S 2840 بازی Heinrich Spöring, Verden, Weihnachten 1870. Es ist erſchienen der heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Tit. 2. N. Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste und bei der Privat- Andacht. Stade, 1868. Verlag von A. Pockwiz. Gb 2840 Univ.- Bibl. Giessen Druck von A. Pockwizz in Stade. Entwurf dieses Gesangbuches. Der erste Theil enthält Lieder über die Lehren des christlichen Glaubens. Und da handelt A. Der erste Abschnitt- von Gott. Gott kennen und verehren( Religion) lehret uns 1. Die Vernunft auch zwar schon durch die Betrachtung der Schöpfung, Röm. 1, 19. 20. Erhaltung, Apostg. 17, 27 f. und Regierung der Welt. Pi. 147, 5. 2. Die Offenbarung in der heiligen Schrift aber noch deutlicher und vollständiger. 2 im. 3, 16. Pí, 119, 105. Röm. 1, 16. Vorausgesetzt, daß ein Gott sei, Pi. 14, 1; 53, 2. fragt man billig: a. Was ist Gott? Ein Geist, Joh. 4, 24. und zwar der allervollkommenste. Matth. 19, 17. b. Welches sind seine vornehmsten, uns bekannten Eigenschaften? 1. Ewigkeit, Pf. 90, 2. und Unveränderlichkeit. Jac. 1, 17. 2. Allwissenheit und Allgegenwart. ps. 139, 1-13. 3. Allweisheit. Röm. 11, 33; 16, 27. ... 4. Allmacht. Pf. 115, 3. Luc. 1, 37. 5. Wahrhaftigkeit und Treue. Ps. 33, 4. 6. Güte, Langmuth und Geduld. 1 Joh. .... .. Ebr. 6, 18. 4, 16. 2 Moſ. 34, 6 p. 103, 8-13... 7. Heiligkeit und Gerechtigkeit. Jes. 6, 3. 1 Petr. 1, 15. 16. Alle diese Eigenschaften, zusammen genommen, machen Gottes unendliche Majestät und Herrlichkeit aus. 1 Tim. 6, 15. 16. c. Ist mehr als ein Gott? 3 Moſ. 19, 2. Nein! 5 Mos. 6, 4. Jes. 44, 6; 45, 5. Nach der heiligen Schrift aber ist er Vater, Sohn und heiliger Geist. Matth. 28, 19. 2 Cor. 13, 13. d. Welches sind seine Werke im Reiche der Natur? aa., Die Schöpfung der Welt. * No 7 10 11 14 16 20 22 25 28 36 38 40 51 IV Entwurf dieses Gesangbuches. Unter seinen Geschöpfen sind die vornehmsten: Die Engel, Matth. 18 ,. 10. Ebr. 1, 14.... 1. von welchen einige gefallen find. Joh. 8, 44. 2 Petr. 2, 4. 2. Die Menschen, welche hier betrachtet werden nach ihren wesentlichen Tbeilen, I Mos. 1, 27; 2, 7...... nach der Unsterblichkeit der Seele, Matth. 10, 28. Pred. 12, 7. nach ihrer Bestimmung und Würde. bb. Die Borsebung, nach welcher Gott 1. die ganze Welt erhält, 1 Mos. 8, 22. Ebr. 1, 3. Apostg. 17, 28. 2. für alle Geschöpfe sorgt, Pf. 145, 15. 16.. sonderlich für die Menschen. Matth. 6, 25-33. poflg. 17, 28.. Unter diesen aber am meisten für die Frommen. Ps. 103, 13. Röm. 8, 28. Dies überhebt uns aller ängstlichen Sorgen. 1 Petr. 5, 7. Pf. 37, 5. 3. Alles weislich regiert. Ps. 33, 13. 15; 147, 5.. B. Der zweite Abschnitt. Von dem Menschen. I. Jm Stande der Unschuld. Wegen seiner Vernunft, Freiheit, Unschuld, Herrschaft über andere Geschöpfe und Glückseligkeit war der Mensch Gottes Ebenbild. 1 Mos. 1, 26. 27. Jac. 3, 9..... Aber alle Herrlichkeit und Glückseligkeit verlor er durch feinen Ungehorsam, I Mos. 3. für sich und alle seine Nachkommen. Röm. 5, 12.. II. Im Stande der Sünde. 2. Die wirkliche Sünde, die Uebertretung des göttlichen Gefeßes, 1 Job 3, 4. in Gedanken, 1 Cor. 4, 5 Geberden, I Mos. 4, 6. Worten, Matth. 12, 36. oder Werken. Pred. 12, 14. Diese haben verschiedene Stufen der Verschuldung. Joh. 19, 11.. № 57 63 66 ( a) Im Stande der Sicherheit. Pf. 50, 21. ( b) Im Stande der Heuchelei. Luc. 18, 9-12. 69 3 75 79 80 81 85 73 76 86 In diesem befinden wir uns alle von Natur. Ephef. 2, 3. Röm. 3, 23.. Hier siehet man a. Auf die Sünde selbst. Diese ist 1. Erbsünde, das angeerbte Verderben, da wir ohne Licht, Lust und Kraft zum Guten, und zu allem Bösen geneigt sind. Pf. 51, 7. Joh. 3, 6. 1 Mof. 8, 21. 96 Dies Verderben bleibt, und regt sich auch bei den Bekehrten, Röm. 7, 15-23. Ebr. 12, 1. herrscht aber nicht bei ihnen. Röm. 6, 12. 13.... 90 91 94 98 100 101 Und einige werden himmelschreiende genannt. 1 Mos. 4, 10; 19, 13. Jac. 5, 4. 2 Mos. 4, 10... 102 Unbekehrte Sünder leben 104 106 Entwurf dieses Gesangbuches. Die Schwachheitssünden der Frommen, die aus Unwissenheit, Pf. 19, 13. oder Uebereilung, Gal. 6, 1. geschehen, gehören an einen andern Ort b. Auf die Strafe der Sünde. Diese ist der Tod, Röm. 5, 12; 6, 23., welches Wort alle unseligen Folgen der Sünde, in der Zeit, Spr. 14, 34. Jer. 2, 19. und in der Ewigkeit, Gal. 5, 19. 20. in sich fast. 106 Hier stehet man ( A) Auf den, welcher fie erworben hat; dieser ist Jesus Christus, III. Im Stande der Gnade. A. Der Grund aller Gnade ist der ewige Rathschluß der göttlichen Liebe, sich unser zu erbarmen. Job. 3, 16... .... 109 Diesen machte Gott den Menschen gleich nach dem Falle bekannt, und klärte ihn mit der Zeit durch Weissagungen und Vorbilder immer mehr und mehr auf. 1 Mos. 3, 15. Apostelgeschichte 10, 43. Ebr. 8, 5.; 9, 11. 12. Die Gläubigen des alten Testaments sehnten sich sehr nach der Erfüllung dessen, was ihnen darin versprochen war. Luc. 2, 25; 10, 24. Endlich wurde ihre Sehnsucht zu, der von Gott bestimmten Zeit gestillt, und der versprochene Heiland gesandt. Gal. 4, 4. B. Die Erwerbung der göttlichen Gnade. wahrer Mensch, Ebr. 2, 14. 1 Tim. 2, 5. wabrer Gott, Röm. 9, 5. 1 Job. 5, 20. in einer Person. Joh. 1, 14. In Absicht auf seine Ankunft in die Welt, oder auf seine Geburt von Maria, find zu merken: № ( 2) Die Geburt Jesu selbst, Luc. 2, 1 f. Das Andenken der Geburt Jesu heilsam zu begeben, wird eine gute Vorbereitung erfordert. 2 Mof. 19, 10. 11. Jef. 40, 3. Joh. 1, 23. Die Geburt selbst ward zuerst von Engeln verkündigt und verherrlicht, Luc. 2, 9-14.... ist ein Beweis der Liebe Gottes und Jesu, Joh. 3, 16. Röm. 5, 8. und für uns Menschen sehr wichtig und selig, 1 Tim. 1, 15. Col. 1, 18. Luc. 654 fordert Freude, Lob und Dank von uns. 2, 10. Ephef. 1, 3..... 111 113 ( 1) Einige vorhergehende Umstände: a. Die Vorherverkündigung seiner Empfängniß und Geburt. Luc. 1, 26-37. b. Der von Maria zur Stärkung ihres Glaubens bei Elisabeth abgestattete Besuch. Luc. 1, 39-56. 124 c. Die Geburt Johannis des Täufers und Vorläufers Jefu. Luc. I, 57 f. 126 114 115 116 117 120 128 134 138 140 142 146 VI Entwurf dieses Gesangbuches. ( 3) Einige, auf die Geburt erfolgte Begebenheiten. Nämlich a. Seine Beschneidung. Luc. 2, 21. b. Seine Benennung. Matth. 1, 21. Luc. 2, 21. c. Die Ankunft der Weisen aus Morgenlande. Matth. 2, 1-12. d. Seine Darstellung im Tempel. Luc. 2, 22-32. ..... ... ( B) Auf das, was er zu unserer Begnadigung gethan bat. Um das, was er thun sollte, thun zu können, begab er sich des steten Gebrauchs der göttlichen Herrlichkeit, erniedrigte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an sich. plil. 2, 6-8. 2 Cor. 8, 9. Ebr. 12, 2.. 169 Doch salbte Gott seine menschliche Natur dafür mit Freudigkeit und Kraft. Pf. 45, 9. Apostg. 10, 38. Er verwaltete das Amt eines Mittlers zwischen Gott und Menschen, 1 Tim. 2, 5. Ebr. 8, 6. und als ein solcher 170 (*) lehrte er uns den Rath Gottes von unserer Seligkeit, Ephef. 2, 17., welches man sein propbetisches Amt nennt und thut solches noch jetzt durch Lehrer und Prediger, Ephes. 4, 11. 12.. №o 152 155 159 163 Die Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu erfordert herzliche Undacht. Ebr. 12, 3. Matth. 15, 8. 9. Sein Leiden und seinen Tod übernahm er freiwillig, Joh. 10, 18. ertrug er geduldig und standhaft. Sef. 53, 7. 1 Petr. 2, 23. Matth. 27, 14. Luc. 9, 51... Es war ein Beweis seiner Liebe, Eph. 5, 2. und der Liebe seines bimmlischen Baters zu uns. Joh. 3, 16. Röm. 5, 8. Dies bestätigte und verherrlichte er durch seine Wunder, Job. 5, 36; 10, 25. febte es durch seine Jünger fort, Matth. 28, 19. Joh. 20, 21. 176 167 a. Um Delberge. Er wird gefangen. Matth. 26, 47-50..... und von seinen Jüngern verlassen. v. 56. 173 177 (**) Führte er ein heiliges Leben, Ebr. 4, 15; 7, 26 f. 1 Petr. 2, 21.. 175 178 1. uns zum Vorbilde. Joh. 13, 15. 1 Petr. 2, 21. 180 2. das Gefeß für uns zu erfüllen. Gal. 4, 5. Pf. 40, 8 f. Röm. 5, 19. 182 (***) Litt und starb er an unserer Statt. Ebr. 2, 9. 1 Joh. 2, 2. 183 185 186 188 189 Sein ganzes Leiden war 191 ( 1) ein innerliches. Matth. 26, 38 f. Luc. 22, 40-44. 192 Das Betragen feiner Jünger bei demselben, Mattb. 26, 38-45. ( 2) ein äußerliches Leiden. 194 196 197 Entwurf dieses Gesangbuches. b. Vor dem geiftlichen Gerichte der Juden, Matth. 26, 57-68. wo er sehr gemißhandelt, Luc. 22, 63. 64. Matth. 26, 67. 68. und von Petrus verleugnet wird. Luc. 22, 56-62. Matth. 26, 69-75.. d. Auf dem Berge Golgatha. Seine Hinausführung dabin. Matth. 27, 31. Luc. 23, 26-32. Seine Kreuzigung. v. 33. Seine 7 Worte am Kreuze Sein Tod. Joh. 19, 30. Sein Begräbniß. Joh. 19, 41. Dank für Jesu Leiden c. Vor dem weltlichen Gerichte des Landpflegers. Matth. 27, 1 f..... Als er dem übergeben wurde, bezeugte Judas Jesu Unschuld, und erhängte sich selbst. v. 3-5. Pilatus schickte Jesum zu Herodes, dem er jedoch auf keine Frage antwortete. Luc. 23, 5 f. Gegeißelt und gekrönt wurde er dem Volke mit den Worten: Sebet, welch ein Mensch! dargestellt, Joh. 19, 1-3. und endlich zum Tode verurtheilt. Joh. 19, 16. Matth. 27, 26. 206 Dazu gehören auch 1. Seine Thränen 2. Sein Gebet. Ebr. 5 7. Dies sebzt er noch durch seine Fürbitte fort. Ebr. 7, 25. 1 Job. 2, 2. VII No 198 (**) In Ansehung unsers Erlösers. 199 Er ging aus dem Stande der Erniedrigung in den Stand der Erhöhung über. Phil. 1, 9. 10. 1. Er stand auf vom Tode. 200 Diese Auferstehung Jesu Chrifti a. fegt die Gewißheit unsrer Aussöhnung mit Gott außer 3weifel, Röm. 4, 25; 8, 34. 201 Was Jesus für uns gelitten hat, das macht sein hohenpriesterliches Amt aus. Ebr. 5, 6; 6, 20; 7, 17. 225 202 203 204 207 208 211 219 220 222 ( C) Auf die Früchte und Folgen, die es gehabt hat (*) In Ansehung unser. Er hat dadurch 1. uns mit Gott versöhnt. 2 Cor. 5, 19. 1 Joh. 2, 2. 229 2. uns von der Strafe und Herrschaft der Sünden befreit. Gal. 3, 13. 1 Cor. 15, 58. 232 3. uns die ewige Seligkeit erworben. Job. 3, 16; 10, 11. 1 Tim. 1, 15. 237 226 227 228 239 241 247 b. bestätigt uns die Hoffnung einer seligen Auferstebung zum ewigen Leben. Job. 14, 19. 1 Cor. 6, 14. 250 VIII Entwurf dieses Gesangbaches. №o c. fordert ein dankbares Andenken. 2 Tim. 2, 8. 1 Cor. 15, 57. 256 d. und verpflichtet uns, mit Christo geistlicher Weise aufzustehen. Röm. 6, 4. Ephes. 5, 14.. 2. Er fuhr gen Himmel. Luc. 24, 50 f. Apoftg. 1, 9. Dies ist für unsern Glauben und für unsere Hoffnung sehr wichtig. 1 Petr. 1, 21. 3. Und setzte sich zur 8, 34. Ephes. 1, 20. rechten Hand Gottes. Nöm. Ebr. 1, 3. Dies ist die völlige Uebernehmung und Verwaltung seines königlichen Amtes. Apostg. 2, 36. Offenb. 1, 5..... 4. Von seiner Wiederkunft zum Gerichte wird nachher gehandelt werden. 257 261 263 270 ( 4) Diesen Beistand beweiset die göttliche Gnade: a. Durch die Berufung, 1 Cor. 1, 9. 1 Petr. 5, 10., welche den Menschen Gelegenheit schafft, Gottes Willen zu erkennen, und sie kräftigst erweckt, demselben zu gehorchen. 273 433 C. Die 3ueignung der Begnadigung. ( 1) Von denen, die an der durch Jes. Chr. erworbenen Gnade Theil haben wollen, fordert Gott, daß sie rechtschaffene Buße thun, Marc. 1, 15. Apostg. 2, 38.. 467 an Jesum Chriftum glauben, Joh. 3, 16. Apoftg. 16, 31. 506 heilig leben, Ebr. 12, 14. 1 Petr. 1, 15-17... 520 und darin bis an das Ende ihres Lebens verharren sollen. Offenb. 2, 10. Matth. 10, 22; 24, 13.. ( 2) Aber das natürliche Unvermögen der Menschen im Geistlichen, 1 Cor. 2, 14. 2 Cor. 3, 4. 5. Ephef. 2, 1. 2. ist zu groß, als daß fie solches allein und aus eigenen Kräften thun könnten.. 530 275 ( 3) Daher ist ihnen der Beistand der Gnade Gottes dazu schlechterdings nothwendig. 1 Cor. 12, 3. Joh. 15, 5; 6, 44. phil. 1, 6; 2, 13. 277 279 b. Durch die Erleuchtung des Verstandes, 2 Cor. 4, 6. Apostg. 26, 18., wodurch die Kenntnisse und Einsichten, die zu ihrer Sinnesänderung und Begnadigung dienen, mitgetheilt, oder richtiger und heilsamer gemacht werden 281 c. Durch die Bekehrung des Willens, oder durch die ersten guten Rührungen desselben. Apostgesch. 2, 37. Luc. 15, 17...... 285 292 d. Durch die Wiedergeburt, oder Schenkung des Glaubens und neuer Kräfte. Job. 3, 5. Jac. 1, 18. 1 Petr. 1, 3. 288 e. Durch die Erhaltung und Erneuerung, Ebr. 13, 21. Ezech. 36, 26. 2 Petr. 1, 3. ( 5) Dieser Beistand ist ein Werk des dreieinigen Gottes, 1 Petr. 5, 10. 2 Cor. 13, 13. 1 Petr. 1, 2. Phil. 1, 6; 2, 13. wird aber zueignungsweise Gott, dem beil. Geiste, zugeschrieben. 1 Cor. 12, 3. 11. Röm. 5, 5; 8, 14. Pf. 143, 10. Daher folgen hier Lieder, worin von dem beil. Geiste und dessen Gnabenwirkungen besonders gehandelt wird. 296 Entwurf dieses Gesangbuches. ( 6) Gott und sein Geist wirken aber in den Menschen nicht ohne Mittel; sondern durch gewisse Mittel, welche Gnadenmittel genannt werden. Diese sind ( t) das Wort Gottes, Ps. 119, 105. Joh. 17, 17. Röm. 1, 16. 1 Petr. 1, 23. Hier merke man: 1. Dessen Wahrheit, Göttlichkeit und Kraft. 1 Thess. 2, 13. Joh. 6, 63. Röm. 1, 16. 312 2. Dessen Eintheilung, Joh. 1, 17. 2 Cor. 3, 6 f. in a. Gefeß. Dies ist heilig, recht und gut. Röm. 7, 12. 1 Tim. 1, 8.. 316 aber von großer Strenge. 5 Mof. 27, 26. Röm. 7, 14. 17. 319 b. Evangelium. Dies ist eine herrliche, 1 Tim. 1, 11., und selige Lebre. Ephef. 1, 13. Röm. 1, 16. Der Unterschied des Geseßes und Evangeliums.. 3. Dessen rechten Gebrauch. Job. 5, 39. 1 Tim. 4, 13. Ephef. 1, 17. 18. Col. 3, 16. ( tt) Die heiligen Sacramente. 1. Die Taufe. Christus ist selbst getauft worden, Matth. 3, 13-17. und hat die Taufe eingeseßt. Matth. 28, 19. Die aus der Taufe entspringende Glückseligkeit, Gal. 3, 27. Apostg. 2, 38. und Verpflichtung. Röm. 6, 4. 1 Petr. 3, 21. Lieder bei der Taufe eines Kindes Lieder bei der Erneuerung des Taufbundes bei der Confirmation Tägliche Erneuerung des Taufbundes sonderlich nach großen Bergehungen 2. Das Abendmahl. Matth. 26, 26. Marc. 14, 22. Luc. 22, 19. 1 Cor. 11, 16; 11, 23-32. Lieder vor dessen Genuß Lieder bei desfen Genuß Lieder nach dessen Genuß Danklied, zu Hause zu singen Lied eines Kranken. IX №o 320 322 323 Ein nöthiges Stück deß öffentlichen Gottesdienstes ist die Katechismuslehre. 5 Mos. 6, 7. pr. 34, 12. Ephef. 6, 4. 329 330 333 335 338 340 341 346 354 360 358 und 361 ( 7) Bei dem Gebrauch dieser Mittel ist sehr zu empfehlen a. Das Gebet. 364 Dessen Nothwendigkeit. Jac. 1, 17. Pf. 50, 15.... 362 Tessen Beschaffenheit. Joh. 4, 24; 16, 23. Dessen Erhörung. 1 Joh. 5, 14. Joh. 16, 23. Jac. 5, 16. 368 b. Die gehörige Abwartung des öffentlichen Gottesdienstes. 1 Mof. 2, 2. Ebr. 10, 15. Col. 3, 16. Matth. 18, 20. Borsat dazu und Bitte um rechte Abwartung desselben. Pf. 5, 8; 26, 8; 27, 4; 84, 2. Gesänge vor und nach der Predigt. 370 374 X Entwurf dieses Gesangbuches. Daber folgen hier Lieder vor und nach derselben Lieder zum Schluß des öffentlichen Gottesdienstes ( 8) Wer die Mittel der Gnade recht braucht, und dem Geiste der Gnade nicht widerstrebt, der geht aus dem Stande der Sünden in den Stand der Gnade über. 1 Petr. 2, 10. Röm. 6, 21. 22. Ephef. 2, 5; 5, 8. 2 Cor. 6, 17. 18. und erlangt Antheil an den Gnadenwohlthaten a. Dieses Lebens. Diese sind 1. Die Rechtfertigung, in welcher Gott einer bußfertigen und gläubigen Seele ihre Sünden um Jesu Christi willen vergiebt. Röm. 3, 24. 25. Ephef. 1, 7. 2. Die Früchte und Folgen derselben. a. Die göttliche Kindschaft. Job. 1, 12. Röm. 8, 14. 2 Cor. 6, 17. 18. b. Der Friede mit Gott. Röm. 5, 1. Col. 3, 15.. c. Die Freude in dem beiligen Geiste. Jes. 61, 10. Röm. 14, 17.... d. Ein ruhiges Gewissen. 1 Petr. 3, 21. 2 Cor. 1, 12. b. Senes Lebens die Seligkeit. IV. In dem Stande der Herrlichkeit. Phil. 4, 7. Gal. 5, 22. Hier sieher man A. auf die vorhergehenden letzten Dinge. Diese sind No 377 381 1. Der Tod. Ebr. 9, 27. Das öftere Andenken an den Tod ist sehr heilsam. Ps. 90, 12. Da die Zeit und Art des Todes ungewiß ist; Pred. 11, 3. so müssen wir 383 390 e. Trost in allem Leiden. 2 Theff. 2, 16.. f. Gewise Hoffnung der Seligkeit. Röm. 5, 2; 8, 24. 1 Vetr. 1, 3. 402 Taraus erbellt die Würde und Glückseligkeit der Begnadigten schon in diesem Leben. Col. 3, 3. 1 Joh. 3, 1. 2. 394 396 398 400 404 407 a. alle Sicherheit vermeiden. Ps. 39, 6. Luc. 12, 20. 409 b. uns bei Zeiten in eine gute Bereitschaft zum Tode sehen, und darin erhalten. Jef. 38, 1. 411 Dann dürfen wir uns vor dem Tode nicht fürchten, 1 Thess. 4, 13.( Sir. 41, 1.) ſondern können ihn ruhig erwarten und wünschen. Luc. 2, 29. 30. phil. 1, 21-23... 417 Fürbitte für Sterbende 428 Lieder bei öffentl. Beerdigungen.( Sir. 38, 16.). 429 Von der Unsterblichkeit der Seele ist vorhin gehandelt 66 2. Jesu Wiederkunft zum Gerichte. Apoftg. 1, 11. 2 Theff. 1, 7. 8. 3. Die Auferstehung der Todten. Sob. 5, 21. 28. 29.. 33 436 Entwurf dieses Gefangbuches. 4. Das jüngste Gericht. Matth. 25, 31 f. Sob. 5, 22. 2 Theff. 1, 7. 441 5. Das Ende der Welt. 2 Petr. 3, 3 f. Pf. 102, 27 f: 445 B. auf die Seligkeit selbst. Ihre Gewißheit und Beschaffenheit. 1 Job. 3, 2. Offenb. 2, 10. Pf. 16, 11. Col. 3, 4. Job. 17, 24. Matth. 22, 30. 446 Sebnliches Verlangen nach dem Himmel. phil. 1, 23. 451 2 Tim. 4, 7. 8. C. auf die ihr entgegenstehende ewige Verdammniß. Matth. 25, 46. Marc. 9, 44. 46. 48. Offenb. 14, 11. Aus eine, unsrer Kirche erwiesene, große Wohlthat haben wir die Reformation anzusehen und zu ehren.( 2 Kön. 23.) Danklied am Reformationsfest XI No Die Sammlung derer, welche Jesu Lebre annehmen und bekennen, beißt die chriftliche Kirche. Jesus, ihr Stifter, Haupt und Herr, Ephes. 1, 22. Apostg. 2, 36. liebt, phef. 5, 25. schüßt, Matth. 16, 18. fegner fie Matth. 28, 20. Ephes. 1, 3. 455 452 Der zweite Theil handelt vom wahren thätigen Christenthum, nach folgenden beiden Fragen: 461 A. Wer ist im Stande, ein wahres thätiges Christenthum zu führen? Ebr. 3, 7-13.( Sir. 18, 22.). Zur Buße gehört: a. Prüfung, Antw. Nur derjenige, der, der göttl. Heilsordnung zufolge, mittelst einer wahren Buße zum Glauben an Jesum hindurch gedrungen, und mit heiligen und himmlischen Gesinnungen erfüllt ist. Daher wird hier nun gehandelt 1. Von der Buße. Diese ist nothwendig, Matth. 3, 2. Marc. 1, 15. Apoftg. 2, 38.... 467 muß nicht von einer Zeit zur andern verschoben werden. 468 30, 2. 3. Ezed. 14, 13 f. Dank und Gelübde nach der Bekebrung. Pf. 118, 21. 471 Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. Klagl. 3, 40. Jer. 3, 13. Pf. 32, 5; 51, 5. 6. b. Reue und Leid über die Sünde. 2 Cor. 7, 10. Pf. 38, 5 f. 473 c. Ernstlicher Vorsaß, der Sünde zu entfagen. Jef. 38, 15. 479 Jer. 31, 19. Luc. 19, 8 Erweckungen und Entschließungen zur Buße. Röm. 2, 4. Ezech. 33, 11. Jer. 3, 12. Luc. 15, 18. Bitten um wabre Buße. Jer. 31, 18. 480 486 Bitten um Vergebung der Sünden. Pf. 51, 3. 4. 9. 10. 11. 489 Und besonders nach öftern und schweren Vergebungen. Pf. 78, 17. 498 Bußlieder an öffentlichen Bettagen. Jon. 3, 7. 8..5 Moſ. 501 504 XII Entwurf dieses Gesangbuches. II. Vom Glauben. Der Glaube ist nothwendig. Ebr. 11, 6. Röm. 3, 28. 3um Glauben gehöret: a. Sehnsucht nach der Gnade Gottes in Jesu Christo. Matth. 5, 6.. .... b. Ergreifung und 3ueignung des Verdienstes Jesu Christi. Gal. 2, 20. 1 Tim. 1, 15.. B. Was für Pflichten erfordert das wahre thätige Christenthum? Und zwar I. Gegen Gott. Der Christ muß No 506 510 c. Bertrauen und Zuversicht darauf. Ebr. 11, 1.. 514 Lieder um Schenkung, Erhaltung und Stärkung des Glaubens. 517 III. Von der Heiligung. Sie ist nöthig, Gbr. 12, 14. 1 Petr. 1, 14 f. wird durch die Kraft des Glaubens bewirkt, Gal. 5, 6. Apostg. 15, 9. 525 und offenbart sich durch ein frommes Leben. I Petr. 1, 15-17. 527 Bitten zu Gott um seinen Beistand zur Heiligung, 1 Theff. 531 5, 23. Joh. 17, 17... Glückseligkeit der Geheiligten. 1 Cor. 15, 58. 2 Cor. 6, 17. 535 507 520 1. In der Erkenntniß Gottes stets völliger und fester zu werden suchen. Ephef. 1, 17. 18; 4, 13. 2 Petr. 3, 17. 18.. 538 Und fleißig an ihn denken. Pf. 63, 7. 541 2. Gott fürchten, Matth. 10, 28. und vor allen Sünden sich hüten, I Mos. 39, 9. insonderheit vor allem Mißbrauch des Namens Gottes, 542 2 Mof. 20, 7. 5 Mos. 5, 11. als Fluchen, 3 Mof. 24, 15. 16. 546 und Meineid. 3 Mos. 19, 12. 547 3. Gott über alles lieben, Matth. 22, 37. 38..... 549 und an ihm seine Freude haben. Pf. 73, 25. 26. Phil. 4, 4. Jes. 61, 10. 553 4. Gott gehorchen, Spr. 23, 26. 1 Sam. 15, 22. 5 Mos. 11, 26-28. und dadurch beweisen, daß man ihn fürchte, Pred. 12, 13. und liebe. 1 Joh. 5, 3. 5 Mos. 10, 12. 13... 556 5. Gott vertrauen. Ebr. 10, 35. Pf. 118, 8. 1 Petr. 5, 7... 560 6. Sich in Gottes Willen ergeben, Matth. 6, 10; 26, 42.... 575 und im Leiden geduldig sein. Ebr. 10, 36. 2 Theff. 3, 5. Klagl. 3, 26... .. 580 7. Gegen Gott demüthig sein. Mich. 6, 8. 1 Petr. 5, 6.... 586 8. Sich fleißig mit Gott im Gebet unterhalten. Die Litanei. Ephef. 6, 18. Das Vater unser. Matth. 6, 9. Allgemeine Betlieder 9. Gott loben, Pf. 103, 2. 3; 148, 1-14. und ihm danken. Pf. 33, 2. 3; 50, 14. 15. Allgemeine Lob und Danklieder 589 590 592 607 Entwurf dieses Gesangbuches. Dazu kommen nun noch die Pflichten gegen Jesum, als unsern Heiland, insonderheit. Wir müssen seine Lehren annehmen und bekennen, Matth. 10, 32. Col. 2, 6. an ihn glauben, Joh. 6, 40; 11, 25; 3, 16. ihn mit Liebe, Freude, Lob und Dank verehren, Joh. 21, 15-17. phil. 2, 10. 1 Cor. 16, 22. ihm nachfolgen, Joh. 13, 15. 1 Petr. 2, 21. und in diesen Gefinnungen bis an's Ende des Lebens bebarren. Offenb. 2, 10. Matth. 10, 22. 621 II. Gegen sich selbst. Der Christ darf und muß sich selbst, doch in gehöriger Ordnung und Maße lieben. Ephef. 5, 29. Spr. 24, 8... 634 Diese Liebe erfordert: A. Eine Sorge für seine Seele. Phil. 2, 12. Diese verbindet ihn XIII №o Matth. 16, 26. Ebr. 10, 39. 1. Den Wachsthum geistlicher Erkenntniß, Weisheit und Rechtschaffenheit zu befördern. 2 Petr. 3, 18. Col. 1, 11. Ephes. 4, 15.. B. Eine Sorge für den Leib und dessen Leben und Gesundheit. Sprüchw. 24, 8. Röm. 13, 14. Col. 2, 23. Diese erlaubt ihm auch unschuldige Vergnügungen. Apostg. 14, 17. Pred. 11, 9.. Doch verbietet fte ihm alle 636 638 2. Ueber seine Gedanken, Triebe, wachen. Matth. 26, 41. 3. Seine Lebens- und Gnadenzeit 6, 10. Röm. 12, 11; 13, 12. 4. Seine Schwachheitssünden zu bereuen, Gott abzubitten, Pf. 19, 13. und dawider zu kämpfen. 1 Tim. 6, 12. Gal. 5, 17. 1 Joh. 5, 4. 5. Ephes. 6, 12... Sinne und Affecte zu Hiob 31, 1.( Sir. 23, 2.) 641 wohl anzuwenden. Gal. Ephes. 5, 16. 646 5. Fleißig an Tod und Ewigkeit zu gedenken, und sich dadurch in christlichen und bimmlischen Gesinnungen zu erhalten, Phil. 3, 20. Col. 3, I. 2... 660 654 664 666 ( 1) Wollust u. Ueppigkeit. Röm. 13, 13. Gal. 5, 19. I Cor. 6,9. 671 ( 2) Trunkenheit und Schwelgerei. Gal. 5, 21. Röm. 13, 13. 1 Cor. 6, 10. Luc. 21, 34. 675 C. Eine Sorge für Ehre und guten Namen. Diese ist er laubt; Gal. 5, 26. 1 Petr. 2, 12. verbietet aber Stolz 677 und Hoffart, Spr. 21, 24. 1 Petr. 5, 5. Jac. 4, 6. und fordert Demuth. Phil. 2, 3. Epbef. 4, 2. Col. 5, 12... 678 Wohin die gehörige Selbsterkenntniß leitet. Gal. 6, 4. 1 Cor. 4, 6. 7. 682 D. Eine Sorge für sein und der Seinigen ehrliches Auskommen. Diese Sorge ist nöthig. 1 Tim. 5, 8. Sie verpflichtet ihn, den Müssiggang zu meiden. Spr. 28, 19.( Sir. 33, 28.) fleißig zu arbeiten, 1 Mos. 3, 19. 1 Theff. 4, 11. 2 Thess. 3, 10. und Gott um Segen zu seiner Arbeit anzurufen. Ps. 127, 1. 2. Jar. 1, 17.. 684 XIV Entwurf dieses Gesangbuches. Was Gott ihm giebt, muß er wohl anwenden, und dabei Geiz, Ebr. 13, 5. 1 Tim. 6, 10. und Verschwendung flieben, Spr. 13, 11..... und mit den Umständen, worein Gott ihn setzt, zufrieden sein. I Tim. 6, 8. Spr. 30, 7 f. III. Gegen den Nächsten. A. Allgemeine Pflichten. Der Inbegriff derselben ist Liebe, Röm. 13, 8-10. auch gegen Geringe, Jac. 2, 2 f.. selbst gegen Feinde. Matth. 5, 44. 45. Rom. 12, 20. 13, 4-7. No 692 Sie find 696 Diese Liebe erfordert eine Sorge 1. Für dessen Seele. Jac. 5, 20. Gal. 6, 1. 1 Thes. 5, 14. 713 2. Für dessen Leben und Gesundheit. Jac. 5, 14.. 718 3. Für dessen Ehre und guten Namen. Röm. 13, 7. 1 Petr. 2, 17. Mit Hintansehung alles Richtens, Luc. 6, 37. Röm. 2, 1. Lästerns und Verläumdens. Ps. 15, 3; 101, 5. ( Sir. 5, 16. 17.) 720 4. Für dessen habe, Güter und Auskommen. Daher muß er 703 710 712 a. alle Gerechtigkeit erweisen; Unrecht, Gewalt, Betrug und Dieberei aber vermeiden, und das Genommene erstatten, 1 Petr. 2, 1. Epbes..4, 28. 2 Mof. 20, 15. Luc. 19, 8. b. der Glücklichen nicht beneiden, Jac. 3, 14. 15. 1 Petr. 2, 1.. 728 c. gegen Unglückliche barmherzig und wohlthätig ſein. Ps. 41, 2. Ebr. 13, 16. Gal. 6, 9. 19. Denen dergleichen Wohlthätigkeit widerfährt, die müssen solches mit Dank erkennen Die Eigenschaften dieser Liebe beschreibt Paulus. 1 Cor. 722 730 734 ( 1) Wahrheit, Aufrichtigkeit, Nedlichkeit. Ephes. 4, 25. Col. 3, 25. Pf. 5, 7. 735 ( 2) Gefälligkeit, Dienstfertigkeit, Bescheidenheit. Röm. 15, 2. 3. 1 Petr. 4, 10. 739 ( 3) Sanftmuth, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. Gal. 5, 23... 742 B. Besondere Gesellschaftspflichten. a. Der Obrigkeiten und Unterthanen. Röm. 13, 1-7. 1 Petr. 2, 13. 1 Tim. 2, 1. 2. b. Der Lehrer, 1 Petr. 5, 2. 3. 2 Tim. 2, 15; 4, 5. und Zuhörer. i Theff. 5, 12. 13 Ebr. 13, 17. 757 c. Der Eheleute. Epb. 5, 22-31. Gbr. 13, 4. 761 d. Der Eltern und Kinder. Eph. 6, 1-4. Col. 3, 20. 21. 766 Der Jugend überhaupt. Pred. 11, 9; 12, 1. 774 e. Der Herrschaften und des Gesindes. Eph. 6, 5-9. Col. 3, 22; 4, 1. 1 Petr. 2, 18. 20. 776 f. Des Kriegsstandes. Luc. 3, 14. Apostg. 10, 2. 7...... 779 g. Des Hausstandes überhaupt 782 753 Entwurf dieses Gesangbuches. Der dritte Theil enthält Lieder für besondere Zeiten, wegen allgemeiner Volks- und Landesangelegenheiten und für Reisende. A. Lieder für besondere Zeiten. I. Jahreslieder. ( a) Frühlingslieder Zur Saatzeit ( b) Sommerlieder a. Beim Anfange und Schlusse eines Jahres. Ps. 65, 12; 90, 10. 785 b. Beim Anfange und Schlusse eines Kirchenjahres. Jes. 61, 2. Röm. 13, 11. 12. c. Am Geburtstage. Hiob 33, 4. Pf. 22, 10. 11. II. Ueber die vier Jahrszeiten. 1 Mos. 1, 14; 8, 22. Pf. 104, 19. 1. Bei großer Dürre nach erfolgtem Regen 2. Bei zu vielem Regen nach erfolgtem Sonnenschein 3. Bei starkem Gewitter nach demſelben 4. Grntelieder. Bitte um eine gnädige Ernte Nach reichlicher Ernte. Nach färglicher Ernte ( c) Herbstlieder.( Sir. 33, 17.) ( d) Winterlieder. iob 38, 29.) III. Wochenlieder. Beim Anfange der Woche. Beim Schlusse derselben */* IV. Tageslieder. 1. Morgenlieder. Ps. 63, 7; 92, 3. 2. Abendlieder. Ps. 63, 7. 3. Tischlieder. XV No B. Lieder wegen allgemeiner Volks: und Landesangelegenheiten. 798 800 802 804 805 807 808 809 810 812 815 817 818 821 823 825 827 829 831 853 869 a. Vor dem Essen. Ps. 145, 15. b. Nach demselben. 5 Mos. 8, 10. Tim. 4, 3..... 872 I. Ueberhaupt. 11. Besonders a. In Absicht auf Theurung. 1. Bitte zur Zeit der Theurung. Pf. 38, 19; 37, 19.... 880 2. Dank nach aufgehobener Theurung. Ps. 132, 15... 882 8.75 XVI Entwurf dieses Gesangbuches. b. In Absicht auf giftige Seuchen. 2 Chron. 20, 9. 1. Bitte um Verschonung damit, wenn sie nur noch in der Nähe find wenn sie schon ausgebrochen sind 2. Lied der Kranken. 3. Danklieder der Genefenen. 4. Danklieder nach abgewandter Seuche nach der Biehfeuche. Ps. 36, 7. c. In Absicht auf Krieg und Frieden. 1. Um Verschonung mit Feuersbrunst 2. Während derselben. Jef. 43, 2. 1. Bitten um Erhaltung des Friedens. Pf. 29, 11; 122, 7. 894 2. Lieder zur Zeit des Krieges. Ps. 85, 9; 46, 10-12; 20, 8-10... .. №o 884 885 887 . 888 896 3. Danklieder nach geendigtem Kriege. Ps. 147, 1-14... 902 d. In Absicht auf Feuersnotb. Hof. 8, 14. C. Reifelieder. a. Vor einer Reise, Pf. 31, 4. 5.; 32, 7... besonders zu Wasser. Jes. 43, 2. b. Während der Reise. 1 Mof. 28, 20. 22. Fürbitte für einen Reisenden. Gebet eines Reisenden. 891 893 besonders zu Wasser Gottselige Gedanken eines zur See Fahrenden bei starkem Sturm. Matth. 8, 25. Apostg. 27, 25. Jon. 1, 5. 6...... 3. Nach geendigtem Feuer.. e. In Absicht auf Wassersnoth. 1. Um Verschonung mit derselben. Pf. 29, 10. 1 Petr. 2, 5. 908 2. Um Hülfe während des Sturmes. Ps. 32, 6. Jef. 43, 2. Matth. 8, 25. 26. 909 3. Danklied, wenn Stürme und hohe Fluthen glücklich vorübergegangen find.. 910 4. Wenn nach Ueberschwemmungen und Einbrüchen die Deiche wieder hergestellt sind. 911 905 906 907 912 913 914 915 916 917 918 Danklied nach demselben. Jon. 2, 3-10. 919 c. Nach der Reise. 5 Mos. 2, 7. 920 besonders zur See 922 Tägliche Seufzer. Pf. 86, 3. Spr. 4, 27. 5 Mos. 28, 14... 923 Bemerkung. Die Namen unter den nun folgenden Liedern geben, so weit es möglich war, den ursprünglichen Verfasser an. Oft freilich sind in dem seit 1789 bei uns eingeführten Gesangbuche die Lieder leider so sehr verändert, daß die ursprüngliche Fassung darin kaum wieder zu erkennen ist. 204 Jimp Von den Quellen der Religions- Erkenntniß. 1. Mel. Du Herr der Seraphinen. Schöpfer aller Wesen! Groß ist, was ich gelesen Im Buche der Natur. Wo ich auf Erden stehe, Wohin ich immer sehe, Da zeigt sich dei Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ner Gottheit Spur. 2. Dich muß der Himmel 2. Wenn ich, o Schöpfer! preisen, Dir allen Ruhm erweisen, Dich lobt der Sterne Heer. Du bist allweis und mächtig, Den Himmel zierst du prächtig. Nur du bist Gott, und keiner mehr. deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alles wacht, Anbetend überlege; So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott! mein Herr! mein Vater! 3. Das, was mein Aug' er- 2. Mein Auge sieht, wohin blicket, Was meinen Geift ent- es blickt, Die Wunder deiner zücket, Ist, Herr! von dir ge- Werke! Der Himmel, prächtig macht: Gott, groß von Macht ausgeschmückt, Preist dich, du und Stärke, Wie viel find Gott der Stärke! Wer hat die nicht der Werke, Die deine Sonn' an ihm erhöht? Wer Hand hervorgebracht! gab ihr ihre Majestät? Wer rief dem Heer der Sterne? 4. Das Thier, der Baum, die Blume Sind Zeugen von 3. Wer mißt dem Winde dem Ruhme, Der dir, o Gott! seinen Lauf? Wer heißt die gebührt. Sie geben uns die Himmel regnen? Wer schließt lehre: Gebt dem Gott doch den Schooß der Erde auf, Mit die Ehre, Der die Natur fo Vorrath uns zu fegnen? Du schön geziert! thust es, Gott der Herrlichkeit! Und deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 5. Dein Allmachtswort: Es werde! Hat diesen Ball der 1 Erde Dem Auge dargestellt. Ihn will ich stets betrachten, Und deine Werke achten. Dich kenn' und fürchte alle Welt! 3. H. Pratje. 2 Von den Quellen der Religions- Erkenntnis. 4. Dich predigt Sonnen- 3. Die Ordnung funsterschein und Sturm, Dich preist füllter Kreise Verherrlicht Gott der Sand am Meere. Bringt, durch jedes Land, Und macht, ruft auch der geringste Wurm, damit der Mensch ihn preise, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Sein Lob der fernsten Welt. Mich, ruft der Baum in seiner bekannt. Und ihr so wunderPracht, Mich, ruft die Saat, voller Lauf Erhebt das Herz hat Gott gemacht! Bringt unzu Gott hinauf. serm Schöpfer Ehre! 4. Sein Finger zeichnete der 5. Des Menschen Leib, den Sonne Hoch an den Himmeln deine Hand So wunderbar be- ihr Gezelt. Sie geht heraus reftet; Des Menschen Geist, mit neuer Wonne, Dem Brautden sein Verstand Dich zu er- gam gleich; und gleich dem kennen leitet: Der ganze Mensch, Held, Der früh zum nahen der Schöpfung Preis, Ist sich Štreit erwacht, Freut sie sich der flareste Beweis Von deiner und besiegt die Nacht. Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater! sei gepreist; Und alle Welt fag: Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? C.F. Gellert. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, Bis in den fernen West ihr Lauf; Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; Sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, Belebt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Jedoch noch eine beßre Sonne Erleuchtet uns mit ihrem Licht. Gott hat, zu unsers Herzens Wonne, Sein Wort und Zeugniß zugericht't. Dies ist gewiß und ohne Trug, Giebt Licht und macht die Einfalt flug. Mel. Wie lieblich ist, o Herr 2c. 3. Der er Himmel Ruf er zählt und ehret Des Schöpfers unbegrenzte Pracht; Die ausgespannte Veste lehret Die Werke, die sein Arm gemacht, Und aller Welten Harmonie Verkündigt und be finget sie. 7. Aus seinen richtigen Geseßen Quilt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wen 2. Es strömt von einem Tag fie ergößen. Wie lauter ist, was zum andern, Gleich Bächen, Gott gebeut! Herr! deines ihre Rede fort, Und eine Nacht Wortes reines Licht Erleucherzählt der andern In lautem tet jedes Angesicht. Ton ihr großes Wort. Nicht Sprachen sind es, die sie spricht: Doch wer hört ihre Stimme nicht? 8. Die Furcht vor Gott erhebt und schmücket Ein folgsam Herz, und macht es rein. Und ewig bleiben die beglücket, Die Von den Quellen der Religions- Erkenntnik. 3 sich dem Dienste Gottes weihn;| kennt' ich Christi Lehre nicht, Denn alles, was der Herr gebeut, Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Sonst fehlte mir Glück, Trost und Licht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser Und mehr der Sehnsucht werth, als Gold; Ihr Werth ist föstlicher und größer, Als alles noch so feine Gold. Süß sind sie; ja kein Honig ist So süß, der noch so lauter fließt. 10. Wie adeln sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält. Doch oft vergißt man deine Rechte. Wer merft's, o Gott! wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott! von dir, Auch die verborgnen Fehler mir. 11. Bewahre mich vor fre chen Sünden, Die ein ver meißner Stolz erzeugt! Gieb, daß sie mich nicht überwinden, Mich, der gern in dein Joch sich beugt! Gieb, daß ich schuldlos, rein und frei Von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm voll Huld aus meinem Munde, Was, Herr, dir meine Lippen weihn, Und laß zur angenehmen Stunde Dir mein Gebet geopfert sein! Ich habe ja dein gnädigs Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, mein Hort! 3. A. Cramer. 2. Auf urgewiffen finftern Pfaden Würd' ich ein Raub des Todes sein. Mit Sündenschuld und Fluch beladen Müßt' ich des Richters Rache scheun. Ich fände feinen Trost in Noth, Mich schreckte stündlich. Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? Was ist hienieden meine Pflicht? Wird auch mein Geist im Tod entschlafen? Und hält Gott fünftig ein Gericht? Wie werde ich darin bestehn? Wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen Durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt ste die Zweifel, die mich plagen? Und dau'rt der Trost, den sie verspricht? Ach, ohne Jesu Licht und Heil Wär' Finsterniß und Angst mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finsternissen Des Irrthums, und der Sünde Macht Durch deine Lehre, Herr! entrissen. Ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, Und führst mich auf der Wahrheit Pfad. Mel. O großer Gott, du reines z. 4. Mein Gott, du schenk6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen. Ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird test mir das Leben. nicht im Tod entschlafen. Wer Von ganzem Herzen dank' ich's an dich glaubt, wird im Gericht dir. Du haft's durch Menschen Durch dich, o Heiland! wohl mir gegeben, Die Christen bestehn, Und dann dein herrwaren; Heil sei mir! Sonst lichs Leben sehn. 1* 4 Von den Quellen der Religions- Erkenntniß. 7. O Jesu, laß mich deiner 5. Was kann bei meiner Lehre Gehorchen mit stets größ- Schuld Gewißheit mir verschafrer Lust, Und feines Spötters fen, Daß du den Schuldner Wahn zerstöre Dein Heiligthum nicht, Wie er's verdient, willst in meiner Brust! Mein ganzes strafen? Das, was fein SterbLeben preise dich! Dein Heil licher Mir fest versichern kann, erfreu' im Sterben mich! Das hast du selbst, o Gott! In deinem Wort gethan. 6. 3. Bollikofer. 6. Wenn deine Hand mich schlüg', Wie trostlos müßt' ich Mel. O Gott, du frommer Gott. 5. Wie, Pie dunkel wäre nicht, zagen! Womit stillt' ich mein Wie ungebahnt uns Herz In trüben Trauertagen, allen Der Weg, auf welchem Wenn du mir nicht gesagt, wir Hinab zum Grabe wallen, Wie ich zu meinem Wohl Die Wenn du, o Gott, nicht selbst Schläge deiner Hand Ausstehn Durch deines Wortes Licht Uns und nüßen soll? väterlich geschenkt Rath, Trost und Unterricht! 7. Herr bist du; ich bin Knecht! Dürft' ich es denn wohl 2. Wie viel weiß ich von dir, wagen, Und zu dir, meinem Von deinem Rath und Willen, Herrn, Vertraulich: Vater! Und woher nehm' ich Kraft, sagen, Wenn du nicht durch Was du willst, zu erfüllen, Wenn du nicht selbst zuvor Mich deinen Willen lehrst, Und, ihn mit Folgsamkeit zu thun, mir Kraft gewährst? dein Wort Dich gegen mich erklärt, Daß du dem Vater seist, Der findlich dich verehrt? 3. Wie wüßt' ich von mir selbst, Wozu du dieses Leben Mir auf so kurze Zeit, Die schnell vergeht, gegeben, Wenn du nicht durch dein Wort Mir seinen wahren Werth, Zweck, Absicht und Gebrauch Entdecket und erklärt? 8. Dies alles hast du uns, Gott! durch dein Wort gelehret. So huldreich hast du selbst Dich gegen uns erkläret. Von dir belehrt, weiß ich, Wie du gesinnet bist, Was hier für mich zu thun, Dort zu erwarten ist. 9. Gott, welche Seligkeit Quillt mir aus dieser Quelle! Wie stärket und erquickt Dein 4. Wie furchtbar wäre mir Wort, Herr, meine Seele! GeDer Weg zu meinem Grabe, leitet durch dies Licht, Wall' Wie wüßt' ich, was hernach ich auf ebner Bahn Voll Muth Ich zu erwarten habe, Wenn und Freudigkeit Zur Ewigkeit über Tod und Grab Den Weg hinan. zu jener Welt Du mir nicht durch dein Wort Gezeigt und vorgestellt? 10. Dank sei dir, hoher Dank, Für deines Wortes Lehren! Sie müsse, wer sie kennt, 5 Von den Quellen der Religions- Erkenntniß. Hochschätzen und verehren, Und,| len, Kraft und Stärke, Ja, wer sie ehret, nicht Ihr Hörer jenes Leben weist. nur allein, Nein, sondern auch mit Fleiß Ihr treuer Thäter sein! 6. Sie trägst die höchsten Sachen In tiefster Einfalt vor, Und kann doch weise machen. Sie führt zu Gott empor, Mel. Aus meines Herzens Grunde. 6. Erkenne, mein Gemüthe, Erleuchtet das Gemüth, Und Wie Gott so gnädig ist, schenkt ein solch Gesichte, Daß Aus dessen ewger Güte Dir man im Glaubenslichte Der diese Wohlthat fließt, Daß Gnade Wunder sieht. er die heilge Schrift Licht dir hat gegeben, Die zeigt, wie er zum Leben Den Bund mit dir gestift't! Zum 2. Gott, der Erbarmer, sahe Uns in der Irre gehn. Ihm ging es herzlich nahe, Solch Elend anzusehn. Sollt er nun Unterricht Nebst den Erleuchtungsgaben uns vorenthalten haben? 7. Sie reißt durch ihre Stärke Das Reich der Sünde um, Und bauet neue Werke Durch's Evangelium. Sie stößt ein sündlichs Herz Erst in die Hölle nieder, Und führet es dann wieder Durch Tröstung himmelwärts. 8. Sie dient sich zum Beweise, Daß sie vom Himmel Onein! das fonnt' er nicht. sei. Der Geist stimmt, ihr zum 3. Er wählte treue Knechte, Und diesen gab er ein, Was uns zum Licht und Rechte Er sprießlich konnte sein. Er lenkte Hand und Mund, Daß alles, was sie dachten Und dann in Schriften brachten, Von und aus ihm entstund. Preise, Mit seinem Zeugniß bei. Auch hat an manchem Ört Der Zeuge sie gepriesen, Der durch den Tod erwiesen, Sie sei des Lebens Wort. 4. Ein Heide denkt und gläubet, Daß Gott und Tugend sei; Doch, was er sagt und schreibet, Kommt Gottes Schrift nicht bei. Ihr bleibt an Alterthum, An Richtigkeit und Wahrheit, An Weisheit, Kraft und Klarheit Allein der Preis und Ruhm. 5. Was man sonst nirgend findet, Und Gott allein nur weiß, Was kein Verstand ergründet, Lehrt sie auf sein Geheiß, Sie, die durch Gottes Geift Gott, dessen Wesen, Werke Und Wil9. Kein Buchstab' ist entfal len, Der nicht erfüllet sei; Der Ausgang tritt in allen Der Provhezeiung bei. Vermag nun Gott allein, Was künftig ist, zu sehen, Wer muß denn nicht gestehen: Die Schrift muß göttlich sein? 10. Wohlan denn, mein Gemüthe, Nimm Gottes Zeugniß an, Die Schrift von seiner Güte, Die felig machen kann! So wenig Gott betreugt, So wenig kann sie lügen, Noch auf dem Wege trügen, Den sie zum Himmel zeigt. 3. 3. Rambach(?). 6 Von Gott und seinen Eigenschaften. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 7. We eh' mir, wenn Gott nicht wär', der mich nieder; Verzweiflung wär' der beste Trost dem Herzen In allen Schmerzen. erschaffen! Was hätt' ich wi8. Flieht, tödtende Gedander Furcht und Graun für fen! ihr beflecket Von ferne Waffen? Gleich steuerlosen schon die Seele, die ihr schrecket. Schiffen in den Seen Müßt' Es ist ein Gott, der mich geich vergehen. macht, regieret, Als Water 2. Dann müßt' ich unter führet. mir das Thier beneiden, Und 9. Ich weiß es, daß er ist, mir versiegte jeder Quell der weiß, wem ich glaube, Weß Freuden, Und jeder Luftort Hauch die Seel' ist, wer den würde mir auf Erden Zur Leib vom Staube Einst neu Wüste werden. belebt, wer mich hier unter3. Wär' ich nicht elend? stüzet Und stets beschüßet. wär' ich nicht verloren? Ach, 10. Heil mir! ich weiß, auf dann wär's besser, wär' ich wen ich mein Glück baue, Wen nie geboren, Als nichts in ich verehre, wem ich mich vergrauenvollen Finsternissen Von traue. Ihm zu gefallen, will Gott zu wissen. ich mich nun üben; Ihn will ich lieben. 3. A. Cramer. 4. Dies kann den Muth in Kreuz und Tod erhöhen: Es ist ein Gott; einst werd' ich auferMel. Jauchzt unserm Gott 2c. ſtehen. Doch ist kein Gott; wer 8. ft auch ein Gott? wer dann vor'm Und ewgem Sterben! 5. Ja! herrscht kein Gott, so herrschen die Verbrechen. Wer würde dann der Unschuld Thränen rächen? Was hülfs, daß ich mich, gut zu sein, bedarf fragen? Hört man nicht laute Stimmen, die es sagen? Man findet ja in allen Creaturen Der Gottheit Spuren. 2. Sieh' um dich her! sieh Himmel, Länder, Meere, Und strebte? In Unschuld lebte? schließ' von der Geschöpfe gro6. Ein trauriges Geschenk wär meine Seele, Wenn ich mich nur mit leeren Wünschen quäle, Die auf ein Gut, das 3. Sieh', wie die Sonne ewig währet, gehen, Doch nicht Jahr und Tage theilet, Wie bestehen. ßem Heere, Von ihrem Bau und vom Verstand der Geister Auf ihren Meister. auch der Mond durch seine Laufbahn eilet, Und wie durch beide Tag und Nacht der Erde 7. Dann flög' ich gleich dem Staub auf, sänke wieder Wie leicht verwehter Staub zur Erde Regieret werde. Von Gott und seinen Eigenschaften. 7 4. Was macht's, daß diese| Mel. Wach auf, mein Herz, und ic. Ordnung noch vorhanden, und 9. Gott! aus deinen Werken Kann ich dein Dasein merken. In allen Creaturen Find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, Dein Ruhm und meine Freude, Ruft in viel tausend Chören: Gott ist! Gott mußt du ehren! den? Kannst du der Gottheit Dasein, Kraft und Wesen Darin nicht lesen? 5. Ja, Mensch, in allen andern Greaturen, Auch an dir selbst, siehst du der Gottheit Spuren. Kannst du dich denn mit Recht verständig nennen Und Gott verkennen? 6. Doch nicht genug: es ist ein Gott! zu sagen. Oft leugnet's doch ein Mensch durch sein Betragen, Wenn er, als wär' fein Gott, in Sünden wandelt Und gottlos handelt. 7. Du sagst: Gott ist und kennt mein ganzes Leben! Doch bist du ihm auch recht zum Dienst ergeben? Ist Dank und Gegenliebe im Gemüthe Für seine Güte? 3. Wer sprach es, daß die Erde Und daß der Himmel werde? Wer wollt' es, daß im Meere Des Wassers Sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen Höhen Das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen Die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bist's, Gott! deine Werke Erzählen deine Stärke Dem Und deine weife Güte achtsamen Gemüthe. 6. Das Würmchen in dem 8. Im Wohlstand froßig, Staube, Die Raupe an dem zaghaft in Beschwerden, Ver Laube, Das Gras, die schlan göttert man oft Dinge dieser Erden, Macht Gold zum Trost, hält Fleisch für feinen Retter. Elende Götter! ten Halme, Sind deines Ruhmes Pfalme. 7. Herr! du bist hoch erhoben Ind ewig hoch zu loben, Wenn auch der Thoren Rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit Ehrfurcht nennen Und die dir fest vertrauen, Dein gnädigs Antlig schauen! E. Liebich. 9. Drum, Menschen, lernet Gottes heilgen Willen, Und suchet ihn rechtschaffen zu erfüllen! Sonst werdet ihr beim Ruhm der Kenntniß lügen, Euch selbst betrügen. Gott ein Geist. 10. Laßt euch sein Wort den Weg der Wahrheit lehren, Durch Glauben und durch Liebe ihn zu ehren, Bis er Mel. Aus meines Herzens Grunde. euch einft zum Himmel wird 10.Schwingt, heilige Gez erheben, Bei danken, von der Erde los! Gott, frei von allen 3. 6. Christ. Von Gott und seinen Eigenschaften. Schranken, Ist unaussprechlich| deiner, meine Seele! Heißt Gotgroß. Er ist der höchste Geist. tes Name: Geist. Er will auch schon auf Erden 7. Die Heiden nannten GötVon euch verherrlicht werden, ter( Aus Wahn und UnverWie ihn der Engel preist. stand) Und Helfer und Erretter 2. Kein Sinn kann ihn Die Bilder ihrer Hand. Die erreichen; Kein Mensch, kein beteten fie an, Vergaßen Gott, Engel ist Dem Höchsten zu ver- und ehrten Bildsäulen, die gleichen, Den kein Begriff er- nicht hörten, Und Steine, die mißt. Macht euch von dem nicht sahn. kein Bild, Der aller Welten Kreise Zu seiner Allmacht Preise Mit Herrlichkeit erfüllt! 8. Nun, diesen& nsternissen Hat Gott durch seinen Sohn Der Heiden Welt entrissen, Gestürzt der Gözzen Thron; Nun können wir, befreit Vom Dienste falscher Götter, Ihm dienen, unserm Retter, Mit wahrer Heiligfeit. 9. Lobt, Menschen, euren Meister, Wie ihn der Engel preist, Den Vater aller Geister, Den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, O Seele, hoch erhoben, Ein Christ, um ihn zu loben. Er wäg's und preis' ihn auch! 8 3. Laß, Sonn' in hoher Ferne, Dein Antlig schöner glühn! Glänzt Sonnen gleich, ihr Sterne! Was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit aller Pracht, Womit der Herr euch schmücket, Womit ihr uns entzücket, Bloß Schimmer seiner Macht. 4. Der Gott, an den ich glaube, Hat feinen Leib, wie ich. Er, der mich, Staub vom Staube; Belebt hat, lebt durch sich; Braucht keines Sinns, und schafft Und wirkt uneingeschränket; Braucht keiner Hülf, und denket Und will aus eigner Kraft. 10. Dien' ihm mit allen Kräften, Gehorch' ihm, fei bereit Zu heiligen Geschäften, 5. Preist, Seelen, euren Die dir sein Wort gebeut! So Meister, Der euch zu sich erlerne deinen Werth In seinem hebt, Den Vater aller Geister, Dienst empfinden, Zerbrich das Durch den ihr denkt und lebt! Joch der Sünden, Das Gott Wir sind durch seinen Ruf, Er und dich entehrt! hat in sich das Leben; Kommt, 11. Du bist ein Geist, o laßt uns den erheben, Der Seele, Bet' als ein Geist ihn uns zu Geistern schuf! an! Wenn ich zum Herrn ihn wähle, Wie selig bin ich dann! Er, der so hoch mich liebt, Hat Seligkeit und Leben; Das 6. Soll ich daran ihn kennen? Darf meinen Schöpfer ich Mit meinem Namen nennen? Ihn einen Geist, wie mich? will er jedem geben, Der ihm Er will's! sein Name heißt sich ganz ergiebt. Wie deiner, meine Seele! Wie 3. A. Cramer. Von Gott und seinen Eigenschaften. 9 Gottes Eigenschaften überhaupt. 5. Wer ist, wie du, so Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 11. febne, Gott, mein S ch Schöpfer! mich, Vor deinen Thron zu treten, mit allen deinen Kindern dich Frohlockend anzubeten. Laß denn auch mich mit Zuversicht Mich deiner Güte freuen! Laß einen schaut! Strahl von deinem Licht Die Finsterniß zerstreuen, Die mei nen Geist umhüllet! Weis, o Gott! Du kennst der Frommen Leiden. Du hast auch Weg aus jeder Noth Zu wahren, sichern Freuden. Wohl dem, der deiner Weisheit traut, Und nur auf deine Pfade, Auf deiner Führung Ausgang deine weise Gnade Wählt stets für uns das Beste. Denn 6. Ich will, durch deinen Schuß bewacht, Was recht und gut ist, üben; Denn nichts umgrenzet deine Macht, Zu seg=Ge nen, die dich lieben. Bei dir ist Heil; laß mich allein Auf deinen Arm vertrauen, lassen in der Trübsal sein, Mein Heil auf dich nur bauen! Du willst, du kannst erretten. 2. Du, welchen Erd' und Himmel preist, Der Welten Herr und Meister! Du bist der erste höchste Geist, Der Schö pfer aller Geister. Ich seh nun meiner Seele Werth; Der müsse, Herr, mich lehren, Was auch dein heilig Wort begehrt, Dich ungeheuchelt ehren Im Geist und in der Wahrheit. 7. Du bist barmherzig, mild und gut, Erbarmst dich selbst der Sünder, Erbarmst dich, wie ein Vater thut, Von Herzen deiner Kinder. Verzeihe meine Sünden mir! Laß meine Seele leben! Ich will, begnadigt, Herr, 3. du, der ewig war und ist! Du fonntest nicht entstehen, Du bleibst auch ewig, was du bist, Wenn Himmel selbst vergehen. Ich schmachte nach Unsterblichkeit, Und du von dir, Verfolgern auch vernur fannst sie geben. Herr geben und meine Feinde lieben. der Ewigkeit und Zeit! Laß 8. Du bist unsträflich und mich vor dir einst leben, Und gerecht, kannst keinen Frevel ewig selig werden! dulden. Ach, beßre du mich, deinen Knecht! Erlaß der Sünden Schulden! Dann hilf, 4. Was ist und werden wird und war, Auch, was ich thu' und dichte, Ist bloß vor dir daß ich gewissenhaft, Was dir und offenbar Vor deinem Angesichte. Laß, Gott, mich deinen Geseß durch deine Kraft Zu Weg nur gehn, Mit Werken| halten mich bemühe, Und stets und Gedanken Mich nie, weil unsträflich wandle! verhaßt ist, fliehe, Und dein Menschen mich nicht sehn, In meinen Pflichten wanken; Denn du wirst alles richten! 9. Du bist wahrhaftig und getreu In jedem deiner Worte, Wohl dem, der stets der Wahr 10 Von Gott und seinen Eigenschaften. heit treu, Dich ehrt an jedem| was recht und gut ist, üben. Orte! Gieb, daß ich scheue dein Lehre mich in allen Dingen Gericht, Nie sicher, wann du Deinen Willen treu vollbrindräuest; Doch auch voll froher gen! Zuversicht, Daß du uns gern erfreuest! Wer hofft, wird nie zu Schanden. 5. Immer ist dir's eine Lust, Menschenfinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit. Luft Lernt in deine Ordnung schicken! Der, der geht auf sichern Wegen Deinen Seg10. Gieb, daß ich dich so fenn' und ehr' Und strebe, dei nen Willen Durch Jesu Gnade mehr und mehr Und standhaft nungen entgegen. zu erfüllen! Wenn ich, mein Gott! nie wissentlich Von dir und ihm mich trenne: So weiß ich, daß im Himmel ich Dich völliger erkenne. Deß tröstet sich mein Glaube. D. Denicke. 6. Deine Worte trügen nicht, Du, du bist der ewig Treue, Der das hält, was er verspricht. Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst erkalte, Fest an deine Wahrheit halte! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. du 7. Mag doch dann die Welt 12. Gott! bu bist von vergehn, Mag mich alles doch Ewigkeit. Deine verlassen! Du, du bleibst mir Majestät und Größe Mehrt ewig stehn; Deine Hand wird und mindert feine Zeit. Gieb, mich umfassen, Wenn ich einst daß ich dies nie vergesse, Nie von hinnen scheide. Ewig bist auf Creaturen baue; Sondern du meine Freude! 3. W. Größsch. dir allein vertraue! 2. Ewig und unwandelbar Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. Ist dein grenzenloses Wiffen. 13. De er Herr ist Gott, Was dir einmal Wahrheit war, und feiner mehr; Wird's auch ewig bleiben müs- Frohlockt ihm, alle Frommen! sen. Nie kann's deiner Weis- Wer ist ihm gleich, wer ist, wie heit fehlen, Nur das Beste er? So herrlich, so vollkomzu erwählen. men? Der Herr ist groß, sein 3. Du bist nicht, wie Men- Nam' ist groß, Er ist unendlich, schen sind, Daß dich etwas grenzenlos In seinem ganzen reuen sollte; Bleibest immer Wesen. gleich gefinnt, llnd, was je dein Rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges Regieren Herr lich auch hinaus zu führen. 4. Sünden bist du ewig feind. Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, Die, 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her. Eh noch die Erde ward, war er, Noch eher, als die Himmel. Von Gott und seinen Eigenschaften. 11 3. Des Ewgen Thron um-| Lobgesang, Ihr, alle seine Heere! giebt ein Licht, Das ihn vor Der Herr ist Gott, und keiner uns verhüllet. Ihn fassen alle mehr! Wer ist ihm gleich? wer Himmel nicht, Die seine Kraft ist, wie er? So herrlich, so erfüllet. Er bleibet ewig, wie vollkommen? er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 3. A. Cramer. Gottes Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. 4. Wo wären wir, wenn 14.nendlicher, den feine Kraft nicht mit hätte? Er fennt uns, fennet, ihren Schranken! Beim Anwas er schafft, Der Wesenblick deiner Ewigkeit Vergehn ganze Kette. Bei ihm ist Weis- mir die Gedanken. Ich sinne heit und Verstand, Und er um- nach, bewundrungsvoll, Und spannt mit seiner Hand Den weiß nicht, wie ich's fassen soll, Erdkreis sammt dem Himmel. Du bist und bleibest ewig! 5. Ist er nicht nah'? ist er nicht fern? Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt man in Finsternis, Was man beginnt; er sieht's gewiß, Er sieht es schon von ferne. 2. Noch ward von feiner Sonne Licht Durch diese Welt verbreitet; Die Himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine Macht bereitet; Noch war das Trockne nicht, kein Meer Quoll aus der Erde Gründen her: Du aber warst schon ewig! 6. Wer schützt den Weltbau 3. Von Ewigkeit her sahest ohne dich, O Herr! vor seinem du Die fünftge Welt entstehen, Falle? Allgegenwärtig breitet Und maßest ihre Zeit ihr zu, Dein Fittig über alle. Und sahst sie untergehen. Vom Du bist voll Freundlichkeit, voll Engel bis zum Wurm herab Huld, Barmherzig, gnädig, Wogst jedem du sein Schickfich voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. fal ab, Und nanntest sie mit Namen. 7. Unsträflich bist du, heilig, 4. Längst stehet dieser Weltgut und reiner als die Sonne, bau da, Bon dir bisher erhalWohl dem, der deinen Willen ten. Vielleicht ist bald sein Ende thut; Denn du vergiltst mit nah; Er eilet zum Veralten. Wonne! Du hast Unsterblich- Und würden seiner Jahre viel, keit allein, Bist selig, wirst So sesest du ihm doch ein Ziel es ewig sein, Haft Freuden, Mit ewger Güt' und Weisheit. Gott, die Fülle. 5. Nicht Augenblicke leben 8. Dir nur gebühret Lob und wir, Die Werke deiner Hände; Dank, Anbetung, Preis und Nicht eine Stund' ist es vor dir Ehre. Kommt, werdet Gottes Vom Anfang bis zum Ende. 12 Von Gott und seinen Eigenschaften. Nie nehmen deine Jahre zu; Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. Gott! du In aller Gwigkeit wirst du 15. Her sucht dat bift die Derselbe sein und bleiben. Zuflucht aller 6. Ja, du bist ewig, stirbest ten; Denn du bist Gott in nie, Bleibst ewig meiner Seele allen Ewigkeiten. Du warst Der Fels, den sterbend ich für es schon, eh' dieses Rund der fte Zur sichern Zuflucht wähle; Erden Ansing zu werden. Denn deine Gnad' und Wahr- 2. Was bin ich, Herr! und heit ist So ewig, wie du selalle Menschenfinder? ber bist. Hilf mir, daß ich dir sind vor dir der Heilge und der traue! Sünder. Wie schnell entfliehet doch von uns das Leben, Das du. gegeben! Staub 7. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; Den will ich dir vertrauen. Dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt: Er soll dein Antlitz schauen. Mein Fleisch ruht auch nur kurze Zeit; Am Erntetag der Ewigkeit Wirst du es auferwecken. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet, Den Himmel hat dein Arm, Gott! ausgebreitet; Doch müssen sie veralten und vergehen. Du bleibst bestehen! 4. Es werden noch die Him8. Ob alles um mich her mel und die Erden Wie ein Gevergeht, Soll ich doch nicht ver- wand von dir verwandelt wergehen. Vor deinem Thron, der den; Du aber bleibst, wann ewig steht, Soll ich gleich ewig es sein Ende findet, Wann es stehen. Du giebst an allem deinen Heil, Gott! deinen Auserwählten Theil; Auch mir, auch mir mit ihnen. verschwindet. 5. Dies ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte: Du schüßest sie mit deiner starken Rechte; Du läßt ihr Herz sich ewig deiner freuen Und sie gedeihen. dienes 9. Bald fallen Erd' und Himmel hin An deinem Weltgerichte. Dann dank' ich's dir, daß ich noch bin Und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig sein, Mich ewig deiner Gnade freun Und meiner Seligkeiten. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden! Vom Tode selbst werd' ich nicht überwunden; Rein Tod, kein Grab fann, Gott! von deinen Freu10. Die selige Unsterblichkeit, den Und dir mich scheiden. Die du mir dort willst schenken, Lehr' mich in dieser turzen Zeit, 3. 8. Diterich. D Gott, mit Ernst bedenken! Gottes Sie sei mein Trost, mein höchAllwissenheit und Allgegenwart. stes Gut; Sie stärke mich mit Kraft und Muth, Gerecht vor 16. Hemich, Dir bin ich Mel. O Gott, du guter Gott. err! du erforscheft dir zu leben! B. Münter. Von Gott und seinen Eigenschaften. So nicht verborgen; Du kennst Wunder deiner Macht. mein ganzes Thun, Siehst alle väterlich hast du Schon da meine Sorgen; Was meine an mich gedacht. Seele denkt, War dir, o Gott! bekannt, h' ein Gedanke noch In meiner Seel' entstand. 7. Du zähltest mein Gebein, Du zähltest meine Tage, Bestimmtest, eh' ich war, Mein Glück und meine Plage. Was ich gedenk' und will, Das, o mein Schöpfer! war Vor meiner Bildung schon Dir alles offenbar. 8. Unzählbar ist, was du Erkennst; wer kann erreichen, Was du, o Gott! durchschauft? Wer sich mit dir vergleichen? Voll Ehrfurcht bet' ich an, Laß mich auf dich nur sehn, Und durch Gehorsam dich Und deine Größ erhöhn! 4. Und nähm' ich, zu entfliehn, Mich einsehn, wie ich's meine, 9. Durchschaue mich, und laß Ob ich unsträflich sei, Wann ich mir heilig scheine! Ach, irr' ich, So Gott, du siehst's! Die Fittige vom Mor- leite meinen Lauf Auf deine gen; Am fernsten Meere selbst sichre Bahn, Den Weg zu dir Blieb ich dir nicht verborgen.| hinauf! Wohin ich fliehe, da Durchschaut mich dein Verstand. An allen Enden, Herr! Umfaßt mich deine Hand. 3. K. Wehel. 2. Auf meiner Zunge ist Kein Wort, das du nicht wissest; Du schaffest, was ich thu'; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt betracht' ich dich. Wie groß ist dein Verstand, Wie wunderbar für mich! 3. Wohin? wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? In welcher Nacht kann ich mich deinem Aug' entziehen? Führ ich zum Himmel auf. So bist du, Höchster! da. Führ ich zur Tief hinab, Auch dort bist du mir nah. 5. Rief ich der Finsternis, Um dir mich zu entziehen; Ich würde dennoch dir In keiner Nacht entfliehen. Vor deinen Augen ist Die Finsterniß auch Licht; Hell, wie der Tag, die Nacht Vor deinem Angesicht. - - 13 Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. 17. Awissender, vollkommner Geist, Deß Auge alles siehet, Was Nacht und Abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet! Es fann vor deinem hellen Licht Sich kein Geschöpf verstecken; Was in der Finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken Und 6. Im Mutterleibe schon an den Tag zu bringen. War ich von dir umgeben, Von dir gebildet, Gott! Von dir kund, Die sonst kein Mensch dir geführt in's Leben, stimmt zur Seligkeit, Be- ergründet, Auch jedes Wort in Ein meinem Mund, Und was mein 2. Selbst die Gedanken find 14 Von Gott und seinen Eigenschaften. Herz empfindet. Die Herzen| geheime Schande heißt, Und sind dir offenbar, Du kannst alle böse Tücke Mich lebensihr Dichten spüren, Den Rath lang vermeiden. 3. 3. Rambach. derselben siehst du klar, Du prüfest Herz und Nieren, Und Mel. Christ, unser Herr, zum uc. dir bleibt nichts verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz 18. Por dir ist alles offenbar, Gott! dein begehrt, Das weißt du, eh sie Verstand erkennet, Was ist, beten; Jhr Seufzen wird von was werden wird, was war, dir erhört, Eh' sie noch vor Was nie ein Name nennet. dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, Das ist dir un verborgen, Dieweil du ihren Anschlag siehst, Als wie den hellen Morgen, Den feine Schatten decken. Gott schaut, als Urquell alles Lichts, Durch alle Finsternisse, Und Erd' und Himmel haben nichts, Was er nicht seh' und wisse, Was er nicht ganz durchforsche. 4. Was nach Verfließung 2. Zwar etwas sieht mein vieler Zeit Noch künftig wird Auge ein Von dem, was du geschehen, Das sieht dein Auge entdecket; Doch sieht's nichts allbereit Als gegenwärtig ste- ganz, nichts hell und rein; hen. Du machst es deinen Viel bleibt ihm noch verstecket. Knechten fund, Es weiter Es sieht im Spiegel der Natur, außzubreiten, Und läßt durch Im Schatten deiner Werke, ihren schwachen Mund Die Hier oder dort kaum eine Spur größten Heimlichkeiten Der Von deiner Huld und Stärke; ganzen Welt entdecken. Nie völlig ihre Größe. 5. Bleibt gleich vor Men- 3. Bekannt ist, durch dich schen manches noch In dieser selbst erhellt, Dir, Herr, nach Welt verschwiegen; So wird aller Fülle Das Innre deiner die Wahrheit fünftig doch Die Körperwelt, Der Geister Rath Finsterniß besiegen. Dein un- und Wille; Gedanken siehst du, parteiisches Gericht Wird al- ehe sie In unsrer Seel' ent les offenbaren. Was noch so stehen; Vor dir verschwinden heimlich jetzt geschicht, Wird man alsdann erfahren Und öffentlich erzählen. sie auch nie, Sie bleiben beim Vergehen Doch dir stets ge genwärtig. 4. Was wir verstehn, entdecken wir In schimmernder Empfindung; Doch mehr, als sonnenklar, war's dir Schon vor der Welten Gründung. Wir 6. Laß mich, o höchste Majestät! Dein helles Auge scheuen, Das nie ein Heuchler hintergeht| Mit falschen Schmeicheleien! Erinnere stets meinen Geist An dessen scharfe Blicke! Laß, was sammeln viel durch Unterricht, Von Gott und seinen Eigenschaften. 15 Durch Schluß an Schluß zu-| ach! was wär' ich ohne dich? sammen. Wie mühsam! Dies Mich schüßzet deine Rechte. zertheilte Licht Strahlt wie ein Meer von Flammen Vor deinem Angesichte. weißt du, Vor dei 2. Was ich gedenke, Herr! weißt du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wann ich Gutes thu', Du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts. kann deinem Aug' entfliehn, Und nichts mich deiner Hand entziehn; Du bist allgegenwärtig. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und, über deine Huid erfreut, Lobsingend dich erhebe; Dann siehst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei, Dich fürchte und dich liebe. 5. Der Wesen nie ge zählte Zahl, Die je zum Dasein tamen, Durchschaust du all' und auf einmal, Und nennest fie bei Namen; Dringst bis auf ihren Keim in sie; Der Täuschungen Gefahren Entziehen deinem Auge nie Das, was sie sind und waren, Noch was sie werden sollen. 6. Solch ein Erkenntniß ist bei dir; Mir schaudert vor der Höhe, Und vor der Tiefe schau dert mir, An der ich zitternd stehe. Ich weich, ich bebe, Gott! zurück; Ich kann ihr Maaß nicht finden. Selbst nicht des ersten Engels Blick Kann diese Tief' ergründen, kann diese Höhe messen. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verbehlet, So weißt du ste, und strafest mich, Strafft aber dennoch väterlich, Strafft mich zu meiner Beßrung. 7. Dich, den ich nie erreichen fann, Nie, wie du bist, durch- 5. Du hörest meinen Seufschauen, Dich, Wunderbarer! zern zu, Daß Hülfe mir erbet' ich an Mit ehrfurchtsvollem scheine. Voll Mitleid, Vater! Grauen, Daß, weil du, Gott! zählest du Die Thränen, die so gnädig bist, Aus deinem vollen Lichte Ein Tropfen Glanz auf mich auch fließt, Und ich in deinem Lichte Dich sehn darf und bewundern. 3. A. Cramer. ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, Du stärfest und erquickst mein Herz, Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 19. Nie bist du, Höchster! von uns fern; Du wirkst an allen Enden. Wo ich auch bin, Herr aller Herrn! Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich. Und Gott! mit deinem Troste. 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle! Daß ich dein heilig Auge scheu', Und dir zu dienen eifrig sei, Dies sei stets meine Sorge! 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, 16 Von Gott und seinen Eigenschaften. Und stärke mich dann auch mit| Weg erwählt, Muß doch den Kraft, Vor dir getroft zu wan deinen bloß erfüllen, Der seines deln! Herr, du bist um mich, zieles nicht verfehlt ,. Und aller o verleih, Daß dies mir Trost Feinde stolzen Wahn Als Unund Warnung sei! Laß mich vernunft beschämen kann. es nie vergessen! C. C. Sturm. Gottes Weisheit. Mel. O großer Gott, du reines u. 20. u weiser Schöpfer aller Dinge! Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner Ordnung geht. Sie ist's, die deine ganze Welt In ihrer Dau'r und Pracht erhält. 6. D Weisheit, decke meiner Seele Des Eigendünkels Thorheit auf, Damit sie dich zum Leitstern wähle In dieses Lebens ganzem Lauf! Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht; Drum leite mich dein sichres Licht! 3. Mit eben diesen Meisterhänden, Mit welchen du die Welt gemacht, Regierst du auch an allen Enden, Was du, höchst frei, hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! Der Menschen Rath und Bei stand nicht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben Bisher auf's weifeste geführt. Ja, dir muß ich die Ehre geben, Daß du auf's befte mich regiert. D, leite mich durch Welt und Zeit Hinüber in die Ewigkeit! 3. 3. Rambach. 2. Die vielen wundervollen Werke, Die unserm Auge fern und nah, Stehn alle, wie durch deine Stärke, So auch Mel. Gott des Himmels und der ic.. durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr! ist dein Ver- 21. nerforschlich ſei mir Gotstand; Der ganze Weltbau macht's bekannt. tes Weg und Rath! Sei's auch nur ein kleiner Schimmer, Der sich mir gezeiget hat; Doch ist alles, was Gott thut, Schien's auch so nicht, weis und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, Wo ich Rath und Weisheit seh? Ist's nicht ein Geschenk von oben, Wenn ich 4. Was du zu thun dir seinen Weg versteh'? Frevelt vorgenommen, Krönt auch, fo- der nicht, welcher Flagt, Daß bald du willst, die That. Wenn Gott ihm mehr Licht versagt? tausend Hindernisse kommen, 3. Soll ein Vater unterlasSo sieget doch dein wetser sen, Was dem Kinde Thorheit Rath. Den besten Zweck wählt ift? Kühner Tadler! Engel dein Verstand, Die Mittel faffen, Was nie dein Verstand stehn in deiner Hand. ermißt. Hier sollst du dem 5. Die Menge so verschied- Herrn vertraun, Hier noch ner Willen, Wo jeder seinen lernen, dort erst schaun. Von Gott und seinen Eigenschaften. 17 4. Dieser Welt Regiererinnen| ausgeführet; Es bleibt auch Sollten deine Lüste sein? Gottes stets dein Augenmerk Und wird Ordnen und Beginnen Stim- durch dich regieret. Noch immermete mit ihnen ein? Wohl uns, fort besteht die Welt, Weil sie wenn er nie gewährt, Was ein dein mächtig Wort erhält; Sonst thöricht Herz begehrt! müßte sie vergehen. Onlam 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein Vermögen Weit über die Ge sege steigt, Die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf Hebst du mit starken Händen auf, Wenn's deine Weisheit fordert. 5. Was für ein Wunder deiner Macht Wirst du uns lassen sehen, Wann nach der langen Grabesnacht Die Todten auf erstehen, Und du von unserm Staub den Rest Zu solchen Körpern werden läßt, Die sich verkläret sehen! 5. Hier, in meinem Vilger stande, Sei mein Theil Zufriedenheit! Dort, in meinem Va terlande, Wohnt die wahre Se ligkeit. Schlecht ist hier zwar oft mein Theil; Desto größer dort mein Heil. 6. Wenn ich gleich auf rau hen Wegen Wandle, dennoch flag' ich nicht! Was hier schmer zet, wird dort Segen, Was hier Nacht ist, wird dort Licht. Dann erst faß ich Gottes Sinn, Wenn ich erst vollendet bin. 3. A. Cramer. Gottes Allmacht. Mel. Allein Gott in der Höh ic. alongiv 22. Herr! err! deine Allmacht reicht so weit, Als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, was deiner Herrlichkeit Und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär'; Was du willst, das geschiehet. 6. Allmächtger! mein erstaunter Geift Wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, Umgiebet Geist und Glieder. Mach' mich zum Zeugen deiner Kraft, Die aus dem Tode Leben schafft, Und neue Kräfte schenket! 7., zünd' in mir den Glauben an, Der deine Macht ergreifet, Der stark und mächtig werden kann, Wenn er auf dich sich steifet! Gieb, daß ich traue deiner Kraft, Die alles fann und alles schafft; Denn 2. Du sprichst, und auf dein mächtig's Wort Fällt alles dir zu Füßen; Du führest deinen Anschlag fort Bei allen Hindernissen; Du winkst, so stehet ihr ist nichts unmöglich! 3. 3. Kambach. plößlich da, Was vorher noch kein Auge fah, Und was kein Mensch gedachte. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Du haft dein großes 23 Mein Schöpfer, deine 2 18 Von Gott und seinen Eigenschaften. Macht besingen. Ach, zeige mir| machst du ihn in Chrifto frei, die rechte Spur, Und laß mein Brichst Satans Bund und Joch Werk gelingen; Laß aber auch, entzwei, Und schenkst ihm Kraft wann sich mein Lied Mit deiner zum Wirken. Allmacht Preis bemüht, Mich meine Ohnmacht fühlen! 1905 7. Wie manche Seel' hat deine Macht, Die Jefum einst 2. Viel weiter reichet deine erweckte, Nicht wieder an das Macht, Als Erd' und Himmel Licht gebracht, Da Nacht und reichet. Nichts ist, das deiner Tod sie deckte? Du öffnetest Werke Pracht Und deinen Tha- das taube Ohr; Zum Leben ten gleichet. Es ist fein Ding so groß und schwer, Das deiner Hand unmöglich wär'; Was du willst, das geschiehet. riefst du sie empor, Und sie lebt dir zur Ehre. 110 8. Herr! deiner Allmacht groBen Ruhm Kann mein Lied 3. Es muß auf dein allmäch nicht umschließen. Der Himtig Wort Sich alles vor dir mel ist dein Heiligthum, Die bücken; Du führest deinen An- Welt liegt dir zu Füßen. O schlag fort, Und alles muß Herr! vor deiner Wunderkraft, sich schicken; Du rufft, und Die alles wirkt, die alles alles stehet da; Was außer schafft, Erstaunt das Heer dir sonst niemand sah, Erlangt der Engel. durch dich sein Dasein. 9. Zwar muß die Wirkung 4. Nur durch das Wort aus der Natur Nach festen Regeln deinem Mund Ift alles aufge- gehen; Jedoch, will es dein führet; Auch machen Erd' und Wille nur, Läßt fie fich lent Himmel kund, Wer sie so wohl| bar sehen. Die Menge deiner regieret. Dein Wort hat diese Wunder zeigt, Daß deine Macht Welt gemacht, Von dir hat sie weit höher steigt, Als der Naall' ihre Pracht, Von dir wird tur Geseße. sie erhalten. 10. Doch unser Glaub' er 5. 3war pflegest du im Gna- wartet noch Das höchste deiner denreich Nach Allmacht nicht zu Werke, Wann du des Todes handeln; Dein Zug, der keinem Zwange gleich, Läßt uns mit Freiheit wandeln. Du legst uns Wohl und Wehe vor, Und zeigest unserm Geist das Thor Des Todes und des Lebens. eisern Joch Zerbricht durch deine Stärke. Die er mit schweren Fesseln band, Befreiet ein stens deine Hand, Giebt ihnen neues Leben. 6. Doch, wenn er, durch's Gesetz erschreckt, Vor dir, o Herr! sich beuget, Und sich, durch deine Gnad' erweckt, zu dem, was recht ist, neiget; So der Knochen Rest Mit Fleisch 11. Was für ein Wunder deiner Macht Wird unser Auge schauen, Wenn du nach jener langen Nacht Wirst neue Körper bauen? Wenn deine Hand Von Gott und seinen Eigenschaften. 19 und Haut bekleiden läßt, Und du jeßt rufft, Was du noch fie mit Klarheit schmücket? rufen wirst, wer kann das zählen? Doch, wolltest du Noch mehr dazu Erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 4. So lang schon fließt Ihr Quell und ist noch nicht erschöpft, und wird es auch nicht werden. Sprich nur ein Wort, Und er fließt fort In neuen Himmeln und auf neuen Erden. O 5. Doch deine Kraft, Gott! erschafft Nur, was du willst; denn du bist gut und weise; Das lehre mich, Damit ich dich Für alles das auch, was du nicht thust, preise! 3. A. Cramer. 12. O Allmacht! mit erstauntem Sinn Werf ich mich vor dir nieder. Ich fühle, daß ich fraftlos bin, Und schwach sind meine Glieder. Mach' mich zum Zeugen deiner Kraft, Die Le ben aus dem Tode schafft, Mehr thut, als wir verstehen! 13. Ach, zünd' in mir den Glauben an, Der sich zu dir erhebet, Und fest und mächtig werden kann, Wenn dein Geist mich belebet! Nimmt dieser Geist mein Herz nur ein, So kann mir nichts unmöglich sein, Was dein Wort von mir fordert. 14. So soll auch mein er storbner Leib Mich nimmermehr erschrecken. Wenn ich mit dir vereinigt bleib', Wirst du mich einst erwecken. Dann rühm' ich deine große Macht, Dann wird gebracht Durch alle Ewigkeiten. 3. 3. Rambach. Mel. Wir Christenleut hab'n c. 24. Gott! grenzenlos, Undenkbar groß, Anbetungswerth ist deines Wesens Stärke. Schon sehn wir hier So viel von ihr, Und sehn doch nur das Mind'ste ihrer Werke. 2. Durchflög' ich gleich Ihr weites Reich, Und sähe deine weitste Sonne glänzen; Ich sähe dort Doch nicht den Ort, Wo du nicht wärst, noch deiner Allmacht Grenzen. 3. Was du erschufft, Was Gottes Wahrhaftigkeit und Trene. Mel. Wer nur den lieben Gott u. 25. Noch nie haft du dein Wort deinen Bund, o Gott! verletzt; Du hältst getreu, was du versprochen; Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, Wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, Was uns dein Wort verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue Bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine Hand uns zugedacht; So wird, wenn du Vergeltung übest, Dein Dro 2* 20 Von Gott und seinen Eigenschaften. hen auch gewiß vollbracht. Wer 3. Wirf dich, sterbliches Gedich, o Gott! beharrlich haßt, schlecht, Dankbar Gott zu FüFühlt deiner Strafe schwere Last. Ben! Seine Wahrheit und sein Recht Läßt der Herr dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, Das die Welt belehret. Glaubt es freudig; folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. D, drücke dies tief in mein Herze, Daß es ja jede Sünde scheut; Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze Mit deiner Straf gerechtigkeit; Nie werde das von mir gewagt, Was dein Gesetz mir untersagt! 4. Was uns Gottes Wort verspricht, Wird und muß ge 5. Doch laß mich auch mit schehen; Auch kann seine Drofestem Glauben Dem Ausspruch hung nicht Leer vorübergehen. deiner Gnade traun! Wer fann den Trost uns jemals rauben, Den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Eid steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Haben Tausende nicht schon, Wenn sie troßig waren, Seine Strafen, ihren Lohn, Ihm zum Ruhm erfahren? 6. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! Vertraue Gott, der treu es meint! Such' ihn zum Muster anzunehmen, Der Wahrheit Freund, der Lügen Feind! Beweise dich als Gottes Kind, Dem Treu und Wahrheit heilig sind! 3. 3. Rambach. 5. Seele! wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Collen Leichtsinn oder Spott Deinen Trost dir rauben? Wer auf seine Worte baut, Bauet nicht auf Lügen. Kann er den, der ihm vertraut, Heuchlerisch betrügen? 6. Hasse die Vernunft, die sich Wider Gott empöret, Wider seinen Geift, der dich Sein Geheimniß lehret! Fleuch den Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. 26. Gott, der du die Wahr- Spötter, der sich bläht, Mehr heit bist, Deinem als Gott zu wissen! Er wird Angesichte Zeigt sich, was je war doch, vielleicht zu spät, Gott und ist, In dem reinsten Lichte. noch glauben müssen. punje Alle Wahrheit kommt von dir 7. Erd' und Himmel wird Zu den Menschenkindern, Und erleuchtet uns, wenn wir Nur ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß Füllen unsre Seelen, Unser Blick ist ungewiß, Unsre Schlüsse fehlen. Aber dein Verstand weicht nicht Von der lautern Wahrheit; Alles, was du denkst, ist Licht, Sonnenhelle Klarheit.1919 vergehn; Gottes Wort wird bleiben, und die Frevler, die es schmähn, Werden's nicht vertreiben. Liebten Fürsten selbst den Spott, Ehrten sie Verführer; Der im Himmel wohnet, Gott, Lacht und spottet ihrer. 8. Du bist Wahrheit; ewig l soll Nichts von dir mich trennen; Von Gott und seinen Eigenschaften. 21 Keine Welt, von Arglist voll, 6. Friede will er mit mir halMich erschüttern können. Muß ten, Wenn sich auch die Welt ich hier auch um dein Wort empört. Ihre Liebe mag erSchmach und Trübsal leiden; falten, Bleib' ich meinem Gott So belohnst du mir's doch dort, nur werth. Er, der meinen KumGott, mit Ehr' und Freuden. mer stillt, Bleibt mir immer Sonn' und Schild. B. Münter. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; So hat er sich selbst Mel. Unerforschlich sei mir xc. 27. Weicht, ihr Berge! genennt. Das ist Troft genug! fallt, ihr Hügel! ich Armer Werde nie von ihm Brecht, ihr Felsen, stürzet ein! getrennt. Er will meine ZuFester wird, als Berg und Hü- flucht sein; Kann sich Gott vergel, Gottes Vatertreue fein; leugnen? Nein! Unbewegter noch, als sie. Gottes Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen; Das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; Seine Treue bürgt dafür. Erd' und Him mel mag vergehn; Was er zusagt, muß geschehn. 8. Ihm allein will ich vertrauen, Will auf diesem Felsen ruhn, Will mein Glück auf ihn nur bauen, Was er sagt, wird er auch thun. Erd' und Himmel mag vergehn, Ewig wird sein Bund bestchn! B. Schmolck. Gottes Güte, Langmuth und Geduld. 3. Menschen will ich nicht vertrauen; Wie betrüglich ist Mel. Ogroßer Gott, du reines Wesen. die Welt! Meinem Gott will 28. Wie groß ist des 2011. Güte! ich vertrauen, Der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, Ift wahrhaftig, ist Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, 4. Droht die Welt mir, mich der ihm gebührt? Nein! Dank zu hassen, Und verfolgt mich, weil sei ewig meine Pflicht; Denn ich mich Immer auf den Herrn Gott vergiffet meiner nicht. verlaffen: Er erbarmt doch mei2. Wer hat mich wunderbar ner sich; Denn er bleibet immer bereitet? Der Gott, der meiner dar, Was er ist und was er war. nicht bedarf. Wer hat mit Lang5. Scheint auch er mich nicht muth mich geleitet? Er, deffen zu achten, Und verstellt sein An- Rath ich oft verwarf. Wer giebt geficht, Läßt mich rufen, läßt mir Seelenruly' und Kraft? Er, mich schmachten: So vergißt er dessen Allmacht alles schafft. mich doch nicht; Denn er blei 3. Schau', o mein Geist, in bet immerdar, Was er ist und was er war. jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Von Gott und seinen Eigenschaften. Herrlichkeit umgeben, Gott ewig| seiner Erde: So groß ist auch, sehn wirst, wie er ist! Denn daß er geliebet werde, Die Huld Jesu Blut und Gottes Eid des Herrn bei denen, die ihn Bürgt deine Ruh' und Seligkeit. lieben Und Gutes üben. 4. Und diesen Gott sollt' ich 4. So zärtlich sich ein Vanicht ehren, Und seine Güte ter seiner Kinder Erbarmet, fo nicht verstehn? Er follte ru- erbarmt sich Gott der Sünder, fen; ich nicht hören? Den Weg, Wenn sie von Herzen sich zu den er mir zeigt, nicht gehn? ihm bekehren, Ihm Treue Sein Will' ist der: Mensch, schwören. liebe mich und deinen Nächsten gleich als dich! 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Vollkommen soll ich sein, wie er. Indem ich dies Gebst erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Ich folge ihm, thu' meine Pflicht; Fehl zwar, doch herrscht die Sünde nicht. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; Er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde Doch Asche werde. 6. Von Ewigkeit zu Ewigfeiten währet Die Güte Got tes dem, der Tugend ehret. Ach, leite denn auch mich auf deinem Pfade, Du Gott der Gnade! 7. So werd' ich ewig deiner Huld genießen, So wird mein Leben sanft vor dir verfließen, So werd' ich dort mit allen Engelchören Dich fröhlich ehren. 3. A. Cramer. 22 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tröst' und leit' mich spät und früh, Auch Todesfurcht besiege sie! 101 C. F. Gellert. Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. 30. Mit it fröhlichem Ge Eigene Melodie. auchzt unserm Gott! 29. J müthe Dankt, die ihr Christo angehört! Danft er ist von großer Gott, daß seine Güte, So wie Güte, Barmherzig und von dul- sein Leben, ewig währt! Nach dendem Gemüthe; Will denen Heil und ewge Luft bescheren, Die ihn verehren. so viel tausend Jahren, Die durch sie alle reich An frohem Segen waren, Bleibt sie sich 2. Er handelt nicht mit uns immer gleich. Nie hört sie auf nach unsern Sünden, Und läßt zu sorgen, Und forget immer verschonend uns das nicht em- treu; Sie wird mit jedem Morpfinden, Was wir, weil wir gen An den Geschöpfen neu. ihm unser Herz nicht gaben, Verschuldet haben.n 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, Um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Ge 3. Hoch ist der Himmel über 23 Von Gott und seinen Eigenschaften. tümmel In ihrem milden Son- Himmel quoll; Ist auch, wohin nenschein! Vor ihren heitern wir blicken, Von ihr der ErdStrahlen, Wo sie hervorbricht, freis voll. 3. A. Schlegel. fliehn Auch bange finstre CuaWer zählt die Millionen, Die 31. Bater singen len Wie leichte Wolken hin. Mel. Mein Jesus lebt, was ic. uns dem besten fie erwärmt und nährt? So Mit weit nur Wesen wohnen, Hat warmem Geist ein frohes Lied! sie sich auch verklärt. Erwache, Geist, dich aufzuschwingen, Hinauf zu Gott, der auf uns sieht! Er höret dich, und reine Lust Strömt bei dem Dank in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen! Was ein dankbar Herz Für alle, alle wir haben, Sind Lieder und ein dankbar Herz Für alle, alle seine Gaben, Für alle Treu' in Glück und Schmerz, Für alle Freuden,- Lieb und Huld, Für alle Treue und Geduld. 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen, Hat uns, eh' etwas 4. 3u ihrem Lob' erwecke ward, geliebt; Er nimmt mit Vor allem du dein Herz, offnen Baterarmen Auch den Christ! Komm her, und sieh, auf, welcher ihn betrübt, Ruft und schmecke, Wie freundlich uns zurück von böser Bahn, Gott, dein Vater, ist! Auf, sei- Beut uns die Hand zur nen Ruhm erzähle Dein frommes Hülfe an. uit Saitenspiel, Und deine ganze 4. Nur wir, sein Werk, nur Seele Sei Inbrunst und Ge- wir vergessen. Undankbar oft, fühl! Von seiner Güte sage, was er gethan, Die Gnade, Wie treu sie für uns wacht, die das Herz nicht messen, Die Ein Tag dem andern Tage, Zunge nicht aussprechen kann. Die Nacht der nächsten Nacht! Wir beugen nicht vor ihm das Knie, Und doch vergißt er unser nie. 5. Wer wollte sie nicht loben, Sie, die doch allen alles gab! Vom höchsten Engel droben 5. Seit wir auf dieser Erde Bis zu des Staubs Gewürm herab, Von so viel Greaturen Läßt sie nicht eine leer, Und ihres Segens Spuren Verbreiwallen, Hast du mit Güte uns geführt. Uns segnen, war dein Wohlgefallen; Uns rufen, wenn wir uns verirrt; Uns trösten tet sie umher. Und wie sie, und, uns unbewußt, Erfreuen, voll Entzücken, Stets für den das war deine Lust. 3. Süß ist das Licht der Sonne, Das täglich jedes Aug' entzückt; Weit füßer ist die Wonne, Womit uns Gottes Güt' erquickt. Erfreulich ist das Leben, Und schauervoll der Tod; Doch beffer noch, als Leben, Ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! Sie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer Und tröstender, als fie? 24 Bon Gott und seinen Eigenschaften. 6. Sie wird's noch sein! Mit| Wenn wir auf ihn mit Einfalt Vaterhänden Willst du uns traun. Er weiß es, wir sind leiten bis an's Grab, Uns vor Sünder; Gott weiß es, wir bereiten und vollenden, Im Tode sind Staub, Zum Tode reife Stecken sein und Stab. Und Sünder, Ein bald verwelkend leben wir dir in der Zeit, So Laub. Kaum, daß die Winde schenkst du uns Unsterblichkeit. wehen, So ist es nicht mehr 7. Wie gut bist du, o Gott! Auf, Seele, Sink' in den Staub und bet' ihn an! Fließ, Freudenthräne, und erzähle, Was dein Gott an dir hat gethan! Ihm ähnlich werden sei dein Dank, Und ihn nur loben, dein Gesang! A. H. Niemeyer. da. Wir Sterbliche vergehen; Stets ist der Tod uns nah. 4. Doch Gottes Gnad' alleine Steht fest und bleibt in Ewigfeit. O du, des Herrn Ges meine, Die ganz sich seinem Dienste weiht, Die, daß sie selig werde, Mit Furcht und Zittern ringt, Schwing' du dich von der Erde Hinauf, wo Jubel Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. fingt Die Schaar stets treuer Knechte, Der schon Vollend'ten Schaar: Lichthell sind deine Rechte, Und ewig wunderbar! 32. Auf, meine Seele, finge! Es finge faut, was in mir ist, Dem Schöpfer aller Dinge! Weh' dem, der seinen Gott vergißt! Er hat dir ja 5. Anbetung, Preis und vergeben All' deine Missethat, Ehre Sei dir, Gott Vater, Erhalten dich im Leben Mit Sohn und Geist! Wir singen gnadenvollem Rath, Gekrönt in die Chöre Der Schaar, die mit seinem Heile, Vom Elend dich vollkommen preift. Antdich befreit; Und einst wird dir betung, Preis und Ehre Dir, zu Theile Die Ruh' der Ewigkeit. der du warst und bist! Wir 2. Es hat uns wissen lassen stammeln's nur; doch höre, Der Herr sein Recht und sein Hör' uns, der ewig ist! Einst Gericht, Erbarmung ohne Maßen tragen wir auch Palmen, Du Dem Frommen, der den Bund Gott, auf den wir traun! nicht bricht. Schnell eilt sein Einst singen wir dir Psalmen; Zorn vorüber, Straft nicht nach Einst sterben wir und schaun! unsrer Schuld. Der Herr bedol thin si t3. Gramann. gnavigt lieber, Nimmt lieber auf don bollo alln that sie sic zur Huld. Wer Gott vertraut, Mel. An Wasserflüssen Babylonsic. ihm lebet; Sein Friede iſt mit 33. Getrener Gett, wie viel bet Erbarmurtg über ihm. uns Armen! Wir häufen leider 3. Wie Väter mit Erbarmen Auf ihre jungen Kinder schaun; So thut der Herr uns Armen, unsre Schuld; Du aber dein Erbarmen. Was ift des Menschen Lebenslauf? Verderbt ist er 499 Von Gott und seinen Eigenschaften. von Jugend auf Und dem Gesetz| Bist willig, ihre Sündenschuld entgegen. Und gleichwohl, Va- Durch Christum zu vergeben; ter! suchst du ihn Langmüthig Giebst ihnen neue Tugendkraft, davon abzuziehn, Zur Beßrung Und nach vollbrachter Ritterzu bewegen. schaft Ein ewigs Freudenleben. 2. Der Menschen Elend jam mert dich; Selbst, wenn sie sich verstocken, Suchst du ste doch noch väterlich Durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du nicht eh 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müff' uns deine Vaterhuld Zur Sicherheit verführen! Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gieb uns auch dabei den Sinn, Daß wir die Sünde hassen, Und uns noch in der Gnadenzeit Den Reichthum deiner Gütigkeit Zur Buße leiten laffen! mals deinem Volfe zu, Damit es sich bekehrte! Wie trugst du nicht mit Gütigkeit Die erste Welt so lange Zeit, Eh' fie die Fluth verheerte! 3. C. Bimmermann. 3. Noch giebst du Sündern Zeit und Raum, Der Etrafe zu entgehen. Du läßt den unfrucht baren Baum Nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit, Verzeuchst noch aus Barmherzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu', Und hörst, damit er fruchtbar sei, Nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthiger! so große Huld Bezeugst du frechen Sündern; Doch noch viel größere Geduld Kindern. Sie werden ja, weil Hier ihnen 25 Mel. Mein Jesus lebt! was ic. 34, Gott! bir_iſt_kein GeKeins ist vor dir gering geacht't. schöpf verborgen, Du würdigst jedes deiner Sors gen, Und bist auf aller Wohl auf jedes Thier Dankt alles Vom Menschen bis feine Wohlfahrt dir. bedacht. 2. Mit heilig freudigem Gemüthe Erheb' ich, Gott der Gnade, dich. Wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns to väterlich! Wir fönnen ohne Haft du mit deinen Furcht und Graun Dir, Allergnädigster, vertraun, Fleisch und Welt, häufig Neße stellt, matt und träge; cheln, sie vergehen sich, Und fehlen oftmals wider dich Auf blind gewähltem Wege. Oft sicher, Sie strau 3. Mit welchem reichen Ueberflusse Erfüllest du die Welt, dein Haus! Du theilst ihn allen zum Genusfe Und zum Vergnügen mildreich aus. Herr! unsers Le5. Da warnst du sie vor der du das Leben bist. bens Quelle fließt Aus dir, der Gefahr, So oft fie irre gehen; Reichst ihnen Hand und Stärke Mel. Nun lob, mein Seel, den ic. dar, Von Sünden aufzuſtehen. 35. Du mit Gott! bu bift die Liebe, Und 26 Von Gott und seinen Eigenschaften. thun ist deine Lust; Drum| ihre Last und Plage Lenkst du preist mit frohem Triebe Dich zu unserm Wohl. unsre dankerfüllte Brust. Wie 5. Wer sollte dich nicht lieben! so gar ohne Grenzen Ist deine Du hast uns ja zuerst geliebt, Und Gütigkeit! So weit die Him bist stets treu geblieben, Wie viel mel glänzen llebst du Barm- wir wider dich verübt. MitGnade herzigkeit. Du siehst mit Wohl- uns zu segnen, Ist ewig deine gefallen Auf das, was du Lust; Mit Dank dir zu begegnen, gemacht, Und hast auch uns und Sei auch stets unsre Lust! Zu allen Viel Gutes zugedacht.ehren deinen Willen, Uns selbst 2. Uns ewig zu beglücken, zum Glück und Heil, Ihn freudig Erschusst du uns und deine zu erfüllen, Sei unser bestesTheil! Welt, Die hier schon zum Entzücken So viele Wunder in sich hält. Noch größre Güte droben Hat für uns deine Hand Im Himmel aufgehoben, Der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandt'st du den Sohn herab, Der huldreich selbst seinleben Für uns zumOpfer gab. 6. Wer hier auf seinen Wegen Dein Wort vor Augen hat und hält, Den seßest du zum Segen Schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm, selbst aus Leiden, Den herrlichsten Gewinn, Und führeft ihn zu Freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, Gott, auch mein Gemüthe Boll Liebe zu dir sein! 3. S. Diterich. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, als du? Auch auf dem Sünden pfade Siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße, Und, fallen wir gebeugt, Voll Reue dir zu Fuße, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Voll Reu' die Behrung zeugt, 36. Gott! vor deffen de So du Auch Troft an deiner Huld, Und tilgest aus Erbarmen Die ganze Sündenschuld. TULY Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit. ner Wandel gilt, Keiner kommt zu deinem Lichte, Wer nicht dein Gefeß erfüllt. Heilig und gerecht bist du, Und du rufft uns allen zu: Ich bin heilig; heilig werde Jeder Mensch schon auf der Erde! 4. Mit jedem neuen Morgen Ist immer deine Güte neu. Selbst unserm Wunsch und Sorgen Kommst du zuvor mit Vatertreu'. Du Ursprung aller Gaben! Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, vollkommen, Ganz unsträflich Bersagst du keinem nicht. Wie bleiben wirst. Was dein Wille find doch unfre Tage Von wählt und thut, Ist untadeldeinem Wohlthun voll! Selbst haft und gut, Und unsträflich 2. Ganz unsträflich, ganzvollkommen Warst du, der du nim mer irrst, Und auch ewig ganz Univ.- Bibl. Giessen Von Gott und seinen Eigenschaften. 27 sind die Werke Deiner Weisheit, entdecke seine Stärke Stets durch deiner Stärke. ben ll 3. Was mit deiner Weisheit, streitet, Die nur unser Glück beschließt, Was zu feiner Luft uns leitet, Welche rein und ewig ist; Das ist, Gott, ein Gräul vor dir, Daß nur un tersagst du mir, Weil es, was mein Wahn auch glaubet, Meine Seligkeit mir raubet. 4. Heilig sollen deine Kinder, Aehnlich deinem Bilde sein. Herr! Früchte guter Werke! 8. Starb, o Gott, uns zu erlösen, Selbst dein Sohn; so laß uns nun Auch durch Jesum allem Bösen, Widerstehn und Gutes thun! Mach' uns seinem Bilde gleich, Daß wir, durch ihn rein, dein Reich, Wenn wir einst zu dir uns nahen, Heiligster, von dir empfahen! 3. C. Bimmermann. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. vor dir beſteht kein Sünder; 37. Gerechter Gott! vor dein Muß du vollkommen Du bist nur der Frommen Freund; Ulebelthätern bist du feind. Das bezeugen deine Strafen, Die so oft schon hier fie trafen. ondh alle Welt sich stellen. Du wirst vor aller Angesicht Auch mir mein Urtheil fällen. Ach, möcht' ich doch, was mir dein Wort So laut bezeugt, an jedem Ort, Und immer recht erwägen! 2. Ich bin dein Werk, dein Eigenthum Mit allen meinen Kräften, Bestimmt, o Gott! für deinen Ruhm zu heiligen Geschäften; Doch deinen Willen kenn' ich nicht. Drum lehre selbst mich meine Pflicht! Hilf, daß ich gern gehorche! 5. Ach! wir übertreten alle Dein Geseß, und haben nicht Solch ein Herz, das dir gefalle, Hassen oft Geseß und Pflicht. Ach, gedenken wir daran, Welche Furcht ergreift uns dann! Denn, willst du uns nicht vergeben; Herr, wer kann bestehn und leben? 6. Lindre dieser Sorge Schmerzen! Der du rein bist, 3. Denn, was mir dein Gemach' uns rein! Gieb uns allen seß gebeut, Ist Wohlthat nur neue Herzen, Welche deines Rechts sich freun! Wasch' uns rein durch Christi Blut, Und so laß, o höchstes Gut, Deinen weisen guten Willen Uns durch deinen Geift erfüllen! und Segen. Du führst mich meiner Eeligkeit Auf deinem Pfad entgegen. Du bist, o Herr! zugleich gerecht Und gütig gegen deinen Knecht. Wer sollte dich nicht ehren? 7. Unsers Wandels höchste 4. Auch schauest du von Zierde Sei, was deinen Beifall deinem Thron Auf alle deine hat! Keine sündliche Begierde Kinder, Bestimmtest jedem seiSchände Neigung, Wort und nen Lohn, Dem Frommen und That! Unser Glaube preise dich! dem Sünder. Dich täuscht kein Thätig, Gott! erweis er sich, Und Ansehn, täuscht kein Schein. 28 Von Gott und seinen Eigenschaften. Wer dir gefallen will, muß sein,| bestehen? Soll ich, dein sünWas er sein soll und scheinet. denvoller Knecht, Dein Richter5. Gehorch' ich, o, so dien' antlig sehen? Ich bebe, Heiliich mir; Denn ich soll deinen ger, vor dir! Ach, ich vergeh'; Willen Nie ungepriesen, Gott! du wollest mir Nach meiner vor dir, Nie unbelohnt erfüllen. Dies weiß der Mensch, und ehrt doch nicht Solch ein Geseß, solch ein Gericht. Das kannst du, Gott! nicht dulden. Schuld nicht lohnen! 11. Laß deines Sohns Ge rechtigkeit Auch mich versöhnen! schone! Mein Herz, das seine Schuld bereut, Vertrauet dei6. Ach! Furcht und Graun nem Sohne. Durch ihn verergreifen mich. Ich sollte mit föhnt, hoff ich, dein Knecht, Verbrechen, mit Spott dich rei- Daß ich, durch deine Huld gezen wollen? dich? Dein Recht recht, In dein Gericht nicht an mir zu rächen? Dein Recht komme. il 3. 3. Kambach. ist heilig; Elend, Hohn Und Tod sind jedes Frevlers Lohn, Wie oft schon hier im Leben! 7. Ich zittre; jene Welt voll ein GoSpott Verschlangen deine Flu- 38. Erhabne Majestät, Anthen. Ein Wemorrha, Gott! Vertilgten deine sen! Unendlich größrer Gott, Gluthen. Negyptens Untergang und sie, Die Kinder Jacobe, zeugen die Nicht alle, wie du strafeſt? Als wir geschrieben lesen! Ach, flöße meinem Geist Die tieffte Ehrfurcht ein! Las, wenn ich dein gedenk, Mich nichts als Demuth sein!# fillim Gottes unermeßliche Majestät und Seligkeit. Mel. Nun danket alle Gott. 8. Doch wird erst, wie du strafft oder lohnst, Der letzte 2. Du bist der Seligste, Du Tag entdecken, Weil du hier weißt von keinem Leide, Du strafest oder lohnst, zu locken findest in dir selbst Ein Meer und zu schrecken. Dann bringst vollkommner Freude. Groß war, du alles an das Licht, Dann eh' etwas ward, Groß war straft und lohnt dein Weltge- da deine Ruh'; Vergnügt in richt mit völliger Vergeltung. dir allein, Erhabner! leb, 9. Gerechter Gott, laß meinen Sinn, Gleich dir, das Gute lie- 3. Dein 3. Dein Seligsein wuchs ben; Nimm alle Luft der Sünde nicht Durch Schöpfung dieser hin; Laß mich, was recht ist, Erden. Du konntst durch unüben; Laß aller Ungerechtigkeit sern Fall Nicht unglückselig Mich feind sein; mache mich werden; Doch gabst du deinen bereit, Dir immer zu gehorchen! test du. u Sohn In diese Welt hinein, 10. Doch ich vergaß so oft Als könntst du ohne uns nicht dein Recht; Wie kann ich, Herr! völlig felig sein. Von Gott und seinen Eigenschaften. 29 4. Du kannst mit großem nöthge Licht, Gab durch sein Recht Allein gewaltig heißen. Wort der Welt Zum Glauben Dein Schelten kann die Welt Unterricht. Aus ihren Angeln reißen. Mit unbegrenzter Macht Trägst du die ganze Welt. Leicht ist dir, was der Mensch Schwer, ja unmöglich hält. 10. Doch hier erkennen wir Noch alles unvollkommen. Wird aber dermaleinst Der Vorhang weggenommen; So werden wir beschämt Das, was uns fehlt, gestehn, Dich aber, höchster Gott! In schönster Klarheit sehn. 5. Du bist der Herren Herr, Den Erd' und Himmel scheuet, Der selbst den Königen Die 11. Indessen sei dein Ruhm theure Krone leihet. Die Thro- Doch auch schon hier besungen. nen fürchten dich; Dich beten Nimm hin ein schwaches Lied Fürsten an; Du tödtest und er- Von unberedten Zungen! Wenn weckst, Was ihrer niemand kann. du uns einst verklärst, Wird 6. Du bist es, der allein Undeine Majestät Im höhern Chor sterblichkeit bestset, Und andre, von uns Ohn' Unterlaß erhöht. wenn er will, Vor der Verwesung schützet. Was hat die Creatur, Das sie nicht hat von dir? Du ſchiltſt, und ſie vers 39. Du Unsichtbarer, deſſen geht; Du bleibest für und für. aller 7. Ein unzugänglich Licht Muß dir zur Wohnung dienen. Zu klar ist noch dein Glanz Den lichten Seraphinen; Ein heller Glanz, der so Des Engels Auge blend't, Daß er sich, ehrfurchtsvoll, Gern von dem selben wend't. 8. Welch sterblich's Auge hat Dein Wesen je beschauet? Wer lebet, der es sich, Im Fleisch zu sehn, getrauet? Du siehest das, was Nacht Und Abgrund in sich schleußt; Uns aber blei best du Stets ein verborgner Geift. thin ju) 3. 3. Rambach. ist dull Mel. Komm, heiliger Geist zc. Von Vor Welten Ursprung schon Ewigkeit stand und bestehet, Ob alles wieder vergehet! Mit Wollust sättigt sich mein Geist, So oft er deinen Namen preist. Wie föstlich ist mir's, dir lobsingen, Dir danken, Herr, dir Ehre bringen, Und im Gebet Mich zu dir nahn! ntura in 2. Du, der du bist, und der da war! Dein Nam' ist groß und wunderbar. Wer kann sich bis zu dir erheben? Dein Antlitz schauen und leben? Kein Bild ist, das dir, Höchster! gleicht, So weit auch deine Schöpfung reicht. Du bist ein Geist; nur Geister können Dich fühlen, daß du bist, dich nennen: Herr, unser Gott! Unendlicher! 9. Was wir von deiner Macht Und deinem Wesen wissen, Das hast du selbst zuvor Uns offen baren müssen. Dein Sohn, dein theurer Sohn, Gab uns das Gab uns das 3. Untheilbar bist du, dem 30 Von Gott und seinen Eigenschaften. fein Tod Durch tausend Ewig- gen noch Den Geist der Freifeiten droht. Dir, Quell des heit in ihr Joch. Preis dir! du Lebens! hat dein Leben Kein wirft von allem Bösen Die Deiälters Wesen gegeben. Du lebst nen endlich erlösen. Bald mach' durch dich; dein Leben ist Ein uns von der Knechtschaft frei! Strom, der unaufhaltsam fließt, Lehr' jeden Christen, was er sei! Rings um dich her Glückselig- Lehr' in den Banden selbst uns Und neues Leben zu streiten Um's nahe Heil der verbreiten Von Ewigkeit Zu Ewigkeiten, Wozu dein Sohn Ewigkeit. feiten Uns hat erfauft! 4. Du, Geist des Lebens! himmlisch Licht Umstrahlt dein göttlich Angesicht, Vernunft, die alles fennt und siehet, Der kein Geheimniß entfliehet. Du schauest schnell mit einem Blick Auf ewig vorwärts und zurück, Ermüdest nie, und kannst nicht irren, Und feine Zahl kann dich verwirren, Und sollte sie Unzählbar sein. 5. Du willst; und was dein Mund gebeut, Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Dein Rathschluß, Herr! weiß nicht zu fehlen, Gottes wesentliche Einheit. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. Weiß nur das Beſte zu wählen. 40. Wer ist dir gleich, du Wenn ich dir, Gott! Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer? Wen nennt's den Gott der Stärfe? Du warst; und deiner Allmacht Ruf Befahl der Welt, zu werden. Bekennt es, Völker, die er schuf: Im Himmel und auf Erden Ift fei ner seines Gleichen! 2. Wenn ich dies Ganze, wessen Macht Am ersten aller Tage Es aus dem Nichts hervorgebracht, Voll Durst nach Weisheit frage; So nennt es mir, du Erster, dich, Du Wesen aller Wesen! Gott! deinen Namen nur fann ich Auf Bahn Von ferne nachseh', bet' ich an, Und fromme Zuversicht im Leiden Erfüllt mein Herz mit sanften Freuden, Und meinen Mund Mit Preis und Dank. 8. D Land der Freiheit! Stadt des Herrn! Wärst du von mir doch nicht mehr fern! Wann wirst du, Gott! mein Seufzen stillen Und meine Hoffnung erfüllen? Noch bet' ich dich in Schwachheit an, Wie ich im Fleische beten kann. Dann werd' ich freier vor dich treten, Und ganz im Geifte zu dir beten. Hallelujah! Hallelujah! B. Münter. 6. Du, Herr der Geister, führe du Uns dir, dem Schöpfer, wie der zu, Die du nach deinem Bilde schufest Und zu dir alle berufest! Auch wir sind Geister, danken dir, Daß du uns Leben gabst, daß wir Die größten unter dei nen Gaben, O Gott! Ver nunft und Freiheit haben. Dir danken wir's, Unendlicher! 7. Des Fleisches Lüfte zwin Von der heil. Dreieinigkeit. 31 ihm der Nächste. Gott spricht: Ich bin allein der Herr! Ich bin, ich war, ich werde Sein, der ich bin; kein anderer Im Himmel, auf der Erde Hat meinen Ruhm und Namen. 3. Der Sterne dir nur zählbar Heer, Die deinen Thron umgeben, Die Erd', o Gott! die Luft, das Meer, Und die in ihnen leben, Wie preiset deren Harmonie Dich, o du Herr der Geister! Mit wel hange. cher Eintracht rufen fie: Der Schöpfung Herr und Meister Ist Einer! ist Jehovah! allein 5. Und ewig bleibst du mir Der Gott, an dem ich Und ewig soll's fein andrer sein, Von dem ich Heil verlange. Mein ganzes Leben weih' ich dir, Mein Gott, auf den ich traue! Ich weiß gewiß, einst giebst du mir, Daß ich dein Antlig schaue, Dich selbst, den Unsichtbaren! 4. Sinft in den Staub hin; betet an: Jehovah ist der Höchste! Er ist's allein; und keiner kann Ihm gleich sein, B. Münter. allen Dingen lesen, und keines andern Namen. do Von der heil. Dreieinigkeit. 41. Mel. O Gott, du höchster Geist. 4. Nur ein Gott ist und Gott, du höchster herrscht Im Himmel und auf Geist! Dir ist nichts Erden. Es kann nichts außer zu vergleichen, und deine Hoheit ihm Ihm gleich geschäßet werkann Kein schwacher Mensch er- den. Doch dieser einge Gott, reichen. Wo ist der Sterbliche, Dem nichts sonst gleichet, heißt, Der das, was Gott gethan, Und Wie uns sein Wort bezeugt: was und wie er ist, Hier ganz Gott Vater, Sohn und begreifen kann? Geist. 2. Zwar dieses kann ich schon 5. Der Vater schuf die Welt; Auf alle Weise merken, Es sei Er hat sie auch geliebet; Er, der ein Gott! denn, Herr! Du stellst uns seinen Sohn, Uns seinen in deinen Werken Dein Dasein, Geist auch giebet. Und das Erlödeine Macht Uns Menschen deut- sungswerk Hat Gott, der Sohn, lich dar. Mein Dasein macht mir vollbracht. Das Werk des Geischon Dein Dasein offenbar. stes ist, Daß er uns selig macht. 3. Allein mein Wissen wird Durch das, was dein Wort lehret, Weit über die Vernunft Erhoben und vermehret, Was für Geheimnisse Thust du mir, Gott, hier kund! Hier spricht mein Geift erstaunt: welch ein tiefer Grund! 6. Mehr darf der Mensch hier nicht zu forschen sich getrauen, Da Engel selbst gebückt In dies Geheimniß schauen. Dreieinger großer Gott, Der du unendlich bist! Wo ist die Creatur, Die dich so ganz ermißt? 7. Wir beugen uns vor dir, 32 Von der heil. Dreieinigkeit. Und beten an im Staube Dich, bekennen, Daß du, o Gott, der Vater, Sohn und Geist! Es Vater, Sohn und Geist, Zwar hält sich unser Glaube An das, nur ein Gott, doch drei Perwas du uns selbst Durch dein sonen seist! Wort hast gelehrt. Dort in der Ewigkeit Wird uns mehr Licht gewährt. 7. Gieb, daß man stets zu deinem Ruhme singe: Von Ihm, durch Ihn, zu Ihm sind alle Dinge! Ja, unserm Gott sei Preis in Ewigkeit! Denn was err Gott! den man er ist und thut, ist Herrlichkeit. Eigene Melodie. 8. Dein Reich ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne! Dein Will' gescheh'! gieb Brod! des Sünders schone! Steh' in Versuchung bei! Und nach der Zeit Führ' uns, erlöst, zur frohen Ewigkeit! 3. Franck. 42.5 preieinig glaubt und nennet, Deß Majestät man weit und breit erkennet, Deß große Macht sich über alles streckt Und jeden, der ihn ehrt, beschirmt und deckt. 2. Wir loben dich, sobald die Sonn' erwachet; Wir preisen dich, wenn ſie den Abend machet. Met. Bom Himmel kam der Engel 2c. Was lebt und webt, und was 43. Breis und Ruhm sich dein erfreut, Sei alles, Herr, zu deinem Dienst bereit! 3. O reicher Gott! du unerforschtes Wesen! Wer hat jemals, wie du ganz bist, gelesen? O tiefes Meer! o unermeßne Pracht! Unendlich groß, o Gott! ist deine Macht. Dem Herrn in seinem Heiligthum, Dem Vater, dessen Wort die Welt Aus nichts erschuf, und noch erhält! 2. Preist den, der auf dem ewgen Thron Allmächtig herrscht, den eingen Sohn, Der für uns Mensch ward, für uns starb, Und uns die Seligkeit erwarb! 4. Wer kann die Tiefe deiner Wege finden? Kann auch ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Zu hoch sind Gott und feine Wege dir; Drum bete an, o Mensch, und schweige hier! 5. Umsonst ist hier dein Denten und dein Dichten; Dufannſt nicht über Gottes Wege richten. Wenn Gott nicht selbst dich unterweisen wird, So ist dein Urtheil ungewiß und irrt. 3. Bringt Ehre Gott, dem heilgen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist, Der uns mit Licht und Tugend schmückt, Und uns mit seinem Trost erquickt! 4. Hochheilige Dreieinigkeit! Dir sei hienieden in der Zeit; Doch mehr noch in der Ewigkeit Anbe tung, Preis und Dank geweiht! Eigene Melodie. 6. So lehr' uns auch, die 44. Wir glauben all' an wir uns Christen nennen, Mit ehrfurchtsvollem Glauben zu pfer Himmels und der Erden, Von der heil. Dreieinigkeit. 33 Der sich zum Vater gegeben sorgt für uns, er hilft und hat, Daß wir seine Kinder wacht; Denn alles steht in werden. Er will uns allzeit seiner Macht. ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren. Allem Unfall will er wehren; Kein Leid foll uns widerfahren. Er forget für uns, hütet, wacht. steht alles in seiner Macht. Es 2. Wir glauben all' an Jesum Chrift, Seinen Sohn, den Eingebornen, Der Gott, wie Gott sein Vater, ist, Den Erlöser der Verlornen. Von Maria Mensch geboren, Hat er wieder uns erworben, Was wir durch den Fall verloren; Denn er ist für uns gestorben, Für uns begraben, und vom Tod Erwecket und erhöht durch Gott. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben; Für uns, die wir waren verloren, Am Kreuz gestorben, und vom Tod Wie der auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott vom Vater und vom Sohne. Wir flehn, daß er, wie er verheißt, Uns erleucht und in uns wohne. Er giebt Weisheit, Ruh' und Freude, Kraft zu folgen sei3. Wir glauben an den heil nen Lehren, Trost und Muth gen Geist, Gott mit Vater in jedem Leide Denen, welche und dem Sohne, Der aller sich bekehren. Er weckt den Blöden Tröster heißt, Uns Leib einst, und verleiht Uns mit Gaben zieret schöne, Seine nach der Zeit die Seligkeit. ganze Kirch' auf Erden Eigene Melodie. Hält in einem Sinn gar eben. Sünd' vergeben werden. Das Hier all' Fleisch soll uns wieder leben. 40. Einigen, Den Ewi den Nach diesem Elend ist bereit 11ns ein Leben in Ewigkeit. gen, den Herrlichen. Der Himmel und die Erde Ward, da er sprach: Es werde! Er ist mein Vater, dessen Ruf Auch mich zu M. Luther. Etwas verändert. 45. Mir glauben all' an seinem Dienft erschuf. Er hat Gott allein, Schö- auch mir zum Leben Sinn und pfer Himmels und der Erden. Er, Vernunft gegeben. Er, groß er will unser Vater' sein; Seine durch Weisheit, Güt' und Macht, Kinder soll'n wir werden. Im Hat vor der Welt an mich gemer will er uns ernähren. Leib dacht, Bleibt stets mein Vater und Seel' uns zu bewahren, und mein Gott, Der für mich Will er allem Unfall wehren, sorgt, mir hilft in Noth, Mich Uns beschüßen in Gefahren. Ernähret, mich beschüßet. 3 34 Von der heil. Dreieinigkeit. 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Ein2. Ich glaub' an Jesum, Got-| Mit Weisheit und mit Güte. tes Sohn. Er herrscht mit Gott Unendlich groß ist deine Macht, auf einem Thron. Er wurde Und stets geschieht, was du Mensch, vom Bösen Mich Sün- gedacht. Wohl uns, daß du der zu erlösen. Er tilgte meiner regiereft! Sünden Schuld, Erwarb mir sterbend Gottes Huld, Und ließ für mich sein Leben, Den Him- gebornen, Dich sandte Gott vom mel mir zu geben. Vom Tode Himmelsthron Zur Rettung stand er siegreich auf, Und fuhr der Verlornen. Du, Mittler verklärt zu Gott hinauf; Kommt zwischen uns und Gott, Hilf einst, wann diese Welt vergeht, uns im Leben und im Tod! Und richtet dann voll Majestät Erbarm' dich unser aller! Die Lebenden und Todten. 4. O heilger Geist, du Geist Erleuchte, beßre, tröste, Die Jesus Christ durch seinen Tod ZumDienst des Herrn Und erlöste! Auf deinen Beistand Auch hoffen wir. Verlaß uns nicht! Gott! so sind wir hier Und dort auch I. Decius. 3. Ich glaub' auch an den von Gott, heilgen Geist, Der mich der Finsterniß entreißt, Den Weg des Lichts mich lehret, mich zu Gott befehret. er ist ewger, wahrer Er tröstet uns in jeder Noth, ewig selig. Läßt in der Noth der Sünden Uns Gnad' und Rettung finden. Er macht uns fromm und tu 48. Di Bengen Himmels Mel. Nun danket alle Gott. ich, gendhaft Und giebt zum Guten Lust und Kraft. Er führet mich zur Seligkeit, Zu der, wann Gott die Welt erneut, Mein Fleisch auch auferstehet. Vor deiner Majestät lieder. Fall' ich zum Staube nieder. Dich, Ewger! dessen Sein Kein Sinn erreichen kann, Dich Va ter, Sohn und Geist! Dich, Einger! bet' ich an. D. Denicke. 2. Erbarmender! du sabit Eigene Melodie. 47. Allein Gott in der Höh' Das Elend der Verlornen sei Ehr', Und Dank sei seiner Gnade! Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit. Sein Rath ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! Du fandtest selbst den Sohn, Schont'st nicht des Eingebornen. Wer den zum Retter hat, Dem fehlt die Freiheit nicht; Und wen sein Geist belebt, Der kommt nicht in's Gericht. 3. Nun kann ich Gnad' um 2. Ja, Bater! wir erheben Gnad', Kann Heil und Leben dich Mit freudigem Gemüthe. hoffen. Mir steht der Gnaden Du herrschest unveränderlich thron, Mir steht der Heilsbrum 35 4. Breis und Anbetung Bringen wir Christen Dir, unserm Gotte. Wie föstlich ist's uns, täglich dir lobsingen! Du, du bist die Liebe. Wie süß ist's, deinen Willen, Gott! vollbringen. Du bist die Liebe, Und bleibst sie ewig. Bringet, ihr Chriften, Gott, Gott dem Vater, B. Münter. Eigene Melodie. Dem Schöpfer, dem Erhalter, 50.0 Gott Vater! fteh' uns dem Regierer! Er, er ist die Liebe. Er schuf die Menschen, nicht verderben! und erbarmt sich ihrer. Er ist die Liebe, Und aller Vater. bei Und laß uns Mach' uns von aller Sünde frei, Und hilf uns selig sterben! Vor Verführung uns bewahr'! Halt uns bei festem Glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns laffen ganz und gar, Mit allen frommen Christen Entfliehn den Teufelslüften, Mit Waffen Gottes uns rüsten! Amen! Amen! das sei wahr! So fingen wir: Hallelujah! 2. Jesu Christe! steh' uns bei, Und laß uns nicht verderben! 2c. 3. Heilger Geist! ach, stel' uns bei, Und laß uns nicht verderben! 2c. M. Luther. Von der heil. Dreieinigkeit. offen. Mich deckt des Vaters Huld; Der Sohn erwarb ste mir; Sein Geist belebet mich. Dreieinger! Lob sei dir! S. C. Lappenberg. Mel. Lobet den Herren, denn ic. 49. B Preis und Anbetung 2. Preis und Anbetung Bringet, ihr Christen, Gott, Gott dem Sohne! Erlöst mit seinem Blut hat er uns Sünder. Er, er ist die Liebe. Durch seine Gnade sind wir Gottes Kinder. Er ist die Liebe, Und aller Heiland. 3. Preis und Anbetung Brin get, ihr Christen, Gott, Gott dem Geiste! Er führet uns zum Heil der Ewigkeiten. Er, er ist die Liebe. Er lehret um die Kron' am Ziel uns streiten. Er ist die Liebe, Und aller Tröster. Von der Schöpfung. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 2. Herr! wer zählet ihre 51. Von on dem Staub, den Menge? Wer mißt ihres Abich bewohne, Blick stands Länge? Wo sind deiner ich, Herr! zu deinem Throne. Herrschaft Schranken? Hier Mächtig sprachst du einst: Es verschwinden die werde! Da ward Himmel, da ward Erde. Groß und schön sind deine Werke. Deiner Weisheit, Güt'und Stärke Unleugbare helle Spuren Zeigen alle Greaturen. Gedanken. Denn auf jeder Erde wohnen Der Geschöpfe Millionen. Allen hast du Sein und Leben, Jedem, was er braucht, gegeben. 3. Deiner Gütigkeiten Menge 3* 36 Von der Schöpfung. Oben Aus Bringt den Forscher in's Ge- 3. wölbt' er eine dränge. Wundern fann er nur Veste Wassern; unter und singen, Und dir Preis und seiner Veste Wird jede Wolk Ehre bringen. Großer Schöpfer! ein hangend Meer. Wasser ich auch menge Mich in jene Lobgesänge, Die dein Schöpfungswerk erheben Und dir Preis und Ehre geben. decket noch die Höhen. Er donnert, seine Winde wehen, Und Wasser deckt das Land nicht mehr. So bricht er seinen Lauf. Nun steigt enthüllt herauf Gottes Erde, Sein Eigenthum 3u sein, sein Ruhm, Einst 4. Laß mein ohnmachtvolles Lallen Dir, Allmächtiger! gefal len, Bis ich dich in jenem Leben, Wie du werth bist, kann erheben. seines Sohnes Eigenthum. Mehr kenn' ich da deine Werke; 4. Er gebeut; und alle FelMehr seh' ich da deine Stärke; der, Und Hügel, Thäler, Berg' Da, da singen alle Chöre: Preis und Wälder Blühn fruchtbar dem Schöpfer! Preis und Ehre! durch sein Wort voll Macht. Und die Sonn' in hoher Ferne Regiert den Tag, und Mond und Sterne Regieren ſtiller in der Nacht. da füllt das Meer Ein tausendfaches Heer. Hallelujah! Auch singt und ruft Das Volk der Luft Den Gott an, der zum Sein es ruft. Mel. Wachet auf, ruft uns die ic. Ehre un52. Betet an! laßt uns lobferm Schöpfer bringen! Bringt unserm Schöpfer Preis und Macht! Betet an! er hat er schaffen. Frohlockt! er hat die Welt erschaffen. Ihm werde Dank und Preis gebracht! Wir sind, wir sind von dir. Dir, Schöpfer! jauchzen wir: Hallelujah! Er schuf die Welt, Die er erhält. Lobsing, lobsing' ihm, alle Welt! 2. Er verließ die ewge Stille, Uns Seligkeit aus seiner Fülle Zu geben, unser Gott zu sein. Seine Allmacht sprach: Es werde! Da ward der Himmel, ward die Erde; Da war Jehovah nicht allein. Der All macht erster Sohn, Der En- 6. Tiefer betet an, und bringet qel, jauchzte schon: Hallelujah! Mehr Hallelujah! rühmt, lobDoch schien noch nicht Der singet Gewaltigern, erhabnern Welt sein Licht. Er sprach: Dank! Laßt uns, sprach er, MenEs sei! da ward das Licht. schen schaffen, Ein Bild von 5. Menschen! fragt auf dem Gefilde Das Vieh nur; fraget, wer dem Wilde Die Fessel auf gelöset hat? Fragt: wer gab den Wüsteneien Zum Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? Gott! Gott von Macht groß, groß von Rath! Das Roß, das Schaf, der Stier, Gott! was ist nicht von dir? Alles jauchzet: Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Es ist kein andrer Gott, als Gott! Von der Schöpfung. 37 uns, uns gleich, erschaffen! Und lo Gott! was ist Der Mensch, Adam ward, erstaunte, sang: daß du so gnädig bist? Ihn Es ist mein Schöpfer Gott, deiner würdig achtest? Jehovah, Zebaoth! Hallelujah! Der Herr ist Gott, Gott Zebaoth. Es ist fein andrer Gott, als Gott! 4. Du hast ihn mit Verstand geziert, Und Freiheit ihm verliehen. Ihn hast du in die Welt geführt, Zum Himmel 7. Ewig wollen wir lob- ihn zu ziehen. Er ist sowohl, singen, Und Stärfe unsermo Herr! dein Kind, Als es die Schöpfer bringen, Dem höch höhern Engel sind; Du liebst sten Wesen Preis und Macht! ihn wie ein Vater. Denn auch uns hat er geschaffen, Unsterblich hat er uns geschaf gesänge an! Laßt Gott erhöhet 5. Stimmt, Menschen, Lobfen; werde und Lob gebracht! Wir sind, unterthan, Was ist und lebt werden, Gott, der uns alles Gott! von dir. Frohlockend jauchzen wir: Hallelujah! Er was uns erquickt! Wie sehr find Erden! Wie viel ist hier, schuf die Welt, Die er er wir von Gott beglückt! Was hält. lobsing' ihm, fonnt er mehr uns schenken? seine Welt! 6. Ja! herrlich bist du Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gott! und gut. O, laß es Lobsing', 3. A. Cramer. 53.G⁰ ott! es ist deine Macht und Güt', Wo wir nur sind, zu finden. Gieb uns ein achtsames Gemüth! So werden wir's empfinden, Wie deine große Majestät Der Himmel und die Erd' erhöht, Der Baum, der Wurm, die Menschen. uns empfinden! Mach' dankbar uns, und gieb uns Muth, 3u fliehen alle Sünden, Daß wir auch deine Majestät, Die Erd' und Himmel stets erhöht, Durch gute Thaten ehren! Mel. Ogroßer Gott, du reines Wesen. 2. Die Himmel sind von dei- 54. Noch war kein Himmel, feine ner hat bereitet, Weit wie ein Teppich aus- Firmament war ausgespannt. gespannt Und dir zum Ruhm Gott sprach; und jene blaue verbreitet. Du, der im höch- Ferne Und jenes Sternenheer sten Himmel thront, Du schufft entstand, Und Sonnen strahldie Sonne, schufft den Mond, ten nun ihr Licht Die Erde zu erleuchten. gedecktem Angesicht. Mit auf3. Den Menschen hast du, Herr! gemacht; Von dir hat er sein Leben. Du haft durch deine Güt' und Macht Ihm, was er hat, gegeben. Was ist vor dir, 2. Noch war er nicht, der Ball der Erde; Noch keine Tiefe, feine Höh'. Gott sprach allmächtig: Erdball werde! Vertheile dich in Land und See! Nun Von der Schöpfung. 38 stand er da, nun floß das Meer Um die geschaffne Erde her. 3. Noch war die Erde nicht bekleidet, Noch waren Berg' und Thäler fahl. Gott sprach: Entsteht, Gewächse! fleidet Den Berg, die Hügel und das Thal! Und die sonst nackte Erde stand Nun da im prächtigen Gewand. 4. Noch war die Erde, noch die Meere Mit dem, was lebt, nicht angefüllt. Der Schöpfer sprach! Zahllose Heere, Belebt, mit Sinnen ausgebild't, Verbreiteten sich alsobald Durch Wasser, Luft und Feld und Wald. 5. Nun zogen Schaaren hin und wallten Durch Luft und Meer, Gebirg' und Thal. Und Berg und Thal und Luft erschallten Von- ihrer Stimme Wiederhall. Und jedem war sein Dasein Lust; Doch kein's war seiner sich bewußt. beglückt! Dich hab' ich selbſt nach meinem Bilde Mit Freiheit und Verstand geschmückt. Erfenne mich, leb' mir zum Preis, Und thue willig mein Geheiß! 9. Preist, Menschen, preist den Gott der Stärke, Der bloß durch seinen Wink und Ruf So unermeßlich große Werke Aus nichts zu seinem Preis erschuf! Preist ihn, und fürchtet ihn, den Herrn; Thut sein Geheiß, und dient ihm gern! 10. Er schuf, was lebt und sich beweget; Algütig schuf er diese Welt. Er ist's, der diesen Bau noch träget, Noch unterstüßet, noch erhält. Er trägt das Meer, er trägt das Land, Den Himmel selbst mit seiner Hand. 11. Was Odem hat, und Geist und Leben, Verkündige des Schöpfers Ruhm! Auch du, mein Geist, sei ihm ergeben! Sei sein geweihtes Eigenthum! Von ihm belebt, erzähl erfreut Sein Lob in alle Ewigkeit! C. L. Wyjß. 6. Bewohnt, bevölkert und gezieret Stand nun die Erde da; doch war Auf ihr noch kein Geschöpf verspüret, Das mehr als bloßer Körper war, Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. Und deſsen Weisheit und Ver- 55. Die Himmel rühmen Herrstand lichkeiten fannt. Schall pflanzt seinen Namen 7. Gott sprach: Auch dies fort. Ihn rühmt das Land, ihn Geschöpfe werde, Das seinen rühmt das Meer; Vernimm, Schöpfer kennt und preist! Den o Mensch, ihr göttlich's Wort! Leib zwar nahm er von der 2. Wer trägt des Himmels Erde; Macht aber ihn durch jeden Stern? Wer führt die einen Geist, Begabt mit Frei Sonn' aus ihrem Zelt? Sie heit und Verstand, Zugleich scheint, erwärmt, ist sie gleich mit sich, mit Gott, verwandt. fern, Und läuft den Weg, 8. Erkenne, fprach er, meine gleich als ein Held. Milde, Mit der ich dich, o Mensch, 3. Vernimm das Wort det Von der Schöpfung. 39 Creatur, Die er erschuf und schöne Creatur; So ruft mir auch erhält. Verkündigt denn gleichsam alles zu: Wie groß nicht die Natur Den Herrn, ist Gott! wie klein bist du! den großen Herrn der Welt? 3. Es zeugen alle Elemente, 4. Kannst du der Wesen Wie weis' und gut der Schöpfer zahllos Heer, Den kleinsten sei. O, wenn das Stumme reden Staub fühllos beschaun? Durch könnte, Wie groß wär' dann nicht wen ward es? gieb Gott die dies Geschrei: Jhr Menschen, Ehr! Mir, ruft er selbst, sollst ehrt des Höchsten Macht, Der du vertraun! uns für euch hervorgebracht! 4. Herr Gött, nach deiner Menschenliebe Halt' mich in deinem Gnadenbund, Und gieb mir reine Geistestriebe! Dein Lob erhebe stets mein Mund! Nimm, was ich kann, und hab' und bin, 3u deinem Dienst auf ewig hin! 5. Laß mich die Güter dieser Grden Nur locken zu dem höchsten Gut; Nie aber mir ein Fallstrick werden, Der, statt des Nußens, Schaden thut! Eigene Melodie. 56. Gott des Himmels Laß allen Mißbrauch ferne ſein; Mein Schatz und Ziel seist du allein! und der Erden, Der du allgegenwärtig bist, Und nimmer fannst begriffen werden, Vor dem kein Ding verborgen ist; Ach, ziehe meinen Sinn zu dir, Und offenbare dich in mir! 6. Mein Leben gleichet einer Reise; Mein Weg geht hin zur bessern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu', was dir gefällt; Und endige ich meinen Lauf, So nimm mich in die Ruhe auf! 3. 3. Rambach.(?) 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, Da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke Die wunder5. Der Himmel und die Erd' ist mein; An meinen Werken fennst du mich. Ich war, ich bin, ich werde sein Dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ja, Gott, mein Schöpfer!! du bist mein. Von dir allein stammt all' mein Heil. Laß mich dein Heiligthum auch sein! Schenk' mir an deiner Gnade Theil! C. F. Gellert. Von den Engeln. Mel. Du Herr der Seraphinen.| füllen, Wie Flammen schnell, 57. Mer zählt der Engel wann du fie rufft. Heere, Die du zu 2. Sie eilen, in Gefahren deiner Ehre, Herr der Wel- Den Frommen zu bewahren In ten, schufst? Sie freun fich, seiner Pilgerzeit. Sie freun deinen Willen Gehorsam zu er- an deinem Throne Noch einst 40 sich seiner Krone, Wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren, Gott! sich Sünder, Und werden deine Kinder, Die dir dein Sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre Lieder, Daß Von den Engeln. deinem Heiligthume Wird dann zu deinem Ruhme Der ganze Himmel ein Gesang. 3. A. Cramer. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. ihre neuen Brüder Dem Fluch 58, Betet an, ihr Menworden sind. Dem 4. Sie jauchzen deinem Höchsten Ruhm und Preis! lobSohne, Daß du sie ihm zum inget Gott, unserm Schöpfer! Lohne Für seine Leiden giebst; betet an! 3ahllos sind der GeiDaß du sie trägst und leitest, ster Schaaren, Die, eh' noch Zum Himmel vorbereitest, Und wir geschaffen waren, Vor ihm zärtlich, wie ein Vater, liebst. schon standen und ihn sahn. 5. In solcher Geister Chören Ihr Heer, umstrahlt von Licht, Dich ewig zu verehren, Welch Bedeckt das Angesicht Vor dem eine Seligkeit! Wer wird sie Schöpfer. Voll Preis und Dank einst empfinden? Der, der ent- Tönt ihr Gesang Durch alle wöhntvon Sünden, Sich, ihnen Himmel Gottes hin. gleich zu werden, freut. 6. Giebst du, daß ich auf Erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir Lust und Stärke nur; So mag mich in Gefahren Erhalten und bewahren Dein Engel oder die Natur. 2. Tausend sind es, und zehntausend, Und viel mehr noch, als zehnmaltausend, Die seiner Größe Ruhm erhöhn. Heilig, heilig ist Gott! rufen Sie, tief anbetend an den Stufen Des hohen Throns, um den sie stehn. 