E Unter BATER der du bist m ENIMMET ( geheiliget) werde dein D Hame lotz S te Gb 5052 Emilie Gothel. 4881 Nur zur Benutzung im Lesesaal UB GIESSEN 61 298 240 Dresdner Gesangbuch höchsten Befehl herausgegeben. Mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio. Dresden und Leipzig, gedruckt und zu finden bei B. G. Teubner. 1866. Gb 5052 itäts Bibliothek GIESSEN Inhalt. Erster Theil. Glaubenslehre. Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigen schaften Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist Werke und Wohlt haten Gottes überhaupt Schöpfung Vorsehung, Erhaltung und Regierung Werke und Wohlthaten Jesu Christi Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Chriftum Person Jesu Christi Ankunft Jesu in die Welt. Adventslieder Geburt Jesu Christi. Weihnachtslieder Leben und Beispiel Jesu Lehre Jesu Heilige Taufe Heiliges Abendmal Leiden und Sterben Jesu. Passtonslieder Uuferstehung Jesu. Ofterlieder Himmelfahrt Jesu Seite 1 27 34 39 51 62 62 66 70 77 90 97 103 105 125 151 166 Sendung IV Inhalt. Sendung des heiligen Geistes. Pfingstlieder Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles und insbesondere über seine Gemeine auf Erden Wiederkunft Jesu Seligkeit durch Jesum überhaupt Seligkeit durch Jesum in diesem Leben Seligkeit durch Jesum im Tode Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung Seligkeit durch Jesum in jenem Leben 3 weiter Theil. Sittenlehre. Buße und Besserung Beschaffenheit der Besserung. Erweckung zur Bes ferung und Warnung vor dem Aufschube derselben. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung derselben. Bertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besserung. Bitten um Kraft zur Besserung und Beständigkeit in derselben. Seligkeit der Besserung. Seligkeit eines guten Gewissens. Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jesum insbesondere . Erkenntniß und Verehrung Gottes. Liebe. Ehrfurcht. Gehorsam. Ergebung in den Willen Gottes. Seite 170 178 191 195 201 210 214 215 Seite 225 279 Inhalt. Bertrauen. Glaube. Gebet. Deffentliche Verehrung. Heiligung des Eides. Verhalten gegen Jesum insbesondere Verhalten gegen uns selbst Christliche Selbstliebe. Sorge für unsre Seele. Sorge für den Leib. Selbsterkenntniß und Demuth. Selbstbeherrschung. Reinigkeit des Herzens und Lebens. Gebrauch unsrer Kräfte. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Gesundheit. Ehre und Stand. Vermögen. Vergnügen. Gebrauch dieses Lebens. Gesinnungen gegen diese Welt. Himmlischer Sinn. Verhalten gegen Andere Menschenliebe. Theilnehmung und wider den Neid. Fürbitte. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Sorge für die Ehre Underer. Friedfertigkeit. Bescheidenheit und Demuth. Beförderung des Seelenwohls Anderer. Beförderung des zeitlichen Wohls Underer. Güte und Barmherzigkeit. Gerechtigkeit. Billigkeit. Wiedererstattung. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Freundschaft. Verhalten im gesellschaftlichen Leben Ueberhaupt. Häuslicher Stand. Ehelicher Stand. Eltern und Kinder. Herrschaften und Dienende. Obrigkeiten und Unterthanen. Lehrer und Zuhdrer. Schulgesånge. Verhalten in besondern Umständen Allgemeine Pflichten. Zufriedenheit mit seinem 3ustande. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. Friede. Besonderer Wohlstand. Allgemeine Trubsale. V Seite 326 347 383 405 418 Krieg. VI Inhalt. Krieg. Mißwachs und Theurung. Unsteckende Krankheiten. Nåsse. Dürre. Besondere Trübsale. Durftigkeit und Mangel. Krankheit Genesung. Tod. Undenken an den Tod und Vorbereitung auf denselben. Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen Gottes. Getroster Muth im Tode. Freudigkeit in Absicht auf den Tod. Wider die Todesfurcht. Seliger Zod. Fürbitte für Sterbende. Begräbniß. Verhalten zu besondern Zeiten Lebenszeiten. Geburtstag. Jugend. Ulter. Jahreswechsel. Neujahrslieder. Beim Unfange und Be= schlusse des Kirchenjahres. Jahreszeiten. Frühling. Sommer. Herbst. Winter. Gewitter. Aussaat. Ernte. Tageszeiten. Morgen. Mittag. Abend. Seite 497 Register. Seite Seite Ach abermal bin ich gefallen 246 Un dich, mein Gott, zu denken 285 Ach bleib mit deiner Gnade 188 An diesem Tag' erscheinen 417 28 557 225 Uch, Gott und Herr, wie groß Uch, Gott, verlaß mich nicht Uch, Gott, was ist der Mensch Uch, Gott, wie manches Herz Uch könnt' ich doch mit dein. Ach sieh ihn dulden, bluten, Uch wäre nicht, o Herr, bei Ach wann werd' ich von der Uch wie ist der Menschen Allein Gott in der Höh' sei Allein zu dir, Herr Jesu Allen Christen und auch mir Allen, welche nicht vergeben, Uller meiner Brüder Rechte Ulles Gute kommt von Gott Alles, Höchster, was uns nügt Alles ist an Gottes Segen Ullgütiger, allein bei dir Alliebender, du schufft mein Ullmächtiger, der seinen Allmächtiger, ich hebe mein Also hat Gott die Welt geliebt, daß er Also hat Gott die Welt geliebt 63 und sie so hoch Um Kreuz erblaßt, der Marter 150 Anbetung sei dir, Gott, gebr. 177 Anbetung sei dir, Herrlichster, 1 Anbetungswürd'ger Gott Un deine Leiden denken wir, Un einen Gott nur glauben Auch diesen Tag hab' ich 469 Auch dir ist Gottes Gnad' 342 Auch mein, o Herr, hast du Auf, Christen, auf, und 122 132 Auf, Christen, bringet Preis 256 Luf, Christen, laßt uns uns. 263 Auf, Christen, preist mit mir 306 Auf deine Weisheit schauen, 27 Auf dich, o Bater, schauen Auferstanden, auferstanden Aufersteh'n, ja aufersteh'n Auf euch wird Gottes Segen Auf ewig ist der Herr mein Auf, freue dich, mein Geist, Auf Gott, und nicht auf Auf meinen lieben Gott Auf, mein Herz, ermanne 243 266 252 381 403 398 417 314 422 318 386 319 524 84 45 168 425 64 1 418 54 164 214 409 320 66 289 303 450 Auf, o Seele, sei noch munter 549 Auf, schicke dich, recht feierlich 77 428 165 249 Uus deiner milden Segenshand Aus des Todes Banden ist Aus einem, tief vor dir geb. Uus Erde ward mein Leib Aus ganzem Herzen lieb' ich Aus Gnaden soll ich selig Uus tiefer Noth ruf' ich zu dir 244 48 336 200 5 Barmherzigkeit ist unfre 128 Befiehl dem Höchsten deine 396 298 Befiehl VIII Befiehl du deine Wege Beglückt, beglückt ist, wer Begrabt den Leib in seine Beschämt komm' ich, mein Besit' ich nur ein ruhiges Bester Trost im Leide, Jesu, Bester, weisester Regierer, Betet an, ihr Menschen, Betet an, laßt uns lobsingen Bei dir, o Höchster, Gnade Bewahre meinen Mund, so Bewahre mich, Herr, daß der Bringe deinem Gott, dem Bring', Seele, Preis dem Bringt Gott, ihr Christen, Bringt Preis und Ruhm Christ, Ulles, was dich Christ, aus deinem Herzen Christe, du Lamm Gottes, Christen, singt aus Herzensg. Christ fuhr gen Himmel Christus, der ist mein Leben, Christus ist erstanden, frei Damit ich dir gefällig sei Damit ich schon hier auf der Dank dem milden Bater! Dank, ewig Dank sei deiner Dank sei Gott, in der Höhe Das alte Jahr ist nun entfloh'n Das alte Jahr vergangen ist Das Amt der Lehrer, Herr, Das Glück des Erdenlebens Das Grab ist leer, und Gottes Das Jahr, das nun vergangen Daß ich in deiner Christenheit Das Ziel von meinen Tagen Deines Gottes freue dich, Register Seite Seite 311 499 189 297 Dein Heil, o Christ, nicht zu 271 Dein ist auch meine Jugendz. 493 Dein sind wir, Gott, in Ewigt. 480 245 Dein Bolk, o Herr, singt 278 Dein Wort, o Höchster, ist 341 Den Glauben, der an Gott 56 Den Höchsten öffentlich verehren 43 Der am Kreuz ist meine Liebe 39 Der du alle deine Werke 98 207 321 140 526 205 Der du, dem Tode nah, für 400 287 95 232 233 Der du die Liebe selber bist Der du die wahre Tugend Der du kamst, der Völker Der du stets unsre Zuflucht Der du uns als Bater liebest Der du voll Blut und Wunden 2 165 429 160 296 449 Der du zu den beglückten Der du zu Gott erhöhet bist Der Ehestand soll heilig sein 138 Der erste Tag des Jahr's 541 Der Freuden Quell ist, Gott Der Heiland, welcher Jesus 170 212 Der Herr ist erstanden! 157 Der Herr ist Gott! Der Herr Der Herr ist Gott und keiner 227 Der Herr ist in den Höhen 256 Der Herr ist meine Zuversicht 53 Der Herr schwingt sich mit 116 Der hohe Himmel dunkelt 536 504 506 415 218 161 Der letzte meiner Tage Der Mächtige, der Herr der Der Spotter Heere rüsten Der Tag ist wieder hin Der unsre Menschheit an sich Der Wollust Reiz zu widerst. Des Leibes warten und ihn Des Morgens erste Stunde Des Morgens, wenn ich früh 507 104 483 284 Des Todes Graun, des 70 323 234 135 210 179 407 504 217 89 157 198 6 12 302 169 518 486 519 185 556 192 362 354 532 538 487 Dich Register. 525 286 Dich, Ullgütiger, zu lieben Dich bet' ich an, erstandner Dich, dich, mein Gott, will Dich ehrfurchtsvoll und Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; 345 Dich kennen, Gott, ist Seligkeit 7 Dich ruf ich an, Gott, laß Dich seh' ich wieder, Morg. Die Bahn ist rauh, auf der Die Erd' ist, Jesu Christe, Die Feinde deines Kreuzes Die helle Sonne strahlt herf. Die hier vor deinem Untlig Die Himmel rühmen des Die Hoffnung naher Ewigkeit Die ihr seine Laufbahn lauft Die Kinder, deren wir uns Die Menschen mögen herrschen Dieß ist der Tag, den Gott Dieß ist der Tag zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir dank' ich für mein Leben, Dir, dir, o Höchster, will ich Dir ergeb' ich mich, Jesu, der Dir, Gott, der so gern erfr. Dir hab' ich mich ergeben, Dir sei mein ganzes Leben, Dir sei Preis! ich lebe Dir zu leben, dir zu sterben Du bester Trost der Armen, Seite 280 Du gabst mir, Bater, dieses 155 Du, Geist des Vaters, Geist Du gingst, o Heiland, hin Du, Gott, bist über Ulles Du, Gott, der unsre Zuflucht Du, Gott, du bist der Herr 257 Du hast, mein Vater und 524 Du hast uns nur kurze Zeit 456 Du, Herr, haft aus Barmh. Du, Herr und Richter aller Du, Herr und Schöpfer der Du klagst, o Christ, in schw. Du klagst und fühlest die Du låst den Tag nicht wieder Du Lebensfürst, Herr Jesu Durch Adam's Sünde wurden Durch dich, du höchstes Gut, Du bist ein Mensch, und Du bist's, dem Ehr' und Ruhm Du, deines Vaters Ebenbild, Du, den uns Gott zum Du, der kein Böses thut, du Du, der Menschen Heil und Du, der so gern beglückt, Du förderst gern mein wahres Dir trau' ich, Gott, und wanke 301 467 183 186 537 123 39 456 109 411 412 78 321 364 45 310 329 105 290 292 530 438 307 55 90 326 240 134 371 347 Du schenkst uns, Gott, so Du siehst, o Mensch, wie Du sorgft, o Gott, was Du, unsrer Jugend Gott, Du Bater aller deiner Du willst es, Herr, mein Shre, Lob und Preis und Ehre sei Gott in der Höhe! Eifrig sei und fest mein Wille Eine feste Burg ist unser Ein Fremdling bin ich in der Ein Herz, o Gott, in Leid Ein Lamm geht hin und trågt Ein ruhiges Gewissen laß, Ein sanftes Lager wartet Eins ist noth! Uch, Herr, Cins ist noth! D Herr, dieß Ginst rief der Herr vor dem Einst selig dort zu werden, Einft weinte für Jerusalem Entehre nicht, mein Herz, IX Seite 373 171 106 288 247 505 59 380 112 326 514 454 460 498 170 62 121 541 468 60 540 282 347 156 79 360 187 223 441 130 277 555 350 352 147 374 92 419 Entflo: Es ist genug. So nimm, Es ist gewiß ein köstlich Ding, Es ist noch eine Nuh' vorh. Es ist nun aus mit meinem Es ist vollbracht! So ruft Register. 10 Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr! Mein Erforsche mich, erfahr' mein Erhaben über Welt und Zeit Erhalt' uns, Herr, bei deinem 189 Erhalt' uns, Herr, die Obrigk. 413 Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 72 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, 191 Erinnre dich, mein Geist, Er ist erstanden, Jesus Christ Er kommt, er kommt, der Er lebt, er lebt! O Christ Erlöser, einst im Staube Erlöser, sieh' ich falle Ermuntert euch, erquickte Ermuntre dich, Herz, Muth 153 159 72 156 141 Gedanke, der uns Leben Gedenk', o meine Seele, 136 527 und Sinn Ermuntre dich, mein Geist, Er ruft der Sonn' und schafft Es eilt der lette von den Es hat uns heißen treten Es ist doch nur ein ein'ger Gott Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen e lebt ein Gott, der Mensch. Es wolle Gott uns gnådig Es woll' uns Gott genådig Es zieht, o Gott, ein Kr. Es züchtigt deine Hand, Ewiger, erbarme dich Ewiger, wie selig ist, wer an Ewig, o Jesu, wird dein Ewig sei dir Lob gesungen Ewig und unwandelbar, Seite Seite 544 Fern sei mein Leben jederzeit 400 420 127 460 223 155 262 Fest glaub' ich, daß, was mir Flich't von mir, ihr bangen Freude! denn wir Alle, wir Freiwillig hast du dargebr. Fröhlich laßt uns Bott lobsing. 84 Frohlockt dem Herrn, bringt 154 Für alle Güte sei gepreist, 542 Für deinen Himmel reiften fie Für unsern Nächsten beten Fürwahr, du bist, o Gott, 537 527 502 377 539 9 Geerntet ist der Felder Saat Geist vom Vater und vom Geist, vom Bater uns gegeb. Gelobet fei der Herr, mein 184 80 511 Gelobet seift du, Gottes Gelobet feist du, Jesu Chrift, Gelobet seist du, Jesu Christ, von aller. 3 492 Gelobt, gelobt seist du mit Gelobt sei, der den Frühl. Gelobt seist du, Herr, unser Gern seinem Nächsten dienen Getroft und freudig geh' ich 458 221 492 Geweiht zum Christenthume 148 Gieb, daß ich deines Sohnes 18 Gieb, Gott, daß ich der 188 Gieb, Gott voll Lieb' und 188 Gieb, Gott, wenn ich dir 436 Gieb ihm, o Vater, Glück 435 Gieb mir, o Gott, ein Herz, 431 Gieb Reu' und Leid, gieb 11 Gott, deine Gnade sei gepreist Gott, deine Güte reicht so Gott, deinen heiligen Befehl Gott, deiner Stárke freue 496 387 60 65 348 516 176 266 33 79 78 82 429 515 197 406 485 103 226 388 387 357 416 383 237 88 316 288 414 Gott, Register. Seite 478 Gott, sei mir gnådig! 416 Gott sei uns gnådig und Gott sorgt für uns, o fingt Gott und Bater, steh' uns Gott, unserm Gott, sei Lob 196 463 Gott, Vater, dir; dir, Gottes Gott, Vater, Sohn und Geist Gott von Macht und Güte, Gott, vor dessen Ungesichte Gott, wer bei deinem Namen Gott werde stets von dir Gott, dem ich lebe, deß ich Gott, der du alle Welt erfr. Gott, der du für uns deinen Gott, der du Schmerz und Gott, der du unser Vater Gott, der väterlich uns liebt, Gott der Wahrheit, dessen Gott, der wird's wohl machen, Gott des Himmels und der Gott, dessen starke Hand die Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sei mein Dank Gott, dir vertraun, ist Gott, du bist heilig und 77 Habe deine Lust am Herrn! 237 Halt im Gedächtniß Jesum Heiland, den uns Gott verhieß Heiland, dessen wir uns trösten Heiland, groß an Huld und Helft Gottes Gute preisen; Herr, allerhöchster Gott, Herr, an dir hab' ich gesund. 32 Gott, du erforschest mich, Gott, du kennst von Ewigkeit Gott, durch welchen alle Gottes Sohn ist kommen; Gottes Sohn ist kommen; rühmet es, ihr Gott, grenzenlos, undenkbar 15 Gott hab' ich Alles heimgestellt 471 Gott, heiliger Geist, Schöpfer 172 Gott, hilf mir, daß ich Buße Gott, ich darf zu dir mich Sott, immer groß an weiser Gott ist mein Hort, und auf Gott ist mein Lied. Er ist Gott ist's, der das Vermögen Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch; drum sorg' Gott lebet noch, Seele, was Gott Lob! der Tag ist nun ( Sott, meines Nächsten bestes Gott, mein Gott, dir will ich Gott, nur eines Menschen Gott, o Mensch, gab dir dieß Gott, Schópfer, Stifter heil. Gott sei Dank in aller Welt, 454 99 38 Herr, auf dich will ich fest 365 Herr, aus deiner Gnadenf. 26 Herr, deine Allmacht reicht 59 Herr, deine Kirche danket dir 444 Herr, deine Langmuth ist 552 Herr, dein Erbarmen kann 392 Herr, denk' an mich! Wie 23 Herr, der du Erd' und Himmel Herr, der du mir das Leben 241 314 250 309 61 535 37 228 411 300 18 356 12 205 70 Gott, wie du bist, so warst du Gott, wie flügelschnell entfl. Gott, wo ist Noth und Elend Großer Gott, an dessen Groß ist des Höchsten Gute! Groß ist, ihr Eltern, eure Gut und heilig ist dein Wille 54 Herr der Zeit und Ewigkeit, 408 Herr, dessen Gnade Alles 73 Herr, dir gelob' ich neue XI Seite 239 325 428 435 324 536 31 301 17 325 46 11 378 272 423 20 409 289 284 117 83 181 106 506 258 243 265 273 15 513 434 440 147 136 543 375 553 123 Herr, XII Herr, du bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich Herr, du wollft sie vollbereiten Herr, es gescheh' dein Wille Herr, es ist von meinem Herr Gott, dich loben wir! Herr, Gott, du kennest meine Herr, ich bin dein Eigenthum Herr, ich hab' aus deiner Herr, ich hoff' je, du werdest Herr, ich will mit Danken Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du Heiland Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, ich weiß es Herr Jesu Christ, mein höchst. Herr Jesu Christ, wahr'r Herr Jesu, gieb uns deinen Herr, laß nach eitler Ehre Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser, nur von Herr, meiner Seele großen Herr, meines Lebens Kraft Herr, nicht zum Müßiggehen Herr, ohne Glauben kann Herr, stårke mich, dein Leiden Herr und Gott, o Vater Herr und Richter aller Welt Herr, unser Gott, laß nicht Herr, unser Herrscher, freudig Herr, welche Gnad' erzeigst Herr, welch ein wichtiges Herr, welch Heil kann ich Herr, wenn ich nur dich Herr, wie du willst, so schick's, Herr, wir singen deiner Ehre Herzlich lieb hab' ich dich, o Herzliebster Jesu, was hast heut' triumphirte Gottes Register. Seite 215 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 13 109 Hier ist nur mein Prüfungsst. Hier ruht der Held, der dich, 457 Spier sind wir, dich zu ehren, 552 Hier sind wir, Gott, und 424 Hilf, Herr, laß es wohlgel. Hilf, Jesu, daß ich meinen 473 194 376 Hilf mir, Gott, der Krankh. Hin an dein Kreuz zu treten, 189 Hinunter ist der Sonnensch. Höchster, denk' ich an die Güte Hochster Tröster, komm hern. 152 323 137 252 479 333 480 323 368 447 263 349 501 Ja, durch Glauben und Jauchzet All', ihr Frommen! Jauchzet Jesu, jauchzt, ihr Sch armer Mensch, ich armer Ich bin des festen, redlichen Ich bin ein Pilger in der Zeit Ich bin, o Herr, in deiner Ich danke dir durch deinen Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir von Herzen, 363 308 125 27 193 436 Sch geh' einst ohne Beben 441 Ich habe, Herr, von meiner 327 Ich habe nun den Grund 410 Ich hab' in Gottes Herz und 199 Ich hab' in guten Stunden 283 Ich komme, Heil der Welt, 294 Sch komme, Herr, und suche 198 335 Ich komme vor dein Angesicht Ich preise dich, o Herr, mein 133 Ich ruf' zu dir, Herr Jesu 162 Sch singe dir mit Herz und A Ich eile meinem Grabe zu Ich freue mich der frohen Zeit Ich freue mich in dir und Ich freue mich, mein Gott, Ich fühle, daß ich sterblich Seite 114 483 151 512 323 512 386 463 133 551 241 177 309 71 151 244 395 213 478 534 141 135 477 214 86 206 374 484 262 254 292 462 249 108 317 115 264 51 Ich Register. Keinen hat Gott verlassen Kein Lehrer ist dir, Jesu, Seite 52 470 496 Komm, Gott Schöpfer, Ich singe meiner Seele Lust Ich steh' mit einem Fuß im Ich sterbe schon; o Glück, Ich trete vor dein Ungesicht, Ich weiß, mein Gott, daß all Ich weiß, und bin's gewiß, Ich will den Bund mit mein. Ich will im Sterben und im Ich will, mein Jesu, dich Ich will vor allen Dingen Jesu Christe, wir sind hier, Jesu, deine tiefe Wunden, Jesu, dich, dich laß ich nicht; Jesu, Freund der Menschenk. Jesu Güte hat kein Ende Jesu, Jesu, stårke mich, Jesu, meine Freude, meines Jesu, meiner Seele Licht, 142 Jesu, meines Herzens Freud', 343 Jesus Christus, Gottes Sohn, Jesus ist mein Hirte! Als Jesus kommt, von allem Jesus lebt, mit ihm auch ich! Jesus, meine Zuversicht 537 95 340 178 342 191 164 158 253 529 Jesus nimmt die Sünder an! Ihm, der das Licht entstehen Ihr, Bürger eines Staates, Ihr Christen, wachet, werdet Immer müsse, Gott, dein Im Stillen wollen wir dich In allen meinen Thaten In Gottes Rath ergeben In unserm Kummer kommen In unsern Nöthen fallen wir Ist einst auch meine Stunde Ist Gott für mich; so trete 500 295 264 117 419 113 540 324 139 332 115 405 145 291 406 294 471 441 König, dem kein König Romm, du werthes Lösegeld, 443 97 Komm, heiliger Geist, Herr Komm nur, angenehmer Tod Kommt her, Mühselige, zu Kommt, kommt, den Herrn Kommt, laßt uns Bott lobs. Kommt, laßt uns Gott und Kommt und laßt uns niederf. Lasset uns mit Jesu ziehen! Laß mich dein sein und bleib. Laß mich des Menschen Lob, Ehre, Preis und Dank Lobet Gott, denn Jesus Lob, Preis und Ehre bringen Lob sei dem allerhöchsten Gott! 439 Lob sei Gott, der den Morgen 475 Lobsinge, meine Seele, dem 203 Lobsinge, Seel', und sage, 96 189 50 Laß mich diese Nacht empfinden 550 Laß mich doch nicht, o Gott, 370 369 267 393 Laß mich, o Gott, gewissenh. Laß mich, o Herr, in allen Laß, o Jesu, mich empfinden Laßt uns Alle fröhlich sein, Laßt unserm Gott uns singen Laßt unserm Bater, laßt uns Lebt Christus; was bin ich 88 426 25 158 Lehre mich, Herr, recht bed. 230 555 519 Lehr' mich meine Tage zählen Liebreicher Gott, dein Segen Liebster Jesu, sei willkommen Liebster Jesu, wir sind hier 76 324 Liebster Bater, ich, dein Kind, 251 67 152 29 72 529 154 548 33 37 190 LobXIII Lobsinget Gott, Dank, Preis Lobsinget Gott; er schuf die Lobsinget! Gottes Huld und Seite 180 75 172 172 481 96 35 520 518 36 XIV Lobsinget Gott und betet an! Lobsingt, ihr Völker, preist Lobsingt, lobfinget! Gottes Lobsingt lobsingt Gott! Lobt Gott, ihr Chriften, freuet Register. Seite 40 180 83 541 88 Mache dich, mein Geift, Mag doch der Spotter Heer Mein' Augen schließ' ich jest Mein Auge sieht, o Gott, Mein bester Trost in diesem Meine Hoffnung steht auf Meine Lebenszeit verstreicht, Meinen Jesum laß ich nicht, Mein Erlöser, auch für mich Mein Erlöser, der du mich Mein Erlöser, Gottes Sohn Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seele erhebet den Meine Seele, freue dich! Meine Seele lobsinget dem Meine Seel', ermuntre dich, Mein ganzer Geist, Gott, Mein Geist erstaunt, Ullm. Mein Glaube, meines Lebens Mein Gott, auch dieser neue Mein Gott, das Herze bring' Mein Gott, du wohnst in Mein Gott, ich danke herzlich Mein Gott, ich weiß wohl, Mein Gott, nach deinen Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland, wenn mein Mein Jesu, dem die Seraph. Mein Jesus ist mein Leben, Mein Jesus lebt, mag ich Mein Jesus liebet mich; wie Mein Leben ist ein Prüfungsst. 353 330 551 Mein Leben steht in Gottes Mein Leib ist dein Geschenk; 67 220 Mein Leib soll, Gott, dein Mein Schuß ist Gott, ihn Mein Vater, o wie dank' ich Mein Vater und mein Gott Menschen ist's gesett, zu sterb. Mich selbst muß ich bezwingen Mir nach, spricht Christus, Mir soll nicht vor dem Zode Mit dankerfüllter Seele bet' Mit dir geh' ich an mein Mit Ernst, o Menschenkinder Nein, murren will ich nicht, Nicht Ulle können herrschen; 332 Nicht, daß ich's schon ergriffen 212 Nicht für der Felder Segen Nicht um ein flüchtig Gut Nie bist du, Höchster, von Nie kann mein Herz dich, 162 337 382 58 312 445 464 76 331 Mit Freuden, Gott, lobsing' 497 141 Mit Fried' und Freud' ich fahr' 484 103 Mit fröhlichem Gemüthe 21 143 Mit frohem Dank erschein' 531 Mit frohlockendem Gemüthe 522 Mit meinem Gott geh' ich 338 Mit Preis und Ruhm gekrönt 274 Mit Singen dich zu loben, 105 Mitten wir im Leben sind 128 Mit welcher Langmuth und 216 57 Nach dir verlanget mich, 208 Nach einer Prüfung kurzer 532 Nach meiner Seele Seligkeit 227 Nacht und Stille führen 279 Nahe betend oft und gern 34 Nahet euch, euch wird gegeben 491 Nehmet Jesu Ladung an, 399 Nehmt und eßt und denkt Seite 472 355 361 421 104 229 476 359 93 485 464 366 118 63 548 182 21 481 24 267 222 350 544 315 110 254 113 461 412 258 517 178 14 196 Nie Nie will ich wieder fluchen, Nimm, o mein Herz, mit Nimm von uns, Herr, wir Noch bin ich ein Gast der Noch immer wechseln ordentl. Noch läßt der Herr mich Noch leb' ich! Ob ich morgen Noch wohnt zum Bösen Hang Nun bitten wir den heil'gen Nun bringen wir den Leib Nun danket Alle Gott, mit Nun danket Ull' und bringet Nun, Gott Lob! es ist vollbr. Nun jauchzet All', ihr Fromm. Nun ist es Ulles wohlgemacht Nun ist es Tag, mit frommen Nun ist vollbracht auch dieser Nun kommt das neue Kirch. Nun lasset uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott der Heere Nun lobe, meine Seele, was Nun sich der Tag geendet Nun sinkt die Sonne nieder, Ghrift, die Reize dieser O Christe, Eingeborner, O Christenheit, sei hoch erfreut O Christ, erhebe Herz und O daß doch bei der reichen O daß von meinen Lebenstag. O du dreiein'ger Gott Deffentlich in der Gemeine, D Freude der Erlösten, Oft klagt dein Herz, wie D Gott, aus deinen Werken D Gott, der du mein Schöpfer O Gott, du bist die Liebe! Register. Seite 403 163 34 425 433 D Gott, ich preise deine Güte 475 O Gott, mein Vater, steh' mir 514 O großer Gott, du reines 523 O Heiland, dessen hohen Werth 119 467 heil'ger Geist, kehr' bei uns 174 535 261 O heilige Dreifaltigkeit 173 494 325 75 149 530 549 512 495 507 426 22 549 546 Gott, du frommer Gott, Gottes Lamm, unschuldig 4 6 20 Herr, dein seliges Regieren Herr, mein Gott, durch den D hilf, Christe, Gottes Sohn, Ohne Raft und unverweilt, O Jesu Christe, Gottes Lamm O Jesu Christ, mein Trost O Jesu Chrift, wie trostvoll O Jesu, Heil der Sünder, O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, O Jesu, Licht und Heil der D Sesu, wahrer Frömmigkeit 90 O Jesu, wenn zum Stärkungs. 555 Kinder, dieser Tag des 124 D König, dessen Majestät 242 138 tamm Gottes, unschuldig meine Seel', erhebe dich, 8 467 359 16 O Mensch, gedenk' an's Ende O rühm't euch eurer Weisheit O Schöpfer, jedes deiner 360 66 86 381 520 376 O welch ein Segen ist ein D welch ein selig Leben 490 121 O welch ein Trost für meine 338 D welch ein unschägbares Gut 260 Welt, sieh' hier dein Leben O wie selig seid ihr doch, ihr D wie unaussprechlich selig O wie viel Gutes thatst du Seite 318 138 48 358 174 stimm' auch du mit frohem Vater, an Erbarmen reich, Bater, du mein Licht und O Bater guter Gaben, 346 290 141 378 119 344 86 120336 184 81 315 299 417 404 274 255 276 131 474 215 554 Preis XVI Preis dir, Herr Jesu Chrift! Preise froh auch du, mein Preis ihm, er schuf und er Preis sei dem Vater, Preis Preis sei dir, meinem Gott, Preis, und Lob und Herrlichk. Quelle Ruh' und sichre Freuden Quelle der Vollkommenheit. Sanft, o Ghrift, ist Jeſu Schaffe doch vor allen Dingen Schat über alle Schäße, Schicke dich, erlöste Seele, Schmerz und Klage füllt das Register. Schon bist du, o Weltgeb. Schon hier lebt selig und Schon wieder eilt von unsrer Schüße die Deinen, die nach Schwing' dich auf zu deinem Sehn wir nur Trübsal um Sehr groß, Herr, ist die Huld Selig sind des Himmels Erben Selig sind, die, Gott, dein Selig sind die, welche nun in Seid barmherzig, Menschen, Sei hochgepriesen, Herr, für Sei innig, o mein Geist, Sei Lob und Ehr' dem höchsten Sei, Seele, ruhig, unverzagt Sei zufrieden, mein Gemüthe Sichrer Mensch, noch ist es Singt dem Herrn Lob, Preis Sink' ich einst in jenen So beschließen wir auch heut' So fliehen unsre Tage hin So gehst du nun, mein Jeſu, So gieb denn, fromme Chr. Seite 92 57 30 29 547 195 281 143 329 353 339 107 440 379 270 Seite 553 209 385 100 Sollten Menschen, meine Br. 401 Sollt' es gleich bisweilen schein. 306 Sollt' ich jegt noch, da mir 331 55 Sollt' ich meinem Gott nicht So tret' ich demnach an 367 238 So wahr ich lebe! spricht dein So wird die Woche denn 557 491 49 123 210 501 194 200 211 427 450 So hab' ich, Gott, durch deine So hoff' ich denn mit festem So jemand spricht: ich liebe Soll dein verderbtes Herz 418 469 542 Stárke, die zu dieser Zeit, Stårke, Gott, mich in dem Starke, Mittler, stårke sie, Sterben führt uns zum 510 186 Tag, der Erleuchtung uns 444 Tausend Jahre sind vor dir, Theuer sei mir allezeit, 434 190 Theuer, wie mein eignes 493 Traure, traure nicht so sehr 102 Treu ist Gott! Nimm's doch Tugend ist der Seele Leben Stets warst du meine Zuvers. Stündlich naht der Tag heran Such, wer da will, ein ander 488 398 144 Ueber aller Himmel Heere Ueberwunden hat der Herr Um als ein Christ zu leben, Um Erbarmen flehen wir, um Gnade für die Sünd. Umsonst, umsonst verhüllst du Unendlicher, wer kann dich Unerforschlich sei mir immer Unser Gott, wir danken dir, 554 417 543 Unsern Gott, den Gott der 129 Unsre müden Augenlieder 494 Unwiederbringlich schnell ent. 170 503 98 394 446 449 232 166 157 225 437 146 14 47 16 103 36 550 358 Bater Register. Seite 509 382 402 539 Vater aller Ewigkeiten, Bater, den mein Herz verehret Verbittre dir dein Leben Vergangen ist auch diese Viel zu gering bin ich, o Herr, 430 111 41 528 209 3 Voller Ehrfurcht, Dank und Voll Freud' und frommer Voll Zuversicht und kindlich Vom Gerdusch der Welt Vom Grab', an dem wir 81 Vom Himmel ward der Engel 89 Bon allen Himmeln tönt dir, Bon dir auf diese Welt geruf. 391 Von dir, du Gott der Einigk. Von dir, mein Gott, kommt Von dir, o Bater, nimmt Von Furcht dahin gerissen, Bon ganzem Herzen lieb' ich Bon Gott will ich nicht lassen, Von Herzen preis ich dich, Vorbild wahrer Menschenliebe, Vor- deinen Thron tret' ich 408 431 421 145 334 303 101 91 533 276 527 34 313 482 474 446 138 Wenn sich, o Gott, mein 279 Wach' auf, mein Herz, und 534 Wenn wir in höchsten Nöthen 434 214 Wenn wir unsern Lauf vollend. 44 Wer arm und dürftig ist, o 235 461 193 Wer bin ich? welche wicht'ge Wachet auf! ruft einst die Bachet auf! ruft euch die Wachet auf vom Schlaf, ihr Wahrheit ist dein Eigenthum; Warum betrübst du dich, Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Barum verkennst du deinen Warum willst du doch für Was den Leib erhålt und Was frag' ich nach der Welt Bas Gott thut, das ist wohl Was Gott thut, das ist wohl gethan! So denken Was hilft es mir, ein Christ 26 458 485 423 451 459 53 344 305 Seite Was ist mein Stand, mein 358 Was ist mein zeitlich Leben, 373 Was ist's, daß ich mich quále? 442 Was mein Gott will, gescheh' 295 Was soll ich ångftlich klagen 453 452 Was soll ich trostlos sorgen? Was sorgst du ångftlich für Welch' hohes Beispiel gabst Welch' Kleinod ist, Herr Jesu Wem Gott Gesundheit hier Wenn Christus seine Kirche Wenn der Gedanke mich Wenn du des Nächsten Ehr' Wenn einst mein sterbend Wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich einst von jenem Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn ich vor meinen Schöpfer Wenn, Jefu, meine Pilgerzeit Wenn mein Stündlein vorh. Wenn Menschenhülfe dir Wenn mich die Sünden XVIE Wer des Lebens Güter hat Wer gehorcht, der thu's mit Wer Gottes Wege geht, nur Wer Gottes Wort nicht hålt, Mer Gott vertraut, hat Wer höher durch Geburt 466 94 102 367 187 159 355 396 414 270 230 305 368 Wer ist wohl wie du, Stifter 328 Wer leben will und glücklich 390 Wer nur den lieben Gott låßt 304 Wer, o mein Gott, durch dich 269 Wer unter deinem Schirme 545 359 Wer 522 281 Wer wahre Herzensbemuth 389 483 XVIII Register. Seite 339 148 292 19 Wer weiß, wie nahe mir mein 489 Wer will Gottes Auserwählten 202 Wer zählt der Engel Heere, 44 Wie begnadigt seid ihr doch, 202 Wie ein Geschwäß des Tag's, 546 Wie fleucht dahin der Menschen 378 Wie getroft und heiter, du Wie glücklich hat die Stunden Wie Gott mich führt, so will Wie groß ist des Allmächt'gen Wie groß ist Gottes Herrlichk. 42 Wie groß ist unsre Seligkeit, 204 Wie groß, wie angebetet ist Wie herrlich! Jesu, starker Wie herrlich strahlt der M. Wie ist des Hochsten Huld so Wie kann und mag ich immer Wie könnt' ich zweifeln, daß du Wie mannichfaltig sind die Wie fanft fließt mir mein Wie sanft sehn wir den Fr. Wie schnell ist doch ein Jahr Wie schnell ist mir der Tag Wie schnell verfließen sie, wie Wie schön ist Gottes Welt! Wie selig lebt ein Mensch Wie sicher lebt der Mensch, Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich meinen Gott Wie theuer, Gott, ist deine Wie wird mir dann, o dann Wie wohl ist mir, o Freund Will mich, o Gott, hienieden 68 167 69 516 508 4 372 275 487 509 547 213 42 394 465 Seite 286 235 Willst du der Weisheit.. Willst du die Buße noch, die Wir bitten Gott, den heil'gen Wir danken dir, Herr Jesu Wir danken freudig dir Wir erscheinen, Gott, vor Wir freuen uns, Herr Jesu Wirf, blöder Sinn, den Wir fühlen dich zwar; aber 30 Wir glauben 20l' an einen Gott 27 Wir glauben an den ein'gen 28 439 Wir kommen, Helfer, dir Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem, 248 99 Wir schauen, Herr der Herrl. 182 320 Wir singen, Herr, von deinen 521 Wo deine Lehrer, Gott, dein Wohl dem, dem seine Miss. Wohl dem, der beßre Schåge Wohl dem, der mit stillem 201 Wohl dem, der richtig wand. Wohl dem Menschen, der Wohl euch, ihr Gläubigen, Wohl uns, wenn wir, o Geist 173 140 542 324 168 85 Wohlzuthun und mitzutheilen Wo soll ich fliehen hin, da 370 448 389 272 269 268 397 251 74 euch ein zu deinen Thoren 175 281 Su deinem Preis und Ruhm 526 238 3ur Arbeit, nicht zum Müß. 365 219 3ur Grabesruh' entschliefest 156 206 3u so viel Tagen, die mir 554 457 3u unserm Besten wendet 545 Grfter Erster Theil Glaubenslehren. I. Von Gott überhaupt, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. 1. Mel. Ich dank' bir schon durch ic. Anbetung sei dir, perrlichster, Gott, Schöpfer aller Dinge! Wer ist dir gleich, wer würdiger, daß man ihm Ehre bringe? 2. In dir vereinigt alles fich, was wir vollkommen nennen. Preis dir, Heil uns, Herr, daß wir dich als unsern Bater kennen! 3. Nun dürfen wir, wir Schwa: che, nicht vor deiner Größe beben; zu dir kann sich mit Zuversicht froh unser Herz erheben. 4. Du, dessen Macht unendlich ist, bist auch der Gott der Liebe; und ewig, wie du selber bist, sind deines Wohlthuns Triebe. 5. Wer dir nur folgt, den führest du auf sichern, graden Wegen, hier einer wahren Geistesruh', dort vollem Heil entgegen. 6. Ja, nicht bloß zur Zufriedenheit auf kurzem Pilgerpfade, zu Freuden einer Ewigkeit erschuf uns deine Gnade. 7. Wie sollen wir denn deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben und als dein Volk und Eigenthum nicht dir zur Ehre leben? 8. Kein Tag von unsrer Lebenszeit soll, Höchster, uns vergehen, an dem wir deine Herrlichkeit nicht ehrfurchtsvoll erhöhen. Dank soll unser Herz dich ehren, und 9. Mit Unterwerfung, Lieb' und einft soll unsern Lobgefang der ganze Himmel horen. 2. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Auf, Ehristen, preift mit mir den Herrn; wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, welchen Erd' und Himmel ehrt, ist eures höchsten Lobes werth. 2. Lobt ihn; sein ganzer Nam' ift Ruhm, Unendlichkeit sein Eigenthum. Dieß grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja eure Lust fei, ihn erhöhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, macht himmlisch froh und stillt den Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch ents zückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint. 5. D welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel 20 schuf! 2 Gott, dessen Dasein, schuf! Welch eine theure, süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand ge schenkt. Die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz em= pfingt, das sich zu Gott mit Inpfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist wohlthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt' uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Eing'ge, was ihr geben könnt? 11. So preist denn, Christen, preist den Herrn, wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewahrt, wer ist, wie er, des Dankes werth? 3. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Bringe beinem Gott, dem Größe ten, dem Weiseften, dem Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dant. Seine Majeftåt und Gnade, womit er auf des Lebens Pfade dich führt, sei täglich dein Gesang. So fordert's der Beruf, bazu sein Arm dich schuf. Seiner Aufsicht sollst du dich freun, ihm ganz dich weihn, und Herold seines Ruhmes ſein. 2. Was im Himmel und auf Erden nur je sein Umachtswort hieß werden, verkündigt seine Herrlichkeit. Ihm, ihm jauchzen Engelchöre; und du, du wärest ihm zur Ehre nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch dir gab seine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, wie groß er ist, er, deß du bist, der huldvoll deiner nie vergißt. 3. Schäße diese deine Würde, und acht' es nie für eine Bürde, lobsingend Gottes dich zu freun. Seligkeit ist's, ihn zu loben. Wie wird der Geist dadurch erhoben! Und welch ein Glück kann größer sein? Im voraus schmeckt er schon der Frommen künft'gen Lohn, Himmelsfreuden. Erheitert sieht sich sein Gemüth, und Kummer, der ihn nagte, flieht. 4. Immer inniger und fester wird er mit dir, du Ullerbester, durch deines Namens Preis vereint; fühlt sich immer mehr getrieben, aus allen Kräften dich zu lieben, als seinen Vater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Muth, von dir, du höchstes Gut, frob zu hoffen, was für die Zeit und Ewigkeit ihm nügt und sichern Trost verleiht. 5. Sollt' Wesen und Eigenschaften. 5. Sollt' ich denn nicht gern dich preisen, und dir, mein Gott, den Dank erweisen, der deiner Vater treu' gebührt? Täglich will ich dir lobsingen und mich im Geiste zu dir schwingen, bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da liegen dann vor mir mehr Quellen noch als hier, immer offen, auf ewig dein mich zu erfreun, und deines Preises voll zu sein. 4. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften it. Von allen Himmeln tont dit, Herr, ein froher Lobgesang. 3u dir, Unbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank. 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, bist selig ohne ihn; doch bleibt dein Lob stets unsre Pflicht; wer darf sich der entziehn? 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Und du, der uns Empfindung gab für deine Herrlichkeit, siehst huldreich auf das Lob herab, das unser Herz dir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Undacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dei nem Throne schwingt. 3 7. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein, und dankvoll deiner Gütigkeit stets unser Herz sich freun. 8. Einst fingen wir im höhern Ton dir unsrer Seele Dank; unddann erschallt an deinem Thron ein besrer Lobgesang. Dasein Gottes. 5. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen. Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen, wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? 2. Dann würd' ich unter mir das Thier beneiden. Ach, mir versiegte jeder Quell der Freuden; und jeder Luftort würde mir auf Erden zur Wüste werden! 3. Wär' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ja, besser wär's, ich wäre nie geboren, als nichts, in grauenvollen Finsternissen, von Gott zu wissen. 4. Dann würde mich der Durft nach Glück nur quälen und ich gewiß der Sehnsucht Ziel verfehlen. Dann wäre mir der Lüfte wild Getümmel mein Gott, mein Himmel. 5. Flieht, låsternde Gedanken, ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket; flieht! Nur der finstre, blinde Wahn der Thoren hat euch geboren. X 2 6. Sch Gott, dessen Dasein, 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, der Thoren Rotten dich läugnen an wen ich glaube, wer mir den und verspotten. Geist gab, wer den Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mir schenket, was mir nuket, mich tåglich schüket. 7. Ich weiß, worauf ich meine Wohlfahrt baue, wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Gott zu gefallen, will ich mich nur üben, will ihn nur lieben. 6. Mel. Wach' auf, mein Herz sc. Gott, aus deinen Werken kann ich dein Dasein merken; in allen Kreaturen find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist, Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wasfers Sammlung wåre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bist's, Gott; deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Güte dem achtsamen Gemüthe. 6. Das Würmchen in dem Stau be, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlanken Halmen sind deines Ruhmes Psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben und ewig hoch zu loben; wenn auch 8. Laß Alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfurcht nennen und die dir fest vertrauen, auch deine Hülfe schauen. 7. Mel. Komm her zu mir, spricht sc. Wie Sie konnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Beuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts, nichts ist hier vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem Undern nugbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Bufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd'und Meer; so konnte nichts entstehen. Du sprachst ein Wort; da ward, wasist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf Wesen und Eigenschaften. auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt dein Werk nur ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden 3ufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Biel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufrieden heit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hålt, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Wesen Gottes. 8. 5 2. 3um Sein riefst du die Welt, um Lust und Seligkeiten auf der geschaffnen Welt um dich her aus zubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst; und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! ent= stand dein großes Werk, der Him: mel und die Erde. Mit deiner Ullmacht Hand regierest du die Welt, und deine Kraft vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, Staub vor dir; wie bald kannst du sie töbten! Wen du erniedrigeft, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft und alles, was da lebt, erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen. Wirft aber dermaleinst der Vorhang wegMel. Nun danket Alle Gott se. Anbetungswürd gerGott, mit Ehrgenommen, der dich, Unendlicher, furcht stets zu nennen, du bist noch unserm Blick verschließt, dann unendlich mehr, als wir begreifen sehn wir heller ein, wie herrlich, können. O flöße meinem Geist Gott, du bist. die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein! 7. Indeß sei auch schon jegt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von unsern schwachen 3ungen. Dort soll, wenn wir dereinst im hellern Licht dich sehn, vollkommner unser Lied dich, großer Gott, erhöhn. 9. Mel. 6 Gott, dessen Daſein, 9. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Der Der Herr ist Gott, und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, fo herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam' ist groß. Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit, und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah', ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen moge? um: sonst húllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Segen über Ulle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnådig, voll Geduld, ein Bater, ein Verschoner. 7. Unstråflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne. Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrs lich, so vollkommen? 10. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Gott, der du mein Schöpfer bist, dem ich nur angehöre, dich richtig zu erkennen ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, dich immer mehr zu lieben, mich deiner immer mehr zu freun, will ich mich tåglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auch auf deines Wortes Licht getreu und fors Wesen und Eigenschaften. forschend merken, damit ich weiser werde. 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du uns lehreft; wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet, sich zum allgemeinen Segen vereinigt; wie fo väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut stets immer mehr Beweise von deiner Größ' und Herrlichkeit zu deinem Ruhm' und Preise. Sum Licht wird mir die Finsterniß, die deiner Vorsicht Pfade mir oft verbirgt; ich bin gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets ihren Ausgang kronen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Biele meines Lebens dein Wort, das ewigs Heil verspricht! Nie merk' ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, und seiner Liebe Thaten, der Seele Werth, der Tugend Lohn, die Ernten ihrer Saaten, daraus ftets besser kennen. 7 wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater, mit noch nåher offenbaren; dann werd? ich noch weit mehr von dir und deinem Rath erfahren, und ewig frob dich preisen. 6. So werd' ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt, mehr Willigkeit zum Leiden dein Wort, das meine Seele liebt, erhöhet meine Freuden, und tröstet mich im Kummer. 7. Gewährt der Morgenrothe Licht mir jetzt schon so viel Wonne; 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren. 11. Mel. O König, dessen Majeståt sc. Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben, ist Bonne, die mein Herz erfreut; wirkt eifris ges Bestreben, mich deinem Dienste ganz zu weihn; lehrt mich das Glück ein Mensch zu sein und froh es zu empfinden, daß du mein Herr und Bater bist, und daß dir's wahre Freude ist, schon hier mein Wohl zu gründen. 2. O welche Huld erzeigst du mir, du Schöpfer meines Lebens! Genährt, beglückt, geführt von dir, erwart' ich nicht vergebens, daß mich dein Beistand unterstüßt, und daß du alles, was mir nugt, zu meinem Heil mir giebest. So oft sich Tag und Nacht erneut, an jedem Drt, zu jeder Zeit fühl' ich, daß du mich liebest. 3. I h Gott, dessen 3. Ich suche deiner Größe Spur, daß ich sie mehr entdecke; und über all geigt die Natur die Gûte deiner 3wecke, zeigt Drbnung und Zusam menhang in aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne; was ich nur seh', was ich nur hór', entdeckt mir deine Größe mehr, führt mich zu neuer Wonne. 4. Je mehr ich lerne, was du bist; je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Endzweck ist, nachdenkend überlege, Herr, desto mehr führt jeder Blick auf das für mich bestimmte Glück mich auf ein beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erden staub' entreißt, wird sich zu dir erheben. 5. O laß mich, deiner werth zu sein, stets mehr von dir entdek ken; und kann ich es, mich bankbar freun und meinen Geist erwekken, daß, wenn er sich im Forschen übt, er nur die Wahrheit sucht und liebt. Laß ihn bei Dunkelheiten, wo er, von Täuschung leicht verführt, sich nur zu weit von dir verliert, nie Eigendúnkel leiten. 6. Ganz kann hier meine Fasfungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, nach meinem Wunsch vers stehen. Wagt denn mein Forschen noch zu viel; will es das ihm gefeste Biel aus Vorwie überschreiten: so laß mich diesen Vorwig scheun. Du willft mir ja mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. Dafein, 7. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt du meinem Forschungsfleiß noch größre Dinge sehen; dann wird mir manches offenbar, was hier mir noch zu dunkel war in beiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich mit größrer Sicherheit stets hellerm Licht ents gegen. Eigenschaften Gottes. 12. Mel O Gott, mein Schöpfer zc. meine Seel', erhebe dich, den Mächtigen und Weisen, der Alles schuf und våterlich für Alles sorgt, zu preisen! Der du der Erst' und Höchste bist, im Himmel und auf Erden ist keiner, der so würdig ist, von uns verehrt zu werden, als du, der Welten Schöpfer. 2. Nur du bist Gott, bist's für und für. Nichts sind der Heiden Götter. Kein sichrer Trost ist außer dir, kein Helfer, kein Erretter. Laß mich auf dich, o Herr, allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, mein Wohl auf dich nur bauen, und dir zur Ehre leben. 3. Du, welchen Erd' und Himmel preift, der Welten Herr und Meister, du bist der allerhöchste Geist, der Schöpfer aller Geister. Ich kenne nun der Seele Werth. Er músfe, Herr, mich lehren, wie es dein heilig Wort begehrt, dich innigft Wesen und Eigenschaften. innigst zu vecehren im Geist und in der Wahrheit. 4. O du, der ewig war und ist, du konntest nicht entstehen; du bleibst auch ewig, was du bist, wenn Himmel selbst vergehen. Den hohen Ruf zur Ewigkeit hast du auch mir gegeben. O laß mein Herz hier in der Zeit sich auch zu dem erheben, was ewig mich erfreuet! 5. Was ist, und werden wird, und war, auch was ich thu' und dichte, ist Alles bloß und offenbar vor deinem Ungesichte. Laß mich dein helles Auge scheun in Werken und Gedanken, und dann auch, wenn ich bin allein, in meiner Pflicht nicht wanken; denn du wirst Alles richten. 6. Wer ist, wie du, so weise, Gott, du kennst der Deinen Leiden, du haft auch Weg' aus jeder Noth zu wahren, sichern Freuden. Wohl dem, der deiner Weisheit traut und auf der Tugend Pfade auf deiner Führung Ausgang schaut. Denn deine weise Gnade wählt stets für uns das Beste. Knecht, erlaß der Sünde Schelden! Dann hilf, daß ich gewissenhaft, was dir verhaßt ist, fliehe, und dein Gesek durch deine Kraft zu halten mich bemühe, und heilig vor dir lebe. 9. Du bist barmherzig, mild und gut, erbarmst dich deiner Kinder mit Liebe, wie ein Vater thut; erbarmst dich selbst der Sünder. Herr, laß in deiner Gnade hier auch meine Seele leben. Ich will, begnadigt, Herr, von dir, Verfol= gern gern vergeben und meine Feinde lieben. 10. Du bist wahrhaftig; stets besteht dein Drohn und dein Verspre chen. Du kannst, wenn Ulles auch vergeht, dein Wort doch nimmer brechen. Gieb, daß ich scheue dein Gericht und Alles, was du dráuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du uns gern erfreuest: so werd' ich nie zu Schanden. 11. Gott, wenn mein Herz dich so verehrt, dich über alles schåget, für dein Geset sich ganz erklärt und fich's zur Richtschnur sehet: so wirst du, o mein Heil und Licht, auch ewig mich beglücken; so schau' ich einst dein Angesicht mit freudigem Entzücken, um ewig dich zu lieben. Einheit Gottes. 7. Nichts, nichts umgrenzet deine Macht, zu segnen, die dich lieben; zu strafen, wenn man dich verlacht, um Frevel auszuüben. Wo ich nur bin, bist du um mich. Laß deinen Schuß mich decken. Zu súndigen frech wider dich, dieß müsse mich erschrecken, mehr, als die Furcht vor Strafe. 13. Mel. 3 bank' dir schon burch zc. 8. Du bist unstråflich und gerecht, und kannst nichts Boses dul- Es ist doch nur ein ein'ger Gott ben. D beßre du mich, deinen im Himmel und auf Erden. Nur fein 10 Gott, dessen Daſein, fein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann als lein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr sein: so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; ist über Ulles hoch erhöht, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Nam'; und mit der That kann er es auch beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dir nur gebühret Preis und Ehr'. Wo ist je deines Gleichen? Nur du bist Gott, sonst Keiner mehr; sollt' ich von dir denn weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir alLein der Herr, an dem ich hange; und ewig soll's kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich bir du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst, noch mehr als hier, in deiner Größe schaue. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Geist! Er sinnt ihm nach, er sinnt und forscht und ist zu schwach dein ew'ges Sein zu fassen. 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch deine Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war das Trockne nicht; kein Meer strömt' an der Berge Gründen her: du aber warst schon ewig. 3. Nicht eine Stund' ist es vor dir, vom Unfang bis zum Ende. Nur Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 4. Ja, du bist ewig, stirbest nie, bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur sichern Zuflucht wähle. Denn deials du selber bist. Heil mir, daß ne Gnad' und Wahrheit ist so ewig ich dir traue! 5. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen; dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt, er soll dein Untlig schauen. Auch ruht mein Leib nur kurze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 14. 6. Dwohl mir, wenn ich nun schon hier nach ew'gen Gütern strebe, und dir, o Ewiger, nur dir zum Wohlgefallen lebe! Dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Mel. Sei Lob und Ehr' dem ac. Erhaben über Welt und Zeit, lebst Frommen ewig Theil und jauchze du, Gott, ohne Schranken, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie staunt bei dem Gedanken mein ganzer dir auf immer. 7. O lehre mich, hier in der Zeit, die du mir noch wirst schenken, der feligen Wesen und Eigenschaften. seligen Unsterblichkeit mit allem Geschöpfe, die nicht waren, beriefft, Ernst gedenken. Sie sei mein Troft, mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Muth, gerecht vor dir zu leben. zu sein und deine Macht und Güte zu erfahren. 6. Wem die Weltluft wohlge= fällt, weh ihm! Es vergeht die Welt. Aber wer sich deiner freut, bleibt, wie du, in Ewigkeit. 11 15. Mel. Gott sei Dank in aller 26. 3. Du nur bist unveränderlich; Ewiger, wie selig ist, wer an dich auch wird, Gott, deine Wahrheit glaubt! Denn du bist groß und gut, unwandelbar, unsre Zuflucht im merdar. sich unwandelbar erhalten, wenn Welten einst, die du erschufft, wie ein Gewand veralten. 2. Wenn ich auf zum Himmel schau', welch ein wundervoller Bau! Doch befteht er nur durch dich und verändert tåglich sich. 3. Du nur bleibest, wie du bist. Was durch dich geschaffen ist, stand in deiner Wahl allein; aber du, du mußtest sein. 4. Niemals wirst du ganz erkannt. Wo ist irgend ein Verstand, der zu deinem Licht sich nahn, deine Jahre zählen kann? 5. Unsre Zeit, der kurze Traum, flieht dahin; wir merken's Eaum. Du allein, du Herr der Zeit, haft und giebst Unsterblichkeit. 16. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß ic. Gott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du von deinem Thron 2. Du wirst auch bleiben, was du bist, wenn dieser Erdkreis nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten, wo du uns kronst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. 4. Ob Felsen weichen, Berg' in's Thal sich stürzen, daß durch ihren Fall die Erde weit erzittert, bleibt doch, o Gott, dein Bund mit mir stets fest und unerschüttert. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag'ich ångstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? 6. Was klag'ich? Wer dein Wort noch hat, weiß, daß Gott seine Missethat, wenn er nur glaubt, vergebe, daß sicher ihm sein Erbtheil sei, daß er auch ewig lebe. 7. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Dein bin ich, Gott, und du bist mein, und wirst es ewig, ewig sein; von dir kann nichts mich schei= eust; nicht du und deine Freuden. den. Die Welt vergeht mit ihrer Allent 12 Gott, dessen Daſein, Ullenthalben Gegenwart und sie, zählt ihre Thränen, hilft und Allwissenheit Gottes. verscheucht, was ihnen droht. Wohl mir! 3u meiner Rechten ist mir der Herr, mein Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo ich nicht Freunde habe, wo niemand hilft, ist Gott. Im Sturm, im Tod', im Grabe und überall ist Gott! 17. Mel. Nun lob' mein Seel' ben ze. Der Herr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er. Wo ich nur in Gedanken mich denk', ist er mir nah'; ist frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Kug' umher; und wer ihm nur vertrauet, den schůzet, den verforget er. Er hört das Schrein der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er ist's, der auch verborgen uns nah' ist, uns bewacht. 3. Wie könnt ihr denn, Berbrecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wähnen, er, der Råcher, werd' euer finstres Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, sieht er vom Himmel sie, und alle Nacht auf Erden verbirgt vor ihm sie nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. 4. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört 18. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Gott, du kennst von Ewigkeit bie Bewohner deiner Erde, siehst, ob ich die Uebungszeit dir zum Preise nügen werde; meine Thaten, meine Sorgen sind dir, Hochster, nie verborgen. 2. Deine Gegenwart erfüllt jes de Tiefe, jede Hohe; selbst die Finsterniß verhüllt nie vor dir, was ich nicht sehe. Keine Geister, keine Seelen können dir ihr Thun verhehlen. 3. Alles überschauest du, merkst und siehst, worauf ich sinne, was ich wünsche, was ich thu', was ich thun will und beginne; wo ich bin, an allen Enden, bin ich, Gott, in deinen Hånden. 4. Nur umsonst verhüllt' ich dir mich mit allen Finsternissen; gegen= wärtig bleibst du mir überall und im Gewissen; und vor dieses Zeugens Schrecken kann auch keine Kluft mich decken. 5. Hóren will ich deinen Ruf, nicht verkehrte Wege gehen; du, der Ohr und Auge schuf, würdest meine Wesen und Eigenschaften. meine Thorheit sehen. Alles führst du im Gerichte aus der Finsterniß zum Lichte. 6. Ueberall vertrau' ich dir. Daß ich, was mir någt, empfahe, hoff' ich, denn du bleibest mir stets mit deiner Güte nahe. Du erscheinst; und meine Leiden fliehen, oder werden Freuden. 7. Ueberall umgiebst du mich, der du måchtig mich beschůzest und, wo niemand hilft, seh' ich, daß du, Herr, mich unterstüßest, daß ich kämpfen kann und ringen und zu deinem Himmel dringen. 19. Mel. O Gott, du frommer Gott se. Herr, err, du erforschest mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wis sest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand, wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wie könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Zief' hinab, auch hier bist du mir nah'. 4. Náhm' ich auch, schnell zu 13 fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine UUmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst, auch da dir zu entfliehen. Die dickste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glångt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Sch danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon våterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich an's Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu sein mir scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zurück auf ebnem, sicherm Pfad. 20. Mel. 14 Gott, dessen Dasein, 20. Mel. Mir nach, spricht Chriftus 2c. Nie bist du, Hochster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; du leitest, du beschůzest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der dunkelfte Gedank' in mir, Gott, Alles liegt enthüllt vor dir. 3. Wenn ich in stiller Einfamkeit mein Herz zu dir erhebe und, über deine Huld erfreut, nach deinem Willen lebe: so siehst du es, und stehst mir bei, daß ich dir im mer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Her zens Rath verkehrte Wege wählet. Und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thránen, die ich weine; du siehst und wågest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stårke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, Herr, o verleih, daß dieß mir Trost und Warnung sei. 21. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen, ich? welch Thun, das er nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler als das Grab; das Auge Gottes schaut hinab, und kennt auch deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsame keit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele, eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr vollendet werdet. 3. Er kennet, er durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet, bemerkt euch, wenn ihr Strahlen gleich schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! vergebens! Uufgezeichnet steht ihr Ull' in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch, wenn sie auch mir verschwinden. Sie bleiben. Und ich träume doch, sie wären keine Sünden? Sie alle müssen an das Licht, wenn er erscheint und im Gericht der Herzen Rath entdecket. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs vor aller Welt gebrochen, das Wesen und Eigenschaften. das Urtheil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; nicht Einer ist vergessen. 6. Seid heilig, feid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, nicht Einer dann mich quale, seid heilig, und dann fürchtet nichts! Gott wird am Zage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. Allmacht Gottes. 22. Mel. Wir Christenleut' sc. Gott, grenzenlos, unbenkbar groß, der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon sehn wir hier so viel von ihr; doch sehn wir kaum den Anfang ihrer Werke. 2. Durchflög' ich gleich dein weites Reich und sähe deine legte Sonne glänzen; so säh' ich dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht deiner Ullmacht Grenzen. 3. Was du erschufft, was du jegt rufft und rufen wirst, wer kann das Alles zählen? Doch wolltest du noch mehr dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 4. So lange fließt ihr Quell, und ist doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein Wort, so fließt er fort in neuen Himmeln und auf neuen Erden. 15 5. Doch deine Kraft, o Gott, erschafft nur, was du willst; denn du bist gut und weise. Das lehre mich, damit ich dich für Alles, was du thust, mit Ehrfurcht preise. 23. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Herr, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt Alles dir zu Füßen; du führeft deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge fah. 3. Du hast dein großes Scho pfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Ullmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtiger, erstaunt fati ich Gott, dessen Dasein, 16 ich vor dir anbetend nieder. Mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 7. D schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deiner Ullmacht Kraft, die alles kann und alles schafft. Weisheit Gottes. 24. Mel. Wer nur ben lieben 2c. Schöpfer, jedes deiner Werke macht deiner Größe Ruhm bekannt, verkündigt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand. Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen unermeßne 3ahl! 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist, denn du wählest nur das Beste, ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannichfaltig und wie gut ift das, was deine Weisheit thut. 3. Was du nach ihrem Rath erschufeft, regierst du auch nach ihrem Rath: was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Schluß geordnet hat. Wem Weisheit und Verstand gebricht, versagst du's, wenn er bittet, nicht. 4. Oft ist uns, Perr, dein Weg verborgen; dein Rath ist dennoch wunderbar, der Ausgang deiner weisen Sorgen erhellt, was unbegreiflich war. Was du beschließeft, das besteht; was dir entgegenstrebt, vergeht. 5. Der Mensch hat seinen freien Willen; und dennoch muß, wie frei er wählt, er immer deinen Rath erfüllen, der seines Bieles nie verfehlt. 3u Schanden machst du Zuck' und List, und lehrst, daß du nur weise bist. 6. D Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich, was gut ift, nicht. Damit sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht. Deckst du, was tauschen kann, mir auf, so wandt' ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir, ich lebe nicht vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. 25. Mel. Gott des Himmels und der ic. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? Ist's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg vers fteh'? Wesen und Eigenschaften. steh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht verfagt? 3. Sollt' ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler, Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt' er zu Regiererinnen feiner Werke, seiner Welt, meine Lüfte segen, sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thoricht Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit. Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Darum auch auf rauhen We gen, Christenseele, Elage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort licht, und ich faff' erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. 17 bin heilig, heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde. reiner Wandel gilt, Keiner kommt zu deinem Lichte, der nicht dein Ge seg erfüllt. Heilig und gerecht bist bu, und du rufft uns allen zu: Sch 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir, ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft und gut, und unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, Macht und Stärke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff' in uns, Gott, reine Herzen, töbt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Herr, vor dir? Wie so leicht, ach, fallen wir! Wer kann merken, wer kann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. D fo reinige vom Bösen durch ihn unsern Heiligkeit und Gerechtigkeit ganzen Sinn. Gieb uns, wie du Gottes. selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 26. Mel. Herr, auf dich will ich se. 6. Reiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Sott, vor dessen Ungesichte nur ein Wandels größte Zierde sei des Herzens Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich. Denn zu deinem Himmelreich wirst du, herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. B 27. Mele 13 Gott, dessen Dasein, 27. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Gott, du bist heilig und gerecht in allen deinen Wegen. Du krönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur 3ufriedenheit und wahrem Wohl uns leitet. züchtigst auch zur Heiligung nur deine schwachen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt, und deiner Bucht gehorchet! 6. Doch bloß zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die Sünder, und 7. Web aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut und nicht zu dir sich kehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil, wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein jeder die Geseke, die deine Weisheit festgestellt, verehre stets und schäge. Wer davon weicht, der weicht zugleich von seinem Wohl'; in deinem Reich ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du låsfest, fürchtet man dich nicht, uns hier schon inne werden, daß du auf unsre Thaten siehst und ein gerechter Richter bist zur Ahndung alles Bösen. 28. 4. Es klagt uns das Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser bofes Leben; dà flieht Mel. Ich dank' dir schon burch se. die Ruh' aus unfrer Brust, und auf Es lebt ein Gott, der Menschen die schnode Sündenluft folgt eine bittre Reue. liebt. Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für seine bösen Thaten und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut, so fühlt er ihre Leiden. 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht drauen. O hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an unb leit' uns auf der Tugend Bahn, daß jeder selig werde. Liebe, Güte, Gnade und Barmherzigkeit Gottes. 2. Ich seh's an jeder dunkeln Nacht, wo auch kein Stern mir Leuchtet, am Mond, wenn er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glühn und Berg und Wald bewegen; ich seh's, wenn sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht Wesen und Eigenschaften. 4. Nicht nur wenn Frühlingslüfte Geiste neue Kraft? wer läßt mich wehn durch Laub und junge Blüthe; nicht nur wenn reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte. so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Urm, der Alles schafft? 5. Ich seh' sie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Sturm den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so feh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück bei dieses Lebens Freuden, ich seh' sie mit bethråntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie noch heitrer als die Sonne, und finge, frei von aller Müh', ihr Lob in ew'ger Wonne. 29. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem 19 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest ſelig ſein. dein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist fein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dieß Gebot ers fülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht. Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott, laß deine Güt'. und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stark' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Beit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. 2 30. Mel. 20 Gott, dessen Daſein, 30. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Gott, du bist die Liebe. Uns wohlzuthun, ist deine Luft. Drum preift mit frohem Triebe dich unsre bankerfüllte Brust. Ganz ohne alle Grenzen ift beine Gütigkeit. So weit bie Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was bu gemacht, und haft auch uns, uns Allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufft bu uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Bunber in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns beine and im Himmel aufgehoben, der Bonne Baterland. Dahin uns zu erheben, fanbist du den Sohn berab, ber hulb reich selbst sein Beben für uns BerLorne gab. 3. Die groß ist deine Grabe! Bet if fo reidh an bulb als bu? Auch auf dem Sündenpfade fichst du uns voller Langmuth u. Du lockeit uns gur Buge. Und follen wir ge= brugt boll- eur bir zu Fufe, voll Reu", die Behrung jengt: so schenket bu uns Urmen auch Troft an deiner Huld und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen i immer beine Gütenens ſelbst unjerm Bunsch und Sorgen kommit bagu ver mit Baterte. Du Geber aller Saben, bu meißt, was uns gebridt, und was wir nöthig haben, verſagt bu Keinem nicht. Bie sind dochum fre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Laft und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnaden uns za segnen, ist ewig deine Luft; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unfre Lust. Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freudig zu erfüllen, sei unfer bestes Theil. 6. Ber hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den fejest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffit ihm selbit aus Seiben den herrlich ten Gewinn, und führeſt ihn zu Freuben, bie ewig währen, hin. Bir groß if beine Gite! Mich per fiets zu freun, Los, Gott, out mein Gemithe voll Siebe zu dir fein. 31. d. Ant mrines Sergent Gr.ac. Groß ist des Höchten Gite. Ser fie nicht achtete, welch fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Roth, erquidet uns im Seide, verwandelt es in Freude, versüßet selbſt den Tod. 2. Und meine Sinen jawiegen? Schjelbit verſagte mit hot himmlide Bergnügen, Gott, lobgufingen bir? Nein, her, von meinem Dant jäi jeder Morgen Zenge, und jeden Thend stige zo bit mein Sohgeſang. Wesen und Eigenschaften. 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ich's auch bin. Treu bleibt zu allen Zeiten dein milder Bater. finn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirft in Kümmernissen mir wohl zu helfen wiffen; dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine Huld ist größer, als es der Mensch versteht, dein Rath unendlich besser, als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuversicht, dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sei meine liebste Pflicht. 32. Mel. Nun lob' mein' Secl' den sc. Mit fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört. Dankt Gott, daß seine Güte so wie sein Leben ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und sorget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Him mel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ih rem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange, finstre Qualen wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie ers wärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie auch sich verFlärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt, weit 21 füßer ist die Wonne, womit uns Gottes Güt' erquickt. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod; doch besfer noch, als Leben, ist deine Güte, Gott. Wie ist sie uns so theuer! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie! 4. Zu ihrem Lob' erwecke vor U1lem du dein Herz, o Chrift. Komm her, und sieh' und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Auf, seinen Ruhm erzähle dein from= mes Saitenspiel, und deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefüht! Von seiner Güte sage, wie treu sie får uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächſten Nacht. 5. Wer wollte sie nicht loben, sie, die doch Allen Alles gab vom hohen Engel oben bis zu des Staubs Gewürm herab? Von so viel Kreaturen låßt sie nicht eine leer, und breitet Segensspuren auf Alle sie umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erds Freis voll. 33. Mel. Aus meines Herzens Gr. it. Mit Singen dich zu loben, isſt, Gott, mein Herz bereit. Gieb selbst dazu von oben mir Kraft und Freus digkeit. Auf, Seele, bringe Dank! O wäre doch mein Leben dem Gott, der mir's gegeben, ein fteter Lobge= fang! 2. Gs 22 Gott, dessen Dasein, 2. Es freun sich deine Kinder des Reichthums deiner Huld; du trågst auch selbst den Sünder mit schonender Geduld. Gern willst du, daß der Christ beglücket auf der Erde und einst dort selig werde, wo die Bergeltung ist. 3. Mein Gott, wie große Dinge hast du an mir gethan. Mein Herz ist zu geringe, mit dem ich danken kann. Wie groß ist deine Treu'! Ich werfe meine Sorgen auf dich, und alle Morgen ist deine Gute neu. 4. Gott, du willst mich beglücken durch Ulles, was du thust, aus deinen Baterblicken strömt in die Seele Lust. Du bist mein höchstes Gut, im Finstern meine Sonne, im Kum: mer meine Wonne, du giebst mir Kraft und Muth. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sei. Sei dankbar und entbrenne in Gegenlieb' und Treu'. Vertrau' ihm, hang' ihm an. Den Trost laß dir nicht rauben. Beglückt ist, wer im Glauben ihn Bater nennen kann. 34. Nun lobe, meine Seele, was in mir ist, des Höchsten Treu'; auf, seine Güt' erzähle, denn sie ist alle Mor gen neu. Die Sünd' hat er vergeber. Ist deine Schwachheit groß, so rettet er dein Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Trost er quicket, verjüngt dich Adlern gleich. Der Herr schafft Recht, beglücket, was seufzt in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht. Er liebt uns ohne Maßen, ihm mangelt's an Erbarmung nicht. Er schüßt uns in Gefahren, straft nicht nach unsrer Schuld, pflegt Gnade nicht zu sparen, er hat mit uns Geduld. Sein Wohlthun ist so labend für kindlich frommen Sinn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin. 3. Wie Våter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hülflos schrein; so will der Herr uns Armen, die wir ihn fürchten, Vater sein. Er kennet unste Schwäche, er weiß, wir sind wie Staub, wie Gras auf dürrer Fläche, wie Blumen, fallend Laub. Kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da. So wird der Mensch vergehen, sein End' ist stets ihm nah'. 4. Nur Gottes Gnad' alleine steht fest, und bleibt in Ewigkeit. Sie krónet die Gemeine, die treu sich seinem Dienste weiht, euch, die ihr Glauben haltet. Er herrscht im Himmelreich. 3hr starken Engel, waltet des Lobes, dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort. Mein Geift soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott, Vater, Sohn und heil's gem Geist! Der woll' in uns vers mehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm feft vertrauen, verlassen uns auf ihn, auf ihn von Herzen bauen, mit unserm Muth und Wesen und Eigenschaften, und Sinn ihm freudig stets anhangen, ihn ehr'n zu jeder Stund'. Herr, laß es uns erlangen, wir flehn aus Herzensgrund. 35. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht sing. sc. Sott, mein Gott, dir will ich singen, deines Heils will ich mich freun. Denn ich seh' in allen Dingen: Gottes bin ich, Gott ist mein. Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Aller, aller Engel Schaar schufest du und zählst mein Haar. 2. Wie ein Ubter sein Gefieder über seine Jungen streckt, hat mich, dankt's ihm, meine Lieder, hat mich Gottes Urm bedeckt. Gott war's, als ich noch nicht dachte, als ich kaum zu sein begann, Gott, der immer tödten kann, war's, der da schon mich bewachte. Dank, dieß Leben gabst du mir und ein ewigs, Dank sei dir. 3. Für mich Urmen, mich Vertornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, gab er Jesum Christum hin. Wer kann, was er that, ergründen auf der ganzen Erde, wer? Wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? Sie befällt ein heilig Graun, wenn sie luitet, hinzuschaun. 4. Seinen wunderbaren Führer, Gott, den Tröster, seinen Geist, 23 giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens ew'gem Licht. Dann, dann fürcht' ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille. Deines Heile darf ich mich freun, Herr, dein bin ich, du bist mein. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er seines Lebens Ruh'. Wenn ich, was er wählte, wähle, stromet mir sein Friede zu. Was, so lange wir hier wallen, Pilger in der Sünde Welt, was die Hütten stügt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dieß giebt, deß UUmachtsruf uns für diese Welt auch schuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah'. Thier' und Kräuter und Getreide, in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude. Vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Gnadenvollen Fuß. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt, dann, dann bet' ich, und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt. War' er nicht mein Gott gewesen, håtte mich sein Angesicht nicht erquickt: so wår' ich nicht von so vieler aual genesen. Vom Ullsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob Gott, dessen Dasein, ob es seitwärts gleich zur Sünde Langmuth und Geduld Gottes. von der rechten Bahn entweicht, also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit 36. Mel. D Rinig, deffen Majestät zc. dem Schwerte rächen, weil, als ich's Mit welcher Langmuth und Geverirrt beging, doch mein Herz an ihm noch hing. 24 9. Wohlthat ist das Kreuz den Christen, ist's gleich, wenn es da ist, Pein, fährt es uns in dürre Wüsten, scheint's gleich oft Gericht zu sein. Und was haben wir gelitten? Duldeten die Martyrer nicht viel mehr als wir, viel mehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? Rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt. 10. Schwer, so lang' ich leb' am Grabe, oder leichter sei mein Theil. Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewigs Heil. Die, so hier mit Thrånen såen, ernten dort mit Freuden ein. Nach des Eurin Lebens Pein werd' ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg gelei tet hat. 11. Weil denn ohne Biel, ohn' Ende, zahllos deine Gnaden sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Bater, auf, dein Kind: Bater, Bater, du wollft geben, dir mich, ganz mich dir zu weihn, deß, der ewig ist, zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, hei lig ist er, der sein wird, war und ist. duld trågst du, Gott, Menschenkinder! Wie trågst du bei gehäufter der! Sie nahen dem Verderben sich; Schuld auch selbst die größten Sundu siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Erbarmen. Herz zu dir zu ziehn aus innigem Raum noch in ihr Herz zu gehen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Uuch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch långer stehen. Du wars test ihn umsonst, und doch pflegst du des Baumes immer noch, verziehst, ihn abzuhauen. I was für Langmuth und Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld, wer kann sie ganz durchschauen? 3. Erbarmst du dich denn schon so sehr selbst unbiegsamer Sünder, so trågst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Låßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und tråg' in guten Werken: so jammert's dich, du denkst daran, wie leicht ihr Herz fie täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Du warnst sie vor des Falls Gefahr, noch eh' sie irre gehen, Gefallnen reichst du Stärke dar, bald wieder aufzustehen. Du lockest sie voll Lieb' und Hulb, verheißest ihnen ihre Wesen und Eigenschaften. ihre Schuld durch Christum zu vergeben; und stehn sie auf, wie feuert dann dein Trost sie zu dem Eifer an, unstråflicher zu leben! 6. D Langmuth, der nichts gleichen kann, gedenke stets der Sünder, nimm mit Geduld dich ihrer an wie deiner schwachen Kinder. Uch, Keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, durch dich erneut, den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. 5. Wenn sie oft furchtsam und mit Angst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlgefallen; wenn sie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, recht zu thun, für dich 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen, hat, eh' wir waren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt, ruft uns zurück von ungerader Bahn, beut und ihre Pflicht zu leiden: wie nach-, uns die Hand und nimmt sich sichtsvoll gewöhnst du sie zum Zugendkampf und dessen Müh' und an des Kampfes Freuden. unsrer an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen undankbar oft, was er an uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, nicht, was sie thut, die Sprache nennen kann, verz gessen sein, der unsrer nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. 25 Gaben, für alle Vatertreu' bei Glück und Schmerz, für alle Freuden, alle Lieb' und Huld, für alle Güt' und schonende Geduld. 2. Laßt uns ihm singen. Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle seine 37. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen ze. Laßt unserm Vater, laßt uns singen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied. Erwacht mit mir, uns aufzuschwingen zu unserm Gott, der auf uns niedersieht, uns hört von seiner Höh'. Und reine Luft, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Brust. 5. Seit wir auf dieser Erde wal= len, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns segnen war dein Wohl= gefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trösten, wenn wir weinten, unbewußt uns Freud' erschaffen: das war deine Lust. 6. Das wird sie sein. Mit Va= terhånden willst du uns leiten bis an unser Grab, uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken sein und Stab, und, lebten wir dir unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! O Seele, sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthråne, und erzähle, was Gott, dein Gott stets hat an dir gethan! Ihm ähnlich werden, sei der beßre Dank, 26 Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. Dank, dein Leben ihm ein steter Lubgefang. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 38. Mel. Aus der Tiefe rufe ich sc. 39. Wahrheit ist dein Eigenthum. Mel. O Gott, du frommer Gott ze. Ewig bleibt dir, Gott, der Ruhm, daß dein Wort untrüglich ist, und du Gott ist und bleibt getreu. Sein groß an Treue bist. Herz bricht ihm vom Lieben. Pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betrüben: so průft er durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu. Er hilft uns selber tragen, was er uns aufgelegt, die Last der schweren Plagen. Er züchtiget uns oft, und bleibet doch dabet ein Vater, der uns liebt. Sott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu. Er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Eigenthum von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu. Er tröftet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Sonne wieder scheinen. Der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht Uugenblicks vorbei. Sei, Seele, nur getrost. Gott ist und bleibt getreu. 2. Aller Tauschung bist du feind; wie dein Vatersinn es meint, so nur offenbarst du dich uns stets unveranderlich. 3. Was du zusagst, ist gewiß; wenn du gleich in Finsterniß weislich oft für uns verhüllst, wann und wie du es erfüllst. 4. Sicher bringst du auch zur That, was dein Mund gedrohet hat, wenn der Frevler Heer gleich spricht: Er, der Höchfte, straft uns nicht. 5. Reue findt bei dir nicht Statt. Was dein Rath beschlossen hat und dein Wort dafür erklärt, wird durch den Erfolg bewährt. 6. Sollt' ich dir denn nicht vertraun, nicht auf dein Versprechen baun, deine Drohungen nicht scheun, nicht auch Freund der Wahrheit fein? 8. Dich, den Treuen, ehrt nur der, der dir traut und falschheitsleer überall die Wahrheit liebt, sucht, befolgt und treulich übt. 9. Und so bete Jedermann dich als den Wahrhaften an, dich, der, wenn auch alles fällt, ewig Treu' und Glauben hält. 7. Heilig sei mir diese Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets sein Wort vollführt, Herr, den Ruhm, der dir gebührt. 5. Gott Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist. 5. Gott ist und bleibt getreu. Er stillet dein Begehren, nur will er dich zuvor durch Kreuz und Leid bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Freudenbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. II. Von Gott, dem Vater, Sohne und heiligen Geiste, oder dem dreieinigen Gott. 40. Herr und Gott, o Bater von Ewigkeit, groß bist du durch Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und Beherrscher. Erbarm' dich über uns! 2. Christe, Trost aller Welt, zum Sündentilger uns dargestellt, o Jesu, Gottes Sohn, unser Retter, hoch auf der Gottheit Thron, brünstig flehen wir hinauf zu dir: Erbarm' dich über uns! 27 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüglich sei. So liebt der. Höchste dich! Gott ist und bleibt ge= treut. 3. Herr und Gott, heiliger Geist du, gieb uns Kraft und Trost, und Seelenruh', daß wir einst durch den Tod, mit Heldenmuth entfliehn der Erde Noth. Erbarm' dich über uns! 41. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank sei seiner Gnade. Er for: get, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun, ist er bereit, sein Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Bater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest. 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du, unser Mittler, Herr und Gott, hilf uns im Leben und im Tod, erbarm' dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir, verlaß uns nicht, so sind wir hier und einst auch ewig selig. 42. Wir gläuben All' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Bater gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns 28 Gott, Vater, Sohn uns allezeit ernähren, Leib und nen, den Herrn, der Mensch gewor= Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hûtet und wacht, es stehet Alles in seiner Macht. den ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu hoch, für uns zu geben, er erstand, herrscht, hoch erhöhet in dem Reich', das nie vergehet, er låst uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuze gestorben, und von dem Tod wieder auferstanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Führer. Der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden, er floßet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost in's Herz. Umen. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden ein Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schone; die ganze Christenheit auf Erden hålt in einem Sinn gar eben; hier all' Sund' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend' ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Wir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, unser Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er beschloß schon eh' wir waren unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns forgt und wacht, und Alles steht in feiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebor: 43. An einen Gott nur glauben wir, Vater, Sohn und heil'gen Geist, den froh die Schaar der Christen hier, dort das Chor der Engel preist, der durch seine Huld und Kraft Ulles wirket, thut und schafft. 2. Un Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Vaters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Bollbringen schafft. Heilige Dreieinigkeit, fegne deine Chris ftenheit! 44. Mel. und heiliger Geist. 44. Mel. Lobet den Herrn, denn er ist ze. Preis Preis sei dem Bater, Preis sei dem Sohne und Preis sei dem Geiste! Auf, laßt vor ihm uns Enien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die bohern Lieder schallen. Ehre dir, Preis dir, Wesen der Wesen! 2. Wunderbar bist du, Seligkeit bist du, Herr, Herr, heißt dein Name. Groß, theuer, schrecklich, herrlich, unvergånglich, herrlich, uns vergånglich ist all dein Thun, Herr, Herr, und überschwänglich über das Alles, was wir begreifen. 3. Denkt dich, o Erster, Wesen der Wesen, denkt dich meine Seele, dann wünsch' ich in dem freudigen Erschrecken Flügel, mich zu decken; die Engel thun's im freudigen Erschrecken. Heilig, ach heilig, denn du bist heilig! 29 5. Michte mein Leben Jubel und Dank sein, Lob, und Preis und Dank sein. D möcht' ich, wie ich důrst', ihn preisen können, ganz von Liebe brenso meinen Herrn und meinen Gott ihn nennen, so wie sein Beuge, der ihn für todt hielt. nen, 6. Selig find Jene, welche nicht schauen, aber dennoch glauben. Der Beuge sahe seiner Wunden Maale. Ach, wie dein Entzücken, der du sie sahst, so stark sei das Entzücken meines Vertrauens auf den Erstandnen. 7. Welches Erstaunen wird mich ergreifen, wenn nun meine Blicke einst nach dem Tode dort ihn werden schauen. Dann wird mein Vertrauen ganz Wonne. Was bist du, des Todes Grauen, wenn ich, auf einmal frei von dir, Gott seh'? 8. Nur ein verflogner nächtlicher Traum war mir des Todes Schrekken, der letzte Schweiß des Streiters, den nicht Leiden, selbst des Todes Leiden von dir, Vollender seines Glaubens, scheiden. Mittler, dir leb' ich, Mittler, dir sterb' ich. 9. Darum ich lebe, oder ich sterbe, so bin ich doch Christi. Unbetend laß uns knien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die Jubellieder schallen. Ehre dir, Dank dir, Preis dir, Erbarmer! 4. Die schon den Herrn sehn, ihn, der erwürgt ward, schon vom Unbeginne, sie werfen vor dem wundenvollen Sohne ihre EhrenKrone anbetend nieder, vor des 45. Mel. Komm, heiliger Geift zc. Menschen Sohne! Heilig, ach heilig, Lob, Preis und Ehre bringen wir, denn er ist heilig. Herr, unser Gott und Vater, dir. Dein Ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser Lob dir gefallen. Caßt, Menschen, seiner Lieb' uns freun und ewig, ewig dankbar sein. Lobsingt ihm, Christen, unsre Brüder, fallt vor dem Gott der Liebe nieder, und betet an, und betet an. 2. Er 30 Gott, Vater, Sohn 2. Er hieß uns leben, wir sind sein. Du bist die Lieb', und wir sind dein. Wie groß und viel sind deine Werke, du Gott der Macht und der Stärke. Dein ist der Erdkreis, und in dir, o Hochster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der Engel Heere, uns auch erschufst du, dir zur Ehre, uns Sterbliche, uns Sterbliche. Erden mit deinem Ruhm' erfüllet werden. Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist. D Höchster, deinem großen Namen fei ewig Ruhm und Ehre. Umen. Sei, Gott, gelobt, fei, Gott, gelobt! 46. Mel. Gelobet feift du, Jefu zc. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld und trägst uns Sünder mit Preis ihm, er schuf, und er erhält Geduld auf deinen våterlichen Urmen mit liebevollem Erbarmen, verkurzest unsre Prüfungszeit, und führeft uns zur Seligkeit. Du überschütteft uns mit Freuden, und schickst zu unserm Heil uns Leiden, du Gnådiger, du Gnädiger. 4. Lob, Preis und Ehre, Christe, dir. Verlorne Sünder waren wir: du bist am Kreuz für uns gestorben, bast ewigs Heil uns erworben. Wer zu dir fliehet, an dich glaubt, und in Versuchung treu dir bleibt, der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Ruh' und Leben finden in Ewigkeit, in Ewigkeit. 5. Gelobet feist du, Geist des Herrn. Wir waren einst von Chrifto fern, entfernt von dir und von dem Leben, mit Finsternisfen umgeben. Du haft durch deines Wortes Macht auch uns zum wahren Licht ge= bracht; du lehrst uns leben, lehrst uns sterben, und weiheft uns zu Himmelserben durch Christi Tod, durch Christi Tod. 6. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir. Es müsse jedes Land auf seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr., auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Gelobt sei Gott! 2. Preis ihm, er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Ge lobt sei Gott! 3. Preis ihm, er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 4. Sing, Seele, Freudenthrånen, fließt: Heilig, heilig, heilig ift Gott, unser Gott. Dir, Höchster, dir, dir leben und dir sterben wir Sea lobt sei Gott! 47. Mel, Komm, Heiliger Geift x. Wir fühlen dich zwar, aber wir erstaunen, Ewiger, vor dir, wenn wir, dich näher zu erkennen, von frommer Sehnsucht entbrennen. Wir schaun in's heiligthum hinein, und sehn, du warst, du bist, wirst sein. Der und heiliger Geist. 31 Der Mensch war nicht, du sprachst: doch die Lieb' ist mehr als selber er werde. Da wurden wir, und wurden Erde, Unendlicher, Unendlicher! Wunder sind, die Liebe zu unsern Brüdern, und die Liebe zum Ewigen, zum Ewigen. 6. Wir blicken durch ihn auf zum Lohn', bereit für uns an Gottes Thron, wenn wir aus ganzer Seele ringen, uns ganz dem Eiteln entschwingen. Zwar sinken wir; doch stehn wir auf, und laufen wieder unsern Lauf. Du lehrst uns Jesum wiederfinden, und endlich vollig überwinden, Geist, Schöpfer, Gott; Geist, Schöpfer, Gott. 2. Der Mensch ward Erd' und auch ein Geist; er ist es, der dich kennt, dich preist. Nur selig, wenn, von dir entzündet, er seinen Schöpfer empfindet. Schau, Seele, dich mit Ehrfurcht an. Der dich allein vernichten kann, Glückselige, schuf dich unsterblich, schuf bich, ihn einst zu schaun, unsterblich Begnadigte, Begnadigte. 3. Eh' seines Willens Ullmachtsruf die Himmel und die Geister schuf, da waren wir schon die Geliebten durch Jesum, seinen Geliebten. Vor unserm Gott ist keine Zeit; bestimmt ward er von Ewigkeit für uns der Sohn, der Eingeborne. Und wir, wir waren schon Erkorne von Ewigkeit, von Ewigkeit. 4. Jeht ward er ein Mensch. Süß bist bu, o unsrer Seele beste Ruh', vor allen göttlichen Gedanken, in welch' je Geister versanken. Wir wagen uns nicht in dein Meer, und stammeln mit der Himmel Heer! Unendlichs Heil hat er erworben, am Kreuz, am Kreuz ist er gestor: ben. Gelobt sei Gott, gelobt fei Gott! 5. Wir glauben an ihn durch den Geist, des Vaters und des Sohnes Geist. Kein menschlichs Werk ist unser Glauben, du kannst ihn, Tod, uns nicht rauben. Durch ihn empfing der Mårtyrer auch Wunder; 7. O der du uns schufst, opfertest für Sünder dich, sie heiligtest, hinab in Staub blick auf uns Armen, Herr, Herr, Herr, Gott, mit Erbarmen, hör' unser thránenvoll Gebet, das dir um ewigs Leben fleht. Du bist, wirst sein, du bist gewesen, Unendlicher, der Wesen Wesen, Dreieiniger, Dreieiniger! 48. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Gott, Bater, Sohn und Geist, du bist der Gott, den wir verehren, durch den die Welt erschaffen ist mit allen ihren Heeren. Dich Unbegreif lichen erhebt, wer, Herr, in deinen Reichen lebt und deine Größ' empfindet. 2. Wir beten dich, o Bater, an, du Ursprung alles dessen, was war, und ist und wird. Wer kann, wie groß du bist, ermessen? Dein ist der Sohn von Ewigkeit, von dir erzeugt vor aller Beit zu deinem benbilde. 3. Er Gott, Vater, Sohn 3. Er ist dein eingeborner Sohn, stets. Und naht der Tod heran, so hat deine Macht und Stärke, hat laß auf Jesum Chriftum dann uns deine Herrschaft, deinen Thron, froh und selig sterben. thut alle deine Werke. Denn, was nur Erd' und Himmel faßt, das Alles, Ulles, Bater, hast du nur durch ihn erschaffen. 32 4. Durch ihn erhältst du und regierst nach deinem Wohlgefallen, was du erschufft; durch ihn vollführst du auch dein Werk in Allen. Du haft uns vor der Welt dir schon durch deinen hochgeliebten Sohn zum Eigenthum erwählet. 5. Dich preisen wir, o Jesu Christ, dich, Gottes Eingebornen, dich, der du unfer Schöpfer bist, dich, Retter der Verlornen. Gott bist du, wie dein Vater ist, warst auch so selig; dennoch bist du Mensch für uns geworden. 6. Das wardst du, uns von unsrer Schuld, vom Tode zu erretten, daß wir zu deines Vaters Huld Vertraun und Zugang hätten. Du, der du uns zum Heile starbst, standst auf und giebst, was du erwarbst, uns nun von deinem Throne. 7. Du bist, o Geist, der Gnade Pfand vom Vater und vom Sohne, auch Gott, vom Vater uns gesandt und von des Sohnes Throne, uns zu erleuchten, unser Herz zu heiligen, und jeden Schmerz zu lindern, uns zu leiten. 8. Durch dich ist unsre Hoffnung fest, du linderst alle Schmerzen. Und wenn uns alle Welt verläßt, bleibst du in unsern Herzen. Hilf 9. Sei, o Gott Vater, Sohn und Geist, für deine Huld erhoben. Wer dein Bekenner ist und heißt, můff' immerdar dich loben, Herr, heilig, heilig, heilig ist dein Name. So lobsingt der Christ auf Erden, so im Himmel. 49. Mel. Gott der Vater wohn' uns zc. Gott, ich darf zu dir mich nahn, ich, ein Erlöster Christi. Tief im Staube bet' ich an dich, Vater Jesu Christi. Unsichtbarer, der du bist, und sein wirst, der du warest, du schufest, du bewahrest die Welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Alle, daß Alles dir gefalle, in Allen und durch Alle? Uller Dinge Herr und Gott, sei hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Sohn, ich darf zu dir mich nahn, Gott, Ebenbild des Vaters. Tief im Staube bet' ich an, dich ein'gen Sohn des Baters. Menschgewordner, der du bist, und sein wirst, der du warest, im Fleisch dich offenbarest der Welt, vor der du wareft, Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Ulle? Daß Jeder dir gefalle, versöhnteft du uns Ulle. Sohn des höchsten Vaters, Gott, sei bochgelobt, Herr, unser Gott! 3. Geist und heiliger Geist. 3. Geist des Vaters und des Sohns, du kennst die Tiefen Gottes. Siegel unsers Gnadenlohns, mach' uns zu Tempeln Gottes. Geist der Heiligung, bu bist vom Vater uns gegeben, damit wir ewig 51. Mel. Nun danket Alle Gott se. leben, und ewig ihn erheben. Sei Gelobet sei der Herr, mein Gott, lig, heilig ist der Vater mit dem Sohne, der Geist, auf einem Throne mit ihm und seinem Sohne. Einiger Gott, Aller Gott, sei hochgelobt, Gott, unser Gott! mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat den Leib und Geist gegeben, mein Vater, der mich schůht vom Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Baters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 50. Mel. Wie schön leuchtet der sc. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke. Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Gut' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder, fallet nieder: Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 33 Lusten. Leit' uns, stårk' uns, in der Freude wie im Leide Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott. Du, Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfst uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Troft, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet; den Alles lobt und preist, was ist und lebt und webet. Gelobet sei der Herr, deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig fingen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet fei mein Gott in alle Ewigkeit! C 52. Mein 34 Werke und Wohlthaten 52. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Wohlthat, die du mir so våterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 2. Du hast durch deine große Macht mich an das Tageslicht ge= bracht, mir Leib und Seele schön geziert, mich, in die Christenheit geführt. 3. Die böse Lust, die in mir haft, beherrsche ich durch deine Kraft; bu gabst den Geist mir in der Tauf, nahmst mich zu deinem Kinde auf. 4. Wiewohl sich leider Schwachbeitssund' bei mir noch immer háu fig find't, so hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Biel tausend Gnade hast du mir auch sonst erwiesen für und für; ich spür' es stets und überall, drum fag' ich fröhlich noch einmal: 6. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Wohlthat, die du III. Von den Werken und 54. Mel. Sei lob und Ehr' dem 2c, Went enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll. mein Gott, mein Herr und Bater. 2. Mein Auge sieht wohin es mir so våterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist vor seinem Thron, das ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. 53. Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib' und Kindes Beinen an unzählig viel zu gut und noch jezund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' era halten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der Beiden gleich, im hohen Himmelsthrone! Lob dem dreiein'gen Gott, der ewig, ewig war und ist und bleiben wird, Lob jegt und immerdar! Wohlthaten Gottes überhaupt. blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, práchtig ausge= schmückt, preift dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht, wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer' der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel reg. nen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Bottes überhaupt. ren? D Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreift, und alle Welt fag': Umen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? 55. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ift, groß von That, den Gutigen, den Weisen, der keinen feines gleichen hat. Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Kraft, wer seines Urmes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 35 2. Er will: die Sonnen flam= men auch drångt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den ungewittern, das Meer wird ungeftum, des Himmels Saulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zunden Gebirg' an: sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Hieher, nicht weiter! Legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen: sie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren? O wagt's nicht, ftolz zu sein! 4. Kannst du mit deiner Stimme, o Stolzer, donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben und der Blige Gluth, leg' auch Gewalt an, zeige dich mächtig, wie der Herr, schau' an die Höhen, beuge, versenke sie wie er! Was rühmen denn die Theren mit ihrer Stärke sich? D Staub, aus Staub geboren, nur Gottes rühme dich! 5. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer, ihr Lob sei unsre Pflicht. O Vater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; ( 52 dir, 36 Werke und Wohlthaten bir, dir vertrauen wir. Erhalter, er verordnet, das besteht. Seine wer kann fallen, geleitet, Herr, von dir? Wege sind vollkommen. Er schüßt, beglückt und liebt die Frommen, und wer ihm troßen will, vergeht. Er hålt in Ewigkeit, was er verheißt, und dråut nicht vergebens. Bebt, Sünder, bebt, der Herr, Herr lebt; Gerechte, jauchzt, der Herr, Herr lebt. 5. Leben wird er, sein ein Råcher euch, widerspånstige Verbrecher, der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade, einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten Licht. Lobsingt, lobsinget Gott, dem Herrn, Herrn, unserm Gott, ihm, der sein wird! Im Heiligthum erschallt sein Ruhm schon jest, und künftig noch weit mehr. 56. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Kommt und laßt uns niederfallen, erstaunen, rühmen, daß uns Allen der Herr anbetungswürdig ist. Sagt, ihr Engel, sagt, ihr Frommen: Gott, Schöpfer, Herr, du bist vollkommen, du warst, du bleibest, der du bist. Noch eh' der Himmel war, den deine Macht gebar, eh' die Erde, warst du, ihr Herr, und herrlicher als dich, wer endlich ist, sich denkt. 2. Ulles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, sah er in seiner Möglichkeit, sah's, als ob's erschaffen wäre, sah jede Welt, sah ihre Heere, und jes den Geist, den er erfreut. Alwissend war der Herr, allmächtig war der Herr, gut und heilig. Auch ohne Reich bedurft' er euch, ihr Welten, nicht zur Geligkeit. 3. Er erschuf, uns zu beglücken, euch, Erd' und Himmel. Euch zu schmücken, floß über euch sein Licht herab. Ihnen sich zu offenbaren, erschuf er Geister, zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der Herr ein Reich, noch immer selbst sich gleich, unaussprech lich. Und die Natur verkůndigt nur, was er vor allen Wetten war. 4. Alles will und muß den Willen des Ullgewaltigen erfüllen, was 57. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Unsern Gott, den Gott der Ehre, besingen seiner Engel Chore: Der Herr ist groß, sein Nam' ist hoch. Werd' auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes, ob du schon Staub bist, preis ihn doch. Gern hört er den Gesang, ist schwach gleich unser Dank. Lobt den Höchsten, der, reich an Güt', auf's Niedre sieht, verschmäht nicht schwacher Menschen Lied. 2. Hochster, deiner Ullmacht gleichet auch deine Gnade, und sie reichet durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort gebrochen. Selbst Hoffnung deß, das dut Gottes überhaupt. du versprochen, ist mehr als einer Welt Gewinn. Eh' Erd' und Himmel war, warst du unwandelbar. Lobt den höchsten, ihn, ihn erhöht. Sein Wort besteht, wenn Erd' und Himmel schon vergeht. 3. Einst erschuf er, sich zur Ehre, von Sonnen unzählbare Heere, auch die, die uns strahlt, uns ers quickt. Um die Sonnen hieß er Erden, auch die, die uns ernähret, werden, und herrlich hat er sie ge schmückt. Er sprach, und es geschah, die Welt stand fertig da. Lobt den Hochsten! Er will, er spricht's, er schafft aus Nichts, der Herr, der Vater alles Lichts. 4. Herr, von dem wir alle Gaben aus deines Reichthums Fülle haben, du, Herr, vergisfest unsrer nie. Du schufft alle Millionen, die auf dem weiten Erdkreis wohnen, du kennst und überschauest sie; und jedem theilest du sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchsten! Mein Gott, durch dich entstand auch ich, und du regierst mich våterlich. 37 leicht die Spuren deiner Güte. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, ein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Alimacht Werke. 16 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 58. Mel. Wie schön leuchtet der ac. Gott, dessen starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe sie und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find' ich, Urmer, dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich 4. Dein Erdreich, Gott, das Jes dermann giebt Brod und Kleider, seh' ich an und schmecke deine Güte. Ich spüre, fühl' und höre sie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir scheinen, wie im Großen, so im Kleinen. 5. Dzeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, für jedes Gute sich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in allen zu gefallen; dir zu leben, sei mein einziges Bestreben. 59. Mel. D König, deffen Majestát zc. Lobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplah seiner Güte. Lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe. 38 Werke und Wohlthaten Gottes. Liebe. Rühmt es laut, Geschöpfe, sem heil' und dieser Pflicht, o Gott die ihr ihm vertraut, die ihr ihn der Liebe, laß mich nicht, so lang' kennt und ehret. Rühmt es, daß ich lebe, weichen. seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet. 2. Daß außer dir nicht Alles leer von Freud' und Liebe bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer' und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Unendlicher, du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber sättigest dich nun mit Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst, ermißt die Größe deiner Segen, wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Gute reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach, was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub' hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Bater, welchem Keiner gleicht, an Liebe, wie an Stárke, tein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohl thåtigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe. Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Trofte mir, dich meinen Vater nenne. Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die 60. Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so find und leben Welten, und er gebeut: so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er ers forschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder gebest. Ob du an's Meer, ob du gen Himinel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und al len Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnåbig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie Schöpfung. wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht, und Tag, und Korn, und Wein, und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: sollt' ich mein Her nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag, ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Holle Trug! 61. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Na39 men fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 62. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Betet an, laßt une lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weis: 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne, wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt, und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Bernimm's und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, und Ordnung und Stärke, dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Ulles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Bater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's. Mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. Schöpfung. heit, Huld und macht. Ihm, der Alles hieß entstehen, die Erde und der Himmel Höhen, ihm werde Lob und Preis gebracht. Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet, er schuf die Welt, die Werke und Wohlthaten Gottes. 40 dir er erhält. Es rühm', es preif ihn seine Welt. 2. Seiner Seligkeiten Fülle auch mitzutheilen, war sein Wille; und was er wollte, das geschah. Er ge= bot allmächtig: Verde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden Licht. Er sprach: Es sei! Da ward es Licht. 3. Alles ordnet er auf's Beste, und wölbte oben eine Beste, und unter ihr der Wolken Heer. Wafser deckt der Erde Höhen, er donnert: seine Winde wehen, es flieht und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf, enthüllt steigt nun herauf seine Erde, sein Eigenthum, ein Preis und Ruhm und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut: der Erde Felder, und Hügel, Thåler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben ruft. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Vieh und Wilde in jedem Wald, auf jeder Flur! Wer bevölkerte die Erde mit einer so unzählbarn Heerde von Thieren? Er, der Höchste, nur. Was sich auf Erden regt, sich fühlt und sich bewegt, Quell des Lebens, das kommt von dir. Vom Wurm zum Thier dankt Alles, Herr, sein Leben dir. 6. Und auch wir, du Gott der Stärke, auch wir sind deiner Hånde Werke: welch hoher Dank gebührt nun bir? Laßt uns, sprachst du, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen. Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, dazu dein Urm uns schuf, Gott der Liebe! Wir sollen dein uns ewig freun und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobsingen, und ewig frohen Dank dir bringen, der uns zu seinem Bild gemacht. 3um unsterblich frohen Leben haft du das Dasein uns gegeben. Auf ewig sei dir Preis gebracht. Du schufest deine Welt, die noch dein Arm erhält, uns zur Wonne. Allgüt'ger, dir frohlocken wir schon jetzt, und einst noch mehr als hier. 63. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. obsinget Gott und betet an, es dank', es rühm', es singe, es jauchze, wer nur jauchzen kann, dem Schöpfer aller Dinge. Wie groß, wie stark ist seine Kraft, wie herrlich, wie untadelhaft sind alle seine Werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht sind aller Himmel Heere! Wie strahlen sie voll licht und Pracht Schöpfung. Pracht dem, der sie schuf, zur Ehre! Das Auge sieht sich nimmer satt, sieht, was es auch gese: hen hat, doch immer neue Wunder. 3. Nicht Wunder für das Aug' allein, auch Wunder für die Seele, damit es ihr, sich zu erfreun, an keiner Schönheit fehle. Wie kunstvoll åndert Gott sie ab, versagt dem, was er andern gab; und doch ist jedes herrlich. 4. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäubchen auf der Erde, wodurch nicht Gottes weiser Rath und Huld verherrlicht werde? D wie ist seine Macht so reich, und was ist deiner Trägheit gleich, wenn du nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab diese Macht, die Schöpferin der Schönheit und des Lebens, dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als bich, erschafft, erhält und schmůcket seine Kraft so viele große Werke? 6. Gott selbst bedarf nichts, seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung und Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, mein Geist, nicht glück lich sein, willst du nicht gern dich immer freun, nicht immer froher werden? 41 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr Biel, laß dich zum Dank erwecken. D háttest du nur gnug Gefühl, wie gut Gott ist, zu schmecken. Ist seis ner Wohnung Vorhof schon so schön, wie wird dich einst sein Thron, wie wird er selbst entzücken. 7. Er selbst entflammt' in deiner Brust die Sehnsucht nach Ver. gnügen. Er schuf auch Quellen, die voll Lust stets fließen, nie versiegen. Gieb nur auf seine Wunder Acht: wohlthätig ist des Schöpfers Macht, kann dir's an Freude mangeln? 64. Mel. Warum betrübst du dich sc. Voll Freud' und frommer Dankbegier erheb' ich meinen Geist zu dir, mein Vater und mein Gott. Wie froh und heiter machet mich der himmlische Gedank' an dich. 2. Mein Uug' erblickt die stolze Pracht der Werke deiner weisen Macht. Du riefst: da wurden sie. Und Erd' und Himmel sind noch heut ein Spiegel deiner Herrlichkeit. 3. Da freuet sich, Allgütiger, ein zahllos Heer Lebendiger der milden Vaterhuld, die neu an jedem Morgen ist und auch des Wurmes nicht vergißt. 4. Da stellest du, durch den ich bin, mich unter deine Wunder hin, zum fröhlichen Genuß. Was ist der Mensch, Herr, deß du dich so gnådig. annimmst? was bin ich? 5. Den Menschen krönte deine Hand, dich zu erkennen, mit Vers stand, sie bildete dieß Herz, das dankbar froh empfinden kann, wie viel sein Gott an ihm gethan. 6. und welche sel'ge Hoffnungen schenkst du nicht den Erlöseten, du Stifter unsers Heils. Versüßt wird jedes 42 jedes Leid durch sie, und leicht der Tugend edle Müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu fein, die theuern Lebensstunden weihn, die mir noch übrig sind. Viel höh're Freuden hab' ich dann, als diese Welt mir geben kann. Werke und Wohlthaten Gottes. 65. Mel. Wie schin leuchtet der 2c. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Als er's ausrief: da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön! Wie sie einmüthig Gott erhöhn, und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang des Gütigen und Weisen! O wie könnt' ich fühlLos schweigen, folcher Zeugen Lob vernehmen und doch seines Ruhms mich schämen? 3. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken, noch hat sie Freuden gnug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entgücken. Eher werden auch die Werke feiner Stårke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 4. So hat der Herr an mich gedacht, so hat er mich durch seine Macht zum Herrn der Erd' erhoben! Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Obems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, jauchzend halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 5. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, strómt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesånge. Schöpfer, Bater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele. 66. Mel. D Gott, du frommer Gott zc. Wie schön ist Gottes Welt, wie schön sind seine Werke, wie gut sind sie, wenn ich auf ihren Nugen merke, für jeden gut, dem er Gefühl und Leben gab, von seiner Engel Heer bis auf den Wurm herab. 2. Sein Sonnenlicht bestrahlt, belebt und wärmt die Erde, daß Berg und Thal und Feld durch fie gesegnet werde, daß sie von Jahr zu Jahr mit Pflanzen, Bluth' und Frucht den Menschen sättigen, der Pfleg' und Freude sucht. 3. Vereinigt euch mit mir, ihr Himmel, Gott zu preisen. Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen. Erheb', o Sonn', 0 Mond, den Vater jeder Welt, der euch in's Dasein rief und immer noch erhält. 4. Ihr Schöpfung. 4. Ihr leuchtet, euer Glanz entstromit aus seiner Fülle. Ihr wan delt Jahr für Jahr in segenvoller Stille voll Ordnung eure Bahn. Gott, euer Schöpfer, sieht, was gut ist, lenket euch, und, was er will, geschieht. 5. Verkündige sein Lob, o Erde, preist ihn, Meere, lobt den Allgůtigen, ihr alle seine Heere! Der Bogel, das Gewürm, der Wallfisch, jedes Thier im Wald' und auf der Flur lobfinge, Schöpfer, dir. 6. Selbst, was uns Kummer macht, dein Bliß, dein Feuerregen, dein Hagel und dein Sturm, ge= biert uns neuen Segen. Auch wird das starre Land, wenn Schnee und Eis es deckt, zu neuer Fruchtbarkeit, zu neuer Luft erweckt. 7. Was kann geschehn, das nicht bein weiser Rath regiere? Welch' Uebel kommt von dir, das nicht zum Guten führe? O lobt ihn, dankt ihm, singt! Er, er ist groß al lein. Wer kann so weis und gut als unser Schöpfer sein? Schöpfung der Engel. 67. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Betet an, the Menschen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preis, lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Bahllos sind der Geister Schaaren, die, ehe noch die Mens schen waren, vor ihm schon standen und ihn sahn. Ihr Heer, umstrahlt 43 vom Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank tont ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 2. Tausend sind's der Millionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen und seiner Größe Ruhm erhöhn. Herrlich, herrlich ist Gott! rufen sie tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit, jauchzen Ulle. Wer ist, wie er, frohlockt ihr Heer, wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Sie, die nicht beim tiefen Falle des ersten Mörders fielen, Alle vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beispiel, folgt, ihr Frommen. Sie Alle, heilig und vollkommen gehorchen wonnevoll dem Herrn, sie thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit ist Gehorsam, sie weilen nie, er sende sie, wohin sein Wink sie senden will. 4. Winden gleich, und gleich den Bligen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schüßen und strafen, wie der Herr gebeut, lagern sich um seine Kinder, und fördern gern das Heil der Sünder und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jeſu, dir, frohlocken laut, wenn wir uns bekehren, wenn unser Dank den Lobgefang der Himmel hier schon wiederhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, einst ewig sich mit ihnen freun, soll, erlöst durch dein Er: barmen, 44 Werke und Wohlthaten Gottes. barmen, zu dir gebracht auf ihren Armen, wie sie, verklärt und selig sein. Bernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, wird am Throne in seinem Reich den Engeln gleich das Untlik seines Gottes schaun. 6. Werdet heilig, seid vollkommen wie Engel Gottes. Gott wird kommen mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir Ulle dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann mit allen Engeln an, gleich den Engeln. Ihr Lobgefang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. 68. Mel. Welt, fieh hier bein c. Wer der zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Wel ten, schufft? Sie freun sich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit. Sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt: dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder, dem Fluch entrissen, selig sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine teiben giebst, daß du fie trågst und leitest, zum Himmel vorbereitest und zärtlich, als ein Bater, liebst. 5. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der, entwöhnt von Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Drum laß mich schon auf Ers den den Engeln ähnlich werden, so weit ich Schwacher kann: so bet' ich mit den Engeln, rein von der Menschheit Mångeln, dich würdiger im Himmel an. 7. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern vor deinen Thron mich rufst, will ich empor mich schwingen und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. 8. Dann lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, des Hims mels höhern Dank. Dann wird zu deinem Ruhme in deinem Heiligthus me der ganze Pimmel ein Gefang. 69. Mel. Alle Menschen müsfen 2c. Wenn wir unsern Lauf vollenden, wenn wir unsre Seele nun überges ben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenoms men, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch, wie sie, mit allen Frommen deine Schöpfung. 45 beine Herrlichkeit zu schaun. Glei- ist der Mensch, der Staub, vor che Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken, wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. dir! Und dennoch thust bu, Herr, an mir so überschwänglich Gutes. 3. Dieses Heiles der Erlöften, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod' uns trösten, wenn wir beine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen En geln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit; 2. Wer hat den Leib mir schön erbaut, die Kräft' ihm zugewogen, wer das Gebein mit seiner Haut und Adern überzogen? Dieß Alles ist ein Werk von dir. Und dir, mein Gott, gebührt dafür Anbetung, Dank und Ehre. 3. Du hast mich mit Verstand geziert und Freiheit mir verliehen, mich hast du in die Welt geführt, zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowohl, o Herr, dein Kind, als es die höhern Geister sind, du liebst auch mich als Vater. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkenren, immer heiliger zu sein; wenn wir hulfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit. Laß uns nicht in eitlen Tråumen dieses große Heit versäumen, lehr' uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Schöpfung des Menschen überhaupt. 70. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Auch mein, o Herr, hast du gedacht, auch mir hast du das Leben nach deiner weisen Güt' und Macht zu deinem Preis gegeben. Was 4. Dir, Gott, der liebreich mich erschuf und hier dieß erste Leben, um es zum himmlischen Beruf zu nügen, mir gegeben, ber mich noch stets erhält und schüßt, mir tåglich schenket, was mir nügt, dir will ich ewig danken. 71. Mel. Welt, sieh hier bein ze. Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts ge= zogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich våterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und selbst der Leiden Plage verwandeltest du mir in Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treue zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und 46 und Erde, auf ewig selig werde, hast du schon ewig mein gedacht. Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu sein begonnte und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du liefst mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. D Höchfter, welch Erbarmen! Du sorgest für mich Urmen und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Dein großestes Geschenke ist er, durch den ich denke, dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dieß, Vater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dieß Alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Bater, dir empfehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und be= hüte mich! 72. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist. Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Voll Pracht, voll Unmuth zum Entzücken ist seine ganze Kör: perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken, die Güter, die sie in sich hålt? und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich. Sie er= zählen nur ihnen unsers Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf. 4. Ja, ich kann denken, ich ges winne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Urt. D strebt' ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon sein! 5. Ich kann sie sammeln, sie vers binden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft, und die giebt Gott, der Alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine Seele nach Ruhe, Luft und Seligkeit. Nur daß ich oft betrogen wähle, was, wenn's errungen ist, mich reut. Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist bloß ein Mißbrauch deiner Huld. 7. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur: und was gebrache Schöpfung. gebråche mir? O möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 8. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Quelle der Vollkommenheit, von deiner Liebe ganz zu brennen, mein Ruhm und meine Seligkeit. Nimm hin mein Herz. Was fehlt mir dann, wenn ich mich deiner freuen kann? 73. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Unendlicher, wer kann dich würbig gnug erheben! Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel schmückt, hat deine Hand gebaut, die Alles stets beglückt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre und wolltest, Gutigster, daß ich dein Bild niß wäre. Darum hast du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus Bater huld geschenkt. 3. D welch ein großer 3weck, da: zu du, Gott, mich schufest. Wie herrlich ist das Biel, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich féin, vollkommen sein, wie du. D wohl mir, wenn ich's bin. Hilf du mir selbst dazu. 47 Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 4. Laß dieses große 3iel mir stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes 5. Du bist der Wahrheit Freund: laß mich auch Wahrheit lieben, mit unverbroßnem Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnlichkeit bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, der's üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächften gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Gute freun. 74. Mel. 48 Werke und Wohlthaten Gottes. 74. Mel. Wer nur den lieben 2c. D Gott, ich preise deine Güte, die mich so wunderbar erschuf, und mit frohlockendem Gemüthe folg' ich, o Bater, deinem Ruf, ein Zeuge deines Ruhms zu sein und deiner Wunder mich zu freun. 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, Ullgütiger, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seist, jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht bloß für diese Zeit. Du haft ihn, Bater, mir geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. Bu eng find dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Beit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn fåttiget kein Gut der Erden, kein zeitlich Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, bedarf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt, daß diese ganze Welt nicht seinen Wunsch zufrieden stellt. 6. 3war ist er tief herabgesunken von seines Ursprungs Herrlichkeit, sucht oft, von Luft der Erde trun. ken, sein Wohl in Dingen die ser Beit; jedoch er sucht, und findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. 7. Du prágteft ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Bose Boses leiden müssen und Tugendhafte selig sein, erkennet er; doch sieht er nicht den Richter hier schon im Gericht. 8. Den Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Geschick zum Loos für diese Zeit beschieden, dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß, erst eine andre Welt ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dieß überleget, so hofft er schon Unsterblichkeit. Noch stårker fühlt er sich beweget beim Licht, das ihm dein Wort verleiht; da sieht er mit Ges wißheit ein, auch er werd' einst unsterblich sein. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben die Aussaat mich hier täglich streun. Baß deinen Geist das Wollen geben und das Vollbringen auch verleihn. O Wonne der Unsterblichkeit, wie wird durch dich mein Geist erfreut! Schöpfung des Menschen zur Unsterblichkeit. 75. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr zc. Aus Erde ward mein Leib erbaut, und wird auch wieder Erde. Doch weiß Schöpfung. weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sterben werde. Er, mehr als Staub,-er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod' auch leben, sich erheben wird er zu Gott und auch ihm dann noch Ehre geben. 2. Nicht dieser Leib, mein Geist allein kann denken, kann begehren kann sich des Unsichtbaren freun, Gott kennen und verehren, in dem, was er durch ihn empfand, dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest diese Hütte mir, Gedanken da zu sammeln, und da zuerst, mein Gott, von dir und dei ner Huld zu stammeln, und immer mehr veredelt, mich im Guten stets zu üben und, getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Und dieses Glück ist ewig mein. Auf immer höhern Stufen mich ewig deiner Huld zu freun, hast du mich, Gott, berufen. D, wohl mir, welch ein großes Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verder ben: mein bessers höhers Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben. Gott, des bessern Lebens Glauben Coll keines Låstrers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben. Ich werde sterben; aber dann wirst du zu dir mich führen; triumphiren wird meine Seel' und kann im Lode nichts verlieren. 6. Ja, noch weit mehr werd' ich dereinst, als ich mit allen Sinnen 49 hier fasse, wenn du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen. Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben. Gottes Erben ist selbst der Tod Gewinn: die Seele kann nicht sterben. 76. Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. Stärke, Gott, mich in dem Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sei. Laß mir ihn Blendwerk rauben, keines Leichtsinns Spotterei, als verschwinde, gleich dem Rauch, mit dem legten Odem auch das, was in mir denkt und lebet, dein sich freut und dich erhebet. 2. Geist, das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur, eines bessern Leibes Same auf der Auferstehung Flur. Wie das Korn wird aufgelöst, Frucht zu tragen, so verwest auch mein Leib, dem höhern Leben einen edlern Keim zu geben. 3. Freilich hört mit diesem Leben hier mein Geist zu wirken auf. Aber schließt fein ganzes Weben sich mit dieses Lebens Lauf? Babst du, Gott, ihm Thätigkeit nur für diesen Traum der Zeit, Sehnsucht nach vollkommnem Glücke nur für wenig Augenblicke? 4. Nein, für wenig Augenblicke schufst du nicht des Menschen Geist. Du berufft zum ew'gen Glücke Alles, was dich Bater heißt. Seelen, Seelen 50 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen sterben nie. Nach des kur der Schmerz noch Leid, Wonne nur zen Lebens Müh' wirst du jegliche und Herrlichkeit; dort ist, Herr, zwar richten, aber keine je vernich vor deinem Throne meines Kamten. pfes Preis und Krone. 5. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergånglichkeit, dieser Drang in Leid und Schmerzen nach vollkommner Seligkeit sind die fichern Bürgen mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 6. Du, o Schrecken im Gewissen der Verbrecher, du, o Ruh', die schon Fromme hier genießen, hoher Friede Gottes, du, sichre Zeugen seid auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, daß, wird gleich mein Leib zur Erde, doch mein Geist nicht sterben werde. 7. Und wie wird durch deine Lehre, Jesu, dieß mein Hoffen fest! Du, den ich als Heiland ehre, der die Seinen nie verläßt, du erhebst im Tode gleich meinen Geist zu deiz nem Reich, wirst auch einst ein beßres Leben meinem Leibe wiedergeben. 8. Ewig, ewig werd' ich leben. Sicher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad der Tugend, will stets nach jenem 3iele streben, hier schon für den Himmel leben. 9. Uber, daß mein Fuß nicht wanke, stårke mich, o Herr, dein Wort und der selige Gedanke: Dort ist meine Heimath, dort; dort ist we Würde des Menschen. 77. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit innigst schämen. Sie komm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du schufst mich nicht bloß Fleisch und Bein; du hauchtest mit dem Leben mir auch zugleich die Seete ein und haft ihr Kraft gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt und durch sie Schmerz und eust gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit und mit ihr Gefühl von Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In Borsehung. 5. In stiller Undacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den jeder Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, in deiner Vorsicht Fügung ruhn und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Leben; zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 7. Vom Himmel kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu wer51 den. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt, wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schägen. 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn und gleich den Thieren handeln? der Sinnlichkeit ergeben sein und nicht vor dir, Gott, wandeln? Fern sei von mir ein solcher Sinn: Bewahre mich, Herr, deß ich bin, daß ich mich so nicht schånde. 9. Gieb vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich lobe, und mich deiner freu' und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Vorsehung, Erhaltung und Regierung. 78. 5. Wer wirmet uns in Kålt' und Frost? wer schüßt vor Sturm und Wind? wer macht es, daß man Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. Ich finge dir mit Herz und Mund, Korn und Most zu ſeinen Zeiten findt? Herr, meines Herzens Lust; ich sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand den goldnen, werthen, edlen Fried' in unserm Vaterland? 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', die ew'ge Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelsgelt hoch über uns gefegt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 7. Uch, Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt Alles thun, du håltst die Wach' an unfrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du náhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und schlägst nie allzusehr; 02 ja, 52 Werke und Wohlthaten Gottes. ja endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, wirst du gar leicht er= weicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zum Ruhm gereicht. 11. Duzählft, wie oft ein Chrifte wein' und was sein Kummer sei; und keine 3ähre ist so klein, du hebst und legst sie bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf, mein Herz, frohlock' und sing' und habe guten Muth: dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schak, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was krankst du dich in deinem Sinn und gråmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und emig selig sein. 79. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Ich finge, meiner Seele Luft, vor dir, Herr, hocherfreut; ich fing' aus dankerfüllter Brust von deiner Gůtigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst! Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Ulug' entzückt? wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Uu mit Schönheit, pflanzt den Hain, trånkt sie mit Regen und mit Thau, und giebt zur Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag' uns zu? wer spricht zum Mond' in dunkler Nacht: Den Menschen leuchte du? 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn sein Donner draut? 7. Wer sichert uns vor der Gefahr, die uns von ferne droht? wer rettet oft so wunderbar aus gegens wårt'ger Noth? 8. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch! wer half bisher? wer war von deiner Jugend auf dein Helfer, sage, wer? 9. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Bolk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du. 14 Mie Vorsehung. 10. Wie groß ist deine Huld und Treu'! Du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 11. Uns Sünder trågst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist und, reut uns unsre Súndenschuld, du siehst es und ver= zeihst. 12. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erhalter, schreit zu dir, du nähreft ihn. 13. und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? Die stille Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 14. Weh dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Zuversicht auf Menschen sett, gleich Heiden, sagt: Gott achtet unser nicht. 15. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst: vertraue nur dem Herrn. 16. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 17. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, Seele, nicht. 80. Mel. Singen wir aus Herzens st. Dank dem milden Vater, Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den Alles preift, der uns segnet, 53 trånkt und speist. Wie er Thier und Vögel nährt, hat er Alles uns gewährt, was den Leib erhält und nährt. 2. Gott zu leben, såumet nicht. Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Leben schüßt, jedem Menschen, was ihm nügt, darreicht und ihn unter= stůßt. 3. Schauet dankvoll um euch her, Gott erfüllet Land und Meer. Willig wächst auf sein Gebot aus der Erde Frucht und Brod, Flur und Gärten blühen euch, Berg' und Thåler sind so reich. Menschen, und für wen? für euch. 4. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, giebt auch uns stets Speis und Trank. Cobt den Bater, sagt ihm Dank; aller Segen kommt vom Herrn, dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn. 5. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, stets uns freun, willig auch zur Arbeit sein, bis uns in der Ewigkeit, nach durchlebter Pilgers zeit, höherer Genuß erfreut. 81. Mel. Singen wir aus Herzens 26. Was den Leib erhält und nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun keiner gleicht, der die ganze Werke und Wohlthaten Gottes. ganze weite Welt, wie es seinem erquicke; du sorgft, und giebst auch Rath gefällt, durch sein Allmachts- Jedem seine Speise, daß er dich wort erhålt. preise. 54 2. Alles, Alles, was ich seh', in der Tiefe, in der Höh', was hoch in den Lüften schwebt, was im wei ten Meere lebt, hofft, Versorger, nur auf dich, freuet deiner Gaben sich; und du giebst fie mildiglich. 3. Ja, auch mich, auch mich erfreut deiner Gute Mildigkeit. Du bist's, Bater, der mir schenkt, was mich speiset, was mich trånkt; du bist's, der so gern es thut, und im Wohlthun niemals ruht. O wie bist du doch so gut! 4. Froher Dank sei dir dafür, milder Geber, daß auch mir våter lich du stets beschert, was mir Unterhalt gewährt; daß auch ich mit frohem Sinn, was du gnådig mir verliehn, zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich beim Ueberfluß deiner Gaben im Genuß nien überhebe mich, allzeit, Höchster, ehre dich und, wenn ich mich ihrer freu', auch aus Menschenhuld dabei eingedenk des Urmen ſei. 6. So werd' ich zu deiner Ehr', wie du mir befiehlft, o Herr, froh genießen, was du mir gnädig haft verliehen hier, und mich hoffnungs voll erfreun, daß auch künftig du allein werdest mein Versorger sein. 82. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Auf dich, o Bater, schauen unsre Blicke, daß deine Hand uns våterlich 2. Du fegnest uns nach deinem Wohlgefallen, thust deine milde Hand auf und giebst Allen, was noth ist; keiner fleht, o Herr des Lebens, zu dir vergebens. 3. Nuch, wenn wir effen oder trinken, müssen wir dir zur Ehre und mit Dank genießen, was wir zum Leben hier von deinen Gaben empfangen haben. 4. Laß, Vater, dieß uns keinen Tag vergessen, laß uns mit Dank und Maßigkeit stets effen, damit wir leben und durch deinen Segen satt werden mögen. 83. Mel. Sollt' es gleich bisweilen ze. Gott, o Mensch, gab dir dieß Leben, o so wird er dir auch geben, was, so lang' es ihm gefällt, dich im Leben hier erhält. 2. Ihm ist, was du heut und morgen nöthig baft, niemals verborgen. Fehlt dir dieß und jenes gleich: Gott ist gütig, Gott ist reich. 3. Sieh, die Vögel in den Lüf ten, jeder Wurm in Fels und Klüften, Fisch' im Meere, Thier' im Wald' finden Speis' und Aufenthalt. 4. Und du solltest dich nicht schåmen, über Mangel dich zu gråmen? Denke, wenn der Mangel droht: Warum zag' ich? lebt doch Gott. 5. Laß Borsehung. 5. Laß dich Gottes Rath nur leiten, o so wird dein Fuß nicht glei ten. Glaube, was Gott will und thut, ist unstråflich, weis und gut. 6. Groß im Kleinen wie im Gro: Ben, wird er keinen Wurm versto: ßen; sollte denn der Mensch allein seiner Sorg' entzogen sein? 7. Nein, sein Rath hat schon hienieden, was du brauchest, dir beschieden. Dient dir irgend was zum Heil, o so wird dir's auch zu Theil. 8. Trau' auf dieses Lebens Pfade nur auf Gott und seine Gnade; glaube, daß der Herr der Welt Alles, was er schuf, erhält. 84. Mel. Alles ist an Gottes Segen ac. Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? follt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Unliegen, meine Noth, er steht bei mir bis zum Tod'; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' ist mir jeßt und ewig neu. 3. Der die Vögel alle nährét, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der uns alles Guts bescheret, sollte der ver: lassen mich? Nein, ich trau' ihm ficherlich. 55 4. Wenn nach seinem Reich' ich trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit finde meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich früh und spat, Wort' und Werke, Rath und That. 5. Ei so bleib' der andre Morgen. Das, was mir noch künftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ. Gott laß ich nur für mich) forgen. Ist doch meiner Lebenszeit ihre Sorge schon bereit. 6. Lob sei Gott, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich, der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. 85. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Du bist's, dem Ehr' und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Ungst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich, so halfft du mir. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz. Du halfft mir, daß ich ihn vergaß und gabst Geduld in's Herz. 5. Wenn 56 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah'. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der mir zum Heile starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl. Erheb' ihn, Bolk des Herrn. Die Erd' ist seiner Güte voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew'gem Heil' erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan; verehr' und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an. 86. Mel. Alle Menschen müssen ac. Bester, weisefter Regierer, aller Welten Preis sei dir. Dir, du meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir. Unter allen Millio: nen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sorgest für mich váterlich. 2. Nie kann ich dich gnug erhes ben. Du, der alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis' ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe, deine Weisheit lehrte mich, was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, mein Vater, dich. Du, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage, schenkte deine Güte mir! Schicktest du gleich eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Gnaden alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Baterhuld verlieh? Herr, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dråun? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöhn Vorsehung. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an bir, dennoch will ich nicht verzagen, will auf's Biel von meinen Tagen, in die höhre 3ukunft schaun, und mit Freuden dir vertraun. 8. Besser noch als selbft das Leben ist, o Bater, deine Huld. Was mir nügt, wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt sein, deiner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gieb, o Bater, tåg lich mir. Mache du mich immer reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich in deinem Reich' erfreu' und in dir ganz selig sei. 87. Mel. Aus der Tiefen rufe ich e. Preise froh auch du, mein Geist, Gott, den jeder Himmel preist. Dank' ihm, der voll Lieb' und macht ewig für dein Bestes wacht. 2. Seines Wohlthuns dich zu freun, haucht' dir das Leben ein; und wie huldreich hat bis ist nicht sein Arm dich unterstügt! 3. War nicht seine Batertreu' jeden Morgen bei dir neu? Täglich gab dir seine Hand, was sein Rath dir nüßlich fand. 57 4. Auch dein Heil besorgt' er schon, eb' du warst, durch seinen Sohn, der sich bis zum Tod und Grab auch zu deiner Rettung gab. 5. Und mit welcher Baterhuld trågt er dich noch mit Geduld. Auch, dir zu verzeihn bereit, giebt er dir zur Beßrung Zeit. 6. Nuße sie dazu mit Fleiß, dir zum Wohl und ihm zum Preis. Ihm, der dich so gern erfreut, ihm sei ganz dein Herz geweiht. 7. Dien' ihm gern und hoff' auf ihn, wenn auch Wolken dich umziehn, dir der Himmel trúbe roird und dein Fuß im Dunkeln irrt. 8. Licht schafft er aus Finsternis; folg' ihm nur und sei gewiß, daß er Jedem, der ihn liebt, mehr noch, als er hoffet, giebt. 9. Ja, mein Gott, deß freu' ich mich. Hoffnungsvoll erheb' ich dich, daß du so barmherzig bist und der Deinen nie vergißt. 10. Tåglich soll mein Lobgesang dich erheben, und voll Dank will ich preisen, was dein Rath über mich bes schlossen hat. 88. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften sc. Mein Geist erstaunt, Ullmächtiger, wenn er die Gnade denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unvers dient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch ers freut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. 2018 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Als ich noch in der Mutter dich. Durch dich gestärkt, ist selbst Schooß, in Nacht verborgen, schlief, der Tod mir nicht mehr fürchterbestimmtest du für mich das Loos, lich. das mich zum Leben rief. 58 4. Du wählst des Sterblichen Gefchick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück, schon als ein Kind, ein Christ. 5. Noch schlief ich an der Brust, und schon entferntest du Gefahr, und neigtest zu des Weinens Ton dein Dhr erbarmend dar. 6. Wenn ich durch Sinnlichkeit vom Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebevoll dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad'erquickte mich, wenn Menschen mich gekränkt. 9. Bon Freudenstrahlen glångt mein Blick, da du so hoch mich liebst und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann; dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis; ich will dein hohes Lob erhöhn so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Ungft, Gefahr und Noth trau' ich allein auf 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt erzittert und erbebt, will ich dich preisen, der mich hålt, zur Ewigkeit erhebt, 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob. Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob. 89. Mel. Wenn wir in höchsten ac. Mein Auge fieht, o Gott, nach dir, von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht, in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüget dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sis cherheit, sein Troft füllt dich mit Freudigkeit, er leitet dich auf ebner Bahn und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Seit mir bis in jene Ewigkeit. 90. Mel. Vorsehung. 90. Mel. Erschienen ist der herrlich sc. Gott lebet noch, brum forg' ich nicht. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein, du wirst mein Schuß und Retter sein. Gelobt seist du! 2. Du sorgst für mich. Was sorg' ich denn, da ich dich, meinen Bater, kenn'? Ist's deine Macht nicht, die die Welt mit Weisheit und mit Güt' erhålt? Drum sorg' ich nicht. 3. Wenn mich Gefahr und Noth umringt, mir Einsicht fehlt, kein Rath gelingt, dann denk' ich voll Vertraun daran, daß du regierst; dich bet' ich an, und du hilfft mir. 4. Du kennft mich, und dein Rath weiß wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Auch dann machst du es mit mir gut, wenn du mich prüfst. Drum hab' ich Muth, und trau' auf dich. 5. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sei, so hoff ich doch. Du hilfft uns tragen, was uns plagt, und wer nach deiner Hülfe fragt, den stårkest du. 6. Wie hart mich auch ein Leiden drückt, so bist du's doch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilfst du mir auf. Gelobt seist du! 7. Mein Vater, drum verlaß ich mich in allen Fällen nur auf dich. Sich stets mich mit Erbarmen an, 59 so bin ich froh und jauchze dann: Gott lebet noch! 91. Mel. Herr, wie du willst, so ze. Du hast, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth dereinst in Freude kehret, und daß ich Ulles, was mich kránkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will denn auf dein Wort auch ich der Sorgen mich entschütz ten. Erhöre, Gott, mein Vater, mich, erhör' mein kindlich Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh', was mich bekümmert, lenke du zu meinem ew': gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich überpålt'gen wollen; so hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wie wohl hoffen sollen. Mein Gott, groß ist meine Schuld! Un dir hab' ich durch ungeduld vielfåltig mich versündigt. 4. Erbarmender, vergieb es mir nach deiner großen Güte und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als BVater, mich verlassen noch versäumen. 5. Seh' ich schon keine Wege noch zur Rettung vor mir offen, auch da laß mich, mein Retter, doch auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath und immer måchtig Werke und Wohlthaten Gottes. 60 tig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dieß sei mein Trost, dieß sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was mir hier fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersegen, wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergeßen. Da ist mein Erb' und hochstes Gut. D stårke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende! 92. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen, du sorgteft, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon våterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finster nissen, vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird auch die Ursach' uns entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Gut'; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Uus Finsternis bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ångftliche Ges danken: Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken: die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich dir mich übers lassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau' ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Gute war. 6. Gieb, daß dieß mein Vertrauen mehre, im Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. So preis ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. 93. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Du sorgst, o Gott, was helfen bange Sorgen für den doch ungewissen andern Morgen? Uch Unzus friedne machen ihren Herzen verges bens Schmerzen. 2. Es ist umsonst, wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen und noch so früh mit ångstlichen Ges schäften uns selbst entkräften. 3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, geh' ich auf deinen Wegen, so wirst Vorsehung. wirst du mir, laß mich dieß stets bedenken, was noth ist, schenken. 4. Laß mich mit dem mir anvertrauten Pfunde nur redlich wuchern; deiner Hülfe Stunde wird schon erscheinen, du wirst mir begegnen, du wirst mich segnen. 5. So fördre denn die Arbeit meiner Hånde. Gesegnet sei ihr Anfang und ihr Ende. Gieb Rath und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge. 6. Gewähre mir nur deincs Sohnes Gaben, so mögen Andre gleich mehr Reichthum haben. Ist mir doch auch dein ewig Reich bez schieden: ich bin zufrieden. 2. Gott, der wird's wohl machen, der so oft mir Schwachen Freud' und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt. Auch, wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen schmerzlich drücket hat er mich exenicket. 61 Stürme wehn. Wenn mit groBem Grausen alle Wellen brausen, Gott ist da eilt er beizustehn. mit Hülfe nah'. Schlågt dich unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 3. Gott, der wird's woht machen. uß das Wetter krachen und die 4. Gott, der wird's wohl machen. Er wird selber wachen über Wenn du willst deiner Noth. verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott dir schon nah', mit Hülfe da. Dann vergeht die Angst geschwinde wie der Rauch vom Winde. 94. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Gott, der wird's wohl machen, Alles wenden. dem ich meine Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh' ich noch geboren war auf dieser Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben, hier in diesem Leben. 5. Gott, der wird's wohl machen. Måchtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hat's je gefehlet, der sich ihn erwählet zum Trost in dem Leid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz, Alles steht in seinen Hånden, Gott kann 6. Gott, der wird's wohl ma-, chen. Wenn nach allen Sachen naht der Tod heran, wenn sich meine Jahre enden mit der Bahre, führt er himmelan. Denn sein Bund hat festen Grund: wer da schlummert in der Erden, soll er: wecket werden. 7. chen. Gott, der wird's wohl ma: Sorgen wird er, wachen, helfen mächtiglich. Führt er gleich die Seinen hier durch Leid und Weinen, führt er wunderlich: sei reit zu Freud' und Leid. befiehl nur deine Sachen: der wird's wohl machen. Gott Gott, IV. Bon Werke und Wohlt haten Jesu Christi. IV. Von den Werken und Wohlthaten Jesu Chrifti. Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Christum. 62 95. Mel. Durch Adams Fall ist sc. Durch Udame Sünde wurden wir auch sterblich, strafbar, Sünder, vergiftet und verderbt von ihr; denn wir sind Adams Kinder. Ach, hätte Gott nicht unsre Noth mitleidig angesehen, wir trügen noch ber Sünde Joch und müßten einst vergehen. 2. So weit hat's nun die Sünd' gebracht. Seit jenem schweren Falle herrscht durch der Sünde Fluch und Nacht der Tod jeht über Alle. In folcher Noth verhieß uns Gott, selbst seinen Sohn zu geben, daß wir, er= neut zur Seligkeit, noch möchten wieder leben. 3. Wie wir durch eine fremde Schuld, durch Adam, Alle sterben, so hilft uns eine fremde Huld durch Christum vom Verderben. Ward überall durch Udams Fall der erste Fluch verkündigt: so hat uns Gott durch Christi Tod versöhnet und entfünbigt. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, als wir noch Feinbe waren, die Huld, womit er unsrer denkt, an uns zu offenbaren. Der starb, erstand, fuhr auf und fandt' uns seines Geistes Gaben. Wer ihn zum Heiland wählt und glaubt, foll einst den Himmel haben. 5. Er, der an unfre Stelle trat, zum Opfer dargegeben, er ist das Licht, er ist der Pfad zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schuß umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht aus seiner Hand ihm rauben. 6. O wie undankbar, wie verrucht ist der, der ihn verachtet, sein Heil allein bei Menschen sucht und Got: tes Trost nicht achtet. Wer in der Noth, die ihn bedroht, sucht Helfer blos auf Erden, der muß in Zeit und Ewigkeit vor ihm zu Schanden werden. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden. Und wer auf diesen Felsen baut, wenn Noth und Tod vors doch nie den Menschen sehen fallen, handen, in Angst und Müh' wird er Gott hilft den Seinen Ullen. der sich nur fest auf ihn verläßt: 8. Dieß theure Wort, das bitt" ich dich, wollst du nicht von mir nehmen, noch wegen meiner Sünden mich und mein Vertraun beschämen. Erlaß die Schuld. Auf deine Huld seg' ich ganz mein Vertrauen; und wer sich fest auf dich verläßt, wird auch den Tod nicht schauen. 9. Damit ich glaub' und immerfort nur dir gefallen lerne, fo leuchte Rathschluß von der Erlösung des Menschen. 63 leuchte mir dein heilig Wort gleich freit von dem Verderben, Himmelseinem Morgensterne. Belehrt von seligkeiten erben. dir, verstehen wir den Werth der hohen Gaben, die Gottes Geist uns hoffen heißt, weil wir zum Heil dich haben. 96. Mel. Werde munter, mein Gemüthe zc. Mit frohlockendem Gemüthe schau' ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefe deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Luft am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu; und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 8. D ein Rathschluß voll Erbar= men, voller Huld und Freundlich keit, der uns, uns verlaßnen Urmen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Seligkeiten wieder um uns zu bereiten! 