,* Aus jeder Lebensnoth mich retten; 1. Nach seiner Huld mich täglich speisen,* Gesunde Tage mir verleihen; 2. Er wird, bin ich des Pilgerns müde,* Das Heil der Ewigkeit mir zeigen. 1. Dir, Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Matth. 6, 29. Wenn ihr betet, so sollet ihr nicht viel reden, wie die Heiden, die meinen, daß sie erhöret werden, wenn sie viele Worte machen. Seid also nicht wie sie; denn euer Vater weiß schon vorher, was ihr brauchet, ehe ihr ihn darum bittet. Ihr sollet daher also, beten: Du, unser Vater, der du in dem Himmel bist, geheilget werde dein Name. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. Lied. oder Hymnus 1. Du bist, o Unerforschlicher! weil du bist. Nur weil du bist, sind wir, und ist alle Welt. Dich preist der Glühwurm und der Firstern: Inniger betet der Mensch:„ Vater!" 2. Der höchste Seraph. will er dich nennen, schweigt, Und hüllt das Antliß. Unaussprechlicher! Wie nenn'te dich der Staubbewohner Hinter der Sterblichkeit trübem Schleier? 3. Doch uns verbürgt im Dunkeln der Erdenbahn Der 1. O Vater! der im Himmel ist, Du, dessen Herz die Welt umschließt, Dein Name soll geheiligt sein, So weit sich deine Menschen freu'n. 2. Erhelle des Verstandes Nacht. Dein Reich, das uns zu Brüdern macht; Die Liebe, Tren' und Redlichkeit Vermehre sich zu jeder Zeit. 3. Dein Will' ist unser höch 230 Funk' in unsre Seele gehaucht| stes Gut. Wohl jedem, der ihn von dir, Erst Dämmerung, dann Mittag. Heller Strahlt es, und heller. Dein Reich erschein' uns!" findlich thut.O möchten wir voll Eifer glüh'n, Den Sel'gen gleich ihn zu vollziehn. 4. Gebrauch der Kraft ist dein Geheiß, Beleb' in uns den Trieb zum Fleiß! Laß unser Tagewerk gedeih'n, Laß Feld und Weinstock fruchtbar sein. 4. Dein Wille thut sich Engeln und Menschen kund. Die Erde, wie der Himmel verkündige Des Willens Achtung, nicht mit leerem Lippengeklingel, in Herz und Wandel! 5. Nicht unser Wille, deiner gescheh'! Wir sind Die Kinder, du der Vater! Dem Endlichen Entrollt sich nur der Schöpfung Bruchstück; Du nur, Unendlicher! schau'st das Ganze. 6. Der du den Naben sättigest, und auch den Wurm, O laß die Lehr' uns reifen, die Traube glüh'n. Nicht schmacht umsonst nach Licht die Seele! Spende den Kindern dein Brod, o Vater! 7. Was würden wir, entflammte der Sünder dich Zur Rache, wie den Menschen der Mensch? doch nein! Dein Son= nenlicht scheint auch dem Sünder: Warnend erschüttert sein Herz dein Donner. 8. Und mild verklärt die Zähre des Büßenden Dein Bogen, der an segnender Wolke glänzt. Jetzt leis' im West, jetzt durch Orkane, Führst du die Menschheit zum höhern Ziele. 9. Kein seelenlos Gebild, das den Werth nicht fühlt Dir nachzuahmen, sollte der Mensch dir ſein. Du gabst ihm Freiheit, die zur Tugend Adelt die That, in der Hand die Wage. 10. Die Dornen, Vater! heft' an den Rosenstrauch Am Pilgerpfad; Daß Sehnsucht erglüh' in uns Nach jenem Land, wo jede Klage Sch weigt, nur die Thräne der Wonne zittert. 5. Die Sonne scheinet als dein Bild Den Bösen, wie den Guten mild. Wie wir, verge ben fremde Schuld, Vergeb' uns deine Vaterhuld! 6. Der Seele Ruh', ihr wahres Heil, Sei um kein zeitlich Gut uns feil. Jm Streit der Sinne mit der Pflicht, Verlaß', o Gott! verlaß' uns nicht. 7. Mach uns von allen Uebeln frei, Daß unser Heil vollkom men sei. Vollende selig unsern Lauf, Und nimm uns in den Himmel auf. 8. Ein freudig: Amen, spre chen wir, O Vater! auf das Wort von dir. Un endlich mehr, als wir versteh'n, Gibst du den Deinen, wenn sie fleh'n. 9. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft! Du bist, der Alles kann und schafft; Dein ist die Macht und Herrlichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit. V. Bittet, und ihr werdet empfangen. Alleluja! R. Daß eure Freude vollkommen sei. Alleluja! 231 Antiphon. Wenn ihr den Vater um etwas in meinem Namen bitten werdet, so wird er es euch geben. Magnifik a t. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Sie preiset deine Huld und Treue. 2. Sieh'! ein Geschlecht erzählt dem andern* Die Thaten deiner Macht und Größe. 1. Herr! du bist gnädig und barmherzig;* Dir singen, die dich gläubig ehren. 2. Du zeigest dich gerecht in Allem,* Und liebevoll in deinen Werken. 1. Bist allen nah, die zu dir beten,* In Kindeseinfalt zu dir flehen. 2. Erfüllst die Wünsche deiner Freunde,* Und schützest alle, die dich lieben. 1. Herr! Aller Augen harren deiner,* Der du der Raben Hunger stilleſt. 2. Du öffnest deine Hand aus Gnade,* Und sättigeſt, die zu dir flehen. 1. Du, Ewiger! bist Allbeglücker,* Und deine Herrschaft nimmt kein Ende. 2. Es soll mein Mund dich ewig preisen,* Verkünden deine Wundergüte. 1. Dir, Vater, und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste! 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Gebet.) O Gott! von dem uns alle guten Gaben zufließen, verleih' auf unser demüthiges Flehen, daß wir jederzeit das verlangen, was heilsam und gut ist, und dasselbe deiner heiligen Absicht gemäß verwenden. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum. R. Amen. Fünfte Schlußantipbon von Oftern bis Pfingsten. 232 XI, Vesper auf das Fest der Auffahrt unsers Herrn Jesu Christi und den Sonntag in der Octav. Eingang wie Seite 172. I. Pfalm. Antiphon. Dich lobe ich, mein Gott und mein Erlöser. * 1. Dein Lob, Herr! wollen wir besingen, Verkünden deine Macht und Größe. 2. Nur du bist unser Ruhm und Helfer,* Du hast Unsterblichkeit begründet. 1. Du bist der Gott, den wir anbeten,* Der Gott, adem unsre Väter sangen. 2. Allmächtiger! dies ist dein Name.* Wen kann man dir, o Herr! vergleichen? 1. Besiegt hast du der Wahrheit Feinde,* Der Tugend Seligkeit bereitet. 2. Wer ist wie du, o Herr! so heilig?* Wer thut die Werke deiner Wunder? 1. Wir sind dein Eigenthum geworden,* Von nun an bist du unser Führer. 2. Für uns hast du dein Blut vergossen,* Damit wir einst wie du erstehen. 1. Du wirst gum Heiligthum uns leiten,* Das deine Macht uns hat bereitet. 2. Als König wirst du uns beherrschen,* Dein Reich wird ewig fest beſtehen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste! 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. II. Psal m. Antiphon. Auf Wolken fährt er in die Höhe. Eröffnet euch Pforten des Himmels. 1. Frohlocket nun, ihr Völker alle;* Klatscht freudenvoll in eure Hände. 2. Singt Jubellieder dem Erlöser;* Denn ihm gebührt Lob, Dank und Ehre, 1. Er hat uns auserwählt zu Erben,* Zu Mitgenossen seines Reiches, 2. Das ihm mittheilen will sein Vater,* Um zu belohnen den Gerechten. 233 1. Er hatte keine That begangen,* Die ihn des Todes schuldig machte. Ford C 2. Nie war Betrug in seinem Munde,* In seinem Wandel kein Vergehen; 1. Er übte unermüdlich Gutes,* Und segnete, die ihn verfolgten. 2. Sie aber haben ihn gemordet,* Den Missethätern gleich behandelt. 1. Nun setzt ihn Gott, sein Gott zu Ehren;* Er unterwirft ihm alle Völker. 2. An seiner Seite soll er herrschen, In Majestät die Welt einst richten. 1. Triumph, Triumph dem großen Sieger! Jhm öffnen sich des Himmels Pforten. 2. Der Sel'gen Schaar eilt ihm entgegen,* Auf Wolfen fährt er in die Höhe. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. III. a I m. Antiphon. Er seßet sich zur Rechten seines Vaters. 1. Zu dir sprach, Herr! dein Gott und Vater:* Sohn, setze dich zu meiner Rechten. 2. Du sollst von nun an mir zur Seite* Auf meinem Throne herrschen ewig. 1. Dir unterwerf ich alle Völter; Regiere sie nach deiner Milde. 2. Wenn Fremde dich nicht König nennen;* Mein Volk schwört dir den Eid der Treue. 1. Jch zeugte dich im Anbeginne* Jm Glanze meines Heiligthumes. 2. Du bist mein Sohn, der Herr und König,* Der Hohepriester meines Volkes. 1. Du brachtest mir in deinem Blute* Am Kreuz das Opfer der Versöhnung. 2. Für deine Schmach und deine Leiden* Geb' ich dir meines Reiches Krone. 234 1. Dein sei die Macht von meinem Scepter;* Du bist und bleibst des Weltalls Herrscher. 2. Vor dir soll jedes Knie sich beugen,* Als Herr dich jeder Mund bekennen. * Und gleicher 1. Dir Vater und dem Sohn sei Ehre, Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. Lesung aus der heil. Schrift. Apostelgeschichte 1. 11. 12. V. Ihr Männer von Galiäa! was stehet ihr da, und sehet gegen den Himmel? Eben dieser Jesus, der vor euch in den Himmel aufgenommen worden ist, wird eben so wiederkommen, wie ihr ihn habt gegen den Himmel fahren gesehen. 44 R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Lied. Hymnus 1. Dein göttlich Werk ist nun vollbracht. Dich, o des Tod's Besieger! ruft Des Himmels ew'ge Herrlichkeit. Die du verließest, jetzt zurück. 2. Schon blickst du hoch vom Glanzgewölk Auf unsre Erde mild herab! Dir strömt mit Dankesliedern nach Ein Heer Erlöster im Triumph. 3. Schnell öffnet sich des Himmels Thor. Die Engelchöre seh'n erstaunt, Wie zu des Va= ters Rechten jetzt Der Gott: mensch auf den Lichtthron steigt. 4. Dort strahlt verklärt das blut'ge Kreuz, Woran du für die Menschheit starbst! Wer mit Vertrau'n zum Kreuze blickt, Den rufst du in des Vaters Reich. 5. Der Nebe gleich blüht deine Braut, Die Kirche, deines Segens froh; Wie Lebensodem wirkt dein Geist In jedem Zweig mit Gotteskraft. 1. Du gingst zum höchsten Lohne In's Haus des Vaters ein; Nun ist des Sieges Krone, Die Herrlichkeit ist dein. 2. Empor, empor vom Staube 3um Himmel schwingst du dich; Fest stand der Jünger Glaube Und unerschütterlich. 3. Der Gott, der dich geſendet, Erlöser! nahm dich auf. Nun war das Werk vollendet, Vollbracht der Prüfung Lauf. 4. Wir blicken mit Verlangen Vollendeter! dir nach. Du bist vorangegangen, Wie es dein Wort versprach. 5. Wir wandeln hier im Glauben; Jenseits des Grabs im Schau'n. Nichts kann den Trost uns rauben, Selbst nicht des Todes Grau'n. 6. Mit wüthenden Orkanen kämpft Der Kirche Schiff; es finket nicht.. Gib du dem Kämpfenden den Sieg! Die Palme winkt in deiner Hand. 7. Wo du vorangingst, hehres Haupt! Berufst du alle Glieder hin; Uns Alle laßt den Lichtpfad geh'n, Den deines Wandels Spur erhellt. 235 6. Auch deine Pfade waren In dunkle Nacht gehüllt; Doch bald hast du erfahren, Wie Gott sein Wort erfüllt. 7. Vereint mit dir zu werden, Soll unser Streben sein; Dann seh'n wir schon auf Erden In's Himmelreich hinein. V. In meines Vaters Haus find viele Wohnungen. Alleluja! R. Ich gehe hin, um einen Ort euch zu bereiten. Alleluja! Antiphon. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als durch mich. Magnifikat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Rühmt ewig deine Huld und Treue. 2. Wir schmachteten in Sündenketten, In der Gefahr des Unterganges. 1. Erbarmend sahst du auf uns nieder,* Versprachſt uns gnädig zu erretten. 2. Du fandtest deinen Eingebornen,* Wie du den Vătern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung;* Er starb für uns den Tod der Sünder. 2. Du hast ihn auferweckt vom Grabe,* Gabst ihm Unsterblichkeit und Leben; 1. Haft ihn in Himmel aufgenommen. * Erhöht zum Herrscher deines Volkes. 2. Noch ist er bei dir unser Mittler;* Einst aber kömmt er uns zu richten, 1. Und Leben denen mitzutheilen,* Die wandeln, so wie er gewandelt. 2. Die nicht den Spott der Sünder achten,* Die standhaft geh'n der Tugend Pfade. 1. Dem Bater und dem Sohn sei Ehre, * Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiſte. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten.* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Gebet am Auffahrtsfefte und am Sonntag in der Octav S 66.) ( Fünfte Schlußantiphon von Ostern bis Pfingsten.) 236 XII. Vesper auf den heiligen Pfingstsonntag, Pfingstmontag und Dreieinigkeitssonntag. I. Psalm. Antiphon. Herr! wie erheben ist dein Name in der ganzen Welt. * 1. Du Herr! bist groß, bist hocherhaben, Du bist in aller Welt der Höchste. 2. Dein Allmachtswort erschallt am Himmel* Vom Aufgang bis zum Niedergange. 1. Von deinem Antlitz wallet Feuer,* Die Welt erleuchten deine Blizze. 2. Hoch über Bergen rollt dein Donner, Schreckt auf der Wildniß scheue Thiere. 1. Die Wasser sehen dich und beben,* Erschüttert werden Meerestiefen. 2. Das Erdreich wandelst du in Seen,* Das dürre Land in Wasserquellen. 1. Gibst du, Herr! deinen Geist der Erde,* Wird sich ihr Antlig ganz erneuen. 2. Weissagen werden unsre Söhne,* Und eine heit're Zukunft seh'n. 1. Ein neuer Sinn wird uns beleben,* Und wir auf deinen Wegen wandeln. 2. Groß bist du, Herr! und groß dein Name;* Dich sollen alle Völker preiſen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Chre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. * So nun auch 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, jetzt und dereinst ewig. Amen. II. Pfalm. Antiphon. Sch will, Herr! deine Huld und Treue stets verkünden. 1. Mein Gott! dich will ich immer rühmen;* Dein Lob soll stets in meinem Munde sein; 2. Denn du bist treu in deinen Worten..* Was je dein Mund versprach, erfüllest du. 1. Du schützest den mit Allmachts- Flügeln,* Der durch Gehorsam dich als Herrscher ehrt. 2. Es leitet uns auf sicherm Pfade Dein Geist zur seligen Unsterblichkeit. 237 1. Du hast die Herzen selbst gebildet,* Siehst unsrer Handlungen geheimen Grund. * Dein ist 2. Du gibst das Wollen und Vollbringen; des Guten Saat und ihr Gedeih'n. 1. Dem Volfe Heil, das dich zum Herrscher,* Das du zum Eigenthum erfiesen hast. 2. Herr! deine Treue währet ewig,* Wie deine Güte und Gerechtigkeit. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. III. a I m. Antiphon. Wer Opfer des Dankes bringt, der ehret mich, und heiliget fich. 1. Lobt vom Himmel her den Ew'gen,* Lobt ihn dort in jenen Höhen. 2. Lobt ihn alle seine Engel,* Lobt ihn alle ſeine Heere. 1. Lobe ihn, du Mond und Sonne,* Lobt ihn, alle Lichtgeſtirne. 2. Lobt ihn, alle Himmelskreise,* Jhr Gewässer in den Lüften. 1. Alles lobe seinen Namen;* Denn was er gebot, das wurde. 2. Ewiglich erhält er Alles;.* Unverletzbar ist sein Wille. 1. Lobt den Herrn, ihr von der Erde,* Meereswunder, Fluthen alle; 2. Blizze, Hagel, Schnee und Nebel,* Stürme, die sein Wort vollstrecken; 1. Alle Berge und die Hügel,* Fruchtbelad'ne Bäum' und Cedern; 2. Was im Feld und Walde lebet,* Würm' im Staub, und hoch die Adler; 1. Alle Völfer und Regenten, Fürsten und Beherrscher alle; 2. Jünglinge zugleich mit Töchtern,* Und ihr Greiſe mit den Kindern; * 238 1. Alles lobt des Ew'gen Namen, Denn sein Nam' ist hocherhaben; 2. Ueber Erd' und über Himmel* Breitet aus sich seine Güte. 1. Gott gebühret Ruhm und Ehre,* Ihm, dem Vater und dem Sohne. 2. Gleiches Lob dem heil'gen Geiste,* So wie jetzt, zu allen Zeiten. Amen. ( 3um Kapitel am heiligen Pfingstsonntag und Montag.) ( Lesung aus der Geschichte der Apostel. 2. Kap. 1.- 4. V.) Als der Pfingsttag angekommen war, waren alle mit einander am nämlichen Orte. Und es entstand plötzlich vom Himmel herab ein Wehen, wie das Wehen eines kommenden Sturmwindes, und es erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen; zugleich sahen sie zerstreute Zungen, wie Feuer, und über jedem von ihnen schwebte ein sol ches. Und alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllet, und fingen an, in verschiedenen Sprachen zu reden, wie der Geist sie unter ihnen vertheilte. * R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus oder Lied. 1) Schweigt ehrfurchtsvoll, ihr Brüder! Seht, Der Himmel öffnet sich ob euch. In feurigen Gestalten schwebt Der Liebe Geist auf euch herab. 2) Jhr Neugebornen für Gott! Entsagt unheil'gen Sitten heut; Weiht ganz dem Ew'gen euer Herz; Ihm, der der Liebe Urquell ist. 3) Was laut von Erd' und Himmel tönt, Was Allen schrieb Natur in's Herz, Was weht im West, im Donner hallt, Das sagt der Geist euch: ,, Liebet Gott!" 4) Der allgemeine Vater sprach A m hehren Schöpfungstage schon: „ Wie Brüder, Menschen, liebet euch!" Euch lieben, lehrt auch heut sein Geist. 5) Odu, der Liebe guter Geist! Auf Pfaden, die dein Licht er= hellt, Laß meiden uns, was Gott verbeut, Uns üben, was sein Wort empfiehlt. 1) Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit Fleh' ich, mein Gott! zu dir; Den Geist, den uns zur Seligkeit Dein Sohn versprach, gib mir.2) Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater! lehr' er mich; Die Weisheit, die das Herz entflammt, Zur Liebe gegen dich. 3) Dich lieben, Gott! ist Seligkeit; Und thun, was dir gefällt, Schafft süßere Zufrie denheit, Als alles Glück der Welt. 4) Dein Geist verleih' mir, Wahrheitssinn; Zur Tugend stärk' er mich; Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 5) Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld; Er waffne mich in Leid und Schmerz Mit Muth und mit Geduld. V. Ich werde euch ein neues Herz geben. Alleluja! R. Und einen neuen Geist in euch pflanzen. Alleluja! ( Das Magnifikat fiehe weiter unten.) ( Sesung am heiligen Dreieinigkeitssonntage ist aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Römer 11. R. 33.- 36. V.) Owie tief geht der unermeßliche Schatz der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie ganz unbegreiflich sind seine Urtheile, wie ganz unerforschlich seine Wege! Wer kann seinen Sinn durchschauen? oder wer kann sich als seinen Rath ansehen? oder wer hat ihm zuerst gegeben, daß er ihm Ersatz schuldig wäre? Es ist ja Alles nur aus Ihm, und durch Ihn, und in Jhm; Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus oder Lied. 1. Noch blühte nicht der Erde Pracht, Noch leuchteten die Sterne nicht; Dein liebreich Wort, o Gott! erklang, Und Erd' und Himmel priesen dich. 2. Doch schwang sich keine Seele noch Vom Staub, Unendlicher! zu dir. Da blies in's Erdgebild dein Hauch! Im Men= schen strahlte jetzt dein Bild. 3. In deinen Werken sah der Mensch Nur Spuren deiner Vaterhuld. Doch ach! von eitlem Wahn getäuscht Verlor sein Blick der Unschuld Pfad. 239 1 4. In Nacht, in tiefe Nacht versant Des Menschen Geist, nicht mehr dein Bild; Sein stilles Schmachten dann zu dir! Die Hoffnung glänzte mild herauf. Kein 5. Der Retter kömmt! König ist's, Kein Engel; Gott! dein eigner Sohn; Er bringt sich selbst zur Sühnung dar Für Jeden, der dich herzlich liebt. 6. Vom Himmelsglanz sandt' uns der Sohn Der Lieb' und Weißheit heil'gen Geist. Durch alleWelt wirkt Gottes Geist; Der Trug versinkt, die Wahrheit siegt! 7. Zum Guten, Vater! gib uns Kraft. Hell' uns, o Sohn! 1. Wo tönt der Psalm. der dich erreicht, Dich, Herr! und deine Stärke, Die Macht, der außer dir nichts gleicht, Die Größe deiner Werke. 2. Unübersehbar, grenzenlos Ist deiner Wunder Menge! Ein hoher Inhalt allzugroß Für endliche Gesänge. 3. O könnt' ich, Schöpfer, dich erhöh'n, Wie meine hehren Brüder; Wie Engel, die dein Antlitz seh'n, Verstünd' ich ihre Lieder! 4. Wie strahlt zum Preise deiner Macht, In nie durchschauten Fernen, Dein Himmel mir in jeder Nacht Von Sternen über Sternen. 5. Wer zählt, wer leitet ihre Schaar? Wer nennet sie beim Namen? Herr! als noch die Welt nicht war, Da riefst du: Kommt!- sie kamen. 6. Stärke Gottes! Macht des Herrn! Du, meines Gottes Rechte! O Gott der Liebe, dem ich gern Ein würdig Opfer brächte! 7. Ergreife, stärk', entflamme mich, Daß ich dich rühmen 240 könne; Daß ich, von dir begeistert, dich Stets zu verehren brenne. der Wahrheit Pfad; Zum Streben nach der Tugend Kranz Entz ün de unser Herz, o Geist! V. Lasset uns preisen den Vater und den Sohn sammt dem heiligen Geiste. Alleluja! R. Dankbar sei ihnen unser Lob geweiht. Alleluja. Antiphon für Pfingsten. Ich werde den Bater bitten, daß er euch den Tröster sende, nämlich den Geist der Wahrheit, und der wird bei euch bleiben in Ewigkeit. Alleluja! Antipbon für das Fest der heiligen Dreieinigkeit. Im Namen des Vaters, des Sobnes und des beiligen Geistes sind wir zum Leben geboren, und haben die Gnade, daß wir Kinder Gottes genannt werden und sind. Magnifitat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Herz, es freut sich deiner Liebe. 2. Die sich im Anbeginn der Tage,* Noch eh' wir waren, offenbarte. 1. Du hast mit Reichthum diesen Erdkreis,* Mit Güterüberfluß geſegnet. 2. Daß Alles deiner sich erfreue,* Und dich als Vater dankbar ehre. 1. Noch mehr hat sich uns deine Liebe* In deinem Sohne fund gegeben. 2. Du sandtest deinen Eingebornen, * Wie du's den Vätern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung,* Er starb für uns den Tod der Sünder. 2. Er faufte uns mit seinem Blute Die Erbschaft deines ew'gen Reiches. 1. Nach der Verheißung deines Sohnes* Hast du auch deinen Geist ergossen, 2. Daß er uns reinige von Sünden,* Uns neuen Tugendsinn verleihe! 1. Zu Tempeln deiner Gnad' uns weihe,* Uns Muth und Kraft für's Gute gebe; 2. Und auf dem Wege der Gebote* Zu deiner Herr lichkeit uns leite. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. ( Gebet am Pfingstsonntag und Montag S. 69.) ( Gebet am heiligen Dreikönigsonntage S. 74.) ( Sechste Schlußantiphon von Pfingsten bis Mariä Himmelfahrt.) XIII. Vesper auf das heilige Frohnleichnamsfest und dessen Öktav. I. Pfalm. Antipbon. Dieser ist mein Gott, und ich will ihn ehren. 241 1. Zu dir sprach, Herr! dein Gott und Vater:* Sohn! sebze dich zu meiner Rechten. 2. Du sollst von nun an mir zur Seite* Auf meinem Throne herrschen ewig. 1. Dir unterwerf' ich alle Völker,* Regiere sie nach deiner Milde. 2. Wenn Fremde dich nicht König nennen,* Mein Volk schwört dir den Eid der Treue. 1. Jch zeugte dich im Anbeginne,* Jm Glanze meines Heiligthumes. 2. Du bist mein Sohn, der Herr und König,* Der Hohepriester meines Volkes. 1. Du brachtest mir in deinem Blute Am Kreuz das Opfer der Versöhnung. 2. Für deine Schmach und deine Leiden Geb' ich dir meines Reiches Krone. 1. Dein ist die Allmacht meines Scepters;* Du bist und bleibst des Weltalls Herrscher. 2. Vor dir soll jedes Knie sich beugen, Als Herr dich jeder Mund bekennen. 1. Dir, Bater! und dem Sohn set Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. II. a I m. Antiphon. Beil dem, der seine Hilfe von dir erwartet! 1. Herr! deine Güte preis' ich ewig, Gedenke deiner Treue für und für. 2. Du, Heiligster! bist unser König,* Voll Gnade wohnst du mitten unter uns. 1. Werft, Fürsten! euch anbetend nieder,* Und opfert ihm des Weihrauchs Wohlgeruch. 2. Er ist's, durch den wir sind und leben,* In seiner Hand liegt eurer Völker Wohl. Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 11 242 1. Werft, Völker! euch zu seinen Füßen, Seid ihm mit frohem Herzen unterthan. * Nimmt huld1. Er rettet der Verlass'nen Leben,* Erbarmt der Dürftigen und Schwachen sich. 2. Er schaffet Recht den Unterdrückten, voll sich verarmter Waisen an. # 2. Wer ihm mit Kindessinn vertrauet,* Dem ist er Schirm und Schuß in jeder Noth. 1. Durch ihn blüht Redlichkeit und Treue;* Er spendet hat Regen, Sonnenschein und Thau.. 2. Durch ihn strömt Segen auf die Länder,* Wie Regen auf die abgemähte Flur. 1. Er heißt den Mond und seine Sterne* Des Wandrers Pfad erleuchten in der Nacht. 2. Rühmt, Völker, seine große Milde,* Bestreut und fränzt mit Blumen den Altar. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jest, und einst in Ewigkeit. Amen. III. fa l m. Antiphon. Der gnädige und barmherzige Serr hat ein Denkmal seiner Wunder errichtet. 1 Von Herzen, Gott! will ich dir singen* In der Gemeinde deiner Frommen. 2. Groß, Ewiger! sind deine Werke,* Ganz deinem hohen Zwecke dienend. * 1. Von deinem Thun strahlt Kraft und Schönheit; Endlose Güte strömt von deinem Antliß. 2. Du hast ein Denkmal deiner Wunder* Für ew'ge Zeiten uns gestiftet; 1. Hast hier zu deinem Angedenken* Ein Mahl den Frommen zubereitet; 2. Für hehres Leben sie zu nähren,* Zu stillen ihrer Seele Hunger; 1. Haft mit uns einen Bund geschlossen,* Daß wir dir unser Leben weihen. 2. Dein Name ist uns Allen heilig,* Mit Ehrfurcht nennt ihn unsre Zunge. 243 1. Lobsinget ihm, ihr Völker/ alle! Unwandelbar ist seine Trene. 2. Lobpreiset ihn, ihr Erdbewohner! Denn seine Lieb' hat keine Grenzen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. ( lesung aus der heiligen Schrift. 1. Korinth. 11. Kap. 23.- 24. V.) 1. Der Herr Jesus nahm in der Nacht, da er verrathen wurde, Brod, sagte Dank, brach es, und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch wird dahingegeben werden. Thut das zum Andenken an mich. * 2. Gnade und Friede erfülle euch ganz durch die Erfenntniß Gottes und Christi Jesu unsers Herrn! So wie uns Allen seine göttliche Kraft zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt worden ist, indem wir Den kennen lernten, welcher uns durch seine eigene Herrlichkeit und Macht berufen hat. 3. Wir haben es gesehen, und geben Zeugniß davon, daß der Vater seinen Sohn als Heiland der Welt gesandt hat. Wer immer bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem wohnet Gott, und er wohnt in Gott. 4. Jeder, der glaubt, daß Jesus der Gejalbte ist, der ist aus Gott geboren. Und jeder, der den Erzeuger liebt, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist. R. Gott sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder 1. Vater! aus des Lichtes Fülle Kam der Sohn zu uns herab; Heller strahlte nun dein Wille; Denn die Hülle Sant, und vor uns schwanden Nacht und Grab. 2. Aber ach! die Brut der Hölle Schwur den Untergang dem Licht, Das an bunter Wolken Stelle Goß die Helle, Die des Wahnes Zauberfesseln bricht. Lied. 1. Engel Gottes, eilt hernieder, Und simmet ein in unsre Lieder! Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrod, das wir verehren, mit dem sich unsre Seelen nähren, Dies Brod macht Mensch und Engel gleich. 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale, Bei Jesu lezztem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen wart! Jhr sahet dort das Brod ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen: Dies nehmt vor meiner Himmelfahrt. 244 3. Arglist mit der Wuth Geberben Lauerte voll Hruchelschein. Gott! dem Hirten deiner Heerden, Blieb auf Erden Zu des müden Hauptes Ruh kein Stein. 4. Um den Herrn die Jünger saßen Tief betrübt am Abschiedsmahl, Als ein Wunder ohne Maßen Ihren nassen Blick erheiterte mit Gottes Strahl. 5. Brod und Wein den Jüngern gebend, Sprach der Herr: Eßt meinen Leib! Trinkt mein Blut!" Wie seelerhebend, Wie belebend Jedem, den gebar ein sterblich Weib! 6. Dieses hehre Pfand der Liebe Feire heute Jubelton! Dankbar opfern unsre Triebe Wir der Liebe, Die herab sich läßt vom ew'gen Thron. 7. Festlich triumphirt ber Glaube, Der perhüllt die Gottheit sieht, Dem in stiller Friedens- Laube Hier im Staube Ewiger Vergeltung Dämmrung glüht. 8. Seufzer schweiget, trocknet Thränen! Hoffend blickt auf euren Freund, Der einst stillt des Herzens Sehnen Allen denen, Die die Liebe hier mit ihm vereint. 3. Dies ist mein Leib, den will ich schenken; Nehmt ihn zu meinem Angedenken! So oft ihr, Freunde! dieses thut, So oft ihr dies Geheimniß handelt, Wird Brod und Wein, wie jetzt verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut. 4. Abgrund unbegriff'ner Gnade! 93ar's nicht genug, auf Erdenpfade zu kommen von des Himmels Höh'n; Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren, Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. War's nicht genug, die Kranken heilen, Gesunden Trost und Rath ertheilen, Uns höchster Weisheit Lehrer sein; Für uns in frechen Henkershänden Des Lebens Lauf in Qualen enden, Uns von dem Untergang befrei'n? 6, D nein! es walten neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust! Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden; Bei Menschenkindern sucht er Lust. 7. Er läßt bis an den Schluß der Zeiten Bei uns sich einen Siß bereiten, Uns seine Neigung darzuthun. Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt er sich in Brodsgestalten, Ünd will in unsern Herzen ruh'n. V. Dieses ist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist. Alleluja! R. Das Brod, welches der Welt das Leben mittheilt. Alleluja! Antiphon. Wir sind zur Erkenntniß gekommen, und haben geglaubt an die Liebe, die Gott uns gab. Magnifikat oder Lobgesang. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele;* Mein Herz erfreuet deiner sich. 2. Du sahst herab vom Heiligthume,* Sahst schmachten in der Sünde Knechtschaft uns; 245 1. Hast uns nach deiner Huld errettet,* Wie du es unsern Vätern zugesagt, 2. Damit wir ohne Furcht dir dienen, Mit Kindessinn dir unsre Tage weih'n. 1. Nun hast du uns den Sohn gesendet,* Den du, o Gott! von Ewigkeit gezeugt; * 2. Der Alles, was da ist, erschaffen, Und Abglanz deiner Macht und Liebe ist; 1. Ein Licht, uns Menschen zu erleuchten,* Wenn Finsterniß uns deckt und Todesnacht; 2. Ein Licht, zu leiten unsre Tritte* Auf sicherm Pfad, der uns zum Leben führt. 1. Uns von der Sünde zu erlösen, Verließ er seine ew'ge Herrlichkeit, 2. Erniedrigte sich zu uns Sündern,* Ward Mensch und starb für uns der Sünder Tod. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und einst in Ewigkeit. ( Gebet wie Seite 76.) ( Sechste Schlußantiphon von Pfingsten bis Mariä Himmelfahrt. * XIV. Erste Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten. I. Pfal m. Antiphon. Gottes Auge beobachtet uns. 1. Du, Herr! erforschest; und du kennest mich,* Ich mag nun ruhen oder wandeln. * Dir ist 2. Das Lager meiner Ruh' ist dir bewußt; bewußt, wohin ich wandle. * Dir 1. Mein ganzes Thun und Lassen schauest du, ist bekannt auch, was ich denke. 2. Bevor mein Wort den Lippen noch entschwebt,* Haſt du's, Allwissender! vernommen. 1. Verborgen ist dir nie, was ich gethan,* Und was ich noch vollbringen möchte. 2. Ich bin ja ganz nur deiner Hände Werk;* Was wär' an mir, das du nicht wüßteſt? 246 1. Groß, unerforschlich groß ist dein Verstand, Und unermeßlich deine Weisheit. * 2. Nicht Geister, die an deinem Throne steh'n,* Vermögen es, dich zu ergründen. 1. Dir Vater und dem Sohn und heil'gen Geiste* Sei Ehr und Lob geweiht von Allen! 2. Gott ist allein von Anbeginn der Herr,* Sein Ruhm allein bestehet ewig. Amen. II. fam. 138. Antiphon. Er ist jedem von uns ganz nahe. 1. Wohin könnt' ich vor Gott entfliehen?* Wo wäre Gott nicht gegenwärtig? 2. Steig' ich hinauf bis in die Himmel'* So find' ich ihn in allen Himmeln. 1. Steig' in den Abgrund ich der Erde, So werd' ich ihn dort wieder treffen. 2. Und würd' ich mit der Morgenröthe* Bis an des Meeres Grenzen fliehen; 1. Jch wär' auch dort ihm nicht verborgen;* Mich würde seine Hand erreichen. 2. Hüllt' ich mich ein in Finsternisse,* Mich seinem Auge zu entziehen; 1. Umsonst! auch Finsternisse würden* Durch seine Gegenwart zum Tage. 2. Ihm sind so hell die Finsternisse,* Wie uns der Schein der Mittagssonne. 1. Die Nacht kann unsre Lasterthaten* Dem Auge Gottes nicht entziehen. 2. Er hat des Leibes Eingeweide* In meiner Mutter Schooß gebildet. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. III. fa I m. 138. Antiphon. Durch ihn haben wir leben, Bewegung und Sein 1. Allmächtiger! dich will ich preisen,* Du hast mich wunderbar geschaffen; 247 2. Und wunderbar sind deine Werke,* Ich forsche nach, sie zu erkennen. 1. Ein Reim war ich, noch ungestaltet,* Da sahen mich schon deine Augen. 2. Du hattest alle meine Glieder* Jm Buch des Lebens aufgezeichnet; 1. Hast mir die Zahl der künft'gen Tage* Nach deiner Weisheit abgemessen. 2. Ich ward noch nicht zur Welt geboren,* Da du so zärtlich für mich sorgtest. 1. Wer wollte die Gedanken zählen,* Die deine Sorgfalt uns beweisen? 2. Die weit an Zahl die Sandeskörner* Am Strand des Meeres übertreffen. 1. Erstaunend kann ich nur dich preisen,* Mich deiner Tag und Nacht erinnern; 2. Mich deiner Sorgfalt überlassen,* Dir Herz und Leben dankbar weihen. 1. Durchforsche, prüfe meine Seele, Sieh, ob ich's redlich mit dir meine; 2. Und führe mich auf deinem Pfade* Zu dem Genuß der ew'gen Freuden! 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre, Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ** * 1) Uus dem Buche Ettlefiastikus, oder Jesus des Sohnes Sirachs. 42. Kap. 18-20. V. Der Herr ergründet die Meerestiefe und das Herz des Menschen. Er kennt alle listige Anschläge. Er weiß alles, was man wissen kann. Er sieht alle Zeitpunkte ein. Er kündigt das Vergangene und Zukünftige an, und entdeckt die geheimsten Spuren. Kein Gedante entgeht ihm, keine Rede bleibet ihm verborgen. 2) Aus dem Buche der Weisheit 1. Kap. 6. u 7. V. Gott ist der Zeuge dessen, was in unserm Innerſten vorgeht. Er ist der wahre Herzensforscher. Er hört, was unsere Zunge sagt. Der Geist des Herrn erfüllet den Umkreis des Erdbodens. Er enthält Alles in sich, und weiß alle Worte. 248 3) Aus dem Buche Ettlefiaftitus 39. Kap. 24-26. V. Die Werke aller Menschen liegen vor Gott da. Vor seinen Augen ist nichts verborgen. Er sieht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Vor ihm ist nichts wunderbar. Man darf nicht fragen: Was ist das? wozu jenes? denn Alles wird zu seiner Zeit erforscht werden.in R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Hymnus 1. Herr! du bedarfst nicht unsers Lobs! Doch weil du väterlich uns liebst, Gefällt der Kinder Loblied dir, Das rein aus frommen Herzen wallt. 2. Wie freudig hebt sich unser Herz. Wenn es, Unendlicher! dich denkt; Wie sinkt's beim Niederschau'n auf sich, Umringt von Finsterniß und Tod. 3. Vom Würmchen steigt der Geist zu dir, Jm Tröpfchen Thau erblickt er dich. Ihm spiegelt sich dein Bild, o Gott! In allem, was sein Aug' entdeckt. 4. Von deiner Weisheit Tiefen zeugt Der Nacht erhab'nes Schweigen uns; Der Glanz des Tags verkündet froh, Wie deine Huld so herrlich sei. 5. 3u blöd für solche Wunder staunt Des Menschen Geist, die Sprach' verarmt; Doch schweigen kann die Liebe nicht, Die ihm das Innerste durchglüht. 6. Ergießen muß sie sich in Preis Von dir, o Vater! der so mild Der Erdenleiden Kelch versüßt, Und über'm Grab die Wolke hellt. 7. Dahin, dahin sehnt sich das Herz; Doch seinen Aufschwung Hemmt der Staub. Den schmalen Pfad zu dir, o Herr! 3 u wandeln, gib uns Licht und Kraft. Lied. 1. Der Herr ist in den Höhen; Auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm slehen, Wo ihn die Engel schau'n, ist er. 2. Er zündet jede Sonne, Flammt jedes Sternes Fackel an; Strömt Leben, Lust und Wonne Durch Alles, was empfinden kann. 3. Er gibt von seinem Throne Nach seiner Weisheit Lust und Schmerz; Gibt Fürsten ihre Krone Und lenkt wie Wasserbäch' ihr Herz. 4. Allgegenwärtig schauet Sein allumfassend Aug' umber; Und wer nur ihm vertrauet, Den schüßet und versorget er. 5. Wie könnt ihr dann, Verbrecher! Dem, der so nah euch ist, entgeh'n? Könnt wähnen: Er, der Nächer, Werd' euer finst'res Werk nicht seh'n? 6. Er wird, er wird euch finden; Denn in den Höhen herrscht der Herr! Herricht in den tiefsten Schlünden, An allen Enden herrschet er. 7. Er ist auch nahe denen, Die willig thun, was er gebot, Hört fie, zählt ihre Thränen, Und rettet sie aus ihrer Noth. V. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn! R. Denn seine Barmherzigkeit und Treue ist groß. Antiphon So hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die die ihn fürchten. 249 ( Magnifikat. 1. Meine Seele preiset hoch den Höchsten, Und es freut mein Herz sich seiner ewig. 2. Von dem Anbeginn der Schöpfungstage* Sorget er für uns mit weiser Güte. 1. Väterlich ernährt er jedes Wesen;* Auch des Wurms vergißt er nicht im Staube. 2. Jede Gabe, die ich hier genieße, Danke ich dir, milder Freudengeber! 1. Unermeßlich, Gott! ist deine Güte;* Endlos, wie du selbst, ist deine Treue. t 2. Angebetet sei dein großer Name!* Ewiger! wer sollte dich nicht ehren? 1. Deine Güte strahlet ohne Hülle;* Es ist gut, dir, Vater! zu vertrauen. 2. Sicher leitest du den Lebenspilger,* Mag auch Dunkel seinen Pfad umhüllen. 1. Halten will ich mich an deine Treue.* Hilf mir freudig deine Wege wandeln. 2. Meine Hoffnung ist das bess're Leben;* Ueber Sternen wohnest du im Lichte. 1. Ehre, Vater! dir und deinem Sohne, * Und auch Ehre Gott dem heil'gen Geiſte. 2. Wie im Anbeginne dieser Zeiten!* So auch jetzt von uns, und dereinst ewig. Amen. Lasset uns beten. 1) O Gott! dessen Verstand alles umfasset, und dessen Forscherblicken nichts entgehen kann! Laß uns deine Allwissenheit bei unserm Thun und Lassen stets vor Augen haben, und mache diese Vorstellung so wirksam auf unsre Gemüther, daß wir dadurch von allem, was dir mißfällig ist, abgeschreckt, und zu allem, was dir wohlgefällt, mächtig angetrieben werden; durch denselben Jesum Christum u. s.w. 2) O Gott! in dem wir leben, uns bewegen und sind, wir bitten dich: belebe unsern Glauben an deine Allgegenwart, daß wir überall vor deinem Angesichte wandeln, und dir in Rechtschaffenheit dienen, durch Jeſum Christum u. s. w. Sechste oder siebente Schlußantiphon, je nachdem diese Besper vor oder nach Mariä Himmelfahrt gebraucht wird.. 250 XV. 3weite Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten. ( Eingang wie S. 172.) I. Pfalm. Antiphon. Furchtbar ist der Herr und hocherhaben. Wunderbar ist seine Macht. 1. Zobt Gott! denn gut ist es ihm singen;* Ein solcher Lobgesang tönt herrlich schön. 2. Er ist es, der die Sterne zählet,* Und jeden Stern mit seinem Namen nennt. 1. Die Wolken dienen ihm zum Wagen,* Und auf den Winden fährt er hoch daher. * So bebt vor 2. Hüllt er sich ein in finst're Wolken, ihm, was auf der Erde lebt. 1. Von seinem Antlik wallet Feuer,* Am Himmel schallt im Donner seine Macht. 2. Vor seinem Blicke schmelzen Berge,* An ihre Stelle tritt ein neuer See. 1. Er sendet Schnee wie Wollenflocken,* Und streut auf Fluren Reif wie Asche hin. 2. Er wirft sein Eis herab in Schloßen,* Zermalmet ist des Feldes reife Saat. 1. Wer kann vor seinem Frost bestehen,* Wenn er das Land umher mit Eis bedeckt? 2. Dann spendet er sein Wort der Erde,* Sein Athem haucht: zu Wasser wird das Eis. 1. Die Schwalbe fehrt von fernen Ländern* Und baut in ihrer Heimath sich ein Neſt. 2. Die Luft ertönt von Lobgesängen,* Auf Erden preiset dich, was Athem hat. * Sie über 1. Die Wiesen schmückest du mit Blumen; treffen Salomon an Pracht. 2. Durch dich gedeiht die Saat zur Reife;* Der Landmann betet deine Allmacht an. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre* Und gleiche Ehre Gott dem heil'gen Geist. * 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jeßt und einst in Ewigkeit. Amen. II. Pfalm. Antiphon. Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. 1. Besingen will ich Gottes Güte,* Will ewig preisen seine Treue. 251 2. Sie reicht, so weit die Himmel reichen,* Viel weiter als die Wolken ziehen. * Mit dei1. Du sorgst mit Vaterhuld für Menschen, ner Milde sorgst du auch für Thiere.* 2. Du schüßest uns mit deinen Flügeln, zu kosten deine Güter. Gibst uns 1. Du hast zum Antheil deines Erbes* Nach deiner Huld auch uns erwählet; 2. Reichst deine Hand uns in Gefahren,* Erretteſt uns aus allen Nöthen. 1. Das Land, o Herr! das dir vertrauet,* Wirst du besuchen und bereichern. * Sie fließet 1. Du tränfst zur rechten Zeit die Fluren, Erwärmst mit Sonnenschein die Saaten. 2. War gleich die Quelle ausgetrocknet, nun von Wasser über. 2. Auf Bergen wächst für uns Getreide,* In Thälern Futter für die Heerden. 1. Wohlthätig bist du gegen Alle,* Erbarmst dich aller deiner Werke. 2. Du schützest Alle, die dich lieben,* Bist denen nah', die zu dir flehen. 1. Du gibst den Hirten deinen Segen;* Zu Tausenden mehrt sich die Heerde. 2. Wie groß ist, Ew'ger deine Güte;* Wer ist's, der sie ermessen könnte? 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. III. fa I m. Antiphon. Lobet den Herrn! Redet von allen seinen Wundern. 1. Preiset den Herrn, ihr, seine Engel!* Lobet und erhebet ihn ewig! 2. Preiset den Herrn, ihr, seine Himmel!* Preiset ihn, Sonne, Mond und Sterne! 1. Preiset den Herrn, ihr, seine Winde!* Preiset ihn. Feuer, Hiß' und Kälte! 252 2. Preiset den Herrn, Thau, Reif und Regen!* Preiſet ihn, Eis und Schnee und Hagel! 1. Preiset, ihr Tage und ihr Nächte,* Licht und Dunfeit, euern Schöpfer! 2. Preiset den Herrn, ihr, seine Blizze!* Laut verkünd' ihn, Donnergewölke! 1. Dich, o Höchster! rühme die Erde,* Sie erheb' und preise dich ewig. 2. Preiset, thr Berge und ihr Hügel!* Pflanzen, preist ihn, durch den ihr wachset! 1. Preiset den Herrn, ihr Wasserquellen,* Lobet ihn, Flüsse, lobt ihn, Meere! 2. Preiset den Höchsten, ihr Wallfische!* Preis sei ihm von allem, was lebet. 1. Preiset ihn, ihr Vögel des Himmels!* Preiset ihn, ihr Thiere des Waldes! 2. Preiset den Herrn, ihr Menschen- Söhne!* Lobet und erhebet ihn ewig. 1. Preiset den Herrn, ihr, seine Priester!* Preiſet den Herrn, ihr, seine Diener! 2. Preiset den Herrn, ihr, seine Frommen!* Lobet und erhebet ihn ewig. 1. Ehre dem Vater und dem Sohne,* Ehre Gott dem heiligen Geiste. 2. Ehre sei Gott von allen Menschen* Jetzt und einst in Ewigkeit. Amen. ( 1. Aus der Apostelgeschichte 17. R. 24. u. 25. V.) Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, und Alles, was darin ist, dieser, da er der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhänden gebaut sind; er wird auch nicht mit Menschenhänden bedient, als wenn er etwas bedürfte; denn er selbst gibt Jedermann Leben und Athem, und Alles. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. ( 2. Aus dem Buche Ettlefiaftikus 39. S. 14- 23. V.) Lobet den Herrn mit heiligem Gesange, und preiset ihn in seinen Werken. Preiset seinen herrlichen Namen, preiset ihn mit der Stimme eurer Lippen mit Liedern, 253 und saget, wenn ihr ihn lobet; Des Herrn Werke sind alle sehr gut. Er befiehlt, und es geschieht, was ihm gefällt. Wo sein Heil ist, da ist kein Abgang. Sein Segen strömt wie ein Fluß daher. R. Gott sei Dank für diese heilige Lehre. ( 3. Aus dem Buche Ettlefiaftikus 43. K. 33-36. V.) Preiset den Herrn, und erhöhet ihn, so viel ihr's vermöget. Er ist doch weit größer, als alles Lob. Erhöhet ihn; nehmet alle eure Kräfte zusammen, daß ihr nicht ermüdet. Jhr werdet ihn doch nicht erreichen. Wer hat ihn gesehen, und kann von ihm erzählen? Wer kann ihn so sehr erhöhen, als er von Anbeginn erhöhet iſt? Es sind uns noch weit wichtigere Dinge verborgen, als diese. Denn wir haben nur etwas weniges von seinen Werken gesehen. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Lied. Hymnus 1. Groß ist der Herr! die Himmel ohne Zahl Sind seine Wohnungen; Sein Wagen ist das donnernde Gewölk, Und Blize sein Gespann. 2. Die Morgenröth' ist nur ein Wiederschein Von seines Kleides Saum; Und gegen seinen Glanz ist alles Licht Der Sonne Dämmerung. 3. Den Herrn, der war und ist und sein wird, preist, Ihr Lich-= ter seiner Burg! Ihr Sonnenheere, flammt zu seinem Ruhm! Ihr Erden, singt sein Lob! 4. Erhebet ihn, ihr Meere, braust sein Lob! Ihr Flüsse, rauschet es! Es neige sich der Gedern hohes Haupt, Und jeder Wald vor ihm. 5. Jhr Löwen brüllt zu seiner Ehr im Hain! Singt ihm, ihr Vögel, singt! Werd' ihm, Altar, o Fels! den traf sein Blizz, Dein Dampf sei Weihrauch ihm. 6. Die Sonne steige nie ans rother Fluth, Und sinke nie dar1.Allmächtiger! wir singen dir, Und preisen deine Stärke. Un endlich ist sie für und für, Und groß in jedem Werke. 2. Nach deinem Willen drehen sich Des Himmels Sternenheere! Nach deinem Willen heben sich Und legen sich die Meere. 3. Du leitest des Gewitters Gang Den Conner in der Wolke; Dir tönt der Lerche Lobgesang, Und Preis von deinem Volke. 4. Wohl denen, die im Herzen rein Auf deine Wunder schauen! Wohl denen, die auf dich allein Und nicht auf Menschen bauen. 5. O du, der aller Welt gebeut, Vom Kleinsten bis zum Größten! Gib, daß sich deiner Herrlichkeit Die Menschen alle trösten. 6. Vor deinem Aug' geloben 254 ein, Daß unser Breisgesang| wir Gehorsam deinem Willen, nicht dankbar stimmt Jn's Loblied der Natur. O möchten alle Menschen hier Stets dein Gebot erfüllen! 7. Wir rühmen dich mit Mund und Herz, Und preisen deine Stärke; Und mit uns preist dich allerwärts Der Reichthum deiner Werke. 7. Mit welcher Vaterhuld sorgt er für uns! Er gab uns einen Geist, Mit ihm die Kraft, die Wahrheit einzuseh'n, Und nachzuahmen ihm. 8. Erhalt uns mild, o Herr! was du verlieh'st! Gib das Gedeih'n und Wachsthumuns! Mit Kindessinn und Demuth wollen Wir dich preisen ewiglich. V. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn. Alleluja! R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Alleluja! Antiphon. Dem ewigen Könige, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen und allmächtigen Gott sei Ruhm und Ehr' in Ewigkeit. Aleluja! ( Magnifikat wie Seite 240.) Gebet. 1) O Gott! der du deine Allmacht jederzeit zum Wohl deiner Geschöpfe gebrauchest; flöße uns ein solches Vertrauen zu dir ein, daß wir in allen Fällen dieses Lebens dasjenige von deiner Güte zuversichtlich erwarten, was uns nach deiner Weisheit zum Besten dient. Um dieses bitten wir dich durch Jesum Christum u. s. w. 2) O Gott! der du uns allezeit vom Himmel Gutes zusendest, Negen und fruchtbare Zeiten ertheilest; uns Speise gibst, und unser Herz mit Freuden erfüllest; deine menschenfreundliche Güte rühre unsere Herzen, und bewege sie zur dankbaren Gegenliebe zu dir und allen Menschen. Um dieses bitten wir dich duch Jeſum Chri stum, deinen Sohn u. s. w. ( Die Marianische Schlußantiphon suche in der vierten Abtbeilung unter der Aufschrift: Sechste oder siebente Schlußantiphon, je nachdem die Vesper vor oder nach Mariä Himmelfahrt gebraucht wird.) XVI. Vesper auf den Kirchweihsonntag und desseit Oktav. I. Psalm. Antiphon. Das Haus, in dem du beteft, ist ein beiliger Ort. 1. Wer darf! o Herr! dein Haus betreten,* Dem Throne deiner Gnade nahen? 255 2. Wer darf in deinem Heiligthume* Dir Dank und und Lobgesänge weihen?. Vertrauend dir 1. Und wer an deines Altars Stufen sein Herz ergießen? 2. Dich seinen Gott und Vater nennen,* Und der Erhörung sich getrösten? 1. Nur der, der immer redlich wandelt,* Der treu erfüllt die heil'gen Pflichten; * 2. Der stets von Herzen Wahrheit redet,* Deß Mund nie von Verläumdung triefet; 1. Der sich nicht freut beim Sturz des Nächsten,* Nicht Beifall lächelt böser Nede; 2. Den nicht verlockt der Sünder Stimme,* Der des Gerechten Wort wohl achtet; 1. Der treulich hält, was er versprochen,* Auf Wucher niemals Gelder leihet; 2. Der sich, die Unschuld zu bedrücken,* Nie durch Geschenke läßt bestechen; 1. Wer so gerecht hienieden wandelt,* Der darf das Heiligthum betreten; 2. Sein Lobgesang wird Gott gefallen,* Und sein Gebet ihm Heil erflehen. 1. Dem Bater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. II. a I m. Antiphon. Die Augen des Herrn werden offen sein, und seine Ohren werden auf das Gebet desienigen merken, der an diesem Orte beten wird. 1. Wie lieblich ist's, in deinem Hause* Dir, Höchster! Ruhm und Dank zu bringen. 2. Wie süß ist es dem frommen Herzen,* Zu preisen deine Huld und Treue. 1. Wie, wenn die Taube ihre Wohnung,* Ihr Neſt die Schwalb' im Sturme findet; 2. So freut mein Herz sich deines Hauses,* Besuch' ich es nach Leidenstagen. 1. Mir ist es eine Zufluchtsstätte,* Der Ort, wo ich Vergebung finde. 256 2. Wenn ich, o Herr! von deinem Pfade* Mich auf der Sünder Weg verirre. 1. Hier fließt des Wortes Segensquelle,* Wird mir zum Strom des ew'gen Lebens. 2. Hier schöpft der Geist des Sieges Stärke* Jm Kampf mit Finsterniß und Sünde. 1. Ein Tag in deinem Heiligthume* Ist besser mir als tausend Tage 2. Die ich im Kreise meiner Freunde* Nach eitler Sins nenlust durchlebte. 1. Dein Haus sei mir die liebste Stätte,* Der Zufluchtsort in meinen Nöthen. 2. Mir sei es Lust hier, Gott zu singen,* Bis ich dereinst ihn ewig schaue. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre, * Und glets cher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt und dereinst ewig. Amen. III. Pfalm. Antiphon. Gott hat diesen Ort geheiliget, daß sein Name verehret werde. 1. Herr! uns ist's Pflicht und hohe Freude,* In delnem Hause dich zu preisen. 2. Du bist die Zuversicht der Erde,* Die Zuversicht der fernsten Meere. 1. Gelegt hast du den Grund der Berge,* Hast sie mit deiner Macht umgürtet. 2. Du stillst der Meere wildes Brausen,* So wie den Ungestüm der Völfer. 1. Ob deinen Wundern staunet Alles,* Groß, Ewiger! sind deine Werke. 2. Du neigst dein Ohr dem frommen Beter,* Erhörst sein demuthsvolles Rufen. 1. Du tränkst das dürre Land mit Regen,* Erwärmst mit Sonnenschein die Saaten. 2. Mit Fruchtbarkeit frönst du die Jahre,* Und deine Güte nimmt kein Ende. * Von Dant er= 1. Dir, Gott! gebühren Lobgesänge. schall', o Herr! dein Tempel. 257 2. Dein Thun ist Majestät und Milde, Und Liebe ohne Maß und Grenzen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Chre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Lesung aus der heiligen Schrift. Offenb. Joh. 21.) Ich hörte eine starte Stimme, die vom Throne herab sagte: Sieh' da die Hütte Gottes unter Menschen; denn bei ihnen wird er wohnen und sie werden sein Volt, und er bei ihnen wird ihr Gott sein. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heil. Botschaft. Hymnus oder Lied. 1. Ew'gem Frieden einge- 1. Gott öffentlich und treu weihet, Selig ist die Gottes-, Stadt, Die die Tugend in den Himmeln Aus lebend'gen Steinen baut. Heilig, heilig, heilig fingt Stets dort aller Engel Chor. 2. Eine Braut, schön wie die Sonne, Wenn sie früh dem Meer' entsteigt,( Liebe mildert ihre Hoheit), Wird dem Heiland zugeführt. Des Triumphzugs Straßen glüh'n Von des reinsten Goldes Pracht. 3. Perlen schimmern an den Pforten Zu dem innern Heiligthum, Und der Tugend Seraph leitet Jene in dies heil'ge Zelt, Die um Christi willen hier Drückt der Thorheit blinder Haß. 4. Gottes ew'ges Lob ertöne Auch in diesem Tempel hier. Den zum Gottesdienst der Christen Jener Geist hat eingeweiht, Dessen Kraft des Menschen Brust Zum lebend'gen Tempel macht. verehren, Mit Ehrfurcht in die Kirche geh'n, Das Wort des Herrn begierig hören, Mit frommer Sehnsucht zu ihm fleh'n Wie billig ist nicht diese Pflicht, Und welchen Segen bringt sie nicht? 2. Dazu ward dieses Tempels Halle Erbaut von milder Frömmigkoit, und unter frohem Jubelschalle Dem. Herrn des Weltalls eingeweiht. Vergiß es nie, o Christenschaar! Was dieser Weihe Absicht war. 3. Wie billig ist's, das höchste Wesen, Durch das der Mensch und Alles ist, Und den, der uns befreit vom Bösen, Den großen Mittler Jesus Christ, In heilgen Tempeln zu erhöh'n, Zu loben und zu ihm zu fleh'n. 4. D'rum fommt, o Christen, theure Brüder! Vereint mit uns vor Gott zu steh'n! Kommt, wir sind eines Leibes Glieder; Laßt unsern Schöpfer uns erhöh'n! kommt! preiset freudig Jesum Christ, Der hier stets gegenwärtig ist! R. Freuet euch und frohlocket! Alleluja! V. Denn der Herr wohnt in unserer Mitte. Alleluja! Antiphon. Der Herr erhöret uns, vergibt uns unsre Sünden, und schafft dem Lande Heil, 258 Magnifikat. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Herz, es freut sich deiner Liebe. 2. Die sich im Anbeginn der Tage,* Noch eh' wir waren, offenbarte. 1. Du hast nach deiner Huld die Erde* Mit Gütern jeder Art gesegnet, 2. Daß Alles deiner sich erfreue,* Und dich als Vater dankbar ehre. 1. Noch mehr hat sich uns deine Liebe* In deinem Sohne kund gegeben. 2. Du sandtest deinen Eingebornen, Wie du's den Vätern einst verheißen. 1. Er ward das Opfer der Versöhnung,* Er starb für uns den Tod der Sünder; 2. Erkaufte uns mit seinem Blute* Das Erbetheil des ew'gen Lebens. 1. Nach der Verheißung deines Sohnes Hast du auch deinen Geist ergoffen, 2. Daß er uns reinige von Sünden,* Uns neuen Tugendsinn verleihe; 1. Zu Tempeln deiner Gnad' uns weihe.* Uns Muth und Kraft für's Gute gebe; 2. Und auf dem Wege der Gebote* Zu deiner Herrlichkeit uns leite. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. Gebet, Seite 93. ( Siebente Schlußantiphon von Mariä Himmelfahrt bis Advent. XVII. Vesper auf die Feste der seligsten Jungfran Maria. I. Psalm. Antipbon. Der Glaube der Auserwählten ist Erkenntniß der Wahrheit zue Gottseligkeit auf Hoffnung des ewigen Lebens. * 1. Dein ist, Allmächtiger! die Erde, Die Welt und alle Weltbewohner. 259 2. Du leitest unerforschlich Alles* Nach deiner Weißheit uns zum Heile. 1. Was dunkel ist im Erdenthale,* Klärt uns sich auf einst ob den Sternen, 2. Wo wir in Herrlichkeit dich schauen,* Von Chören Seliger umgeben. 1. Wen hast du, Ewiger! berufen,* Wen auserwählt, bei dir zu wohnen? 2. Nur die bei ihrem Thun und Lassen* Die Augen stets zu dir erheben; 1. Auf dich, als ihren Vater, schauen,* Um deine Winke zu vernehmen; 2. Die unverrückt auf deinem Pfade* Nach des Gesetzes Vorschrift wandeln; 1. Die rein von Weltsinn ihre Seele,* Und unbefleckt ihr Herz erhalten; 2. Nur diesen öffnest du mit Milde Die Pforten deiner ew'gen Wohnung. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. II. Psalm. Antiphon. Ich will wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. 1. Heil euch, die, treu der Lehre Gottes,* Vor seinen Augen heilig wandeln; 2. Die Gott von ganzem Herzen suchen,* Getreu, was er befiehlt, vollziehen. 1. Der Herr hat seiner Frommen Namen* Jm Buch des Lebens aufgezeichnet. 2. Für sie ist hinterlegt die Krone,* Die treuen Dienern er bereitet. 1. Gelänge mir doch mein Bestreben,* Stets die Gebote zu vollziehen! 2. Dann würd' ich nie, o Gott! erröthen,* Wenn dein Geset mir strahlt in's Auge. 4. Herr! deine Rechte will ich halten;* Gib meinem Wollen das Vollbringen. 260 2. Dann preis' ich ewig deine Güte,* Daß sie dies Herz in mir gebildet. 1. Ich halte mich allein zu denen,* Die dich von gan zer Seele lieben; 2. Denn ich vertraue deinem Worte,* Und wähle mir den Weg der Wahrheit. 1. Mit Sehnsucht blick' ich nach dem Erbe,* Das du aus Gnade uns verheißen. 2. Möcht' ich doch bald dazu gelangen!* Und ewig selig bei dir wohnen. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. III. Pi I m. Antiphon. Die Gnade des Herrn wachet von Ewigkeit zu Ewigkeit liber die, so ihn fürchten, 1. Gott, unser Herr, des Weltalls Schöpfer! Wie groß und mächtig ist dein Name! 2. Der Erdkreis und der Himmel tönet* Von deines Namens Ruhm und Ehre. 1. Du hast, die Bösen zu beschämen,* Jm Mund des Kinds dein Lob bereitet. 2. Des Säuglings unschuldsvolles Lallen* Preist un willkürlich deine Wunder. 1. Du schufft nach deinem Bild den Menschen,* Zwar niedriger als deine Engel; 2. Doch hast du ihn, der Schöpfung Zierde,* Zu der Unsterblichkeit berufen. 1. Mit Beifall siehst du die Gerechten,* Und schüßzest sie auf ihren Wegen. 2. Haft sie zum Eigenthum erforen,* Zu Erben deines ew'gen Reiches. 1. Gepriesen sei dein großer Name* Vom Aufgang bis zum Niedergange. 2. Erhaben preisen ihn die Völker, Erhaben über alle Himmel. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Chre, Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 261 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. I. Am Gedächtnistage ber Empfängniß Marid. ( Lesung aus den heil. Schrift. Röm. 1. Kap 19-21. V.) Durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen sind viele Menschen Sünder geworden; aber eben so werden Viele durch den Gehorsam eines Einzigen wieder als Gerechte hergeſtellt werden. Wie also die Sünde herrschte, um zu tödten, so soll die Gnade herrschen, um gerecht zu machen und auf ewig zu beleben; durch Jesum Christum unsern Herrn. R. Gott sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus oder 1. Hebt, Brüder! froh die Häupter zum Himmel auf! Das Grau'n der Nacht verliert sich, der Tag ist nah. Schon glüh'n vom Purpurglanz die Berge; Strahlend vom Urlicht hebt sich die Sonne! 2. Der Flur geſenkte Blumen erquickt der Thau; Doch glänzt vor allem dort eine Lilie; Die Knosp' entfaltet sich, D Wunder! Engel entzücket die Himmelsblume. 3. Um ihren Thron versammeln sich huldigend Gerechtigkeit und Glaub', und die holde Scham; Die Wahrheit schwebt um ihre Lippeu, Denen der Odem der Lieb' enthauchet. 4. Gegrüßet scist du, Mutter des Herrn! du bist Gesegneter als Seraph und Cherubim. So singen alle Himmelschöre: Jungfrau, der Ew'ge 11 hat dich begnadigt." Lied. 1. Reinste Jungfrau! können Sünder, Können schwache Menschenkinder Dir ein würdig Loblied weih'n? Deiner Liebe sich erfreu'n? 2. O du Heilige, du Reine! From me! wie der Frommen Keine, Wer ist dir im Himmelreich, Wer ist dir auf Erden gleich? 3. Alle gläubigen Geschlech ter, Heiligste der Erdentöchter! Nennen wegen reinem Sinn Dich der Engel Königin. 4. Gottes reinste SeraphsChöre Nennen dich der Menschheit Ehre; Rühmen heute hoch erfreut Deines Herzens Reinigkeit. V. Selig sind, die eines reinen Herzens sind! R. Denn sie werden. Gott schauen. Antiphon. Maria! dich hat Gott vor allen deines Geschlechtes gesegnet! ( Das Magnifikat S. 175.) ( Das Gebet ift Seite 96.) 262 II. An Maria Lichtmeß. ( Lesung aus der heiligen Schrift. Hebr. 10. R. 8-10. V.) Opfer und Gaben und Brandopfer für die Sünde willst du nicht, und es ist dir nicht angenehm, was nach dem Gesetz geopfert wird. Da aber ich sprach: Sieh'! ich komme, o Gott! ich will deinen Willen thun, so hob er das erstere auf, um dafür das andere an seine Stelle zu setzen. Nach diesem Willen sind wir nun durch das für ein- und allemal dargebrachte Opfer des Leibes Jesu Christi geheiliget. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder Lied. 1. Welch heil'ges Opfer stellt sich im Tempel dar? Zugleich ist Christus Priester und Opfer heut; Der Schleier fällt, der ew'gen Wahrheit Weichen verblichener Bilder Schatten. 2. Nicht Opferheerden schlachte der Priester mehr, Nicht ferner färb' ihr Blut den Altar! Er selbst, Der Hohepriester, weihet sühnend Vor dem Altare sich Gott dem Vater. 3. Die Jungfrau, fromm die Augen gesenket, hält Das Kind, sich seiner Gottheit bewußt, im Arm; Voll Demuth, zarte Tur: teltauben Opfernd, der Armen bescheid'ne Gabe. 4. Nun laß uns, Herr! so rufen mit Simeon Wir alle, laß uns sterben mit heit'rer Ruh, Da unserm Blicke das Heil sich zeigte, Das du bereitet hast allen Völkern. 1. Reinfte Jungfrau! Gottes Willen Nach der Vorschrift zu erfüllen, Stell st du dich den Priestern dar, Jesum opfernd am Altar. 2. Unbefleckte! reich an Gaben, Ueber Engel selbst erhaben, Gibst du Gott die Ehr allein, Seine Magd nur willst du sein. 3. Nach Mariens heil'gem Bilde, Laßt uns hier im Staubgefilde Gott das Herz in De muth weih'n, Ganz des Höchsten Diener sein. 4. Wie Maria dich zu lieben, Ist uns Pflicht; von unsern Trie: ben Nimm das Opfer, Herr der Welt! Weil dies Opfer dir gefällt. V. Wer Opfer bringt, der ehret mich, R. Und ich zeige ihm den Weg des Heils. Antiphon. Dich will ich loben von ganzem Herzen, und dich preisen wegen deiner Barmherzigkeit. ( Das Magnifikat fiehe Seite 175.) ( Das Gebet ift Seite 96.)) III. An Mariä Verkündigung. ( lesnng aus ber heil. Scrift. Jef. 7. Kap. 14. V.) Der Herr wird euch selbst ein Zeichen geben. Sehet! eine Jungfrau wird empfangen, und einen Sohn gebären. Sein Name wird sein Emanuel. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus oder 1. Wie heißt die Tugend, die, o Maria! dir Erwarb die Würde, Mutter des Soh'ns zu sein Vom ew'gen Vater, als der Armuth Schatten dich barg, wie der Strauch die Rose? 2. Durch Körperreiz verdunfelte dich vielleicht Manch eitle Tochter, dir nicht beneidenswerth. Vom Himmel floß der Glanz, mit welchem Andacht und Sittsamkeit dich verklärten. 3. Doch was dich mehr noch schmückte mit Engelreiz: Bescheid'ne Anmuth war's, Die, nie sich selbst gefallend, reines Streben der Seele zur Tugend adelt. 1 4. Die Demuth weihte dich vor des Ew'gen Thron Zur hohen Würde, Mutter des Soh'ns zu sein, Die Demuth, die zum Engel Gottes Sagte: hier bin ich, die Magd des Herrn. 263 Lied. 1. Zu der Menschheit höchsten Ehren, Jungfrau! will dich Gott erhöh'n; Ihn, den Heiland zu gebären, Bist du, Reinste! außerseh'n. 2. Frage nicht: wie kann's geschehen? Gottes Allmacht hat kein Ziel. Alle Völker werden's sehen, Seinem Wort ist nichts zu viel. 3. Sebt! das hohe Wort erfüllet Er, der Höchste;- Sie empfängt Ihn, der alle Sehnsucht stillet, Der uns Heil und Leben schenkt. 4. Ihres Namens denkt mit Ruhme Stets die ganze Christenheit; Denn sie steht im Heiligthume Gottes voll der Herrlichkeit. V. Sei gegrüßet, du Gnadenvolle! der Herr ist mit dir. R. Du bist die seligste unter den Weibern. Antiphon. Der beilige Geift wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. ( Das Magnisikat wie S. 175.) ( Das Gebet ift Seite 96) IV. Am Feste Mariä Himmelfahrt. ( Sesung aus der heiligen Schrift Judith 13. R. 23-25, Tochter! du bist von dem Herrn, dem großen Gott, vor allen Weibern auf der Erde gesegnet. Heute hat er deinen Namen so sehr verherrlichet, daß dein Lob immer im Munde derjenigen sein wird, die der Allmacht des Herrn gedenken. R. Gott sei Lob und Dank für alle Gnaden, die er Maria exwiesen hat. 264 Hymnus 1. Jauchzt mit Siegesgetön, Bürger des Himmels! Heut, an ihres Triumphs festlichem Tage, Ward die Mutter des Herrn, friedlich entschlummert In dem Arme des Tod's, himmlisch verklärt. oder 2. Wonneschauer durchbebt, Lichtglanz umfließt dich, Deren Leben so still floß, wie der Wiesbach! Die in's irdische Kleid hüllte den Ew'gen, Wird vom Ew'gen geschmückt jetzt mit dem Urlicht. 3. Hehren Trostes Gestirn leuchtet zur Erde Von der Höhe, wo du, Heilige! strahlest! Du, die Erste im Chor aller Erlösten, Stehst dem Sohne zunächst, hell wie die Sonne. Lied. ub 1. Aller Anmuth, aller Güte, Aller Huld verehrtes Vorbild! Du Bescheidene, du Keusche! Reinen Sinns und rein im Herzen! Heilige und milde Jungfrau! Nimm von deines Sohnes Kindern Heut ein schwaches Loblied an. 4. Bitt', o bitte für uns, Mutter des Heilandes! Daß vom Irdischen uns läut're die Tugend Auf dem dornigten Pfad zu der Verklärung. Uns, die Brüder des Sohns, liebe wie Kinder! 2. Hochbegnadigte vor Allen Deines Volkes und Ge schlechtes, Demuthsvolle, die die Gottheit Wählte, sich zu offenbaren! Du des Ew'gen reinster Tempel, Schönstes Bild der Mutterwürde! Muster aller Lieblichkeit! 3. Engel reichen dir den Scepter; Patriarchen und Propheten Grüß en jubelnd dich, Maria! Jungfrau'n weih'n dir ihre Kronen, Märtyrer dir ihre Palmen, und in einem Lobgesange Preiset dich der Himmelschor. 4. Himmlische! nimm an das Loblied, Das dir deine Treuen bringen. Bitt', o bitt für uns, Maria! O dein reines Leben leucht' uns Durch der Zeit und Welt Getümmel. Dankbar wollen wir dir folgen, Wie durch Freude, so durch Leid. V. Viele Töchter sammelten sich Reichthümer. R. Du hast sie alle an Tugend übertroffen. Antiphon. Maria! dich ehren alle Völker und preisen dich selig. ( Das Magnifikat S 175.) ( Das Gebet ist S. 96) V. Am Feste der Geburt Maria. ( Lesung aus der heil. Schrift. 1. Genef. 