7. Ich zittre nicht; ich schaue So weit er herrscht, so weit Auf dich nur; dir vertraue, Geht seine Herrlichkeit! JauchGott meines Heils! ich mich, zen alle. Wer ist, wie er Vergnügt, daß einst mit En geln Ich heilig, rein von Mängeln, Dich schaue, bester Vater! dich. Frohlockt ihr Heer), Wie Gott, der uns erschaffen hat? 3. Sie, die nicht beim tiefen Falle Des ersten Mörders fielen, alle Vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beispiel! folgt, ihr Frommen! Sie alle, heilig und vollkommen, Ge horchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ihre Heiligkeit Ist Gehorsam. Sie zaudern nie, Er sende sie, Wohin sein Wink sie senden 8. Wann du zu ihren Liedern, zu meinen besten Brüdern Vor deinen Thron mich rufst; Will ich empor mich schwingen, Und Dank und Preis dir singen, Daß du für mich auch Engel schufst. 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern Dank. In will. Von den Engeln. 41 4. Winden gleich, und gleich| geben deinen Händen, Bald in den Blißen, Gehn sie vom deinem Schooße ruhn; Eilen Thron aus, segnen, schüßen wir aus allen Leiden Hin zu Und strafen, wie es Gott ge- deiner Engel Freuden, Ewig, beut; Lagern sich um Gottes Gott! bei dir zu sein, wig Kinder, Und fördern gern deiner uns zu freun. das Heil der Sünder, Und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jesu! dir; Frohlocken laut, wann wir Uns befehren, Und unser Dank Den Preis gesang Der Himmel hier schon wiederballt. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, Hoffen, Vater! voll Vertraun, Auch, wie sie, mit allen Frommen Deine Herrlichfeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, Gleiche Wonne uns erquicken. Wir, erhoben in dein Reich, Werden deinen Engeln gleich. 5. Gott! mit allen diesen Heeren Soll, wer hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich 3. Dieses Heiles der Ermit ihnen freun; Soll, erlöst lösten, Dieser Wonne, dich durch dein Erbarmen, zu dir zu sehn, Dürfen wir im Tod gebracht auf ihren Armen, Einst uns trösten, Wenn wir deine felig, wie sie selbst sind, sein. Wege gehn; Wenn wir rinVernehmt's, ihr Menschen, hört! Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am Throne In seinem Reich Auch, Engeln gleich, Das Ant lig seines Gottes schaun. gen, schon auf Erden Deinen Engeln gleich zu werden, Standhaft in der Heiligkeit, Dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde 6. Werdet heilig; seid voll brennen Und, den Engeln kommen, Wie Engel Gottes! gleich, uns freun, Immer Gott wird kommen Mit seinen mehr dich zu erkennen, ImEngeln zum Gericht. Laßt sie mer heiliger zu sein; Wenn jauchzen, daß wir alle Dann, wir hülfreich gern, gleich ihnen, aufgerichtet von dem Falle, Unsern schwachen Brüdern dieGott sehn und seiner Wonne nen; Wenn, ohn' allen EigenLicht. Heil uns! wir beten nuß, Wir ihr Beistand sind dann Mit allen Engeln an. und Schuß. Engel Gottes! Eu'r Preis- 5. Wenn wir Kinder in gesang Und unser Dank Schallt Gefahren Leiten; sie verführen dann durch alle Himmel hin. nie; Sie, wie Engel thun, bewahren; Kinderfreunde sind, wie sie; Wenn durch Beispiel, wie durch Lehren, Wir sie reizen, dich zu ehren, Ihre Kindheit dir zu weihn, Und den Engeln Uleber gleich zu sein. 3. A. Cramer.. Mel. Alle Menschen müssen sierben. 59. W enn wir unsern Lauf vollenden, Wenn wir unsre Seelen nun 42 Von den Engeln. 6. Welch ein Heil, Gott! Sehn nun dein Angesicht. Hilf schon auf Erden Engeln an in den Probezeiten Uns zu Vollkommenheit Immer ähn- dem Heil bereiten, Das unsrer licher zu werden, Aehnlich einst Treu' dein Wort verspricht! an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen Dieses große Heil versäumen! Lehr' uns, deine Wege gehn; Einst, wie fie, dich auch zu sehn! 5. Und diese selgen Geister Lobsingen dir, dem Meister Und Vater der Natur, Verehren dich, erfüllen Frohlockend deinen Willen. Herr, leit' uns auch auf diese Spur! 7. Wenn wir unsern Lauf vollenden, Wenn wir unsre Seelen nun Ulebergeben dei nen Händen, Bald in deinem Schooße ruhn; Eilen wir aus allen Leiden Hin zu deiner Engel Freuden, Ewig, Gott! bei dir zu sein, Ewig deiner uns zu freun. 3. A. Cramer. Mel. Du Herr der Seraphinen. 60. Her, en ver Menschen Heil fich find't. err, den in lauten Chö6. Ja, deine Seraphinen Sind, Menschen auch zu dienen, Auf deinen Wink bereit. Gott, laß sie uns umgeben, und hilf uns also leben, Daß unser Wandel sie erfreut! 7. Doch weh' den Geistern allen, Die, Herr! von dir gefallen, Und nun verworfen find. Uns soll ihr Elend leh ren, Von dir uns nie zu kehren, Weil außer dir kein Zungen ehren, Die deine Huld erquickt! Dich preisen auch die Schaaren Der Geister, die da waren, Eh' noch der Mensch das Licht erblickt. 8. Und fönnten sie auf Erden Uns ja zum Fallstrick werden, So steh' uns kräftig bei! Regier' Herz, Mund und Glieder, Daß niemand seiner Brüder 2. Du sprachst; so wurden Und Miterlösten Teufel sei! Wesen Unsichtbar, auserlesen, Unförperlich und rein. laß auch diese Werke Zeugen deiner Stärke Und unerforschten Weisheit sein! 3. Die Engel sind mit Kräften Zu wichtigen Geschäften Für dich und uns Mel. Werde munter, mein Gemüthe. starke Zuflucht, Schirm und Schatten giebt; Der das menschliche Geschlechte Wie 9. Herr, dem die HimmelsGott, chöre Anbetung, Lob und Ehre Uns Mit Luft der Seele weihn, Las unsern Geist am Ende, Geführt durch ihre Hände, Vor dir, mit ihnen selig sein! verſehn. Laß uns auch mit 61. Höchfter, deſſen far 4. Die du in Prüfungsftun- ein treuer Vater liebt; Der in den Von ihnen treu erfunden, dieser großen Welt Alles, was Gaben, empfangen haben, Dein Lob und andrer Wohl erhöhn! Von den Engeln. 43 er schuf, erhält; Der als Herr| Und geben doch auf mich auch uns in Gefahren Mächtig fann und will bewahren! Acht. 3. Ich preise deine Güte Mit dankbarem Gemüthe Für deiner Engel Schaar. Dem menschlichen Geschlechte 2. Viele tausend Seraphinen Jauchzen und lobsingen dir. Dich zu loben, die zu dienen, Sind sie willig für und für. Aber währet deine Rechte auch auf uns zu sehn, Und uns Schwachen beizustehn, Sind sie, wenn du winkeft, fertig, Und den Deinen gegenwärtig. 3. Gott der Engel! Gott der Welten! Ach, was sind wir Menschen doch, Daß wir so viel vor dir gelten! O, wie hältst du uns so hoch! Engel selber dienen uns, Und sind Zeugen unsers Thuns. Laß uns einst in ihren Chören Ewig dich im Himmel ehren! P. F. Hiller. Eigene Melodie. 62. D" u Herr der Seraphinen, Dem alle Engel dienen Und zu Ge bote ftehn! Gott, aller Wesen Meister Und Vater aller Gei ster! Mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. GeDurch sie den Beistand in Gefahr. 4. Laß ihren Schuß mich decken, Wenn Angst und Noth mich schrecken, Daß mich kein Leid betrübt! Ich sei in meinem Leben Von ihnen stets umgeben, Von ihnen immerdar geliebt! 5. Doch sollen sie nicht wei chen, So laß mich ihnen gleichen An wahrer Heiligkeit! Wie ste das Gute lieben Und wahre Demuth üben, So mach' auch mich dazu bereit! 6. Gern thun sie deinen Willen; Auch mich laß ihn erfüllen! Sie leben heilig, rein; Laß nichts auch mich beflecken, Und, wenn mich Schatten decken, Stets diese reinen Geister scheu'n! Die Mächte und die Thronen, Die in den Himmeln wohnen, 7. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur Freude Auf ihren Händen ein! Dort in dem Himmel droben, Da werd' ich dich recht loben Und Wacht. Sie stehn im hellen deinen Engeln ähnlich sein. Lichte Vor deinem Angesichte, Giebst du zu meiner B. Schmolck. Von dem Menschen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c.| Mein ganzer Leib, erbaut von 63. Dir, Gott, sei Preis dir, Sammt einem jeden Sinn und Dank gebracht! an mir Beweifet deine Größe. Dich rühme Harf und Pfalter! 2. Haupt, Aug'undOhr, Herz, Ich bin ein Wunder deiner Macht, Mund und Hand, Die ich zu Mein Schöpfer, mein Erhalter! dir erhebe, Die Haut, so fünft Von dem Menschen. lich ausgespannt, Der Nerven| einen Strahl von deinem Lichte fein Gewebe, Und alle Glieder Auf ihn, den Wurm, hernieder sagen mir, Ich sei ein Werk, senkst? Was ist er? nur ein o Gott! von dir, Ein Wunder deiner Weisheit. fallend Laub! Du sprichst, und er wird wieder Staub. 3. Ach! hättest du mein Auge nicht So meisterlich bereitet, Was nüßte mir der Sonne Licht? Der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht Du, Herr, durch deine weise Macht, Was du erschaffen, schmückest. 2. Den Leib hast du, obschon aus Erde, Doch wunderbar und schön erbaut; Daß er der Seele Werkzeug werde, Ihm schöne Glieder anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, Dem alles dienen foll, bestellt. 4. Ich jauchze, daß ich sehen fann Und hören und empfin3. Du hast ihm noch viel mehr geschenkest; Du gabest ihm, den, Und Sprach' und Zunge zum bessern Theil, Die Seele, zeigen an, Was und wie wir empfinden. Durch sie zu preisen, was Gott schuf, Ist unser seligster Beruf. Herr, laß mich ihn erfüllen. welche will und denket, Und ihr hast du ein ewigs Heil, Noch ehe sie nach dir gefragt, Aus freier Liebe zugesagt. 4. Drum laß es mich stets 5. Wer leitet meines Blutes wohl bedenken, Was du, o Lauf? Wer lenkt des Herzens Gott! an mir gethan; Dir Schläge? Wer regt die Lung' Leib und Seele wieder schenund schwellt sie auf, Damit ich ken, Da ich dir sonst nichts leben möge? Gott ist es, der schenken fann; Damit sie in dies alles thut. Schlag', Herz, und nach der Zeit Dich preientflamme mich, o Blut, Daß sen, Gott der Gütigkeit! ich den Höchsten preise! 3. E. Schmidt. 6. Ja, dir sei Preis und Mel. O Gott des Himmels und der 2c. Dank gebracht! Dich rühme 65. Gott werde stets von bin Du, ein Wunder deiner Macht, deines Schöpfers Bild, mein Mein Schöpfer und Erhalter! Geist! Sollt' ich nicht meinen Gieb, daß mein Herz sich dei Vater loben, Den jedes seiner ner freu', Und Seel' und Leib Werke preist? Er schuf mich ja, ein Tempel sei, Worin dein sein Bild zu sein, Ihn einst Geist stets wohne! zu schaun, mich sein zu freun. 3. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. as ist vor deinem An64. W gesichte Der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkst, Und 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, Den er zu seinem Throne wählt; Doch ist der sonnenreiche Himmel Gedankenlos und unbeseelt. Und mir, dem Thone Von dem Menschen. 45 seiner Hand, Gab er Empfin-| bräche mir? Ach, möchte meine dung und Verstand. Seele dein Mit allen ihren 3. Anmuthig, prächtig, zum Kräften sein! Entzücken Ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was man nur sehen kann, gefällt. Und sie kann selbst doch nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstehn. 9. Gott! meine Luft sei, dich zu kennen, Dich, Urquell der Vollkommenheit! Von deiner Liebe ganz zu brennen, Das sei mir Ruhm und Seligfeit! Bin ich in Christo nur mit dir Vereint, mein Gott, was fehlet mir? 3. A. Cramer. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, Die zu den Geistern Gott erhob, Sind sie so herrlich; sie erzählen Nur ihnen ihres Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Schöpfers Lob. D Seele, 66. Gott erſchuf nicht unſre für jauchze, daß der Ruf Der Allmacht dich zum Geiste schuf! 5. Gott! ich fann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem Geiste ward, Durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art; Groß, mannigfaltig ist ihr Heer, Und noch wird ihrer täglich mehr. 2. Ein sehr heißer Durst im 6. Ich kann sie sammeln Herzen Nach der Unvergängund verbinden, Und trennen, lichkeit Sehnet sich in Leid wie es mir gefällt, Die Welt und Schmerzen Nach der froempfinden, mich empfinden hen Ewigkeit; Dieser Durst Weit unterschieden von der Welt. verbürgt es mir, Daß ich mich, Zu tausend Thaten hab' ichKraft. mein Gott, zu dir Einst erheb', Wer gab sie? Gott! der alles und ewig lebe Da, wohin ich schafft. denk' und strebe. 7. Wie feurig dürftet meine -Seele Nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld. Vergieb sie mir nach deiner Huld! 8. Begabt mit wundervol len Sinnen, Mit Freiheit, mit Vernunft von dir, Soll ich nur dich, Gott, lieb gewin nen, Dich nur! und was geeinen Augenblick; Schuf sie nicht, um sie zu quälen, Schuf fie für ein ewigs Glück. Nur für dieses schuf er sie. Seelen, Seelen sterben nie. Selig machen oder richten Wird er fie: doch nie vernichten. 3. Du, o Schrecken im Ge wissen Bei Verbrechern! du, o Ruh! Und, was Fromme nur genießen, Hoher Friede Gottes du! Zeugen, Bürgen seid auch ihr, Wenn der Tod mich schrecket, mir, Daß mein Geist nicht sterben werde, Wird der Leib gleich Staub und Erde. 4. Danft es Jesu, Gottes Kinder, Daß euch keine Zukunft schreckt; Daß, als Todesüber 46 Von dem Menschen. winder, Er einst euren Leib er- Pfad; Sagt, weckt, Wann ihr sterbet, führt er Gott gegeben, gleich Eure Seele in sein Reich, Will einft auch ein beğres Leben Eurem Staube wieder geben. warum mir's Mit Vernunft begabet hat? Glücklich wär' ich, nähm' er mir's, Gäbe mir die Lust des Thiers, Das in Freuden hüpft und spielet Und den Tag voraus nicht fühlet. 4. Sein, und einst vernichtet werden, Schrecklicher Gedanke, 5. Ewig, ewig werd' ich leben. Sicher der Unsterblichkeit, Streb' ich, mich empor zu heben Ueber jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still Jeden Pfad fleuch! Oder, ihr Gewürm auf des Rechts, und will Unverrückt Erden, Neidisch seh' ich hin zum Ziele streben, Hier schon auf euch! Denn, was hülfe für den Himmel leben. mir der Flug, Der so oft zu 6. Daß mein Herz hierin Gott mich trug? Stürb' im nie wanke, Stärke mich, o Tod' ich ganz, so wäre Tugend Gott, dein Wort, Und der weder Pflicht noch Ehre. Nein, Verächter! dieselige Gedanke: Dort ist meine Heimath, dort! Da ist weder sen Glauben, Daß ich nicht Schmerz, noch leid, Da ist ganz sterblich sei, Laß ich mir Wonn' und Seligkeit. Großer Gott! vor deinem Throne Lieget meine Ehrenkrone. 3. A. Cramer. 5. fein Blendwerk rauben, Reinen Hohn der Spötterei. Meine Seel' ist nicht ein Rauch, Noch ein Funke; sie ist Hauch, Den ich von dem Schöpfer habe. Mel. Jesu, deine heilgen Wunden. 67. Shuf mich Gott für Nie verweset diese Gabe! 3. A. Cramer. für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem Erdenglücke; Aber nicht Mel. Ich ruf zu dir, Herr. zur Ewigkeit? Spötter fagen: 68. Aus Erde ward mein das schwindet auch, Wie ein Strahl in nichts verschwindet, Daß man seine Spur nicht findet. 2. Bin ich, wenn ich sterben werde, Völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib wird einstens Erde, Wird ein bald verwester Staub. O, erreicht' ich hier mein Ziel, Hätt' ich alles Selbstgefühl, Alles Leben dann verloren; Bes ser wär' es, nie geboren! Leib erbaut, Und wird auch wieder Erde; Doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, Daß er nicht sterben werde. Er, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, Wird nach dem Tod auch leben; Aufwärts schweben Wird er zu Gott, und auch Gott außer'm Leibe leben. 2. Drum, nicht mein Leib, mein Geist allein Kann denken, kann begehren; Deß, was nicht sichtbar ist, sich freun; Gott kennen und verehren; In dem, was 3. Ist dies Leben nicht zum Leben Einer bessern Welt der Von dem Menschen. 47 er durch ihn empfand, Ihn,| Mel. O Gott des Himmels und der ic. meinen Schöpfer finden; Ihn empfinden, Und durch der Liebe 69. Gott! ich preise deine Band Sich selbst mit ihm verbinden. Güte, Die mich so wunderbar erschuf, Und mit frohlockendem Gemüthe Folg' 3. Du gabst, Gott! eine ich, o Vater! deinem Ruf, Hütte mir, Gedanken da zu Ein Zeuge deines Ruhms zu sammeln, Und da zuerst, mein sein Und deiner Wunder mich Gott! von dir Und deiner zu freun. Huld zu stammeln, Und, im- 2. Du gabst zum Denken mer mehr veredelt, mich In und Empfinden, Allgütiger! deinem Lob zu üben, Und, mir diesen Geist, Der zwar getrieben Von deinem Geiste, zu schwach ist, zu ergründen, dich Stets inniger zu lieben. Wie herrlich du, mein Schöpfer, 4. Ach, alle Heiden wuß- seist; Jedoch, was du an mir ten's nicht, Verhüllt in dunkle gethan, Erkennen und bewunSchatten, Weil sie nicht deiner dern fann. Wahrheit Licht, Dein Wort, o Gott! nicht hatten. Ich aber weiß das; welch ein Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben Und verderben: Mein beßrer, höh'rer Theil, Die Seele, kann nicht sterben. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, Schufst du nicht bloß für diese Zeit. Du haft mir, Vater! ihn geschenket Zum Leben in der Ewigkeit, Ulm dort vollkommner zu verstehn, Was Sterbliche hier dunkel sehn. Nicht sterben; ja, nicht 4. Zu eng sind dieses Lebens sterben, Gott! Des bessern Schranken Für unsern forschenLebens Glauben Soll feines den Verstand. Der Keim zu Lästrers Wahn und Syott Aus höheren Gedanken, Als je ein meinem Herzen rauben. Ich Sterblicher empfand, Entwickelt werde sterben; aber dann Wird sich erst nach der Zeit Beim Gott zu sich mich führen. Trium- Eintritt in die Ewigkeit. phiren Wird meine Seel', und kann Im Tode nichts verlieren. 5. Ihn sättiget kein Gut der Erden, Kein zeitlichs Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, Bedarf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt, daß diese ganze Welt Sein Wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Soll nichts verlieren, soll dereinst Mehr, als mit allen Sinnen Genosfen wird, wenn du erscheinst, Durch meinen Tod gewinnen. Ich jauchze, daß ich ewig bin; Denn nur mein Leib wird sterben. Gottes Erben Ist dieser Tod Gewinn. Die Seele fann nicht sterben! 3. A. Cramer. 6. 3war tief ist er herabgesunken Von seines Ursprungs Herrlichkeit, Sucht oft, von Lust der Erde trunken, Sein Glück in Dingen dieser Zeit; Allein er 48 Von dem fucht, und findet nicht, Was ihm der äußre Schein verspricht. Menschen. terland; Allein bei dir, Gott, droben. Da ist der Ort, wo deine Hand Das Glück uns aufgehoben, Das nie ein trauDaß Böse Böses rig Ende nimmt. Hier find von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3., laß mir doch dies große Ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel Von Gütern dieser Erden, Von Ehre, Geld und Lust gewinn', Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein Himmelreich zu erben! 7. Du prägteft ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. leiden müssen, Und Tugendhafte wir glücklich sei'n, Erkennet er; doch sieht er nicht Den Richter schon hier im Gericht. 8. Den Tugendfreunden ist hienieden Oft ein sehr widriges Geschid Zum Loos für diese Zeit beschieden; Dem La sterhaften oft viel Glück. Gewiß! erst eine andre Welt Ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. 4. Dein Pilgrim bin ich ja Gott! wenn mein Geist nur hier. Laß mich dies nie dies überleget, So hofft er vergessen! Nur wenig Tage hast schon Unsterblichkeit. Noch stär- du mir Zur Wallfahrt zugefer fühlt er sich beweget Beim Licht, das ihm dein Wort ver leiht. Da sieht er mit Gewiß heit ein, Auch er werd' einst unsterblich sein. messen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht; Und dann wird dieser Erde Pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Mich stets vor 10. Herr, laß zu jenem Herrlichkeit bessern Leben Die Aussaat Augen haben, Die Aussaat Augen haben, und mich in mich hier täglich streun! Laß meiner Prüfungszeit Um jene deinen Geist das Wollen geben, bessern Gaben, Die mir im Und das Vollbringen auch ver- Tode nicht entfliehn, Am er leihn! Wonne der Unsterb- sten und mit Ernst bemühn, lichkeit, Versüß' mir all' mein Damit ich einst nicht darbe! irdisch Leid. H. E. Heeren. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, Und deines Sohns sich freuet, Das in dem Glauben Tugend übt, Und sich vor Sünden scheuet, Ein solches Herz, das wird allein Sich ewig deiner Güte freun, Dein Antlig ewig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den Ge Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 70. Wi Pie wichtig ist doch der Beruf, Den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schus, Da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, Das weder Leid noch Angst beschwert, Willst du uns hier erzieben. 2. Nicht hier ist unser Va 49 hoffen! Selbst nach dem Falle steht auch mir noch diese Laufbahn offen Zu deinen Freuden, Gott! zu dir, Wenn ich mich dir ergebe, Und, selbst von dir erneut, Nicht Sünden, dir nur, 71. Gebent, o meine Seele, lebe, Geschmückt mit Heiligkeit, nen Daß du für Gott Wenn ich auf dich nur sehe, erschaffen bist; Empfinde, denk' Gestärkt durch deine Kraft, Was und wähle, Was deiner Wünsche eitel ist, verschmähe, Stets würdig ist! Dir müssen Gottes fromm und tugendhaft. Sonnen, Dir seine Sterne 5. Schon hier dich, Gott, glühn. Für deine Lust begon erfennen, Der du mein Gott Gebirg' und Thal zu und Vater bist; Von deiner blühn. Und sie und alle Ga- Lieb'entbrennen, Und thun, was ben, Die sie doch nicht für ihrer würdig ist; Von Herzen fich, Die sie für dich nur haben, Jesum lieben, Der für mich Sind noch zu arm für dich. starb, und mich In guten Wer2. Der Mensch darf mehr fen üben, Aus Ehrfurcht gegen begehren, Als Erd' und Him- dich; Unschuldig, liebreich, almel geben kann. Gott will len Zum Dienste gern bereit, ihm mehr gewähren, Beut ihm Dem Ziel entgegen wallen: ein größer Erbtheil an. Gott, welche Seligkeit! führt ihn auf der Erde, Daß er in dieser Zeit von ihm den erzogen werde Zu seiner Ses bin, ligkeit, Bis er mit allen Kräf ten Gebildet und gewöhnt zu göttlichen Geschäften, Nach ihr allein sich sehnt. shitise Er 6. Mir, der ich auch in LeiDir, o mein Vater! theuer Fließt so in stillen Freuden Die Stunde meiner Wallfahrt hin. Komm' früher oder später, O Tod! ich zittre nicht; Denn nur den Ulebelthäter Erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, Kann frohen Muthes sein, Und seiner mich im Leben, Mich auch im Sterben freun.unilate) 4,00 3. Dann endet er voll Wonne Der hohen Tugend schweren Lauf. Gott selbst wird seine Sonne Und geht in vollem Glanz ihm auf. Entflohn sind alle Leiden, Die Thränen ab 7. Dies ist dein Ziel, dies gewischt; Vollkommen seine wähle, Die du so hoch begnaFreuden, In die kein Schmerz digt bist, Von Gott erlöste jauchzt, er tri- Seele! Dies ist, was deiner Von dem Menschen. seßen leben. Die selbst im Himmel gültig sind, Bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freud' eingehe! 3S, Diterich. all dull dads Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. sich mischt. Stdurch Gottes würdig ist. Dies sei dir ge umphiret, Und Sohn, Mit dem er nun regie wärtig! Nach diesem ring', und ret, Vor Gott auch einen Thron. sei zu allen Zeiten fertig, Bis 14. Auch ich, darf dies noch in den Tod getreu! Dir können 4 50 Von dem Menschen. feine Welten Mit aller ihrer heit lieben, und mit ftets munLust Der Sünden Dienst ver- term Fleiß In allem dem mich gelten Und dieses Heils Verlust. üben, Was mich zur Weisheit 3. A. Cramer. führt, Zur Weisheit, die dich Mel. O Gott, du höchster Geist. ehrt, Und allem Beifall giebt, 72. mächtig großer Gott, Was du uns haft gelehrt! Wer kann dich g'nug 6. Laß deine Heiligkeit Mich erheben? Du gabst der ganzen stets zum Muster nehmen! Hilf Welt Bewegung, Kraft und mir die Sünde fliehn, Des Leben. Was Geist und Körper Fleisches Lüfte zähmen; heißt, Was Erd' und Himmel das, was recht ist, thun; Des hegt, Hat deine Hand gebaut, Die jetzt noch alles trägt. Nur Guten mich erfreun, llnd dem, der's üben will, Auch gern behülflich sein! 7. Gieb, daß ich, so wie du, Ein Freund der Menschen werde, Dem Wohlthun Freude macht, Der Kummer und Beschwerde Dem Nächsten gern erspart, Sein Leiden ihm versüßt, Und, wenn er helfen kann, Zum Helfen willig ist! 3. O, welch ein großer Zweck, Wozu du, Gott, mich schufeft! Wie herrlich ist das Glück, Wozu du mich berufest, Dir, Höchster, ähnlich sein, Wohlthätig, gleich wie du! Owohl mir, wenn ich's bin Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dies große Ziel Doch stets vor Augen schweben! Mein allerstärfster Wunsch, Mein eifrigstes Bestreben. In allem meinen Thun Sei dies, o Gott, allein, Daß ich auch so, wie du, Gefinnet möge sein! 8. Noch bin ich weit entfernt, O Gott! von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im Guten ähnlich bin. O, bilde du mich ganz Nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann Mein Lebenslauf auf Erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt sein, Und mich ohn' 5. Du bist der Wahrheit Unterlaß, Gott! deiner Liebe J. S. Diterich. Freund; Laß mich auch Wahr- freun. 2. Du schufft, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner Ehre, Und wollteft, Gütigster! Daß ich dein Bildniß wäre; Darum haft du den Geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur Un sterblichkeit Aus freier Huld geschenkt. Gottes. Von der Vorschung und Regierung Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.| dem Herrn der Weltgebäude! reift ihn, danfet ihm Wenn sein Arm die Welt nicht mit Freude, Ihm, ftüßte, Wenn sein Auge sie nicht 73. Pr Von der Vorsehung und Regierung Gottes. schüßte; Wären sie schon längst verfallen, Längst in nichts zu rückgefallen. Wo wär' Himmel? wowär' Sonne? Wowär' Erd' und ihre Wonne? 51 mit Freude, Ihm, dem Herrn der Weltgebäude! Er, der Herr, der große Meister, Schuf nach ihm gebild'te Geifter Nicht für furzbegrenzte Zeiten; Nein! für ganze Ewigkeiten. Laßt die Körperwelt vergehen! Geisterwelt, du bleibst bestehen! 2. Preist ihn, danket ihm mit Freude, Ihm, dem Herrn der Weltgebäude! Welten schaffen war sein Wille, Nicht um eine 7. Preist ihn, danket ihm größre Fülle Nie empfundner mit Freude, Ihm, dem Herrn Seligkeiten Sich durch Welten der Weltgebäude! Er erhält zu bereiten; Sich selbst andern auch mich; ein Leben, Das mitzutheilen, Hieß ihn zu der stets währt, wird er mir geben. Schöpfung eilen. Mit den Engeln, seinen Knechten, Mit den Schaaren der Gerechten Werd' ich einstens vor ihm stehen, Ewig, ewig 3. Preist ihn, danket ihm mit Freude, Jhm, dem Herrn der Weltgebäude! Dau'rhaft schuf er durch die Stärke Sei- ihn erhöhen. nes Wollens seine Werke, Bildete Werde! Mel. Dort den Himmel, hier die 74 Erde. Ihr sollt, sprach er, sein und stehen Bis zum Ziel, das ich ersehen! 4. Preist ihn, danfet ihm mit Freude, Ihm, dem Herrn der Weltgebäude! Zwar Vergänglichkeit reißt nieder; Doch der Schöpfer bauet wieder. Men schen, Thier' und Bäum' entste hen, Wenn die älteren vergehen. Jeder Staub muß sich beleben, Neue Wesen herzugeben. Jauchzt unserm Gott c. err! du regierst, daß alles glücklich werde, Daß sich im Himmel, daß sich auf der Erde, Was lebet, alles deiner Macht und Treue Und Huld erfreue. 2. Wie gut ist, was du ordneft! wie vollkommen Verherrlicht deine Huld sich an den Frommen Und, möchten sie nur selbst ihr Heil nicht hindern, Auch an den Sündern! 3. Du siehst die Erd' an; 5. Preift ihn, danfet ihm die Gefilde lachen. Du wässerst mit Freude, Jhm, dem Herrn sie mit Thau, fie reich zu machen. der Weltgebäude! Niemals wer- Dein Strom ist voll; durch dich den sie vergehen. Stehen wer- reift das Getreide zu unsrer den sie, bestehen, Bis der letzte Freude. Tag fich stellet. Dann, ja dann 4. Die tief gepflügten Furchen gewiß zerfället Diese Welt mit füllt dein Segen; Das ausge ihren Heeren; Flammen werdörrte Land erfrischt dein Regen; den fie zerstören. Du machst es weich, und segneft 6. Preift ihn, danfet ihm seine Saaten, Daß sie gerathen. 52 Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 5. Wie träufeln deine Tritte, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. daß von ihnen Gebirg und 76. Sobald, o Gott! der und Tag erwacht, Die Hügel hüpfen, Gott! im freust du, was daslebet. Du Feierkleide Bor Dank und bist's, Erhalter! dessen Macht Freude. ibipiratorno Uns nährt, uns trägt und 6. Du schmückst, du füllest hebet. Du wässerst unsrer Erde alles Feld mit Heerden, Und Schooß; So wächst der Fel Gras entsprießt, daß sie geder Reichthum groß. Preis dir, sättigt werden. Dem Schnitter du milder Geber! rauscht der vollen Felder Segen Zur Ernt' entgegen.hu 7. Und Dank und Lust und Jubel jauchzt aus allen, Und Wälder, Auen und Gefild' erschallen Vom lauten, dir froh lockenden Getümmel Bis in den Himmel. I. A. Cramer. 12. Dein Brunn erquicft fie früh und spät. Ein jeder Grashalm zeuget Von dir, durch den die Frucht geräth, Und Keim und Aehre steiget. Wenn Furch' und Fluren sich erneu'n, So giebst du Wachsthum und Gedeihn Zu unsrer Saat und Mühe. sis Mel. Nun danket all' und bringeti. 75. as sind wir, Herr 3. Du frönst mit gabenvoller und Gott! vor dir, Daß du an uns gebenfft? Herr aller Welt! was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkst? 12. Du hast den Himmel aus gespannt, Der unser Herz entzückt; Du hast mit göttlich milder Handma Den Erdkreis ausgeschmückt. In smiss thil Hand, Herr! alle Jahreszeiten; Sie träufelt auf das ganze Land Des Segens Fettigkeiten. G8 trieft durch ihren milden Guß Die Wüste selbst von Uleberfluß, Und Freude schmückt die Hügel. 9 4. Die Anger stehn voll Schaf umher; Vom Korne stehn die AuendSo reich bes 3. Du fleidest Hügel, Thal laden, dicht und schwer, Se und Au', Du pflanzest Busch weit die Augen schauen. Dir und Hain, Tränkst sie mit singt der Landmann hoch er Regen und mit Thau, Und freut. Erhalter! deine Gütig giebst der Saat Gedeihn. i feit Bestngen wir auch fröhlich. 4. Du führst die Sonn' in ihrers d d 3. C. Kraft. Pracht Mit jedem Tag herauf, Mel. Bater unser, im Himmelreich! Du ordneſt für die dunkle Nacht 77 ott! deine weiſe Macht Der Glanz und 15. Herr, unser Vater! nur von dir Fließt alles Heil uns zu. Dein Volf, dein Eigenthum sind wir; Und unser Gott bift du! aina. F. Neander. erhält ganze lebensvolle Welt, Und aller Au gen freuen sich Und warten hoff nungsvoll auf dich, Auf dich. der du sie alle liebst Und allen ihre Speise giebst. Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 53 Mehr aber So freundmich, Quelle bist, Der 2. Du öffnest deine Hand, dir; Gewährtest du sie denso fließt Herab, was jedem noch mir.OF nöthig ist. Mit Wohlgefallen 8. Laß du mich nur versättigt sie Dein Auffehn, und gnügsam sein, Und deiner Gaverläßt sie nie. Nie sind Geben mich erfreun; schöpfe deiner Hand Dir un deiner, der du dich werth, nie dir unbekannt. lich zeigest gegen 3. Auch mir gabst du, mein du des Lebens Gott und Heil! Noch täglich Aus welcher alles Gute fließt! mein beschiernes Theil; Gabst 9. Bei deiner Gaben Üebermir's mit Huld und Freund fluß Erhalt mich mäßig im lichkeit, So lang' ich bin, zu Genuß! Bewahr mich in der rechter Zeit. Kein Vater sorgt Dürftigkeit Vor Schmach und so väterlich Für seinen Sohn, Unzufriedenheit! Du nährst als du für mich dann mich immer. Preis und Dank Bring' ich dir, Gott! mein Lebentang, on nedaug koply plonu us. Münter. sh um anda me Mel. O Gott des Himmels und zc. un 78. Dir, milder Geber al die gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrei'n der jun gen Raben, So wie der Lerche Lobgesang. O, neige jegt dein Ohr zu mir! Du förderst Dank; ich bring ihn dir. 2. Die fleinste deiner Creatu 6. Mich schufst du nicht für ren Macht deine Weisheit offen diese Zeit: Du schufft mich für bar. Man siehet deiner Güte die Ewigkeit. Du gabst mir Spuren Und deine Macht von Weisheit und Verstand, Und Jahr zu Jahr. Ein jedés Gräsmachtest selbst dich mir bekannt. dben lehret mich: Wie groß ist Nichts, was die Erde zeugt und Gott! wie klein bin ich! on nährt, Gleicht mir an Hoheit 3. Du sorgst nach treuer Väund an Werth in dopter Weise Für alle Werke dei4. Ich bin gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine Zu versicht! Ich bin's gewiß, du thuft mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht Was ich bedarf, das giebſt du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; Doch nährst du ihn mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich; Doch thut se Arbeit nicht, wie ich. Vergiß es, meine Seele! nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 7. Von dir, der das an mir ner Hand; Du giebest allem gethan, Werd' ich auch Speif Fleische Speise, Beschirmst und und Trank empfahn: Selbst dem, segneft jedes Land. Du liebest der dich mit Sünden schmäht, unveränderlich; Der Sünder Giebst du sie ohne sein Gebet. felbft erbarmst du dich. Und flehe ich nicht darum zu 4. Der Erdkreis ist von dei 54 Von der Vorschung und Regierung Gottes. ner Güte, Von deiner Weisheiter nicht auch Mir Speis' und ist er voll. Herr, unterweise mein Gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll! Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 2. Bedürfniß fühl' ich zwar 5. Das Sam'forn wird in Mit jedem neuen Morgen; Doch deinem Namen Auf Hoffnung wäre dieses dem, Der alles in das Feld gestreut. Allgüti- weiß, verborgen? Geseßt ,, ich ger! du gabst dem Samen, Da litte Noth; Darum verzag' ich du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. nicht, Hab' ich doch einen Gott, Zur Aussaat giebst du auch al- Dem es an nichts gebricht. lein Dem Landmann Zeit, Kraft 3. Ich sehe Vögel dort In und Gedeihn. den erhabnen Lüften, Ich sehe manchen Wurm In kleinen dunkeln Klüften, Ich sehe Fisch' im Meer, Ich sehe Wild im Wald, Und feinem fehlet es An seinem Unterhalt. 6. Du machst den Schooß der Erde schwanger, Du machst des Ackers Furchen naß. Du schmücfest Wiesen, Flur und Anger Mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras. Du träufelst mit dem kühlen Thau Die Fruchtbarkeit auf keld und Au'. Kleidung geben? Gott, der so mächtig ist, Gesinnt so väterlich, Gott liebet, fleidet, speist, Tränkt und versorget mich. 4. So schäm' dich denn, mein Herz, Vor fernen Ungewittern Und ungewissem Sturm Mit Bangigkeit zu zittern! Dent': warum zag' ich doch? Er lebt ja noch, mein Gott. Ja, so denk' jederzeit, Wenn auch ein Unfall droht! 5. Mich soll des Höchsten Hand, Mich soll sein Auge leiten; Dann gehe ich gewiß, 8. Kommt, preist des Schö- Dann wird mein Fuß nicht pfers Huld und Stärke! Bringt gleiten; Denn wahrlich! was seinem Namen Ehre dar! Groß der Herr Beschließt, erlaubt ist der Herr; und seine Werke und thut, Gereicht zu seiner Sind herrlich, groß und wunder- Ehr' Und ist mir nüß und gut. bar. Kommt, laßt uns seine Macht erhöhn! Der Herr ist gut! sein Lob ist schön! E. Licbich. Mel. O Gott, du höchster Geist. 6. Im Kleinen ist der Herr So groß, als wie im Großen. Kein Für alles forget er; Würmchen wird verstoßen. Und ich, ein Geist, der denft, Jch, Gottes Bild, allein, Ich sollte seiner Lieb' Und Sorg' ent zogen sein? 79.3 ch bin! und wer gab mir Das Dasein und das Leben? Gott that's! sollt' 7. Was dürr' ist, feuchtest du mit Regen; Was kalt ist, wärmt dein Sonnenschein. Du theilst die Zeiten, wie den Se gen, 3u unserm Besten weis lich ein. Bei Wärme, Hiße, Kält und Frost Grünt, wächst und reifet unsre Kost. Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 55 7. Nein! sein verborgner| hin. Wer muß hier nicht Liebe Rath Hat das, was ich hie- finden, Deren Tiefen unser nieden mir selber wünschen Geist, Selbst alsdann, wenn mag, Wenn es mir dient, bes uns dein Geist Beistand schenkt, schieden. Was mir ersprießlich nie kann ergründen? Groß, ist, Nicht eingebild'tes Heil, sehr groß war unsre Schuld; Wird mir noch ganz gewiß Zu Größer, Gott! war deine Huld. seiner Zeit zu Theil. 8. Darum wall' ich getroft Auf meines Lebens Pfade, Ich härme mich nicht ab, Ich trau' auf Gottes Gnade; Denn dies bleibt ewig wahr, Daß Gott die ganze Welt, Die Menschen schwaches Licht, Dann, dann also auch, Ihr bestes Theil, fürcht' ich fein Gericht, Und erhält. 4. Diesen Geist, den edlen Führer, Sandtest du vom Himmelszelt, Sandtest ihn, mir zum Regierer Durch die Wüste dieser Welt. Stärket dessen Gnadenfülle Meines Glaubens mein bebend Herz wird stille. Wie erquickt er meinen Geist, Mel. Lasset uns mit Jesu ziehen. Wenn er mich: Kind Gottes! 80. Sollt ich meinem Gott heißt. nicht singen? Sollt' 5. Auf die Wohlfahrt unsrer ich ihm nicht dankbar sein? Seh' Seelen Ist er zwar gar sehr ich doch bei allen Dingen, Wie bedacht; Doch will was dem so gut er's mit mir mein'. Ift's Leibe fehlen, Giebt er gleichdoch nichts, als lauter Lieben, falls auf uns Acht. Fehlt mir Das in seiner Brust sich regt, Kraft zu meinen Werken, Bin Und die alle hebt und trägt, ich schwach, daß ich nichts kann; Die in seinem Dienst sich üben. Nimmt mein Gott sich meiner Alles währet seine Zeit; Got an, Seine Hand eilt, mich tes Lieb' in Ewigkeit. zu stärken. Leben, Weben und Gedeihn Hab' ich bloß von ihm allein. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt; Also hat auch meine Glieder, Gott! dein Aug'und Arm bedeckt. Er, der über mir schon wachte, Als ich kaum zu sein begann, Sah mit Baterhuld mich an, Eh' ich war und eh' ich dachte. Leib und Seele gabst du mir! Gott! mein Gott! wie dank' ich's dir? 3. Für mich Armen, mich Verlornen, Der ich tief gefallen bin, Gabst du ihn, den Eingebornen, In den Herbsten Tod da 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Sind zu meinem Dienste da; Wo ich nur mein Aug' hinkehre, Ist mir Gottes Segen nah. Thiere, Kräuter und Getreide In den Gründen, auf der Höh', In den Wäldern, in der See, Alles dient zu meiner Freude. Seine Welt ist, mir zum Wohl, Unzählbarer Güter voll. 7. Wann ich schlafe, wacht sein Sorgen; Dies beruhigt mein 56 Von der Vorsehung und Regierung Gottes. Gemüth, Weil es ja mit 11. Das weiß ich fürwahr, jedem Morgen Neue Liebes und lasse Mir's nie aus dem proben sieht. Wär es nicht Sinne gehn: Christenkreuz hat mein Gott gewesen, Hätte mich seine Maße, Und muß endlich sein Angesicht Nicht erquicft, stille stehn. Wann der Winter so wär ich nicht Von so man ausgeschneiet, Tritt der frohe chem Schmerz genesen. Sommer ein; So wird auch allein von ihm bewacht Ging nach Last und Bein, Wer's er ich durch die trübste Nacht.di warten kann, erfreuet. Treue nimmt die Ehrenfron? Aus des Richters Hand zum Lohn.d Die doch meines Lebens Tage 12. Weil denn weder Ziel Niemals bitter noch gemacht! Nur 8. O, wie manche schwere Plage Ist auf andere gebracht, noch Ende Sich in deiner Liebe O, wie sehr muß Gott mich find't; Ei, so heb' ich meine lieben, Gott, der auch der Hände Feinde Rathod Immer noch Kind. vereitelt hat, Und sie von Gnade geben, mir abgetrieben! Unter seiner deinen Ruhm, Gnade Schuß Biet' ich allen Eigenthum, Feinden Truß si julkzu erheben, Wie ein Vater seinem dieser Zeit Kinde Sein Herz niemals ganz Ewigkeit! entzeucht, Wenn es gleich, ver führt durch Sünde, Aus dem rechten Gleise weicht; Alio Mel. Mein Jesus lebt! was ic. hält auch mein Verbrechen Mir 81. G Gott ott forgt für mich; mein treuer Gott zu gut; Züch- Er ist ja Vater, ich bin Kind. was sollt' ich sorgen? tigt zwar den Uebermuth, Aber Er forget heut', er forget mor zornig sich zu rächen Hält er nicht für seine Pflicht, Stinant gen. Wie viel nicht schon der mit seiner Liebe nichtain Proben sind, Da Gottes Herz 12 Zu dir, Vater! als dein Herr, du wollst mir Dich zu lieben, So wie ich, dein Schuldig bin, stets Bis ich dich nach Lieb und lob in p. Gerhard. recht väterlich An mich gedacht! Gott sorgt für mich! hiru nisa m 10. Seine Strafen, seine Schläge, Ob mir's erst gleich nicht so scheint, Sind doch, 2. Gott sorgt für mich; ihm wenn ich's recht erwäge, Nichts will ich trauen. Wann etwas als Zeichen, daß mein Freund, meinem Wunsch gebricht, Kann Der mich liebet, mein gedenke, ich doch bald die Hülfe schauen, Und mich von der argen Welt, Wenn er ein einzigs Wörtchen Diensmirstausend Edlingen spricht. Durch Jesu Christi stellt, Durch das Leiden zu Blut bin ich Ihm angenehm. ihm lenke. Das ist immer sein Gott sorgt für mich)! Bemühn, Mich durch's Kreuz 3. Gott førgt für mich nach zu sich zu ziehne ponis Reib und Seeled Sein Wort Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 57 erquicket meinen Geist, Bei Ar-| Welch Trostgrund in der letzten beitstreue wird mit Dele Und Noth! Und meinen Geift eme Korn mein Leib von ihm ge- pfehle ich In seine Hand. Gott speist. Wohl dem, der sich, sorgt für mich! danno unsd mein Gott, auf dich Verläßt, 9. Gott sorgt für mich auch und spricht: Gott sorgt für noch im Grabe; Da gönnt er mich! meinem Leibe Ruh', und, wenn ich ausgeschlummert babe, Führt er mich jenen Hütten zu, Wo Leib und Seel' sich ewiglich In ihm erfreun. Gott sorgt 16. J. K. Wetzel. 4. Gott sorgt für mich in theuren Zeiten. Auch in der größten Hungersnoth Kann er mir einen Tisch bereiten. Nie fehlet mir mein täglichs Brod, für mich! Ist's gleich nicht viel; doch denke ich: Er fegnet es, und sorgt für mich! 31417796 Eigene Melodie. 5. Gott forgt auch treulich 82.0 Herr, mein Gott, für die Meinen, Wenn sie auf seinen Wegen gehn, Und läßt nach einem furzen Weinen Sie seine Freudensonne sehn. Geht's gleich zuweilen fümmer lich, Ist doch ihr Lied: Gott sorgt für mich! durch den ich bin und lebe! Gieb, daß ich mich mich in deinen Rath ergebe; Laß ewig diesen Rath, der gut ist, mein, Und was du thust, mir wohlgefällig sein! 6. Gott jorgt für mich in meinen Leiden. Das Kreuz, das er mir auferlegt, Verwandelt sich doch bald in Freuden. Auch dann, wenn seine Hand mich schlägt; Schlägt er mich doch nur väterlich, Und meint es 2. Du, du regierst, bist Weißheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr! erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich demnach einen Augenblick? Du bist mein treuer Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit haft du mein 2008 entschieden. Mas gut. Gott forgt für mich! du bestimmt, das dient zu mei17. Gott sorgt für mich in nem Frieden. Du wogest, meinem Alter; Da hebt, da Herr! mein Glück, und auch trägt mich, der mich liebt. Er mein Leid, Und was du schickst, ist und bleibet mein Erhalter, ist meine Seligkeit.# 909019 Der Freudigkeit und Stärke 4 Gefällt es dir, so laß giebt. Wie er noch niemals doch keine Plage Zu mir fich von mir wich, Weiß ich auch nahn; gieb mir zufriedne Tage! dann: Gott sorgt für mich! Jedoch verwehrte dies mein ewigs Heil! So bleibe immer nur dein Trost mein Theil!@ 5. Aus Huld giebst du uns 8. Gott forgt für mich, auch wenn ich sterbe. Ein süßer Schlaf ist mir der Tod; Denn ich bin seines Reiches Erbe dieser ErdeFreuden; Aus gleicher. 58 Von der Vorsehung und Regierung Gottes. Huld verhängst du unsre Leiden. tragen; durch's Vermindern Ist nur mein Weh' nicht meine Beförderst du ihr Wohl. eigne Schuld, So zag' ich nicht; denn du giebst mir Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, Und willst du, Gott! mich rauhe Wege führen; So wirst du, denn gewiß hörst du mein Flehn,- Mich dennoch Hülf' und Bei stand lassen sehn. 5. Dein Name sei gepriesen, 7. Vielleicht muß ich nach Der immer sich an mir So wenig Tagen sterben. Herr, wie herrlich hat erwiesen! Mein Herz du willst! soll ich den Himmel und Mund soll dir, Du Retter erben, Und dieser ist durch wah- aus Gefahr! Mein schuldigs ren Glauben mein; Wie kann Opfer bringen, Von deiner Güte alsdann der Tod mir schrecklich singen Jeßund und immerdar. sein! C. F. Gellert. 6. Du hast mir wohl gerathen, Und so viel Guts gethan, Daß deiner Liebe Thaten Ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, Verklärt und ganz vollkommen, Mit allen deinen Frommen Dir danke fort und fort. Henr. Kath. v. Gersdorf. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 83. Gott ott ist's, der aller Enden Viel große Wunder thut, Und in deß treuen Händen Mein ganzes Leben ruht. Für meine Prüfungszeit Und jeden meiner Tage Bestimmt' er meine Plage, Mein Glück, von Ewigkeit. 4. Es hat in meinem Leben Mir diese Zuversicht Stets neue Kraft gegeben, Und noch fehlt sie mir nicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt' ich, und war stille; Und dein stets guter Wille Entriß mich der Gefahr. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Seele 84. Gott! meine finge dir! Du hast fie mir gegeben. Auch meinen Leib, Herr! gabst du mir, Gabst ihm Gefühl und Leben. Ich, unter meiner Mutter Brust, Ward wunderbar, mir unbes Mir huldreich zuge- wußt, Gebildet und geboren. 2. Gesegnet sei mir dieser Tag Und meines Lebens Morgen, Da ich an ihrem Herzen lag, Als Liebling ihrer Sorgen, Da so gerührt mein Vater mich Auf seinen Arm nahm, daß sie sich Selbst ihrer Schmerzen freute. 2. Da ich noch tief verborgen Im Mutterleibe lag, Umfing mich schon dein Sorgen. Ach, Bater! wie vermag Mein dürftiger Verstand Das Gute zu erheben, Daß du in meinem Leben wandt? 3. Du fängst uns an zu lieben, Noch eh' wir sind, und haft Nie Lust, uns zu betrüben. Doch schickst du eine Last, So bleibst du mitleidsvoll, Hilfst liebreich deinen Kindern Sie Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 59 3. Ich ward durch meine Wegen. Du kamst, wenn ich um Taufe dir Zum Kinde darge Gnade bat, Mit Gnade mir entgeben, Und du, mein Gott! gegen; Dein Schuß war meine verhießest mir Durch sie ein Zuversicht, Im Finstern war ewigs Leben. Vom ersten Odem dein Wort mein Licht, Mein an schon dein, Mit Leib und Trost in allen Leiden. Seele dein zu sein, Gott, welch ein Heil! welch Segen! 4. Du reichtest deine Kraft mir dar, Den Odem, den ich hauchte, Den Schlaf, der mir so heilsam war; Gabst alles, was ich brauchte. Ich war so hülflos, war so schwach, Und doch, o Vater! doch gebrach Mir niemals Hülf' und Pflege. 9. Oft hießest du mich Pfade gehn, Die ich nicht wandeln wollte; Der Ausgang lehrte mich verstehn, Warum ich folgen sollte. Oft dacht' ein Feind, nun woll' er mich Verderben; doch er ward durch dich Getäuscht, zu meinem Glücke. 10. So weislich hast du jederzeit, Mein Vater! mich ge leitet, Durch jede Widerwärtigkeit Biel Segen mir bereitet. 5. Du zogst des Vaters Herz zu mir Durch sanfte, milde Triebe. Der Mutter Brust Jch bete dich bewundernd an. empfing von dir Den Eifer Ach, daß ich so nicht danken ihrer Liebe. Und beiden ward, kann, Wie ich dir danken mir unbewußt, Die Mühe der sollte! Erziehung Lust, Mir ihre Sorge Freude. 11. Wie lang' ich hier noch wallen soll, Das hast du mir 6. Ich lernte fühlen, hören, verborgen. Dieß überlaß ich sehn, Versuchte bald zu stam- hoffnungsvoll, O Vater! deinen meln, Der Mutter Winke zu Sorgen. Ich fürchte nicht die verstehn, Gedanken einzusam- Ewigkeit, Wofern ich in der meln. Ich lernte Recht, Geseß Gnadenzeit Gerecht und heiund Pflicht Aus Beispiel und aus Unterricht Und aus der Fehler Strafen. lig lebe. 7. D, wie viel Freuden schenktest du Der Kindheit und der Jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu, Du führ test mich zur Tugend. Du hemmtest meiner Thorheit Lauf. Ich fiel; du balst mir wieder auf Durch Lehrer und durch Freunde. 8. Du führtest mich nach dei nem Rath Auf allen meinen 12. Wohl mir, wenn ich versichert bin, Daß ich einst selig werde! Ist deine Gnade mein Gewinn; Was frag' ich nach der Erde? Wie werde ich dann, lebenssatt, Wenn meine Seele dich nur hat, Dich dort im Himmel preisen! 13. Fern oder nahe sei mein Tod, Wenn er am Lebensziele Mir nur als Freund winkt, nicht mir droht, Ob ich sein Graun auch fühle. Ach, wenn du dies 60 Von der Vorsehung und Regierung Gottes. Gebet erfüllst; So rufe, Gott,| Ausgang giebt's doch immerdar, mich, wann du willst! Ich will Daß stets dein Rath voll Güte mit Freuden folgen. war. 10.01 3. A. Cramer. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre In Glück und Unglück, Freud' und Leid! Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre Und meiner Seelen Seligkeit! So preif ich einst vollkommen dich, So freu' ich dein auf ewig mich. und ellen S. Frank. 10 1 of not the stoord Mel. Jauchzt unserm Gott ind 16) 85. F Mel. Mein Jesus lebt! was 20. ürwahr! du bist, o Gott, verborgen; Dein Rath bleibt für uns wun derbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen. Du sorgtest, eh' die Welt noch war, Für unser Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Rath ist zwar in 86. Dein Reich, o. Gott! Augen oft verstect; Doch, wenn wir währen Dein Reich und deine erst den Ausgang wissen, Wird Macht, die wir verehren, Und uns die Ursach auch entdeckt, Warum dein Rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln Weg gewählt. so ewig wird von aller Völker zungen Dein Lob gesungen. 2. Der Herr bewahret alle, welche fallen. Der Höchste hilft den Unterdrückten allen; Ift stets bereit, mit Segen, die ihn bit ten, zu überschütten. 8 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen Von deiner Weis heit, Macht und Güt. Du fannst viel tausend Wege finden, 13. Nach dir, Gott! schauen Wo die Vernunft nicht einen aller Menschen Blicke, Daß deine sieht. Aus Finsterniß bringst Hand sie väterlich erquicke, Du du das Licht. Du sprichst, ogiebst auch einem jeden seine Gott und es geschicht.dp Speise, Daß er dich preise.n 4. So weicht denn, ängst 14. Herr! du erhältst mit dei liche Gedanken! Gott fann weit nem Wohlgefallen, Was lebt, mehr, als ihr versteht. Bleib', thust deine Hand auf, und Seele, in der Demuth Echran- giebst allen, Was sie bedürfen; fen! Die Demuth wird von feinersucht vergebens Dich, Gott erhöht.Ja, Herrin du Quell des Lebens! liebst den, der dich liebt, und 5. In allen Wegen Gottes deiner Führung sich ergiebtstrahlet Gnade; Untadelhaft sind 5. Drum will ich mich dir alle seine Pfade, Und was er überlassen Mit allem, was ich thut, gereicht zu seinem Preise, hab' und bin Ich werse, was Ist gut und weise. ich nicht kann fassen, Auf dich, den Gott der Liebe, hin. Der 6. Der Herr ist denen nahe, die ihn bitten, Die ernstlichy Von der Vorschung und Regierung Gottes. 61 ihn um seine Hülfe bitten. Er| Maß und Gewicht, Wenn du thut, was die Gerechten, die Vergeltung übest! Du handelst ihn ehren, Von ihm begehren. stets nach Billigkeit, Jeßt und 7. Der Herr behütet alle, einst in der Ewigkeit, Beim die ihn lieben; Die aber, die Strafen und Belohnen. Betrug und Frevel üben, Veran 5. Wohl uns, daß du die folgt er, daß er sie mit seiner ganze Welt, Gerechtester, reRache Zu Schanden mache. giereft, Und wohl dem, der den Zweck erkennt, zu dem du alles führest! Ich, dein geringster Unterthan, Herr! bete dich in Demuth an; Sieh auch auf mich in Gnaden! 8. Auf ewig will ich seinen Namen loben. Von allen Men schen werde Gott erhoben! Was lebet, müsfe, Herr, zu allen Zei ten Dein Lob verbreiten! 2 3. A. Cramer. 6. Verderbt bin ich und schulMel. Es ist das Heil uns kommen uc. denvoll, Und auf dem Tugendwege Nicht stets so eifrig, als ir, unserm Gott, ist ich soll, Bin oft zum Guten 87.Dit, niemand gleich Im träge; Doch du bist gnädig Himmel und auf Erden. Du und voll Huld, Vergiebst den bist der Höchste, und dein Reich Reuenden die Schuld. Drum Kann nie begriffen werden. Un hoff' auch ich Vergebung. endlich ist die Majestät, Die über alle dich erhöht, Die Kron' und Scepter tragen, 7. Dies hoff ich, weil mich der vertritt, Den du für mich 2. Unendlich groß ist dein gegeben. Mein Jesus, welcher Gebiet. Wo ist der, der es für mich litt, Erwarb mir Recht mesſe? Wohin mein Auge im- zum Leben. Sein Tod macht mer sieht, Da seh ich deine mich vom Zweifel frei, Ob ich Größe. Weit, über alle Him- der Gnade fähig sei. Auch mich mel weit, Geht deines Reiches hat er versöhnet. Herrlichkeit. Du herrscheft über alles. 8. Herr! ewig will ich deine Lieb' Mit Lob und Preis er3. Du herrschest weise, recht heben. Dir will ich aus dankund gut, Nach heiligen Geseßen. barem Trieb Mich ganz zum Du willst auch deiner treusten Dienst ergeben. Mit Lust will Hut Das Kleinste würdig icb bis in den Tod Nach deischäßen. Auf alles geht dein nem heiligen Gebot Durch deiAugenmerk, Und immer ist's nen Beistand wandeln. dein liebstes Werk, Zu segnen, pur, 12 stigiad ng b2 dosp zu beglücken. haud dl Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 4. Wie recht ist, Höchfter, 88. Gott! meine ganze du die WahrSeele Macht deinen heit liebest! Wie richtig ist Ruhm bekannt. Dir dank' ich Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 62 und erzähle Die Wunder dei- 7. ner Hand. Mein Herz ist froh;| schaue ich finge: Herr, meine Lust bist Noth! du! Dir, dem ich Lieder bringe, Dir, Höchster! jauchz' ich zu. Mel. O Gott, du guter Gott. 2. Du sigest auf dem Throne Als Richter aller Welt, Der jeglichem zum Lohne Das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, Dann rächst du ihren Spott. Du 89. Oft geht es Sündern schiltst; und sie Vor• wohl, Und Gottes deinem 3orn, o Gott! Kinder leiden. O, möchten diese 3. Der Herr hat zum Ge- nie, Nie jener Glück beneiden! richte Sich einen Thron er- Wie lang es währt, währt's höht. Vor seinem Angesichte doch Nur einen Augenblick. Bleibt nicht, wer widersteht. Wie leicht verwelfend Gras Ihr fühnen Sünder, zittert! Verwelft ihr eitles Glück: Bereut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; Der Herr bleibt ewig Gott! 2. Thr, die ihr Gott verehrt, Vertraut nur seiner Güte! Er wachet über euch; Das Unglück 4. Der Herr regiert und lie- braus und wüthe, Er bleibet bet, Was ungerecht ist, nicht. euer Heil; Habt nur Geduld Er wägt die Welt und übet und Muth! Denn Gott ift euer Parteilos sein Gericht. Die Gott, Und macht einst alles 1917-19 Wage sinkt und steiget, Wie sein gut. Gesetz gebeut, Und jedes Land bezeuget DesRichtersHeiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, Ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, Wenn Unfall ihnen droht. Die Thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Gott! versäumest keinen, deinen Schuß begehrt. 3. Befehlt ihm euren Weg, Und er wird euch begegnen; Er wird zu seiner Zeit Auch euch erhöhn und segnen. Auch eure Tugend strahlt, Der hohen Sonne gleich, Einst alle Wolfen durch; Erst aber prüft er euch. Du, 4. Seid stille vor dem Herrn; Der Laßt alle Seufzer schweigen! Gott kommt verborgen her, 6. Auf, Kinder Gottes, prei- Sich herrlich euch zu zeigen. set, Verkündiget der Welt, Wie Hofft! zürnet nicht auf den, groß sich Gott beweiset, Der, was Dem seine Bosheit glückt; Denni er zusagt, hält! Er denkt daran, selbst durch sie wird er zu und fraget Nach des Gerechten seinem Fall verstrickt. Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, Und stillt der Feinde Wuth.[ richt 5. Herr, sei mir gnädig; Voll Huld auf meine Du bist's, dem ich vertraue; Du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnen Leiden. Geh' ich in's Heiligthum, Und, über dich voll Freuden, Erheb' ich deinen Ruhm. 3. A. Cramer. Bald wird durch sein Ge Der Frevler umgekehret. Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 63 Wer, trogig durch sein Glück,| unser Gott vergaß Den wahren Sich wider Gott empöret, Er Freund der Tugend? Doch litte troßt den Untergang, Wird, eh' der auch hier; So ist noch eine er's wähnt, vergehn, Wie leich- Welt, In der Gott herrlicher, ter Rauch verfliegt. Die From Was er verheißt, uns hält. men werden's sehn. 11. Sei denn ein Freund 6. Ja, mancher Frevler stieg, des Rechts, Verlaß den Weg Wir haben's ja gesehen; Er der Sünden, Und wandele vor wuchs empor und stand, Als Gott! Dein Weg wird Gnade würd' er nie vergehen. Mit finden; Denn Gott liebt auch seinem Schatten füllt Er einen das Recht. Den, der es liebt, weiten Raum, Tief eingewurwie er, Und jeden Frevel haßt, zelt, fest, Grün wie ein Lor- Den liebt, den schützt der Herr. beerbaum. is an adro st 12. Doch sei nicht bloß dein Voll von den besten Lehren; Dein Leben müsse stets, Was du bekennst, bewähren. 7. Man ging vor ihm vorbei, Mund Und siehe! der Verruchte, Der Stolze war nicht mehr. Mansah sich um, und suchte, Wo seine Erfülle, Gott verlangt's, Was Stätte wär': Allein man fand sein Geses gebeut, Mit Vorsie nicht; Denn schnell und mächsicht ganz genau, Mit Ernst tig ist Des Heiligen Gericht! zu jeder Zeit! 8. Durch Widerwärtigkeit 13. Thu' selbst im Leiden Gewinnt die Tugend Stärke nur Der Tugend edle Werke! Zum Muthe, zur Geduld, zu Sei muthig! wante nicht! Der jedem edlen Werke. Das weiß Herr ist deine Stärke. Das ihr Vater, Gott, Und darum Elend, was dich drückt, Und prüft er sie, Er läutert sie wie das, was dir noch droht, VerGold; Verläßt sie aber nie. wandelt er in Glück, Und hilft dir in der Noth. 9. Des Frommen Auge weint Bei seines Nächsten Thränen, Und hilft, wenn Arme fich Nach Troft und Hülfe sehnen; Doch wisset, daß eu'r Gott Weit gütiger noch sei, Er, der so mächtig ist, Als liebreich und getreu. 14. Der Herr erscheinet einst, In Macht und Huld gekleidet, Vergilt und segnet den, Der, fromm auch, Unrecht leidet. Der Tugend Lohn ist groß; Gefahr und Elend fliehn. Der Herr ist Gott und hilft; Denn du vertraust auf ihn. 3. A. Cramer. 10. Wo ist ein Greis, der sah Seit seiner ersten Jugend, Daß Vom Stande der Unschuld und dessen Verlust. 90. Mel. Komm, heiliger Geist ic. sprung aller Seligkeit, Der dur Vater der Barm- dich denen, die du liebest, Willig herzigkeit Und Ulr zu genießen giebest! Was hat 64 Vom Stande der Unschuld und dessen Verlust. nicht Gutes deine Hand Den] Erden Der Gesundheit schädersten Menschen zugewandt! Wie lich werden. Sein Antlig war herrlich haft du sie geschmücket! vollkommen schön, Gemacht, Wie reichlich hast du sie be- den Himmelanzusehn. Sein glücket! Gelobt seist du! Ge-| Auge war zu allen Zeiten Ein fobt seist dued Sig der reinften Heiterfeiten. Gelobt feift du! Gelobt feist du! nap 6. Sein Wohnplaß war das Paradies, Das kein Vergnügen mangeln ließ. Zum Ueberfluß ward ihm gewähret, Was des Herzens Wunsch begehret. Die Erde war sein Königreich, Für ihn an aller Wonne reich. Nichts widerstrebte seinem Wil len; Selbst Thiere mußten ihn erfüllen. Gelobt seist du! Ge tobt seist du! mars Ti 3. Zwar sein Verstand war eingeschränkt; Doch ward er leicht auf das gelenkt, Was Gott gefiel, ihn selbst ergößte, Wahrheit aber nie verlette. Er fannte seines Standes Pflicht, Zum Theil durch höhern Unterricht. In all' und jeden Erea turen Erblickt' er deiner Gott heit Spuren. Gelobt feift du! Gelobt seist du!) 7. So war der Mensch dein liebes Kind; Denn er war frei von aller Sünd'. Du hattest ihn, erhabnes Wesen! Dir zur Freude außerlesen, Als deiner Gottheit Ebenbild Mit Weiss heit und Verstand erfüllt, Da bei im Willen ohne Mängel, War er die Freud' und Lust 4. Sein Wille war dir gleich der Engel. Gelobt seist du! gesinnt. Er liebte Gott als Gelobt seist du! stladdu wie ein Kind. Die Heiligkeit8. Ja, wohl gebührt dir, war seine Zierde. Stets war Schöpfer! Lob, Daß dein Rath jegliche Begierde Dem Willen Menschen so erhob. Wär' dieses Gottes unterthana So ging Glück nur nicht verscherzet! er stets aufrechter Bahn. Gott, da der Verlust dich Drum wohnte Rub' in seinem schmerzet, So schaff' uns neu, Herzen; Nichts wußt' er von dein Bild zu sein, Um deiner Gewissensschmerzen. Gelobt seist| Gnade uns zu freun! Laß du! Gelobt seist du! uns durch Christum schon auf 5. Der Leib nahm Theil an Erden Stets deinem Bilde dieser Lustsip Shm war fein gleicher werden! Erhör'uns Schmerzfein Tod bewußt. Gott! Erhör uns Gott! Auch fonnte fein Geschöpf der Inil 3. 3. Rambach. N 2. Der Leib, den du aus Staub gebaut, An dem man fo viel Wunder schaut, Ward durch dein mächtigs Wort beseelet, Zur Unsterblichkeit erwählet. Du bliefeft einen Geist ihm ein, Der fein Regierer sollte sein, Den Geist, den dein Herz lieben wollte, Und der dich wieder Iteben sollte. Gelobt seist du! Gelobt seist du! eted aid anak Vom Stande der Unschuld und dessen Verlust. Mel. O Gott des Himmels und der ic. 91. Dazu schuf Gott des Menschen Seele, Daß etwas Göttlichs sie erfreu', Daß sie das Ewige erwähle, Und seinem Bilde ähnlich sei. Dem Herrn sei Ehre, Preis und Lob, Der unsern Geist so hoch erhob! 2. Kein Adel glich der Seele Adel. Nichts, nichts fam ihrer Schönheit bei. Gemacht war sie ohn' allen Tadel. Ihr Schmuck war viel und mancherlei. Ihr fehlt es an Erkenntniß nicht; Denn Gott war selbst der Seele Licht. 3. Sie schöpfte immer aus der Quelle, Aus der sie selbst entsprungen war. Die Weis- Freude ein. heit war stets ihr Geselle, Und 65 gleich Gottes Drohwort schallen; so denkt fie: Es hat noch nicht Noth. Kommt's hoch mit ihr, das sag' ich frei, So ist es Schein und Heuchelei. 7. Gott, der du uns die Seel' gegeben, Nimm dich auch ihrer wieder an; Erwecke sie zum neuen Leben, In welchem sie dir gleichen kann! Erfülle den Verstand mit Licht; Den Willen lent' auf seine Pflicht! 8. Sei du mein Himmel, meine Sonne, Mein Reichthum, meine Herrlichkeit, Mein Theil, meint Trost und meine Wonne, Mein Alles schon in dieser Zeit! Mein Geist nimmt, wird er flug und rein, Des Höchsten Bild und die war groß und wunderbar. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh ic. Voll Ehr und Ruhe war ihr 92. O unaussprechlicher Stand, Weil Gott sich mit ihr verband. erlitten haben! Wie fränket die betrübte Bruft Der Mangel je ner Gaben, Die unsere Schöpfers milde Hand Den ersten Aeltern zugewandt, Und ihr Fall uns entzogen! 2. Der Mensch war heilig, gut und rein Von dir, o Herr! erschaffen. Er wußte nichts von Schuld und Pein, Von Sünd' und Sündenstrafen. Sein Wille Wie sein nun in der Sünder Orden, war voll Zuversicht, Und ist auf's äußerste entstellt. Verstand voll Glanz und Licht, Sie sucht im Ird'schen ihre Ruh', Schwingt sich zu Gott nicht mehr hinzu. 6. In Thorheit ist sie ganz verfallen, Wählt statt des Gottes Sand und Koth. Hört fie 4. Ihr Leben war, Gott stets zu lieben. Gott sollte ihr; fie Gottes sein. Ach, wär' sie so gesinnt geblieben; So wüßte sie von feiner Bein. Doch Sünde hat sie ganz verderbt, Und Unart ist auf uns vererbt. 5. Sie ist nunmehr ganz sinnlich worden, Sie liebt die Eitelkeit der Welt, Gehört Voll Friede sein Gewissen. 3. Du fordertest zur Danfbarkeit, Daß du ihn so erhoben, Bflicht, Liebe, Treu', Ergebenheit, Nebst des Gehorsams Broben; Gabst ihm zur Prüfung ein Ge5 66 Vom Stande der Unschuld und dessen Verlust. bot, Und drohtest ihm sofort unsern Lauf Zur Seligkeit zu den Tod, Wenn er es über- richten! J. J. Rambach. schritte. 4. Dein Rath war weise, qut Mel. Wo soll ich fliehen hin. und rein, der dich hiezu bewoź 93. Du der fein Böses gen; der durch thut, Du schufft falschen Schein Vom Lügengeist den Menschen gut; Du gabst betrogen, Ließ in der rein er ihm Lust und Kräfte Zum schaffnen Brust Das Feuer feligsten Geschäfte, In Hei der verbotnen Lust Nur gar zu bald entzünden. ligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 5. Das Aug' ward lüstern 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? nach der Frucht, Und der Ach! wir, dein Eigenthum, Wie Verstand verblendet, Das Herz tief sind wir gefallen! Wo ist vom ärgsten Stolz versucht, jetzt unter allen Ein Mensch, Der Gottes Ehre schändet. ganz rein von Sünden, Vor Gedacht, gethan! der Mensch dir, o Gott! zu finden? vergaß, Was Gott gedroht, und nahm, und aß, Und ward nunmehr ein Sünder! 3. Hier ist fein Unterschied! Dein helles Auge sieht Auf alle Menschenfinder, Und sie het, sie sind Sünder. vor dir, Herr, feiner schuldig; auch nicht einer! Da ist Un6. So ward der menschliche Verstand Mit Finsterniß um hüllet, Der Wille von Gott abgewandt, Mit böser Lust erfüllet, Das Herz durch bange Furcht geplagt Vom Wurm, der das Gewissen nagt. Der Tod wühlt in den Gliedern. 4. Verderbt ist unser Sinn; Die Weisheit ist dahin, Die une regieren sollte, Das, was dein Wille wollte, vollen Trieben zu üben. Mit freuden zu wählen und 7. Dies Elend wird nun fortgeerbt Auf alle Menschen- 5. Der Sinnen Luft und finder. So Stamm, als Zweige Schmerz Rührt, leider! unser sind verderbt, Der Fluch trifft Herz Mehr, als die höhern Freus alle Sünder. Die erste Schön den, Mehr, als die größern heit ist dahin. Der Sünde Leiden, Die wir auf Ewigkeiten Gift hat Leib und Sinn Selbst unserm Geist bereiten. Durchdrungen und verwüstet. 6. Dir folgen, dünkt und 8. O Herr, laß uns in Zwang; Des Herzens böser deinem Licht Den schweren Hang Reißt uns mit starkem Fall erkennen! Verwirf uns, Triebe Zu schnöderSündenliebe, die Gefallnen, nicht, Die wir Und wer vermgg's zu zählen, dich Schöpfer nennen! Hilf Wie oft wir vor dir fehlen? uns durch Chriftum wieder 7. O Herr, gieb uns dein auf, Und mach' uns tüchtig, Licht, Daß wir, was uns ge Von der Sünde und ihren Folgen. bricht, Beschämt vor dir erken-| Christum schon auf Erden nen, Und von dem Ernst entbren Sünden frei zu werden. nen, Der Sünde zu entsagen, Der Beßrung nachzujagen! 9. Ach, laß durch unsre Schuld Uns diese deine Huld Nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, Dir nicht zu willst du uns doch heilen, Und widerstreben, Damit wir ewig neue Kraft ertheilen, Durch leben! ch 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott! so verderbt wir sind, So J. S. Diterich. 67 Von Von der Sünde und ihren Folgen. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieb ic. begehr' ich nur, Was dein 94. Gott! ott! wie verderbt ist Gesetz verbietet. von Natur Mein 5. Im Bösen schnell erfindHerz in allen Kräften! Boll sam, irrt Mein Herz von Sünd' Haß des Guten, eifrig nur In in Sünden, Und meint, wenn's sündlichen Geschäften! Ich fann auch betrogen wird, Doch da dich, Herr, nicht, wie du bist, sein Glüc zu finden. Mein Weil mein Verstand verfinstert Ohr verschleußt sich leicht vor ist, Noch dein Gefeß erkennen! dir; 2. Mein Wille, nicht von dir bekehrt, Sich selbst noch Verführung! überlassen, Verabscheut, was 6. So oft, o Gott! bedu willst; begehrt, Was du lehrst du mich In meinen befiehlst zu haffen. So sehr Finsternissen. Doch ich betäubt' hat Adams Sünd' auch mich Vergiftet, Vater, daß ich dich Nicht ehren kann, noch lie Und ach, wie liebreich tönet mir Die Stimme der oft freventlich Gefühl, Vernunft, Gewissen, bis die Luft gebar Die Sünde, Unruhig, bis erfüllet war Das Maaß der Ulebertretung. bent. 3. Daß ich dir nicht vertrauen fann, Und dir mich widerseße, Mich bloß von mei ner Kindheit an Am Jrdischen ergöße; Daß Eigennuß aufgethan; mich treibt, und nicht Gehorsam und Gefühl der Pflicht: Das zeugt von meinem Falle. 4. Wenn ich für mich nur, nicht für dich, Noch meine Brü- 8. Ergriffen hast du mich, der lebe; Wenn ich aus Stolz mein Gott! Und mir den Weg und Dunkel mich Gern über sie gezeiget. Du hast, und herzlichst erhebe: So ift's Verderben der dank ich's dir, mein stolzes Herz Natur. Nach dem, mein Gott, gebeuget. Du willst durch Chri5* 7. Dies Elend leugne, wer da kann! Wer darf es? Gott! mir Armen Hast du die Augen Gelobt sei dein Erbarmen! Ich ward erleuchtet, mein Verstand Sah mein Verderben, ich empfand Das Elend meiner Sünde. 68 Von der Sünde und ihren Folgen. stum mir verzeihn, Mich von| fällig, tugendhaft Und fromm der Sünde Macht befrei'n, Mir vor dir zu wandeln. Kraft zur Beßrung geben. 3. Aus eignen Kräften kann 9. So überwältige nun ganz ich nicht Dich, meinen Gott, In mir den Hang zur Sünde! erfennen; Auch nicht mit Lust Stets heller leuchte, Gott! der und Zuversicht Dich meinen Glanz Der Wahrheit deinem Vater nennen. Es fehlt die Die mich Kinde! Zum Guten mehre meine wahre Liebe mir, Kraft, Damit ich ringe, tugend- entflammen sollte, dir Zu die haft Und fromm vor dir zu nen, dir zu leben. wandeln! 10. Noch immer schweb' ich in Gefahr; Leicht werd' ich schwach und träge. Erhalte du mich im merdar Auf deinem guten Wege! Ermuntre mich zur Wachsamkeit, Gieb Vorsicht, gieb Bescheidenheit, Geduld und Muth zum Kämpfen! 11. Ermatt' ich, so erbarme dich Der Schwachheit, Herr, und treibe Mich zum Gebet, und stärke mich, Damit ich stehen bleibe! Und straucht ich doch, so bilf mir auf, Da mit ich standhaft meinen Lauf Zur Seligkeit vollende! 4. Ich fühle stets der Sünde Trieb Durch alle meine Glieder. Mir ist ja, was du haffest, lieb; Was du befiehlst, zuwider. Ich Armer! wer erlöst mich doch Von meiner Sünden schwerem Joch, Von allen ihren Strafen? 5. Von deinem Sohne dir erfauft, Soll ich mich dir ers geben, Und ich, auf seinen Tod getauft, Ich wünsch' auch, dir zu leben, Auch treibet mich dein Geist zu dir; Doch immer trägt die Sünd' in mir Viel' böse bittre Früchte. 6. Unglaube, Hoffart, Wol lust, Geiz Sind jedem deiner Christine v. Meckl.- Schwerin. Freunde Durch ihren zaubervol Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir.| len Reiz Gefahrenvolle Feinde. ott! ich, dein tiefgefall- Wie oft vergeß ich deine Huld, 95. Gott nes Kind, Bin elend Und häufe täglich Schuld auf und verloren, Unwürdig deiner Schuld, Unwissend und aus Huld, in Sünd' Empfangen und Schwachheit. geboren, Zum Guten fraftlos, von Natur Untüchtig, und begierig nur Nach Eitelkeit und Sünde. 7. Ach, Vater! Vater! handle nicht mit deinem armen Knechte In deinem heiligen Gericht Nach deinem strengen Rechte! Gott! dein Erbarmen fleh' ich an, Das mich allein noch retten kann. Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Ich trage nicht dein Bild an mir, Wie Adam; bin ein Sünder, Entfernt durch seinen Fall von dir, Wie alle seine Kinder. 8. Dein Sohn ist unbeflect und rein, Und hat für mich ge fehlt die Kraft, Dir wohlge- litten. Um seinetwillen schone Mir, seinem Erben, Von der Sünde und ihren Folgen. 69 9. Laß, Vater, nicht durch 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, Daß ich nicht mein Heil verscherze! Laß der sündlichen Begier Mich mit Nachdruck widerstehen, Und Adams Schuld, Noch meine auf deine Hülfe sehen! Schuld mich sterben! Mich mache, 6. Unter Wachen, Beten, Rinmein Gott! deine Huld Zu deigen Hilf mir, jegliche Begier nes Sohnes Erben! Laß mei- Unter deinen Willen zwingen, nen Hang zum Bösen mich Mit Ernst bestreiten, daß durch dich Ich einst ganz heilig werde! Daß ich göttlich lebe hier! Was nicht fann dein Reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben! F. Fabricius. mein, Und höre meine Bitten! Wer konnt' ihn einer Sünde zeihn? So wasche denn sein Blut mich rein Von allen meinen Sünden! Mel. Herr, ich habe misgehandelt. 96. es in mit err! du kennest mein regt in meiner Bruft, Wie bei allen Adamserben, Sich noch immer böse Lust, Die mein Herz von dir abneiget, Und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gott! wie träge Ich zu allem Guten bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen Mich noch endlich ganz 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Von der ange erbten Noth, Heile meiner Seele Schaden Durch des Mittlers Kreuzestod, Tilge alle meine Sünden, Laß durch ihn mich Gnade finden! 7. Reize mich durch jenerone, Die du dort mir beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du felbst von oben her Lust und Kräfte mir verleihen, Und das ganze Herz erneuen. mir selber muthig kämpfen, Jede böse Neigung dämpfen! 8. Sollt' ich etwa unterliegen; , so hilf mir wieder auf! Laß durch deine Kraft mich siegen, Daß ich meinen Lebenslauf Inter deinen treuen Händen Gut und selig möge enden! L. A. Gotter. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh ic. 97. Ach Gott! es hat mich ganz verderbt Der Aussaß meiner Sünden, Dermir von Adam angeerbt. Wo soll ich Rettung finden? Mein Elend ist sehr viel und groß; Vor dir, Herr! nur allein ist's bloß, Wie schrecklich ich verdorben. 2. Verdorben, Herr! ist mein Verstand, Mit Finsterniß umhüllet; Der Will' ist von dir abgewandt, Mit Bosheit angefüllet, Und die Begierden sind geneigt, Die Lust, die aus dem Herzen steigt, Im Werke zuvollbringen. 3. Wer kennet, wer beschreibt 70 Von der Sünde und ihren Folgen. den Gräu'l, Der Leib und Seel'| Bahn auch gehn; Betret' fie beflecket? Wer macht uns von auch voll Lust und Muth. Ich dem Ulebel heil, Das uns hat weiß, daß wer nicht Sünde thut, angestecket? Ach! mancher Mensch Und seine Pflichten nie vergißt, bedenkt es nicht, Daß er, nach Hier ruhig und einst selig ist. der sich schuld'gen Pflicht, Hülf' und Genesung suche. 4. Ich komm' zu dir in wah rer Reu' Und bitte dich von Herzen: O Jesu! Jesu! mach' mich frei Von meinen Seelen schmerzen! Von dem, was meinen Geist beschwert Und meine Lebenskraft verzehrt, Erlöse mich aus Gnaden! 3. Doch bald erwacht in meis ner Brust Die unterdrückte böse Lust, Und locket mich zur Sicherheit Und eitler Selbstgefälligkeit. Gelingt ihr's; ach! so glaub' ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt; denn ach! Wer stolz und sicher wird, ist schwach, Vergrößert seine Kräfte sich, Verläßt sich mehr auf sich, als dich, Verschmäht die Feinde, die ihm drau'n, Wird träg und laß, und schlummert ein. 5. Wen rief ich sonst um Hülfe an, Als dich, mein Heil und Leben? Du bist's allein, der helfen kann Und Trost und Labsal geben. Daß ich vor Gott von Sünden rein, llnschuldig und geheilt erschein', Das ist dein Werk, o Jesu! 6. Du weißt, o Jesu! meine Noth, Und fannst nach deinem Willen Vertreiben diesen meinen Tod, Und allen Jammer stillen. Ja! du willst auch; ich traue fest, Daß deine Hand mich nicht verläßt. Wie wärest du sonst Jeſus? L. Laurentii. 5. Und ach! wie nah' ift dann sein Fall, Wenn er, versuchet überall, Von außen und durch's eigne Herz, Durd Luft, Gewinn und Furcht und Schmerz, Nun kämpfen soll! wie leicht, wie leicht Verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachs heit, Gott! Leicht schrecken mich Gefahr und Spott, Zerstreuung und Vermessenheit, Des Beis spiels Reiz, die Weichlichkeit, Ein stark Gefühl für Luft und wohnt in mir. Auch, Schmerz, Wie leicht verderben Mel. Bater unser im Himmelreich! 98. Dex er Hang zum Bösen wenn ich schon, mein Gott! vor die ein Herz! dir Geheiligt bin, versucht er 7. Wer kann mir beiftehn? mich zu Sünden doch, und Du allein Sollst meine Stärk stärket fich Durch Leidenschaft und Hülfe sein. und Sinnlichkeit, 3u thun, was dein Geset verbeut. Laß meine Schwachheit immer mir Vor Augen sein, daß ich von dir Nie weiche; daß ich standhaft sei, Dir bis zum Tode selbst getreu! 2. Ich seh's, die Tugend ist sehr schön; Ich will auf ihrer Von der Sünde und ihren Folgen. 71 Nun deinen Geist Daß, folgsam Ich dich nur 8. Dann kommt die Zeit, Werken wo, Herr, von dir Der Hang| mich stärken, zum Bösen ganz in mir Bertilgt deiner Lehre, und ausgerottet wird, Wo nie fürcht' und ehre! Verstand noch Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, Wie herrlich, Gott, wie selig sein! I. A. Cramer. 7. Daß, regt in meiner Brust Sich eine böse Lust, Jch ihr mich widersetze, Und dein Recht nicht verlege, Dein Bild noch auf der Erde Und dort vollendet werde! H. C. Hecker. Mel. Auf meinen lieben Gott. 99. I bewußt Der innern Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. böſen Luft, Der Quelle meiner 100. Ach, mein Gott! wer Sünden, Die nie er2. Wie oft gehorch' ich ihr! Wie oft hab' ich vor dir Nicht dein Gesetz verleßet, Und mich dir widersetzet! Ach, willst du nicht vergeben, Mein Gott! wie fann ich leben? gründen. O, heile du aus Gna- Was zum Strafen dich entden Der Seele tiefen Schaden! flammt? Wann, wie oft, wodurch wir fehlen? Alles, was dein Wort verdammt, Alles Gute, was wir hassen, Oder sorglos unterlassen? 2. Gott! nur eines Menschen Sünden, Was für lebel zeugen sie; Und dann aller Menschen Sünden, Wie viel Glück zerstören die! Was denn seit dem ersten Falle Aller Menschen Sünden! alle! 3. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich, und droht Mit ewigem Verderben. Laß, Va ter, mich nicht sterben! Du fannst, du fannst vom Bösen Auch mich, o Herr! erlösen. 3. Nur ein Fehltritt auf den 4. Verwirf mich nicht von Wegen, Die wir wandeln sollen, dir, Beweise Gnad' an mir! Gott! Was zernichtet der für Erneure meine Seele, Daß Segen! Wie versenkt der oft in sie das Gute wähle! Die Noth! Und was müssen wir oft Tilgung meiner Sünden Laß leiden Bloß für einer Thormich durch Jesum finden! heit Freuden! 5. Drückt mich ihr schweres 4. Wer erkennte die VerbreJoch; So sei, o Vater, doch chen, Welche, faum vollendet, Noch stärker dein Erbarmen! sich Selbst bestrafen; furchtbar Dies heilige mich Armen! Du rächen, Richter! dein Geseß und fannst, mein Gott, vergeben; dich; Und, gehaft, doch wiederBei dir ist Heil und Leben. kehren, Wieder wüthen und zerstören? 6. Hat sonst des Fleisches Macht Ihr Werk in mir 5. Starfe, Herr! verfolgen vollbracht; So laß zu guten Schwache; SchwacheSchwächre. 72 Von der Sünde und ihren Folgen. Geiz und Neid, Menschenhaß[ eitel ist, Selig dort und schon und Durst nach Rache, Wollust, auf Erden Ruhig und getrost Stolz und leppigkeit, Wie er zu werden... füllen die mit Plagen Deine 12. Laß der Sünden bittre Welt! und wie mit Klagen! Früchte mir stets in Gedan 6. Wie die Arglist Frevel brü- fen sein, Mich nie zweifeln tet! Wie Gewalt und Tyrannei, am Gerichte, Auch den kleinGleich der Pest, im Mittag wüsten Fehltritt scheun! Laß mich, thet; Im Verborgnen Heuchelei! glaubend, alle Sünden, Stark Wie sie über alle Zeiten Fluch durch dich, ganz überwinden! und Jammer zubereiten. J. A. Cramer. 7. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Gericht Räche feines Elends 101. K Deine Sünd' ift flein Thränen? Acht' auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher Sag' ihm einst, es sei fein Nächer? zu schäßen. Aller Sünden Schuld ist groß, Weil ste Gottes Recht verlegen, Das Recht, das Geseß, das bloß Uns von ihm einst ward gegeben, Daß wir dadurch sollten leben. 8. Hohn zu sprechen, und zu spotten, Können selbst Verruchte sich Wider dich zuſammenrotten; Lästern dein Gesetz und dich; Spotten, weil sie freveln wollen, Daß sie sich bekehren sollen. 9. Und das sollt' uns nicht erschüttern, Wenn wir sehn, was Laster ist? Wer darf's wagen, nicht zu zittern, Da du rein und heilig bist? Wer darf's wagen, ohne Grauen Auf die Zukunft hinzuschauen? 10. Welch Gericht muß auf die warten, Welche bis an ihren Tod In dem Sündendienst verharrten, Und, von dir gewarnt, o Gott! Ihre Besserung ver säumen, Bloß getäuscht von eitlen Träumen! 2. Sein Gefeß ist gut und heilig, Wie sein Wille selber ist. Eifrig ist der Herr und heilig, Der nie seine Ehr' vergißt. Sünden muß er ewig hassen, Kann nie ungestraft sie lassen. 3. Aber sind nicht manche Dinge, Die der Sünden Schuld erhöhn? Dann ist nicht die Schuld geringe, Wenn wir sein Gesetz verstehn, Seinen Willen gut erkennen, Und doch hin zur Sünde rennen. 4. Sünd'gen wir mit Ueberlegung Wider des Gewissens Zug, Achten wir auf keine Regung Von des höchsten Richters Fluch; So ist das, was wir vollbrachten, Schon 11. Ich erschrecke, Herr! ich für größern Grau'l zu achten. bebe, Daß mein Herz so oft 5. Hat dich Gott hervorgezovergißt, Daß, wenn ich nicht gen, Und mit Wohlthun übers heilig Lebe, Meine Hoffnung häuft, Und du bleibest dem ges Von der Sünde und ihren Folgen. 73 wogen, Was der Pflicht ent- ein, Dich zu fürchten, dir zu gegen läuft; So macht Undank leben, Dir sich gänzlich zu deine Sünden Größer noch; du ergeben! 3. H. Pratje. wirst's empfinden! Mel. 3ion klagt mit Angst und zc. 6. Haft du ſchon des Geiſtes 102. Alle Sünden ſchrei'n Gnade ges um Ueber schmeckt, Und du eilst zu dem den, der sie vollbracht. Gott hat Geschäfte, Davon Gott dich Höll' und Fluch der Sache Jeabgeschreckt; Wirst durch diese der Sünde zugedacht. Jesus litt Huld nicht besser; So wird für alle Pein; Alle müssen deine Sünde größer. strafbar sein. Sünden, die wir oft verlachen, können uns verdammlich machen. 7. Wenn dich nichts von außen reizet; Wenn die inn're böse Lust Nur nach solchen Dingen geizet, Deren Sünde dir bewußt: So ist dieses dein Vergehen Größer, als sonst, anzusehen. 2. Doch sie, wie man leicht ermisset, Wird nicht stets gleich arg verübt. Wer unschuldigs Blut vergießet, Wer die Sünden Sodoms liebt, Wer Verlaßne niederdrückt, Wer verdienten Lohn abzwickt; Der begeht solch eine Sünde, Die ich himmelschreiend finde. 8. Machen ganz besondre Gründe Gutes Beispiel dir zur Pflicht, Und du schäßest sie geringe; Aergerst, aber besserst nicht: Dann wird dieses dein Verbrechen Aerger, und der Herr wird's rächen. 9. Doch wer kann das alles zählen, Was Trop, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen,. Das der Thaten Sündlichkeit Vor des Höchsten Thron vermehret, Weil es ihn so sehr entehret? 10. Herr, laß mich dies wohl bedenken, Und entfernt von Sicherheit Meinen Gang stets also lenken, Daß ich mit Behutsamkeit Das nur thu, was dem gebühret, Der den Namen Christi führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde Klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte 3. Wer unschuldigs Blut erwürget, Ist vor Gott stets offenbar; Ob's die Erde gleich verbirget, Sieht der Himmel es doch klar. Rache ruft der Menschen Schaar, Die der Handlung Zeuge war, Und auf seiner Rache Spuren Sehen alle Greaturen. 4. Wer in geiler Unzucht lebet, Hurerei und Eh'bruch liebt, Und nach Sodoms Gräueln strebet, Und sich eifrig darin übt; Dessen Unfall ist nicht fern, Ihn verfolgt der Fluch des Herrn. Manern und Laß den Gebälte schreien: Frevler nicht gedeihen! 5. Manchem pflegt es oft zu glücken, Durch Verstand und Macht gestärkt, Wittwen, Wai 74 Von der Sünde und ihren Folgen. sen so zu drücken, Daß es auch Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zudir. kein Richter merkt. Aber ſollte 103. Wie kannſt du doch, dieser Gott denn auch verborgen sein? Nein! der Unterdrückten Sache Führet die ses Richters Rache. 6. Armen, die der Geiz ge dungen, Wird der saure Lohn entwandt; Brod, mit Tageslast errungen, Reißt der Wuchrer aus der Hand; Thut, was seine Habsucht will. Höchster! schweigst du dazu still? Nein! dein Nach'schwert wird die Sünden Dieser Ungerechten finden. 2. Beschau' dein Leben, das du führst! Betrachte deine Wege, Und sieh', ob du dich so regierst, Daß du gehst Gottes Stege? Hast du den Höchsten so verehrt, Wie sein Gebot von dir begehrt? Hast du ihn recht geliebet? 3. 7. Lob sei dir, du Herr der Welten, Der du in der Höhe wohnst, Und durch dein gerechtes Schelten Frevler nach Ach! schlecht hast du an ihn gedacht; Du folgtest deinem Willen. Dein Wunsch und Ziel Verdienst belohnst! Rächen war Tag und Nacht, Die Sünde wirst du Menschenblut, Rächen zu erfüllen. Du kehrtest zwar das entwandte Gut, Rächen in Angst und Noth Mit Thrädie gedrückten Kinder, Rachen nen oft wohl hin zu Gott; sodomitsche Sünder. Doch wieder bald zurüde. 8. Doch du bieteft deine Gnade Auch noch diesen Frev lern an, Rufft sie von dem Lafterpfade, Daß dein Spruch sie schonen fann. Gott! wie gnädig bist doch du! Hilf, daß jeder Buße thu', Und in Chrifto Gnade suche, Eh' dein Richterspruch ihm fluche! In Sicherheit so leben! Empfindest du denn feinen Schmerz? Bist nicht mit Angst umgeben? Ist denn nichts, was dich bange macht? Wie schlecht hast du bisher bedacht, Was du dir zugezogen! 4. Mit falten Lippen dienst du Gott; Weißt oft nicht, was sie lallen. Die Andacht ist dir oft ein Spott; Wie fann sie Gott gefallen? Du suchst nichts, als die Luft der Welt; Drum fannst du nicht, wie's Gott gefällt, zu ihm die Seele richten. 9. Gieb, o Gott, daß keine 5. Zwar Reue fällt dir öftSünden, Die zu dir um Rache mals ein; Geht aber bald vorschrei'n, Sich auf meiner Rech- über. Du wünscheft nicht, recht nung finden! Jedes Laster fromm zu sein; Das Sünd'gen will ich scheu'n. Bin ich nicht ist dir lieber. Recht festen Vor ganz rein und gut; So laß Jesu saß hast du nicht, Weil ihn Chrifti Blut, So laß Jesu die Lust oft unterbricht, Die Christi Beten Mich bei dir, o dich zur Sünde leitet. Gott, vertreten! 3. H. Pratic. 6. Du läßt die Andacht bald Von der Sünde und ihren folgen. 75 vergehn; Sie währet niemals Sünde thun und sicher sein, lange. Die Wollust däucht dir gar zu schön; Das Kämpfen macht dich bange. Du suchst die breite Sünderbahn. Es fommt dir gar zu lieblich an, Nach deinem Sinn zu leben. Sich mit falscher Tugend schmeicheln, Und dann sagen: Ich bin rein! Selbst sein Elend nicht empfinden: Welche bittre Frucht der Sünden! 2. Wer so schläft, ohn' allen 7. Erwache doch, o sichres Kummer Um der Seele Seligkeit, Herz; Bereue deine Sünden! Eingewiegt in tiefen Schlummer Noch läßt sich Gott auf Reu' Einer trägen Sicherheit, Ach, und Schmerz, Wie vormals, wie fürchterliche Schrecken Wergnädig finden. Wie oft hat den ihn dereinst erwecken! er dir Huld erzeigt! Hast du dein Herz zu ihm geneigt; Hat er die Schuld vergeben. fliehest, Was schon Menschen 3. Bist du, wenn du das nur fliehen, rein? Wenn du dem dich 8. Jch weiß, er läßt sich auch nur entziehest, Was sich Heiden jezund Voll Güt' und Liebe nicht verzeihn? finden. Entsage nur von Herscbon, nichts verbrechen, Was Ist's genug zensgrund Und redlich deinen der Menschen Strafen rächen? Sünden! Ja, fomm', beweine deine Schuld! Faß gläubig seine Baterhuld! Sie wird fich dein erbarmen. 9. Kehr' dich zu Gott! Gott wird auch sich Mit Gnade zu dir kehren. Doch faß den Vorsas, niemals dich Mit Sünden au beschweren! Verfluch' und baj', was fündlich heißt! Dann wird dir Gott den neuen Geist, hm recht zu dienen, geben. 4. Bist du darum fromm und besser, Darum Gottes Kind und Freund, Weil des Nächsten Schuld dir größer, Als die deinige erscheint, Und an eines andern Sünde Man dich rein und schuldlos finde? 5. Oder weil aus äußern Werken, Und oft bloß aus ihrem Schein, Sich bei dir der Wahn will stärken, Angenehm vor Gott zu sein? Oder weil verhehlte Sünden Menschenblicke nicht ergründen? 10. Nun, Gott, nimm mich durch Jesum an, Und laß mich vor dir leben! Vergieb, was ich bisher gethan! Laß mich 6. Darum sollt'st du, wollt'st fort eifrig streben, Dir treu du wähnen: Ich bedarf der Buße zu sein, durch deine Kraft Im nicht? Keiner Reue, keiner ThraRampfe gute Ritterschaft Bis nen, Keiner bessern Zuversicht? in den Tod zu üben! Darum dich zu Gottes KinAnton Ulrich, Herz.z.Braunschweig.- Lüneb. dern Zählen? und nicht zu Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. den Sündern? 104. Seinem eignen Her7. Nein, dies Blendwerk eitzen heucheln, ler Lügen Täusche deine Seele 76 Von der Sünde und ihren Folgen. nie; Müsse nie dein Herz be-| geschmückt, Von innen doch trügen! Denn was haßt Gott voll Asch' erblickt. mehr, als sie! Sie, die dir den wahren Glauben; Sie, die Gottes Huld dir rauben! 3. Die Frömmigkeit liebt kein Verstellen; Sie braucht der falschen Schminke nicht. Die sich 8. Keine Sünde mußt du den Heuchlern zugesellen, Ver lieben, Auch den Wunsch nach meiden gern der Wahrheit Licht. Sünde nicht! Nein, in allen Wer ein rechtschaffnes Wesen deinen Trieben, Frei von fal hat, Beweist es auch mit Wort scher Zuversicht, Mußt du lie- und That. ber Thränen weinen, Als nur bloß unschuldig scheinen. 4. Ach, laß mich deiner ja 9. Weißt du nicht, wie oft thut ein Heuchelchrift. nicht spotten! Denn solches Du man fehle Auf der Bahn der dräuest, alles auszurotten, Was Heiligung? Wann bedarf hier Schein nur, aber Kraft nicht eine Seele Keiner größern Rei- ift. Vor deinem hellen Ange nigung? Warum wollt'st du nicht Bleibt Sünder und bleibt dich verblenden, Und dir selbst Heuchler nicht. dies Heil entwenden? 10. Streite wider deine 5. Bekenn' ich dich mit meiLüfte, Fliehe Stolz und Sinem Munde; So las mir's cherheit! Muthig tampfe, wie auch von Herzen gehn! Laß ein Chrifte; mich in deinem Gnadenbunde Eitelkeit, Daß du nicht ver- Durch frommen Wandel feste geblic ringest; Sondern ganz mich bethör, Noch in der Ein stehn, Daß feine Faschbeit zum Ziele dringest! falt Chrifti stör'! Aber rein von I. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 105. Mei ein Gott! du prüfest Herz und Nie ren; Du siehest die Gedanken ein. Du weißt, was wir im Sinne führen, Und hasseft allen falschen Schein. Du bringest alles an den Tag, Was noch 6. Was hilft es, vor den Menschen prangen, Vor Got tes Augen häßlich sein? Soll ich den wahren Schmuck erlangen, So fleide mich in Tugend ein, Die ungefärbt und lauter ist! Die liebet nur ein wahrer Christ. 7. Sie giebt mir auch ein so tief verborgen lag. f gut Gewissen, Im Kreuze Trost 2. Laß mich in meinem Christenthume Die Heuchelei von Herzen fliehn! G8 dienet mir zu feinem Ruhme, Wenn ich den Gräbern ähnlich bin, Die man von außen schön und Freudigkeit, Und wenn sich einst die Augen schließen, Ge schieht es ohne Angst und Leid. Mein Tod befördert mich dahin, Wo ich vollkommen heilig bin. B. Schmolck. Von der Sünde und ihren Folgen. Mel. Herzliebster Jefu, was 2. ben, Uns heiligen und stärken, 106. Gott! wo ist Wel, alle Sünden Zu überwinden! wo Elend auf der Erde, Das von der Sünde nicht geboren werde? Meist enden sich des Lasters süße Freuden In bittre Leiden. 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, Uns Licht gab, uns vom Sündendienst entwöhnte, Lust gab und Trieb, auf deiner Bahn zuwan2. O wären wir, vom Jüng- deln, Und recht zu handeln! ling bis zum Greise, Gehorsam 10. Laß uns denn immer deinem Willen, gut und weise; mehr geheiligt werden, Dir Was würden wir mit freudigem stets gehorsam, dir getreu auf Gewissen Für Glück genießen! Erden, Thun, was du willst, 3. Denn zahllos, schön und bis wir, zu dir erhoben, Dich herrlich sind die Gaben, Die ewig loben! 3. A. Cramer. wir von dir zu wahren Freuden haben. Wo wandelt nicht Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. der Tugend Heil und Segen 107. Gott! du biſt heilig gerecht allen deinen Wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser Knecht; Den Frommen frönt dein Segen. Auf ihm ruht deine Baterhuld; Der Böse träget seine Schuld, Ihn treffen deine Strafen. um alles zu zerrütten, Fr 2. Du bist der Herrscher schüttert Thronen, und verwü- aller Welt. Nach heiligen Ge stet Hütten, Trübt jedes Se- feßen, Die deine Weisheit gens Quell, droht allen Tagen Mit neuen Vlagen. 4. Wie würde jede wahre Lust auf Erden Erhöht, und jede Last erleichtert werden, Wofern der Mensch den Täuschungen der Sünde Stets widerstünde! 5. Doch ach! sie herrscht, 6. Wann fönnen Sünder froh zum Himmel schauen? An dich gedenken ohne Furcht und Grauen? An Tod und Grab, und an ein ewig Leben; Und nicht erbeben? festgestellt, Must du die Menschen schäßen; Must Üebertretern Strafe drau'n, Und, wenn sie sich vor dir nicht scheu'n, Die Strafe auch vollziehen. 3.Herr! dein heiliges Gericht Entdeckt sich schon auf Erden. Du läsfest, fürchten 7. Die Lust zum Bösen fesselt wir dich nicht, Uns hier schon fie und wüthet; Sie leiden selbst inne werden, Daß du auf durch das, was sie gebietet, Um unsre Thaten siehst Und ein neidisch zu verwandeln andrer gerechter Richter bist, Freuden In Gram und Leiden. Böse heimzusuchen. 8. Wie können wir dich, Gott, genug erheben, Daß du uns sen an, führen willst den Weg zum Le- streben, Das 4. Es flagt uns das GewisWenn wir dir widerund sagt uns, daß wir Von der Sünde und ihren Folgen. Durch unser böses| det; Erlangt die wahre WeisEs raubet uns die heit nicht, Die uns mit ihm verbindet. Herr, laß doch nicht durch mein Vergehn Der Sünde Nacht in mir entstehn; Laß mich im Lichte wandeln! 78 mißgethan Leben; inn're Ruh', Und spricht uns die Vergeltung zu, Die unsre Schuld verdienet. 5. Oft stäupst du hier den Sünder schon Für seine bösen Thaten, Und läsfest ihn in Schmach und Hohn Und andre Noth gerathen. Hat ihn der Sünden Lust erfreut, So muß er auch das Herzeleid, Das fie gebiert, empfinden. 2. Wer Sünde thut, tritt Gottes Wort, Tritt Christi Blut mit Füßen, Eilt schnell in sein Verderben fort, Beschweret sein Gewissen. Bewahre, Herr, durch deine Hand Mein Herz vor solchem Unverstand, Der dich und Jesum schändet! 6. Jedoch, o Herr, zur Besferung, Strafft du noch hier die Sünder, Und züchtigst auch zur Heiligung Oft deine schwachen Kinder. Wohl dem, der deinen Willen lernt, Vom Sünden pfade sich entfernt, Und deiner Zucht gehorchet! 7. Den aber trifft dein Zorn gericht, Das unaufhörlich währeizte! ret, Der in der Zeit der Gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Kein Gutes mehr, kein Glück, fein Heil; Nein! lauter Elend ist sein Theil, Von innen und von außen. 8. Herr! dies bezeugt dein klares Wort: Wahrhaftig ist dein Dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den Weg der Sünde scheuen! Erbarm' dich unser allesammt, Daß niemand unter uns verdammt, Daß jeder selig werde! H. E. Heeren. 3. Wer Sünde thut, ver lacht den Herrn, Und haßt sein eignes Leben; Bleibt von dem Reiche Gottes fern, Mit Blindheit ganz umgeben. Wie thöricht wär' ich, o mein Gott, Wenn deiner theuren Gnade Spott Zum Sündendienst mich 4. Wer Sünde thut, nährt falschen Wahn, Liebt Träume, welche trügen, Und wandelt auf der finstern Bahn Des Vaters aller Lügen. Hilf, treuer Gott, daß nimmermehr Betrug der Sünde mich bethör Und in's Verderben stürze! 5. Wer Sünde thut, der unterdrückt Und schwächt die Seelenfräfte; Wird frech, stolz, blind und ungeschickt 3um Heiligungsgeschäfte. Weh' mir, wenn sich mein Herz verstockt, Da Gottes Stimme ruft und lockt, Die Stimme eines Vaters! Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. er Sünde thut, 6. Wer Sünde thut, von dem entflieht Der Herr mit seiner 108. Wer liebt nicht das Gnade; Verkehrt, verstockt wird Licht, Das Gott uns angezün fein Gemüth. O welcher See 79 Der göttliche Rathschluß unserer Begnadigung. lenschade! Was hilft mir wohl| Freuden; Verzagt in Noth, hat der Name: Christ, Wenn Gott keinen Muth In Prüfung, von mir gewichen ist? wär' er stets der meine! Ach, Schmerz und Leiden. Gott, mache mich durch deine Kraft Behutsam und gewissenhaft, Und schenk' mir deine Freuden! 7. Wer Sünde thut, ist, als ihr Knecht, Mit ihrem Joch beladen; Er ist verflucht, und hat kein Recht An ihm, dem Gott der Gnaden. Dir dienen, Herr! ist mein Beruf, Zu dem mich deine Weisheit schuf; Laß mich ihn treu erfüllen! 8. Wer Gott verläßt und Sünde thut, Beraubt sich aller 9. Wer Sünde thut, steht schreckenvoll Sein letztes Ende kommen; Die Hoffnung, die ihn trösten soll, Ist seinem Geist benommen. Gott, mache meine Seele neu, Damit mein Abschied fröhlich sei, Mein Zugang zu dir fröhlich! J. F. Mudre. Der göttliche Rathschluß unserer Begnadigung. Mel. Werde munter, mein Gemüthe.| Sündern ewigs Leben Durch 109. Mit bewunderndem des Sohnes Tod zu geben. Gemüthe Wag' 4. Doch bestimmte Gott, ihr ich, Höchster! einen Blick In Sünder, Auch die Ordnung den Abgrund deiner Güte, In eures Heils. Die nur werden mein fünftig ewges Glück. Tief Gottes Kinder, Die ihr folgen anbetend schau' ich an, Wie die ihres Theils. Gottheit lieben kann. Heil uns! den Heiland gläubt, Und ihm wir verlorne Sünder Werden treu ergeben bleibt, Der foll wieder Gottes Kinder. nicht verloren gehen; Sondern Heil und Leben sehen. Nur wer an 2. Dank sei dir, du Gott der Liebe, Daß du dich erbar- 5. Da du keinen zum met hast, Und aus väterlichem Verderben Ohne Grund be Triebe Den allweisen Rath ge- ftimmet haft; Tragen Sünder, faßt, Der verdammenswerthen wenn sie sterben, Ihrer eigWelt Durch ein theures Lösegeld, Durch des eignen Soh nes Sterben, Gnad' und Segen zu erwerben! nen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn. Sein muthwillig Widerstreben Schließt ihn aus vom Heil 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen! Welche Huld und und Leben. Freundlichkeit Eines Gottes, 6. Ewig werde, Herr, besunder uns Armen Väterlich die gen, Was dein Rath beschlossen Hände beut, Und des Sohnes hat! Mit uns preisen Engelfelbst nicht schont, Der in seizungen Diesen weisen, beilnem Schooße wohnt, Um uns gen Rath, Den der Glaub' in 80 Der göttliche Kathschluß unserer Begnadigung. Demuth ehrt, Die Vernunft er- Kann er aus seiner Sündenstaunend hört. Tiefen, die sich noth Sich selber nicht erlösen. darin finden, Lassen nie sich ganz ergründen. 7. Laß mich, Vater, dahin streben, Meines Heils gewiß zu sein! Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht fen lassen, Mit Güt' uns, mit und Kraft Den dein Geist in Barmherzigkeit, mir geschafft, Mir zum Zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem rechten Wege! Mit Vaterhuld umfassen. Uns zu erretten, wollt' er nun Der Gnade größtes Wunder thun, Und Sünder selig machen. 8. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des 5. Er sprach zu seinem lieben Lebens stehn! Alsdann werd' Sohn: Wir wollen uns erich ohne Grauen Meinem Tod' barmen. Steig einst hinab von entgegen sehn, Du, mein Va- deinem Thron, Und sei das ter! liebest mich; Keine Crea- Heil der Armen! Hilf ihnen tur wird mich Deiner Hand aus der Sündennoth; Für sie entreißen können, bestege du den Tod, Und laß deiner Liebe trennen. sie mit dir leben! Noch von 3. 3. Rambach. Er kann durch eigne Tugend nicht Des Richters heiligem Gericht Und seinem Fluch ent gehen. 4. Gott sah dies Elend vor der Zeit Und wollt' uns hel6. Der Sohn, der ihm gehorsam war, Erschien für uns auf Erden, Wo eine Jungfrau ihn Mel. Nun freut euch, lieben Chriften. 110. Mun, Chriften, laßt gebar. Mein Bruder wollt' er fröhlich sein, Gott Preis und Ehre bringen, Von Herzen seines Heils uns freun Und seine Huld besingen, Erheben seiner Liebe Rath, Die uns so hoch begnadigt hat! Wie theu'r sind wir erworben! Unschuldig war er und gerecht, Und ward doch niedrig, ward ein Knecht, Um Sünder zu erlösen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Dir soll's mit mir gelingen. Ich selber opfre mich für dich, Ich will dein Denn ich bin 2. Durch Adams Fall und Satans Neid Ging jeder Heil erringen; Mensch verloren, In Sünd' dein, und du bist mein, Und und Ungerechtigkeit Empfan- wo ich bin, sollst du auch sein; gen und geboren. Sich selbst Uns soll der Tod nicht scheiden. gelaffen machet er Auch seiner 8. Vergießen wird man zwar Schuld selbst täglich mehr; mein Blut, Das Leben selbst mir Kann selbst sich nicht erretten. rauben; Doch leid' ich dieses 3. Zu wahren guten Werken dir zu Gut. Das halt mit todt, Geschäftig nur zum Böfen, feftem Glauben! Dein Unrecht, 81 Der göttliche Rathschluß unserer Begnadigung. sprach der Sohn, sei mein, Und soll'n wir Verworfen bleiben, mein Verdienst, o Jünger, dein; Gott, von dir? Du bist ja So sollst du selig werden! unser Schöpfer! 9. Den Himmel nehm' ich wieder ein, Um ewig dir zu leben; Da will ich dein Beherrscher sein, Und meinen Geist dir geben. Der soll dich lehren, dich erneun, Mit Trost in Trübsal dich erfreun, Und dich zum Himmel leiten. 10. Das, was ich that, und er dich lehrt, Das sollst du thun und lehren. So werde stets mein Reich vermehrt zu meines Vaters Ehren. Das glaub', und nie nimm Men schenwahn Für diesen Schaß der Wahrheit an; So wirst du selig werden! M. Luther. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht ic. 111. Durch Adams Sünde kam der Tod Auf alle seine Kinder. Wir fielen auch, wie er, o Gott! Und Sün der zeugen Sünder. Wie unrein ist, wie strafbar nun, Was wir begehren, was wir thun, Durch unsern Hang zum Bösen! 2. Mit welchen Gräueln, Gott, entweiht Sich jeder nun auf Erden, Bestimmt zuvor zur Seligkeit, Bestimmt, dein Ruhm zu werden! Wie elend ist, wer's auch nicht glaubt; Wie frank vom Fuße bis zum Haupt! Ach, welch ein Sclav des Lasters! 3. Soll Adams fündiges Geschlecht, Verloren im Verderben, 3um Guten immer mehr geschwächt, Wie du gedroht hast, sterben? Ist keine Rettung da? 4. Ach! Adam, ach! er ward verführt Durch Satans Neid zum Falle, Und dieser Mörder triumphirt, Daß wir nun sterben alle. Ach! alle, Gott! der Seligkeit Beraubt und elend in der Zeit, Und elend nach dem Tode! 5. Ich will, so sprach der Sohn, mich dir Für sie zum Opfer geben. Gieb mir ste, Va ter, gieb sie mir; Laß Adams Kinder leben! Erbarme der Verführten dich; Laß deiner Gnade Größe sich An ihnen offenbaren! 6. Bewilligt wurde, was er bat; Gott gab ihm Adams Kinder. Versöhne, sprach er, ihre That! Dann schon' ich dieser Sünder. Vergieß für fie dein theures Blut! an dich glaubt und Buße thut, Soll leben, ewig leben. Wer 7. Der erste Sünder schon vernahm Der Gnade sanfte Stimme. Noch mehr vernahm schon Abraham Das Süße dieser Stimme. Noch heller Moses; herrlicher Ein David; o! wie scholl sie, Herr, Den späteren Propheten! 8. Wie deutlich wußt' auch nicht dein Rath In wohlgewählten Bildern Die Büßung unsrer Missethat, Die du versprachst, zu schildern! Des Opferdienstes innrer Sinn Wies auf ein höhres Opfer hin, Auf's Opfer des Messias. 9. 3u helfen eilte dieser her. O, daß die Welt es wüßte! Macht 6 M 82 Der göttliche Rathschluß unserer Begnadigung. Bahn! macht Bahn! so ruft| Den die Lieb' erwählet hat! umher Der Herold in der Wüste, Gottes Sohn soll Mittler sein, Macht eben Hügel, Berg und Und die Welt vom Fluch beFeld! Bald wird der Heiland frein. aller Welt, Der Heiden Troft, erscheinen. 3. A. Cramer. agal parengmmer Mel. Nun kommt der Heiden zc. ions Tochter, sei er9. Gott macht diesen neuen Bund Nicht allein durch Lehrer fund; Auch ein jedes Opferthier, Jesu! ward ein Bild von dir. 10, Komm! so seufzte Eva Komm'! so seufzte Si Komm'! sprach jede 112.3ions freut! Die von Gott schon; bestimmte Zeit Jst zu deinem meon; Trost erfüllt Und dein ängstlich fromme Seel'; Komm'! schrie Flehn gestillt. man in Israel. 2. Der, den Gott im Para- 11. Frohe Zeit, der Christ ist dies Der gefallnen Welt ver- da. Christen, singt: Hallelujah! hieß, Hat sich der gefallnen Welt Jauchzend nehmt den König an, Als ihr Retter dargestellt. Der euch selig machen kann! 3. Adams Fall bracht' uns in Noth; Auf die Sünde kam der Tod. Alles, was von Adam stammt, Ist nun fünd lich und verdammt. 12. Große Liebe, große Macht Hat ihn in die Welt gebracht. O wie zärtlich ist sein Trieb! Seele! hast du ihn auch lieb? 13. Sei willkommen, Trost der Welt, Schlangentreter, Sieger, Held, Sündentilger, Got teslamm, Blutsfreund, Bruder, Bräutigam! 14. Heiland, komm' doch auch 5. Durch des Satans Schmeizu mir! Komm', vereinge mich chelei Kamst du in die Sclaverei, mit dir! Denn das acht' ich Du verlorst dein schönes Theil, für Gewinn, Wenn du mein Und wardst deinem Gott ein bist, ich dein bin. Gräu'l. 15. In dem Tod und vor Bleibt dies meine Zu 6. Wer ist, der den Herrn Gericht versöhnt, Den du gröblich haft versicht, Daß du mir zu Gut', verhöhnt? Dir, ja selbst der Herr Christ! In die Welt ge Engel Heer, Ist dies hohe kommen bist. Werk zu schwer. ist 4. Armes menschliches Geschlecht, Fürchte dich! Gott ist gerecht. Er verschließt die Him melsthür. Wehe dir! ach, wehe dir! 7. Schau', wie gütig Gott Mel. Nun danket alle Gott. doch ist! Da, da du ſein Feind 113. Laßt uns mit frohem Dank noch bist, Ueberlegt er, wie dein Wohl Hergestellet werden soll. trasas 8. O geheimnißvoller Rath, Wahrheit preisen, Der das er füllet hat, Was er schon längst verheißen.Gott, welcher Bund unserer Begnadigung. 83 Der göttliche Rathschluß und Treu' Und Glauben ewig hält, Hat zu uns hergesandt Den Heiland aller Welt. 2. Längst hoffte Israel, Längst sehnten sich die Väter Mit wartender Begier Nach ihrem Schuldvertreter. schrie ihr Wunsch, 7. Heil uns! mit uns ist Gott, Die Hoffnung gläubger Väter, Das längst gewünschte Licht, Der ganzen Welt Vertreter. Versammelt, Völker, euch; Versammelt euch zum Herrn! Freut, Ist noch, so Erdbewohner, euch! Freut euch Der Tag des fein! dient ihm gern! Herrn nicht nah'? Wie lange d harrt er noch? Ach, wär' er doch schon da! 3. Sie eilt, fie kommt, die Zeit, Die Gott nach seinem Willen Bestimmt, um das, was er Versprochen, zu erfüllen. Der große Tag des Herrn, Der Tag des Heils ist nah'; Denn der, der ihm den Weg Bereiten soll, ist da. m 4. Laut schallt das frohe Wort: Der Herr kommt! es verbreitet Sich überall der Ruf: Erwachet und bereitet Dem, der da kommt, den Weg! Macht ihm, dem Retter, Bahn! Macht Bahn; dereitet euch, Ihn würdig zu empfahn! Citige Eigene Melodie. 114. Gott ſei Dank in aller Welt, Der sein Wort beständig hält, Und der Sünder Trost und Rath Zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schaar Sehnsuchtsvolles Wünschen war, Und noch mehr, als man erbat, Das erfüllte Gottes Rath. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn, Davids Herr vom Himmelsthron! Licht der Seelen, ewigs Heil Ward durch ihn der Welt zu Theil. 4. Menschenfreund! wie dank' ich's dir? Schenke dieses Heil 5. Er kommt, von Gott ge- auch mir, Das du unter vieler fandt, Der Völker Trost und Last Für die Welt bereitet haft! Segen, Und Gnad' und WahrDeiner Hülfe mich zu heit glänzt Auf allen seinen Laß mein Herz dein Wegen. Er kommt, um seine Mach' es, wie du Welt Vom Elend zu befrei'n, Rein von schnöder Das menschliche Geschlecht Zu segnen, zu erfreun. 6. Auf, Menschen, kommt, laßt uns, Den Gott der Wahr heit preifen! Er hat erfüllt, was er Aus Gnaden hat verheißen. Nie fehlt, was Gott verspricht, Sein Wort bleibt ewig stehn. Sinft, Berge! Welt, fall' ein! Dies Wort fann nie vergehn. 5. freun, eigen sein! gerne thust, Sündenluft! 6. Wie du huldreich, als du famst, Unsre Rettung übernahmst; Also sei auch deine Treu' Mir mit jedem Morgen neu! 7. Deine Wahrheit leuchte mir Bei dem allen, was ich hier Zur Befördrung meiner Ruh' Denke, wünsche, wähl und thu'! 8. Tröfte kräftig meinen Sinn, 6* 84 Von der Person Jesn. Wenn ich voller Kummer bin;| fürst, Herrlich wiederkommen Hilf zum treuenTugendlauf Mei- wirst, Froh dir mög' entge ner Schwachheit mächtig auf! gensehn, Und gerecht vor dir 9. Daß ich, wenn du, Lebens- bestehn! H. Held. Von der Person Jesu. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. Hunger, Kummer, Mattigkeit 115. Daß Gottes Sohn, Ertrug er mit Gelaſſenheit. der Herr und Christ, Mein Bruder und Er löser ist, Dies faffet die Vernunft zwar nicht; Doch glaub' ich's, weil's die Bibel spricht. Sein Körper schwiste blutgen Schweiß, Er gab ihn allen Martern preis; llnd nach vollbrachtem Lebenslauf Gab er den Geist im Sterben auf. 2. Nicht nach Gesetzen der Natur; Nein, durch des Höchsten Allmacht nur Hat die, die Gott dazu erfor'n, Maria, ihn als Mensch gebor'n. 3. Die Schrift legt unserm Aug' und Ohr Sein ganz Geschlechtsregister vor; Šie lehrt uns, daß von Abraham Er sei ner Menschheit Abkunft nahm. 9. Ich freue mich, o Men schensohn! Daß Menschheit auf dem höchsten Thron, Den fie in dir von Gott erlangt, Im Glanz der höchsten Gott heit prangt. 10. Mein Bruder, sieh' mich gnädig an, Daß ich einst zu dir fommen kann! Du liebest ja dein Fleisch und Bein; 4. Er heißet Mensch und Ach, laß mich ganz dein eigen J. J. Rambach. Menschenkind, Wie andre Men sein! schenkinder sind; Heißt Weibessame, Davids Sohn Und Erbe von desselben Thron. Mel. Nun lob mein Seel den u. 5. Hat doch auch mein 116, Mein Heiland! deine Größe Geht über Immanuel, Wie andre Men- alle Himmel weit. Wer ist, der schen, Leib und Seel', Verstand sie ermesse? Du warst bei Gott und Willen, Fleisch und Bein; in Ewigkeit. Du bist der Erst Wie sollt er nicht mein Bruder sein? geborne Vor aller Creatur, Kamst zwar für uns Verlorne In menschlicher Natur; Doch in der Menschheit Orden Tratst du erst in der Zeit, Eh' noc die Welt geworden, Lebt'st du in Herrlichkeit. 6. Ist gleich von Sünden feine Spur An seiner mensch lichen Natur; Kann diese doch wahrhaftig sein. War Adam Anfangs nicht auch rein? 7. Die Schwachheit, die nicht sündlich ist, Empfand er gleichfalls, Jesus Chrift; Durst, 2. Der Himmel und die Erde Sind auf dein kräftig Wort ge macht. Auf dein Wort, Herr: Von der Person Jesu. 85 Von uns auch, Herr! zu nehmen, Uns, deinem Eigenthum. Es werde! Entstand die Welt Werth bist du, Preis und Ruhm mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; Auch uns schuf deine Hand, So wie das Reich der Geifter, Die dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über alles, Das ist dein ewger Ruhm! Drum jammert dich des Fal les Von deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre Und bete dich voll Demuth an. Beschäme und befehre, Die dir noch nicht sind zugethan, Die deinem Wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge 3. Du trägest alle Dinge Ehre rauben! Theil ihnen Durch deiner Allmacht starkes Gnade mit, Dich gläubig zu Wort; Das Große, das Ge- erkennen! Laß nichts, die dich ringe, Geht bloß durch deinen erkannt, Von deiner Liebe Willen fort. Sohn Gottes! trennen! Dein Ruhm füll' J. J. Kambach. bu regierest Den ganzen Kreiß jedes Land! der Welt. Weil du das Scep- mice ter führest, Geschieht, was dir Mel. Wie schön leucht't uns der 2. gefällt. Bei dir ſteht Tod und 117. Dich, o mein Gott und Vater, Leben; wird einst jede Gruft Die Todten wiedergeben, Wenn deine Stimme ruft. preift Mein Mund, und mein erlöster Geist Soll ewig dich erhe4. Gott läßt dir Ehr' er- ben. Für den, der dich beleidigt zeigen, Die feinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth! hat, Für mich, haft du nach deinem Rath Den liebsten Sohn gegeben. Vater! Vater! Bösen Du bist Kindern, Armen Sündern, Die Wer auf dich fränken, Willst du Heil Der für Strafe schenken. das Heil der Erden! dein Wort nicht hört, aber dich verehrt, kann nicht selig werden; Wer 2. Dein Sohn fam von Dem hilfft des Himmels Thron. Wen du vom Verderben, Schaffst sely' ich? einen Menschensohn, ihm Zufriedenheit, Und machst Mir gleich; doch ohne Sünde. ihn einft zum Erben Voll- Des Vaters Herrlichkeit und fommner Seligkeit. He Huld, Der Menschen Fluch, 5. Wie herrlich ist dein Name doch frei von Schuld, Find' Schon jetzt, o Herr, in aller ich an diesem Kinde. Bruder! Welt! Dich preift der fromme Bruder! Dein Erscheinen Giebt Same, Der glaubig dir zu Füßen fällt. Dich preifen Seraphinen, Erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? den Deinen Kindesrechte. Frei durch dich sind Sündenknechte. 3. Darum, weil du, Herr Jesu Chrift! Gott, und doch wahrer Mensch auch bist, Konnt'st du der Mittler werden, Der Gott, 86 Von der Person Jesu. und Menschen ganz vereint.| um dessen hohen Thron Engel Bis hierher war Gott unser stehen, ihm zu dienen, Nahm Feind, Sein Fluch lag auf der die wahre Menschheit an, That, Erden. Mittler! Mittler! Dein was niemand sonst gethan.e Erbarmen Hilft mir Armen. Die nur gläuben, Sollen nicht im Tode bleiben. tinhos 2. Die bestimmte Gnadenzeit, 3u erlösen, was verloren, War erfüllt: der Welt zur Freud' Ward Mensch Gottes Sohn ge boren. Seht, was er für uns Den Namen: Jesus gethan! Betet ihn, o ChriGerecht und Helfer sten, an! follt'st du sein; Du bist's, du 3. Er verließ den Himmels bist es ganz allein, Den meine thron, Ward ein Mensch; doch Seele liebet. Jesu! Jesu! Hilf die Sünden Ueberwinden! Hilf mir gläuben! Hilf mir treu im Sterben bleiben! 4. Ich glaube, Herr! du hilfst auch mir. Ich glaube, weil der Engel dir giebet. Dennoch blieb er Machte mich zu ohne Sünde! Gottes Sohn, Gottes Kinde, Nahm an unsrer Schwachheit Theil Und erwarb mir alles Heil. 5. Gott hat dich mir zum Christ gemacht, Und mir die 4. Nicht der Seraphim NaSalbung zugedacht, Die dir Gott hat gegeben. Durch dich, der du ganz heilig bist, Bin ich gesal bet als ein Christ, In und mit dir zu leben. Christe! Christe! Du bist heilig! Ich bin freilich Unvollkommen; Mich zu suchen, bist du kommen. tur Nahm er an, nicht englisch Wesen; Unsre Menschheit hat er nur zur Verein'gung sich erlesen. Menschen! wie seid ihr erhöht, Daß ihr Gott im Menschen seht! he d 5. Heilig müff euch fünftig sein Eure Menschheit, Gottes Tempel! Nehmt, Gott Leib und Seel' zu weihn, Euren Bruder zum Erempel! Heilig sein macht euch zur Pflicht; Schändet eure Menschheit nicht! 6. Komm' in mein Herz, wie in die Welt. Wenn noch mein Herz dir nicht gefällt, So bild's nach deinem Herzen! Bist du, mein Heiland, Schuß und Licht; So macht dereinst dein streng's Gericht Mir keine bange Schmerzen. Freudig Sing' ich Heilge Lieder, Wenn ich wieder Auferstehe. Ehre sei Gott in der Höhe! C. T. Schröer. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Sei getrost und weine nicht; Freul dich, menschliches Ges in unserm Fleisch erschienen; Er, schlechte! Gottes Engel selbst ver 118. Menschen, freut euch! Gottes Sohn Ist 6. Gott sei Dank! nunmehr sind wir nicht verdammet, nicht verloren. Der gerecht macht, Gott, ist hier, Üns zur Ret tung Mensch geboren, Ift uns Rath und Kraft und Held. Glaub' an ihn doch, Sünder welt! Von der Person Jesu. 87 spricht Heil dem menschlichen| Starbst, daß wir leben möchten, Geschlechte. Jauchzt! getilgt ist Fluch und Weh; Ehre sei Gott in der Höh'! Erhubst uns zu Gerechten Und Erben deines Reichs. 3. Laß uns stets mehr erkennen, Wie hoch du uns ges geliebt, llnd in der Lieb' entbrennen, Die Kraft zur Tugend giebt! Laß in des Todes Schrecken Uns einst noch sehn und schmecken, Wie freundlich du, Herr, bist. 4. Du Schöpfer aller Dinge, Der du allmächtig bist, Durch Mel. Herr Chrift, der einge G. c. den ich das vollbringe, Was 119.Chrifte, Eingebor- Gott gefällig iſt! Hilf, daß mich Ewigkeit gezeugt! Des Vaters Auserkorner, Zudem sein Herz sich neigt! Eins mit ihm nach dem Wesen, Bleibst du, wie du gewesen, Der Glanz der Herrlichkeit. von dir mich fehre, Nicht Lust, nicht Leid der Welt! 5. Laß uns, mit dir begraben, Mit dir auch auferstehn; Mit dir zu Gott erhaben, Nicht auf 2. Für uns ein Mensch ge- das Eitle sehn; Dich kennen boren, Der keuschen Jungfrau und dich hören, Nach dir allein Sohn! Zu suchen, was verloren. begehren, Dein todt und lebend Erlittst du Qual und Hohn, sein! A. Knöpken. 8. Wann werd' ich, o Jesu! wann Dich als meinen Bruder füssen, Und, von dir gefrönt, alsdann Deine Herrlichkeit genießen? Komm'! fomm' bald! o wärst du da! Doch du kommst; Hallelujah! Stront deAuf Marien Verkündigung. on 16 m2 Mel. Was mein Gott will ic. 120. reu' dich, du werthe Kam Gottes Sohn Zu uns herabgegangen. Dies Werk ist groß. Christenheit! Dies Mariens Schooß Hat ihn als ist der Tag des Herren, Der Kind empfangen.hildndone Anfang unsrer Seligkeit, Den 3. 3. Sie hört vom Gott zu seinen Ehren Nach Engel Gabriel, Sie solle ihn gebäseinem Rath Erwählet hat. ren, Der ganzen Welt ImGott, laß es uns gelingen, 3u manuel, Den großen Herrn deinem Preis( Stärk unsern der Ehren. Dies Wort war Fleiß!) Ein Danklied dir zu zwar Ihr nicht recht flar, singen! Noch weniger die Sachen; Doch glaubte sie, Gott werde nie Sich selber wortlos machen. 4. Wohl uns! wie selig unfre Zeit! Wie herrlich unser Orden! Denn er, der Herr der Herrlich2. Wahrhaftig ist des Höchsten Wort. Was er einmal zujaget, Jft und bleibt Wahrheit immerfort, Wenn schon die Welt verzaget. Vom höchsten Thron 88 Auf Marien Verkündigung. feit, Ift unser Bruder worden. wir Nun Kinder hier, Und Wir bitten dich, Gott, inniglich: dort des Himmels Erben. Lehr' deinem Wort uns trauen! Wir glauben hier; Dort ver den wir Dies Wunder näher schauen. p. Hagins. Mel. Durch Adams Fall ist 2c. 121.N un ist der Tag der Seligkeit Den 5. Troß sei nun dir, du Seelenfeind, Troß allen deinen Pfeilen! Denn unter uns wohnt unser Freund, Der stark ist, uns zu heilen. Hier ist der Held, Der dich gefällt Und siegreich überwunden. Durch seine Kraft Sind wir siegSündern angebrochen, Die haft In allen trüben Stunden. längst erwünschte Gnadenzeit, 6. Jefu, unser Herr und Die Gott der Welt versprochen; Gott, Der du in's Fleisch ge Denn Gottes Sohn Ist von kommen, Und unser dich bis in dem Thron Zu uns hernieder den Tod So hülfreich angenom fommen; Das höchste Gut men, Und nach dem Streit Die Hat Fleisch und Blut Von Herrlichkeit Des ewgen Reichs Menschen angenommen. empfangen, Gieb, daß auch wir Dereinst bei dir Ein ewige Glück erlangen! S. Liscov. 2. Nun ist des Vaters Wort erfüllt, Der Gläubigen Verlangen Ist nun nach Herzenswunsch gestillt; Denn Jesus sehis son ift empfangen. Der uns erhält, 122. Getes Sohn, Der du Mel. Gelobet feist du, Jesu Christ. elobet GotHat sich gesellt Zu den ver lornen Sündern. Er war zwar reich; Doch ward er gleich Den armen Menschenkindern. 3. O süßer Trost! o großes Glück, Das aller Welt ent- 2. stehet! Gott hat durch seinen Gnadenblick Vorzüglich uns erhöhet; Denn unser Stand Zuversicht, Ist nah' verwandt Mit Gott auf, der Allmacht Thron Jest herrscheft; einst doch warst, als wir! Anbetung, Preis und Dank sei dir! Hallelujah! Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Da vids Herrn, Ihr Heil und ihre Und aller Völfer Troft und Licht. Hallelujah! und seinem Sohne. Nun ha- 3. Die Nacht entflieht, der Tag ben wir Durch Jesum bier Den Weg zu Gottes Throne. 4. Gott hat sich unserm Fleisch vermählt, Und unter uns auf Erden Sich seine Wohnung auserwählt, Auf daß wir göttlich werden. Sein Sohn erscheint! Mit dem vereint Läßt er uns nicht verderben. Durch ihn sind bricht an; Dich sehn, die dich sonst nicht sahn; Auf die, fo Finsterniß umgab, Glänzt deine Gnade nun herab. Hallelujah! 4. Du, Herr der Herren, Jesu Christ, Durch den alles worden ist! Du kamst erniedrigt in dein Reich, Und wardst uns armen Menschen gleich. Hallelujah! Auf Marien Verkündigung. 5. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnet uns mit sich. Uns, Adams sündiges Geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seift du, Jesu Chrift, Daß du Mensch geworden bift! Dir ist der Erdkreis unter than; Dich beten alle Himmel an. Hallelujah! 6. B. Funk. Mel. Werde Licht! du Bolk der c. 123. Seut ist uns die Zeit erschienen, Auf die Adam schon gehofft, Auf die Jakob, und sammt ihnen Alle Väter längst gehofft, Die schon Abraham erquickte, Als er sie im Geist erblickte. 2. O des Tages voller Wonne! Tag, dem sonst fein Tag nicht gleicht, Seit den Zeiten, da die Sonne Sich an jenem Himmel zeigt! O der oft ge wünschten Stunden, Die sich nunmehr eingefunden! 89 Schatten, Die uns sonst umge ben hatten. 4. Jego regnet uns von oben Leben, Heil, Gerechtigkeit, Und Gott weist durch diese Proben Auf die Hoffnung jener Zeit. Welch ein Werk! Gott fommt auf Erden, Uns zu Gut' ein Mensch zu werden. 5. Gott ftellt, Menschen zu beglücken, Schwachen Menschen gleich, sich ein, Will die Welt, als Kind, erblicken; Sein Geschöpf soll Mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns Armen; Aus der Feindschaft wird Er barmen. zeichen, 6. Gnadenvolles WunderDas der Herr an uns gethan, Welches kein Verstand erreichen, Keine Klugheit fassen kann, Das hier und in jenem Leben Wir bewundrungsvoll erheben! 7. daneben Sohn des Höchsten, und Unser Bruder, unser Freund! Sollten wir dich nicht erheben, Da du es so wohl ge= meint? Mach' die Herzen voll Verlangen, Dich im Glauben zu empfangen! J. Franck. 4/10 houst 3. O du Anfang unsrer Freuden, du auserwähltes Licht, Das uns sonst verworfnen Hei den, Wie den Juden Heil verspricht! Du vertreibst die finstern Auf Marien Heimſuchung. appling Mel. Allein Gott in der Höh' sei 2c. 124. Picht Zweifel, auch 2. Sie fam und sahe und erfuhr, Was sie gern wissen Mißtrauen nicht; wollte, Sie, die den Schöpfer Nein, Gottes Gang zu merken, der Natur Demnächst gebären Und, nach des Engels Unterricht sollte. Voll heilgen Geistes Im Glauben sich zu stärken, ward ihr Geist; Da wurde Trieb fie, Maria, froh im Sinn, Gott von ihr gepreist, Sein Zu ihrer frommen Freundin hin, Wunder sehr erhoben. Mit ihr sich zu erbauen. 3. Dein Wort, o Gott! bleibt 90 Auf Marien Heimsuchung. ewig wahr. Was du sagst, muß| Gott, nach seiner Huld und geschehen, Kann ich auch gleich Stärke Zum Heil der Welt, nicht immerdar Das wann? ob sie ihn schon nicht liebte, und wie? absehen. Nie schleich Dennoch verübte! sich Zweifel bei mir ein! Dein Wort soll stets das Mittel sein, Das meinen Glauben nähret. 5. Unendlich ist sein Reichthum für mich Armen, Unendlich währt bei jedem sein Erbarmen, Der ihn, so wie sein Will' es selbst begehret, In Demuth ehret. 4. Krönt meine Hoffnung dann die That; Soll's auch am Dank nicht fehlen. Herr, deiner Treu' und Wahrheit Rath Will ich der Welt erzählen. Von deiner Güte schweig' ich nicht; Dein Lob, dein Dank ist meine Pflicht, Und ist mir ewig heiligini J. H. Pratje. 6. Er rühret faum die allmachtsvolle Rechte, So fällt vor ihm der Mächtigsten Ge schlechte, Und aller Troß der Frevler, die ihn schmähen, Muß bald vergehen. 7. Sein Eifer stürzt die Stolzen von dem Throne; Doch seufzt ein Frommer zu ihm aus dem Hohne, Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 125. Mein Mund und Der ihn drückt, o, so eilt er, ihn zu hören Und ihn zu ehren. Geist erhebt des Höchsten Güte; Er selbst, mein Gott, erwecket mein Gemüthe; Es kann die Lust, in Lob sich zu ergießen, Nicht mehr verschließen. 8. Er frönt und füllt den Hungrigen mit Segen; Doch die ihr Fleisch in aller Wollust pflegen, Die leert er aus, ent2. Ich bin nur Staub, ja blößt sie von den Gaben, Die nichts vor ihm zu nennen; sie noch haben. Doch will er mich, den Armen, 9. Den Seelen, die er sich nicht verkennen. Er läsfet sich hat außerforen, Hält er den zu mir Elendem wieder Mit Huld hernieder. Eid, den er bei sich geschworen, Und weidet sie vor andern Seelen allen Nach Wohlgefallen. 10. Was kann uns wohl die Welt, was Hölle schaden? Der Herr gedenkt des heilgen Bunds in Gnaden; Wir sollen durch das Heil, das er gegeben, Ewiglich 3. 3. Spreng. 3. O wie erstaunt, mit welchen neuen Weisen Wird alle Welt die Seligkeiten preisen, Durch die der Herr, deß Auge für mich wachet, Mich glücklich machet! 4. O, mer begreift, wer zählt die Wunderwerke, Die er, mein leben. Auf Johannis- Tag. Mel. Was Lobes soll'n wir. schenkinder! Vereinigt euch zu 126. Gelobt sei Gott, der seinem Preis, ihr Sünder! Freund der 2. Des Eides eingedenk, den Auf Johannis- Tag. 91 er geschworen, Wird euch sein| Mel. O Gott, du höchster Geist. Sohn, der einzige, geboren. 127. Glag die ganze Der Welt Mit Zorn um euch von allem Bösen, Und zwar durch Tod und Leiden, zu erlösen. 19 4. So wurde das, was Gott geredt, erfüllet, Und frommer Väter Heißer Wunsch gestillet. 5. Und da er fam, mußt' ihn sein Herold preisen, Und alles Volk auf ihn mit Treue weisen. 6. Auf ihn, das Lamm, das sie von ihren Sünden, Die er selbst tragen wollte, sollt' entbinden. Jumprins dinsie 7. Noch ist euch, sprach er, noch ist euch zu rathen. Bekehrt euch nur von euren Missethaten! 8. Auch uns wird dieser Rath des Heils gegeben. Kann man ihn wohl verwerfen, und doch leben? 9. Befehrt euch, Sünder! Kraft warum wollt ihr sterben? Warum wollt ihr im Sünden dienst verderben? 10. Nehmt Jesum gläubig an! er will der Armen, Die ihr Verderben fühlen, sich erbarmen. 11. Und ihr, die ihr den Sohn schon fennt und liebet, Bermeidet alles gern, was ihn betrübet! 