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler glaubt, soll, be5. Du bestimmteft zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht gläubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn, sein be= harrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschloffen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich, einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur, so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, dir mich nicht entreißen können. 97. Mel. Ermuntre dich, mein ze. Also hat Gott die Welt geliebt und sie so hoch geehret, daß er selbst seinen Sohn ihr giebt. Das preise, wer Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 64 wer es hôret. Ihn, der so viel an uns gethan, ihn bete dankvoll Jeder an, der dieß von Gott erkennet und seinen Gott ihn nennet. 2. Wer hat wohl einen Vater: finn, und giebt sogar für Sünder sein Kind zu ihrer Rettung hin, das liebste seiner Kinder! Und so, so liebt uns Gott der Herr. Wer ist an Huld so reich, als er? Er schenket uns Verlornen selbst seinen Eingebornen. 3. Er schenkt ihn, daß die Sünderwelt befreit, und diese Erde dem, der forthin zu Gott sich hålt, des Himmels Vorhof werde; daß Jeder, der an Christum glaubt, und Sünden sich nicht mehr erlaubt, in Gottes Gnade stehe und nicht verloren gehe. 4. O welch ein Heil, befreit von Schuld, gereinigt im Gewissen, voll Trost an Gottes Baterhuld im Her-. zen Ruh' genießen, den Himmel vor sich offen sehn, und einst zu seinen Freuden gehn! Dieß Heil uns zu zuwenden, ließ Gottes Sohn sich senden. 5. Wer kann dieß wissen, Gott, und doch dir fühllos widerstreben? 10 hoch geliebt sein, und dennoch fich weigern, dir zu leben? O sollt' ich, da dein Sohn selbst stirbt und mir ein ewig Heil erwirbt, nicht deine Lieb' empfinden: wie häuft' ich meine Sünden! 5. D welch ein Grául, wie werth wår' ich, mit jeder Plag' auf Erden, und mit noch größrer ewiglich von dir bestraft zu werden! Nein, ewig ferne fei von mir ein solcher Undank! Bater, dir und deinem Sohn ergeben, will ich dir einzig leben. 7. O schenke du mir selbst die Kraft, daß ich, im wahren Glauben an ihn, auch wandle tugendhaft, mir nicht mein Heil zu rauben. Wie könntest du, da du mir schon den Sohn geschenkt haft, deinen Sohn, nicht gnådig mein gedenken und mit ihm Ulles schenken! 8. Ich hoff' es, Gott, voll Zuverficht. Ich will das Böse haffen, vertraun auf deinen Sohn, und nicht von ihm mich trennen lassen. Durch ihn, o Vater, bin ich dein und ewig, ewig will ich's sein, will deinen Willen üben, dich über Ulles lieben. 98. Mel. Sei Lob und Ehr' dem se. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Des Rathschluß von der Erlösung des Menschen. 65 und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Je= sus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd' ich irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. Des Todes Macht hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Was er zum Leben uns ver: schafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 5. D lasset ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 6. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. kann dich ganz ausdenken: Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spotter raus ben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 99. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Sedanke, der uns Leben giebt, wer schmecke Fried' und Ruhe. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe, dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stårken, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern, mit reinem Herzen, thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn und 11. Und wenn mich meine Sünde krånkt und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst und zu dem Reich ers hebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann 66 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dieß ist die Lieb', o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich auch nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so wirk' er nur sein Werk in mir und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! 100. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Auf, freue dich, mein Geist, in mir und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer giebt; preis ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gefandt, ist dir ein göttlich Unterpfand, wie innig seine Batertreu', wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 101. Mel. Herr Chrift, der ein'ge sc. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan, durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. D Christe, Eingeborner, gelobt von Ewigkeit, des Vaters Auser= 4. Und o durch welche lange Reihn von Niedrigkeit, von Schmach und Pein ließ er den Göttlichen nicht gehn, zum ew'gen Heil dich zu erhöhn! 5. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 6. Uus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz ge= weiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 7. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis an's Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 8. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung. Das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit ihm giebt, der dich beglückt, und den er liebt. Person Jesu 9. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Heil, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. Christi. korner, gepriesen in der Zeit, mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 2. Für uns ein Mensch geboren zur Person Jefu Christi. zur långst bestimmten Beit, hast du uns auserforen, erlöst zur Seligkeit, starbst, daß wir leben möch)ten, erhubst uns zu Gerechten, zu Erben deines Reichs. 3. Laß uns dich stårker lieben, erkennen mehr dein Heil, und uns im Glauben üben, an dir stets haben Theil; laß deine Huld uns schmecken, zum Guten uns erwecken, zu dürsten stets nach dir. 4. Du bist's, deß Schöpfershånde die Welt hervorgebracht, regierst vom End' zu Ende mit Kraft und eigner Macht. Das Herz zu dir hinwende, daß uns kein Wahn verblende, nichts scheide je von dir. 5. Erneur' uns, ew'ge Güte, er weck' uns durch dein Wort, bild? unser ganz Gemüthe nach deinem Sinn hinfort. Schon hier auf dieser Erden laß, Herr, uns himmlisch werden, im Geiste bei dir sein. 67 Pracht. Du bist auch unser Meister, du schufft uns, wie das Heer der höhern Himmelsgeister; doch liebtest du uns mehr. Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuz auf dich, regierst nun über Alles, und herrschest ewiglich. 3. Wie herrlich ist dein Name schon jest, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der glaubig dir zu Füßen fällt, dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn; mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 4. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben, theil' ihnen Gnade mit, dich glaubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein102. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Mein Heiland, deine Größe geht Ruhm füll' jedes Land! über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; ein Volk dir zu erlesen, erschienst du in der Zeit, doch eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind auf dein mächt'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer 103. Mel. O König, dessen Majestät sc. Lob, Ehre, Preis und Dank ſei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn, mit ihm von gleicher Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und 2 dir 68 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. du beherrschest weit und breit der gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, Kreaturen Heere. in deinem Lobe übe. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer 104. und Erde? wer hat das Leben uns Mel. Wie schön leuchtet der ac. verschafft? wer sprach zum Engel: Wie groß, wie angebetet ist dein Werde? Du bist der Herr, durch welchen Gott der ganzen Welt zu sein gebot; du bist's, der Ulles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. Name, Heiland, Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kameft, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, haft willig unser Fleisch und Blut, 0 Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Knecht auf Erden. Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jest auf des Himmels Throne, suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne die, die ihr dienen, zu befrein; betrübter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude; du giebst den müden Seelen Ruh', und wer dich liebt, den står kest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage, bei uns, bei deinem Eigenthum. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für alle deine Lie: be! Dir geb' ich mich zu eigen hin, 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen, und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gözendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verklåret und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm ere höhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden, genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Cünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne ge= ben Person Jesu Christi. ben und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron' ein würdig Loblied bråchten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir Lob singen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den From: men dann erscheinen. Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob er schallen, durch die Himmel wiederhallen. 69 lich, Keiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens. 105. Viel. Wie schön leuchtet der sc. Wie herrlich strahlt der Morgenstern, o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer Konig, von ganzem Herzen preis ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. 3u dir komm' ich; wahr: 3. Durch dich nur kann ich selig sein. O drücke tief in's Herz mir ein Empfindung deiner Liebe damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Ungesicht ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Rub' in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich durch deinen Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vers eint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrůbet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde; und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsfe froher Lobgesang mit jedem Zag' erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet, tonet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie 3 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 70 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und legte bist, der Anfang und das Ende! Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch vom Tod einst Ankunft Jefu in die Welt. 107. Mel. Jesu, meine Freude ze. Gottes Sohn ist kommen: bankt ihm, seine Frommen, dankt ihm daß er kam, daß er hier auf Erden unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir erschien er hier, der zur Schöpfung sprach: Entstehe! der einst spricht: Vergehe! 106. Mel. Gott sei Dank in aller ac. Der du kamst, der Völker Heil, nahmst an unserm Elend Theil, alle Welt erstaunt und rühmt: Diese That hat Gott geziemt. 2. Gottes Ullmacht sei gepreist. Er wirkt durch den heil'gen Geist, daß du wirst ein Menschenkind und uns gleich, doch ohne Sünd'. 3. Du, des Ullerhöchsten Sohn, stiegst herab vom Himmelsthron, freutest dich, nach Gottes Rath, wie ein Held zu gehn den Pfad. 4. Dein Lauf kam vom Bater her, und zum Vater kehrte er; du fuhrst zu der Erd' hinab, dann zu Gott aus deinem Grab. 5. Der du bist dem Vater gleich, herrsche durch dein geistlich Reich, schenk' uns deine Gotteskraft, welche alles Gute schafft. 6. Licht der Welt, du schienst mit Macht und vertriebst des Irrthums Nacht; gieb, daß wir uns dessen freun, dir, dem Lichte, folg= sam sein. auf; deß klopf' ich in die Hånde. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Untlig schaue. 7. Lob sei Gott, der dich gesandt, Lob dir, der uns ihm verband, Lob dem Geist, der uns erneut, Lob sei Gott in Ewigkeit! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott, auf seinem Throne, hilft uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gånzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder haffen, noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns in Frieden in des Grabes Nacht. Unsee todten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst der Rod Ankunft Jesu in die Welt. Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Ullen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir; überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein gött: tich Leben! 108. Mel. Gottes Sohn ist kommen ic. Jauchzet Ull', ihr Frommen! Er ist nun gekommen, der da kommen follte und uns helfen wollte, Gottes Auserkorner, selbst sein Eingebor= ner. 2. Dessen Wink und Willen Engel froh erfüllen, der ist, selbst zu dienen, nun im Fleisch erschienen; der die Welt hieß werden, wird ein Knecht auf Erden. 3. Daß wir nicht verderben, kommst du, um zu sterben, Heiland deiner Brüder, aus der Höh' hernie der, kehrst dann, uns zum Glücke, in die Höh' zurücke. 4. Uch wohl Allen denen, die nach dir sich sehnen, dich im Glauben fassen, niemals von dir lassen, deiner nie sich schämen, dein Kreuz auf sich nehmen. 71 5. Du, Herr, dem sie dienen, wohnst und lebst in ihnen, bildest ihre Sitten, giebst, was sie dich bitten, weißt auch, in Gefahren, wohl sie zu bewahren. 6. Und, wenn sie einst scheiden, bringt aus allen Leiden ihrer Wallfahrt Ende sie in deine Hände, daß da ihrer Seele nun kein Gutes fehle. 7. Muß der Leib verwesen, er auch wird genesen, sich zu neuem Leben aus dem Grab' erheben. Denn einst kommst du wieder feierlich hernieder. 8. Jauchzet U', ihr Frommen! Er wird wiederkommen, majestátisch, pråchtig, herrlich, groß, allmächtig, Welten zu vernichten, alles Fleisch zu richten. 9. Wenn nun vom Getümmel Erde, Meer und Himmel furchtbar wiederhallet, Gottes Stimm' er= schallet, die, so leben, schrecket, und die Todten wecket; 10. Wenn nun Ulles klaget, jam= mert, heulet, zaget, sehn getroft die Deinen, Richter, dich erscheinen, freun sich, dich zu sehen und vor dir zu stehen. 11. Eilt dem Herrn entgegen. Er bringt ew'gen Segen allen Gotteskindern; aber Fluch den Sündern, sie zu Qual und Flammen ewig zu verdammen. 12. Herr, du wollst uns stärken, selbst zu guten Werken immer fert's ger machen. Lehr' uns beten, wachen, daß dann Preis und Segen uns auch trônen mögen. 109. Mel. 72 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 109. Mel. Aus meines Herzens Gr. 2C. Erhebt den Herrn, ihr Frommen, er hält, was er verspricht. Der Hei: land ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht ver stößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben, durch ihn sind wir erlöst, 2. Erlöst. D welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gefeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt; voll Mühe, voll Beschwerden war hier sein Aufenthalt; der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht. D bringet Gott euren Lobgesang, erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsern Seelenschaden. O nehmt ihn glaubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre 3uversicht: drum kommen wir zu dir. Hilf du die Macht der Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben, zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil, laß uns dir folgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich deiner ewig freun. 110. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Er kommt, er kommt, der starke Held, voll göttlich hoher Macht; sein Urm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's. Lobfinge, Welt, dir wird dein Heil ge= bracht. 3. Dir, der du kamest, singen wir Unbetung, Preis und Dank; in Ewigkeit erschalle dir der Deinen Lobgesang. 111. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn fandt' er, unser Heil zu sein, uns von der Sünde zu befrein, mit Licht und Kraft uns bei zustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller Rath, welch unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Der Ankunft Jesu in die Welt. 4. Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an die menschliche Natur, wird allerdings den Brüdern gleich, damit er werd' erbarmungsreich. 5. Des Vaters Sohn von Ewigkeit wird Mensch in großer Niedrigkeit und läßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt und seinen Sohn selbst für uns giebt? Darf unsrer wohl das höchste Gut, daß es so Großes an uns thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnade sich unfähig macht, des Sohnes Gottes Ruf nicht hört, sich so von seinem Heil abkehrt! 8. O Mensch, daß du es nicht verstehst und deinem Herrn entge= gen gehst, den Gott zum Helfer dir bestimmt, und der sich liebreich dein annimmt! 9. D nimm ihn doch mit Freuden an, mach' ihm in deinem Herzen Bahn, auf daß er komm' in dein Gemüth und du genießest seiner Gut'. 10. Gieb ihm dein Herz, Vernunft und Sinn und Alles, was an dir ist, hin, und folge seiner Heiligkeit in Unschuld und Gerechtigkeit. 11. Wo du dieß thust, so hast du Theil an dem von ihm erworbnen Heil; wo nicht, ach so verschließt du dir muthwillig selbst des Himmels Thur. 12. Sein' erste Unkunft in der Zeit war voller Huld und Freund73 lichkeit, die andre wird, zu groser Pein der Sünder, majestätisch sein. 13. 3u Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an und wird sie in des Vaters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. 14. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt; sein Ruhm erfülle jedes Land. Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! 112. Gott ott sei Dank in aller Welt, der sein Wort beståndig hålt und der Sünder Trost und Rath in die Welt gesendet hat. 2. Was der alten Våter Schar sehnsuchtsvollstes Wünschen war, was ihr Glaub' im Geiste sah, ist erfüllet, ist nun da. 3. Unsre Hülf' und unser Lohn, unser Heil, des Höchsten Sohn, kam in diese Sünderwelt, die er rettet und erhält. 4. Sei willkommen! jauchzen wir. Hilf uns und bereite dir zu uns Allen selbst die Bahn, nimm dich unsrer Schwachheit an. 5. 3euch auch in mein Herz hinein, es gehöret dir allein, mach' es, wie du gern es thust, rein von schnöder Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war, Hülf' und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Trofte. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 7. Trofte, tröfte, meinen Sinn, hebst mich hoch zu Ehren und schenwenn ich schwach und zaghaft bin, kest Güter mir, die unaufhörwenn mir Niemand helfen kann, hilf lich währen. Dank, ewig Dank ſei und nimm dich meiner an. dir! 74 8. Steh mir in Versuchung bei, daß ich, aller Sünde frei, dir hier auf der Glaubensbahn selig bleibe zugethan. 5. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? was war's, das dich zum Staube, zu mir herniederzog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mit= leidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 113. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, tlagt nicht mehr, zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O ſehet auf, ihr habet den besten Helfer nab', der Mel. Schaß über alle Schåpe 2c. Wie soll ich dich empfangen, Heil eure Seele labet; der treue Freund ist da. aller Sterblichen, du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, wie, deiner Gute voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; jest soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben, ach nimm es gnddig an! 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, herrlich wiederkommen wirst, ich dir mog' entgegen sehn und gerecht ver dir bestehn. 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre Reiner vermögend gnug dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den Banden des Todes frei und Ios, entreißest mich den Schanden der Sünde, machst mich groß, und 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 8. und er verlåsset Keinen; er weiß, was jedem nůßt. Hat er nicht stets die Seinen von Unbeginn geschügt? nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 9. Was achtet ihr das Drauen der Feinde? traut auf ihn, er kann sie schnell zerstreuen. Der Herr gebeut: sie fliehn. Er kommt, er kommt, ein König, dem auch ein zahllos Heer von Feinden viel zu wenig zum Widerstande wär'. 10. Er Ankunft Jesu in die Welt. 10. Er kommt zum Weltgerichte und bringt, menn er erscheint, Fluch jedem Bosewichte, und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthránen zu seiner Rechten stehn! 114. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Komm, du werthes Lösegeld, dessen alle Völker hoffen, komm, o Heiland aller Welt, unsre Herzen stehen of fen; du, des Geistes Schmuck und Bier, komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du König aller Ehren, laß mich deine Wohnung sein, bilde mich nach deinen Lehren, daß ich werd' an Tugend reich, deinem heil'gen Bilde gleich. 3. Nimm mein Lob in Gnaden an; wie könnt' ich, Herr, von dir schweigen? Nein, so viel ich immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. Preis sei dir, o Gottes Sohn! Hilf, Herr, laß es wohl gelingen, laß dein Zepter, Reich und Kron' uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh': Preis sei dir, Herr, in der Höh'. 115. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. Nun jauchzet Ull', ihr Frommen, zu dieser Gnadengeit, denn unser 75 Beil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne Glanz und Pracht, doch mächtig, zu derheeren und gånzlich zu zerstören der Sünde Reich und Macht. 2. Er kommt in unsre Hutten, will unser Helfer sein, und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; er will uns durch sein Sterben ein ewig Heil erwerben. Lobt ihn mit frohem Muth! 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majeståt verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden gang vollbracht. 4. Bewohner dieser Erden, nehmt diesen König an, wenn ihr wollt selig werden, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt, weil der, der ihn verachtet, nach seinem Heil nicht trachtet, die Seligkeit verliert. 5. Drum wollest du uns leiten, o Mittler, Jesu Christ. Wer deiner Seligkeiten theilhaftig worden ist, ist immer voller Muth, und bleibt getrosten Herzens auch in der Zeit des Schmerzens; du bist sein hochstes Gut. 6. Einst, einst wirst du erscheinen in deiner Herrlichkeit, und alles unser Weinen verkehrn in ew'ge Freud'. Du bist's, der helfen kann: drum mache stets mich fertig, mich deiner stets gewärtig auf meiner Lebensbahn., 116. Mel. 76 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 116. Mel. Jesu, der du meine 2c. Liebster Jesu, fei willkommen hier in dieser bösen Welt, da du nicht wirft angenommen, da man dich verächtlich hålt. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen. Du bist mein, und ich will dein, allerliebster Je= fu, sein. 2. 3war du kommst zu uns nicht prachtig; dennoch beug' ich mich vor dir, du bist reich, und groß und mächtig, Alles, Ulles giebst du mir, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich will dein 2c. 3. Dein so armes Kummerleben foll mein Trost in Urmuth sein; dir, nur dir bin ich ergeben, und vertraue dir allein, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenkrone geben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 4. Will dich alle Welt gleich meiden; dennoch find' ich mich zu dir. Dich und mich foll Niemand scheiden, mein Erlöser, ich will dir stets mit fester Hoffnung glauben, todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich will dein zc. 5. Deine Schmach und alle Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum Unterpfande und ver-= sichert meinen Muth, daß du mir in jenem Leben Preis und Herrlichkeit wirft geben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein; krone mein Vertraun und Hoffen, laß mich ganz dein eigen sein; tilge du all mein Verbrechen, so kann ich mit Freuden sprechen: du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jesu, sein. 117. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Mit Ernst, Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern, er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben verspros chen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen; zu fliehn, was er verbeut. Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König haffet, vertraut ihm, beffert euch. 3. Wer wahre Demuth liebet, den, den will Gott erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergiebt, der wird sein Tempel werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie er liebt. 4. Herr Jesu, ach verleihe den edlen Sinn auch mir, komm, Seligmacher, weihe mein Herz zur Wohnung dir. Es seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir. 118. Gots 118. Gottes Sohn ist kommen, rühmet es, ihr Frommen, hier auf dieser Erden, uns gleich an Geberden, daß er von der Sünde helfe und entbinde. Geburt Jefu Christi. 2. Er kommt auch noch heute und belehrt die Leute, daß sie sich von Sünden zu der Buße finden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen, durch ein recht Vertrauen auf sein Leiden bauen, denen wird zum Leben ihre Schuld vergeben. 4. Er will ihnen schenken, seiner zu gedenken, selber sich zur Speise, seiner Huld zum Preise, und sie da durch stårken zu der Tugend Werken. 5. Die an ihn fest gläuben und beständig bleiben, ihm, dem Herrn, 119. 77 in Ullen trachten zu gefallen, wer: den einft mit Freuden aus der Welt hinscheiden. Geburt Jesu Christi. Mel. Wir Christenleut' zc. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Ulso, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet. O wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 6. Unbemerkt, behende eilt ihr Lauf zu Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel' erlösen und sie zu sich führen, vor den Engeln zieren. 7. Endlich wird er kommen, freuet euch, ihr Frommen, und die Todten werden auferstehn auf Erden und zu seinen Füßen sich hinstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden. Unnennbare Freuden schmecken alle Frommen; aber Bose kommen dahin, wo sie müssen ihr' Untugend büßen. 9. Ei nun, Jesu, leite uns, weil es noch heute, daß wir stets auf Erden fromm erfunden werden, wachen, beten, ringen, einft in's Leben dringen. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. Un ihm nimm Theil; er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Uus Dank will ich in Brůdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, trånken, der Frommen 78 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. men Herz in ihrem Schmerz mit ich gern. Gelobt sei, der da kommt Troft erfreun und dein dabei ge- im Herrn! denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden, die Chriftenheit preist dich erfreut, und Uller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! 120. Mel. Vom Himmel hoch, da ic. Dieß ist der Zag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrs furcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Båter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 5. Dein König, 3ion, kommt zu dir. Ich komm', im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' 7. Du, unser Heil und hochstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder wer den wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht; Ge= danke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie er hält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sigt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und, Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 121. 4. Damit der Sünder Gnad' erhålt, erniedrigst du dich, Herr der Gelobet seift du, Jesu Christ, daß Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirft uns Heil. du Mensch geboren bist! Es folgte dir von deinem Thron der Engel Schar und sang den Sohn, des Mens schen Sohn. 2. Er, desfen Boten Engel sind, lag in einer Kripp' ein Kind. In unser Geburt Jefu unser Fleisch und unser Blut verhüllte sich das höchste Gut, des Va: ters Sohn. 3. Den nie der Welten Kreis um schloß, liegt in einer Mutter Schooß; er weint in unsrer Sündenwelt, der alle Ding' allein erhält. Gelobt sei Gott! 4. Vom Himmel nimmt er seinen Lauf, geht, ein Licht des Heils, uns auf. Es überstrahlt mit Gnad' und Recht der Sohn das menschliche Geschlecht. Gelobt sei Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, nimmt auf sich der Sünder Noth. Nach dieser kurzen Průfungszeit erhebt er uns zur Herrlichkeit. So hilft uns Gott! 6. Der uns des Vaters Fulle gab, kam zur Erden arm herab; an Gús tern machet er uns reich, die ewig sind, uns Engeln gleich. So hilft uns Gott! 7. O du, der Gnad' um Gnade giebt, Herr, wie hast du uns geliebt! Deß freue dich, o Christenheit, und dank' es ihm in Ewigkeit, in Ewig keit! 122. Mel. Gelobet seift du, Jesu zc. Gelobet seist du, Gottes Sohn, der du auf der Ullmacht Chron jett herrschest und einst warst, wie wir. Anbetung, Preis und Dank sei dir, gelobt sei Gott! 2. Dich, unsern Heiland, unfern Herrn, sahn die Völker schon von fern, du, aller Völker Trost und Chrifti. Licht, du warst auch ihre Zuversicht Gelobt sei Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn, auf die, so Finsterniß umgab, glånzt Gottes Wahrheit nun herab. Gelobt sei Gott! 79 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sei Gott! 5. Jauchzt, Himmel, Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns, Adams sündiges Geschlecht, entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei Gott! 6. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan, dich beten alle Engel an. Gelobt sei Gott! 123. Mel. Llobet den Herren, den mächt. se. Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen. Laffet uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun. Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, und angstiglich irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hirten. Jesus erschien: Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich unter einander zu lieben, folgten der 3wietracht und Bitterkeit schåndlichen Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 80 chen Trieben. Jesus erschien, lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wohlthun und Segen nur folg ten des Gottlichen Schritten, Troft und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten; selbst er, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe und mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe. Völlig beglückt, sing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 124. Mel Sollt' ich meinem Gott nicht fing. ic. Ewig sei dir Lob gefungen, Mensch gewordner Gottessohn! Liebe nur hat dich gedrungen, daß du von der Himmel Thron bist in diese Welt gekommen und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut haft so willig angenommen. O wer ist an Huld dir gleich, wer, wie du, so gnadenreich? 2. Bis in Ewigkeit gehöret dir der Menschen Dank und Ruhm; denn wie hoch hast du geehret uns, dein Volk und Eigenthum. Huldreich hast du dich vereinet mit der menschlichen Natur und vor aller Kreatur sie, so niedrig sie auch scheinet, dir zum Wohlthun auserwählt, von Erbarmen bloß beseelt. 3. Liebend kamst du uns entgegen, uns vom Elend zu befrein, wurdest aller Völker Segen, suchtest Uller Troft zu sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und das große Heil erworben, einst von Sünden völlig rein, ganz dir gleich gesinnt zu sein. 4. Ja du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil, giebst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug Theil, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Uebungszeit ewig einft verklárt zu se hen. O zu welcher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 5. Sollte Gott mich denn wohl hassen, wenn ich gleich voll Mångel bin? Nein, er kann mich nicht verlassen, er hat einen Baterfinn, liebt auch mich in seinem Sohne. Er, der meine Schwäche kennt und mich seinen Bruder nennt, herrschet auf des Vaters Throne. Und er herrscht dort als mein Freund, der auch mich mit Gott vereint. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich ganz dein eigen sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun, deine große Huld ermessen. Gieb, daß ich für deine Trcu' ewig dir ers geben sei. 125. Mel. Geburt Jesu Christi. 81 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. 125. Mel. Wie schön leuchtet der sc. stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt hernieder kam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte; freu' dich innig: er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 126. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du Vom Grab', an dem wir wallen, auch mir in deinem Sohn erschienen. Du sandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten diencn. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrůckt zu sehen. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir, die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. D gieb, daß ich an diesem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand neh me, daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh' und dein mich nimmer schüme, bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufgenommen. soll, Jesu Christ, mein Lobgefang empor zum Himmel schallen. Dir opfre jede Seele Dank, und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu sein, und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu sein. 3um Heiland, uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn; mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nieder= fallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er- Ullen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl; verbreitet Licht und Wonne und Leben übers all; durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durch's Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Sünde und der Sterblichkeit. Uns ist nun aufgeschloffen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unfrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn. Nun hebt er seine Brüder 8 82 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. der empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Nun sind sie Got tes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem jegt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! uch du warst einst auf Erden, was deine Brüder find, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Unschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir, weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir, und mit dem Himmelsheere schallt unser Lobgefang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Welterlöser Dank! 127. Mel. Ermuntre dich, mein sc. Gelobet seist du, Jesu Christ, von aller Menschen Zungen, von Jedem, der noch sterblich ist, noch nicht den Lohn errungen. Gelobet seist du von der Schaar, die einst, wie wir, auch sterblich war und nun, der last entbunden, auf ewig überwunden. 2. In dieser höhern Brüder Dank soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang låßt du dir wohlgefallen. Noch schauen wir, doch nur von fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu, nach diesem Leben, du dort uns wirft erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Leben durchgedrungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen. Dann singen wir dir, Jesu Christ, daß du ein Mensch ge= worden bist, in deiner Engel Chöre, Unbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang' noch Sterblichkeit und Leiden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgerzeit dich unser Dank verehren. Doch mehr preis unser Leben dich, und unser Geist bestrebe sich, dir, der zum Keil erschienen, in Heiligkeit zu dienen. 5. Du kamst von deiner Allmacht Thron' auf unsre Erd' hernieder, warst arm und schwach, ein Menschensohn zur Rettung deiner Brüder. Wer wollte dir nicht ganz sich weihn? Ja, Welterlöser, wir sind dein, und jeder der Erlöften soll deiner sich getrösten. 6. Was wären wir, Herr, wärst du nicht ein Mensch für uns geboren? Uch, ohne Trost und Zuversicht, durch unsre Schuld verloren. Doch nun, da du, Herr Jesu Christ, zum Heil der Welt erschienen bist, ist diese Welt der Sünder die Welt der Gotteskinder. 7. Schon hier, erhabner Gottessohn, sind wir durch Hoffnung ſelig. Geburt Jefu Chrifti. selig. Die Freuden, die uns dort am Thron' erwarten, sind unzählig. Dir, der sie gnadenvoll erwarb, der für uns Mensch ward, für uns starb, sei mit der Engel Heere Unbetung, Preis und Ehre. 128. Mel. Gelobet jeist du, Jesu 2c. Lobfingt, lobfinget! Gottes Sohn, welcher von dem Fall an schon zum Heiland uns verheißen ward, wird nun im Fleisch uns offenbart: er wird ein Mensch. 2. Welch Wunder seiner Huld und Macht! So hat Gott an uns gedacht: Er, der Verlornen Heil und Freund, der Eingeborne selbst erscheint und wird ein Mensch. 3. Er sah das Elend seiner Welt, die der Sünde Graul entstellt. Wer kann sie retten? Moglich ist's selbst Engeln nicht; doch er beschließt's: er wird ein Mensch. 4. Die Welt, getäuscht durch Trug und Wahn, betet ihren Gott nicht an, sie ist ein Gözzentempel. Wer macht sie zum Tempel Gottes? Er, er wird ein Mensch. 5. Unwissenheit und Blindheit fällt selbst auch auf die hellre Welt. Uch, wer wird Bion nun befrein? Der Sohn, der will sein Retter fein und wird ein Mensch. 6. Das Laster herrscht, die Tugend fleucht, alle Frömmigkeit entweicht. Da kommt und wehrt noch ihrer Flucht der Herr, der 83 nun sein Volk besucht, der wird ein Mensch. 7. Den Sündern drohet das Gebot Rache hier und nach dem Tod, sie können nicht dem Herrn entfliehn. Doch ihr Verderben jammert ihn: er wird ein Mensch. 8. Gott kann vergeben; aber wer ist auch heiliger, als er? Er will mit uns versöhnet sein. Wer kann versöhnen? Gott allein, sein Sohn wird Mensch. 9. Seht, leiden können von Natur wir nur, sterben wir auch nur. Um nun zu fühlen unfre Noth, um selbst zu leiden unsern Tod, wird er ein Mensch. 10. Uch Menschen, Menschen, betet an, betet Jesum Chriftum an, ihn, welcher euer nie vergißt, weil er auch Mensch geworden ist, ein Mensch, wie wir. 11. Und werdet heilig nun durch ihn, wie der Sohn, der nur erschien, daß wir auch, weil er sich uns schenkt, uns ihm ergeben und bedenkt: Er ward ein Mensch. 129. Mel. Gott sei Dank in aller ic. Heiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt F2 uns Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 84 uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Baters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod' erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich. Und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. 130. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb' uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du wirst ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Helfer und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, das, Herr, erwarbst du mir; Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird zum Reichthum mir, dein Leiden stillt mein Leid, in dir, Erniedrigter, in dir erlang' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron', erheb' ihn auch, mein Geift! 131. Mel. Warum sollt' ich mich denn sc. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen, hocherfreut laßt uns heut ihm Unbetung bringen! Jeder, der sonst war verloren, freue sich inniglich: Christus ist geboren. 2. Gottes Sohn ist Mensch geboren für die Welt, für die Welt, die da war verloren; er, der König aller Wesen, stieg herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Über dieß ist gewiß, Gott kann uns nicht haffen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie? sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nåhm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen. 3um Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5, Fr Geburt Jesu Christi. 85 dir ergeben. 5. Er, er will für unsre Schul- reich durch dich, will ich mich ewig den Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 6. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann, betet an, opfert Freudenthrånen, liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 7. Wenn euch eure Sünden krånken, eilt herzu, suchet Ruh', er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken, zit= tert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 8. Drückt euch hier so manche Plage: euren Schmerz fühlt sein Herz, kein Erlöster zage. Brin get ihm an seinem Feste Preis und Ehr', wisset, er wählt für euch das Beste. 9. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt' er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 10. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz em= pfinden. 11. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Du bist meines Lebens Leben, 12. Dir will ich mein Leben weis hen, mich in dir für und für, mein Erldser, freuen. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Werd' ich einst im Tod er= kalten, so will ich mich an dich, Jesu, gläubig halten. Und dann wollst du mich erheben aus der Zeit zu der Freud' in des Himmels Leben. 132. Mel. Wir Christenleut' ic. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin: Gott ist für dich, was will dich ferner krånken? Sein Sohn ist da, sein Sohn ist da. Wie? sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Ungst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden krånken: dein Heil ist hier, wie sollte dir nicht Gott mit ihm auch Ruh' und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangels haft, mußt du beschämt an deine Schwäche denken: er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Zugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bos= heit schlauen Ränken: erschrick nur nicht: Gott ist dein Licht, er wird dir mit dem Sohn' auch Weisheit schenken. 5. St= 86 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Gebricht es dir an Hülfe hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und trånken: o fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 134. Mel. Wir Chriftenleut' zc. Christenheit, sei hoch erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler, ist geboren. Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 133. 2. O große That! Nach Gottes Rath hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd', ward er für uns Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Ich freue mich in dir und heiße und bracht uns Heil und Leben. dich willkommen, mein liebster Jesu! Du, du hast dir vorgenommen, du willst mein Bruder sein, o welch ein süßer Ton! Wie freundlich ist er doch, der große Gottessohn. 3. Er, er befreit uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. Frohlockt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen. 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden, du machst uns groß und ewig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Storb sah er mit Hülfe liebevoll hernieder. Christenheit, preis ihn erfreut, des Höchsten Sohn bringt das Berlorne wieder. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sor= gen hin, die dich in's Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da, dein Heil ist da: Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? 2. Gott sendet seinen Sohn, das Bild von seinem Wesen, in menschlicher Gestalt. Nun muß die Welt genesen. Des Allerhöchsten Sohn spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein armes Kind, will unser Heiland sein. leb' ich ganz allein; auf dich, allein auf dich, o Jesu, schlaf' ich ein. 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren: Der Heiland, Jesus Christ, ist uns zum Trost geboren, zum Trost für alle Welt. Wer Jesum recht er kennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, wenn er ihn gläubig nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jesum halten! Und sollte gleich die Welt vergehen, Felsen spalten: o Jesu, dir, nur dir, bir 135. Mel. Wir Christenleut' zc. Jesu Christ, wie crostvoll ist für meinen Geist dein' Unkunft hier auf Erden. Du Gottes Sohn, ver= Geburt Jesu Chrifti. 87 verläßt den Thron der Himmel, geführet. Der Engel Heer hat um das Heil der Welt zu werden. selbst nicht mehr an Herrlichkeit als die ist, die uns zieret. 2. Gehorsam sind dir Meer und Wind; und doch giebst du dich hin zum Dienst der Sünder, erniedrigst dich selbst williglich, wirst arm, gering wie schwache Menschenkinder. 3. Du wirst uns gleich, zum Himmelreich auch uns als deine Brüder zu erhöhen. Da leben wir verklårt mit dir, muß gleich wie Dampf hier unser Hauch vergehen. 4. Wer will denn nun uns Schaden thun, wenn wir durch dich den Sünden nur entsagen? wie dürften wir uns dennoch hier mit banger Furcht und finstern Sorgen plagen? 5. Getroft, mein Herz, schau? himmelwärts, dort herrscht dein Freund, der Todesüberwinder. Der star Held kam in die Welt und ward das Leben der verlornen Sünder. 6. Un seinem Heil hat Jeder Theil, der an ihn glaubt, auf seine Stimme höret, sich ihm ergiebt und treulich übt, was uns sein Wort, das Wort des Hochsten, lehret. 7. Nimm auch so Theil an seinem Heil', und dann sei froh. Was willst du dich betrüben? Weil dich dein Freund mit Gott vereint: so kann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Bedenke doch, wie herrlich Goch er über allen Jammer dich 9. Dein Heiland trägt und hält die Welt. Sieh auf, und sich ihn alle Himmel lenken. Was will nun sich, ich frage dich, erheben, dich in Ungst und Noth zu senken? 10. Fühlt es dein Herz, daß unter Schmerz oft Hoffnung, Freudigkeit und Trost dir schwinden: geh hin zum Sohn', am Gnadenthron, darauf er herrscht, da wirst du Tröstung finden. 11. Nur nicht verzagt, wirst du geplagt; dein Heiland kann dein Unglück nicht verschmähen. ward dir gleich, ist gnadenreich und kann dein Leid nicht ohne Mitleid sehen. 12. Bei ihm ist Nuh'. Trau' ihm es zu, er wird's so machen, daß du ihm wirst danken. Sein menschlich Herz empfand, was Schmerz, was Ungst ist, wie zu Muthe ſei dem Kranken. 13. Sieh, er hat ja auf Golgatha am Kreuz viel mehr als je ein Mensch gelitten, von Ungst und Pein dich zu befrein: wie kannst du ihn um Trost vergebens bitten? 14. Gern hilft er dir. Er ist die Thür zu dieses und des bessern Lebens Freuden. Wie bald erscheint dein bester Freund, und nimmt hinweg, was fromme Herzen leiden. 15. Laß du der Welt ihr Glück und Geld, und sich nur zu, daß dieser 88 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 137. Laßt uns Alle fröhlich sein, unsern Gott erheben und uns seines Sohnes freun, den er uns gegeben. 2. Er kam in dieß Jammerthal, ward ein Knecht auf Erden, daß wir frei von aller Qual, selig mochten werden. 3. Er ward arm, wir werden reich, o wie liebt er Sünder! Sünder werden Engeln gleich, werden Gottes Kinder. 4. O Herr, mach' es an uns wahr, laß, in deinem Namen, uns mit jener Himmelsschaar ewig freuen. Umen. dieser Schah dir bleibe, den halte fest. Wer den nicht låßt, den ehrt und krönt er dort an Seel' und Leibe. 136. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch und kommt vor seinen Thron: er öffnet uns sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Mensch wie wir, liegt schwach und dürftig, elend, bloß, wie Menschenkinder, hier. 3. Er äußert sich der Allgewalt, wird niedrig und gering und nimmt an sich des Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding'. 4. Er ruht an seiner Mutter Brust, nimmt seiner Brüder Koft, er, aller Himmel Lob und Lust, er, aller Menschen Trost. 5. Aus Davids Stamm er kommen sollt' zu der gesetzten Beit, zu welcher Gott errichten wollt' sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderbar, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns ew'ge Güter dar, hebt uns zu Gott hinan. 7. Er wird ein Knecht, der Mensch ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er doch freundlicher, der theure Jesus, sein? 8. Geöffnet ist uns nun die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir, lobt Gott und freuet euch! 138. Mel. Ermuntre dich, mein ac. Gott, deine Gnabe sei gepreist, sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein tråger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk' an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. D große That, erwünschte Nacht, von Engeln selbst befungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Ulles schuf und noch ers hålt, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gefandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern erbarmend an dich nahmeft, Sohn Geburt Jefu Chrifti. Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich, wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen. 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Liebe faffen. Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so hers ab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stårker, Herr, als Schmerz und Tod war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Súndennoth mit mitleidsvollem Triebe, du stellteft, unser Heil zu sein, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 89 mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungs= kraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vers eint, du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin, ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen: dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen, dann werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, dich schaun so herrlich als du bist, dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 139. Der Mel. Der Tag, der ift so freudenreich sc. Der Heiland, welcher Jesus heißt, ist uns zum Trost geboren, zum Licht und Heil für unsern Geift, zum Retter auserkoren. War' uns der Heiland nicht gebor'n, wir wären insgesammt verlor'n. Und nun ist Heil uns Allen. Theurer Heiland, Jesus Christ, der du Mensch geboren bist, dein Lob soll stets erschallen. 140. 6. Immanuel, dein freu' ich mich, Mel Vom Himmel hoch, da 2c. du bist auch mein Erretter, auch Vom pimmel ward der Engel Schar des Nachts den Hirten offenbar, und große Freude that ihr Mund mit lautem Jubel ihnen kund. 2. Geht eilend hin, geboren ist in Davids Stadt der Herr, der Christ, des Vaters eingeborner Sohn, der Sünder Heil, der Frommen Lohn. 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch vereinigt, ohne Sünd' euch gleich, selbft Gott; doch euch durch Fleisch und Blut verwandt und euer höchstes Gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren Gott. Euch schrecke nicht mehr Sünd' und Tod, last Teufel, Welt und Hölle drobn; ein Mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn. 5. Urf 90 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 5. Kuf ihn segt eure Suversicht und seid gewiß, er läßt euch nicht. Fiel' auch ein ganzes Heer euch an: troß, daß euch einer schaden kann. Leben und Beispiel Jesu. 141. Mel. Mir nach, spricht Chriftus sc. Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Erempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen, dir keines Eigenruhms bewußt, war ihn zu preisen, deine Lust. 3. Wenn je dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmerzen, doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. Un ihm nur hing dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. 6. Ihr seid nun göttlichen Geschlechts und mit uns gleichen Bürgerrechts; ihr siegt, nur stehet fest im Streit, euch bleibt zulegt die Seligkeit. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Uuch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm trok alles Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn: Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestát, und dir ertont von allen Gottesknechten das Lob, deß du so würdig bist. Oselig, wer dir ähnlich ist. 8. Hilf, daß ich dein Exempel mir, o Herr, zum Muster seke, und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über Alles schåge, mit Freuden seinen Willen thu' und ganz in seiner Fügung ruh'. 142. Mel. Mir nach, spricht Christus ac. Du, deines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott ge-weihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein höchstes Gut, ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz, sein Wille war dein Wille, Leben und Beispiel Jeſu. Wille, du ehrtest auch im größ- Menschen göttlich lieben. Und wie ten Schmerz ihn mit zufriedner voll von solcher Güte war, Erlöser, Stille; selbst auf der allerrauh- dein Gemüthe. sten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Bollender seines Raths zu ſein. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Gnade zu erwerben, bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt und trugst der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben. Dir gleich gesinnt sein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben. O hilf, daß ich so gern wie du den Willen deines Vaters thu'. 91 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Understånd'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken, nur für Menschenwohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Ers barmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafe abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, als ein Missethåter starbest und uns ew'ges Heil er: warbest. 143. Mel. Schmücke vich, o liebe Seele zc. 6. Deine Huld hat dich getrieVorbild wahrer Menschenliebe, ben, Sanftmuth und Geduld zu Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden und für sie sogar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld ermäße? üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich låsterten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten, für sie zu Gott zu beten. und 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Undrer Dienst verzehren, je= dem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben, das heißt, 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Hånden, auf sein redliches Verlangen, Hülfe, Ruh' und Troft empfangen? wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen. Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner Tugend Schmuck und Krone, nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns 92 uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen, laß mich in der Ungst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden, heilige auch meine Triebe zu recht schaffner Menschenliebe, laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 2. Du wareft immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu er= füllen, und willig übernahm dein liebevolles Herz, der Welt zum Troft und Heil, Beschwerden, Müh und Schmerz. standhaft durch sie hin mit Feftigs keit und Ruh'. 144. 6. Vollendeter, auch ich kann einmal ohne Beben in deines Bas ters Hand die Seele übergeben, wenn sie voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich ward Mel. O Gott, du frommer Gott ze. Preis dir, Herr Jesu Christ! an Treu', an Zugend und Geduld. Dem Ulter, wie der Jugend, warst du als Pilger hier ein Vorbild ächter Tugend. Von früher Kindheit an betratst du ihren Pfad und ehrtest deinen Gott mit Herz, und Mund und That. 7. Schau', o mein Geist, auf ihn. Verschmäh' des Lasters Freus den: der Sünden Sold ist Tod, und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit, dann folgest du ihm einst in's Reich der Herrlichkeit. 3. Nie haft du, Heiligster, die kleinste Pflicht verleget, nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergeget, und hatte sich ein Mensch vom rechten Pfad verirrt, wie gern hat deine Hand ihn nicht zurückgeführt. 4. Versuchung ohne 3ahl: hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Drauen, umgaben überall dich, wo du gingst; doch du gingst 5. Boll hohen Friedens blieb, bis an des Lebens Ende, dein schuldlos Herz, und du gabst in des Vaters Hånde den Geist geruhig hin. Vollendet war die Bahn, du warst am hohen Ziel, Belohnung zu empfahn. 145. Mel. Allein zu vir, Herr Jesu zc. inst weinte für Jerusalem der Heiland heiße 3ähren, zum 3eugs niß: ihm sei angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Ihm bricht von tief empfundnem Schmerz sein göttlich liebevolles Herz, da es den Jammer überdenkt, der Sünder krånkt, die keine 3ucht zur Beß. rung lenkt. 2. Schon lange trug Gott mit Geduld dieß Volk in seinen Süne den, und ließ es noch, voll Gnad' und Huld, der Strafen Aufschub finden. Nun siehet er in hellem Licht Leben und Beiſpiel Jesu. Licht das långst gedrohte Strafges richt, das dieses Volk verschuldet hat, wie es sich naht in Wettern über Land und Stadt. 3. Voll Wehmuth blickt er noch umher, sieht Sünder ewig sterben. Dieß schmerzet ihn unendlich mehr als zeitliches Verderben. O was empfindet doch sein Herz, wie thrånt sein Aug' vom herben Schmerz! Uus diesen Chránen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ der Sünder treuer Heiland ist. 4. Erkennet eure Gnadenzeit und fallt in wahrer Buße dem Gotte der Barmherzigkeit, der euch noch lockt, zu Fuße! Der Heiland ist dann euer Freund, wenn ihr im Glauben zu ihm weint. Aus seinen Chrånen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ ein treuer Hoherprie ster ist. 93 7. Herr, unser Mittler, hier und dort krón' uns mit deinem Segen, hilf auch, daß wir nach deinem Wort den großen Trost er= wägen: daß, drückt uns hier noch manche Last, du herzlich Mitleid mit uns hast. D Herr, uns komme dieß zugut und geb' uns Muth: denn schwach ist unser Fleisch und Blut. 5.Die Thrånen, die er einst geweint, die reden noch für Seelen, die, ihren Sünden ernstlich feind, ihn zum Erretter wählen. Sehr hoch sind sie vor Gott geschäßt. Wer sie zu seinem Troste segt, der wird, wenn er voll Traurigkeit sein Thun bereut, mit Gnad' und Heil Don Gott erfreut. 6. Der aber häuft sich zum Gericht des Bornes schwere plagen, der in der Zeit der Gnade nicht lernt ernstlich in sich schlagen. Der Heiland ist zum Herrn erhöht, kommt einst in großer Majestät, als der verklärte Menschensohn vom Pimmelsthron, giebt Frevlern den verdienten Lohn. 8. Laß, wenn wir in der Průfungszeit allhier in Trübsal weinen, uns beine große Freundlichkeit zu unserm Trost erscheinen. Gedanke, der das Herz erhöht, daß du in Gottes Majestät, nach Noth und Kampf, im Himmel bist, Herr Jesu Christ, und hülfreich auf uns Arme siehst! 146. mir nach, spricht Chriftus, unser held, folgt meinem Vorbild, Christen, verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüften, gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Bem sollt' ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen, mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl und, wie ich richtig wan deln soll. 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit und voller Mitleidstriebe; selbst 94 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen, es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite, du kampftest selbst, und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein, und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Wohl zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachwandeln und in dem Kampf der Tugend gern so standhaft wie du handeln. Denn wer nicht kämpft, trågt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 147. Mel. Mir nach, spricht Christus sc. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Beben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben, nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun das, was du thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein wie deine Lehre, dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre und, o wie denk' ich's hoch erfreut, der Menschen ew'ge Seligkeit. 3. Du führtest uns zur Tugend an und, daß wir leben möchten, gingst du selbst ihre schwere Bahn voran vor deinen Knechten. Auch, wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 5. Du trugft mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde, auch Sünder trugst du mit Geduld und batst für deine Feinde, du warst gehorsam bis zum Tod' und ehrtest selbst im Tode Gott. mir zum Vorbild hinterlassen, und 6. Ein solches Beispiel hast du heißest mich Vertraun zu dir und deiner Hülfe fassen. Nimm, sprichst du, nimm mein Soch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich. 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich bloß den Deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Undern selbst ein Beiſpiel sei. 148. Mel. Leben und Beispiel Jeſu. 148. Mel. D König, dessen Majestát zc. Der du die Liebe selber bist und gern die Menschen segnest, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlichkeit begegneft, o bilde meinen Sinn nach dir und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht Andrer Wohlfahrt freun und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen, dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Berderben zu befrein und starbst zum Heil uns Urmen. 3. Auch jest noch, auf der Himmel Thron, bist du der Trost der Sünder, auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten, du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Cegen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen! Er fälle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der 95 sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Untlig sei nie fürchterlich und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen. Das wird noch in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hålt, mein Glück und Wohl erhöhen. 149. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Jesu, Jesu, stärke mich, willig jede Noth zu tragen. Uch mein Herz entseget sich, würd' auch ohne dich verzagen; doch ich weiß es, ich bin dein, dir muß ich auch ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schamen, willig sein, wie er auch bebt, doch dein Kreuz auf sich zu nehmen. Wer sich dessen weigert, ist nicht dein Jünger, ist kein Christ. 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich still und ohne Klage, weil auch du gelitten hast, was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erst schrecklich daucht, süß, und angenehm und leicht. 4. Uch viel mehr, unendlich mehr, als ich je vom Kreuz empfinde, littst du, Allerheiligster, für die Welt, für meine Sünde! Ohne Zaht war deine Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 96 deine Noth, unaussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinen leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine Pein, kein Tod nicht scheiden. Werd' ich zaghaft, stårket sich mein erschrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du hast nach deinem Streit dich zu Gott empor geschwungen. Mein ist deine Herr lichkeit, mir ist Sieg von dir er: rungen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kämpft, der siegt dereinst mit dir. 7. Nein, ich fliehe nicht dein Kreuz, sieh, ich nehm's aus deinen Hånden. Mich soll nie der Liste Reiz, nie die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. 150. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Kommt her, mühselige, zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen, kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird: ich Urzt heil' euren Schaden. 2. Wie lange såumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin: mich müßt ihr billig hören. 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine laft. wer sein wahres Heil nicht hast, wird sich dazu bequemen. Ich schenk' ihm Ruh'; und, wie er sich nicht meiner schåmet, werd' auch ich einst seiner mich nicht schåmen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir. Zeuch uns dir nach, so laufen wir. Dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist: bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du ge. than, aus wahrer Demuth Jedermann zu dienen fertig stehen, laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn und Fehler übersehen. 6. Uch bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu und bringe mich zur wahren Ruh' am Ende meiner Tage. 151. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen 2c. Lasset uns mit Jesu ziehen. Wer ihn liebet, folgt ihm nach, geht, dem Argen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starker Glaube sei uns eigen, der führt auf den Himmelspfad; doch der Glaube zeige That: Bruderliebe muß er zeigen. Bleib', o Jesu, stets bei mir, geh voran, ich folge dir. 2. Laffet Lehre Jesu. 2. Lasset uns mit Jesu leiden. Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Nach der Trübsal folgen Freuden, auf die Schmach das Ehrenreich, Thrånensaat bringt großen Segen, großes Heil kront die Geduld: Gottes Allmacht, Gottes Huld ist mit uns auf Leidenswegen. Mit dir, Je su, leid' ich hier, dort erfreu' ich mich mit dir. 3. Laffet uns mit Jesu sterben. Sein Tod schüßt vorm andern Tod, schügt die Seele vor Verderben und befreit von ew'ger Noth. Tddten wir das Fleisch hienieden, sterLehre 152. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. Un Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 97 ben wir den Lüsten ab, so entgehn wir einst dem Grab' und empfinden Gottes Frieden. Herr, im Tode trau' ich dir: nicht im Grabe bleib' ich hier. 4. Lasset uns mit Jesu leben. Er stand von den Todten auf, ward mit Preis und Kraft umgeben, nahm zum Vater seinen Lauf. El was kann der Tod mich schrecken? denn das Haupt der Christenheit wird gewiß zur Herrlichkeit seine Glieder auferwecken. Dir, o Jesu, leb' ich hier, ach einst leb' ich auch bei dir. 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sún= denschuld, theilhaftig werden seis ner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat, und Jesu. machtest auch durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand find uns ein göttlich unters pfand: was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevs ler Spott den Glauben an dieß Wort ven Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer selbst voran; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen, eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; bu machst durch treuer Lehrer Mund noch jest dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit 98 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. mit deiner Kraft ihr Umt, damit es Nußen schafft. 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen måchtig fort. Du sendest, wie du selbst verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', vom Eigendünkel mich befrei', damit ich dir gehorsam sei, bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht bei dir erfreut. 153. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Theuer sei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar: auf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du in's Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden; doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen, es soll euch zu eurer Ruh' nicht am Troste bei mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Suns den zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Beugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnådig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe, höre meinen Lobgefang, den ich hocherfreut dir singe. Du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher als Gold fei mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den du gewähret. Werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 154. Mel. Wer nur den lieben ze. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht, es giebt dem Sünder und dem Lehre Jesu. dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß, erfüllt mit Freuden, bringt uns Segen und machet unser Herz gewiß, es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefållig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie du denen Guz tes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trúget nicht. 4. Gott, dieß dein theures Wort ist besser und mehr der Sehnsucht werth als Geld, sein Werth ist kostlicher und größer als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wert mich lehrt. Laß folgsam mich auf Alles achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. 99 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmekken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklårt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir, Herr, gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Misse= that der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben Vater sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort, denn du haft's uns ge= geben. Es sei mein Theil, es sei mir Heil, und Kraft zum er gen Leben. 156. 155. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Mel. Ach Gott und Herr zc. Wir Menschen sind zu dem, o Gott ist mein Hort, und auf sein Gott, was geistlich ist, untüchtig. Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo 2 und Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 100 uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher haft du ausgefandt Propheten, beine Knechte; sie machten in der Welt bekannt dein Heil und deine Rechte. Bulegt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist. Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wir's an nehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort' abwende; denn bu bist ein gerechter Gott und strafft gewiß am Ende. Erweck' uns burch der Wahrheit Kraft und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht las sen; daß wir nicht Hörer nur allein, nein, auch desselben Thâter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist Gottes, mache du selbst gleich uns einem guten Lande, daß wir, an guten Werken reich, in unferm Amt und Stande das thun, was uns dein Wort gebeut und, frei vom Dienst der Eitelkeit, des Glaubens Kraft beweisen. 7. Laß uns stets, weil wir leben hier, der Sünder Weg vermeiden; gieb, daß wir halten fest an dir im Wohlstand wie im Leiden; rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt; hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüs fte dåmpfen. 8. Erhalte stets dein Wort uns rein, laß es in Finsternissen ein Licht auf unsern Wegen sein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig auf dich trauen. 9. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns beine Lehr' erleuchten mög' und leiten, o heil'ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort Lieb', Hoffnung, Trost und Glauben. 157. Mel. D Gott, duf rommer Gott ac. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Chrift, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen båtte, merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte. So lies, mit Ehrfurcht, lies mit Lust, und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem ich meine Spånde falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder Lehre Jefu. Wunder am Gesek, am Bort vom Kreuze sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, Fein heilig Buch, lies oft, du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewis sen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kråf ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zu rücke, empfinde seinen Geist und stårke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden: die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken: Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wie begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, 101 und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Chrift, durch keine Zweifel krånken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken, dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit, dort ist die Zeit des Schauns und hier bes Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift. Und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Salt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Berachte christlich groß des Bibelfeindes Spott: die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 158. Mel. O Gott, du frommer Gott ac. Von Herzen preis ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in jedem Falle Rath und hellen Unterricht. 2. Wie kräftig ist dein Wort. Gott, Millionen Christen gab dieses Wort den Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Es bessert sanft das Herz, und stärkt zu jeder Pflicht, ist in Gefahr ein Schus, in Finsterniß ein Licht. 3. So Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 102 3. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich růhrend nicht den Weg zur Tugend weifen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 4. Bei diesem Unterricht laß beinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren. Wer beinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit, sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. 159. Mel. Wir Christenleut' sc. Welch Kleinod ist, Herr Jesu Christ, dein Evangelium für meine Seele. Hier hab' ich Licht, dabei ich nicht, acht' ich darauf, den Weg des Speils verfehle. 2. Es macht mir klar, wie, eh' ich war, mein Gott bereits erbarmend mein gedachte und gnadenvoll zu meinem Wohl dich, seinen Sohn, auch mir zum Helfer machte. 3. Es lehrte mich, wie williglich du für die Welt voll Sünder bist gestorben, und wie du ihr, so wie auch mir, was nur zum Heil uns noth ist, hast erworben. 4. Daß Gott voll Huld mir meine Schuld, wenn sie mich reut, als Ba ter will verzeihen, und Kräfte gnung zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen; 5. Daß meinen Geist, was Sterben heißt, gewiß nicht trifft, wenn gleich mein Leib muß sterben; daß der auch einst, wenn du erscheinst, vom Grab erweckt, Unsterblichkeit wird erben; 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuschicken, ist von Gott gegeben; daß, wenn ich dir treu folge hier, ich dann auf immer dort soll seLig leben; 7. Daß alles Leid der Pilgerzeit in Wonne sich alsdann für mich verkehret: das Alles hat von Gottes Rath mich, Herr, dein Evangelium gelehret. 8. O welche Kraft verspricht und schafft mir dieß dein Wort zum seligen Bemühen, den Sinn der Welt, der dir mißfällt, und alle schnöde Sündentust zu fliehen. 9. Und wie zerstreut in jedem Leid dieß Wort den Kummer, der mich niederdrůcket. Die Schwermuth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich der Trost, den es enthält, erquicket. 10. O laß dieß Wort, Herr, immerfort mein ganzes Herz mit Kraft und Trost beleben. Und hört mein Lauf hienieden auf, so muß es mir noch Muth im Tode geben. 160. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Selig sind, die, Gott, dein Wort hören und zugleich bewahren. O ſo las auch immerfort dieses Heil mir widerfahren, daß es mich zum Guten stårke und ich seinen Trost vermerke. 2. Druck' es fest dem Herzen ein, so wird es nichts daraus rauben. Selig werd' ich hier schon sein auch bei Taufe. bei einem dunklen Glauben, bis der einst in jenem Leben hellres Licht mich wird umgeben. 161. Mel. Liebster Jesu, mir sind hier sc. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gicb uns Gnade, daß wir hier auch dars 162. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Geweiht zum Christenthume, sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner Vaterliebe durch Christum zu erfreun und deines Geistes Zriebe gehorsam stets zu sein: damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Heils theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. Taufe. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan. Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an, so gabst du schon uns Urmen am Reiche Christi Theil und zeigst uns aus Erbarmen die Bahn zu seinem Heil; du schafftest unsern Seelen früh schon Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg zur Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgefang. Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du nach rechtschaffen leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thåtig sei durch Werke. 103 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu, gieb zum Wifsen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen: so wird Ulles wohlgelingen. 1 uns durch die Taufe zu Christen hast geweiht, und uns zum Zugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 4. Sa hilf du selbst uns 2llen, in deinem Willen stets beruhn und, dir zum Wohlgefallen, nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergånglich ist. 163. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum' erkaufet, als dein Júnger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. D erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 104 nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlfein achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Zode. doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu erwerben. 4. Laß mich denn, wie dir'e gefällt, deinem Dienste ganz ergeben und entfernt vom Sinn der Welt, als ein treuer Junger leben, daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. 164. Met. Lobt Gott, ihr Christen sc. Daß ich in deiner Christenheit, mein Gott, geboren bin, dir durch die Taufe bin geweiht, wie sehr ist mir's Gewinn. 2. Nun ward ich in der Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du von deines Himmels Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte früh bereits verstehn, was bein allweiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein heilig Wort, sah ich die sichre Bahn, auf der wir uns, so hier als dort, dem wahren Leben nahn. 5. Du warst mein Führer immerbar auf meiner Lebensbahn und nahmst bei drohender Gefahr dich meiner huldreich an. 6. Wie dank' ich dir, Ullliebender, für diese Batertreu'? Gieb, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sei. 7. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft, auch ich bin bir zum Dienst und Ruhm' auf sein Gebot getauft. 8. Dir will ich denn, o stärke mich, mein ganzes Leben weihn: so freut mein Herz sich ewiglich des Glücks, ein Christ zu sein. 165. Mel. Christ unser Herr zum 2. Mein Vater, o wie dank' ich dir. Von dir hab' ich mein Leben, und durch die Taufe hast du mir noch größers Glück gegeben. Noch eh ich dieses Glück empfand, eh' ich dich lieben konnte und, mit mir selbst noch unbekannt, nichts für mein Wohl begonnte, hast du mich schon geſegnet. 2. Du nahmst in Christi Reich mich auf, kamst liebreich mir entgegen, verhießest mir zum Zugendlauf Erleuchtung, Kraft und Segen, versprachst mir deine Baterhuld und einst das ew'ge Leben, versprachst mir, alle meine Schuld durch Christum zu vergeben, wenn sie mich herzlich reute. 3. Wie hoch verpflichtet bin ich dir mein ganzes Herz zu geben, mit kindlich folgsamer Begier nach deinem Wort zu leben, den Reiz der Sündenluft zu scheun und ihre Macht zu dámpfen, des afters ew'ger Heiliges Abendmahl. ew'ger Feind zu sein, mich selber zu bekämpfen und ähnlich dir zu werden. 4. So bahnteft du an deinem Theil mir schon die sichern Pfade von Kindheit an zu meinem Heil, zu deiner Huld und Gnade. O wår' ich doch auch jederzeit treu meiner Pflicht geblieben, und hätte mich die Dankbarkeit auch immer angetrieben, stets als ein Christ zu leben! 5. Beschämt gesteh' ich meine Schuld und flehe dich um Gnade. Ich will, o habe noch Geduld, forthin des Christen Pfade mit einem größern Eifer gehn und meine Pflicht erfüllen, auf dich und deine Hülfe sehn. Gieb zu dem guten Willen auch Kraft, ihn zu vollbringen. Heiliges Abendmahl. 167. Mel. Meine Seele erhebet den ze. Meine Geele lobsinget dem Herrn, Jesum preis' ich von ganzem Gemüthe. O wer kennt ihn und preist ihn nicht gern? Ewig währt des Erhabenen Güte. 2. Tief erniedriget ging er ein her, unfer Mittler und himmlischer Lehrer, jedes Leidenden Helfer war er, jedes Flehenden milder Erhörer. 3. Seligmachen war immer der 3weck seines göttlichen treuen Bestrebens. Er, er zeigte zum Heil 105 Bei der Taufe. 166. Mel. Sollt' es gleich bisweilen sc. Dir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gieb ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stárke künftig seinen Glauben, laß ihm den nicht Spotter rauben, froh sei es, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es immer froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Glück und Ruh' ihm rauben kann. uns den Weg, hatte Worte des ewigen Lebens. 4. Huldvoll opfert' er sich für uns auf, bis er unsre Befreiung vollendet. Segnend fuhr er zum Vater hinauf, der uns ihn zum Erretter gesendet. 5. Hier hat, seinen Erlösten zugut, er ein theures Vermächtniß ge= lassen, seinen Leib und sein heiliges Blut. Selig, die es erwägen und fassen! 6. Voll Erbarmungen schaut er herab, denkt dran, was er den Seiz nen verheißen; sie soll keine Verånds 106 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. åndrung, kein Grab, seiner schügen den Allmacht entreißen. 7. Ihn, der keines Erlöften vergißt, soll mein ewiges Loblied erheben. Herz, empfind' es, wie gütig er ist, preis' ihn, Seele, durch christliches Leben. 168. Mel. Schmücke vich, o liebe Seele zc. Heiland, groß an Huld und Treue, fehle. 6. sich, ich widme dir auf's Neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen. Du versprichst ja selbst es Ullen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft bazu gewinnen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! in den Tod dich hinzugeben, welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermessen, will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dieß Ziel ver4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die bich trieb, auch mir zum Leben Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer nåher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen, welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest. Nichts wird dann mich weiter stòren, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen, Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stårke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschluffe, bich und deine heil'gen Lehren mit Du gingst, o Heiland, hin, für 169. Mel. Herzliebster Jesu, was sc. Gehorsam zu verehren. uns zu leiden, erwarbst uns Ullen deine Himmelsfreuden und starbst, vom Sündenfluch und allem Bösen uns zu erlösen. 2. Deß sollen deine Júnger nie vergessen. Wir sind, die wir von einem Heiliges Abendmahl. 107 einem Brote essen, von einem Kel- dieß große Werk vollbringen, daß unche trinken, Ulle Brüder und deine Glieder. ter einem Hirten eine Heerde aus 21len werde. 3. Dein heilig Mahl gebietet den Gemeinen, durch einen Geist mit dir sich zu vereinen, daß unter einem Hir: ten eine Heerde aus Allen werde. 4. Bir sind mit einem Opfer Gott erkaufet, wir Alle sind auf einen Tod getaufet, daß Jeder nun mit gleichem Ernst und Triebe den Undern liebe. 5. Wie darf denn die, die einen Herrn bekennen, der Streit, wer mehr Erkenntniß habe, trennen und Herzen, die sich eines Heilands freuen, zum Haß entzweien? 6. Soll denn, wer stark ist, nicht die Schwächern tragen, soll er der Einigkeit, der Lieb' entsagen? und deine Güte schonte doch der Schwachen, sie stark zu machen? 7. Wenn wir wie Brüder bei einander wohnten und, irrt' ein Bruder, seiner Schwäche schonten: wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 8. Der danke, wer mehr Licht gat, er sei weise, nicht sich nur zu gefallen, dir zum Preise sei er's den Brüdern und, an Einsicht größer, sei er auch besser. 9. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe sich freier in der Wahrheit Prüfung übe und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasse, sich leiten lasse. 10. Uch dazu müsse deine Lieb' uns dringen! Du wollest, Herr, 170. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Schicke dich, erlöfte Seele, glâubig, nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen: eil' ihm demuthsvoll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schopf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Glaubensstårkung zu empfangen, der du huldreich deinen Frieden sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall' ich zu deinen Füsen: laß, laß würdig mich genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 4. O wie sehnt sich mein Gemůthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue; und du siehst mein Herz voll Reue. Meinem kindlichen Begehren wollst meiner du deinen Trost gewähren, Sünden nicht gedenken und mir deinen Frieden schenken. 5. Ja 108 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 5. Ja ich hoff' auf deine Gnade, ihre Schulden abgethan, und wir daß sie mich der Schuld entlade und sind Gottes Kinder. Ich denk' an mit neuer Kraft zum Werke meiner deines Leidens Macht und an dein Heiligung mich stärke. Was du, Wort: Es ist vollbracht. Du haft da du für uns starbest, Jedem, der mein Heil verdienet; du haft für Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' mich dich dargestellt, Gott war in und ew'ges Leben, wirst du mir ge- dir und hat die Welt in dir mit sich wiß auch geben. verfühnet. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deinem Willen leben und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thdtig preise. 7. Du, dem die verklärten Scharen, die, wie ich, auch Schwache waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einft dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir Lobge: sânge weihe. 171. Mel. D König, beffen Majestät ac. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd' ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, haft 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht lieb reich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in dem, der dich erkauft, von ganzem meinen Tod getauft, und du wirst Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Selig= keit, bewahr' es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit die beine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich in dir, ich bin der Weinstock, bleib' an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. mich von nun an würdig sein, mein Laß ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. 172. Das 172. Heiliges Abendmahl. Das Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Herr, du wollft fie vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter ihnen, Gott. Leben, Leben zu empfahn, laß sie, o Sohn, sich würdig nahn, durch dich befreit von Sünd' und Tod! Sie sind erlöst und rein, sind, Jesu Christe, dein, sind unsterblich. Laß, laß sie sehn in deinen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, All' auf Christi Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hinge geben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 109 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein. 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen, stårke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glau: Die ge ben, hilf den Schwachen. beugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch an's Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Maht empfangen, laß sie fühlen: In's Gericht kommen, die da glauben, nicht. 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens, theures Pfand des künft'gen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens, schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und brinkt zum ew'gen Leben. Der Friede Christi sei mit euch! Nehmf und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und trinkt zum Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 110 zum ew'gen Leben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich. Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu. Amen. Umen. Der Weg ist schmal, klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt. Die Gemeine. 10. Jesu Christi Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt, Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entfündigt. Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Uusgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegoffen, fuchtest, fandest keine Ruh. Deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines großen Opfers Blut. sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr: gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Mårtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual. Gieb, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis an's Kreuz geliebt. 13. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gege= ben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Mud', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn; Nahet euch. Euch wird gegeben doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben Gnade, Trost und ew'ges Leben. Uber die, ach die empfahn den Zod, die sich unwürdig nahn. 173. Die Versammlung. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 2c. Die Heiliges Abendmahl. Die Communicanten. Mel. Jesu, deine tiefen Wunden 2c. Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden komm' ich, Herr, auf dein Gebot zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk' an deinen Tod. Mitt ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, ach möcht' ich mich würdig nahen und das Leben hier empfahen! Die Versammlung. 2. Jesus Christus hat sein Leben in den Tod für euch gegeben, hat euch vom Gericht befreit aus herzlis cher Barmherzigkeit. Die Communicanten. 2. Ich empfind' es jetzt auf's Neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Heile hin, wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. Die Versammlung. 3. Daß wir deß gedenken mögen, giebt er uns, o welch ein Segen, sei non Leib und, welch ein Gut, auch sein für uns vergoßnes Blut. Die Communicante 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufft auf's Neue mir durch dein 111 Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schåme. Die Versammlung. 4. Für sein wunderbares Speisen sollt ihr Gott, den Vater, preisen, der für eure Missethat den Sohn dahin gegeben hat. Die Communicanten. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. Die Versammlung. 5. Glauben sollt ihr und nicht wanken, daß es sei ein Mahl der Kranken, denen von der Sünde Schmerz beschweret ist ihr banges Herz. Die Communicanten. 5. Laß den Borsaß, den ich habe, nie der Sünde mich zu weihn, unbes weglich bis zum Grabe stark und immet thätig sein. Wohl mir, wenn mein Herz nicht weicht. Doch der Rückfall ist so leicht, den nur fürcht' ich und empfinde schon von fern die Macht der Sünde. Die Versammlung. 6. Die mit Ernst ihr Thun bereuen, die wird Heil von Gott ers freuen. Důnkst du rein dich, nah' dich 112 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. dich nicht, du gehest, Stolzer, in's es froh und fest, daß sie mich hier Gericht. nicht verlåßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß einst leiten. Die Communicanten. 6. Wenn sie mich von deinen Wegen abzuführen reizt und droht, laß mich ernstlich überlegen, welch ein Tod war Jesu Tod. Jesu, trage mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld, sage: Du sollst Gnade finden, ich, ich tilge deine Sünden. 174. Die Versammlung. Mel. König, deffen. Majestät zc. 7. Jesus Christus spricht: 3hr Du, Herr, haft aus BarmherzigArmen, laßt mich über euch erbarmen, die ihr schwach und elend seid; nur ihr empfaht Barmherzigkeit. keit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. Die Communicanten. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Chrift stets handle. Und wird ja mein Glaube schwach, o so bilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermúde; so erquicke mich dein Friede. Die Versammlung. 8. Glaubst du mir aus Herzensgrunde, so hat meines Mahles Stunde dich von Neuem eingeweiht durch Bundes Blut zur Ewigkeit. Die Versammlung. 9. Glaub' und liebe deine Brüder; ihr seid eines Hauptes Glieder, durch mein Blut seid ihr geweiht zu einer frohen Ewigkeit. Die Communicanten. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' 2. Ja meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl und leide sehr vor uns ruh' meinek Seelen. Doch du bist meine Zuversicht, verlaß mit deinem Troft mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnådig an; du bist's, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn Heiliges Abendmahl. stehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläubig Herz voll Reu', auch meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Hubd, in Liebe, Glauben und Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 113 4. Sollt' ich dich denn dafür nicht wieder herzlich lieben und mich unausgesegt dir zu gefallen üben, dir und dem Vater, der in dir so sehr mich liebt, daß er durch dich so gern mir meine Schuld vergiebt? 5. Ja, dir will ich forthin mich und mein ganzes Leben und Alles, was ich bin, zum Opfer wiedergeben. Nimm, mein Erldser, mich zum Eigenthum dir hin, der ich so theuer dir zum Dienst erkaufet bin. 6. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, selbst meine Feinde lieben. Wir Alle sind ja, Herr, zu einem Leib getauft und Alle durch dein Blut zu einem Dienst erkauft. 175. Mel. D Gott, du frommer Gott se. 7. Wir trinken einen Kelch, dein Ich will, mein Jesu, dich und dei- heilig Blut, wir essen auch nur ein nen Tod bekennen. D laß mein gan= zes Herz von Lieb' und Dank entbrennen. Ich komme glaubensvoll, mich deinem Mahl zu nahn, auf's Neue Trost und Kraft zur Beßrung zu empfahn. Brot, dein Fleisch; das laß uns nie vergessen. Laß uns nur einen Leib und deine Glieder sein und vor dir, unserm Herrn, stets bruderlich uns freun. 8. Laß stets als Glieder uns an einem Leibe leben und, so vereinigt, uns nach einem Himmel streben. Gieb dazu durch dein Mahl uns U1= Len Trieb und Kraft und einst die Seligkeit nach unsrer Pilgrims schaft. 2. Herr, diese Güter sind mein innigstes Verlangen. Omocht' ich sie doch stets in größerm Maß empfangen! D nåhme doch der Trieb mich immer stärker ein, für deine Lieb' und Treu' dein eigen ganz zu sein. 3. Aus Liebe kamst du, Herr, dich und dein theures Leben für meine Seligkeit zum Opfer hinzugeben. Du thatst's und schaffteſt mir dieß unschäßbare Gut, gabst für mich deinen Leib, vergosfest selbst dein Blut. 176. Die Versammlung. Mel. Meine Seele erhebet den 2c. Nehmt und eßt und denkt an Jesum Christ. Das ist sein Leib, der für euch gegeben ist. Die 114 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Die Communicanten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, Lod verleiht. was du in deiner Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. Die Versammlung. 2. Nehmt und trinkt und denkt an Jesum Christ. Das ist sein Blut, das für euch vergossen ist. Die Communicanten. 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. Die Versammlung. 3. Er, er starb am Kreuz zum Trost und Heil Ullen, die gläubig an ihm nehmen Theil. Die Communicanten. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz ge: bracht. O gieb von deinem Todesschmerz jegt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst, mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein 5. Ich übergebe mich auf's Neue o du, mein Herr und Gott, an dich, ich schwöre dir bestånd'ge Treue vor will ich ewig sein. Du starbst für deinem Zische feierlich. Dein eigen mich, drum bin ich dein. Die Versammlung. 4. Solches thut zu seinem Ges dächtniß, oft und, bis er kommt, zu seinem Gedächtniß. Die Communicanten. 6. Nie will ich mich vor Spots tern schämen des Dienstes, den man dir erweist, nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, ge= sinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nachsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Heiliges Übendmahl. und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen, mein Heiland, laß es doch gez schehn, daß mir, zur Stårkung meiner Treu', dein Abendmahl gesegnet ſei. 2. Und wie viel Segen låßt dein Tod zu meinem Heil mich finden. Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewis sensruh', zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 177. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Ich preise dich, o Herr, mein Heil, sei und dir zur Ehre lebe. für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge. 115 gen; er stårke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Laft von meinen Súnden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du, nach deines Vaters Huld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner Zeit undankbar mag vergessen, daß ich aus achter Gegentreu' dir bis in Tod ergeben 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Se7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen, nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 178. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt. D ftárke mein Gemüthe zum gläubigen Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Vertraun auf dich, daß ich, so lang' Jesu, Freund der Menſchenkinder, ich lebe, mich an deine Gnade halte. 8. 3u meinem Heile hast du dich für mich dahingegeben: dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt. Und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. der du dich zum Heil der Sünder von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer kann dein Erbarmen fassen? Tief gerührt von solcher Güte, preist dich dankvoll mein Gemüthe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet, Licht, den Weg des Heils 52 841 116 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. zu finden, Troft bei dem Gefühl der Sünden, Kraft, der Beßrung nach zujagen, Muth, des Lebens Last zu tragen und die Hoffnung beßrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, tröften und zum Erb= theil der Erlösten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun so sei der Bund erneuet: ganz sei dir mein Herz geweihet, täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben, ernst: lich mich im Guten üben; was du hasfest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch ich fühle meine Schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, ach wie leicht ist das gebrochen, schneller oft, als ich's versprochen. Darum stårk' in mir die Triebe dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sei und Glauben halte. 6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stårksten Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frieden mag genießen und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Se: gen habe. 7. O wie will ich dich erheben, wenn du mich im höhern Leben zu den Freuden deiner Frommen, Herr, Da, ich hoff' es, låsfest kommen. da wird mich nichts mehr stören, dich auf's Innigste zu ehren; da, da werd' ich, frei von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. 179. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dank, ewig Dank sei deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ. Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben, ich, der ich Straf' und Tod verdient? Ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich haft mit Gott versühnt. Du, der Gerechte, starbst für mich: wie preis' ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir, mir ward das Brot gebrochen, und ich trank deines Bundes Wein. Voll Freuden hab' ich dir versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein. Ich schwör' es nun noch einmal dir, ach schenke deine Gnade mir! 4. Laß mich voll Dankbarkeit ers messen, daß du für mich gelitten haft und deiner Liebe nie vergessen, die so viel Gegen in sich faßt. Laß meinen Glauben thátig sein und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Hilf mir das Böse überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht, bes wahre mich vor neuen Sünden, vers laß mich in Versuchung nicht, und dein Heiliges Abendmahl. dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 6. So soll denn weder Spott, noch Leiden, noch Ehre, Gut und Luft der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhålt. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein! 180. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, o Seele, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. Er hat für dich gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod' erstanden und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden und aus der dunkeln Grabesnacht Befreiung an das Licht gebracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. Er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 117 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen, mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umfassen. Dein Ubendmaht vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. 181. Mel. Herr Jesu Christ, du höchftes zc. Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuen; ich will, von Weltgeschäften fern, mich seines Todes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erldser, sich erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, noch der Betrug der Sünde: daß auch ein lasterhafter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frei vom Selbstbetrug, von Heuchelei, von aller Lust zur Sünde. 3. Bekennen will ich's offentlich, dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich zum Eigenthum' ergeben. So lang' ich lebe, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 4. Demüthig will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, durch dich gewiß von seiner Huld, zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit gläubis gem Vertraun nach deinem Kreuz, o Jesu, schaun, durch dich Verges bung hoffen. 5. Dein Leib und Blut versichre mich von deines Vaters Gnade, daß ich 118 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. tch getröstet, Herr, durch dich geh' auf der Tugend Pfade, mich tåglich meines Gottes freu' und voll der froben Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, dich über Alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werken übe. Dieß ist dir angenehmer Dank; den müsse dir mein Leben lang mein Herz, o Jesu, bringen. 182. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Mit frohem Dank erschein' ich hier, dein Leiden zu besingen und mich im Geiste bis zu dir, mein Heiland, aufzuschwingen. Mein Geist, der ist da, wo du bist, anbetend bei dem Throne vor dir, des Höchsten Sohne. 2. 3war immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bei dir bin. Es fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Stromen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. 3. Auch weißt du, Herr, wie herzlich dich die ganze Seele liebet und wie sie mit Vergnügen sich in deinem Dienste übet. Mit Herz und Mund ist längst der Bund geknüpft: ich bin der Deine, und du, mein Freund, der Meine. 4. Doch feierlich sei heut mein Dank und festlich diese Stunden; und lauter tone mein Gesang vom Tod, den du empfunden. Du liebtest mich und starbft für mich, für mich und meine Brüder; du starbst, und lebst nun wieder. 5. Und dich, mein Heiland, sollt ich nicht vor aller Welt bekennen? für dich, nach echter Christenpflicht, nicht warm von Liebe brennen? nicht Hand in Hand, im festen Band mit allen deinen Gliedern, dir Gegenlieb' erwiedern? 6. Nein, deinen Tod vergeß ich nicht, nicht deine Huld und Treue, nicht meine Schuldigkeit und Pflicht; das schwör' ich dir auf's Neue. Du hörst den Schwur; ja hör' ihn nur, die Liebe soll mich dringen, ihn redlich zu vollbringen. 7. O stårke du mich nur, o Herr, denn dein ist Kraft und Stärke, daß ich von nun an williger auf deine Stimme merke und von dir gern die Weisheit lern', nach Gottes Wort zu handeln und fromm vor dir zu wandeln. 8. Daß ich die Luft bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge und Früchte der Gerechtigkeit in größrer Reife bringe. O bilde mich, ich bitte dich, noch mehr nach deinem Bilde, demüthig, sanft und milde. 9. Einst kommt die Zeit, so wahr ich hier bei deinem Tische stehe, daß ich, in Wonn' erhöht zu dir, dich selbst, mein Heiland, sehe. Wie wallt mein Blut, wie wächst der Muth zum Hoffen und Vertrauen! Auf Glauben folgt das Schauen. 183. Mel. Heiliges Abendmahl. 183. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Heiland, dessen hoher Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder, suche dich; erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden. 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil. Daß ich nicht troftlos bliebe, reichst du mir auch zu meinem Heil die Pfånder deiner Liebe. Ich nehme sie und denke dran, wie viel du auch für mich gethan, wie viel mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben; du starbst der ganzen Welt zugut, er warbst auch mir das Leben: ich nehme dieses Brot, den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein und ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stårken! Die Hoffnung, die es mir verschafft, treib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit allen Lüsten. 5. Wie? sollt' ich diesen Lüften noch zu meiner Schande dienen? ich trüge noch ihr sklavisch Joch? ich könnte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, ich will die Sünde hassen, will jeden 119 Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen. Dir will ich le= ben, treu dir sein und nicht dein heilig Wort entweihn. Gieb du mir das Vollbringen. 184. Mel. Jesu Chrift, meins 2c. Jesu Christe, Gottes Lamm, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm, zur Tilgung meiner Sündenlast, den schwersten Tod erduldet hast! 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, gebeugt durch manchen Sündenfall; doch meines Herzens Zuvers sicht steht, Herr, zu dir, verwirf mich nicht. 3. Du bist der Urzt, der Seelen heilt, den Reuerfüllten Trost ertheilt und zur rechtschaffnen Heiligkeit den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich, von meinen Sünden heile mich, mach' in mir das Gewissen rein und laß mich ganz dein eigen sein. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz und richt' es zu dir himmelwärts, daß glaubensvoll und dankbarlich ich deiner Lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum Heile thu', zur Fördrung meiner Seelenruh', zur Stärkung in der Heiligung und wahrer Lebensbesserung 7. Tilg' alle Laster aus in mir, mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', und was sonst ist von Tugend Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 120 gend mehr, das pflanz' in mir zu deiner Ehr'. 8. Gieb mir, was meiner Seele nügt, und mich vor dem Verderben schüßt. Du bist mein Heil; laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Wch stårke mich dazu mit Kraft, damit ich glücklich Welt und Sund' im Glauben an dich überwind'. 10. Dein freue meine Seele sich, mein ganzes Leben preise dich! Den guten Vorsag, den ich hier erneure, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sei mei ner Pflicht, und mich nach deinem Willen richt': so bring' ich chriftlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich da bei dir ewiglich an deiner Gnade freue mich. 185. Miel. Nun laßt uns Gott dem 2c. Jesu, Heil der Sünder, du Freund der Menschenkinder, mit dankerfülltem Triebe denk' ich an Deine Liebe. 2. Ich preise dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todesleiden, du Stifter ew'ger Freuden. 3. Dein Leib ward für mein Leben zum Opfer dargegeben; dein Blut, am Kreuz vergoffen, ist auch für mich gefloffen. 4. Dieß tröstet mein Gewissen, wenn ich, mit Ernst beflissen der Beßrung, meine Sünde gebeugt vor Gott empfinde. 5. Dieß giebt mir Muth und Starke, daß ich durch gute Werke auch meinen Glauben übe, und ewig treu dich liebe. 6. Mit dankendem Gemüthe laß deine große Güte, laß allen deinen Segen mich oft mit Ernst erwäe geni 7. Daß dieß nur meine Seele zu ihrem Ziel erwähle, mit innigem Verlangen allein an dir zu hangen. 8. Hilf, daß ich jede Sünde bez kämpf und überwinde, und, bis vom Streit ich ruhe, gern deinen Willen thue. 9. Gieb, wo ich bin und wandle, daß ich rechtschaffen handle, stets an dein Vorbild denke, mein ganzes Herz dir schenke. 10. Du schenkst mir schon hienies den, o Jesu, deinen Frieden, erquickst mich auch, im Leiden mit deinem Geist der Freuden. 11. Kann ich denn schon auf Grden durch dich so selig werden, was wird nach diesem Leben mir deine Huld nicht geben! 12. Dann bin ich, wenn ich sterbe, gewiß des Himmels Erbe; froh werd' ich auferstehen, und dich, mein Heiland, fehen. Nach Heiliges Abendmahl. Nach dem Abendmahle. 186. Mel. Nun freut euch, lieben sc. Durch dich, du höchstes Gut, er freut, erhebet mein Gemüthe die Größe dieser Seligkeit, die Große deiner Güte. Gestärkt, Herr, durch dein Abendmahl, geh' ich getroft durch dieses Thal des Lebens und der Leiden. 4. Hilf Allen, die du jegt er freut, regier' auch ihre Herzen, und laß uns unsre Seligkeit, mein Heiland, nicht verscherzen. Erbarm' dich unser Aller, Herr, damit wir dich, Ullliebender, vereint dereinst erheben. 121 187. Mel. Werde munter, mein 2c. Deffentlich in der Gemeine hab' ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing im Brot und Weine deiner Liebe theures Pfand. Feierlich war da mein Eid ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, Herr, du weißt es, wie ich's meinte. 2. Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, mit freubenvoller Seele. Ich halte mich fest an dein Wort; und wenn ich Schwacher fehle: so blickt mein Geist auf dich zurück, und dann, dann schenkst du mir das Glück, daß ich dir würdig lebe. 3. Laut rief in mir mein Gewiss sen: Bist du würdig dieser Huld? Sieh, das Blut, das du siehst flieScham und Reu' erfüllten mich, ßen, fließet auch für deine Schuld! glaubensvoll blickt' ich auf dich; 3. Dieß Leben, Jesu, dir zu weihn, Sünder, sprachst du, du sollst leben, alle Schuld ist dir vergeben. nach dir mich ganz zu bilden, dieß, dieß soll mein Bestreben sein. Ich flehe dir, dem Milden, o stärke mich zu dieser Pflicht; du, meiner Seele Zuversicht, laß mich dir ähnlich werden. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt; wie empfand da mein Gemüthe måchtig ihren ganzen Werth, als im Geist auf Golgatha ich dein bittres Leiden sah und dich an dem Kreuz erblickte, wo dein Tod auch mich beglückte! 4. Und nun weiß ich, ich soll le= ben, foll des Himmels Erbe sein; alle Schuld ist mir vergeben, denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht, Gott verurtheilt mich nun nicht, wenn ich standhaft dich bekenne und von dir mich nimmer trenne. 5. Herr, ich will dich nicht vers lassen, nie von deinen Wegen gehn, jede Sünde will ich hassen und den Lüsten widerstehn. Mein Errets ter, o gieb du Stårk' und Freudig. keit dazu, daß ich standhaft dich bekenne und mich nimmer von dir trenne! 6. Laß mir's mein Gewissen fas gen, wie so schmerzhaft seine Pein, wie so schwer der Sünde Plagen und 122 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. und der Zukunft Strafen sein. Es erinnre mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth bei ner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe. 7. Auch zur Liebe meiner Brúder treibe mich die Dankbarkeit. Sie sind alle deine Glieder, Erben einer Seligkeit. Auch, der mich jetzt hasset, ist dein Erlöster, Jesu Christ; dort wird er mich nicht betrüben, nein, er wird mich wieder lieben. 8. Herr, zu dem ich kindlich trete, blicke gnadenvoll auf mich; höre huldreich, was ich bete, ganz verlaß ich mich auf dich. Volle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben laß dein Abendmahl mir geben. Abendmahlslied eines Kranken. 188. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ach könnt ich doch mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und freudenvoll mit meinen Brüdern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem Krans. kenbette halt' ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Ståtte hast du verheißen, nah' zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschens freund. 3. Um Troft ist meinem Herzen bange: ich suche, Herr, dein Angesicht. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du erhörst mich nicht. Uch stårke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 4. Vielleicht, o Herr, erquickt mich heute zum letzten Mal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Freude, und der verzagten Seele Muth, noch einmal fleh' ich, höre mich am Rand des Grabes, höre mich! 5. Laß das Gedå htniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn; laß es die Quelle höhrer Freuden und deines Himmels Vorschmack sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner- Noth. 6. Ich sehe schon den Himmel offen, ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Nun komm ein neues Leiden her; mein Herz erbebt davor nicht mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Vom Tode wirst du mich ers wecken, ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getrost: dein Leib und Blut giebt auch im Tode Trost und Muth. Bei Heiliges Übendmahl. Bei der ersten Communion. 189. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Herr, dir geleb' ich neue Treue und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich auf's Neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet sein. 2. Nimm hier, o Gott, von deis nem Kinde den theuren Eid der Treue hin: Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Neße fliehn, will jung mich schon der Zugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Beuge sein! 3. D Gott, regiere du mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sei. Denn ohne dich ist immerdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 4. Einst werd' ich, Herr, vor beinem Throne mich dieses Tags des Bundes freun; geschmückt mit jener Siegeskrone werd' tch dann ewig se lig sein. Dwelch ein Heil, wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, bein bin ich! Bei der Confirmation. 190. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Die hier vor deinem Untlig stehn, find Jesu Christi Glieder, blick', da 123 vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gieb ihnen, Bater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und seine heil'gen Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren: wie groß ist unsre Freude nun, da diese ihr Gelübde thun, dir treulich anzuhangen! 3. D laß sie nimmer zum Gericht dein heilig Mahl empfahen, laß sie in Glaubenszuversicht sich stets demselben nahen! Dieß stårke sie in aller Noth; dieß reize sie, des Mittlers Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen: hilf ihrem schwachen Glauben auf; und wenn sich Lüste regen, laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis an's Ende. 5. Beig' ihnen, daß sie allezeit das thun, was sie geloben, den hohen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben. Der Blick můss ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind dein, erhalt' sie in der Wahrheit! 191. Mel. Mitten wir im Leben 2c. Stárke, Mittler, stårke fie, deine Theu'rerlösten, laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trdften, 124 Werke und Wohlithaten Jesu Christi. sten, wach' über ihre Seelen! Sie Tröfter! dreieiniger Gott! Laß sie stehn und schwören Alle dir: Herr, nie vergessen ihren theuren, großen dein Eigenthum sind wir, heiliger, Eid bei deinem Namen! Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren, großen Eid bei deinem Namen! 2. Uch wie viele schwuren auch fest an dir zu halten; aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! drei: einiger Gott! Stårke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jesu Tod und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe růsten, laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dåmpfe früh in ihrer Brust, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Troster! dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde, alle Haffer ihres Heils weit über winden! 4. Laß dein Heil im Tode sie, deine Theu'rerlöften, weil ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergånglich Reich, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und 192. Die Versammlung allein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Kinder, dieser Tag des Bundes sei ewig eurem Herzen werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Ihr juns gen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach. 2. Bedenkt, wozu ihr euch vers pflichtet, Gott und dem Guten treu zu sein. Von Neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. O heilig sei euch diese Pflicht, vergesset dieses Tages nicht! Die Kinder allein. Mel. Werde munter, mein 2c. 3. Unserm Herzen soll die Stunde ewig unvergeßlich sein; mit dem Hers zen, mit dem Munde schwören wir, Gott treu zu sein. Dieses Tages, dieser Pflicht wollen wir vergess sen nicht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 4. Heil euch, wenn ihr's redlich meint, daß ihr christlich wollet le= ben! O dann ist Gott euer Freund, wird Leiden und Sterben Jefu. wird euch seinen Beifall geben. les schafft, in euch durch seines Wohl euch, Kinder, dann wird Heil Geistes Kraft. euch in Ewigkeit zu Theil. Die Kinder. Mel. Werde munter, mein 2c. 5. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott, und nicht der Welt, thun in unserm ganzen Leben willig das, was ihm gefällt. Wer hier fået in der Zeit, erntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten. Die Versammlung. Mel. Wer nur den lieben Gett 2c. 6. Dem Guten eifrig nachzustreben, das Böse ernstlich stets zu scheun, nur Jesu, nicht der Welt zu leben, im Glauben thätig stets zu sein, dieß wirke Gott, der U1193. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, oon aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. Leiden und Sterben Jesu. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so 1 125 Die Kinder. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 7. Herr, stårke uns in unsrer Jugend, zu thun nur das, was dir gefällt. Stets heilig sei uns Pflicht und Tugend, die ewig ihren Werth behålt, damit nicht unsre Lebenszeit im Tod uns einst zu spåt gereut. Die Versammlung. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich sc. 8. O Vater, höre unser Flehn und blicke huldreich nieder auf sie, die hier versammelt stehn, auf dei nes Reiches Glieder. Gieb ihnen, Bater, Sohn und Geist, das Gute, was dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! zagen meine Kräfte, mein Herz- erbebt, ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Racher alles Bösen: Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzůcken am Kreuz erblikken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D 126 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Bose mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir ange= höre, zu deiner Ehre? 12. Sch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich fie, sie, meine Brüder, hassen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? chem Haß vergelten, wenn man 14. Ich will nicht Haß mit gleis schelten. Du, Heiliger, du, Herr mich schilt, nicht råchend wiederund Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich dei nem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, die nachzuahmen. 16. Unendlich Glück: Du littest uns zugute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute; du hast mein Heil, da du für mich gestors ben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn schon ses lig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 18. Ja, wenn ich stets der Jugend Pfad betrete, im Glauben kampf', im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werte, fo sei mir's Stärke. 20. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Wergerniß und eine Thorheit werden: so set's doch mir, trog alles frechen Spottes, die Wahrheit Gottes. 21. Gott Leiden und Sterben Jesu. 21. Gott, eile nicht, sie råchend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spottern sich spåt bekchrt und den, den er geschmähet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krånken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 194. Mel. König, dessen Majeståt ze. Erforsche mich, erfahr' mein Herz, und sieh, Herr, wie ich's meine. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held in Fleisch und Blut ge= kleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet; du ringst mit Ungst und Todes noth, und gehst doch willig in den Tod: o liebe sonder Ende! Auf dich nimmst du der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hånde. 3. Du trägst der Missethåter Lohn, und hatteft nie gesündigt, du, der Gerechte, Gottes Sohn. So war's vorher verkündigt. Der 127 Frechen Schar begehrt dein Blutz du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörber, Jesu, war auch ich; denn Gott warf Aller Sünd' auf dich, damit wir Friede håtten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Kath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat ge= martert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Du stirbst; die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht, Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit! O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden, und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb', und dich nie kreuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen Pein für die, die dich verachten; die, solcher Gnade werth zu sein, nach keinem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich mit ihren Lastern schmähn, und deinen Tod verhöhnen! Wer dich nicht liebt, kommt in's Gericht; wer nicht dein Wort hålt, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versöhnen. 7. Du hast's gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schen= ken. 128 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. ken. Dein Blut ift's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden krånken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir gefunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Zod, mein letter Troft auf Erden. 195. Mel. O Jesu Chrift, meins sc. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zugut, o Herr, be trat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt; gern Reuenden die Schuld vergiebt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von unserm Gott bringt uns, Geopferter, dein Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? perr, ohne sichern Zroft und Licht, mit ungewissen Schrit ten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Herrn und Retter hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zur frohen Ewigkeit erhöhn. 196. Mel. Liebster Jesu, wir find 2c. Meine Seel', ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken, auf sein Leiden müsse sich deine ganze Andacht lenken, lerne da den Grául der Sünden, lerne Gottes Huld empfinden. 2. Sieh, der wahre Gottessohn wird für dich an's Kreuz geschlagen; voller Schmerzen, Schmach und Hohn, überhäuft mit schweren Plagen, ließ er sich, aus deinen Nöthen dich zu retten, willig tödten. 3. Du, du solltest große Pein, als den Lohn der Sünde, leiden, und von Gott verstoßen sein, von dem Quell der ew'gen Freuden; aber Jesus, der Gerechte, starb, daß er dir Frieden brachte. 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen: Tilgung deiner Sündenschuld, Recht, ein ewig Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meiden, ist der Segen seiner Leiden. 5. O vergiß nun nicht, mein Herz, dankbar dich ihm zu beweisen, dess sen Ungst und Todesschmerz seine Liebe zu dir preisen. Gieb aus dankerfülltem Triebe ihm dein Herz voll Gegenliebe. 6. Sperr, Leiden und Sterben Jesu. 129 dort dich loben, bin ich erst zu dir erhoben. 6. Herr, ich kann dir nimmer- frohe Jubelchore! Ewig werd' ich mehr deine große Treu' vergelten; leider muß ich nur zu sehr meines Herzens Trägheit schelten, daß ich dich so lau geliebet, oft durch Sünden gar betrübet. 13. Schon im voraus freu' ich mich auf dieß freudenvolle Leben. Jesu, dir sei Dank, durch dich wird es mir dereinst gegeben. Hilf nur Herr, an den ich glaube, daß mir nichts dieß Kleinod raube. 7. Aber, was geschehn, soll nicht fernerhin von mir geschehen. Ich will in der Wahrheit Licht künftig beßre Wege gehen, dir mein Herz nicht mehr entziehen, jede Sünde ernstlich fliehen. 8. Ja, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ergeben, als dein Eigenthum und Theil dich zu lieben, dir zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben; was dich krånkt, soll mich betrüben. 9. Was du willst, sei auch mein Will', dein Wort meines Herzens Spiegel; průfst du mich, so halt' ich still, und dein Geist sei mir ein Siegel, daß ich einstens, wenn ich sterbe, deines Himmels Freuden erbe. 10. Nun so bleibt es fest dabei: du, mein Heiland, sollst es bleiben, dem ich lebe, deß ich sei; nichts soll je von dir mich treiben. Du, du wirst mich auch nicht lassen; ewig will ich dich umfassen. 11. Ruh' und Freude sind schon hier, auch wie schwach wir sind, zu finden, wenn wir, Jesu, nur mit dir uns im Glauben recht verbinden. Schenkst du denn schon bieß auf Erden, o was wird im Himmel werden! 12. Welche Wonne nach dem Leid, nach dem Elend welche Ehre, welche Ruhe nach dem Streit, welche 197. Mel. Was mein Gott will, das ic. So gehst du nun, mein Jeſu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort! Mein' Augen sollen fließen gleich einem See, mit Uch und Weh in Thrånen sich ergießen. 2. Uch Sünde, tödtlichs Schlangengift, wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch jetzt Jefum trifft, in Tod wird er ihn zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Macht, fremd' Schuld muß er abtragen. Betracht' es recht, du Súndenknecht, nun darfft du nicht verzagen. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seele immerdar, und ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulden. Dein Blut und Tod bringt mich vor Gott; ich foll nicht ewig dulden. 4. Ja, Herr, du büßest selbst die Schuld, die ich einst sollte bůBen. Daraus erkenn' ich deine Huld Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Huld, die du mich läßt genießen. gen. Mein Wille hångt an deis Du wählst den Fluch, mich von dem Fluch der Sünde zu befreien. Dank deiner Lieb', durch deren Trieb mir Segen angedeihen! nem Mund, ich will die Sünden tragen. D unerhörte Liebesmacht, daß Gott, was nie ein Mensch ge= dacht, den eignen Sohn uns schenket! O Liebe, wer faßt deinen Rath? den, welcher selbst das Leben hat, hast du in Tod gesenket. 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch will, weil ich werd' leben, mich einzig dir, Herr, nach Gebühr zu dienen ganz verschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. 4. Er büßt für uns am Kreuzesstamm, damit wir Gnade finden; er läßt sich tödten, als ein Lamm, zum Opfer für die Sünden. Für Alle stirbt er; auch für mich ergießet hier sein Leben sich in milde Strome Blutes. Lamm Gottes, o wie soll ich dir dafür gnug danken, daß du mir erzeigest so viel Gutes! 130 198. Mel. O Rinig, dessen Majestät zc. Sin Lamm geht hin und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder; geht hin, und tråget mit Geduld die Sünden aller Sünder; es folgt, belastet, matt und krank, den Bürgern zu der Würgebank, wählt Martern, statt der Freuden; für uns will es nicht Schmach und Pein, nicht Striemen, Angst und Wunden scheun, den Tod selbst will es leiden. 2. Dieß Lamm ist der erhabne Freund und Heiland unsrer Seeten; Gott, als der Sünde strenger Feind, wollt' ihn zum Mittler wählen. Sohn, sprach er, nimm dich derer an, die über sich im blinden Wahn selbst Schuld und Strafe brachten. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß; doch, du vermagst es, mache los, die nun im Elend schmachten. 3. Ja, sprachst du, dieß sei unser Bund, mich magst du für sie schlas 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie bu mich, mit treuer Lieb' umfassen; du sollst sein meine Zuversicht. und, wenn mein Aug' im Tode bricht, sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigens thum beståndiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Gütigkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein ganzes Leben soll nun dir und deinem Dienste für und für in Dankbarkeit verfließen. Und was du mir zugut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, fo werde Leiden und Sterben Jesu. 131 werde ich ganz selig sein durch viel schwerer als ein Stein; du deinen Tod und Leiden. Dann giebst wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir die Ehrenkron', in welcher du mir den Segen, dein Schmerz ich will vor den Thron des höchsten soll mir ein Labsal sein. Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, auf den im Leben ich gebaut, geschmückt zur Seite stehen. 199. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt! Uus seinem edlen Herzen, vor unerhörten Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie andre Menschenkinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, die Strafe leiden müssen, entbehren Gottes Huld. Die Geißeln und die Banden, und was du ausges standen, verdient' ich wegen meis ner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Růden die Laften, die mich drücken, 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Für mich läßt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen und leidest Alles mit Geduld. 8. Du gehst auch meinetwegen dem Tode selbst entgegen mit großem Heldenmuth; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben. O unerhörte Liebesgluth! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden dir über Alles sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 10. Nur kann ich nicht viel geben in diesem armen Leben. Eins aber will ich thun: es foll dein Tod und leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergegen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Sie gel von deiner großen Lieb' und Treu'. 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie viel die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren mit stillem, sanftem Muth, von 32 Herzen 132 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Herzen Menschen lieben, auch die, die mich betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mit Ernst entsagen, gerührt von deinen Plagen, dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 16. Dein Seufzen und dein Sehnen, und die viel tausend Thrånen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hånde begleiten zu der ew'gen Ruh'. 200. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, fag' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Troft für mich; und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du, treuer Heiland, du. 3. So sollt' es sein. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel für den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so wahr ist es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in dein Vaters herz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine Lehre, ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Herr, dieß dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, und gerne thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu: wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß! ern' ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wår' gleich sein Pfad jezt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Biele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was Leiden und Sterben Jesu. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefft auch einst im Grab, o Seelenfreund. Mag sie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint; der Gott, der dir das Leben wiedergab, wålzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treuste Liebe bringt. Dort will ich dir's noch besser sagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröylich ein; der ganze Himmel soll dann Beuge sein. 201. Mel. Wenn meine Sünd' mich zc. Hin an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stårke mich; laß mich mit Bittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine Seele, hat Jesus dich ge= liebt. In heißen Nengsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'. 133 euch sein Gebet: Sie wissen's nicht, was sie begehn; vergieb, o Bater, ihnen, wenn sie zu dir einst flehn. 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde, verdammt der Rache Lust, vergeltet euern Hassern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. 6. Uch, Sünder, nehmt's zu Hers zen, bekehrt euch, werdet rein! Der Preis für so viel Schmerzen soll eure Rettung sein. D nehmt an seiner Gnade Theil, erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil. 202. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man das Todesurtheil dir gesprochen, was ist die Schuld? du bist in Missethaten ja nie gerathen. 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, ge= geißelt und, von Schmerzen schon entkräftet, an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Uch meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ich, Herr Jesu, habe das verschuldet, 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sún- was du erduldet. der, verhüllt das Angesicht: jetzt ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht, er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu befrein. 4. Vernehmt's auch ihr, o Spôtter, die ihr den Mittler schmäht; er ist auch euer Retter. Hört für 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott gehandelt. Er, der Gerech Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Gerechteste von Gottes Kindern, von Verfolgung, nichts von Todess stirbt, gleich den Sündern. schmerzen nehmen zu Herzen. 134 6. Ich war an Seel' und Leib entstellt durch Sünden; an uns, Verbrechern, war nichts Guts zu finden. Das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden; und du mußt leiden! 8.D großer König, groß zu allen Beiten, wie kann ich gnugsam solche Treu' ausbreiten? Kein menschlich perz bermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch willst du, daß ich mich der Sünde schäme und alle ihre Lüfte dåmpf und zähme, daß sie mein Herz auf's Neue nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann werd' ich recht deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Lust der Welt nicht achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach, noch Plagen, nichts 14. Dieß Alles, ob'e für schlecht gleich ist zu schäßen, wirst du es doch nicht gar bei Seite segen; in Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, dich mein nicht schämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, dann werd' ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. 203. Mel. Jesu, meines Lebens zc. Du, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit; du, der lieber wollte sterben, als mich lassen im Verderben: ach wie dank', wie bank' ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, långst hast du bein Werk vollendet, wegzuthun die Missethat; doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todespfahl hinan; dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst die Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schan dz, Leiden und Sterben Jesu. de, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Mich hast du der Noth entriffen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige. Das hast du für mich ge= litten, mir die Ehrenkron' erstritten. Preis, Unbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtwürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmuthvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen legten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deinem Bei spiel nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür. 204. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Ich danke bir von Herzen, o Jeſu, liebster Freund, für deine Todes schmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Uch, gieb, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende fei. 2. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn 135 ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; und wenn am al. lerbångsten mir um mein Herz wird sein: so reiß mich aus den lengsten, kraft deiner Angst und Pein. 3. Erscheine mir zum Schilde in meiner Todesnoth, und laß mich sehn im Bilde, wie du besiegt den Tod. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll mein Herz an dir erquicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 205. Mel. Beficht du deine Wege zc. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und uns fern Lebensstunden den größten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Je su, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 206. welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst. Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf Mel. D Lamm Gottes, unschuldig 26. dich, daß sie dich drang zu klagen: Erlöser, sieh, ich falle anbetend Gott, wie verläßt du mich? 136 4 vor dir nieder. Zu deinem Himmel schalle der Jubel meiner Lieder. Du haft den Sieg errungen, für mich den Tod bezwungen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 5. Uch, diese Last und Mühe hab' auch ich dir gemacht. O mein Er löser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meis ner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst, wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trubsal Trost, und Freuden, die D gieb an ewig sind, verschafft. dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil. 8. Mit innig frohem Triebe bring' ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt stets mein Lobgesang. Gieb nur, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', daß, wenn ich einst erkalte, ich noch der Deine sei. 207. Mel. König, deffen Majestát zc. 9. Beleve dann mein Hoffen, Herr, der du Erd' und Himmet zum Himmel einzugehn, laß mich im Geist ihn offen, und dich verberrlicht sehn. Da ruf' ich dann mit Freuden: nimm meinen Geist, Herr, auf! Und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonn' hinauf. lenkst, was bin ich doch, ich Urmer, daß du so huldreich mein gedenkst, mein Vater und Erbarmer! Mich drückte des Gewissens Noth, mir drohten Elend, Qual und Tod; wo sollt' ich Rettung finden? Doch du 2. Du sahst von fern die Bande, die dir die Frevler drohten, sahst vor dir Qual und Schande, und dich schon unter Todten; doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis sei dir ewig, o Jesu! 3. Von heißer Angst erschüttert, lagst du vor Gott im Staube. Wie hattest du gezittert; doch überwand dein Glaube. Dich faßte Todesgrauen; doch bliebst du voll Vertrauen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 4. Nur uns zum Heil und Le ben hast du in Ungst und Plagen dich willig hingegeben, des Kreus zes Last getragen, und uns, da du gestorben, ein ew'ges Heil erwor ben. Preis sei dir ewig, o Jesu! Leiden und Sterben Jesu. du erbarmtest meiner dich, und du beschloffest våterlich die Tilgung meiner Sünden. 2. D Rathschluß voll Barmhers zigkeit! Dein Sohn will für uns sterben, wird Stifter unsrer Seligkeit, entreißt uns dem Verderben. Er kleidet sich in Fleisch und Blut, thut, was kein Freund, kein Bruder thut, wer kann dieß ganz durchdenken? stellt sich den größten Martern bloß, erduldet sie, stirbt göttlich groß, und läßt in's Grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein Engel nicht, Gedanke zum Erschüttern! 3war bist du meine Zuversicht, doch denk' ich dich mit Zittern. Wenn ich im Geist Gethsemane, wenn Golgatha im Geist ich seh', was ist's, das ich empfinde? Ich weine, Herr, nicht über dich, ich wein' und klage über mich, und über meine Sünde. 4. Du leidest nicht für eigne Schuld, denn du bist der Gerechte; du stirbst voll göttlicher Geduld für schnöde Sündenknechte. Es war auch meine Missethat, die, Heiland, dich gemartert hat, ich Sünder sollte sterben; doch du gingst für mich in den Tod, mir von der Sünd' und ihrer Noth Befreiung zu erwerben. 5. Und dient' ich nun der Sünde noch, wie müßt' ich mich nicht schämen! Nein, Jesu, nur dein sanftes Joch will ich nun auf mich nehmen; ich will der Sünde Lokkung fliehn und ihren Lüften mich 137 entziehn. Bei deinem Tod' am Kreuze entfag' ich, was der sünd'gen. Welt, was meiner bösen Lust ges fållt, und ihrem falschen Reize. 6. Herr, laß mich aus Barmherz zigkeit, wie freundlich du bist, schmecken, wenn Sünden der vers gangnen Zeit mein banges Herz erschrecken. Es stårke mich in See lennoth dein für mich ausgestandner Tod, die Kraft von deinen Wunden. Es tröste mich dein bane ges Flehn, als man verlassen dich gefehn, in meinen Prüfungsstunden. 7. Dank, mein Erldser, Dank sei dir für jede beiner Plagen, für alle Leiden, die du hier an Seel' und Leib ertragen; für allen Schmerz, für alle Angst, damit du für mich Sünder rangst, sei Chre deinem Namen! Gedenke meiner in der Noth, gedenk' auch meiner einst im Tod und im Gerichte! Umen. 208. Mel. Ach Gott und Herr, wie zc. He err Jesu Chrift, du Heiland, bist der Tilger meiner Sünden; bei Gott kann ich allein durch dich Trost und Erbarmung finden. 2. Voll Reu' und Schmerz dankt dir mein Herz für alle deine Leiden. Dein Wort erklårt mir ihren Werth, und ich fühl' ihn mit Freuden. 3. D welche Huld, für meine Schulb seh' ich am Kreuz dich sterben; du blutest hier, fühlst Pein, um mir den Himmel zu erwerben. 4. Wer 138 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 4. Wer liebt, wie du, so meine du warest verachtet! Ull' Sund' haft Ruh', und wer kann so sie lieben? du getragen; sonst müßten wir Du leidest Qual aus eigner Wahlt, verzagen. Erbarm' dich unser, o aus göttlich edlen Trieben. Jesu! 5. Mich zu erneun, mich zu befrein von jener Zukunft Schrecken, leidst du für mich und läsfest dich mit Schimpf und Schmach bedecken. 2. D Lamm Gottes, unschuldig 2c. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. D Lamm Gottes, unschuldig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 6. Was kann ich hier aus Dankbegier für deine Treue geben? Was ist mein Dank, mein Lobgesang selbst in dem höhern Leben? 7. 3u schwach bin ich, um würdig dich, mein Heiland, zu erheben. Mein Dank sei der, dir, Heiligster, dir nur allein zu leben. 8. Und doch fehlt mir der Eifer, bir mein ganzes Herz zu weihen. O schenke du mir Kraft dazu, laß mich kein Opfer scheuen! 9. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde flies hen. Gieb, daß ich treu dir immer sei und segne mein Bemühen. 209. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Umen. 210. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl 211. mel. D Lamm Gottes, unschuldig ze. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuze für uns erwürget, befunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trugst der Sünden Plagen, daß wir nicht durften verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue gethan haft an uns Kranken; gieb eine selige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Stårk' in uns das Vertrauen auf deine heiligen Wunden. Laß uns darauf fest bauen in unsern lesten Stunden und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 212. Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. Wenn mich die Sünden kränken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast uns, den verlornen Cúndern, am Kreuz erworben haft. 2. D Leiden und Sterben Jesu. 2. O wundervolle Liebe, bedenk's, o Seele, recht; es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jeßt und mein Lebenlang für deine Todesschmerzen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thåtig dankbar sei. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden. 213. Durch Jesu Mittlertod bin ich Jeſu, deine tiefe Wunden, deine von diesem Fluch befreit, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Kraft zur Zugend, Trost in Noth. Fällt mir etwas Urges ein, denk' ich bald an deine Pein, die erlaubt nicht meinem Herzen mit der Sündenluft zu scherzen. 5. Herr, laß bein bittres Leiden mich reizen, als ein Chrift, mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekoftet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und war's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 139 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan; felbst meine Feinde lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigennug und Heuchelei und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'. 8. In meinen legten Stunden erquicke mich dein Zod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau', stårk' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'. 2. Will sich denn in Wolluft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, schnell verlischt die wilde Gluth. Kommt ein Zweifel und seht mir heftig zu, denk' ich mir hier deine Gnad' und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren, alsdann schau' ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich dir treu verbleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, bei Ullem, was mich krånket, hat dein Tod mir Trost vers schafft. Wenn mein Herz daran gedenket, find' ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit mildert jedes bittre Leid; denn du hast mir Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Xuf Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 140 5. Auf dich seh' ich mein Vers trauen, du bist meine Zuversicht; auch den Tod werd' ich nicht schauen, durch dich schadet er mir nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferste= hung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Quell aller Seligkeit, so beffeg' ich alle Schmerzen. Auch im letzten Kampf und Strett, auch da halt' ich mich an dich. Welcher Feind trennt dich und mich? Wer sich hålt an deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 214. Mel. Werde munter, mein sc. Der Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist. Was du giebst, ist nicht von Gott, und womit du Lohnst, ist Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Schirm und Schild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ic. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe, Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? tråt' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Was ist dir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen, er, die Liebe, Jesus opfert sich für mich. Schaue, wie er blutend ringt mit der Sünd', und sie bezwingt! Der am Kreuz 2c. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nichts, wie mächtig es auch ist, Hunger, Bidse, Sündentriebe, trennt von dir mich, Jesu Christ, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ic. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau' ich Gottes Sohn, ernte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu ſein mich übe. 215. Mel. Herr Jesu Christ meins 2c. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch dein theures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Noth, erlös' uns von dem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Behüt' uns auch für Sünd' und Schand', und reich' uns deine Allmachtshand; hilf uns im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Und Leiden und Sterben Jesu. 4. Und schöpfen draus die Zuver= sicht, du werdest uns verlassen nicht, vielmehr ganz treulich bei uns stehn, bis wir durch's Kreuz in's Leben Ich danke dir für deinen Tod und gehn. die gehäuften Plagen, die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, haft ertragen. Laß das Berdienst von deiner Pein mir Trost für meine Seele sein, wenn mich die Sünden krånken. 216. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meiden, deinen Tod und sein' Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. 217. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig ze. Erlöser einst im Staube mit einst im Staube mit Blut und Thrånen bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket. Dein Ringen, Seufzen, Klagen, dein Tos deskampf, dein 3agen, sei meine Ruhe, Herr Jeſu. 141 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmåhung und Schmers zen; und trugst sie doch geduldig mit sanftem, versöhnlichem Herzen. Dein Bild müss uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! 3. Um Kreuze hingst du unschuldig, für unsre Sünde verschmachtet. Dein Sterben mach' uns geduldig, wenn uns die Welt verachtet, es schreck' uns ab von Sünden, es muss uns dir verbinden zu innis gem Danke, Herr Jeſu. 218. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. O wende dich zu mir, mein Gott, mit Troft in meiner legten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke. 3. Erhalt' in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sei dein Mittlertod und Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir bleibe. 219. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Mein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabft aus Liebe dich aller deiner Freuden, littest Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. 2018 die Stund' erschienen war, gingst du froh zum Tode. Muthig übergabst du dich in der Feinde Hände, und 142 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. und bliebst unveränderlich standhaft bis an's Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getrost zu leiden und, wenn es dein Rath einst will, willig zu verscheiden. Stårke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein schweres Leiden; denn da durch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 220. Mel. Jefu Leiden, Pein und Tod zc. Jesu, meiner Seele eicht, Ursprung meiner Freuden, wie viel Trost und Zuversicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jetzt finge; deß, was du an mir gethan, bin ich zu geringe. 2. Ich erwåg' es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben. Uns Verlorne zu befrein, hast du Ungst und Banden, Geißeln, Schmach und Todespein willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdigkeit? Nein, des Vaters Gûte, deines Her zens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe: dieß hat dich an's Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht das Gewiffen nagte. 4. D du wunderbarer Rath, den man nie ergründet, o der unerhörten That, die man nirgend findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an sich strenge rächen. 5. Meine schwere Sündenschuld traf den treuen Bürgen; er ließ sich aus großer Huld mir zugut erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir; und auf mein Gewissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen! Trost ergießt in jedes Herz sich aus deinem Herzen, auch den bångsten, herbsten Schmerz heilen deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden. Sieh, ich fall' zerknirscht von Reu', mit wahrhafter Buße und dem Vorsatz beßrer Treu', Jesu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bei wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich glaube. Jesu, du, du bist's allein, welcher mich beschirmet, wenn gleich des Gewissens Pein auf die Seele stürmet. 9. Hier bin ich dein Eigenthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem Ruhm leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab erstanden: meines Leiden und Sterben Jesu. meines Jesu großer Tag, Heil mir, ist vorhanden. 221. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und, erhöht auf Gottes Thron, jegt noch für mich bittest: welche Wohlthat ist für mich dein so bittres Leiden! O wie preis' ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leib ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld, daß ich sclig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Bergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sünden. Unfre Laften trugest du, litteft, uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. 5. Froh kann ich in's Todesthal schon im voraus sehen, und zu je: ner Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. 143 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du haft's in Hånden, was du mir zum Heil verschafft, gläubig an zuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden, o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden: du bist auch für meine Schuld an dem Kreuz ge= storben, haft zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je ge= than, innig zu bereuen. 9. Stårke mich durch deinen Tod auf die leßten Stunden. Wie du deines Todes Noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden, Herr, so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. 222. Mel. Jesu, meine Freude zc. Ruh' und sichre Freuden giebt mir, Herr, dein Leiden, deines Todes Pein. Wenn mein Geist bedenket, was dein Tod mir schenket, könnt' ich troftlos sein? Jesu, du bleibst meine Ruh', bei dir find' ich Trost und Freude auch im größten Leide. 2. Meine 144 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 2. Meine Angst zu dåmpfen, haft du wollen kämpfen und verlassen sein. Um mich zu erneuen und mich Gott zu weihen, littst du Schmach und Pein. Gottes Huld will meine Schuld, wenn ich sie bereu', erlassen. muth kann ich nun fassen. 3. Ja, was wär' ich Urmer, gabst du, mein Erbarmer, dich nicht hin für mich? Bange Furcht und Schrecken würden mich bedecken, kennt' ich, Herr, nicht dich. Doch dein Blut floß mir zugut, floß zur Tilgung meiner Sünden, Gnade noch zu finden. 4. Kränkt mich meine Sünde, eil' ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hafst du dein Leben für mich hingegeben, hingst verlassen da als ein Spott der Welt, da Gott mit sich selbst die Welt versöhnte und mit Guade trönte. 5. Ja, du wollteft sterben, Heil uns zu erwerben, unser Trost zu sein; stiegst in's Grab hernieder, um uns, deine Brüder, ewig zu erfreun. O möcht' ich, mein Jesu, dich doch von Herzen wieder lieben, und stets Gutes üben! 6. Hier, wo du dein Leben für mich hingegeben, schlag' ich an die Brust. Heiland, ich bereue die verlette Treue, jede böse Luft. Dir allein will ich mich weihn; denn du bist für mich gestorben, haft mir Gnad' erworben. 7. Segne mein Bestreben, dir allein zu leben, gieb mir deinen Sinn. was kann mir fehlen, Netter meiner Seelen, wenn ich treu dir bin! Du wirst mich, ich hoff' auf dich, einst gewiß von allem Bösen, dir zum Ruhm, erlösen. 8. So wird mir dein Leiden Quelle wahrer Freuden und zur Tugend Reiz. Ja, so oft ich wanke, stårkt mich der Gedanke, Heiland, an dein Kreuz. Folg' ich dir nur treulich hier, o so werd' ich selig sterben und dein Reich ererben. 223. Mel. Herzliebster Jesu, was haft sc. Sei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben das hin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünden Schmerzen, o welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns heil zu schaffen. 3. Laß dieses Heils auch mich theilhaftig werden! Was hab' ich sonst für süßern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben; was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein Herz bei diesem Glauben; kein banger 3weis fel müsse mir ihn rauben, er müsse Leiden und Sterben Jesu. müsse mich zum Fleiß in guten Werken beståndig stårken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen: wie könnt' ich mit der Menge der Erlösten mich deiner trösten? 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit dankvollen 3ungen stets wird besungen. 145 vermessen: der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Die Jünger stårken in der Trůbsal Stunde mit Wachen und Gebet sich nicht im Bunde, sind sicher, und entschlafen selbst vor Kummer in tiefem Schlummer. 3. Der ihn verräth, ist da; der Herr will sterben. Wie fürchten sie, mit Jesu zu verderben! Wo ist ihr Muth, bis in den Tod mit Freuden für ihn zu leiden? 4. Uneingedenk des Hirten, fliehn die Schafe; er wird verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldet, daß nur seine Heerde gerettet werde. 5. Welch eine Liebe, Jesu, welche Treue! Du leideft, daß der Mensch sich deiner freue. Uch laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 6. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu, Ulles von seiner Schwachheit; eingedenk des Falles der bessern Jünger, streb' er, sein Vertrauen auf dich zu bauen. 7. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten, er lehr' uns, imwerden wir in Schwachheit nicht mer wachen, kämpfen, beten: so erliegen; wir werden siegen. 225. 224. Mel. Wenn meine Sünd' mich zc. Mel. Herzliebster Jesu, was haft sc. Von Furcht dahin gerissen, verIhr Ghriften, wachet, werdet nie läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen: da weint er bitterlich; dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, ver= herrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle; durchschaust du doch mein Herz. Bekennen will ich's, Jesu, dir: oft hab' ich dich verlåugnet; vergieb, vers gieb es mir! 4. Wenn 146 Werke und Wohlthaten Jesu Chriſti. 226. Mel. Herzlich lieb hab' ich bich, o 20. um Gnade für die Sünderwelt rufft du, mein Heil, am Kreuz ges quält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg dir entehrt, rufft, daß es Erd' und auf den zurück, den diese Schar in und führe nicht sie in's Gericht; das Himmel hört: Vergieb, o Gott, was sie thun, verstehn sie nicht! 