3. K. 13-15. V.) Der Herr sagte zu Eva: Warum hast du von der verbotenen Frucht gegessen, und deinem Manne davon gereicht? Sie antwortete: Die Schlange hat mich dazu verführt. Gott der Herr sprach also zur Schlange: 265 Weil du das gethan hast, so will ich Feindschaft zwischen dir und dem Weibe erregen; zwischen deiner Nachkommenschaft und einem aus ihrer Nachkommenschaft. Sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst seinen Fersen nachstellen. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Botschaft. oder Lied. 1. O du mit lauterm Gottes= sinn Der reinen Geister Königin! Begnadigte, die sich der Herr Zur Mutter seines Sohns erfor, Sie heiligend von Anbeginn, Sei unsere Fürsprecherin. Hymnus 1. Ein Geschlecht, dem Tode geweiht, war jenes, Dessen Mutter Eva belog die Sünde. Doch erbebe, Lügnerin! vor der neuen Eva Bestimmung. 2. Jene, blind durch gleißenden Trug der Schlange. Sog ihr Gift verderbend auf alle Nachwelt; Diese kömmt voll Heilkraft, des Drachen stolzen Giftkamm zertretend. 3.Froh verbreitet sich auf der Engel Harfen Bei der neuen Eva Geburt der Jubel. Aus der Wolken Dunkel erglänzt des Friedens Farbiger Bogen. 2. Oheiligste! die rein und groß Das Heil'ge trug im heil'= gen Schoos, O du, die ihren Gott und Herrn, Das Heil, die Hoffnung aller Welt, Mit zartem Mutterarm umschlang, Dir tönt der Christen Preisgesang. 3. Die voll der Liebe im Verein Mit ihrem Schöpfer, engelrein, Von schnöder Lust, von Sünde fern In sel'ger Wonne Gott empfand, laß uns deine Kinder sein; So fromm, wie du, so himmlisch rein. V. Du bist, Tochter! von Gott dem Allerhöchsten geſegnet. R. Du wirst nie von seinem Pfade abweichen. Antiphon. Dich hat der Herr, der Allerhöchste, erwählet, um große Dinge an dir zu thun. ( Das Magnifikat Seite 175.) ( Das Gebet ist Seite 96.) VI. An den Gedächtnißtagen Mariä überhaupt. ( Lesung aus der heil. Schrift. Judith 13. K. 23-25. V.) Tochter! du bist von dem Herrn, dem großen Gott, vor allen Weibern auf der Erde gesegnet. Heute hat er deinen Namen so sehr verherrlichet, daß dein Lob immer im Munde derjenigen sein wird, die der Allmacht des Herrn gedenken. R. Gott sei Lob und Dank für alle Gnaden, er Maria ere wiesen hat. Const. Gesangbuch 31ste Aufl. 12 266 Hymnus 1. Die du in der Entzogenheit dunklem Schoos Den Erdpfad still durchwalltest, die Magd des Herrn; Nur seine Magd, als schon des Sohnes Gottheit so mild sich der Welt verklärte. 2. Wie strahlt aus deinem Leben der Vorsicht Hand Seit dich der Engel:, Mutter des Herrn" begrüßt, Bis bei Triumphgesang die Mutter Krönfe der Sohn von des Vaters Lichtthron. 3. Daß beine höhre Würde kein Erdenglanz Entweihe, stellet Gott dein bescheid'nes Loos Den Frauen dar zum Vorbild. Kämpfend Zeigt er mit Schmerz dein Gemüth voll Sanftmuth. oder Lied. 1. Laßt uns die Tugenden besingen, Die Zierden an Maria Bild; Laßt uns mit ihr nach Gnade ringen, Nach Ehre, die im Himmel gilt. Es muntere ihr Lebenslauf Uns Alle auch zur Tugend auf. 4. Wie prüft er nicht, Erforne, dein Mutterherz, Ein Stall empfängt dich zu der Ge burt des Herrn; Dich treibt Tyrannenwuth aus theurer Heimath zu flüchten das Pfand des Himmels. 5. Dann seh'n wir tief bekümmert im Tempel dich Den Knaben suchen, als er vom Vater sprach, Wie noch kein Mensch. Mit welcher Wehmuth Folgst bis zum Kreuz du dem großen Dulder 6. Du sahst ihn sterbend, aber erstanden auch; Und wonneschauernd blickst du der Wolke nach, Die glänzend ihn entschwingt der Erde. Jauchzend eröffnet sich dir der Himmel. 2. Als Kind schon war sie sanft, bescheiden; War lernbegierig, hörte gern Die guten Lehren, that mit Freuden Der Aeltern Willen, hielt sich fern Von Eitelkeit und Eigensinn; Schon früh war Tugend ihr Gewinn. V 3. Als Jungfrau war sie keusch und züchtig In Mienen, Reden, Thun und Blick; Ihr Herz blieb rein, ihr Fußtritt richtig; Sie strebte nach dem höchsten Glück, Nach Seelenruh und Frömmigfeit, Der Jugend schönstem Ehrenkleid. 4. A13 Gattin lebte sie zufrieden; Jhr Herz und ihres Mannes Herz War eins; was ihr der Herr beschieden, Das theilte sie mit Freud und Schmerz, Und zog an ihres Mannes Hand Ge= duldig nach Aegyptenland. 5. Auch lernen Mütter von Marien, Was manche kaum zur Hälfte weiß, Die Kinder tugendhaft erziehen In holder Muttertreue Kreis. Drum, Mütter! folgt dem schönen Pfad, Den sie als Mutter einst betrat. 6. Nun stimmt sie dort in jenen Höhen Mit allen Himmelsbürgern ein; Was sie geglaubt, das wird sie säen, Und ernten volle Garben ein. Wer selig werden will, wie sie, Vergesse ja ihr Beispiel nie. V. Maria! dich hat Gott gesegnet. Alleluja! R. Vor allen deines Geschlechtes! Alleluja! Antiphon. Alle Völker werden Gott wegen deiner preisen und ihm Lobgefänge darbringen. ( Das Magnifikat wie Seite 175.) ( Das Gebet ist Seite 96.) 267 ( Die Marianische Schlußantiphon suche in der vierten Abtheilung nach der Seit, in welcher der Gedächtnißtag der seligsten Jungfrau Maria begangen wird.) XVIII, Vesper auf die Gedächtnißtage eines oder mehrerer Heiligen. I. Pfalm. Antiphon. Das ist die Verheißung, die er gegeben hat: das ewige Leben. 1. Wer sind, die aus dem Pilgerthale* Zu Gottes Wohnungen gelangen? 2. Die sind es, welche treu und freudig * Auf seines Wortes Pfaden wandeln. 1. Die offen mit dem Nächsten reden,* Vor Doppelzüngigkeit sich hüten; 2. Die rein bewahren Sinn und Wandel,* Die Hand durch Unrecht nie beflecken; 1. Die nie, von Hochmuth aufgeblasen, Die Armen drücken, ihrer spotten; 2. Die mild der Wittwen und der Waisen * Und der Gott um Verzeihung für sie flehen; 2. Die für die Tugend nicht Verfolgung,* Nicht Feſseln für die Wahrheit scheuen; 1. Die Jesum, den Gesalbten Gottes,* Der Welt durch Wort und That bekennen! 2. Das Merkmal tragen sie der Liebe,* Bereit, für Brüder sich zu opfern. 1. Die sind es, die der Herr erwählet,* In seine Wohnung einzugehen, Verlass'nen sich erbarmen; 1. Die an den Feinden Sanftmuth üben, 2. An ew'gen Freuden Theil zu nehmen,* Die er den Frommen zubereitet. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. 268 II. Pfalm. Antiphon. Die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gute der Seele. 1. Der Herr ist gütig gegen alle,* Die seine Pfade redlich wandeln. 2. Mit Liebe sieht sein Aug' auf jene,* Die ihn von ganzem Herzen lieben. 1. Sein Licht scheint immer seinen Frommen, * Damit sie nicht vom Pfade gleiten. 2. Die Dunkelheit der Leidensnächte* Verwandelt er in Wonnetage. 1. Er sendet ihrem Herzen Frieden,* Gibt ihnen Seligkeit zu koſten; 2. Gießt Muth in ihren Geist und Stärke,* Die Siegeskrone zu erkämpfen. 1. Für ihre Seele hat er Speise* Im Ueberflusſe zubereitet. 2. Er führet sie an klare Ströme* Sich hier zu schöpfen ew'ges Leben. 1. So wie ein guter Hirt der Heerde,* So wandelt er voran den Frommen. 2. Sie folgen ihm auf seinen Steigen* Zu seinen ew'gen Lichtgefilden. 1. Von ihrer Arbeit auszuruhen,* Des Sieges Früchte zu genießen; 2. Des Siegs, den sie, gestärkt vom Glauben* Im Kampf mit dieser Welt erfochten. 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. * III. Pfalm. Antiphon. Das sei meine Freude, daß ich mich zu Gott halte. 1. Ich will, Gott! deine Gnade preisen,* Will deine Huld und Weisheit rühmen. 2. Du leitest mich auf sichern Pfaden,* Zerstreust vor mir die Finsterniffe. 1. Bereit bin ich, auf deinen Wegen,* So lang ich lebe, fortzuwandeln. 269 2. Gib deinen Segen meinem Willen,* Und heilige du meine Werke. 1. Nie will ich Böses thun vor Andern,* Auch nicht im Innern meines Herzens; 2. Will nichts vor meinen Augen dulden,* Was dir, mein Gott! zuwider wäre. 1. Der Bosheit will ich niemals Beifall,* Der Argliſt mein Gehör nicht schenken. 2. Wer Fromme lästert und verläumdet,* Der ist zum Abscheu meiner Seele. 1. Nie finde Hochmuth eine Stätte* In meiner Brust, ihr Schmuck sei Einfalt! 2. Ich liebe nur die Demuthsvollen;* In ihrer Mitte will ich wohnen; 1. Mit ihnen deinen Ruhm verkünden, In dir nur meine Freude suchen. 2. Daß ich dereinst mit den Gerechten* In Herrlichkeit dich ewig schaue. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Lesung aus der heiligen Schrift.) * I. Am Gedächtnißtage aller Heiligen Gottes. ( Aus der Offenb. Joh 7. K. 9.- 12. V.) Ich sah ein ganz unzählbar großes Heer aus allen Völkerschaaren, Stämmen, Nationen und Sprachen. Dieſe alle stunden vor dem Throne und Angesichte des Lammes, angethan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen. Sie sprachen mit lauter Stimme die Worte aus: Unser Heil ist von Gott, der auf dem Throne sitzt, und von dem Lamme. Und alle Engel stunden rings um den Thron, um die Aeltesten und um die vier lebendigen Wesen umher, sielen vor dem Throne auf ihr Angesicht, und beteten Gott an und sangen: Amen, Lob und Verherrlichung, Weisheit und Dant, Ehre, Macht und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. R. Gott sei Dank für diese heilige Offenbarung. 270 Hymnus 1. Laut von Jubel ertönt, Himmel! dein Sterngewölb'; Aller Heiligen Preis singen die Engel Gott. Wir, vom Vaterland fern, stimmen dem Jubel bei Mit der Sehnsucht gedämpftem Ton. oder Lied. 1. Heiligster! nach deinem Bilde Schufest du des Menschen Geist! Hauchtest Kraft in ihn und Milde, Gabst ihm Aussicht in Gefilde, Wo kein Trug des Irrthums gleißt, Wo der Weisheit keine wilde Leidenschaft den Stab entreißt. 2. Kinder- nennest du uns Alle, Weil dein Wesen Liebe ist. Liebe hebt vom Sündenfalle, Liebe schwingt zur ew'gen Halle, Die dein heil'ger Glanz umfließt. Heilig, Vater! sollen Alle Werden, wie du heilig bist. 2. Wann erscheint uns der Tag, welcher die Bande löst, Die den Aufschwung zu Gott Hemmen dem Sterblichen? Wann verschwindet des Trugs wechselndes Dunstgewölk. Das den Himmel uns Armen birgt? 3. Heilig preisen wir die Guten, Deren Geist für Wahrheit rang; Die unheil'ger Lüste Gluten, Siegreich dämpften, die nicht ruhten, Wenn der Ruf der Pflicht erklang, Die, für's Heiligthum zu bluten, Giengen mit Triumphgesang. 4. Laß, o Gott! ihr Vorbild Spiegel Uns im Kampf des Lebens sein; Der Begierde werd' es Zügel, Unsrer Tugend leih' es Flügel! In der Hoffnung Dämmerschein Weih' es unsern Todtenhügel 3 u des Himmels Vorhof ein! 3. Jhr, Verklärte des Herrn! schauet die Wahrheit rein; Wir durch Schleier. Euch fließt ewiger Liebe Born, Nicht von Wehmuth getrübt; wie nach dem Quell der Hirsch, Nach Unsterblichkeit schmachten wir. 4. Seyd, ihr Heiligen! uns Spiegel der Tugenden. Mit der Palme des Siegs winket uns mild herab, Daß der kämpfende Geist muthiger streb' an's Ziel, Welches ewig vereint mit Gott. V. Lasset uns Gutes thun, und nicht müde werden! R. Zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören! Antiphon. Wer Gott getreu ist bis in den Tod, dem wird er die Krone des Lebens geben. - ( Das Magnifikat und Gebet suche weiter unten nach den Symnen und Liedern.) II. Am Gedächtnißtage des Heiligen Erzmärtyrers Stephan. Apostelgesch. 7. K. 55.- 60. V. Stephan, ein Mann voll der Weisheit, des Glaubens und der Gnade, blickte zum Himmel empor, und sprach: Ich sehe den Himmel offen, und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen. Da dies die Juden hörten, 271 erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten die Ohren zu, stürzten sämmtlich auf ihn los, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Während der Steinigung betete er und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann beugte er seine Kniee und rief mit lauter Stimme: Herr! rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Mit diesen Worten entschlief er. R. Gott sei Dank für diese Gnade, die er seinen Heiligen erwies Hymnus oder 1. Du, dessen Blut die Aussaat ward Im Erntefeld des Märt'rerthums; Wir flechten feine Krone dir Au3 Blumen, die vergänglich sind. 2. Die Steine, die dein Blut gefärbt, Umschimmern glorreich jetzt dein Haupt. So herrlich glänzt fein Sternenglanz Hoch an des Himmels blauem Zelt. 3. Wie wunderbar beweist an dir Die Liebe sich, dies Himmelskind! Ihr holder Glanz verkläret dir Nicht nur das Leben, auch den Tod. 4. A13 blinder Wuth dein Leib erlag, Da that sich dir der Himmel auf. Dein Herz zer= floß in dem Gebet, Das deine Mörder Gott empfahl. 5. Dein Leben gab zum Opfer sich Für Jesus, der sich opfernd starb. Dein Tod be= stätigte mit Kraft Das Wort: Wo ist dein Stachel, Tod? 6. Du gingst voran den blut'gen Pfad, Der zum Triumph der Wahrheit führt! Dir folgte nach, mit Sieg gekrönt, Ein unaufhörlich Heldenheer. Lied. 1. Frei, wie ein Engel stand er da, Voll Muth vor seinen Richtern; Verborg'ner Groll und Rache sah Aus hämischen Gesichtern. Do ch Stephanus erzittert nicht; Verkläret wird sein Angesicht Jm Aufblick zu dem Himmel. 2. Entzückt ruft er im Jubelton: Ich seh' den Himmel offen, 3u Gottes Rechten Gottes Sohn! Und ich darf trostvoll Hoffen: Er werde mich nach dieser Zeit In seine ew'ge Herrlichfeit, Wie er's verhieß, aufnehmen. 3. Doch seines Glaubens WunderKraft Verdroß die Schriftgelehrten, Die statt des Himmels Wissenschaft, Die Erdenweisheit ehrten. Es stunden falsche Zeugen auf; Sie logen: dieser hört nicht auf, zu lästern Gott und Tempel. 4. Nun knirschte seiner Feinde Wuth, Und drohte ihm Verderben; Deß Glaubenskämpfers edles Blut Soll ihre Steine färben. Schon schleudern solche sie auf ihn: Er wirft sich auf die Kniee hin, Stirbt, betend für die Mörder. V. Liebet eure Feinde. R. Betet für die, die euch verfolgen. Antiphon. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden. ( Das Magnifitat und Gebet siehe unten.) 272 III. Am Gedächtnißtage des heiligen Johannes, des Evangelisten. ( Aus dem 1. Briefe Johannes 4. K. 7.- 9. V.) Geliebteste! Lasset uns doch einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren, und fennet Gott. Wer nicht liebt, fennet Gott nicht, denn Gott ist die Liebe. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns gezeigt, daß er seinen Sohn, den Eingebornen, in die Welt sandte, damit wir durch ihn zum Leben kommen sollen. R. Gott sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder 1. Den vor anderen der Herr liebte, wie seinen Sohn, Def= sen lauterer Geist Wonne dem Heiland war, Seiner Sorge Gefährt, Ihm in den Tod getreu, Seiner Heiligkeit Augenzeug'. 2. Selig preisen wir dich, welchem den innern Sinn Gern aus liebender Brust öffnete Gottes Sohn; Dessen Blicken er sich auf dem verklärten Berg Ul n= verschleiert als Gott gezeigt. 3. Als am Abendmahl du ruhtest am Busen ihm, Strömte Gott in dein Herz reichlicher seinen Geist. Doch, wer fühlet dir nach, was deine Seele litt, Als am Kreuze des Herrn du stand'st. 4. Als die Mutter er dir sterbend, ein heil'ges Pfand, Dich der Mutter zugleich zärtlich als Sohn empfahl! Wie entbrannte dein Herz, schwoll der Beruf in dir Göttlich liebender Jüngerschaft. 5. Liebe troff dir vom Mund, strahlte vom Antlig dir, Prägte jegliche Spur deiner Apostelbahn. „ Liebt euch, Brüder!" so rief liebreich dein Lebenslauf, Liebt euch, Brüder!" dein letztes Wort. Lied. 1. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit seinem Glauben Spott, Und reißt ihn ganz darnieder; Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. 3 war es vermag ein je der nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft dazu, Und sorgst dafür, so liebest du. 3. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild ge: geben. Denk oft: Gott! was ich bin, ist dein; Sollt' ich gleich dir nicht Liebe sein? 4. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern; Denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. V. Lasset uns nicht nur mit Worten und mit der Zunge lieben, R. Sondern in der That und in der Wahrheit. 273 Antiphon. Sehet doch, wie eine Liebe uns der Vater erwiesen hat, daß wir fogar Kinder Gottes heißen und find. ( Das Magnifikat und Gebet suche unten.) IV. Am Gedächtnißtage des heiligen Joseph, Nährvaters unsers Herrn Jesu Christi. ( Lesung aus dem Buche Ettlef 45. R. Er war Gott und den Menschen lieb. Sein Andenten ist im Segen. Wegen seiner Treue und Sanftmuth heiligte er ihn, und wählte ihn aus allen Menschen. R. Gott sei Dank für die Gnade, die er Jofeph erwiesen hat. Hymnus Lied. oder 1. Als der Vater des Lichts dich zum Gespons erkor Für die Mutter des Sohns, weihte dein laut'rer Sinn Dich zum zärtlichen Freund heiliger Unschuld ein; Zum Vertrauten des Himmels dich. 2. Du entzogest das Kind liebreich besorgt dem Zorn Eines Wüthrichs durch Flucht, pflegtest des zarten still, Seiner Gottheit bedacht in der verschwie genen Brust! Guten Vätern das schönste Bild. 3. Welche Schule für uns wird noch dein Sterbebett! Da Marien der Schmerz glühend vom Auge bebt, Strahlt der göttliche Sohn Trost in der Mutter Herz, Himmelsdämmerung in Josephs Blick. 1. Joseph! dir im Herzen blühte Liebevolle reine Güte; Dir vertraute, treuer Mann! Seinen Sohn der Höchste an. 2. Schönes Bild des Ehegatten! In verborg'ner Tugend Schatten Brachtest mit Marien du Deine Tag' in Eintracht zu. 3. Jm mer strebtest du den Willen Deines Gottes zu erfüllen; Warst auf jeden Wink bereit, Stets zu thun, was er gebent. 4. Möchten wir, wie du, auch streben, Unsern Pflichten treu im Leben, Rastlos zu dem Ziel empor, Welchem uns der Herr erfor. V. Die Wege des Herrn sind Güte und Wahrheit. R. Denen, die seinen Bund und seine Gebote Halten. Antiphon Gott, du bist groß von Rath, mächtig von That! Deine Augen beobachten alle Wege der Menschen, um jedem zu vergelten nach seinen Werken. ( Das Magnifikat und Gebet suche unten.) V. Am Gedächtnißtage des heiligen Johannes des Täufers. ( lesung aus der heiligen Schrift. Lukas 1. K. 13. V) Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört. Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, 274 den du Johannes nennen sollst. Er wird vor dem Herrn groß sein und schon vom Mutterleibe an mit dem heiligen Geiste erfüllet werden; er wird mit dem Geist und in der Kraft des Elias vor ihm hergehen, um in den Nachkommen die Gesinnungen der Väter herzustellen, und die Ungläubigen zur Gerechtigkeit zu bekehren, und so dem Herrn ein vollkommenes Volk zu bereiten R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Botschaft. Hymnus. Lied. oder 1. Wer ist der Jüngling, kommend aus rauhem Forst? Bezaubert strömt die Menge des Volks um ihn. Ihr Auge hängt an seinen Lippen. Jüngling! was fesselt dich an die Schaaren? 2. Nicht reichst du doch den Becher der Wollust dar In stolzer Feier glänzender Fürstenmacht. Nicht schwankt dein Sinn nach leichter Volksgunst, Schwach wie das Schilfrohr, der Lüfte Spielzeug. 3. Schon dreizehn Jahre lenkte sich nie dein Fuß Aus öder Wildniß, wo, von Elias Muth Begeistert, du den Sündern rufest:„ Büßend bereitet des Heilands Wege!" 4. Den Tod nicht scheuend, hältst du dem Frevelsinn Des Mächtigen den Spiegel der Wahrheit vor; Weckst das Gewissen zum Gefühle Dessen, der über den Sternen richtet. 5. Dein Haupt, als schon der Henker es blutend trug 3 um Gastgelag, der tanzenden Dirne Preis, Sprach aus erlosch'nem Aug' entseßlich Noch dem Tyrannen in's Herz: du sündigst. 1. Seht, Brüder! auf Johannez hin, Bewundert seinen hohen Sinn; Erwäget seine Werke; Prüft seines Muthes Stärke. 2. 3um Predigtamt von Gott geweiht, Lehrt er, ein Feind der Weichlichkeit, Im Härnen Bußgewande An Jordans ödem Strande. 3. Bekehret, ruft er, Sünder! euch! E3 nahet sich das Himmelreich; Jdh tauf im Jor danflusse, Kehrt euer Herz zur Buße. 4. Seht Jesus Christus, Gottes Lamm! Er blutet einst am Kreuzesstamm', Euch Gnade zu verdienen, mit Gott euch auszufühnen. 5. Der Menschen Anseh'n schreckt ihn nicht. In des Herodes Angesicht Hört man voll Muth ihn sprechen: Du sollst nicht ehebrechen! 6. Für Wahrheit floß sein edles Blut, Auch uns sei Wahrheit höchstes Gut. Nach ihr nur laßt uns streben; Wie er, der Tugend leben. V. Höret die Stimme des Rufenden in der Wüste. R. Bereitet dem Herrn die Wege. Antiphon. Gepriesen sei der Herr, der Gott Ifraels; denn er hat sein Volk heimgesucht, und von Sünden erlöset. ( Das Magnifikat und Gebet siehe unten.) 275 VI. Am Gebächtuißtage ber heiligen Apostel Petrus und Paulus, und aller heiligen Apostel. ( Lesung aus der heiligen Schrift. 1. Korinth. 1. K. 27.- 30. V.) Was vor der Welt thöricht ist, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zu Schanden mache. Und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er, was mächtig ist, zu Schanden mache; und was vor der Welt unansehnlich, verachtet und für nichts gehalten ist, das hat Gott erwählt, damit er das, was etwas ist, zu nichts mache; damit sich kein Mensch vor Gott rühme. R. Gott sei Dank für die Gnade, die er uns an seinen heiligen Aposteln geoffenbaret hat. oder Hymnus 1. Des Himmels erste Zierden ihr, Die ihr vor allen Heilgen glänzt, Zwölf Lichter dieser ird'schen Welt, Zwölf Richter am Gerichtstag einst. 2. Den tief gesunk'nen Brüdern führt Ihr einen schönern Tag herauf! Die eitler Wahn mit Trug umzog, Erleuchtet mild der Wahrheit Licht. 3. Nicht mit Gewalt, mit Waffen nicht, Nicht mit beredter Zunge Kunst; Mit des verhöhnten Kreuzes Wort Besiegt für Christus ihr die Welt. 4. Die Fesseln sprengt ein hehrer Geist, In deren Zwang die Welt geseufzt. Des Jochs entledigt, freut sie sich der Freiheit unter Gottes Hut. Lied. 1. Euer Lob soll heut' erschallen, Boten Jesu, unsers Herrn! Von euch sollen wiederHallen Alle Tempel nah und fern. 2. Eingeweiht durch Got tes Flamme, Voll von seines Geistes Licht. Zeugtet ihr vom ew'gen Lamme, Von Versöhnung und Gericht. 3. Freude war's euch, zul bezeugen:, Christus nur ſei unser Heil"; Keine Drohung macht' euch schweigen, keine Schmach, tein Henkerbeil. 4. Wahrheit, Liebe, Gottes Nechte Lehrtet ihr zum VölferGlück, Und des Aberglaubens Nächte Floh'n vor euerm Wort zurück. 5. Gözentem vel stürzten nieder: Wo ihr lehrtet, fiel der Trug, Und die Wunde heilte wieder, Die der Wahn der Menschheit schlug. 5. Durch euch wird allen Völkern fund, Was lang von Gott verhüllet blieb. Was ihr Erhabenes vollbracht, Dies sagt ein Pol dem andern Pol. 6. Dem einzigen, dreiein'gen Gott Sei höchster Dank, ſei höchster Preis! Ihm, der aus finstrer Nacht uns rief 3 um Lichtglanz seiner Herrlichkeit. 6. Preis euch! eure Lehre führte Uns auf sich're Lebensbahn; Und den Pilger, der verirrte, äuscht nicht mehr der Sünde Wahn. V. Bis an der Erde Grenzen ist ihre Stimme gedrungen. R. Und alle Völker werden bekannt mit der Lehre des Heils. Antiphon. Wir waren verirrten Schafen gleich. Durch dich sind wir bekehret worden zum Hirten unserer Seele; darum laffet uns Gott preisen. ( Das Magnifikat und Gebet fuce unten.) 276 VII. Am Gedächtnißtage ber heiligen Märtyrer, und auch nur Eines Märtyrers oder Einer Märtyrin. ( Lesung aus dem Buche Weisheit. 3. K. 1.- 5. V.) Die Seelen der Gerechten stehen in Gottes Hand, und keine Qual berührt sie. In den Augen der Thoren schienen sie zu sterben; ihr Hintritt ward für ein Unglück gehalten, und ihre Entfernung von uns für eine Vernichtung! aber sie ruhen im Frieden. Wenn sie von den Menschen zu leiden hatten, so tröstete sie die volle Hoffnung der Unsterblichkeit. Sie wurden ein wenig gezüchtiget, und erhielten dann den ewigen Freudengenuß; denn Gott prüfte sie, und fand sie seiner würdig. R. Gott sei Dank für diesen heil'gen Unterricht. Hymnus oder 1. Euch, Märtyrer des Herrn! gebührt Von uns der Tugend Preisgesang. Umsonst zog euch die arge Welt Jeßt schmeichelno, drohend jetzt an's Joch. 2. Voll Sehnsucht nach dem Vaterland, Verhöhntet ihr die Erdenlust, Für Gottes Sache selbft ward euch Des Lebens Opfer süß und leicht. 3. Euch schreckte nicht der Henter Wuth, Des Drängers Truß, der Folter Pein. Hoch schwang euch über Qual und Tod Des Glaubens Heldenfinn empor. 4. So stieg zu dir, o Herr! die Schaar Mit ewig grünem Palmenzweig, Mit Siegeslorbeer, dessen Blut Als Edelsteine heller glänzt. 5. Preis sei dem Vater, Preis dem Sohn, Auch gleicher Preis dem heil'gen Geist, Durch den gestärkt die Märtyrer, Den Tod nicht scheuend, obgefiegt. Lied. 1. Unter der Verfolger Peinen Bebten Christi Zeugen nie. Seine Lehre zu verneinen, 3wang nicht Droh'n, nicht Fol ter sie. Mit des Glaubens Heldenmuth Haben sie ihr edles Blut Freudig für sie hingegeben, Ewig, Christus! dir zu leben. 2. Nicht nur streiten, überwinden Muß, wer nach der Krone strebt. Siegeskraft läßt Gott empfinden Den, der sich zu ihm erhebt. Bleibe bis an's Ende treu! Jesus Christus steht dir bei; Kampf und Muth sind nicht vergebens, Zeichnen dich in's Buch des Lebens. 3. Herr! du hast mit Kraft von oben Sie( Jhn) zum Kampfe stark gemacht, Sie( Jhn) zu deinem Thron erhoben, Wo kein Feind mehr ihrer( seiner) lacht. Hilf uns, Christus! hilf uns hier; Gläubig fleht das Herz zu dir: Hilf auch uns den Kampf bestehen; Gib uns Sieg von deinen Höhen! V. Christus hat gelitten, und uns sein Vorbild hinterlassen, R. Daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen. Antiphon. Wenn euch die Menschen wegen des Menschensohnes haffen und verfolgen, so freuet euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß in dem Himmel. ( Das Magnifikat und Gebet fiehe unten) 277 VIII. Am Gedächtnißtage eines heiligen Bischofs, wenn er kein Märtyrer ist. ( Lesung aus dem Sendschreiben es beiligen Apostels Paulus an die Hebräer, 13. K.) Brüder! erinnert euch eurer Vorgesetzten, die euch Gottes Wort vorgetragen haben. Sehet auf den herrlichen Ausgang ihres tugendhaften Wandels, und folget ihnen im Glauben und in den Sitten nach. R. Gott sei Dank für diese heilige Lehre. Hymnus oder 1. Christus! Haupt und Vater der Seelenhirten! Eh rfurchtsvoll versammeln sich heut' die Deinen Zum Gedächtniß eines erhabenen Hirten Festlich im Tempel. 2. Auf dem hehren Stuhle saß er voll Demuth, Fern von eitlem Geiste, nicht eigenmächtig; Ihn beriefst du, Herr! wie den Petrus, sprechend: Weide die Schafe. 3. Seiner Heerde Vater und hohes Vorbild, Gab er freudig alles ihr hin, sich selbst auch; Aller Diener strebte sein Eifer, Allen Alles zu werden. 4. Für die Sünder bat er mit tiefer Rührung; Die Gefall'nen richtete auf sein Trost: wort; Seine Lehre warnte vor List die Unschuld, Bannte den Irrwahn. 5. Höre gütig, Herr! des Verklärten Bitten, Daß wir einst, vereinet mit ihm, den Vater, Sohn und Geist mit Liedern des Danks durch alle Ewigkeit preisen. Lied. 1. Willst du den Sel'gen würdig ehren, Deß Angedenken wir begeh'n; Muß dein Gemüth auf seine Lehren Und seines Wandels Beispiel seh'n. Du mußt, wie er, beflissen sein, Dein ganzes Leben Gott zu weih'n. 2. Betracht' ihn im Besig der Güter, Der Erd' und Ho= heit dieser Welt. Das Christenthum ist sein Behüter, Daß er durch sie nicht wankt und fällt. Kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz Zur leppigkeit, zum Stolz und Geiz. 3. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen Beim Anblick von der Brüder Noth, Zeigt er sich hilfreich an den Armen, Und bricht den Hungrigen sein Brod. Er schmeckt die hohe Seligkeit, Womit das Wohlthun uns erfreut. 4. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden Und Trübsal ihn zu Boden drückt.„ Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden In guten Tagen mich erquickt." Ich fenn' in Leiden Gottes Huld, Und trage Prüfung mit Geduld. 5. Sieh' ihn im Kreise der Geschäfte, Wie liebreich zeigt er sich da nicht? Gewissenhaft braucht er die Kräfte Zur Uebung jeder heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, Erfüllt uns stets mit Heiterkeit. 278 V. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte! R. Und immer auf seinen Wegen wandle: 6. Schau hin, wenn an des Lebens Ende Dem Tagwerk ihn der Tod entreißt. Mein Gott! spricht er, in deine Hände Be fehl ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost in Todesnacht, Gelobt seist du, es ist vollbracht!" Antiphon. Wenn der Fürst aller Hirten erscheinen wird, werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit erhalten. ( Das Magnifikat und Gebet suche weiter unten.) IX. An dem Gedächtnißtage eines heiligen Bekenners oder Beichtigers. ( Lesung aus dem Buche Jesus Sirah 31. K. 8.- 11. V.) Wohl demjenigen, der unbefleckt befunden wird, und der dem Golde nicht nachläuft. Wer ist es? Glücklich wollen wir ihn preisen; denn Wunder that er unter seinem Volke. Wer war darin geprüft? und wer bewährt gefunden? Jhm werde Ruhm dafür! Wer konnte sich vergehen, und doch verging er sich nicht? Wer Böses thun, und that es nicht? Seine Güter sind in dem Herrn befestiget, und die ganze Gemeinde der Heiligen wird seine Werke( und Gutthaten) rühmen. R. Gott sei Dank für diesen heiligen Unterricht. Hymnus oder Lied. 1. Gott! du Licht und Kraft der Schwachen, Erb' und Krone deiner Treueu! Rette uns von Nacht und Sünde, Von den Banden schnöder Knechtschaft. 2. Frei und heilig ging der Fromme, Dessen Lob wir heut befingen, Auf dem Pfade deines Lichtes, Tief verachtend Trug und Sünde. 3. Sehnend hing sein Blick am Himmel, Heiß entflammt von deiner Liebe, Trug er muthig jede Bürde, Und errang den Lohn des Sieges. 4. O du ewiger Erbarmer! Laß bei unserm Festgepränge 1. Glückselig ist, wer hier auf Erden Mit allen seinen Kräften strebt, An guten Werken reich zu werden, und einzig nur der Tugend lebt. 2. Nie bebet er vor Hindernissen; Durch Ueberlegung stärkt er sich, und bleibt in heiligen Entschlüssen, Gleich Felsen, unerschütterlich. 3. Mit Selbstverläugnung ausgerüstet, Preist er auch leidend Gottes Huld. Was seiner Sinnlichkeit gelüftet, Entbehrt er gern und mit Geduld. 4. Er widersetzt mit festem Muthe Dem Laster sich und Auch dein treues Volk Vergebung, Gnade, Licht und Leben finden. 5. Preis und Ehre sei dem Vater, Preis und Ehre sei dem Sohne, Preis und Ehre sei dem Geiste, Gott sei Lob zu allen Zeiten! Amen. V. Wer mich vor den Menschen, bekennen wird, R. Den werd' ich auch vor meinem himmlischen Vater bekennen. 279 hofft auf Gott, Trifft ihn im Kampfe für das Gute Der Welt Verfolgung oder Spott. Antiphon. Der Herr hat seinen treuen Bekennern eine Stätte im Hause seines Vaters bereitet. ( Das Magnifikat und Gebet suche weiter unten.) 5. O lehr', o Gott! mich standhaft kämpfen, und stehe mir im Kampfe bei! Hilf mir den Drang der Lüfte dämpfen! Gib, daß ich dir nur folgſam ſei. X. Am Gedächtnistage einer heiligen Jungfrau, die keine Märtyrin ist. ( Lesung aus dem Briefe des heiligen Apoftels Paulus an die Galater 6. R. 7.- 8. V.) Hymnus 1. Des Himmels Pforteschließt sich auf, Der Bräut'gam kommt! Eilt alle froh Entgegen ihm, Jungfrau'n des Herrn! In engelreinem Glanzgewand! Was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer für seine Lüste säet, der wird von seinen Lüsten Verderben ernten; wer aber für den Geist säet, der wird vom Geiste ewiges Leben ernten. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. oder Lied. 2. Erschienen ist der Hochzeittag, Der eure lange Sehn= sucht stillt. Der hehren Wonne dieses Tags Weicht uns'rer Erde höchste Lust. 3. W a 3 konnt' euch geben dieſe Welt, Euch, deren Herz für Gott nur schlug? Süß lohnt euch jetzt ein himmlisch Band, Das euren. Geist mit Gott vereint. 1. Dornicht ist der Weg und steil, Welcher zur Vollendung leitet. Der gelangt auf ihm zum Heil, Der als Kämpfer Jesu streitet, muthvoll seinen Kampf vollbringt, Und der Tugend Sieg erringt. 2. Uleberschwenglich ist der Lohn Der bis in den Tod Ge treuen, Die, der Lust der Welt entfloh'n, Willig ihrem Gott sich weihen; Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht seh'n, Er hat uns den Lohn errungen; Von dem Kreuz zu Gottes Höh'n Hat er sich hinaufgeschwungen. Sieger in der Todesnacht, Sprach der Herr: Es ist vollbracht. 280 4. Nie hat euch niedere Sinnenlust Der Unschuld reines Licht verweht. D'rum schließt euch jeßt der Bräutigam Sein Lichtgemach mit Freuden auf. 5. Auch unser Herz entweihe nie, O Christus! ein unheil'ger Trieb. Den Reinen ist das Himmelreich; Sie werden Gottes Antlig schau'n. 4. Herrlicher Vollender! dir Folget nach die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Jenseits ist es still und heiter; Hoffnung sieht das Morgenroth Schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf dann, Mitgenosfen! geht hin zum Streite wider Lüfte! Seht auf Jesum! wachet, fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachen mächtig ist, Gibt uns Sieg durch Jesum Chrift! V. Der Herr bewahre die Seelen seiner Heiligen. R. Er beschüßt Alle, die ihm aufrichtig dienen. Antiphon. Die den Herrn lieb haben, werden wie die Sonne glänzen, wenn sie aufgeht in ihrer Pracht. ( Das Magnifikat und Gebet suche unten.) XI. Am Gedächtnistage einer Heiligen, die eine Ehefrau oder Wittwe war. 1. Wenn sie eine Ehefrau war. ( Lesung aus den Spichwörtern Salomo's 31. k. 10. B.) Ein tugendhaftes Weib, wer wird es finden? Sie hat einen weit höhern Werth als Perlen. Sie erweist ihrem Manne Gutes, und nichts Böses, so lange er lebt. Sie steht auf, indem es noch Nacht ist, gibt ihren Knechten Arbeit, und ihren Mägden ihr Tagewerk. Ihre Hände streckt sie nach den Armen aus, und reicht den Dürftigen Hilfe. Sie spricht mit Weisheit und spricht nur, was nützlich ist. Aufmerksam beobachtet sie alles, was in ihrem Hause vorgeht. Viele Frauen übten Tugend; du aber haft sie übertroffen. Oder: ( Lesung aus dem ersten Briefe des heil. Apostels Petrus 3. K. 3. V.) Des Weibes Schmuck und Zierde sei nicht äußerliche Pracht, nicht künstliches Haargeflechte, goldenes Geschmeide, prächtige Kleidung; sondern der im Herzen verborgene, sich immer gleiche, sanfte, im Auge lesbare, stille Sinn. Dieser hat hohen Werth vor Gott. So schmückten sich 281 einst jene ehrwürdigen Frauen; sie hofften auf Gott, und folgten ihren Männern. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Lehre. 2. Wenn sie eine Wittwe war. ( Lesung aus dem ersten Briefe des heil Apostels Paulus an Timotheus 5. K. 5. u. 6. V.) Ehre die Wittwen, die wahre Wittwen sind. Eine wahre Wittwe, die Niemand mehr hat, der sich ihrer annimmt, setzt ihr Vertrauen auf Gott, und läßt nicht nach mit dem Beten und Flehen. Die aber ein üppiges Leben führt, ist lebend schon todt. R. Gott sei Dank für diese heilige Lehre. oder Hymnus 1. Dein Leben, fromme Magd des Herrn! Das wie ein Bach im Schatten floß, Schien ohne Reiz dem Aug der Welt. Doch mit Gefallen sah es Gott. 2. Nur ein Gesetz, die Liebe nur War tief geprägt in dein Gemüth, Für Jedermann der Nachsicht voll, Sah man dich streng nur gegen dich. 3. Du findertest mit milder Hand Verschämter Armuth stille Noth. Was deine Rechte gab, davon Ward deiner Lin= ken nichts bekannt. 4. Wenn deine heit're Seele sich In glühendem Gebet ergoß, Wie hold verklärte dein Gesicht Der Friede, den die Welt nicht gibt! 5. Das Herz zum Göttlichen gewandt, S chienst du, dem Tand der Erde fremd, Hienieden schon zu wandeln dort, Wo jeszt mit Engeln strahlt dein Geist. Lied. 1. Wie sanft fließt mir das Leben hin, Und jeder meiner Tage, Wenn ich Gott ganz ergeben bin, Der Sündenlust entsage, Von allen niedern Trieben frei, Der Lehre Jesu Christi treu, Rech tsch affen denk und handle. 2. Erhab'ne Ruhe fühlt mein Herz, Und mich beherrscht kein Laster; Mich quält nicht des Gewissens Schmerz, Stets fühl ich mich gefaßter Zum Kampf mit jeder Leidenschaft, Und Gott verleihet mir die Kraft, Sie christlich zu besiegen. 3. Mich führet seine Vatertreu' Auf dieses Lebens Wegen; Sie wird mit jedem Morgen neu Im Wohlthun und im Segen. Er, dessen Allmacht mich beschüßt, Gewährt mir alles, was mir nüßt, Lenkt Uebel selbst zum Guten. 4. 3 freut mich jede gute That, Die ich durch Gott vollbringe! Es freut mich, wenn ich auf dem Pfad Der Tugend weiter dringe. Den Ernst in meiner Besserung, Den Eifer in der Heiligung Belohnt einst ew'ge Wonne. 282 V. Kämpfet den guten Kampf des Glaubens! R. Ergreifet das ewige Leben! Antipbon. Wer standhaft nach seinem Berufe wandelt, bem wird der Ein. gang in das ewige Reich unsers Herrn Jesu Chrifti eröffnet werden. Magnifikat oder Lobgesang. 1. Dich, Ewiger! preist meine Seele,* Mein Mund rühmt ewig deine Gnade. 2. Du hast im Anbeginn der Tage* Uns schon zur Seligkeit berufen. * Was gut 1. Von dir ward unserm Geist gegeben, und bös ist, zu erkennen, 2. Und dir in Heiligkeit zu dienen,* Durch alle Tage unsers Lebens. 1. Du hast nach deinem Wort uns Pilgern* Auf Erden deinen Sohn gesendet; 2. Daß er der Wahrheit Macht uns zeige,* Den Weg der Tugend kennen lehre; 1. Daß er aufsuche die Verirrten,* Zurück auf deinen Pfad sie führe; 2. Dem müden Wand'rer Labung reiche,* Den Schwachen auf den Schultern trage. 1. Dies hat dein Sohn nach deinem Willen* Treu, wie ein guter Hirt, vollzogen; 2. Hat sich als Opfer hingegeben,* Uns von der Sünde zu erlösen. Sind Er1. Durch ihn sind wir nun deine Kinder, ben deines ew'gen Reiches, * 2. Und sollen mit den Auserwählten* Einst deiner Seligkeit uns freuen. 1. Wie mächtig hat sich deine Gnade* An deinen Frommen stets erwieſen! 2. O'laß auch uns mit Vatermilde* Zum Heil gedeihen deine Gnade. , 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jeßt, und dereinst ewig. Amen. Die Gebete auf die Festtage der Heiligen suche: Um Gedächtnißtage aller Heiligen Gottes 11 M # 11 19 11 ( 1 97 PP 29 171 17 M9 19 des heil. Erzmärtyrers Stephan ♦ des heil. Evangelisten Johannes des Heil. Evangelisten Markus!. der heil. Apostel Petrus und Paulus eines Apostels überhaupt. ● des heil. Joseph. der heil. Märtyrer oder Märtyrinnen! eines Heiligen oder einer Heiligen S. 109 101 19 2. Vor deinen Augen sind Verstellung, Betrug und Lüge Gräuel. M 19 M 17 17 283 19 17 H Die Marianische Schlußantiphon richtet sich nach der Zeit, in welcher das Feft begangen wird. XIX. Vesper auf die Gedächtnißtage eines oder mehrerer heiligen Engel. 107 107 107 107 101 105 105 I. Pfalm. Antiphon. Du liebst Aufrichtigkeit und Unschuld. 1. Ich will, mein Gott und Herr! dich preisen* Durch alle Tage meines Lebens. 2. Mein Mund soll stets dein Lob verkünden,* Soll deine Huld und Gnade rühmen. 1. Du hast die Engel angewiesen,* Der Menschen Pfade zu bewachen, 2. Daß sie vor dir in Unschuld wandeln,* Nicht auf der Sünder Weg gerathen. 1. Du liebst Aufrichtigkeit und Unschuld,* Siehst Kindersinn mit Wohlgefallen. Schaltheit, 1. Nur jene, die gleich deinen Engeln,* Was du befiehlst, mit Lust vollbringen; 2. Die dich in Wort und That verehren, In Wahrheit und im Geist anbeten; 1. Nur diesen sendest du vom Himmel,* Sie zu bea schüßen, deine Engel; 2. Sie mild zu warnen vor Gefahren,* Die sie umgeben gleich Gewittern. 1. Die Reichen werden öfters darben,* Beim Ueberfluß nicht selten hungern. 284 2. Doch jene, die den Herrn verehren, Die werden keinen Mangel haben. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. * II. a I m. Antiphon. Du haft Wohlgefallen an dem Lobe der Unmündigen. 1. Mein Mund soll, Herr! dein Lob verkünden,* Die Größe deines Namens rühmen, 2. Soll dich mit deinen Engelchören,* Mit den Verklärten ewig preiſen. 1. Dein Name ist sehr groß auf Erden;* Am Tag verkündet ihn die Sonne, 2. Des Nachts die unzählbaren Sterne;* Der Mond im blasfen Lichtgewande. 1. Dich preisen aller Völker Zonen,* Des Säuglings und der Kinder Lallen; 2. Die Vögel, die in Lüften schweben,* Des Waldes und des Feldes Thiere; 1. Was Odem hat im Schöpfungskreise,* Verkündet deine Macht und Größe. 2. Auch wir, Herr! wollen Lob dir bringen* Jm Angesichte deiner Engel; Im 1. Dir unser Herz zum Opfer weihen,* Und heute das Gelübd' erneuern: 2. Durch alle Tage unsers Lebens* Auf deinen Wegen treu zu wandeln; 1. Nie deiner Kleinen eins zu ärgern,* Die selbst dein Sohn so zärtlich liebte. 2. Und deren Engel in dem Himmel,* O Ewiger! dein Antlig schauen. 1. Dir, Vater! und dem Sohn sei Ehre,* und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten,* So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. III. fa I m. Antiphon. Ich rühme deine Huld und Treue. 1. Ich danke dir von ganzem Herzen,* O Gott! für deine Vatertreue. 285 2. Als Keim im dunkeln Mutterschooße* Beschützteſt du mich vor Gefahren. 1. Noch wußte ich dir nichts zu sagen,* Was meines Lebens Wohlfahrt fordre. 2. Doch hörtest du mein kindlich Lallen,* Vernahmſt das Rufen meines Mundes; 1 1. Gabst mir, was ich, o Herr! bedurfte,* Zu friſten meine Lebenstage; 2. Und sandtest mir mit Vatermilde* Vom Heiligthume deinen Engel; 1. Damit ich auf der Pilgerreise* Nicht gleite von dem Pfad der Tugend; 2. Nicht auf des Lasters Weg gerathe,* Jn des Verderbens Abgrund stürze. 1. Zum Manne selbst herangewachsen,* Wie oft bedurft' ich deines Rathes; 2. Wie oft erfuhr ich deine Hilfe,* Wie oft Errettung aus Gefahren! 1. Wie groß ist, Vater! deine Güte,* Wie unaussprechlich deine Treue. 2. Lobsinget ihm, ihr, seine Engel!* Lobpreiset ihn, ihr sel'gen Geister! 1. Dem Vater und dem Sohn sei Ehre,* Und gleicher Ruhm dem heil'gen Geiste. 2. So wie im Anbeginn der Zeiten, So nun auch jetzt, und dereinst ewig. Amen. ( Lesung aus der heiligen Schrift, Erod. 23. K. 20. u. 21. V.) Ich werde meinen Engel vor dir hersenden, der dich auf dem Wege behüten, und an den Ort hinführen ſoll, den ich dir zubereitet habe. Verehre ihn, und gehorche seiner Stimme. Er würde deine Uebertretungen nicht ungestraft lassen; denn er vertritt meine Stelle. R. Dir, o Gott! sei Dank für diese heilige Offenbarung. обст Hymnus 1. Vater des Lichts, überstrahlt vom Glanze Deines Ungesichts schwebt um dich der Engel Lichtchor, gleich den Sternen, die um die Sonne Schimmern, unsichtbar. Lied. 1. Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre Herr aller Welten! schufft. Sie freu'n sich, deinen Willen Gehorsam zu erfüllen, Wenn du zu deinem Dienst sie rufft. 286 2. Da von dem Urlicht hell, die Engel jubelnd Dich als ewige Liebe preisen, weihte Segnend sie, o Schöpfer! dein Blick zu hehren Freuden der Menschen. 3. Deinen Erwählten brachten sie vom Himmel Botschaft von dir. Ein Engel grüßt, o reinste Jungfrau! dich als Mutter des Herrn; dir dienten Engel, o Heiland! 4. Engel! o wacht am Pfad der Unschuld, warnt sie Sanft erröthend beim Reiz des Lasters; trocknet Dem Gedrückten leis vom Gesicht die Thräne, Traget vor Gott sie. 5. Gilt, wo des Dulders Seele ringt, mit Hoffnung Ihr zu laben den Blick, bevor sie hinfinkt; Mit dem Morgenschein des Vergeltungstags Hellet die Grabnacht! 2. Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren In seiner Pilgerzeit. Sie freu'n an deinem Throne Sich einst auch seiner Krone, Wie ihrer eig'nen Seligkeit. 3. Bekehret sich ein Sünder Zum Kreise deiner Kinder; Wie jauchzt der Engel Lied! Sie freuen sich wie Brüder, Daß der Verirrte wieder zurück in's Haus des Vaters zieht. 4. In solcher Geister Chören Dich ewig zu verehren, Welch' eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Nur der, der rein von Sünden, Der Tugend sich und Gottes freut. 5. Drum laß mich, Herr! auf Erden Den Engeln ähnlich werden, So weit ich Schwacher kann. Dann bet' ich, rein von Mängeln, Mit deinen heil'gen Engeln Dich, Ew'ger! einst im Himmel an. V. Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu beschüßen. R. Damit du nicht deinen Fuß an einem Steine verleßest. Antiphon. Ich will dem Herrn der Heerschaaren mit seinen Engeln Lob fingen. ( Das Magnifikat wie Seite 249.) ( Das Gebet suche Seite 110.) XX. Vesper für die abgestorbenen Christgläubigen. Eingang. V. Erhöre, Ewiger! unser Flehen! R. Laß unser Rufen für Verstorbene dir, Heiligster! gefallen. I. Pfalm. Antiphon. Der Herr behüte meine Seele. 1. Dir, Ewiger! will ich vertrauen,* Du hörst mein demuthsvolles Flehen. 2. Du neigst dein Ohr zu meiner Bitte;* Dich ruf ich 1. an, so lang ich athme. Umfangen mich des Todes Bande, der Zukunft Schrecken: Ergreifen mich 287 2. So schau ich auf zu deinen Höhen,* Zum Throne deiner Huld und Gnade. 1. Du sendest Hilfe mir in Nöthen, Errettest mich aus Heilsgefahren, 2. Siehst du mein redliches Bemühen,* Auf deinen Pfad zurückzukehren. 1. Denn du bist höchst gerecht und gütig, Erbarmſt dich liebevoll der Schwachen. 2. Hilfst ihnen auf vom Sündenfalle, Dem Untergange sie entreißend. 1. Bewahre, Herr! auch meine Seele, Daß sie der Sünder Tod nicht sterbe. * 2. Erhalte sie in deiner Gnade, Daß sie mit dir einst ewig lebe. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. II Bia I m. Antiphon. Wenn du Sünden willst zurechnen, Herr! wer kann vor dir bestehen? 1. Herr! straf' mich nicht nach meinen Sünden, Nicht nach den vielen Missethaten, 2. Die ich von meinen Jugendtagen* Bis diesen Augenblick verübte. 1. Laß mich um meiner Reue willen* Nach deiner Huld Vergebung finden. 2. Dir ist mein Kummer nicht verborgen;* Du hörst das Seufzen meiner Seele. 1. Ich weiß: nur eines reinen Herzens* Kann ich in Herrlichkeit dich schauen. 2. Jch aber wich von deinem Pfade;* Ich wandelte der Sünder Straße. 1. Wer reiniget nun meine Seele?* Wer läutert sie von Sündenmakeln? 2. Dein ist die Macht, mir zu vergeben!* Du kannst von Sünden mich befreien. 1. Du läuterst jenseits die Gerechten;* Sie werden rein wie Gold durch's Feuer. 2. Laß mir auch dieser Erde Leiden* Zur Sinnes- Reinigung gedeihen. 288 1. Nur Tugend führt zur Seelenwürde,* Nur reiner Sinn zum wahren Frieden. 2. Herr! stärke mich, ihn zu erringen,* Erfülle mich mit Kraft zum Guten. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. III. fa 1 m. Antiphon. Du bist barmherzig, auf deine Gnade vertraue ich. 1. Heil dem, dem Gott die Missethaten* In's Buch der Ewigkeit nicht schreibet; 2. Dem er vergeben hat die Sünden,* Weil er sie reuevoll bekannte. 1. Ich hatte Sünden Gott verschwiegen,* Als ob sie ihm verborgen wären. 2. Wahnsinn'ger Stolz band mir die Zunge,* Um besser, als ich war, zu scheinen; 1. Gott aber hat mich preisgegeben* Den brennendsten Gewissensbissen. 2. In meiner Brust rief stets die Stimme:* Geſteh' es nur, du bist ein Sünder! 1. Wohin ich mich zu flüchten suchte,* Fand nirgends meine Seele Ruhe. 2. Ich sah des Grabes finst're Höhle,* Und mich ergriffen Todesschrecken. 1. Mir liefen Thränen von den Wangen,* Beneßend meine Lagerstätte. 2. Ich schrie: Erbarme dich, Herr! meiner Nach deiner großen Huld und Gnade! 1. Jch fündigte vor deinen Augen;* Sieh, ich bekenn' es voll der Reue. 2. Und, o um meines Schmerzes willen* Hast du die Sünde mir erlassen. 1. Damit wir dankbar es erkennten:* Vergebung sei. bei dir zu finden; 2. Und liebvoll zu dir fleh'n für jene,* Die ihrer Sünden wegen leiden. 289 Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. V. Eine Stimme höre ich, die mir vom Himmel zuruft: R. Selig find die Todten, die im Herrn sterben. Antiphon. Alle, die leben, werden dich, Ewiger! preisen. Magnifikat. 1. Den Ew'gen preist meine Seele;* Mein Herz freut seiner Huld und Gnade sich. 2. Er sandte seinen Eingebornen,* Wie er es unsern Vätern zugesagt; 1. Ein Licht, uns Sterblichen zu leuchten,* Wenn Finsterniß uns deckt, wie Todesnacht. 2. Ein Licht, zu leiten unsre Tritte* Auf sichern Pfad, der uns zum Leben führt. CHU 1. Uns von der Sünde zu erlösen,* Verließ er seine ew'ge Herrlichkeit; 2. Erniedrigte sich zu uns Sündern,* Ward Mensch, und starb für uns der Sünder Tod. 1. Erstand aus eigner Kraft vom Grabe,* Fuhr zu des Vaters Rechten sichtbar auf. 2. Sein ist Unsterblichkeit und Leben;* Durch seine Macht ward Höll' und Tod beſiegt. 1. Wer an ihn glaubt, wird wieder leben,* Wenn gleich sein Leib im Grab vermodert iſt. 2. Er wird vom Grabe ihn erwecken,* Zu krönen ihn mit ew'ger Seligkeit. Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Es leuchte ihnen, Herr! dein ew'ges Licht. Vater unser 2c. 2C. V. Führe uns nicht in Versuchung; R. Sondern erlöse uns von dem Nebel. V. Erlöse, o Herr! die Seelen deiner Gläubigen; R. Nimm sie auf in deine ewigen Wohnungen! 1. Gebet für die Abgestorbenen überhaupt Seite 138. 2. Bei den Ablebungsopfern Seite 138. 3. Bei Jahrtagen Seite 138. ( Das Libera nach der Choral- Melodie suche Seite 145.); Const. Gesangsuch 31ste Auft. 13: 290 XXI. Die Metten für die Abgestorbenen. di Eingang. V. Herr! öffne unsere Lippen! R. 3u loben deinen heiligen Namen. V. Zu preifen deine Huld und Gnade. R. Die sich an uns und den Entschlafenen offenbaret. I. Nocturn. sport 152 Psalm 89. Untiphon. Motten werden dein Lager sein, und Würmer deine Decke. 1. Gott, unser Schöpfer, Herr des Lebens,* Du unser Vater und Erretter! 2. Du bist durch alle Menschenalter* Uns eine Burg und Zufluchtsſtätte. 1. Du warst schon, eh' die Berge waren,* Eh' dieſe Welt geschaffen wurde; 2. Bist über alle Zeit erhaben,* Ohn' Anfang und auch sonder Ende. 1. In Staub verwandelst du die Menschen;* Sprichst: Adams Söhne! werdet Erde. 2. Jahrtausende vor deinen Augen* Sind wie ein Tag, der faum vergangen. 1. Kurz, wie ein Schlaf, ist unser Leben,* Schnell fließt es hin, wie Regenbäche. 2. Wir sind den Blumen gleich auf Wiesen,* Die lieblich blüh'n im Morgenglanze; Inn 1. Die Mittagshizze macht sie welten;* Der Abendschein zeigt ihre Leiche. 2. Nicht siebenzig erreichen Viele,* Und noch weit selt'ner achtzig Jahre; 1. Sind ihrer mehr, so sind sie Kummer,* Und neue Last für jeden Morgen. 2. Herr! lehr' uns unsre Tage zählen,* Daß unfre Herzen Weisheit lernen. 1. Ergieß' in uns der Gnaden Fülle,* Und leit' uns stets auf deinen Wegen. 2. Sei unser Schild und unsre Stärke,* Wenn Todesschrecken sich uns nahen. * 291 Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Lesung. ( 1. Aus dem Buche Hiob, 14. K.) Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt nur kurze Zeit, und ist mit vielem Elende belastet. Wie eine Blume sproßt er hervor, und wird zertreten. Wie ein Schatten verschwindet er. Die Zahl seiner Monate hängt von dir ab; du hast ihm seine Grenzen bestimmt, die er nicht überschreiten kann. R. Schnell wird es mit dir hienieden geschehen sein; darum sei nicht mit dir zufrieden, bis du ein anderer Mensch geworden sein wirst. V. Sieh! heute noch ist der Mensch, und morgen ist er nicht mehr. R. Darum sei nicht mit dir zufrieden, bis du ein anderer Mensch geworden sein wirst. ( 2. Aus dem Buche Hiob, Kap. 7.) Herr! schone meiner, denn meine Tage sind wie Dunſt. Was ist der Mensch, daß du ihn so hoch achtest, und auf ihn merkst? Du untersuchst mit jedem Morgen sein Verhalten, und prüfest ihn jeden Augenblick. Hab' ich gesündiget, was that ich dir, du Menschenhüter? Warum vergibst du meine Sünde nicht, und läsfest meine Schuld nicht nach? Denn bald werde ich im Staube liegen. An einem Morgen suchst du mich: ich bin nicht mehr! R. Was nüßt es dir, lange zu leben, wenn dein Eifer, beſser zu werden, von kurzer Dauer ist? Ein langes Leben macht den Menschen nicht immer besser; oft vergrößert es nur die Zahl unserer Schulden. V. Šo sei denn immer bereit, und lebe so, daß dich der Tod nie unvorbereitet finde. R. Denn was nüßt es dir, lange zu leben, wenn dein Eifer, besser zu werden, von kurzer Dauer ist. ( 3. Aus dem ersten Buche der Nachfolgung Christi. 23. Hauptstück.) Wie selig und klug ist doch der Mensch, der keine andere Sorge fennt, als so zu leben, wie er im Tode wünschen wird, gelebt zu haben! Die Lüste der Welt 292 standhaft verschmähen, in allen Tugenden mit Eifer vorwärts dringen, Zucht und Ordnung lieb haben, in strenger Buße und schnellem Gehorsam, in Verläugnung seiner selbst, und in Erduldung alles Widrigen aus Liebe zu Jesu ausharren- das gibt Muth und Zuversicht um selig zu sterben. R. Verlasse dich nicht auf deine Freunde und Verwandten, und schiebe die große Angelegenheit deines Heils nicht auf die Zukunft hinaus. V. Es ist ungleich besser, sein Heilsgeschäft in Ordnung bringen, und gute Werke vorausschicken, als auf fremde Hilfe zählen. R. Schiebe die große Angelegenheit deines Heils nicht auf die Zukunft hinaus. II. Nocturn. Nach dem 149. Psalm. Antiphon. Ich werde kommen, spricht der Herr, um die Gerechtigkeit der Menschen zu untersuchen, und ihnen vergelten nach ihren Werken. 1. Einst wird des Weltenrichters Stimme* Ergehen an die Erdbewohner. 2. Vom Ausgang bis zum Niedergange* Wird er sie einberufen alle. 1. Kommt er, von Majestät umgeben,* Dann wallt vor ihm verzehrend Feuer. 2. Vom Winde und der Meere Brausen* Wird seine Ankunft uns verkündet. 1. Die Engel werden ihn umstrahlen,* Die Frommen ihm zur Rechten stehen. 2. Hat er den Richterstuhl bestiegen,* Wird er der Völker Urtheil sprechen; 1. Wird unsere geheimsten Werke,* Und was wir dachten, offenbaren; 2. Wird die verfolgte Unschuld frönen,* Das Laster in den Abgrund stürzen. 1. Ihr brachtet mir, wird er beginnen,* Des Morgens und des Abends Opfer; 2. Von Weihrauch dufteten Altäre,* Von euern Liedern schallten Tempel; 1. Jch aber wollte Liebesopfer,* Und einen reinen Sinn und Wandel. 293 2. Jhr prieset mich mit euern Lippen; Doch ferne waren eure Herzen. 1. Was schwatztet ihr von meiner Lehre?* Und führtet meinen Bund im Munde? 2. Ihr haßtet mich und die Gesetze;* Jhr wandeltet nach euern Lüften. 1. Ihr wähltet Menschen euch zu Freunden,* Die tief im Herzen Raubsucht nährten. 2. Lieb war euch Umgang mit den Frevlern;* In Lüsten seid ihr hingetaumelt. 1. Ich hab' auf euern glatten Zungen Betrug und Lüge wahrgenommen. 2. Euch hört' ich oft von euern Brüdern* Mit Hohn und Lästerworten reden. * 1. Ich schwieg zu euern Frevelthaten.* Meint ihr darum, daß ich nicht sehe? 2. Daß ich an Sünden und an Lastern,* Wie ihr, ein Wohlgefallen habe? 1. Ihr sprecht wie Feinde meiner Ehre,* Wie Feinde ihres eig'nen Heiles. 2. Jch rief euch wiederholt zur Buße;* Verachtet habt ihr meine Stimme. 1. Unfähig seid ihr, mit Gerechten* In meine Wohnung einzugehen. 2. In Finsternissen sollt ihr schmachten,* Von des Gewissens Wurm gepeinigt. 1. O Pilger dieses Erdenthales!* Vergesset niemals des Gerichtes. 2. Bemühet euch, vor Gottes Augen* Mit reinem Herzen stets zu wandeln. 1. Dann werdet ihr am Urtheilstage* Nicht vor der Hölle Abgrund beben. 2. Gott wird die Seinigen euch nennen,* Und euch in seinen Himmel führen. Antiphon. Ich werde kommen, spricht der Herr, um die Gerechtigkeit der Menschen zu untersuchen, und ihnen vergelten nach ihren Werken. Vater unfer u. f. w.( wird still gebetet.) Lesung. ( 1. Aus dem 2ten Sendschreiben des Hl. Apoftels Petrus, 3. K. 9-12. V.) Der Herr zögert nicht mit dem, was er ankündigt, wie es einige für Zögern halten. Er ist nur langmüthig 294 gegen uns, denn er will nicht, daß Jemand verloren gehe, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Aber kommen wird der Tag des Herrn, wie ein Dieb, und krachend werden die Himmel vergehen, die Elemente werden im Brande sich auflösen, und die Erde wird mit allen ihren Werken verbrennen. Da also Allem eine Zerstörung bevorsteht, wie sollet ihr euch denn verhalten? Mit heiligem Wandel und frommem Sinne müsset ihr erwarten und entgegensehen der Ankunft des Tages, wo die Himmel im Feuer vergehen, und die Elemente in Brand zerschmelzen werden. R. In allem, was du thust, schau auf das Ende, und frage dich: wie werde ich vor dem strengen Richter bestehen, dem nichts verborgen ist, den keine Geschenke bestechen können, und der keine Ausflüchte gelten läßt. V. Du wirst vielleicht bald um Verlängerung deines Lebens bitten; aber wozu? Du bist ein Fremdling und Gast auf Erden; für dich ist keine bleibende Stätte hienieden. R. Deswegen schaue in allem, was du thust, auf das Ende und frage dich: wie werde ich vor Gott, meinem allwissenden, unbestechlichen Richter bestehen? ( 2. Aus dem Buche der Weisheit 1. R. 7-11. V.) Der Geist des Herrn erfüllt die Welt, und ihm iſt tein Laut verborgen. Darum bleibt nicht verborgen, wer Böses redet; die strafende Gerechtigkeit wird ihn gewiß finden. Die Gedanken des Gottlosen werden untersucht werden, und seine Reden werden vor Gottes Gericht kommen, damit seine Sünden die Strafe treffe. Denn das Ohr des Allmächtigen hört Alles; ihm fann nichts verborgen bleiben. Suchet also nicht geflissentlich den Tod durch eure Vergehen, und reißet das Verderben durch eure Thaten nicht mit Gewalt herbei. R. Wo soll ich mich verbergen, wenn du kommen wirst, die Erde zu richten? Sieh, meine Mutter empfing mich mit Sünden, und mein Leben ist mit Sünden befleckt. V. Ich schäme mich vieler meiner Thaten, und erröthe vor dir. Ach! verdamme mich nicht; sondern erbarme dich meiner, R. Denn ich weiß nicht, wohin ich mich verbergen soll, wenn du kommen wirst die Erde zu richten. ( 3. Aus dem Buche der Nachfolgung Chrifti, 21. Hauptstück.) Wer die Sinnlichkeit der Herrschaft des Geiſtes vollkommen zu unterjochen strebt, der hat schon in diesem 295 Leben in sich sein Reinigungs- Feuer, das nicht geringe ist, und großen Segen schafft. Es ist doch besser, schon in diesem Leben die Bande des Lasters lösen, und von der Sünde rein werden, als die Reinigung in die Ewigfeit hinüber aufschieben. Was wird auch jenes verzehrende Feuer anders zu verzehren haben, als unsere Sünden? Je mehr wir jetzt unsrer schonen, je mehr wir unsrer Sinnlichkeit nachgeben, desto mehr Stoff werden wir für jenes verzehrende Feuer mit hinüberbringen, und desto empfindlicher und länger zu leiden haben. R. Die vollkommene Freiheit des Geistes kann nur der erobern, der sich zur vollkommenen Verläugnung seiner selbst durcharbeitet. V. Verlaß alles, dann findest du alles. Gib Abschied der Begierde, besiege die Lüsternheit, dann kömmt dir Ruhe entgegen. R. Denn die vollkommenc Freiheit des Geistes kann nur der erobern, der sich zur vollkommenen Verläugnung seiner selbst hindurcharbeitet. rda III. Nocturn. Nach dem 41. Psalm der Vulg. 44 127 Antiphon. Meine Seele sehnt sich nach dir, o Herr! und deinen Wohnungen. 1. So wie der Hirsch in heißen Tagen* Nach einer frischen Quelle lechzet; 2. So, Heiligster! ist mein Verlangen* Nach dir und deiner ew'gen Wohnung. 1. Ich sehne mich nach deinen Himmeln,* Mit Seligen dir Lob zu singen, 2. An deinen Freuden Theil zu nehmen,* Die treuen Dienern du verheißen. 1. Hienieden seufze ich in Leiden,* Mein täglich Brod find Reuethränen. 2. Es grämen, Vater! mich die Sünden,* Die ich beging vor deinen Augen. 1. Ihr Schmerz durchwühlt mein Eingeweide;* Wirst du denn mir nicht Nachlaß schenken? 2. Soll mich, die Sünde ganz aufzehren,* Da Viele doch Verzeihung finden? 1. Wie oft sang ich in deinem Tempel* Voll Wonne Lob- und Dankeslieder? 296 2. Sie waren Vorgeschmack von Freuden,* Den Seligen bei dir beschieden. 1. Werd' ich denn nimmermehr verkosten* Die Wonne, Ew'ger! dich zu loben? 2. Nicht ewig mit den Engelchören* Die Größe deiner Huld verkünden? 1. Bedenk' ich, daß allein die Reinen* In deiner Herrlichkeit dich schauen, 2. Fällt Bangigkeit auf meine Seele,* Mit Macht umfängt sie tiefe Trauer. * 1. Ich war dem steilen Abgrund nahe, Zu dem die Bahn der Sünder führet. * Stand ich 2. Doch durch dein Lebenswort gewarnet, auf breiter Straße stille; 1. Und kehre nun zu dir, Erretter!* Und wandle deines Wortes Pfade, 2. Will auch mein Leben lang dir dienen,* Und fern vom Weg der Sünder wandeln. 1. Dann öffnet sich mir deine Wohnung,* Nach der sich meine Seele sehnet, 2. Wo du am Mahle deiner Freuden* Mir einen Sit haft zubereitet. Antiphon. Meine Seele sehnet fich nach dir und deinen Wohnungen. Vater unser u. s. w.( wird still gebetet.) DIN Lesung. ( 1. Aus dem Evangelium des hl. Johannes 14. R. 1.- 4. V.) In der Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz verzage nicht! Wenn ihr auf Gott Vertrauen seget, so jetzt es auch auf mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn dem nicht so wäre, so würde ich es euch schon gesagt haben. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, und euch einen Platz bereiten werde, will ich wieder kommen, und euch zu mir nehmen, damit auch ihr da seid, wo ich bin. Wohin ich gehe, wisset ihr, und den Weg dahin wisset ihr auch. R. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch dich. V. Bleibet mit mir verbunden; so werde ich es auch mit euch bleiben. Ohne mich vermöget ihr nichts. d 297 R. Nur du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch dich. ( 2. Aus dem zweiten Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Korinther 5. R. 1.- 4. V.) Ich weiß ja, wenn diese hinfällige irdische Hütte, die ich bewohne, zerstört wird, so erhalte ich ein Haus von Gott; eine Wohnung, nicht von Menschenhänden gebaut, sondern die ewig ist, im Himmel. In der jetzigen Hütte seufze ich noch, und sehnlich verlange ich darnach, mit einer himmlischen Wohnung überkleidet zu werden. Denn so bekleidet werde ich doch nicht ohne Körper sein. Ja, so lange ich noch in dieser Hütte wohne, seufze ich unter ihrer Last, wiewohl ich sie nicht gerne ablege, sondern mit einer andern überkleidet werden möchte; so, daß dies sterbliche Leben von dem unsterblichen verschlungen würde. R. Jch glaube, daß mein Erlöser lebt, und ich am jüngsten Tage vom Grabe auferstehen, und in diesem meinem Fleische Gott, meinen Heiland, schauen werde. V. Wenn dieſes Verwesliche wird unverweslich, und dieses Sterbliche wird unsterblich geworden sein; dann wird in Erfüllung gehen, was geschrieben steht: Auf ewig besiegt ist der Tod. R. Ich glaub' es, daß mein Erlöser lebt, und ich am jüngsten Tage vom Grabe auferstehen, und mit verklärtem Leibe Gott meinen Heiland schauen werde. ( 3. Aus dem ersten Buche der Nachfolgung Christi 25. und aus dem dritten Buche 48. Hauptstück.) Sei wachsam und eifrig im Dienste Gottes! Laß dir angelegen sein, immer besser zu werden; denn sieh, bald wird dir der Lohn deiner Arbeit ausbezahlt werden. Wirst du im Gutesthun eifrig und treu bleiben, so wird gewiß Gott auch eifrig und treu im Belohnen sein. Nur die Bürger des Himmels wissen es, was der Tag der Ewigkeit für ein Freudentag fei. Unsere Pilgertage hienieden sind voll Angst und Schmerz. Hienieden werden wir von vielen Sünden befleckt, von vielen Leidenschaften gefangen, von Furchten gefesselt, von Sorgen umhergetrieben, von Begierden zerstreut, von Jrrthümern umlagert, und von vielen Versuchungen gefoltert. Der Tag der Ewigkeit aber, den wir auf Erden nur von ferne, wie im Spiegel sehen, kennt keinen Wechsel mehr. Er ist ewig ein und derselbe Tag; keine Nacht verdunfelt ihn; er leuchtet mit ewiger Klarheit. 298 R. Vater des Lichtes und der ewigen Klarheit! laß auch uns diesen Tag bald sehen, und mit deinen Heiligen an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. V. Erbarme dich unser und aller entschlafenen Christgläubigen. Gib ihnen die ewige Ruhe; dein ewiges Licht leuchte ihnen. i R. Bater des Lichtes und der ewigen Klarheit! laß auch uns diesen Tag bald sehen, und mit den entschlafenen Christgläus ubigen an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. shid Die Laudes. STRAL Nach dem 102. Psalm. Antiphon. Gott! deine Güte ist groß, meine Lippen preisen dich. 1. Du Hauch von Gott in meinem Busen!* Lob' ihn und preise seinen Namen. 2. Dank ihm, dem du wie Licht entflossen,* Dem Quell der Weisheit, Lieb' und Stärke. 179 779 1. Vergiß niemals des vielen Guten,* Daß er dir liebreich hat beschieden. 