12. Getreu dem Wort' vom Kreuze, seiner Lehre, Folgt seinem Vorbild; lebet ihm zur Ehre! 13. Stärkt euch von Zeit zu Zeit in eurem Glauben! Wer fann euch das erworbne Heil dann rauben? und Fluch beladen; Da öffne test du, Gott! Die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erschien; doch ging Des Herolds Stimm' voran, Johannis Amt und Lehr' Bereitete ihm Bahn. 2. Durch diesen wolltest du Dein Heil die Menschen lehren; Doch ehrt'st du ihn auch selbst, Um deinen Sohn zu ehren. Stumm ward sein Vater erst; Doch nachmals red'te er, Sagt', was zukünftig war, Und preiste dich, o Herr! 3. Durch deines Geistes Zucht Ward er ein treuer Lehrer, Ein helle brennend Licht, Ein mächtiger Befehrer, Ein heilger Eiferer, Der in Elias Die Sünden seines Volks Ohn' Menschenfurcht bestrafted 4. D welch ein Gnadenwort! D welche süße Lehre, Die in der Wüsten schallt: Gott liebt, zu seiner Ehre, Die sonst verlorne Welt, Sein Himmelreich ist nah'; Denn, der die Welt mit Gott Versöhnen soll, ist da! 5. Auf diesen Mittler hin Verwies er seine Jünger, Auf Jesum zeigete Sein ausgestreckter Finger. Seht, sprach er, Gottes Lamm, Das unsre Sünden trägt, Und zwischen Gott und uns Sich in die Mitte legt! 14. Er wird euch, sterbt ihr einst, zu sich erhöhen. Da sollt ihr ihn, in ihm Gott selber, ſehen. 3. H. Pratje. 6. Wohl dem, der dieses Lamm, Auf das Johannes weiset, Im Glauben fest umfaßt Und durch 92 Advents- Lieder. sein Thun auch preiset! Wer| Johannis Amt und Lehre Ver seinem Taufbund treu, Sich Jesu ganz ergiebt, Der wird von ihm, durch ihn, Von Gott auch selbst, geliebt. 7. Das werd' auch unser Theil! herrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre! Wer Buße thut und glaubt, Hat Trost zu aller Zeit; Wer Jesu treu verbleibt, Der lebt in Ewigkeit. 3. A. Schlegel. Advents- Lieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.| Mel. O Gott des Himmels und ic. 128. Mit Ernst, o Men- 129. Er kommt! er kommt! schenkinder, Macht geht ihm entgegen! euer Herz bereit! Er kommt, Der Heiland aller Welt erscheint. das Heil der Sünder, Der Er bringt euch Leben, Heil und Herr der Herrlichkeit. Von sei- Segen. Ehrt ihn, den größten nem hohen Thron Kommt er Menschenfreund, Der das Ge zu euch hernieder, Wird einer ses für uns erfüllt Und ftereurer Brüder, Er, Gottes eig- bend unsern Jammer stillt! ner Sohn. 2. Sehr 1960 19 2. Er fommt, der Schöpfer groß ist sein aller Dinge, Mit sanftmuthsVerlangen, Sich huldreich voller Majestät. Kein Sünder euch zu nahn. Auf! eilt ihn ist ihm zu geringe, Der ihn zu empfangen! Bereitet ihm um Gnad' und Hülfe fleht. Ge die Bahn! Nehmt ihn mit rechtigkeit und Frieden giebt Freuden an; Verabscheut und Sein Reich dem, der ihn gläu verlaffet, Was er; eu'r Kö- big liebt. nig, haffet; Bleibt ihm stets3. Er fommt, der Glanz von unterthan! nchi us jenem Wesen, Das ewig und 3. Ein Herz, das Demuth unsichtbar ist. Durch ihn soll liebet, Gefällt dem großen Gast; jedermann genesen, Der seine Doch wenn es Hochmuth übet, Liebe nie vergißt. Durch seine Ist es ihm ganz verhaßt. Wer Niedrigkeit erhebt Gott alles, fromm und gläubig ist Und was in Demuth lebt. böse Luft bestreitet, Von Got- 4. Er fommt, der Freund tes Geift geleitet, fommt Jesus Chrift. $ 1 Zu dem 4. Ach, mache du mich Armen Auf diese heilge Zeit Aus Liebe verlorner Sünder, Als Friede fürst, Rath, Kraft und Held, Der sterbend einst als lleber winder Den Feind der Mens Der und Erbarmen, O Jesu, selbst schen mächtig fällt. Lobsinget bereit! Ich sehne mich nach dir ihm! er heißt und ist Und eile dir entgegen; Komm', treue Mittler, Jesus Christ. komm' mit deinem Segen, Und 5. Eröffnet und schenkt eure wohne stets in mir! Chilo. Herzen Dem König aller Kön'ge Advents- Lieder. 93 gern! Die hier die Gnadenzeit/ rem Trost erfreut, Hilf, o Jesu, verscherzen, Sehn ihn dereinst meinem Herzen Von den Wunals ihren Herrn Und Richter, den, die mich schmerzen! wenn er zornig spricht: Weicht! weicht von mir! euch fenn' ich nicht. 2. Schau' auf meinen gros ßen Jammer, Gott! wie schreck lich ist dein Dräun! Ist dein 6. Mein Heiland, komm'! Wort doch, wie ein Hammer; mein Herz steht offen; Zeuch, Wie zermalmt es mein Gebein! sanftmuthsvoller König, ein! O der schweren Donnerstimm'! Was außer dir die Menschen Wie drückt des Allmächtgen Mein ganz hoffen, Ist Eitelkeit, Betrug Grimm! Jesu, komm', von und Schein. Dein Reich nur solchen Pfeilen schenkt Gerechtigkeit Und gött wundes Herz zu heilen! liche Zufriedenheit. 3. Sieh', wie Satan seine 7. Laß deine Liebe mich em- Lügen Noch in Gottes Schrecken pfinden, mit der du diese Welt mischt, Als müßt' ich, gleich ihm, geliebt! Komm', meine Hoffnung fest zu gründen, Die dein Verdienst dem Glauben giebt! Mein größtes Glück, mein letztes Wort Sei: Jesus ist mein Fels und Hort! nun liegen In der Gluth, die nie erlischt. Weh' mir! zu noch größerm Schmerz Wird mein schon zerrißnes Herz Von dem folternden Gewissen Immer heftiger gebissen. JI. F. Mndre. 4. Will ich meine Qual dann Mel. Lobt Gott, ihr Christen c. lindern, Und zerstreu' ich meinen 130. 3euch, Ehrenfönig, bei Sinn Bei der Welt und ihren mir ein! Romm', Kindern, Fall' ich vollends ganz fomm'! verweile nicht! Komm', dahin. Da ist Freude, die belaß mich ganz dein eigen sein! trübt; Trost, der nicht ErquiKomm', o mein Gnadenlicht! dung giebt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die einst meiner lachen. 2. Komm', Jesu, meiner Seelen Theil! Komm', fomm'! ich liebe dich. Ja komm', Herr Jesu, komm', mein Heil! Komm' und beglücke mich! Mel. Jesu, deine heilgen Wunden. 131. Marum willst du draußen stehen, 5. In der Welt ist alles nichtig, Mühsam und vom Troste leer. Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab' ich Reichthum, was ist's mehr, Als ein Gut der armen Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Du Gesegneter des Herrn? Eile, Was ist, das mich heut' erzu mir einzugehen, Mein Ge- freuet, Und nicht morgen schon liebter, sei nicht fern! Helfer in gereuet? der rechten Zeit, Der mit wah6. Aller wahre Trost im Leide 94 Advents- Lieder. Ruht in dir, o Jesu Christ! Dich meine Seele nennen, Dich Du allein giebst reine Freude, würdig preisen foll! Die dem Geift erquicklich ist. 2. Einst streute man dir Ach, wie sehn' ich mich nach Palmen; Jett soll die Dankdir! Eile, Jesu, fomm' zu mir, begier In lauten FreudenpsalDaß ich deine Hülfe sehe, Ehe ich vor Angst vergehe! men Ergießen sich vor dir. a Dich, dich will ich erheben, So gut ich weiß und kann. Mein Herz will ich dir geben; Ach, nimm es gnädig an. 3. Damit du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich; Mich zu erretten, freutest Du, Seligmacher! dich. Du sahst, es war nicht einer Vermögend g'nug dazu; Da jammerte dich meiner, Da lamst, da halfest du. 4. Du macht'st mich von den Schanden Der Sünden los und frei, Und brachst der Hölle Banden Mit starker Hand entzwei. Du hobst mich hoch zu Ehren, Und Güter schenft'st du mir, Die unaufhörlich wäh Preis, ewig Preis sei dir! O du, an den ich glaube! war's, daß dich bewog? Was war's, das dich zum Staube, Zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen! Ja du, o Jesu! haft Mit mitleids vollen Armen Die ganze Welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, flagt nicht mehr, Zagt nicht in euren Schmerzen, Als ob fein Helfer wär'! O sehet auf, ihr habet Den besten Helfer nah; Der eure Seelen labet, Der treue Freund, ist da. 7. Freu' dich, Herz! du bist erhöret; Jesus fehrt jetzt bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret; Auf, heiß' ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh'; Auf, bereite dich ihm zu, Daß er dich zur Wohnung wähle, Und dann flag' ihm, was dich quäle! 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wer ist, der dir schaden fann? Was du irgend hast verübet, Rechnet Gott dir nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir ent gegenstellt, Statt dich in den Staub zu legen, Dir zu lauter Glück und Segen. ren. 5. 9. Alles dient zu deinem Besten, Was dir noch so schädlich Was scheint. Jesum hast du ja, den größten, Weisesten und reichsten Freund. Sei ihm nur, wie er dir, treu; Dann so bleibt es fest dabei: Du sollst mit den Engeln droben ihn noch sehn und loben. Ewig P. Gerhard. Mel. Befiehl du deine Wege. ie soll ich dich 132. Wie empfangen? Heil aller Sterblichen, Du Freude, du Verlangen Der Trostbedürf tigen! Gieb selbst mir zu erfennen, Wie, deiner Güte voll, 7. Die ihr mit ernster Reue Still eure Schuld beweint, Wist, daß er euch verzeihe; Er selbst, Advents- Lieder. 95 der Menschenfreund, Ruft heils2. Ich finge froh: Also, begiergen Sündern Der Gnade also Hat Gott die Welt in Trostwort zu, Macht sie zu feinem Sohn geliebet! O, wer Gottes Kindern, Schafft ihren bin ich, Herr! daß du mich Seelen Ruh'. So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 8. Er übersiehet keinen; Er weiß, was jedem nüßt. Hat 3. Er, unser Freund, Mit er nicht stets die Seinen Vom uns vereint Zur Zeit, da wir Anbeginn geschüßt? Nicht sie noch seine Feinde waren, Er in ihrem Leide wird uns gleich, Um Gottes stets gewußt? Reich Und seine Lieb' als seine Freude, Und Wohlthun Mensch zu offenbaren. feine Luft. 3u trösten Erfreun ist Was achtet ihr das Drauen Der Feinde? traut auf ihn! Er fann sie bald zerstreuen. Er drohet; und sie fliehn! Er kommt, er fommt, ein König, Dem auch ein zahlreich Heer Von Feinden viel zu wenig Zum Widerstande wär'. 10. Er fommt zum Weltgerichte, Und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem Bösewichte, Und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine Wege gehn Und einst mit Freudenthränen Zu seiner Rechten stehn! P. Gerhard. be 4. Ich nehme Theil An seinem Heil, Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer: Herr! Herr! spricht, Und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn! bekleiden, speisen, tränfen; Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreun, und dein dabei ge denken. 6. Rath, Kraft und Held ,. Durch den die Welt Und alles ist, im Himmel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und jedes Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr E. F. Gellert. 133. schicke Mel. Wir Chrisienleut'. ch schicke mich, Recht feierlich Des Heilands Fest mit Danken zu begehen. Lieb' ist der Dank Und Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. Erlöften! Von der Geburt Jesu. ami Mel. Herr Gott, dich loben wir. Ewigkeit, Die Zeit der Wonn 134. Gelobt sei Gott! die und Jubel kam, Da Gott des Zeit, Bestimmt von Menschen Leib annahm. Sie, 96 Von der Geburt Jesu. die auf ihn gestorben sind, Wie Herz ist ganz Barmherzigkeit seufzten sie, zu sehn das Kind, Und was dein Thun? BarmDen Sohn, der Gott und bei herzigkeit! Gott war! Er kam, da sang der Himmel Schaar: Chr' dir, erhabner Gott! Dir in der Höhe Ehr'! Heil dir, betrübter Mensch! Dir auf der Erde Heil! Der Sohn, das Heil der Welt, erschien Schon Abraham, Geboren wardst du, daß du stürbst Und eine Seligkeit er würbst, Die, in die Ewigkeit versenkt, Nie ganz des From men Seele denkt. Sie fühlt nur dunkel, nur von fern Das Schau'n der Herrlichkeit des Herrn. Bis du uns dort dir und segnet' ihn. Erwähltes ganz vereinst, Erschalle da Volk! des Sohnes Macht Führt' selbst, wo du weinst,( Denn einst durch Flammen dich die Erd' ist auch dein Heiligthum,) Nacht, Den Tag durch hohe Erschalle, Herr, durch uns dein Wolken, dich, Dir Schuß, und Phar'o fürchterlich! Auch sah auf Sina Moses schon Des Ruhm! Amen. F. 6. Klopstock. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 10. Baters Herrlichkeit, den Sohn. 135. Lobt Gott, ihr Chri wunderbar, Und gnädig Jakobs Kindern war. Er ist der Held, die Macht, der Rath, Den Bethlems Hütt' umschattet hat. euch! Von seinem Himmelsthron Be ruft er uns zu seinem Reich, Und sendet seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt nad des Vaters Rath, Mit Heil uns zu erfreun, Und auf des ewgen Lebens Pfad Der Welt ein Licht zu sein. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du ein Mensch geboren bist! Noch warst du auf des Vaters Thron, Da nannten deinen Namen schon Die Himmel, und es beugten ihm Sich alle Knie der Seraphim, Wie derer, die entschlafen sind, Und derer, die noch sterblich sind. Auch ist fein ander Heil, es ist kein andrer Nam', als Jesus Christ! Dein großer ewger Nam' allein, Durch den wir konnten ſelig sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt Umgiebt ihn keine Pracht, Die glänzend in die Augen fällt Und groß vor Menschen macht 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, Begehrt kein Erdenglück, Verlangt allhier Von einem fein Königreich Augenblick. 5. Er fommt, durch seiner Mit herzlicher Barmherzigkeit Wahrheit Macht Zu Gott und Hast du uns Sünder Gott ge- hinzuziehn. Vor seinem Lichte weiht. Dir laß uns leben, ster- muß die Nacht Des Aberglau ben dir, Dir, der du Mensch bens fliehn. wardst, Mensch, wie wir! Dein 6. Er lehret uns die Sünde Von der Geburt Jesu. 97 scheu'n; Er giebt auch Kraft 6. Zur Erde kam er bloß und dazu, Und schafft uns, wenn arm, Daß er unser sich erbarm', wir sie bereun, Begnadigung Und uns auch mache groß und und Ruh'. reich Und seines Vaters Engeln 7. Er bringt den Trost der gleich. So half uns Gott! besten Welt Vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, Den from men Geist fein Grab. 7. Das hat er alles uns ge= than, Nur aus Liebe uns gethan. Deß freu' sich alle Christenheit! Sie preise ihn in Ewigkeit Und danke Gott! M. Luther. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür Zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! 136. Gel Eigene Melodie. elobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geworden bist, Da eine Jungfrau dich gebar! Deß freut sich selbst der Engel Schaar. Gelobt seist du! Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 137.hr, die ihr wart verz was 4. Aus Gottes ewgem Lichte bricht Für die Welt ein neues Licht, Das nach des Aberglaubens Nacht Uns zu des Lichtes Kindern macht. Hell ist sein Glanz. euch trösten kann! Der Heiland ist geboren Und nimmt sich euer an. Deß freuet sich dort oben Der Engel heilge Schaar, Und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 2. Sie wissen nichts vom Neide, Freun sich mit uns zu gleich, Und singen: Große Freude Verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben, Heil liegt für euch bereit; Bei Gott follt ihr einst leben In fteter Seligkeit! 3. Was wollt ihr euch betrüDies Kind beglücket euch, Macht euch zu seinen Lieben, Macht euch in Gott sehr reich, Und schenkt ein ewigs Lebent. Heil dem, der an ihn gläubt! Dem will er sich selbst geben, Wenn er ihm treu verbleibt. 2. Des ewgen Vaters eigner Sohn Kam herab von seinem Thron. In unser armes Fleisch und Blut Verhüllte sich das höchste Gut. O welche That! 3. Den feiner Welten Kreis umschloß, Der liegt in Marien Schooß. Er ward ein Kind, ben? er, der die Welt Durch seine Kraft allein erhält, Des Höchsten Sohn. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, Was wider euch gekämpft, Hat er an eurer Stelle Bestritten 5. Der Sohn, den uns der und gedämpft. Dies Kind Vater gab, Kam als Gast zu tritt sie darnieder. Nun seid uns herab, Und hat zu Gottes ihr wohl gerächt, Kindern, seht! Uns arme Erden erhöht nun wieder gäft' erhöht. Wer dachte das? liche Geschlecht. Und Gott Das sterb7 Von der Geburt Jeſu. 98 5. So rühmen fie! mit ihnen Eigene Melodie. Frohlocket leder Chrift, Daß 139. Vom Himmel komm im erschienen, Der Herr sein Bruder ist. Dein sind nun unsre Herzen. Herr! dir geloben wir: Uns trennen weder Schmerzen Noch Freud' und Glück von dir. 6. Werner. euch. Erschreckt nicht! bebt nicht! freuet euch! Sprach Gottes Engel, und erhob Des Vaters und des Sohnes Lob.ni 2. Des Sohns, der euch verheißen war, Den eine Jungfrau euch gebar; Des 138. Vom Himmel ward Sohnes sollt ihr euch erfreun; Eigene Melodie. Denn er will euer Heiland der Engel Schaar Des Nachts den Hirten offen sein. bar, Und große Freude that ihr Mund Mit lautem Jubel ihnen fund. 3. Er ist der Herr, der Chrift und Gott; Er rettet euch aus jeder Noth. Nur er versöhnt und rettet euch Und führet 2. Geht eilend hin! geboren ist In Davids Stadt der Herr, euch in Gottes Reich. der Christ, Des Vaters eingeborner Sohn, Der Sünder Heil, der Frommen Lohn. 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne Sünd' euch gleich! Verwandt mit euch durch Fleisch und Blut Ist er, eu'r allerhöchstes Gut. 6. Ihr seid nun göttlichen Geschlechts Und mit uns glei chen Bürgerrechts. Kämpft, bis ihr steget! nach dem Streit Ift eu'r auch unsre Seligkeit. M. Luther. 4. In diesem Reiche sollt ihr rein, Sollt heilig und gehorsam sein, Und, wenn ihr Finst treu im Guten seid, Erben seiner Seligkeit. 5. Geht hin nach Bethlehem, und seht Den, der die Sünder nicht verschmäht! Seht den in Windeln eingehüllt, Der allen euren Jammer ftillt! 4. Ihr habt mit euch den wahren Gott; Nie schreckt hin fort euch Sünd' und Tod! Last Teufel, Welt und Hölle drohn; Lacht ihrer! hier ist Gottes Sohn. 5. Auf ihn segt eure Zuver ficht! Er liebt euch, er verläßt giebt. euch nicht. Fiel' eurer Feinde Wuth euch an; Troß, daß euch einer schaden fann! 6. Deß, Christen! laßt uns fröhlich sein, Uns mit den Hirten seiner freun, Und sehn wie Gott so hoch uns liebt, Der seinen eignen Sohn und 7. Wer ist es, den in Davids Stadt Die Jung frau uns geboren hat? Wer ist der Sohn, den sie gebar! Er, der der Väter Hoffnung war! 8. Sei uns willkommen, edler Gast, Der du uns nicht ver schmähet haft! In's Elend kommst Von der Geburt. Jeſu. 99 du her zu mir; Wie soll ich's Zu unserm Heil beschloffen hat, immer danken dir? Vollführt er in der Zeit. 9. Ach Herr, der du die Welt erschufft! Die Engel fol gen, wenn du rufft; Des Himmels Heere dienen dir, Und du erniedrigst dich zu mir? 10. Du bist so mächtig, bist 3. Er, aller Menschen höchftes Gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde, an.. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; Du nimmst mein Fleisch so reich, Und wirst doch arm an dich. Was fehlt mir nun? und Knechten gleich; Nimmst ist Gott mit mir, Wer ist meiner Sünden Schuld auf dich, dann wider mich? Und opferst dich am Kreuz für mich? 5. Du Sohn des Allerhöchsten wirst Auch mir Rath, Kraft und Held, Mein Vater und mein Friedefürst, Dad Heil der ganzen Welt. 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, Herr! das erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, Das hab' ich nun an dir. 11. Du achtest nicht der Für sten Pracht, Nicht ihre Hoheit, ihre Macht; Willft lieber lassen dich verschmähn, Als uns von Gott verlassen jehn? 12. Ach, liebster Heiland, Jesu Christ, Der du für mich geboren bist! Vergessen will ich niemals dich; Von Herzen lieb' ich immer dich. 13. Ich will mich deiner ewig freun, Mich ewig deinem Dienste weihn, Und willig ehren dein Gebot, Getreu dir sein bis in den Tod. 7. Dein Mangel wird mein Schatz und Theil, Dein Leiden stillt mein Leid, Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil! Gewinn' ich Herrlichkeit... 8. Gelobt sei Gott! gelobt sein Sohn, Durch den er Gnad' 14. Also hat Gott die Welt erweist! Lobt, Engel, ihn vor geliebt, Daß er auch seinen seinem Thron! Auch du lob' Sohn ihr giebt! Das preist ihn, mein Geist! H. C. Hecker. der Engel Lobgefang; Das preis auch aller Menschen Dank! M. Luther. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ic. 140. Also hat Gott die Ihm Anbetung bringen! In Welt geliebt, Daß er aus freiem Trieb' Uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! des Himmels Stimmet ein: Gott Unserm Gott sei Ehre! hohe Chöre Gott allein, 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich! Christus ist geboren! Er, der König 2. Was sein erbarmungsvol ler Rath Schon in der Ewigkeit Mel. Warum sollt' ich mich denn ic. 141. Qaßt uns unferm Hocherfreut Hocherfreut Laßt uns heut' 100 Von der Geburt Jesu. aller Wesen, Steigt herab Bis Fühlt sein Herz. Kein Erlöster in's Grab, Sünder zu erlösen. flage! Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr'! Wisset, er Wählt für euch das Beste. 3. Wer kann Gottes Rath schluß fassen! Aber dies Ist gewiß: Gott fann uns nicht Hassen. Kommt der Sohn aus freien Trieben Zu uns her, Litt er hier, Euch beglückt zu Wie sollt er Nicht die Men machen. schen lieben? Leiden ist sie 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Mensch- 11. heit an, Daß er uns errette? Bürde Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht Kommt er nicht; Sondern zum Verzeihen. Diese kurze Zeit der Und der Müh', Was Gegen ewge Freuden? Jesu! du nahmst meine Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein Herz empfinden. Geist nach Beth5. Eilt im lems Hütten; Seht, was dort 12. Dir, mein göttlicher Bes Euer Hort Schon für euch freier! Folg' ich nach, Obwohl gelitten! Er wird niedrig schwach, Doch um so viel treuer. euretwegen. Welch ein Freund! Keine Creatur, feinLeiden, Keine Er erweint Seinen Feinden Noth, Ja, fein Tod Soll von Segen. dir mich scheiden! 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod Göttlich groß erdulden. Lernt den Men schenfreund erkennen! Gnadenreich Will er euch Seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der das inn're Sehnen Sehen kann. Betet an! Opfert Freudenthränen! Liebt von 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! Mehr, als ihr, Traut dem Herrn, Der euch gern Alles Gute gönnet! 8. Wenn euch eure Sünden fränken, Eilt herzu! Suchet Ruh'! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubens blicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier auch 13. Du kommst einst zum Weltgerichte; Dann werd' ich, Richter! dich Schaun vom Angesichte. Gott! wenn da die Sünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. P. Gerhard. Mel. Ein Kindelein, so löbelich. nes jemals 142. Ein Kind, dem fel Hat eine Jungfrau heute Ges boren, daß desselben sich Der Erdkreis ewig freute. Sollt' es uns nicht geboren sein, So träf uns alle Straf und Bein; Nun schafft es Heil und Leben. Theurster Heiland, Jesu Christ! Dich, daß du geboren bist, Soll Herz und Mund erheben. - manche Plage, Euren Schmerz 2. Ach, welche freudenreiche Von der Geburt Jeſu. 101 Zeit! Er fam, der Weibessame,| du, wie sehr die Sünden kränken: Der große Herr der Herrlichkeit; Dein Heil ist hier; Wie sollte Gepriesen sei sein Name! Der dir Nicht Gott mit ihm auch aller Welt Gesetze gab, Kam Gnad' und Friede schenken? niedrig, arm und schwach herab, Daß er ein Knecht hier würde. Selbst von aller Sünde rein, Trug er, um uns zu befrein, All' unfre Sündenbürde. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, Mußt du mit Scham an deine Schwäche denken: Er, der den Sohn Dir gab, wird schon mit ihm dir alles, was dir mangelt, schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, Um heilig hier Zu wandeln, Böses nicht einmal zu denken: Verzage nicht! Gott ist dein Licht; Er wird dir mit dem Sohne Weisheit schenken. 3. Wohl dem, der nur auf dieses Heil Von ganzem Herzen trauet! Wohl ihm; er hat am Himmel Theil, Weil er auf Christum bauet! In Christo segnet Gott uns nun; Denn der ist, für uns g'nug zu thun, Zu uns auf Erden kommen. Wundervoller Liebesrath Deffen, der sich unser hat So gnädig an genommen! 4. Dank' ihm, sein Volk, dank ihm erfreut Für solche große Güte! Fleh' ihn, daß er dich jederzeit, So wie 5. Gebricht es dir, Bald da, bald hier, Und sorgst du, wer dich speisen wird und tränfen: O fasse Muth! Das höchste Gut Wird alles dir mit seinem Sohne schenken. 3. 3. Rambach. bisher, behüte Vor falscher Eigene Melodie. Lehr' und Menschenwahn, Der 144. Gormuntre dich, mein unsern träger Geist, Stets laßt uns treu bezeu Höchsten zu erheben! Gepreist gen, Daß der Heiland, Jesus Chrift, Gott, gleich seinem Bater, ist; Laßt ihm die Knie uns beugen! Mel. Wir Christenleut'. 143. Mirf, blöder Sinn, sei seine Huld, gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Denk an die Nacht, da sich der Welt Des Höchsten Sohn selbst dargestellt, Um sein so theures Leben Für Sünder hinzugeben. 2. O große That! erwünschte Den Kummer Nacht, Von Engeln selbst be hin! Gott ist für dich; was sungen! Du hast den Mittler fann dich ferner fränken? Hal- uns gebracht, Der uns das lelujah! Sein Sohn ist da; Heil errungen. In dir erschien Wie sollt' er uns mit ihm nicht der starke Held, Der alles alles schenken? schuf und noch erhält, Der 2. Schlägt dir das Herz Vor Freund der Menschenkinder, Angst und Schmerz, Empfindest Des Todes Ueberwinder. 102 Von der Geburt Jesu. Mit will dich ohn' Aufhören Leib und Geist verehren. 3. Der du zu uns gesandt| dir gern zum Dienste hin; Ich vom Herrn, Aus deinem Him mel kamest, llnd unser Fleisch und Blut so gern In Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie hast du dich So tief er niedrigt, auch für mich! Wie schaun arm bist du erschienen, Um mir Herr! zum Heil zu dienen! dich von Angesicht, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ! Dich schaun so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum Leben, Das bei dir ist, erheben. J. Rift. 4. D, lehre mich den großen Werth Von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf diese Erd' Dich so herab zu las sen? Hier wartete dein nichts, als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; Und doch auf Ein Menschensohn zu werden! 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, War deine Menschenliebe; Du sahest unsre Sündennoth Mit mitleidsvollem Triebe; Du stelltest, unser Heil zu sein, Nach deines Vaters Rath dich ein, Wardst Mensch, und famst mit Freuden, Für uns den Tod zu leiden. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; Doch du wirst wieder fommen, Und dann Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 145. Mar' dein Sohn, o Gott! zu Gut' Nicht in die Welt gekom men; Hätt' er nicht unser Fleisch und Blut Freiwillig angenom men: So wüßt' ich feinen Rath für mich; Verzagen müßt ich ewiglich Um meiner Bos heit willen. 6. Dein, Sohn des Höchsten! freu' ich mich. Du bist 2. Jedoch er fam, und seine Huld Verbeut mir das Ver zagen, Weil er der Sünden schwere Schuld Für mich selbst hat getragen. Zum Tod am Mit dir Auf daß auch mein Berather; Auch Kreuz ergab er sich; mir zum Troste sandte dich versöhnete er mich, Mein treuer Gott, dein Vater. ich selig würde. Was mir ein wahres Wohl 3. Nun leb' ich auf, und verschafft, Erleuchtung, Friede, fasse Muth, Mein Herz ist voll Beßrungskraft Und Freuden, Vertrauen. Auf sein für mich die stets währen, Willst du vergoßnes Blut Darf meine auch mir gewähren. Hoffnung bauen. Dies Blut, das er vergossen hat, Tilgt alle meine Missethat, Und schafft mir Heil und Leben. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, Für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint; Du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, Geb' ich 4. Sein theures Bluterquicket mich; Ich komm' zu ihm mit Freuden. Ich suche Gnad' und Von der Geburt Jesu. 103 hoff auf dich; Von dir soll 4. Auch mein Gesang, Herr! nichts mich scheiden! Was mir dein lieber Sohn erwarb, Da er am Kreuze für mich starb, Soll keine Macht mir rauben! un 5. Auf eigene Gerechtigkeit Dürft' ich mein Wohl nicht bauen; Sie ist wie ein beflecktes Kleid; Wie könnt' ich ihr vertrauen? Was Jesus that, nur dies allein Heißt mich getroft und selig sein, Wenn ich fest an ihn glaube. 146. Sei bringt dir Dank; Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß Und ewig los Vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 2. Welch' große That! Nach Gottes Rath Hat sich sein Sohn für uns dahin gegeben. Ein Menschenkind, Doch ohne Sünd', Wird er, und bringt uns allen Heil und Leben. 3. Nur er befreit Uns von dem Leid, Das durch der Sünde Macht auf uns gekommen. Mit uns ist Gott Nun in der Noth; Frohlockt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth Sah er mit Hülfe mitleidsvoll hernieder. O Christenheit, Breis' ihn erfreut! Des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. K. Füger. 6. Stärk diesen Glauben, Gott, in mir! Du haft ihn mir gegeben. Hilf, liebster Jesu, daß ich dir Zur Ehre möge leben! O Geist der Gnade, dessen Kraft Allein das Gute in uns schafft, Laß mich beständig bleiben! J. Heermann. Mel. Wir Christenleut'. ei, Christenheit, 2. Ist der ein Christ, der Sei hoch erfreut! dieses Heil Nicht schäßt, nicht Das Heil der Welt, der Mittlieb gewinnet? Ich nehm' an ler, ift geboren. Nimm freudig seiner Liebe Theil, Und bin ihm Theil An seinem Heil! Wer gleich gesinnet. Wer nicht wie an ihn gläubt, wird nimmer er gesinnet ist, Der ehrt ihn mehr verloren. nicht, ist nicht ein Christ; Der Herr erkennt die Seinen. Mel. Allein Gott in der Höh' zc. furchtsvollem 147. Qast uns mit ehrDen Gott der Lieb' erhöhen, Mit feierlichem Lobgesang Des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn er kam Herab Und ward das Heil der Menschen. 3. In Armen laßt uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein, Und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan, Und ich, ich will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herz ehrt, Den wird sein Name trösten. Vertrauet dem, der Flehn erhört! 104 Von der Geburt Jefu. • Lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es| Vernimm die Lobgesänge, Die freut, Herr, deine Christenheit dir auch unsre Andacht bringt! Sich deiner Menschenfreundlich. Auch du warst einst auf Erden, keit. Dir, dir sei ewig Ehre! Was wir auf Erden sind, Ein 3. S. Diterich. Dulder der Beschwerden, Ein schwaches Menschenkind. O, laß auch uns auf Erden Dir früh schon ähnlich sein, Ganz ähnlich Mel. Nun lob, mein' Seel', den c. om Grab, an dem 148. V wir wallen,, dort dir werden, Uns ewig deiner freun! 5. Brüder, laßt den Lobgesang Em por zum Himmel schallen! Singt Jesu Christo Preis und Dank! Auf! jeder der Gebornen Erfreu' fich, Mensch zu sein, Und jeder der Verlornen Rühm' es, erlöft zu sein! Uns ist das Kind gegeben, Geboren uns der Sohn; Mit ihm erscheint das Leben, Mit ihm des Himmels Lohn. Sind wir dann zu dem Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht; Nah sind wir dann dem Throne, Und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne Dringt dann der Dank zu dir; Weit über Sonn' und Sterne Erhaben, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre Der beßre Lobgesang: Gott Vater, dir sei Ehre! Und dir, Gott C. C. Sturm. 2. Kommt, laßt uns nieder fallen Vor unserm Mittler Jesu Christ, Und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist! Er gleicht der Morgensonne Mit ihrem ersten Strahl, Verbreitet Sohn, sei Dank! Mel. Jesu, meine Freude. Licht und Wonne Und Leben 149. Go ottes Sohn ist überall. Durch ihn kommt Heil kommen; Danft und Gnade Auf unsre Welt ihm, seine Frommen; Dankt ihm, herab; Er leuchtet unserm Pfade daß er kam; Daß er hier auf Durch's Leben bis in's Grab. Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, Erschien er hier, Um des Vaters gnäd'gen Willen Für uns zu erfüllen. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen Der Sünde und der Sterblichkeit! Auch uns ist aufgeschlossen Der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder Kam 2. Laßt uns niederfallen, Gottes einger Sohn; Nun hebt Danken, daß er allen Freund er seine Brüder Empor zu Got- und Bruder ist! Gott auf tes Thron. Er ward das Heil seinem Throne Liebt uns in der Sünder, Ward der Verlor- dem Sohne, Hilft durch Je nen Hort; Nun sind sie Gottes sum Christ. Welch ein Heil, Kinder, Und Gottes Erben dort. An Christo Theil, Theil an 4. O du, dem jetzt die Menge seiner Sendung Gaben, An Der Engel und Verklärten singt, Gott selbst, zu haben! Von der Geburt Jesu. 105 3. Keine Macht der Leiden| zu bringen. Preis dir! Da wir Kann uns von ihm scheiden; Von den Sünden Rettung fin Er bleibt ewig treu. Einst wird den. Höchstes Wesen! Durch er vom Bösen Gänzlich uns dich sollen wir genesen. erlösen; Hier steht er uns bei. Unser Freund, Mit Gott vereint, Kann nicht seine Brüder hassen, Noch sie hülflos laffen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in Frieden In des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder Giebt die Erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der Gruft, Er, barmen Dich zu Sündern, der selbst den Tod auch schmeckte, Den das Grab auch deckte. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, Willkommen auf der Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, Wirst Mensch, und willst, der Welt zu Gut', Selbst unser Bruder werden. Ja du, Jeſu! Neigst mit Armen Voll Erzu verlornen Menschenkindern. 5. Auf dem Richterthrone Werden wir im Sohne Unsern 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; Sei hoch daRetter schaun. Heil und ewigs für gepriesen! O Herr! was Leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. ward hier Versucht, wie wir; lleberschwenglich wird er loh Er anders bringen wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an uns bewiesen? Uns hier, Die wir Im Verderben Musten sterben, Schenkst du Leben. Größern Schaß kannst du nicht geben. Und der Schwachheit 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, Gebeugt durch Buße, Reu' und Schmerz, Bereit, vor dir zu wandeln, Und dir und unserm Nächsten treu, Aufrichtig, ohne Heuchelei, zu leben und zu handeln. Dies ist, Herr Christ, Dein Begehren; Laß uns hören, Und den Schaden, Den du dräust, nicht auf uns laden! 5. Laß uns zu unserm emgen Heil, An dir in wahrem Glauben Theil Durch deinen Geist er langen; Auch, wenn wir leiden, auf dich sehn, Stets aufdem Weg' der Tugend gehn, Nicht an der nen, schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder, Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen; Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich Leben! B. Münter. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 150. Der er Heiland kommt; lobsinget ihm, Dem Gott, dem alle Seraphim Das Heilig! Heilig! singen! Er kommt, der ewge Gottes, sohn, Von seinem hohen Himmelsthron, Der Welt ihr Glück 106 Von der Beschneidung Jesu. Erde hangen; Bis wir zu dir| Sei dir von mir gesungen, Mit den Frommen Jauchzend Daß du mein Bruder worden kommen, Dich erheben Und bist, Und Heil mir hast er in deinem Reiche leben! rungen! Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preif' in dieser Gnadenzeit! Mehr will In Ewig3. S. Diterich. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. ich einst dort oben 151. Lob, Preis und Dank, keit dich loben. Herr Jesu Christ, en fa Von der Beschneidung Jesu. Met. Herr, ich habe mißgehandelt. Mel. Sesus, meine Zuversicht. 152. Wunden Schau reuster Jeſu! deine 153. Jeſu! dein ſo theures Blut schon ich jetzt im Glauben an, Die aus den ersten Wunden Mir du schon als Kind empfunden, zum Segen, mir zu Gut', Mir Dem Geseße unterthan. Schon zum Trost in Todesstunden. dein erstes Blutvergießen Läßt Hier, hier öffnet sich dein Herz, viel Gnade auf mich fließen. Hier verschwindet all' mein 2. Ohne Blut fonnt's nicht geschehen, Sollt' die Schuld getilget sein, Sollt' der Mensch vor Gott bestehen, Sollt Ver söhnung ihn erfreun. Also bist du, uns zu retten, Sel ber blutig aufgetreten. Schmerz. 2. Für mich und die Sün derwelt Zur Errettung und zum Leben, Ist dein erstes Löses geld Thränend mit Blut hingegeben. Gottversöhner, nimm dafür Dank und Thränen an von mir! D 3. Von dem Fluch auf Sinai Alle Völter zu befreien, Fühlst du, Zweig von Isai, Des Ge seßes Fluch und Dräuen; Denn, Mein so sehr Gott! dein Gott that dich Durch dich, Unter das Geses für mich. o 4. Laß mein Blut vor Knecht, 4. Willig haft du, als ein Des Gesetzes Joch er Liebe wallen, Da dein Blut tragen; Machtest uns dadurc vor Liebe floß! Lob soll dir gerecht, Frei von den verdien zur Ehre schallen; Deines ten Plagen; Sprachst, als Namens Ruhm sei groß! Wah- Herr, zu deinem Herrn: Dei rer Blutsfreund! Thun und nen Willen thu' ich gern. Leben Sei dir bis auf's Blut ergeben. 5. Glaub' ich nun an deine Huld; D, so bin ich Gottes J. Rift. 3. Blut und Wunden in dem Leben, Blut und Wunden in dem Tod Sollen mir Versichrung geben, Daß nun aller Angst und Noth verleßt Gewissen Mittler, ist entriffen. Von der Beschneidung Jesu. Erbe, Ausgeföhnt ist Straf und Die böse Lust im Herzen Schuld, Selig bin ich, wenn tödtet werden muß. ich sterbe; Denn Gott hat mir seinen Sohn Dargestellt zum Gnadenthron. 4. Ach, gieb zu solchem Werke In diesem neuen Jahr, Herr Jesu, Kraft und Stärke! 6. Jefu! dein Nam' ist voll Mach' dadurch offenbar Dein Kraft, Wenn in Sündenangst Bild der Heiligkeit An vielen ich weine. Du bist's, der Ertausend Seelen; Gieb, daß quicung schafft; Denn dein sie das nur wählen, Was Heil ist ja das meine. Wenn deine Brust erfreut! auch Herz und Auge bricht, Bleibst du meine Zuversicht. 107 Ge5. Wie groß ist mein Verlangen, Wie sehnlich die Be7. So will ich voll Zuversicht gier, Dich zärtlich zu umfanMich in's neue Jahr begeben. gen, Dich, meiner Seelen Zier! Jesu Treue läßt mich nicht, Schenkt mir Wonne, Kraft und Leben. Zeiten, flieht! sterbt, Menschen, hin! Lebt doch Jesus, deß ich bin. Und hab' ich dich allein, Was will ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, Mir alles nüßlich sein. der, Mel. Von Gott will ich nicht z. 6. Ach, ihr verstockten SünBedenket Jahr und Zeit! Jhr abgewichnen Kinder, Die 154. Wer sich im Geist ihr in Eitelkeit Und Lust fie beschneidet, Und hingebracht, Ach, führt euch als ein wahrer Christ Der Gottes Güte Doch einmal zu Lüste Tödtung leidet, Die un- Gemüthe; Nehmt eure Zeit vermeidlich ist, Heiland gleich. er gelitten, Sitten Zum Eingang in sein Der wird dem in Acht! Reich. Für uns hat 7. Beschneidet eure Herzen, Und fordert reine Weil es noch heute heißt! Gefest, es macht euch Schmerzen, Erneu'rt euch doch im Geist! 2. Wer so dies Jahr anhe Die unverstellte Reu' Wird bet, Macht seinem Jesu Ehr', Gottes Herz bewegen, Daß Weil er im Geiste lebet, Und eu'r Theil Heil und Segen nicht im Fleische mehr. Er ist In diesem Jahre sei. des Höchsten Kind, Von oben 8. Steh', Jesu, deinen Chriher geboren, Das alles, was sten Mit deinem Geiste bei, Daß verloren, In Jesu wiederfind't. jeder seinen Lüsten Mit Ernst 3. Doch, wie muß dies Be- entgegen sei! Dir weih' sich jede schneiden Im Geiste denn ge- Brust, Daß weder Schmerz noch schehn? Die Sünde mußt du Freude Von deiner Huld sie meiden, Ihr ernstlich widerstehn. scheide! Dämpf' alle böse Luft! Der Weg dazu ist Buß', Wo- 9. So wollen wir dich ehren durch, obwohl mit Schmerzen, Durch unsre Lebenszeit, Und Univ.- Bibl. Giessen 108 Ueber den Namen Jefu. deinen Ruhm vermehren In| Schaar der Frommen Wir, nun jener Ewigkeit, Wenn mit der verkläret, kømmen In's große Engel Schaar Und mit der neue Jahr. L. Laurentii. Ueber den Namen Jesu. Mel. O Gott, du guter Gott.| bes Nacht, Und selig meinen 155. Jesu, deſſen Treu' Tod. 6. Er heilige mich denn zum Kinde Gottes! gebe Mir Freu digkeit zu Gott; Kraft, daß ich ihm nur lebe; Wenn Weisheit fehlet, Licht; Und in der Trüb sal Muth! Sei allezeit mein Trost, Mein Ruhm, mein Im Himmel und auf Erden Durch keine Zunge kann Genug gepriesen werden! Von Herzen dank' ich dir, Daß du gekommen bist, Der Völker Troft zu sein; Daß du mein Heiland bist. 2. Ja, mein Gewissen wird höchstes Gut! Beruhigt und gestillet, Wenn deines Namens Trost banges Herz erfüllet. Troft erquickt, wie der, 7. Er zeige mir den Weg Mein Zur Wahrheit und zum Leben; Kein Erleucht' und treibe mich, Der Den Tugend nachzustreben; Gehor mir dein Name giebt; Denn sam meiner Pflicht, Im Guten er bezeuget mir, Daß eifrig, rein, Wohlthätig, dir der Vater liebt. getreu Bis in den Tod zu sein! mich 3. Du wurdest Mensch, und bift Für meine Schuld gestorben; Vergebung hast du mir Durch deinen Tod erworben, 8. Dir will ich leben, dir, Und dir will ich auch sterben; Durch dich die Seligkeit Und deinen Himmel erben. Ach, bin Und meine Seligkeit Hab' ich ich erst verklärt, Dann will allein von dir. Dies, mein ich für und für Erlöser, dies Bezeugt dein und voll Dank Name mir. Herr, vor dir! 4. Und darum, o mein Heil! Ist mir kein Name lieber. Den Dir jauchzen, Frohlocken, J. Heermann. Mel. Vom Himmel kam der Engel u. leichten Nebeln gleich Flieht jede 156. Wie theu'r, mein jede Traurigkeit, Die meine Seele fränkt, Entweicht, sobald mein Herz An deinen Namen denkt. Heiland, ist der Nam', Der selbst vom Himmel für dich fam! Er ist an Lehr', an Troste reich. Kein Name 5. Er stärkt mich, daß ich ist dem deinen gleich. auch Versuchungen zur Sünde, 2. Er sagt, es werde alles Wie reizend sie auch sind, Dsch Heil Durch dein' Erbarmung freudig überwinde; Giebt Muth, uns zu Theil, Weil du am und machet mich Geduldig in Kreuze für uns starbst Und der Noth; Macht hell des Gra- uns des Vaters Huld erwarbst. Ueber den Namen Jeſu. 3. Er heißt uns gläubig zu uns allen Die Gnadenfülle dir gehn Und stets auf deine aufgethan. Nimmt man ihn Hülfe sehn, Die, stehn wir nur nun im Glauben an, So im Glauben fest, In keiner schenkt er Heil und Segen. Noth uns je verläßt. 4. Getroft, mit aller Zuverficht Gehn wir nun hin, und treten Vor Gott; und der verwirft uns nicht! Wenn wir durch Jesum beten, So hört der Vater und gewährt, Was unser Herz von ihm begehrt Im Namen seines Sohnes. 4. Und wie viel Trost find' ich in ihm, Wenn ich mich sein und deiner rühm'! Wenn etwas mein Gewissen drückt, Werd' ich durch ihn von dir erquickt. 5. An diesen Namen denket oft, Die ihr auf Jesum Christum hofft; Doch so, daß euer Herz auch viel Von seiner Kraft und Schönheit fühl! 6. Was Balsam einer Wunde ist, Ist mir dein Name, Jesu Chrift! Noch in der letzten Todespein Soll er mein Trost, mein Labsal sein! J. H. Pratje. 109 5. In diesem Namen suchen wir Vergebung unsrer Sünden. Auf unsern Mittler sieht Gött Hier, Und läßt uns Gnade finden, Erläßt uns unsre Sündenschuld, Umfasset uns mit neuer Huld Um des Verföhners willen. Mel. Allein Gott in der Höh' c. 157. Don Ewigkeit zum ben, 6. Durch Jesum slehen wir zu Gott Um Kraft, das treu zu üben, Was uns sein heiliges es Vaters Sohn, Gebot Zu thun hat vorgeschrieUnd Gott stärkt uns Mittler auserkoren, Ward für mit seiner Kraft, Macht uns, uns zur bestimmten Zeit Ein uns Schwache, stark, und schafft wahrer Mensch geboren, Doch In uns, was ihm gefällig. Jesus schon vorher genannt. O 7. Durch Jesum, und mit Name! du machst uns bekannt ihm befreund't, Gehn wir ge Sein Werk und sein Geschäfte. trost zum Tode; Denn dieser 2. Errettung, Leben, Selig größte Sünderfeind Ist uns kein feit Verkündigt dieser Name. Schreckensbote. Wir sehen ihn, Ihm, der vom Thron der Herr- und zittern nicht, Weil Jesus lichkeit kam, ihm ward dieser zu den Seinen spricht: Ich Name Von seinem Gott selbst leb', und ihr sollt leben! beigelegt, Weil er das sündliche Geschlecht Mit Heil be- mel. Es ist das Heil uns kommen her. glücken sollte. 3. Er hat's gethan; er hat 158. Mein Jeſu, du haſt der Welt, gefallen, Der Welt, die tief ihrer Strafe Plagen( Ounerunsre Schuld Mit Sich als den Retter hörte Lieb' und Huld!) Freidargestellt, Hat mitleidsvoll willig wollen tragen. Du, der 110 Ueber die Weisen aus Morgenlande. Gerechte, ließest dich Zum Sün-| fein: Mein Heil, mein Seligs der machen, daß ich mich In macher! dir gerecht kann nennen. 3. In feinem andern ist ja 2. So heißest du nicht Heil; Kein Mittel sonst gege Jesus nur; Du bist auch, ben, Wodurch wir fönnten was du heißeft, Weil du die nehmen Theil An Seligkeit menschliche Natur Aus allem und Leben. Du bist's allein, Jammer reißest. Die That der jedermann Ein ewigs Le stimmt mit dem Namen ein. ben schenfen kann. Gepriesen sei Du wolltest, was du heißest, dein Name! 3. A. Freylinghausen. Ueber die Weisen aus Morgenlande. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir.| Ihm aber nicht Gehorsam gönnt, 159. Ach, wie verschieden Wird Jeſum nimmer finden. ist die Welt Von 5. Die Weisen forschten eifrig Gottes wahren Kindern! Was nach, Bis sie das Haus erblick diesen lieb ist und gefällt, Kann ten, Wo sie, wie ihnen Gott jener Ruhe mindern. Der Hei versprach, Sich inniglich erquic land und sein neues Reich Ent- ten. Ach, forschten wir doch Und sparten deckt sich beiden; doch nicht gleich auch, wie sie, Sind beide da gesinnet. weder Zeit noch Müh', Bis wir Erquickung fänden! 2. Herodes und Jerusalem Erschrecken, da sie hören, E8 fomme jetzt aus Bethlehem Der König aller Ehren. Noch fagte die Religion, Davids großer Sohn Daselbst geboren werden. 6. Ach, möchten wir doch Leib und Geist Mit eifrigem Bestres ben, Das uns der Weisen Bei Es sollte spiel weist, Dem Herrn zum Opfer geben! Gehorsam, Lieb und Treu' allein Wird ihm se lieb, ja lieber sein, Als Weihs rauch, Gold und Myrrhen. 7. 3. Gelehrte wußten Gottes Wort Dem König anzupreisen, Und gingen doch nicht zu dem Ort Mit den erweckten Weisen. derbar So geht es noch; wie mancher zogen, weiß, Herr, deine Wahrheit, Völker Schaar dein Geheiß, Und folgt doch nicht dem Wiffen! 4. Wer fest auf bösem Sinn besteht, Wen Stolz und Neid regieren, Wer nicht, wenn Gott ihm winket, geht, Der wird fein Heil verlieren. Wer Got schienen, tes Wort zwar hat und kennt, Seligkeit Herr, der du so wun Der Weisen Herz ge Und vieler fremder Zu deinem Dienst bewogen, Verleihe, daß ich nichts so sehr, Als deiner Gottheit Ruhm und Ehr', So lang' ich lebe, suche! 8. Empfang, o werthe Chris stenheit, Das Heil, so dir er Und laß es dir zur In wahrem Glauben Ueber die Weisen aus Morgenlande. 111 dienen! Ach, lernt von diesen| jeder Zeit Durch des Glaubens Heiden doch, Ihr falschen Chri- rechte Werke Folgen in Gerechsten, die ihr noch Nach Art der tigkeit, Und nach deinem guten Heiden lebet! Willen Redlich unsre Pflicht erfüllen! £. Laurentii. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 7. Sind wir nah' dem finstern 160. Werde Licht, du Volk Thale, Nah' des Todes dunkler derHeiden! Werde Licht, Jerusalem! Dir geht auf ein Glanz der Freuden Vom geringen Bethlehem. Gott hat derer nicht vergessen, Die in Finsterniß gesessen. Nacht; Dann, mein Heiland, dann bestrahle Uns dein Glanz, der freudig macht! Laß uns, wenn wir sterben müssen, Deis nes Trostes Kraft genießen 8. O der süßen Himmels2. Ach, wie war die Welt wonne, Wenn uns in der verblendet, Ehe dieses Licht Ewigkeit Mehr, als aller anbrach! Nun hat sich die Schein der Sonne, Deines Nacht gewendet, Nun ist's für Lichtes Glanz erfreut! Dies fie heller Tag; Denn nun gieb mir und allen denen, Die leuchtet ihre Sonne sich gläubig darnach sehnen! feligt sie mit Wonne. Und be Licht der Seelen! Du vertreibst die Fin- 161. D'Bolt! hat sich zu De 3. Kift. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ein Heil, o Gottes sterniß. Wenn wir dich zum Führer wählen, Machst du un fern Gang gewiß. Auf der Tu gend schmalem Pfade Leuchtet uns dein Licht der Gnade. nähern angefangen; Ein helles Licht ist, auch für dich, Dem Erdkreis aufgegangen. Dies sei dir stets ein Freudentag! Die Nacht, die auf den Völfern lag, Verschwand vor seinem Schimmer. 4. Nun, du wollest bei uns bleiben, Liebster Jesu, immer dar; Was uns blenden will, vertreiben Und uns schüßen in Gefahr; Auch auf dunkeln Leidenswegen Decke uns mit deinem Segen! 5. Du, du fannft mit Gna denblicken, Wenn die müde Seele schreit, Sie mit solchem Trost erquiden, Der beruhigt und erfreut. Laß, Herr, wenn wir zu dir flehen, uns dies aus Gr fahrung fehen! 6. Gieb auch Lust und Kraft und Stärke, Daß wir dir zu 2. Beglückter Tag, der alle Macht Der Finsterniß zerstreuet, An dem uns Gott nach langer Nacht Mit Licht und Heil erfrenet, Da Gott in dir, Immanuel, Mit deinem wahren Israel nun auch die Heiden dankten! 3. Nun, prüfe heut', Volf Gottes, dich Vor seinem Angesichte! Folgst du im Thun vorsichtiglich Dem aufgegangnen Lichte? Was helfen Opfer des Gebets Zum wahren Gott, wenn Ueber die Weisen aus Morgenlande. 112 du noch stets Der Welt abgöttisch dienest? Und des Irrthums finstre Wolfe Uleberschattet noch sein Land. Ueber Salem strahlt dein Licht; Aber Salem fennt dich nicht! 4. Was hilft es, daß du Gott erkennst Und seinen ganWenn du das zen Willen; 3. Weise kommen, anzubeten. Thun vom Willen trennst, Auch Herodes fragt nach dir; Bift träg', ihn zu erfüllen? Aber fragt nur, dich zu tödten, Wenn du, was du gelobt, doch Wo du seist, voll Blutbegier. brichst; Zwar oftmals christ- Gern vergösse seine Wuth, O, lich scheinst und sprichst, Und du Herr der Welt! dein Blut. sonst doch heidnisch lebest? 4. Ach, verwerfet doch, ihr 5. Ach, prüfe dich! Gott nimmt Sünder, Den nicht, der euch sein Licht, Wenn man's nicht retten fann! Kommt, und wer schätzt, zurücke. Steh' auf vom det Gottes Kinder; Betet euren Schlaf, damit er nicht Sein König an! Eilt zu ihm, und Wort auch dir entrücke! Ofäumet nicht; Macht euch auf, Gott, hör' mit Geduld nicht auf, und werdet Licht! Und fördre deines Wortes Lauf Auch zu den fernsten Heiden! 5. Nun, wir eilen mit Ver langen, Dich zu ehren, sind be reit, Dich, Messias, zu empfan gen; Zeig' uns deine Herr Unsre Kniee beugen sich, Unser Glaub' umfaffet dich. 6. Deines Wortes helle Flamme Offenbar' uns, was für Gnad', O du Held aus Jakobs Stamme, Gott durc Daß das dich gegeben hat, Herz, vom Laster frei, Ewig B. Schmolck. dir ergeben sei! Mel. Unerforschlich sei mir 2c. 162. Gott der Juden, Gott lichkeit! der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba sieht dein Licht voll Freuden Säumt auch, dir zu knieen, nicht. Japhets Same sieht den Stern, Kommt und glaubt an seinen Herrn. 2. Aber ach! von deinem Volke Wirst du, Heiland! nicht erkannt, Auf die Darstellung Christi im Tempel. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c.| Tempel sein, Er selbst macht 163. Wohlauf, mein Herz, dich von Sünden rein, Hat in dir zu wohnen. Dem, der für dich sich darge- finstres Herz, auf! werde stellt, Nun dich auch darzu- Licht! Denn Jesus wohnt in stellen! Er ist das Licht; Seelen nicht, Die ihrer Lüfte drum sei gewiß, Er wird schonen. auch deine Finsterniß Vertreiben, dich erhellen. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, Vom Geist erweckt, wie Simeon, Zu seinem Heil z 2. Ach, du sollst ihm sein Auf die Darstellung Christi im Tempel. 113 haben, Gott fürchtet, sich der Gerechtigkeit Verspricht mir Welt entwöhnt, Aus ihr sich Schuß und Leben. nach dem Himmel sehnt, Der opfert rechte Gaben. 4. Wer auf das Wort des Höchsten baut, Im Glauben seinen Heiland schaut, Der fann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht; Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 4. So fann ich auch, wie Simeon, Mein Leben freudig schließen, Und dann vor Got tes heilgem Thron Den Gnadenlohn genießen. Schließ' ich einst meine Augen zu, Dann geht mein matter Leib zur Ruh', Mein Geist in Gottes Hände. 5. Was Freude strömt auf meinen Geist, Wenn er, vom Leib entbunden, Das Gute, 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Und laß mich stets voll Glaubens sein, Um heilig dir zu leben, Bis du mich wirst, wenn dir's gefällt, In stiller Ruh' aus dieser Welt In deine Wonn' erheben! L. Laurentii. das Gott uns verheißt, Durch Christum hat gefunden: Die wonnevolle Seligkeit Der unumschränkten Ewigkeit, Die Gott uns hat bereitet! Mel. Allein Gott in der Höh' c. 6. Du selbst, mein Gott, bereite mich zu meinem letzten 164. Gottlob! mein Jesus Ende! Gieb, daß in wahrem macht mich rein Von allen meinen Sünden. Ich fann mich seines Todes freun Und Gnade bei Gott finden. Ich fürchte forthin fein Ge richt; Mich schreckt Tod, Grab und Hölle nicht; Denn Christus ist mein Leben. Glauben ich Des Lebens Lauf vollende! Komm' bald, und hilf aus aller Noth; Hilf durch dein Blut und deinen Tod! Ja, tomm', Herr Jesu! Amen. I. Olearius. Mel. Christus, der ist mein Leben. 2. Was traur ich doch, da 165. Komm', Bilger, zu dem Grabe! er noch lebt, Der das Gesetz erfüllet? Wenn etwa mein armer Erdensohn, An deinem Gewissen bebt, Wird es durch ihn gestillet. Was er hat, das ist alles mein. Wie könnte größrer Reichthum sein, Als den mir Jesus schenket?) Wanderstabe Betrachte Simeon! 2. Er betet in dem Tempel Hinauf zu seinem Gott, Und blickt, dir zum Erempel, Getroft auf seinen Tod. 3. Von Sünden macht mich Jesus rein, Weil er für mich gestorben. Des Himmels Seligfeit ist mein; Er hat sie mir Mich tröstet seine 3. Gott hatte ihn geleitet, Der Tugend Bahn zu gehn; Der Trost war ihm bereitet, Den Heiland noch zu sehn. Heiligkeit; Sein Unschuld und 4. Er sah ihn mit Entzücken, erworben. 8 114 Auf die Darstellung Christi im Tempel. Drückt' ihn an seine Brust,| ihn. Der Himmel tönet wie Und aus des Heilands Blicken der: Heil dir! nun stehst du Strahlt' ihm die süß'ste Luft. E. F. D. Schubart. ihn! 5. Die Fülle seiner Freuden, Das Heil aus Gottes Höhn, Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r u. Das Licht der blinden Heiden 166. Dich bitt' ich, Heiland er im Fleisch aller 6. Nun sah er ohne Beben Auf seine Heimfahrt hin; Denn Christus war sein Leben, Und Sterben sein Gewinn. 7. Nicht mehr ein Glück 2. Weil du mein treuer Heihienieden War reizend für land bist, Der mir von Gott sein Herz; Belebt von großem gegeben ist; So reinige Herz, Frieden Sah er nur himmel- Sinn und Muth, Und mache mich gerecht und gut! wärts. 8. Herr, leit' mich auf 3. Zeig' mir die Bahn, o dem Pfade Der wahren Fröm- helles Licht, Daß ich des Heils migkeit; Gieb mir durch verfehle nicht! Du bist allein Jesu Gnade Zum Sterben mein Preis und Ruhm, Und ich Freudigkeit! dein Knecht und Eigenthum. 4. Dein Friede, Herr, bes wahre mich! Mein Auge blide stets auf dich; So fahr' ich, Mit wenn es dir gefällt, großer Hoffnung aus der Welt. B. Helder. 9. 3war werd' ich so nicht sehen Ihn hier, wie Simeon; Doch in des Himmels Höhen Erwartet er mich schon. welchem sich mein Glauben hält, Sei meines Herzens Trost und Theil; Erfreue mich mit dei nem Heil! 10. Dann tönen meine Lieder: Heil mir! nun seh' ich Jesu Stand der Erniedrigung. Mel. Es ist gewißlich an der 3eit.| Sünder. Du hast nach langer 167. Beſtimmt war dir ein Irrthumsnacht Dem Irrenden göttlich Reich; Nur gebracht, solltest du auf Erden Erst, Jesu, die Rettung zeiget. deinen Brüdern gleich, Doch ohne Sünde, werden. Du weinteft hülflos, dürftig, bloß, Gleich andern Kindern, auf dem Schooß Der hochgelobten Mutter. 3. Du warest Gottes Ebens bild Und lebtest dennoch niedrig. Die Gottheit hatte dich erfüllt; Doch war dein Schicksal widrig. Du sollt'st in Armuth, Schmad und Bein Gehorsam, uns zum Beispiel, sein, Und fühlend Mit leid lernen. 4. Hier hattest du kein Eigens 2. Nahmst nach und nach an Weisheit zu, Wie alle Adamsfinder; Was Gott gebot, das thateft du, Das lehrtest du die Poten Jesu Stand der Erniedrigung. 115 thum, Nicht hoher Würde| Mensch ward, und auf Erden Freuden. Du suchtest weder ging; Als er für uns Sünder Pracht, noch Ruhm, Und woll- Litt und starb; und da er todt test Schmähung leiden. Du hat In dem Grabe ruhte: Da vertest Macht; doch suchtest du Kein föhnt' er uns mit Gott, Unweltlich Reich, nein! Seelenruh' ferm höchsten Gute. Und ewigs Heil zu stiften. 5. Dein Leiden trugst du mit Geduld, Die Seelenangst im Garten, Und was für Marter unsre Schuld Am Kreuz dich hieß erwarten. Wie ein erwachter Frevler zagt, So wurde auch von dir geklagt: Gott habe dich verlassen! 4. Er enthielt fich aller Pracht Und der höchsten Freuden, Er begab sich seiner Macht, Um für uns zu leiden, Er war Gott, und in ihm auch Aller Gottheit Stärke; Aber nicht war ihr Gebrauch Bei dem Leidenswerke. 5. Dies ist die Entäußerung, Die bis dahin währte, Da nach der Erniedrigung Ihn sein Gott verklärte. Dhn' Gebrauch der großen Macht, Die Gott ihm gegeben, Ohne Reichthum, ohne Vracht Mußte Jesus leben. 6. Und das that er williglich, Uns Gott zu versöhnen. Uns zu ehren, ließ er sich Spotten Mel. Christus, der uns selig macht. und verhöhnen. Unsern Raub, 168. Jesus, der uns selig wie Gott zu sein, Muß der Herr bezahlen. Nunmehr kann in uns der Schein Seines Bilmacht, Ist zwar arm geboren; Hat doch wieder hergebracht, Was wir längst des strahlen. verloren. Sehr erniedrigte er sich, Opferte sich williglich, Daß fie fönnten leben. 6. Es war ja selbst des Höchsten Rath: Den Knechten sollt'st du gleichen. Du sollt'st auf diesem rauhen Pfad Der Liebe 3wed erreichen. Heil lag in deiner Niedrigkeit; Sie bracht' uns Gnad' und Seligkeit. Gepriesen sei dein Name! 7. Ach, mein Jesu, der du Sünder zu erheben; dich So entäußern wolltest, Als du aus Erbarmung mich Selig machen wolltest, Mach' 2. In der menschlichen Ge- mich hier dir gleich gesinnt! stalt Wohnete die Fülle Aller Niedrig sei mein Leben; Dort göttlichen Gewalt; Doch sein wirst du auch mich, dein Kind, freier Wille Aeußerte sich zu dir selbst erheben. wunderbar Des Gebrauchs der Rechte; Denn was nahm man an ihm wahr? Die Gestalt der Knechte! 3. Als die Mutter ihn empfing; Als er, wie die Kinder, reich. Du wardst gleich den 8. Du wardst arm; ich werde Knechten; Knechte wurden Herten. ren gleich, Sünder den GerechSo fann deine Seelennoth Seelenruhe geben. Herr! 8* 116 Von der Salbung der menschlichen Matur Jesu. dein Leiden und dein Tod Bringt| Alle guten Gaben. Dahin, wo mir Freud' und Leben. er mich vertritt, Wird er mich 9. Doch nach seiner Niedrig erheben. Nun, hier duld' und feit Ward er sehr erhaben, sterb' ich mit, Dort mit ihm Empfing für die Christenheit zu leben. Von der Salbung der menschlichen Natur Jefu. Mel. Allein Gott in der Höh' 10. schon genossen; Doch hatt' in ie wichtig, Jesu, keine sich dies Del In solchem 169. Wie war das Werk, Maß ergossen. Dich nahm Das du verrichten solltest, Du die ganze Fülle ein, Du soll auch mit Weisheit, Muth und test der Messias sein; Du foll Stärk' Zu Stande bringen woll- test Christus heißen. test! Für eine ganze Sünderwelt Sollt'st du ein solches Lösegeld, Das Gott gefiel, er legent. 6. Voll göttlich's Lichts war dein Verstand; Der Gottheit Tiefen, Thaten Und Schlüsſe waren dir bekannt, Du durft'st sie nicht erst rathen. Ein Sün der warst du nicht, wie wir; Verhaßt war alle Bosheit dir; Ganz heilig war dein Wille. 7. Du eifertest für dessen Ehr', Von dem du ausgegangen; Verkündigtest die große Lehr', Die du von ihm empfangen. 3. E8 nahm zwar deine Mit Muth und mit Entschlos Menschheit Theil An deiner senheit, Mit Geisteskraft und Gottheit Ehren; Doch mußtest Freudigkeit Vollbracht'st du du zu unserm Heil Dich des Gebrauchs entleeren. Daher erniedrigt'st du dich bald, Erwähltest eine Knechtsgestalt, Glichst deinen dürft'gen Brüdern. 4. 3war an ihr selbst war die Natur, In der du zu uns famest, So schwach, als unsre eigne nur; Doch da du sie annahmeft, Da salbete Gott deine 9. Auf diese Weise zeigtest du, Seel' Mit seinem theuren Freu- Gott habe dich gesendet. Nicht denöl, Mitseines Geistes Gaben. eh'r gabst du dich auch zur Ruh, 5. Wahr ist es, manche Bis du sein Werk vollendet. fromme Seel' Hatt' es zwar Darum verklärete er dich, Da 2. Das fonnt' ein bloßer Mensch doch nicht, Kein Weiser und kein König. Ein Engel selbst, bei allem Licht, War dazu viel zu wenig. Drum gab Gott uns dich, seinen Sohn, Von seinem hohen Himmelsthron Zum Bürgen, zum Erlöser. seinen Willen. 8. Du gingst mit Gotteskraft herum, Bestraftest alle Heuchler, Die Feind' und Lästrer macht's du stumm, Beschämtest jeden Schmeichler; Dein Blick drang in des Herzens Grund, Die Kranken macht' ein Wort gesund, Und Todten gab es Leben. Von dem Mittleramte Jesu Christi überhaupt. 117 10. Du weißt ja, Herr, was mir gebricht; Gieb mir von dei nem Dele! Erfülle den Verstand mit Licht, Mit Heiligkeit die Seele! Wenn deine Hand Nach deinem Namen nenn ich mich. Doch was hülf bloß das Nennen? Herr, laß mich deine Lehr' und dich Mit Werken auch bekennen! Wie du, o Jesu! Christus bist, So sei mein Ruhm: ich bin mich nicht verläßt, So werde ein Chrift, Und leb' als dein ich im Glauben fest, Und stark Gefalbter! auch in der Liebe. 3. H. Pratje. er dich Sohn, und Vater fich Mit lauter Stimme nannte. Von dem Mittleramte Jesu Christi überhaupt. Mel. Nun freut euch, lieben c. mel felber dargestellt Als auserforner Mittler. 170. D u stelltest dich zum Mittler ein, Herr Jesu! für die Sünder, Und wolltest Haupt und Bürge sein Gefallner Adamsfinder; Nahmst alle ihre Schuld auf dich, Trugst ihre Lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 5. Zwar dem, der unser erstes Haupt, Der Adam überwunden, War auch an dir viel Macht erlaubt In bangen Prüfungsstunden; Doch hier ward er des Siegs nicht froh, Du standst als Held, und Satan floh, Die Engel sahn's und jauchzten. 6. Bestimmt nach Gottes weisem Rath Zum Lehrer und Propheten, Sah man dich nun durch Wort und That Dies Amt voll Kraft antreten. Des Lasters Schande straftest du, Sprachst müden Seelen freundlich zu, Und predigtest gewaltig. 2. Du, deines Vaters ewger Sohn, Gebor'n ein Mensch auf Erden, Ertrugft in früher Kind heit schon Die größesten Be schwerden; Nahmst nach und nach an Weisheit zu; Durch frühe Tugend wurdest du Ein Vorbild frommer Jugend. 3. An Jahren reif, an Weisheit groß, Verließest du die 7. So warest du das wahre Stille, Darin dein Jugendlauf Licht Mit Aufwand deinerKräfte. verfloß. Dies war des Vaters Jedoch dies war, o Herr! noch Wille. Am Jordan weihetest du nicht dich Durch deine Taufe öffent- schäfte. Dein wichtigstes Gelich Zum Antritt deines Amtes. thum bestellt, Gabst du zum Zum HohenpriesterDein Vater goß vom Opfer für die Welt Dein eigHimmelsthron Auf dich des nes theures Leben. Geistes Gabe, Und sprach: Dies ist mein lieber Sohn, Dran ich Gefallen habe. So wurdest du, Herr! vor der Welt Vom Him 4. 8. Dem Tode nahmst du seine Macht, Fuhrst zu des Himmels Höhen, Wo dich in deiner Siegerpracht Die Himmelsbürger 118 Von dem Mittleramte Jesu Christi überhaupt. sehen, Und wo du unsre Sache| soll sie aus deinen Händen reißen. führst, Als König herrschest Sie sollen hier und dorten mit und regierst zu unserm Heil dir leben, Und dich erheben. und Segen. 9. Herr Jesu, großer Mittler, sei Von Herzensgrund gepriesen Für alle Gnade, Huld und Treu', 7. Wie kann ich, Mittler! deine Lieb' ergründen? Was läßt, als Mittler, du bei dir mich finden? Auch ich will bloß zu deiner Die du une haft bewiesen! Gieb, Chre leben, und dich erheben. daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam sei'n, und einst dich Mel. Herzliebster Jesu, was hastic. schaun Zu unfrer ewgen Freude! 172. Nie kann mein Herz Mel. Jauchzt unserm Gott c. dich, Jesu! g'nug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Was ich zu meinem Heile nöthig mit Freuden? Und ich? ich sollt' habe, Ist deine Gabe. des Undanks Vorwurf leiden? Dir, Jesu! weih' ich heilig mein Gemüthe, Rühm' deine Güte. We er preist nicht seinen Retter gern 171. W 2. Du, Gottes Sohn! tratt in der Menschen Orden, Und bist für mich ein solcher Mittler 2. Ganz niedrig lebt'st du, worden, Daß ich der Noth, die unser großer Lehrer! Warst jedes mich beschwert, entnommen, 3u ernstlich Betenden Erhörer; Er- Gott fann kommen. schienest allen auf dem Leidenspfade Mit deiner Gnade. 3. Als Mittler zeigtest du den Weg zum Leben; Erwarbst durch dein Blut uns den größten Segen. Befreitest uns von Schuld, gabst uns daneben Ein Recht zum Leben. 3. Du machst, daß mir aus dei ner Gnadenfülle Heil über Heil für meine Seele quille. Nichts kann ich mir zu meinem Heil er denken, Du willst es schenken. 4. Mir fehlte Licht, die Wahr heit zu erkennen, Gott anzubes ten, Vater ihn zu nennen; Du aber bist zum Lichte mir erschie nen, Gott recht zu dienen. 5. Vor deinem Glanz entfliehn die Todesschatten, Die mich Ver blend'ten ganz umgeben hatten; Geleitet durch Erfenntniß deiner Wahrheit, Umgiebt mich Klarheit. 6. Es hatten mir die Schulden meiner Sünden Den Weg vers schlossen, Gottes Huld zu finden, Und ließen's mir an wahrem 4. Kaum hattest du des Mittlers Werk vollendet, So fuhrst du auf zu dem, der dich gesendet, Zum Thron der Allmacht, und willst in Gefahten Dein Volk bewahren. 5. Dein Herz erbarmt sich derer, die dir trauen, Ihr ganzes Glück auf deine Gnade bauen, Und sich, durch deinen Geist gestärkt, begeben, Nur dir zu leben. 6. Du schenkst den Deinen das, Troste fehlen Zur Ruh' der was du verheißen; Kein Tod Seelen. Von Jesu prophetischem Amte. 119 9. Du aber, großer Mittler, Bist mir der bist mein Leben! Willst nach der Zeit zum Himmel mich erheben, Mir ewges Glück für meinen Geist gewähren, Den Leib verflären. 7. Dies große Elend hast du weggenommen; Weg, zu Gottes Huld zu kommen; Dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden Und Troft im Leiden. 8. Die ewge Zufunft war vor mir verhüllet, Kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, Die sich unsterblich fühlen, schien dem Herzen In Todesschmerzen. 10. Nun, ich verehre deine große Güte Mit tief gerührtem dankbarem Gemüthe, In Himmelswonne preis ich deinen Namen Einst besser. Amen. H. E. Heeren. Von Jesu prophetischem Amte. Mel. Bater unser im Himmelreich! Frevler Spott Den Glauben | 173. ein Lehrer ist dir, an dies Wort aus Gott! 5. Du lehretest durch Wort und That Den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran! Gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, Gestärkt von dir, mit steter Treu' Dir nachzufolgen eifrig sei! Weisheit und an Liebe reich Bist du sowohl durch Wort, als That Der schwachen Menschen fichrer Rath. Im Glauben freuet mein Geist sich, Herr Jesu! dein, und lobet dich. 2. Du famst zu uns, von 6. Du bist es, Herr! von Gott gesandt, Ulnd machtest uns dem das Amt, Das die Versöhden Weg bekannt, Wie wir, be- nung predigt, stammt. Du freit von Sündenschuld, Theil machst durch treuer Lehrer Mund haftig werden seiner Huld. Auf Noch jetzt dein Heil den Menewig sei dir Dank und Ruhm, schen kund. Begleite stets mit Herr, für dein Evangelium! deiner Kraft Jhr Amt, damit es Nußen schafft! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, Was nach des Vaters weisem Rath Die Welt noch zu erwarten hat; Auch machtest du durch deinen Mund Die Zukunft selbst den Menschen fund. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, Noch immer deinen guten Geist, Der dem, der Wahrheit sucht und liebt, Zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 4. Dies und die Wunder dei ner Hand Sind uns ein göttliche Unterpfand, Was man aus deinem Mund gehört, Sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der Wahrheit führ', Vom Eigendünkel mich befrei', Damit ich dir gehorsam sei, Bis mich der 120 Von Jesu prophetischem Amte. 174. einst in Ewigkeit Ein hellres| Gnad' und Wahrheit brachte, Licht bei dir erfreut! mshid Machst du die matten Herzen 3. 3. Rambach. froh, Die Moses traurig machte. Mel. Es ist das Heil uns kommen zc. Doch hast du auch zugleich er rophete Jesu! du flärt, Was Gott in dem Ge bist groß Von setz begehrt. Du lehrtest Buß Worten und von Thaten. Dein und Glauben. Sig war deines Vaters Schooß; Jedoch, der Welt zu rathen, Hast du dich gerne dieser Welt Als einen Lehrer dargestellt In deinem Mittleramte. 91@ 7. Da auch zu deines Wor tes Macht Der Zeichen Kräfte kamen; So rühmte man, was du vollbracht, An Blinden, Tauben, Lahmen, An Menschen, die der Aussag fraß, Und die ein böser Geist besaß, Ja, selber an den Todten. 2. Wie die Propheten alle sammt Von Christo Zeugniß gaben, So zeiget dein Propheten amt, Daß wir an dir nun 8. Du setztest dieses Lehramt haben, Was uns von dir ver- fort In dem Erhöhungsstande sprochen wird, Den besten Leh- Durch deiner Boten reines Wort, rer, Meister, Hirt Und Bischof Die du in alle Lande Nach deis unfrer Seelen. 1 ner Himmelfahrt gesandt. So hat die Welt in dir erkannt Das Licht und Heil der Heiden. 3. Du warst es durch des Baters Rath In den bestimm ten Tagen, Da dich dein Gott 9. Du bist noch jezo der erwecket hat, Den Irrenden Prophet, Der Lehrer zu uns zu sagen, Wie man zum Him- sendet. Gottlob! der feste Grund mel fommen soll. Du warest besteht, Bis Zeit und Welt sich fraft und geistesvoll, Gesalbt endet, Getreuer Lehrer reiner mit Freudenöle. Macht uns dich großen Lehrer fund, Der Gottes Weg recht lehret. ha Mund 10. Ja du, mein Jeſu! bist allein Das Heil, das kommen treu sich hier dein Herz bewies, sollte, Durch den Gott seinen Nachdem es bei der Taufe hieß: Dies ist mein Sohn; den höret! Gnadenschein Uns offenbaren wollte, Der Mittler und der Sees lenhirt, Von dem mein Geift geweidet wird mit Stäben sanft und wehe. 4. Vornämlich warest du gefandt Zu den verlornen Schafen Vom Hause, Israel genannt, zu lehren und zu strafen. Wie 5. Wer elend und zerbrochen ist, Gebunden und gefangen, Ein trauriger, doch wahrer Christ, Der soll in dir erlangen Erquidung, Heilung, Linderung, Eröffnung und Erledigung, Ein gnädigs Jahr und Freude. 6. In deinem Evangelio, Das 11. So leite denn und führe mich Auf einer grünen Weide! Dein Wort sei immer fräftiglich Des Herzens Troft und Freude; Und wenn die Welt einmal ver Von Jesu prophetischem Amte. 121 geht, Ach, so erfülle, mein Pro-| Stärke, Die Jefum vor der Welt phet, Was du hast prophezeiet. verklärt, Der durch so große Wunderwerke Als dein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen gläubig an, Und sind ihm willig unterthan. Mel. Mein Jesus lebt! was ic. 175. Wie ie göttlich sind doch Jesu Lehren! Wie überzeugend seine Macht! 7. Erfüll, o Herr, nur unsreSobald wir von den Thaten Herzen Von seiner Lehren Götthören, Die er auf Erden hat lichkeit, Damit wir nicht das vollbracht, So stimmt ihm unfer Heil verscherzen, Das uns dein Glaube bei, Daß er der Welt- Sohn allein verleiht; Und schaffe, erlöser fei.isin daß ihm unsre Treu' Bis in den Tod ergeben sei! 3. 3. Spreng. 12. Die Herrlichkeit war vol ler Gnaden, Die man an seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu jemands Schaden, Wie von Mel. Wie schön leucht't uns der zc.. Propheten oft geschah. Er raffete 176. Wie groß, wie angebetet ist in ihrem Sinn Die Sünder nicht im Zorne hin. Nam', o Heiland, Jesu Christ! Wie theuer deinem Volke! Du hast durch deines Wortes Macht Der Menschen Heil an's Licht gebracht, Zerstreut des Irrthums Wolke. Als du, Herr! kamst, Hörten Taube, Und der Glaube Half den Kranken, Stumme fangen, dir zu danken. 2. Vom Vater nahmst du 4. Er schalt des Satans Licht und Kraft, Die sand Legionen, Die Legionen scheu- test du der Jüngerschaft, Die ten ihn; So mußten sie der Völker zu befehren. Nicht Menschen schonen Und plößlich Fürsten, Schriftgelehrte nicht; in den Abgrund fliehn. Be- Nur Fischer sollten durch dein rief er seiner Engel Schaar, Licht Die Finsterniß zerstören. So stellte sie sich dienstbar dar. Dant dir, Jesu! Denn es 5. Sein Segen speiste ganze haben Deine Gaben Dich Heere Da, wo es ganz an verfläret, Uns den Weg zut Brod gebrach, Und faum ge- Gott gelehret. bot er Wind' und Meere, So ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man bei allem Thun Auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 3. Vom Aufgang schallt zum Niedergang Die Wahrheit und der Lobgesang Erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, Die gerne dir vor deinem Thron Ein würdig Loblied 6. Wir danken, Vater! deiner 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, Den Tauben gab er das Gehör. Der Aussaß mußte vor ihm schwinden, Der Stumme bracht' ihm Dank und Ehr', Sein Kraftwort hieß die Lahmen gehn Und selbst die Todten auferstehn. 122 Von Jesu prophetischem Amte. brächten. Jesu, Laß du Mehr| Pflicht, Die Menschen zu beauf Erden Derer werden, Die fehren, Durch Lehre, Straf und dich kennen, Gott durch dich auch Unterricht, Durch Zucht und Vater nennen! 3. A. Cramer. Trost zu lehren; Auch durch der Sacramente Kraft, Die Gottes Gnade uns verschafft, Mel. Wär' Gott nicht bei uns c. treuer Hirt, Sein 177. Der Herr ist mein ge Viel Gutes zu bewirken. 6. Ein Lehrer gleicht dem Wort ist meine Weide. Er sucht Ackersmann, lind Gottes Wort mich, wenn ich mich verirrt; dem Samen, Heißt Wächter, Fr Ihm folgen, ist mir Freude. Er der nicht schlafen kann, führet mich mit seiner Hand, Und dazu heiligt er den Stand Von ihm berufner Lehrer. führt den Vaternamen, Er heißt ein Streiter und ein Hirt, Ein Engel, der gesendet wird, Ja, ein Haushalter Gottes. 7. Erhalt' uns, Herr, dein theures Wort In unverfälschter 2. Der Herr berief unmittelbar Im alten Testamente Der heilgen Männer große Schaar, Die man Propheten nennte. Lehre, Und rüste selbst noch im Durch dieser Männer Schrift und Mund Entdeckte Gott den Gnadenbund, Und ließ von Christo zeugen. merfort Zu deines Namens Ehre Getreue Diener Chrifti aus! Bes wach' die Kirche, als dein Haus, Und die, die daran bauen! 3. Als er nun selbst sich ein- 8. Laß deine Knechte deinen gestellt, Erwählt' er seine Knechte Ruhm In Lehr' und Leben preis Und sandte sie in alle Welt, Zu sen, Und so das wahre Chris lehren seine Rechte. Die Welt stenthum Auch mit der That ermahnete und bat Gott selbst beweisen, Damit des Wortes durch sie an Christi Statt: Laßt theure Kraft, Die neues Leben euch mit Gott versöhnen! in uns schafft, Ja nicht ver lästert werde! 4. Gott ruft auch noch, doch mittelbar, Nach seinem Herzen 9. Herr, lad' uns durch die Hirten, Und sendet sie noch im merdar Zu Frommen und VerHirten ein, Und weck' uns aus dem Schlafe; Laß alle Hörer Als Chrifti immerfort Des Höchsten theu- fromme Schafe; Schafe; Daß alle irrten. Die lehren uns noch Thater sein, Das in treue Lehrer sich, und die fie hören, Herr, durch dich Und dein Wort selig machen! Leben und Wandel. liches Ebenbild, Warst mit Gott Von Jesu heiligem Mel. Unerforschlich sei mir zc. 178. Du, der allerhöchften geweihtem Triebe, Jeſu! jeder Liebe Wejent zeit erfüllt. Gott war stets dein res werthes Wort, der Schrift verfaffet. 5. Vornämlich ist dies ihre Von Jefu heiligem Leben und Wandel. 123 höchstes Gut; Du folgt'st ihm Ihn treulich zu erfüllen. Dir mit Heldenmuth. feines Eigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine Lust, Und Lust, ihm zu gehorchen. 3. Wenn wo dein Auge Frevler sah, Warst du voll edler Schmerzen; Doch wenn des Vaters Will' geschah, Quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn, Auf ihn sah stets dein Auge Auf ihn, der dich gesendet. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That Vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath Zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe felber ist, So warst auch du, Herr Jesu Christ! Die Freundlichkeit und Liebe. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth Dich nicht zum Murren reize; Warst Gott gehorsam bis zum Tod, Ja, bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht Auf den allein und fest gericht't, Der dich erretten fonnte. 2. Stets war sein Will' auch dein Wille; Dein war sein Sinn und sein Herz. Du verehreteft ihn stille, Drückte dich gleich herber Schmerz. Auch auf rauher Todesbahn Sahst du ihn als Vater an. 3. Ganz vollkommen zu er füllen, Was dein Vater dir gebot, Seinen dir bekannten hin, Willen Auszurichten bis zum Tod; Dieses war das Werk allein, Das dir heilig sollte sein. 4. Große Martern auszu stehen, Gingst du still zum Kreuze hin; Sündern Gnade zu erflehen, Hieltest du dir für Gewinn; Ruhig, starf, in Gott gefaßt, Trugst du Schande, Schmach und Laſt. 5. Herr, nach deiner Tugend streben Lehre mich, dein Eigen thum; Und dir gleich gesinnet leben, Sei mein Werk, und sei mein Ruhm! Hilf, daß ich so gern, als du, Deines Vaters Willen thu'! 3. 3. Rambach. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 179.Jefu, wahrer Vollkommenstes Erempel! Dein Herz, dem Vater ganz geweiht, War jeder Tugend Tempel. Dein Wandel war von feiner Schuld Befleckt, war heilig und der Huld Des höchsten Vaters würdig. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz, An ihm, troß alles Spottes. Dein Hoffen war im bangsten Schmerz Die fichre Frömmigkeit Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner Stimme Flehn, Dieweil du ihn verehrtest. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gefrönt, Lebst du zu seiner Rechten Voll Majestät; und dir ertönt Von allen Gottesknechten 2. Wer war wohl eifriger, als Das Lob, deß du so würdig bist. du, zu thun des Vaters Willen? D selig, wer dir ähnlich ist Dirwares Ruhm und Seelenruh, Im Sinne und im Wandel! Bon Jefu heiligem Leben und Wandel. 124 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, Herr, zum Muster setze, Und meinen treuen Gott mit dir Weit über alles schäßze, Mit Freuden seinen Willen thu', In seiner Fügung stille ruh', Jhm ganz mich überlasse! 3. s. Diterich. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen abzuwenden, Unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen Littest mit 218 ein gelaßnem Herzen; Missethäter starbest, Und uns ewigs Heil erwarbest! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Deine dich 180. V hentiebe, sefu! trieben, Sanftmuth und Ge deines Mitleids Triebe Zogen dich herab auf Erden, Der Ver lornen Heil zu werden, Und duld zu üben, Haß mit Hap nicht zu vergelten, Deine Schma Allen her nicht zu schelten, Deine für sie sogar dein Leben In freundlich zu begegnen, Die dich den Tod dahin zu geben. O, lästerten, zu segnen, wer faßt die starken Triebe Feinde zu vertreten Deiner treuen Menschenliebe! sie zu Gott zu beten. Und für 2. Ohne Vortheil zu be- 7. Aller Welten Herr und gehren, Sich in andrer Dienst König! Sohn des Höchsten! verzehren, Jedem gerne Gut's wie wenig Hast du je nach erzeigen, Zu Beleidigungen Ruhm getrachtet Und auf Menschweigen, Auch an Feinden schenlob geachtet! Deines Va Wohlthun üben; Das heißt: ters heilgen Willen Mit Ge Menschen göttlich lieben! Und horsam zu erfüllen, uns zum wie voll von solcher Güte, Himmel zu erheben, War der War, Erlöser, dein Gemüthe! 3weck von deinem Leben. 3. du Zuflucht der Elen- 8. Laß mich, Herr, zu meinem den! Wer hat nicht aus deinen Segen Deinen Wandel oft ers Händen Auf sein redliches Verwägen; Laß mich in der Angst langen Hülfe, Ruh' und Trost der Sünden Rath und Hülse empfangen? O, wie pflegtest du bei dir finden! Heilige auch meine zu eilen, Das Erbetne zu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten Schon auf Erden zu bereiten. Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe; Laß mich immer mehr auf Erden Deinem Bilde ähn lich werden! 3. 3. Rambach. 4. Kinder an dein Herz zu drüden, Die Betrübten zu erquicken, Die Unwissenden zu lehren, Die Mel. Allein Gott in der Höh' sein. Verführten zu bekehren, Die 181. Welch hohes Verstockten zu erschrecken Und zur Buße zu erwecken; Das war täglich dein Geschäfte, Selbst mit Aufwand deiner Kräfte. Beis ſpiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier Dir nachzuahmen Von Jefu heiligem Leben und Wandel. 125 dich erquicken.mit streben? Sollt' ich den Weg, und sei, wie ich! So will ich den du betratst, Nitbt freudig gehn? und, was du thatst, Nicht gleichfalls gern vollbringen? 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, Daß ich mein 2. Dein Herz, von Sünde Heil erkenne, Dein wahrer Jünnie entweiht, War rein, wie ger sei, und nicht Mich nur den deine Lehre; Dein ganzer Wan- Deinen nenne, Damit ich, deidel Heiligkeit; Dein Endzwedk nem Vorbild treu, Auch andern Gottes Ehre. Du littest selbst selbst ein Beispiel sei, Wie du des Todes Pein, Von aller es mir gewesen! 3. 3. Kambach. Straf uns zu befrein Und selig uns zu machen. 3. Du führtest uns zur Tugend an, Gingst, daß wir fol. gen möchten, Der Heiligkeit so schwere Bahn Voran vor deinen Knechten. Wenn dein er dem Verstand und Willen Es grimmter Feind dich schalt Und am Lichte und an Kräftent. Liebe dir mit Haß vergalt; So Zu den Heiligungsgeschäften sannst du nicht auf Rache. Ist der Mensch zu sehr erstorben, Da ihn Adams Fall verdorben. 2. Wir verschmähen Gottes Lehre, Uebertreten seine Ehre; Fehlen oft, ohn' es zu merken, Hier in Worten, da in Werken; Fehlen mehr mit leberlegung, Folgen unsrer Lüste Regung, 5. Du trugst mit Sanft Lassen Furcht vor Gott ver muth und mit Huld Die schwinden, Rühmen uns gar Schwachheit deiner Freunde; unsrer Sünden. Auch Sünder trugst du mit 3. So sind alle Menschen Geduld, Und batest für die Sünder, Von Natur des Zor Feinde. Gehorsam warst du nes Kinder. Fluch müßt' uns bis zum Tod; Auch in der schon hier auf Erden, Mehr allergrößten Noth War's dir Pflicht, Gott zu ehren. noch dort zu Theile werden. Aber, Vater! dein Erbarmen Dacht' in Gnaden an uns Armen. Dein Sohn wurde uns geschicket; Wir durch deinen Sohn beglücket. 4. Dieser sollte, uns zum Segen, Was er nicht geraubt, erlegen; 4. Der Kummervollen Trost zu sein, 3u wehren jedem Leide, Stets wohlzuthun und zu er freun, War deine Sorg' und Freude: Und eines jeden Men schen Schmerz Durchdrang und jammerte dein Herz; Du eiltest, ihm zu helfen! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 182.11ns zum Heile, uns zum Leben Hat Gott sein Gesetz gegeben; Aber, es recht zu erfüllen, Fehlet 6. Ein solches Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen. Wie du zu leben, ähn lich dir In meinem Thun und Lassen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; Komm', folge mir, 126 Von Jesu heiligem Leben und Wandel. Sollte die befohlnen Pflichten| stillen, That er gerne Gottes An der Menschen Statt ver- Willen. Selbst bei allen Seelen richten; Sollte, deinen Zorn zu schmerzen Lag ihm sein Geseh stillen, Des Gesetzes Recht er- am Herzen. Nicht für ihn ist füllen, Und durch ein gerech- dies geschehen; Uns nur, uns tes Leben Seine Ehr' ihm beglückt zu sehen, Unterwarf, wieder geben. gleich andern Knechten, Er sich des Gesetzes Rechten. 5. Kaum war der gebor'n, so drungen Des Gesetzes Forderungen Sich ihm auf; er ward beschnitten, Unterwarf sich allen Sitten, Die das Volk Israel drückten, Doch für jene Zeit sich schickten; Stellte, andern zum Erempel, Sich dem Höchsten dar im Tempel. 8. Gott! für dieser Liebe Pro ben Bist du nie genug zu loben. Und für das, was du erwiesen, Jesu! sei von mir gepriesen. Durch dich können wir Erlösten Der Gerechtigkeit uns trösten, Die, wenn das Geseß uns schrecket, Uns vor Zorn und Fluch bedecket. 6. Des Gesetzes Herr verehrte, Durch Gehorsam Gott, und lehrte, Wie man ihm gehorchen müßte. Ohne sündenvolle Lüste Lebt' er heilig, rein, unschuldig, Litte gerne und geduldig, Liebte Gott und seine Brüder, Gab dir schenken, Gott seine Ehre wieder. 9. Doch wer ihrer sich will freuen, Muß dir auch Gehorsam weihen, Des Gesetzes Stimme hören, Und desselben Fordrung ehren. Laß uns dieses wohl bedenken, Ein gehorsam Herz Uleber alles dich, Und an Brüdern 3. H. Pratje. Herr, lieben, 7. Den verdienten Zorn zu Liebe üben! Von Christi Leiden und Tod. Mel. Christus, der uns selig macht.| Sünde! Diese schlug und quälte eine Leiden, Got dich, Wie ich Gnade fünde. 183. Deine tes Sohn, Herz- 3. Hilf, daß ich in Bus Wollst du und Reu' Dieses recht bedenke Geist Und dich fünftig nicht auf Ach, neu Durch die Sünde fränke! Dämpf' in mir die Sündenlust; Laß mich alles meiden, Was gebüßet werden mußt' In so schweren Leiden! lich zu bedenken, mir von deinem Thron und Andacht schenken! erschein' durch dieses Bild, Jesu, meinem Herzen, Wie du Got tes Zorn gestillt Durch die größten Schmerzen! 2. Aber laß mich nicht allein Auf dein Leiden sehen; Lehr' die Ursach' deiner Pein Mich zugleich verstehen! Ach, die Ursach' war auch ich; Ich, und meine mit Heilsbegier, Jesu, dich um 4. Drohet mir der Hölle Pein Um der Sünde willen; Ach, so tritt in's Mittel ein; Hilf die Schrecken stillen! Laß mich denn Von Christi Leiden und Tod. 127 faffen! Halt' ich gläubig mich| weise mich! Dir soll sich mein an dir; Kann Gott mich nicht Herz ergeben; Weiser werd' ich, haffen. Herr! durch dich. Deiner Lehren 5. Gieb auch, Jesu, daß ich hohe Kraft, Deines Kreuzes gern Dir mein Kreuz nach- Wissenschaft Bilden mich zu trage, Wahre Demuth von dir jenem Leben. Herr, das wollern', Nicht in Noth verzage! lest du mir geben! Laß mich in der Prüfungszeit Nimmer von dir wanten! Deß will ich in Ewigkeit Dir, Herr! fröhlich danken. S. v. Birken. 5. Weiß ich feinen Troft des Lebens, Der die Seele stärken tann; Sehn' ich mich nach Heil vergebens, Wenn sich mir Gefahren nahn; Drückt Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. mich meiner Schuld Gewicht; Prange, Welt! mit mir Herr! an 184. Peinem Wissen und Licht: Dann so blick ich nach mit deiner Weisheit Pracht; der Höhe, Wo ich dich erIch, ich will sie gern vermissen, blasfen sehe. Da das Kreuz mich weise macht. Mir soll Jesu Todespein Meine höchste Weisheit sein. Hab' ich die im wahren Glauben, Wer will mir den Himmel rauben? 6. Präge, Jesu, deine Leiden, Deines blutgen Todes Pein, Der Versöhnung wahre Freu den Ewig meinem Herzen ein! Stärke bei des Todes Schmerz Mir das freudenleere Herz; Hilf mir, hilf mir überwinden Und durch dich den Himmel finden! 2. Laß die Welt das Weisheit nennen, Was nur in die Sinne fällt; Hindert's sie doch, den zu kennen, Der einst litt zum Heil der Welt. Mittler! deiner Leidenspein Will ich J. Job. Mel. Herr Gott, dich loben wir. meine Seele weihn, Und der 185. Erwürgt, erwürgt ift Ort, da ich mich übe, Ist die Schule deiner Liebe. Sohn und Herr, Deß Tod für uns beim Richter bürgt, Für uns nach Gottes Rath erwürgt! Vom Lichte Licht, aus Gott Genuß vergehn; Laß sie es für gezeugt, Vor dem der Engel Klugheit achten, Reichthum zu erhöhn. Meine Sich durch Heer sich beugt! Versöhner hier; einst im Gericht Der Freveler 3. Laß die Welt nach Freuden schmachten, Die mit dem Freud' ist Jesus Christ, Der Erbarmer nicht! für mich gestorben ist. Wenn ich ihn erlangen werde, Rühret mich kein Glück der Erde. 4. Nun, so komm', mein wahres Leben, Komm', und unterHeilig ist Jesus Christ, Heilig ist Jesus Chrift, Heilig ist Jesus Christ, Der unser Mittler ift! Der Weisheit Wunder that sein 128 Von Christi Leiden und Tod. Lauben hören, Pahme gehn, die 186. Mein Ende für mich Mund Dem Frommen und dem Sünder fund. Gott rüstete von seinem Thron Mit großer Wundermacht den Sohn. Allmächtig auch, allmächtig ist Der Gott Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. Erlöfer! aud Gingst Stummen reden, Blinde sehn, du hin zum Leiden, Und begabst Aller Erden Die Todten gehn aus ihrer Gruft, dich williglich Wenn ihnen Jesus Christus ruft. freuden. Du sahst Bande, Das hat kein Endlicher gethan. Schmerz und Hohn, Sahst den Im Staube beten wir dich an! Tod von ferne; Doch ertrugst du, Gottes Sohn! Alle Leis den gerne. Sein höchstes Werk war dies noch nicht. Am Bach erst ging er in's Gericht. Am Kidron in 2. Du entflohst nicht der Ge Gethsemane Versank er ganz in fahr, Die dem Leben drohte. unser Weh. Im lauten thränen- Als die Stund' erschienen war, den Gebet, Jm Schweiß, im Gingst du froh zum Tode. Blut liegt er, und fleht, So tief Willig übergabst du dich In dem Richter unterthan, Daß ihn der Feinde Hände, Und bliebst Treu bis an ein Engel stärken kann. Ver- unveränderlich dammt zum Tode, steht er da, das Ende. Trägt dann sein Kreuz nach Golgatha. In's Allerheiligste, uns rein Vor Gott zu machen, geht er ein. winder, Jesus Chrift! Dem Gotte der Barmherzigkeit Sei Preis und Dank in Ewigkeit! Amen. F. G. Klopstock. 3. Lehre mich, wie du, so still Und so standhaft leiden; Und, wenn einst dein Rath es will, Laß mich selig scheiden! Stärke mich, wenn ich einmal Sterbend zu dir flehe, Daß ich in's Grab! Voll Schmerz, voll durch des Todes Thal Ohne Qual, in Angst gebracht, Ver- Schrecken gehe! Ach, bis zum Tod am Kreuz hinab Ward er erniedrigt, bis wundet, und zum Fluch gemacht. Von Gott verlassen, hing er da Am Kreuz, am Kreuz auf Gol gatha. Und nun, nun fam der Tod; er rief: Es ist vollbracht! und er entschlief. Das hat kein Endlicher gethan. Mit Thränen beten wir dich an. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir Für dein willigs Leiden! Denn dadurch erwarbst du mit Deines Himmels Freuden. Nun mehr weiß ich, daß im Tod Idh nicht ewig sterbe; Denn ich bin versöhnt mit Gott, Bin des Himmels Erbe. C. C. Sturm. Eigene Melodie. Breis, Ehr' und Ruhm und 187. Sohn Gottes! Dank dem Tode rang! das geopfert ist, ganz dem, der mit unschuldig Und Dem Lamme, heilig war dein Leben. Noch hajt Dem Uleber- du es geduldig Für uns dahin 129 Von Christi Leiden und Tod. gegeben, Und unsre Schuld| Spott, Achtetest nicht Schmach getragen. Sonst müßten wir und Schande, Mein Versöhner verzagen. Erbarm' dich unser, und mein Gott! Mich hast du o Jesu! der Noth entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir Lebenslang, mein Heil, dafür! 2. Sohn Gottes! ganz un schuldig 2c. 2c. 3. Sohn Gottes! ganz un schuldig Dein Fried' erquic' 5. uns, o Jesu! U. Decius. Hohne; - Oder fürzer: Frevler frönten dich zum Deine Stirne blutete Unter einer Dornenkrone, KöChriste! du Sohn Gottes!| nig aller Könige! Das haft du Der du trugst die Sünden der für mich gelitten, Mir die EhrenWelt, Erbarm' dich unser! fron' erstritten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, EhrfurchtsMel. Jesu, meines Lebens Leben.würdigster, dafür! 188. u der Menſchen D u, 6. Du, der tausendfache Heil und Leben, Schmerzen Mir zu Liebe gern Deß sich meine Seele freut, ertrug! Deinem großmuthsvolDer für mich sich hingegeben, len Herzen War mein Heil Stifter meiner Seligkeit! Du, Belohnung g'nug. Trost in der lieber wollt' erblassen, Als meinen letzten Stunden Floß mich im Verderben lassen, Ach, für mich aus deinen Wunden. wie dank, wie dank' ich dir, Herr, ich dank', ich danke dir Mein Erlöser, g'nug dafür! Einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Troft am Grabe, Unaussprechlicher Gewinn, Den ich dir zu danken habe, Dir, deß ich nun ewig 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Zu erfüllen seinen Rath! Längst hast du dein Wert vollendet, Weggethan die Missethat; Doch in den Gedächtniß- bin! Jesu! dir mein Herz zu tagen Deiner Leiden, Jesu! geben, Deiner Tugend nachzusagen Deine Theu'rerlösten streben, Dir zu traun, zu dir Billig neuen Dank dafür. sterben dir, Dies, dies sei mein 3. Du betratst, für uns zu Dank dafür! E. C. Homburg. sterben, Willig deine Leidensuns Leben zu Mel. Wend' ab dein'n 3orn 2c. erwerben, Gern den ein Leiden beberg hinan; Trugst, verget 189. Herr, stärke mich, send deine Schmerzen, Deine Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; Unvergeß lich sei fie mir! denken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen! 4. 2. Vereint mit Gott, ein Bande, Littest frecher Lästrer Mensch gleich uns auf Erden, Meinetwegen trugst du 9 Von Christi Leiden und Tod. 130 Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen: 3. Welch wundervolles, heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so schwinden meine Kräfte. Mel. Wend' ab dein'n 3orn u. Mein Herz erbebt; ich sehe und 190. Wie grundlos find der Tiefen deiner Liebe! Wie heiß, wie zärtlich, Jesu, deine Triebe! Kein Mutters Herz gleicht deinem treuenHerzen, Du Mann der Schmerzen! 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Er ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, Und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb zu diesem heiligen Geschäfte Stets neue Kräfte! C.F. Gellert. 2. Was zog dich doch, Er löser! auf die Erde? Was scha 5. Es schlägt den Stolz und det dir's, wenn ich verloren mein Verdienst darnieder; Es werde? Dir bleibet doch, wenn stürzt mich tief, und es erhebt ich gleich Strafe leide, Die mich wieder; Lehrt mich mein größte Freude. Glück, macht mich aus Gottes 3. Beschämt verehret Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. Rath, o Christen, Den einzu 6. Herr, mein Heil, an schaun die Engel selbst gelüften! den ich herzlich glaube! Jch liege Bewundert hoch in dem Erlö hier vor dir gebückt im Staube, sungswerke Der Liebe Stärke! Verliere mich mit danfendem 4. Des Höchsten Sohn büßt Gemüthe In deine Güte. für die Menschenfinder, Der 7. Sie übersteigt die mensch- Heiligste bezahlet für die Sün lichen Gedanken; Allein sollt der, Der Lebensfürst und aller ich darum im Glauben wanken? Bosheit Rächer Ich bin ein Mensch; darf der dem Schächer. sich unterwinden, Gott zu ergründen? Stirbt bei 8. Des Höchsten Werk ist, Gnad' und Lieb' erweisen; Uns fommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 5. Kann dein Verstand so hohe Gnadenzeichen, So große Wun der seiner Lieb' erreichen? Thut er nicht mehr, uns Arme zu er höhen, Als wir verstehen? 6. Herr, lehre selbst mich deine Huld erkennen, Dich meinen Herrn in rechtem Glauben nen Erbarme dich und heile meinen Schaden, Du Brunn der Gnaden! 7. Ich bin verderbt vom Fuße bis zum Scheitel; Mein Herz 9. So sei denn ewig auch nen! von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir bewiesen, Da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben Dahin gegeben! Von Christi Leiden und Tod. 131 tropig, widerspenstig, eitel, Mein j wie Schweiß, gleich dem Blute, bestes Thun ist mangelhaft und Ihm aus den Adern drang! fündlich, Ich fehle stündlich. 3. Er war verkauft, verrathen; 8. Drum flieh' ich, Herr! zu Man legt' ihm Fesseln an. Ach, deinen Liebesarmen. Ich such' unsre Missethaten, Die haben und bitte nichts, als dein Erdies gethan! Nach heftigem Verbarmen. Verstoß' den nicht, klagen Ward er verhöhnt, verder seine Sünden hasset, Und speit, Verspottet und zerschlagen, dich umfaffet! Der Herr der Herrlichkeit! 9. Nichts macht mir meines 4. Man setzt' dir, Gottes Heilands Huld verdächtig, 3st Sohne, Mit Geißeln grausam seine Kraft nicht in den Schwa- zu. Du trugst die Dornenfrone, chen mächtig? Er selbst macht Du Himmelskönig, du! Du den gerecht, der an ihn gläu- wardst an's Kreuz bet Und in ihm bleibet. geheftet, Doch, Das du getragen hast, was dich mehr entkräftet, War unsre Sündenlast. 10. Liebe! zeuch du mich zu deinem Kreuze, Damit dein Blut die Seele dring' und reize, Dich, den Erwerber aller guten Gaben, Recht lieb zu haben! 11. Dir, Jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben! Laß mich, flucht. den du versöhnt hast, nicht vertreten, derben! O bilf mir jett und in spein, den letzten Stunden Durch deine Wunden! E. Licbich. 5. Wer hätte doch bei Mördern Die Unschuld selbst gesucht? Den Segen zu befördern, Wardst du für uns verDie dich zu Boden Verspotten und verFür die kannst du noch beten? Bei Gott ihr Mittler sein? 6. Dein Durst, du Lebensquelle! Ging auf mein Seelenheil; Du fühltest Tod und Mel. Befiehl du deine Wege. 191. Meg, Welt, mit dei nen Freuden Und dem, was dir gefällt! Mein Jesus mußte leiden, Zum Opfer dargestellt. Entfernt euch, Fleischeslüfte! Der Herr trug Qual und Bein. Wie kann sein Knecht, ein Christe, Dabei wohl fröhlich sein? Hölle, Und Leben ward mein Theil! Du wardst von Gott verlaffen; Nun steht er mir stets bei. Du mußtest gar erblassen; Nun bin vom Tod ich frei. 7. Die ausgestreckten Hände, Dein blasses Angesicht, Die waren auch am Ende Nur auf mich zu gericht't. Drum will ich dich umfassen, Herr, meine Zuversicht! Du wirst mich nicht verlas jen, Wenn mir mein Herze bricht! 2. Erwägt sein Seelenschre den! Betrübt bis in den Tod Muß er den Zornfelch schmecken, Den Gott ihm selbst darbot. 8. Die Welt mag voller FreuDenkt, wie er uns zu Gute den Den Weg zur Hölle gehn; Selbst mit dem Tode rang, Und Ich will die Laster meiden, Und 9* 132 Von Christi Leiden und Tod. auf dein Vorbild sehn. O Jesu!| 6. Gestillt ist er; wir sollen deine Liebe Trieb dich zum leben. Wohl dem, der dies be Tod und Grab. Ich sterb' aus gleichem Triebe All meinen Lüften ab. denkt und glaubt! Wohl dem, der, Christo stets ergeben, Der Ses ligkeit sich nicht beraubt! Wohl dem, der gläubig ihn umfaßt Und allen Gräul der Sünde haft! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. emmanuel! du tranfft 192. im Garten Den Kelch des Zornes für die Welt. Da wolltest du den Kampf abwarten, Und siegtest endlich als ein Held. Was deine Seele da empfand, Das faßt fein endlicher Verstand. 2. Du solltest vor den Richter treten Als Bürge, vor ihm niederknien, Im Angstschweiß List nicht schade! eifrig zu ihm beten, Der Todesangst dich unterziehn. Wer war geschickt und stark hierzu? Wer war es, Mittler, nur als du? 7. Ich danke dir, du ewge Liebe! Daß du mich von des Todes Macht Befreiet, und aus reinem Triebe Mich auf den Lebensweg gebracht; Ich danke dir, daß deine Kraft- Ein reines Herz in mir geschafft. 8. Herr, mache mich durch deine Gnade Zum guten Kampfe auch bereit, Damit mir Satans Gieb, daß bei meiner Wachsamkeit Das Schwert des Geistes ihn er schreck, Und mich der Schild des Glaubens deck'! 3. F. E. Steffens. 3. So wird denn deine große Würde Selbst durch dein Leiden offenbar; Denn du ertrught 193.So wiliglich, Dein Mel. An Wasserflüssen Babylons. gehst du, Jeſu! die schwere Bürde, Die allen unerträglich war. Du kannst des Todes Gift allein, Allein die Pest der Hölle sein. 4. O Seele, stehe hiebei stille, Bewundre diese große That! Hier zeigt sich Gottes Gnadenwille Und segensreicher Friedensrath; Denn Jesu Leiden in der Zeit Beschloß Gott schon von Ewigkeit. Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu käm pfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen haft, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein zu laden. Da schon das Stellt Schwert gezücket war, du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. 5. Wie er für eine Welt voll Sünder Die Schuld der Strafe übernahm, Und dann für alle Adamsfinder In Angst und in's Gerichte fam; So hat er auch sein Wort erfüllt Und seines Vaters Zorn gestillt. 2. Du, Held, der an dern Stärke giebt, Was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, Und seine Glieder zittern. Ach, hinge sunfen auf die Knie Arbeitet Und er in schwerer Müh', fämpfet im Gebete. Er wünscht Von Christi Leiden und Tod. den bangen Kampf verkürzt. Wer steht dies, und wird nicht be stürzt? schaudervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar In allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärfen. Er ringt, von seinem Angeſicht Träuft Schweiß, ach, wer sich nicht? Mit Schweiß träuft Blut auf Erden. Der du in reinster Unschuld prangst, Wie fenntest du von solcher Angst, O Herr! bestür met werden? 133 dich nie Die Sünd' in ihre Neße zieh', Nichts deine Treu' erschüttre! Reizt dich das Fleisch; ach, höre nicht! Schau' bin in's schreckliche Gericht, Das Jesum traf; und zittre! C. Kortholt. 6. Doch denk', um welchen theuern Preis Dein Heiland dich erkaufet! Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet! Ach, Seele, forge, daß Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 194. Wie liebreich, Zefu, dein Herz! Wer kann es g'nug ermessen? Du konntest bei dem größten Schmerz Die Deinen nicht vergeffen. Mit großer Nachsicht, mit Geduld Ertrugst du deiner 4. Ach, Herr, der Sünden- Freunde Schuld Und ihres fnecht war ich; Ich sollte Angst- Fleisches Trägheit. schweiß schwißen. Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blißen. Ich Armer! wie entflöh' ich da? Vor Gottes Zorne müßt' ich ja Ohn' allen Trost versinken. Und da kamft du, daß du ihn stillst, Sohn Gottes! du, du selber willst Den ganzen Zornfelch trinken. 2. Du trugst im göttlichen Gericht Die Strafen deiner Brüder. Dich beugt' der Leiden schwer Gewicht Bis zu der Erde nieder. Du zagtest, kämpftest mit dem Tod, Und niemand wollte deine Noth Durch sanften Troft versüßen. 3. Selbst deiner Freunde 5. Heil mir! der Sohn des träges Herz Vermehrte deinen Höchsten hat Für mich Für mich sich Kummer. Bei deiner Seele richten laffen. Gott, welch ein berbstem Schmerz Ruhn fie wundervoller Rath! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Rache drohn; Da richtet Gott für uns den Sohn, Den er uns selbst gegegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst nicht In Gottes schreckliches Gericht; Du dringst in tiefem Schlummer. Erst schwuren sie, dir treu zu sein, Und nun in deiner größten Pein Will feiner dich erquicken! hindurch in's Leben. 4. Und dennoch, Jesu! bleibst du treu Und liebeft diese Schwachen. Mitleidig eilest du herbei, Sie wieder stark zu machen. Du gehst und duldest neue Qual; Du kommst, und sprichst zum dritten Mal: Was schlaft ihr? Kinder, wachet! 5. 5. Herr, deine Gnade stärk 134 Von Chrifti feiden und Tod. auch mich, Wenn ich aus| Nacht Die Natur verhüllet; Schwachheit fehle! Wie fraft So war alles nun vollbracht, los bin ich ohne dich! Wie Gottes Rath erfüllet. Siegtråg' ist meine Seele! Gieb, reich giebt er auf den Geist. daß ich immer wachsam sei, Erd' und Himmel zittern, Der Und täglich dich mit größrer sonst starke Vorhang reißt, Treu Bis an mein Ende liebe! Starke Felsen splittern. Eigene Melodie. 6. Wahrlich! Gottes Sohn war er, Sagte selbst ein Heide. 195, Chriftus, der uns Bald durchstach ein Kriegesſpeer selig Des Erblaßten von Missethaten, Wird durch Judas in der Nacht, Eh' er stirbt, verrathen, Hingeführt vor Kaiphas, Wo ihn, eh' es taget, Böser Priester schwerer Haß Anklagt und auch plaget. 2. Morgens früh führt man ihn schon Vor den Stuhl der Heiden. Was muß hier des Höchsten Sohn Sohn Von den Lästrern leiden! Zwar erklärt ihn dies Gericht One Schuld des Todes; Doch entläffet es ihn nicht. Ihn quält auch Herodes. 8. O hilf, Chrifte, Gottes Sohn! Durch dein bitter Leiden, Daß wir, schmerzt dem Fleisch 3. Schrecklich ward der Herr es schon, Alle Sünden meiden; verhöhnt, Ihn zerfleischten Ru Deinen Tod und sein' Ursab' then; Auch fein Haupt, mit Fruchtbarlich bedenken; Dafür, Dorn gekrönt, Mußte schmerz- wiewohl arm und schwach, haft bluten. Ganz entfleidet Preis und Dank dir schenken! und mit Spott, Blutend und zerschlagen, Mußte er zu seinem Mel. Wend' ab dein'n Born. M. Weiß. Tod Selbst das Kreuz hintragen. 196. Geplagter Jefu! ad 4. Wie ein Seiten Sucht man dir Schmach und Aber seine Feinde Kummer zu bereiten. Ach, wer vermag, Versöhner unsrer Seelen! Dein Leid zu zählen? er nun An das Kreuz geschlagen; ruhn Doch nicht, ihn zu plagen. Hier war's, wo ihn Gott ver ließ, Als müßt' er ihn hassen, Hier, wo es voll Kummer hieß: Gott! mich so verlassen?. 5. Ward in Finsterniß und daß Blut und Wasser quillt. Ward er schon durchstochen; So ward doch die Schrift erfüllt, Rein Bein ihm gebrochen. 7. Eh der Tag sein Ende nahm, Hebt sein Freund, der Reiche, Wehmuthsvoll vomkreuzes stamm Die geliebte Leiche, Salbt und senkt sie prächtig ein. Ruhet, heilge Glieder! Wird der dritte Tag da sein, So erwacht ihr wieder. 2. Vom Kampf erschöpft warst du zurück gekommen, Noch war dein Herz von tiefer Angst be klommen; So mußte schon dein Von Christi Leiden und Tod. Geist bei herben Plagen Auf's neue zagen. 3. Ach, Judas kommt, die Bosheit zu vollenden; Bald sel' ich dich in deiner Mörder Händen. Verrätherisch sucht er, mit frommen Tücken Dich zu berücken. 4. O welche Schmach! dein Freund wird dein Verräther. Du, Heiligster, wirst, gleich dem Missethäter, Dem Schimpf und Schmerz für seine That gebühret, Zum Tod geführet. 5. Mein Herz erschricht; der Anblick deiner Bande Zeigt mir mein Theil; ich sollte Schmerz und Schande, Ich sollte dort die zahlenlosen Plagen Der Sünden tragen. 6. Herr, Dank sei dir für deine hohe Liebe! Nun soll mein Herz und jeder seiner Triebe Sich ganz dir weihn; dir, Jesu, dir zu leben, Sei mein Bestreben! Mel. Herzliebster Jesu, was hast c. 197. Betenner Jefu, wer det nie vermessen! 135 4. Der ihn verräth, ist da; der Herrsoll sterben. Wie fürchten ste, mit Jesu zu verderben! Wo ist ihr Muth, bis in den Tod mit Freuden Für ihn zu leiden? 5. Uneingedenk des Hirten, fliehn die Schafe. Er wird verlassen, er, der unsre Strafe So willig duldet, nur daß seine Heerde Errettet werde. 6. Welch eine Liebe, Jesu! welche Treue! Du leidest, daß der Mensch sich deiner freue. Ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken Im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu! alles Von seiner Schwachheit; eingedenk des Falles Der bessern Jünger, such' er sein Vertrauen Auf dich zu bauen. 8. Laß deinen Geist uns, Herr! vor Gott vertreten; Er lehr' uns wachen, helf uns eifrig beten; So werden wir im Kampfe nicht erliegen, Nein, sondern stegen. 3. A. Cramer. Mel. Befiehl du deine Wege. Der Fall ist nah, ſobald wir 198. Der Herrschen aller und nur Muß zum Sicherheit vor Sünden Auf Gerichte gehn. Was lassen seine Gott zu gründen. Bande Uns nicht für Wunder 2. Wie gleich sind dann die sehn! Er, Jesus, der Gerechte, feurigsten Entschlüsse Den Mor- der Richter aller Welt Wird gennebeln, die durch Finsternisse dort vor seine Knechte. GebunSchnell in die Höhe schimmern den hingestellt. und vergehen, Wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärken in der Trübsalsstunde Mit Wachen und Gebet sich nicht im Bunde; Sind ficher und entschlafen selbst, vor Kummer, In tiefen Schlummer. 2. Froh eilen sie, die Frechen, Die ihn schon längst gehaßt, Das Urtheil ihm zu sprechen. Ihr Rathschluß ist gefaßt; Die Unschuld zu verdammen, Beschließet ihre Wuth. Ja, ihrer Rachsucht 136 Von Christi Leiden und Tod. Flammen Löscht nur der Un-| Nie Haß mit Haß vergelten! schuld Blut. Das hast du mich gelehrt. Was 3. Die Unschuld seiner Lehren, bös ist, will ich meiden; Und Wem war die unbekannt? Wen muß ich, ohne Schuld, Doch nöthigt, ihn zu ehren, Beruf Schmach und Unrecht leiden, sowohl als Stand? Die im So tröst' mich deine Huld! Die müssen Gerichte sißen, auf's Recht sehn, Die Un Mel. Wend' ab dein'n 3orn u. schuld kräftig schüßen, Dem 199. Türwahr, du biſt vor Lügner widerstehn. allen 4. Doch hier wird falscher findern Von Gott gestraft; Zungen Verleumdung gern bist, gleich verruchten Sündern, gehört. Hier wird durch Läste- Des Pöbels Schauspiel und rungen Der Heiligste entehrt. der Bosheit Beute, Ein Spott Hier wird das Recht gebeuget, der Leute. Entweiht das Richteramt; Hier, wo die Falschheit zeuget, Wird Unschuld frech verdammt. 5. Entweiht ist zwar die Stätte, 2. Ach, Schmach entweiht, du Schönster! deine Wangen; Im Angesicht ist Reiz und Glanz vergangen. Dein hoher Blid Entweihet das Ge( sonst strahlt er Geist und Liebe!) Sieht jeßo trübe. richt, Woselbst man Jesum schmähte; Doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; und macht sein Schweigen Und seiner Feinde Mund, Die wider ihn hier zeugen, Nicht seineUnschuld kund? 3. Geschmähet wirst du von der Frevler Zungen; Aus ihrem Munde strömen Lästerungen In wilder Fluth, mit frechem Hohne gelächter, Auf dich, Gerechter! 6. O, würde nie mit Ränken Der Ungerechtigkeit, Die Recht und Unschuld kränken, Ein Rich terstuhl entweiht! Entweiht an feinem Orte Die Wahrheit und das Recht, Damit durch Lästerworte Nie Unschuld leiden möcht'! 5. Doch du, in Gottes Rath 7. Lehr' mich, Herr, wo ich schluß still ergeben, Schweight schweigen, Und wo ich reden still und trägst die Schmad muß! Mein Schweigen und mein ohn' Widerstreben. Du läsfest Zeugen Erwecke nie Verdruß. dich verspeien und verhöhnen, Laß meinen Mund nie trügen; Uns zu versöhnen. Mach' mich von Falschheit frei, Daß ich ein Feind der Lügen, Ein Freund der Wahrheit sei! 8. Laß nie mich wieder schelten, Wenn ich gescholten werd'; 4. Du stehest da, entehrt durch Lasterknechte. Du schaust umher, ob's jemand jammern möchte. Ach, da ist derer, welche liebreich deiner Gedäch ten, feiner. 6. Sei mir gesegnet, Herr, an den ich glaube! Mit Ehrfurcht lieg' ich hier vor dir im Staube, Dich, Gottes Sohn, dich gött lichen Propheten! Dichanzubeten. Von Christi Leiden und Tod. 137 7. Dein Marterbild soll| Bedeck' auch mein Vergehen mir vor Augen schweben, Und Mit deiner Lieb' und Huld! deine Sanftmuth meinen Geift beleben, Wie du zu dulden, und wie du zu lieben, Die mich betrüben! 6. O du, der du dein Leben, Du Herr der Herrlichkeit, So willig hingegeben Für meine Seligkeit, Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich Mel. Hilf Gott, daß mir'e gelinge. den Spott der Sünder Mehr 200. Von Furcht dahin fürchtete, als dich! 7. Laß diese meine Reue Mir unvergeßlich sein! Ich will zu ewger Treue Dir meine Seele gerissen, Verleugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen; Da weint er bitterlich. Jefu Blick in's Herz. Er fleht zu ihm um Gnade; Und die stillt seinen Schmerz. Tief dringt ihm weihn. Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott! Das fürchte meine Seele Weit mehr, als selbst den Tod! 2. Nun wuchs, Herr! deines Zeugen Beständigkeit und Muth. Furcht fonnt ihn nicht mehr beugen. Für dich floß all' sein Blut. Dich, seinen Herrn, dich, seinen Gott, Verherrlichte sein Leben, Verherrlichte sein Tod. 8. Ich will dich frei bekennen. Wann Gott Gericht einst hält, Wirst du mich auch bekennen Dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht. Selbst denen, die dich schmähen, Ver hehl' ich's, Jesu! nicht. 3. Betrübt ift meine Seele, 9. Beschirmtvon deiner Gnade, Erfüllt mit Reu' und Schmerz. Veracht' ich ihren Spott. Wer Was hilft's, daß ich's verhehle? ist es, der mir schade? Du hilfft Du siehst mir ja in's Herz! mir aus, mein Gott! Von meiBekennen will ich es vor dir: nem Haupte fällt kein Haar, Dich hab' ich oft verleugnet. Und drohten sie mir alle Die Vergieb, vergieb es mir! schrecklichste Gefahr.. Müuter. 4. Wenn deines Namens Hasser Dich schmähten; wenn! Mel. Jesu, der du meine Seele. ihr Spott Von ihrem Mund 201. Wer kann alle ge den zählen, Wer Die Gott; Dann schwieg ich furcht mißt aller Qualen Laft, sam, schämte mich Ein Chrift du, Retter unfrer Seelen! Für zu sein, und scheute ihren Spott, als dich. als wider Mehr uns übernommen haft? Feinde, Marter, Angst und Leiden Warten deiner, nur nicht Freuzu! Den Schmerz, den ich em- Tritt Ist zu neuem Schmerz Jeder Gang, ja jeder pfinde, Erlöser! siehest du. Du ein Schritt. 5. Ach, rechne nicht als Sünde Mir diese Schwachheit den! fchenftest Petro feine Schuld; 2. Deines Volkes Häupter stre 138 Von Christi Leiden und Tod. ben Rachevoll nach deinem Blut. 7. Der du Marter, Angst und Deines Volfes Häupter geben, Plagen Willig und ohn' alle Angeflammt von blinder Wuth, Schuld So geduldig haft ertraDich als einen Missethäter, Got- gen, Dank sei dir für diese teslästrer und Verräther In Huld! Führ' du nun auch meine der Heiden Hände hin. Wie Sache Im Gerichte Gottes; verblendet war ihr Sinn. mache Mich, den schuldenvol len Knecht, Jesu, durch dein Blut gerecht! 3. Jene fuhren fort, mit Klagen Dich zu lästern und zu schmähn; Diese ließen eitle Fra- 8. Dir, den jene Frevler gen Nur zum Spott an dich schmähten, Dir gebühret Preis die ergehn. Jene wütheten und und Ruhm. Schüß' uns, drohten; Diese lachen dein und wir dich anbeten, Schüße uns, spotten. Beide fränken dich dein Eigenthum! Dich verehren mit Qual, Schmach und Lei wir als König. Gieb, daß ich den ohne Zahl. dir unterthänig Und mit nie verlegter Treu' Deines Reiches Bürger sei! 4. Menschen, die dich so ent ehren, Trägst du gleichwohl mit Geduld, Suchst sie liebreich zu Mel. Wo soll ich fliehen hin. bekehren, Zeigst, du leideſt ohne 202. 3war Betrus fiel, fiel frei, ein König; Doch auch das war noch zu wenig; Sagst, im Him mel sei dein Thron, Und du feift des Höchsten Sohn. Liebe rief Durch seine treuen Blicke Ihn wiederum zurücke. Da schwur bei wahrer Reue Er Jesu neue Treue. 2. Vergebung seiner Schuld Hofft er von Jesu Huld, Und Gar die gab sein Erbarmen gern auch diesem Armen. Zu groß sind keine Sünden; Sie fönnen Gnade finden. 5. Jesu! du scheust kein Gerichte, Bist zur Antwort stets bereit. An dir strahlt im reinsten Lichte Unschuldsvolle Heiligkeit. Der, bei dem man dich verklaget, Tritt mit Freimuth auf, und sa get Bei der Kläger Ungestüm: Keine Schuld find' ich an ihm. Nicht von er auch Heil gefunden. 6. Ohne Schuld wirst du befunden; Doch der Feinde Grausamkeit nicht entrissen, nicht von Wunden, Schmach und Tod befreit. 4. Zwar schrecklich war die Man fährt fort, dich zu ver- That, Daß er den untertrat, höhnen. Dornen müssen dein Der ihn zum Freunde wählte, Haupt krönen. Man vergrößert Und zu den Zwölfen zählte; Daß deine Noth, Und bestimmet deinen Tod. Sein er, wenn Jesus Lockte, Herz nur mehr verstockte. 3. Hätt' der Verräther doch Auch nach dem Frevel noch Um Gnad' in Reu' geflehet, Nicht Gottes Huld verschmähet! Durch des Verrathnen Wunden Hätt' Von Christi fLeiden und Tod. 139 5. Doch für die ganze| nie verschulden; Wenn Thaten Welt, Welch föstlich Lösegeld! für mich zeugen, So laß mich So wahr der lebt, der Leben gerne schweigen! Uns allen hat gegeben, gilt auch für Verbrecher! schwört er selbst, der Rächer. 6. Doch, der den Rath ihm gab, Der Satan, ließ nicht ab Mit Quälen und mit Blenden, Bis er mit eignen Händen Das Leben sich verkürzte Und sich zur Hölle stürzte. & 8 So 2. Nahm deine Seelenruh' Doch dabei immer zu. Die Lügen falscher Zeugen Beschämtest du mit Schweigen. Beim Angriff deiner Ehren War Drohung nie zu hören. 3. Ach, trüge doch auch ich, Mein Jesu, williglich Den Frevel böser Zungen, Spott, Hohn und Lästerungen! Dann müßten Spöttereien Mir noch zum Ruhm gedeihen. 7. 3war dies verlorne Kind, Das seinen Lohn empfind't, Macht sterbend deiner Lehre Und dir selbst, Jesu! Ehre. 4. Was mir dann noch von Sein Tod muß deinem Leben Cyott Und von Verachtung Das Lob der Unschuld geben. dreht, Das will ich standhaft 8. Doch schrecklich war der Tod, Da Satan ihm gebot, Zum ewigen Verderben eigner Hand zu sterben. Ein erlitten! solcher Tod muß Schrecken Dem, der ihn hört, erwecken. dulden; Hast du für meine Schulden Doch in der Menschen Von Hütten Mehr, als ich leid', 5. Zuletzt denn werd' auch ich, Mein Gott und Herr! durch 9. O schreckliches Gericht! dich Der Lästrer Heer bekämpfen Ach, Menschen, laßt euch nicht und ihren Frevel dämpfen. Des Satans List berücken! Dein Schweigen macht dir Herr, wehre seinen Tücken! Ehre; Mir diene es zur Lehre. Zum starfen Widerstehen Laß deine Kraft mich sehen! Mel. Auf meinen lieben Gott. 203.( till laß mich, Jesu, sein Und mich der Unschuld freun! Laß, muß ich Lästrung dulden, Mich rächend Mel. Befiehl du deine Wege. 10. Doch wollte seine Lift, 204. Haupt voll Blut Die stets geschäftig ist, Sünden mich verleiten; Zu und Wunden, So Sündern so verhöhnt In jenen laß mich ernstlich streiten, Stets Leidensstunden, Wo Gott die wachsam sein und beten, Nie Judas Weg betreten! Welt versöhnt! Dich frönen sie zum Hohne, Verwunden dich sogar Mit einer Dornenkrone. So wüthet diese Sbaar. 2. Du Auserwählter Gottes! Du, unsre Seligkeit, Bist da ein Spiel des Spottes, Geschändet und verspeit. Dein Angesicht er 140 Von Christi Leiden und Tod. bleichet. Ach, Heiland, Gottes 8. Ich danke dir von Herzen, Sohn, Dem auch kein Engel gleichet, Was duldest du für Hohn! Versöhner meiner Schuld! Für deines Todes Schmerzen, Für deine treue Huld. Dir will ich mich ergeben, Um, mein Er Im Tode, wie Ja, ewig dein 3. Du hast in deinen Blicken Nur Liebe, nur Geduld; Willst löser! dein Feinde selbst beglücken, Auch ge- im Leben, gen sie voll Huld. Sie häufen zu sein. deine Plagen, Und spotten deiner 9. Wenn ich einmal foll noch. Gemartert und zerschlagen scheiden, So scheide nicht von Vergiebst du ihnen doch. 4. Was deine Liebe duldet, Ist alles meine Last. Ich habe mir; In meines Todes Leiden Verwirf mich nicht von dir! Wenn mir am allerbängsten daß verschuldet, Was du ge- Wird um das Herze sein, So tragen hast. Ich hab's verdient, reiß mich aus den Aengstett ich Armer; Um Gnade fleh' Kraft deiner Angst und Bein! ich dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer; Ach, neig' es auch zu mir! 10. Erscheine mir im Ster ben Zur Hülfe; nimm alsdann, Um dein Reich zu ererben, Dich meines Geistes an! Komm', Herr, mich zu erquicken! 3u dir, mein Heiland! soll Mein sterbend Auge blicken. Wer so ftirbt, der stirbt wohl! 5. Du hast, Herr aller Güter! So viel für mich gethan. Verwirf mich nicht, mein Hüter; Nimm mich, mein Hirte, an! Dein Mund erquicket Müde. Betrübten rufest du: Mit euch fei Gottes Friede! Von deinem p. Gerhard. Mel. Herr Jesu Christ, du. eht, ein zu. euze Dich will ich gern be- 205. S Mensch! wie lag kennen; Verleugne mich nur so schwer Auf ihm der Fluch nicht! Im Tode dich bekennen, der Sünder! Wie unaussprech Dich, meine Zuversicht! Du lich duldet er Für euch, ihr wolltest selbst erblaffen, Zu seg Menschenkinder! So leiden sah nen meinen Tod; Wie sollt'st vom Anbeginn Die Erde fei du mich verlaffen, Wenn das nen je, als ihn; So wird Gericht mir droht? auch feiner leiden. 7. 8 dient zu meinen Freu- 2. Der Sohn des Vaters, den, Was du am Kreuz em- unser Gott, Ein Helfer, ein pfandst, Der du nach deinem Gerechter, Ward frecher Misse Leiden Für mich auch aufer- thäter Spott, Verschmäht durch standst. Ach, möcht' ich einft! Hohngelächter. Wie ein Ver mein Leben, Begnadigt, Herr,| brecher stand er da, Verklagt, von dir, In deine Hände ge verläumbet; wer ihn sah, Der ben! Wie wohl geschähe mir! sah ihn mit Verachtung. Von Christi Leiden und Tod. 141 3. Geschäftig war der Frev- den! Du herrschest nun auf ler Wuth, Erfindrisch, ihn zu Gottes Thron; Ach, laß mich plagen. Sein Leib war ihm Gnade finden! Laß allen deibedeckt mit Blut, Voll Striemen nes Todes Pein Gerechtigkeit und zerschlagen. Durch wilder und Leben sein Um deiner Krieger Spott verhöhnt, Und Liebe willen! ach! mit Dornen gar gefrönt, Litt er, und niemand weinte. 9. Ich schwöre, Gottversöhner! dir; Und ewig will ich's halten: So wahr du lebeft, soll in mir Nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, So lang' ich leben werd', an dich Und deine Lieb' erinnern. 4. Den Heiden, der sein Richter war, Ergriff ein menschlich Schrecken. Er stellt ihn seinen Brüdern dar, Ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! den fann ich nicht, Den nicht verdammen; seht, wie spricht Die Unschuld für sein Leben! war 5. Vergeblich, ach! vergeblich Die Menschlichkeit des Heiden. Blut wollte die er grimmte Schaar, Sah Jesu Schmach mit Freuden. Was sät tigt fie? sein Tod allein! Sie stürmten auf den Richter ein, Und ſchrien: Er ſterb' am Kreuze! 206. He Schau6. Du denkest ohne dern nie An diese Wuth der Sünder. Du sprichst: die Rache strafte sie Und straft noch ihre Kinder. Gut! aber denkst du auch dabei An deine Sünden? bist du frei? Nicht schuldig seines Todes? 10. Entzündet sich der Lüfte Gluth, Lockt mich die Welt zur Sünde; Dann rüste mich mit Kraft und Muth, Daß ich sie überwinde! Jm Streite sprich mir lieblich zu: Denk', welch ein Mensch ich war; und du, Du wolltest mich nicht lieben? B. Münter. Eigene Melodie. Herz erzliebster Jesu! was hast du verbrochen, Daß man des Todes Urtheil dir gesprochen? Du, Heiligster! bist ja in Miſſethaten Niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, Gegeißelt und, von Schmerzen schon entkräftet, An's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller 7. Sieh, welch ein Mensch! wie er für dich Verschmäht wird und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich Muß deine Sünden tragen. solcher Plagen? Ach! unsre Die Schuld ist dein; durch mei- Sünden haben dich geschlagen. nen Tod Versöhn' ich wieder 3u unserm Besten hast du, dich mit Gott. Du bist's, für Herr! erduldet, Was wir verden ich blute. schuldet. 8. O du Gerechter, Gottes Sohn, Du Tilger meiner Sün4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Du, guter Hirte! 142 Von Christi Leiden und Tod. leidest für die Schafe. Die So soll dich, Bester! unter En Schuld bezahlest du, Herr! der gelchören Mein Loblied ehren. Gerechte, Für böse Knechte. J. Heermann. 5. O große Lieb'! o Liebe, faum zu fassen! Auch mir zum Mel. Mit Fried' und Freud' fahr' u. Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lernte, Sünden ernstlich meiden, Willst du, Herr, leiden! 207. Still wie ein Lamm, 6. Ach, großer Mittler! groß zu allen Zeiten! Wie kann ich g'nugsam deine Treu'ausbreiten? Kann ich sie dir, Beherrscher aller Welten! Wohl je vergelten? mit sanftem Sinn Gehst Gehst du zum Tode; muthig zu der Marter hin, Die dir drohte; Siehst von fern des Kreuzes Schmach, Und sprichst: Ich will sie dulden! 2. Du trugst des Kreuzes Marterpfahl Auf deinem Rücken. 7. Doch dir gefällt's, wenn ich Wer eilt, dich unter deiner Qual mich selbst bekämpfe, Dir folge, 3u erquicken? Ach! fein Labsal und des Fleisches Lüste dämpfe. stärket dich, Geplagter, matter So sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! Jesus! 8. Gieb selbst zu diesem seligen Geschäfte Mir Schwachem dei nes guten Geistes Kräfte, Daß er mich zu dir ziehe, mich regiere, Zum Guten führe! 3. Doch still gehst du des Todes Pfad; Du willst mit Freuden Für aller Menschen Missethat Strafe leiden. Nur die Liebe flößt dir Muth In deine bange Seele. 4. Dir, der für uns geopfert ist, Sei Preis und Ehre! Dit, unserm Netter, Jesu Chrift, Preis und Ehre! Dein ist's, daß ich ohne Furcht Den To despfad einst wandle. 9. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Liebe zu dir keine Weltlust achten, Mit allem Eifer suchen deinen Willen Treu zu erfüllen. 10. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, Kein Drohen achten, keine Schmach noch Plagen; Mich sollen auch des bängsten Todes Leiden Von dir nicht scheiden! 5. Durch dich ist mir der Weg zum Grab Ein Weg zum Schauen. Ihn geh' ich( denn mich hält dein Stab) Ohne 11. Dies alles, ob's für Grauen. Lob sei dir, Herr! schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein Erbarmer! nicht verachten; Du wirst dies Opfer gnädiglich annehmen; Dich mein nicht schämen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. dein Leben D An's 12. Empfang' ich denn dereinst 208. Welt, fieh' hier vor deinem Throne Aus deiner Kreuz dahin gegeben! Dein Heil Hand der lleberwinder Krone, sinkt in den Tod. Der große denn durch dich Ist mir der Tod ein Schlummer. Von Christi Leiden und Tod. 143 Herr der Ehren Läßt willig sich wahrem Heldenmuth; Du ſtirbſt, beschweren Mit Banden, Schlä- mir vom Verderben Errettung gen, Schmach und Spott. zu erwerben; Und alles thust 2. Tritt her, und schau' du mir zu Gut'! mit Fleiße! Sein Leib ist 9. Hoch bin ich dir verbunden, ganz mit Schweiße Und Blute Mein Heil! zu allen Stunden überdeckt, Und unnennbare Bin ich dein Eigenthum. Es Schmerzen Fühlt er in seinem thätig zu beweisen, Soll Seel' Herzen, Da er den Kelch der und Leib dich preisen. Mein Leiden schmeckt. ganzes Leben sei dein Ruhm! 3. Wer hat dich so geschlagen? Wer solch ein Heer von Plagen, Herr, über dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie andre Menschenkinder; Wie sind dir Strafen auferlegt? 10. Was fönnt' in diesem Leben Ich dir sonst wiedergeben? Dies, Jesu! will ich thun: Es soll dein Tod, dein Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 4. Wir, wir und unsre Sünden, Der sich so viele finden, Als Sandes an dem Meer, Die haben dich geschlagen, Sie brachten diese Plagen Und diese Martern auf dich her. 11. Ich will's vor Augen sezen, Mich stets daran ergößen, Ich jei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Von deiner großen Lieb' und Treu'. 