4. Wenn deines Namens Spotter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Chrift zu sein, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. Du haft, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hingegeben, zum Gegnen so bereit; wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürchtete denn dich! 6. Ich seh' jegt, ich empfinde die Größe dieser Schuld. Vergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend fahst du Petrum an: laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Ver= söhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade! Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spótter mögen mich verschmähn: sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn; denn vor dem Bater im Gericht verläugneft du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so ertråget! 3hr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und dans ket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 3. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, floß', Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an: oso erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deis nen Mördern Gnad' erflebt. 4. Mich Leiden und Sterben Jesu. 147 4. Mich tröste dein Bersöhnungs= 4. Verlaß mich nicht in meinem tod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. Dzeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist uns Alles dort und hier. Seuch dir uns nach, so folgen wir; so werden wir uns deiner Pein und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie se lig ist der Mensch, dem du ein eiland bist! Leiden. 2aß mich kein Kreuz von deiner Huld und deiner Baterliebe scheiden, gicb Leidenskraft, Muth und Geduld. Die Hoffnung jener Seligkeit versüße mir das größte Leid. 5. Verlaß mich nicht in meinem Sterben. Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht: reiß meine Seel' aus dem Verderben, nimm meinem Tode seine Macht und führe mich durch Jesu Hand zu dir in jenes beßre Land. 227. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Einst rief der Herr vor dem Erblaffen: Mein Gott, mein Gost, ach hättst du mich noch jegt beim Lebensschluß verlaffen! Nein, Va= ter, nein, ich trau' auf dich. Laß mich, denn groß ist meine Pein, vom Kreuze bald im Himmel sein. 2. Verlaß, o Vater, meine Seele auch nicht, wenn Noth und Tod mich schreckt. Dieß Wort, Herr, sei, wenn ich mich quále, was Muth und Trost in mir erweckt. Du weißt es wehl, was mir gebricht: verlaß, verlaß mich Armen nicht. 3. Berlaß mich nicht in meinem Leben, wirf mir des Lebens Nothdurft zu. Laß mich nach wahrer Tugend streben, hilf, daß ich niemals Boses thu'. Mein Leben sei aufrichtig, schlecht, gottselig, züch tig und gerecht. 6. Verlaß mich nicht in meinem Grabe. Erwecke mich durch deinen Sohn, wenn ich genug geschlafen habe, hilf mir vor Christi Richterthron und laß mich drauf verklärt und schön mit Leib und Seel' in Himmel gehn. 7. Alsdann will ich dir Ehre bringen und mit der frohen Himmelsschar ein unaufhörlich Danklied singen: daß du auf Erden ims merdar mich aus der schwersten Sorgenlast erlöst und nie verlaffen haft. 228. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. Herr, denk an mich! Wie oft hab' ich mit Sünden dich verachtet! Sieh die Seele gnädig an, die nach Hülfe schmachtet. 2. Herr, denk' an mich! Es jammre dich dieß Elend, mein Erbarmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wår' ich Armer! K2 3. Herr, Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 148 3. Herr, denk' an mich! Uch ewigs lich kannst du mich nicht vergessen! Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad' ermessen? 4. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich in Sünd' und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk' an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Lei den. Bin ich dein, o was vermag mich von dir zu scheiden! 6. Herr, denk' an mich! Gestärkt durch dich, geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk' an mich! Dann will ich dich für deine Huld erheben. wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. 2. Mein Jesus stirbt. Die Fel sen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Frommen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt; die Erde kracht; der Welt Verbrach! Du haft den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag; du haft für uns ge= nug gethan, nun nimmt uns Gott zu Gnaden an. 5. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Jünger sein, dein Eigenthum, sei meines pers zens Freud' und Ruhm. 229. 6. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trúbsal gehn, und hast du auch gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung aus ersehn, so laß die Hoffnung mich ers Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Es ist vollbracht! so ruft am freun: auch das wird einst vollendet sein. Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 7. Führ' ich zulegt des Todes Schmerzen, so stärke mich in solcher Last und mach' es lebhaft meinem Herzen, daß du den Tod besieget hast. So geh' ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! söhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode 4. D hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stårke mich dazu mit Macht, daß meine Beßrung werd' vollbracht! 230. Mel. Christus, der ist mein sc. Wie glücklich hat die Stunden der bangen Leidensnacht mein Jesus überwunden! Er ruft: Es ist volls. brach! 2. In Leiden und Sterben Jesu. 2. In seines Vaters Hånde befiehlt er seinen Geist, und nun ers folgt sein Ende. Erlöser, sei gepreist! 3. 3um Wohlgefallen Gottes hast du dein Werk vollbracht, und dein, trok alles Spottes, ist nun das Reich, die Macht. 4. Du schafftest Gottes Frieden dem menschlichen Geschlecht, und leitest es hienieben mit Wahrheit und mit Recht. 5. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich, befretest sie vom Weinen, und machst fie ( Engeln gleich. 6. Dir, dem ich angehöre, der mich auch selig macht, Preis sei dir, Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 7. Dein Beispiel soll mich stårken, daß ich im Glauben treu, und treu in guten Werken bis an mein Ende sei. 8. Darf ich den Tod dann scheuen, der mich von hinnen rafft? mich seiner zu erfreuen, giebt mir dein Tod die Kraft. 9. Mein Kampf ist dann zu Ende, vollbracht mein Pilgerlauf; dann nimmt in seine Hände auch mich dein Vater auf. 231. Mel. Ich hab' meine Sach' Gott ze. Nun ist es Ulles wohlgemacht, mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 149 2. Der, dem an Hoheit Keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht! 3. Das Heiligthum steht aufges deckt; die Felsen bersten; Alles schreckt; der Todten Gråber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Kreatur sich regt: so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reuvoll deine Schuld: aus Gnad' und Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Acht, hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab. 6. Ja, Bater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigs ner Sohn. Nun ist kein 3weifel: deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. hin auf sein Kreuz will ich stets sehn und dankvoll seine Treu' erhöhn; Trost soll er mir im Ster= ben sein, mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Sünde noch? Fern sei von mir ihr schnddes Joch! Uuf, Seele, daß du dich erhebst nur Jesu lebst, ihm zu ge= fallen, dich bestrebst! 9. Ertödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, vers leib' mir Kraft im Kampf mit meis ner Leidenschaft. 10. Ges 150 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 10. Gestärkt von dir, besieg' ich fie, und scheue dabei keine Müh. Ich seze freudig auf dein Wort den Kampf bier fort, und volle Nuh' erwart' ich dort. 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preif' ich hier schon hocherfreut, doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. 232. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid zc. Zur Grabesruh entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ew'ges Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hat dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Le bensfürst, auch mich einst auferwekken. Sollte denn mein gläubigs Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Nein, nichts verdirbt; selbft das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und, zu Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 7. So fink' in's Grab mein Leit hinab; ich will mich drum nicht krånken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. 233. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleib zc. Am Kreuz erblaßt, der Marter Laft, der Todesqualen múde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz. Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du schütest mich; und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich einzie ger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten; dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! rufft du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Hochsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Ullmächtig rief er, der ents schlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich. Erforsche mich und siehe, wie ich's meine. Auferstehung Jeſu. Ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. 234. Mel. D Traurigkeit, o Herzeleid ze. Hier ruht der Held, der dich, o Welt, durch seinen Tod erworben. Er, des Vaters ew'ger Sohn, ist als Mensch gestorben. 2. O Sünder, dir zum Trost, liegt hier des Lebens Herr begrabeni deine Sünden sind es, die ihn ges tödtet haben. 3. Uch sollte nicht dein Ungesicht von Thrånen überfließen, da den Freund, der dich geliebt, Fels und Gruft verschließen? 4. Der sterbend siegt, dein Heiland, liegt erblaßt hier in der Erde, daß der Mensch durch seinen Tod einst unsterblich werde. 151 5. Du starbft für mich! Für uns hat dich das finstre Grab bedecket. Sünder, kehrt beschämt zurück, zittert und erschrecket! 6. Für meine Schuld, o Herr voll Huld, hast du dein Blut vergoffen, deine Augen, Herr, mein Heil, mir zum Trost geschloffen. 7. Es ist vollbracht. Aus eigner Macht ließ Christus hier sein Leben; von Verwesung frei, wird er's sich auch wiedergeben. die Nacht des Grabes geht zu Ende. 8. Bald, bald erwacht der Herr, od und Grab entkräften nicht seiner Allmacht Hände. 9. Geheiligt ist dein Grab, o Christ, dich kann's nicht ewig decken. Des Erlösers Grab befreit deine Gruft vom Schrecken. 10. Sink' ich hinab in's finstre Grab und werde Staub, ich Urmer: dann gedenke gnådig mein, siegen= der Erbarmer. Auferstebung Se fu. 235. Macht des Todes und des Grabes hat. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 2. Glorreich hat der Held geruns Jauchzet Jesu, jauchzt, ihr Chöre, gen, hat mächtig Satans Reich bes fingt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm! er hat's vollbracht. Heil ihm, Heil ihm, er hat's vollbracht, er, der die zwungen, von, Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen Christo dir, ruhn im Friede die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Db 152 3. Ob uns Gråber gleich bedek ken; wirst du doch unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schópfer bist. Du wirst unvergånglichs Leben, und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Heil uns, Heil uns! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 4. Lob sei, Bater, deinem Namen! Gelobt sei Christus! Umen. Umen. Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Selbst von seinen Seraphinen, die, heiliger, als wir, ihm dienen, wird nie der Herr genug gepreist. Doch ihr anbetend Chor lobsingt zu ihm empor: Heilig, heilig ist ewig Gott, er, unser Gott! Die Welt ist ſei ner Ehre voll. 236. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Lobet Gott; denn Jesus lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Welterlösers Majeståt! Hort's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum; denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behålt. 2. Jefu Junger, wehrt dem Leide, lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erftritt! Seid ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun: Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Beit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schreks ken? Nicht ewig wird das Grab uns becken; verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub' erheben, wenn Jesus den Entschlafe nen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut zur Frühlingszeit sich Alles regt und Ulles freut. 4. D Erstandner, welch ein Ses gen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil, bald krbnet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. 237. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, ich will mit Danken kommen, dir, du Erretter deiner Frommen, dir, dir will ich mein Loblied weihn. Du hast bis zum Tod gekämpfet und sterbend meinen Feind gedämpfet. Dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein. Lob, Preis und Dank sei dir! Du halfft vom Tode mir, Ueberwinder. Mein Lobs Auferstehung Jesu. Lobgefang, mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir. 2. Betet ihn, den Ueberwinder des Todes, betet ihn, ihr Sünder, in glaubensvoller Demuth an! Werft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, seine Brüder, und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt Ulle: sein Gebot ist uns Be- Erinnre dich, mein Geist, erfreut 238. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. fehl von Gott. Mitgenossen, er ftritt allein, dringt mit ihm ein in's Allerheiligste vor Gott! 3. Wenn wir unsern Tod einst schmecken: wo sind denn alle seine Schrecken? wo ist sein Stachel? was ist er? Jesus lebt, und unfre Glieder belebt des Siegers Allmacht wieder; auch unsre Gråber werden leer. Sein Eigenthum sind wir. Die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft: Verlaßt die Gruft, steht auf, Ent: schlafne, folget mir! 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, an dem uns Todten Got tes Sonne hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und plößlich unser Aug' erwacht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh'. 153 5. Held, vor dem die Hölle bebet, der selbst den Tod sah und nun le= bet, nun lebt und herrscht in Ewigkeit, dir hat dein Gott Sieg und Les ben, dir hat er Alles übergeben, Gewalt, und Reich und Herrlichkeit. Un allem deinem Heil hat dein Ers löfter Theil durch den Glauben. Des Glaubens Licht verlösch' uns nicht, so sehn wir ewiglich dein Heil. des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist. 2. Führ' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als språch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit ims merdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. D Glaube, der das Herz ers höht! Was ist der Erde Majeftåt, wenn sie mein Geist mit der vers gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron', in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, 154 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 8. Du, der du in dem Himmel ihr Trok darnieder, sein Sieg hat thronft, ich soll da wohnen, wo du uns befreit. Uns krónet Gott nun wohnst. Und du erfüllst einst mein wieder mit Huld und Seligkeit. Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 2. Froh führte feine Sonne den festlich hohen Tag herauf: da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, die Wachter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet; er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gögentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Ver trauen: er starb für mich und lebt! 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit jener Schar um deinen Thron, mit allen Engeln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Beit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch aufer standen schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schulbig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der Alles in uns schafft: sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 239. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Lobsinge, meine Seele, dem Weltertoser, bet' ihn an; lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der 240. Mel. Wie schon leuchtet der ic. Herr gethan! Er hat für dich ges roblockt dem Herrn! Bringt Lob rungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, ers höhte. Auferstehung Jeſu. Höhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spotter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm, Heil uns! Sein Grab ist leer. Feft stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er geſprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens: auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höhern Leben führt er dich und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfångt zwar, dein Gebein; doch nicht auf ewig wird es sein, verklårt giebt er dir's wieder. Herrlich wird sich dann auf's Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. 241. Mel. Vor beinen Thron tret' ich zc. Dich bet' ich an, erstandner Held, Erretter einer Sündenwelt, du, unfre 3uflucht für und für, froh finget meine Seele dir. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestát. Ich nahe mich voll 3uversicht zu dir: denn du verwirfft mich nicht. 3. Herr, meine Seele preise dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so 155 wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein Heil, hab' ich an deiner Gnade Theil. 6. Uus Liebe sprachst du: Erde, sei der Schauplag meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde tåglich neu. 7. 3war trifft noch mancher sterben wir, doch du regierst. Und Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, wir sind dein, und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Troft, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch ihn gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Chrift das Heil, bas unaussprechlich ist. 10. Der du für unfre Seele wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollender, schaun. 242. Mel. Wenn mein Stündlein sc. Freiwillig hast du dargebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hatteft, Werke und Wohithaten Jesu Chrifti. hatteft, es zu lassen, Macht; Macht, des Menschen Sohn. Gelobt sef wieder dir's zu geben. Und darum Gott! liebte dich dein Gott, weil du es wil lig in den Tod für deine Feinde gabest. 3. Die bangen 3weifel sind zers streut. Wir sehn des Siegers Herrs lichkeit, der seine Feinde überwand, der starb und wieder auferstand. Gelobt sei Gott! 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestát: denn du gingst aus dem Grabe.. 156 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott: denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen macht'ges Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dieß ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 243. Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. Er lebt, er lebt! Christenheit, Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, Erlöser, wir sind dein. Gelobt sei Gott! 2. Wo ist, o Zod, dein Stachel nun? Wie kann das Grab uns Schaden thun? Er figt auf seines Vaters Thron, zu unserm Trost, 4. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, daß er vom Tod' erstanden ist! Lob sei dem Herrn der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt ſei er! 5. Auf diesen Felsen will ich baun. Er lebt. Dies stårket mein Vertraun. Auf seinem Thron denkt er an mich und sorget für mich brüderlich. Gelobt sei er! 6. Bei aller Leiden Ungestům sei dieß mein Trost: Ich leb' in ihm! Das Haupt låßt seine Glieder nicht; dieß bleibe meine Zuversicht. Ges lobt sei er! 244. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Shre, Lob, und Preis und Stärke sei dem Vollender seiner Werke, dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden! Und alle Himmel, alle Welten, und dieser Erdkreis sei Gesang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand. Preis und Ehre! Sein ist die Macht. Er hat's vollbracht. Die Welt ist seiner Ehre voll. 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem Staube! Werde ein Cand des Lebens und des Auferstehung Jesu. des Lichts! Er, der siegreich aufer: standen, befreit dich von des Todes Banden und von den Qualen des Gerichts. Heil vir! Das Grab ist leer, des Abgrunds Schreckenheer ist bezwungen, des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gråber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu erschüt: tern? Der Hölle Sklaven mögen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des Auferstandnen Brůder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns sank er in Tod; für uns entrůckte Gott ihn dem Grabe. Ihr Spotter, bebt! Der Sieger lebt, er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken, die bangen, zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels im weiten Meere steht unerschüttert Jesu Lehre und breitet um sich Troft und Licht. Der Himmel Bau zerfällt, die Herrlich keit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Troft und Heil in Ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des Körpers Staub zerstäuben! Verzehre, Moder, mein Gebein! Jesus lebt. Und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd ich unsterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, 0 dann mir sein! 157 245. Christus ist erstanden, frei von Todesbanden! Deß wollen wir une jego freun, und unser Trost foll Christus sein. Gelobt sei er! 2. Sollt' er noch erstehen, müßten wir vergehen. Doch, da er nun erstanden ist: so preiset unsern Jesum Christ. Gelobt sei er! 3. Gelobt sei er, gelobt sei er, gelobt sei er! Alle laßt uns seiner freun, und Uller Troft soll Christus sein. Gelobt sei er! 246. Mel. Christus ist erstanden 2c. Der er Herr ist erstanden! Keine Todesbanden hielten den Allmächtigen. Freut euch, ihr Erlöseten, eures Erretters! 2. Bei dem Grabgedanken mag der Unchrist wanken! Unsre Hoffnung stehet fest, die auf Chriftum sich verläßt. Er ist erstanden! 3. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Ewig sollen wir uns sein, unsers Seligmachers, freun! Dank dem Erbarmer! 247. Mel. Jesus Christus, unser Heiland der den Tod ic. Ueberwunden hat der Herr den Tod. Er, unser Herr und Gott, ist auferstanden, ein Sieger auferstanden! Gelobt sei er! 2. Rein, entweiht von keiner Sünde nicht, trug er des Herrn Gericht, 158 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. richt, daß wir, von Sünden erlöst, Gott wieder finden. Gelobt sei er! 3. Heil, Verwerfung, Tod und Leben ist dein Werk, Herr Jesu Christ. Du willst das Leben den Ueberwindern geben. Gelobt seift du! 248. 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt. Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser lebt: warum Mel. Erschienen ist ber herrliche sc. Lebt Christus, was bin ich be- sollte mir denn grauen? Läsſet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt. und stürb' auch alle Welt mir ab: gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'. Lob sei dem Herrn! 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, er hålt mich mit starker Hand in den dunkeln Todesstunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 2. Er nährt, er schüßt, er troftet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jegt lebt, komm' ich auch hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Lob sei dem Herrn! 3. Durch seiner Auferstehung Kraft ist mir im Tode Troft verschafft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Lob sei dem Herrn! 4. Mein Herz darf nicht entsegen fich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist beret, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Lob sei dem Herrn! 249. Jesus, meine zuversicht und mein Dieses Heiland, ist im Leben. weiß ich: sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben, was die bange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 5. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit bes ferm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Lob sei dem Herrn! 4. Ich bin Staub, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Das erkenn' ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verktårter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut und ges schickt zum bessern Leben; und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, kennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, wenn die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan! 7. Was Auferstehung Jeſu. 7. Was hier krank ist, seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen. Irdisch wird mein Leib gesät; himmlisch wird er auferstehen. 3um Verwesen fällt er ein; dort wird er unsterblich sein. 8. Seid getroft und hoch erfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, wenn einst seine Stimm' erklingt, die durch alle Gråber dringt. 9. Eacht der finstern Erdenkluft, blickt hinauf in's beßre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Siegreich schaut ihr dann umher, weinet dann, o dann nicht mehr. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jekt ergebt, dem ihr ähnlich dort sollt werden. Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 250. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wenn Senn der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde entseelt, mit Erd' und Staub bedeckt, selbst Erd' und Usche werde: dann, mein Erlöser, stårke mich zum frohen Muth der Glaub' an dich, an dich, den Auferstandnen. 2. Der Tod zerstöre mein Gebein; du haft ihn doch bezwungen, haft mir durch deines Todes Pein Unsterblichkeit errungen. Wohl mir! Nun steht die poffnung feft, 159 daß, wenn mein Leib auch gleich) verwest, ich dennoch ewig lebe. 3. Hab' ich oft auf der Erde nichts als Urbeit, Müh' und Leiden; getrost! Ein Schimmer deines Lichts entdeckt mir ev'ge Freuden, zerstreut der Leiden Finsterniß und macht mein banges Herz gewiß, einst ewig froh zu leben. 4. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst. Auch mich wirst du erwecken, daß du mich ganz zu dir erhebst. Mag Staub den Leib auch decken; er geht, wenn deine Stimme ruft, viel herrlicher aus seiner Gruft, wird deinem Leibe ähnlich. 5. 3u deinem Himmel wirst du mich dann gnadenvoll erhöhen, und meine Augen werden dich in deiner Wonne sehen. Ja, mir zur Freude schau' ich dann dich, den ich hier nicht sehen kann, und doch von Hers zen liebe. 6. Wie werd' ich deiner da mich freun, in deinem Lichte glänzen! Dann wirst du mein Vollender sein und mich mit Wonn' umkrån= zen. D Chriften, heiligt euch! Be= denkt, was Jesu Auferstehung schenkt! O bringt ihm Lob und Ehre! 251. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Sr r ist erstanden, Jesus Christ, der unser Troft und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Freis Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 160 2. Freiwillig ging er in den Tod und opferte sich auf vor Gott. Nun hat er gnug für uns gethan, und nahm sein Leben wieder an. Preis ihm und Dank! 3. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh' er sein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt. 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todtengruft zur Herrlichkeit. 5. Er wird's erfüllen. Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der Lazarum in's Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief, erfüllt's gewiß. 6. Gelobt sei Gott! Ich werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 7. Auch führt er nach des Grabes Ruh' mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 8. Wie sollt' ich, Herr, den Tod denn scheun, mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun, nicht deiner, der du mich erschufft, gelassen warten? bis du rufft: Entschlafe nun! 9. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sei. So komm' ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 10. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, aus dieser sündenvollen Welt und führe mich an deiner Hand einst in mein himmlisch Baterland. Erhöre mich! 252. Mel. Christ lag in Todesbanden sc. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aller Angst entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegs reich auferstanden, sei hochgelobt! 2. Dein Leben in der Majestät Wer befestigt unsern Glauben. kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung bast an's Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet? Gelobt seist du! 3. Gott selbst, der dich deni Grab' entrückt, hat beinen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufgedrückt, dich, seinen Sohn, zu ehDeines Todes hohen Werth ren. hat er auf's Herrlichste erklårt, da er dich auferwecket. Gelobt fei Gott! 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrscheft, auch um mir bein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Troft zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Gelobt seist du! 5. Mein Auferstehung Jeſu. 5. Mein Herr, mein Gott, bilf mir dazu! Hilf, daß ich, frei von Sünden, im Frieden Gottes moge Ruh' für meine Seele finden. Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erldster wandle. Hilf mir dazu! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Racht wird uns nicht ewig decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Gelobt seist du! 7. Gieb nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christlich vor dir wandle und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk' und handle; daß ich, wenn ich aufersteh' und dich, des Todes Sieger, seh', nicht angstvoll vor dir bebe. Gelobt seist du! 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dieß Glück mein Erbtheil sein, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Gelobt seist du! 253. Mel. Ermuntre dich, mein ze. Das Grab ist leer, und Gottes Sohn verläßt der Todten Grüfte! Es bringt ein lauter Jubelton siegprangend durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preift, entreiße, Peiland, meinen Geist den 2üsten 161 dieser Erde, daß er dir heilig werde. 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir emporzusteigen, bis dieses Leibes Hütte bricht, bis sich mein Haupt wird neigen. Alsdann nimm, nach vollbrachtem Bauf, erstandner Heiland, nimm mich auf! Herr,` nimm bei meinem Ende den Geist in deine Hånde! 3. Mensch, willst du Gott in seinem Reich nach deinem Tode sehen: so mußt du, deinem Heiland gleich, von Todten auferstehen. Der lebt nicht, den die Luft der Welt, den ihre Pracht geseffelt hålt. Nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wirklich leben. 4. Wohl dir, wenn du das Laster fliehst, dem Frevler dich entziehest, und liebst den Gott, den du nicht siehst, im Menschen, den du siehest. Als schon die nahe Stunde kam, als der Erlöser Ubschied nahm: so sprach er zu den Seinen: Hort, Kinder, auf zu weinen! 5. Ich geh' zum Bater in das Reich, das auch für euch beschieden. Seht, meinen Frieden laß ich euch, ich geb' euch meinen Frieden. Nicht geb' ich, wie die Welt ihn giebt. Daran, daß ihr einander liebt, daran will ich erkennen, ob ihr auch mein zu nennen. 6. So sprach der Herr. Ihr Christen, denkt an eures Heilands Liebe, denkt, daß, wer seinen Nächsten frånkt, auch Jesum selbst be2 trú Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 162 trube. Dient unserm Herrn in jez dem Stand! Die 3wietracht sei von euch verbannt. Bergebt in diesem Leben: so wird euch Gott verge: ben. 7. Erretter, Heiland, Menschenfreund, erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe. Lehr' mich, mein Leben dir nur weihn, laß mich mit Ernst die Sünde scheun. Gieb selbst mir Muth und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte. 8. So kann ich leben als ein Christ, und als ein Christ erblaffen. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, ich will von dir nicht lassen. Herr, segne mich! 3u seiner Zeit laß mich zu deiner Herrlichkeit vom Grab' empor mich schwingen, dir Lobge= fånge fingen! 254. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Heut eut triumphirte Gottes Sohn! Um dritten Tag' erstand er schon mit großer Pracht und Herrlichkeit. Ihm danken wir in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 2. Dem Tode hat er die Gewalt gerstört, verheert ihm all' Gestalt; wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Gelobt sei Gott! 3. D måchtiger Herr, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bift, führ' uns durch deine Gütigkeit zu deiner Freud' und Herrlichkeit! Gelobt fei Gott! 4. Hier hat zwar der oft Angst und Noth, der gläubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott; doch welches Heil folgt auf den Tod! Gelobt sei Gott! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich wüthet noch so sehr. Erleget ist nun jeder Feind, dagegen ist Gott unser Freund. Gelobt sei Gott! 6. Drum danken wir Gott allzugleich, und sehnen uns nach jenem Reich. Bald ist zu End' die Pilgerzeit, dann folgt die frobe Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 7. Dem Vater in dem höchsten Thron, und Christo, seinem lieben Sohn, dem heil'gen Geiste gleicherweis' in Ewigkeit sei Lob und Preis! Gelobt sei Gott! 255. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Mein Jesus lebt; mag ich doch fterben. Hier ist mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Weg, Traurigkeit, was zag' ich mehr? Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt! Er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil und Sieg errungen, und ihm ist Alles unter: than. O großer Troft, der mich erhebt, da ich nun weiß, daß Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; mit Freuden geh' ich in die Auferstehung Jeſu. die Gruft. Unsterblichkeit kann ich nun hoffen durch ihn, der mich in's Leben ruft. Wie tröstet mich sein Wort schon hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben, der Tod soll mir nicht schrecklich sein. Ich will mich ihm getroft ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Jesus ist und lebt! 256. Mel. Auf, auf, mein Herz, sc. Nimm, o mein Herz, mit Freuden am Siege Jesu Theil! Er lebt nun, frei von Leiden, voll Preis auch dir zum Heil. Wie unschuldsvoll er war, macht Gott jegt offenbar: denn welch ein neues Licht umstrahlt den Sieger nicht! 2. Mit Hohn und Schmach geFrånket, gegeißelt und verspeit, erwürgt, in's Grab versenket, hat er sich doch befreit; das stolze Hohnges schrei der Mörder ist vorbei. Er starb und überwand, weil er vom Tod erstand. 3. Wovor darf mir nun grauen, da er, mein Heiland, lebt, der Alle, die ihm trauen, zum ew'gen Glück erhebt? Auch mir, ich bin's gewiß, auch mir erwarb er dieß. So war's des Höchsten Rath, den er vollendet hat. 163 sich zählen läßt: so bin ich gutes Muths, die Fülle seines Guts kann keiner mir entziehn: er schüßt, die zu ihm fliehn. 5. Er macht mich frei von Súnden, und läßt mich bei ihm Ruh' für meine Seele finden, führt mich dem Himmel zu. Er ist's, der mir die Nacht des Grabes heiter macht. Der Tod mag drohen; er hat keinen Stachel mehr. 4. Hab' ich ihn nur zum Freunde, so steht mein Wohlsein fest; und hätt' ich auch der Feinde mehr als 6. Drückt mich auch gleich hienieden noch manches Ungemach; hab' ich doch Jesu Frieden, der stårkt mich, bin ich schwach. Im Leiden zag' ich nicht, voll guter Zuversicht: die Trübsal dieser Zeit dient mir zur Seligkeit. 7. Drum bleib' ich an ihm han= gen, wie an dem Haupt ein Glied. Er ist vorangegangen; ich folg' und siege mit, besiege Welt und Noth, besiege Sund' und Tod. Wenn Ulles mich verläßt, hålt ihn mein Glaube feft. 8. Er führt zu fteter Wonne, zu Freuden ohne Zahl; ist selbst der Seinen Sonne und macht sie frei von Qual. Hier tobe denn, was kann: mein Haupt nimmt mein sich an. Hier schüßt mich Gottes Sohn, dort wird er selbst mein Lohn. 9. Dort wohnen Fried' und Segen, dort ruft mein Jesus mir von seinem Thron entgegen: Komm, Treuer, nun zu mir! Wer mit ihm ward verhöhnt, wird dort auch mit gekrönt; den Segen erbet der, der heilig stirbt, wie er. 22 257. Met. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 257. 258. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen se. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Lod, Auferstanden, auferstanden ist, der wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tode auferwecken, er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuver: sicht. 164 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herr schen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine 3uversicht. 3. Jesus lebt! Wer nua verzagt, låstert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine 3uversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; diß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Wel= chen Trost in Todesnoth wird das meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! uns mit Gott versöhnt. Dwie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort, zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, lebt er nun in Majeståt. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade! Jeſus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ift erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmt's in allen Landen: Was sein Wort verhieß, geschah. Ber, wer kann ihm widerstreben? Mächtig bringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns U1len! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Ewig bist du nun verschlungen, Tod, dein Schrecken ist gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, Leben, Leben ist errungen. Jauchzt, ihr, die man einft begräbt, jauchzt dem Höchsten! Jefus lebt! 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Chrift, der vom Tod Uuferstehung Jesu. Tod erstanden ist. Unvergånglich sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt, sind ihm sicher: Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: Jesus Christ hat überwunden! Wenn der Sünder zagt, so hebt euer Haupt auf: Jesus lebt! 259. Mel. Jesu, meine Freude zc. Aus des Todes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gefieget, Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind uns rer Seligkeit bezwungen. Lob sei ihm gefungen! 165 rer dir. Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 5. Deffen froh zu werden, sollst du, Herr, auf Erden stets mein Führer sein. Jesu, deine Lehren will ich folgsam ehren, ganz mein Herz dir weihn. Sünde, fleuch! In Christi Reich kommen nur der Sünde Feinde, nur des Guten Freunde. 6. Eitelkeit der Erde, fleuch auch du! Ich werde nie dein Sklav', o Welt. Unter allen Gaben wünsch' ich nur zu haben, was stets Werth behält. Mich erquickt, wenn Noth mich drůckt, nach dem kurzen Pilger= leiden Gott mit seinen Freuden. 7. Sterb' ich: meine Seele, die ich Gott befehle, steigt zu ihm empor. Un des Heilands Throne strahlt des Siegers Krone, die ich mir erkohr. Jesus ruft einst aus der Gruft meinen Leib, und meine Glieder leben herrlich wieder. 8. D der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich vers langt. Hilf du mir, daß ich bei dir einst in ew'ger Bonne lebe, und dich froh erhebe! 2. Heil uns zu erwerben, wollt' er für uns sterben; und er hat's gethan. Und zum Trost uns Ullen sah mit Wohlgefallen Gott sein Opfer an. Er, er rief ihn, der entschlief, wieder bald zurůck in's Leben, hoch ihn zu erheben. 3. Ja, wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Macht und Ehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, Ullgewalt in Hånden. 260. Mel. Erschienen ist der herrliche se. 4. Freu' dich deß, o Seele, bring' Bring, Seele, Preis dem Höchsten ihm Preis, und wähle ihn zum Füh- dar! Dein Heiland, der getödtet war, Werke und Wohlthaten Jeſu Christi. 166 war, hebt siegreich nun sein Haupt empor, geht lebend aus dem Grab hervor, und stirbt nicht mehr. 2. Die Erde bebt, die Wächter fliehn, erfreut sehn seine Jünger ihn, sie, die so zårtlich ihn beweint, erkennen wieder ihren Freund, der fie noch liebt. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich, er lebt und herrschet königlich. So weit die ganze Schopfung geht, reicht seiner Würde Majeståt. O bet' ihn an! 4. Sein müsse sich der Erdkreis freun und Uller Herzen sich ihm weihn. Er hat aus seines Grabes Nacht Unsterblichkeit an's Licht gebracht. Gelobt sei er! 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns gesiegt. Durch seiner Auferstehung Kraft wird uns auch Muth und Sieg verschafft. Deß freun wir uns. 261. Mel. Wachet auf, ruft uns se. Ueber aller Himmel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, Vollender unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Vollkommenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Baters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, wardft 6. Begnabigung, Gerechtigkeit und ew'ger Hoffnung Sicherheit ist durch dich, göttlich großer Held, ein Segen für die ganze Welt. Gelobt seist du! 7. Nun fürcht' ich nicht des Leibes Tod. Mein Heiland lebt, gelobt sei Gott! Die Hoffnung der Unsterblichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit, und tröftet mich. 8. Nichts reißt mich, Herr, aus deiner Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, daß ich, o seliger Gewinn! ein Kind und Erbe Gottes bin. Deß bin ich froh! 9. Rufft du mich dermaleinst zur Ruh', verklärter Welterlöser, du: so werd' ich ewig bei dir sein, denn Gott und Himmel sind nun mein. Wohl mir! Preis dir! Himmelfahrt Jesu. du gehorsam bis zum Tod. Sizę, Sohn, auf meinem Throne; dir geb' ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Cohn, erhabner Gottes- Sohn! O ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlöften, o Herc, zu stärken und zu trösten, tam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Himmelfahrt Jeſu. weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Ståtte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Baterland. Herrlich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Baterland. Erkauft haft du uns Gott und die durch deinen Tod. Wo du lebeft und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es wer: den, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir, hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. 262. Mel. Wie schon leuchtet der sc. Wie herrlich, Jesu, starker Held, du Retter einer Sünderwelt, hat fich dein Kreuz geendet! Nach überstandnem Leidenslauf fährst du verklärt zum Bater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Seraphim; und wir vereinen Herz und Stimm', 167 mit ihnen dich zu loben, weil du dein großes Werk vollbracht, nach überstandner Leidensnacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden können werden Gottes Kinder und des Todes ueberwinder! 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nugen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. 3euch unsre Herzen ganz zu dir. Hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Mach' uns von allen Sünden rein und flöß' uns Muth und Eifer ein, das Eitle zu verachten. Sede Unart hilf uns meiden und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. 5. Sei unser Schuß und unser Hort, und tröst' uns durch dein heilsam Wort, wenn hier uns Trübsal drånget. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost in Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel fehn, und hoffen. 6. Du bist uns Sterblichen zugut, nach theuer hier vergoßnem Blut, zur Freude eingegangen. 3euch, Jesu, zeuch auch uns dir nach 168 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. nach, daß wir nach kurzem Ungemach zur Freude auch gelangen. Dafür soll dir von uns Allen Dank erschallen. Ohn' Aufhören wollen wir dich, Heiland, ehren. 263. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Auf, Ghriften, auf, und freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei. nem Reich', er triumphirt. Lobfinget ihm, lobsinget ihm mit lau: ter Stimm', lobsinget ihm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht: zerstört hat er des Todes Macht, er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Lobsinget ihm! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm', koblinget ihm! 4. Sein sind die Volker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad', als Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Lobsinget ihm! 5. Beschirmer seiner Christenheit ist er in alle Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobsinget ihm mit froher Stimm', lobsinget ihm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. Gelobt seift du! 7. Wohl nun auch uns: denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich hülfreich unfrer an: was ist, das uns gebrechen kann? Gelobt seist du! 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. Gelobt seist du! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem GlaubensLauf nimmst du uns in den Him mel auf. Gelobt seift du! 10. Dzeuch uns immer mehr zu dir, hilf uns, mit eifrigfter Begier nur suchen das, was broben ist, wo du, verklärter Heiland, bist. Erhör' uns, Herr! 11. Dein Eingang in die Herrs lichkeit stårk' uns, in unsrer Ues bungszeit nur bir zu leben, dir zu traun, bis wir verklärt dein Untlig schaun. Erhör' uns, Herr! 12. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heis ligthum. Gelobt seist du! 264. Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preift, stårk' auch im Glauben uns sern Geist, der auf dich hofft! 2. Du sigest auf der Himmet Thron, als unser Freund, als Mens fchens Himmelfahrt Jesu. fchensohn; du schämst auch da dich unsrer nicht. Drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, Beherrscher der Natur, und preiset dich. 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Hafser wider dich; dein Thron steht fest, und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt seift du! 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. Galobt seift du! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich, dein freuet unsre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Troft. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und Alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bez merkst du ihn und hilfsft ihm gern, Erbarmender! 8. Blick' uns auch an mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlich keit. Hilf unserm schwachen Glauben auf, kron' unsern ganzen Lebenslauf mit deinem Heil. 9. Gen Himmel fuhrst du auf als Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann jauchzen wir dir ewig169 lich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der zur Rechten Gottes ist, sei ewig Preis! 265. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften ac. Der Herr schwingt sich mit Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauplak seiner Macht begleiten Engel ihn. 2. Er, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestät; ihm jauchzt des Himmels Lob. 3. Er hat die Welt mit Gott vers söhnt, uns ew'ges Heil gebracht; mit Preis hat ihn nun Gott gekrönt, und sein ist alle Macht. 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist, und bet' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weist, ging diesen Weg voran. 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm bein Herz geweiht; zur Bonne dir sollst du ihn sehn in seis ner Herrlichkeit. 6. Welch hohes Glück, wie viel mehr werth, als alles Erdenglück! Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. 7. Einft öffnet mir sein Himmet sich, dann ist mein Leid entflohn und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 8. Erlöser, dir sei Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wenn mich dein Arm verklärt. 266. Mel 170 Werke und Wohlthaten Jefu Christi. 266. Mel. Ermuntre vich, mein sc. Du Lebensfürst, Herr Jesu Chrift, der du noch langen Leiden gen Himmel aufgenommen bist, zum Sig der reinsten Freuden, wer sollte sich nicht deiner freun, nicht dir von Herzen folgsam sein, dir, der zum ew'gen Leben auch uns einst will erheben? 2. Du hast durch deine Himmelfahrt uns ew'gen Troft bereitet, haft uns den Weg geoffenbart, der. uns zum Bater leitet. Und weil 267. Mel. Chriftus ist erstanden se.. du nun, Herr Jesu Christ, stets in Chrift fuhr gen Himmel. Wen des Himmels Wonne bist: so werden deine Frommen gewiß auch dahin kommen. sandt' er uns hernieder? Den Trófter, den heiligen Geist, zum Troste feiner Christenheit. Herr, sei uns gnådig! 2. Gelobt sei Gott!:,::,: Deß solln wir alle froh sein, denn unser Trost will Christus sein! Herr, sei uns gnådig! 3. Hilf uns nur, unser bestes Theil und unser wahres Leben da suchen, wo du volles Heil wirft Gottes Kindern geben. Was unvergånglich, ewig ist, mach' uns recht werth, Herr Jesu Christ, weil bleibend Gluck auf Erden nicht kann gefunden werden. 268. Mel. Komm, heiliger Geist sc. Tag der Erleuchtung, uns gebracht, Tag, den uns unser Gott gemacht, mit Inbrunft sei von al: len Jungen zu Gottes ew'gem Preis besungen. Die Erde lag, von Nacht umhüllt, mit Wahn und Gogendienst erfüllt. Du hast den dicken Finsternissen nach langer Nacht die Erd' entriffen. Gelobt fei Gott, gelobt sei Gott! 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; stårk' unsers Glaubens Kräfte; führ' uns durch deinen Geist schon hier zum himmlischen Geschäfte. So führst du mich auch einst dahin, wo ich ohn' Ende fröhlich bin und dich, dem ich hier traue, zu meiner Freude schaue. Sendung des heiligen Geistes. 2. Singt Jesu Dank! Er ward erhöht auf Gottes Thron voll Maje: ståt. Nun segnet gnådig seine Júnger der triumphirende Bollbringer. Er sendet den verheißnen Geist der Schar der Zeugen, die ihn preift. Sie sterben froh für seine Lehre, daß sich der Erdkreis zu ihm kehre. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 3. Gesandt von Jesu, gehn fie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Verfolgern, neue Jünger. Das, wahrlich, das ist Gote Sendung des heiligen Geistes. 171 be. Uch hilf uns, Herr! Gottes Finger! Umsonst bestürmt muth, Sanftmuth, Reuschheit, Liefie Grimm und Spott; sie siegen dennoch, stark durch Gott, trog alles Drohns, trok alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt fei Gott, gelobt sei Gott! 4. Der Herr mit euch, der Herr mit euch! Shr bauet ihm sein weites Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden, und Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frei vom Joche der Abgötterei, den lang verkannten Schöpfer kennen, ja ihn durch Christum Bater nennen. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 5. Auch uns hat dieses Segens Kraft zu der beglückten Bürgerschaft in Jesu großes Reich geführet. Wir preisen laut, von Dank gerühret. Herr, laß uns Alle würdig sein, uns dieses hohen Glücks zu freun; laß deines Geistes milde Gaben auch uns in reicher Fülle haben! Preis sei dir, Herr, Preis sei dir, Herr! 269. Mel. Nun bitten wir den 2c. Du, Geist des Vaters, Geist des Sohns, einer Macht mit Beiden, eines Throns, Geist, den Jesu Gnade zu uns sendet, der den Glauben anfångt und vollendet, ach hilf uns, Herr! 2. Du Geist der Gnade, Geist voll Kraft, mach' uns gläubig, mach' uns tugendhaft. Wirk' in unsern Seelen gute Triebe, schenk' uns De: 3. Beig' uns den Sohn, daß wir durch ihn dem Gerichte, das uns droht, entfliehn. Lehr' uns seine Liebe recht erkennen und ihn unsern Herrn und Heiland nennen. Uch hilf uns, Herr! 4. Sei, wo wir wandeln, hülfreich, sei unser Führer, steh' uns Schwachen bei! O gieb, daß die Sünder sich bekehren, daß wir Alle thun nach Jesu Lehren. Uch hilf uns, Herr! 5. Erhalt' uns Jesu Lehre rein, laß uns seines Wortes Thater sein, schenk' uns treue Hirten, daß die Heerde, Jesu Heerde, nie verführet werde. Uch hilf uns, Herr! 6. Verlaß uns, höchster Zröster, nicht, trost', ach tröst' uns, wenn uns Troft gebricht! Laß uns Jesu Gnade Freude geben, führ' einst, wenn wir sterben, uns zum Leben. Uch hilf uns, Herr! 7. Komm, Geist des Herrn, in unser Herz, zeuch es zu dir, zeuch es himmelwärts; laß uns alles Eitle nicht mehr achten, nach dem Reiche Gottes lehr' uns trachten. Uch hilf uns, Herr! 8. Gieb, Geist des Friedens, Einigkeit. Christi Glieder trenne nie ein Streit. Sieb, daß Fried' und Liebe stets sich küssen, und laß die Verfolgten Schuß genießen. Uch hilf uns, Herr! 9. Sei unser Schirm zur Zeit der Noth, wende von uns, was Verderben 172 Werke und Wohlthaten Jefu Chrifti. ben droht. Steh' in schweren Kåmpfen uns zur Seite, daß, wer kåm: pfet, auch stets siegreich streite. Uch hilf uns, Herr! 10. Laß, Geist der Heiligung, uns rein, deine Tempel, Gottes Tempel sein, daß wir weise, heilig schon auf Erden, vuhig, fröhlich und dann selig werden. Uch hilf uns, Herr! 270. Komm, Comm, Gott, Schöpfer, komm, heiliger Geist, schaff deiner Menschen Herzen neu; du kenneft dein Geschöpf und weißt, wie Jeglichem zu helfen sei. 2. Du Geist der Weisheit, leite du uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ' uns Alle zu, du Führer auf der Bahn des Heits. 3. Uns strahle deiner Wahrheit Licht, gieb wahre Lieb' in unser Herz, zum Vater frohe 3uversicht, zur Tugend Kraft, und Trost im Schmerz. 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herabge: bracht, das leuchte jeder Nation durch deiner Leitung sanfte Macht. 5. Vereine deine Christenheit durch deines Friedens festes Band; lenk' ihr Gemüth schon in der Zeit ftets auf das beßre Vaterland. 7. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem Thron' ein Lied, das würdiger dich preist. 6. Gott, unsern Gott, und Je= sum Christ recht kennen, dieses ist 271. Komm, heiliger Geift, Herr und Gott, erfüll' mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben vers sammlet haft das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. D Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vers trauen. Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Troft, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübfal uns nicht abtreiben. D Herr, durch deine Kraft uns bereit' und stårk' des Fleisches Blodigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! 272. Mel. Komm, heiliger Geift ac. der Quell, aus welchem ew'ges Leben fließt; mach' diese Kenntniß in Gott, heiliger Geift, Schöpfer, uns hell. Herr, erfüll' uns, o Barmherziger! Mir 1 Sendung des heiligen Geistes. 173 Vaterland. Kyrie, eleison! Wir wollen unser Herz dir geben; der uns bracht hat zu dem rechten o lehre, heilig uns leben! Rúst' uns mit Stárke, Muth und Kraft, bu, der das Gute in uns schafft, daß nicht die Lockungen der Sünden uns, Christi Junger, überwinden. Wir traun auf dich, wir traun auf dich! 2. Du heiliges Licht, starker Hort, laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfade leiten, daß unsre Füße nicht gleiten. Treib fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. O hilf dazu, o hilf dazu! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hülf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Bater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Muthe ringen und durch den Tod in's Leben dringen. Erhöre uns, erhöre uns! 273. Nun bitten wir den heil'gen Geist un den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie, eleison! 2. Du werthes Licht, gieb uns dei nen Schein, lehr' uns Jesum Chriz ftum erkennen allein, daß wir an thm bleiben, dem treuen Heiland, 3. Du süße Liebe, schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und im Friede auf einem Sinne bleiben. Kyrie, eleison! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie, eleison! Wir bitten Gott, den heil'gen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behúte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum find, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns, fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringen will zum rechten Vaters land. Erbarm' dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns allesammt dazu bes reit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, und uns nie betrüben. Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Zod, laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen. Erbarm' dich, Herr! 274. Mel. 174 Werke und Wohlthaten Jefu Chriffi. 274. Mel. Wie schon leuchtet der se. heil'ger Geist, kehr' bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, komm, Beistand unfrer Seelen! Laß deiner Wahrheit hellen Schein in unfern Herzen kräftig sein, das Gute nur zu wählen, daß wir in dir recht zu leben uns bestreben, und mit Beten oft deshalben vor dich treten. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nóthig ist, o schenke sie uns llen; und laß die ganze Christenheit in rechter Glaubenseinigkeit nur ihre Pfade wallen. Weisheit, Weisheit gieb uns Allen: Gott gefallen keine Seelen, die nicht ihre Pfade wählen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wiffen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 4. Laß uns empfinden deine Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, dadurch gestärkt zu werden und unter beinem mácht'gen Schug besiegen aller Feinde Truk in jedem Kampf" auf Erden. Neue Treue gieb uns Schwachen, du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nie unserliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort; nichts musff' uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von Herzense grund, mit Thaten mehr als mit dem Mund, vor aller Welt bekennen. Dein Wort, dein Wort stets zu lieben und zu üben, mach' une tüchtig, Jesu Heil uns werth und wichtig. 6. Du Geist des Friedens, senke dich in unsre Seelen kräftiglich, und schenk' uns deine Liebe, daß unser Herz ergeben sei dem Nächsten stets mit Lieb' und Treu' und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit uns betrübe: Fried' und Liebe wollst du geben, daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stårke. Laß uns stets bleiben unbewußt die Eitelkeit, die Sündenlust und ihre bösen Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden. 275. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zu deiner Wohnung außerlesen, ach schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt behålt. 2. Bor Ullem mache mein Gemůthe durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte und Chrifti Sendung des heiligen Geistes. Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 175 Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin! 3. Ich glich den wilden Reben; durch dich genieß' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn verpflanzt durch dich. Sieb, was der Bater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werke Frucht. 3. Regiere mich mit deinem Geifte, der mein getreuer Beistand sei, und mir erwünschte Hülfe leiste; Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Das Beten wird erhöret, und macht uns ſegensvoll, es steiget himmelan, es steigt hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns Allen helfen kann. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Bater, so verwirf mich nicht, und stoß' mich, wegen meiner Werke, ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnade stehn, und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand 5. Du bist ein Geist der Freuden und Trauern liebst du nicht: so leuchte mir im Leiden auch deines Troftes Licht. Uch nimm dich meiner an! Du haft in deinem Worte für und für. So führe du mich mir selbst die enge Pforte des Lebens durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! aufgethan. 276. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Einigkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, Zank, Haß, Neid und Streit: laß allen Streit uns fliehn und Rach' und Zorn ver= Mel. Von Gott will ich nicht sc. Zeuch ein zu deinen Thoren, Geift dammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Herzen glühn. Gottes, wohn' in mir, der du, da ich geboren, mich neu geboren dir, o hochgelobter Geist des Vaters und des Sohnes, mit Beiden gleiches Thrones, mit Beiden gleich gepreift! 7. Du, Herr, hast selbst in Hån= den die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gieb doch deine Gnad' zum Fried' und Liebesbanden, verknüpf' in allen Landen, was sich getrennet hat. 2. 3euch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Auch heil'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geifte dir 8. Erhebe dich und steure dem Herzeleid auf Erd', bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd'. Laß Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 176 Laß blühn durch deine Hut die Lånder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuersgluth. 9. Beschirm' die Polizeien, bau' unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen, schmůck', als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Jugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Bertreib den bösen Geist, der dir sich widerseket und das, was dich ergeßet, aus unsern Herzen reißt. 11. Richt' unser ganzes Leben nach deinem heil'gen Sinn. und wenn wir's sollen geben in Todes Staub dahin, wenn's mit uns hier wird aus: so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod' ererben des ew'gen Lebens Haus. der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir machtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Thun auf Erden moge Gott gefällig werden. wenn ich bange 3weifel bege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kraftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: werd ich nie mein Heil verfehten. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stårke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und den Sinn zur Beßrung neige. 277. Mel. Herr, auf dich will ich fest ic. Geist vom Vater und vom Sohne, zu empfangen. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; gieb, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelaßncs Herz; laß mich selbst im Zobesschmerz deines Troftes Kraft empfinden, Ulles glücklich überwinden. 278. Mel. Sendung des heiligen Geistes. 278. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Anbetung sei dir, Bott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Chrift erleuchtet und geheiligt ist. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Ungesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie siegen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schug ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evanges lium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort, noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' une zum Guten an und leit' uns auf der Zugendbahn. 177 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Ungesicht zu Ungesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. 279. Mel. Warum sollt' ich mich denn sc. Höchster röster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, stårke Jesu Glieder! Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Nath seinem Bolt versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns Ullen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr' uns freudig vor ihn treten, steh' uns bei und verleih, daß wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kampfen; gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sund' und Welt zu dämpfen; laß uns Trubsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jeſu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib' uns an, froh die Bahn, die du zeigst, zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh' uns bei, mach' uns treu in der Prüfungshige, und bei dieses Lebens Leiden schenke du Seelenruh' und der Hoffnung Freuden. M 280. Mel. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 280. Mel. Nun sich der Tag geendet ze. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit; ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 178 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz ent= flammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gera thun, was dir gefällt, wirkt 2. Nun herrscht er voll Majeståt nach vollbrachten Leiden als der Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. edlere Bufriedenheit als alles Glüc der Welt.. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; Aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mitt ler beugen; froh soll jede Nation 4. Alsdann hab' ich Bertraun zu dir; dann schenket selbst dein Geift das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit; hin, zur Tugend stårk' er mich, bez weise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles, und ins besondere über seine Gemeine auf Erden. 281. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tob zc. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt Jesus Christus, Gottes Sohn, zugleich Gott, durch den wir leben. kam zu uns auf Erden von des Himmels ew'gem Chron, unser Heil zu werden. Er, er ward ein Mensch, wie wir; schwerer Leiden Bürden übernahm er willig hier, daß wir selig würden. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr, spricht, und doch Boses übet, kennt ihn und den Vas ter nicht, der nur Fromme liebet. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer; denn durch deinen Todesschmerz leb' und sieg' ich Armer. Du kennst, treuer Menschenfreund, unsre Leidensstun den, und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 6. Er schaff' in mir ein reines. Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. und mit Dank bekennen: er, des Allerhöchsten Sohn, sei der Herr zu nennen. 6. Du, den in der Niedrigkeit Roth und Angst umgaben, kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangst, die du haft für uns ertragen, ist die Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Ulles. 179 die Quelle unsrer Ruh', lindert unfre Plagen. 7. Wenn Gebet und Ungstgeschrei zu dem Himmel dringen, eilst du mitleidsvoll herbei, hilfft den Sieg erringen, schenkest unsern Seelen Licht, unsern Herzen Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht als Sünder beben. 8. Du kannst zur Unsterblichkeit aus dem Staub erhöhen. Wenn dein Ullmachtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. O wie weicht da alles leid, wo du gnådig wohnest und mit Muth und Freudigkeit Gldubige belohnest! 9. Jesu, weiche nicht von mir; reiche mir die Hände, daß auch ich den Weg zu dir cinst beglückt vollende. Laß, weil ich auf Erden bin und mit Noth umgeben, deinen lie bevollen Sinn meinen Geist beleben. 10. Lehr' einst in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort Es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Baterland dann im Geist erblicke und mich in des Vaters Hand ew'ge Wonn' erquicke. 282. Mel. Erschienen ist der herrliche zc. Der du zu Gott erhöhet bist, und mit ihm herrscheft, Jesu Christ, o Gott mit uns, dir danken wir; stårk' uns mit Heil und Kraft von dir! Gelobt sei Gott! 2. Daß unser Heiland, Gottes Sohn, erhoben auf des Vaters Thron für uns, o Bater, forgt, das preift der Frommen dankerfüllter Geift. Gelobt ſei Gott! 3. Ihm sind die Himmel unter= than, ihn beten selbst die Engel an; er lebt und herrscht dem Bater gleich, und hat, wie er, ein ewig Reich. Gelobt sei er! 4. Er hat der Sünder Heil vollbracht; denn er bezwang der Sünde Macht, bezwang den Tod, und uns beschüßt er, der zur Rechten Gottes sigt. Gelobt sei er! 5. Er hat gesiegt; wir siegen mit. Wer will verdammen? er vers tritt. Es klage, wer nur will, uns an: er nimmt sich seiner Brüder an. Gelobt sei er! 6. Er selbst ist unser höchstes Gut: denn er erwarb uns durch sein Blut das Leben selbst, und gab den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sei er! 7. Wohl dem, der nur auf ihn vertraut, sein Heil auf diesen Felsen baut! O Sünde, wir entsagen dir, dem Herrn des Himmels dies nen wir. Gelobt sei er! 8. Er leitet uns; und unser ist dein Reich, dein Himmel, Jesu Christ. Dann werden, durch den Glauben dein, wir deines Ruhms uns ewig freun. Gelobt seift du! 9. Du hast die Menschen nicht verschmäht, hast uns erlöst, und bist erhöht. Erhöre nun auf deinem Thron' uns, deine Brüder, Gottes Sohn! Erhör' uns, Gott! 10. Erhalt' uns deine Lehre, gieb zu allem Guten Kraft und Trieb, ON 2 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 180 Trieb, gieb in Versuchung Sicher heit, im Leiden Muth und Festigkeit. Erhör' uns, Gott! 11. Herr, nimm uns an, wenn du Gericht zu halten kommst, verstoß uns nicht. Laß uns zu deiner Rechten stehn und deine Herrlichkeit uns sehn. Erhör' uns, Gott! 12. Dann fürchten wir den Tod nicht mehr, und jauchzen, wie der Engel Heer, daß du, der Herr, Herr Jesu Christ, daß du so hoch erhoben bist. Gelobt sei Gott! 283. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften sc. Lobsingt, ihr Völker, preist den Sohn, bringt Ehr' und Ruhm ihm her; fallt nieder, kniet vor seinem Thron: denn er ift's würdig, er! 2. Den aller Engel Lobgesang ,noch eh' ihr wart, erhob, dem jauchze, Menschen, euer Dank ein jubelvolles Lob! 3. Ihn soll der Sünder preisen, soll frohlocken seiner Macht! Die Stimme Jesu Christi scholl vom Kreuz: Es ist vollbracht! 4. Die Stimme schallet durch die Welt zu jeder Nation, und jeder Gögentempel fällt, und jeder Götterthron! 5. Die Stimme Jesu geht mit Macht; der Sünder hört und bebt! Er hört: es sei sein Heil vollbracht; er hort's, und glaubt, und lebt! 6. Die Stimme Jesu labet euch, ihr, die ihr elend seid, zu sich in seiner Wahrheit Reich, belehrt euch und erfreut. 7.2uf ihr gewaltiges Gebot giebt, wenn er kommt, das Meer, das Grab, der Abgrund und der Tod die Todten Gottes her. 8. Sie donnert dann, ihr Sünder, euch tief in den Pfuhl hinab; euch, Fromme, rufet sie in's Reich, das ihm der Vater gab. 9. Ihm, ihm sei ewig Cob geweiht! Erlöfte, freuet euch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit währt eures Königs Reich. 10. Ein voller Strom der Wonne fließt von seinem Throne her. Lobfingt dem König, würdig ist des frohsten Lobes er! 284. Mel. Schmücke vich, o liebe Seele zc. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere mússen zu Gebot dir stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, und vor deinem macht'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grens zen sieht man deine Siege glänzen, 100 Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Ulles. 181 wo viel tausend treue Seelen dich Chöre; und in ihren Lobgefang zu ihrem Haupt erwählen, die nach stimmt auch deiner Frommen deiner Vorschrift leben, dir nur zu Dank. gefallen streben, Alles gern für dich verlassen und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehre jauchzen dir der Engel Chöre; durch frohlockende Gesänge preist dich der Erlösten Menge, die, befreit von Furcht und Grauen, dein verklårtes Untlig schauen. Und mit allen diesen Choren werden wir dich einst verehren. 2. Du, du kamst, uns zu erlösen; und das Opfer ist vollbracht, das von aller Schuld des Bösen uns befreit und selig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, steht nunmehr in deinen Händen. Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmer ein. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesege, an der Unterthanen Menge, an der Herrschaft Macht und Långe, an Begnadigung der Freunde, in den Siegen über Feinde. 6. Herrsch' auch, Herr, in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen. Dich will ich im Glauben lieben und mich im Geborsam üben, will mit kämpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrsch' in Freuden. 285. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Heiland, dessen wir uns trösten, der zur Rechten Gottes sigt und als Mittler der Erldsten sie so gern beglückt und schüßt, Jesu, deiner Macht und Ehre jauchzen aller Engel 3. Durch dich sollen wir empfans gen, was zum Heil uns nöthig ist; durch dich Gnad' um Gnad' erlangen, weil du nun im Himmel bist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk und sendest deinen Geist auf die herab, die dir Gott zum Erbe gab. 4. Måchtig wirket deine Lehre: denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht sie, dir zur Ehre, glaubig und gewissenhaft, lehrt sie, alle, alle Sünden ernstlich fliehn und überwinden, stårkt sie in dem Tugendlauf, und hilft ihrer Schwachheit auf. 5. Huldreich sorgft du für die Deinen, du versäumst ihr Bestes nie, zählst die Thränen, die sie weinen, tröstest und belohneft sie. Alle, welche treu dir bleiben und dein Werk mit Eifer treiben, führst du aus der Welt hinaus, hin in deines Vaters Haus. 6. Du entziehst dich auch den Urs men, die noch unbekehrt sind, nicht. Weil dein Herz dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht, trågst du sie noch mit Verschonen und willst nach 182 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. nach Verdienst nicht lohnen, willst noch ihnen Helfer sein, und zur Beß rung Beit verleihn. 7. So, Verherrlichter, regiereft du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. D entsaget allen Lüsten, kämpft, o kämpft mit Muth, ihr Chriften, bis ihr seinem Thron' euch naht und des Kampfes Lohn empfaht! 8. Großer Mittler, sei erhoben! Weil wir leben, wollen wir dich mit Herz und Munde loben, dir nur folgen, leben dir, fstets auf deine Stimme hören, dir vertrauen, dich verehren, bis der ganz verklärte Geist dich mit allen Himmeln preist. 3. Dein Urm, der über Alles siegt, ist überall uns nah'; und selbst das Tiefverborgne liegt vor dir stets of= fen da. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, weil deine Hand uns schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist unter uns noch ist. 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit schon långst Besig; nur wir, wir leben immer noch im Streit, und seufzen oft noch hier. 6. Du stårkest unsers Glaubens Muth mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, und beiner glaubig barrt! 7. Wir preisen, Heiland, dankvoll dich, der du so siegreich strittst, und Tod und Elend unter dich und unfre Füße trittst. 8. So sehen wir denn unverzagt hier unsre Wallfahrt fort: ein hoher Lohn, du hast's gesagt, erwartet einst uns dort. 286. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften sc. Wir schauen, Herr der Herrlich- les Heil zu sehn. keit, zu deines Thrones Höh'n, vor dem, auf deinen Wink bereit, viel tausend Engel stehn. 2. Du gingst, als hier dein Werk vollbracht zum Heil der Menschen war, zurück zum Throne deiner Macht und herrschest immerbar. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, auf dich nur hoffen wir; wir suchen nur, was droben ist, und sind im Geist bei dir. 10. Vollenden wir einst unsern Lauf, so eil' uns beizustehn; nimm uns in deinen Himmel auf, dein vol287. Mel. Mir nach, spricht Chriftus ic. Mit Preis und Ruhm gekrönt, haft du dein großes Werk geendet, schaust auf dein Tagewerk mit Ruh', denn Alles ist vollendet, vollbracht der Kampf der Sterblichkeit und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab und siehst der Lohn für deiner Leiden Menge. Schon sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröhlichen Gedränge sich Scharen, hoch durch dich beglückt, belehrt, ge= heiligt und erquickt. 3. Aus Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 183 die Seele freudig dringen; dort, dert an deinem Gnadenthron auch finden guter Thaten Lohn. 3. Uus allen Völkern kommen sie mühselig und beladen, und suchen Ruh' und finden sie, und sind des Jochs entladen, weihn freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, wie auf der frischen Morgenau auf Blumen unge: zühlt der Thau! 5. Sie Alle selig, und durch dich, zur Wonne deinem Herzen, das nur für Andre schlug und sich vergaß bei Qual und Schmerzen, gerettet alle, leben dir; und unter ihnen, Herr, auch wir, 6. Auch wir! O schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deines Schweißes Lohn, zwar sterblich noch, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst fundenfrei, und sterblich nicht. 7. D daß, Beseliger, daß wir nie deine Huld verkennen, dich, unfern Heiland, niemals hier mit kaltem Herzen nennen! Uch Keiner von uns Allen sei dir, seinem Retter, ungetreu! 8. Wie wird uns dann sein, wenn zur Schar der Seligen erhoben, auch wir uns drången in die Schar, dich, unsern Herrn, zu loben, das Herz von reinerm Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht! 9. Bollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk vollbringen und, ist's vollbracht, zu dir hinauf 288. Mel. Nun freut euch, lieben zc. Die Erd' ist, Jesu Christe, dein, dein, wer auf Erden wohnet. Dein müsse sich der Himmel freun, dein, wer auf Erden wohnet! Du schufft, du rettetest die Welt, dein Arm regieret und erhält die Welt, die du beherrschest. 2. Wen nimmst du an, wen zäh lest du zum Volke der Erlösten? wem eignest du dein Leiden zu? wer darf sich deiner trösten? Der, der zu dir, o Heiland, sich bekehrt und gläubig wird und dich als seinen Herrn verehret; 3. Und wer, gereinigt durch dein Blut, unschuldig lebt; zu üben, was Gott will, strebet, und nicht thut, was böse Lüfte lieben; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, getreu der Gnade Gottes. 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet dein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maß empfangen; den machst du deiner Herrschaft werth, der ist dein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kommt in Jesu Reich, kommt, eilt ihm zu begegnen, empfangt den König; er will euch vergeben, will euch segnen! Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 184 Sohn. Der Himmel Himmel ist sein Thron; sein Fußtritt ist die Erde. 6. Kommt willig, willig in sein Reich; kommt, eilt ihm zu begegnen, empfangt den König! er will euch mit seinem Himmel segnen. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der, seinem Worte treu, den Himmel giebt den Frommen. 289. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Jesu, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Sie willst du als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du bist, Herr, groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel' nur an dich glauben, die haben an dir Alle Theit, die wird kein Feind dir rauben. Von dir fließt Weisheit, Trost und Ruh' dem, der dir folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und Mancher, im verkehrten Sinn, sich wider dich empören: so fällt doch deine Kirche nie, du hältst und du beschüßeft sie durch deines Geiftes Gaben. 5. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der Alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch mans chen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommen heit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh', dann krönest und belohnst du sie ohn' End' mit Preis und Ehre. 7. Wir sehn dich dann in Majes ståt, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfundnem Glück erhöht, bez freit von allen Mångeln, frohlocken dir und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. 290. Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. Swig, o Jesu, wird dein Wort be stehen, und Erd' und Himmel wers den eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Noch immer fammelst du dir auf der Erde Verehrer, daß dein Reich vermehret werde, und läsfest sie den Frieden im Gewissen schon hier genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfft Leben Jesu im Himmel und hilfft überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen: du haft's verheißen. 4. Wohl Allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, werden sie einst schauen, dich und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen dankbar von der Deinen Menge dir, unserm paupte, höhre Lobgesånge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geift regieret, dort triumphiret. 291. Mel. Ein' feste Burg ist unser ze. Der Spotter Heere růsten sich, dein 3ion zu zerstören, sie spotten unsrer, die wir dich und deine Wahrheit ehren. Bitter ist ihr Spott. Ach wann werden, Gott, die dein Wort so schmähn, das sie doch nicht verstehn, zu dir sich endlich sammeln! 2. Stolz fragen sie: warum doch wir auf Jesu Wort uns gründen? ob's auch gewiß sei, daß wir hier den Weg zum Leben finden? Möchten sie's doch sehn und es ganz verstehn, was für Weisheit ist im Worte Jesu Christ, und welche Gottesstärke! 3. D schmeckt und seht die Freund lichkeit des unsichtbaren Gottes; ergreift mit uns die Seligkeit, und schåmt euch eures Spottes; sehet, wie er liebt, und wie er vergiebt, wie er Besserung, den Weg der Heiligung die rohsten Sünder leh ret! Herrschaft über Ulles. 4. Dieß zeugten jene Zeugen, Gott, voll Muth in Schmach und Banden; bezeugten es durch ihren Tod, was sie gewiß empfanden. Saat, die du geså't. Reif und fruchtbar steht långst die Ernte schon. Der Ernte Herr, dein Sohn, wird bald die Garben sams meln. 185 5. Wer rüstete mit Heldenmuth euch wider eure Leiden? Wer lohnt euch nun für euer Blut mit unnennbaren Freuden? Ihr habt Gott vertraut; nun steht ihr und schaut auf dem Thron' im Licht den Gott von Ungesicht, der durch sein Wort euch lehrte. 6. Auch wir, dein Volk, dein Eigenthum, sind deiner Wahrheit Zeugen. Dein Wort schafft auch uns Sünder um; wie konnten wir's verschweigen! Unsre Hoffnung ist fest auf Jesum Christ. Gott, versöhnt mit dir, empfinden táglich wir des Glaubens Kraft und Wahrs heit. 7. Durch eures Wandels Heiz ligkeit ehrt, Christen, diesen Glaus ben! Kein Spott kann euch die Seligkeit, kann euren Trost euch rauben. Durch des Wortes Kraft werdet tugendhaft, und dann lacht der Welt, die euch für Thoren hält. Gott wird es sehn und richten. 8. Wenn so der Spotter euer Licht ehrwürdig leuchten siehet, erfülle Scham sein Ungesicht, daß er die Wahrheit fliehet. Deines Wortes Glanz, Gott, erleucht' ihn gang. Sehne 186 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Sehnsucht, fromm zu sein und deis ner sich zu freun, erfülle seine Seele. 292. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, beschüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern: drum konnte keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang bindern. Dir können deine Hafser nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. 3. W.it wollst du deine Herrschaft noch in dieser Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Bom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deis nen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empóren, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Christen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir durch sie Heil, Trost und Ruh' für unsere Seele finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns, weil wir leben. 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich fertiger uns dein Gesek erfüllen: gehorsam deiner Vorschrift sein und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden. 7. So wird dein Volk dir unters than, und lernt die Sünde meiden und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden. und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. 8. Boll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen. Des großen Tages freun sie sich, da du wirst wiederkommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Ungesicht mit Wonne der Gerechten. 293. Mel. Herzliebster Jesu, was haft x. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe fie Leben Jesú im Himmel und Herrschaft über Alles. 187 fie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einft loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Der Herr, der starke Gott, hålt über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrekken? 294. Mel. Ein' feste Burg ist unser ze. Wenn Senn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sist, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Holle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron' sich wider ihn empören: denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben; der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hålt, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht raus ben. 4. Kuf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrekken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. 295. Sin' feste Burg ist unser Gott ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jest hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernst er's jegt meint, groß' Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist, auf Erden ist nicht seins Gleichen 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't, ein Wortlein kann ihn fållen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit ſeinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin, sie haben's keinen Gewinn, das Reich Gottes muß uns bleiben. 296 8 188 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 296. Es woll' uns Gott genädig sein und seinen Segen geben; sein Untlie uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen seine Werk', was ihm geliebt auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk' bekannt den Heiden werden, und sie zu Gott be: kehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läßt die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten, das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns fegne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. 297. S's wolle Gott uns gnädig sein und feinen Segen geben! Es leuchte stets mit hellem Schein sein Wort der Welt zum Leben, daß Gottes Will' und Werk erkannt, und auf der ganzen Erde der Name Jesu noch genannt, sein Heil verkündigt werde, und Jeder sich bekehre! 2. So preife dich, Gatt, gleich als wir auch alles Volk der Heiden! Der ganze Weltkreis jauchze dir und singe dir mit Freuden! Du, der du Herr der Erde bist, willst selbst der Sünde steuern. Dein Wort, das Kraft und Leben ist, soll uns dir ganz erneuern, im Glauben dir zu dienen. 3. Wer Glauben nur im Herzen hat, bringt Frucht in guten Thaten. Laß deines Wortes reiche Saat bei uns auch wohl gerathen. Segn' uns, Gott Vater, und Gott Sohn, sammt Gott dem heil'gen Geiste, daß alle Welt vor deinem Thron dir Dank und Ehre leiste! Und alle Welt ſprech': Umen. 298. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß une hinfort nicht schade der Feinde Macht und List! 2. Uch bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns so hier als dorte sei Trost und Heil beschert! 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Uch bleib mit deinem Segen bei uns, o reicher Herr, dein' Gnad" und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'! 5. Uch bleib mit deinem Schuhe bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht troße, noch fåll' die bdse Welt! 6. Uch Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über 2lles. 189 6. Uch bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beståndigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! 300. Mel. D Herre Gott, dein ze. 299. Herr, ich hoff' je, du werdeft die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht in's Herz mit Erhalt uns, Herr, bei deinem Glauben faffen; giebst Seligkeit nach dieser Zeit, und läßt sie nicht verder= ben. Herr, durch dich bitt' ich, laß mich getroft und selig sterben! Wort, und steur' der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, von seinem Thron zu stürzen drohn. 2. Beig' deine Macht, Herr Jesu Christ, daß du der Herr der Herren bist, beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, uns Einen Sinn, nimm alle 3wietracht von uns hin, steh bei uns in der legten Noth, führ' uns in's Leben durch den Tod. 4. Sie sinnen auf ein Frevelstůck; treib' ihre Tücke, Herr, zus růck. Und wenn du uns von ihr befreist, gieb ihnen einen bessern Geist. 5. Laß alle Welt erkennen doch: du, unser Herr Gott, lebest noch, und stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 6. Verleih' uns Frieden gnädig lich, o Gott, zu unsern Seiten; es ist doch ja kein Undrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 7. Gieb unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried' und gut Regi ment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Chrbarkeit! Umen. 301. Mel. Befiehl du deine Wege sc. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt' mich bei reiner Lehr'; ach Herr, laß mich nicht wanken, gieb mir Beständigkeit! Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Am Reformationsfeste. 302. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Dein Volk, o Herr, singt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm' auch unser Lobgesang in alle heil'ge Chöre, die heut in deinem Heiligthum, zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dieß ist ein Tag von dir ge= macht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dir, wie dein eignes Wort gebeut, rechtschaffen dienen können. 3. D 190 Werte und Wohlthaten Jesu Christi. 3. D welche Wohlthat, Gott, ist dieß, so uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß, seit mehr als tausend Jahren. Du hast, trok aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. 4. Du läsfest hier im Heiligthum dein lautres Wort uns hören; zu un ferm Heil, zu deinem Ruhm, läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch uns frei zum tåglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schåßen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend; man führt nach deinem Wort sie an zur Wahrheit und zur Tugend; das Unsehn unsrer Obrigkeit bleibt ungekrånkt; und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur dei ne Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein: so spricht dein Geist den Trost uns ein: Von nun an seid ihr selig! 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre! Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm, Preis, Lob und Ehre. Dir jauchzet unser Herz und Mund; es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen. 303. Mel. Bor deinen Thron tret' ich sc. Lobsinget: Gottes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht; lobsingt: sein heilig Wort entrif uns jedes Irrthums Finsterniß. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, viel Christenlehrer sahen's nicht; in harte Sklaverei vers sank der Christen Volk durch Glaubenszwang. 3. Doch Gott stand seiner Kirche bei: da wurden die Gewissen frei, da schwand des Aberglaubens Wahn. Das hat, das hat der Herr ges than! 4. Bewahrt sein Wort! Verträglichkeit und Wahrheitslieb' und Frömmigkeit und Tugend sei der Kirche Zier: so sieget fie; Gott ist mit ihr! 5. 3agt nicht, weil seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, daß Spötter feine Wahrheit schmähn: die Lehre Jesu wird bestehn. 6. Seht Gottes Sonne, sie ers hellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein! 7. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut, ihr Christen, euch der Ewigkeit! Da wird kein 3wist, da wird allein ein Hirt und eine Heers de sein. 304. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Sehr groß, Herr, ist die Huld die du an uns erwiesen. Sei dafür inniglich gelobet und gepriefen! D pflanz' dein Wort in uns, daß es Wiederkunst Jesu. es je mehr und mehr recht reiche Früchte bring' zu deines Namens Ehr'! 2. Im Glanze deines Lichts laß uns bienieden wallen, zu unserm Wiederkunft Jesu. 305. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. Jefus kommt, von allem Bösen uns, seine Chriften, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige 3ufriedenheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig sichres Heil. 2. Augenblicke dieser Leiden, was seid ihr gegen jene Freuden der un begrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft und ringt, sie zu erlangen, die ihr dazu berufen seid! Euch hålt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf. Ueberwinder, das Ziel ist nah', bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 191 wahren Heil, und dir zum Wohlge fallen. Breit' deine Lehre aus, schug' deine Christenheit und führ' uns allesammt zum licht der Ewigkeit. bange Schrecken. Gestärkt von Gott, dåmpft er den Tod, da jauchzten alle Himmel ihm. 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden! Dann ernten wir davvn auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kåmpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu bringen und seines pim mels werth zu sein! Der Hülf' uns schafft, ist er; sein großer Nam' ist, Herr, unsre Stärke. Die ihm ver= traun, die werden schaun, welch eine feste Burg er ist! 5. Ja, du kommst, von allem Bosen uns, deine Christen, zu erlösen, deß sind wir froh und danken dir. Auch in noch so trüben Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen: auf deine Zukunft hoffen wir. wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fållt, bist du's, der uns allmächtig hålt. Wir 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thránen alle záhlet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Wie hat Jesus nicht ge= 306. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. rungen, wie tief war er von Angst Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, durchdrungen, wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht auf seinem Ungesicht der du schon lang' des Himmels Thron als Herrscher eingenommen, du wirst gewiß zur rechten Beit, in gro 192 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun dich, Jesu, meine Augen schaun. 2. Hier faßt kein Sterblicher die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht. Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auflichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, und sie vor dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tönet dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare große Heer der Todten wiedergeben; durch deine Stimme neu beseelt, gehn sie hervor, und keiner fehlt. 4. Da stehen sie vor deinem Thron', erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. D Herr, wenn dieser Tag erscheint, erscheine mir dann als mein Freund mit deinen Gnadenblicken, daß unbeschämt ich vor dir steh', verklärt in deinen Himmel geh', zum ewigen Entzůcken. Und dazu mache mich bereit durch Glauben und durch Frömmigkeit. 6. Dein Name sei mir ewig werth; und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Pimmel preist, dich müsse hier auch schon mein Geist aus allen Kräften lieben. So schreckt mich deine Zukunft nicht, so hab' ich Muth auch im Gericht. 307. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort ze. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt einst, zu richten, wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit. In aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schre: ckens nahet sich. 2. Warum verzieht er? fragt der Spott; wo bleibt der Sündenråcher, Gott? Hort, Sunder, hört's mit Beben: Euch, die ihr frevelnd widerstrebt und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wenn der Richter droht, nicht Berg, noch Meer, noch Grab, noch Tod vor seinen Strafen dekken. Denkt nicht: vielleicht erbarmt er sich; wißt, sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall und seiner Allmachtsstimme Hall der Erde Grund ers schüts Wiederkunst Jeju. schüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, krachend stürzt, in Trümmern fällt; wenn selbst die Himmel zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spotter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad? und Rettung finden? Die ihr der Sünden Maß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag er greift, das Elend eurer Sünden, daß ihr euch einft nicht selbst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Beit laut, wie des Donners Stim:me. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, und scheut des Richters Stimme: denn schrecklich wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne sein! 193 2. Plöglich wird sein Zorn ents brennen. Dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht. Er selbst ging in's Gericht für die Sünder. Wir sind versöhnt, mit Gott ver= söhnt, wer überwindet, wird ge= kront. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plöglich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, von Sund' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen! Seid stets bereit auf diese Zeit, und singt Gott Dank in Ewigkeit! 309. 308. Mel. Aus der Tiefe rufe ich zc. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. Herr und Richter aller Welt, der Wachet auf vom Schlaf, ihr auch mir mein Urtheil fällt, Jeſu, Sünder, erwacht! denn euch, ihr Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Beßrung Beit. Gerecht, gerecht ist Gott! er hört der Frev= ler Spott. Frevler, zittert, wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Mache mich von Sünden frei fest im Guten, dir getreu, so ers schrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesånge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ N auch Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 194 auch mich einst da hinein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort, hilf mir gnådig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Chrift, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ich's dann von dir: Komm, Gesegneter, zu mir, nimm an meiner Wonne Theil, dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis' ich dann, was du, Herr, an mir gethan, freue mit den Deinen mich deiner Gnade ewiglich. 310. Mel. Straf' mich nicht in deinem sc. Herr, ich bin dein Eigenthum; dein du sollst leben! ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Gnådiglich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden. Dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten: denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit nicht gebrauchet habe! Weh dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht angewendet! thöricht sie außer Augen seße, nie mit Fleiß verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Beit anwenden, eingedenk der Res chenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich jeden Tag, auch heute, darauf vorbereite. 6. 3eigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' er= flehe. Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Dann rufft du einst mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, 4. Möchte tåglich dein Gericht mir vor Augen schweben, mocht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie 8. Dann werd' ich auch im Ges richt, Herr, vor dir bestehen, und vor deinem Angesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich sein und im höhern Leben ewig dich erheben. 311. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Stündlich naht der Tag heran, stündlich geh' ich ihm entgegen, wo von dem, was ich gethan, ich Gott Thaten in Rechnung soll ablegen. der Uebungszeit lohnet einst die Ewigkeit. 2. Von Gedanken muß ich dann, wie von Worten, Rechnung geben, um Bergeltung zu empfahn, wie ich that bei Leibesleben; wie ich Samen hier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit. 3. Selbst Seligkeit durch Jesum überhaupt. 195 3. Selbst der Herzen stillen Rath 5. Richte, Mensch, nicht vor der wird der Richter offenbaren; Jedem wird für jede That Lohn auf ewig widerfahren. Jener Tag, der macht es klar, was ich that und wer ich war. Beit, bis der Tag des Herrn erscheinet. Fromme, blickt zur Ewigkeit, wenn ihr unter Leiden weinet: bald geht ihr zum Himmel ein, ewig bei dem Herrn zu sein. 6. O laßt uns gewissenhaft und nach Gottes Willen wandeln, eingedenk der Rechenschaft fromm auch im Verborgnen handeln, selbst die kleinste Sünde scheun, Herz und Leben Jesu weihn! 4. Siehe, Chrift, ein Ackersmann hofft geduldig, warmen Regen für die Saaten zu empfahn, sieht des Fleißes Frucht entgegen: sei auch du geduldig, Chrift, da der Richter nahe ist. Seligkeit durch Jesum Christum. 312. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Preis, und Lob und Herrlichkeit sei, Erlöser, dir gegeben! Preis sei dir in dieser Zeit, Preis und Lob im ew'gen Leben! Menschen, Engel, Seraphim, groß ist Jesus, jauchzet ihm! 2. Ihr Erlöseten des Herrn, preiset ihn, lobsingt ihm herrlich! Alle Günden trug er gern, keine Last ward ihm beschwerlich; für die Welt, die strafbar war, gab der Heiligste sich dar. 3. Er, der Herrscher, stieg vom Thron, und kam als ein Knecht auf Erden. Du bist würdig, Gottes Sohn, ewig hochgelobt zu werden. Freund, der froh sein Blut vergoß, werd' und bleib mir ewig groß! 4. Seele, Jesus sei dein Theil: treu ist er für dich gestorben, er hat Gnade, Troft und Heil und den Himmel dir erworben; Alles, Alles ist nun dein; wie kannst du gnug dankbar sein! 5. Für dein Leiden ohne Zahl, für die Leibs- und Seelenschmerzen, und für deine Todesqual dank' ich dir mit treuem Herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; gieb zu besferm Dank mir Kraft. 6. Nichts soll mich so sehr erfreun, als daß ich dir angehöre. Jesum ehren, Jesu sein, ist des Christen Trost und Ehre. Wenn ich dein, o Heiland, bin, wird mir Alles zum Gewinn. 7. 2n dir, Jesu, halt' ich fest, an dir, Treuester von Allen. Wehe dem, der dich verläßt, er muß in's Verderben fallen! Meine ganze Seele spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 8. Durch dich bin ich reich und hoch, ich bin Gottes Kind und Erbe. Gott liebt mich, was fehlt mir noch? Eins fehlt nun noch, 2 daß 196 daß ich sterbe. hilfst du mir, mich zu dir. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Auch wohl sterben und dann führst du 313. Mel. Herzliebster Jesu, was haft bu zc. Nie kann mein Herz dich, Jesu, gnug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; durch dich kann ich, der Sündenlast entnommen, zum Bater kommen. 2. Du, Gottes Sohn, du kamst zu uns auf Erden und gabst dich hin in Martern und Beschwerden, um Trost und Heil auf Beit und Ewigkeiten mir zu bereiten. 3. Nun liegt sie vor mir, deine Segensfülle, daß ich daraus den Durst der Seele stille, den Durst nach Gütern, die mein Herz erquis den, mich ganz beglücken. 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber bist zum Lichte mir erschienen, Gott recht zu dienen. 5. Vor deinem Glanz' entfliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten umgeben hatten; ich sehe nun, erhellt durch deine Wahrheit, des Höchsten Klarheit. 6. Verschlossen hått' ich mir durch meine Sünden den Weg zu Gott, um Trost an ihm zu finden; ich sehnte mich, von ihm durch Schuld geschieden, umsonst nach Frieden. 7. Dieß große Elend hast du weggenommen, bist mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen; dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Troft im Leiden. 8. Die beßre Zukunft war vor mir verhullet; kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, die sich unsterblich fühlen, schien dem Hers zen in seinen Schmerzen. 9. Du aber, großer Mittler, bist mein Leben, willst nach der Zeit zum Himmel mich erheben, mir ew'ges Heil für meinen Geist gewähren, den Leib verklåren. 10. Mit tiefgerührtem, dankbarem Gemüthe verehr' ich, Jesu, deine große Güte. In Himmelswonne preis' ich deinen Namen einst besser. Umen. 314. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnave Stårke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden tråget; ihm, ihm hast du die Strafen aufgeleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Bersöhner schenkest! Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Vers Seligkeit durch Jesum überhaupt. 5. Verdient Verachtung gütiger Gesetze, verdient Verschwendung unschågbarer Schåge, verdient gehäuf te gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt die Macht und Hoheit ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Uch, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile nun auch zu Theile. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! 315. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. Gelobt seift du, Herr, unser Gott, gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir, o Vater, ich lobfinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's Neu' mich deiner Baterhuld erfreu'; Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir stets dankbar sein! 197 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich hast hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was ewig meiner Seele nügt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunft fleh' ich, Herr, zu dir, befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe. Wie dürres Erdreich dürstet mich, und meine Seele sehnet sich nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, o stårke meine 3uversicht, daß du auch mein Versöhner seist und mich vom ew'gen Tod befreist! Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei fest in mir, so dien' ich vol ler Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Gieb, daß auf bieses Peits Gewinn ich eifrig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen. Beuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; ja, durch den Glauben wohn' in mir, so nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! so komm' ich einst nicht in's Gericht. 5: Du öffnest deinen Himmel Der Freuden Fülle ist bei mir. dir; Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 198 dir; auch ich soll sie genießen. Betebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit 317. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. mir! so komm ich einst gewis zu Herr, wir singen deiner Ehre. Erdir. barm' dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkefst uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott, du sendest uns den Zod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 316. Mel. Gelobet seift du, Jesu ze. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Jesu Christi Mittlertod, der uns mit Gott versöhnet hat, war keines bloßen Menschen That. Der Herr ist Gott. 2. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Er bezwang den ew'gen Tod; er kam von seines Himmels Thron', als er, erniedriget, der Sohn des Menschen ward. 3. Gott ist der Herr, Gott ist der Herr; ewig, ewig ist auch er! Der Wesen Wesen, Licht vom Licht schaun ihn, die vor dem Angesicht der Gottheit stehn. 4. Er sprach, da ging die Welt hervor, wonnevoll stieg sie empor. Noch spricht er, und sie eilet fort auf ihrer Bahn, nach seinem Wort. Gelobt sei Gott! 5. Er spricht, und schafft zum Heiligthum sich erlöste Seelen um. Die Seelen, die sich ganz ihm weihn, die sind gerecht vor Gott, find rein durch Christi Blut, 6. Bor Gott, durch Christi Blut. D Heil, o du meines Mittlers Heil! Einst schlummr' ich auch und erbe dich; einst ruft mein Herr und Gott auch mich. Gelobt sei Gott! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequålt, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade: da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick in's Leben uns zurůck von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht und sehen nun dein Licht. 4. Preis Seligkeit durch Jeſum überhaupt. 199 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! kelheit. Du erschienst, du Licht Bur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Lod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen. Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt, ihr Lobgesänge tónt, tont zum Himmel, erschallt schon hier; einst kommen wir an seinen Thron und beten an. 318. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, welch Heil kann ich erringen, in welche Höh'n kann ich mich schwingen! Ich soll des Himmels Bürger sein. du Wort voll heil'gen Bebens, voll Wonne, Wort des ew'gen Lebens: ich soll des Himmels Bürger sein. Ich sink' erstaus nend hin, empfinde, wer ich bin, wer ich sein kann. Ich trage noch des Todes Joch; des Himmels Bürger soll ich sein. 2. Schwing' dich denn in diese Höhen und lern' im Lichte Gottes sehen, wer du, versöhnte Seele, bift; mit dem göttlichen Entzücken wirst du in diesem Licht erblicken, wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, und stark, dich ihm zu weihn, er, des Baters gleich ew'ger Sohn, Ruh', Heil und Lohn der Glaubenden, ihr nåhrer Gott. 3. Wort vom Anfang, Wunderbarer, o du, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dun vom Lichte; wir schaun in deinem Ungesichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur; auch Ruh' strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrieden. Du hast's vollbracht; des Irrthums Nacht, der Sünde dunkle Nacht ist hin. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist; wenn ganz ihe Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen fast zum Schauen empor steigt; wenn sie wieder liebt, und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: 5. O dann ist ihr schon gegeben der Himmelssinn und ewigs Leben; im Himmel ist ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herrn zu streiten, sieht sie die Krone schon von weiten, die Kron' am Biel', und betet an. Preis, Ehr' und Stärk' und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Für uns verbürgt, bist du erwürgt. Anbetung, Ruhm und Dank sei dir! 6. Preis sei dem, der auf dem Throne der Himmel sigt, Preis sei dem Sohne, Gott und dem Sohne Preis und Dank! Weisheit sind, und Gnad', und Stärke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke. Gott und dem Sohne Preis und Dank! Wie strahlt dein Unge 200 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. seine Güte so wundervoll ist, Schuld auf Schuld: denn wer auf sie zu freveln wagt, dem ist hier Troft und Speil versagt. 319. 6. Ergreif' mich denn mit Baters armen, Gott, rette mich, gieb Glauben, gieb auch Heiligkeit, durch dein Erbarmen, zu allen Pflichten Aus Gnaden soll ich selig werden, dir getreu im Glauben bis zum Tode Kraft und Trieb, daß meine Seele Mel. Wer nur ben lieben Gott 2c. fei. und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden für seiner Gnade Kind erklårt! Durch meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig sein, Ungesicht von Huld! Doch im Gericht bist du heilig. Lobfingt dem Herrn, die ihr dem Herrn gestorben seid und sterben sollt. 2. Uus Gnaden: denn wer kann verdienen, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er für Gottes Ruhm, und ihnen zum Besten, zur Versöhnung starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld auf sich allein, und bloß aus Huld? 3. Uus Gnaden trug er ja auf Erden der Strafen Gottes ganze Last. Was trieb ihn, Mensch, dein Freund zu werden, sprich, weß du dich zu rühmen haft? Bracht' er sich nicht zum Opfer dar, als jeder Gottes Feind noch war? 4. Uus Gnaden that er's; freut euch, Sünder! Wenn ihr nur wahre Buße thut und glaubt, so seid ihr Gottes Kinder, ihm wohlgefällig durch sein Blut. Welch Heil, das Gott uns geben kann! Uus Gnaden nimmt er Sünder an, 5. Aus Gnaden. Uber Sünder, hüte dich vor dem mißbrauch feiner Huld, und häufe nicht, weit 7. Uus Gnaden hilf mir ringen, streiten und überwinden; tritt hers ten und decke meine Mängel zu. zu, wenn meine matten Füße glei Denn du belohnst dem Glauben auch der Gnade redlichen Ges brauch. 8. Uus Gnaden einst von dir erhoben, in deinem Himmel, will ich dann mit allen Heiligen dich loben, mehr, als ich hier dich preis sen kann. Dann bin ich ganz ges recht und rein, und ewig selig, ewig dein. 320. Mel. Nun freut euch, lieben Chrift'n n. Such', wer da will, ein ander Biel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, sich Helfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem Niemand vers Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 201 von deinem Licht die Eitelkeit vers treiben! Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr', dein Wort mich lehr', an dich stets fest zu glauben. verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht ge recht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Uch sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht alle Stund' aus Herzensgrund ihn nur allein. Wie wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret! 4. Du, Herr, mein Heil, du sollst mein Theil, mein Ein und Ulles bleiben. Uch laß mich nicht Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. wandeln kann. Und strauchelt er denn auch im Lauf, o wie so gern hilft er ihm auf! 6. Nun hat er Friede, Herr, mit dir. Die Ruh' kommt ihm zurück, mit ihr die Hoffnung jener Seligkeit, der er sich schon im Glauben freut. 7. Der Hochbeglückte darf auch kühn zu seinem Vater nahn, darf ihn um Nachsicht anflehn, und um Licht, um Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind', Allmächtiger, dich nur zum Freund', an deines Sohnes Liebe Theil, o Gott, zu haben, welch ein Heil! 321. Mel. Bor deinen Thron tret' ich 20. Wohl dem, dem seine Miffethat vergeben ist, der Gnade hat, den Gott, weil er zu ihm sich kehrt, für schuldlos und gerecht erklårt! 2. Welch eines Heils darf der sich freun! Denn Gott will selbst sein Bater fein; er, wenn er ihm vergiebt, nimmt dann mit voller Huld zum Kind' ihn an, 3. Und liebt ihn mehr, als Bater, mehr, als eine Mutter liebt, liebt er, und will durch seine Güte ihn zu hoher Seligkeit erziehn. 4. Er lehrt ihn väterlich, er zeigt ihm, was ihm heilsam ist, und neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schont und trågt; 5. Wend' von mir nicht dein Ungesicht, laß mich im Kreuz nicht za= gen; weich nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach mancher Klag' einst ewig dir Lob sagen! 5. Daß er zum Jüngling und zum Mann erwachse, der selbst 9. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun! Die ganze Welt verwandelt nun für den Begnadigten durch dich in deines Himmels Vorhof sich. 10. Weit 202 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 10. Weil du der Sünden nicht gedenkst, genießt er alles, was du schenkst, als Gaben, die ein Vater giebt, der zártlich seine Kinder liebt. 11. Frei, wie ein Erbe Gottes, geht der Pilgrim auch durch Sturm und steht an dessen Hand, der Welten trågt, wenn Alles einstürzt, unbewegt. 12. O Jesu, Preis und Dank sei dir! Durch dich ward dieses Heil auch mir. Ich weiß, daß, der so hoch mich liebt, auch mir dich gab, auch mir vergiebt. 322. Mel. Dwie selig seid ihr doch 2e. Wie begnadigt seid ihr doch, ihr Frommen! Gott hat euren Glauben angenommen, er hat vergeben. Freut euch, eures Glaubens sollt ihr leben. 2. Furcht und Ungst mag sichre Sünder schrecken; wohl euch, daß euch Jesu Flügel decken! Ihr dürft nicht zagen, er befreit euch von der Sunde Plagen. 3. Laßt die Welt sich ohne Gott betrüben, laßt sich gråmen, die die Erde lieben! Die kurzen Leiden, die thr noch empfindet, werden Freuden. 4. Noth und Trúbsal können euch nicht schaben: unser Herr gedenkt an euch in Gnaden, er will euch üben, ihn, wie Jesus liebte, treu zu lieben. 5. Elend find, die keine Hoffnung haben; aber ihr erwartet ew'ge Gaben, ihr hofft im Sterben das, was Jesus euch erwarb, zu er: ben. 6. Also kann euch selbst der Tod nicht schrecken: eure Leiber wird ja Gott erwecken. Euch darf nicht grauen, in die offne Gruft hinab zu schauen. 7. Denn er spricht: Geht hin in eure Kammer, meine Lieben, ruht von eurem Jammer, ihr sollt mich sehen, euer Staub soll herrlich auferstehen. 8. Wenn nun wird des Richters Ruf erschallen: Kommt! so wird euch nicht das Herz entfallen, zu ſeis ner Rechten steht ihr dann mit allen seinen Knechten. 9. Preis und Ehre werdet ihr ihm bringen und dem Mittler ewig dort lobsingen. Durch seine Wunden habt ihr Heil und Seligkeit gefunden. 10. Sünder, laß ein solches Heil dich locken, doch dein Herz nicht långer zu verstocken! Dann darfst du kommen, und wirst auch zu Gnaden angenommen. 323. Mel. Sesu, der du meine Seele sc. Wer will Gottes Auserwählte, die er, um ihr Gott zu sein, selbst zu seinen Kindern zählte, der erlaßnen Schulden zeihn? Er erklårt sie für Gerechte, nennt sie Freunde, nicht mehr Knechte. Wer kann sie verdammen, sie? Der gerecht macht, Gott, ist hie. 2. Hier Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 2. Hier ist Christus, der gestors ben, Christus, der erwecket ist, der allein für uns gestorben, und für uns erwecket ist. Waren wir gleich seine Feinde; haben wir ihn doch zum Freunde. Der zur Rechten Gottes sigt, liebt und segnet uns noch ist. 3. Keine Freude, Gott, kein Leiben, keines Menschen Tyrannei müss uns je von Jesu scheiden, keiner Sünde Schmeichelei. Stårke deiner Kinder Herzen, daß sie weder Schmach, noch Schmerzen, daß sie, treu und fromm zu sein, Hunger, Blöß' und Schwert nie scheun. 4. Hilf uns Allen standhaft glauben, laß nicht Leben oder Tod uns die Liebe Jesu rauben, nichts von bir uns trennen, Gott; nichts, wie herrlich oder prächtig, oder hoch und groß und machtig, oder furchtbar es auch sei, mach' uns Jesu un getreu. 5. Alles können wir entbehren, Mangel und Verlust ist klein, wenn wir dir nur angehören, und gewiß sind, dein zu sein. Alles wirst du uns erseßen; und mit welchen reichen Schagen! Müssen wir nicht selig sein? Alle Himmel, Herr, sind Dein! 203 de, wie wohl bin ich daran! Auch wider meine Feinde nimmt er sich meiner an. 2. Wohl mir! Ich glaub' es feste, ich bin's gewiß, als Christ, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Bater ist, daß er zu allen Zeiten mir seine Hülfe reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Roth nicht von mir weicht. 3. Der Grund, worauf ich baue, ist Christus und sein Blut. Bei ihm, dem ich vertraue, find' ich mein hochstes Gut. Sonst nichts in diesem Leben, sonst nichts auf dieser Erd', was er giebt und will geben, das ist der Liebe werth. 4. Er ist's, der mich zum Leben, das ewig währt, erhöht; von ihm wird mir gegeben das Glück, das nie vergeht. Er ist mein Heil, mein Trdster, bereit, mich zu erfreun; wie könnt' ich, sein Erlöster, verzagt und muthlos sein? 5. Durch ihn hat meine Seele zu Gott die Zuversicht: auch wenn ich Schwacher fehle, verwirft er mich doch nicht. Den Kummer meines Herzens sieht er erbarmend an, daß auch zur Zeit des Schmerzens ich sein mich freuen kann. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie ein kurzes Leiden nicht zu vergleichen sei mit jenen ew'gen Freuden, dem Lohn bewähr324. Mel. Schatz über alle Scháze se. Ist Gott für mich, so trete gleich ter Treu'. Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer Fich. Hab' ich nur ihn zum Freun7. Auf dieß mein Theil und Ers be seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich 204 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich auch unter 3ähren hier manche rauhe Bahn; nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 8. Dies stårkt mich, auch in Leiden dem Höchsten treu zu sein. Nichts soll mich von ihm scheiden, auch nicht die größte Pein. Er lenkt sie mir zum Besten, ist mir mit Troste nah', und, wenn die Noth am größten, ist seine Hülfe da. 9. Nichts, was wir hier erheben, kein glänzend Eigenthum, nichts, wornach Eitle streben, nicht Unsehn, Macht und Ruhm, nichts foll mit meinen Glauben an seine Batertreu' vermindern oder rauben. Er steht mir dazu bei. 10. Mein Herz ist nun voll Freuden, und kann nicht traurig sein; auch selbst die Zeit der Leiden hat für mich Sonnenschein. Den Troft, den ich nun habe, verdank' ich Jesu Christ, der selbst bei meinem Grabe mein Freund und Helfer ist. 325. Mel. Wie schon leuchtet der ze. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott, schon in der Uebungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen. Bei dir ist unser Baters land; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreis ßen? Wenn wir gleich hier müss sen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stårkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hålt, dann wird er sichtbar werden. W18dann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie jelig, Gott, find mir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tras gen wir mit Billigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wäh len und im Leben uns dir gångs lich zu ergeben. 326. Mel. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 326. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. Bei bir, o Höchster, Gnade haben und deiner Huld versichert sein, das ist die größte aller Gaben, die je des Menschen Herz erfreun; das bleibt auch in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, dem Alles unterworfen ist, so seh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles Undre ruhig hin. 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge, du, Vater, du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich in's Gedrange, so hab' ich doch den Trost an dir: du lenkest Leiden dieser Seit doch stets zu meiner Seligkeit. 4. Froh seh' ich deinem höhern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen. Und wenn mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht, denn du bist meine Zuversicht. 5. Mein Heit steht bloß in deinen pånden, und dein ist, Bater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführeft deinen Rath. Wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ihrem Troste 205 wählen und vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit solchem Sinn verehrt, der ist dein Freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen Fållen gewiß zum Trost, und kann sein Herz in dir, o Gott, zufrieden stellen bei jeder Sorg', in jedem Schmerz, den wird zum ew'gen Wohlergehn unfehlbar deine Lieb' erhöhn. 8. So hilf venn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und pråg' es mir auf's Tiefste ein: kein größres Glück sei auf der Welt, als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. 327. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht sing. sc. Gott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stårke mich, daß ich dir singe, lehre mich, dein Lob erhöhn. O könnt' ich dich würdig loben, der du mich voll Lieb' und Huld aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen Glück erhoben, dich erheben immerdar, der mich schuf und neu gebar! 2. Könnt ihr die Gestirne zähLen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind' in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten; bann hilft er der Werke und Wohlthaten Jesu Christi. der Schwachheit auf und erleichtert wie viele hohe Freuden genieß ich Kampf und Lauf. nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. 206 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Freuden fliehn, dann giebt er uns seine Freus den, unser Herz empfindet ihn. Kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat vich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Alles Undre wird mir klein gegen deine Gnade sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrůcken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit und versüßest alles Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht leid, nur Wonne hat. Sollten mich der Erden Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden, raubt' ich meine Krone mir, nein, ich leb', ich fterbe dir. 328. wohl ist mir, o Freund der Seeten, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quâlen? Mein eicht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir verges ich meine Leiden: denn o Wie Die 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde; was brauch' ich dann? bu sorgft für mich. Hått' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin getrost, ich trau' auf dich. Tritt Ulles wis der mich zusammen; ich bebe nicht. Wer will verdammen? du haft für mich genug gethan, Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuvers sicht. Auch Leiden werden einst zum Segen, auf dunkle Nächte folgt das Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann auch des Grabes selbst mich freun: bald werd' ich ewig bei dir sein. 4. Gelobt seift bu, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du uns liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin ſein. 329. Mel. In dich hab' ich gehoffet is. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 207 ich bin dein, was mangelt meiner dann ewiglich mein ganzes Herze Seelen? weiden. 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Un seinem Heil hab' auch ich Theil; dieß tröstet meine Seele. 4. Un dir hab' ich den treuen Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo sind' ich deines Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg' und Hügel weichen. 5. In Finsterniß bist du mein Licht, erfreust mein Herz; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; und wer mir auch zu schaden sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst was mich krånkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gut; in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wah rer Freuden. An dir wird sich 330. Mel. Nun freut euch, lieben sc. Den Glauben, der an Gott sich hålt, den soll kein Feind mir rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Durch deinen Schild werd' ich bedeckt, der du für mich den Tod geschmeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost auf Erden, in jener Welt mein Eigenthum, was kann mir Größers werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu, du schaffft mir nach dem Streite Nuh' und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit, im Himmel ist mein Wandel. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschie nen, was jene beßre Welt ges währt, wo wir dir heilig dienen. Dann, 208 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag ers scheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil, dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt, dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmucket. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden, auf deinen Tod bin ich getauft; wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand, ich bin dir, du bist mir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Seligkeit! empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele. Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 331. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner zc. Mein Glaube, meines Lebens Ruh', der führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube. Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief pråg' es meinem Herzen ein, welch Gluck es sei, ein Christ zu sein! 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr sch' und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Raub: du bist für mich ges storben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Les bens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schåndlich Joch in meinem Lauf' auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht. Und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen. Dir, dir rerdank' ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. wissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrbeit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich spůre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in uns schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium, fest glauben, Liebe üben, es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit: wie sollt' ich es nicht lieben! Erhalte stets mein Herz dabei, so preis ich ewig deine Treu'. 332. Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. Do hoff' ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut, Ich hoff' ein ewig Leben! Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit durch seinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufrieden-= heit, wenn wir es treu bewahren, es spricht uns Trost im Elend zu, 209 versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost er= füllen. 333. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeckt' ich, Jesu, deinen Frieden und die Freude, schon auf Erden mit dir, Herr, vereint zu werden. Ich seh' diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. D was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten? was den Glanz der eiteln Freuden? was des Lebens kurze Leiden? Was durchströmt sie für Entzücken, wenn sie deinen Lohn erblicken über sich an deinem Throne, deiner treuen Streiter Krone! 3. Mag doch Trubsal auf mich stürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz sind dieser Wallfahrt Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Bähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Plage finken, gern den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ere tras Werke und Wohlthaten Jefu Chrifti. tragen, haft den schwersten Kampf ten werd' ich auf dieser Erde vorges gestritten, tausendfaches Leid gelit- übt. Wer Jesu glaubt, der bleibt ten. Laß mich deine Kraft beleben, im Tode nicht: ein ewig Leben wenn die matten Hånde beben, laß bracht' er an das Licht. sie mir den Sieg gewähren, trockne meine bangen Bähren. 210 334. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc. Der er du zu den beglückten Scharen, die Jesum kennen, mich, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt, dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, mein Herz ein Lied voll heiBer Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Vater nennen. Von dir, der du die Liebe felber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich, bin ich ein ächter Christ, der treulich übt, was Jesus ihn gelehrt und sein Gebot als Got tes Willen ehrt. 3. Unzählbar sind die Seligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt. Zu freudenvollen Ewigkei4. Er ist mein Trost in Kümmerniffen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn. Und fühl' ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht das bange Ferz befreit und mir's verheißt, daß Gott uns gern verzeiht. 5. Selitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und ach er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun kann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Muthe sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt, wer zählt die Ses gen alle, die durch ihn wurden unser Loos und Theil. Preist ihn mit lautem Jubelschalle, und fühlt, erloste Brüder, euer Heil. Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt. O felig, wer auf seine Stimme hört! Seligkeit durch Jesum im Tode. 335. Mel. Wachet auf, ruft une 2c. Sterben führet uns zum Leben. Seid fröhlich, die ihr Gott ergeben: des Todes Macht ist långst dahin. Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort und wird genesen: den Frommen ist der Tod Ge= winn. Was ist's, das an uns stirbt? Was irdisch ist, verdirbt, o welch ein Trost! Gelobt sei Gott in Todesnoth, er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist Ulles überwunden, die Seel' ist da der last entbunden, und Seligkeit durch Jesum im Tode. und ewig alles Jammers los. Ihre Freuden sind unendlich, ihr Gott wird ihr als Gott recht kenntlich und seine Majestát recht groß. Gott ist ihr Lobgesang. Ganz Freude und ganz Dank, jauchzt sie entzückt vor seinem Thron im hóhern Zon: gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn! 3. Sollt' uns noch das Grab anfechten, da Jesus sigt zu Gottes Rechten, der von dem Tod erstanden ist? Unser Haupt kann nicht mehr sterben; wie könnte denn sein Glied verderben? Ich bin sein Glied, bin ich ein Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, aus der er mich einst ruft. So wahr er lebt, er nimmt auch mich der einst zu sich. Erlöfte Seele, freue dich! 4. Ja, du wirst vor Gott noch treten, mit frohem Dank den an zubeten, den aller Himmel Lobliedpreist. Jesus wird dich mit den Freuden der Auserwählten ewig weiden, und du wirst schaun, was er verheißt. O Zod, was bist du mir? Des rechten Lebens Thür; Bett öffnet sie, o Herrlichkeit! In Gott erfreut, fing' ich ihm Dank in Ewigkeit. 336. Mel. Nun frcut euch, lieben 2c. Sei innig, o mein Geist, erfreut, dein Wunsch ist nicht verloren: zum Leben froher Ewigkeit hat dich dein Gott erkoren. Durch den, 211 den er zum Heil dir gab, hat seine Huld auf Tod und Grab ein neues Licht verbreitet. 2. Er, dein Erlöser, starb für dich, den Troft dir zu bewähren: mit diesem Leben ende sich zwar wohl die Zeit der Zähren, doch nicht Genuß der Gütigkeit des Vaters, dessen Herz sich freut, uns ewig zu beglücken. 3. Er ging aus seiner Gruft hers vor, verherrlicht nun zu leben, und seine Frommen einst empor zur bessern Welt zu heben. Frohlock' ihm dankvoll, o mein Geist, ihm, der auch dich der Furcht entreißt, auf immer einst zu sterben. 4. Des Todes Macht ist långst dahin, dir ew'ges Heil zu rauben. Selbft Sterben ist für die Gewinn, die an den Heiland glauben. Sein Wort steht fest: Ich leb', und ihr sollt leben, Gläubige, mit mir, und meinen Himmel erben. 5. O frohes Wort! Wie sollt' ich, Herr, denn vor dem Tode beben? von dir entwaffnet, ist doch er nur Weg zum höhern Leben, zum Leben, wo kein Tod mehr ist, wo du der Deinen Wonne bist und ganz mit Heil sie fåttigst. 6. Dir, der du für mich starbst und nun zur Rechten Gottes lebest, daß du, die deinen Willen thun, zum ew'gen Heil erhebest, dir soll mein Herz geheiligt sein, so ist gewiß dein Sieg auch mein, du Todesübers winder. 7. Gelobt seift du! Nun liegt vor mir die beßre Zukunft offen, D2 nun 212 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. nun fann ich auch, vereint mit dir, auf ihre Freuder hoffen. Die Schrecken dunkler Grabesnacht besieg' ich nun durch deine Macht, und jauchze dir ohn' Ende. 337. Mel. Christus, der ist mein 2c. Mein Jesus ist mein Leben. Reißt 338. schon der Tod mich hin; was soll ich ångstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird ses Christus, der ist mein Leben, und lig. Dieß Wort ht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum freu' ich mich zu sterben. Nach wohl vollbrachtem Lauf werd' ich den Himmel erben, du, Heiland, nimmst mich auf. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht, noch Pein, soll mir dieß Kleinod rauben; ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, durch ihn mit Gott versöhnt, durch ihn dir fest vereinigt, und bald mit Preis gekront. 6. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottee, dich für uns dahin gegeben, und, wohl mir, auch für mich. 7. Geheilt ist nun mein Schade, im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gnade, o unaussprechlichs Heil! 9. Du selber hilfft mir ringen, allmächtig hilfft du mir, in's Leben durchzudringen; und dann bleib' ich bei dir. 10. D wohl mir, ich vollende vielleicht bald meinen Lauf und geb' in deine Hände den Geist; du nimmst ihn auf. 8. 3u dir, Herr, will ich flehen, so lang' ich lalien kann; du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben, mit Freuden geh? ich hin. 2. Ich gehe hin in Frieden zu dir, Herr Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Heiland bist. 3. Dann hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Ungst und Noth, versöhnt durch deine Wunden bin ich, versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Augen brechen, mein Uthmen schwerer wird, wenn ich nicht mehr kann sprechen, mein Geist sich oft verirrt; 5. Wenn Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder wanken; ach dann verlaß mich nicht! 6. Alsdann leicht, sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein. Es ist dein Rath und Wille, daß ich soll selig sein. 7. Nur laß mich dir ergeben in dieser Sterblichkeit, daß ich kann mit dir leben in deiner Herrs bichkeit. 8. Wohl Seligkeit durch Jesum im Tode. 8. Wohl mir! Mit jener Menge, die dich im Himmel preist, sing' ich dann Lobgesänge dir, Vater, Sohn und Geist. 339. Mel. Ich hab' mein' Sach' sc. Ich bin ein Pilger in der Zeit, ich walle nach der Ewigkeit. Mein Leben eilt so schnell dahin, wie Schatten fliehn. Herr, lehr' mich, daß ich sterblich bin. 2. Vor dir, du Bater alles Lichts, bin ich, sind alle Menschen nichts. Mein Leib ist ein belebter Staub, ein Gras, ein Laub, und bald, ach bald des Grabes Raub! 3. Bald kämpft mein Leib mit Schwäch' und Schmerz, bald sorgt, bald ángstet sich mein Herz, bald wird ein unglück, bald ein Freund von mir beweint; dann kommt der Tod, der letzte Feind. 4. Du machst, o våterlicher Rath! uns durch die Leiden lebenssatt. Daß uns der Tod nun Wohlthat ist, das dankt der Christ dem, der für uns gestorben ist. 5. Ich leb' und leide dir, dem Herrn, und dir, Herr, leb' und leid' ich gern. Du stärkst mich, wenn mir Kraft gebricht, ich wanke nicht. Geduld ist ja des Christen Pflicht. 6. So komme, wenn er will, der Tod, er führet mich zu dir, o Gott. Du giebst. nach Leiden dieser Zeit, nach Sorg' und Streit, mir die erworbne Seligkeit. 213 340. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wie schnell verfließen sie, wie schnell, die uns geliehnen Jahre! Dem Frommen ist die Aussicht hell, er siehet seine Bahre ganz ruhig und zufrieden an, ist froh in dieser Welt, auch dann, wenn Gott hinaus ihn führet. 2. Die Jahre dieser Pilgerzeit sind uns zum Heil gegeben. Wir sollen hier mit Emsigkeit nach weis ser Zugend streben, uns jeder Gabe Gottes freun, ihm unsre ganze Seele weihn, wie er, die Menschen lieben. 3. Wenn wir sein göttliches Gebot gern zu befolgen eilen, so wird er einst durch unsern Tod uns neues Heil ertheilen. Zu höhern Freuden gehen wir durch's Todesthal, wenn wir nur hier die Jugend freudig üben. 4. Der Treubefundne jauchzt nun da, wo ewig Freude wohnet. Und ist des Frommen Stunde nah', diesein Vertraun belohnet, die ihn zur kalten Todtengruft, doch nein, zum bessern Leben ruft; wie froh kann er entschlummern! 5. Auf diese Stunde harr' auch ich, nah' an des Grabes Höhle: zu einer Wonne führt sie mich, von der sich meine Seele nur schwach die Größe denken kann, die ich einst fühle, und die dann in Ewigkeit mir bleibet. Geliga Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. 2. Erd' und Meer und Felsen beben. Die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 214 341. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 2c. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblichs Beben wird, der dich schuf, dir geben! Gelobt sei er! 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesåt. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei er! 3. Tag des Danks, der Freudenthrånen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Uch in's Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Gelobt sei er! 342. Wachet auf! ruft einst die Stimme, des Sohnes Gottes Ullmachts-, stimme, verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erlöfte Sünder, versammelt euch, ihr Gottes Kinder, der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei, erwacht! Gelobt fei Gott! Macht euch bereit zur Ewigkeit: sein Zag, fein großer Tag ist da. 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen. Wir sind zum Leben durchgedrungen; am 3iel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns, wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund, und Gottes Sohn. Kein Auge sabe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne. Bon Ewigkeit zu Ewigkeit sei Dank, und Preis und Ehre dir! 343. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd' auferstehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland, sehen; dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ew'gen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da, Engeln gleich, im Himmelreich ich mit Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 215 mit dir werde leben, mit Herrlichkeit wird der herrlichste Gewinn der umgeben. Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht: denn du bist meine Zuversicht. 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, auf den ich traue. Ich weiß, daß ich, Herr Jesu Christ, einft auferweckt, dich schaue. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trúbsal, Ungst und Schrecken so, wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudig: keit vor dir, mein Haupt, zu ste= hen, und mit dir in die Herrlich keit frohlockend einzugehen. D hilf du mir aus Gnaden, hier zum Glück der Ewigkeiten mich würbig zu bereiten! 344. Mel. Mir nach, spricht Christus se. Herr, du bist meine Zuversicht. Du lebst, auch ich soll leben; du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht in's Gericht; dieß stårket meine 3uver sicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen, dort 345. mel. Jesu, der du meine Seele ze. 3. Hier trag' ich deine sanfte Last, und fühle meine Würde; hålt auch die Welt, die sie nicht faßt, sie gleich für schwere Bürde. Den Frevler trifft einst dein Gericht; und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub: Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub, dort werd' ich ewig les ben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht, wie sicher meine Zuverficht! wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein, da wird 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Du lebst und ich soll leben. Du gingst aus deinem Grabe, mir Unsterblichkeit zu geben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Seligkeit durch Jesum injenem Leben. ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 6. In diesem( Sauben stårke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bist meine Zuversicht. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Heil bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. 216 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. men. Welcher Mensch auf Erden ist's doch nie ganz von Beschwerfaßt deines Himmels große Freu- den, Sorgen, Furcht und Kummer den? Doch nach dieses Lebens Leis frei. Schnell folgt hier auf Lust oft den werden Alle, die dir traun, Weinen; dort nur wird die Zeit mehr noch, als sie hoffen, schaun. erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beståndig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet. Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn; mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich, und das Gute unvergånglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist; zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst, und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir, und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thránen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer ftort. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, 346. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da hast verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 217 viel Wunder deiner Güte dar, daß Ewig werd' ich, frei von Månwir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. geln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm' ich zu des Höchsten Sohn, der für mich starb, um dessen Thron viel tausend Sel'ge stehen. Der du der Deinen Wonne bist, dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzücken, sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn' Aufhören werd' ich bei dir sein, dich ehren. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thránen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei: denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vor= gangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen 3ungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, da sieht man sie nicht mehr von fern, da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich, Bater, dann, und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stórt den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand sie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. 8. Wie selig werd' ich dann erst sein, wie sicher werd' ich dann mich freun, dir ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast dieß Heil auch mir bereit, hilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig darnach streben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort kann triumphiren. 347. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Der Freuden Quell ist, Gort, bei dir; und in dem höhern Leben wird deine Huld daraus auch mir zu voller Gnüge geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht in deiner Größe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig dein Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 218 dein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet noch heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein, wie werd' ich deiner da mich freun, wie selig da mich finden! 4. Noch größre Werke seh' ich bann von deiner Schöpfersgüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlich keit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen weisen Rath noch mehr als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießeft gehen, und selbst durch leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so våterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und, was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Luft, sich keiner Sünde mehr bewußt in Ullem richtig handeln! 7. Mein Leib, auf's Herrlichste verklárt, mit Himmelsglang umgeben, von Allem frei, was ihn be: schwert, geschickt zum höhern Leben, auch der nimmt dann an allem Heil und an der hohen Wonne Theil, die meinen Geift entzücket. 8. Den Heiland, den ich hier geliebt, seb' ich dort mir zur Bonne; die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne; auch da ist er, mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt werd' ich dich dann erheben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Luft, die ich mit ihnen theile. 10. Ja ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reichste Quelle; sie fließet immer und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 348. Mel. Nimm, o mein Herz, mit se. Das Glück des Erdenlebens ist nicht mein bestes Theil. Ich sehne nicht vergebens mich nach vollkommnem Heil. Folg' ich nur dir, mein Gott, so führst du durch den Tod mich einft zum Leben hin, wo ich ganz felig bin. 2. Und welche hohe Wonne ist dann auf ewig mein! Noch heitrer, als die Sonne, werd' ich, mein Bater, sein, wenn ich nun, dem entrückt, was hier noch Menschen drückt, da bin, wo Jesus Christ schon jetzt verherrlicht ist. 3. Da öffnet meinen Blicken sich deines Himmels Pracht, ich sebe mit Geligkeit durch Jesum in jenem Leben. mit Entzücken die Größe deiner Macht, zu segnen, zu erfreun, die hier sich ganz dir weihn, und jauchze, daß auch ich von dir, mein Gott, nicht wich. 4. Mein Geist, durch dich berufen zu steter Wirksamkeit, schwingt dann auf höhern Stufen sich zur Vollkommenheit. Nun find't die Wißbegier, die in mir lebt, und hier fo oft getäuscht sich sieht, ein günstigers Gebiet. 5. Da fållt der Wahrheit Schleier vor meinem Forschen hin; ich denke heller, freier, als ich's hier fähig bin. Wie herrlich, Gott, du bist, wie gut dein Rath stets ist bei Ullem, was geschicht, seh' ich im gröBern Licht. 6. Ich sehe dann mit Freuden, wie deine Baterhand mir dieses Lebens Leiden zum höhern Glück ge= wandt. Was hier mir schmerzlich war, beut dann mir Bonne dar, was mich zu Thränen zwang, wird Dann mein Lobgesang. 7. Auf ewig wohnt bein Friede dann, Gott, in meiner Brust; des Rechtthuns nimmer müde, thu' ich mit fteter Lust, was mir zur Selig keit dein Will' auch dort gebeut, wo jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preift. 8. Da stort forthin kein Böser mir meines Herzens Ruh'; da führet mein Erlöser mich lauter Frommen zu. Mit jedem Tugendfreund' in Liebe stets vereint, schmeck' ich der " 1 219 Freundschaft Werth noch mehr, als auf der Erd'. 9. Da seh' ich selbst mein Hoffen auf's Glück der Ewigkeit unendlich übertroffen und fühl' es hocherfreut, wie der sein Glück recht baut, der deinem Wort' hier traut, ihm folgt, und dann sich fest auf deine Freu' verläßt. 10. O du, der meiner Seele dieß Glück bereitet hat, damit ich's nicht verfehle, so leite mich den Pfad der lautern Frömmigkeit. So ist Zufriedenheit hienicden schon mein Theil, und dort vollkommnes Speil. 349. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Wie wird mir dann, o dann mir ſein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele, stårke, tröste dich, Ers löfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch! So drückt mich meines Elends Soch, der Fluch der Sünde, nie: der! Der Herr erleichtert mir mein Joch. Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Chris ftus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Ver 220 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 350. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. Mein Heiland, wenn mein Geist erfreut im Glauben auf die Herre lichkeit des ew'gen Lebens blicket, das du für mich bereitet hast, wie leicht důnkt mir dann jede Last, die mich hienieden brůcket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in seinem Unwerth mir bekannt, der Erde Pracht ist mir wie Nichts beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dieß Heil verdank' ich deinem Tod. 3. Berachte denn des Todes Graun, mein Geist: er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich: in's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, überschwånglich, die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jezo, Bater, deinen Spånden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblich keit, wird sie erst spåt zertrümmert; laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk' ihn aus der Höhe, daß mir nicht schrecklich sei das Grab, daß ich in's Todesthal hinab getrost und freudig gebe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befållt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thránenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; ich weiß, an wen ich glaube. Er lebt, und ich werd' auch durch ihn der Grabesnacht gewiß ent= fliehn; Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 221 fliehn; mein Geist und mein ver- mit der Wonne der Erlösten, mit klärt Gebein wird sich des Herrn, völliger Zufriedenheit. Und dann des Mittlers, freun. Herr Jesu wird mir recht offenbar, wie gut Christ, mein Herr und Gott, mein hier deine Führung war. Herr und Gott, du schaffst das Leben aus dem Tod. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: sie sind vollbracht; der Herr hat Alles woblgemacht! 5. Kuf ewig trifft mich dann kein Leiten, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk und fühle nichts, als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird feft, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht sters willst in der Unruh, lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu 4. Du bleibest meine 3uversicht, mein Trost, wenn du zum Weltgericht mit Majeståt wirst kommen. Vor deinem Chron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, ſehn, dich sehn mit allen From= men. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten fel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur mir es zu, ich soll verherr licht sein, wie du. herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, stårk' diesen Glauben einst im Tod. 351. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einft entreißt, und nun nicht mehr so einge= schränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. 3u dieser Ruhe werd' ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufge= nommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trò sten, fo tröstet deine Gutigkeit mich ſein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl' ich dieser Tage Last, so stårke rächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Lohn der Frommen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist. So folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. 352. Mel. Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 352. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Nach einer Prüfung Kurzer Zage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 222 2. Wahr ist's: der Frommie schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblickt; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück, er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche diefer Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öftrer fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit ſein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; ben Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich> erfreun. Dann låßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht ers kennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge= schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im 3usammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heit, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Hei lig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Menschen, Engel, Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu mile lionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o mochte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel's ger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dieß Glück Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. Stück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlich keit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gat nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 353. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ein Fremdling bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Bater, jene Seligkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst in Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dieß tröstet meine Seele. 3. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg' er weckt, ob ich sie auch ertrage, so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket, wenn, nach der Arbeit 223 dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket, so sterb' ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Him mels Herrlichkeit, die Alles überwieget. 5. Herr, diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke jene Herrlichkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen, sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein långst- gewünsch tes Theil, wenn ich vom Tod' er= wache. 354. Mel. Aus der Tiefen rufe ich sc. Freude! denn wir Ulle, wir sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand für ein beßres Vaterland. 2. Freude! Ja, wir Alle, wir sind unsterblich, såen hier, ernten droben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 3. Unser Leib wird auch gesät; unsre beßre Seele geht, unbefiegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab; 4. Bleibt in seiner Vaterhand, lernt, was sie hier nicht verstand, forscht nun höhre Wissenschaft, ringet fort von Kraft zu Kraft. 5. Ohne Zahl und ohne Maß wachsen wir ohn' Unterlaß, nehmen stets an Kråften zu und bez dürfen keiner Ruh'. 6. Unser 224 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 6. Unser Geist hat größres Licht, Sinnlichkeit tauscht dort ihn nicht; und was ihm hier dunkel war, sieht er dort ganz hell und klar. 7. um uns her ist alles gut, Neid und Haß und Zwietracht ruht, Alles liebt und freuet sich, fühlt sich selig, Gott, durch dich. 8. Sterbliche, o welches Heil wird einst droben uns zu Theil! Welche hohe Seligkeit giebt uns die Unsterblichkeit! CD 9. Christen, schlaget Hand in Hand! Nach des Himmels Baters land eilet, ohne Rast und Ruh', stets mit muntern Schritten zu. 10. Laßt dem Eiteln seinen Zand; blickt in jenes beßre Land, voll unsterblichkeitsgefühl, hin nach eurem höchsten Ziel. 11. Laßt uns unsrer Würde freun, voll der hohen Hoffnung sein: Gott, wir Alle, Ulle, wir sind unsterblich. Preis sei dir! 10 3 weiter Theil. Christliche Sittenlehre. 1. Buße und Besserung. Beschaffenheit der Besserung. 355. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Auch dir ist Gottes Gnad' erschienen. Erheb', o Seele, Gott, dein Heil, und nimm, bereit, ihm treu zu dienen, im Glauben an dem Frieden Theit, den sein erbarmungés voller Rath durch Christum dir be: reitet hat. 2. Doch wiss' es auch: wie groß und wichtig für uns des Höchsten Friede ist, so bleibt doch dessen Hoffnung nichtig, der sich verläßt auf Jesum Christ, und doch nicht mit Aufrichtigkeit ihm auch sein ganzes Leben weiht. 3. Willst du mit ihm bereits auf Erden vereint, und angenehm ihm sein; so mußt du gut und heilig werden, sonst nennst du ihn nur bloß zum Schein. Bist du vom Sún dendienst nicht frei, so ist dein Glaube Heuchelei. 4. Ich will ihn fliehn. Doch ach, ich Schwacher, wie kann ich's jemals ohne dich? Erleuchte du, mein Seligmacher, mit deiner Wahrheit Lichte mich, und stärke mich mit deiner Kraft, die neues Leben in mir schafft. 5. Gieb mir dein Herz, dieß ist dein Wille, ich geb' es dir zum Opfer hin. Du hilfft mir selbst, daß ich erfülle, was ich dir ewig schuldig bin. So hilf doch meiner Schwachheit auf und stärke mich zum Tugendlauf. 6. Die unermeßlich große Liebe, die dich herab vom Himmel zog, und aus erbarmungsvollem Triebe selbst in den Tod zu gehn bewog, die halte mich vom Laster ab, daß ich dir treu sei bis in's Grab. 7. Dann werd' ich einst in jenem Leben, dem Lande der Vollkommenheit, dir Lob und Preis und Ehre geben, und singen: Herr der Herrlichkeit, der du dieß Leben mir erwarbst, Preis dir, daß du für Sünder starbst! 356. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Um als ein Christ zu leben, muß ich die Sünde scheun, und mich P mit 226 mit Ernst bestreben, von Herzen fromm zu sein, muß Gottes Wege wandeln, selbst auch beim Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln und thun, was Gott gefällt. 2. Zeitlebens muß ich ringen, muß stets gewissenhaft die Welt und mich bezwingen und jede Leidenschaft, muß, daß ich überwinde, auf Gottes Hülfe sehn, und jeden Reiz zur Sünde mit ihrer Lust verschmåhn. Buße und Besserung. 7. Ja, zeige mir am Throne der Herrlichkeit des Sohns der Ueberwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die Wonne der Erlöften, womit der gute Hirt, der für uns starb, mich trösten und ewig krönen wird. 8. So kann ich alle Sünden, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen, ich bring' in's Reich des Lichts, ich bin gewiß, zu siegen: dein Wort, mein Gott, verspricht's. 3. Der Sinne Zäuschereien muß ich behutsam fliehn, und mich den Schmeicheleien der Eigenlieb' ent= ziehn, muß standhaft in Gefahren, die überall mir dráun, den Glau357. Mel. Wer nur den lieben Gott se. ben treu bewahren, und unanstó- Gieb, daß ich deines Sohnes Lehsig sein. re, mein Gott, von Herzen folge sam sei, und kindlich dich nach ihr verehre, entfernt von aller Heuchelei. Zu meinem Heil' und deis nem Ruhm hilf mir zum wahren Christenthum. 4. Wie schwer ist dieß Geschäfte der wahren Besserung! Wie schwach find meine Kräfte zu meiner Heiligung! Doch, sollt' ich darum za gen? Nein, Vater, nein, mit dir will ich den Kampf doch wagen; sei du nur stets mit mir. 5. Verleih zu diesem Werke mir nur durch deinen Geist die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt; durch ihn gieb meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich kein Scheingut wähle, das nur Berderben schafft. 6. Werd' ich im Guten tråge, so stårke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, deß sich der Sünder freut, mir ( mmer mehr verhaßter in seiner Schåndlichkeit. 2. Entreiß mein Herz der Luft der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild' erneuert werde, und gieb mir Jesu Zugendsinn. Denn wer davon entfernt noch ist, der ist nicht sein, der ist kein Chrift. 3. Drum lenk', o Vater, meine Seele zu tiefer Ehrfurcht vor dir hin, daß ich nur, was du willst, erwähle und mir es rechne zum Gewinn, zu fliehen, was dir nicht gefällt, gefiel' es auch der ganzen Welt. 4. Gieb mir zum Kampfe Muth und Kräfte, daß ich den Lüften wider Beschaffenheit der Besserung. 227 widersteh', und in dem Heiligungs- gehören zu den Reinen, und dans geschäfte beståndig immer weiter geb'; daß ich stets mehr von Fehlern frei, im Herzen immer reiner sei. ken dir es durch die That, daß sie dein Sohn erldset hat, damit sie selig würden. 5. Mach' in mir Glauben, Hoffnung, Liebe recht fest, damit ich, dir getreu, in dem, was christlich ist, mich übe, und reich an guten Werken sei; an Werken, deines Beifalls werth, der mehr als Alles mir gewährt. 6. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut, so komm' ich, wenn ich sterben werde, zu deines Himmels Herrlichkeit und ernte da, voll deines Ruhms, die größte Frucht des Christenthums. 358. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Damit ich dir gefällig sei und vor dir Gnade finde, so mache mich, o Vater, frei von aller Lust zur Sunde. Erwecke mich, zu deinem Preis und mir zum Heil', in stetem Fleiß der Heiligung zu leben. 2. Du, Heiligster, du kannst dich nicht mit Sündern je vereinen; nur Frommen scheint dein Gnadenlicht, du wohnst nur bei den Reinen. So reinige denn mein Gemüth, daß es die Sünden haßt und flieht, auch selber die geringften. 3. Bor dir sind keine Laster klein, wie klein sie immer scheinen; nur die, die alle Sünden scheun, 4. Wer auch vom kleinsten Gus ten weicht, kann leicht sein Heil verlieren; ein einz'ger Fehltritt kann sehr leicht zu großen Laftern führen; und wer nur eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergiebt, verliert schon deine Gnade. 5. Er eilt entgegen dem Gericht auf seinem finstern Pfade, aus eigner Schuld erlangt er nicht die ihm verheißne Gnade, bringt sich muthwillig um sein Heil, und hat am Himmel keinen Theil. Herr, laß mich dieß bedenken! 6. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz den kleinsten Fehl bereue, mit allem Ernst mein ganzes Herz dir und dem Guten weihe, so kann ich deiner Huld mich freun, so werd' ich stets bemühet sein an Heiligkeit zu wachsen. 7. O mache mich im Guten treu, so werd' ich mit den Frommen dereinst, von allem Uebel frei, zu deinem Reiche kommen, wo keine Schwachheit mich mehr drückt, und keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. 359. Mel. Nun sich der Tag geendet ac. Mein Gott, das Herze bring' ich dir zu einem Opfer dar. Du for derst solches selbst von mir, dir geb' ich's ganz und gar. p2 2. Wem 228 Buße und Besserung. 2. Wem fonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Bei dir nur findet's wahre Ruh'; und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigenthum, und müß es ewig sein; schaff' aber, Bater, schaff' es um, und mach' es gut und rein. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sündlichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligkeit. 5. Verwirf, verwirf dieß Fles hen nicht, sei mir mit Gnade nah'! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 6. O stårke mir nur selbst den Muth, mit freudigem Vertraun auf dich und meines Jesu Blut mein ganzes Heil zu baun. 7. Steh mir zur wahren Besserung mit deinem Geiste bei, damit mir meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und bei der Welt List, Macht und Spott im Guten standhaft sei. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Ulles mich verläßt, sei deine Vaterhuld. 10. Hilf, daß ich gegen Jeder mann, vom Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu bienen fertig sei. 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, rein von Rachbegier, felbft meinem Feinde gern verzeih': dern du vergiebst auch mir. 12. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, doch fern von Heus chelei, damit mein ganzes Chris stenthum dir wohlgefällig sei. 13. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 14. Weg, Welt und Sünd', euch dien' ich nicht! Nur Gott kann mich allein, dieß, dieß ist meine Suversicht, auch nach dem Tod' erfreun. 360. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen, wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbes fleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Zugend gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. D stårke mich in dem Gedanken, gieb meinem Vorsak Festigkeit! Und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unents schlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', Beschaffenheit der Besserung. 229 verleih', daß ich mit kindlich treuem in mir der Trieb zum Guten nie Geiste dir bis zum Tod' ergeben sei, so sieg' ich über Sünd' und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. erkalte; hilf, daß ich wache stets, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht, verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, o Herr, mach' in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff' ein getrostes Herz in mir, und stårke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Uebungszeit mich ungestörte Ruh' er freut. 361. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Mein Vater und mein Gott, du Herr von meinem Leben, der du dein heilsam Wort zur Richtschnur mir gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was dieß dein Wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergånglich Gut mehr, als es werth ist, achte: wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfährt, daß man zum Lohn' auch hier schon selig lebt. 3. Gieb, daß ich vor der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß 4. Gieb, daß ich als ein Chrift mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe; laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz. Mein dir ges weihtes Leben sei von Betrug und Neid, von unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstüge mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzieht, dir doch getrost vertraun. 8. Einst, Herr, erlöse mich von allen meinen Leiden. Und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 362. Mel. 230 Buße und Besserung. 362. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit ſei, meinen Fleiß darauf zu lenken, stes he mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, die die Welt ohne Grund für Weisheit hålt, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester B3uversicht diesem Lichte sich vertraun: denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein, sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun, gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn, eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, fo auf seine Stimme hören und auf feinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Ulles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt, eiteln Ruhm, der bald verblüht, lust, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem 3iel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't, seine Augen underwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Hochster, unser bestes Theil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir, laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 363. Mel. Mir nach, spricht Christus ac. Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: ich kenne Gott, der trůget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; Beschaffenheit gen; je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stårkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Christum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Pfad der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott ange nehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hålt, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein tåglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 364. Mel. König, dessen Majestät sc. Was hilft es mir, ein Christ zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln, mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu dem mich Gott von Neuem schuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jeum Christ, den ich im Munde der Besserung. 231 führe, wenn nicht mein Herz rechts schaffen ist, und ich die Frucht verliere, wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hålt, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffart, Sinnenlufst und Geiz in Werk und Thaten übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, und weiß, was er für mich gethan, ihn Herrn und Heiland nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines Wortes Licht, was seines Beispiels Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm' ich Trost und Ruh', wenn Leiden mich umges ben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wenn sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe? Was hilft der Glaube, welcher nicht vermag, uns stets zu jeder Pflicht zu reizen und zu stårken? Der Glaube giebt mir Seligkeit; doch zeugt er auch Rechtschaffenheit und Fleiß in guten Werken. 6. Herr, deiner ewig werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe, und 232 Buße und Besserung. und vor dir heilig, fromm und handeln. O laß in Freude, wie rein zu wandeln mich bestrebe. Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, damit ich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinde, daß ich, nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. in Schmerz mich tugendhaft stets wandeln! Dein Wille sei mein Uugenmerk, hilf felbst mir ihn volls bringen. Durch dich muß jedes gute Werk, sollt' es auch nicht gelins gen, zum Segen mir gereichen. 5. Doch wenn ich aus Unwissens heit und Uebereitung fehle, fo thu' an mit Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Dei nen dir ohne Fehltritt diene. 365. Mel. Gott, mein Schöpfer c. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur dußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich ver= 366. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. ehren müssen, die dir gefallen wollen. Tugend ist der Seele Leben. Wie 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die Herr zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen, mich nicht für Jesu Jünger bie bloß äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe, daß ich, vom Sundendienste frei, mit Eifer barnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Men schen Herz, und liebst, die redlich sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott, du kenneft mein Verlangen: dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Uch würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! O wie innig würd' ich mich freun, wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß felig fein. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle: denn dein Verstand ist Licht, dein Wille ist Ordnung und Bollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Gerechtigkeit. O bilde mich nach dir, so find' ich auch schon hier Ruh' der Seele, bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, Beschaffenheit 3. Uch, wie ausgefegt dem Falle bin ich, so lang' ich hier noch walle! Berstreut ist hier noch oft mein Sinn, wachsam gnug bin ich nicht immer, oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch. Wie drückt mich dieses Joch! Ich Elender! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? wann werd' ich fest im Glauben sein? 4. Herr, du kannst dazu mich stårken, von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit, sie leuchtet mir in voller Klarheit, von Zäuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, wird in der Jugend feft. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich, o mache mich im Guten unverán derlich! 367. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Der du die wahre Eugend schenkst, Gott, Bater meines Lebens, wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb' ich hier vergebens. Denn wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 2. Drum, Bater, neig' dich våterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. 233 der Besserung. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Bort entfalle; viels mehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich ihr frecher Spott nicht störe. Hilf, daß kein Wig der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch je= mals, wie er tückisch sucht, durch mich Unfrieden stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit weit über Ulles schäßen; was reiner Engel Nug' erfreut, das sei auch mein Ergeßen, was du liebst, mein Bestreben. 5. Behúte mich vor Schwelgerei, die stets das Herz beschweret, vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergeht, verdirbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen und stúrzet in's Verderben. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stårkt und nährt, und Luft zum Guten schenket, was mich zu jes nem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln fingt, den Heiland sieht, 234 Buße und Besserung. fieht, erhebet und ihm sich ähnlich schauet. 368. Mel. Herr, auf dich will ich fest zc. Der Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja um ihn uns bitten heiß'st, demuthsvoll fleh' ich vor dir, Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erfreue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir ent rissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erken: nen, Jesu, noch mit åchter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kraftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Gûter, bochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreuft, nach dem Glück verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich, mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knůPfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Sott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Unblick meiner Sünden mein Gewissen nieders schlägt, wenn sich in mir 3weifel finden, die mein Herz mit 3ittern begt, wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir fin= det, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. D so seße durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein seligs Ende herrlich sich an mir vollende! Erwek. Erweckung zur Besserung. Erweckung zur Besserung und Warnung vor dem Aufschube derselben. 369. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Wachet auf! ruft euch die Stimme des Sohns, des Weltversöhners Stimme, wacht, Seelen, wacht vom Schlummer auf! Todt seid ihr, todt durch Verbrechen; hort endlich meine Donner sprechen, und kommt aus eurem Grab herauf! Belastet vom Gericht, lagt ihr, vernahmt mich nicht, todte Seelen, erwacht, erwacht! Des Fluches Macht, Gericht und Höll' ergreift euch schon. 2. Uch wir hören deine Stim: me, Barmherziger, der Liebe Stimme, die uns in's neue Leben ruft! Ungstvoll liegen wir und schauen auf unsern Tod zurück mit Grauen. Entreiß' uns, Herr, ganz unfrer Gruft. Schau' her, noch beben wir, noch zagen wir vor dir. Welche Liebe! du starbft: dein Blut floß uns zugut. O welch ein Dank gebühret dir! 3. Daß der Sünder sich bekehre, das willst du, Heiland, Preis und Ehre sei dir, Begnadiger, dafür! Laß uns eilen, noch auf Erden dein heilig Eigenthum zu werden, dir nur zu leben, Jesu, dir! Laß unsre Herzen rein, ach laß uns standhaft sein! wir sind Erde, daß nicht auch wir vergehn vor dir, wenn du zum Weltgerichte kommst. 235 370. Mel. O Gott, du frommer Gott se. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schåndest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüſte dåmpfen? Ja Sünder, es schwer; allein zu deiner Ruh' ist dieß der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? ist 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und feiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerfst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befichlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil 236 Weil sie dich glücklich fiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehor: chen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugneft sie; er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht, Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm ver: heißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; jest ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? Buße und Besserung. macht, be 8. Je öfter de vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je står ker wird der Hang, die That zu wiederholen; scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun? 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Ungft der Misfethat, die wahre Heiligung? 10. Ift's gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten, ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Se ligkeit. 11. Doch fodert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses bein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor bir selbst, wenn du dieß Werk vers schiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geiftes Gots tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? giebt in verkehrtem Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben; gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich felber zu besiegen; derSieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht er gleich im Anfang langsam fort, sei wacker! Gott ist nah', und starkt dich durch sein Wort. 16. Nuf' ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesek erft ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht: denn Gottes Traurigkeit wirkt Erweckung zur Besserung. wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden, Gott kennt und liebt dein Glück, sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist bieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und måßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 237 4. Erbarme dich, Gott, våters lich, um deines Sohnes willen, hilf uns deiner Gnade Ruf gern und früh erfüllen! 2. Gott, store du die eitle Ruh' deß, der dein Wort nicht achtet, und nach Weltlust, Ehr' und Gold, nicht nach Tugend trachtet. 371. Mel. D Traurigkeit, o Herzeleid ze. Sieb Reu' und Leid, gieb Trau- denschuld! rigkeit dem, welcher frevelnd sündigt; Strafe werd' ihm und Gericht hier zum Heil verkündigt. 3. Wenn schon der Tod uns nahe droht, wie spåt ist dann die Buße! Jest, am Tage seines Heils, fall' er dir zu Fuße. 372. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, die unser Herz so leicht verstockt, wenn du nicht das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünde führst. 2. Du willst nach deiner großen Gute nicht eines einz'gen Sünders Tod; drum gieb du oft noch dem Gemüthe Gefühl von seiner Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den, den befreist du vom Verderben, nimmst seine Buße gnådig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld, er tilget meine Sün4. Sollt' ich die Gûte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Trofte leer, muß der verschmachten, von welchem deine Gnade weicht; sie aber weicht von dem zulegt, der frevelhaft gering sie schäßt. 5. So gieb, daß deiner Gnade Lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! Bewahre stets mich vor Verstockung, vor Sicherheit und Heus 238 Buße und Besserung. Heuchelei. Den Sünder trifft der Fluch, und ach, dem Fluche folgt die Strafe nach! 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben. Laß denn mich in der Gnadenzeit nach meiner Beßrung ernstlich ftreben, nachjagen der Gerechtigkeit, und dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündendienste sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns von diesem Joch be freit, und leite felbst mich auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit. Wie glücklich bin ich dann schon hier, wie selig einft, mein Gott, bei dir! 373. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Wie theuer, Gott, ist deine Güte, die alle Miffethat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bift. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil ge= geben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Behrung weih'. 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir verföhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wert von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu faffen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir gnåe dig meine Schuld; beruhige doch mein Gewissen mit süßem Trofte deiner Huld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Chriftum mir ges schenket sei, will ich durch Ues bung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich, fie dringe ftets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst; laß, Vater, mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel sein! 374. Met. Vater unicr im Himmelreich sc. So Do wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', daß er rechtschaffen begre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Bekenntniffe der Sünden und Bitten um Vergebung. 239 2. Dieß Wort bedenk, o Sunder, wohl, verzage nicht verzweiflungsvoll. Hier findest du Troft, Gnad' und Heil, nimmst du an der Versöhnung Theil; und Gott besiegelt's mit dem Eid. Sei nur zur Besserung bereit. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch welchem Sünder sagt er wohl, daß er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 3. Ja húte dich vor Sicherheit! Denk nicht: zur Beßrung ist's noch Zeit; ich will mich mit der Welt erst freun, und, werd' ich ihrer müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barms herzigkeit; doch, wer auf Gnade Boses thut, verachtet der Versöhnung Blut, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er vers dient, gelohnt. 375. Mel. Herzliebster Jesu, was haft bu ic. Gott, fei mir gnådig, gnådig sei mir Urmen! Bei dir, bei dir allein sind' ich Erbarmen. Du haft ein Vaterherz, du liebst das Leben, du willst vergeben. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Ver derselben. gebung 2. Vergieb auch mir, o Bater, die Verbrechen, vergieb und heile alle die Gebrechen, die mich beflecken, mich der Straf' entlade, nach deiner Gnade. 6. Heut lebst du, heut befehre dich, eh' Morgen kommt, kann's åndern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, ist morgen krank, ja, wohl gar todt. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn! 3. Un dir, an dir allein hab' ich gefündigt! D laß die Gnade, die 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich alsbald mich nahe dir, und nüße jeden Augenblick, eh' mich ein schneller Tod hinruck', damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. dein Wort verkündigt, wenn Súnden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen! 4. Ja, Richter, deine Drohungen beweisen, daß du gerecht bist; deine Strafen preisen dich, daß du rein seift, heilig, der Verbrecher furchtbarer Råcher. 5. Du liebst ein reines, heiliges Gewissen. Ach gieb cs, laß in meinen Finsternisfen mich deine Wahrheit, Huld und Gnade sehen, mich nicht vergehen! 6. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, ein neues Herz, das nur das Gute wähle. Befördere uno 240 Buße und Besserung. und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 7. Verwirf mich nicht von deinem Ungesichte, gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte, gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 8. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der mich, wenn ich voll Unmuth trostlos sige, dann unterstüße. 9. Mit neuer Treue will ich dich verehren, ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beispiel soll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. 10. O höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reuend Herz verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet. 11. Ein reuevolles Herz, das willst du haben, ein solches Herz willst du mit Troste laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 376. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seli gen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Uch wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen? Wo ist jetzt unter Ullen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied, dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und siehet sie als Sünder; da ist vor dir, Herr, Keiner unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn, die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dúnkt uns 3wang. Des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gieb uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, bes schämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen: der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen, erwecke unsre Herzen, Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 241 Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Richter, dein Geseß und dich! Ja dem Lafter folgt Verderben, Urmuth, Schmach und frühes Sterben. 377. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt sc. Gott, nur eines Menschen Sünden, was für Uebel zeugen fie! Und dann aller Menschen Sünden, wie viel Glück zerstören die, alle, seit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden alle! 2. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was zernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach was müssen wir oft leiden bloß für Einer Thorheit Freuden! 3. Starke, Gott, verfolgen Schwache, Schwache Schwächre, Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 4. Wie die Urglift Frevel brütet! wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! wie im Finstern Heuchelei trachtet über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 5. Und wir Sünder können wähnen, Gottes heiliges Gericht räche keines Elends Chrånen, acht' auf unsre Thaten nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich, es ſei kein Rächer? 6. O sehr schrecklich sind Verbre: chen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst bestrafen, furchtbar råchen, 7. Und wie quält den sein Gewif sen, welcher böse Thaten übt? Kann er je den Trost genießen, den nur reine Zugend giebt? kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 8. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 9. Laß der Sünde bittre Früchte mir stets in Gedanken sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun, daß ich gläubig jede Sünde, stark durch dich, ganz überwinde. 378. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe von Beschämung tief gebeugt, daß ich dich gering geschåßt, håufig dein Gebot verlegt, und das Böse so geliebet, mich im Guten nicht geübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollen zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht, ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine 242 Buße und Besserung. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mich liebreich frei! Kraft und Leben kam von dir, was mir nüßte, gabst du mir; gleichwohl hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Gute lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 1 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir; ach vergieb, was ich gethan, nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich Neuigen genießen. 7. Stårke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. 379. König, dessen Majestät weit über Alles steiget, dem Erd' und Meer zum Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, du bist von aller Ewigkeit der Gott der Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschåmet und von ferne, ich suche bei dir Hülf und Rath, o Herr, du hilfst ja gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, und, wo ich mich nur wende hin, im Guten so unthätig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht. Gott, sei mir Sünder gnådig! 3. Die Schulden, der ich mir bes wußt, die angsten mein Gewissen i drum schlag' ich reuig an die Brust, von Reu' und Schmerz zerrissen. Ich bin, o Bater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd'. Doch weil du winkst, so ruf' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnådig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der auch für mich genug gethan, durch den wir deine Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe find'; er ist auch Súns Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 243 Sündern gnädig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir dein Herz mit leidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnådig! 4. Herr, schone noch! Und soll ich doch für meine Sünden leiden, so sei es hier; entzeuch nur mir nicht deines Himmels Freuden. 5. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 6. Herr Jesu, du schaffst Trost und Rub', der du für mich auch starbest, auch mir zugut mit deinem Blut der Gnade Trost er: warbest. 7. Dieß stårket mich. Und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: Wer glaubt, foll selig werden. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mein Glaube sei nun immerbar durch wahre Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf' ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster: ben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut; gieb nur, daß mir's nicht schade. Kommt denn mein Ende nun heran, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnådig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnådig! 380. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Wohin ich flieh', verfolgen sie mit ihrer Schuld mich Urmen. In dieser Noth kenn' ich, o Gott, kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Su dir flieh' ich. Erbarme dich, ob ich's gleich nicht verdies net, geh mit mir nicht, Gott, in's Gericht: dein Sohn hat mich verfühnet. 381. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Herr, Jerr, an dir hab' ich gesündigt. Dein gerechter Urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt jedem Uebelthater Fluch. Und was kann vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah'. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hånde, außer dir ist keine Ruh'. Dein a 2 Erbars 244 Buße und Besserung. Erbarmen hat kein Ende, wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine Sündenschulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn långer mich zu dulden, deine Langmuth müde wär', müßt' ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bed aurung zu; und zerflöß mein Herz in 3ähren, fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, Heilet mich, und giebt mir Muth: dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 383. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff' ein reines Herz in mir, Mel. Wer nur den lieben Gott se. laß bei dir mich Ruhe finden, zieh Ich armer Mensch, ich armer Sünmich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erldser, dir zu leben. der steh' hier vor deinem Ungesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, Gott, geh mit mir nicht in's Gericht, bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade widerfährt. 2. Um Trost ist meiner Seele bange, die Last gehäufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß trost' ich mich, ich Schultigster, als deiner nur, Barmherzigster? 382. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir, o Gott, erhör' mein Flehen! Entzeuch nicht dein Erbarmen mir, für Recht laß Gnad' ergehen. Ach siehest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann, o Herr, bestehen? geben; nie ist ein Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Leben. und, Herr, was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sunder, sich des Ruhms vor dir erkühnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf dich verlassen will ich mich und deiner Güte trauen: sie sagt mir zu dein theures Wort, sie ist mein Trost und immerfort will ich nur ih' rer harren. 2. Bor dir gilt nichts, denn Gnad' allein, dem Sünder zu ver4. Ob bei uns sind der Sünden viel, bei Gott ist doch mehr Gnade. Sein Urm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wiederbringt, was sich verirrt; er hilft aus allen Nöthen. 3. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschopf? das willst Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 245 willst du nicht. Du, der du mich bis jegt ertragen, bleibst ewig meine 3uversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, giebst mich nicht dem Verderben hin. meine Schmerzen. Ich übertrat, durch Wort und That, ob mir dein Wort gleich drohte, doch ungerührt, und leicht verführt, die heiligsten Gebote. 4. Du siehst die Strafen meiner Sünden; und denk' ich: wer vertilget die? so låsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertilge sie! So nehm' ich dann an Jesu Heil zu meiner Seelenruhe Theil. 5. Uuch mir hat er das Glück er worben, getroft zu dir empor zu sehn; auch ich soll, da er ist gestorben, durch ihn Begnadigung erflehn bei dir, dem Gott, der gern vergiebt und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: Dir ist vergeben, und stille des Gewiffens Schmerz. Und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du stårker, als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' Alles gut und schenke felbst zur Behrung Muth. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir ge= weihte Sinn, mein kindliches Vers traun auf dich bezeugen's, du begnadigst mich. 2. Allwissender, vor deinem Thron kann ich es nicht verhehten. Ich fühle nun der Sünden Lohn, Gedanken, die mich quálen. Ich konnte dein mich immer freun, wenn ich dir folgen wollte; doch dieses Glück wies ich zurück, ich that nicht, wie ich sollte. 3. Mein Undank gegen dich ist nicht mit Worten auszusprechen; und o weich schreckliches Gericht verdient schon dieß Verbrechen! Du gingst mir nach, mein Gott, und ach ich hab' es nicht geachtet; selbst die Geduld der Vaterhuld ge= mißbraucht und verachtet! 4. Und doch hast du so väterlich dich meiner angenommen. Du riefft zu deinem Reiche mich, zum Heile deiner Frommen, du suchtest, Gott, durch Glück und Noth zur Beßrung mich zu führen; doch sucht ich nicht dein Ungesicht, und ließ mein Herz nicht rühren. 5. Wenn dieß anjeşt mein Geist bedenkt, möcht' ich vor Scham vergeben; kaum wag' ich's, so gebeugt, gekränkt zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, ich wär' es werth, daß du nicht länger schonteft, daß du mir nun nach meinem Thun und 384. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Beschämt komm' ich, mein Gott, schnöden Undank lohnteft. zu dir mit reuevollem Herzen. Erzeige deine Gnade mir; du siehest 6. Doch, Vater voll Barmher: zigkeit, ich falle dir zu Fuße. Noh währe Buße und Besserung. 246 währe deiner Gnade Zeit, noch bringe mich zur Buße! Verleih' aus Huld, daß meine Schuld mich nicht ganz niederdrücke. Ich suche dich, erquicke mich mit deinem Gnadenblicke. 7. Vergieb mir, offne mir dein Herz, vollende deine Liebe. Hilf, daß, gewarnt durch meinen Schmerz, ich mich im Guten übe. Dieß laß mich thun und eifrig nun, was dir verhaßt ist, meiden. Dann gieb einst mir, scheid' ich von hier, der Auserwählten Freuden. Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen; vielleicht noch nicht zum legten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin! 2. O die verhafte Lieblingssünde, D die Gewohnheit böser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wüthen sie in meiner Brust! wie unumschränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott; von böser Luft dahingerissen, Betrogner, eilft du in den Tod; die kurze Freude die ser Zeit raubt dir des Himmels Seligkeit. fliehn, rein und unstråflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! 6. Auch diesmal bin ich überwun den, auch diesmal; und ich siel so tief! Mein Borsa war noch nicht verschwunden, mein Herz schlug, mein Gewissen rief, Gott, Richter, 385. Diel. Wer nur den lieben Gott zc. Ach abermal bin ich gefallen, mit ich gedacht an dich; und dennoch dennoch sündigt' ich! 4. Wie oft hab' ich mir vorge: nommen: Nun will ich alle Sünde 5. Bald wieder reizte mich die Sünde; wie schwach war gleich mein Widerstand! Uch sie gefiel mir, und geschwinde ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß, nun folgten Ekel und Verdruß. 7. Dunbegrenzte Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir! wie überwind' ich deine Triebe, und dampfe dich und sie in mir! Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, und lehre mich, ihr widerstehn! 8. Liebt' ich dich nur fo, wie ich follte, so flöh' die Luft der Sünde mich; wenn sie mich auch versuchen wollte, gelång' es ihr nicht wider dich. Durch beiner Liebe große Kraft wird ihre Macht hinwegges schafft. 9. O pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben, als dein Eigenthum, sei mein Bestreben und mein Ruhm. 10. Dann Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 247 10. Dann werd' ich endlich überwinden und Herrscher meiner Lüfte sein; dann wirst du alle meine Sünden, wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Wer treulich kämpft, trågt nur die Kron' am 3iel, nur der trågt sie davon. 3. Sohn Gottes, der zur Erde kam und unsre Schwachheit auf sich nahm, mit Gott uns zu versöhnen, der durch den Tod in's Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen, vertritt, o Mittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod, stårk' uns in unsrer Prüfung Lauf, und wenn wir straucheln, hilf uns auf. Herr, unser, Gott, dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod', im Grab, im Weltge= richt! Gemeinschaftliche Sündenbekenntnisse und Bitten an Bustagen. 386. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o 2c. Du Gott, der unsre Zuflucht ist, Gott, unser Mittler, Jesu Christ, Gott, heil'ger Geist der Gnaden, Dreieiniger, verwirf uns nicht, wir kommen vor dein Ungesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk' auf unser heißes Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Ungesicht und geh mit uns nicht in's Gericht. 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern theuern Eid und deinen Weg verlassen. Doch sieh, wir kehren voller Reu' zurück zu dir; o laß auf's Neu' uns deine Gnade fassen; laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat, daß Irrthum, und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld be: büt' uns deine Baterhuld! 4. Sieh gnådig, Herr, auf unser Land, ringsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh' genießen. Wend' ab von uns durch deine Hut der Flammen Grimm, den Zorn der Fluth, des Krieges Blutvergießen. Sei unser Helfer, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und laß uns ihren Raub nicht sein; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott, das Land ist dein, o laß Gedeihn und Sicherheit das Land ers freun! 5. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr, erhalte deiner Frommen Schar der Glaubenseintracht Gegen. uns leite stets dein guter Geist, und was dein Wort verspricht und heißt, sei Licht auf unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem 248 Buße und. Besserung. Ort, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort. 6. Auch die Regenten lenke du, daß fie durch Weisheit und durch Ruh' der Länder Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, långste Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, deinen Kindern, Schuß und Glück. D schütt' auf ihn und auf sein Haus, und seine Råthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand. 7. Vernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nothen. Gieb Kranken Linderung und Ruh', die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr legtes Beten. Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Baisen Theil. Bereitle der Ver: folger Rath und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 8. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn, laß uns Erhörung finden. D neig' auf unser Flehn dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein Eigen sein, im Leben und im Tode dein. Wir sind durch Christi Blut erlöst. O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unfer Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit' uns våterlich! 387. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Wir liegen hier zu deinen Füßen, o Gott, von großer Güt' und Treu', und fühlen Jeder im Gewisfen, wie reif zur Strafe Jeder sei. Uch gehst du mit uns in's Gericht, da bleibt vor dir kein Sünder nicht. 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn, wir bösen, abgefallnen Kinder, die wir nicht deine Wege gehn? Wir, von der Sünde Joch beschwert, sind aller deiner Strafen werth. 3. Doch, Bater, denk' an deinen Namen, o denk' an deines Sohnes Tod! Du hast, wenn Sünder wies derkamen, dich ihrer stets erbarmt, Gott. Geh auch mit uns nicht in's Gericht, du willst der Sünder Tod ja nicht. 4. Hier, Gott, bekennen wir im Staube dir unsrer Uebertretung Schuld. Du bist gerecht; doch unser Glaube vertrauet nur auf deine Huld. Wir, tief gebeugt durch Furcht und Schmerz, wir hoffen auf dein Vaterherz. 5. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, der unsrer Sünden Stra: fen litt. Um deines Sohnes willen schone, der uns burch seine Huld vertritt! Erduldet hat er unsre Pein, er ist dein Sohn, und wir sind sein. 6. Sein Blut ist, Herr, für unse gefloffen; er hat's zum Opfer dir ges weiht. Dieß theure Blut, für uns vers Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 249 Wortes Licht und seinen Trost der Kirche nicht! 9. Gieb Friede, Gott, in deinem Lande, gieb reine Luft und gute Zeit, und Heil in einem jeden Stande, und fördre die Gerechtigkeit; kron' une fre Felder durch dein Gut; nimm jedes Haus in deine Hut. vergoffen, dieß rufet um Barmher: zigkeit. Erhör' es, denn du hast ja doch so oft verschonet, schone noch! 7. Verschon' uns noch mit deiner Strafe! Wir haben uns von dir verirrt, drum such' uns, wie ver: lorne Schafe, als ein erbarmens voller Hirt, ergreif uns, deine Huld ist groß, führ' uns zurück in deinen Schooß. 8. Wir flehn, wir flehn, laß uns nicht sterben, nicht Hunger, oder Schwert und Pest dein reuevolles Volk verderben, das sich auf deine Huld verläßt! Entzeuch auch deines 10. Nimm an die Opfer, die wir bringen, nimm unsre Seelen gnädig an, laß sie, was du befiehlst, vollbringen. Dann danken wir, wir jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt; der Vater hat sein Volk erhört. Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 388. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmerzen; o mache mich, Gott, meines Rummers ledig, und fei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Bater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, wer wird bestehen? 389. 3. Bei dir ein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. die Größe deiner Liebe lehren, dich Ich komme, Heil der Welt, zu treu zu ehren. dir, erbarmend rufft du ja auch mir, Bergebung zu empfangen. Die Sündenlast ist mir zu schwer, o laß mein Herz von Trost nicht leer, 4. Verzeihe mir, Here, alle meine Fehle, dein harret, Bater, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh', um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Bom Abend an bis an den frühen Morgen hoff' ich auf dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; viel größer ist fie, als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen herr= lich erlösen. 250 Buße und Besserung. leer, laß es zur Ruh' gelangen. Sieh' an den tiefgebeugten Geist, der auch dich Welterlöser heißt. Wer tröstet mich, als du allein? wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 2. Unbetend steh' ich, Herr, vor dir; dein Untlik neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugst auch meine Sündenlast, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, ich bin erlöst durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht. Durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch' entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; gieb mir an seinem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung, er wecke mich zur Besserung. Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich; in dieser Hoffnung ftárke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich, erlöst, o Heiland, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu allem Guten stårke mich und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir zum Leben durch den Tod! 390. Mel. Jesu Leiden, Bein und Tod sc. Gott, der våterlich uns liebt, Vater aller Gnaden, sieh, zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuldbeladen. Ja, du nimmst die Sünder an, wenn mit bangen Zähren wahrer Reu' sie dir sich nahn, sich zu dir bekehren. 2. Herr, ich hab' den Weg verfehlt, den dein Sohn gewandelt; oft und viel hab' ich gefehlt, nicht wie er gehandelt. Ich erkenne meine Schuld; voll der tiefften Neue seh' ich auf zu deiner Huld, Va= ter, ach verzeihe! 3. Leite mich nach deinem Rath, Laß mich deinen Willen, so wie's unser Heiland that, treu und froh erfüllen. Regt sich Schwachheit noch in mir, stårke meine Seele. Ulsdann leb' ich ewig dir, Retter meiner Seele. 4. Doch, was kann ich ohne dich, auch beim besten Willen? Uch zu schwach, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen. Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf ihn auch vollführen. 391. Mo Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 251 391. 8. Herr, deß ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das Ulles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden, so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. Wo soll ich fliehen hin, da ich beschweret bin von dem Gefühl der Sünden? wo soll ich Rettung finden? wer wird sich mein erbarmen? wer schaffet Trost mir Urmen? 392. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Liebster Bater, ich, dein Kind falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sün3. Ich traue froh auf dich. Deindenschuld, die mich innigst reuet, Blut floß auch für mich; du rettest größer deine Baterhuld, die mich mich von Sünden, låßt mich den noch erfreuet. Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht gie: bet. 2. Du, mein Herr Jesu, du, du rufft mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe flieh' ich zu deiner Güte: ou hilfft betrübten Seelen, die dich zum Helfer wählen. 4. Wie groß die Sünde sei; du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort recht fasse, mich fest darauf verlasse. Du sprichst: Dir ist vergeben! so fühl' ich neues Leben. 5. 3war viel noch mangelt mir; doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstügen und in Versuchung schüßen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, nichts folle mich entreißen dir, dem ich angehöre, folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken sehen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest, wie ich's meine, du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 2. 3war bin ich's nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen; doch, du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Innres, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vergiebst mir våterlich, wenn ich's redlich meine. 3. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde haffen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlaffen. 4. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der den Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet! Rühm' es, Seele, vor dem Herrn, fließ von Freuden über: Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; gnadigt lieber. er bes 5. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele. Auch wenn ich, dein straus Buße und Besserung. strauchelnd Kind, noch aus Schwach: ren Glaubens himmelan, so preiheit fehle, so gedenkst du, der du sen wir dich hocherfreut hier in weißt, daß mein Herz dich ehret, der Zeit und mehr noch in der meiner Schwachheit und verzeihst Ewigkeit. dem, der wiederkehret. 252 393. 394. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten, durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn, und Kraft zum neuen Leben. steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 2. 3war meine Sündenschuld ist groß; doch reut sie mich von Her zen. Erbarme dich, und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner gnådig an, der du für mich genug gethan, so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Gieb, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Uebungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit. Und naht die letzte Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad? und rette mich. 4. Preis sei Gott auf des Him mels Thron, dem Vater aller Güte, Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte und führ' uns auf der rechten Bahn des wah2. Wiedrückt mich meiner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Hers zen, der du auch mich erlöset hast, erlöst mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz vor Angst und Weh bei der Empfindung ganz vergeh', wie sehr ich mich verschuldet. 3. Fürwahr, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück; was soll dann Trost mir geben? Ich finde ihn bei dir allein, und würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dieß ewig theure Wort ver= spricht ja Ullen Gnad' und Leben, die sich von Neuem ihrer Pflicht und dir, dem Herrn, ergeben und nun, vom Sündenjoch befreit, mit ganzer Herzenswilligkeit treu deine Bege wandeln. 5. Du rufft den Sündern lieb: reich zu: Ihr Neuerfüllten alle, kommt her zu mir, ich schaff' euch Ruh', und richt' euch auf vom Falle; mein Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 253 ew'gen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. mein Joch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch und faßt die Hoffnung, Ruh' zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröstet mich bei des Gewissens Schrecken; du siehst es, ich vertrau' auf dich, laß deine Kraft mich schmecken. Vergieb, o du, der gern vergiebt, das Unrecht, welches ich verübt, tilg' es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist doch die Seligkeit, sein Herz vor dir zu stillen, und dann zu thun auch sein bereit, Herr, deines Vaters Willen! D leite mich auf dieser Bahn, daß ich im Glauben nun fortan dir ganz zu Ehren lebe. 8. Stårk' auch mit deinem Freudengeist mich in den legten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden, und nimm mich so, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 395. Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. Jesus nimmt die Sünder an. Sagt doch dieses Trostwort Ullen, die, fern von der rechten Bahn, noch auf Sündenwegen wallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet Ulle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Sündern Gottes Kinder. Auf und Jesus rufet euch, und er macht aus laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun, so faß ich neuen Muth bei der Größe meiner Sünden. Dein ám Kreuz vergoßnes Blut macht, daß ich Vergebung finden und voll Glaubens sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich setig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 396. Mel. 254 Buße und Besserung. 396. Mel. Jesu, meines Herzens. Nehmet Jesu ladung an, theure Seelen, der für euch auf rauher Bahn sich ließ quälen. Kommt, ach kommt zu ihm heran, Heil zu wählen, kommt, erlöste Seelen. 2. Hengstiget euch das Gefühl böser Thaten, seid ihr mannichfalt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jest be: Laden, kommt zum Quell der Gnaden. 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieden, reich, selig machen. Lernet nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft der Schwa: chen. 4. Er ist voller Lindigkeit und voll Gúte, ganz der Demuth ist ge weiht sein Gemüthe, ist zu lauter Treu' bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh' bedürfet ihr, Troft und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Trost und Leben; eilt, darnach zu streben. 6. O sein Joch ist sanft, und soll nie beschweren; sein Geses ist liebevoll, zu gewähren Ullen Friede, Ruh' und Wohl, die es hören. Folget seinen Lehren. 7. D Erlöser, bleibe doch unsre Freude, und gewöhne an bein Joch deine Leute; tròöfte, stårk', erfreu' uns hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! 397. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Ich habe nun den Grund gefunden, der meine Hoffnung ewig hålt. Und wo? In meines Jesu Wunden, da lag er vor der Zeit der Welt. Ein Grund, der unbe weglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, da er mit offnen Liebesarmen sich hin zu jedem Sünder neigt, weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, wir kommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden: Gott will, uns soll geholfen sein. Denn darum kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein und rief auch uns erbar: mend zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh'! 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißet Heil und Hoffnung gründen! Hier findet kein Verdammen statt, weil Jesu Blut beståndig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Un diesen Ruf will ich ges denken, will ihm getroft und freudig traun; und wenn mich meine Sünden krånken, getroft auf ihn, den Vater, schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Undre mir ents riffen, was Seel' und Leib erquiks ken kann; muß ich der Erde Freuz den Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 255 ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf' entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, erzeigst uns gern Barm= herzigkeit. den missen, nimmt auch kein Freund sich meiner an, ich habe, was mich mehr erfreut, Vergebung aus Barmherzigkeit. 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite, demüthigt seine Gnade mich, ermuntert mich zum neuen Streite und unterstüßt mich mächtiglich. Und wenn mir sein Gericht auch dråut, erwart' ich doch Barmherzigkeit. 8. Er giebt zur Zugend Luft und Stärke; doch klebt die Sünde stets mir an, ich habe keine solchen Werke, mit denen ich mich retten kann, ich rühme bloß mich hocher: freut der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach seinem Wilten. In Ungst und Trúbsal wird er mich mit seines Geistes Troft erfüllen; er hilft gewiß und väterlich: sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 10. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; nur Gottes Gnade will ich trauen, sie führt gewiß zum Leben hin. Mein Heil vollen det nach der Zeit des Ewigen Barmherzigkeit. 398. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. welch ein Troft für meine Seele, daß, Gott, bei dir Verge bung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist! Wie könnt' 3. Mit 3uversicht darauf zu hoffen, heißt uns dein eingeborner Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Beßrung führt. Dann find' ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meiner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch dußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh' doch nicht; und die ist mehr als Ulles werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Gnade, Gott, bei dir. 7. Gieb, daß ich dieß zu Herzen fasse und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten 256 Buße und Besserung. ten laffe, so fehlt mir nie Beruhigung. Und stärkest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zu jez nem Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch, als hienieden, mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, angenehm zu sein. 2. Wer kennt sein Herz, und schämt sich nicht vor deinem Ungesichte? Wer fühlt, daß Unschuld ihm gebricht, nicht in der Wahrheit Lichte? Soll's uns, wie wir's verdienen, gehn, wer kann dann wohl vor dir bestehn? auf Erden wahrlich keiner. 399. Mel. Nun freut euch, lieben c. Ach wäre nicht, o Herr, bei dir nem Trofte heileft. Vergebung unsrer Sünden, wir Fehlende, wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie oft vergessen wir nicht, Gott, dich und dein våterlich Gebot und folgen schnd den Trieben! Fortgang und Wachsthum 400. 3. Und dennoch, Bater, schoneft du; du willst nur unser Leben, siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Berge= ben und tilgst erbarmend unsre Schuld, wenn sie uns reut und deine Huld uns auch zur Beßrung leitet. Mel. Wer nur den lieben 2c. Damit ich schon hier auf der Erde im Guten immer eifriger, stets weiser und stets besfer werde, so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich immer größre Kraft empfahn. 4. Erbarmen ist's, und nicht Berdienst, daß du uns, Gott, so liebest, daß du in Jesu uns erschienst, wie du so gern vergiebest, so gern ein reuerfülltes Herz zur Beßrung stärkst und seinen Schmerz mit bei5. Wohl uns, daß du mit so viel Huld Verschuldeten begegnest und mit Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segnest! Auf ewig, Bater, sei dir Dank, und deiner Gnade Lobgesang sei ein dir heilig Leben. 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen deine Gnade dazu rührt, wen sie zum Fleiß der Beßrung führt, den führt sie auch zum Frieden. in der christlichen Besserung. 2. Daß ich mich nie von ihr ents ferne, gieb mir dein Licht und hilf, daß ich mich täglich besser kennen lerne. Und täusch' ich mich, so warne mich, daß nicht mein Herz durch Heuchelei und Stolz selbst sein Verführer sei. 3. So oft ich zu dir ernstlich flehte, empfing ich neue Kraft von dir. Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 257 9. Hilf mir zum nüßlichen Geschäfte für meinen Nächsten und für mich gebrauchen alle meine Kräfte, stets aus Gehorsam gegen dich. So werd' ich stets vollkommner hier dir, Gott, zum Preis, zum Segen mir. dir. Gieb denn zum Eifer im Gebete stets deines Geistes Untrieb mir, so werd' ich auch durch dich, o Herr, zum Guten immer tüchtiger. 4. Berbotner Lüfte Schmeicheleien verblenden und verführen leicht; doch wer kann deiner Huld sich freuen, der sie nicht ernstlich haßt 401. Mel. Herzliebster Jesu, mas haft ic. und fleucht? Herr, keiner Lüfte Reiz Dich ruf ich an, Gott, laß mich und Wahn entferne mich non deiner Bahn. stets auf Erden im Guten wachsen, stets vollkommner werden; verleihe mir zu diesem besten Werke selbst Licht und Stärke. 5. Um mich zu sichern vor Gefah ren, so laß vor der Zerstreuung mich mein leicht verführtes Herz bewahren, auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Stimme, dein Gebot, auf dein Gericht, auf meinen Tod. 6. Auch laß mich täglich mein Gewissen vor dir erforschen, laß es rein, vor selbst gefuchten Finsternissen gesichert, immer wachsam sein. Es zeige immer schneller mir, was recht und gut ist, Gott, vor dir. 7. Wenn ich mich des Entschlusfes freue, nur dir zu folgen, gieb, daß ich den besten Vorsag oft er: neue, nichts mehr zu lieben, Gott, als dich; und, was dein Kind von sich nicht hat, auch zum Entschlusse felbst die That. 8. 3um 3iele schneller hinzueilen, laß nie nich meine Uebungszeit mit dir und mit der Sünde theilen, und keine Stunde werd' entweiht, und keine, die ich nüßen kann, klag' einst vor dir, o Gott, mich an. 2. Dein Wort, ich mög' es lesen oder hören, erhebe tåglich mehr durch seine Lehren den trågen Geist, daß ich auf deinem Wege nie wanken moge. 3. Gieb, daß ich's ernstlich, gern und oft betrachte, und treu auf deiner Wahrheit Eindruck achte, und ihn auch oft erneure, vor Gefahren mich zu bewahren. 4. Gieb, daß ich's tief in mein mich täglich leiten lasse, und darGedächtniß fasse, daß ich von ihm nach thue, gegen jede Sünde mehr Spaß empfinde. 5. Hilf, daß ich, was mich rührt, was es verdammet, was meiner Tugend Eifer mehr entflammet, was tröstet und erquicket, oft bedenke, wenn ich mich kränke. 6. Daß ich, gestärkt durch jede gute Rührung, und tåglich weiser unter deiner Führung, stets eifriger, bewahrt vor jedem Falle, zum Biele walle. R 7. Laß Buße und Besserung. sein. 7. Laß immer mich empfinden, deine Hülfe doch von mir nicht ferne wie so nahe du, Gott, mir seift, damit ich Kraft empfahe, durch deine Gegenwart zu edlen Werken mein Herz zu stårken. 8. Auch sei mir Jesu Vorbild gegenwärtig, daß ich zu allen guten Thaten fertig und willig sei, zu ehren deinen Namen, ihm nachzuahmen. 258 9. Was ich von deinen Werken seh' und höre, das diene mir zur Beßrung, das belehre, das treibe mich, was recht ist, nur zu wählen, um nie zu fehlen. 10. Es stårke mich in allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten; und, einst empfängt der Treue seine Krone zum Gnadenlohne. 11. So werd' ich, Bater, tåglich mehr auf Erden im Guten wachsen, immer treuer werden, und so empfahn zu meinem besten Werke mehr Licht und Stärke. 402. Mel. Gott du frommer Gott sc. Herr, allerhöchster Gott, von dem wir alle Gaben, und was uns någlich ist, in reichem Maaße haben, o sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände, hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum ſein. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Bater seist und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei, damit mein Herz sich dein, als seines Baters, freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, so kråftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig und stets beflissen sei, zu thun, was dir gefällt, so hab' ich schon in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger botest und, wenn sie wankten, dann beim Bater sie vertratest, ach unterstug' auch jest mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht! 7. In deiner Mittlerhand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüge mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Secle Seligkeit, erlange und dich preis' in alle Ewigkeit. 403. Mel. Wer nur ben lieben Gott se. Nicht, daß ich's schon ergriffen håtte, die beste Tugend bleibt noch schwach; Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 259 Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Zugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicher: heit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strau: chelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Uendrung unsrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht qualen, und dampfst fie; doch du wechselst nur, dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust, oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Undern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fållt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dråut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft; kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferft du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh' und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fodert's Gottes Wille, auch dieser zu ent fliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst áßigkeit; denn auch Geduld? du dienest gern, wenn Undre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Bon allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach' und streite, denk nicht, daß du schon R 2 gmiz Buße und Besserung. 260 gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach' überall. es fei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Willen treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 404. Mel. Durch Adams Fall ist sc. Oft klagt dein Herz, wie schwer oder wählen müssen. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dåmpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kåmpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weifort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte denken? 4. Nimm an, Gott hått' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu krånken, den 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, drum gab er uns Gesete. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Er redt zu uns durch den Verstand, und ſpricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn, 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Wer Kräfte Herz zu überwinden. hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen, Gott ist es, welcher Beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet' oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stårket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 261 Dich müsse nie des Frechen Spott und locket mich zur Sicherheit und auf diesem Pfade hindern: der eiteln Selbstgefälligkeit. Gelingt wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, es ihr, so glaub' ich dann auch leicht, und nicht bei Menschenkindern. daß ich nicht fallen kann. 10. Sei stark, sei månnlich alle= zeit, tritt oft an deine Bahre, vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sicht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein; dieß muß dein Herze stillen. 405. Mel. So wahr ich lebe, spricht sc. Noch wohnt zum Bösen Hang in mir; auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, versucht er mich zu Sünden noch, und stårket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit, zu thun, was dein Geset verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön, ich will auch ihre Bahn nur gehn, betrete sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seine Pflichten nicht vergißt, hier ruhig und einst felig ist; 3. Doch oft erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, 4. Dann bin ich bald verführt: denn ach wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrößert seine Kräfte sich und traut auf sich mehr, als auf dich, verschmäht die Feinde, die ihm dråun, wird tråg' und laß, und schlummert ein. 5. Und o wie nah' ist dann sein Fall, wenn er versuchet überall, von außen her und durch sein Herz, mit Luft, Gewinn, und Furcht und leicht, wie leicht verliert er alle Schmerz nun kämpfen soll! Wie Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott. Mich schrecken leicht Gefahr und Spott; 3erstreuung und Vers messenheit, des Beispiels Reiz, die> Weichlichkeit, und stark Gefühl für Luft und Schmerz, wie leicht verderben die das Herz! 7. Wer kann mir beistehn? Du allein sollst meine Hülf' und Stärke sein! Eaß meine Schwachheit immer mir vor Augen stehn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sei, dir bis zum Tode selbst getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand, noch Herz mehr irrt. Wie heilig werd'ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig sein! Bitten 262 Buße und Besserung. Bitten um Kraft zur Besserung und Beständigkeit in derselben. 406. Mel. Gott sei gelobet und sc. Ich habe, Herr, von meiner Sünden Bürde nun entlastet, deinem Namen mich ganz geheiligt. Wür de nur, ach würde mein Gelübd' auch That und Umen, mein treuer Heiland! 2. Es ruft, es seufzet meine ganze Seele um die Kraft, es zu erfüllen, damit ich standhaft deine Wege wähle, ungetåuscht nur deinem Willen, nicht Lüsten folge. 3. Ruf' mir aus deinem Himmel: Ueberwinde, Lüste täuschen und verderben; ich króne dich, wenn ich getreu dich finde. Heil den Kämpfern, die mir sterben, sie werden leben! 4. Mit dir, du Ueberwinder, will ich streiten. Nach dem Kampfe gieb die Krone mir, deinem Streiter, deine Seligkeiten, die Unsterblichkeit zum Lohne, Herr, mein Vergelter! 407. Mel. König, dessen Majestät zc. Erbarm' dich, Herr! Mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. Gleich einem Rohr vom Wind be= wegt, wankt auch, von Leidenschaft erregt, oft meine schwache Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich recht feste Tritte thu', und nur das Gute wähle! 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken; stårk' meinen ungewissen Sinn zu festeren Gedanken. Wenn von der Lust zur Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem Dienst zu weihn, soll stets mein ernGieb dazu das ster Wille sein. Vollbringen. 3. Und wenn ich auf der Tugend Pfad bisweilen gleitend walle, so schütze du durch deine Gnad' mich vor dem nahen Falle. Wenn böse Lust in mir aufsteigt, und ich zum Weichen bin geneigt, so lenke meinen Willen. Erhebe meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Wuth durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, ge= denke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Zugend; und doch trugst du mich mit Geduld! Laß, Bater, laß mich diese Huld undankbar nicht verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil, o laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch, du kenneft mich; wie schwach sind meine Kräfte. Doch meine Seele hofft auf Bitten um Kraft zur Besserung. 263 mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. auf dich, du wirst zu dem Geschäfte Reiz der Eitelkeiten, deren Menge der Heiligung mir Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr er: neun, vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, und einst in der Vollkommenheit, Herr, deine Kraft erheben. 5. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du råchen, bösen Vorsag strafst du nur. Hått' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz er= liegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. 408. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Ach wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig fei! Noch nicht, ich gesteh's mit Chrånen, kann ich mich von ihr entwöhnen; immer noch ereilt sie mich und verführt mich wider dich. 2. In der Undacht sel'gen Stun: den, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entschlüssen, schwur ich dann, dir treu zu sein, 6. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach, kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach, o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 4. Aber, ach zu schnell emporet sich der Leidenschaften Macht, sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plößliche Versuchungszeiten, Beispiel, 7. Wenn ich falle, laß mich's mer: ken, laß mich streben aufzustehn, eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich, fester gehn, warne mich, sei mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. 409. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr 2. und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig Herr, mein Erlöser, nur von dir wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. kann ich mir Hülf' erflehen, vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben dir zu leben, und Muth zu diefer Pflicht, das wolleft du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief in's Herz geschrieben: von ganzer 264 Buße und Besserung. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Willen thu', so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du dem Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Beit, kein Weltglück dir entreißen: denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock, sie dein' Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie zu dir sich von der Welt erhebe. Ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen und dann dort wonnevoll dein Untlik ewig schauen. 5. Ich kämpf', ermatt' und strauchle oft, hilf, Herr, mein Gott, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft, du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden und endlich, Herr, durch dich in Allem überwinden. dem Nächsten nüglich sei, nach dei ner Lehre lebe. 2. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Seele, damit ich nicht aus Sicherheit mein wahres Heil verfehle. Gieb, daß ich meine 3uversicht auf dich nur möge bauen, dir vertrauen, auf meine Kräfte nicht, um ewig dich zu schauen. 3. Hilf, daß ich meinen Feinden gern auch ihre Schuld erlasse, und gleichgesinnt dir, meinem Herrn, sie nie verfolg' und hasse. Laß meinen Glauben sich, mein Gott, durch deines Wortes Lehren stets vermehren, auch in Gefahr und Spott dich freudig zu verehren. 4. Laß weder Furcht noch Lust von dir mich, weil ich lebe, scheiden. Beståndigkeit verleihe mir im Glück und auch im Leiden. Un guten Werken reich, werd' ich dann deinen Himmel erben, selig sterben, ob sie gleich nichts für mich verdienen, noch erwerben. 5. Ich kämpf' und will dein Junger sein, hilf, o Herr Christ, mir Schwachen. Auf dich verlaß ich mich allein, du kannst mich stärker mas chen. Wenn Sünde mich versucht, will ich doch nimmer dich verlassen, will sie hassen. Du wirst, du kannst auch mich, mein Heiland, nicht verlassen. 410. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift, 411. der du der Deinen Klagen vernimmst und gern ihr Helfer bist, Mel. Kommt her zu mir, spricht zt. laß mich nie muthlos zagen. Gieb, Ich weiß und bin's gewiß, daß ich daß, im wahren Glauben treu, ich bir mich ganz ergebe, dich erhebe, erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. Ges Bitten um Kraft zur Besserung. Gelobt sei Gott, ich bin's gewiß. Hilf, mein Erlöser, daß ich dieß bis an mein End' empfinde. 2. In dieser so verderbten Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach' über meinem Glauben. Du Freund der Menschen, wache du, daß keine Zweifel meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz laß mich, wie er's verdient, verachten. Mit desto stårkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Gelegen= heit zur Sünde giebt, zur Eitelkeit und zu verbotner Freude, so dåmpfe du in meiner Brust die aufge regte bose Lust, daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen tassen, mich dann aus Sündenlust vergehn, und deiner Wahrheit widerstehn, ihr helles Licht gar haffen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoffnung mir, o Gott, entrissen würde, so würde mich nichts mehr erfreun, die Welt mir trüb' und traurig sein, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht mit Freud' und Trost im Angesicht, mit Seelenwollust sehen; für ihn hätt' ich dann keinen Sinn; dann wär' die frohe Hoffnung hin, zu ihm einft einzugehen. 265 8. Gewissensschrecken würden mich, der ich vom Pfad des Guten wich, schon hier zur Qual ergrei fen, und peinigende Furcht vor dir, der Welten Richter, sich in mir mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Kreuze starbst und Hoffnung mir und Trost erwarbst, laß mich so tief nicht fallen. Erhalte mir des Glaubens Ruh', und meinen Wandel lenke du nach deinem Wohlgefallen. 412. Herr, auf dich will ich fest hoffen, Guts zu thun, verleihe mir. Deine Wohnung sei mir offen, redlich da zu dienen dir. An dir laß mich haben Lust; Weltlust sei mir unbewußt. Was mein Herz annoch verlanget, gieb mir, wenn es an dir hanget. 2. Dir befehl' ich meine Wege, auf dich hoff' ich, Herr, mein Gott, zeige mir die rechten Stege, laß mich nirgend in der Noth. Alles wirst du machen gut, stårke nur den schwachen Muth, daß ich dir sei ganz ergeben und in dir recht möge leben. 3. Herr, nach deinem Wohlgefallen lehre mich thun immerdar: denn du bist mein Gott in Allen, dein Geist meiner nehme wahr, führe mich auf ebner Bahn und bring' mich gen Himmel an. 2ch Herr, laß mich nimmer irren, noch des Satans List verwirren! 4. Lehre mich, Herr, wohl bedenken, daß es mit mir haben muß bald ein 266 Buße und Besserung. ein Ende, da sich's lenken wird zum Biel und da mein Fuß geht davon aus dieser Zeit hin zur lautern Ewigkeit. Uch laß mich, Herr, um dich schweben, ewig wohl bei dir zu leben! 413. Mel. Gott, bu frommer sc. Ach Gott, verlaß mich nicht! Reich' du mir selbst die Hände, daß ich den schweren Gang durch's Leben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sei du mein Schuß, mein Licht, mein Führer, Helfer, Freund, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Uch Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Gieb mir den guten Geist, des Glaubens Zuver: sicht, und, wenn ich straucheln will, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Uch Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zur rechten Zeit mir Hülfe widerfahren! Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Uch Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen. In allem meinen Thun begleite mich dein Segen, die Werke meines Umts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich gedeihn, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Uch Gott, verlaß mich nicht! Dir bleib' ich ganz ergeben. Hilf mir, daß ich, o Gott, recht glauben, christlich leben, und selig sterben mag, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Noth und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! 414. Mel. Gott des Himmels und der zc. Geist, vom Bater uns gegeben, heilige und beßre mich. Weiſe, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu", mich zu bessern, in mir neu. 2. Fern vom Ziel, wornach ich ringe, ruf' ich: Lindre mir die Last, daß ich jenes Werk vollbringe, das du angefangen hast; läßt du mich an Hülfe leer, dann wird mir die Last zu schwer. 3. Uch ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich! Ven Begierden hingerissen, täuscht die eitle Beele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 4. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, so wie Jesus, sein. 5. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Kleinod kommen mag. 6. Gieb zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Luft; und im Kampfe floße Stärke mir in meine Bitten um Kraft zur Besserung. meine schwache Brust; gieb mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod. 7. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe, zeige meinem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. So ge: stårkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. 415. Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich 20. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und mich dir weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin: dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein, er stårke mich in meiner Pilgrim: schaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, auch an dem bösen Zage sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trúbsal schickst. 4. Uch hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Danf 267 und Ehre bringen, dir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 416. Mel. Wenn wir in höchsten ze. Nach dir verlanget mich, nach bir, Gott, meine Hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Uch mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot, du willst, ich soll dich lieben, Gott, willst, daß ich redlich handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 4. Und doch verleg' ich diese Pflicht und schäße deine Gnade nicht; ein elend Scheingut zieh' ich Thor oft ihr und meinem Heile vor. 5. Mein Herz, das seine Schuld erkennt, du siehest es, mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Geseg befiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. 6., Ich traue der Barmherzigkeit, die sich noch jeden Tag erneut, der Vaterhuld, die immerdar gefallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort giebt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Christ, daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch 268 Buße und Besserung. 8. Doch nie entfall' es meinem Sinn, daß ich als Chrift berufen bin, auch meines Mittlers Tugenden hier thåtig zu verkůne digen. 9. Wie ich die Gaben ange= wandt, die ich empfing aus deiner Hand, dieß wird die große Frage sein, bricht dein Entschei= dungstag herein. 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die; wie man gelhaft durch tausendfache Hinderung der Anfang unsrer Heiligung! Seligkeit der christlichen Besserung. 417. Mel. Jesu Christ, mein's 2c. Wohl uns, wenn wir, o Geist des Herrn, bekehrt und gläubig sind, und gern auch heilig würden, willig nun, was unser Gott gebeut, zu thun. 3. Der Hang zur Sünd' in unfrer Brust, gewohnter Laster Reiz und Lust, und frohe Sünder, ach wenn die uns reizen, was vermògen sie! 4. Der Kampf der Tugend ist so schwer; ach Selbstverläugnung fodert er, Beherrschung unsrer Sinnlichkeit und Muth, der selbst den Spott nicht scheut! 10. Ein Herz, das sich des Gus ten freut, voll Menschenlieb' und Gott geweiht, dieß soll ich dort nicht erst empfahn; mein Richter fodert's schon alsdann. 5. Unhalten sollen wir, und nie Verführern folgen, und, wenn sie sanft schmeicheln oder furchtbar 11. Schaff' dieses Herz in mir: denn ach, du weißt es, Bater, ich bin schwach. Mein Trost sei mein Vertraun auf dich, und Redlich keit behüte mich. draun, doch fest und unbeweglich ſein. 6. Wie leicht, wie leicht erlågen wir, wenn wir, o Geist von Gott, bei dir nicht Hülfe fånden, wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuversicht! 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versäumst du nie, wenn er nur erst sich redlich, gut zu sein, entschließt, getreu nur auch im Kleinen ist. 8. Du giebst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets größern Muth, und auch mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwachheit auch im Lauf und fällt, so hilfft du schnell ihm auf. Er, weil er sich auf dich verläßt, nimmt zu an Weisheit und wird fest. 10. So wächst der Jüngling auf zum Mann, der stehn und über= winden kann, bis er erkåmpft, was er begehrt, in jeder Prüfung mehr bewährt. 11. So Seligkeit derselben. 11. So stehst du allen Frommen bei, daß sie, bis in den Tod getreu, sich sicher ihrem Biele nahn, des Glaubens Kleinod zu empfahn. 418. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Wohl euch, ihr Gläubigen, wohl er zum Bater geht. euch, daß ihr dem Herrn nur lebt, daß ihr an guten Werken reich zu werden euch bestrebt. 269 9. Wenn er ein trauernd Herz erquickt, sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hatt' er's ihm gethan? 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust die Rechte Gottes lernt, und, eures Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt; 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, weil ihr's könnet, jetzt Licht, Kraft, Gelegenheit und Zeit zu edlen Werken nügt; 4. Daß ihr die Selbstverläugnung nicht, der Zugend Kampf nicht scheut; auch wenn sie schwer ist, doch der Pflicht, getreu zu sein, euch freut; 5. Daß, leidet für die Zugend ihr Verfolgung oder Spott, ihr recht thut ohne Ruhmbegier, und Keinen scheut, als Gott. 6. Wohl dem, der Glauben har und übt, und alles Gute bloß um seines Gottes willen liebt, wohl ihm, sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets mu thiger, wenn er gesieget hat? wird er nicht immer herrlicher durch jede gute That? 8. Wo wohnet die Zufriedenheit, wo wahre Ruh' und Lust, als bei der wahren Heiligkeit, als in des Frommen Brust? 10. Die Ernt' ist reicher als die Saat, die hier sein Glaube fåt. Ihm folget jede gute That, wenn 11. 3u dürftig ist die ganze Welt dem, der, der Sünd' entflohn, fest an dem Unsichtbaren hålt; der Himmel ist sein Lohn. 12. Der öffnet sich, vom Throne schallt's: Geh ein, du frommer Knecht, der ganze Himmel wiederhallt's: Geh ein, du frommer Knecht! 13. Geh ein, geh ein! du strittest gern, die Kron' ist schon bereit; empfahe nun das Reich des Herrn und seine Seligkeit! 419. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Wer, o mein Gott, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfängt, zum Eigenthume dir erkoren, der Súnd' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt, wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finsternis sen und von der Sünde Sklaverei, begnadigt, ruhig im Gewissen, von Strafen des Gesekes frei, sieht er in dir, mit dir vereint den Vater nur, und keinen Feind; 3. Darf Ulles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; 270 erwarb; wird Ulles auch von dir empfangen, weil der zu seinem Heile starb: Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe seiner Pilgerschaft; Buße und Besserung. 4. 3um sichern Siege deine Stårte, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guten Werke; im Leiden Trost und Linderung; und selbst in seiner Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen Gebete ist er der frohen 3uversicht, daß, als dein Kind, er vor dich trete; und du beschämst dein Kind auch nicht; ja deine Baterlieb' gewährt ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trôsten, lenkst du mit väterlicher Huld, was nur geschieht, zu seinem Besten, und haft, wenn er auch fehlt, Geduld, hilfft gern von seinem Fall ihm auf, und förderst seiner Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen, liebt alle Menschen brüderlich. Was er nur thut, wird Heilund Segen; auch freut er deines Beifalls sich. Mag doch der Sünder ihn verschmähn; er wird von dir, o Gott, gesehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit seinem Loos, ist für die eitle Lust der Erde zu selig schon, zu reich und groß; und seine Wünsche, Gott, begrenzt kein Glück der Welt, wie sehr es glänzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht: es ist sein Freund. Von dir zum Erben angenommen, frohlockt er dann, wenn er erscheint. Er endet fröhlich seinen Lauf und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfångt, und, dir zum Eigenthum erkoren, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt und göttlich lebt. Wie felig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Chrift! 420. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zt. Schon hier lebt selig und vergnugt, wer Gottes Wege geht, die schnöde Lust der Welt besiegt, fest in Bersuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sich's des hohen Beifalls freut, womit es Gott belohnt. 3. Noch größrer Lohn erwartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit gehn, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. 421. Wer Gottes Wege geht, nur der hat großen Frieden, er widersteht der bösen Lust, er kämpft und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, Seligkeit derselben. schieden, ist seiner Tugend sich bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe, wächst an Erkenntniß und an Kraft, wird aus der Schwachheit stark, und liebt und schmeckt das Gute, das Gott in seiner Seele schafft. 3. Ihn hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft tåglich sich vor seinem Thron, bereut der Fehler Zahl, und tilgt der Sünden 422. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Schmerzen durch Jesum Christum, Beglückt, beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an guten Werken reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vers gißt, daß seine Seel' unsterblich ist. seinen Sohn. 4. Getreu in seinem Stand, ge= nießt er Gottes Gaben, wehrt seiner Seele Geiz und Neid, und ist, wenn Andre gleich viel Beins und Kornes aben, in Gott bei Wenigem erfreut. 5. Schenkt seine Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen und, wie ſein Gott, gutthätig sein, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen, und selbst den Feind in Noth erfreun. 271 von Gott gezeugt zu guten Werken, und haben Einen Herrn, Ein Heil. 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz, giebt ihm Geduld und Muth. Kein Tod, der ihn erschrecket; im Tode noch freut sich sein Herz. 6. Ihm ist es leichte Laft, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist: die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben, und durch die Liebe siegt der Christ. 7. Er krånket nie dein Glück, schüßt deinen Ruhm, dein Leben: denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt dich mit Geduld, ist willig zum Vergeben: denn Gott, denkt er, vergiebt auch mir. 8. Sein Beispiel fucht dein Herz im Guten zu bestårken, er nimmt an deiner Tugend Theil: denn Alle sind 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, leicht und schnell zu thun, spricht nicht im Sommer, gleich dem Trågen: noch will ich schlummern, will noch ruhn; såt früh, und wuchert mit der Zeit zur Ernte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann, und nuget jeden Augenblick für Gott und seiner Brüder Glück.. 4. Nie abgeschreckt von Hindernissen, stårkt er mit Gottes Stärke sich zu seinen heiligen Entschlüssen, im Guten unerschütterlich; und kostet auch die Tugend Müh', er kämpfet und vollbringet sie. 5. Beschwerden scheut er nicht, ges rüstet mit Selbstverläugnung, und enta 272 Buße und Besserung. entbehrt, was Sinn und Eitelkeit gelüftet, großmüthig, größrer Freuden werth; wie schmeichelnd auch das Laster sei, doch stets sein Feind, und Gott getreu. 6. Er widersetzt mit festem Muthe den Lastern sich, und kämpft für Gott. Ihn treff' im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; ihm bleibet doch der Preis des Streits, er kämpft und ringt: denn Gott gebeut's. 7. Er zählt der großen Siege viele; und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch, nur ihr seid groß, nur ihr seid reich. 423. Mel. Herzliebster Jesu, was haft sc. Gott, wo ist Noth und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Wie enden sich nicht jeder Thorheit Freuden in bittre Leiden! 2. D wåren wir, vom Jüngling bis zum Greise, gehorsam deinem Willen, gut und weise, was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen? 3. Schon, heilsam, zahllos, Bater, sind die Gaben, die wir von dir zu wahren Freuden haben. Wo strâmt uns nicht der Tugend Heil und Segen von dir entgegen? 4. Wie würde jede wahre Lust auf Erden erhöht, und jede last erleich: tert werden, wenn unser Herz den Täuschungen der Sünde stets wis derstünde! 5. Doch ach sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen, und verwüſstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht allen Tas gen mit neuen Plagen. 6. Wenn können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Gott, denken, ohne Furcht und Grauen, an Tod und Grab, und an ein ewig Leben, und nicht erbeben? 7. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet und bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 8. Wie können wir dich, Gott, genug erheben, daß du uns führen willst den Weg zum Leben, uns heiligen und stärken, alle Sünden zu überwinden? 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, uns Licht gab, und vom Sündendienst entwöhnte, Kraft gab und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln und recht zu handeln! 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden, dir stets gehorsam, dir getreu, auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben. 424. Mel. Werde munter, mein 2c. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath; wobr Seligkeit derselben. wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch betritt der Sünder Pfad, ber der Spotter Freundschaft flieht, ihrem Umgang sich entzieht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret; 3. Also wird auch jeder grünen, der in Gottes Wort sich übt; Alles wird ihm müssen dienen, daß er reiche Früchte giebt; seine Blätter werden alt, und doch niemals ungestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. 2. Wohl dem, der mit Lust und 2. Heiter fühlt sich meine Seele, Freude Gottes Wort hört, daran weil ich, was vor dir recht ist, wäh glaubt, und hier, als auf süßer Weile und, unterstükt von dir, auch de seines Geistes, stets verbleibt! thu'. Jeder Sieg, den ich erringe. Dessen Segen wächst; er blüht, wie ein Baum, den man dort sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen 3weig' ausbreiten. wenn ich der Lüste Reiz bezwinge," füllt mich mit neuer Wonn' und Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Lasterdienst befreit, deinen Willen von Herzen thun, und fröhlich nun in deinem Beifall ganz beruhn! 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, dessen Glück wird bald vergehn, wie der Wind die Spreu zerstreuet, wird man es verfliegen sehn. Hält der Herr einst sein Gericht, da besteht kein Sünder nicht: denn Gott liebet nur die Frommen, und, wer bos' ist, muß umkommen. 273 425. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Herr, aus deiner Gnadenfülle fließt meiner Seele sanfte Stille, und Lust und Kraft zur Zugend zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, so kenn' ich erst das rechte Leben, und schmecke des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir. Hochgelobet sei deine Treu'; sie schuf mich neu, vom Sündendienst bin ich nun frei. 3. Beugt auch mancher Fehl mich nieder, so richtest du mein Herz Gnade auf. Du vermehrst zu dem doch wieder mit Trost an deiner Geschäfte der Heiligkeit mir Trieb und Kräfte und förderst mich im Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst, reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu und wachsamer in 3ukunft sei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Selber auf dem rauhsten Pfade bleibst du mein Trost und deine Gnade, die keinen From= men je verläßt. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeihn, denn dich liebet mein kindlich Herz. Auch unter Schmerz seh' ich getrost nun himmelwärts. 5. Ja 274 5. Ja ich seh' im Geist ihn offen und bin schon froh im sichern Hof fen, daß ich auch einst sein Bürger bin. Unter wonnevoller Stille fließt dann, so ist's dein gnåd'ger Wille, mir meine Ewigkeit dahin. Dann fühl ich hocherfreut die volle Se ligkeit deiner Gnade, und preise dich, Herr, daß du mich damit beglückt hast, ewiglich. Buße und Besserung. 426. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. der Meine Seele, freue dich! Zu Meine Seele, freue dich! Bu der Würde seiner Kinder hob der Herr, mein Gott, auch mich tief vor ihm gefallnen Sünder. Mein ist nun das beste Theil, sicher ist bei Gott mein Heil. 2. Der mich zu sich zog, ist Hert, der die ganze Welt regieret. Ihm vertrau' ich mich: denn er führt zum Segen, wie er führet. Was der beste Vater thut, ist wahrhaftig, weis und gut. 3. Dieser Hoheit mir bewußt, fuch' ich, Bater, deinen Willen überall und stets mit Lust, wo ich wandle, zu erfüllen. Und du stehst mir hülfreich bei, daß ich dir gehorsam sei. 4. Bloß ein sinnlich Glück ist nicht, was ich wünsche; höher strebet meine Seel' in deinem Licht, die für diese Welt nicht lebet, die, wie chön sie ihr auch ist, doch des Himmels nie vergißt. 5. Und weil dir mein Herz ges fällt, o so hab' ich auch in Leiden dennoch schon in dieser Welt über schwanglich große Freuden. Mir zum Besten dienet ja, was ge= schieht und was geschah, 6. Was geschehn wird, was sogar Feinde wider mich beschließen, jede drohende Gefahr, wird mir nüglich werden müssen, wird, ich werd' es freudig sehn, meine Seligkeit erhöhn. 7. Auch in Dunkeln zag' ich nicht, lasse dich, mein Vater, sorgen. Du umstrahlest mich mit Licht, wie die finstre Welt der Morgen, du bez schirmst und leitest mich, muthvoll feh' ich stets auf dich. 427. Mel. Schaz über alle Schäße sc. welch ein selig Leben führt, Gott, dein Freund schon hier! Sein Glück, sein Ruhm, sein Streben, ist Gnade, Herr, bei dir. Du weißt, was Jedem nüßet, du weißt, was ihm gebricht. Wer deine Huld besiget, wie selig ist der nicht! 2. Ihm fehlt's an wahren Freuden, an inn'rer Ruhe nicht, gelassen und bescheiden hofft er voll Zuversicht, du wirst auf seinen Wegen sein Schuß und Führer sein, und ihn mit deinem Segen auch künftig noch erfreun. 3. Er trauet deirer Güte, ver= zagt im Kummer nie; mit freudigem Gemüthe verläßt er sich auf sie; genießt das viele Gute auf dieser Erdenwelt mit immer fro= hem Seligkeit derselben. hem Muthe, weil er's von dir erhält. 4. Dir, der sein Schicksal lenket, ihn immer weise führt, ihm tausend Freuden schenket, und våterlich regiert, dir dankt er seine Freuden, dir dankt er jedes Glück, und schaut bei seinen Leiden auf jene stets zuruck. 5. Wenn ihm sein Wunsch ge= linget, sein eifrigstes Bemühn dem Ziel ihm näher bringet, das ihm noch ferne schien; wenn er sich nicht vergebens der nahen Hoffnung freut, fühlt er das Glück des Lebens ganz mit Zufriedenheit. 6. Wenn, feinen Gram zu stillen, nicht, was er wünscht, geschieht, so ehrt er deinen Willen, und aller Unmuth flieht, weiß: was dein Rathschluß lenket, muß gut und weise sein und, wenn es ihn gleich krånket, ihn doch zulegt erfreun. 7. So, Bater, hilf mir leben und mit Zufriedenheit mich kindlich dir ergeben in Freuden und im Leid, in Noth nie muthlos klagen, und nie aus Eitelkeit zu kühne Wünsche wagen, die oft mein Herz bereut. 428. Mel. Herr, wie du willst, so 2c. Wie fanft fließt mir mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich ganz Gott ergeben bin, der Sündenlust entsage, von allem schnöden Triebe frei, der Lehre mei275 nes Heilands treu, rechtschaffen denk' und handle. 2. Erhabne Ruhe füllt mein Herz: denn mich beherrscht kein Laster, mich quâlt nicht des Gewissens Schmerz, stets führ' ich mich gefaßter zum Kampf mit jeder Leidenschaft, und Gott verleihet mir die Kraft, fie glücklich zu besiegen. 3. Mich führet seine Batertreu' auf dieses Lebens Wegen, sie wird mir jeden Morgen neu, nie fehlet mir ihr Segen. Er, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährt mir Alles, was mir nůßt, lenkt Uebel selbst zum Guten. 4. In trüben Stunden wird mein Herz aus Kleinmuth nie vers zagen. Und zwingt mich auch der Leiden Schmerz zu wehmuthsvollen Klagen, so weiß ich: Gott verläßt mich nicht, der Herr ist meine Zus versicht und soll es ewig bleiben. 5. Und wenn mich seine Huld ers freut, wenn mich kein Kummer krånket, er Glück zu meinem Fleiß verleiht, mir Ruh' und Wohlstand schenket, so fühl' ich doppelt ihrenWerth, mein Herz, das sie so sehr erfährt, dankt ihm, dem besten Bater. 6. Wenn sich dieß schwache Herz verirrt und ich aus Schwachheit fehle, wenn meine Zugend wankend wird, und ich ein Scheingut wähle, so führt er mich, zu meinem Glück, von meinem Irrthum bald zurück und lehrt mich weiser handeln. S2 7. Gewiß 276 7. Gewiß, daß eine jede Pflicht mich führt zum frohen Leben, bin ich zu Gott voll Zuversicht, er werde zum Bestreben, sie auch zu thun, mir Kraft verleihn und Gnade, wachsam stets zu sein, um keine zu verlegen. 8. Wie freut mich jede gute That, die ich mit Gott vollbringe, wie freut's mich, wenn ich auf dem Pfad der Tugend weiter dringe! Den Ernst in meiner Besserung, den Eifer in der Heiligung belohnt einst volle Wonne. Buße und Besserung. Seligkeit eines guten Gewissens. 429. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. welch ein unschäßbares Gut ist doch ein gut Gewissen. Hab' ich nur das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht, mich schreckt kein Zod und kein Gericht: ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huld be wußt und, Gott, bei dir in Gnaden, so wohnet Ruh' in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht, mich tröstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch das Gift der Låsterungen, wird meines Herzens Ruhe dich dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß ich nur mein Gewissen rein, und flieh' ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschüßen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen, sie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort, dort erst macht, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme siegen. 1 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei beflissen. Gott, deiner Huld gewiß zu sein, dein heilig Recht nie zu entweihn, ſet meine größte Sorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme ehren, und ohne frommen Vorsah nicht auf seine Warnung hóren. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stårke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsak fehle. Denn wer nur reis nes Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Ullwissender, zum Troste. 430. Mel. Wer nur den lieben ic. Wenn ich ein gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit. Es ist des Himmels beste Gabe, das höchfte Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. 3h Seligkeit derselben. 2. Ich bebe nicht, wenn Súnder beben, daß Gott gerecht und heilig ist, mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich hier himmlisch wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich brauche, mir verleiht, und Jedem Heil und Segen giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låstrung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld in Leiden sein? 5. Ich eile mit geseßtem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so geh' ich ein zur wahren Ruh', weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhekt. 6. D Seele, darum sei beflissen, daß bei unwandelbarer Treu' ein immer freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sei. Und du, mein Gott, regiere mich: denn was vermag ich ohne dich? 431. Mel. Welt, sich hier bein 2c. Sin ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in 277 Tagen, wo Undre ångstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist be zeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich rübsal drücket, wie unschågbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dieß ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dåmpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein zufriednes Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch in Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wors nach die Thoren schmachten, was giebt dazu uns Muth? Was trôftet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten, welch Glück, mein Gott, kann größer sein? 8. Låßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles 278 Buße und Besserung. schüßte mich. Alles von mir weicht; kann ich nen; doch, Dank sei Gott, ich dann voll Vertrauen auf dich noch, Bater, schauen, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. D laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stårken, daß groß der Lohn im Himmel sei. 432. Befig' ich nur ein ruhiges Gewissen, fo ist für mich, wenn Undre zagen müssen, nichts Schrecks liches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil, dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, wenn Gottes Geist in meinem Geifte zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in unserm Leben, sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dieß Laffe Gottes Geist nicht zu. 5. In jene Pein, mich selber zu verklagen, der Sünde Fluch mit mir umher zu tragen, in diese stürzt' ich mich hinein? 6. Laß auch die Pflicht, dich selber zu besiegen, die schwerste sein, sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 7. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Luft entbren 8. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht. 9. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen dir jeden frohen Augenblick. 10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Muth, die Güter zu verachten, wornach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 12. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 13. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen, welch Glück, o Mensch, kann größer sein? 14. Sich, Ulles weicht, bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Berdammlichs an ihm ist. 16. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen, Gott ist es, dessen Hand mich hålt. II. Ver Erkenntniß und Verehrung Gottes. II. Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jesum insbesondere. Erkenntniß und Verehrung Gottes. 433. Mel. Herzliebster Jesu, was sc. Wenn Senn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet, so mûff' er nicht an Eitelkeiten denken, dich müff' er denken! 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke. Herr, ich schmachte, dich recht zu kennen und nach deinen Lehren dich zu verehren. 3. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das, so wie du, verdient, erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen Durst nach Heil so stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst bu doch, wenn wir dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. 279 7. 3u diesem mir so seligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte. Gieb, wenn ich dich in deinem Worte höre, daß nichts mich store. 8. Uch mein Verstand ist tråg', ist leicht zerstreuet und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch haft du uns, sei hoch dafür gepriesen, selbst unterwiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 9. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, verführt ihn, seiner Grenzen zu vergessen, will mehr, als deine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. Steh mir denn bei und leite meine Seele, daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle. Verleih' ihr, daß sie nicht so leicht ermüde, Ernst, Lust und Friede. 11. Dann werd' ich immer besser dich erkennen, dann tåglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich ers heben, dir ewig leben. 434. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Mein Gott, du wohnst in einem Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, was mit uns deine Absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich dars auf achte, als auf ein Licht im dunkeln 194 280 dunkeln Ort, und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß Aug' und Herz stets offen sein. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Weisheit führt, damit kein falscher Wahn mir raube, was mir ein ew'ges Heil gebiert. Kein Spötterwig verführe mich, kein 3weifel sei mir hinderlich. dich 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. D führe du auf dieser Bahn mich selbst durch dei ne Wahrheit an. Verhalten gegen Gott fiberhaupt. 5. Bor Ullem gieb, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'. Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? was nůßt ein aufgeklårt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei. 7. Laß dein Erkenntniß mir in Leiden die Quelle wahren Eroftes sein, und einst, wenn Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun. Dort seh' ich dich in hellerm Licht von Ungesicht z Ungesicht. Liebe gegen Gott. 435. Mel. Wachet auf, ruft uns is. fühlt sich nicht mein Herz getrieDich, Ullgütiger, zu lieben, wie ben, wenn es an deine Liebe denkt! Jedes Glück, das wir genießen, soll unsre Wallfahrt uns versüßen, und wird uns, Herr, von dir ges schenkt. Doch ein weit größres bort im Himmel, da leben wir, o Heil wird künftig uns zu Theil, Herr, bei dir in voller Wonne für und für. 2. Deiner Huld mich zu ers freuen und dir mein Leben ganz zu weihen, sei stets mir angenehme Pflicht. Wie belohnest du mit Segen die Frommen, die auf dei nen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie für ihres Kampfes Müh', sie, die Streiter, wenn nach der Beit in Ewigkeit der Lohn der Treue fic erfreut! 3. Laß mit eifrigem Bestreben mich deiner Liebe würdig leben und dir, Herr, thätig dankbar sein. Hilf mir alle Erdenfreuden, die sündlich sind, mit Ernst vermei den, und, was dein Wort ver: bietet, scheun. Nie müss' ich Ehr' und Ruhm, nie zeitlich Eigenthum dir vorziehen. Was nur der Welt, nicht dir gefällt, sei fern von mir, Herr aller Welt. 4. Hilf mir auch in Leidenstas gen, was du mir auflegst, gern era tragen Liebe gegen Gott. tragen und Ungeduld und Unmuth scheun. Hilf, wenn Freunde mich verlassen, und wenn mich Widersa cher hassen, aus Liebe, Gott, zu dir, verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, o Herr, so wird's dennoch, wie schwer's auch daucht, durch dich mir leicht, weil deine Hand die Kraft mir reicht. 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht tausend Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille, daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und dich ihren Vater nennt. 281 Ewig dort mit ihm zu leben, haft: du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu sein. 436. Mel. Jesu, meines Lebens ic. Quelle der Bollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten fåt-tigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten, hab' ich dich, darf ich's nicht achten, mir wird deine Lieb' allein mehr, als Erd' und Himmel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet, meine Seele sich in mir, wie getröstet, wie belebet führ' ich mich, Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Står te, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 4 Du erkauftest vom Verder 20 ben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten ster: ben, mir zum Leben ward sein Zoh. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt und mit mehr als Vatertrieben so un endlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Lies be werden, ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, wenn ich es em= pfinde, wie so liebenswerth du bist, wenn mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist, wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte, Heil mir, dann, dann fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen, meine Seel' erkennt es wohl, dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen und ema pfahn an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn. 437. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben, der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt' ich nicht innig mich betrüben, daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Lust, als diese Pflicht? Wie. groß is ift Gottes Güte nicht! 2. Er hat von Ewigkeit beschlos sen main Vater und mein Heil zur sein, 282 Verhalten gegen sein, und noch ist mir kein Tag verflossen, der mir's nicht sagte: Gott ist dein, ist gnådig gegen dich ge sinnt, gieb ihm dein Herz und sei sein Kind. 3. Gieb ihm dein Herz, wer kann's beglücken? wer selig machen? Er allein. Nur er kann's heiligen und schmücken, und hier und ewig dort erfreun, er kann's weit über allen Schmerz erheben. Gieb, gieb ihm dein Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit und Fülle; und die, die nur geben kann, beut dir sein väterlicher Wille so gnadenvoll, so freundlich an. O welch ein Gott, wie vå: terlich, mit welchem Eifer liebt er dich! 5. Ja, ja ich seh' es, ich empfinde die Größe deiner Huld, o Gott: denn du errettest von der Sünde mich selbst durch deines Sohnes Tod. Ich war vor deinem Ungesicht ein Gràul, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefft, ich ging dir nicht entgegen; du aber nahtest dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Segen, und zogst mich våterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir? wer ist so gut, als du, mein Vaz ter, bist? 7. Ja, dich will ich von ganzem Herzen, mein Vater, lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen mich einzig deiner Liebe freun. Und daß ich's könne, schenke du mir Schwachen selbst die Kraft dazu. Gott überhaupt. 8. Gieb, daß ich mich im Guten übe, und heilig sei, weil du es bist. Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, als was auch dir gefällig ist. Verhaßt sei jede Sünde mir; denn sie ist stets ein Gråul vor dir. 9. Bewahre mich auf deinem Wege. Gieb, daß ich brüderlich gesinnt, stets alle Menschen lieben möge, denn Jeder ist, wie ich, dein Kind. Mein Herz verschließe sich doch nie vor ihnen: denn du liebst auch sie. 10. Nie müsse irgend mich ein Leiben, und wär' es auch der bångste Tod, von dir und deiner Liebe scheiden, nie einer Freude Reiz, o Gott. Ich will dich lieben, und nur dein im Leben und im Tode sein. 1 438. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Du Vater aller deiner Kinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt und gieb, daß ich Verläugnung Liebe gegen Gott. nung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie sollt' ich je die Krea: tur dir vorziehn, Schöpfer der Natur! 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, Gott, nicht gefällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam ſein. 6. Aus Liebe laß mich Ulles leiden, was mir dein weiser Rath bez stimmt. Auch Trubsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trågt und weislich nüůßt, wird måchtig von dir unterstügt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin; da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barm herzigkeit. 439. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr wenn ich nur dich haben werde, so hab' ich gnug in Ewigkeit. Im Himmel und auf dieser Erde ist nichts, das mich, wie du, 283 erfreut. Du bist mein allerbestes Theil, im Leben und im Tod mein Heil. 2. Das ungezählte Heer der Sterne, von dir begabt mit Glanz und Pracht, erhellt aus seiner weiten Ferne mir zwar die Dunkelheit der Nacht; doch aller Sterne Glanz und Licht reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Boll ist die Erde deiner. Güter, ihr Reiz nimmt Menschenherzen ein und blendet irdische Gemüther, nur dieser Erde sich zu freun; doch mehr, als Güter dieser Erd', ist deine Gnade, Gott, mir werth. 4. Wie Mancher sucht in Ruhm und Ehre bei Menschenkindern nur sein Glück und sorgt, daß sich sein Ansehn mehre, mit jedem Tag und Augenblick. Jedoch, was hilft mit Ruhm und Welt, wenn dir mein Thun, Gott, nicht gefällt? 5. Nur du kannst mich mit dem beglücken, was recht und ewig mich erfreut; auch du nur kannst mich dem entrücken, was mir Gefahr und Elend dråut. Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Bist du mir hold, so gnüget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, als zwischen Leib und Seele sein? Doch muß es aufgeldst einst werden, und wer wird dann den Geist erfreun? wer sonst, als du, du Herr der Zeit, des Todes und der Ewigkeit? 7. Drum hilf du mir, mein ganzes Leben vor Allem deiner Liebe weihn, 284 Verhalten gegen Gott überhaupt. weihn, nach deinem Beifall einzig streben, und deinem Wink gehorsam sein. Mir ist's der größefte Gewinn, wenn ich bei dir in Gnaden bin. 440. mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Habe deine Lust am Herrn. Bei dich zu freuen? dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was bein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret, wisse: wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf ſeiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durch's Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Hochsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet, ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 441. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele. Sorget er nicht våterlich, daß kein Gut die fehle? schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dråuen? Ist's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, wird dir ew'ge Freude werden, und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. dir, was mein Herz begehret, eis 2. Ja, mein Gott, ich hab' an nen Vater, welcher mir, was mie nügt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele trånket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht' und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so woht, wie ist mein Gemü the seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken, meine. Leiden füht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz' ich dann, wer ist, der mir schade?: Heil mir, daß ich's rühmen kann: mein ist deine Gnade, dir ist meine: Wohlfahrt werth. Der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus Liebe gegen Gott. 285 6. Sesus ist nach deinem Rath Wenn Sorg' und Gram mich krånin die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblich keit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leis den, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung ge ben. Herr, dein Tag bricht einst herein, mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Luft der Sünde nie dieses Heil mir rauben. Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. 442. Mel. Von Gott will ich nicht sc. An dich, mein Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. ken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! Dann fühl' ich neue Triebe, aus Dankbeflissenheit mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein. Gott, wenn ich dieß erwäge, wie wird mein Herz so rege, dir ewig treu zu sein! 4. Mit hoffendem Gemüthe denk' ich an deine Treu', und harre deiner Güte: sie ist mir tåglich neu. Du unterstüßest mich; auch wenn ich Schweiß vergieße, wird mir die Arbeit süße, seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott. Dieß bringt mir wahre Freude, dieß stårkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. So will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mich die Welt vergist; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf 286 auf Erden Keiner mein eingedenk mehr ist. Verhalten gegen Gott úberhaupt. Ehrfurcht gegen Gott. 443. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Dich ehrfurchtsvoll und kindlich scheuen, ist, Vater, meine Selig: feit. Der kann sich deiner Huld nicht freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Drum flöße, um mich dein zu freun, mir deines Kindes Ehrfurcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen, fie fei mir Weisheit und Verstand, und treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schåme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Was hilft das Lob der 444. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ganzen Welt dem, der, o Gott, Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Große recht em= pfinden und fühle deine Richtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thôrichter Verwegenheit zu ta= deln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ift. 3. Wirst dir nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern sündlich freun, nie muthlos, doch auch nie vermessen und stolz in deinem Dienste sein, nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gútigkeit. hülfreich an. So komm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trubs fal scheu', und mache von den Hins dernissen der wahren Zugend selbst mich frei. Nie hindre Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Gnade laß mich sterben, so schreckt mich weder Tod, noch Grab, so werd' ich jenes Les ben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Wie werd' ich dann mich deiner freun, wie selig, ach wie se: lig sein! Ehrfurcht gegen Gott. 3. Wirst du den Höchsten kind. lich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 445. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht Mel. O Gott, du frommer Gott se. des Herrn erwecken, auch dann, Bewahre meinen Mund, so oft was Unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren sowohl als in der Einfamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Laßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stårken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 287 Höchsten, sehn, laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd' ich nies mals irre gehn. Wohl dem, der stets dich kindlich scheut. Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit, 7. Sich stets vor dem Ullmächt'. gen scheuen, giebt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Ift Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. er, Gott, dich nennet, dich, den der Engel Heer mit heil'ger Furcht erkennet, daß, Hocherhabener, nie Leichtsinn ihn entweih', mir nie ein Spiel und Spott dein großer Name ſei. 2. Stets heilig bleib' er mir. Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Gott, und den Gebot entehren, so reiße nie der Strom der Spotter mich dahin: die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosfe bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich fein gedenk', so oft in meinem Munde sein hoher Name tont, mir heilig. Ihn entweiht nur der, der ihn verkennt, nur die Undankbarkeit. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören, fern sei unedler Scherz. Der Mund kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, der dir mit Leichtsinn Gehors 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den fleht. 288 Verhalten gegen Gehorsam gegen Gott. 446. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut, wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam foderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, er war's selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Geseke mir immer gegenwärtig sein, laß mich, daß ich sie nicht verlege, dich, den Alwissenden, stets scheun. Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns aufgeleget haft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir ge= beut. Ich soll nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thater sein. Gott überhaupt 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf ihren Lasterwegen an, so laß mich fliehn und sie vermeiden. Was ist's, das sie mir geben kann? 3m Anfang Luft, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu', so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 447. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Du, Gott, bist über Ulles Herr, Verstand und Huld sind dein. Wer sollte dir, Allgütiger, nicht gern gehorsam sein? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut und gut zu sein sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth: denn nur was bös' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott. 4. Du bist, wenn du Gesege giebst, nur Vater, nicht Tyrann, und treibst uns, bloß weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanf> tes Joch, so seg' ich meinen Lauf mit Freuden fort, und fall' ich noch, so hilfst du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein Wort, es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlöffe deinem Ergebung in den deinem Geist undankbar Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Bater, ſein? Nur die sind dieser Würde werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht. Ich bin dein Eigenthum. Gieb diesem Willen Festigkeit. Dir folgen, sei mein Ruhm. 448. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen ic. Gut und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst. In tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel bir lobsingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen. Nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Won= ne sel'ger Geister zahllos Heer. Deis ne Veste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, A1les dienet deinem Willen, Alles, Höchster, was du schufft, eilt und drångt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen. Nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz emport sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; deine göttlichen Befehle wirft fie thbricht hinter sich; låßt sich nicht von dir regieren; klüglicher, nach threm Wahn, wählt sie eine andre Willen Gottes. Bahn, die sie soll zum Heile führen, und geht mit verblend'tem Sinn' auf verkehrten Wegen hin. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Lust der Sünden uns zuleßt den Tod gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrweg fliehn: denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns uns sern Pflichten treu, daß der Wane del heilig sei. 289 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dankbar ausgerichtet werden, heiliger und großer Gott. Alle Werke deiner Hånde werden unterthan dir sein, alle deiner Huld sich freun bis an deiner Schöpfung Ene de. Denn, der deinen Willen thut hot allein es ewig gut. Ergebung in den Willen Gottes. 449. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hålt, wird mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nußen würde, bestimme te meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Sperz? 290 Verhalten gegen Gott überhaupt. Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wåre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt und hätte, was ich bitte, mir gnådig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Gluck weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Laft wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. Un dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Gluck und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch vers füßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichteit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten: der Herr hilft seinen Knechten. 450. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe, laß ewig deinen Willen mein, und was du thuft, mir theuer sein. 2. Du, du regierst, bist Weiss beit, Lieb' und Stårke. Du, herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bes stimmst, das dient zu meinem Fries den. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn, gieb mir zufriedne Tage. Allein, verwehrt's mein ew'ges Heil, so bleibe nur dein Troft mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Beh nicht meine Schuld, so zag' ich nicht: du giebst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf' ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben; Herr, wie du willst. Soll ich den Himmel erben, und diefer ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 451. Mel. D Welt, sich hier vein ze: Dir hab' ich mich ergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Uns glück, wie im Glück. Dir dank ich meine Ergebung in den Willen Gottes. meine Freuden, dich preis ich auch in Leiden bis an den legten Wugen452. blick. Mel. Jefus, meine Zuversicht sc. 2. Du bist's, der für mich wach- Immer müsse, Gott, dein Rath mich und meinen Willen lenken. Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschöpf nicht krånken. Wenn du nimmst, und wenn du giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. te, noch eh' ich war und dachte; du haft mit treuer Hand mich huldvoll stets geleitet und da mir Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Glück verborgen, ſo ist's doch dir, Herr, nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, was meinem Leben hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch von allen, laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch, zufrieden stets zu sein. 5. Wenn ich verlassen scheine, in Leiden zag' und weine; was wünscht mein banges Herz? D hilf es mir besiegen, es wünschet sich Bergnügen; und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 201 6. Drum will ich kindlich schweigen, zufrieden mich begeigen mit Allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, die dir vertraun, nicht haffen, weil du die Frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe; dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist. Ich will, dir ganz ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. will; führst du mich gleich rauhe 2. Willig folg' ich, wie Gott will; führst du mich gleich rauhe Wege. Ohne Murren halt' ich still, treffen mich gleich deine Schläge: denn noch hast du stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist dein Wort, was du zusagst, wirst du halten. Dir vertrau' ich immers fort, laffe deine Vorsicht walten. Wer sich deiner Hülfe freut, schmeckt auch deine Freundlichkeit. 4. Herr, du weißt, was mir gebricht, dich im Himmel laß ich sorgen. O dein Troft ist Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit, endlich kommt die rechte Zeit. 5. Wein' ich oft vergebens hier, trüget oft mein irdisch poffen, nur Geduld, einst steht auch mir jenes Buch der Vorsicht offen, dort seb' ich, wie wunderbar deine weise Führung war. 6. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thranen und Beschwerden sind nicht werth der Herrlichkeit, die bort offenbart soll werden. Herr, du haft, rühm' ich alsdann, GroBes stets an mir gethan! 32 453. Mel. Verhalten gegen Gott úberhaupt. 453. Mel. Wenn mein Stündlein se. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Er wird, was gut ist, wählen, hat, was mir nugt, vorher ersehn, und das kann mir nicht fehlen. Wohin er führt, da geh' ich hin, versichert, daß ich selig bin, wenn ich ihm kindlich traue. 292 2. Wie Gott mich führt, so will ich gern von ihm mich leiten las sen; kann ich gleich oft den Weg des Herrn nicht ganz verstehn und faffen. Mein Eigenwille weigre sich in Gottes Rath ergeb' ich mich, ich bin ja nicht mein eigen. 3. Wie Gott mich führt, so folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leis den. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? ich trau' auf seine Gnade feft: was er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führt, so wird er mich auch in den größten Stůrmen, weil ich ihm folge, våterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält, so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich Leben, oder sterben. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Freuden, oder Leis den. Hier kann ich nicht sein Untlik sehn, dort schau' ich's, und voll Freuden. Dort seh' ich, daß sein Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; das ist mein fester Glaube. 454. Mel. D Welt, steh hier vein sc. Dir sei mein ganzes Leben, mein Vater, übergeben, dir sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten; du leitest stets mit Gütigkeit. 2. Das heut vorher zu sehen, was morgen wird geschehen, das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf' ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sunden mein Glück je such' zu finden: kein Sünder bleibt vor dir. Mit ruhigem Gewissen dein Wohlthun zu genießen, dieß Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Sperr, präge dir zur Ehre und mir zum Trost die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, sich ihm ergiebet und auf ihn hofft, muß selig sein. 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel' und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist allzeit recht und gut. 455. Mel. Was mein Gott will, bas*. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn erges ben. Was böse scheint, wird mir Gewinn; Ergebung in den Willen Gottes. 293 begehret, es sei mit einer großen last dein Lebensweg beschweret, haft spåt und früh viel Sorg' und Müh', an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, das, was geschicht, gescheh' zu deinem From= men. Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufge zogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich züchtigt noch so sehr, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Gut' gewöhnen fest zu stehen. Halt' ich denn Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr entsprungen hier auf Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' das, was ich bin, ließ werden. Und gab er nicht, was mir gebricht? wie kann ich trostlos weinen? Wer so viel thut, der meint es gut, der kann's nicht böse meinen. 4. Und wer erhält mit Ullgewalt mir jede Kraft zum Leben? Ich wåre långstens todt und kalt, wo mich nicht Gott umgeben mit seinem Arm, der Alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hålt, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Vers stand bei ihm ohn' alle Maßen. Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun, und auch zu lassen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene. Und was er thut, ist Alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr' erbauet, der hat schon långst in seinem Rath auch auf dein Heil geschauet, und sah voll Treu', was dienlich sei dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu' nach seis nem Wohlgefallen. 8. Will's Gott, so kann's nicht anders sein, es muß zulegt er= freuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Heil gedeihen. Wart' in Geduld: die Gnad' und Huld wird sich doch endlich finden, all' Angst und Qual wird auf einmal, gleichwie ein Dampf, vers schwinden. 9. Es kann bei lauter Sonnens licht das Feld nicht Früchte tras gen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Heil' erheben. 10. Ei nun, mein Gott, so fall' ich dir getroft in deine Hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an mein Lebensende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich auch an mir erhöhe. 11. Willst 294 Verhalten gegen Gott überhaupt. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch långer offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. 12. Coll ich denn auch des Zodes Weg, die finstre Straße reifen, wohlan, so geh' ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen wei fen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig werde ehren. 456. In eigner Melodie. Over: O Welt, steh hier bein ze. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, damit sie wohl gelingen, selbst ge ben( Segen) Rath und That. 2. Nichts ist es spåt und frühe mit aller meiner Mühe, umsonst ist Sorg und Kunst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine ( Vater-) Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das bab' ich( willig) auch erlieft. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf seinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Sågen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ( ewig) nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden und tilgen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht schnell das Urtheil sprechen, mich( ferner) tragen mit Geduld. 6. Leg' ich zur Ruh' mich nieder, weckt mich der Morgen wieder, in jedem Stand und Ort, in Krankheit, unter Plagen, so wie an frohen Tagen, ta tröstet mich sein ( theures) Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu schwer mir fallen, ich werd' ihn( endlich) überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so wie er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die( aller) beste Beit. 9. So sei nun, Seele, seine; und traue ihm alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen( Sachen) Rath. 457. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein' Begier, Herr, laß mich nicht verderben. Erhalt' mich nur in deiner Huld, fonst Ergebung in den fonst wie du willst, gieb mir Ses buld: dein Will' ist stets der beste. Willen Gottes. 295 len. Dir, Herr, befehl' ich meine Seel' in meinen legten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. 2. Zucht, Ehr' und Treu' vers leih' mir, Herr, und Lust zu deis nem Worte. Behüte mich vor fals scher Lehr', und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Selig= keit, wend' ab all' ungerechtigkeit Ich weiß, mein Gott, daß all 459. in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, ach so verleih' mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehr' ich dir, gieb nur ein seligs Ende mir durch Jesum Christum. Amen. 458. Was mein Gott will, gescheh' allzeit, sein Will' ist stets der beste. Bu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der treue Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vers traut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Gott ist mein Trost und 3uversicht, mein' Hoffnung und mein Leben. Dem, was Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widers streben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet. Er sorgt und wacht, und seine Macht giebt ulles, was uns fehlet. 3. Und muß ich einst von dieser Welt hingehn nach seinem Willen zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, will ich mein Herz auch stilmein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen, was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd' in's Werk gebracht, er seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath, der macht's allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch mit sicherm Muth, dieß oder jenes sei ihm gut, und doch ist's weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott für ihn erwählet. 4. So fångt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an, und bringt's doch nicht zu Stans de, er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauter Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn weit über Berg' und Thåler hin, und, eh? er sich's versiehet, fo liegt er da und sieht im Staub, wie seine Größ' entfliehet. 6. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh', o Bater, daß ich nicht besteh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu ere füllen. 7. Res Verhalten gegen Gott überhaupt. 296 7. Regiere mich, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Mein höchster Zweck, mein bestes Theil sei deine Lieb' und Ehre. 11. Eritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht, und bring' zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. angefüllt; doch wer ihn freudig gehet, wird endlich, Herr, durch deinen Geist zu Freud' und Wonn' erhöhet. 8. Was dir gefällt, das laß auch mir, als meinen Ruhm und meine Bier, gefallen, und mich lieben; und was dir mißfällt, laß mich nicht in Werk und That verüben. 9. Ist's Werk von dir, so gieb mir Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in Kurzem zu zerrinnen. 460. 10. Sucht aber dein und unser Feind, was deine Weisheit gut ge= meint, in Boses zu verkehren, ist Mel. Schatz über alle Schäße sc. das mein Trost, daß seinem Zorn Chrift, Ulles, was dich kränket, du leichtlich könnest wehren. 12. 3ft gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch in's tiefe Meer ber bangen Sorgen treten, so lehr' in meiner Schwachheit mich mit Inbrunst zu dir beten. 13. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird, was er sonst voll Schrecken schaut, mit tapferm Muth bezwingen: du heißest seine Sors gen fliehn, hilffst ihm den Sieg erringen. 14. Der Weg zum Guten ist faft wild, mit Dorn und Hecken 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab' und find', hast du in voller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrs lich siege. 16. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr'. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich. Er siehet deinen Kummer und liebt noch våterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja fühle deine Schuld. Doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu', die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wähs let, das dient zu deinem Glúck. 4. Der Ergebung in den Willen Gottes. 4. Der Gott, auf dessen Segen bein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht, und weis' und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern: wenn er gebeut, steht's da. 5. Es mag die Hölle wüthen, umsonst emport sie sich, wenn er dich will behüten. Und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken: dein Schirm und Schild ist er. 297 deiner nicht vergessen. Der Herr ist's, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß ihn dich fest, und wiss', daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich desto mehr erfreun. Zu deinem größten Heile verzieht er, harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer, wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 6. Gott zählet deine Bähren, und wird, was gut ist, gern nach deinem Wunsch gewähren; harr' in Geduld des Herrn. Er ist ein Hort 461. der Frommen, hoff unverzagt auf Besicht du deine Wege und was ihn: denn seine Zeit wird kommen und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? dein Herz nur krånkt, der allers treusten Pflege deß, der den Welts kreis lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vers trauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sotgen und mit Gråmen und selbst gemachter Pein läßt Gott sich doch nichts nehmen: es muß erbeten sein. 8. Sei froh! Dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen, der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; doch hore, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? Denk an dieß Wort, und weine die Freudenthrån', o Shrift! Und kann sie sein verges fen, will ich doch deiner nicht, ich 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblut. Und, was dein Rath erlesen und für das Beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie dir es wohlgefällt. 4. Beg 298 Verhalten gegen 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht, dein Werk kann Niemand hindern, dein Wirken darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und obgleich Welt und Teufel bir wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel des Höchsten Rath geschehn. Was er sich vorgenom men, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem 3weck und Ziel. 6. Hoff, o bedrångte Seele, hoff' und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großer Gnade rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht, verbann' aus deinem Herzen, was sich so traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen-foll: Gott sißt im Regimente, und führet Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten. Er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath bas Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn' er deiner sich begeben, Gott überhaupt. als solltst du für und für in Ungft und Nöthen schweben, als frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird dein Leid verschwinden, wenn du's am mindften gläubft; er wird dein Herz erlösen von der ſo schweren Last, die du zu keinem Bosen bisher getragen hast. 11. Wohl dir! Denn deine Treue trågt nun den Sieg davon. Dir ist geholfen, freue dich beim erkämpften Lohn. Gott giebt dir einst die Palmen des Siegs in deine Hand; und du fingst Freu denpsalmen ihm, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth. Reich' uns die Baterhånde und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 462. Mel. Wer nur ben lieben Gott se. Befieht dem Höchsten deine Wege, und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege, für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft walten lassen, da hat er alles wohlgemacht; und was dein Denken nicht kann fassen, das hat er långst zuvor bedacht. Wie es sein Rath hat Ergebung in den hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünscheft in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Un wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz ge= wöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ift voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht, und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Sesu. Laß mich sein vergnügt mit Allem, was dein weifer Wille mit mir in meinem Les ben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's, sie ist die deine und kostet dich dein theu res Blut. O mache sie von Sünden reine, dir wohlgefällig, fromm and gut. Ja laß mich dir em pfohlen sein, so wird gewiß dein Segen mein. 7. Indeß, mein Gott, sei stets gepriesen für das Erbarmen, das bu mir, noch eh' ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich haft ers wählt und so den Deinen zugezählt. 8. Dir sei auch Dank und Lob gegeben, daß du mich von so manWillen Gottes. 299 cher Last befreit, und für mein zeit lich Leben so gnadenreich geforget haft. Mehr, als ich dir verdanken kann, haft du schon hier an mir gethan. 9. Dort preis' ich deiner Liebe Thaten mit höherer Zufriedenheit. Dort läßt du mir den Wunsch gerathen, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath auf's Seligste geführet hat. 463. Mel. Wie wohl ist nuir, o Freund se. Vater, du mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel'. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren. So führe du mich aus und ein, ich geh' nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in Keinem Rath. Drum sei du mir in allen Dingen mein Helfer, segne jede That. Mit dir will ich in alten Sachen den Anfang und das Ende machen. Wirst du mir selber Alles sein, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güte, dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich 300 kindlich sei, so spür' ich täglich neue Treu'. ner Gnadenfülle, und bin nun als ler Sorgen los. Ich sorge nur, allein in Allen dir, meinem Vater, zu gefallen, und halt' im Glauben mich bereit, wenn du mir winkst, zur Ewigkeit. 4. Gieb, daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Gut' und Treu', damit ich mich im Glauben stårke, dich lieb' und lob', und ruhig sei, und deine Weisheit laffe walten, in Allem mich an dich zu halten, und immer wandle deine Bahn. Was du nur thust, ist wohlgethan. Vertrauen auf Gott. 464. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 5. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen Gott, dir vertraun, ist meine kann. Nicht mein, o Vater, nur dein Wille, der sei mein Ziel auf meiner Bahn. Ich will nichts mehr für mich verlangen; an dir, o Va= ter, will ich hangen, dir leben, als dein Eigenthum, zu deines groBen Namens Ruhm. Pflicht, ist Seligkeit im Leben. Sie kann dem Herzen Zuversicht, und Erost und Freude geben. Des Pilgers Müh' versüßet sie, und lässet ihn hienieden im Laufe nicht ers můden. 2. Auf Erden wechseln bis in's Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht, und kaum ist sie empfunden, so ist sie auch verschwunden. 3. Wie würde da voll Wengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn 3uvers sicht zu dir uns nicht dann Sichers heit gewährte, und ruhig bleiben lehrte. 4. Du theilst das alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Durch Glück und Unglück werden wir nach deinem Rath gesegnet. Wenn wir nur auch, durch den Gebrauch, so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht Verhalten gegen Gott überhaupt. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, der ganz die Liebe selber ist. Laß deinen Geist mir tåglich weisen, wie gnådig du in Chrifto bist. Ach offenbare beine Liebe, und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb' in mir, daß deine Lieb' ich stets verspür'. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Gott und Vater bist. Wer dir sich nicht will ganz ergeben, und wer nicht deines Sinnes ist, den strafe bald in dem Gewissen, laß deine Gnade auf ihn fließen und tilge, was nicht lauter heißt, in mir durch deinen guten Geist. 8. So lob' und leb' ich in der Stille und ruh' als Kind in deinem Schooß. Ich schopf' aus bei Vertrauen. 5. Nicht unser Wille soll geschehn. Du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten. 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden, dann sähen wir voll Hoffnung hier mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande beßrer Freuden. 465. Mel. Jesu, meine Freude zc. Gott von Macht und Güte, mein betrübt Gemüthe tröstet nur dein Wort. Wovor soll mir grauen? Dir will ich vertrauen, Gott, mein Fels und Hort. Nur auf dich verlaß ich mich. Stårke mich, daß kein Gedanke zweifelnd von dir wanke. 2. Groß sind deine Werke. Niemand ist an Stårke dir, du Höchster, gleich. Du bist nah' und ferne, lenkest Sønn' und Sterne, macheft arm und reich. Hab' ich dich, was ángstet mich? Du bist groß an Macht und Gnade, wer ift, der mir schade? 301 3. Quelle aller Freuden, in so manchen Leiden, wenn mich Noth geschreckt, hast du voll Erbarmen mich mit Liebesarmen våterlich bedeckt. Deine Treu' ist tåglich neu; täglich will ich dich erheben und dir dankbar leben. 4. Gott, dein Weg ist heilig, und du sorgest treulich für mein wahres Heil. Auch auf rauhen Wegen wird so mancher Segen mir von dir zu Theil. Was du thust, ist meine Luft. Dir, dir halt' ich kindlich stille: dein Will' ist mein Wille. 5. Du, du liebst die Treuen, die fich kindlich freuen, daß du gnådig bist. Der lebt dir zur Ehre, traut auf deine Lehre, wer nicht zaghaft ist. Wer sich fest auf dich verläßt, wird doch, sollt' ihn Ulles bassen, nie von dir verlassen. 6. Gott, dir sei mein Leben und mein Herz ergeben: du bist fromm und gut. Gieb, wenn ich hier leide, durch den Geist der Freude mir des Christen Muth. Sei mein Schild, laß Jesu Bild, wenn mein Auge bricht, mich sehen, froh einst vor dir stehen. 466. Mel. Herzlich lich hab' ich dich, o zc. Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Freude Licht der letzte Funke schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. 302 Verhalten gegen Gott überhaupt. findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaters hand so manche Noth hinwegge wandt. Unendlicher, ich trau' auf dich, du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer. Kaum fühl' ich Muth und Stärke mehr, noch långer auszudulden. Doch ewig, Vater, zürnst du nicht, du gehst mit uns nicht in's Gericht, strafst nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thránen Maß gefüllt, balb meiner Seele Schmerz gestillt, bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bes währt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsingt in mir dann meine ganze Seele bir. 3. Uch alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn, bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Scharen und danke dann dir, Gott, vers klärt, der jetzt mich průft, mich dann bewährt, daß ich von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels set. Barmherziger, fest, ohne Graun will ich dir traun: denn einst werd' ich dein Untlig schaun. 467. Mel. Was Gott thut, das ist sc. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Troft im Leben. Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele ftille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnaden= vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen, du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dich ten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Troft vers schwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wenn jener fållt, ist er ein Held, er steht, wenn jene zitz tern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffs nung hin, die dir dein Glaube reiz chet. Weh denen, die zu Mensehen fliehn, meh dem, der von Gott weichet! Schreckt Sünde schon; sein eigner Sohn, der sich für dich ließ tödten, erwarb dir Hülf' in Nothen. 6. Sei unbewegt, wenn um dich ber sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stams meln. Die 3eit der Qual, der Thrde Vertrauen. Thránen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen?. 469. 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Von Gott will ich nicht lasſen, Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. denn er verläßt mich nicht. Im Kummer mich zu fassen, giebt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hülfreich bei. Mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versors gen, ich sei auch, wo ich sei. 2. Wenn Menschengunst und Liebe in Kaltsinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Noth, hilft von der Sünde Banden, befreit von ihren Schanden, und rettet selbst vom Tod. 468. Mel. We soll ich fliehen hin sc. Auf meinen lieben Gott trau' ich in aller Noth. Die ihn um Rettung flehten, verließ er nie in Ndthen. Mein Unglück wird er wenden: es steht in seinen Händen. 303 Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben, du schaffst auf kurze. Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 2. Auch bei der Sünde Schmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Christum will ich bauen und fest auf ihn vertrauen, ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 3. und nimmt der Tod mich hin, ist Sterben mein Gewinn. Denn Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut oder morgen, die Seel' wird er versorgen. 4. D mein Herr Jesu Chrift, der du aus Liebe bist für mich am 5. Sprich, Herr, dein Ja dazu. Ich bete, segne du. Du wolleft mich regieren und zu dem Himmel führen. Auf deinen großen Namen sprech' ich voll Hoffnung: Umen. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen z auch in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen: er wendet alles leid. Shm sei es heimgestellt, Leib, Seele, Gut und Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben. Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns núßlich ist. Gut meint er's mit uns Allen, er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel ges than, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen kann. 5. Lobt Verhalten gegen 5. Lobt ihn mit Herz und munde, ihn, der uns Beides schenkt. Wie selig ist die Stunde, darin man fein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden durch ihn schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf; doch, wenn ich nun im Grabe genug geruhet habe, weckt er mich wieder auf. 304 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Baterhand, der Leib wird neugeboren zum bessern Baterland. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde viel Leiden dieser Zeit, wie ich's auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad'; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regiere, die Bahn zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist! 470. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, ben wird er wunderbar erhalten in Gott überhaupt. aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Unges mach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur in Ehrfurcht stille, und warte, bei sich felbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille, wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am bes sten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wenn Hülfe nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei, so kommt er, eh' wir's uns versehn und låsset uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß du von Gott vers lassen seist, daß der dem Glück im Schooße sige, den alle Welt für glücklich preist. Die Zukunft åndert oft sehr viel und sehet Jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist's allein, der Jedermann bald stürzen, bald ers höhen kann. 7. Sing, bet' und geh auf Gots tes Wegen, und thu' das Deine nur Vertrauen. nur getreu, und traue seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine 3uversicht auf Gott segt, den verläßt er nicht. 8. Auf dich, mein lieber Gott, ich traue, ich bitte dich, verlaß mich nicht, in Gnaden meine Noth anschaue, du weißt gar wohl, was mir gebricht. Schaff's mit mir, ob gleich wunderlich, durch Jesum doch nur seliglich. 471. Wer Ser Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer glaubig ist an Jesum Chrift, dem muß der Himmel werden. Darum hoff' ich allein auf dich mit ganz getrostem Herzen. Herr Sefu Chrift, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwis der; dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all' schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deines Geistes Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dieß mein Begehr, daß meine Bitt' nicht fehle. 305 472. Was as Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, sein Wort kanu nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn, daran laß ich mir gnüs gen, und seine Huld, hab' ich Ges duld, wird alles Unglück wenden: es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken; er, der so gern hilft Jeders mann, wird mir, was gut ist, schenken: denn seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gûte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nicht Böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohls gethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd' ergeßt mit süßem Troft im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohls gethan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth U1 306 Verhalten gegen Gott überhaupt. Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 473. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so weiß und glaub' ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nothig ist. 3. Gleichwie Bäter nicht bald geben das, wornach die Kinder streben, so hålt Gott auch Maß und Biel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrosten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als våterlich gesinnt. 5. Trok dem, was mir Ungst will machen, ich kann deffen Macht verlachen; trok dem schweren Kreus zesjoch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß der Welt und allen denen, die nach meinem Fall sich sehnen, die mir sind ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden. Will sie mich nicht langer teiden, o so frag' ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur im Hims mel sieg', hab' ich alles zur Genüg'. 9. Ich will ihr gar gerne lassen ihre Luft. Sie mag mich haffen, ich verachte ihren Spott, und vers laffe mich auf Gott. 10. Uch Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab'. 474. Mel. Ach, was soll ich Sünder c. Ach wie ist der Menschen Liebe so veränderlich, so kalt, wie erstirbt sie doch so bald! Sege nie auf diese Liebe, die nicht hålt, was sie verspricht, Seele, deine Suversicht. 2. Uber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie: denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen uns verlegt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Tåglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig, feine Treu' wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen, erwähle, dir zum Freund', und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. 4. Ja, ich will auch dich erwäh len, Vater, ich will dir allein, gang dir mein Vertrauen weihn. Über ach die Kräfte fehlen meinem Vors fas; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Ploge Vertrauen. 5. Plöglich überfällt mich wieder Sorge der Vergånglichkeit, ir disch Hoffen, irdisch Leid; und dann sink' ich muthlos nieder, suche bei den Menschen Ruh'; und mein Helfer bleibst doch du! 6. Uch vergieb mir, wenn im Staube dieses Leibes sich mein Geist stets so schwer der Erd' entreißt! Uch, vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt und sich nicht fest, wie er soll, auf dich verläßt! 7. Täglich laß es mich empfin den, daß nicht Menschenhülfe nügt, wenn mein Herz auf sie sich stügt. Ullen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir, und dann, Bater, hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörft, und sie selbst noch flehen lehrst, laß mich fest im Glauben stehen und erfahren, wie so treu deine Baterliebe sei. 475. Mel. Ermuntre vich), mein 2c. Du bist ein Mensch, und Gott hat dir mit Weisheit das verborgen, was künftig ist. Er sorgt dafür, was nügen deine Sorgen? uns doch irrst du mit bangem Sinn durch tausend eitle Sorgen hin und denkst: wie will's auf Erden, wie wird's mit mir noch werden? 2. Was quálst du dich und willst in Schmerz und Kummer dich ver307 lieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Herz? Laß ihn allein regies ren. Befiehl, dein Leben, deinen Stand, und was du thust, in seine Hand. Er wird, was gut ist, schicken, wird dich gewiß bes glücken. 3. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben ihr verborgen, verborgen dir dein Anfang war, wo waren deine Sorgen? wer hat schon da dein Wohl bedacht? wer hat dich an das Licht gebracht? wer deiner Seel' ihr Leben und diesen Leib gegeben? 4. Wer gab dem Herzen seine Macht zu immer gleichen Schlågen? wer allen deinen Gliedern Pracht und Kraft, sich zu bewegen? wer jeden Sinn? wer Nug' und Ohr? wer richtete dein Haupt empor, vom Himmel und auf Erden mit Luft umstromt zu werden? 5. Wer gab dir Speise, Hüll und Dach? wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an Allem noch gebrach, auf våterlichen Urmen? wer gab dir deiner Mutter Brust, dir, daß du lächeln konntest, Luft? wer sorgte, vor Gefahren dich sicher zu bewahren? 6. Und doch willst du nicht ruhig sein, noch Gott nur walten lassen, als liebt er Undrer Glück allein, dein's aber konnt' er haffen. Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen, dein Glück auf ihn nicht bauen. 11 2 7. Bo Verhalten gegen Gott úberhaupt. Glaube. 476. 7. Wo du ihn nicht zum Helfer nahmst, was ist dir da gelungen? und, wenn du auch zum Biele kamst, was hast du dann errungen? Nur Lust auf einen Augenblick, und Kummer für ein wahres Glück, Herr, ohne Glauben kann kein Deel. D Gott, du frommer Gott zc. Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthss vollem Flehen, o zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefals len kann. 308 das du gewinnen solltest, wenn du nur folgen wollteft. 8. Durch Eigenwillen kamst du oft in schreckliche Gefahren; doch Gott erschien, oft unverhofft, dich Thoren zu bewahren. Er, der nicht, was du wolltest, that, er führte dich durch seinen Rath zurůck von deinen Wegen, vom Fluche weg zum Segen. 9. Er sorgt für unser wahres Glück, macht gut, was wir verwirren, und lenket unsern Gang zurück zum Guten, wenn wir irren, giebt immer das nur, was uns nugt, er rettet uns, und hilft und schüßt, eb' wir Gefahren sehen, eh' wir um Hülfe flehen. 10. Und diesem Vater wolltest du dein Heil nicht anvertrauen? nicht deines Lebens ganze Ruh' auf diesen Felsen bauen? Bertrau' ihm und verzage nicht. Ein Herz zu ihm voll Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffs nung zittern. 11. Wirf als ein Kind voll 3utraun dich in deines Vaters Arme, halt' ihm sein Wort vor, daß er sich auch über dich erbarme. So vieler schon erbarmt' er sich. Dzweifle nicht, er wird auch dich, er hat es ja verheißen, aus allem Kummer reißen. 2. Laß mich, Gott, daß du seift, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, Gott, ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil' erfreuft. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gieb, daß ich darauf traue und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue; gieb, daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sei. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod ges währt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst sei mir beständig theuer, erfülle mich mit Trost, und mache mich stets freier vom schnöden Sündendienst, es stårke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pils grimschaft. 6. Wie Glaube. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Da werd' ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun; ja dann erfüllst du ganz mein kindliches Vertraun. 477. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Gott der Wahrheit, dessen Treue unsre Hoffnung stüßt und hält, ich erkenn' es voller Neue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Uch mein Herz hångt noch an Dingen, die nie wahre Ruhe bringen; und wie oft vergeh' ich mich, ångftlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese Sünde, nimm den Kleinmuth von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Liebe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz auf's Eitle zieht und so schnell, wie Rauch, entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil dein Auge für mich wacht, und du schon in manchen Leiden Ulles mit mir wohl gemacht. Auf dein Wort laß mich stets hoffen, das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, ò so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, Gott, mit Vertrauen stets auf 309 deine Hülfe schauen, dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Froh erhebt sich meine Seele selbst noch über Tod und Grab, wenn ich den zum Führer wähle, der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auferstanden, macht mich los von Todesbanden, führt mich zu dem Leben ein, wo kein Leid wird weiter sein. 6. muß ich gleich noch bier auf Erden unter Laft und Mühe sein; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. D ers wünschte sel'ge Stunden! Ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn und mit dir zur Freud' eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht, bis das Alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens; was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 478. Mel. Werde munter, mein Gemüthe ze. Ja durch Glauben und Vertrauen bin ich meines Heils gewiß, wandle froh und ohne Grauen, auch in Nacht und Finsterniß. Du, der mein Vertrauen heischt, bist ein Führer, der nicht tauscht, und auf allen deinen Wegen wartet meiner Heil und Segen. 2. Im 310 2. Immer hast du, dir zum Prei: se, noch dein gnådig Wort erfüllt. Du bist mächtig, du bist weise, wie ein Vater gut und mild. Alles, was dein Wort gebeut, dient zu meiner Seligkeit, und ich weiß, daß deine Güte nur, was schaden kann, verbiete. Verhalten gegen Gott überhaupt. 3. Kann ich's auch nicht über schauen, wie du mich beglücken wirst, will ich dennoch bir vertrauen, der du nimmermehr dich irrft. Sprichst du: folge; ich will gehn, und auf deinen Pfad nur fehn, ruhig und in heitrer Stille, weiß ich nur, es ist dein Wille. 4. Willst du Opfer; Kinder müssen folgen, und ich will auch gern zur Verläugnung mich entschließen, voll Vertraun zu dir, dem Herrn. Schmerzlich sei es, oder schwer, was dein Wille fodert; er fodert doch, dieß muß mich trösten, Alles nur zu meinem Besten. 5. Nacht, verhülle dich; doch bleibet mir dein Wort ein tröstend Licht, weil mein Herz es kindlich glaubet: du verläßt die Deinen nicht. Auch für mich bringst du gewiß Licht hervor aus Finsterniß und verwandelst meine Leiden endlich in vollkommne Freuden. 6. Ja du bist es, der die From men aus der Ungst zu reißen weiß. Deine Rettung ist vollkommen, herrlich ihres Glaubens Preis. Darum überlaß ich mich ganz dir, Gott, und hoff' auf dich. Du, du führst auf sichern Wegen mich dem besten Glück entgegen. Gebet. 479. mel. Dir, bir, Jehovah, will ich ze. Dir, dir, o póchster, will ich fingen; wer ist an Huld und macht so reich, als du? Vor dich will ich mein Flehen bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir allein gefällig ist. 2. Zieh, Vater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dir zieh'. Gieb, daß dein Geist stets in mir wohne, damit ich Alles, was dir mißfällt, flieh', von deiner Gnad' und Huld versichert sei und dessen mich im Innersten ers freu'. 3. Erzeige, Gott, mir solche Gü te, so bet' ich dich im Geist und Wahrheit an, so preist mit dankendem Gemüthe mein Mund, wie viel du hast an mir gethan, so hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, so hab' ich schon des Himmels Bors schmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seufzern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt mich recht gläubig beten, und übers zeuget mich, ich sei dein Kind und einst auch Erbe deiner Seligkeit, Miterbe Christi, seiner Herrlichkeit. 5. Und weil ich dich zum Bater habe, so bin ich voller Trost und Freudigkeit. Ich weiß es: jede gute Gabe, die hier mir nůßt und ewig mich Gebet. mich erfreut, die giebst du, und thuft überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. Durch ihn ist alles Ja und Umen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut, Preis dir dafür jegt und in Ewigkeit! 480. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen sc. Dein Heil, o Chrift, nicht zu verscherzen, sei wach, und nüchtern zum Gebet. Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Erschein' vor feinem Ungesichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hochgeehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Men: schen Flehn? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 311 Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dieß denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dieß unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Hochsten stårken, in dem Vertraun, daß 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht auf's Herz, Gottist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Zone sind's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut; Gott ist kein Mensch. Ein gläubig Callen, das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, im Glauben sucht, der ehret Gott; wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret und dann vergißt, was er beschwur, und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist; bet' oft zu Gott und fühl' in Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quålet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, wenn innrer Trost dir fehlet, er giebt den Müden Stark und Kraft. 7. Bet' oft, und heiter im Gemüthe schau' dich an seinen Wundern fatt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Ulter dort. Er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend. Erkenn' und fühle seine Huld. 8. Bet' Verhalten gegen 8. Bet oft, und schau' mit sel'gen Blicken hin in des Ewigen Gezelt, und schmeck' im gläubigen Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, welch Glück! doch ist's von jenem Glück, das dem der Herr wird offenbaren, der ihm hier dient, fein Augenblick. 312 9. Bet' oft, durchschau' mit heil's gem Muthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eines Got tes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rath. 10. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne 3agen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Wors ten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd' rührt Gott; dein Sehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 11. Bet oft, Gott wohnt an je der Ståtte, in keiner minder oder mehr. Denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch. Ist dein Begehren gerecht und gut, so hört er's gern; ist's nicht gerecht, so gelten Zähren der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch dffentlich Gott an Gott überhaupt. zuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zur erhöhn, dein Herz voll Undacht zu entdecken, wie es dein Mitchrist dir entdeckt, und ihn zur Inbrunst zu erwecken, wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem Undre dienen, so sei ihr Beispiel, sei es stets, und feire tåglich gern mit ihnen die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, die Gottes Hand dir anvers traut. Kein Knecht des Hauses můsse fehlen, er ist ein Christ, und werd' erbaut. 14. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund: denn wir sind Eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Bose scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weise sein. 481. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Gebet. nem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens willen, ein Spott der Lafterhaften sein, so bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt våterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugendbahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu krånken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Statt Rashe sei mir ein Gebet, das Gott um Gnade für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die sem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf' ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh' ich nie umsonst um Kräfte, der Gott der Stårke giebt mir sie, er giebt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine böse Lust zu dâm pfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott, er hilft mir kampfen, und giebt mir Muth zu jeder Pflicht. Und, stark durch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im legten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe fin313 den kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 482. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heil'ger Einsams keit zu ihm aus voller Seele bete, was fühl' ich da für Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach' ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eiteln Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sklaven macht, und fühle: Gott vereinigt sein, das, das sei wahre Freud' allein. 3. Dann weichen auch die schwers sten Sorgen, das bångste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, des Herzens Tiefen blickt. Der Gutes seinen Kindern giebt, bleibt Vater, wenn er sie betrübt. der in 4. Ja, das Gebet giebt Kraft in Leiden, erhöht zur Tugend unsern Geist, und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns der Tugend sonst entreißt. Nur müssen unsre Bitten rein, und eines Chriften würdig sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Bater, nimm du sie von mir; auch bitt' ich nicht in meinen Freu Verhalten gegen Gott überhaupt. 314 Freuden: erhalte, Bater, diese mir. Nur um ein Gott ergeb: nes Herz bet' ich in Freuden und im Schmerz. 483. Mel. Mache dich, mein Seift, bereit se. Aules, Höchster, was uns nugt, hast du nur in Hånden, du, der gern die unterstüßt, die zu dir sich wenden. Sollten wir denn zu dir nicht in allen Dingen unser Flehen bringen? 2. Wer sich weigert, oder scheut, dich, Gott, anzusprechen, wenn ihm zur 3ufriedenheit Güter hier gebrechen, der vergißt, was du bist: Geber aller Gaben, die wir nöthig haben. 3. Nie vergeß es unser Herz, betend dich zu ehren, wenn uns Mangel, oder Schmerz unsre Schwäche lehren. Hilf uns, gern dir, dem Herrn, die dir schuld'gen Pflichten überall entrichten. 4. Hilf uns aber auch, wenn wir Gutes uns erbitten, daß wir demuthsvoll vor dir unser Herz ausschütten. Bu dir sei stets dabei unsre Seele stille, fern der Eigenwille. 5. Was uns gut ist, weißest du besser, als wir's wissen; unser Heil und unsre Ruh' in Bekummernissen ist dir lieb. Darum gieb, daß das Herz nur flehe: was du willst, geschehe! 6. D mit was für Freudigkeit können wir dann beten, wenn wir voll Entschloffenheit vor dich, Vas ter, treten, und allein deß zu freun, was zum Wohlergehen uns dein Rath ersehen! 484. Mel. Vater unser im Himmelreich sc. Gott, der du unser Vater bist, wie trostvoll, wie ermunternd ist, was er, dein Sohn, zu Menschen spricht: Sucht, bittet, glaubt und zweifelt nicht, er, euer Bater, er verschmäht gewiß kein tindliches Gebet. 2. Wie sollt' ich auf dieß Wort denn nicht, Gott, zu dir flehn voll Zuversicht? Wenn schon ein Mensch die Seinen liebt und ihnen gerne Gutes giebt; wie wirst du uns nicht gern erfreun? wie mild in deinen Gaben sein? 3. So gut ist Keiner, Keiner ist so mild und mächtig, wie du bist. Was Keiner thut, und keiner kann, kannst du; du nimmst dich meiner an. Drum will ich flehn: erbarm' dich mein! Nie wird mein Flehen mich gereun. 4. Wenn mir der Zukunft Dunkelheit von allen Seiten furchtbar draut, wo find' ich Troft, als nur bei dir? Ruf' ich dich an, so giebst du mir getrosten Muth in meine Brust. Erbarmen, Herr, ist deine Lust. 5. Wenn mich so mancher Kummer drückt und mir kein Strahl der Hoffnung blickt, so seh' ich glaubensvoll auf dich. Wie mindert Gebet. dert da mein Kummer sich! Denn du erhörest mein Gebet, das zu dir um Erleichtrung fleht. 6. Wenn mich der Krankheit Schmerz besiegt, mein matter Geist fast unterliegt, dann ruf' ich dich um Lindrung an, dich, der die Seele stårken kann; und du gewährst in Leidenszeit mir Kråfte zur Gelassenheit. 7. Wenn ich nicht helfen kann dem Freund, der mit Vertrauen zu mir weint, nicht Urmen, die verlassen stehn, nicht Kranken, die um Labsal flehn, so ruf' ich doch für sie dich an, und du, Herr, thust, was ich nicht kann. 8. Steh' ich am 3iele meiner Kraft, wo mir kein Mensch mehr Hülfe schafft, wer hört dann des Verlaßnen Ruf? Du bist's, der Erd' und Himmel schuf, du hörst mich, und verkehrst mein Leid in ewige Bufriedenheit. 9. So will ich denn stets mit Vertraun auf dich, mein Gott und Bater, schaun und, deinen Segen zu empfahn, zu dir mich im Gebete nahn. Du hörst, o Gott, ein from mes Flehn, und was mir gut ist, wird geschehn. 485. Mel. Aus der Tiefen rufe ich sc. nahe betend oft und gern dich, o Chrift, zu Gott, dem Herrn, der dich als ein Vater liebt, und so gern dir Gutes giebt. 315 2. Ist er des Vertrauns nicht werth, daß dein Herz sich ihm er= klårt? daß du von ihm, deß du bift, suchest, was dir nothig ist? 3. Wer ist mehr dein Freund, als er? wer zu helfen måchtiger? Was dir soll zum Glück gedeihn, steht in seiner Hand allein. 4. Außer ihm ist doch kein Heil. Nimm an seinem Segen Theil, fo in Freuden als im Schmerz schütte vor ihm aus dein Herz. 5. Rufe, spricht er selbst, dein Gott, rufe mich an in der Noth, ich, ich will dein Retter sein, und du sollst dich dankbar freun. 6. Welch ein seliges Gebot! Ueb' es treulich bis zum Tod. Ueberall ist Gott dir nah', überall als Bas ter da. 7. Seine Fülle stehet dir tåglich offen; schöpf' aus ihr Trost, wenn dich ein Kummer quält und dir, was du wünscheft, fehlt. 8. Singe fröhlich ihm dein Lob, wenn er deinen Kummer hob, stårke in dem Glauben dich: Gott hilft immer väterlich. 9. Er, der uns so gern erfreut, hilft gewiß zur rechten Zeit, hilft, wenn du nur treu ihm bist, so, wie dir es heilsam ist. 486. Mel. Vater unser im Himmelreich 2. Bater, an Erbarmen reich, der du in Eintracht uns zugleich als Kinder heißest zu dir nahn, wir rufen auf dein Wort dich an. Doch laß 316 laß auch unsers Mundes Flehn aus unsers Herzens Fülle gehn. 2. Dein Name müss' uns heilig sein, dein Wort erhalte bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch heilig sei ein jeder Christ. Behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr', und, die in Irrthum sind, bekehr'. 3. Dein Gnadenreich komm' in Verhalten gegen Gott überhaupt. der Zeit, und einst das Reich der Herrlichkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von Sündenknechtschaft frei. Dampf' aller Feinde Macht und Wuth, nimm deine Kirch' in deine Hut. zum Widerstand, daß wir als Sies ger stets bestehn und deiner Gnade Kraft erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel frei, daß unser Heil vollkommen sei. Hilf uns in unsrer Todesnoth; zur Wohlthat mach' uns selbst den Tod. Vollende selig unsern Lauf und nimm uns in den Himmel auf. 9. Dein ist und bleibt zu aller Zeit das Reich, die Kraft, die Herrs lichkeit. Wir Alle sind dein Eis genthum, uns zu erhören, ist dein Ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, kann stets durch deine Hand geschehn. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehr' des Fleisches Uebermuth, der wider deinen Willen thut. 5. Gieb une heut unser täglich Brod, du kennst am besten unsre Noth. Entferne von uns Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Mißwachs, theure Zeit. Laß Fried' und 487. Mel. Nun freut euch, lieben 20. Wohlstand bei uns blühn, und hilf Hott, deine Güte reicht so weit, uns Geiz und Sorgen flichn. 6. Vergieb uns alle unsre Schuld, uns trag' uns ferner mit Geduld, so wie wir denen ganz verzeihn, die uns zu kränken, sich nicht scheun; denn du thust nur Barmherzigkeit an dem, der gern, wie du, verzeiht. so weit die Wolken gehen, du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten: 7. Uch in Versuchung führ' uns nicht. Und wenn im Kampf uns Kraft gebricht, so bilf mit deiner starken Hand und gieb uns Kraft 10. Herr, Amen, ja, es werde wahr. Stårk' unsern Glauben immerdar, daß wir nicht zweifeln, unser Flehn durch deine Gnad' er= füllt zu sehn. Ein freudig Umen sprechen wir, o Bater, auf das Wort von dir. 2. Ich bitte nicht um Uebers fluß und Schåße dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Gebet. nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 488. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Ich komme vor dein Ungesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 317 mein Hort, und stårk' ihn durch dein göttlich Wort. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt' ihn mir, o Herr, 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thåtig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir ges fällt; gieb deinem Knecht ein måBig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt dei Hand mir Ueberfluß, so laß mich måßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu ers freun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nůg' und dankbar sei, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath, und Trost und Beiſpiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein långres Ziel und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, vers laß mich auch im Alter nicht. 13. Und 318 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Chriftum, beinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Verhalten gegen Gott überhaupt. 489. Gott, du frommer Gott, du Geber aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und, daß in solchem Leib ein' unverlegte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet, gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen. Und wenn nach meiner Pflicht ich reden solt und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dieß dabei, daß kein unrechtes Gut mit untermens get sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter bringen, so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort in's neue Leben ruft. 8. Wenn du an jenem Tag die Todten wirft erwecken, so wollst du deine Hand zu meinem Grab auss strecken. Laß hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf und führ' ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf'. 9. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, dich will ich allzeit loben, Gott heil'ger Geift, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, o Herr, dreiein'ger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr'! 490. Mel. Nun sich ber Tag geendet sc. Augütiger, allein bei dir steht aller Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen Theil. 2. Erleuchte du mir den Verstand, mein Bestes einzusehn und leite Gebet. leite mich an deiner Hand, den erheben. Hier werd' ich der VerweWeg des Heils zu gehn. fung Raub, um ewig dort zu leben. 3. 3euch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr sei deine Gnade mir als irdischer Gewinn. 4. Laß mich die schnöde Lust der Welt mit weiser Vorsicht fliehn, und nur zu thun, was dir gefällt, mit Eifer mich bemühn. 5. 3u einer jeden guten That gewähre mir Gedeihn, und laß mich gern mit Hülf' und Rath den Leidenden erfreun. 6. Was ich bedarf, so lange hier mein Leben dauern soll, das, o mein Vater, gieb du mir: du willst und liebst mein Wohl. 7. Gieb mir ein immer fröhlich Herz, das dich für Alles preist, und stårke, trifft mich auch ein Schmerz, zum frohen Muth den Geist. 8. Erleichtre mir des Lebens Last mit Trost der Ewigkeit, bis mich, was du verheißen hast, vollkommne Wonn' erfreut. 491. Mel. Ich dank' dir schon durch x. Aumächtiger, der seinen Thron im Himmel hoch erhöhet, o höre mich, der Erde Sohn, der dir im Staube flehet! 319 2. Du schufft mich Staub, und willst mich Staub zum Engel einst 3. Was ist der Mensch? wie arm, wie bloß ist er, der Herr der Erden. Was ist der Mensch? wie frei, wie groß; unsterblich soll er werden. 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, da du Vernunft mir schenktest und der Erkenntniß gött: liche Licht in meine Seele senktest? 5. Verleihe mir die Wissenschaft, mein ew'ges Heil zu finden, und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 6. Lehr' mich, was mein Gewissen ſagt, dem Himmel vorzuziehen, und laß mich, was es untersagt, mehr als die Hölle fliehen. 7. Gieb mir ein mitleidsvolles Herz, wenn meine Brüder leiden, und laß an meines Haffers Schmerz sich nie mein Auge weiden. 8. Im Glücke Furcht, im Unglück Muth, ist's, was ich von dir flehe. Was du, mein Schöpfer, willst, ist gut; und was du willst, geschehe. 9. Laß mich mein Brod durch deine Gunst und meinen Fleiß ers werben, und lehre mich die große Kunst, zu leben und zu sterben. 10. O du, vor dem der Engel kniet, den Seraphim umringen, durch Erd' und Himmel schallt das Lied, das deine Heit'gen singen. 11. Unbetend beug' auch ich mein Knie; du hast den Staub erhoben. Heil mir, ich bin ein Geist, wie sie; der Mensch auch darf dich loben. 492, Mel. 320 Verhalten gegen Gott überhaupt. 492. Mel. Ein' feste Burg ist unser zc. Auf ewig ist der Herr mein Theil, mein Führer und mein Tröster. Mein Gott ist Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erlöster. Du verwirfst mich nicht selbst im Gericht. Mit jenes Lebens Ruh' erquickst, beschattest du mich schon in diesem Leben. 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o du, der Wesen Wesen, wie ist, von aller seiner Pein, durch dich mein Herz genesen! Der die Welt schuf, der, der sein wird, er half mir und war mein Gott, allmächtig half mein Gott, und gab mir seinen Frieden. 3. Des Glaubens war ich immer voll, laß stets sein Licht mir scheinen: Gerettet aus der Trübsal soll der Freuen Freude weinen. Der mich leiden sah, der war mir nah', durch den siegt' ich, durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte. 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube, wenn ich im freudigen Gebet, mein. Vater, mächtig glaube, zu der Sieger Chor, zu dir empor steig' ich dann, ruh' in dir, dort bin ich, nicht mehr hier, bin schon durch Hoffnung selig. 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich, sehn werd' ich dich, und leben. Hier, und dort und da ist Gott mir nah'. Gedanke meiner Ruh', wie reich an Heil bist du, wie reich am Troste Gottes! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir; doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des Herrn, so ist's in mir sein göttliches Geschäfte. Ja ich lebe dir, ich sterbe dir. Ja Bater, Vater dein will ich auf ewig sein, auf ewig dein Versöhnter. Deffentliche Verehrung Gottes. 493. Mel. Herzliebster Jesu, was haft bu zc. Wo deine Lehrer, Gott, dein Wort uns lehren, da will ich dich mit Jesu Jüngern ehren; gieb, daß ich da mich zu des Lasters Hasse entzünden lasse. 2. Wohl mir, wenn ich alsdann für meine Brüder ein heilig Beispiel bin, und diese wieder für mich ein Beispiel werden, dir mit ihnen getreu zu dienen. 3. Wenn wir dich da mit Einem Munde loben, wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, zu wählen, durchflammt die Seelen. 4. Bie stårkt mich dann zum schnellern Zugendlaufe, Herr, des Gewissens Bund bei meiner Taufe, wenn ich erwäge: wem ich angehöre, wen ich verehre. 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, der Jugend edle Mühe mir vergelten, willst, was Deffentliche Verehrung Gottes. was du hast, mir, wenn ich treu bin, geben ein ewig Leben. 6. Ich Sunder soll durch dich geheiligt werden, ich soll, vereint mit deinem Sohn auf Erden, einst sterben, wie er starb, and auferstehen, dich, Gott, zu sehen. 7. Ich soll, zum Ziele sichrer mich zu nahen, hier seinen Leib und hier sein Blut empfahen, in Trubsal Trost, zu jedem guten Werke Licht, Macht und Stärke. 8. Wie könnt' ich dann auf deinen Wegen wanken? wie noch in Werken, oder in Gedanken den Herrn verläugnen, deß ich mich ges tröste, der mich erlöste! 9. Nur müss ich, mich zu sichern vor Gefahren, treu deiner Lehren Rührungen bewahren. So wird mein Herz für dich und ihn auf Erden zum Himmel werden. 321 4. Bergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich an deiner Lehre weiden, bein beil'= ges Wort, das deine Boten lehren, will ich gern hören. soll dich erhöhen. 3. Hier, an der Ståtte, wo du deinem Namen, Herr, ein Gedächt: niß stifteteft, da kamen wir oft vor bir, da willst du uns begegnen, um uns zu segnen. 5. Ich will mit Undacht, Bater, vor dich treten; ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten, und die, die ihre Sündenschuld bereuen, willst du erfreuen. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Wege, der dir mißfällt, abzukehren, regiere mich, daß meine ganze Seele zum Troft dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denks mal deiner Güte, voll Heil für mich, und lenke mein Gemüthe auf jenes, Heil, das mir dein Sohn ers worben, da er gestorben. 8. Ja Preis sei dir, du Todesüberwinder! Un diesem Tag haft du zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten saßen, bein Grab verlassen. 494. Mel. Herzliebster Jesu, was hast ze. Dies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Herr, sich freuet. D laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 495. 2. Dich preist der Lobgesang der Pimmelsheere; auch unser Tempel schall' von deiner Ehre, auch unser Mel. Wer nur ben lieben Gott se. Dank und unsers Herzens Flehen Den Höchsten öffentlich verehren und in sein Haus mit Freuden gehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören und ihn Lobpreisend zu erhöhn, ist eine Pflicht, wozu der Chrift, so lang' er lebt, verbunden ist. * 9. Es feire dankbar diesen Tag die Erde, daß jedes Land voll deines Ruhmes werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen. 2. Benn 322 Verhalten gegen 2. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, zwar Jesum deinen Heiz land nennst, doch ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst, bist du dann fein? bist du ein Chrift, der seinem Heiland dankbar ist? 3. Wer sich dem Gottesdienst entziehet, an seines Gottes Ruhetag, aus Trågheit die Versammlung fliehet und nicht mit Undern beten mag, entzieht sich einer heil': gen Pflicht und sorgt für seine Seele nicht. 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Gottes gehn. Wie Manche sind, die auf dich schauen, die blos auf Undrer Beispiel sehn. O denke dran, daß du als Christ ein gutes Beispiel schuldig bist. 5. Doch selber dich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Seligkeit noch immer mehr zu unterrichten in dieser deiner Průfungszeit, wie nöthig ist dieß nicht, o Chrift, der du geneigt zu Fehlern bist. 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte, wie schwach Erkenntniß und Verstand! Der Gottes dienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gutig uns verband, ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Eugend schafft. 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man Gott überhaupt. anbetend Gott verehrt und, um das Ewige bemüht, sich aller Erdenforg' entzicht! 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in sel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. 9. Wie nichtig sind der Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt; wie süß der Trost, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Freund entdeckt; wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhält. 10. Rommt, fromme Christen, theure Brüder, vereint im Geist, vor Gott zu stehn, kommt, wir sind Eines Leibes Glieder, kommt, unsern Schöpfer zu erhöhn. Frohlockend preiset Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ist. 11. O laßt uns schmecken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist, er, der so gnädig unsrer Sünden, so bald wir Buße thun, vergißt, von Neuem uns als Kinder liebt und liebreich Gnad um Gnade giebt. 12. Erleuchte, Herr, selbst unfre Seelen, vertreib' aus uns des Irrthums Nacht, laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die du uns selber kund gemacht, damit dein großer Ruhetag dort ewig uns beglücken mag. 496. Mel. Deffentliche Verehrung Gottes. 497. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. Herr Jesu, gieb uns deinen Geist, den uns dein göttlich Wort verheißt, gieb Hülf' und Gnade, leit' und führ' uns auf der Wahrheit Bahn zu dir. 496. Mel. Herr Jefu Chrift, dich x. Hier find wir, Gott, und flehn 498. um Licht, versage deinen Geist uns nicht, lehr uns dein heilig Wort Herr Jesu Chrift, dich zu uns verstehn, und freudig deine Wege gehn. wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send'; mit Hülf und Gnad' er uns regier' und uns den Weg zur. Wahrheit führ'. 2. Erleuchte deine Lehrer nun und ihre Hörer, lehr' uns thun nach deinem Wohlgefallen, Gott: denn du, o Herr, bist unser Gott. 3. Daß wir, im Glauben stark, und frei von aller Sünd' und Heuchelei dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Undacht fein, den Glauben mehr', stårk' den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 4. Erhör' uns, unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn und dann vollkommen dich erhöhn. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Ungeficht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 2. Bon Undacht sei das Herz belebt, wenn unser Mund dein Lob erhebt, gieb uns mehr Glauben, mehr Verstand und mache dich uns recht bekannt. 3. Bis mit den Engeln jeder Christ singt: Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, und ihn entzückt in seiner Herrlichkeit erblickt. 4. Lobt Gott, den Bater, lobt und preist des Vaters Sohn und 323 1 seinen Geist; und ewig jauchz' und freue sich, Gott, Erd' und Himmel über dich. 4. Ehr' sei dem Vater, und dem Sohn sammt heil'gem Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 499. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 2c. Der er du stets unsre Zuflucht bist, fei mit den Deinen, Jesu Christ, send' uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stårkt den wankenden Verstand, macht deinen Vater uns bekannt, er flammt zur Heiligkeit uns an, er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Gelobt sei Gott! Einft singen wir, Gott, heilig, heilig, hei* 2 lig, 324 Verhalten gegen lig, dir, und schauen dich in deinem Licht von Ungesicht zu ungesicht. 500. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Wir erscheinen, Gott, vor dir, dich im Geiste zu verehren, lehrbes gierig kommen wir, auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen und der Wahrheit Weg zu lernen. 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben, nimmer laß der Låstrer Spott dieses Segens uns berauben; gieb auch Licht und Muth und Stärke uns zu jedem guten Werke. 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, Alle fromm burch dich auf Erden, A' im Himmel felig werden. 501. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß das Herz jest von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Unser Wisfen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht' erfüllet: Gutes den ken und begehren kannst du uns allein gewähren. Gott überhaupt. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit,& ffne unser Herz und Ohren. Unser Hporen, Bitten, Singen, laß, Herr Jesu, wohl gelingen! 502. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Jesu Christe, wir sind hier, deine Weisheit anzuhören. Lenke Sin nen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß das Herz jest von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsternis umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit hellem Licht' erfüllet. Lehr' auf's Wort uns glaubend merken, laß es uns zum Leben stårken. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, peiligster, von Ewigkeit hast du dir uns auserkoren; lehre deines Himmels Erben, Lehr' uns leben, lehr' uns sterben! 503. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Gott, unferm Gott, sei Lob für seines Wortes Lehren! Den Sundern ruft er zu, sich ernstlich zu bekehren, Betrübten giebt er Troft, den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgrimschaft. 2. Er segne nun sein Wort, durch seines Geistes Stärke um Jesu Heilighaltung des Eides. 325 Jesu willen stets zu Früchten guter Werke, daß unser Glaube ihm bis in den Tod getreu und immer thdtiger durch wahre Liebe sei. Heilighaltung des Eides. 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets und kindlich lieben mögen, daheim and in der Welt, auf allen unsern Wegen. Dein Segen sei mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein 506. Mel. Wer nur ben lieben Gott zc. Fried' in Ewigkeit, o Bater, Sohn Gott, wer bei deinem Namen und Geist! schwöret und, was er zugesagt hat, bricht, der ist ein Frevler: denn er ehret dich, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir, o Gott, gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde sein, und, was sie fodert, gern erfüllen, und keine Lasten das bei scheun. Wer sie verlegt, vers wirft sein Heil, ihm wird des Meineids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der, Gott, die Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Fre= vel nicht. 504. Mel. Liebster Iesu, wir find sc. Nun, Gott Lob, es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat Ulles wohl gemacht; dankbar laßt uns ihn verehren. Unser Gott sei hoch gepriesen, daß sein Wort uns unterwiesen. 2. Unser Gottesdienst ist aus, und auf uns ruht Gottes Segen. Fröhlich gehen wir nach Haus, wandeln fort auf Gottes Wegen. Gottes Geist wird selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. 3. Unsern Ausgang fegne Gott, unsern Eingang woll' er segnen, segnen unser täglich Brot, unser Thun und lassen segnen, segnen uns auch, wenn wir sterben, daß wir dann den Himmel erben. 3. Es segne uns Gott, unser Gott; es fegne uns Gott und geb' uns seinen Frieden. Umen. 4. Und flöh' er zu dem fernsten Meere, du findest allenthalben ihn, wenn er auch noch so mächtig wåre. Wer kann sich deiner Macht ents 505. Gott sei uns gnädig und barmherziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht zig und geb' uns seinen göttlichen Segen. und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuh der Welt. 2. Er laß über uns sein Untlik leuchten, daß wir auf Erden erkennen feine Wege. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich bedenke, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: des Eides Verhalten gegen Gott überhaupt. 326 Eides Richter, Gott, bist du, schaust meines Herzens Innerstes, bringst es an's Licht, und richtest es. 6. Ja, hilf mir, daß ich stets mit Treue, nur was ich denke, schwör' und halt, und dich mit heil'ger Ehrfurcht scheue und deine richtende Gewalt. Wer fåälschlich schwört, kommt in's Gericht; der Redliche, der Fromme nicht. 507. Mel. Ich dank dir schon durch 2c. Du, Herr und Richter aller Welt, deß Auge Alles siehet, dem nur der Redliche gefällt, der Trug und Lügen fliehet. 2. Laß mir den Eid stets heilig sein, auch dadurch dich zu ehren, mich nie aus Leichtsinn ihn entweihn, nie aus Gewohnheit schwören. Verhalten gegen 508. Mel. Nun freut eu, lieben ze. Du, den uns Gott zum Mittler gab, zum Himmel uns zu bringen, fieh' gnådig auf den Dank herab, den wir dir, Jesu, singen. Du, unser Trost, allein durch dich kann unfre Seele Gottes sich und ihres Lebens freuen. 3. Ehrwürdig sei dein Name mir. So oft ich ihn nur nenne, so sei's mit Ehrfurcht auch vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 2. Uns drohten furchtbar Sünd' und Tod mit allen ihren Plagen. Was half uns hier, in solcher Noth nicht muchlos zu verzagen? Von 4. Erfodern es Gefeß und Pflicht, bei dir es zu bezeugen, was Wahrheit sei, so laß mich nicht um Alles sie verschweigen. 5. Die deines Namens Heiligkeit durch falschen Schwur entweihen, die trifft in ihrer Sicherheit mit Schrecken einst dein Drauen. 6. Drum sei stets meines Herzens Grund voll Ernst, dich, Gott, zu ehren, und ferne sei von meinem Mund entheiligendes Schwören. Jesum insbesondere. Gott gesandt, erschienest du, mit dir zugleich auch Trost, und Ruh' und Heil für unsre Seelen. 7. Er sei beståndig lügenrein, nur Wahrheit heiß ihn sprechen. Sein Ja sei ja, sein Nein sei nein: denn Lügen wirst du rächen. 3. Du kamst und wardst ein Mensch, wie wir, des ew'gen Vaters Liebe verherrlichte sich ganz in dir. Aus göttlich edlem Triebe gabst du mit liebevollem Sinn dein Leben für uns Sünder hin, vom Elend' uns zu retten. 4. Sei hochgelobt! Herr, lebenslang gebührt dir unsre Liebe. O daß dir keiner diesen Dank je dafür schuldig bliebe! Durch dich erlöft, Verhalten gegen Jesum insbesondere. erlöst, gehören wir dir völlig an. O möchte dir zur Ehre Jeder leben! 5. Wir schworen's dir, Herr Jesu Christ, dich und dein Wort zu lieben, in dem, was dir gefällig ist, uns lebenslang zu üben. O stårk' uns nur durch deinen Geist, den du den Deinigen verheiß'st im Kampf mit jeder Sünde! 6. Dir nach gehn wir dann himmelan auf deinem heil'gen Pfade, bei jedem Schritt' auf dieser Bahn erquickt uns deine Gnade. Und wenn hier unser Lauf sich schließt, so führst du uns, Herr Jesu Chrift, zur Fülle deiner Freuden. 509. Mel. Rönig, deffen Majeståt ic. Herr, welche Gnad' erzeigst du mir, wie liebest du mich Urmen! Mein Heiland, wie vergelt' ich dir dein göttliches Erbarmen? Du bist mein Heil, du liebtest mich so stark, so treu; o möcht' ich dich von Herzen wieder lieben! O möcht' ich, als dein Eigenthum, doch immer, dir zum Dank' und Ruhm, was du gebietest, üben! 327 ich's dir, und mehr kann ich nicht geben. 3. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, den Retter unsrer Seelen. Ich will der Sünde mich entziehn, will ihn zum Herrn mir wählen, verschmähen will ich, was der Welt und meinen Lüsten nur gefällt; er giebt mir beßre Freuden. Daß Gott mich wie ein Vater liebt und Heil und Seligkeit mir giebt, seh' ich aus seinen Leiden. 2. O konnt' ich doch bei Nacht und Tag von deiner Liebe singen und dir, was ich doch nicht vermag, ein würdig Opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen Dank, nimm meinen schwachen Lobgesang, ja nimm mein ganzes Leben, Erlöser, gnådig an von mir; zu deinem Dienste geb' 4. Wird Gott, der seinen Sohn mir schenkt, nicht gnädig mein gedenken? nicht, wenn mich wo ein Kummer Frånkt, mit ihm mir Ulles schenken? Ja, Jesus meine Zus versicht, ist in der Finsterniß mein Licht, mein Tröster, wenn ich leide, mein Reichthum in der Dürftigkeit, in Unruh' meine Sicherheit, im Tode meine Freude. 5. Wie könnt' ich vor der legten Noth, vor meinem Tode beben? Soll ich durch meines Jesu Tod nicht auferstehn und leben? Nun schreckt mich nicht das finstre Grab; ich halte dich und laß nicht ab, bis du mir, Herr, begegneft und mich nach meiner Pilgerzeit mit Leben und Unsterblichkeit in deinem Himmel segneft. 6. Ich fürchte nicht dein Weltgericht; verwandle nur die Erde! Ich glaub' und weiß es, daß ich nicht von dir gerichtet werde. Vollendet ist der Pilgerlauf, du nimmst mich in den Himmel auf, ich steh' vor deinem Throne, zur Rechten steh' ich, und mein Haupt schmeckt, denn ich hab' an Verhalten gegen an dich geglaubt, der Ueberwinder Krone. 328 510. Mel. Seelenbräutigam ze. Wer ist wohl, wie du, Stifter wahrer Rub', Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der vers lornen Sünder! Licht und Seelenruh' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bes stimmten Zeit kamst du uns zum Heil' auf Erden, warst zur Duls dung der Beschwerden unsrer Niebrigkeit großmuthsvoll bereit. 3. Ziefe Schmach und Noth, selbst den Kreuzestod hast, zur Tilgung unsrer Schulden, du als Mittler wollen dulden, hast durch deinen Tod uns versöhnt mit Gott. 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held. Todesmacht hast du bezwungen, und ein ew'ges Heil errungen für die sünd'ge Welt durch dein Lösegeld. 5. Deine Majeståt, König und Prophet, will ich demuthsvoll verehren und auf deine Stimme hören: denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm als dein Eigenthum recht und nach Gewissen handeln und mit Freuden dir nachwandeln. Wahres Christenthum sei mein bester Ruhm. 7. 3euch zu dir mein Herz, laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken. Und wenn Noth und Gott überhaupt. Furcht mich kránken, o so gieb im Schmerz Muth und Trost in's Herz. 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanfts muth übe, und, wie du, die Demuth liebe, Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eitlen hin, o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel vers fehle. Lenke meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte. In dem Zugendlauf hilf mir Schwachen auf. 11. In Versuchungszeit stårke mich zum Streit. Laß mich wachen und mit Beten voll Vertrauen vor dich treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 12. Will der Trübsal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedecken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Ucht. 13. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut willig, ja mein eigen Leben mag um deinetwillen geben, solchen weisen Muth gieb mir, höchstes Gut. 14. Soll's zum Sterben gehn, laß mich auf dich sehn. Bleib' mir húülfreich dann zur Seiten, mich durch's Todesthal zu leiten, dich erfreut zu sehn und vor dir zu stehn. 511. Mel. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 511. Mel. Seelenbráutigam se. Dir ergeb' ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil' und Leben in den Tod hast hingegeben. Ewig will ich dein, mein Erlbser, sein. 2. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu erretten, was verloren, durch dein Blut und Tod wahrer Mensch und Gott. 3. Deiner Liebe Werth, die dein Tod erklärt, laß mich tief zu erzen nehmen, und mich deiner nies mals schámen. Sie, sie dringe mich, stets zu lieben bich. 4. Groß ist deine Huld. Aller meiner Schuld wollst du ewig nicht gedenken, und auch mir den Frieden schenken, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. 5. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wache, und mit Beten täglich vor dich möge treten, so verlischt das Licht meines Glaubens nicht. 6. Hilf mir, sündenrein auch schon hier zu sein. Was die Luft zum Guten mehret, und der Lüfte Macht zerstöret, das erbitt' ich mir, Hei ligster, von dir. 7. Hilf mir Schwachen auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden, leite mich mit treuen Händen auf des Lebens Bahn, führ' mich himmelan. 8. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich in's 329 Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren. In der Trúbsals= nacht nimm mich, Herr, in Ucht. 9. Deine Freundlichkeit, wenn sie mich erfreut, treibe Herz und Mund zum Danken und bewahr mich in den Schranken einer heil'gen Freud', ohne Sicherheit. 10. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr. 11. Jesu, hilf, daß ich alles, was nur mich von dir scheidet, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Chrift treu und standhaft ist. 12. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron', hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen: denn auf Spott und Sohn folgt die Ehrenkron'. 13. Wird's von hinnen gebn, wollst du mir beistehn, mich durch's Todesthal begleiten und zu deinem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig môge freun. 512. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? Dwie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unsrer nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes. Deine Seele Verhalten gegen Gott überhaupt. 330 Seele rühme sich ihrer Hoffnung, feines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu: denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Bus ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spot tern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wig vergöttern. Was vermag der Låstrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er? Tobt er gleich wider dich und deinen Glauben. Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten; jene Schaar der Mårtyrer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Martern, selbst den Tod litten fie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wik und Hohn konnte je dein Herz verfüh ren, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein, wanke nie; fleh' um Rettung auch für fie. 8. Sei getreu bis in den Tod, denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Bonne jenes Lebens, und auf einen kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. 513. Mel. Nun danket alle Gott ze. Mag doch der Spotter Heer sich deines Namens schåmen; ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu, anzunehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der es nicht versteht, und Reiner spottet sein, der Gottes Wege geht. 2. Du kamst, o Gottes Sohn, du kamst, uns zu versöhnen und uns, Verlorne, nur mit Gnad' und Heil zu krönen. Welch wundervolle Huld, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrer Schuld befrein! 3. Ich kann hier freilich nicht das große Wunder fassen, gesandt vom Ewigen, der Himmel Thron verlassen, die Thaten Gottes thun, als eingeborner Sohn, und dann am Kreuz empfahn der Missethåter Lohn. 4. Doch kann mein Herz gar wohl der Wahrheit Kraft empfinden, die meinen Geist belebt, mich reiniget von Sünden; doch hab' ich, Herr, durch dich Gerechtigkeit und Heil, und an der Seligkeit der Gottver: söhnten Theil. 5. Dieß müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen Rath der Gottheit zu entdecken, nehm' ich dein großes Heil mit Dank und Freuden an, und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren und deine Verhalten gegen Jesum insbesondere. deine große Huld im Schauen mir dem Schlaf erwachet, und der erklären. Unendlich ist mein Heil. Spotter, der hier schmäht, glaubt O Glaube, der erfreut! Gelobt fei und nicht mehr lachet? Jesus Christ, gelobt in Ewigkeit! 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld ge= nieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trůbsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt, und Sund', und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 515. 514. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Sollt' ich jetzt noch, da mir schon deine Güt' erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden, Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Chrift, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Beigt sie mir ein Heil, wie du? bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, trok dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Volker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen, wenn der Sichre nun zu spåt aus 331 Meinen Jesum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, so erfodert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Horen, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen, wenn des Leibes Hütte bricht, meinen Jesum laß ich nicht! 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Ungesicht frommer Chris sten 332 ften Glaube pranget. Mich erfreut sein Ungesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Verhalten gegen Gott úberhaupt. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht. Der mich hat mit Gott vera föhnet, der mich frei macht vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jefum laß ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten, Chris stus wird mich für und für zu der Lebensquelle leiten. Selig, wer von Herzen spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 516. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht se. Jesu, bich, dich laß ich nicht. Du haft dich für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an dir bangen, dir nur leben? Du bist meines Lebens Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 2. Du, du bist und bleibst mein Ruhm bis an meines Lebens Ende; dir geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in deine Hände. Du bist meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfårben, mich kein Labsal mehr ers frischt, alle Sinnen mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich dich, mein Jesu, nicht. 4. Dort auch, dort auch bist du mir Seligkeit und Trost und Freude, dort belohnst du, was ich hier die zu Ehren willig leide, dort seb' ich dein Ungesicht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 5. Nichts auf dieser Erde ist's, was des Herzens Wünsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, lasſe nichts von dir mich scheiden. Wehe dem, der dich verläßt, er bes raubt sich ew'ger Freuden. Selig, in Wahrheit spricht: dich, mein Jesu, laß ich nicht. wer 517. Mein Jesu, dem die Seraphinen im Glanz der höchsten Majeståt selbst mit bedecktem Untlig dienen, wenn bein Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? blicken den Eingang in dein Heiligs 2. Doch gönne meinen Glaubenss thum und laß mich deine Gnad' ers quicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich' deine Gnade meiner Seele', die reuerfüllt vor dir sich beugt, die Lieb' und Dankbarkeit bezeigt, sprich: Ja du bist's, die ich erwähle. 3. Sei gnådig, Jesu, voller Gute, dem Herzen, das nach Gnade lechzt, hör', wie das sehnende Gemüthe: Gott, sei mir Urmen gnädig! Verhalten gegen Jesum insbesondere. gnädig!& cht. Ich weiß, du kannst 8. Ich steig' hinauf zu dir im mich nicht verstoßen; wie könntest du nicht gnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich gefloffen? Glauben, steig du in Lieb' herab zu mir, laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb' auch nicht mehr schlågt, so foll doch noch die Liebe währen. 4. Ich fall' in deine Gnaden hånde und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir. Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts Sträfliches an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib' ich auch mit dir verbunden. 518. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 5. Uch laß mich deine Weisheit Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, du machest meinem Herzen Muth, schaffst meiner Seele Freude. Und darum bleib' ich stets an leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg, stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir be: liebtem Steg beståndig bis an's Ende wandle, damit ich hier in dir. Was ist, o Herr, das mich dieser Zeit in Lieb' und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. von dir und deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, håltst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf, hilfft gnådig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Chrift, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg' und stehe, wenn Stårk und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, darin Gerechtigkeit regiert und Lieb' und Huld das Zepter führt, auch von mir ausgebreitet werden. 333 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl' es, Herr, zu dei nem Thron. Hast du aus Lieb' eh'mals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron', so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel sein, bis du, fällt dieser Bau einft ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach saurem Gang' auf rauher Bahn nimmst du mich einst mit Ehren an und schenkest mir nach allem Leid die Krone der Ges rechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier sehnt sich mein Herz zu sein bei dir! 3. Mein 334 Verhalten gegen 3. Mein Ulles ist auf dich ge richt't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Warst du nicht schon auf Erden mein, möcht' ich auch nicht auf Erden sein. Denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das außer dir gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Auch in der allergrößten Noth erquickst du mich. Und wenn im Tod' auch Seel' und Leib verschmachten, wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt auch Todespein in deiner Huld nicht achten. Du bist und bleibst auch dann mein Heil, mein Trost und meines Herzens Theil, und führst mich über Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlichkeit. So wahr du bist, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du segnest mich selbst durch den Tod. 5. Wer von dir weicht, und wer die Welt mehr liebt, als dich, nicht Glauben hält, der stürzt sich in's Verderben. Weil er der Erde Luft und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du peiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Wer aber hier sein Herz dir giebt, sein Herz Gott überhaupt. dir giebt, wird ewig auch von dir geliebt. 6. Nun, Herr, ich halte mich zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich sege meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht in noch so großem Leide. Ich will mich deiner Gnade freun, dich lieben, dir gehorsam sein, will dir in Noth und Tod vertraun, so werd' ich dort dich ewig schaun. Herr Jesu Chrift, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, Herr, mein Gott, und nimm mich auf. 519. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o 20. Von ganzem Herzen lieb' ich dich, mein Heiland: denn du liebtest mich, eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh' deine weise fromme Macht der Schöpfung Werk begonnte. und sahst du gleich, ich würde dein unwürdig und ein Sünder sein, durch meiner Båter Fall' entweiht, beraubt der ersten Heiligkeit; doch sollt' ich dein, ich, Jesu Christe, sollte dein, ich, Sünder, sollte felig sein. 2. Uch möcht' ich, o mein Schild und Heil, dir, hier mein Trost und dort mein Theil, nur würdig danken können! Laß gegen dich, wie du's verdienst, mich, weil du mir zum Speil erschienst, in heißer Lieb' entbrennen. Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgefang. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 335 gefang, bedarfft du, meine 3uver: sicht, mein Lob zu deiner Größe nicht. Doch flamme Dank, dir, zugleich, vom Fluch erlöset in dein Reich. Du starbst den Tod, du starbst der Abgefallnen Tod. Be= Jesu Christe, flamme Dank, hoch siegt, besiegt ist nun der Tod. flamm' empor mein Lobgesang. 520. 3. Des Todes Band' umfingen mich; du sahst's und du erbarmtest Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, dich, als ich vergehen wollte. Du, du beschlossest, ob ich zwar des Fluchs, des Todes würdig war, daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht und rief dir nicht; doch wandtest du dein Ungesicht mitleidensvoll herab zu mir und schwurst Erlösung, schwurst bei dir: ich will den Tod, ich will der Abgefallnen Tod erdulden, der den Sündern droht. ich bitt', du wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himmel und Ers den frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn auch gleich das Herz mir bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heit und meines Herzens Troft, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 4. Du kamst; doch da zerfloffen nicht die Wolken unter dir in Licht, den Kommenden zu Ehren; die Berge wurden nicht erregt, in ihren Gründen nicht bewegt, du kamst nicht, zu zerstören; dich kündigte kein Sturmwind an; kein fressend Feuer ging voran; kein Donner donnert' und kein Brig schoß durch die Himmel, deinen Sig; du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Thau der Nächte fällt. 5. Ein Mensch, nicht mächtig und nicht reich, ach arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten, mich, ewig, ewig preis ich dich, von meines Todes Banden mich mitleidig zu entket ten. Du reichtest mir der Hülfe Hand vom Kreuze her, und ich empfand mein Elend und mein Heil 2. Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab' mein Leib, Seel' und Alles, was ich hab' in diesem armen Leben. Damit ich's brauch' zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr', in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, trost' mir meine Seel' in Todesnoth. 3. Uch Herr, laß dein lieb'n Engelein am legten End' die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn' alle Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann Verhalten gegen Gott überhaupt. 336 bann vom Tod' erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Sohn, mein Hei: land und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will bich preisen ewiglich. 521. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. Aus ganzem Herzen lieb' ich dich. Nach Gnade, Heiland, dürstet mich, die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich, mein Gott, dich habe. Wenn auch mein Herz im Tode bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, und auch im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir im Leben und im Tod. 2. Ach Ulles, Herr, hab' ich von dir. Den Leib, die Seele gabst du mir und dieß mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih', ein Bruder meinen Brüdern sei, dieß Heil wollst du mir geben. Laß, Mittler, mein Erkenntniß rein, und heilig meinen Wandel sein; im Kreuze mich dir glaubend traun und nur auf deine Hülfe schaun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir auch in der legten Noth. 3. Und wenn du mich einst ster: ben heißt, so führe du, Herr, meis nen Geist zu dir, frei aller plage. Mein still verwesendes Gebein wird Erde, doch nicht långer sein, als bis zum legten Tage. Du läheft mich im Tode nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. Uch Richter, laß mich ohne Graun dich dann auf deinem Throne schaun! Herr Jesu Chrift, erhöre mich, erhore mich, so preis ich ewig, ewig dich. 522. Mel. Wie schon leuchtet ber ic. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, der du noch, eh' ich war, mich schon geliebt aus reinem Triebe. Bor bir ist Alles sonnenklar; mein Herz ist dir auch offenbar, bu weißt, daß ich dich liebe. Herzlich such' ich dir vor Allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Dieß eine nur bekümmert mich, daß ich mit solcher Inbrunst dich nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, daß ich dich mit der That noch mehr, mein Heiland, lieben sollte. Laß mich gläubig deine Güte in's Gemůthe stårker fassen, die mich ganz zu überlassen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, so werd' ich stets mit festrer Treu' und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht Luft der Sinne, Ehr' und Geld befriedigt mein Verlangen. Ohn' dich kann mich nichts von Schågen recht ergegen und beglücken, du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, Verhalten gegen Jesum insbesondere. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, dem schaffst du für die Seele Ruh' und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt, so wird er doch durch dich erquickt in seinen Kümmernissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden, da wird all sein Trauren schwinden. 5. Noch hat kein Aug' es je gesehn, es kann's auch hier kein Mensch verstehn und würdig g'nug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergegen, ist dagegen nichts zu schågen. 6. Drum laß ich billig dieß allein, o Jefu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe und mich in dem, was dir gefällt, je mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe, bis sich für mich jenes Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trübsal sind entnommen. 337 getreu, wie könnt' ich ihn verlass sen? Das sei mein Bund mit ihm: mein Heiland soll allein mein auserwählter Freund, er soll mir U1les sein. 2. Als ich sein Feind noch war, ist er für mich gestorben und hat das Leben mir durch seinen Tob erworben. Was ich nicht konnte thun, hat er für mich gethan, ob ich gleich seine Huld ihm nie vers gelten kann. 3. Er hatte mich erlöst; doch liebt ich noch die Sünden und wollte mich noch nicht zu seiner Heerde finden. Allein der treue Hirt ging mir so lange nach, bis mein so hartes Herz sein Ruf voll Liebe brach. 4. Die Sünde drückte mich, ich war mit Angst umfangen; er ließ mich Ruh' und Rast durch sein Verdienst erlangen. Er spricht mich gnådig noch von allen. Stras fen frei, und in Versuchungen steht er mir måchtig bei. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Umfang schmecken, da seh' ich in dem hellsten Licht dein gnadenvolles Angesicht, auf immer frei von Schrecken. Wohl mir, Preis dir, der mir droben aufgehoben ew'ge Freuden. Nichts, Herr, soll mich von dir scheiden.. 523. Mel. Gott, du frommer Gott ze. Mein Jesus liebet mich, wie könnt' ich Jesum hafsen? Er liebt mich so 5. Ihm darf ich jede Noth, die mich belastet, klagen. Wo Menschenhülfe fehlt, läßt er mich nicht verzagen, er hört mich, sieht auf mich mit Lieb' und Freundlichkeit und, wenn mir's nüglich ist, hilft er auch allezeit. 6. Sålt er zuweilen auch sein Uns gesicht verborgen, umringen mich alsdann viel kummervolle Sorgen, so läßt er mich doch bald sein Untlig wieder sehn, fühlt meinen Schmerz und läßt mich nie vergebens flehn. 7. Bin ich am Biele dann, am Ende meiner Tage, so macht er mich 338 mich frei von aller Noth und Plage; und ewig, ewig ist die Bonn' und Herrlichkeit, mit welcher Jefus mich nach meinem Kampf' er= freut. 8. Ich weiß es, daß mein Leib einst Staub und Asche werde; doch er erweckt auch einst ihn wieder aus der Erde. Dann soll er schön verklärt in seinen Himmel gehn und ihn von Ungesicht zu Ungesichte sehn. Verhalten gegen Gott úberhaupt. 9. So liebt mein Heiland mich;. ich will ihn wieder lieben. In dem, was ihm gefällt, will ich mich tåglich üben; ich will auch treu ihm sein, seint ewig Eigenthum. Mein Jesus liebet mich, das sei mein höchster Ruhm. 524. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat mein Elend angesehen. Siehe, es werden mich felig preifen alle Kindeskind. 3. Er hat große Ding' an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffårtig find in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhle, und erhebet die Elenden. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läsfet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzige keit und hilft seinen Verehrern auf. 9. Wie er gered't hat zu den Båtern, Abraham und seinen Kindern ewiglich. 10. Lob und Preis fei Gott, dem Vater, und dem Sohn' und dem heiligen Geiste. 11. Wie es war im Unfang, jegt, und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. 525. Mel. Schap über alle Schåpe ze. Freude der Erlösten, o Jesu, daß ich mich kann deiner Liebe trosten, o wie beglückt bin ich, wie felig! Alle Leiden der kurzen Pils gerzeit verschwinden vor den Freus den der nahen Ewigkeit. 2. Nichts, nichts sei meinem Hers zen so werth, als du, schon hier. Denn mit wie großen Schmerzen erkauftest du es dir! Dir müss' es angehören mit Allem, was es ist, dich über Alles ehren, der du sein Heiland bist. 3. Wer kann mein Herz beglüks ken, als deine Huld allein? wer selbst im Tod' erquicken? wer da mein Tröster sein? Dir will ich mich ergeben. Bei dir ist Sicherheit vor jeder Noth, ist Leben, ist Troft und Seligkeit. 4. Was soll ich trostlos klagen? Giebst du auch, Jesu, mir hier manche Last zu tragen, ich bhange doch Verhalten gegen Jesum insbesondere. 339 doch an dir. Ich will geduldig lei mein Freudenlicht! Denn ohne dich den; von dir, mein Herr und Gott, von dir soll mich nichts scheiden, kein Glück, kein Schmerz, kein Spott. zu leben, ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, o Jesu, süße Ruh', schickst du mir Trauerfälle in meinem Leben zu, will ich geduldig leiden; es foll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herz bleibt dir ergeben, dir immer für und für im Sterben und im Leben, will lieber hier mit dir im Trübfalsfeuer schwigen, als, Jesu, ohne dich in Glück und Freuden sißen, am Geiste jámmerlich. 5. D Herrlichkeit der Erde, vergebens lockst du mich. Wenn ich nur selig werde, wie gern entbehr' ich dich. Wo Jesus Hütten bauet, da, da ist's gut zu sein. Wenn ihn mein Uug' einst schauet, wie will ich dann mich freun! 6. Sei denn in jedem Leide, im Tode sei mit mir, und führ', o mei ne Freude, mich näher dann zu dir. Wenn mich kein Leid mehr rühren, kein Tod mehr tödten kann, wie werd' ich triumphiren, wie selig bin ich dann! 526. Schag über alle Schage, o Jesu, bester Schat, an dem ich mich ergege, hier hab' ich einen Plan in meinem treuen Herzen dir, Höchster, zugetheilt, weil du durch deine Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo Jesus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein; wo Jesus Hütten bauet, dort, dort ist gut zu sein! 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, nimm mich dereinst zu dir; hilf mir den Tod besiegen, komm dann, der Seele zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt. So kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und satt. 2. Uch Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit er= 527. Mel. Jefu, meine Freude zc. freulich kann erfüllen mit Troft Wie getroft und heiter, du Geund Süßigkeit. benedeiter machst du meinen Geist, der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreuft. Niemals wird bei dir, mein Hirt y 2 und 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Ungesicht, mein Herz stets zu erquicken, komm, komm, 340 Verhalten gegen und Beruhiger der Seelen, mir Ers quickung fehlen. 2. Deinem Rath' ergeben, freu' ich mich, zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Holle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erldser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Urm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern! 4. Uuch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich: deine Huld tilgt meine Schuld. Nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. Gott úberhaupt. 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, meine Luft und Pflicht. Was die Welt vergnüs get, o mein Heil, das gnüget meis ner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Eiteln trachten, reich in dir, vers achten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich selig werde? giebt's Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Unbegrenzte Beiten voller Sie sind mein, durch dich allein. Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte jauchHeiland, dir. Dieser Geist der zet mein Gemüthe, Gott, mein Freuden stårke mich in Leiden, wei che nie von mir. Laß mich so beherzt und froh einst durch's Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 528. 6. Der du Blut und leben hin Jesu, meine Freude, meines Hers für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stårker als der Zod. Herr, und ich, ich sollte mich dei ner Huld nicht dankbar freuen? bir mein Herz nicht weihen? zens Weide, Jesu, meine Bier, ach wie lang', ach lange ist dem Hers zen bange, ihm verlangt nach dir. Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden sonst nichts Liebers werden. 2. Unter Verhalten gegen Jesum insbesondere. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß auch Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern: mir steht Iesus bei. Ob es ist gleich kracht und blist, obgleich Sünd' und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß der Gruft der Erden, wo ich Staub soll werden, trok der Furcht dazu. Tobe, Welt, und springe; ich steh' hier und singe in ganz sichrer Rub': Gottes Macht halt mich in Ucht, Jesus läßt mich überwinden und den Himmel finden. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergeßen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr an's Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du La sterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 341 529. Mel. Jesu, meine Freude zc. Bester Troft im Leide, Jeſu, meis ne Freude, meines Herzens Theil, deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein' Heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht ruhig werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern, laßt den Erdkreis zittern und den Einsturz dráun; was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, bligen; Jesus will mich schüßen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Mittlers Macht, die kann selbst der Feinde Wüthen Fried' und Ruh' gebieten. 5. Cockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göge der betrognen Welt; mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhålt. Elend, Noth. Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob 342 Verhalten gegen ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe, weicht, des Fleisches Triebe; Thoren täuschet ihr. Sünden, eure Freuden will ich ewig meiden, fliehet fern von mir. Ueppigkeit, Stolz, Schmahsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen, euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg' und Zagen, schweiget, bange Klagen, Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreun. Hab' ich hie viel Ungst und Müh'; Jesu, auch im bångsten Leide, bleibst du meine Freude. 530. Mel. Jesu, meine Freude zc. Jesus ist mein Hirte. Als ich mich verirrte, ich verlornes Schaf, kam er mir entgegen, eh' auf meinen Wegen mich ein Unfall traf. Siech war ich; doch er trug mich zu der Heerde voll Erbarmen selbst auf seinen Urmen. 2. Jesus ist mein Leben, will mir Alles geben, was das Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt seiner Weide, keine Seligkeit. Voll und hell ist stets sein Quell, der mich, wenn mich Trubsal drukket, stårket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, hålt mich, und ich walle sicher seine Bahn. Folgsam seinen Rechten, stoßt in finstern Nåchten nie mein Fußtritt an. Schreckt und droht Gott überhaupt. mir selbst der Tod; mich wird, auch bei Furcht und Schrecken, Kerr, dein Arm bedecken. 4. Ich bei meinem Freunde fürchte keine Feinde, ich, von ihm beschüßt. Darb' ich; er hat Gaben, giebt mir, mich zu laben, was mir ewig nůst. Troft und Lust durchströmt die Brust: denn ich bete nie vergebens zu dem Herrn des Lebens. 5. Seine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade seines Beispiels hier. Wenn ich ihn vollende, reichet er am Ende seine Krone mir. Sch, erneut zur Seligkeit, bin dann ewig mit den Frommen herrlich und vollkommen. 531. Mel. O Jesus Christ, mein' sc. Ach Gott, wie manches Herzeleid bekümmert mich hier in der Zeit! Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich bringen zu dem ew'gen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jeſu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals vers lassen ist, der dir vertraut hat, Jesu Chrift. 4. Du nahmst dich unsers Elends an. Was hast du nicht für uns gethan? Für uns, die ohne dich verlor'n 1 Verhalten gegen Jesum insbesondere. lor'n, bist du, Sohn Gottes, liebt dich, Herr, und wird nicht Mensch gebor'n. immer feliger? 5. Du führeft uns durch deinen Tod ganz wunderbar aus aller Noth. O du, mein Herr und Gott allein, wer kann mich außer dir erfreun? 6. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam' erfreut vielmehr. Kein Elend mag so bit ter sein, dein süßer Troft flößt Lindrung ein. 7. Ob mir mein Leben gleich verschmacht', so weißt du, daß ich's doch nicht acht'. Wenn ich dich ha be, hab' ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. 8. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was kann mir thun Sund', Tod und Höll'? Kein' größre Treu' auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 9. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein' Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist der rechte treue Hirt, der ewig mich behüten wird. 10. D Sesu, meine Freud' und Ruhm, des Herzens Schak und Eigenthum, ich kann's nicht gnugsam zeigen an, wie hoch dein Nam' erfreuen kann! 11. Wer Glaub' und Lieb' im Herzen hat, der wird's erfahren in der That. Zu sterben, Jesu, wünsch' ich mir, hätt' ich nicht meine Lust an dir. 343 12. Ja könnt' ich mich nicht dei ner freun, so mocht' ich nicht ge= boren sein. Wer kennet dich, wer 13. Du bist mir über Alles werth, mein höchster Trost auf dies ser Erd'; an dir allein ich mich ergeg' weit über alle goldne Schäß'. 14. So oft ich nur gedenk' an dich, so freut mein ganz Gemüthe sich; wenn ich mein' Hoffnung stell' zu dir, so fühl' ich Freud' und Trost in mir. 15. Wenn ich in Nöthen bet' und sing', so wird mein Herz recht guter Ding'. Dein Geist bezeugt, daß schon dabei des ew'gen Lebens Vorschmack sei. 16. Drum will ich, weil ich lebe noch, gern tragen deines Kreuzes Joch. Gott, mache mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. 17. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann, hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, daß es nicht Sünde liebt und thut. 18. Erhalt' mein Herz im Glauben rein, so leb' und sterb' ich dir allein. Du bist mein Trost, hör mein' Begier, mein Heiland, ach wär' ich bei dir! 532. Jesu, meines Herzens Freud', fås ßer Jesu, meiner Seele Seligkeit, süßer Jesu, des Gemüthes Sicherheit, süßer Jesu, Jesu, süßer Jesu. 2. Tausendmal gedenk' ich dein, mein Erlöser, und begehre dich als lein, 344 Verhalten gegen Gott überhaupt. lein, mein Erlöser, sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser, Jesu, mein Erlöser. 3. Weide mich und mach' mich fatt, Himmelsspeise; trånke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide; sei du meine Ruhestatt, Ruh' der Seelen, Jesu, Ruh' der Seelen. 4. Mchts ist lieblicher, als du, liebste Liebe; nichts ist freundlicher, als du, milde Liebe; auch nichts süßer ist, als du, süße Liebe, Jesu, füße Liebe. 5. Ich bin krank, komm, stårke mich, meine Stårke, ich bin matt, erquicke mich, süßer Jesu. Wenn ich sterbe, tröfte mich, du mein Tröster, Jefu, du mein Tröster. etwas Gut's geübt, warst du mir schon gewogen. O laß, Freund meiner Seligkeit, stets deine Huld mich leiten und begleiten, laß fie zu jeder Zeit mir hülfreich stehn zur Seiten. 4. Laß jeden Stand, darin ich steh', Herr, deine Liebe zieren und, wenn ich etwa irre geh', zu dir zus rück mich führen; laß sie mich stets des Christen Pflicht und jede Tugend lehren und mir wehren, daß Welt und Sünde nicht mich blenden und bethören. 5. Laß sie mir Freudigkeit im Leid, in Schwachheit Stårke geben. Und rufst du nach vollbrachter Beit mich einst aus diesem Leben, o dann laß deine Lieb' und Treu', Herr Je: su, mir beistehen, mich erhöhen, daß ich, von Leiden frei, zu deinem Reich' kann gehen. 533. Mel. Ich ruf zu dir, Herr ze. 534. Jesu Christ, mein Trost und Licht, der du mein Heil und Leben so innig liebst, daß ich es nicht kann würdig gnug erheben, 0 möcht' ich als dein Eigenthum dich Was frag' ich nach der Welt und Mel. Gott, du frommer Gott se. herzlich wieder lieben und, getrieben von deiner Treue Ruhm, in Gegentreu' mich üben. allen ihren Schåßen, wenn ich mich nur an di:, Herr Jesu, kann ers gehen. Dich hab' ich mir allein zur Freude vorgestellt; du, du bist meine Ruh', was frag' ich nach der Welt. 2. Gieb, daß kein stårkrer Trieb in mir, als dich zu lieben, lebe, daß ich mit herrschender Begier dir zu gefallen strebe.. Nimm Ulles, Alles von mir hin, was dich und mich kann scheiden, eitle Freuden, die dir mein Herz entziehn, laß mich mit Ernst vermeiden. 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jefus aber bleibt, wenn Alles bricht und fällt, er ist mein starker Fels, was frag' ich nach der Welt. 3. Du hast mich je und je geliebt und mich zu dir gezogen, eh' ich noch 3. Die Verhalten gegen Jesum insbesondere. 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitelkeiten, und denket nicht daran, wie bald doch Menschen gleiten. Das aber, was mein Herz vor Undern rühmlich hålt, ist Jesus nur allein, was frag' ich nach der Welt. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht ruhn, noch rasten; sie häuft, sich selbst zur Qual, des Reichthums schwere Lasten. Ich hab' ein beßres Gut zu meinem Biel gestellt; denn Jesus ist mein Schak, was frag' ich nach der Welt. 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihrer Ehre trachtet; ich trage Christi Schmach, so lang' es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt. 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug erheben, sie möchte wohl dafür selbst gar den Himmel geben. Ein Undrer halt's mit ihr, der von sich selbst nichts hålt; ich liebe mei: nen Gott, was frag' ich nach der Welt. 7. Was frag' ich nach der Welt, wie bald muß sie verschwinden, ihr Unsehn kann durchaus den Tod nicht überwinden; die Güter müs: ſen fort, und alle Luft verfällt. Bleibt Jesus nur bei mir, was frag' ich nach der Welt. 8. Was frag' ich nach der Welt, mein Jesus ist mein Leben, mein Schak, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes 345 Himmelreich, und was mir sonst ges fällt. Druim sag' ich noch einmal: was frag' ich nach der Welt. 535. Mel. Was Gott thut, das ist sc. Du Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Troft auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaus bensbund hat festen Grund: du låsfest dir nicht nehmen, die deiner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder in's Gericht und büßtest für mich Urmen. Uus Dankbarkeit will ich allzeit, um deines Leidens willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stårkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir, du bist bei mir. Wenn mich die Feinde hafsen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe. Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt durch Gut und Geld Verhalten gegen Geld dir ungetreu zu machen, so will ich ihrer lachen. 346 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein, er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 536. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc. Herr, dein seliges Regieren stillt alles Leid, das meinen Geist beschwert. Wie bald låßt sich dein Friede spüren, wenn sich mein blódes Herz zu dir hinkehrt. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, nimmt alle Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, du giebst mir solche Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Nichts kann die matte Seele laben, schau' ich der ganzen Erde Reichthum an; du kannst's, o Herr, und thust's im Ues berfluß und schenkst mir deiner Gnade Vollgenuß. 3. D Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das sich auf eignem Weg Gott überhaupt. ermüdet hat, und nun zu deiner Huld und Gute sich kindlich und getroft im Glauben naht! Wie fühlt es alle Furcht und Angst verdrängt und sich mit sanfter Ruh' von dir beschenkt. 4. Was eigne Kraft mir nicht kann geben, das schenket deine Gnade mir schon hier; sie åndert. auch mein Herz und Leben, und wirket Lust und Heiligung in mir; sie ist's, die mich von Kraft zu Kräften führt und mit Geduld und Langmuth mich regiert. 5. Drum will ich, Herr, auf dich nur schauen, o führe mich, du Führer aus der Höh', und, deiner Leitung zu vertrauen, hilf, daß ich stets auf deine Gnade seh', daß nicht im Unglück, selbst im Tode nicht, je wanke meines Glaubens Zuversicht. 6. Wenn mich ein Fehler niederschlåget, mein kindliches Vertrauen in mir dämpft, wenn bange Furcht in mir sich reget und Zweifelmuth mit meinem Glauben kåmpft, fo laß mich, Herr, auf deine Liebe sehn, laß neue Kraft und Zuversicht entstehn. Urmen. Du sollst, o Herr, mein 7. So ruh' ich denn in deinen Ein und Ulles sein. Mein Himmelreich ist dein Erbarmen. O schließ' mich nur in deine Gnade ein. Genug, wenn du mein Freund und Führer bist, und wenn mein Herz nur deine Huld genießt. III. Ver Christliche Selbsiliebe. III. Verhalten gegen uns selbst. Christliche Selbstliebe. 537. Mel. Gott, du frommer Gott 2c. Du willst es, Herr, mein Gott, daß ich mich selber liebe. Bieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe und laß den sel'gen Trieb, mich meines Glücks zu freun, den du mir eingepflanzt, nie mein Verderben sein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß ich allezeit dein Auge kindlich scheue. der Wer als ein Christ sich liebt, flieht auch als ein Christ, was deinem heil'gen Rath, o Gott, entge= gen ist. 3. Kein schnöder Eigennuß beHerrsche meine Seele. Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Zugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? 347 was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergånglich Gut ist's, was uns selig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last verfüßen, das bleibt uns auch im Tod' und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit heil's gem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, der hat schon in der Zeit die wahre Ruh', und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dieß sei denn nun mein 3iel. O laß es mir gelingen, der Seele wahres Heil nach Wunsche zu er= ringen, so lieb' ich mich stets so, wie dir es wohlgefällt, und über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 538. Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. Du förderst gern mein wahres Wohl, drum hilf mir, Gott, auch wie ich soll, mit Weisheit darnach streben. Von dir selbst kommt die starke Lust, der rege Trieb in meis ner Brust, beglückt und froh zu leben. 2. Stets heilig sei mir dieser Trieb; doch auch dein Wille mir so lieb, daß ich mein Wohlergehen nur such' auf jenem sichern Pfad, den mir 348 Verhalten gegen uns selbst. mir dazu dein weiser Rath von Ewigkeit ersehen. 3. Untrüglich ist bloß dein Verstand, nur dir ist ganz genau be kannt, was Noth, was Heil gebieret. Mich aber täuscht oft falscher Wahn, ich seh' noch oft als nüglich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nicht dem Unschein traun und niemals, um mein Glück zu baun, nur was mir gut dünkt, wählen. Auch hier sei stets dein Wort mein Licht. Folg' ich nur dem, so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf mir den unterschiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einsehn und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weiser Sorgfalt lenken. 6. Hilfst du zu dieser Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beifall streben, mich um ein reines Herz bemühn, die schnöde Luft der Sünde fliehn und nur dem Guten leben. 7. Dann wird mich wahres Glück erfreun. Froh, ruhig wird mein Geist dann sein in meinen Pilgertagen. Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, 2llgütiger, versagen. 8. Ich gehe dann den ebnen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und wo mich nun in Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. 1 Sorge für unsre Seele. 539. Mel. Nun feb' mein' Seel' den se. Gedenk”, für Gott erschaffen bist, fühl' es o meine Seele, daß du voll Dank und wähle, was deiner Wünsche würdig ist. Dir můssen. Gottes Sonnen, dir seine Sterne glühn; für deine Luft begonnen Gebirg' und Thal zu blühn. Und sie und alle Gaben, die sie doch nicht für sich, die sie für dich nur haben, sind noch zu arm für dich. 2. Der Mensch darf mehr begehs ren, als Erd' und Himmel geben kann. Gott will ihm mehr gewähren, beut ihm ein größres Erbtheil an. Er führt ihn auf die Erde, daß er in dieser Zeit von ihm erzogen werde zu seiner Seligkeit, bis er mit allen Kräften, gebildet und ges wöhnt zu göttlichen Geschäften, nach ihr allein ſich ſehnt. 3. Dann endet' er voll Wonne des Erdenlebens schweren Lauf; Gott selbst wird seine Sonne, sie geht in vollem Glanz ihm auf. Entflohn sind alle Leiden, die Thránen abgewischt, vollkommen seine Freuden, in die kein Schmerz fich mischt. Er jauchzt, er triumphiret und hat, durch Gottes Sohn, der ewig ihn regieret, des Kampfes großen Lohn. 4. Auch ich darf dieß noch hoffen; selbst nach dem Falle steht auch mir noch diese Laufbahn offen, zu deinen Freuden, Gott, zu dir, wenn Sorge für unsre Seele. wenn ich mich dir ergebe und, selbst von dir erneut, nicht Sünden, dir nur lebe, geschmůckt mit Heiligkeit, wenn ich auf dich nur sehe und fromm und tugendhaft, was eitel ist, verschmähe, gestärkt durch deine Kraft. 5. Schon hier dich, Bott, ers kennen, der du mein Herr und Vater bist, von deiner Lieb' entbrennen und thun, was ihrer würdig ist, von Herzen Jesum lieben, der für mich starb, und mich in guten Werken üben aus Ehrfurcht gegen dich, unschuldig, liebreich, allen zum Dienste gern bereit, dem Ziel entgegen wallen, Gott, welche Seligfeit! 6. Mir, der ich auch in Leiden dir, o mein Vater, theuer bin, fließt so, in stillen Freuden, die Stunde meiner Wallfahrt hin. Komm früher oder spåter, o Tod, ich zittre nicht: denn nur den Uebelthåter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, kann frohen Muthes sein, und seiner mich im Leben und auch im Ster: ben freun. 7. Dieß ist dein Ziel, dieß wähle, die du so hoch begnadigt bist, von Gott erlöste Seele, dieß ist's, was deiner würdig ist. Dieß fei dir gegenwärtig, nach diesem ring' und sei zu allem Guten fertig, bis in den Tod getreu. Dir tonnen keine Welten mit aller ihrer Lust der Sünde Dienst vergel ten und dieses Heils Berlust. 349 540. Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. Herr, meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklårt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, welch Heil hast du ihr zugedacht, wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu sein und hast, es in ihr zu erneun, felbst deinen Sohn geſendet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu groz ßerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht verlieren! 5. Mit dir, o Herr, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Troft zu wählen, das sei mein Zweck und mein Bemühn; laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nie vers fehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Güs tigkeit 350 erhalten gegen uns selbft. tigkeit durch Christum Hoffnung faffet. 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Güter dieser Welt wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun und in dir ruhig leben; und du wirst nach vollbrach: ter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. 541. Mel. Herr, wie du willst, so sc. Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Bebensbahn auf seine Sünden sehen und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Pauptgeschäfte werden. Herr, stårke mir dazu den Trieb, nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewånn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit Ullem, was sie in sich hålt, mir deine Gnad' ersehen. 5. Was führt mich zur 3ufries denheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Troft und Freudige keit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht bereinst besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschü gest, und mich zur Treu' in dieser pflicht mit Kräften unterstügest? O stårke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh' und dort das ew'ge Leben. 542. ins ist noth. Uch Herr, dieß Eine lehre mich erkennen doch! WIles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich quålet und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dieß Eine, das Ulles ersetzt, so werd' ich mit Einem in Ullem ergeßt. 2. Seele, Sorge für unsre Seele. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing' dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war befliffen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Undacht nieder ließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gånzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt; 4. Also ist auch mein Verlan= gen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viel' auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht von Jesu geneußt? 5. Uller Weisheit höchste Fülle, Herr, in dir verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Bille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regie ret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Uch wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höch35 1 stes Gut. Jesu, es muß mir ges lingen durch dein theures Mittlerblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist.am Stamme des Kreuzes gestorben, die Güter des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild' ers wacht. Du bist's ja, den ich erz wähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben. Ents reiße mich aller vergånglichen Luft, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bes wußt. 8. Ja, was soll ich mehr vers Langen? Mich beströmt die Gnas denfluth. Du bist einmal eingegans gen in das Heil'ge durch dein Blut, da haft du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft des Satans entbunden. Dein Eins gang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste der Deine nun singt: 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude, jego meine Seel' ergeßt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gefegt. Nichts Süßers kann also im Herzen mich laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein. Prüf 352 Verhalten gegen uns selbst. Prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh', ob ich auf bosem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewige Wege; gieb, daß ich hier Ulles nur achte für Koth, und Jesum gewin ne. Dieß Eine ist noth. 543. Mel. Jeju, der du meine Seele sc. Eins ist noth. Herr, dieß Eine lehre meine Seele doch. Alles Undre, wie's auch scheine, ist nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich quálet und der Ruhe doch verfehlet. Nur dies Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur, laß nichts Irdisches dich binden, Erdengüter tauschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hocherhabnen Gottes Sohne, da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. Dir ist auch das Glück bes schieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, fromm zu Jesu Füßen saß. O wie brannt' ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. Also steht auch mein Verlangen, mein Erlöser, nur nach dir. Deiner Wahrheit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir. Wenn auch Undre sie nicht achten, will ich sie mit Luft betrachten und, mich deines Heils zu freun, ihren lehren folgsam ſein. 5. Was bring' ich, o du vor Utlen meine Lust, mein Schmuck, vor Gott, um dem Vater zu gefallen? Dein Verdienst nur, deinen Tod. Ja du bist für mich gestorben, haft die Würde mir erworben, die, wenn du mein Ruhm nur bist, ihm allein gefällig ist. 6. Mit Vergebung meiner Súnden, Herr, begnadigst du mich dann, läßt mich bei dir Ruhe finden, daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin nun bei Gott in Gnaden; und was konnte mir denn schaden? Meines Mittlers Gütige keit dank' ich meine Seligkeit. 7. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel' allein beglückt, zeigst du mir. Und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, dann werd' ich wahrhaftig weise, lerne Gottes Rath verstehn und mir zum Heil und dir zum Preise, den Weg des Lebens gehn. 8. Uber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Borsag fehle, fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heil'gen Leben kannst und willst du Allen geben, die mit Ernst sich nur bemühn, schnöde Sündenlust zu fliehn. 9. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Gieb nur, daß ich's redlich meine, völlig dein sei, ewig dein. Daß ich hier auf dieser Erde gläubig, rein und heilig werde und dir treu Sorge für unsre Seele. treu sei bis in Zod, nur dieß Eine ist mir noth. 544. Mel. Etraf mich nicht in deinem zc. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh' und bete, daß dein Herz zur bösen Zeit nicht von Gott abtrete. Uch schon ist mancher Christ von Versuchungsstunden plößlich überwunden. 2. Auf dann und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich bald darauf die Strafe. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 3. Wache, denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott låßt zu, daß auch du, wenn du sorglos walleft, in Versuchung falleft. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. 353 7. Nahe dich dann mit Gebet oft zu seinem Throne. Wenn dein Herz nur glaubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 8. Nun, so will ich immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brúnst'ger beten. In der Noth, in dem Tod werd' ich froh bestehen: Gott wird mich erhöhen. 5. Wach', und hab' auf dich wohl Ucht, trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Uch es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln! 6. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen. Das wird dich von Trägheit frei und behut sam machen. Gott verleiht munterkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 545. Mel. Freu' dich sehr, o meine ze. Schaffe doch vor allen Dingen, Seele, deine Seligkeit, säume nicht darnach zu ringen; schnell entflieht der Gnade Zeit. Sei nicht sichern Sündern gleich, trachte nach dem Himmelreich, werde heilig schon auf Erden, selig hier und dort zu werden. 2. Suche dieß mit Ernst, und les be Gott zur Ehre, kreuz'ge dann schnöde Lust, und widerstrebe dem, was dich verderben kann. Was Gott fodert, muß allein deines Lebens Richtschnur sein, mag's auch deinem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben fåm= pfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüfte dåmpfet und den Reiz der Welt verschmäht. Gottes Fried' ist hier sein Theil, und dereinst vollkommnes Heil. Denn wer Beides will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 3 4. Uns Verhalten gegen uns selbst. 354 4. Unermüdet mußt du ringen, treu bis an das Ende sein, soll es dir dereinst gelingen, ewig dich vor Gott zu freun. Nur auf einen tapfern Streit folgt des Sieges Herrlichkeit, nur den Treuen schmückt zum Lohne, daß er stritt, des Himmels Krone. 5. Eifrig beten, sorgfam wachen, der Verführung sich entziehn, seine Pflicht zur Luft sich machen, die Versuchung weislich fliehn, selbst beim Spott und Kohn der Welt glaubig thun, was Gott gefällt; dieses wollen, dieß vollbringen, beißet nach dem Himmel ringen. 6. Drum entreiße dich den Luften, thue, was dem Herrn gefällt, zeige dich als einen Christen mitten in der argen Welt. Schone dabei deiner nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht, und gedenk an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte. 7. Ja ich will vor jeder Sünde fliehn und, Jesu, auf dich sehn, daß ich deinen Beistand finde, fest im Guten zu bestehn. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Sorge für den Leib. 546. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Des Leibes warten und ihn nåhren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; muthwillig seinen Bau zerstören, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Borsag das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schågen, das du so wundervoll erbaut? Weß ist mein Leib? ist er nicht dein? Wie dürft' ich sein Berstörer sein! 3. Ihn zu erhalten, zu beschůz zen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nügen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Gesundheit und ein froher Muth sind hier für uns das größte Gut. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Leibes Wohlfahrt stórt, daß nicht, wenn ich je Krankheit leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Storer deiner Ruh', du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glies der mich zu bewahren achtsam sein. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flüße selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Muth, und dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeib'. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lebens Pflege zielt, nein, stets in jenen SchranEen Selbsterkenntniß und Demuth. ken bleibe, die dein Gefeß mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von meinen Sors gen fetn. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde fei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel weise werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht. Herr, segne dazu meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. 547. Mel. Herzliebster Jeju, was hast du ze. Mein Leib ist dein Geschenk, bu haft sein Leben zum Dienste meiner Seele mir gegeben, ihn soll ich, Gott, erhalten, vor Gefahren auch ihn bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen, soll zu edlen Werken durch Nahrung ihn und auch durch Freude stärken, soll ihn durch keine Weichlichkeit entehren, nicht selbst zerstören. 3. Du gabst ihn zum Genusse vieler Freuden, und auch zur Duldung ehrenvoller Leiden, daß er auch unter ihrer edlen Bürde vers herrlicht würde. 4. Ich soll ihn hårten, daß er Kraft gewinne, beherrschen månnlich jede lust der Sinne, damit ich nicht der Tugend Fleiß und Mühe verzártelt fliehe. 5. Das will ich, seiner warten, ihn erquicken; doch soll er nie die Seele niederdrücken zur Sinnlichkeit, zur Trägheit, zu den Lüften, der Schmach des Christen. 355 6. Unmäßigkeit und Volleret entehre nie seine Sinn' und Glies der, er beschwere nie meinen Geift; er sei schon in der Jus gend ein Sig der Tugend. 7. Schleicht sich der Krankheit Gift in seine Glieder, so hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder, wenn ich noch hier durch sein ers neuert Leben dich kann erheben. 8. Gieb mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen auf deine Hülfe harr', und seine Plaz ge mit Muth ertrage. 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht, o so werde er einst auch wieder, was er einst war, Erde. Er wird im Grabe schlummern, nicht vers gehen, einst auferstehen. 10. Er soll zum Anschaun jener schönern Sonne der bessern Welt hervorgehn, und voll Wonne foll er empfinden, frei von allen Leis den, des Himmets Freuden. Selbsterkenntniß und Demuth. 548. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht vers. stehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht fennen lernt, bleibt von der Weißheit weit entfernt. 32 2. It Verhalten gegen uns selbst. 356 2. Ich bin ein Werk von deinen Hånden, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein våterlich Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung sein beslissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beßrung Lust und Kraft: du bist's, der Beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. D laß mich's nicht bis das hin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnoden Selbstbetrug. 549. Mel. Gott, du frommer Gott se. Gott, du erforschest mich, bir kann ich nichts verhehlen, du siehest jede That, du kennst den Rath der Seelen. Ich nahe mich zu dir, und fleh' in Demuth dich, entdecke mir mein Herz, du weißt, leicht täuscht es mich. 2. Ich bin ein Chrift, getauft, mein Gott, auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, ich that, aus Glauben und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so kennt mich Christus nicht. die 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben mich deinem Dienst geweiht? mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein heil'ges Wort gebessert und erfreut? war ich, was es befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Gram und Leiden? verdankt' ich dir mein Glück? blieb ich bei meinen Freuden der Zugend treu? war ich auf's Ewige bedacht? und hab' ich jeden Tag zu meinem Heil vollbracht? 5. Ges Selbsterkenntniß und Demuth. 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften, den Wil len und Verstand zu núßlichen Geschaften? hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Luft genährt und ange= facht? 6. Hab' ich die, die du mir zur Aufsicht anvertrauet, durch eignes Beispiel gern gebeffert und erbauet? forg' ich stets für ihr Wohl, für ihre Seligkeit? und straft' ich ihr Bergehn mit Lieb' und Freundlich keit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschenliebe? und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bei meiner Brüder Noth? floh ich des Stolzes Reiz? verschloß ich Aug' und Herz der Habsucht und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gefegnet, die mir fluchten? hab' ich auch die geliebt, die mir zu schaden suchten? bezwang ich meinen Born? zeigt ich Versöhnlichkeit? erregte Undrer Glück niemals in mir den Neid? 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vertheidigt? hab' ich durch Hårte nie den Dürftigen beleidigt? brach ich den Hungrigen mein Brod, und that ich's gern? war Uebermuth, und Troß und Herrschsucht von mir fern? 357 dadurch gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnådig, handle nicht mit mir nach meinen Werken. Vergebung ist bei dir, laß ihren Trost auch mein, und mich 550. Mel. Welt, sich hier dein Leben 2c. Sieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein. Wer kann bei seinen merken? Werken, wie oft er fehlet, wer ist von Mångeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? trag' ich der Zus gend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit 3ufries denheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie verdies nen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wåre, weß ist das Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? mer stårkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? wer gab Verhalten gegen uns selbst. 358 gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück, du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden und giebst zu meiner Beßrung Glück. 8. Gollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? hab? ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. 551. Was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Ein unvers dientes Gut. Bewahre mich, 0 Gott, von dem ich alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächste nuke, wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besige, wer gab mir ihn, als du? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, bin ich ein beßrer Knecht? Giebt deine Güz tigkeit, die mich vor Undern segnet, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich geehrt und groß, in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächs ster oft bei seinem kleinern Glücke viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben und meines schwachen Lichts? Was ich besig". ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Gedeihn und jede gute Gabe von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 552.Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Gott, mein Vater, steh mir bei, daß ich, weil ich hier walle, dem Sinne Jesu ähnlich sei, damit ich dir gefalle. Laß mich durch ihn gerecht und rein, und so, wie er, demüthig sein. 2. Wer in sein Reich zu kommen sucht, muß sich vom Stolz entfers nen, muß unter deines Geistes Zucht auch wahre Demuth lernen. Wer sie von seinem Herrn nicht lernt, bleibt auch von seinem Reich' entfernt. 3. Wer sich voll Hoffart selbst erhöht, wird sich erniedrigt sehen; doch wer einher in Demuth geht, den wirst du, Gott, erhöhen. Dir, dessen Hand die Welt umfaßt, ist jedes stolze Herz verhaßt. 4. Was ich auch bin, bin ich durch dich und deine freie Gnade. Durch diese Gnade leite mich der Demuth stille Pfade, verleihe fie zum Schmucke mir; denn nur durch sie gefall' ich dir. 5. Nur du bist groß, was ist an mir? wie bald bin ich nicht Erde? Gieb Selbstbeherrschung. Sieb, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden werde, und zeig' im Glanze deines Lichts mir deine Hoheit und mein Nichts. 553. Mel. Nun freut euch, lieben sc. Wer Ser wahre Herzens demuth liebt, den Nächsten nicht verachtet, und gern, was recht und gut ist, übt, ist hoch bei Gott geachtet. Gott ehrt ihn wieder, sein Gebet wird nimmermehr von dem verschmäht, der auch auf's Niedre schauet. 2. Den Stolz verfolgen Schmach und Spott auch oft schon auf der Erde. Ihm widersteht gewißlich Gott, daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren segt, sich seiner Gaben unwerth schågt, an dem hat er Gefallen. 359 mein Vorbild, stårke mich, dein Beispiel nachzuahmen. Du rufft ja allen Menschen zu: Lernt Demuth, und ihr werdet Ruh' für eure Seele finden. 3. Hat Gottes milde Baters hand mehr Güter dir gegeben, kannst du durch Unsehn und Verstand des Nächsten Glück erheben, was bist du? immer Gottes Knecht. Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, den Kleinsten zu verachten. 4. Der Herr voll göttlicher Gewalt ist auf der Welt erschienen arm, niedrig und in Knechtsgeftalt, warum? um uns zu dienen. Er wehrte dem, der ihn erhob, und wählte für der Menschen Lob felbst Schmach, um sie zu retten. 5. Ich bin dein Jünger, Heiland, ich bekenne deinen Namen; sei du 554. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. rühmt euch eurer Weisheit nicht, die ihr euch weise meint, wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. D rühmt euch eurer Stärke nicht, die jegt euch tropig macht; wißt, daß es euch an Muth ges bricht, sinkt ihr in Todesnacht. 3. D rühmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jego freut; wißt, daß er euch nicht Zuversicht in Tobesnoth verleiht. 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt, daß ihr, sein Volk und Eigenthum, ihn gläubig Vater nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefällt. Bedenke dieß, o Chrift! Er, er regiert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! Selbstbeherrschung. 555. Mel. Von Gott will ich nicht 2. Mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein; das Gute zu vollbringen, die Sündenluft zu scheun, muß ich mit edlem Muth mich 360 Verhalten gegen uns selbst. mich auf den Kampfplak wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen, soll mit Entschlossenheit, auch wo Gefahren find, selbst die Gefahr nicht scheun, um mich des Lohns zu freun, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbeherrschung mir, wie schwach sind meine Kräfte! Wer unterstügt mich hier? Du, Vater, kannst allein zum eifrigen Bestre ben mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Laß mich die Welt verachten, wenn ihre Lust mich rührt, und nicht nach Gütern schmachten, die man so leicht verliert, und jede Leidenschaft in ihrem Unfang dämpfen und sie als Ghrift bekämpfen, gestärkt durch deine Kraft. 5. Beim stårksten meiner Triebe laß mich behutsam sein und mich vor Eigenliebe und ihrem Lobspruch scheun. Will Wollust, Born und Geiz mein schwaches Herz be= rücken, so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem Streit mich selbst nicht hintergehen, gieb mir Entschloffenheit und unterstüge mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Luste dampfe, so sieg' ich, Gott, durch dich. 556. Mel. Mir nach, spricht Christus st. Chrift, die Reize dieser Welt besiegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält die Krone jenes Lebens, die dein Erlöser Jedem giebt, der treu bis in den Tod ihn liebt. 2. Verzage nicht. Wer Gott vers traut, kann sich selbst überwinden. Bem vor der Selbstverläugnung graut, der liebt noch heimlich Sünden, wer schweren Pflichten sich entzieht, zeigt, daß er vor der Tugend flieht. 3. Und wäre Tugend ohne Streit, so wär' ihr Werth geringe, so wären Großmuth, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge, und so gewonne Tugendfleiß nicht jenes Lebens hohen Preis. 4. Drum folge deinem Heiland nach und sei sein achter Jünger. Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als bort an seinem hohen Thron die Seligkeit, der Frommen Lohn. Reinigkeit des Herzens und Lebens. 557. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. r Sifrig sei und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu sein, in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun. Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr Reinigkeit des Herzens und Lebens. fehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und ge= nießen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu mild und freundlich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Gesek Bescheidenheit, Bucht und Ordnung im Genusse, Máßigung im Ueberfluffe. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Ulter darf sich freun. Nuch die Freude, Gott, ist Tugend; aber heilig muß sie sein, nicht ein Zaumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme wilz der Lüfte Paradiese macht zur Wüste. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit, sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmůcket mehr als Schönheit, fie vermehrt jede Luft, die uns entzůcket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell, und sie können sicher trauen, einst dein Untlig, Gott, zu schauen. 6. D so hilf mir darnach streben, reines Herzens stets zu sein, daß ich züchtig möge leben, jede schnöde Wollust scheun. Schüße vor Verführung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schåndlichen Begierde; Heiligkeit sei meine Bierde. 361 7. Dann umfåht mich Heil und Segen, göttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen Wegen noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir, o dann werd' ich einst von hier mich zu deinem Throne schwingen und mit Freu den Preis dir singen. 558. Mel. Herr, wie du willst, so sc. Mein Leib foll, Gott, dein Tempel sein mit allen seinen Gliedern, ihn soll ich dir zum Dienste weihn, zum Dienst auch meinen Brüdern; gieb, daß ich dieß dein Heiligthum, für sie, und, Herr, für deinen Ruhm, stets unbefleckt bewahre. 2. Gieb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frev= le, daß er immer dir, o Gott, ges heiligt bleibe, daß rein und keusch mein Auge sei und sitt am, daß ich's immer frei zu dir erheben könne. 3. Auch meine Lippen schände nie, was schåndlich ist, zu hören, nie laß der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherz entehren. Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nugt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen sein, taub bei der Wollust Bitten, mein Herz und meine Sitten rein, wie Josephs Herz und Sitten, daß ihrer Stimme Schmeichelei mir nicht durch ihre Zauberei der Unschuld Würde raube. 5. Denn Verhalten gegen uns selbst. 5. Denn wo sie wandelt, haucht Leben, las täglich deine Weisheit fie Gift. Welch Elend, das die Sklaven unheiliger Begierden trifft, in tausendfachen Strafen! In welcher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, vers strickt in ihren Nehen! sein. Entflieh der schmeichelnden Begierde: sie raubet dir des Her zens Bierde, und ihre Freuden wers den Pein. 6. Uch wo die Unschuld fleucht, da flicht der Tugend Ruh' und Stille, da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wůthet, tödtet und verheert mehr Se: gen, als das Schwert zerstört, als Pest und Gluth zerstören. 7. In seinem Taumel, Gott, vere gißt der trunkene Verbrecher, daß Du allgegenwärtig bist, ein Eiferer, ein Rächer; verstockt sich und verfolgt mit Spott die Tugend, höhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, ben Erlöser. 8. Und dieser Leib, den er entweiht, der wird einst auferstehen. Dann wird er in der Ewigkeit des Lasters Schande sehen, wird selbst sich fluchen, auch wird er der Wolluft Opfer um sich her ihm ewig fluchen hören. 362 9. Heil dem, der deiner nie vers gißt, nicht, Gott, dein Werk zerstöret, der immer reines Herzens ist, der deinen Tempel ehret, Heil dem! Auch er wird auferstehn, wird, Herr, dein Untlik ewig sehn, ver= # lårt, wie Jesus Christus. 559. Der Wolluft Reiz zu widerstreben, bieß, Jugend, liebst du Glück und 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, nie Speis und Trank dein Herz beschweren und sei ein Freund der Nüchternheit. Bersage dir, dich zu besiegen, auch öfters ein erlaubt Vergnügen und steure deis ner Sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein Auge dir gebieten, und sei, die Wollust zu verhüten, stets schamhaft gegen deinen Leib. Entflieh des Wißlings freien Scherzen, und such' im Umgang edler Herzen dir Beispiel, Wik und Zeitvertreib. 4. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit tråge, fållt auf des Müßigganges Wege leicht in das Nez des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte. Entzieh der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Angesichts. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, so wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, eh' er die Freiheit dir verwehrt. Ihn bald in der Geburt ersticken; ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 6. Oft kleiden sich des Lasters Triebe in die Gestalt erlaubter Lies be, und du erblickft nicht die Ges fahr. Ein langer Umgang macht dich freier, und oft wird ein vers botnes Feuer aus dem, was ans fangs Freundschaft war. 7. Dein 363 Den wird Gott wiederum verderben, wer seinen Tempel hier verderbt. 13. Wie blühte nicht des Junglings Jugend! Doch er vergaß den Weg der Zugend, und seine Kräfte sind verzehrt. Berwesung schändet sein Gesichte und predigt schrecklich die Geschichte der Lüste, die den Leib verheert. Sebrauch unirer Kräfte. 7. Dein fühlend Herz wird sich's ihr Glück erwerben. verzeihen, es wird des Lasters Ausbruch scheuen, indem es seinen Trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben und kleine Fehler dir erlauben, bis deine Tugend sich entehrt. 8. Doch nein, du sollst sie nicht entehren, du solst dir stets die That verwehren, ist drum kein Herz schon tugendhaft? Ist's Sunde nur, die That vollbringen? sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? 9. Begierden sind es, die uns schånden, und ohne daß wir sie vollenden, verlegen wir schon unsre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht erröthest, nicht durch den Geist die Luste tödtest, so rühme dich der Keuschheit nicht. 10. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, oft mit dem måchtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, verläßt sie mich im ganzen Leben, und keine Reu' bringt sie zurück. 11. Denk oft bei dir: Der Wollust Bande sind nicht nur dem Gewissen Schande, sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und konnt' ich auch in Finsternissen den Gräul der Wollust ihr verschließen, so sieht und findet mich doch Gott. 12. Die Wollust kürzt des Les bens Tage, und Seuchen werden ihre Plage, da Keuschheit Speil und Leben erbt. Ich will mir dieß 14. So råcht die Wollust an den Frechen früh, oder später die Vers brechen und züchtigt dich mit har= ter Hand. Ihr Gift wird dein Gewissen quálen, sie raubet dir das Licht der Seelen und lohnet dir mit Unverstand. 15. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, raubt ihm den Eifer edler Werke, den Adel, welchen Gott ihm gab, und unter deiner Lüste Bürde sinkst du von eines Menschen Würde zur Niedrigkeit des Thiers herab. 16. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und wach' und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte: mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem nahen Fall gethan. Gebrauch unsrer Kräfte. 560. Mel. Welt, sieh hier bein Leben 2c. Herr, nicht zum Müßiggehen hieß mich dein Rath entstehen, ich soll hier thätig sein, foll mich mit meinen Kräften nur nüglichen Gefchaften 364 schäften der Welt und mir zum Besten weihn. 2. Auch diesen deinen Willen mit Freuden zu erfüllen, gieb mir Entschloffenheit, und bei der Arbeitsliebe vermehr' in mir die Triebe gewissenhafter Thåtigkeit. 3. Laß meines Standes Pflichten mit Treue mich verrichten, und keine Mühe scheun, Gemächlichkeit nicht lieben, aus Trågheit nichts verschieben, worin ich jetzt soll. wirksam sein. 4. Wenn ich Erholung suche, so sei sie frei vom Fluche, den Sündenlust gebiert. Gieb, daß ich die nur wähle, die Stärkung für die Seele und deinen Beifall mit sich führt. Verhalten gegen 5. Aus unschuldsvollen Freuden entspringt für ben kein Leiden, der måßig sie genießt, mit ruhigem Gewissen darf sie sein Herz genießen, ob du dabei gleich Zeuge bist. 6. O mach' auch mich so weise, so werd' ich, dir zum Preise, im Guten fleißig sein, die Arbeit mir versüßen, und einst das Glück genießen, mich höhrer Thätigkeit zu freun. uns selbst. 2. Laß doch in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohnen, gewissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, nicht mit den Lippen sündigt! 561. Mel. Here, wie du willst, so 2c. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie lobet Gott. So gut ist sie, so böse! 3. Auf deinen Ruhm und Und: rer Wohl soll stets mein Thun sich lenken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, mich dieß mit Ernst be: denken. Dein Lob, des Nächsten Ehr' und Nug, der Tugend Ruhm, der Unschuld Schuß beschäft'ge meine Bunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spottereien vers rathen ein verdorbnes Herz, einst muß man sie bereuen. schaff' in mir durch deinen Geist, daß dich vielmehr die Sunge preift und deinen Namen heiligt. Drum 5. Was züchtig, keusch und ehr bar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es nugen bringet, und scheut den 3orn der Menschen nicht; doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fodert. 6. Weh aber dem verwegnen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn kund, und oft zu spät bereuet! Uch fluchen bringet Fluch und Noth und, wenn nicht Buße folgt, den Tod. Laß dieß mich wohl bedenken. 7. Auch 365 Arbeitsamkeit und Berufstreue. sein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 7. Auch Lügen schåndet, bringt gen. Das müsse mein Vergnügen nur Müh', ist eine Frucht der Hölle. Lehr' mich es hassen, daß ich nie mich Lügnern zugeselle. Ihr Theil ist Kummer, Schmach und Pein; die aber werden selig sein, die Treu' und Wahrheit lieben. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestårkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munterkeit, erleichtert ihre Mühe. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 562. 6. Laß mich vor dir, Herr, uns verrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie verstrickt, gewissenlos zu handeln. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Zur Arbeit, nicht zum Müßig- Mein Leben beinem Dienft zu weihn, so núglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr' und Reichthum. gang, sind wir, o Gott, auf Erden. Drum muss auch ich mein Lebenlang kein Knecht der Trågheit werden. Gieb mir Verstand, und Lust und Kraft geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hast du ein Umt, so warte sein. So, Herr, gebeut dein Wille. D flöße du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Umte wachſe. 3. Hilf, daß vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahre, und, wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stårken. 4. Vorsichtig laß mich sein und nicht die Zeit mit Nebendingen, mit Versäumung meiner Pflicht verschwenderisch verbrinund 7. Dir zu gefallen, sei mein Biel bei Allem, was ich thue, so hat, es gehe, wie es will, doch mein Gewissen Ruhe. Wer, Heis ligster, nicht dir gefällt, was nuget dem die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? 8. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, wors auf ich nach vollbrachter Zeit zur böheren Geschäftigkeit des bessern Lebens steige. 563. Mel. Nun freut euch, lieben sc. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was 366 Was man mit ihm nur unter: nimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Forts gang bleiben. 2. Wer über Alles sich bestrebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, dem giebt er auch auf Erden vom Zeitlichen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand', als ihm wahrhaftig nüket. Verhalten gegen uns selbst. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn. Und krónt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Herr, daß ich auf dich bei meiner Urbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut, nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Ullem trachten. 5. Laß Müßiggang und Erågheit mich, weil du sie hasfest, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Cuft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei. Dein Segen krone meine Treu', daß sie auch Undern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir. Die Werke meiner Hånde befehl' ich, Allerhöchster, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 564. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Mit dir geh' ich an mein Gefchäfte, o Gott, du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so lange du mich leben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, auch deinen Rath mir heilig sein. 2. Der ehrt dich nicht, der seine Zage in trågem Müsiggang vers lebt und, sich und Undern gleid zur Plage, das ihm geliehne Pfund vergråbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn übt, ehrt dich, o Gott. 3. Du gabst mit so viel andern Trieben uns auch den Trieb zur Thätigkeit, und, ihn auf's Nüßlichste zu üben, giebst du uns auch Gelegenheit. Du kenneft unsrer. Urbeit Müh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese Ordnung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun. Wie sollt' ich dabei irre gehen und nicht vielmehr gesegnet sein von dir, der du der Arbeit Laft auch reichen Lohn beschieden hast? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen: du weißt, wie viel mir werden soll, ich sehe deiner Huld entgegen, und bin des hohen Trostes voll: Mein Fleiß, o Höchster, ist von dir, du siehst, und du vergiltst ihn mir. 6. Ich trófte mich deß nicht vers gebens, bleibt er auch unvergotten hier; Gesundheit. hier, du reichst am Ende meines Lebens doch mir der Treue Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigkeit des nůßlichen Gebrauchs der Zeit. 565. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. Do tret' ich demnach an, wie stark ich immer kann, mein' Arbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott erlesen, er wird auch seinen Segen auf meine Arbeit legen. 2. Dir, Bater, sag' ich Dank, daß du mein Lebentang so reichlich mich ernähret, mir manches Glück bescheret. Mich nähre, mich behute noch ferner deine Güte. 3. O mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne mei: ne Werke und mich vom Himmel stårke, in Allem deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, und Alles von mir treib', was meine Arbeit hindert und deinen Segen mindert, und laß in Fried' und Freuden mich einst von hinnen scheiden. 367 2. Daß ich es habe, dank' ich. dir, nur du, mein Vater, haft es mir aus großer Huld geschenket. Dein ist's, daß ich noch munter bin und mich kein Uebel krånket. Gesundheit. 566. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß sc. Wem Gott Gesundheit hier verleiht, der hat von Gütern dieser Beit gewiß die größte Gabe. Allgütiger, wie froh bin ich, daß ich dieß Kleinod habe! 3. Erhalt' dieß Glück mir fernerhin, gesund erhalte jeden Sinn, so lang' ich leb' auf Erden, laß seines richtigen Gebrauchs mich nie beraubet werden. 4. Der Sünde folgt Verderben nach, bald dieß, bald jenes Ungemach, an leib und Seele Schmerzen. Fern sei's von mir, durch ihre Schuld Gesundheit zu verscherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufriedner Sinn, und Mäßigkeit und Ordnung in Ge= schäften, dieß sei mein Ruhm, so wird gewiß kein Laster mich ent= kråften. 6. Gieb, daß ich meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, auf's Nüglichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Ruhm und Andrer Glück vollende. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu, so gieb Geduld, gieb Seelenruh', das Leid mir zu verfüßen. Mein Troft im Schmerz ſei deine Huld, ein ruhiges Ge= wissen. 8. Und bringt die Krankheit mir den Tod, so müsse mich der Trost, o Gott, zum frohen Muth erheben: Nicht Tod, nicht Krankheit trifft mich mehr in jenem bessern Leben. Ehre 368 Verhalten gegen uns selbst. Ehre und Stand. 567. Mel. Wenn meine Sünd' mich ic. Herr, laß nach eitler Ehre mich niemals geizig sein. Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Unsehns vor der Welt. Das bleib', o Bater, immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald entführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Nedlichkeit gewissenhaft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Borbild üben, das sei mein wahrer Ruhm. Lohn der Welt, an Menschenlob und Ehre bei guten Thaten fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm erschmeicheln, der mir doch nicht gehört, nie als ein Gleißner heucheln, den Menschengunft bethört. Dem Guten meinen Fleiß zu weihn, und Undrer Glück zu fördern, laß mein Bestreben sein. 3. Nicht in Besitz von Schågen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich sehen, sie sind doch Eitelkeit, sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben und bleiben hier zurück. 568. 4. Laß mich in Demuth leben, wenn mich die Welt verehrt, durch Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Stolz mich nie erheben, wenn sich Wer höher durch Geburt schon mein Unsehn mehrt. Und schenkst du mir der Erde Gut, o Vater, so bewahre mich auch vor Uebermuth. ist, als seine Brüder, kenn', als Christ, des bessern Udels Werth und Pflicht, den fühl' er, den ents ehr' er nicht. 6. Dein Beifall ist der beste, nach dem ich streben kann. Wenn ich mich dessen tröste, hab' ich genug daran, wenn mir es auch an 8. Auf dieser Bahn der Ehre ers halte meinen Gang durch deines Sohnes Lehre mein ganzes Leben lang. So werd' ich bei Verstån digen das Glück des guten Namens mir gnug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun, leit' mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu sein, den einst die Ehrenkrone schmuckt, die ewig deine Frommen in jener Welt bes glückt. 2. Er, sind ihm Brüder unters than, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht: er ist, wie sie, auch Gots tes Knecht. 3. Nicht wähn' er, weil er groß, und frei, und reich und mächtig ist, er sei erhaben über Stecht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn' er nicht. 4. Er Vermögen. 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung, oder Spott auf den, von dessen Fleiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn er: hebt. 5. Er hasse Grausamkeit und 3wang, verprasse nicht durch MůBiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Undern, aber nie allein. A 6. Frob neben ihm, mit ihm ver. gnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt. Wohlthátig soll er sein: denn er ward darum nur des Urmen Herr. 7. Er, denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten, sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Berächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil er der Welt zum Segen lebt, den Gott mehr segnet, mehr erhebt, 369 mir Weisheit, gieb mir Kraft, das mit wohl hauszuhalten, auf daß ich, im Geringern treu, durch deine Gnade fähig sei zu größern Gnadengütern. 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann; er, durch der Zugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth. 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabft du mir mein zeitliches Vermögen, du gabst es mir zum wahren Bohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergånglich, wie die Erde, gieb, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde. Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nügte mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersegen? Verschmäht' ich, was hein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt, wie elend würd' ich werden! 5. O schenke, Bater, schenke mir nur deines Geistes Gaben, so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben, so bin ich sicher deiner Huld, voll Freude, Friede und Geduld, nichts fehlt dann meiner Seele. Vermogen. 6. Den Geiz laß ferne von mir fein, die Wurzel alles Bösen. Von. Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen, er núget mir im Tode nichts, und kann am 569. Mel. Herr, wie du willst, so se. Laß mich, o Gott, gewissenhaft Zage des Gerichts nicht meine Seele mein zeitlich Gut verwalten, gieb du retten. U a 7. Lehr 370 Verhalten gegen uns selbst. 7. Lehr' du mich weise Sparsam- lieben, die man mit Müh' gewinnt, keit, um das nicht zu verschwenden, bald schwelgerisch verzehrt, bald was du mir gabst, nein, in der Zeit ruhelos bewacht, und bald mit es nůglich anzuwenden. Laß mich Fluch vermehrt. damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, des te bens Müh' erleichtern. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft, gieb, daß ich dieß bedenke und dahin stets gewissenhaft des Geistes Sorgfalt lenke, so alle Gus ter dieser Zeit zu nügen, daß ich einst erfreut weit beßre Güter erbe. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden. Sonst Ulles, nur nicht dieß, kann mir entriffen werden, dieß bleibt im Tod' auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nuc süße Trdume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gútern hin. 570. Mel. O Gott, du frommer Gott se. Laß mich doch nicht, o Gott, den Schågen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden. Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja fein Besie nicht bloß in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergånglich sein und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr, noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, die Güter nicht zu 571. mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Wohl dem, der befre Schåge liebt, als Schåge dieser Erden, wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Beit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten, ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Vergnügen. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrångt der Tugend Liebe und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen, er quålt durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen, er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thránen widerstehn. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habft fie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 371 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren, du schweigst, wenn sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht soust ehren und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 9. Du haft ein richterliches Amt, und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Jugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Ubgötterei von mir entfern' und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Vergnügen. 572. Mel. Gott, du frommer sc. Du, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn et zu dir sich hålt und jede Lust verschmäht, die dir, Gott, nicht gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet, wenn er die Freude kennt, mit dir allein zu sein, er. staunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun; 3. Wie felig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maß und Weisheit wählt. Ihr Uebermaß Nach arbeitvoller wird Leiden. Müh' ist schuldlos ihr Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt Ekel und Verdruß. X a 2 4. D 372 4. D gieb, Ullgütiger, gieb, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wäh le, die endlich doch gereun, es schla: ge meine Brust, vom Eiteln unver: führt, nur für die reinre Lust. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten, nie vor der Tugend mich bei meinem Scherz erröthen, nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun, doch keinen Augenblick des Lasters Freuden weihn. dem 6. Vernunft und Tugend sei Gefährtin meiner Freuden, Schwelger laß mich nie sein kurzes Glück beneiden, was mir an Reichthum fehlt, erfest Bufriedenheit, der frohste Sinn wohnt stets bei stiller Hauslichkeit. Verhalten gegen uns selbst. 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren. Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir, es stårke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 8. Nie laß durch meine Lust den årmern Bruder leiden; der Tag, der mich beglückt, sei auch ihm Tag der Freuden. Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut, nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut. 573. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Wie mannigfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geift, als Leib zu laben, uns tåglich deine Huld gewährt! Nuch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Du giebst uns Brod für unser Leben und läsfest auch, uns zu erfreun, die Mittel, die uns Nahrung geben, so viel, so mannigfaltig sein. Wie angenehm ist derGenuß von dem, was uns ernähren muß! 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speif und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt, laß, deiner Gaben mich zu freun, mich måßig im Genusfe sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, wie steht das einem Christen an? Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geift erquicken kann, ein Gift, das in die Udern schleicht und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei zerstört die Kräfte zur Arbeit, zeuget Müßiggang, Haß gegen nügliche Geund Unmuth, schäfte, Betrug Streit und 3ank, erniedrigt uns ter's Thier herab und stürzet vor der Zeit in's Grab. 6. Wer sich den Bauch zuin Gott erkoren, unmåßig deine Gaben braucht, der ist für's Himmelreich verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott, laß mich ja Gebrauch dieses Lebens. ja vieß lafter scheun, enthaltsam, måßig, nüchtern sein! 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich Beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquicung giebst. Gebrauch des gegenwärtigen Lebens. 574. Mel. D Welt, fieh hier dein c. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschåßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Zugend Früchte ein. Je långer fch hier lebe und gut zu handeln ftrebe, je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir, im Glauben der künft'gen Erntezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wis der meine Pflicht. Ein redliches Gemüthe lohnt nie mit Undank Gúte, entweicht auch dem Berufe nicht. 373 5. Was leicht in Krankheit stürs zet, das Leben oft verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, für sie verliehn. 6. In deine Baterhånde empfehl' ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben, hilf du selbst meiner Schwachheit auf. 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Guten übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 575. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Du gabst mir, Vater, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier kann ich nur den Saamen streun, die Früchte ernt' ich dort erst ein. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrtest selbst mich meine Pflicht; zur Tugend gabst du mir Gefühl; und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Unmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächt'ges: Werde! auch meiner Seele 374 Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und dadurch auch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar der Welt genießen, doch als genoff ich ihrer nicht, ich soll der Sinne Luste fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. 5. Dein Unterricht sei nicht vers gebens. Gieb, Bater, daß ich ihm getreu, und beim Genusse dieses Lebens auch einst zu jenem tüchtig fei. Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. Verhalten gegen uns selbst. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Uebungstage dir und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 7. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Nege stellt; wenn ich ein treuer Kämpfer hier, dort Sieger bin, gekrönt von dir. und da, bei Freuden und bei Plas gen, auf dich und deine Zukunft seh', damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. 9. Hilf, daß ich in gesunden Ta= gen schon oft zu meinem Grabe geb' 576. Mel. D Welt, steh hier bein 2c. inst selig dort zu werden, das. ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub' erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust, noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? wozu ist mir's gegeben? wie lange währt's, so ist's dahin. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. 577. 8. D gieb mir deines Geiftes Stårke, der du in Schwachen machtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu finns lich ist. Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das ew'ge Kleinod Ich fühle, daß ich sterblich bin. sehn. Bel. Kommt Her zu mir, spricht sc. Mein Leben welkt, wie Gras, dahin, hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des Hochsten Gebrauch dieses Lebens. 375 sten Ruf an mich erschallt: Komm Lockung falscher Lust mich zu vers wieder, Staub, zum Staube! führen strebet. 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget, alsdann bleibt Alles duch zurück, und hatte gleich ein günftig Glück mir keinen Wunsch verfaget. 3. D Thorheit, wenn ich mich verkannt und nach der Erde Lieblingstand, nach großem Gut ge= geizet, wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet. 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, Elagt und weinet. Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Huld nicht Alles giebt, was Jedem nühlich scheinet. 578. 4. Verlangt mein leiser Wunsch zu viel? verfolg' ich ein zu weites Biel auf ungewissem Pfade? D Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. Gott, ich beuge mich vor dir. Hier Herr der Zeit und Ewigkeit, gieb bin ich, es geschehe mir nach deiner weisen Gnade. doch, daß ich bis an's Ende, so wie mir dein Wort gebeut, kluglich meine Zeit verwende, die mir noch dein weiser Rath auf der Welt beschieden hat. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag und Stunden. Das, womit wir uns bemühn, ist mit ihnen nicht der Bergeltung verschwunden, Ewigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 6. Er wird auch mein Versorger sein, und nicht ein irdisch Glück allein will mir mein Vater geben. Dieß Leben ist ein Augenblick, ein Frühlingstraum das långste Gluck; ich soll unsterblich leben. 8. Verderblich im Genusse sind des Lasters Freuden, die geschwind und stets mit Reue fliehen. Ich bin ein Pilger in der Zeit, nur Freuden einer Ewigkeit verdienen mein Bemühen. 7. Gedanke der' Unsterblichkeit, der über Erd' und Welt und Zeit ein edles Herz erhebet, errege dich in meiner Bruft, wenn manche 9. Drum lenk', o Ewiger, mein Herz schon hier auf Erden himmelwärts, entreiß es niedern Lüften. Mach' Undre reich; mich mache du nur weise, nur voll Seelenruh', nur, Gott, zum wahren Christen. 3. Gott, wie thòricht bab' ich schon hier so manche meiner Zeiten, die bereits mir sind entflohn, unter schnöden Eitelkeiten und auf solche Urt verbracht, die mich jetzt bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir jegt noch Zeit und Raum zur Buße. 376 Buße. Herr, ich komm' und falle dir flehend und beschämt zu Fuße, fei mir gnådig! Sieh, mich reut meine hier verlorne Zeit. Verhalten gegen uns selbst. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch bin ich der Zuversicht, nuk' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze Frist, die du mir haft zugemessen, so, wie es bein Wille ist, brauchen und es nie vergessen, hier nur sei die Uebungs= zeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Sảen muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, dieß geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier ausstreu', und mich dessen ewig freu'. 579. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Herr, ich hab' aus deiner Treu' mir zum Heil noch Zeit in Händen. Gieb, daß ich beflissen sei, sie auch weislich anzuwenden: denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. den. Wie ein Traum, sind sie das hin, und auf ewig mir verschwuns den. Nur der Augenblick ift mein, deß ich mich noch jest kann freun. 3. Laß bei ihrer Fluchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du hier uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde zu erkaufen, die zu meis ner Seligkeit deine Gnade mir vers leiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich hier nicht vergebens. Uch vers gieb mir meine Schuld, wenn fo manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit ſo treuem Eifer trachten, als erwars tete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Werken sei, und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann o mein Ende sich, so stark und tröste mich! 580. Mel. Wer nur ben lieben Gott ze. 2. Unaussprechlich schnell ent- daß von meinen Lebenstagen flichn die mir zugezählten Stun- doch keiner ganz verloren sei! Vers lorne Gebrauch dieses Lebens. lorne Stunden, ach fie nagen zu treu. spåt das Herz mit Gram und Reu', und den entflohnen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zu= růck. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig theuer sein, die Zeit, die du zu meinem Glúcke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zulegt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag, jest laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo Niemand wirkt, erscheint, jest stårke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jest schon ruhn? 4. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenügt vor: bei, auf! schwör' es jetzt mit Herz und Munde und sei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augen blick geweiht. 5. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getroft auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hande empfing ich, was ich hab' und bin, hier ist mein Tagewerk, nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! 581. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Es eilt der legte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' sie 377 Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr, fie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens 3weck, verschiebst dein Heil auf ferne 3eiten und wirfst so sorglos Jahre weg. Bist du, verwegner Sterblicher, des nächsten Augens blickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nügen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist noth, was såumest du? 4. Drum eil' und rette deine Seele und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und übers zähle der Menschentage kleine Zahl. Geseßt, dein Ende wår' auch fern, sei fromm und wandle vor dem Herrn. 5. Mit jedem neu geschenkten erwecke dich zu dieser Morgen Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ift nichts verborgen, ich bin vor deinem Ungesicht und will, mich deis ner Huld zu freun, mein Leben deinem Dienste weihn. 6. Erleucht' und stårke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier ge= strebt 378 Verhalten gegen uns selbst. strebt, in gottgefälligen Geschäften in Todes Nacht! D Seele, nimm die Pilgertage durchgelebt und einst dies wohl in Ucht! im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an. 8. Mein sprachlos Flehn bei mei: nem Ende vernimmst du, Herzens: kündiger. In deine treuen Vaterhande befehl' ich meinen Geist, o Herr, er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 582. 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn. Verborgen ist mein TodesMel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Gott, wie flügelschnell entfliebn tag, der große Tag, gieb, daß ich stets bereit sein mag. unsre Tage, unsre Stunden, eh' wir's denken, sind sie hin, schneller, als ein Bliz verschwunden! Wåre doch von unsrer Zeit jede Stunde dir geweiht! 2. Lehr' uns, daß die kurze Frist, die du uns haft zugemessen, wie ein Strom vorüberfließt. Niemals laß es uns vergessen, hier sei Vorberei tungszeit für die nahe Ewigkeit. 3. Såen laß uns dann mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, wer es weiß, auch er lebe nicht vergebens! Ewig freue sich der Saat, wer hier wohl gefået hat! 2. Dieß Leben ist gleich einem Traum, gleich einem leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin, mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 583. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott se. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilen wir zur Ewigkeit! wie mancher sinkt, eh' er's gedacht, 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Reichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Luft! mir ist ein beßres Gut bewußt, dahin allein geht mein' Begier, das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und froh zu deiner Rechten steh'! O mein Erlöser, stårke mich, daß eifrig ich bis an mein Ende liebe dich. 584. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 10. Ohne Raft und unverweilt, Strömen gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm Gesinnungen gegen diese Welt. 379 Gnadenlohn. 2. Nimm auch Stunden wohl in vor deinem Thron meiner Arbeit Ucht, wirke Gutes: denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. Gesinnungen gegen diese Welt. 585. Mel. Alle Menschen müssen sc. 4. Wenn du deine Zeit ver: Schön bist du, o Weltgebäude, traumst, sie in tråger Ruh' verfáumst, sie verschwendest liederlich, weh dir, naht dein Ende sich. doch nicht frei von Noth und Tand; beffer ist, als Erdenfreude, Seligkeit in jenem Land. Denen, welche dieß nicht fassen, will ich ihrer Weltluft lassen, meine edlere Bes gier, Jesu, geht allein nach dir. 3. Jeht noch ist der Tag des Heils, frei die Wahl des besten Theils. Stell' dich dieser Welt nicht gleich, werd' an guten Wers ken reich. 5. Der Versäumniß deiner Pflicht folgt im göttlichen Gericht, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gett, du meiner Tage Herr, bilf mir, daß ich Sterblicher, eingebent der Ewigkeit, weislich nůße diese Zeit. 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Erde mehr entreißt, bringt mir, flieht sie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, da ich hier Undern nüße und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen Thätigkeit tåglich, Gott, vor Augen sein, daß ich Trägheit lerne scheun. 10. Steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück nuge jeden Augenblick. 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, finde da 2. Müde, die der Arbeit Menge und der harte 3wang bedrückt, Wandrer, die des Weges Långe und der Sonne Gluth erstickt, Pilger, matt von schweren Lasten, wünschen sich, bald auszurasten, bald fur Heimath einzugehn und die Ihrigen zu ſehn. 3. Gott, ich bin ein Gast auf Ers den, hier ist nicht mein Vaterland. Meine heimlichen Beschwerden sind dir alle wohl bekannt. D so höre meine Bitte: Aus des Lebens morscher Hütte führ' den Wohnungen der Ruh' deinen můden Pilger zu. 4. Eitelkeit der Eitelkeiten! Was ist aller Müh' Gewinn? Luft und Freude, Jugendzeiten, o wie schnell fahrt ihr dahin! Nichts kann die Begierde stillen, nichts die leere Sehnsucht füllen. Was ist alles Erdengut? Selig, wer in Friede ruht. 5. Huns 380 Verhalten gegen uns selbst. 5. Hundert Freunde, ganze Heere ben. Allenthalben droht Gefahr, von Bekannten schlafen schon, und eb' wir an's 3iel gelangen. Den ich schiffe noch im Meere, wo ver- Geist, mit Staub umfangen, borgne Klippen drohn, wo bei schwächt irdisches Verlangen, und schnellen Wirbelwinden kein gewis die Welt reizt immerdar zu ihren fer Weg zu finden. Mich verlangt süßen Sünden. D lehr' uns übers nach sichrer Ruh', drum eil' ich winden uns selbst, und Welt und dem Hafen zu. Sünden, richt' auf uns dein Angez sicht, Gott, und verlaß uns Schwas che nicht. 2. Uch die Kürze dieser Zeit laß täglich uns betrachten und den Werth der Seligkeit unendlich theuer achten! Groß und schwer ist unfre Müh', bis wir den Lauf vollenden. Wer darf mit vollen Hån= den hier seine Zeit verschwenden? Er verliert auf ewig sie, wird ewig sich mit Thránen nach ihrer Rückkehr sehnen. Umsonst sind seine Thränen, er verlor hier seine Zeit, mit ihr das Heil der Ewigkeit. 6. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort, lose mich vom schweren Ruder, führe mich zum Freudenort. Es mag, wer da will, dich scheuen, mich kannst du vielmehr erfreuen: denn du bringest mir Gewinn, führeft mich zu Jesu hin. 7. Jesu, dich wünsch' ich zu grüßen, deine Freuden will ich sehn, deinen Unterricht genießen, mit dir in dein Reich eingehn. Himmel: luft! Ich seh', ich höre euch, ihr fel'. gen Engelchore, froh steigt euer Lied empor. Uch euch faßt kein sterblich Ohr! 8. Noch bin ich auf dieser Erde, fern von jenem hohen Ziel, eh' ich abgerufen werde, duld' ich noch vielleicht sehr viel. Doch ich will mich aufwärts schwingen, beten will ich, eilen, ringen, siegen will ich mächtiglich. Jesu, dein Geist stårke mich. 586. Mel. Gott der Vater wohn' uns ic. Du Du hast uns nur kurze Zeit zu unferm Heil gegeben. Plöglich folgt die Ewigkeit auf unser flüchtig Lez 3. Wenn die lüfterne Begier nach Reichthum, Wollust, Ehre uns vers suchet, als wenn hier des Lebens Endzweck wåre, ach dann halt' uns, daß wir nicht vom rechten Wege weichen, laß uns das Ziel erreichen, nicht tråge sein noch weichen! Unser Ziel ist dort im icht, wo du, den wir verlangen, vor uns bist hingegangen, uns wieder zu em= pfangen. Unfre Pilgrimschaft ist hier, und unser Vaterland bei dir. 4. Laß, o Gott, der Welt nicht zu, daß sie dein Volk verführe und die Herzen mehr, als du, mehr, als dein Himmel, rühre. Wenn sie locket, stårk' uns dann, ihr Alles zu versagen, mit ihr den Kampf 312 Himmlischer Sinn. 381 auf, binauf zam Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. zu wagen und ihren Haß zu tragen. Sie mag reizen, wenn sie kann, ihr Beispiel mag entzünden, die noch in ihren Sünden des Lebens Freuden finden, wir, des Himmels Bürger schon, wir kennen sie und ihren Lohn. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten haft, so erbt dein Gut ein Undrer. 5. Ja, dein Heil ist werth, daß wir darnach mit Weisheit trachten, und der Erde Güter hier für nichts dagegen achten, und der Erde Sünden fliehn, und deinen weisen Willen von unserm Heil erfüllen, nicht unsern Eigenwillen, an dich glauben und an ihn, den du dahin ge= denket hoch. So müssen Christen geben, Unsterblichkeit und Leben der Sünderwelt zu geben. Unsers Kampfes Ungst und Müh', wie herrlich, Gott, belohnst du sie! 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn auf's Niedre Tenken? Nur wer an Gott denkt, denken. 