2. Er hat dir deine Schuld vergeben,* Gießt heilend Del in deine Wunden. 1. Den Leib entreißt er der Verwesung,* Dem ew'gen Tode dich, o Seele! 2. Er ist es, der durch seine Gnade* Des Guten Sinn in dir erneuert. 1. Er hat Gesetze dir gegeben,* Hat kund gethan dir feinen Willen, 2. Daß du nicht auf des Lasters Wege* In des Verand derbens Abgrund stürzest. 1. Der Herr ist gütig und barmherzig, Langmüthig und von großer Milde; 2. Vergilt uns nicht nach unsern Sünden,* Erblickt er Reu in unserm Herzen; 1. Denn er weiß es, wir sind gebrechlich,* Sind gleich dem Staube dieser Erde; as 2. Ein Lüftchen nur, wir sind verwehet;* Niemand erkennt mehr uns're Stätte. 1. Nur Gottes Güte währet ewig* Für alle, die ihn treu verehren; 2. In ihrem Wandel auf ihn schauen,* Und nie von der seinen Wegen weichen. 1. Sie ist wie Wolken an dem Himmel* Weit über unser Aug' erhaben. 299 钠 2. Kein Sterblicher kann sie ermessen,* Erforschen nicht kann sie ein Engel. 1. Verklärte preisen sie im Himmel, So wie auf Erden Jis Gottes Werke. 2. Auch meine Seele soll sie rühmen* Durch alle Tage meines Lebens. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Antiphon. Gott! deine Güte ist groß, meine Lippen preisen dich. II. a I m. Antiphon Opfert Gerechtigkeit, und hoffet auf den Herrn. 1. Dir, Herr! gebühren Lobgesänge,* Und dir entrichtet man Gelübde. 2. Dein Ohr vernimmt das fromme Flehen* Der Gläubigen, die dir sich nähern.h 1. Hienieden seufzen wir in Sünden,* Sind oft der Leidenschaften Sklaven. 2. Du aber, Herr! kannst uns erretten,* Kannst uns von ihrem Joch befreien. 1. Die du zu Lieblingen erkoren,* Die wandeln freudig deine Wege. 2. Sie haben Ueberfluß an Gnade;* Du gießest Trost in ihre Leiden. 1. Erbarmer! laß auch unsre Bitte* Vom Staub zu deinem Throne dringen! 2. Send' uns von deinem Heiligthume* Errettung in den Heilsgefahren. 1. Hilf uns mit deinem Arme kämpfen,* Daß wir in der Versuchung siegen. 2. Hilf uns! du bist die Hoffnung Aller,* Bist unser Heiland und Erretter! 1. Mit Allmachtskraft schufst du die Berge,* Umgürteteſt das Meer mit Ufern; 2. Erschütterst es in seinen Tiefen,* Und stillest ſeiner Wogen Brausen. 1. Erschrecklich, Herr! sind die Gerichte,* Die du den Sündern angedrohet. 300 2. In deiner Hand sind Tod und Leben;* Laß uns bei dir Erbarmung finden! * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Antiphon. Opfert Gerechtigkeit, und boffet auf den Herrn. III. Pia Im. ( Lobgesang des Ezechias nach dem Jesaias.) Antiphon. Herr! deine Rechte erhält mich. 1. Mir ist noch nicht der Tage Hälfte* Verflossen, und ich sollte scheiden? 2. Ich bat den Schöpfer meines Lebens,* Des Scheidens Stunde zu entfernen. 1. Mich sehnte, länger unter Menschen* In Ruh' des Lebens zu genießen. 2. Es drohte, wie der Hirtenwohnung,* Ein Felssturz meiner Lebenshütte. 1. Zerreißen wollt' er mir das Leben,* Wie Faden an dem Weberstuhle. 2. Noch eh' der Tag vorüber wäre,* Am Abend noch sollt' ich erblassen. 1. Der Schmerz ergriff mir die Gebeine,* Als ob ein Löwe mich zerreiße. 2. Cs nahte mir der Tod sich Morgens;* Ging er, so kam er Abends wieder. * Dem 1. Es glich mein Klagen und mein Seufzen Girren einer Turteltaube. 2. Es glich dem Angstruf junger Schwalben,* Vernimmt ihr Ohr des Sperbers Rauschen. 1. Die Augen sind vor Weinen blöde.* Wirst du nicht Linderung mir senden? 2. Herr! darf ich hoffend zu dir blicken?* Sind meine Leiden nicht dein Wille? 1. Ich will durchforschen meine Jahre,* Will prüfen meines Herzens Tiefen. 2. Hinfällig ist des Leibes Leben,* Mein Geist allein ſoll fortbestehen. 1. Willst du durch Züchtigung mich retten;* So schone meiner nicht hienieden. 301 2. Nur laß mich bei dir Stärke finden,* Daß ich vor Schmerz nicht unterliege. 1. Schenkst du Gesundheit meinen Gliedern, So will ich das Gelübd' dir weihen: 2. Durch alle Tage meines Lebens* In Heiligkeit vor dir zu wandeln; 1. In deinem Tempel dich zu preisen,* Mit Kindessinn dir Dank zu bringen; 2. Bis ich dereinst mit den Verklärten* Für deine Huld dir ewig danke. * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr! leuchte ihnen. Antiphon. Herr! deine Rechte erhält mich. IV. Pfal m. Antiphon. Was Odem hat, lobe den Herrn! 1. Jhr Diener Gottes! lobt den Höchsten,* Hoch preiset seinen großen Namen! 2. Gepriesen sei von uns dein Name* Hienieden jetzt, und dereinst ewig. 1. Wo auf- und niedergeht die Sonne,* Erschallen Lieder dir zum Lobe. 2. Du wirst von Völkern aller Zonen,* Und von den Himmeln stets geprieſen. 1. Wer kann an Majestät und Größe* Mit dir jemals verglichen werden? 2. Doch schaust du von des Himmels Höhen* Herab auf uns im Erdenstaube. 1. Du hebst die Niedrigen zu Ehren,* Machst sie zu Führern deines Volkes; 2. Reichst müden Kämpfern neue Stärke,* Die Siegespalme zu erringen. 1. Verwandelst der Gerechten Leiden* In Freuden ohne Zahl und Ende. 2. Jhr Diener Gottes, lobt den Höchsten,* Verkündet seine Huld und Gnade! * Gib den Entschlaf'nen ew'ge Ruhe!* Dein ew'ges Licht, Herr, leuchte ihnen. Antipbon. Was Odem bat, lobe den Herrn. 302 V. Jch rief zu dem Herrn und sprach: du bist meine Hoffnung, R. Mein Erbtheil im Lande der Lebendigen. Antiphon. Jch bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird auch nach dem Tode leben; und ein Jeder, der lebt, und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Der Lobgesang oder das Benedictus nach Lut. 1. K. 68. V. 1. Gepriesen seist du, Herr des Lebens,* Der seinem Volke Rettung fandte! 2. Du hattest es schon unsern Vätern* Durch der Propheten Mund verheißen: 1. ,, Du werdest von der Sünde Ketten,* Von Todesbanden uns erlösen. 2. Damit wir ohne Furcht dir dienten,* Gerecht in unsern Tagen lebten." 1. Wir saßen hier im Todesschatten,* Wir wandelten in Finsternissen. 2. Du hast nach ewiger Erbarmung* Vom Sturz in's Elend uns errettet; 1. Haft uns den Eingebornen selber* Herab vom Heiligthum gesendet, 2. Daß er die Finsterniß erleuchte,* Und auf den Pfad des Heils uns leite. 1. Besiegt hat er des Todes Schrecken,* Zerstört hat er die Macht der Hölle. 2. Wer an ihn glaubt, wird ewig leben,* Wird von dem Grab dereinst erstehen. 1. In Herrlichkeit den Retter schauen,* Der uns in Knechtsgestalt erschienen, 2. Der uns vom Sündentod befreiet,* Und ew'ges Heil bei Gott erworben. Antiphon. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird auch nach dem Tode leben; und ein Jeder, der lebt, und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Vater unser( wird still gebetet). V. Führe uns nicht in Versuchung; R. Sondern erlöse uns vom Ulebel. Nach dem 129. Psalm, oder das De profundis. 1. Tief gebeugt rufen dir, o Herr!* Abgestorbene, die du reinigst, zu. 2. Neige mild dein Ohr, o Herr!* Zu dem Flehen ihres Geistes. 303 1. Wenn du Sünden willst zurechnen, Herr!* Wer wird dann vor dir bestehen? 2. Nur bei dir steht's, zu vergeben, Retten kannst nur du, nur du befrei'n. 5000 1. Herr! sie sehen deiner Hilf' entgegen,* Du verheißeſt fie, sie trauen auf dein Wort. * 2. Sehnlicher, als Wächter auf den Morgen,* Warten sie auf deine Hilfe. 1. Gott! laß sie umsonst nicht hoffen;* Gütig bist du ja, und rettest gern. 2. Von der Sünden Straf und Pein* Wirst du sie befrei'n, o Herr! V. Aus dem Orte der Reinigung R. Erlöse die Seele des( der) Abgestorbenen! V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. V. Herr! erhöre mein Gebet; R. Laß unser Rufen zu dir kommen. Das Gebet suche Seite 138. Am Allerseelentage Seite 146. Das Libera, oder Gesang zur Bahre oder am Grabe. 1. Bewahr' an jenem Tag, der die Natur erschüttert, An dem der Himmel selbst und dieser Erdkreis zittert, Mich, o mein Herr und Gott! An jenem Schreckenstag, wo du auf lichter Wolke Als Richter sprechen wirst das Urtheil deinem Volke; Hilf mir aus Angst und Noth. 2. O bebe, Sünder! du schon hier; denn Gott ergründet, Was du hier denkst und thust, und was sein Auge findet, Zieht er vor das Gericht. Doch, Fromme, die ihr nur Gott und der Tugend lebet, Euch über Welt und Zeit auf Erden schon erhebet, Verzagt und zittert nicht! 3. Entschlaf'ne Christen, was wird euer Herz empfinden, Wenn ihr, gereiniget von allen euern Sünden, Gott mehr als jemals gleicht! Wenn ihr, wie Gold bewährt, vom Ewigen gerufen, Vor seinem hohen Thron auf der Vollendung Stufen, Das schöne Ziel erreicht. XXII. Die Besuchung der Gräber am Gedächtnißtage aller abgestorbenen Christgläubigen. Psalm. Das Miserere für die Abgestorbenen. 1. Sei gnädig, Gott, den Abgestorb'nen,* Barmherziger! tilg' ihre Schulden! 2. Von Flecken, die dein Aug' entdecket,* Heil'ger! läut're ihre Seelen. 304 1. Gezeugt sind wir von sünd'gen Vätern,* Von sünd'gen Müttern wir empfangen. 2. Vor deinen Augen sind Gerechte,* Sind Heilige nicht ohne Sünden. 1. Du hast zur Tugend sie geleitet; Sie wandelten auf deinem Pfade. 2. Du läuterst sie wie Gold im Feuer, Willst prüfen ihre Tugendstärke. 1. Nur rein, wie Schnee, von jeder Makel,* Sind würdig sie, dich, Herr! zu schauen. 2. Du hast hienieden Missethaten* Schon oft uns Sündern nachgelassen, 1. Wirst du denn jetzt die Reuethränen* Der Hingeschiedenen verschmähen! 2. Du hörst ihr wehmuthsvolles Seufzen,* Kennst ihre Sehnsucht, dich zu schauen. 1. Erbarmer! lind're ihre Leiden, Erfülle mild ihr frommes Sehnen. 2. Hilf ihrem Geiste, sich zu nähern* Der hehren Stufe der Vollendung. 1. Erhöre deiner Kirche Flehen,* Laß unsre Bitte zu dir dringen! 2. Schenk' ihren Seelen ew'ge Ruhe,* Dein ew'ges Licht laß ihnen leuchten. * * Zur ersten Station. ( An der Grabstätte der Herrschaften, Stifter, und vorzüglichen Gutthäter der Kirche.) Gesang.. Vater! dessen Huld das Leben Uns zum Wohlthun hat gegeben; Flehend steigt von Gräbern hier Unser Blick hinauf zu dir, Um der fromment Stifter Seelen Deiner Milde zu empfehlen. ( Chor.) Herr! erbarme dich der Seelen, Die wir deiner Huld empfehlen. V. Lasset uns beten für unsere abgeschiedene Herrschaft( Obern), für alle Stifter und Gutthäter unserer Kirche. R. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. Vater unser u. s. w.( wird still gebetet). V. Führe uns nicht in Versuchung, R. Sondern erlöse uns von dem Üebel. V. Aus dem Orte der Reinigung und Läuterung 305 R. Erlöse die Seele des( der) Abgestorbenen. V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Laß unser Rufen für sie zu dir kommen. Gebet. O Gott! du einziger Geber des Heils und der Seligteit! dankbar erinnern wir uns unserer ehemaligen Herrschaften( Obern), Stifter, Erbauer und Gutthäter dieser Kirche. Wir empfehlen sie deiner erbarmenden Gnade. Laß sie als deine würdigen Verehrer nach der Fürbitte deiner Heiligen zum seligen Genusse der ewigen Freuden gelangen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur zweiten Station. ( An der Grabstätte der geistlichen Vorsteher, Pfarrer und Kapläne.) Gesang. Ewig selig sind die Hirten, Die ihr Volk zur Tugend führten; hnen reicht des Höchsten Sohn Reichlich den verheiß'nen Lohn. Ihr Gebein mag Erde decken, Christus wird es auferwecken. ( Chor.) Ihr Gebein mag Erde decken, Christus wird es auferwecken. V. Lasset uns beten für die Seelen unserer hingeschiedenen Seelforger!. R. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. Vater unser u. s. w.( wie zur ersten Station s. oben). Gebet. O Gott! der du durch deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, deiner gläubigen Gemeinde Hirten und Lehrer vorzusetzen angeordnet hast; wir bitten dich, erbarme dich der Seelen unserer hingeschiedenen Seelsorger und Priester; laß sie um des guten Samens willen, den sie mit unermüdlichem Eifer ausstreuten, zum Wohnsiz ewiger Ruhe gelangen. Nimm sie ihres erbaulichen, segensreichen Wandels wegen in die Gemeinschaft der 306 schon verklärten Hirten und Priester in den Himmel auf! Wir bitten dich darum, durch den obersten Hirten Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur dritten Station. ( An der Grabstätte von Wohlthätern der Schulen und der Armen.) Gesang. Gleich dir, Vater! an Erbarmen Waren sie der Trost der Armen, Liebten Kinder inniglich, Freuten ihrer Liebe sich. Wohlzuthun war stets ihr Streben; Laß sie, Vater! ewig leben! ( Chor.) Wohlzuthun war stets ihr Streben, Laß sie, Vater! ewig leben. V. Lasset uns beten für die Seelen der hingeschiedenen Wohlthäter der Schulen und der Armen. R. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen im Frieden. R. Amen. Vater unser u. s. w.( wie zur ersten Station s. oben.) Gebet. Gott! der du dich uns durch deinen Sohn als den zärtlichsten Freund der Kinder, und den liebreichsten Vater der Armen geoffenbaret hast; deiner Liebe empfehlen wir die Seelen derjenigen Abgestorbenen, deren Andenken durch milde Stiftungen für Schulen und Arme unter uns segensvoll fortdauert. Vergilt ihnen ihre irdischen Gaben mit unvergänglichen himmlischen Gütern; laß sie an deiner ewigen Herrlichkeit Theil nehmen, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Zur vierten Station. ( Für die Seelen aller Christgläubigen, deren Gebeine auf dem Gottesacker ruhen.) Gesang. Jesus Christus! nicht vergebens Gabst du uns das Wort des Lebens; Aus der Gräber Saatenfeld Reift die Ernte jener Welt. Ewig deines Reiches Glieder, Seh'n sich Gottes Freunde wieder. ( Chor.) Gottes Freunde seh'n sich wieder, Ewig deines Reiches Glieder. 307 V. Lasset uns beten für unsere hingeschiedenen Eltern, Geschwister, Anverwandte, und Alle, deren Gebeine hier auf diesem Gottes= acker ruhen. R. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Herr! erbarme dich ihrer. R. Christus! erbarme dich ihrer. Gott, himmlischer Vater! der du sie erschaffen hast: Erbarme dich ihrer!" Gott Sohn, der du sie erlöset haft! Gott heiliger Geist, der du sie geheiliget haft! Heiligste Dreieinigkeit, die sie geglaubt und bekennet haben! Barmherziger Gott, auf den sie gehofft haben. Gütigster Gott, den sie von ganzem Herzen geliebt haben. Heiligster Gott, den sie angebetet und dem sie gedient haben. Heilige Maria, Mutter Gottes:, Bitte für sie!" Alle heilige Engel und Erzengel. Alle heilige Patriarchen und Propheten. Alle heilige Apostel und Evangelisten. Alle Heilige Jünger des Herrn. Alle heilige Märtyrer und Beichtiger. Alle heilige Jungfrauen und Wittfrauen. Alle heilige Büßer und Büßerinnen. Alle heilige Auserwählte Gottes. V. Sei ihnen gnädig. R. Verschone sie, o Herr! V. Sei ihnen gnädig. R. Grlöse sie, o Herr! V. Von ihren noch anklebenden Sünden R. Erlöse sie, o Herr! V. Von allen ihren Peinen R. Erlöse sie, o Herr! Wir arme Sünder: ,, Wir bitten dich, erhöre uns!" Verleihe den leidenden Seelen Reinigung von ihren Makeln. Laß ihre Sündenschuld durch das kostbare Blut deines Soh nes getilget werden. Erfülle sie in ihren Leiden mit himmlischem Troste. Erhöre ihr frommes Seufzen und Flehen nach deiner Hilfe. Stille ihr Verlangen, dich in deiner Herrlichkeit zu schauen. Vollende die Zeit der Läuterung ihrer Seelen. Verwandle ihre Leiden in unvergängliche himmlische Freuden. Gib ihnen nach dem Gebet aller Heiligen dein himmlisches Reich. Kröne sie als deine Auserwählten mit ewiger Herrlichkeit, Laß auch uns das Andenken an ihre Leiden nüßlich und heilsam werden. Gib, daß auch wir geringere Sünden meiden, um nicht durch größere ewig verloren zu gehen. Jesus, Sohn Gottes! R. Erbarme 2c. R. Bittet für fie! R. Wir bitten dich, erhöre uns! 308 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. Erbarme dich ihrer! ( Dies wird dreimal gesprochen.) Vater unser u. s. w. Gebet. O Gott! der du das demuthsvolle Gebet deiner Kin der nicht verschmähst; wir flehen zu dir für unsere Eltern, Brüder und Schwestern, Verwandte und Wohlthäter, für unsere Freunde und Feinde, für alle Pfarrgenossen. Verleihe den Seelen dieser Verstorbenen Vergebung und Nachlassung ihrer Sünden und Strafen, damit sie rein vor deinem heiligen Angesichte erscheinen, und der Seligteit aller Verklärten im Himmel würdig und theilhaftig sein mögen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. V. O laß die Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen nach deiner Barmherzigkeit im Frieden ruhen. R. Amen. ied. Laßt hier uns das Gelübd' erneuen An der verklärten Brüder Grab, Das Leben ganz nur Dem zu weihen, Der zur Unsterblichkeit es gab. Lied auf dem Rückwege zur Kirche. 1) Wir gleichen ganz der Feldessaat, Die reif und glänzend wehet; Sie weiß nicht, wann der Schnitter naht, Wann sie die Sense mähet. Wer fennet, sag', Voraus den Tag, An dem wir aus dem Leben Empor zum Himmel schweben? 2) 3um Himmel führt des Lebens Lauf; D'rum segnen wir sein Ende; Entzückt schwingt unser Geist sich auf, Wir falten froh die Hände. Unsterblichkeit folgt. dieser Zeit. Das Grab mag einst uns decken; Das Grab soll uns nicht schrecken. 3) Wohlan! von Herzen wollen wir Die Bahn der Tugend gehen. Wer weiß, ob wir uns alle hier Einander nochmal sehen. Wir seh'n uns doch Im Himmel noch. Das Grab mag einst uns decken; Das Grab kann uns nicht schrecken. In der Kirche. ( Das De Profundis zum Singen oder Beten.) 309 1) Herr! ich rufe tief gebeugt zu dir: Mein Begehren Zu erhören, Neige dich herab zu mir! 2) Meine Seele seufzt zu dir empor. Jhren Thränen, Ihrem Sehnen Deffne, Herr! dein Bater- Ohr! 3) Will dein Aug' auf unsre Sünden seh'n; Willst du rächen Die Verbrechen, Herr! wer wird vor dir besteh'n? 4) Nein, du bist ein bald versöhnter Gott! Darum traue ch und baue Auf dein Wort und dein Gebot! 5) Dein Versprechen, Vater! täuschet nie. Mein Gemüthe Kennt die Güte Seines Gottes, hofft auf sie. 6) Israel vertrauet deiner Macht Seine Sorgen Von dem Morgen Bis zur stillen Mitternacht! 7) Denn der Herr ist lauter Gütigkeit; Sich der Armen Zu erbarmen, Sie zu retten stets bereit. 8) Israel wird seine Vaterhand Gnädig retten Aus den Ketten, Die um ihn die Sünde wand. 9) du Gott der Liebe und Geduld! Wir empfehlen Auch die Seelen Der Verstorb'nen deiner Huld! 10) Führe sie, Gott der Barmherzigkeit! Aus den Leiden In die Freuden Deiner Ruh' und Seligkeit! V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Laß unser Rufen zu dir kommen! ( Gebet.) OGott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung ihrer Sünden, damit sie durch unser demüthiges Gebet die Nachlassung derselben, welche sie allezeit gewünscht, erhalten mögen, und in die Wohnung der Seligen aufgenommen zu werden verdienen, wo du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. Zur Privat Andacht. ( 1. Für die verstorbenen Eltern.) O Gott! du hast uns geboten, unsere Eltern zu ehren. Im Gefühle kindlicher Dankbarkeit erinnere ich mich an die Meinigen, die du zu dir berufen hast. Ich empfehle ihre Seelen deiner Erbarmung. Vergib ihnen alle Sün 310 den, und erlasse ihnen alle Strafen. Nimm sie, wie sie es immer gewünscht und gehofft haben, in den Wohnsitz der ewigen Freude und Seligkeit auf, und laß mich sie dereinst verklärt wieder sehen. Ich bitte dich darum, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( 2. Ein ähnliches Gebet für die Eltern.) Allbarmherziger! zu dir falte ich meine Hände an der Grabstätte meiner Eltern empor, und danke dir für alles Gute, das ich von deiner Hand durch ihre Sorgfalt und Liebe genossen habe. Vergilt ihnen mit ewigen Freuden, was sie an mir gethan haben. Laß ihnen die Vergehungen ihres Lebens nach, und laß sie bald die Freude, dich von Angesicht zu Angesicht zu schauen, nach der Fülle deiner Erbarmung genießen. Gib auch, daß ich sie in den Wohnungen der ewigen Seligkeit wieder sehe. Ich bitte dich darum durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( 3. Für Geschwister, Tauf- und Firmungspathen, Wohlthäter und Freunde.) O Gott, du ewige Liebe! laß den Seelen unsrer Brüder, Schwestern, Tauf- und Firmungspathen, Wohlthäter und Freunde vollkommenen Nachlaß ihrer Sünden angedeihen. Gedenke nicht ihrer Vergehungen, deren sie sich aus menschlicher Gebrechlichkeit schuldig machten, sondern belohne ihr findliches Vertrauen auf dich und deinen eingebornen Sohn. Kröne ihr Bemühen, nach deinem Worte zu wandeln, mit unvergänglicher Seligkeit. Erhöre unser demüthiges Flehen nach der Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria, der Heiligen N. N. und aller deiner Heiligen. Wir bitten dich darum durch Jeſum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. XXIII. Nachmittagsandacht zur Verehrung der göttlichen Vorsehung. V. Sende uns, o Gott! deinen heiligen Geist, R. Zu betrachten und anzubeten deine heilige Vorsehung. 311 V. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste* Von uns und allen Menschen, jetzt und zu ewigen Zeiten. Amen. ( Betrachtung.) Großer, unbegreiflicher Gott! welche Majestät umgibt dich! Licht ist dein Gewand. Du hast den Himmel wie ein Zelt ausgeſpannt; hast ihn mit wundervoller Pracht und mit Schönheit ausgeschmückt. Du steigst auf die Wolken, wie auf einen Wagen, und gehst auf der Winde Flügeln. Stürme sind deine Boten, Feuerflammen deine Diener. Gott, wie groß, wie unbegreiflich groß bist du! Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. R. Wir beten bich in tiefster Ehrfurcht an. ( Gefang.) 1. Der Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist wie Er? So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen Wesen. 2. Um seinen Chron her strahlt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, Ob er sie gleich erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wunder. ( Betrachtung.) Allmächtiger! du bist es, der die Quellen in die Thäler leitet. Ihre Wasser drängen sich mitten durch die Berge, und die Thiere des Feldes kommen, davon zu trinken. Die Berge selbst befeuchtest du mit den Wolken. Das ganze Erdreich wird durch deinen Segen fruchtbar. Du läsfest Gras dem Vieh zur Speise wachsen; und durch dich bringt die Erde Pflanzen und Brod zur Nahrung der Menschen hervor. Die Gipfel der Bäume prangen von Früchten zur Ehre dir, und zur Freude den Menschen. Die ganze Erde ist voll deiner Wohlthaten. Alle Geschöpfe erwarten von dir Speise zur Zeit, da sie es bedürfen. Du gibst, fie sammeln ein. Du thust deine Hand auf; sie werden geſättiget. Wie groß bist du, o Gott! dir ist Niemand gleich, weder im Himmel, noch auf Erden. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. R. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. ( Gesang.) 1. Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liche, die für Alle wacht, Anbetend überlege; So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! 312 2. Dich preifet Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere; Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht! Bringt unserm Schöpfer Ehre! ( Betrachtung.) Gott! wer als du, wer als du allein ist der Allmächtige, der Schöpfer aller Dinge, der König der Könige, wunderbar in seinen Werken, und unerforschlich in seinen Rathschlüssen? Oder wer hat die Sandkörner des Meeres, die Tropfen des Regens, und die Tage des Weltalters gezählet? Wer die Höhe des Himmels, die Breite der Erde, und die Tiefe des Abgrundes ausgemessen? Wer kann den Winden gebieten? und zu den Wasserwogen sagen: bis hieher kommet, und weiter nicht? Wer führt die Morgenröthe herauf, wenn es Tag, und den Abendstern, wenn es wieder Nacht werden soll? Wer sendet die Ungewitter aus, daß sie hinfahren und sprechen: hier sind wir! Gott, wer als du, wer als du allein? Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. R. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. ( Gesang.) 1. Nach deinem Willen drehen sich Des Himmels Sternenheere; Nach deinem Willen heben sich, Und legen sich die Meere. Du leitest des Gewitters Gang, Und dir gehorcht mit Lobgesang Der Donner in den Wolken. 2. Wohl denen, die, im Herzen rein, Auf deine Wunder schauen! Wohl denen, die auf dich allein, Und nicht auf Menschen bauen! Sie stüßen sich auf deine Macht, Und scheuen Nichts, auch nicht die Nacht Der Trübsal und des Todes. ( Betrachtung.) Was du willst, Allmächtiger! das geschieht. Du gebeutst und es ist da. Du sprichst zur Tiefe: verschwinde! zu den Flüssen: versieget! und ste sind nicht mehr. Du tödtest und machst wieder lebendig; deßwegen erschrecken die Stolzen dieser Welt und die Gottlosen zittern; aber die dich lieben, freuen sich deiner, und rühmen deine Gnade und vertrauen dir; denn du weißt sogar unsere Gedanken; du kennest alle unsere Leiden, und die Regungen und Begierden unseres Herzens liegen vor dir aufgedeckt. Darum will ich auch nie verzagen, mag auch der Erdball einstürzen, der Abgrund drohen, mich zu verschlingen, und alle meine Feinde sich wider mich aufmachen. Du hast uns er 313 schaffen, du bist auch einzig unsere Zuflucht, unser Führer, unser Beschüßzer und Helfer. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. R. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. ( Gesang.) 1. Odu, der aller Welt gebeut Vom Kleinsten bis zum Größten, Gib, daß sich deiner Herrlichkeit Die Menschen alle trösten. Erhalter dieses Weltalls sein Kann niemand sonst, kannst du allein. Es hängt an deinem Willen. 2. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich mit deiner Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Dein Auge ist's, das Alles sieht, Auch was noch so geheim ge= schieht, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! ( Betrachtung.) Was ist des Menschen Leben, daß er sich so sehr um das Zeitliche bekümmert? Seine Tage gleichen einer Blume, die des Morgens aufblüht, und des Abends verwelkt; sie fliehen dahin wie ein Schatten. Du aber, o Gott! bleibst wie du bist, und deine Jahre nehmen nicht ab. Bei dir allein ist Heil und Leben zu finden. Wer auf dich nicht trauet, wem will er trauen? Du bist der beste Lehrer, der sicherste Führer, der weiseste Rathgeber, der getreueste Freund, und der einzige Helfer! Nichts geschieht, ohne daß du es zulässest, oder willst. Und ob du gleich nicht der Urheber des Bösen oder eines Uebels sein kannſt, ſo weißt du es doch so zu lenken, daß es dem Unzufriedenen eine Quelle der Qual, dem wahren Anbeter deiner Vorsehung aber eine Quelle der Seligkeit wird. Heilige Vorsehung, dich wollen wir preisen und verherrlichen. Es geschehe, was da wolle. Wir vertrauen ganz auf dich: du wirst Alles wohl machen. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. R. Wir beten dich in tiefster Ehrfurcht an. ( Gesang.) 1. Nie bist du, Höchster! von uns fern, Du wirkst an allen Enden. Wo wir nur sind, Herr aller Herren! Sind wir in deinen Händen. Durch dich nur leben, athmen wir; Du nährest uns noch für und für Nach deiner großen Güte. 2. Du hörest unserm Seufzen zu, Und lässest Hilfe scheinen. Voll Mitleid, Vater! zählest du Die Thränen, die wir weinen. Du siehst und wägest unsern Schmerz Und stärkst mit deinem Trost das Herz; Dir wollen wir vertrauen. Lytanei. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dick unser! Const Gesang uch 31ste Aufl. 14 314 Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Dreieiniger Gott! R. ,, Erbarme dich unser!" Gott, Schöpfer Himmels und der Erde! Allmächtiger, allweiser und allgütiger Gott! Gott, nach dem alle Augen vertrauensvoll schauen! Der du aller deiner Geschöpfe dich erbarmest. Der du alles, was da lebt, mit Segen erfüllest. Der du den Mond uns zum Zeitmaße erschufft. Durch den die Sonne weiß, wann sie untergehen soll. Der du die Erde in Nacht verhüllst, und Dunkel sendest. Vor dem die Sturmwinde als Boten gehen, und dessen Diener die Blizze sind. Der du dem Wasser seine Grenzen angewiesen hast. Der du die Wolken sammelst und dem Lande Regen sendest. Der du mit Kräutern und Blumen so schön die Berge bekleidest. Der du Nahrung dem Vieh und jungen Raben Speise ertheilest. Zu dem die wilden Thiere nach Sättigung schreien. Dem der Vögel Schaar anmuthig in Lüften singt. Der für Heerden Gras, Getreide für Menschen wachsen läßt. Der du uns ein Mahl aus der Erde bereitest, und Brod, das Kräfte gibt. Der du die Lilien und Blumen des Feldes bekleidest. Der du alles zum Dienste des Menschen erschaffen hast und erhältst. Der du die Trübsale zu unserer Prüfung und Besserung schickest. Der du denen, die dich lieben, alles zum Besten lenkest. Der du alle Haare unseres Hauptes zählest und ohne deſsen Willen kein Sperling vom Dache fällt. Wir, Vater! deine Kinder, wir bitten dich, erhöre uns! R. Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns vor Ungeduld und Kleinmuth bewahrest. Daß wir immer ein herzliches Vertrauen zu deiner Vorsehung haben. Daß wir im Glücke nie hochmüthig werden und deiner nie vergesſen. Daß wir allen deinen Fügungen uns findlich unterwerfen. Daß wir deinen Namen preisen, du magst geben oder nehmen. Daß sich dein Reich immer mehr unter uns verbreite. Daß dein Wille, wie im Himmel, so auch auf Erden geschehe. Daß du uns täglich gebest, was wir zur Erhaltung des Lebens bedürfen. R. Erbarme dich unser! Daß du uns die Sünden verzeihest, wie auch wir verzeihen unsern Beleidigern. Daß du uns in der Versuchung Hilfe sendest damit wir nicht unterliegen. Daß du uns von allen Uebeln der Seele und des Leibes er= rettest. Daß du uns vor Schauer, Hagel, Mißwachs und Theuerung bewahrest. R. Wir bittcn dich, erhöre uns! Daß du uns in allen Widerwärtigkeiten stärfest, und zur Tugend hinführest. Daß du uns allen nach diesem Leben die ewige Seligkeit ertheilest. Vater unser u. s. w. V. Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, R. Und das Andere wird euch dazu gegeben werden. 315 O Jesu, Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt!( Wird dreimal gesprochen.) bitten 2c. R. Wir XXIV. Nachmittagsandacht. ( Bitte um, und Dank für Ernte- Segen.) I. Ernte- Andacht. V. Unsere Hilfe kömmt von dem Herrn, R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Psalm. ( Gebet.) O Herr! wir unterwerfen uns mit Demuth deinen unerforschlichen Anordnungen, voll des Vertrauens auf die Weisheit und Güte deiner väterlichen Regierung. Stärke uns zur Geduld und Ergebung durch einen festen Glauben an deine allwaltende Vorsehung, damit wir dich einst mit desto freudigerem Danke loben und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. 1. Des Herrn ist die Erde, und Alles, was darauf ist,* Der Erdkreis mit allen seinen Bewohnern. 2. Er hat sie auf Wasser gegründet,* Und hat ihre Flüsse mit Ufern befestiget. 1. Durch sein Wort erschuf er die Berge,* Und mit seiner Allmacht hat er sie umgürtet. 2. Er ist es, der den Früh- und Spätregen sendet;* Er wässert die Furchen, und macht fruchtbar die Felder. 1. Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang* Ergießt sich seine Milde über alle Geschöpfe. 2. Er ist die Zuversicht der ganzen Erde und des fernen Meeres;* Seiner freuen und trösten sich alle lebendigen Weſen. 1. Er erhöret Gebete; darum nahen sich alle Menschen zu seinem Throne;* Alle rufen zu ihm mit kindmlichem Vertrauen. 316 2. Er krönet das Jahr durch seinen Segen mit Gütern;" Erweicht das Land, und gibt den Saaten Gedeihen. 1. Durch ihn sproßt aus der Erde Getreide im Ueberfluß zur Nahrung;* Durch ihn grünen Triften, und blühen die Fluren. 2. Wer ist, der nicht seine Macht und seine Güte erkennet,* Und seinem heiligen Namen dankbar lobsingt? Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste," Von uns und allen Menschen, jezzt und zu allen Zeiten. Amen. Gesang. ( Einige. 1. Hör', o Gott! mit Wohlgefallen Deiner kinder frommes Lallen; Unser Herz erweitert sich; Denn es fühlt als Vater dich. Deixe milde Hand gibt Segen, Gibt den Son= nenschein und Regen. ( Chor.) Vater, gib uns deinen Segen, Gib uns Sonnenschein und Regen. ( Einige.) 2. Freudig treuten wir den Samen; Denn wir streuten ihn im Namen Dessen, der mit einem Ruf Erde, Sonn' und Pflanzen schuf. Dein, o Vater! ist der Segen, Dein ist Sonnenschein und Regen. ( Chor.) Dein, o Vater! ist der Segen, Dein ist Sonnenschein und Regen. ( Einige.) 3. Sä'n und pflanzen hilft noch wenig; Das Gedeihen gibt kein König: Keiner hat mit aller Macht Nur ein Blatt hervorgebracht. Seht, von oben kommt der Segen, Kommt uns Sonnenschein und Regen. ( Chor.) Seht, von oben kommt der Segen, kommt uns Sonnenschein und Regen. ( Einige.) 4. Der so schön die Blumen kleidet, Der so mild die Vögel weidet, Alles nährt in Feld und Hain, Wird für uns auch Vater sein. Ja, dem Frommen gibst du Segen, Gibst ihm Sonnenschein und Negen. ( Chor.) Ja, dem Frommen gibst du Segen, Gibst ihm Sonnenschein und Regen. ( Einige.) 5. Laß mit Frucht den Baum sich schmücken, Reich an Korn den Halm sich bücken. An der Rebe Trauben glüh'n, Wiefen für die Heerde blüh'n! Ueberall auf unsern Wegen Walte väterlich dein Segen. ( Chor.) Uleberall auf unsern Wegen Walte väterlich dein Segen. ( Einige.) 6. Schone, Vater! in Gewittern, Schone, wenn wir flehend zittern! Ruf' in der Gewitternacht Mit der Stimme 317 deiner Macht Uns zurück von bösen Wegen; Auch dein Donner bringe Segen! ( Chor.) Schre d' uns ab von bösen Wegen; Auch dein Donner bringe Segen. ( Einige.) 7. Ruhen lassen wir den Samen In des Allbelebers Namen, Der den Leib in Gräber sä't, Bis er glorreich aufersteht. Alle Frommen führt sein Segen Einst dem Erntetag entgegen. ( Chor.) Alle Frommen führt sein Segen Einst dem Erntetag entgegen. Lytanei. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! V. Herr, erbarme dich unser! Christus, erhöre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel! R. Erbarme 2c. Gott Sohn, Erlöser der Welt! R. Erbarme ic. Gott heiliger Geist! R. Erbarme 2c. Heiligite Dreinigkeit! R. Erbarme 2c. O Gott! dessen Macht sich über Alles erstreckt. R. Auf dich vertrauen wir! C Gott! dessen Fürsorge sich über alle Geschöpfe verbreitet, O Gott! der du die Vögel der Luft ernährst, und die Blumen des Feldes bekleidest. O Gott! der du von jeher für die Menschen liebreich gesorgt, und sie mit Nahrung versehen hast. O Gott! der du uns durch deinen Sohn um das tägliche Brod zu beten gelehret hast. O Gott! auf dessen Wink die erwärmende Sonne auf- und niedergeht. O Gott! der du die Erde mit Thau und Regen befeuchtest. O Gott! der du alle Elemente mit Allmacht und Weisheit beherrschest! R. Wir bitten dich, er höre uns! Laß unsere Felder( Weinberge) und Fluren fruchtbar sein. Segne die Mühe des Landmannes, und gib allen seinen Arbeiten Gedeihen. Laß die Gewitter den Früchten des Feldes fruchtbar vorüberziehen. Laß durch den Donner die frechen Sünder an das Gericht erinnert und zur Buße aufgeschreckt werden. Gib, daß die Arbeiter auf dem Felde sich jederzeit deiner Allgegenwart erinnern, und von allem Bösen enthalten mögen. Verleihe, daß wir bei dem Anblicke aller Gewächse an deine Güte erinnert und zur dankbaren Freude ermuntert werden. R. Auf dich vertrauen sc. Verleihe, daß wir bei dem Anblicke der Blüthen und Früchte den Entschluß fassen, Früchte der Tugend zu bringen. R. Wir bitten dich, erhöre uns! 318 Verleihe, daß wir bei dem Anblicke des Unkrautes uns an die Sünde erinnern, und sie gleich dem Unkraute ausrotten mögen. Gib, daß wir uns jederzeit mehr um die unvergängliche, als vergängliche Nahrung bewerben. Laß deine Gnade an uns wirksam sein zum ewigen Leben. Gib, daß wir treu mit den irdischen Gütern umgehen, damit uns einst die himmlischen anvertraut werden. Laß uns fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal und unermüdet im Gebete sein. Bewahre uns nicht nur vor dem zeitlichen, sondern noch viel mehr vor dem ewigen Verderben. R. Wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt,( Dies wird dreimal gesprochen.) 1. Verschone uns, o Herr! 2. Erhöre uns, o Herr! 3. Erbarme dich unser, o Herr! ( Gebet.) O Herr, unser Gott! wir glauben feſt, daß du allmächtig und unendlich heilig und weise bist. Uns geschehe demnach, wie du willst! Denn dir ist bekannt, was für uns an Leib und Seele in diesem und dem kommenden Leben heilsam ist. Deiner Vorsicht überlassen wir Alles; deiner Liebe empfehlen wir Alles; von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigkeit waren; so hast du uns bisher dennoch so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, du werdest unser Schicksal auch künftig mit Vatergüte leiten. Vergib uns alle unsere Sünden, und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unsers Lebens dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben laß uns bei dir Freude und Seligkeit finden, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei immerdar mit uns. R. Amen. II. Ernte- Andacht. ( Wenn die Hoffnung der Ernte durch Gewitter zerstört wurde.) V. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, R. Der unser Schöpfer und Vater ist. ( Gebet) Jm schmerzlichen Gefühle, die Hoffnung unsrer Arbeit, im Schweiße des Angesichtes verrichtet, in unsrer Ernte zerstört zu sehen, erscheinen wir vor deinem heiligen Altare, um dir, Allmächtiger! unsere kindliche Unterwerfung zu bezeigen. Hoffnungsvoll keimten 319 und wuchsen unsere Saaten. Ungewitter haben sie zernichtet. Aber noch lebst du, Allbarmherziger! Du nährest die Vögel der Luft und kleidest die Blumen des Feldes. Auch uns; deine Kinder, wirst du nicht darben, nicht verhungern lassen. Noch ist dein Arm allmächtig, um uns helfen zu können; und deine Güte unbegrenzt, um uns helfen zu wollen. Noch lenkst und leiteſt du die Herzen der Menschen. Du wirst auch die Herzen unsrer Öbern und der Wohlhabenden zur mitleidigen Theilnahme erwecken, und zur thätigen Hilfe bewegen. Wir rufen deswegen in findlicher Gesinnung zu dir: O Gott und Vater! R. Auf dich vertrauen wir! Du siehst unsre Noth, kennst unsre Angst, noch ehe wir sie dir klagen. Du öffnest deinen Vater- Schooß dem Kummer und den Seufzern unsers Herzens. Du hast die Macht uns zu beschüßen, und aus Nöthen zu erretten. Die ganze Welt steht unter deiner Aufsicht und Gewalt. Nichts kann uns widerfahren, kein Haar von unserm Haupte fallen ohne deinen Willen. Von Anbeginn hast du schon alles zu unsrer Wohlfahrt angeordnet. Noch lenkest du den Gang der Dinge zum allgemeinen Besten. Du weißt es, was wir täglich nöthig haben, und gibst, was uns gebricht. Was du bisher an uns gethan, beruhigt uns auch der Zukunft wegen. Du legest uns nicht mehr auf, als wir vermögen zu ertragen. Du willst durch Trübsal uns von Fehlern läutern, uns deiner Gaben würdig machen. Selbst aus den Uebeln weißt du für uns Gutes nach deiner Weisheit zu erzeugen. Einst werden wir in vollem Lichte erkennen, was wir hier von deinem Rathschlusse nicht verstehen. Wir arme sündige Menschen: Wir bitten dich, erhöre un's! Bewahre uns vor aller unnüßen Furcht und Angst. Bewahre uns vor Ungeduld, Kleinmuth und Verzagtheit. Bewahre uns vor allem Mistrauen auf deine weise Vorsehung. Laß uns deinen heiligen Willen in allen Fügungen erkennen und anbeten. Laß uns das Widrige, wie das Angenehme, von deiner Hand mit Dankbarkeit annehmen. R. Auf dich vertrauen wir! Gib, daß wir uns allen deinen Anordnungen, auch wenn sie für uns schmerzlich sind, mit Geduld unterwerfen. Laß uns deinen heiligen Willen junsere einzige Freude, unsern Trost und unsere Sorge sein. R. Wir bitten dich zc. 320 O Jesu, du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! u. f. w. Vater unser u. s. w. ( Gejan g.) 1. Lasset, Christen! Gott nur walten; Betet seine Vorsicht an. Liebreich wird er uns erhalten. Wandeln wir nur seine Bahn. Wer auf ihn sich ganz verläßt, Dessen Heil steht felsenfest. 2. Gott weiß alles wohl zu lenken; Sein ist Weisheit und Verstand. Warum sollten wir uns fränten? Sind wir nicht in seiner Hand? Er ist Vater, der uns liebt, Wann er nimmt, und wann er gibt. 3. Führt er uns durch rauhe Wege, Schickt er uns auch Leiden zu; Treffen uns gleich harte Schläge, Nichts trüb' unfre Seelenruh. Duldend denken wir daran:„ Was Gott thut, ist wohlgethan." 4. Gott weiß alles, was uns fehlet; Er weiß es, was uns gebricht; Er, der jede Thräne zählet, Die uns fließt vom Angeficht, Unerwartet sendet er, Hilfe uns vom Himmel her. 5. Alle Arbeit und Beschwerden, Alle Leiden dieser Zeit, Wenn sie Gott geweihet werden, Führen uns zur Seligkeit. Wohlgethan ist, was er thut, Baut auf ihn, habt frohen Muth! V. Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, R. Und das andere wird euch dazu gegeben werden. ( Gebet.) O Gott der Erbarmung und des Trostes! Mit findlicher Ergebung unterwerfen wir uns deinen heiligen Fügungen, und im Vertrauen auf deine Hilfe wollen wir unsere Arbeit wieder beginnen, unsere Saatfelder bestellen und alle Kräfte anwenden, um das tägliche Brod zu verdienen. Haben wir uns durch Mißbrauch deiner Gaben an deiner Güte versündiget, so wollen wir uns jetzt durch Abbruch und Beherrschung unserer sinnlichen Begierden für den Ernte- Segen des nächstkommenden Jahres würdig zu machen bestreben. Sieh', Allbarmherziger! diesen Entschluß gnädig an, und gib uns Kräfte, denselben auszuführen. Stärke uns zur Geduld und Ergebung durch einen festen Glauben an deine allwaltende Vorsehung, und durch getroste Hoffnung einer bessern Zukunft, damit wir dich einst mit desto freudigerem Danke loben und preisen, durch Jeſum Christum, deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. III. Ernte- Andacht bei Fehljahren. V. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, R. Der unser Schöpfer und Vater ist. 321 Nicht so reichlich, als sonst, war in diesem Jahre dein Ernte- Segen, Allgütiger! Aber auch das Wenige, was wir empfangen haben; ist uns Beweis deiner Liebe und Güte. Bei deinem Segen wird es genug sein, um uns und die Unsrigen zu erhalten. Du bist noch unser Gott und Vater, und wirst es immer sein, wie du es bisher warst. Wir halten fest an dir, du wirst uns nicht verlassen. V. Auf dich vertrauen wir! R. Auf dich vertrauen wir, u. s. w., wie Seite 319. ( Gebet.) Wir danken dir, o Gott, auch für die wenigern Gaben, die du uns in dieser Ernte geschenkt haft. Auch sie sind uns ein Merkmal deiner Güte, die sich schon öfters so reichlich geoffenbart hat. Laß sie uns in Gesundheit mit den Unsrigen, entfernt von allem Unglück, genießen. Wir wollen uns bestreben, durch Zufriedenheit und Genügsamkeit deiner Güte in dem kommenden Jahre um so würdiger zu sein, als wir es einsehen, daß deine Segenshand das Gedeihen zu unſerer Arbeit geben muß, wenn sie gerathen soll, und daß wir nur durch treue Erfüllung unserer Standespflichten und durch kindliche Hingebung in deinen heiligen Willen deiner Gnade würdig sind. Du hast es selbst gesagt: Nur wer über Weniges treu ist, wird über Vieles gesetzt werden. Hilf uns, o Herr! daß wir diese Gaben nur so gebrauchen, daß sie uns zum Heil der Seele und des Leibes gedeihen. Wir bitten dich darum, durch Jeſum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. IV. Grnte- Andacht. ( Danksagung für eine reichliche Ernte oder Erntefegen überhaupt.) V. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, R. Ter unser Schöpfer und Vater ist.! ( Der Pfalm: Des Herrn ist die Erde, und Alles, was darauf ist" u. f. w. wie Seite 315 bei der Andacht um gesegnete Ernte. Hierauf Folgendes.) ( Gebet.) In findlich dankbarer Gesinnung erscheinen wir vor dir, o Gott! Wie einstens Abel dir ein wohl 322 gefälliges Opfer der Dankbarkeit darbrachte, so möchten auch wir für den Segen des Feldes unsere Dankbarkeit darbringen, damit wir deiner ferneren Gnade würdig und theilhaftig werden; durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! Für den milden Thau, mit welchen du die Saaten erquicktest. R. Canfen wir zc. Für den Regen, mit welchen du die Erde tränkteſt. R. Danten wir 2c. Für die Sonne, die den Acker des Gerechten und Bösen beschien. Für jede Aehre, mit welcher du unsere Felder ſegneteſt. Für jede Blume, mit welcher du die Wiesen bekleideteſt. Für die Gesundheit und Kraft, die Felder zu bauen. Für die Lust und den ausdauernden Muth, die beschwerlichen Arbeiten zu vollenden. Für deine Liebe, welche die Gewitter schonend bei uns vorüberziehen ließ. Wir arme sündige Menschen: Wir bitten dich, erhöre uns, Bewahre uns vor dem Mißbrauch deiner Gaben und Wohlthaten. Bewahre uns vor jeder That des Undanks und der Läſterung deiner Güte. Bewahre uns vor Unmäßigkeit, wodurch wir uns an deiner Freigebigkeit verfündigen. Bewahre uns vor Kargheit und Verschwendung, wodurch wir deine Vatergüte entehren. R. Danken wir zc. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Verleih uns ein genügsames und zufriedenes Herz. Gib uns ein Herz, das sich der Dürftigen erbarmet. Sei uns immerhin ein gütiger Vater, und sättige alles, was da lebt, nach deinem Wohlgefallen. Jesu, du Lamm Gottes u. s. w. ( Gesang.) 1. Wir danken, Herr: für deinen Segen, Auf Aeckern, Wiesen, Feld und Au! Du gabst uns Sonnenschein und Regen, Gabit Wärme, Donner, Wind und Thau. Es blüht' und reifte unsre Saat Nach deinem wunderbaren Rath. 2. Der Himmel träufelt deine Güte, Die Erd' ist deiner Schäße voll; Damit ein achtsames Gemüthe Dich finden und bewundern soll; Dich, der durch seine weise Macht Dies Alles hat hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepriesen; Gepriesen sei die Wunderkraft, Die auf den Feldern, Hügeln, Wiesen Dem Menschen Brod 323 und Nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; Du gibst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Segens Fülle Herab, ob wir's schon nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, Daß Feld und Au und Garten grünt, Und uns, sind wir es gleich nicht werth, Die Frucht der Erde reichlich nährt. 5. Erhalte ferner uns're Saaten Und uns're Häuser, Hab' und Gut! Bewahr' uns, Herr! vor Missethaten, Vor Wolluſt, Geiz und Uebermuth, Weil sonst beim größten Ueberfluß zu Grund die Seele gehen muß. 6. Ja, Vater! wenn wir dich nicht ehren, Der du an uns so liebreich denkst, Muß sich in Fluch dein Segen fehren, Mit dem du Haus und Feld beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zer= streut, So mangelt doch Zufriedenheit. 7. So lasset uns denn hier auf Erden, Den guten Samen auszustreu'n, Nie müde, nie verdrossen werden; Und uns weit mehr der Ernte frent'n, Die einst nach dieser Zeit der Saat Für uns erfah dein weiser Nath. ( Statt des obigen Liedes kann auch folgendes gesungen werden.) 1. Wie mild und gütig zeigt sich Gott! Lobsingt, lobsingt dem Herrn; Er gibt uns täglich unser Brod, Gibt mehr noch, gibt uns gern. 2. Dein Segen, Gott! versieget nie; Er fließt von Jahr zu Jahr. So reich bleibt deine Huld, als sie Im Schöpfungs- Anfang war. 3. Von Herzen dauket Gott und liebt Den Herrn! Er ist so gut; Liebt ihn, der uns so freundlich gibt, Und so viel Gutes thut. 4. Genießt mit froher Dankbarkeit Den Segen eures Herrn! Und wenn ihr seiner Huld euch freut, So gebt, wie er, auch gern. 5. Die Schaar der Armen seufze nie: ,, Ach! uns nur mangelt Brod!" Erquickt und unterstützet sie, Ihr Reichen, in der Noth. 6. Ein solcher Dank gefällt Gott wohl, Und er verheißt, daß euch Nicht Saat und Ernte fehlen soll; Denn er ist ewig reich. 7. Er sammelt einst auch väterlich. Uns ewig zu erfreu'n, Wenn wir ihm folgen, uns zu sich In seine Scheunen ein. V. Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht! R. An solchen Opfern hat Gott ein Wohlgefallen. ( Gebet.) O Gott, der du an uns Unwürdigen deine Freigebigkeit gezeigt hast; füge deinen großen Gaben, die du uns angedeihen ließest, auch die Gnade bei, dieselben jederzeit recht zu erkennen, zu schäßzen, zu deiner Ehre und unserm Heile, und zum Nußzen unsers Nächsten zu verwenden, damit wir durch ihren guten Gebrauch zur dankbaren Liebe zu dir entflammt werden, und so vor dir wandeln mögen, daß wir würdig seien, in den Wohnsitz 324 deiner Heiligen aufgenommen zu werden, und mit ihnen deine unermeßliche Güte dort ewig zu loben und zu preisen, durch Jesum Christum u. s. w. XXV. Monatliche Nachmittags- Andacht der Bruderschaft der Liebe Gottes und des Nächsten. Vorbereitungsgebet. Jesus Christus! du hast selbst die Bruderschaft der Liebe Gottes und des Nächsten eingesetzt. In deinem Namen sind wir hier brüderlich versammelt, um unsere Liebe zu deinem und unserm Vater, und zu unserm Nächsten durch Gesang und Gebet zu beleben und zu stärken, damit wir, mit dir in Liebe vereinigt, des ewigen Lebens mögen würdig und dereinst theilhaftig werden. Sende uns hiezu deinen heiligen Geist, wir bitten dich darum, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. ( Erstes Lied. Die Liebe Gottes.) 1. O Vater deiner Menschenkinder! Der du die Liebe selber. bist! Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist; Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, Der du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du dazu mir Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefällt auch mir; Nichts scheide mich, o Gott! von dir. 3. Bertilg' in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieser Welt! Und gib, daß ich Verläugnung übe, Wenn mir die Eitelkeit gefällt. Wie sollte ich die Kreatur Dir vorzieh'n, Schöpfer der Natur. 4. Laß mich um deines Namens willen, Gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So fich auf meine Willigkeit. Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott! mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n Laß, Vater! mich bemühet sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rath bestimmt; Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, Geduldig trägt und weislich nüßt, Wird mächtig von dir unterstüßt. 325 7. In deiner Liebe laß mich sterben, Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit! ( 3 weites Lied. Die Liebe des Nächsten.) 1. So Jemand sagt: er liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wort nur Spott: Er handelt ihm zuwider. Gott, der zu lieben ihm gebeut, Befiehlt uns auch zu gleicher Zeit, Die Brüder stets zu lieben. 2. Wer dieser Erde Güter hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den Hungrigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden; Der kennt und liebt den Höchsten nicht, Der zu uns so vernehmlich spricht: Liebt mich in euren Brüdern! 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, Und gerne schmähen höret; Sich freut, wenn sich sein Freund vergeht, Nicht schonend ihn belehret; Nicht dem Verläumder widerspricht, Der liebet seinen Bruder nicht, wie es ihm Gott gebietet. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß Den Nächsten unterstüzet; Doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, Aus Weichlichkeit ihm nüßet, Nicht Gottes wegen, nicht aus Pflicht; Auch der liebt seinen Nächsten nicht, Wie er ihn lieben sollte. 5. Wer harret, bis, ihn anzufleh'n, Ein Dürftiger erscheinet, Nicht eilt, dem Bruder beizusteh'n, Der im Verborg'nen weinet; Nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht; Auch der liebt seinen Nächsten nicht, Wie Gott uns Alle liebet. 6. Wer Nied're, wenn er sie beschirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet, Beleidigungen nicht verzeiht, Wie Christus that, und uns gebeut, In dem wohnt nicht die Liebe. 7. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Von Brüdern Unrecht leiden; Doch kann und soll das Bruderherz Haß, Zorn und Rachsucht meiden. Verzeihen ist des Chriften Pflicht; Wir sind des Heilands Freunde nicht, Wenn wir die Feinde hassen. 8. Der du, o Gott! die Liebe bist, Und Menschen gerne segnest, Ja dem, der selbst dein Feind noch ist, Mit Wohlthun stets begegnest! O bilde unsern Sinn nach dir, Und laß uns, Bater, alle hier In deiner Liebe wandeln. Lytanei von der Liebe Gottes und des Nächsten. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! Gett Vater, Sohn und heiliger Geist, Dreieiniger Gott! Erbarme dich unser! Dich, ewiger, allmächtiger, allwissender, allgütiger und barmherziger Gott, dessen Wesen und Thun Liebe ist! 326 R. Dich lieben wir von ganzem Herzen. Du hast uns nach deinem Bilde erschaffen, und zur Seligkeit berufen. Du hast uns, um dich zu erkennen und zu lieben, einen vernünftigen und unsterblichen Geist gegeben. Du bist unser Vater, und sorgest für uns mit endloser Treue. Du ordnest und lenkest jenen, die dich lieben, alles zum Heile ihrer Seele. Du hast uns deinen Sohn gesendet, daß er uns auf den Weg der Wahrheit und Seligkeit führe. Du hast uns durch ihn das Gebot gegeben, dich über Alles und den Nächsten wie uns selbst zu lieben. Auch dich, o Jesus, Sohn Gottes, lieben wir so, wie deinen himmlischen Bater. Wie groß warst du, und wurdest so geringe, damit du uns erheben könntest. Wie reich warst du, und wurdest doch so arm, damit du uns bereichern könnteſt. Du kamst und suchtest die Verirrten auf, sie auf den Pfad des Heils zurückzuführen. Du zogst durch Städte und durch Dörfer, um heilsbedürftigen zu helfen. Du starbst der Sünder Tod, uns von der Sünde zu, erlösen. Erhabenes Vorbild reiner Liebe zu Gott und dem Nächsten! R. Wir sind bereit, dir nachzufolgen. Du liebtest Gott als deinen Vater, und wandeltest vor ihm in unbefleckter Tugend. Bei allen Freuden blicktest du zu ihm empor, und danktest ihm als Geber alles Guten. In Leiden jahest du vertrauend auf zu ihm und unterwarfst dich seinem heiligen Willen. Auf Erden warst du Gott gehorsam, und bliebst ihm treu bis zum Tod am Kreuze. Du gabst uns das Gebot: liebt euch, so wie auch ich euch liebe. Du gingst umher, thatst Allen Gutes, die dich um Hilfe flehten. Du segnetest selbst deine Feinde, thatest denen wohl, die dich verfolgten. Mit unaussprechlich großer Liebe nahmst du dich an der Armen. Du warst die Zufluchtsstätte der Verlassenen, der Trost der Wittwen und der Waisen. R. Dich lieben wir von ganzem Herzen. Hilf uns. daß wir dich täglich mehr im Geiste und in der Wahrheit würdig ehren. R. Wir sind bereit, dir nachzufolgen. Sei auch uns gnädig; hilf uns, dir täglich mehr an Liebe ähnlich werden. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Bilde unsern Sinn nach deinem Sinne, und unser Herz nach deinem Herzen. Laß uns als höchstes Gut dich über Alles, und wie uns selbst den Nächsten lieben. R.Wir bitten ze. Es sei dem Herzen Freude, sich zu dir im Gebete zu erheben. Hilf, deine heiligen Gebote uns immer treu vollziehen. Dein heil'ger Wille sei in Freud' und Leiden die Richtschnur unsers Lebens. Laß alle Menschen uns als deine Kinder, wie unsre Brüder lieben. Laß Freude uns bei ihrem Glück, bei ihrem Unglück aber Schmerz empfinden. Gib uns Gelegenheit und Kraft, zu ihrem Wohlergehen mitzuwirken. 327 Nach deiner Milde segne unsre Feinde; thu' denen wohl, die uns verfolgen. Nie möge unser Herz unredlich gegen Andere Handeln. Was wir von Andern wünschen, das wollen wir an ihnen auch ausüben. V. Er hat uns ein neues Gebot gegeben, R. Daß wir einander lieben, wie er uns geliebt hat. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Unaufgefordert wollen wir Unglücklichen beispringen. Wir wollen in den Armen durch milde Gaben dich verehren. Stärk' uns mit deiner Gnade, getreu dies alles zu erfüllen. In deiner Liebe möchten wir hienieden leben. Um ewig dein zu sein, möchten wir in deiner Liebe sterben. O Jesu, du Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt u. j. w. Gebet. 1) O Gott, der du uns das Gebot gegeben hast, dich über Alles, und den Nächsten wie uns selbst zu lieben! verleih' uns, daß wir dieses Gebot stets genau erfüllen, und an unserer Liebe jedermann erkenne, daß wir würdige Schüler deines Sohnes, und ächte Glieder seiner Bruderschaft sind, die er hier auf Erden gestiftet hat, damit wir, mit ihm und allen Heiligen durch das Band der Liebe vereinigt, des ewigen Lebens würdig und theilhaftig werden; er du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 2) Gott! der du den ganzen Inhalt deiner Gebote durch die Liebe gegen dich und den Nächsten zu erfüllen gelehrt hast! Gib uns die Gnade, daß wir, deine Familie auf Erden, nicht nur mit ungetheiltem Herzen dir ergeben bleiben, sondern auch durch Gerechtigkeit und Güte uns einander wie Kinder eines Vaters und Erlöste eines Heilandes lieben, und, durch diese Liebe mit dir und deinen Auserwählten vereinigt, würdig sein mögen, an deiner Herrlichkeit und Seligkeit Theil zu nehmen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. f. w. 328 ( Gebet für die Verstorbenen.) Priester. O Herr des Lebens und des Todes! wie uns dein Sohn lehrte, rufen wir zu dir: Volk. Vater unser, der du bist in dem Himmel! Priest. Du bist nicht nur Vater unser Aller auf Erden, sondern auch Aller im Himmel, und vorzüglich der Hingeschiedenen im Reinigungsorte. Aus Liebe läuterst du sie, damit sie, rein von Sünden, würdig werden, an deiner Seligkeit Theil zu nehmen. Von ganzem Herzen rufen wir deßwegen: Volk. Geheiliget werde dein Name! Priest. Der Himmel ist unser wahres Vaterland; dort allein haben wir eine bleibende Stätte. Laß auch uns und die Verstorbenen dahin gelangen. Sehnsuchtsvoll rufen wir: Volt. Zukomme uns dein Reich! Priest. Dir leben und dir sterben wir, und wenn du uns von dieser Welt abrufst, so wollen wir noch mit gebrochener Stimme sprechen: Volk. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Priest. Der Erde Güter sind vergänglich und ohne Werth vor dir, o Gott! Deßwegen sehnen wir uns nicht nach Ueberfluß, und beten kindlich zu dir: Volk. Gib uns heut' unser tägliches Brod! Priest. Vor dir, o Gott! ist hier auf Erden auch nicht ein Heiliger ganz von Sünden rein. Wie sollten wir bei deinem Richterspruch bestehen? Ach, reuevoll flehen wir zu dir: Volk. Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern! Priest. Keine Sünde soll uns mehr von deiner Liebe trennen. Standhaft wollen wir die Bahn der Tugend wandeln. Doch, was vermag der Mensch, Herr! ohne deine Gnade! Darum flehen wir: Volk. Führe uns nicht in Versuchung! Priest. Vater! nochmals rufen wir: erbarme dich des( der) abgestorbenen Gläubigen. Doch läutre nicht nur ihn( sie) von allen Makeln der Sünde; Volt. Sondern erlöse auch uns von allem Uebel. Amen. 329 Lasset uns beten. O Herr, unser Gott und Vater! Im Gefühle der Liebe, mit welcher du alle Menschen zu lieben befohlen hast, empfehlen wir dir unsere verstorbenen Mitbrüder und Mitschwestern zur Nachsicht und Erbarmung, und bitten dich: laß sie deines ewigen Reiches würdig und theilhaftig werden. Uns aber, Allgütiger! verleihe deine Gnade, unsre irdische Wanderschaft in findlichem Gehorsam gegen dich fortzuseßzen und zu vollenden, daß wir einst das verheißene Erbe erlangen, welches du den Frommen bereitet hast, durch Jesum Christum u. s. w. XXVI. Nachmittagsandacht für die vier Hauptfeste der Bruderschaft der Liebe Gottes und des Nächsten. 1.( Am Feste der christlichen Erziehung.) Vorbereitungsgebet. O Gott! der du den Menschen mit so vielen und herrlichen Anlagen begnadiget hast; wir versammeln uns vor deinem heiligen Altare, um über die Pflichten und Mittel nachzudenken, diese Anlagen zu entwickeln, und dich um die Gnade zu bitten, die heranwachsende Jugend so zu erziehen, daß sie, von der Liebe zu dir und allen Menschen beseelt, deines himmlischen Reiches würdig und dereinst theilhaftig werde; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Zur Predigt over Exhortation wird eines der Predigtlieder gesungen, welche in der sechsten Abtheilung zu finden sind; nach derselben aber folgendes Lied:) ( Gebetlied christlicher Eltern für ihre Kinder.) 1. Du aller Väter Vater, treuer Erbarmer, Segner und Erfreuer! Der du der Vater Jesu Christ, Und unser Aller Vater bist! Schau gnadenvoll auf die herab, Die deine Vaterhuld uns gab. 2. Dir sei des Leibs, der Seele Leben, Dir bester Vater übergeben. Dein, der sie schuf, erlöst, erhält, Dein seien sie und nie der Welt. Sie waren in der Taufe schon Geweihet dir und deinem Sohn. 3. Du, Jesus! weihtest sie. Vom Bösen, ka mst du, auch Kinder zu erlösen. Sie zu erheben in dein Reich Wardst du einst einem Kinde gleich. sie herztest du. Man führte dir die Kinder zu, Sie segneteſt, 330 4. O Kinderfreund! auf deinen Armen Trag deine Kinder voll Erbarmen! Laß sanft sie dir im Schooße ruh'n, Dir folgen, deinen Willen thun! Dein Tempel sei ihr Leib; es sei Ihr Herz von jedem Laster frei. 5. O lehr' uns selbst in allen Pflichten Mit Munterfeit sie unterrichten! Nie fehl' uns Ernst und Zärtlichkeit, Die liebreich warnt, und weislich dräut, Zur rechten Zeit vergibt und schont, Zur rechten strafet und belohnt. 6. Nur dein Gebot, nur weise Lehren Laß sie aus unserm Munde hören; Kein böses Wort, kein arger Scherz Verderbe ihr zu schwaches Herz! Flöß' ihnen den Gehorsam ein, Und uns, uns lehr' ihr Beispiel sein. 7. Laß, Vater! laß ihr findlich Lallen U1 m Christi willen dir gefallen! Gib dem Verstande Licht, und gib Dem Herzen zum Gebete Trieb. Mit Einem Herzen bitten wir. Wir Eltern: zieh' sie ganz zu dir. 8. Die sanften himmlisch schönen Triebe Des Mitleids und der Menschenliebe, Des Wohlthuns edle, süße Luft Erweck' in ihrer zarten Brust! Stets müss' es ihre Freude sein, Das Elend liebreich zu erfreu'n. 9. Und sinkt einst ihre Hütte nieders; Jm Himmel finden wir sie wieder. Dann wird uns feines mehr entflieh'n, Wenn wir dem Himmel sie erzieh'n. Aus Einer Seele jauchzen wir Dann ewig Alleluja! dir. Lytanei. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! R. Grbarme dich unser! Gott! der du uns aus Liebe erschaffen hast. Gott! der du uns eine unsterbliche Seele gegeben hast. O Gott! der du uns zur ewigen Seligkeit berufen haſt. O Gott! der du uns Verstand gegeben hast, das Gute zu er fennen. Gott! der du uns ein Herz geschenkt hast, das Gute zu wollen. Gott! der du uns Kräfte verliehen hast, das Gute zu vollbringen. 00 O Gott! der du willst, daß wir zu würdigen Gliedern deines Reiches erzogen werden. O Gott! der du auch uns berufen hast, die Nachkommenschaft würdig zu erziehen! R. Wir bittin dich, erhöre uns! Gib uns Weisheit, die Jugend zu leiten. Gib uns Geduld, sie zu unterrichten. R. Erbarme dich unser! Gib uns Wachsamkeit, sie vor dem Bösen zu bewahren. Gib uns Sorgfalt, sie zum Guten zu gewöhnen. Gib uns Liebe, sie zu züchtigen und zu strafen. Gib uns Kraft, sie zu bessern und auf dem Pfad der Tugend zu erhalten. R. Wir bitten 2c. Verleih ihnen, daß sie, wie an Jahren, so auch an Verstand und Tugend wachsen. Gib, daß sie die Freude der Eltern und die Stüte ihres Alters werden. 331 bitten 2c. R. Wir Laß sie mit uns einst deiner Seligkeit theilhaftig werden. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Jesus, Sohn Gottes! R. Wir bitten dich, erhöre uns: O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. 1) Verschone uns, o Herr! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme dich unser, o Herr! Vater unser u. s. w. ( Gebet.) Deiner unermeßlichen Vaterliebe empfehlen wir unsere Kinder, o Herr! Dein sind sie, weil du ihr Schöpfer bist: dein, weil du ihr Erlöser bist, und dein, weil du sie in der Taufe geheiliget hast. Laß uns an ihnen treue Mitarbeiter deiner Gnade sein, und sie zu nützlichen Bürgern des Staates, zu heiligen Gliedern deiner Kirche und würdigen Erben des Himmelreiches erziehen. Laß auf ihnen ruhen den Geist der Weisheit, damit sie jederzeit das suchen und wählen, was ihnen zur Heiligung und Beseligung dient. Gib ihnen ein Herz, das dich über Alles, und den Nächsten wie sich ſelbst liebt. Bewahre sie vor Aergernissen und Verführung. Sende ihnen deine heiligen Engel zur warnenden Leitung in diesem Pilgerthale, damit ihr Tritt nicht ausgleite, und sie auf dem Wege deiner Gebote in's ewige Leben eingehen mögen. Wir bitten dich darum, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 2.( Am Feste des christlichen Unterrichts.) ( Vorbereitungsgebet.) O Gott! du hast durch deinen Sohn in deiner Kirche Lehrer aufgestellt, daß sie deinem Volke die Heilswahrheiten verkünden, und es in allem unterrichten, was seine Wohlfahrt befördert. Gemeinschaftlich haben wir uns hier versammelt, um für diese Gnade dir unsern Dank darzubringen. Segne unsere Andacht, damit wir durch sie in der Erkenntniß deiner beseligenden Lehre wachsen, und zu immer größerer 332 Liebe zu dir und dem Nächsten entflammt werden. Gib uns deinen heiligen Geist dazu, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. [ Zur Predigt wird eines der Predigtlieder aus der sechsten Abtheilung gefungen; darauf das Lied: Religion, von Gott gegeben,( siehe Chriftenlehrlieder) oder folgendes Lied:] 1. Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich. An Weisheit und an Liebe reich, Ka mst du herab von Gott gesandt, Und machtest uns den Weg bekannt zur Seligkeit, die du erwarbst, Als du für uns aus Liebe starbst. 2. Erhellet von der Gottheit Licht, Sahst du-im göttlichen Gesicht, Was nach des Höchsten weisem Rath, Die Menschheit zu erwarten hat; Auch machtest du durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen fund. 3. Dies und die Wunder deiner Hand Sind uns ein göttlich Unterpfand: Was man aus deinem Mund gehört, Sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche uns der Frevler Spott Den Glauben an das Wort von Gott. 4. Du lehrtest uns durch Wort und That Den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran. Gib, Herr! daß ich auf gleicher Bahn, Gestärkt von dir, mit steter Treu Dir nachzufolgen willig sei. 5. Du bist es Herr! von dem das Amt, Das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund Noch jetzt das Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft Ihr Amt, damit es Nußen schafft. 6. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, Noch immer deinen guten Geist, Der dem, der Wahrheit sucht und liebt, Zum Glauben Licht und Stärke gibt. 7. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir, Durch Wahrheit leit' er mich zu dir, Damit, von Eigendünkel frei, Ich deinem Wort gehorsam sei, Bis mich dereinst in Ewigkeit Ein Hell'res Licht bei dir erfreut! Vater unser u. s. w. V. Selig sind, die Gottes Wort hören, R. Und es in ihrem Herzen aufbewahren. ( Gebet.) Gott, unser Vater! ewiger Urquell der Wahrheit! deiner unendlichen Güte verdanken wir es, daß die beseligende Lehre deines Sohnes Jesus Christus seit Jahrhunderten auch unserm Vaterlande leuchtet. Wir sind aber, o Herr! ganz von der Ueberzeugung durchdrungen, daß dir nur jene Dankbarkeit wohlgefällig sein könne, die sich durch kindlichtreue Benutzung deiner Wohlthat an den Tag legt. Gib demnach, o Vater des Lichtes! 333 daß der Geist der Wahrheit und Liebe, der die Apoſtel und ihre Nachfolger zu heldenmüthigen Bekennern und Vollziehern der Lehre Christi machte, auch unsere Herzen entflamme und stärke, damit wir die Erkenntniß unserer göttlichen Religion und die Ausübung ihrer Vorschriften allen andern Gütern standhaft vorziehen, und auf folche Art ihres erhabenen Trostes und ihrer Früchte des ewigen Heils würdig und theilhaftig werden mögen. Verbreite auch deine göttliche Lehre immer mehr unter allen Menschen; zerstreue die Nacht des Unglaubens; erhelle das Gemüth des Frrenden mit dem Strahl deiner Gnade; erwecke die hartnäckigen Sünder aus ihrem tödtlichen Schlafe, und erfülle alle Herzen mit dem lebendigen Feuer deiner himmlischen Liebe, damit auf Erden, wie im Himmel, nur ein Hirt sein möge, und eine Heerde, die dich preise in Ewigkeit. Amen. 3.( Am Feste der christlichen Mildthätigkeit.) ( Vorbereitungsgebet.) O Gott! du willst, daß wir unsere Bruderliebe werkthätig zeigen. Wir bitten dich deßwegen: sende uns deinen heiligen Geist, daß er in dieser Andachtsstunde unsere Herzen mit einer solchen Liebe erfülle, die in der Wohlthätigkeit ihre Freude sucht, und dereinst ihre Seligkeit findet. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. ( Zur Predigt oder Anrede wird ein Lied aus der sechsten Abtheilung gewählt; nach dieser aber folgendes Lied gesungen:) 1. Wohlthätigkeit ist unsre Pflicht, Wenn wir Betrübte sehen. Helf' ich, o Gott! Bedrängten nicht, Wenn sie um Hilfe flehen; So kann ich mich des Ruhms nicht freu'n: Nachfolger deines Sohn zu sein. 2. Kränkt mich nicht meines Nächsten Schmerz, Fühl' ich nicht seine Leiden; So kennt auch nicht mein hartes Herz Die edelsten der Freuden! So kenn' ich dich, den Vater nicht, und nicht der ächten Liebe Pflicht. 3. Rührt mich nicht der Verlass'nen Noth, Und nicht der Wittwen Zähre; So bin ich fern von dir, o Gott, Und läugne deine Lehre; Ich bin dem bösen Knechte gleich; Nicht werth, zu gehen in dein Reich. 4. Ist's Geiz, ist's Trägheit, die mir's wehrt, Den aus der Noth zu reißen, Der mir es klagt, was ihn beschwert; kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu wünschet gleich zu sein, muß alle Brüder gern erfreu'n. 334 5. O bu, der voll Barmherzigkeit So gern, was uns beschweret, Un mildert, und der Seele Scid Zuletzt in Freude kehret, O bild' auch meinen Sinn nach dir, Fern sei ein hartes Herz von mir. 6. Wer so, wie du, barmherzig ist, Empfängt von deinem Throne, Weil er nicht dein Gebot vergißt, Einst ewig Heil zum Lohne! Doch den Verächter dieser Pflicht Erkennst du für den Deinen nicht. Vater unser u. s. w. V. Selig sind die Barmherzigen! R. Sie werden Barmherzigkeit erlangen. ( Gebet.) Gott! du willst es, daß wir nicht bloß mit Worten, sondern auf eine thätige und aufrichtige Weise einander lieben; und du hast durch den Mund deiner heiligen Apostel uns fund gethan: daß, wer zeitliche Güter besitze, und seinen Bruder Noth leiden sehe, ohne ihm zu helfen, der habe auch die Liebe gegen dich nicht. Wir bitten dich, laß es immer unsere größte Freude sein, Dürftigen und Nothleidenden auch ungebeten Hilfe zu leisten, die Thränen der Wittwen und Waisen zu trocknen, und wie dein geliebter Sohn Jesus Christus durch Wohlthun selbst auf unsere Nachkommen Segen zu verbreiten. Hilf uns aber auch, jeden Funken des geheimen Stolzes in unserm Innern zu ersticken, daß wir nicht aus Eitelkeit und Lobsucht geben, wodurch wir das Herz der, Ungbücklichen mehr kränken, als erfreuen würden. Gib uns zur Wohlthätigkeit Demuth, damit unsere linke Hand nie erfahre, was unsere Nechte that. Laß uns den Bedürftigen jede Unterstützung aus Liebe zu dir, und mit freudigem Aufblicke zu deinem Sohne reichen, der es selbst gesagt hat: Er wolle jede Gabe, die wir dem Geringsten geben, so betrachten, als ob sie ihm selbst wäre gegeben worden, und er werde sie nicht unbelohnt lassen. Gib uns, Allbarmherziger! diesen Geist der Wohlthätigkeit! Wir bitten dich darum, durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Die Gnade unseres Heilandes sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. 335 4.( Am Fest der Feindesliebe.) ( Vorbereitungsgebet.) Göttlicher Heiland, Jesus Christus! der du uns selbst das neue Gebot gegeben hast: unsere Feinde zu lieben"; in deinem Namen sind wir hier versammelt, um uns durch Anhörung deines beseligenden Wortes, und durch Gebet diese Liebe zum Eigenthum zu machen. Sende uns deinen heiligen Geist. Wir bitten dich darum, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. ( Zur Predigt oder Anrede wird aus der sechsten Abtheilung ein Predigtlieb gewählt; nach derselben aber folgendes gesungen:) 1. Nie will ich dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, Wenn er aus Haß mir flucht. 2. Mit Güte will ich ihm begegnen, Nicht drohen. wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; Dies ist des Herrn Gebot. 3. Er, der von keiner Sünde wußte, Bergalt die Schmach mit Huld, Und litt, so viel er leiden mußte, Mit Sanftmuth und Geduld. 4. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, Da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht, den Haß vergelten, Wie er den Haß vergalt? 5. Wahr ist's, Verläumdung dulden müssen Ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen Zu unsrer Ehre spricht. 6. Dies will ich desto mehr bewahren; So bessert mich mein Feind, Und lehrt mich weiser nur verfahren; Indem er's böse meint. 7. Ich will mich vor den Fehlern hüten, Die er von mir erfann; Und auch die Fehler mir verbieten, Die er nicht wissen kann. 8. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, An ihm das Gute seh'n, Und nur das Gute von ihm sprechen: Wie könnt' er länger schmäh'n? 9. In seinem Haß ihn zu ermüden, Will ich ihm gern verzeih'n, Und als ein Christ bereit zum Frieden, Bereit zu Diensten sein. 10. Und wird er, mich zu untertreten, Durch Güte mehr erhizt: Will ich im Stillen für ihn beten, Und Gott vertrau'n, der schützt. Vater unser u. s. w. V. Ich sage euch: liebet eure Feinde; R. Thuet wohl denen, die euch haffen, und betet für die, die euch verfolgen. 336 ( Gebet.) Allmächtiger, barmherziger Gott! der du uns in deinem Sohne das erhabenste Vorbild der Feindesliebe gegegen hast; wir bitten dich, gib uns deine Gnade, daß wir demselben, wie dein heiliger Blutzeuge Stephanus, nachfolgen, und unsere Feinde von ganzem Herzen lieben. Mit unverstellter Gesinnung flehen wir deßwegen auch zu dir: Verzeih' Allen, die uns je beleidigt haben. Vergilt ihnen das Böse mit Gutem, und verwandle ihre Feindschaft in zärtliche Liebe. Gib uns Gelegenheit, ihnen werkthätig zu zeigen, daß wir ihre Beleidigungen vergessen haben, und mit Freude ihre Wohlfahrt befördern. Sollte unser Herz je sich sträuben, diese Gesinnungen zu erfüllen, so wollen wir zum Kreuze deines geliebten Sohnes blicken, und uns Stärke zur Ausübung dieser Pflicht erflehen. Wir wollen uns des Versprechens erinnern, das wir so oft erneuern, als wir die Worte derjenigen Bitte sprechen, die uns sagt:„ daß wir von dir nur dann Verzeihung hoffen dürfen, wenn auch wir unsern Beleidigern verzeihen." Heiligster Vater! segne diesen Entschluß, damit jeder Keim der Feindschaft in uns erstickt werde, und wir als deine Kinder in brüderlicher Liebe hienieden wandeln, um nach diesem Leben, durch diese Liebe mit dir vereinigt, ewig selig zu sein, durch denselben Jesum Christum deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. Vierte Abtheilung. Marianische Schlußantiphonen, Lieder und Gebete zu den Vespern oder Eytaneien. I. Von Advent bis Weihnachten. oder Schlußantiphon Mild, wie der Morgenstern an des Himmels dunkelm Gewölbe Strahlet dein Bildniß auf uns, o Gebärerin des Mesfias. Tief versunken in Nacht war die Menschheit, nach Dämm': rung sich sehnend; Als dir ein Engel des Herrn, o Jungfrau! erschien mit dem Gruße: Unter den Weibern hat Gott dich begnadigt! Sein Geist wird über dich kommen. Des Sohns, o Erforne vom ewigen Vater, wirst die Mutter du sein." Doch du versetztest voll Demuth: Siehe des Herrn Magd bin ich, an mir geschehe sein Wille! Schlußlied. 1. Des Höchsten Engel kam zu ihr, Der Heiligsten in Menschenhülle; Der Herr, so sprach er, ist mit dir mit seiner ganzen Gnadenfülle; Empfangen sollst du seinen Sohn; Durch dich sproßt er von Davids Thron. V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. R. Und sie empfing vom heiligen Geiste. 337 2. Gott sah dich seine Wege geh'n, Sah dich ihn kindlich treu verehren; Er hat darum dich auserseh'n, Den Welterlöser zu gebären: Sein heil'ger Geist ergießet sich, O reinste Jungfrau! über dich. Const. Gesangbuch 31ste Aufl. Lasset uns beten. O Gott! dein Wille war es, daß die seligste Jungfrau Maria auf die Verkündigung des Engels deinen einge bornen Sohn empfangen sollte. Wie wir nun dies durch deine Gnade erkennen, so verleihe uns auch, daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur herrlichen Auferstehung gelangen, durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Deine Gnade, o Herr! sei und bleibe allezeit mit uns. R. Amen. 15 338 II. Von Weihnachten bis heil. Dreikönig. oder Schlußlied. 1. Wie sehr hast du, Maria! dich erfreut, Als du gebarst den Herrn der Herrlichkeit! Wie haft du ihn so hochentzückt, So müt= terlich an's Herz gedrückt. Schlußantiphon „ Preis in den Höhen dem Herrn, und Friede den Guten auf Erden!" Engel sangen dir so in das Mutterherz, o Maria! Einen Himmel, als du zu dem Knaben dich neigtest, deß Auge Göttlich zu dir auflächelte. Hirten eilten vom Felde An die Krippe, zu seh'n, was ihnen die Engel verkündet, Fielen auf's Antlit, entzückt nachstammelnd die Psalmen der Engel Von dem Erlöser der Welt, in Kindesgestalt jetzt erschienen. Jegliches Wort in der Brust erwogst du mit Sorgfalt, o Mutter! 2. Wir freuen, liebe Mutter! uns mit dir; Geloben dantbar deinem Sohne hier: Stetz so, wie deiner wir uns freu'n, Ihm auch mit dir uns ganz zu weih'n. V. Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir würdig werden der Verheißung Christi. O Gott! der du die seligste Jungfrau ihrer Unbeflecktheit wegen gewürdigt hast, deinen Sohn zu gebären! Wir bitten dich, laß uns durch Heiligung des Sinnes und Wandels ihrer Fürbitte würdig, und einst der verheißenen Seligkeit theilhaftig werden, durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unseres Heilandes sei mit uns Allen. R. Amen. III. Von heil, Dreikönig und dem Sonntag Septuagefimä SON bis zum ersten Fastensonntag. ( nr. 1. Um heil. Dreikönigsfest und dessen Oktav.) miss Schlußantiphon oder Als, o Maria! du sahst den freundlichen Stern, der den Weisen Morgenlands Hellte den Pfad, still steh'n ob dem göttlichen Knaben, Und entzückt von dem Glanz, der dem Knaben Schlußlied. 1. Groß war die Freude, die dein Herz empfand, Da Weise tamen aus dem Morgenland, Auf Pfaden, hell von Gottes Stern; Im Kinde sahen sie den Herrn. entstrahlte, sie Myrthen Opfer-= ten, Weihrauch und Gold, Wie empfandst du die Würde, Mutter des Sohnes zu sein, den allen Geschlechtern der Menschen Hat als Retter vom Tode ge= sendet der ewige Vater. 339 2. Noch nimmst du, Mutter! an der Menschen Heil, Beim Sohn verklärt, wie einst auf Erden, Theil. Du bittest ihn für uns um Licht, 11 m Kraft zur Uebung jeder Pflicht. V. O heilige Jungfrau und Mutter Maria! R. Bitt' für uns deinen Sohn Jesum Christum. Verleihe uns, o Gott! auf die Fürbitte der Mutter deines eingebornen Sohnes, daß wir gleich den Weisen aus Morgenland unermüdlich nach der Erkenntniß der Wahrheit streben, und sie in der Lehre deines Sohnes finden; auch nach dem Beispiele der Gebärerin desselben die gefundene in unsern Herzen bewahren, und nach ihr wandeln, damit wir, ihrer Fürbitte würdig, und ihrer Seligkeit theilhaftig werden, durch denselben Jesum Christum u. s. w. 11 V. Die Gnade unsers Heilandes sei und bleibe jederzeit mit uns! R. Amen. ( Nr. 2. Am ersten Sonntag nach heil. Dreikönig.) Schlußantiphon oder Schlußlled. 1. Zwei Tage suchtest du, Maria! schon Bei Anverwandten den geliebten Sohn Mit jedem Schritte fühlt dein Herz Der Ungewißheit größern Schmerz. Da vom Tempel Salems kehrend, Du den Sohn vergebens suchtest, von welcher tiefen Trauer, Ward dein Mutterherz umfangen! Do ch, als du den Knaben fandest Jn dem Kreis der Schriftgelehrten, Mit der Macht der Gottheitfülle Sprechend von dem ew'gen Vater, Welch ein staunendes Entzücken Strömte durch dein Herz, o Mutter! 2. Du eilest nach Jerusalem zurück, Und dort erscheint der sel'ge Augenblick, Der deinen Sohn dir wieder schenkt, An dem dein Herz so innig hängt. 3. Der Knabe, der im Tempel Weisheit lehrt, ie sie noch nie ein menschlich Ohr gehört, Der ist, o beste Mutter! dein; Wie mußte dich der Anblick freu'n. V. Bitt für uns deinen Sohn Jesum Christum, R. Den du, o Jungfrau! im Tempel gefunden haſt. O Gott! der du den Kummer der seligsten Jungfrau Maria durch Auffindung ihres geliebten Sohnes in Freude verwandelt hast; verleihe uns auf ihre Fürbitte, 340 daß, so oft wir in einem Anliegen vor deinem heiligen Altare erscheinen, wir auch, wie sie, mit freudigem Gemüthe aus deinem Tempel zurückkehren. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. ( Nr. 3. An den noch übrigen Sonntagen nach heiligen Dreitönig bis Septuagesimä.) Schlußantiphon oder Schlußlied. Wenn entzückt der Jünger 1. Dein Sohn, Maria, wuchs Seele, Wie am Blumenkelch die Biene Hing an ihres Meisters Lippen, Glühte doch kein Herz wie deines, O Maria! Keines fühlte So der höhern Weisheit Stärke, so den Vorgeschmack des Himmels, Wie dein Herz, Gebenedeite! der Ceder gleich, Ward Mann, im Worte stark, an Tugend reich! An seiner Seite wandelst du, und hörest seinem Worte zu. 2. Um was, o Herr! dich deine Mutter bat, Gewährtest du nach deinem weisen Rath. Erhöre deiner Mutter Fleh'n, Auch jetzt für unser Wohlergeh'n. V. Selig sind, die, wie Maria, Gottes Wort hören! R. Und es, wie sie, in ihrem Herzen bewahren. O Gott! der du das fromme Flehen der Mutter deines eingeborenen Sohnes erhört hast; wir bitten dich: laß uns auf ihre Bitte an der Erkenntniß deines heiligen Wortes täglich reicher, und durch seine Befolgung ihr immer ähnlicher, und dereinst auch ihrer Seligkeit theilhaftig werden, durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Nr. 4. An Maria Lichtmeß.) oder Schlußantiphon Du, die über alle Mütter Weit erhaben bist an Würde, Wolltest ihnen sein das Vorbild Jeder Tugend, auch der Demuth. Drum erscheinst du in dem Tempel Gleich den Niedrigsten des Volkes, Ein Paar Turteltauben opfernd; Mehr gefiel dem Herrn dein Opfer, Als das Opfer aller Reichen, O Marial die der Seraph Mit der Ehrfurcht leisem Schauer Mutter nennt des Sohns vom Vater. Schlußlied. 1. Maria stellt ihr Kind im Tempel dar, Wie es in dem Gesetz befohlen war. In ihm erkennet Simeon Der Völker Licht, des Höchsten Sohn. 2. Dein heil'ges Beiſpiel, Mutter! lehrt uns heut Gehorsam, Demuth und Bescheidenheit; Lehrt uns getreu die Wege geh'n, Die Gottes Weisheit uns erseh'n. V. Bitt für uns deinen Sohn Jesum Christum, R. Den du, o Jungfrau! im Tempel geopfert haſt. O Gott, der du uns Gehorsam und Demuth des Herzens als den einzigen Weg zur wahren Seelengröße gezeigt hast, wir bitten dich, verleih', daß wir diese Tugenden allezeit nach dem Beispiele der seligsten Jungfrau und Mutter deines eingebornen Sohnes ausüben, um, wie sie, deines Wohlgefallens und deiner Gnade würdig und dereinst deiner Herrlichkeit theilhaftig zu werden; durch denselben Jesum Christum u. s. w. ( Nr. 5. An den Sonntagen Septuagesimä, Seragefimä und Quinquagefimä bis zum ersten Fastensonntag.) oder Schlußantiphon Die der Vater zu des Sohnes Mutter auserfor, Maria! Deines Sohnes heil'ge Lehre, Spiegelt sich in deinem Wandel, Wie das Netherblau des Himmels Auf der Quelle Silberfläche. Weil du thatst des Vaters Willen, Liebte dich der Sohn vor Undern. 341 V. O seligste Jungfrau und Mutter Maria! R. Bitt für uns deinen Sohn Jesum Christum! Schlußlied. 1. Wer sollte sie nicht herzlich lieben, Die Jesus selbst so zärtlich liebt? Sich nicht im Guten standhaft üben, Wie sich Maria hier geübt? Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn, 3 u dir, der Tugend Königin. 2. In deiner Hütte wohnte Liebe und häusliche Zufrieden= heit; G3 machten dich die from= men Triebe Zu jeder Tugend stets bereit. Mit Liebe neigt sich unser Sinn Zu dir, o gute Mutter! hin. V. Die Gnade unsers uns Allen. R. Amen. Verleih' uns, o Herr! nach der Fürbitte deiner heiligen Mutter, die Gnade, unsere Tage mit beständigem Hinblick auf ihr heiliges Beispiel in Zufriedenheit und Gottseligkeit zu durchleben, damit wir würdig sein mögen, an den hehren Freuden des ewigen Lebens Theil zu nehmen, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater u. s. w. Herrn Jesu Christi sei und bleibe mit 342 IV. Vom ersten Fastensonntage bis Ostern. Schlußantiphon 1. Bei des Mittlers Kreuze standen Bang Maria und JoHannes, Seine Mutter und sein Freund. oder 11 2. Sprechend neiget er sein Antlik: Du bist dieses Sohnes Mutter! Und du dieser Mutter Sohn!" 3. Engel freuten sich des Trostes, Den der Mittler seiner Mutter, Seinem Freunde sterbend gab. 4. Wer wird Zähren sanften Mitleids Nicht mit diesen Frommen weinen, Die dich, Herr! im Tode sah'n? 5. Aber leiden, Sohn des Baters! Leiden müssen deine Brüder, Eh' sie Erben sind mit dir. Schlußlied. 1. Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerrisi'nem Herzen Bei dem Kreuz des Sohnes steht. 6. Auf dem finstern Todeshügel, Auf umwölfter Schädelstätte, Mittler! lernen wir's von dir. 2. Wessen Auge kann der Zähren Bei dem Jammer sich erwehren, Der die Mutter Christi drückt. 3. Jesum sieht ſie fest gebunden, Bluten seine vielen Wunden Für der Menschen Miſsethat. 4. Sieht den Sohn verschmäht, verlassen, Dürstend an dem Kreuz erblassen, Den sie einst gesäuget hat. 5. Wer erwäget ohne Schauer Der verwaisten Mutter Trauer? Ower fühlt nicht ihre Noth? 6. Laß mich, Mutter! mit dir weinen, Mich durch's Kreuz mit ihm vereinen, Leiden, sterben ganz nur ihm. V. O schmerzvolle Mutter Maria! R. Bitt' für uns deinen Sohn Jesum Christum. Wir biten dich, o Herr! laß uns bei dem Andenken der Leiden deiner seligsten Mutter den Entschluß fassen und vollbringen, alle Leiden und Widerwärtigkeiten dieſes Lebens mit findlicher Ergebung und Unterwerfung nach ihrem heiligen Beispiele zu ertragen, damit wir auch einst derselben Freuden theilhaftig werden, die sie jetzt bei dir im Himmel verklärt ewig genießt, der du mit dem Vater u. s. w. V. Die Gnade unsers Erlösers Jesu Christi sei und bleibe jeder= zeit mit uns Allen. R. Amen. V. Von Ostern bis Pfingsten. Schlußantiphon O Maria, welch' ein Jubel, Alleluja! Muß te himmelan dich schwingen, Alleluja! Als du sahst erfüllt dein Hoffen, Alleluja! Durch des Sohnes Auferstehung, Alleluja! Und er lebend dir erschienen, Alleluja! Bis er segnend ward erhoben, Alleluja! Durch ein Glanzgewölk zum Vater, Alleluja! oder Schlußlied. 1. O Mutter Jesu! freue dich! Frei von des Todes Banden Ist Er, der an dem Kreuze starb, Der Heiland auferstanden. Alleluja! 343 2. O bitt für uns, daß wir den Weg Der Tugend muthig gehen, Damit auch wir, vom Grab erwedt, Zur Herrlichkeit erstehen. Allcluja! -V. Freue dich, Jungfrau und Mutter Maria! Alleluja! R. Dein Sohn ist wahrhaft auferstanden! Alleluja! O Gott! der du durch die Auferstehung deines Sohnes, unsers Herrn Jesus Christus, die Welt erfreut hast; verleih', daß wir auf die Fürbitte seiner jungfräulichen Mutter zu den Freuden des ewigen Lebens gelangen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade des von den Todten auferstandenen Heilandes sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. ( Am Auffahrtstage und am Sonntage in der Oktav desselben.) Schlußantiphon oder Schlußlied. 1. Dein Sohn, Maria, fuhr hinauf zu seines Vaters Rechten, Umgeben von der Engel Chor, Begleitet von Gerechten, Alleluja! O du Mutter des Erlösers, Alleluja! Deren Glaub' an ihn nicht wankte, Alleluja! Als sein Haupt am Kreuz sich neigte, Alleluja! Offen strahlte dir der Himmel, Alleluja! Da du sahst den Sohn des Vaters, Alleluja! Vor dem Aug' erstaunter Jünger, Alleluja! A uf dem Glanzgewölk verschwinden, Alleluja! Von dem Erdkreis in den Himmel! Alleluja! 2. Er fleh' uns, Jungfrau, Licht und Kraft, 3 u wandeln mit den Frommen, Daß wir dereinst mit ihnen auch zu deinem Sohne kommen. V. Freue dich, Jungfrau und Mutter Maria. Alleluja! R. Dein Sohn ist in den Himmel aufgefahren. Alleluja! 344 Lasset uns beten. O Gott! der du deinen eingebornen Sohn nach Vollendung des Erlösungswerkes in deine Herrlichkeit aufgenommen, und ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden übergeben hast; verleih' uns auf die Fürbitte seiner heiligen Mutter die Gnade, unser Berufswerk auf Erden so zu vollenden, daß wir nach diesem Leben verdienen, an seiner Herrlichkeit und Seligkeit Theil zu nehmen; der mit dir lebt und regiert als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Die Gnade unsers Seligmachers Jesus Christus sei und bleibe jederzeit mit uns. R. Amen. VI. Von Pfingsten bis Mariä Himmelfahrt. Schlußantiphon oder Schlußlied. 1. Dich weihte, Jungfrau! Gottes Geist Zum Tempel reinster Liebe: Dein heil'ger Wandel zeugt davon, Wie deines Wohlthuns Triebe, Alleluja! Mit den Jüngern und Aposteln, Alleluja! Warst auch du in der Gemeine, Alleluja! Als vom Wind das Haus erbebte, Alleluja! Und der Geist der Lieb und Wahrheit, Alleluja! Ueber jedem Haupte schwebte, Alleluja! Aehnlich einer Feuerzunge, Alleluja! Dieser Geist blieb dein, o Mutter, Alleluja! Hellte dir den Pfad zum Himmel, Alleluja! 2. O bitte den geliebten Sohn, Uns Gottes Geist zu geben, Daß wir, wie du, gerecht und rein, Nach seinem Beispiel leben. Alleluja! V. Bitt für uns, o seligste Jungfrau und Mutter Maria! R. Daß wir würdig werden der Verheißung Christi. Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der du durch Einwirkung des heiligen Geistes den Leib und die Seele der seligsten Jungfrau Maria zur würdigen Wohnung deines eingebornen Sohnes gebildet hast; verleih', daß wir auf ihre Fürbitte von demselben Geiste erfüllt werden, damit wir jederzeit erkennen, was dir wohlgefällig ist, und durch Vollbringung desselben unsre Herzen zu einer würdigen Wohnung deiner göttlichen Gnade zubereiten. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. 345 V. Die Gnade des heiligen Geistes sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. ( Vom Dreikönigssonntag bis zum Sonntag vor Mariä Himmelfahrt.) Schlußlied. 1.D Mutter! mit dem Himmelskinde, Das jedes Leiden uns versüßt, Und uns erlöst von Tod und Sünde; Sei, milde Jungfrau! uns gegrüßt. Schlußantiphon oder 1. O Mutter des Barmherzigen, Maria! sei gegrüßet. Wenn wir dich Gott vertrauen seh'n, Wird jedes Leid versüßet. Sieh', gleich Verbannten seufzen wir Im dunkeln Thal der Thränen hier. 2. O wende du dein Angesicht Auf uns vom Lichtgefilde; Den Tugendpfad hell' uns ein Licht Aus deinem Aug, o Milde! Vom Abgrund warn' uns sanft dein Blick, Wenn die Verführung lockt, zurück. 3. In aller Trübsal, Angst und Noth Zeig' uns das Bild des Sohnes, Verklärt im höhern Morgenroth, Vom Land des Tugendlohnes Strahl uns noch Trost im Tode zu, O süße, milde Mutter du! 2. Sieh' aus dem Himmel deiner Freuden Auf uns herab mit Mutterblick, Die wir im Thal der Zähr' und Leiden Uns sehnen nach des Himmels Glück. 3. Bitt', daß nach deinem schönen Bilde, Stets heilig unser Wandel sei, Voll Unschuld, Demuth, Sanftmuth, Milde, In allem Gottes Willen treu. 4. Dann zeigest freundlich du einst droben Im Vaterland uns deinen Sohn, Und Er, der dich so hoch erhoben, Reicht dann den Kranz auch uns zum Lohn. V. Heilige Maria, Mutter des Herrn! R. Bitt' für uns, deine Verehrer! Allmächtiger, barmherziger Gott! verleih', daß wir als wahre Verehrer der seligsten Jungfrau und Mutter detnes göttlichen Sohnes durch Nachahmung ihres tugendhaften Wandels auf ihre Fürbitte deiner Gnade würdig, und des ewigen Lebens theilhaftig werden. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. 346 VII. Bon Mariä Himmelfahrt bis Advent. Schlußantiphon ( Nach der gewöhnlichen Choralmelodic des Salve Regina.) Sei uns Maria, Mutter der Barmherzigkeit, Freud der frommen Erdenpilger, sei uns gegrüßt. Zu dir, o Mutter! wenden wir unsere Augen. Sei du ein Vorbild uns; wir möchten, so wie du, in diesem Erdenthale wandeln, Damit wir des Allerhöchsten Huld und Gnade würdig und deiner ewigen Seligkeit theilhaftig werden.- D, daß wir alle auf dein Flehen nach diesem Leben deines Sohnes Angesicht schauen. O milde, o reinste, o heil'ge Jungfrau Mutter Maria! oder Schlußlied. 1. Du gingst, Maria! durch das Leben In stiller Eingezogenheit; Ein mildes Herz ward dir gegeben, und himmlische Zufriedenheit. Mit Liebe neigt sich unser Sinn zu dir, erhab'ne Pilgerin! 2. Hellglänzend, wie des Himmels Sonne, Stehst du umringt von Seligkeit, Und blickst herab mit Mutterwonne, Auf jedes Herz voll Frömmigfeit. Hochpreisend schwingt sich unser Sinn Zu dir, du hehre Siegerin! V. Heilige Maria, Mutter unsers Heilandes! R. Bitt für uns, deine Verehrer. Laß, o Gott! dir unsere Verehrung in der seligsten Jungfrau, Mutter deines eingebornen Sohnes, gefallen, und verleihe uns deine Gnade, ihrem heiligen Vorbilde immer ähnlicher zu werden, damit wir ihrer Fürbitte würdig seien, und jederzeit dasjenige von dir erlangen, was uns zum Heil der Seele und des Leibes gedeihlich ist, durch denselben Jesum Christum u. s. w. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei und bleibe jederzeit mit uns Allen. R. Amen. Fünfte Abtheilung. Abendandachten auf verschiedene Beiten. disind 347 I. Gemeinschaftliche Andacht für alle Zeiten. ( Vorbeter.) O Gott und Vater! mit dankbarem Herzen erscheinen wir vor dir am Schlusse dieses Tages. Du hörst nicht auf, unser Vater zu sein; du hast uns heute wieder so viele und mannigfaltige Wohlthaten angedeihen lassen. Für alle diese Wohlthaten R. Danken wir dir, o Gott!" Für das Leben und die Gesundheit, Für Speise und Tranf, Für Kleidung und Wohnung, Für allen Trost und alle Stärke, Für alles Gute, das wir heute gehört und gelernt haben, Für alles Gute, das wir mit deiner Gnade gethan, Für deine Gnade, um der Sünde zu widerstehen, Für deine wohlmeinenden Warnungen und Strafen, Für alle Wohlthaten der Seele und des Leibes R. Danfen wir zc. ( Vorbeter.) Aber, wie haben wir diese Wohlthaten angewendet? Bald ist dieser Tag vorüber, und wir sind mit ihm dem Tode und jener Stunde näher gekommen, in welcher wir vor dem Nichterstuhle des Allwissenden erscheinen müssen, um über unser ganzes Thun und Lassen, über jede That, jedes Wort und jeden unsrer Gedanken genaue Rechenschaft zu geben. Wie werden wir vor diesem unbestechlichen Richter beſtehen? Es ist keine Ruhe und kein Friede des Herzens außer in dir, o unser Herr und Gott! deßwegen wollen wir mit Aufmerksamkeit unser Gewissen durchforschen, und den Zustand unsers Herzens tennen lernen, damit wir nichts an uns dulden, was uns deiner Liebe unwerth machen und des ewigen Lebens berauben fönnte. Sende uns, o Herr! den Beistand des heiligen Geistes. R. Auf den wir vertrauen. Anmerkung. Die Selbstprüfung oder Gewiffensforschung ist Seite 164 zu finden. 348 ( Vorbeter.) Ach Gott und Vater! welch' eine Menge der Sünden, womit wir dein Auge beleidigt haben! Wir erkennen unsere Thorheit und Schuld, und fühlen, daß wir nicht werth sind, deine Kinder zu heißen. R. Wir bereuen es, o Gott!". Dich, das höchste, über alles liebenswürdige Gut haben wir beleidigt. Deiner Baterliebe haben wir uns unwürdig gemacht. Noch liegt uns oft zeitlicher Gewinn mehr am Herzen, als dein heiliger Wille. Noch wird deine Liebe mißkannt, und über deine heiligen Fügungen gemurret. Noch suchen wir mehr unser Vergnügen, als deinen väterlichen Beifall. Noch immer verspottet man die Tugend und ergibt sich dem Laster. Noch oftmals wird das große Gebot der Nächstenliebe gröblich verleget. Noch hört man öfters nicht auf die Stimme des Gewissens, und begeht die alte Sünde wieder. Allbarmherziger! sieh' mit versöhnter Huld auf uns gebrechliche Menschen; vergilt uns nicht nach unsern Sünden und Missethaten, sondern vergib uns nach deiner unermeßlichen Barmherzigkeit! Von nun an soll uns keine Sünde mehr von deiner Liebe trennen. Dies mit allem Ernst zu thun: R.„ Nehmen wir uns vor, o Gott!" Unsere bösen Neigungnen und Begierden nach deinem heiligen Gesetze zu bezähmen. Alle unsere Reden und Gespräche nach Vernunft und Gewissen abzuwägen. Jeder Gefahr und Gelegenheit der Sünde sorgfältig auszuweichen. Das versäumte Gute nach allen Kräften wieder einzubringen. Den verursachten und veranlaßten Schaden baldmöglichst und vollständig zu ersetzen. Das gegebene Aergerniß durch einen christlichen frommen Wandel wieder zu tilgen. R. Wir bereuen es, o Gott! Zu wachen und zu beten, daß wir nicht wieder in die alten Sünden fallen. R. Nehmen wir uns vor, o Herr! Alle heilsamen und vorgeschriebenen Mittel zur Besserung fleißig zu gebrauchen. Nach der priesterlichen Bitte und Sündenvergebung spricht der ( Vorbeter.) O Jesus, ewiger Wohlthäter und Begnadiger! wir nehmen zu dir unsere Zuflucht, hoffen und vertrauen, du werdest dich deiner Erlösten annehmen, und ihren Willen zur Besserung mit deiner Gnadenhilfe unterſtützen. R. Wir bitten dich, erhöre uns!" 11 Wende alles Uebel von uns ab, das durch unsere Sünden könnte veranlaßt worden sein. Vermehre in uns den Abscheu vor der Sünde, und kehre uns ab von allen bösen Wegen. Lehre uns das Gute immer mehr erkennen, und immer getreuer und freudiger üben. Laß dir auch unsere Fürbitte für alle Menschen wohlgefällig sein. Segne alle geistliche und weltliche Obern, und ihre Untergebenen. Segne alle Eltern, Kinder, Geschwister, Freunde und Wohlthäter. Segne alle Meisterschaften, Dienstboten, Taglöhner und arbeitsame Leute. Thue Gutes unsern Feinden, und laß uns nicht eher schlafen, bis wir mit ihnen ausgeföhnt sind. Tröste alle Arme und Kranke, lindre ihre Schmerzen und gib Stärke und Geduld ihrer Seele. Nimm alle jene in Frieden auf, die in dieser Nacht sterben. Wende jedes Unglück ab von uns, unsern Wohnungen und allen Menschen. 349 Laßt uns nach der Anordnung Jesu beten: Vater unser u. s. w.( ohne Gegrüßt seist du, Maria). R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. In deine Hände, o Herr! empfehl ich meinen Geist. R. Du wirst ihn selig machen, mein Gott und mein Erlöser! Unter deinen Schußz, o Gott! wollen wir uns diese kommende Nacht zur Ruhe begeben. Wache du über uns und die Unsrigen, und gib, daß wir beim Erwachen am Morgen unsern ersten Gedanken zu dir wenden, dich für deine Gnade preisen, mit neuen Kräften gestärkt dir eifrig dienen, unsere Berufsarbeiten munter und getreu verrichten, und durch ein frommes Leben nach einem seligen Tode zur ewigen Ruhe gelangen; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gesang. 1. Du lieber Gott! du bist bei mir, Wenn ich dich schon nicht sehe; Du siehst und hörst mich dort und hier, Ich liege oder stehe. Wer deine Gegenwart nicht scheut, Wird bald sein Glück verlieren! Ein kleiner Fehler kann ihn heut 3 u größern Lastern führen. 2. D'rum will ich stets mit frohem Muth Nach deinem Willen handeln; Ja, bis mein Leib im Grabe ruht, Den Pfad der Tugend wandeln. Du wirst dann einst, o Gott! bei dir Jn jenem bessern Leben Der reinsten Freuden Fülle mir Jm reichsten Maße geben. 350 Nun wenden wir uns noch am Abende dieses Tages, o Gott! zur Mutter deines eingebornen Sohnes, und rufen im Vertrauen auf ihre Fürbitte: Lytanei zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria, Mutter des Herrn. V. Herr! erbarme dich unser! R. Christus! erbarme dich unser! V. Gott Vater vom Himmel! R. Erbarme 2c. V. Gott Sohn, Erlöser der Welt! R. Erbarme zc. V. Gott heiliger Geist! R. Erbarme zc. V. Heiligste Dreieinigkeit! R. Erbarme zc. Heilige Maria. Heilige Gottesgebärerin. Heiligste der Jungfrauen. Du feuschefte Jungfrau. Du sittsamste Jungfrau. Du demüthigste Jungfrau. Du tugendreichste Jungfrau, Mutter unsers göttlichen Erlösers. Mutter unsers Heilandes und Seligmachers. Du reinste Mutter. Du unbefleckte Mutter. Cu treueste Mutter. Du liebenswürdigste Mutter. Du Beispiel der Andacht und Gottseligkeit. Du Vorbild der Sanftmuth und Geduld. Du Fürbitterin um die Gnade des Heils. Daß wir die nachfolgen in deiner Frömmigkeit. Daß wir dir nachfolgen in Unschuld und Reinigkeit. Daß wir dir nachfolgen in Dienstfertigkeit und Gehorsam. Daß wir dir nachfolgen in treuer Erfüllung unserer Berufspflichten. Daß wir dir nachfolgen in Demuth und festem Vertrauen auf Gott. Daß wir dir nachfolgen in der Zufriedenheit bei Armuth und Niedrigkeit. Daß wir dir nachfolgen in Geduld und Standhaftigkeit bei Leiden und Widerwärtigkeiten. Daß wir dir nachfolgen im Leben und im Sterben. R. Bitt für uns! O Jesu, du Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt!( dreimal mit dem gewöhnlichen R.) Gegrüßet seist du, Maria u. s. w. Heilige Maria u. s. w. Seligste Jungfrau, Mutter unsers Heilandes! vereinige deine Bitte mit unserm Flehen, daß uns dein geliebter Sohn in allen Nöthen und Gefahren dieses Lebens seinen 351 allmächtigen Schuß und Beistand angedeihen lasse. Sei auch unsere Mutter durch deine liebreiche Fürbitte, damit wir würdig befunden werden, als Brüder deines Sohnes an dem Reiche des himmlischen Vaters Theil zu nehmen. diarse da V. Bitt' für uns, o heilige Mutter des Herrn! R. 2 R. Damit wir würdig werden der Verheißung Christi. Wir bitten dich, o Gott! du wollest unsere Herzen mit deiner Gnade erfüllen, daß wir das Heil unsrer Seele erkennen, dem Beispiel der seligen Jungfrau in der Tugend und Frömmigkeit nachfolgen, und dadurch der ewigen Seligkeit theilhaftig werden, durch Jesum Chriſtum unsern Herrn. Amen. V. Bitt' für uns, o heiliger Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißzung Chriſti. Wir bitten dich, o Herr! daß du uns beistehest und helfest auf die Fürbitte des heil. Joseph, des Bräutigams deiner seligsten Mutter, damit, was unser Gebet nicht erlangen kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde; der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. ( Verehrung der heiligen Engel) Ihr, unsere heiligen Schutzengel und alle Heilige! preiset Gott für uns, die wir uns sehnen, einst in ihm zu ruhen. Preiset ihn für alle Gnaden und Gutthaten, die er uns auf eure Fürbitte erwiesen hat, bis wir ihn mit euch unaufhörlich loben, indessen wir schon jetzt dankbar rufen: ( Vorb. und Volt.) Ehre sei Gott dem Vater, und dem Sohne, und heiligen Geiste, wie sie war im Anfang, jetzt und zu ewigen Zeiten. Amen. V. Laß auch, Allbarmherziger! die Seelen der abgestorbenen Christgläubigen im Frieden ruhen. R. Amen. II. Gemeinschaftliche Abendandacht für die heilige Fastenzeit. Miserere. ( Nach dem 50. Pfalm, zum Beten oder Singen nach der Choral- Melodie) Gedent' an deine Huld, o Herr! die sich an uns von Anbeginn bewiesen. 352 Sei unser eingedenk nach deiner Gnade, um deiner Güte willen, Ewiger! Ach, Herr! verzeih' mir meine Missethat, um deines Namens willen. Sieh meine Leiden, meinen Kummer, und vergib mir alle Sünden. Erbarme dich meiner, o Gott! nach deiner Gnade, nach deiner großen Güte tilge meine Schuld. Läut're mich von meiner Missethat, und reinige von meinen Sünden mich. Denn ich erkenne mein Verbrechen, und meine Sünde schwebet stets vor mir. Dir, dir allein hab' ich gesündiget; was bös in deinen Augen ist, gethan. Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, und deinen heiligen Geist entzieh' mir nicht. Schenk' mir deine Huld und Gnade wieder; denn deine Huld ist köstlicher als Leben. Du willst nicht Opfer, die vergänglich sind; das Opfer, das dir wohlgefällt, ist ein reuevoller Sinn. Ein zerknirschtes, ein wehmuthsvolles Herz, o Gott! verschmähst du nicht. Gott! prüfe mich; sieh' in mein Herz, durchforsche, schaue mein Bestreben. Erschaff, o Gott! in mir ein reines Herz, und gib mir einen neuen Tugendsinn. ( Auch mag folgendes Bußlied gesungen werden:) 1. Deiner Kinder, ach! erbarme, Gott! erbarme dich! Täuschend zog die Sünd' uns Arme, 30g uns, ach! an sich. 2. Nimmer sind wir deine Kinder, Deinem Bilde gleich. Trostlos irren wir als Sünder Fern von deinem Reich. 3. Ach! wir fühlen tief im Herzen Keine Ruhe mehr; Keine Thräne stillt die Schmerzen; Nacht liegt um uns her. 4. Gleich verlass'nen Waisen flehen, Seufzen wir zu dir. Wieder deine Pfade gehen, Bater! wollen wir. 5. Dir empfahl dein Sohn die Sünder Einst am Kreuze noch. D'rum befrei' uns, deine Kinder, Von der Sünde Joch. 6. Nicht umsonst steig' unser Flehen Neuevoll zu dir. Künftig deine Pfade gehen, Bater! wollen wir. 52 V. Seid wachsam und betet, R. Daß ihr nicht in Versuchung fallet. 353 ( Gebet.) O Gott! der du das demüthige Gebet der Büßenden erhörest, verleihe uns deine Gnade, daß wir unsere Herzen von allen unreinen Absichten läutern, unsre Liebe zu den irdischen Gütern mäßigen, den Reizen der Sünde ernstlich widerstehen, und uns zu dem Kampfe für die Tugend durch Enthaltsamkeit im erlaubten Genusse des Sinnlichen stärken. Wir bitten dich darum, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Lytanei vom Leiden und Sterben Jesu. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! Gott Vater vom Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heiligste Dreieinigkeit, einiger Gott. Jesus, der du am Delberge Angst des Todes empfunden, und Blut geschwißet hast. Jesus, der du in der Todesangst betetest, und vom Engel des Himmels gestärkt wurdest. Jesus, der du von Judas, deinem Jünger, verrathen wurdest. Jesus, der du dich gelassen den Händen der Feinde übergeben, und dich gebunden zu Pilatus führen ließest. Jesus, der du unschuldig zum schmählichen Tode des Kreuzes verurtheilt wurdest. Jesus, der du von deinen Freunden und Jüngern verlassen, und von Petrus verläugnet wurdest. Jesus, der du geschlagen, und mit einer Dornenkrone gekrönt wurdest. Jesus, der du sanftmüthig Verspottung, Schmach und Unrecht aller Art erduldet haft. Jeſus, der du selbst dein Kreuz zur Richtstätte tragen mußtest. Jesus, der du deiner Kleider beraubt wurdest. Jesus, der du an's Kreuz geheftet, drei Stunden lang zwischen Mördern hingst. Jesus, der du deine Mutter und deinen Freund getröstet hast. Jesus, der du sterbend für deine Feinde gebetet hast. Jesus, der du dem bußfertigen Sünder das Paradies versprochen hast. Jesus, der du in deinem Durste mit Essig und Galle getränkt wurdest. Jesus, der du sterbend deinen Geist in die Hände deines Vaters übergeben hast. Jesus, durch dessen Blut wir sind geheiligt worden. Sei uns gnädig und bewahre uns, o Herr! R. Bewahre uns, o Herr!" R. Erbarme dich unser! 354 Vor allem Uebel und aller Sünde. Vor Kleinmuth und Ungeduld in Kreuz und Leiden. Vor Murren und Klagen wider Gott und die Menschen. Vor Haß und allen Feindseligkeiten. Vor unchristlicher Furcht des Leidens und des Todes. Vor einem gefahrvollen und unverseh'nen Tode. V. Wir sündige Menschen! R. ,, Wir bitten dich, erhöre uns!" Daß du uns verschonest. Daß du uns verzeihest. Daß dein Leiden und Sterben uns vom Sündigen zurückhalte. Daß dein Leiden und Sterben uns in allen guten Vorsäßen stärke. R. Bewahre 2c. Daß dein Leiden und Sterben uns zur Geduld und Ergebung in den Willen Gottes ermuntere. R. Wir bitten 2c. Daß dein Leiden und Sterben an uns nicht verloren gehe. O Jesu, du Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt u. s. w. V. Christus hat für uns gelitten und sein Beispiel hinterlassen, R. Daß wir ihm nachfolgen. ( Gebet.) O Jesu, der du durch dein Leiden und Sterben die ganze Welt erlöset, und uns ein Beispiel hinterlassen hast, wie wir uns im Leben und im Tode verhalten sollen, gib uns Gnade, daß wir deine Lehre und dein Beispiel immer vor Augen haben, denselben bei jeder Gelegenheit treulich folgen, und dadurch die glorreichen Früchte deiner Erlösung in vollem Maße erlangen mögen. Amen. V. Laß, Allbarmherziger, die Seelen der Abgestorbenen Christgläubigen im Frieden ruhen. R. Amen. III. Am Donnerstag Abends zum Andenken des Leidens und Sterbens Jesu auf dem Oelberge. ( Wenn das Glockenzeichen der Todesangst gegeben wird.) 11 Jesus ging nach dem letzten Abendmahle mit seinen Jüngern auf den Delberg. Da sprach er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod." Dann fiel er auf die Kniee nieder, und betete: ,, Vater! willst du, so nimm den Leidenskelch von mir. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Und da er mit dem Tode rang, und heftiger betete, ward sein Schweiß wie Bluts 355 tropfen, die zur Erde fielen. Da erschien ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. V. Jesus! das Andenken an dein Leiden R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns im Guten. Psalm. 1. Christ, Alles was dich fränket, Empfiehl getroft dem Herrn; Er, der die Himmel lenket. Ist auch von dir nicht fern. 2. Warum willst du verzagen? Zu Gott erhebe dich! Er höret deine Klagen, Und licht dich väterlich. 3. Laß deinen Vater sorgen, Er nimmt sich deiner an; Denn ihm ist nichts verborgen, Was dich bekümmern kann. 4. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht, Ist stets in seinen Wegen Gerecht und weis' und gut. 5. Will auch dein Herz oft wanken, Als dächt' er deiner nicht, Wirst du ihm einst noch danken; Er hält, was er verspricht. 6. Ergib dich ihm mit Freuden, Der Wonn' aus Trübsal schafft, Sei stark zur Zeit der Leiden Durch des Erlösers Kraft. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Laß unser Rufen zu dir kommen! ( Gebet.) Laß uns, o Herr! deine Bangigkeit und Todesangst jedesmal vor Augen sein, so oft unser Herz betrübt und geängstiget wird, und kleinmüthig zu werden beginnt. Verleih' uns den Geist deines Gebetes, damit wir uns, wie du, in den Willen deines Vaters ergeben, durch das Gebet in unsern Leiden und Widerwärtigkeiten getröstet, und in unsrer Todesangst durch deine heiligen Engel gestärkt werden. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser!. Amen. IV. Abendandacht auf den Mittwoch in der heiligen Charwoche oder die Trauermetten. Antiphon, Die Sünde ist durch einen Menschen in die Welt gekommen, und und hat sich auf alle Geschlechter der Erde verbreitet. I. Psalm. 1. Jm Anfang schuf Gott Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sterne;* Er schuf Pflanzen und Thiere, jedes nach seiner Art, und segnete sie. * 2. Da er nun sah, daß Alles, was er gemacht hatte, sehr gut sei, Sagte er: Lasset' uns auch den Menschen erschaffen, nach unserm Ebenbilde. 356 1. Und Gott erschuf den Menschen nach seinem Ebenbilde, ihm ganz ähnlich. Nach dem Bilde Gottes erschuf er den Mann und das Weib. * 2. Er segnete sie, sich zu vermehren, und unterwarf ihnen alle Thiere der Erde.* Er setzte sie in das Paradies, und gab ihnen die Vollmacht über Alles auf Erden. 1. Er gestattete ihnen, von allen Früchten des Paradieſes zu essen;* Aber vom Baume der Erkenntniß des Guten und Bösen verbot er es ihnen. 2. Das Weib ließ sich bald darauf von der Schlange verführen,* Und beredete auch den Mann, von der verbotenen Frucht zu genießen. 1. Und ihre Augen erkannten plötzlich das Gute, das ste verloren,* Und sahen das Böse, das sie sich durch Uebertretung des Gebotes zugezogen. 2. Sie wurden ihrer Nacktheit und Blöße gewahr, und errötheten. Sie flohen, des Ungehorsams sich bewußt, das Angesicht Gottes. 1. Der Schlange kündigte der Herr ewige Feindschaft mit dem Weibe an,* Zwischen der Schlange Nachkommenschaft und einem aus des Weibes Nachkommen. 2. Dieser werde ihr den Kopf im Staube zertreten, Und sie seinen Fersen nachstellen, ihn zu verwunden. 1. Aber auch dem Weibe sprach der Allgerechte das Urtheil:* In Schmerzen sollst du gebären, und unter des Mannes Botmäßigkeit stehen. 2. Adam mit ihr und seinen Nachkommen sollen, aus dem Paradiese verstoßen,* Der Sünde Elend fühlen und den angedrohten Tod sterben. 1. So ist durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen,* Und hat sich über alle Geschlechter auf Erden verbreitet. 2. Die Sündfluth hatte sie bis auf Noe und seine Söhne begraben. Aber bald wurde auch wieder die Zahl der Gerechten von der Menge der Bösen verdunkelt. Antiphon.( Siehe vorher.) Klaglied über das sittliche Verderben des Menschen. ( Aleph.) Wie sank der Mensch, den Gott nach seinem Bilde schuf- So schnell und tief in Abgrund der 357 Verdorbenheit- Seitdem das Weib, verführet durch der Schlange List,-Vom Baume aß, der in des Paradieses Mitte stund, zur Prüfung ihm. ( Beth.) Er sah die Wahrheit flar, die gut und selig macht;- Von Gott nunmehr getrennt, ist er des Irrthums Sklav'. Die Finsterniß umhüllt den Geist, der forscht und denkt;- Wie Wetterleuchten nur nimmt er in dunkler Ferne noch den Lichtstrahl wahr. ( Gimel.) Jm Paradiese war Gott seine größte Luſt; Er war mit ihm ein Herz und eine Seele nur. Jetzt flieht er seinen Blick, haßt seines Mundes Hauch. - Empört sich wider ihn und sein Gebot, verlacht sein Drohen und Gericht. - 11 11 ( Dalet.) Es ist kein Gott!" spricht er: wozu noch ein Altar?- Laßt uns zertrümmern ihn, daß nicht ein Denkmal sei,- Uns zur Erinnerung an des Gesetzes Joch, An das der Wahn, als wär' ein Gott, die Freigebornen noch gebunden hält." ( He.) Wo der Altar gestanden, baut er einen Thron, Seßt Eigenlieb als Königin darauf, Schmückt sie mit Ehr' und Macht, beugt selbst vor ihr das Knie;- Ruft hochentzückt: die ganze Welt ist mein, seitdem ich los von Gott mich riß. - Bekehre dich, befehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn! - R. Der Stolz ist der Anfang der Sünde; und wer ihm ergeben ist, der richtet viel Gräuel an. Der Anfang des Stolzes ist, daß der Mensch von Gott abweicht. V. Was erhebt sich doch der Staub und die Asche? Der Stolz ist Gott und Menschen verhaßt, und vor beiden thut er Unrecht. R. Er ist der Anfang der Sünde, und wer ihm ergeben ist, der richtet viel Gräuel an.( Ekklesiastic. X. 7. 12. 13.) * - - * ( Vau.) Mit des Gerechten Blut befleckt er nun die Hand, Und seine Finger mit der Waisen Eigenthum, - 3u stillen seiner Seele heißen Durst nach Gold,- Nach Schäßzen dieser Erde, die der Motte und des Rostes Zahn verzehrt. ( Sain) Von seinen Lippen triefen Lüge und BeDes Nächsten Wohlfahrt ist in seinem Aug' trug, 358 ein Dorn,- Unglücklich ihn zu seh'n ist seines Herzens Wunsch. In stiller Mitternacht, wenn Alles schläft, reift er der Bosheit schwarzen Plan. ( Chet.) Mit Sonnenaufgang fängt er dann zu morden an,-Und feiert ihren Niedergang in Völlerei. Entflammt in geiler Lust übt er Schandthaten aus Nennt sie ein Opfer, das er Göttern bringt, die er von Holz und Thon sich schuf. ( Thet.) Vom Herzen steigt durch seinen Mund ein Aasgeruch, Wie aus dem Pfuhl zur Sommerszeit Verwesungsdunst- Verpestet wird durch seinen Hauch, wer sich ihm naht.- Durch ihn verbreitet von Geschlechtern zu Geschlechtern sich der Sünde Gift. Bekehre dich, bekehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn. R. Wie dieser eine ist, so sind noch Viele. Sie haben ein ungläubiges und rohes Herz. Ach! vom Kleinsten bis zum Größten fröhnen sie dem Geiz, und beflecken sich mit Schandthaten aller Art. - V. Niemand thut über seine Sünden Buße und sagt: was hab' ich gethan? Alle laufen ihren Lauf, und rennen fort, wie ein wildes Pferd bei einem Treffen in den Tod. - R. Ach! vom Kleinsten bis zum Größten fröhnen sie dem Geiz, und beflecken sich mit Schandthaten aller Art. ( Jod.) Es sind die Frommen alle aus dem Lande weg,- Nicht einen seh ich noch, der sich der Tugend weiht; Der beste unter ihnen gleicht dem Dorn am Zaun. Sie üben Böses ohne Maß und Zahl, und nennen, was sie thun, noch gut. ( Caph.) Niemand spricht für Gerechtigkeit, Niemand für Recht;- Sie schwaßen nur von eitlen Dingen unter sich,- Von dem, was reicher macht, was Aug' und Ohr ergözt,- Weissagen Lügen, deuten Träume, brüten Basilisken- Eier aus. - - - ( Lamed.) Sie hassen den geraden Pfad des Friedens sehr, Der Zankucht krumme Wege suchen sie nur auf, Erregen Eifersucht und blasen Zwietracht Der Gatte trennt von seiner Gattin sich, der Bruder wird des Bruders Feind. an. - - ( Mem.) Mit Füßen stößt der Sohn des Vaters Rath von sich;- Die Tochter lehnt sich gegen ihre 359 Mutter auf; Empörung ist des Unterthanen Losungswort; Der Erdkreis ist von Unzucht, Blut und Mord, von Diebstahl und Meineid befleckt. ( Nun.) Wie schrecklich zeigt die Sünd' in ihren Folgen sich;- 3um Ungeheu'r umstaltete den Menschen ste;- Der wie der Tiger, nur vom Raub und Morde lebt; Die Erde machte sie zur Mördergrub', umschwebt von Grau'n und Finsterniß. - -- Bekehre dich, bekehre dich, o Mensch! zu deinem Schöpfer, zu deinem Gott und Herrn. R. Jetzt ist der Sold der Sünde ausbezahlt. Wie sich des Menschen Geist gegen Gott empört hatte, so empört sich das Fleisch gegen den Geist, und der Mensch sinkt herab zum Thiere, wird ein Unterthan des Todes und ein Knecht der Hölle. V. Unser Verstand ist finster, unlauter, und böse unser Wille, ohnmächtig unsre Freiheit; das Vollbringen des Guten liegt nicht mehr in uns. R. Sieh', wie bitter es sei, den Herrn verlassen, wie unglücklich, wie elend die Sünde unz macht. Wer wird uns erlösen von all' diesem Jammer? II. a Im. Antiphon. Der Herr wird sich unser erbarmen; er wird sich zu uns wenden. 1. Herr, sei unser eingedenk nach deiner Gnade!* Erfreue uns nach deiner Huld mit deiner Hilfe. 2. Die Sünde hat Jammer und Elend über die Menschen ergossen. Wirst du uns nicht erretten, so gehen wir ewig verloren. * 1. Du hast Sodoma und Gomorrha in Asche verwandelt,* Daß wir erkennen, du hasfest und bestrafest das Böse. 2. Daß wir von unsern Missethaten abstehen,* Von Sünden uns reinigen, und dir Gehör geben. 1. Wir haben gesündiget, wie unsre Väter,* Wir haben unrecht gehandelt, und Böses gethan. 2. Unsere Väter achteten in Aegypten auf deine Wunder nicht,* Sie dachten an die Größe deiner Barmherzigkeit nicht. 1. Sie empörten sich gegen dich am rothen Meere,* Und doch hast du sie deines Namens und deiner Allmacht wegen errettet. 360 2. Bald aber vergaßen sie wieder, was du ihnen Gutes gethan,* Und vertrauten nicht mehr auf deine Verheißung. 1. Sie wurden wieder lüstern in der Wüste,* Und versuchten dich in der Einöde. 2. Sie empörten sich im Lager wider Moses,* Und wider Aaron, die Geheiligten des Herrn. 1. Die Erde öffnete sich und verschlang Dathan,* Und begrub die Notte Abyrons. 2. Feuer warfst du in ihre Versammlung,* Und die Flamme verzehrte die Ruchlosen. 1. Doch gossen die Uebriggebliebenen wieder ein Kalb, Und beteten geschnitzte Bilder an. 2. Undankbar vergaßen sie deiner,* Der du so große Dinge in Aegypten gethan. 1. Du beschlossest sie zu vertilgen,* Aber wegen Moses hast du ihrer geschont. 2. Haft sie fremden Völtern in die Hand gegeben,* Zur Züchtigung, daß sie zu dir dich bekehrten. 1. Denn du willst nicht den Tod des Sünders,* Sondern daß er sich bekehre und lebe. 2. Du hast ihnen einen Retter verheißen,* Sie zu befrei'n von den Banden des Todes und der Sünde. 1. Du hast zu ihnen gesprochen: Gebt mir Gehör, So werdet ihr wieder mein Volk, und ich euer Gott sein. 2. Wären eure Sünden auch so roth wie Scharlach und Purpur, Jhr solltet doch weiß werden, wie Wolle und Schnee. * 1. Ich werde reines Wasser über euch ausgießen, Und ein neues Herz werd' ich euch geben. 2. Ich werde euch meinen Geist einflößen,* Daß ihr nach meinen Geboten wandelt. Antiphon.( Siehe wie vorher.) ( Lesung aus dem Propheten Iefaias 11. K.) I. * Ein neuer Sprosse schießt aus Jesaias Stamm; es grünt ein fruchtbarer Zweig aus seinen Wurzeln auf. Auf ihm ruht der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und Gottesfurcht. Er hat ſein 361 Wohlgefallen an der Furcht des Herrn; er urtheilt nicht nach dem äußern Schein; er richtet nicht nach dem, was er von Andern hört. Er schaffet den Armen Recht, und spricht ein gerades Urtheil den Elenden im Lande. Er schlägt die Erde mit seines Mundes Stab und tödtet den Bösen mit seiner Lippen Hauch. Gerechtigkeit ist die Gurt seiner Lenden, mit Wahrheit umschürzt er sich. R. Sagt den Muthlosen: Seid getrost und fürchtet euch nicht. Sehet, Gott wird selbst kommen, und euch retten.. V. Dann werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Der Lahme wird springen, wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird reden. R. Saget den Muthlosen u. s. w. II. Wer glaubt unsere Reden? Derjenige, den Gott zu unserer Errettung sendet, schießt unter uns auf, wie ein kleines Reis, wie der Sprosse einer Wurzel im dürren Erdreich. Schöne Gestalt und herrliches Ansehen hat er nicht. Verachtet ist er, verschmäht unter den Menschen, ein Mann der Schmerzen, durch seine Leiden entstellt, so, daß man das Angesicht vor ihm verbirgt. Er trägt unsre Schwachheiten, und unsre Schmerzen ladet er auf sich. Wir halten ihn für einen Aussätzigen, für einen von Gott Gestraften, Geschlagenen und Gemarterten; und dennoch ist er nur um unsrer Missethaten und um unsrer Sünden willen zerschlagen, damit wir durch seine Wunden geheilet werden. Jesaia 5, 53. R. Obschon sein Ansehen gegen Andre sehr niedrig, und seine Gestalt geringer als der übrigen Menschen ist, so wird er doch viele Völker entsündigen. V. Könige werden vor ihm die Hand auf den Mund legen und erkennen, was sie vorhin nie vernommen, verstehen, was sie vorhin noch nie gehört hatten. R. Denn obschon sein Ansehen u. s. w. III. Wir waren alle wie irrende Schafe. Jeder lief auf seinem Wege dem Verderben zu. Gott aber warf unsre Sündenschuld auf ihn, damit wir errettet würden. Unsertwillen wird er aufgeopfert und gepeinigt, und öffnet dennoch seinen Mund nicht, einem Schafe gleich, das man zur Schlachtbank führt; dem Lamme gleich, das in des Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 16 362 Scheerers Hand verstummt, und seinen Mund nicht aufthut. Er wird in dem Gerichte unterdrückt, und aus dem Wege geräumt werden. Unter Missethätern hat man ihm sein Grab zugedacht; er wird es aber bei einem Reichen finden, weil er feine Missethat begangen, und nie ein Betrug in seinem Munde gewesen ist. Dem Herrn war es gefällig, ihn in seiner Schwachheit auf zureiben. Hat er aber sein Leben als ein Sühnopfer dahingegeben, so wird er an seiner Nachkommenschaft unvergängliche Freuden erleben. Der gnädige Rathschluß Gottes wird durch ihn glücklich ausgeführt, und wir erlöset werden. R. So spricht Gott der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt, der die Erde mit Gewächsen bekleidet hat; der den Menschen, die darauf wohnen und wandeln, Leben und Athem gibt, so spricht er: V. Jch rufe dich, ich der Herr, um der Wahrheit und Gerechtigkeit willen. Du sollst die Augen der Blinden eröffnen, die Gefangenen aus dem Gefängnisse führen, und die in der Finsterniß sißen, an das Licht bringen; denn ich habe dich bestimmt, der Bund und das Licht der Völker zu ſein. R. So spricht Gott u. s. w. III. fa I m. Antiphon. Ich bin nicht in die Welt gekommen, zu verdammen, sondern zu beseligen. 1. Den uns der Höchste durch der Propheten Mund verheißen,* Der ist vom Heiligthum zu uns herabgeſtiegen. 2. Er ist das Wort, das schon bei Gott im Anfang war,* Durch welches Alles, was da ist, erschaffen wurde. 1. Als ihn Johannes in dem Flusse Jordan taufte,* Sah er den Geist wie eine Taube auf ihn herab vom Himmel schweben. 2. Und hörte Gottes Stimme vom offnen Himmel sagen.* Es ist dies mein geliebter Sohn, an ihm hab' ich mein Wohlgefallen. 1. Er ist es auch, auf den Johannes wies, indem er sagte: Seht Gottes Lamm: dies tilgt die Sünden der Welt; 2. Ich bin nicht werth, ihm seine Schuhe nachzutragen. 363 Jch taufe nur mit Wasser, er tauft mit Gottes Geist und Feuer. 1. Er ist des Lebens Quell; wer davon trinkt, lebt ewig;* Wer aber ihn nicht hört, der wird das Leben auch nicht sehen. 2. Wer seine Lehre hier treu befolgt, der wird erkennen, * Daß, was er lehrt, die Lehre Gottes sey, der ihn geſendet hat. 1. Nach seines Vaters Willen reist er durch Städte und durch Dörfer;* Thut Allen Gutes, und prediget das Evangelium vom Reiche Gottes. 2. Die Blinden macht er sehend, und Tauben gibt er das Gehör;* Er spricht ein Wort, und Stumme reden und Lahme gehen wieder. 1. Den reuevollen Sündern vergibt er ihre Schuld,* Ertheilt auch seinen Jüngern die Vollmacht, Sünden zu vergeben. 2. Ich bin auf diese Welt gekommen, spricht er, zu suchen, was verloren war.* Wer immer meiner Stimme folgt, den werde ich beseligen.. 1. Ich bin der gute Hirt, und gebe mein Leben für die Schafe,* Und darum liebt der Vater mich, weil ich für sie mein Leben gebe. 2. Sie werden ewig nicht verloren gehen,* Und Niemand wird sie meiner Hand entreißen. 1. Bedrängten und Unglücklichen ruft er voll Mitleid zu:* Die ihr mühselig und beladen seid, kommt her! ich bin bereit, euch zu erquicken. 2. Die Kranken heilet er, und Todten gibt er neues Leben,* Wie wir an Jairus Tochter, an Lazarus und an der Wittwe Sohn von Naim sehen. 1. Er lehret sie in Geist und Wahrheit Gott anbeten,* Verwirft das Lippenwert und heuchlerisches Flehen. 2. So wie er lehrt, so wandelt er auch unter ihnen; Sein ganzes Thun ist voll der Gnad' und Wahrheit, ist reine Liebe Gottes und des Nächsten. 1. Mit seinem Vater Eins, thut er auch seines Vaters Werke;* Beweist durch Wunderthaten die Wahrheit seiner Lehre. 2. Es glauben an ihn Viele, und halten ihn für Gottes 364 Sohn;* Doch Vieler Augen sind verblendet, daß sie das Licht nicht sehen. 1. Sie wandeln lieber in der Finsterniß auf krummen Wegen, Und sinnen nach, wie sie mit Bist ihn fangen und ermorden könnten. 2. Inzwischen fährt der Satan in des Judas, seines Jüngers Herz, Und er erbietet sich, für dreißig Silberling' in ihre Hände ihn zu liefern. 1. Da der Erretter wußte, daß jetzt seine Leidensstunde nahe sei,* Da sehnte er sich, noch mit seinen Jüngern das letzte Ostermahl zu halten. 11 2. Deßwegen spricht er auch zu zweien von ihnen: geht zu Jemand in die Stadt und saget: Es läßt dir unser Lehrer sagen: meine Zeit ist nah', bei dir halt' ich das Ostermahl. 1. Dann wird er einen großen Speisesaal euch zeigen.* Ich efse dort mit euch das Osterlamm, bevor ich von euch scheide. 2. Genau vollziehen die bestürzten Jünger den Auftrag ihres Meisters.* Ein Lamm, sein und des Opfers Vorbild, wird nach dem Gesetze zubereitet. Antiphon. Ich bin nicht in die Welt gekommen, zu verdammen, sondern zu beseligen. IV. ( Lesung aus der heiligen Schrift.) V. Aus dem Evangelium des heiligen Lukas. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. V. Es find Worte des ewigen Lebens. R. Wir stehen bereit, sie zu erfüllen. Da nach dem Auftrage Jesu das Osterlamm bereitet, und es nun Essenszeit war, setzte er sich zu Tische nieder, und die zwölf Apostel mit ihm, und er sprach zu ihnen: ,, Sehnlichst habe ich darnach verlangt, dieſes Osterlamm noch vor meinem Leiden mit euch zu essen: denn ich versichere euch, weiter werde ich keines mehr genießen, bis es im göttlichen Reiche erfüllt sein wird." Dann nahm er Brod, dankte, brach, und gab es ihnen, und sagte: Dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dies thut zu meinem Andenken." Auf gleiche Weise nahm er nach dem Essen den Kelch, und sagte; 365 Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, welches für euch vergossen wird." R. So oft ihr dieses Brod esset, und aus diesem Kelche trinket, so verkündiget ihr den Tod des Herrn, bis er wieder kommt. Wer demnach auf eine unwürdige Weise von diesem Brode ißt, oder aus dem Kelche des Herrn trinkt, der verfündiget sich an dem Leibe und Blute des Herrn. V. So prüfe sich denn erst jeder, dann esse er von diesem Brode, und trinke aus diesem Kelche. R. Denn wer auf unwürdige Weise ißt und- trinkt, der ißt und trinkt sich selbst zur Strafe, weil er keine Achtung für den Leib des Herrn zeigt.( 1. Korinth. 11, 26-28.) V. Nach diesen Reden erhob Jesus seine Augen zum Himmel, und sprach: Vater! sie ist da, die Stunde: verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn auch dich verherrliche. Hast du ihm doch Vollmacht über alle Sterbliche gegeben, daß er Allen, die du ihm übergabſt, das ewige Leben ertheile! Das ist das ewige Leben, daß sie erkennen dich, den einig wahren Gott, und den, welchen du gesandt hast, Jesum Christum. Ich habe auf Erden dich verherrlicht; vollendet habe ich das Geschäft, das du mir aufgetragen hast. Nun, Vater! verherrliche auch du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich schon, ehe die Welt war, bei dir hatte! Geoffenbart habe ich deinen Namen den Menschen, die du aus der Welt mir übergeben hast. Dein waren sie, du hast sie mir übergeben, und sie haben deine Lehre wohl bewahrt. Joh. 17. R. Sie haben sie angenommen und wahrhaft erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und geglaubt, daß du mich gesandt hast. V. Heiliger Vater! erhalte sie, die du mir übergabst, in deiner Erkenntniß, damit sie Eins seien wie wir. R. Für sie bitte ich, nicht für die Welt; nur für sie, die du mir übergeben hast, weil sie dein sind. Alles, was mein ist, ist dein, und alles Deinige ist mein, und ich werde durch sie verHerrlicht werden. VI. Deine Lehre habe ich ihnen mitgetheilt; aber die Welt hasset sie; denn sie halten es nicht mit ihr, wie auch ich es nicht mit ihr halte. Heilige sie in deiner Wahrheit; deine Lehre ist Wahrheit! Wie du mich in die Welt ge 366 sandt hast, so habe ich auch sie in die Welt gesandt, und für sie opfere ich mich selbst auf, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt werden. Doch nicht für sie allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihre Lehre an mich glauben werden, damit alle Eins seien, wie du, Vater! mit mir, und ich mit dir Eins bin, so daß auch sie mit uns Eins sein mögen, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Joh. 17. R. Vater! das ist mein Verlangen, daß auch sie da, wo ich bin, bei mir seien, auf daß sie sehen, welche Herrlichkeit du mir gegeben hast, und daß du mich liebtest, ehe die Welt war. V. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich; und nun haben es auch diese erkannt, daß du mich geſandt hast. R. Ich habe ihnen dich bekannt gemacht und werde es noch ferner thun; damit die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen, und so auch ich in ihnen bleibe. Die Laudes. I. Pfalm. Antiphon. Der Herr hat sich ein Denkmal seiner Wunder, und Speise seinen Frommen bereitet. 1. Von ganzem Herzen will ich dich, mein Retter! preisen,* Lobsingen dir in der Versammlung deiner Frommen. 2. Du wandeltest voll' Huld und Gnad' hier unter Menschen;* Du suchtest die Verirrten auf, sie zu, erretten. ** 1. Aus deinem Thun strahlt Gottes und des Nächsten Liebe;* Noch nie gekannte Güte schwebt um deine Lippen. 2. Du hast ein Denkmal deiner unbegrenzten Liebe Den Deinigen vor deinen Leiden noch gestiftet. 1. Den Deinen hast du hier zum ew'gen Angedenken In deinem Leib und Blut das Himmelsbrod gegeben; # * 2. Ein Mahl, zu stillen ihrer Seele Durst und Hunger, Zu nähren ihren Geist für hehres, sel'ges Leben. 1. Du hast mit den Erlösten einen Bund geschlossen, Daß sie aus Dankbarkeit auf deinen Pfaden wandeln; 2. Daß sie, gleich Zweigen einer Rebe, durch die Liebe, * Wie mit dem Vater du, mit dir vereinigt bleiben. 367 1. Es ist dein Name uns, o Heiland! unvergeßlich; Mit Ehrfurcht nennen ihn der Himmel und die Erde. 2. Lobsinget unserm Gott! ihr Völfer alle;* Unwandels bar ist seine Liebe, Huld und Treue. Antiphon. Der Herr hat sich zc. II. Pfalm. Antiphon. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 1. Du, meine Seele! Lobe deinen Gott und Herrn; Es lobe in mir alles seinen Namen. 2. Ja, lob' ihn, Seele! er ist deines Lobes werth; Denn Niemand ist ihm gleich an Huld und Gnade. 1. Vergiß des Guten nicht, das er dir schon gethan; Das täglich noch uns strömt aus seiner Gnade. 2. Er schenkt uns Nachsicht, und verzeiht die Sündenschuld;* Er heilet unsre Wunden und Gebrechen. 1. Vom ewigen Verderben rettet er den Geist,* Und krönet dich, sein Kind, voll des Erbarmens. 2. Der Güter Ueberfluß ergießet er auf dich, Und gibt dir neue Lust und Kraft zum Guten. 1. Er stellt in dir der Unschuld Schönheit wieder her,* Erwirbt uns das verlorne Erbtheil wieder. 2. Er hat den Pfad des ew'gen Heils uns kund gethan, Hat Gottes Willen uns geoffenbaret. * 1. Unendlich gütig und barmherzig ist der Herr, Langmüthig und geduldig gegen Alle. * Von 2. Weit ist der Sonne Aufgang von dem Niedergang Zur Sommerszeit beim längsten Tag entfernt; 1. Doch weiter noch entfernt der Allbarmherzige uns die Sündern angedrohte Strafe. 2. So wie ein Vater seiner Kinder sich erbarmt, Era barmt er unser sich nach seiner Milde. * * 1. Er straft uns nicht nach unsrer Missethaten Zahl, Vergilt uns nicht nach unsrer Sünden Menge. 2. Denn hoch wie Wolken über uns erhaben sind, So ist erhaben seine Huld und Gnade. 1. Er weiß es: wir sind Staub; wir sind der Blume gleich; Kaum blühet sie, beginnt sie schon zu welken. 2. Nur er veraltet nicht; er ist von Ewigkeit Erbarmungsvoll und gnädig unaufhörlich. * * * 368 1. Er ist des reuevollen Sünders Zufluchtsort,* Der Schwachen Stab und seiner Frommen Stüße. 2. Dir, Sohn! des Vaters Ebenbild, sei Lob und Preis * Von allen Zungen jetzt, und dort einst ewig. Antiphon. Lobe den Herrn zc. III. Psalm. Antiphon. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott und meinem Heiland halte. 1. Du, Heiligster! von Gott gesendet,* Du bist mein Hirt und mein Ernährer. 2. Du weidest mich auf reichen Fluren,* Du Leiteſt mich an lautern Bächen. 1. Bei deiner Hut wird mir nichts mangeln.* Mir strömet Ueberfluß an Allemt. 2. Und wall' ich auch im Todesthale,* Ich walle freudig ohne Beben. 1. Denn du, mein Hirt! gehst mir zur Seite;* Du bist mein Stab und meine Stüßze. 2. An deiner Hand kann ich nicht irren;* Du bist der wahre Weg zum Leben. 1. Du leitest mich auf sichern Pfaden,* Zerstreust vor mir die Finsterniffe. 2. Bereit bin ich, auf deinen Wegen,* So lang ich lebe, fortzuwandeln. 1. Gib deinen Segen meinem Willen,* Und heilige du meine Werke. 2. Nie will ich Böses thun vor Andern;* Auch nicht im Innern meines Herzens. 1. Wer Fromme lästert und verläumdet,* Der ist ein Abscheu meinem Herzen. 2. Jch baue fest auf deine Hilfe;* Kein Unfall trübet meine Seele. 1. Du schüßzest Alle, die dich lieben,* Machst sie zu Erben deines Reiches. 2. Groß ist das Werk, das du begonnen;* Wer ist, der es ermessen könnte? 1. Barmherzig und von großer Güte* Bist du, mein Heiland und Erlöser! 2. Es rühmt dies ein Geschlecht dem andern.* Auch ich erhebe deinen Namen. Antiphon. Das ist meine Freude zc. 150.. IV. a I m. Antiphon. Ich will den Herrn loben, so lang ich lebe.. 369 1. Lobt, ihr Himmel! hoch den Ew'gen;# Lobt ihn dort in lichten Höhen. 2. Lobt ihn, alle seine Engel, Lobt ihn, alle seine Heere. 1. Lobt ihn, o Mond und Sonne; Lobt ihn, alle Lichtpigeſtirne. 2. Lobt ihn, aller Himmel Himmel,* Jhr Gewässer in den Lüften. 1. Alles lobe seinen Namen;* Denn, was er gebot, das wurde. 2. Ewiglich erhält er alles;* Unverletzbar ist sein Wille. 1. Lobt den Herrn ihr von der Erde, Meereswunder, Fluthen alle. 2. Blizze, Hagel, Schnee und Nebel,* Stürme die ſein Wort vollstrecken. 1. Alle Berge und die Hägel,* Fruchtbelad'ne Bäum' und Cedern. 2. Was im Feld und Walde lebet,* Würm' im Staub, und hoch die Adler. 1. Alle Völker und Regenten,* Fürsten und Beherrscher alle. 2. Jünglinge zugleich mit Töchtern,* Und ihr Greise mit den Kindern. 1. Alle lobt des Ew'gen Namen!* Denn sein Nam' ist hocherhaben. 2. Ueber Erd' und über Himmel* Breitet aus sich seine Güte. Antiphon. Ich will den Herrn loben 2c. V. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns bewiesen, R. Daß Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt fandte, uns zu beseligen. Zum Benediktus, die Antiphon: Er ist das Versöhnopfer nicht nur für unsere, sondern für die Sünden der ganzen Welt.( 1. Job. 2, 2.) Benediktus. 1. Gepriesen seist du, Herr des Lebens!* Der ſeinem Volke Nettung sandte. 2. Du hattest es schon unsern Vätern* Durch der Propheten Mund verheißen:. 370 1. ,, Du werdest von der Sünde Ketten,* Von Todesbanden uns erlösen; 2. Damit wir ohne Furcht dir dienen, Gerecht in unsern Tagen leben. 1. Wir saßen hier im Todesschatten,* Wir wandelten in Finsternisfen. 2. Du hast nach ewiger Erbarmung* Vom Sturz in's Elend uns errettet; 1. Haft uns den Eingebornen selber* Herab vom Heiligthum gesendet, 2. Daß er die Finsterniß erleuchte,* Und auf den Pfad todo des Heils uns leite; rit menisi sdal * 1. Den Tod durch seinen Tod besiege, Zernichte die Gewalt der Hölle, * 2. Das Opfer der Versöhnung bringe,* Und tilge unsre Missethaten. 1. Wer an ihn glaubt, wird ewig leben,* Wenn er auch gleich gestorben wäre. 2. Er wird vom Grab ihn auferwecken,* Und ew'ge Seligkeit ihm geben. Juni Antiphon. Er ist das Versöhnopfer zc. V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit seinem Priester. Lasset uns beten. Göttlicher Heiland! der du noch am Abend vor deinem Leiden mit deinen Jüngern in liebevollster Vereinigung das Osterlamm genossen und zum immerwährenden Denkmal deines Opfertodes den Genuß deines heiligsten Leibes und Blutes unter den Gestalten des Brodes und Weines eingesetzt und angeordnet hast; wir bitten dich, laß uns diese heilige Handlung jedesmal mit solcher Ehrfurcht begehen, daß wir mit immer größerer Liebe zu dir erfüllt, und dadurch der Früchte deines beseligenden Opfertodes würdig und theilhaftig werden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Erbarme dich unser. 971 V. Abendandacht für den grünen Donnerstag oder die Trauermetten. Eingang. Nachdem das Abendmahl vorüber war und sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie an den Delberg. Da sprach Jesus zu ihnen: Jhr alle werdet noch diese Nacht Anstoß an mir nehmen, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden zerstreuet werden. Nachdem ich aber werde auferstanden sein, werde ich vor euch wieder hergehen in Galiläa. Petrus aber erwiederte ihm: Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, so werde ich es nie thun. Jch versichere dich, versetzte Jesus, noch in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verläugnet haben. Petrus aber betheuerte noch stärker: wenn ich auch mit dir sterben müßte, so werde ich dich doch nicht verläugnen. Eben das versicherten auch alle Jünger.- Darnach kam Jeſus mit ihnen zu einem Landhause, Gethsemane genannt, und sprach zu seinen Jüngern: Sezzet euch hier, ich will erst dorthin gehen und beten; denn die Stunde ist gekommen, da der Verräther den Menschensohn den Händen seiner Feinde überliefern wird. Hierauf nahm er Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus und ging mit ihne auf den Delberg. Matthäus 26. Markus 14. I. Nocturn. Psalm. Antiphon. Sie versammeln sich wider mich und sinnen darauf, mich zu tödten. 1. Erbarme dich meiner, o Gott! erbarme dich meiner;* Denn ich vertraue auf dich, und suche Schuß bei dir. 2. Ich fliehe und verberge mich unter dem Schatten deiner Flügel, Bis die Zeit des Schreckens und der Verfolgung vorüber ist. 1. Jch rufe dich, Allerhöchster! um Hilfe und Beistand an; Denn du weißt dein Werk, das du mir auftrugst, auszuführen. 2. Du sendest mir Hilfe von deinem Heiligthume herab,* Und wirst sie alle beschämen, die wider dich wüthen. 1. Du wirst mir Barmherzigkeit und Hilfe angedeihen 372 lassen; Denn sie umzingeln mich, und dürsten wie hungrige Löwen nach meinem Blute. 2. Mit ihren vergifteten Zähnen zerreißen sie meinen guten Namen* Und ihre Zungen schneiden wie ein Schwert, das frisch geschliffen ist. 1. Sie legen Schlingen mir und Netze, mich zu fangen,* Und höhlen Gruben auf den Wegen, auf denen ich zu wandeln pflege. 2. Doch diese Gruben sind zu ihrem eig'nen Untergange;* Sie werden in dieselben zur Strafe ihrer Bosheit fallen. 1. Du aber wirst aus ihren Händen mich nach deiner Huld befreien;* Wirst mich nicht unterliegen lassen in meinen Leiden; 2. Denn dir vertraue ich, mein Gott und Herr! von ganzer Seele,* Und rühme deine Treue und Barmherzigkeit vor allen Völkern. Antiphon.( Siehe wie oben Seite 371.) ( Die Leiden des Erlösers am Delberge.) ( Aleph.) Warum liegst du, Erlöser! zu Gethsemane, Gleich einem Sünder, tief in Erdenstaub gebeugt?- Nie troff von deiner Zunge Lüge, nie Betrug; Dein Wandel war, wie deines Mundes Hauch, von keiner Missethat befleckt. ( Beth.) Warum entflieht, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Von deinem milden Angesicht das holde Roth?- Warum entfärbt die so beredte Lippe fich?- Warum erstarrt dein helles Aug' und, einer Leiche gleich, erblassest du? - ( Gimel.) Du warst wie von der Sonne gold'nem Strahl verklärt;- Nun sinkt dein Haupt in Finsterniß, die dich umgibt; Auf deiner Stirne steht des Todes falter Schweiß. Ein Strom von Blut strömt über deinen Leib; du ringest, wie kein Mensch noch rang. - - Barmherziger! Barmherziger! schenk' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. R. Da ihn die Angst überfiel, sprach er zu denen, die er mit sich auf den Delberg genommen hatte: Meine Seele ist bis zum Tode betrübt; wartet hier, und wachet mit mir. Darauf 373 betete er also: Mein Vater! wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht wie ich es will, sondern wie du willst. V. Meine Seele ist bis zum Tode betrübt; wartet hier, und wachet mit mir! ( Dalet.) Du siehst verkaufen dich um schnöden Geldgewinn; Siehst Judas, der das Bundesmahl mit dir genoß, An deiner Feinde Spitze nah'n, zu binden dich;- Siehst ihn an dir, du Göttlicher! den Friedensund den Freundschaftskuß entweih'n. ( He.) Du siehst, wie nun das Volk, den Meereswogen gleich,- Zu Zu Tausenden sich gegen dich erhebt und tobt, Des schwachen Richters Herz mit Drohungen bestürmt, Bis er dich ihnen übergibt, zu stillen ihren Durst nach deinem Blut. ( Vau.) Sohn! Dies siehst du auf Gethsemane, o Gottes Und deine Seele wird zum zweitenmal betrübt; Zum zweitenmal kämpfst du den bittern Todeskampf,- Um uns von seinen Schrecken und des Grabes Finsternissen zu befrei'n. - - - Barmherziger! Barmherziger! schenk' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. R. Als er nun wieder zu ihnen fam, fand er sie schlafend. Er redete Petrus an: Simon, du schläfst, und konntest nicht einmal eine Stunde wachen? V. Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung gerathet. Der Geist ist zwar willig, das Fleisch aber ist schwach. R. Darauf ging er abermals hin, und wiederholte dasselbige Gebet und sprach: Bater! dir ist alles möglich, nimm diesen Kelch doch von mir; doch nicht was ich will, sondern was du willst, geschehe. - ( Sain.) Nur Liebe ist's, die dich, des Höchsten Sohn, bewog,- Daß du vom Heiligthum zur Erde niederKein Leiden in dem Kampf für Gottes WahrUnd wie ein Lamm zur Schlachtbank gingst, zu tilgen unsrer Missethaten Schuld. stiegst, heit flohst, ( Chet.) Und diese Liebe wird mißkannt, sie wird verschmäht; Das Kreuz ist vielen Aergerniß und Thorheit nur. Hohnlächelnd wandeln sie auf ihren - aroundne 374 Wegen fort- Und stürzen triumphirend an des Lasters Hand in der Verdammniß Pfuhl. ( Thet) Auch Viele, die auf deinen Kreuzestod getauft,-Und deren Zunge schon so oft bekennet hat: Du seist ihr Heiland, ihrer Aller Herr und Gott, Die spotten deiner Leiden jetzt, und fröhnen ihren Laſtern bis in's Grab. ( Jo d.) Dies Alles siehst, Erlöser! du in dieser Nacht, Und fühlst zum drittenmal des Todes bittre Angst. Du schwißest Blut, das tropfenweis zur Erde rinnt, Und doch trinkst du den Leidenskelch zum Heile jedem, der dich gläubig sucht. Barmherziger! Barmherziger! schenk' uns nach deiner Gnade Verzeihung unsrer Schuld. R. Nachdem Jesus zum drittenmal gebetet hatte, kam er wieder zu seinen Jüngern und fand sie abermals schlafend, so daß sie ihre Augen nicht mehr offen halten konnten, und nicht mehr wußten, was sie ihm antworteten. V. Da sagte er: So schlafet denn und ruhet, bald ist sie da, die Stunde, die des Menschen Sohn in die Hände seiner Feinde überliefert. R. Lasset uns gehen! Sehet, mein Verräther ist nah. II. Nocturn. Pfalm( nach dem 54. der Vulg.) Untipbon. Ich suche Gott in meiner Noth, meine Hand ist ausgestreckt. 1. Erhöre mein Gebet, o Gott! verschmäh' mein Flehen nicht.* Neig' dich zu mir, und höre meine Stimme. 2. Mein Herz nimmt Dinge wahr, die es bestürzen.. Ich sehe meine Feinde nah'n und höre ihr Geschrei. 1. Die Sünder, die sich wider mich verbunden haben, Sie drängen sich in Rotten mit Gewalt heran. 2. Sie wollen alle Schuld und alles Unheil auf mich wälzen,* Obgleich sie wissen, daß mich keine Missethat befleckt. 1. Ihr Grimm heißt alles sie erdenken, was mir schaden fann;* Und darum ist mein Herz bestürzt, und mich befallen Todesschrecken. * Und Fin2. Furcht und Zittern haben mich ergriffen, sternisse die gebeugte Seel' umgeben. 375 1. In diesem Zustand sagte ich: Wer gibt mir Taubenflügel,* Daß ich entfliehen kann, von meinen Lei" den auszuruh'n? 2. Ich würde weit von hier in eine Wüste fliehen;* In Felsenklüften würd' ich übernachten gern. 1. Und würde dort in Ruhe dem entgegen harren,* Der mich von dem Gewitter, das mir droht, befreien fann. 2. Zerstöre, Herr! das Werk, das sie beginnen, durch ihre eigne Zwietracht;* Ach! sieh', ihre Stadt ist voll von Unrecht, Hader, Lüge und Betrug. 1. Wär' es mein Feind nur, der so schmähet gegen mich, * So würde ich es gern, mit Sanftmuth noch ertragen, 2. Der aber hat an meiner Feinde Spitze sich gestellt,* Den ich wie einen Busenfreund behandelt habe. 1. Er hatte Theil an allem, was ich Gutes hatte,* Und" wandelte mit mir oft in das Haus des Herrn. 2. Jetzt aber hat er sich den Frevlern beigesellt,* Die wider dich und den Gesalbten sich zusammenrotten. 1. Jch rufe wiederholt zu dir empor!* Errette mich aus deiner Widersacher Hände! 2. Ich weiß es, mein Gebet wird durch die Himmel bringen,* Und du wirst meiner Seele Ruh' und Frieden schenken. * Du 1. Erbarmer! dir empfehl' ich die gerechte Sache; kannst und wirst nach deiner Weisheit sie durchführen. 2. Prüfst du auch des Gerechten Herz durch Leiden, So lohnst du ihn mit himmlischer Zufriedenheit. Antiphon. Ich suche Gott in meiner Noth zc. ( Lesung aus der Abhandlung des heiligen Bischofs Augustinus über die Pfalmen.) I. „ Erhöre mein Gebet, o Gott! verschmäh' mein Flehen nicht. Neig' dich zu mir, und höre meine Stimme. Dies sind die Worte eines mühsam ringenden, durch Sorgen und Kummer tief gebeugten Mannes. Der Leidende betet und sehnt sich nach Rettung vom Bösen. Nun müssen wir sehen, welches Uebel ihn drückt; und wenn 376 wir seine Noth kennen, so erkennen wir auch die Pflicht, unser Gebet mit ihm, dem Gefährten unsrer Leiden, zu vereinigen. Ich bin betrübt, sagt er, und verwirrt in meiner Bedrängniß geworden.- Worin betrübt? Worin verwirrt?- In meiner Bedrängniß, antwortet er. Er erzählt von bösen Menschen, von denen er viel zu leiden habe: und diese Verfolgung böser Menschen nennt er seine Bedrängniß und seine Prüfung. R. Judas verräth mich mit einem Kusse.„ Den ich küssen werde, sagte er, der ist's; haltet ihn fest." V. Boshaft gibt er dieses Zeichen, und vollbringt durch seinen Kuß die Mordthat. R. Der Unglückliche verräth das Blut des Unschuldigen um schlechten Sold. Besser wär' es für ihn, wenn er nicht geboren wäre. II. Glaubet nicht, daß die bösen Menschen ohne Ursache in der Welt seien, und daß Gott nichts Gutes durch sie wirke. Jeder Böse lebt entweder, daß er gebessert, oder daß der Fromme durch ihn geprüft werde. Möchten doch jene, die uns jetzf prüfen, sich bekehren, und mit uns geprüft werden!- Doch, so lange sie uns prüfen, wollen wir sie nicht hassen, weil wir nicht wissen, ob sie in ihrer Bosheit bis ant's Ende verharren werden. Gewöhnlich, wenn man glaubt, man hasse einen Feind, hasset man unwissend einen Bruder. R. Um wenige Silberlinge lieferte Judas Christum, seinen Lehrer und Freund, den Händen seiner Feinde und Mörder aus. V. Der Herr nahm den Kuß des Judas an, wie ein unschuldiges Lamm, und sprach: ,, Mein Freund, in welcher Absicht bist du hierher gekommen?" R. Alsbald kamen sie herbei, bemächtigten sich seiner und nahmen ihn gefangen. III. Ich sagte: Gewöhnlich, wenn man glaubt, man hasse einen Feind, hasset man unwissend einen Bruder. Darum vernimm' mich, und führe wohl zu Gemüthe, was ich jetzt sage: Wenn d gut bist, so wirst du keinen andern Feind haben, als den Bösen; und dann lasse dir die Güte deines himmlischen Vaters zur Richtschnur dienen, der seine Sonne über Gute und Böse aufgehen läßt, und 377 über Gerechte und Ungerechte Regen sendet. Meinst du etwa, du nur habest einen Feind, Gott nicht? Ja, du hast einen zum Feinde, der mit dir erschaffen wurde; Gott aber hat denjenigen selbst zum Feinde, den er erschuf, und dem er bis diesen Augenblick so viel Gutes erweiset. Hast du aber wohl mehr, als Gott, dem Feinde Gutes erwiesen, daß du ihn jetzt so unerträglich findest? - So liebe also deinen Feind, damit du deinem himmlischen Vater, und demjenigen, den er gesendet hat, ähnlich ſeist. Wie könntest du auch das Gebot: ,, Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thut wohl denen, die euch hassen und verfolgen," wie könntest du dieses Gebot der Liebe erfüllen, wenn du keinen Feind hätteſt? - Sag also nicht mehr: es nützt mir nicht, Feinde zu haben, und es ist nicht gut, daß Gott den Bösen verschonet. Sieh' es nüßt dir, denn es gibt dir Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben und dich im Guten zu stärken. - R. Da die Jünger Jesum gefangen nehmen und binden sahen, fragten fie ihn: Herr! sollen wir dreinschlagen? Und einer von ihnen hieb nach dem Knechte des Hohenpriesters, und schlug ihm das rechte Ohr ab. - V. Sogleich sprach Jesus zu ihm: stecke dein Schwert ein; denn alle, die das Schwert so ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Hieranf berührte er das Ohr, und heilte es ihma R. Alsdann sprach er zu denen, die von den Oberpriestern, Schrift= gelehrten und Aeltesten ihn zu fangen abgeschickt waren: Wie zu einem Mörder seid ihr mit Schwertern und Knitteln ausge gangen! Täglich war ich bei euch und lehrte im Tempel, aber da habt ihr mich nicht ergriffen. Allein dies ist eben eure Stunde und die Macht der Finsterniß. III. Nocturn. ST Psalm( nach dem 30. der Vulg.) Antiphon. Beschirme mich, mein Gott! wider den unbilligen Haß meiner Feinde. 1. Dir hab' ich jederzeit, o Herr! vertraut;* Du wirst mich ewig nicht zu Schanden werden lassen. 2. Erfülle, was du mir verheißen hast;* Errette mich aus deiner Widersacher Händen. 1. Neig', Allmächtiger! dein Ohr zu meinem Fleh'n, Und eile mir nach deiner Huld zu helfen. 2. Groß ist jetzt die Gefahr, in der mein Leben schwebt, * 378 * Es haben selbst die Mächtigen sich wider mich erhoben. 1. Sei also du, mein Gott! auch mein Beschützer,* Sei du ein mächtiger Erretter mir aus den Gefahren. 2. Denn du allein bist meine Stärk' und meine Zufluchtsstätte;* Um deines Namens willen wirst du meine Tritte leiten. 1. Du wirst mich aus den Schlingen deiner Feind' erlösen Und wirst dem Elend steuern, das sie mir bereitet haben. 2. In deine Hände, Herr! befehl' ich meinen Geiſt,* Denn du bist die Wahrhaftigkeit und Treue. 1. Auf Alles, was vergänglich heißt, setz' ich nicht mein Vertrauen; Nur deiner freu' ich mich um deiner Güte willen. 2. Du kennst mein Leiden, siehst, wie tief ich bin erniedrigt;* Du wirst dich meiner auch erbarmen, auch erlösen mich. 1. Sieh' meiner Seele Angst, den Gram in meiner Bruſt; * Es schwindet meine Kraft, und es verschmachten meine Glieder. 2. In dieser Drangsal spottet mein der Feind;* Selbst jene fliehen mich aus Furcht, die vordem Freunde schienen. 1. Ich bin wie ein zertrümmertes Gefäß, das nichts mehr taugt;* Dies sagen sie mir höhnisch in's Gesicht. 2. Die mich umgeben, lästern unaufhörlich,* Und mich zu morden hielten die Vornehmsten Rath. 1. Und allem dem entgegensehen kann ich nichts, * Al meine Zuversicht: Mein Schicksal steh' in deinen Händen. * 2. Erbarmst du meiner dich, so mögen sie mich nur verfolgen; Denn groß ist die Glückseligkeit, die du Gerechten aufbehältst. 1. Du hast noch Allen, die vor dir ihr Elend flagten, Im Angesicht der Welt den Trost, den sie versagt, verlieh'n. 2. Vor Uebermacht hat sie dein Aug' beschirmt im Stillen, Und der Verläumdung Pfeile glitschten ab von deinem Schild. Antiphon. Beschirme mich zc. ( Lesung aus der heiligen Schrift. Matth. 26.) 379 I. Die Gerichtsdiener und alle, welche abgeschickt waren, Jesum gefangen zu nehmen, führten ihn nun gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo sich die Gesetzlehrer und Aeltesten des Volks versammelt hatten. Die Oberpriester und der ganze Rath suchten jetzt falsches Zeugniß wider Jesum, um ihn zum Tode verurtheilen zu können; fanden aber nichts, ungeachtet viele falsche Zeugen auftraten. Endlich traten noch zwei falsche Zeugen auf, und sagten aus: ,, Dieser hat gesprochen: Jch kann Gottes Tempel zerstören, und ihn innerhalb drei Tagen wieder aufbauen." Da stand der Hohepriester auf und sprach zu ihm: Antwortest du nicht auf das, was diese wider dich zeugen?" Jesus schwieg aber. Darauf fuhr der Hohepriester zu ihm fort: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du Christus der Sohn Gottes biſt?" Jesus antwortete ihm: Du hast es gesagt; und ich versichere euch, von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Allmacht Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen." Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: ,, Er hat Gott gelästert, was brauchen wir weitere Zeugen! Ihr habt die Gotteslästerung selbst gehört. Was ist nun eure Meinung?"- Sie antworteten: ,, Er ist des Todes schuldig."- Hierauf spieen sie ihm in's Angesicht, schlugen ihn mit Fäusten, gaben ihm Backenstreiche und sagten:" Weissage uns, Messtas! wer ist's, der dich geschlagen hat?" Sie stießzen auch noch viele andere Lästerungen wider ihn aus. R. Als Judas, der ihn ausgeliefert hatte, sah, daß Jesus verurs theilt war, reuete es ihn sehr. Er brachte die dreißig Silberlinge den Oberhäuptern der Priester und den Aeltesten wieder zurück und sprach: 11 V. Ich habe mich versündiget; einen Unschuldigen habe ich dem Tode überliefert." Sie aber sagten:„ Was geht uns das an; sieh' du zu." R. Hierauf warf er die Silberlinge in den Tempel, machte sich davon und erhing sich mit einem Stricke. Die Oberpriester nahmen die Silberlinge und sagten:„ Dieses Geld darf man nicht in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld." 380 ( Aus der Abhandlung des heiligen Augustinus über die Pfalmen.) II. Es ist euch bekannt, wie boshaft die Rathschläge der Juden, und wie groß die Menge der Missethäter unter ihnen war. Aber welche Missethat verübten sie? Sie wollten den Herrn Jesus Christus ermorden!- Ich hab' vor euch, sprach Er, so viel Gutes gethan, und ihr wollet mich für diese Wohlthaten tödten?- Er machte ihre Kranken gesund, heilte die Presthaften, predigte ihnen das Himmelreich, verschwieg ihnen ihre Laster nicht;- dieſe sollten ihnen mißfallen, nicht der Arzt, der sie heilte; aber undankbar vergessen sie der Heilkraft; wie Fieberfranke toben sie wahnsinnig gegen den Arzt, der sie zu heilen gekommen war, und ersinnen Rathschläge, ihn zu verderben!- als wollten sie versuchen, ob Er ein wahrer Mensch und des Todes fähig, oder ein über die Menschen erhabenes Wesen sei, das nicht sterben kann!- Ihre Gesinnungen sind im Buche der Weisheit deutlicher ausgedrückt: Zum schimpflichsten Tode, sprechen sie, wollen wir ihn verurtheilen; dann fragen wir ihn, und aus seinen Antworten wird es sich erklären. Denn, wenn er wahrhaft der Sohn Gottes ist, so mag Gott ihn retten." R. Meine Secle habe ich den Händen der Frevler überlassen; sie, mein Erbtheil, sind in wilde Löwen ausgeartet; und mein Widersacher brüllt wider mich und spricht: Versammelt euch und eilet herbei, ihn zu verschlingen. V. Meine Lieben hast du von mir weit entfernt. Ich bin eingeferfert und finde keinen Ausweg. R. Männer ohne Erbarmen stehen wider ihn auf, und schonen seines Lebens nicht, weil Niemand ihn erkennt und Gutes thut. III. Viele Märtyrer erduldeten solche Leiden; aber unter allen strahlt das Haupt der Märtyrer weit hervor. Hier sehen wir deutlicher, was jene erfahren mußten. Er war geschützt gegen die Menge der Missethäter, geschützt von Gott, geschüßt durch sich selbst, der Sohn Gottes, der in unserm Fleische als Mensch erschien, weil er Gottes und des Menschen Sohn war; Gottes Sohn wegen seiner göttlichen Hoheit, des Menschen Sohn, weil er die Gestalt eines Knechtes angenommen. Es stand also in seiner Macht, sein Leben zu lassen, und es wieder anzunehmen. Was konnten ihm die Feinde schaden? Sie tödteten den Leib, die Seele konnten sie nicht tödten. Dies verdient unsere ganze Aufmerksamkeit, daß es dem Herrn zu wenig war, die Märtyrer mit Worten zu ermuntern; er stärkte sie auch durch sein Beispiel. 381 R. Das macht gottgefällig, wenn man Widriges erduldet und unverdient leidet; denn auch Christus hat für uns gelitten. V. Er, der feine Sünde beging, und in dessen Munde fich kein Betrug fand; Er, der nicht lästerte, auch wenn er gelästert wurde; der nicht drohte, ob man ihn gleich mißhandelte, hat für uns gelitten, und sein Beispiel hinterlassen. R. Daß wir der Sünde absterben, der Gerechtigkeit leben, und im Leiden und Tode in seine Fußstapfen treten, um Vergebung der Sünden zu erhalten. Die Laudes. Antiphon. Bekennen wir unsere Sünden, so ist er der Getreue und Gerechte, der sie nachläßt, und uns von allem Bösen reiniget. 1. Job. 1, 9. Smit I. Psalm. Miserere. ( Nach dem 50. der Vulg.) 1. Erbarme meiner dich nach deiner Güte,* Nach deiner unermeßlichen Barmherzigkeit. 2. Und tilge nach der Fülle deiner Gnaden* Die Uebertretungen, die ich vor dir beging. 1. Befreie mich von meinen Missethaten,* Laß mir Verzeihung meiner Sünden angedeih'n. 2. Denn ich erkenn' und fühle mein Vergehen,* Und alle meine Sünden schweben stets vor mir. 1. Dir, dir allein, o Gott! hab' ich gefündigt;* Was bös in deinen Augen ist, hab' ich gethan. 2. Wirst du nach deiner Drohung mich bestrafen,* So handelst du an mir nur nach Gerechtigkeit. 1. Doch weißt du, daß wir Alle schon in Sünden* Im Mutterleib empfangen und geboren sind. 2. Und du hast auch mein Streben wahrgenommen, Zu wandeln auf der Wahrheit und der Tugend Bahn. 1. Mir ward durch deines Wortes Licht vergönnt,* Zu werfen in der Weisheit Abgrund einen Blick. 2. Herr! reinige du mich, daß ich rein werde,* Undweißer bin ich dann, als neugefall'ner Schnee. 382 1. Laß in mein Herz die Freude wiederkehren, wieder Munterfeit beleben mein Gebein. * Laß 2. Wend ab' dein Angesicht von meinen Sünden,* Und lösche alle meine Missethaten aus. 1. Erschaff' in mir ein reines Herz, o Schöpfer! Und gib mir einen neuen festen Tugendsinn. Verwirf mich nicht vor deinem Angesichte,* Und nimm von mir nicht deinen heil'gen Geist hinweg. 1. Erfreue mich durch deine Hilfe wieder,* Und unterstüße mich durch deines Geistes Kraft. 2. 2, Dann lehr' ich den Verirrten deine Wege, Und führe Sünder wieder auf den rechten Pfad. * 1. Und sieh! verkünden werden meine Lippen* Zum Lobe dir die Größe der Barmherzigkeit. 2. Brandopfer sind dir, Herr, nicht wohlgefällig;* Das Opfer, das du liebst, ist ein zerknirschter Sinn, 1. Ein Herz, das seine Missethat und jeden Fehler Aufrichtig dir bekennt und reuevoll beweint, 2. Ein Herz, das eifrig nach der Tugend trachtet,* Und sie getreu in seinen Lebenstagen übt. Antipbon. Bekennen wir unsere Sünden 2c. II. Psalm( nach dem 31. der Vulg.) Antiphon. Viele Plagen hat der Sünder; wer aber auf den Herrn vertraut, wird Gnade finden. 1. Heil, dem die Missethat vergeben,* Und dessen Sünde hier schon ward getilgt. 2. Ja, selig ist, dem Gott die Sünden* Der Reue willen nachgelassen hat. 1. Der nicht Betrug verbirgt im Herzen,* Und dessen Geist nach Bess'rung redlich strebt. 2. Verschweigen wollt' ich mein Vergehen;* Doch Schmerz durchwühlte unaufhörlich mich. 1. Da fing ich an, bei Tag und Nacht zu schreien; Denn Gottes Hand lag äußerst schwer auf mir. 2. Es schwanden meine Lebenssäfte,* Wie in der Sonne Brand zur Sommerszeit. * 1. Jch nahm mir vor, das zu bekennen,* Was ich im Stillen wider Gott gethan. 383 2. Ich sprach: Bekenn' ich mein Vergehen,* Vergibt er. mir die Strafe meiner Schuld. Noch Meh1. Es werden dann, durch mich ermuntert, rere zu ihm um Gnade fleh'n. 2. Er wird sie dann in Nöthen schützen, keiner Fluth zu Grunde geh'n. Daß sie in 1. Ein Schirm bist du mir in Gefahren, Befrei'st mich aus der Angst, die mich umgibt. 2. Ich will, sprichst du, dich unterweisen, dir zeigen, den du wandeln sollst. * Den Weg 1. Ich will mit Rath dich unterstützen, Mit meinen Augen wachen über dir. * * 2. Viel Plagen warten des Verruchten,* Die Frommen aber lohnest du mit Huld. 1. Erfreuet euch in Gott, ihr Frommen!* Frohlocket, ihr Gerechten eures Herrn! 2. Die ihr aufrichtig vor ihm wandelt,* Jhn lob' und rühme euer laut'res Herz. Antiphon. Viele Plagen 2c. III. Psalm( nach dem 102. der Vulg.) Untipbon. Unser Herz erfreuet fich in Gott, und wir vertrauen seinem heiligen Namen. 1. Du meine Seele! lobe deinen Gott und Herrn!* Es lobe in mir alles seinen Namen. 2. Ja, lob' ihn Seele! er ist deines Lobes werth; Denn Niemand ist ihm gleich an Huld und Gnade. 1. Vergiß des Guten nicht, das er dir schon gethan, Das täglich noch uns strömt von seiner Gnade. 2. Er schenkt uns Nachsicht und verzeiht die Sündenschuld;* Er heilet unsre Wunden und Gebrechen. 1. Vom ewigen Verderben rettet er den Geist,* Und krönet dich, sein Kind, voll des Erbarmens. 2. Der Güter Ueberfluß ergießet er auf dich,* Und gibt dir neue Lust und Kraft zum Guten. 1. Er stellt in dir der Unschuld Schönheit wieder her,* Erwirbt uns das verlorne Erbtheil wieder. 2. Er hat den Pfad des ew'gen Heils uns tund gethan,* Hat Gottes Willen uns geoffenbaret. 384 1. Unendlich gütig und barmherzig ist der Herr,* Langmüthig und geduldig gegen Alle. 2. Weit ist der Sonne Aufgang von dem Niedergang Zur Sommerszeit beim längsten Tag entfernet. 1. Doch weiter noch entfernt der Allbarmherzige* Von uns die Sündern angedrohte Strafe. 2. So wie ein Vater seiner Kinder sich erbarmt,* Erbarmt er unser sich nach seiner Milde. 1. Er straft uns nicht nach unsrer Missethaten Zahl,* Vergilt uns nicht nach unsrer Sünden Menge. 2. Denn hoch, wie Wolken über uns erhaben sind,* So ist erhaben seine Huld und Gnade. 1. Er weiß es: wir sind Staub, wir sind der Blume gleich:* Kaum blühet sie, beginnt sie schon zu welten. 2. Nur Er veraltet nicht; Er ist von Ewigkeit,* Erbarmungsvoll und gnädig unaufhörlich. 1. Er ist des reuevollen Sünders Zufluchtsort,* Der Schwachen Stab und seiner Frommen Stüße. 2. Dir, Sohn! des Vaters Ebenbild, sei Lob und Preis Von allen Zungen jetzt und dereinst ewig. Antiphon. Unser Herz zc. V. Seines eig'nen Sohnes hat Gott nicht geschont, R. Sondern ihn für uns Alle hingegeben. Antiphon zum Benediktus. Derselbe ist das Sühnopfer für unsere Sünden; nicht allein aber für die unsrigen, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt. ( Das Benediktus wie Seite 369.) V. Göttlicher Heiland und Erlöser! R. Grbarme dich unser! * ( Gebet.) Herr Jesus Christus! du sagtest einstens selbst: Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich." Wir sind bereit, alle Mühseligkeiten, Beschwerden und Lasten dieses Erdenlebens mit kindlicher Ergebung auf uns zu nehmen; verleihe uns deine Gnade zu diesem Vorhaben, damit wir muthvoll und getrost den Weg des Kreuzes wandeln, den du uns vorangegangen bist, und der Verdienste deines heiligen Leibes theilhaftig werden. R. Amen. ( Hur britten Mette wird statt des obigen Folgendes gebetet:) V. Christus war gehorsam für uns bis in den Tod; R. Bis in den Tod des Kreuzes. 385 Lasset uns betén. Wir bittenfdich, o Gott! sieh' deine gläubige Gemeinde mit gnädigen Augen an, für welche sich dein Sohn Jesus Christus den Händen der schuldigen Sünder auslieferte, und den schmerzlichen Kreuzestod starb. Verleih' uns, daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen, der Verdienſte seines Leidens und Sterbens würdig und des ewigen Lebens theilhaftig werden. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. VI. Abendandacht auf den heiligen Charfreitag, oder die Trauermetten. Gingang. Sobald es Tag geworden war, faßten die Oberpriester und Aeltesten des Voltes wider Jesum den Beschluß, das Todesurtheil an ihm zu vollziehen. Sie übergaben ihn deßwegen dem Statthalter Pontius Pilatus. Jesus stand jetzt vor dem Statthalter, der ihn fragte:„ Bist du der Juden König?" Du sagst es," antwortete ihm Jeſus. Die Oberpriester klagten ihn nun über Vieles an; er erwiederte aber nichts hierauf, so daß sich der Statthalter sehr wunderte. Am Feste pflegte der Statthalter dem Volfe einen Gefangenen loszugeben, und weil er gerade damals einen berüchtigten Gefangenen hatte, der Barrabas hieß, so fragte Pilatus: ,, Welchen wollet ihr, daß ich euch losgeben soll: Barrabas oder Jesum, den man Christus nennt?"- Die Oberpriester und Aelteſten überredeten das Volk, Barrabas loszubitten, und Jesum umzubringen. Da also der Statthalter noch einmal fragte, so antwortete das Volk: ,, Barrabas wollen wir!" Pilatus rief ihnen noch einmal zu:, Was soll ich aber mit Jeſus machen, den man Christus nennt?"- Sie riefen alle: ,, An's Kreuz mit ihm!" Was hat er denn aber Böses gethan?"-Darauf rief das Volk noch ungestümmer: ,, An's Kreuz mit ihm!" Pilatus wusch sich hierauf in Gegenwart des Volkes die Hände und sagte:„ Ich bin unschuldig 17 Conft. Gesangbuch 31fte Aufl. 386 an dem Blute des Gerechten. Ihr möget es verantworten!" Der ganze Volkshaufe schrie:„ Sein Blut komme über uns und unsre Kinder!" Hierauf gab er ihnen Barrabas los; Jesum aber ließ er geißeln und lieferte ihn ihnen zum Kreuzigen aus. I. Nocturn. I. Psalm( nach dem 31. der Vulg.) Antiphon. Sie nahmen Jesum und führten ihn fort. Er nahm sein Kreuz und ging zum Plaße hinaus, der die Schädelstätte und auf hebräisch Golgatha heißt. Joh. 19, 16. 17. 1. Mein Gott! mein Gott! sieh' jetzt herab auf mich,* Wirf einen Blick auf mich Verlass'nen, Vater! 2. Warum gabst du mich in die Hände meiner Feinde hin? Warum ist deine Hilfe fern, da ich so kläglich rufe? * * 1. Sind fremde Sünden, deren Bürd' ich auf mich lud, Sind diese schuld, daß du mit deiner Hilfe zögerſt? 2. Ich rufe Tag und Nacht zu dir um Hilfe,* Und doch scheint es, du hörst mein Flehen nicht. 1. Du thronst im Heiligthum, und hörst den Lobgesang, * Den dir dein Volk für die Errettung bringet. 2. Auf dich vertrauten unsre Väter in des Jammers Tagen,* Und du befreitest sie von Elend und von Noth. 1. Kaum riefen sie zu dir, so kam die Hilfe schon;* Nie blieb die Hoffnung unerfüllt, nie wurde sie zu Schanden. 2. Jch aber bin wie ein Wurm; man hält mich nicht für einen Menschen. Ich bin den Leuten zum Gespött; ein Abscheu bin ich jetzt dem Volk. 1. Die mich in meinen Leiden schau'n, verhöhnen mich; Sie lästern mich, und Arges denkend schütteln sie die Häupter. * 2. ,, Er flag' es, sagen sie, nur Gott; der wird ihn retten; Er wird ihn schon befrei'n, wenn er sein Liebling ist." 1. Mein Gott, du warst mein Schirmer schon im Mutterleibe,* An Mutterbrüsten warst du meine Zupic versicht. 387 2. Da ich geboren ward, warst du mein Helfer,* Warſt du mein Gott und Herr; darum verlaß auch jetzt mich nicht! 1. Sieh auf die Größe meiner Noth, und sende mir Errettung;* Denn wenn du mir nicht hilfft, iſt Niemand, der mir helfen kann. 2. Es haben meine Feinde mich umringt gleich wilden Stieren; Den Rachen gegen mich wie Löwen auf. gethan. 1. Sie haben mich wie Tiger angefallen,* Aus denen Hunger brüllt, aus deren Blicken blitzt der Mord. 2. Sie haben mich wie Wasser ausgegossen,* Und die Gebeine von einander mir getrennt. 1. Wie schmelzend Wachs zergeht mein Herz im Leibe mir,* Und meine Lebensträfte sind mir aufgetrocknet. 2. Ich bin wie Thon in eines Hafners Hand so mürbe, * Und meine Zunge klebt am Gaumen mir. 1. Du läsfest mich versinken in den Todesstaub;* Der Sünder Rotte hat zum Morde mich umzingelt. 2. Sie haben Hände mir und Füße durchgebohret, * An meinem Leibe zählt das Auge Bein für Bein. 1. An meiner Marter weiden ihre Blicke sich mit Lust; * Sie werfen über mein Gewand das Loos, es unter sich zu theilen. 2. Du aber, o mein Gott! errette mich aus ihren HänEntreiße mich den Klauen dieser wilden den, Thiere. 1. Dann werd' ich in der Mitte meiner Brüder dir* In heiliger Versammlung Lobgesänge bringen. 2. Es müssen sich zu dir bekehren alle Heiden Anbeten müssen tief der Erde Fürsten dich. 1. Nur ihm, der mir Barmherzigkeit erwies, soll meine Seele leben;* Es soll die Nachwelt ihn verehren, so wie ich. 2. Man wird ihm dienen von Geschlechte zu Geschlecht, Ihn preisen, der sein Werk zum Heil der Völker ausgeführet. Antiphon. Sie nahmen 2c. 388 ( Die Seiden des Erlösers auf Golgatha.) ( Alep h.) Erheb' dein Aug', o Mensch! blick' hin auf Golgatha! Und sieh den Edelsten, den je die Erde trug, Wie er mit dornumwund'nem blutbesprengtem Haupt Als Opferlamm der Schlachtbank naht, zu tilgen unsrer Sünden große Schuld. ( Beth.) Verworfen sieht des neuen Tempels Baustein sich; Des Weinbergs Erben trifft auch seiner Knechte Loos; Es reißen die gedungenen Mörder ihm mit Wuth Die Kleider von dem Leibe, der durch die Geißelstreiche war mit Blut bedeckt. ( Gimel.) Er, dem der Himmel sonst nur Saum des Kleides Steht nun zum Schauspiel aller Welt hier nackt und blos;- Der Henker Schaar tritt ihn, dem Wurme gleich, in Staub;- Durchbohrt die Hände und die Füße ihm, und schlägt ihn an des Kreuzes Pfahl. - -- 1 ( Dalet) An's Kreuz geheftet wird der Menschensohn erhöht Wie Moses eherne Schlange vorbedenDaß, wer sein Auge glaubensvoll zu ihm erhebt, Den Tod nicht sterbe, den des ersten Menschen Sünde in die Welt gebracht. tend einst, - - Erbarme dich, erbarme dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilg' unfre Sündenschuld. R. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, setzten sie sich nieder und bewachten ihn. - V. Als Ursache seines Todes ward über seinem Haupt die Auf schrift angeheftet: Jesus von Nazareth, König der Juden." R. Die Oberpriester der Juden sagten zu Pilatus:„ Schreib' nicht: König der Juden, sondern: der sich für den König der Juden ausgegeben hat." Pilatus aber sprach:„ Was ge= schrieben ist, bleibt geschrieben." Und mit ihm wurden zu gleicher Zeit zwei Mörder gefreuzigt, einer zur Rechten, der andere zur Linken. * ( He.) Der Heilige, vor dem die Himmel selbst nicht rein, Gerechte, im Vergleich mit ihm, nur Sünder find; Er, dessen Speise nur des Vaters Wille war, Hängt zwischen Missethätern an dem Pfahl, als wär' auch ein Verbrecher Er. 389 ( Vau.) Durch Würfel theilen die Soldaten sein Gewand,- Und rufen unter Spott und Hohngelächter ihm: Du Helfer aller Leidenden! hilf dir nun selbst! Erbau' den Tempel in drei Tagen, steig' vom Kreuz und du bist unser Gott." 11 ( Sain.) Die Lästerung zerriß sein liebevolles Herz; Doch schwand die Liebe nicht, die er gepredigt hat, Denn sterbend übt er gegen seine Feinde sie. Vergib, ruft er, o Vater! ihnen, denn sie wissen nicht, was sie mir thun!" ( Chet.) Durch diese Huld bewogen, fleht vertrauensvoll Der Mitgefreuzigte zur rechten Seite ihm: Herr! gedenke meiner, fömmst du in dein Reich!" Und der Erbarmer spricht!, Noch heut' sollst du mit mir im Paradiese sein!" ( Thet.) Auch Freund und Sohn ist er in seiner Todesnacht. Er sorgt für die Verlassene, die ihn gebar. - Da sie des Leidens Schwert durchdringet, spricht der Herr: Sieh deine Mutter!" zu Johannes; und zu ihr; Frau! sieh hier deinen Sohn!" - M Erbarme dich, erbarme dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilg' unfre Sündenschuld. R. Wir sehen ihn, wie es Isaias uns vorhergesagt, verachtet, verschmäht unter den Menschen, einen Mann der Schmerzen, durch seine Leiden entstellt, so, daß man das Angesicht vor ihm verbirgt. V. O ihr alle, die ihr auf dem Wege vorübergeht, seid aufmerksam, und sehet, ob ein Schmerz seinem Schmerze gleiche. R. Die Zuschauer halten ihn für einen von Gott Gestraften, Geschlagenen und Gemarterten; und dennoch ist er nur um unsrer Missethaten, um unsrer Sünden willen zerschlagen, damit wir durch seine Wunden geheilet werden. ( Jo d.) Mit Finsterniß verhüllt die Sonn' ihr Angesicht, und Nacht bedeckt drei Stunden lang das ganze Land. Zur neunten Stunde ruft der Herr in Todesangst Hinauf durch seine Himmel; ,, Vater, warum hast du denn verlassen mich? ( Caph.) Geleeret bis zur Hefe ist des Leidens Kelch; - Der ewigen Gerechtigkeit genug gethan.- Im Hoch-- 390 gefühle der Vollendung spricht er laut:- Händ' empfehl' ich, Vater! meinen Geist! sein Haupt und stirbt. ( Lamed.) Die Erde bebt, des Tempels Vorhang reißt entzwei, Die Felsen bersten und die Gräber öffnen sich: Erschrocken kehrt das Volk von Golgatha zurück;- Es schlägt an seine Brust und ruft; Der an dem Kreuze starb, ist Gottes Sohn!" - - " In deine Und neigt ( Mem.) So litt und starb, zu retten uns, des Höchsten Sohn. Erkenne seine Lieb' und sag' ihm frommen Dank,- Und meid' und flieh' die Sünde, die an's Kreuz ihn schlug, Daß nicht, o Christ! an dir verloren geh' sein Leiden und sein bittrer Tod. - Erbarmie dich, erbarme dich, o Herr! Nach deiner Gnade tilg' unsre Sündenschuld. R. Sehet, wie der Gerechte stirbt, und Niemand nimmt es zu Herzen! Die gerechten Männer werden ermordet und Niemand bedenkt es. V. Wie ein Lamm ward er zur Schlachtbank geführt, und öffnete seinen Mund nicht, daß man ihn übel behandelte: R. Er gab sein Leben hin in den Tod, um seinem Volke Heil und Leben zu erwerben, und ward wie ein Missethäter behandelt. II. Nocturn. Psalm( nach dem 87. und 15. der Vulg.) Untiphon. Die Soldaten zerschlugen den zwei Mitgekreuzigten die Beine, Jesu aber nicht, weil sie sahen, daß er schon todt war. 1. Du, Ewiger! mein Gott und mein Erretter!* Des Tages und des Nachts schrie ich zu dir. 2. Du ließest mein Gebet zu dir gelangen,* Und hast dein Ohr geneigt zu meinem Weheklagen. 1. Du sahst mit Leiden überhäufet meine Seele;* Nun hat mein Leben sich dem Todtenreich genaht. 2. Schon rechnet man mich zu den Abgestorb'nen,* Zu denen, die im Grab verwesen. 1. Jch bin in ihren Augen deiner Hand entrissen, Gleich denen, deren du nicht mehr gedenkst. 2. Wie einer, den in finst're Gruft du tief versenkt, In öde Finsterniß, in Abgrund hingelegt. * * 391 1. Sie sind im Wahn, es drücke mich dein Zorn, gleich einem Frevler,* Zur Strafe sei auf mich der Leiden Fluth ergossen.. 2. Von mir entfernten meine Freunde und Bekannten sich;* Ich ward durch meiner Leiden Zahl zum Gräuel ihnen. 1. Du lässest mich vor ihnen, wie eingekerkert, schmachten,* Als gäb' es ewig keinen Ausweg mehr für mich. 2. Vor ihnen ist mein Auge wie erstarrt;* Vergeblich streck' ich meine Hände aus zu dir. 1. Willst du an mir Verstorb'nen Wunder wirken,* Willst du mich auferwecken, Ew'ger! dich zu preiſen? 2. Wird man im Grabe deine Güte rühmen,* Und deine Treue am Verwesungsort verkünden? 1. Wird man in Finsterniß erkennen deine Wunder* Und deine Huld im Reiche der Vergessenheit? 2. So rief ich, Herr! zu dir empor, getrennt von meinen Freunden.* Wirst du dein Angesicht noch länger mir verbergen? 1. Wirst du nicht aus dem Todtenreich mich rufen?* Wirst du nicht den Verlass'nen mich wieder geben? 2. Bewahre mich, mein Gott! ich suche Schutz bei dir;" Du lässest deine Frommen nicht Verwesung schauen. 1. Auch selbst mein Fleisch wird sicher ruhen;* Du gibst der Gruft nicht meine Seele preis. 2. Vor deinem Antlitz ist der Freuden Fülle,* In deiner Rechten Seligkeit auf ewig. Antiphon. Die Soldaten zerschlugen den zwei mitgekreuzigten die Beine, Jesu aber nicht, weil sie sahen, daß er schon todt war. ( Lesung aus der Abhandlung des Hl. Bischofs Augustinus.) I. Der Mensch hat seine Absichten im Herzen tief versteckt, aber auch da trifft sie Gott! Jene sprachen: Wer bemerkt uns dort? Vermummt waren ihre Buben= stücke, verschlagen ihre Ränke; allein die bösen Anschläge wurden zu Schanden. Der Gottmensch überließ sich ihren boshaften Absichten; Er ließ sich als Mensch behandeln; nur als Mensch konnte Er angehalten, geschla 392 gen und gefreuzigt werden. Nur als Mensch konnte Er sterben. Als Mensch also überließ Er sich allen jenen Mißhandlungen, die gegen Ihn nichts würden vermocht haben, wenn Er nicht Mensch gewesen wäre. Allein, wenn Er die Menschheit nicht angenommen hätte, ſo wäre der Mensch nicht erlöset worden. Er verbarg also seine Absichten tief, und verbarg sein Herz. Den Menschen zeigte Er sich als Mensch, und verbarg ihnen seine Gottheit. Er verbarg die göttliche Natur, die mit dem Vater von gleicher Wesenheit ist, und zeigte sich in der Gestalt eines Knechtes, dem Vater unterthan! -1 R. Er war von göttlicher Natur, und ob es gleich kein Raub war, wenn er sich Gott gleich geachtet, so erniedrigte Er sich doch selbst. V. Er nahm die Gestalt eines Knechtes an, und ward uns Menschen gleich. R. Er demüthigte sich und war seinem Vater gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tode des Kreuzes. Phil. 2; 6-8. II. Wohin führten diese ihre Ränke, die mit ihnen zu Schanden wurden, da sie nach dem Tode und Begräbniffe des Herrn noch eine Wache zum Grabe hinstellten? Denn sie sagten zu Pilatus: Der Verführer!" diesen Namen erhielt der Herr Jesus Christus zum Troste seiner Diener, wenn man sie Verführer nennt. Sie sprachen also zum Pilatus: Dieser Verführer hat, da er noch lebte, gesagt; Ich werde am dritten Tage wieder auferstehen. Darum gib Befehl, daß sein Grab bis an den dritten Tag bewacht werde, damit nicht etwa seine Jünger kommen, und ihn stehlen, und dann unter dem Volke verbreiten, Er sei von den Todten auferstanden, und so der letzte Betrug ärger werde, als der erste." Pilatus antwortete ihnen:" Da habt ihr Wache! gehet hin, und verwahret das Grab, wie ihr nur immer wollt!" Sie gingen also bin, stellten an das Grab eine Wache, und versiegelten den Stein, der vor dem Eingang desselben lag. R. Jn tiefe Gruft haben sie mich eingesenkt, in öde Finsterniß und in die Nacht des Todes. 393 V. Ich bin in ihren Augen wie eines Mannes Gestalt ohne Kraft, die verlassen unter den Todten wandelt. R In tiefe Gruft haben sie mich eingesenkt, in öde Finsternis und in die Nacht des Todes. ( Aus dem zweiten Buche des Hl. Epiphanius gegen die Irrlehrer.) III. Die Gottheit des Herrn beschloß Alles, was zum Geheimniß des Leidens gehörte, zu vollführen, und in die Hölle, den Versammlungsort der Väter, niederzusteigen, um die schon längst Verstorbenen, d. h. die heiligen Patriarchen, in sein Lichtreich überzusehen. Dies mußte deßhalb geschehen, daß die Aussprüche der göttlichen Schrift erfüllt würden, welche durch seine Propheten von ihm geweisfagt wurden. Deßwegen stieg er in Menschengestalt zur Hölle, um das auszuführen, was durch ihn vollendet werden sollte, und damit der Fürst der Hölle und der Tod, die den gefangenen Menschen nicht entlassen und seine mit der Seele verbundene Gottheit nicht erkennen wollten, selbst gefangen genommen und ihre Herrschaft zernichtet werde. Dadurch wurde dann die Schrift erfüllt, welche von ihm sagt: Du wirst meine Seele nicht in der Hölle, noch den Heiligen die Verwesung schauen laffen." R. Die Frauen saßen bei dem Grabe, trauerten und weinten um den Herrn. V. Ich werde dich besiegen, o Tod! dein Zerstörer werde ich sein, o Grab! R. Du läsfest deinen Heiligen nicht die Verwesung schauen, Mein Fleisch ruht in der Hoffnung der Auferstehung. III. Nocturn. II. Psalm( nach dem 48. der Vulg.) Antiphon. Er hat uns alle durch seinen Tod erlöset, und die Erbschaft des Lebens uns wieder erworben. 1. Du warst gnädig, o Herr! deinem Lande;* Du hast uns wieder befreit von der Knechtschaft der Hölle. 2. Du hast deinem Volke die Sünden vergeben,* Du haft seine Missethaten bedeckt und vergessen. 1. So fehre denn wieder zu uns zurück, du unser Hei 394 land! Tröste uns wieder, die unser Gott und Netter! 2. Du hast dich für uns zum Sühnopfer in den Tod hingegeben;* Sollte denn Gott fortfahren, zu zürnen über uns und die Nachkommen? 1. Willst du denn uns nicht mit neuem Leben beglücken, Daß wir, dein Volk, uns über dich freuen? 2. Zeig' uns, o Herr! nach deiner unbegrenzten Gnade Jetzt schon dein Heil, das du uns durch Leiden verdientest. 1. Glückseligkeit hast du verheißen deinem Volke,* Deinen Geliebten, wenn sie nicht zurückkehren zur Sünde. 2. Denn du hast wahrhaftig gezeigt, daß du alle erlöſest,* Die dich gläubig durch Wort und That verehren.. 1. Du wirst dich auch verherrlichet uns wieder zeigen, Wirst Segen und Heil über unser Land ergießen. 2. Barmherzigkeit und Wahrheit werden sich begegnen, Gerechtigkeit und Frieden sich umarmen. 1. Auf Erden wird die Wahrheit und die Tugend sich ausbreiten,* Und die versöhnte Gerechtigkeit huldvoll auf uns hernieder schauen. * 2. Die Tugend wird nicht nur in unsrer Mitte neu aufblühen,* Sie wird durch Gottes Segen auch mm reichlich Früchte tragen. Antiphon. Er hat uns alle durch seinen Tod erlöset, und die Erbschaft des Lebens wieder erworben. ( Lesung aus der siebenten Rede des heiligen Papstes Leo über das Leiden unsers Herrn.) I. Wenn wir, Geliebteste! die Leiden und den Tod unsers Herrn betrachten, so sehen wir, daß es durch den göttlichen Rathschluß beschlossen war, daß die Vornehmsten der Juden und die gottlosen Priester, welche öfters Gelegenheit suchten, gegen Christum zu wüthen, erst an dem Osterfeste Macht erhalten sollten, ihre Wuth auszulassen. Es mußte nämlich offenbar in der That erfüllt werden, was lange schon durch ein geheimnißvolles Bild verheißen war, daß das wahre Lamm das Vorbedeutende 395 entfernen, und daß ein einziges Opfer alle übrigen Opferdienste aufheben sollte. Damit also die Schatten dem Körper, die Vorbilder der Gegenwart der Wahrheit weichen, wird der alte Gottesdienst durch ein neues Geheimniß vernichtet, wird das Opfer in ein anderes Opfer verwandelt, das Blut durch ein anderes Blut weggeschafft, und die gesetzliche Feier durch ihre Verwandlung erfüllt. R. Der Vorhang des Tempels riß von oben bis unten mitten entzwei, um anzudeuten, daß das alte Gesetz seine Endschaft erreicht habe, und ein neues an seine Stelle trete. Denn, sprichst du: blutige und unblutige Opfer gefallen mir nicht; Brand- und Sühnopfer verlang' ich nicht. V. Da sprach ich:„ Sieh'! ich komme zu erfüllen, was von mir im Buche geschrieben steht; nämlich, deinen Willen zu vollziehen, denn dein Gesetz trag' ich mitten im Herzen." R. Das ganze Gesetz ward also als unkräftig. und unnüß aufgehoben! es führte nicht zur Vollkommenheit. Dafür ist die bessere Hoffnung durch Jesum Christum eingeführt, wodurch wir uns Gott nahen. ( Lesung aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Hebräer, 9. Kap.) II. Christus, der Hohepriester, dem wir die erwarteten Güter verdanken, ist durch ein größeres und vollkommeneres Zelt, das nicht von Menschenhänden verfertigt, oder von irdischer Bauart ist, und zwar nicht mit dem Blute der Böcke und Rinder, sondern mit seinem eigenen Blute ein für allemal in's Allerheiligste gegangen, und hat uns auf ewig Erlösung verschafft. Denn kann das Besprengen des Blutes von Böcken und Rindern und der Asche der verbrannten Kuh die Unreinen in Absicht auf das Aeußerliche reinigen; wie viel mehr wird das Blut Christi, der aus Antrieb des heiligen Geistes sich selbst als ein vollkommenes Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von Sünden reinigen, daß wir uns wieder dem lebendigen Gott nähern und ihm dienen dürfen. R. hm ward das Priesterthum von demjenigen zu Theil, der zu ihm sprach: Du bist Priester auf ewig. 396 V. Darum kann er auch ewig diejenigen retten, die sich durch ihn Gott nahen; denn er lebt ewig, für uns ewig zu bitten. R. Ginen solchen Hohenpriester müssen wir haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von Sünden frei und über alle Himmel erhaben ist, um für uns ewig zu bitten. Hebr. Kap. 7. III. Da wir also an Jesu, dem Sohne Gottes, einen groBen Hohenpriester haben, der in das Jnnerste des himmlischen Heiligthums eingegangen ist, so wollen wir bei diesem Bekenntniß fest verharren. Denn wir haben keinen Hohenpriester, der bei unsern Trübsalen nicht Mitleid haben könnte. Er wurde vielmehr, wie wir, die Sünde ausgenommen, mit allen menschlichen Versuchungen durch Erfahrungen bekannt. Lasset uns also voll Vertrauen zum Throne der Gnade treten, um Erbarmung und Gnade und Hilfe in der Noth zu erlangen. R. Jesus ging nicht in ein von Menschenhänden gebautes Heiligthum ein, das nur ein Vorbild des wahren Heiligthums war, sondern er ging in den Himmel selbst hinein, sich vor Gottes Angesicht für uns zu stellen. V. Nicht aber, daß er sich öfters opfere, wie der Hohepriester jährlich mit fremdem Blute in's Allerheiligste hineinging! R. Sondern er ist nur einmal in der Welt erschienen, die Sünde durch sein eigenes Blut zu tilgen. ( Die Laudes sind wie in den vorhergehenden Metten, Seite 381, und das Gebet wie Seite 384.) VII. Abendandacht für den heiligen Charsamstag. ( Zur Auferstehungsfeierlichkeit unsers Herrn Jesu Christi.) Eingang. ( Lesung aus der heiligen Schrift: Matth 27, Mark 15, Luc. 23, Joh. 19.) Nachdem Jesus gestorben war, und es Abend wurde; kam Joseph von Arimathea, ein angesehener Rathsherr, der auf das Reich Gottes wartete, und wagte es, vom Pilatus den Leichnam Jesu sich auszubitten. Pilatus wunderte sich, daß er schon gestorben sei, ließ den Hauptmann rufen, und fragte, ,, ob er schon lange todt wäre?" Da er vom Hauptmann es vernommen hatte, schenkte er 397 dem Joseph. den Leichnam. Dieser ging also hin, und kaufte Leinwand und nahm den Leichnam ab. Zu ihm gesellte sich auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte bei hundert Pfund gemischter Myrrhen und Aloe. Sie übernahmen den Leichnam Jesu, und wanden ihn sammt den Spezereien in reine Leinwand ein, wie es bei den Juden Gewohnheit ist. Nächst am Orte, wo Jesus gekreuzigt ward, lag ein Garten, und darin ein neues Grab, das sich Joseph in einen Felsen hatte hauen lassen, und worin noch Niemand war beigesetzt worden. In dieses brachten sie Nähe halber, und weil es Vorsabbath der Juden war, und der Sabbath sich nahte, den Leichnam Jesu. Joseph wälzte einen großen Stein vor die Deffnung des Grabes und ging weg. Gesang. 1) Das Grab ist zu; Nun ruhest du, Befreit von jeder Plage, In der Felsenhöhle aus Bis zum dritten Tage. 2) Vorbei, vorbei Ist das Geschrei. Das Toben deiner Feinde. Feinde. Deinem Grabe then sich Tief bestürzt die Freunde. 3) Um's Grab herum Ist alles stumm; Nur Thränen sieht man fließen, In Geberden ihren Schmerz Still die Frau'n ergießen. 4) Du haft geliebt, Sanftmuth geübt, Wie noch hienieden Keiner. Doch gekreuzigt wurdest du, Wie der Mörder Einer. 5) Ich weiß, du wirst, o Lebensfürst! Vom Grabe auferstehen; Und verkläret werd' ich dich Heute wieder sehen. ( Sesung aus der heil. Schrift. Matth. 27, 62-66.) Den Tag darauf, der auf den Vorbereitungstag folgte, kamen die Oberpriester und Pharisäer zu Pilatus, und sagten;, Herr! wir erinnern uns, daß dieser Verführer noch bei Lebzeiten gesagt hatte: Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen. Laß also das Grab bis auf den dritten Tag bewachen, daß nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen, und zum Volke sagen: Er ist von den Todten auferstanden. Denn so würde der letzte Betrug ärger, als der erste sein." Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr die Wache! Gehet hin, und bewachet ihn, wie ihr es für gut haltet." Sie gingen nun hin, besetzten das Grab mit Wächtern, und versiegelten den Stein. 398 215 Psalm( nach dem 15. der Vulg.) Antiphon. Gott ist mein Helfer, der Herr ist mein Leben. 1. Erhalte mich, o Herr! denn du bist meine Hoffnung, * Du bist mein Gott, du bist mein höchstes Gut. 2. Ich hab' an denen nur ein Wohlgefallen,* Die heilig, die gerecht auf dieser Erde wandeln. 1. Sah ich von Gebrechlichkeiten die Menschen schwer gedrückt;* So eilte ich, sie zu erquicken und zu trösten. 2. Nur Sünder, die zum Blutvergießen sich verſammelten,* Die waren mir ein Abscheu; ich nannte ihre Namen nie. 1. Du, Herr! allein, du bist mein Erbetheil und Freudenkelch; Du räumst mir meine Erbschaft wieder ein. 2. Durch dich ward mir ein gutes Loos zu Theil.* Mein Erbegut ist lieblich, herrlich und erhaben schön. 1. Jch preise dich, daß diese Einsicht du mir hast gegegeben. Sie war in Leidensnächten mir Ermunterung zu deinem Lobe. * Du 2. Ich habe immerdar dich, Ewiger! vor Augen. bist zur Rechten mir, damit ich niemals wanke. 1. Dies ist es auch, was meinem Herzen Freude macht, Und meinen Geist entzückt, daß dir mein Mund lobsinget. 2. Mein Leib ruht selbst auf Hoffnung in dem Grabe: * Es werde deine Macht ihn wieder auferwecken. 1. Du wirst im Grab auch meine Seele nicht verlassen; Gestatten nicht, daß in der Gruft dein Heiliger verweſe. 2. Vor deinem Antlitz ist der Freuden Fülle,* In deiner Rechten Seligkeit auf ewig. Antiphon. Gott ist mein Helfer, der Herr ist mein Leben. V. Aus dem Evangelium des Hl. Math. 28. Kap. R. Mit Ehrfurcht hören wir es an. V. Es sind Worte des ewigen Lebens. R. Wir stehen bereit, sie zu erfüllen. Spät am Sabbathe, da schon der erste Wochentag anbrach, kam Maria Magdalena, und die andere Maria, 399 um die Grabeshöhle zu besuchen. Und siehe, ein starker Erdstoß war daselbst geschehen; denn ein Engel des Herrn war vom Himmel gekommen, hatte den Stein von der Deffnung gewälzt, und sich darauf gesetzt. Sein Anblick war wie Blizz, sein Kleid glänzend weiß, wie der Schnee. Die Wachhaltenden geriethen darüber vor Furcht außer sich, und waren wie todt. Zu den Frauen aber sprach der Engel: Fürchtet euch nicht, ich weiß wohl, daß ihr Jesum suchet, der gekreuziget ist. Er ist nicht mehr hier, sondern auferstanden, wie er geſagt hatte; fommt nur und sehet den Platz, wo der Herr gelegen hat; und gehet dann eilends- hin, und meldet es seinen Schülern, er sei von den Todten auferstanden. Er wird, so sagt ihnen, euch nach Galiläa vorangehen! dort werdet ihr ihn sehen. Sehet, ich habe es euch vorhergesagt." and the me R. Diese heiligen Worte u. s. w. Gesang. 