5. Ach! ich, ich sollte büßen, 12. Wie strenge Gott VerIch Strafe leiden müssen, Ent- brechen. An denen einst wird fernt von Gottes Huldz Die rächen, Die seine Huld verGeißeln und die Banden, Und schmähn; Wie viel die werden was du ausgestanden, Verdiente leiden, Die nicht die Sünde meiner Sünden Schuld. meiden, Will ich an deinem Leiden sehn. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich 13. Dein Beispiel soll mich drücken, Bis zum Ertödten lehren, Des Höchsten Rath zu ehschwer! Du wirst ein Fluch; ren, Auch wenn er Trübfalschickt; dagegen Erwirbst du mir den Ich will des Lebens Plagen GeSegen, Und o, wie gnaden- trost und willig tragen, Bis reich ist der! 7. Du seßest dich zum Bürgen, Ja, läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld; Für mich läßt du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld! 8. Du gehst auch meinetwegen Der Todesnacht entgegen Mit Gottes Hülfe mich erquickt. 14. Nie will ich wieder schelten, Nie Spott mit Spott vergelten, Nie, wenn ich leide, dräun; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden, Wie du, von Hers zensgrund verzeihn. 15. Gerührt durch deine Pla 144 Von Christi Leiden und Tod. gen, Will ich mit Ernst ent bringt den Tod. Jesum will sagen Dem, was dir nicht gefällt; ich nie betrüben; Meinen Je Was deine Augen hassen, Das sum will ich lieben. will ich fliehn und lassen, Ge- 2. Der am Kreuz ist meine fiel' es auch der ganzen Welt. Liebe. Sünder! was befrem 16. Soll ich denn endlich sterben, So laß dein Reich mich erben, Und so getrost, als du, Den Geist an meinem Ende In deines Vaters Hände Befehlen zu der ewgen Ruh'! det's dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus Christus starb für mich. Er hat mich mit Gott versöhnt, Hat mit Gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben. P. Gerhard. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 2. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Ach! der Welt entsag 209. Herr Jefu Chriftich gern, Daß ich ihn nur nicht Ist meiner Seele höchstes Gut, betrübe, Meinen Heiland, mei Es tröstet, stärft und macht nen Herrn. Wer sein Blut ver allein Mein Herz von allen schmäht mit Hohn, O! der freu zigt Gottes Sohn. Nein, ich Sünden rein. will ihn nie betrüben;. Meinen Jesum will ich lieben. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen! Gott vergiebt. Daran preist Gott seine Liebe, Daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier! Gott verzeiht durch Christum mir. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben. 4. Wenn mir, Herr Jesu, einst 5. Der am Kreuz ist meine der Tod Mit Strafen deiner Zu Liebe. Ich veracht' um meinen kunft droht; Dann müsse mich Damit ich ihn nicht der Troft erfreun: Dein Blut Herrn, macht mich von Sünden rein! betrübe, Aller Sünden Freude gern. 3. Olearius. Von ihm trennt mich feine Noth, Keine Marter, ja, kein Tod. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben. Lieb' ist Jesus Christ, Dem ich 6. Der am Kreuz ist meine treu zu sein mich übe, Weil er Liebe. Er ist mein bewährtster mein Erlöser ist. Was die Welt Freund. Dieser Staub, mein liebt, hasset Gott; Ihre Liebe Leib, zerstiebe! Doch bleib' ich 2. Dein Blut, das Menschen wuth vergoß, Dein Blut, das auch am Kreuze floß, Befriedigt die Gerechtigkeit, Versöhnet sie, und Gott verzeiht! 3. Dein Blut, vor deines Vaters Thron Gott dargebracht, o Gottes Sohn! Gewähre mir, gewissenhaft Und fromm zu leben, Trieb und Kraft! Mel. Werde munter, mein Gemüthe. er am Kreuz ist 210. De meine Liebe, Meine Von Christi Leiden und Tod. 145 mit ihm vereint. Nach des in jeder Noth sein Herz Mitlei Glaubens furzem Streit Seh' den mit uns haben. Wenn nun ich seine Herrlichkeit. Jefum fein Labsal mehr mich fühlt, will ich nie betrüben, Ewig Wird er, wird er mich laben. meinen Jesum lieben! 7. Es ist vollbracht! in Ewigkeit Hat er gestegt und uns befreit. Hilf, Herr, auch mir am Kreuze. vollbringen! Du siehst mich Mel. Da Jesus an des Kreuzes ic. fämpfen; stärke mich, Das Kleinod zu erringen! 211. Erniedrigt hatte sich bereits mein Hei 8. Dir, Vater, geb' ich land bis zum Tod am Kreuz; meinen Geist Jn deine Hand! Doch unter allen Plagen Blieb O sei gepreist! Die Hoffnung er sich gleich, verherrlichte Sein jenes Lebens Bewährtest stergöttliches Betragen. bend du mir noch; Ich hoffe nicht vergebens. dapat 3. Menter. in Die fieben Worte Jesu d 2. Erbarme, Vater, ihrer dich! Bergieb es! sie verkennen mich; So bat er für die Feinde. Ach, wie wallt dann vor Liebe nicht Sein Herz für seine Freunde! Armo 9. Wie rührt dein hohes Beispiel mich! Vergeben will ich, sehn auf dich, Nach dir gen Himmel schauen, Die Meinen lieben, und in Noth, Wie 3. Dem Schächer schenkt du, dem Vater trauen. er Seelenruh; Sprach: Wahr- as lis nu. F. Neander. lich! heute noch bist du Mit mir im bessern Leben! Auch Ueber das erste Wort. mir, Herr! wirst du, sterb' ich mel. Ver nur ur den lieben Gott wc. eine Des Himmels Freude 4. Zur Mutter sprach er, da sie weint: Das ist dein Sohn! und hieß den Freund, Der Mutter beizustehen. So wird Gott einst den Meinen auch Nach mir schon Freund' ersehen.est 212. Du hängft am Kreuz, O Heiligster! mit wilder Wuth Die Händ' und Füße dir durchgraben; Aus allen Adern strömt dein Blut, hollnd tiefer, nie gefühlter Schmerz Durchdringet Glieder, Sinn und upl Herz.di soidntal mine n 5. Dann flehet er: Mein 2. Doch Sanftmuth schmücket Gott! mein Gott! Verläsfest deine Mienen; In deiner Seel' du mich in der Noth? Mein ist Zuversicht. Du flehst: VerHeiland! mich verlassen Wird gieb, o Vater, ihnen! Das, Gott um deinetwillen nicht; Wie was sie thun, verstehn fic fönnte er mich hassen? nicht. Und ruhig, bis dein Herz 6. Mich dürstet! rief er dir brach, Trägst du des Kreumatt vom Schmerz. So follt zes Qual und Schmach.#hoo 146 Von Chrifti feiden und Tod. 3. Dein hohes Beispiel soll in Licht verwandelt, Weiß ge mich lebren Das Unrecht dulden wis, wohin er wandelt. und verzeihn. Will Rachsucht 3. Ohne Zagen kann er ster meinen Geist empören; Gefreu- ben; Seine Seele stirbt ja nie. zigter! dann denk ich dein, Ihr droht nicht nur fein Ver Wie du, gemartert und ge- derben, Auch kein Schlaf be Wo sie erst aus schmäht, Für deine Peiniger täubet fie, Nach Jahrtau gefleht. 4. langer Nacht Wie sollt' ich nun nicht senden erwacht. Nein! fie foll Durch den alle lieben, Für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich einen noch betrüben, Für den du littest, Jesu Chrift? Wie nun nicht freudig Gutes thun, Und still in Gottes Willen rubn? zum bessern Leben Tod sich gleich erheben. 4. Theures Wort des ewgen Lebens, Tröste du mein brechend Herz! Dann, dann ängstet nur vergebens Meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsternis; Denn wahr haftig und gewiß Ist das Wort des treuen Zeugen. Hier mus jeder Zweifel schweigen. 5. Schreckt mich der Lehn der llebertreter, Und quält die Schuld der Sünden mich; Dann denk ich, göttlicher Vertreter! Mit hoher Zuversicht an dich. Auch 5. Herr! nun fühl ich, ab mir, auch mir hat dein Gebet zuscheiden, Eine heilge Luft in Dort find unbefledu Begnadigung und Heil erfleht. mir. Freuden; Aber Müh' un Sünden hier. Kein auch nod so frühes Grab Kürzt des Ge stes Leben ab; Er soll nu C. C. Sturm. Ueber das zweite Wort. Mel. Jefu, deine heilgen Bunden. 213. Heute, wahrlich! ia bloß von Beschwerden, Zeit noch heute, ger werden. der Herr, am Kreuz erhöht, Als 6. Selig, furchtlos, rein von ein Sünder, ihm zur Seite, Mängeln, Ja! von nun Sterbend noch um Gnade fleht: selig ist, Brüderlich begrüßt Heute, das betheur' ich dir, von Engeln, Der im Her Heute noch sollst du, mit mir entschlafne Christ. Was sein In mein Paradies erhaben, Dich mit Himmelowonne laben! Glaube je gethan, Jedes gut Werk folgt dann Seiner Seele von der Erde, Daß von Gol belohnt es werde. 2. Theures Wort aus Jesu Munde, Fest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde Giebst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, Bleibt er fester Hoffnung voll, Sieht die Nacht 7. Nun, auch ich, o Her befehle, Wenn ich faum no lallen fann, Die durch dich e löfte Seele Deinen treuen Han den an. Und du, Heiland! startet Pon Christi Leiden und Ted. 147 mich, Rufest mir auch zu, daß| bessern Welt. Euch sag' ich, die ich Noch am Tage, da ich sterbe, ihr um mich weint: Getrost! Deine Herrlichfeit ererbe. bald werden wir vereint. 8. Ja, noch an demselben Tage Geh' ich in den Himmel ein, Los von aller Furcht und Plage, Herr! bei dir daheim zu sein. Da genieß' ich deines Lichts, Bis der Tag des Weltgerichts Meines Grabes Nacht wird enden, Meine 7. Den Trost, o Jesu! dank ich dir; Vom Himmel brachtest du ihn mir. Du hast versichert: Ihr seid mein, Und wo ich bin, sollt ihr auch sein! 3. C. Heckel. Ueber das vierte Wort. Mel. Wend' ab dein'n Born ic. Seligkeit vollenden. 3. A. Schlegel. 215. Am Kreuze rief der Sohn, in Ueber das dritte Wort. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 214. Wie ie zärtlich, Jesu, ist dein Herz! verlassen! Du denfft auch in des Todes bassen? Schmerz An deiner Freunde Gram und Qual, Und trösteft sie zum lezten Mal. Leiden, Entfråftet und beraubet aller Freuden: Mein Gott! mein Gott! wie hast du mich Kannst du mich 2. Ach, welche bittre schaudervolle Klagen! So flagt sein Sohn; und welche bittre Plagen! Ach! warum fonnt' ihn Gott, sein Gott, verlassen? Ihn gleichjam haffen? 3. Herr! du bist heilig, zürnst nur mit den Sündern; Und er, dein Sohn, dem unter deinen Kindern Kein Engel gleicht, dein Sohn, von dir geschlagen, Muß fast verzagen? 4. So brünstig, bis zum Tod fo treu Sei meine Zärtlichkeit; ich fei So willig, andern beizustehn, Und ihnen Hülfe zu erflehn! 4. Die je bekümmert, hülflos, in Gefahren nah' am Untergange waren, Verlassen, Die hast du oft aus ihren Finsternissen Herausgerissen. 5. Sie riefen, der du gern 5. Wenn euch, die hier mein Bedrängte tröstest, zu dir um Herz geliebt, Euch, Freunde! Schuß und Rettung; du erlöeinst mein Tod betrübt; Dann stest, Und noch, wenn wir zu übergeb' ich euch dem Herrn, dir um Hülfe weinen, Verläßt Er hört, er hilft, er fegnet gern. du feinen. 6. Froh geh' ich, wenn es 6. Jbm halfft du nicht; und ihm gefällt, Den Weg zu jener doch rief er so sehnlich, Ver 10* 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund. Die Thränen, die ihr Auge weint, Verwunden dein so edles Herz. Ganz fühlst du deiner Mutter Schmerz. 3. Du eilst, ihr Stärfung zu verleihn. Sich, sprichst du, dieser Sohn ist dein. Was ich dir war, das sei er dir! Nach kurzer Trennung sehn uns wir. 148 Von Christi Leiden und Tod. achtet, wie ein Wurm, faum wir bezahlen Und dulden foll Menschen ähnlich, So tief versenft in Pein, des Grimmes Beute, Ein Spott der Leute! ten, litte große Qualen. Er ward gegeißelt. Gott! erbarm' dic unser! Erbarm' dich unser! 7. Kopfschüttelnd schmäheten sie ihn, und keiner Verschonte ihn; ihn rettete nicht einer, Er, schrien sie, flag' es Gott; Gott mag ihn retten, Will er ihn retten! 15. Er war von dir, für uns von dir verlassen. Ach, Vater! fönntest du uns nun wohl hassen? Er starb den Tod des Fluchs. Erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 3. A. Cramer. 8. Er, vor der Welt zum Ward Heiland uns erforen, durch ein Wunder deiner Macht Ueber das fünfte Wort. mel. Da Jesus an dem Kreuze 2c. geboren. Unschuldig war er 216. Voll Blut und Wunalle Frommen, Gerecht, vollkommen. Der Menschenfreund, auf Got gatha; Wer kann sein Leiden fassen? Ach, ihn in seiner gro ßen Qual, Ihn hat sein Gott verlassen.# 3 www. 2. Wie martervoll, wie schwad er ist! Wie er im Angstschweiß ganz zerfließt! Wie sein Gebein erzittert! Seht, wie des Rich ters Donnerstimm' Des Heil gen Seel' erschüttert! 3. Ach! ihm, der alle Quellen schuf, Dem Mächtigen, auf dessen Ruf Sich Wasserström' ergießen; Ihm soll der Mattigkeit Gefühl Kein Labetrunk versüßen. 12. Dies litt dein Sohn; und 4. Ach! er, der allen Müden solche Gräuel übten Die Sün- Kraft, Erquidung Dürstenden der wider ihn, den Hochgeliebten! verschafft, Muß selbst nach Lab Er litte, uns mit Wunden und sal schmachten. Er ruft: Mich mit Thränen Dir zu versöhnen. dürstet! Niemand will Auf 13. Gott des Eingebornen! seine Klagen achten. 9. Zahllose Martern litt er; ein Gerechter, Und dennoch aller Sünder Hohngelächter! Du aber, Gott! entzogst bei ihrem Hohne Dich deinem Sohne. 10. Wie war sein heiliges Gebein zerrüttet! Da hing er, ach! wie Wasser ausgeschüttet, Bis aufden Tod verwundet, ganz entkräftet, An's Kreuz geheftet. 11. Und Hand und Füße wurden ihm durchgraben, Und als fie Effig ihm zu trinken gaben, Wie lachte seines Dursts der Mör der Rotte Mit bitterm Spotte! Gott der Armen! Der Sünder 5. Unmenschlich reicht der Gott, selbst furchtbar im Er barmen! Gerechter, Heiliger! erbarm' dich unser! Erbarm dich unser! e mind md 0 Frevler Schaar Mit bitterm Spott ihm Essig dar, Worin fie Galle mischen. Er trinkt in doch dies fonnte nicht Sein 14. Herr! er bezahlte dir, was schmachtend Herz erfrischen. Von Christi Leiden und Tod. 149 den mir Gott zum Trost gemacht, Rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, Was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O, stärke mich dazu mit Macht, Bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Doch, Gott hat ihn im Tod erquickt, Ihn ewig aller Noth entrückt, Und seine Klag' erhöret. Durch ihn, den Gott im Tod erquickt, Wird Labsal mir gewähret.ingus 7. Gieb, Gott, daß mir's zu feiner Zeit An nöthiger Bequem lichkeit Und an Erquicung fehle; Und fehlt's dem Leibe ja daran, So labe meine Seele! Vers 1-6 von C. C. Sturm. Ueber das sechste Wort. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 217.68 ist vollbracht! 6. Du littest viel zu meinem Leben; Wie sollt' ich nicht voll Eifer sein, Mich deinem Dienste zu ergeben Und keine Schmach dabei zu scheu'n? Dein, Jeſu, sein, dein Eigenthum, Sei meines Herzens Freud' und Ruhm! so ruft am Kreuze Des sterbenden Erlösers Mund. O Wort, voll Troft und Leben, reize Zur Freude meines Herzens Grund! Was Gott mir hat zum Heil ersehn, Ist- ewig fei ihm Preis!- geschehn. 2. Mein Jesus stirbt; die 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen Auch hier durch manche Frübsal gehn, Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prüfung außersehn; Felfen beben, Der Sonne Schein So laß die Hoffnung mich er verlieret sich; In Todte drin- freun: get neues Leben, Der Heilgen geendigt sein! Gräber öffnen sich; Der Vorhang reißt, die Erde fracht; Der Welt Versöhnung ist voll Auch das wird einst bracht. 8. Fühl' ich zuletzt des Todes Schmerzen, So stärke mich in solcher Last; Und mach' es lebhaft meinem Herzen, Daß du den Tod besteget hast! So geh' ich froh zur Grabesnacht Mit dem Triumph: Es ist vollbracht! J. S. Diterich. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, Der auf der Welt voll Sünder lag,-Und uns die Bahn durch's Todes Ueber das fiebente Wort. mel. Wer nur den lieben Gott zc. Nacht Zur frohen Ewigkeit 218. Das letzte Wort ave gemacht. deinem Munde, 4. Dankvolle Thränen, neßt Versöhner Gottes, sei auch mein! die Wangen! Mein Glaube sieht Laß es in meiner Todesstunde Mir nun offenbar Die Schuldschrift Muth und Zuversicht verleihn! an dem Kreuze hangen, Die Auchsterbend will ichaufdich sehn, wider meine Seele war. Er, Wie es im Leben stets geschehn. 150 Von Christi Leiden und Tod. 2. Du riefest: Vater! ich be-| Müden; Auf ihm liegt, zu un fehle, Nachdem ich deinen Rath| serm Frieden, Fluch und Straf; vollbracht, In deine Hände er trägt's gelassen; Alle Kraft meine Seele; Mich überfällt hat ihn verlassen, Nichts ers des Todes Nacht. Kaum war's ringen seine Glieder; Er finft gesagt; so starbest du, Und gingst auf furze Zeit zur Ruh'. zu dem Staube nieder. Ach, wie seine Seele ächzet! Ach, wie seine Zunge lechzet! 3. Auch ich befehl' an meinem Ende, O Vater! meine Seele dir. Nimm sie, nimm sie in deine stätte Hände! Erhör' mich! sei nicht fern von mir! Verkürze meine Todespein! Sanft laß mein End' und selig sein. 3. H. Pratje. 5. Seht ihn auf der SchädelFür uns ringen im Ge bete! Echbauet mit zerschlagnen Herzen Auf ihn hin, den Mann der Schmerzen! Da hängt er am Kreuz im Blute, Hängt und blutet uns zu Gute. Doch nun ist's vollbracht! er stirbet; StirMel. Schmücke dich, o liebe Seele. 219. Seht den leidenden bet, daß ihr nicht verdürbet. Gerechten So 6. Herr, dein Leiden zu entehrt von Lasterknechten! Er, bedenken, Wollest du mit der Herr, gefrönt zum Hohne, Weisheit schenken! Mich vom Träget seine Dornenkrone, Läßt Laster abzuschrecken, Mich zur sich keinen Gang verdrießen, Tugend zu erwecken, Laß mir's Unsern Frevel auch zu büßen. stets vor Augen schweben! Fort Unser göttlicher Vertreter Wird hin laß mich stets so leben, geführt, wie Uebelthäter. Daß ich, wenn du einst die 2. Wer kann seine Leiden Erde Richtest, nicht zu Schan zählen? Eine Welt verlorner den werde! Seelen Kaufet er zu seinem Ruhme Sich sehr theu'r zum Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Eigenthume. Seht den Schön 220. Am Kreuz erblaft allen entstellet und verfallen! All' sein Ansehn ist vergangen; Schmach entweihet seine Wangen. Von Todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst In dem Grabe Friede. 3. Aber seine Richterstimme Redete hier nicht im Grimme; Nein, sie schwieg; mit Edelmuthe Litt er alles uns zu Gute. Daß der Sünder leben möge, Wandelt ruhig seine Wege Der Ver- 3. Du schüßest mich, Und föhner unsrer Sünden. Wer kann über dich Gehn aller Trübsal diese Lieb' ergründen? Wetter, Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! 2. Ein heilgerSchmerz Durch dringt mein Herz; Und, Herr! was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich, Tief ges rühret, schlagen. 4. Keine Lindrung stärkt den Don Christi Leiden und Tod. 151 4. Du hast's gethan. Dich konnteft hier Nicht die Verbet' ich an, Du König der Erwesung sehen. Bald hieß dich lösten! Dein will ich im Tode des Höchsten Kraft Aus dem mich Glaubensvoll getrösten. Grabe gehen. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhner! göttlich frei Habest hingegeben. 4. Ich weiß, du wirst, Mein Lebensfürst! Auch mich dereinst erwecken. Sollte denn mein gläubigs Herz Vor der Gruft erschrecken? 6. Hochheilge That! DesHöch sten Rath Will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils Wird mir's einst erklären. 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem Frieden liegen; Denn durch dei7. Allmächtig rief Er, der nen Tod kann ich Tod und entschlief, Den Todten; sie Grab besiegen. erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 6. Ihr, die die Welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der Verwesung! Jch, ich hoff' in Christo einst Meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, Der Leib, wird auferstehen, Und, zum Himmelsglanz Aus dem Grabe gehen. verklärt, 9. Ich preise dich. Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine! 8. So sink' in's Grab, Mein Ja! du siehst es, wenn ich still Leib, hinab! Ich will mich Meinen Dank dir weine. drum nicht kränken; Sondern, 10. Vergeß ich dein, So Jesu! mir zum Troft An dein werde mein In Ewigkeit ver Grab gedenken. S. Frank. geffen! Herr! ich will, so lang ich bin, Deiner nicht vergessen. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. C. F. Neander. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 222. Sei hoch geprieſen, Herr, für deine 221. Zur Grabesruhy Ent- Liebe! Sie drang dich zu dem schliefest du, Der du für uns gestorben Und am Kreuze schmerzensvoll Ewigs Heil erworben. mitleidsvollen Triebe, Für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben Dahin zu geben. 2. Fürwahr! du trugest unfre Sündenschmerzen. O, welches Herz gleicht deinem edlen Herzen? Du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, Uns Heil zu schaffen. 8. Das finstre Thal Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen; Denn durch dich, Erlöser! ist's Mir der Pfad zum Schauen. 2. Du bist erblaßt, O Herr! und hast Doch in dir selbst das Leben. Gleich uns Sterb lichen hielt dich Einst das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Du 3. O, laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab' 152 Von Christi Leiden und Tod. ich sonst für sichern Trost auf 2. Ach, was hast du aus Erden? Was giebt mir sonst gestanden, Du gerechter Got wohl wahren Grund zur Freude, tessohn! Schläg' und Marter in Wenn ich einst scheide? den Banden, Selbst am Kreuze Schmach und Hohn, Uns von Strafen zu erretten, Die sonst wir zu dulden hätten. Tau4. Für mich, o Herr! bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, Das hast du ja, von send, tausendmal 2c. großer Treu' geleitet, Auch mir bereitet. 5. O, stärke selbst mein Herz 3. Wunden ließest du dir schlagen, Und vergosfest gern dein Blut; Aber alle solche in diesem Glauben; Kein banger Plagen Uebernahmst du mir Zweifel müsse mir ihn rauben; zu Gut'. Ja, du ließest mit Er müsse mich zum Fleiß in zum Segen, Dich, mein Heil! guten Werken Beständig stärken! mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal 2c. 6. Wollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; So wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, Du nicht mein Tröster! 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden Auf ewig mich zu deinem Dienst bunden, Nur dir, mein land, sei mein ganzes Leben Zum Dienst ergeben! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit aller Schmach belegt, Dich mit Dor nen gar gekrönet, Große Schmerzen dir erregt. Und das litt'st du, mich zum Leben, Mich verzum Himmel zu erheben. TauHeisend, tausendmal 2c. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine Liebe mit verklärten Zungen Stets wird besungen. J. A. Freylinghausen. 5. Deiner Feinde falsche Kla gen Höretest du mit Geduld. gen Auch bei allen deinen Plagen Aeußerte sich deine Huld. Trost los hast du da gehängen, Daß ich könnte Trost erlangen. Tau send, tausendmal 2c. 6. Ganz mit Schmerz und Schmach bedecket, Hast du, um mich zu befrein, Gar den herben Tod geschmecket; Nunmehr kann ich ruhig sein. Daß ich würde losgezählet, Hat dich meine Schuld gequälet. Tausend, tausendmal ic. Eigene Melodie. 223. Jeju, meines Lebens Leben! Mein Be freier von dem Tod! Du hast dich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth. Ja, du wolltest, vom Verderben Mich zu 7. Deine Demuth hat gebüßet retten, für mich sterben. Tau- meinesStolzes Uebermuth. Mich send, tausendmal sei dir, Lieb- vor Gott zu ehren, fließet Für ster Jesu, Dank dafür! mich dein gerechtes Blut. Was Von Christi Leiden und Tod. 153 dich quälte, wird mir Armen Heil| zu sehr. Meine Trägheit muß und Trost durch dein Erbarmen. ich schelten, Daß ich ihn so lau Tausend, tausendmal ic. geliebet, Ja, durch Sünden oft betrübet. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu! für gesammte Noth; Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die ausgestand nen Plagen, Für die Leibs- und Seelenpein Will ich ewig dankbar sein. E. K. Homburg. 5. Was geschehen ist, das soll Ferner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll Einen andern Weg zu gehen, Will ich nun nur Jesum suchen Und, was ihn betrübt, verfluchen. 6. Weg, ihr Sünden, fern von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden. Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Auch von dem wollt ihr mich scheiden, Ohne welchen ist kein Leben, Gnade, kein Vergeben. 7. Dir, mein Jesu! dir mein Heil! Will ich ganz mich übergeben. Als dein Eigenthum und Theil Will ich dir zur Ehre leben, Denken, reden, schweigen, leiden, Gutes thun und Böses meiden. Da 8. Du, mein Jesu! sollst es sein, Auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein, so bin ich dein, Immer, ganz und unverrücket. Was du liebst, will ich auch lieben; Was dich fränkt, soll mich betrüben. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 224. Meine eine Seel, ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Lei den müsse ich Jetzt mein Herz voll Andacht lenken, Daß es sich der großen Treue Meines Jesu recht erfreue. 2. Ach! ich sollte große Pein Ewig in der Hölle leiden, Und von Gott verstoßen sein, Ewig fern von allen Freuden; trägt Jesus meine Sünden, Daß ich könne Gnade finden. 3. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu erweisen, Der sogar durch Blut und Schmerz Seine Lieb' an dir will preisen! Kannst du wohl mit schwachen Liedern Diese Liebe ihm erwiedern? 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, deß ich sei. Nichts 4. Ach, ich kann ja nimmer soll mich von Jesu treiben. Du mehr Das Geringste ihm ver- wirst, Jesu! mich nicht lassen; gelten. Er verbind't uns ihm Gwig will ich dich umfaffen. J. K. Schade. Von dem hohenpriesterlichen Amte Ieſu. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.| höht auf deines Vaters Thron, 225.0 wahrer Gott und Herr Jesu, unser Leben! Zu Menschensohn, Er- unserm Mittler gabst du dich, 154 Von dem hohenpriesterlichen Amte Jesu. Und warst ein Priester ewiglich,| des Gebets, Zum wahren Got Zu Gott uns zu erheben. Was Aaron nur vorgebild't, Das hat dein hohes Amt erfüllt; Denn du vergosseft uns zu Gut' Dein eignes theures Opferblut. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ! Dein Mittleramt Verföhnet, was von Adam stammt. tesdienste stets Voll Gnade Beis stand leifte! So machen wir mit Herz und Mund Die Ehre deines Namens fund; So steigt oft unser gläubigs Herz Voll Inbrunst zu dir himmelwärts. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ! Dein Mittleramt Hat Eifer dazu angeflammt. 2. Du trugest unsre Sündenlast, Die du auf dich genommen hast, Uns Sünder zu erretten, Und wollteft, unbefleckt und rein, Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. H. C. Hecker. Selbst Priester und auch Opfer 226. Du weinteft um die Daß wir Sünderwelt Einst, Du hast dich selber dargestellt Jesu! heiße Zähren, Zum ZeugZu der Versöhnung für die niß, daß dir's wohlgefällt, Wenn Welt, Und hast dich an des Sünder sich bekehren. Noch bricht Kreuzes Stamm Geopfert, o du von tief empfundnem Schmerz Gotteslamm! Herr Jesu Christ! Dein liebevolles Mittlerherz, Da Herr Jesu Christ! Dein Mittes den Jammer überdenkt, Der leramt Versöhnt die Menschen allesammt. Sünder frånft, Die feine Zucht zur Beßrung lenft. 3. Als_du_auf Erden dies 2. Necht lange trägt Gott mit vollbracht, Erhobst du dich mit Geduld, O Sünder! deine Sün großer Bracht 3um ewgen den, Und läsfet dich voll Gnad Himmelsthrone, Wo du als und Huld Der Strafen Auf Mittler uns vertrittst, Für uns schub finden. Nur ganz vergißt bei deinem Vater bitt'st, Daß er deiner nicht; Zulegt erwachet sein Herz unser schone. Du sein Gericht, Daß du so sehr schaffst dem Herzen Trost und verschuldet haft. Der Rache Rath, Wenn es Gefühl der Last Bricht oft los, eh' du Sünde hat, Voll Reu' und dich's versahst. Buße auf dich schaut Und 3. Das Auge Jesu blickk deiner Gnade gläubig traut. umher; Und sah er Seelen Herr Jesu Christ! Herr Jesu sterben, So schmerzte dies ihn Chrift! Dein Mittleramt Ver- ungleich mehr, Als leibliches schafft, daß Gott uns nicht ver- Verderben. O, was empfand dammt. dann nicht sein Herz! Sein Auge weinete vor Schmerz. Aus diesen Thränen, Sünder, schließt, Daß Jesus Christ Der Sünder treuer Warner ist! 4. Mach' uns, zu deines Namens Ruhm, Zum gottgeweihten Priesterthum, Gejalbt mit dei nem Geiste, Der uns zum Opfer Von dem hohenpriesterlichen Amte Jesu. 155 4. Erkenne deine Gnadenzeit,| weinen, Uns deine große FreundUnd fall' in wahrer Buße Dem lichfeit Zu unserm Trost erschei Vater der Barmherzigkeit, Der nen! Gedanke, der das Herz erdich noch lockt, zu Fuße! Der höht, Daß du in Gottes Majestät Heiland ist desselben Freund, Nach Noth und Kampf im HimDeß Glaube zu ihm seufzt und mel bist, Herr Jesu Christ, Und weint. Aus seinen Thränen, hülfreich auf uns Arme siehst! Sünder, wißt, Daß Jesus J. Heermann. Christ Ein treuer Hoherpries fter ist! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 5. Die Thränen, die er einst 227. Jch sehe dich mit Begeweint, Seelen, Die reden noch für Die, ihren Sünden ernstlich feind, Ihn zum Erretter wählen. Sehr hoch sind fie vor Gott geschäßt; Wer fie zu seinem Troste seßt, Der wird, wenn er voll Traurigkeit Sein Thun bereut, Mit Gnad' und Heil von Gott erfreut. ten Dort an den Delberg treten, Herr, der Gebet erhört! Bin ich zur Andacht träge, So hilf, daß ich erwäge, Was mich ein solcher Anblick lehrt! 2. Er lehrt mich deinen Willen. Mich dringt, ihn zu erfüllen, Dein Beispiel, dein Gebot. Sprich du bei allem Schmerze Mir auch dies Wort in's Herze: Wer betet, fällt in feine Noth! 3. Du fennst mein Unver mögen; Doch haft du mir dagegen Den Beistand zugedacht, Der meinem schwächen Beten Durch Helfen und Vertreten Zu Gott den freien Zutritt macht. 4. Ja selbst dein Blut, dein Sterben Muß mir den Geist 7. Herr, unser Mittler, hier erwerben, Durch den ich Abba! und dort Krön' uns mit deinem schrei. O, laß mich einst auch Segen! Hilf auch, daß wir merken, Wie durch sein innres nach deinem Wort Den großen Stärfen Mein letztes Beten Trost erwägen, fräftig fei! Daß, drückt uns hier noch manche Last, Du 5. Ich weiß, in deinem Namen himmlisch Mitleid mit uns haft! Ifst alles Ja und Amen. Gott Herr! dies fomme uns zu hört den, der ihn ehrt. Gut, Und geb' uns Muth; haft für mich gerungen, Denn schwach ist unser Fleisch mich ist's dir gelungen; Du und Blut. selber werd' in dir gehört. 6. 11nd dies macht meinem 8. Laß, wenn wir in der Brüfungszeit Allhier in Trübfal Herzen Den Tag der Angst und 6. Der aber häuft sich zum Gericht Des Zornes schwere Plagen, Der in der Zeit der Gnade nicht Lernt ernstlich in sich schlagen. Der Heiland ist zum Herrn erhöht, Kommt einst in großer Majestät Als der verklärte Menschensohn Vom Himmels thron, Giebt Frevlern den verdienten Lohn. Für Ich 156 Von dem hohenpriesterlichen Amte Iesu. Schmerzen Zum Heils- und| du starbst und überwandst Tod Gnadentag. Gieb, daß mir und Grab; denn du erstandst. diesen Glauben Nicht Welt noch Hölle rauben, Nicht Furcht noch Zweifel schwächen mag! Was will ich mehr? ich sehe Dich, Mittler! in der Höhe; Da betest du für mich. Wohl! hierauf will ich schauen. So geh' ich voll Vertrauen Zum Vater; der erhört durch dich. 3. Alles sollen wir empfangen, Was uns noth ist; denn du bist In den Himmel eingegangen, Der nun unsre Heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes Werk, und sendest Deinen Geist auf die herab, Die zum Erbe Gott dir gab. 8. Nun, Vater, so erhöre Zu deines Namens Ehre Durch deinen lieben Sohn! Schau', dieser mein Vertreter, Der aller größte Beter, Erscheint mit mir vor deinem Thron. 4. Herrlich wirket deine Lehre: Denn sie ist voll Licht und Kraft. Sünder macht sie, Gott zur Ehre, Gläubig und gewissenhaft. Alle lehret ste, den Sünden Widerstehn und überwinden. Straucheln sie in ihrem Lauf, Hilfst du ihnen mächtig auf. 9. Dich aber, mein Erbarmer, Dich, Jesu, bitt' ich Armer: Laß 5. Du vertrittst bei Gott die mich für deine Bein, Für alle Deinen; Du versäumst ste, deine Leiden, Die Quelle mei- Heiland! nie. Alle Thränen, ner Freuden, Hier und dort die sie weinen, Zählst du, und ewig dankbar sein. belohnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der Welt hinaus, Hin in deines Vaters Haus. J. L. Schlosser. Mel. Alle Menschen müssen sterben. roßer Mittler, der 228.6 zur Rechten Gottes, seines Vaters, sigt, Und die Schaar von seinen Knechten Ueberall beglückt und schüßt! Wie frohlocken dir zur Ehre Aller deiner Engel Heere! Doch in ihren Lobgesang Mischet sich auch unser Dank. 6. Du entzeuchst dich auch den Armen, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein Herz dir aus Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht; Bittest Gott, sie zu verschonen, Nach Verdienft nicht gleich zu lohnen, Zeit zur Buße zu verleihn, Der 2. Denn du kamst, uns zu sich selbst die Engel freun. erlösen; Und das Opfer ist 7. So vertrittst du, so regie: vollbracht, Das von aller Schuld des Bösen Uns befreit und losgemacht. rest Du dein Erbe, bis du einst Ganz dein großes Werk vollfüh Allen giebst rest, Wenn du zum Gericht er du Heil und Leben, Die sich scheinst. Dann ist Ernte. Heil gläubig dir ergeben. Herr! den Christen, Welche kämpfen Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 157 mit den Lüften, Weil sie deinem loben, Opfern Dank und Ehre Thron sich nahn, Deine Kro- dir. Können wir einst nicht mehr nen zu empfahn! betén, Wollest du uns noch 8. Großer Mittler, sei erho- vertreten, Bis der ganz verben! Weil wir leben, wollen klärte Geist Dich mit allen Himwir Deiner Herrschaft Würde meln preist! 3. 3. Rambach. Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. Mel. An Wasserflüssen Babylons ic. 4. 3um Opfer hat er sich 229. Ein Lamm geht hin verbürgt, Zum Opfer für die und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder. Es geht, und leidet mit Geduld Die Strafen aller Sünder. Es folgt, belastet, matt und frank, Dem Würger nach zur Würgebank, Beraubet aller Freuden. Es duldet willig Hohn und Spott Und Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: Gern will ich's leiden. Sünden. Am Kreuze wird das Lamm erwürgt, Damit wir Gnade fünden. Da fließt sein Blut, da zagt sein Herz, Da trifft ihn unsrerStrafenSchmerz, Daß uns ihr Fluch nicht schade; Da bittet er für uns und stirbt, Für Sünder stirbt er, und er wirbt ns Sündern Heil und Gnade. tuné 5. Herr, welche Gnad' erzeigst du mir! Wie liebest du mich Armen! Ach, wie vergelt' ich, Jesu! dir Dein göttliches Er barmen? Du bist mein Heil; du liebest mich. Möcht' ich doch auch so brünstig dich, So brünstig wieder lieben! O Herr! möcht' ich, dein Eigenthum, Doch immer dir zum Dank und Ruhm, Was deine Luft ist, üben! r 2. Dies Lamm ist Gottes Sohn, der Freund Und Retter unsrer Seelen. Er, der für uns vor Gott erscheint, Ließ sich zum Opfer wählen Gott sprach: Geh', Sohn, und rette mir Die Sünder, welche sich von mir Entfernten zum Verderben! Die Schuld ist groß; versöhne sie Durch Blut und Tod; dann sollen die, Die sich befehr'n, nicht sterben. 3. Ja, Vater! sprach zu ihm der Sohn, Ich will für sie er dulden, Was deine heilgen Rechte drohn, Bezahlen ihre Schulden. So hat Gott selbst an uns gedacht! Ach, wer kann dieser Liebe Macht, Wie sie verdient, erhe ben? Die Gnade, die den Vater trieb,-D, wie hat er die Welt so lieb!-Ihr seinen Sohn zu geben! 6. Ach, fönnt' ich, Heiland, Nacht und Tag Von deiner Güte singen, Und dir, was ich doch nicht vermag, Ein würdigsOpfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen Dank! Ach, nimm an meinen Lobgesang! Mehr kann ich dir nicht geben. Nimm selbst mein Leben an von mir! Ich will es, mein Erlöser! dir Zum Eigenthume geben. res 158 Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 7. Erweitre dich, mein Herz, dich geglaubt!- Schmückt.deifür ihn, Den Heiland unsrer ner Sieger Krone. P. Gerhard. Seelen! Ich will der Sünde mich entziehn, Mir ihn zum Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. Herrn erwählen. Verschmäh 230. Sohn Gottes, du nur was Welt Und mein Herr! Du deinen Lüften wohlgefällt! Er bist Mein Gott; und unermeßs giebt dir beßre Freuden. Daßlich ist Die Größe deinerGnaden. Gott dich wie ein Vater liebt, Ich preise, Hoherpriester! dich. Und alle Seligkeit dir giebt, Selbst du trügst meine Strafen, Das danke seinen Leiden! mich Von ihnen zu entladen. 8. Wird Gott, der seinen Du thatst, was uns versöhnet Sohn mir schenkt, Nicht meiner hat, Was nie ein Hoherpriester stets gedenken? Wird er nicht, that, Durch den nur Blut der wenn mein Herz sich fränkt, Thiere floß, Der nicht sein eig Mit ihm mir alles schenken? nes Blut vergoß. Herr Jesu Ja, Jesus, meine Zuversicht, Christ! Herr Jesu Christ! Dein Ist in der Finsterniß mein Licht, Blut befreit Und heiligt mich Mein Tröster, wenn ich leide, zur Seligkeit. Mein Reichthum in der Dürftigkeit, Im Sturme meine Sicherheit, Im Tode meine Freude. 2. Wir sind versöhnt! du bist zu Gott In's Heiligthum durch Blut und Tod Siegpran 9. Wie könnt' ich vor der gend eingegangen. Der Vater letten Noth, Vor meinem höret dein Gebet. Du hast Tode beben? Kann ich durch Gewalt und Majestät Zum meines Jesu Tod Nicht aufer- Opferpreis empfangen. Nun ha stehn und leben? das finstre Grab! Es öffne sich ben wir, denn wir sind dein,- Ich halte ihn lns deines Opfers zu erfreun. und laß nicht ab, Bis daß er Wer Sünde that, nun Buße mir begegnet, Und mich nach meiner Bilgerzeit Mit Leben und Unsterblichkeit, Mit Him melsfreude segnet. 10. Ich fürchte nicht dein Weltgericht. die Erde! thut, Den reinigt dein versöh nend Blut. Herr Jesu Christ! Herr Jesu Chrift! Erbarme dich! Versöhne durch dein Blut auch mich! Verwandle nur 3. Gieb, Heiland, daß mein Ich glaub' und trauernd Herz, Gebeugt durch weiß es, daß ich nicht Von wahrer Reue Schmerz, Dem bir verworfen werde. Vollendet Vater wohlgefalle! Laß rein uns ist der Bilgerlauf, Du nimmst sein und tugendhaft, Und schmücke mich in den Himmel auf, Ich durch des Glaubens Kraft Mit steh' vor deinem Throne. Zur Heiligkeit uns alle! Auch uns Rechten steh' ich, und mein Haupt laß deine Priester sein, Uns Schmückt, denn ich hab' an willig deinem Dienste weihn, - Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 159 Gott, erbarm' dich unser! Herr Christ, erbarm' dich! Sei uns Sündern gnädig! 2. Aus dem Fluche konnten Durch eigne Kräfte wir Nie errettet werden; Das Elend war zu groß. Um uns zu erretten, Konnt' es nicht anders Und opfern unser Lebenlang Der Tugend und der Liebe Dant! Herr Jesu Chrift! Herr Jesu Chrift! Entschlummern wir, So führ' uns alle hin zu dir! 3. A. Cramer. Mel. Nun ruhen alle Wälder. sein, Gottes Sohn mußt' leiden Gott, 231. rohloce, mein GeF müthe, Und bete Gottes Gute In deinem Hei land an! Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren, Das hat des Menschen Sohn gethan. Des Todes bittre Pein.. ervarm' dich unser! Herr Christ, erbarm' dich! Sei uns Sündern gnädig! 2. Schau' hin, wie der Gerechte Für uns, der Sünden Knechte, Den bittern Zorn felch trinft; Wie er für Frev3. War' er nicht gekommen, nicht angenommen, Wie Men Der Heiland, in die Welt; Hätt' schen, Fleisch und Blut; Hätt' für unsre Sünden Nicht aufge opfert sich: ler bittet! Wie Wasser ausge- Jammer Und Fluch uns ewigAch! so drückte schüttet, Hängt er, da er zum lich. Gott, erbarm' dich unser! Tod hinsinkt. 3. Wir Sünder sollten ster- Herr Chrift, erbarm' dich! Sei Fluch lag auf Adams uns Sündern gnädig! ben; Erben, Fluch auf der Sünder Welt; Menschenfreundlichkeit 4. Aber große Gnade Gott an uns Armen Ohne. Da kam er, uns zu Gute, Und gab mit seinem Blute Für uns ein ewigs 4. unfre Würdigkeit In dem Sohn Kein Freund meint es mit hat In den Tod des Kreuzes der Liebe, Der sich gegeben Freunden So treu, als es mit Zu unsrer Seligkeit. Gott, er Feinden Er, unser Mittler, barm' dich unser! Herr Christ, meint. Preis ihm, dem Uleber- erbarm' dich! Sei uns Sünwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, Mit Gott versöhnt durch dern gnädig! unsern Freund. B. F. Köhler. 232.D wir armen Sün5. Gegen Sünd' und Hölle Sei dieses unser Trost! Kommt Gott zum Gerichte, So zittern wir doch nicht; Denn wir sind der! Denn unsre errettet Von unsrer Schulden Missethat, Darin wir empfan- Last Durch Christum, unsern gen Und auch geboren sind, Hat Mittler. Ihm sei Lob, gebracht uns alle In viel und große Noth, Hat uns unterworfen Dem Fluche und dem Tod. Und That Eigene Melodie. I Ehr' und Preis! Gott, erbarm' dich unser! Herr Chrift, erbarm' dich! Sei uns Sündern gnädig! 160 Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 6. Nun, wir wollen loben Leiden Mich reizen, als ein Und danken allezeit, Gott! dir, Christ Mit allem Ernst zu. deinem Sohne, Und auch dem meiden, Was dir mißfällig heilgen Geist! Treu laß stets ist! Nie komm' es mir aus dem Worte Von Jesu Kreuz meinem Sinn, Wie viel es uns sein! Was davon weicht, dir gekostet, Daß ich erlöset bin! schleiche Sich nimmer bei uns ein! Gott, erbarm' dich unser! Herr Chrift, erbarm' dich! Sei uns Sündern gnädig! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Und wär's auch Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen! Laß nur, mein Herr und Gott, Mich fliehen jede Lust der Welt, Und dem Erempel folgen, Das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an andern üben, H. Bonn. Eigene Melodie. mich die 233. Wünden frånfen, Was du an mir gethan, Und So laß, Herr Jesu Christ, meinen Nächsten lieben, Gern Mich glaubensvoll bedenken, dienen jedermann Ohn' EigenWie du gestorben bist Und Ret- nuß und Heuchelei, Und, wie tung von der Sündenlast Den du mir's erwiesen, Aus wahrer reuerfüllten Sündern Am Kreuz Lieb' und Treu'! erworben haft! 2. O wundervolle Liebe! Bedenk's, o Seele, recht! Es starb aus eignem Triebe Der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott Für mich verlornen Menschen In Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun 8. In meinen legten Stunden Erquice mich dein Tod, Daß ich, mit dir verbunden, Besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr! auf den ich trau'. Starf meine Seel' im Tode, Daß ich dich ewig schau'! 3. Gesenius. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen u. schaden Der Fluch, der Sündern 234. du mein Mittler droht? Gott auf mich in und mein Gnaden. Durch Jesu Mittler- Ich danke dir für deinen Tod, tod Bin ich von diesem Tod Der mir des Himmels Selig befreit, Und darf nicht ängstlich feit, Und hier Gewissensrub fürchten Gericht und Ewigkeit. verleiht. 4. Drum fag' ich dir von 2. Ach! wüßt' ich deine Gotts Herzen Jetzt und mein Lebenheit nicht. Dann zagt' ich ewig lang Für deine Todesschmerzen, im Gericht. Dann würde deine Herr Jesu! Lob und Dank. Todespein Für mich von keinem Hilf, daß ich dir für deine Nußen sein. odss dun o Treu' Auf ewig ganz ergeben 3. Wärst du bloß WahrheitsUnd thätig dankbar sei! märtyrer, Wärst du nicht Gott, o Leidender! So könnt' ich nicht 5. Herr, laß dein bittres Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 161 2. Gebeugter Sünder, tritt herzu, Schau' an dies Blut der Wunden! Hier hat schon mancher Sünder Ruh' In seiner Angst gefunden. Der Strom des Lebens, der hier quillt, Dich reinigt, dein Gewissen stillt, Wird dich mit Troste laben. Tritt her, an Jesu sollst du Theil Und unentgeltlich Gnad' und Heil Aus seiner Fülle haben. von Sünde rein, Nicht durch dein Blut begnadigt ſein. 4. Ich weiß es, Jesu, du bist Gott! Versöhnend ist für mich dein Tod, Und dieses Trostes Göttlichkeit Verbürget mir die Seligkeit. 5. Nehmt alles, was ich habe, hin! Das Glück, daß ich versöhnet bin, Ist meiner Seele höchstes Gut, Und macht mir auch im Tode Muth. 6. Wenn des Gesetzes Fluch mir droht, Dann zeigt mir dein Versöhnungstod, Daß du am Kreuz der Sünden Last Und meinen Fluch getragen hast. 7. Und ist des Abschieds Stunde da, dann blick' ich hin nach Golgatha. Der Trost, 3. Für dich hat er mit sei nem Blut Des Satans Macht gedämpfet, Für dich gelöscht der Hölle Glut, Das Leben dir erkämpfet. Durch ihn ist das Geseß erfüllt, Der Fluch ge tilgt, der Zorn gestillt; Auf ihn hin sollst du schauen. Er daß ich begnadigt bin, Macht heilet das verwund'te Herz mir das Sterben zum Ge- Von jeder Wund' und jedem winn. So wir ihm fest P 8. Einst, wenn mich aus der finstern Gruft Dein Wort zum neuen Leben ruft, Dann seh' ich dich, mein Herr und Gott! Und ewig ist mein Ruhm C. C. Sturm. dein Tod. Schmerz, vertrauen. 4. Auf meinen Jesum schau' auch ich; Ich werde nun nicht sterben. Nein! leben werd' ich; mich, auch mich Entreißt er vom Verderben. Er, mein Erlöser, er allein Soll immer mir vor Augen sein, Ja, tief in's Herz gedrücket. Wohl mir! hier darf ich ihm vertraun, Und dort werd' ich sein Antlig schaun, Daß ewig mich erquicket. 3. A. Schlegel. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 235. Schau', Sünder, wie dein Gott dich liebt, Daß in so schwere Plagen Er seinen eignen Sohn hingiebt, Um ihn für dich zu schlagen! Du hattest Qual und Tod ver- Mel. Hilf Gott, daß mir's gelinge. ſchuld't; Doch weil Gott deiner 236. Erwürgtes Lamm? mit Geduld Aus Liebe schonen dein Leiden Ift wollte, Schont' er des eignen mein erwünschtes Theil, Die Sohnes nicht, Ging mit dem Quelle meiner Freuden, Der Bürgen in's Gericht, Der für Grund von meinem Heil. Dein dich zahlen sollte. Leiden reizt der Liebe Trieb. 1lm 11 162 Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. deines Leidens willen Hab' ich| Jesu, bei dir sucht, Der nehme dich ewig lieb. Gnad' um Gnade! Der Werk 2. Ich bin in Schuld gebo- stolz sei verflucht! ren; Mein Herz ist ganz verfehrt. Weh' mir! ich bin verloren Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. Und vieler Höllen werth. Mein 237. Mein Erlöſer, Got eignes Und dich, den treuen Heiland, Hab' ich gering geschäßt. Urs Sohn, Der du für mich littest, Und auch auf der Himmel Thron Jest 3. Wie soll ich Gnade finden? noch für mich bittest, Welche Wo treff ich Rettung an? Mit Wohlthat ist für mich Dein Weinen wird für Sünden Gott versöhnend Leiden! O, wie nicht genug gethan. Sein rich- preis ich würdig dich, terlicher Ausspruch ist: Du böser sprung meiner Freuden? Knecht, bezahle, Was du mir 2. Unermeßne Herrlichkeit schuldig bist! War dir, Herr! gegeben, Und du konntest jederzeit Voller Freude leben. Aber, o der gro sen Huld! Daß ich selig würde, Ein theures Uebernahmst du in Geduld Schwerer Leiden Bürde. 4. Du Freund der Men schenkinder! Du zahlest für die Welt; Du zahlst auch für mich Sünder Lösegeld. Ich weiß, so wahr du Jesus bist, Daß diese theure Zahlung Vollkommen gültig ist. 5. Mit liebevollem Triebe Tret' ich zum Kreuze hin, Wo meines Jesu Liebe Am deut lichsten erschien. Hier rollt die Liebesthräne treu; Hier ist sein Tod der Zeuge, Daß ich erlöset sei. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden; Denn du starbst nach Gottes Rath Auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, Uns vom Fluch zu retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Bes rung schafft, Was zur Tugend leitet, Dazu hast du neue Kraft Durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um Kraft bewerben, Gottes Willen recht zu thun, Sünden abzusterben. 6. Kommt, müd' und matte Seelen, Die Gottes Zorn er schreckt! Kommt zu den Wundenhöhlen! Hier wird die Schuld bedeckt. Hier ist der Brunn, der Gnade quillt; Hier fließt das Blut des Bundes, Das ewig vor Gott gilt. 7. Die mit betrübtem Muthe, Herr, um Erbarmung schrei'n, Die mach' in deinem Blute Von ihren Sünden rein! Wer Gnade, 5. Nun fann ich in's Todes thal Noch mit Freuden sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schrecken gehen. Du, Herr! haft aus aller Noth Rettung mit errungen, Und durch deinenkreu zestod Meinen Tod bezwungen. Von der Kraft und Frucht des Leidens Jesu. 163 6. Herr! was bin ich, daß 2. Wie dunkel waren jene du mein So dich angenommen? Stunden! Herr, welche Lasten Laß die Frucht von deiner Bein Nun auch auf mich fommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, Gläubig anzuwenden, Was du mir zum Heil verschafft! Du hast es in Händen. drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Es floß jedoch zum Heil für mich. Und jetzt noch rust's mir treulich zu, Daß du mich liebst, mein Heiland, du! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz Mich mit Muth beleben, Siegreich jedem Sündenreiz Hier zu widerstreben! Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; Was ich Unrecht je gethan, Innig zu bereuen! 8. Drückt mich meine Sün4. Dein bin ich nun und dennoth, Straft mich mein Gottes Erbe; Gewissen; O, dann laß aus Gottes Herz hinein. Wenn Ich seh' in deinem Tod Mich den Trost ich nun leide, wenn ich sterbe, genießen, Daß du auch für Kann ich ja nicht verloren sein. meine Schuld Büßend bist Laß Erd und Himmel unters gestorben, Vergebung, gehn! Gnad' und Huld Bei Gott bleibt bestehn. Des Höchsten Liebe haft erworben! Und 3. So sollt' es sein, du mußtest leiden; Dein Tod macht Gottes Liebe fund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Siegel zu dem Friedensbund, Das trüget nicht, daß Gott mich liebt, Da er dich mir zum Opfer giebt. 9. Stärke mich durch deinen 5. Ja! mir zum Trost und Tod Auf die leßten Stunden! dir zur Ehre Gereicht dein Wie du deine Todesnoth Sieg- Kampf, gereicht dein Tod. reich überwunden; D, so bilf stätigt ist nun deine Lehre; dazu auch mir, Laß mich fröh baue drauf in jeder Noth. lich scheiden! Herr! so dank schuldig littest du und Ruhmich ewig dir Für dein bittres Ist deiner Unschuld Eigenthum. BeIch UnLeiden. 3. S. Diterich. 6. Herr! dies dein Beispiel soll mich lehren, Die Unschuld Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. sei mein Ehrenkleid. Gern will 238. Ah, sich ihn dulden, ich deine Stimme hören; Gern bluten, sterben, thun, was mir dein Wort geO meine Seele, sag' ihm Dank! beut. Mich dringet DankbarSieh' Gottes eingen Sohn und feit dazu, Und wer verdient Erben, Wie mächtig ihn die Dank mehr, als du? Liebe brang! Wo ist ein Freund, der mag und kann Das thun, was er für uns gethan? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen! Auch dieses lern' ich, Herr, von dir; Nie Gottes Schi11* 164 Stand der Erhöhung Jesu.. dung widersprechen, Wär' sein| Wälzt mir auch einst den Stein Pfad noch so dunkel mir! Zum vom Grab. Ziel gingst du auf Dornen hin; Ich auch, der ich dein Jünger bin. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Den dir die reinste Liebe bringt! Dort will 8. Was fürcht' ich noch deß ich dir's noch besser sagen, Todes Schrecken? Du starbst Wenn dich mein Geist verklärt einst auch, o Seelenfreund! Mag befingt. Dann preisen alle Erde meine Asche decken, Wenn Himmel dich, Und in ihr Lob mir die Todesnacht erscheint; misch' ich auch mich. Gott, der dir Leben wieder gab, 3. A. Hermes. Stand der Erhöhung Jesu. Mel. Lasset uns den Herren 2c. Leben, Ehr' und Macht Mit 239. Laffet uns den Höch- dir an das Licht gebracht, Und sten preifen, Chri- da hast du übernommen Den sten, laßt uns ihm den Dank, Gebrauch der Herrlichkeit. Freu Welcher ihm gebührt, erweisen dich deß, o Christenheit! Unser ganzes Leben lang! Aus 4. Tod! wo ist nun deine des schweren Todes Banden Ist Stärfe? er, der vom Himmel fam, Unfre Macht? Sache übernahm, Jesus Chri- Stärfe stus, auferstanden. Siegreich schloß er seinen Streit. Freu' dich deß, o Christenheit! 2. Christus hat nun überHölle! wo ist deine Jesus hat durch seine Euch um Recht und Macht gebracht. Euch ist et ein Gift gewesen. Auch von deiner Sclaverei, Sünde! sind wir los und frei, Sind geheilet, wunden Aller seiner Feinde sind genesen. Groß ist unsre Macht. Alles ist nunmehr ver- Seligkeit. Freu' dich deß, schwunden, Was ihm Schmach und Schmerz gebracht. Seine Unschuld ist erkläret, Weil sich Gott für sie verbürgt. Unverdient ist er erwürgt. Nun wird er von Gott geehret Und mit Preis und Ehr' erfreut. Freu' dich deß, o Christenheit! Christenheit! 5. Christen, laßt bei euren Plagen Unverzagte Herzen sehn! Wird nicht der nach dreien Ta gen, Der euch liebt, euch auc erhöhn? Ja! er wird auch eu erhöhen, Wenn ihr ihm gehorsam seid; Denn ihr sollt nach kurze Herrlich wieder aufer stehen Zu der frohen Ewigkeit Freu' dich deß, o Christenheit! 6. Jesus ist der Angst ent rissen Und mit Ehren angethan. Wer ist, der sein Leben wissen, 3. Warst du gleich, o Held! Zeit gestorben, Warst du gleich in's Grab gelegt; Bliebst du den noch unverdorben. Als der dritte Tag sich regt, Bist du aus Der Gruft gefommen, Und haft Stand der Erhöhung Jeſu. 165 Dessen Läng' aussprechen kann?| deine Gnade Geistlich mit dir Jesus ist zum Eckstein worden. auferstehn. Herrsche nun in Gott! von dir ist das geschehn, unsern Herzen! Sei bei uns Was wir nun vor Augen sehn; in aller Noth! Stärk' uns Der, der starb, ist Herr gewor wider Sünd' und Tod! Mit den. Groß ist seine Herrlichkeit. der Sünde nie zu scherzen, Sei Freu' dich deß, o Christenheit! uns Pflicht zu jeder Zeit! Merk dir das, o Christenheit! 7. 3war nahmst du vom Bach am Wege Einen herben, bittern Tranf; Littest Schmå hung, littest Schläge, Bis dein Leib in's Grab hinsank. Aber bald wardst du erhoben Mit verklärtem Angesicht, Stirbest nun und nimmer nicht; Selbst der Engel Heer dort oben Staunt ob deiner Herrlichkeit. Freu' auch du dich, Christenheit! 8. Herr, wie groß sind nicht die Früchte, Die dein neuer 12. Dann so werden meine Stand uns giebt! Uns graut Glieder, Die in Staub und Asche nicht vor dem Gerichte, Weil gehn, Geistig, unverweslich wieGott uns als Vater liebt. Herr! der Und mit Schönheit auferdies sind die schönen Gaben, stehn, Welche nirgendwo auf Gnad' und Leben, Stärk und Erden, Rirgendwo zu finden ist. Kraft, Sieg bei unsrer Ritter- Ja, mein Stand, Herr Jesu schaft, Die wir dir zu danken Christ! Soll dem deinen ähnlich haben. O, wie hast du uns werden. Schwachheit hier; dort Freu' dich deß, o Herrlichkeit! Freu' dich deß, o Christenheit! J. Rift. erfreut! Christenheit! 9. Zeige dich nun auch als Sieger, Theile deine Beute aus! Mel. Aus meines Herzens Grunde. Stärke deine treuen Krieger, Und 240. Dich frönte Gott mit nach Nach 11. Laßt nur meinen Leib begraben; Stirbt er doch auf ewig nicht. Neues Leben werd' ich haben, Wenn zum letzten Weltgericht Alle Gräber sich aufdecken, Und der Engel Feldges schrei Zeiget, was vorhanden sei. Dann wird Gott auch mich erwecken; Dann beschließt sich all' mein Leid; Dein's auch, werthe Christenheit! Schmücke sie mit deinen Gaben, deinem schweren Streit; Du Und zuletzt vor deinem Thron gingst durch Schmach und LeiMit der schönen Ehrenkron', Die den Zu deiner Herrlichkeit. sie sich erkämpfet haben! Groß ist deine Gütigkeit. deß, o Christenheit! Freu' dich 3um Siege ward dein Tod. Du, Jesu! hast gelitten, Ge rungen und gestritten; Und da erhob dich Gott. 10. Groß war unser Seelen schade, Unser Thun ließ das uns sehn; Doch es ließ uns 2. Ich, hier dein Pilger, walle Dir, meinem Führer, nach. Nach 166 Von der Auferstehung Jesu Christi. deinem Rathe falle Ich oft in mich, selbst durch Leiden, 3u Noth und Schmach. Doch stärkst meiner Hoffnung Freuden, 3 du mich zum Streit, Und führst deiner Herrlichkeit. B. Münter. Von der Auferstehung Jesu Chrifti. Mel. Herr Gott, dich loben wir. für die ganze Welt Sein Blut; o welch ein Lösegeld!- 241. Dich, Heiland! loben wir. Wir Christen Und starb mit Thränen und danken dir. Jauchzt, Himmel, Gebet, Am Kreuz erwürget und rühm', erlöste Welt, Den hohen verschmäht. Er lag im Grabe, wunderbaren Held! Preif Je- wo er schlief, Bis ihn sein sum, welcher auferstand Und Gott in's Leben rief. Sünd' und Satan überwand! Tag, der des Jubels wür Ihm ist nun alles unterthan. dig ist! Der Sohn stand auf Fällt nieder! betet Jesum an! der Herr, der Christ. Sei, Tag Heilig ist Gottes Sohn! des Siegs, der Christenheit Heilig ist Gottes Sohn! Ein Tag der Wonn' und Hei Heilig der Herr, der Christ, ligkeit! Das Grab ist leer; Der auferstanden ist! Gott ist versöhnt; Der Heiland ist mit Preis gekrönt. Entnom men ist er dem Gericht Und seiner Angst; der Vater spricht Vom Fluch uns frei; o betet an! Wer ist, der nun ver dammen fann? Er lebt; und den, der an ihn glaubt, Ver tritt er, unser Herr und Haupt. Der Sohn verließ des Va ters Thron; Er kam und ward ein Menschensohn, Erniedrigt für die Sünderwelt, Die er durch seine Huld erhält; Begab der göttlichen Gewalt Sich selbst, verhüllt in Knechtsgestalt, Und that durch seine Wunder dar, Daß er von Gott gesendet war; Gesalbt zum Mittler, that den Bund Der ewgen Gnade Gottes fund. Sein Volk verwarf ihn, ward ihm feind; Und er war doch sein Herr und Freund. Er, Gottes Lamm, ertrug voll Huld Der Sünde Strafen mit Geduld. Der uns zu Gottes Kindern macht, Empfand sie in der letzten Nacht; Empfand, betrübt bis in den Tod, Was Gottes Zorn den Sündern droht; Vergoß auch Nun ist der Tod, den er bezwang, Zur Seligkeit ein Uebergang. Mein Leib wird in dem Grabe Staub, Doch bleibt er nicht des Todes Raub; Denn du, o Herr! verklärst ihn einst, Wenn du zum Weltge richt erscheinst. Wie viel, o Herr, erwarb du mir! Herr! ewig, ewig dank ich dir. Du haft das Leben wie derbracht; Unsterblich haft du mich gemacht. Der Vater liebt und höret dich. Vertritt auf dei nem Thron auch mich! Beschüße Von der Auferstehung Jesu Christi. 167 Die Sünd' hat er geGott sei gelobt! deine Christenheit, Und hilf ihr,| standen. Herr der Herrlichkeit! Mach' fangen. aller Feinde Macht zu Spott! 2. Der ohne Sünde war geErhör uns, unser Herr und born, Trug für uns Gottes Gott! Amen. Zorn! Hat uns versöhnet, Daß Gott uns sein' Huld gönnet. Gott sei gelobt! F. 6. Klopstock. Eigene Melodie. 242. Chrift hrist ist erstanden 3. 3. Tod, Sünd', Teufel, Von der Marter alle. Deß soll'n wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Hallelujah! Leben und Gnad', All's in Händen er hat. Er fann erretten Alle, die zu ihm treten. Gott sei gelobt! M. Luther. 2. Wär' er nicht erstanden; So wären wir vergan- Mel. Auferstehn, ja auferstehn 2c. gen. Seit daß er erstanden 245, Jeſus Christus on, ift, Loben wir Christ. Hallelujah! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Des soll'n wir alle froh sein; Christus will unser Troft sein. Hallelujah! Besiegte Höll' und Tod. Er lebet wieder. Freut euch, ihr, seine Brüder, Und lobet Gott! 2. Ihn verklagte eigne Sünde nicht. Er kämpfte vor Gericht. Er ist gekrönet. Durch ihn sind wir versöhnet. Gelobt sei Gott! 3. Tod und Leben ist in seiner Macht. Er herrscht in desbanden Hielten ihn, den ewger Pracht. Er will das Eigene Melodie. 243. Christus ift erſtanden! Keine ToGöttlichen. Freut euch, ihr Leben Erlöfeten, Und lobet Gott! ben. Den Ueberwindern geGelobt sei Gott! S. C. Lappenberg. 2. Bei dem Grabgedanken Mag der Unchrist wanken. Unsre Hoffnung stehet fest, Die auf Mel. Sei Lob und Ehr' dem ic. Christum sich verläßt, erstand! Weil er 246. bargebracht Für reiwillig du 3. Gelobt sei Gott! Gelobt uns, o Herr! dein Leben. Du sei Gott! Gelobt sei Gott! Ewig sollen wir uns sein, Unsers Seligmachers, freun; In Gott uns freun! Eigene Melodie. 244. Jefus esus Christus, un ser Heiland, Der den Tod überwand, Ist auferhattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, Weil du es willig in den Tod Für deine Feinde gabest. 2. Du warst nur eine kleine Zeit Von deinem Gott verlassen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, Die Sterbliche nicht faffen. Das 168 Von der Auferstehung Jesu Christi. Kreuz, daran man dich er-| Siegel aufgedrückt Und dich als. höht, Verkehrte sich in Maje Sohn geehret. Denn deines stät; Denn du gingst aus dem Opfers hohen Werth Hat er Grabe. auf's herrlichste bewährt, Da er dich auferweckte. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, Nicht dei4. Erstandner! ich frohloce nes Kreuzes Schanden. Du dir, Daß du nun ewig lebest. bist mein Herr, du bist mein Du lebst und siegst, daß du auch Gott; Denn du bist aufer mir Das ewge Leben gebest. standen. Du bist mein Heil, Mein König und mein Herr mein Fels, mein Hort, Der bist du. Du theilst mir neue Herr, durch dessen mächtig Wort Kräfte zu, Mit Freuden Gott Auch ich einst ewig lebe. zu dienen. 4. Wir sind nunmehr mit 5. Mein Herr, mein Gott! Gott versöhnt, Durch dich des hilf mir dazu; Befreie mid Himmels Erben. Dies ist die von Sünden! Laß mich für Hoffnung, die uns frönt; In meine Seele Ruh' Im Frie der will ich auch sterben. Wie den mit Gott finden! Herr, du nun auferstanden bist, So deinen heilgen Sinn gieb mit, werd' auch ich, Herr Jesu Christ! Damit ich, dir ergeben, hier Durch dich einst auferstehen. Als dein Erlöster wandle! C.F. Gellert. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 247. Bringt Preis und Ruhm dem Hei 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Einst rufst du, und land dar; Frohlockt ihm, alle der Gräber Nacht Wird Todte Frommen! Er, der für uns Er, der für uns nicht mehr decken. Gleichwie getödtet war, Jst dem Gericht du auferstanden bist, So werd entnommen. Sei hochgelobt, auch ich, Herr Jesu Christ! Herr Jesu Christ, Daß du Durch dich einst auferstehen. für uns gestorben bist Und 7. O laß mich, weil ich siegreich auferstanden! hier noch bin, Im Glauben 2. Dein Leben in der Maje- an dich wandeln, Und jeder stät Befestigt unsern Glauben. zeit nach deinem Sinn Recht Wer kann, da dich dein Gott schaffen sein und handeln; Da erhöht, ins nun den Troft mit ich, wenn ich aufersteh', grund rauben, Daß du das Und dich, des Todes Sieger, Heil an's Licht gebracht Und seh', Vor dir dann nicht erschrede! von des ewgen Todes Macht Uns Sünder haft erlöset? 8. Da, wo du bist, da foll auch einst Dein Jünger mit dir 3. Gott selbst, der dich dem leben. Du wirst ihn, wenn du Grab entrückt, Hat dem, was nun erscheinst, Zu deiner Freud du gelehret, Der Wahrheit erheben. Laß dieses auch mein Von der Auferstehung Jesu Christi. 169 Erbtheil sein! So werd' ich ewig| Wort ist tröstend, und dein deß mich freun, Gruß Ist meines Glaubens Tod erstanden. Grund. Ein guter Bot' Bist du von Gott, Du Friedenswiederbringer! Daß du vom J. S. Diterich. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 248. bringt Lob und Wort erfüllt; Sei froh, mein dem For 2. Nun ist des Höchsten Dank Ihm, der des Todes ganzer Sinn! Nun ist des Macht bezwang Und uns, den Richters Zorn gestillt; Nun ist Staub, erhöhte! Der hohe Sie die Furcht dahin. Mein Mittler ger überwand. Nacht war um hat An meiner Statt Die ihn; doch sie verschwand In ganze Schuld gebüßet. helle Morgenröthe. Bebet! Ge- 3. bet, Stolze Epötter, Unserm Friede hier! Ihn faßt nicht Wie trostreich ist der Retter Preis und Ehre! Glaubt die Vernunft. Der Auferstandne an ihn und seine Lehre! Bei seiner 2. Preis ihm! Heil uns! bringt ihn mir sein Grab ist leer. Fest stehet, nicht, Wiederkunft. Wer freut sich wie ein Fels im Meer, Das Mit dir soll sein der Friede! Wenn Jesus spricht: Wort, daß er gesprochen. O felig, wer sich ihm vertraut! 4. Wenn nun des Richters Er hat den Tempel neu ges Sünders Ohr Sein Donner Stimme schallt, Und in des baut, Den wilde Wuth ge furchtbar wiederhallt; So schüß brochen. Seele, Wähle furchtbar wiederhallt; So schüß' zum Führer Und Regierer Dei ich Jesum vor Und zage nicht; nes Lebens! Auf ihn hoffst du Mein Heiland spricht: Mit nicht vergebens. dir soll sein der Friede! Ihn 5. Wenn mich Welt und 3. Zum höhern Leben führt er dich Und nimmt gewiß dich einst zu sich, Fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein; Doch wird Versuchung plagt, Sett heftig auf mich zu; Dann find' ich, wird mein Herz verzagt, Bei meinem Jesu Ruh. Ich falle es nicht auf ewig sein. Ver- nicht; Denn Jesus spricht: flärt giebt er's dir wieder. Mit dir soll sein mein Friede! Herrlich Wird sich Dann auf's 6. Wenn mich sonst manneue Seine Treue Offenbaren. cher Kummer drückt, Wenn Volles Heil wirst du erfahren. mich mein Freund verstößt; So D. Schiebeler. werd' ich durch den Freund erquickt, Der ihn und mich Mel. Du Friedensfürst, Herr. erlöst. Die Noth schreckt nicht; 249. Mie lieblich ist dein Mein Heiland spricht: Mit Siegesgruß! Wie dir soll sein mein Friede! freundlich ist dein Mund! Dein 7. Lokt mich mein Fleisch mit 170 Von der Auferstehung Jesu Christi. aller Macht Auf seine Sünden- Wie liebreich schallt sie nicht bahn, Wird doch sein Wille schon hier: Ich leb', und ihr nicht vollbracht; Ich schaue lebt auch mit mir! Jesum an. Das Fleisch siegt nicht, Weil Jesus spricht: Bewahre meinen Frieden! 8. Dringt endlich auch zu mir der Tod Mit seinem Schrecken ein, So will auch in derselben Noth Mein Jesus bei mir fein. Der Tod schreckt nicht; Mein Heiland spricht: Ich schenk' dir meinen Frieden! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben: Der Tod soll mit nicht schrecklich sein. Ich will ihm dienen; ihm ergeben, Mich seiner Auferstehung freun, Weil er auch mich zum Himmel hebt. Dies ist so wahr, als Jesus lebt! B. Schmold. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 9. Dank dir, der Frieden 251. Jeſus lebt; mit ihm uns erstritt, Für dies erhabne auch Tod! Gut! Beglück auf ewig mich sind nun deine Schrecken? Er damit! So hab' ich frohen er lebt, und wird auch mich Muth Und zage nicht, Wenn Von dem Tode auferwecken. Er alles bricht; Denn mir bleibt verklärt mich in sein Licht; Dies doch der Friede! 6. W. Sacer. ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich Uleber alle Welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. Mel. Mein Jesus lebt! was 2c. 250. Mein Jesus lebt; mag ich doch sterben! Hier ist mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, Weil seine Macht der Tod verliert. Ich fürchte nun das Grab nicht mehr. Mein Jesus lebt! fein Grab ist leer! 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, Lästert ihn, schmäht Gottes Ehre. Gnade hat Gott zugesagt, Daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. 2. Mein Jesus lebt; er hat bezwungen, Was mir das Leben rauben fann. Er hat mir Heil und Sieg errungen, Und mein. Jesus lebt; sein Heil ist Sein sei auch mein ganzes ihm ist alles unterthan. Der Leben! Reines Herzens will ich sein Und den Lüften widerstres ben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. Hölle tiefster Abgrund bebt Und zittert nun, weil Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt; das Grab ist offen. Mit Freuden 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, gel ich in die Gruft. Auf seine Nichts soll mich von Jesu schei Stimme will ich hoffen, Die den, Keine Macht der Finster mich vom Tod in s Leben ruft. niß, Keine Herrlichkeit, kein Lei Von der Auferstehung Jesu Christi. 171 den. Er giebt Kraft zu dieser| der Gerechtigkeit Liegt nun der Pflicht; Dies ist meine Zuver- Stein vom Grabe weit. Der ficht. Tod liegt dir zu Füßen. 5. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod Mir der Eingang zu dem euch, Leben. Welchen Trost in To- leben! desnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr! Herr! meine Zuversicht! C.F. Gellert. Ich lebe; Friede sei mit Sprichst du, und ihr sollt Mir ist die Macht, mir ist das Reich Des Vaters übergeben. Welch herrlich Wort! mein Herr und Gott! Nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod. Ich sehe dich lebendig. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 252. W enn der Gedanke 6. Ich weiß gewiß; Mein Heiland lebt! Auch mich wird mich Daß dieser Leib aus Erde Enter erwecken. Mein Leib, den er seelt, von Erd' und Staub bedeckt, Selbst Erd' und Asche werde; Dann, mein Erlöser, tröste mich Die Wahrheit, daß ich fest an dich, Den Auferstándnen, glaube! so hoch erhebt, Verlacht des wenn seine Stimme ruft; Geht Todes Schrecken; Erwacht, herrlicher aus seiner Gruft, Dem Leibe Christi ähnlich. 2. Was würd' ich nach dem Tode sein, Wenn du ihn nicht bezwungen? Wenn du mir nicht durch Todespein Unsterb lichkeit errungen? Verzweifeln müßt' ich, wenn die Gruft Den den ich hier nicht sehen kann Leib hin in die Tiefe rust, Und doch von Herzen liebe. 7. Mit diesen Augen werd' ich dich, Gott, mein Erlöser! schauen; Dann, dann wird deine Hand für mich Ein Haus des Friedens bauen. 3u meiner Freude schau' ich dann Dich, Wo er zerfällt und Staub wird. 3. In diesem Leben hab' ich nichts, Als Arbeit, Müh' und Leiden. Ein schwacher Strahl des höhern Lichts Entdeckt mir ewge Freuden. Dein Auferstehn macht mich gewiß, Zerstreut des Grabes Finsterniß, Verheißt mir Auferstehung. 8. Dann werd' ich deiner Huld mich freun, Jn deinem Lichte glänzen; Dann wirst du meine Weisheit sein, Mein Haupt mit Wonne fränzen. O Christen, heiligt euch! bedenkt, Was Jesu Auferstehung schenkt! Lobsing' ihm, meine Seele! J. F. Mudre. 4. Du konntest durch der Mel. Gelobet seist du, Jeſu Chriſt. Gottheit Macht Aus deinem 253. Chrift, Der unſer Grabe gehen, und aus der 253. Grifterſtanden, Jeſus turzen Todesnacht zu meinem Troft und Helfer ist. Er blieb nicht Trost erstehen. Zum Siegel stets des Todes Raub. Als Sie 172 Von der Auferstehung Jefu Chrifti. ger trat er auf den Staub. dir's gefällt, Aus dieser sün Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er sein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt! Mel. Nun freut euch, lieben Chrisien. denvollen Welt, Und führe mich an deiner Hand Einst in mein himmlisch Vaterland! Erhöre mich! B. Münter. 3. Ich lebe, ſprach er, und 254. auch ihr Sollt leben, Gläubige! mit mir. Ich komme; meine ist dein Sieg, o Hölle? Was Stimme ruft Gewiß euch aus fann uns nun der Satan der Todesgruft Zur Herrlichkeit. thun? Was deine Wuth, o 4. Er wird's erfüllen, Jesus Hölle? Gott sei gedankt! er Christ, Der selbst vom Tod hat den Sieg Auf einen schwe erstanden ist, Und Lazarum in's ren harten Krieg Durch Chris Leben rief, Der schon im Staub stum uns gegeben. des Grabes schlief. Es wird geschehn! 5. Gelobt sei Gott! ich werde nun Nur furze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und volles Heil Ist dann gewiß bei ihm mein Theil, Mein ewigs Theil! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', Als Christus mit ihr fämpfte, Den weder List noch Macht bezwang, Der ihren Grimm doch dämpfte! Ob sie ihn in die Ferse sticht, So sie get ihre Wuth doch nicht; Der Kopf wird ihr zertreten. 6. Auch führt er nach des Grabes Ruh' Mir meine from men Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, Uns wiederfehn in Gottes Reich. Gott! welch ein Tag! 7. Wie sollt ich, Herr! den Tod denn scheu'n? Mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? Nicht deiner, der du mich erschufft, Gelaffen warten, bis du rufft: Entschlafe nun! 8. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, Und treu im frommen Wandelsei! So komm' ich nicht in dein Gericht, Wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! Tod! wo ist dein Stachel nun? Wo 3. Lebendig geht der Herr hervor, Nimmt jeden Feind ge fangen; Schwingt aus dem Grabe sich empor; Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf Ihn, unsern Held aus Juda, aufi Er überwindet alles. 4. Beschließet einen Rath, und sucht, zu wüthen und morden! Beschließet Krieg; und gebt die Flucht! Das Reich ist Ehristo worden. Du Feind, der nun nicht schaden kann, Nun flage Tag und Nacht uns an! Nun bist du doch verworfen. 5. Die Rechte Jeju Chrifti stegt; Sie siegt, und ist erhöhet, 9. Herr! rufe mich, wenn Und zu des Siegers Füßen liegt, Von der Auferstehung Jesu Christi. 173 Wer frech ihm widerstehet. Be- ren harten Krieg Durch Chrifiegt ist alles, was ihm droht; ftum uns gegeben! 3. Gesenius. Besiegt ist Satan, Höll' und Tod; Ihr Zorn ist fraftlos worden. 6. Er ward erwürgt, der Herr, der Christ; Und seht, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, So leben auch die Glieder. Die ihr an euren Heiland gläubt! Jhr lebt, ob ihr gleich sterbt, und bleibt Im Grabe nicht ver schloffen. 7. O eilt nun ohne Heuchelei, Mit Christo aufzustehen, Um, von dem zweiten Tode frei, Dem Fluche zu entgehen! Er hat besiegt des Todes Macht, Das Leben an das Licht gebracht Und unvergänglichs Wesen. 8. Uns soll, was ewig uns erfreut Von ihm gegeben werden, Heil, Unschuld, Ruh' und Seligkeit Im Himmel und auf Erden. Hier trösten wir uns durch sein Wort. Selbst unser Leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem Leibe. 9. Was auch der Satan im mer will; Besteht er doch mit Schanden. Gefeßt, er geh' umher v brüll'; Ist Christus doch erstanden! Weil dessen Sieg der unsre ist, Kann Satans ganze Macht und List Uns doch kein Haar nicht frümmen. Eigene Melodie. 255. Jefus, meine Zuver= ficht, Mein föhner, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben; Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt; Ich werd'auch das Leben schauen, Wenn er mich zu sich erhebt. Warum sollte mir denn grauen? Läßt dies Haupt auch je ein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Hält so fest an sei nen Wunden, Daß mich auch fein Todesbann Todesbann Ewig von ihm trennen fann. 4. Staub bin ich, und muß daher Auch einmal zu Staube werden. Das gesteh' ich; aber er Weckt mich wieder aus der Erden, Und in jener Herrlichkeit Bin ich bei ihm allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut Den verklärten Leib bekleiden, Dich, mein Gott und Heiland! schaut Mein gestärktes Aug' mit Freuden. Ja! in diesem Fleisch seh' ich Dich, mein Jesu! ewiglich. 10. O Tod! wo ist dein Sta- 6. Ob dies Alug' im Tode chel nun? Wo ist dein Sieg, bricht, Wird's doch meinen Mitt oHölle? Was kann uns nun derler fennen. Jch, ich selbst, ein Satan thun? Was deine Wuth, o Hölle? Gott sei gedankt! er hat den Sieg Auf einen schwe Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen. Alle Schwachheit, alle Pein Wirdaufewig ferne fein. 174 Von der Auferstehung Jesu Christi. 7. Was hier fränkelt, seufzet, Errettung aus der Sündennoth fleht, Wird sich dort gestärket Erwarb er dir durch seinen Tod. sehen. Irdisch wird der Leib ge Dank ihm für diese Liebe! sät; Himmlisch wird er auferstehen. Zum Verwesen sinkt er ein; Dann wird er un sterblich sein. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod ers standen, Und jetzt zur Rechten Gottes ist! Er hat von Todes banden, Die an ihn glauben, frei gemacht, Und ewigs Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe! 8. Seid getrost, seid hoch erfreut; Jesus fennt euch, meine Glieder! Weg mit aller Aengst lichkeit! Sterbt ihr; Jesus ruft euch wieder, Wenn einst seine Stimm' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der hin zum Siß der Freuden Siegprangend aufge fahren ist, Die Stätte zu be reiten, Wo du einst seine Herrlichkeit Und ihn wirft schau'n in Ewigkeit! Dank' ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, Der einst wird wieders 10. Wohl dem, der den kommen, zu richten, was auf Geist erhebt Von den Lüften Erden ist, Die Sünder und die dieser Erden, Und hier dem Frommen, Und sorge, daß du zur Ehre lebt, Dem er dort dann bestehst, Und mit ihm in will ähnlich werden! Schwingt sein Reich eingehst, euch, denkend, oft hinein, Wo ihm zu danken! ihr ewig wünscht zu sein! Louise Henr., Churf. v. Brandenburg. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Dort ewig C. Günther 9. Christen, lacht der dunkeln Gruft, Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Heiland zugesellen. Dann fennt der beglückte Geist Nichts, was Sünd und Elend heißt. Mel. Erschienen iſt der herrlich' u. 257. Lebt Christus; was 256. Halt' im Gedächtniß weiß, wie herzlich er mich liebt. bin ich betrübt? Jd stürb' Welt mir ab; G'nug, daß ich ihn zum Freunde hab. Lob sei dem Herrn! Seele, der zur Erden Von sei nem Thron gekommen ist, Ein Retter dir zu werden! Vergiß sein nicht! denn dir zu Gut Verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Am Kreuz für dich gestorben ist, 3. Durch ihn bin ich mit Gott Das Heil dir hat erstritten! versöhnt, Durch ihn mit Gnad 2. Er nährt, er schüßt, et tröstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sei dem Herrn! Von der Auferstehung Jefu Chrifti. und Heil gekrönt. Mein banges Herz, ermuntre dich! Gott und die Engel lieben mich. Lob sei dem Herrn! 4. Durch seiner Auferstehung Kraft Vollend' ich meine Bilgerschaft, Freu' seiner mich in seinem Reich, Und bin dort seinen Engeln gleich. Lob sei dem Herrn! 5. Für solchen Trost der Se ligkeit Dankt dir, Herr! deine Christenheit. Wenn wir dereinst dein Antlig sehn, Soll dich ein würd'ger Lied erhöhn. Lob sei dem Herrn! J. Heermann. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 258. Das as Grab ist leer; des Höchsten Sohn Verläßt die Todtengrüfte, Und seiner Jünger Jubelton Dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preift, o meinen Den Neigungen der Erde, Daß er dir heilig werde! 2. Die Menschheit, Herr! er laubt mir nicht, Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese Hütte bricht. Wird sich mein Haupt einst neigen, Alsdann nimm nach vollbrachtem Lauf Auch mich in deinen Himmel auf; Nimm, Herr, an mei nem Ende Den Geist in deine Hände! 3. Doch soll ich einst, o Got tes Sohn! In deinem Reich dich sehen; So muß ich auch auf Erden schon Vom Tode auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt Und ihre Pracht 175 gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben; Nur das heißt wirflich leben. 4. Du auferstandner Menschen. freund, Erweck' in mir die Triebe, Wodurch man sich mit dir vereint, Den Glauben und die Liebe! Ich will, o Herr! dein eigen sein; Laß mich mit Ernst die Sünde scheu'n, Und gieb selbst Muth und Kräfte Zum Heili gungsgeschäfte! 5. So kann ich als ein wahrer Christ Jeszt leben und einst sterben, Und einmal da, wo du, Herr! bist, Vollkommne Freude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir! So bring' ich, ewig froh in dir, Mit deiner Frommen Menge Dir Dank und Lobgesänge. 3. S. von Cronegk. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ebr. 259, Wach auf mein Herz! die Nacht ist hin; Die Sonn' ist aufge gangen. Eil' zu dem Auferstandnen hin, Ihn freudig zu empfangen! Denn aus des Todes finsterm Thor Bricht der Gekreuzigte hervor, Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Stel' von dem Tod der Sünden auf! Steh' auf, erwach' in's Leben, Voll Eifers, einen neuen Lauf Im Glauben anzuheben! Denn wie Gott Jesum auferweckt, Sollst du auch, mit ihm auferweckt, Im neuen Leben wandeln. 3. Vergiß denn, was auf Erden ist! Denn sieh'! dein Schak ist droben. So sei denn auch dein 176 Von der Auferstehung Jesu Christi. Herz, o Christ, Zu Jesu stets ist verschlungen in den Sieg. erhoben! Forthin sei statt der Der siegreich aus dem Grabe argen Welt, Der Himmel nur, stieg, Hat ihm die Macht ge was dir gefällt, Wo Jesus ist nommen. und herrschet! 4. In jeder Noth sei unverzagt! Auf ihn wirf deine Sor 9. Hilf den Verbreitern dei nes Rühms, Hilf, Herr, uns, deinen Brüdern, Dem Volle gen! Der stillste Kummer, der deines Eigenthums Und deines dich nagt, Ift ihm doch nicht Leibes Gliedern. Hier laß in verborgen. Der Auferstandne deinem Schuß uns sein; Dort hilft auch hier; Er, der ver- führ' uns in das Leben ein, sucht ist gleich wie wir, Kann Das uns dein Tod erworben! Mitleid mit uns haben. 10. Sei hochgelobt in dieser 5. Klag' unverholen ihm dein Zeit von allen Gotteskindern, Leid! Du klagst es nicht ver- Dort ewig in der Herrlichkeit gebens. Durch ihn hast du von allen lleberwindern! Ihr Gerechtigkeit Und Hoffnung Sieg geschehe durch dein Blut! ewgen Lebens. Er, der für dich Gieb, Jesu, uns auch Kraft den Tod empfand, Für dich und Muth, Daß wir auch vom Tode auferstand, Kann überwinden! deiner nicht vergessen. P. Gerhard. 6. Dich schrecke nicht die Wuth und List Und Menge dei- Mel. Wo Gott, der Herr, nicht. 260. ner Feinde. Ihn, der ihr le 260. S Ueberwinder ist, Hast du zum treuen Freunde. Er hilft dir siegen; ihm vertrau'! Trug er doch seine Feinde, schau'! In hohem Siegsgepränge. 7. Geh' an den Streit voll kühnen Muths Mit Satan, Welt und Sünden! Denn durch die Siege seines Bluts Wirst du auch überwinden, Wenn du nur männlich wider stehst, Im Glauben wachst und ernstlich flehst, Nicht der Begierden schonest. ( orgt, Christen, sorgt, daß ihr ausfegt, Was sich von Lust und Sünden Des alten Sauer teigs noch regt! Laßt euch ges schäftig finden, Ein neuer Teig hinfort zu sein, Ein Teig, der ungesäu'rt und rein, Ein Teig, der Gott gefalle! 2. Versucht euch selbst, gebt darauf Acht, Wie ihr bisher gelebet! Habt ihr auch immer mit Bedacht Dem Guten nach gestrebet? Kann nicht ein we nig Sauerteig In furzer Zeit den ganzen Teig Durchdringen und durchsäuern! 8. Schrect dich der legte Feind, der Tod; Auch den wirst du bezwingen, Durch 3. Das ist denn auch der Sünde ihn aus aller deiner Noth Hin- Art, Wo eine in euch bleibet, durch in's Leben dringen. Er Die nicht recht unterjochet ward, Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 177 Und ihr Werk ferner treibet.| Vom Schaltheitssinn entledigt Das Ofterlamm im neuen euch, Im Geist euch zu erBund Erfordert, daß des Her- neuern! Der Geist muß stets zens Grund Ganz rein in allem ein Süßteig sein, Dem Herrn geheiliget und rein, Voll Lauterkeit und Wahrheit. werde. 4. Wer Ostern halten will, der muß Das alte Arge hassen, Und sich die vorgeschriebne Buß' Durchaus gefallen lassen. Alsdann wird Christus, Gottes Lamm, 6. Herr, unser Ofterlamm, verleih' Uns deines Geistes Gaben, Daß wir den Frieden und dabei Ein rein Gewissen haben! Gestorben an des Gieb, daß in uns dein heiligs Kreuzes Stamm, Ihn rein Wort Der Sünden Sauerteig durch sein Blut machen. hinfort Je mehr und mehr L. Bacmeister. 5. Nie müsset ihr im Sauer- vertilge! teig Der Bosheit Ostern feiern. Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. Mel. Herr Gott, dich loben wir.| schwunden in der Himmel 261. err Christ! dir dan Fern' Ist nun die Herrlichkeit fen wir. Herr Gott! des Herrn. Doch werden sie dich loben wir. Dieß war es, am Thron einst stehn, Und was der Himmel rief, Als Jesus Jesum Christum wiedersehn. Christ am Kreuz entschlief. Es Thut weit des Himmels hatte Gott der Himmel Flehn Pforten auf! Der Sieger Und seines Sohnes Tod gesehn. schwingt zum Thron sich auf; Nun schwingt der sich zu Gott Thu' weit dich auf, o Salems empor, Und da jauchzt aller Thor! Der lleberwinder steigt Engel Chor: Gnädig ist unser Gott, Der seinen Sohn hingab. Gnädig ist Gottes Sohn, Der für die Sünder starb. Nun gehet er nicht mehr zum Tod. Er wird erhöht; gelobt sei Gott! Entzückt, und doch mit Seelenruh', Sahn empor. Steht still, ihr Stern', in eurem Lauf! Zu Gott, zu Gott steigt er hinauf. Staub sind die Stern' und Finsterniß Vor dem, der uns der Sünd' entriß. Sein Blick ist Huld, Licht sein Gewand, Und Almacht ist in seiner Hand. Heil ist sein Werk; Barmherzigkeit hier die Jünger Jefu zu. Ein Sein Thun; sein Lohn Ilnschimmerndes Gewölfe kam, sterblichkeit. Floß hin vor seinen Fuß, ent- Wir freun uns seines großen nahm Den Herrn und Lehrer Lohns; Freun uns des Vaters, ihrem Blick; Und Wonn' und und des Sohns, Den eine SterbThränen ward ihr Blick. Verliche gebar, Der ist, der sein. 12 178 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Und wirst wird, und der war. Er bleibet| Gott gefommen, unsre Zuversicht, Auch wenn das nun in den hohen Stand, Der dir bestimmt war, aufgenom Herz im Tode bricht. men, Und all' ihr Gram und Leid verschwand. Du, unser Gott und unser Herr! Wer kann dir würdig danfen? wer Von allen, die du dir erschufft, Zu jenem Leben riefft und rufft? Dank sei dir, Dank und Preis und Ruhm! Denn wir sind nun dein Eigenthum; Und du begnadigst und belohnst Im Himmel, wo du ewig wohnst, Den, welcher dich bekennt und gläubt, Und heilig wird und heilig bleibt. Amen. F. G. Klopstock. Eigene Melodie. ollendet ist dein Werk; vollendet, O Welterlöser! unser Heil. Uns liebet Gott, der dich gesendet, Und seine Gnad' ist unser Theil. Erhebe dich nunmehr vom Staube, Der dich auf 3. Ich seh' zu dir empor, Ver treter! Dich bet' ich still und weinend an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter Im Staube dir gefallen kann. Zwar fallen Engel vor dir nieder Mit tief gebeugtem Angesicht; Doch die ser Engel höhre Lieder Ver drängen meine Psalmen nicht Von meinen aufgehobnen Hän den, Von meinem freudenvol len Dank Wirst du dein Angesicht nicht wenden; Denn du siehst meiner Liebe Drang. 262. Vou 4. Gieb meinem Glauben Sich über Muth und Leben, Erde, Welt und Zeit Mit star ken Flügeln zu erheben Zu dit, in deine Herrlichkeit! O du, der furze Zeit bedeckt! Zum vollen mich vom Tod errettet, Und Schau'n wird nun der Glaube. O Sieger! Gott hat dich erweckt. Nach allem Leid, nach allen Thränen es so wohl mit mir gemeint; Du, zu dem Erd' und Himmel betet; Du, welcher uns mit Erscheinet dir Gott vereint; Du, aller Men der Freude Licht. Dein Gott will schen Herr und Führer, Aud dich mit Ehre frönen Vor aller Himmel Angesicht. wenn ihr Auge etwa weint; Du, aller Geisterwelt Regierer! Du bist mein Bruder und mein Freund. 2. Heil dir! des Himmels Pforten schließen Vor dir sich auf, des Vaters Sohn! Der 5. Einst wirst du herrlich wie Erde Niedrigkeit entrissen Krönt derfommen Zum Weltgericht Ehre dich; es kommt der Lohn. dein Lohn mit dir. Frohlockend Noch segnest du die treu Ge- heben dann die Frommen Ihr liebten, Verminderst den bis Haupt zu dir empor mit mit her'gen Schmerz, Senfst dei- Dann werden auf dem Wolken nen Trost auf die Betrübten, wagen, Den Licht und Majeftat Strömst süße Hoffnung in ihr umgiebt, Dich Millionen Engel Herz. Sie sehn's, du bist von tragen. Getrost, ihr, die ihr Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 179 Jesum liebt! Gesetzt, ihr müßtet 8. In deiner Hand ist unser jetzt noch weinen; Einst wird in Heil. Wer an dich glaubt, dem seiner Herrlichkeit Euch Jesus, giebst du Theil Am Segen, den als eu'r Freund, erscheinen; Und du uns erwarbst, Als du für Jubel wird dann all', eu'r Leid. uns am Kreuze starbst. 3. K. Lavater. Mel. Vom Himmel kam der Engel zc. 263. Auf, Christen, auf, und freuet euch; Der Herr fährt auf zu seinem Reich! Er triumphirt; lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad', als Held. Er herrscht, bis unter seinen Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 264. Ad murderoller starker D du Erretter unsrer Welt, Auf Gottes Thron erhoben! Besiegt sind deine Feinde; dir Sei Preis 6. Ja, Heiland! wir erheben und Dank! vermöchten wir Doch dich, Und unsre Herzen freuen würdig dich zu loben! Ehre, sich Der Herrlichkeit und Ma- Ehre Dir, Vollbringer! Deine jestät, Dazu dich, Gott! dein Jünger Sehn dich leben, Sehn Gott erhöht. zum Himmel dich erheben. 5. Beſchirmer ſeiner Chriſtenheit er in alle ist ihr Haupt; lobfinget ihm, Lobsinget ihm mit froher Stimm'! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit Bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf Nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O, zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein Antlig schaun! 12. Dann werden wir uns ewig dein, Dugrößter Menschenfreund! erfreun; Dann singen wir von deinem Ruhm Ein neues Lied im Heiligthum. J. S. Diterich. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir Steht Kraft und Macht; und dein sindwir. Nimmst du dich unser hülfreich an, Was ist, das uns dann fehlen kann? 2. Der Engel Heere jauchzen dir; Mit ihnen jauchzen, Herr, auch wir Dir, Satans Ueberwinder! Du kamst herab, und hast mit Macht Uns Heil und 12* 180 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Leben wiederbracht; Versöhnt Blut Zum Himmel eingegangen. sind alle Sünder. Singet, Brin Hilf uns! Hilf uns! Dann so get Eure Lieder, Meine Brüder, sollen, Dann so wollen Hin zum Sohne; Denn er erhoben In dein Reich, dich herrscht auf Gottes Throne! ewig loben! E. C. Homburg. Wir, 3. Du bist das Haupt; was Gott dir gab, Strömt reichlich Eigene Melodie. nun auf uns herab Von dir zu 265. Christ fuhr gen Hin deinen mel! Freude, Licht und Kraft Und er uns hernieder? Den Tröfter, Troft für unsre Pilgrimschaft, den heilgen Geist Das giebst du deinen Brüdern. seiner Christenheit. Danken, Danken, Lob dir fin- Gott! Zum Segen Gelobt sei gen, Preis dir bringen Und Gott ehren, Dies, Herr, wollst Mel. Wachet auf, ruft uns die. du selbst uns lehren! eber aller Himmel 4. Beuch, Seju, uns, zeuch 266. 11 het du uns nach dir! Hilf, daß wir dich zum Thron der Ehre, Du ernstlich für und für Nach dei Mittler unsrer Seligkeit! Hin nem Reiche trachten! Laß aller zu dem, der dich gesendet, Gehst Herz und Wandel rein, 1ns du, da hier dein Werk volls sanft, mild und demüthig sein; endet, Mit göttlicher Zufriedens Was eitel ist, verachten! Freuheit. Du hast die Sünderwelt den, Leiden Laß uns dienen, Mit deinem Licht erhellt. Preis Und von ihnen Stets auf Erden und Ehre Sei, Jesu, dir! Froh Mehr zu dir gezogen werden! sehen wir Dir nach in deine Herrlichkeit. 5. Wir sind, o Herr! dein Eigenthum; Sei du auch unser Schuß und Ruhm! Was kann uns dann gebrechen? Wir suchen das, was droben ist. Auf Erden errschen Trug und List Und Frevel und Verbrechen. Hilf uns! Hilf uns! Denn die Klagen Und die Plagen Frommer See len Sind zu groß, sind nicht zu zählen. 2. Deines Vaters Gnaden willen Auf Erden völlig j erfüllen, Warst du gehorsam bis zum Tod. Herrsche, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb ich meine Welt zum Lohne Und meine Herrlichkeit, sprad Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, Erhöhter Gottes- Sohn! Ihr, ihr Frommen, Folgt treu ihm nach Durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott.. 6. Herr Jesu, komm'; o Got tes Sohn, Komm', führ' uns hin zu deinem Thron, Und still' auch mein Verlangen! Du bist 3. Deine trauernden Erlösten, vor uns, und uns zu Gut', Und O Herr! zu stärken und zu selbst durch Leiden und durch sten, Kam über sie von dir der tros Von der Himmelfahrt Jesu Christi. 181 Geist. Er ist's, der auch uns 2. Lehr' uns das Eitle dieser im Leiden Mit Trost erfüllt, Welt Mit edlem Muth verachund zu den Freuden Der bessern| ten, Und nach des Himmels Welt den Weg uns weist. Er Herrlichkeit Voll treuen Eifers leitet uns die Bahn, Auf der trachten! Was unsichtbar, was dich wandeln sahn Deine ewig ist, Mach' uns recht Freunde. Auch wir empfahn werth, Herr Jesu Christ! Weil Auf dieser Bahn Dereinst, wie bleibend Glück auf Erden Nicht du, die Kron' am Ziel. fann gefunden werden. 4. Uns die Stätte zu be 3. Zieh' uns dir nach; so reiten, Um die wir Pilger hier laufen wir; Stärk' unsers noch streiten, Gingst du voran Glaubens Kräfte! Führ' uns in's Vaterland. Herrlich wirst durch deinen Geist von hier du wiederkommen, Und zu dir 3um himmlischen Geschäfte! alle deine Frommen Versammeln Mein Gott! wann führst du in dies Vaterland. Erfauft haft mich dahin, Woselbst ich ewig du uns Gott Und dir durch dei fröhlich bin? Wann werd' ich nen Tod. Wo du lebest, Und vor dir stehen, Dein Angesicht Gott mit dir, Da sollen wir Auch mit dir leben ewiglich. zu sehen? 3. Rit. 5. Welch ein Jubel wird es Mel. Nun freut euch, lieben 2c. werden, wenn wir dich wieder 268. Auf Chriſti Himmel auf Erden aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens Für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schau'n wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir hoch erfreut Ganz deine Herrlichkeit. Welterlöser! Dann führest du Der Wonn' uns zu, Die bei dir ist in Ewigkeit. B. Münter. soll sich Der Nachfahrt Hoffnung gründen. Was diese schwächen kann, will ich Durch sene überwinden. Mein Haupt, das nun im Himmel ist, Wird mich, sein Glied, nach kurzer Frist zu sich gen Himmel nehmen. 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland zu, Um Gaben zu empfangen. Nun kann mein Herz auch seine Ruh' Im Himmel nur erlangen. Wohin meinHaupt gelangt, dahin Schwingt sich auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm geht mein Verlangen. 3. Ach, Herr, laß deine Auffahrt mich, Dein Glied, doch dahin bringen, Daß durch die Kraft des Glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen, Und Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 267. err Jesu, zieh' uns für und für! Lenk' Sinne und Gemüther Durch dei nes Geistes Kraft zu dir, Auf deine Himmelsgüter; Daß unser Wandel himmlisch sei, Daß unser Herz sich deiner freu', Und wir nur solch ein Wesen, Das dir gefällt, erlesen! 182 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. dann einmal, wenn dir's gefällt,| mer, als im Himmel, führ', Bis In Frieden fahren aus der Welt! ich dahin kann gelangen, Wo Herr, höre doch mein Flehen! hin du vorangegangen! J. Wegelin. 4. Dir ist alles übergeben; Nimm dich nun der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben, nd dir heilig dienen kann! Störet Sünde meine Ruh, Schließet Noth den Mund mit zu, Und erlaubt mir nicht, zu beten; Ach, dann wollst du mich vertreten! Mel. Jesu, deine heilgen Wunden. 269. err! die Welt gab dir nur Leiden; Ach, dich drückte manches Web! Nun verläßt du sie mit Freuden, Schwingst zu Gott dich in die Höh'. Gieb auch mir doch Muth und Kraft, Daß ich meine Vilgrimschaft Hier auch so, wie du, beschließe Und dort deines Heils genieße! 2. Obgleich meines Auges Blicke Dich im Fleische nicht mehr sehn, Wirst du doch zu meinem Glücke Stets in Gnaden bei mir stehn. Bei mir bist du allezeit, Gehst du gleich zur Herrlichkeit Und sis'st zu des Vaters Rechten. Wohl uns, deinen treuen Knechten! 6. Endlich kommst du, Jeſu! wieder In der größten Herrlich feit, Und erlöfest deine Glieder 3. Zeuch die Sinne von der Von dem Uebel dieser Zeit. D Erde Ueber alles Eitle hin, Daß wie zittert dann die Welt! Wie ich himmlisch mit dir werde, Ob wird ihre Lust vergällt! Aber deine ich gleich noch irdisch bin! Gieb, Freund' und Brüder Singen daß ich den Wandel hier Im- frohe Jubellieder. K. Neumann. 5. Meine Wohnung ist schon fertig; Sie ist deines Vaters Haus. Wär' ich da erst gegenwärtig; Ging' schon bei dir ein und aus! Du zeigst selbst den Weg dahin; Ach, erhalt' mir diesen Sinn, Daß ich sie durd dich nur suche, Jeden andern Weg verfluche! wers Von dem Sitzen Jesu zur rechten Hand Gottes. Mel. Allein Gott in der Höh' sei. Zeit, Als dort genannt mag den. Was Kraft und Macht nur heißen kann, Das ist ihm alles un terthan; Er herrschet über alles! 270, Mein ein Jesus sißt zur rechten Hand Des Vaters in der Höhe. Er herrscht in meinem Vaterland, Das ich von ferne sehe, Und wo ich mit dem Herzen bin, Wo alle Engel Gottes ihn Als ihrenkönig ehren. 2. 3hm dient in seiner Herrlichkeit Der Himmel sammt der Erden, Und was sowoht in dieser 3. Du mußtest Hoherpriester sein; DeinOpferblut, dein Beten, Dein Segen fonnte nur allein Uns helfen und vertreten; Und dir gebührt auch nur der Ruhm, Daß dies dein Hohepriesterthum In Ewigkeiten währet. Von dem Sizen Jesu zur rechten Hand Gottes. 183 4. Nun hörst du unser Flehen dich. Dein Thron steht fest gern; Wir sind dir unterthänig. und wanket nicht, Wenn gleich Nun waltest du als Herr der der Frevler widerspricht. GeHerrn Und der Monarchen Kö- lobt seist du! nig, Herr über Ewigkeit und Zeit! Du Herrscher in Gerechtigkeit! Herr über Tod und Leben! 5. Immanuel! du bist bei uns Bis an der Zeiten Ende, Und die Regierung unsers Thuns Gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; Du streit'st, du siegst, du hilfft im Tod DurchGlauben überwinden. 6. Auf, sprichst du, fämpf! ich bin bei dir, Will dir den Sieg verleihen, und nach dem Sieg sollst du mit mir In meinem Reich dich freuen. Ich, der ich nach erstritt nemSieg DenThron der Herrlichkeit bestieg, Will dich einst zu mir nehmen. p. s. Hiller. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 271. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ! Daß du zur Rechten Gottes bist. du, den unser Loblied preist, Stärk auch im Glauben unsern Geist, Der auf dich hofft! 5. Du, unser triumphirend Haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Troft, sein Theil, Sein starker Schuß, sein ewigs Heil. Gelobt seist du! der Natur! Gelobt seist du! 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Haffer wider 6. Herr! unsre Herzen traun auf dich; Dein freuen unsre Seelen sich. Du, der du huldreich an uns denkst, Und gern uns deinen Segen schenkst, Bist unser Trost. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt, Und alles ist in deiner Hand. Vonkeinem deiner Freunde fern, Bemerkst du ihn, und hilfst ihm gern, Erbarmender! 8.Blick'uns auchan mitFreundlichkeit Vom Throne deiner Herrlichkeit! Hilf unserm schwachen Gauben auf Und kröne unsern Lebenslauf Mit deinem Heil! 9. Gen Himmel fuhrst du auf als Held; Als Herr und Richter aller Welt Wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn Und dein uns: freun. 2. Du sigest auf der Himmel Thron Als Gottes und des Menschen Sohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum bist du unsre Zuversicht In Ewigkeit, 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich: Wer ist an Majestät Mel. Bom Himmel hoch, da komm' 2c. dir gleich? Mensch, Engel, jede 272. Shau', großer Herr 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der du un ser Heiland bist, Sei ewig Preis! C. Fischer.(?) Herab vom Thron der Majestät, Üm den auf deinen Winkbereit Die Schaar der starken Helden steht! 184 Von dem Sizen Jesu zur rechten Hand Gottes. 2. Denn als du hier dein Werk vollbracht, Beschlossfest du den edlen Lauf Und fuhrst in königlicher Pracht Zu deinem Vater wieder auf. 7. Doch darum fürchten wit uns nicht, Da deine Hand und hält uns schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht! Bist mitten unter uns auch ist. 3. Ein ewigs Heil hast du 8. Von deinen Brüdern sei verschafft, Sohn Gottes und gelobt, Held, der du uns den des Menschen Sohn! Nun Sieg erstrittst! Daß du den sigest du in großer Kraft Als Feind, wie sehr er tobt, Aud unser Haupt auf Gottes Thron. unter unsre Füße trittst! 4. Dein Arm, du Gottmensch! Herrscht und siegt, allenthalben nah', das Verborgne liegt nen Augen offen da. 9. So setzen wir denn unver Du bist uns zagt Und freudig unsre Wall Und selber fahrt fort. Den Lohn, den du Bor dei uns zugesagt, Erwartet unser Geist erst dort. 5. Schau', Herr, aus deiner heilgen Höh' Auf uns, die Dei nen, die du fennst, Daß alle Welt erkenn' und seh', Daß du uns deine Brüder nennst! 6. Du bist in deine Herrlichkeit Schon eingegangen; aber wir, Wir sind noch immer dar im Streit Und seufzen noch im Elend hier. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ! Auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, Und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir denn unsern Lauf, So eil', uns mächtig beis zustehn; Nimm unsern Geist zu dir hinauf; Laß deine Herrlich feit uns sehn! I. A. Schlegel. Von dem königlichen Amte Jeſu. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.| schehen. Fluch und Segen, Tod 273. König, bem fein Kö- und Leben, Alles iſt dir über nig gleichet, Dessen geben. Herr! vor deines Mun Ruhm fein Lob erreichet! Eben des Schelten Zittern Men bild von Gott, dem Vater, Der schen, Engel, Welten. du kamst von Gott, dem Vater, 3. Wo sind deiner Gnade Dich der Welt zu offenbaren Grenzen? Herr! wo sehn Als das Bild des Unsichtbaren! wir sie nicht glänzen? Wer Dir gebührt das Recht zum vermag doch die zu zählen, Throne, Dir, dem Mittler; Welche dich zum Haupt er dir, dem Sohne. wählen, Die nach deinem Wil len leben, Dir nur zu gefallen 2. Himmel, Erde, Luft und Meere Müssen dir, zu deiner streben, Alles gern für dich Ehre, Williq zu Gebote stehen. verlassen Und wie du das Was du willst, das muß ge- Böse haffen? Y Von dem königlichen Amte Jesu. 185 4. In dem Reiche deiner| bleibest ewig mächtig Nach deiEhre Jauchzen dir des Him- ner Gottheit Kraft. mels Heere; Durch frohlockende Gesänge Preist dich der Er lösten Menge, Die, schon frei von Furcht und Grauen, Dein verklärtes Antlig schauen; Und mit allen diesen Heeren Wol len wir dich auch verehren. 3. Du hattest für die Knechte Dich in der Leidenszeit Entäußert deiner Rechte; Nunmehr ist Herrlichkeit, Da du zur Rechten sizest Und stets dein Reich beschüßest, Dein ewigs Eigenthum. 4. Du hast, als du gestorben, Dir durch dein eigen Blut Dein Gnadenreich erworben, Daß du nun uns zu Gut' Bis an der Welten Ende Durch's Wort Gesetze, Mit der Unterthanen und Sacramente Erweiterst Menge, Mit der Herrschaft und regierst. Macht und Länge, Segen deiner Freunde, Mit der Ohnmacht ihrer Feinde? Mit dem 5. Ja, König! du regierest Das Reich der Herrlichkeit, In dem du triumphirest, Wo man dir nach dem Streit Dankopfer stets darbringet, Dir jauchzt und fröhlich singet: Dank dem er würgten Lamm! 6. Wohl mir! auch ich gehöre zu seinem Reich; wohl mir! Dir dienen, Herr, ist Ehre. Ich leb' und sterbe dir. Dein Gnadenreich zu mehren, Gehorsam dich zu ehren, Sei stets mein größter Ruhm! Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. 7. Gerechtigkeit und Frieden 274. Lobt Gott, ihr, seine Und Freuden giebt dein Reich, Knechte! Verehret Das du auch mir beschieden. Jesu Reich! Wie stark ist seine Besiz' ich also gleich Von ErRechte! Wer ist, wer ist dengütern wenig, So macht ihm gleich, Dem eingebornen mich doch mein König Ant Sohne, Der auf des Vaters Himmelsgütern reich. Throne Als Gott und Mensch regiert? 5. Herr! was ist in allen Reichen Deiner Größe zu vergleichen? Mit der Menge deiner Schäße, Mit der Güte der 6. Herr, beherrsch in meinem Herzen Furcht und Zorn und Luft und Schmerzen! Laß mich Gnad' und Hülfe finden, Alle Laster überwinden, Dich nur fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben; Damit ich hier muthig streite, Und dort herrsche, dir zur Seite! 3. 3. Rambach. 2. Du Herr der Herrlichkeiten, Des Vaters ewigs Wort! Du warst vor allen Zeiten, und herrscheft immerfort. Dein Reich ist groß und prächtig; Du 8. Gieb, daß vor deinem Throne Auch ich mich einst erfreu', Und leg' auch mir die Krone Der lleberwinder bei! Hilf mir, mich selbst regieren! Hilf du mir triumphiren! Hilf, Herr! so kommt dein Reich. 186 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. Mel. O Gott, du frommer Gott.| sehr das ganze Herz Zum Gu ten ist erstorben, Wenn Gottes Wort auf das, Was nicht die Sinne rührt, Was fünftig, un sichtbar Und ewig ist, uns führt. 7. Kurz! Licht und Lust und Kraft Fehlt uns, uns aus den Ketten Der Sünd' und Sinn lichkeit Und unsrer Schuld zu retten. Wir wissen leider nicht, Wie uns zu helfen wär'; Und wüßten wir's, sind wir Von Mit Kraft dazu doch leer. Erst 8. Von der Verdorbenheit Wobei Kann Gott allein uns heilen. Kraft Nur er kann Luft und Kraft Zu dem, was gut, ertheilen. Licht schenkt er dem Verstand, er bin ich von NaW 275. We tur? Wie steht's um meine Seele? Wie fommt's, daß ich so oft, Und selbst aus Vorsatz, fehle; Das Gute billige, Und es doch unterlaff'; Das Böse böse heiß', Und doch nicht ernstlich haff'? 2. So konnte Gott die Seel' Als Schöpfer uns nicht geben; Er schuf sie rein und gut Zur Tugend und zum Leben. Licht und Weisheit war der Verstand geziert, der Wille Lust Und zum Guten spürt'. 3. O, wäre Adam doch, Wie er erft war, geblieben! Hätt' er Dem Willen Heiligkeit, Und doch das gethan, Was Gott füllt dann unser Herz Mit ihm vorgeschrieben! Allein er Ruh' und Freudigkeit. fündigte; Er fiel, und da verschwand All' seine Herrlichkeit Im Willen und Verstand. 9. Herr, thu' dies auch an uns! Ja, thue es an allen, Die jetzt noch ohne dich n 4. Für ihn, und was von Sicherheit hinwallen! 11nb ihm Abstammt, ging sie ver- thust du es, so laß Dir nie loren. Wir werden ohne sie, mand widerstehn Und thöricht Als Fleisch von Fleisch, gebo- selbst das Glück, Das du ihm ren. Auch an mir selbst spür' gönnst, verschmähn! ich, Was ich geworden bin; Blind, fühllos, matt und todt I. H. Pratje. Mel. Ach Gott, vom Himmel ſieh' 1. Zum Guten ist mein Sinn. 276. Das Glend iſt da 5. Zwar find' ich noch mir Gott, Da Ein redendes Gewissen; Doch mir ist angeerbet; Verstand und übertäub' ich es, Will seine Zucht Wille, Trieb und Lust Sind nicht wissen. Zwar spricht Ver- ganz bei mir verderbet; Durd nunft noch oft Von Tugend und meiner Sinnlichkeiten Macht von Pflicht; Spricht aber mir zu Werd' ich gar oft dahin gebracht, schwach. Ich hör', und folge nicht. Daß ich mich selbst entehre. 6. Vornämlich zeigt sich da, 2. Zwar manche schöne Fähig Wie sehr wir sind verdorben, Wie feit Hast du mir, Herr! verlie Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 187 oft, was mir gebricht, Und kann mir doch nicht rathen. hen; Die sollten mich zur Hei-| seine Stimme nicht. Ich sehe ligkeit Nach deinem Bild er ziehen; Allein, mein Gott! wie brauch' ich sie? Gestehn muß ich's, ich brauch' sie nie, Wie dein Zweck es erfordert. 3. 3war find' ich, kommt's auf Dinge an, Die zu der Welt gehören, Daß mein Verstand mich das noch kann, Was wahr und gut ist, lehren; Auch hat der Wille Thätigkeit, Wenn Wohlfahrt dieser Zeitlichkeit Sich seiner Aussicht zeiget. 4. Doch, was das Geistliche betrifft, Dazu bin ich verdorben; Zum Guten, das die heilge Schrift Verlanget, ganz erstorben. Wo es an Kraft, wo es an Licht, An Weisheit und an Lust gebricht, Was läßt sich da erwarten? 8. Gott! nähmst du dich nicht meiner an, So müßte ich verderben. Wer ist, der mir sonst helfen- fann? Wer rettet mich vom Sterben? Mein Gott, mein Gott! erbarme dich! Erwecke und errette mich Durch Beistand deiner Gnade! 9. Erleuchte mich, daß mein Verstand Dich heilsamlich erfenne; Mach' deinen Willen mir bekannt, Daß ich ihm folgen fönne! Den Willen leite durch dein Wort! Gieb, Vater, daß ich dich hinfort Von ganzem Herzen liebe! 10. Herr! du hörst ja die Beter gern; So hör' denn auch mein Flehen! Mit deiner Gnade sei nicht fern, Laß deine Kraft mich sehen; Ersetz' den Mangel der Natur, Mach' mich zur neuen mir wahres Heil Anträget, Creatur, Gieb Wollen und Vollabgewendet. Dein Evangelium, o Gott! Ist der Vernunft oft nur ein Spott, Ist Aergerniß und Thorheit. bringen! 3. h. Pratje. 5. Von Irrthum, Wahn und Vorurtheil Ist der Verstand geblendet; Vom Worte, das 277. De Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. ein bin ich, Gott! zu deines Namens Ruhme Hast du mich dir erwählt zum Eigenthume, Hast mich den Weg der Wahrheit treu gelehret, Hast mich bekehret. 2. Du hast mich Armen jenen Finsternissen, Die mich umgaben, gnädiglich entrissen, Mein Herz gebessert, mich der Schuld entladen, Gott aller Gnaden! 6. Mein Wille ist gar sehr verkehrt; Das zeigt mein Thun und Lassen. Am meisten wird nur das begehrt, Was du mich heißest haffen. Die Schuldig feiten meiner Pflicht Erfüll' ich oft mit Vorsaß nicht, Und haffe dich und Tugend. 7. Oft regt sich mein Gewissen zwar Und zeigt mir meine Sünde, Entdeckt mir deutlich die Gefahr, Darin ich 3. D, wär' dein Licht dem mich befinde; Doch hör ich Herzen nicht erschienen; So würd' 188 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. ich noch den eiteln Lüsten dienen,| zu guten Werken, Und fant Ich würde noch in ihren Fesseln daran des Glaubens Kraft be gehen, Ohn' sie zu sehen. merken; Du labest auch, id leide oder fehle, Mit Trost di 4. Und ach, mein Gott! was würd' ich schon empfinden,| Seele. Wenn du mich hättest in dem 12. Lob, Preis und Dank j Lauf der Sünden, Die mich dir von mir gegeben! Herr bethörten, nach Verdienst gestra- regiere doch forthin mein Leben fet Und hingeraffet! Und laß mich dann in Frieden selig sterben, Den Himmel erben H. E. Heeren. 5. Ich sähe längst nicht mehr das Licht der Freuden; Nein, würde jezt schon jene Schmerzen leiden, Darin voll Unruh' die verworfnen Seelen Sich ewig quälen. Mel. Wo soll ich fliehen hin. 278. Wo ist der Unschul Wº Ruhm? wir, dein Eigenthum, Wir sim nach Adams Falle Nur Sünder ach, wir alle! Gott! wir und unsre Kinder Sind von Natu nur Sünder. 6. Herr Gott, barmherzig, gnädig und geduldig! Welch heißen Dank bin ich der Gnade schuldig, Die du so treulich an mir hast bewiesen! Sei 2. Fleisch sind wir von Na hoch gepriesen! 7. Blind ging ich hin in Lüften, tur, Fern, von des Heiles Spu und Trieben die nicht taugen; Du aber hast, Im Hassen und im Lieben o Herr! von meinen Augen Die Wie könnt' ich mich zum Leben Binde, die mich lang genug be- Das ewig ist, erheben? trogen, Hinweg gezogen. entfagen 4. 3. D Herr! was uns g 8. Mein Herz war voll von bricht, Las in der Wahrhe eitler Dinge Liebe und folgte Licht So heilsam uns erkennen blindlings seinem bösen Triebe; Daß wir vor Eifer brennen Du hast dies Herz zu deiner Den Sünden zu Furcht bereitet, zu dir geleitet. Dem Heile nachzujagen! 9. Leer war mein Herz, da es von dir geschieden, Von innrer wir! Ruh'; es fand gar keinen Frieden, dir, Wenn Unglück oder das Gewissen schreckte und Angst erweckte. 10. Gott meines Heils! ge heilt hast du den Schaden, Hast meiner Schuld durch Jesum mich entladen, llnd läsfest diesen Trost mich im Gewissen Voll Durch Jesum flehn w Versöhnt, versöhnt sind Du wollst den Schaden heilen, Zur Tugend Kraft theilen, heben, Das Herz zu dir Damit wir heilig leben! 3. B. Basedow C 1. Von der Berufung. Herr Jesu Christ, du u. Mel. Huld genießen. 11. Nun sind' ich mich gestärkt 279. Gott redet, und ruff aller 189 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. man doch auf ihn merke. Zu er uns, Zu er uns, Daß wir den Weg Predigern hat er bestellt Die des eiteln Thuns In SicherWunder seiner Werke. Laut heit nicht laufen. hört man ihrer Stimme Schall; Verständlich ist auch überall Die Sprache, die sie reden. 2. Auch durch's Gewissen ruset er, Daß Sünder sich befehren; Läßt oft durch diesen Prediger Laut seine Stimme hören, Daß aus dem Schlaf der Sicherheit Und aus dem Traum der Eitelkeit Ihr Herz zu ihm erwache. 3. Durch Wohlthun zeugt er auch von sich Am menschlichen Gemüthe, Und predigt oft ge waltiglich Durch Proben seiner Güte; Und merkt der Sünder hierauf nicht, Sucht Gott durch Strafen und Gericht Ihn aus dem Schlaf zu wecken. 7. Dein herrlichs Evangelium Bringt er an unsre Seelen, Daß wir zu deines Namens Ruhm Den Weg des Heils erwählen; Beut uns die größten Schäße an, Die sich ein Mensch nur wünschen kann, Und schenkt sie frommen Herzen. 8. Erweck' uns, Herr, in deiner Kraft, Dem Ruf Gehör zu geben! Dein Geist, der alles Gute schafft, Führ' uns den Weg zum Leben, Wozu du ehmals uns erschufft, Und nun so gnädig uns berufst Durch deines Wortes Lehre! H. E. Heeren. Mel. Von Gott will ich nicht laſſen. 4. Du, Herr! rufft hierdurch 280. Wie treu, mein au laut genug, man Gehst such' und höre, Und daß der du dem Sünder nach, Der sich Eitelkeit Betrug Die Herzen von dir verirrte, Der elend, nicht bethöre; Doch riefest du frank und schwach In sein Verauch nicht durch's Wort, Soderben läuft, Wenn deine Hand irreten wir immer fort Auf den Armen Nicht selber aus Erunsern eiteln Wegen. 5. Für diese Gabe sei gepreist, Die du, Herr, uns geschenket! Es weiset uns dein guter Geist, Der unsre Herzen lenfet, Bei dieses Lichtes Glanz zu dir, Daß wir dich suchen, und allhier Dich recht verehren lernen. barmen, Eh'er versinkt, ergreift! 2. Es heißt dein Ruf uns kommen; Und merken wir nicht drauf, Ob wir ihn schon vernommen, Suchst du uns ferner auf. Dein Herz, o Hei land! brennt, Daß doch das Schaf zur Heerde Zurückge führet werde, Davon es sich getrennt. 6. Durch das, was uns dein Mund gebeut In deines Wor- 3. Nimmt denn ein frecher tes Lehren, Ruft er uns, von Sünder Noch deinen Ruf nicht der Eitelkeit Zu dir uns zu bean; Verfährst du doch gelinder, fehren. Von Sünden überzeugt Als er erwarten fann, Ver 190 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. längerst noch sein Ziel, Läßt 9. Das laß mich herzlich deine Langmuth währen, Ob gläuben, Und gieb mir selber er sich nicht bekehren Und in Kraft, Dem Heile treu u sich schlagen will. bleiben, Das mir dein Tod 4. Liebhaber unsrer Seelen, verschafft! Zeig', wie ich glau MeinHort, mein treuster Freund! bensvoll Aus deinem Uebers Voll Danks will ich erzählen, flusse Zum wirklichen Genusse Wie gut du es gemeint. Ich Stets Gnade schöpfen soll! war auf meiner Flucht Ein 10. Doch sollt' ich mich auf Raub der schnöden Lüste; Doch neue, Ich schwach Geschöpf du hast in der Wüste Mich vergehn; So laß mir deine Huldreich aufgesucht. Treue, Mein Hirte, nie ent ftehn! Erweck' und führe mich, Daß nichts von dir mich wende! So preif ich ohne Ende, treuer Jesu! dich. 5. Dein Wort schallt noch im Herzen, Daß mich zur Buße rief, Als ich zu deinen Schmerzen Den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich Von diesem breiten Wege Durch's Kreuz zum schmalen Stege. 6. Adolph 2. Von der Erleuchtung des Verstandes. Mein Hirt, wie preis' ich dich! Mel. Ogroßer Gott, du reines Wesen. 6. 2ch, daß ich deiner Liebe 281. Der du dein Nur immer wär'; Nicht gegeben, oft zurücke bliebe, An Gegen- Wie preis' ich würdig dich dafür? liebe leer! Nicht, wie viel du Aus Jefu Unterricht quillt le gethan, Mir oft entfallen ließe; ben Für meinen Geist, und Da ich ja mehr genieße, Als Weisheit mir; Und hätt' i ich verdanken fann! ihn zum Lehrer nicht, Wer gäbe mir das nöth'ge Licht? 7. Nun, Jesu! ich beklage Den bösen Unverstand, Und daß 2. Auf ungewissem, finsterm ich meine Tage So übel an- Pfade Würd' ich ein Raub des gewandt. Verstoß' den Sünder Irrthums sein, Und unbekannt nicht! Mich reut und schmerzt mit deiner Gnade In dir den mein Schade; Verwandle deine strengsten Richter scheu'n. Bang Gnade Nicht in ein Zorn sucht' ich Hülfe in der Noth gericht! Und schrecklich wäre mir der Tod 8. Du trugft ja unsre Bürde, 3. Doch diesen trüben Fin Gabst selbst dein Leben dar, sternissen Des Irrthums und Daß das gerettet würde, Was sonst verloren war. mun Heil bereit. nun unsern Seelen Auf deiner Weide fehlen; Du schaffst uns Seligkeit. der Sünde Macht Hat Jes Uns ist Lehre mich entrissen; Ihr Licht Nichts kann zerstreut des Zweifels Nacht, Lehrt mich, wie viel Gott für mich that, Und ebnet selbst den rauhsten Pfad. Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 191 4. Ich weiß, wozu mich Gott[ erfahre! Ja, es sei in meinem erschaffen, Und fenne besser Leiden Mir ein Quell von meine Pflicht. Muß ich gleich Trost und Freuden! einst im Tod entschlafen, So 5. Hilf, daß sich von Zeit stirbt mein ewger Geist doch zu Zeit Meine Kenntnisse vernicht. Der Werke Lohn folgt mehren! Find' ich manche Dundort ihm nach, Und Gott er felheit Bei geheimnisvollen füllt, was er versprach. Lehren; Laß mich Zweifelsucht entfernen, Und in Demuth glauben lernen! 5. O, laß mich dieser guten Lehre Gehorchen stets mit größter Lust, Und feines Zweiflers Spott zerstöre Ihr Trostgefühl in meiner Brust! Er erntet doch nur Reu' und Schmerz; Was aber fühlet nicht mein Herz? 6. J. Bollikofer. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht Immer rührender erkennen Jener Herrlichkeit Gewicht, Und wie glücklich der zu nennen, Der darnach mit Gifer trachtet und die Sündenlust verachtet! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 282. err, mein Licht! er leuchte mich, Daß 7. D, verleihe mir die Kraft, Deinem Wort gemäß zu handeln, Und vor die gewissenhaft, ich dich und mich erkenne; Das Als dein gutes Kind, zu wanich voll Vertrauen dich Meinen deln! So wird einst in jenem Gott und Vater nenne! Höch- Leben Mich ein herrlichs Licht ster, laß mich doch auf Erden umgeben. H. C. Hecker. Weiser für den Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort; Lehre mich, es recht vers 283. Höchfter Grete Seb Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Gott! in deinem Lichte Seh' stehen! Forschen fort, Nichtig daraus ich erst das rechte Licht. Wenn einzusehen, Was zu deinem ich mich nach diesem richte, Heil mich führet, Und was Fehlen meine Tritte nicht. mir, als Kind, gebühret! Nun, mein Licht, erleuchte Ich bin finster ohne dich; Laß dein Licht zu deinen Ehren Sich beständig in mir mehren! 3. Aber laß mich nicht allein mich! Richtig seinen Sinn verstehen, Laß mein Herz auch folgsam sein, Den erkannten Weg zu gehen; Denn sonst würd' ich bei dem Wissen Doppelt Strafe leiden müsſen. 2. Gieb mir Weisheit, zu verstehen, Was mir gut und nüglich ist! Gieb Verstand, dem nachzugehen, Was ich, als ein rechter Christ, Durch den Wandel zeigen soll, Daß ich, deines Lichtes voll, Allezeit das Beste 4. Gieb, daß ich den Unterricht Deines Wortes treu bewahre, Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 192 wähle, Und des Himmels nicht dich! verfehle! Durch jeden Schein verführt, Begehr' ich falsche 3. Lehre mich, dich recht er Güter, Wenn, o mein treuer fennen, Und den Dunst der Hüter! Mich nicht dein Rath Welt einschn! So kann ich regiert. dich Vater nennen 4. Kaum treff' ich, was auf Eitelkeit verschmähn; So ent- Erden Mir gut und heilsam sag' ich dieser Welt, Die mir ist; Wie kann ich selig werden, manche Neße stellt; So kann Wenn du mein Licht nicht bist? ich mein Heil der Seelen, Je sum, finden und erwählen. Und die Seh' ich nicht stets auf dich So geh' ich in der Irre, Im Finstern, und verwirre In 4. Herr! ich seh' anstatt der Klarheit, Noch viel Finsterniß tausend Netzen mich. bei mir; Ach, dein Geist, der 5. Doch du, o Herr! bis Geist der Wahrheit, Leite fer- weise. Was dir, mein Gott! ner mich zu dir! Seines Wor- gefällt, Ist gut; und dir zum tes Unterricht Gebe meiner Seele Preise Bezeugt's die ganze Licht, Bis ich in des Himmels Welt. Denn lentt sie nicht Höhen Lauter Klarheit werde dein Ruf Zu einem guten sehen! M. Günther. Ziele, 3um seligsten Gefühle Der Güte, die uns schuf? Mel."( Von Gott will ich nicht lassen. 284, W em Weisheit fehlt, Was ich für schädlich Das macht dich mir, 0 Wenn ich die Frucht betrachte, Nur immer herr licher. Dein Urtheil trüget Wer ruft nicht. Was übel schien, wird zu ihm hinauf, Dem er nicht Segen; Aus Nacht auf deinen gern gewähret, Was er von ihm begehret? Er giebt's und rückt's nicht auf. der bitte Von Gott, der Weisheit hat! Er lei tet unsre Schritte Durch sei nes Geistes Rath. Wegen Wird wundervolles Licht. 6. achte, Herr! 7. Mein einziges Bestreben Sei, was dein Rath gebeut! Regiert dein Licht mein Leben, So wird es Seligkeit. Bon dir erwart' ich sie. Wen deine Weisheit leitet. O Gott! gewiß der gleitet Auf seinen Wegen nie. 3. A. Cramer. 3. Von der Bekehrung des Willens. 3. Der Leib beschwert die Seele. Wie leicht verirr' ich Mel. Werde munter, mein Gemüthe. mich, Wenn ich mein Glück mit 285. Sorglos lebt in wähle, nicht durch 2. Gieb, Vater meiner Väter, Mir einen weisen Sinn! Du giebst die Ulebertreter In ihren Sinn dahin. Ich aber wünsche mir Ein Herz, das dich nur Und, was du willst, gern übet. Dies wünsch' ich mir von dir. liebet Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 193 dich, Geist des Herrn! nicht| 6. Daß sie dem verdienten hört, Unvermögend, zu empfin- Fluche Sich entreiß', und voll den, Wie das Laster ihn ent- Begier Zur Errettung Hülfe ehrt. Immer kühner fündigt der, Fühlt bald kein Gewissen mehr, Stürzt aus Sünden in Verbre chen, Träumt und spricht: Gott wird's nicht rächen! suche, Licht und Rath und Trost bei dir; Daß sie flehe: Führe nicht mich, o Gott, in dein Gericht! Wer kann, Herr, vor dir bestehen? Gnade laß vor Recht ergehen! 2. Ach! wovor wird der er zittern? Was fann noch sein fühllos Herz, Seine Felsenbrust erschüttern? Welch ein Schrecken? welcher Schmerz? Wehe dem, der dich betrübt, Und des Lasters Lust fo liebt, Daß sogar nicht deine Schrecken Ihn aus feinem Taumel wecken! 3. Heilsam, heilsam sind dem Herzen, Das der Sünde Reiz bethört, Deine Schrecken, ihre Schmerzen; Ach, wie sehr des Dankes werth! Von des Lasters Täuscherei Wird durch sie die Seele frei, Daß fie die Gefahr der Sünde, Eh's zu spät ist, ganz empfinde. 7. Dies Gebet, dies heiße Sehnen Nach Vergebung und nach Ruh', Ihre Sorg' und ihre Thränen Sind dein Werk; daß schaffest du, Um den Trieb zur Heiligung, Den Entschluß zur Besserung, Ihren Abscheu an den Sünden Stark zu machen, tief zu gründen. Ach, den Sünder zu be8. wegen, Daß er reuig seine Schuld Gott bekenne; welch ein Segen! Welche gnadenvolle Huld! Welch ein Glück, wenn er nun haßt, Was Gott ihm verbeut und haßt, Vorbereitet voll Verlangen, Heil und Gnade zu empfangen. 4. Daß sie noch sich retten könne, Zeigst du ihren Abgrund 9. Dank sei dir und Preis ihr Und den Richter! wer ent- und Ehre, Daß du Sünder rönne, Würd' er nicht erhellt beugst und schreckst, Und durch von dir? Auch aus Liebe führst deines Wortes Lehre Sie aus du sie Zum Geseß nach Sinai, eiteln Träumen weckst; Daß Gottes Donner zu vernehmen durch dich die Blinden sehn, Und sich ihrer Gräul zu schämen. Ihrer Pflichten Werth ver5. Ja, du zeigst ihr, sie zu stehn, Von dem Laster sich beugen, Ihrer Sünden Größ' entfernen, Und es ernstlich und Schuld, Und, das Herz zu hassen lernen! J. A. Cramer. Gott zu neigen, Seine Langdamit ſie nicht Sünden häufe 286. Hier bin ich, e muth und Geduld; Weisest sie, Mel. Wenn wirin höchsten Nöthen 2c. Herr! dein Ruf zu mir zum ernstlich traur' und flage, Seufz', und dennoch nicht verzage. Nimmt mir mein Herz; ich folge dir. Hinsort bin ich dir unter13 194 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 2. Ich hab' oft deinen Wink verschmäht; Es ist mir leid; ich komme spät. Wie dank' ich dir, o Gott der Huld! Für deine Langmuth und Geduld! than. Ach, Heiland, nimm zu dir! Gott! du siehest mein mich gnädig an! Vertrauen; Sicher tann id auf dich bauen. Deine Vater treue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Nun aber fäum' ich länger nicht. Mich drängt und treibet finden, meine Pflicht. Ich komm' zu dir gesicht! voll wahrer Reu'. Hilf, daß reuen, ich auch beständig sei! verzeihen; auch mich! auf dich. 4. Noch bin ich auf dem wilden Meer; Leicht kommt ein schwerer Sturm daher, Und 4. Gott, du willst des Sün macht, daß ich wie Petrus sink.| ders Leben; Seine Seele ist di D Herr, dann rette mich dein werth. Gnädig willst du ihn Wink! vergeben, Wenn er sich zu dit bekehrt. Mitten auf dem Sün denwege Machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der seiner Pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Voll Gnade reich' mir deine Hand, Daß die Gefahr iverd' abgewandt! Du weißt es wohl, wie schwach ich bin. Hältst du mich nicht, so sink' ich hin. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht; Glückselig hast du mich gemacht. Kein größres Glück, Herr! kenne ich. Erhalt mich darin gnädiglich! 3. 3. Rambach. 3. Ach, gedenke doch der Sünden Der vergangnen Jahr nicht; Laß mich Armen Gnake Gott, vor deinem An Alle Sünden, die uns Willst du, Vater, j O, so höre denn Meine Seele hof 5. Du erquickest die Elenden, Deren Herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte Dem g ängsteten Gemüthe, Welchem du Mel. Sesu, meines Lebens Leben. die Sündenlast Liebreich ab 287. Ich erhebe mein Gezgenommen haft. 6. Herr! zu was für Se voll, mein Gott! zu dir; Denn ligkeiten Du in jener bessern ich kenne deine Güte. O, wie Welt Jeden Frommen no theuer ist sie mir! Gott der willst leiten, Der dir Treu Liebe und des Lebens! Keiner und Glauben hält, Offenbart harrt auf dich vergebens; Nut du allen Seelen, Die zu ihrem Verächter deiner Huld Stürzet Gott dich wählen.. Deinen ihre eigne Schuld. treuen Gnadenbund 2. Lehre mich, Herr, deine du deinen Kindern fund. Wege; Zeige deinen Willen mir! 7. Dir will ich mich denn Ach, ich selbst bin blind und ergeben. Gott, mein Gott, vers träge; Führe du mich selbst laß mich nicht! Laß mich immer Mach Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 195 5. Drum wollst du durch dein kräftigs Wort Uns abermals erneuern! Wir wollen dir, o überwinden. Ach, bewahr', ich treuer Hort! Mit Herz und bitte dich, meinen Geist, und Mund betheuern, Von nun stärke mich! an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit Und Treu' vor dir zu wandeln. 