6. Hilf uns, Gott, in unserm Streit und laß uns nicht ermüden. Führ' uns zu der Ewigkeit und nimm uns auf in Frieden. Zeig' uns jenen großen Lohn, der deine Kinder kronet. Auch er, der uns versöhnet, stritt und ward dann gekrönet. Laß uns so, wie er, dein Sohn, mit deinem Wort uns růz sten. Die Welt mit ihren Lüften beherrsche nie uns Christen. Bring' uns unserm Biele nah'. ch wär' der Tag des Siegs schon da! Himmlischer Sinn. 587. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Chrift, erhebe Herz und Sinn, was hångst du an der Erden? Hin 3. Was hat die Welt? was beut sie an? Nur Land und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schäßt die Welt geringe. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, schau' drum nicht muthlos sprich: nieder, schau' frei empor, mich erquickt der Herr doch endlich wieder. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im Vaterlande. Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. 7. Dort ist das rechte Canaan, wo Lebensströme fließen. Blic" oft hinauf, der Unblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Vaters Haus. Gott theilt zum GnadenLohne den Ueberwindern Kronen aus, kampf' auch um diese Krone. 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, der Gottheit Ruhm zu singen. Freund Gottes, sehnest du dich nicht, mit ihnen Gott zu singen? 10. Dort wohnt Gott, Bater, Sohn und Geift, mit Licht und Glanz 382 Verhalten gegen uns selbst. Glanz umgeben. O Glück, das dir dein Gott verheißt: Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, du, los von den Beschwerden, sollst dem, durch den du selig bist, an Alarheit ähnlich wer: den. 12. Silf stets, mein Heiland, bilf du mir, daß ich den Geist erhebe, und, daß ich jegt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe. 588. Mel. Alles ist an Gottes Segen ze. Vater, den mein Herz verehret, dem mein Leben angehöret, heilig fei mir dein Gebot, über Ulles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben und dir treu zu sein, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele strebt sich müde nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gern erfüllen hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich verführend werde, deine Huld sei mehr mir werth. Sie nur ist das Gtück der Seelen, und das werd' ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. 4. Friede werd' ich im Gewisfen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein. Such' ich, Bater, mehr als Ullen, such' ich dir nur zu gefallen, so sind deine Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich Andre haffen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude und verlier, auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten, bleib du mir mein höchstes Gut. Hilf mir, den Betrug der Sünden sehn und standhaft überwinden, gieb dazu mir Kraft und Muth. 7. Lenke, Vater, mein Bestreben hin zu einem bessern Leben, lehre mich, schon in der Zeit mich am Ewigen ergeßen, hier den Werth der Dinge schätzen, wie einst in der Ewigkeit. 589. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c, Mein Leben ist ein Prüfungsstand, der Himmel ist mein Vaterland, nicht find' ich Ruh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, die er uns dort erbauet hat, da werd' ich selig werden. Mein Leben ist ein Prüfungsstand, der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so fliehet meine Seit dahin; hier ist nicht, was ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit. Uch mache mich dazu bereit, bewahre meine Scele, gieb, daß ich als ein wahrer Chrift Verhalten gegen Andere. Christ stets suche, was im Himmel ist. 3. Der Tugend Hindernisse, Gott, sind viele, Trübsal, Noth und Spott muß oft der Fromme lei den. Der Weg ist schmal und weit das Ziel; und doch sind seiner Feinde viel, und wenig oft der Freuden. Und dennoch soll's ihn nie ge: reun, dein Pilger hier, o Gott, zu fein. 4. Hilf darum mir, o Jesu Chrift, der du mein Heil geworden bist, hilf mir und allen FromIV. Verhalten Menschenliebe. 590. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Sieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet, ein Herz, das Eigennuk und Neid und Hårte flieht und sich um Undrer Glück wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzu theilen, nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich geehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müff' Undern stets mein Herz mit Rath 383 men. Laß auf der Selbstverläugnung Pfad, den auch dein Fuß ge= wandelt hat, mich hin zum Ziele kommen. Streit' ich mit bir nur standhaft hier, so herrsch' ich ewig auch mit dir. 5. Verleihe mir Beständigkeit, laß mich mit Unerschrockenheit den Weg des Lebens gehen. Fall' ich, so hilf mir gnådig auf, hilf mir vollenden meinen Lauf, laß fest in Noth mich stehen, getroft auf deinen Schuß vertraun und selig einst dein Untlig schaun. gegen Andere. und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an, nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Herr, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrångte segnet, ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Undre stårkt, nichts bleibt, fo klein es ist, von dir, Herr, unbe merkt. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich forgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Uus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh', er rühme sein Verdienst, deck' feineFehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten.( Bieb, daß 384 daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. Verhalten gegen Andere. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschránktem Blick bei meinem Nách: sten sehen; noch stårker müsse mich fein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken, den, der noch sicher ist bei seinen bösen Wer ken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menfchenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 591. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Allen Christen, und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was Gott hier gebeut, sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, wer fie schmäht und unwerth hålt, wůthet wider seine Glieder: denn wir find ein Leib, Gott schuf uns zu eimerlei Beruf. 3. Eine sterbliche Natur, Ein gebrechlichs, kurzes Leben, Eine Hoffnung hat uns nur Gott ohn' Unterschied gegeben; Eine Straf' und Seligkeit wartet unfrer nach der Zeit. 4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns einander haffen? uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Ehre, Reichthum, Würde, Stand, Seelenkräfte, Leibesgaben und was wir aus Gottes Hand sonst für einen Vorzug haben, Ulles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden. Jeder, wenn er sich bemüht, kann dem Undern núglich werden. Den, der dir hier dienen muß, nåhrt mit Recht dein Ueberfluß. 7. Dein Erlöser sagt es dir: Wer hier der Geringsten einen pflegt, der thut es selber mir, denn ihr Alle seid die Meinen. Mancher, den die Welt verschmäht, ist in Gottes ug' erhöht. 8. Darum gieb uns, Gott, ein Herz voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Untheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht bes gehrt, wie sie uns dein Sohn ers klårt. 9. Diesem großen Menschen freund laß uns Alle åhnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach volls Menschenliebe. vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auf ewig bei ihm sein, seiner Lieb' uns ganz zu freun. 592. Mel. Mir nach, spricht Christus ic. Do jemand spricht: ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, fich freut, wenn sich sein Feind vergeht und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schuß den Náchsten unterstüget, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nůßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 385 6. Wer Undre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quålet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestům die Liebe Gottes wohl in ihm? 5. Wer harret, bis, ihn anzu= flehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgft dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein, sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern: denn wir sind Ulle Brüder. schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nachster ist sein Kind, wie ich. Gott 11. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab' ich dies mehr, als fie, verdient? B6 12. Du 386 Verhalten gegen Andere. 12. Du schenkst mir tåglich so Andrer Gaben, die sie doch auch viel Schuld, du Herr von meinen von deiner Güte haben, es müsſe Tagen, ich aber sollte nicht Geduld nie mein Herz des Nächsten Freumit meinen Brüdern tragen? dem den und Glück beneiden. nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 593. Mel. Herzliebster Jesu, was haft sc. Hilf, Jesu, daß ich meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verleumde, nicht durch falsche Ränke sein Wohlsein kránke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, wenn's meine Pflicht erlaubt, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte. Wie viel bast du für sie in Todesbanden felbft ausgeftanden! 4. Laß mich aufrichtig schågen 5. Laß mich, mein Heiland, ims mer mehr auf Erden an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb Kraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden. Theilnehmung und wider den Neid. 594. Mel. Ich dank' dir schon durch se. Autiebender, du schufst mein Herk bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun und, fühlt er Schmerz, mit ihm auch mit zu leiden. 2. O laß mich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen segen und, war's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlsein schägen. 3. Nie reize mich ein fremdes Glück zur Mißgunst und zum Neide, nie Andrer widriges Geschick zur schadenfrohen Freude. 4. Hilf mir vielmehr in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden und, wenn ich kann, auch wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen. 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thrane weihen, wenn er in seinem Ungluck weint, ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein feliger Ge winn ist dann schon mein auf Ers Fürbitte. ben, wenn ich an liebevollem Sinn oir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß, und unter deinem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dieß, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Va= ter, mir das Glück des Himmels geben, ich werd' erfreut, belohnt von dir, in deinem Reiche leben. 595. Mel. Welt, fieh hier dein sc. Gieb, Gott voll Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich fremden Glücks zu freun. Bei meines Nächsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein. 2. Auf Undrer Wohlergehen mit Wohlgefallen sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ift teufelischer Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo er's find't, der ist nach deinem Bilde barmherzig ,, gütig, milde und als ein wahrer Christ gefinnt. 4. Der Stolz, die Eigenliebe find freilich macht'ge Triebe, auf Undrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hinzusehn; 387 wenn ich nur wachsam bin. Und wenn ich auf dich sehe und dich um Hülfe flehe, so hilfft du mir zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und Undre haben, mit Weisheit hältst du Haus, und theileft unter Allen nach freiem Wohlgefallen die Güter deines Hauses aus. 7. Beneid' ich meinen Nächsten, so greift dich selbst, den Höchsten, mein Unmuth tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde, wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was du hast gethan! 5. Jedoch du hilft mir kämpfen, hilfft Neid und Mißgunft dämpfen, 8. Ich Thor, ich selber quâle mit Unmuth meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mas che mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter. Auch Undrer Glück sei meine Lust. Fürbitte. 596. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Für unsern Nächsten beten wir, o Bater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du Uller Vater bist, gieb Jedem, was ihm selig ist. 2. Dir opfert unser Lobgefang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, auch ihnen Jesum Christum schenkst, zu deinem Himmel 362 fie 388 Verhalten gegen Andere. fie auch schufft, zum Glauben sie, Aufrichtigkeit und Wahrhafzur Tugend rufft. tigkeit. 597. Mel. Vor deinen Thron tret' ich se. Sieb, Gott, daß ich der Wahrbeit treu und redlich stets im Umgang fei, entfernt von der Verstellung List, die deinem Aug' ein Abscheu ist. 4. Daß mit dem Glück der Zeit fie auch durch seinen heiligen Gebrauch gesegnet find, daß nach dem Tod' auch sie dich sollen sehn, o Gott, 5. Deß freun wir uns, und dan ten dir und beten brünstig, Gott, zu dir: Laß stets sie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun. 6. Nimm ihrer våterlich dich an ,, und leite sie auf deiner Bahn und mache sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum. 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahrer Glück, den, der von dir sich führen läßt, den mach' im Glauben treu und feft. 8. Entreiß' des Lasters Tyrannei die Sünder, mache du sie frei, daß sie nur deine Pfade gehn und einst dein Vaterantlig sehn. 9. Gieb Ullen einen frohen Muth, bewahr' ihr Leben, Haus und Gut, bewahr' ihr bestes Eigen thum, des guten Namens Glück und Ruhm. 10. In ihrer Noth verlaß sie nie, und sind sie traurig, tröste fie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Se: ligkeit. 11. Wir Ull', einst deinen En geln gleich, erhöhn, verseket in dein Reich, dich ewig, ewig danken wir, o unser aller Vater, dir. 2. Verhaßt sei mir die Schmei chelei und glatter Worte Tausche: rei, und, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Bunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn und klug zwar sein, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Vereint mit Offenherzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich zu meines Nächsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch laß auch mich freimuthig sein und keines Menschen Unsehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über alles schäßt und nicht muthwillig sie vers legt, ist, Gott, dein Freund, und wird bestehn, wenn alle Falschen untergehn. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott. Tråf' ihn auch andrer Menschen Spott, tráf ihn auch Haß der ganzen Welt, was achtet's der, der dir gefällt? 8. Er Sorge für ihre Ehre. 8. Er wird vor deinem Ungeficht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglångt und die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so steh auch mir, mein Bater, bei. Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein. 598. Mel. Schaß über alle Schäße zc. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint, der Recht und Treue liebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhålt. 2. Wohl dem, der Lügen hasſet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleget, und der an jedem Ort sich dieß vor Augen seget: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, so die Wahrheit übt. Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. D Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir sein, behüte mich vor Trugen mit gleißnerischem Schein, erinnre mein Gewissen, 389 du haffeft Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei. 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, auch nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan, nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was fälschlich ist erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse, wenn ich für Undrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drüfs ken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kummerniß mich bringt, so stårke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und Alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir Niemand rauben. So scheid? ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, dort werd' ich als dein Kind dich mit den Frommen schauen, die reines Herzens sind. Sorge für die Ehre Anderer. 599. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Wenn du des Nächsten Ehr' und Uchtung suchst zu schmålern und von 390 von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern, aus Ehr: sucht und aus Stolz verkleinerst seinen Ruhm, deckst seine Schwachheit auf, wo bleibt dein Christen thum? Verhalten gegen Andere. 2. Wenn du aus Argwohn bloß von ihm nur Boses denkest, und durch ein falsch Gerücht ihm schadest und ihn krånkest, wenn ihn dein Neid, dein Haß, dein Stolz, dein Spott entehrt, bist du dann noch ein Christ und dieses Namens werth? 3. Wenn du den Låstrer hörst und unter Spottern sitest, und bloß aus Menschenfurcht nicht Undrer Unschuld schüßest, wenn aus Gefäl ligkeit du selbst Verleumder bist und nichts zum Besten kehrst, bist du dann noch ein Christ? 4. O Mensch, bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte. Und er, der Ulles sieht, er sollte dich nicht sehn, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst, wenn du die Jugend schåndeft, dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest, Verleumder, sieht's nicht Gott, wie zügellos dann du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gekrånkten Frommen, die du entehret hast, mit Seufzen vor ihn kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, wo Gott einst vor Gericht, im Ungesicht der Welt, auch dir dein Urtheil spricht. 7. Und du, du wollteft noch des Nächsten Ehr' verlegen? und, wenn du sie verleßt, nicht schleunig fie ersetzen? Sie sei in Zukunft dir so werth, als eigner Ruhm, beschük' und rette sie stets als ein Heiligthum. 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unsrer Zungen! Drum hûte dich, o Christ, vor allen Lästerungen. Wer in dem Menschen Gott und seine Gaben ehrt, den ehrt auch Gott, und der ist seines Beifalls werth. Friedfertigkeit. 600. Mel. Herzliebster Jesu, was ze. Wer leben will und glücklich, der betrübe nie seine Brüder, fliehe Bank und liebe stets selbst die Eintracht, herzlich, treu, verschwiegen, ein Feind von Lügen. 2. Er sei gerecht, sei billig, übertreibe nie seine Rechte bis zur Hart', und bleibe stets ruhig, ſei im Eifer seiner mächtig und stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, sich verwirren, nie stolz, stets frei, daß er sie leicht gewinne, vom Eigensinne. 4. Im Zadel sanft, nie bitter" im Verweise, stets herzlich bei des Bru Bescheidenheit und Demuth. Bruders Ruhm und Preise, stets forgsam, wenn er Fehler sucht zu beffern, nichts zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden, in jedem Streite fittsam und bescheiden, auch fittsam, wenn er siegt, holdselig, gütig, nicht übermüthig. 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweien, eil' er, Verdacht und Mißtraun zu zerstreuen und lindre klüglich Unmuth und die Schmerzen gekránkter Herzen. Bescheidenheit und Demuth. 601. 6. Demüthig, wie auch Christus war, stets billig, zu tragen Schwache, sie zu schonen, willig, nicht Mel. Wer nur den lieben Gott zc. träge, die Gefallnen aufzuheben, Von dir auf diese Welt gerufen, schnell zum Bergeben. 8. Versöhnlich eil' er selbst der Feinde Reue entgegen, fodre sie nicht und erfreue, noch eh' sie bits ten, ohne Selbsterhebung, sie mit Vergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen, ihn wird man preifen, wenn er fehlt, ihn schonen, ihn, wenn er spricht, zu wars nen und zu lehren, mit Freuden hören. 391 10. Sein Beifall ist Belohnung, selbst Verweise von ihm sind lieblich, sich zum Ruhm und Preise wird er nicht Fehler, die er straft, vergrößern, wird gern sie bessern. 11. So wird zur Freude jeder seiner Tage, und wenn er stirbt, hört man der Brüder Klage: Uch der war gut, nie stolz, nie über müthig, stets sanft, stets gütig. 12. Frohlockend geht er und empfångt am Throne des Mittlers, dem er folgte, seine Krone. Da wohnt er, Gott, in einem höhern Frieden, in deinem Frieden. stehn, Bater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du macheft arm, du machest reich, doch vor dir sind wir Ulle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Undre haben, und das ist Güte: denn du giebst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns, Vater, Alle liebst: denn Alle sollen glücklich sein, und einer sich des Undern freun. 3. Beglücken und auch glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß, der hat mehr Kraft, der mehr Verstand: denn jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Undern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du thust's, durch freie Huld bewogen: denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und 392 Verhalten gegen Andere. 5. Und ich, ich sollte nicht be: Al' in deinem Reich an Seligkeit scheiden? ich stolz und übermüthig einander gleich. sein? ich den nicht achten? den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freun? als wär' ich, hätt' ich mehr als er, auch beffer dann, auch seliger? 6. D laß in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Undrer Kränkung überheben, verkennen nie der De muth Pflicht, nicht bloß auf meinen Vorzug sehn, nicht Andrer Gaben stolz verschmähn! 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig fie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt Keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! 8. Wer eitler Ehre gern entbehret und Zugend an Geringen gern erkennt, und schäßt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm, denn Bescheidenheit giebt Ullen Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Ulter, giebt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth, und Glanz und Ho: heit jeder Zugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt. Denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 10. Gieb, Herr, zu allen dei nen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns durch einander zu erfreun. Dann werden Beförderung des Seelenwohls Underer. 602. Mel. Herr, wie du willst, so se. Gott, meines Nachsten bestes Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil mit Lieb' und Sorgfalt trachten. Du schufft ihn zur Unsterblichkeit, und haft ihn selbst zur Seligkeit durch deinen Sohn erlöset. 2. 3um Irrthum, zur Verschlimmerung, zu Sünd' und Ei telkeiten durch List, durch Zwang und Anreizung den Schwachen je verleiten, durch That und böses Beispiel ihn in Fehler und in Laster ziehn, o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben und im Leben durch Rath, und durch Erinnerung, durch gutes Beispiel streben, ihm Uchtung für Religion und Liebe gegen deinen Sohn fest suchen eine zuprågen. 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest, je mehr laß mich mit Redlichkeit die Seele, die du liebest, zu retten auch beflissen sein und nicht Verdruß, nicht Urbeit scheun, dir, Gott, sie zuzu= führen. 5. Giebst du mir Freunde, Herr, mein Gott, giebst du mir Hausge= Beförderung ihres Seelenwohls. 393 genossen, laß mich dein heiliges Ge- du meine Hülfe bist, daß, von deiz bot sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wiederfodern. nem Geist getrieben, über Alles Gott zu lieben, dich und deine Ses ligkeit, dein Erretteter sich freut. 3. Doch, wie könnt' ich dieß empfinden und doch fühllos Menschen sehn, in der Sklaverei von Sünden ,. Wege des Verderbens gehn, und nicht rufen, daß sie's hören: Eilet, Freunde, umzukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, laß sie von mir das größte Gut, der Tugend Segen, erben. Hilf, daß ich dir sie, Gott, erzieh', selbst Sünd' und Laster eifrig flieh' und stets behutsam wandle. 7. O hätt' ich eine Seele je ge= årgert und verblendet, durch Leichtsinn oder Bosheit sie von dir, Gott, abgewendet, ward irgendwo durch meine Schuld ein Mensch verlustig deiner Huld, wie müßt' ich dieß bereuen! 8. Erbarmer, Bater, dann verzeih mir diese großen Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu' Vergebung vor dir finden. Führ' ihn zurück zur Heiligung, laß mich durch eigne Besserung ihn stårken und erbauen. 603. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Laß, o Jesu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du mir, um mich von Sünden zu befrein, erschienen bist, daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eb' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich er greifeft, mich bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen es für meine Seele ist, daß ich geh' auf Gottes Wegen, weil 4. Auch für meiner Brüder Sees len und nicht für mein Heil allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich konnte, sie zu dir, foderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finster= nissen selbst errettet, will auch ich warnen, rühren deß Gewissen, der von deinem Wege wich, will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu dir sich wende und zur wahren Seelenruh'. Gieb du mir nur Kraft dazu. 6. Hilf mir selbst sein Herz ers weichen, und, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Beispiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie so heils. sam Gottes Wege Jedem, der fie liebgewinnt und mit Treue wandelt, sind. 7. Laß ihn sehn an meinen. Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie so heiter auch in Leiden, welch ein Trost du dann ihm bist, daß 394 Verhalten gegen Andere. daß er sich der Lust der Erde noch entreiß' und heilig werde, selig auch, wie ich, zu sein, ewig deiner sich zu freun. Beförderung des zeitlichen Wohlstandes Anderer. 604. Mel. Gott des Himmels und der ic. Theuer, wie mein eignes Leben, wie mein Nam' und Eigenthum, fei mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Ruhm, Ulles, was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten, werbt, gewinnt durch Geschäftigkeit und Tugend, die die besten Schäße sind, werdet angesehn und reich, Alles, Alles gonn' ich euch. 3. Immer will ich, frei vom Neide und vom Eigennuße rein, eures Segens, eurer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freun, froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reichlich giebt. 4. Ullen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden wehren, Allen dienen, dem mit Spülfe, dem mit Rath, willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. 5. Laffet uns einander lieben, gern einander glücklich sehn, Keinen krånken und betrüben, keinen brücken, Keinen schmähn, aller 3wietracht, alles Streits Feinde sein: denn Gott gebeut's. 6. Laßt uns halten Treu' und Glauben, fliehn, was Undern schädlich ist, Urm' und Schwache nicht berauben durch Betrug, Gewalt und List. Welch ein Grául vor Gott ist nicht falsches Maß und falsch Gewicht! 7. Laßt uns nie, was wir ver: sprechen, widerrufen, weil's uns reut, nie, was zugesagt ist, bres chen, oder schånden unsern Eid, von Betrug und Tücken rein, lie: ber arm, als treulos sein! 8. Hassen laßt uns alle Lügen, alle Schmähsucht, Jeder sei offenherzig und verschwiegen, in der Freundschaft fest und treu, Jeder nehme, wo er kann, der Verleums deten sich an. 9. Laßt uns Gutes gern belohs nen, wie's uns unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unsrer schont. Uch er schont, mit welcher Huld, wel. cher Langmuth und Geduld! 10. Also laßt, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, uns als seine Kinder lieben, ohne 3wang und Heuchelei. O wie se= lig werden wir dann nicht werden dort und hier! 605. Mel. D Gott, du frommer Gott ze. Wie selig lebt ein Mensch, der Dienstbegierde kennet und seine Pflicht zu thun, aus Menschentiebe bren: Beförderung ihres zeitlichen Wohlstandes. brennet, der, wenn ihn auch kein 7. Go laß mich auch gesinnt, Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf, und Eid und Umt schon in sich selber find't! mein Gott, durch Christum werden. Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein, dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. 606. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen, durch Dienstbeflissenheit sucht er dieß zu erreichen, er bålt für eignes Woht sich nicht allein gemacht, er hålt sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nügen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Undern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben, ihm wird des Nachften Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als tråfe fie selbst ihn. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen, sein Unsehn, und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein und jeden Leidenden mit Trofte zu erfreun. 395 6. Was Undrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe auch ohne Ruhm und Lohn zur wahren Menschenliebe. Kein Stolz, tein Eigennuß treibt ihn zur Gutigkeit, er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. Mel. Herzliebster Jesu, was haft ze. Ich bin des festen redlichen Entschlusses, die milden Gaben deines Ueberflusses zu meines Nächsten Nut, mit treuen Hånden, Herr, anzuwenden. 2. Ist doch dein eigner Sohn einst nicht erschienen, daß er sich dienen ließ, er kam, zu dienen und ward ein Knecht der Menschen, um vom Bosen uns zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ' und Macht, die Urmen zu trösten, sich der Kranken zu erbarmen, Verlornen Heil und Gnade zu erwerben, für uns zu sterben. 4. Wie liebreich trug er unsrer Strafen Bürden, daß wir vor Gott gerecht und selig würden, wie ward die Welt so herrlich dir zur Ehre, durch seine Lehre! 5. Daß nun die Menschen wieder Menschen werden, daß Eigennuß und Tyrannei auf Erden nicht mehr so furchtbar sind, als ihre Bötter, das that der Retter, 6. Der große Retter, der, der Tugend Freuden zu uns zu führen, sich entschloß zu Leiden, der Liebe Vorbild durch sein göttlich Leben der Welt zu geben. 7. O 396 Verhalten gegen Undere. 7. O wie verschönert sich nicht Gottes Erde, wo Jesu Júnger, baß er gútig werde, nun eifrig strebt, zu ehren seinen Namen, ihm nachzuahmen. 8. D hilf mir, Jesu, durch ein nüglich Leben zur Uehnlichkeit mit dir mich zu erheben, gieb Kraft, daß ich das Glück, das ich besige, für Undre nüße! 9. Gieb, daß ich, fern von Selbst sucht, meinen Brüdern, die du er loft haft, deines Leibes Gliedern, gern dien' und hülfreich beisteh' ihnen Allen, dir zu gefallen. 10. Denn darum glebst du uns so viele Gaben, daß Alle Segen auszutheilen haben, daß Jeder glücklich werd' und, frei vom Reide, fei Undrer Freude. Güte und Barmherzigkeit. 3. Rührt mich nicht der Verlaßnen Roth und nicht der Witwen 3ähre, so bin ich fern von dir, o Gott, und leugne deine Lehre, so bin ich gleich dem bösen Knecht, der nicht vergab, bin ungerecht. wenn wir Betrübte sehen. Helf' ich, Gott, den Bedrängten nicht, wenn sie um Hülfe flehen, so kann ich mich des Ruhms nicht freun, Bekenner meines Herrn zu sein. 2. Kränkt mich nicht meines Nächsten Schmerz, fühl ich nicht seine Leiden, so kennt auch nicht mein hartes Herz die edelfte der Freuden, so kenn' ich dich, den Bater, nicht, und nicht der åchten Liebe Pflicht. 4. Ist's Geiz, ist's Trágheit, die mir's wehrt, den aus der Noth zu reißen, der mir das klagt, was ihn beschwert, kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu wünschet gleich zu sein, muß auch so gern, wie er, erfreun. 5. Bin ich bei Andrer Noth zu weich und scheue ihre Leiden, so bin ich jenem Stolzen gleich, der Mitleid zu vermeiden, den, welchen Blut und Schmerz umfing, von ferne sah und seitwärts ging. 6. O du, der voll Barmherzigkeit so gern, was uns beschweret, uns mildert und der Seele Leid so gern in Freuden kehret, o bild' auch meinen Sinn nach dir, fern sei ein hartes Herz von mir! 607. Mel. Mir nach, spricht Chriftus 20. 7. Wer so, wie du, barmherzig Barmherzigkeit ist unsre Pflicht, ist, empfängt vor deinem Throne, weil er nicht dein Gebot vergißt, ein ewig Heil zum Lohne; doch dem Verachter dieser Pflicht erkennst du für den Deinen nicht. 608. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod se. Wer des Lebens Güter hat, wenn sein Nächster schmachtet, und nicht hilft mit Rath und That, feis nes Grams nicht achtet, fühllos bleis Güte und Barmherzigkeit. bleibet bei der Noth der verlaßnen Armen, der erwarte nicht von Gott Nachsicht und Erbarmen. 2. Soll durch úppigen Genuß und durch Schwelgereien Gottes reichen Ueberfluß strafbar er entweiben? soll er Gott nicht ähnlich sein? hat er seine Gaben nicht, um Brůder zu erfreun, welche Mangel haben? 3. D vom Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thränen zählet er, höret ihre Klagen, sieht auch, wenn das harte Herz tummerfreier Reichen keine Thránen und kein'n Schmerz mil dern und erweichen. 397 mürrisch, wenn er giebt, daß er nicht betrübe. Ch' er seufzen hört, eil' er Urmen froh entgegen. Lieblich sei, das will der Herr, wie der Thau, sein Segen. 8. Christen, wenn ihr in der Zeit mild, wie Gott, gefinnet, Schåge für die Ewigkeit sammelt und gewinnet, o wie groß wird cuer Lohn, euer Glück auf Erden und wie groß vor Gottes Thron die Vergeltung werden! 9. Jesus saget dann zu euch: Kommt, getreue Knechte, erbet meis nes Vaters Reich, erbet es, Ges rechte. Was ihr meinen Brüdern gabt in dem ersten Leben, wahrlich, dieses Alles habt ihr auch mir ges geben. 4. Uch das Urtheil ist gefällt: Jammer und Verderben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel erben, sollen nicht, wo Gott ist, sein, nicht bei den Erlösten, sie, dic Arme nicht erfreun, nicht Berlaßne trösten. 5. Reiche, hört's! Erbarmet euch, fleht zu euch der Arme, daß sein Gott auch über euch sich dereinst erbarme, weil ihr, da er zu euch schrie, auf sein Schreien hörtet, den Bedrängten halft, und sie trånktet und ernährtet. 609. Mel. Herr, ich habe mißgehanbelt ze. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht. Mite leidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus felbst uns lehret, und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die trånkt, eilt, die Nackenden zu kleiden, tröstet, die der Kummer krånkt, Schwache sucht zu unterstüßen, Uns terdrückte zu beschüßen. 6. Mitleidsvoll und hülfreich sein, seiner Miterlöften Retter werden und sich freun, Traurige zu trösten, Dank in ihrem Angesicht und in ihren Blicken Wonne sehn, wie rührt das nicht, Reiche, welch Ent= zůcken! 7. Aber wer den Armen giebt, geb' aus freier Liebe, sei nicht Stillen leiden. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustehn, führt zu unverhofften Freuden die auch, die im 4. Und Verhalten gegen Andere. t. Und dieß sei dir keine Bürde, 3. Gleicht dem Vater im Erbarkeine Last, beglückter Chrift. Hó- men, seid barmherzig, seid's, wie heit ist es, Ruhm und Würde, wenn er. Gebt den Dürftigen und Urdu mild und hülfreich bist. Welch men, was ihr gebt, empfångt der ein Ruhm für dich Erlösten, arme Herr. Helft und eilt, auch unges Brüder Jesu trösten! sehen, euern Brüdern beizustehen. 5. Und was schafft's für sanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 398 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit, und dereinst zum Gnadenlohne schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun. Was wir hier gesået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen, Gott will eurer sich erbarmen. 610. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 2c. Seid barmherzig. Menschen, hòret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret. Seid barmherzig, seid's, wie Gott. Gebt, so wird auch euch gegeben, was euch nothig ist zum Leben. 2. Se viel Menschen, so viel Brüder. Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder, allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, sie beschügen und erfreun, Kummer lindern, Wunden heilen, wohl= thun, trösten und verzeihn, und dieß ohne Stolz verrichten, das sind unsre Christenpflichten. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben. Laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröfte sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. Gerechtigkeit. 611. Mel. Jesu, ber bu meine Seele se. Auer meiner Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig sein. Wenn ich sie zu krånken dachte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder üppiger zu leben, dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn, oder Reid und Geiz versagen, was. ich ihnen schuldig bin, könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben, welchen Spaß verdient' ich nicht, welch eix schreckliches Gericht! 3. Nein, Billigkeit. 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, will gerecht sein, kein Tyrann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fodern kann. Lieser will ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber nie: drig sein und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren und beflügeln dein Gericht? würd' ich nicht stets zittern müssen? würde nicht selbst mein Gewiffen mir mit Angst und Schrecken dráun und ihr erster Nåcher sein? 5. Eines Unterdrückten Thrånen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es ungerechte wähnen, trifft, Sperr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, såumen wolltest, harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklichers Gericht? 399 7. Sichern laß mich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden, sollt' ich denn bein Unrecht dulden? nicht gelind sein? mich nicht freun, wie du, Bater, zu verzeihn? 8. Hilf mir, immer richtig wans deln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mit Undern hans deln und von aller Härte fern. Denn du Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn sich dein Gericht mir naht. Billigkeit. 612. Mel. Welt, sich hier dein zc. Mein Gott, nach deinen Lehren darf ich nicht stets begehren, was wohl vor Menschen gilt, nicht immer darauf dringen, den mit Ges walt zu zwingen, der meine Fodrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kräfte, sein Stillstand der Geschäfte bes fiehlt mir Billigkeit. Bei allem guten Willen kann er oft nicht ers 6. Lehre mich gerecht und billig füllen, was ihm Gesek und Pflicht gegen alle Menschen sein, Keinen drücken, lieber willig Jedem, der mich kränkt, verzeihn. Hab' ich Macht, laß sie mich nügen, die Bedrängten zu beschüßen, eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich bei zustehn. gebeut. 3. Und ich, Herr, soll es wagen, ihm Nachsicht zu versagen und im mer strenge sein? Sein Elend zu vermehren, sollt' ich sein Glück zerstoren und Noth und Untergang ihm dráun? 4. O hilf mir lieber leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn Alles für ihn spricht, auch bei erwiesnen Klagen dem Mitleid nicht entsagen und nicht der Menschenliebe Pflicht. 5. Beim Recht, das mir ges bühret, wird das, was er verliesret 400 tet, vielleicht nie wieder sein; ich kann, wird's mir entrissen, es oft sehr leicht vermissen, und doch noch immer glücklich sein. Verhalten gegen Undere. 6. Ctreng auf fein Recht zu brins gen und, um es zu erzwingen, den hårtsten Schritt nicht scheun, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen und als ein Christ gesinnet sein. 7. Um Nuhe zu genießen, erinnre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sei, mein Recht nicht übertreibe, barmherzig sei und bleibe, und jede Art der Härte scheu'. Wiedererstattung. 613. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Fern fern sei mein Leben jederzeit von aller ungerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst der Deine sein und deiner Gnade, Gott, mich freun? 2. Wer seines Nächsten Rechte Frånkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht und ehrt vich, Gott der Liebe, nicht. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein das heilige Gebot: Was du nicht willst, das dir geschicht, das thue du an Undern nicht. 4. Wenn ich dieß heilige Gesek durch Ungerechtigkeit verleg', 0 sprech' ich da nicht über mich das Urtheil: Gott ist wider dich? 5. Dein Wort schårft mir's noch stårker ein, kein schadenfroher Mensch zu sein, es droht der Krånkung, dem Betrug des Nachsten unfehlbaren Fluch. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht våterlich. Beging ich's je, so sei mir's leid und zum Ersaß mein Herz bereit. 7. Wer Undern Schaden hat gethan und irgend ihn erstatten kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das erseßt, womit er Andrer Recht verlegt. 9. Herr, gieb, daß ich, deß eingedenk, durch Unrecht niemals Undre kránk'. Du bist gerecht, dieß sei auch ich. In diesem Sinne stårke mich. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 614. mel. Mir nach, spricht Chriftus ac. Der du, dem Zode nah', für die, die dich erwürgten, bateft, ber bu bei deinem Vater sie, mein Heiland, selbst vertrateft, o möcht' ich doch dir ähnlich sein, und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie könnt' ich hoffen, Trost im Tod', Huld im Gericht zu finden? zu dir noch flehen: Richte, Gott, mich nicht nach meinen Sünden, hört' ich nicht beine Stimm' Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir. 3. Du Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir, drauf achte und dann wähle. Der wählt den Segen, der vergiebt, und der den Fluch, wer Rache liebt. 4. Erwirb dir, Chrift, die Fertigkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergieb: denn Gott verzeiht und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache, Segen rufe du, Begnadigter, dem Feinde zu. 5. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Sünder, mit Blut erkauft' auch ihn zum Heil der Todesüberwinder. Un mich und ihn ergeht der Ruf des Got: tes, der uns Beide schuf. 6. D könnt ihn meine Sanft: muth noch zur Seligkeit bekehren und ihn der Liebe sanftes Joch mit Freuden tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, der Retter meines Feinds zu fein! 7. Wie wird er einft am Weltgericht mich Freund und Bruder nens nen, mir danken und sich ewig nicht von meiner Seite trennen und Gott erhöhen, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden, wie gern verzeihn, da du mir'e dort vergiltst mit solchen Freuden, wenn mir im Himmel nur ein Feind dankbare Freudentyrånen weint. 401 615. Mel. Ach was soll ich Sünder 2. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer sein? sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht Alle Chrifti Glieder, Christi, der für alle starb, Allen Gottes Huld erwarb? 2. Er hat All' aus einem Blute stammen lassen, Ulle sind Gottes, Jeder ist sein Kind, Ulle sind mit einem Blute ihm erkauft und Eines Throns Erben, Erben seines Sebns. 3. Gottes Kinder sollt' ich haf fen? lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nicht verzeihn? seine Schuld ihm nicht erlassen? Gott, nicht fürchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Der du für die Uebelthåter um Geduld batst und die Last unsrer Schuld getragen hast, unser Mittler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt und zu Haß und Rach' entbrennt, hilf dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine Zhrånen flossen, als dein Aug' um mich geweint, wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergoffen, wie du littst, mich zu erfreun, das laßrir vor Augen sein. 7. Steb 402 Verhalten gegen Andere. 7. Gieb es so mir zu erkennen, daß ich thu', wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nichts an, ist kein Glied von dir zu nennen, ist dem Gott der Lieb' ein Graul und verscherzt sein eignes Heil. 8. D so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gútigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, innig liebe, milde, treu, sanft und leicht versöhnlich sei. 9. Ja ihr, eines Hauptes Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohithun, dulden und verzeihn. 616. Mel. Mir nach, spricht Christus sc. Verbittre dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache. Vergeben ist des Menschen Pflicht, ver: gelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; und dennoch soll des Christen Herz am 3orne sich nicht wei den; soll nicht sein eigner Rich ter sein, soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vor= geschrieben. Emport dein Herz dawider sich, so sieh auf ihn, bes siege dich. 4. Wer hat wohl größern Wis derspruch von Sündern hier er duldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Undern nie verschuldet? Und dennoch will er langmuthsvoll, daß Keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern verzeihen, ist Ehre für dein Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, den, der dich schmaht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlers gehn. 6. Im Zorn denkt Niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird unges schehn gemacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigs keit, reißt Glauben aus dem Hers zen, stört des Gemüths Zufrieden= heit und straft mit bittern Schmers zen; sie hindert Dank, Gebet, Ber= traun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht, wirst du den Feind bes siegen. O raube deiner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir das Unrecht selbst nicht rås chen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir ein gnädig Urtheil spres chen Sanftmuth und Versöhnlichkeit. chen. Von dir kommt auch der ihn Güte mehr erhigt, so will ich Sanftmuth Sinn; nach deiner für ihn beten und Gott vertraun: Gott schüßt. Gnade gieb mir ihn. 617. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht; ich will ihm sanft begegnen, nicht brohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen. Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld, die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wiederschelten, da er nicht wiederschalt? mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind und lehrt mich klug verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir erfann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rå chen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie konnt' er långer schmähn? 403 5. Ich will niemals ermüden, ihm thätig zu verzeihn und als ein Chrift am Frieden, zu Diensten willig fein. Wenn, mich zu untertreten, 618. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Allen, welche nicht vergeben, wirft du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein, unentladen ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat, wie der Freund der Menschenkinder selbst für seine Mörder bat, so soll auch der Christ verzeihen und sich nicht der Rache freuen. 3. Wir gelőben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns råchen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein, vielmehr vor dein Untlig treten und für unsre Feinde beten. 4. Stårk' uns, Bater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht. Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht; laß sie uns gewaffnet finden, laß uns schnell sie überwinden. 5. Mach' in unserm ganzen Leben deinem Sohn' uns gleich gesinnt. Sind wir willig zum Vergeben Allen, die uns schuldig sind, so laß auch für unsre Sünden uns bei dir Vergebung finden. 6. Heil uns, Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns in's Gericht, nimmt uns auf zu seinen Sc2 Kins Verhalten gegen Andere. verführt. Kindern, zürnet mit uns ewig gerührt, zurück vom Wege, der nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach' in uns zu dåmpfen. 404 Freundschaft. 619. Mel. Vor deinen Thron tret' ich se. welch ein Gegen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vers eint, mich zärtlich und vertraulich liebt, mit mir fich freuet und be trübt. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Biele strebt. 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind Eins in Beiden: nur den Pfad, den wir in deinem Lichte fehn, getreu und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und Besse rung, nicht eitler Lüfte Sättigung, der wahren Liebe Vollgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, das uns erleuchtet, jede Pflicht uns zu erleichtern, jede Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 6. Er, in Gefahr zu irren, hort auf meiner Liebe Ruf und kehrt, durch meine Bachsamkeit 7. Und wenn ich strauchle, denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch, so reicht er seine Bruder= hand auch mir und führet mich zus růck zu dir. 8. Stets durch einander weiser, Herr, stets edler und vollkommener, verabscheun wir die Täuscherei der Schmeichler, redlich, offen, frei. 9. Kein Streit, kein Mißtraun, kein Verdacht, nichts, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Schicksals Unbestand trennt unsrer Liebe festes Band. 10. Bir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vertraulichkeit und Jedes 3årtlichkeit versüßt dem Undern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch felber Freund und Freund: die Herzen durch Gebet, durch Rath und, we bleiben doch vereint durch Liebe, wir können, durch die That. 12. Bollenden wir den Pilgers lauf, so nimmt uns dann ein Him: mel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die uns zugleich vor dir ers freut. 13. Da hab' ich ewig jeden Freund, der sich mit mir durch dich vereint, mir Herz um Herz, o Vater, giebt, mich zärtlich, treu und ewig liebt. V. Vers Verhalten im gesellschaftlichen Leben. V. Berhalten im gesellschaftlichen Leben. Ueberhaupt. 620. Mel. Wer nur den lieben Gott c. Ihr, Bürger eines Staates, Brúder, vereinigt euch zum Lobgesang, bringt unserm Vater frohe Lieder, sagt ihm für seine Gnade Dank, ihm, welcher uns mit weiser Hand vereinigt hat im Vaterland. 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur Menschenumgang bildet ihn; er wandelt einsam auf Gefilden, die ihm umsonst entgegen blühn; nur Menschen lindern feinen Schmerz und gießen Freuden in sein Herz. 3. Hülflos beginnt er dieses Leben, sich seiner selbst noch unbewußt, noch kennt er selbst nicht sein Bestreben, und schon ist er der Undern Lust: denn schon empfängt mit treuer Hand den Lallenden das Baterland. 4. Er wächst gleich einem jungen Baume, gepflegt in seinem Schuße, auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem that'gen Lebenslauf: hier ist, was ihm zum Guten Kraft, im Kampf der Sünde Stärke schafft. 5. Ja ihm kommt dann auf seinen Wegen die göttliche Religion mit ihrem Heile früh entgegen, zeigt ihm des Glaubens Werth und Lohn; tes hohen Glücks, ein Christ zu 405 sein, kann er mit Tausenden sich freun. 6. Und tritt er nun zu dem Ge schäfte, dazu die Vorsicht ihn ers for: vereinigt wirken seine Kräfte zum allgemeinen Wohl empor, und Ordnung und 3usammenhang vermehrt und stärkt der Thaten Drang. 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wirkt Jeder dann des Andern Glück; und Jeder sieht mit Frohgefühle auf das gemeine Wohl zurück; urb was Ein Mensch nicht wirken kann, das fangen fie vers einigt an. 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte: der nügt durch Einsicht und Verstand, ein Anderer durch sein Geschäfte, durch seine Kunst dem Vaterland; und doch vereinigt nügen sie einander All' durch ihre Müh'. 9. Und strómet von des Fürsten Throne nicht Schuß und Sicherheit uns zu? Wer macht, daß jeder sicher wohne? wer schenket uns des Friedens Ruh'? Ja durch sein våterlich Bemühn sehn wir des Landes Wohlfahrt blühn. 10.danket Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft enges Band! Wir haben Glück und Ruh' gefunden in unserm theuern Baterland, bier, wo als Bürger und als Christ ein Jeder Freund des Andern ist. . 11. Nur 406 11. Nur laffet tms einander nüßen auf der uns angewiesnen Bahn, das allgemeine Wohl beschügen, so viel ein Jeder immer kann. Nur wer ein Freund des Landes ist, der ist ein Menschenfreund und Chrift. Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 621. Mel, Herr Chrift, ber ein'ge sc. Gern seinem Nächsten dienen, auf seine Wohlfahrt sehn, sich nie aus Stolz erkühnen, den Niedern zu verschmähn, dieß will die Men schenliebe, und folg' ich ihrem Triebe, so núg' ich selber mir. 2. Ich soll mich stets bestreben, aufrichtig, brüderlich für Undrer Wohl zu leben und nicht allein für mich, soll ihnen rathen, nüßen, ihr Unsehn unterstügen und helfen, wo ich kann. 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit den Eifer je vermindern, zu thun, was fie erfreut. Gern ihre Klagen stil: len, gern ihren Wunsch erfüllen soll ich, so viel ich kann. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuße frei, nicht mür: risch, gern gefällig, und im Verſprechen treu, soll ich ihr Glück vermehren und keine Freuden st ren, wenn sie unschuldig find. 5. Herr, laß mich diese Pflichten ohn' allen Ueberdruß gewissen haft verrichten, so oft ich kann und muß. Laß mich bei Undrer. Leiden, bei ihres Glückes Freuden nicht hart und fühllos sein. 6. Dann seh' ich meine Freuden mit jedem Tag vermehrt, und lerne das vermeiden, was meine Ruhe stort, weiß, daß zum bessern Leben du dann mich einst erheben und ewig segnen wirst. Häuslicher Stand. 622. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Im Stillen wollen wir dich eh, ren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt und Bittenden, was sie begehren, was ihnen nugt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört, von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns Alle, die wir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, er preist dich, großer Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Freundschaft Bunde in fester Lieb' und Gintracht lebt. Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Luft durchwebt, er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl dem, den frommer Kinder Segen des Lebens Pfad noch schöner macht, wenn sie im Herzen Jugend begen, wenn in den Blicken Unschuld lacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg des Lebens führt. 5. Wohl Ehelicher Stand. 5. Wohl denen, deren Hausge: noffen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, wenn Jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflichterfüllung strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Sig des Segens weiht. 6. Ja denen, die dich kindlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren, und traun auf dich, und finden Ruh' und finden Freu: de, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams und Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, einge: schenkt. Du zürnst nicht ewig, kannst nicht hassen, du Gott, der feiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. Mag doch des Todes Urm uns trennen: wir werden einft uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir ver, eint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, die unaussprechlich uns geliebt, bem gottgebeiligten Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur 407 Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. Ehelicher Stand. 623. Mel. Wie shin leuchtet der sc. Der Ehestand soll heilig sein: du, Schöpfer, fegtest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand' aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Bater, Vater, dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die fein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten, in dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. Ihr seid Gesegnete des Herrn, ihr seid von Haß und Urgwohn fern, um euch glångt holder Friede. Häuft gleich die Laft der Leiden sich; ihr tragt die Last gemeinschaftlich, daß sie euch nicht ermüde. Flehet, flehet, Gott wird hören, plagen wehren, Schmerzen lindern und des Kreuzes Bürde mindern. 4. Oft strecket sich weit um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so bluühn auch Ehgenossen. Sie 408 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Sie sehen rings um ihren Zisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingsfproffen. Sorgt nicht, forgt nicht: wie viel Beter zählt ihr Våter, zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. Hand in Hand ihr Erdengiůck vers mehren; laß ihre Liebe lauter sein; Untreue nie den Bund entweihn, den sie dir heute schwören; immer laß fie, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 5. Gott, der du sie verbunden haft, erleichtre du des Lebens Last, gieb, daß kein Segen fehle. Laß nie sie ihren Bund entweihn, Herr, laß sie zuchtig, friedsam sein, ein Herz und eine Seele. Heil'ge, heil'ge, Geift der Liebe, ihre Liebe und gieb Gnade, daß sie wandeln deine Pfade. 6. Lenk' ab das Herz von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend; auch selbst das hohe Alter sei von 625. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. drückenden Beschwerden frei, noch Gott, Schöpfer, Stifter heil'ger munter gleich der Jugend. Seg: ne, segne, Herr, Gott, Vater und Berather frommer Chen, Ulle, die auf dich nur sehen. Eh', schau' auf dieß Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund. 624. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund geweiht, o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Ungesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht abzulegen. Laß sie, Bater, dir ergeben, einig leben, treu fich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 2. Du, Gott, du knúpftest selbst das Band. Laß sie durch Eintracht 3. D segne fie, der gern beglückt und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren, Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen. Laß sie, Bater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und einst sein des Himmels Erben. 2. Mit Gnade schau' auf sie herab, daß sie zusammen bis in's Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich, von Untreu' fern, im Herzen rein, auch keusch in Wort und Thaten sein. 4. 3usammen laß sie dir vers traun, zusammen ihre Seel' erbaun, zusammen deine Hülf' er= flehn, zufammen auch dein Lob erhöhn 5. Was Eltern und Kinder. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß fie thun mit Heiterkeit; und so geling' ihr edler Fleiß, zu ihrem Wohl und deinem Preis. Eltern und Kinder. 627. 6. Und wenn des Lebens Last und Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Müh auch sie beschwert, so tröste Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht. fie. Ein Jeder trage immer gern des. Undern Last, von Unmuth fern. Verzärtelt eure Kinder nicht, ge= wöhnt sie in der Kindheit Zeit zu nüglicher Geschäftigkeit. 7. Wenn Kreuz nach deinem Rath sie drückt, laß sie darin nicht unerquickt; gieb heitre Tage nach dem Leid' und segn' es für die Ewigkeit. 8. Und trennet einst der Tod ihr Band, so sei's ihr Trost, daß deine Hand die, welche sich hier treu geliebt, einander ewig wieder giebt. 626. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. Auf euch wird Gottes Segen ruhn: er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach: sein Heil sollt ihr empfahn, kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn getban. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freude und durch Schmerz. 409 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach seinem Willen schließt und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. 2. Wohl euch, wenn Keines je vergißt, was aller Weisheit Unfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Berstand erwacht, Gott kennen, seine Lieb' und Macht, lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn. 4. Besorgt für ihren Leib, und mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn, wenn sie auf euren Wandel sehn, was gut, was bös ist; leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführt. 7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, rühmt doch vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht. 8. Muths 410 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 8. Muthwillen nennt nie Wik, nie preist des Knabens schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trúglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz. 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl in ihren Herzen; euer Ziel sei nicht bloß Anstand vor der Welt, fei Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt fie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß und lehret sie: daß Urbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menfchen sei. 11. So, nehmt euch ihrer Seelen an. Gott richtet einst und fodert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 12. Erwägt's, und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun: denn sie sind sein Geschenk und fein. 628. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Herr, welch ein wichtiges Geschäfte für Eltern, Kinder zu er: ziehn! Gieb dazu Weisheit, Lust und Kräfte, und segne redliches Bemühn, wodurch man unter wei fer Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; hast ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Undrer Dienst zu weihn. Zu allen beiden führet man durch weife Bu.ht sie zeitig an. 3. Wohl Eltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn, wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigkeit. ▸ 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; fie lehren Weisheit durch Undrer Fleiß; und um Gefie und Tugend durch eignen und deihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prågen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, rührt edle That die zarte Bruft, das, das ist Eltern wahre Lust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Einstes nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Eltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt. Luft strömt den Eltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn entsteht, wenn Kinder wohlge= Eltern und Kinder. gerathen, erzogen, Herr, nach bei nem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt überall auf Erden zu. 9. Uch aber, welche Pest auf Erden ist nicht die böse Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vollends dort ihr Leid. 10. D Gott, lehr' Eltern dieß erwägen, erweck' und stårke ihr Bemühn, daß unter deinem milben Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! Olaß fie einft so glücklich sein, und dessen sich im Himmel freun! 629. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Die Kinder, deren wir uns freun, sind, allerhöchster Bater, dein, sind deine beste Gab', o Herr, bewahre fie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Eltern Liebe fucht, sie aufzuziehn in deiner Zucht, so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen Kindern Lehrbegier zum Guten, Lieb' und Lust zu dir, und laß sie meiden ohne Zwang Trog, Eigensinn und Müßiggang. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht. Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen, laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewis; bewahre sie vor ergerniß, 411 vor der Verführung Trug und List, weil Jesus ihr Erlöser ist. 6. Hilf, daß fie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich beflcißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig beine Wege gehn, und Bürger einst, voll Luft und Muth zu thun, was edel ist und gut. 8. Erhör' uns, Bater, Sohn und Geist, wenn dich auch Kind und Säugling preist. Wir danken einst, o Bater, wir mit allen unfern Kindern dir! 630. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. Gott, dir sei mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben: denn aus freier Mildigkeit hast du selbst es mir gegeben, es durch Eltern mir verliehn, die zum Guten mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei und nicht bloß scheine, daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Chrånen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sei und mich ihrer Freuden freu'. 3. Laß auf ihre Winke mich kindlich und mit Sorgfalt achten, ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zu kommen trachten, gern, was sie vergnügt, vollziehn, stets, was ihnen mißfällt, flichn. 4. Mir 412 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Chrift, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kinder, war von seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sei mir's, ihm auch hier nachzuahmen. O wie billig, wie gefällig ist's, Gott, dir! Mache du mich dazu willig. Wohl mir dann: es wird auch mein dein verheißner Segen sein. Herrschaften und Dienende. 631. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Die Menschen mögen herrschen, oder dienen, du bist ihr Herr, 0 Gott, und du giebst ihnen, dir zu gehorchen als getreue Knechte, Gesetz und Rechte. 2. Und diese heiligen Gesetze sollen sie halten, wenn sie glücklich werden wollen, vereinigt Alle durch der Liebe Bande in jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, was er befichlt, tyrannisch zu gebieten; mit Hårte z beherrschen, die ihm dienen, fich nie erkühnen; 4. Soll immer im Gebrauche deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, um, die ihm unterthan sind, nie zu frånken, mit Ernst bedenken; 5. Soll ihnen den verheißnen Lohn nicht schmålern, wohlthätig, nachfichtsvoll bei ihren Fehlern und, wie so leicht er selber könne fehlen, sich nie verhehlen; 6. Soll liebreich sein, geduldig und gelinde, daß er vor seinem Richter Gnade finde, daß der, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er schont, schone. 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, Mißbrauch seines Unsehns nicht zum verführet, von Eitelkeit, vom Hane ge zum Gewinne, vom Eigensinne. 8. Laß Jeden dann auf deinen Willen schen, um seinem Hause klüglich vorzustehen. Gieb Jedem auch zu diesem edien Werke Licht, Muth und Stärke. 632. Mel. Herzliebster Jesu, was haft 2c. Nicht Alle können herrschen; Viele sollen gehorchen, wenn sie glücklich werden wollen, und willig, foderst du es, Gott, von ih nen, den Brüdern dienen. 2. Laß, wenn sie dir gleich mehr gehorchen müffen als Menschen, sie nie wider ihr Gewissen thun, was du baffeft; Lust, dir zu gefallen, gieb ihnen Ullen. 3. Gieb ihnen ein gehorsam Herz und Treue, daß Jeder seines Rufs vor dir sich freue. Mit Eifer laß sie ihrer Herren Willen mit Luft erfüllen. 4. Laß nichts fie mit betrügeris schen Händen veruntreun, nichts verder= Obrigkeiten und Unterthanen. 413 verberven, nichts entwenden; und leih' ihr Weisheit, Trieb und Keiner sei, wer Lohn empfängt und Kraft, was wahres Wohl dem Pflege, zur Urbeit tråge. Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 5. Laß sie der Demuth Pflichten nie vergeffen, daß Reiner, felbft= flug, trokig und vermessen, sich billigen Befehlen widersehe, die nie verlege. 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuden vollbringen, mit Gelaffenheit auch leiden; nicht gleich, sie haben auch viel zu bereuen, um Rache schreien. 7. Wenn sie denn freudig dir zum Wohlgefallen ihr Werk verrichten, wohl dann ihnen Ullen, wie werden sie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und müßten sie auch harten Herren dienen, mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du's ihnen. Des Lebens Abend kommt, dann ruhn die Müden in deinem Frieden. 9. Berherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne und, tren erfunden, in dein Reich erhoben, dich ewig loben. 2. Gieb, daß sie deinem Vorbild gleich, uns våterlich regiere, und deinen Segen in das Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schild und Wächter sei, den Redlichen im Land' erfreu', dem unrecht kråftig steure. 3. Laß uns, von ihrem Schuk bewacht, des Friedens Glück ge= nießen und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit ihrer List und ihrem Truß ihr niemals schaden kons nen. Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu', die ihr sind untergeben, daß Jedermann beflissen sei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh', mit deinem Segen krone fie und sei ihr Lohn auf ewig. Obrigkeiten und Unterthanen. 633. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Erhalt uns, Herr, die Obrig. keit, die du uns gabst, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Ver- beuge. 6. Laß sie mit uns beslissen sein, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hobeit geht, Regent und Volk sich 634. Mel. 414 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 634. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Gott, deiner Stårke freue sich sein Hasſer dråut. der Fürst zu jeder Zeit. Sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz fei dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Er fördre willig deinen Ruhm, er denke gern daran: fein Reich sei auch dein Eigenthum, und er dein Unterthan. 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; ach er bedarf vor Undern Licht und Rath und Kraft von dir. 635. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, Wer gehorcht, der thu's mit Luft. sei deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ. Er bleib' immer sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, fei ein guter Unterthan. 2. Nie vermessen strebe der hös her, als er soll, als er Recht, Gelegenheit, und Rath und auch Kraft zu nugen hat. 6. Er suche dich; wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so müss' er, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun. 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, dein erster, treuster Sohn, den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein ge rechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn. 10. Um feinen Thron sei immers dar Recht und Gerechtigkeit; set sein Beschüßer in Gefahr, und wenn 9. Fern sei für ihn das hohe Biel, nach dem er wallen soll. Gott mache seiner Tage viel, und jeden ſegensvoll! 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schüßen unser Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg. 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank ges dacht. Erhör' es, Gott, dann jauchs zen wir und preisen deine Macht. 3. Der ist niedrig, der ist groß: ungleich ist der Menschen Loos. Schâme deines Rufe dich nicht: nothig ist doch jede Pflicht. 4. Schön ist's, gut zu herrschen, schön, jeden guten Weg zu gehn, den ein guter Führer weist, den dein Gott dich wandeln heißt. 5. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu. Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Schaue Jesum Chriftum an: er, wie du, ein Urterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 7. Selbsts Lehrer und Zuhörer. 7. Selbstbeherrschung ist so dir gefandt, von Zeit auf Seit dein schwer. Irrt dein Herrscher, heilig Wort, und Licht mit ihm strauchelt er, so verdamm' ihn und Tugend fort. nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich. 8. Uch wie oft verführt ihn nicht zur Bergessenheit der Pflicht, schmeichelnd, oder rånkevoll, der, den er beglücken soll. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Gegen für dein Reich gewinnt! 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt, Schoß und Zoll dem, der regiert. Gieb, als gåbst du's Gott, dem Herrn, was dir auf gelegt wird, gern. 10. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß, und Fried' und Sicherheit, welch ein Glück, das, wer es hat, nur durch seine Fürsten hat! 11. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, und sich nur du, daß du selbst gerecht seist, zu. 12. König, Fürst und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an, fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein; sündigt nicht. 415 Lehrer und Zuhörer. 636. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Das Umt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer giebst. 2. Gesegnet fei ihr Umt und Stand. Sie pflanzen, Herr, von 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer giebst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein, uns forschen, ob dein Wort auch lehrt, was uns ihr Unterricht ers klärt. 6. Und ist ihr Wort dein Wort, o Herr, so laß uns weiser, heiliger und besser werden, dir allein zum Preis, und auch, sie zu ers freun. 7. Daß Jeder, so belohnt von dir, frohlocke: Ja, Gott ist mit mir, am Throne werd' ich wonnevoll die schaun, die ich hier leiten foll. 8. Ermahnen, warnen, strafen fie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu haffen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 9. Laß darum ihren Unterricht, weil sie und wir auch straucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnådig an. 10. Fern sei von uns der Fre= vel, Gott, durch Undank sie, durch Hoß 416 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Haß und Spott zu krånken, daß sie, was sie thun, mit seufzervollem Herzen thun. 11. Nein, Gott, wir wollen fie erfreun, dankbare fromme Hörer sein, so führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ewig Reich. 637. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gieb ihm, o Bater, Glück und Kräfte zu seinem ſegenreichen Stand', ihm, den zum heiligsten Geschäfte du uns voll Gnade zu gesandt, hilf du ihm selbst, so wird allein sein Amt an uns gefegnet ſein. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft von oben her zum steten Segen auf uns fließen und deines Wortes Kraft vermehr', daß es für jenen Erntetag Frucht hundertfältig bringen mag. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm jezt hast anvertraut, kein Einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut, daß uns sein Vortrag überzeugt, und auch die größten Sünder beugt. 4. Laß ihn mit deines Geistes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn. Und muß er Laster hart bestrafen, laß ihn auf Menschengunst nicht sehn. Gieb, wenn er tröstet, Kraft, und Licht und felfenfeste Zuversicht. 5. Knüpf' zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens fe: stes Band, ihm reiche mit aufricht'gem Triebe ein Jeder seine Bruderhand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Lehrer werth. 6. O Gott, wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That aus göttlichem Erbar= mungstriebe zur Seligkeit geleitet hat; du wirst doch ferner mit uns sein: wir Alle, Heiland, sind ja dein. 7. Wir sind mit deinem Blut' erkaufet, dein Vater hat uns sich erwählt, wir sind als Christen einst getaufet und deinen Kindern zugezählt, so weide jedes Gotteskind, herr, dem sie theuer wors den sind. 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, o Herr, zu deiner Rechten stehn, und laß uns alle, seine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dann freut sich ewig unser Geist des Wegs, den er uns gehen heißt. Schulgesånge. 638. Mel. Mein Gott, ich banke zc. Gott, der du alle Welt erfreuft und jede Wohlthat mir verleihst, laß tråg' und sorglos nie mich ruhn, laß mich mein Werk mit Freuden thun. 2.3u Bei öffentlichen Schulprüfungen. 2. Su dir hoff' ich mit Zuversicht, du werdest meinem Fleiße nicht dein segnendes Gedeihn entziehn, verge= bens ist sonst mein Bemühn. 3. Gieb, daß ich meiner Pflicht getreu, aus allen Kräften fleißig sei. Hilf, daß ich lerne, wie ich soll, so lern' ich gut, so ist mir wohl. 639. Mel. Laßt uns Alle fröhlich zc. Alles Gute kommt von Gott. Segne du die Lehren, die wir, o du guter Gott, in der Schule hören. 2. Laß uns fromm, gehorsam sein, unsern Lehrer ehren, so wird sich der Lehrer freun, Gutes uns zu lehren. 640. Mel. Christus, der ist mein 2c. Vater guter Gaben, Lob, Preis und Dank sei dir: denn was wir Gutes haben, das haben wir von dir. 2. Auch jett gabst du uns wieder zur Urbeit Munterkeit. Dir tonen unsre Lieder aus froher Dankbar keit. 3. Laß unser ganzes Leben dir, Vater, heilig sein. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weihn. 417 wir nach deinem Willen unsre Pflichten stets erfüllen. 2. Sa so lange wir hier sind, wollen wir als Christen wandeln, täglich fromm und gut gesinnt nur nach Jesu Lehren handeln, dann nimmst du uns, wenn wir scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 641. Mel. Liebster Jesu, wir sind se. Co Do beschließen wir auch heut, Bater', dankbar unsre Stunden. Wie viel Troft und Seligkeit haben wir auch heut empfunden! Hilf, daß Bei öffentlichen Schulprüfungen. 642. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ic. An diesem Tag' erscheinen wir mit Ruhm', und Preis und Dank in dieser Schule, Gott, vor dir, hör' unsern Lobgesang. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht, du machst uns mit uns selbst bekannt und lehrst uns unfre Pflicht. 3. Du läsfest gute Schulen blühn, zum Glück für Welt und Staat läßt junge Menschen da erziehn führst sie den Tugendpfad. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeihn, um nüglich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu sein. 5. Laß unsre Schulen fernerhin der Weisheit Tempel sein; laß Gottesfurcht und frommen Sinn ihr Ruhm bei Ullen sein. 6. Beglücke unsre Obrigkeit, bes lohn' der Lehrer Treu', gieb, daß noch in der Ewigkeit die Schulzeit uns erfreu'. VI. Vers 418 Verhalten in besondern Umständen. VI. Berhalten in besondern umständen. Allgemeine Pflichten. Bufriedenheit mit ſeinem Zustande. 643. Mel. Warum sollt' ich mich denn sc. Sei zufrieden, mein Gemüthe: Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, Ulles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweisen, Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah' und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hånde! Mensch und Thier zeigen dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Blig und Sturm preiset feine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel ist sein Geschenke. Bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Ucht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Septen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich's übers standen. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht bassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. 644. Mel. D Welt, fich hier bein Leben ze. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiner Güte trauen, das schafft Zus friedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mir bebre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 2. Bor dir ist nichts verborgen. Wie sollt' ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr, gabst mir mein Leben, und wirst mir Alles geben, was mir zum Les ben nöthig ift. 3. Wie Allgemeine Pflichten. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stórt doch zu allen Zeiten die wahre See lenruh'. Wenn wir dir unser Leben, o Bater, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will in heitrer Stille mich deiner Vorsicht freun; dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir Urmen Zufriedenheit und Reichthum sein. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanfen, wenn traurige Gedanken mir deinen Trost entziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem Vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, muß Alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich keinen Troster, sonst keinen Schug, als dich allein. 645. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ich will im Sterben und im Leben mit meinem Gott zufrieden sein. 419 Denn was des Hochsten Hände ges ben, das dient zum Segen, zum Erfreun. Ich bin vergnügt, wie Gott es giebt, und mir gefällt, was ihm beliebt. 2. Wenn ich nur meinen Jesum habe, so hab' ich mehr, als Gut und Geld. Denn Jesus ist die beste Gabe für diese und für jene Welt. Weg Geld, weg Gut, weg stolze Pracht: ich habe, was mich freudig macht. 3. Gnug, wenn mir Gott Gesundheit giebet und so viel ich bedarf zur Noth; gnug, wenn mich nur mein Heiland liebet, den Geist mir nährt mit Lebensbrod und mein Gewissen rein bewahrt bis zu der Seele Himmelfahrt. 4. Wenn alles Unglůck sich emporet, wenn Mangel mich verzaget macht, so weiß ich, daß mich Gott ernähret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Elend bis in's Grab von meinem Gott mich scheiden ab. 5. Ich will mich stets zu Jefu halten in meiner ganzen Lebenszeit und meinen Gott nur laffen walten in Wohlstand und in Traurigkeit. Biebt mir Gott wenig oder viel: Zufriedenheit bleibt doch mein Biel. 646. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen se. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist Dd 2 dein Verhalten in besondern Umstånden. dein Beruf. Erdulde standhaft die dir vertraun, dich lieben, müssf Beschwerden, die keine Klugheit ewig meine Freude sein. hindern kann streb' nur, daß fie dir nüglich werden, und bete Gots tes Willen an. 420 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden, nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld damit verband. Er giebt dir Munter keit und Kräfte und nährt und stärkt dich våterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Undern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk, wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nuget und was dem Nächsten nůßt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und Ichüßet, was fehlet dann noch dei ner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück: sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch' und mehr verliehn, laß tåglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. In Demuth laß mein Herz sich üben, stets deiner Güte, Herr, mich freun: dich fürchten, 647. Mel. Was Gott thut, bas ist zc. Fest glaub' ich, daß, was mir geschieht, zu meinem Heil mir diene. Gut ist, was mir mein Gott beschied, wenn's noch so traurig schiene. Allweisheit ist, was Gott beschließt; Ullweisheit, so wie Gnade, sind alle seine Pfade. 2. Schon hat, seit Erd' und Himmel stehn, sein Regiment ge= währet. Und niemals hat noch ein Versehn sein Regiment entehret. Nein, was er thut, ist Ulles gut, ist seines Namens Ehre, wenn's noch so dunkel wåre. 3. Wie war die kleine Zahl bes trübt, als Jesus scheiden wollte, weil den, den sie so hoch geliebt, ihr Herz nun missen sollte. Was weinen sie? sie hätten nie, wär' er nicht hingegangen, des Geistes Gab' empfangen. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an Frucht sind Gottes Züchtigungen. Was Güte selbst umsonst versucht, ist ihm durch die gelungen. Wohlthat'ger Schmerz heilt oft das Herz von schädlichen Gebrechen, die leicht den Glauben schwächen. 5. Ich weiß, was auch für Elend dråut, daß der doch meiner schone, der mich zu seiner Herrlichkeit berief in seinem Sohne. Wie könnte der, der mich so sehr durch Sesum wollen Allgemeine Pflichten. 421 wollen lieben, von Herzen mich be- serm Schmerz; wir flehn, ihm trüben? bricht sein Vaterherz. 6. Gott, führe denn mich, wie du willst, dir bin ich übergeben. Wenn du mich schon in Dunkel hülst, sollt' ich zurücke beben? So wunderbar der Weg auch war, den mich dein Rath geführet, du haft mich wohl geführet. 7. 3war schien der Weg, den ich erlas, mir besser; doch ich irrte. Bald pries ich selbst dich über das, was erst den Geist verwirrte. Drum faß ich Muth: der Weg ist gut, den du mich heißest gehen, sollt' ich's auch nicht verstehen. 648. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Schuß ist Gott, ihn laß ich walten, ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Ers barmer, stårke mich: denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Geduld. Er hat nicht Luft an un4. Die Lieb' ist Gott, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trůgt und jeden 3weifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit; dann nehm' ich auch aus seis ner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. 649. Mel. Wenn wir in höchsten ze. Von on dir, o Vater, nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden, oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur bu weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist Alles dunkel um mich her, die Seele můd' und freudenleer, bist du doch meine Zuversicht, bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie. Gott legt die Last auf, Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quâlt und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft half deine Hand mir unver= hofft! Verhalten in besondern Umstånden. hofft! Oft jammert' ich untröst- sein. Dieß laß dein sorgend Herz bar heut, und morgen ward ich erfreun. schon erfreut. 422 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr, dann weint' ich laut und klagte sehr: wo bist du, Gott, wie schauest du denn meinem Elend mu ßig zu? 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn und eiltest bald mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir, ich sah mein Glück, und dankte dir. 8. Sagt's Ulle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rieft, fagt's, Fromme, ob er das Gebet Geduldigleidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt früh oder spåt, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erntest deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon; viel leicht daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf' erscheint. 11. Schau' deinen Heiland gläubig an. Wenn Niemand dich erquicken kann, so schutte du in seinen Schooß dein Herz aus, seine Huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der Mens schenfreund, im Thrånenthale hier geweint. Auf deine Thrånen giebt er Ucht, und dir zu helfen hat er Macht. 13. und helfen will er, zweifle nicht. Er hålt getreu, was er verpricht: bu folleft nicht verlaffen 650. Alles ist an Gottes Segen und an ſeiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoff nung seket, der behålt ganz unvers leget einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der leitet und regieret, wird hinfort mich wunderbar geführet und noch mein Helfer sein. 3. Viel' bemühen sich um Sachen, und ganz unbeständig sind; ich die nur Sorg' und Unruh' machen will nach dem Ew'gen ringen, was mir kann Vergnügen bringen, das man hier gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gett gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm Ulles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat Alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch långer leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, alles Jr= dische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 601. Mel. Allgemeine Pflichten. 651. Mel. Alles ist au Gottes Segen 2c. Großer Gott, an dessen Segen Alles, Alles ist gelegen, du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen und auf dich die Hoffnung segen, giebt allein getrosten Muth. 2. Der du mich bisher ernähret, manche Freude mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt' ich ångstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen und vergånglich sind, bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe ge= ben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben. Wie du willst, so soll es bleiben: was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch långer leben, o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemühn, was in Ewigkeit bestehet. Alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 423 652. Warum Sarum sollt' ich mich denn gråmen? hab' ich doch Christum noch, wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend kam ich einst in's Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben; nackend geh¹ ich von der Erde, wenn ich sie nach viel Müh' einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm' er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Ungst und Pein, sollt' ich drum verzagen Der es schickt, der wird's wohl wenden, er weiß wohl, wie er soll alles Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergeßt, sollt' ich jest auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schlägt mit Maßen: er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß fie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen foll ein Chrift, wo er ist, stets fich laten 424 Verhalten in besondern Umständen. lassen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nothen, endigt die ses Lebens Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Da, da will an bessern Schågen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergeßen. Hier ist kein recht Gut zu finden: was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Spirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. 653. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Von Ewigkeit zu Ewigkeit preift Alles deine Herrlichkeit. Der Kreaturen gros Bes Heer verkündigt beines Nas mens Ehr'. Die Engel, deine Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, der Herr, Herr 3e= baoth. 2. Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, der Apostel Schar, ber Lehre Jesu Mårtyrer, sié preisen ewig dich, o Herr. Um Grabe noch, noch in der Zeit preist dich auch deine Christenheit, dich, Bater auf der Himmel Thron, dich, Jesu Chrift, des Vaters Sohn und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft. 3. Du Herr der Ehren, Jesu Christ, des Baters ew'ger Sohn du bist. Du warbst ein Mensch, doch sündenrein, die Welt von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Nun herrschest du in's Va= ters Reich, an Majestät und Macht ihm gleich. Im Grabe låssest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. 4. O der für uns geblutet hat, er= würgt für unsre Missethat, einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit bis zu der frohen Ewigkeit. 5. Tåg= Allgemeiner Wohlstand. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller ungerechtigkeit behüt' uns jest und allezeit. Sei gnådig uns, o treuer Gott, sei gnådig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbar= men uns erfreun. Auf dich steht unsre Zuversicht, verlaß uns auch im Tode nicht. Amen. mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland. Er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 425 654. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Nun danket All' und bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, Gott, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't. 655. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. 2. Ermuntert euch und singt Auf, Christen, bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 7. Er laffe seine Lieb' und Güt' um, bei und mit uns gehn, was aber ångstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd' abs scheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herz uns bricht, uns unsre Augen zu und laß uns sehn sein Ungesicht dort in der ew'gen Ruh'. 10. Daß wir ihn loben allzugleich für seine Gütigkeit und sagen ihm in seinem Reich Lob, Preis in Ewigkeit. 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut. 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüzt; er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nåhrt und unsern Seelen auch schon hier Zus friedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trågt, nach gút'ger Väter Urt, uns Schwache mit Geduld; er züch 426 Verhalten in besondern Umstånden. zuchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu. Sein Wort steht feft: Wer hier sich zu ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Singt, Christen, fingt ihm Preis und Dank für seine Freundlichkeit; einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. 656. Mel. Wach' auf, mein Herz sc. Nun ( un laßt uns Gott der Heere banksagen und die Ehre ihm geben für die Gaben, die wir empfangen haben. 2. Leib, Seele, Kraft und Leben hat uns der Herr gegeben; er ist's, der sie bewahret und keinen Segen sparet. 3. Dem Leibe giebt er Speise nach eines Vaters Weise und uns rer Seele Wunden hat seine Hand verbunden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, ber selber ist das Leben; und uns hat er's erworben, da er für uns gestorben. 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilige Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd', geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, noch größre Gaben. 7. Wir bitten deine Gite, daß sie binfort behüte die Größen mit den Kleinen: du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preifen deinen Namen durch Jesum Chris stum. Amen. 657. Mel. Wach' auf, mein Herz sc. Laßt unserm Gott uns singen, ihm Dank und Ehre bringen, daß wir so viele Gaben von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel' und Leib gegeben. ist es, der sie schůzet, das schenkt, Er was beiden nuget. 3. Dem Leibe giebt er Speise; die Seele macht er weise, in Reinigung der Sünden ihr wahres Glück zu finden. 4. Für une dahin gegeben ward Christus, unser Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort wird, uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen guten Werken soll selbst sein Geist uns stårken. 6. Er läßt uns Gnade finden, vergiebt uns unsre Sünden, wenn sie uns herzlich reuen und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden. Allgemeiner Wohlstand. was wird nicht für Gaben für uns Dein Himmel haben! 8. So hilf du nur uns Allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ew'ges Heil sich endet. 9. Leit' uns durch deine Wahrheit, bis wir in voller Klarheit dich, dem wir hier vertrauen, noch Heller werden schauen. 658. Dei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Sammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre. 2. Es danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und fie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit feiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist Ulles recht und Ulles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre. 427 drum dank' ich, dir. Uch danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre. 5. Der Herr ist nah' und nies mals nicht von seinem Volk ge= schieden, er ist der Frommen 3uversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leiret er die Seinen immer hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre. 6. Wenn Troft und Hülfe man= geln muß, die sonst die Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Nuh'. Gebt unferm Gott die Ehre. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz, ermuntre dich, mein Geist Gebt unserm und Leib erfreue sich. Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Uch Gott, vernimm mein Weinen! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Troft erScheinen. Drum dank', ach Gott, 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre. Die falschen Gögen macht zu Spott: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre. 9. So kommet vor sein Anges sicht, ihm Dank und Preis zu brine gen. Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles, Ulles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre. 428 Verhalten in besondern Umstånden. 659. Mel. Sei Lob und Ehr' dem c. Aus deiner milden Segenshand, du Geber aller Gaben, muß jedes Bolk und jedes Land des Guten Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du Haus und breitest deine Güte aus, der Völker Wohl zu gründen. 2. Von die stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Lånder blühen. Du schenkest Seglichem die Kraft, sich nüglich zu bemůhen, in seinem Umt, Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Besten mitzuwirken. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Segens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Völker zu beglücken. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Stromen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. 5. Du fegneft auch des Künstlers Fleiß zum Nugen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, das kommt von dir hernieder. Was du, o Gott, uns zugewandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch nügliches Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir prefs sen dich mit dankendem Gemüthe. Du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte Theil deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, du bist ja Allen gütig. 7. Hilf, daß ein Jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich und treu in seinem ganzen Wandel. Mit Lust, o Bater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 660. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Gott sorgt für uns. O singt ihm Dank, ihr Christen, singt ihm gern. Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleins sten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Wehre, die vom Segen sinkt, ist sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und giebst mildiglich auch mehr, als Speis' und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nůßlich sein, und Allgemeiner Wohlstand. und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen måßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ende schaun. Friede. 661. 429 8. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 9. Erweck' uns selbst durch deinen Geift zur wahren Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist und stets sich deiner freut. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Bringt Gott, ihr Christen, Preis gehn. und Dank, ihm, der den Frieden schafft, erhebt mit frohem Lobgefang die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, der so zur rechten Zeit den Streitenden und ihrem Heer mit Macht: Seid still! gebeut? 3. Er sieht der Völker Ungst und Müh' und hilft sie überstehn; er hört ihr Flehn und låsset sie Hülf' und Errettung sehn. 4. Auch wir sehn sie, erfreut von ihm, der allen Sammer heilt, wie wenn der Wolken Ungestům sein Sonnenstrahl zertheilt. 7. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vor's Feindes Wuth stört der Geschäfte Lauf. 10. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn und Allem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht ent= 11. Daß Güte und Gerechtigkeit und aller Lafter Scheu, vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrschend sei. 12. Durch unsre ganze Lebenss zeit leit' uns nach deinem Rath', und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Bort und That. 13. Getrost sehn wir auf deine Hand, und warten deiner Güt' und hoffen auf das Baterland, wo ew'ger Friede blüht. 662. Mel. Wer nur den lieben Gott se. 5. Die Feinde toben nun nicht mehr, drohn nicht mehr fürchter: lich; wo Menschenblut sonst floß, Gelobt, gelobt seist du mit Freudaher ergießt sein Segen sich. 6. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammlet ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. den, Gott, der du liebreich an uns denkst und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wiederschenkst. Du heißest die Verwüstung fliehn und Sicherheit und Segen blühn. 2. Das thust du, Herr. Was du behütest, dem darf sich kein 3erstörer nahn. Wenn du, Allmächtiger, 430 Verhalten in besondern Umstånden. tiger, gebietest, ist alle 3wietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht, auch uns die Ruh' zurück: gebracht. 663. Mel. Wie schon leuchtet der sc. 3. D Christen, fühlt das ganz Viel zu gering bin ich, o Herr, ihn, der der Huld, womit du reichlicher als Tausende mich segneft. Wer bin ich, daß du meiner dich so annimmst und so våterlich vor Undern mir begegneft? Laß doch täglich mein Gemüthe deiner Güte reichen Segen dankvoll fühlen und erwägen. 2. Wie heiter floß mir bis hieher mein Leben hin, wie war's so leer von drückendharter Plage, wie strömteft du, mir zum Genuß, Herr, deiner Gaben Ueberfluß auf meine Lebenstage! Ruhig, fröhlich sind, wie Stunden, sie vers schwunden; wenig Leiden störten meiner Wallfahrt Freuden. 3. So mancher meiner Brüder blickt, von bittrer Armuth schwer gedrückt, hinauf zu deiner Höhe und fleht voll Kummer dich um Brod; mir aber giebst du es, mein Gott, noch eh' ich darum flehe. Innig preift dich, o mein Vater und Berather, meine Seele: Du, du sorgst, daß mir nichts fehle. 4. Wenn Undre Durst und Hunger quält, wenn ihnen Dach und Kleidung fehlt und sie im Elend schmachten; wenn ihnen hier gebricht ein Freund, kein Aug' um ihren Jammer weint und Menschen sie nicht achten, o so giebt mir deine Fülle Dach und Hülle und und preiset frohlockend uns erfreut, der seines Armes Macht beweiset und in der Macht Barmherzigkeit, der uns auf Gnadenflügeln trågt und Wunden heilet, die er schlågt. 4. Preift ihn durch freudiges Vertrauen: ihr seht, was seine Hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nicht, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Urmen speist, trånket, kleidet und erquickt, damit sich alles, Alles freu' und durch den Frieden glücklich ſei. 6. Preift, preift ihn durch ein frommes Leben: dieß ist der beste Lobgefang. So viel ist uns von ihm gegeben, so sehr verdient er unsern Dank. D laffet Herz und Wandel rein und ihm ein würdig Opfer sein. Besonderer Wohlstand. 7. Nimm, Vater, unsers Dankes Lieder auch jegt mit Wohlge: fallen an. Froh schallen unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohlgethan. Herr, unser Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken, danken dir. Allgemeine Trúbsale. und daneben Freunde, die mein Glück beleben. 5. Du schenkst Gesundheit mir und Ruh'; mit jedem Tage såttigft du mich, ohne meine Sorgen. Und wenn so Mancher seine Nacht mit Schmerzen unruhvoll durchwacht, so seh' ich froh den Morgen. Herr, du machst mich frei von Kummer. Sanfter Schlummer stärkt mich Müden: denn ich lieg' und schlaf in Frieden. 6. So glücklich bin ich, Herr, durch dich. D gieb, daß deine Güte mich zum steten Danke rühre! Gieb, daß nicht zur Vermesfenheit, zum Uebermuth, zur Ueppigkeit mein Wohlstand mich verführe! Reizung sei mir jede Gabe, die ich habe, mich im leben, dir, mein Gott, ganz zu er geben. 664 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Von on dir, mein Gott, kommt aller Segen, der mich im Irdischen erfreut. Sie strömt mir Freud' und Glück entgegen die Fülle dei: ner Gütigkeit. Kein Mangel drückt mich, keine Noth, du giebst mir mehr, als täglich Brod. 2. Wie gut bist du, mein Bater! Leite mich stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ist's, daß ich Schwacher gleite, wie leicht zieht irdisch Glück mich an und lenkt auf's Eitle meinen Sinn, zum Geiz, zum Stolz, zur Wollust hin! 431 3. O laß doch, was du mir bez schieden, nicht für mich wahres Unglück sein. So lang' ich lebe, gieb hienieden mir immer den Gedanken ein: daß ich vor dir einst den Genuß des Erdenglücks berechnen muß. 4. Hilf mir nach deinem Reiche trachten mehr, als nach zeitlichem Gewinn; weit mehr, als ihn, das Erbe achten, zu dem auch ich erlöset bin; dir als dein Kind allein vertraun und nicht auf Ers denschäße baun. 5. Gieb, daß ich, Herr, durch deine Gaben auch reich an guten Werken sei und, daß auch Undre Freude haben, gern gebe, gern behülflich sei. Hier ist die Saatzeit, stårke mich, so ernt' ich dort auch ewiglich. Allgemeine Trubſale. 665. wiger, Erbarme dich, Herr, Herr, Gott, Erbarme dich, Ewiger, Erbarme dich, Herr, Gott Vater, du Schöpfer, Herr, Gott Sohn, du Mittler und Erldser, Herr, Gott heiliger Geist, du Beis stand und Tröster, Erbarm' dich über uns. Uch wir sind Sünder, Berschon' uns, Herr, Herr, unser Gott! Doch 432 Verhalten in besondern Umstånden. Doch wir sind dir versöhnt, So hilf uns, Herr, Herr, unser Gott. Vor Irrthum und der Spötter Gift, Vor Sünden und des Lasters Macht, Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit, Vor der Verführung Reiz und Trug, Bor Zwietracht, Aufruhr und Empôrung, Vor Krieg, Gewalt und Blutver: gießen, Vor Hagel, Feuer- und Wassersnoth, Vor Theurung und ansteckenden Krankheiten, Vor schnellem Tod' in unsern Súnden, Vor dem ewigen Tod Behút' uns, Herr, Herr, unser Gott. Durch deine Vaterhuld, Erbarmer, Durch deine Liebe, Sohn Gottes und Erlöser, Durch Alles, was du für uns thatst und littest, Durch deinen Tod am Kreuze, Durch dein Auferstehen, Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters, In jeder Noth, die wir empfinden, Wenn Niemand retten kann, als du, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott. Wir Sünder bitten dich, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott, und deine Kirche schüßen, fegnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhalten; Wollest deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; Durch dein Wort die Welt erleuchten und verbessern; Die Irrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Spaltungen und Wergernissen wehren; Den Leidenden Erquickung, Trost und Hülfe senden; Deinem Evangelio den Sieg wider Unglauben und Aberglauben verleihen; Alle Kaiser, alle Könige und Fürften mit Eintracht und mit glücklicher Regierung segnen; Unsern Kónig måchtig schüßen und erhalten, Und Heil, und Glück und jedes wahre Gut ihm schenken, Und Sieg im Kampf für unsre Wohlfahrt geben; Unsrer Herrschaft Gutes thun und segnen Ulle, die ihr dienen; Unserm Rath' und der Gemeine helfen und sie behüten; Das ganze Vaterland beschirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unsre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterdrückten retten und befreien; Der Kranken und Verlaßnen dich annehmen; Der Der Wittwen und der Waisen Verforger und Vater fein; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Uller Menschen dich erbarmen; Des Landes Früchte bewahren und vermehren; Allgemeine Trubsale. Unsern Bergbau, Handel und Gewerbe segnen, Und unser Flehn aus Gnaden stets erhören. Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott. D Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm' dich über uns, O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm' dich über uns, O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trågt, Erbarm' dich über uns, Erhöre uns, 5. Horst du nicht uns, hör' Jesum Chrift, der unser Mittler war und ist und laß noch stehen dieses Jahr den Baum, der ohne Früchte war. 6. D Geist der Gnad' und des Gebets, behüt' uns heut, behüt' uns stets. Laß Súnden uns nicht D du Gottes Lamm, das der Welt mehr entweihn, laß unsern WanSünde trågt, del heilig sein. Verleih' uns ståten Frieden. Herr, Herr, Herr, 7. Ström' deinen Segen, Herr, in's Land, es leit' uns deine treue Hand, gieb unsern Feldern dein Gedeihn, hör' n auf, unser Gott zu sein. Ewiger, Erbarme dich, Herr, Herr, Herr, Erbarme dich, Ewiger, erbarme dich unser! Amen. 666. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ze. Nimm von uns, Herr, wir flehn dich an, du, der allein uns helfen kann, nimm von uns, Herr, der Leiden Laft, die du uns auferle= get hast. 433 schieden hat. Oft haben wir der Menschheit Werth, dein göttlich Ebenbild entehrt. 3. Gerechter Gott, vor dir, vor dir bekennen und en wir: wir übertraten dein Gebot, wir fündigten an dir, o Gott. 4. Doch laß vor uns vorübergehn, die über unserm Haupte stehn, die Donnerwolken, die uns drohn und gieb uns nicht verdienten Lohn. 2. Nicht Schwachheit nur, ach Missethat ist's, die uns, Herr, gez 8. Gieb ståten Frieden und verleih', daß unser Herz dir dankbar sei. Nie sei dein Volk der Feinde Spott, nie ohne deinen Schuß, 0 Gott. 9. Entzieh' uns deines Wortes Licht, entziehe diesen Schaß uns nicht, dieß Licht, das uns die dunkle Nacht des Erdenlebens helle macht. 10. und fährst du uns zu zücht'gen fort, so schone dort, ach schone dort, o gehe, Vater, gehe nicht mit deinen Knechten in's Gericht! 667. Wenn 434 Verhalten in besondern Umstånten. 667. Wenn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Troft allein, daß wir zusammen insgemein zu dir dann rufen, treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und bitten dich um Besserung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, Ullen, die drum bitten dich im Namen dein's Sohns Jesu Chrift, der unser Heil und Mittlec ist. 5. Drum kommen wir, o Herr und Gott, und klagen dir all' unsre Noth, wir stehen jegt verlaffen gar in großer Trubsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an, daß die Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen wir dafür nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und bort. 668. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen se. Sehn wir nur Trubsal um uns her, und wissen feinen Ausgang mehr und finden weder Schuk noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat, 2. Dann ist es unser Troft allein, daß wir uns deiner noch erfreun, und fliehn zu dir, du treuer Gott, du bester Helfer in der Noth. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sageft du dieß Allen, die dir trauen, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Noth. Uch deine Bateraus gen fehn, wie so verlassen wir da ftehn. 6. Nur du bist unsre 3uversicht. Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht, steh uns um Christi willen bei und mach' uns aller Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem Herzen dir, gehorchen deinem theuren Wort und preisen dich, Herr, hier und dort. 669. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu de Herr, deine Langmuth ist sehr groß, wer kann sie gnug ermeffen! Lebt gleich so mancher zügellos und seiner Pflicht vergessen, doch schonft du seiner lange Zeit, und trägst thn Allgemeine Trübfale. 435 Lohn den Treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem Licht, dann wird uns, Sel'ge, ferner nicht des Lasters Anblick kranken. ihn mit Barmherzigkeit und willst nicht sein Verderben. 2. Der Leichtsinn herrschet immerfort in der Verkehrten Herzen, die, Heiligster, mit deinem Wort, wie mit der Sünde, scherzen, und wilde Sittenlosigkeit, gestärkt durch falsche Sicherheit, kennt oftmals Gott und Vater, steh uns bei 670. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. keine Grenzen. 3. Wir flehn, Ullmächtiger, zu dir, du wollst dem Uebel wehren. Noch Mancher kann, das hoffen wic, zu dir sein Herz bekehren. Nur Beispiel, Schein und Lust der Welt ist's, was ihn in Verblendung hält, daß er dem Bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer Gott, der tief gefallnen Seelen, die jest verführt, in Sünden todt, ihr wahres Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, und Furcht der Strafen schrecke die, die nicht die Liebe besfert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Segen, gieb ihnen Kraft, trog aller Welt zu 6. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; das bist du, größter Menschenfreund, du kannst's nicht böse mei: nen. Drum traun wir dir und bitten dich: erhalt' uns ferner våterlich in deiner Furcht und Liebe. 7. Dir treu zu sein, ist freilich schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einft noch größern und laß uns nicht verderben. Mach' uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. Durch des Glaubens Licht und Kraft Laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülf' uns bauen, bis wir dein Untlig schauen. In der Erde Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Sas tans Lústen, mit Waffen Gottes sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Gelobt sei Gott. 2. Jesus Christus, steh uns bei und laß uns nicht zc. 3. Heiliger Geist, steh uns bei und laß uns nicht zc. 671. gehn auf rechten Wegen. Gott, Mel. We soll ich fliehen hin 2c. deine treue Baterhand sei deinen Es züchtigt deine Hand, o HöchKindern wohl bekannt, daß sie dir treu verbleiben. ster, jegt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen, erhör' es mit Erbarmen. 2. Du siehst des Landes Noth; fie kam auf dein Gebot. Du kannst mit macht'gen Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht bei Allem, e 2 was Verhalten in besondern Umständen. was wir dulden, denn groß sind dann thránt kein Auge weiter und unsre Schulden, du züchtigest uns dieses Lebens Leiden verwandeln minder, als wir'e verdient, wir sich in Freuden. Sünder. 436 Krieg. 4. Doch, Bater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke doch der Deinen, die reuend vor dir weinen, gedenke mit Erbarmen der tiefgebeugten Armen. 672. Mel. Herzliebster Jesu, was haft bu zc. 5. Verkürze, gnåd'ger Gott, die Herr, unser Gott, laß nicht zu Dauer unsrer Noth. Laß, die voll Angst dir flehen, Trosft und Erleichtrung sehen, verwandle dieses Leiden in neue Lebensfreuden. Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden mit frommem Flehn auf deine Hülfe schauen und dir vertrauen. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stårk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 7. Sa deine Züchtigung leit uns zur Besserung, laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfromme stårken. 8. Wenn nur das Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle, o sprich zu unfrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 2. Mach' Alle die zu Schanden, die dich haffen, die sich voll Stolz Uch auf ihre Macht verlassen. wende och mit helfendem Erbarmen dich zu uns Urmen. 3. Sei unser Beistand wider unfre Feinde. Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde. Uch sprich's, daß sie die Waffen, uns zum Segen, schnell niederlegen. 4. Lehr' uns von ganzem Herzen dir vertrauen. Vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir nur kann man Thaten thun und kampfen, die Feinde dåmpfen. 5. Du bist der Held, nur du kannst sie bezwingen und uns des Friedens Kleinod wiederbringen. Wir traun auf dich, laß uns Errettung sehen, hör' unser Fleben. 673. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 10. Um Schluß von unserm Lauf, dann klärt sich alles auf, s zieht, o Gott, ein Kriegesdann wird die Aussicht heiter, wetter jetzt über unser Haupt einher. Allgemeine Trübfale. her. Doch, bist du unser Schug und Retter, so fürchten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den låndern droht. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Undre troftlos zagen, mit 3uversicht zu dir zu flehn: weil nie doch Menschenhülfe någt, wenn uns dein starker Urm nicht schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt auch Alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Seid böse, Vol: ker, rüstet euch, ist Gott für uns, so fehlt der Streich. 4. Je weniger sich oft auch zei get, woher uns Hülfe noch ent= springt, je mehr Gefahr und Plage steiget und alles in Zerrůttung bringt, um so viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Vorsicht schaun. 5. Was hilft der Streiter große Menge? was hilft Gewalt'gen ihre Macht? Der Roß und Wagen ihr Gedrånge hat doch nicht immer Sieg gebracht: der wird allein von deiner Hand, wem du ihn gönneft, zugewandt. 6. Drum fallen wir in deine Urme, du Bater der Barmherzigs keit, und flehen demuthsvoll, ers barme dich über uns zur bösen Zeit. Laß Gnade nur für Recht ergehn, so bleiben wir noch auf recht stehn. 437 7. Und findet, Herr, dein weis ser Wille noch ferner Züchtigungen gut, so fassen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du gewiß zur rechten Zeit uns zu erretten seist bereit. 8. Du züchtigest doch stets mit Maßen und meinst es immer väterlich. Auch uns wirst du nicht ganz verlassen, auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Ungst und Pein geläutert und gereinigt sein. 9. Froh werden auch wir rühs men müssen, wenn du uns wieder wohl gethan: Gott brach, nach uns verborgnen Schlüffen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht, Barms herziger, verlaß uns nicht. 674. mel. Singen wir aus Herzens 2c. Um Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir, um Erbarmen flehn wir, Herr, Gnädiger, Ullmächtiger. Hor' uns, rett' uns, hilf uns, Gott, hilf: denn allenthalben droht uns Verwüstung, Schwert und Tod. 2. Uch des Krieges Flammen glühn, Friede, Luft und Segen fliehn. Der Zerstörer zieht daher, stürmet brausend, wie das Meer, wie ein Hagelsturm verzehrt er die Lånder, Blut begehrt, Blut und Tod sein durstig Schwert. 3. Uch, o Gott, wer zittert nicht? Wenn auch Unschuld, Recht und Pflicht uns mit Unerfchrokfenheit 438 Verhalten in besondern Umständen. kenheit streiten heißt und Muth ge= beut, wird doch auch gerechter Muth leicht zur Rache, leicht zur Wuth. Was vergießt er? Brůderblut. 4. Zagend möchten wir vergehn, wenn des Krieges Gråul wir sehn. Um Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld, rett' uns bald, und gieb Geduld. 5. Ulle, Fürst und Unterthan, Enien vor dir und beten an. Was ist unsrer Waffen Macht, wenn dein Eifer, Herr, erwacht? Willst du in's Gericht nur gehn, ach wie können wir bestehn? Wir verzagen, wir vergehn. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, der du hingegangen bist durch das Kreuz, durch deinen Tod in das Heiligthum zu Gott, um Erbarmen flehen wir, um des Vaters Huld zu dir, um Errettung flehen wir. 7. Send' herab von deinem Thron deines Segens ersten Sohn, der zu Brüdern Feind' und Freund' durch der Liebe Band vereint. Deinen Frieden und sein Glück sende, Herr, zu uns zurück, deinen Frieden und sein Glück. 8. Der du, Ullgewaltiger, sprichst zum Meere: Bis hieher, sprich, was unser Flehn begehrt: Fahr' in deine Scheid', o Schwert, zu der 3wietracht sprich: Entweich, zur Verwüstung sprich: Entfleuch: denn die Welt ist, Gott, dein Reich. 9. Uch die Völker beten dann deine Macht frohlockend an, und mit Harfen in der Hand dankt das Volk und jedes Land. Hör' uns, hör' uns, flehen wir, um Erbar= men, Gott, zu dir, um den Fries den flehen wir. Mißwachs und Theurung. 675. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Du bester Trost der Urmen, Beherrscher aller Welt, du Bater voll Erbarmen, der Alles trågt und hålt, schau' her auf unsre Noth, erbarme dich der Deinen, die Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf, thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat, nåhrst du mit Wohlgefallen, nähr' uns auch, schaff' uns Allen bei unserm Mangel Rath. 3. Herr, der du uns auch schufest, steh uns mit Húlfe bei. Allmächtiger, du rufest dem Nichts, damit es sei. 3u helfen ist dir leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich däucht. 4. Die Früchte laß gerathen, und deine Hülf' uns sehn, erquicke du die Saaten, so oft fie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, trånk' es mit Thau und Regen und füll' es an mit Segen aus deiner milden Hand. 5. Erhör' Allgemeine Trubsale. 5. Erhör' uns, Vater, kröne das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zu wohlgefaßtem Muth. Lehr' es sich deiner freun, stets Sutraun zu dir haben und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen, und da standst du uns bei. Sprich nur dein mächtig Wort, das wird den Mangel heben, wir werden froher leben, dich preisen hier und dort. Ansteckende Krankheiten. 676. Mel. In dich hab' ich gehoffet sc. In unsern Nöthen fallen wir voll Reu' und demuthsvoll vor dir in unserm Jammer nieder: denn Seuch' und Tod umgiebt uns, Gott, und würget unsre Brüder. 2. So Viele sanken schon in's Grab wie unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf' uns bange! D schone noch, befrei' uns doch von unserm Untergange. 3. Urzt, Kunst und Vorsicht retten nicht: wir haben keine 3uversicht, als nur zu deiner Güte. Dem Tod', o Herr, gebeut, daß er nicht weiter schrecklich wüthe. 4. Wir glauben an den Sohn und dich, und darum schaue vás terlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein, errett' uns, deine Kinder. 439 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Baterhand, entferne jede Plage. Erquick' uns, Herr, Ulmächtiger, gieb wieder heitre Tage. 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, so laß uns, Gott, ge= duldig sein und dir uns ganz ergeben. Laß, sterben wir, uns dort vor dir in deiner Wonne leben. 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil und laß sie, Gott, ihr beßres Theil im Himmel nicht verlieren. Laß sie den Tod aus jeder Noth zu deinem Throne führen. 8. Laß unser glaubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen, und unser Dank und Lobgesang frohlockt: Gott hilft uns Ullen. 677. Mel. O König, dessen Majestät sc. Wir Sir kommen, Helfer, dir Gefang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Du warst mit uns, in welcher Noth! Wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr, fie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen, stündlich war furchtbarer, näher die Gefahr, und alle Kunst Verhalten in besondern Umständen. Kunst vergebens. Den Würger bei und zerstreu' jener Wolkengúffe trieb kein Urzt zurück; auch ihm dicke Finsterniffe. schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. 440 3. Zu dir, du Menschenretter, schrien der Deinen bange Herzen, du hörtest uns, die Seuchen fliehn, du heilest unsre Schmerzen. D du Erbarmer voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und våterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreist, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. Es bete dich, Erretter, an, und danke, wer nur danken kann, und diene deinem Namen und rühme: Gott ist unser Gott, frohlockt, er hilft uns in der Noth, frohlockt ihm! Amen. Amen. Nàsse. 678. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. Schmerz und Klage füllt das Land, traurig stehn die Früchte. Spilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu Nichte. Zeig' uns doch Gnade noch, Vater, voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Urmen. 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke, uns von Hengsten zu befrein, wieder bald zurücke. Guter Gott, gieb uns Brod, und nach mancher Plage wieder Freudentage. 4. Preis und Ruhm sei dir ge= weiht, Vater aller Gnade. Hilf, daß die so schwere Zeit nicht zu sehr uns schade. Dir, nur dir wollen wir, Herr, so ng' wir leben, une ser Herz ergeben. 679. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Herr, dein Erbarmen kann kein Menschensinn erreichen. Wer ist dir, Höchster, gleich? Wenn Berg' und Hügel weichen, wenn Erde, Sonn' und Mond aus ihren Bahnen gehn, bleibt deine Gnade doch stets unbeweglich stehn. 2. Durch Wolken ließest du das Sonnenlicht bedecken, Wind, Regenwetter, Sturm erfüllten uns mit Schrecken. Weil man die Sonne nicht, nur ståten Regen sah, so schien der Länder Frucht ganz dem Verderben nah'. 3. Doch, Herr, auf deinen Wink erschien die Sonne wieder. Das Trauren ist vorbei, wir singen Freudenlieder und preisen deine Huld, daß du auf unser Flehn bei unsrer Kümmerniß erbarmungsvoll gesehn. 4. Ja, Besondre Trübfale. 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe. O sorg' auch fernerhin für uns mit Vatergüte, gieb uns zu rechter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein. Von Herzen wollen wir dafür dir dankbar sein. Durre. 680. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen zc. In unserm Kummer kommen wir gebeugt, doch voll Bertraun zu dir, wir rufen dich, im Himmel, an, daß er für uns werd' aufgethan. 2. Die Felder sind ein dürres Land, von lauter Hitze ausgebrannt, und sie verdorren immer mehr, send' einen milden Regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem Haupt, der Hoffnung und des Trofts beraubt, schaun wir das Feld und sind betrübt, weil es uns sein Gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast Alles da, dem gånzlichen Verderben nah. Die Hoffnung, die das Feld uns gab, nimmt jeden Tag zusehends ab. 441 de trånkt und sich in ihre Tiefen senkt. 7. Dir wollen wir, Herr, dankbar sein und dir nur unser Leben weihn. Tróft' uns, o Herr, verlaß uns nicht und stark' uns selbst zu jeder Pflicht. 5. Erbarme, Herr, dich unsrer Noth, erhalt' uns unser täglich Brod, hilf uns im Elend: du allein kannst Helfer und Erretter fein. 6. Du giebst gewiß zu rechter Seit den Regen, der das Land erfreut, der die gedörrte Er681. Mel. Herzliebster Jesu, was haft ze. Herr, unser Herrscher, freudig sei gepriesen. Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen. Wir fleheten zu dir, Gott, reich an Segen, um milden Regen. 2. Er fällt herab. Bald wird auf dürrer Erden die matte Frucht durch ihn erquicket werden. Du willst, daß unsre hoffnungsvollen Saaten uns wohl gerathen. 3. So weit nur, Höchster, deine Hir reichen, vertheilst du sichtbar deiner Liebe Zeichen. Laß jest dein Wohlthun, das wir deutlich spüren, uns kräftig rühren, 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe und unser Mund dir freudig, Gott, lobsinge. Gieb Kraft, daß wir in alle Ewigkeiten dein Rob verbreiten. Besondre Trubsale. 682. Mel. Herzliebster Jeju, was haft*. in Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich 442 Verhalten in besondern Umständen. mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Båter? bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trågen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliche Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die sich jest in finstrer Schwermuth qualen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil' uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt bein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gaft und Pilger hier auf Erden: nicht hier, erst bort soll ich ganz selig werden. Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlöften sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen krånken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dieß stårket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich, wer trägt der Himmel Heere? merk' auf, wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Ullweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Undre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste, hoffet das Beste. 683. Mel. Welt, sich hier dein Leben ic. Was ist's, daß ich mich quâle? Harr' Seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüget, Gott weiß es und Gott schůzet, er schüget den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt Besondre Trübfale. Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Ulles sieht und hålt: und was er mir beschieden, das dient zu mei: nem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, nur glücklich hier zu werden: die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glůück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schåget, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Pla= gen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott: denn nicht mein Wille, dein Wille nur, gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. 684. Mel. Befiehl du deine Wege ic. Keinen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit. Ob ihn gleich Viele hassen, geschieht ihm doch 443 kein Leid. Gott wall die Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch, und giebt, was uns kann nůßen dort und auch zeitlich noch. 2. Allein ich's Gott befehle, er mach's, wie's ihm gefällt, zum Heil der armen Seele. Ist doch in dieser Welt so manches Kreuz und Leiden, und muß auch also sein: denn lauter Erdenfreuden ziehn leicht zur ew'gen Pein. 3. Treu ist Gott. Ihn anflehen will ich, auf seine Hand in meinen Nöthen sehen, ihm sind sie wohl bekannt. Geduld will ich erbitten, Gott wird sie mir verleihn, er wird mich wohl behüten und mein Erretter sein. 4. Im Unglück und im Glücke ist er ein weiser Gott. Ich weiche nicht zurücke, ich bet' in meiner Noth. Wie? sollt' er mich nicht trösten, nicht helfen, nicht erfreun? Ja, wenn die Noth am größten, will er mein Helfer sein. 5. Auf Reichthum und auf Schätze, was sonst der Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht seße: es bleibet in der Welt. Mein Reichthum ist im Himmel, ist Jesus. Hab' ich den, so kann ich Erd' und Himmel getroft vergehen sehn. 6. Ihm, bin ich fest entschlossen, auf immer treu zu sein. Sein Blut hat er vergossen, getragen meine Pein. Ich soll erlöset wers den von ew'ger Ungst und Pein.Wie könnte hier auf Erden doch größre Hoffnung sein! 7. Nur soll ich mich erzeigen ihm Verhalten in besondern Umstånden. ihm dankbar bis in's Grab. Ihm Leide, laß es dringen; kommt es geb' ich mich zu eigen mit Allem, doch von geliebten Hånden und verwas ich hab'. Wie er's will weiter schwindet endlich noch, wenn es machen, hab' ich ihm heimgestellt, Gott will wenden. befehl' ihm meine Sachen, er mach's, wie's ihm gefällt. 8. Ja dieß sei mein Entschließen: O Jesu, du bist mein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein, so hab' ich Ull's auf Erden, was mich erfreuet, schon, im Himmel soll mir werden die ew'ge Gnadenkron'. 5. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gerathen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd' will zum Guten ziehen? 6. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer zu seiner Beßrung weint, darf nicht ewig klagen. Bald, bald ist die Kindheit aus, und nach Zucht und Schlägen erbt er in des Vaters Haus den verheißnen Segen. 7. Gottes Kinder såen zwar traus rig und mit Thrånen; aber endlich reicht Gott dar, wornach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, wo sie Garben machen, dann wird all' ihr Gram und Leid lauter Freud' und Lachen. 8. O so faff, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß den Trost im Here zen sich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr': Er wird helfen. Amen. 444 685. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod ic. Schwing' dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele. Was gråmst du dich bis zum Tod' in der Schwermuthshöhle? Merke, was dir tröstlich ist, laß kein Denken, Dichten dir die Ruh', die Jesus Christ dir erwarb, vernichten. 2. Hast du was nicht recht gezs than, reu' es dich vom Herzen, nimm getroft und glaubig an Chrifti Tod und Schmerzen. Diese sind das Lösegeld deiner Missethaten: durch sie ist der ganzen Welt und dir wohl gerathen. 3. Was ist in dem Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das dein Theil nicht wäre? Wem scheint jenes Sonnenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht dir und deinem Leben? 4. Bist du Gottes, ist Gott dein, wer ist, der dich scheide? Dringet Ungemach herein mit dem bittern 686. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf' auf Erden thut, der mit Kraft und starken Urmen Ulles machet wohl und gut. Gott kann besfer, als wir denken, alle Roth Besondre Trubsale. Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 2. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Sollte schlummern, oder schlafen, der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott weiß Alles, hört und siehet, wo den Frommen weh' aeschiehet. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 1 3. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt er füllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 4. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz belaben, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß, und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, les bet noch. 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden krånken, dein Verbrechen quålt dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Seelen wird dir's nicht an Troste fehlen. Seele, so bedenke 445 doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 6. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein; Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ist's, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 7. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geångstet wallen auf der rauhen Dornenbahn: es ist Gettes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Trauerleben Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 687. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, mein Errets ter, Stiller aller Trübfalswetter, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel' gegeben und mich durch mein ganzes Leben hat erhalten in der Noth. Meine Hoffnung steht auf Gott. 3. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 4. Meine 446 Verhalten in besondern Umständen. 4. Meine Hoffnung steht auf Gott. Hoffnung läßt mich nicht verderben, Hoffnung låst mich fröhlich sterben, sie beschämt in keiner Noth. Meine Hoffnung steht auf Gott. 688. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. We Senn Menschenhülfe dir gebricht, so hoff auf Gott und zage nicht. Wenn Niemand hilft, so hilft doch er. Mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen sein, denn: ach wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint. 3. Ist seine Lieb' auch kein Betrug, hat er auch Licht und macht genug? entreißt nicht oft ein Uugenblick ihm, deinem Freunde, selbst sein Glück? 4. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der rettet dich aus jeder Noth. Er sei dein Freund: denn er allein, kann stets, kann überall erfreun. 5. Wenn er dich liebt, so ist dein Feind ohnmächtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst Stürm' im Meere ruhn, wenn er nur spricht: Nicht weiter, als hieher! 6. Es gehet, wie es ihm gefällt, was sich ihm auch entgegen stellt. Laß ihn nur herrschen, wie er will, und hoff' auf ihn und halt' ihm stil. 689. Mel. Nicht so traurig, nicht so se. Traure, traure nicht so sehr, Seele, sei nicht so betrübt, wenn dir Gott von Gut und Ehr' weniger, als Undern giebt. Laß dir gnügen. Trau' auf Gott: hast du Gott, so hat's nicht Noth. 2. Was hast du, o Menschenkind, für ein Recht zu Gut und Geld? Alle, die geschaffen sind, sind als Diener in der Welt. Gott ist Herr in seinem Haus: wie er will, so theilt er aus. 3. Ist der Mensch denn darum hier, daß er Schäße sammeln soll? Schau' den Himmel über dir, dort ist unvergånglich's Wohl. Gott schuf dich nicht für die Zeit, sondern für die Ewigkeit. 4. Thôricht ist, wer sich hier krånkt um ein wenig Eitelkeit, da ihm Jesus Schäße schenkt, welche keine Zeit zerstreut. Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr' die Erde immer hin. 5. Schau' doch alle Güter an, die dein Herz für Güter hålt, sag' ob Eins dir folgen kann, wenn du geheft aus der Welt? Stirbst du, naher Augenblick! bleibet Alles hier zurück. 6. Das ist nur dein bestes Theil, was der Tod dir nicht entreißt, Gottes Gnade, Jesu Heil, Fried' und Freud' im heil'gen Geist. Erdengut zerfällt und bricht, Himmelsgut verschwindet nicht. 7. Doğ Besondre Trübfale. 7. Daß du doch so unbekannt mit dem vielen Guten bist! Sieh, dein Geist, mit Gott verwandt und erlöft durch Jesum Chrift, sieh, welch' Gutes Gott uns schenkt. Gutes, das man nicht bedenkt. doch ist, welche Güter, welch' Geschenk' er uns gab durch Jesum Christ. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 8. 3ähle deine Glieder, sieh, wie so brauchbar, wie voll Kunst! Sage, wer verlore sie! Sie erhielt dir Gottes Gunst. Gott gab Nahrung, Gott gab Glück, Gott ent= fernte Mißgeschick. 690. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 9. Ueberlege, forsch' und denk, Herr, mache meine Seele stille. wie so gnådig Was mich hienieden kránkt und drückt, das ist dein weiser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der Ules åndern kann, und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit, von jeder Trübsal ernt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausgang wird erfreulich sein, sieht's gleich mein blöder Geist nicht ein. 10. Fånde, der im Himmel lebt, das, wornach dein Fleisch und Blut mit so großer Sehnsucht strebt, deiner Seele nüß' und gut, ließe seine Gutigkeit dich gewiß nicht unerfreut. 11. Gott ist ja so liebevoll, ist von Herzen fromm und treu. Wenn du wünscheft, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ift dir's gut, fo geht er's ein; ist dir's schädlich, spricht er: nein. 12. O so richte doch empor dein betrübtes Ungesicht, laß das Trauren. Gott erfor dich für dieses Leben nicht. Wisse, jenseits leben wir, wisf' es und sei muthig hier. 447 13. Sete mit zufriednem Sinn deinen Wünschen Maß und ziel. Nimm, was Gott giebt, dankbar hin. Weck' dein Herz auf zum Ge= fühl, daß dir mehr gegeben ist jegt schon, als du würdig bist. 14. Gehe deines Lebens Bahn, immer Gottes eingedenk. Was auch kommt, das nimm du an als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dir's widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfung haft bestimmt, dein Vaterherz steht dem noch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer hier froh deinen Willen thut, mit dem machst du's auch immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns núgt, verborgen: wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unfre Wünsch' und Gorgen voll Thorheit und voll Unverstand. Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur Verhalten in besondern Umständen. 5. Nur du, Gott, kennst und Glück, eh' du noch bateft, eh' noch wählst das Beste. O Bater, ma- deine Chráne rann, sah er schon che selbst mein Herz in dieser Ueber: dich gnådig an. zeugung fefte, so ehr' ich auch im größten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: Was Gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird gewiß doch kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut: denn einmal führst du deine Frommen zur völligen Zufriedenheit; und dann wird ihnen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. 448 7. Da ernt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Früchte ewig ein, da wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. 691. Mel. Alles ist an Gottes Segen ze. Wohl dem, der mit stillem Herzen Gott, der uns als Bater liebt, ganz fein Schicksal übergiebt, und auch in der Leiden Schmerzen seiz nem Kummer weise wehrt, nicht durch Gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch, kein Schicksal deines Lebens, sorgtest du von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quålt, und quält vergebens, deine Kräfte zehrt sie ab, stürzt dich zeitiger in's Grab. 3. Långst, eh' du die Welt betratest, wog, der dir dein Leben gab, was dir nun begegnet, ab, gab dir 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aus des Höchsten milder Hand. Hat er Kreuz dir zuerkannt, nun so fasse Muth, zu leiden. Gut ist Alles, was Gott will, dulde willig, dulde still. 5. Will dein Unschlag nicht gedeihen, mißlingt alles dein Bemühn: o was Glück dem Menschen schien, muß er oft hernach bereuen. Wohlthat ist's für dich gewiß, daß es Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, dir verlieh, müsse doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen. Lerne fremden Glücks dich freun: fremdes Glück wird dadurch dein. 7. Wenn dir Frevler Ungst er= wecken, dich ihr Haß verfolgt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken, der vom Tod' erretten kann, ist dein Gott, nimmt dein sich an. 8. Rüstete fogar zum Streite alle Welt sich wider dich, dir ist sie nicht fürchterlich. Fielen auch zu deiner Seite tausend dort, zehntausend hier, zage nicht: Gott ist bei dir. 9. Drum sei unbesorgt und heiter. Voll Vertrauen auf sein Wort sege deine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft dir weiter. Gott hålt feft, was er verspricht: er, dein Gott, verläßt dich nicht! 692. Mel. Besondre Trubsale. 692. Mel. Freu' di sehr, o meine zc. 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Treu ist Gott. Nimm's doch zu Herr, Herr, meine Zuversicht. MöHerzen, Christ, wenn dich ein Kummer plagt. Hör' in allen deinen Schmerzen, was sein tröstend Wort dir sagt. Er, der seine Hand dir reicht, macht der Trübsal Last dir leicht, und das Ende bittrer Leiden ist der Sieg, find ew'ge Freuden. gen doch Verzagte weichen; mein Vertrauen weiche nicht. In der allergrößten Pein wirst du mein Erretter sein, wirst mir, wenn mich deines Troftes Leiden krånken, Freude schenken. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, welche dir dein Vater schenkt. Könntest du der Noth erliegen, da er dein im Besten denkt? Er, der deine Thränen zählt, hat die beste Zeit er: wählt, da er deine Klagen stillet und dein Herz mit Troft erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hülflos bist. Uuch des grauen Ulters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest: daß er Keinen je verläßt, je versäumt, der auf ihn schauet, gern ihm folgt und ihm vertrauet. 449 ſein; halte nur mit festem Muthe dich zu ihm, dem höchsten Gute. 4. O daß es dein Herz doch glaubte, ohne seinen Willen fällt nicht ein Haar von unserm Haupte, weil er, was er schuf, erhält. Sünden nur bewegen ihn, Trost und Hülf' uns zu entziehn. Doch, wenn wir zu ihm uns kehren, will er unsre Seufzer hören. 5. Ruhe denn in seinen Hånden, Seele, die du klagst und wankst. Deine Leiden wird er enden, daß du ihm noch freudig dankst. Seine Vaterhuld allein müse deine Stärke 693. Mel. Jesu, meine Freude zc. Christ, aus deinem Herzen banne Sorg' und Schmerzen, schöpfe neuen Muth. Wenn schon Kreuz dich drůcket, Gott ist's, der erquicket: was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, Gott wird's doch wohl machen. 2. Ist der Himmel trube, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer, sturzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher, weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen, Gott wird's doch wohl machen. 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst und Gråmen, schafft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht sein würden, erft zur Felsenlast. Bagend Herz, zähm' deinen Schmerz. Drůckt die Bürde schon dich Schwachen, Gott wird's doch wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; Christo nachzuahmen, das ist deine Ff Pflicht. Verhalten in besondern Umständen. Pflicht. Werde nicht erschüttert, oso haben sie dabei Ruh' und Freus wenn die Erd' erzittert und der de doch im Herzen. Endlich siegt, Himmel bricht. Der steht fest, der wer Gott gefällt, über alle Noth Gott nicht låßt. Laß rings um dich der Welt. Wetter krachen, Gott wird's doch wohl machen. 450 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfångt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhångt. Sieg' als Held. Mag doch die Welt deiner Hoffnung spottisch lachen, Gott wird's doch wohl machen. 6. Dabei soll's denn bleiben. Ich will nie mich stráuben, folgsam Gott zu sein. Stets, im Tod' und Leben bleib' ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, 695. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 2c. fei stets mein Ziel. Wunderbar mag Gott es machen, er wird's doch Sei, Seele, ruhig, unverzagt, wohl machen. wenn irgend dich ein Kummer plagt, befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn, er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr. Wenn's noch so unverschuldet wär', hat's Gottes Rath ersehen. Drum sei nur still, was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich sein: Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Der dich durch Jesum herzlich liebt, sucht, wenn er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der 694. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Auf, mein Herz, ermuntre dich, überlaß dich Gottes Willen. Bald wird er, und våterlich allen deinen Kummer stillen. Er vermag's, und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. 2. Heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden hier noch wallen, fei gelaffen, denke dran: also hat es Gott gefallen. Glaube fest nur: was er thut, ist dir heilsam, recht und gut. 4. Gott verzieht wohl; aber er hört doch endlich deine Bitten. Dulde, Jesus hat viel mehr, als du leiden kannst, gelitten. Fasse dich und habe Muth, denn er litt auch dir zu gut. 5. Kronen folgen auf den Streit; kämpfe nur mit feftem Glauben. Keine Leiden dieser Zeit können. Gottes Huld dir rauben. Dulde, bet' und lebe rein. Selig wird dein Ende sein. 3. Halt' an Gott dich, sei getreu. Leiden Gottes Kinder Schmerzen, Besondre Trubsale. der Seele, weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Lust und Eifer fehle. 5. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wolluft wilde Glut, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß fremder Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stårkt måchtig dein Vertrauen, lehrt in Verlust dich mit Lust auf's Unsichtbare schauen. nun 7. Des Leidens Hig' entflammt dich stets zu großrer Inbrunft des Gebets und läutert deinen Glauz ben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 8. 3war stört das Leiden deine Ruh', mit bangen Thrånen fåest du und unter viel Beschwerden. Chrift, hoffe doch, es wird dir noch zur reichen Ernte werden. 9. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh' und einst mit ew'ger Freude. 10. Drum hab', o Seele, guten Muth, vertraue Gott, es wird noch gut nach aller Trübfal werden. Er ziehet dich durch's Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 451 schwer durch ihn den Seinen wer den. 11. Gott ist dein Gott, er ist getreu und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu 12. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; warum willst du denn stets von Ruh' und nichts von Trübsal wissen? 13. O bet' und sieh' auf deinen Gott in aller deiner Ungst und Noth, laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut, behalte Muth, Gott wird dich einst erhöhen. 14. Der du ein Gott des Troftes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst, das Leiden überwinden. 696. Mel. Warum betrübst du dich ze. War Darum verkennst du deinen Gott, mein Herz, zur ew'gen Wahrheit Spott, und hoffft nicht fest auf ihn? Warum háufst du durch Ungeduld, durch bittre Klagen Sünd' und Schuld? 2. Scheint Gottes Almacht dir zu klein, mit Rath und That dich zu erfreun? Ist er nicht treu und gut? Steht das, was er verheißt, nicht fest? Ist er ein Gott, der finken läßt? 3. Sein Auge schläft und schlummert nicht, er sieht dein weinend Angesicht, weiß Ulles, was dich quält. Durch's Feuer dieser Průfungszeit bewährt er dich zur Seligkeit. Ff 2 4. 3ur Verhalten in besondern Umständen. 4. 3ur Rechten seiner Majestät wunderbar. Wenn einft die Sünist Christus, nun von ihm erhöht der untergehn, wird seine Rechte aus seiner Niedrigkeit. Verchrst dich erhöhn. du Gott im Glück, mein Herz, so lieb' ihn auch im Kreuz und Schmerz. 452 5. Wer krónt das Jahr mit seinem Gut? wer giebt den Thieren Speis und Muth? wer schenkt uns Korn und Wein? wer theilt dem Burm Erquickung mit, den unbemerkt dein Fuß zertritt? 6. Wer giebt den Blumen Schmuck und Pracht? wer hat das Gras so schon gemacht? wer füllet Scheu'r und Haus? Ift's nicht der Herr, durch den du bist, der auch für dich allmächtig ist? 7. Hat er nicht über dich gewacht, eh' dein Verstand an ihn gedacht? und du willst troftlos sein? Was angstet dich des Kreuzes Joch? Gott, dein Erbarmer, lebt ja nech. 8. Wirf alle Sorgen auf den Herrn, ertrage deine Trübsal gern. Einft wird sie Freude sein. Ist diese Zeit gleich noch nicht da, so ist doch Gott, dein Helfer, nah'. 9. Der Weg durch Leiden diefer Zeit, ist auch der Weg zur Herrlichkeit, die dir bereitet ist. Dein Heiland ging dir selbst voran. Wohl dem, der muthig fol: gen kann. 10. Gott hilft, nicht, wie dein Wahn es will; doch sei getrost, und halt' ihm still: sein Rath ist 11. Dank sei dir, perr, für alle Last, die du mir aufgeleget baft. Gieb mir ein himmlisch Herz, tas, wenn mich alle Welt vergißt, in dir doch reich und fröhlich ist. 697. Mel. D Welt, fleh hier bein Leben sc. Was soll ich troftlos sorgen? Gott scheint mir zwar verborgen; doch seine Hülf ist nah', schafft, daß ich Wege gehe, ob ich's gleich nicht vers stehe, die er zu meinem Heil' erfah. 2. Längst wog er die Gefahren, eh' Erd' und Himmel waren, nach meinen Kräften ab. durch Freuden die Tage meiner Leis den, eh' er sie mir zu tragen gab. Er linderte 3. Mir konnt' ein Glück der Erden zum Strick und Falle werden; er nahm es weislich mir. Mich konnt' auf Seligkeiten ein Kummer vorbereiten; und Gottes Gnade schenkt' ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre mein Theil auf Erden wäre, würd' ich mich sündlich freun; und Unterdrückte würden dann unter ihren Bürden umsonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäße reizen, mehr Schäße zu ergeizen, und stolz mich aufzublåhn, dann würd' ich arme hassen und menschenfeindlich Besondre Trubsale. lich laffen vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen mein Herz verwegen fragen: 3ft über mir ein Gott? Dann würd' in Schwelgereien das Laster mich entweihen, und Jugend wäre mir ein Spott. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schäße; er zog mich aus dem Netze, das oft den Klugen fällt, daß ich, treu in der Liebe, sein Auserwählter bliebe, entfernt er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen mein Herz zwar furchtsam klagen: Wo ist der Herr, mein Licht? warum verzieht mein Retter? Es lachen mein die Spotter, ich ruf, und er antwortet nicht. 9. Doch, ist um Trost mir bange, nimmt Gott, an dem ich hange, sich meiner herzlich an und führt, den Gram zu stillen, um seines Namens willen den Irrenden auf ebner Bahn. 10. Wenn ich fast unterliege, giebt er mir Sieg' auf Siege, und bleibet mein Panier. Er stärkt die müden Hände, und weicht bis an mein Ende mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis sei dem Herrn gesungen. Auch in den Züchtigungen liebt er mich våterlich. Mein Glück ist Gottes Wille, sein harr' ich, und bin stille und rühme meiner Trúbsal mich. 453 698. Mel. Welt, fieh hier dein Leben ac. Was soll ich ängftlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich. 2. Was nüßt es, ångstlich sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlers gehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Bater, lieben: denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schoe pfer der Natur, weißt Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quâlet, befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den Treuen: du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thránen und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele: du hörft, du hilfft, du segs neft gern. 7. Der 454 Verhalten in besondern Umständen. 7. Der du mir hier im Leben gen beim Mangel froher Zuversicht schon größres Heil gegeben und mit immer neuen Sorgen. deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sor gen reizt und frånkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie, wünscht zwar, ihn zu vermindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und gebricht, und kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden. Die Last, die du mir aufgees nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei den frommen Scharen, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. legt, kann mich nicht niederdrükken. Wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, Deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet: du rettest, tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. D laß mein dir ergebnes Herz auf deine Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. 699. Mel. Durch Adams Fall ist ic. Gott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses 700. Lebens Leiden. Auch sie verhängst Du klagst, o Christ, in schweren du über mich nach deiner Weisheit Schlüssen; sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen müssen. Leiden und seufzeft, daß der Geift der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Baterhuld, vermehre meine Leiden, vergeff oft des Berufes Pflicht und qual' mich jeden Mors 2. Sind meine Sünden mir vergeben, hat Gott mir Sünder Heil Befondre Trubsale. Heil und Leben in seinem Sohn verliehn, wo sind denn seines Geistes Triebe? Warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht ges troft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und bes laden hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht, bin abgeneigt, vor Gott zu treten, ich bet', und kann nicht gläubig beten, ich denke Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen, sein Wort war mir gewiß. Jest kann ich's nicht zu Herzen faffen, und meine Kraft hat mich verlassen und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quâlen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde, in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. 6. 3ag' nicht, o Chrift, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beß= rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Haft du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen und sein Erbarmen suchen heißt. 455 8. Bertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen, er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dieß Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erken= nen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen und sehn, was Gottes Gnade sei. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, låßt er dich seine Streng' erfahren und schickt dir diese Last. Er reinigt dich, wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du haft. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet sich Gott über Sünder, die seinen Namen scheu'n. Dein- Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ift vom Morgen, låßt er von dir die Sünde sein. 12. 3war ist um Troft dir jego bange: denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht, und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Sch stårke dich, ich helfe dir. 14. Kuf, 456 Verhalten in besondern Umstånden. 14. Kuf, fasse dich in deinen Nothen, sprich: Wollte mich der Herr auch todten, so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlöften; und will mich Gott nicht eher tröften, wird er mich doch im Tod' erfreun. 701. Mel. Wenn mein Stündlein ac. Die Hoffnung naher Ewigkeit, voll reiner Himmelsfreuden, verz füßt in dieser Pilgerzeit mir, Va ter, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, getrost nach deinem Himmel hin, wo keine Pein mir folget. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben, zu dir, der sie zum Besten lenkt, der dann auch huldvoll an uns denkt, wenn wir im Stillen weinen. 3. Du, Herr, du siehest unsern Schmerz, du zählest unsre 3ähren, du stårkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren. Du schaust auch gnadevoll auf mich. Mein Gott, mein Gott, ich hoff auf dich: du bist ein Fels der Deinen. 4. Soll ich in dieser Lebenszeit noch manche Trübsal leiden, so harr' ich in Gelassenheit auf deines Himmels Freuden. O die sind einst der Frommen Theil. Dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil, und segne jede Thrane. 702. Mel. Was Gott thut, tas ist se. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir, wie droht sie meinem Heile. Gott, wär'st du nicht mein Troft und Licht, mein Heil in finstern Zagen, so mußt' ich långst verzagen. 2. Bor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen, darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraulich dir erzählen. Ruh' aus deiner Gottesfülle, und Dann schaffest du mir Trost und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Werth der Trübsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort giebt mir die 3us versicht: du sorgft für meine Tage, dein Auge schläft und schlummert nicht, du höreft meine Klage, du krónst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wonne, Preis und Ruhme. 5. O dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden, vergessen werd' ich ganz mein Leid und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgesang voll Preis und Dank wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, Besondre Trübfale. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sund' entweihen, mit Unschuld steh' ich ange= than in treuer Knechte Reihen. Und ewiglich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen, beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen. Du bist bereit, zur rechten Beit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. 457 chen, den Eigenwillen brechen und uns entwöhnen von der Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glaus ben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch, wenn du uns willst tödten, doch trauen deiner Baterhuld. 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt, du willst die Lüste schwä6. Nichts, nichts kann uns, Herr, scheiden von dir und jenen Freus den, die du für uns ersehn. Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. Zu diesem Freudenleben wirst du auch mich erheben: der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist geneſen, er eilt zu dir, o Bater, hin. 703. Mel. Welt, sieh hier dein Leben zc. Will mich, o Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stárke mich mit Muth. So oft mich Leiden krånken, so laß mich wohl bedenken: auch Noth sei stets uns Menschen gut. 2. Nicht ewig soll sie wären. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: Wie lange ist unsrer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 704. Mel. Wenn meine Sünd' mich sc. 3. Du, Bater, wandtest Bürden, Herr, es gescheh' dein Wille. Gern die mich erdrücken würden, von meinem Haupte ab; du wägest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die deine Hand erst selber gab. duld' ich jeden Schmerz. Nur gieb mir Muth und Stille und Freudigkeit in's Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, so treu sein bis zum Tod. 8. D drücke meinem Herzen bei den Trost auf's Tiefste ein: der, den Sorgen, Gram und Schmerzen du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. 2. Der Martern jede schwebte vor deinem Ungesicht. Zwar deine Seele 458 Seele bebte; doch sie verzagte nicht. Gestärkt mit Muth, voll Geistes: ruh', erhobst du dich vom Staube, und eilt'st den Feinden zu. Verhalten in besondern Umstånden. 