1) Christus ist erstanden! Von des Todes Banden Schwebt. er frei, und auf sein Grab Schaut er im Triumph herab. Freut euch, Menschenkinder! Singt dem Ueberwinder: Alleluja, Alleluja! 2) Christus lebt! den Glauben Soll uns Niemand rauben: Ewig lebet Jesus Christ, Der des Menschen Heiland ist. Laßt uns ihn bekennen, Herr und Gott ihn nennen! Alleluja! Alleluja! 3) Er sei unsre Ehre, Theur' uns seine Lehre; Wort des Lebens offenbar, Weil ein Gott der Lehrer war. Laßt uns sie erfüllen Nach des Vaters Willeu. Alleluja, Alleluja! 4) Erst noch, wie verlassen ( wer mocht' es fassen!) Von den Menschen und von Gott, Hing er, seiner Feinde Spott. Seht ihn jetzt mit Wonne Leuchtend wie die Sonne! Alleluja! Alleluja! 5) So entflich'n die Sorgen, Wenn den gold'nen Morgen Sendet nach der finstern Nacht Gott, der über Fromme wacht. Aus dem Kelch der Leiden Schöpft der Dulder Freuden. Alleluja, Alleluja! 6) Tod! du bist gebunden, kannst nicht mehr verwunden; Heiter wird die dunkle Gruft, Weil Gott neu in's Leben ruft. Ja! des Todes Erben Werden nimmer sterben. Alleluja, Alleluja! 7) Auf des Himmels Throne, Vater! mit dem Sohne In des Geistes Einigkeit, Sei gelobt in Ewigkeit! Hoch von allen Zungen Sei Gott Preis gesungen. Alleluja, Alleluja! V. Christus ist von den Todten auferstanden. Alleluja! R. Damit auch wir vom Grabe auferstehen. Alleluja! - 400 V. Triumph dir, Held! der uns vom Tode befreit. R. Triumph dem Retter unserer Seligkeit! Lasset uns beten. O Gott! der du in dieser Nacht durch die herrliche Auferstehung deines Sohnes uns den Weg zur seligen Unsterblichkeit eröffnet hast; verleih' uns deine Gnade, daß wir vom Grabe der Sünde auferstehen, und durch einen heiligen Lebenswandel seines himmlischen Reiches würdig und theilhaftig werden mögen, durch denſelben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Die Gnade unsers von den Todten auferstandenen Heilandes sei und bleibe mit uns Allen. R. Amen. ( 3um heiligen Segen mit dem Hochwürdigsten.) 1) Seht Christus, unser Osterlamm, Durch den uns Heil und Leben kam! Besiegt hat er der Hölle Macht, Des Jrrthums und des Grabes Nacht. 2) Gelobet seist du, Jesus Christ! Der du vom Tod erstanden bist! Dem Vater der Barmherzigkeit, Dem Geist sei Lob in Ewigfeit! Amen. VIII. Abendandacht auf die heilige Frohnleichnams- Oktav. ( Den Gegensgefang suche in der sechsten Abtheilung.) ( Vorbereitungsgebet.) Wir versammeln uns an deinem heiligen Altare, o Herr! um dich unter der Gestalt des Brodes anzubeten. Segne unsere Andacht, daß unser Glaube immer lebendiger, unsre Hoffnung und unser Vertrauen immer findlicher, und unsre Liebe zu dir tugendreicher, und wir der beseligenden Früchte deines heiligen Opfertodes theilhaftig werden, der du lebſt und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. R. Amen. ( I. Jesus Christus, unser Glaube.) ( Vorbeter.) 1. O Jesus Christus! du, der Anfang und das Leben, das Wort, welches Fleisch geworden ist, 401 und unter uns gewohnet hat; du, der Erstgeborne, der Alles, den Himmel und die Erde, erschaffen hat, das Sichtbare und Unsichtbare, die Throne, Herrschaften und Fürstenthümer; du, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist; dich glauben wir gegenwärtig unter der Gestalt des Brodes, und beten dich an. R. Wir glauben an dich, und beten dich an als unsern Gott und Herrn. ( Vorbeter.) 2. Jesus Christus, eingeborner Sohn Gottes! du bist eins mit dem Vater, und erweckst, wie Er, Todte und gibst ihnen das Leben.- Du bist die Auferstehung und das Leben; wer an dich glaubt, ob er schon stirbt, wird dennoch leben; denn du bist gestorben, und wieder auferstanden, um uns zu zeigen, daß du ewig der Herr bist über Tod und Leben. R. Wir glauben an dich nt. s. w. ( Vorbeter.) 3. Jesus Christus! du bist das Brod, welches vom Himmel gekommen ist, nicht das Manna, das die Väter gegessen haben, welche gestorben sind, sondern das Brod des Lebens, damit derjenige nicht sterbe, der davon ißt, sondern das ewige Leben in sich habe, und du ihn am füngsten Tage auferweckest. R. Wir glauben an dich u. s. w. ( Vorbeter und Volk.) Heilig, heilig, heilig bist du, unser Herr und Gott! Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt.- Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. Vater unser u. s. w. V. Das ist sein Gebot, daß wir an ihn glauben, R. Und unsern Glauben mit Herz und Mund bekennen. Sasset uns beten. Jesus Christus, unser Heiland! der du selbst geſagt hast: Wer dich sehe und an dich glaube, habe das ewige Leben!" O verleihe uns, daß der Glaube an deine heilige Gegenwart unser ganzes Leben begleite, uns vom Bösen abhalte und zum Guten ermuntre, damit wir würdig sein mögen, von dir zum ewigen Leben auferweckt zu 402 werden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst in Ewigkeit. R. Amen. ( II. Jesus Christus, unsere Hoffnung.) ( Vorbeter.) 1. Jesus Christus ist in die Welt gekommen, zu suchen, was verloren war, und das Gefundene zu beseligen. Er hat sich für uns dargegeben, um uns von aller Lasterhaftigkeit zu befreien, um sich ein Volk zu reinigen, das durch gute Werke der Heiligung beslissen und der Seligkeit würdig wäre. Wir hoffen von ihm Vergebung der Sünden, und die Gnade zu einem tugendhaften, heiligen Leben. R. Wir hoffen auf ihn, und beten ihn an als unsern Gott undHerrn. ( Vorbeter.) 2. Der Allmächtige hat Jesum Christum zu unserm Richter und Begnadiger erwählt, und er ist durch seinen Tod bei ihm unser Mittler und Fürsprecher geworden, damit Alle, die an ihn glauben, und Buße wirken, Vergebung der Sünden erhalten. Er ruft uns Allen zu: Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ihr werdet Ruhe finden für eure Seele." R. Wir hoffen auf ihn u. s. w. ( Vorbeter.) 3. Jesus Christus ist der Bürge des verheißenen ewigen Lebens. Er ist das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt auf sich genommen hat, und er ist treu in seinen Verheißungen. Er ist gestern und heute derselbe, und ist es in Ewigkeit. Auch ist er mächtig genug, zu Stande zu bringen, was er versprochen hat. R. Wir hoffen auf ihn u. s. w. ( Vorbeter und Volk.) du, unser Herr und Gott! Heilig, heilig, heilig bist Himmel und Erde sind mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes! der du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. - Vater unser u. s. w. V. In Jesu allein ist wahres Heil. R. Niemand kömmt zum Vater, als durch ihn. 403 Lasset uns beten. Jesus Christus, unser Mittler, Fürsprecher und Begnadiger! auf dich hoffen und vertrauen wir; du bist unsere Zuversicht und unser Trost. Schenk' uns Verzeihung unserer Sünden, und hilf uns die bösen Neigungen bestegen, und nach deinem heiligen Beispiele wandeln, damit wir des ewigen Lebens würdig und theilhaftig werden, das du uns verheißen, und durch deinen Tod verdienet hast; der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. III. Jesus Christus, unsere Liebe. ( Vorbeter.) 1. Jesus Christus! du bist die ewige Liebe, die vom Himmel herabkam zu uns auf Erden. Jedes deiner Worte ist Ausguß heiliger Liebe.„ Ich gebe euch, sprichst du, ein neues Gebot: Liebet einander, wie ich euch liebe." Ich sage euch: nicht etwa nur siebenmal sollt ihr verzeihen, sondern siebenzigmal siebenmal; ja, ihr sollet sogar eure Feinde lieben, jene ſegnen, die euch fluchen, wohlthun denen, die euch hassen und verfolgen; denn nur daran wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebet." R. Wir lieben dich von ganzem Herzen, und beten dich an als unsern Gott und Herrn. ( Vorbeter.) 2. Jesus Christus! du bist die ewige Liebe. Jedes deiner Werke ist Ausfluß und Denkmal deiner Liebe. Du verließest die Fülle deiner Herrlichkeit und Seligkeit, nahmst unsere menschliche Natur an, gingst umher und thatest Gutes. Du erduldetest namenlose Leiden und den schmählichen und schmerzlichen Tod des Kreuzes, um uns die Erbschaft des ewigen Lebens wieder zu erwerben. Wo ist ein Freund, der für seinen Freund das Leben dargibt? Und dennoch hast du dies für uns Sünder gethan! R. Wir lieben dich von ganzem Herzen u. s. w. ( Vorbeter.) 3. Jesus Christus ist die Liebe. Er wollte uns nicht verwaisen lassen. Wie er in Menschen 404 gestalt unter uns wohnte, wollte er in Brodsgestalt unter uns bleiben, und er will, daß, wo er ist, wir auch seien, und wir mit ihm seine Herrlichkeit theilen. Zum Unterpfande dessen hinterließ er uns seinen Leib und sein Blut in diesem heiligen Sakramente. Jesus Christus! du bist wahrhaftig die ewige Liebe, die vom Himmel zu uns herabgekommen ist. R. Wir lieben dich von ganzem Herzen, und beten dich an als unsern Gott und Herrn. ( Vorbeter und Volk.) du unser Herr und Gott! mit deiner Herrlichkeit erfüllt. Heilig, heilig, heilig biſt Himmel und Erde sind Lob, Preis und Dank sei dir, o Jesu, Sohn Gottes, der du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. - Vater unser u. s. w. V. Wer seine Gebote hält, der bleibt in Vereinigung mit ihm. R. Und seine Liebe ist vollkommen. Lasset uns beten. Jesus Christus! du, die Liebe selbst, lehre uns lieben, wie du geliebt hast, und laß uns durch diese Liebe mit bir vereinigt bleiben, damit wir würdig sein mögen, an deiner Herrlichkeit Theil zu nehmen, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. Lobgesang. 1) Deinem Heiland, deinem Lehrer, u. s. w., wie Seite 79. Lytanei zur Verehrung des heil. Altarsakraments. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! R. Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! R. Erbarme zc. Gott heiliger Geist! R. Erbarme zc. Heiligste Dreinigfeit! R. Erbarme 2c. Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes. Jesu, du Sohn der Jungfrau Maria. Jesu, du Vorbild aller Tugenden. Jesu, du Retter der Seelen. Jesu, du Freund der Armen. Jesu, du Tröster der Betrübten. Jesu, du Hoffnung der Gläubigen. Jesu, du guter Hirt. Jeju, du unser Mittler zwischen Gott und den Menschen. Jesu, unser Weg, die Wahrheit und das Leben. Jesu, du Zuflucht der Bußfertigen. Jeju, du Versöhnung der Sünder. Jesu, du wahres Licht der Welt. Jesu, du ewige Weisheit. Jesu, du unendliche Güte. Jesu, du Trost der Leidenden. Jesu, du Heil der Sterbenden. Jesu, du Richter der Lebendigen und Todten. Jesu, unser Anführer und Völlender. Jesu, du Freude der Engel. Jesu, du Wunsch der Patriarchen. Jesu, du Erleuchter der Propheten. Jesu, du Meister der Apostel. Jesu, du Stärke der Märtyrer. Jesu, du Stifter der christlichen Kirche. Jesu, du Quell aller Heiligkeit. Jesu, du König des ewigen Reiches. V. Sei uns gnädig! R. Verschone uns, o Herr! V. Sei uns gnädig! R. Erhöre uns, o Herr! Vor allem Uebel R. Bewahre uns, o Herr! Vor Uebertretung deiner heiligen Gebote. Vor aller Unreinigkeit des Herzens. Daß du uns verschonest. Daß du uns verzeihest. Daß du uns im Glauben an dich erhalten wolleft. Daß du uns in der Hoffnung auf dich bestärkest. Daß du die Liebe zu dir in uns vermehren wollest. Daß du alle christlichen Herzen in Liebe und Eintracht vereinigen wollest. Vor aller Unehrerbietigkeit gegen das heiligste Altarssaframent. Vor unwürdigem Genusse deines heiligen Leibes und Blutes. Vor der Gefahr des ewigen Todes. V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du alle Menschen auf dem Wege der Tugend zu dir fühe ren wollest. 405 Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten mögest. Daß du die Anzahl deiner würdigen Verehrer vermehrest. R. Erbarme dich unser! R. Bewahre ic. R. Wir bitten bich zc. 406 Daß du uns die Gnade verleihest, dir in deinem heiligen Gehorsame nachzufolgen. Daß wir immer mehr deine heilige Geduld und Sanftmuth uns eigen machen. Daß wir in deiner Gott und Nächstenliebe dir immer ähnlicher werden. Daß wir mit dir bis an unser Lebensende eines Sinnes und Herzens verbleiben. Daß uns fein ungemach und keine Drangsal, ja selbst nicht der Tod von deiner Liebe trenne. Daß wir vor unserm Tode deinen Leib und dein Blut zu empfangen würdig sein mögen. Daß du bei unserm Lebensende uns beistehest, und in die ewige Seligkeit uns aufnehmest. O Jesu, du Lamm Gottes! welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! 1) Verschone uns, o Herr! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme dich unser, o Herr! R. Wir bitten dich, erhöre uns! ( Gebet.) Du hast uns, o Jesu! im heiligen Sakramente des Altars ein ewiges Denkmal deines Leidens und deines Todes hinterlassen. Gib, daß wir dies heilige Geheimniß deines Leibes und Blutes jederzeit mit so wahrer Andacht verehren, daß wir durch Nachahmung deines heiligen Beispiels auch des Segens deiner Erlösung würdig und theilhaftig werden, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes als gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Bum Segen wird aus der nachfolgenden sechsten Abtheilung ein Gesang genommen.) IX. Abendgebet für Privatandacht. Die Nacht ist da, ich will zur Ruh' mich legen; Dank dir, o Gott! für dieses Tages Segen. Die Nacht ist da, o Bater! segne mich, Und sicher schließt mein mattes Auge sich. --Mein Gott und Vater! so ist denn abermal ein Tag dahin, und mit ihm ein Theil meines Lebens!- Wie die Zahl meiner Tage wächst, so nimmt mein Leben ab, denn ich nahe mich mit jeder Stunde dem Grabe. Daß ich doch diesen Tag ohne unreinen, bösen Gedanken, ohne Verletzung meiner Pflicht, ohne Sünde zugebracht hätte!! Vater, bester Vater! wenn ich etwas gethan, das 407 deinem heiligen Willen zuwider war, wenn ich eine meiner Berufspflichten unerfüllt ließ, wenn ich Jemand beleidigt habe, so bitte ich dich reumüthig um Verzeihung. Läsfest du mich den kommenden Tag wieder erleben, so will ich alle Mühe anwenden, den begangenen Fehler zu verbessern, das Unrecht zu vergüten, und den zugefügten Schaden nach Kräften zu erseßen. Hab' ich aber heute etwas Gutes vollbracht, hab' ich den einen oder andern Menschen durch Rath und That unterstützt, oder zu meiner eigenen Vervollkommnung etwas gethan, so betrachte ich es als Ausfluß deiner Milde und Gnade. Mit dankbarem Gemüthe bekenne ich, daß, was mir heute Angenehmes, Glückliches und Heilsames zu Theil geworden ist, mir von dir, der Quelle alles Guten, zufloß. Deßwegen sage ich dir von Herzen Dank für alle unzählbaren Wohlthaten, die du mir heute und mein ganzes Leben hindurch hast angedeihen lassen. Ich bitte dich auch, beschüße mich diese Nacht hindurch nach der Fürbitte deiner Engel und aller Heiligen. Entferne von ir jeden Gedanken, der meine Seele beflecken, und ihr Heil gefährden kann. Unter deiner Obhut lege ich mich nun zur Ruhe. O Vater! laß sie mir zur gedeihlichen Stärke werden, und mich morgen, wenn es deinem weisesten Nathschlusse nicht entgegen ist, wieder gesund und munter, und mit neuem Muth und Eifer belebt, erwachen, damit ich es vermöge, meinen Mitmenschen nach Kräften zu dienen. Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Ich empfehle dir auch die Meinigen, alle meine Nebenmenschen, vorzüglich die Nothleidenden, Unglücklichen und Kranken. - Laß auch, Allbarmherziger! den Seelen meiner abgestorbenen( Eltern, Verwandten, Geschwister, Freunde und Wohlthäter) N. N., und aller Christgläubigen ewige Ruhe angedeihen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Lied, zu singen, zu beten oder zu betrachten.) 1. Der Tag ist wieder hin, Und diesen Theil des Lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst Dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner Pflicht gelebt? 408 2. Hab' in der Furcht des Herrn Jch ihn auch angefangen? Mit Dank und mit Gebet, Mit eifrigem Verlangen, als ein Ge schöpf von Gott, Der Tugend mich zu weih'n, Und züchtig und gerecht, Und Gottes Freund zu sein? 3. Hab' ich in meinem Stand Auch ihm mich treu bewiesen? Durch Eifer und durch Fleiß, Ihn, meinen Gott gepriesen? Mir und der Welt genüßt, Und jedem wohlgethan, Weil es der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag Mein eigen Herz regteret? Hat mich im Stillen oft Ein Blick auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser Fleh'n bemerkt? Und hab' ich, im Ber trau'n Auf ihn, mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß Der Güter hier auf Erden An den Allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrr ich ihn allein? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank? Den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz Des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Hab' ich's mit Dank empfunden? War stets mein Ernst auch sanft, Mein Scherz auch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts geredt, Das mich gereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen Durch Sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein Beispiel still Zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, War dies mir angenehm? 8. War mir mein Fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Beftritt auch ich in mir Gin unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gött über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu steh'n, Auch willig und bereit? 9. Gott! du verzeihest dem, Den seine Sünden fränken. Du liebst Barmherzigkeit, Und wirst sie auch mir schenken. Auch diese Nacht bist du Der Wächter über mir; Leb' ich, so leb' ich dir; Sterb' ich, so sterb' ich dir. 409 Sechste Abtheilung. Predigt-, Christenlehr-, Segens-, Prozessions-, Communion-, Sonn-, Festtags- und Gelegenheits- Gefänge und Gebete. I. Predigt- Lieder. A. Für die Sonntage. ( I. Vor der Predigt.) 1. Geist der Wahrheit, Geist der Liebe! Den der Herr den Jüngern gab, Läut're jeden uns'rer Triebe; 2. Komm' zu uns der Liebe, Geist der Wahrheit! Nebel hüllt des Menschen Pfad; Führ' ihn du zur Sonnenklarheit! Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, sei uns Licht und Rath! 3. Unser's Herzens Tugendquelle Trüben Sinnenlust und Schmerz: Leidenschaft treibt Well' auf Welle: O erhelle, Geist der Lieb' und Wahrheit, unser Herz! ( I. Nach der Predigt.) Dank, Herr! für Deiner Wahrheit Licht, Für deines Wortes Unterricht. Wie glücklich ist der Mensch als Christ, Wenn er dir treu ergeben ist; Ihm wird durch deines Geistes Kraft, Der alles Gute wirkt und schafft, Ein hehres unvergänglich Heil Zum Tugendlohn und Erbetheil. ( II. Vor der Predigt.) 1. Komm', heiliger Geist, auf uns herab! Dein Trost erhellt uns Leid und Grab, Von dir kommt Weisheit, Licht und Rath, Kommt Lust und Kraft zur guten That. Komm', heiliger Geist, zu uns herab. 2. Komm', heiliger Geist, mit Gottes Kraft, Die in uns neue Herzen schafft! Erfülle uns mit heil'gem Sinn, Führ' uns zum Quell des Lebens hin. Komm', heiliger Geist, zu uns herab! 3. Komm', heiliger Geist, des Wortes Licht Entflamm' für Wahrheit uns und Pflicht. Mach' uns durch deines Priesters Mund Den Rathschluß deiner Weisheit kund. Komm', heiliger Geist. auf uns herab! ( II. Nach der Predigt.) Dich, heiliger Geist! dich preisen wir Aus Dankbarkeit, aus Lieb' zu Dir. Noch wirkest du durch Jesu Wort Zu unserm Heile mächtig fort. Dich heiliger Geist! dich preisen wir. B. Predigtlieder für die Festtage. 1) Am Feste der Geburt Christi und am Sonntage in der Octav. ( Vor der Predigt.) Dein Wort, o Gott, Das uns im Fleisch erschienen; Regiere deines esters Geist, Da er dein Volk, dir treu zu dienen. Nach deiner Lehre unterweist. Const. Gesangbud. 31ste ust. 18 410 ( Nach der Predigt.) Dank dir, o Gott, Dein Wort ermuntert unsre Seelen, Treu deinem Sohne nachzugeh'n, Und dankbar jenes Heil zu wählen, Das seine Lieb' uns außersch'n. 92) 2) An den Osterfesttagen. ( Zur Predigt.) O Auferstand'ner! Deine Lehre Hat sich als Gottes Wort bewährt; Steht einem Felsen gleich im Meere, Den keiner Woge Macht zerstört, Ich höre sie mit hehrer Wonne, Sie ist auf diesem dunkeln Pfad Mir eines schönern Lebens Sonne, Wo herrlich reift der Tugend Saat. ( Nach der Predigt.) Mein Gott! wie kann ich dich erheben, Für deines Wortes Trost und Licht? Das will ich thun: Ich will dir leben, Dir meiner Seele Zuversicht! Mag immerhin der Frevler spotten, Dein Wort bürgt mir, Herr! daß du lebst, Und mich dereinst vom Reich der Todten Zu deiner Herrlichkeit erhebst. 3) Am Auffahrtsfeste unsers Herrn Jesu Chriſti. ( Zur Predigt.) Herr! Herr dein Evangelium Ist für uns Licht und Leben, Du hast es, dir sei Dank und Ruhm! Zum Segen uns gegeben, Wir wollen uns auf seiner Bahn Dem Ziele unsers Herzens nah'n, Durch deinen Geist geleitet. ( Nach der Predigt.) Dank dir, mein Gott, mein Heil, mein Licht! Dich will ich ewig lieben, Und still und freudig meine Pflicht Nach deinem Worte üben. Du bist's, der alles Gute schafft. Erbarmer! deine Huld und Kraft Werd' in uns Schwachen mächtig. 4) An den Pfingstfesttagen. ( 3ur Predigt.) Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich, Nicht einer so an Weisheit reich, Wie du, des Höchsten Sohn, es bist, In dem des Geistes Fülle ist. Mit Ehrfurcht hören wir dir zu, Mach st uns, o bester Lehrer! du Durch deines treuen Priesters Mund Das Wort des Heiles fund. ( Nach der Predigt.) Dank, Herr! für deiner Wahrheit Licht, Für deines Wortes Unterricht. Wie glücklich ist der Mensch als Christ, Wenn er dir treu ergeben ist; Jhm wird durch deines Geistes Kraft, Der alles Gute wirft und schafft, Ein unvergänglich hehres Heil Zum Lohn und Erbetheil. 5) Am Dreieinigkeitsfest. ( 3 ur Predigt.) Flehend, Vater! werfen wir Uns zu deinen Füßen; Laß des Lebens Worte hier Reichlich in uns fließen. Nur bei deines Wortes Licht Lernen wir dich kennen, Den mit Glaubenszuversicht Wir dreieinig nennen. ( Nach der Predigt.) Dank dir, Vater! für das Wort Durch den Sohn gegeben. Mächtig wirk' es immer sort Zu der Seele Leben; Es verbreite Jesu Reich, Täglich mehr auf Erde n Bis wir einstens alle gleich Ewig selig werden. 411 6) An den Festtagen der seligsten Jungfrau Maria. ( Zur Predigt.) Das Wort des Höchsten war ihr theuer, Warihre Lust auf dieser Welt. Sie hielt es inniger und treuer, A18 je ein Sterblicher es hält. Um deiner Mutter nachzukommen, Send' uns, o Herr! des Geistes Kraft, Die in den Herzen aller Frommen Das Wollen und Vollbringen schafft. ( Nach der Predigt.) Wir wollen, wie Maria, leben Nach deines Wortes reinem Licht; Dies sei der Dank, den wir dir geben, D Gott! für deinen Unterricht. O laß dein Wort auf dunkeln Wegen Der Leitstern unsers Wandels sein, Daß wir, gestärkt durch seinen Segen, Uns, wie Maria, dir nur weih'n. 7) An den Festtagen der Heiligen überhaupt. ( Zur Predigt.) Laß dein Wort, Allmächtiger! Tief in unsre Herzen dringen; Segne uns, Begnadiger! Neichlich gute Frucht zu bringen, Daß wir uns mit deinen Treuen Ewig deiner Güte freuen. ( Nach der Predigt.) Dir sei Preis und Dank gebracht Für dein Wort, das wir vernommen! Groß bewies sich deine Macht Stets, o Herr! an deinen Frommen. Laß an uns, die wir's bewahren, Seine Kraft auch offenbaren. 8) An den Festtagen der heiligen Apostel und Blutzengen. ( Zur Predigt.) O Herr! von dem das Predigtamt, Von dem das Licht der Wahrheit stammt; Mach' uns durch deines Dieners Mund Die Wege deiner Weisheit fund, Und wirke, wie dein Wort verheißt, In uns das Heil durch deinen Geist. ( Nach der Predigt.) Dir, Stifter unsrer Seligkeit! Sei. unser Lob und Dank geweiht; Du bist des Frommen höchstes Gut, Für dich kämpft er mit Heldenmuth, Dir lebt, dir leidet er allein, Üm, Christus! ewig dein zu sein. 9) An Festtagen der heiligen Engel. ( Zur Predigt.) Dein heil'ges Wort Aus deines Priesters Mund zu hören, Verleih' uns, Gott! den Kindersinn; Dann wird es unsern Geist ernähren, Und deinen Engeln gleich durchglüh'n. ( Nach der Predigt.) Dir wollen wir, o Gott! aus Dankbarkeit auf Erden In allem treue Diener sein; Bis wir gleich deinen Engeln werden, Die ewig deinem Dienst sich weih'n. 10) An Dankjesten der Ernte. ( 3ur Predigt.) Allmächtiger! gleich deiner Sonne Erhellt dein göttlich Wort die Welt, Bringt Jedem Segen, Heil und Wonne, Der's gläubig hört, bewahrt und hält. Der Vortrag dieses Wortes dringe Heut tief in unsre Herzen ein, Die wir dir, Schöpfer aller Dinge! Aus dankbarem Gemüthe weih'n. ( Nach der Predigt an Dankfesten überhaupt und bei gesegneter Ernte, Weinlese zc. insbesondere.) Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, 412 Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig unsre größte Pflicht. Der Herr hat unser nicht vergessen, Vergessen wir auch seiner nicht. ( Nach der Predigt in minder gesegneten oder sogenannten Mißjahren.) Nie schenken dieser Erde Güter Dem Menschen die Zufriedenheit! Die wahre Ruhe der Gemüther J st Tugend und Genügsamkeit. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand; Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, Doch so, wie er's uns heilsam fand. II. Christenlehr- Lieder. 1. Vor der christlichen Lehre. Du Quell der Weisheit, Freund der Frommen, Du, dessen Freude Segnen ist; Du läd'st uns ein, zu dir zu kommen; Hier sind wir, Heiland, Jesu Ehrist! Erhöre unser kindlich Flehen; Send' uns, wie es dein Wort verheißt Um deine Lehre zu verstehen, Vom Himmel deinen heil'gen Geist. 2. Nach der christlichen Lehre. Herr Jesus Christus, deine Lehren Sind ewig wahr, sind himmlisch schön, Voll Kraft die Seele zu ernähren, Um in das Leben einzugeh'n. So oft wir, Herr! dich hören nennen, So fühlen wir in unsrer Brust Die größte Freude, dich zu kennen, An deinem Wort stets größ're Lust. 1. Vor der christlichen Lehre. 1. Wir kommen vor dein Angesicht, Du Schöpfer unsrer Jugend! Verwirf jett unsre Bitte nicht Um Weisheit und um Tugend.. Laß unser Lernen, Fleiß und Müh' Umsonst nicht sein, Herr! ſegne sie. 2. Gib, daß sich unsre Lehrer freu'n, Uns aufmerksam zu sehen; Laß ihren Unterricht gedeih'n Zu unserm Wohlergehen; O Vater! segne ihr Bemühn'n, Daß sie zu Christen uns erzieh'n. 2. Nach der christlichen Lehre. Jesus, Herr! uns lehrest du, Was wir thun und glauben sollen. Schent uns deine Kraft dazu, Gib zum Wissen auch das Wollen, Und zum Wollen das Vollbringen; Dann wird Alles wohl gelingen. 1. Vor der christlichen Lehre. 1. Herr! präge alle Lehren, Die wir mit Andacht hören, Tief unsern Herzen ein; Laß uns in früher Jugend Verehrer wahrer Tugend Nach deinem Beispiel sein. 2. Vermehr' in uns die Triebe Zur Andacht und zur Liebe, Zur wahren Frömmigkeit. Laß deinen heil'gen Willen Uns immer treu erfüllen, Wie es dein Wort gebeut. 2. Nach der christlichen Lehre. 1. Religion von Gott gegeben, Sei ewig meinem Herzen werth; Du bist's, die mich ein höh'res Leben, und einen Schöpfer kennen lehrt. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut; Wohl dem, der seinen Willen thut. 2. Du leitest mich auf allen Wegen, Du schärfest meines Geistes Blick, Du machst mir jedes Glück zum Segen, Und schreckst vom Bösen mich zurück. Nur du veredelst Herz und Sinn, Und führst zu meinem Gott mich hin. III. Segens- Gesänge. 1.* 1. Wir beten dich an, Herr! dein' Leib und Blut In Brodsgestalt als unser höchstes Gut! Heilig, heilig, heilig! Unaussprechlich heilig. Preis und Dank sei dir geweiht, Heiligster in Ewigkeit. 2. Wir beten dich an, uns am Kreuzes stamm. 3. O guter Hirt! der Verzeihung uns erwarb. 4. Lebensbrod! und Seligkeit gewährt. 5. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Licht! Bist unser Trost und unsre Zuversicht. Heilig u. s. w. 6. Erbarmungsquell! dem ew'ges Heil entfließt, Erquick' uns auch, wenn unser Aug' sich schließt. Heilig u. s. w. 2. ( Chor.) 1. Heilig, heilig, heilig Bist du, unser Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit Ist der ganze Weltkreis voll. ( Nur Einige.) Dir, Jesus Christ, Der du zugegen bist, Dir sei aus Dankbarkeit Hier unser Herz geweiht. Nimm es zum Opfer hin, Und heil'ge unsern Sinn. ( Chor.) 2. Heilig, heilig, heilig Bist du, unser Herr und Gott! Deiner Macht und Herrlichkeit Ist der ganze Weltkreis voll. 1 413 - wahres Gottes- Lamm! Du blutest für Heilig u. s. w. für uns Sünder starb, Durch seinen Tod Heilig u. s. w. 1 das die Gerechten nährt, Zur Tugend stärkt, Heilig u. s. w. - ( Nur Einige.) Du bist uns nah', Den noch kein Auge sah! Sei, wo wir sind, mit uns, Sei Leiter unsers Thuns! Führ' uns nach dieser Zeit In deine Herrlichkeit! 3. 1. Uns zum Himmel zu erheben, Stiegst du, Herr! zum Staub herab; Gab st für uns dein theures Leben, Sanksi zu unserm Heil ins Grab! Heilig, unaussprechlich heilig, Bist du, unser Gott und Herr! 2. Ach, kein Mensch, Der Engel keiner kann dir gleich an Liebe sein! Ewig soll mein Herz sich deiner, O du ew'ge Liebe! freu'n. Heilig u. s. w. 414 3. Vater! dir sei ewig Ehre, Ehre dir, Herr Jesu Christ! Dir, o Geist! sei ewig Ehre, Gott, der du die Liebe bist! Heilig, u. s. w. 4. 1. Christen! betet an im Staube Unsern Gott, den Ewigen; Sei gesegnet, Christenglaube An den Unaussprechlichen; Schwinge dich zu ihm empor; Singe mit dem Engelchor: Heilig, heilig, heilig ist Unser Heiland, Jesus Christ! 2. Jhm, den göttliches Erbarmen, Heiße Menschenliebe drang, Daß er Netter ward uns Armen, Bringt ihm Lob- und Preisgesang! Er lehrt auf der Tugend Bahn Gott, dem Heiligsten uns nah'n. Heilig, u. s. w. - 5. 1. In der Gestalt des Brodes bist Du, Herr! uns hier zugegen. Du Quell des Lebens, Jesu Christ! Von dir strömt Heil und Segen. Heiland, Herr der Herrlichkeit! Dir sei Lob und Dank geweiht.- Heilig, u. s. w. 2. A m Kreuze floß dein theures Blut Zur Tilgung unsrer Sünden; Du ewiges, du höchstes Gut! Laß uns Erbarmung finden; zeig' uns dein mildes Angesicht, Umstrahlt von deiner Gottheit Licht. Heilig u. s. w. 6. 1. Jesus, du der Frommen Segen! Bist den Betenden zugegen. Unser Herz und unser Sinn Richten sich auf dich nur hin. 2. Jesus unser Heil und Leben, Dir sind wir stets treu ergeben; Gehen wir auch weg von hier, Unser Herz bleibt doch bei dir. 7. 1. Preiset, Lippen, das Geheimniß Eines Leibs voll Herrlichkeit; Eines Bluts, dem Schäße weichen, Das zum Lösegeld der Welt, Er, der holden Mutter Sprosse, Er, der Völker Heil, vergoß. 2. Uns geschenket, uns geboren Aus der reinflen Jungfrau Schooß, Wandelt er voll Huld auf Erden, Streut des Wortes Samen aus; Krönt mit wundervoller Stiftung Seiner schönen Tage Schluß. 3. In der Nacht des letzten Mahles Saß von Brüdern er um= ringt; Aß mit ihnen von dem Lamme Nach dem heiligen Gesetz; Reichte dann des neuen Bundes Himmelskost den Zwölfen dar. 4. Er nahm Brod und sprach mit Segen: Esset, denn dies ist mein Leib; Nahm den Kelch und sprach mit Segen: Trinkt mein Blut in meinem Bunde! Und gedenket mein, ihr Freunde! Stets bei eurem Liebesmahl. 5. Lasset uns voll Ehrfurcht feiern Dies erhab'ne Sakrament. Hier sind keine alten Bilder, Neu ist unser Liebesmahl, Und der Glaube muß enthüllen, Was dem schwachen Sinn entgeht. 415 6. Dir, o Vater in den Himmeln; Dir, o eingeborner Sohn! Schallen unsre Dankeslieder; Kraft und Segen strömt von euch. Geist des Vaters, Geist des Sohnes! Dir gebührt der gleiche Ruhm. IV. Prozessions- Gesänge. 1) Zu Prozessionen mit dem hochwürdigsten Gute. ( Erster Gesang.) 1. Christen! singt mit frohem Herzen, Preiset Gott, das höchste Gut! Das Geheimniß seiner Liebe, Wahrhaft seinen Leib! sein Blut: Diesen Leib, der angeheftet An dem Kreuze für uns starb; Dieses Blut, das dort geflossen, Und uns ew'ges Heil erwarb. 2. Uns von Nacht und Tod zu retten, Nahm er unsre Schwachheit an! Und er wandelte auf Erden uns als Lehrer treu voran. Seine Wunder gaben Zeugniß Von der Lehre Göttlichkeit. Durch das größte aller Wunder Ward sein Scheiden noch geweiht. 3. Als der Herr mit seinen Jüngern Bei dem Abendmahle saß, Und nach Vorschrift des Gesetzes Von dem Osterlamme aß, Macht' er eine Liebesftiftung. Da das Mahl geendet war, Gab er sich vor seinem Leiden Ihnen selbst zur Speise dar. 4. Christen! betet dies Geheimniß In dem Geist der Demuth an; Nur der Glaube kann enthüllen, Was kein Mensch ergründen kann. Dieses Denkmal seiner Liebe In dem heil'gen Sakrament Fordert unsre Gegenliebe Liebe ist sein Testament. - 5. Guter Hirt, der seiner Heerde Selbst sein Fleisch und Blut gewährt: Der uns arme, schwache Pilger Mit dem Brod" des Lebens nährt! Laß uns zu dem Gastmahl kommen, Wo wir dich einst unverhüllt Ewig sehen, ewig lieben; Dann ist unser Wunsch erfüllt. 6. Gott dem Vater, Gott dem Sohne, Lob und Preis und Herrlichkeit! Lob und Breis dem heil'gen Geiste! Heiligste Dreieinigkeit, Bater, Schöpfer, Mittler, Tröster, Herr, ich glaub', ich hoff' auf dich! Ich bereue meine Sünden, Gott, mein Gott, ich liebe dich. ( 3 weiter Gesang.) 1. Laßt uns dem Heiland singen, Von Herzen ihn erhöh'n, Ihm Dank und Ehre bringen, Dem Liebenswürdigsten. ( Chor.) Erkennet es, wie er geliebt, Und fühlt, was seine Liebe gibt. 2. Denn gütiger ist keiner, Als Jesus, unser Herr, Und heiliger und reiner, Und mächtiger als Er. Erkennet u. s. w. ( Chor.) 3. 3 war können wir nicht schauen Sein holdes Angesicht! Doch dürfen wir ihm trauen, Und glauben, was er spricht. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 416 4. O wie ist seine Lehre, So göttlich wahr und gut! Siebt nur auf Gottes Ehre, Gibt uns so heitern Muth. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 5. Er starb, um uns von Banden Des Todes zu befrei'n. Für uns ist er erstanden! Laßt uns ihm dankbar sein. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 6. Geduld hat er mit Sündern, und ladet sie zu sich; Macht fie zu Gottes Kindern, Und liebt sie brüderlich. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 7. So haben wir denn wieder, Der Kinder Recht und Gut; Sind Jesu theure Brüder, Erkauft mit seinem Blut. Erkennet u. s. w. ( Chor.) 8. Daß Sünder ewig leben, Die ew'ge Nacht bedroht, Hat er fich hingegeben Für uns in Todesnoth. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 9. Wir werden ewig leben, Für uns starb unser Herr. Wir werden ewig leben Und selig sein, wie er. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 10. Und bis wir selig werden, Macht er uns fromm und rein; Sein Geist führt uns auf Erden, Und läßt uns nie allein. ( Chor.) Erfennet u. s. w. 11. Er mildert unsre Plagen, Er schenkt dem Müden Rast; Er hilft uns muthig tragen Des Kreuzes schwere Last. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 12. Wenn Freund und Feind uns hassen, Die letzte Stüße bricht, Wenn Alle uns verlassen, Verläßt uns Jesus nicht. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 13. Nach seinem Testamente J st hier sein Fleisch und Blut Jm beil'gen Saframente Der Seele höchstes Gut. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 14. Wir werden ewig leben; Für uns starb unser Herr. Wir werden ewig leben. Und selig sein, wie er. ( Chor.) Erkennet u. s. w. 2) Zur Prozession an den Festtagen Mariä, oder zu ihrer Verehrung überhaupt. Herr, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Herr, erbarme dich unser! Christus, erhöre uns! Christus, erhöre uns! R. Erbarme dich unser, o Herr! 1. Allmächtiger und Allwissender, Unser Schöpfer und Vater! Höre unser Rufen, Sieh auf unser Flehen! R. Erbarme dich unser, o Gott! 2. O du Gottes Sohn Und Begnadiger! Jesus, Heiland und Mittler! Höre unser Rufen! Sieh auf unser Flehen! R. Erbarme u. s. w. 417 3. O Gott, heiliger Geist! Der du Kraft verleihst, Das Gute zu vollbringen, Höre unser Rufen! Sieh' auf unser Flehen! R. Erbarme dich u. s. w. 4. O du Heilige, Hochgesegnete, Süße Mutter der Liebe, Trösterin im Leiden! Reinster Quell der Freunden! R. O bitt' für uns, Maria! 5. O du frömmeste, Gott vertrauendste, Schönste Tochter des Himmels! Daß wir hier auf Erden Fromm, wie du, auch werden R. O bitt' u. s. w. 6. O du Reineste, Auserwählteste' Heller Spiegel der Unschuld! Rein, wie Lilienblüthe, Sei unser Gemüthe! R. O bitt' u. s. w. 7. O Sittsameste, Eingezogenste, Zierde deines Geschlechtes! Daß wir treu im Stillen Gottes Wort erfüllen. R. Obitt' u. s. w. 8. O Sanftmüthigste, Allerfreundlichste, Zarte Jungfrau voll Anmuth! Daß wir friedlich leben, keinen Anstoß geben! R. O bitt' u. s. w. 9. D Demüthige, Sanftbescheidene, Wie das Veilchen im Thale; Daß wir Gott nur ehren, Aller Hoffahrt wehren. R. Obitt' u. s. w. 10. Geduldige, Gottergebene Auf dem Nachtpfad des Lebens! Daß wir ohne Klagen, Still die Leiden tragen. R. Obitt u. s. w. 11. O du Himmlische, Liebenswürdigste, Leuchtend Vorbild der Tugend! Daß wir dir auch gleichen! Dir, der Tugendreichen. R. O bitt' u. f. w. 12. O du Seligste, Hochverherrlichte, Nächst zu Rechten des Sohnes! Daß uns werd' zum Lohne Einst des Himmels Krone! R.bitt' nt. s. w. 13. O Barmherzige, O Mitleidige, Mutter unsers Erlösers! Tröstend uns begleite In dem letzten Streite. R. O bitt' u. s. w. 14. Gottes Lieblingin! Sei Fürsprecherin, Daß wir einst im Gerichte Wegen unsern Sünden Gnade mögen finden. R. Obitt' u. s. w. 15. Odu Gottes- Lamm, Das am Kreuzesstamm Für uns Sünder hat geblutet! Laß uns Gnade finden, Nachlaß unsrer Sünden! R. Verschone uns, o Herr! 16. du Gottes- Lamm, Das am Kreuzes stamm Für uns Sünder hat geblutet! Laß uns Gnade finden, Nachlaß unsrer Sünden. R. Erlöse, erlöse uns, o Herr! 17. O du Gottes- Lamm, das am Kreuzesstamm Für uns Sünder hat geblutet! Laß uns Gnade finden, Nachlaß unsrer Sünden! R. Erbarme dich unser, o Herr! 418 3) Zur Prozession am Markustage und in der Bittwoche. ( Lytanei aller Heiligen nach der römischen Choralmelodie.) V. Kyrie eleyson! R. Christi eleyſon V. Kyrie eleyson! Christus, erhöre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel! R. Erbarme dich unser! Gottes Sohn, Erlöser der Welt! Gott, heiliger Geist! Heiligster, dreieiniger Gott! Heilige Maria. R. Bitt' für uns! Heilige Gebärerin des Herrn. Heilige Jungfrau aller Jungfrauen. Heiliger Michael. Heiliger Gabriel. Heiliger Raphael. Alle Heiligen und Erzengel. Alle heiligen Chöre der seligen Geister. Heiliger Johannes der Täufer. Heiliger Joseph. Alle Heiligen Patriarchen und Propheten. Heiliger Petrus. Heiliger Paulus. Heiliger Andreas. Heiliger Jakobus. Heiliger Johannes. Heiliger Thomas. Heiliger Jakobus. Heiliger Philippus. Heitiger Bartholomäus. Heiliger Matthäus. Heiliger Simon. Heiliger Thaddäuß. Heiliger Mathias. Heiliger Barnabas. Heiliger Lukas. Heiliger Markus. Alle Heiligen Apostel und Evangelisten. Alle Heiligen Jünger des Herrn. Alle heiligen unschuldigen Kinder. Heiliger Stephanus. Heiliger Laurentius. Heiliger Vinzentius. Heiliger Fabian und Sebastian. Heiliger Johannes und Paulus. Heiliger Cosmas und Damian. Heiliger Gervasius und Protasius. Alle Heiligen Märtyrer. barme ic. R. Et R. Bittet für uns Sünder! Heiliger Sylvester. Heiliger Gregorius. Heiliger Ambrosius. Heiliger Augustinus. Heiliger Hieronymus. Heiliger Martinus. Heiliger Nikolaus. Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger. Alle heiligen Kirchenlehrer. Heiliger Antonius. Heiliger Benediktus. Heiliger Bernhardus. Heiliger Dominifus. Heiliger Franziskus. Alle heiligen Priester und Leviten. Alle heiligen Mönche und Einsiedler. Heilige Maria Magdalena. Heilige Agatha. Heilige Lucia. Heilige Agnes. Heilige Cäcilia. Heilige Katharina. Heilige Anastasia. Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen. R. Bittet 2c. Alle Heiligen Gottes. R. Bittet 2c. Herr, sei uns gnädig. R. Verschone uns, Herr und Gott! Herr, sei uns gnädig. R. Erhöre uns, Herr und Gott! Von allem Uebel. R. Erlöse uns, Herr und Gott! Von aller Sünde. Von deinem Strafgericht. Von der Gefahr eines unvorhergesehenen Todes. Von den Nachstellungen des Satans. Vom Zorne, Haß und allem bösen Willen. Vom Geiste der Unlauterkeit. Von Blizz und Ungewitter. Von dem ewigen Tode. Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung. Durch deine Ankunft. Durch deine Geburt. Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten. Durch dein Kreuz und Leiden. Durch deinen Tod und dein Begräbniß. Durch deine herrliche Auferstehung. Durch deine wunderbare Himmelfahrt. Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters. Am Tage des Gerichtes. Wir arme Sünder. R. Wir bitten dich, erhöre uns! 419 R. Bittet für uns Sünder! R. Erlöse uns, Herr und Gott! 420 Daß du uns verschonest. Daß du uns verzeihest. Daß du uns zur wahren Buße führen wollest. Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest. Daß du die apostolischen Hirten und alle geistlichen Stände in deiner heiligen Religion erhalten wollest. Daß du die Feinde deiner heiligen Kirche zu ihrer Besserung beschämen wollest. Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht geben wollest. Daß du allen christlichen Völkern Frieden und Eintracht verleihen wollest. Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest. Daß du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben wollest. Daß du alle unsere Wohlthäter mit ewigen Gütern belohnen wollest. Daß du unsere Seelen und die unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter von dem ewigen Verderben erretten wollest. Daß du die Früchte der Erde uns geben und bewahren wolleft. Daß du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft. Daß du uns erhören wollest. Du Sohn Gottes. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. R. Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. R. Erhöre uns, o Herr! R. Wir bitten dich, Terhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. R. Erbarme dich unser, o Herr! V. Christus, erhöre uns! R. Christus, erhöre uns! V. Kyrie eleyson. Christe eleyson. Kyrie eleyson. Vater unser u. s. w. V, Führe uns nicht in Versuchung; R. Sondern erlöse uns von dem Üebel. ( Nach dem 69. Pfalm der Vulg.) 1. Mein Gott, laß mir Hilfe angedeihen!* Säume nicht, mir beizustehen. * Die meiner Seele 2. Laß sie zu Schanden werden, Wohlfahrt untergraben. 1. Beschämt laß sie zurückeweichen, die Böses wünschen und meiner im Unglück spotten. 2. Diejenigen hingegen, die dich aufrichtig suchen,* Laß Leines Segens sich erfreuen. 1. Sie werden dankbar Lob und Preis dir bringen, Sie werden deine Huld und Gnade rühmen. 2. Jch geize nicht nach Ueberfluß von Gütern,* Bin ich auch arm, so leb' ich doch zufrieden und vergnügt. 1. Wirst du nach deiner Huld von Sünden mich befreien,* Wirst du mir nur Verzeihung meiner Sünden schenken. 421 2. Du bist mein Helfer und Erretter,* Herr, säume' nicht, vom Heiligthum mir Hilfe zuzusenden! V. Herr! hilf deinen treuen Dienern; R. Denn wir vertrauen deiner Güte. V. Sei uns wie ein starker Thurm, R. Zum Schuße in allen Gefahren; V. Damit unsere Feinde nichts wider uns vermögen, R. Und der Boshafte uns nicht schaden könne. V. Herr! handle nicht mit uns nach der Menge unsrer Sünden, R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Lasset uns beten! O Gott, dem es so ganz eigen ist, allezeit sich zu erbarmen und zu verschonen! Nimm auf unser Gebet, damit uns und alle deine Diener, welche die Sünden gleichsam gefesselt halten, deine Erbarmniß davon befreie. Wir bitten dich, o Herr! erhöre das Gebet der Demüthigen und schone derer, welche ihre Sünden reumüthig bekennen, damit uns mit ihrer Nachlassung auch dein Friede ertheilt werde. Erzeige uns, o Herr! deine unaussprechliche Barmherzigkeit, daß du uns nach der Erledigung von den Sünden auch die dafür verdienten Strafen erlassest. O Gott! der du durch die Sünde beleidiget, durch aufrichtige Buße aber wieder versöhnt wirst; erhöre das Gebet deines demüthigen Volkes, und wende von uns die Geißeln deines Strafgerichtes, welche wir für unsere Sünden verdient haben; wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. V. Lasset uns beten für unsern obersten Kirchenhirten N. R. Der Herr erhalte und segne ihn auf Erden und beschüßze ihn wider Gottes Feinde. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners, unsers obersten Hirten N., und leite ihn nach deiner 422 Güte auf dem Wege des ewigen Heils, damit er nach allem, was dir gefällt, trachte und dasselbe vollbringe; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Laffet uns beten für unsern Landesfürsten( für die höchste Landesobrigkeit). R. Gott erfülle ihn( sie) mit seiner Weisheit, damit er( sie) das Volk nach heiliger Gerechtigkeit regiere. Allmächtiger, ewiger Gott! der du mit unendlicher Macht alle Reiche der Welt beherrschest, siehe mit Huld und Gnade auf unser Vaterland, und verleihe, daß sowohl unser Landesfürst( unsere Obrigkeit) durch gerechte und milde Regierung, als wir, die Untergebenen, durch unverbrüchlichen Gehorsam zur Ehre deines Namens die gemeinsame Landeswohlfahrt mit einstimmiger Frömmigkeit nach Kräften befördern; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsern Oberhirten N. N. R. Der Herr verleihe ihm seinen Geist, daß er uns zum ewigen Heile führe. O Gott, du Hirt und Regierer aller Gläubigen! sieh' gnädig auf deinen Diener, unsern Bischof N., und verleihe ihm auf unser Flehen, daß er durch Lehre und Beispiel uns, die ihm anvertraute Heerde, zum ewigen Leben führe, und dereinst selbst der verheißenen Krone der seligen Unsterblichkeit theilhaftig werde; durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für alle Gerechte; R. Daß fie von Tugend zu Tugend emporsteigen, bis sie das hohe Ziel ihrer Seligkeit erlangen. O Gott, dessen Auge allezeit mit Wohlgefallen auf die Gerechten herabschaut; verleihe, daß sie in vereinigter Liebe durch ihren tugendhaften Wandel Viele zur Nachahmung aneifern, und die Zahl der würdigen Bekenner der Lehre deines eingebornen Sohnes sich täglich vermehre. Wir bitten dich darum durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. 423 V. Lasset uns beten für alle Unglückliche, Kranke und in Gefahren des Leibes und der Seele Schwebende; R. Daß fie Gott nach seiner Vatermilde von ihren Leiden befreie, und ihre Seelen errette. Allmächtiger Gott! laß die Bitten aller Hilfsbedürftigen zu dir dringen, damit sie, aus ihrer Noth errettet, sich deiner unermeßlichen Barmherzigkeit dankbar freuen. Wir bitten dich darum durch Jesum Christum, deinen Sohu, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter; R. Daß ihnen Gott für vergängliche Güter ewigdauernde verleihe. O Gott, der du auch das geringste Gute, daß wir unsern Mitmenschen erweisen, zu belohnen verheißen hast, wir bitten dich, vergilt unsern Freunden und Wohlthätern die uns erwiesenen Gutthaten nach deiner unermeßlichen Huld mit himmlischen Gaben und laß sie dereinst zum Genusse deiner ewigen Seligkeit gelangen; durch Jeſum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsere abwesenden Brüder und alle Christgläubigen. R. Mache selig, o Gott! deine Diener und Dienerinnen, die auf dich hoffen. Allmächtiger, ewiger Gott! von dem alle heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen; der du zugleich über Lebendige und Todte herrschest, und dich aller erbarmest, die durch Glauben und Werke die Deinigen sind; wir bitten dich demüthig: verleihe denjenigen, für die wir beten, den Frieden, den ihnen die Welt nicht geben kann; und, sie mögen noch am Leben oder davon abgeschieden sein, auf die Fürbitte deiner Heiligen, Verzeihung ihrer Sünden und das ewige Leben; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Lasset uns beten für die abgestorbenen Christgläubigen; R. Daß ihnen der Herr die ewige Ruhe verleihe. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung ihrer Sünden, damit sie auf unser demüthiges 424 Gebet die Nachlassung derselben, welche sie allezeit gewünscht, von deiner milden Huld erhalten mögen, und in die Wohnung der Seligen aufgenommen zu werden verdienen, wo du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Ewigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigteit. R. Amen. V. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei und bleibe jederzeit mit uns. R. Amen. Lytanei von der Auferstehung unsers Herrn Jesus Christus. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! V. Christus, erhöre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel. Gott Sohn, Erlöser der Welt. Gott heiliger Geist. Heiligste Dreieinigkeit. Jesus Christus, du wahres Osterlamm. Der du den Tempel deines Leibes in drei Tagen wieder erbauet hast. Der du nach deinem Worte am dritten Tage vom Grabe erstanden bist. Du, dessen Auferstehung Engel den Frauen am Grabe bezeuget haben. Der du dich deinen Jüngern nach der Auferstehung wiederholt gezeigt hast. Der du deine Auferstehung mit unzählbaren Zeugnissen bewiesen hast. Du, dessen Auferstehung die Apostel gepredigt und mit ihrem Blute bestätiget haben. Der du dich durch deine Auferstehung als Herr des Lebens und des Todes gezeigt hast. Der du durch deine Auferstehung uns von den Banden der Sünde befreit hast. Der du durch deine Auferstehung den Tod und die Macht der Hölle besiegt haſt. Du, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. V. Wir arme Sünder! R. Wir bitten dich, erhöre uns. Daß wir vom Grabe unsrer Sünden wahrhaft auferſtehen. Hilf uns unsere bösen Neigungen besiegen, und der Sünde ganz absterben. Laß uns deine heilige Lehre immer mehr erkennen, und freudiger üben. R. Erbarme dich unser! Gib, daß wir dir alle Tage unseres Lebens in Tugend und Heiligkeit dienen. R. Wir bitten 2c. Verleihe, daß sich unsere Leiden, wie die deinigen, dereinst in ewige Freude verwandeln. Laß uns nicht nach dem, was auf Erden, sondern was im Himmel ist, trachten. Erwecke uns dereinst vom Grabe zur Auferstehung in's ewige Leben. Laß uns bei der allgemeinen Auferstehung an deiner Herrlichkeit Theil nehmen. 425 R. Wir bitten 2c. Jesus, Sohn Gottes! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. 1. Verschone uns, o Herr! 2. Erhöre uns, o Herr! 3. Erbarme dich unser, o Herr! ( Gebet.) Anbetungswürdigster Erlöser und Herr! mit innigster Freude gedenken wir deiner siegreichen Auferstehung! Du bist nun als Sohn des ewigen Vaters der Welt dargestellt; deine Versöhnung für unsere Sünden ist für angenommen erklärt; die Göttlichkeit deiner Lehre ist bestätigt, und die selige Unsterblichkeit, wie die künftige Auferstehung unsers Leibes hat ein sicheres Unterpfand erhalten. Sei ewig gepriesen, göttlicher Mittler! für alle diese Wohlthaten. Unser ganzes Leben sei ein thätiger Dank für all' das Gute, welches wir durch dich hier und in Ewigkeit genießen werden. Unterstütze uns nur mit deiner mächtigen Hilfe, damit wir ganz der Sünde absterben, und einzig der Tugend leben. werden wir uns zu den höheren Freuden der seligen Unsterblichkeit vorbereiten, welche wir dereinst in verklärter Gestalt in dem Reiche deines Vaters zu genießen hoffen. R. Amen. So V. Gesänge und Gebete zur Prozession um die Felder und Weinberge. Gesang. ( Einige) 1. Blick', o Gott! mit Wohlgefallen Auf die Flur, die wir durchwallen; Unser Herz erweitert sich, Denn es fühlt als Vater dich. Deine milde Hand gibt Segen, Gibt den Sonnenschein und Regen. ( Chor.) Bater! gib uns deinen Segen, Gib uns Sonnenschein und Regen. ( Die andern Strophen fiehe Seite 316 in der Nachmittags- Andacht für den Ernte- Segen.) 426 Lytanei. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel. R. Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt. Gott heiliger Geist. Heiligste Dreieinigkeit. O Gott, dessen Macht sich über alles erstreckt. R. Auf dich vertrauen wir. Gott, dessen Fürsorge sich über alle Geschöpfe verbreitet. O Gott, der du die Vögel der Luft ernährst, und die Blumen des Feldes bekleidest. O Gott, der du von jeher für die Menschen liebreich geſorgt, und sie mit Nahrung versehen hast. O Gott, der du uns durch deinen Sohn um das tägliche Brod zu beten gelehrt haft. O Gott, auf dessen Wink die erwärmende Sonne auf- und niedergeht. O Gott, der du die Erde mit Thau und Regen befeuchtest. O Gott, der du alle Elemente mit Allmacht und Weisheit beherrschst. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Laß unsre Felder( Weinberge) und Fluren fruchtbar sein. Segne die Mühe des Landmannes, und gib allen seinen Arbeiten Gedeihen. Laß die Gewitter den Früchten des Feldes fruchtbar vorüberziehen. Laß durch den Donner die frechen Sünder an das Gericht erinnert und zur Buße aufgeschreckt werden. Gib, daß die Arbeiter auf dem Felde sich jederzeit deiner Allgegenwart erinnern und von allem Bösen enthalten mögen. Verleihe, daß wir bei dem Anblicke aller Gewächse an deine Güte erinnert, und zur dankbaren Frende ermuntert werden. Verleihe, daß wir bei dem Anblicke der Blüthen und Früchte den Entschluß fassen, Früchte der Tugend zu bringen. Verleihe, daß wir bei dem Anblicke des Unkrautes uns an die Sünden erinnern, und sie, gleich dem Unkraute, ausrotten mögen. Gib, daß wir uns jederzeit mehr um die unvergängliche, als vergängliche Nahrung bewerben. Erbarme zc. Laß deine Gnade an uns wirksam sein zum ewigen Leben. Gib, daß wir treu mit den irdischen Gütern umgehen, damit uns einst die himmlischen anvertraut werden. Laß uns fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, und unermüdet im Gelete sein. Bewahre uns nicht nur vor dem zeitlichen, sondern noch viel mehr vor dem ewigen Verderben. R. Auf dich vertrauen wir! R. Wir bitten dich, erhöre uns! 427 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt!( Dies wird dreimal gesprochen.) R. 1. Verschone uns, o Herr! 2. Erhöre uns, o Herr! 3. Erbarme dich unser, o Herr! ( Gebet.) O Herr, unser Gott! wir glauben fest, daß du allmächtig und unendlich heilig und weise bist. Uns geschehe demnach, wie du willst; denn dir ist bekannt, was für uns an Leib und Seele in diesem und dem kommenden Leben heilsam ist. Deiner Vorsicht überlassen wir Alles; deiner Liebe empfehlen wir Alles; von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigkeit waren, so hast du uns bisher dennoch so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, du werdest unser Schicksal auch künftig mit Vatergüte leiten. Vergib uns alle unsere Sünden und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unsers Lebens dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben laß uns bei dir Freude und Seligkeit finden, durch Jeſum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Erste Station. Nach dem heiligen Evangelium. V. Herr, aller Augen hoffen auf dich, R. Und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. V. Du öffnest deine Hand, R. Und erfüllest alles mit Segen! V. Herr, erhöré mein Gebet! R. Laß unsre Bitte dir gefällig sein! Lasset uns beten. O Gott! der du es dem Menschen auferlegtest, sein Brod im Schweiße seines Angesichtes zu verdienen: wir bitten dich, daß du dich nach deiner großen Barmherzigfeit, die über alle deine Werke sich ergießt, dieses deines Voltes erbarmest, und ihm, welches im Schweiße seines Angesichtes sich nährt, das tägliche Brod so geben mögest auf Erden, daß auch jener gute Same, dein heiligstes Wort, in ihm aufwachse, und es einst als Frucht erfunden werden möge, die würdig ist, in dein ewiges Reich gesammelt zu werden. Und dies bitten wir dich durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. 428 V. Gepriesen sei der Name des Herrn. R. Von nun an und in Ewigkeit. V. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Nach dem Segen. Gott erbarme sich unser! Gott segne uns! Gott erbarme sich unser! 1. E3 baute, Herr! auf dein Geheiß* Des Landmanns Hand die Erde; Voll Hoffnung, daß nun auch sein Fleiß* Von dir geſegnet werde. 2. Umsonst ist aber alle Müh'* Im Pflanzen und Begießen, Läßt du vom Himmel nicht auf sie* Des Segens Ströme fließen. 3. So kröne denn mit Fruchtbarkeit* Das Feld nach deiner Güte, Und wenn die Aussaat mun gedeiht,* Schön prangt in ihrer Blüthe; 4. So gib, daß Reif und Hagelschlag* Und Nässe oder Dürre Sie nicht zerstörend treffen mag,* Nie Saat und Frucht verheere. 5. Wir trau'n auf dich, allgüt'ger Gott!* Du wirst zum Besten walten; Du kennst am besten unsre Noth,* Hast lang schon hausgehalten. 6. O segne uns auf dieser Welt;* Laß unsern Fleiß gelingen, Und gib, daß wir, wie gutes Feld,* Dir gute Früchte bringen. 3 weite Station. Nach dem heiligen Evangelium. V. Mächtig und gütig ist der Herr in allen seinen Werken, R. Und liebevoll in all' seinem Thun. - V. Der Herr ist allen denen nahe, die ihn anrufen, R. Und erfüllet die Wünsche derer, die ihn anrufen. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Laß unsre Bitte dir gefällig sein! Lasset uns beten. Wenn du jegnest, barmherziger Gott! so bringt die Erde unzählbare Tausende der Pflanzen und Kräuter zur Nahrung der Menschen hervor; segne nun den ausgestreuten Samen, daß er reichliche Früchte bringe. Wir wollen, dankbar gegen deine unendliche Güte, dieſe Ga ben nicht zur Weichlichkeit oder sündhaften Wolluſt mißbrauchen, sondern nach deinem heiligen Willen zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt verwenden, und bei ihrem Gebrauche unsre Herzen, nach den ewigen Gütern erheben; um dies bitten wir dich durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. 429 V. Gepriesen sei 2c. wie in der ersten Station oben S. 428. 1. O milder Geber aller Gaben,* Herr! dir gebühret Nuhm und Dank. Du hörst das Schrei'n der jungen Raben,* So wie der Lerche Lobgesang. Oneige jetzt dein Ohr zu mir;* Du forderst Dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen* Macht deine Weisheit offenbar. Ich sehe deiner Güte Spuren* Und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gräschen lehret mich:* Wie groß ist Gott, wie klein bin ich. 3. Das Samkorn ward in deinem Namen* Voll Hoffnung * Den in das Feld gestreut. O gib, Allgütiger, dem Samen Segen jetzt zur Fruchtbarkeit. Zur Aussaat gabst auch du allein* Uns Kraft und Zeit, und das Gedeih'n. 4. Was dürr ist, feuchtest du mit Regen,* Was falt ist, wärmt dein Sonnenschein! Du theilst zu deiner Kinder Segen Die Witterung so weislich ein. Bei Wärm' und Kälte, Hiß' und Frost * Keimt, wächst und reift des Menschen Kost. * 5. Der Erdkreis ist von deiner Güte,* Von deiner Weisheit ist er voll. Herr! unterweise mein Gemüthe,* Wie ich dich würdig loben soll. Gib, daß mein Herz dich freudig liebt,* Dich, der mir so viel Gutes gibt. Dritte Station. Nach dem heiligen Evangelium. V. Der Gerechte braucht seines Gutes zum Leben. R Der Gottlose braucht seines Einkommens zur Sünde. V. Was hilft's dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, R. Und nähme doch Schaden an seiner Seele. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Laß unsre Bitte dir gefällig sein. Lasset uns beten. O Gott! dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, hat uns den wahren Werth der zeitlichen Güter kennen gelehrt; o so verleihe denn uns, daß wir vor allem nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, und dann mit kindlicher Ergebung von dir erwarten, was wir zu unserm Lebensunterhalt bedürfen, der du es nach deiner unendlichen Güte uns verheißen hast durch denselben Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Gepriesen sei 2c.( wie in der ersten Station S. 428). 430 1. In dir ruht, Herr! mein ganz Gemüthe;* Kein banger Kummer quälet mich. Ich traue fest auf deine Güte;* Du sorgst für mich ja väterlich. Du bist's, der stets das Beſte wählt,* Dem nie zum Zweck das Mittel fehlt. Du weißt es, was uns nüßlich ist,* Und gibst es, weil du gütig bist. 2. Wie könnt' ich doch den Argwohn fassen,* Der manche schwache Seele quält, Daß du mich würdest ganz verlassen, Ein Gott, der meine Haare zählt; Ein Vater, der mich zärtlich liebt,* Der auch den Vögeln Speise gibt! Du weißt es, was uns nüßlich ist,* Und gibſt es, weil du gütig biſt. 3, Gibst du nicht gleich, was ich verlange,* So harr' und wart' ich mit Geduld, Und wenn ich nichts von dir empfange, * So geb' ich mir allein die Schuld. Ich weiß, wie eitel und wie blind* Oft menschliche Begierden sind. Du weißt es, was uns nüßlich ist,* Und gibst es, weil du gütig bist 4. Ich will mich gänzlich dir ergeben;* Soll ich geehret, soll ich reich, Berachtet oder dürftig leben;* So klag' ich nicht; es gilt mir gleich. Herr, will damit zufrieden sein. Und gibst es, weil du gütig bist. richte du mein Schicksal' ein,* Ich Du weißt es, was uns nüßlich ist, * - - - - - -- Vierte Station. Nach dem heiligen Evangelium. V. Der Herr, unser Gott, erzeigt sich Allen wohlthätig. R. Er ist barmherzig gegen alle seine Geschöpfe. V. Wer dich kennt, o Herr! der hoffet auf dich; R. Denn du verläsfest diejenigen nicht, die dich suchen. * Lasset uns beten. Deine Güte, barmherziger Gott und Vater! rufen wir vertrauensvoll an, und bitten dich, gib uns das tägliche Brod, und verleihe, daß wir solches so genießen mögen, daß in uns der Hunger nach der unvergänglichen Speise deines göttlichen Wortes erregt werde, und wir durch Befolgung desselben jener Seligkeit würdig und theilhaftig werden, die dein eingeborner Sohn Jesus Christus allen denjenigen verheißen hat, die das Wort Gottes anhören, und im Herzen bewahren. Wir bitten dich darum durch eben denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. V. Gepriesen u. s. w. ( wie in der ersten Station S. 428). Gesang. 1. Von allen Himmeln tönt dir, Herr!* Ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdigster!* Steig' auf der Menschen Dank. 431 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht,* Bist selig ohne ihn! Doch bleibt dein Lob stets uns're Pflicht.* Wer darf sich ihr entzieh'n? 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit,* Dir danken, hohe Lust; Schon hier fühlt, wer sich deiner freut,* Den Himmel in der Brust. 4. Und du, der uns Empfindung gab* Für deine Herrlichkeit, Sieh' huldreich auf das Lob herab,* Das unser Herz dir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, * So heiß das Herz auch glüht; Denn deinen Ruhm, Herr der Natur,* Erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch du verschmähst das Opfer nicht,* Das dir die Andacht bringt, Die sich mit Kindeszuversicht* Zu dir, Erhab'ner! schwingt. 7. E sei auch noch so schwach und klein,* So gut fie's bringen kann; Ist nur dabei das Herz auch rein,* So nimmst du's liebreich an. 8. So soll dein Lob denn allezeit* In unserm Munde sein: Und dankvoll deiner Gütigkeit* Stets unser Herz sich freu'n. ( Danksagung.) 1. Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für Alle wacht, Anbetend überlege; So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich recht preisen, Nicht, wie ich dir, o Bester! soll Des Herzens Dank erweisen. 2. O Vater! welchem feiner gleicht An Liebe und an Stärke, Kein Dank, fein Lobgesang erreicht Die Wunder deiner Werke. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! Erhebe seinen Namen! Preis sei dem Vater, Sohn und Geist, Und alle Welt sag': Amen. V. Gepriesen sei der Name des Herrn! R. Von nun an, und in Ewigkeit. V. Unsere Hilfe kömmt von dem Herrn. R. Der unser Schöpfer und Vater ist. Lasset uns beten. O Herr, unser Gott! wir glauben fest, daß du allmächtig und unendlich gütig und weise bist. Mach' es denn, wie du willst und weißt, daß es für uns an Leib und Seele in diesem und dem kommenden Leben heilsam ist. Deiner Vorsicht überlassen wir Alles; deiner Liebe empfehlen wir Alles; von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigfeit waren, so hast du uns bisher dennoch so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, du werdest es 432 auch fünftig gut mit uns machen. Vergib uns alle unsere Sünden, und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unseres Lebens dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben laß uns bei dir Freude und Seligkeit finden, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. VI. Lytanei- Gesang zur Prozession überhaupt. 1. Erbarme dich, Herr, unser Gott! Erbarme dich, Jesus Christus! O heil'ger Geist, erbarme dich! V. Du heiligste Dreieinigkeit! Erbar me dich, unser Gott! R. Erbarme dich, unser Gott! 2. Wenn ich, Gott! im Gebet vor dir Der Seele innigste Begier Erklären und dich preisen kann, Wie wohl ist meinem Herzen dann. R. O Gott, erhöre uns. 3. Dann führ' ich, welch' ein Glück es ist, Daß du, o Gott, mein Vater bist, und bin des Glaubens voll: du gibst, Was nüßlich ist, dem, den du liebst. R. Gott, erhöre uns! 4. Ach, großer Gott! hier liege ich; Zuerst bitt' ich voll Reue dich: Vergib mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnade und Geduld! R. O Gott, erhöre uns! 5. Herr! auch von deiner milden Hand Hab' ich empfangen den Verstand. Erhalt ihn mir, und durch dein Wort Erleucht ihn, leit' ihn immerfort. R. O Gott, erhöre uns! 6. Auch ist's mein Glück, was du mich lehrst; So gib denn, daß ich auch zuerst Nach deinem Reiche tracht' und treu zu allen meinen Pflichten sei. R. O Gott, erhöre uns! 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner Kraft Zur Dämpfung meiner Leidenschaft; So ziehe denn mit Kraft mich an, Daß ich der Sieg erlangen kann. R. O Gott, erhöre uns! 8. Gib von den Gütern dieser Welt, So viel mir nüßt und dir gefällt; Bei Wenigem Zufriedenheit. Zu meinem Fleiße Heiterfeit. R. O Gott, erhöre uns! 9. Schenkst du mir aber Ueberfluß, So laß mich mäßig im Genuß, Und dürft'ge Brüder zu erfreu'n Mich einen frohen Geber sein. R. Gott, erhöre uns! 10. Gib mir Gesundheit und verleih', Daß ich sie nüß' und dankbar sei; Doch nie aus feiger Sorg' um sie mich zaghaft meiner Pflicht entzieh'. R. O Gott, erhöre uns! 11. Erwecke mir stets einen Freund, Der's treu mit meiner Wohlfahrt meint; Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel gibt. R. Gott, erhöre uns! 12. Bestimmst du mir ein läng'res Ziel, und werden meiner Tage viel, So sei, Herr! meine Zuversicht: Verlaß mich auch im Alter nicht. R. O Gott! erhöre uns! 13. Und wenn sich wird mein Ende nah'n, So nimm dich 438 meiner huldvoll an, Und sei durch Christum deinen Sohn Mein Schirm und Schild und großer Lohn. R. O Gott, erhöre uns! 14. Gottes Lamm, das auf sich nimmt, Und tilgt der Sünden große Schuld! Verschone uns, verschone uns- Tilg unsrer Sünden große Schuld. R. Grbarme dich unser! — VI. Communion- Gesänge. 1) Vor der heiligen Communion. 1. Jesus Christus, komm' zu mir! O wie sehn' ich mich nach dir! Meiner Seele bester Freund! Wann werd' ich mit dir vereint? 2. Tausendmal begehr' ich dein; Leben ohne dich ist Pein. Tausendmal seufz' ich zu dir: Jesus Christus, komm' zu mir. 3. Keine Lust ist in der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt; Deine Liebe, Herr! allein Kann mein ganzes Herz erfreu'n. 4. D du allerhöchstes Gut! Herr! du gibst dein Fleisch und Blut Mir zur Speise, mir zum Trank; Dir sei ewig Lob und Dank! 5. Ach, du littst und starbst für mich! O wie innig lieb' ich dich! Welche Freude, welch' ein Ruhm, Dein zu sein, dein Eigen= thum! 6. Darum sehn' ich mich nach dir; Kehr', o Jesus! ein bei mir; Flöß' in Traurigkeit und Schmerz Deinen süßen Trost in's Herz! 7. Hoffend harr' ich in Geduld, Du wirst noch nach deiner Huld Auch in meiner Todespein Einst, o Jesu! bei mir sein. 2) Vor der heiligen Communion. 1. Jesus! tief gebeugt im Staube Bete ich dich an; ich glaube: Wahrhaft bist du hier zugegen. Herr! ich eile dir entgegen, Und mein Herz wallt vor Verlangen, Dich, mein Heiland! zu empfangen. Herr! ich hoffe, Herr! ich liebe. Jesus! du bist meine Liebe. 2. Sohn des Vaters, Licht vom Lichte! Lamm, dem wilden Blutgerichte Hingegeben, Heil der Sünder, Retter, TodesUeberwinder, Heiligster! es ist dein Wille, Und ich schöpfe aus der Fülle Deiner Liebe, deiner Gnaden, Herr! du hast mich eingeladen. 3. Ach, nicht würdig bin ich Armer, Deinem Tisch zu nah'n. Erbarmer! Sprich ein Wort, und meine Seele Wird genesen; meine Seele Wird entlastet ihrer Sünden Und der Fesseln, die mich binden. Ach, nicht würdig bin ich Armer, Würdige du mich, Erbarmer! 4. Gott, uf wunderbare Weise Gibst du dich mir hier zur Speise, Daß ich mich zu dir erhebe, Daß ich ewig, ewig Const. Gesangbuch 31ste Aufl. 19 434 lebe: Sieh' mein Herz in Dank zerfließen; Herr, laß würdig mich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 5. 3um Gedächtniß deiner Leiden Und zum Vorschmack jener Freuden, Die du, Gottmensch! mir erstrittest, Als du unaussprechlich littest, Als dich Angst und Schweiß bedeckten, Dich die Schauer Gottes schreckten; Als du blutetest verlassen, Ach, vom Vater selbst verlassen. 6. Alle Pilger, schwer beladen, Hast du freundlich eingeladen. Ach, wie pflegt' ich oft mit Thränen, Mich nach deinem Mahl zu sehnen; Ach, wie oft hat mich gedürstet, Gott, nach dir, mein Gott, gedürftet! Jesu! stille mein Verlangen, Laß mich würdig dich empfangen. 7. Deiner Huld will ich mich freuen, Ganz mich deinem Dienste weihen, Stets nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr! sie sei mir unvergeßlich, Daß ich dich auf alle Weise Herzlich liebe, thätig preise. 8. Du, dem die verklärten Schaaren, Die, wie ich, auch sterblich waren, Ewig Dank und Jubel singen, Daß sie hier dein Heil empfingen; Laß auch mich dahin einst kommen, Wo ich mich mit allen Frommen Ewig deiner Huld erfreue, Und dir meinen Jubel weihe. 3) Vor der heiligen Communion. 1. Jesu, Gottes Sohn! im Staube Bete ich dich an; ich glaube: Du bist wahrhaft hier zugegen. Kommst voll Gnade uns entgegen, Gibst auf wunderbare Weise Uns dein Fleisch und Blut zur Speise; Herr! du wohnst in unsrer Mitte, Heiligst uns're nied're Hütte. 2. Deiner Huld will ich mich freuen, Und mein ganzes Herz dir weihen; Wie du hier gelebt, zu leben, Will ich täglich mich bestreben. Dir gelob' ich; deine Glieder, Alle Menschen, meine Brüder, Immer mit den reinsten Trieben, Immer wie mich selbst zu lieben. 3. Ich gelobe dir von Herzen: Meiner Brüder Noth und Schmerzen Täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden: Auch das Unrecht still zu leiden, Ungeduldig nie zu klagen, An dir niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen; Ganz von dir mich leiten lassen; Nie mit Vorsaß dich betrüben; Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu! da ich dies verspreche; Morgen ist vielleicht gebrochen, Was ich heute dir versprochen. 5. Gottmensch! hilf du mir, und stärke Mich zu jedem guten Werke; Komm' und eile, mich vom Bösen, Von der Knechtschaft zu erlösen. Hilf den ersten Reiz der Sünden, Hilf mir, Herr! ihn überwinden. Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Sehen dich am Kreuze bluten. 435 6. Laß mich deine Treu' ermessen, Deiner Liebe nie vergessen; Brod des Lebens! gib mir Stärke, Daß ich übe deine Werke; Deine Liebe, Herr! durchdringe Mich, damit ich standhaft ringe, Bis vor deinem Thron ich stehe, Jubelnd dort dein Antlit sehe. 4) Vor der heiligen Communion. 1. Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen, Was du in deiner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Mit dir mich näher zu verbinden, Sehnt sich mein dir ergeb'nes Herz; In dir mein ganzes Glück zu finden, Seh' ich auf dich in Freud' und Schmerz. Es lebe stets dein Geist in mir; Nichts scheide mich, o Herr! von dir. 3. Mit großer unerhörter Liebe Warst du auf unser Heil bedacht; Groß waren deines Mitleids Triebe, Sie haben dich an's Kreuz gebracht. Du starbst für mich, d'rum bin ich dein, Und dein, dein will ich ewig sein. 4. Nie will ich mich der Tugend schämen, Durch welche man dich thätig preist; Nie mich zu einem Schritt bequemen, Den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, Wie du, o Herr! gesinnt zu sein. 5. Ich will den Nächsten herzlich lieben, und, wenn er fehlt und sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben; Nie komm' es mir aus dem Gemüth, Welch eine schwere Sündenlast, Du mir aus Huld erlassen hast. 6. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß ewig meine Seele lebt; Und daß einst aus des Grabes Staube Dein Nuf auch meinen Leib erhebt. Bist du vereiniget mit mir, So trennet mich kein Tod von dir. 7. Ich übergebe mich auf's neue, o du mein Herr und Gott! an dich, Gelobe dir beständig Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein Abendmahl, mein Heiland! sei Ein Stärkungsmittel dieser Treu'. 8. Und euch, o der Gemeinde Glieder! Umarmt mein freundlich Herz zugleich. Euch nannte Jesus seine Brüder; Um seinetwillen lieb' ich euch, O laßt uns Eine Seele sein, Uns völlig seiner Liebe weih'n. 1) Unter der heiligen Communion. 1. Herr! deines Lebens letzte Nacht, Die Nacht voll Angst und Schmerzen, Die du so göttlich zugebracht, Sei heilig unsern Herzen! An deine Leiden ohne Zahl Erinnert das Gedächtnißmahl Vor deinem Mittlertode. 2. Um dich, der ganz voll Liebe war, Saß dort im Speisesaale Der trauervollen Jünger Schaar Beim lezten Abendmahle. Du sprachst von deinen Leiden nur, D Lebensfürst! und jede Spur Der Hoheit schien verschwunden. 3: Im Geiste sahst du schon voll Blut Dich an das Kreuz ge 436 Heftet, S ah st dich durch deiner Feinde Wuth Versch machtend und entkräftet. Sahst schon dein liebevolles Herz Vor unaussprechlich großem Schmerz, Herr! im Tode brechen. 4. Dies sahst du, doch der Deinen Wohl Lag dir noch mehr am Herzen. Du tröstetest sie liebevoll Bei allen eig'nen Schmerzen. Du nahmest betend Brod und Wein, Und setztest, Herr! das Denkmal ein Von deinem Tod und Leiden. 5. O du, der für uns alle starbst, Auch uns gibst du dies Siegel, Daß du das Leben uns erwarbst Auf deinem Todeshügel. Du läd'st zu deinem Tisch uns ein, Uns deines heil'gen Tods zu freu'n, Und deiner zu gedenken. 6. So laß aus Dankbarkeit uns nun Mit Ernst die Sünde meiden, Mit Freude Gottes Willen thun Und standhaft sein im Leiden. Du, Herr! und deine große Huld, Und deine Sanftmuth und Geduld Soll ewig in uns leben. 2. Unter der heiligen Communion. 1. Bei des Abendmahles Schlusse Nahm der Heiland Brod und Wein Weihte Beides zum Genusse Und zum Liebesdenkmal ein. Nehmet, sprach er, Tischgenossen, Meinen Leib zur Speise hin; Nehmt, von meinem Blut umflossen, Diesen Kelch und trinket ihn. 2. Diesen Leib, den ihr genießet, Opf're ich zum Heil der Welt; Dieses Blut, das für euch fließet, Zahlt der Sünde Löse= geld. Zum Gedächtniß meines Lebens Führet aus, was ich begann, Ehrt den Abend meines Scheidens; Ewig, ewig denkt daran. 3. ,, Liebe herrsch' an diesem Mahle, Liebe ist auch mein Gebot; In der Liebe heil'gem Strahle Wandelt, Brüder! bis in Tod." Ehristen, rührt euch Jesu Liebe, Ist euch werth, was er gethan: Kommt und opfert eure Triebe; Folget ihm auf seiner Bahn. 4. Jesus ist in unsrer Mitte, Jesus bricht uns heut das Brod, Bringet in des Todes Hütte Uns des Lebens Morgenroth. Gnad' und Stärke, Trost und Frieden Schenkt er uns zum Tugendlauf; Und ein Himmel schließt hienieden Sich der frommen Seele auf. 5. Komm, o komm in uns're Herzen, Göttlicher in Brodsgestalt! Stille du der Sehnsucht Schmerzen Durch den süßen Aufenthalt. Liebe herrscht bei unserm Mahle, Liebe ist ja dein Gebot; In der Liebe heil'gem Strahle Wandeln wir bis in den Tod. 3. Unter der heiligen Communion. 1. Versöhnt mit Gott, empfinden wir Des Lebens reinste Lust, Und singen, o Versöhner! dir Mit dankerfüllter Brust. Gott liebet uns! rep. Er fandte dich hernicder. 2. Du lehrtest uns, was ihm gefällt, Warst immer sanft und gut, Und ach! zum Heil der Sündenwelt Verströmtest du dein Blut. O welche Huld! rep. Wer kann sie ganz ermeſsen? 437 3. Du sprachst, von Freunden still umringt Ein st mit gerührtem Sinn:„ Nehmt hin und eßt, nehmt hin und trinkt Jch gebe mich euch bin. Denkt stets an mich, rep. Wenn ihr dies Mahl genießet." 4. So sprachst du, Herr! dem Tode nah, Und gingst dann hin und starbst, Und jeder der Erlösten sah, Wie viel du ihm erwarbst. O Menschenfreund! rep. Dein Herz war voll von Liebe. 5. Wer dich erkennt, und doch nicht gern Dich denkt und dich verchrt, Der ist von deinem Reiche fern, und keiner Freude werth. Wir kennen dich; rep. O sei von uns gepriesen. 6. Wir wollen in der Deinen Zahl auch öffentlich uns freu'n, Und gern bei deinem Liebesmahl Den Bund mit dir erneu'n. Du leitest uns rep. Zur Wahrheit und zur Tugend. 7. Als deine Freunde fühlen wir von Stolz und Neid uns frei. Vereinigt lernen wir von dir, Wie schön die Liebe sei. Nur Gutes thun rep. Macht dir, o Herr! uns ähnlich. 8. Vergeben ist der Sünden Schuld, Die Seligkeit beginnt; Un 3 überströmet Gottes Huld, Wenn wir dir folgsam sind. Wir schwören's dir: rep. Wir wollen treu dir folgen. bleibt, wenn Allez flieht. Nur der ist groß, nur der ist reich, Der nie fich dir entzieht. Die Welt vergeht, rep. Du Perr! beglückst uns ewig. Nach der heiligen Communion. I. 1. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nicht vergißt, Weiß ich nichts vom Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt; Seligteit ist seine Gabe, Selig, wer stets fest ihn hält. Hingesenkt im Schauen, Kann ihm vor dem Irdischen nur grauen. 3. Wo ich ihn nur habe Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißtë Brüder Finde ich in seinen Jüngern wieder. II. 1. Was kann ich, Jesus, dir für deine Liebe geben? Geweiht sei dir mein Herz, Geweiht sei dir mein Leben. Dir folgen will ich stets, Und jedes Unrecht scheu'n, So bleib ich ewig dein. 2. Was wär' ich ohne dich, Umringt mit Finsternissen? Auf meines Lebens Bahn Würd' ich stets zagen müssen. Du hast den Geisterhellt Durch deines Lichtes Schein; Dir will ich dankbar sein. 3. Durch dich nur lernte ich Den Gott der Liebe kennen, Und fann vertrauensvoll Ihn meinen Vater nennen. Ein Vater ist mir Gott, Was könnt ich ängstlich scheu'n? Wie könnt' ich trostlos sein? 4. Kommt selbst der Tod, er wird Als Engel Gottes kommen. Das Schrecken, das ihn sonst Umgab, ist ihm genommen. Wie sollt' ich, Jesu! dir Nicht herzlich dankbar sein? Ich bin auf ewig dein. 438 III. 1. Meines Herzens reinste Freude, Dies ist sie, Daß ich nie Mich von Jesu scheide; Daß ich ihn durch Glauben ehre, Jederzeit Hocherfreut Seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, Und erfüllt Sanft und mild Ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen; Er macht Bahn, Geht voran, Tröstet, wenn wir zagen. 3. Denn er kennt die Leidens stunden; Größern Schmerz, AlS sein Herz, Hat kein Herz empfunden; Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz von Jammer brechen; O dann pflegt Er und trägt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treu'ster Freund von Allen, Mit dir will Froh und still, Ich durch's Leben wallen. Auch der Tod kann mich nicht schrecken; Denn du wirst, Lebensfürst, Mich einst auferwecken. IV. ( Chor.) O freut euch, allzusammen, Brüder, Vereint singt eurem Heiland Lieder, Der Herr sieht unsers Herzens Drang! Hört seiner Kinder Lobgesang, Hört jeden Seufzer, jede Bitte, und ist in seiner Kinder Mitte. Nie ist er fern, nie ist er fern. Und er, der väterlich uns liebt, Uns immer neue Gnade gibt, Stets seg= nend auf uns niedersah, Wie ist er heute uns so nah! O singt ihm, unserm Gott und Herrn! ( Die Gemeinde.) Ja, vereint durch dich, wie Brüder, Singen hocherfreuet wir, Glaubend, liebend Jubellieder, Mittler, Jesus Christus! dir, Für uns litt er Todesschmerzen, Für uns wollt' er Alles thun, Und an seiner Kinder Herzen Wollte der Erbarmer ruh'n. Ja, er ist in unsrer Mitte, Und wir Alle um ihn her, Und in unsrer Seelen Hütte kam herab vom Himmel er, Und mit vollem Vatersegen Kam er, unser Gast zu sein; Kam uns liebevoll entgegen, Kehrte huldreich bei uns ein; Speiste uns mit seinem Leibe, Tränkte uns mit seinem Blut. O daß jeder treu ihm bleibe, Ihm, der alles für uns thut! Christi Leib war unsre Speise, Christi Blut war unser Trank. Unser ganzes Leben preise Künftig ihn, und sag ihm Dank. ( Chor.) So steige deines Volkes Flehen, Und Preis und Dank zu deinen Höhen Dir, Jesus Christus! lieblich auf! Wie Abels Rauchwerk sei es dir, Und deine Kinder bleiben wir,- Wir, zu vollenden unsern Lauf Mit Treu im Leben und im Tod, Nun neugestärkt vom Engelbrod. ( Die Gemeinde.) Ja, nun sind wir deine Kinder, Kinder Gottes für und für. Ach, wir waren Alle Sünder; Nun sind wir geheiligt dir. Wende von uns Sünd' und Plage, Daß wir uns in dir erfreu'n; Gib, daß wir mit jedem Tage Näher, ähnlicher dir sei'n; Daß wir wachsen in der Liebe Gegen Brüder brüderlich; Bis dereinst, von dir berufen, Eine Heerde selig wir Uns um deines Thrones Stufen Sammeln, ewig eins mit dir. - 439 VIII. Am brofianische Lobgesänge oder Te Deum laudamus. I. 1. Herr, großer Gott, dich loben wir, Bekennen dich und danken dir; Die ganze Schöpfung preiset dich Durch Himmel, Erd' und Meere, zu deinem Throne neigen sich Der Engel sel'ge Chöre. Anbetend beugen sich vor ihm Die Seraphim und Cherubim. Herr, großer Gott! dich loben wir, Bekennen dich und danken dir. 2. Laut tönen alle Hinmel weit Vom Lobe deiner Herrlichkeit. Propheten, Jünger, Märtyrer, Mit Seligkeit umgeben, Verkünden deinen Ruhm umher Mit Sonnen, die dort schweben. Der Welten Bau, der Blumen Pracht Sind Zeugen deiner Kraft und Macht. Herr, großer Gott! u. s. w. 3. Die Kirche durch die ganze Welt Bekennet Gott, der sic erhält; Und preist ihn jetzt und alle Zeit Als Vater ew'ger Liebe, Als Sohn von gleicher Wesenheit, Als Geist der heil'gen Triebe, Als Geist, der unsre Kirche lehrt, Und uns ein ewig Heil gewährt. Herr, großer Gott! u. s. w. 4. Es stieg des ew'gen Vaters Sohn Zu uns herab von seinem Thron, Und ward uns Menschenkindern gleich, Den Tod zu überwinden, Damit wir einst in seinem Reich Das ew'ge Leben finden. Er, der zur Rechten Gottes thront, Ist's, der als Nichter straft und lohnt. Herr, großer Gott! u. s. w. 5. Vernimm der Deinen Fleh'n, o Gott! Für die dein Sohn durch Kreuz und Tod Verzeihung und das Heil gewann. Gib deinem Volk den Segen! O nimm's zum Himmelserben an, Leit' es auf Tugendwegen Zur Krone der Unsterblichkeit; Dann sei dir Lob und Dank geweiht. Herr, großer Gott! u. s. w. II. Herr Gott! dich loben wir, Herr Gott! wir danken dir. Die ganze weite Schöpfung preist Gott! Vater dich, dich Sohn und Geist! Die Cherubim und Seraphim, Der Himmel singt mit Ungestüm: Heilig, heilig, heilig, Ist unser Gott! Der Herr Gott Sabaoth! Weit, über alle Himmel weit Geht Gottes Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner Boten Schaar, Des Mittler: Todes Märtorer, Sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grab, am Rand der Ewigkeit, Preist dich die ganze Christenheit. Ach! was sind wir, die deine Macht Aus todtem Staub an's Licht gebracht? Dir jauchze jede kreatur, Du bist der Schöpfer der Natur. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr, Jesu! dein und lobet dich, Dich, der für uns geblutet hat. Du starbst für unsre Missethat; De m Tode nahmst den Stachel du, Und führtest uns dem Himmel zu. Du, Geist des Höchsten! steh' mir bei, Daß ich dir ganz geheiligt sei. Onimm mein Herz zur Wohnung ein; Wer dich nicht hat, der ist nicht dein. Dein Licht zerstreut des Jrrthums Wahn, Und führt mich auf der Tugend Bahn. Gott! deine Huld ist täglich neu: Du liebst uns vä- 440 terlich und treu: Gibst allen uns das täglich Brod, Erleichterst jede Lebensnoth. Führst manche Freude still herbei. Ziehst uns zu dir mit Lieb' und Treu'. Wir wollen ganz dein eigen sein, Nimm unser Leben, wir sind sein. Sei immer bei uns, lieber Gott! Verlaß uns nicht in unsrer Noth, Und leite uns durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit. III. 1. Großer Gott! wir loben dich, Preisen deine Macht und Stärke. Deiner freut die Erde fich, Voll der Wunder deiner Werke, Ehre, Lob und Dank sei dir, Vater, von uns Allen hier. 2. Dich befingt der Engel Schaar, Cherubim und SeraphsChöre Bringen Lobesjubel dar; Unermüdet dir zur Ehre Rufen Himmel immeln zu: Heilig, heilig, Herr! bist du. 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Preisen dich der Geister Heere. Heilig dich, den Einen Gott! Himmel, Erde, Luft und Meere Preisen deiner Allmacht Ruhm, Nennen sich dein Eigenthum. 4. Der Apostel glänzend Chor, Der Propheten lichte Menge Schickt zu deinem Thron empor Hohe Lob- und Dankgesänge, Dir frohlockt siegreich das Hcer Der verklärten Märtyrer. 5. Vater! dich voll Herrlichkeit, Deinen Sohn, der Heil uns brachte, Und den Geist, der Trost verleiht, Daß nicht einer hilflos schmachte. Gott! auf dunkler Erdenbahn, Beten wir dich kindlich an. 6. Sohn des Vaters, Herr der Welt! Jesus Christ! du bist gekommen, Hast, zu sein das Lösegeld Uns'rer Sünden, angenommen Knechtsgestalt; zum Tode hin Gabst du dich- besiegtest ihn. 7. Offen steht des Himmels Thor; Die von Herzen dich bekennen, Stelleft du dem Vater vor, Willst dich unsern Bruder nennen. Kommen wirst du zum Gericht; Richtend, Herr! verwirf uns nicht. 8. Deines Blutes werth sind wir; Heiland! hilf du den Erlösten, nimm uns Alle auf zu dir, Zu des Himmels Freudenfesten! Laß uns deines Segens freu'n, Un 3 dein Volk, dein Grbe sein. 9. Zeit und Ewigkeit, sie sei Deinem Lob, o Gott! geweihet! Dein Erbarmen, täglich neu, Schont uns Sünder und verzeihet. Gott, du unsre Zuversicht! O verlaß, verlaß uns nicht. IX. Sonntagslieder vermischten Inhalts. 1. Vom Glauben. 1. Was hilft es mir, ein Chrift zu sein, Wenn ich nicht chriftlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich im seligen Beruf, 3u welchem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig mich beweise; Und den, der mich erlöset hat, In Worten blos, nicht durch die That Und gute Werke preise 441 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ', Den ich im Munde führe, Wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, Und ich die Frucht verliere; Wenn mich die Eitelkeit der Welt Mit ihrer Lust gefangen hält, Ich ihre Fesseln liebe, Und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Fleischeslüste, Stolz und Geiz In Werk und Thaten übe? 3. Weit ahndungswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich Christum fenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Jhn Herr und Meister nenne; Als der, der in der Finsterniß Des Jrrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nüßt mich seines Wortes Licht? Was hilft mir aller Unterricht, Wenn ich darnach nicht handle. 4. Woher nehm' ich wohl Trost und Ruh', Wenn Leiden mich umgeben, Ünd meine Sünden noch dazu Mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, Wenn sich der schauervolle Tod Mir, zeigt mit seinen Schrecken, Und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf Die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh' mir! was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem Grabe Daß ich an Christum und sein Wort Zum Schein geglaubet habe; Wenn keine fromme, gute That, Mein Leben hier bezeichnet hat, Den Glauben zu bestärken? Des Christen ganze Seligkeit Wirkt Glaube mit Rechtschaffenheit, Der Glaub' in guten Werken. privace 6. Gott! dieser Hoffnung werth zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe. Gib mir Erkenntniß, Muth und Kraft, Damit ich Sünd' und Leidenschaft Im Glauben überwinde, Und dann nach wohl durchlebter Zeit Den Lohn in jener Ewigkeit Für meine Werte finde. 2. Von der Hoffnung. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath, Will ich mein Glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie itimmte meine Lebenszeit, Mein Gidel mir nützen würde, Beund meine Bürde; Was zagt mein Herz? Kann auch ein Schmerz Bei diesem festen Glauben Mir Muth und Ruhe rauben? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir crsehe, Sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen. Als selbst das widrigste Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was ewig glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das 442 Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden. Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern, Seid fröhlich, ihr Gerechten, Der Herr hilft seinen Knechten. 3. Von der Liebe. 1. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, ich liebe dich; Und mit welchen Seligkeiten Sättigt deine Liebe mich! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Güte, deine Stärke Zeigt mir deine Freundlichkeit, Gibt mir neue Seligkeit. 2. Flossen mir aus deiner Fülle, Gott! nicht tausend Gnaden zu? Daß ich ward, das war dein Wille, Daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür preist dich meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. 3. Du befreitest vom Verderben Mich durch deinen Sohn o Gott! Ließest den Gerechten sterben; Mir zum Leben ward sein Tod Mir ward auch das Heil gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben Ewig deiner mich zu freu'n Und von dir geliebt zu sein. 4. Ach, von freier Huld getrieben, Hast du mich zuerst geliebt; Sollt ich dich nicht wieder lieben, Vater! der mich ewig liebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden Ohne deine Liebe werden? Dhne sie nach dieser Zeit Würdig sein der Seligkeit? 5. Heil mir, wenn ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist; Wenn mein Herz vom Haß der Sünde Jnniglich durchdrungen ist; Wenn ich deinen Willen achte, Und ihn zu erfüllen trachte! Heil mir, dann verbirgst du nicht Einst vor mir dein Angesicht. ich 6. Fern ist noch von jener reinen Liebe, Bater! mein Gemüth, Die im Vaterland der Deinen Ewig ihre Brust erglüht. Dort erst werd' ich deinen Willen Necht erkennen und erfüllen; Dort an deiner Liebe Thron, Dort empfang' ich meinen Lohn. do 5. Reue- Gesang. 1. Höchster! denk' ich an die Güte, Die du mir bisher erzeigt, O so wird mein ganz Gemüthe Zu der tiefsten Scham gebeugt; Daß ich dich gering geschäßt, Häufig dein Gebot verletzt, Und dich, der du mich geliebet, Doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelenträfte, Meine Glieder sind ja dein Und sie sollen zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein. Dwie hab' ich mich entweiht; Ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld ward jeden Morgen Ueber mir, o Vater! neu; Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herz dann frei; Was mir nüßet, gabst du mir; Aber ach, wie dank' ich dir? O wie hab ich so vermessen Deines Wohlthuns Zweck vergessen. 443 4. Ach! an dir hab' ich gesündigt! Gott, mein Vater! straf mich nicht; Oft mit Leichtsinn aufgefündigt Hab' ich dir des Kindes Pflicht. A ch, vergib, was ich gethan, Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade Schnell zurück zu deiner Gnade. 5. Dir ergeb' ich mich auf's Neue; Gib, daß mein gebeugtes Herz Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen Werd', o Gott! mir nicht entrissen. 5. Die Sonntags- Feier. 1. Gott! du bist mein Preis und Ruhm! Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein, Und gern mich deinem Dienste weih'n. 2. Gib, daß mein Herz von Andacht glüh', Den Weltgedanken sich entzieh', Wenn ich in deinen Tempel geh', Daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh'. 3. Erinn're, Vater! meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig feist; Steh' mir mit deiner Gnade bei, Daß ich dein treuer Diener sei. 4. Hilf, daß ich deinen Ruhetag 3 u meinem Segen feiern mag, Bewahr' mich vor dem Sinn der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 5. Doch laß mich Herr! dabei nicht steh'n, Dich nur am Sabbath zu erhöh'n. Herr! meine ganze Lebenszeit Sei deinem Dienſt und Ruhm geweiht. 6. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Und Lob dem Geist im Jubelton: Der heiligsten Dreieinigkeit Sei Preis und Ruhm in Ewigkeit. 6. Das Vater unser. 1. unser Vater! der du bist Im Himmel und auf Erden. Dein Name, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden. In's Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Laß auch, wenn dieser Leib zerfällt, Uns einstens Alle kommen. 2. So wie auf jeden Wink von Dir Die Himmelsgeister sehen, So mög' auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brod, das unsre Seele nährt, Gib uns, um dir zu leben; Auch werd' uns, was der Leib begehrt, Von dir dazu gegeben. 3. Vergib uns, Vater! unsre Schuld, Die wir vor dir bereuen; So wie wir alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Verführung droht, In uns des Bösen Samen; Erlös uns jetzt, und einst, o Gott! Von allem Uebel. Amen. X. Einige Festtags- Lieder. 1. Advent- Lied. 1., Thauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!" Rief das Volf in bangen Nächten, Dem Gott die Verhei 444 Bung gab: Seinen Heiland bald zu sehen, Auf dem Pfad thm nachzugehen, Den er liebevoll ihm zeigt, In das Land, wo Klage schweigt. 2. Und er kam, mit ihm kam Segen, Wie ein frischer Morgenthau! Wie ein sanfter Frühlings- Regen Mild erquicket Feld und Au', Er ward uns zum Heil gegeben; Durch ihn kam uns Licht und Leben. So hält Gott, was er verspricht, Seine Worte täuschen nicht. 3. Kommt denn, reinigt eure Seelen, Werdet heilig, seid bereit, Das was ihm gefällt, zu wählen, Das zu flieh'n, was er verbeut. Fried' und Ruhe, Licht und Leben Will er jedem Herzen geben, Das sein Wort mit Freude hört, Und zu ihm sich ganz bekehrt. 4. Nur wer Tugend herzlich liebet, Niedre Erdenlust verschmäht, Sich in guten Werken übet, Gern auf Gottes Wegen geht, Der nur wird schon hier auf Erden Seines Gottes inne werden; Ihm nur wird von Gott das Heil, Fried' und Seligkeit zu Theil. 5. Deines Heiles mich zu freuen, Laß mein Herz dein eigen sein. Heiland! dir will ich es weihen; Ewig, ewig sei es dein; Daß ich, wirst du wieder kommen, Dir, o Herr! mit deinen From= men Freudig mög' entgegenseh'n, Und gerecht vor dir besteh'n. 2. Weihnachts- Lied. 1. Es kam die gnadenvolle Nacht, Die uns den hellsten Tag gebracht! Wie freute sich der Engel Schaar, Da Gottes Sohn geboren war! 2. Froh jubelte der Engel Heer:, Gott in den Himmeln, Gott sei Ehr', Und Friede, Freud' und Seligkeit Herrsch' auf der Erde weit und breit. 3. Aus goldnen Wolken sangen so Die Boten Gottes himmlisch froh; Und himmlisch froh und hoch entzückt Hat sie die Hirtenschaar erblickt. 4. Die hocherfreuten Hirten geh'n, In Windeln Gottes Sohn zu seh'n; Erblicken in der Krippe ihn, Und sinken auf die Kniee hin. 5. Und jeder, der dort Jesum sah, War froh und sprach: der Herr ist da! Es kommt sein gnadenvolles Reich; Welch' Kind ist diesem Kinde gleich. 6. O wie viel Trost und Gnade gab Mit ihm Gott in die Welt herab! O wie uns unser Vater liebt, Daß er den liebsten Sohn uns gibt! 7. Ja, Gottes Lieb ist unumschränkt! Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, Schenkt Alles uns, was heilsam ist; Er schenkt es uns durch Jesum Christ. 3. Weihnachts- Lied. 1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller Welt gedacht! Jhn preise, was durch Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist. 445 2. Du wardst geboren uns zum Heil! Du nimmst an unserm Schicksal Theil; Wirst unser Freund und Lehrer hier; Und Gottes Kinder werden wir. 3. Gedanke hoher Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 4. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligen Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn ein neues Lied. 5. Herr! der du uns den Tag gemacht, Der uns solch' großes Heil gebracht, Dich preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 4. Vytaney auf die heilige Weihnachtszeit. V. Herr, erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser. V. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, dreieiniger Gott! R. Erbarme dich unser! Jesus, du ewiges Wort des Vaters, das die menschliche Natur angenommen hat. R. Wir beten dich an! Jesus, du Erwartung und Trost aller Völker. R. Wir beten dich an. Jesus, in dem alle Geschlechter der Erde gesegnet wurden. Jesus, der du aus Maria, der reinsten Jungfrau, geboren worden. Jesus, den als Kind in der Krippe die Hirten gesehen und angebetet haben. Jesus, dem die Weisen aus Morgenland die Schäße ihres Landes bargebracht haben. Jesus, der du alle Menschen zur Erkenntniß der Wahrheit berufen hast. Jesus, der du allen Völkern als ein Licht, sie zu erleuchten, auf Erden erschienen bist. Jesus, der du gekommen bist, die Verirrten aufzusuchen, und die Gefundenen zu beseligen. Jesus, unser liebevoller Heiland und einst unser gerechter Richter. Wir arme Sünder: R. Wir bitt en dich, erhöre uns! Daß allen Menschen auf Erden Friede, Heil und Segen zu Theil werde. Daß wir nach dem Beispiele der Hirten dich mit redlichem Herzen suchen und finden. Daß wir durch Reinigkeit von Sünden dir wohlgefallen. Daß wir die Beschwerden unseres Lebens nach deinem heiligen Beispiele geduldig ertragen. Daß sich alle Kinder dir in Tugend und Frömmigkeit nachzufolgen bestreben. Daß auch wir Erwachsene dich immer mehr vor Augen haben, und täglich dir ähnlicher werden. Daß wir unsere Herzen zu einer würdigen Wohnung für dich bereiten. R. Wir beten dich an! R. Wir bitten dich, erhöre uns. 446 Daß wir der Sünde entsagen und einen tugendhaften Lebenswandel führen. Daß wir von unsern Herzen Hochmuth und Stolz entfernen, und demüthig gesinnt seien. Daß wir nicht nach den Reichthümern der Erde, sondern nach den unvergänglichen Gütern deines Reiches trachten. Daß wir der Früchte deiner Menschwerdung würdig und deiner Seligkeit theilhaftig werden. Jesus! du Sohn Gottes! Wir bitteu dich, 2c. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! R. 1) Verschone uns, o Herr! 2) Erhöre uns, o Herr! 3) Erbarme dich unser, o Herr! Lasset uns beten. Wir bitten dich, o Gott! heilige uns durch die Geburt deines Sohnes, damit wir, von der Knechtschaft der Sünde befreit, des Segens der Menschwerdung würdig sein mögen, und dereinst seiner Herrlichkeit theilhaftig werden. Wir bitten dich darum, durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. 5. Auf das Neujahr. 1. Gott rief der Sonn', und schuf den Mond, Das Jahr darnach zu theilen; Auf Erden, die der Mensch bewohnt, Darf ewig nichts verweilen. Gott ordnet Jahre, Tag und Nacht, Auf, Brüder! laßt uns seiner Macht Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr! der da ist und der da war, Von Dank erfüllten Zungen Sey dir für das versloff'ne Jahr Ein heilig Lied geſungen: Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh und jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns nun gegeben; Verleih' uns Kraft( die Kraft ist dein), Nach deinem Wort zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach wahrer Weisheit streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Er= barme der Verlass'nen dich Und der bedrängten Brüder; Gib Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Goit! mit Heil und Rath Auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns sei; Dies, lieber Vater! dies verleih' In Christo, deinem Sohne. 447 6. Der Name Jesu. 1. O süßester der Namen all', Den Menschenzungen nennen! du, der Himmel Wiederhall, Dem tausend Herzen brennen! O Jesus, Jesus Christus! ganz Neigt unser Herz sich vor dem Glanz, Vor dem die Engel knicen. 2. Gottmensch, der ewig uns befreit Von Sünde, Tod und Schmerzen! Wer, aller Menschen Heiland! freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam' ist Hilfe, Heil und Huld; Vor dir verschwindet Tod und Schuld; Wo ist, wie du, ein Name? 7. Am Feste der Erscheinung, oder der heiligen Dreikönige. 1. Der du uns heut erschienen bist, Du Licht der Völker, Jesus Christ! Wir beten dich in Ehrfurcht an, Der Alles hat und Alles kann. 2. Dich preise Jüngling, Mann und Greis, Und wer von deiner Größe weiß, Der stimm' in unser Loblied ein, Und zeug' und ruf: auch ich bin dein! 3. Lief aus dem Staube rufen wir, Erbarmer! Heiland! Herr, zu dir: Und Huld und Segen sendest du Der Sängerschaar im Staube zu. 4. Dein Reich ist, Christus! alle Welt; Die Sterne, die kein Engel zählt, Die Ceder und das kleinste Laub, Und jede Sonne, jeder Staub. 5. Was auf der Höchsten Berge Höh'n Die Augen sehen und nicht seh'n, Die ganze Erde weit und breit Ist Zeuge deiner Herrlichkeit. 8. An den Festtagen des Herrn überhaupt. 1. Von ganzem Herzen lieb' ich dich. Dein Geist, o Jesu! leite mich! Dein Leben, thatenvoll und still, Sei Vorbild, dem ich folgen will. 2. Dein Dulden unter Feindeswuth Flöß' in mein Herz der Tugend Muth! Dein Gottvertrau'n, wenn Alles droht, Verleih' mir Trost in jeder Noth! 3. Dein Tod, das Denkmal deiner Huld, Tilg' alle meine Sündenschuld; Es nehme dein verlass'nes Grab Dem meinigen die Schrecken ab. 4. Durch deiner Auferstehung Macht Erhelle meines Grabes Nacht; Durch deine Auffahrt zeige mir: Mein Vaterland sei dort bei dir! 5. Dein Herrschen mit dem Vater sei Mir Siegel deiner Macht und Treu'. Einst kömmst du wieder, Gottes Sohn! Den Frommen ew'ger Trost und Lohn! 6. Gib Glauben, Hoffnung, Liebe mir, Erhalte deine Gnade mir, Dann fürcht' ich Grab und Hölle nicht, Denn du bist meine Zuversicht. 448 9. Bußlied in der Fasten. 1. Ich Armer kehre mich zu dir Mit reuevollem Herzen. O Gott! erweise Gnad' an mir, Und sieh auf meine Schmerzen. Ich übertrat Durch Wort und That, Obgleich mir Strafe drohte, Doch ungerührt Und leicht verführt Die heiligsten Gebote. 2. Ach das, deß ich mich schuldig weiß, Liegt schwer auf meinem Herzen. Was ist des Lasters Lohn und Preis? Scham, Reue, Furcht und Schmerzen. Ih konnte dein, Und glücklich sein, Wenn ich dir folgen wollte; Gewiß, daß ich Auch einst durch dich mich ewig freuen sollte. 3. Gott! wie viel Gutes thatst du mir, Es ist nicht zu ermessen. Wie dankte dir mein Herz dafür? Schnell hat es dich vergessen. Du gingst mir nach, mein Gott! und ach! Ich hab' es. nicht geachtet; Selbst die Geduld Der Vaterhuld Aus Leichtsinn oft verachtet. 4. Und doch hast du so väterlich Dich meiner angenommen; Du riefst zu deinem Reiche mich, Zum Heile deiner Frommen; On suchtest, Gott! Durch Glück und Noth Zur Bess'rung mich zu führen; Doch sucht' ich nicht Dein Angesicht, Und ließ mein Herz nicht rühren, 5. Wenn alles dies mein Geist bedenkt, Vor Scham möcht' ich vergehen; O wie es mich nun schmerzt und kränkt! Kaum wag' ich aufzusehen; Ich so verkehrt, Ich wär' es werth, Daß du nicht länger schontest; Daß du mir nun, Nach meinem Thun Und meinem Undank lohntest. Vater! öffne mir dein Herz, Bollende deine Liebe! Hilf, daß, gewarnt durch meinen Schmerz, Jch mich im Guten übe. Dies laß mich thun, Und eifrig nun, Was dir verhaßt ist, meiden; Bis du mich einst, Wenn du erscheinst, Führst zu des Himmels Freuden. 1 10. Jesus am Delberge. 1. Als dort im Angstgebete, Herr! deine Seele rang, Und immer heißer flehte, Ward dunkel dir und bang; Du fandest keinen Trost, tein Licht; Nur Tod und Marter schwebten Vor deinem Angesicht. 2. Die schauervollen Stunden Des Leidens sind jeßt da; Du siehst das Blut, die Wunden, Das Kreuz auf Golgatha. Jedoch vertrauensvoll und still Flehst du nur: es geschche, Was Gott, mein Vater, will!" 3. Herr! heilig sei dein Wille Auch mir in Leid und Schmerz! Ogib mir Muth und stille Ergebenheit in's Herz. Laß mich, wenn Angst und Trübsal droht, Wie du, mein Heiland, leiden, Dir treu bis in den Tod. 4. Die Jünger, die entschlossen Und männlich dich bekannt, Sind muthlos, sind verdrossen, Vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder Spricht Labsal in dein Herz. 449 5. Doch trägt die schwachen Seelen Voll Liebe deine Huld, Auch wenn sie sich verfehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Betet! wacht! Nur also überwindet Ihr der Versuchung Macht." 6. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall' ich darnieder, Verführt durch stolzen Wahn. Ach, öfters schlaf' ich sorglos ein, Bin ruhig bei Gefahren; Ich falle und vergesse dein. 7. Herr! rette du mich Schwachen; Wenn Stolz und Sicherheit Den Geist verdrossen machen, Gib Kraft und Muth zum Streit. Der Seele flöße Tröstung ein, Sprich zu ihr: Kämpfe! bete! Bald ist die Krone dein. 11. Jesus am Kreuz. a. 1. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, sag' ihm frommen Dank. Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang. Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so, wie er, für Sünder sterben kann. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, Herr! und welche Lasten drückten dich! Wie strömte Blut aus deinen Wunden! Und ach! es floß zum Heil und Trost für mich! Es ruft auch heut mir noch ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer Dulder du! 3. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein heißer Kampf, dein Kreuz, dein Tod! Bestätigt ist nun deine Lehre; Ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest. du; doch Preis und Ruhm Jst auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 4. Herr! dies dein Beispiel soll mich lehren: Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, Und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit verbindet mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 5. Nie will ich mich am Feinde rächen; Auch dies lern' ich, mein Heiland! hier von dir; Nie Gottes Schickung widersprechen, Scheint gleich ihr Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin. Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 6. Was fürcht' ich noch des Toies Schrecken? Du schliefft auch einst im Grab, du Seelenfreund! Mag es doch meinen Staub bedecken, Wenn nur mein Geist mit deinem sich vereint. Der Gott, der dir das Leben wieder gab, Wälzt auch dereinst den Stein von meinem Grab. 7. Nimm hin den Dank für deine Leiden, Den dir, mein Netter! treue Liebe bringt. Aufjubeln soll mein Herz vor Frenden, Wenn es den Dank im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Seligen mit ein; Der ganze Himmel soll mein Zeuge sein. b. 1. Weinend mit zerriss'nem Herzen Stand die Mutter voll der Schmerzen Bei dem Kreuz zum Sohn gekehrt; Durch die bang 450 umwölkte Seele, Dunkel wie des Grabes Höhle, Drang das Leiden wie ein Schwert. 2. O was mußte sie empfinden, Als sie ihren Sohn vom blinden Hasse sah dem Tod geweiht! Doch durch ihrer Trauer Wolfe, Unbemerkt vom Erdenvolke ,, Dämmert ihr Unsterblichkeit. 3. Herr! dein Kreuz laß mich beschirmen, Laß bei dieses Lebens Stürmen Meinen Pfad erhellen dies. Nach der Körperhülle Schwinden Laß einst meine Seel' empfinden Deinen Glanz im Paradies. 12. Dankbares Andenken an das Leiden und den Tod Jesu. 1. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland! lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr! diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Wer könnte wohl das Böse sich erlauben, Und an dich glauben? 3. Und sollt' ich nicht, wenn Leiden hier auf Erden, Wenn Kreuz und Noth mich trifft, gelassen werden, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 4. Wie könnte ich wohl meine Brüder hassen, Für welche du dein Leben selbst gelassen? Wie du, will ich auch meine Feinde lieben, Die mich betrüben. 5. Ich will nicht Haß mit bitterm Haß vergelten; Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, Schaltst auch nicht wieder. 6. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, Dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen, Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen Dir nachzuahmen. 7. Jch bin versöhnt, o Herr! in deinem Blute; Erkauft hast du mich dir in deinem Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, Am Kreuz erworben. 8. Ja, nun bin ich schon selig hier im Glauben; Nun wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; Nun werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben Einst ewig leben. 9. Herr! gib, daß deinen Pfad ich stets betrete, Jm Glauben kämpfe, ringe, wache, bete, Wie du mein Kreuz geduldig auf mich nehme, nie dein mich schäme. 10. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich zurück dein Wort vom Kreuze; Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, So sei mir's Stärke. 11. Seh' ich dein Kreuz den Klugen hier auf Erden Ein Aergerniß und eine Thorheit werden; So sei mir's doch, troß alles frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. 12. Wenn endlich, Herr! mich meine Sünden kränken, So laß dein Kreuz mir wieder Frieden schenken. Dein Kreuz sei, wenn ich sterbe, wenn ich leide, Mir Trost und Freude! 451 13. Auferstehung Christi. A. 1. Christus ist erstanden! O freut euch, Christen! Er erhebt Aus seinem Grabe sich und lebt, Lebt ewig, stirbt nicht mehr. Preis ihm, Dank, Lob, Ruhm und Ehr! Alleluja! 2. Christus ist erstanden! Voll Glauben beten wir ihn an, Ihn, der auch uns erwecken kann, Jhn, der einstens aus der Gruft Uns zum neuen Leben ruft; Alleluja! 3. Christus ist erstanden! Gelobt seist du, o Gottes Sohn! Ach, gib, daß wir an deinem Thron Einst nach unserm Aufersteh'n Ewig, ewig dich erhöh'n; Alleluja! B. 1. Das Grab ist leer, das Grab ist leer, Der Fürst des Lebens, stark und hehr, Entstieg des Grabes Nächten. Frohlock, o Geist, Triumph! Triumph! Wie ward dein Stachel, Tod, so stumpf, Im Kampf mit dem Gerechten. 2. Verschlingen sollt' in ew'ge Nacht Das Grab des Lichts und Lebens Macht So wähnten Jesu Feinde. D a hat der Herr das Grab geweiht Zum Pfad vom Staub zur Herrlichkeit Für alle seine Freunde. 3. Wie Pilger zieh'n wir jetzt zum Grab: Doch lächelnd schauen wir hinab, Und singen Siegeßlicder. Er ist's, der in die Erd' uns sä't; Sein Odem, der vom Himmel weht, Weckt uns zur Ernte wieder. ― 14. Lied in der Osterwoche. 1. Er ist erstanden, Die Welt ist neu; Er ist erstanden Und ewig tren. 2. Die Erde feiert Jm Morgenlicht: Die Sonn' entschleiert Ihr Angesicht. 3. Wir zieh'n entgegen Dem hellen Schein, Und alle prägen Sein Bild sich ein. 4. Aus den Gewanden Der Leichnam los, Der Erd' abhanden In Licht zerfloß. 5. Er ist uns wieder In Gott geschenkt; In seine Glieder Steh'n wir versenkt. 6. Wir sind entbunden von aller Noth; Aus seinen Wunden Fließt Morgenroth. 7. Auch wir erstehen Aus seiner Gruft; Auch wir vergehen Im Morgenduft. 8. 3um Licht hinüber Der Vater ruft; Leid geht vorüber Und sprengt die Kluft. 9. Er ist entschwunden Zur Herrlichkeit, Hält seine Wunden Der Welt bereit. 10. Faßt seine Hände, Liebt sein Gebot! Des Kampfes Ende Ist Morgenroth. 15. Auf die Himmelfahrt Christi. 1. Wie herrlich hat dein Lebenslauf, Dein Leiden sich geendet! Du fährst verklärt zum Vater auf, Der dich zu uns gesendet. 452 Von nun an strömt uns Heil und Licht, Trost, Freude, Kraft und Zuversicht Von deinem Throne nieder. 2. Herr! flöß' uns Muth und Eifer ein, Das Eitle zu ver= achten, Vor allen Dingen nur allein Nach deinem Reich zu trachten. Zieh' unsre Herzen ganz zu dir, und hilf uns, daß auch wir mit dir zur Seligkeit gelangen. 3. Den deine Liebe uns verheißt, Damit wir nicht ermüden, O sende ihn, den heil'gen Geist, Und gib uns deinen Frieden. Erhöre, Jesu! unser Fleh'n; Wenn wir dich einst als Richter seh'n, Erbarme dich der Sünder! 16. Auf das heilige Pfingstfeſt. 1. Ein heiliges Feuer belebte, beseelte Die Frommen, die Jesus zu Schülern sich wählte, Um Lehrer des göttlichen Wortes auf Erden, 3 um Heil und zum Segen der Menschen zu werden. 2. Ein heiliger Lichtstrahl durchfloß sie mit Klarheit: Nun sahen sie heller die himmlische Wahrheit; Nun sahen sie Jesum, von Klarheit umflossen; Es hat der Geist in ihr Herz sich ergossen. 3. Mit Feuer getaufet, belebet, erfreuet, Mit Muthe beseelet, zu Lehrern geweihet, Verkündigten laut die Geweihten, die Frommen:„ Der Herr ist erschienen, sein Reich ist gekommen!" 4. Sun winkten vergebens vergängliche Freuden, Nun schreckten vergebens vergängliche Leiden; Es drohten vergebens Verspottung und Schande, Und Todesgefahren, und marter und Bande. 5. Denn Gottes Geist stärkte zum Kampfe die Herzen. Sie predigten Jesum in Freuden und Schmerzen, Getreu bis zum Tode mit himmlischem Muthe, Versiegelnd ihr Wort mit dem eigenen Blute. 6. Auch uns sei die Wahrheit so heilig und theuer; Beseel' uns, Geist Gottes! mit himmlischem Feuer, Mit himmlischem Muthe, des Ewigen Lehren Im Leben, im Leiden, im Sterben zu ehren. 17. Auf die heilige Pfingstzeit. 1. Komm, heiliger Geist, mein Trost, mein Licht, mein Lehrer, meine Zuversicht! Gott hat dich uns zum Heil gesandt; Du bist der frommen Liebe Pfand. Komm, heiliger Geist, verlaß uns nicht! 2. Komm, heiliger Geist, belebe uns mit deiner Kraft, und führe uns Den wahren Weg zur Heiligkeit, Zur Weisheit und Gerechtigkeit. Komm, heiliger Geist, erhöre uns! 3. Komm, heiliger Geist, zu uns herab! Die Wahrheit, die uns Jesus gab, Kann ohne dich nicht fruchtbar sein. Komm, mache uns von Sünden rein. Komm, heiliger Geist, zu uns herab! 4. Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft, Die alles Gute wirkt und schafft. Gib dem Bemühen das Gedeih'n, Der Tugend unser Herz zu weih'n; Und wenn wir sinken, o verleih' uns Gottes Kraft und steh' uns bei. Komm, heiliger Geist, füll' unser Herz! 18. Auf die heilige Pfingstzeit. 1. Den Frieden, den die Welt nicht gibt, Gib uns, o Geist, von oben! Den Frieden, den kein Wölkchen trübt, Wenn rings Gewitter toben! Den Frieden, der mit Licht erfüllt, Durch den mit Himmelsflarheit Verscheucht wird jedes Truggebild Vo m Reich der Lieb' und Wahrheit. 458 2. Das Reich des Herrn erscheinet nicht mit gleißender Geberde. Wie von der Finsterniß das Licht Ist's fern von dem der Erde. Kein Ohr vernimmt's, kein Auge sieht's; Die Welt kann's nicht begreifen. Geist im Innern des Gemüths Laß blüh'n ies Reich, und reifen. 3. Den Kindern mach', o Geist! uns gleich; Einfältig laß uns werden; en Kindern gib das Himmelreich Die Einfalt schon auf Erden. Die du erleuchtest, suchen nicht, Was Staub ist und vergehet; Sie fühlen, wenn ihr Auge bricht, Zum Ew'gen sich erhöhet. 19. Am Feste der heil. Dreieinigkeit und zu deren Verehrung und Anbetung überhaupt. 1. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht und Leben, Mein Schöpfer, dessen Hand Mir, was ich bin, gegeben, Mein Vater, der mich schüßt Bon meiner Kindheit an; Der jeden Augenblick An mir viel Gut's gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters ew'ger Sohn, Der sich für mich gegeben; Der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, Auf dessen Kreuz und Tod Mein ganzes Hoffen ruht. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Des Vaters ew'ger Geist, Den mir der Sohn gegeben; Der mir in jeder Noth Das Herz mit Trost erquickt, und neue Kraft mir gibt, Wenn mich mein Elend drückt. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles lobt und preist, Was Odem hat und lebet; Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt, Gott, der Dreieinige Gott, Vater, Sohn und Geist! 13 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, Und mit der Engel Schaar, Das Heilig, heilig fingen; I hn preise tief gerührt Die ganze Christenheit; Gelobt sei unser Gott In alle Ewigkeit. 20. Auf das heilige Frohnleichnamsfest. Das Sacris solemniis. 1. Lasset uns fröhlich sein Bei dieser Todesfeier; Laßt uns mit Mund und Herz Singen ein heilig Lied! Was alt ist, sei verbannt, Alles sei neu und rein, Herz und Handlung und Lobgefang. 454 2. Der Heiland stiftete Zu seiner Jünger Trost Des neuen Bundes Mahl In seinem Leib und Blut. Er sprach mit Zärtlichkeit: Freunde! das thut hinfort Zur Erinnerung an meinen Tod. 3. Also ward eingesett Jenes erhabene Mahl, Welches die Christenschaar Jeßt durch des Priesters Hand, Mit Christus eng vereint. Defters noch froh genießt, Sich erinnernd an Jesu Tod. 4. O wahrlich wunderbar, Bei diesem Liebesmahl Herrschet nur der Brudersinn; Bettler und Könige, Ohne des Ranges Stolz, Speisen an einem Tisch, Sind in Jesu einander gleich. 21. Für die Frohnleichnams- Octav. Das Ecce panis Angelorum. 1. Christen, seht die Engelspeise, Die uns wunderbarer Weiſe Jesus für die Pilgerreise Dieses Lebens hat geschenkt. 2. Laßt im Staub uns niederbeugen, Dank und Ehrfurcht dem erzeigen, Dem sich alle Himmel neigen, Gott, dem Herrn der Herrlichkeit. 3. Jesus, unser Trost und Leben! Laß uns, gänzlich dir ergeben, Stets nach reiner Tugend streben, Die du liebreich uns gelehrt. 4. Lamm Gottes, Christe Jesu, Segne uns, liebreichster Jesu! Heilig, heilig, heilig bist du; Die sei Lob in Ewigkeit. 5. Treuer Hirt! laß unsre Seelen Einst zu deinen Lämmern zählen: Die du dir wirst auserwählen, Gott! in deines Vaters Reich. 22. Auf die Frohnleichnams- Feier. Das Lauda Sion. 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Loblied an;* Preis' aus Kräften seine Würde, Da kein Lobspruch, keine Zierde Seinen Werth erreichen kann. 2. L aut soll unser Lob erschallen, Und das Herz in Freude wallen; Denn wir feiern heut den Tag,* Da der Herr zum Tisch der Gnaden 11 ns zum erstenmal geladen, Und dies Brod geopfert hat. wir 3. Heut erlischt das Bild des alten Osterlammes, erhalten Heut mit Gott den neuen Bund.* Und der Wahrheit muß das Zeichen Und die Nacht dem Lichte weichen; Neue Lehren werden kund. 4. Was von Jesu dort geschehen, Was wir so, wie er, begehen, Mahnet uns an seinen Lod;* U m ihn würdig zu verehren, Nach der Vorschrift seiner Lehren, Opfern wir ihm Wein und Brod. - - 5. Doch nach unsern Glaubenslehren Ist das Brod, das wir verehren, Christi Fleisch, der Wein sein Blut.* Was dem Auge sich verhüllet, Und was kein Verstand enthüllet, I st dem frommen Glauben klar. 455 6. Hier ist unter zwei Gestalten Hohe Wunderkraft enthalten, Die sich tief in Zeichen hüllt.* trank und Speise gibt uns Christus Durch sein Blut und Fleisch; doch Christus Jst in beiden ungetheilt. 7. Alle hat der Herr aus Gnaden Zu dem Liebesmahl geladen; Doch verschieden wirkt dies Mahl.* Allen wird hier Brod gegeben; From me finden Heil und Leben; Doch die Bösen ew'gen Tod. 8. Bilder sprachen längst vom Tode Jesu und von diesem Brode; Isaak war sein Vorbild schon.* In des Osterlammes Tode Und im alten Mannabrode Ward es sinnlich vorgestellt. 9. Guter Hirt, du wahre Speise, Jesu! stärke uns zur Reise in das Land der Seligkeit.* Herr! du nährst uns hier auf Erden; Laß einst ewig selig werden uns mit deinen Heiligen. Amen. Alleluja! 23. Am Kirchweihfeste. 1. Des Tempels hehre Halle Ist Gott dem Herrn geweiht. Laßt, Brüder! sie uns Alle Einweih'n durch Frömmigkeit. Hier schwing' in Geist und Wahrheit Sich das Gemüth zum Herrn; Hier leucht' in reinster Klarheit Uns der Erlösung Stern. 2. Was nüßte uns der Tempel, Entheiligten wir ihn Durch heidnisches Erempel, Und durch unlautern Sinn? Drum ah' ihm feine Seele, Getüncht mit Heuchelschein, Denn keine Räuberhöhle, Ein Bethaus soll er sein. 3. Nicht Opfer, aber Liebe Verlangt der Herr von uns, Den göttlichsten der Triebe Als Seele unsers Thuns. Die Liebe kam hernieder, Zum Opfer sich zu weih'n, Und wir, o Christenbrüder! Wir könnten lieblos sein? 4. Einfältiglich wie Kinder Fleh'n wir, o Herr! zu dir, Du rufft hier selbst dem Sünder So liebreich: Komm zu mir! O du empfängst mit Freude Das Schaf, das sich verirrt, Und führst auf gute Weide Uns hier, ein trener Hirt. 5. Schon glänzt mit Morgenschimmer Uns hier der Sabbath an, Wo über Grdentrümmer Üns Jesus wird empfah'n; Dann strahlt in voller Klarheit Vor uns der Tempels Pracht, Von dem die ew'ge Wahrheit Zum Eckstein sich gemacht. 24. Zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria. 1. Jeder Schickung uns zu fügen, uns des Guten still zu freu'n, Ohne Murren, mit Vergnügen Folgsam Gottes Wort zu sein; Nie mit Gaben stolz zu prangen, Menschen- Ruhm nicht zu verlangen; Diese Weisheit lernen wir, Mutter Jesu! stets von dir. 2. Unbekannte Wege wandeln, Welche Gott allein nur kennt; Stille dulden, schweigen, handeln, Wenn die Welt uns gleich verkennt; Handeln, nur um Gott zu lieben, Nicht vom 456 Eigennuß getrieben; Diese Demuth zeigte hier. Mutter Jeſu! sich an dir. 3. O dein Beispiel zeigt uns Allen Einen sichern Weg zu dir. Diesen Weg der Tugend wallen, Dieses, dieses wollen wir. Hilf uns Gottes Gnad' erfleben, Stets der Tugend Pfad zu gehen. Bitte deinen Sohn, daß wir Ihn einst preisen für und für. 25. Am Gedächtnißtage der heil. Apostel Petrus und Paulus und aller heil. Apostel. 1. Ihr theuren Freunde unsers Herrn! Von seinem Geist entzündet, Ha bt ihr den Völkern nah und fern Sein heilig Wort verkündet, Von ihm gesandt, that euer Mund Die Wunder seiner Liebe fund Dem menschlichen Geschlechte. 2. Wie wurdet ihr so stark durch Gott Ihr achtetet nicht Schande. Vergebens warf man euch mit Spott In Ketten und in Bande; Ihr starbet selbst mit frohem Muth, Besiegeltet mit eurem Blut Die Wahrheit eurer Botschaft. 3. Erleucht' uns, Herr! damit wir gern Der Wahrheit Worte hören, Und in der Wahrheit dich, den Herrn, Und deine Boten ehren; Fern sei von uns der Frevel, Gott! Mit Leichtsinn dir dein Wort durch Spott Und Laster zu vergelten. 4. O stärk' uns du, damit dir treu In Glauben, Hoffnung, Liebe, O ew'ger Hirt! die Heerde sei, Stets deinen Willen übe. Dann führst du liebvoll uns zugleich Mit den Aposteln in dein Reich, Das sie der Welt verkündet. 26. Am Patrocinium des heil. Petrus. 1. Von Furcht dahingerissen, Verläugnet Betrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen; Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu! rührt sein Herz, Er fleht zu dir um Gnade, Und du stillft seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth; Furcht konnt, ihn nie mehr beugen, Auch floß für dich sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, Verherrlichte sein Leben, Verherrlichte sein Tod. 3. Auch ich seh' und empfinde Die Größe meiner Schuld. Vergib mir meine Sünde Nach deiner treuen Huld. Erbarmend jahst du Petrum an; Blick auch auf mich erbarmend, Wank ich auf steiler Bahn. 4. Von dir soll nichts mich trennen, Wie Petrus will ich gern Vor aller Welt bekennen Dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht Verläugnest du, o Richter! Mich, wenn ich treu bin, nicht. 27. Am Patrocinium des heil. Paulus. 1. Mann voll Gottes Licht und Stärke, Deines Glaubens Wunderwerke Hellen uns, Gestirnen gleich, Dieses Lebens dunkle Pfade, Daß wir, stark durch Gottes Gnade, Zieh'n mit Jubel in sein Reich. 8457 2. Wider den Messias glühte Dir ein Eifer im Gemüthe, Der dir gottgefällig schien, Als ein Strahl der Seele Tiefen Traf und Himmelstöne riefen: Saul, wo reißt dein Geist dich hin?" 3. Da verschwand vor deinen Blicken Rings die Welt; doch voll Entzücken Schautest du in jenez Reich, Das den Weisen zwar verhüllet, Doch mit Licht uns Alle füllet, Macht an Einfalt Kindern gleich. 4. Mochten nun der Juden Rotten Lästern, Griechen lächelnd spotten, Jesu Geist entflammte dich, und vor deinen Worten schmolzen Die Idole, und der stolzen Pharisäer Schein verblich. 5. Wie erstaunte nicht der Pöbel Von Athen, wie sank der Nebel Falscher Weisheit und ihr, Spott, Als, umringt von Gößenbildern, Du begannst mit Kraft zu schildern, Den noch unbekannten Gott. 6. Daß vor Gott der Geist nur gelte, nicht die Hülle, wie erhellte Deine Feuerrede dies, Da du gleich dem Schilfe schwanken Sah'st des Christenvolks Gedanken, Das mit Müh' den Wahn verließ. 7. Göttlich groß ist dein Beginnen: Alle Christo zu gewinnen. Gottes Segen war der Lohn. Dich, der in Gefahr und Banden Wie ein Held den Kampf bestanden, Rief zu sich des Vaters Sohn. 28. Am Patrocinium des heiligen Johannes des Evangelisten.ort 08 1. Den der Herr vor Andern liebte, Weil, von Liebe ganz durchglüht, Dein jungfräuliches Gemüth Liebe stets vor Andern übte; Liebevoller Jünger, dir Weih'n das Fest der Liebe wir. 2. Gott ist Liebe: seine Sonne Strahlt euch, Brüder! Allen gleich; Liebe gibt das Himmelreich, Löst Betrübniß auf in Wonne." Also thatest du den Bund Zwischen Gott und Menschen kund. 3. Ganz ergoß in deine Seele Gottes Sohn sein liebend Herz, Daß im Kampf mit Hohn und Schmerz Muth und Stärke nie dir fehle; Und du wardst, von Lieb' erfüllt, Aller Christen Musterbild. 4. Da beim Abschied von der Erde Jesu Seele ward betrübt, Weil von denen, die er liebt, Einer ihn verrathen werde, Lagst du an der Brust des Herrn, Wie am Himmels blau ein Stern. 4 5. Als dein Herz bei'm Kreuz des Lehrers, Wo mit dir Maria stand, Unaussprechliches empfand, Neigte sich des Weltverklärers Haupt, und liebreich sagt er dir:„ Sohn! sieh deine Mutter hier." 6. 3 u Maria dann sich wendend, Sprach er liebevoll zu ihr: Deinen Sohn sieh', Mutter! hier." Da der Liebe Werk vollendend, Er in's Auge dir geblickt, wie ward dein Geift entzückt. " 1 7. Liebe war dein ganzes Leben, Wie des Meisters Leben war; Bächen gleich, die sanft und klar, Wo sie ziehen, Segen geben. „ Liebt euch, Brüder! immerfort, Liebt euch!" war dein letztes Wort. Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 20 458 29. Am Patrocinium der Heiligen überhaupt. 1. Auserwählte Gotteskinder! Heilige am Gnadenthron! Dulder, Kämpfer, Ueberwinder! Sélig in des Kampfes Lohn! zu eueren lichten Höhen Steigt der Sehnsucht stilles Flehen, Wallen Seufzer heut empor. 2. Hier in unsern Pilgerhütten, Hier im niedern Gräberthal Habt auch ihr gewohnt, gelitten Bittern Kummer, heiße Qual. Jesu Joch habt ohne Zagen Ihr bis an das Grab getragen; Schwer, doch süß war euch das Joch. 3. Rein von Trug und Missethaten, Nicht verführt von eitlem Wahn, Groß und reich an edlen Thaten, Gingt ihr fest der Tugend Bahn; Ranget muthig bis an's Ende, Rein bewahrtet ihr die Hände! Gott war eurer Laufbahn Ziel. 4. Und nun habt ihr ausgerungen, Und vergessen eure Qual; Seid dem Schattenthal entschwungen, Jauchzt an Gottes Gnadenmahl. Wonne jenes ew'gen Lebens, Eures Leidens, eures Strebens Sel' ger Lohn entzückt euch nun. 5. Die ihr, mit des Lichtes Krone Strahlend, selge Chöre fingt, Unser Opfer zu dem Throne Gott in reiner Andacht bringt! Opfert Ihm der Neue Thränen; Opfert Jhm der Kinder Sehnen: Freunde Gottes! fleht für uns. 30. Am Patrocinium des heiligen Stephanus. 