6. B. Funk. 6. Nimm uns, o Vater, wies der an! Ob wir, als schnöde Sünder, Gleich nicht, was du befiehlst, gethan; So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von neuem zeugt Und unser Herz zum Guten neigt Im Glauben und in Liebe. heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Luft der Sünden Soll mich fünftig 4. Von der Wiedergeburt. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 288. In Gottes Reich geht niemand ein, Er sei denn neu geboren; Sonst geht er bei dem besten Schein In Sünden doch verloren. Was fleischliche Geburt verderbt, In der man Sünd' und Schwachheit erbt, Das muß Gott selbst verbessern. 7. Wir wollen, was due uns aufgiebst, Hinführo treuer üben, Und wollen dich, weil du uns liebst, Als unsern Vater lieben, Daß deines Ebenbildes Spur In uns, der neuen Creatur, Beständig sei und bleibe. 2. Soll unser Herz sich seiner freun Und seinen Frieden haben, So muß er selber es verneu'n Durch seines Geistes Gaben. Denn wer nicht als ein frommes Kind Nach sei8. Nun, Herr, laß deine nem Herzen wird gesinnt, Der Vaterhuld Uns jederzeit bekann ihm nicht gefallen. decken, Damit uns weder 3. Ach, Vater der Barmher- Sündenschuld, Noch Zorn und zigkeit! Sind wir denn sehr ver- Strafen schrecken! Mach' uns dorben, Und, wenn dein Geist der Kindheit hier gewiß, Und uns nicht erneut, Zum Guten schenk' uns dort dein Paradies, ganz erstorben; So wirk' in Das Erbtheil deiner Kinder! uns durch seine Kraft, Die alles Gute in uns schafft, Ein neues Herz und Wesen! K. 6. Stübner. 4. Durch ihn gebäre du uns 289. Wasserbade Mir Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht zc. err! du haft im neu Und ändre die Gemüther, Mach uns vom Sündendienste frei, Schenk uns die Himmels güter! Zwar in der Tauf ist es geschehn; Doch haben wir durch manch' Vergehn Nachher den Bund gebrochen. viel Gnade mitgetheilt; Meiner Seele tiefer Schade Ward durch Christi Blut geheilt; Durch den Geist, der auf der Tiefe, Als du alles schufft, geschwebt, Ward mein tedtes Herz belebt. Aber 13* 196 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. wenn ich jetzt mich prüfe, Ach! bot, Heilig leben, muthig leiden; so seh' ich, was ich bin, Kraft Mache mich, als Gottes Kind und Leben ist dahin. Meinem Vater gleichgesinnt! 2. Macht der Sinnlichkeit 6. Ach, du wollst mir Zeug und Sünde Riß mich ganz niß geben, Daß mich Gott al aus deiner Hand. Nun ist, Vater liebt! Gieb mir Kraft weh' mir armen Kinde! Deine dich zu erheben, Wenn dei Gnade mir entwandt. Dich Blick mir Freude giebt! Gi zu fürchten, dich zu lieben, mir Kraft, getrost zu sterben Zu vollbringen meine Pflicht, Und laß nach der Pilgerze Finde ich die Kräfte nicht; Aber Mich in jener Ewigkeit Da Böses auszuüben, Dazu reißt verheißne Leben erben! Dann den eiteln Sinn Ein sehr star- dann werd' ich Jesum seht fer Trieb dahin. Geist aus Gott, laß dies g schehn! 3. 3. Rambach. 3. Bin ich nun in diesem Stande Nicht geschickt, dein Reich zu sehn; So zerreiß' die SünMel. Nun ruhen alle Wälder. denbande! Könnt' ich ihnen ſonst 290. Gott! welch ein ti entgehn? Zeuge, mich auf's neue Durch dein Wort wir vom Fleische erben! Do und durch den Geist, Der ein willst du, daß dein Geist Und Geist des Lebens heißt, Daß sich dir von neuem zeuge, Das He meine Seele freue, Wenn sie, zu dir uns neige. Sei desfall munter und geheilt Aus dem ewiglich gepreist! Tod in's Leben eilt! 2. Durch ihn heilst du aut 4. Geist der Gnade, mit Er- Gnaden Den großen Seelen barmen Sieh'. auf deine Erea- schaden, Der uns verderbet hat tur! Theilhaft mache du mich Er lehret unsre Seelen De Armen Doch der göttlichen Na- Weg der Wahrheit wählen; tur! Wirfe unter Reu und Gieb Weisheit, Tugend, Trot Schmerzen Eine neue Lebens- und Rath. fraft, Die allein dein Odem schafft, In dem ganz erstorb nen Herzen! Neige meinen Geist und Sinn Zu dem Lebensheiland hin! 5. Den im Glauben zu um fangen, Flöß' mir Geist und Leben ein! Laß mich gläubig an ihm hangen, und im Glauben thätig sein; laß mich todte Werke meiden; Laß mich lieben meinen Gott; Laß mith halten sein Ge3. Von ihm aus dir geboren Sind wir nicht eitle Thoren I dieser flüchtgen Zeit. Wir ler nen weise werden Zum wahre Glück auf Erden Und zu den Glück der Ewigkeit. 4. Dich lehret er uns kennen, Dich unsern Vater nennen Durd Jesum, deinen Sohn. Er läßt beim Schmerz der Sünden Und Ruh' und Trost empfinden In Zugang zu dem Gnadenthron. Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 197 5. Er giebt uns Glaubens- Sünden, Und suchet meine stärke, Wirft in uns gute Werke Seele dich, So laß dich gnädig Nach seinem Vaterfinn. Durch finden! Durch dein Verdienst, seine Huld und Gnade Führt Herr Jesu Christ, Darinnen er auf rechtem Pfade Uns zu Trost und Leben ist, Hilf widem bessern Leben hin. der Tod und Hölle! 6. Dein Freudengeift enthalt mich dir, Mich deiner freun zu können; Unreine Luft laß, Gott, in mir Nie wider dich entbrennen! O sei du meine Freud' allein; Laß mich auch deine Freude sein; Bring' mich zur ewgen Freude! Lud. Elif., Gräfin v. Schwrzb.- R. 5. Von der Heiligung, ErneueMel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 291. Shaff in mir, Gott, ein reines Herz! Mein Herz ist ganz verdorben; Von Sünden fühlt es großen Schmerz, Zum Guten ist's erstorben. Ach, mache du es wieder neu, Daß es nach deis nem Bilde sei In Heiligkeit erschaffen! 2. Gieb mir auf's neue deinen Geist, Der immer bei mir rung und Erhaltung. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. bleibe, Der mir zum Guten 292. Mein treuer Gott! Werk, Beistand dazu stets treibe! Er steure meinem Fleisch und Blut, Und gebe, daß ich sanften Muth, Zucht, Demuth, Reuschheit liebe! 3. Verwirf von deinem An gesicht, Ob ich es gleich verdie net, Mich, o mein Gott und Vater, nicht; Weil Jesus mich verfühnet! Laß mich, dein Kind, doch nimmermehr Hier fallen so gar tief und schwer, Taß du mich gar verwürfest! Das in mir angefangen, Laß auch durch deines Geistes Stärk Zu seinem Ziel gelangen, Daß ich bis in den Tod getreu In deinem ganzen Dienste sei, Und gläubig überwinde! 2. Den Glauben, den du mir geschenkt, Mußt du in mir auch stärken; Die Kraft, die du in mich gesenkt Zu wahren guten Werken, Die Hoffnung, die du mir verliehn, Daß ich des Himmels Erbe bin, Must du in mir erhalten. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir! zum Guten er mich treibe, Damit ich, unge trennt von dir, Dein ewig sei und bleibe! Herrsch' über Herz und Sinn und Muth Durch deinen Geist; so fahr' ich gut 3. Hier hat mein Glaube Kampf und Streit; Laß deinen Geist mich schüßen, zum Beten und zur Wachsamkeit mächtig unterstüßen! Fall' ich, Mich Im Leben und im Sterben! dein armes schwaches Kind; So eile er, um mich geschwind Vom 5. Mit deiner Hütfe tröste mich; Hilf, und vergieb die Falle aufzurichten! 198 Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 4. So bleib' ich dir, mein| allezeit regieren, Daß ich Gott! getreu, Daß keine Lust, dem, was Ünrecht heißt, Durd kein Leiden, So groß auch die nichts mich laß verführen; Da Versuchung sei, Von dir mich Sünden Regung widersteh', Und könne scheiden. Wohl mir! mein stets auf deinen Willen seh gläubiges Vertraun Wirst du Darnach allein zu handeln! einst in ein himmlisch Schaun Der Herrlichkeit verwandeln. 3. 3. Rambach. 2. Ob böse Lust auch hie und dort Mich ansicht, weil id lebe; So hilf mir, daß ich ih Und daß ich ja vergesse nicht sofort Im Anfang widerstrebe Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. 293. ch hoff, o Gott! mit Die Todesstunde, das Gericht festem Muth Auf Den Himmel und die Hölle! deine Gnad' und Christi Blut; Ich hoff ein ewigs Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, Und hast das Recht zur Seligkeit Durch Jesum mir gegeben. 3. Gieb, daß ich denke jeder zeit An diese leßten Dinge, Ulm dadurch alle Sündenfreud' Aud meinem Herzen bringe; Damit ich dich mein Lebenlang Ver ehre ohne Furcht und Zwang 2. Herr! welch ein unaussprechlichs Heil, An dir, an Mit willigem Gehorsam! deiner Gnade Theil, Theil an 4. O, stärfe mich dazu mil dem Himmel haben; Im Herzen Kraft! So wird es mir gelin durch den Glauben rein, Dich lieben, und versichert sein deines Bongen. Hilf jede böse Leidenschaft Des bald bezwingen Kamp Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort bei, Daß ich dazu stets wade Steh' mir in diesem der Seligkeit, Wirft göttliche Zu- jei Und immer überwinde! friedenheit, Wenn wir es treu D. Denice. bewahren! Es spricht uns Trost im Elend zu, Versüßet dieses Mel. An Wasserflüssen Babylon Lebens Ruh', Und stärkt uns mein schwaches in Gefahren. 295. Erbarm' dich, Henr 4. Erhalte mir, o Herr, Herz, Geneigt zu Eitelkeiten mein Hort, Den Glauben an Läßt bald durch Freude, bal dein göttlichs Wort Um dei durch Schmerz nes Namens willen! Laß ihn Irrweg leiten. mein Licht auf Erden sein, Ihn Rohr, täglich mehr mein Herz erneu'n, Und mich mit Trost erfüllen! Sich auf den Gleich einen Manft auch, von Leidenschal vom Wind bewegt C. F. Gellert. erregt, Oft meine schwache Seele. Wann komm' ich der wahren Ruh', Daß i Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 294. as, Bater, deinen recht feste Tritte thu' Und nur guten Geist Mich das Gute wähle? Von dem Beistande der göttlichen Gnade. 199 2. Laß doch mein Herz nicht| gedenke nicht Der Sünden fernerhin In seiner Neigung wanfen! Stärk' meinen unge wissen Sinn Zu festeren Gedan ten! Wenn von der Lust zur Eitelkeit Mich deines Geistes Kraft befreit, Wie will ich dann dir singen! Mich ganz zu deinem Dienst zu weihn, Soll stets mein ernster Wille sein. Gieb dazu das Vollbringen! meiner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht! Wie rauh die Bahn der Tugend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich diese Huld Durch Undank nicht verachten! Dir folgen ist mein wahres Heil; Das laß mich als mein bestes Theil Auch immerfort betrachten! Der 3. Auch wenn ich auf der 5. Ich bin ein Mensch, du Tugend Pfad Bisweilen glei- fennest mich; Wie schwach sind tend walle; So unterstüße meine Kräfte; Doch meine Seele deine Gnad' Mich vor dem hofft auf dich; Du wirst zu dem nahen Falle! Wenn in mir Geschäfte Heiligung mir böse Lust aufsteigt, Und ich zum Kraft verleihn, Mein Herz je Weichen bin geneigt; So lenke mehr und mehr erneu'n, Vor meinen Willen! Erhebe mei dir gerecht zu leben. Ich aber. nen schwachen Muth! Daß ich will hier in der Zeit Und einst der Leidenschaften Wuth Durch in der Vollkommenheit, Herr! dich, Herr, möge stillen! deine Kraft erheben. 4. Mein Gott, mein Gott, E. Hegenwalt. Von dem heiligen Geiste und dessen Gnadenwirkungen. Mel. Herr Gott, dich loben wir. Du strömtest auf der From296. V on Gottes Throne men Schaar, Die glaubensvoll fließt Ein Strom, der lauter ist, Hell wie Krystall, durch Gottes Stadt, Die er sich felbst erbauet hat. Des Lebens Baum, durch dessen Frucht Ge fund wird, wer Genesung sucht, versammelt war, Dich, ihr verheißnes Licht, zu schau'n, Und dann des Sohnes Reich zu baun; Mit Muth in alle Welt zu gehn; Mit Muth vor Königen zu stehn; zu lehren den, der für uns Den wässert dieser Strom und starb, Uns Heil, uns ewigs stillt Des Pilgers Durst; er ist dein Bild. Heil erwarb; Nicht Hohn, nicht Schmach, nicht Qual zu scheu'n, Und treu bis in den Tod zu sein. Als jener Sturmwind laut erscholl, Da wurden sie, Gott! deiner voll. Vom Sturme zitterte das Haus; O du, der Gnaden Geist! O du, des Lebens Geist! O du, der Freude Geist! O du, des Lichtes Geist! 200 Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. Da gosfest du auf sie dich aus. sammelt hast Das Volk aus Du weihtest sie mit Flammen aller Welt Zungen. Das sei ein; Denn sichtbar sollt' dein dir, Herr, zu Lob gesungen! Wunder sein. Es glänzt, indem Hallelujah! Hallelujah! er spricht, ihr Mund, Macht 2. Du heiliges Licht! edler Gottes große Thaten kund In Hort! Laß uns leuchten des fremden Sprachen; und wer's Lebens Wort, Und lehr' und hört Und nur nicht frevelt, wird Gott recht erkennen, Von Her bekehrt. Wer nur in ihrem zen Vater ihn nennen! D Schatten weilt' Als Kranker, Herr, behüt' vor fremder Lehr, ward durch sie geheilt, Und wenn's der Zeugen Mund gebot, Kam oder flohe selbst der Tod. Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Chrift mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen! Hallelujah! Hallelujah! So stärkte Gott, so führt' er sie; Das Heil des Mittlers brachten sie Zu jeder sernen Nation, Und aller Heil ward Gottes Sohn. Das Höchste, was sie lehrten, ist Die Größe deiner Lieb', Herr Chrift! Von Ewigkeit hat er geliebt. Heil dem, der Jesum Christum liebt, Ihn und den Bruder, den fein Ruf Auch mit zu jenem Leben schuf der du uns der Sünd' entreiß'st, Des Vaters und des Sohnes Geift! Zur Liebe Christi flamm' uns an! 3. Du heilige Brunst! süßer Trost! Nun hilf uns, fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trübfal uns nicht abtreiben! D Herr! durch dein' Kraft uns bereit, Und stärk' des Fleisches Blödig feit, Daß wir hier ritterlich rin gen, Durch Tod und Leben zu dir dringen! Hallelujah! Hallelujah! M. Luther. Eigene Melodie. den So wandeln wir des 298. Nun bitten wir um heiligen Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm Ende, Wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie eleison! Eigene Melodie. 2. Du werthes Licht, gieb 297. Komm', heiligerGeift, uns deinen Schein! Lehr' und Herre Gott! Er- Jesum Christum erfennen allein, füll' mit deiner Gnade Gut Daß wir- an ihm bleiben, dem Deiner Gläubigen Herz, Muth treuen Heiland, Der uns bracht und Sinn! Dein brünstge hat zu dem rechten Vaterland. Lieb' entzünd' in ihn'n! DKyrie eleiſon! Herr! durch deines Lichtes 3. Du füße Lieb', schenk' und Glanz Zu dem Glauben ver deine Gunst! Laß und empfinden Lebens Bahn; So haben wir, Geist, Tröster! Theil An Jesu Chrifti ewgem Heil. Amen. F. G. Klopstock. Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. 201 der Liebe Brunst, Daß wir uns| droht, Dann erquicke innerlich von Herzen einander lieben, Und Durch dein gutes Zeugniß mich. in Friede auf einem Sinne bleiben! Kyrie eleison! 4. Du höchster Tröster in aller Noth! Hilf, daß wir nicht fürchten Schand' und Tod; Daß in uns die Sinne nicht verza- mel. Nun sich der Tag geendet hat. 8. Geist der Hoffnung, rufe du Mir mit deinem Troste zu; Laß mein Herz sich deiner freun Und in Hoffnung selig sein! H. 3. Tode. gen, Wenn der Feind will das 300. Ni icht um ein flüchLeben verklagen! Kyrie eleison! M. Luther. tigs Gut der Zeit; Ich fleh' um deinen Geist, Gott! den zu meiner Seligkeit Dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom O Vater, Mel. Nun kommt der Heiden ic. eift 299. Geund vom Sohn! Himmel stammt, Vater Geift Komm' zu mir vom Himmelsthron; Schenke dich mir immer dar, So wie einst der Frommen Schaar! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Oft täuscht eigne Leitung fich, Daß fie leicht des Zwecks verfehlt, Unglück sich für Glück erwählt. lehr' er mich; Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich! 3. Er leite mich zur Wahrheit hin; Zur Tugend stärker mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich! 4. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und 3. Geist des Glaubens, mehr' waffne mich in allem Schmerz in mir Solchen Glauben für und Mit Muth und mit Geduld! für, Der mich Chrifto einverleibt P. F. Hiller. Und durch Liebe Früchte treibt! Mel. Kommt ber zu mir, spricht ic. 4. Geist des Betens, nie ents 301. Gott Bater, fende det steh' Mir dein wenn ich fleh'; Laß mein Bitten uns dein Sohn erbitten heißt, freudig, rein Und vor Gott Aus deines Himmels Höhen! gefällig sein! Wir bitten, wie dein Sohn uns lehrt. Laß, Vater, uns nicht unerhört Von deinem Throne gehen! 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht, Wenn mich Fleisch und Welt versucht, Odann unterstüße mich, Daß ich ringe ritterlich! 6. Geist der Heiligung, verklär' Jefum in mir mehr und mehr; Mindre stets, was mich befleckt; Mehre das, was du erweckt! 2. Kein Mensch, der deinen Geist begehrt, Ist dieser edlen Gabe werth; Wer könnte fie verdienen? Um Lieb und Gnade flehen wir; Denn starb dein Sohn nicht, um mit dir Die Sünder zu versöhnen? 7. Geist des Trostes, wenn mir Noth Und Gewissensschrecken 202 Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. 3. Es jammert deinen Va-| gewiß, Ist unser Licht in Fin terfinn, Daß ich so tief gesterniß, Führt uns als seine fallen bin, Verderbt von Adams Schafe. Er sorgt, daß keiner, Falle. Denn mit der Sünde wer ihn hört, Nachlässig werde, herrscht der Tod, Den des noch bethört, Wo Wachen noth Gefeßes Urtheil droht, Nun ist, schlafe. über mich und alle. 10. Er lehret uns die Furcht 4. Nun, Herr! ergreifen wir des Herrn, Liebt Reinigkeit, und dein Heil, Und sind gewiß, daß wohnet gern In frommen feu wir dein Theil Durch Jesum| schen Seelen. Er treibt uns, Christum bleiben, Die wir durch statt der Lust der Welt, Die deines Sohnes Blut Des Him bloß der Sinnlichkeit gefällt, mels Erb' und höchstes Gut Zu Der Tugend Glück zu wählen. haben treulich gläuben. 5. Doch dieser Glaub' ist auch von dir; Von deinem Geiste müssen wir Die Kraft dazu empfahen. Gäb' uns dein eigner Sohn ihn nicht; Wer könnte sich mit Zuversicht zu deiner Gnade nahen? 11. Er bleibet seinen From men treu; Steht ihnen auch im Tode bei, Im letzten, schwer sten Streite, Daß er aus aller Qual sie dann, Wo kein Mensch weiter helfen kann, Zur Wonne Gottes leite. 12. Wir wissen, Herr! wir sind dir lieb. Gieb, Vater aller Güte, gieb Uns allen diese Gabe, Daß jeder deinen guten Geist, Bis er am Throne, Gott, dich preist, zu seinem Zweifel, durch Gefahr und Führer habe! Spott Dem Satan unterliege. P. Gerhard. 7. Wo Gottes Geist ist, ist mel. Allein Gott in der Höh' u. auch Sieg. Durch ihn gewinnen 302. heilger du höchstes Gut, Der wir den Krieg. Der Satan ist gerichtet. Was schadet uns sein Widerstand? Erhebt nur Gottes Geist die Hand, So ist sein Grimm zernichtet. du auf jenem Throne, Auf wel chem Macht und Ehre ruht, Mit Vater und dem Sohne Als Al હ Gott regierst in Ewigkeit, Und den die ganze Christenheit Als Gott ehrt und anbetet! 8. Er reißet seine Band' entzwei, Macht uns von allem Kummer frei, Von allem, was 2. Ach, gieb, daß wir in dei uns frånfet. Er ist's, der, wenn nem Licht Den Heiland recht ein Wetter blißt, Doch alles, erkennen, Und ihn mit starker weil er uns beschüßt, Zu un ferm Besten lentet. 9. Er macht uns unsers Lohns Inbrunst zu ihm flehn, Und 6. Dein Geist erwecket und erhält Den Glauben, welcher dir gefällt, Und stärket ihn zum Siege, Daß er in keinem Kampf, o Gott! Durch Zuversicht Den Herrn des le bens nennen; Auch stets mit Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. 203 seine Lehre, die so schön, Bis[ nicht durch seine Kraft Die in den Tod bekennen! Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Führ' uns mit deiner Kraft gewiß! Gieb uns ein neues Leben, Auf daß wir gar kein Aergerniß Je nehmen oder geben Mit falscher Lehr' und bösem Rath; Den Glauben vielmehr mit der That Vor aller Welt beweisen! 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter Treu' Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre! 4. Ewge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr! ver5. Befestige auch unsern langt auch mich. Ich ergebe Muth, Und hilf uns ernstlich mich an dich. Mache mich zu kämpfen, Daß wir die Welt, Gottes Preise Heilig und zum auch Fleisch und Blut Und Himmel weise! ihre Reizung dämpfen; Und ist die letzte Stunde da, Dann fei mit deinem Trost uns nah' Und hilf uns selig sterben! 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Möge über alles lieben, und dann mit getreuem Muth Seiner Vaterhuld mich freu', Als sein Kind die Sünde scheu', Stets vor seinen Augen B. Ringwaldt. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 303. Der du uns als Va- wandle, Heilig denke, christlich handle! ter liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja, uns um ihn bitten heiß'st! Demuthsvoll fleh' ich zu dir: send' ihn auch zu mir, er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Frucht barkeit, Und mein Herz bleibt dir entriffen, Stets dem Dienst 4. Theil uns, Herr, deine Gaben mit, Salb' uns mit deinem Dele, Erleuchte, heilge, und vertritt Die theu'r erlöfte Seele! Beglücke uns mit deiner Gunst! Entzünd' im Herzen reine Brunst, Finander recht zu lieben! BVater, 6. Geift des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, Freundlich und Daß versöhnlich bin! Kann ich je ein Friedensband Knüpfen, fnüpf' es meine Hand! Zur Erleicht's rung der Beschwerden Hilf mir jedem nüglich werden! 7. Lehre mich, mich selber fennen, Die verborgnen Fehler sehn, der Welt geweiht, Wenn er Sie voll Demuth Gott beken 204 Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. nen, Und ihn um Vergebung| Band! Lenk' ihr Gemüth schon flehn! Mache täglich Ernst und Treu' ,, Sie zu bessern, in mir neu! Zudem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte! 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen nieder schlägt; Wenn sich in mir Zwei fel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt; Wenn mein Aug in Nöthen weint, Und Gott nicht zu hören scheint: Odann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes in mir findet, dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb haft 305. Freuen el Gott du entzündet, Daß mein Herz verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort Deine Gna denwirkung fort, Bis sie durch ein feligs Ende Herrlich sich an mir vollende! D. Bruhn. Mel. Aus meines Herzens Grunde. euch, ihr Chris sten alle! schenkt uns seinen Sohn. Lott ihn mit frohem Schalle! Ergiebt von seinem Thron Uns auch den heilgen Geist, Der durch sein Wort uns lehret, Des Glaubens Kraft vermehret, Und uns auf Christum weist. in der Zeit Stets auf daß ewge Vaterland! 5. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ Recht fennen, die ses ist die Quell', Aus welcher ewigs Leben fließt; Mach' diese Kenntniß in uns hell! 6. Lob sei dem Vater! Lob dem Sohn! Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst fingen wir vor deinem Thron Ein Lob, das würdiger dich preist. M. Luther. Mel. Komm', Gott, Schöpfer ic. 304. Komm' zu uns, Gottes guter Geist Echaff deiner Menschen Herzen neu! Du fennest, was uns fehlt, und weißt, Wie jegs lichem zu helfen sei. 2. Hilf uns! gieb dem Verstande Licht; Gieb wahre Lieb' in unser Herz; Zu dir gieb frohe Zuversicht, Zur Tugend Kraft und Trost im Schmerz! 3. Des Lebens Wort, das Je sus Chrift Vom Himmel uns uns herabgebracht, Und das für je- uns den heilsam ist, Zeig' auch bei Und jedem seine Macht! 4. Vereine deine Christenheit Durch deines felgen Friedens Sein 2. Es läffet offenbaren Gott, unser höchster Hort, Uns, die voll Blindheit waren, himmlisch Licht und Wort. O seht, wie er uns liebt, Lernt, Christen, ihn erfennen Und euren Vater nennen, Der alles Gute giebt! 3. Verleih', daß wir dich lie ben, O Gott von großer Huld, Und niemals dich betrüben Durch wissentliche Schuld! Leit auf ebner Bahn! Las dein Wort recht hören, thun nach deinen Lehren! So ist es wohl gethan. 4. Las auch des Geiftes Ga ben, Die du verheißen hast, Die Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. 205 matte Seele laben Im Druck thums Nacht, Und stürze deider Kreuzeslast! Tröst' uns in ner Feinde Macht, Daß Jesus Todespein Durch diesen Geist von der ganzen Erde Erkannt der Freude, Und führ' uns und angebetet werde! Erhör' nach dem Leide Zur Himmels- uns, Gott! Erhör' uns, Gott! freude ein! 6. Werner. 3.. Laß, Geist der Freude! voll Vertraun In Noth auf deine Hülf' uns schau'n! Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, Mit Zuversicht und Freude beten! Mach' uns durch deine Kraft bereit Zum Sterben und zur Ewigfeit! Laß uns, als deine Streiter, ringen, Und siegreich unsern Kampf vollbringen! Ach, hilf uns, Herr! ach, hilf uns, Herr! 6. B. Funk. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. eine 306. De Salbung, Geist des Herrn! Lehr' uns, zu dem Vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll Glaubens zu ihm treten! So wird er, um Christi willen, Unsre Bitte gern erfüllen. 2. O du Geist der Herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen! Mel. Wie schön leucht't und der ic. Jedes Herz sei dir geweiht; 308.heilger Geiſt, fehr' Und es aus nach fallen! Reich sind wir versehn mit Gaben, Wenn wir deine Salbung haben. H. E. Heeren. Mel. Komm', heiliger Geist u. 307.5° ör' unser Beten, Geist des Herrn! Du hörst der Menschen Flehen gern. Wir wollen unser Herz dir geben; O lehre du uns hei lig leben! Rüst' uns mit Kraft aus, Geist der Kraft, Die in uns alles Gute schafft, Daß nicht die Lockung schnöder Sünde Uns, Christi Junger, überwinde Durch ihre Macht, durch ihre Macht! laß uns deine Wohnung sein; O komm', du Herzenssonne! Du göttliche Licht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein 3u steter Freud' und Wonne, Daß wir In dir Recht zu leben, Uns ergeben, und mit Beten Oft deshalben vor dich treten! 2. Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort! Laß dieses Feuer immerfort In unsern Herzen brennen, Daß wir Gott Vater, seinen Sohn Und beider Geist auf einem Thron Für wahren Gott bekennen! Bleibe, Treibe Und behüte, Das Gemüthe, Daß wir gläuben Und im Glauben standhaft bleiben! 2. Du Geist der Wahrheit, unser Hort! Laß deiner Wahrs 3. Du Quelle, draus die Weisheit helles Wort Uns auf den heit fließt, Die sich in fromme Pfad des Lebens leiten, Daß Seelen gießt, Laß deinen Trost unsre Füße niemals gleiten! uns hören! Laß uns zu Glau Treib' fern von uns des Irr- benseinigkeit DurchWahrheitund 206 Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. durch Heiligkeit Auch andere| Von der Erde, Daß es hier bekehren! Lehren, Hören Laß schon himmlisch werde! M. Schirmer. gelingen, Frucht zu bringen, Gott zu preisen, Gut's dem Nächsten zu 4. teh uns stets bei mit 309. Homm hernieder, Mel. Warum sollt' ich mich denn u. Tröster, deinem Rath, Und führ' uns selbst den rechten Pfad, Weil Geist des Herrn, Sei nicht fern; wir den Weg nicht wissen! Gieb Stärke Jesu Glieder! Er, der uns Entschlossenheit, daß wir nie sein Wort gebrochen, Jesus Getreu dir bleiben für und für, hat Deinen Rath Seinem Volk Wenn wir gleich leiden müssen! versprochen. Eile, Heile, Was zerrissen; 2. Geist der Weisheit, gieb Doch befliffen, Dir zu trauen uns allen Durch dein Licht Und auf dich allein zu bauen! Unterricht, Wie wir Gott ge 5. Laß, starker Geist, mit dei fallen! Lehr' uns, freudig vor ner Kraft, Die Sieg im Glau- Gott treten; Sei uns nah benskampfe schafft, Auch uns ge- Und sprich: Ja! Wenn wir stärket werden; Auf daß wir gläubig beten! unter deinem Schuß Begegnen 3. Hilf den Kampf des Glau aller Feinde Truß, So lang bens fämpfen! Gieb uns Muth, wir sind auf Erden! Laß dich Fleisch und Blut, Sünd' und Reichlich Auf uns nieder, Welt zu dämpfen! Laßß nicht Daß wir wieder Trost empfin- Trübsal, Kreuz und Leiden. den, Alles Unglück überwinden! Angst und Noth, Schmerz und 6. Laß, Quelle wahrer Liebe, Tod Uns von Jesu scheiden! dich In unsre Herzen kräftiglich, Und schent uns reines Lieben; Daß wir zum Wohlthun, zum Verzeihn Und Lieben immer willig sei'n, Und darin stets uns üben! Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe! Lauter Liebe Wollst du geben; Sanftund Demuth auch daneben! 4. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk' uns Kraft, Tu gendhaft Und gerecht zu leben; Gieb, daß wir nie stille stehen; Treib' uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen! 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, Steh' uns bei, Mach uns treu In der Prüfungshiße! 7. Hilf, daß in wahrer Führ', wenn Gott uns nach dem Heiligkeit Wir führen unsre Leide Sterben heißt, Unsern Lebenszeit; Sei unsers Gei Geist In des Himmels Freude. stes Stärke; Daß uns hinfort €. Liebich. des Fleisches Luft Und Liebe bleibe unbewußt Und alle Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Sündenwerke! Rühre, Führe 310. du unsre höhe Unser Sinnen Beginnen Freude! Du, in Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. 207 Finsterniß mein Licht! Du, mein| wähle, Fromm sei, nie muthTröster! wenn ich leide, Meiner willig fehle! Seele Zuversicht! Du, mein 6. Du bist gütig, voll ErFührer, Geist des Herrn! Sei barmen; Nimmst, wo niemand mein Helfer; sei nicht fern! Du, Erhalter aller Dinge, Höre, höre, was ich singe! helfen kann, Dich der Traurigen und Armen, Aller, die in Noth sind, an. Selbst auch Feinde hast du lieb; Ach, verzeih' auch mir, und gieb, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Reinen, den du liebst, betrübe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch sich wünschen kann. Wenn ich, Geist des Herrn! dich habe, Dich nur; was gebricht mir dann? Weihe meine Seele dir, Dir zum Tempel; hen; komm' zu mir, Daß der Vater Geist fammt dem Sohne Gern in meinem Herzen wohne! 7. Laß mich Gottes Wege ges Laß auch nimmer meinen Deinem Triebe widerstehen; Laß mich thun, was er mich heißt! Wenn ich schwach 3. Wie die Wüste grünt bin, stärke mich! Leid' ich, so vom Regen; Also blüht der erquicke mich! Mache nur, Tugend Saat, Wächst und zu Gottes Ruhme, Mich zu reift, sobald dein Segen Unser deinem Eigenthume! Herz durchdrungen hat. Fließ' 8. Jch, nie mehr von dir ge denn auch auf mich, o Geist, schieden, Ich entsage gern der Den der Vater mir verheißt! Welt; Bleibe ruhig und zufrieDeine Kraft laß mich durch den, Wenn mein Glaube Gott dringen; Laß mich blühn und gefällt. Satans Neße sollen Früchte bringen! nie Mich bestricken; ich will fie 4. Du bist weis und voll Ernstlich fliehn, und ernstlich Verstandes; Dir ist, was streben, Dir nur, nicht der geheim ist, fund. Herr! du Welt zu leben. zählst den Staub des Sandes; 9. Nur allein, daß du mich Schaust bis auf des Meeres stärkest! Ach ja, Helfer, steh' mir Grund. Ach, verborgen ist bei! Hilf mir mächtig, wo du dir's nicht, Was ich bin, was merkest, Daß mir Hülfe nöthig mir gebricht; Drum gieb sei! Lockt mich eine Lust von Weisheit, gieb uns allen Gnad' dir, Und erwachen, Herr! in mir und Trieb, Gott zu gefallen! Alte Neigungen zum Bösen; Ach, so komm', mich zu erlösen! 5. Du bist heilig, liebst das Gute; Willst auch, daß wir hei- 10. Laß hinauf zu Gott mich lig sei'n; Mache denn in Jesu streben! Wenn ich strauchle, set Blute Mich von allen Sünden mein Stab; Wenn ich sterbe, rein! Gieb, daß ich, erlöst und fei mein Leben; Nie erschrecke frei Bon der Lüste Tyrannei, mich das Grab! Leb' ich, so verDankbar, was du liebst, mir sichre mich, Daß, o Geist des 208 Von dem heil. Geiste und dessen Gnadenwirkungen. Lebens, ich mit dem Leib auch| Mir selbst die enge Pforte De aus der Erde Selig einst er Lebens kund gethan. wachen werde! P. Gerhard. 6. Du bist ein Geist bet Liebe; Willst nicht, daß Haß und Neid Der Christen Herz be Mel. Aus meines Herzens Grunde. 311. 3euch ein zu deinen trübe; Liebst Fried' und Einig Thoren, Geist Got feit. Laß allen Streit uns fliehn tes; wohn' in mir! Du haft Und Rach' und Zorn verdam mich Gott geboren, Und darum men; Von deiner Liebe Flam fleh' ich dir: Gieb, allerhöch- men Laß aller Herzen glühn ster Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thrones, Was mir dein Wort verheißt! 7. Du hast in deinen Händen Die ganze weite Welt; Kann alle Herzen wenden, Wie es dit wohlgefällt. Der du die Liebe bist, Verknüpf' in allen Landen Mit sanfter Liebe Banden, Was noch getrennet ist! 8. Erhebe dich und steur Den Kriegen, und dein Blid Voll Gnad' und Huld erneur Verheerter Völker Glück; Fried same Bürger laß In sichern Hütten wohnen! Entferne von den Thronen Lift, Schmeiche lei und Haß! 3. Mit andern wilden Reben Genieß' und fühl' auch ich Des rechten Weinstocks Leben, In ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was mein Vater sucht, Daß ich zum Erntetage Die Frucht des Glaubens trage, Der guten Werke Frucht! 9. Hilf allen Obrigkeiten, Bar unsers Königs Thron, Beglude seine Zeiten, Sei selbst sein Schil und Lohn! Den Alten gieb Ver stand, Gelehrigkeit der Jugend! Mit Gottesfurcht und Tugend Schmück' unser ganzes Land! 4. Du lehrest beten; lehre Mich, wie ich glaubensvoll, Daß mich der Vater höre, Mich zu ihm nahen soll! Regierst du mein Gebet, So werd' ich alle Gaben Von dem zu hoffen haben, Der Seufzer auch versteht. 10. Gieb zweifelnden Ge müthern Den Glauben, der erfreut; Wit allen wahren Gütern Auch wahre Dankbar feit! Fern flieh' von uns de Geist, Der dir sich widerseßet, Und Trauern liebst Und das, was dich ergößet So leuchte mir im Aus unserm Herzen reißt! Auch deines Trostes 11. Gieb Freudigkeit und Licht; Ach, nimm dich meiner Stärke Zum Kampf im Glauben; an! Du haft in deinem Worte gieb, Um Satans Reich und 5. Du bist ein Geist der Freuden, du nicht; Leiden 2. 3euch ein; laß mich em pfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft! Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dich ehr', und alles leiste, Was ich Gott schuldig bin! Von dem Worte Gottes. 209 Werke zu hindern, Muth und| Damit wir, Gott ergeben, Trieb! Hilf streiten ritterlich! Selbst auf den Tod uns freun! Laß jeden überwinden, Daß Kommt dann der letzte Streit, feiner je den Sünden Zum So laß uns fröhlich sterben! Dienst ergebe sich! Mach' uns zu Gottes Erben, Gieb uns die Seligkeit! 12. Richt' unser ganzes Le ben Nach deinem Willen ein, P. Gerhard. Von dem Worte Gottes. Mel. O Gott des Himmels und der ic.| die dein Wort mich lehrt! Laß 312. Dein Wort, o Höch- mich auf das gehorsam achten, Was dein Befehl von mir begehrt! So fließen Trost und Seelenruh' Auch mir aus deinem Worte zu. J. K. Lavater. ster! ist vollkom men, Es lehrt uns unsre ganze Pflicht. Es giebt dem Sünder, wie dem Frommen, 3um Leben sichern Unterricht. O felig, wer es achtsam hört, Bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, Zerstreut des Irrthums Finsterniß, Verkündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster! was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, Lehrt, wie viel Gut's du denen giebst, Die dein Gebot mit Freuden üben, Und wie so zärtlich du sie liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, Bleibt ewig wahr. Du lügest nicht! 4. Gott! deine Tröstungen find besser Und mehr der Sehn suchtwerth, als Geld; Ein Schatz, weit köstlicher und größer, Als alle Schäße dieser Welt. Wer thut, was uns dein Wort gebeut, Dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten Die Wahrheit, Mel. Ach, Gott und Herr, wie ic. 313. Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, Mein Gott! vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr. Stärf' immerdar Dadurch mir meinen Glauben! Gieb, o mein Gott, Daß Noth und Spott Mir ihn nie mögen rauben! 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott! ohne fie Verständ' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit JIst diese Zeit Von dir mir übergeben. Die 5. Gott! deinen Rath, Missethat Der Sünden zu versühnen, Den fennt' ich nicht, Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In 14 210 Von dem Worte Gottes. Reu' und Schmerz Der Sünden| schehen; Deine Drohung kann nicht verzagen. Nein, du ver auch nicht Leer vorübergehen. zeihst, Lehrst meinen Geist, Im Haben Tausende nicht schon Glauben Abba! sagen. Welche vor uns waren, Deine Strafen, deinen Lohn, Dir zum Ruhm, erfahren? 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' Vermag ich's nie; Dein Wort giebt mir die Kräfte. 5. Gott 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort! Du hast es uns gegeben. Es sei mein Theil; Es sei mein Heil Und Kraft zum ewgen Leben! C. f. Gellert. Seele! wolltest du nicht Zuversichtlich glauben! Soll der Leichtsinn, soll de Spott Deinen Troft dir rauben! Der die Himmel aufgebaut, Kann der jemals lügen? Kann er den, der ihm vertraut, Wie ein Mensch, betrügen? was Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. 314. u, der du die Wahr6. Wehre allem dem, sich Wider Gott empöret, W der seinen Geist, der dich Got heit bist, Gott, tes Wege lehret! Weh' dem zu dem ich singe! Gott, den fein Spötter, der sich bläht, Meht Verstand ermißt, Ursprung aller als Gott, zu wissen! Er wird Dinge! Alle Weisheit kommt einst, vielleicht zu spät, Gott von dir zu den Menschenkin- schon glauben müssen. dern; Sie erleuchtet uns, wenn 7. Erd' und Himmel wird wir Ihr Licht nur nicht vergehn; Gott! dein Wort with wird hindern. bleiben. schmähn, 2. Vorurtheil und Finsterniß Füllen unsre Seelen, Unser Blick ist ungewiß, treiben. Lasterhafte, die e Werden's nicht ver Könige sind vor dir Wenn sie sich empo Unsre Schlüsse Staub, fehlen; Aber dein Verstand ren; Sind des schnellen Todes weicht nicht Von der lautern Raub, Sie mit ihren Heeren Wahrheit. Waß du denfest, 8. Du bist Wahrheit; ewig das ist Licht, Richtigkeit und soll Mich von dir nichts tren Klarheit. nen; Nicht die Welt, von Arg 3. Wirf dich, sterbliches Ge- lift voll, Mich erschüttern fön schlecht, Dankbar ihm zu Füßen! nen. Sollt' ich hier auch um Seine Wahrheit und sein Recht dein Wort Schmach und Trub Läffet Gott dich wissen. Weit sal leiden; So belohnst du erschallt das Wort des Herrn, mir's doch dort, Gott! mit Das die Welt bekehret. Glaubt Ehr' und Freuden. B. Müntet. es freudig; Folgt ihm gern, Menschen, die ihr's höret! Mel. Jauchzt unserm Gott. 4. Gott! was uns bein Wort 315 Die ganze Schrift verspricht, Wird und muß geLehren, Von dem Worte Gottes. 211 Bestimmt, zu deinem Licht uns wie Ströme fließen! Würgt, zu bekehren, Ist, Gott! dein Heiden, schützt die Götter! denWerf, ward uns von dir gege- noch müssen Die Götter fallen; ben, Ist Geist und Leben. ja, sie sind gefallen. Sie sind gefallen. 2. Was deine Knecht' uns lehren und erzählen, Was sie verbieten, was sie uns befehlen, Was sie verheißen, ist von dir, ift Klarheit, Ist nichts, als Wahrheit. 10. Sind's, Heiden! eure Weifen, die uns lehren, Nur einen Gott und seinen Sohn zu ehren? Habt ihr die Welt aus ihren Finsternissen Herausgeriffen? 3. Gs stimmt mit deiner Wundermacht zusammen, Und spricht in's Herz; dringt ein, bewegt; hat Flammen, Wie Bliße; sie erleuchten, sie entzünden Den Haß der Sünden. 4. Und Lust zu dir, du Führerin zur Freude! Du befte Trösterin in jedem Leide, O Tugend! Sehnsucht und Entschluß und Triebe Zu deiner Liebe. 11. Mehr weiß von Gott nunmehr, als eure Weisen, Selbst unser Säugling, weiß ihn mehr zu preisen; Kennt mehr, als ste, in seiner frühsten Jugend, Den Werth der Tugend. flagen, Nicht zu verzagen. 6. Thut Buß', ihr Sünder, glaubt! Gott will vergeben, So schallt's aus Galiläa, ihr sollt leben! Und plößlich sieht sich ihren Finsternissen Die Erd' entrissen. 12. Denn alle Schrift, die uns mit ihren Lehren Geschenkt ward, uns zum Lichte zu befehren, Ift, Gott! dein Werk; ist uns von dir gegeben, Ist Geist und Leben. 3. A. Cramer. 5. Die Seel' empfindet ihres Schöpfers Größe Und ihren Fall, ihr Elend, ihre Blöße; Und doch auch Muth, ihr Glend ihm zu 316. Deben. zu unſerm Mel. Herr Christ, der ein'ge ic. er Herr liebt unser Heil hat er Uns sein Gefeß gegeben. Aus Liebe that's der Herr. Heil allen, die ihn ehren, Und allen seinen Lehren Mit Ernst gehorsam sind! 7. Was toben doch die Völker 2. Wie? follt' uns Gott so vergebens! Er, der erwürgt nicht lieben? Hat uns sein Wille ward, ist der Herr des Lebens. nicht, Was gut ist, vorgeschrieEr soll, erhöht zum Himmel, auch ben? Ist der nicht unser Licht? auf Erden Verherrlicht werden. Die göttlichen Gesetze Sind 8. Verfolgt die Boten Jesu! unsre größten Schäße, Sind wüthet, steinigt Den Zeugen Quellen unsers Heils. Stephanus! ergrimmet, peinigt, Werft fie in Ketten, würgt fie! Er ist König! Der Herr ist König! 3. Schon die Vernunft fann wissen, Was gut und böse ſei. Sie richtet durch's Gewissen, Verdammt und spricht uns frei, Verheißt uns Ruh und Freuden, 9. Laßt weit umher ihr Blut 14" 212 Von dem Worte Gottes. Wenn wir die Sünde meiden, 10. Bergieb durch Chrißi Und das, was recht ist, thun. Leiden Mir meine Missethat! 4. Doch, weilwir alle Sünder, Dann geht mein Herz mit Fren Zur Tugend schwach und blind, den Den Weg, den er betrat Nicht mehr des Lichtes Kinder, Die Liebe wird mich dringen Und leicht betrogen sind; So Das Gute zu vollbringen lehrt Gott seine Knechte, Und Dein Geist, Herr, stel' mir bei hält uns seine Rechte In seinem Worte vor. 3. F. Mudrc. Dich soll ich, dich nur, 317. Due tot! er Mel. Es ist gewißlich an der Beit hast, weiset heilger Hent Dich lieben, dir ver5. ehren, traun, Dir ewig angehören, über Tod und Leben! Dein Auf deinen Weg nur schau'n; heilig Recht und dein Gebot Nicht fremden Gözen leben; Uns nicht umsonst gegeben. Nach deiner Huld nur streben. Du willst, daß wir aus alle Welch heiliges Gebot! Kraft, Die deine treue Gnad 6. Dein Wort soll mich re- schafft, Gewissenhaft es halten. gieren, Mein Licht im Fin- 2. Wen Sündenlust gefangen stern sein, Mich sichre Pfade Der wird sich nicht beque führen, Mich trösten und er Dein Joch, das ihm got freun. Gs soll mir offenbaren, nicht gefällt, Mit Lust auf sid Daß wir verloren waren, Wenn zu nehmen. Sein Sinn, Chriftus nicht erschien. thört von eitelm Wahn, I dem Gesetz nicht unterthan Er hasset dessen Strenge. hält, men, 7. Ich soll den nächsten lieben, Und, brüderlich gesinnt, Ihn segnen, nicht betrüben; Denn ich bin Gottes Kind. Wie herrlich sind die Rechte, Womit du deine Knechte Zu ihrem Glücke führst! 8. Mein ganzes Herz soll heilig, Auch in Gedanken rein, Durch Lüste nicht abscheulich Vor deinen Augen sein. Wer hat auf diesen Wegen Ruhe, Ruhm und Segen, Wenn er fie willig geht? 3. Wenn aber, Herr! dei guter Geist Uns lehrt, belebt regieret, So gehn wir gern wie du uns heißst, Den Weg den er uns führet. Des Glan bens Kraft erzeiget sich Durd wahre Liebe gegen dich Und gegen unsern Nächsten. Nicht 4. Fehlt unsrer Tugend gleid noch viel, Ist fie noch volle Mängel, Erreicht man nid 9. Gieb denn, daß ich sie das höchste Ziel, Die Heilig liebe, Verstand, Entschlossen- feit der Engel; So gilt v heit Und Luft, und rege Triebe Gott doch Redlichkeit In die Zur wahren Heiligkeit! Ich ser unsrer Prüfungszeit Un werde dir auf Erden, Jesu Chrifti willen. immer treuer werden, du mein Beistand bist. Gott! Wenn 5. Es sei von meinem Herzen fern Der Mißbrauch dieser Lehre Von dem Worte Gottes. 213 Ich weiß, daß manches Herz erkennen! Laß nie ohn' Andacht sich gern Durch falschen Wahn bethöre. Es wähnt, auch unbereute Schuld Bedecke Gottes Vaterhuld Mit dem Verdienst des Mittlers. meinen Mund, Gott, deinen Namen nennen! Vergessen Wie laß es mich auch nicht, starf mich meiner Taufe Pflicht Zum Dienste dir verbinde! 4. Ruh' Am Tage deiner heilgen Laß früh mich vor dich treten, Im Geiste- ach, hilf mir dazu!- Und Wahrheit zu dir beten! Dein Wort sei meines Herzens Luft! Für dies Geschenk soll meine Brust Herzinniglich dich preisen. 6. O, dieser Wahn sei fern von mir! Ich will mich stets bestreben, Als müßt' ich in der Zeit schon hier Ganz ohne Mängel leben. Alsdann macht des Versöhners Blut, Was ich aus Schwachheit fehle, gut, Macht rein von aller Sünde. 7. Herr, mache du mir dein Gebot Stets angenehm und süße! Dein Wille sei bis in den Tod Die Leuchte meiner 5. An Eltern, an der brigkeit Und denen, die mich lehren, Laß mich, o Vater, verehren! Für ihre Redlichkeit jederzeit Dein göttlich Bild Füße! Schreib' dein Gesetz in meinen Sinn! Fall' ich, so laß mich, wirf mich ja nicht hin; Stärk mich durch deine Gnade. 3. 3. Kambach. Und würden sie auch wunderlich, Ein dankbar Herz beweisen! 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach' Aus Zorn und Feindschaft übe; Dem, der mir anthut Kreuz und Schmach, Verzeihe und ihn liebe; Auch jedem seine Wohlfahrt gönn'; Schau', wo ich jemand helfen könn', dann ihm freudig diene! Und Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 318. Serr! deine Rechte, He dein Gebot, Wo nach wir sollen leben, Wollft du durch deinen Geist, o Gott, In's Herz mir selber geben; Daß ich zum Guten willig sei, Mit Sorgfalt, doch ohn' Heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe! 7. Laß mich, o Herr, die Fins 2. Gieb, daß ich dir allein sterniß Und ihre Werfe meiden! vertrau', Allein dich fürcht' und Ein unkeusch Herz hat dort liebe; Auf Menschenhülf' und gewiß Der Höllen Qual zu Trost nicht bau'; Nicht, trügt leiden. Schaff in mir, Gott, dies, mich betrübe! Laß großer ein reines Herz, Das Wollust, Leute Gnade, Gunst, Gewalt, Ueppigkeit und Scherz, Pracht, Reichthum, Wizz und Christen schänden, fliehe! Kunst Mir nicht zum Abgott Die werden! 8. Verleih', daß ich mich redlich nähr', Mich böser Nänke 3. Herr, lehr' mich deinen schäme, Mein Herz von Geiz Gnadenbund Aus deinem Wort und Unrecht fehr, Was mein 214 Von dem Worte Gottes. nicht ist, nicht nehme! Gewinn' nach wir sollen leben, ich was mit meiner Hand; So deinen Willen offenbart, werd' es nüßlich angewandt, Und ganz von einer andern Art nicht auf Pracht und Hoffart! Als menschliche Gefeße. 9. Hilf, daß ich meines 2. An äußerlicher Ehrbarkeit Nächsten Ehr' Zu retten, Sorge Läßt es sich nicht genügen. G trage; Schmach und Verach- fordert größre Heiligkeit. Nicht tung von ihm fehr'; Nichts schlagen, tödten, lügen, Nicht Böses von ihm sage! Aufrich- fluchen, stehlen, unfeusch seit tigkeit, Herr, sei mein Theil! Ist etwas; doch damit allein Erfülle mich mit wahrem Gräul Ist es noch nicht erfüllet. Am Lügen und am Lästern! 3. Es fordert, daß Leib, Seel 10. Laß meines Nächsten und Muth Sich im Gehorsam Haus und Gut Mich fündlich üben, Und daß wir dich, daß nicht begehren! Was aber mir höchste Gut, Aus allen Kräften vonnöthen thut, Das wollst lieben. Es will, daß, wie du du mir bescheren; Doch, daß heilig heißt, Auch unser Her es niemand schädlich sei, Ich und ganzer Geist Durchaus auch durch deine Huld dabei geheiligt werde. Ein ruhigs Herz behalte! 4. Es soll bei wahrem Weiß heitslicht Der Liebe Feuer bren nen. Kein Mangel soll an unfrer Pflicht Bemerket wer den können. Es soll gar keine Herzen gern erfüllen; Doch böse Lust, Kein arger Trieb fühl' ich wohl, was mir gebricht, in unsrer Brust Und wie ich das Geringste nicht nur heimlich, regen. Vermag aus eignen Kräften. 11. Ach, Herr! ich wollte deine Recht' Und deinen heilgen Willen Denn das gebührt mir, deinem Knecht, Von Sich, aud 12. Ach, gieb du mir von dei nem Thron, O Vater, Gnad' und Stärke! Bereit' mich, Jesu, Gottes Sohn, Zum Thäter guter Werfe! Oheilger Geist, hilf, daß ich dich Von gan zem Herzen, und als mich Auch meinen Nächsten liebe! 5. Kannst du, o Mensch, auf solche Art Wohl das Geseß er füllen? Du siehst darinnen offenbart Des Allerhöchsten Willen. Allein wie voll von Sclaverei, Wie träg', ma todt dein Wille sei; Das wirt du leichtlich fühlen. D. Denike. 6. Ja freilich, da der soll ge schehn, Kann niemand auf der Erden Vor Gott nach dem Ge Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. segz bestehn, Gerecht und selig 319.Her der Welt bist zu schwach; Es brand err! dein Gefeß, das werden. Es ist zu hoch; du drauet Richtschnur haft gegeben, Das denen Fluch und Rach', Die du Zur du zur Regel vorgestellt, Wo es nicht völlig halten. Von dem Worte Gottes. 215 7. Drum eile mit gebeugtem| merken. Würdig wandle ich Sinn So wird dein Herz also Dir, dem Evangelio. 5. Nun, ich leb' und sterbe drauf, Diese Lehre zu bekennen. Keine Schande hält mich auf, Dieses meinen Ruhm zu nennen: Jesus bleibt mein Eigenthum Und sein Evangelium! B. Schmolck. 1 gestillet! 3u deinem treuen Mittler hin, Der das Geseß erfüllet! Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den Gehorsam gläubig an Zur Tilgung deiner Schulden! 8. Laß aber auch in deinen Geift Dir sein Gefeße schreiMel. Jesu, meine Freude. ben; Thu' alles willig, was illig, was 321. Wor ort aus Gottes Munde, Wort es heißt! Wenn Mängel übrig bleiben, So rechnet Gott sie dir nicht an. Was Jesus für dich hat gethan, Erseßt das, was dir fehler. J. J. Rambach. Mel. Jesus, meine 3uversicht. 320. Süßes Evangelium, Das wie Lebensmanna schmecket, Und mir Chrifti Priesterthum Durch viel Klar heit aufgedecket; Du bist meines Glaubens Ruhm, Süßes Evangelium! vom Friedensbunde, Evangelium! Bald, da wir gefallen, Ließ dich Gott erschallen. Du bist unser Ruhm, Gottes Kraft, Die Glauben schafft, Gute Botschaft, uns zum Leben Von Gott selbst gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen, Gott! bestimmet hat, Was sonst dunkle Schatten Vorgebildet hatten; Das vollführt dein Rath. Daß dein Eid Dich nicht gereut, 3eigst du nun; in Jesu Namen Wird es Ja und Amen. 2. Du bist eine Gottestraft, Seligmachend, die da gläuben. 3. Alles ist vollendet. Gott Es fann deine Wissenschaft hat den gesendet, Der verheiJesum mir in's Herze schreiben. der Schriften Glanz und Jesus ist allein dein Kern Und Ben war. Jesus, der sein Leben ich wirklich dar. Ja, er hat Wollte für uns geben, Stellt Des Höchsten Rath Ganz vollbracht, und lebt in Ehre. Ach, erwünschte Lehre! Stern. 3. Ei, so zeige Jesum mir, Wie er hat gelehrt, gewandelt Und mit seinen Wundern hier Als Messias wohl gehandelt, Bis sein Sterben mich zuleßt In den Gnadenstand versetzt! 4. Da uns Strafen drohten, Was für frohe Boten! Trostreich ist ihr Mund, Lieblich ihre Füße, Ihre Lehren süße. Welch 4. Dieses alles soll in mir ein theurer Bund! Gottes Huld Meinen schwachen Glauben stär- Tilgt unsre Schuld, Und wer fen; Meine Pflichten will ich ihn mit Glauben ehret, Wird mir An dem Vorbild Jesul von ihm erhöret. 216 Von dem Worte Gottes. 5. Auf, und wehrt den 4. Was Gott dir im Gesez Schmerzen! Kommt, ihr, deren verspricht, Wird dir nicht zuges Herzen Das Geseß zerschlug! Kommt zu dessen Gnaden, Der, für euch beladen, Alle Schmerzen trug! Jeju Tod Versöhnt euch Gott, Der euch nun als Vater liebet, Und die Schuld vergiebet. wendet, Es sei denn, daß du deine Pflicht Vollkommen haft vollendet. Was Christi Gnade uns verheißt, Wird dem, der gläubig sich beweist, Frei und umsonst gegeben. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Jhm mich ganz erge ben, Ewig treu ihm sein. So werd' ich Auch einst durch dich, O mein Heiland! selig sterben Und den Himmel erben. 5. Was das Gesetz dem Sün der dräut, Das schlägt ihn gänzlich nieder; Das Evange lium erfreut, Und heilt die Wunden wieder. Spricht senes nur vom Zorn und Fluch; So zeuget Gottes Gnadenbuch Von Seligkeit und Leben. H. E. Hecker. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 6. Dort deckt man dir dein Elend auf; Hier schallt es vom Erbarmen. Dort schilt man dei 322. Gefes und Evangenen Lebenslauf; Hier tröstet lium Sind beide Gottes Gaben, Die wir zu unferm Christenthum Beständig nöthig haben. Doch ihrer bei der Unterschied Ist merklich; und denselben sieht Nur der recht, den Gott leitet. man dich Armen. Dort zeigt und draut man Fluch und Tod Hier zeigt man Rath für jede Noth Und wirket Geist und Leben. 7. Was des Gesetzes Buch stab' dräut, Gehört für rohe Herzen Und Heuchler, die in Sicherheit Mit Sünd' und Strafe scherzen; Des Gnaden wortes heilsam's Del Gehört für eine solche Seel, Die ihr Verderben fühlet. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, Ist schon in's Herz geschrieben. Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, Mußt' er erst selbst entdecken. 3. In dem Geset wird unsre Pflicht Uns ernstlich vorge tragen; Das Evangelium kann nicht, Als nur von Gnade, sagen. Das zeigt dir, was du thun follst, an; Dies lehrt, was Gott an dir gethan. Das fordert; dieses schenket. 8. Wenn jenes seinen Zwed erreicht, So hört es auf zu flu chen; Sein Zwang, sein Blis, sein Drohen weicht, Sobald wit Gnade suchen. Es treibt zum Kreuz des Mittlers hin. Wenn ich mit dem vereinigt bin, Er quickt dies meine Seele. 9. Mein Gott, laß diesen Unter schied Mich besser noch erfahren; Nach Sündenangst laß Trost und Von dem Worte Gottes. 217 Fried' In mir sich offenbaren! So viel dein Heil verlangt. Schreckt mich doch des Gesetzes Gott ist's, der Weisheit giebt, Fluch; So hilf, daß ich die Wenn man sie redlich sucht, Gnade fuch', Die Jesus mir Ulnd aus Gewissen übt. erworben! 5. Lies, frei von Leidenschaft Und ledig von Geschäften, Und sammle deinen Geist Mit allen seinen Kräften! Des Abends stille Ruh', Des Morgens Heiterkeit Und dann der Tag des Herrn Sei stets der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starter Spruch; So ruf ihn, dir zum Glücke, Des Tages in dein Herz Im Stillen oft zurücke! Mel. O Gott, du guter Gott. 323. Soll dein verderbtes Empfinde seinen Geist, Und stärfe dich durch ihn In der Entschlossenheit, Das Gute zu vollziehn! Herz Zur Heiligung genesen, Christ, so ver säume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen! Bedenke, daß dies Wort Zum Heil der ganzen Welt Den Nath der Seligkeit, Der Gott gefiel, enthält! 2. Merk auf, als ob dir Gott, Dein Gott, gerufen hätte; Merk' auf, als ob er selbst Zu dir vom Himmel redte! So lies! mit Ehrfurcht lies, Mit Lust und mit Vertraun Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbaun! 7. Um tugendhaft zu sein, Dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut! Dann wirst du inne werden, Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort verstehn, Dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnisvoll, So laß dich dies nicht schrecken; Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt; So glaube, was er spricht, Nicht, was dein Wiz begehrt! 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen ,, Ift Ruhm; und die Vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Ist der Geschöpfe Pflicht, Und weise Demuth ist's, Das glauben, was Gott spricht. 10. Gieb aus dem Evangelio Mir Kräfte, dich zu lieben, llnd als dein Kind mich frei und froh In dem Gesetz zu üben! Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht Mit Heiligkeit und Zuversicht In Lieb und Glau3. J. Rambach. ben leiste!. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gieb, daß ich dein Gebot Für dein Wort ewig halte, Und laß mich deinen Rath Empfindungsvoll verstehn, Mich stets das Göttliche In deiner Lehre sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilige Buch; Lies oft! du wirst es fassen, 218 Von dem Worte Gottes. 10. O laß dich, frommer 3. Dein Wort bleibt ewig Christ, Durch keine Zweifel wahr; Laß mich's von Herzen fränken! Hier bist du Kind; glauben, Und Ungehorsam mit doch dort Wird Gott mehr Desselben Trost nicht rauben! Licht dir schenken. Dort wächst Wer hier nach deinem Wort Ge mit deinem Glück Dein Licht wissenhaft sich hält, Der kommt in Ewigkeit, Dort ist die Zeit zum wahren Glück des Schau'ns, Und hier des J. S. Diterich. Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Hier und in jener Welt. Und ſiehst du Dunkelheiten, So 325. Gott, durch den laß dich Der sind leben, Deine Güte sei gepreist, Daß du uns dein Wort gegeben, Das den Weg zum Himmel weist; Das uns unsre Pflichten lehtt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein Leiden drücket, uns mit seinem Trost erquicket! mehr als du sieht, leiten! Ein forschender Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein Herz, durch Kreuz geübt, Hebt manche Dunkelheit. 12. Halt' fest an Gottes Wort! Es ist dein Glück auf Erden, Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott! Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. C. f. Gellert. 2. Gieb, daß wir es herzlich lieben; Ernstlich, ohne falschen Schein Schein Des Das darin Befohlne üben, Und nicht bloße Heuch ler sei'n! Denn wer deinen Willen weiß, Und ihn doch nicht thut mit Fleiß, Der ist ärger, als die Heiden, Und wird doppelt Streiche leiden. 3. Darum präge deine Leh Sohnes Lehre! Gieb, daß ich sie ren Tief in unsre Seelen ein; auch gern, Mit Fleiß und An- Laß uns sie mit Nußen hören, dacht, höre! Ja, mache selbst Und derselben Thäter sein! Treib mein Herz Von Vorurtheilen rein, Und laß dein Wort mein Licht Auf meinen Wegen sein. 2. uns dadurch kräftig an, Daß wir dich vor jedermann Froh bekennen, findlich lieben, Und mit Sünden nie betrüben! Laß mich im Forschen doch Die Wahrheit nie verfehlen, Mich nie, was schädlich ist, Als wahres Heil erwählen! Leit', Allerhöchster, selbst Den forschenden Verstand! So wird, was du mich lehrst, Auch recht von mir erkannt. Mel. O Gott, du höchster Geist. 324. Gelobet feist du, Für deines 4. In der Sünden Finster nissen Sei dein Wort uns stets ein Licht; Laß uns Trost dar aus genießen, Wenn es uns an Troft gebricht! Es versüß' und jede Roth, Es erquick' uns auch im Tod Durch die Hoffnung, Von dem Worte Gottes. 219 ganz zu schauen, Daß wir deiner| nicht, Wenn uns dein göttlich Wahrheit trauen! C. F. Weiße. Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Von jeher hast du ausge326. Selig find, Gott! die fandt Propheten, deine Knechte, D, dein Wort Hören und zugleich bewahren. so laß auch immerfort Dieses Glück mir widerfahren, es mich zum Guten stärke Und ich seinen Trost vermerke! Die machten in der Welt bekannt Dein Heil und deine Rechte. Zulett kam felbst dein eigner Sohn, Daß Bater! von des Himmels Thron, Uns deinen Rath zu lehren. 2. Drück' es selbst dem Herzen ein! So wird nichts es daraus rauben. Selig werd ich hier schon sein, Auch bei 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verblei ben, Und gieb uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte einem dunkeln Glauben, Bisgläuben, Daß wir's annehmen dereinst, nach diesem Leben, jederzeit Mit Ehrfurcht, Treu' Hellres Licht mich wird um- und Willigkeit Als Gottes, nicht geben. B. Schmolck. der Menschen! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Hilf, daß der Frevler fre327.11nser Gott! wir dan- cher Spott Uns nicht vom Wort fen dir, Daß du abwende! Denn du bist ein geuns dein Wort gegeben. Gieb rechter Gott, Und strafft gewiß uns Gnade, daß wir hier Auch am Ende. Erweck' uns durch darnach rechtschaffen leben! Gieb der Wahrheit Kraft, Und was dem Glauben solche Stärke, Daß fie Gutes in uns schafft, Das er thätig sei durch Werke! laß uns treu bewahren! 2. Uns, o Vater! lehreft du, Was wir thun und glauben sollen. Schenk uns deine Kraft dazu; Gieb zum Wissen auch das Wollen, Und zum Wollen das Vollbringen! So wird alles wohl gelingen. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, Daß wir dein Wort recht fassen; Zu feiner Zeit, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht je lassen! Laß uns nicht Hörer nur allein, Laß uns zugleich auch Thater sein, Frucht hundertfältig bringen! 3. A. Haßlocher. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 6. Das Korn am Wege wird sofort Von Vögeln weggenom328. Wir Menschen sind men; Auf Fels und Steinen zu dem, o Gott! kann das Wort Nie recht zum Was geistlich ist, untüchtig; Wurzeln kommen, Und wenn Dein Wesen, Wille und Gebot es unter Dornen fällt, Kann Ist viel zu hoch und wichtig. Sorg' und Wollust dieser Welt Wir wissen's und verstehen's Bald seine Kraft ersticken. 220 Von der 7. Geist Gottes, mach' du selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten Lande, Daß wir, an guten Werk reich, In unserm Amt und Stande Das thun, was uns dein Wort gebeut, Und, frei vom Dienst der Eitelkeit, Des Glaubens Kraft beweisen! 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der Sünder Weg vermei den! Gieb, daß wir halten fest an dir Im Wohlstand, wie im Leiden! Rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt! Hilf uns, die Sor gen dieser Welt Und böse Lüste dämpfen! Tanfe. 9. Erhalt' uns dein Wort klar und rein, Und laß es unsern Füßen Ein Licht auf unsern Wegen sein! Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, Daß wir im Leben und im Tod Beständig auf dich trauen! 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', O Gott, sehr weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß und deine Lehr' Erleuchten mög' und leiten! Dheilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken immerfort Lieb', Hoffnung, Tren und Glauben! D. Denicke. Von der Taufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan.| Als sich derselb' uns offenbart, 329. Chrift, unser Herr Deß sollen wir uns freuen. und Heiland, kam Nach seines Vaters Willen Zum Jordan; er empfing und nahm Die Tauf', ihn zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden; Wir sollten Heil und Trost und Gnad' In seinen Wunden finden. Es galt ein neues Leben. Gott sprach: Dies ist mein lie ber Sohn; Er ist mein Wohl gefallen, Verheißen auch vot Älters schon Zum Herrn und Heil euch allen. Ihn hört und seine Lehre! 4. Wie da mit seinem Sohn und Geist Der Vater sich ver flärte, Als Chrift, dein Hett 2. So höre denn und merke deß du dich freust, Getauft zu wohl, Wer sich zu ihm bekennet, sein begehrte; So will er mit Was der vom Taufen glauben dem Sohn auch hier, Mit sei soll, Und was Gott Taufe nem Geist auf Erden Durd nennet! Sie ist ein Bad der seiner Taufe Gnad' an dir Und Heiligkeit, Und nicht allein uns verherrlicht werden, Zu Kin schlecht Wasser; Wir werden dern uns erklären. ihm durch sie geweiht, Denn 5. Zu seinen Jüngern sprad was ist bei dem Wasser? Sein Wort und Geist und Gnade! der Herr: Geht hin, die Welt zu lehren! Gerettet soll nun werden der, Der sich zu Gott 3. Sein eingeborner Sohn selbst will fehren. Wer glaubt an ward Getauft, sie einzuweihen, mich und wird getauft, Soll Von der Taufe. 221 dadurch selig werden, Von mir| aller Gnade Ward mein im zu Gottes Kind erkauft, Geheiligt schon auf Erden, Den Himmel dort zu erben. 6. Wer mich verschmäht, an mich nicht glaubt, Wird keine Gnade finden, Bleibt schuldig des Gerichtes, bleibt Im Elend seiner Sünden. Der Straf' entrinnt er ewig nicht Durch eigne gute Werke; Dennzur Erfüllung seiner Pflicht Fehlt's ihm an Licht und Stärke. In Sünd' ist er geboren. Wasserbade. 2. Ich bin getauft; der Sündenschuld Will Gott nicht mehr gedenken. Er will, voll väterlicher Huld, Ein ewigs Heil mir schenken. Sein Vatersinn Weiß, was ich bin; Ich bin nicht mehr verloren, Ich bin aus ihm geboren. 3. Ich bin getauft; nun fann der Tod, Nun soll er mich nicht schrecken! Mein Trost ist, wenn das Grab mir droht: 7. Dein leiblich Auge sieht Gott wird mich auferwecken! allein, Wie Menschen Wasser Voll Freudigkeit Wart' ich der gießen; Der Glaube dringet Zeit, Wo ich als Gottes Erbe tiefer ein, Sieht Jesu Wunden Getrost und selig sterbe. fließen. Sein Blut macht rein; 4. Ich bin getauft; Gott Sein Blut befreit Von Adams ist mein Freund. Geheiligt Schuld und Sünde Und eig- ihm auf Erden, Soll ich auch ner Ungerechtigkeit, Daß der einst, mit ihm vereint, Des noch Gnade finde, Wer sich Himmels Bürger werden. Nur will helfen lasſen. wer nicht gläubt Und fündig bleibt, Den wird er einst verdammen. Mich wird er nicht verdammen. 8. Von ganzem Herzen dank ich dir Für deine Treu' und Liebe; Jesu, sei du stets bei mir Und heilge meine Triebe! Laß, da du mich haft durch die Tauf In's Gnaden reich genommen, Mich so stets führen meinen Lauf, Daß ich auch möge kommen zu dir, in's Reich der Ehren! M. Luther. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Ich 6. Ich bin getauft, und Gott 330. dh bin getauft, und verheißt, Mein Herr und Gott in Soll ich, o Vater, kommen; Bin frei vom Fluch, und auch zugleich Zur Kindschaft aufgenommen. Was der erwarb, Der für mich starb, Der Reichthum zu An Vater, Sohn und Geist, Will ich beständig gläuben. Ich will forthin Die Sünde fliehn, Und mich zu guten Werken Durch Jesu Gnade stärken. 5. Ich bin getauft; mich trifft fein Fluch, Gott wird sein Reich mir geben. Geschenkt durch ſeiner Gnade Spruch Ist mir ein ewigs Leben. Wer standhaft gläubt Und heilig bleibt, Soll nicht verloren gehen, Soll einst sein Antlig sehen. 222 Von der Taufe. 7. Ich bin getauft; bewahre| Jünger leben, Daß auch ich, mich, Mein Gott, in deiner wenn ich einst sterbe, Das Liebe! Hilf meiner Seele, daß verheißne Leben erbe. sie sich In jeder Tugend übe! H. 3. Werenberg. Gieb, daß an mir Sich für und für Die Taufe, dir zum Mel. O Gott des Himmels und u. Preiſe, In voller Kraft erweiſe! 332. Ich bin getauft nad 8. bin höchste Gut, Gott selbst, ist Vater! deinen Sohn und Geist nun mein eigen. Der Geist, So zu bekennen und zu ehren, das Wasser und das Blut Sind Daß Herz und Mund und That seiner Treue Zeugen. Von dich preist, Und dann des Gott erkauft, Auf Gott getauft, Glücks, ein Christ zu sein, Mich Will ich auch Gott vertrauen. hier und ewig zu erfreun. Sein Antlig werd' ich schauen. €. Liebich. 2. Durch diese Stiftung dei ner Gnade Ward jedes Recht der Christen mein; Du weihtest mich in diesem Bade Zu deinem Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 331. Mein Erlöser, der Kind und Erben ein, Und tha du mich Eigenthum erkaufet! Jünger bin auch ich Dir zum test in der Folgezeit An mir Als dein noch mehr Barmherzigkeit. Vormals 3. Es öffnete mir das Ver auf dein Wort getaufet. Stärfe ständniß Durch's Evangelium mich, wie du, zu handeln, Als dein Geist. Er leitete mich zur ein wahrer Chrift zu wandeln! Erfenntniß, Wie man dich 2. Laß mich, Jesu, dir ge- würdig ehrt und preist, Und weiht, Stets auf meinen Tauf welches Heil dein Gnaden bund achten, Und dies in der rath Dem, der dich ehrt, be Prüfungszeit Als mein größ- reitet hat. tes Glück betrachten, deinen heilgen Willen lich suche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm Kann uns nicht im Tode trösten. Nur ein wahres Christenthum Führt zur Bonne der Erlösten, Läßt, wenn wir im Glauben sterben, Uns des Himmels Freuden erben. Daß ich 4. Daß nicht, vom Leichtsinn Treu- hingerissen, Undankbar dich mein Herz vergaß, Erinnertest du mein Gewissen An seine Pflicht ohn Unterlaß, Und wecktest mich zum Tugendlauf Durch deine Wahrz heit mächtig auf. 4. Allem, Herr! was dir gefällt, Will ich denn mich ganz ergeben, Und, entfernt vom Sinn der Welt, A18 dein treuer wahres Wohl gewacht! 5. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, Die mir, noch eh' ich dich gekannt, Aus freiem vaterlichen Triebe Schon so viel Guted zugewandt! Wie huldreich haft du mein gedacht. Und für mein Von der Taufe. 223 6. Wie sollt' ich dich denn Christen sein. Weih' du es in nicht verehren? Nicht dir ein dem Wasserbade Zu deinem Kind Herz voll Liebe weihn? Nicht und Erben ein! O selig, fennt gern auf deine Stimme hören? es einst den Werth Des Nicht findlich dir gehorsam Glücks, daß es dir angehört! sein? Was dich entehrt, sei fern von mir; Geheiligt sei mein Leben dir! C. F. Neander. mel. Nun lob', mein' Seel' den 2c. 7. ftehe nur mit deinem 334. 3um wahren ChriGeiste, Wie du verheißen hast, mir bei, Daß ich, was ich versprech', auch leiste; Und treulich dir ergeben sei! Und fehl' ich, so verwirf mich nicht, so verleih' Mein Gott, von deinem An- stes Triebe, geficht! stenthume Ist die ses Kind nun Gott geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, O Vater der Barmherzigkeit! Verlängert deine Liebe Sein Leben, Durch deines GeiDaß es, dir immer hohen Werth der treu, Den 8. Erwecke mich durch deine Tugend Schon früh empfinden Gnade Zum steten Ernst der lern'! Es ziere seine Jugend Besserung, Und leite mich auf Die Lust an Gott dem Herrn! ficherm Pfade Des Glaubens und der Heiligung! Gott mei nes Heils, sei ewig mein, Und laß mich stets den Deinen sein! 3. 3. Rambach. 2. Auch wir sind Gottgeweihte, Durch unsre Taufe Gott geweiht. Dies Glück entflamm' uns heute Zu Lob und Preis und Dankbarkeit; Erweck' uns Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. zum Vertrauen, Mit findlich 333. D nicht die kleinen, aufzuſchauen, Zu unſerm Vater wiesest, Sinn Gen Himmel Die dir die Aeltern brachten, ab; Nahmst Kinder auch an für die Deinen, Und sahst voll Huld auf sie herab. Laßt, sprachst du, laffet fie zu mir, Und wißt: Das Himmelreich ist ihr! hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein Wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten Pflicht! 3. Du, Vater von uns allen, Olehre du uns selber 2. Dir sei auch dieses Kind thun Nach deinem Wohlgeempfohlen! Du nimmst es auf; Dein Wort ist wahr. Wir bringen's, wie du selbst be fohlen, Dir in der heilgen Taufe dar. Ach segne, Vater, Sohn und Geist, G8, wie fallen; Laß deinen Segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem Leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben; Verleily' uns nur alsdann Die besten deiner Gaben, Daß wir dein theures Wort verheißt! durch Jesum Chrift Theil an dem Erbe haben, gänglich ist! 3. Durch dieses Siegel deiner Gnade Wird jedes Recht der Das unverC. F. Neander. 224 Von der Taufe. Mel. Allein Gott in der Höh' sei c.| Tag des heilgen Bundes! Gott 335. Die hier vor deinem widm' ich heut' Beständigke Antlig stehn, Sind Des Herzens und des Mundes Jesu Christi Glieder. Blick, 2. Herr, sieh' auf mich, Sie wenn vereint wir für sie flehn, väterlich Auf mein Gelübd' da Erbarmend auf sie nieder! Gieb Treue! Verleihe mir, Daß id ihnen, Vater, Sohn und Geist, mich dir Von ganzem Herzen Das Gute, was dein Wort weihe! verheißt, Im Leben und im 3. O Gott voll Huld, Wie Sterben!viel Geduld Hast du mit dei 2. Sie kennen, Vater! deinem Kinde! Du trugest mich nen Sohn, Und dessen heilge Obwohl ich dich Oft fränket Lehren. Ist Freude, Gott, vor durch Sünde. deinem Thron, Wenn Sünder 4. Ich will forthin Mit Ern sich bekehren; Wie groß ist unsre sie fliehn, Und deine Wege gehen. Freude nun, Da diesedas Gelübde Herr, segne mich! Behüte mich. thun, Dir treulich anzuhangen! Laß mich dein Antlig sehen! O, laß sie nimmer zum Gericht Dein heilig Mahl em- mel. Mitten wir im Leben sind. pfahen! Laß fie in Glaubens3. C. C. Sturm. zuversicht Sich stets demselben 337. Stärke, Jeſu, ſtärk nahen! Dies stärke sie in aller Noth, Dies reiz' sie, Jesu Christi Tod zupreisen durch ihr Leben! Deine erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich Unaussprechlich trösten! Wach' über ihre Seele! Sie stehn und schwören alle dir: Herr! dein Eigenthum sind wir Heilger Schöpfer! gieb; Heil ger Mittler! gieb; Heilger LehDreieinger sich Lüste regen; Laß sie hinauf rer, Tröster! gieb; auf Jesum sehn, Die Welt mit Gott! gieb, Daß sie nie ver ihrer Lust verschmähn, Behargessen ren bis an's Ende! Ihr Gelübd', dir treuz Dir, ihrem Heiland! fein, 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf Die Lust der Welt entgegen; Hilf ihrem schwachen Glauben auf! Wenn dann 2. Ach, wie viele schwuren Fest an dir zu halten! 5. Den großen Lohn der Ewigfeit, Die Herrlichkeit dort oben, auch, Zeig' ihnen, die auf alle Zeit Aber treulos ließen sie Ihre Jeht Treue dir geloben! Der Lieb' erfalten. Verderben wat Blick müss' ihnen Kraft verleihn! ihr Ende. Beständig laß dit Herr, segne fie! denn sie sind diese sein, die sich jest dit dein; Erhalt' sie in der Wahrheit! ernstlich weihn! Heilger Scho T. G. v. Hippel. pfer! gieb; Heilger Mittler! Mel. Ach Gott und Herr, wie z. gieb; Heilger Lehrer, Tro 336. du für mich, Ogieb, Daß sie in der Tugend 225 schon der Tugend weihn. Sieh', dieser Tag foll Zeuge sein! 3. Locken wird sie zwar die 3. Hab ich schon öft das Welt, Herr! zu ihren Lüsten; Wort gebrochen, Das ich dir Doch du wollest fie mit Kraft in der Taufe gab; Hab' ich Aus der Höh ausrüsten! Laß zwar Behrung oft versprochen, streiten sie und stegen! Die Und ließ doch nicht vom Bösen Triebe zut verbotner Luft ab; Herr! reuvoll denk ich Dämpfe früh in ihrer Brust! nun daran. Nimm gnädig Heilger Schöpfer! gieb; Heil- dies Versprechen an: ger Mittler! gieb; Heilger Lehrer, Tröfter! gieb; Drei einger Gott! gieb, Daß fie ihre Feinde, Alle Hasser ihres Heils, Gut überivinden! Von der Taufe. Durch Vertraun auf Jesu Tod Sich immer stärfen! 4. Nie will ich wieder treulos werden, Nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, feine Luft der Erden, Kein Unglück foll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt, weich', Sünde, weich! Gott hört es; jeßt entfag" ich euch. 4. In der Todesnoth laß fie, Deine Theu'rerlöften, Deren Glaube standhaft blieb, Deine Gnade trösten! Laß sie in Friede 5. Ja, fa, Gött höret mein sterben, Und führ' sie einst mit Versprechen; Tief sieht er in mein uns zugleich In dein unver- Herz hinein. Würd' ich, was gänglich Reich! Heilger Schö- ich gelobe, brechen, So würde pfer! gieb; Heilger Mittler! mein Gewissen schrei'n. Und gieb; Heilger Lehrer, Tröster! fürzte Gott mir dann mein Ziel, gieb; Dreieinger Gott! gieb, O, so geschäh' mir nicht zu viel. Daß sie nie vergessen Ihr Gelübd', dir treu zu sein, Dir, ihrem Heiland! B. Münter. 6. Regiere du, o Gott, mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, Daß dir mein Wandel ganz ergeben, und deinem Willen folgfam fei! Denn ohne dich ist immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. Mel. O Gott des Himmels und der ic. 338. Herr! err! dir gelob' ich neue Treue Und neuen Fleiß im Christenthum; 7. Einst werd' ich, Herr! vor Dir, Jesu! geb' ich mich auf's deinem Throne Mich dieses Tags neue Zu deinem fteten Eigen des Bundes freun. Geschmückt thum; Von deinem guten Geist mit jener Siegeskrone, Werd' allein Will ich hinfort gelei- fich dann ewig selig sein. O welch tet ſein. ein Heil! wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin, dein, dein bin ich! C. C. Sturm. 2. Nimm, Bundes- Gott, von deinem Kinde Die dir gelobte Treue hin! Versuchet mich hin Met. O Gott des Himmels und der ic. fort die Sünde, So will ich ihre 339. Getauft bin yan mich deinen Namen, 15 226 Von der Taufe. Gott, Vater, Sohn und heil- Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh'. ger Geiſt! Gezählt bin ich zu 340. Ach, daß ich Gottes Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein nie so findlich dankte, Als vás Glück wird dadurch mein! Laß, terlich er sich bewies; So oft Herr, mich deß auf ewig freun! im Glauben wanfte! Oft war 2. ich weder falt, noch warm; Hielt mich für reich, und war doc arm, Bei seiner Langmuth sicher. Du hast mich für dein Kind erkläret, Mein Vater! und ein selig Theil Hast du, Sohn Gottes! mir gewähret An dem von dir erworbnen Heil; Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes! selbst mein Bei stand sei. 2. Der Gnadenzeit uneinge denk, Vergaß schon meine Ju gend Der Taufe göttliches Geschenk Und ihren Ruf zur Tugend. Ich dachte nicht an ihren Bund, Und baut auf Mein einen eiteln Grund Glück und meine Hoffnung. 3. Zwar Gott nahm meiner stets fich an. Ich that nicht, was ich sollte. Wie oft entwich ich von der Bahn, Die er mich füh ren wollte! Wie hab' ich ihn so oft betrübt! Doch hat er mich so sehr geliebt Und meiner nie vergessen. 4. Jch, meines Vaters Zucht entflohn, Empfind' jeßt in detr Wüste, Getäuscht wie der ver lorne Sohn, Die Strafen mei ner Lüfte. Ich will zu meinem 5. Ich gebe, o mein Gott, Vater gehn, Will meine Thors auf's neue Mich ganz zu dei- heit ihm gestehn; Er wird sich nem Opfer hin. Erwecke mich mein erbarmen. 3. Die Liebe ist nicht zu er meffen, Die du, mein Gott! mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, Dazu ich felbst mich dir verband, Als du in deinen Bund mich nahmst Und mir mit Heil entgegen famst! 4. Du bist getreu; auf deiner Seite Bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, Läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du Klopfst an mein Gewissen an, Und lockst mich auf die rechte Bahn. zu neuer Treue, Und bilde mich nach deinem Sinn! Weich', eitle Welt, o Sünde, weich'! Gott hört es; jeßt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, Mein Vater, und be wahre mich, Daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, 6. Sein Blut, fein Tod ist fei ewig mein, Und laß mich stets mein Gewinn, Sein Kreuz der dein eigen sein! 9. J. Rambach. Gnade Zeichen. Eh, Vater! fals 5. Gott, führe mich nicht in's Gericht, Laß mich Ver gebung finden! Gedenke mei ner Thorheit nicht, Noch mei ner schweren Sünden! Gedenk an deines Sohnes Tod; Ge denke seiner Angst und Noth! Er hat für mich gelitten. Vom Abendmahle. 227 len Hügel hin, Eh' müssen Berge| richte! Dann ehret meine Bes weichen, Bevor dein Bund des Friedensfällt, Bevor der Heiland aller Welt Mühselige verstößet. rung dich Durch wahrer Buße Früchte. Ach, leb' ich dir, Herr Jesu! hier; So sterb' ich, wenn 7. Vertritt denn, o mein Hei ich sterb', auch dir. Dein bin ich land, mich Im göttlichen Ge- todt und lebend. 3. C. Eberwein. Vom Abendmahle. Mel. Herr Jesu Christ, mein's c.| und Liebe zier'; Und was sonst 341. Jefu Chrifte, Got ist von Tugend mehr, Das tes Lamm, Der pflanz' in mich zu deiner Ehr'! du aus Lieb' am Kreuzesstamm 8. Gieb mir, was meiner Zur Tilgung meiner Sünden- Seele nüßt, Und mich vor dem last Den schwersten Tod er duldet haft! Verderben schützt! Du bist mein Heil; laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für! 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit Kraft, Damit ich glücklich Welt und Sünd' Im Glauben an dich überwind'! 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, Gebeugt durch manchen Sündenfall; Doch meines Her zens Zuversicht Steht, Herr, zu dir, verwirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, Der Reuerfüllten Troft ertheilt, Und zur recht schaffnen Heiligkeit Den Schwa chen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu! bitt' ich dich: Von meinen Sünden beile mich mach' in mir das Gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen sein! 5. Erleuchte durch dein Wort- mein Herz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner Lieb' erinnre mich 6. Gieb, daß ich's mir zum Heile thu', Zur Fördrung mei ner Seelenruh', Zur Stärkung in Heiligung Und wahrer Lebensbesserung! 7. Tilg' alle Laster aus in mir; Mein Herz mit Glaub' 10. Dein freue meine Seele sich, Mein ganzes Leben preise dich; Den guten Vorsaß, den ich hier Erneure, mache fest in mir! 11. Gieb, daß ich treu fei meiner Pflicht, und mich nach deinem Willen richt'! So bring' ich christlich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst! In deinen Himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich An deiner Güte freue mich. 3. Heermann. mel. Wachet auf, ruft uns die ic. 342. Herr, u well 130 du wollst uns selbst bereiten Zu deines Mahles Seligkeiten! Sei mitten unter uns, o Gott! Leben, Leben zu empfahen, Laß uns dir 228 Pom Abendmahle. jetzt recht würdig nahen; Durch| Vaters Gnade! Hilf, denn ich dich vergessen Sünd' und Tod! bin sein Kind durch dich, Hilf Nur, von der Sünde rein, Sind mir, daß nichts mir schade; wir, o Mittler! dein, Deine Freunde. Wen Eitelkeit, Wen Sünd' entweiht, Fühlt deines Mahles Segen nicht! Daß ich, mein Heil, durch deis nen Tod Entfündigt und ver söhnt mit Gott, Ein Erbe sei des Lebens! F. G. Klopstock. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 343.h will den Bund mit meinem Herrn Bei seinem Mahl erneuen; Ich will, von Weltgeschäften fern, Mich seines Todes freuen. Tag, wie heilig bist du mir! Wie soll ich meine Seel' zu dir, 3u meinem Gott! erheben? 6. Ich müsse, jeder Sünde feind, Dich über alles lieben, Und ernstlich mich, mit dir ver eint, In guten Werken üben! Ich müsse dir mein Leben lang, Omein Versöhner! Preis und Dank Durch Wort und Werke bringen! B. Münter. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Gewohnheit führe mich 344. Die ihr Chrifti in nicht hin, Noch der Betrug der ger feid, Theure, Sünde, Daß auch ein laster- miterlöste Brüder, Alle seinem hafter Sinn Dabei doch Gnade Dienst geweiht, Alle feines finde! Nein, mache mich, mein Leibes Glieder, Kommt, Ver Heiland, frei Von Lastern und föhnte, kommt, erneut Guern von Heuchelei, Selbst von der Bund der Seligkeit! Luft der Sünde! 3. Bekennen will ich's öffent2. Nehmt und est; das is sein Leib, In den Tod für eu lich, Dein Sterben sei mein gegeben! Nehmt und trinkt, das Leben! Dir, mein Erlöser! hab' ist sein Blut! Er vergoße ich mich Zum Eigenthum er- euch zum Leben. Schmeckt und geben. So lang' ich lebe, will sehet hocherfreut Eures Mittlers ich dein Und deiner Liebe mich Freundlichkeit! erfreun, Noch sterbend ihrer trösten. 3. Die mit voller Zuversicht Jesu, deines Heils sich freuen, Die laß stets in diesem Licht Wandeln, ewig dir sich weihen Laß ihr Herz vom Stolze rein Voll von deiner Demuth sein. 4. Demüthig laß mich meine Schuld Vor meinem Gott gestehen; Durch dich gewiß von seiner Huld, Zu ihm um Gnade flehen! Laß mich mit freudi- 4. Tröste, die in Traurigkeit gem Vertraun Nach deinem Ueber ihre Seelen wachen! Hill Kreuz, o Jesu, schau'n, Von du, Herr der Herrlichkeit! Hert Gott Vergebung Hoffend! fie glauben; hilf den Schwachen! 5. Dein Leib und Blut Die gebeugt von ferne stehn, versichre mich Von deines Können unerhört nie flehn. Vom Abendmahle. 229 5. Nehmt und est; das ist an; Du bist das Heil der sein Leib, In den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt, das ist sein Blut! Er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hocherfreut Eures Mittlers Freundlichkeit! Sünder, Haft unsre Schulden abgethan, Nun sind wir Got tes Kinder. Ich denk' an dei nes Leidens Nacht Und an das Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 3. Deß freuet sich mein Herz in mir; Du tilgest meine Sünden, Und läßt bei deinem Mahle hier mich Gnad' um Gnade finden. Du hörst der Reue sehnlich Flehn, Willst gern mich frei und glücklich sehn, Gern alle Schuld vergeben; Nur soll ich dem, der für mich starb Und mir so großes Heil erwarb, Mit fester Treue leben. 8. Nehmt und est; das ist sein Leib, In den Tod für euch gegeben; Nehmt und trinkt; das ist sein Blut! Er vergoß 4. Ja, Herr! mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch es euch zum Leben. Schmeckt deinen Tod Die Kraft zu und sehet hocherfreut Eures diesem Willen! Laß mich von Mittlers Freundlichkeit! nun an eifrig sein, Mein ganF. G. Klopstock.zes Leben dir zu weihn Und Mel. An Wasserflüssen Babylon. deinen Tod zu preisen! Laß 345.3 ch fomme, Herr! und mich den Geist der Heiligung suche dich, Müh- Durch neue wahre Besserung felig und beladen, mein Gr Mir und der Welt beweisen! barmer, würd'ge mich Des Siegels deiner Gnaden! Ich lege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh', und finde sie Im Glauben der Erlöften. 6. Hoherpriester Jesu Chrift! Du bist einmal eingegangen In das Heiligthum; du bist Als ein Fluch am Kreuz gehangen. Doch gingst du durch Schmach und Tod Hin, mit Preis gefront, zu Gott. 7. Hoherpriester! ja du bist Auch für sie dahin gegangen. Stärk' in ihnen, Jesu Christ, Wenn sie nun dein Mahl em pfangen, Ihres Glaubens Zuversicht, Daß fie frei find vom Gericht! C. F. Gellert. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 346. Mit frohem Dank hier, Dein Leiden zu besingen; Von deinem Mahle bis zu dir Mich, Jesu! aufzuschwingen. Glaube ist Da, wo du bist, Anbetend bei dem Throne, Mein 2. Dich bet' ich zuversichtlich Vor dir, des Höchsten Sohne. 230 Vom Abendmahle. 2. 3war immer groß ist Gott der Stärke, Daß ich mein Gewinn An jedem stillen von nun an williger Auf Jesu Orte, Wo ich im Geiste bei Stimme merfe, Und von ihm dir bin. Es fließt aus deinem gern Die Weisheit lern', Nadh Worte Mir Trost und Ruh' seinem Wort zu handeln, Vor In Strömen zu; Dein Leben und dein Leiden Sind stets ein Quell der Freuden. dir, o Gott, zu wandeln! 3. Auch weißt du, Herr! wie herzlich dich Die ganze Seele liebet, Und wie dein Kind so willig sich In guten Werken übet. Längst ist der Bund Mit Herz und Mund Gefnüpft; ich bin der Deine, Und du, o Freund! der Meine. 8. Daß ich die Lust bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge: Die Früchte det Gerechtigkeit In größrer Schön beit bringe! O bilde mich, Ich bitte dich, Noch mehr nach Jesu Bilde Demüthig, sanft und milde! 9. Einst fommt die Zeit, jo wahr ich hier Bei deinem Tische 4. Doch feierlich sei heut' stehe! Daß ich in Wonne, Gott, mein Danf, Und festlich diese bei dir, Jhn selbst, den Heiland, Stunden, Und laut ertöne mein sehe. Wie walltmein Blut! Wie Gesang Vom Tod, den du em- wächst der Muth Zum Hoffen pfunden! Du liebtest mich, llnd und Vertrauen! Auf Glauben gabest dich Für mich und meine folgt das Schauen. Brüder. Du starbest, lebſt doch wieder. B. Müntet. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich u. 5. Und dich, o Freund! dich 347. Gelobt seist du, Here sollt' ich nicht Vor aller Welt bekennen? Für dich und für des Dankes Pflicht nicht warm von Liebe brennen? Nicht Hand unser Gott, Ge lobt für unsers Mittlers Tod, Der uns das Heil erworben! Wie hoch hast du auch mich in Hand Zum festen Band Mit geliebt! Er, der uns ewige allen deinen Gliedern Die Liebe dir erwiedern? Leben giebt, Ist auch für mic gestorben. Mein ganzes Her frohlockt in mir; Vater! i lobsinge dir. Gieb, daß i jeden Tag auf's neu' Mid deiner Vaterhuld erfreu'! Got 6. Nein, Jesu Tod vergeß ich nicht, nicht seine Huld und Treue, Nicht meine Schuldig fkeit und Pflicht; Das schwör ich jetzt auf's neue.. Dies ist meines Heils, Sei ewig mein! mein Schwur, Gott, hör ihn sei ewig mein! Und laß mid nur! Die Liebe soll mich dringen, Ihn redlich zu voll bringen. dir stets dankbar ſein! 2. Voll froher Ehrfurcht beug ich mich Vor dir, Sohn Gottes der du dich Für mich haft hin 7. Bei deinem Mahle stärk mich, Herr, Du bist der gegeben. Es komme mir nie - Vom Abendmahle. 231 aus dem Sinn, Wie viel ich| Someine ganze Vilgrimschaft Zu dir, Herr! schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft Hat deine Liebe mir verschafft, Was mich vor dem Verderben schüßt Und meinem Geiste ewig müßt. Herr Jesu Christ, Wie liebst du mich! wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! führen und zu schließen, Daß mir dein Wort stets heilig sei, Daß ich, bis in den Tod dir treu, Mit Freuden thu', was dir ges fällt, Und dich auch ehre vor der Welt! O Herr, mein Heil, Sei stets mit mir! sei stets mit mir! So fomm' ich einst gewiß zu dir. 3. Rift. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, mel. An Wasserflüssen Babylon. Herr! zu dir: Befördre du doch 348. Du, Herr! haft aus in Barmherzigkeit Gemüthe! Mich dürstet gleich zum Denkmal deiner Gnaden, dem dürren Land Bei deiner Liebe Unterpfand Nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht. O, stärke meine Zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seist Und mich vom ewgen Tod befreist! Herr, dieser Trost Sei fest in mir! sei fest in mir! So dien' ich voller Freuden dir. Das ganze Volk der Christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühselge, kommt zu mir! Jch komme, Heiland! ja, zu dir Erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht! Sei auch mein Trost, mein. Heil und Licht! Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind 4. Zur Weisheit und Gerech weit mehr, Als ich vermag zu tigkeit, Zur Heiligkeit und Se- zählen. Ich fühl' es wohl, und ligkeit Bist du mir ausersehen. leide sehr Von Unruh' meiner Gieb, daß auf dieses Heils Ge- Seelen. Doch du bist meine winn Ich eifrig richte meinen Zuversicht; Verlaß mit deinem Sinn, Mein Streben und mein Trost mich nicht! Du siehest Flehen! Zeuch mich, mein Hei- meine Reue. Erbarmer, nimm land, ganz zu dir; Ja, durch sie gnädig an! Du bist's, der den Glauben wohn' in mir! helfen will und fann, Daß So nimmt in mir die Seelenruh' ich mein Herz erfreue. Und meines Herzens Beßrung 3. Nach deinem Trofte sehn' zu. Mein Herr und Gott, Ver- ich mich, Gebückt vor dir im laß mich nicht! verlaß mich Staube. Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser! hofft mein Glaube. Gebeugte willst du 5. Du öffnest deinen Himmel nicht verschmähn; Versprichst, den mir. Der Freuden Fülle ist bei Schwachen beizustehn, Die nach dir; Auch ich soll sie genießen. der Begrung trachten, Stets Belebe mich mit Muth und Kraft, bleibst du deinem Worte treu, nicht! So komm' ich einst nicht in's Gericht. 232 Vom Abendmahle. Und wirft ein gläubig Herz voll| Tod mir verleiht, Verführ Reu, Auch meines, nicht ver- mich nie zur Sicherheit! achten. 5. Ich übergebe mich auf's 4. Regiere nur auch fünftig neue, du, mein Herr und mich, Daß ich vorsichtig handle, Gott! an dich; Gelobe dir Und heilig, voll Vertraun auf beständge Treue Vor deinem dich, Nach deinem Willen wandle! Tische feierlich. Dein eigen Gieb, daß aus Dank für deine will ich ewig sein; Du starbst Huld In Liebe, Glauben und für mich, drum bin ich dein. Geduld Ich dir auf Erden lebe, 6. Nie will ich mich ver Bis ich dereinst in deinem Reich, Spöttern schämen Des Dien Verklärt, unsterblich, Engeln stes, den man dir erweist; gleich, Dich ewig froh erhebe! Nie mich zu einem Schritt be B. F. Köhler. quemen, Den mein Gewissen Mel. Wer nur den lieben Gott c. sündlich heißt. flöße mir Wie du, 349 er bin ich, Jesu! den Eifer ein, e zu erfüllen, Was Herr, gesinnt zu sein! du in deiner Leidensnacht Nach 7. Laß mich mit Ernst den deinem gnadenvollen Willen Zur Nächsten lieben, Und, wenn Pflicht und Wohlthat mir ge er strauchelnd sich versieht, Ver macht. Verleih' zur Uebung die- föhnlichkeit. und Sanftmuth fer Pflicht Mir deines Geistes üben! Nie komm' es mir aus Kraft und Licht! dem Gemüth, Welch eine schwere Sündenlast Du mit aus Huld erlassen haft! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Gra bes Staube Mich deiner Almacht Ruf erhebt, Wenn du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen, Mit Dank und Lob, Ges bet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen! Mein Hei land, laß es doch geschehn, Daß 4. Laß mich mit Ernst die mir zur Stärfung meiner Treu Sünde scheuen, Für welche Dein Abendmahl gesegnet ſei! du, dich opfernd, starbst; DurchD. Bruh. schnöden Mißbrauch nie entwei Mel. 3ion klagt mit Angst und 2. hen, Was du so theuer mir 350. Qafi mich, Jeju, ti t Der dein Mich zu 2. Es werde mir für mein Gewissen Dein Mahlein tröstlich Unterpfand, Daß ich, der Sündenschuld entrissen, Durch dich bei Gott Vergebung fand! So freuet meine Seele sich In deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todesschmerz Jest neuen Eindruck in mein Herz! Vom Abendmahle. 233 deinem Mahle nahn; Laß mich Mel. Allein Cott in der Höh' sei Ehr', mich dieſes Brod des Lebens Nicht 351. Id preife dich, o Herr, sch mir zum Gericht empfahn! Ach, mein Heil! Für es nähr und stärke mich, Hei- deine Todesleiden. Hab' ich an land, im Vertraun auf dich! Mächtig lent' es meinen Willen, Deinen Willen zu erfüllen! 2. Laß den Vorsag, den ich habe, Nie der Sünde mich zu freun, Unbeweglich bis zum Grabe Stark und fest und thätig sein! Wohl mir, wenn mein Herz nicht weicht! Doch der Rückfall ist so leicht. Den nur fürcht' ich und empfinde Schon von fern die Macht der Sünde. 3. Wenn sie mich von deinen Wegen Abzuführen reizt und droht, Laß mich ernstlich über legen: Welch ein Tod war Jesu Tod! Als er im Gerichte stand, Als er starb; ach, was empfand Er nicht da, von Gott verlaffen! Sollt' ich nicht die Sünde hassen? 4. Wenn ich in der Irre wandle, Geh' dumir, Erbarmer, nach, Und, daß ich nicht unrecht handle, Stärke mich! denn ich bin schwach. Trag', o Jesu, mit Geduld Meine Schwachheit, meine Schuld! Sage: Guade sollst du finden; ich tilge deine Sünden! 5. Dir will ich es ewig danken, Daß du mir so gnädig bist. Laß mich nur nicht wieder wanten, Mein Erretter, Jesu Christ! Mache selbst mich dir getreu, Daß mein Vorsaß standhaft sei, Jede Sünd' und ihre Freuden Bis an meinen Tod zu meiden! B. tünter. ihren Früchten Theil, Was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; O gieb, daß meine Seele fich Deß ewig freuen, möge! 2. Du läffest mich in deinem Tod Das wahre Leben finden.. Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Ge wissensruh, zur Berung Kraft, Das hast du, Herr! auch mir verschafft, Da du am Kreuze starbest.. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand Von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe Zum gläubigen Ver traun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr! voll Reu und Schmerz Die Lasten meiner Sünden. Laß mein vor dir ge beugtes Herz Den großen Trost empfinden, Daß du aus Gottes Vaterhuld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast Denn erworben! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd' ewig mir zum Segen; Er stärke mich mit neuer Kraft Auf allen meinen Wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden! 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, Die du mir thuft, ermessen? 234 Vom Abendmahle. Gieb, daß ich ste zu keiner Zeit| nen Frieden Sterbend mir auch Aus Undanf mag vergessen; hast beschieden. Hier fall' ich zu Gieb, daß aus ächter Gegentreu' Ich deinem Dienst ergeben sei Und dir zu Ehren lebe! deinen Füßen; Laß mich wür diglich genießen Deines Mahls, der Seelenspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise! 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach Ewig währet Und du siebst mein Herz voll Reue. Ach, 10 wollst du meinen Zähren Deine Tröstung auch gewähren, Meis ner Sünden nicht gedenken, Und mir deinen Frieden schenken! 7. Laß deines Leidens großen Zweck Mir stets vor Augen steHen! Nimm alle Hindernisse weg, Die ebne Bahn zu gehen, Die deiner Güte! mir. dein heilig Vorbild weist, deine Treue, Und die einst den erlösten Geist Zu deinen Freuden führet! 8. 3u meinem Heile hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst darnach zu streben! 5. Ja, ich hoff' auf deine Herr, mache mich dazu geschickt; Gnade, Daß sie mich der Und werd' ich einst der Welt ent- Schuld entlade, Und mit neuer rückt, Dann sei dein Tod mein Kraft zum Werte Meiner Hei Leben! ligung mich stärfe. Was du, da du für uns starbest, Jedem, den Gott schuf, erwarbest, Sees Leben, lenruh' und 352. du gewiß auch 3.3. Diterich. S. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ( chicke dich, erlöste geben. nach des Herrn Befehle, Seinen Mittlertod zu feiern, Deinen 6. Deiner will ich stets mich Dank ihm zu erneuern! Auch freuen, Ganz mich deinem für dich hat er sein Leben In Dienste weihen, Nur nach deis den bängsten Tod gegeben, Dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil nem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine und Wohlfahrt zu bereiten. Huld ist unermeßlich; Herr! sie 2. 3um Genusse seiner Gnaden sei mir unvergeßlich, Daß ich Wirst du von ihm eingeladen. dich auf alle Weise Herzlich Eil' ihm demuthsvoll entgegen lieb' und thätig preiſe! Und nimm Theil an seinem Segen! Komm' getrost; es ist sein Wille! Komm', und schöpf aus seiner Fülle Neuen Muth und neue Triebe Zur Verehrung seiner Liebe! 7. Du, dem die verklärten Schaaren, Die, wie ich, auch Schwache waren, Ewig Dant und Jubel singen, Daß sie hier dein Heil empfingen! Laß auch mich einst dahin kommen, Daß 3. Herr! ich komme mit Ver- ich mich mit allen Frommen Ewig langen, Glaubensstärkung zu em- deiner Huld erfreue Und dir pfangen, Der du huldreich dei- meine Jubel weihe! 3. Franck. Vom Abendmahle. 235 Mel. Werde munter, mein Gemüthe.| ihn könnte bei mirschwächen, Was 353. Voller Ehrfurcht, mich reizt, ihn gar zu brechen! Dank und Freuden Komm' ich, Herr! auf dein Gebot Zu dem Denkmal dei ner Leiden, Und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewigs Heil erwarbst! Dir zur Ehre stets zu leben, Sei mein eifrig stes Bestreben! 6. Laß mich über alles schäßen Dein mir theu'r erworbnes Heil, Und nie aus den Augen setzen, Wie nur der daran hat Theil, Der auf deine Stimme hört, Mit Gehorsam dich verehrt, Und in deinem Dienst auf Erden Immer besser sucht zu werden! 7. Geb' mir, wo ich bin und 2. Ich empfind' es jetzt auf's wandle, Immerfort mit Hülfe neue, Was ich dir, Herr! nach, Daß ich als ein Christ schuldig bin. Du, du gabit stets handle; Und wird ja mein mit großer Treue Ganz dich Glaube schwach, D, so hilf mir mir zum Dienste hin, Wiesest liebreich auf, Daß ich in dem mir den Weg zu Gott, Und Tugendlauf Nimmer wante, erfrugst den schwersten Tod, nie ermüde! So erquicket mich Mir im Leben und im Sterben dein Friede. Sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade Freier Zutritt und die Kraft, Auf der Tugend selgem Pfade Fest einherzugehn, verschafft, Und du russt aufs neue mir Durch dein Nacht mahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 8. Ewig will ich es dir danken, Daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir Schwache wanken, Deine Treu' beständig ist. Herr! ich hoff' es froh und fest, Daß sie mich auch nicht verläßt; Zu des Himmels Seligkeiten Wird sie mich gewiß auch leiten. 4. Sollt' ich, Jesu! denn verB. Münter. Mel. Befiehl du deine Wege. gebens Dieſedeine Huldempfabu? 354. Vou oll Inbrunst, Dank Nicht zur Befrung meines Leund Freude Verbens Mich zu deinem Tischenahn? sammelt, beten wir, Gedenken Ja, mit neuem Ernst will ich deines Todes, Und singen, Jesu! Mich vor Sünden scheu'n, und dir. Gestärkt bei deinem Mahle dich Durch ein dir geheiligt Leben Zu neuer fester Treu', EmpfinMit vermehrtem Fleiß erheben. den wir, wie selig, Wer dir sich opfert, ſei. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, Thätig dankbar dir zu sein, Präg', Jesu, bis zum Grabe Tief in meine Seele ein! Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn; Lehre 2. Wie heilig war die Stunde! Wie feierlich der Tag, Als unser Chor im Geiste Das Brod des Segens brach; Mit dir den Kelch mich mit Vorsatz fliehn, Was des Bundes Voll Andacht betend 236 Vom Abendmahle. trank; Im Geift zu deinen deinem Mahle stehn! Und, was Füßen, unser Mittler, sant! wir dir gelobten, Dazu, Herr, 3. Wie brannten unsre See- gieb uns Kraft! So enden wir len Von Lieb' und Dankbegier! einst freudig Des Lebens PilWie klopften unsre Herzen! Wie gerschaft. A. H. Niemeyer. selig waren wir! Wie fromm war das Gelübde, Hinfort, von Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Sünde rein, Nun unser gan 355. Jeſu, Freund der Der zes zu weihn! 4. Wie viel du, Herr, erdul Der du dich zum Heil der Sün der Von des Himmels hohen det, Bis an den Tod uns treu; Freuden Zu den bängsten To. Wie voll von hohem Segen Deindesleiden Willig haft herabTod, dein Leiden sei; Zu welchen gelassen! Wer kann dein Er Seligkeiten Uns unser Glaube barmen fassen? Tief gerührt führt Bei deiner Liebe Mahle, von solcher Güte Preist dich Wie fühlten wir's gerührt! dankvoll mein Gemüthe. 5. Zwar sahen unsre Augen Dich, unsern Lehrer, nicht; Nicht 2. Herr! du haft auch mir bereitet, Was zum wahren deine ganze Liebe In deinem Wohl mich leitet; Licht, den Angesicht; Nicht dich das Brod uns reichen, Des Bundes Keleb uns weihn; Vernahmen nicht die Stimme: Nehmt und gedentet mein! Weg des Heils zu finden; Trost bei dem Gefühl der Sün den; Kraft, der Beßrung nach zujagen, Muth, des Lebens Last zu tragen, Und die Hoff nung beßrer Zeiten In dem Reich der Ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade Selbst auch auf dem Lebenspfade Zum Genuß der Seligkeiten, Die du mir er worben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten Und zum Erbtheil der Erlösten, Zu des Himmels Herrlichkeiten, Folg ich dir nur, vorbereiten. 6. Doch näher, näher fühlten Wir deine Gegenwart, Als uns das Pfand der Liebe, Ach, deiner Liebe! ward. Zu deinen Herr lichkeiten Hob sich der Blick empor; Wir schauten dich, umgeben Von deiner Selgen or. 7. Wo in des Vaters Reiche Ein höher Mahl erquickt; Wo, nicht im Schattenbilde, Dich selbst das Aug' erblickt; Wo wir zu dir versammelt, Wie eine Brü derschaar, Dir danken, den wir liebten, Der auch einst sterblich war. 8. O, laß den Tag des Segens Uns freudig wiedersehn; Uns gern, voll heißen Dankes, Bei 4. Nun, so sei der Bund er neuet! Ganz sei dir mein Herz geweihet! Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem Wort zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im Guten üben; Was du haf Vom Abendmahle. sest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch ich fühle meine Schwäche. Jesu! was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk in mir die Triebe Dankbeflißner Gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erfalte, Treu dir sei und Glauben halte! 237 ner Schulden und Heil und Leben mir erwarbst. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verfeiten; Auch den stårk sten Reiz zu Sünden Hilf mir glücklich überwinden, Daß ich hier stets im Gewiffen Deinen Frieden mag genießen, Und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Segen habe! 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern Leben Zu den Freuden dei ner Frommen, Herr, das hoff' ich, läsfest fommen! Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich auf's innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von Sünden, Deinen Frieden ganz empfinden. 3. K. Lavater. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 356. Herr! err! mit gerührtem Herzen Dank ich für deine Schmerzen, Für deine Todespein. Ich will für deine Leiden, Die Quelle meiner Freuden, Dir ewig, ewig dankbar sein. 3. Will süße Luft der Sünden Mein schwaches Herz entzünden; Gedenk ich dankbar dein. Dann wird beim ftärksten Reize Mir unter deinem Kreuze Dein Tod zum Siege Kraft verleihn. 4. Nun, dankbar will ich kämpfen, Der Sünde Macht zu dämpfen, Im Glauben fest zu stehn. Dir dankbar will ich leben, Dich sterbend noch erheben, Laß, o Herr Jesu, dies geschehn! 3. 3. Breithaupt. Mel. Mein Jesus lebt! was ic. 357. Nun habe Dank für deine Liebe, mein Mittler, Jefu Chrift! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bift! Laß das Gedächtniß deiner Bein Mir immerdar gesegnet fein! 2. Und euch, ihr seines Leibes Glieder! Die Jesu Heil, wie mich, erfreut! Gub lieb' ich stets als meine Brüder, Als Erben jener Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; Uns tränkt und speist ein Wein, ein Brod. 3. Hinfort soll weder Spott noch Leiden, Noch Chre, Freud' und Lust der Welt Mich, Herr! von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, Und ewig werd' ich dein auch sein. 6. 3. Bollikofer. 2. Wenn mich die Sünden mel. Wie lieblich ist, o Herr 2e. tränken, Will dankbar ich be: 358. Dant, Dant et tr du, für mich starbst, Und durch dein men, Omein Erlöser, Jesu Christ, freies Dulden Vergebung mei- Du, der du einst auch für mich Dom Abendmahle. 238 Armen Den Tod am Kreuz ge storben bist! Nur deine Leiden trösten mich. Was wär' ich, Mittler! ohne dich? 2. Du haft mir deinen Leib geschenket; Nun weiß ich, ich bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; Dies Blut macht meine Seele rein, Befreite mich von Fluch und Schuld, Erwarb mir Gnad' und Vaterhuld. mich, Verloren war ich schon; Da riefst du, Gott! ganz väterlich Zu mir von deinem Thron! 3. Sieh'! hier ist Gnade, hier ist Huld; Denn Jesus ist dein Heil! Der tilget alle deine Schuld Und ist dein Trost und Theil! 4. Mit Reue beugt' ich mich vor dir, Rief: Gnade! beim Altar. Da reichtest du die Siegel mir Von deiner Gnade dar. 3. Nun laß mich sterben oder 5. Voll Gnad' und Güte bist leben, Herr! wie du willst; ich du, Herr! Und ich, ich bin dein folge gern. Von Schmerz ge- Kind. Dich jammert mein, Allgü quält, von Angst umgeben, tigster! Bin ich, wie du, gesinnt. Freut meine Seele sich des Herrn. Durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht Der Tod, das Grab und das Gericht. 6. Erbarmend reichst du mir die Hand Und lenkest meinen Lauf, Das mir geschenkte Un terpfand Sagt mir: Gott nimmt dich auf. 7. Wohl mir! mich rettet Jesu Blut. Nun schreckt mich nicht das Grab. Mit Dank zu Gott und frohem Muth Steig' ich in's Grab hinab. 4. Im Glauben will ich dich umfassen, Gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Kranken nicht verlassen; Mir geben, was mir nüßlich ist. Ein Winf von dir! so endet fich Mein Jammer, und ich preise dich. 8. Auf, Seele, lob' und rühme Gott! Gott hat dir wohlgethan. 5. Doch kommt auch sie, die Er ist dein Vater und dein Gott; ernste Stunde, Die mich dem Dank ihm, und bet' ihn an! W. F. Gerken. Irdischen entreißt; Wohl mir auch dann! aus deinem Munde Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Erwartet mein erlöfter Geift 360. Deffentlich inmitte Ein frohes Urtheil. Gemeine, Ist deiner Auserwählten Theil. ler! hab' ich dich befannt. Ich C. C. Sturm. empfing im Brod und Weine Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Deiner Liebe göttlichs Pfand. 359. Auf, Seele, lobe dei- Feierlich war da mein Eid nen Gott, Der Ewiger Beständigkeit; Du, der Gutes dir gethan! Er ist dein sich mit mir vereinte, Hast ges Vater, ist dein Gott, Und half sehen, wie ich's meinte. dir: bet' ihn an! 2. Die Laft der Sünden drückte 2. O, wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Vom Abendmahle. Wie empfand da mein Gemüthe| Sei die Frucht der Dankbarfeit! Mächtig ihren ganzen Werth, Als ich dich auf Golgatha Für mich Sünder sterben sah! Wie erstaunt' ich; wie entzückte Mich die Huld, die ich erblickte! 3. Laut rief in mir mein Gewissen: Bist du würdig dieser Huld? Siehst du ihn sein Blut vergießen; Wisse, das ist deine Schuld! Scham und Reu' erfüllten mich; Glaubensvoll blickt' ich auf dich. Sünder! sprachst du, du sollst leben; Alle Schuld ist dir vergeben. 4. Ja, ich weiß es, ich soll leben Und des Himmels Erbe sein. Alle Schuld ist mir verMel. Wer nur den lieben Gott 2c. mit deinen Gliegeben; Denn dein Blut, Herr! 361. Ah, könnt ich doch macht mich rein. Du vertrittft mich im Gericht; Gott verur theilt mich nun nicht, Wenn ich standhaft an dich gläube Und auf deinen Wegen bleibe. 5. Nun, ich will dich nicht verlaffen, Nicht von deinen 2. Sieh'! hier auf meinem Wegen gehn; Jede Sünde will Krankenbette Feir' ich dein ich haffen Und den Lüsten Abendmahl allein. Doch, Herr! widerstehn. Mein Erretter, ach, ich weiß, an jeder Stätte Haft gieb du Stark' und Freudig du verheißen, nah zu sein. feit dazu, Daß ich standhaft Wo je ein Frommer seufzt und an dich gläube Und auf dei nen Wegen bleibe! weint, Da bist du, großer Menschenfreund! 6. Laß mir's mein Gewissen fagen, Wie so schmerzhaft seine Bein, Wie so schwer der Sünden Plagen Und der Hölle Schrecken sein! Es errinure mich daran, Daß du viel an mir gethan; Und umsonst sei deine Liebe, Wenn ich dir undankbar bliebe! 3. Vielleicht, o Herr! erquict mich heute Zum letzten Mal dein Leib und Blut. O du, der oft mein Herz erfreute, Gieb mir auch jetzt Geduld und Muth; Dem Grabe nah', Herr, bitt' ich dich! Ach, sei mir gnädig! segne mich! 7. Reine Liebe meiner Brüder 239 Sie sind alle deine Glieder, Erben deiner Seligfeit. Auch wer mich jetzt haffet, ist Dein Erlöster, Jesu Chrift! Dort wird er mich nicht betrüben, Sondern ewig wieder lieben. 8. Gott, zu dem ich findlich trete, Blicke väterlich auf mich! Höre gnädig, was ich bete! Ganz verlaß ich mich auf dich. Reiche Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffe nung auf das ewge Leben Laß dein Abendmahl mir geben! B. Münter. dern Im Tempel, Jesu! dich erhöhn, Und freudenvoll mit meinen Brüdern Das Denkmal deines Tods begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, Ist diese Freude mir versagt. 4. Laß das Gedächtniß deiner Leiden MirSchwachen Kraft und 240 Dom Gebete. Troft verleihn! Laß es die Quelle die größte Noth; Mein Retter und mein Schuß ist Gott. höhrer Freuden Und dei nes Himmels Vorschmack sein! 6. Und naht der Tod mit Dein Leiden, dein Versöhnungs- seinen Schrecken; Ich bin ge tod Erquice mich in meiner Noth! 5. Ich seh', ich feh' den Himmel offen Und fühle meine Se ligkeit. Nun kann ich alles, alles hoffen Von dem, der mir die Tode Troft und 1000 C. C. Sturm. Schuld verzeiht. Nun drohe mirtan mincho torbradinite thum mot trost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, Und dann komm' ich nicht in's Ge richt. Ich bin getrost; dein Leib und Blut Giebt mir im Muth. Gebeteanot um dich stehn, Wenn er dich deinen Weg ließ' gehn! 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist wahrlich keine schwere Pflicht, Undseine Wünsche Gott erklären, Gereuet sicher nie mals nicht. Es giebt uns Muth, und stärkt die Kraft Zur Dam pfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in gu ten Werken Uns fräftiger den Muth erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, Als wenn wir betend zu dir gehn? Ja, Vater! unsre Seelenruh Nimmt durch's Gebet beständig zu. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen; Gieb Luft und Kraft mir zum Gebet, Und wenn mein Mund aus gutem Herzen Zu dir um Hülf' und Gnade flebt, So höre mich von deinem Thron Durch Jesum Christum, deinen C.F. Gellert. and Vom Mel. Mein Jesus lebt! was ic. ein Heil, mein 362. DeChrift, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüch. tern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem guten Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst, und hört, Was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen Mit Dank und Flehen oft und gern! Er läsfet, was dir nügt, geschehen; Ist, dir zu hel fen, niemals fern, Und thut, so du recht zu ihm flehst, Mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf der eines Menschen Flehn? Er will bloß deine Seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, Sohn! daß ihr nehmet! Ist des GePinta Y betes Frucht nicht dein? Wer Mel Mein Jesus lebt! was. ſich der Pflicht zu beten schämet, 363. Von bir fot kommt Der Gottes Freund jede gute Gabe; Nur zu sein. lindo, wie würd' es du, mein Gott! fannst mich allein Vom Gebete. 241 Mit allem, was ich nöthig| 7. So will ich denn zu deihabe, Zu meinem wahren Wohl nem Throne Oft im Gebet mich erfreun. Mein Leben und mein findlich nahn. Nimm, Vater, Glück beruht Allein auf dir, nimm in deinem Sohne Der du höchstes Gut! Andacht Opfer gnädig an! Dein Geist regiere meinen Geist, Daß. betend er dich würdig preist! 3. 8. Diterich. Mel. Wär' Gott nicht bei uns 2c. Vater, Gott! 2. Umsonst ist alle meine Mühe, Wenn dein Gedeihen fie nicht frönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, Wird doch von mir nicht abgelehnt, 364. es ist Dein Werk, Wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, Dein starker Schuß mich nicht bedeckt. uns zu belehren, Wie du recht anzurufen bist, Daß du uns könnst erhören. Drum gieß', wie uns dein Wort verheißt, Selbst über uns aus deinen Geist Der Gnad' und des Gebetes! 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, Uns fräftig zu vertreten, So oft wir deinem Thron uns nahn, Zu danken und Und unser Flehn Sei nie ein Es sei ein 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, Was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott! sein Herz ausschütten, Wenn Noth und Kummer uns beschwert, Besänfti get der Seelen Schmerz Und öffnet deinem Trost das Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und zu beten! Ruhm dir bringen, Wenn mich zu dir, o Herr! ein wahres Glück erfreut? Dir, frostiges Geplärr; Allerhöchster! dir lobsingen Ist Flehn des Herzens! gut, ist für uns Seligkeit, Und 3. Im Geist und Wahrheit flößt uns wahren Eifer ein, In laß zu dir Das Herz uns deinem Dienste treu zu sein. gläubig richten, Mit Andacht 5. Du höreft es mit Wohlbeten für und für Ohn' fremdes gefallen, Wenn deine Kinder Thun und Dichten; Gieb uns zu dir flehn; Verschmähest des Glaubens Zuversicht! So nicht ihr schwaches Lallen, hoffen wir, und zweifeln nicht, Wenn sie lobsingend dich er- Die Bitte zu erhalten. höhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott! hört. 4. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maß Im Beten dir vor schreiben, Anhalten ohne Un6. Mit Segen ums zu über- terlaß, Und auch bei dem nur schütten, Bist du, o Bater! ftets bleiben, Was uns dein Wille bereit. Was wir nach deinem bitten lehrt, Was deinen groWillen bitten, Giebst du uns ßen Namen ehrt Und unser aus Barmherzigkeit. Und wer Wohl befördert! dir dankt, dem strömest du Beständig neuen Segen zu. 5. Laß uns im Herzen und Gemüth Auf unsre Kraft nicht bauen; 16 242 Dom Gebete. Auf deine Weisheit, Macht und Glaubens zu dir treten, Gern Güt' Laß einzig uns vertrauen! brächt' ich, liebster Vater! dir Und sind wir dessen auch nicht Im Geist und Wahrheit mit werth; So sei doch unser Begier Die Opfer meiner Lippen. Flehn erhört Von dir aus lauter Gnade! 2. Allein mein Herz, ach, Gott und Herr! Kann sich nicht recht erheben; Zum Himmlischen zu falt und schwer, Bleibt's oft am Eiteln fleben. Träg' ist oft leider Sinn und Muth. Wie oft muß ich mein Fleisch und Blut Zur Andacht mühsam zwingen! 3. Dies, Herr, mein Gott! dies fränkt mich sehr, Und oft G3 6. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, So lange wir hier leben; Es ist dir auch verborgen nicht, Wenn wir in Nöthen schweben. Um Beistand flehen wir dich an, Deß Macht und Gnade alles kann Und uns nicht will verlassen. 7. Wir haben ja die Freudenk' ich mit Schmerzen, digkeit Durch Jesum Christ em- wär' dein guter Geist nicht mehr pfangen; Der Gnadenthron ist In meinem trägen Herzen, Tas uns bereit, Von dem wir Hülf' dich so oft beleidigt hat, Weil erlangen. Laß heilge Händ' uns Lust zur Andacht feine Statt immer hier Aufheben, Vater, In meiner Seele findet. und zu dir mit wahrer Inbrunst flehen! 8. Dein Nam', o Gott, geheiligt werd'! Dein Reich laß uns erfreuen! Dein Will' gescheh' auch hier auf Erd'! Gieb Frieden, Brod, Gedeihen! All'unsre Sünden uns verzeih'! Steh' uns in der Versuchung bei! Erlös uns von dem Uebel! 9. Dies alles, Vater, werde wahr; Du wollest es erfüllen! Erhör' und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr, ist allezeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Das Reich, die Macht, die Ehre! Mel. Ach Gott, vom Himmel fieb' ic. 365. Mit Seufzen flag'ich dir, o Gott! Gern wollt' ich eifrig beten, Gernwollt' ich in der Sündennoth Voll 4. Ach leider, Vater! hab' ich dich nicht allezeit gehöret, Wenn du in deinem Worte mich Er weckt, gerührt, gelehret; Doch schone jest, verzeihe mir! Weh müthig fleh' ich, Gott, zu dir: Vergilt nicht nach Verdienste! 5. Hinfort will ich Nach läsfigkeit Und Geistesträgheit meiden. O mach' mich willig und bereit, Vom Eiteln mich zu scheiden! Laß mich dich hören, und allein Auf's Himm lische gerichtet sein; Gieb dazu Kraft und Stärke! 6. Gott, laß den Eifer des Gebets Ja nie in mir erfal ten! Das Feu'r der Andacht wollst du stets Durch deine Kraft erhalten! Den Hinder nissen wehre du, Und seßze meine Seel' in Ruh', Sich frei em por zu schwingen!. Brunkhork. Vom Gebete. 243 Mel. Wer nur den lieben Gott i. nur dein Wunsch gerecht und 366. Komm' betend oft und gut; So sei gewiß, daß Gott mit Vergnügen, ihn thut! D Chrift, vor Gottes Angesicht! Laß keine Trägheit dich besiegen In der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis Und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen! Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie fönnen dir die Worte fehlen, Wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn Rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, Wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet' oft zu Gott, und fühl im Leiden, Wie treulich er das Leid versüßt! Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft; Er giebt den Müden Trost und Kraft. 7. Doch säume nicht, in den Gemeinen Auch öffentlich Gott anzuflehn, Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern, zu erhöhn! Fühl' der vereinten Andacht Werth, Die deine eigne stärkt und nährt! 8. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund! Denn wir sind eines Leibes Glieder! Ein Glied davon ist selbst dein Feind. Solch Bitten, daß aus Liebe fließt, Ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 9. Bet' oft! so wirst du Glauben halten, Dich prüfen, und das Böse scheu'n, An Lieb' und Eifer nicht erfalten, Und reich an guten Werken sein; Denn Muth und Kraft und Seelenruh' Sagt Gott dem, der recht betet, zu. 4. Bet' oft und heiter im Gemüthe, Schau' dich an sei 10. Dies reize mich, vor Gott nen Wundern satt! Schau' auf zu treten Mit Lob und Dank, den Ernst, schau' auf die Güte, mit Wunsch und Flehn! Doch Womit er dich geleitet hat! meine Fehler bei dem Beten Oft irrtest du, er trug Geduld; Wollst du, mein Vater, überErkenn' und preise seine Huld! sehn, Weil mich, der dir zur 5. Bet' oft; durchschau' mit Rechten sist, Durch seine Fürfrohem Muthe Die herzliche sprach unterstützt! e. F. Gellert. Barmherzigkeit, Daß Gottes Sohn mit seinem Blute Uns Mel. O Gott des Himmels und ic. vom Berderben hat befreit, 367. Dir, dir, bu Höchſter! du Und zu will ich singen. Und Heiligung sein Opfer zu! ist so gut und stark, als tu? 6. Bet oft; Gott wohnt an Vor dich will ich mein Flehen jeder Stätte; In feiner minder bringen; Ach, gieb mir deinen oder mehr. Denk' nicht: Wenn Geist dazu, Daß mir mein Flehn ich mit vielen bete, So find' von Herzen geht, Und ich im ich eh'r bei ihm Gehör! Ist Namen Jeſu bet'! 16* 244 Vom Gebete. 2. Zieh', Vater, mich zu dei- Seufzer und Gebet Zu ihm nem Sohne, Daß er mich wie- gen Himmel dringen, Weil der zu dir zieh'! Gieb, daß dein Gott dich beten heißt, Und du Geist stets in mir wohne, Da durch seinen Sohn Ganz freus mit ich, was dir mißfällt, flieh'; dig treten fannst Vor seinen Von deiner Huld versichert sei, Gnadenthron! Und dessen mich von Herzen freu'! 3. Erzeige, Gott, mir solche Güte! So fleht dich Geist und Wahrheit an, So preist mit dankbarem Gemüthe Mein Mund, was du an mir gethan, So hebt dein Geist mich auf zu dir, Des Himmels Vorschmack hab' ich hier. 2. Dein Vater ist's, der dir Befohlen hat, zu beten; Dein Bruder ist's, der dir Versprach, dich zu vertreten; Der werthe Tröster flößt Den Trieb zum Be ten ein. Drum muß dein Seuf zer auch Gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das kann dir nichts versagen; Sein Wort, sein treues Wort Verbeut dir alles Zagen. Was dir unmöglich dünft, Kann seine unsprechbar sind. Nur er lehrt Vaterhand Noch geben, die von mich recht gläubig beten, Und faget mir, ich sei dein Kind Und Erbe deiner Herrlichkeit. Er ist's, der: Abba! in mir schreit. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten Mit Seufzern, die dir Schon so viel Noth gewandt. 4. Komm' nur, komm' freudig her In Jesu Chrifti Namen! 5. Und weil ich dich zum Va- Sprich: Lieber Vater, hilf! Ich ter habe, So bin ich voller bin dein Kind; sprich Amen! Freudigkeit. Ich weiß es: Jede Ich weiß, es wird geschehn, gute Gabe, Die hier mir nüßt, dort mich erfreut, Die giebst du, und giebst ungleich mehr, Als ich verstehe und begehr'. Dein Herz verläßt mich nicht. Du weißt, du willst, du kannst. Thu', was dein Wort verspricht! 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, Der mich bei dir, mein Gott! vertritt, Durch ihn ist alles Ja und Amen, Was ich im Glauben von dir bitt'. Wohl mir, den deine Huld er freut! Preis dir, jetzt und in Ewigkeit! B. Craffelius. I. Olearins. mel. Es wolle Gott uns gnädig ſein. Vater, allerhöch fter Gott! Daß mir, wie einem Kinde, Verstat tet wird, in aller Noth, Wie groß auch meine Sünde, Mein Herz vor deinem Gnadenthron In Einfalt auszuschütten, Das, Vater, dank' ich deinem Sohn, Der heißt mich, freudig bitten Und findlich dir zu nahen. 2. O Liebe! weil an meiner Statt Dein Sohn für meine Sün Mel. O Gott, du höchster Geist. 368. Wohlauf, mein Herz, Opfer Gott zu bringen! Laß 369. 9. Vom Gebete. Klopfen, Suchen, Beten wicht und Nachdruck geben. den Gebüßet und bezahlet hat, Blut foll für und für So kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir Dein Herz und Himmel offen; Ich fönne, wenn ich bet, von dir Getrost Erhörung hoffen, Du feist mein treuer Vater. 5. So fasse dich, mein blöder Geist! Ich hab' in Jesu Wunden Zu Gott, der nun mein Vater heißt, Den offnen 3. D angenehmer Vaternam'! Weg gefunden. Es bringt der Nunmehr fomm' ich, ich Sünder, heilge Geist mein Ach! Hin Der sonst voll Zweifel zu dir zu des Himmels Höhen. Ihm tam, Nach Art geliebter Kinder. lall' ich: Abba! Vater! nach. Ich weiß, mein Flehen rühret Er heiliget mein Flehen, Er dich, Weil du mich zärtlich leitet die Gedanken. weil du 6. Dreicher Trost! Gott In Tod kann und will Mein Antlig Mit ihm nicht beschämen; Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' Im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten stüzet sich Auf drei sehr feste Gründe: Denn Gott, der Vater, liebet mich, Sein Sohn tilgt meine Sünde, Sein Mein Geist Geist wohnt mir im Herzen. Mein redend J. F. Stresow. liebest; Du wirst, den Sohn für mich und Marter giebest, mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! In meinen Missethaten Kommt mir der Unschuld reines Kleid, Das Jesus schenkt, zu Statten. Er spricht: Ich bete selbst mit dir, soll dich vertreten, 245 Dem GeVom öffentlichen Gottesdienste. Mel. Lobet den Herren, denn z.| Erlösten Zungen Froh wird ge370. Dir ir, Ewiger, sei die- sungen! ser Tag geweihet! Ihn feiert gern, wer deines Heils sich freuet. S, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, Dich anzubeten! 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere; Auch unser Tempel schall' von deiner Ehre! Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, Und wo dein Lob von der 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; Mein Herz foll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heiligs Wort, das seine Boten lehren, Daß will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster! vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, Kann nicht gedeihen. 6. D, laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren! 246 Vom öffentlichen Gottesdienste. Regiere mich, daß meine ganze und Kraft, Und ist ein Schwert, Seele Zum Trost dich wähle! das Sieg verschafft. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte! Er bring' mir Heil, und lenke mein Gemüthe Auf jeden Trost, den uns dein Sohn erworben, Als er gestorben! 