3. Dich schreckte das Getümmel der Mörderwaffen nicht. In deinem Geist war Himmel, und Muth im Angesicht. Schon stürzt' auf dich der Feinde Schaar; doch bot'st du deine Hände den Banden willig dar. 4. D wär' ich doch in Leiden, wie du, so sanft und still, o litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will. Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden, so schreckt mich keine Noth, und keine Schmach hienieden, wär's auch der Martertod. Durch dich, Herr, überwind' ich weit: denn deine Gnade tröstet mit Ruh' und Seligkeit. 705. Mel. Wenn mein Stündlein ac. Es ist gewiß ein köstlich Ding, sich in Geduld zu fassen und stets sich Gottes Baterwink getroft zu überlassen. Rauh, oder eben sei die Bahn: Was Gott thut, das ist wohl gethan. Geduld erhält das Leben. 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich ein schweres Leiden drúktet. Klag's deinem Gott, der våterlich dich tröstet und erquicket. Verzeucht er auch, er thut's aus Huld. Bewahre dich vor Ungeduld: Ge duld giebt Muth und Gnade. 3. Erwarte nur die rechte Zeit, du wirst den Bater finden. Er wird voll Lieb' und Freundlichkeit sich stets mit dir verbinden. Er will und wird dein Tröster sein, und ewig, ewig dich erfreun. Geduld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit' und kämpfe, wie ein Held, du wirst nicht unterliegen, wirst über jede Noth der Welt, wie Jesus Christus, siegen. Sei standhaft: deines Baters Huld krönt deine Hoffnung und Geduld mit seines Himmels Krone. 5. Ich, Gott des Trostes, hoff' auf dich: Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich; wohl mir, wenn ich sie habe. Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Jesus, sein, und dann sein Reich mich erben. Dürftigkeit und Mangel. 706. Warum betrübst du dich, mein Herz, und quälest dich mit bangem Schmerz bloß um ein zeitlich Gut? Vertraue dem nur, der die Welt erschaffen hat und noch erhält. 2. Er will und kann dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht: die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 3. Weil da mein Gott und Vater bist, so weiß ich, daß mich nie vers gist Besondre Trubsale. gißt dein våterliches Herz. Ich, Staub und Usche, habe hier ja keis nen Trost, als nur bei dir. 4. Der Stolze trost auf Ehr' und Geld; und ich, verachtet von der Welt und arm, vertraue Gott, und bin der frohen Zuversicht: Wer Gott vertraut, den läßt er nicht. 5. Uch Gott, so reich bist du noch heut', als du es warst von Ewigkeit. Zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich an meiner Seele reich, so gilt mir alles Undre gleich. 6. Des Seitlichen entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, das er auch mir erwarb durch seinen herben, bittern Tod. Das, das gieb mir, mein treuer Gott. 7. Denn Alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hålt, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das währt nur eine kurze Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Dir, Jesu, Gottes Sohn, sei Preis, daß ich aus deinem Worte weiß, was ewig selig macht. Bieb, daß ich nun auch fest und treu in diesem meinem Glauben sei. 9. Lob, Chr' und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht. In Demuth bitt' ich dich, verwirf von deinem Ungesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht. 707. Mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. Wa Sarum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz 459 Wozu immer ångstlich sorgen? dient dein tåglich Gråmen? nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Er, dein Gott, gab dir das Leben, Seel' und Leib. Ihm, ihm bleib voll Vertraun ergeben. Sollt' er deiner je vergessen? Er, dein Heil, hat dein Theil långst dir zugemessen. 3. Mehr ist ja dein Leib und Leben, als das werth, das dich nährt; sollt' er dir's nicht geben? Der das Größte dir verliehen, wird dir nie, brauchst du's hie, mindres Gut entziehen. 4. Was auf deiner Pilgerreise nöthig ist, das, o Christ, weiß ja der Allweise. Sollte dir in deinen Tagen Kleid und Brot bis zum Tod seine Huld versagen? 5. Schau' die Vögel in den Wåldern, spåt und früh nährt er sie. Schau', wie auf den Feldern seine Hand die Blumen schmücket, fie voll Pracht reizend macht, uns durch sie erquicket. 6. Sollt' er wohl an dich nicht denken, den sein Ruf höher schuf? dir nicht Nahrung schenken? Lern' Vertrauen zu Gott fassen, er wird dich sicherlich unversorgt nicht lassen. 7. Trachte nur zuerst hienieden, und mit Fleiß, Gott zum Preis, nach des Hochsten Frieden. Alles Andre, was auf Erden nöthig ist, låst, o Chrift, dir dein Gott dann werden. 8. Jeder Tag hat seine Plagen, und du hast an der Laft schon genug Verhalten in besondern Umständen. 460 zu tragen. Warum willst du für den Morgen, der vielleicht dir entweicht, so voll Kummer sorgen? 9. Seine Wege Gott befchlen und sich sein kindlich freun, das beglückt nur Seelen. Die, so Gottes Vorsicht ehren, deren Noth wird ihr Gott einst in Freude kehren. 10. Nun, mein Bater, ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir so Leib, als Seele. Sorge du; dir halt' ich stille. Ich soll dein ewig fein. Es gescheh' dein Wille. 11. Meine Hoffnung laß nicht wanken, so will ich ewiglich dir mit Freuden danken. Lob und Preis ſei deinem Namen. Und dein Heil fei mein Theil hier und ewig. Amen. seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist dein Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wüns schen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat 6. Willst du zu denken dich ers kühnen, daß seine Liebe dich vers gißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße beine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zur Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. 708. Du tlagft, und fühlest die Be709. schwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher Mel. Gott des Himmels und sc. zu werden, und siehst, daß du ver- Flieht von mir, ihr bangen Sorgebens strebst. 2. Ja klage, Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? gen; mein Versorger lebt und wacht. Meinem Gott ist nichts vers borgen, was dem Herzen Kummer macht. Was sein Rath beschließt und thut, ist ihm rühmlich und mir gut. 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 2. Eher noch, als Welten waren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den Lauf von meinen Jahren lenket seine Vaterhand. Nichts geschieht von ungefähr, Alles kommt von oben her. 3. Bähr', o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zurück, zähle Kum Befondre Trubsale. Kammer, Müh' und Plage, zähl' auch Freude, Trost und Glück, sprich, ob Gott nicht immerdar weise, mild und hilfreich war? 4. Widme Gott dein ganzes Leben, trau' auf ihn und sorge nicht. Er ist Vater, er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh' ge= troft zu ihm und sprich: Gott, mein Bater, segne mich. 5. Bet' und sei nicht zweifelmůthig, nicht des Meeres Wellen gleich; sei getroft, denn Gott ist gütig. Bist du dürftig; er ist reich. Fürchte nichts: denn groß an Rath ist dein Gott und groß an That. 6. Ja du kennst die Noth der Urmen: Herr, mein Gott, fie drückt auch mich. Doch ich kenne dein Erbarmen und vertrau' allein auf dich. Stark durch diese Zuversicht, zag' ich auch im Mangel nicht. 710. Mel. Wo soll ich fliehen hin sc. Nein, murren will ich nicht, Gott, meine Zuversicht, daß ich nur wenig habe. Des Glückes größte Gabe für dieses Pilgerleben hast du mir doch gegeben. 2. Du bist mein Gott, mein Heil, bieß bleibt mein bestes Theil, die Quelle meiner Freude, auch wenn ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden; ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vorbild ist, wie arm 461 war er bienieden; jedoch in Gott zufrieden hat er der Armuth Pla= gen mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht heidnisch sorgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich befassen. Gott wird mich nicht verlassen. 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; bu sorgst gewis für mich. So lang' ich hier soll leben, wirst du mir Ulles geben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 6. 3war drückt der Armuth Soch. Und soll ich långer noch mit ihrer Last mich plagen, so hilf sie mir ertragen, daß ihrer Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden. 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit freudigem Entzůcken werd' ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben. 711. Mel. Wenn wir in höchsten zc. Wer arm und dürftig ist, o Herr, ach welche Lasten trågt nicht der, wenn nicht des Reichen Ueberfluß ihn fåttigt, wenn er darben muß. 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umherirrt, ohne Hüll' und Dach, oft kaum hat seinen Bissen Brod! Wie groß ist, Vater, dieſe Noth! 3. Wie groß ist sie, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brod! und er 462 Verhalten in besondern Umstånden. er tief seufzet, und bei Müh' und Fleiß doch weder Rath, noch Hülfe weiß; 4. Wenn, ob er, wie er kann, sie nährt, er doch, durch stillen Gram verzehrt, hinwelkt; wenn seine Thrane rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind. 5. Ihm strahlt nicht deiner Sonne Licht, ihn freut dein schöner Erdkreis nicht, und ihm ist der mit aller Pracht graunvolle finstre Mitternacht. 6. Was soll er dann beginnen, Gott, verzagen? dich in seiner Noth verläugnen? und soll er allein nur leiden, er nicht glücklich sein? 7. Willst du ihn nie beglücken? Ja du willst es, Herr; dein Auge fah vor dem Entstehn der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zukunft hin und sage zu sich selbst: Sch bin ein Wandrer; nicht auf lange Zeit, wohin? zu Gottes Seligkeit. 9. Er ring' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Trågheit sei. 10. Dann klag' er Menschen seine Noth bescheiden, zuversichtlich Gott, nicht zornig, wenn der Mensch nicht hört, gewiß, daß endlich Gott ihn hört. 11. Noch find auch Christen, welche mild, wie Gott, sein Vater, sind, sein Bild. Hilft einer, nun, bem dank' er dann; Gott, der ihn sandte, bet' er an. 12. Und unter Arbeit, Fleiß, Ges duld und Zuversicht wird Gottes Huld ihn trösten, Gott sein Helfer sein und völlig ihn, und bald bes frein. 13. Dann, wenn er ausgestrits ten hat, sieht er; daß auch sein rauher Pfad ein Weg zu Gott war, aus der Zeit ein sichrer Weg zur Seligkeit. Krankheit. 712. Mel. Welt, fieh hier bein sc. hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fas fen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, be schwert mit Schulden, kein zeitlich Web erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: da hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geift noch Besondre Trübfale. noch kråfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. 463 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk' ich dein und deiner Huld. In allen Schmerz zen, allen Stürmen verleih' mir Weisheit und Geduld. Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur ges trost und hoff' auf mich! 713. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. Gott, der du Schmerz und Freuden sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du haft nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand; und deiner Tröftungen wie viele hast du mir schon in's Herz gesandt. Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du. 3. D du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir; o daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Troft: Gott ist bei mir! Ja, Bater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 5. Wie litt' im allerbångsten Leiden so stille duldend Jesus Christ. Leid' ich ihm nach; ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen, durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur kann hoffen, mehr hoffen noch, als Gott verheißt. Zu solcher Hoff= nung stårte mich, so preis ich auch in Krankheit dich. 714. Mel. Alles ist an Gottes Segen sc. Hilf mir, Gott, der Krankheir Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Bertraun bei der Sehnsucht meines Herzens nach Erleichtrung meines Schmerzens, nur auf deine Borsicht schaun. 2. Deiner Einsicht kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Laß mich dieß zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber kehre, fei Be= 464 Verhalten in besondern Umstånden. Beschwerd' und Krankheit mir. Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern: alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh' mir bei mit deiner Kraft. Sie nur kann erretten, stårken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und heitres Wefen sei in meinem Blick zu lesen, Rub' erfülle meine Brust. Hoffnung stårke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust. Genesung. 715. Mel. Chriftus, der ist mein ze. Mit dankerfüllter Seele bet' ich dich, Bater, an. Ich rühm' es und erzähle, was du an mir gethan. 2. Wie schmerzvoll war ich Urmer. Du hörtest mein Geschrei, du halfft mir, mein Erbarmer, und standst mit Trost mir bei. 3. Wie viele meiner Brüder, die stärker sind, als ich, warf Schmerz und Krankheit nieder; ich überwand durch dich. 4. Ich will mein neues Leben, Herr, ich gelob' es dir, dir ganz zu eigen geben. Sei ewig, Gott, mit mir. Tod. Undenken an den Tod und Vorbereitung auf denfelben. 716. Mel. Sesus, meine Zuversicht ze. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe; und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirft, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun, dieſe Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hůlflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ift deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst: deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Uebers Tod 6. Ueberwind' ihn durch Vertraan. Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin, siehe dein Gebein versenken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken, lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 717. Mel. Wenn wir in höchsten ze. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr ge beut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott Alles an dis eicht und macht, was hier ver465 borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir tåglich draut, so sei doch wacker und bereit. Prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Bunsch, durch des Erlósers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bósen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, ats wäre sie ein Werk von dir. 10. Den Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du ftrebst, und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend in des Glaus bens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht. Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht. Drück' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag' vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu' die Frucht des Geistes in ihm sei; ( 33 g 14. Daß Verhalten in besondern Umständen. 14. Daß ich zu dir um Gnade riffen werden, du dann dich nicht fleh, stets meiner Schwachheit wi- zu sehr betrübst. dersteh', und einftens, in des Glaus bens Macht, mit Freuden ruf': Es ist vollbracht. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und uns schuldsvoll. Sprich, dein Vergnů. gen zu genießen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 466 718. Was sorgst du ångstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, es dankbar als ein Glück befizen, verlieren, als vertörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Zage sind. Sprich: Sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch folch Uebel nie. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu hef tig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir ent7. Denk' an den Tod, wenn deis nem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: Bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk' an den Tod, wenn Leis den kommen, sprich: Ulle Trúbsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bosen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod, wenn fre= che Rotten des Glaubens und der Zugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trågt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu råchen, und plöglich werden sie vers gehn. 10. Denk' an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er ante wortet nicht. Sprich: Sollte Gott mich ewig hassen? Er wird mich sterbend nicht verlassen, dann zeigt er mir sein Ungesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; fo Tod so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Troft in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Verfuchung sein. 719. Mel. Befiehl du deine Wege ze. 467 2. Um Morgen blüht und glänzt die Blume und fållt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, in's Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Les ben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltges tümmel. Hier ist der Kampf; dort ist die Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel, eil' deiner bessern Heimath zu. verfließt die Prüfungszeit, und ach dann kommt die Ewigkeit. Wie bald Mensch, gedenk' an's Ende, willst du nicht Uebels thun. Der Tod bringt oft behende das aller legte Nun. Um lebensaugenblicke hångt ewig Wohl und Weh. Drum denke wohl zurücke, wohin dein Ende geh'. Drum 2. O Mensch, gedenk' an's Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut' der Tod dich treffen konnte. mache dich bereit, daß du kannst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 3. D Mensch, gedenk' an's Ende, stirb stets den Sünden ab, gieb dich in Gottes Hånde, und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt' dich an Christi Blut. Wirst du ihm treu befunden, so ist dein Ende gut. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jegt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's viels leicht nicht sein. 5. So sei denn, Vater meines Lebens, die Warnung: Wachet, seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Fod zu deiner Seligs keit, o Gott. 721. 720. Mel. Alle Menschen müssen sc. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dir zu leben, dir zu sterben, Noch leb' ich, ob ich morgen lebe, ewig, Bater, dein zu sein und mit ob bis zum Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe. Dann thu' ich redlich meine Pflicht, und bin durch seines Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. deines Himmels Erben deiner Bonne mich zu freun, einst mit ruhigem Gewissen dieß mein Auge, Gott, zu schließen, diese Gnade wünsch' ich mir, die erbitt' ich mir von dir. ( 3 g 2 2. Daß 468 Verhalten in besondern Umstånden. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei von Sund', und glaubensvoll und gerecht vor dir zu les ben, auszurichten, was ich soll. Gieb mir dazu Licht und Stårke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig, dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei. 3. Allen will ich nüglich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Nergernis auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen lange nach dem Sterben durch sein Beiſpiel zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn; welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! 4. Aber welch ein hoher Segen, o wie sehnlich wünsch' ich den, ist es, auf der Zugend Begen seinem Tod' entgegen gehn, auch nach ihm noch Undern dienen, ein Beweis, ein Denkmal ihnen von der Seligkeit zu sein, Gott sein ganzes Leben weihn. 5. Dieß begehr' ich, will auf Erden immer streben, gut zu sein, solch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun, das den Sünder reiz' und locke, damit er sich nicht verstocke, und sich sehne auch dahin, wo ich ewig selig bin. 6. Daß auch das, was ich verlaffe, Erben nicht zu Zwist und Streit reizen möge, noch zum Hasse, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen: denn mein Zod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus bestellt, scheid' ich freudig von der Welt. 7. In den letzten Augenblicken nicht mehr sorgen dürfen, dann sagen können voll Entzücken: Bater, Bater, nimm mich an, der ich dir nun meine Seele und die Meinigen befehle, komme, welch ein Ende! Gott, gieb mir einen sols chen Tod. 722. Mel. Kommt her zu mir, spricht sc. Du siehst, o Mensch, wie immerfort der Eine hier, der Undre dort der Welt muß Abschied geben. Auch selbst der långfte Pilgerlauf hört doch am Ende einmal auf, vergånglich ist dieß Leben. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, und flich den Schlaf der Sicherheit, sei ganz dem Herrn ers geben. Denn daß dein Leib in Staub zerfällt, ist nicht dein Legtes auf der Welt; es kommt ein andres Leben. 3. Wir werden aus den Gråbern gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Jesus selbst wird hegen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeglicher auch dann empfahn Berdammniß, oder Segen. 4. Erbt dann der Fromme volles Heil, das ihm von Gott verheißne Theil, so muß der Sünder büßen, und sich zu seiner größten Pein selbst Klåger und auch Richter sein, verdammt durch sein Gewissen. 5. Ach, Gott, fållt mir dieß Urtheil ein, so dringt es mir durch Mark Tod. Mark und Bein, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Voll heißer Sehnsucht wünscht es dann: Wer nimmt sich meiner huldreich an? weß Schuß wird mich bedecken? 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, laß in dieß schreckliche Ges richt mich ja dereinst nicht kommen. Schon hier sei dir mein Herz geweiht; und einst sei in der Ewigkeit mein Theil das Glück der Frommen. 7. Gieb, daß ich mich durch heil's gen Sinn, weil ich annoch bei Kráften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, verstrickt in Sünden luft, der wahren Beßrung unbewußt, zum andern Tod' erkalte. 723. Mel. Mache dich, mein Geift 2c. ichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah' ist Tod und Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hor', Gott spricht: säume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posaunen Schall nicht die Todten alle, noch bebt nicht der Erdenball, nahe sei: nem Falle; aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Es werde, Mensch, dein Leib zu Erde! 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, unter Sündenfreuden deines Le bens legte Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz von dem Schmerz deiner Schuld zerriffen, wird verzagen müssen! 469 4. Wenn vor deinem Untlig sich jede Sünd' enthüllet, wenn dann eine jede dich ganz mit Graun ers füllet, dich nichts dann stårken kann, keine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! 5. Nach dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen bang' um Trost und Seelenruh', dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod, rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du alls hier auf des Lebens Pfade, noch ist zur Errettung dir nah' des Ew'gen Gnade. Eil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest und Vergebung findest. 724. Mel. Wenn wir in Höchsten ze. Ach Gott, was ist der Menschen Glück! Es währt nur einen Uugenblick; wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir kein Eigens thum; doch trachten wir nach Ehr und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhört, so sehn wir unsre Qual vermehrt. 3. Der Kummer dringt bis zu dem Thron; und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt, hat noch kein wahres Glück erlangt. 4. Von Ullem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns übers lebt? was folgt uns in die Ewigkeit, Verhalten in besondern Umständen. 470 keit, wenn über uns der Herr gebeut? 5. Der Tod, der in die Hütten bricht, verschonet auch den Purpur nicht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr' und Macht befrein uns von des Grabes Nacht. 6. Von aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zulegt ein Ster: bekleid, nach kurzer Zeit ist dieß auch Staub und so, wie wir, der Erde Raub. 7. So flieht ein Rauch im Sturm und Wind, so fällt ein Blatt und so geschwind sinkt eine Blume welkend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? In Kurzem bin ich auch nicht mehr. Bielleicht ist schon mein Abschied nah'; man sucht mich, ich bin nicht mehr da. 9. Das Gute, das wir ausgeübt, bleibt, wenn der Erde Glück zerstiebt. Wer als ein wahrer Ghrift gelebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begråbt. 10. Er lebte seinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Herr, lehre mich, dieß sei dein Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. Entreiße, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 12. Mein Kleinod sei nicht von der Welt. Wenn mein Herz bricht, mein Haus zerfällt, dann sei dein Tod mein Schirm und Schild, der mich mit Muth und Trost erfüllt. 13. Mein Ruhm sei der Versöhnung Heil. Auch ich hab' an der Gnade Theil, die Menschen zu der Wonne bringt, wo man dir ewig Jubel singt. 14. Auf Jesum schlaf' ich freudig ein; einst wird mein Leib ihm ähnlich sein. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wenn uns sein Wort zum Leben ruft. 15. Dir folg' ich treu durch Tod und Grab. Du bist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklärt und freudenvoll, dein Angesicht, Herr, schauen soll. 725. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ich steh' mit einem Fuß im Grabe. Es ist um einen Schritt gethan, so bricht die Hütte, die ich habe, die nichts als Schwachheit heißen kann. Drum sei mir stets ein Wort bewußt: Bedenke, daß du sterben mußt. 2. Dem Menschen ist ein Ziel gesetet, und Niemand sagt ihm dieß voraus. Wenn man am sichersten sich schåget, so ist das Glück des Lebens aus. Drum schreib' ich stets in meine Bruft: Bedenke, daß du sterben mußt. 3. Wie Mancher ist vorangegangen, wer weiß, wenn ich ihm folgen muß. Der Tod giebt oft den rothen Wangen ganz unvers hofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Tod mein Herz, mit eitler Luft, bedenke, daß du sterben mußt. 4. Wohlan, so will ich tåglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben, und macht sich diesen festen Schluß: O Mensch, in Allem, was du thust, bedenke, daß du sterben mußt. Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen Gottes. 726. Mel. Schaz über alle Schäße sc. In Gottes Rath ergeben, verlaß ich gern die Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, auch mich erfreun und in der legten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele fehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangft. 471 daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, ob ich gleich sters be, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 4. Der frohe Siegsgebanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöfer meiner Seele, der du die Liebe bist. 727. Mel. Ich hab' mein Sach' ic. Gott hab' ich Ulles heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlängert er der Prüfung Zeit z ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich seg' ihm weder Maß noch Ziel. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage schon gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus; doch was ist dennoch dieſe Zeit? Mühseligkeit, ein Kampf, ein sorgenvoller Streit. 4. Hier finden wir kein daurend Glück, wir blühn nur einen Augen= blick, wir fallen gleich den Blumen ab; dann nimmt das Grab uns, was uns Gottes Gute gab. 5. Jegt sind wir jung, gesund und stark; doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist; ach bald vergißt die Welt, was du gewesen bist. 6. D 472 6. O machte doch der Tod, o Herr, mich jeden Tag bedächtiger! Hålt doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Gluck, Stand, Reich thum oder Macht zurück. 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott, denn sie allein gebar den Tod. Von seiner Macht ist Niemand frei, wie groß er sei, denn wer ist, Gott, von Sünden frei? Verhalten in besondern Umstånden. 8. Und ach, wie wechseln Lust und Leib in meiner kurzen Pilger zeit! Drum geh' ich mit gelaßnem Sinn zum Grabe hin: das Ster: ben ist mir ein Gewinn. 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zukunft dråun; doch will ich frohen Muthes sein. Es litt dein eigner Sohn, o Gott, für mich den Tod, litt Alles, was den Fluch mir droht. 10. Er stand auch auf. Das tröstet mich, denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht. Er läßt mich auch im Grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern! ich leb' und sterbe meinem Herrn. Mein Leib wird leben, Gott, und dann bet' ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann. 12. Ich schaue dann dein Ungeficht. Das glaub' ich fest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn' und Herrlichkeit. 13. Nimm, Jefu, Gottes Sohn, mich an, wenn keine Welt mich trösten kann. Uch schließ' in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode sein. 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott, gieb Allen einen sel'gen Tod. Uch mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in deine Herrlichkeit. 728. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott se. Mein Leben stelt in Gottes Hand. Er thut, was er mir heils sam fand. Er zählte ja, so wie mein Haar, mir, eh' ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2. 3war nuk' ich mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit, denn du versüßest sie, o Gott. Doch Müh' und Noth sind ihr Ges folg', und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fållt ab. So blüht der Mensch, und finkt in's Grab. schüßt, nicht Stand, noch Geld; Nicht Jugend davor sicher stellt. nichts in der Welt ist, was ihn 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pitgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bürger deiner beffin Tod. bessern Welt. Dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 7. Den Troft, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast's versichert: ihr seid mein; auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 729. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Herr, Gott, du kennest meine Za- lebst in mir. ge, du siehst, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntniß streben, daß du mir, Herr, mein Biel bestimmt, und daß mein ungewisses Leben vielleicht gar bald ein Ende nimmt. Ja lehre du mich deinen Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzu ziehn, mich von der Erde zu ent= fernen und um den Himmel zu be= mühn, weil nur der Tod allein beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, in der ich ewig bleiben kann; drum lehr' mich auf den Himmel achten, den seh' ich als mein eigen an, so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 473 5. Mein Herz ist nur im Himmet droben, denn da ist auch mein Schak und Theil; den hat mir Jefus aufgehoben, dort ist das mir versprochne Heil. Die Weltlust ist mir viel zu schlecht; im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan, so will ich tåglich sterben, ich lebe so, als lebt' ich nicht; und also kann ich nicht vers derben, wenn mir der Tod die Nugen bricht. Erfieulich ist mein Ende mir: denn du, mein Jesu, 7. Dein Bote kann mich nicht erschrecken; die Welt nur schreckt fein traurig Bild. Mir kann cr lauter Luft erwecken, sein Unblick ist mir sanft und mild. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken keine Statt. 8. D kommt, ihr angenehmen Stunden, komm, eile, mein Ertdfungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da find' ich, von des Höchsten Hand geleitet, mein gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, deffen Eigenthum ich bin. Du, liebster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du nur mein, so gnůget mir. 10. Willst du mich långer le= ben lassen, so geb' ich mich geduldig drein. Doch soll ich heute noch erblaffen, so soll dein Schluß mein Wille sein. Wer deinen Rath 474 Rath erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. Verhalten in besondern Umstånden. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Alles bist; mich, daß ich Staub und Nichts zu nennen; die Welt, daß sie mein Kampfplak ist. Wer dich, sich und die Welt er kennt, der macht ein richtig Zeftament. 730. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Ist man hier doch auch beim besten Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist nur Unvollkommenheit zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Schmerz und Leiden stört euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Christus trocknet alle eure Thrånen, ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen, ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Uch wer ollte denn nicht gerne sterben, um den Himmel für die Welt zu erben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer immer lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns aufzulösen, komm und führ' uns aus von allem Bösen. Bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. 731. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, zu gehn die Todesstraße, so leite mich, Herr Jesu Christ, auf dich ich mich verlasse. Die Seel' an meinem Lebensend' befehl' ich, Herr, in deine Hånd'; du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich krån= ken sehr, und mein Gewissen nagen, denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen, bedenken will ich deinen Tod; Herr Jesu, in der legten Noth wirst du mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß trost' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' ich dir; ein ewig's Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod' erstanden bist, werd' ich im Grab' nicht bleiben. Mein höchster Trost dein', Uuffahrt ist, Tod'sfurcht kannst du vertreiben. Denn, wo du bist, da komm' ich hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, mein' Arm' thu' ich ausstrecken. So schlaf' ich ein und ruhe fein; kein Mensch kann mich aufwecken: denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthur' Tod. thür' aufthun, mich führ'n zum deinem Ehron mit Freudenthrånen ew'gen Leben. danken. 475 732. 733. Mel. Wenn mein Stündlein c. Mel. Alle Menschen müssen ic. Ist einft auch meine Stunde da, Noch bin ich ein Gast der Erde, von dieser Welt zu scheiden, so fei mit deiner Hülfe nah', du treu'ster Freund in Leiden. Nimm du dich meiner Seele an, dir übergeb' ich sie alsdann, o Jesu, mein Erlöser. Gott mehrt meiner Tage Zahl. Daß ich reif zum Himmel werde, übt er mich, läßt mir die Wahl, Böses, oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Zod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Wenn meiner Sünden Last mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz durch dich erquickt, das ohne dich verzaget. Mich tröstet in der legten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, der vom Gericht mich rettet. 2. Herr, du weißt's, du haft die Tage meines Lebenslaufs gezählt; ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt; früher, als du mich auf Erden ließest einen Pilger werden, da schon schriebst du meinen Teb auf dein Buch, allweiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, werd' ich der Verwesung Raub, mein erblaßter Leib ver=modert und verwandelt sich in Staub. Se wie Frühlingsblus men welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Uthem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib', und freue mich von Herzen, daß ich mit dir vereinigt bleib' auch in des Todes Schmerzen. Und sterb' ich, o so sterb' ich dir; ein ewig's Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Du, Herr, erstand'st; so werd' auch ich nicht in dem Grabe bleiben. Dein Leben, Herr, deß freu' ich mich, kann Todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm' ich auch hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; so geh' ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ewigkeit; mich soll das Grab nicht schrecken. Ich ruh'; nach kurzer 3wischenzeit wirft tu mich auferwecken. Dann will ich dir, o Gotz tessohn, du Menschenfreund, vor 4. Nun, er werde denn zu Staube, werd' im Grabe wieder Erd'; dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einft verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben dennoch nicht auf immer der Verwesung schndder Raub; neu belebt wird einst mein Staub. 5. Durch 476 Verhalten in besondern Umstånden. 5. Durch dein Allmachtswort: gern die Prüfungswelt. Jesus tilEs werde! rufft du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde werd' ich, dein Verklärter, ſein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du mich mit neuen Kräften; und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreit. get meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in meiner lezten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen: sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meis nem Heiland', ihn zu sehn. 6. Hor', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ift da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah'. Der, der einst den Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen; durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihn zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst und an Gottes Gnadenbunde ewig Untheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 734. Mel. Alle Menschen müssen sc. 6. Baterland verklärter From Menschen ist's gesetzt, zu sterben, men, Heil, Unsterblichkeit und Ruh', ihre Herrlichkeit verblüht. Wel cher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sicht? Staub wird dieser Leib on Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und zieht an Unsterblichkeit. was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freus denernten schenkt er denen, die erst hier gesät mit Thránen. Alle Thrånen trocknet er, Sund' und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlangen, dieß verheißne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Dieſe Hütte, 2. Wollt' ich långer hier verwei: len, als es meinem Gott gefällt? Ceinem Reiche zuzueilen, laß ich Tod. Sputte, die zerstäube. Ja ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Ster: ben ein Gewinn; denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wis sen! Dieser großen Hoffnung voll zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich chriftlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug! Getrofter Muth im Tode. 735. Mel. Wenn mein Stündlein ze. Ich eile meinem Grabe zu; ein Schritt, fo bin ich Erde. Uch meine Zuflucht, Gott, bist du, so oft ich zaghaft werde. Was ist die Zeit, in der ich bin? sie fähret wie ein Strom dahin, der niemals wiederkehret. 2. Von Allem, das von Jugend an mir Müh' und Schweiß erreget, ist nichts, das mich erretten kann, wenn meine Stunde schläget. Ich sei geehrt, arm oder reich; mich macht der Tod den Undern gleich, die långst die Erde decket. 477 nen Gliedern trag' ich schon Verwesung, jenes Abfalls Lohn, die Strafe jener Sünde. 3. Ich fühle schon des Todes Macht, die dieses Haus zerstöret, sobald in Finsterniß und Nacht mein Leib zurücke kehret. In mei4. Uch, welch ein fürchterlicher Blick! Wir, die noch heute blühen, gehn morgen in den Staub zurück, wir sterben und entfliehen. Der Mensch, der hier so viel besaß, verwelket, wie ein leichtes Gras auf Bergen, eh' es reifet. 5. Ein Sarg verschließt den Ueberrest von modernden Gebeinen, und sein zerstörtes Haus verläßt der Geist, da zu erscheinen, wo ihm des Ewigen Gericht ein unparteiisch Urtheil spricht, belohnet oder strafet. 6. Jedoch, was fürchten wir die Gruft, als wären wir noch Heiz den? Er, der uns von der Erde ruft, führt durch den Tod zu Freuden. Wer glaubt, der lebt, und stirbet nicht, ob er gleich stirbt; Tod und Gericht drohn ihm nicht ew'ge Strafen. 7. Besiegt hat Tod und Grab' der Held, da er für uns gestorben; er hat das Leben hergestellt, die Hoffnung uns erworben, daß so, wie ihn kein Grab mehr deckt, der Christ, aus seinem Grab' erweckt, zum Leben auferstehe. 8. So laß, nach deiner Weisheit Rath, Herr, meine Stunde kommen. Du bist's, der selbst den Weg betrat, Beschüßer deiner Frommen. Mit dir, mein Jesu, schlaf' ich ein, auf dich will ich begraben sein, durch deinen Urm erwachen. 736. Mel. 478 Verhalten in besondern Umstånden. 736. Mel. Mit Fried' und Freud' zc. Gott, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich einst sterbe, getroft und freudig geh' ich hin: denn zum Er. be, das dort aufbehalten ist, führt mich der Weg des Todes. 2. Ihn werd' ich schauen, dem ich hier geglaubet habe. So hohe Freuden gab er mir schon am Grabe. Wie wird dann, o dann mir sein, wenn ich ihn schauen werde! 3. Mich schrecket nicht des Todes Qual, der Gråber Grauen. Der letzte Weg durch's dunkle Thal führt zum Schauen. Nun geh' ich in Frieden hin, wenn Gott mich ruft zum Grabe. 4. Gieb mir den Glauben Siz meons und Jakobs Freuden. Laß mich beim Unblick jenes Lohns fröhlich scheiden. Segne, Herr, behüte mich, Sperr, gieb mir deinen Frieden. 737. Ich bin, Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner zc. o Herr, in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mein Leben. Du kennest meiner Tage 3ahl, weißt, wenn ich Sterblicher einmal der Welt muß Abschied geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Alwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich sonst, als dich allein, der mich in meiner legten Pein mit Trofte kann beleben? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn ich von dem, was ich gethan, nun Rechenschaft soll geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich důnkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem legten Augenblicke nah', von Todesangst befallen. Der Sinnen Kräfte laffen nach, Gehör und Augen werden schwach, ung kaum kann ich noch lallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hålt Gericht. 4. Schon hör' ich der Posaune Ton, ich sehe meinen Richter schon, vor ihm die Völker stehen. In feiderruflich ist sein Spruch, ihn hinner Hand ist Heil und Fluch, unwi= tertreibt kein Flehen. Nur seiner Frommen Coos ist heil, Verdammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und macht ers retten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern zu erlösen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Bösen. Verschwendern ihrer Gnadenzeit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich; die Sünde hier zu fliehen, Kraft vers leihe. Erhalte mich im Guten treu, daß ich, pom Joch der Sünde frei, mich deinem Dienste weihe. Sc geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. 7. D Tod. 7. O Menschenfreund, dein theus res Blut floß auch für mich; dieß giebt mir Muth, der ich dir ange= hore. Doch fällt in meiner Todespein mir noch ein banger 3weifel ein, so hilf mir, dir zur Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's, der Schwache stårken kann. 8. Ja, ja ich werd', o Herr, mein Heil, an deiner Wonne nehmen Theil, dir nach zum Himmel steigen. Nun sieg' ich über Angst und Noth, nun mögen sich mir Holl' und Tod mit ihren Schrecken zeigen. So lang' ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode ſein. 479 Gnade, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. 738. Mel. Wenn mein Stündlein sc. Herr Jesu Christ, ich weiß es wohl, ich muß, ich werde sterben. Nur weiß ich das nicht, wann ich soll, noch, wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bei dir; die Stunde, Herr, verbirgst du mir, wann ich die Welt verlasse. 2. Sch, meines Glaubens mir be: wußt durch deines Geistes Gabe, weiß, daß ich meine höchste Lust an // dir, mein Heiland, habe; weiß, daß du meiner Sünden Last von mir auf dich genommen hast, damit ich felig werde. 4. Dann geb' ich meine Seele dir in deine Vaterhånde. Erhalt die Kraft zu denken mir, wenn's sein kann, bis an's Ende, daß voll Gedanken, Gott, an dich, die bald ers löfte Seele sich von ihrem Leibe trenne. 5. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, schnell oder angstvoll sterben, so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und heilig sterben könne. 6. Empfind' ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelasſsenheit aus meinem bangen Herzen, so rechne mir dann, Gott, nicht zu, was ich Unrechtes red' und thu', verzeih' der Schwachheit Fehler. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht. beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten. Geh' ich zu deinem Himmel ein, werd' ich mich meines Endes freun, es komm' auch, wie es wolle. 8. Damit ich's könne, laß mich, Herr, stets heiliger auf Erden, in guten Werken fertiger, dir immer treuer werden. Geheiligt musf' ich die nur sein; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, den tröstlichen Gedanken und laß, weil du mein Mittler bist, nie meinen Glauben wanken. Bewahre 9. So kann ich freudig, wo ich meine Seel', o Gott, in deiner bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb 480 Verhalten in besondern Umständen. Sterb' ich, der Tod ist mein Gewinn, denn Christus ist mein Leben: Er wird gewiß zu seiner Zeit auch einen Leib zur Herrlichkeit, zum Himmel auferwecken. 739. Mel..Ich hab' mein' Sach' Gott zc. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre 3Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun zu der gesegten Frist auch unser Lauf vollendet ist, so hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott. Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Auge bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Ungesicht. 4. Drückt uns der Krankheit her ber Schmerz, so stårke das bez klemmte Herz, daß es auch in der Schmerzen Wuth mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'. In unsern Herzen wirke du, Geift Gottes, daß wir gläubig traun und ohne Gram hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn, zeig' uns den Himmel dann von fern. Eaß uns, wenn wir zum Bater flehn, getröstet sehn, wie ber uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Uch Gnad' ergehe dann für Recht. Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 8. D sei uns dann nicht fürchter: lich, erbarme, Vater, unser dich. Wenn unser sterbend Auge bricht, leit' uns dein Licht, so fehlt uns Troft im Tode nicht. 740. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch und Gott, der du litt'st Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Baters Huld erwarbst. 2. Ich bitt' um deiner Leiden Pein, du woll'st mir Sünder gnädig sein. Wenn ich einst komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod; 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine 3unge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herze bricht; 4. Wenn mein Verstand sich nicht befinnt, und Menschenhülfe ganz zerrinnt, so komm, o Jesu, mir behend zu Hülf', erleichtre mir mein End'. 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual. Verzagten Muth, Herr, von mir treib', mit deinem Geiste bei mir bleib'. 6. Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, so nimm sie, Herr, in deine Hånd'. Der Leib hab' in der Erde Tod. Erte Ruh', bis daß dein Tag sich naht herzu. 7. Ein fröhlich Aufsehn mir verleih', mein Retter im Gerichte sei, und meiner Sünden nicht gedenk', aus Gnaden mir das Leben schenk'. 8. Wie du hast zugefaget mir in deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hålt und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen in's Gericht, den Tod auf ewig schmeks ken nicht. Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 10. Bielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn, mit mir zugleich, 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnåbiglich. Uch, Herr, vergieb all' unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unsre Stunde kommt herbei, auch unser Glaub' stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir einschlafen seliglich. 481 starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in der bittern Todesnoth. Herr, erbarme dich! 2. Mitten in dem Tod' ansicht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert deine Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllengluth. Herr, erbarme dich! 3. Mitten in der Höllenangst unsre Sünd' uns treiben. Wo sollen wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heis liger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Herr, erbarme dich! Freudigkeit in Absicht auf den Tod. 741. Mitten wir im Leben sind mit 742. dem Tod' umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad' Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. erlangen? Das thust du, Herr, Komm nur, angenehmer Tod, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Seiliger, Herr und Gott, Heiliger, komm, dein Bild soll mich nicht schrecken. Sündern kannst du Furcht und Noth, Frommen mußt du euft $ 5 erwek 482 Verhalten in besondern Umständen. erwecken. Sterben ist mir ein Gewinn, weil ich Jesu Junger bin. 2. Jesus, der mir Heil erwarb, nahm dem Tode seine Schrecken; er, der für die Sünder starb, lebt und wird auch mich erwecken. Wie er aus dem Grabe stieg, so erlang' auch ich den Sieg. 3. Jesus ist mit mir vereint, Jesus hilft mir kraftig kåmpfen. Sollt' ich dich, den legten Feind, nicht durch Jesu Gnade dåmpfen? Ja, er selbst, mein Leben, spricht: Glaub' an mich, so stirbst du nicht. 4. Nun dir, deß ich lebend war, sterb' ich, wenn du willst, mit Freuden; mich soll keine Tod'sgefahr, selbst das Grab von dir nicht scheiden. Auch im Sterben bist du mein, auch im Staube bin ich dein. 743. Senn, Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c. Jesu, meine pilgerzeit nun ganz burchlebt ist, und der Streit des Glaubens ausgeftritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, dann komm, o Heiland, schweige nicht zu meinen letzten Bitten. Erhöre mich, wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz bebt, sage dann: Die Sund' ist dir vergeben. Uch wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, sprich dann, Heiland, sprich: Nicht ster: ben sollst du, leben. Ein Wort von dir nur, und mir gnügt; des To= des Schrecken sind besiegt. 3. Nicht sei mir dann dein Ungesicht, wie's Missethåtern ist, Ges richt; Erbarmen, nicht Verderben. Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie bereiteten, zu sterben. Uch furcht= bar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht! 4. Und sterben, sterben wird den Tod, der ewige Verwerfung droht, wer, Herr, dein Heil nicht achtet. Wer nicht durch deine Gnade rein von Sünden ist und dein zu sein, sich weigert, dich verachtet, ach den ergreift der Tod, der Tod, der ewige Verwerfung droht. 5. Er drohe; Jesu, der ist frei, wer dir geweiht ist, dir getreu, ihm ist er keine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht in jener Nacht. Sie schreckt mich nicht, mir wird der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg; doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 6. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigkeit erfüllt, mit Freudigkeit zu sterben. Ich glaub' an ihn und bin gewiß: er führt mich aus der Finsterniß zu seiner Freuden Erben. O welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an! 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, Kraft, den schwersten Schritt der Pilgerschaft mit Freudigkeit zu enden. Sprich zu den bangen Seelen: Ich bin euer Heiland, freut euch Tod. euch! sprich: ich will euch nun vollenden. Erquicke sie; und nach dem Streit erhöhe sie zur Seligkeit. 744. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Hier ist nur mein Prüfungsstand, hier ist nicht mein bleibend Erbe; dort, dort ist mein Vaterland, das erreich' ich, wenn ich sterbe. Preis und Dank für meinen Tod bring' ich dir, o Herr, mein Gott. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet, nie ge= denk' ich ernstlich dein, ohne deiner mich zu freun. 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Heiland, hat in dir meine Ståtte mir bereitet; und an allem deinen Heil hat auch meine Seele Theil. 4. Nahe sei mir, oder fern dieses Heil, das ich verlange; ringen will ich, daß vom Herrn ich, was er ers warb, empfange. Freudig seufzet dann mein Geift: Bande der Naz tur, zerreißt! 5. Dwie wohl wird's dann mir sein, wenn ich dich einst in der Nähe, die du kommst, mich zu befrein, Stunde meiner Heimfahrt, sehe; wenn den Leib des Grabes Gruft, und den Geist sein Schöpfer ruft. 6. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Uebertreter kann froh 483 nicht sterben, er muß zittern. Gottes Kinder zittern nicht: denn sie dringen durch's Gericht. 7. Daß ich diese Freudigkeit einst in meinem Tod' empfinde, mache siegreich mich im Streit, Jefu, wider Welt und Sünde; stårke mich im Kampf und Lauf, nimm mich endlich gnädig auf. 745. Mel. Schap über alle Schäße sc. Das Biel von meinen Tagen ist mir vielleicht bald nah'; doch foll mein Geist nicht zagen, wär's auch schon heute da. Des Todes Bitters keiten, wie bald verfliegen die; und gegen Ewigkeiten voll Wonne, was sind sie? 2. Ja guten, frommen Seelen gewährt der Tod nur Glück. Was kann sie weiter quâlen? sie schaun befreit zurück. Der Erde Kümmernisse kennt jenes Leben nicht, und alle Finsternisse verwandeln sich in Licht. 3. Drum wart' ich ohne Beben, Tod, deinen Augenblick. Durch dich geh' ich zum Leben; ist dieß nicht wahres Glück? Wenn Freunde trostlos weinen, dann tröfte dieß ihr Herz: Gott wird uns einst vereinen und geben Lust für Schmerz. 746. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wenn einst mein sterbend Auge bricht, mein legter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst 52 es 484 Verhalten in besondern Umstånden. es nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn um mich, den EntSchlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen, 2. Dann, Bater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preift, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Chránen klagen; laß sie sich mehr meiner Bonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschlie: Ben. Heil mir, das Grab wird dennoch dir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod' mein Leib zu Staub ver: modert? wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wiederfodert? D Hoffnung, daß nach kurzer Ruh' mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick auf bich nach meinem Biele trachten, und mich dem Biele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu em pfahn, das Jefus mir erworben. 747. Mel. Christus, der ist mein 2. Ich geh' einst ohne Beben zu meinem Tode hin: denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich schaue nicht die Schrecken der freudenteeren Gruft; der wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geb' ich hin mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 748. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin in Gottes Willen, getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat; der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen laß'n, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil, in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großer Gnaden, zu feinem Reich die ganze Welt heißen laden, durch dein theuer heilsam Bort an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volks Israel der Preis, Ehr', Freud' und Wonne. 749. Mel. Tod 749. Mel. Mit Fried' und Freud' ich zc. Setroft und freudig geh' ich hin, sung Raub. in Gottes Willen ergeb' ich mich. Er, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben; mein Heil, mein Friede sei mit dir, du sollst leben. Fürchte nichts; denn du bist mein, ich habe dich erlöset. 3. Dieß ist mein Troft, ich bin erlöst und Gottes Erbe. Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Tod, dich hat sein Urm entwaffnet. 4. Er ist mein Fels; auf ihn allein will ich vertrauen. Ich seh: ne mich bei ihm zu sein, ihn zu schauen, dürstet meine Seele lang', und dort ihn anzubeten. 5. Im legten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden. Ganz unsterb: lich, wonnevoll fall' ich vor ihm dann nieder. Wider die Todesfurcht. 485 Höhle, nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub, drum wird sie der Verwe750. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. W Sarum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine 2. Du, zur Unsterblichkeit erles sen, schwingft dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Ungesicht zu Ungesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen, der Weisefte umsonst begehrt, dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach den erblicken, den hier allein dein Glaube sieht, ihn, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Ruh'; zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre långer nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. 751. Mel. Nun sich ber Tag geenbet ac. Mir soll nicht vor dem Tode graun, mir nicht: ich bin ein Christ. Der kann den Tod nicht zaghaft schaun, der Jesu Jünger ift. 2. Der Verhalten in besondern Umstånden. 486 2. Der starke Heiland nahm für mich dem Tode die Gewalt; der. Tod bat, seh' ich, Herr, auf dich, die lieblichste Gestalt. 3. D welcher großer Unterschied! Wer Gott nicht glaubt, erschrickt; der Gläubige wird hoch erfreut, wenn er das Grab erblickt. 4. Das finstre Grab, mein lektes Haus, betrübt und schreckt mich nie. Hpier ruhen Gottes Pilger aus; wie fanfte ruhen sie! 5. O meine Brüder, ruht' ich doch nur bald so fanft, als ihr! Shr habt gesiegt; ich feufze noch bei manchem Kampfe hier. 6. Ich seg' auf Güter dieser Welt nicht meine Zuversicht: der, dem die eitle Welt gefällt, der kennt den Himmel nicht. 7. Der Fromme lebt und stirbt beglückt, sein Kreuz schickt Gett ihm zu; er siecht, und wird vom Herrn erquickt; er stirbt, und kommt zur Ruh'. 8. Ich weiß nicht wie, nicht wo und wann mein Tod bestimmet sei; das weiß ich, mir, dem Sterbenden, steht mein Erlöser bei. 9. Herr, wenn, wer mich geliebet hat, bei meinem Grabe weint, so tröst' und lieb' an meiner Statt den frommen, treuen Freund. 10. Gieb, wenn mein Geist von hinnen fåhrt, daß meine Glaubenstreu' für'e Chriftenthum und seinen Werth ein klares Zeugniß sei. Seliger Tod. 752. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Der legte meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn. Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott segt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn. Daß ich ganz selig werde, entschwing' ich mich der Erde und geh' zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod; der reißt die Sündenglieder, den trågen Leib darnieder, mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder, in ihre hohen Lieder stimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit größern Freuden die Tod. die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber feiner Frommen sind Saat von ihm gesåt; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. men, 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes fenden wirst. Erhalt' mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird komdie mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn: mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Seil mir, er ist nicht fern, der lette meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgefang dem Herrn. 753. Mel. O Welt, sich hier dein Leben 2c. Wie fanft fehn wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Biele nahn. Wo sich des Lebens Freuden vom fre: chen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 487 pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, der ihn zu sich ruft. 4. Hier fließen keine Chránen der Angst, hier åchzt kein Stöhnen der Reu', die ihn zerreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, empfångt den Trost von oben, und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen, erfüllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 6. Voll froher Jubellieder sieht er zur Erde nieder, und schwingt sich himmelan; er stimmt in frohe Chöre Unbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Heiland', an. 7. Laß, Jesu, mich bestreben, so in der Welt zu leben, wie man dieß Heil erwirbt, damit ich, als ein Erbe der Seligkeit, auch sterbe so freudig, wie ein Frommer stirbt. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf; gesichert vor Verderben kann er nun fröhlich sterben nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der freuden: leeren Gruft; die dunkeln Todes754. Mel. Nun laßt uns den Leib ze. Des Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, er: hellt von deinem Licht, bebt vor des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es fällt nur diese Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, wie zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel! dieß Streben nach der Ewigkeit ers hebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich 488 Verhalten in besondern Umstånden. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsgrund, der niemals trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt; so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zufag' aufgeklärt! 755. 6. Glücksel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. sich; ich seh' im Geift des Chriz Selig sind die, welche nun in dem sten Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Vollendung meines Glücks. friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dank' ich's dir? Stets folgte kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, bleibt ewig, segnet uns verrückt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll, erwart' ich, was mir werden foll, wenn ich, von Sund' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 12. Wenn hier von uns, tie Gott vereint, der Legte nun hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sei. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein: er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Laft, der Trennung Schmerz. 2. Gott, du willst's. Wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott. 3. Jesus selber lebte hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Uch vielmehr, vielmehr, als wir, hat er auf der Welt gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Uch nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott bald verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nügen, und beim Schluß der Pits gerschaft Tod. gerschaft wolleft du uns unter: ftigen, daß wir glaubig auf dich ſehn und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirft auferwecken, diesen Trost der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöße Muth und Ruh' uns ein, felbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todien Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! 756. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. We Ser weiß, wie nahe mir mein En: de! Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Uch wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang' ich lebe hier auf Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' ic. 3. Herr, lehre mich an's Ende denken, und laß mich, eh' ich sterben muß, die Seele hin zu Jefu lenken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' zc. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage froh in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' ic. 489 5. Uch lenke stets mein Herz zum Himmel, verbittre mir die Luft der Welt, daß mir in diesem Erde getůmmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' ic. 6. Uch Bater, decke meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst gewünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' zc. 7. Ich weiß es, Jesu Tod und Wunden beglücken auch mein Sterbebett; da find' ich Trost in Todess stunden und Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' zc. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' ic. 9. Ich habe Jesum angezogen schon långst in meiner heil'gen Tauf', du bist mir auch daher gewogen, nahmst mich zum Kind und Erben auf. Mein Gott, ich bitt' ic. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegef= sen, sein Blut hab' ich getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt' ic. 11. So komm' mein End' heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib' in seinen Sorgen auch dann, wenn mich der Tod hinrückt. Mein Gott, ich bitt' zc. 12. Ich leb' indeß in dir vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß zufrieden, wie mein Gott es füget. Ich glaub' und bin es ganz gewiß; durch 490 Verhalten in besondern Umständen. durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. 757. Mel. D Gott, du frommer Gott ze. du dreiein'ger Gott, den ich mir auserlesen, gedenk' an deine Güt', die vor der Welt gewesen und sei mir Sünder doch, o Gott, stets gnädig hier, daß ich recht christlich leb', und sterbe sanft in dir. 2. Ich lege Leib und Seel', o Gott, in deine Hände. Uch lehre du mich stets gedenken an mein Ende, auch sterben, eh' ich sterb', und mach' mir tåglich kund: Auch du mußt sterben, Mensch, es ist der alte Bund. 3. Weil Jesus mir zugut geftorben, wie geboren, so glaub' ich ganz gewiß, ich werde nicht verloren. Weck' mich nur zeitig auf, daß ich bereitet sei, wie du mich haben willst, wenn mein End' kommt herbei. 4. Ich traue deiner Treu' durch Jesu Blutvergießen, und mag auch weder Zeit, noch Urt des Todes wissen. Komm, wann, wie, wo du willst; nur daß ich selig sterb', durch Jesu Blut und Tod das Himmelreich ererb'. 5. So lang' allhier ich leb', und, wenn ich werd' entschlafen, geb' ich, Gott Vater, dir das, was du hast erschaffen, Gott Sohn, was du erlöst, das übergeb' ich dir, Gott heil'ger Geist, was du geheiligt, nimm zu dir. 6. Mein Jesus komme mir stets vor in seinem Leiden und sage, daß mich nichts, nichts, nichts von ihm soll scheiden. Er reiche mir die Hand in meiner Todespein, versichre mich: ich soll nicht, nicht verloren sein. 7. Bor Sünden, Holl' und Tod und vor des Grabes Schrecken, mein Jesu, schůge mich, laß deine Huld mich decken. Gieb einen Vorschmack mir der ew'gen Seligkeit, so weichet das Gefühl der Todesbitterkeit. 8. Die, so ich hinterlaß', versorge, schüß', und liebe und gieb, daß mich im Tod' nichts hindre noch betrübe. Erhalt' mich bei Verstand und einem frohen Muth, daß mitten im Gebet ich sterb' auf Jesu Blut. 9. Nun geb' ich meinen Geist nochmals in deine Hände und warte, bis du kommst mit einem fel'gen Ende. So schließ' ich froh im Tod' die můden Augen zu. Bis an den jüngsten Tag schenk' eine sanfte Ruh'. 10. Ich weiß, durch's Lammes Blut werd' ich schon überwinden und einen gnåd'gen Gott im Tod' und Leben finden. Ich halte mich an Gott und meines Jesu Blut, ich weiß: Gott macht es schon mit meinem Ende gut. 11. Ich sage men drauf in meines Jesu Namen. Bestätige du selbst, mein Herr und Gott, dieß Umen. Du, du versicherst's mir und rufft mir liebreich zu: Sei Tod. Sei nur getrost, mein Kind, geh' ein zu deiner Ruh'. 758. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein folches Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnawie ich recht selig sterben den an, kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blumen mússen bald verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hålt. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Undrer aus der Welt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende gut und selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch, wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm' ich jede Stelle ein, die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mir's gleich, und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. 491 Fürbitte für Sterbende. 759. Mel. Mitten wir im Leben 2c. in Stärke, die zu dieser Zeit, da wir, Herr, dir singen, müde, stumm, kaltem Schweiß mit dem Tode rins gen. Du nur kannst sie erquicken. Sie liegen da, und sehn hinab in das schauervolle Grab. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Troster, du ewiger Gott, laß sie nicht versinken in des Todes letter Ungst. Erbarm' dich ihrer. 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne. Allein kein Trunk mehr kühlet die. Darum beten wir für sie. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr, Gott, im Gericht' erbarm' dich ihrer. 3. Uch selbst Jesus Christus hat diesen Kelch getrunken, ist, von vielmehr Qual umringt, in das Grab gesunken. um seines Todes willen hör' unser thránenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tröster, um Gnade für sie! Laß sie sanft entschlums mern. Trockne, trockn' in jener Welt alle ihre Thränen. Begråb 492 Verhalten in besondern Umstånden. Begräbniß. 760. Es ist genug. So nimm, Herr, meinen Geist zu jenen Geistern hin, los auf das Band, das nun allmählig reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Retter sehnet, der täglich klagt, der nächtlich thrånet. Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt bei sündlicher Begier. Der Sünden Gift hat manches Gut' erstickt, ich bleibe fehlend hier. Oft regt sich, was von Gott kann scheiden, was mir kann rauben jene Freuden. Es ist ges nug. 3. Es ist genug der Trübsal, welche mir so schwer mein Leben macht. O harte last, wie traurig geht mir's hier! Ich schwemme manche Nacht mein Lager, o mein Gott, mit Thränen; wie lang', o Herr, muß ich mich sehnen! Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er fennet ja mein Herz. Ich harre sein, und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurůcke legt und zu mir faget: Es ist genug. 5. Es ist genug. Herr, wenn es bir gefällt, so führe mich hinaus. Mein Jesus kommt. Nun geh' ich aus der Welt hin in des Vaters paus; ich gehe sicher hin im Frieden, mein ganzer Jammer bleibt bienieden. Es ist genug. 761. Es ist nun aus mit meinem Leben; Gott nimmt es hin, der mir's geges ben. Wer fragt noch: warum thust du das? Mein Lebenslicht ist ausgegangen, zum Himmel eil' ich mit Berlangen; befreit von allem Neid und Haß. Es ist nun aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 2. Komm, Todestag, komm, Lebenssonne, du bringest mir mehr Lust und Wonne, als mir die Erde geben kann. Du machst ein Ende meinen Leiden, die sich mit meinen Jugendfreuden, schon mit der Kindheit fingen an. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 3. Gott Lob, nun kann ich recht genesen. Der Himmel ist mein Ziel gewesen; die Erde nicht, das Trauerhaus. Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir den Weg zu Gott kann weisen; mit Freuden folg' ich ihm hinaus, hins aus. Gott hat es wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 4. Wie gern will ich von dir nun scheiden, von dir und allen deinen Leiden, o Welt; mein Leidensort warst du, wo manches Blendwerk mich verwirrte, daß ich zum Abweg mich verirrte; bei dir find' ich doch nimmer Ruh'. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 5. Welt, gute Nacht! behalt' das Deine, und laß mir Jesum als das Meine: Begräbniß. Meine: denn meinen Jesum laß ich nicht. Euch tröste Gott, ihr, meine Lieben. Laßt meinen Tod euch nicht betrüben, da mir durch ihn so wohl geschicht. Mein Leid ist aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 6. Was wolltet ihr nach mir euch sehnen? Uch stillet, stillet eure Thränen, da meine schon gestillet sind. Mir wischt sie Jesus von den Augen, was sollen denn die euren taugen? Ich bin bei Gott und Gottes Kind. Was Jesus thut, ist wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 762. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. Selig find des Himmels Erben, die Todten, die auf Christum fterben, sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'. Hilf, o Jesu. Bor Gottes Thron, zu dir, Sohn, begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Unbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist. Er sant, wie wir, in's Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thránen. Er hat's vollbracht. Nicht Tag, nicht Nacht wird dort an seinem Throne sein. 493 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, ber Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun, nun bist du uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr: der Tod ist nun nicht mehr. Preiset Jesum: er sank hinab, wie wir, in's Grab, er ging zu Gott; wir folgen ihm. 763. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir såen ihn; einst blüht er auf, und steigt verktårt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht der= einst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort bei Gott erquickt. Hier wandelt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab; nun wischt Gott seine Thránen ab. Was sind die Leiden dieser Seit doch gegen jene Herrlichkeit! 6. Nun, 494 Verhalten in besondern Umstånden. 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'. Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch frommes Leben uns bereit. 7. Uch Jesu Christ, dein bittrer Tod stårk' uns in unsrer legten Noth. Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. 764. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. Do gieb denn, fromme Christenschar, der Erde das, was Erde war, verschaff' dem Müden hier im Sand' die Ruhe, die er einst nicht fand. 2. O Ruhe, Wunsch des Dürftigen, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Chráne weiter fließt. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, hier findet der Gedrängte Schuß, hier wird im süßen Schlaf, erquickt, den manche Hig' und Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück, der bloße Mensch bleibt nur zurück. Ein Sarg nur und ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist sein saurer Bauf. Der Geist eilt in sein Vaterland, ist ganz beglückt in Gottes Hand. 6. Gebracht zur Schar der Sies genden und zu der Engel Taufenden, schaut solcher Gott nun, wie er ist, und seinen Heiland, Jesum Christ. 7. Nimm den entseelten Leib, 0 Gruft, bis ihn einft Jesus Christus ruft, bis er, was nun der Tod zers stört, einst neu belebet und verklärt. 8. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Zod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn. 765. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. Nun bringen wir den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zus leßt der Zod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenss zeit, auf's Sterben folgt die Ewigs keit. Wie wir die Zeit hier anges wandt, so folgt der Lohn aus Gots tes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. D Begräbniß. 6. O sichrer Mensch, besinne dich: Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du ster: ben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt', o Gott, durch Chrifti Blut, mach's einst mit meis nem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seine Seele wahr. 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah', Herr Jesu Christ, mach' uns das Sterben zum Gewinn, zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du lebensfürst, die Gråber måchtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn, und dann dein Untlig ewig sehn. 495 4. Sein Jammer, Trúbsal und Elend ist kommen zu ein'm sel'gen End'. Er hat getragen Christi Joch, er starb, und dennoch lebt er noch. 766. Nun lasset uns den Leib begrab'n, indem wir keinen Zweifel hab'n, er werd' am jüngsten Tag' aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd' ist er und von der Er den, wird auch zur Erd' wieder werden, doch von der Erd' einst auferstehn, wenn Gottes Stimme wird ergehn. 3. Die Seele lebt nun froh bei Gott, der sie von aller Sündennoth aus großer våterlicher Gnad' durch seinen Sohn erlöset hat. 5. Die Seele lebt ohne alle Klag', der Leib schläft bis zum jüngsten Zag', an welchem Gott ihn wirdverklår'n und ew'ge Freude ihm ge= währ'n. 6. Hier ist er in Ungst gewesen; dort aber wird er genesen, in ewiz ger Freud' und Wonne helle leuchten, als die Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier in Ruh', und gehn nach unsern Häusern zu und schicken uns mit allem Fleiß: der Tod kommt uns auf gleiche Weis'. 8. Das helf' uns Christus, der uns tröst' und uns durch sein Blut hat erlöst von Todesfurcht und ew'ger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr' allein. 1. Begrabet mich nun immerhin, wo ich so lang' verwahret bin, bisGott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich werd' ich durch den Tod zu Erd' und Asche, Staubund Koth; doch wird dieß schwache Fleisch und Bein von meinem Gott bewahret sein. 3. Der Seele schadet nicht der Tod: sie lebt bei Christo, ihrem Gott, der durch des Todes Bitters keit sie hat erlöst zur Seligkeit. 4. Was 496 Verhalten in besondern Umständen. 4. Was mich für Zrübsal bat zur Himmelfahrt. Ach aber, ach verlegt, wird nun mit Himmelsluft was fühlt das Herze, darunter ich ersett; die Welt war mir ein gebildet ward. Dir sei der treuste Thránenthal, dort aber ist der Dank gebracht, getreue Mutter, Freudensaal. gute Nacht! 5. Wenn einstens Erd' und Himmel bricht und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verklärt erstehn, unsterblich in den Himmel gehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt' ich in meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, als lauter Herrlichkeit und Luft. 7. Ia laßt mich nur in meiner Ruh' und geht nach eurer Wohnung zu. Ein Jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig sterben mag. Bei dem Tode eines Kindes. 767. Mel. Wer nur ben lieben Gott se. ich Ich sterbe schon, o Glück, sterbe, damit ich ewig leben kann. Daß ich nicht in der Welt verberbe, nimmt mich der Herr mit Ehren an. Mein Lebenslauf ist bald vollbracht, Gott Lob, ich sterbe, gute Nacht! 2. Ich sterbe schon, ich sterb' im Glauben, ich sterbe Jesu, der mich liebt. Nichts wird mich sei men Händen rauben. Mein Vater, sei nur unbetrübt: der höchste Vater hat ja Macht, sein Kind zu rufen. Gute Nacht! 3. Ich sterbe schon. Nach kur zem Schmerze wird mir der Tod 4. Ich sterbe schon. Ihr liebsten Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um meinen Leib nicht weinen: die Seel' ist ja in Gottes Hand. Ich sehe schon des Himmels Pracht. Lebt wohl, ihr Freunde, gute Nacht! 5. Ich sterbe schon. Es wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub. Dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben, du seist, wie ich, nur Usch' und Staub. Sei stets auf's Ewige bedacht, und sprich zum Eiteln: Gute Nacht! 6. Ich sterbe schon! Lernt Alle sterben. Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Wählt doch nicht thỏricht das Verderben; wählt klüglich Heil und Seligkeit. Nehmt eure Seelen wohl in Ucht. Gott mach' euch selig. Gute Nacht! 768. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner sc. Für deinen Himmel reiften sie, ach! meinem Wunsch nach viel zu früh; doch, Herr, nach deinem Willen. Wie blutet mein verwundet Herz, wie kämpf' ich wider meinen Schmerz, und weiß ihn nicht zu stillen! 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh. 2. Uch Verhalten zu besondern Zeiten. 497 2. Ach meine Kinder sind nicht bist und fühleft, was ein Vater mehr! Vorbei ist meine Hoffnung, leer von Freud' ist nun mein Leben. Ich sah sie wie den Frühling blühn, dir, Gott, hofft' ich fie zu erziehn, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreun, einst 3eugen meines Todes sein. ist, laß mich nun gehn und wei nen. Berzeih' den Trieben der Natur; nicht murren, weinen will ich nur. 3. Du aber sprachst: Sie sind mir schon erzogen, gieb sie mir, mein Sohn, hoch will ich sie erhöhen; sie werden nicht dein Alter freun, nicht deines Todes Zeugen sein, du sollst sie sterben sehen. Dein Will', o Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben sah. 4. Ja, ich verehre dein Gebot; laß mich nur meiner Kinder Tod, Barmherziger, beweinen. Du, der du Uller Bater VII. Verhalten zu besondern Zeiten. Lebenszeiten. Geburtstag. 769. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Mit Freuden, Gott, lobsing' ich dir. Du riefft auch mich in's Leben und gabst so Leib als Seele mir, zu dir mich zu erheben. Gesegnet sei der Augenblick, da ich zu meinem ew'gen Glück das Licht der Welt erblickte. 5. Auch meine Thränen preisen dich: sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns, selbst in Erkenntniß deines Sohns, in aller Zugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir, bisher vertrautest du sie mir. 6. Mit Thränen preif' ich dich auch einft, wenn du zum Weltgericht erscheinst, ach dann mit Freudenthrånen. Dann werd' ich meine Kinder sehn, mit ihnen vor dem Throne stehn, mich nicht mehr troftlos fehnen. Ich werd' ihr Bater wieder sein und ewig mich mit ihnen freun. 2. Ich ward durch meine Taufe dir zum Kinde dargegeben; und du, mein Gott, verheißest mir durch sie ein ewig Leben. Vom ersten Odem an schon dein, mit Leib und Seele dein zu sein, o welch ein Seil und Segen! 3. Du reichtest deine Kraft mir dar; den Odem, den ich hauchte; den Schlaf, der mir so heilsam war; gabst Alles, was ich brauchte. Ich war so hilflos, war so schwach; und doch, o Bater, doch gebrach mir niemals Hulf und Pflege. 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch milde sanfte Triebe; der Mutter Brust empfing von dir 498 Verhalten zu besondern Zeiten. dir den Eifer ihrer Liebe; und gen; doch überlaß ich hoffnungss beiden ward, mir unbewußt, die voll, dieß, Vater, deinen Sorgen. Mühe der Erziehung Lust, mir ihre Ich fürchte nicht die Ewigkeit, Sorge Segen. wenn ich in meiner Pilgerzeit nur fromm und heilig lebe. 5. Ich lernte fühlen, hören, sehn; versuchte bald zu stammeln, der Eltern Winke zu verstehn, Gedanken einzusammeln; ich lernte Recht, Geseß und Pflicht aus Beispiel, und aus Unterricht und aus der Fehler Strafen. 6. O wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu; du führtest mich zur Tugend; du hemmtest meiner Thorheit Lauf; ich fiel, du halfft mir wieder auf durch Lehrer und durch Freunde; 7. Du führtest mich nach deinem Rath auf allen meinen Wegen; du kamft, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen; dein Schuß war meine Zuversicht; im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden; 8. Oft hießest du mich Pfade gehn, die ich nicht wandeln wollte; der Ausgang lehrte mich verstehn, warum ich folgen sollte; oft dacht' ein Feind, nun woll' er mich verderben; doch er ward durch dich ein Werkzeug meiner Freude. 9. So weislich hast du jederzeit, mein Vater, mich geleitet, durch jede Widerwärtigkeit viel Segen mir bereitet. Sch bete dich bewundernd an. O daß ich nicht so danken kann, wie ich dir danken sollte! 10. Wie lang' ich hier noch wallen soll, hast du mir zwar verbor: 11. Wohl mir, wenn ich versis chert bin, daß ich einst selig werde. Ist deine Gnade mein Gewinn, was frag' ich nach der Erde? Wie werd' ich dann dich, lebensfatt, wenn meine Seele dich nur hat, auch noch im Tode preisen! 12. Fern oder nahe sei mein Tod, wenn er mir nur am Biele, gleich einem Freunde, winkt, nicht droht, ob ich sein Graun gleich fühle. Wenn du nur dieß Gebet erfüllst, so rufe, Gott, mich, wenn du willst. Ich will mit Freuden folgen. 770. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. Du låst den Tag mich wieder sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergebn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Urm bis ist ganz unverdient so våterlich gesegs net und beschüßt. 3. D hätt' ich doch aus Dankbars keit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, mein Gott, fleh ich zu dir, vergieb mir meine Schuld, und schaff' ein bekres Herz in mir nach deiner Vaterhuld. 5. Spilf, Lebenszeiten. 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig dankbar sei. 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang' ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 7. Bald ist vielleicht mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Darf ich von meiner Pilgerzeit den legten Tag dann scheun? Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. 499 du Herr von meinem Leben. So fei sie denn auch dir geweiht, geweiht zum frommen Leben. 2. O stårke den Entschluß in mir um deiner Liebe willen, und gieb mir Kraft, sie kommt von dir, ihn treulich zu erfüllen. 3. Du bist mein Vater, ich dein Kind, mein Glück ist, dich zu lieben. O mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben. 4. Du gabst mir den vernünft' gen Geist, damit er schon auf Erden dir, den der ganze Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden. 5. D lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszuschmücken: denn meine Tage fliehn dahin gleich schnellen Augenblicken. 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, wie dieser Leib von Erde. Hilf, daß er nie des Lasters Raub, ein Raub des Elends werde. 7. Laß mich vor allen Dingen dir nur zu gefallen streben. Was dir mißfällt, sei fern von mir in meinem ganzen Leben. 8. Vor stolzer Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend. Ihr Vorzug sei Bescheidenheit, ihr wahrer Schmuck die Tugend. 9. Gieb mir den sanften stillen Geist, der Undre nie verachtet, der dich durch Herzensdemuth preist, sich stets zu bessern trachtet. Jugend. 771. 10. Den Reiz der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzün= den er macht mich untreu meiner Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Dein ist auch meine Jugendzeit, Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. 11. Bewahr' mein Auge, daß es nie unreine Lüfte nåhre, und meine Seele, Gott, daß sie die Wollust nicht versehre. 12. Den Umgang, der Verführung droht, und alle Sündenfreuden, laß mich weit mehr, als selbst den Tod, mit kluger Borsicht meis den. 13. Die Zugendhaften las in mir ein Herz, wie ihres, finden, verknüpf' in Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Glück empfinden. 14. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile Lehreft, 312 ich 500 ich will dich preisen, Herr, mein Gott, wenn du mein Flehn erhöreft. Verhalten zu besondern Zeiten. 772. Mel. Ermuntre vich, mein sc. Ich trete vor dein Ungesicht, du Schöpfer meiner Jugend. Verwirf mein kindlich's Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. Der du den Säugling beten Lehrft, und gern sein stammelnd Flehen hörft, hör' auch mit Wohlgefallen mein betend Lied erschallen. 2. Mein Weg ist schlüpfrig; wer erhålt mich, daß mein Fuß nicht gleite? wer führt mich sicher in der Welt, und geht mir treu zur Seite? wer warnt mich, wenn Gefahren drohn, und lehrt mich in der Ferne schon, daß sie mich nicht erreichen, die Klugheit, auszuweichen? 3. Eh' ich dich kannte, hast du mich in Mutterleib' bereitet, und durch die Kindheit våterlich mich bis hieher geleitet. Jegt, Herr, da ich dir danken kann, nimm dich auch meiner Jugend an, daß ich auf meinem Wege unstråflich wandeln möge. 4. Mein Herz, noch unverführt und rein, ist jung und unerfahren; wie leicht, geblendet durch den Schein, stürzt es sich in Gefahren! Uch mache mich mir selbst bekannt, und gieb mir Weisheit und Verstand, stets auf dein Wort zu schauen, und nie mir selbst zu trauen! 5. Du pflanztest, Herr, in meine Bruft die Triebe zum Vergnügen, ach, stárke mich, den Hang zur Lust der Sünde zu besiegen. Dein uns ausbleibliches Gericht vergesse meis ne Seele nicht und lerne fromme Freuden von Lüften unterscheiden. 6. Bon dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin gang von dir umgeben; vor dir bedeckt nicht Mitternacht, noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; vor deinem Ungesichte steht sie im hellen Lichte. 7. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trägheit, die den Geist verzehrt laß nie zu ihren Sünden, o Gott, und jeden Trieb zum Lafter nåhrt, mich willig finden. 8. Wenn sich auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich klüglich fliehen. Ihr süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 9. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig: denn er macht mich gerecht vor dir, und meine Steige richtig. Nicht 3weifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, noch Lust zu widersprechen, laß meinen Glauben schwåchen. 10. Der Zugend heilige mich gang, mein Schöpfer und Erhalter. Sie Lebenszeiten. Sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Ulter. Erhalte mein Gewissen rein. Laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Zugend ware. 501 daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertraun zu dir, des Les bens Rest vollende. 5. Erhalt' mich in Vergnügsams keit auch bei den größten Plagen, und hilf mir mit Gelassenheit die Last des Ulters tragen. 11. Uch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit kluger Thåtigkeit auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht umsonst sein, segne sie. Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 12. Erhöre gnådig mein Gebet, du Schöpfer meiner Jugend, erhör' ૨૩. Meine Seele fleht um Weis8. Da drückt mich keine Schwachheit und um Tugend. Mein ganz heit mehr; verjüngt werd' ich da zes Leben dank' ich dir. Weich' nur, Erbarmer, nicht von mir, damit ich meine Wege unsträflich gehen moge. leben und wonnevoll dir Preis und Ehr' für deine Treue geben. und bist es noch im Alter. Verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter. 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjahre und steh' am Rande meiner Zeit; nab' sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Batertreu', die mich bis hieher brachte, mir wohl that, und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte. 4. D sei auch fernerhin mit mir, 6. Viel heitre Tage gabst du mir, Wie sollt' ich denn anjetzt von dir befreit von Sorg' und Gråmen. nicht auch die trüben nehmen? 7. Es dauert ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann gewährt die Ewigkeit mir ungestörte Freude. 9. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und tåglich dieß mir nahe Glück zu meis nem Troft bedenke. Alter. 773. Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Stets warst du meine Zuversicht, meine Hütte breche. 10. So bleib' ich in Zufriedenheit auch bei des Ulters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß 774. mel. Dir, bir, Jehovah, will ich ze. Herr, meines Lebens Kraft und Stårke, so Herz, als Mund stimmt dir ein Danklied an. Je mehr ich auf die Proben merke von deiner Huld, die ich nicht zählen kann, je mehr wird mir die Liebe wunderbar, die stets so sehr für mich geschäftig war. 2. Sie 502 Verhalten zu besondern Zeiten. 2. Sie sorgte für mein Heil und Leben, noch eh' ich war, bereits von Ewigkeit; sie hat das Größte mir gegeben, den Sohn, der, mich zu segnen so bereit, auch mir zum Heil für meine Sünden starb und mir des Lebens größten Trost erwarb. 3. Du hast, mein Vater, mich erwählet, daß ich dein Kind, daß ich dein Erbe ſei. Du hast mich zu der Schar gezählet, die, von der Sünde Macht durch Jesum frei, in seiner Kraft auf deinen Wegen geht und deinen Ruhm mit Preis und Dank erhöht. 4. Wie treulich hast du mir ge= zeiget, was Wahrheit sei, von meiz ner Jugend an; wie kräftig mir mein Herz geneiget, zu lieben dich, zu gehn auf rechter Bahn; wie våterlich haft du für mich gewacht; mit wie viel Segen mich voll Huld bedacht! 5. Ich that so oft nicht deinen Willen, ich unterließ so manche theure Pflicht. Und dein Gebot ganz zu erfüllen, vermag ich Schwa= cher auch anjeßt noch nicht. D stehe mir mit deiner Gnade bei und sprich von meiner Schuld mich ewig frei. 6. Du thuft's; ich traue deiner Gute, die mich durch Christum unaussprechlich liebt. Ich seh' mit fröhlichem Gemüthe, wie deine Spuld mich trågt und mir vergiebt, und jauchze froh, so schwach ich immer bin: Im Alter auch wirft Gott mich nicht dahin. 7. Du hast mich eine Bahn geführet, wo jeden Schritt ein neuer Segen schmückt. Durch dich, dem aller Dank gebühret, war Rath und That für mich so oft beglückt. Ich fühlte stets, auch mitten in Gefahr, wie stark dein Urm zu meiner Hülfe war. 8. Und noch, da mir die Kråfte schwinden und wenig Kraft des Lebens übrig ist, låßt du es reichlich mich empfinden: wie mächtig du auch in der Schwachheit bift. Du bist mein Schild, der mich bedeckt und schüßt, du bist mein Stab, der fest mich unterstüßt. lassen, fehlt mir's gleich nicht an 9. Bisher hast du mich nicht vers ich nicht die Hoffnung faffen: du manchem sauren Tritt. Wie sollt' läßt mich nicht auch bei dem legten Schritt. Fürwahr, du bleibst auf meiner Bahn bei mir und nimmst zulegt mit Ehren mich zu dir. Jahreswechsel. 775. Mel. Sei Lob und Chr' dem 2c. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theis Len; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Jungen fei dir Jahreswechsel. dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohl: fahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Gtück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrångten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürs sten nieder, 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in uns ferm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih' in Chrifto, deinem Sohne. 776. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. Tausend Jahre sind vor dir, wie einer unsrer Tage; und zum Tode 503 reif sind wir am ersten unsrer Tage. Du nur blefbest, wie du bist. Du heißest uns entstehen, und deine Werke sehen, du rufft, und wir vergehen. Uller Zeiten Dauer ist ein Punkt in deinem Leben, und Ewigkeiten geben kein Maß von deinem Leben. Ewig warst du, du allein, und wirst von nun an ewig sein. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Güt' und Stärke. Du erbarmst dich våterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht, du fåttigst uns mit Segen auf unsers Lebens Wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit, dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Auch dieß Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben, wie erfüllt kam es daher mit deiner Güte Gaben, wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue sich, wohlzuthun, erfreue, sich jeden Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und kindlich zu dir beten. Und du haft mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Freudig, Gott, beginnen wir dieß neue Jahr des Lebens. Nies mals noch vertrauten dir wir Sterbliche vergebens. Auch ver= gebens diesmal nicht, wir werden e8 Verhalten zu besondern Zeiten. es erfahren. Du wirst uns, Gott, keit. Gott Lob, der Menschen Uns bewahren vor Unfall und Gefah- gemach folgt mir nicht in den Hims ren; Gott, du wirst dein Angesicht mel nach. mild über uns erheben; was nothig ist zum Leben, wirst du uns Alles geben. Dankbar lehr' es uns em pfahn, und unserm 3iel getroft uns nahn. 5. Im Staube beug' ich mich vor dir, du hast dieß Jahr, o Hochster, mir mit liebesvoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 6. Sieh ferner, Herr, mit Freuns desblick auf mein und meines Nächs sten Glück; du halfft bisher in aller Noth und gabst uns unser täglich Brod. 6. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod. Versöhnt in deinem Sohne, gieb ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du woll'st uns Alle leiten durch diese Nacht der Zei: ten in's Licht der Ewigkeiten. Herr der Ewigkeiten, dir, dir leben und dir sterben wir. 504 777. Mel. Vom Himmel hoch, ba sc. Das alte Jahr ist nun entflohn; wir leben in dem neuen schon. Dank' ihm, o Bolk, der gnädig ist, daß du noch hier versammelt bist. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr noch frisch und munter um uns war, sank, eh' wir es vermeinten, hin, des Grabes Erde decket ihn. 3. D Schauplaß der Vergånglich teit, o pfeilgeschwinde Flucht der Beit! Doch flieht die Zeit, so tröst' ich mich: mein Gram, mein Elend endigt sich. 4. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit bir näher, Pimmelsfelig7. Behút' uns auch im neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegss gefahr, uns treffe keiner Seuche Wuth, kein fressend Feuer, keine Fluth. 8. Entferne jeden Unglücksfall, gieb Heil und Wohlfahrt überall. Und bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns recht nüglich sein. 9. Ja segn' uns, Herr, in dieser Zeit, und führ' uns dann zur Herrlichkeit. Da sagen wir dir ewig Dank, da preift dich unser Lobgefang. 778. Mel. Vom Himmel hoch, da se. Der erste Tag des Jahrs erscheint, das mir mein ewig treuer Freund, der Zeit und Menschen weislich lenkt, zum Zeichen seiner Gnade schenkt. 2. Kuf, mein Gemüth, betrachte heut' die Wunder der vergangnen Beit! Gedenk' an deines Schöpfers Huld; doch auch an deine Sündens schuld. 3. Mein Jahreswechsel. 3. Mein Herz, o Bater, ift bereit zur frommen Pflicht der Dankbar: teit. Bo nehm' ich das Vollbrinz gen her? Ein Dank für Gott ist mir zu schwer. 779. Mel. Sei kob und Ehr' dem höchsten ze. Du, Gott, du bist der Herr der Laß Beit und auch der Ewigkeiten. 4. Ullmächtiger, wer ist dir mich auch jest mit Freudigkeit dein gleich? wer ist, wie du, an Gnade hohes Lob verbreiten. Ein Jahr reich? Du giebst mit Luft, du lie: ist abermal dahin. Wem dank' best treu, und deine Gnad' ist tåg- ich's, Gott, daß ich noch bin? Nue lich neu. deiner Gnad' und Güte. 5. Du haft mit våterlicher Hand mir tåglich Gaben zugewandt, du haft mich bis hieher ernährt, mir Kleider, Speis und Trank be schert. 6. Du haft mir Leiden zuges schickt, doch auch mein Herz mit Troft erquickt, dein' Allmacht hat bei Tag und Nacht Leib, Seel', und Haus und Gut bewacht. 7. D Seele, woher kommt mir das, daß mir mein Gott ohn' Un terlaß sein Baterherz so klar entdeckt, und mich durch Huld zum Dank' erweckt? 8. Ich opfre meinen Lebenslauf dir, Gott, auf's Neu' mit Freuden auf; zeuch mich mit neuen Kräften an, daß ich dir heilig dienen kann. 9. Regiere mich durch deinen Geist, und gieb, so lang' es heute heißt, gieb Gnade, daß ich jeden Tag recht fromm und christlich les ben mag. 505 10. Doch, wenn nach deinem weisen Rath mein Lauf dieß Jahr ein Ende hat, so laß durch Jesu Tod und Pein den lehten Zag den besten sein. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst, und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu", uns gnådig zu begegnen, mit jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues G mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich våterlich geleitet und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Troft bereitet. Von ganzer Seele preif' ich dich. Auf's Neue übergeb' ich mich, Gott, deis ner weisen Führung. 5. Bergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß tags 506 Verhalten zu besondern Zeiten. täglich mich gewissenhaft mit mir hand viel Freuden ausgespendet, und Undern handeln. Dein Geist viel Unfall abgewendet von unserm belebe Herz und Muth, dich, o du ganzen Land. allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. um beßre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland, dahin, Herr, laß mich trachten. 4. Er ist's, der unser schonet, aus gnadenvollem Rath. Denn hårt' er uns gelohnet nach unfrer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld, wir wåren långst gestorben und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! 8. D lehre selbst mich meine Zeit mit Weisheit anzuwenden und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einft bei dir kein Wechsel weiter störet. 780. Mel. Von Gott will ich nicht laffen sc. Helft Gottes Gute preifen, stimmt, Christen, alle ein. Laßt uns ihm Dank erweisen, und sein uns innig freun. Er ist der Herr der Zeit, der ihren Lauf regieret, bisher und gut geführet, und jest das Jahr Das alte Jahr vergangen ist. 781. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr ſo gnådig haft behüt't dieß Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollest deine Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh' uns nicht dein heils sam Wort: es ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abgötterei behüt' uns, Herr, und steh' uns bei. 4. Silf, erneut. 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Gnad', und so gering nicht achten den liebevollen Rath, den er an uns er füllt. Er ist's, der uns zum Leben, was nöthig war, gegeben, und allen Jammer stillt. 5. Er gönnt mit Batertreue uns noch zur Beßrung Frist; und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ und ihm zum Dienst uns weihn, so will er uns verge: ben, und zum rechtschaffnen Leben selbst Hülf und Kraft verleihn. 6. Sei, Vater, hochgepriesen. Du hast so lange schon als Bater dich bewiesen durch Chriftum, deis nen Sohn; wir bitten gläubig dich, gieb Heil zum neuen Jahre; Gott, hilf uns, und bewahre und segn' uns våterlich. 3. Er hat uns noch erhalten sein Wort, und Fried' und Ruh', die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vater Jahreswechsel. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, recht fromm zu werden fangen an; der Sünd' des alten Jahrs nicht denk', ein gnadenreiches Jahr uns sehenk'. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben, Herr, verleih'. Durch dich laß uns einst fröhlich aufer stehn, mit dir zur Seligkeit eingehn. 6. Dir danken wir und loben dich mit allen Engeln ewiglich. D Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr'. 783. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Nun laßt uns gehn und treten 782. mit Danken und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. 2. Wir gehn dahin und wandern Das Jahr, das nun vergangen ist, von einem Jahr zum andern, wir das danken wir dir, Jesu Christ. Du hast uns schon so manches Jahr bewahrt vor Elend und Gefahr. leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn, wir nahn uns bittend deinem Thron', erbarmend segn' uns allezeit und deine ganze Christenheit. 3. Durch so viel Ungst und Plagen, durch 3ittern und durch 3agen, durch Krieg und große Schrecken, die oft die Welt bedecken. 3. Erhalt' uns, unser Heil und Hort, zum Unterricht und Trost dein Wort, erhalt' uns deinem Dienste treu, von Sünd' und Überglauben frei. 4. Denn wie von treuen Müte tern in schweren Ungewittern die Kinder hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder, pflegt Gott uns, seine Kinder, wenn Trübfalswetter bligen, ers barmend zu beschüßen. 6. Uch Hüter unsers Lebens, fürs wahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob deinen starken Händen, die allen Jammer wenden. 8. Bleib' 4. Hilf uns den Lastern widerstehn und deine Wege freudig gehn, bestrafe, Herr, durch dein Gericht, des alten Jahres Sünden nicht. 507 6. Laß fromm uns leben, selig einft uns sterben, und wenn du erscheinst, vom Tod' uns fröhlich auferstehn, und dein verherrlicht Untlik sehn. 7. Dann danken, dann frohlokken wir mit allen Engeln ewig dir. Erhör' uns, Jesu, laß uns dein im Leben und im Tode sein. 5. Gieb uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir bedürfen, Licht und Kraft, und laß dieß Jahr, das wir bir weihn, ein gnadenreiches Jahr uns sein. 508 8. Bleib' ferner, wie wir bitten, o Vater, bleib' auch mitten in uns ferm Kreuz und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden. 9. Gieb mir und Allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, in unsern bangen Schmerzen vertrauens volle Herzen. 10. Verschließ des Jammers Pforten und laß an allen Orten, wo Menschen Blut vergießen, des Friedens Ströme fließen. 11. Gieb deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Urmen Gut und Spabe. 13. Hilf gnådig allen Kranken, giek fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. Verhalten zu besondern Zeiten. 14. Und endlich, was das Meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns mit Tugend ziere und zu dem Himmel führe. 15. Das Ulles woll'st du geben, du Herr von unserm Leben. So segn' uns, so bewahre, so hilf im neuen Jahre. 784. Mel. Wie schön leuchtet der sc. Wie kann und mag ich immermehr dich gnugsam preisen, Gott, mein Herr, für deine große Güte, die du mir in dem ganzen Jahr, das nun zurückgeleget war, erwiesen! Mein Gemüthe muß sich fröhlich dir zu Ehren lassen hören und mit Singen dir sein schuldig Opfer bringen. 2. Wer bin ich doch, was ift mein Haus? Du halfft mir stets so gnädig aus; wenn wir in Nós then waren, Gott, schadete uns je etwas? Vielmehr haft du ohn' unterlaß uns laffen froh erfahren, wie sich reichlich deine Treue stets ers neue, wenn man bauet auf dich, Herr, und dir vertrauet. 3. Wie groß auch sonst Noth und Gefahr bei manchem deiner Kins der war in unserm Vaterlande, so hat doch deine starke Hand von uns das Uebel abgewandt und im vers gnügten Stande deine Gnade uns erhalten. Drum die Alten sammt den Jungen ehren dich mit Herz und Bungen. 4. Und, o daß wir doch, Vater, dir Dank sagen könnten nach Ges bühr für deinen reichen Segen, für deine milde Gütigkeit, für deine Gaben aller Zeit auf unsern Les benswegen! Doch, wer mag, Herr, sattsam loben dich dort oben? Las dieß tallen als ein Opfer dir ges fallen. 5. Sei ferner unser Herr und Gott, verlaß uns ja in keiner Noth, hilf uns zu allen Zeiten. So bleis ben wir nach Möglichkeit von ganz zem Herzen stets bereit, dein Lob weit auszubreiten, bis wir von hier aufgenommen zu dir kommen und dort oben ewiglich dich werden loben. 785. Mel. Jahreswechsel. 785. Mel. Sollt' es gleich bisweilen sc. Vater aller Ewigkeiten, du nur lebe Alles dir zum Preis. anderst Stand und Zeiten, und auf dein allmächtig Wort rollt die Sonne täglich fort. 2. Durch dich geht sie auf und nieder, und kommt jeden Morgen wieder, du bezeichnest wunderbar durch sie Stunden, Tag und Jahr. 3. Jahre lásfeft bu gleich Pfeilen zu uns kommen, von uns eilen, und, wie Traum und Schatten fliehn, fährt hier unsre Zeit dahin. 4. Nur bei dir, du Weltregierer, aller Sonnenheere Führer, nur bei dir, der Alles hat, findet nie ein Wechsel Statt. 5. Immer unerschöpflich fließet von dir, was der Mensch genießet; du, der Alles giebt und hat, wirst nie müde, arm und matt. 6. Kindlich freudig übergeben wir auf's Neu' dir unser Leben; nimmst du dich nur unsrer an, was ist, das uns schaden kann? 7. Deiner festen Vatertreue, freut sich unser Herz auf's Neue. Alles, was da lebt und ist, freue, Gott, fich, daß du bist. 8. Was uns auch in diesem Jahre Gutes, Boses widerfahre, führt uns unsrer Wohlfahrt zu, Alles, Alles lenkest du. 509 10. Reicher mach' an jeder Zugend wie das Alter, so die Jugend. Von dem Säugling bis zum Greis 9. Mach', o Vater deiner Kinder, mach' des Elends tåglich minder, sei des Armen Zuversicht und verlaß den Schwachen nicht. 786. Wie Sie schnell ist doch ein Jahr vergangen! Schon wieder eins ist angefangen in deinem Namen, Jesu Christ, der du stets unsre Hülfe bist. 2. Den ersten Tag, die erste Stunde erheb' ich dich mit Herz und Munde. Wie gut, wie gnädig bist du doch, ich bin, mein Gott, und lebe noch. 3. Ich lebe heute wie vom Neuen. Ich will mich meines Gottes freuen, und alle Menschen lad' ich ein: wir wollen unsers Gottes sein. 4. Er hat das Dasein uns gege= ben; nur ihm gehöret unser Leben. Sein ist die Kraft und sein die Zeit. Ihm sei auch unser Thun geweiht. 5. Er sei bei dem Gebrauch der Kräfte, der Endzweck nüglicher Geschäfte. Das, was ein Jeder wirs ten kann, sei gern für seinen Ruhm gethan. 6. O stårke, Vater, mein Bestreben, auf's Neue meiner Pflicht zu leben. Vollführe du, was ich nicht kann, stets führe mich auf ebner Bahn. 7. Und wank' ich, oder sink' ich nieder, so halte du mich, richte wieder mit deiner Hand mich Schwathen 510 Verhalten zu besondern Zeiten. chen auf, und leite täglich meinen Lauf. 8. Laß deinen Geist auf Alle kommen, vermehre stets die Zahl der Frommen, kein Jahr sei diesem Jahre gleich, so herrlich mehre sich dein Reich. 9. Uch segne jedes deiner Kinder. Mach' unsers Elends tåglich minder; bedecke du mit treuer Hand den Fürsten und das Vaterland. 10. Laß Ulle, die die Welt regie ren, mit Weisheit ihre Zepter führen. Ihr Thun sei nur Gerechtigkeit; nur Friede, was ihr Mund gebeut. 11. Laß treue Hirten, fromme Heerden Ein Herz und Eine Seele werden; laß jene weise Führer sein, und Alle, Jesu, dir sich weihn. 12. Die Eltern, die dir heute flehen, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach' durch deines Geistes Kraft sie alle weis und tugendhaft. 13. Ach, sende, Bater, deinen Segen dem Jüngling und dem Greif' entgegen. Laß Alle deinen Geist empfahn, und nimm dich aller Schwachen an. 14. Erhöre das Gebet der Deinen. Laß nicht umsonst das Elend weinen; send' eilend Jedem Hülf und Rath, der keinen Freund und Helfer hat. 15. Auf dich foll stets mein Auge schauen, auf dich nur, Herr, mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund, o Jesu Christ, so hab' ich, was mir nothig ist. 16. Dann führe mich durch Angst und Schmerzen; ich folge dir mit frohem Herzen. Bist du mein Freund, o höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. 17. Dann seg' ich, Jesu, dir zum Preise, mit Freuden meine Pilgers reise, geleitet durch dein Gnadenwort, durch alle Dunkelheiten fort. 18. Dann kann kein Unfall michy will mich bedecken, kám' auch mein erschrecken. Gott kann, und Gott Glück hier in Gefahr, wär' auch dieß Jahr mein Todesjahr. 19. O Vater, deiner Batertreue empfehl' ich Leib und Seel' auf's Neue. Du schenkest mir, ich zweifle nicht, Licht, Trieb und Kraft zu jeder Pflicht. 20. Die Sonne gehet auf und nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder; nur du, der allgenugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist. Beschluß des Jahres. 787. Mel. Nun fich der Tag geenbet ac. Schon wieder eilt von unsrer Zeit ein Lebensjahr dahin. So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 2. Uch unaufhaltsam fliehen sie, und ich bemerk' es kaum. Des gans zen Lebens Glück und Müh' ist nuc ein kurzer Traum. 3. Und Jahreswechsel. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar, wie an Heil, für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen mir verschwand, wenn ich Gewissensruh und Glück in guten Thaten fand. 5. Dann könnt' ich ohne Scham und Qual jest vor dem Richter stehn und heiter die durchlebte Zahl der Stunden übersehn. 6. Sei gnädig uns, denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Uch prüftest du nur einen Tag, wo, Richter, wären wir? 7. Långst waren wir vor dir nicht mehr, der Erde långst entrůckt; nie hätten wir die Wiederkehr des neuen Jahrs erblickt. 8. Doch, Dank sei deiner Baterhuld, noch sind und leben wir. D Gott voll Langmuth und Geduld, wir leben, Dank sei dir. 9. Wir leben; doch jegt näher schon dem Ziel der kurzen Bahn, und näher täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran. 10. Olehr' uns unser bestes Theil, des Lebens sweck, vers stehn, zeig' uns den sichern Weg zum Heil, und stårk' uns, ihn zu gehn. 11. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Güte freun, und Jedem wird das neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. 511 788. Mel. Jefu Leiden, Pein und Tev ac. Swig und unwandelbar, Gott, ift deine Gnade; und durch dich strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre åndern sich, und wir selbst veralten; doch du bleibest und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen, deine Vaterhuld beglückt uns auf unsern Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt Troft und Ruh' mit der Abendsonne. 3. Kuch des Jahres Lauf, den wir nun vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll' und Freude, Trank und Brod hast du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand våterlich geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gefungen. 5. Freudig, Bater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir Einer je vergebens? Ja du wirst dein Ungesicht über uns erheben, du wirst uns, wir zweifeln nicht, Speis und Freude geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für 512 Verhalten zu besondern Zeiten. für die Ewigkeit jede treu entrichs duld. Herr, wir sind mit Schuld ten. Jede tugendhafte That laß uns wohlgelingen, jede Segen für den Staat und den Himmel bringen. beladen, ach, erlaß uns unfre Schuld. Wirke selber Reu' und Leid, und laß uns Barmherzigkeit und Verzeihung aller Sünden in dem Blute Jesu finden. Bei dem Unfange und Beschlusse des Kirchenjahres. 789. Mel. Vom Himmel hoch, da se. 150 Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freuet sich der Christen Schar. Dein König kommt; drum freue dich, Volk der Erlösten, inniglich. 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort des Heils, vom Anfang fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Huld gepreist! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Früchte, daß wir dir Lob und Preis singen für und für. 790. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Hilf, Herr, laß es wohl gelingen, hilf, ein neues Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, neuen Segen Jedermann. Deine Kirche und Gemein' laß dir, Herr, empfohlen sein. Neues Heil und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Ja es sei ein Jahr der Gnaden. Habe ferner noch Ge3. Der du uns dieß Jahr gege-= ben, gieb, daß dir's geheiligt ſei. Hilf uns fromm und christlich leben; redlich, ohne Heuchelei und voll Bruderliebe sein; auch den Feinden gern verzeihn, daß wir glücklich hier auf Erden und dort ewig selig werden. 4. Jesu, laß uns fröhlich enden dieses angefangne Jahr. Leit' uns stets mit deinen Händen, halte bei uns in Gefahr, steh' uns bei in aller Noth, und verlaß uns nicht im Tod, O so können wir mit Freuden sterbend einst von hinnen scheiden. 791. Mel. Wach' auf, mein Herz sc. Hier sind wir, dich zu ehren, dich, dem wir angehören, dir, Vater, zu lobsingen, die Preis und Dank zu bringen. 2. Noch leuchte dir zur Ehre der Offenbarung Lchre, dieß Licht von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch hast du uns verschonet, nach Sünden nicht gelohnet, mit Langmuth uns getragen, erhört Gebet und Klagen. 4. Du hast mit Strafgerichten die Schänder ihrer Pflichten noch nicht Jahreswechsel. nicht verderben wollen, weil sie sich bessern sollen. 5. Du duldest uns auf Erden; wir sollen frömmer werden, und was wir sehn und hören, soll uns zu dir bekehren. 6. Herr, Gott von großer Treue, wir preisen dich. Erfreue uns noch mit deinem Lichte, führ' uns nicht zum Gerichte. 7. Wir preisen dein Erbarmen. Vergieb, o Gott, uns Armen; du wolleft långer schonen, nicht nach Verdienst uns lohnen. 8. Wir wollen voll Vertrauen auf deine Güte schauen, dein heilsam Wort recht lernen, vom Böfen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen Zeiten, laß uns dein Auge leiten. Getreu sei jeder Lehrer und folgsam jeder porer. 10. Dein Friede wohn' im Lande, gieb Segen jedem Stande, nach überwundnen Leiden gieb uns des Himmels Freuden. 792. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott se. Herr, deine Kirche banket dit: noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, bes Siege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande. 513 Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße sie: denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut, ach erhalt' fie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 2. Sei, Herr, mit uns, vers laß uns nie, uns, beines Leibes 3. Eins, Herr; ist, was den Frommen krånkt, daß unter deinen Christen noch Mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb' und ach, sie bedenken nicht: cs wartet ein Gericht auf fichre, tråge Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu. Uch daß wir frömmer wåren! Mach' alle Herzen rein und neu, laß Ulle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gieb Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestårket durch dein Wort, im Guten nie ermůden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Stachy der Prüfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, bilf deiner Kirche siegen. Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hor' ihr kindlich Flehn, eil', ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen. RE Jahres 514 Verhalten zu besondern Zeiten. Jahreszeiten. 793. Mel. Sobt Gott, ihr Christen sc. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spåt ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du fegnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, tråuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und blüht und reift, und fåttigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnet, giebt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, be= feelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht? 9. D. betet, Menschen, betet an, erwägt's und denket nun: Was hat nicht Gott an uns gethan? was wird er nicht noch thun? 794. Mel. Ich dank' dir schon zc. Du Herr und Schöpfer der Natur, der du an allen Enden allmächtig herrscheft, du hast nur den Wittrungslauf in Hånden. 2. Du ordnest ihn, wie dir's ges fällt, damit auf dieser Erde, was ihr die Fruchtbarkeit erhålt, das durch verbreitet werde. 3. Dein ist der Tag, dein ist die Nacht, dein sind des Jahres Zeiten, dein, was das Land voll Früchte macht, uns Nahrung zu bereiten. 4. Du sendest aus des Himmels Höh' uns Sonnenschein und Regen, und Thau, und Nebel, Reif und Schnee; und Alles uns zum Segen. 5. Du rufft den Donner, rufft den Wind, die Dünste zu zers streuen, die den Geschöpfen Hins drung find, bienieden zu gedeihen. 6. Oft brauchst du zwar als Dies ner sie, die Fluren zu verheeren; jedoch auch dann låßt du uns nie, Gott, deine Hülf' entbehren. 7. Auch irdischen Verlust weißt du zum höhern Glück zu lenken, und uns nach Kummer wieder Ruh', nach Chrånen Lust zu schenken. 8. D du, der mit allgut'ger Hand den Wittrungslauf regieret, dir bringe jedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret. 9. Es Jahreszeiten. 9. Es ehre mit Zufriedenheit erklingt von freudigem Getümmel. auch hier dein weises Fügen, und laffe nie von Kengstlichkeit und Unmuth sich besiegen. 10. Was immer auch für Wittrung ist, so halt' es daran feste: Was des Allweisen Rath beschließt, ist allezeit das Beste. Frühling. 795. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket. Preis sei ihm, Ehre, Stårk' und Kraft, der, was er schuf, beglůcket. Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe. 2. Eh' noch der Mensch den Herrn verließ, in jenen bessern Tagen, war noch die Erd' ein Paradies, frei von der Sünde Plagen. Nun hat sie Sünd' und Straf' entstellt; doch ist sie noch des Schöpfers Welt, ein Vorhof seines Himmels. 3. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es stromet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Bo: gel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Bebens. 515 4. Der Erden Untlig ist verjungt, erheitert glänzt der Himmel, Gebirg', und That und Wald Und voll Erbarmen schaut herab, der Ullen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 5. Doch fühllos nur und unbe= seelt sind Quen und Gefilde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich und hofft ein ewig's Leben. 6. Lobsinget ihm, er ist uns nah'; singt, alle seine Heere: Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich finge dir: wo ich nur bin, bist du bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 7. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Ullmacht Diener sind, zu unsrer Freude Quellen. 8. Selbst dann auch, wenn dein Donner dråut, wenn Berg und Thal erzittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen las ben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir in Chrifto freudig sterben. KE 2. Som 516 Verhalten zu besondern Zeiten. Sommer. 796. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Wie ist des Hochsten Huld so groß! Von seinem Gegen schwer, entlastet sich der Erde Schooß. Bringt Preis und Ruhm ihm her. 2. Seht sie in ihrer vollen Pracht, vom Frühling erst vers jungt, wie reich ist sie durch Gottes Macht! Lobsingt dem Herrn! Lobsingt! giebt mehr noch, und so gern. 6. Des regen Fleißes Luft und Lohn, die Ernten voll und schwer, erwarten ihren Sammler schon; wie fröhlich sammelt er! 7. D danket, danket Gott und liebt den Herrn, er ist so gut, den Herrn, der uns so reichlich giebt, und so viel Gutes thut. bleibt so groß und reich, als sie seit ihrer Schöpfung war. 10. Genießt mit froher Dankbarkeit den Segen eures Herrn; und wenn ihr seiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 11. Rein Urmer darb', er seufze nie: Uch mir nur mangelt Brod! Speist, Reiche, gern die Armen; sie sind auch, wie ihr, von Gott. 3. Wie schon der Sommer ist! wie er auf allen Fluren prangt! wie reich wird Flur und Au' umher! Lobsinget Gott, und dankt! 4. Die Heerden hüpfen; freudevoll måht schon der Mäher ab den Segen, der uns nähren soll, den Gottes Milde gab. Herbst. 797. 5. Wie hold und gütig ist doch Gott! Lobsingt, lobsingt dem Herrn! Mel. Vor deinen Thron tret' ich 26. er giebt uns unser täglich Brod, Geerntet ist der Felder Saat. Bom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich, und segnet und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen 3weigen, und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sånger in den Lüften schweigt, er, der in ferne Lande fleugt, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 8. Macht eure Tenn' und Scheuer voll. Der Herr, an Huld so reich, der Herr that euren Våtern wohl, und segnet nun auch euch. 9. Der Gute Quell versieget nie, sie fließt von Jahr zu Jahr, sie 12. Ein solcher Dank gefällt ihm wohl, und er verheißt: daß euch stets Saat und Ernte segnen soll: denn er ist ewig reich. 13. Er fammelt einst uns våters lich, uns ewig zu erfreun, wenn wir ihm folgen, auch zu sich in seine Scheuern ein. 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß alles fröhlich fei, Jahreszeiten. sei, was lebt, daß seine ganze Schöpfung Dank, und Jubel sei, und Lobgesang. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob, und wies derhallt von Berg auf Berg: denn Most und Wein giebt uns der Herr, uns zu erfreun. 517 wir, Herr, unser Gott und Vas ter, dir. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling, wie der Mann und Greis sei fröhlich, sei sein Ruhm und Preis. 7. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott, wie våterlich! er, der, wenn sich dein Abend naht, auch dann für dich viel Freuden hat. 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet haft, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der Frühling, wieders um erscheint. 10. So blühst und reifft du in der Zeit zu größerer Vollkommen heit. Nur sei ein guter Same, sei Gott auch bis in den Tod getreu. 2. Ein silberfarbenes Gewand schmückt Berge, Hügel, Thal und Land. Wie schon sind sie! Wen freuet nicht der tiefern Sonne mildres Licht? 3. Die Erde pflegt nun mütters lich die ihr vertraute Saat, die sich im nahen Frühling segensvoll entwickeln und uns nåhren soll. 4. Doch nicht gerduschvoll, nur geheim. So nährt der Jugend ersten Keim ein Vater mit verborgs ner Luft in seiner schwachen Kinder Brust. 5. So thut, was Undre segnen kann, ein guter und bescheidner Mann, sucht, wenn sein Thunnur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, blühn soll, was er im Stils len that, zu reichen Ernten in der Seit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. So wie der Felder Saat durch dich im Stillen keimt, und våterlich durch dich, o Höchster, wird gestärkt; bleibt es von uns gleich unbemerkt. 8. Es brause fürchterlich umher des Winters Sturm; auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott. Du thust uns woht, auch selbst durch Noth. 9. Und wie viel Freuden haben wir, Mildthätiger, auch jest von bir, der bu so väterlich uns trågft, in unsrer Hütt' uns wärmst und 10. Herr, Winter. 798. Mel. Vor veinen Thron tret' ich zc. Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Nas tur, für Frost und Winter danken pflegst. 518 Verhalten zu besondern Zeiten. 10. Herr, jeder Wechsel deiner 5. Du reinigst durch den Blig Zeit entflamm' uns zu der Dank- die Luft, dein Regen kühlt die barkeit, die deinen Willen gern Saat, und deines Donners Stimme erfüllt: denn du bist immer gut ruft: Seid rein von Missethat. und mild. 6. Doch wir sind Menschen, und du weißt, wie schwach wir, Vater, sind, hilf, daß sich unser schwacher Geist in deine Wege find'. 7. Laß frei das Herz von Uengsten sein, wenn uns dein Wetter droht. Weg, bange Furcht! Wir sind ja dein, und lieben dich, 0 Gott. 11. Du bleibst allmächtig stets und groß. Wir werden, wenn der Erde Schooß auch uns bedeckt hat, dich zu sehn, aus unsern stillen Gråbern gehn, 12. Und auferweckt, das Feier: kleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen, und vor deinem Chron dich preifen, Gott, und deinen Sohn; 13. Daß nun hinfort kein Wechsel ist, daß du in Allem Alles bist, ein Gott, der, wenn der Fromm' erwacht, ihn ewig, ewig felig macht. ewitter. 799. Mel. Nun sich der Tag geenbet ac. Der Der hohe Himmel dunkelt sich, ein Wetter Gottes dråut. Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zůrnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Froh sei auch dann mein Ungesicht, wenn uns dein Blik erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchter lich, dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Bater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Licht, gut für uns Tag und Nacht; auch gut für uns ist dein Gericht, und deiner Blize Pracht. 800. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Kommt, laßt uns Gott und seine Größ' erheben, ihm Preis und Ruhm, auch wenn er donnert, geben, wenn seine Blize auch die Erd' erschüttern, nicht heidnisch zittern, 2. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Donner unter seinem Throne rollen, und daß, wo Blige flammen, dann zur Rache sein Sorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm' und in der Stille dein Rath und Wille. 4. Von tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, sehn wir in der Natur Erschütterungen auch Gute, die sie schmücket und belebet, selbst, wenn sie bebet. 5. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, geprüft zu werden, oft in Trübfal kommen. Sie Jahreszeiten. Sie leiden, durch Geduld zu edlen Werken sich mehr zu stårken. 6. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern; als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 8. Verderbenvolle Dunst entfliehn und Seuchen, die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; auch athmen wir, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft, mehr Leben. 9. Wie sollten wir, wenn deine Donner toben, Allmächtiger, nicht deine Güte loben? Dir bringen wir für alle deine Werke, Herr, Preis und Stärke. 801. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen ac Der Mächtige, der Herr der Götz ter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter, und ruft voll Majestät der Welt. Unbetend sinkt der Erdkreis nieder, der Wald ertont, es bebt die Flur, und Blige sagen's Bligen wieder: Uns lenkt der Herrscher der Natur. 519 Vater Segen zu; sie rufen scho. nend sichern Sündern; und ihrer Ruf verstehst auch du. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, 0 mein Herz. Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz. Uuch Donner rufen Gottes Kindern von ihrem 3. Verstumme, freches Heer der Spotter, Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott, es sagt's das Wetter. Die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt, Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch und euren Spott. Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen: er kennt, er straft euch: er ist Gott. 2 us fa a t. 802. Mel. In dich hab' ich gehoffet ic. Liebreicher Gott, dein Segens wort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nuß bestellt und angebaut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Sas men aus; doch segnest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh' vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Les bens. 3. Laß unsre Saat gesegnet sein, gieb Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spåt und früh nach Sorg' und Müh' einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die leicht sie kann verlegen, und den, den heut' sein Feld erfreut, in Kummer bald versegen. 5. Bei 520 Verhalten zu besondern Zeiten. 5. Bei solcher Saat seh' ich allhier zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen; so werd', o Gott, ich durch den Tod in's beßre Leben bringen. 7. Auf diesen seligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn; muß ich bei trüben Fällen die Thránensaat nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen. So will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Ernte. 803. Mel. Wach' auf, mein Herz sc. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen, für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen, denn er gab Thau und Regen der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. 4. Preis, Herr, sei deiner Mils de, daß Auen und Gefilde, was wir gesået haben, so reichlich wies dergaben. 5. Preis sei dir, unserm Retter. Oft brohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und boch sind sie gerathen. 6. Sie sproßten auf und grüns ten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmückten die Gefilde durch deine Batermilde. 7. Wie bist du, Gott, so gütig, so huldreich und langmuthig! Du schaffft, daß stets die Erde verjüngt und fruchtbar werde. 8. Rühr' uns durch deine Gnade, gern auf der Zugend Pfade zu gehn, daß deiner Treue stets unser Herz sich freue. 9. Du låst uns reichlich ernten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen! 10. Wenn wir die gern erquicken, die Noth und Mangel brůcken, so wirst du, was zum Leben uns noth ift, ferner geben. 11. Hoch sei'st du stets erhoben, bis wir, dich dort zu loben, ges bracht in deine Scheuern, ein ewig Fest dir feiern. 804. Mel. Wer nur ben lieben Gott se. daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, uns erfreust, ein Jeber froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, sei'ft, wie Jahreszeiten. wie gern du unsern Mangel ftillft, und uns mit Speis' und Freud' erfüllft. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut, und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung haft 805. Mel. Wer nur ben lieben Gott se. bestimmt, mit Dank aus deinen Wir singen, Herr, von deinen Hånden nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Chriften, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein; ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. Segen, wiewoht sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, pige, Donner, Thau und Wind. So blüht und reifet unsre Saat nach deinem wuns dervollen Rath. 4. Nimm gnädig an das Sob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Batertreu' auch unser gan zes Leben sei. 5. Du nåhrest uns blos aus Erbarmen. Dieß treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Troft der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du Aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm nuglich ist. 6. Thu' deine milden Segens: hånde, uns zu erquicken, ferner auf; versorg' uns bis an unser Ende, und mach' in unserm Les benslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu'. 521 gebeib', und unser Herz auch seinets wegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, erquick' auch ewig unsern Geist. 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß 2. Der Himmel träufelt lauter Gute, die Erd' ist deiner Schäße voll, damit ein wachsames Gemüthe dich finden und bewundern soll. Groß bist du, deine weise Macht hat alles dieß hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn ges priesen, gepriesen sei die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du nåhreft uns, wir werden fatt; du giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Segens Fülle berab, die wir doch nicht vers dient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld und Au' und Garten grünt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre Saas ten und unsre Häuser, Hab' und Gut. Bewahr' uns auch vor Missethaten, vor Wellust, Geiz und Uebermuth, weil fonft im reichsten Uebers 522 Verhalten zu besondern Zeiten. Ueberfluß die Seele doch verderben muß. 6. Ja wenn wir dir nicht dank: bar waren, der du als Vater an uns denkst, so wird der Fluch das Gut verzehren, womit du liebreich uns beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut, so mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf Erden des Guten Samen auszustreun nie müde, nie verdroffen werden, und uns vielmehr der Ernte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rath für uns ersehen hat. Bei einer kårglichen Ernte. 806. Mel. Was Gott thut, das ist sc. Was Gott thut, das ist wohl gethan. So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch him: melwärts, ob wir gleich oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran, und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hánde müssen wir stets in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und, ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schuß will sein, so nimmt er andre Güter, und bessert die Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh' nach seinem Willen. Låßt sich es gleich zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getroft auf feiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben. Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan. So sollen wir stets schlies Ben. Ist gleich bei uns kein Canaan, wo Milch und Honig fließen, so wird von Gott doch unser Brod zur Nothdurft uns bescheret, wenn man ihn gläubig ehret. 7. Was Gott thut, das ist wohl gethan, der Alles weislich füget, deß Borsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine Güte mit gnügsamen Gemüthe. Tageszeiten. Morgen. 807. Mel. Ich dank' dir schon durch ic. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb' ihn, meine Seele, der Tageszeiten. der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing' ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stårkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? wer ruft dem Tag' und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben, du bist es, der es uns erhält, und mir's jett neu gegeben. 6. Gelobet fei'st du, Gott der Macht, gelobt ſei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnådig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gettfelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; Morgen. 523 11. Daß ich, dem Nächsten bei: zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeut'st, beschließe. 808. Mel, Christus, der ist mein 2c. Noch låst der Herr mich leben. Mit fröhlichem Gemüth' eil' ich, ihn zu erheben, er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir; du foderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6.D Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, las mich den Trost empfinden, daß du so gnådig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir: erfreuender als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad; bu Ewigs 524 Verhalten zu besondern Zeiten. Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 9. Nur Eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen in Freuden, wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt, 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu' und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und ruhig im Gewissen; so finde mich der Tod. 809. Mel. Wie schön leuchtet der sc. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heil's gem Muth lobfingen. Schöpfer, Bater, deine Treue rührt auf's Neue mein Gemüthe; froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hätteft du nicht dich so hülfreich mir be wiefen! 3u meinem Leben fegeft du jegt einen neuen Tag hinzu; sei boch dafür gepriesen. Durch dich bin ich; und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenss zeit in chriftlicher Zufriedenheit, zu nügen mich bemühe. Průfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ. O Herr, verleih', daß ich des Namens wurs dig sei: mein Ruhm sei deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Ers halte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade; stårk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der himmlische Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einft nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 810. Mel. Aus meines Herzens Grunde ic. Aumächtiger, ich hebe mein Uug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuen Dank das für. Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlums mer des Lebens Licht verlischt und daß mich, frei vom Kummer, ein fanfter Tageszeiten. Morgen. Tanfter Schlaf erfrischt, das dank' ich deiner Macht und deiner Vater treue. Durch sie bin ich auf's Neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer meiner Seele, ich harre stets auf dich. Was ist's, das ich mir wähle? D wähle du für mich; gieb, was mir nüglich ist, du, dem ich alles danke. Mein freudigster Gedanke sei: daß du um mich bist. 4. Er schrecke mich von Sünde zurück, er feure mich zur Zugend an, entzünde stets mein Vertraun auf dich. Uch das zerstoßne Rohr, das willst du nicht zerbrechen. Dieß gnådige Versprechen hålt jegt mein Herz dir vor. 5. Beglücke du die Meinen mit deinen Segnungen, verlaß der Urmen keinen, hilf allen Traurenden. Du eilst zwar ohnedem gern Jedem beizustehen; doch ist der Liebe Flehen bir, Vater, angenehm. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Bähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe. Ich sterbe, oder lebe, so bin ich ewig dein. 525 schafftest es, daß ich vergnügt ers wacht. Wer bin ich, daß du meis ner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Ges müthe fühl ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 811. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben. Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben und W 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in Allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. O stårke selbst mit deiner Hülfe mich: denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vorsag mir mißlingen, so schreib' den Borsag selbst zum Heil mir an. Auch dieser Theil von meiner Ucbungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nůzet; vor Allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht stüket und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht; und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getrost an mein Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst 526 Verhalten zu besondern Zeiten. führst mich auf der rechten Bahn, dein Vaterblick: o wie groß ist und nimmst mich einst gewiß zu dieß mein Glück. Ehren an. 812. Mel. Gott des Himmels und der ac. Der du alle deine Werke liebtest, Gott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Gut' und deine Treu' ist mit jedem Morgen neu. 2. Unter vielen Millionen siehst du liebreich auch auf mich; sicher låssest du mich wohnen und be schirmst mich våterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher Lobgesang. 3. Darf ich, Erd' und Staub, es wagen, froh zu dir empor zu fehn, meinen Kummer dir zu klagen, kindlich frei dich anzuflehn? Ja durch Christum hab' auch ich dieses Sutraun gegen dich. 4. Du läßt meine Kümmernisse im Vertraun auf dich entfliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Morgensonn' erschien. Keine Sorge raube mir meine Freudigkeit zu dir. 5. Du gewährst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd' ich da nur treu befunden, so bin ich voll Suversicht, wenn mein Richter nun er scheint, der erhabne Menschenfreund. 6. Stårke du mich Schwachen, leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen weisen Fugungen. Herr, mich sieht 813. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Zu deinem Preis und Ruhm' ers wacht, bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. O Bater, deine Gütigkeit ist alle Morgen neu. Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit, und groß ist deine Treu'. 3. Jegt schenkst du mir zu meis nem Heil von Neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil mit Weisheit nugen mag. 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Gieb, daß ich fern von MúBiggang, in meinem Stande treu, und, wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen ſei. 6. In ullem, was ich denk' und thu', sei dein Gebot vor mir; und wenn ich von Geschäften ruh', so sei mein Herz bei dir. 7. Was du mir zum Bergnügen giebst, vermehr' in mir die Lust, ganz dein zu sein, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. 8. Wenn Sorg' und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Muthe traun. 9. Un deiner Gnade gnüge mir, sie ist mein bestes Theil, mein Troft Tageszeiten. Morgen. Troft und meine 3uflucht hier, und den: du foderst in der Ewigkeit sie bort mein volles Heil. cinst von meinen Händen. 814. Mel. Ich dank vir schon durch sc. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Gottes Throne treten. Genieße früh die hohe Lust, den Schöpfer anzubeten. 2. Er, er hat mich zu rechter Zeit aus Nichts an's Licht gezogen, und hat mein Glück von Ewigkeit allgütig abgewogen. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Treu', gelobt sei deine Güte. Auch heut' wird sie mir wieder neu; froh dankt dir mein Gemüthe. 4. Vom süßen Schlaf', o Herr, erquickt, fühl' ich die Kraft der Sonne, und abermals seh' ich entzückt der Schöpfung Pracht und Wonne. 5. O Bater, nimm dich meiner an auf allen meinen Wegen, erhalte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Segen. 6. Erinnre mich an meine Pflicht, an mein Berufsgeschäfte; gieb mir dazu der Weisheit Licht, und neue Geifteskräfte. 7. Herr, laß mein Herz zu aller Beit auf deine Vorsicht bauen, in aller Noth, mit Freudigkeit und kindlichem Bertrauen. 8. Dir ist bekannt, Herr, was mich krånkt, du kennest meine Sorgen; und was mein Herz nur wünscht und denkt, ist dir, Gott, unverborgen. 9. Laß weislich mich die Průfungszeit zu meinem Heil verwen527 10. Behüte, Herr, und segne mich; und was du mir beschieden, erhalte mir auch våterlich, und gieb mir deinen Frieden. 815. Mel. Werde munter, mein c. Wen Senn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh' und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh', o dann wach' ich anders auf; schon am Biel' ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, jenem Richtenden einst sage, er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank dir, Herr. Zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage, 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr legter nun erscheint. Wenn zum dunkeln Thal' ich gehe, und mein Freund nun um' mich weint, lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein mich, der ihn gen Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. 816. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. rmuntert euch, erquickte Glies der, die dunkeln Schatten sind vors bet. 528 Verhalten zu besondern Zeiten. bei. Der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte nen, die mich in dieser Nacht bedeckt, und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott, dir sei Preis; denn ohne Schaden verstrich der Ruhe stille Beit, und durch den Reichthum deiner Gnaden führ' ich mein Leben jegt verneut. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 817. Mel. Das walt' mein Gott se. 3. Sein guter Geift wird mich Voll zuversicht und kindlich frei regieren, er leite mich auf ebner Bahn, und helfe mir mein Werk vollführen; in seinem Namen fang' ich's an. Sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. komm' ich auf's neu', Gott, vor dein Ungeficht. Ich preise dich und freue mich deiner Batertreue beim neuen Morgenlicht. 4. Mein Gott, so laß dich gnåbig finden, dit hab' ich Alles heimgestellt. Uch nur behüte mich vor Sünden; doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und segne meinen Lebenslauf. 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plagen mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Du leitest mich auf dunkler Bahn und nimmst mich dort zu Ehren an. 7. Wohlan, deß trost' ich mich im Glauben: im Glück und Unglück bin ich dein; aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn' und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. 6. Nun Seel' und Leib sei dir ergeben, wo Alles gut und glücklich steht. Und wenn der Rest von meinem Leben mit diesem Tag zu Ende geht, so machest du durch Christi Blut auch meinen legten Abschied gut. 2. Allmächtiger, wen deine Macht schügt und bewacht, wie sicher ruhet der! Getrost, wenn's um ihn stürmet, ruht er, von dir beschirmet, und froh erwachet er. 3. Ja, Gütigster, froh steh' ich hier jetzt auch vor dir. Du schügeft mich, o Herr, daß mich kein Unfall töbte. Mit jeder Morgenröthe stellst du mein Leben her. 4. Du Heiligster, ach rechneft du mir Sünde zu, wo blieb' ich Strauchelnder! Des Mittlers der Erlösten, deß will ich mich getrds sten; auch mich begnadigt er. 5. Barmherzigster, wie våters lich ertrågst du mich, fehl' ich gleich oft und sehr! Ihm, der sich hins gegeben für mich, ihm will ich les ben, und nie der Sünde mehr. 6. Allwissender, ich trau' auf dich, du kennest mich; der Trost, wie süß ist er! Uns, wenn wir leiden Tageszeiten. Morgen. leiben müssen, von dir gesehn zu wissen, was ist erquickender? 7. Und, Weisefter, du wogst uns dar, was heilsam war; was forgt ein Sterblicher, dem sein Geschick verborgen? Dich, Bater, laß ich sorgen, dich, meines Lebens Herr. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 818. 819. Mel. Warum betrübst du dich zc. Mel. Ich dank' dir, lieber ze. Ihm, der das licht entstehen hieß, Lob sei Gott, der den Morgen uns und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank. Des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen sanft schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und was er schuf, erfreut. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden. Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 2. Ihn preist der Engelheere frohlockender Gesang. Auf, fingt in ihre Chöre, in ihrer Jubel Dank. Ertönet, Harf' und Psalter, in's Lied der Seraphim, dem Schöpfer, dem Erhalter. Lobfingt, lobsinget ihm. 3. Noch stårkst du mir dieß Leben, mein Gott, durch den ich bin; du haft es mir gegeben, und nimmst es wieder hin. Bald ist es ganz verschwunden; doch hàngt an seiner Zeit und ihren schnellen Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Bater, bet' ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 529 Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles steht in deiner Hand. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil. Dieß wirk' in mir, o Herr, mein Heil und segne meinen Fleiß. 7. Die Blumen Kleidest du mit Pracht, nåhrst jeden Vogel, Gott der Macht. Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich: du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 4. Dieß reize meine Seele zum Fleiß im Guten an, daß ich nichts denk' und wähle, was dir mißfallen kann. Dann kann ich nicht verder= ben, ich fürchte nicht den Tod: nicht werd' ich ewig sterben, nein, ewig leben, Gott. LI 5. D 530 5. O süßer, hoher Glaube: Ich werde nicht vergehn, und selbst, erweckt vom Staube, einst wieder auferstehn. Dieß laß mich nie ver: gessen; und dieser Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einft ich werden soll. Verhalten zu besondern Zeiten. 6. Sollt' ich nach Reichthum trachten? Nie komm' es in mein Herz. Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Neu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 7. 3war unvermischte Freuden sind nicht stets unser Loos; doch ist in unserm Leiden des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, und schaun von ferne schon die Wonne jenes Lebens, der Ueberwinder Lohn. 8. Getroft, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht; dich stårket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite, des Sieges Lohn ist nah'. Getrost, vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. 2. Wenn ich einft vollendet habe diese meine Pilgerzeit, rub' ich auch also im Grabe, keime für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir, dann erschallen meine Lieder feuriger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein, ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Vater, meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh. 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein, laß einst nach vollbrachtem Streite dies ses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut' Stårke, Luft, Gelegenheit. 820. 821. Mel. Gott des Himmels und der sc. Mel. Nun sich der Tag geendet x. Dir sei Preis, ich lebe wieder, Nun ist es Tag. Mit frommen Bater, und empfinde mich; auch erwachen meine Lieder und erheben dankbar dich: denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. Dank verlaß ich Bett' und Ruh'. Herr, höre meinen Lobgesang, mein erstes Wort bist du. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Muth; vor Tageszeiten. Morgen. vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die verjungte Kraft; denn beides, Bater, haft du mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehm's aus deinen Hån= den hin mit froher Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sei ewig dir geweiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich, dein soll mein Herz sich freun. Nur, befter Vater, lehre mich, fromm und dir treu zu sein. 6. Der Erdenlüfte Eitelkeit bez růcke nie mein Herz. Gieb Klugheit bei der Fröhlichkeit, und Måßigung im Schmerz. 7. Kurz ist der Eitelkeit Genuß, die mir die Welt versprach; und Reue, Marter und Verdruß folgt ihren Freuden nach. 8. Ich schwacher Pilger in der Zeit will ihre Lüfte fliehn; nur um das Heil der Ewigkeit soll sich mein Geist bemühn. 9. Dann wird es niemals mich gereun, daß ich den Tag durchlebt; ich werde froh und selig sein, wenn man mich einst begråbt. 531 2. Die Sonn' enthüllt den Schaus plag deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; fie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin und strahlt zu deinem Preis. 822. Mel. Hier lieg' ich nun ze. Mein erster Wunsch, mein innig stes Bestreben ist, Herr, mein Gott, dich würdig zu erheben. Unend lich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag' ist deine Güte neu. 3. Die Erd' ist dein, und du res gierft dieß Ganze. Vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß sich deine Güte zeigt; sie reicht so weit, so weit der Hims mel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich. Du, Höchster, denkest an mich, den Staub. Der du die Himmel lenkest, du sorgft für mich. Gott, wie vergelt' ich dir? Ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Nimm's gnådig an. Gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, erlaubt's, daß ich dich Vas ter nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, schauen; du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immers dar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Les bens wahr, mit Namen kennst du mich, und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben; gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen £ 12 haft: 532 haft: dein Joch ist sanft, und leicht ist deine Last. Verhalten zu besondern Zeiten. 9. Dein Auge sieht die Schwå chen meiner Seele; verwirf mich nicht, erbarm' dich, wenn ich fehle. 3u dir hinauf fleht meine Seele ftets, und du vernimmst's, Erhörer des Gebets. 823. Mel. Wer nur den lieben Gott se. Mein Gott, auch dieser neue Morgen verkündigt deine Gnade mir. Mit mir erwachen meine Sorgen, jedoch auch mein Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich, zu größerer Beschwerde, so manchen Fehltritt noch begeh'. Gott, der mich schüßet und ernährt, wär' ich doch deiner Liebe werth. 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was bir gefällt. Es gehe mir nach deinem Willen, o weiser Herrscher aller Welt. Schließ mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünde, vergieb. was ich nicht recht gethan; nimm mich zu deinem Gnadenkinde um meines Mittlers Willen an. In seinem Namen fleb' ich dich: er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen ra: then: denn wo wär' ich mir selber gnug? Behüte mich vor Missetha= ten, vor böser Menschen Lift und Trug. Führ' du mich selbst auf ebner Bahn, und was ich thu', sei wohl gethan. 6. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr¹ und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so starke mich mit Trost und Muth; und willst du mich mit Glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar sein. 824. Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. Des Morgens erste Stunde soll stimmt mit dem Munde zu Dankdir, Gott, heilig sein. Mein Herz gesängen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen lalle, so weiß ich, es gefalle dir doch durch deinen Sohn. 2. Auch mich hat deine Gnade in dieser Nacht bedeckt; mich hat kein Schmerz, noch Schade verleget und erschreckt; der Schlaf hat mich ere quickt; ich bin mit frischen Kräften zu des Berufs Geschäften durch deine Huld beglückt. 3. Gieb Gnade mir auch heute, daß ich gewissenhaft dem Bösen widerstreite, gestärkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich vor deiz nen Augen wandeln, fromm denken und fromm handeln, aus Liebe ges gen dich. 4. Bei Tageszeiten. Morgen. 4. Bei Fleiß und Urbeit schleiche kein Geiz sich in mein Herz; leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz. Kein Glück, das Undern blüht, empöre mich zum Neide; und kein Genuß der Freude verderbe mein Gemüth. 5. Bewahr' an diesem Tage mich vor Gefahr und Leid. Und trifft mich eine Plage, so gieb Gelaffenheit. Nur hilf, o Vater, mir, daß ich sie nicht verschulde, und dann sie christlich dulde voll Zuversicht zu dir. 6. Wie bald ist's überwunden, das Leiden dieser Zeit! Auf we nig bange Stunden folgt Heil der Ewigkeit. Dieß stårke mich in Noth, daß ich nicht ängstlich zage; am legten meiner Tage sei dieß mein Trost im Tod. 825. Vor deinen Ehron tret' ich hiermit, o Gott, und dich demüthig bitt', wend' doch dein gnådig Ungesicht von mir, reu'vollem Súnder, nicht. 2. Du schufft, von Vaterhuld erfüllt, mich, Gott, nach deinem Ebenbild; durch dich bin, web und lebe ich, vergehen müßt' ich ohne dich. 533 4. Verstand und Ehr' hab' ich von dir, des Lebens Nothburft giebst du mir, dazu auch einen frommen Freund, der's treu im Glück und Unglück meint. 3. Errettet hast du mich gar oft, ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 5. Gott Sohn, du haft auch mir zugut vergoffen dein so theures Blut. Du bist's, der liebreich für mich starb und mir des Vaters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewissen mich vers Elagt, und meine bange Seele zagt, so kann dein Mittlertod allein mir Troft und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Helfer allezeit, mein Heil, mein Troft und meine Freud'; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort felig sein. 8. Gott, heil'ger Geist, du, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft; ist etwas Gutes auch an mir, so ist es alles ganz von dir. 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', ihn meinen Herrn und Bater nenn', und daß, wie mich dein Wort gelehrt, mein Herz ihn kindlich liebt und ehrt, 10. Daß ich zur Prüfungszeit besteh' und nicht in Trúbsal untergeh', daß ich im Herzen Trost empfind', zulegt mit Freuden übers wind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dies ser Undachtsstund' für alle Güte, Treu' und Gnad', die meine Seel' empfangen hat, 12. Und Verhalten zu besondern Zeiten. 12. Und bitt', daß deine Gnaden- weißt, daß ich mich zur Gabe dir hand bleib' über mir heut' ausge- ganz geopfert habe. ſpannt. Mein Umt, Gut, Ehr', Freund, Leib und Seel' in deinen Schuß ich dir befehl'. 6. Dein Werk woll'st du vollenden, mir Hülf und Beistand senden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 13. Von Herzen fromm sein, sei mein Ruhm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und recht schaffen sei, nicht bloßer Schein und Heuchelei. 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Unfang, Mittel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld, und trage noch mit mir Geduld, zünd' in mir Glauben an und Lieb', zu jenem Leben Hoff nung gieb. 8. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. 15. Ein selig Ende mir gewähr', am jüngsten Tag' erweck' mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Durch Jesum Christ erhöre mich. 534 826. Wach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen; ich schlief in dem Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dieß, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht nun sehen, von Noth blieb ich befreiet, dein Schuß hat mich verneuet. 4. Du willst ein Opfer haben. Hier bring' ich meine Gaben, mein dankendes Gemüthe lobsinget deiner Güte. 5. Das wirft du nicht verschmáhen, du kannst in's Sperze sehen, 827. Mel. Ich dank' dir schon durch sc. Ich danke dir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, für deinen Schuß von deinem Thron; dein freut sich mein Gemüthe. 