1. Voll Licht war Stephanus, voll Kraft, Von Gottes Geist berathen. Er leuchtete durch Wissenschaft und hohe Wunderthaten. Doch seines Glaubens Wunderkraft Und seine Himmels Wissenschaft Verdroß die Schulgelehrten, Die Erdenweisheit ehrten. 2. Und die Gelehrten stritten scharf, Und waren ihm zuwider; Allein die Himmelsweisheit warf Die irdische darnieder. Und ihr beschämter Hochmuth sann Auf Rache an dem Gottesmann. Ihn zu verläumben, dungen Sie falscher Zeugen Zungen. 3. Und gegen ihn in Aufruhr trat Die jüdische Gemeinde. Bald riß ihn vor den hohen Rath Die Nachgier seiner Feinde; Die falschen Zeugen traten auf, Und logen: dieser hört nicht auf, Zu sträflichem Erempel. Zu lästern Gott und Tempel. 4. Ein dumpfer wilder Lärm erscholl; Es tobte das Getümmel. Er aber war des Geistes voll, Blickt heiter auf zum Himmel; Und offen sah er weit und breit Den Himmel, voll der Herrlichkeit, Und Jesum in den Höhen Zur Rechten Gottes stehen. 5. Nun rief er aus im Jubelton:" Ich seh' im offnen Himmel Da stürmte das Getümmel, Zu Gottes Rechten Gottes Sohn.“ Und brauste wie ein wildes Meer, Und übertäubte das Gehör; Und wie von Sturm und Wogen Ward er hinweggezogen. 6. Hinaus zum nächsten Thore brach Der Strom der tollen Menge, Und schleifte den Mann Gottes nach, zerstoßen im Ge dränge; Und tausend Mörderstimmen schrie'n, Und Steine hagelten auf ihn Aus tausend Mörderhänden, Die Rache zu vollenden. 459 7. Als er den letzten Odem zog, Erdrückt von ihrem Grimme, Da faltet er die Hände hoch, Und bat mit lauter Stimme:„ Be= halt, o Herr! für dein Gericht De m Volke diese Sünde nicht! Nimm meinen Geist, Herr Jesu! Nimm ihn zu dir, Herr Jesu!" 31. Am Patrocinium des heil. Joseph. 1. Es soll, o Joseph! heut' dein Ruhm Empor zum Himmel schallen, Und in der Christen Heiligthum Ermunternd wiederhallen; Denn du, Mann Gottes, fromm und mild, Jm ärmlichen Gewande, Warst doch das schönste Tugendbild Sogar im niedern Stande. 2. Jm Schweiß von deinem Angesicht Hast du dein Brod gegessen. Du murrtest bei der Arbeit nicht, Die Gott dir zugemessen. Die liebste Angelegenheit War dir stets die Erziehung Des theuern Kindes; ihm geweiht War jegliche Bemühung. 3. Du hörtest freudig immerhin Der hohen Wahrheit Worte, Trugst Gott im Herzen und im Sinn Allzeit an jedem Orte. Im Hause Gottes warst du gern Mit frommem Geist zugegen; Drum ward dir auch von Gott dem Herrn Biel Freude, Trost und Segen. 4. Dich ließ zuerst, o Himmelslust! Gott seinen Sohn erblicken, Du drücktest ihn oft an die Brust Mit heiligem Entzücken. Du sahst ihn engelschön erblühn In deiner niedern Hütte, Und fandest voll Erstaunen ihn Einst in der Lehrer Mitte. 5. Wohl hart war oft dein Lebenslauf, Doch sanft und süß dein Ende! Den müden Geist gabst du hier auf In deines Jesu Hände; Ein Engel, das Gesicht voll Ruh, Kam hoch von Gottes Throne, Der schloß dir sanft die Augen zu, Gab dir die Siegeskrone. 6. Drum wollen wir gesinnet sein Wie du, und Gottes Willen In Wohlergeh'n, in Angst und Pein, Wie du, mit Lust erfüllen, Dann werden wir, kommt einst der Tod, Wie du auch selig sterben, Wie du beim liebevollen Gott Die Himmelskron' erwerben. 32. Am Patrocinium des heiligen Johannes des Täufers. 1. Von allen heiligen Propheten, Die den Messias und sein Reich In Sagen und Gebet erflehten, st keiner dir, Johannes! gleich. Sie zeigten nur im dunkeln Bild, Was du dem Volke klar enthüllt. Pr 2. Was soll aus diesem Kinde werden? Seht, fichtbar ist mit ihm der Herr!" So fragen staunend die Gefährten Der frommen Mutter, die seither Unfruchtbar und verachtet war, Bis sie den größten Sohn gebar. 3. Gelöset war in dieser Stunde Des stummen Vaters Zunge. Dank Und Lob entströmen seinem Munde: Laut tönt der frohste Lobgesang, Denn Gottes Gnade und sein Heil Ward allen Menschen nun zu Theil. 460 4. Johannes predigt Buße, Liebe Und Wahrheit und Gerechtigkeit; Mit strengem Ernst straft er die Triebe Des Lasters, wenn es lockt und dräut; Er leuchtet wie der Morgenstern, Und bahnt die Wege seines Herrn. 5.„ Seht Gottes Lamm hier, das die Sünden Am Kreuze blutend tilgen wird; Versöhnung ist bei ihm zu finden; Bringt ihm den Dank, der ihm gebührt!" So rief er allen Sündern zu, Wer ihm geglaubt, fand Trost und Ruh'. 6. Mit hohem Muthe starb Johannes Für Wahrheit und Gerechtigkeit. Drum ehrt den Namen dieses Mannes Voll Freude heut die Christenheit. Es fordert uns sein Lebenslauf Zur Wahrheit und zur Tugend auf. 7. Ja, laßt uns heut sein Beiſpiel ehren, Dem Reiche Gottes ganz geweiht, Laßt uns nach Vorschrift seiner Lehren Stets wandeln in Gerechtigkeit. Von Wollust und von Sünde fern, Bereiten wir den Weg des Herrn. 8. Laßt uns mit ihm das Lamm verehren, Das blutend für die Menschheit starb, Damit wir einst in frohen Chören Den Retter, der uns Heil erwarb, Besingen ewig hocherfrent Im Glanze seiner Herrlichkeit. 33. Am Patrocinium der heil. Magdalena. 1. Entflohen war aus deinem Herzen Der Unschuld heit're Rub, Und zwischen Sinnenlust und Reueschmerzen, Ein Schilfrohr, schwanktest du. 2. Da strahlt vom Lehrer ohne Gleichen Ein Blick in dein Gemüth; Nun tagt's in dir, die Erdgedanken weichen, und deine Seele glüht. 3. Nicht mehr der Welt glüht deine Seele; Der Himmel ist in ihr. Sie zagt und zweifelt nimmer, was sie wähle: Was Gott, gefällt auch ihr. 4. Du hörst entzückt zu Jesu Füßen Sein Wort von Gottes Reich, Und ganz in Thränen sieht er dich zerfließen, Der Ros' im zenfliegen de Thaue gleich. 5. Voll Liebe salbst mit Nardenöle Des Meisters Füße du; Deck st trocknend sie dem Freunde deiner Seele Mit deinen Locken zu. 6. Die du dem Himmel schienst verloren, Den du so sehr betrübt, Bist jegt von ihm zur Lieblingin erforen, Weil du so viel geliebt. 34. Am Patrocinium der heil. Schußengel, oder der heil. Engel Michael, Gabriel u. s. w. 1. Die Engel, deren Geistesblick Kein schwaches Licht begrenzet, Und denen hohes Himmelsglück In reicher Fülle glänzet, Schufst du, o Gott! Unendlicher, Der Wesen Vater und ihr Herr! 2. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, Der uns so oft entehret, Vom Blendwerk und vom Wahn befreit, Der die Vernunft 461 bethöret, Voll Kraft zu jeder guten That Betreten fie der Tugend Pfad. 3. Voll Eifer und voll Thätigkeit Sucht jeder deinen Willen Und was dein hehrer Blick gebeut, Gehorsam zu erfüllen, Und preist in Lobgesängen Dich, seinen Vater, seinen Herrn. 4. Auch Menschenglück und Menschenheil Vermehret ihre Freuden; Froh nimmt an Menschen Jeder Theil, Er wird sie nicht beneiden; Wird, wenn der Sünder Neue weint Und Tugend liebt, des Schwachen Freund. 5. Gott! laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen frommen Trieben, Wie sie, an Tugendfrüchten reich. Dich und die Brüder lieben. Dann werd' ich einst ganz engelrein Mich deiner, o mein Vater! freu'n. 35. Am Dankfeste für den Frieden. 1. Der du väterlich uns Allen Bruderlieb in's Herz geprägt, Sich vor dir uns niederfallen, Inniglich zum Dank bewegt: Denn ein Engel von den Höhen Deines Lichts herabgesandt, Kam von harten Kriegeswehen Zu erlösen Volk und Land. 2. Vater! nicht nach unsern Sünden Wogest du die Straf' uns zu. Nur um Neue zu entzünden, um zu bessern, schlugest du. Schonend willst du jetzt uns lehren, Daß dein Geist die Liebe ist, Welche nicht nur, die dich ehren, Auch die Frevler mild umschließt. 3. Eintracht pflanze nun der Friede, Wo fich Menschenhaß bekriegt; Bei des Frohsinns heiter'm Liede Blüh' empor, was öde liegt; Friede komm in jede Seele, Durch der Leiden Sturm erkrankt; Friede, Gottes Friede stähle Jeden, der im Kampfe wankt. 4. Eine Thrän' im Auge, falle An des Feindes Brust der Feind; Eine Seele seien Alle, Liebender! in dir vereint. Unsern Erdpfad schon erhelle Deines Friedens Morgenroth, Den fein Wölkchen, keine Welle, Kein Gewittersturm bedroht. 36. Zur Einweihung einer Kirche. 1. Vom heiligen Gefühl Der Andacht tief durchdrungen, Sei, Gott, dir heut' von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint Uns deiner Liebe freu'n; Drum weihen wir dies Haus Zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nah'n, Dich erfurchtsvoll erheben, Wie süß ist diese Pflicht, Wie wichtig für das Leben! Oft schwinge zum Gebet, Zum Dank, zu deinem Ruhm Sich unser Herz vor dir In diesem Heiligthum. 3. Hier sollen wir den Sinn Von Christi Lehre fajsen Und zur Befolgung uns, Zur Treu' ermuntern lassen; Hier strahlt dem Geiste Licht, Hier strömt dem Herzen Ruh, Hier spricht dein Wort, o Gott! Geduld und Trojt uns zu. 4. Hier sollen am Altar Sich dir, du Gott der Liebe, Die Neuverbund'nen nah'n, Dir heil'gen ihre Triebe; Vor deinem Angesicht Sich schwören Lieb' und Treu, Damit ihr Leben dir Stets wohlgefällig sei. 462 5. Hier wird mit Dankgefühl Das Kind in früher Jugend Geweiht dem Kinderfreund, Dem Vorbild jeder Tugend. Hier tritt er in den Bund Der Kirche Gottes ein; Hier stärkt die Firmung ihn, Gott ewig treu zu sein. 6. Hier sollen wir vereint Das Mahl der Liebe feiern, Und ernstlich den Entschluß Der Besserung erneuern. Hier wohnt der Mittler selbst, Der auf der Liebe Bahn Durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth Uns, Vater, stets erwägen, Und dieses Hauses Zweck Mit Nußen überlegen. Dann wird der Weihetag Ein Tag des Segens sein; Und seiner wird sich noch Die späte Nachwelt freu'n. 37. Bei der Investitur, oder Vorstellung eines Pfarrers. 1. Wohl uns, wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer gute Hirten gibt, Die uns zum Himmel führen; Die, aufgeklärt durch Wissenschaft, Voll Tugendliebe, Geist und Kraft, Der Sünder Herzen rühren. 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, Den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, Gib, Herr! ihm Licht und Kräfte. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruh'n, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun, Nichts sei, das ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, Ein Herz uns, das ihn willig hört, Ein Herz voll reiner Liebe. 4. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß ihn, den Hirten, unsern Freund, Uns dir entgegenführen. Die Seelen sind ihm zu gezählt; O gib, daß dort ihm keine fehlt, Laß keine sich verlieren. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern. Du kömmst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; Wir zieh'n mit dir ins Vaterland, zum großen Hirten. Amen. 38. Bei einer Hochzeit vor der Einsegnung der Brautleute. 1. Von dir, du Gott der Ewigkeit, Ward einst der Ehebund geweiht. weih' auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit steh'n, dir den Schwur der Pflicht Und Eintracht abzulegen. ( Chor.) Laß sie, Bater! dir ergeben, Einig leben, Treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben. 2. Gott, der du sie verbunden hast, Gib, mildernd ihres Lebens Last, Daß keine Tugend fehle. Ihr Bündniß laß sie nie entweih'n; Keusch laß sie, fromm und friedlich sein, Ein Herz und eine Seele. ( Chor.) Immer laß sie, dir ergeben, Einig leben, Einig handeln Fromm und heilig vor dir wandeln. 463 3. O segne sie, der gern beglückt, und Segen uns von oben schickt, Auf allen ihren Wegen, Laß ihr Geschlecht sich deiner freu'n; Gib auch zu ihrem Fleiß Gedeih'n, Und ihr Beruf sei Segen. ( Chor.) Laß sie, Vater, dir ergeben, Glücklich leben, Selig sterben; Denn sie sind des Himmels Erben. 39. Nach der Einsegnung der Brautleute. 1. E3 schlossen, Herr! mit Herz und Mund Die neuen Gatten ihren Bund, Und sie bestätigten die Pflicht Jeßt hier vor deinem Angesicht. 2. Mit Gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis in's Grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie sich lieben inniglich, Doch über Alles, Vater! dich. Laß sie in ihrem Stande rein, Und keusch in Wort und Werken sein. 4. Willst du mit Kindern sie erfreu'n, So gib zu ihrer Zucht Gedeih'n, Daß sie als Christen sich bemüh'n, Dem Himmel Bürger zu erzieh'n. 5. Und drückt sie dieses Lebens Müh)', So tröfte, so regiere sie, Daß jedes gern am Prüfungstag Des Andern Bürde tragen mag. 6. Wenn einst der Tod sie trennt, o dann Sieh ihre Thränen gnädig an, Und bringe sie nach dieser Zeit Zusammen dort in Seligkeit. 40. Nach der Einsegnung der Brautleute. 1. Gott segne das geschloss'ne Band- Am heiligen Altar Und leite durch das Pilgerland Dich, neues Ehepaar. 2. So bitten Alle, Alle wir; Gott höre unser Fleh'n! Und laß es euch auf Erden hier Nach Herzenswunsch ergeh'n. 3. O Braut, sei sanft, als wie ein Lamm, Unschuld in Wort und That; Mit Liebe führ', o Bräutigam, Sie auf dem Lebenspfad. 4. Dann geb' euch Gott voll Vaterhuld, Stets Segen in der Eh', Stärk' euch mit Trost und mit Geduld, Drückt euch so manches Weh. 5. Gott laff' euch fromme Kinder blüh'n, Die euch noch spät erfreu'n; ass' euch sie christlich auferzieh'n, Sie fromm wie Engel seyn. 6. Mit seiner Gnade trön' er euch, Uns schenk euch manches Jahr, Und ruf' euch sanft in's Himmelreich, Euch, liebes Ehepaar. - - 41. Vor der Taufe eines Kindes. 1. Wir erscheinen, Herr! vor dir; Sieh' das Kind auf unsern Armen. Dich, o Bater! bitten wir, Dich auch seiner zu erbarmen, Daß es Gottes Kind auf Erden, Und einst selig möge werden. 2. Heiland Jesu! es ist dein. Laß es unbefleckt von Sünden 464 Einen Tempel Gottes sein, Und des Geistes Kraft empfinden, Die der bösen Neigung steuert, Gottes Ebenbild erneuert. 3. Mach' uns Alle in der Welt Dir von Herzensgrund er= geben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des Taufbunds, leben, Daß wir einst voll Hoffnung sterben, Das versproch'ne Reich zu erben. sta 42. Nach der Taufe eines Kindes. 1. Geweiht zum Christenthume Ist dieses Kind, ist Gott geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, O Vater der Barmherzigkeit! Verlängert deine Liebe Sein Leben, so verleih' Durch deines Geistes Triebe, Daß es, dir immer treu, Den hohen Werth der Tugend Empfinden mög' und gern Die Tage seiner Jugend, Sch on weihe dir, dem Herrn. 2. Auch wir sind Gottgeweihte, Durch unsre Taufe Gott geweiht. Dies Glück entflamm' uns heute zu lebenslanger Dankbarteit; E3 weck' uns voll Vertrauen Mit kindlich frohem Sinn Gen Himmel aufzuschauen, Zu unserm Vater hin. Es dräng' uns, zu ermessen, Was uns sein Wort verspricht, und nimmer zu vergessen Der Ihm gelobten Pflicht. 3. Gott, Vater von uns Allen, Olehre du uns selber thun Nach deinem Wohlgefallen! Laß deinen Segen auf uns ruh'n. Dem Alter und der Jugend Gib deiner Wahrheit Licht; Gib Allen Lust zur Tugend Und Muth zur schwersten Pflicht; Gib deines Geistes Gaben, Daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, Das unvergänglich ist. 43. Vor der heiligen Firmung. 1. Herr! dir gelob' ich neue Treue, Und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu! weih' ich heut auf's neue Mich ganz zu deinem hehren Ruhm. Durch deinen heil'gen Geist allein Will ich hinfort geleitet sein. 2. O Vater! nimm von deinem Kinde Den theuern Eid der Treue hin; Versucht in Zukunft mich die Sünde, So will ich ihre Reize flieh'n, Will immer mich der Tugend weih'n, Herr! dieser Tag soll Zeuge sein. 3. Nein, niemals will ich treulos werden, Nie deine guten Wege flieh'n, kein Scheingut, keine Lust auf Erden, Kein Leiden soll mich dir entzieh'n. Weich', Eitelkeit! o. Sünde weich'! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 4. O ja, Gott höret mein Versprechen; Tief sieht er in mein Herz hinein; Sollt' ich den Eid auf's neue brechen, So wird er dann des Meineids Strafe sein. 5. O Gott! regiere du mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, Daß dir mein Wandel ganz ergeben, und deinem Bilde ähnlich sei. Denn ohne dich bleibt immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. 465 6. Einst werd' ich, Herr! vor deinem Throne Den Tag des Bundes benedei'n; Geschmückt mit einer Siegeskrone Werd' ich dann ewig selig sein. O welch ein Heil! wie freu' ich mich, Herr! nimm' mich hin, ganz dein bin ich. 44. Bei der heiligen Firmung. 1. Gott, vor dem wir betend stehen, Vater! höre unser Flehen; Sieh' zu dir die Sünder wallen; Laß ihr Stammeln dir gefallen. Deiner guten Kinder Schmachten Wirst du, kannst du nicht verachten. Stärke, Vater! jezt auf's neue Ihren Glauben, ihre Treue. 2. Laß, Erlöser! deine Lehren Sie durch That und Wandel ehren; Laß den schwachen Fuß nicht gleiten; Laß Herr! deinen Geist sie leiten. Geist vom Vater und vom Sohne! Leite fie bis hin zum Throne, Wo, entfernt von Erdgedanken, Gottes Kinder nimmer wanken. 3. Künftig sei ihr ganzes Leben, Jesu! deinem Dienst ergeben; Lockt das Glück geehrter Sünder, Und ihr Beispiel diese Kinder, Keimt in ihren eig'nen Herzen, Deinen Himmel zu verscherzen, Böse Lust: dann, Gott der Liebe! Stärke sie durch fromme Triebe. 4. Ach, verloren gehe Keiner; Strauchelt unter ihnen Einer, Laß ihn reu'voll wiederkehren. Laß sie, deinen Tod zu ehren, Oft an deines Tisches Freuden Dankbar ihre Seele weiden, Und zu christlich guten Werken Ihren frommen Glauben stärken. 5. Ach, bewahre sie im Glauben. Nichts, nichts müsse sie dir rauben! Bis zur seligsten der Stunden, Bis sie glücklich überwunden, Bis sie nichts mehr dir kann rauben, Halte, stärke sie im Glauben. Dann nimm' ihren Geist am Ende! Vater! auf in deine Hände. 45. Nach der heiligen Firmung. 1. Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast ge= macht; Liebe, die mit Heil und Milde Nach dem Falle mich bedacht; liebe, dir ergeb' ich mich: Ewig, ewig lieb ich dich. 2. Liebe, die du mich erforen, Und geliebt von Ewigkeit; Liebe, die du Mensch geboren Wardst für meine Seligkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich; Ewig, ewig lieb ich dich. 3. Liebe, die für mich gelitten, Und gestorben in der Zeit; Liebe, die du mir erstritten, Ewige Gerechtigkeit; Liebe, dir crgeb' ich mich; Ewig, ewig lieb ich dich. 4. Liebe, die du Licht und Leben, und der Weg zum Himmel bist; Liebe, die du mir gegeben, Was zum Heile nöthig ist; Liebe, dir ergeb' ich mich: Ewig, ewig lieb ich dich. 5. Liebe, die du überwunden, Ach! du liebst mit treuem Sinn; Sterbend hast du mich verbunden, Stets der Sünde Dienst zu flieh'n. Liebe, dir ergeb' ich mich; Ewig, ewig lieb ich dich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die bei'm Vater für mich 466 fleht, Die mich bis zum Tode liebet, Meinen Geist zu sich er höht. Liebe, dir ergeb' ich mich; Ewig, ewig lieb ich dich. 7. Liebe, die mich einst erwecket Aus des Grabes finstrer Nacht, Mich mit Himmelsglanz bedecket Und mich ewig selig macht. Liebe, dir ergeb' ich mich; Ewig, ewig lieb ich dich. Our 46. Zur Versehung der Kranken. 1. O heil'ge Seelenspeise Auf dieser Pilgerreise, O Manna, Himmelsbrod! Du labest sanft die Müden Mit Gottes stillem Frieden, Und stärkest uns zum Tod. 2. Du hast für uns dein Leben, O Jesu! hingegeben, und gibst dein Fleisch, dein Blut Zur Speise uns, zum Tranke; Wer preist mit würd'gem Danke Dies unschäßbare Gut? 3. Wir nah'n mit heil'gem Beben Und kosten hier das Leben Der sel'gen Ewigkeit; Einst wirst du uns erwecken und ganz uns lassen schmecken Die Ruh der Seligkeit. 4. O süßes Mahl der Liebe, Erstick' in uns die Triebe Verbot'ner Sinnlichkeit, Und laß in deinem Frieden, O Gott! uns schon hienieden Und freu'n der Ewigkeit. 47. Erinnerung an den Tod. 1. Wenn einst des Leibes Hülle Jn Staub zusammensinkt, Wenn meines Gottes Wille Mir auf zum Himmel winft, Dann trüben keine Sorgen Den neuen schönern Lauf, Dann geht für mich der Morgen Des ew'gen Tages auf. 2. Und ich, ich sollte beben Vor dir, o dunkle Gruft? Nein, der ruft mich zum Leben, Der mich zum Grabe ruft. Mein Jesus ist erstanden; Auch ich werd' aufersteh'n, Frei von der Erde Banden zum Himmel einzugeh'n. 3. U mringt von Gram und Leiden Ist hier der Mensch von Staub. Was sind all' seine Freuden? Ein bald verwelkend Laub, Doch, nach des Todes Schlummer Fließt keine Thräne mehr; Aus jedem Tropfen Kummer Quillt dort ein Freuden= meer. 4. Dort seh' ich euch, ihr Freunde! Erstanden aus dem Grab. Die Thränen, die ich weinte, Die trocknet Gott mir ab, Dort knüpfen wir auf's neue Der Liebe festes Band, Und unsers Gottes Treue Hält es mit starker Hand. 5. Gott! Schöpfer meiner Tage, O richte meinen Blick Bei dieses Lebens Plage Auf jenes höh're Glück. Dir will ich mich ergeben, Dir trauen in der Noth, Dein will ich sein im Leben, Dein will ich sein im Tod. 6. Wenn meine Augen brechen, So wache du für mich Wenn ich nicht mehr kann sprechen, Dann, Herr! erbarme dich. Laß, Jesu! nicht vergebens Dein Blut vergossen sein; Und schreib' in's Buch des Lebens Auch meinen Namen ein. 467 48. 3ur Beerdigung erwachsener Personen. 1. 1. So gib denn, fromme Christenschaar, Der Erde das, was Erde war. Der Müde find' im Grabgewand Die Ruhe, die er sonst nicht fand. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, Du letter Trost des Weinenden, Wo aller Gram vergessen ist, und keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, Hier findet der Bedrängte Schup, Hier wird im sanften Schlaf erquickt Der, den einst manche Last gedrückt. 4. Hier hört der Kampf des Christen auf; Vollendet hat er seinen Lauf. Der Geist eilt in sein Vaterland, Und wird erquickt von Gottes Hand. 5. Ni mm den entseelten Leib, o Gruft! Bis ihn der Heiland wieder ruft, Und ihn, den nur der Tod zerstört, Auf's neu belebet und verklärt. 6. Hier aber lerne, was du bist, o Mensch! und was dein Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth Und Arbeit tömmt zuletzt der Tod. 7. Und wär' auch groß dein irdisch Glück, So weicht es an dem Grab zurück; Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Bleibt dir von aller Herrlichkeit. 8. Schnell schwindet deine Lebenszeit, Schnell kömmt heran die Ewigkeit; Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 9. Drum, sich'rer Mensch! besinne dich: Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, Be= denke, daß du sterben mußt. 10. Hier, wo wir bei den Gräbern steh'n, Soll Jeder zu dem Vater flch'n: Laß im Vertrau'n auf Christi Blut Mich einst vollenden sanft und gut. 2. 1. Wir gleichen wohl der Feldessaat, Vom Sommerwind umwehet; Sie weiß nicht, wann der Ernter naht, Und wann die Sense mähet. A ch, sinnet nach, Wer kennt den Tag, Der uns zur Ernte bringet, Und aus dem Staube schwinget? 2. 3 um Himmel führt des Lebens Lauf, Drum segnen wir sein Ende; 3 um Vater schauen wir hinauf, Ulnd falten ihm die Hände, Der Leben gibt, Und ewig liebt. Das Grab mag einst uns decken, Das Grab soll uns nicht schrecken. 3. Wohlan! mit Eifer wollen wir Die Wege Gottes gehen; Wer weiß, ob wir uns alle hier noch einmal wiedersehen; Wir' seh'n uns doch Jm Himmel noch. Das Grab mag einst uns decken, Das Grab soll uns nicht schrecken. 468. THD73.41 1. Begrabt den Leib in seine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf, Schwingt sich verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub und wird's nunmehr. Er schläft, verwest, und einst erwacht Er wieder aus der Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Noth, Von aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt, Nun wird er dort bei Gott erquickt: Er wallte hier im finstern Thal, Nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Wer Gott getreu bleibt bis in's Grab, Dem wischt Gott seine Thränen ab; Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott! gegen jene Herrlichkeit? 6. Nun, du Erlöster! schlaf' in Ruh', Wir wallen auch dem Grabe zu, Und machen zu der Ewigkeit Mit Gottes Beistand uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ! dein heil'ger Tod Stärk' uns in unfrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, Und unser Ende selig sein. 4. 1. Ringsumher von Nacht umflossen, Ach! von Schauern übergossen, Wallen bebend wir an's Grab. Ew'ger Geist! hör' unser Flehen; Sende von des Himmels Höhen Deinen Trost auf uns herab! 2. Leit' uns du im finstern Thale, Quell des Lichts! mit deinem Strahle, Blicke mild auf uns herab! Geist des Trost's, hör' unser Flehen, Helle von des Himmels Höhen Uns mit Morgen= roth das Grab! 49. Am Grabe. 1. Hier, Mensch! hier lerne, was du bist; Lern' hier, was unser Leben ist. Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Bleibt dir von aller Herrlichkeit. 2. Der ist jept arm, der Andre reich; Im Grabe sind wir Alle gleich. Sey gleich entfernt von Stolz und Neid In Hoheit und in Niedrigkeit. 3. Wer weiß, wie bald auch dich zur Gruft Der Herr des Tods und Lebens ruft? Drum halte dich zu jeder Zeit Auf einen guten Tod bereit. 50. Das letzte Gericht. a. 1. Wenn einst die ganze große Welt In Staub, in Asch', in Nichts zerfällt; Wenn Sterne ihre Bahnen fliehen, In Flammen die Planeten glühen; 469 2. Wenn dort, wo feßzt die Sonne schwebt, Des Richters Thron sich hoch erhebt; Wenn die Posaunen laut erschallen, Anbetend Engel niederfallen; 3. Wenn dann die Welten in den Höh'n Im Glanz den Richter Jesus seh'n; Gefesselt unter sich die Zeiten, Gerechtigkeit um sich verbreiten; 4. Wenn auf die Rechte Fromme geh'n, Zur Linken die Verworf'nen steh'n; Wenn aus den Wolken Bliße brechen Und um ihn her die Donner sprechen; 5. Wenn Gräber lebendes Gebein, Und Meere Leichen von sich spei'n; Wenn Berg und Felsen berstend frachen, Und Völker aus dem Schutt erwachen; 6. Wenn Tausende das Haupt erhöh'n, Im Richter ihren Freund zu seh'n; Wenn Millionen sich verfluchen, Verzweifelnd nur Zernichtung suchen; 7. Wenn dann auch mich aus meiner Gruft Die weckende Posaune ruft; Mit welchem Muth wirst du mich sehen, O Richter! dir entgegen gehen? 8. Laß meine Sünden mich bereu'n, O Gott! und dort einst selig sein, Und bei den auserwählten Chören Die Stimme deiner Gnade hören. b. 1. Furchtbar wird der Tag sich röthen, Kund gethan von dem Propheten, Der die Welt in Staub wird treten. 2. Welch ein Schauern, welch' ein Beben, Wenn herab der Herr wird schweben, Richter über Tod und Leben. 3. Der Posaune folgt zum Throne Aus den Gräbern jede Zone, Wer ein Joch trug, wer die Krone. 4. Die man fah wie Staub verwehen, Staunend zum Gericht erstehen, Wird Natur und Tod sie sehen. 5. Und das Buch steht aufgeschlagen; Jeder liest sich eingetragen, Der mit Wonne, der mit Klagen. 6. Bliß entstrahlt des Herrn Gesichte, Nichts entzieht sich mehr dem Lichte, Nichts vergeltendem Gerichte. 7. Herr! darf ich zu hoffen wagen? Werd' ich deinen Blick ertragen, Wo Gerechte selbst noch zagen? 8. wer kann vor dir bestehen, Laß mich, Herr! nicht untergehen, Unverdient laß Heil mich sehen. 51. Beim Begräbniß eines Kindes. 1. Wenn kleine Himmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufgehoben, Damit sie unverloren ſei'n. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht, Und noch bei Gott in Gnaden. Was soll es ihnen schaden, Daß sie die Krone schon erfreut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seelennoth; Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden, Dafür bewahrt ein früher Tod. 470 4. Ist einer alt an Jahren, So hat er viel erfahren, Das ihn noch heute kränkt, und unter so viel Stunden Nur wenige gefunden, Daran er mit Vergnügen denkt. 5. 3 war wer in seiner Jugend Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Christum find't, Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 6. Allein wo sind die Reinen, Die sterbend noch erscheinen, Wie sie im Wasserbad Der Herr zu Kindern wählte? Wo ist, der niemals fehlte, Den nie bethört die Sünde hat? 7. O wohl denn diesem Kinde! Es starb nicht zu geschwinde. Zeuch' hin, du liebes Kind! Du gingest ja nur schlafen, Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Herren sind. 52. Begräbnißlied überhaupt. 1. Trocknet eures Jammers Thränen, Heitert eure Blicke* auf, Denn es hemmt kein banges Sehnen Unsers Schicksals schweren Lauf. 2. Wie des Feldes Blume schwindet, Sinken Menschen um uns her, Trauernd sucht der Freund, und findet Den geliebten Freund nicht mehr. 3. Vor dem welken Greis am Stabe Sinkt der Jüngling und der Knabe; Vor der Mutter sinkt in's Grab Ein geliebtes Kind hinab. 4. O des Wonnetags, der wieder Eltern, Kinder, Schwestern, Brüder, Gatt' und Gattin, Freund und Feind, Ewig Alle froh vereint. 5. Wo nicht Trennung mehr noch Tod Liebenden, Geliebten droht. Wo man nicht mehr Thränen weint, Wo wir ewig sind vereint. 6. laß Gottes Weg uns wandeln, Jmmer gut und redlich handeln, Daß uns, wenn der Vater ruft, Niemals bange vor der Gruft. 53. Die Priesterweihe. ( Auch bei Primizen zu singen.) 1. Von dir, o Herr! gestiftet, gleich Dem Senfkörnlein ist Gottes Reich. Du gibst das Wachsthum und Gedeih'n. Die Ernt' in diesem Reich ist groß, Die Zahl Beruf'ner grenzenlos, Doch der Erwählten Zahl nur klein. 2. Der Priester, den du dir gewählt, Sei ganz von deinem Geist beseelt; Dies fleh'n wir tief gerührt, o Herr! Er suche sich nicht, nur dein Reich, Und schäme, den Aposteln gleich, Sich deines Kreuzes nimmermehr. 3. Der Unschuld Glanz sei dein Gewand, Dein Reich nicht eitler Weisheit Tand, Verkünd' er uns mit Mund und That; Er stärk' in uns des Glaubens Kraft, Des Glaubens, der die Liebe schafft, Durch die der Mensch der Gottheit naht. 4. Beschirm' ihn vor der Bösen Rath, Gib' deinen Segen seiner Saat; Füll' ihm die Brust mit Muth und Licht; Nach 471 deinem Vorbild, ew'ger Hirt, Leit' er uns, daß kein Schaf verirrt, Daß Alle schau'n dein Angesicht. 54. Die acht Seligkeiten. 1. Selig, die in Einfalt wandeln, Gut mit stillem Sinne handeln; Was sie werth sind, Gott verdanken, Nie mit seiner Weisheit zanken, Hier auf Erden Kindern gleich, Ihrer ist das Himmelreich. 2. Selig, deren Seraphsmilde Zähmt das Nohe, dämpft das Wilde, Deren sanften Blick als Sieger Schmeichelnd huldiget der Tiger; Wo sie auf der Erde zieh'n, Seh'n wir Paradieſe blüh'n. 3. Selig, die bei Festen trauern, Wo der Arglist Schlangen lauer Deren Aug' kein Sternlein heitert, Deren Brust kein Trost erweitert. Der die Welt zu trösten kam, Kehrt' in Wonn' einst ihren Gram. 4. Selig, die, gerührt vom Strahle Ew'gen Lichts im Erdenthale, Wie der Aar nach Sonnenklarheit, Dürsten nach dem Quell der Wahrheit; Wo kein Schäfchen mehr verirrt, Sammelt sie am Quell der Hirt. 5. Selig, die des Kummers Zähren Durch ihr Mitgefühl verflären; Daß kein Bruder darf verzweifeln, Del in jede Wunde träufeln; Ein Erbarmen, grenzenlos, Nuht für sie in Vaters Schooß. 6. Selig, denen wie die Quelle Strahlt das Herz von Aetherhelle. Erdenlust für wenig achtend, Stets nach Himmelswonne schmachtend; Unverhüllt von Angesicht Schau'n sie Gott in seinem Licht. 7. Selig, die den Frieden lieben, Nie der Unschuld Freude trüben; Ihres Herzens stilles Sehnen Lächelt durch der Wehmuth Thränen. Frieden fühlet, wer dem Pfad Dieser Kinder Gottes naht. 8. Selig, die da schuldlos leiden, Stolz verschmäh'n des Lasters Freuden, Und bei hartem Druck gelassen Jene segnen, die sie hassen, Gold'ne Throne, Sternen gleich, Steh'n für sie im Himmelreich. 472 Rosenkranz- Andacht. Vorbereitungsgebet. Großer Gott, Herr des Himmels und der Erde, unser und aller Menschen Vater! Es ist gewiß deinem heiligen Willen gemäß, daß wir uns öfter versammeln, dich öffentlich und gemeinschaftlich zu verehren und anzubeten, damit wir an unsere Abhängigkeit von dir, an deine Vatergüte gegen uns, an unsere Verpflichtung gegen dich denken, und dadurch in der Dankbarkeit, im Vertrauen, in der Liebe und im Gehorsam gegen dich belebt und gestärkt werden sollen.- Da uns nun bei unserm Rosenfranzgebete in Erinnerung gebracht wird, was du, o Vater! durch deinen Sohn mit dem heil'gen Geiste zum Beſten für uns Menschen veranstaltet und gethan hast, so wollen wir auch dies Alles dankbar zu Herzen nehmen, und treu benüßen, damit dadurch von uns deine Verherrlichung und unser Seelenheil für Zeit und Ewigkeit befördert werde.- Amen. Ich glaube an Gott Vater zc. O gütigster Gott! erhalte uns immerdar auf dem rechten Wege des wahren Glaubens, gleich entfernt von jeglichem Un- und Aberglauben, in die Manche gerathen sind, die nicht aufrichtig deine Kirche hören und nicht ihr Herz demuthsvoll deiner heiligen Gnade öffnen. Der Glaube aber, den du, o Gott! von uns verlangst, muß lebendig und wirksam seiner soll in uns hervorbringen ein kindliches Vertrauen zu dir, eine herzliche Liebe und einen willigen Gehorsam- er soll uns zu frommen und guten Menschen machen, wie einst deine lieben Apostel, sonst ist er kein Glaube. Herr! stärke du uns in unserm Glauben, und mache uns thätig, damit wir nicht nur glauben, sondern auch stets frömmer und besser werden! Vater unser, der du bist 2c. 473 Liebster Jesu! So oft ich dieses schöne Gebet bete, muß ich, wenn ich's recht bete, vom innigsten Danke gegen dich gerührt werden. Menschen machen gewöhnlich viele und leere Worte: du aber hast uns Alles gelehret, was wir arme Menschen an Leib und Seele bedürfen. Nur jener betet es recht, der den besten Menschenvater vor Augen und im Sinne, und seiner Mitmenschen Anliegen nahe am Herzen liegen hat. Jesu! möchten wir dieses dein Gebet immer so, und mit eben der Geistessammlung und Inbrunst beten, wie du es deinen Jüngern vorgebetet haſt! Z 1. Der frendenreiche Rosenkranz. Gegrüßt seist du zc. Jesus, den du, o Jungfrau! vom heiligen Geiste empfangen haft! Dies, die Menschwerdung Jesu, o lieber Gott! verkündet uns wieder deutlich deine Vaterliebe. Du hattest nichts Besseres, nichts Kostbareres, als deinen eigenen geliebten Sohn- und diesen gabst du uns fündigen Menschen zum Lehrer, zum Beispiel, zum Netter und Seligmacher. Wer sollte dich nicht lieben und sich deiner nicht freuen, so oft er dich Vater nennt? O ja! wir lieben dich von Herzen, und wollen darum gerne hören und befolgen, was uns Jesus, dein Sohn, lehret, und ihm treulich nachfolgen, und die Sünde hassen und meiden, aus deren Gewalt er uns errettet hat, damit wir eines so guten Vaters gute Kinder sein und bleiben mögen. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßt seist 2c. Jesus, den du, o Jungfrau! zu Elisabeth getragen hast! Bei diesem Besuche hast du es gezeiget, o Jesu! warum du auf die Erde gekommen seieſt um fromme Herzen zu trösten und zu erfreuen. Du ließest den kleinen Johannes und dessen Eltern die Kraft deiner Gegenwart und Gnade mächtig empfinden, und Maria, deine Mutter, brach in feierlichen Lobgesang aus über Alles, was Gott an ihr Großes gethan hat. O Jesu, wären doch unsere Herzen auch so gut und redlich gegen einander - 474 gesinnt, und unsere gesellschaftlichen Besuche und Zusammenkünfte eben so heilig, wie jene der Maria und Elisabeth; dann würdest du an uns mehr Wohlgefallen, und wir würden mehr Nußzen und Zufriedenheit haben. O gütiger Jesu, bessere du uns! Amen. Vater unser 2c. Gegrüßt seist 2c. Jesus, den du, o Jungfrau! geboren hast! O Jesu! Sohn Gottes! Du Herr Himmels und der Erde!- du liegst zu Bethlehem im Stall in einer Krippe, so arm, und doch so reich! Was nüßt es mir, wenn ich reich an Gütern, und arm an Tugenden bin? Mit dem, was Gott gibt, will ich zufrieden sein und leben, und stets trachten, daß ich hier an Tugenden und einst an Seligkeit reich werde durch deine Gnade, o Jesu! Amen. - Vater unser 2c. Gegrüßt seist 2c. Jesus, den du, o Jungfrau! im Tempel aufgeopfert haft! Maria opferte dem Herrn ihr Bestes, ihr Liebstes, ihren Sohn. Das Beste, das Liebste gehört Gott. Das Beste ist ein reines findliches Herz, eine fromme Gesinnung, eine heilige Absicht. Darum, o Gott! opfere und gebe ich dir mein Herz, voll von Reue über meine Sünden voll vom Vorsatze, besser und immer heiliger zu werden. Ich will dir angehören, und leben nach deinem heiligen Willen und Gesetz! Unterstütze mich, daß ich diesem Entschlusse nie untreu werde. Amen. - Vater unser 2c. Gegrüßt seist zc. Jesus, den du, o Jungfrau! im Tempel gefunden hast! O würden sich alle Sünder aufmachen, und so eifrig, wie Maria, und mit Schmerzen suchen, was sie verloren haben! Guter Gott! Gib allen Sündern ihren großen Verlust zu erkennen! Erwecke du Reue und gebesserten Sinn in ihren Herzen, und kindliches Verlangen nach dir, damit sie hier deine Gnade und dort deine Seligkeit finden mögen. Amen. Schlußgebet. Guter, gnädiger Gott, wir haben jezt unsere Andacht vollendet; segne du sie an uns! Drücke die eben von 475 uns gehörten heiligen Betrachtungen und Lehren tief in unsre Herzen, damit wir uns stets daran erinnern, und so durch unser Gebet immer besser werden! Wir sollen Beides zusammen: beten und besser werden- das ist dein Wille, und das soll künftig auch der unsrige sein. - O Heiligster! mache du, daß wir unter deinem Beistande immer mehr an unsrer Heiligung arbeiten, und nicht nachlassen, bis wir so mild, so liebevoll und so gut sind, wie du uns haben willst! Amen. 2. Der schmerzhafte Rosenkranz. Vorbereitungsgebet. O Jesu! wir werfen uns vor deinem heiligen Altare auf unsre Kniee, und bekennen es mit Herz und Mund, daß du der wahre Sohn Gottes und der liebevolle menschenretter, also auch unser Retter und Erlöser bist. Durch Die gegenwärtige Andacht möchten wir es einsehen lernen, wie viel wir dich gekostet haben, und empfinden, wie groß deine Liebe zu uns ist. Segne diese Betrachtungen an uns Allen, auf daß wir durch Liebe gegen dich zum unveränderlichen Haß gegen die Sünde, und zur stillen Geduld in unsern Leiden erweckt werden. Amen. Ich glaube an Gott Vater 2c. Jesu! du hast nun das öffentliche Bekenntniß unsers Glaubens gehört. Aber du hast es auch ausdrücklich und ernstlich gesagt, daß nicht die, welche bloß glauben, in das Himmelreich eingehen werden, sondern nur jene, welche nach dem Glauben, den sie bekennen, den Willen deines himmlischen Vaters in Allem freudig erfüllen. Wir Alle möchten gern bei dir im Himmel sein; es ist ja hier ohnehin keine vollständige dauerhafte Freude. Wir wollen also nicht allein mit Mund und Herzen glauben, sondern auch in der That so gute und gehore same Kinder deines und unsers Vaters im Himmel werden, wie du es warst. Dann können wir mit Zuversicht hoffen, dich sammt dem Vater und heiligen Geiste von Angesicht zu Angesicht zu sehen, und ewig selig zu werden. Amen. 476 Vater unser, der du bist 2c. Dir, o Jesu! haben wir es zu verdanken, daß wir den lieben Gott Vater nennen dürfen; nur durch dich sind wir Gottes liebe Kinder geworden. Dein Vater ist auch unser Vater, der heiligste, der weiseste, der mächtigste, der beste Vater! Dessen freuen wir uns herzlich, und vertrauen auf diesen Vater, daß er uns Gnade schenken werde, deine Gebote treulich zu halten, daß er alles zu unserm Besten leiten, daß er uns unsere Sünden verzeihen, uns in der Versuchung stärken, in unsern Leiden trösten, den zeitlichen Unterhalt segnen, und uns endlich zu sich in den Himmel aufnehmen werde. O Jeſu! wir danken dir für dieses schöne Gebet, und für den vielfachen Trost, den du mit demselben in unsre Herzen gelegt hast. Amen. Gegrüßt seist du zc. Jesus, der für uns Blut geschwißet hat! - O Jesu! wie groß war deine Liebe zu uns Menschen! Du hast die Schuld aller unserer Sünden auf dich genommen, und nun liegst du auf der Erde da— betrübt bis zum Sterben; der Blutschweiß rinnt dir von Angesicht und Leib auf dein hartes Lager hin!- Also wolltest du für uns Alle die Todesangst verkosten, damit wir der Sünde immer entsagen und ruhig sterben möchten.- Gewiß, o Jesu! die Sünde allein macht uns den Tod schwer und bitter! daran wollen wir in der Versuchung denken. Jede Sünde wollen wir meiden und hassen, und nach deinem heiligen Beispiele und deinen Lehren leben, dann dürfen wir vor dem Tode nicht zittern. So wird er ja unser Freund, und führt uns zu dir und deinem Bater. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßt seist zc. Jesus, der für uns ist gegeißelt worden. O Christ! denk und sieh da auf den unschuldigen Jesus, der, an eine Säule gebunden, mit Geißeln unmenschlich zerfleischet wird. Das Blut rinnt auf die Erde, der ganze Leib ist Wunde- Jesus todtschwach!-- hätten wir die Gnade, uns mit diesem Blute von unsern Sünden rein zu waschen! Ach! lasset 477 sie uns nur von Herzen bereuen, sie nie wieder begehen, und uns ernstlich bessern; dann werden wir um des Blutes Jesu willen wahrhaft von unsern Sünden gereiniget, dann wird der Werth des Blutes Jesu an Keinem von uns verloren sein. Amen. -1 Vater unser 2c. Gegrüßt seist du 2c. Jesus, der für uns mit Dornen ist gekrönet worden! Nach der unmenschlichen Geißelung war Jesus ganz zerfleischt, mit Blut überronnen, kaum mehr schwach lebend. Aber die Wuth der wilden Rotte war damit nicht gesättiget, sondern erfand noch eine größere Grausamkeit. Sie, die Unmenschen, setzten ihn auf einen Stuhl warfen einen alten zerrissenen Purpurmantel ihm über den blutenden Rücken steckten ihm ein Nohr in die Hand brachten eine Krone von Dornen geflochten, und legten sie ihm auf das Haupt. Nun verhöhnten sie ihn, schlugen auf die Krone, daß die Stacheln tief in das Haupt dringen- fallen vor ihm nieder, und schreien mit bitterem Spotte: Sei uns willkommen, du König der Juden!-stehen auf, und spelen ihm in's Angesicht. Und Jesus leidet unaussprechlich, und schweigt standhaft, er betet nur in der Stille: Vater! dein Wille geschehe, nicht der meine! - - - Christ! wenn du leidest, vergleiche dein Leiden mit den Leiden des Unschuldigsten und lerne dulden,- schweigen und beten in der Stunde der Trübsal und Leiden, wie Jesus! Amen. - Vater unser 2c. Gegrüßt seist zc. Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat! Es mußte für gute und gefühlvolle Seelen ein herzbrechender Anblick sein, zu sehen, wie Jesus mit dem Kreuze auf den Schultern zur Richtstätte hinwankte. Wer hätte darüber nicht weinen sollen? Wer sollte nicht jetzt noch weinen, wenn er daran denkt? Aber, o Jesu! du willst nicht, daß wir über dich weinen. Ueber uns selbst, und über unsre Sünden, sagst du, sollen wir weinen.Ja, wer ein Sünder ist, der weine nur voll Neue über 478 seine Sünden; denn: wenn der heilige und gerechte Gott um unsrer Sünden willen seinen eigenen Sohn so schrecklichen Leiden hingab, wie soll und wird es dem Sünder ergehen? Ach,' Bater! Sei uns armen Sündern gnädig, und laß uns hinfort jede Sünde gewissenhaft meiden! Amen." Vater unser sc. Gegrüßt seist 2c. Jesus, der für uns ist ge freuziget worden! - Endlich haben die undankbaren, grausamen Juden erreicht, was sie wünschten und suchten. Jesus hängt am Kreuze leidet, blutetund stirbt!- Aber nach dem gütigen Rathschlusse Gottes wird eben der Tod Jesu zum Leben und Heil allen denen, die ihn als ihren Erlöser annehmen, verehren und lieben. - Jesu! um deines Blutes willen verzeih' uns unsre Sünden! Durch das Verdienst deiner Leiden stärke uns in unsern Leiden. Dein Tod für unsre Sünden werde uns Antrieb und Kraft zum Leben für dich. O Jesu! dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig! so will ich nicht nur immer sagen und beten, sondern darnach will ich auch handeln in Zukunft. An dich, an deine Lehre und an dein Beispiel will ich mich halten im Augenblicke der Versuchung und in der Stunde der Trübsal, und wenn's mit mir zum Sterben tömmt, so will ich hinsehen auf dein Bild am Kreuze, und ausharren in deiner Liebe, dir empfehlen meinen Geist, zu dir neigen mein Haupt, und sterben im Glauben an dich! Amen. - Schlußgebet. Nimm, o Jesu! unsern Dank für die vielen und großen Beweise deiner Liebe, mit der du für uns Sünder so mannigfaltige Mühseligkeiten und große Leiden auf dich genommen hast! Einst im Himmel wollen wir dir recht Herzlich danken für das unaussprechliche, theure Wert unsrer Erlösung. Jetzt aber erbarme dich Aller, für welche dein Blut geflosfen! Bekehre alle Sünder! Lehre die Unwissenden! Führe zurück die Verirrten! Schütze die Unschuldigen! Tröste die Nothleidenden! Gib allen 479 den Frieden auf Erden, und die ewige Freude im Himmel, damit dein Blut, dein Leiden und Tod an teinem aus uns unnütz werde. Amen. 3. Der glorreiche Rosenkranz. Vorbereitungsgebet. O Jesu! deine Verherrlichung ist für uns eben so lehr- und trostreich, als dein Leben und Leiden. Durch unsere gegenwärtigen frommen Betrachtungen wollen wir uns an deine Erhöhung erinnern, wie wir dich auch schon für unser Heil in Leiden, Mühseligkeiten, in der Erniedrigung betrachtet haben. Segne denn auch dieſe Andacht, damit wir dadurch auf's neue zu deiner Nachfolge im Leben und Leiden angeeifert werden, und dann zu jener Seligkeit gelangen, zu der du uns vorangegangen, die du uns erworben und verheißzen hast. Amen. Ich glaube an Gott Vater 2c. Recht glauben und recht leben dürfen wir nie trennen. Wir glauben, o Gott! daß du unser Vater bist. Wir wollen also als deine Kinder dir vertrauen, dir gehorsamen. Wir glauben, o Jesu! daß du Gottes Sohn und unser Retter bist; wir wollen also die Sünde meiden, daß wir uns nimmer in jenes Elend stürzen, aus dem du uns errettet hast. Wir glauben an dich, göttlicher Geist, daß du bei der Taufe deine Wohnung in unsern Herzen genommen hast: wir wollen also. unsre Herzen stets rein bewahren von allem Bösen.- Wir glauben an eine heilige, allgemeine Kirche und an die Gemeinschaft der Heiligen: wir wollen also heilig, wie diese, und einig und liebevoll, wie Brüder und Schwestern, unter einander leben. Wir glauben an eine Nachlassung der Sünden: wir wollen sie also bereuen, nimmer begehen und besser werden.- Wir glauben an eine Auferstehung und ein ewiges Leben; wir wollen also Gutes thun, und die Leiden geduldig tragen, wie Jesus, damit auch wir, wie er, glorreich auferstehen und freudig in den Himmel eingehen können. Amen. 11 480 Vater unser, der du bist zc. Dieses schöne Gebet hat uns Jesus gelehrt: Alles, was wir bedürfen, und Gott uns nur geben kann, ist in diesem Gebete enthalten. Wir sollen Gott und seinen Namen heiligen durch frommen Wandel, und du, o Vater! gibst uns Kraft und Gnade, daß wir im Guten ausharren können, bis wir zu dir heimgehen. Wir sollen mit allen Anordnungen Gottes zufrieden sein, und gewiß, o Vater! du leitest alles uns zum Besten, daß wir zuversichtlich sagen können: dein Wille geschehe! Wir sind Sünder. Du willst uns verzeihen, wenn wir zu dir zurückkehren. Wir haben auch mancherlei Versuchungen; du aber kömmst uns, deinen Kindern, in Gefahr und Kampf zu Hilfe.- Es gibt viele Leiden in der Welt; du, von dem sie gesendet werden, kannst sie auch hinwegnehmen, und Geduld geben.- Wir haben auch mancherlei zeitliche Bedürfnisse; von dir, Vater, kömmt unſere Nahrung und alles, was wir bedürfen. O wir wollen dieses schöne, unvergleichliche Gebet recht schätzen, und es nimmer bloß mit dem Munde hersprechen, sondern mit Verstand und aus dem Herzen herausbeten, wie es Jesus haben will. Amen. - Gegrüßt seist 2c. Jesus, der von den Todten auferstanden ist. Durch Berufstreue im Leben, Leiden und Sterben bist du, o Jesu! zur Freude der Auferstehung durchgedrungen. Wir freuen uns von Herzen, o bester Heiland! deines neuen und verherrlichten Lebens. Dadurch ist es auch nach deinem Tode bestätiget worden, daß du Gottes Sohn bist, und alle deine Lehren göttliche und unveränderliche Wahrheiten sind. Nach deinem Worte und Versprechen soll nicht nur unsere Seele nach dem Tode fortleben, sondern auch unser Leib einst aus dem Grabe wieder auferstehen. Um dir in deiner herrlichen Auferstehung nachzufolgen, sollen und wollen wir demnach deiner heiligen Lehre folgen, geduldig leiden und im Gehorsam ausharren, wie du, bis wir einst mit dir ge trost ausrufen können: Es ist vollbracht! Amen. + fan Vater unser 2c. Gegrüßt seist 2c. Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist! SHOP 481 Bald nach seiner Auferstehung ist Jesus heimgegangen zum Vater, und über alles im Himmel und auf Erden erhöhet worden, und ist noch unser Freund und Fürsprecher bei seinem Vater! O Jesu! in Leiden und Versuchungen wollen wir auf dich vertrauen und zum Vater um Hilfe rufen, und der Vater wird uns Kraft und Muth zum Dulden und Kämpfen geben; und ist der Kampf vollendet, und der Leidenskelch ausgetrunken, dann kommen wir auch zu dir, und nehmen ewig Theil an deiner Belohnung und Seligkeit! Amen. - Vater unser 2c. Gegrüßt seist zc. Jesus, der uns den heiligen Geist gesandt hat! Jesus wollte uns nicht als arme Waisen auf der Erde zurücklassen: Er gab und sandte uns, wie seinen Jüngern, seinen heiligen Geist zum Lehrer und Tröster. Dadurch hast du es, o Jesu! deutlich zu erkennen gegeben, daß du im Reiche deiner Herrlichkeit unser nicht vergessen habest. Ach! lehre uns durch deinen heiligen Geist das recht zu Herzen nehmen, was das Allerwichtigste ist, nämlich, daß wir nur allein durch die Befolgung deiner göttlichen Lehre gut, fromm und selig werden können; stärke uns mit deinem Geiste, daß wir bis an's Ende deinen Geboten folgen! Amen. Vater unser zc. Gegrüßt seist zc. Jesus, der dich, o Jungfrau! in den Himmel aufgenommen hat! O Jesu! wie wahr ist es, was du gesagt hast vor deiner Auffahrt, daß du die Deinigen nicht werdest hier in dieser Welt lassen, sondern sie alle zu dir nehmen. Maria, deine Mutter, ist schon bei dir im Himmel; aber wir sind noch hier in der Welt. Du hast sie zu dir aufgenommen; aber nicht einzig darum, weil sie deine Mutter, sondern weil sie auch so fromm und so gut war, und in Allem den Willen des Vaters im Himmel erfüllte. Wir wollen also auch so gut und so fromm werden, und so willig unserm himmlischen Vater folgen, wie Maria; dann wird uns Jesus auch lieb haben, und zu sich in seine Herrlichkeit aufnehmen. Amen. Const. Gesangbuch. 31ste Aufl. 21 482 Vater unser sc. Gegrüßt seist ze. Jesus, der dich, o Jungfrau! im Himmel gekrönt hat. Maria ist nun nicht mehr auf Erden ſie ist bei Jesu, ihrem Sohne. Und so ist es also wahr: ohne Arbeit und Kampf kein Lohn, ohne Leiden und Dulden keine Freude. Laß uns dies, o Jesu! unter jedem Leiden, in jeder Versuchung zu Sinn kommen, damit wir auf dem Wege zur Heiligkeit und zum Himmel nie müde werden! Maria war deine Mutter, aber sie war auch Mensch, wie wir, und mußte deßwegen arbeiten, leiden und kämpfen. Was sie konnte, das können wir auch- also arbeiten, leiden und kämpfen wollen wir mit deiner Gnade, o Jesu! und dann gibst du uns dafür ewige Freude und Herrlichkeit! Amen. --Schlußgebet. Oliebster Gott! nach allem, wo wir immer hinschauen, oder was wir von deinem geliebten Sohne hören oder lesen, finden wir überall, daß, wenn wir selig werden und zu dir kommen wollen, nur ein Ding uns Noth thut, nämlich gut und heilig sein. Ja, Heiligster! wir wollen, dies ist unser fester Entschluß, wir wollen gut sein und bleiben, oder wenn wir's noch nicht sind, gut werden durch die Lehre und Nachfolge Jesu.- Um dies wollen wir uns vorzüglich und unablässig bekümmern und bestreben. Vater! hilf uns dazu durch Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lytanei zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria, Mutter unsers Herrn. V. Herr! erbarme dich unser! R. Christus, erbarme dich unser! V. Gott Vater vom Himmel! R. Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! R. Erbarme dich zc. Gott heiliger Geist! R. Erbarme dich zc. Heiligste Dreieinigkeit! R. Grbarme dich ze. Heilige Maria! R., Bitt' für uns! Heilige Gottesgebärerin! Heiligste der Jungfrauen! Du keuscheste Jungfrau! Du sittsamste Jungfrau! Du demüthigste Jungfrau! Du tugendreichste Jungfrau! Mutter unsers göttlichen Erlösers! Mutter unsers Heilands und Seligmachers! Du reinste Mutter! Du unbefleckte Mutter! Du getreue Mutter! Du liebenswürdigste Mutter! Du Beispiel der Andacht und Gottseligkeit! Du Vorbild der Sanftmuth und Geduld! Du Fürbitterin um die Gnade des Heils! Daß wir dir nachfolgen in deiner Frömmigkeit. Daß wir dir nachfolgen in deiner Ünschuld und Reinigkeit. Daß wir dir nachfolgen in Dienstfertigkeit und Gehorsam. Daß wir dir nachfolgen in trener Erfüllung unserer Berufspflichten. Daß wir dir nachfolgen in der Zufriedenheit bei Armuth und Niedrigkeit. Daß wir dir nachfolgen in Demuth und festem Vertrauen auf Gott. Daß wir dir nachfolgen in Geduld und Standhaftigkeit bei Leiden und Widerwärtigkeiten. Daß wir dir nachfolgen im Leben und im Sterben. R. Bitt für uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden ber Welt!( Dreimal.) Vater unser 2. Gegrüßt seist du zc. Gebet. O Gott! wir können und dürfen Alle Verehrer der Mutter Jesu, deines Sohnes, sein; nur sollen wir dabei dir wohlgefallen. Aber wir können nicht ihre wahren Verehrer und dir nicht wohlgefällig sein, wenn wir nicht streben, so fromm und so tugendhaft zu werden, wie sie es gewesen ist. Schenke uns also deine Gnade, und hilf uns, daß wir Alle im Guten und in der Gottseligfeit zunehmen, wie Maria, daß die Kinder sich an dir freuen, und ihren Eltern gehorsamen, wie Maria, daß alle Eheleute und Eltern so in Liebe, Eintracht und Heiligkeit mit einander leben, wie Maria und Joſeph,- - 482 +/ ir in Allem, wie Maria, nichts anderes denken, reden und thun, als nach ihrem Wahlspruche: eh', ich bin zu des Herrn Dienst und Gebot, es geschehe von mir Alles nach seinem Worte und Willen, bis wir dann von dieser Welt hin- und zu dir heimgehen, und du uns aufnimmst in deinen Himmel, wo wir mit dir, unserm Vater, und mit Jeſu, deinem Sohne, und mit dem heiligen Geiste in Ewigkeit vereiniget und selig sein werden! Amen. Inhalts- Anzeige." Erste Abtheilung. Morgengebet für alle Zeiten Glaube, Hoffnung und Liebe Morgengebet für die Sonntage Morgengebet für die Werktage Die offene Schuld Allgemeines Gebet für der Seele und des Leibes Wohlfahrt. Gebet für den Landesfürsten Zweite Abtheilung. Das Amt der heiligen Messe im Advent Die heilige Noratemeſse Das heilige Amt am Feste der Geburt Christi Messe am Sonntag in der Octav der Geburt Christi Messe am Feste der Beschneidung unsers Herrn Jesu Christi Das Taufgelübde für Erwachsene am Feste der Erscheinung unsers Herrn oder der heiligen Dreikönige Das Amt der heil. Messe am heil. Dreikönigsfeste Das Amt der heil. Messe vom ersten bis sechsten Sonntag nach heil. Dreikönig Am Aschermittwoch. Gesang zur Weihung und Austheilung der Asche Das heilige Amt für den Aschermittwoch Das heilige Amt für die Sonntage in der Fasten Der heilige Palmsonntag Das Amt der heiligen Messe Messe am heiligen Gründonnerstag Die offene Schuld zur feierlichen Communion Gesänge während der Ausspendung des heiligsten Opfers Gefang zur Prozession, wenn das heiligste Altarsakrament auf einen Seitenaltar oder in die Sakristei beigeseyt wird Geite **** 9 9 10 12 15 18 22 23 24 26 28 31 31 34 35 37 38 41 41 44 Die vormittägige Feier des Todes unsers Herrn Jefu Christi am heiligen Charfreitage Die vormittägige Feier des heiligen Charsamstags Das Amt der Messe auf das heilige Osterfest Das heilige Amt am weißen Sonntage Gcbete und Gesänge zur feierlichen Kinder- Communion Die heilige Messe in der Bittwoche bei Kreuzgängen und Betstunden Das heilige Amt auf das Pfingstfest und die Octav der Auffahrt Jesu Chriſti Das heilige Amt für das Pfingstfest und dessen Octav Meßgesang zum heiligen Dreieinigkeitsfest Das Amt der heiligen Messe am Frohnleichnamsfeſte Gesänge zur heiligen Frohnleichnams- Prozession Das heilige Amt auf die Sonntage nach Pfingsten Zweites Amt auf die Sonntage nach Pfingsten Das heilige Amt am Kirchweih- Sonntage Das Amt auf die Festtage der heiligen Jungfrau Maria Gesang zur Prozession an Mariä Lichtmeß. Das Amt am Festtage eines Heiligen oder einer Heiligen Das Amt an den Apostelfesten Das Amit am Feste aller Heiligen Das Amt an Engelfesten Das Amt am Dankfeste bei dem Schlusse des Jahres sowohl als bei Dankfesten überhaupt Das Amt an den Festtagen und Monatsonntagen von der Bruderschaft der Liebe Gottes und des Nächsten. Das heilige Amt bei feierlichen ehelichen Einsegnungen oder die Hochzeitsmesse Allgemeiner Meßgesang für alle Zeiten Das Amt der heiligen Messe für Kinder Gemeinschaftliche Meßandacht für Kinder Erstes Amt für die Abgestorbenen Zweites Amt der heiligen Messe für die Abgestorbenen Das Amt der heiligen Messe am Allerſeelentage Das Libera oder Gesänge bei Besuchung der Trauerbahr zc. Beim Grabe oder bei der Tumba 14 Gemeinschaftliche Meßandacht für alle Zeiten des Kirchenjahres Meßandacht zum Privatgebrauch oder zur stillen Mesſe Teite 44 51 51 54 54 69 65 68 74 76 79 86 89 93 96 99 100 106 109 109 112 119 122 125 129 132 137 140 143 145 146 147 155 Gebet um Segen und Gedeihen der Feldfrüchte Gebet an Freitagen, wenn die Scheidung Christi geläutet wird Beichtandacht oder Gebete vor und nach der Beicht, nebst Gewissenserforschung Die heilige Communionandacht Dritte Abtheilung. Vesper für die Advendzeit Veſper für die heil. Weihnachtszeit bis heilige Dreikönig Jährliche Danksagungsvesper und Andacht Veſper für die Sonntage nach heil. Dreikönig Besper vom Sonntag Septuagefimä bis zum 1. Fastensonntag Vesper für die heilige Fastenzeit Der Palmsonntag oder die Stationen nach der heil. Schrift. Vesper auf das heil. Osterfest und dessen Octav Vesper für den zweiten bis vierten Sonntag nach Oſtern Vesper auf den Bittsonntag Vesper auf die Himmelfahrt Jesu Christi Vesper auf das heilige Pfingst- und Dreieinigkeitsfest Vesper auf die Festtage der seligsten Jungfrau Maria Am Gedächtnißtage der Empfängniß Mariä An Mariä Lichtmeß An Mariä Verkündigung Am Feste der Maria Himmelfahrt Am Feste der Geburt Mariä An den Gedächtnißtagen Mariä überhaupt Sette 162 162 Vesper auf die Gedächtnißtage eines oder mehrerer Heiligen Am Gedächtnißtage aller Heiligen Gottes Am Gedächtnißtage des heiligen Erzmärtyrers Stephan Am Gedächtnißtage des heiligen Johannes Evangelist Am Gedächtnißtage des heiligen Joſeph Am Gedächtnißtage des heiligen Johannes des Täufers Am Gedächtnißtage der heiligen Petrus und Paulus Am Gedächtnißtage der heiligen Märtyrer Am Gedächtnißtage eines heiligen Bischofs An dem Gedächtnißtage eines heiligen Bekenners oder Beichtigers 164 168 Vesper auf das heilige Frohnleichnamsfest und dessen Octav. Erste und zweite Vesper auf die Sonntage nach Pfingsten 245-250 Vesper auf den Kirchweih- Sonntag 172 176 182 189 193 196 201 220 224 227 232 236 241 254 258 261 262 262 263 264 265 267 269 270 272 273 273 275 276 277 278 Am Gedächtnißtage einer heiligen Jungfrau Am Gedächtnißtage einer Heiligen, die eine Ehefrau oder Wittwe war Vesper auf die Festtage der heiligen Engel Vesper für die abgestorbenen Christgläubigen oder die Seelenvesper Die Metten für die Abgestorbenen Der 129. Psalm oder das De profundis Die Besuchung der Gräber am Allerſeelentage Lytaney für die Abgestorbenen Nachmittagsandacht zur Verehrung der göttlichen Vorsehung Nachmittagsandacht, wegen des Erntefegens Monatliche nachmittägige Andacht der Bruderschaft der Liebe Gottes und des Nächsten Gebet für die aus der Bruderschaft Verstorbenen Nachmittagsandacht für die vier Hauptfeste der Bruderschaft, als: Auf das Fest der christlichen Erziehung Auf das Fest des christlichen Unterrichts Auf das Fest der christlichen Mildthätigkeit. Auf das Fest der Feindesliebe Vom Advent bis Weihnachten Von Weihnachten bis heiligen Dreifönig Von heiligen Dreikönig und dem Sonntag Septuagesimä bis zum ersten Fastensonntag Vom ersten Fastensonntag bis Ostern Von Ostern bis Pfingsten Von Pfingsten bis Mariä Himmelfahrt Von Mariä Himmelfahrt bis Advent. ● Seite 279 Fünfte Abtheilung. ( Abendandachten.) Gemeinschaftliche Abendandacht für alle Zeiten Lptanei zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria Abendandacht für die heilige Fastenzeit nebst einem Bußliede Lytand vom Leiden und Sterben Jeſu Christi 280 283 Vierte Abtheilung. Marianische Schlußantiphonen; Lieder und Gebete zur Verehrung Mariä nach den Vespern und zu den Lytaneien. 286 290 302 303 307 310 315 324 328 329 331 333 335 337 338 338 342 343 344 346 347 350 351 353 Am Donnerstas Abend Die Trauer- und Klagmetten am Mittwoch in der Charwoche Die Trauermette am heiligen Gründonnerstag Die Trauermette am heiligen Charfreitag Abendandacht für den heiligen Charsamstag, die AuferstehungsFeierlichkeit Abendandacht für die heilige Frohnleichnams- Octav Lytanei zur Verehrung des heiligen Altar- Saframentes Abendgebet für Privatandacht Sechste Abtheilung. Predigt, Christenlehr-, Segens-, Prozessions-, Communion, Sonn-, Festtags und Gelegenheits- Gesänge und Gebete. Lieder vor und nach der Predigt Christenlehrlieder Segensgefänge Prozessionsgesänge Zur Prozession mit dem hochwürdigsten Gute Zur Prozession an den Festtagen Mariä Zur Prozession am Markustage und in der Bittwoche Lytanei aller Heiligen Lytanei von der Auferstehung unsers Herrn Jesu Christi Gefänge und Gebete zur Prozession um die Felder und Weinberge Lytanei Gefang zur Prozession überhaupt Communion Gefänge Ambrosianische Lobgesänge oder Tedeum laudamus. Sonntagslieder vom Glauben Von der Hoffnung Von der Liebe Reuegesang Die Sonntags- Feier Das Vaterunser. Festtagslieder. Adventlied Weihnachtslieder Lytanei auf die heilige Weihnachtszeit Lied auf das Neujahr. Der Name Jesu. Lied am Feste der Erscheinung oder heiligen Dreikönig Lied an den Festtagen des Herrn überhaupt Bußlied in den Fasten Jesus am Delberg Jesus am Kreuze Seite 354 355 371 385 Dankbares Andenken an das Leiden und den Tod Jeſu Auferstehung Jesu Lied in der Osterwoche Auf die Himmelfahrt Christi 396 400 404 406 409 412 413 415 415 416 418 418 424 425 432 433 439 440 441 442 442 443 443 443 443 445 446 447 447 447 448 448 449 450 451 451 451 Auf das heilige Pfingstfest und die Pfingstzeit Am Feste der heiligen Dreieinigkeit Auf das Frohnleichnamsfest. Sacris solemniis Das Ecce panis Angelorum Das Lauda Sion Am Kirchweihfeste Lied zur Verehrung der seligsten Jungfrau Maria Lied am Gedächtnistage der heiligen Apostel Petrus und Pauhus und aller heiligen Apostel Lied am Patrocinium des heiligen Petrus des heiligen Paulus des heiligen Johannes des Evangelisten der Heiligen überhaupt des heiligen Stephanus des heiligen Joseph des heiligen Johannes des Täufers der heiligen Maria Magdalena der heiligen Schußengel Lied am Dankfeste für den Frieden Lied zur Einweihung einer Kirche Lied bei der Investitur oder Vorstellung eines Pfarrers Hochzeitlied. Vor der Einsegnung Lieder nach der Einsegnung. Lied vor der Taufe eines Kindes Nach der Taufe eines Kindes Lied vor der heiligen Firmung Bei der heiligen Firmung Nach der heiligen Firmung Lied zur Versehung der Kranken Erinnerung an den Tod Vier Lieder zur Beerdigung erwachsener Personen Lied am Grabe Die Priesterweihe Die acht Seligkeiten Rosenkranz- Andacht Das letzte Gericht Lied beim Begräbniß eines Kindes Begräbnißlied überhaupt Seite 452-453 453 453 454 454 455 455 456 456 456 457 458 458 459 459 460 461 461 461 462 462 462 463 464 464 465 465 466 466 467 468 468 469 470 470 471 472 N 28 Inches 11 Centimetres Blue 244 3 2 Cyan 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black