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! An diesem Tag haft du zum Heil der Sünder, Die, fern von Gott, in Todes schatten saßen, Dein Grab verlaffen. 5. Ja, du bift Conn' und Schild den Frommen; Du, Herr! giebft ihnen Gnad' und Ehr, Und wer nur erst zu dir gekom men, Dem fehlt das wahr Glück nicht mehr. Was du ver heißest, hältst du feft; Wohl bath müff' er mir stets heilig dem, der sich auf dich verläßt! 3. 6. Ruths.(?) werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen Auf ewig! Amen. C.&. Sturm. Eigene Melodie. ie lieblich ist doch, Mel. Allein Gott in der Höb Vater! 372. Dir, Herrund Bate Mit freudigem Gemüthe, Und opfert 371. Hert, die Stätte, Dank und Ehre dir Für deine Wo deines Namens Ehre wohnt! Macht und Güte. Ach, wir find Sünder; aber du Rufft freund lich allen Sündern zu, An dei nen Sohn zu glauben. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden; Als Sabgieb, daß ich sie gern betrete, Weil die dein Segen da belohnt, Die deines Wortes sich erfreun Und dir des Herzens Andacht weihn! 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu ver ehren, Ernst beweist! Du hörst sein Lob und seine Bitte, Und stärfst mit neuer Kraft den Geist, Daß er auf deiner Wahrheit Bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 4. Gott, laß auch mir dein Antlig scheinen; Dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, Went andachtsvoll ich mit den Deinen Vor dir an heilger Stätte bin! La dir das Lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes Opfer sein! 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, Wenn man's nur recht zu Herzen nimmt; Troft giebt's auf dornenvollen Wegen, 2. Wir glauben, Gott, deinen Sohn; Vergieb uns unfr Sünden! Vergieb und laß vor deinem Thron Uns Gnad' un Hülfe finden! Wir, dein gefalle nes Geschlecht, Wir wünschen heilig und gerecht Durch dein Kraft zu werden. 3. Gewähr' uns deinen guten Geist, Dein Wort recht zu ver stehen! Wem er den Weg zu Leben weist, Der kann nicht irre gehen. Er leit' uns bein gute Bahn; So nimmst du und Die du zu unserm Heil bestimmt; zu Ehren an, Wenn wir getre Jm Kampfe giebt's uns Muth dir bleiben. 3. A. Cramer. Dom öffentlichen Gottesdienste. 247 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.| ter, komm' doch und verkläre 373. Gott, der Herr, Dich in mir, daß ich dich ehre! ist gegenwärtig. Kommt, und laßt uns ihn an beten, Und mit Ehrfurcht vor ihn treten! Gott, der Herr, ist Laß mich allzeit dir nur leben; Dich, so viel ich fann erheben! 6. Tersteegen. Eigene Melodie. gegenwärtig. Kindlich uns vor 374. Liebster Jeſu! wir sind alles in Dich und Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Zu den süßen Himmelslehren, Daß die Her2. Gott, der Herr, ift gegen en von der Erden Ganz zu wärtig, Dem die höchsten Sedir gezogen werden! raphinen Tag und Nacht ge- 2. Unser Wissen und Verstand bucket dienen. Heilig! heilig! Ist mit Finsterniß umhüllet. heilig! fingen Aller selgen Mach' uns dein Wort recht Engel Chöre. Ihm, dem Herrn, bekannt, Welches und mit Licht sei Preis und Ehre! Hör auch erfüllet; Und nach diesem Wort das, was wir Geringen Jeßo zu leben, Wollst du selbst uns dir zum Opfer bringen! Kräfte geben! 3. Willig wird von uns 3. O du Glanz der Herrlichentsaget All' und jeden Eitelkeit, Licht von Licht aus Gott feiten, Die die Seele von dir geboren, Mach' uns allesammt Alle uns geschenften bereit! Deffne Herzen, Mund Kräfte, Seel' und Leib und und Ohren! Reden, Hören, unser Leben Wollen wir dir Flehn und Singen Laß, Herr übergeben. Herz und Mund Jesu, wohl gelingen! leiten. T. Clansniker. foll sich erheben, Preis und Ehre dir zu geben. uns schweigen! Wer ihn fennt, müss ihn verehren, Namens Lob vermehren! Seines Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Majeſtätisch großes Weſen, 375. Wir erscheinen hier würdig preisen, Dir im Geiste Dienft erweisen! Möcht' ich, Herr, wie deine Engel Stets vor deinem Throne stehen, Und, wie sie, dein Antlig sehen! Suchte ich doch ftets in allem Deinem Herzen zu gefallen! vor dir, o Vater! zu verehren, Und mit heiliger Begier Auf dein heilsam Wort zu hören, Von der Welt uns zu entfernen, lind des Lebens Weg zu lernen. 2. Hilf, daß alle Sünder sich Durch dein Wort zu dir bekeh5. Vater, o du Gott der ren, Und wir alle, Gott, durch Gnaden, Laß mein Herz schon dich Gern vollbringen, was wir hier auf Erden Dir zum Hei- hören; Alle fromm durch dich ligthume werden! Komm', o auf Erden, Und im Himmel komm', du höchstes Wesen! Ba selig werden! J. A. Cramer. Vom öffentlichen Gottesdienste. allen unsern Wegen! Dein Se gen sei mit uns, Den uns dein Wort verheißt; Dein Fried' in Ewigkeit, O Vater, Sohn und Geist! 3. A. Cramer. 248 Mel. Herr Jesu Christ! dich c. 376. He err Jesu, gieb uns deinen Geist, Den uns dein göttlich Wort verheißt; Gieb Hülf' und Gnade, leit' und führ' Uns auf der Wahrheit Bahn zu dir! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 2. Von Andacht ſei das Herz 378. Gott ſei Breis und Dank belebt, Lob erhebt. Gieb uns mehr Denn nun haben wir vernom Glauben, mehr Verstand, Und men, Was die Sünder felig mache dich uns recht bekannt! macht, Gottes Wort, den Trost 3. Bis mit den Engeln jeder der Frommen; Lehren, die zu Christ Singt: Heilig! heilig! guten Werken Unsern schwachen heilig ist Gott, unser Gott! und Glauben stärken. ihn entzückt In seiner Herrlichkeit erblickt. 2. Unser Gott erhört Gebet, Giebt uns seinen Vatersegen. 4. Lobt Gott, den Vater; lobt Wer nur seine Wege geht, und preist Des Vaters Sohn Findet Heil auf seinen Wegen. und seinen Geist; Und ewig Laßt uns denn, ihm zu ges jauchz' und freue sich, Gott, Erd' fallen, Freudig seine Wege und Himmel über dich! wallen! Herz. Wilh. II. v. Sachs.- Weimar. Mel. Nun danket alle Gott. 3. Seine Liebe müsse sich Im mer mehr uns offenbaren, Und uns allzeit väterlich Vor der 377. Gott, unferm Gott, Sünde Lust bewahren, Daß wir sei uns von trennen, Ihn nes Wortes Lehren! Den Sün- bis in den Tod bekennen! dern rief er zu, Sich ernstlich zu bekehren; Betrübten gab er Trost, Den Schwachen Muth und Kraft Und Luft zur Heili gung In ihrer Pilgrimschaft. 4. Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang, unsre Werfe! Segne jeden in der Noth Mit Geduld, mit Trost und Stärke, Daß wir, seines Sohnes Erben, 2. Er segne nun sein Wort Ihm nur leben, ihm auch sterben! Durch seines Geistes Stärke Um Jesu willen stets Zu Früchten Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. guter Werke, Daß jedes Glaube 379. Liebster Bater! int Und immer thätiger Durch wahre Liebe sei! 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets Und findlich fürchten mögen, Daheim und in der Welt, Auf sers Glaubens Grund zu legen. Offenbarung Lehren, Voll von reinster Wißbegier, Uns zum Unterricht zu hören, Und auf's Wort voll Heil und Segen Un Vom öffentlichen Gottesdienste. 249 2. Nach der lautern Milch| Mitgetheilt ist auch der Segen. des Worts Lehr' uns, Kindern Nun gehn wir vergnügt nach ähnlich, streben! Ach, laß fie Haus, Wandeln ftets auf Gottes auch unsers Orts Unsern Kin- Wegen; Folgen seines Geistes dern Stärke geben, Daß sie mit Leiten, Uns zum Himmel zu bewährten Frommen zu dem bereiten. Altar Chrifti fommen. 3. Herr, den furzen Inbe griff Von dem, was die Christen gläuben, Laß in ihren Seelen tief Eingeschrieben sein und bleiben, Daß sie, als des Himmels Erben, Christlich leben, felig sterben! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 380. Vater, fegne unsre Jugend, Daß an Kenntniß und an Tugend Sie zunehm' zu deiner Ehre, Und ihr Glaube sich vermehre! Bringe sie recht zur Erfenntniß, Deffne felbst ihr das Verständniß, Daß sie dich und Jesum tenne, Dich voll Glaubens Bater nenne! 2. Zeige ihr der Tugend Stege, Lehre sie die besten Wege, Laß sie jedes Laster scheuen, Und ihr zartes Herz dir weihen! Laß sie, dir zum Wohlgefallen, Immer findlich vor dir wallen; Fördre ihres Heils Geschäfte, Und gieb dazu Lust und Kräfte! 3. H. pratje. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 381.N un gottlob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat alles wohl gemacht! Lasset uns mit Dank ihn ehren! Unser Gott fei hoch gepriesen, Der uns so viel Huld erwiesen! 2. Dieser Gottesdienst ist aus; 3. Unsern Ausgang fegneGott! Unsern Eingang gleichermaßen! Segne unser täglich Brot, Segne unser Thun und Lassen! Segne uns mit selgem Sterben, Und laß uns den Himmel erben! H. Schenk. Eigene Melodie. 382, G3 wolle Gott uns seinen Segen geben; Mit ſeiner Wahrheit hellem Schein Erleucht' er uns zum Leben; Daß wir verstehn, was ihm gefällt, Und gern es thun auf Erden; Daß Jesu, als dem Heil der Welt, Gehorsam alle werden Und sich zu Gott bekehren! 2. So danken dir und loben dich, O Gott! die Völker alle. So freuet dein der Weltkreis sich Und singt mit frohem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist, Der Sünden nicht läßt walten, Und daß dein Wort das Mittel ist, Dadurch wir Kraft erhalten, Auf rechter Bahn zu wallen. 3. Es preise Gott! und lobe dich Dein Volk durch gute Thaten. Es bringe Frucht und beßre fich. Dein Wort laß wohl gerathen! Uns segne Vater, Sohn und Geist, Daß unser Heil sich mehre! Gott sei gefürchtet und gepreist Nach Inhalt seiner Lehre; Und alle Welt sprech': Amen! M. Luther. 250 Von der Rechtfertigung und von den Früchten oder Folgen derselben. Mel. Jefu, meines Lebens Leben.| würgen, Hat für mich genug 383. Schöpfer aller Men- gethan. Dein Gefeßz hat er er Deinen er Herr, ich glaube; steh' Sprich von Straf fer Richter aller Welt! Sieh', gestillet. Hier wird ein armer Sünder mir bei! Hin vor dein Gericht gestellt, und Schuld mich frei! Der in Sünden ist geboren, 6. Ach, was hör' ich? Gnade! Der dein Ebenbild verloren, Gnade! Gnade schallet in mein Der mit Laftern sich beflect, Ohr. Daß fie mich der Bürd Den der Sünden Menge schreckt. entlade, Hebt mich deine Hand 2. Dein verlegt Gefeß erwe- empor. Gott spricht: Sünder! det Deine Strafgerechtigkeit; du sollst leben; Deine Schuld Mein Gewissen drückt und schre- ist dir vergeben. Sei getroft, mein lieber Sohn! Komm' her zu zum Gnadenthron! cket. Sünden, wider die es schreit, Sind's, die mich vor dir verklagen; Ich weiß nichts darauf zu sagen; Denn der Zeuge giebt sich an, Der geschn, was ich gethan. 7. Seht, wie sich der Ab grund schließet! Seht, wie fid der Himmel freut, Da das Blut des Lammes fließet, Und mid 3. Wehe mir! ich muß ver die Gerechtigkeit Des vollkomm derken; Ich seh' nichts als nen Mittlers decket! Wer ist, Höllenpein. Frecher Sünder, der mich ferner schrecket? Wer du mußt sterben! Dieses wird ist, der mich nun verklagt Und mein Urtheil sein. Schon seh' mich zu verdammen wagt? ich den Abgrund offen. Ach!! 8. Richter, der mich losge wie darf ich Rettung hoffen? sprochen! Vater, der mich zärt Wer hilft mir in dieser Noth? lich liebt! Mittler, der, was Wer errettet mich vom Tod? ich verbrochen Und geraubt, Gott wieder giebt! Geift, der mich mit Troft erfreuet m mein ganzes Herz erneuet Gott der Gnade, dir sei Ruhm; Nimm mein Herz zum Eigen thum! 4. Doch gottlob! die Furcht verschwindet, Weil sich mir ein Mittler zeigt, Weil sich ein Vertreter findet, Vor dem der Verkläger schweigt. beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden Und sein 9. Laß mich nun die Sünk blutige Lösegeld Meinem Rich-' haffen, Die das Herz mit Ang ter dargestellt. beschwert; Laß mich alles unter laffen, Was den neuen Frieden stört! Rein'ge täglich mein Ge an! Diefer ließ für mich sich wissen! Laß mich eifrig sein be 5. Richter, siehe meinen Bürgen, Siehe die Bezahlung Von der Rechtfertigung 2. 251 fliffen, Mit Verleugnung dieser| wagt, Dem ist ihr Troft und Welt Das zu thun, was dir gefällt! Heil versagt. J. J. Rambach. Mel. Ber nur den lieben Gott ic. 384. Aus Gnaden soll ich selig werden, Und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden Für seiner Gnade Kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, Aus Gnaden ewig selig sein. 2. Aus Gnaden! denn wer kann verdienen, Was Sündern Gottes Sohn erwarb, Da er für Gottes Ruhm, und ihnen Zum Besten, als Versöhner starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld Auf sich al lein? und bloß aus Huld? 3. Aus Gnaden trug er ja auf Erden Der Strafen Gottes ganze Laft. Was trieb ihn, Mensch! dein Freund zu werden? Sprich, weß du dich zu rühmen haft? Bracht' er sich Mel. Jesus, meine 3uversicht. nicht zum Opfer dar, Als jeder 385. Jesus nimmtdie SünGottes der an! doch diefes Troftwort allen, Die, fern von der rechten Bahn, Auf verkehrten Wegen wallen! Hier ist, was sie retten fann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth; Tennoch hat in seinem Worte Er fich gnadenvoll erflärt, Und des eigen Lebens Pforte Turch sein Blut selbft aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an! 6. Ergreif' mich denn mit Vaterarmen, Gott! rette mich; gieb Glauben, gieb Auch Heiligkeit durch dein Erbarmen, Zu allen Pflichten Kraft und Trieb, Daß meine Seele dir getreu Im Glauben bis zum Tode sei! 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, streiten Und überwinden; tritt herzu, Wenn meine matten Füße gleiten, Und decke meine Mängel zu! Der Gnade redlichen Gebrauch Belohneft du dem Glauben auch. 4. Aus Gnaden that er's; freut euch, Sünder! Mofern ihr wahre Buße thut, Und glaubt; so seid ihr Gottes Kinder, Ihm angenehm durch Chrifti Blut. Welch Heil, das Gott! nur geben fann! Aus Gna den nimmt er Sünder an. 8. Auô Gnaden einft von dir erhoben In deinen Himmel, will ich dann mit allen Hei ligen dich loben Mehr, als ich bier dich preisen kann. Dann bin ich ganz gerecht und rein Und ewig selig, ewig dein! 3. A. Eramer. 5. Aus Gnaden! aber, Sünder, hüte Dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, Und häufe nicht, weil seine Güte So wundervoll ift, Schuld auf Schuld! 3. Wenn ein Echaf verloren Denn wer auf sie zu freveln ift, Euchet es sein treuer Hirte. 252 Von der Rechtfertigung und von den Jesus, der uns nie vergißt, Daß, Gott, bei dir Vergebung Suchet treulich das Verirrte, ist; Und daß du, wenn ich Und zeigt ihm die rechte Bahn. Schwacher fehle, Mir nicht ein Wie Jesus nimmt die Sünder an! strenger Richter bist! 4. Rommet alle! fommet her! könnt' ich sonst vor dir bestehn? Kommet, ihr betrübten Sün- Wie der verdienten Straf ent der! Jesus rufet euch; und er gehn? Macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf, laßt uns zu ihm uns nahn! Jesus nimmt die Sünder an! 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; Aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, O Va 5. Jch Betrübter komme hier ter! williger, als du? Du, den Und bekenne meine Sünden. nur unser Wohl erfreut, ErLaß, mein Heiland, mich bei zeigst uns gern Barmherzigkeit. dir Gnade zur Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten fann: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Mit Zuversicht stets dar auf hoffen Heißt uns dein uns gesandter Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen Zu deinem höchsten Gnadenthron, Wenn wir nur redlich uns be mühn, Der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Ge seg verklagen? Der mir einst 4. Wohl mir! wenn deine Gnad' und Treue Mein Herz zu deiner Liebe rührt, Mich über mein Vergehn zur Reue, Zur Sorgfalt in der Beßrung führt; Dann find' ich auch in deiner das Urtheil spricht, hat die Huld Gewiß Verzeihung mei Schuld selbst abgetragen, Daß ner Schuld. mich nichts verdammen kann. 5. Und o, wie wohl ist Jesus nimmt die Sünder an! meiner Seele, Wenn ihr dein 8. Jesus nimmt die Sünder Friede nicht gebricht! Ob dann an! Mich hat er auch ange- auch äußres Glück mir fehle; nommen und den Himmel auf- So fehlt doch wahre Ruhe gethan, Daß ich selig zu ihm nicht, und die ist mehr, als kommen Und auch sterbend rüh- alles werth, Was sonst die men fann: Jesus nimmt die Welt für Glück erklärt. Sünder an! E. Neumeister. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes Bei jeder Furcht und Mel. Wer weiß, wie nabe mir 2c. jedem Leid; Dann hoff' ich von 386. welch ein Trost dir lauter Gutes Für meine Zeit für meine Seele, und Ewigkeit. Des Himmels 6. Nun, so faß ich neuen Muth. Sind schon meiner Sünden viele; Schafft doch dein Versöhnungsblut, Daß. ich mich entledigt fühle, Und voll Trostes jauchzen fann: Jesus nimmt die Sünder an! Früchten oder Folgen derselben 253 Vorschmack hab' ich hier, Hab'| Thräne später Reu' Fliest nicht ich nur Friede, Gott! mit dir. unerbarmt vorbei. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen faffe, Und mich zum Fleiß der Heiligung Durch deine Gnade leiten lasse! So 5. Dies erfülle meinen Muth, Endlich aus der Sünde Ketten, Aus der Leidenschaften Wuth Hin zu dir, Gott! mich zu fehlt mir nie Beruhigung. Und retten. Sünde lohnt mit Reu' tröstest du mein Herz, o Gott! und Leid; Deine Gnad' ist So halt' ich treulich dein Gebot. Seligkeit! 6. L. Spalding. 8. Dann fomm' ich auch zum innern Frieden, Den nie ein Fehltritt unterbricht, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. theu'r, o Gott! freue mehr noch, als hiénieben, 388. Wie eine Güte, ist Mich in des höhern Lebens licht Des großen Glücks, im Herzen rein Und dir, Gott, angenehm zu sein! 3. S. Diterich. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 387. Sätte nicht, o Gott! dein Sohn Unster Schwachheit Trost gegeben, Nicht gelehrt, zum Gnadenthron Uns im Glauben zu erheben; Wir versänken in der Nacht Unsrer Schuld vor deiner Macht. Die alle Missethat vergiebt, Sobald ein reuendes Gemüthe Die Sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht. sicher werden, Weil du so groß an Gnade bist! Wie furz ist meine Zeit auf Erden, Die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, Daß. ich sie meiner Beßrung weih'! 2. Aber Jesus kam herab, Der als milder Arzt uns Kranken Seines Trostes Balsam gab, Daß wir nicht vor dir versanken. Wen die Reue niederdrückt, Wird durch ihn gewiß erquickt. 3. 3war deine Gnade zu verdienen, Sind Reu' und Beßrung viel zu klein; Doch darf sich auch ein Mensch ertühnen, 3u glauben, dir verföhnt zu sein, Wenn er noch. liebt, was dir mißfällt, Und dein Wort nicht von Herzen hält? 3. Wie verirrten Wandrern bricht Jener Strahl durch unsre Richte; Mehr erfreun im Himter fehrt. 4. Nie fannst du dem die. mel nicht Viel' vollendete Ge- Schuld erlassen, Der wissentlich rechte, Als wenn einer, lang in Sünden lebt. Der kann kein bethört, Wieder um zum Va- Herz zu Jesu fassen, Der sein Verdienst zwar sehr erhebt; 4.D, wie unermeßlich ist Dei Doch in der Sünde noch bener Vaterliebe Größe, Die des harrt, Wofür er doch ein Rindes nicht vergißt, So die Opfer ward. Mutter sein vergäße! Selbst die 5. Drum fall' ich dir, mein 254 Von der Rechtfertigung und von den Gott! zu Füßen; Vergieb mir| weist! Geheilt ist unser Schade. gnädig meine Schuld, Und heile Dein Sohn hat uns von unsrer mein verwund't Gewissen Mit Noth Erlöset, und bis in den Trost an deiner Vaterhuld! Ich Tod Für uns sich hingegeben. will mit Ernst die Sünde scheu'n, Und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Zum Guten mir geschen fet sei, Will ich durch Ülebung guter Werke Beweisen; mache du mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie dringe mich! Ne leite mich! 4. Er nahm sich unser gnás dig an, Trug unser aller Sünden; Ward dem Geseße unterthan, Vom Fluch uns zu ents binden, Den es den Uebertretern dräut; Erwarb uns die Gerechtigkeit Durch sein versöhnend Leiden. 5. Er ließ, zur Büßung un frer Schuld, Von Gott sich wil lig strafen. So wußte Gott, voll weiser Huld, Durch ihn uns Heil zu schaffen, Da es uns Sündern offenbar Nach dem Die Gefeß unmöglich war, Sache gut zu machen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 389. Gott, ott, unsers Her 6. Die Strafe, die es Sündern dräut, Fiel uns zu schwer zu tragen; Wir müßten bis in Ewigkeit, Wenn sie uns träf, zens Trost und verzagen. Der Heiland trug Verzagte Theil, Wie groß sind deine sie uns zu Gut'; Gnaden! Du machest unsre nicht; mit starkem Muth Hat Seelen heil Von ihrem bösen er sie überstanden. Schaden. Wir selber konnten's 7. Wir fonnten auch als nimmermehr; Wir blieben ganz Sünder nicht Des höchsten an Troste leer, Wärst du nicht Herrschers Willen In allem unser Retter. Werk, in aller Pflicht Unta2. Und drückete dein schwe- delhaft erfüllen. Auch hierin rer Zorn Um unsrer Sünden half der Heiland uns. Gott willen. Es war mit unserm schäßt die Redlichkeit des Thun verlor'n; Wir konnten Thuns Bei uns nun für voll nicht erfüllen, Was dein Ge- kommen. set geboten hat, Noch selber zur Vergebung Rath Durch eigne Büßung schaffen. 8. Den Glauben, den Gott uns gebeut, Will er in uns ent zünden, Wenn wir in wahrer 3. So sei denn ewiglich ge- Reu' und Leid Der Sünden preist Für deine große Gnade, Gräu'l empfinden. Des hochges Wovon dein Wort uns unter lobten Geistes Werk Ist es, daß 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, Der du die Missethat vergiebst; Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein, Und mei nen Wandel heilig sein! J. F. Bahrdt. Früchten oder folgen derselben. 255 wir mit Glaubensstärk' Durch 2. Welch eines Heils darf Jesum Gott vertrauen. der sich freun! Denn Gott will selbst sein Vater sein. Wem er die Schuld vergeben kann, Den nimmt er auch zum Kinde an. 9. Dann schenft er uns Ge rechtigkeit Um unsers Heilands willen; Vergiebt die Schuld, heilt unser Leid, Heißt unser Herz sich stillen. Des göttlichen Versöhners Blut Kommt zur Vergebung uns zu Gut', Befreit uns von Verdammniß. 3. Ein Vater liebt; Gott liebt weit mehr! Weit mehr, als Mütter, liebet er, Und will durch seine Güte ihn Zur höchften Seligkeit erziehn. 10. So, so begnadigt uns der Herr, Uns sonst verlorne Sünder; Boll Huld und Liebe nennet er Hinfort uns seine Rinder. Sein Vaterherz ist uns nicht fern, Verzeiht uns unsre Fehler gern, Da wir noch täglich straucheln. 4. Er lehrt ihn väterlich; er zeigt Ihm, was ihm heilsam ist; er neigt Sein Herz dazu; er stärkt und pflegt Dent Schwachen, den er schont und trägt. 5. Daß er zum Jüngling und zum Mann Erwachse, der selbst 11. Er schenkt uns auch zurwandeln kann. Und strauchelt süßsten Ruh Das Recht zu er denn auch im Lauf, O, wie jenem Leben; Sagt uns dies so gern hilft er ihm auf! große Erbtheil zu, Das er uns. 6. Nun hat er Friede, Herr! einst will geben. Sein Geist mit dir; Die Ruh' kommt ihm belebet unser Herz Mit diesem zurück; mit ihr Die Hoffnung Trost in allem Schmerz: Jhr jener Seligkeit, Der sich bereits seid des Himmels Erben! 12. Erkennet Gottes Gnadenrath, Schlagt in euch, sichre Sünder! Frohlockt, die er begnadigt hat, Frohlockt, ihr seine Kinder! Dient ihm mit Freuden, dient ihm gern! Bleibt von den Sündenwegen fern! Folgt seiner Zucht zum Himmel! h. E. Heeren. sein Glaube freut. 7. Der Hocbeglückte darf auch fühn Zu seinem Vater nahn; darf ihn Um Nachsicht anflehn und um Licht Und Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind, Allmächtiger; dich nur zum Freund, An deines Sohnes Liebe Theil Zu haben, o Gott, welch ein Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. Heil! 390. Wohl dem, dem 9. Was wirst du, Herr! seine Missethat für ihn nicht thun? Die ganze Vergeben ist, der Gnade hat, Welt verwandelt nun Für den Voll Muths ist und voll zu- Begnadigten durch dich In versicht, Und weiß: Du, Gott, deines Himmels Vorhof sich. verdammst ihn nicht! 10. Weil du der Sünden nicht 256 Von der Rechtfertigung und von den gedenkst, Genießt er alles, was! 4. Du siehst mich nun in du schenkst. Als Gaben, die ein Christo an Mit Holden VaterVater giebt, Der seine Kinder blicken. Mit Heil hast du mich zärtlich liebt. angethan, Willst ewig mich erquicken. Nun sag' ich immer ohne Scheu', Daß Gott mein treuer Vater sei. O, was ist das für Gnade! 5. Nun gilt mir nichts das Gut der Welt, Wonach so viele rennen, Da ja mein Herz ein Recht erhält, Mich Got tes Kind zu nennen. Denn bist du mein und ich bin dein; So ist mit dir auch alles mein, 3. A. Cramer. Was ich, dein Kind, gebrauche. 6. Gott! wie lob' und 11. Frei, wie ein Erbe Gottes, geht Der Pilger auch durch Sturm, und steht Durch dessen Hand, der Welten trägt, Wenn Sturm und Blizz auch auf ihn schlägt. 12. O Jesu, Preis und Dank sei dir! Durch dich ward dieses Heil auch mir; Ich weiß, daß, der so sehr mich liebt Und dich mir gab, auch mir vergiebt. Mel. Nun freut euch, lieben c.preis ich 391. dich Für solche hohe was ist das für Gnade? Nun liebest und er Herrlichkeit, zu höhst du mich Im allerhöch der wir sind gekommen, Daß sten Grade. Denn was ver du, Herr, uns in dieser Zeit herrlichet uns mehr? Was ist Zu Kindern angenommen! Wir so groß, als diese Ehr', Des sind vergänglicher, als Laub, Höchsten Kind zu werden? Wir sind vor dir geringer Staub, Und sind doch so geehret! 2. Ich, ich muß mich beson ders hier Vor deinem Throne beugen. Voll Sünde war ich, Herr! vor dir; Ich mußte ver dir schweigen. Und du sprachst mich von Sünden los; Ja, nahmest mich auf deinen Schooß, Zu deinem Kind und Erben. 7. Was ist, das mir nun schaden kann, Wie schädlich es geschienen? Ich seh' es für mich heilsam an; Es muß zum Be sten dienen. Stellt sich gleich manche Trübsal ein; So muß sie mir doch nüßlich sein, Mein wahres Glück befördern. 8. Nun fann ich ohne Sor gen sein, In Ruh' und Hoff nung leben; Getrost, o Herr! 3. Nicht fonnt' ich findlich mich deiner freun; Du wirst zu dir schrei'n, Nicht dich den mir alles geben. Ich kann durch Vater nennen; Du halfft mir, Christum, deinen Sohn, Als deiner mich zu freun; Ich lernte Kind zu deinem Gnadenthron dich erkennen, Hielt gläubig mich an deinen Sohn; Da fam ein Blick von deinem Thron, Der mich lebendig machte. zu allen Zeiten treten. 9. Wenn mir was fehlt, so flag' ich's dir; Dann fann mir gar nichts fehlen. Wenn Noth Früchten oder Folgen derselben. mich drückt, so hilfst du mir, ihr doch nicht Zufriedenheit; Und ich darf mich nicht quälen. Und, Gott! dein Fried' ist weit Du, Vater! weißt, was mir ge- mehr werth, Als alles, was bricht; Du giebst, was mir dein die Welt gewährt. ujumla? Wort verspricht, Machst mich 6. 6. Dein Friede stärkt mit zum Himmelserben.nofort frohem Muthe Das Herz auch K. H. v. Bogakky. in der größten Noth; Giebt Mel. Mein Jefus lebt! was ic. Hoffnung zu des Himmels 392. Gott! deine Gnad' Gute, Und macht getroft ſelbſt auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Vorschmack ist. ist unser Leben; Sie schafft uns Heil und See lenruh, Dein ist's, die Sünden zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht zum Leben neues 7. Laß, Vater, denn in die sem Frieden Auch meine Seele Schenkst du freudig ruhn! Auch mir ist Recht. dieses Glück beschieden; Denn Verlorne zu auch für mich genug zu thun, du für uns Ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, Der aller Menschen Sünden trug. 2. Uns, uns erretten, Gabst selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Friede hätten, Für und den Tod, der Sünde Lohn. Gott, wie hast du uns ge liebt; Welch ein Erbarmen ausgeübt! Trost: Gott ist für mich! 8. O, laß mich dies im Glauben fassen Und mich mit starfer Zuversicht Auf deine Bundestreu' verlassen! Wenn 3. Dank, ewig Dank, sei dei alles wanft, wanft sie doch ner Treue, Die niemand g'nug nicht. Mit Reu' und Demuth erheben kann! Nun nimmst du such' ich dich; Gieb mir den jede wahre Reue Um Christi willen gnädig an. Wohl dem, 9. Lobsingend will ich dich erder sich zu dir bekehrt Und heben, Mich ewig deiner Gnade seinen Mittler gläubig ehrt! freun, Und deinem Dienst mein 4. Den, Herr! befreist du von ganzes Leben In findlichem Ge Den Blagen, Die dem Gewissen horsam weihn. Daß, Herr, bei furchtbar sind; Der fann gedir Vergebung sei, Dies mach' troft und freudig sagen: Gott in deiner Furcht mich treu! ist für mich, ich bin sein Kind! Hier ist der, welcher für mich Mel. Allein Gott in der Höh' sei zc. litt Und mich noch jeßt bei 393. 4 3. 8. Diterich. welch ein Gott vertritt! barer Schay! Wie 5. O Herr, wie selig ist fann der mein Herz laben! Ich die Seele, Die so sich deiner soll dereinst im Himmel Play Gnade freut! Ob auch ein Bei meinem Jesu haben; Und irdisch Glück ihr fehle, Fehlt hier soll ich trop aller Pein 257 258 Von der Rechtfertigung und von den Sein liebstes Kind und Erbe bleibt auch in der Ewigkeit fein, Bis ich zur Ruhe komme. Die Quelle der Zufriedenheit 2. Was acht' ich Kron' und Fürstenthum, Wenn ich sie auch gleich fünde? Dies ist mir ein viel größrer Ruhm, Daß mich zu Gottes Kinde Mein theu'rster Heiland selbst gemacht der sich selber dargebracht Zum Opfer für die Sünden Er, 2. Wovor darf meiner Seele grauen, Wenn du mir, Gott! nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich hinschauen, Dem alles unterworfen ist; So sehe ich mit heiterm Sinn Auf alles GOE andre ruhig hin 3.5 Beschämt mich meinet Fehler Menge; Du, Vater! du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich in's Gedränge; So hab' ich doch den Troft an dir, Daß du auch Leiden dies ser Zeit Stets lenfft zu mei ner Seligkeit. omn: Gull 14. Froh seh' ich deinem höhern 4. Nuns wohl! so will ich Segen, Den deine Hand in jener auf der Welt, Mit Gott, nach Welt Den Deinen aufbewahrt sonst nichts streben, Als, wie entgegen. Und wenn mein Leib es feinem Rath gefällt, Be in Staub zerfällt, So zagt ständig fromm zu leben. Ich mein Herz doch darum nicht; täm' ja um mein Kindesrecht Denn du bist meine Zuversicht Und würde wieder Satans 5. Mein Heil steht bloß in Knecht, Wenn ich nicht Jesu folgte. i did thi 5. So lang' ich dieses aber thư, Was er gethan will wissen; Kann wahre, innre Seelenruh Mir alles Leid versüßen. Was acht' ich Hoheit, deinen Händen, Und dein ist, Vater! alle Macht, Mir jedes Gute zuzuwenden, Daß deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführst stets deinen Rath Wohl dem, der dich zum Freunde hat! Ce 102 Gut und Geld? Was frag' ich 6. Dies ist das Glück det nach der ganzen Welt, Gott mein Bater heißet? Wenn P. Pfeffer. 3. Was fann mir jetzt die Sünde thun? Was Tod und Hölle schaden? Ich fann vor ihnen sicher ruhn; Ich bin bei Gott in Gnaden; Denn Jesus, der mein Bruder ist, Hat alle Bitterfeit versüßt Im Leben und im Sterben. 4m reinen Seelen, Die sich mit Ernst vor Sünde scheu'n, Nut dich zu ihrem Trostherwählen, Und, vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit fol chem Sinn verehrt, Der if dein Freund, der ist dir werth. Mel. Wer nur den lieben Gott ut. it dir, o Höchster! Friede haben Und deiner Huld versichert sein, Das ist die größte aller Gaben, Die 394. 7. Der hat dich auch in allen Fällen Gewiß zum Trost, und jedes Menschenherz erfreun; Das kann sein Herz In dit, o Gott 2 Früchten oder Folgen derselben. 259 zufrieden stellen Bei jeder Sorg Gott liebet mich; Goft zürnet und jedem Schmerz. Den wird nicht, Weil Jesus kräftigst für jum steten Wohlergehn Unfehl mich spricht. bar beine Lieb' erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner Gnade mich zu freun, Nach einem reinen Herzen strebe; Und präg' es mir auf's tiefste ein, Rein größer Glück fei auf der Welt, Als wenn man dir, Gott, wohlgefällt! 3. 8. Diterich. 15. Wer will mich denn mit Recht verdammen? Die Schuld verlieret ihre Kraft. Gereizt durch zarte Liebesflammen, Führt Jesus meine Rechenschaft. So fann mein Herz statt vor'ger PVein, In Rub" und stillem Frieden sein. 6. Erhalt', o Gott, mir diesen Frieden, Den diese Welt nicht geben kann! War ich zuvor von dir geschieden, So blick dois Mel. Wer nur den lieben Gottlic. 395. Gottlob! ich habe Mein Herz genießt der schönsten Ruh. Heil fließt auf mich aus Jefu Wunden; Mich deckt des Vaters Liebe zu; Sein Geist bejeuget meinem Sinn, Daß ich mit Gott versöhnet bin. Friebe mich nun an; Und wenn mir neue Unruh' droht, So tilge du auch solche Noth! 2. Wie hart schlug des Ge sebes Hammer, Da er an mein Gewissen schlug! Was fühlt ich da für Angst und Jammer! Wie drückete mich da sein Fluch! Der Fluch zerknirschte mir das Herz. Wie fürchterlich war da mein Schmerz! 7. Dein Friede müsse mich bewahren, Damit mein Geist stets ruhig sei! Steh' mir in allerlei Gefahren Mit deiner Kraft und Gnade bei, Bis feine Sünde mich mehr¹ drückt, Und mich des Himmels Ruh" erquickt! 3. Sobald ich aber den um! fangen, Der auch mein Frie densstifter ist, Da fonnt' ich Gnad' und Trost erlangen, Weil er am Kreuz für mich gebüßt. Die Feindschaft, durch die Sünd erregt, 8. Ach, gieb mir, deinem armen Kinde, Mein Friedensfürst, dies Wohlergehn, Daß ich stets Ruh' und Frieden finde! Laß mich auf jene Zeiten fehn, Die frei von Sund' und Unruh' sind Und wo ich ewgen Frieden finding J. G. Weber. mel. Fréu' dich ſehr, o meine Seele. 396. lehet traurige Gedanken, ihr Verdienst ja beigelegt. bi pot 4. Nun ist die Handschrift sonst mein Herz beschwert! Gott außgetilget, Die mir so sehr ent- fann ich nun fröhlich danken; gegen stund. Da Christi Blut Er hat mein Gebet erhört. Ee, die Schulden tilget, Tret' ich der mir nach seiner Huld Hat mit Gott auf's neu' in Bund. vergeben meine Schuld, Wird, 17* 260 Von der Rechtfertigung und von den zu folgen seinem Willen, Mich| Bemühn. Wer ist, der mir schamit Lust und Kraft erfüllen. den kann? Jesus nimmt sich Er hat meine 2. Warum sollt' ich mich meiner an! nun fränken, Da mich Gott Schuld getragen und verbeut' und Jesus liebt? Seiner Liebe mir alles Zagen. will ich denken, Ogieb, daß ich Wenn ein 7. Jesu, Geber wahrer FreuKummer mich betrübt. Ich, de! Gieb mir deinen Freudenden Jesus sich erfauft, Bin geist, Daß er mich so führ auf seinen Tod getauft. Chri- und leite, Wie dein Wort mich stus, der für mich gestorben, unterweist! Hat mir alles Heil erworben. trage doch 3. Wohl mir, daß er mir's gegeben, Daß ich sein mich freuen fann! Seine Leiden, Tod und Leben, Alles, was er hat gethan, Er, und was er hat, ist mein; Und ich bin hinwieder sein. Durch ihn kann ich Tod und Sünden Nun als Sieger überwinden. Mit Geduld dein sanftes Joch! Mache mich mit dem zufrieden, Was mir deine Huld beschieden! 23 8. Gieb, daß ich, in dir erfreuet, Eine reine Seele hab', Die, gebessert und erneuet, Sich Sei an dir ergöß' und lab'! mein Leiter, Trost und Hort, and Und laß durch dein heiligs Wort Deinen Geist mein Herz erquicken; D, so wird mir alles glücken! J. G. Olearius. 4. Reizt mich innre Lust zu Sünden; In des Gottversöhners Blut Kann ich Trost und Stärke finden. Er macht gerecht und gut. Er, der als ein stilles Lamm Meine 397. Wter, Herr, mein Mel. Sesu, meine Freude. ie getroft und hei Sünden auf sich nahm, Läßt mich nicht im Kampf erliegen, Licht und Leiter! Machst du Hilft mir streiten, hilft mir meinen Geist; Der du, die dir stegen. trauen, Führst zu grünen Auen, Und so gern erfreust! Nie wird. Bei dir, mein Hirt Beruhiger der Seelen! Mir Erquickung fehlen. 5. Es ist wahr, ich werde sterben Und hinab zum Grabe mals gehn. Doch ich werde nicht Und verderben, Werde wieder auf erstehn. Jesus hat des Todes Macht Unter seinen Fuß gebracht, Und wird einst ein neues Leben Meinen Gliedern wiedergeben. 2. Deinem Rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts verz mag ich Schwacher; Du, mein Seligmacher, Rüstest mich mit 6. Feinde mögen ihre Schre Muth. Wenn die Welt Er den, Um mich her zusammen- bebt und fällt, Wenn Gericht ziehn, Um mir Grauen zu er- und Hölle schrecken; Wirst du wecken; Doch umsonst ist ihr mich bedecken. dun na # 10 Früchten oder Folgen derselben. 3. Ich kann ohne Grauen was hoff' ich dort? Unbegrenzte Gräber vor mir schauen. Mein Zeiten Voller Seligkeiten Hoff Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich ich auf dein Wort. Sie sind glaube; Weiß, daß aus dem mein Durch dich allein. Bleib' Staube Mich sein Arm erhebt. ich dir getreu im Glauben, Todestag, Dein Schrecken mag Wer kann sie mir rauben? Eines Frevlers Herz erschüttern; Was brauch' ich zu zittern? 9. Voll von deiner Güte Jauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland! dir. Dieser Geist der Freuden Stärke mich im Leiden, Weiche nie von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's Thal des Todes dringen, Dort dein Lob zu singen! F. Neander. 4. Auch in mir ist Sünde; Doch ich überwinde Sie, ge stärkt durch dich. Sint ich oft noch nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld Tilgt meine Schuld; Nie läßt du reu vollen Seelen Dein Erbarmen fehlen. 261 Mel. In allen meinen Thaten zc. 5. Daß ich Gott erkenne, 398. Ein ruhiges GewifFroh ihn nenne, Herr, mich ewig sein; Daß ich hier am mich stets genießen! Denn, hab' Grabe Trost und Hoffnung ich dieses nur, So ist für mich habe, Dank' ich dir allein. Daß in Tagen, Wo andre ängstlich dein Geist Mich unterweist Und zagen, Nichts Schreckliches in mich führt auf deinem Pfade, der Natur. non Dank ich deiner Gnade. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, Und dann dein Geist bezeuget, Daß ich begnadigt bin; Wenn mich dein Trost erquicket, So oft mich Trübsal drücket: Wie unschäßbar foc 6. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, O mein Gott! das g'nüget Meiner Seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ist mein Gewinn! ich Das, wonach die Eiteln trachten, Reich in dir, verachten. 7. Macht ein Gut der Erde, Daß ich glücklich werde Durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, Die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? 4. Sein eignes Herz bekämDu erfreust Des Menschen pfen Und seine Neigung dämGeist. Herr! du willst, die dich pfen, Ift freilich schwere Pflicht; berehren, Ewig wieder ehren. Doch wenn wir uns besiegen, 8. Deinen hohen Frieden Welch himmlisches Vergnügen Schmeck' ich schon hienieden, Und Giebt diese Ueberwindung nicht! 3. Sollt' ich solch' ruhig Leben Für Luft der Sünde geben; Und dann die innre Pein, Mich selber zu verklagen, In meinem Busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir sein! 262 Von der Rechtfertigung und von den 5. Nichts kann im Wohlerge-| 2. Ich bebe nicht, wenn Sün hen So unser Glück erhöhen, Als der beben, Daß Gott gerecht ein geruhig Herz. Dies schafft und heilig ist; Mein Herz giebt uns innre Freuden, Und mil- Zeugniß meinem Leben, Daß ich dert auch im Leiden Durch sei- gewandelt als ein Christ, Des nen Trost den größten Schmerz. göttlichen Berufes werth, Der mich zum Himmel wandeln lehrt. 6. Die Güter zu verachten, Wonach die Thoren schmachten, 3. Getrost wag' ich's, vor Wer giebt uns dazu Muth? Gott zu treten, Und ihn voll Was tröstet Gottes Kinder Beim Glaubens- Freudigkeit Als meiSpotte frecher Sünder? Ein nen Vater anzubeten, Der, was ruhigs Herz, dies höchste Gut! ich habe, mir verleiht, Und 7. Budir gen Himmel schauen, jedem Heil und Segen giebt, O Gott! und mit Vertrauen Der ihn von Grund des Hers Sich rühmen: Ich bin dein; zens liebt. Im Glauben der Erlösten Sich 4. Mit Muth trag' ich des deiner Huld getrösten; Welch Lebens Leiden, Verfolgung, Glück, mein Gott! kann größer Lästrung, Schmach und Hohn; fann größe sein? Denn des Gewissens innre Freuden Sind süßer, als der Menschen Lohn. Ind was kann höhern Trost verleihn, Al શાહ ohne Schuld im Leiden sein? Boy 8. Läßt du mich im Gewis sen Einst diesen Trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann voll Vertrauen Auf dich noch, Vater! schauen: So wird mir selbst das Sterben leicht. 5. Ich eile mit geseptem Schritte Des Lebens letter Stunde zu; Zerfällt des Leibes morsche Hütte, So fomme i zur wahren Ruh', Indem mein Geist, der Gott gelebt, 3u seinem Ursprung sich erhebt. 6. O Seele, darum sei be flissen, Daß unverrückte fromme Treu' Dir immerdar ein gut Gewissen Und Glaubenszuper sicht verleih'! Und du, mein 399. Wenn ich ein gut Gott, regiere mich! Denn was Gewissen habe, vermag ich ohne dich? So hab' ich große Seligkeit.is. S. Weiße Es ist des Himmels beste Gabe, mel. Jefu, meines Lebens Leben. Das höchste Glück Zeit. In Freud' giebt es hier Die der Seele mir. in dieser 400. Außerwählte, und Leiden 400. Wer will Gottes wahre Ruh' Die er, um ihr Gott zu sein, Selbst zu seinen Kindern zählte, 150. 9. O, laß zu allen Zeiten Mich deine Weisheit leiten, Und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken Laß mich die Hoffnung stärken, Daß groß der Lohn im Himmel fei! 3d C. S. Gellert. ni 1119Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Früchten oder Folgen derselben. 263 Der erlaßnen Schulden zeihn?| Mel. Herzlich thut mich verlangen. Er erklärt ſie für Gerechte, 401. ft Gott für mich, ſo was fie Knechte. Wer kann sie ver dammen, fie? Der gerecht macht, Gott, ist hie! da 2. Hier ist Christus, der zum Freunde, gestorben, Christus, der er Helfer, Gott; wecket ist! Der für uns allein dann der Feinde gestorben oder Spott? no Und für uns ermir schaden fann! Mich schützet seine Treue; Er nimmt sich meiner an. Hab' ich nur ihn Ist er mein Was schadet Verfolgung sfliste mast Waren wir gleich 2. Er ist's, deß ich mich tröste! Auch weiß ich als ein Chrift, Daß er, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater ist. Er reicht zu allen Zeiten Mir feine Hände dar, Giebt Müth und Kraft, zu streiten, Und Beistand in Gefahr. S'ust wecket ist! seine Feinde, Sind wir jetzt och seine Freunde. Der zur Rechten Gottes fißt, Liebt uns und vertritt uns ipt.po 3. Keine Freude, Gott! fein Leiden, Keines Menschen Tyrannei Muß uns je von Jefu scheiden. Keiner Sünde Schmeichelei! Stärfe deiner Kinder Herzen, du Daß sie we der Schmach noch Schmerzen, Hunger, Blöße, Schwerter scheu'n, Ulm dir treu und fromm zu sein! 4. Hilf uns allen standhaft glauben; Laß nicht Leben oder Tod Uns die Liebe Jesu rau ben; Nichts von dir uns trennen, Gott! Nichts, wie herrlich oder prächtig, Nichts, wie hoch, wie groß, wie mächtig, Nichts, wie furchtbar es auch sei, Mach' uns Jefu ungetreu! 201 5. Alles fönnen wir entbeh ten; flein, 3. Der Grund, auf den ich baue, Ist Christus und sein Tod. Mich, weil ich ihm vertraue, Erschreckt nun keine Noth. Ihm opfrich gern mein Leben, Wenn er's von mir begehrt; Das, was er dort will geben, st mehr als Leben werth. 4. Er giebt mir Ruhm und Ehre; Ermist mein Glanz und Licht. Wenn er nicht bei mir wäre, So täm' ich in's Gericht. Sollt ich zum Richter gehen, und höchst gerecht ist der! Wie fönnt' ich dann bestehen? Ich, dessen Schuld so schwer! a brhli - Mangel und Verluft ist 5. Doch meiner Sünden Wenn wir dir nur an Schmerzen Nahm Christus selbft gehören Und gewiß sind, dein auf sich, Gab Ruhe meinem zu sein. Alles wirst du uns er- Herzen, Gab Troft und heilte sehen, und mit welchen reichen mich. Ich darf mich seiner freuen Schapen! Müssen wir nicht Mit unerschrocknem Muth, Darf felig sein? Alle Himmel, Herr! kein Gericht mehr scheuen, Gefind dein. as2 C. Runge. reinigt durch sein Blut. 264 Von der Rechtfertigung und von den met Kann Welt und Himmel 402. Somit festem Muth 6. Nein, zu der Hölle Flam| Mel. Kommt ber zu mir, sprichtic. nicht, Kann niemand mich verdammen; Gott geht nicht in's Gericht. Mir ist das Heil er worben; Er hat für mich ge büßt, Er, der für mich gestorben, Für mich erstanden ist. Auf Gottes Gnad' und Christi Blut; Ich hoff ein ewige Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht; Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. ne han 7. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch füßes Trost- 2. Herr! welch ein unauswort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh'; Und wie er hab' erbauet Uns eine neue Stadt, Wo Aug' und Herz einst schauet, Was es geglaubet hat. sprechlich Heil, An dir, an deis ner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; Im Herzen durch den Glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines Geistes Gaben! 8. Da ist mein Theil und Erbe; Ich seh's voll Zuver sicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Him mel nicht. Fließt immer; fließt, ihr Zähren! Die Zeit der Ernte naht. Wie lange fann 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirkt göttliche Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht und Trost im Elend zu, Versüßet uns des Lebens Ruh', Und stärkt uns in Gefahren.m es währen? So ernt' ich 4. Erhalte mir, o Herr, mein meine Saat. Hort, Den Glauben an dein 9. Was kann mich jemals göttlichs Wort Um deines scheiden Von Gottes Liebe? Namens willen! Laß ihn mein Noth? Verfolgung? Trübsal? Licht auf Erden sein, Ihn täg Leiden? Schwert? Hunger? lich mehr mein Herz erneu'n, Blöße? Tod? Nichts! nichts! Und mich mit Troft erfüllen! ich überwinde Durch Jesum, C. F. Gellert. der mich liebt, Mich frei macht von der Sünde, Mir selbst Mel. Allein Gott in der Höh' seit. den Himmel giebt. r bir ere 403. Sh weiß, an wen fich 10. Nichts, was wir hier erheben, Rein Ansehn, keine Macht, hält; Kein Feind soll mir ihn Kein noch so herrlichs Leben, rauben. Als Bürger einer bes Kein Reichthum, keine Pracht; fern Welt Leb' ich hier nur im Nichts, was wir denken fönnen, Glauben; Dort schau' ich, was Soll mich, o Jesu Christ! Von mein Herz hier glaubt. Wer ist'e, Gottes Liebe trennen, Der mein der mir mein Erbtheil raubt? Erbarmer ist. Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer p. Gerhard. # Früchten oder Folgen derselben. 265 Streit, Lang' ist der Tag des tauft, Wer will von dir mich Sieges. Ich tampfe für die Ewig- scheiden? Du zeichnest mich in feit; Herr, welch ein Lohn des deine Hand; Ich werde dort Sieges! Du haft für mich den von dir erkannt. Mein find Tod geschmeckt. Mir kann, wenn dein Schild mich bedeckt, Auch selbst der Tod nicht schaden. des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde nie entweiht, Erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; Nur des Gerechten Glück besteht fann mir Größres werden? In allen Ewigkeiten.dell Von fern glänzt mir dein Kleinodd zu, Du schaffest nach dem Kampf mir Ruh' Und reichst mir meine Krone.m 3D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, Mein bester Trost auf Erden, In jener Welt mein Eigenthum; Was C. C. Sturm. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele Glück, Auf Ewigkeit und Him mel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! all 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, Und meiner Freiheit Tag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Ich sehe wie im Schatten hier, Der ich dir froh vertraue, Die Seligkeit, die ich bei dir Im vollen Glanze schaue. Wie groß ist meines Heiles Werth! Im Himmel werd' ich ganz Zu deinem Bilde verklärt werden. 7. Zu diesem Glück bin ich erfauft, D Herr! durch deine Lei den. Auf deinen Tod bin ich ges Mel. Wie schön leucht't uns der ic 404. 404. Wie groß ist unfre Gott! schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden; Wenn unser Herz sich dir ergiebt, Und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes Leben Wird anheben, Wo man Freuden Erntet von der Saat der Leiden! 2. O, wie erhaben ist das Recht, Das du uns schenkest, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer will deiner starken Hand, Allmächtger! uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Müssen streiten, Und zu Zeiten Schwach uns finden; Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, Schenfft unsern Seelen wahre Ruh', Und stärkest uns mit Freude Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; Wir sein erfauftes Eigenthum, Und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes Sind auf 266 Von der Rechtfertigung und von den Erden In Beschwerden Un- des Todes steter Raub; Dir fre Seelen. Herr! was fann dank' ich Heil und Leben. Mit, bei dir uns fehlen? onis der ich dein Erlöster bin, 3ft 4. Es bleibet zwar der hohe dieses Leibes Tod Gewinn; Werth Der Gnade, die uns wi- Ich darf vor ihm nicht beben. derfährt, Verborgen hier auf 4. Ich bin erlöft, und bin Erden; Doch, wenn dereinst ein Chrift; Mein Herz ist ruhig vor aller Welt, Er, unser Haupt, und vergißt Die Schmerzen Gerichtstag hält, Dann wird dieses Lebens. Ich dulde, was er sichtbar werden. Alsdann ich dulden soll, und bin des Sieht man Ihn mit Kronen großen Trostes voll: Ich leide Uns belohnen, Und mit Ehren nicht vergebens! 0 Für sein treues Volk erklären. 5. Gott selber mißt mein 5. Wie wohl, Gott, find Theil mir zu, Hier kurzen wir Christen dran; Wie viel Schmerz, dort ewge Ruh Vor hast du an uns gethan! D, seinem Angesichte. Was seid laß uns unsre Würde Vor ihr, Leiden dieser Zeit, Mir, Augen haben jederzeit! So der auf jene Herrlichkeit Ich tragen wir mit Willigkeit Der stets das Auge richte? 19 furzen Leiden Bürde. Herr, 6. Bald ruft mich Gott, und gieb Den Trieb Unsern Seelen, ewiglich Belohnet und erquidt Dich zu wählen, Und das Leben er mich, Weil ich ihm hier ver Ganz zu Jesu Dienst zu geben! traue, Bald, bald verschwindet ndodan 120 3. E. Schmidt. aller Schmerz, Und Himmels freuden schmeckt mein Herz, Wenn ich verklärt ihn schaue. Mel. Kommt her zu mir, spricht ac. trag 7. Bin ich gleich schwach, ſo 405. Mein Glaub' ist mei Lebens ich doch mehr der Und führt mich deinem Himmel Sünde schändlich Joch In mei zu, D, du, an den ich glaube! nem Lauf auf Erden. Die Tu Ach gieb mir, Herr, Bestängend ist mir füße Pflicht; Dod digkeit, Daß diesen Trost der fann ich auch hienjeden nicht Eterblichkeit Nichts meiner Ganz frei von Fehlern werden. Seele raubermanne o anul 1998. Mein Troft ist dann: Gott 2. Tief prägtes meinem hat Geduld, Er straft mich nicht Herzen ein, Welch Glück es nach meiner Schuld, Er stillt sei, ein Christ zu sein, Der mir mein Gewiffen. Der du den seiner Pflicht gedenket; Ist doch Tod für mich bezwangst, Du dem sterblichen Geschlecht Zur haft mich, Mittler! aus der felgen Ewigkeit ein Recht Durch Angst, Die ich verdient, geriffen. deinen Tod geschenket! ecun 3. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, Nicht mehr zu Und schenkst mir deinen Frie 9. Dir, dir verdank' ich meine Ruh'; Du heilest meine Wunden Früchten oder Folgen derselben. 267 den. Und strauchle ich in mei Welt schuf, er, Der sein wird, nem Lauf; So richtest du mich wieder auf, Und dein Geift der Half mir und war mein Gott. Allmächtig half mein Gott, Und gab mir seinen stärkt mich Müden. 10. Gelobt fei Gott! ich Frieden. bin ein Christ, Und seine Gnad' 3. 3. Des Glaubens war ich und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heiligung, Ich spüre täglich Besserung zens und des Lebens. immer voll; Laß stets dein Licht mir scheinen! Gerettet aus der Trübsal, soll Mein dhe Des Her Herz vor Freude weinen. Der mich leiden sah, Hallelujah! Durch den siegt ich durch den, Der meiner Seele schen in mir schafft, Der sich Flehn, Mein stummes Seufzen bir will ergeben. Dank sei hörte. Jailing id 11. Ich fühle, daß des Geiftes Kraft Den neuen Men50 dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium Recht glauben, christlich leben. 4. Wenn meine ganze Seele fleht, Grhoben aus dem Staube; Wenn ich im freudigen Gebet, 12. Es macht mich ruhig und Mein Vater, mächtig glaube: erfreut, Führt mich zur wahren Zu der Sieger Chor, Zu dir Seligkeit; Wie sollt' ich es nicht empor Steig' ich dann; ruh' lieben? Erhalte stets mein Herz in dir. Dort bin ich, nicht dabei! So will ich, Herr! in mehr hier, Vin schon durch meiner Treu', So lang' ich Hoffnung felig. bin, mich üben. hirs. Mänter.5. Allgegenwärtig haft du Auch mich, den Staub, Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. empfinde dich; Sehn werd' umgeben. Du siehst mich, ich in dom dan mich, 406. 9uf ewig ist der Herr ich dich und leben. Hier mein Theil, Mein und dort und da Ist Gott Führer und mein Tröster, Er, mir nahy. Gedanke meiner ist mein Gott, mein Licht, mein Ruh', Wie reich an Kraft Heil, Und ich bin sein Erlö- bist du, Wie reich am Troste fter. Du verwirfft mich nicht, Gottes! Herr! im Gericht. Mit jenes 6. Ich lebe dir, ich sterbe Lebens Ruh's Erquichst, be- dir! Doch nicht durch meine schenfest du mich schon in die Kräfte. Bin ich des Herrn, fem Leben. Jaduait oled so ift's in mir Sein göttliches 2. Fern von der Welt, Geschäfte. Ja, ich lebe dir, mit dir allein, Du bestes Ich sterbe dir! Ja, Vater, aller Wesen! Dann ist von Bater, dein Will ich auf aller seiner Bein Durch dich ewig sein! mein Herz genesen. Der die Erlöser! Auf ewig dein, F. 6.£ lopstocks. 268 madhine malo daer mis] 1925 u Pom Code. mig at du rim 1od in mun Mel. Herzliebster Jesu, was hastic.| 8. Sprich: Kann ich doch, eh 407, Wa 7mas forgst du, ich's noch denke, sterben; Und Mensch, so könnt' ich auch die ganze Welt ängstlich für dein Leben? Es ererben, Wollt' ich mich doch, deinem Gott gelassen überge- ein llebel zu begehen, Nicht ben, Ist deine Pflicht, und die unterstehen! nimmt deinem Herzen Sehr 9. Denk' an den Tod, wenn viele Schmerzen. 30 Ruhm, wenn eitle Ehren, Wenn Geld und Gut dich suchen zu bethören. Sei nicht zu heftig; mäß'ge deine Triebe zu ihrer Liebe! 2. Du sollft es lieben, sollst es weislich nüßen; Sollst als ein Glück es, voll von Dank, besigen; Verlieren, als ob du es nicht verlörest, Weil du 10. Denk ernstlich an die Ei Gott ehrest. sim um25 telkeit auf Erden, Damit, wenn sie dir möcht' entrissen werden, Du dich alsdann dem Gram nicht ganz ergiebest Und tief betrübeft! 11. Denk an den Tod bei deinen frohen Tagen! Kann deine Luft des Todes Bild vertragen; So ist sie für unschuldig zu ers tennen, Und gut zu nennen. 12. Sprich, dein Vergnügen noch mehr zu versüßen: Welch Glück werd' ich alsdann einmal genießen, Wenn Gott ein ewigwährend Freudenleben Mir einst wird geben! 13. Denk an den Tod, wenn etwa deinem Leben Das fehlt, wonach der Reiche pflegt zu stres ben! Sprich: Lebe ich denn bloß auf dieser Erden, Um reich zu werden? 3. Des Todes Ruf soll deinen Geist nicht schrecken; Zur Weisheit soll er ihn vielmehr erwecken; Dir jederzeit in deinem ganzen Leben Vor Augen schweben. 4. Er soll den heißen Wunsch, zu leben, mindern, Doch keineswegs an deiner Pflicht dich hindern; Vielmehr soll er dir neue Kraft verleihen, Dich ihr zu weihen. 5. Ermattest du vielleicht in deinen Pflichten; So laß den Tod dich ernstlich unterrichten, Wie wenig Tage Gott zu deinem Leben Dir hat gegeben. 36. Sprich: Sollt' ich meine Pflichten wohl verschieben? Nein, furz ist meine Zeit, sie auszu üben. Geschwind verfliegt sie; follt ich sie versigen? Nicht vielmehr nützen? 7. Dent' an den Tod, wenn etwa böse Triebe, Wenn Lust der Welt und ihre warme Liebe Dich reizen; ach, dann müsse dir es glücken, Sie zu ersticken! 14. Heil mir, wenn ich in Jesu Christo sterbe! Dann giebt mit Gott das unbefleckte Erbe, Dann soll sich an des Himmels reichen Schäßen Mein Herz ergößen. 15. Denk an den Tod, wenn | bittre Leiden kommen; Sprich: Vom Tode. 269 Alle Trübsal eines wahren So würd' ich oft mit Schrecken Frommen Ist nichts; durch Mein eignes Herz entdecken. Hoffnung werden trübe Stunden Leicht überwunden! 2. Mein Gott, befreie mich vom Dunst Der irdischen Be16. Jest leid' ich zwar; je- schwerden, Und lehre mich doch von allem Bösen Wird die große Kunst, Bei Gräbern mich der Tod, wer weiß, wie flug zu werden! bald? erlösen. Wohl dem, der jenes Ziel, dem feines gleichet, Mit Gott erreichet! a hi Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem Tod abhängt, Und der dazu bei Zeiten Sein Herz sucht zu bereiten. 2010 17. Denk an den Tod zur Zeit, da freche Rotten Des Glaubens und der Tugend eif rigst spotten, Und Laster, voll von Stolz, ihr Haupt erhöhen, Und frech sich blähen! 18. Sprich: Gott hat zwar Geduld und trägt die Spötter; Doch endlich ist für sie gar fein Erretter, Wenn sie nicht hier noch ernstlich in sich gehen Und Gnad' erflehen! 3. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth Als meinen Gott betrachte; Hingegen Freude, Glück und Gut Nicht als mein eigen achte! So wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, Die du zur Trennung haft beſtimmt, Nichts, was mir war verliehen, Mein Herz zurücke ziehen. 4. Laß mich auf Jesu Herr lichkeit Mit froher Hoffnung blicken, Und in der Lebens Dunkelheit Mich sein Veroft recht lebhaft vorzustellen! dienst erquicken! Dann nimm, So wirst du nicht, wenn seine Boten wittern, Vor ihm er zittern. Herr, nach vollbrachtem Lauf Den Geist aus dieser Hütte auf, Die einst im Reich der Deinen Wird neu erbaut erscheinen! F. R. L. v. Canik19. So suche dir, o Mensch, in allen Fällen Den Tod sehr 20. Vielmehr wird er dein Trost in allen Klagen, So wie dein weiser Freund in gu ten Tagen, Dein Schild in Dein Schild in Mel. Jesus, meine Zuversicht. der Verſuchung, und auf Erden 409. Meine Lebenszeitver10. two Dir alles werden. C.F. Gellert. 94 1764 vlich eil' ich zu dem Grabe, Und Mel. Ermuntre dich, mein 2c. was ist's, das ich vielleicht Noch enn ich die Got allhier zu leben habe? Dent, undo Mensch, an deinenTod; Säume der, nicht; denn eins ist noth! 408. W tesäcker seh', alles könnte lesen, Was auf dessen Grab ich steh', In seinem Sinn gewesen, Und was bei ihm die Todesnacht Für Hoffnungen zu nichts gemacht; 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Vom Tode. 270 Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann hofft noch der Jahre viel, Der Greis wünscht sich noch manches Jahr, Und feiner nimmt den Irr 3. Nur ein Herz, das Gott geliebt, Nur ein ruhiges Ge wissen, Daß vor Gott dir Zeugniß giebt, Wird dir dei nen Tod versüßen. Dieses Herz, Gott nur geweiht, Giebt thum wahr. störs im Tode Freudigkeitio nou 3. Sprich nicht: Ich denk in 4. Wenn in deiner letzten Glück und Noth Im Herzen Noth Freunde hülflos um dich oft an meinén Tod! Der, den beben; Dann wird über Welt der Tod nicht weiser macht, Hat und Tod Dich dies reine Herz nie mit Ernst an ihn gedacht. erheben, Dann erschreckt dich tein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. bnp 4. Wir leben hier zur Ewig feit, zu thun, was uns det Herr gebeut, Und unsers le bens fleinster Theil Ist eine Frift für unser Heil. 5. Daß du dieses Herz er wirbst, Fürchte Gott und bet und wache; Sorge nicht, wie früh du stirbst! Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheu'n; Lern' auch, seiner dich erfreun!! chelt er sich gern Der Tag des Todes sei noch fern. 5. Der Tod ruft Seelen in's Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, Den Nath der Herzen, offenbar. 6. Ueberwind' ihn durch Ver traun, Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n Einst in die sem meinem Leibe! Gr, der rief Es ist vollbracht! Nahm dem Tod die Schreckensmacht. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit! Prüf dei nen Glauben, als ein Christ, Db er durch Liebe thätig ist? 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Chron gerecht zu sein, Macht dich noch nicht von Sünden rein. 7. Tritt im Geist an's Grab oft hin; Siebe dein Gebein versenfen! Sprich: Herr! daß ich Erde bin, Lehre du mich 8. Ein Herz das Gottes selbst bedenken; Lehre du mich's Stimme hört, Ihr folgt und jeden Tag, Daß ich weiser sich zu Gott bekehrt, Ein glau werden mag!. Gellert. bigs Herzvon Lieb' erfüllt, Dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert 410. Wie sicher lebt der Müh', Die wirkest du nicht; Mel. Wenn wir in höchsten Röthen ic. der Staub! Sein Leben ist ein fal lend Laub, Und dennoch schmei Gott Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Wert von dir! on Vom Tode. 271 10. Der Ruf des Lebens, das| Mein Herz sich selbst verdam du lebst, Dein höchstes Ziel, nach met? Nimmst du dich dann dem du strebt, Und was dir nicht meiner an, Ach, Heiz ewigs Glück verschafft, Ist Tu land! wer vertritt mich dann? gend in des Glaubens Kraft. 3. Mich dünkt, das Blut er11. Ihr alle seine Tage starrt in mir. Ich nahe, Richweihn, Heißt, eingedent des ter! mich zu dir Mit Furcht Todes sein; Und Wachsamkeit und Angst umgeben. Der Erde zur Heiligung Ist wahre Tods Herrlichkeit entweicht, Und wie erinnerung. lad din ein Morgenträum entfleucht Auf 12. Wie oft vergeß ich deinen Wink das Leben, Und dieser Pflicht! Herr, gel mit alle Sünden waffnen sich Mit mir nicht in's Gericht! Drück ihren Schrecken wider mich. selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott! erforschen mag, Ob Liebe, De muth, Fried' und Trew, Die Frucht des Geistes, in mir sei; 4. Mir ist, als säh' ich deinen Thron, Als hört' ich jetzt dein Urtheil schon, Du, aller Sün den Rächer. Entweicht von mei nem Angesicht! Entweicht von mir, ich fenn' euch nicht, Ihr Heuchler! ihr Verbrecher! Die Rache, sprichst du, Herr! ist mein; Hinfort wird keine Ret tung sein. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meiner Schwachheit widersteh', Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden 5. Nicht Geld, noch Gut erruf: Es ist vollbracht! 30H im C. F. Gellert. Mel. Ewigkeit, du Donnérwort. 411 rettet mich. Umsonst erböt ein Bruder sich, Den andern zu erlösen. Du nimmst fein Lösegeld db bin ja, Herr! in mehr an, Und jeder Sünder Den vollen Lohn der du hier Dort thust deiner Macht; Du soll empfahn hast mich an das Licht gebracht, des Bösen. Ach, Und du erhältst mein Leben. Du so gern verzeihst! fennest meiner Tage Zahl, Und haft sie zu der Tugend Wahl Und Uebung mit gegeben; Be merfst mich und erkennest wohl, Wann, wo, und wie ich ster ben foll. du, was du hier nur draust. 6. Noch leb' ich in der dan 2. Ach, wer ist meine Zu versicht; Wenn mir dein hei liges Gericht Im Tod entgegen flammet? Wenn mich Gnadenzeit, Noch hoff' ich auf Barmherzigkeit; Herr, laß mich nicht verderben! Erbarme dich, und laß mich nicht, Getäuscht durch falsche Zuversicht, In meinen Sünden sterben! Gieb, daß die Buße redlich set, Der Glaube thätig und getreu! die Rechenschaft erschrect, Die 7. Bewahre vor dem Wahne meiner wartet? wenn erweckt mich, Als werde meine Seele fich 272 Vom Tode. Im Tode noch befehren! Dir,| 4. Verschiebe niemals deine Jesu, du mein höchstes Gut! Pflichten! Was du zu thun jezt Dir soll, entsündigt durch dein Blut, Mein Leben angehören. Gieb mich in feines andern Hand; Du hast so viel an mich gewandt! schuldig bist, Das eile heute zu verrichten! Wer weiß, ob's mor gen möglich ist? Nur dieser Au genblick ist dein; Der nächste wird's vielleicht nicht sein. dist 8. Noch, weil ich lebe, will 5. Es sei, o Vater meines ich mich, Erleuchtet und gestärkt Lebens, Die Warnung: Wachet, durch dich, Zum Tode vorberei feid bereit! An meiner Seele ten. Den nicht zu fürchten, will ich nun Mit Freuden deinen Willen thun, Will wachsam sein und streiten. Denn bin ich, weil ich lebe dein, So werd' ich's auch im Tode ſein. S. Dach. nicht vergebens, Verloren nicht die Gnadenzeit! Dann führt mich selbst ein schneller Tod Zu deiner Seligkeit, o Gott! 3. 6. Lindner. siding Mel. Wer nur den lieben Gott ut. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 413. Du, Herr und Bater meiner Tage! Du 412. Jest leb' ich; ob ich weißt, daß ich, dein ſchwaches morgen lebe, Des Todes Keim in diesen Abend, weiß ich nicht. Gliedern trage, Die irdisch und Wohl mir, wenn ich mich Gott zerbrechlich sind; Drum gieb, ergebe! Dann fenn' und thu daß ich zu jeder Zeit zu mei ich meine Pflicht; Dann bin ich nem Tode sei bereit! alle durch des Geistes Kraft Bereit' zu meiner Rechenschaft. 2. Daß du, o Höchster! mei nem Leben Ein mir verborgnes Ziel bestimmt, Und daß die fällt Zeit, die mir gegeben, Viel leicht gar bald ein Ende nimmt; Dies flöße mir die Weisheit ein, Stets auf mein Heil bes dacht zu fein! 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, Und oft schon am Abend ab. So sinft mit seinem Glück und Ruhme Der Mensch, eh' er's besorgt, in's Grab. Und, Seele! du mißbrauchst so leicht Dein Leben, das so schnell ver fleucht. 3. Entziehe dich dem Welt getümmel! Hier ist der Kampf dort ist die Ruh'. Ach streb und ringe nach dem Himmel; Git einer bessern Heimath zu! Wie bald verfließt die Prüfungs zeit! Und dann, dann kommt die Ewigfeitambi Beste aufgehoben; Dort ist für 4. Nicht auf der Erde; nein, nur droben Bei dir, Gott, meis ner Seele Theil! Ift mir das 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von Sünden abzuziehn, Mich von der Weltlust zu entfernen, Und um den Himmel zu bemühn. , mache mich dazu geschickt, Ch mich der Tod der Welt entrüdt! Vom Tode. 273 mich vollkommnes Heil. Da, 3. Mein Gott! ich weiß nicht, wo mein Schaß ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts! wie ich sterbe. Wie vielfach ist die Todesart! Dem einen wird daß Scheiden herbe; Der andre bleibt vor Bein bewahrt. Doch, wie du willst; gieb nur dabei, Daß einst mein Ende selig sei! 5. Hier allen Sünden abzus sterben, 3u leben in Rechtschaf fenheit, Um einst dein Himmel: reich zu erben; Dazu laß meine Sterblichkeit Mir stets, mein Gott, vor Augen sein, Und deinen Beistand mich erfreun! 4. Mein Gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und wo das Grab mich einst bedeckt. Erlangt mein Geist des Himmels Erbe, Wird aus der Gruft mein Leib erweckt; So mag mein Grab, wo es soll, sein. Die Erd' ist allenthalben dein. 6. Willst du mich länger leben laffen, So laß es mir zum Heil geschehn! Doch soll ich heute noch erblaffen, So höre, Vater, auf mein Flehn! Sei, wenn mein Herz im Tode bricht, Mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland! nur mein Leben, So bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; Sei nur mein Trost, so g'müget mir! L. R. v. Senfft zu Pilsach. 5. Dies bitt' ich nur: Wann ich einst sterbe, So nimm, Gott, meinen Geist zu dir! Bin ich in jener Welt dein Erbe, Wie hier dein Kind, wohnst du in mir; So gilt mir's gleich, so geht mir's wohl, Wann, wo, und wie ich sterben soll. B. Schmolck. Eigene Melodie. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 415. Herr Jefu Chrift! ich weiß es wohl: Ich 414. Mein Gott! ich weiß muß, ich werde sterben; Nur wohl, daß ich sterbe. Geschwind vergeht die Lebenszeit. Was ich von Gütern hier erwerbe, Ist, wie ich selbst bin, Eitelkeit. Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich einst felig sterben fann! weiß ich das nicht, wann ich soll, Noch wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bei dir; Die Stunde, Herr, verbirgst du mir, Da ich die Welt verlasſe. 2. Jch, meines Glaubens mir bewußt Durch deines Geistes Gabe, Weiß, daß ich meine höchste Lust An dir, mein Heiland! habe; Weiß, daß du meiner Sünden Last Von mir auf dich genommen hast, Damit ich selig würde. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, 18 2. Mein Gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Weil ich daver nicht sicher bin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie bald stirbt eine Blume bin! Drum mache in der Gnadenzeit zu meinem Ende mich bereit! 274 Vom Tode. Die tröstlichen Gedanken, Und mein Vater! dein Im Leben laß, weil du mein Mittler bist, und im Tode. Nie meinen Glauben wanfen! 9. So kann ich freudig, Bewahre meine Seel', o Gott, wo ich bin, Mich deiner Huld In deiner Gnade, bis der Tod ergeben. Eterb' ich, der Tod Mich hin zum Himmel führet! ist mein Gewinn; Denn Je Der wird Auch 4. Dann geb' ich meine Seele sus ist mein Leben. dir In deine Vaterhände. Er- gewiß zu seiner Zeit halt die Kraft zu denken mir, meinen Leib zur Herrlichkeit, Wenn's sein kann, bis an's Ende, 3um Himmel auferwecken. Daß voll Gedanken, Gott, an B. Ringwaldt. dich, Die bald erlöste Seele sich Von ihrem Leibe trenne! 1951 Eigene Melodie. 5. Soll ich gewaltſam, Herr, 416. Wer weiß, wie nahe mein Gott! Schnell oder angstEnde? voll sterben; So führe mich Die Zeit geht hin; es kommt, durch jeden Tod zu deines der Tod. Ach, wie geschwind, Reiches Erben! Hilf du mir, ach, wie behende Kann kom daß ich allezeit Zur Rechen- men meine Todesnoth! Mein schaft vor dir bereit Und hei Gott, ich bitt' durch Christi. lig sterben könne! Blut: Mach's doch mit meis 6. Empfind' ich feine Freu- nem Ende gut! digkeit, Entweicht in großen 2. Es fann vor Nacht leicht Schmerzen Die Stille der Ge- anders werden, Als es am frülaffenheit Aus meinem bangen hen Morgen war. So lang' ich Herzen; Was ich dann rede, leb' auf dieser Erden, Leb' ich Gott! und thu', Ift's Unrecht, in steter Tod'sgefahr. Mein rechne mir's nicht zu, Nicht Gott, ich bitt' 2c. meiner Schwachheit Fehler! 7. Seufz' ich, so nimm dich meiner an! Laß, wenn mein Herz nicht beten, Und mein Verstand nicht denken fann, Mich deinen Sohn vertreten! Geh' ich zu deinem Himmel ein, Will ich mich meines Endes freun, Jch sterb' auch, wie ich wolle. 8. Damit ich's fönne, laß mich, Herr, Stets heiliger auf Erden, In guten Werken fertiger, Dir immer treuer werden! Geheiligt müss' ich dir nur sein! Dann bin ich, Gott, 3. Herr, lehr' mich stets an's Ende denken, Und laß mich, eh' ich sterben muß, Das Heil der Seele wohl bedenken, Und nicht verschieben meine Bus! Mein Gott, ich bitt", 2c. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sagen könn' in allen Fällen: Herr, wie bu du willst, so schid's mit mir! Mein Gott, ich bitt' ic. 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel! Verbittre mir die Sün denlust! Gieb, daß in diesem Vom Tode. 275 Ein Gott ergebner Christ Sein Haupt zur Ruhe legen, Wenn's Feierabend ist! Er weiß, an wen er glaubet, Und wählt das beste Theil, Das ihm der Tod nicht raubet: So sicher steht sein Heil! Bei 4. Unmöglich kann Gott lü ihm nur wahre Seelenruh. gen; Was er verspricht, trifft: Mein Gott, ich bitt 2.ein. Dies Wort fann nicht be 6. Ach, Vater, det' all' meine Sünden Mit dem Ver dienste Christi zu! Bei ihm nur weiß ich Heil zu finden, Weltgetümmel Mir nichts, als Unschuld, sei bewust! Mein Gott, ich bitt' 20. 7. Nichts ist, das mich: von trügen: Wer glaubt, soll selig. Jefu scheide; Nichts, es sei Le sein! Da ich nun Gott ergebenben oder Tod. Er bleibt im Und fest im Glauben bin; Ist Leiden meine Freude; Mein Christus auch mein Leben, Und Schuß, mein Alles in der Noth. Eterben mein Gewinn. Mein Gott, ich bitt' 2c. 5. Ich falle: Gott zu Fuße, Wenn mich die Sünde drückt, Und werde bei der Buße Begnadigt und erquickt. Ich fürcht' aus diesem Grunde Dann feine Strafe mehr, llnd in der lega ten Stunde Wird mir der Tod nicht schwer. 8. So femm' mein End' heut' oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, Der mich im Tode selbst erquicft. Drum glaub ich's fest: Durch Christi Blut Macht's Gott mit meinem Ende gut. 6. Zwar schmecken auch die Frommen Des Todes Bitterfeit, Sie sind nicht ausgenommen Vom letzten Kampf und Streit; Doch da ihr Herz mit Freuden Bei Gott zu sein begehrt, So halten sie im Leiden Den Sieg des Kampfes werth. Aem. Jal., Gräfin 3. Schwarzb.- R: hon sign Mel. Befiehl du deine Wege. jer Herr räumt sei 417. D nen Kindern Den größten Vorzug ein. Nicht soll'n jie, gleich den Sündern, Verzagt im Tode fein; Getroft vielmehr, 7. Mir soll demnach nicht als Kinder, Die zu dem Vater grauen Vor meinem legten gehn, Und als die Ueberwinder Feind; Auf Jesum will ich Die Ehrenfrone jehn.man schauen, Der ist mein bester Freund. Jch kann in dessen Lichte Den Himmet offen sehn, Und werde vor Gerichte Mit Freudigkeit bestehn. J. F. E. Steffens. 2. Den Trost fann niemand finden, Der Schuld mit Schulden häuft, und durch Betrug der Sünden In sein Berder ben läuft. Mit nagendem Gewissen Durchlebt er seine Zeit, und mit Befümmernissen Mel. Mit Fried' und Freud' fahr' ic. Schreckt ihn die Ewigkeit. 3. Wie fröhlich kann hingegen ir schauert nicht vor dir, o Gruft, 18* 418. Mir 276 Vom Tode. O Todesstille! Ich bin getrost, hier erkannt, Voll Liebe Vater wenn nun mich ruft, Gott! dich genannt; In dieser Seedein Wille. Durch dein gna- lenwürde liegt Ein Hoffnungs denvolles Wort Ist mir der grund, der nimmer trügt. Tod ein Schlummer. 5. Dein Wort zeigt mir 2. Ihm, der für uns geopfert die beßre Welt; So ist ist, Sei Preis und Ehre! Dir, mein Glaube festgestellt. Wie unserm Retter, Jesu Christ, herrlich wird der Menschheit Preis und Ehre! Dein ist's, Werth Durch Jesu Lehren aufs daß wir ohne Furcht Den Pfad geklärt. des Todes wandeln. 6. Glücselge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; Ich seh' im Geist des Christen Lohn, Jch sehe meinen Himmel schon. 7. Da sind' ich, was dein gu ter Rath Zu meinem Wohl ge ordnet hat; Genieße deines Gnadenblicks Und der Vollendung meines Glücks. Himmels 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, O Gütiger; wie dank' ich's dir! Stets folgte fleinerm Ungemach Die größere Versüßung nach. 3. Wir fommen nicht in dein Gericht, Die wir dir gläuben; Du lässest uns im Tode nicht Ewig bleiben. Hallelujah! denn du wirst zum Leben uns erwecken. 4. Dann ist nicht Sünde mehr, noch Tod, Nicht Schmerz und Leiden. Dann lohnen diefes Lebens Roth freuden. Hallelujah! denn durch dich Ist mir der Tod ein Schlummer. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. es Todes Graun, 419. Des des Grabes Nacht Flieht, Herr! vor deiner Weiß heit Macht. Mein Geist, er hellt von deinem Licht, Bebt vor des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend wie zuvor, Schwing' aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl Verkündigt mir ein höhres Ziel. Dies Streben nach der Ewigkeit Erhebt mich über Welt und Zeit. 4. Dich, Höchster! hab' ich 9. So hat schon dieser Kinde heitsstand Der höhern Hoffnung Unterpfand. Die Liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich, von Sünd' und Tod befreit, Nun fomme zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein; Er führt zum wahren Leben ein. Durch Got tes Kraft besiegt mein Herz Der Krankheit Last, der Tren nung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, Der Lette auch Pom Tode. 277 wird bis in den Tod. Wenn wir faum geboren werden, Drücken uns oft schon Beschwerden. hat ausgeweint; Dann ein frohes Wiedersehn Auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du Uns alle diesem Ziele zu, Daß uns, bei standhaft from mer Treu', Des Lebens End' erfreulich sei! 3. 3. Spalding. 5. Oft fommt schon am frühen Morgen, Ehe wir noch recht erwacht, Ein gedrängtes Heer von Sorgen, Das das Leben bitter macht. Herbe Thränen, herbe Noth Ist oft unser täglich Brod. Oft ist, wenn der Tag Eigene Melodie. 420. Freudich sehr, o meine fich wendet, Noch das Weinen be Seele! schließt sich deine Noth; Denn 6. Drum, Herr Christ, du aus deines Leibes Höhle Ruft Licht des Lebens, Auf den ich dein Heiland dich zu Gott. Auß im Glauben seh', Gieb, daß Verfolgung, Noth und Leid ich doch nicht vergebens Zu Ruft er dich zur Herrlichkeit, dir um Erbarmung fleh'! Hilf, Die fein Chr je hat gehöret, Und die feine Zeit zerstöret. daß einst mein Todestag Selig für mich werden mag! Nimm du selbst bei meinem Ende Meinen Geist in deine Hände! 2. Oft, sehr oft war dies mein Flehen Zu dir, mein verjöhnter Gott: Laß mich deine 7. Herr! in meinen legten Hülfe sehen; Reis' mich endlich Stunden Flieh' ich glaubensvoll aus der Noth! Sehnt ein Wan- zu dir; Denke deiner theuern drer oft und viel Sich nach Wunden. Neige deine Huld zu seines Weges Ziel; So war mir! Führ' mich aus dem Pilauch mein sehnlichs Flehen, gerstand zu dem wahren VaMich bald aufgelöst zu sehen. terland, Wo dein Antlig mich erquicket, Mich die Ehrenfrone schmücket! 3. Dann, wenn edle Rosen kommen, Kommen gleich auch Dornen mit. Welch ein treffend Bild der Frommen! Ruhig ist nicht jeder Schritt. Wie die Meere nie vor Wind, Nie vor Stürmen sicher sind; Also dräun auch unsern Tagen Viele Sor gen, viele Plagen. 4. Welt und Teufel, Tod und Sünde Und das eigne Fleisch und Blut Rauben jedem Got testinde Oftmals den gesetzten Muth. Kummer, Kreuz und ner Seele Und des Leibes enges Angst und Noth Plagen oft Band; Ach, mein Heiland, so 8. Dann, wenn mir die Augen brechen, Dann, wenn das GeHör verschwind't, Dann, wenn ich nicht mehr fann sprechen, Mein Geist sich nicht mehr bes sinnt; Dann sei du mein Licht, mein Heil, Meines Herzens Trost und Theil! Gnädig wollst du mich regieren und zu dir gen Himmel führen! 9. Trennt der Tod dann mei 278 Vom Tode. empfehle Ich den Geist in deine 7. Nichts soll von dir mich Hand. Freudig geht mein Leib scheiden; O Jesu, stärke mich! zum Grab, Wenn ich ausge-| Mit wie entzückten Freuden fämpfet hab', Sicher, daß er Seh' ich in Kurzem dich! aus der Erde Wieder einst erwecket werde. 8. Da bet' ich an, da singe Ich dir, Preiswürdigster! Und ewge Opfer bringe Ich dir, Dreieiniger! Anna Gräfin v. Stolberg.(?) 10. Freu' dich sehr, o meine Seele! Bald beschließt sich deine Noth; Denn aus deines Leibes Höhle Ruft dein Heiland ndich zu Gott. Aus Verfolgung, Mel. Mit Fried' und Freud' fahr'u. Noth und Leid Ruft er dich 422. Get etroft und freudig zur Seligfeit, Die fein Ohr je geh' ich hin; In that gehöret Und die feine Zeit Gottes Willen Ergeb' ich mich; zerstöret. wer, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß. Der Mel. Christus, der ist mein Leben. Tod ist nur ein Schlummer. err Christ! du bist 421. Ser mein Leben; Mein Tod wird mir Gewinn. Dir bin ich übergeben; Versöhnt fahr' ich dahin. 2. Mein Geist fährt hin in Frieden; Der Himmel nimmt ihn an. Da sind' ich, was hienieden Kein Sinn erreichen fann. 3. Bald hab' ich überwunden Den Stoß der letzten Noth. Durch Jesu Pein und Wunden Erbarm' dich mein, o Gott! 4. Wenn meine Kräfte bres chen, Mein Geist kaum denken fann, Mein Mund nicht mehr kann sprechen; Dann nimm mein Seufzen an! 5. Wenn Sinne und Gedanfen Wie ein verlöschend Licht Nur hin und her noch wanken; Dann, dann verlaß mich nicht! 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben. Mein Heil, mein Friede sei mit dir! Du sollst leben! Fürchte nichts! denn du bist mein; Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein Trost: Jch bin erlöst, Bin Gottes Erbe. Ich weiß, daß Gott mich nicht verstößt, Wenn ich sterbe. Dich mit deinen Schrecken, Werd' ich auch überwinden. Tod! 4. Gott ist mein Fels; auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein; Ihn zu schauen Dürstet meine Seel' schon lang', Um dort ihn anzubeten. 5. Im letzten Schlummer soll der Tod Mich nur entflei den. Dann komm', o Tag, be stimmt von Gott, Tag der Freuden! Ganz unsterblich, won nevoll Jauchz' ich ihm dann C. F. Neander. 6. Dann schlaf' ich ein, dann sinket Mein Auge hin zur Nacht. Wohl mir! mein Jesus winket auf ewig! Zur Ruh'; es ist vollbracht.| mbe Pom Tode. 279 Mel. Befiehl du deine Wege. Eigene Melodie. 423. Gen ern will ich mich 424. Alle Menschen müssen ergeben, zu verlassen, Welt! Ich geh' zum bessern Leben, Sobald es Gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine Seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. sterben; Herrlichkeit verblüht, Und wer kann den Himmel erben, Der zuvor den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; Doch, damit er himmlisch werde, Wird er einst von Gott erneut, Und zieht an Unsterblichkeit. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Den Kranken gnädig zu: Zu mir, beladne Herzen, 3u mir, und findet Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten Stunde Mir Geift und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir glücken, Den Kampf zu über ftehn. Im gläubigen Entzücken Laß meine Seele sehn, im Gericht für Sünder mit dem Tode rangst, wie du, lleberwinder, mächtig ihn bezwangst! 3. Und wer fann mich ihm Wie entreißen? Mein ist er, und Du ich bin sein. Er erfüllt, was Und er verheißen; Sein soll ich All- mich ewig freun. Ja, mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu fchwingen, Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine Herrlichkeit zu sehn. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärk mich, daß ich nicht wanfe In meiner Todesnoth! 4. Dort bei ihm ist wahres So ist, ob ich gleich sterbe, Leben. Millionen stehen schon, Doch Sterben mein Gewinn. Ihren Retter zu erheben, Selig Ich bin des Himmels Erbe. da vor seinem Thron. Hohe Dein Wort sagt, daß ich's Himmelsgeister ringen, Mitanbetend ihm zu singen, Der des Ruhms so würdig ist, Dem Erbarmer, Jesu Christ. bin. 2. Wollt ich länger hier verweilen, Als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzueilen, Laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, Stärkt mich, hilft mir überwinden; Auch in meiner letzten Noth Rettet mich sein Blut und Tod. 5. Du bist der Herr des Lebens; Ich aber bin ja dein. Kann denn dein Blut 5. Alle, die ihm nachgewanvergebens Für mich vergossen delt, Sehn des Glaubens Dunsein? Dir trauet meine Seele; felheit Dort in Licht und Schau'n Dich lobt, was in mir ist, verwandelt, Und in Wonne jedes Erlöfer meiner Seele, Der du Leid; Weihen ihm die neuen die Liebe bift! Lieder, v. Herberger. nieder Werfen ihre Kronen Vor dem Herrn, und Vom Tode. 280 opfern Dank Ihr unendlich Leben lang. gen Lichts. Herr Jesu Chrift! Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dies Heil verdank' ich deinem Tod. 6. Vaterland verklärter From men! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', Was fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil, gewährest du. Freudenernten Banden sich entreißt; Dann schenkt Gott denen, Die hier stärk' ihn aus der Höhe, Daß erst gesä't mit Thränen. Alle mir nicht schrecklich sei das Thränen trocknet er; Sünd' und Elend find nicht mehr. Grab, Daß ich in's Todesthal hinab Getroft und freudig gehe! 7. Ich entbrenne vom Ver- Die Klarheit jener bessern Welt langen, Was ich glaub', im Licht Schaff, wenn mich Dunfelheit zu sehn, Jene Krone zu empfan- befällt, In meinem finstern gen, Und bald höret Gott, mein Herzen Licht Und Heiterkeit im Flehn. Meines Leibes Bau Angesicht! Dann, Jesu Chrift! zerstäube! Ich, ich weiß, an Mein Herr und Gott! Mein wen ich gläube. Mir ist Eter- Herr und Gott! Dann wird ben ein Gewinn; Denn zum zum Echlummer mir der Tod. Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, daß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll Zag' ich nicht in Rümmer nissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; Sie verwandeln sich in Freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis Gott spricht: Es ist genug! 3. 6. Albinus. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich c. ein Heiland! wenn 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist Des Körpers in 3. Auf furze Zeit ſchließt sich zur Ruh' Mein thränen volles Auge zu Und schlummert in dem Etaube; Doch der, der mich zum Staube ruft, Ruft mich einst wieder aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd' durch ihn Der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein Wird sich des Herrn, des Mittlers, 425. und Mein Herr freun. Herr Jefu Chrift! Mein Im Glauben auf die Herrlich- und Gott! Du schaffest Leben feit Des ewgen Erbtheils aus dem Tod. blicket, Das du für mich be- 4. Du bleibest meine Zuver reitet hast; Wie leicht dünkt sicht, Mein Trost, wenn zu dem mir dann jede Last, Die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand In sei nem Unwerth mir bekannt; Der Erde Pracht ist mir wie nichts Beim Anblick jenes ew- schenkst du dann jenes Heil, Det Weltgericht Die Engel einst po faunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn. Dich, Richter aller Völker, sehn, Dich sehn und froh erstaunen. Auch mir Vom Tode. Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, Ich soll verherrlicht sein, wie du, Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Stärk' diesen Glauben einst im Tod! C. C. Sturm. 281 Throne Mit Huld auf mich berab, Dem er in seinem Sohne Das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit Wird er mit größern Freuden Die Auserwählten weiden, Die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen Sind Saat von ihm gesä't; Die Freudenzeit wird kommen, Da reif die Ernte steht. Da wird der Erntetag Ein neues ewigs Leben Auch meis nem Staube geben, Der tief im Tode lag. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 426. De er legte meiner Tage Ist mir vielleicht nicht fern. O, dann wird meine Klage Ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; Ich trete zu dem Throne, Und Gott segt mir die 7. Mit dir steb' ich im Krone Der lleberwinder auf. Bunde, Herr, meines Lebens 2. Für seines Reiches Erben Fürst! Der du mir einst die Hat Jesus mich erklärt. Was Stunde Des Todes senden fürcht' ich mich, zu sterben, Wie wirst. Erhalt mich stets bereit er mich sterben lehrt? Mir ist Im Glauben deiner Frommen, der Tod Gewinn! Daß ich ganz Bis einst die Zeit wird kommen, glücklich werde, Entschwing' ich Die mich und sie befreit! mich der Erde, Eteig' auf zum Himmel hin. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, Des Todes dunkle 3. Nicht mich, nur meine Bahn; Mir bricht nach furzem Bürde Verschließt die finstre Schlummer Ein ewger MorGruft; Mich hebt zu höhrer gen an. Heil mir! er ist nicht Würde Mein Vater, der mich fern, Der lette meiner Tage. tuft. Er ruft mich durch den Er fommt, und alle Klage Wird Tod. Der reißt die Sünden- Lobgesang dem Herrn. glieder, Den trägen Leib, darnieder; Mich selbst führt er zu Gott. B. Münter. Mel. Wenn mein Stündlein c. enn einst mein 427. Men sterbend Auge nen, 4. Jch, der Gefahr entronGeh' aus dem Kampf hervor; Hoch über alle Son bricht, Mein letzter Hauch vernen Hebt mich mein Glaub' schwindet, Mein Leib erstarrt, Da tret' ich in die und selbst es nicht, Daß er entReihn Der Engei, meiner jcbläft, empfindet; Wenn um Brüder; In ihre hohen Lieder mich, den Entschlummernden, Stimm' ich mitjauchzend ein. empor. Gott! alle meine Lieben stehn, 5. Gott schaut von seinem Und angstvoll zu dir weinen: 282 Pom Tode. 2. Dann, Vater, nimm ihn| pfer, Gott! Heiliger Mittler, auf, den Geist, Der freudig zu Gott! Heiliger barmherziger dir strebet, Der dankbar deine Tröster! Um Gnade für fie. Güte preift, Daß er dir hier Laß fie fanft entschlummern, gelebet! Nur tröfte, die betrübt Voll vom Trost der Ewigkeit; um mich Mit Thränen klagen; Erbarm' dich ihrer!. G. Klopkoch. laß sie sich Mehr meiner Wonne freuen! B. Münter. Mel. Mitten wir im Leben find. 428. Starfe, bie zu dieser Zeit, Da wir, Herr, bir singen, Müde, stumm, im falten Schweiß Mit dem Tode ringen! Du nur kannst Mel. Herzliebster Jesu, was hast u. doch nunmehr, 429. Wie felig feid ihr ihr Frommen, Die ihr durch eu ren Tod zu Gott gekommen! Den Leiden, die uns hier noch stets umfangen, Seid ihr entgangen. 2. Was ist doch hier das fie erquicken. Sie liegen da, und allerbeste Leben? Noch immer sehn hinab In das schauer- ift's mit Sorg' und Furcht ums volle Grab. Heiliger Schöpfer, geben. Kein ganz vollkommnes Gott! Heiliger Mittler, Gott! Glück ist das zu nennen, Was Heiliger barmherziger Tröster, wir hier kennen. Du ewiger Gott! Laß sie nicht versinken In des Todes letter Angst; Erbarm' dich ihrer! 2. Wer mit einem Wassertrunf Der Geringsten einen Deiner Treuen labt, soll frob Im Gericht erscheinen. Wir 4. Von euren Wangen labten, Herr! fie gerne; Allein schwinden alle Thränen. Ihr kein Trunk mehr fühlet sie. habt das schon, wonach wit Darum beten wir für fie: Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger barm herziger Tröster, Du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen, Nicht erliegen im Gericht; Erbarm' dich ihrer! 3. Ihr aber ruhet nun in ficherm Frieden, Der euch nach eurem Kampfe ward beschieden. Nun stört euch im Genuß der reinsten Freuden Nicht Schmerz nicht Leiden. uns noch sehnen. Was Men schen hier nicht wissen, nicht ver ftehen, Könnt ihr schon sehen. 5. Mein Gott! werwollte denn nicht ruhig sterben? Nicht für die Welt den Himmel gerne erben? Wer nicht zu diesem Wechsel fich bei Zeiten Recht vorbereiten? 3. Ach! selbst Jesus Christus hat Diesen Kelch getrunken! Ist, von viel mehr Qual umringt, In das Grab gesunfen. Um seines Todes willen Hör' unser thränenvoll Gebet, Das für sie um Gnade fleht: Heiliger Schö6. O Jesu, hilf uns ernst lich darnach streben! Komm, fomm', und führ' uns zu dem höhern Leben, Wo wir dereinst mit allen deinen Frommen 3ut Ruhe kommen! S. Dach. Vom Tode. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 430. Begrabt den Leib in Grabt mein verwesliches GeGruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir fäen ihn, einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. bein, ihr noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht; Denn Jesus kommt und hält Gericht. 2. Verwesung wird zwar mein Gebein, Wenn's aufgelöst ist, weitzerstreun; Allein gezählt ist, wie mein Haar, Mein Staub. Gott weckt mich wunderbar. 283 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, wird's nun noch mehr. Er liegt und schläft; doch er erwacht Der einst aus dieser Todesnacht. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt Im Tode nicht, die er 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der fie aus aller erlöft; Nicht die, für deren ihrer Noth, Von aller ihrer Missethat Der Mittler sich geMissethat Durch seinen Sohn opfert hat. erlöſet hat. 1310 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; Dort wird er nun bei Gott erquicft. Hier wandelt er im finstern Thal; Nun ist er frei von Schmerz und Qual. 4. Bei euch hat Trübfal mich gedrückt; Nun werde ich bei Gott erquickt. Ich wandelte durch's Thränenthal; Nun bin ich frei von Schmerz und Qual. 5. Treu blieb er Gott bis an sein Grab; Nun wischt Gott ihm die Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott! gegen jene Herrlichkeit? 5. Ich blieb ihm treu bis an mein Grab; Nun wischt er mir die Thränen ab. Was sind die Leiden furzer Zeit, Gott! gegen deine Herrlichkeit? 6. Bald folgt ihr mir der 6. Nun, du Erlöser, schlaf Reihe nach. Schlaft nimmer, in Ruh'! Wir gehn nach un- seid im Glauben wach! Schafft, fern Hütten zu, Und machen zu daß ihr selig werdet, ringt, der Ewigkeit Mit Freud' und Lauft, daß ihr zu dem Ziele Zittern uns bereit. dringt! 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Lod Stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre Seele immer dein, Und freudig unser Ende sein! M. Weiß. f. 6. Klopstock. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc.| Folgt Wonne der Unsterblichkeit. 431. Selig find des Him- In Frieden ruhen sie, Los von mels Erben, Die der Erde Müh'. Gelobt sei Gott! Todten, die in Jesu sterben, Zur Vor seinen Thron, Zu seinem Auferstehung eingeweiht. Nach Sohn Begleiten ihre Werke sie. den legten Augenblicken Des To- 2. Dank, Anbetung, Preis und desschlummers folgt Entzücken, Ehre, In alle Ewigkeiten Ehre, 284 Vom Tode. Sei dir, Versöhner Jesu Christ!| stritten. Ihr, der treuen Sieger Chöre, der Tod, Bringt Lob, Anbetung, Danf zu Gott. und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, in's Grab; Wischt unsre Thränen ab! Hallelujah! Er hat's vollbracht. Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne sein. 4. Was ist diese Lebenszeit, 3. Nicht der Mond, nicht Diese schwüle Mittagsstunde, mehr die Sonne Scheint uns Gegen die llnsterblichkeit? Aber alsdann; er ist uns Sonne, an der furzen Stunde Hängt Der Sohn, die Herrlichkeit des doch Leben oder Tod. Sei une Endlich, endlich fam Führte ste, führt und 3. Jesus lebte felber hier, Lebte selbst in Pilgerhütten. Ac, wie ungleich mehr, als wir, Hat der Göttliche gelitten! Stand haft laß im Kampf uns stehn, Stets auf dich, o Jesu, sehn! Das, wonach wir gnädig, treuer Gott! Herrn! S weinend rangen, Das Heil ist 5. O du unsre Zuversicht! uns nun aufgegangen, Nicht Unser Theil ist einst das Leben. mehr im Dunfeln, nicht mehr Wenn einst unser Auge bricht. fern. Nun weinen wir nicht Wirst du, Mittler! es uns ge mehr. Das alles ist nicht mehr. ben. Gottes und des Menschen Hallelujah! Er jant hinab, Sohn! Deinen Frieden gab Wie wir, in's Grab. Er ging du schon. zu Gott; wir folgen ihm. F. G. Klopstock. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 432.( taub beim Staube, 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, Und daß du uns wirft erwecken, Diese Kraft der bessern Welt, Laß in unserm Tod uns schmecken! Gieb und mehr noch, als wir flehn, Mehr noch, als wir jest verstehn! rubt ihr nun In dem friedevollen Grabe. Möch ten wir, wie ihr, auch ruhn In dem friedevollen Grabe! 7. Wenn wir einst, wie sie Ach, der Welt entflobt ihr schon, zu ruhn, Zu den Todten Gotte Kommt zu eurer Treue Lohn. gehen, Woll'it du überschweng 2. Jesus will's; wir leben lich thun lleber das, warum noch, Leben noch in Pilger- wir flehen! Auch für unsre To hütten. Alle trugen einst dies desnacht Riesst du einft: Es ist Joch, Die die Krone treu er vollbracht! F. G. Klopstock. Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. O weigert euch, Erlöste, nicht, 433. Cr fommt, er kommt Jetzt auf ſein Wort zu hören! zum Weltgericht, Wer hier nicht seine Stimme Der Heiland, den wir ehren. hört, Und sie nicht mit Ge Von der Wiederkunst Jesu zum Gericht. 285 horsam ehrt, Wird nicht vor] Jesu Christ, Mit Freuden vor ihm bestehen. dir stehe, Und dir, der du so 2. Herr, laß mich deiner herrlich bist, Getroft entgegen Majestät Mit wahrer Freude gehe! Wenn deiner Feinde Rotte dienen! Wie herrlich dich dein| zagt, Von Reu' und Furcht und Gott erhöht, Jst zwar noch Angst geplagt; Dann jauchze nicht erschienen; Doch was meine Seele! uns hier verborgen war, Macht 8. Daß ich dies Glück erlejener Tag uns offenbar, An ben mag, So laß in diesem welchem du erscheineft. Leben, Heiland, deinen gros ßen Tag Mir stets vor Augen schweben! Er reize mich, mich dir zu weihn, In deinem Dienste treu zu sein, Und so mein Heil J. S. Diterich. 3. Da, wenn vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beu gen müssen, Wenn alle Engel zu hoffen! vor dir stehn; Da wird auch jedes Auge sehn, Wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Herr! auf dein Geheiß Die Todten wieder leben; Dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis Sich aus dem Grab erheben. Und wer wird da, Herr Jesu Christ! Daß du der Herr des Lebens bist, Noch ferner leugnen können? Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 434. Grhöhter Jesu, Gottes Sohn, Der du schon längst des Himmels Thron Als Herrscher eingenom men! Du wirst dereinst zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Bom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun, Dich, Herr, auch meine Augen schau'n! 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, Wenn du, die hier dich fliehen, Für ihre Schuld zur Rechenschaft Mit Majestät wirst ziehen? Wie wird, wenn dich ihr Aug' erblict, Hnd sie dein Strafgerichte drückt, Der Spotter Heer verstummen! 2. Wer fast, o Heiland! jest die Pracht, Die deine Zukunft herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wolfen einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Die sich vor dir, Herr, beugen! Dann 6. Und wenn du dann die sieht die Welt die Majestät, Deinen nun Mit Preis und Wozu dich Gott, dein Gott, Chre ziereft, Sie ewig, ihnen erhöht. wohlzuthun, In deinen Him3. Dann tönt dein Ruf in mel führest; Wie völlig wird's jedes Grab Mit allmachtsvoller dann offenbar, Daß es in Kraft hinab, Und schafft ein deinen Händen war, Die Dei neues Leben. Auf deinen Wink nen zu beglücken! muß Erd' und Meer Das große 7. Gieb, daß ich dann, Herr unzählbare Heer Der Todten Von der Wiederkunft Jesu zam Gericht. wiedergeben. Sie stehn, durch der, Erwacht! denn euch, ihr dich, Herr! neu beseelt, Nun Menschenkinder! Erwarten Tod alle auf, und feiner fehlt. und Ewigkeit. Lohn und Strafe, 4. Du sammelst sie vor dei- Tod und Leben Hat Gott in nem Thron, Ulm jedem den eure Hand gegeben. Erwacht! bestimmten Lohn Nach seiner noch ist zur Rettung Zeit. Ge That zu geben. Dann trifft recht, gerecht ist Gott! Er hört den Bösen Schmach und Bein; der Frevler Spott. Frevler, zit Den Frommen aber führst du tert! Wißt: was er spricht, Ge ein In das verheißne Leben.reut ihn nicht! Er kommt geen Wer leugnet dann noch, Jesu wiß, und hält Gericht. Chrift! Daß du der Erde Richter bist? 286 2. Plößlich wird sein Zorn entbrennen; Dann wird der 5. D gieb, wenn nun dein Spötter ihn erkennen, Des Tag erscheint, Daß dann noch Vaters eingebornen Sohn. ich in dir den Freund Und Jauchzet, jauchzt, ihr seine From Heiland wiederfinde; Daß ich men! Er wird zu eurem Heile mit Freuden vor dir steh', Und kommen. Bald kommt er, und mit dir in den Himmel geh', mit ihm sein Lohn! Ganz frei von Noth und Sünde! richtet Christus nicht; Laß mich im Glauben wacker selbst ging in's Gericht Für sein, Und auch die kleinste die Sünder. Wir sind vers Sünde scheu'n! Cuch ST söhnt, Mit Gott versöhnt. Wer überwindet, wird gefrönt 3. Seid bereit, ihn mit Ber langen, Mit reinem Herzen szu empfangen! Denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen Sein Volf, die Frommen, bald erlösen, Von Sünd' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil In Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt uns die u. ihr Frommen! Seid ſtets bereit auf vom Auf diese Zeit, Und danket Gott Schlaf, ihr Sün- in Ewigkeit! 6. B. Funk. FS1912 6. Die Tugend sei mir ewig werth, Und, was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben! So hab' ich in der Ewigkeit Auch Theil an deiner Herrlichkeit. C. s. Utber. Mel. Wachet auf! ruft 435. Machet Von der Auferstehung der Todten. Mel. Befiehl du deine Wege. geschlummert habe; So wedh enn ich in mei- mich Jesu Macht, Giebt diesem nem Grabe Des Leib aus Staube Des Himmels Todes stille Nacht Einst durch Herrlichkeit. O Trost, den mit 436. Von der Auferstehung der Todten. 28 der Glaube An Gottes Wort von meinem Gotte: Er ist des verleibt! Todes Herr! Daß: Todte leben Ruht ganz in seiner 2. Es soll mir diesen Glau- sollen, ben, Der fest wie Felsen ruht, Macht, Und sollt er nicht auch Rein loser Spötter rauben, Rein wollen, Daß mein Leib einst Feind, kein 3weifelmuth. Es erwacht? mag der Unchrist beben, Sinft er in Tod und Gruft; Jch fenn' ein neues Leben, Wozu mich Jesus ruft. 8. Vergeltung im Gerichte: Trifft nicht bloß meinen Geist. Was ich allhier verrichte, Was gut, was böse heißt, Geschieht 3. Den Weisen dieser Erden bei Leibes Leben; Wird dann War dieser Trost verdeckt, Daß der Richter nicht Dem Leib wir, unsterblich, werden Aus auch Antheil geben Am Lohne Tod und Grab erweckt. Sie, im Gericht? die das Licht nicht hatten, 9. So kann aus klaren GrünDas uns den Tag gebracht, den Selbst die Vernunft schon Umgaben Todesschatten Und sehn Und höchst glaubwürdig Furcht der Grabesnacht. finden, Daß wir einst auferstehn, 4. Des Spötters freches Da Gott durch seine Lehre Sie Lachen Beschimpft ihn selber auf die Spur gebracht. Ihm, nur. Es find gar leichte Sachen ihm gebührt die Ehre, Daß Dem Schöpfer der Natur, Den ste des Spötters lacht. Leib neu zu beleben, Den er aus Staub erschuf, Jhm Klar heit auch zu geben Durch sei ner Allmacht Ruf. 10. Die aus des Grabes Banden Gett ehmals schonz erweckt, Und Jesum, der erstanden, Da er den Tod geschmeckt, Betrachtet unser Glaube, Und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem Staube Zum 5. Aus Samen, den wir faen, Läßt Gott ja alle Jahr Die neue Frucht entstehen, Die in dem Keime war. Es wächset Leben einst der Herr! Jede Blume Aus ihrer Saat hervor; Zu seiner Allmacht Ruhme Steht sie in neuem Flor. Mel. Wachet, auf! ruft uns die 2c.. 6. Kann Gott denn nicht auch machen, Daß einst aus: Tod und Gruft Die Glieder neu erwachen, die 437. Machet auf! ſo ruft Sohnes Gottes Allmachtsstimme, Wenn seine Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Stimme ruft? Es werden diese Wachet auf, erlöste Sünder! Glieder Wie Samen ausge- Versammelt euch, ihr Gottesja't. Gott will, sie leben wie finder! Der Welten Herr ist's, der; Ein neuer Leib entsteht, der euch ruft. Des Todes stille 7. So trop' ich jedem Spotte Nacht Ist nun vorbei; erwacht! Verwegner Zweifeler, Und weiß Hallelujah! Macht euch bereit H. E. Heerem.. Von der Auferstehung der Todten. 288 Zur Ewigkeit! Sein Tag, sein| im Grabe großer Tag ist da. mert habe, Freuden; Der müden Pilger Leiden. Sind dann nicht mehr. Genug geschlum Erweckst du mich. 2. Erd' und Meer und Hölle 4. Wie den Träumenden beben: Die Frommen stehen wird's dann uns sein. Mit auf zum Leben, Zum neuen Jesu gehn wir ein Zu seinen Leben stehn sie auf. Ihr Verföhner fommt voll Klarheit; Vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; Der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron Und Leben, Gottes Sohn! Anbetung sei, Er löser, dir! Dir folgen wir Zu deines Vaters Herrlichkeit. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt' ich Im Heiligthume Zu seines Namens Ruhme. Dann schau' ich ihn! F. G. Klopstock. Mel: Was Gott thut, das ist zc. 3. Ewigs Lob ſei dir gez 439. ds freue mich der Zeit, Da fungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen. Am Ziel sind ich werd' auferstehen. Dann wir beim großen Lohn. Chri werd' ich in der Herrlichkeit stus strömet große Freuden Auf Dich, Gott, mein Heiland! uns für alle unsre Leiden; sehen! Dann werd' auch ich, Wir sehen ihn, des Höchsten O Herr! durch dich, Vereint Sohn. Kein Auge sahe fie, mit allen Frommen zu deiner Dem Ohr erscholl sie nie, Ruhe kommen. Diese Wonne! In Ewigkeit Sei dir geweiht, Herr! unser Dank und Ehr' und Preis. 2. Ja, Herr! du führst sie einst heran, Die Stunde der Erlösung, Die Stunde, da ich hoffen fann Trost, Frei heit und Genesung, Da, En geln gleich, Sm Himmelreich 438. Auferstebn, jia auf Mich Ruhe, Luft und Leben P. Nicolai. Eigene Melodie. In Ewigkeit umgeben. erstehn wirst du, Mein Staub! nach furzer Ruh'. 3. Der du die Auferstehung Unsterblichs Leben Wird, der bist! Du bist's, an den ich dich schuf, dir geben. Gelobt gläube; Ich weiß, daß ich durch sei er! dich, Herr Christ! Im Tode 2. Wieder aufzublühn werd' nicht verbleibe. Und dein Ges ich gesä't. Der Herr der Ernte richt Wird mich dann nicht Mit geht Und sammelt Garben; Trübsal, Angst und Schrecken, Die sind wir, die wir starben. Gelobt sei Gott! So wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit Vor dir, mein Haupt! zu stehen, llnd mit dir in die 3. Tag des Danks! der Freudenthränen Tag! Du mei nes Gottes Tag! Wenn ich Herrlichkeit Frohlockend einzu Von dem jüngsten Gerichte. 289 gehen. D, hilf mir doch aus Auch heute schon mein Gott; Gnaden noch, Zum Glück der Ewigkeiten Mich würdig zu bereiten! P. B. Busch. Mel. Christus, der ist mein Leben. 440. Einst geh' ich ohne Beben Tode hin; Denn Christus ist mein Leben, Und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schreden Der freudenleeren Gruft; Wird der mich doch erwecken, Der mich zum Grabe rust. 3. Und rief' mich, abzuscheiden, So folg' ich ihm mit Freuden Und sterb' auf sein Gebot. 4. Des Lebens frische Blüthe Vermodre nur in Staub; Die Wange, die sonst glühte, Sei der Verwesung Raub! 5. Ich hoff' ein beßres Leben, Das nie von mir entflieht; Ein Leib wird mich umgeben, Der nimmermehr verblüht. 6. Dann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend Haupt, Und seh' entzückt den Segen Des Heils, das ich geglaubt. C. C. Sturm. Von dem jüngsten Gerichte. Mel. Es ist gewißlich an der Beit.| ses hier gethan, Auch was er 441. 6 fommt gewiß längst vergesſen. die legte Zeit 4. O weh' der Seele, welche Den Bösen und den Frommen. hier Des Höchsten Wort verDer Richter kommt in Herr: achtet, Und nur mit irdischer lichkeit, Und plößlich wird er Begier Nach Gut und Wollust kommen. Erwache doch, ver- trachtet! Wie schändlich wird sie stockte Welt, Eh' alles einst in dort bestehn, Und welchen Jam- Flammen fällt, Und dich die mer wird sie sehn, Von Gott Rache wecket! und Heil geschieden! 2. Sobald mit der Posau- 5. O Herr, bewahr' mich nen Hall Das Machtwort wird vor der Gluth, Darin die ergehen: Steht auf! dann Teufel leiden, Und hilf mir, werden überall Die Todten auf Jesu, durch dein Blut Zu jenes erstehen. Die aber noch am Les Lebens Freuden! Beschäme ben sind, Die wird des Höchsten meine Zuversicht Vor deinem Macht geschwind Verwandeln Richterthrone nicht, Daß du und verneuen. Da sei du meine Sichermich außgeföhnet! 3. Alsdann eröffnet sich das 6. Buch, In welchem steht geschriesheit, Und laß mich nebst den ben, Was hier zum Segen, was Deinen Als Erben deiner Ses zum Fluch Die Menschen je ge- ligkeit Vor aller Welt erscheitrieben. Da hört mit Zittern nen! So geh' ich in den Him mancher an, Was er für Bös mel ein, Um ewig dort bei 19 Von dem jüngsten Gerichte. 290 dir zu sein, Dir ewig Dank zu fingen. B. Ringwaldt. 6. Sein Glanz wird aufgehn, Gott! Und heller, als die Sonne Im hohen Mittag, strahlt Der Fromm' in deiner Wonne. Wen Mel. O Gott, du frommer Gott. 442. Du u herrscheft hier, aber dein Gericht In seiner o Gott! Mit Schuld ergreift, Ach, wie viel Langmuth und Verschonen; Jammer hat Der nicht auf sich Wie unbegreiflich uns! Be- gehäuft! strafen und und belohnen Mit 7. Hör' ich zur Linken nicht gleicher Wage soll Das kom- Die, welche sich verstockten, Als mende Gericht. Mit gleicher deine Bitten sie zu dir vom La Wage! Gott, Vergäßen wir's ster lockten: doch nicht! weh uns Tho2. Laß diese Wahrheit nie Jhr, spricht der Richter, ren! ach, Wir sehn den Richter dräu'n. Stürzt ein, stürzt über Aus meiner Seele kommen: uns, Ihr Berg' und Hügel, ein! Den Sünder straft der Herr, 8. Der Herr belohnt die Frommen, habt Gespottet meiner Lehre, Wenn sein Gerichtstag nun Die Meinigen verfolgt, Ge Als Fest für seinen Freund, schändet Gottes Ehre. Jhr Für seinen Hafsser, ach! Als waret stolz und hart, Verächter Tag des Zorns erscheint. jeder Pflicht. Verworfne, weicht 3. Noch trägst du, Gott! die von mir! Entweicht! ich fenn Welt, Noch brausen Luft und euch nicht. Meere, Noch glänzen Sonn' 9. und Mond, Noch deiner Sterne Aus Heere; Doch Erd' und Himmel Mit sind, O Herr! in deiner Hand; Die Veralten werden ste, Vergehn wie ein Gewand. Frohlockend aber stehn aller Welt Geschlechten Palmen in der Hand Frommen ihm zur Rech ten. Holdselig schallt's: Em pfangt, Was, meine Brüder, euch Von mir bereitet ift; Erbt eures Vaters Reich! 4. Das Lafter herrschet noch, Noch lästern fühne Spötter Das Evangelium, Noch schmähn 10. Gott! und du, sein sie ihren Retter, Viel' sichre Sünder, ach! Verschwenden ihre Zeit Gleichgültig gegen dich Und ihre Seligkeit. Sohn, Du Richter unsrer Erde, Vor dessen Richterstuhl Auch ich erscheinen werde! Dir will ich dienen, Gott, Und deine Wege gehn; Nur laß mich im Gericht Zu deiner Rechten stehn! 5. Noch seufzet oft der Christ, Verlassen und im Staube, Hat keinen Trost, als den: Ich weiß, 11. Ach, Richter, Gottes Sohn! an wen ich glaube; Ich halte Wenn ich vom Tod erwache, Am fest an Gott, Ich werd' einst Tage des Gerichts, Am Tage auferstehn, Um Gott von An- deiner Rache, Gedenke dann, gesicht zu Angesicht zu sehn. daß du Für deine Feinde batt Von dem jüngsten Gerichte. 291 Und vor dem Vater mich Am Himmel offen, Und du, Herr! Kreuze schon vertratst! 12. Du hast, o Jesu! mich, Da du für mich geboren, Zum Erben deines Reichs, Zum Eigenthum erforen. Laß nicht dein Blut für mich Umsonst vergossen sein! Laß ewig mich bei dir Mich meines Glaubens freun! 3. W. W. Breithaupt. Mel. Befiehl du deine Wege. 6. Ist dann dein Tag vorhanden, Wird diese Welt ver443. h denk an dein gehn; So hoff ich nicht mit Gerichte, Du Richter aller Welt! Dem Thor sei's ein Gedichte, Das seinem Wahn gefällt; Mich soll sein Wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: Du haltest einst Gericht! Schanden Vor deinem Thron zu stehn. Du ftellst mich dann zur Rechten, Von aller Schuld befreit, Führst mich mit deinen Knechten In deine Herrlichkeit. B. Schmolck. 2. Ich höre die Boſaunen, Herr! fegneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, Die hier dein Wort verhöhnt, Und durch ein sinnlich Leben Das eitle Herz verwöhnt! Du giebst den Sündenknechten Ihr Theil in steter Pein, Und führest die Gerechten Zur Himmelsfreude ein. sehe mit Erstaunen Dich auf dem Nichterthron, die heilge Menge nen Engeln steht. Welch herrliches Gepränge Von deiner Majestät! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 444. Schon ist der Tag Gott Da, wer auf Erden wandelt, Um den Sein Loos aus Gottes Händen Von dei nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er fommt, des Menschen Sohn, Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Den Erdenkreis zu richten. 3. Umsonst flieht dann der Sünder Vor deines Armes Kraft. Herr! alle Menschenkinder Ziehst du zur Rechenschaft. Du rufst, und sie erscheinen 2. Dann, an dem Rand der Ewigkeit, Dann stehn die Millionen, Die seit dem ersten Tag Vor der Zeit Auf dieser Erde wohdeinem Richterthron; Den Sünnen; Nur dem Allwissenden dern, wie den Deinen, Giebst bekannt, Unzählbar, wie am du verdienten Lohn. 4. Frohlockend sehn die FromMeer der Sand, Stehn sie dann vor dem Richter. men Dein göttlich Angesicht; 3. Dann muß der falsche Schon hier dem Fluch entnom men, Zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; Erlöst von aller müh Sehn sie den Wahn der Welt Sich vor der Wahrheit biegen; Dann, wenn das Recht die Wage hält, Kann keine Bosheit siegen. Dann ist 19* 292 Von dem jüngsten Gerichte. zur Buße nicht mehr Frist, Dann zu Ehren an, Erklärst sie für gilt nicht mehr Betrug und List, die Deinen, Und sie sehn mit Dann gilt fein falscher Zeuge. erstauntem Blick, Daß Glaub' und Lieb' ein ewigs Glüc Aus Gottes Gnad' ererben. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, Und alle Völfer hören Erwartungsvoll und 7. Sie gehn nun in das tief gebeugt: Kommt, erbt das sel'ge Reich, Das Gott für sie Reich der Ehren! So spricht bereitet, Und sehn auf ewig, er zu der Frommen Schaar. 3u Engeln gleich, Ihr Wohlsein der, die widerspenstig war, ausgebreitet. Das Stückwerk Spricht er: Weg, ihr Verfluchten! wird Vollkommenheit; Kein 5. D Herr, mit welcher Mas Kummer, feine Traurigkeit Stört jestät Wirst du dies Urtheil forthin ihre Freude. fällen! Die Sünder, die dich 8. Mein Heiland, laß mich hier verschmäht, Gehn dann dein Gericht Öft und mit Ernst gewiß zur Höllen, Da trifft sie bedenken; Es stärke meine Zus unerforschte Pein. Wer wird versicht, Wenn Leiden mich dann noch ihr Retter sein? hier fränken; Es reize mich, Ihr Warten ist verloren. gewissenhaft Und eingedenk der 6. Wie herrlich aber wird Rechenschaft Nach deinem Wort alsdann Der Frommen Werth zu wandeln! erscheinen! Du, Herr! nimmst sie J. 8. Diterich). Von dem Ende dieser Welt. Mel. Jesu, meine Freude. ieser Bau der Er445. Diefer den Wird zu Asche werden, Kommt einst unser Herr. Kommt er zum Gerichte, So macht er zunichte, Euch, ihr Zweifeler! Stolz sagt ihr: Es wird allhier Alles, wie es ist, bestehen; Nie wird es vergehen. 2. Solcher Spötter waren Auch in jenen Jahren, Eh' die Sündfluth fam. Aber diese Spötter Fanden feinen Retter, Der in Schuß ste nahm. Troß dem Spott Rief dennoch Gott Wasser zu der Welt Verderben. Sünder mußten sterben. 3. So, dünft's uns gleich lange, Spart zum Untergange Gott nun auch die Welt. Einst stürzt sie zusammen, Wenn durch Feuerflammen Sie in Asche fällt. UnserHerr, Gerecht ist er! Kommt dereinst zum Weltgerichte, Macht den Spott zunichte. 4. Scheint er zu verziehen;. Tausend Jahr' entfliehen Wie ein Tag vor ihm. Noch währt sein Verschonen, Noch will et nicht lohnen, Straft noch nicht im Grimm. Seine Huld Läßt noch Geduld Uleber diesen Erdkreis währen, Sünder zu befehren. 5. Aber einst erscheinet, Che man es meinet, Doch sein gro ßer Tag, Da des Zornes Wets Von dem Ende dieser Welt. 293 tern Reiner von den Spöttern| derstehn; Soll Gott sie zum Noch entfliehen mag. Feuers- Leben, Daß er dort will gegluth Schlägt dann mit Wuth ben, Dermaleinst erhöhn! Wahrlleber Erd' und Welt zusam lich wir Im Leben hier müsmen. Alles steht in Flammen. sen Gottes Wege gehen, Um ihn dort zu sehen. 9. So schau'n wir im Glauben, Den uns nichts soll rauben, Auf die beßre Welt; Sind in Hoffnung selig, Sind geWenn der 6. Selbst die Himmel frachen. Theuer wird das Lachen Roher Sünder dann. Auch die Elemente, Die fein Feu'r sonst trennte, Greift dies Feuer an. Durch die Wuth Von trost und fröhlich, dieser Gluth Wird man plöß- Leib zerfällt. Und läßt Gott lich sie vergehen Und zerschmel- Einst nach dem Tod Dieser zen sehen. Erde Bau zertrümmern, Wird 7. Erd' und ihre Werfe Sind uns nichts bekümmern. von feiner Stärke, Wenn dies Feuer brennt. Alles wird's verzehren, Alles wird's verheeren, Was man irdisch nennt. Was die Welt Jetzt noch enthält, Wird alsdann gar nicht beste hen; Plößlich wird's vergehen. 10. Gott wird sein Versprechen Doch gewiß nicht brechen, Dessen wir uns freun. Ewige Belohnung Wird in jener Wohnung Unser Erbtheil sein. Noch sind wir Im Elend hier; Heiligkeit und ewigs Leben Wird 8. D, wie sollten Christen Gott dort uns geben. Allen Erdenlüften Ernstlich wi Hj. E. Heeren. Seligkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 3. O hohes Glück, vor Gott 446. Ginst sinkt der Leib zu stehn! O Freude, Jeſu, dich in's fühle Grab, zu sehn! Und mit dir deine GlieDer Staub zu anderm Staub der; zu sehen dich in deinem hinab, Nicht sterblich mehr zu Licht Von Angesicht zu Angeleben; Mit freiem Flug und sicht, Dich, Erster aller Brüder! frohem Blick Kehrt der entbundne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben, 4. Wie dann mir wird zu Muthe sein, Wenn alle Todten, groß und klein, Vor dir verfammelt stehen; Du vor dem Vater mich bekennst, Mir rufest, mich mit Namen nennst, Zur Freude eingehn heißest! 5. Befreit und ewig fern von Qual, Getränft mit Freuden ohne Zahl, Gott immer, immer Von der ewigen 2. Owohl ihm, war er fromm und gut, Wenn er von seiner Arbeit ruht Und Werke ihn begleiten; Wenn er dir ähnlich, Jesu Christ, Unsträflich, rein und würdig ist Des Glücks der Ewigkeiten! Von der ewigen 294 näher! Ja, dann steigt jeden Augenblick Der Seele unaussprechlich Glück Noch unaussprechlich höher. Seligkeit. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, Mein Geist! er ist der Weg zum Schau'n, Der Weg im finstern Thale. Nicht mehr sei er dir fürchterlich! In's Aller ↑ heiligste führt dich Der Weg im finstern Chale. Dort wird Dein Hirt Nach den Thränen, Nach dem Sehnen, Dich Erlösten Völlig und auf ewig trösten. 4. Herr! Herr! ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Viels leicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir herges stammelt. Vater! Vater! Ich befehle Meine Seele Deinen Händen; Gut laß meinen Lauf mich enden! Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 447. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; Vielleicht bin ich noch fern zu freun, In ihm entschlafen vom Ziel, An dem die Krone werde; Von feiner Sünde schimmert. Bin ich von meinem mehr entweiht, Entladen von Ziel noch weit; So sei mein der Sterblichkeit, der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stärfe, tröste Dich, Erlöste, Mit dem Leben, Das dein Gott dir dann wird geben! Nicht mehr Leben dir geweiht, Bis einst mein Leib zertrümmert. Laß mich, Bitt' ich, Gute Thaten, Gute Thaten Stets begleiten zu dem Thron der Ewigkeiten! C 6. Wie wird mir dann, ach 2. Jch freue mich, und bebe dann mir sein, Wenn ich, mich doch! So drückt mich meines ganz des Herrn zu freun, dort Elends Joch, Der Fluch der Ihn werde; anbeten Sünde, nieder. Der Herr er Von feiner Sünde mehr ent leichtert mir mein Joch; Es weiht, Ein Mitgenoß der Herr stärkt durch ihn mein Herz fich lichkeit, Nicht mehr der Mensch doch, Glaubt und erhebt sich von Erde! Heilig! Heilig! wieder. Jesus! Christus! Laß Heilig! singen Wir dir, brin mich streben, Dir zu leben, Dir gen Preis und Ehre. Dir, dem zu sterben, Deines Vaters Reich Ewigen, sei Chre! zu erben!. F. G. Klopstock. 6. Und aller sel'gen Geifter Schaar, Und wer auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder. Wen ich hier liebte, find' ich dort, Wir kennen uns gleich, und hinfort Trennt uns fein Abschied wieder. 7. Der Seligkeiten, Gott! find viel, Der Freuden weder Maß noch Ziel, Hoch über alles Sehnen. O Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts find alle Thränen! Von der ewigen Seligkeit. 295 Mel. Nun freut euch, lieben Christen.| gebeut, Mit frohem Herzen 448. Derf er Freuden Füll' üben. D welche Quelle meiner Luft, Sich feiner Sünde mehr bewußt, In allem richtig handeln! ist, Gott! bei dir, Und in dem höhern Leben Wird deine Huld daraus auch mir Die volle G'nüge geben, Was mich mit reiner Luft erfüllt, Was meiner Seele Sehnsucht stillt, Und sich ohn' Ende mehret. 7. Mein Leib, auf's Herrlichste verklärt, Mit Himmelsglanz umgeben, Von dem frei, was ihn sonst beschwert, Geschickt zum höhern Leben, Auch der nimmt dann an allem Heil Und an der hohen Wonne Theil, Die meinen Geist entzücket. 2. Dich lern' ich dann in Hellerm Licht In deiner Größe fennen, Und mit vollkommner Zuversicht Dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann Auf ewig dein Er- hier geliebt, barmen an, Das mich zum zur Wonne. Himmel führte. 8. Den Heiland, den ich Seh' ich dort, mir Die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch 3. Wenn mein erhöhter Geist Licht und Sonne. Auch da da sieht, Was ich dir zuge- ist er mein Herr, mein Freund, trauet; Wenn er dein unum- Durch den ich, Gott! mit dir schränkt Gebiet Noch heller vereint, Stets neue Freude überschauet: Gott, welche schmecke. Wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner da mich freun, Wie selig mich befinden! 9. Mit allen Bürgern jener Welt, Die deinen Thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen 4. Noch größre Werke seh' ich zugesellt, In reinster Freunddann Von deiner Schöpfergüte, schaft leben. Wie klopfet dann Als ich auf Erden sehen kann, in meiner Brust Mein ganzes Und mein entzückt Gemüthe Ver- Herz voll Lieb' und Lust, Die liert, voll Dank und Freude, ich mit ihnen theile! sich In deiner Herrlichkeit, die ich In vollem Glanz erblicke. 10. Ja, ewig ist, mein Gott! bei dir Der Freuden reichste 5. Da werd' ich deinen Gna- Quelle. Ich schöpfe draus; doch denrath Noch mehr, als hier, bleibt sie mir Stets voll auf alle verstehen; Dir danken, daß du Fälle. Mein Glück währt da in mich den Pfad Der Tugend Ewigkeit; Nichts fehlt ihm an ließeft gehen, Und selbst durch Vollkommenheit. Herr, hilf es Leiden dieser Zeit Mich zu dem mir erreichen! Glück der Ewigkeit So väterH. E. Heeren. lich geleitet. Mel. O Gott des Himmels und der zc. 6.3n unbefleckter Heiligkeit 449. Nach einer Prüfung ben, Und, was dein Wille mir wartet uns die Ewigkeit. Dort, Von der ewigen Seligkeit. dortverwandelt sich die Klage In Dunkeln sah; Das wunderbar himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 296 Zusammenhang. und heilig nennen, Was un erforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis 2. Wahr ist's, der Fromme und Dank Die Schickung im schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm noch unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 8. Dawerd'ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig! Hei lich! Heilig! singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und aller Himmels seligsHeer Stimmtein, und singt ihm Preis und Ehr'. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich, mich heilig sehn; Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen EinFeind, der öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 10. Dann werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Got tes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu Millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da sind' ich in des Höchsten 5. Hier such' ich's nur; dort Hand Den Freund, den ich werd' ich's finden, Dort werd' auf Erden fand. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Lafter öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet, Und des Bekümmerten vergißt; Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. ich, heilig und verklärt, Der 11. Da ruft, o möchte Gott Tugend ganzen Werth empfin- es geben! Auch mir vielleicht ein den, Den unaussprechlich gro- Sel'ger zu: Heil sei dir! denn Ben Werth. Den Gott der du hast mein Leben, Die Seele Liebe werd' ich sehn, Ihn lie mir gerettet, du! Gott, wie ben, ewig ihn erhöhn. muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 6. Da wird der Vorsicht heil ger Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt sein, Und lieblichs Wesen, Heil die Fülle, AmThrone Herrlichkeit, Die Gottes mich erfreun. Dann läßt uns soll werden Gewinn stets auf Gewinn Michkeit zu Ewigkeit! fühlen, daß ich ewig bin. 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene offenbart an Von EwigWie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist 7. Da werd' ich das im Licht doch ein Augenblick voll Müh'! erkennen, Was ich hier nur im C. F. Gellert. Von der ewigen Seligkeit. 297 Mel. Wer nur den lieben Gott c.| willst in der Unruh' lassen, 450. Es ist noch eine Ruh' Die dieses Leben noch umgiebt! Dies flöße Muth und Kraft mir ein, Dir auch im Leiden treu zu sein! vorhanden Für jeden Gott ergebnen Geist, Wenn er sich dieses Körpers Banden Nach Gottes Willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, Und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, Fang'ich das beßre Leben an, Wo nach der Laft, die hier mich drückt, Der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, So tröstet deine Gütigfeit Mich mit der Wonne der Erlösten, Mit völliger Zufriedenheit; Und dann wird mir recht offenbar, Wie gut hier deine war. Mel. Befiehl du deine Wege. 4. Da schweigen alle meine Klagen, Da bringt mein froher Lobgesang Dir, selbst für dieses Lebens Plagen, Mit nie gefühlter Regüng Dank. Froh jauch' ich dann: Sie sind vollbracht; Der Herr hat alles wohl gemacht! 451. Du Stadt des Herrn dort oben, Ach, wär' ich schon in dir! Mein Geist, zu dir erhoben, Glüht auf, entreißt sich mir. Auf Flügeln heilger Wonne Steigt er zu höherm Glück, Läßt Erde, Meer und Sonne Tief unter sich zurück. 2. O Freudentag! ich blicke 5. Auf ewig trifft mich dann Auf dich; du bist mein Ziel, Bekein Leiden, Kein Schmerz stimmt zu meinem Glücke, Jeßt und keine Schwachheit mehr. nur noch Vorgefühl. Doch reiIch denk' und fühle nichts als zet mich fein andrer; Du Freuden, Gekrönt von dir mit kommst und führst zu Gott. Preis und Ehr'. Mein Glück So jauchzet froh der Wandrer bleibt fest, und alles Heil Beim schönen Morgenroth. Bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 3. Wenn ich einst ausgerungen Wenn Seel' und Leib sich trennt, Fühlt sich mein Geist geschwungen Hoch über's Firmament. Auf ihren neuen Wegen zu Gott 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden Der Leiden Joch ge tragen haft! Will ich des Leidens müde werden, Und fühl ich dieser Tage Last; So stärke mächtig meinen Geist, Daß er dem Unmuth sich entreißt! 