2. Ich bitte dich von Herzensgrund, du wolleft mir vergeben all' Sünd' und Fehl' von jeder Stund' aus meinem ganzen Leben. 3. Du wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuh erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier' mich nach dem Willen dein, laß mich in Sund' nicht fale len, auf daß dir mög' das Leben mein und all' mein Thun gefallen. 5. Denn ich empfehle Geist und Leib in deine Baterhånde; in aller Noth, Herr, bei mir bleib', mir deine Hülfe sende. 6. Erfahrung sagt's: es ist in Noth der Menschen Schuß verges bens; Tageszeiten. bens; drum steh' mir bei, o treuer Gott, du Retter meines Lebens. 7. Allein Gott in der Höh' sei Preis, sammt seinem ein'gen Soh ne, dem heil'gen Geiste gleicher: weis'. Gott herrscht im Himmelsthrone. 8. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende. Gott Bater, Sohn und heil'ger Geist, gieb mir ein selig Ende. 828. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geift, der es Tag und Nacht låst werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jegt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finben, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz' geopfert hat. Morgen. 535 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort'; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Zag uns erscheint und dein Gericht, ich da vor erschrecke nicht. 6. Meinen Leib und meine Seele, sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir empfehle, unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum. 829. Mel. D Jefu Chrift, mein's sc. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nachtheilige Dreifaltigkeit, o hochvor Gefahr, Angst, Noth und gelobte Einigkeit, Gott, Vater, Schmerzen hast behütet und bes Sohn und heil'ger Geist, an dies wacht, und bei aller meiner Schuld sem Tag mir Beistand leist'. mich noch trågst mit Baterhuld. 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht, Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben, oder Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'. 2. Mein' Seele, Leib, Ehr', Gut bewahr' ,, daß mir kein Böses widerfahr', und mich der Satan nicht verleg', noch mich in Schand' und Schaden seg'. 3. Des Vaters Huld mich heut' anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heil'gen Geistes Gnadenschein müsf meines Herzens Freude sein. 4. Mein Schöpfer steh' mir krdftig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei, o Trofter werth, weich' nicht 536 von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier'. Verhalten zu besondern Zeiten. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht, und deinen Frieden auf mich richt'. Sohn, o du der Frommen Trost und Lohn, o Geist der wahren Heiligkeit, dir sei auch dieser Tag geweiht. 830. Mel. Jefu Chrift, mein's ac. Gott Bater, dir, dir, Gottes pfohlen sein. 2. Nimm Seele, Leib, und Ehr' und Gut in deine våterliche Hut, daß ich durch deine Gnade frei- von Sünd', und Plag' und Schanden sei. 3. Vergieb mir, Bater, meine Schuld und segne mich durch deine Huld, o Jesu, bilde mich nach dir, o wohne, Geist des Herrn, in mir. 4. Laß, Gott, mein Schöpfer, aß mich dein, dein, o Gott, mein Erlöfer, sein; sei nie von deinem Kinde fern, o Gott, mein Führer, Geift des Herrn. 5. Herr, segne und behüte mich, Herr, leite und regiere mich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht, entzeuch mir deine Gnade nicht. gesund. Ich habe Schuß gefunden, und die Gefahr der Nacht ist glücks lich überwunden durch Gott, der mich bewacht. 831. Mel. Ich dank' bir, lieber se. Dank sei Gott in der Höhe, in diefer Morgenstund', durch den ich heut' aufstehe vom Schlaf frisch und 2. Dich will ich gläubig bitten, o Schußherr Israel, du wolleft treu behüten heut' meinen Leib und Seel'. Eaß unsre Obrigkeiten, las Kirche, Schul', Gemein' jegt und zu allen Zeiten, dir, Herr, ems 3. Erhalt' durch deine Güte uns bei der reinen Lehr', vor Jrrthum uns behüte, streit' für dein Wort und Ehr', daß wir dich allzusammen loben in einem Geist, spres chen: des Höchsten Namen sei groß und hoch gepreist. 4. Dem Leibe woll'st du geben Gesundheit, Nahrung, Fried', der Seel' ein christlich Leben und fröh liches Gemüth; daß wir in allen Stånden die wahre Frömmigkeit recht lieben, Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut'. 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß stets gehn auf guten Wegen, thun unser Umt mit Fleiß, daß Jedermann sein' Nege auswerf und auf dein Wort den Trost mit Petro sege, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren, und der Gemein' zu Nug, das sucht der Feind zu wehren mit List und großem Truß. Doch kann er's nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Chrift, regierft in allen Dins gen, und unser Beistand bist. 7. Wir Tageszeiten. Morgen. 7. Wir sind ja deine Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsen, leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben, und wachsen immer mehr; laß dei nen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr'. 832. Mel. Warum betrübst du dich zc. Ermuntre dich, Herz, Muth und Sinn: es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an. Bring' jest in dieser Morgenstund' dem Herrn ein dankbar Herz und Mund. 2. Uch wie viel tausend unge mach, Verfolgung, Schrecken, Noth und Schmach, die dir der Feind bestellt, hat Gott schon von dir abgewend't. Wohl dem, der es nur recht erkennt. 3. Uch Herr, ich bin ja zu gering, daß du erzeigst mir solche Ding', die ich nie hab' verdient. Gott, ohne deine große Güt' wår' ich geblieben unbehüt't. 537 6. Damit ich ja nicht mit Bes dacht in schwere Sünde werd gebracht, den Tod mich warnen laß. Dir ich empfehle Sinn, und Muth, den Leib, die Seele, Hab' und Gut. 7. Wohlan, an mein'n Beruf ich geh', und anders nichts ich mich verseh' zu meinem lieben Gott, als daß umschránke mich sein Schuß; so biet' ich selbst dem Satan Truk. 4. Nun, Herr, ich seh', daß nichts als Gnad' bei dir stets Statt gefunden hat, der ich genieße wohl. Ach laß auch nichts, denn Lob und Dank bei mir sein all' mein Lebenlang. 5. Eaß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil'ger Will' vermag, halt' mich in deinem Schuß, laß immer mir vor Wugen fein die legte Stund' des Le: bens mein. 833. Mel. Mein Gott, ich danke zc. Die helle Gonne strahlt herfür; fröhlich vom Schlaf' aufstehen wir. Gott Lob, der die verfloßne Nacht so våterlich uns hat bewacht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behút' vor Sünd' und Schand' durch deine Gut'; laß ferner deine starke Macht uns treulich schüßen Tag und Nacht. 3. Hilf, daß gehorsam leben wir, nie, Höchster, widerstreben dir, vor Augen haben dein Gebot in allem Thun, in Glück und Noth. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, das Jeglicher ausrichten soll, daß unsre Urbeit, Müh' und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. 834. Mel. Gott des Himmels und der zc. Jesu Güte hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu. Das beweisen Jesu Hånde, die da schaffen, o der Treu', daß ich leb'; doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir; 2. Jefus 538 2. Jesu Hande, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget jegt ein guter Morgen, da man sieht: wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab' und Gut, hat beschüßt durch Jeſu Blut. Verhalten zu besondern Zeiten. 3. Jefu, dir sei Dank gegeben für die Treue deiner Hånd', für die Gnade, für das Leben, und was sie mir zugewend't. Uch zieh' von mir bis in's Grab diese deine Hånd' nicht ab. 4. Sie sind's ja, darein gegraben steht mein Nam' mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja fie find's, die bis anigt mich versorget und beschüßt. 5. Laß sie weiter mich umfaffen, weil ich ihrer eigen bin, laß sie mich, mich sie nicht lassen. Dieſes ist und bleibt mein Sinn: Sünde, dir entfage ich, Jesu, dir ergeb' ich mich. 6. Ja nimm mich in deine Hände, schließ' mich in des Vaters Herz und in deine Huld behende, in dein Leiden, Tod und Schmerz, in des höchsten Trosters Hand, schließ' mich, und die mir verwandt. 7. Uch mit Segen ob mir walte. Im Gebete stårke mich, in dem Glauben mich erhalte, und daß Gott gefalle ich, laß mich, deines Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 8. Mach' mich los von meinen Sünden, laß mich einen gnåd'gen Gott und ein gut Gewissen finden; wend' ab Schrecken, Angst und Noth, steh' mir bei, damit ja hier nichts Verdammlich's sei an mir. 9. Sei du Alles mir in Allen, meine Hülfe, was ich thu', mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh' zur Ruh', meine Freude, wenn ich wach', mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Sei mein Leben, weil ich lebe, und verbleibe ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich dir empfehle hier. Mach' ihn alles Leis dens los, nimm ihn auf in deinen Schoos. 11. Ich indeß bin voll Vergnús gen, halt' es für die größte Freud', daß in deinen Armen liegen, ich, die Meinen, Land und Leut'. Ich leb' oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in dir ruh'. 835. Mel. Mein Gott, ich danke vir se. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh', des Abends, wenn zu Bett' ich geh', sehn meine Augen nur auf dich, Herr Jesu, dir empfehl' ich mich. 2. Erbarm' dich, Jesu, gnådig mein, so kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab' und Gut; ein Segensquell ist mir dein Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzes stamm dein heil'ger Tod die Sünd' hinnahm. Drum ich wach' oder schlafe ein, wirst du, Herr, alls zeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht, darum ich Noth und Tod nicht Tageszeiten. nicht acht': denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt nur von dir. 5. Ich leb', oder sterb', so bin ich dein. Dir, Herr, dir meine Seel' allein befehl ich jegt und auch im Tod', nimm sie zu dir, o treuer Gott. 5. Gedenk' auch heute, Herr, an mich. Wenn sich Gefahren nah'n, so nimm dich meiner våterlich um Jesu willen an. 6. Und du, mein Jesu, gieb mir Kraft, steh' deinem Freunde bei, damit ich fromm, gewissenhaft in meinem Wandel sei. Morgen. 539 8. Im Glauben erft, und dann im Schaun wird er es ewig sein. So will ich denn mich dir vertraun, um ewig mich zu freun. 836. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Vergangen ist auch diese Nacht, enden kann. ein neuer Tag erscheint. Ich ruhte fanft; wer hat gewacht? Du, Gott, mein Herr und Freund. 837. 2. In deinem Schuhe schlummert' ich, beschirmt durch deine Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. Macht, kein Unfall traf und schreckte Es hat uns heißen treten, o Gott, mich, ich ward von dir bewacht. 3. Wie manche mir verborgne Noth entfernte deine Hand! Auch einen bösen schnellen Tod hat sie von mir gewandt. dein lieber Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 4. Wie dank' ich, Bater, dir dafür? O könnt' ich dankbar ſein! Mein ganzes Herz ergeb' ich dir; auf ewig sei es dein. 7. Entferne, Heiland, mein Gemůth von aller Eitelkeit: denn selig ist, der auf dich sieht, schon selig in der Zeit. 9. Sei du nur mein, und treib mich an zu jeder guten That; und ewig selig sag' ich dann: Wohl dem, der Jesum hat. 10. Nun dann, so fang' ich meine Werk' in Jesu Namen an; er gebe mir Gedeihn und Stårk', daß ich sie 2. Darauf komm' ich gegangen in dieser Morgenstund', ach las mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Chrift, und gnådig mir gewähre, was Seelen nůglich ist. 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben aus deiner Baterhand Geld, Gut und langes Leben, und Ehr' und hohen Stand: denn dieses ist nur nichtig, und lauter Eitelkeit, vergånglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. 4. Ich Verhalten zu besondern Zeiten. lalle. 4. Ich bitte mir zu schenken ein dir gefalle der Dank, den ich dir frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf unerlaubten Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan, und alle Lust verdammet der lastervollen Bahn. 540 5. Hernach laß mich gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all' mein Thun und Handel dir mög' gefällig sein; laß vor der Welt mein'n Wandel sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenem Allen, von Leben, Ehr' und Geld, auf meine Seite fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken. Glück folgt der Tugend nach. 4. D Gott, deß ich mich freue, dir sei auch jegt auf's neue mein ganzes Herz und Leben zum Eigens thum' ergeben. 3. Mit dankendem Gemüthe erbe ich deine Güte, mein Vater, 5. Bewahre meine Seele, daß sie nichts Böses wähle, und schmücke meine Jugend mit Weisheit, Gnad' und Tugend. 6. Was ich zu diesem Leben bes darf, wirst du mir geben, und heut' auch vor Gefahren mich väterlich bewahren. 839. Mel. O Gott, du frommer Gott se. Du, unsrer Jugend Gott, du Bas ter und Regierer, sei du, wir flehn vereint, auch heute unser Führer. Du kennest, was uns fehlt, weißt, daß uns Kraft gebricht, o send' aus heil'ger Höh' uns deiner Weiss heit Licht. Für die Jugend. 838. 2. Gieb uns Beständigkeit im Eifer unsrer Pflichten. Lehr' uns den Bruder mild, und streng uns Mel, Wach' auf, mein Herz. Ich will vor allen Dingen, o Ba- selber richten. Von Trug und Heuter, dir lobsingen: denn du haft mir mein Leben von Neuem jest gegeben. chelei sei unsre Seele rein, des Bosen laß fie nie, sich nur des Guten freun. 2. Mich hat kein Leid- gewecket, dein Schuß hat mich bedecket. Sch seh' erfreut die Meinen, und deine Sonne scheinen. 3. Stets strebe unser Chor, dir ähnlicher zu werden, erhabnes Tugendbild, selbst Pilger einst auf Erden, o. Jesu, Heiligster. Du lebtest uns zugut; gieb uns, uns dir zu weihn, Entschluß und Kraft und Muth. Mittag Tageszeiten. Mittag. Mittag. 840. Mel. Vor deinen Thron tret' ich ze. Du schenkst uns, Gott, so våterlich jest Speis und Trank; wir preisen dich. Denn Ulles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh', deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin oor dir; o laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar sein. 841. Mel. Singen wir aus Herzens 2c. Christen, singt aus Herzensgrund, finget Gott mit eurem Mund', der uns so viel Güt' beweist, väterlich uns Alle speist. Gott, der Vieh und Vögel nåhrt, hat auch gnädig uns gewährt das, was wir anjeşt verzehrt. 2. Mit des Lebens erster Kraft wird uns Nahrung schon verschafft. Un der mütterlichen Brust findet fie das Kind mit Luft. Und mit welcher Freundlichkeit hat uns Gott nachher erfreut in der ganzen Lebenszeit. 3. Gott verforget und ernährt, was nur lebet auf der Erd': sie ist seiner Güte voll, Ulles dient zu unserm Wohl. Zäglich giebt er unser Brod; was uns nügt, was uns ist noth, was vergnügt, das Schaffet Gott. 541 4. Großer Gott, wir bitten dich: ach regier' uns gnåbiglich, daß wir solches recht verstehn, stets auf deinen Wegen gehn, chriftlich halten rechte Maß, flieben Sorgen, Neid und Haß, ehren dich ohn' Unterlaß. 5. Gott, durch Jesum singen wir, danken, danken, Bater, dir, daß du mildreich uns gespeist, deine Lieb' Gieb Gedeihen an uns beweist. auch dazu und Gesundheit, schenke du unserm Geiste Stark und Ruh.. 842. Mel. Lobet den Herrn, denn er se. Lobsingt, lobsingt Gott, lebfingt, lobsingt Gott: denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köftlich, un= fern Gott zu loben, unsern Gott zu loben; schön ist's und lieblich, Gottes Lob zu hören. Gott sei gelobet. 2. Singt mit einander, singt mit einander unserm Gott mit Danken, lobt thn von Herzen, unsern Gott, den Werthen::,: denn er ist machtig und von großer Stärke. Gott sei gelobet. 3. Er kann den Himmel, er kann den Himmel mit Wolken bedecken, giebt Thau und Regen, wenn er will, auf Erden,:,: läßt wachsen Gras und Nahrung auf den Bergen. Gott sei gelobet. 4. Der allem Fleische, der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh' sein Futter, våterlicher Weise,:,: den jungen Raben, die am Morgen rufen. Gott sei gelobet. 5. Kein 542 Verhalten zu besondern Zeiten. 5. Kein Wohlgefallen, kein von deiner Vaterhuld mehr Proben Wohlgefallen hat er an der Står- noch zu sehn. ke noch an der Macht der Stolzen dieser Erde;:: er hat Gefall'n an denen, die ihm trauen. Gott ſei gelobet. 6. So dankt dem Schöpfer, so dankt dem Schöpfer, Schöpfer aller Dinge, von ihm sehn alles Gute wir entspringen.:: Mit Speis und Freuden füllt er unsre Herzen. Gott sei gelobet. 7. D Jesu Christe, o Jesu Christe, Sohn des Ullerhöchsten, gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß sie dein'n Namen ewig preisen. Amen. Gott sei gelobet. 843. Mel. Nun danket Alle Gott zc. Wir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Bater, jegt von dir empfangen haben. Gefundheit giebst du uns, und Nah rung, die erfreut; hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen; von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen. Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß une fer ganzes Thun dir wohlgefällig fei. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglůcket, wie wird une sein, wenn uns dein Himmel einft entzücket! Führ' uns dahin, um dort dich mehr noch zu erhöhn, 844. Mel. Singen wir aus Herzens s. Singt dem Herrn Lob, Preis und Dank; froh erheb' ihn mein Gesang, ihn, der täglich uns ernährt, täglich uns viel Gut's gewährt. Er, der unser Vater heißt, der uns reichlich hat gespeist, sei von uns auch jest gepreift. Dank und Lob, Versorger, dir. 2. Ja mit Freuden singen wir du uns die Kunst verstehn, deiner Doch erhör' auch unser Flehn, lehr* Gut' uns recht zu freun: laß uns fromm und måßig sein, Uebermuth und Wolluft scheun. 3. Segn' uns ferner, unser Gott. Gieb uns unser tåglich Brod; je= den laß zu seinem Heit nehmen sein bescheidnes Theil; schenk' uns, Herr, Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Einigkeit, Fried', und einst die Seligkeit. U bend. 845. Mel. In bich hab' ich gehoffet sc. Für alle Güte sei gepreift, Gott, Bater, Sohn und heil'ger Geist. Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir Tageszeiten. Abend. mir mein Gebet gewähret; haft våterlich mein Haus und mich beschůget und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist Ulles deine Güte. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Wer ke, und schaffft ein reines Herz in mir. 847. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Mel. Nun fich der Tag geendet sc. So fliehen unsre Zage hin. Auch mein Herr und Gott, so laß mich dieser ist nicht mehr. Die Nacht, Gnade finden. der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 846. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst Mel. O Welt, steh' hier dein Leben sc. nicht, die Finsterniß, die uns umHerr, der du mir das Leben bis schließt, ist deinem Auge Licht. diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 3. Dir übergeb' ich voll Bertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn graun? mich schuhet deine Macht. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn. 543 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sei gepreift. Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Spånde bes fehl' ich, Bater, meinen Geist. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott, fo fürcht' ich keine Kreatur und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin; du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir. Herr Jesu, du allein sei mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Biels 544 Verhalten zu besondern Zeiten. 8. Vielleicht ist dieß die lette Nacht in meiner Pilgerzeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; ja dein bin ich auch todt; du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. 848. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du sc. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank' laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen. und welche Güter schenkt er unsern Seelen? Wer kann sie zählen! 3. Noch immer läßt er uns Er barmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Bater, deiner Treue! Prüf' unser Herz, es flehet dir voll Reue. Uch laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun, ist dein gött liches Vergnügen. Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hütflos lie: gen und, wie entfeelt, umbúut von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dieß für uns der lette Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden, dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, fo preisen wir mit heiterem Gemüthe, Herr, deine Güte. 849. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. Nacht und Stille führen wieder uns den milden Schlaf herzu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach ihrer Ruh'. Uber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schug' dich zu ergeben. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele. Nüßtest du auch deine Zeit? Wärst du, wenn er dir's beföhle, vor's Gericht zu gehn bereit? Uch erwäg' es: Eins ist noth. Denk' an Gott und an den Tod; eile, dich ihm zu ergeben: nur bei ihm ist Heil und Leben. 3. Herr, ich muß es dir gestehen, oft vergaß ich meine Pflicht. Ach du hast's, du hast's gesehen; aber schon' und richte nicht. Mein Vertrauen grundet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Sünder liebest, lieber wohlthuft, als betrübest. 4. Herrscher über Tod und Leben, nimm dich meiner gnädig an: Tageszeiten. Abend. Du allein bist's, der vergeben und mein Herz noch bessern kann. Sieh', ich komm' und suche dich: und mein Mittler spricht für mich. Darum laß mich Gnade finden und vergieb mir meine Sünden. 5. Leb' ich morgen, o so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an. Gieb auf meiner Pilgrimschaft deinen Schuß und deine Kraft, fröhlich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. 850. 3. Er, der den Mond bereitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. 3u seis nes Himmels Höhe blick' ich em por, und flehe: denn meine Hülfe kommt vom Herrn. 545 4. Wer bin ich? Staub und Sünder. Doch, Vater deiner Kinder, auch mich begnadigst du. Wenn stillgeweinte 3ähren dir meine Reu' erklären, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 5. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich trågt, mich nie vergißt; und meine Seele preise den Höchsten, der so weise, so gütig, als allmächtig ist. 851. o Gott, von dir bewacht, der trobt mit unerschrocknem Muth' dem Grauen dunkler Nacht. 2. Uus öder, stiller Finsterniß, sing' ich dir, rr, ein Lieb; mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. Mel. Welt, sieh' hier dein Leben 2c. 3. Der Tag ist schnell dahin geviel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. Zu unserm Besten wendet Gott eilt, und deine Baterhand hat mir Alles. Liebreich sendet er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten im sichern Schlummer durch die Ruh'. 2. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Ich falle vor ihm nieder und singe meine Lieder dem, der fie schuf und mich bewacht. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Wer unter deinem Schirme ruht, 4. Auch in der Noth, und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an; und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld fo viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage fliehn; bald ist mein Biel der Pilgrimschaft erreicht. 6. Doch dir befehl' ich meine Beit; so lang' es dir gefällt, o Vater der Barmherzigkeit, leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn: denn du bist meine Zuversicht, von meiner Jugend an. 8. Mit Finsterniß umringt, schließ' ich die Augen betend zu; doch du, mein Vater, bist um mich und segnest meine Ruh'. M m 852. Mel. 546 Verhalten zu besondern Zeiten. 852. Mel. D Welt, fieh' hier bein Leben se. Nun sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die múden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tief gerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer püter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 1 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Falle und zeigt mir seine Herrs lichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majeftåt herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Band lenkt ihren Lauf. 6. Boll Majeståt und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warft auch mir Urmen heute nah'. 7. Woher mein Glück, mein Les ben? Gott ift's, der mir's geges ben, Gott ist's, der für mich wacht. Woher auf meinen Wegen so mans cher reiche Segen? Gott ist's, der Alles wohl gemacht. 8. Gott, groß von Macht und Treue. Jegt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du; ich sorge nicht. 9. Soll mir der Schlaf zum les ben verneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun; soll er mein Leben enden, so wirst du mich volls enden, mein Gott auch noch im Tode sein. 853. Mel. Vor beinen Thron tret' ich se. Wie ein Geschwäß des Tags vers fließt die Seit, die mir geliehen ist, fie rauscht vorbei schnell, wie ein Bach; und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit z ich sei alsdann auch, was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Dann wall' ich hin, da wartet mein das Unschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herre lich Untlig schaun. 4. Du träufelft auf die Müden Rub', und wenn wir schlummern, wachest du. Uch, wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 5. Wir Tageszeiten. Abend. 5. Wir sind nur, wie ein Schlaf vor dir; wie Gras, so blühn und welken wir. Du foderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht kein Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld, schenk' mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sei mein Heil. 7. Gieb du die wahre Weisheit mir, daß ich nichts fürchte außer dir, so schlaf' ich mit dem Trofte ein: ich sei im Tod' und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bewacht, des Codes Schlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, und läßt mich auch im Tode nicht. 854. Mel. Der lieben Sonne Licht se. Preis fei dir, meinem Gott, gebracht, jegt, da der Tag sich neiget, jetzt da des Sternenhimmels Pracht von deiner Allmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder Stern und ruft: Auf, lobt den Herrn! Erheb' dich, Seele, lob' erfreut den Herrn des Himmels und der Zeit. 547 best? womit verdien' ich's, daß du mir so vieles Gute giebest? Ers barmen ist es bloß. Reiß, Seele, reiß dich los vom Eiteln, das das Herz beschwert. Gott, Gott allein ist liebenswerth. 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Gott, deine Macht und Stärke! Daß du der Allerhöchste bist, sagt jedes deiner Werke. Mit göttlich weifer Macht regierst du Tag und Nacht; das, was du schufft, thut dein Gebot und dienet dir, dir, seinem Gott. 3. Was bin ich, großer Gott, vor dir, daß du mich tåglich lies 4. Mir ward der Tag, der nun vergeht, durch dich zum Gnadentage; dein Urm, dem Niemand widersteht, beschüßte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat; bei Allem, was ich that, ward mir durch Glück und Segen klar: daß Gott mein Freund und Helfer war. 5. Gieb nach der sanften Ruh' der Nacht mir einen frohen Mors gen. Du thuft's. Nun, da dein Auge wacht, so schlaf' ich ohne Sors gen. Ich wach' und schlafe dir: du, Herr, bist stets bei mir. Uch Gott, du, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Tode nicht. 855. Mel. Ich dank' bir schon durch*. Wie schnell ist mir der Tag entflohn, den ich durchlebet habe! Vollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in 3ukunft frömmer sinde, so tödte selbst, das bitt' ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der dich thås tig preist, schmück", Höchster, meine mm 2 Seele, 548 Verhalten zu besondern Zeiten. Seele, und warne mich durch deis Fuß gegleitet, doch nicht gestattet, nen Geist, so oft ich strauchelnd feble. daß ich fiel. 5. Dir dank' ich, Vater, für die Huld, die du mir heut' erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld, sei hoch von mir gepriesen. 6. Sieh' ferner mich in Gnaden an, vergieb mir meine Sünden und laß mich auf der Tugendbahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefesselt liegen, so laß mich sanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. 856. Mel. D Welt, steh' hier dein Leben 2c. Lobsinge, Seel', und sage, wie auch an diesem Tage dein Gott dir wohl gethan. Ja dankend fall' ich nieder, und bringe meine Lieder; o Vater, nimm sie gnådig an. 2. Dein ist's, daß ich noch lebe, jest deine Treu' erhebe, mich deiner Liebe freu'. Du gabst mir Speiß und Freuden, bewahrtest mich vor Leiden, und stand'st mit deiner Kraft mir bei. 3. Du lenktest Thun und Dichten, da mir bei meinen Pflichten so manches widerstand. Zu jeglichem Geschäfte verliehst du Lust und Kräfte, und führtest mich an deiner Hand. 4. 3war wank' ich oft und gleite, ich weiß, mein Gott, auch heute sind meiner Fehler viel; doch du hast mich geleitet, und, wenn mein 5. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein; Gott, deine Liebe wollte, die stille Nacht auch sollte für mich reich an Erquickung sein. 6. Ich darf nicht ångstlich bes ben; denn du bewahrst mein Leben, du selbst, der mir es gab. Bis ich es hier beschließe, dort deines Lichts genieße, ziehst du von mir die Hand nicht ab. 7. Nun, Bater, ich befehle dir fröhlich Leib und Seele und schlaf in sicher Ruh'. Ich trau' auf deine Gnade; was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein Schuß bist du. 857. Mel. In dich hab' ich gehoffet sc. Mit meinem Gott geh' ich zur Ruh' und thu' in Fried' mein' Uugen zu: denn Gott im Himmelsthrone stets für mich wacht bet Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Herr meinen Geist befehl' ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich' cht von mir, nimm mich in deine Hånde; o treuer Gott, aus aller Noth hilf mir an meis nem Ende. 3. Anbetung, Ehr' und Herrs lichkeit sei dir, Gott Vater und Sohn, bereit, den heil'gen Geist mit Namen. Die göttlich' Kraft mach' Tageszeiten. Abend. mach uns siegħaft, durch Jesum Chriftum. Amen. 858. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft Alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht, die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht und schenke mir nur gnådiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' ab der Feinde Wütherei durch deiner Engel Schar, so bin ich aller Sorgen frei, und bringt mir nichts Gefahr. 5. 3war fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber, deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 551 6. Den set' ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht. 5. Verleih', daß ich frisch und Ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. gefund aufsteh' und mit erfreutem Mund', o Bater, deine Mildigkeit lob', ehr' und rühm' zu aller Zeit. 7. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jest in meiner Ruh'; wer wollte traurig sein! 860. Mel. Werde munter, mein 2c. 8. Weicht, nichtige Gedanken, Auf, o Seele, sei noch munter: Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne geht zwar unter, aber seine Güte nicht. Heut' auch hat sie mich ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüget, meine Schwachheit unters stůbet. 9. Soll diese Nacht die legte fein in diesem Erdenthal, so führ' mich in den Himmel ein zur Auserwählten Zahl. 10. Und also leb' und sterb' ich dir, dir, meinem Herrn und Gott; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Ungst und Noth. 859. Mel. O Jesu Chrift, mein's sc. Nun ist vollbracht auch dieser Tag. Mein Gott und Herr, dir Lob ich sag', daß du durch deine große Gút' an Seel' und Leib mich haft behüt't. 2. Was ich verbrochen hab' an dir, das wollest du vergeben mir. Laß über mich doch jederzeit ob walten deine Gütigkeit. 3. Darauf, Allmächtiger, befehr in deine Hånd' ich Leib und Seel'; ich thue nun mein' Augen zu und schlafe ein in Fried' und Ruh'. 4. Dein heil'ger Engel mich bes wach' vor allem Leid und Ungemach; durch Jesum Chriftum bitt' ich dich, du woll'st mich schüßen gnådigtich. 2. Un 54⁹ Verhalten zu besondern Zeiten. Hausgenossen, sind in deinen Schuh geschlossen. 2. Ungebetet, hochgepriesen seift Hab' und Gut, Freunde, Feinde, du, Herr, mein Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, danfet meine Seele dir. War ich's, Bater, gleich nicht werth, hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu Namen brachte. 3. Ruhe, Munterkeit und Krafte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte haft du mir auch heut' verliehn. Und wie viel Gelegenheit gab mir deine Gútigkeit, zu des Himmels Seligkeiten immer mehr mich zu bereiten! 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Fehler dar. Uch verzeih' mir meine Schuld, daß in deiner Baterhuld ich ein ruhiges Gewissen immer möge hier ge= nießen. 5. Gieb auch bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt' allgütig über mir, bis ich durch ein selig Ende meine Tage hier vollende. 861. Mel. Werde munter, mein Gemüthe ze. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, füße Rub'; alles Utebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, und die Meinen, 2. Uch laß uns kein banges Schrecken, weder Raub, noch Feuersgluth aus dem süßen Schlums mer wecken. Halt' uns, Herr, in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, laß uns, wenn wir follten sterben, doch des Himmels Freus den erben. 3. Hore, Bater, ach erhöre, was dein Kind von dir begehrt. D Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir durch dich gewährt. Heil'ger Geist, verlaß mich nicht, gieb mir Muth und Zuversicht. Hor', Dreieiniger, mein Flehen. Umen. Ja, es wird geschehen. 862. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele sc. Unsre müden Augenlieder schlies ßen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder sehnen sich nach ihrer Ruh'; denn die dunkel= volle Nacht hat des hellen Tages Pracht nun mit Finsterniß bedecket und der Sterne Glanz ers wecket. 2. Doch bedenk', eh' du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob an dem, der dich erschaffen, du dich nicht vergangen hast? Thu', ach, thu' in Zeiten Buß', geh' und falle ihm zu Fuß und bitt' ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll' entladen. 3. Herr, Tageszeiten Abend. 3. Herr, es ist dir unverholen, ob ich diesen Tag vollbracht so, wie du es mir befohlen, ob ich habe recht bedacht meines Lebens 3iel und Zweck, oder habe deinen Weg schåndlich, o mein Gott, verlaffen, bin gefolgt der Sünden Straßen. 4. Uch, Herr, laß mich Gnad' erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh' auf deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan, Vater, nimm den Bürgen an, dieser hat für mich erduldet, was mein' Un art hat verschuldet. 551 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor mancher Ungst, vor mancher Plag' durch deine Ullmacht haft behüt't aus Gnad' und unverdienter Gut'. 3. Was wir gesündigt wider dich, das, Herr, verzeih' uns gnádiglich und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, laß schlafen uns in Fried' und Ruh'. voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth' aufgehet, und man von dem Bett' aufstehet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, durch dich schlaf' ich sanft und wohl, gieb mir heilige Gedan864. ken. Und bin ich gleich Schlafes Mein' Uugen schließ' ich jetzt in Gottes Namen zu, indem der müde Leib begehret seine Rub'; weiß aber nicht, ob ich den Morgen werd' erleben, es könnte mich vielleicht der Tod noch heut' umgeben. 6. Bater, droben in der Höhe, stets sei uns dein Name werth, dein Reich komm', dein Will' ges schehe, unser Brod werd' uns bes scheert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk' uns deine Gnad' und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. 4. Nach deiner großen Lieb' und Macht beschüß' auch uns in dieser Nacht; vor Schrecken, Ungst und Feuersnoth behút' uns, du treuer Gott. 863. Hinunter ist der Sonnenschein, die Finsterniß der Nacht bricht ein. Leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, so wandeln wir im Finstern nicht. 2. Drum fag' ich dir, o Gott, von Herzen Lob und Dank; ich will auch solches thun hinfort mein Lebentang, weil du mich diesen Tag hast wollen so bewahren, daß mir kein Unglücksfall hat können widerfahren. 3. Hilf mir auch diese Nacht und richt' mein Herz zu dir, daß teine böse Luft durch Tråume mich berühr'; auch deinen Engel mir an meine Seite sehe, auf daß kein Ungemach, kein Schrecken mich verlege. 4. Wenn dann am Morgen ich das Tageslicht erblick, so gieb, daß ich 552 Verhalten zu besondern Zeiten. ich mich auch zu deinem Lobe schick'. Ihr Sorgen, weichet hin. Du aber, Herr, verleihe den Gliedern ihre Ruh', daß mir der Schlaf ge= deihe. 5. Doch, wenn in dieser Nacht mein Ende kam' herbei, so hilf, daß ich in dir, o Jesu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel' hinauf zur Himmelsfreude. 865. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott Lob, der Tag ist nun beschlossen, die Ruhestunde stellt sich ein. Viel Gutes hab' ich heut' genossen, Gott muß dafür gepriesen sein. Un Gott und an sein Lob gedacht, bringt eine rechte gute Nacht. 2. Des Leibes Urbeit geht zum Ende, die Seele nimmt das Ihre vor. Mein Gott, ich hebe Herz und Hände durch Christum froh zu dir empor. Weil ich dich Bater nennen kann, so nimm mein kindlich Opfer an. an mir gethan; doch, großer Gott, unzählig ist, was Seel' und Leib von dir genießt. 5. Uch nur vergieb mir alle Sünde, mein Jesus nahm die Schuld auf sich. Darum in dies sem deinem Kinde, getreuer Gott, erbarme dich. Ich weiß, du gehest mit mir nicht um seinetwillen in's Gericht. 6. Drauf schlaf' ich unter deiner Liebe, und, was mir lieb, befehl' ich dir. Sieht's um mein Lager schwarz und trübe; bricht doch dein Gnadenglanz herfür, der Nacht und Dunkel lichte macht, und schützt mich in der dunkeln Nacht. 7. Bohlan, ich will der Ruh' genießen. Soll diese Nacht die legte sein, da ich mein Leben muß beschließen, so trifft mein eignes Wünschen ein. Das Leben ist mir kein Gewinn, als bis ich erst ges storben bin. 8. So geb' ich mich in deine Hände, ich leb' und sterbe, wie du willst. Ich weiß, daß aus dem Lebensende des rechten Lebens Unfang quillt. So schlaf' ich nun auf Jesum ein, so muß mein Schlaf gesegnet sein. 3. Der Tag verstreichet ohne Plagen, der Abend bricht vergnügt herein. Muß Mancher über unglück klagen, so kann ich gutes Muthes sein. Dein Aufsehn schütt 866. mich våterlich, und deine Liebe Mel. Freu' vich sehr, o meine Seele se. kronet mich. 4. Nun Gott, vom Grunde meiner Seelen stimm' ich ein Lobund Danklied an. Gern wollt' ich Alles das erzählen, was deine Hand Herr, es ift von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Konnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüglich zugebracht und zur Freude Tageszeiten. Abend. Freude mir's gemacht, die mir ans befohlnen Pflichten treu und emsig auszurichten. 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', meine Fehler wohl verschweigen? O sie alle sahest du! Ja, wie oft verging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld, heile meiner Seele Schaden, tilge mei: ner Sünden Schuld. Deine unbegrenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Willen besser mög', als heut', er füllen. 4. Heilige du mein Gemüthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sei. Steh' mit deiner großen Güte auch in dieser Nacht mir bei, nimm dich meines Hauses an, wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis ers wachen, ewig dir gewidmet sein, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreun. Doch bestimmt dein Rath, o Gott, heute noch für mich den Tod, nun so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hånde. 867. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner sc. So hab' ich, Gott, durch deine Macht nun wieder einen Tag voll553 bracht, sei hoch dafür gepriesen. Mit froher Rührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. D laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun. 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führst zum Leben. Hert, was ich hab' und was ich bin, gebs ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' auch nun in dieser Nacht, Erquickung mir, dem Müden. Bes schirmet deine Rechte mich, so stárs ken meine Kräfte sich, so lieg' ich ganz in Frieden, erwache froh und mein Gesang singt dir, mein Vas ter, neuen Dank. 868. Mel. Mir nach, spricht Chriftus 20.. Herr, dessen Gnade Ulles schafft, durch dich hab' ich mein Leben. Ge= sundheit, Segen, Lust und Kraft hast du mir heut' gegeben. Den ganzen Tag warst du mit mir mit froher Seele dank' ich dir. 2. Du hast mich heute väterlich gespeiset und getrånket, behütet vor Gefahren mich, zum Guten mich gelenket, zur Arbeit gabst du Kraft und Muth; wie bist du doch, mein. Gott, so gut! 3. Du, ewig guter Vater, du: wirft ferner für mich sorgen. Giet. meinem $ 554 Verhalten zu besondern Zeiten. meinem Leibe sanfte Rub' bis zu bem frohen Morgen. Wenn ich erwache, fang' ich dann den neuen Tag mit Loben an. 869. Mel. Werde munter, mein Gemüthe se. Sink ich einft in jenen Schlummer, aus dem Keiner nicht erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall' ich hin zu deren Hütten, die nun selig, hier auch litten. 2. Jeho schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Bas ter, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich se hen, der als Retter mir erscheint, wenn mit unerhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint. Står ker als mein Freund im Schmerz sei mein gottverlangend Herz; voll von deines Namens Preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen. 870. 2. Gott, dem ich nichts verbers gen kann, der alles weiß, was ich gethan, was ich geredet und ge dacht, weiß auch, wie ich ihn zus gebracht. 3. D Seele, denk' an deine Pflicht, versäume deine Beßrung der Zeit hat Einfluß auf die Ewigs nicht: denn auch der kleinste Theil keit. 4. Der Tod vollendet mich viels leicht, eh' diese Nacht dem Morgen weicht und führet mich, wie ich hier bin, vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Bewahre gndådig mich, mein Gott, vor einem bösen schnellen Tob. Zur Beßrung und zur Froms migkeit gieb, mein Erbarmer, mir noch Zeit. 6. Erhöre våterlich mein Flehn, laß Gnade, Herr, für Recht ers gehu, nicht schrecklich sei mir dein Gericht, gedenke meiner Sünden nicht. 7. Gern will ich jede Sünde fliehn; dieß ist mein Vorsak, segne ihn. Von dir bewacht, entschlaf' ich nun, laß mich in fanfter Stille ruhn. 871. Mel. Vor deinen Thron tret' ich se. Mel. Vor deinen Thron tret' ich ic. 3u so viel Zagen, die mir schon wie viel Gutes that'st du mir von meiner Prüfungszeit entflohn, flieht schnell auch dieser, den ich heut' durchlebt, in's Meer der Ewigkeit. auch heut', mein Gott, wie dank' ich dir? Du schenktest Speise mir und Trank, Gesundheit, Leben. Dir sei Dank. 2. Und Tageszeiten. Ubend. 2. Und noch vielmehr empfing mein Geift, der tief gerührt dich, Vater, preift, viel Kraft und viel Gelegenheit, zu thun, was seine Pflicht gebeut. 3. Du schüßtest, du bewahrtest mich vor Angst und Noth so våter lich; du schenktest mir, der Freuden viel, und für sie meiner Brust Gefühl. 4. D möcht' ich dir recht dank. bar sein, und immer, immer dein mich freun! Gieb selbst ein Herz voll Dankbarkeit und kindlicher Bufriedenheit. 5. Gedenke meiner Sünden nicht, und geh' nicht mit mir in's Ges richt; laß meine Fehler, die mich reun, mir, der dir glaubt, vers geben sein. 6. Behüte du auch våterlich in dieser Nacht vor Unglück mich, so schlaf' ich ruhig ein; denn du, du wachst auch über meine Ruh'. Wie viele meiner Brüder freun, wenn du entfliehst, des Tages Licht, sich dieser Wohlthat heute nicht. 2. Auf hartem Boden hingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, fleht mancher Kranke jammervoll um Tod, der ihn erlösen foll. 555 nach Müh' und Last zur Ruh' das haupt geleget haft. 4. Wer bin ich? wie vergelt ich dir, mein Vater, was du thust an mir! Sch bin zu schwach; doch höre du den Dank für meine sanfte Ruh'. 873. Mel. Alles ist an Gottes Segen ze. Lehr mich meine Tage zählen, Schöpfer, der du selbft sie zählst und mir ihre Zahl verhehlst. Lehr mich jede Stunde wählen. Und so fließe meine Zeit wohlgenußt zur Ewigkeit. 872. Mel. D Jesu Chrift, mein's se. Sin sanftes Lager wartet mein. zur Ewigkeit. 2, Lehr' mich jene Zeit ersehen, die mir ungenußt verschwand. Als Geschenk aus deiner Hand laß mich jede Stunde schätzen. Und so fließe meine Zeit wohlgenußt zur Ewige keit. 3. Schenk' im Schlaf' mir Rub' und Stärke. Weck' mich früh zur Thätigkeit, und dann gieb mir Heis terkeit zur Vollendung edler Werke. Und so fließe meine Zeit wohlgenugt 4. Bis zum Abend meines Lebens laß mich unermüdet sein, ſo bleibt mein Gewissen rein, und ich lebe nicht vergebens, und dann folgt mir aus der Zeit reife Frucht zur Ewigkeit. 874. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 3. Du, werth der Glücklichste Jesu, wenn zum Stärkungszu sein, mein Mittler, ach es war nicht dein der Ort, wo du schlummer dein Haupt ermüdet niedersank, wie manches Erdenpilgers 556 pilgers Kummer, der aus dem Kelch der Leiden trank, war dann gestillt, wie mancher Schmerz geheilt durch dein erbarmend Herz! 2. Wie waren deine treuen Hande zum Wohlthun immer aus gestreckt! Wie hatte, wo sich Elend fånde, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Du lebtest jeden Augenblick für Brüderwohl, für MenSchenglück. Verhalten zu besondern Zeiten. 3. Und ich, lebt' ich vielleicht vergebens? vielleicht kaum halb nur diesen Tag? Was helfen Stun: den eines Lebens, von denen ich nichts ernten mag? Uch hätt' ich deiner oft gedacht, sie wären besser zugebracht. 4. Ich blicke reuend auf die Stunde, die ungenußt mir heut' entwich, gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich. Ja jedes künft'gen Tages Licht sei 3euge treu erfüllter Pflicht. Prüfung am Abend. 875. Mel. Gott, du frommer Gott se. Der Der Tag ist wieder hin. Und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen als ein Ge schöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig, und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, mir und der Welt ges nůßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott ges rühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das Andre traf? war dieß mir angenehm? 8. War 557 Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Noth. Tageszeiten. Abend. 8. Bar mir der Fehltritt leid, mein Gott. sobald ich ihn begangen? bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Ver: langen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergieb; und gehe du nicht mit mir in's Gericht. 10. Ja du verzeihest dem, den feine Sünden krånken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir. Für Leidende. 876. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Auch diesen Tag hab' ich vollbracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und Macht vera dank' ich es, o Gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in meiner Pilgerschaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Uch ohne dich, Allgütiger, verging ich in der Noth. Von Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod. 4. Doch welchen Troft fühlt nun mein Herz: Du bist und bleibst 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Bor keinem Unfall soll mir graun, du wirst mein Helfer sein. 6. Und sollt', o Bater, diese Nacht des Leidens legte sein; wohl mir, dann ist mein Lauf vollbracht, volls bracht des Lebens Pein. Schluß der Woche. 877. Mel. Wer nur den lieben Gott se. So wird die Woche denn beschlossen. Noch immer leb' ich, Gott, durch dich, und mir ist nicht ein Tag verflossen, du schůztest, du beglücktest mich, bewahrtest Seele, Leib und Haus und halfft aus mancher Noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden, wie manche Stürme näher schon, als ich es glaubte, doch in Freuden verwandelt wurden, oder flohn, weil du, mir långer wohlzuthun, den Stürmen noch gebotst, zu ruhn. 3. Jedoch, was hab' ich dir ges geben? Ein dankbar Herz? ein freudig Lob? ein frommes, tugendvolles Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Uch Gott, ich sehe meine Schuld; wie unwerth bin ich deiner Huld! 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl' es tiefgebeugt DOD 558 Verhalten zu besondern Zeiten. vor dir. Verwirf nicht, Vater, meine Reue, vergieb um Jesu willen mir und nimm dich meiner gnädig an, den deine Huld nur retten kann. 5. Soll ich noch långer auf der. Erde dein Pilger sein, so hilf mir, Herr, daß meine Seele frommer werde, mein Leben täglich heiliger; daß ich im Glauben fest und treu, und eifrig im Gehorsam sei. 6. Laß deinen guten Geist mich leiten, laß, wie du foderst, stets durch ihn mich aller Lüfte Reiz bes streiten, mich der Verführer Wege fliehn, nicht achten auf den Ruf der Welt und willig thun, was dir gefällt. 7. Laß morgen mich dein Lob besingen, und jeden Tag, den du mir giebst, nur deinen Willen froh vollbringen mit allen Frommen, die du liebst. Einst führe mich zum Himmel ein, da, da wird ew'ge Ruhe sein. 878. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Woche kommt, und eilt davon. Vergangen ist auch diese schon. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu' denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir, und merks ten's nicht. Verzeih' uns die verlegte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Chrifti willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zuge= zählt, die legte weislich uns verbehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll, so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, da wechseln Licht und Finsters niß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. Gebete und Andachtsübungen. Morgen- und Abendandachten. Am Sonntage. Des Morgens. Gott, den Alles, was ist und lebet und denket, mit Freude und Bewunderung anbetet, und der du Ullen, die dich ernstlich und gläubig anrufen, mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist, wie freue ich mich, daß du auch mir den Zugang zu dir eröffnet, auch mir nahe gekom: men bist und mich dich, als den Vater, Sohn und Geist, als den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti und durch ihn als den Vater aller deiner Kinder auf Erden, als unsern Heiland und Seligmacher, als unsern Führer auf dem Wege des ewigen Lebens kennen und denken gelehret haft. Und wie freue ich mich dieses Tages, des Tages deiner feierlichen Verehrung, der Ruhe und Erholung von irdischen Geschäften, und der größern Thátigkeit für unsern unsterblichen Geist. Un diesem Tage kann ich mich mit allen deinen Verehrern auf dem ganzen Erdboden vereinigen, dich anzubeten, mich deines Daseins, deiner Vorsehung, deiner gnädigen Veranstaltungen zum Heile der Menschen zu freuen, dir für deine Wohlthaten zu danken, mich im Vertrauen auf dich zu stärken, und mir neues Leben, neuen Segen, neue Kraft, neuen Muth zur Fortsegung meiner irdischen Laufbahn zu erbitten. Un diesem Tage kann ich insbesondere dich, den Sohn des Allerhöchsten, unsern Era retter von der Sünde und dem Tode, den Wiederhersteller des Lebens und der Seligkeit, unsern Unführer und Vorgånger, unsern Herrn und König, mit deinen Bekennern offentlich verehren, dein großes Verdienst um unser Geschlecht betrachten, mich mit ihnen im Glauben an dich stårken, zur Befolgung deiner Gebote erwecken und zur Nachahmung deines Beis spiels aufmuntern. Olaß dir unsre Verehrung und Anbetung wohlgefallen! Segne und erfreue am heutigen Tage mich und Alle, die dich bekennen, mit Licht und Kraft, und Trost und Hoffnung des ewigen Lebens. Segne alle Lehrer der Religion und laß durch sie viel Erkenntniß und Glauben, und Besserung, und Freude und Glückseligkeit verbreitet werden. Laß diesen Tag einen Tag der Erweckung für die Sünder, der Stärkung für die Schwachen, der Ermunterung für die Frommen, des Trostes für die Traurigen, des Heils für alle Heilsbegierige werden. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeins schaft a 2 Um Sonntage. schaft des heiligen Geistes sei mit mir. Umen. Des Abends. Gott, wenn ich dich kenne, dich denke und verehre, dich, das vollkommenste aller Wesen, den Urheber als ler Dinge, den Geber aller Kraft, den Quell alles Seins, alles Lebens und aller Seligkeit; dann empfinde ich zwar den unermeßlichen Abstand, der zwischen dir und mir ist, und werfe mich vor dir in den Staub hin; freue mich aber dennoch, daß du mir so nahe gekommen bist durch Chriftum, daß du, bei aller deiner unermeßlichen Größe dennoch so gnädig und barmherzig, die Güte und Liebe selbst bist, und mich in dieser Erkenntniß von dir Ulles finden låssest, was mich erleuchten, bessern, beruhigen und beseligen kann. In dir finde ich einen Bater, an den ich mich wie ein Kind halten, und von dessen våterlicher Güte ich nichts als Gutes, und stets das Beste, hof fen darf in dir finde ich einen Mitt: ler, einen Erretter, einen Helfer, einen Herrn und Vorgänger, einen Seligmacher auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung meines Zustandes, in dieser und in jener Welt; in dir finde ich einen Führer auf dem Wege zum ewigen Leben, der meiner Schwachheit aufhilft, und mich stårket, vollbereitet, kråftiget und gründet. Ja das ist das ewige Leben, der geradeste, sicherste Weg zum ewigen Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jefum Chris ftum, erkennen. Olaß diese seligmachende Erkenntniß auf dem ganzen Erdboden immer weiter verbreis tet und bis an's Ende der Tage erhalten werden. Ja laß dein Reich kommen, die Grenzen desselben sich erweitern und Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste, Glauben, und Zugend und Glückseligkeit immer allgemeiner werden. Steure dem Aberglauben und Unglauben, der Sünde und Lasterhaftigkeit, der Troftlosigkeit und Unglückseligkeit. Segne die Mittel und Beranstaltun gen, die auf die Besserung und Beses ligung der Menschen abzielen. Gieb, daß die Wahrheit deines Evangelii immer mehr erkannt, sein großer Werth immer höher geschäßt und die Kraft desselben immer wirksamer und sicherer werde. Laß die Tage deiner Verehrung immer würdiger gefeiert und jeden derselben für die Welt recht heilsam und gesegnet werden. Hilf, daß wir dich immer besser erkennen, würdiger verehren und in deiner Ers kenntniß und Verehrung die reinere, höhere Glückseligkeit genießen, wozu du uns erschaffen, erlöset und berufen hast. Bon dir erfreuet und gestårket, gehe ich nun der Ruhe der Nacht entgegen und ers, warte von deiner Liebe für mich und die Meinigen und für alle Menschen lauter Gutes. Segne alle deine Verehrer, und laß das Gute, das sie heute gehört, und 100= Um Montage. 3 das du mir aufgetragen haft. Ich will sie mit beständiger Hinsicht auf dich verrichten, den stets gegenwårtigen Beugen und den Bergelter Alles dessen, was ich thue, mit dem Bewußtsein, daß ich dir diene, und nicht den Menschen, mit Erinnerung an die Vorschriften und das Vorbild Jesu Christi, nicht um schändlichen Gewinnstes willen, sondern von Herzensgrunde, aus Liebe zu dir und zu den Menschen, meinen Brüdern, mit dem eifrig sten Bestreben, sie so wohl zu thun, als ich nur immer vermag, und im kindlichen Vertrauen auf deinen Beistand und Segen, und mich in Allem beweisen als eines Diener Jesu Christi. Gott, was man mit dir und in deinem Namen thut, das geråth wohl. Nun so sei auch an diesem Tage mit mir. Sende neue Kraft und neuen Segen auf mich herab und laß Alles, was ich denke, rede und thue, wohl gelingen. Deiner gnädigen Leitung und Fürsorge befehle ich mich für dies sen und alle Tage meines Lebens. Herr, segne, behüte und bewahre mich und die Meinigen; segne, behüte und bewahre Alle, die auf dich hoffen, durch Jesum Chriftum. Umen. wozu sie sich entschlossen haben, reiche Früchte in ihren Herzen und Leben hervorbringen. Rüste alle Regenten, alle Lehrer und Freunde des Christenthums mit Weisheit, Muth und Kraft aus. Erleuchte die Unwissenden, bekehre die Sünder, stärke die Schwachen, tröste die Verzagten und Kleinmüthigen. Erbarme dich der Urmen und Verlaßnen, der Wittwen und Waisen, der Eltern und Kinder. Erquicke die Müden, erleichtere allen Kranken ihre Beschwerden, erfreue die Sterbenden mit den frohen Aussichten in jenes beßre Leben, und bringe uns Alle dahin, wo wir dich besser erkennen und verehren, und in deiner Erkenntniß und Berehrung ganz und vollkommen selig sein werden, durch Jesum Christum. Amen. Um Montage. Des Morgens. In deinem Namen, Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, in deinem Namen fange ich die Geschäfte von Neuem an, die du mir in meinem Berufe angewiesen hast. Es ist dein weiser und guter Wille, daß wir arbeiten und Gutes schaffen sollen. Nun so will auch ich diesen deinen Willen heute und alle Des Abends. Tage meines Lebens gern und wil- Gott, wenn wir Alles in deinem lig zu vollbringen suchen. Ich will meinen Beruf und alle Arbeiten desselben als ein Werk betrachten, Namen anfangen, fortfeßen und vollenden, wie getroft und zufrie: den finden wir uns da nicht! Wie wichtig a 2 Um Dienstage. wichtig muß uns jede, auch noch so geringscheinende Arbeit werden, wenn wir sie als ein von dir aufgetragenes Werk betrachten; wie leicht und angenehm muß sie uns werden, sollte sie auch mit noch so vielen Beschwerden verbunden sein; und wie gesegnet wird jede solche Urbeit sein, wo nicht immer im Irdischen, doch allezeit im Geistlichen und Ewigen! Ja wenn ich aus Pflicht und Gehorsam gegen dich arbeite, dann kann ich mich auch hier deines gnädigen Wohlges fallens und deiner besondern FürUm Dienstage. Des Morgens. sorge für mein irdisches Wohl ver: Gutes zu thun und nicht müde sichert halten; dann habe ich hiers inne eine beståndige Uebung im Glauben, in der Liebe zu dir und den Menschen, in der Nachfolge Jesu, in der ganzen christlichen Zugend und in der Vorbereitung auf jenes Leben. Denn wer im Geringen treu ist, den wirst du über viel f gen. Je sorgfältiger wir hier die Geschäfte unsers Berufs ausrichten, desto wichtigere Geschäfte wirst du uns dort auftragen; je mehr wir jest mit dem Pfunde wuchern, das du uns verliehen hast, desto mehr wirst du uns einst anvertrauen; je besser wir hier die Kräfte brauchen, die du uns geschenkt hast, desto mehr Kräfte wirst du uns dort verleihen; je mehr wir in diesem nie: dern Stande, in diesem engen Wir Fungskreise Gutes zu thun bemühet sind, einen desto höhern Stand, einen desto größern Wirkungskreis wirst du uns dort anweisen. Wer reichlich sået, der wird auch reichlich ernten. Gott, lehre mich das tåge lich bedenken und treulich befolgen. Stärke mich in der bevorstehenden Nacht zu den Geschäften des mors genden Tages mit neuer Kraft, und schenke mir die Gnade, an jedem Tage, den mich deine Gute noch erleben låßt, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, damit ich einst ernte ohne Aufhören. Amen. zu werden, das verlangst du, Herr, von mir, deinem Geschöpfe, deinem Kinde, dem Jünger und Nachfols ger Jesu Chrifti. Und wie könnte ich dieß besser thun, als wenn ich auch hier auf dich, meinen Herrn und Vorgånger, aufsehe und dein Vorbild mir zur Nachahmung vors stelle. Und wie schwebte doch dir das große Werk immerdar vor Augen, das dir dein himmlischer Va= ter aufgetragen hatte; wie opfers test du ihm doch alle deine Zeit, alle deine Kräfte auf, vollbrachtest es bei allen noch so großen Hinders nissen und Schwierigkeiten ganz und vollkommen, und fandest in der Vollbringung desselben deine Speise, dein größtes Vergnügen auf Erden. Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, weil es Tag ist; es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. O möchte doch dieser dein Sinn auch. Um Dienstage. tel, Gelegenheiten, mich im Recht= und Wohlthun zu üben, Gutes zu befördern, Böses zu verhindern, Andern nüglich zu werden, immer mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, immer mehr Fähigkeit zum Eingange in das zukünftige zu erlangen, das Maß der Gnadenbelohnungen in jener Welt zu vermehren, immer ges schickter zu werden, einst mit dir zu leben und zu herrschen, indem ich jetzt mit dir kämpfe und dulde. Es kommt die Nacht; es können ungünstige Umstånde eintreten, wo ich das nicht mehr thun kann, was ich jegt zu thun vermag. Kurz ist der Tag, ungewiß die Zeit meines Lebens, und viel ist dessen, was ich noch zu thun habe. Erhalte diese Vorstellung in meinem Gemüthe stets gegenwärtig und lebendig. Lehre mich jeden Tag, jede Stunde, die du meinem Leben noch hinzus sehen wirst, auf's Beste zu benuzzen und so anzuwenden, daß ich durch die Kraft deines Geistes mit jedem Tage und jeder Stunde im Guten völliger, von Fehlern und Dein Beispiel, o Jesu, sollte mich Sünden freier, im Glauben ståran diesem Tage, wie an allen Tasker, in der Liebe rechtschaffener, meigen meines Lebens leiten und nen Nebenmenschen immer nügliführen. Ich wollte wirken, weil es cher, dir, meinem Heilande und Tag ist, Gutes thun und nicht müde Herrn, immer ähnlicher, deiner Gewerden und dadurch reichen Sas meinschaft immer würdiger, zu dem men ausstreuen auf die künftige Besige und Genusse des zukünftigen Ernte. Möchte mir mein Gewissen Lebens immer geschickter und einst das Zeugniß geben, daß dieß wirk- als ein treuer Knecht vor dir ers lich von mir geschehen ist. Es war funden werde. Herr Jesu, gieb es. Tag; ich hatte Zeit, Kräfte, Mit- Umen. Des Abends. auch mich beleben, möchte ich doch das Werk, das mir auf Erden aufgetragen ist, eben so willig, eben so treu und emsig vollbringen, als du das deinige vollbrachtest; möchte ich doch jede Gelegenheit, Gutes zu thun, begierig ergreifen, jeden Zag, jede Stunde, jeden Augenblick auf's Beste anlegen, den Plak, der mir in deinem Reiche angewiesen ist, ganz ausfüllen, mich im Recht und Wohlthun keine Schwierigkeiten abschrecken, keine Hindernisse muthlos machen, keinen Undank ermůden lassen, und meine Freude und Seligkeit darinne finden, daß ich thue den Willen deines Vaters im Himmel! Das ist mein herzlicher Wunsch, mein ernstlicher Vorfah. laß ihn That und Wahrheit werden. Stärke du mich, der ich ohne dich nichts kann und vermag. Mache mich tüchtig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch die Kraft deines Geistes. Umen. 5 Un 6 Un der Mittwoche. An der Mittwoche. Des Morgens. Herr, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich auch sterbe, zu dir, dem Erz halter meines Lebens, dem Regierer meiner Schicksale, dem Geber altes Guten, dem Gott, der da hilft, und dem Herrn, Herrn, der auch vom Tode errettet, zu dir erhebe ich, dein schwaches, hülfsbez dürftiges Kind, mein Herz mit frohem Danke und kindlichem Ber= trauen. Dir danke ich für die Ruhe dieser Nacht, für den erquickenden Schlaf, für die Erhaltung meines Lebens, für die Stärkung meiner Kräfte und für die Heiterkeit des Geistes, womit ich jetzt erwacht bin. Alles kommt von dir; Alles ist Geschenk deiner unverdienten, uner: schöpflichen, unermeßlichen, ewig fortwährenden Güte, Alles ist Beweis, daß du mich liebest, für mich forgest, und nie aufhörest, für mich zu sorgen. Aber zu dir steht auch meine Hoffnung und Zuversicht, daß du auch ferner mit mir sein, mich gnådig erhalten, weise regie ren, mächtig beschüßen, vor dem Bösen bewahren, zum Guten står: ken, mich ſegnen werdest durch Christum. Ich weiß nicht, was mir gut ist und was ich mir im Frdischen von dir erbitten soll. Du allein weißt mit zuverlässiger Gewißheit, was mir davon heilsam ist; und deiner Weisheit und Güte überlasse ich es mit kindlicher 3uversicht. Aber um geistlichen und himmlischen Segen, um Weisheit und Berstand, um Stårke im Glaus ben und in der Jugend, um Kraft, deinen Willen zu thun, mich in allen Dingen zu beweisen als einen Diener Jesu Christi, und dir zu gefallen, um deine Gnade, um ein gutes Gewissen, um den Trost der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens; darum bitte ich dich von ganzem Herzen, und das wirst du mir gewiß nicht versagen. Ich weiß nicht, was mir heute, oder in dem künftigen Laufe der Tage be gegnen wird; aber das weiß ich und deß tröste ich mich, daß ich unter deiner Aufsicht, unter der Aufsicht des besten Baters, des weisesten, gütigsten, mächtigsten Herrn lebe und daß mir unter deiner Aufs sicht nichts geschehen kann, als was du hast ersehen und was mir selig ist. Nun so geschehe an mir dein guter und gnådiger Wille. Ich hoffe auf dich. Dir übergebe, dir vertraue ich mich ganz und gar auf diesen und alle folgenden Zage meines Lebens, auch auf meinen Tod Unter deinem Schuße fürchte ich kein Unglück, unter deiner Regies rung werde ich stets froh, stets zus frieden und glückselig sein. Herr, wie du willst, so schick's mit mir Leben und im Sterben. Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt. Umen. Des Abends. Ja wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt, Herr, unsre Zus versicht 7 Um Donnerstage. versicht und Stärke. Das habe Regierung nichts fürchten, sondern auch ich alle Tage meines Lebens und auch an dem heutigen erfahren, erfahren, daß Keiner zu Schanden wird, der sich auf dich verläßt; daß du Allen mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist; daß du alles erhältst und regierst, und nichts willst, nichts beschließest, nichts thust und nichts geschehen läsfest, als was recht und gut und allen deinen Kindern heilsam ist. Und das hoffe ich auch in Zukunft zu erfahren. Unter deiner Aufsicht und Regierung erwarte ich Alles, was mich künftig, was mich die ganze Zeit meines Lebens, was mich im Tode, was mich in jener Welt, was mich in alle Ewigkeit stårken, erfreuen und beseligen kann. Und so nichts als Gutes, und stets das Beste hoffen darf; wie getrost kanu ich selbst dem Tode und Grabe entgegen sehen, da ich allenthalben unter deiner Aufsicht stehe, im Tode, wie im Leben, in jener Welt, wie in dieser Welt. Du wirst mich allezeit nach deinem Rathe leiten und mich endlich mit Ehren annehmen. Und wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. Nach dir, Herr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Amen. darf, so will ich für die Zukunft nicht Herr, ångstlich sorgen. Nein, alle meine Sorgen werfe ich auf dich, denn du forgst für mich. Meine einzige Sorge auf Erden soll die sein: daß ich deinen Willen thue, nach deinem Willen glaube und lebe, und dir wohlgefalle. Wie zufrieden werde ich dann sein mit meinen Schicksalen, mit dem Maße von Kräften und Gütern, das mir verliehen ist; mit der Stelle, die ich in deinem Reiche einnehme, mit den Verbindungen, in welchen ich stehe, selbst mit den Leiden, die ich zu tragen habe, mit diesem ganzen Leben voll Mühe und Arbeit, da ich glaube, daß ich Ulles, was ich bin, durch deine Gnade bin; wie heiter und froh werde ich mein Leben genießen, da ich unter deiner Am Donnerstage. Des Morgens. wenn ich erwache, so denke ich an dich. Und wie köstlich ist mir der Gedanke von dir, wie erfreulich das Gefühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben siehest und kenneft, und mit den Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade umgiebst. O möchte der Gedanke von dir heute und alle Tage meines Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude sein, und o möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe wirksam und kräftig sein! Ich gehe, oder liege, so bist du um mich; du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und Handlungen. Nun so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allge= gens 8 am Donnerstage. genwärtigen nicht scheuen darf. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Nun so will ich mir auch nicht ein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kennest sogar meine Gedanken von ferne. Nun so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohl gefällig ist vor dir. Auch mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Darum will ich immer mich mit meinen Wünschen an dich wenden, in allem auf dich sehen, und Alles, was ich bedarf, mit kindlicher Zuversicht von dir erbitten und erwar: ten, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und keinen vergiffest und versäumeft, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Allmächtigen und Ullgegenwärtigen, will ich wandeln und fromm sein. Das hilf mir, gnådiger und barmherziger Gott, und gedenke meiner heute und alle zeit im Besten um Jesu Chrifti willen. Umen. Des Abends. Gott, der du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben die Wirkungen deiner Ullmacht, Weisheit und Gnade erfahren läsfest, der Gedanke an dich sollte heute mein Führer sein, er sollte mich allents halben begleiten, sich an Alles, was ich that, und redete, und dachte und was mir begegnete, anschließen, und mir Kraft und Trost und Freude und Seligkeit einflößen. Wie unglückselig würde ich sein, wenn ich diesen Tag zugebracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Gedanke an dich mir gleichgültig und bes schwerlich gewesen wäre! O möchte ich nie so unglücklich sein und werden. Möchte doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkommner, und in meinem ganzen Vers halten immer wirksamer werden. Wie selig werde ich sein, wenn ich dich immer vor Augen und im Hers zen habe. Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum Zeugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme; wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit geduldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du bei mir bist in der Noth; wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quell aller Freude? D führe mich, führe Ulle, die dich kennen, zu dieser Seligkeit. Schenke mir die Gnade, dich mir immer zu vergegenwärtigen, bei Allem, was ich denke, und rede, und thue, und genieße und dulde, auf dich zu sehen, mich immer nahe an dich zu halten, wie du mir allents halben nahe bist, und in der Vors stellung von deiner Nähe, Kraft und Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Voll des frohen Ges dankens an dich und deine Gegenwart, überlasse ich mich getroft der Ruhe Am Freitage. 9 sten, erfreuen, beseligen; es soll der Grund meines Glaubens und Hoffens, der Quell meines Heils und meiner Seligkeit sein. Nach dir will ich leben, mich nach dir bilden, in deinen Fußstapfen wandeln, deine Vorschriften und dein Vorbild zur Nichtschnur meines Denkens und Verhaltens machen. Über auch für dich will ich leben, zum Besten deis ner Erlösten leben, und arbeiten, und dulden, und aufopfern, und leis den und sterben. Das, das ist der innigste Wunsch meines Herzens, der ernsthafteste Entschluß meiner Seele. Uch stårke mich, der ich nur in dir allein Gerechtigkeit und Stärke finde, stårke mich, diesen Entschluß bis an's Ende meines Lebens auszuführen, dich, der du mich theuer erkauft hast, zu preifen an meinem Leibe und an meinem Geiste, und zu leben im Glauben des Sohnes Gottes, der mich gelies bet und sich selbst für mich gegeben hat. Ja dir leb' ich, dir sterb' ich, dein bin ich. Amen. Ruhe dieser Nacht, und sehe allen meinen künftigen Schicksalen im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt unerschrocken entge gen. Ich fürchte kein unglück, denn du bist bei mir. Amen. Am Freitage. Des Morgens. Her Derr Jesu, daß ich dich kenne, dich als den Sohn des Ullerhöchsten, als meinen Heiland und Seligmacher, als meinen Mittler und Versöhner, als meinen Unführer und Vorgånger, als meinen Herrn und König, als meinen größten Freund und Wohlthåter kenne, deß freuet sich meine ganze Seele. Weß könnte ich mich sonst freuen, wenn ich mich nicht deiner freuen dürfte? und weß könnte ich mich mehr freuen, als deiner, Gottes, meines Heilandes? Über ich erkenne und empfinde es auch, wie viel ich dir schuldig bin, und wie mein Leib und meine Seele, mein ganzes Leben deiner Verehrung gewidmet sein soll. Ja ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Des Abends. Christus lebt in mir. Ja dir will Wie könnte ich froher und fetiger ich leben. Deine Liebe zu mir und zu andern Sündern, und Alles, was du aus Liebe für uns gethan, er duldet und aufgeopfert haft, und noch thuft und künftig thun wirst, das soll meinem Gemüthe immer gegenwärtig und meinem Herzen immer theuer, das Theuerste auf Erden sein; es soll mich allenthal ben beseelen, erwecken, stårken, tròauf Erden leben, wie einst getrofter und seliger sterben, als wenn ich lebe im Glauben des Sohnes Gottes. Dann, ja dann habe ich Ulles, was mich erfreuen und beseligen kann; dann habe ich Licht auf dem Wege des Lebens: denn ich folge dem, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist; und wer dem nachfols get, der wird nicht wandeln in Finsternis, 10 Um Sonnabende. sternis, sondern wird das Licht des Lebens haben; dann empfinde ich Kraft in meiner Schwachheit durch den, der mich mächtig machet und mir Ulles schenket, was zum Leben und göttlichen Wandel dienet; dann genieße ich Ruhe für meine Seele bei dem Bewußtsein meiner Sünden, bei dem Gefühle meiner Schwachheit, unter dem Drucke der Leiden, bei ale len noch so traurigen Aussichten in die Zukunft; dann habe ich Zuversicht zu Gott und kindliche Freudigkeit, von ihm Alles zu erbitten, und Alles zu erwarten, was mir gut und selig ist; dann bin ich getrost, selbst im Tode, fürchte kein Unglück, hoffe nichts als Gutes, Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Hülfe in der Noth, Errettung im Tode, ewiges Leben, ewige Seligkeit, das glücklichste Loos auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung meines Zustandes Leben und volle Gnüge. Lebe ich, so lebe ich dem Herrn, sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn; darum ich lebe oder sterbe, so bin ich des Herrn. O laß mich dieser Seligkeit theilhaftig werden, der du sie so gern Allen schenkest, die darnach verlangen. Laß deine Liebe mich dringen, nicht mir selbst, sondern dir zu leben. Lehre mich, stets aufzusehn auf dich, den Unfänger und Vollender meines Glaubens. Erhalte den Gedanken an dich und deine Liebe stets gegenwärtig in meiner Seele, daß er in mir lebe und herrsche, sich mit allen meinen übrigen Gedanken verbinde, der vornehmste und zugleich der angenehmste und erfreulichste Gedante meiner Seele sei. Mit dem Gedans ken an dich will ich jegt einschlafen, mit dem Gedanken an dich morgen und alle noch künftige Tage erwachen, mit dem Gedanken an dich leben und sterben. Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Umen. Am Sonnabende. Des Morgens. Herr, deine Barmherzigkeit hat kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Deß fieuet sich mein Herz, und ich preise deine Güte, die auch über mich, so lange ich bin und lebe, jeden Morgen neu gewesen ist, die mich von einem Tage zum andern erhalten, gestårket, beschüßet, errettet, getröstet und gesegnet, die mir wohl. gethan hat über alles mein Bitten und Verstehen. Ja du hast mich, du hast uns Ulle geliebet in deinem Sohne, Christo Jesu, ehe der Welt Grund geleget ward. Und mit welcher Geduld hast du mich, dein schwaches Kind, getragen? wie viele Fehler, wie viele Sünden mir verges ben? mit welcher Kraft mich in meis ner Schwachheit unterstüßt? Und so willst und wirst du dich auch ferner über mich erbarmen, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, und mich segnen durch Christum. So willst und wirst du auch ferner mit jedem Zage deine Güte über mich verneuen, ja mich in Ewigkeit lieben. Um Sonnabende. lieben. Deß troste ich mich jetzt bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Hinfälligkeit. Dir und deiner weisen, väterlichen Leitung übergebe ich mich mit kindlicher Zuversicht auf diesen und alle folgenden Zage meis nes Lebens. Du wirst, wenn ich dir nur folge, mich allezeit recht, und anders wohin nicht führen, als zur Seligkeit. Dir befehle ich meine Wege, meine Unternehmungen und Geschäfte, meine Schicksale und Les bensveränderungen, auch meinen Tod. Ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen. Deine Güte, Herr, sei über mich und über Ulle, die auf dich hoffen. Umen. Des Abends. Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haft. Wie viel hast du nur allein in der verfloßnen Woche an mir gethan! Jeder Tag, jede Stunde derselben sind Zeugen deiner unerschöpflichen, ewig fort währenden Güte. Und Dank, herzlicher, inniger Dank sei dir für alle Beweise derselben, Dank für das Leben, das du mir verlängert, für die Gesundheit, die du mir erhalten, für den Fortgang und Segen, den du mir verliehen, für so manche Freude, die du mir geschenkt, auch für die Leiden, die du mir zu meinem Besten auferlegt haft und gewiß zu meinem Besten lenken wirst; insbesondere aber für das Licht, die Kraft, den Troft und die Hoffnung, womit du mich gestärket und erquicket hast. Möchte doch aber auch jeder Tag, jede Stunde von meiner Dankbarkeit, von meiner Gegenliebe und von meinem Gehorsam gegen dich und deinen Sohn, Jesum Chriftum, zeugen; möchte ich doch merkliche Fortschritte auf dem Wege des Glaubens und der Zugend gemacht haben; möchte ich doch dem großen Ziele immer nåher kommen, welches mir vorhålt die himmlische Berufung in Christo Jesu und wachsen in allen Dingen an dem, der das Haupt ist! Gott, siehe mit Huld und Gnade auf mich herab. Vergieb, ach vergieb mir alle meine Sünden um Jesu Christi willen. Stårke mich aber auch in meinem Bestreben, mit jeder Woche, mit jedem Tage immer weiser und verständiger, immer reiner von Fehlern und Sünden, im Glaus ben immer stårker, in allen guten Werken immer geübter und fertiger, meinem Heilande immer ähnlicher, deiner und deines Sohnes Gemeinschaft immer fähiger, im Genusse seines Heils immer froher, zufriedner und seliger, und durch das Alles zur Seligkeit der zukünftigen Welt immer geschickter zu werden. Herr deine Güte währet immer für und für bei denen, die dich kindlich fürchten. Und so habe ich das demůthige Vertrauen zu dir durch Christum, du werdest auch in der künfti gen Woche und mit einem jeden kommenden Tage deine Güte über mich, über die Meinen, über alle deine Kins 12 Communionandachten. Kinder auf Erden verneuen, du werdeft fie walten lassen über uns in Ewigkeit. Wir hoffen darauf, daß du so gnådig bist; unser Herz freuet Umen. sich, daß du so gerne hilfest. Uuf dich, auf dich steht unsre Zuversicht, du låsfest uns auch im Tode nicht. Communiona ndachten. Vorbereitung zum heiligen Abendmale. Nachdenken über die Absichten des heiligen Abendmals. Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, Bater und Erbarmer der Menschen, Gott der Liebe, du hast uns geliebet, ehe denn der Welt Grund geleget ward; du hast uns also geliebet, daß du deinen einge: bornen Sohn gesandt hast in die Welt, die Sünder selig zu machen; du hast uns durch ihn überschwenglich begnadiget, mit geistlichen und himmlischen Gütern gesegnet und Alles geschenket, und willst uns Ulles schenken, was uns an unserm Leibe und an unserm Geiste, was uns im Leben und im Sterben, was uns in dieser und in jener Welt er retten, stårken, erfreuen, ganz und vollkommen selig machen kann. Welche Wunder der Barmherzigkeit und Gnade, welche Beweise einer alle unsere Verdienste, alle unsere Vorstellungen übersteigenden Liebe! Wer kann sie rühmen, faffen, ermesfen, wer dir den Dank, die Ehre und das Lob geben, das dir gebühret! O möchte mein ganzes Herz von Dank und Freude über deine Liebe und die Liebe deines Sohnes überfließen; möchte ich es ganz und vollkommen empfinden, wie sehr du uns geliebet hast und wie selig wir durch deine Liebe sind; möchte doch das insbesondere auch jest geschehen, da ich das Gedächtniß dieser deiner Liebe und der Liebe Jesu Christi durch die Feier seines heiligen Nacht= mals erneuern will! Wie wichtig, wie heilig, wie trösts lich muß mir nicht dieses Geschäfte sein. Ja wenn ich ein Christ bin, wenn ich es in der That und Wahrheit bin, so muß mir die Feier des Nachtmals Jesu eine sehr wichtige Handlung, eine sehr angenehme und beseligende Beschäftigung sein, die ich nie oft genug wiederholen kann. Es ist ein Fest, das er, unser Herr und Heiland, selbst stiftete, wodurch er sich dem Undenken seiner Jünger und aller seiner nachfolgenden Befenner empfehlen und sein Gedächts niß auf Erden unvergeßlich machen wollte. Es ist ein Gedächtnißfeft Jesu, des großmüthigsten Freundes, des größten Wohlthåters, des mache tigsten Vorbereitung zum heiligen Abendmale. 13 tigsten Erretters, des höchsten Beförderers der Glückseligkeit unsers Geschlechts, der mehr für uns gethan, gelitten und aufgeopfert hat, und noch jett für uns thut, und künftig thun wird, als nie ein Freund und Wohlthåter der Menschen gethan hat, und thun kann. Es ist ein Jesusfest, das wir zu seiner Ehre feiern, bei welchem wir als seine Freunde und Verehrer erscheis und ist es Jesus nicht werth, daß wir ihm ein solches Fest feiern? nen, mehr als sonst an ihn denken, Hat er es nicht verdient, unser gerührtestes Andenken, unsre innigste Liebe, unser höchstes Vertrauen, unfern willigsten, freudigsten Gehorsam, unfre ewige Dankbarkeit, das Andenken, die Liebe, das Vertrauen, den Gehorsam, die Dankbarkeit uns fers ganzen Geschlechts? Was wåren wir ohne Jesum, was würden wir sein, ohne ihn? was sind wir durch ihn worden, was können und sollen wir durch ihn werden? Was kann jedem Menschen wichtiger sein, als daß Jesu Undenken auf Erden von Zeit zu Zeit erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt, von einem Theile der Erde zu dem andern verbreitet und bis ans Ende der Tage erhalten werde? Christum, der Errettung desselben von der Sünde und dem Tode, und der Wiederherstellung desselben zum Leben und zur Unsterblichkeit; ein Gedächtnißfest unsrer gegenwärtigen und zukünftigen Seligkeit, ein Freudenfest über unsre Seligkeit durch Jesum. feierlicher als sonst uns an ihn verpflichten, lebhafter als sonst uns seiner freun. Es ist ein Fest der Liebe seines himmlischen Vaters, der die Welt also geliebet hat, daß er seinen eingebornen Sohn gab, ein Fest der Liebe Jesu und Alles dessen, was er aus Liebe ehedem gethan hat, noch thut, und künftig thun wird; insbes sondere aber ein Feft seines Versöhnungstodes, durch dessen wiederholte Feier die Wahrheit unaufhörlich erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt und bis ans Ende der Tage erhalten werden soll, die große und dem ganzen menschlichen Geschlechte unendlich wichtige Wahrheit: daß Jesus Christus ge= storben ist für die Sünden der Welt, und daß in keinem Undern das Heil, und daß kein anderer Name den Men schen gegeben ist, darinnen sie konnen selig werden, denn allein der Name Jefu. Es ist ein Dankfest für seine Wohlthaten, die wir schon jegt genießen und künftig erwarten. Es ist ein Gedächtnißfest der Erlösung des menschlichen Geschlechts durch Umen. Ja du bist würdig, Sohn des Allerhöchsten, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre, und Unbetung und Dank. Und das will auch ich jetzt bei der Feier deines Nachtmals dir darbringen. Dein Undenken foll meinem Herzen auf ewig theuer, es foll stets meine Freude, meine Ehre und mein Ruhm sein. Nachden. 14 Communionandachten. Nachdenken über den Nußen des heiligen Abendmals. Gott, groß und wunderbar sind deine Werke und Veranstaltungen, alle, unverwerfliche Zeugen deiner Alles wohlmachenden Weisheit und Güte, alle, sichtbare Denkmåler, daß du uns liebest und unsre Seligkeit willst und beförderst. Und an welche Beweise deiner Liebe und der Liebe deines Sohnes Jesu Christi erinnert mich nicht sein heiliges Nachtmal? Nur von Liebe gedrungen stiftete er es, von Liebe zu uns und zu unsrer Seligkeit. Es ist ein geseg= netes Brod, welches wir essen, ein gesegneter Kelch, welchen wir trinken; ein Heil und Seligkeit bringendes Mal; eine Seelenspeise, ein Mittel, durch welches unser Geist genährt, wodurch ihm neue Kraft und neues Leben mitgetheilt wird; ein Stärkungsmittel unsers Glaus bens, unsrer Tugend, unsrer Liebe zu Gott und Menschen, unsrer Ruhe, unsrer Freude und unsrer Seligkeit; ein Mittel, wodurch das Reich Jesu Christi, das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im heiligen Geiste, erhalten und ers weitert wird. Hier, bei der Feier dieses Mals, erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit Jesu, knüpfe sie immer enger und fefter: denn ich er: scheine als ein Jünger Jesu, bekenne mich hier öffentlich zu ihm, fage es aller Welt und rühme mich deffen, daß ich an ihn glaube, daß ich überzeugt bin: auch für mich und meine Sünden habe er seinen Leib dahingegeben und sein Blut vergossen. Ich verpflichte mich von Neuem zum Glauben an ihn, und mache mich unter dem Genusse seines Leibes und Blutes anheischig, in diesem Glauben zu leben und zu sterben. Ich fühle mich so innig mit ihm verbunden, wie ein Erlöseter mit seinem Erlöser, wie ein Beseligter mit seiz nem Seligmacher, wie ein Nachfolger mit seinem Vorgånger, wie ein Diener mit seinem Herrn, wie ein Glied des Leibes mit seinem Haupte, wie ein Freund mit seinem Freunde. Aber auch er tritt mit mir in Gemeinschaft, indem er mir seinen Leib und sein Blut zu genießen und das durch zugleich Untheil giebt an dem Heile und der Seligkeit, die er durch die Dahingebung seines Leibes und durch die Vergießung seines Blutes der Welt erworben hat, indem er sogar dieses Heil und diese Seligs keit, Licht, und Kraft, und Trost, und Hoffnung, und Zuversicht, und Friede und Freude der Seele mich hier mehr als sonst genießen läßt. Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit seinem himmlischen Bater. Ich erscheine als ein Kind durch Chriftum, als ein Kind dessen, der uns von Ewigs keit geliebet hat in seinem Sohne, Christo Jesu, und rühme mich des sen, daß ich sein Kind, und als sein Kind ein Erbe Gottes und ein Mits erbe Vorbereitung zum heiligen Abendmale. 15 lande der Sünder und tröste mich seiner Gnade. Ich erkenne und empfinde aber auch unsre gemeinschafts liche Verpflichtung gegen ihn, ver= binde mich mit ihnen unter dem Genusse seines Leibes und Blutes zu Einem Sinne und Leben nach seinen Borschriften und seinem Muster, entfage allen Sünden, allem Hasse und Neide, verspreche es Jesu, und nehme Alle, die gegenwärtig sind, zu Zeugen dieses Versprechens: ihn, meinen größten Freund und Wohltháter, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften zu lieben, die Menschen zu lieben, als Kinder Eines Vaters, als Ertösete Eines Mittlers, als Brüder und Schwestern Eines Bruders, als Erben Einer Seligkeit, selbst meine Feinde zu lieben und ihnen zu vergeben, gleichwie er mir vergeben hat. Hier erneure und unterhalte ich endlich meine Gemeinschaft an dem Heile und der Seligkeit, die Jesus durch sein verdienstliches Leiden und Sterben der Welt erworben hat. Ich feire das Fest der durch ihn ge= stifteten Seligkeit der Menschen, freue mich Gottes meines Heilandes, tröste mich des, daß Christus auch für mich zur Vergebung der Sünde gestorben, daß er auch mein Mittler und Versöhner, mein Heiland und Seligmacher, mein Herr und König ist. Ich freue mich der Macht und Gewalt, die ihm der Vater gegeben hat, und versichre mich deß: daß ich unter seiner Aufsicht stehe, daß ich durch erbe Christi bin. Ich fasse neuen Ruth und neue Zuversicht zu ihm, als meinem Bater, überlasse mich ihm mit kindlicher Ergebung in sei: nen Willen, werfe alle meine Sor gen auf ihn, lege mein gan= zes Schicksal in seinen våterlichen Schoß, fühle mich aufgeregt, gestårkt, gedrungen, einen solchen Gott, einen solchen Vater wieder zu lieben. Er hingegen betrachtet mich als sein Kind, weil ich glaube an den Namen seines Sohnes, nimmt mich als sein Kind an sei: nen Tisch und in sein väterliches Herz auf, und läßt mich das Glück genießen, ein Kind Gottes zu sein. 1 Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit allen seinen Kindern auf Erden und im Himmel, mit allen Bekennern Jesu, zähle mich zu der Gesellschaft innigst verbundner Freunde und Liebhaber Jesu, bekenne mit ihnen Einen Vater und Einen Heiland, halte mich und sie für Kinder dieses Vaters, für Erlösete dieses Heilandes, für Brüs der und Schwestern Jesu, für Glie: der Einer Familie, für Mitgefähr ten eines und eben desselben Weges zu einem und eben demselben Ziele, für bestimmte Erben einer und eben derselben Seligkeit. Ich fühle mich mit ihnen von einem und eben demselben Gefühle der Schwachheit und Sündhaftigkeit durchdrungen, erkenne mich mit ihnen für Sünder, die verloren waren, denen aber Barmherzigkeit wiederfahren ist, nahe mich mit ihnen zu dem Hei Communionandachten. 16 durch ihn lebe und sterbe, daß er mich mit großer Liebe durch alle Veränderungen im Leben und Sterben, in dieser und in jener Welt leiten, daß er mich einst zu sich nehmen und dort von einer Stufe der Vollkommenheit und Seligkeit zu der andern führen wird. Ich denke an diese Seligkeit, versehe mich im Geiste in das zukünftige Leben und fühle mich von himmlischer Bonne durchdrungen. Kann wohl aber dieses Alles ohne großen und mannichfaltigen Nußen für mich sein? Kann ich je dieses heilige Nachtmal feiern, ohne durch jede Feier desselben im Glauben stårker, in der Tugend fester, in der Liebe brünstiger, in Noth und Tod getroster, ohne besser, ruhiger, zus friedner und seliger zu werden? Dank, ewiger Dank sei dir, unserm Heilande und Seligmacher, daß du dieses heilsame Mal gestif tet und dich auch dadurch um unfer Geschlecht so verdient gemacht haft. Lehre mich, lehre álle deine Bekenner den hohen Werth dessel ben immer mehr erkennen, es immer höher schågen, immer würdiger gebrauchen, und laß uns 2lle aus eigner Erfahrung inne werden, wie heilsam und segensreich dein Abendmal sei. Amen. Nachdenken über den würdigen Gebrauch des heiligen Abendmals. Ich will jest das Gedächtniß dei ner Liebe feiern, großer, anbetungs: würdiger Heiland, und nach deiner Verordnung deinen Leib essen, den du für uns dahingegeben, und dein Blut trinken, das du vergossen haft zur Bergebung der Sünden. Möchte ich es doch auf eine dir wohlgefällige und mir heilsame Weise thun; möchte ich doch deine Absichten erfüllen, und den Nugen wirklich erreichen, den es mir bringen kann und soll! Ich will zu dem Ende die Absichten wohl überlegen, in welchen dieses heilige Mal gestiftet ist. Es ist ein Gedächtnißmal Sesu, bei welchem wir seinen Tod verkündigen, das Lob seines großen Verdienstes um die Menschen besingen, unsre Gemeinschaft mit ihm erneuern, und im Genusse seiner Wohlthaten selig sein, mithin mehr als sonst an ihn denken, feierlicher als sonst uns an ihn verpflichten, lebhafter als sonst uns seiner freuen sollen. Un Jesum also, an Jesum will ich denken. Ich will überlegen, was er der Welt war, und ist, und sein und werden kann und soll, und insbesondere, ob er das auch mir worden ist, und werden kann und wird. Bedenken will ich, was er ehedem gethan hat, und noch thut und künfs tig thun wird, die Sünder zu errets ten und selig zu machen. Erwdgen will ich, wie wir alles Licht, das uns erleuchtet, alle Kraft, die uns belebet, allen Troft, der uns erfreuet, alle Seligkeit, die wir jegt schon genießen und künftig erwarten, ihm allein schuldig find. Danken Vorbereitung zum heiligen Abendmale. ten will ich ihm für seine Liebe und für seine Wohlthaten. Berpflichten will ich mich ihm auf's Neue zu be: ftåndigem Glauben, zu ewiger Liebe, zum willigsten, völligsten Gehorsam, zur treuesten Nachfolge. Freuen will ich mich seiner; und ich muß mich hier schon seiner freuen lernen, wenn ich mich dort seiner freuen will. Empfinden will ich, wie selig ich hier schon durch ihn bin; und ich muß hier schon durch ihn selig sein und zu werden suchen, wenn ich es dort werden will. Wenn ich jetzt, da ich das Nachtmal Jesu feiern will, we nig oder gar nicht an ihn denken, wenig ober gar nicht seine Liebe und seine Wohlthaten erwägen, wenig oder gar nicht meine Verpflichtungen gegen ihn erkennen wollte; wenn ich ohne Nachdenken und Ueberlegung und noch mehr, ohne Rührung und Empfindung des Herzens, wenn ich bloß aus Gewohnheit sein Abendmal halten wollte, so würde ich es unwürdig, gebrauchen. Nein, nein, ich will mich jest mehr als sonst mit Jesu und mit dem Andenken an ihn beschäftigen. Ueberzeugung von Pflicht, Drang meines Herzens, Dankbarkeit, Liebe und Ergebenheit verlangen, ihm meinen Dank, meine Liebe, meine Ergebenheit feierlich zu bezeigen, Begierde nach neuer Kraft zum Glauben und zur Liebe gegen ihn, die Sorge für das Heil meiner Seele sollen mich zu seiner Zafel führen. Ich will nie, am wenigsten aber jegt vergessen, was er an mei: ner Seele gethan hat. 17 Ich will aber auch untersuchen, ob ich mich jest in einer solchen Ber= fassung meines Gemüths und Lebens befinde, daß ich die Absichten des heiligen Abendmals erfüllen und den Nußen desselben erreichen kann, und mich in eine solche Verfassung zu sehen suchen. Das Abendmal und jede Feier desselben soll mir nüßen, und mit jedem Male mehr nüßen. Es soll meinem Glauben mehr Festigkeit und Ueberzeugung, mehr Freudigkeit und Zuversicht gewähren und ihn gleichsam in Schauen verwandeln, indem ich anhaltender über Jesum denke, mich mit meinen Gedanken in sein ehemaliges Leben auf Erden, und in seine gegenwärtige Herrlichkeit im Himmel vers sehe, ja seinen Leib effe und sein Blut trinke, das er um unsrer Súnde willen dahin gegeben hat. Es soll meiner Tugend neue Kraft und neues Leben mittheilen, soll mich von der Sünde zurückschrecken und in dem Entschlusse stårken, mich Jesu ganz zu heiligen. Es soll endlich mich ruhiger und zufriedener im Leben, getroster in der Noth und im ZTode, in Zeit und Ewigkeit seliger machen. Und wenn ich diesen Nuken von der Feier des Abendmals verspüre, wenn ich durch jeden Gebrauch desselben im Glauben fester, in der Tugend stårker, im Herzen ruhiger, zufriedener und seliger werde, so effe und trinke ich würdig. Wer abet diesen Nugen von dem Gebrauche des Abendmals nicht hat, wer dadurch neue Stärke im Glauben, neue Kraft b zur 18 Communionandachten. zur Tugend, neuen Trost und neue Hoffnung nicht erlangt, wer eben so schwach bleibt im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung als er zuvor war, wer immer noch die Sünde liebt und thut, wie ehedem, der isset und trinket unwürdig. Befinde ich mich nun jegt in einer solchen Gemüthsverfassung, daß ich das heilige Abendmal würdig und mit Nugen gebrauchen kann? Habe ich Zeit genug, meine Gedanten zu sammeln und sie mehr, als sonst, auf Jesum zu richten? Ist Jesus meinem Herzen theuer, ist mir das Undenken an ihn erwünscht und willkommen? Erkenne und schåge ich seine Liebe und sein Ver: dienst? Weiß ich es, wie viel ich ihm schuldig bin? Glaube ich mit 3uversicht, in ihm meinen Heiland und Seligmacher, so wie den Heiland und Seligmacher der ganzen Welt zu finden? Bin ich bis zu ei ner lebendigen Ueberzeugung gewiß, daß ich, wenn ich an ihn glaube, nicht verloren gehn, nie unglücks felig sein und werden, sondern das ewige Leben haben werde? Empfinde ich Dankbarkeit, Liebe, Vertrauen und Gehorsam gegen ihn? Giebt mir mein Herz und Leben das Zeugniß: daß ich in der That und Wahrheit ein Nachfolger Jesu bin, daß ich mich beeifere, es zu sein, und seinen Belehrungen, seinen Vorschriften und seinem Vorbilde gemäß zu denken, gesinnt zu sein und zu handeln? Wünsche ich mir neue Kraft, zu leben im Glauben des Sohnes Gottes, in diesem Glaus ben zu beharren bis an's Ende, und in diesem Glauben den Gott zu lies ben, der uns zuerst geliebet hat, Jesum zu lieben, der uns geliebet hat bis in den Tod, alle Mitchris sten zu lieben, weil wir Glieder eines Leibes sind, dessen Haupt Christus ist, alle Menschen zu lies ben, weil Christus sich für alle das hingegeben hat, auch Feinde zu lieben, weil Christus für uns gestorz ben ist, da wir auch seine Feinde waren? Freue ich mich Jesu und meiner Gemeinschaft mit ihm, fins de ich mich in derselben glückselig, wünsche ich, ihm immer näher zu kommen, immer noch inniger mit ihm verbunden zu werden? Ist das die Stimmung meines Gemüths, ift dieß wirkliche Empfindung, wirkliz cher Wunsch, wirkliches Streben meiner Seele, dann befinde ich mich in einem solchen Zustande, in welchem ich das heilige Abendmal mit Nußen feiern kann. Und je mehr dieß die Stimmung meines Ges múths ist, mit desto größerm Nußen werde ich das Abendmal des Herrn feiern. Bin ich aber jegt zu sehr zers streut in die Geschäfte und Sorgen dieses Lebens; mangelt es mir an Zeit zum ruhigen Nachdenken über Jesus; ist mir Jesus gleichgültig; bin ich unempfindlich gegen seine Liebe und seine Wohlthaten; ist mir sein Tod am Kreuze nicht wichtig; zeige ich meinen Glauben nicht durch meine Werke; gebe ich mich bloß Bußübungen. bloß für seinen Nachfolger aus, und bin es nicht in der That und Wahrheit; bin ich noch fern von dem Leben, das aus Gott ist; bin ich noch ein Sclave der Sünde und des Lasters; nähre ich Haß und Neid, Zorn und Rache, Geiz und Wollust in meinem Herzen; erkenne, empfinde ich es nicht, wie selig man ist in der Gemeinschaft mit Jesu; fühle ich mich in dem Besige und Genusse der Güter des Heils und der Seligkeit, die er uns erworben hat, nicht froher und glückseliger, als in dem Besige und Genusse der Güter der Welt; freue ich mich der Erde mehr, als des Himmels; trachte ich nach dem, was auf Erden ist, eifriger, als nach dem, das droben ist; wünsche ich nicht, einmal anders und besser zu werden: dann, dann darf ich es nicht wagen, zum Zische Jesu zu nahen, dann darf ich mir keinen Nutzen davon versprechen, dann effe und trinke ich mir selbst das Gericht. Nein, das sei ferne von mir. Ich will mich jett aus der Zerstreuung sammeln; auf Jesum will ich mein Gemüthe hinrichten; bedenken will ich, was er für die Welt gethan, gelitten und aufgeopfert hat, und wie selig ich durch ihn bin, und sein und werden kann; ich will mich nicht bloß für seinen Bekenner und Nachfolger ausgeben, sondern es in der That und Wahrheit zu sein und zu werden suchen; ich will aller Sünde mit allem Ern19 ste entsagen, immer mehr mich von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen, und der Heiligung nachjagen in der Furcht Gottes; ich will vergessen, was hinter mir ist, und vorwärts eilen nach dem Kleinode, welches mir vorhält meine himmlische Berufung in Chrifto Jeſu. Dlaß dir meinen Entschluß wohlgefallen, theuerster Heiland, laß ihn That und Wahrheit, und die Feier deines Nachtmals für mich recht nüglich und gesegnet, mit jedem Male nüglicher und gesegneter werden. Umen. Bußübungen. Vor der Beichte. Gott, vor dir, dem Allwissenden und Allgegenwärtigen, will ich über mein bisheriges Verhalten nachdenken und mein Herz und meine Wege erforschen. Möchte ich es mit dem Ernste, mit der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe thun, die dieses wichtige Geschäfte von mir fodert; möchte ich bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Sundhaftigkeit mit schmerzlicher Scham und Reue, aber auch mit dem ernstlichen Vorsage und dem redlichen Bestreben der Besserung durchdrungen und belebt werden. Wenn ich an deine Liebe denke, womit du uns Ulle von Ewigkeit geliebet hat in Christo Jesu; wenn b 2 ich 20 Communionandachten. stes werden konnte und sollte, der weise, erleuchtete, gläubige, geheis ligte, nach deinem Ebenbilde ers neuerte, dir ähnliche und wohlge fållige, zu allen guten Werken ges schickte, in denselben geschäftige und eines höhern Zustandes fähige Mensch? ich überlege, mit welchen Vorzügen die Gnade deines Sohnes und Gei: du uns, feine Bekenner, vor allen Völkern der Erde durch ihn begnadi: get, welche Mittel des Unterrichts und der Besserung, welche Kraft und Stärke zum Leben und göttlichen Wandel du uns verliehen haft und verleihen willst; wenn ich ermåge, wozu du uns als Christen berufen, welcher Glückseligkeit du uns fähig gemacht, welche Aussichten in die zukünftige Welt du uns eröffnet haft; wenn ich bedenke, wie sehr uns dieses Alles zum Glauben und Vertrauen, zur Liebe und Dankbarkeit, zur wil ligsten, eifrigsten Beobachtung dei ner Geseze, zu einem vorzüglich heiligen Sinne und Wandel antreiben sollte; und wenn ich mit dem Ullen mein Verhalten vergleiche: dann, ja dann muß ich mich schämen, dann, ja dann darf ich es kaum wagen, meine Augen aufzuheben zu dir. Ich bin ein Bekenner, ein Nachfolger Jesu Christi, und rühme mich, das zu sein. Ich glaube an ihn als den Heiland und Seligmacher aller Menschen, als den Erretter von der Sünde und dem Tode, als den Wiederbringer des Lebens und der Unsterblichkeit, als unsern Borgånger und Herrn. Ich hoffe durch ihn Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Troft und Ruhe für meine Seele, Hülfe und Errettung im Le= ben und Sterben, Seligkeit und ewiges Leben zu erlangen. Denke und handle ich nun auch so, wie es einem Bekenner und Nachfolger Jesu zukommt? Würde Jesus in mir seinen Bekenner und Nachfolger erkennen? Werden Undre mir es anmerken, daß ich Jesu Bekenner und Nachfolger bin, daß ich sein Bild an mir trage, daß ich so ger sinnet bin, wie Jesus Christus auch war, daß ich so denke und handle, wie er dachte und handelte? Finde ich selbst eine gewisse Aehnlichkeit zwischen mir und Jesu, zwischen meinem Verhalten und seinem Verhalten? Habe ich mich durch ihn von der Knechtschaft der Sünde ers lösen und durch seinen Geist reinigen und Ich bin dein Geschöpf, dein Kind, ein Erlöseter Jesu Christi, ein Erbe der Unsterblichkeit, von dir mit gro: Ben Fähigkeiten und Anlagen aus: gerüstet, zu erhabenen Absichten bes stimmt, zu einer ewigen Herrlich keit berufen in Christo Jesu. Wie hab' ich nun als ein solcher gedacht und gehandelt? Hab' ich dich als meinen Schöpfer erkannt_und gepriesen, dir als meinem Herrn gehorcht, dich als meinen Vater geliebet? Bin ich das worden, was ich als dein Geschöpf, dein Kind, dein Erlöseter, durch deine Gnade und Bußübungen. und heiligen lassen? Bin ich zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes gelangt? habe ich Gnade bei Gott und Vergebung meiner Sünden durch ihn gefunden, oder muß ich sie erst suchen? Genieße ich die Gerechtigkeit und Stärke, den Frieden, die Freude, die Ruhe der Seele, die bei ihm zu finden ist? Bin ich wirklich durch ihn selig wor: den, und kann ich mit Zuverlässigkeit hoffen, es künftig zu werden? Ich bin ein Mitglied der Gesellschaft, ein Borgesegter, oder Untergebener, ein Herr, oder Diener, ein Hausvater und eine Hausmutter, oder ein Kind und ein Hausgenosse, ich bin reich oder arm, hoch oder nies drig, glücklich oder unglücklich. Auch hier habe ich große und wichtige Pflichten, deren Beobachtung oder Unterlassung für mich Folgen haben wird auf ewig. Ich soll den Stand, darinne ich stehe, würdig behaupten, den Plaß ausfüllen, den ich einneh. me, meinen Beruf mit der gewissenhaftesten Treue und Redlichkeit abwarten. Ich foll die Stelle Jesu unter meinen Brüdern vertreten, einen Jeden lieben, einem Jeden wohlwollen, einem Jeden helfen und dienen, eines Jeden Glück befördern, so viel ich kann von einem Tage, von einer Stunde zur andern Gus tes thun und nicht müde werden. Ich soll Andern und besonders denen, mit welchen ich auf besondere Weise verbunden bin, durch mein Beispiel vorleuchten und vorgehen. Ich soll im månnlichen Alter mich 21 durch männliche Gesinnungen und Thaten, durch geübte, standhafte, exemplarische Tugend auszeichnen. Ich soll meine jugendliche Unschuld nie entweihen, sie auf das Sorgfåltigste bewahren, mich einer unbes fleckten Reinigkeit des Leibes und des Geistes, einer frühzeitigen, lebenswierigen Frömmigkeit und Ich soll Gottesfurcht befleißigen. im Glücke demüthig, im Unglücke geduldig, måßig in der Freude, getrost in Leiden sein. Ich soll alles thun, was ich thue, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, mich in allen Dingen als seinen Und wie habe ich Diener beweisen. nun dieß Alles zeither gethan? wie diese Pflichten erfüllt? welche Folgen wird das für mich haben in jener Welt? Ich befize so viele Mittel des Heils und der Besserung, durch welche ich weiser, gläubiger, tugendhafter und seliger werden kann, als diejenigen, die diese Mittel nicht besigen. Wie habe ich nun diese Mittel angewendet und bin ich durch sie das worden, was ich wers den konnte? Welchen Gebrauch habe ich von der heiligen Schrift gemacht? wie habe ich die Religion, die Leh ren, Vorschriften und Verheißungen Jesu, wie sein heiliges Vorbild benugt? wie oft, und wie habe ich sein Abendmal gefeiert? wie habe ich den öffentlichen und besondern Gottesdienst abgewartet, und wel chen Nugen habe ich davon gehabt für meine Erkenntniß, für meinen Glauben, 22 Communionandachten. Glauben, für meine Heiligung und Beruhigung? wie, und wo habe ich den Sonntag zugebracht? Und das Gebet, dieses vorzügliche Mittel der christlichen Besserung, wie habe ich es benugt? Habe ich an jedem Tage so oft und so gut gebetet, als ich konnte und sollte? habe ich ohne Un terlaß gebetet? habe ich mich gewöhnt, in Allem auf Gott und auf Jesum zu sehen, mir ihn immer zu vergegenwärtigen, mitten unter meinen Arbeiten und Freuden meis nen Geist auf ihn hinzurichten und ftets in seiner Gegenwart zu wandeln? und finde ich an diesen Uebungen der Andacht mehr Lust und Geschmack, als an allen Freuden der Erde? Wie lange lebe ich schon auf Erden! Jeder Abschnitt meines Les bens, jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag soll mich in der Erkenntniß Gottes und Jesu Christi, in der Aehnlichkeit mit ihm, in der christlichen Freiheit, Vollkommenheit und Glückseligkeit weiter bringen. Ich foll und darf nie stille stehn. Wie ich heute bin, darf ich nicht bleiben. Die Fehler, die ich heute begehe, darf ich morgen nicht wieder begehn. Die Trågheit und Nachlässigkeit im Guten, die ich heute an mir gewahr werde, darf sich nicht immer an mir finden. Jede Nachtmalsfeier ins: besondere soll mir mehr Stärke im Glauben, mehr Lust und Kraft zum Guten, mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, und mehr Fähigkeit zum Genusse des zu künftigen gewähren. Was habe ich nun in dieser Hinsicht gethan? was habe ich insbesondere seit meiner leşten Communion gethan? welches waren damals meine Fehler? habe ich diese Fehler seitdem bestritten und verbessert, oder sind sie mir noch eben so eigen, wie zuvor? Vielleicht habe ich sie wohl gar mit neuen Fehlern vermehrt? Und wie habe ich mich im Guten geübt? Wie viel bin ich an Erkenntniß Gottes und Jesu Chrifti, an Erkenntniß meiner gegenwärtigen und zukünftigen Bestimmung, an Glauben, an christlicher Tugend und Glückseligkeit vollkommener worden? Bin ich auf dem Wege des Lebens vorwärts, oder rückwärts gegangen? Kann ich mit mehrerm Grunde auf Gott hoffen? darf ich von seiner Vaterliebe durch Christum Vergebung meiner Sünden, Befreiung und Seligkeit erwarten, ohne mich zu täuschen? liebe ich ihn mehr, als sonst? ist mir seine Gnade theurer, als ehedem? Ist mir insbesondere Jesus und sein Verdienst wichtiger worden? kann ich mit Wahrheit sagen, daß ich alles auf Erden für nichts achte gegen ihn? Habe ich die Menschen, auch diejenigen, die mir nicht wohlwollen, mehr lieben ge= lernt? ist mir keiner bewußt, den ich gehasset, beneidet, verleumdet, gekränket und beeinträchtiget, mit dem ich in Feindschaft und Unvers söhnlichkeit gelebt habe? Was habe ich Gutes gethan? was zur Beförderung des Wohls meiner Nebenmenschen 23 Bußübungen. menschen beigetragen? und wie, aus welchen Absichten und Beweggründen habe ich es gethan? Bin Bin ich auch meinem Vorsage ich durch mein Verhalten Gott, meinem Vater und Erlöser, ange- treu geblieben, habe ich auch den nehmer und wohlgefälliger, den Entschluß wirklich ausgeführt, den Menschen, meinen Brudern, nůß ich so oft, und auch nur bei meiner licher, in Absicht auf mich selbst besfer, ruhiger, zufriedener, zum Tode, der mir immer näher kommt, geschickter und eines höhern Zustandes fähiger worden? Herr, du erforscheft mich und ken nest mich. Du weißt es, ob ich zeither auf guten oder bösen Wegen gewandelt habe; ob ich besser, oder böfer, zu einem höhern Leben geschickter, oder ungeschickter worden bin; ob ich mich dem Ziele der christlichen Vollkommenheit genåbert, oder von demselben entfernet, meine Seligkeit, oder meine Schuld und Straf barkeit vermehrt und vergrößert habe. Führe, ach führe mich, Hochster, auf ewige Wege. Umen. legten Communion faßte? Wie mangelhaft, wie unvollkommen ist doch dieß geschehen. Und bei dem Ullen muß ich bekennen, daß ich lange noch nicht so weit gekommen, lange noch nicht der weise, gläubige, gebesserte, Jesu ähnliche Mensch bin, der ich als Christ werden und sein konnte; bes kennen muß ich es mit Beschamung und Reue, daß ich noch manchen Fehler, manche Sünde begangen habe, die ich nicht begehen sollte, noch manche Schwachheit an mir trage, die ich, vielleicht schon långst, überwunden haben sollte; daß ich, in Bergleichung der Långe meiner lebenszeit und der Kraft, die Jesus darbietet, bei Weitem noch nicht ſo geübt im Guten, so stark im Glauben, so tüchtig in allen guten Werken, so rubig und glückselig bin, als ein Ghrift sein kann; daß ich insbes sondere dich, meinen Vater, nicht ges nugsam liebe, Jesum, meinen Heiz land und Seligmacher, nicht hoch genug schäge, die Menschen, meine Brüber, nicht mit herzlicher Bruderliebe umfasse, daß ich bei Weitem noch nicht ganz christlich denke und handle und sich auch in meine besten Handlungen unedle Absichten mischen; daß noch ein großer Ubstand ist zwischen mir und meis Bei der Beichte. Gott, der du Alles weißt, Alles siehest und kennest, dem kein gottlos Wesen gefällt, und vor dem Nie mand bleibet, der böse ist; der du aber auch allen reuigen und glåus bigen Sündern um Jesu willen Gna: de und Vergebung verheißen hast, ich erkenne es vor dir, daß ich gesündiget und übel gethan habe; ich weiß es, daß ich mich durch meine Sünden der gerechten Strafen schuldig gemacht habe, die du den Uebertretern deiner Geseke gedrohet haft; ich erfahre es, daß die Sünde der Leute Berderben sei. 24 Communionandachten. meinem Herrn und Borgånger, zwischen seinen Gesinnungen und meinen Gesinnungen, zwischen sei nem Verhalten und meinem Verhalten. Vielleicht aber habe ich auch meinen Borsas gar nicht erfüllt; viel leicht bin ich seitdem nicht besser, sondern schlimmer worden, trage die Fehler, die bösen Gewohnheiten noch an mir, die ich sonst an mir hat te, habe sie noch tiefer einwurzeln lassen, habe sie mit neuen vermehrt, bin eben so undankbar gegen dich, den huldreichsten, gütigsten Bater, bin eben so ungehorsam gegen meinen Heiland und Herrn, so gleichgültig gegen sein Verdienst, so unähnlich seinem Ebenbilde, bin eben so unzufrieden mit dir und deinen Schickungen, eben so lieblos gegen meinen Nächsten, eben so kalt und unempfindlich gegen Menschenwohl, eben so untreu und nachlässig in meinem Berufe gewesen, als ich es vorher war, bin noch ein Knecht der Sünde, ein Sclave des Lasters. Und wenn ich das gewesen bin und noch bin, ist es nicht ganz meine eigne Schuld? War es mir mit meiner Bukehrung von der Sünde zu Gott ein rechter Ernst? war ich recht besorgt und bekümmert um das Heil meiner Seele? habe ich die Mittel der Besserung so oft, und so wohl gebraucht, als ich sie hätte brauchen sollen? habe ich über die Lehren und Vorschriften Jesu, über seine Liebe zu mir und zu andern Sündern ernsthaft nachgedacht und mir sein Vorbild zum Muster der Nachahmung vorgestellt? habe ich die Ue, bungen des öffentlichen Gottesdienstes nicht vernachlässiget, sie stets mit Nuken beobachtet? habe ich auf die Feier des Nachtmals Jesu so viel Zeit, Nachdenken und Ueberlegung gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nüslich sein sollte? Wie eifrig und emsig, oder wie kalt und nachlässig war ich in der Gebetss übung? Und wie viel oder wie wenig habe ich mich bemühet, den Ges danken an Gott, an Jesum und an die zukünftige Bergeltung in mei ner Seele gegenwärtig zu erhalten, ihn mit allen meinen Entschließun gen und Bestrebungen, Bergnügun gen und Leiden zu verbinden, und in demselben Stårkung, Ermunterung und Beruhigung zu suchen? Kann ich läugnen, daß ich mich auf vielfache Weise versündiget, daß ich sehr strafbar gehandelt, daß ich meiner zeitlichen und ewigen Glückseligkeit sehr geschadet habe? Gott, du bist gnädig und barms herzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du bist bereit, den Sündern zu verzeihen, die ihr Unrecht erkennen und sich bessern. Du haft durch deinen Sohn Vergebung der Sünden uns Allen erwerben laffen und sie denen verheißen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche sie, o Gott, ich suche fie mit beschämtem, aber glaubensund hoffnungsvollem Herzen. Ich wünsche nichts mehr, als durch ihn von den Strafen und dem Uns glücke Bußübungen. glücke der Sünde befreit und deiner Vaterhuld theilhaftig zu wer den. Uch um seinetwillen sei mir gnådig und vergieb mir alle meine Sünde. Umen. Nach der Beichte. Ja gnädig und barmherzig bist du, Herr, geduldig und von großer Gåte und Treue. Du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsrer Miffe that. Du trågst uns Sünder mit großer Geduld und mit vielem Verschonen. Und Dank, herzlicher, des müthiger Dank sei dir, daß du auch mich von deiner Gnade und Barmherzigkeit in Chrifto Jesu versichert und den Trost der Vergebung der Sünden in mein Herz gegeben haft. Nein, du willst nicht den Tod des Sünders; du willst seine Erhaltung, sein Leben, seine Seligkeit. Aber du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Sünden, deren Vergebung er suchet, gereiniget, daß er weise und heilig und durch Weisheit und Heiligkeit deinem Bilde und dem Ebenbilde beines Sohnes ähnlich werde. Gott, ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es ein, daß du demjenigen seine Sünden nicht vergeben kannst, der mit Vorsag in denselben beharret: denn du bist eben so heilig und gerecht, als gnädig und barmherzig. Ich weiß es, daß du den, welcher der Heiligung nicht nachjaget, zur Gemeinschaft mit dir und zu einem höhern Leben 25 nicht erheben kannst: denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Sünde erniedrigt und schåndet, daß sie zeits lich und ewig unglückselig macht und mit unserm eignen Besten, wie mit dem Besten deines Reiches, schlechterdings streitet. Ich erkenne es das her wohl, ich muß die Sünde meiden, ich muß anders und besser werden, wenn ich glückselig sein und werden will. Ich muß die Fehler und Sünden, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß reicher an Ers kenntniß Jesu Christi, stårker im Glauben, fertiger und geübter im Guten, und in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Menschen vollkommner werden. Ich muß insbesondere, nach den Kräften, die du mir verliehen, und nach den Umstånden, darein du mich gesetzt haft, so heilig, so gehorsam so Gott ergeben, so keusch, so ges recht, so geschäftig im Guten, so demüthig, so sanftmüthig, so ge= duldig, so versöhnlich, so himmlisch gesinnt zu werden suchen, als Jesus Christus auch war. Ich muß hier schon so denken, urtheilen und handeln lernen, wie man dort denket, urtheilt und handelt. Ich muß hier lieben, was man dort liebt, hier verabscheuen und verdammen, was man dort verabscheuet und verdammet, trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist. Ja das muß ich thun. So muß ich denken und han Communionandachten. mals. handeln, so leben und sterben. Und Gebrauch des heil. Abenddazu fühle ich mich jest durch deine Liebe und die Liebe Jesu Chrifti erweckt und gedrungen. Dazu mache ich mich jetzt in deiner Gegenwart und im demüthigen und gläubigen Bertrauen auf deine Hülfe und den Beistand deines Geistes anheischig. Mit diesen Gesinnungen und Entschließungen will ich den Leib Jesu im heiligen Abendmale essen und sein Blut trinken. 26 Gott, thue Gnade zu Gnade hinzu. Stårke mich, dein zwar aufrichtig gesinntes, aber schwaches Kind, diesem Entschlusse treu zu bleiben bis in den Tod. Laß deine Güte, Geduld und Langmüthigkeit, die du zeither gegen mich Sünder bewiesen hast, mich zur Buße, zu einer gånzlichen Besserung meines Herzens und Lebens leiten. Mache mich aufmerksam und recht bekümmert um das Heil meiner Seele. Hilf mir, die Fehler, die Sünden und bösen Gewohnheiten, die ich an mir habe, bestreiten, und nach und nach ganz ablegen, und im Glauben, in der Liebe und in allem Guten immer völliger werden. Laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein und deinen Geist mich stårken, vollbereiten, kråftigen und gründen. Laß mich nicht, Herr, mein Gott, und thue nicht deine Hand von mir, Gott, mein Heil. Heilige mich durch und durch, daß ich ganz nach Seele und Leibe unstråflich erfunden werde auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Umen. Vor dem Genusse des heiligen Abendmals. Gesegnet sei mir dieser Tag, welcher mich der herrlichsten Wunder der Liebe Gottes und seines Sohnes, Jesu Christi, erinnert, die er zu meiner Seligkeit und zur Seligkeit der Welt gethan hat. Ich freue mich in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Ja heiter und froh denke ich an dich, Gott der Liebe, Bater unsers Herrn Jesu Christi, Bater und Erbarmer der Menschen. Ja dich kenne ich, als unsern Vater durch Christum, dich liebe und verehre ich, als unsern Bater, deiner freue ich mich, als unsers Baters, auf dich hoffe ich, als unsern Vater, von dir erbitte, von dir erwarte ich Alles, was ein Kind von dem liebevollsten Vater nur immer bitten und erwarten kann. Du haft uns geliebet, also geliebet, daß du deinen eingebornen Sohn gabst. Und hast du uns deinen Sohn geschenkt, wie solltest du uns mit ihm nicht Alles schenken? Dank sei dir, inniger, ewiger Dank, daß du uns diesen Erretter, diesen Seligmacher geschenkt und durch ihn solches Heil, solchen Trost, solche Hoffnung, solche Freude und Seligkeit bereitet haft. Gelobet seist du im Himmel und auf Erden: denn du bist die Liebe. Und wie freue ich mich deiner, wie kann ich mich deiner genugsam freuen, Gebrauch des heiligen Abendmals. freuen, Sohn des Allerhöchsten, wissens, 3ufriedenheit des Herzens, Heiland und Seligmacher der Welt! Wie danke ich dir, und wie kann ich bir je genug danken! Du bist gekom men in die Welt, die Sünder selig zu machen. Du hast die vortrefflichste, trostvollste, seligmachendste Lehre vom Himmel, auf die Erde gebracht und auch mich mit ihrem heilsamen Lichte erleuchtet. Du hast durch dein heiliges Leben der Welt das lehre reichste, reizendste Muster der reinsten, vollkommensten Tugend hinterlassen. Ja du hast dein Leben- also hast du uns geliebet- dahin gegeben für uns in den Tod, in den Tod am Kreuze, um uns statt der Strafe Vergebung der Sünden, statt des Todes das Leben, statt eines ewigen Verderbens ewige Seligkeit zu erwerben. Du liebst uns noch jegt und siehest mit Wohlgefallen auf uns, die wir dich mit gläubigem, dankbarem Herzen ehren. Du lebest noch jeßt für uns in deiner Herrlichkeit und wirkest unaufhörlich zur Errettung und Beseligung der Men: schen. Und einst, in unserm Tode und am Ende der Tage wirst du uns und Allen, die dich lieb haben, Unsterblichkeit und ewiges Leben geben, das du uns erworben hast, uns vollkommen selig machen, und zu immer höherer Seligkeit führen. Dir ver: danke ich Alles, was ich schon jetzt von Glückseligkeit besike und genieße, Licht und Erkenntniß, sichern Glauben, Gerechtigkeit und Stärke, Gnade bei Gott, den Trost der Vergebung der Sünden, Frieden des Ge27 Ruhe der Seele, Hoffnung des ewigen Lebens. Von dir erwarte ich Alles, was ich zu meiner Seligkeit bedarf, die beste Führung durch dieses Leben, die mächtigste Errettung im Tode, und vom Tode und Grabe, die vollkommenste Erlösung von allem Uebel, ewiges Leben und ewigen Fortgang von einer Stufe der Weisheit und Erkenntniß, der Vollkommenheit, Thätigkeit und Seligkeit zu der andern, die gewisse Erfüllung deiner Verheißung: daß ich einst zu dir kommen, in nåhere Gemeinschaft mit dir treten, auf immer bei dir ſein, und in deiner Gemeinschaft vollkommne Seligkeit genießen werde. Dich verehre, dich liebe ich als den größten Freund, als den höchsten Wohlthäter, als den vollkommensten Beförderer der Seligkeit der Menschen. Ich freue mich deiner Liebe, deines Lebens, deines Leidens und Sterbens, deiner Auferstehung, deiner gegenwärtigen Herrlichkeit und Alles dessen, was du zum Heile der Menschen gethan haft, und noch thust und künftig thun wirst. Ich freue mich, daß ich mit dir in Verbindung stehe, dich kenne, an dich glaube, dich verehre, und dadurch schon hier so selig bin. Ja ich fühle die Ehre, das Glück, die Seligkeit, dein Erlöseter, dein Bekenner, dein Angehöriger, dein Nachfolger und in der Hoffnung ein Mitgenoffe deiner Herrlichkeit zu sein. Willig und völlig unter: werfe ich mich dir, meinem Heilande und Herrn; fest und bis in den Tod will 28 will ich an dich glauben, dich bekennen und dir anhangen, gern und freudig will ich dir gehorchen, standhaft und treu in deinen Fußtapfen wandeln, unablásfig dir nacheifern und nachstreben, mit dir leiden, und dulden und sterben, dich ewig lieben, dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften lieben: denn du haft uns zuerst, du hast uns bis in den Tod geliebt. Theuer und erwünscht soll mir das Gedächtniß deiner Liebe sein, so lange ich lebe; es soll im Leiden meine Freude, im Tode mein Troft und mein Labsal, es soll in der zukünftigen Welt, es foll von Ewigkeit zu Ewigkeit meine Ehre und mein Ruhm sein. Communionandachten. Und dieß Gedachtniß deiner groBen, unvergleichbaren, Alles, selbst das Leben aufopfernden Liebe will ich insbesondere jegzt bei dem Genusfe deines Leibes und Blutes feierlich begehn. Mit kindlicher Freimüthigkeit will ich mich dem Gnadenthrone deines himmlischen Vaters nahen, und Alles suchen und erwarten, was mich selig machen kann. Heiter und froh will ich an deiner Tafel erscheinen, deinen heilbringenden Tod verkundigen und im Genusse deiner Liebe und deiner Wohlthaten, im Genuffe der Liebe deines himmlischen Vaters, des Trostes der Vergebung der Sünden und der Hoffnung des ewigen Lebens selig sein; aber auch mich zum standhaftesten Glauben, zum unverbrüchlichsten Gehorsam und zu ewiger Liebe auf's Neue ver pflichten. Siehe in Gnaden auf mich, deinen Erlöfeten und Begnadigten, herab. Laß dir meine Ehrerbietung, meinen Dank, meine Freude an dir wohlgefallen. Vereinige dich mit meiner Seele, daß ich in dir bleibe, gleich wie du in mir, daß ich in deiner Liebe lebe, in deiner Liebe von hinnen scheide und dahin komme, wo du bist, wo ich deine Liebe besser erkennen, völliger genießen, und würdiger preisen werde. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin und bleibe ich in Ewigkeit. Umen. Bei dem Genusse des heiligen Abendmals. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Vers derben erldset und dich krónet mit Gnade und Barmherzigkeit. Gnådig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte und Treue. Er handelt nicht mit uns nach unfern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Wie sich ein Vater erbarmet über seine Kin der, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht vers Loren werden, sondern das ewige Les ben haben. Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, ſo - Gebrauch des heiligen Abendmals. fo haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Chriftum. Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? welcher auch seines eignen Sohnes nicht verschonet hat, sondern ihn für uns Alle dahin gegeben; wie follte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Chriftus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.- Gott ist die Liebe. Lasset uns ihn unter einander lieben, so bleibet lieben, denn er hat uns erst geliebt. Gott in uns, und seine Liebe ist Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Bloße, oder Gefährlichkeit, oder Schwert? In dem Allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns ges liebet hat. Ich bin gewiß, daß we der Tod, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünf tiges, weder Hohes, noch Tiefes, noch keine Kreatur mag uns schei: den von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Das ist je gez wißlich wahr, und ein theuer wer thes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Er hat sein Blut vergoffen zur Bergebung der Sünde.- Ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Bater, völlig in uns.- Daran wird Jeder: mann erkennen, daß ihr meine Junger seid, wenn ihr euch untereinander liebet. Liebet eure Feinde, so werdet ihr Kinder sein eures Vaters im Himmel.- Das ist je gewißlich wahr, sterben wir mit, so werden wir mit ihm leben, dulden wir mit, so werden wir mit ihm herrschen.- So wir anders mit leiden, werden wir auch mit ihm zur Herrlichkeit ers hoben werden. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. - Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; Niemand kommt zum Bater, denn durch mich. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Waffer. Und ob ich schon wandere im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück: denn du bist bei mir. - - - - Jesum Chriftum, der gerecht ist; und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünde, nicht allein für die unsrige, sondern für der ganzen Welt Sünde. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelaffen hat.- Das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes, Jesu Chrifti, und lieben uns unter einander, gleichwie er uns ein Gebot gegeben hat. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, fo laffet uns auch unter einander lieben. So wir uns - - 29 - 30 mir. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen und Niemand wird sie mir aus meiner Hand reifen. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaus bet, der wird leben, ob er gleich stirbet. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Lobe den Herrn, meis ne Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. - Communionandachten. - Nach dem Genusse des heil. Abendmals. Ja lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Ja er hat dich von Neuem schmecken und sehen lassen, wie freundlich er ist und wie selig diejenigen sind, die sich mit kindlichem Vertrauen zu ihm halten. Er hat dir neues Leben, neue Kraft, neue Hoffnung der Vergebung deiner Sünde, neue Zuversicht zu seis ner Gnade, neuen Troft im Leben, Leiden und Sterben geschenkt. Er hat dich von Neuem in seine Gemeinschaft aufgenommen. Er hat dir seinen Leib und Blut zu genießen gegeben. Und so gewiß du dieses Unterpfand seiner Liebe und Erlösung mit einem glaubensvollen, ihm ganz ergebenen Herzen dahingenommen hast, so gewiß kannst und sollst du hoffen, daß du Untheil haft und haben wirst an alle den Seligkeiten, die er den Menschen durch Leiden und Sterben erworben hat; so gewiß kannst und sollst du versichert sein, daß du nicht verloren werden, son= dern das ewige Leben haben wirst, daß ihn und dich nichts scheiden wird, daß du mit ihm einst in eine nähere Gemeinschaft treten und in seiner Gemeinschaft ganz und vollkommen selig sein werdest. Aber vergiß auch nicht, was du jest bei dem Tische des Herrn ge= than, wofür du dich ausgegeben, welchen Sünden und Fehlern du da entfagt, wozu du dich verpflichtet hast. Bezahle nun auch deine Gelübde. Lebe nun auch als ein Junger Jesu. Bekenne ihn als deinen Mittler und Versöhner, als deinen Herrn und Vorgånger, mit stande haftem Glauben und heiligem Leben bis in den Tod. Bilde dich immer mehr nach ihm. Wandle in seinen Fußtapfen. Denke und handle, ge= nieße und entbehre, leide und dulde, wie er gethan und befohlen hat. Laß Jesusliebe, Gottesliebe, Menschenliebe, Wahrheitsliebe, Gutesliebe, Himmelsliebe dein ganzes Herz einnehmen und alle deine Gedanken, Worte und Werke regieren. Lebe im Glauben des Sohnes Gottes, der dich geliebet und sich selbst für dich gegeben hat. Groß ist dieses Gelübde, schwer sind diese Verpflichtungen, mana nichfaltig sind die Hindernisse und Schwierigkeiten, die du zu überwinden, unzählig die Gefahren, die du zu besiegen, groß deine eignen Schwachheiten, mit denen du zu tams 31 Gebrauch des heiligen Abendmals. Stårke finden lassen. Er wird alle Hindernisse, die du auf dem Wege des Lebens antreffen wirst, dir glücklich besiegen helfen, dein Herz und deinen Wandel durch seinen Geist immer mehr reinigen, dich durch und durch heiligen, daß du nach Leib und Seele unstråflich bewahrt werdest und das Ende des Glaubens, der Seele Seligkeit, davon trågst. kämpfen haben wirst. Nicht, daß und dich in ihm Gerechtigkeit und ich's schon ergriffen håtte, oder schon vollkommen sei; aber jage ihm nach, daß du es ergreifest. Schaffe, daß du selig werdest, mit Furcht und Bittern, laß es dir einen rechten Ernst sein, der Heiligung nachzujagen. Wandle vorsichtig. Wache über dich selbst, über alle deine Werke, über alle deine Worte, über alle deine Gedanken, Empfindungen, Wünsche und Entschließungen. Prüfe dich täglich vor Gott über dein Verhal: ten. Erinnere dich oft an diese feier lichen Stunden der Andacht und an deine da gefaßten Entschließungen. Laß die Religion deine Lehrerinn, Führerinn, Beschüßerinn und Tròsterinn sein auf allen Pfaden dieses Lebens. Versäume die öffentlichen und besondern Undachtsübungen nie ohne Noth. Bete ohne Unterlaß. Wandle vor ihm, dem Allmächtigen und Allgegenwärtigen. Insbesondere vergiß nie, was er an deiner Seele gethan hat. Laß dir seine Liebe, seine Liebe bis in den Tod, täglich und stündlich vorschweben; und diese Liebe Chrifti wird dich dringen, also zu thun. Siehe in A1lem, was du denkest, und redest, und thust, und genießest und duldest, siehe Dank sei dir, Herr Jesu, daß du mir auch diese Hoffnung und diesen Troft gegeben und mich auf alle Weise so hoch begnadigt hast. Im Vertrauen auf dich will ich nun meis nen Lauf getroft und standhaft forte sehen. Auf dich, auf dich will ich mich verlassen: du willst, du wirst, du kannst den nicht verlassen, der sich auf dich verläßt. Un dich will ich mich fest halten, und so werde und kann ich nie fallen, nie irre gehn, nie verloren werden. An dir habe ich den mächtigsten Beschüßer gegen alle Ges fahren, den zuverlässigsten Helfer in jeder Noth, den treuesten hohenprie ster, der Mitleiden haben kann mit unsrer Schwachheit, den vollkommensten Seligmacher, bei dem ich Alles finde, was ich für meine Seele bedarf, was mich im Leben und Sterben erhalten, stårken und erfreuen, was mich in dieser und jener Welt selig machen kann; und von dir erwarte ich Hülfe und Beistand, Kraft und Stärke, Leben und volle Gnüge. Un dir habe ich einen Unführer und Vorgänger auf dem Wege zum ewigen Leben; dich sehe ich vorihn, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, damit du in deinem Laufe nicht matt werdest. Hulte dich fest an ihn, ohne den wir nichts sind, durch den wir aber Ul. les vermögen; und er wird dich nicht verlassen, noch versäumen. Er wird måchtig sein in deiner Schwachheit ans 32 Communionandachten. angehen, dir will ich nachfolgen, dir, obwohl schwach, dochy treu und standhaft nachfoigen. Auf dich will ich aufsehen, deine Fußtapfen bemer ken, dein Bild in meinem Herzen tragen. Dein Beispiel soll mich auf muntern, trösten, mir Kraft geben, jeden Weg zu gehen, den du mir zeigst. Und in deiner Kraft werde ich einhergehen und stark werden in dem Herrn und in der Macht seiner Stárke. Un dir habe ich einen Herrn und Regierer, dem alle Gewalt ge= geben ist im Himmel und auf Er den; dir will ich mich überlassen im Leben und im Sterben; du wirst mich im Leben und Sterben recht führen, mich um so viel seliger führen, je mehr ich dir folge. Deine Liebe zu mir kann nichts anders wollen, als was mir selig ist. Unter deinem Schuße wird mir kein Unfall begegnen, und Alles, was mir begegnet, wird zu meinem Besten dienen müsfen. Unter deiner Regierung kann ich, ich kann nicht anders, als selig sein und werden. Mögen sie doch noch so finster und rauh, mögen sie doch noch mit so vielen Hindernissen und Anstoßen besegt sein, die Wege, die ich gehen muß; es sind Wege, die du mich führst; und: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Unerschrocken will ich mich selbst in die Dunkelheiten des Todes und des Grabes wagen; auch da bist du bei mir. Und du, der du schon so viel für mich gethan, und so viel zu thun verheißen hast, du, der du am Kreuze für mich gestorben bist, um mich vom Tode zu erlösen und mir das ewige Leben zu erwerben, du, der du der Herr bist über Todte und Lebendige, du solltest mich im Tode und Grabe lassen, du solltest aufhören, mich zu schützen und für mich zu sorgen, wenn ich deines Schußes und deiner Fürsorge am meisten bedarf? Nein, auch der Tod soll dich und mich) nicht scheiden. Auch im Tode wirst du mein Erretter und Seligmacher sein, wie du es hier warest und in Ewigkeit sein wirst, und mich, dein Eigenthum, durch den Tod zum leben, zum völligften und ungestörtesten Genusse aller der Güter und Seligkeiten führen, die mir deine Liebe in einer bessern Welt bereitet hat. Getrost und voll Zuversicht befehle ich dir meinen Leib und meinen Geist, mein Leben und mein Sterben, alle Veränderungen meines Zustandes auf jeder Stufe meines Daseins, in dieser und in jener Welt. Dir lebe und dir sterbe ich; mit dir und durch dich werde ich selig sein les bend und sterbend. 1 Preis, und Ehre, und Unbetung, und Lob und Dank sei dir, und dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobet sei Jesus Christus. Alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Ehre voll. Amen. Allges Allgemeine Kirchengebete. Allmächtiger Gott, barmherziger im kindlichen Vertrauen auf deine Bater, ich armer, elender, sündhaf ter Mensch bekenne dir alle meine Güte, um deinen fernern Segen. Du hast deinen eingebornen Sohn für uns Alle zu unsrer Errettung und Seligkeit dahingegeben; wie solltest du mit ihm uns nicht alles schenken, was wir zu unserm zeitlichen, geistlichen und ewigen Wohl bedürfen! Sünden, die ich jemals begangen, und womit ich deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Und ich bitte dich durch deine große Barmherzigkeit, und durch das heilige, unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wolleft mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Umen. Auf solches euer Bekenntniß verkündige ich, nach dem Befehle unsers Herrn, Jesu Chrifti, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jesum Christum glaubet, und den guten, ernstlichen Vorsag habt, durch Beistand Gottes, des heiligen Geiftes, euer sund liches Leben forthin zu bessern, die Gnade Gottes und die Bergebung eurer Sünden, im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. 1195pitibs: 98050 I. 33 Gott, wir loben und preisen dich für alle die unzåhligen Wohl thaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen unverdient erwiesen haft, und bitten dich, Segne deine Kirche, die Gemeinde deines Sohnes, Jesu Christi. Erhalte sie bei der reinen Lehre deines Evangelii und bei dem Genuffe der Ruhe und Freiheit. Vermehre täglich die Anzahl derer, die dich erkennen und den, den du gefandt haft, Jesum Chriftum. Bes wahre die Glieder derselben vor Unglauben und Aberglauben, vor Trägheit und Sicherheit, vor Jrrthum und Laster. Laß dein heiliges Wort nie von unserm Lande weichen, und es unter uns, und allenthalben auf Erden immer mehr Frucht bringen, daß die Unwissenden erleuchtet, die Sünder gebessert, die Gläubigen gestårket und befe= stiget, die um ihr Heil Bekümmer= ten getröstet, die Irrenden auf den rechten Weg geführet werden. 191-4-33 dic Segne alle Regenten und Lånder, besonders aber unsern König. Uch laß über ihn die Augen deiner besondern Fürsorge und Liebe jederzeit offen stehen! Erfreue ihn durch deine Güte, leite ihn durch deine Weisheit, stårke ihn durch 34 durch deine Kraft. Sege ihn und alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses zum immerwährenden Segen. Allgemeine Kirchengebete. Schenke den königlichen Rå then und Dienern deinen Geist, daß durch sie das geistliche und leibliche Wohl unsers Baterlandes in reichem Maße befördert werde. Leite und regiere alle Obrigkeis ten, besonders auch die, die du uns gegeben haft, daß durch ihre Treue und Gewissenhaftigkeit das Gute vermehrt und das Böse vermindert werde. Gieb den Lehrern in Kirchen und Schulen Licht und Kraft, daß sie die reine Lehre des Evangeliums verkündigen und deinem Worte ges måß wandeln. Verleihe den Ele tern deinen Segen zur Auferziehung ihrer Kinder in der Furcht und Vermahnung zum Herrn, und laß den Segen deines Wortes noch unsre spåtesten Nachkommen er freuen. Erbarme dich des gan= zen Landes und aller Einwohner desselben. Gieb zu allen Beschäftigungen in Wissenschaften und Künsten, im Handel und Gewerbe dein gnädiges Gedeihen. Segne den Acker- und Bergbau. Gieb ersprießliche Witterung zum Wachsthume der Früchte des Landes, und laß sie uns mit Danksagung in Friede und Ruhe genießen. Behüte uns vor Krieg und Theurung, vor ansteckenden Fant heiten, vor schädlichem Ungewitter, vor Feuers- und Wassersnoth. Sende Hülfe den Elenden und Hülfsbedürftigen, Trost den Traurigen, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Laß uns auch auf dem Wege des Leidens beine våterliche Weisheit und Güte erkennen, und mit Geduld und Zuversicht verehren; auch selbst im Tode nicht wanken im Bertrauen auf dich und den Versöhnungstod deines Sohnes, Jesu Christi. Gott, du kannst überschwengten und verstehen. Und so hoffen lich thun über Alles, was wir bitwir getrost, du werdest uns nach deiner Weisheit und Güte Alles schenken, was einen Jeden unter uns hier und dort selig machen kann. Herzlich und demüthig wollen wir dich dafür loben und preisen. Unser Land, unser Herz, unser gans zes Leben müsse dir geheiliget und deiner Ehre voll sein. Mache selbst durch die Kraft deines Geiftes uns dazu tüchtig, und schaffe in uno, was vor dir gefällig, damit wir standhaft im Glauben, getreu in der Liebe, geduldig in Trůbsal, fröhlich in Hoffnung, dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit unser Leben lang, und nach vollendetem Laufe dieses Lebens dich vor dem Throne deiner Herrlichkeit ng rühmen. Dir, unserm Vater, sammt deinem Sohne, unserm Erlöser, und Allgemeine Kirchengebete. und dem heiligen Geifte, unserm Mitgliedern der glücklichen GemeinTröster, sei jegt und immerdar Preis und Ehre! Umen. de geweiht sind, die er sich durch sein eignes Blut erworben hat. Daß wir weise, gut, getrost und selig in Beit und Ewigkeit werden können, das sind wir dem Evangelio deines Sohnes schuldig. O diese größte deiner Wohlthaten, erhalte sie uns und unsern Nachkommen bis an das Ende der Tage! Wehre daher Uls lem, was uns dein Evangelium ents reißen, oder den Einfluß desselben gemacht, dich zu fühlen und zu fin- hindern könnte. Steure allem Uberden. Wir erblicken deine Herrlichkeit, deine ewige Kraft und Gottheit in allen deinen Werken, und hören deine Stimme, dein heiliges Gebot an uns, in den Tiefen unsers Wesens. Und wie hast du dich uns durch Chriftum geoffenbaret! Wie anschaulich bist du unsrer Schwache heit durch ihn worden, der das Ebenbild deines Wesens und der Glanz deiner Herrlichkeit ist! Bu welchem kindlichen Vertrauen, zu welchen freudigen Hoffnungen hast du uns durch ihn berechtiget! Auf das Jns nigste mit einander vereinigt, von deiner Baterhand durch die heilig, sten Bande mit einander verknüpft, erheben wir also gemeinschaftlich unsre Blicke zu dir, und schütten unsre Herzen vor dir aus; denn wir wissen, du hörest das Gebet Aller, die mit kindlichem Vertrauen zu dir flehen. glauben und unglauben, aller Sis cherheit und allem Leichtsinn, aller Lasterhaftigkeit und Verwilderung. Segne dagegen Alles, was uns deis ner Wahrheit näher bringen und die Kraft derselben verstårken kann. Erfülle die Lehrer derselben mit deinem Geiste; öffne ihr die Herzen Uller, denen sie gepredigt wird; heilige unsere Schulen und Bildungsanstalten zu Wohnsigen und Werkståtten derselben. Je glücklicher wir uns aber durch dein Evangelium fühlen, desto herzlicher bitten und flehen wir auch, laß alle unsre Brüder in Chris sto dieses Glucks theilhaftig werden; laß den Erdkreis endlich voll wers den von deiner Erkenntniß, und die glückliche Zeit bald erscheinen, wo sich vor deinem Sohne alle Kniee beugen, und alle bekennen werden, daß er der Herr sei. Und welchen Dank sind wir, die du uns auch durch das Band der bürgerlichen Gesellschaft mit einander verknüpft haft, für alles Gute dir schuldig, womit du unser Land c2 und II. Anbetung, Preis und Dank bringen wir dir, dem Ewigen und Un endlichen, dem Schöpfer und Erhalter aller Dinge, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi und unserm Bas ter, mit der freudigsten Rührung dar. Wohl uns, du hast uns fähig 35 So sei denn zuvörderst dafür gepriesen, daß wir durch den Glauben an dich und deinen Sohn zu einem Geiste und Sinne verbunden, und zu 36 und Volk so reichlich gesegnet haft! Nimm unsre Gemeinschaft ferner in deinen Schuß. Insonderheit seg ne das geheiligte Oberhaupt der= selben, unsern König. Laß ihn noch lange das Werkzeug deiner Hand sein, durch welches du Segnungen aller Art über uns ausbreiteft; gieb ihm einen festen Muth, daß er unerschütterlich in Erfüllung seiner schweren Regentenpflichten bleibe, und Weisheit und Segen zu allen seinen Beschlüssen. Segne alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses. Und wer dem Vaterlande dient; wer etwas von den Geschäften und Angelegenheiten desselben in den Händen hat; wer auf die Aufrechthaltung der Ordnung und Zucht, des Rechts und der Gerechtigkeit, der Sicherheit und Wohlfahrt einen Einfluß dußern foll; wer die Bestimmung hat, für König und Vaterland Blut und Les ben zu wagen, der sei ein Gegenstand deiner våterlichen Huld, den beseele dein Geist mit Weisheit, Muth und Kraft, den begleite dein Segen bei Ullem, was zum gemeinen Besten von ihm geschieht. Was aber den Wohlstand des Vaterlandes stören kann, die Uebel des Kriegs und der Theurung, ansteckender Seuchen und allgemeiner Landplagen, wende von uns ab, soweit es deine Weisheit rathsam findet, und die Ordnung des Ganzen es verstatter. Gedeihen laß dagegen Alles, was unsern Zustand verbessern und ver schönern kann, zu Quellen des Allgemeine Kirchengebete. Wohlstandes mache unsern Bergbau, unsern Handel und den Anbau unsers Landes, und hilf, daß unser Va= terland nie aufhöre, ein Wohnsig gründlicher Wissenschaften, nůhlicher Künfte, reger Betriebsamkeit und erfinderischer Thätigkeit zu sein. Erzeige auch allen übrigen Låndern Gutes, und laß alle Regenten auf Erden vom Geiste des Friedens beseelt, måchtige Beschüger bes Rechts und der Gerechtigkeit, und Våter ihrer Völker werden. Dank dir endlich, allgütiger Bater, daß du selbst die zartesten aller Bande, die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, des Wohlwollens und der Liebe, um unsre Herzen geschlungen, und uns in håus= liche Verhältnisse und engere Vers bindungen gebracht hast. So fle= hen wir denn zu dir für Alle, die uns als Gatten und Kinder, als Eltern und Versorger, als Verwandte und Freunde, als Hausgenossen und Bekannte theuer sind. Ein Gegenstand deiner Alles beglückenden Huld sei jede Familie unter uns. Erleichtere insonderheit allen Våtern und Müttern die Versorgung derer, die du ihnen anvertraut haft; gieb Gedeihen zur Erziehung unsrer Kins der, und laß eine glückliche, dir ge= weihte Jugend unter uns empor= blühen. Und damit es nirgend an dem Nöthigen fehle, so schenke jeder pflichtmäßigen Unstrengung, jedem reblichen Fleiße, jebem nüglichen Gewerbe einen glücklichen Fortgang, laß Jeden die Früchte seiner Arbeitfamkeit 37 dem heutigen Tage, daß wir uns in deinem Hause versammeln, mit unfern Unliegen und Gebeten vor dir erscheinen, den Unterricht deines Wortes vernehmen, und daraus Licht und Kraft und Trost und Hoffnung für unsere Seelen schöpfen können; und wie viel haben wir dir darin zu verdanken! Von dir erbitten, von dir erwarten wir aber auch Alles, was wir zu unsrer geistlichen und leiblichen Wohlfahrt, was wir in dieser und in jener Welt zu unsrer Seligkeit bedürfen; und was können wir nicht bitten und erwarten von dir, dessen Gute so groß ist, dessen Barmherzigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und so bitten wir denn auch jest mit vereinten Herzen und kindlichem Vertrauen, Gott und Vater aller deiner Kinder im Himmel und auf Erden, wir bitten um deine Gnade, um deine Hülfe, um deinen Schutz, um deinen Segen, für uns, für uns sre Mitbrüder, für alle Menschen. Vor Allem bitten wir er= III. Herr, den Ulle, die dich kennen, mit halte, beschüße, vermehre beine Freude und Bewunderung anbeten, auch wir erheben unfre Herzen zu dir mit kindlicher Zuversicht. Dich verehren wir mit Dank und Freude, als unsern Gott und Vater, durch den wir sind und bestehen, der Leben und Wohlthat an uns thut, dessen Aufsehn unsern Odem bewahret. Dir verdanken wir alles, was wir sind und haben, und was sind wir nicht durch dich, was haben wir nicht von dir, der du uns von Ewigkeit ge liebet hast, dessen Güte alle Morgen über uns neu ist! Dir danken wir insbesondere, und wie können wir dir je genug danken für die Gnade, die bu an uns bewiesen hast in Chrifto, deinem Sohne; und welch' eine Liebe hast du uns erzeiget, mit welchen unschäßbaren, geistlichen und himmlischen Gütern uns gesegnet durch Christum! Dir danken wir an Allgemeine Kirchengebete. famkeit genießen und seines Lebens froh werden. Laß die Quellen deines Segens in der Natur mit milder Ergiebigkeit für uns fließen, und uns Alles gewähren, was wir zu unserm Bestehen nöthig haben. Und da wir, so lange wir im Staube leben, von dem Ungemach der Erde nicht frei bleiben können, so laß uns nie versucht werden über unser Vermögen, sondern erbarme dich aller Leidenden, tröste alle Traurigen, nimm dich aller Verlaßnen an, hilf den Unterdrückten, und trockne die zagllosen Thränen, die wir nicht zu trocknen vermögen; den Sterbenden endlich erleichtere den legten Kampf, und hilf ihnen aus zu deinem himmlischen Reiche! Dir, dem Vater der Barmherzigkeit, und deinem Sohne, Jesu, und dem heiligen Geiste, sei Anbetung, Preis und Ehre von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Kirche, die Gemeinde der Verehrer deines Sohnes, an allen Orten und unter allen Völkern. Bewahre sie vor Jrrthum und Laster, vor Lauigs keit im Glauben und in der Liebe, vor Gleichgültigkeit und Undank gegen das Evangelium Jesu Christi. Laß dein Reich kommen, die Grenzen desselben sich erweitern, und das Reich der Unwissenheit, des unglaubens, der Sünde und der Unglückseligkeit immer mehr zerstört werden. Erwecke allenthalben Månner nach deinem Herzen, die das herrliche Evangelium von Jesu Chrifto mit großer Kraft verkündigen, und Viele, ach Viele für dasselbe gewinnen. Deffne die Herzen der Zuhdrer, daß alle gu dir bekehret, alle ers leuchtet, gebessert, geheiliget, getröstet, erfreuet, beruhiget, alle, alle selig werden. Segne 38 Allgemeine Kirchengebete. Segne alle chriftlichen Regenten mit Weisheit und Erkenntniß deines Willens, mit Liebe zu dir und zu deiem Worte, mit Eifer für allgemeines Menschenwohl. Und alle christliche Volker erfülle mit Liebe und Vertrauen, mit Gehorsam und Treue gegen ihre Fürsten, damit Alle in allen Ländern, durch deine Gnade, und unter deinem måchtigen Euge ein ruhiges, zufriednes, glückseliges Leben führen. Insbesondre segne unsern König. Ja für ihn bitten wir dich inbrünstig; für ihn bitten wir um langes Leben, um glückliche Regierung, um alle Arten deines beften Gegens. Erfreue mit Heil und Tohlergehn alle Prinzen und Prinzelfinnen des Königlichen Hauses. Allen Råthen unsers Königs gieb ci: reiches Maß deines Geistes, und allen ihren Rathschlägen und Bemühungen für das allgemeine Wohl dein gnädiges Gedeihen zum Segen für das ganze Land. Sei mit allen Obrigkeiten, besonders mit denen, die du uns gegeben hast, daß sie, von Liebe zu dir, von Liebe zu den Menschen, von Liebe zu allem Guten beseelt und durchdrungen, ihre schweren Pflichten treu und gewissenhaft erfüllen, und das Wohl aller ihrer Untergebenen in reichem Maße befördern. Unser Baterland, ach nimm es in deine besondre weise und gnådige Fürsorge, Allgütiger! Bis an's Ende der Tage müsse es ein Land sein, wo man dich und den, den du zum Heiz land und Seligmacher der Menschen gesandt hast, Jesum Christum, er fennet, und mit rechtem Glauben und heiligem Leben verehret. Erhalte, befestige, vermehre den Wohlstand desselben. Entferne von ihm die Schrecken des Krieges, die Plagen der Theurung, die Gefahr ansteckender Krankheiten, Feuers: und Wassersnoth, und die noch größern Uebel des Unglaubens, des Lasters und der Gleichgültigkeit gegen Religion und Gottesdienst. Dein Segen befördere das Gedeihen der Wiss senschaften und Künste, der Handlung, des Land- und Bergbaues und alles gemeinnüßigen Gewerbes. Deine Gnade verherrliche sich an allen Eltern, daß ihre Kinder gedeihen zu deiner Ehre, zum Besten des Reiches Jesu, zum Segen der Welt und der Nachwelt. Unfre Gemeinde mit allen ihren Gliedern, laß deiner segnenden, schůzenden und erfreuenden Güte immerdar befohlen sein. Segne Vorgeseşte und Untergebene, Lehrer und Zuhörer, Eltern und Kinder, Hausvåter und Hausmütter, Urme und Reiche; segne sie Ulle, o Bater, mit allem wahren, geistlichen und leiblichen Wohlergehn, vornehmlich aber mit Weisheit und Erkenntniß, mit Glauben und Tugend, mit Ruhe und Zufriedenheit, mit Trost und Hoffnung des ewigen Lebens, daß unsre Gemeinde eine Gemeinde sei, und es immer mehr werde, die heilig ist und unstråflich, reich an Früchten der Ges rechtigkeit, die durch Jesum Chris ftum geschehen, zur Ehre und Lobe Gottes. Erleuchte die Unwissenden, bekehre die Sünder, bessere die Las sterhaften, stårke die Schwachen, befestige die Frommen, tröste die Traurigen, erbarme dich der Wittwen und Waisen, der Berlassenen und Hülflosen, der Schwachen und Kranken unter uns; hilf allen Sterbenden, und führe fie, führe uns Alle zur Seligkeit des ewigen Lebens. Dir, dem Ulleinweisen, dem Höchstgütigen und Barmherzigen, dem Ewigen und Unvergånglichen, dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, sei Preis, und Ehre, und Anbetung und Dank jest und zu immerwährenden Zeiten! Amen. Allge Allgemeine Betstundengebete. Allgemeine Betstundengebete. 39 8. ott, gnädiger, barmherziger Bater, wir erkennen es mit Reue und Beschämung, daß wir deine heiligen Gesege oft und mannigfaltig übertreten, daß wir von Jugend auf viel Boses begangen, viel Gutes unterlassen haben. Und wie vieler Vergehungen und Fehler in Gedanken, Worten und Werken müssen wir uns noch immer vor dir anklagen! Ja, wir sind Sünder, die durch ihre Sünden sich selbst elend und unglückselig, deines Wohlgefallens unwürdig und deiner gerechten Strafen schuldig gemacht haben. Das verursacht uns Schmerz und Kummer, das bereuen wir vor dir, dem Alwissenden, Heiligen und Gerechten. Doch du bist gnädig und barmhers zig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Du hast deinen eingebornen Sohn, Jesum Chriftum, gefandt in die Welt, die Sünder selig zu machen, und um seinetwillen allen Gläubigen und Bußfertigen Gnade und Vergebung der Sünden verheißen. In demüthigem Vertrauen auf diese deine Gnade und Erbarmung kommen wir gemeinschaftlich zu dir und bitten herzlich und inbrünstig: vergieb uns, ach, vergieb uns alle unsre Sünden um Jesu Christi willen. Verwirf unsre Reue, unsern Glauben, unser Verlangen nach Gnade und Errettung, unsern Vorsag der Besserung nicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Bater erbarmet über seine Kinder. Sei uns gnådig, Herr, unser Gott, ſei uns gnädig in aller Noth. Beige Barmherziger, gnädiger Gott, mit uns deine große Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Thue wohl unserm Lande und alten andern Låndern. Schenke uns und unsern Nachkommen den Genuß welchen Vorzügen hast du uns vor vielen andern Menschen und Völkern dadurch gesegnet, daß du uns dein beilsames Wort, und mit demselben fo des Friedens und der Ruhe. Verschone uns mit Krieg, mit Aufruhr und Empörung, mit gefährlichen Krankheiten und Seuchen. Wende gnådig ab Theurung, Mißwachs, schädliches Ungewitter, Feuers- und Wassersnoth und andre Plagen. und in allen Trubsalen, die uns trefs fen, sei du unsre Hülfe, Herr und Heiland derer, die auf dich hoffen. Vornehmlich aber bewahre uns vor unglauben, vor Sünde und Lasters haftigkeit. Erhalte uns und unser Land bei der reinen Lehre deines Sohnes, Jesu Christi. Laß sie uns ter uns und allen Menschen auf dem ganzen Erdboden sich immer weiter verbreiten und allenthalben Glauben, Besserung und Seligkeit in reiz chem Maße hervorbringen. Erwecke unsre Herzen und die Herzen aller Einwohner unsers Landes durch deinen Geist, daß wir rechtschaffne, wahre Buße thun, alle wissentliche und vorsägliche Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heis liges Wort stets vor Augen haben, und also dem Verderben der Sünde zeitlich und ewiglich entgehen mògen. Das Alles wollest du thun, 0 treuer, barmherziger Bater, um Jesu Chrifti willen, deines Sohnes, unsers Mittlers und Versöhners, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobet in Ewigkeit! Amen. 40 so viele Mittel und Veranlassungen gegeben hust, zu wachsen in der Gnade und Erkenntniß Jesu Christi; Mittel und Veranlassungen, weiser und besser, von Sünden reiner, im Glauben fester, in der Tugend geübter und zum zukünftigen Leben immer geschickter zu werden. Und o wie weit reicher an Erkenntniß, wie viel fester im Glauben und fertiger in allen guten Werken, wie viel ruhiger und seliger könnten und wür den wir nicht sein, wenn wir diese Vorzüge nach deinem Willen angewendet hätten! Aber ach wie wenig haben wir sie erkannt; wie noch weit weniger haben wir sie würdig ge braucht! Wie felten werden die Früchte deines Evangelii unter den Bekennern desselben gefunden! Wie viel Gleichgültigkeit und Unempfindlichkeit gegen dasselbe, wie viel Unglaube und 3weifelsucht, wie viel Sünde und Lasterhaftigkeit herrscht noch immer unter den Christen, und auch unter uns! Dürften wir uns wohl beschweren, wenn du uns diese deine so sehr gemißbrauchten Wohlthaten entziehen wollteft? Allgemeine Betstundengebete. Uch Gott, barmherziger Vater, erbarme dich unser! Verzeihe, ach verzeihe uns unsern Undank und Ungehorsam gegen dein heiliges Wort! Lehre uns den großen Werth deffelben besser erkennen und es würdiger gebrauchen, als es zeither von uns gescheher ist. Laß das Licht desselben stets über uns und unsre spåte: sten Nachkommen leuchten, seine Wahrheit sich immer weiter vers breiten, und seine göttliche Kraft, imetio sidlas asoig ad jo medim da selig zu machen, an uns und allen Menschen immer wirksamer werden. Leide durch dasselbe die Irrenden zur Wahrheit, die 3weifelnden zur Gewißheit, die Unglaubigen zum Glauben, die Lasterhaften zur Buße und Besserung. Laß es die Stärke der Schwachen, den Trost der Traurigen, die Erquicklung der Kranken und Sterbenden sein. Beschüße deine Kirche, die Gemeinde der Verehrer deines Sohnes, Jesu Christi. Erhalte sie mächtiglich bei dem Besige ihrer Freiheit und der Reinheit deines Wortes und Gottesdienstes. Wehre Allen, die uns dieses unschågbare Kleinod rauben, und 3weifelsucht und Unglauben, Unwissenheit und Überglauben, Sünde und Verderben zu befördern suchen. uns aber verleihe, daß wir rechtschaffne Früchte der Buße bringen, und, errettet von der Knechtschaft der Sünde, dir dienen ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß uns nicht nur Horer des Worts, sondern auch Thåter sein. Ja gieb du dein Gesen in unser Herz und schreibe es in unsern Sinn, daß wir nun, als ganz andre Menschen, unser ganzes Leben im Glauben und in der Gottseligkeit führen, würdiglich demjenigen Berufe, wozu du uns gesegt haft! Ja mache uns fertig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum, welchem mit dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. ARD ( bid sininerO 19dc anis] 19d sodra m108 1108) lad piding, ban hak villo ni gidbup bnu is et vid og punto, azinu star ste andre maisicin du adite. msimu ldour and dngslog divefed ànu stabdn du st 370 mllied auns and ammocni nisu dne e Zu uns komme Edein Reich dein WILLE geschehe wie im Himmel also auch auf Erden. Inches 1 Centimetres Blue 2 loz 3 14 Cyan 3 Unter 2 5 3 14, ³1 C K Farbkarte# 13 Green Flame. 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8