8. Gieb, daß in Hoffnung je ner Ruhe, Die einst der Frommen Erbtheil ist, Ich gerne deinen Willen thue, Wie du darin mein Vorbild bist! So folgt auf meine PrüfungszeitGewiß vollkommne Seligkeit. J. S. Diterich. 6. Gott, laß mich dies zu Herzen fassen, Daß du den, der dich redlich liebt, Nicht stets 298 Von der ewigen Seligkeit. kommt Widerhall Von Engeln| Glanz und Ehre, sehn. Die ihr entgegen Und folgt ihr überall. unter Bluttyranen Gott ehrten, haben Theil Am höhern Schmuck, gewannen Ein überschwänglichs Heil. 4. Wie wird mir sein und werden, Wenn ich den Himmel seh', Entrissen von der Erden, In Salems Thore geh'! Das größte Glück der Erde Ist mir dann freudenleer; Der größten Weltbeschwerde Gedenk' ich dann nicht mehr. 7. Reißt hier schon, Gott, dein Himmel Mich, so zu ju beln, hin; Wie wird dann dort im Himmel Mein Herz vom Preise glühn! Schon jest fiel' in die Chöre Der Sänger gern ich ein, Die ewig deiner Ehre Erhabne Lieder weihn. 5. Was werd' ich da erfah, ren, Wenn ich des Vaters Sohn Und seiner Freunde Schaaren Erblick vor seinem Thron, Und 8. Von starfer Gluth bele wenn die theuren Meinen Mit bet, Säng' ich vom Lamm ein Palmen in der Hand Sich nähern, Wonne weinen, Froh, daß ich überwand! Lied, Das voller fich erhebet Und ganz von Andacht glüht. Denn hunderttausend Zungen 6. Die einst das ewge Leben Lobpreisen da zugleich Und ströDer Welt verkündigten, Die men Anbetungen Durch's ganze werd' ich dann, umgeben Mit Himmelreich. 3. M. Mayfart. Von der ewigen Verdammniß. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 452. Schrecken muß dich du kämpfen; 3. Mit Verzweiflung wirst Aller Trost wird überfallen, Sün- dir entfliehn; Nichts wird jene der! wenn am Weltgericht Jesu Marter dämpfen, Die dir hier Stimme wird erschallen: Weicht! geringe schien. Du wirst, dir ich kenne euer nicht. Dann zum Unglück, sterben; Fluch wird dein Gewissen zagen, Dich und ewiges Verderben Warten der bittre Vorwurf plagen, nach dem Tod auf dich. Dar Daß du deine Gnadenzeit Hin- um, Sünder, beßre dich! gebracht in Sicherheit. 4. Such' der Hölle zu ent 2. Große Martern wirst du gehen; Meide stets der Laster leiden In der bangen Ewigkeit. Bahn! Was ist, wirst du in Ganz entfernt von allen Freu- dich gehen, Das dir dann einst den, Seufzest du in Schmach schaden fann? Dann muß aller und Leid. Gott, den du vor- Fluch entweichen, Dann fannst hin verlassen, Wird dich wie du das Ziel erreichen, Das dir der jetzt verlassen. Nichts wird deinen Geist erfreun; Jammer wird dein Erbtheil sein. Gottes Wort verspricht. Glaube denn mit Zuversicht! Von der ewigen Verdammniß. 299 Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Des Geistes Blicke lenket! Wer 453. Ach, sterben wird den zittert nicht, wenn er die Qual, Wer, zweiten Tod, Gott! dein väterlich Gebot, Den Gnadenruf nicht achtet. Wen Jesu Blut nicht reizet, rein llnd hier der Sünden Feind zu sein, Von der das Ziel durch feine Zahl Bestimmet wird, bedenket? Erwägt es, Sünder, da ihr lebt, Damit ihr nicht zu spät erbebt! 2. Kein Unglück ist in dieser Wer ruchloß dich verachtet; Nur Welt, Das ohne Maße drückt diesem Unbekehrten flammt Die Höll', er ist mit Recht verdammt. und quält Und niemals sich vermindert. Nur die unsel'ge Ewigkeit Ist ohne Maße, Ziel und Zeit, Wird nie durch Trost gelindert. Ach, es erFluch des Höch- lischt, wie Christus spricht, Das 2. Verdammniß! ach, du Don nerwort! Du schleuderst bis zur Hölle fort, Ist erst der Stab gebrochen. sten, störe du Des frechen Stau- Feuer der Verdammniß nicht. bes Trotz und Ruh', Eh' du wirst ausgesprochen! euch vor Gottes Macht! Erbebet, Sünder, fleht und wacht! 3. Unselige! wenn eure Qual Ach, fürchtet Durch abgemeßner Jahre Zahl Hier noch so lange währte, Und wenn sie mit so mancher Last, 3. Gewarnt von Jesu, doch Als Sand die Erde in sich faßt, verrucht; Erkauft von ihm, und Zur Strafe euch beschwerte; doch verflucht, und ohne Maß So würde doch der Pein zuletzt der Zeiten! Unendlich ist des Ein sehr gewünschtes Ziel gesetzt. Höchsten Kraft, Der Geistern die 4. Wenn aber ihr der Hölle Empfindung schafft. Er herrscht Leid Durch Millionen Jahre durch Ewigkeiten. Euch straft Zeit Voll Schmerzen ausge der Allmacht schwere Hand. standen; Ist doch kein Maß Wie lang? das macht sein und keine Zahl Zur Endigung Wort bekannt. von eurer Qual In jener Welt vorhanden. Die Zeit, die niemand messen kann, Fängt immerfort von neuem an. 4. Ach, Menschen! uns als Brüder theu'r! Schaut dieser Qual entferntes Feu'r! Es naht sich jede Stunde. Vielleicht ist dies der letzte Tag, Da noch ein Mensch entfliehen mag. Ach, eilt zum Gnadenbunde! Lebt fromm! dieweil der zweite Tod Dem frommen Sterbenden nicht droht. 5. Gerecht und heilig bist du, Gott! Drum strafft du mit dem ewgen Tod Den, der sich nie bekehret; Denn, wem die Sünde hier gefällt, Der liebt sie auch in jener Welt. So lange Sünde währet, So lange dauert auch die Pein. Ach! ewig, ewig muß. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 454. Ewigkeit, wie sie sein. fürchterlich Bist 6. Erwach', o Mensch, vom du dem Sünder, der auf dich Sündenschlaf! Unendlich ist der 300 Von der christlichen Kirche. Lafter Straf'; Drum beßre bald| Gnadenzeit Die Andacht auf die dein Leben! Wach' auf! es ist Ewigkeit Und ihre Martern lensehr hohe Zeit. Vielleicht kommt fen! Es lehre mich dein Geift bald die Ewigkeit, Dir deinen dabei, Was mir zum Heile dienlich sei, Und laß mich's stets bedenken! Dann ist die Ewigs feit für mich Nicht, wie für 3. Rif. Lohn zu geben. Vielleicht ist jetzt der lette Tag; Wer weiß, wie bald man sterben mag? 7. Gott, laß mich in der Sichre, fürchterlich. Von der christlichen Kirche. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. Vertraun, Auf deine Zufunft 455. Die Feinde deines warten! Kreuzes drohn, 5. Uns, deine Christen, wol Dein Reich, Herr! zu verwüsten! left du Feft in der Wahrheit Du aber, Mittler, Gottes Sohn! gründen, Daß wir durch sie Für Beschüßest deine Christen. Dein Heil, Troft und Ruh' Thron steht fest und ewiglich; unsre Seele finden! Mach' unVergeblich wird sich wider dich sers Glaubens uns gewiß; Vor Die ganze Hölle waffnen. Irrthum und vor Finsterniß Bewahr' uns, weil wir leben! 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschenkindern, Drum fonnt' auch keine Macht der Welt, Herr! dessen Fortgang hindern. Dir fönnen deine Haffer nie Dein Erbe rauben; selbst durch fie Wird es vergrößert werden. 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, Ein Herz nach deinem Willen, Und lehr' uns täglich williger Dein heilig Wort erfüllen! Gehorsam deiner Vorschrift sein, Und dann uns deiner Gnade freun, Sei unser Heil auf Erden! 3. Weit wollst du deine 7. Co wird dein Volk dir Herrschaft noch In dieser Welt unterthan, Und lernt die verbreiten, und unter dein so! Sünde meiden; Du führest fanftes Joch Die Völker alle auf ebner Bahn zu deines leiten! Vom Aufgang bis zum Reiches Freuden; Und herr Niedergang Bring' alle Welt lich wird in dieser Zeit, Noch dir Preis und Dank, Und herrlicher in Ewigkeit Dein gläub' an deinen Namen! großer Name werden. 4. Auch deine Feinde, die dich 8. Voll Zuversicht erwarten schmähn. Und frevelnd sich empö- dich, O Jesu! deine Frommen. ren, Laß deiner Gnade Wunder Es kommt der Tag, deß freun fehn, Daß sie sich noch bekehren! sie sich, Da du wirst wiederkoms Lehr' sie mit uns gen Himmel men. Den Sündern kommst du schau'n, Und, unerschüttert im zum Gericht; Uns segnet dann Von der christlichen Kirche. 301 dein Angesicht Mit Wonne der Kirche Jesu Christi! Ob Erd' Gerechten. B. Münter. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 456. Menn Chriftus seine Kirche schüßt, So mag die Hölle wüthen! Er, der zur Rechten Gottes fißt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Seine. Hülf' ist nah'; Spricht er, steht es da. Er schüßt, sich zum Ruhm, Mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen! und Himmel untergeht; Stehst du doch, Kirche Christi! Gottes ewger Sohn Schüßt von ſeinem Thron Dich, von ihm erbaut. Weil dein Herz ihm vertraut, Stehst du als Fels im Meere. 2. Was kann die Hölle thun, die sich Stolz wider Gott empöret? Sei ruhig, ob sie gegen dich Und Christum sich verschwöret! Christus überwand Sie mit starker Hand. Ihre Macht und List, Jesu Christ! Ist dir ein Spott geworden. Du Kirche 3. Was können Spötter, de2. Gott sieht wohl Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören, Die den Ge salbten, seinen Sohn, Den Herrn der Welt, nicht ehren. Jesu theures Wort, Er selbst, unser Hort, Und sein Kreuz ist Spott; Doch ihrer lachet Gott, Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn: Uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; Wir halten fest am Glauben. Preis sei Jesu Chrift! Wer sein Jünger ist, Wer sein Wort fest hält, Dem fann die ganze Welt Die Ses ligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch fein Dro erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Dieser großeHerr Gott: Erhebe dich in deinem Preif ihn mit Harf Schüßet seine Lehr', GiebtGeduld und Psalter! Er selbst, Jehova in Roth, Und Kraft und Muth im Tod; Was will uns denn erschrecken? Zebaoth, Er selbst ist dein Erhalter. Huldreich sieht er hier Seine Lust an dir; Herrs lich wird er dort Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. Wahrheit ist sein C. F. Gellert. Denn Wort! 457. Auf ihrem Felsen- Dich segnen und erhöhen. 457, Aºf grunde B. Münter. ren Drohn Dich soll zu Schanden machen, Die findisch träus men, daß du schon Vergehst, wenn sie nur lachen? Ihre Pfeile sind Spreu, verweht vom Wind. Ruhig siehst du zu. Sie selbst vergehn, und du, Du Kirche Jesu! bleibest. 4. Was können Feinde, welche sich In deinem Schooße nähren, Der falschen Christen Heer, diedich Durch ihre Sünd' entehren? Ihrer Laster Lohn Wartet ihrer schon. Dich, o Kirche! nicht; Sie selbst wird das Gericht Den Sündenrächers treffen. 5. - 302 458. Gott, heilig fei dein richtet, Jemals vernichtet. Von der christlichen Kirche. Mel. Komm', Gott, Schöpfer 2c. Macht das Reich, das du er Recht 2. Noch immer sammelst du Dem ganzen menschlichen Ge- dir auf der Erden Der Menschen schlecht; Dich bete, wer dich viel, die dir gehorsam werden, denken kann, Im Geist und in der Wahrheit an! Und deinen Frieden hier schon im Gewissen Fröhlich genießen. 2. Verbreite deines Wor tes Schall, Wie deine Werke, überall, Daß alle lernen, wer du seist, Der allerhöchste, beste Geist! 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, Werd' immer mehr der Welt bekannt, Daß du, Gott, unser Vater bist, Und er der Völker Heiland ist! 4. Lehr' uns, die deinen Rath verstehn, Gehorsam deine Wege gehn; Durch deines Wortes Licht und Kraft Mach' gläubig uns und tugendhaft! 3. Reizt blendende Versu bung sie zu Sünden; Bist du ihr Beistand, und hilfst überwinden. Nichts wird sie je mals deiner Hand entreißen, Wie du verheißen. 7. Du sättigst sie mit Selig keit Von nun an bis in Ewigfeit; Und ewig ist ihr frommer Dank, Herr! deines Namens Lobgesang. B. Münter. 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, Dich und die Freuden, womit du belohnest Da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge Dir, un ferm Haupte, höhre Lobgesänge, Wenn einst dein Volk, das dein Geist hier regieret, Dort triumphiret. 3. S. Diterich. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn, Erleucht' uns allen unsre Bahn; Das Laster tilg' aus unsrer Brust Und Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. So preifet deine Christen- 460. Der Länder sind noch heit, Herr! deinen Namen niß regieret, Und wo Abgötterei jederzeit. Sie ist und bleibt Zum Dienst der Lafter führet. dein Eigenthum, Und ihre Gott, siehe jedes Volf Mit GnaWerke sind dein Ruhm. denaugen an, Und gieb, daß es dich auch Bald recht verehren kann! 2. Doch wann und wie dein Wort Zu jedem Volfe dringet, Das falschen Göttern noch Ge bet undOpfer bringet, Das weißt du, Herr! allein. Erhebe deine Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 459. Jesu! ewig wird Krafi, Die deinem Worte Raum dein Wort beste- Und vollen Segen schafft! hen, Und Erd' und Himmel 3. Uns aber, die wir schon werden eh' vergehen, Eh eine In deinem Lichte wandeln, Laß Am Reformations- Feste. 303 nach demselben stets Als wahre rein! Laß unsern Glauben stets Christen handeln! Erhalte uns Durch Liebe thätig sein! dein Wort! Mach' unsre Herzen 3. H. Pratje. this fe Am Reformations- Feste. Mel. Herr Gott, dich loben wir.| ihrem Glanze wieder her. Dank, 461.5 err Gott! dein Hei Dank sei deiner Freundlichkeit, Und Lob und Preis in Ewigkeit! ligthum Sei voll von deinem Ruhm! Dein Volk Nun hilf uns ferner, Jesu jauchzt fröhlich dir zur Ehr', Christ, Und segne, was dein Erhebt dich immer mehr und Erbtheil ist! Dein Wort er mehr, Bewundert deine große halt' uns frei und rein, Um Huld, Rühmt deine Langmuth Licht und Trost für uns zu und Geduld. Vom reinesten sein! Erbarme unsrer Kirche und tiefsten Dank Glüht heute dich; Erhalt und schüß' sie dir sein Lobgesang. mächtiglich, Und gieb, daß deines Wortes Kraft An allen Orten Segen schafft! Wo ist ein solcher Gott, Wie du, allweiser Gott? Wo ist ein solcher Gott, Wie du, liebreicher Gott? Wie stand es um das Heil der Stadt, Die Jesus sich erbauet hat, Eh' Luther noch, dein treuer Knecht, Dein heilig Wort, dein heilig Recht, Gestärkt von dir durch Licht und Macht, Aus Finsterniß an's Licht gebracht! aller Noth; Dein sind wir Dein theures Wort ward nicht lebend, dein auch todt. Du geehrt; Nur Menschensagung nur bist unsre Zuversicht. Verward gelehrt. Den Mittler kannte laß uns nicht! verlaß uns nicht! man noch kaum; Den Glau- Amen. J. H. Pratje. ben hielt man nur für Traum. Gott, täglich mache unser Mund Die Wunder deiner Gnade kund! Laß uns, von deinem Licht erhellt, Das gerne thun, was dir gefällt! Mach? uns zu Christen, deren That Der Wahrheit Zeugniß für sich hat! Dein freun wir uns in Nur auf des Menschen eignem Mel. Allein Gott in der Höh' sei sze. Thun Sollt' alle Lebenshoffnung 462 obfingt in feinem Speiligthum Herrn, durch den wir leben! Er hat zut seines Namens Ruhm Der Welt sein Wort gegeben. Sein Wort, das flug und weise macht, Hat unser Gott an's Licht gebracht Und wunderbar erhalten. 2. Es warmit Unverstand und verführt, Durch Wahn und Eigennuß regiert. Dies Unheil, Vater! war dir Schmerz; Da brach dein väterliches Herz. Du rüstetest dir Luthern aus, Der reinigte mit dir dein Haus; Er stellte dein' und Jesu Lehr' Zu Univ.- Bibl. Giessen 304 Am Reformations- Feste. Nacht Der Erdkreis ganz be- uns erfreuet! Du hast das decet, Und Gottes Stimme Unkraut ausgerauft Und mächward verlacht, Die doch zur tig uns befreiet. Dein EvanBuße wecket. Des Höchsten gelium erquict Die Herzen, Reich war unbekannt. Was die ihr Elend drückt, Schenkt List und Eigennuß erfand, Das Sündern Gnad' und Leben. hieß der Weg zum Leben. 8. Es ist das Licht in 3. Den Lügen gab die Welt Finsternis, Giebt Rath und Gehör; Nicht dem, was Gott Troft im Leiden, Macht des uns lehret. Der Heiland ward Gerechten Gang gewiß, Und je mehr und mehr Verfannt, segnet ihn mit Freuden. Bes gefränft, entehret. Man lief wahr' uns, Herr, mit starker dem blinden Führer nach, Der Hand Dein Wort, das Glüd Seelenheil für Geld versprach für unser Land, Den Reich Und Seelen tiefer stürzte. thum unsrer Seelen! 4. Die frommen Seelen seufz- 9. Der Menschen größte ten laut: Wann wird Gott sich Weisheit sei, Herr, dies dein erbarmen? Wann kommt der Wort recht ehren, Und sich Held, der Zion baut? Wann von Menschensazung frei zu rettet er uns Armen? Erlöser, dir sich ganz bekehren! Wer tomm'! denn es ist Zeit. Dein frech sich wider dich emport, Jautres Wort ist ganz entweiht, Soll das, was uns dein Zeugs Dein Sacrament entehret. niß lehrt, Soll dein Wort nie uns rauben. 5. Der Herr erschien, und gab sein Wort Durch seinen Knecht uns wieder. Die Wahrheit drang den Irrthum fort Und schlug die Lügen nieder. Der Weg des Heils ward neu entdeckt; Das Licht im Finstern aufgesteckt, Ein Wunder un fern Augen! 6. Des Höchsten Wort vergehet nicht, Ob's Welt und Mel. Es ist das Heil uns kommen u. Satan hasſen. Der Gott des 463. Dein Volk, o Herr Lichtes fann wieder scheinen lassen. Ein Werkzeug, von der Welt verlacht, Kann schnell des Aber glaubens Macht, Wenn Gott ihm hilft, zerstören. 7. Dank dir, der du dein Volk erkauft, Daß dein Wort 10. Dein Evangelium behält Den Sieg, und lehrt uns siegen; Denn deine Rechte, Herr der Welt! Läßt es nicht unterliegen. Dein Geist schreib' es in unsern Geist! Dann sagt sein Zeugnis uns, du seist Durch Christum unser Vater. Zu deines Namens Ehre; s stimm' auch unser Lobgesang In alle heilge Chöre, Die heut' in deinem Heiligthum zu deines großen Namens Ruhm Dir Jubellieder singen! 2. Dies ist ein Tag, von dir Am Reformations- Feste. 305 gemacht. Von dir, Herr! ist's und zur Tugend. Das Angeschehen, Daß wir, frei von sehn unsrer Obrigkeit Bleibt des Irrthums Nacht, Das Licht ungefränkt; Ruh', Sicherheit der Wahrheit sehen; Daß wir, Und gute Ordnung herrschen. von Menschentand befreit, Dir, wie dein eignes Wort gebeut, Rechtschaffen dienen können. 3. O, welche Wohlthat, Gott, ist dies, Was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß Seit mehr als tau send Jahren. Du haft troß aller Feinde Macht Es wie der an das Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. 8. Es findet unsre Seele Ruh' Vordeinem Gnadenthrone. Nahn wir im Glauben nur hinzu In Christo, deinem Sohne; Wirft er uns alles aus bei dir. Aus seiner Fülle nehmen wir. Er nur ist unser Helfer. 4. Du läffest hier im Heiligthum Dein lautres Wort uns hören. Zu unserm Heil, zu dei nem Ruhm Läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch llns frei zum täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schäßen! 9. So können wir bei deinem Licht Ein glücklich Leben führen, Wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein, So spricht dein Geist den Trost uns ein: Von nun an seid ihr selig! 10. So glücklich hast du uns gemacht Durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, Dir Ruhm, Preis, Lob und Ehre! Dir jauchze unser Herz und Mund! Auch unser Leben mach' es fund, Daß wir dich dankbar preisen! H. E. Heeren. Eigene Melodie. 5. Es leuchtet uns, o Herr! dein Licht, Wenn wir zusammen treten, Daß wir vor dei nem Angesicht Nach deinem Willen beten. Dir, dir singt unsre Christenheit; Es herrscht Licht und Erbaulichkeit In unfern heilgen Liedern. 6. Befreiet von dem knecht unser Gott, Ein' schen Joch Der menschlichen gute Wehr und Waffen. Er Gebote, Das die Gewissen hilft uns frei aus aller Noth, niederbog, Tyrannisch sie be- Die uns jetzt hat betroffen. drohte, Dient nun nach dei nem Licht und Recht Dir als dein Kind, als Chrifti Knecht, Ein jeder, der dich fürchtet. 464. Gin' feste Burg ift Der alte böse Feind, Ernst er's jetzt meint; Macht und viel List grausam Rüstung ist; Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 7. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Ju gend; Man führt nach deinem Wort sie an Zur Wahrheit Mit Groß Sein Auf 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der 20 306 Am Reformations- Feste. rechte Mann; Den Gott selbst er ist? Er heißet Jesus Christ, hat erforen. Fragst du, wer der Der Herr Zebaoth. Er, unser ist? Er heißet Jesus Christ, Herr und Gott, Er muß den Der Herre Zebaoth! Und ist Sieg behalten. fein andrer Gott. Das Feld muß er behalten. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, Und droh', uns zu 3. Und wenn die Welt voll verschlingen; Troß ihr! Gott Teufel wär', Und wollt'n uns rüstet uns mit Muth; Es soll gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch gelingen! Der Fürst pieser Welt, Wie sauer er sich stellt, Thut er's uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't; Ein Wörtlein kann ihn fällen. uns doch gelingen. Wenn der Sich schon Fürst der Welt grimmig stellt, Schreckt er uns doch nicht: Längst traf ihn sein Gericht. Nun fann ihn ein Wort fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, Und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; Laß fahren dahin! Sie haben's fein'n Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben! M. Luther. 4. Das Wort steht fest; die stolze Welt Mag noch so heftig toben! Der Herr mit uns, der starke Held, Der giebt uns Sieg von oben. Tödten fie den Leib, Nehmen Kind und Weib, Rau ben Gut und Ehr'; Sie neh men's! was ist's mehr? Der Himmel muß uns bleiben! 3. A. Schlegel. Mel. Nun danket alle Gott. Etwas verändert. 466. Mit starker Inbrunſt fei, D Gott, von 465. Ein starker Schuß ist unser Gett; uns gepriesen, Daß du uns so Er ist's, auf den wir hoffen. viel Huld Bis hieher haft bes Er hilft uns treu aus aller wiesen! O, pflanz' dein Wort Noth, So viel uns hat be in uns, Daß es je mehr und troffen. Satan, unser Feind, mehr Die reifften Früchte bring Der mit Ernst es meint, Rü- Zu deines Namens Ehr'! stet sich mit Lift, Troßt, daß er mächtig ist; Ihm gleicht fein Feind auf Erden. 2. Im Glanze deines Lichts Laß uns, als Kinder, wallen; Ulns, Herr, zum wahren Heil 2. Nicht unsre Macht ist's, Und dir zum Wohlgefallen! die ihn fällt; Wir wären bald Breit' deine Lehre aus: Schmüd verloren. Es kämpft für uns uns mit Heiligkeit, und führ der rechte Held, Den Gott uns uns alle einst Zum Licht der selbst erforen. Fragst du, wer Herrlichkeit! 3. H. Pratje. Zweiter Theil des Gesangbuchs. Von dem wahren thätigen Christenthume. Von der Buße. Mel. Wachet auf! ruft uns die u.| noch auf Erden Dein heilig Ei467. Machet auf! ruft genthum zu werden, Dir nur die zu Laß unsre Herzen rein, Ach, laß uns standhaft sein; Wir sind Erde; Daß nicht auch wir Vergehn vor dir, Wenn du zum Weltgerichte £. 6. Klopstock. Des Sohns, des Weltversöhners Stimme: Wacht, Seelen, wacht vom Schlummer auf! Todt seid ihr, todt durch Verbrechen. Hört endlich meine Donner sprechen, fommst! Und kommt aus eurem Grab herauf! Belastet vom Gericht Mel. O Gott, du frommer Gott. Lagt ihr, vernahmt mich nicht. 468. Laß mich doch, o mein Todte Die Des Fluches Macht, Gericht nicht verschieben, Die mir dein und Höll ergreift euch sonst. Wort gebeut! Wie könnt' ich 2. Ach, wir hören deine sonst mich lieben? Jst wahre Stimme, Barmherziger! der Besserung Nicht meiner Seele Liebe Stimme, Die uns in's Glück? O, warum saum' ich neue Leben ruft. Angstvoll denn Noch einen Augenblick? liegen wir und schauen Auf unsern Tod zurück mit Grauen. Entreiß uns, Herr, ganz unsrer Gruft! Schau' her! noch leben wir, Noch zagen wir vor dir. Welche Liebe! Du starbst! dein Wort gebeut, Wem dien' dein Blut Floß uns zu Gut'. ich dann? mir selbst, Zu meis O, welch ein Dank gebühret dir! ner Seligkeit! 2. Gott! du gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, deiner werth zu sein, Im Glauben mich bestrebe. Wenn ich das Gute thu', Das mir 3. Daß der Sünder sich betehre, Das willst du, Heiland; Preis und Ehre Sei dir, Be gnadiger, dafür! Laß uns eilen, 3. So süß ein Laster ist, So giebt's doch keinen Frieden; Der Tugend nur allein Ist dieses Glück beschieden. Wer dir, o Gott! ges 20* 308 Von der Buße. horcht, Erwählt das beste Theil; Und Buße ist kein Werk Von Wer dich, o Gott! verläßt, Ver- wenig Augenblicken! Ein Seuf scherzt sein eignes Heil. zer, Gott! zu dir, Ein Wunsch 4. Was weigre ich mich denn, nach Besserung, Und etwas Das Laster zu verlassen? Weil Angst und Leid Ist noch nicht es mein Unglück ist, Befiehlst du, es zu hassen. Was säum' ich länger noch, Der Tugend mich zu weihn? Weil sie mich glücklich macht, Befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht In eine Welt voll Leiden; Sie führet mich vielmehr, O Gott! zu deinen Freuden, Macht meine Seele rein, Füllt mich mit Heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von allem Bösen kehre! So darf ich nicht dereinst Zu meiner größ ten Pein Mein hier versäumtes Glück, Wiewohl zu spät, bereun. C. F. Gellert. Mel. Vater unser im Himmelreich! Zuversicht, Giebt Weisheit, 469. So wahr ich lebe, wahre Ruly Und Much zu meiner Pflicht. spricht dein Gott, Lieb ist mir nicht des Sünders 6. Wahr ist es, es ist schwer, Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', Er steh' in seinen Sünden still, Er fehre von der Bosheit sich llnd lebe bei mir ewiglich! Sein eignes Herz bekämpfen, Begierden widerstehn Und seine Lüfte dämpfen; Doch bleibt's ja meine Pflicht, Und diese Schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer mit der Zeit. 7. Je öfter ich vollbring', Was Fleisch und Blut befohlen, Je stärker wird der Hang, Die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, O Herr! dein Feind zu sein, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheu'n? 8. Du reichst ja Kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, Bringt göttliches Vergnügen. Geht er im Anfang gleich Nur noch sehr langsam fort; Bist du doch, Gott! mir nah, Und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell fann nicht der Tod Mich dieser Welt entrücken, 2. Dies Wort bedenk, 0 Menschenkind; Verzweifle nicht in deiner Sünd'! Hier findest du Trost, Heil und Gnad' Und was Gott sonst versprochen hat. Nie trügt sein Mund, nie trügt sein Eid. Wohl dem, den seine Sünde reut! 3. Doch hüte dich vor Sicher heit! Gedenke nicht: Es hat noch Zeit, Noch will ich mit der Welt mich freun; Doch werd' ich ihrer müde sein, Dann ist's Zeit, dann befehr' ich mich, Und Gott erbarmt noch meiner sich! 4. Wahr ist es, zur Barmherzigkeit Ist Gott für Sünder stets bereit; Doch sündigst du auf Gnade hin, Fährst fort in deinem bösen Sinn, Und sorgst 309 für deine Seele nicht: Wie schrecklich ist dann sein Gericht! 5. Gerührtdurch Christi Blut und Tod, Sagt er dir Gnade Was wirst du dann leiden, Wenn dein Herz, Von dem Schmerz Deiner Schuld zerriffen, Wird verzagen müssen? zu, dein Gott; Doch welchem 4. Wenn vor deinem Antlig Sünder sagt er wohl, Ob er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; Verborgen ist des Todes Stund'. sich Jede Sünd' enthüllet? Wenn nun jede, jede dich Ganz mit Graun erfüllet? Stärken fann Dich alsdann Nichts von vor'gen Freuden; Was wirst du dann leiden! 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich! Eh' morgen kommt, fann's ändern sich. Wer jetzt ist frisch, gesund und roth, Ist morgen sinnlos oder todt. Stürbst du nun unversöhnt mit Gott, Wie schrecklich wäre dann dein Tod! 5. Ach, wie bang' um Trost und Ruh' An des Grabes Stufen, Nah' am Untergang, wirst du Dann vergebens rufen: Rette, Gott, Mich vom Tod! Rette doch im Sterben Mich noch vom Verderben! Von der Buße. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich bei Zeiten komm' zu dir, Und Buße thu', eh' als der Tod, Vielleicht ein schneller Tod mir droht! Gieb, daß ich heut' und jederzeit Zu meinem Tode sei bereit! J. Heermann. 6. Noch, noch wandelst du, o Chrift! Auf des Lebens Pfade. Nal' zu deiner Rettung ist Dir des Höchsten Gnade. Eil' ihr zu! Du wirst Ruh' Für dein Herz empfinden, Wirst Vergebung finden. C.C. Sturm. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. O 470. Sihrer Menſch! Mel. Traurigkeit, o Herzeleid. Aufzustehn vom Schlafe.' Nah' noch ist es Zeit, 471. Gieb Reu' und Leid; ist Tod und Ewigkeit, Nah' ist Lohn und Strafe. Hör'! Gott spricht. Säume nicht, Šeinen Ruf zu hören Und dich zu bekehren! 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht Der Posaunen Stimme, Noch bebt dieser Erdball nicht Vor des Richters Stimme; Aber bald, Bald er fchallt Gottes Ruf: Zur Erden Sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh' du es ge- ist dann die Buße! dacht, Unter Sünd' und Freu- Tage seines den Dieses Lebens letzte Nacht; dir zu Fuße! Heils, Gott, dem, der frevelnd sün digt! Strafe wird ihm und Gericht Hier zum Heil verfündigt. 2. Gott, störe du Die eitle Ruh' Deß, der dein Wort nicht achtet, Und nach Weltluft, Ehr' und Gold, Nicht nach Tugend trachtet! 3. Wenn schon der Tod Uns Rache droht, Wie spät Jetzt, am Fall' er 310 Von der Buße. 4. Erbarme dich, Gott, väter-| doch mein Herz auch mir; Zeuch lich Um deines Sohnes willen! mich zur Buße und zu dir! Hilf uns deiner Gnade Ruf Gern und bald erfüllen! 3. B. Basedow. 6. Der du die Herzen prüfst, befehre, Erleuchte, beßre, leite mich! Führ' mich auf ebner Bahn, und lehre Mich dann getrost vertraun auf dich! So werd' ich die Gefahr stets Betrogen von mir B. Münter. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ie fürcht' ich mich, 472. Wi mein Herz zu scheu'n, prüfen; Mich zu erforschen, selbst zu sein. wer ich bin! Wie blick ich über seine Tiefen Nachlässig Mel. Wer nur den lieben Gott ut. und leichtfertig hin! Wenn 473. un endlich wachet das Gewissen mein Gewissen Acht' ich auf seine Stimme Aus seinem langen Schlummer nicht. strafend spricht, auf, Und prüft, von starfer Reu' zerrissen, Aufrichtig meinen Le benslauf. Ach, welche Gräul entdeckt es mir, Und schreiet: Weh, o Sünder, dir! 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade Des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott! durch den Miß brauch deiner Gnade Stärk' ich mich in der Sicherheit, Und hoffe doch auf Jesum Christ, Und denke, daß du gnädig bist. 3. Ausschweifend bleiben meine Triebe, Und unerleuchtet mein 2. Was hab' ich nun ſeit so viel Jahren Von meinen Sünden für Genuß? Ach, lauter Schrecken und Gefahren, Vein, Seelenunruh' und Vers Verstand; Mein Herz ist leer druß! Dir, Sünde! lief ich von deiner Liebe, Mit meinen Pflichten unbekannt. Entfernt von wahrer Besserung Erwart' ich doch Begnadigung. ängstlich nach, Und nun lohnst du mit Gram und Schmach. 3. Wo sind nun deine Freuden, Sünde! Die ich mir so 4. Ich Unbesonnener! wie gewiß versprach? Ach, wie vers lange Wed' ich mich selber rauschten sie geschwinde, Und hintergehn? Ich nahe mich ließen Gram und Ekel nach! dem Untergange, Und will Wo ist nun meiner Seelen doch die Gefahr nicht sehn. Ruh'? Nur Unmuth strömet Gott, wek' mich auf! groß ist auf sie zu. die Schuld; Nur straf nicht gleich, und hab' Geduld! 4. Ach, alles ist für mich vers loren, Gesundheit, Wohlstand, 5. Ob ich mich vor mir selbst gut Gerücht. Verspottet werd verhehle, Verhehl' ich mich vor ich von den Thoren; Der Weisen dir doch nicht; Denn in der Mitleid find' ich nicht. Was Tiefe meiner Seele Ist alles nüßt das Leben? was der Tod? deinen Augen Licht. Entdecke Last ist mir jenes; dieser droht! Von der Buße. 311 5. Ich fühl' es, ewig währt| 3. Verfehrt und eitel ist mein mein Leben, Und ewig ist der Sinn, Geneigt zu bösen Lüsten. Sünde Pein. Was ich verdient, D, neige meine Seele hin zur wird Gott mir geben, Und schreck Freude wahrer Christen! lich wird mein Urtheil sein. Ich troßte Gott in's Angesicht, Und Tand ungestrafet bleib' ich nicht. 4. Mich reizt der Eitelfeiten Mehr, als das Heil der Seelen. Herr, gieb mir Weisheit und Verstand, Das beste Theil zu wählen! 6. Darf ich noch vor dein Antlig treten, Der du den Tod den Sündern schwörst? Noch vor dir weinen? zu dir beten? Noch hoffen, daß du mich erhörst? Du bist gerecht, dies schrecktet mich; Doch deine Lieb' ermuntert mich. 5. Mein Gott! mein Gott! gedenfe nicht Der Sünden meiner Jugend; Erinnre mich an meine Pflicht, Und weihe mich der Tugend! dich; 6. Mein Jesu! ach, erbarme 7. Wenn nun ich noch der Vergieb mir meine SünSünd' entsage, Sie flieh' und den; Laß mich, geheiliget durch hasse, wie den Tod, Nach deinen dich, Einst deinen Himmel Rechten nun noch frage, Und finden! ernstlich ehre dein Gebot; So übest du an mir Geduld, Ver C. C. Sturm. giebst in Christo alle Schuld. " hör' es, Erde! Seid Zeugen zwischen Gott und mir, Wo fern ich ihm je wortlos werde! Mit Ernst, o Gott! gelob' ich's dir: So wahr du Gott bist, fürcht' ich dich; Befrei von Schuld und Strafe mich! B. Münter. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 475. Ach, rief doch ſeinen alles siehet, Gott, zurück, Zurück von meiner Seele! Denn im Gericht Besteh' ich nicht, Der ich so häufig fehle. 2. Wie sorgt mein Herz und ängstet sich! Herr, richte nicht! denn ich will mich Aufrichtig vor dir prüfen. Erfennte ich nur völlig mich Und meiner Seele Tiefen! Mel. Ich dank' dir schon durch ic. 474.2, wie viel Böses wohnt in mir! Wer zählt's, wie oft ich fehle? Ich fühl' es, Herr, und flag' es dir. O, beßre meine Seele! 3. Wie unergründlich bin ich mir! Fleuch nicht, verbirg dich nicht vor mir, Zu bald getäuschte Seele! Ist das Gewinn, Wenn, wie ich bin, 2. Ich wandle auf der Sün- Ich vor mir selbst verhehle? der Bahn, Und bin zum Guten 4. D, traue deinem Stolze träge. Herr, nimm dich meines nicht! Verschleuß dein Ohr, soElends an, Und lehr' mich deine Wege! bald er spricht; Fleuch seine Täuschereien! Der Stolz belügt, Der 312 Von der Buße. Stolz betrügt Schmeicheleien. Mit leeren vertiefet finde. Was dein Ruf, Gott! erschuf, Dient dir ja zu Waffen, Willst du Sünder ftrafen. il 5. Ich weiß, ich fühl' es, ich soll rein In Werken und Gedanfen sein, Ganz heilig sollich leben; Und ich bin blind, Verkehrt ge finnt, Der Sünde ganz ergeben. 6. Wer ist vom Haupt bis auf den Fuß So frank, wie ich? Joch! Herr, hilf doch! Sollt Lust und Entschluß, Gedank' ich's länger tragen, So müßt und That sind böse. Verderbt ich verzagen. bin ich; Wer ist, der mich Aus meiner Angst erlöse? 4. Ach, wie unerträglich schwer Sind der Sünde Ketten! Wo fommt meine Hülfe her? Wer tann mich erretten? Hartes 5. Wehe dem, der Gott verschmäht! Wel' dir frechem 7. Welch eine Zukunft fürchte Kinde! Dein nur heuchlerisch ich! Wie ängstet meine Seele Gebet Hält der Herr für Sünde. sich Vor deines Fluches Dräuen! Dein Geplärr Haßt der Herr; Gott, deine Huld Woll' alle Ihm find deine Lieder Und Schuld Durch Christum mir verzeihen! dein Dienst zuwider. 6. Wenn ich bete, bet' ich nicht Aus des Geistes Triebe. Mattist Glaub' und Zuversicht, Laulich meine Liebe. Mir gefällt Noch die Welt, Und in ihren Neßen Dien' ich eiteln Gößen. 7. Bloße Weltgerechtigkeit Ift vor Gottes Augen So, wie ein beflecktes Kleid; Kann vor ihm Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 476.3itternd und mitAngst nichts taugen. Aeußrer Schein erfüllt, Fall' ich dir zu Fuße, Großer Gott, bei dem nichts gilt, Als recht schaffne Buße! Geh' doch nicht In's Gericht mit dem Missethäter, Bester aller Väter! Kann allein Uns vor Menschen zieren; Gott prüft Herz und Nieren. 8. Er hat Sünden, Zeit und Ort Auf sein Buch geschrieben. Ihm ist fein unnüßes Wort Unbekannt geblieben. Was 2. Ach, wo denk' und flieh' ich hin, Daß ich Hülfe finde? Uleber mein Geift Still beschleußt, all folgt, wo ich bin, Mir mein Was die List verstecket, Ist Feind, die Sünde. Sie, sie droht Mir den Tod. Gott muß mein Verbrechen Mit der Hölle rächen. vor ihm entdecket. 3. Meine ganze Seel' erschrickt Vor dem Fluch der Sünde, In der ich mich ganz bestrickt, Ganz mein Schrei'n Kräftig sein; 9. Der verdiente Sündenlohn Macht die Seele bange. Ach, wie lange seufz' ich schon! Ach, mein Gott, wie lange! Laß 8. Erzurnt dich sehen, welch ein Schmerz! Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Das dir nichts wieder raube! Durch dein Gericht Verwirf mich nicht, Weil ich an Christum glaube! I. A. Cramer. Von der Buße. 313 Laß mein gläubigs Flehen Dir| Verderben. Ach, nimmst du meizu Herzen gehen! Blut; gen! 10. Bater, sieh auf Christi Sieh' auf meinen BürMir, mir Sträflichen zu Gut' Ließ er sich erwürgen. Du gabst ihn Für mich hin; Durch sein Blutvergießen Heile mein Gewissen! 11. Leib und Seele will ich dir, Herr! zu eigen geben. Heiland, lebe du in mir; Gieb mir neues Leben! Ach, dein Geift, Welcher heißt Frommer Seelen Führer, Sei auch mein Regierer! E. Licbich. ner dich nicht an, So muß ich ewig sterben. Doch gern verschiebst du dein Gericht, Und willst den Tod des Sünders nicht; Auch meinen Tod nicht, Vater! 5. Der Reue Thränen rührten dich Stets, Vater! zum Vergeben. Auch ich, ich weine bitterlich ,. Und fleh' um Gnad' und Leben. Der größte Sünder fleht vor dir. Er fleht: Vergieb, o Vater, mir Um Jesu Christi willen! 3. Nein, Vater, nein; ich bin nicht werth, Dich Vater mehr zu nennen! Ach, deinen Ruf hab' ich gehört, und wollt ihn doch durch nicht kennen. Du lehrteſt, Herr! lebt ich in der Sünde fort, Als wenn kein Richter wäre. 4. Viel tiefer, als ich's sagen kann, Ist, Herr! Herr! mein 6. Vergeben kannst du; ach, vergieb! Ich falle dir zu Fuße. Vergeben willst du; ach, vergieb! Verwirf nicht meine Buße! Zwar Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes ic. 477. Ah nein, mein Auge groß ist meine Sündenſchuld; nicht noch viel O Vater Jesu Christi! dir, mein Gott! erheben. Vor deinem heilgen Angesicht Muß 7. Hier lieg' ich, tief zermalmt, ich, ich Sünder, beben. Ach, Va vor dir, Mit Sünd' und Fluch ter, was hab' ich gethan! Wer beladen; Ach, neige doch dein nimmt sich meines Jammers an? Ohr zu mir, Du Vater aller Wer will sich mein erbarmen? Gnaden! Vergieb mir, wie dein 2. Was soll ich thun? was Wort verheißt, Und schenk' mir fang ich an? Was soll ich zu dir deinen guten Geist zu einem sagen? Wie soll ich das, was ich bessern Leben! gethan, Beweinen und beklagen? Ach, wie wird mir mein Herz so schwer! Wo nehm' ich Wort und Seufzer her? Wo Thränen wahrer Buße? 8. Ach, ohne dich vermag ich nichts. Drum gieb mir Lust und Stärke! Von dir nur, Vater alles Lichts! Kommt Kraft zum guten Werke. Drum bitt' ich, bester Vater, dich: Begnadige durch Christum mich mit deines Geistes Fülle! J. K. Lavater. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß gar ic. 478. Mich drücket des Ges Fluch, Ich fühle mich beladen! Gott, zeichne du mich in dein Buch Der Seligkeit aus Gnaden! Vom Throne deiner Majestät Vernimm mein 314 Seufzen, mein Gebet, Richter und Erbarmer! Von der Buße. Mein 2. Geh', Richter, geh' nicht in's Gericht Mit mir gebeugtem Sünder! Denn ach, vor dir besteht auch nicht Das frömmste deiner Kinder. Das Herz ist bös von Jugend auf Und unser ganzer Lebenslauf Voll sündlicher Gebrechen. 7. Schaff' auch ein reines Herz in mir Und mach' es fest im Glauben! Nichts trenne mich je, Herr, von dir; Nichts müsse dich mir rauben! Nimm ja nicht deinen Geist von mir; Er tröste mich mit Trost von dir Im Leben und im Sterben! J. F. Löwen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Auch meiner Sünden, 479. Gott! dir gefällt fein welche dich Betrüben, verdammen, Sind viel; sie schla- Wer bös ist, bleibet nicht vor gen über mich Wie Fluthen dir. Drum laß von Sünden hoch zusammen. Wie fressend mich genesen, Und schaff' ein Feuer brennen sie, Und ach, reines Herz in mir, Ein Herz, in meiner Seel' ist nie, Nicht das sich vom Sinn der Welt Tag, nicht Nacht, ein Friede. Entfernt und unbefleckt erhält! 4. Entlehnte ich, am Troste leer, Vom Sturm auch sein Gefieder, Und flöh' an's grenzenlose Meer; Auch da fänd' ich dich wieder. Drum fürchte ich, daß ich vergeh', Und nie dein Vaterantlig sely', Und ewig, ewig sterbe. 5. Sohn Gottes! ach, er- 3. O, stärke mich in dem barme dich Der Angst in die Gedanken, Gieb meinem Vorsen Nöthen, Und höre mit dem sag Festigkeit, Und will mein Zöllner mich: Gott, sei mir schwaches Herz ja wanken, So gnädig! beten! Sprich doch steur' der Ünentschlossenheit! ein Trostwort, sprich vom Thron Wie viel vermag ich nicht mit Der Gnade: Sei getrost, mein dir! Nimm deinen Geist nur Sohn; Die Schuld ist dir nicht von mir! vergeben! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden Mit innigster Beschä mung sehn, Durch Christum vor dir Gnade finden, Und auf dem Weg der Wahrheit gehn! Ich will forthin das Unrecht scheu'n Und deinem Dienst mein Leben weihn. verleih', Daß ich 4. Gieb, daß er mir stets 6. Verlaß mich, o mein Hei- Hülfe leiste Und Muth und land, nicht In meinen Finster- Kräfte mir nissen! Verweigre deinen Trost mit findlich treuem Geiste Dir mir nicht, und heile mein Ge- bis zum Tod ergeben sei! So wissen! Ich suche dich; ach, sei mein Hirt! Bei dir, dem treuen Hirten, wird und fann fein Gutes fehlen. fleg' ich über Fleisch und Welt, Ulnd thue, was dir wohlge fällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwach Von der Buße. 315 heit fehle, Mein Vater, so ver-| finden. O Gott! durch Jesum wirf mich nicht! Verbirg nicht bin ich dein, Und will hinfort der betrübten Seele, Wenn sie dein Diener sein In redlichem dich sucht, dein Angesicht, Und Gehorsam. mache in Befümmerniß Mein 5. Durch ihn versöhnt und, Herz von deiner Huld gewiß! dir zum Ruhm, Erkauft mit 6. Erquicke mich mit deinen seinen Leiden, Will ich mich, Freuden, Schaff' ein getrostes Herr! dein Eigenthum, Von Herz in mir, Und stärke mich dir nie wieder scheiden. Fliehn in allen Leiden! So halt' ich will ich böse Lust der Welt mich, mein Gott! zu dir, Bis Und alles, was dir nicht genach vollbrachter Prüfungszeit fällt, Damit ich dir nur lebe. Mich ungestörte Ruh' erfreut. Dies wirfe deine Kraft 3. S. Diterich. 6. in mir! Selbst hab' ich kein Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Vermögen, Die Sünd', und 480. De ein bin ich, Herr! alles das, was dir Verhaßt dir will ich mich ist, abzulegen. Hier ist mein Zum Opfer ganz ergeben. Recht- Herz; ganz nimm mich hin, schaffen, fromm und rein will Und gieb mir einen neuen ich Vor deinen Augen leben. Sinn, Damit ich dir gefalle! Wie sollt ich eines andern 7. So werd' ich, der ich sein? Bin ich nicht durch die finster war, Ein Licht in dei Schöpfung dein? Nicht dein nem Lichte; Bestel einst mit durch die Erlösung? der frohen Schaar Der Frommen im Gerichte; Frohloce dann und lobe dich, Daß deine Gnad' und Treue mich Gerecht und selig machte. 2. Ich fiel, und wandte mich von dir, Zur Finsterniß vom Lichte; Doch wandtest du dich, Gott! zu mir mit deinem An gesichte. Erbarmend säumetest du nicht, Mich von der Finsterniß 3. A. Cramer. an's Licht zu dir zurückzurufen. die 3. Dein, dein zigkeit; Du suchst das Heil der Sünder. Seid, rufst du, meinem Dienst geweiht Und meiner Gnade Kinder! Ihr irrt und sündigt; faffet Muth! Dort flieBet der Versöhnung Blut Für euch, betrogne Sünder! 4. Dein Sohn erniedrigt sth und stirbt Zur Tilgung unsrer Sünden; Das große Heil, das er erwirbt, Läßt uns Vergebung Mel. Wend' ab dein'n Zorn ic. 481. Ich hab', o Gott! mir ernstlich vorgenom men, Nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, Vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben.. 2. Erforsche mich, sieh', ob ich's redlich meine! Gieb, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine; Mit allen Kräften strebe, deinen Willen Ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, lind meinen 316 Von der Buße. Gang, wenn mich kein Mensch sen liebe. Wer Gnade sucht, der fieht, leitet; Wie sicher werd' übe Dein heiliges Gebot! ich deine Wege wandeln, Wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, Verstopf' mein Ohr vor bösen Schmeicheleien! Stets werde mir das Gleißende der Laster Nur noch verhaßter! 3. Wer sich befehrt, soll leben; Denn du bist fromm und gut; Doch willst du nicht vergeben Dem, der nicht Buße thut. Dein Sohn verföhnte dich. Dies lehrt, wie sehr die Sünde Zum Zorne dich entzünde. Dies lehrt sein Leiden mich. 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten! So mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten. Gefall' ich dir, mein Gott! will ich mit Freuden Verachtung leiden. 4. Ich will dich, Gott! erheben, Daß du so heilig bist, Und, Sündern zu vergeben, Dein Herz so willig ist. Gerührt von deiner Huld, Rühm' ich 6. Du achtest nicht das in meinen Liedern Dies meis Ansehn der Personen, Willst nen blöden Brüdern: Gern alles billig richten und belohnen, Mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder; Mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode nur bewährt er funden; Wie schön verwandeln sich dann meine Leiden Und werden Freuden! J. A. Cramer. tilgt Gott unsre Schuld! 5. Verschonen fann der Rä her, Und will auch gern vers zeihn, nd reuige Verbrecher Mit seiner Huld erfreun. Herr, wunderbar und groß Im Strafen und Erbarmen! Du machest nun mich Armen Von meinen Sünden los. 6. Und einer solchen Liebe Gedächtniß treibe mich, Daß ich, was recht ist, übe, Voll Liebe gegen dich! Sie preiſe, wer es weiß, Wie Sünden laften drücken, Und opfre voll Entzücken Dir Liebe, Dank und Preis! 3. A. Cramer. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 482. He Worte, Nimm höre meine meine Bitte an! Du bist an je dem Orte Der Gott, der helfen fann. Mert auf mein Flehn zu dir Um Stärke, deinen Willen Mel. Bion flagt mit Angst und 1. Gehorsam zu erfüllen! Das, 483. He Güte, Die Hö öchster! denk id Vater, gieb du mir! an die 2. Gerührt von deiner Gnade, du mir bisher erzeigt,, so wird Haff' ich die Sünde nun, Flieh' mein ganz Gemüthe Tief zur ihre krummen Pfade, Was dir Wehmuth hingebeugt. Dich hab gefällt, zu thun; Denn du bist ich gering geschäßt, Dein Gebot nicht ein Gott, Der gottlos We- hintangefeßt; Dich, der du mich d Von der Buße. so geliebet, Dich so oft und Freude im Gewissen, sehr betrübet. 2. Alle meine Seelenfräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein; Doch hab' ich der Eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht; Ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen, Ueber mir, mein Bater! neu. Von wie manchen 317 Ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mir's an Kraft nie fehle, Folgsam deinem Wort zu sein! Steh' mir Schwahen mächtig bei, Und mach' mich auf immer treu! Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein herzliches Bestreben! F. Fabricius. Mel. An Wasserflüssen Babylon. schweren Sorgen Machtest du 484 Mein Heiland nimmt Herz an, nüßte, gabst du mir; Aber ach, Die bei der Last der Sünden wie dankt ich dir? Wie hab' Kein Mensch, fein Engel trös ich doch so vermessen Deines sten kann, Die nirgend Ruhe Wohlthuns Zweck vergessen! finden. Ja, denen, die mit Fluch und Tod Ihr schwer verschuldtes Herze droht, Die Gott stets fürchten müssen, Wird eine Freistatt aufgethan; Denn Jesus nimmt die Sünder an Und stillet ihr Gewissen. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden Soll ich ja die Sünde fliehn, Und von meiner Seele Schaden Frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße; aber ich Floh vor ihrem sanften Locken, Suchte selbst mich zu verstocken. 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue. Gieb, daß mein gebeugter Geift Deiner Vaterhuld sich frene, Die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für uns Sünder starb, Fried' und 2. Aus Liebe zu den Sündern fam Der Heilge auf die Erde. 5. Ich erkenne meine Sün- Er ward ein Mensch und überden; Beuge mich, mein Gott, nahm Für ste Last und Bevor dir, Laß mich bei dir Gnade schwerde. Er senkte sich in finden, Neige, Herr, dein Ohr ihre Noth, Ging für sie willig u mir! Ach vergieb, was ich in den Tod. Nun, da er sich gethan; Nimm mich aus Er- gegeben Für sie, und für sie barmen an! Führe mich vom g'nug gethan, So heißt's: Sündenpfade Auf den sel'gen Er nimmt die Sünder an; Weg der Gnade! Sie sollen durch ihn leben. 3. Wer hat je solch ein Herz gefehn, Das so nach Sündern sehnet, Sowohl, wenn sie noch irre gehn; Als wenn ihr Herz recht thränet? Wie huldreich ist sein Blick und Wort Den Zöllnern und den Sündern dort, Die 318 Von der Buße. sich nach Gnade sehnen! Nimmt höre du Und greif' im Glauben er doch alle willig an, Die sich bußfertig zu ihm nahn; Er liebt der Buße Thränen. eifrig zu! Gefährlich ist das Säumen. Der Himmel ist dir aufge than, Und Jesus beut dir Gnade an; Diewolltest du verträumen? 4. Wie huldreich sah er Betrum an, Der doch sehr tief gefallen! Noch thut er, was er dort gethan; Noch blickt er stets nach allen, Daß er fie rette und erfreu', Er bleibt stets gütevoll und treu; Noch auf dem Thron der Freuden Ist er den Sündern zugethan, Und nimmt sich ihrer herzlich an, Wie einst zur Zeit der Leiden. 5. So nahe denn, wer Sünder heißt, Wen seine Schuld be 8. Du, aller Sünder Heiland, rühr' In Gnaden unsre Herzen! Dein Geist erwecke uns, daß wir Nie unser Heil verscherzen! Er füllt die Sünde uns mit Schmerz; So heil und tröste unser Herz, Wie uns dein Wort läßt lesen, Bis daß ein jeder sagen kann: Heil mir! auch mich nahm Jesus an. Heil mir! ich bin genesen. L. F. F. Lehr. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. schweret, zu dem, der keinen 485. Endlich muß ich mich befehren, von weist, Trost von ihm begehret! Sollt' er vergeb lich nach dir sehn, Verlorner? wollt'st du ihn verschmähn, Den Retter, der erschienen? Nein, fliehe von der Sünden bahn Zu ihm! er nimmt sich deiner an. Entschließ' dich, ihm zu dienen! 6. Ist deine Sündenschuld sehr schwer, Bist du mit Zorn beladen; So schäme dich um desto mehr, Nur tröst' dich seiner Gnaden! Wenn du es jest recht ernstlich meinst, lnd redlich deine Schuld beweinst; So sollst du Gnade finden. Er, der für dich genug gethan, Nimmt auch die großen Sünder an, Tilgt alle deine Sünden. 7. Nur sage nicht: noch jett zur Zeit Will ich der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut' Die Gnadenthür verschließen! Nein, weil er ruft, so voll sagt es mir mein Herz. Länger will ich mich nicht nähren Mit der Sünde Lust und Scherz. Will ich noch das Ziel ereilen, Darf ich länger nicht verweilen. Ein verlorner Augenblick, Ach, wie weit segt der zurück! 2. Schändlich hab' ich mich betrogen, Da ich dachte: Schon genung, Daß der Herr und sei gewogen. Ist Glaub' ohne Besserung? Wußt' ich's nicht: Wiffen, Die deinen Willen aber nicht erfüllen, Die erfennt einst im Gericht Jesus für die Seinen nicht? 3. Daß der Heiligen Vertreter Ihnen sage: Weicht von hier! Kein verstockter Miffethäter Fine det Gnad' und Heil bei mir. Daß ihr Glaube ohne Früchte Sie nicht schüße im Gerichte, Hat er das nicht selbst gelehrt? Ach, wie oft hab' ich's gehört! Von der Buße. 319 4. Dennoch lag ich ohne| trat Durch Wort und That, Kummer In der tiefften Ei Ob mir dein Fluch gleich drohte, berheit, Und verträumete im Doch ungerührt 11nd leicht Schlummer Meine beste Le- verführt, Die heiligsten Gebote. benszeit. Wollte ja durch seine Schrecken Mein Gewissen mich erwecken; Sprach ich Sünder: Jesu Tod Hat mich ausgeföhnt mit Gott. 2. Die Schuld, der ich mich schuldig weiß, 3st leider nicht zu zählen. Was ist des Lafters Sold und Preis? Gedanken, die mich quälen! Ich fonnte dein, Und glücklich sein, Wenn ich dir folgen wollte. Das wußte ich, Daß ich durch dich Einst selig werden sollte. 3. Mein Undank gegen dich ist nicht Mit Worten auszusprechen. Und o, welch schreckliches Gericht Verdient schon dies Verbrechen! Du gingst mir nach, mein Gott! und ach, Ich hab' es nicht geachtet; Selbst die Geduld Der Vaterhuld Gemißbraucht und verachtet. 5. Jch Betrogner! Ach, vergebens Ging der beste Theil da hin Von der Summe meines Lebens, Und noch bin ich, der ich bin. Zügellos sind meine Triebe, Fühülos gegen Gottes Liebe; Immer kürzer wird die Zeit, Näher rückt die Ewig feit. 6. Eile, rette dich, o Seele, Flehe Gottan um Geduld! Prüfe dich doch, und verhehle Dir nicht länger deine Schuld! Wirf dich reuig vor ihm nieder, Sündige hinfort nicht wieder, Jage nach der Heiligung, Bringe Frucht der Besserung! 4. Und doch haft du so väterlich Dich meiner angenommen! Du riefst zu deinem Reiche mich, Zum Heile deiner Frommen. Du suchtest, Gott! Durch Freud' und Noth Zur Beßrung mich zu führen; Doch sucht' ich nicht Durch ihn Dein Angesicht, und ließ mein Herz nicht rühren. 7. Dann erst wirst du recht empfinden, Daß dein Mittler Jesus ist, Und daß du von deinen Sünden freigesprochen bist. Wirst du nun nicht wieder weichen; So 5. An mein Herz hast du wirst du das Ziel erreichen, viel und oft Durch dein Wort Und am Ende deiner Bahn angeschlagen, Auf meine BeſseDer Erlösten Kron' empfahn. rung gehofft, Dein Heil mir angetragen; Haft früh und spat Durch viel Wohlthat Zur Buße mich erwecket; Auch durch Trübfal, Angst, Noth undQual Mir deinen Zweck ent decket. B. Münter. Mel. Ich hab' in Gottes Herz 2c. 486.J charmer Mensch, ich fomm' zu dir Mit reuevollem Herzen; Beweise Gnade, Gott, an mir, Und sieh' auf meine Schmerzen! Ich über 6. Dennoch ich das nicht leuge nen fann, Wenn du gleich an 320 Von der Buße. geklopfet; Hab' ich mein Herz 11. Vergieb mir, öffne mir nicht aufgethan, Mein Ohr dein Herz, Vollende deine Liebe! hab' ich verstopfet, Durch Unbedacht Dein Werk verlacht, Den Rücken dir gewiesen. Doch trugst du mich Geduldiglich. Herr, sei dafür gepriesen! Hilf, daß, gewarnt durch meinen Schmerz, Ich mich im Guten übe! Dies laß mich thun, Und eifrig nun, Was dir verhaßt ist, meiden! Dann gieb- mir einst, Wenn du erscheinst, Der Aus erwählten Freuden! J. Heermann. 7. Du könnt'st ohn' Ungerechtigkeit Das Leben mir verfürzen, llnd mich nach meiner Sträflichkeit Hinab zur Hölle Mel. Wer nur den lieben Gott ut. daß zen, Da ohne Scheu' Und 487. Gott, hilf mir, baf Furcht und immerhin verweilte, Weil nicht der Tod, Von dir gedroht, Mich Thoren übereilte. thue, Weil noch mich deine Stimme lockt! Entreiß auch mich der falschen Ruhe, Die unser Herz jo leicht verstockt, Wenn du nicht das Gewissen rührst Und zum Gefühl der Sünden führst! 8. Wenn alles dies mein Herz bedenkt, Möcht' ich vor Scham vergehen. Ich wage nicht, weil mich's nun kränft, Zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, Ich wär' es werth, Daß du nicht länger schontest, Werth, daß du nun Nach meinem Thun Mir meinen Undant lohnteft. 2. Nach deiner mitleidsvollen Güte Willst du nicht eines Sün ders Tod; Damit er selbst sich davor hüte, Zeigst du ihm seiner Sünden Noth. Wohl dem, der deine Stimme hört, Und redlich sich zu dir bekehrt! 9. Ich bin nicht werth, daß man mich nennt Ein Werf, von dir erschaffen; Werth, daß mich jedes Element Zur Strafe mag hinraffen. So weit hat's bracht Der Sünde Macht. Ich muß es frei gestehen: Siehst du, Herr! an, Was ich gethan, Muß ich gewiß vergehen. 3. Du, du befreist ihn vom Verderben, Nimmst seine Buße gnädig an, Machst ihn zu dei nem Kind und Erben, Daß er sich deiner rühmen fann. Wie groß ist Gottes Vaterhuld! Er tilget meiner Sünden Schuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, Die mir noch Kraft Bom 10. Doch, Vater voll Barm- zur Beßrung reicht? herzigkeit! Ich falle dir zu Trofte leer muß der verschmach Fuße. Verlängre meine Gnaden- ten, Von welchem deine Gnade zeit Und führe mich zur Buße! weicht. Sie aber weicht von Verleih' aus Huld, Daß meine dem zulegt, Der frevelhaft Schuld Mich nicht zu Boden gering sie schätzt. drücke! Ich suche dich; Erquicke 5. Gieb denn, daß deiner Gna mich mit einem Gnadenblice! denlockung, D Gott, mein Herz Von der Buße. 321 stets offen sei! Bewahre stets mich frommes Kind, Nach seinem vor Verstockung, Vor Sicherheit und Heuchelei! Den Sünder trifft der Fluch, und ach! Dem Fluche folgt die Strafe nach. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben; Laß denn mich in der Gnadenzeit Nach meiner Beßrung ernstlich streben, Nachjagen der Gerechtigkeit! Woht mir, wenn endlich noch mein Geist Dem Sündendienste sich entreißt! 7. Verleihe mir dazu die Gnade, Die uns davon allein befreit, Und leite selbst mich auf dem Pfade Der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 6. Adolf. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 488. Mein Schöpfer, lehre mich wohl fassen, Was wahre, rechte Buße sei; Hilf mir, die Sünden ernstlich hassen, Und laß mich ohne Heuchelei Mein Leben bessern! dies allein Kann ein Beweis der Buße sein. Willen treu gesinnt! 4. Dein Frommsein sei kein Heuchelwesen, Dein Beten nicht Scheinheiligkeit! Laß aus den äußern Werken lesen, Daß du dein Herz dem Herrn geweiht! Vollbringe nun, was Gott gefällt, Und flieh' die Lüfte dieser Welt! 5. Gieb deinem Nächsten alles wieder, Was ihm Betrug und List entwandt! Ja, rein'ge die befleckten Glieder Von Sündenschuld mit milder Hand! Thu' jedem, auch dem Feinde, wohl; Sei stets von Lieb' und Sanft muth voll! 6. Vermeide Lästrung, Haß und Lügen; Begehr' nicht, was des Nächsten ist; Zeig' durch den Abscheu am Betrügen, Daß du ein Freund der Tugend biſt! Such' stets in Gottes Huld zu ruhn! Dies heißt bei Christo: Buße thun! 7. So ändre, Jesu, mein Gemüthe; So gieb mir einen neuen Sinn; So laß mich nun, o höchste Güte, Auch Buße thun, und nimm dahin, Was noch von Sünden an mir flebt Und deinem Willen wider2. Dein theurer Sohn befiehlt: Thu' Bufe! Verändre, besre deinen Sinn; Fall' Gott in Reu' und Leid zu Fuße, Und bleibe strebt! nicht mehr, als vorhin, ein verirrtes Sündenkind, UnWie 8. Laß mich's in meiner Seele fränken, Daß ich das Eitle so göttlich, boshaft, weltgesinnt! geliebt, Und dir mein Herz zur 3. Trag' nicht, wie sonst, an Wohnung schenken, Dir, der mir dem Belieben, Was fleischlich, so viel Gnade giebt, Auf daß irdisch, weltlich heißt; Nein, ich so durch Buß' und Reu Ein folge Gottes heilgen Trieben, neuer Mensch zeitlebens ſei! Daß sich dein Herz der Welt! entreißt! Sei nun, als Gottes P. Busch. 21 322 Von der Buße. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 6. Wie drängen nun die Sün 489.3 ch will von meiner den sich, O Gott, vor mir zu Missethat Mich, sammen! Wie drängen, wie Herr! zu dir befehren; Du erschrecken mich Nun deines wollest selbst durch deinen Rath Zornes Flammen! Mich flagt Mich wahre Buße lehren, Und selbst mein Gewissen an, Dem deines Geistes Hülf' und Kraft, ich nicht widersprechen kann; Der uns zu neuen Menschen Ich selbst muß mich verdammen. schafft, Aus Gnaden mir ge währen! 7. Ich sprach, weil mich so lange Zeit Nicht deine Schrecken trafen, Im Wahne meiner Si cherheit: Gott wird sobald nicht strafen. So übertrat ich immer mehr, Ob seine Pfeile um mich her Gleich viele Frevler trafen. 8. Ach, hätt' er feinen Vater sinn, Kein mütterlich Erbarmen, Wo flöh' in meiner Noth ich hin? Wer hülfe dann mir Ar 3. Gieb Selbsterkenntniß, zeige men? Ich wende, Gott! zu dir mir Die Blöße meiner Seele! mich hin; Denn du hast einen Gieb, daß ich feine Schuld vor Vatersinn, Ein mütterlich Er dir, Noch vor mir selbst ver- barmen. hehle! Laß jede mich mit Ernst bereun, Daß ich des Wunsches, fromm zu sein, Durch Heucheln nicht verfehle! 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht Sein Elend recht empfinden, Bleibt ohne dei nes Geistes Licht Blind, fühl los, todt in Sünden; Verfehrt ist Will, Entschluß und Thun. Dies Elend wünsch' ich, Vater! nun Durch dich zu überwinden. 4. O, wie viel Gutes hast du mir An Leib und Seel' erwies sen! Glück, Luft und Ruhm hab' ich von dir; Wie hab' ich dich gepriesen? Ich hab', ich ungehorsams Kind, Mich gegen dich nicht treu gesinnt, Nicht dankbar mich bewiesen. 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an, Und heile meine Wunden! Denn, was kein Sünder dul den kann, Haft du für mich empfunden. Wer seine Schuld mit Ernst bereut, Der findet Heil und Sicherheit Und Trost in deinen Wunden. 10. Nimm bhin mein Herz und mach' es rein Von allen seinen Sünden; Laß es, um dit getreu zu sein, Wie sehr du liebst, empfinden! Daß ich nut dir ergeben sei, So steur' der Sünde Tyrannei; Hilf mir sie überwinden! Louise Henr., Churf. v. Brandenb. Eigene Melodie. 5. Du hast mir's nicht an Unterricht Und Warnung mangeln lassen; Wie oft erwecktest du mich nicht, Des Lasters Weg zu hassen! Du führtest mich zur Tugend an; Doch schändlich hab' ich deine Bahn Und 490. Erbarm' dich Herr, mein Gott, Von der Buße. Nach deiner oration tinfoit! Don Vergieb d baoth, Dil Herzen reu dir allein, quält mich mich; Do stets Wah zeigst du a 2. In gezeugt; D geerbt. D nur geneig ich bin ver mit reinem ich rein un Wohl mir, fann, Uni söhnet seh'! 3. Blid Sünden nic Missethat! ein neues Li neu durch stoß' mich Thron, nimm nicht Heil sei m Dein guter zu dir! 4. Die G nen Weg meiner Bes sie vom bö dir durch 1871. Verden, Ostern Nack. Deinen Lehrer das. oru. vakninschten Maist fehr'n. Vo Rache schrei' Eigenthum! mir heilig Gerecht bist 5. Kein Schlachtthier, wär' Und Dant jei ihm, es noch so feist, Ist, was als auch bin! Opfer dir gefällt. Dafür nimm' Gottes. 323 Ser 11 - VERDEN. gewisse Zuversicht des, das .. Es ist aber der Glaube eine hoffet, und nicht zweifelt man an dem, 21* L ie daß ich's Sie harren ihres e 11 322 Von der Buße. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 6. Wie drängen nun die Sün48 Herr wolle Mich deine Der schaff währ 2. dich empfi nes los, fehrt Thun ich, zu ül 3.( mir Gieb, dir, hehle! bereu fromn nicht 4. mir sen!( ich ve geprie gehor dich 1 dankb 5. Unter geln du mi ЛЕКОСИ nir zu t, wie deines b flagt Dem fann; ammen. mich so chrecken ter Si Id nicht immer im mich trafen. Vaters armen, oth id nir Ar zu dir t einen ich Er o Jeju, unden! er dul r mich Schuld findet > Trost zu he zur Tagen eigene metvore. lich hab' ich deine Bahn Und 490. Grbarm' dich Hery allen tm dir ehr du đi nư tr' der nir fit ndenb. Von der Buße. 323 Der Nach deiner großen Gütigkeit! den zerknirschten Geist, Vergieb die Schuld, Gott Ze- sich an Jesu Wunden hält! baoth, Die Schuld, die mich von Herzen reut! Gesündigt hab' ich dir allein, Dies drückt, dies quält mich Sünder,( Sündrin,) mich; Doch muß dein Wort stets Wahrheit sein. Gerecht Verschmäh', o Gott, dies Opfer nicht! Mach' deiner Kirche Grenzen weit! So bringt sie dir nach ihrer Pflicht Das Opfer, das dein Herz erfreut! E. Hegenwalt. jeigst du auch strafend dich. Eigene Melodie. 2. In Sünden bin ich, Herr! gezeugt; Dies Böse ist mir angeerbt. Du biſt der Wahrheit 491. Aus tiefer Noth ſchrei nur geneigt, Und ich gesteh's, ich bin verderbt. Spreng' mich mit reinem Ysop an! So werd' ich rein und weiß wie Schnee. Wohl mir, wenn ich dies hoffen fann, Und dich mit mir versöhnet seh'! ich zu dir; Herr Gott, erhör' mein Flehen: Entzieh' nicht dein Erbarmen mir; Für Recht laß Gnad' ergehen! Denn sähest du die Sünden an, Die ich von Jugend auf gethan, So müßte ich verzagen. 2. Es pflegt ja sonst dein Werk zu sein, Die Sünden zu ver-. geben. Nie ist der Mensch von Sünden rein, Auch in dem besten. Leben. Wer ist's, der sich sonst helfen fann? Nur der trifft Seelenruhe an, Der deiner Gnade trauet. 3. Blick, Herr, auf meine Sünden nicht; Nein, tilge meine Missethat! Mein Herz erfüll' ein neues Licht; Schaff' es ganz nen durch deine Gnad'! Ver stoß mich nicht von deinem Thron, Und deinen Geist nimm nicht von mir! Heil sei meine Freudenkron'; Dein guter Geist zieh' mich Dein zu dir! 4. Die Sünder will ich dei nen Weg Durch's Beispiel meiner Beßrung lehr'n, Daß 3. Darum, Gott! will ich nur auf dich, Auf mein Verdienst nicht, bauen. Mein Herz foll, das gelobe ich, Bloß deiner Güte trauen, Die mir dein theures Wort verspricht. Dies täuschet, dies betrügt mich nicht; Dies te vom bösen Lastersteg zu Wort ist meine Freude. dir durch mich sich recht be4. Verzeucht dein Trost auch fehr'n. Von Sünden, die um bis zur Nacht Und wieder bis Rache schrei'n, Befreie mich, dein Eigenthum! So soll dein Lob mir heilig sein, Und dies: zum Morgen, Vertrau' ich gleichwohl deiner Macht Ohn' Ungeduld und Sorgen. Dies Gerecht bist du dein Ruhm. ist der Kinder Gottes Sinn; 5. Kein Schlachtthier, wär es noch so feist, Ist, was als Opfer dir gefällt. Dafür nimm Gottes. Und Dank sei ihm, daß ich's auch bin! Sie harren ihres 21* Von der Buße. 324 5. Sind bei uns gleich der Sünden viel; Bei Gott ist viel mehr Gnade. Nichts setet seiner Macht ein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Gott ist allein der treue Hirt, Sucht den, der sich von ihm verirrt, Und heilet sein Gebrechen. dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Mü den Gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! Viel größer ist sie, als dein Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bösen Herrlich erlösen. F. K. von Moser. 6. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn. Und auch dem heilMel. Christus, der uns selig macht. gen Geiste; Dem Gott, den bei 493. Liebſter Bater! ide Heer dein Falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, Und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, Die mich innigst reuet; Größer deine Vaterhuld, Die mich noch erfreuet. der Engel preiste! Gott sei bei uns mit seiner Gnad', Und leit' uns auf der Wahrheit Pfad, Daß wir uns nie verirren! M. Luther. Mel. Wend' ab dein'n 30rn 2c. 492. Aus einem tief vor dir gebeugten Her 2. Zwar ich bin's nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; zen Ruf ich zu dir in meinen Doch du bleibst ein Vater mir, Sündenschmerzen. O, mache mich, Gott, meines Kummers ledig, Und sei mir gnädig! Du vernimmst mein Flehen. Kennst mein Herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen, Und erhörst mich väterlich Noch um Christi willen. 2. Beschämt erkenn' und fühl ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir 3. Du bist meine Zuversicht; finden! Willst du auf Schuld Außer dir ist feiner. Dein und Ulebertretung sehen; Wer Geschöpf verwirfst du nicht; wird bestehen? Gott, dich jammert seiner. Du 3. Bei dir allein, Herr! haft deinen Sohn für mich stehet das Vergeben. Du willst In den Tod gegeben. nicht, daß wir sterben, sondern leben. Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, Dich treu zu ehren. Sein Erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum Leben. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle! Dein harret, Bater! meine müde Seele. Laß Trost und Ruh' um des Versöhners willen Mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen Hoff' ich auf 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz Mein Vertraun ers wecken. Vor der Sünde soll mein Herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, Vater! dir, Stets die Sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel Schuld erlassen. 5. Preis sei dem Allgütigen, Von der Buße. 325 Der mein Seufzen kennet, Der 5. Mich für straflos zu erdem Gnadesuchenden Freien Zutritt gönnet! Sing' es, Seele, vor dem Herrn! Fleuß von Freude über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, Noch aus Schwachheit fehle; So gedenkst du, der du weißt, Daß mein Herz dich ehret, Meiner Schwachheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret. H. Müller. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 494. Herr! an dir hab' ich Sünden, Schaff" ein reines Herz gesündigt; Dein bei dir mich gerechter Urtheilsspruch, Aller finden, Zieh' mich immer mehr heiligster! verkündigt Jedem zu dir! Dankbar will ich mich llebelthäter Fluch; Und was kann bestreben, Mein Erlöser! dir vor deinen Schrecken, Richter zu leben. aller Welt! mich decken? J. Franck. 2. Könnt' ich deinem Arm Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. klären, Reicht nicht bloße Reue zu, Und zerflöß mein Herz in Zähren, Fänd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen Dich, o Heiligster! versöhnen? 6. Herr, mein Heiland! dein Erbarmen, Dein für mich vergoßnes Blut Und dein Tod erlöst mich Armen, Heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen entfliehen? Du biſt allenthalben 495.9 Bater der Barmich, dir zu ziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe nieder, Auch daselbst fänd' ich dich wieder. 3. Herr! ich flieh' in deine Hände; Außer dir ist keine Ruh'; Dein Erbarmen hat kein Ende; Wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben. Ach, vergieb, und laß mich leben! falle dir zu Fuße, Und thu' noch in der Gnadenzeit Von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir Nach deiner großen Güte! 2. Du Geber wahrer See lenruh', Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet! Gieb mir den Geist der Heiligung, Daß ich in meiner Besserung Mit jedem Tage wachse! 4. Groß sind meine Sünden schulden; Ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine Langmuth 3. Und du, o Jesu, der du dich müde wär'; Müst' ich, würdest Für uns dahin gegeben, Der du du nur winken, In des To- aus freier Huld auch mich Erdes Nacht versinfen. löst zum ewgen Leben, Mein Von der Buße. Seligmacher und mein Gott, Er- 3. Sollt' ich an deiner Huld barm' dich meiner Seelennoth, verzagen? Ich, dein Geschöpf? Und gieb mir deinen Frieden! das willst du nicht! Du, der 4. Für Sünder floß dein du mich bis jeßt getragen, theures Blut Zur Rettung Bleibst ewig meine Zuversicht. vom Verderben. So fomm' es Du, Gott! durch den ich leb denn auch mir zu Gut' Im und bin, Giebst mich nicht Leben und im Sterben! Es in's Verderben hin. schrecke von des Lasters Pfad, Von jeder unerlaubten That Mich immerdar zurücke! 326 5. Geist Gottes, meiner Seele Licht, Regierer der Gedanken, Erinnre mich an's Weltgericht, Wenn mein Herz wollte wanken, Damit ich jede Sünde flieh', Und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie Mein Herz beflecken möge! 4. Du siehst die Folgen mei ner Sünden; Und denk' ich: Wer vertilget die? So lässest du mich Ruhe finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenfest mir an Jesu Heil, Zur Stillung meiner Unruh', Theil. 5. Auch mir hat er das Glüc erworben, Getrost zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn Begnadigung erflehn Bei dir, dem Gott, der gern vergiebt, Und lieber segnet, als betrübt. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, So hilf mir überwinden; Laß meine Seele Trost bei dir, Du Gott des Friedens, finden! Belehre mich, daß Schmerz und 6. Sprich denn zu mir: Dir Noth Und selbst der letzte Feind, ist vergeben! Und stille des Geder Tod, Mich doch zum Leben wissens Schmerz! Und will mein führe! D. Denicke. zaghaft Herz noch beben; So Mel. Wer nur den lieben Gott zc. sprich du stärker, als mein Herz! 496.J% ch armer Mensch, Dein Gnadenwort mach' alles o Herr! ich Süngut Und schenke selbst zur Bes der, Steh' hier vor deinem rung Muth! Angesicht. Erbarmer aller Menschenkinder, Gott, geh' mit mir nicht in's Gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch Gnade widerfährt. 7. Ich weifle nicht, ich bin erhöret; Mein Glaube fagt mir's, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, Der neue dir geweihte Sinn, Mein findliches Vertraun auf dich, Bezeugen's: du begnadigst mich! C. Titius. 2. Um Trost ist meiner Seele bange; Die Last gehäuster Misse that Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein Eigene Melodie. Gott! entfernet hat. Weß tröt 497. Ach Gott und Hert Als ich mich, ich deiner nur, Barmherziger? viel, wie schwer Sind alle meine Sünden! Von der Buße. 327 Mich drückt dein Zorn, Ich| 10. Preis, Ruhm und Ehr', bin verlor'n. Hülfe finden? Wo kann ich Mein Gott und Herr, Sei deinem großen Namen! Ich zweifle 2. Lief ich vor Leid Und nicht; Denn Christus spricht: Angst gleich weit Bis zu den Wer glaubt, wird selig. Amen! fernsten Meeren, Von dieser M. Rutilius und 3. Groß. Bein Befreit zu sein; Würd' Mel. Wer nur den lieben Gott ic. ich mich nur bethören! 3. Zu dir fleh' ich: Erbarme 498. Wie oft hab' ich den dich, Hab' ich's gleich nicht verdienet! Ach, zürne nicht! Schon' im Gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet. Bund gebrochen, Den Gott, mein Gott, mit mir gemacht! Wie oft, getreu zu sein, versprochen, Und des Versprechens schlecht gedacht! Mit Reue fall' ich vor ihm hin, Ich, der ich gar zu strafbar bin. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Bein Auf Sünde sol gen müssen; So schon' nur dort! Fährst du hier fort, Will ich die Ruthe küssen. 2. Schau', Gott, wie ich mich vor dir winde! Wie ist dein Zorn so fürchterlich! Wie ein 5. Vergiß der Schuld; Mir Gebirge liegt die Sünde Auf gieb Geduld Und ein gehor- mir, und drückt und ängstet sam Herze, Daß deine Huld mich. Jegt zeigt der Sünde Durch Ungeduld Ich ewig Fluch sich mir. O Gott! wo flieh' ich hin vor dir? nicht verscherze! 6. Mach's, wie es dir Gefällt, mit mir! Geduldig will ich's leiden. G'nug, wenn du mich Dort ewiglich Von dir nur nicht wirst scheiden. 7. Das thust du nicht! Mit Zuversicht Kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod Steht mir, mein Gott! Ja auch der Himmel offen. 8. Herr Jesu! du Schaffst Rath und Ruh, Der du für mich auch starbest, Auch mir zu Gut' Mit deinem Blut Der Gnade Trost erwarbest. 9. Dies stärket mich Auch dann, wenn sich Mein Leib und Geist einst scheiden. Dann komm' ich dort Bei dir, mein Hort! Zu ewig süßen Freuden. 3. Groß ist die Schuld; doch dein Verschonen Ist größer noch, als meine Schuld. Nicht nach Verdienst; nach Gnade lohnen Willst du dem Sünder, Gott der Huld! Was.bin, was hab' ich? Jesu Blut Macht einzig meine Schulden gut. 4. Heil mir! durch den wird mir vergeben! Sein Tod stillt allen meinen Schmerz. Ja, Wonne Gottes, neues Leben Durchströmt nun mein beklemmtes Herz. Gelobt sei Gott! ich bin erhört; Vergebung hat er mir gewährt. 5. Du, dessen gnadenvolle Stärke In Sündern neue Herzen schafft, Und sie zu jedem guten Werke Vermögend macht, Von der Buße. 328 o Geist der Kraft, Stärk' mich, daß diese Gnade nicht Mir einst erschwere mein Gericht! 6. Laß mich, hab' ich auf Erden Freude, Erwägen, daß sie flüchtig ist; Und wenn ich etwa Trübsal leide, Sei dies mein Troft: Ich bin ein Chrift, Ich bin dein Kind, dein Eigenthum! Dies, Gott! jei hier und dort mein Ruhm. 5. Nun bin ich nah am Untergange, Den dein gerechter Zorn mir droht. Um Trost wird mei ner Seele bange. Wo ist ein Retter aus der Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, Und alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater! foll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann fie Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. D. Schiebeler. aus dem Abgrund ziehen, In dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seg' ich auf dich. Du Freund des LeErbarme dich! erbarme dich! bens, rette mich! 499. Mei ein Gott, zu dem ich weinend flehe, Noch einmal steh' von deiner 7. Für meine wiederholten Höhe Mit gnadenvollem Blick Sünden Floß auch des Welt auf mich! Erbarme dich, und geh' noch nicht Mit mir, du Richter, in's Gericht! versöhners Blut. Noch einmal laß mich Gnade finden Durch meinen Glauben an sein Blut! Noch einmal, Richter, sage mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, Wenn ich zu dir um Gnade bat! Wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat! Wie feierlich gelobt ich dir: Mein Gott, dir dien' ich für und für! 8. Herr, höre doch, was ich betheure: Mein Herz soll dir ge horsam sein! Hör', wie ich mein Gelübd' erneure: Mein Leben will ich ganz dir weihn; Der Sünde will ich widerstehn, Und deine Wege standhaft gehn! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder Die Sünd', und meine Lust an ihr Riß mei nen ganzen Vorsaß nieder, Und herrschte, wie vorhin, in mir. Zum Widerstande viel zu schwach, Entfloh ich nicht; nein, gab ihr nach. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, Wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, Nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im 4. Wie viele sündenvolle Tage Glauben täglich an: Erhalt Durchlebt' ich, Vater, wie im mich, Herr, auf ebner Bahn! Traum! Ich häufte selbst mir 10. Doch ich bin schwach; Wer Plag' auf Plage, Und fühlte fann mich stärken? Wer in Ver doch dies Elend kaum. wundet blutete mein Betäubt empfand ich Schmerz. Versuchung Helfer sein? Zum Glau Herz; ben und zu guten Werken Mir keinen Kraft und Freudigkeit verleihn? Du kannst es, meine Zuversicht! Von der Buße. 329 Wenn du mich stärkst, so wank'| wunden; Ach, niemals fiel ich ich nicht. B. Münter. sonst so tief. Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden; Mein Herz schlug, mein Gewissen rief. Gott! Richter! ich gedacht' an dich, Und dennoch, dennoch sündigt' ich! 7. Ich sagte mir: Gott muß es rächen, Und dennoch, dennoch fündigt' ich! Ist ein Vergehn wie mein Verbrechen? O, wie erschreck' ich über mich! Vom Drohen deines Weltgerichts Erbebt ich zwar, doch wirkt es nichts. 2. O, die verhaßte Lieblingssünde, O, die Gewohnheit ihrer Lust, Der Hang, den ich zu ihr empfinde, Wie wüthen die in 8. O, unbegrenzte Sündenmeiner Brust! Wie unumschränkt, wie fürchterlich Ist ihre Herrschaft über mich! liebe! Wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, Und dämpfe dich und 3. Längst warnte schon mich sie in mir? Gott, mein Erbarmein Gewissen: Mensch! du emmer, hör' mein Flehn, Und lehre pörst dich wider Gott; Von böser mich, ihr widerstehn! Lust dahin gerissen, Betrogner! eilst du hin zum Tod; Dir raubt die Sünd' in furzer Zeit Das Glück der Erd' und Ewigkeit. 9. Liebt' ich dich so nur, wie ich sollte; So flöh' die Lust zur Sünde mich. Wenn sie mich auch versuchen wollte; Geläng' es ihr nicht wider dich, und deiner wahren Liebe Glanz Betäubt' und tödtete sie ganz. 4. Wie oft hab' ich mir vor genommen: Forthin will ich die Sünde fliehn; Rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Seele Wie oft, o Gott, hat mein Lust zu dir! Gott, was ich Gebet Um Kraft dazu dich denke, was ich wähle, Das angefleht! 10. D, pflanze du in meine Rechtschaffne Lieb' und zeuge durch die That von ihr! Dich lieben, als dein Eigenthum, Das sei mein Werk, mein Heil, mein Ruhm! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 500. Ach, ch, abermal bin ich gefallen Mit Ueberlegung und mit Wahl; Tief, o wie tief bin ich gefallen! Vielleicht noch nicht zum letten Mal! Elender Sünder, der ich bin, In welchen Abgrund eil' ich hin! 5. Doch reizt' auf's neue mich die Sünde, Und schwach, schwach war mein Widerstand. Ach, sie gefiel mir, und geschwinde Ergriff fie mich, und überwand. Die Lust verschwand mir beim Genuß; Nun folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich über 11. Dann werd' ich endlich überwinden, Und Herrscher meiner Lüste sein; Dann wirst du alle meine Sünden, Wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Mein Leben hier, mein Lobgesang 330 Von der Buße. Im Himmel sei dein Ruhm, Opfer dir geweiht. Dies theure dein Dank! Blut, für uns vergoffen, Dies ru fet um Barmherzigkeit. Erhör' es, denn du hast ja doch So oft verschont; schon' jetzt auch noch! 7. Verschon' uns doch mit deiner Strafe! Wir haben uns von dir verirrt. Drum such' uns, wie verlorne Schafe, Als ein erbarmungsvoller Hirt! Er greif' uns; deine Macht ist groß, Und sammle uns in deinen Schooß! 8. Wir flehn, wir flehn: Laß uns nicht sterben! Nicht Hunger oder Schwert und Pest Dein reuevolles Volk verderben, Das sich auf deine Huld verläßt! Entzeuch auch deines Wortes Licht Und seinen Trost der Kirche nicht! B. Münter. Mel. Wer nur den lieben Gott. 501. Hier ier liegt dein Volf zu deinen Füßen, Gott von großer Güt' und Treu'! Ein jeder fühlet im Gewissen, Wie reif er wohl zur Etrafe sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach, weh' uns, wenn du strafen willt! 1 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder; Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir bösen abgefallnen Kinder, Die wir nicht deine Wege gehn? Wir, mit der Sünde noch beschwert, Sind aller deiner Strafen werth. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen! Denk', Herr, an deines Sohnes Tod! Du hast, wenn Sünder wiederkamen, Dich ihrer stets er barmt, o Gott! Gel' auch mit uns nicht in's Gericht; Du willst der Sünder Tod ja nicht. 9. Gieb Friede, Gott, in deis nem Lande, Gieb reine Luft und gute Zeit, Gieb Heil in einem jeden Stande Und fördre die Ge rechtigkeit! Krön' unsre Felder 4. Hier, Gott! bekennen wir durch dein Gut; Nimm jedes im Staube Dir unsrer Ueber- Haus in deine Hut! tretung Schuld. Du bist ge= 10. Nimm an die Opfer, die recht, und unser Glaube Ver- wir bringen; Nimm unsre See trauet nur auf deine Huld. len gnädig an! Laß sie, was du Wir, tief gebeugt durch Furcht und Schmerz, Wir hoffen auf dein Vaterherz. befiehlst, vollbringen! Dann dan ken wir, wir jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt! Der 5. Wir fliehen hin zu deinem Vater hat sein Volk erhört! Eohne, Der unsrer Sünden B. Schmolck. Etrafe litt. Um deines Sohnes| Mel. Wachet auf! ruft uns die u willen ſchone, Der uns durch ſein 502. Betet an vor all Gebet vertritt! er unsre Pein; Er ist dein Sohn, und wir sind dein. in den Staub hin, Menschenkin der! Kommt alle, fniet und bes 6. Sein Blut ist, Herr! für tet an! Er, der Herr hat euch ers uns geflossen; Er hat's zum schaffen; Zum Himmel, Sünder! Von der Buße. 331 euch erschaffen, Der retten und Sünder! Erwacht! denn euch, verderben kann. Der Herr ist ihr Menschenfinder! Erwartet euer Gott, Jehova Zebaoth, Tod und Ewigkeit. Lohn und Der Erbarmer, Gott, groß von Strafe, Tod und Leben Hat Rath, Gott, groß von That, Ein Gott in eure Hand gegeben. Racher eurer Misfethat! Erwacht! noch ist zur Buße Zeit. Allmächtig ist der Herr. Gerecht, gerecht ist er. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht. Er kommt, er fommt, und hält Gericht. 2. Betet an vor Gott! es komme Gebeugt der Sünder und der Fromme Vor des Almächtgen Angesicht. Ach, von hundert tausend Seelen, Die alle straucheln, alle fehlen, Ruf' jede: Herr, vertilg' uns nicht! C. C. Sturm. Eigene Melodie. Wär' er nicht unser Gott, Nicht 503. großer Gott vont durch Macht, Vater; Längst träf' uns schon und Gnade reich! Ach, Sünder Von seinem Thron Der Sünden qualenvoller Lohn. strafft du, Herr! Und Heilige zugleich? Es möchten ihrer funfzig rein, Gerecht vor dir durch Christum sein. Drum wolleft du uns schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! 2. D, der du uns erschufft! Wir fürchten dein Gericht. Ach, zürne nicht, Herr, Herr! Duld' uns noch; richte nicht! möchten fünf und vierzig rein, Gerecht vor dir durch Christum sein. Drum wollest du uns schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! 3. Betet an: Gott ist die Liebe. Rühmt's, Sünder, laut: Gott ist die Liebe! Durch Jesum ist er unser Gott! Noch trägt er die Ulebertreter; Vertilgt noch nicht die Missethäter; Erduldet noch der Frevler Spott. Hört! der Allmächt'ge spricht: Verstockt die Herzen nicht Seiner Etimme! Gerecht ist Gott; Ge recht der Tod, Den er ver stockten Sündern droht. 4. Betet, betet! nicht im Grimme Ruft Gott; er ruft 3. O du Allmächtiger! Schau' mit Vaterstimme Den Bösen an das arme Land, Und wende, auf dem Irrweg zu: Kehret wende, Gott, Die ausgestreckte wieder von dem Pfade Des Hand! Es möchten ihrer vierUnglücks; wählt den Weg der zig rein, Gerecht vor dir durch Gnade, Und sucht für eure Christum sein. Drum wolleft Seele Ruh'! Klein ist der Tage du uns schonen, Nach unserm Zahl; Vielleicht zum letzten Mal Thun nicht lohnen! Tont die Stimme: Barmherzig 4. Ach, unser Vater, Gott! keit! Gehorcht noch heut'! Nah' Erbarm', erbarme dich! Dein ist euch Tod und Ewigkeit. schnell erwachter Zorn Ist uns 5. Betet an! erwacht, ihr zu fürchterlich. Es möchten den 332 Von der Buße. noch dreißig rein, Gerecht vor dir| mich mit Geduld So lange Zeit durch Christum sein. Drum getragen, Da ich in mancher wollest du uns schonen, Nach Sünd' Und Ulebertretung lag, unserm Thun nicht lohnen! Und dich, du frommer Gott, Erzürnte manchen Tag? 5. Weltrichter! Schrecklicher! Hör unser jammernd Flehn! 2. Sehr große Lieb' und Huld Ach, laß uns nicht vor dir, Du Erwiesest du mir Armen. Ich Heiliger, vergehn! Es möchten fuhr in Bosheit fort; Du aber etwa zwanzig rein, Gerecht vor im Erbarmen. Ich widerstrebte dir durch Christum sein. Drum dir, Und schob die Buße auf; wollest du uns schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! Du trugst mit mir Geduld In meinem Sündenlauf. 6. Der uns sonst gnädig war! 3. Daß ich nun bin bekehrt, Noch immer liegen wir Gebückt Hast du allein verrichtet! Du im Staube, flehn Und weinen, haft des Satans Reich Und Gott! vor dir. Es möchten, ach! Werk in mir vernichtet. Herr! doch zehn noch rein, Gerecht vor dir durch Christum sein. Drum wollest du uns schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! und erweicht. deine Güt' und Treu', Die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz Gebrochen 7. O du 11nendlicher! Halt' 4. hier noch nicht Gericht! Verviel wirf uns doch nicht ganz den; nicht ganz den; Von deinem Angesicht! Es nicht Selbst fonnt' ich allzu Erzürnen dich mit Sün Selbst aber konnt' ich Den Weg zur Gnade möchten noch die Kinder rein, finden. Selbst fallen konnte ich Noch rein durch Jesum Chri- Und in's Verderben gehn; Nur stum sein. Drum wollest du selber konnt' ich nicht von uns schonen, Nach unserm Thun meinem Fall aufstehn. nicht lohnen! 8. Herr! Herr! Gerechtester! Weil vor die feiner ist, Der dich versöhnen kann, Als dein Sohn Jesus Christ; So sieh' nun auf sein Blut herab, Auf feinen Tod und auf sein Grab! Er starb; drum wollst du schonen, Nach unserm Thun nicht lohnen! 5. Du hast dich mein erbarmt Und mir den Weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sei, Herr, gepriesen! Gott, fei gelob daß ich Die alten Sünden haff, Aus Lieb' und Furcht vor dir Die todten Werke lass! 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gieb mir deinen Geist, So lang' ich hier noch walle, Der meine Schwach Heit stärk, Und darin mächtig sei, Vers 1-7 B. Schnurr, Vers 8 3. Weber. Mel. O Gott, du frommer Gott. 504. Was kann ich doch Und meine Seele ſtets Zu deierneu'! für Dank, Onem Dienst Herr! dir dafür sagen, Daß du 7. Ach, leit' und führe mich, Von der Buße. 333 So lang' ich leb' auf Erden! Laß 3. Ich trat nun weiter in die mich nicht ohne dich Durch mich Welt, Fand manch' Versuchungsgeführet werden! Führ' ich mich nez gestellt Von außen und von ohne dich, So werd' ich bald ver- innen. Von innen lockte Fleisch führt; Wenn du michführest selbst, und Blut; Von außen reizte Thu' ich, was mir gebührt. 8. Gott, du großer Gott, O Vater, hör' mein Flehen! D Jesu, Gottes Sohn, Laß deine Kraft mich sehen! O werther heilger Geist, Regier' mich alle Zeit, Daß ich dir diene hier Und dort in Ewigkeit! D. Denicke. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. 505. Dit ir will ich herzlich dankbar sein Und deiner großen Huld mich freun, Gott, meines Lebens Leben! Daß du von früer Jugend an Zur Leitung auf der rechten Bahn Mir deinen Geist gegeben. Er führte mich in dei nem Licht Zum Wandel in der Bundespflicht. Du nahmst zum Rinde in der Tauf Mich, dir zu dienen, gnädig auf. Herr, mein Gott! Du liebtest mich, Du liebtest mich; Ich fürchtete und liebte dich. scheinbarGut UndWeltlust meine Sinnen. Oft, oft betrog mich falscher Schein, Mich deß, was dir mißfällt, zu freun. Mir setzte Macht der Sünde zu Und raubte mir die innre Ruh', O Herr, mein Gott! Die fromme Lust, Die fromme Lust Entflohe bald aus meiner Brust. 4. D. bätteft du durch deine Zucht Nicht meine Besserung gesucht, Mein Herz nicht neu bereitet, Mich nicht durch dei nes Geistes Licht Zu meiner dir gelobten Pflicht Voll Huld zurückgeleitet; So ging ich in verkehrtem Sinn Annoch auf bösen Wegen hin. Doch nun hab' ich an deinem Heil, An aller deiner Gnade Theil. O Herr, mein Gott! Mit lautem Dank Preist dich mein froher Lobgesang. 2. Mein junges Herz erkannte schon Den Werth der Tugend, ihren Lohn Durch Freuden im Gewissen. Du ließest mich durch Frömmigkeit Das größte Glück, was hier erfreut, In deiner Huld genießen. Wie ward ich doch so herzlich froh, Wenn betend ich oft zu dir floh, Ulm deinen guten Geift dich bat, Auch gerne deinen Willen that! 5. Mit allen denen preis ich dich, Die du, wie mich, so väterlich Zu Gnaden angenommen, Mit allen, die dein Ruf gewann, Daß sie zum Glück der Tugendbahn Und deiner Huld gekommen. Nie wende sich von dir mein Herz, In Freude nicht, auch nicht im Schmerz! Laß es dir treu ergeben sein, Und deiner sich in Jefu freun! O Herr, mein Gott! Welch großes Heil, Herr, mein Gott! Das war Welch großes Heil Ist dann mir Lust, Das war mir Lust in Ewigkeit mein Theil! In meiner jugendlichen Brust. H. E. Heeren... 334 Vom Glauben. Mel. O Gott, du höchster Geist. 506. Her err! ohne Glauben Drum wend' Glauben schon auf Erden! Wie herrlich wird mein Theil Dereinst fann Kein Mensch im Himmel werden! Da werd' vor dir bestehen. ich, was ich hier Geglaubt, im ich mich zu dir Mit demuths Lichte schau'n, Und du erfülleft vollem Flehen: O zünde selbst ganz Mein kindliches Vertraun! in mir Den wahren Glauben P. Busch. an, Mit welchem ich allein Mel. Herzlich lieb hab' ich dich u. Vor dir bestehen kann! 507.h fomme, FriedeEr 2. Dein Dasein laß mich, zu dir. Gott, Mit Ueberzeugung glau- barmend rufst du ja auch mir, ben! Nichts müsse mir das Den Frieden zu empfangen. Der Wort Aus meinem Herzen rau- Sünden Last ist mir zu schwer. ben, Daß du dem, der dich O, laß mein Herz von Trost nicht sucht, Stets ein Vergelter seist, leer; Laß es die Ruh' erlangen, Und hier und ewig ihn Mit Die du dem tiefgebeugten Geist, deinem Heil erfreust! Der zu dir fliehet, selbst vers heißt! Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht! Mein Trost und Licht! Vers wirf, verwirf mich Sünder 3. Wahrhaftig ist dein Wort; Gieb, daß ich darauf traue, llnd meine Hoffnung fest Auf deine Treue baue! Gieb, daß ich dir im Glück Und Unglück stets getreu, Und dem, was du gebeutst, Von Herzen folgfam sei! nicht! 4. Auch hilf mir, daß ich 2. Anbetend steh' ich, Herr! den, Den du gesandt, erkenne; vor dir. Dein Antlig neige du Ihn meinen Herrn und Gott zu mir, Und sei mir Sünder In Geist und Wahrheit nenne! gnädig! Wenn mein Vergehn Laß mich im Glauben thun Das, was sein Wort mich lehrt! Wie selig bin ich dann, Wenn Herz und That ihn ehrt! 5. Sein göttliches Verdienst Sei stets, o Herr, mir theuer! Es segne mich mit Trost Und mache stets mich freier Vom schnöden Lasterdienst! Es stärke um Rache schreit, So mache aus Barmherzigkeit Mich aller Strafe ledig! Der du am Kreuz gelitten hast! Du trugst auch meine Sündenlast, Als du zum Heil der Sünder starbst Und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein Hert und Gott! Mein Herr und mich mit Kraft Zu deines Gott! Erlöse mich durch deis Namens Ruhm In meiner nen Tod! Pilgrimschaft! 3. Du, du bist meine Zuver 6. Wie selig leb' ich dann Im sicht; Durch dich entflieh' ich dem Vom Glauben. 335 Gericht Und schwerem Lohn der O Tilger meiner Sünden, Laß Sünden. Durch dich fann ich mich den Frieden finden, Den dem Fluch entgehn Und mich der hat, der dich liebet, Und mit Gott vereinigt sehn, Durch den die Welt nicht giebet! dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; Gieb mir an seinem Segen Theil! Er sei auch mir Beruhigung Und meines Lebens Heiligung! Herr Jesu Chrift! Ich hoff' auf dich, Ich hoff auf dich; In dieser Hoffnung stärke mich! 4. Wie groß die Sünde sei; Machst du von ihr mich frei, Wenn ich dein Wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Sprichst du: Dir ist vergeben! So fühl' ich neues Leben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, Gütigster! von dir Kommt jede gute Gabe, Die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstüßen, Und in Versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen: Nichts soll mich dir entreißen, Dir, dem ich angehöre; Folg' ich nur deiner Lehre. 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöset, Mittler! hast du mich, Dein Eigenthum zu werden. Herr! bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzeuch mir niemals deine Hand! Zu deinem Dienste stärke mich! So siege ich der- 7. Der du mein Herz gewannst, einst durch dich. Herr Jesu Gedanken lesen kannst, Vor dem Christ! Erhöre mich! So preis ich dankbar weine! Du siehst, ich dich Für deine Gnadeewiglich. wie ich es meine; Du stehest J. A. Freylinghausen. Mel. Wo soll ich fliehen hin. mein Bestreben, Dir würdiger zu leben. 508. Wo flieh' ich Sün8. der hin, Der Gieb ich geängstet bin? Wo soll ich Das Rettung finden? Mich drückt die Laft der Sünden. wird sich mein erbarmen? Wer schaffet Trost mir Armen? Herr, deß ich ewig bin! mir den festen Sinn, alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiWer den! So leb' ich dir und erbe Den Himmel, wenn ich sterbe. 3. Heermann. Eigene Melodie. 2. Du, mein Herr Jesu! du Rufft mir auch gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe Flieh' ich 509. Herr Jefu Chrift, du hilfft beGut, Du ladnen Seelen, Die dich zum Zuflucht der Erlösten! Ich komme Helfer wählen. 3. Ich traue ganz auf dich; Dein Blut floß auch für mich. mit gebeugtem Muth Zu dir, mich dein zu trösten, Durch dich zum Vater mich zu nahn, Von ihm 336 Vom Glauben. Und Vergebung zu empfahn Kraft zum neuen Leben. 7. Starf mich mit deinem Freudengeist In meinen festen 2. Wie drückt mich meiner Stunden! Wenn sich mein Sünden Last! Nimm sie von Geist der Erd' entreißt, Trof meinem Herzen, Der du auch ich mich deiner Wunden. Und mich erlöjet haft Mit bittern nimm mich so, wann's dir ge Todesschmerzen, Damit ich nicht fällt, Im wahren Glauben vor Angst und Weh' In meinen aus der Welt zu deinen Sünden untergeh', Nicht ohne Auserwählten! 6. Ringwaldt. Trost verzage! 3. Denn ach! denk ich mit Eigene Melodie. Ernst zurück An mein geführ- 510. A zefu Chrift! Šoll llein nach dir, Herr Jesu tes Leben, An das von mir Ich verscherzte Glück; Was soll meine Hoffnung blicken. mir dann Trost geben? Troft weiß, daß du mein Tröster bist; giebt mir dein Verdienst allein. Kein Trost mag sonst erquicken. Ich würde ganz verloren sein, Nur du bist mir zum Heil er Wenn ich dein Wort nicht for'n; Kein Mensch, als Fleisch hätte. von Fleisch gebor'n, Kein Engel ist's, der helfen kann. Dich ruf ich an; Dich, dessen Hand mir helfen fann. 2. 4. Dies ewig theure Wort verheißt Heil allen, die be flommen VonReu' und Schmerz, mit bangem Geist Jm Glauben zu dir kommen, Und dann, vom Sündenjoch befreit, Aus wahrer frommer Dankbarkeit Nur dir zur Ehre leben. 5. Zu dir flieh' ich auf dein Gebot; Du starbst für meine Sünden. Ach, laß bei dir in meiner Noth Mich Trost und Rettung finden! Erbarme, Herr, dich über mich; Vergieb mir, was ich wider dich Von Jugend auf begangen! 6. O, schenke mir die Seligfeit, Mein Herz vor dir zu stillen; Gieb mir Muth und Entschlossenheit, zu thun nach deinem Willen! O, leite mich auf ebner Bahn, Daß, dir ge horsam, ich fortan Nur deinem Vorbild folge! 3war meiner Sünden Schuld ist groß; Doch reut sie mich von Herzen. Ach, mach' mich von derselben los Durch deinen Tod und Schmerzen! Du hast für mich genug ge than; Nimm meiner im Ge richt dich an! Nimm weg von mir der Sünden Last! Mein Glaub' umfaßt Dich und was du versprochen hast. 3. Gieb mir auch aus Barmherzigkeit Durch meinen Glau ben Stärke Zu dem, was mir dein Wort gebeut, zu jedem guten Werke! Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen Nächsten gleich als mich! Einst sterb' ich; aber nimm alsdann Dich meiner an, Der ich sonst Gott nicht schauen fann! Pom Glauben. 337 4. Ehr' sei Gott auf dem höch5. An diesen Ruf will in en Thron, Dem Bater aller gedenken, Will ihm mit FreuGute, Und Jefu Chrifto, seinem Sohn, Der uns allzeit behüte! Lob sei auch ihm, dem beilgen Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist! Gott, laß uns ihm geheiligt sein, Daß wir allein Uns seiner hier und ewig freun! I. Schneefing. digkeit vertraun, Und, wenn mich meine Sünden fränken, Zu Gott als meinem Vater schau'n. Bei ihm find' ich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, Was Seel' und Leib erquicken kann, Muß ich der Erde Freude missen, Nimmt auch kein Freund sich meiner an; So hab' ich doch, was mich erfreut, Bei meinem Gott Barmherzigkeit. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 511. d ch habe nun den Grund gefunden, Vorauf ich meine Hoffnung bau', Worauf ich nun in bangen Stunden Mit aufgehellter Seele schau'. Ein Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd' und Himmel untergeht! 2. Es ist das ewige Erbarmen, Daß alles Denken übersteigt, wodurch er sich mit offnen Armen Zu meinem Heile zu 8. Gott giebt zur Tugend Luft mir neigt. Er, dem sein Herz und Stärke; Doch flebt die vor Mitleid bricht, Er will den Tod des Sünders nicht. Sünde stets mir an. Ich habe feine solche Werke, Mit denen ich mich retten kann. Ich rühme bloß mich hocherfreut Der Hoffnung auf Barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; Denn darum litt sein Sohn auf Erden, Und 9. Es gehe mir nach seinem nahm den Himmel siegreich ein. Willen; In Angst und TrübNun ruft sein Wort und Geist sal wird er mich Mit seines und zu: Kommt her zu mir! Geistes Troft erfüllen; bei mir ist Ruh'. 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite; Demüthigt seine Gnade mich, Ermuntert mich zum neuen Streite, Und unterstüßt mich väterlich. Und wenn mir sein Geseß auch draut, Erwart' ich doch Barmherzigkeit. r hilft gewiß, hilft väterlich. Er 4. O Abgrund, welcher unsre ist, das glaub' ich hocherfreut, Sünden Durch Christi Tod Ein Helfer voll Barmherzigkeit. verschlungen hat! Das heißt, 10. Auf diesen Grund will die Wunden recht verbinden. ich stets bauen, So lang' ich Nun findet fein Verdammen hier auf Erden statt, Weil Jesu Blut bestän sterbend will ich Auch big schreit: Barmherzigkeit! bin. Gott ver Barmherzigkeit! trauen; Der Tod ruft mich zum Leben hin. Mein Heil 22 338 Vom Glauben. vollendet nach der Zeit Des| bitte Stärke, Gott, von dir; Ewigen Barmherzigkeit. Verbirg dein Antliß nicht von mir; Denn du nur bist mein Helfer! 3. A. Rothe. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 6. Dir, Herr, mein Gott! ge 512. Versammeln meine lobe ich, das, was du haßst, Sünden sich Zuzu hassen. Hilf nur, wenn meiner Qual zusammen; Ist meine Kräfte mich Auf dieser dies mein Trost: Gott liebet Bahn verlassen! Ach, want' ich, mich, Wer darf mich dann nimm dich meiner an! Erhalte verdammen? Tod und Verder mich auf deiner Bahn Um ben drohn sie mir. Doch er, deines Sohnes willen! des Höchsten Sohn, ist hier; Der ist für mich gestorben. 7. Ich werde nach der Prü fungszeit, O Gott! dein Antlig 2. Für mich! für mich! ich sehen. Ich werd' in deiner Herrs habe zwar Den Zorn des lichkeit Vollkommner dich erhö Herrn verdienet; Doch dieses hen. Ich bin getroft und uns ist auch ewig wahr: Der Sohn verzagt. Du hast's, mein Hei hat mich verfühnet. Ich glaub' land hat's gesagt: Wer gläubt, an ihn; er macht gerecht; Der soll ewig leben! 3. A. Cramer. Herr fann nicht für seinen Knecht Umsonst gelitten haben. 3. Eins bitt' ich, Gott! das 513. glaube; Denn ich Mel. Befiehl du deine Wege. ch weiß, an wen ich hätt' ich gern: Kraft, was er baßt, zu hassen, Und ihn, den vertraue Gott. Dies theure Heiland, ihn, den Herrn, Nie Kleinod raube Mir feines Läst treulos zu verlassen. Um seirers Spott! Es giebt mir ner Liebe willen sei Mein ihm Trost im Leiden, Vergebung geheiligt Herz ihm treu! Was im Gericht, Giebt Hoffnung, hab' ich dann zu fürchten? giebet Freuden, Wenn Herz und Auge bricht. 4. Gott, leite mich durch deine Kraft Auf meines Jesu 2. Ich weiß, an wen ich Pfade, Und mache mich ge- glaube; Mein Heiland überläßt wissenhaft Durch deines Gei Nicht meinen Leib dem Staube, ftes Gnade! Hilf überwinden Das weiß, das hoff ich fest. meinen Hang zu dem, was Er wird auch ihn verklären; Sünd' ist und mein Dank Und wenn der Sünder bebt, Soll ewig dich erheben. Dann wein' ich Freudenzähren; Denn mein Erlöser lebt. 5. Erhöre mich! du hast gesagt: Ihr sollt mein Antlig 3. Ich weiß, an wen ich fuchen. Ich, wenn mein glaube. Mein Glaube täuscht schwaches Herze zagt, Ich mich nicht. O theurer, hoher will dein Antlig suchen. Ich Glaube, Verlaß, verlaß mich Vom Glauben. 339 nicht, Damit ich heilig werde, meine Feinde, fort! Ich höre Und, von der Sünde frei, meines Jesu Wort: Die Sünd' Schon fröhlich auf der Erde, ist dir vergeben. Dort ewig selig fei! 6. Stürmt Sorg' und Unruh' auf mich zu Mit zweifelnden Gedanken; Sein Geist versichert meine Ruh' Und läßt mein Herz nicht wanken. Der Glaube fürchtet feinen Schmerz; Er sieht ja Gottes Vaterherz Und seines Sohnes Wunden. 514. De Mel. Allein Gott in der Höh' c. er Glaub' ist feste Zuversicht Zu Gottes Gnad' und Treue, Daß ihn der Tod des Sünders nicht, Daß ihn sein Leben freue, Der neuen Kindschaft sichrer Grund, Auf Gottes Wort und seinen Bund Von Jesu selbst gegründet. 7. Mein Glaube sei oft schwach und klein, Wenn Trüb2. Ein hoher, göttlicher Be- sal sich erhebet; Er darf sich weis, Daß Gott nicht gern be- dennoch Gottes freun, Wenn er trübe. Daß er zu seiner Güte nach Hülfe strebet. So lang' Preis In seinem Sohnuns liebe! ich Jesum Christum gern VerEr macht mein banges Herz ge- ehr' und lieb' als meinen Herrn, wiß, Daß dieser mich dem Fluch So lebt der Glaub' im Herzen. entriß, Dem ich entgegen eilte. 8. Gott übt in solchen Käm 3. Er richtet auf und giebt pfen mich, Um mein Vertraun mir Muth, Zum Vater mich zu zu stärken, Und so vermehrt nahen, Vergebung durch des er väterlich Den Fleiß zu guSohnes Blut Und Gnade zu ten Werken; Denn meine Hoffempfahen. Was er mir giebt nung bleibet fest, Daß mich und noch verheißt, Mir einst mein Vater nie verläßt, Wie zu geben, sieht mein Geist, Als hart mein Kampf auch werde. wär's schon gegenwärtig. 9. Ich weiß, auf wen ich 4. Er giebt mir Kräfte, daß bauen fann; Ich weiß, an ich hin Zum Unsichtbaren wen ich gläube. Gott nimmt dringe, Daß ich in Hoffnung mich auch zu Ehren an, Wenn selig bin, Und nach dem Him ich nur standhaft bleibe. Die mel ringe. Gott ist mein Welt mag um mich her ver-. Gott, mein Heil sein Sohn, gehn; Ich falle nicht, ich Sein Geist mein Pfand, mein bleibe stehn; Ich glaube seinem Schild und Lohn Ist seine Worte. Baterliebe. 10. In diesem Glauben will 5. Ich fürchte nicht der Hölle ich nun Nach seinem Beifall Heer, Noch ihrer Strafe Flam streben, In seiner Vaterliebe men; Ich bin fein Kind des ruhn, Mich Jesu ganz ergeben. Zornes mehr, Gott wird mich Sein Geist soll Pfand und Sienicht verdammen. Weicht, allel gel sein, Und so will ich in 22* Vom Glauben. 310 Gott allein Durch meinen Glau- ein Chrift zu fassen, Hilf, ben leben. 3. H. Schrader. Herr, und steh' mir bei! 6. Zu dir will ich mich halten. Laß meinen Eifer nie, Dir treu zu sein, erkalten, Ist gleich der Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. 515. Auf Auf felfenfeſtem Grunde Ruht meiner Seelen Heil. Ich hab' am Friedensbunde, An Gottes Gnade Theil. Der Grund, auf den ich baue, Ist selbst von Gott gelegt; Das Ziel, nach dem ich schaue, Steht fest und unbewewegt. flößt meinem Geiste Geduld und Hoffnung ein, Und, daß ich Treue leiste, Will er mir Kraft verleihn. 7. Mach' folgsam meinen Willen, Und stärke mich zugleich Mit Kräften zum Erfüllen! So bin ich ewig reich. Leit' mich durch deine Hände! So geh ich muthig fort, Und preise ohne 2. Auf meine schwachen Werke Vertrau' ich Sünder nicht; In Christo hab' ich Ende Dich, meinen Mittler, dort. Stärke Und feste Zuversicht. Ich war sehr tief verschuldet, mel. Kommt her zu mir, spricht 2. Der Sünden Sold war Tod; 516. Ich weiß, und bin's Jah, Doch den hat er erduldet Und mich versöhnt mit Gott. 5. Wenn ich sodann vermerke, Wie schwach, wie nichts ich bin; So sei du meine Stärke! Er muntre meinen Sinn, Daß ich im Kreuz gelassen, Voll Muths, voll Hoffnung sei! Mich als löst bin, Gottes Sohn! durch dich Von aller meiner Sünde. Ge lobt sei Gott! ich bin's gewiß. Hilf, o Erretter, daß ich dies Bis an mein End' empfinde! 3. Nur dies gewährt mir Freuden, Wenn ich bekümmert bin. Nur dies giebt Trost im Leiden. Ja! reißt der Tod mich hin, So laß ich mir nicht grauen. Der Gottversöhner spricht: Geh, eile, Gott zuschauen! Wer mein ist, stirbet nicht. 2. In dieser lasterhaften Zeit Des Leichtsinns und der Ei cherheit Wach' über meinen Glauben! Du Menschenhüter, wache du, Daß keine Feinde meine Ruh' Und meinen Trost mir rauben! 4. Nun, hierauf will ich bauen. Mein Mittler, stärfe mich! Stärk' in mir dies Vertrauen, Wenn Tod und Sünde sich 3. Den Spott der Frevler Mir Sünder schreckend zeigen, über dich Und über deinen Wenn Lüste oder Hohn, Von Tod laß mich, Wie er's vers Gott mich abzuneigen, Bald dient, verachten; Mit desto står locken, bald auch drohn! ferer Begier Laß meine Seele, Gott, nach dir und deinem Reiche trachten! 4. Giebt mir die Welt Gele genheit und Reizung zu der Eis telkeit Und zu verbotner Freude; So dampfe du in meiner Brust Vom Glauben. 341 2. Verleih' mir Licht und Kraft, daß ich Den Vater recht 5. Ich möchte sonst, durch sie erfenne; Daß ich in festem Glauverführt, Die Sünde, die den ben dich Den Sohn des HöchTod gebiert, Mich überwinden sten nenne; Daß ich zugleich lassen. Alsdann wohl gar ent- den heilgen Geist, Der uns schlöff' ich mich, Vom Glauben den Weg zum Himmel weist, abzugehn, und dich Nach Art Wie sich's gebührt, verehre! der Welt zu haffen. Den Zunder aller bösen Lust, Daß ich sie standhaft meide! 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, Mein Glaub' und meine Hoffnung mir, O Gott! entrissen würde; So würde 3. Versichre mich, das wahre Heil Sei nur bei dir zu finden, Und der nur habe an dir Theil, Der sich entzieht den Sünden! O, dazu mache mich nichts mein Herz erfreun, bereit! Du bist der Weg zur Nichts meiner Seele tröstlich Seligkeit, Die Wahrheit und sein, Fühlt' ich des Elends das Leben. Bürde. 4. O gieb, daß ich dein theures Wort Recht tief zu Herzen faffe, nd mich im Glauben immerfort Auf dein Verdienst verlasse, Daß zur Gerechtigkeit mir werd', Der ich mit Sünden bin beschwert, Dein Tod auch zugerechnet! 5. Es tröste auch mein Glaube 8. Der du für meine Sün- sich Des Bluts, das du verden starbst, Mir Hoffnung, Trost gossen! Denn nur aus Lieb' und Kraft erwarbst, Laß mich hast du, für mich zu sterben, so tief nicht fallen! Erhalt mir dich entschlossen. Der Glaube meiner Seelen Ruh', Und mei- mache mir die Welt Und alles, ten Wandel lenke du Nach dei- was ihr wohlgefällt, Verhaffet. nem Wohlgefallen! B. Münter. und verächtlich. Mel. Nun freut euch, lieben c. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; Oft fann ich 517. Gottes Sohn, Herr kaum ihn merken. Wer ſtärket Jesu man recht an dich gläube, Der du das Heil der Sünder bist, Und treu im Glauben bleibe, Das ist dein Werk; drum hilf auch mir, Daß ich recht glaub', und nichts von dir Mich wieder trennen möge! ihn? nur du allein, Du fannst ihn mächtig stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, Du nährst und stärkst das schwache Licht; So stärk' denn auch mich Schwachen! 7. Wenn ich von meinem Glauben wich', So würd' in meinem Herzen sich Bald Angst und Kummer häufen; llnd bräche dann mein Tod herein, So würde mich die bängste Pein, Verzweiflung selbst, er greifen. 7. Hilf, daß ich wach und eifrig sei, Den Glauben zu de 342 Dom Glauben. wahren, Ein gut Gewissen ben. Oft will die Zweifelsucht auch dabei, Und Hoffnung in Mir alle Hoffnung rauben. Gefahren! Mein Leben fei Wer macht das Herz gewiß? nur dir geweiht! Ein Glaube Du, Herr, nur du allein! Laß Von mir ohne Heiligkeit Kann dir ja deine Hülfe doch nicht gefallen. nicht ferne sein. 8. Ja, laß den Glauben sich 3. D, reiche du mir selbst Aus in mir So mehren und so Gnaden deine Hände! Hilf mei stärken, Daß er sei fruchtbar ner Schwachheit auf, Daß nichts für und für Und reich an von dir mich wende! Ist schon, guten Werken, Daß er sei dem Senfforn gleich, Mein thätig durch die Lieb', Mit Glaube noch sehr klein; So Freude und Geduld sich üb' kann er doch durch dich In In dem, was du befohlen! stetem Wachsthum sein. 9. Infonderheit gieb mir die 4. Gieb, daß die Zuversicht Kraft, Daß ich an meinem In meinem Geist sich mehre, Ende Den letzten Schritt der Daß du mein Vater seist, Und Pilgrimschaft Im Glauben froh ich dir angehöre; Daß alle vollende! Steh' dann zu mei meine Schuld Von dir verges nem Trost bereit, Daß ich der ben sei, Damit mein Herz sich Seelen Seligkeit, Des Glau- dein, Als meines Gottes, freu'! bens Ziel, erreiche! 5. Mach' diese Zuversicht 10. Du hast ja, Jesu! selbst In mir, o Gott, stets fräftig! in mir Den Glauben ange- So bleib' ich lebenslang In zündet; Erhalt' ihn! ich ver- deinem Dienst geschäftig; Durch traue dir; Du hast mein Heil sie, Herr, stärke mich, Und gegründet. Hier lehr' und tröste gieb zu jeder Zeit Mir, wenn mich dein Wort, Und einst, mein Heiland, folge dort Das Schauen auf den Glauben! Versuchung droht, Muth und Beständigkeit! D. Denicke. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine Jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Beim Vas ter ste vertrateft, Ach, unterstüß' Mel. O Gott, du guter Gott. 518. Herr, allerhöchster auch jetzt Mein ſehnliches GeGott, dem bet, schenke wir gute Gaben Auf ernst Dem, der dich darum fleht! liches Gebet Getroft zu hoffen haben, O, sieh' erbarmend mich In meiner Schwachheit an, Mich, der, wie du verdienst, Dir nicht vertrauen fann! 7. In deiner Mittlerhand Ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich Auf allen mei nen Wegen! So geh' ich freu dig fort In dieser Pilgerzeit 2. Ich glaube zwar an dich; zu meines Glaubens Ziel, Doch nur mit schwachem Glau- Der Seelen Seligkeit. Pom Glauben. 343 Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 4. Nechten Glauben schenk 519. Stärke, denn oft vor allen Andern guten Gaben will er mir! Wem der dir Meinen Glauben, Gott, an dich! mißfallen; Wer ihn hat, ist eins D, wie wird mein Herz dir dan- mit dir. Er belebe meine Triebe, fen, Wie frohlocken, hörst du Er erfülle mich mit Liebe, Er mich! Laß mich, Herr, in trü- bestege wie ein Held In mir ben Tagen Nie an deiner Huld Satan, Fleisch und Welt! verzagen! Sinkt mein schwacher Glaube hin, Richt' ihn auf, und stärke ihn! 5. Glauben, als wenn ich dich sähe, Flöße mir, mein Heiland, ein! Im Gefühl von 2. Wollen Zweifel sich erhe- deiner Nähe Laß mein Herz ben, Blendet mich des Irrthums sich täglich freun! Jesu, willst Schein; D, so laß mein Herz du dich nicht zeigen? Hörst nicht beben, Den Verstand du nicht? wie fannst du schweinicht wankend sein! Zeige du gen? Gieb mir Glauben, nahe dein Licht mir wieder, Flöße dich Meinem Geist, und stärke Kraft auf mich hernieder, Dei- mich! ner Wahrheit heller Glanz, 6. Wankelhaft und schwach Herr, entwölfe sich mir ganz! und flüchtig Ist mein tief 3. Nur auf dein Wort, nicht verdorbnes Herz. Bald ist mir auf Lehren Gitler Menschen laß die Tugend wichtig, Bald die mich sehn; Deine Stimme laß Tugend mir ein Scherz. Ach, mich hören, Deine Stimme recht wär' doch mein Glaube fester! verstehn; Mehr, als Zeugniß Stärk' ihn, mehr' ihn, Alleraller Welten, Laß dein Zeug befter! Jesu, eile, stärk' ihn niß, Gott, mir gelten; Richte du; Denn sonst find' ich keine meinen ganzen Šinn Nur auf Ruh'! deine Wahrheit hin! 3. K. Lavater. 50 Von der Heiligkeit der Christen. Mel. Chrift, unser Herr, zumJordanic. 2. Die kommen nicht in's 520. Bewahre mich, Herr, Himmelreich, Die Herr! zu Jeſu daß der Wahn Nie mein Gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre Ehre Der Mensch, dein Unterthan, erweist! Erinnre mein Gewissen, Wie in der Wahrheit und im Geist Dich die verehren müssen, Die dir gefallen wollen! sagen, Und nicht mit rechtem Ernst zugleich Der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, Läßt du, als deine Kinder, O Gott! in ewgem Frieden ruhn, Wenn heuchlerische Sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie Ein heilig Leben 344 Von der Heiligkeit der Christen. trennen; Mich nicht für Jesu| erkauft Und selbst auf seinen Jünger hie Bloß äußerlich be- Tod getauft! kennen! Gieb, daß mein Glaube 2. Führt nicht den Namen thätig sei Und Tugendfrüchte nur allein! Ihr müsset thatge bringe, Daß ich, vom Sünden- Christen sein, Wollt ihr einst dienste frei, Mit Eifer darnach froh nach dieser Zeit Eingehn ringe, Im Guten zuzunehmen! zu seiner Herrlichkeit. 4. Du kennst, o Gott! der 3. Wollt ihr Bekenner Jesu Menschen Herz, Und liebst, die sein, So lebet hier auch ihm redlich handeln; D, laß inFreude, allein! Der Christ ist ganz der wie im Schmerz, Mich richtig Tugend Freund, Ganz ist er vor dir wandeln! Dein Wille jedes Lasters Feind. sei mein Augenmerk; Hilf selbst mir, ihn vollbringen! Durch dich muß jedes gute Werf, Sollt es auch nicht gelingen, Zum Segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus Unwissenheit Und Ulebereilung fehle; So thu' an mir Barmherzigkeit und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall! Erhalt' mich bei dem Einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Deinen Dir ohne Fehltritt diene! 3. S. Diterich. 4. In Leiden, die er tragen soll, Ist er geduld- und hoffnungsvoll. Dies Leben ist die Prüfungszeit; Der Lohn folgt in der Ewigkeit. 5. Wer Gott von Herzen sich ergiebt, Sich selbst besiegt, den Nächsten liebt, So wandelt, so gesinnet ist, Wie Jesus war, der ist ein Christ. Mel. Chrift, der du bist der ic. hr, die ihr euch von 522.J Christo nennt Und euch zu seiner Lehr' befennt, 6. Und wer nun so den Hei land ehrt, Der ist auch der Erlösung werth, Schläft, wenn er stirbet, freudig ein, Und wird dort ewig selig sein. 3. Ritter. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 521. Gieb, Höchster, mir die Kraft, Mich 523. Was hilft es mit, ein Christ zu ernstlich zu befleißen, Ein wah sein, Wenn ich nicht chriftlich rer Christ zu sein, Und nicht lebe, Und heilig, fromm, ges bloß so zu heißen! Denn wer recht und rein zu wandeln den Namen hat Und nicht die mich bestrebe? Wenn ich That zugleich, Kommt wahrlich nimmermehr zu dir in's Himmelreich. dem seligen Beruf, Zu welchem mich mein Gott erschuf, Nicht wür dig mich beweise, llnd den, der mich erlöset hat, In Worten bloß, nicht durch die That Und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Die ihr durch ihn seid theu'r Jesum Christ, Den ich im Munde Von der Heiligkeit der Christen. 345 führe, Wenn nicht mein Herz| lebe, Und vor dir heilig, fromm rechtschaffen ist, Und ich die Frucht und rein zu wandeln mich benicht spüre? Wenn mich die strebe; Gieb mir Erkenntniß, Eitelkeit der Welt Mit ihrer Kraft und Muth, Damit ich Lust gefangen hält, Jch ihre Fesseln liebe llnd, fühlbar für der Sünde Reiz, Stolz, Rachgier, Fleischeslust und Geiz In Werk und Thaten übe? Sünde, Fleisch und Blut Im Glauben überwinde, Und dann nach wohl durchlebter Zeit Den Lohn in jener Ewigkeit Für meine Werke finde! C. F. Weiße. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, Ich, der ich Christum el. Liebster Jesu, wir sind hier. kenne Und weiß, was er für mich gethan, Ihn Herrn und für Heiland nenne, Als jener, der in Finsterniß Des Irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier In seinem Erdenleben mir, Damit ich darnach handle. 4. Und ach, wo find' ich Trost und Ruh', Wenn mich die Lei den drücken? Dann tritt auch mein Gewissen zu, Die Schuld mir vorzurücken. Wo find' ich Trost in jener Noth, Kommt einst der legte Feind, der Tod, Mein Grab mir aufzudecken? Dann lagern meine Sünden sich Um mich, gewasfnet wider mich Mit tausend Höllenschrecken. 5. Weh' mir! was hilft es mir einst dort, Erwect aus meinem Grabe, Daß ich an Christum 4. Hoffnung giebet Kraft und sein Wort Zum Echein ge- und Müth, Alle Noth zu überglaubet habe, Wenn feine fromme winden, Sie weiß in der gute That Mein Leben hier be- Trübfalsfluth Ihren Anker fest zeichnet hat? Dies ist kein gutes zu gründen, Gegen dieser Erde Zeichen. Ein Glaube ohne Besse- Leiden Rechnet sie des Himrung Und wahreLebensheiligung mels Freuden. Mag nie sein Ziel erreichen. 5. Jesu, du, mein Herr und Gott, Ach, erhalt' in mir den zu sein, Hilf, daß ich christlich Glauben! Mache alle die zu 6. Gott, dieses Zieles werth 524. 524. Glaube, Lieb' und Hoffnung sind Der wahrhafte Schmuck der Christen. Hiemit suchet Gottes Kind Durch den Geist sich auszurüsten. Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses Kleeblatt grünen. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein, Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Um als Heiland ihn zu ehren. 3. Liebe muß als Glaubensfrucht Sich Gott und dem Nächsten zeigen, Sie wirft sich in Christi Zucht Und giebt ihm sich ganz zu eigen, Sie läßt sich durch alle Leiden nicht von Jesu Liebe scheiden. 346 Von der Heiligkeit der Christen. Spott, Die den Schatz mir 3. Durch Jesum rein von wollen rauben! Ist er schwach, stärk' ihn in Gnaden; Laß dem Tocht, das glimmt, nichts schaden! Missethat, Sind wir, Gott! deine Kinder. Wer solche Hoff nung zu dir hat, Der flieht den Nath der Sünder, Folgt Christi Beispiel als ein Chrift, Und reinigt sich, wie der rein ist, Von allen bösen Lüsten. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht aus Schein bestehe! Flöße deinen Sinn mir ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich mit dem besten Triebe Dich und meinen Nächsten liebe!. 4. Dann bin ich dir, Gott! angenehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, 7.Gründe meineHoffnung fest, in dem Ist wahrlich deine Liebe. Stärke sie zu allen Nöthen, Daß Cin täglich, thätig Christenthum sie mich nicht sinken läßt, Auch Ift feines Glaubens Frucht wenn du mich wolltest tödten! und Ruhm Und sein Beweis Laß sie aufwärts sich erheben und Siegel. Und schon hier im Himmel leben! 8. Glaub' und Hoffnung hö ren auf, Wenn wir zu dem Schauen gehen; Liebe fährt da hin mit auf, Wo wir Gottes Antlig sehen. Da, da werd' ich recht erst lieben, Mich im Lie ben ewig üben. B. Schmold. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Dir, Herr! zu fol gen treibet. Du bist die Lieb'; an deinem Heil Hat ohne Liebe niemand Theil. Herr, schent une solchen Glauben! C. F. Gellert. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 525. Gott! wer dein Wort Mel. O Gott, du höchſter Geiſßt. nicht hält, und 526. Verſucht und prift spricht: Ich kenne Gott; der heuchelt. In solchem ist die im Glauben stehet? Db, weil Wahrheit nicht, Wie sehr er ihr glaubt, ihr auch Auf Chrifti sich auch schmeichelt. Wer aber Wegen gehet? Ob ihr demüthig, dein Wort glaubt und hält, Der mild, Voll sanfter Freundlichist von dir, nicht von der Welt, feit Und, eurem Nächsten stets Und dieser nur wird selig. Zu dienen, willig feid? 2. Der Glaube, den dein 2. Der Glaub' ist nicht ein Wort erzeugt, Muß Liebe auch Licht, Im Herzen bloß verbor erzeugen. Je höher mein' Ergen, Sein Glanz bricht aus, kenntniß fteigt, Wird Liebe und strahlt Der Sonne gleich gleichfalls steigen. Der Glaub' am Morgen, Macht Christo erleuchtet nicht allein; Er stärkt gleich gefinnt, Beweiset feine das Herz auch, macht es rein, Kraft Durch unsre Heiligung, Und heiliget das Leben. Und machet tugendhaft. Bon der Heiligkeit der Christen. 347 fürchtet nicht den Tod. 3. Wer also glaubt, der schöpft wünscht daheim zu sein, Und Aus Christo Heil und Leben. Wie ihm sein Gott vergiebt, So will auch er vergeben; Liebt nicht mit Worten bloßs, Er liebt auch in der That, Beständig, wie sein Gott Auch ihn geliebet hat. 9. Ob folch ein Glaub', o Chrift! In deinem Herzen lebe, Daß prüf und stel), ob er Dir Luft zur Tugend gebe? Er macht nicht nur gerecht, Er macht auch tugendhaft, Und giebt zur Heiligung Trieb, Willigkeit und 4. Wenn er gefcholten wird, Schilt er nicht feindlich wieder; Kraft. 6. Er jagt der Tugend nach, Er meidet jedes Laster, Und täglich wird's ihm mehr Abschen und verhaßter. Auf richtig ist er stets, Ein Feind der Heuchelei, Von Stolz, von Eitelkeit, Von Neid und Geize frei. Spricht zu den Armen nicht: 10. So wünsch' ich, Gott! Geht, wärmt, erquict euch, an dich Und deinen Sohn zu Brüder! Und läßt doch unge- glauben; Gieb diesen Glauben rührt Die Brüder in der Noth. mir, Und laß ihn nichts mir Er fühlt sie, geht und bricht rauben! Die Werke solgen dann, Den Hungrigen sein Brod. Und folgen aus der Zeit Mir 5. Er liebt die Heiligkeit noch im Tode nach In meine Und lebt nach Christi Lehre, Seligkeit. 3. 3. Breithaupt. Und was er thut, thut er zu seines Gottes Ehre, Ist in GeMel. Was mein Gott will 2. danken rein Und heilig in der 527. W enn Gottes Liebe, That, Zufrieden, wenn er nur Den Beifall Gottes hat. deine Pflicht Zu thun, dich nicht beseelet; So rühme dich der Tugend nicht, Weil dir das Beste fehlet! Wenn Zum Vortheil, Wollust, Eigensinn Und Stolz dir Gutes rathen; So hast du deinen Lohn dahin, Nichts nüßen deine Thaten. 7. Und läutert ihn sein Gott, hat er ein Kreuz zu tragen, 2. Sei durch die Gaben der Natur Ein Wunder hier auf Erden; Beglückst du andre Menschen nur, Um jelbst geSo trägt er's mit Geduld, Und ehrt zu werden; Erfüllt die ohne zu verzagen, Ist wachsam Liebe nicht dein Herz: So find in Gefahr Und nüchtern zum Gebet, Hält in der Prüfung aus Und wankt nicht, und besteht. die größten Gaben Vor Gott doch nur ein tönend Erz; Denn Liebe will Gott haben. 8. Er strebt, daß er sich rein 3. Bau' Häuser auf, und brich Und unbefleckt bewahre, Hat dein Brod, Die Armen zu vernicht das Eitle lieb, Und sucht pflegen; Entreiß' die Wittwen das Unsichtbare, Er nüßet jeden ihrer Noth, Und sei der Waisen Tag, Und heiliget ihn Gott, Er Segen; Gieb alle deine Güter 348 Von der Heiligkeit der Christen. hin: Noch hast du nichts ge-| stärken. Du kannst die Gegenschenket, Wo Gottes Liebe wart von ihr An Nächstenliebe deinen Sinn Darauf nicht merken. Die Liebe, die dich hat gelenfet. schmücken soll, Ist gütig, ohne Tücke; Sie ist nicht stolz, ist Langmuthvoll, Beneidet niemands Glücke. 4. Thu' Thaten, die der größte Muth Je hat verrichten können; Vergieß für's Vaterland dein Blut, Laß dich für andre 9. Sie deckt des Nächsten brennen; Beseelt dich Gottes Fehler zu, Freut sich nicht seis Liebe nicht, Bist du der Zweck nes Falles, Sie suchet nicht der Thaten: So schäßzt Gott bloß ihre Ruh', Erträgt und deine Werke nicht, Rettst du hoffet alles. Sie ist's, die dir auch ganze Staaten. den Muth verleiht, Hier Freu den zu verbreiten. Laß Liebe dich durch diese Zeit Zur Ewigkeit 5. Läg' ihm an unsern Wer fen nur; Könnt' er, sie zu vollbringen, Uns leicht durch begleiten! Fesseln der Natur Und seine Allmacht zwingen. C. F. Gellert. Vor ihm, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. der alles schafft und giebt, 528. Schafft mit Gruft, ihr Gilt nichts, Stärke. Er sieht auf's Herz, ob das ihn liebt, Und auf den Zweck der Werke. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes Triebe, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Erneuert zu der Liebe, Die aus des Glaubens Kraft entspringt; Dies ist's, was Gott begehret. Wenn Glaub' und Lieb' ein Opfer bringt, der, Schaffet eureSeligkeit! Säumet nicht als sichre Sünder! Schnell entfleuchtdieGnadenzeit. Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich, llnd seid heilig schon auf Erden, Selig einst bei Gott zu werden! 2. Wünscht ihr's ernstlich; nun, so lebet Ihm zur Ehre, freuzigt dann Eure Lüft', und widerstrebet Dem, was euch Das wird von Gott geehret. verderben kann! Was er fordert, 7. Drum täusche dich nicht muß allein Eures Lebens Richt durch den Schein, Nicht durch schnur sein, Es mag eurem der Tugend Namen! Sieh' schwachen Herzen Freude brin nicht auf deine Werk' allein; gen oder Schmerzen. Denk auch, woher sie famen! Erforsch vor Gottes Angesicht, Ob Liebe dich beseelet! Doch Liebe hast du wahrlich nicht, Wenn dir der Glaube fehlet. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüfte dämpfet Und den Reiz der Welt verschmäht! Unter Christi Kreus zesschmach Jaget der dem Fries 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir; Wird sie die Tugend den nach. Wer den Himmel will Von der Heiligkeit der Christen. 349 ererben, Muß erst seinen Sün-| ist sie nur das Werk der Zeit. den sterben. Die wilde Hiße roher Jugend 4. Unermüdet müßt ihr rin-| Wird mit den Jahren Sittgen, Nie zerstreut, nie lässig samkeit; Und was Natur und sein, Wenn ihr wünschet durch Zeit gethan, Sieht Stolz sehr zubringen und euch stets vor oft für Tugend an. Gott zu freun. Nur auf einen tapfern Streit Folgt des Sieges Herrlichkeit; Nur den Kämpfer schmückt zum Lohne, Der recht ftritt, des Himmels Krone. 2. Oft ist die Aendrung unsrer Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur. Man fühlt, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, Und dämpft sie; aber wechselt nur. Das Herz fühlt einen andern Reiz; Aus Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Brünstig beten, eifrig wachen, Der Verführung sich entziehn, Seine Pflicht zur Lust sich machen, Die Versuchung 3. Oft ist es Kunst und Ei= weislich fliehn, Selbst beim genliebe, Was andern strenge Spott und Hohn der Welt Tugend scheint. Des Neides Das nur thun, was Gott ge- und der Schmähsucht Triebe fällt; Dieses wollen, dies Erweckten dir so manchen vollbringen, Heißet: nach dem Feind. Du wirst behutsam, Himmel ringen. schränkst dich ein, Fliehst Schmähsucht nicht; nein, nur den Schein. dich 6. Drum entreißet euch den Lüften, Die ihr noch gefesselt seid, Und beweiset euch als Christen Muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht, Wär' es auch die schwerste Pflicht; Und denkt oft an Chrifti Worte: Drin get durch die enge Pforte! 4. Du denkst, weil dich der Reiz nicht rühret, Der fremder Unschuld Neße stellt, So werdst du sonst nicht leicht verführet; Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Zittern will ich vor der Sünde, Und auf dich, o Jesu! sehn, Daß ich deinen Beistand 5. Oft schläft der Trieb in finde, In der Gnade zu be deinem Herzen, Du scheinst von stehn. Zeige mir von deinem Rachsucht dir befreit; Doch Thron Den verheißnen Gna- sollst du eine Schmach verdenlohn, Daß ich wache, bete, schmerzen, So wallt dein Herz ringe, Und also zum Himmel gleich auf und dräut, dringe! Und L.A. Gotter. schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Oft denkt, wenn wir der 529. Micht Picht jede Besserung Stille pflegen, Das Herz alsdann ist Tugend; Oft ganz tugendhaft; Kaum lachet: 350 Von der Heiligkeit der Christen. uns die Welt entgegen, So regt| ist's, die Tugend fostet Müh', sich unsre Leidenschaft. Wir wer- Sie ist der Sieg der Lüfte; Doch den im Geräusche schwach, Und richte selbst, was wäre sie, Wenn geben endlich strafbar nach. sie nicht kämpfen müßte? 7. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengen lebenslauf; Doch opfertest du sei ner Liebe Gern auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß!" 8. Du fliehst, geneigt zur Ruh' und Stille, Die Welt, und liebst die Einfamfeit; Doch bist du, fordert's Gottes Wille, Auch die fer zu entfliehn, bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; Flieht's Unmuth auch und Müssiggang? 9. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst Mäßig feit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre lei den; Vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu jeder Tugend willig sein. 10. 2. Trifft, die sich ihrer Laster freun, Denn gar kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclas ven eigner Pein, Und haben feinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden; Doch diese, hat er ausgekämpft, Verwan deln sich in Freuden. Mel. Ich hab' in Gottes Herz u. 530. Klag'nicht, mein Herz, wie schwer es sei, Hier als ein Christ zu wandeln, Ünd täglich Gottes Willen treu Zu denken und zu handeln! Wahr 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ift anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken, Doch weiter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. Was wär' es, hätt' uns Gott vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wol lust, Neid und Zorn entbrennt, Sei nicht vermessen; Die Lüfte frei zu stillen? Ließ wach' und streite! Denk' nicht, er den Raub, den Undank daß du schon g'nug gethan! zu, Den Frevel, dich zu frän Dein Herz hat seine schwache ken, Den Menschenhaß; was Seite, Die greift der Feind würdest du Von diesem Gott der Wohlfahrt an. Die Sicher- gedenken? heit droht dir den Fall. Drum wache stets, wach' überall! C. F. Gellert. 5. Gott will, wir follen glüd lich sein; Drum gab er uns Ge sebe. Sie sind es, die das Herz erfreun; Sie sind des Lebens Schäße. Er spricht zu uns durch den Verstand, Er spricht durc das Gewissen, Was wir, Ge schöpfe seiner Hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Ihm folgen, das ist Weis Von der Heiligkeit der Christen. 351 Die werden ihn beleben. heit nur Und Freiheit ist's, Und Kräfte der zukünftgen Welt, dies wählen. Ein Thier folgt Trieben der Natur; Ein Mensch 11. Denk endlich zur Berudem Licht der Seelen. Was higung, Daß Gott den Schwaist des Geistes Eigenthum? chen duldet, Der bei dem Ernst Was sein Beruf auf Erden?| der Heiligung Doch manches Die Tugend! was ihr Lohn? noch verschuldet! Gott liebt des ihr Ruhm? Gott ewig ähn- Herzens Redlichkeit, Und sieht lich werden! auf dein Bestreben, Stets Proben wahrer Heiligkeit Aus Liebe ihm zu geben. C.#. Gellert. 7. Lern' nur, Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein Herz zu Mel. O Gott, du frommer Gott. überwinden! Wer Kräfte hat, 531. Herr, höre mein Ge bet, es noch mehr bekommen; Wer sie dir gefallen! Es ist mein gan nicht brauchet, dem wird auch zer Ernst, Auf deiner Bahn zu Das, was er hat, genommen. wallen; Ergreife, leite, stärk Den Schwachen, der dich fleht; Verwirf die Bitte nicht, Die mir von Herzen geht! 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das Wollen und 2. Du willst, daß ich mich Vollbringen. Wann gab ein Va In jeder Tugend übe. ter einen Stein Dem Sohn, Glaube, den du wirkst, der Brød begehrte? Bet' oft! Soll fruchtbar durch die Liebe Gott müßte Gott nicht sein, An wahrer Heiligkeit, An guWenn er dich nicht erhörte. ten Werken sein, Drum will ich dir, mein Gott! Mein gan zes Leben weihn. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel sel ger Geister. Ihn zeigte dir, 3. Dies will ich; und doch und ihn betrat Ja selbst dein macht Die Schwäche meiner Herr und Meister. Nur laß Seele Und der Versuchung dich nie des Sünders Spott Auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Men schenkindern. Reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück, Ich wünsche gut zu sein; Und doch giebt's immer noch So vieles zu bereun. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, Denk' oft an deine Bahre, Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so furzer Jahre! Das Kleinod, das dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben, treu Der 4. Das siehst du, Herr, mein Gott! O, steh' es mit Erbarmen, Und reicheväterlich Die Helfers hand mir Armen! Gieb meinem Geiste Licht, Gieb meinem Vorsaß Kraft! So fämpf ich 352 Von der Heiligkeit der Christen. glücklicher Mit Welt und Lei Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jefu Chrift. denschaft. 532. Herr, err, mein Erlöser! nur von dir Kann ich mir Hülf erflehen. Vernimm mein Seufzen; eile, mir, Mein Helfer, beizustehen! Des wahren Glaubens Kraft und Licht, Das selige Bestreben, Dir zu leben, Und Muth zu dieser Pflicht, Das wollest du mir geben! 6. Laß in Versuchung mich Nicht zaghaft unterliegen; Er- 2. Du hast dein göttliches muntre mich zum Muth, Und Gebot Mir tief in's Herz hilfdem Schwachen siegen; Mein geschrieben: Von ganzer Seele Auge laß allein Weisheit schau'n, dir folgsam sein, dir froh vertraun! Auf deine soll ich Gott; Wie mich, den Mein Herz Nächsten lieben. Wenn ich Und dann nach deinem Worte thu', So hab' ich schon hienieden Gro7. Ich bin ein Pilger hier, Ben Frieden, Und welches Heil Umringt von vielen Sündern; hast du Dem Frommen dort Ihr Beispiel könnte leicht Der beschieden! Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, Des Leicht finns frecher Spott Dem Geist gefährlich wird; Dann steh' mir bei, mein Gott! 5. Eröffne den Verstand, Stets heller einzusehen, Daß Sünde elend macht, Daß wahres Wohlergehen Und innrer Friede nur Aus reinem Herzen fließt, Und du mit deiner Huld Der Freuden Quelle bist! 3. Laß mich fein Leiden dieser Zeit, Kein Weltglück dir entreißen! Denn du haft deine Seligkeit Den Treuen nur verheißen. Doch könnten 8. Bewahre mein Gemüth, wohl durch ihre Müh' Sie, Daß mich bis an mein Ende solche zu verdienen, Sich er Die falsche Fröhlichkeit Der Ei- fühnen? Aus Gnaden schenkst teln nicht verblende! Ihr thö du sie, Und du erwarbst sie richt Lachen wird Bald lange Reu' und Bein. Laß diesen Wechsel mir Ja stets vor Augen sein! ihnen. 4. Freund meiner Seele! du bist ihr Der Weinstock, sie dein' Rebe. Zeuch sie dir nach, daß 9. So werd' ich, Herr, mein sie zu dir Sich von der Welt Gott! Dir nicht umsonst ver- erhebe! Ja, laß mich, wenn ich trauen; Einst, wenn ich treu sterben soll, Auf deine Gnade dir bin, Der Freuden Fülle bauen, Dir vertrauen, Und dert schauen, Und wenn du ewig dann freudenvoll Dein Antliß lohnst Für jede gute That, ewig schauen! Frohlocken, daß mein Herz Sich dir geheiligt hat. 3. A. Cramer. 5. Ich kämpfe matt und strauchle oft; Erbarme dich des Schwachen, Der nur auf dich in Demuth hofft! Du kannst mich 353 2. Doch du hast ja auch gelitten, Jesu! aber nicht für dich. Jeden Kampf, den du gestritten, Uebernahmst du bloß für mich. Meine Hülfe sei denn du! Gieb der müden Seele Ruh'! Jede Sünde will Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes ic. 533. Gott Bater, deines ich hasſen. Ach, wie könntst Geistes Kraft, du mich verlassen? Die nur zu guten Werken Lust, 3. Meine Seele betet: Stärke Willen und Vollbringen schafft, Mich, o Mittler! und du hörst. Laß meine Schwachheit stärken! Ruhe giebst du, und ich merke, Laß meine Fehler mich bereun, Daß du Kraft und Muth geIm wahren Glauben ftand- währst. Sei der Lüfte Weg haft sein, Und ihn durch auch breit, Schmal der Weg Werte zeigen! der Heiligkeit; Jener endigt 2. Otheurer Heiland, wie sich mit Beben, Dieser führt du mir Dein Vorbild selbst ge geben; So stärk' mich auch, und laß mich hier Beständig darnach leben! Dein Leiden hat mich Gott versühnt, lnd, was ich wünschen mag, verdient; Dies schenke mir aus Gnaden! zum ewgen Leben. Von der Heiligkeit der Christen. stärfer machen. In jeder Kümmerniß laß mich Bei dir, Herr, Zuflucht finden, Trost empfinden, Und dann zuletzt durch dich In allem überwinden! C.F. Neander. 4. Weicht nun, zweifelnde Gedanken: Werd' ich treu und standhaft sein? Werd' ich siegen oder wanken? Want' ich; wird mir Gott verzeihn? Mein versuchter Mittler giebt Hülfe jedem, der ihn liebt, Giebt mir heis lige Gedanken, Muth und Treue, nicht zu wanken. 3. A. Cramer. 3. D guter Geist, erneure mich Und wohn' in meiner Seele, Damit ich lebenslang durch dich, Nur Guts zu thun, erwähle! Gieb Kraft und lehre du mich nun Nach deinem Wohlgefallen Mel. Ich dank' dir schon durch it. thun Und gute Werke üben! 535. Heiligster! wen Mel. 3ion klagt mit Angst und zc. Und wen willst du belohnen? 534. As [ ch, die zweifelnden Wer wird sich ewig deiner freun Gedanken: Werd' Und ewig bei dir wohnen? ich treu und standhaft sein? 2. Der heilig vor dir lebt, Werd' ich siegen oder wanken? und thut, Was dein Gefeß Wank ich; wird Gott mir ihn lehret; Der, dessen Herz verzeihn? Dieser Zweifel sind rein ist und gut," Und sich sehr viel. Gott! sie suchen vom Bösen fehret; gar das Ziel Deines Rufes meinen Blicken zu verdunkeln, zu entrücken. 3. Der treu die Wahrheit liebt, und nicht mit seiner Zunge lüget; Der nie von andern liebe 23 354 Von der Heiligkeit der Christen. los spricht, Nie lästert, nie| ihn ehret, Und dreift zu jedem betrüget; Spötter spricht: Er ist mein Gott, ihn laß ich nicht; Er schenkt mir Heil und Leben! 4. Der den Geringen nicht verschmäht, Mit Fleiß ihn nie betrübet; Den graden Weg in allem geht, wie sich liebet; 3. Wohl dem, der Gottes Und jeden werthem Geist Sein Herz zur Wohnung giebet, Und ihn fühn durch seinen Wandel preist, 5. Der alle Laster verflucht, Flieht, die Gott Mit Sünden nie betrübet! widerstreben, Nur aber derer Wohl dem, der als ein from Freundschaft sucht, Die heilig vor ihm leben; mer Christ Auf seine Zucht aufmerkfam ift Und seiner Leis tung folget!.. 6. Der, was er schwur, stets heilig hält, Und nie unredlich 4. Wer sich nicht läßt durch schwöret; Der alles, was er Glück und Ruhm, Durch feine zusagt, hält, Auch dann, wenn seitle Freuden, Auch nicht durch er nicht schwöret; Noth und Märt'rerthum Von 7. Der nie zum Bucher Gottes Liebe scheiden; Wer, Geld verleiht, Nicht drückt weil die Luft der Welt vergeht, Der Nur das, was ewiglich besteht, Mit rechtem Eifer suchet;und drängt die Armen; den Verlaßnen Hülfe beut Aus heiligem Erbarmen; den nennt Gott sein, den will er belohnen; foll sich ewig seiner freun, Und ewig bei ihm wohnen! 5. Den fann fein trauriges 8. Wer das thut,- den, Geschick, Kein Schmerz zu Den, heftig drücken. Im Unglüd Der selbst wird ihn das Glüd, Daß Gott ihn liebt, entzücken. Er weiß es feft, der Herr, sein Gott, Wird ihn im Leben und im Tod 3u feiner Zeit verlassen. Nach Pfalm 15. Mel. Nun freut euch, lieben ic. 536. Wohl dem, der gottesfürchtig lebt, Den Weg der Tugend wandelt, Nicht den Gefeßen widerstrebt, Aufrichtig denkt und handelt; Der unentdeckt und vor der Welt Von Herzen Gottes Zeugniß hält, Weil er ihn findlich liebet! 2. Wohl dem, der Chrifto sich ergiebt; Gern lebt, wie er gelehret; hn liebt, weil er ihn erst geliebt; Als seinen Herrn 6. Auch wenn der Weltbau einst zerbricht, Darf er doch nicht erbeben. Dann hört er, daß sein Heiland spricht: Komm her, bei mir zu leben! Du sollst, wo ich bin, ewig sein, und ewig dich bei mir erfreun; Das hab ich dir versprochen. 7. Gieb, Herr, daß nichts in aller Welt Von dir mich jemals scheide! Nur das zu thun, was dir gefällt, Sei meine Lust und Freude! Dir, was ich hab' und Von der Heiligkeit der Christen. 355G bin, zu weihn, Soll meine größte| fromm zu sein; Der fest an Sorgfalt sein. Gieb du mir dem Guten hanget, Nicht dazu Gnadesnis C. v. Stöcken. bloß an des Guten Schein; Deffen Herz nichts mehr begehrt, Als was Gottes Ruhm ver537, Rommt, laßt euch den mehrt! Gott wird sein VerHeiland lehren; langen tillen Und den from Kommt und lernet allzumal, men Wunsch erfüllen. Welches die sind, die gehören 6. Selig, wer der Noth Zu der rechten Christen Zahl! des Armen Niemals fühllos Die im Glauben fest bestehn, sich entzieht, Ihm aus zärt Gottes Wege freudig gehnlichem Erbarmen Wohlzuthun Und den Heiland frei bekennen, sich froh bemüht, Und, wenn Dürfen sich die Seinen nennen. Ihm mit erscheint! er um Hülfe weint, Hülf und Trost Nie wird es so frommen Seelen Auch an Troft und Bei stand fehlen. 2. Selig, wer in Demuth le bet, Seine Schwachheit nie ver gißt, Nie sich selbst mit Stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, Und das Himmelreich ist sein. Die sich hier geringe schäßen, Wird Gott dort zu Ehren feßen. 3. Selig ist, wer seine Sünde Wehmuthsvoll vor Gott bereut, Und, damit er Gnade finde, Sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeihn Und zum Guten Kraft verleihn; lebet; Wer die Ruh' und Ein 8. Selig, wer in Frieden Auch soll er schon hier auf nigkeit zu erhalten sich bestre Erden, Mehr noch dort ges tröstet werden. sidedals bet, Und, wenn Feindschaft, Haß und Streit Seiner Brü der Glück zerstört, Sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Friedensstifter will Gott schäßen, Sie zu seinen Kindern seßen. ndus Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 7. Selig ist, wer sich bemühet, Züchtig, keusch und rein zu sein; er der Wolluft Nege fliehet, Ganz dem Himmel sich zu weihn! Die der Lockung dieser Welt, Und dem, was dem Fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden Gottes Antlig sehen. 4. Selig ist, wer Sanftmuth bet, Seinem Feinde niemals flucht, Seine Fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen fucht, Ruhig seine Pflicht voll9. Selig, wer um Chrifti wilbringt, und fein eigen Herz len Leidet, und sich dessen freut, bezwingt! Gott wird selbst Seine Pflicht treu zu erfüllen, fich sein annehmen, Daß sich Selbst den Märt'rertod nicht seine Feinde schämen. scheut! Diesem steht Gott mäch 5. Selig ist, der nichts tig bei, Und will ihn für ſeine verlanget, Als gerecht und Treu Einst mit unverwellten 23* 356 Von den Pflichten gegen Gott. Kronen Auf das herrlichste be-| 11. Daß ich Armen helf und lohnen. diene, Immer hab' ein reines Herz, Die in Feindschaft stehn, versühne, Dir anhang' in Freud' und Schmerz! Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn, Und durch deines Geistes Stärfe Mich 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Aufgerader Tugendbahn, Daß ich dieser Seligkeiten Hier und dort mich freuen fann! Gieb, daß ich demüthig sei, Meine Schuld vor dir bereu', Die Ge rechtigkeit stets liebe, Auch an befleiße guter Werke! Feinden Sanftmuth übe! 3. Heermann. Von den Pflichten gegen Gott. 1. Von der Erkenntniß Gottes. wie so väterlich Du uns auf Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. tausend Wegen Mit Luft und Heil begegnest. 538. Dich, Dich mein Schöpfer bist, Dich, den ich findlich ehre, Dich richtig zu erkennen, ist Des Christen Lust und Ehre. Stets seliger durch dich zu sein, Dich immer mehr zu lieben, Sich deiner immer mehr zu freun, Muß er sich täglich üben, Von dir stets mehr zu lernen. 2. Wir können uns zu dir auch hier Schon immer höher schwingen. Zwar schwach sind wir; jedoch mit dir Soll uns dies Werk gelingen. Nur laß uns auf den Unterricht Von dir und deinen Werken, Und auf der Offenbarung Licht Getreu und forschend merfen, Damit wir weiser werden. 5. Was er nicht faßt, ver wirft er nicht, Empört sich nicht dawider, Und, wo er zweifelt, sucht er Licht, Fragt seine weis sern Brüder, Fragt seine Lehrer, harrt und schweigt, Daß er nicht frevelnd richte, Was er nicht einsieht, überzeugt, Im Dun feln, wie im Lichte, Seift du gleich groß und herrlich. 6. Wie liebt er dein Wort nicht, 3. Nur Sünder geben, Herr, o Herr! Das Spötter gleichwohl nicht Acht, Wie du dich uns hassen. Er ehrt's, und täglich verklärest; Mit welcher Weis- trebet er, Ganz dessen Sinn heit, Huld und Macht. Du zu faffen. Und zeiget es ihm uns erhältst und nährest; Wie deinen Sohn Und deiner Liebe alles, schön geordnet, sich zum Thaten, Der Seelen Werth, der allgemeinen Segen Vereinigt; Tugend Lohn, Die Ernte ihrer 4. Wer fromm und gut ist, sieht's erfreut, Sieht täglich mehr Beweise Von deiner Größ' und Herrlichkeit Zu deinem Ruhm und Preise. Zum Lichte wird die Finsterniß, Die dich und deine Pfade Ihm oft verbirgt; er wird gewiß, Daß Herrlichkeit und Gnade Stets deine Werke frönen. Von der Erkenntniß Gottes. 357 Saaten; Was fühlt er dann| einziger Gedanke! Herr! ich für Freuden! schmachte, Dich recht zu kennen, und nach deinen Lehren Dich zu verehren. 7. Wenn Morgenröth' ihm daß verspricht, So viele Freud' und Wonne; Was wird der Tag einst sein! welch Licht Dereiñst die volle Sonne! Wie theuer 3. Was ist im Himmel, Höchster! was auf Erden, Das so, wie du, verdient, gefannt zu sind ihm dann, o Herr, Nicht werden? Nichts ist, das meinen deines Worts Gefeße! Viel theurer Gott! viel herrlicher, Als aller Reiche Shape, Als jedes Glück der Erde. Durst nach Heil so stille, Herr! als dein Wille. 8. So wird er stets erleuchteter, Von Vorurtheilen freier, Zum Guten immer williger, Standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt Mehr Freudigkeit im Leiden, Giebt, weil er brünstiger dich liebt, Mehr Trost und größre Freuden, Selbst in der Angst des Todes. 9. Laß denn von heiliger Begier Und Sehnsucht mich entbrennen, Dich, Gott, und deinen Sohn schon hier Stets besser zu erkennen, Daß ich, von jedem Wahne frei, Dich immer treuer liebe, Dir immer mehr gehorfam fei, Und täglich mehr mich übe, Dich würdig zu erheben! 3. A. Cramer. 4. Dich fennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; So willst du doch, wenn wir dein Licht nicht haffen, Dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke. Auch hast du uns, dafür sei hoch gepriesen! Selbst unterwiesen! S. llnd immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, Und dann den Weg, den sie uns führen follen, Nur wandeln wollen. Mel. Herzliebster Jesu, was bast ic. 539. W enn sich, o Gott! 7. Zu diesem, mir so seligen Geschäfte Erheb' und stärke meine Seelenfräfte! Gieb, wenn ich dich in deinem Worte höre, Daß nichts mich störe! 8. Ach! mein Verstand ist träg', ist leicht zerstreuet. Wenn er mit Ernst an dich zu denken scheuet; Irrt er von dir, eh' ich es inne werde, Zurück zur Erde. mein Geist zu 9. Auch Stolz täuscht ihn oft, macht ihn leicht vermessen, Verführt ihn, seine Grenzen zu vergessen, Will mehr, ats deine Lehren und vergönnen, Von dir erkennen. dir erhebet, Dich suchet, dich zu finden sich bestreber; So muß er nicht an Eitelkeiten denken; Dich muß er denfen. 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, Mein 10. O, lehre mich, dich im 358 Von den Pflichten gegen Gott. mer besser kennen! Laß täglich jich thu' mit allem Fleiß, Was mich von Liebe mehr entbrennen, ich von deinem Willen weiß! Dir gern gehorchen, fröhlich dich 6. Was hilft das richtigste erheben llnd ganz dir leben! Erkenntniß, Wenn's nicht zu hid Jammici 3. A. Cramer. deiner Liebe treibt? Was 402\ ust/ 3 tue nügt ein aufgeklärt Verständnis, Mel. Wer nur den lieben Gott c. Wenn doch das Herz noch böse 540. Mein Gott! du woh bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, Und daß mein Glaube thätig sei! neft zwar im Lichte, Wohin tein sterblich Auge dringt; Doch giebst du uns zum Unterrichte Dein Wort, das Licht und Kenntniß bringt, Was du, du Allerhöchster! bist, Und deine Absicht mit uns ist. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden Des wahren Trostes Quelle sein, Um mich, wenn Leib und Seele scheiden, Des bessern Lebens zu erfreun! Da irr' und wank' ich weiter nicht, und sehe dich in hellem Licht. B. Schmolck. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein Licht im dunkeln Ort, Und, wenn ich ernstlich es betrachte, Mel. Von Gott will ich nicht lassen. So hilf selbſt meinem Forschen 541. An dich, mein Gott fort! Für deiner Wahrheit hellen Schein Laß Aug' und Ohr stets offen sein! bis zu denken, Pflicht und Trost für mich; Wenn Sorg' und Gram mich fränken, So sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, Dann fliehn die bangen Sorgen, Wie Nebel vor dem Morgen, Und Ruh' erfüllt mein Herz. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, Das mich zur wahren Weisheit führt, Damit fein falscher Wahn mir raube, Was mir ein ewigs Heil gebiert! Kein Spöttergeist verführe mich, Kein Zweifel sei mir hinderlich! 2. Denk ich an deine Liebe, 4. Das ist der Weg zum Wie werd' ich dann erfreut! ewgen Leben, Daß wir, o Dann fühl sich neue Triebe, Bater! dich und den, Den Aus Dankbeflissenheit Mein du zum Heil uns hast gegeben, Herz dir ganz zu weihn, Dich Erkennen, lieben und erhöhn. freudig zu erheben, Zur Ehre O, führe du auf dieser Bahn dir zu leben, Vör Sünden GGG Mich selbst durch deine Wahr- mich zu scheu'n. heit an! 3. Du gabst mir aus Erbar 5. Vor allem gieb, daß stets men Den Sohn, der für mich lebendig, Gott, dein Erkenntniß starb, Und großmuthvoll mir bei mir sei, Und daß ich darnach Armen Die Seligkeit erwarb. dir beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weiß'! Gieb, daß D, welchein Glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird Von der Furcht Gottes. mein Herz so rege, Dir ewig| scheu'n! Denn wer noch Lust treu zu sein! 4. Mit hoffendem Gemüthe Denk ich an deine Treu', Und harre deiner Güte; Sie ist mir täglich neu. Du unterstüßest mich. Auch wenn ich Schweiß vergieße, Wird mir die Arbeit füße, Seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein ge denken! Die Welt mag immerhin Ihr Herz auf's Eitle lenken; Wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott; Dies bringt mir wahre Freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein Troft im Tod. 6. Drum will ich an Gott denken, So lang ich denken fann. Wird man in's Grab mich senken, So geh' ich zwar die Bahn, Da mich die Welt vergißt; Doch du, Herr! denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner Mein eingedent mehr ist. B. Schmolck. 062 359 2. Von der Furcht Gottes. Mel. Wer n nur den lieben Gott c. 542. Vor dir, o Gott! ſich findlich scheuen, Ist unser Glück und unsre Pflicht. Kein Mensch fann deiner Huld sich freuen, Scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirke, Vater, selbst in mir Durch deinen Geist die Furcht vor dir! 2. In allem, was ich thu' und denke, Laß, Herr, das meine Weisheit sein, Daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, Vor jeder Sünde mich zu zur Sünde hat, Der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das zu thun vor dir mich schäme, Was dir, mein Gott, zuwider ist! Der Beifall einer ganzen Welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, Und wirke steten Ernst in mir, Mein Leben deinem Dienst zu weihen, Daß ich die Gnade nicht verlier', Die mich von dem verdienten Fluch Befreit und stets noch liebreich trug! 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern Mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewige Glück erschüttern; So laß mich in der Gnadenzeit Mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, Mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen Vor dir zu haben forgsam sei, 11nd mache von den Hindernissen Der wahren Tugend ſelbst mich frei! Nie ſtör mich Furcht und Lust der Welt, Das gern zu thun, was dir gefällt! 7. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, lind überall, wo ich auch sei, Nach deiner Vorschrift redlich handeln, Entfernt von aller Heuchelei! Wer dich von Herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater! werth. 8. In dieser Furcht laß mich einst sterben! So schreckt mich weder Tod noch Grab. So werd' ich jenes Leben erben, Wozu Von den Pflichten gegen Gott. 360 für mich dein Sohn sich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein; Ihr Lohn wird groß im Himmel sein. B. Schmolck. dich die Furcht des Herrn, Auch dies thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Vers achtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst; Die Furcht des Herrn wird dich illst du der Weiß- schon stärken, Daß du die Welt Wer Gott, verachten lernst. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 543. Wheit Quelle fen nen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weif' und klug zu nennen, Der alle seine Pflichten gern, Weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich kein Mensch ihn dazu zwingt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, Giebt Kraft und Muth und Freudigkeit, Wenn uns der Menschen stolzes 2. Lern Gottes Größe recht Dräuen, Was Gott mißfällt, empfinden, Und fühle deine Nich- zu thun gebeut. Ist Gott tigkeit! So wirst du nie dich mein Schuß, mein Heil und unterwinden, Mit thörichter Licht; So bebe ich vor MenVerwegenheit Zu tadeln, was schen nicht. sein Rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, So wird dir keine Pflicht zur Last; Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten That. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, Auf dich, den Höchsten, stets zu sehn! Laß sie mich zu der Weisheit führen! So werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets findlich scheut! Dich fürchten, Gott! ist Seligkeit! 6. J. Bollikofer. Mel. Mein Jesus lebt! was ut. 4. Wenn Nacht und Dunfels 544. W er feine Furcht heit dich decken, Die Sündern vor Menschen oftmals Muth verleihn; Wird achtet, Wer vor der Sünder Zorn dich die Furcht des Herrn er nicht zagt, Ihr Lob und ihren wecken, Auch dann, was Un- Spott verachtet, Und alles für recht ist, zu scheu'n. Denk' nur: die Tugend wagt; Wie groß, Vor seinem Angesicht Ist Fin- wie liebenswürdig ist sterniß wie Mittagslicht! nicht dieser Held, der wahre Christ! dem Höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 5. Den Höchsten öffentlich ver- 2. Er bleibet unter Gottes ehren Sowohl, als in der Ein- Schirme, Froh, ruhig und voll samkeit, Auf des Gewissens Zuversicht; Er fürchtet, wenn Stimme hören, Und willig thun, auch Blizß und Stürme Ihn was er gebeut; Auch dies lehrt überall bedrohn, sich nicht. Er 361 8. So will ich denn, so lang" ich lebe, Dich fürchten, Gott! damit ich einst Vor dir, Allmächtiger! nicht bebe, Wenn du nun zum Gericht erscheinst. Wer dich nur scheut, den schreckt Das selbst nicht Die Ewigkeit und llnd dein Gericht. 3. A. Cramer. Von der furcht Gottes. traut auf Gott, und wo ist| dann Ein Wejen, das ihn schrecken kann? 3. Nur, seinem Gott zu wis derstreben, Daß fürchtet er, und das allein; Stets, wie Gott ihm gebeut, zu leben, läßt er seine Sorge sein, so gesinnt, erbebt der Christ Vor nichts, was andern furcht- Mel. Wo Gott, der Herr, nicht ic. bar ist. 545. Laß doch in meines 4. Er fürchtet selbst der Erde Götter, Wenn sie der Tugend feind sind, nicht; Denn größer ist sein Schuß und Retter, Gott, seines Herzens Zuversicht. Wer den nicht mehr, als Menschen ehrt, Ist seiner Hülf' und Huld nicht werth. Herzens Grund, Gott, deine Furcht stets wohnen! So werd' ich auch mit meinem Mund, Herr! deines Namens schonen, Und nicht durch Fluchen ihn entehrn, Nicht aus gewohntem Leichtsinn schwörn, Nie deinen Namen lästern. 5. Verfolgt ein Feind sein Glück, sein Leben, Zieht List ihn in sein Neß hinein; Was kann der Christ? er fann vergeben, Kann lieben, ähnlich Gott zu sein, 2. Groß, majestätisch ist der Herr. Im Himmel und auf Erden Soll seines großen Namens Ehr' Erfannt von allen werden. Wer seines Namens Kann seiner Heiligkeit Durch Lästrung, Fluch und Schwur entweiht, Den treffen seine Strafen. Hasser Tücke sehn, Und doch für sie um Gnade flehn. 6. Wird ihm der Menschen Lob entriffen, Wie leicht erträgt er Schmach und Spott! 3.0, wehe dem verwegnen Mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größ Was ist sein Trost? ein gut ten Leichtsinn fund, Der so Gewissen! Wo hat und Ruhm? Bei Ein Neid, der dieses nicht stört, Ist feines Christen Thränen werth. er Lob den Herrn entehret. Wer oft Gott! so schwöret, fündigt oft, Und Glück wird nicht selten unverhofft Zur Strafe hingeraffet. 4. Herr, laß voll Ehrerbies tigkeit Uns deiner stets gedenfen! Wer deinen Namen findlich scheut, Wird seine Zunge lenken, Daß sie sich nicht zum Fluch und Schwur, Daß sie zu deiner Ehr' sich nur Nach deinem Willen rege. J. H. hävecker. 7. Er hütet sich in quten Tagen Vor Ulebermuth und Eitelkeit, Und wenn es stürmt, vor allen Klagen Muthloser Unzufriedenheit, Gewiß, daß alles, was ihn fränkt, Sein Gott zu seinem Besten lenft. 362 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott zc.[ Mund gered't. Gott sieht, Gott 546. Mein Herz haft bil- hört, Gott ist um mich! Dies, lig alle Sünden dich! Und alle Bosheit, die man übt; 7. Herr, präge deines NaDoch ist faum eine sonst zu mens Ehre Tief, tief in aller finden, Die meinen Geist so Seelen ein, Daß man nicht ſehr betrübt, Als wenn ich wider Gottes Ehr' Die frechen Flucher toben hör. freche Flucher höre, Die deine Majestät nicht scheu'n! O, mach' dich ihren Herzen fund! So 2. Sind alle Laster ein Ver- geht fein Fluch aus ihrem brechen, So ist das Fluchen Mund. J. Hübner. like mor10 1 zwiefach mehr. Der Herr muß10 19 diese Sünde rächen; Dies, dies 3. Dom Eide. erfordert seine Ehr'. O, wie Mel. Wer nur den lieben Gott ut. Naabscheulich greifet man Durch 547. Wer bei dem Sta an! men Gottes 3. Die Wollust macht dem schwöret, Und das doch, was Fleisch Ergößen, Gestohlen Brod| er schwöret, bricht, Der ist ein schmeckt anfangs gut, Der Frevler, er entehret Den Gott der Wahrheit und kann nicht Zu ihm als seinem Vater flehn, Nicht hier, nicht dort sich glück lich sehn. Geizige hat Lust an Schäßen, Der Stolze lacht in hohem Muth. Manch andres Laster fißelt hier; Was aber schafft das Fluchen dir? $ 32 2. Wir sollen stets nach Gottes Willen Die Wahrheit lie ben, so wie er, Und was sie fordert, gern erfüllen, Fiel' es auch Fleisch und Blut gleich schwer. Drum wird, so wahr Gott Wahrheit liebt, Rein Meineid ungestraft verübt. 4. Gewinnt durch Fluchen deine Ehre? Meinst du, das Fluchen stehe wohl? Denkst du, daß es dein Ansehn mehre? Glaubst du, daß man dich fürchten soll? Ver nünftige verachten dich. Dein Rafen nur ist fürchterlich. 15. Dem Gottesfürchtgen macht 3. Wie kann der Mensch sich es Schmerzen, Wenn er dein unterstehen, Bei Gott, der alles freches Fluchen hört. Er seufzt steht und hört, Den Nächsten zu Gott aus frommem Herzen, fred zu hintergehen, Indem Daß so sein Name wird ent- er falsch und trüglich schwört? ehrt. Es kommt viel Aerger- Vor Gottes heiligem Gericht niß durch dich. Weh' dir! Besteht ein solcher Frevler nicht. ach, weh' dir ewiglich! 4. Wo er vor Menschen sicher 6. O, lerne deine Zunge zwin- wäre. Da findet ihn doch Gottes gen; Bedenke Gottes Majestär! Hand, Selbst an den Ufern ferner Einst wird er vor's Gerichte brin Meere. Vor Gottes Zorn schüßt gen, Was hier des Fluchers wederStand, Schüßztweder Ehre, Dom Eide, 4 363 Macht und Geld, Noch auch| Des Schwurs Gewicht, daß die Gunst der ganzen Welt. Schauder doch In solches 5. Drum will ich, soll ich was Schwörers Seele noch Zu betheuern, Mit Ernst bedenken, rechter Zeit entstände! Daß er was ich thu', Und den Gedanken abwöge in der Zeit Das Wohl oft erneuern: Des Eides Rich- und Weh' der Ewigkeit! ter, Gott, bist du! Siehst meines Herzens Innerstes, Prüfft es genau und richtest es. zur Besserung Nicht mehr mit Kraft beleben, Der bei dem Eidschwur Lügen spricht, Und seine Eidsversprechung bricht. 4. Dem, der falsch schwört, soll, Gott! dein Wort Kein Licht zum Leben sein hinfort; 6. So hilf mir denn, daß Trost soll's ihm nicht mehr ich voll Treue So, wie ich geben. Den soll dein Geist schwöre, dent' und thu', Und der Heiligung Zur Buße und deinen großen Namen scheue Zu deiner Ehr und meiner Ruh'! Wer fälschlich schwört, fommt in's Gericht; Der Redliche, der Fromme nicht. 3. 3.£. Junkheim. 5. Er traut vielleicht auf Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Christi Tod, Und hoffet in der Pie können Men legten Noth Noch Trost darin schen, Staub von zu finden. Doch that er darStaub, Früh oder spät des auf nicht Verzicht? Wie fann Todes Raub, Doch stehn mit er denn mit 3uversicht Sein faltem Blute An Stätten der Heil noch darauf gründen? Was Gerechtigkeit, Und schwören bleibet dem Elenden doch Für Gott dem Herrn den Eid Mit Zuversicht im Tode noch? leichtem Sinn und Muthe? O Gott! wer noch Gefühl hat, bebt, Wenn er die Hand zum Schwur aufhebt. 548. 6. Groß ist Erbarmung zwar bei dir; Groß deine Gnade, Gott! doch wir, Wir können's nicht ergründen, Ob auch nach 2. Wer schwöret, ach, der deiner Heiligkeit Meineidge fordert dich, Gerechter Gott! wie in der Gnadenzeit Leicht Gnade fürchterlich! Zum Zeugen und dürften finden? Verscherzt ist zum Rächer, Dich, der bis in ihre Freudigkeit, Und nah' die tiefste Höll Verdammen die bange Ewigkeit. kann mit Leib und Seel Die 7. O Gott! wer dringt in Frevler und Verbrecher. Und dein Gericht? Doch zweifeln ach, der Mensch, der Wurm, wir, Erbarmer! nicht, Daß noch ſelbst spricht: Gott, schwör' ich ein Strahl der Gnade Auf falsch, so bilf mir nicht! solches Frevlers Seele fällt. Ach, 3. Er spricht; ach, welch büßte er doch in der Welt! Ach, ein schrecklich Wort! So würde doch der Schade, Den wahr mir helfe Gottes Wort! falscher Eid gestiftet hat, Von Ach, daß er schwer empfände ihm ersetzet in der That! 364 Von den Pflichten gegen Gott. 8. Regier' uns, gnadenreiz kann's heiligen und schmücken cher Gott, Daß wir nie ohne Und ewig durch sich selbst ers Pflicht und Noth Die Hand zum freun. Er kann es über allen Schwur aufheben, Und nie, Schmerz Erheben; ogieb ihm Stret mi chy dein Herz! um allen Preis der Welt, Das, was der Himmel aufbehält, 4. Bei ihm ist Celigkeit die Durch Schwur verloren geben! Fülle; Und die, die er dir ge Was hilft der ganzen Welt ben kann, Beut dir sein väter Gewinn, Schwört man der licher Wille So liebevoll, so Seelen Heil dahin? freundlich an. D, welch ein Gott! wie väterlich, Mit wel chem Eifer liebt er dich! 9. Ja, ja! nein, nein! sei unser Wort. Hilf, Gott, daß wir an jedem Ort Der Wahr- 5. Ich seh' es, Vater! ich em heit sein beflissen! Was drüber pfinde Die Größe deiner Freunds ist, Fluch, Schwur und Eid, lichkeit; Denn du befreist mich Nüßt nicht, bringt Reu' und von der Sünde Durch deines manches Leid, Ulnd naget im Sohns Gerechtigkeit. Ich war Gewissen. Durch Wahrheit, vor deinem Angesicht Ein Gräul; Treu' und Redlichfeit Führ' doch du verwarfst mich nicht. uns zum Glück der Ewigkeit! H. Pape. 6. Du riefft, ich ging dir nicht entgegen; Du aber nah test dich zu mir, Du selbst mit allem deinen Segen, Und zogst mich väterlich zu dir. Wo ist ie ein Gott, wie du? wer ist So 549. W Gott nicht lieben, gut, als du, mein Vater! biſt? Der seinen eignen Sohn mir 7. Ja, dich will ich von gan giebt? Wie sollte ich mich nicht zem Herzen, O Vater! lieben; betrüben, Daß mein Herz ihn dich allein! Ich will im Glück, nicht stärker liebt? Was bringt ich will in Schmerzen Allein mehr Wonn', als diese Pflicht? mich deiner Liebe freun. Und Wie groß ist seine Liebe nicht! daß ich's fönne, schenke du Mir 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, Mein Vater und 8. Gieb, daß ich mich im mein Gott zu sein, Und noch Guten übe, Und heilig sei, weil ist mir kein Tag verflossen, du es bist! Gieb, daß ich außer Der nicht bezeugte: Gott ist dir nichts liebe, Als was auch Er ist so väterlich ge- dir gefällig ist! Verhaßt sei jede sinnt; Gieb ihm dein Herz! Sünde mir; Denn sie ist ja du bist sein Kind! Echwachen selbst die Kraft dazu! ein Gräul vor dir. 3. Gieb ihm dein Herz! wer 9. Bewahre mich auf deinem kann's beglücken? Wer selig Wege; Gieb, daß ich, brüder, machen? Er allein! Denn er lich gesinnt, Stets alle Menschen 4. Von der Liebe zu Gott. Mel. Mein Jesus lebt! was 2c. Von der Liebe zu Gott. 365 lieben möge! Denn jeder ist, wie| Die Schwachheit, Vater, nicht ich, dein Kind. Mein Herz ver zur Schuld! schließe sich ja nie Vor ihnen! denn auch du liebst fie. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermei den, Gefiel' es auch der ganzen Welt! Die fleinste Sünde selbst zu scheu'n, Laß, Vater, mich befliffen sein! 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rath bestimmt! Auch Trübfal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, Ges Mel. Wie lieblich ist, o Herr 2c. Vater 550. Du Menschenfinder, duldig trägt und weislich nüßt, Wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben! Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigfeit! B. Schmolck. 10. So müsſe mich fein Schmerz, kein Leiden Und keiner Freude Reiz, o Gott, Von dir und deiner Liebe scheiden; Kein Leben scheiden und fein Tod! Ich will dich lieben; dein allein Im Leben und im Tode sein. stoly 8. Schmolck. Der du die Liebe selber bist, Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist, Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, llnd so gefinnt zu sein mich übe, Wie du mir dazu Vorschrift giebst! Was dir gefällt, gefall auch mir; Nichts scheibe mich, mein Gott, von 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieser Welt, Und gieb, daß ich Ver leugnung übe, Wenn mir was Eitles noch gefällt! Wie? sollte ich die Creatur Dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen; So sieh auf meine Willigkeit, Und rechne mir nach deiner Huld Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. 551. Wo find' ich Gott meine Seele Weit über alles schäßt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, Und der allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen Gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine Wunder, Herr! beweisen, Wie un aussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr Glanz Mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 366 Von den Pflichten gegen Gott. 3. Ich sehe dich hier nur den Natur; So lernt' ich hier im Spiegel, Und bete dich schon, mich allein, Gott! deiin Schwachheit an. Ach, hätte ner Herrlichkeit erfreun. meine Seele Flügel, Sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! Wie würde sie sich dei ner freun! Wie selig, wie verherrlicht sein! istis 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem Gifer würd' ich mich, Dir, Vater, zu gefallen, üben! Wie felig würd ich bloß durch dich! Nun aber täuscht oft meinen Geist, Gleich Kindern, Land, 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones Mit deinen Engeln dich erhöhn, Könnt' ich im wenn er nur gleißt. Antlig deines Sohnes, Wie 10. Welch Elend, Vater! ich deine Seligen, dich sehn, Ich, empfinde Mein Elend; zeuch der ich hier faum stammeln mich mehr zu dir! Entkräfte kann; Welch hohes Loblied selbst die Macht der Sünde! stimmt' ich an! Dein Geist der Wahrheit wohn' 5. Mirmacht zwar jedes deiner| in mir, Damit ich vor der Werke, Mehr, als ich rühmen Täuscherei Der Sinnlichkeit kann, bekannt; Es zeigt mir gesichert seinado deiner Allmacht Stärke Und 11. Gieb, daß der Strahl deinen weisesten Verstand Und Gnade, die selbst Davids Lob Zu schwach, nie würdig g'nug, erhob. von deiner Wahrheit Mein Leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr 6. Noch heller scheint von Klarheit, Als hier an diesem allen Seiten In deinem Worte, Prüfungsort! Weit würdiger Gott! dein Licht; Doch Blend- preis ich dich dann, Ich, der werk schnöder Eitelkeiten Ver- ich hier faum stammeln fann. dunkeln mir da mein Gesicht. 13: A. Cramer. Was kann ich wissen, wenn dein Geist Nicht selbst von dir mich Mel. Jesu, meines Lebens Leben. unterweist? wenn in meinen 552. Quelle der Vollkom 7. Doch wenn in meinen menheiten, Gott, Finsternissen Er auch mein blö- mein Gott! wie lieb' ich dich, des Aug' erhellt; Was lern' ich, Und mit welchen Seligkeiten Gott! von dir? mein Wissen Sättigt deine Liebe mich! Seel Bleibt immer Stückwerk in der und Leib mag mir verschmach Welt. Ich suche dich, ich forsche ten, Hab' ich dich, werd' ich's nach, und bleibe, dich zu sehn, nicht achten; Mir wird deine zu schwach. Lieb' allein Mehr als Erd' und Himmel sein. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme In deinem Worte, hört' ich nur, Wie du verdienest, auf die Stimme Der dir lobsingen Wie getröstet, wie belebet Fühl 2. Denk' ich deiner, wie er hebet Meine Seele fich in mir! 367 Von der Freude an Gott. F ich mich, o Gott, von dir! Jeder 5. Von der Frende an Gatt. Blick auf deine Werke, Deine Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c freue mich, mein Güte, beine Stärfe, Wie ent- 553. Jott! in die; Du ledigt er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz! bift mein Trost; was ist, das 3. Flossen mir aus deiner mir In deiner Liebe fehle? Fülle, Gott! nicht tausend Du, Herr! bist mein, Und ich Gnaden zu? Daß ich ward, bin dein; Was mangelt mei das war dein Wille; Daß ner Seele? ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dankt dir, Vater! Vater! meine Seele, Danft dir, daß fie dich erkennt Und dich ihren Vater nennt. 2. Du hast mich von der Welt erwählt Und deinen Kin dern zugezählt; mag mich die Welt nun hassen! Du liebst mein Wohl, Bist gnadenvoll, Wirst nimmer mich verlassen. 3. 4. Du erlöstest vom Ver Du trägst mich lieb... derben Mich durch deinen reich mit Geduld, Vergiebst Sohn, o Gott! Ließest mir durch Christum meine Schuld, zum Heil ihn sterben; Mir Wenn ich aus Schwachheit zum Leben ward sein Tod. feble. An seinem Heil Giebst Auch ward mir das Glüc gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Stets von dir ge liebt zu sein. du mir Theil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährtste Freund, Der treu mit seinem Freund es meint; Wo find' ich. deines Gleichen? Du stehst mir bei Und bleibst mir treu, Ob Berg' und Hügel weichen. 5. Ach! von freier Huld getrieben, Hast du mich zuerst geliebt. Dich sollt ich nicht wie der lieben? Dich nicht, der mich ewig liebt? Könnt' ich ruhig wohl auf Erden, Könnt' ich ewig selig werden, Ohne täglich brünstiger Dich zu lieben, dich, o Herr? 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, Mein Fels unde Heil; drum frag ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Herr! ohne dich Ist nichts für mich), Das mir erfreulich werde. doch fehlt ihr noch. 6. Aber, wie ich mich auch 6. Du stärfst im Leiden meis übe, Dich zu lieben; bleibet nen Muth; Du bist mein Unvollkommen meine allerhöchstes Gut; In dir Liebe, Stärk und Inbrunst leb' ich zufrieden, Nie dort, nie hier, O Gott! von dir felbft auf Erden Heiliger und Und deiner Huld geschieden, starfer werden, Bis sie in der Seligkeit Deiner, Gott, allein man mir flucht; Und wer hier 7. Du segnest mich, wenn fidh freut! Histing B. Münter, mein Verderben sucht, Dem wird Aber laß sie 368 Von den Pflichten gegen Gott. es nicht gelingen. Mit deiner| Wort und That Unverdrossen Treu' Stehst du mir bei, Mich zu erfüllen, Und so trifft er hier zu dir zu bringen. alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft; Trag' geduldig die Be schwerden! Wenn du wohl ge litten hast, Wird dir ewge Freude werden, Und im Himmel hast du dann, Was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmold. 8. Du läßt mir's ewig wohl ergehn. Einft werd' ich dich noch näher sehn, Du Ursprung wahrer Freuden! Wer selig ist, Wie leicht vergißt Der dieses Lebens Leiden! 9. Noch hat's fein menschlich Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil Ist da mein Mel. Christus, der uns selig macht Theil. Das wird mir nie- 555. Deines Gottes freme rauben. S. Liscop. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. abe deine Lust am 554. Habe Herrn! Bei dem Herrn ist Luft und Leben, Und er wird- denn er giebt gern - Dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, Was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, Die in Weinen sich verfehret! Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, Findet stets auf seiner Bahn, Was ein Frommer wünschen kann. meine Seele! Sorget er nicht väterlich, Daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, Wenn Gefahren drauen? Ift's nicht Seligkeit und Pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott! ich hab' an dir, Was mein Herz begehret, Einen Vater, welcher mir, Was mir nüßt, gewähret, Der mich durch sein göttlich Wort Hier zum Guten lenfet, Und mit Himmelswonne dort Meine Seele tränfet. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott! Kindlich scheuend liebe, Und dann redlich dein 3. Lust an Gott erfüllt mit Gebot Und mit Freuden übe; Licht, Wenn man Gott im D, wie ist mir dann so wohl! Wort erkennet. Jeder freut sich Wie ist mein Gemüthe Selis seiner Pflicht, Wer von seiner ger Empfindung voll, Voll Liebe brennet. Lust an ihm von deiner Güte! gewährt uns dann, Was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nun Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, Sudhet ihn durch 4. Dann darf ich mit Zuvers sicht Nach dem Himmel blicken; Meine Leiden fühl ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit Wohnen mit Vom Gehorsam gegen Gott. 369 im Herzen, Trösten und erhöhn| Rüste selbst mich wider sie! Stärfe mich weit leber alle Schmerzen. meinen Glauben! Gieb mir dei5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen fann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth. Gabst du mir das Leben; Wirst 6. Vom Gehorsam gegen Gott. nen Geist, der mich Und mein Thun regiere, Daß ich mein Verträun auf dich Nimmermehr verliere! l B. Münter. du auch das, was mich nährt| Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Und erfreut, mir geben. ch 6. Jefus ift nach deinem Rath 556. bin, o Gott, dein Eigenthum; Auf In die Welt gekommen; Alle meine Missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, Glaub' an seine Leiden, Folg' ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des bessern Le bens, Himmlische Vollkommenheit! Such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, Und vollbracht mein Leiden; Ruft mein Mittler, Jesus Christ, Mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott! Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; Er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein Der Verwesung geben; Denn sie endigt meine Bein, Führt zum neuen Leben. ewig bin ich dein. Mein größtes Glück, mein wahrer Ruhm Ist, ewig dein zu sein. 2. Du gabst mir den vernünftzen Geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich die ganze Schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine Herrlichfeit; Zu ihrem Preise reizt mich hier Jedwede Tageszeit. 4. Und ich? ich sollte fühllos sein? Ich rühmte dich, Herr! nicht? Mein Leben deinem Ruhm zu weihn, Das ist auch meine Pflicht. 5. D, mache dieser Pflicht mich treu, So treu, als ich es soll! Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei Stets deiner Ehre voll! 9. Gieb mir nur, so lang' 6. Wer dich verehrt, hält ich hier In der Fremde walle, dein Gebot, Jhm ist es feine Das Bewußtsein, daß ich dir, Last; Drum gieb, daß ich Herr, mein Gott, gefalle! Diese gern thu', o Gott, Was du fanfte Freudigkeit, Die ich zu befohlen haſt! dir habe, Sei mein Heil in 7. Was du gebeutst, ist für uns dieser Zeit, Folge mir zum gut, Du willst nur unser Heil; Grabe! Wohl dem, der deinen Willen thut! Sein ist das beste Theil. 8. Schon hier schmeckt er, 24 10. Laß die Lust zur Sünde nie Dieses Heil mir rauben! 370 Von den Pflichten gegen Gott. dir zugethan, Im Herzen wahre| ser Würde werth, Die seinem Ruh', Und eilet auf gerader Dienst sich weihn. Bahn Getrost dem Himmel zu. 8. Dir sei denn, Gott! mein Herz geweiht; Ich bin dein Ei genthum. Gieb diesem Willen Festigkeit! Gehorsam sei mein Ruhm! G. J. Bollikofer. 9. Da mischt sich fernerhin kein Leid In seine Freuden ein. Laß, Höchster, diese Seligkeit Dereinst auch mich erfreun! 3. S. Diterich. Mel. Lasset uns mit Jesu ziehen. ott will ich bienen, 558. Gut und beilig ist 557. Gott ihm allein; Ich bin sein Eigenthum. Ich will mich seiner Rechte freun. Gehorsam sei mein Ruhm! dein Wille, Wie du selbst es bist, o Gott! Du gebeutst; in tiefer Stille Hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, Stehn um deinen Thron bereit, Freuen Deinen und gut Ist, was mir Gott sich der Seligkeit, gebeut! Wohl dem, der seinen Willen zu vollbringen. Nur Willen thut Und, gut zu sein, erfennt's oft nicht sich freut! Glück und seine 2. Wie heilig, wie gerecht Mel. Nun sich der Tag geendet hat. der Mensch Für sein Pflicht. 2. Dir gehorcht mit fanfter Wonne Deiner Geister zahllos Heer; Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und 4. Gott ist, wenn er Ge- Meer, Alles dienet deinem sebze giebt, Ein Vater; fein Willen; Alles, Höchster! was Tyrann. Er treibt uns, bloß du schufft, Eilt und drängt weil er uns liebt, Ihm gern sich, wenn du rufst, Dein Ge zu folgen an. bot stets zu erfüllen. Nur der 5. Leicht ist die Laft, und Mensch erfennt's oft nicht Für sanft sein Joch; Er stärkt uns fein Glück und seine Pflicht. selbst zum Lauf, Und straucheln oder fall'n wir doch, So hilft er selbst uns auf. 3. Stolz empört fich meine Seele Oftmals, Schöpfer! wider dich; Deine göttlichen 6. Er warnet, drohet und Befehle Wirft sie thöricht hin verheißt, Legt Heil und Tod uns ter sich; Läßt sich nicht von vor; Und ich, erweckt durch dir regieren. Klüglicher, nad seinen Geist, Verschlöff' ihm Wählt sie eine Herz und Ohr? Die sie foll zum 7. Wie fönnte der, der ihn nicht ehrt, Sich seiner Kindschaft freun? Die nur sind die ihrem Wahn, andre Bahn, Heile führen, Und geht mit verblend'tem Sinn Auf vers fehrten Wegen hin. 3. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in Noth; Nur das, was bös und schädlich ist, Verbeut uns unser Gott. Vom Gehorsam gegen Gott. 371 4. Gott, laß es uns doch em-| jedem Orte Das, was du ihr pfinden, Daß uns unser Herz befiehlst, beginnt. Viel mehr verführt, Und die eitle Luft der kommt mir, als Menschen, zu, Sünden Uns zuleßt den Tod Daß ich nach deinem Willen thu'. gebiert! Mach' uns deinen Wil- 4. Dein Sohn gehorchte dir len wichtig, Führ' auf deine so gerne; Ach, hilf, daß ich Bahn uns hin, Lehr' uns jeden auch immerdar Dir, Vater, Irrweg fliehn! Denn dein Weg so gehorchen lerne, Wie Jesus allein ist richtig. Mach' uns undir gehorsam war! Er, dir ge sern Pflichten treu, Daß der horsam bis zum Tod, Erfüllte, Wandel heilig sei. was dein Recht gebot. hu 5. So wird auch bei uns 5. Laß deine heiligen Ges auf Erden, Wie im Himmel, seße Mir immer gegenwärtig dein Gebot Dankbar ausge sein, Und gieb, daß ich sie richtet werden, Heiliger und nie verlege, Und findlich fürchte, großer Gott! Alle Werke dei was sie dräun! Wie schwer ner Hände Werden unterthan es meinem Fleisch auch deucht; dir sein, Alle deiner Huld sich Dein Joch ist sanft, die Laft freun Bis an deiner Schöpfung ist leicht. Ende; Denn wer deinen Willen thut, Hat allein es ewig gut. B. Münter. 6. Ach, schreib' du selber dein Geseße Durch deinen Geist in meinen Sinn, Daß ich nie deinen Bund verlege, Noch Mel. O Gott des Himmels und ic. sonsten ungehorsam bin! Gieb 559. Gott! deinen heilium Gehorsam Freudigkeit! gen Befehlen Will Tilg' alle Widerseßlichkeit! ich, dein Kind, gehorsam sein; Laß mich das beste Theil er wählen, Und gern mich deinem Dienste weihn! Gett, dein Ge fez ist recht und gut; Wohl dem, der deinen Willen thut! 2. Gehorsam ist die beste Gabe, Die dein Geschöpf dir opfern fann. Wenn ich ihn dir ge opfert habe, Welch eine Freud' empfind' ich dann! Nur muß ich, dir zum Preis und Dant, Aus Lieb' es thun, und nicht aus Zwang. 7. Sobald ich deine Stimme höre; So mache Leib und Geist bereit, Daß ich mit Folgsamfeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, Ich soll zugleich auch Thäter sein. 8. Will mich die böse Welt verleiten, Daß ich dir unge horsam sei, So laß mich, Herr, dawider streiten, Und mach' mich deinem Willen treu! Wer Menschen mehr, als dir, schlecht gesorgt. gehorcht, Hat für sein Bestes 3. Ich sehe, wie nach deinem Worte Dir Wind und Meer gehorsam sind, Und die Natur an ich leide, Ein Herz, das dir ge 9. Und endlich gieb auch, wenn 24* 372 Von den Pflichten gegen Gott. horsam sei! Es wohne mir dein| Geduldig, ohne Heuchelei; So Geist der Freude mit Trost züm fommt er, eh' wir's uns verfrohen Dulden bei! Ein Kind, fehn, Und lässet uns viel Guts das deine Ruthe füßt, Erfährt geschehn. es, daß du Vater bist. 10. Wenn ich mich im Gehorsam übe, So weiß ich, Vater! daß ich dich Aus allen meinen Kräften lieve; Und thu' ich das, liebst du auch mich, lind den Gehorsam in der Zeit Belohnest du in Ewigkeit. 5. Denf' nicht in deiner Drangsalshize, Daß du von Gott vergessen seist; Daß ihm nur der im Schooße size, Den alle Welt für glücklich preift! Die Zukunft ändert oft sehr viel, Und seßet jeglichem sein Ziel. B. Schmolck. 7. Dom Vertrauen auf Gott. Eigene Melodie. 560. W er nur den lieben 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, Und seiner Allmacht gilt es gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß, und reich. Er Gott läst wal ist's allein, der jedermann Bald ten Und hoffet auf ihn allezeit, stürzen, bald erheben kann. Den wird er wunderbar erhal- 7. Sing', bet und geh' auf ten In aller Noth und Trau- Gottes Wegen, Sei immer dei rigkeit. Wer Gott, dem Aller höchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. ner Pflicht getreu, Trau' ihm und seinem reichen Segen! So wird er täglich bei dir neu. Wer findlich seine Zuversicht Auf Gott seßt, den verläßt er nicht. 6. Neumark. 2. Was helfen uns die schwe. ren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Mel. Gott des Himmels und der ut. ste Wir machen unser Kreuz und 561. Meine Hoffnung f Leid größer durch die Traurigkeit. du lebendger Gott! Du bist 3. In Gott sei deine Seele doch der Allerbeste, Deffen Hülfe stille, Mit seinem weisen Rath vergnügt, llnd warte, was sein guter Wille Zu deinem Wohl ergehn verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. mich in Noth Recht erfreun fann; du allein Sollst stets meine Zuflucht sein. 2. Auf wen fönnt' ich sonst auch trauen? Auf ein schwa hes Menschenfind? Kann man feste 4. Er kennt die rechten Freu- Schlösser bauen In die Luft denstunden, Weiß, wann ein und in den Wind? Was wir Glück uns nüßlich sei. Wenn sehen, muß vergehn; Menschen er uns nur hat treu erfunden, gunst fann nicht bestehn. Vom Vertrauen auf Gott. 373 3. Aber deine Güte währet| friedenheit In seinem Rathschluß Immer und in Ewigkeit. Sie fassen. Dir, Gott! befehl' Ich allein ist's, die uns nähret, Selbst meine Seel' In meinen legten zu jeder Jahreszeit. Wonne Stunden. Dein Sohn, o Gott! strömt sie auf uns zu, D, wie Hat Grab und Tod Für mich) huldreich, Gott, bist du! auch überwunden. 4. Was uns nüßt, das giebst du reichlich, Oft sogar lleberfluß. Deine Lieb' ist un- Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 2. enn MenschenAlbrecht, Markgr. 2. Brandenburg. imisar m vergleichlich, Wie ein milder 563. Whülfe dir geRegenguß. Uns ernähret Luft und Erd'. Ist der Sünder deß bricht, So hoff' auf Gott, und wohl werth? 5. Dank sei, Vater, deiner Treue, Die so liebreich sorgt und wacht! Sei, o Seele, stets auf's neue Auf des Höchsten Preis bedacht! Groß von Rath sein! und groß von That Ist, der der Freund, Der's immer treu zage nicht! Wenn niemand hilft, so hilft doch er; Mit ihm ist keine Last zu schwer. no2. Laß nie der Menschen Gunst allein Dein einziges Vertrauen Denn ach, wie selten ist dich erschaffen hat. 3. Neander. und redlich meint! Eigene Melodie. ON 562. Was mein Gottwill, gescheh' allzeit! Er wählt doch stets das Beste. 3u helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feste. Gr hilft aus Noth, Der treue Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, Feft auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Er, mein Troft, meine Zuversicht, Giebt Hoffnung, Freud' und Leben. Drum, was Selbst er will, dem will ich nicht Stürm' im Meere ruhn, wenn Mißtrauisch widerstreben. Sein er Nur spricht: Nicht weiter, Wort ist wahr; Er hat mein als hieher! Haar Auf meinem Haupt ge 6. Es geht docb, wie es zählet. Er sorgt und wacht, ihm gefällt, Was sich ihm Und seine Macht Giebt, was auch entgegen stellt. Laß ihn mir Gutes fehlet.note nur herrschen, wie er will! Hoff du auf ihn, und halt 3. Selbst wenn sein Wille mir gebeut, Das Leben zu ver- ihm ftill! lassen, Will ich mich mit Zu3. Ist seine Lieb' auch ohn' Betrug; Hat sie denn Licht und Macht genug? Entreißt nicht oft ein Augenblick JIhm, deinem Freunde selbst, das Glück? 4. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott! Der rettet dich aus jeder Noth. Er sei dein Freund! denn er allein Kann stets, fann überall erfreun. 10 5. Wenn er dich liebt, so ist dein Feind Ohnmächtig, er's auch nicht scheint. Auton Ulrich, Herzog z. Br.- Lüneb. 374 Von den Pflichten gegen Gott. Eigene Melodie. 6. Mag doch die Welt verges on Gott will ich hen Mit ihrer Lust und Pracht! 564. Von nicht lassen; Ver- Das Glück bleibt ewig stehen, läßt er mich doch nicht. Im Das Gott mir zugedacht. Einft Kummer mich zu fassen, Giebt schließt sich zwar mein Lauf: er mir Kraft und Licht. Er Doch, wenn ich nun im Grabe steht mir hülfreich bet. Mit Genug geschlummert habe, Wedt jedem neuen Morgen Weiß er er mich wieder auf. mich zu versorgen, Ich sei auch, 7. Die Seel' ist unverloren wo ich sei. Ca In Gottes Vaterhand; Der Leib wird neu geboren Zum bessern Vaterland. Wie felig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 2. Wenn Menschengunst und Liebe In Kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll Mitleidstriebe, Er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Noth, Hilft von der Sünden Banden, Befreit von ihren Schanden, Ist bei mir selbst im Tod. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel' Leiden dieser Zeit, Wie ich's auch oft verschulde; Kommt doch die Ewigkeit. Von Freude ist sie voll, Die, da ich Christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Auch mein Theil werden soll. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, Auch in der schwersten Zeit, Auf seine Hülfe bauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt! mode 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nüßlich ist. Gut meint er's mit uns allen; Er gab uns Jesum Christ. er so viel gethan; uns auch gewähren, sern Leib ernähren, erfreuen fann. Mel. Was Gott thut, das ist*. 5. Lobt ihn mit Herz und 565. Gott! bu bist me Munde, der beidu meine Mein des schenkt! Zuversicht, Gesegnet ist die einziger Troft im Leben. Darin man sein 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat. Aus seines Sohnes Fülle Empfahn wir Gnad' um Gnad'. Er giebt uns seinen Geist, Damit Hat der uns regiere, Die Bahn Wird er zum Leben führe. Hoch sei Was un der Herr gepreist!. Helmbold. Den Geist So Stunde, gedenkt. braucht man recht die Zeit! Wir sollen ja auf Erden In ihm schon selig werden, Noch mehr in Ewigkeit. Den fehlt es nie an Trost und Licht, Der sich dir hat ergeben. Du bist sein Gott; Auf dein Gebot Wird seine Seele stille, Und ihm gefällt dein Wille. 2. Wer wollte dir, Herr! Vom Vertrauen auf Gott. 375 nicht vertraun? Du bist der| Du weißt, was meinem Wohl Schwachen Stärke. Die Au- gedricht, Wenn ich mich sorgen, welche auf dich schaun, gend quäle. Wer wollte sich Sehn deine Wunderwerke. Herr, Nicht ganz auf dich, Allmächgroß von Rath, Und stark tiger! verlassen, und sich im von That! Mit gnadenvollen Kummer fassen? Händen Wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen. Du läßt ihn, wenn ihn Tod umgiebt, Doch deinen Trost genieBen. Des Frommen Herz Wird frei vom Schmerz; Der Sünder eitles Dichten Weißt du, Herr! ju zernichten. tinda 8. In deine Hand befehl' ich mich, Mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich traue, Bis ich dein Antlig schaue! C. C. Sturm. Mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. 4. Drum hoff, o Seele, hoff 566. Sei zufrieden, mein Gemüthe! ist auf Des verschwindet, Da der Gerechte in der Noth Hülf' und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held; Er steht, wenn jene zittern, Wie Fels in Un gewittern. qut; Was er thut Ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, Groß von Rath, Wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, 5. Wirf nicht die große Hoffpreisen Seine Macht; Tag und nung hin, Die dir dein Glaube Nacht Müssen fie beweisen. reichet! Wel' denen, die zu Men Sonn' und Mond sind laute Zeuschen fliehn! Weh' dem, der von gen. Was sich regt Und bewegt, Gott weichet! Dein Heiland Darf von ihm nicht schweigen. starb; Er, er erwarb Auf sei- 3. Schau' die Werke seiner nem Todeshügel Dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen, freudenleer, um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, Der Thränen Zahl Zählter, und deine Schmerzen. Nimmt er von deinem Herzen. Hände! Mensch und Thier Melden dir Seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so klein auch nennen, Gras und Laub, Selbst der Staub, Giebt ihn zu erkennen. Zu ihm 4. Was auf Bergen und in Gründen, In der Höh', In der See Oder sonst zu finden, Rühmt die Weisheit seiner Werke; Wind und Sturm, Selbst der Wurm, Preisen seine Stärke. 5. Sollt' denn ich nicht ihn 7. Herr! du bist meine Zuversicht; Auf dich hofft meine Seele. erheben? Wie so gar Wunderbar *** 376 Von den Pflichten gegen Gott. Gab er mir mein Leben! Was| schauen, Wenn dein Werk soll ich hab', ist sein Geschenke, bestehn. Gott läßt durch Sorg' Auch der Geist, Der ihn preist, und Grämen Und selbstgemachte Mit dem ich ihn denfe. Bein Sich feine Wohlthat neh6. Wie mich sein getreues men; Sie muß erbeten sein. Sorgen Tag und Nacht Nimmt 3. Er ist voll Treu' und Gnade, in Acht, Das zeigt jeder Mor- Und sorgt mit weiser Huld, Daß gen. Ja, fein Augenblick verdir fein Leiden schade; Nur schwindet, Der mich nicht, leide mit Geduld! Er wird Gott, mein Licht! Dir zum Dank verbindet. dich schon beschüßen. Auch Leiden müssen dir Durch seine Weisheit nüßen. Erwart' es nur von ihr! 4. Er irrt in seinen Wegen Und seiner Wahl sich nicht. Sein Thun ist lauter Segen, Sein Gang ist lauter Licht; Und wenn 8. Nun, mein Herz, das hat er seinen Kindern Ein Glück schon lange Gott gethan; Denke bestimmet hat, Wer kann sein dran, Wird dir jemals bange, Werk dann hindern? Wer seis Als wollt' er dich ganz verlaffen, ner Güte Rath? Es geschicht Wahrlich nicht! Er fann dich nicht bassen. 5. Und brausten alle Stürme Und Wetter her auf sie; Bes 9. Drum ergieb dich seinem deckt von seinem Schirme, Ver Willen; Heiß' das gut, Was er gingen sie doch nie. Im Hims thut! Er wird's auch erfüllen. mel und auf Erden Kann ihm Denn er ist in allen Sachen nichts widerstehn. Was er bes Groß von Rath, Groß von That. I schließt, muß werden; Was er Er, Gott, wird's wohl machen. B. Schmolck. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen Heftig zu; So halsst du, O mein Gott! fie tragen. War Geduld nicht mehr vorhanden; Deine Kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. gebeut, geschehn. 6. Drum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohl 567. Befie deine ergehn, llnd will dich auf Eigene Melodie. efiehl du Wege, Und was recht halten. Mit Freuden wirst dich, Seele, kränft, Der treuen du's sehn, Wie gut er dich res Vaterpflege Deß, der den Welt- gieret, Wie wunderbar sein freis lenkt! Der Wolken, Fluth Rath Das Werk hinausges und Winden Bestimmte Ziel führet, Das er beschlossen hat. und Bahn, Der wird schon Wege finden, Die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf ihn nur mußt du 7. Entreiß' dich allen Sorgen! Sei fröhlich! immer sei Dir, wie er herrscht, verborgen; Ge horch' und sei ihm treu! Du fannst ja nicht die Welten, Die Erde, Luft und Meer Regieren, Vom Vertrauen auf Gott. 377 nicht vergelten Mit gleicher Mel. Nun ruhen alle Wälder. Macht, wie er. thun und 568. Auf deine Weisheit 8. Ihn, ihn laß thun und walten; Er ist ein weifer Fürst. Er wird sich so ver halten, Daß du ihn preisen bauen, Auf deine Güte trauen, Das, Gott! giebt Trost und Muth. Du führest, selbst durch Leiden, zu wahren, wirst; Wenn er, wie's ihm sichern Freuden; Denn alles, was du thust, ist gut. gebühret, Mit wunderbarem Rath Sein großes Werk vollführet, Das dich befüm mert hat. 9. Oft mag dir's freilich scheinen, Dein Gott verberge sich, Er höre dich nicht weinen, Er übersehe dich, Er hätte dir dein Leben So ganz zur Qual 3. Wir streben oft nach Dingemacht, Nie, Freude dir zu ge- gen, Die, wenn wir sie erringen, ben, In seinem Rath bedacht. 10. Doch wird sein Alug' es finden, Daß du ihm treu verbleibst; Wirst du die Hülfe finden, Da du's am mind'sten gläubst. Dein Gott wird dich erlösen Von aller deiner Last, Die du ja nicht zum Bösen Bisher getragen haft. davon. 11. Wohl dir! wohl deiner Treue! Sie trägt den Sieg 5. Erleichtre meine Leiden Daß sie dich niemals Durch deines Geistes Freuden, reue, So dent' an ihren Lohn! Durch Muth und Hoffnung Nach noch so vielem Leiden, mir! Beugt mich die Last der Das dir begegnen kann, Bricht Schmerzen; So sprich zu mei einst der Tag der Freuden Und nem Herzen: ewger Ruhe an. retter, helfe dir! Ich, dein Er2. Vor dir ist nichts verborgen. Was soll ich ängstlich sorgen, Da du mein Vater bist? Du gabst mir ja das Leben; Wie solltst du mir nicht geben, Was mir zum Leben nöthig ist? sp. u top. Gerhard. P. So gar zur Last uns sind. Ein Schein, der uns bethöret Und unsern Stolz nur nähret, Macht uns für befre Güter blind. 4. Dein Wille sei mein Wille! Laß in Geduld und Stille Nur deiner Huld mich freun! Es müsse, Herr, mir Armen Dein Beistand, dein Erbarmen Zufriedenheit und Muth verleihn! 12. Mach', Herr, ein fröhliche Ende Mit aller unsrer Noth, Hände bin ja dein ErTod! 6. Was soll ich mich bes trüben? Den Menschen, die Und reich' uns deine dich lieben, Muß alles SeIm Leben und im gen sein. Ich Etets laß uns deiner löfter, Sonst Pflege Und Treu' empfohlen sein! So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. hab' ich feinen Und feinen Schuß, Tröster als dich allein. J. F. Mndre. 378 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Jesu, meine Freude. Sieg' als Held! Mag doch die 569. Chrift, aus deinem Welt Deiner Hoffnung spöttisch Herzen Banne lachen; Wohl wird's Gott doch Sorg' und Schmerzen; Schöpfe machen. neuen Muth! Wie dich Gott erquicket, Wenn auch Kreuz dich ben; drücket! Was er macht, ist gut. ben, Wenn auch Noth Ringsum dir Durch mein ganzes Leben droht, Sorgen stets mit dir er wachen; Wohl wird's Gott doch machen. 6. Dabei soll's denn bleiNie will ich mich sträu Folgsam will ich sein. Bleib' ich Gott ergeben; Ich bin sein, er mein. Was er will, Sei stets mein Ziel! Wunderbar mag Gott es mas chen; Wohl wird er's doch machen. hid B. Schmolck. 2. Ist der Himmel trübe, Wankt der Freunde Liebe, Wird die Last dir schwer; Stürzt mit jedem Tage Eine neue Plage Ueber Weicht das Und scheint dir nicht mehr zu lachen; Wohl wird's Gott doch machen. Eigene Melodie. Glück Stets mehr zurück 570. W dich, mein Herz? arum du Was härmst du dich mit bangem Schmerz Um ein nur zeitlichs deß Gut? Vertrau' du dem, weiser Rath Die ganze Welt erschaffen hat! 2. Dich lassen kann und will er nicht; Er weiß ja wohl, was dir gebricht; Die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater, ist dein Gott, Und hilft dir gern in aller Noth. 4. Du führst Christi Namen; 3. Weil du nun, Gott! mein Christo nachzuahmen, Das ist Vater bist; So weiß ich, daß deine Pflicht. Werde nicht er- mich nie vergißt Dein väterliches schüttert, Wenn die Erd' er- Herz. Ich, Staub und Asche, zittert Und der Himmel bricht! habe hier Ja feinen Trost, als Der steht fest, Der Gott nicht bloß von dir. läßt. Laß rundum die Wetter trachen; Wohl wird's Gott 3. Bürden abzunehmen, Hilft nicht Angst und Grämen, Schafft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, Die dir leicht sein würden, Faft zur Felsenlast. Zagend Herz, Zähm' deinen Schmerz! Drückt die Bürde schon die Schwachen; Wohl wird's Gott doch machen. doch machen. 4. Der Sünder trob' auf Ehr' und Gut; Ich trau' auf Gott mit Chriftenmuth. Mein 5. Herrlich ist die Krone, Die spotte, wer da will! Ich bin der Christ zum Lohne Seiner der frohen Zuversicht: Wer Treu' empfängt. Nur nichts selbst Gott vertraut, den läßt et verschuldet, Ünd dann froh ernicht. duldet, Was dein Gott verhängt! 5. Ging Jakob aus des Bas Vom Vertrauen auf Gott. 379 Gold, Ehre, ters Haus Nicht dürftig, leer| und Freude hält, und einsam aus? Ward er nicht Wollust, Pracht, Das währt oft getäuscht? Doch sehet! über häuft mit Glück Kam er nach Canaan zurück. 13. Sohn Gottes! freudig dank' ich dir, Daß du in deinem Wort auch mir Dein Heil hast offenbart. Verleih' mir nun auch feste Treu', Daß dort bei dir mein Erbtheil sei! 14. Lob, Ehr' und Preis 7. Der fromme keusche Jüng- sei dir gebracht, Daß du es ling litt, Weil er für seine immer wohl gemacht! In Des Keuschheit stritt; Gott aber muth bitt' ich dich: macht ihn frei, Und er den von deinem Angesicht Mich, Bater und zugleich Die Brü- Herr, mein Gott, nur ewig der, die ihn haßten, reich. nicht. d Verwirf 8. Elia! wer erbarmte sich H. Sachs. In theuren Zeiten über dich? shimit Wer half dir auf der Flucht? Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. 6. War Josephs reine Frömmigkeit Vergebens? hat es ihn gereut, Auf seinen Gott zu traun, Der nie von seinen Frommen weicht, Wenn seine Hülf auch oft verzeucht? nur eine kurze Zeit Und hilft doch nicht zur Seligkeit. Wer gab für dich der Wittwe Brod in that's nicht Gott? 9. Als Daniel gefangen war, Wer schloß, da nun kein Hel fer war, Der Löwen Rachen zu? Wer sorgt', daß den, der Gott verehrt, Auch selbst das Feuer nicht verzehrt? 571. Ach, wie ist der MenLiebe So veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie doch so bald! Seße nie auf diese Liebe, Seele, deine Zuversicht! Sie hält nicht, was sie verspricht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster! das gereuet nie; Denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen vauen, Wohnen unverlegt und sehn Ruhig selbst die Welt vergehn. 10. Gott! deine Güt' ist, was sie war, Auch ohne Wunder offenbar; Dir will ich stets vertraun. Mach' mich an mei ner Seele reich! Ein andrer Reichthum gilt mir gleich. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig, seine 11. Des Zeitlichen entbehr Treu' Wird mit jedem Morich gern; Hab' ich das Ewge gen neu. Ihn, den Ewigen, nur vom Herrn, Das Jesus erwähle Dir zum Freund, und mir erwarb Durch seinen her- jauchze dann, Daß kein Feind ben bittern Lod. Das, das dir schaden fann! gieb mir, mein treuer Gott! 12. Das alles, was die eitle Welt Allein für Glück 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater! ich will dir allein Ganz dir mein Vertrauen weihn. 380 Von den Pflichten gegen Gott. Aber ach! die Kräfte fehlen Mei-| 2. Gott, verzeih' mir diese nem Vorfaß; bald vergißt Fleisch Sünde, Daß ich oft so muth und Blut, wie treu du bist. los bin! Schente, Vater, deinem Kinde Einen dir ergebnen Sinn, Der von dir nur Hülfe heischet, Den nicht solche Hoffnung täuschet, Die das Herz auf's Eitle zieht Und so schnell wie Rauch entfliebt! im 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergäng lichkeit, Irdisch Hoffen, irdisch Leid, Und dann sint' ich muthlos nieder, Suche nur bei Men schen Ruh', Und mein Helfer wärst doch du! 6. Ach, vergieb mir, der im Staube Dieses Leibes dich noch nicht Gott, erfennt von Angesicht; Ach, vergieb mir, daß mein Glaube Hier noch wanft, und sich nicht fest, Als er sollt', auf dich verläßt! in 3. Gram und Sorgen will ich meiden, Weil dein Auge für mich wacht. Du hast schon in manchen Leiden Alles mit mir wohl gemacht. Auf dein Wort will ich stets hoffen; Ist's doch stets noch einge troffen. Gott! wer deinem Wort nicht traut, Hat auf leichten Sand gebaut. 7. Täglich laß es mich em pfinden, Daß der Menschen Macht nichts nüßt, Wenn auf 4. Hilf mir, fest im Glauben sie mein Herz sich stützt! Allen werden, Daß dein Wort wahrTrost laß mir verschwinden, Bishaftig sei! D, wie werd' ich ich wieder fliehy' zu dir; dann auf Erden Von so mancher dann, Vater, hilf du mir! Unruh frei! Dann werd' ich, Gott, mit Vertrauen Stets auf deine Hülfe schauen; Dann wächst meine Zuversicht, Und die Hoffnung trügt mich nicht. Und 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, Und sie selbst auch beten lehrst! Laß mich fest im Glauben stehen, Und erfahren, wie so treu Deine Vaterliebe fei! B. Münter. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 572. Gott der Wahrheit, dessen Treue In5. Doch erhebt sich meine Seele Selbst noch über Tod und Grab, Wenn ich den zum Führer wähle, Der sich einse für mich auch gab. Er, der siegreich auferstanden, Macht mich los von Todesbanden Und führt mich fre Hoffnung stüßt und hält! zum Leben ein, Wo fein Leid Ich erkenne es mit Reue, Daß wird weiter sein. mich Kleinmuth oft befällt. Ach! mein Herz hängt noch an Dingen, Die nie wahre Ruhe bringen; Und wie oft vergeh' ich mich, Alengftlich zweifelnd, frein. Derwünschte selge Stun 10 6. Ich muß freilich hier auf Erden Unter Last und Mühe sein; Doch wirst du von den Beschwers den Dieser Zeit mich einst bes wider dich! den! Ewig aller Noth entbun Vom Vertrauen auf Gott. den, Werde ich zur Freud' eingehn, Und dich, Jesu! ewig sehn. 7. Fröhlich blickt dahin mein Hoffen. Du bleibst meine Zuversicht, Bis das alles eingetroffen, Was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens! Harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o Herr! bei dir. 3. 3. Rambach. Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. 573. Der er Herr ist mein Vertrauen, Mein Retter in der Noth. Kein Leid erweckt mir Grauen; Selbst scheu' ich nicht den Tod. Er droht mit zorngem Winfe; Doch fürcht' ich feinen Harm, Ich weiß: wohin ich sinke, Sink' ich in Gottes Arm. 381 unser Flehen. Wir dürfen stete getrost Zu seinem Throne gehen; Und flagen wir ihm nur In Demuth unsre Noth, So werden wir erhört, So hilft uns unser Gott. 2. G8 hilft uns unser Gott, Der alles weiß und siehet, Dem auch das Innerste Des Herzens nicht entfliehet. Ja! alles, was uns fehlt, Und unser sehnlichs Flehn, Das hat der Höchste schon Von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser Gott, Der alles wohl vollführet Und auf das weiseste Zu aller Zeit regieret. Sein herrlicher Verstand Sieht stets am besfen ein, Was uns wahrhaftig gut, Was schädlich möchte sein. 2. Der Herr ist mein Vertrauen, Ein Gott, der gern vergiebt. Ich werd', ich werd' ihn schauen, Den Vater, der mich liebt. Den Heiland werd' ich sehen, Der mich vom Fluch befreit, Mit Pfalmen ihn erhöhen Durch alle Ewigkeit. 4. Gs hilft uns unser Gott, Der alle Macht besitzet, Dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schüßzet! Ist unser Leiden gleich Sehr groß und mancherlei; Getroft und unverzagt! Die Allmacht steht uns bei. 5. Es hilft uns unser Gott, Den unser Jammer frånfet, Der sein erbarmend Herz- Auf 3. Der Herr ist mein Ver- unsre Bitte lenket, Der aller trauen; Sein Recht ist meine Güte voll, Die Liebe selber Luft., Ein Heiligthum ihm ist, Und von dem alles Heil €. Neumeißer. Will ich in meiner Auf uns durch Christum fließt. Bruft. Der Herr wird mich erhören Und merken auf mein Flehn Und Stärfe mir gewähren, Auf seinem Pfad zu gehn. 3. D. Schiebeler. 8. Von der Ergebung in Gottes Willen. Eigene Melodie. Mel. O Herz und Sinn Gott, bu frommer Gott. 575. Ich hab' in Gottes 574, Hott, Er höret Mein Herz und Sinn ergeben. 574. G hilft uns unser 382 Von den Pflichten gegen Gott. Leben; Denn Gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt Und Kreuz auflegt, Ist sein Thun doch voll Gnade. Was böse scheint, ist mir Ge- er thut, Ist alles gut, Wenn's winn, Der Tod selbst ist mein noch so traurig schiene. nden 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Sinnenluft begehret, Als sei mit einer groBen Last Dein Lebensgang be schweret; Hast spät und früh Viel Sorg' und Müh' Auf selbfts erwählten Wegen, Und denfest nicht, Das, was geschicht, Geschehe dir zum Segen. pinch 7. Es fann bei lauter Sonnenlicht Das Feld nicht Früchte tragen; So reift auch deine Wohlfahrt nicht Bei lauter guten Tagen. Sehr bitter fei Die Arzenei, Sie schafft doch neues Leben; So muß auch Seid Zu neuer Freud' Und wahrem Glück erheben. 8. Ei nun, mein Gott! so fall' ich dir Getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir, Bis an mein lestes Ende, Wie dir's gefällt, Der du die Welt Nach weisem Rath regiereft, Und so auch mich Stets väterlich Auf eb nem Pfade führest! 9. Willst du mir geben Son nenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Soll's aber Nacht der Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des Lebens Kraft erhalten; Wie du mich führst Und führen wirst, Laß ich dich gerne malten. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maßen: Die rechte Zeit ist ihm be10. Auch noch im Tode bin fannt, Zum Thun und auch zum ich dein; Vor ihm soll mir nicht Lassen. Er weiß, wann Freud', grauen. Er führt zum bessern Er weiß, wann Leid Uns, sei- Leben ein, Er ist der Weg zum nen Kindern, diene; Und was Schauen. Du bist mein Hirt, 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer; So will er mich nur üben, Und mein Gemüth In seiner Güt' Gewöhnen, sich zu fassen. lleb' ich Geduld, Trau' seiner Huld; Wird er mich nicht verlassen. 3. Ich bin ja nicht von Un gefähr Entsprungen aus der Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das Sein Dem Leib allein, Der furze Zeit nur währet? Nein! auch dem Geift, Der ihn hier preist Und ewig dort ihn ehret. 4. Und wer erhält mit All gewalt Mir jede Kraft zum Leben? Wär' ich nicht längstens todt und falt, Wenn Gott mich nicht umgeben Mit seinem Arm, Der alles warm, Gesund und fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. Von der Ergebung in Gottes Willen. 383 Der alles wird zu solchem Ende| gut. Wenn das stets geschehen kehren, Daß ich mit Dank Und sollte, Was sich wünscht mein Lobgesang Dich ewig werde eigner Muth; Würd' ich oft ehren. dall p. Gerhard. mein Unglück wählen. Ich erMel. Lasset uns den Herren 2c. fahre gar zu oft Böses, wenn 576.h ergebe mich dem ich Gut's gehofft. Meine besten Meines Wünsche fehlen. Drum, mein Herz, in Gott sei still! Mir geschehe, was Gott will! Gottes, der mich schüßt. Der wird auch an mir erfüllen, Was mich tröstet, was mir nüßt. Sieh' 5. Was Gott will, geschehe in Gnaden, Gott, hernieder! immer! Was ich will und Alles, was ich hab' und bin, schädlich ist, Das geschehe, bitt' Geb' ich dir zu eigen hin. Du ich, nimmer, Weil du Gott gabit es; dir geb' ich's wieder. und Vater bist! Dir, Herr, ist Mache daraus, was du millt, mein Unvermögen, Dir zu Was du willt, mein Gott und folgen, g'nug bekannt; O, so Schild! laß doch deine Hand Kraft in meine Schwachheit legen! Dann, dann, Vater, folg' ich dir: Was du willst, geschehe mir! n 2. Hab' ich doch von dir mein Leben, Gott, der du mein Vater bist! Mir zum Heil haft du gegeben Deinen Sohn selbst, Jesum Christ. Und mein sichrer treuer Führer, Der mir deine Wege weist, Ist ja selbst dein guter Geist. Hab' ich dich nun zum Regierer, Dich, o du dreieinger Gott! Schreckt mich weder Noth noch Tod. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ir sei mein ganzes 577. Di Leben, Mein Vater, übergeben; Dir sei mein Herz geweiht! Du sollft zu allen Zeiten Mein Gott sein, und mich leiten! Du leiteſt stets mit Gütigkeit. 3. Und wie fönnt' ich doch verzagen, Ging's auch noch so wunderlich? Heute kann ich freudig sagen: Gottes Güte führet mich. 2. Das heut' vorher zu se= hen, Was morgen wird ge schehen, Das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir Und leb' ich verborgen; Drum werf ich alle Sorgen Auf meinen besten Freund, auf dich. denn auch noch morgen; D, so lebt auch noch mein Gott, Der für mich in jeder Noth Treu und liebreich ferner for gen, Weif und gut mich führen wird, Weil er Vater ist vor dir. und Hirt. 3. Hilf, daß ich nicht in Sünden Mein Glück je such zu finden! Kein Sünder bleibt Mit ruhigem Ge wissen Dein Wohlthun zu ges 4. Ginge mir es, wie ich's nießen, Dies Glück, o Gott, wollte, So ging' mir es selten verleihe mir! ** 384 Von den Pflichten gegen Gott. 4. Herr, präge dir zur Ehre| gen Und nehmen, was Gott Und mir zum Trost, die Lehre giebt. Er fann uns nicht verRecht tief in's Herz hinein: Wer lassen, Kann, die ihm traun, Gott von Herzen liebet, Jhm nicht hassen, Und züchtigt nur, dient, sich ihm ergiebet Und auf weil er uns liebt. ihn hofft, soll glücklich sein. 6. Wenn ich verlassen scheine, 5. Stets will ich mit Ver Und trostlos bin und weine; trauen Auf dich, den Vater, Was will mein banges Herz? schauen, Der freudig Gutes Herr, hilf mir es besiegen! Gs thut. Wenn Seel' und Leib denkt und wünscht Vergnügen; sich trennen, Dann will ich Doch, was es wünscht, wird noch bekennen, Dein Herz, oft sein Schmerz. dein Weg, o Gott! ist gut. E. Liebidy. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Nicht das, warum ich flehe; Dein Wille nur geschehe, Und was mir selig ist! Herr, deine Bahn ist eben; Ach, leite mich im Leben, Und wenn der Tod 578.3" n diesem Pilgerle: ben Hab' ich mich Gott ergeben Im Unglück wie mein Auge schließt! im Glück, In Schmerzen wie in Freuden, Und bis an's Ziel der Leiden In meinem letzten Au- Mel. Wer weiß, mir nahe mit mein u. genblick. 2. Gott war's, der für mich 579. Ergebenheit in Got wachte, Noch eh' ich war und dachte; Und seine treue Hand Hat mich bisher geleitet, Mir jedes Glück bereitet, Das ich oft auch durch's Unglück fand. 3. Was helfen meine Sor Muß gen? Mein Glück ist mir ver- sein. borgen, Mein Unglück fenn' 2. Ergebenheit in Gottes nicht. Dem Hüter unsrer Willen Macht eines Christen Seelen Will ich mich ganz wahres Glück, Weiß seines empfehlen. Er weiß allein, was Herzens Pein zu stillen, Bringt mir gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das rüc. möchte, wenn's geschähe, Schon sein morgen mich gereun. Nur einen Wunsch von allen Laß, Herr, dir wohlgefallen, Den Wunsch, bald, bald bei dir zu sein! Ruh' und Hoffnung ihm zu So start, als stille, sieht Sinn Auf Gott und dessen Fügung hin. 3. Auch in den allergrößten Leiden Sah Jesu Seele stets auf Gott. Zulestvertraten süße Freuden Die Stelle seiner ersten Noth. Dies war ein Vorbild 5. Sich groß und findlich zei gen, Heißt: tief im Staube schweiz T. G. v. Hippel. Willen eines Christen nöthge. Pflicht. Wär' er nicht treu, sie zu erfüllen; So wär' er Gots tes Liebling nicht. Des Höchsten Will', und der allein, bei ihm über alles Von der Geduld im Leiden. auch für mich, Und diesem folg'| Hoffnung und Geduld ich billiglich. din feiner Himmelsfrone. 34. Ach Jesu, flöße meinem Herzen Die Gust und Kraft dazu doch ein! Laß mich in Freuden, wie in Schmerzen Nie frech, nie eigenwillig sein! Ergebenheit in Gottes Rath Sei bei mir Wunsch, sei bei mir That! 385 Mit thu Gott! 5. Ich hoffe, o mein auf dich. Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich! Wohl mir, wenn ich sie habe! Laß mich in allen Leiden dein, Geduldig wie mein Jesus sein, Und dann sein Reich mich erben! 3. 6. Wolf. Mel. Wend' ab dein'n 3orn 2c. 9. Von der Geduld im Leiden. Mel. Ach Gott, vom Himmel steh' 2c. 581. Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz 580. Ge ist gewiß ein geduldig, Das bin ich dir und C föstlich Ding, meinem Heile schuldig. Laß diese Pflicht, die wir so oft vergessen, Mich stets ermessen! Sich in Geduld zu fassen Und stets fich Gottes Baterhuld Getroit zu überlassen. Rauh oder eben sei die Bahn; Was Gott thut, das ist wohlgethan. Geduld erhält das Leben. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr! nicht ein Ulebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage Geduldig trage? 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich Ein schweres Leiden 3. Wie oft, o Gott! wenn brücket! Klag's deinem Gott, wir das Böse dulden, Erdulder väterlich Dich tröstet und den wir nur unsrer Thorheit erquicket! Berzeucht er auch; Schulden, Und nennen Lohn, er thut's aus Huld. Bewahre den wir verdient bekommen, dich vor Ungeduld! Geduld Das Kreuz der Frommen! giebt Muth und Gnade. 4. Doch selbst, o Gott! in 3. Erwarte nur die rechte Strafen unsrer Sünden Läßt Zeit! Du wirst den Vater du den Weg zu unserm Heil finden. Er will voll Lieb' und uns finden, Wenn wir ste Freundlichkeit Dich deiner Last uns, die Missethat zu haffen, entbinden. Er will und wird Erwecken lassen. dein Tröster sein Und ewig, ewig dich erfreun. Geduld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit und fämpfe, wie ein Held! Du wirst nicht unterliegen, Wirst über jede Noth der Welt, Wie Jesus Christus, fiegen. Sei standhaft! deines ger auf der Erden. Nicht hier; Vaters Huld Krönt deine erst dort soll ich recht glücklich 5. Streb' ich nur nach dem Frieden im Gewissen; Wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr! regierst, und Gutes schenkt dein Wille Uns ja die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Vil25 386 Von den Pflichten gegen Gott. werden. Und was sind gegen| mich hienieden fränft und drückt, euch, ihr ewgen Freuden, Die Das ist dein weiser Rath und furzen Leiden? Wille, Der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles ändern fann, Und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauh sten Wegen Führst du mich zur Glückseligkeit; Von jeder Trübsal ernt' ich Segen, Ift dir nur, Gott! mein Herz ges weiht. Ihr Ausgang wird er freulich sein, Sieht's gleich mein blöder Sinn nicht ein. 3. Drum laß mich still sein, 9. Schau' über dich! wer dulden, hoffen, Wenn du mir trägt der Himmel Heere! Wer Prüfung haft bestimmt! Dein spricht: Bis hieher! zu dem Vaterherz steht dem doch offen, wilden Meere? Ist der nicht auch dein Helfer und Berather? Der nicht dein Vater? Der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer hier froh deinen Willen thut, Mit dem machst du es immer gut. 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, Wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde; So kann ich auch der Hülfe der Erlösten Mich ficher trösten. 8. Ich bin ein Mensch, den Leiden immer kränfen; Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, Und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen In allen Schmerzen. 10. Willst du so viel, wie der Allweise wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine Wege waren, Noch einst erfahren. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; Wer hat es je genau erkannt? Wie oft find unsre Wünsch' und Sorgent Voll Thorheit und voll Unver11. Er züchtigt uns, damit stand! Wer fann, was seinem wir zu ihm nahen, Die Hei- Wohlergehn Zum Schaden ligung des Geistes zu empfahen, dient, ganz übersehn? Und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, Auch andre stärken. 5. Nur du, Gott! fennst und wählst das Beste; O Vater, mache selbst das Herz In dies 12. Das Kreuz vom Herrn ser Ueberzeugung feste! So wirkt Weisheit und Erfahrung; ehr' ich auch im größten Schmerz Erfahrung giebt dem Glauben Dich stets mit der Entschlossen. Muth und Nahrung. So stehe heit: Was Gott will, das denn in deinem Glauben feste, gescheh' allzeit! Und hoff' das Beste! C. f. Gellert. 6. DieStunde wird gewiß noch fommen, Da mich vollfemmnes Mei. Wer nur den lieben Gott 2. Glück erfreut; Denn einmal 582. He err, mache meine führst du deine Frommen zur Seele stille! Was völligen Zufriedenheit, Und Von der Geduld im Leiden. 387 dann wird ihnen offenbar, Daß 6. Nicht ewig währt mein dein Rath nur der beste war. Leid; Einst fommt die Ret7. Da ernt' auch ich von tungszeit. Muß ich hier thrämeinen Plagen Plagen Die besten nend darben; Dort ernt' ich Früchte ewig ein, Da wird reiche Garben. Muß ich hier mein Herz statt aller Klagen Mangel leiden; Dort werd' ich Nur voll des frohen Lobes satt von Freuden. 3. f. Feddersen. sein: Der Herr, der für mein Wohl gewacht, Hat alles wohl mel. Wer nur den lieben Gott u. mit mir gemacht. 3. 3. Diterich. 584. Kein Dein Christ murrt Wel. Wo soll ich fliehen hin. gegen seinen Schöpfer Und bringt die Zeit mit Klagen zu. Spricht doch keinThon 583. Nein, murren will zu seinem Töpfer: Was machest, ich nicht, Herr, was beginnest du? Der Herr, meine Zuversicht! Daß ich nur der uns hervorgebracht, Hat wenig habe. Des Glückes größte über uns die freiste Macht. Gabe Für dieses Erdenleben Hast du mir, Herr! gegeben. 2. Mir ward das beste Theil, Du bist mein Trost und Heil. In Trübsal, die ich leide, Ist Jesus meine Freude. Ward mir nicht viel beschieden, Ist doch mein Herz zufrieden. 2. Man sieht zwar manchefreche Sünder Im äußern Glück und Wohlergehn, 1ndmanche fromnie Gottesfinder Arm und bedrückt von ferne stehn; Doch bleibt Gott stets der Tugend Freund, Hingegen aller Lafter Feind. 3. Befäß' ein Weltkind auch 3. Mein Heiland, Freund und viel Schäße; So fehlt ihm doch Herr, Wie arm, wie arm das beste Theil. Der Mammon, ward der! Wie viel hat der fein geliebter Göße, Verstattet gelitten, Eh' er ganz ausge- ihm kein Seelenheil. Sein Herz stritten! Doch hat er alle Pla- bleibt leer von Heiterkeit, Wenn gen Mit Heldenmuth getragen. sich das Kind des Höchsten freut. 4. Jch trag' ihm seine Schmach 4. Was hilft's, wenn man Als Jünger willig nach, Und die Welt erlangte, Und Schafür den andern Morgen Will den an der Seele nähm'? ich nicht heidnisch sorgen. Bei Wenn man mit Ehr' und Gü Beten und Arbeiten Wird er tern prangte, Und nie zur Seelenruhe füm'? Die Wollust, fo die Welt verschafft, Wird doch zulegt gar ekelhaft. mein Brod bereiten. 5. Die Gottesfurcht ist fein Gewerbe, Und Lohnsucht hat bei ihr nicht Statt. Wer immer seufzt: Herr, ich verderbe! Der 25* 5. Der Armuth Joch ist schwer. Rann's sein, so hilf mir, Herr, Von ihren harten Blagen! Soll ich sie länger tragen; Laß dieser Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden! 388 Von den Pflichten gegen Gott. wird auch niemals froh und satt. 3. Soll meine Krankheit Wer sich mit Wenigem betödtlich sein, Soll ich die Welt gnügt, Dem ist das gut, was verlassen; So laß, in deinem Gott verfügt. Blute rein, Mich glaubend 6. Gerechtigkeit und Fried' und| dich umfassen, Und freudig und Freude Hat er im Reiche Gottes voll Zuversicht Vom Tode, schon; Entfernt von Mißgunst Vater, durch's Gericht Zu deiund vom Neide Genießt er da nem Leben dringen! den Gnadenlohn. Sein Gut des Glücks verwirft er nicht, Und braucht es recht nach seiner Pflicht. 7. D Seele, sei demnach zu frieden, Sei reich in Gott, vergnügt und flug! Dein Maß des Glücks ist dir beschieden, Und dieses ist für dich genug, Hinlänglich für die kurze Zeit, Unbrauchbar für die Ewigkeit. 8. Noch lebst du in dem Prüfungsstande, Und eilst durch diese eitle Welt zu deinem rechten Vaterlande, Das ewge Güter in sich hält; Und die empfängst du als ein Christ, Der Gottes Kind und Erbe ist. 3. F. E. Steffens. 4. Doch willst du noch Ge sundheit mir Zum längern Lebent schenken; So laß mich täglich, Gott, vor dir An deine Hülfe denken, Daß ich in meiner Bil gerzeit Mit immer neuer Freudig feit Auf deinen Wegen wandle! 5. Du siehst, wie wenig id vermag; Drum wollst du selbst mich leiten; Mich selbst auf meinen letzten Tag Durch deinen Geist bereiten, Daß über alles, alles ich Dich lieb', und, dankvoll gegen dich, Dir lebe, Gott, dir sterbe! 3. K. Lavater. 10. Von der Demuth gegen Gott. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Sieb, Gott, wenn ich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 585. Dich, mein Erbarmer! bitte ich: Hilf 586. Gieb, dir diene, Daß ich mich nie erfühne, Darüber mir und allen Kranken, Und stolz zu sein! Wer kann bei segne jeden so, wie mich, heiligen Gedanken! Gelassenheit und Ruh' Und unser bester Arzt sei du! Jm Schmerz sei unser Tröster! Mit seinen Werken, Gieb uns fehle, merken? Wie oft er Wer ist von 2. Belohne, treuer Vater, die, Die liebreich mich verpflegen! Für ihre Treue segne fie Mit deinem besten Segen! Gieb, wenn zur Ünzufriedenheit Mein Schmerz mich reizt, mir Freuimmer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sun, den Auch stets aus rechten Grün digkeit, Geduldig ihn zu tragen! den? Aus wahrer Frömmigkeit? Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen So eifrig zu erfüllen, Als dein Wort es gebeut? Trag ich der Tugend Bürde Aus Kenntniß ihrer Würde Auch Von der Demuth gegen Gott. 389 Oft sind die guten Triebe Nicht| Gott! vor dir? Gin fallend Früchte deiner Liebe; Nur Gras und Laub! Du bist und Früchte der Natur und Zeit. bleibest für und für; Ich bin 4. Der Sünden meiner Juin furzem Staub. gend, Des Mangels meiner" 3. Dein Wesen ist VollkomTugend, Herr, gedenke nicht! menheit. Du bist's, und feiner Willst du mit deinen Knechten, mehr! Du, Gott! bist Gott Wie sie verdienen, rechten; So von Ewigkeit; Ich bin von trifft sie alle dein Gericht. gestern her. the loo 4. Hochheilig bist du, daß vor dir Der Engel sich bedeckt. Gott! du bist gut; und ach! an mir Ist Herz und Thun befleckt. 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, Rein meine Tugend wäre; Weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten Mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein Gebot zu üben, So Luft, als Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte Jm Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Zum rechten Weg zurück; Du ziehst mich ab von Sünden; Du läßt mich Gnade finden, Und giebst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du, Herr! mir gegeben? Hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, Was du mir vorMel. Nun ruhen alle Wälder. geſchrieben, Wer bin ich? ein 588. Was ich nur Gutes C. F. Gellert. habe, deine milde Gabe, Du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 5. Bei dir ist Weisheit und Verstand, Du Vater alles Lichts! Was noch nicht ist, ist dir bekannt, Durch mich selbst weiß ich nichts. 6. Gott! auf dein Wort entstand die Welt. Auch ich entstand durch dich. Du bist's, der sie mit Macht erhält, Und du erhältst auch mich. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 587. Gott, ott, dessen Stuhl der Himmel it! Ich finfe vor dir hin. Ich überdenke, wer du bist, und was ich vor dir bin. 2. Was bin ich, Herr, mein 7. Du Gott, ich Staub; o Unterschied! Herr, lehr' mich ihn verstehn, Um in der tiefsten Niedrigkeit Vor dir einher zu gehn! 8. In jenem Leben werd' ichdich In deiner Größe sehn. Auf diesen Anblick freu' ich mich. Wann, ach, wann wird's geschehn? 2. Verstand und Luft und Kräfte Zum nüßlichen Geschäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Dem 390 Allgemeine Bet- Fieder. Vorsag wohl gerathen; An Feh-| 5. Ich bin viel zu geringe lern bin ich, ich nur, Schuld. Der Huld, die ich befinge, 3. Das Glück, deß ich mich freue, Wer schafft mir's? deine Treue, Du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, Ihr Glück und ihre Plage, Nur Und werd' es ewig sein. D laß mich's nie vergessen! So werd' ich nie vermessen Und stolz auf meinen Vorzug sein. 6. Das nüßlich anzuwenden, so, wie es dir wohlgefällt. Was du mit Baterhänden 4. Sollt' ich mich denn er- Mir gütig zugewandt, heben, Wenn mir in diesem treuer Knecht zu werden, Das Viel Gutes wider sei mein Fleiß auf Erden! fährt? Was hat dich, Herr! Dazu gieb Demuth und Vers bewogen, Daß du mich vor stand! gezogen? War ich auch je= mals dessen werth? Leben Allgemeine Bet- Fieder. Die Litanei( oder 501). Ersier Chor. err der Welt! 589. Her Christe! Großer Gott! Christe! Herr Gott Vater im Himmel! Erbarm' dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland! Erbarm' dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist! Erbarm' dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon' uns, liebevoller Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, liebevoller Gott! Vor allen Sünden und Aergernissen, Vor der Sünde Trug und List, Vor allen Versuchungen zum Bösen, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und schädlichem Gewitter, Vor Feuer- und Wassersnoth, Vor allem llebel C. f. Gellert. 3 weiter Chor.. Erbarme dich! Erbarme dich! Erbarme dich! Erhöre uns! Behüte gnädig uns, o Gott! Allgemeine Betlieder. Bor bösem schnellen Tod, Behüte gnädig uns, o Gott! Vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, Durch deine Unschuld und Heiligkeit, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch deinen Tod am Kreuze, Um deiner Auferstehung und Himmelfahrt willen, In unsrer letzten Noth, Am Tage deines großen Gerichts Hilfuns, Jesu, unser Trost! Wir armen Sünder bitten: Du wollest uns erhören, Bater! Herr und Gott! Erhalte, o Gott, deine Kirche! Sende treue Arbeiter in deine Ernte! Laß alle Lehrer deiner Kirche deinem Worte getreu bleiben und nach demselben leben! Gieb deinen Geist und deine Kraft zu dem Worte, das sie verkündigen! Erweitere die Erkenntniß deines heiligen Wortes und Namens! Steure allen Irrthümern und Aergernissen! Erwede alle Sünder aus ihrer Sicherheit! Bringe alle Irrige und Verführte wieder auf den rechten Weg! Befestige deine Kinder im Glauben und göttlichen 391 Wandel! Gieb, daß alle Welt dich erkenne, fürchte und verehre! Gieb allen Königen ein Herz, das Gerechtigkeit und Friede liebt! Gieb unserm Kaiser ein geneigtes Herz zu der Wahrheit deines Wortes und zur Erhaltung der Eintracht und Rechte der gesammten Stände im Reiche! Walte über deinen Gejalbten, unsern geliebten König, und über dessen ganzes Haus mit deiner Gnade stets zu allem Schuß und Segen! Gieb den Vertrauten, Räthen und Bedienten unsers Königs ein Herz, das dich fürchtet! Segne den Rath dieser Stadt( die Obrigkeit dieses Amts oder Gerichts) und gieb, daß sie um deinetwillen Recht und Gerechtigkeit ohne Ansehn der Personen und Gaben handhaben! Erhör' uns, deiner Kirche Herr! Erhör' uns, Herr der Könige! 3925 Allgemeine Bet- Lieder. Erhalte unter allen Cheleuten das Band der Einigkeit und Liebe! nopeens me Sei der Schwangern und Säugenden Schuß und Beistand! Nimm alle Kinder in deine Obhut, und laß sie in der Zucht und Vermahnung zu dir erzogen werden! Sei ein Vater, Versorger und Vertheidiger aller Wittwen und Waisen! Begleite alle, die zu Wasser oder Lande auf Reisen sind, mit deinem Schuße, und segne ihre Geschäfte! Tröste alle, die in Gefahr und Noth sind, und sei ihnen gnädig! Erbarme dich aller unschuldig Gefangenen, und hilf ihnen! Gedenke aller Schwachen und Kranken, und erfülle fie mit Freudigkeit und Hoffnung! Bereite alle Sterbenden zu einem seligen Uebergange aus der Zeit in die Ewigkeit! Erbarme dich aller Menschen nach ihren besonderen Umständen! Gieb zu jedem ehrlichen Gewerbe Kräfte und Gedeihen! Verleih' uns unser täglich Brod! Nimm unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut! CHAN Segne das Land, und bewahre die Früchte, die es trägt! Und laß all' unser Gebet dir stets zu einer gnädigen Erhörung empfohlen sein! da Erhör' uns, unser Haupt und Herr! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trug! Erbarm' dich über uns! O du O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trug! Dein Friede sei mit uns! Jesu Christe, Gottes Sohn! Lamm Gottes, das der Welt Sünde trug! Erbarm' dich über uns! Christe! Großer Gott! Christe! Herr der Welt! Erhöre uns! Erbarme dich! Erbarme dich! Erbarme dich! Amen. unser Gott! Erhör' uns, o Herr, Erhör uns, 0 Herr, unser Gott! 590. Her M. Luther. Mel Jesu, der du meine Seele. verdecktem Antlig stehn! Darf err, vor dem die sich Erd' und Staub erkühnen, Seraphinen Mit Dich mit Bitten anzugehn? Doch Allgemeine Bet- Lieder. 393 dein Wort: Ihr sollet beten, Was sich dir entgegen stellt! heißt mich freudig zu dir treten, Und dein Ohr, das alles hört, Ist von mir nicht abgekehrt. 2. Mein Gespräch wird dich vergnügen, Wenn die Seele selber spricht. Knieend will ich vor dir liegen, Aber doch voll Zuversicht. Dieß mein seligstes Ge schäfte Fordern deines Geistes Kräfte, Und des Sohnes Opfer blut Macht auch meine Andacht gut. Billig sind wir wohl zufrieden, Ja, der Himmel ist hienieden; Wenn nur immer das geschieht, Was dein Auge gerne sieht. 7. Schau'! dich bitten hier im Leben Deine Kinder auch um Brod. Vater, ach, dein mildes Geben Stille täglich unfre Notly! Dieser Wunsch geht nicht auf's Weite; Gieb uns Heute g'nug für heute! Morgen 1 wird ein neues Flehn Neues Manna fallen sein. 8. Unser hoffendes Verlangen Schreckt die Schuld, die uns beschwert. So viel Böses ist begangen; Sind wir denn des Guten werth? Vater, laß dich gnädig finden, Und vergieb uns alle Sünder! So sei dem, der uns gefränkt, Gleichfalls alle Schuld geschenkt! 9. Vater, schau'! auf allen Seiten Ist uns Neß und Strick gestellt. Mit mir selber muß ich streiten; Ja, uns sichtet Höll und Welt. Soll mir dies den Vorwand lehnen, Mein Verbrechen zu beschönen? Nein! mein Wunsch ist deine Kraft Und der Sieg, den sie verschafft. 3. Ewiger sammt Erd' und Meere Ist der Himmel selber dein. Du bist König, Herr der Heere! Dennoch willst du Vater sein. Auf dein gütiges Vergönnen- Will auch ich dich Vater nennen, Und die Macht, die alles kann, Flammt mein findlichs Hoffen an. 4. Billig muß mein erstes Bitten Auf dich selbst, o Vater! gehn. Gieb uns Kraft, durch Lehr' und Sitten Deinen Namen zu erhöhn! Laß dein Volk dich würdig ehren, Alle Welt laß von dir hören, Allen sei der Wunsch gemein: Nur der Herr soll herrlich sein! 5. Hat der Feind die Welt verleitet und sich ihr zum Haupt erhöht; So hast du ein Reich bereitet, Wo uns Rettung offen steht. Herrsche denn, o Gott, auf Erden; Laß uns ganz dein eigen werden, und die Gnade dieser Zeit Sammle viel zur Herrlichkeit! 10. Ach! wer kann das llebel zählen, Das uns drücket und bedroht? Schreckt uns nicht nebst stetem Fehlen Unglück, Schmerz, Verlust und Noth? Bater, kommen solche Wehen; So laß jede bald vergehen. Schläfre endlich alle Bein Mit uns selber selig ein! 6. Unser Wirken und Ergehen Sei nur das, was dir gefällt! Nichts laß glücken, noch bestehen, baten; Ja, du hörst; denn du 11. Nun, wir hoffen, was wir 394 Allgemeine Bet- Fieder. regierst. Leicht kann uns der| Hände! Gestatte feiner Plag' Scepter rathen, Den du so ge- und Noth, Daß sie von dir waltig führst. Und dir ziemt, o uns wende! Gieb gute Obern, Gott der Ehren! Unser Flehn Fried' und Heil, Auch jedem und dein Erhören; Drum sein bescheiden Theil, Und laß giebt sich mein Herz zur Ruh' uns dran begnügen! Und spricht: Amen! Sprich's auch du! 3. D. Bimmermann. 6. Vergieb uns gnädig unsre Schuld Durch unser ganzes Leben! Hilf, daß mit Lieb' und mit Geduld Wir andern auch Mel. Wär' Gott nicht bei uns ic. 591. Gott, unser Bater, der du bist Im Himmel hoch erhöhet, Und schauest, was auf Erden ist, Und hörst, wer zu dir flehet! Verwirf, 7. In der Versuchung gieb Gott, unsre Zuversicht, Das uns Stärk', Und hilf uns Flehen deiner Kinder nicht, überwinden Das Fleisch, die Wenn sie voll Inbrunst beten! vergeben! Straf uns nicht nach Gerechtigkeit, Und laß uns Unrecht, Haß und Neid Nicht an dem Nächsten ahnden! 2. Dem Namen, der da heilig ist, Laß uns die Ehre geben; Wie groß und wunderbar du bist, Mit Freudigkeit erheben; Dich, deine Weisheit, Macht und Treu' 8. Von allem Uebel, Angst Erkennen, und ohn' Heuchelei und Noth Erlöf uns deine Dir und dem Nächsten dienen! Gnade, Daß uns im Leben Welt, des Satans Werk Und was uns lockt zu Sünden, Daß Wollust, Ehrsucht oder Geiz Durch ihren gleißnerischen Reiz Uns dennoch nie bestegen! 3. Laß uns in deinem Gnadenreich Des heilgen Geistes Gaben, Dein Wort und durch dein Wort zugteich Glaub', Lieb' und Hoffnung haben! Des Satans Reich zerstöre du! Erhalte deine Kirch' in Ruh' Zu deines Namens Ehre! und im Tod Des Satans List nicht schade! Bedrängt uns hier schon manches Leid, So laß uns doch mit Freudigkeit Des Glaubens End' erreichen! 9. Dies alles, Vater, werde wahr; Du wollest es erfüllen! Erhör' und hilf uns immerdar 4. So wie im Himmel, so Um Jesu Christi willen! Denn gescheh' Dein Will' auch auf dein, o Herr! ist allezeit Von der Erde, Daß dir kein Wille Ewigkeit zu Ewigkeit Das widersteh', Das Fleisch bezäh- Reich, die Macht, die Ehre. met werde! Verleih' uns unter Freud' und Leid Ein ruhig Herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle! Mel. O Gott des Himmels und der ic. ott! wer fann je 592. Gott! was Gutes haben, 5. Gieb uns heut' unser täg- Das nicht von dir den Ursprung lich Brod Durch Arbeit unsrer hat? Du bist der Geber aller Allgemeine Bet- fieder. 395 Gaben Und immer groß von| fügen; Du weißt am besten, was Rath und That. Du willst, mir nüßt. An deiner Huld laß daß mit Gebet und Flehn Wir ich mir g'nügen, Die Schwache stets auf deine Hülfe sehn. mächtig unterstüßt. Zufrieden, Vater, folg' ich dir; Ach, 2. Drum fomm' ich auch mit meinem Beten, O Gott! stärfe diesen Sinn in mir! vor deinen heilgen Thron. Wie freudig fann ich zu dir treten; Denn mich vertritt bei dir dein Sohn! In ihm hab' ich die Zuversicht: Mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, Was deinem Kinde heilsam ist! Du nur kannst meinen Mangel stillen, Mel. O Gott, du frommer Gott. Weil du des Segens Quelle 593. Ach Gott, verlaß mich nicht! Reich du mir selbst die Hände, Daß ich die Pilgrimschaft Des Lebens wohl vollende! Jrr' ich im finstern Thal; So sei du selbst mein Licht, Mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! du Für meines Geistes wahre Ruh'! 8. Soll ich auf Erden lànger leben; So gieb, daß dir ich leben mag! Laß mir den Tod vor Augen schweben, Und kommt dereinst mein Sterbetag, So sei mein Ausgang aus der Zeit Ein Eingang in die Herrlichkeit! B. Schmolck. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben, Mach' ihn an guten Werken reich, Und will Versuchung ihn mir rauben, So hilf, daß ich von dir nicht weich'! O, stärke mich mit heilgem Muth! So sieg' ich über Fleisch und Blut. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, Und laß mich nimmer5. Bewahr' in mir ein gut mehr In Sünd' und Thorheit Gewissen, Ein Herz zu dir voll fallen! Gieb mir den guten Geist, Freudigkeit, Ein Herz, auf's Des Glaubens Zuversicht, Und Gute stets beflissen, Das sich wenn ich straucheln will, Gott, vor deinem Auge scheut; Und dann verlaß mich nicht! fehl' ich einst, so züchtge mich 3. Ach Gott, verlaß mich Zu meiner Beßrung väterlich! nicht In Nöthen und Gefah6. Ein Herz, das in beglück- ren, Und laß zu rechter Zeit ten Tagen, O Vater! deiner nie Mir Hülfe widerfahren! Ist vergist, Ein Herz, das unter meine Seel' in Angst, Schreckt Noth und Plagen Vor dir still mich dein Strafgericht; Gott, und demüthig ist, Ein Herz, dann verlaß mich auch Mit voll Zuversicht zu dir Und voll deinem Troste nicht! Geduld, verleihe mir! 7. Das andre alles wirst du 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen! In 396 Allgemeine Bet- Lieder. allem meinen Thun Begleite mich in Noth, Das wollest du mir dein Segen! Die Werke meines geben! In deiner Hand steht Amts, Die Werke meiner Pflicht meine Zeit; Laß du mich nur Laß, Herr, vor dir gedeihn! Barmherzigkeit Vor dir im Ach Gott, verlaß mich nicht! Tode finden! ¹C. F. Gellert. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Hilf, daß ich, dir ergeEigene Melodie. ben, Boll Lieb' und Hoffnung 595. Gott, du frommer Necht glauben, Du Geber leben Und selig sterben mag, aller Gaben, Ohn' den nichts Um dich von Angesicht Zu Ange- ist, was ist, Von dem wir sicht zu schaun! Ach Gott, verlaß alles haben! Gefunden Leib mich nicht! Sel. Franck. gieb mir, Und daß in solchem Leib Ein unverletzte Seel' Und rein Gewissen bleib'! Gieb, daß ich thu' mit Was mir zu thun geweit die Wolfen gehen; Du bühret, Wozu mich dein Beträgst uns mit Barmherzigkeit, fehl In meinem Stande führet! Und eilst, uns beizustehen. Herr, Gieb, daß ich's immer thu', meine Burg, mein Fels, mein Wann und wie ich es foll; Hort! Vernimm mein Flehn, Und dann gerath' es auch mert auf mein Wort! Denn Durch deinen Segen wohl! ich will vor dir beten. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ott! Deine Güte 2. 594. Gott! reicht so weit, So Fleiß, 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß fein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn nach meiner Pflicht Ich reden soll und muß, So gieb dem Worte Kraft und Nachdruck ohn' Verdruß! 2. Ich bitte nicht um leber fluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade wer den! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erfennen! 4. Zeigt sich Gefährlichkeit, 3. Ich bitte nicht um Ehr' Solaß mich nicht verzagen; Gieb und Ruhm, So sehr sie Men einen frohen Muth Und Trost schen rühren; Des guten Na- in Leidenstagen! Durch Sanft mens Eigenthum Laß mich nur muth lehre mich Besiegen meis nicht verlieren! Mein wahrer nen Feind; Und gieb mir, Ruhm sei meine Pflicht, Der brauch ich Rath, Stets einen Ruhm vor deinem Angesicht weisen Freund! Und frommer Freunde Liebe. 5. Laß mich mit jedermann 4. So bitt' ich dich, getreuer In Fried' und Eintracht leben, Gott! Auch nicht um langes So weit es christlich ist! Willk Leben. Im Glücke Demuth, Muth du mir etwas geben An Reich Allgemeine Bet- fieder. 397 thum, Ehr und Glück; So Himmels Vorschmack ist Und gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sei! einst mein Ende mir versüßt! 4. Dein Wort sei meines Lebens Licht! So täuscht das Glück der Welt mich nicht. Die Welt mit ihrer Luft vergeht; Wer deinen Willen thut, 6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen Und unter mancher Last Hindurch in's Alter dringen; So gieb, besteht. daß ich doch stets Cin frommes Herz bewahr'! So schmücket Ehr und Ruhm Mein grau gewordnes Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod Einst froh von hinnen scheiden! Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden! Sanft ruhe dann der Leib In seiner stillen Gruft, Bis ihn dein Allmachtswort In's neue Leben ruft! 8. Wird deine Stimme einst Die Todten all' erwecken, Dann, dann wird sie sich auch Auf mei nen Staub erstrecken. Durch deine Macht werd' ich zum Leben auferstehn Und mit den Seligen Verklärt dich dann erhöhn. J. Heermann. 5. Hilf, daß ich, meiner Pflicht getreu, Gern andern Menschen nüßlich sei, Mich freue mit den Fröhlichen, Und weine mit den Weinenden! 6. Zum Wohlthun, zur Verföhnlichkeit und Sanftmuth sei mein Herz bereit! So bring' ich christlich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gieb mir Bescheidenheit Und warme Herzensdankbarkeit; Im Unglück schenke mir Geduld Und Troft an deiner Baterhuld! 8. Was sonst mir fönnte nüßlich sein, Siehst du, mein Gott! am besten ein; Gieb nur, daß ich stets sei vergnügt Mit allem, was dein Rath verfügt! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. 9. Du, Herr, bist meine Zu596. Vis hieher halfft du versicht! Entzeuch mir deine mir, mein Gott! Du halfft mir aus so mancher Noth. Oft ward ste, mir selbst unbekannt, Von dir, o Vater! abgewandt. Gnade nicht; Und schließt fich hier mein Lebenslauf, So nimm mich in den Himmel auf! 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid, Da find' ich bis in Ewigkeit Das Glück, das feine Unlust stört, Das Glück, 2. 3um frohen Aufenthalt allhier Gabst du so manche Freuden mir, Und immer noch das sich ohn' Ende mehrt. ist deine Treu', Mich zu beglucken, täglich neu. J. G. Lindner. 3. Drum wart' ich ferner auf Mel. In dich hab' ich gehoffet u. dein Heil. Ein gut Gewiſſen 597. Von ganzer Seele hier dich, 398 Allgemeine Bet- Lieder. Herr, der du mich so väterlich Mel. Herr Jesu Christ! dich zu e. komme vor dein Bie diesen Tag erhalten! Laß 598. I Angesicht; Ver. über mir Noch für und für Dein Vaterauge walten! wirf, o Gott, mein Flehen 2. Du schenfft uns Leben, nicht! Bergieb mir alle meine Glück und Ruh', Giebst Luft Schuld, Du Gott der Gnade zur Pflicht, und schaffst dazu und Geduld! Die Kraft, es zu vollbringen. Wird dein Gedeihn Uns nicht erfreun, So kann uns nichts gelingen. 3. Du schusst und du regierst die Welt So, wie es deinem Lebenlang! Rath gefällt; Du lenfft der 3. Sei mein Beschüßer in Menschen Herzen. Sei auch Gefahr! Ich harre deiner im mein Licht, Und laß mich nicht, merdar. Ist wohl ein Uebel, Gott, deine Huld verscherzen! das mich schreckt, Wenn deine 4. Dein Wort lehrt mich Rechte mich bedeckt? 2. Schaff du ein reines Herz in mir, Ein Herz, voll Lieb' und Furcht vor dir, Ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein des Lebens Pflicht; Doch wie 4. Ich bin ja, Herr! in dei so oft noch füht' ich nicht ner Hand, Von dir empfing ich Die Mängel meiner Seele! den Verstand; Erhalt' ihn mir, Ach, Gott der Huld, Vergieb o Herr, mein Hort, Und stärk die Schuld, Wenn ich aus ihn durch dein göttlich Wort! Schwachheit fehle! 5. Laß, deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein; Laß, meines Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig sein! bitt' ich dich: Laß, 6. Das ist mein Glück, was 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft. Bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, Mich weislich zu regieren; Drum Höchster, mich Selbst deine Weisheit führen! du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst Nach dei6. Herr, dessen Treu' uns nem Beifall tracht, und tren ewig liebt, Laß mich beim Se- In allen meinen Pflichten sei! gen, den sie giebt, Auf dich, den 7. Gieb von den Gütern Geber, schauen! Selbst wenn dieser Welt Mir, Herr, so viel, du schlägst Und Kreuz auflegst, als dir gefällt; Gieb deinem Laß mich dir feft vertrauen! Kind ein mäßiq Theil, Und fröne feinen Fleiß mit Heil! 7. Gieb, daß ich meine Le benszeit, Nur dir mit ganzem Ernst geweiht, In deiner Furcht vollbringe, Bis ich einst dir Dort für und für Lob, Preis und Ehre singe! 8. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß; So laß mich mäßig im Genuß Und, arme Brüder zu erfreun, Stets einen frohen B. F. Köhler. Geber sein! Allgemeine Bet- Lieder. 399 9. Gieb mir Gesundheit und vor dich trete, So schließ' dein verleih', Daß ich sie nüß' und dankbar sei, Und nie aus Liebe gegen sie Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'! 10. Erwecke mir stets einen 4. Gedenfe meiner, wenn Freund, Der's treu mit mei ich falle, Und wirf mich nicht ner Wohlfahrt meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel giebt! im Zorne hin, Weil ich, wie andre Menschen alle, Im Fleische schwach und blöde bin! O, fördre meinen Gang und Stand Durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab' ich sonst, als dich allein, Der bei der Men 12. Und naht mein Ende schen Haß und Neide Mein einst heran; Dann nimm dich Freund und Tröster könnte meiner herzlich an, Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mir Schirm und Schild und großer Lohn! C. F. Gellert. 11. Bestimmst du mir ein längres Ziel, Und werden mei ner Tage viel, So sei, Herr, meine Zuversicht! Verlaß mich auch im Alter nicht! Vaterherz mir auf! Doch gieb mir nichts, als das allein, Was gut und heilsam mir fann sein! sein? Und hab' ich dich, so lacht mein Muth, Wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich nicht gedenMel. Wer nur den lieben Gott 2c. fen fann, Und blicke mich mit 599. Getreuer Gott, ge- Wohlgefallen In meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, So ist's um mich recht gut bestellt. denke meiner Im Besten jeßt und allezeit! Denn außer dir, Herr! ist nicht ei ner, Der mich mit Rath und Troft erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht, Und fagt: Dein Gott vergißt dein nicht! 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süßes Evangelium, Und mach' mir deine Himmelslehre zu rechter Kraft im Christenthum! Gieb, daß dein Wort stets wohl geling' Und tausendfache Früchte bring'! 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke doch mit Gnaden drauf! Weil ich in Chrifto 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, Und wenn mich alle Welt vergist, So setze mich in jenes Erbe, Wo du mein Theil und Leben bist! Denn bleibft du nicht auf ewig mein, So wollt' ich nie geboren sein! 8. Nie will ich muthlos mich betrüben; In deine Hand haft du ja mich zum Heil und Segen angeschrieben. Im Glauben hoff' ich fest auf dich, Daß du im Besten meiner denkst Und alles mir zum Heile lenkst. E. Nenmeister. 400 Allgemeine Bet- Lieder. Mel. Wenn mein Stündlein. durch des Heilands Blut Im 600.5, err, wie du willst, Glauben Antheil haben! Gr so schict's mit mir tilgte unsre Sündenschuld, ErIm Leben und im Sterben! warb mit seinem Siege Uns Mein Herz verlangt allein nach deine väterliche Huld Und dir. Herr, laß mich nicht ver- Heil und volle G'nüge. Er derben! Erhalte mich in deiner hör' uns, lieber Vater! Huld! Sonst, wie du willst; gieb nur Geduld! Was du willst, ist das Beste. 3. Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, Daß wir dich recht erfennen, Und stets mit froher 2. Ein frommes Herz ver Zuversicht Dich unsern Vater leihe mir! Hilf, daß ich dein nennen! Gieb, daß wir dich AllWort liebe, Und daß ich wante wissenden, Dein Ohr und Antlig nie von dir, Nie deinen Geift scheuen, Und deinen Namen heis betrübe! Laß hier und dort ligen, Dich ehren und erfreuen! mich selig sein, Und alles, was dir mißfällt, scheu'n In meinem ganzen Leben! Erhör' uns, lieber Vater! 4. Gieb, daß wir unsrer Seelen Heil Nächst dir am 3. Soll ich nach deinem wei- höchsten achten! Gieb, daß wir sen Rath Mich von der Welt nach dem besten Theil, Nach einst scheiden; D, so verleih' ewgem Glücke trachten! Wie mir deine Gnad', Daß es bald verfließt die Lebenszeit! gescheh' mit Freuden! Herr! Wer wären deine Christen, Seel' und Leib befehl ich dir. Wenn sie nicht eine Ewigkeit Gieb du ein feligs Ende mir Und beßres Leben wüßten? Durch Jesum Christum! Amen. Erhör' uns, lieber Vater! K. Bienemann. 5. Gerechter Gott, verwirf uns nicht Um unsrer Sünde wil len! Gieb Gnade, daß wir jede Pflicht Des Chriſtenthums erfüllen! Befehr' die Sünder, die es noch, Dich zu erzürnen, wagen, Und für des Heilands leichtes Joch Der Laster Fesſeln tragen! Erhör' uns, lieber Vater! 6. Gieb uns zur Tugend Lust und Trieb; Mach' uns zum Gu ten tüchtig! Mach' uns das Wort der Wahrheit lieb und seine Lehren wichtig! Schaff' in uns, 2. Gott, unser Schaß und Gott, ein treues Herz, Das dir höchftes Gut, Gieb uns die allein vertrauet. Und bei Vers großen Gaben, Woran wir achtung, Spott und Schmerz Auf Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 601. Qast uns zu Gott aßt und seinem Thron Herz, Hand und Stimm' er heben! Er wird durch Christum, seinen Sohn, Uns, was wir bitten, geben. Der Herrscher, dessen Majestät Selbst alle Engel ehren, Erbeut sich gnädigst das Gebet Der Niedri gen zu hören. So hör' uns, lieber Vater! Allgemeine Bet- Lieder. 401 Chrifti Vorbild schauet! Erhör'| liebe, Und bilde mich nach uns, lieber Vater! seinem Sinn! Gieb, daß ich Und, 7. Laß uns im Glauben feste mich stets übe, Auf ihn zu stehn, Und seinen Schild ergrei- sehn, Jhm nachzugehn, Mich fen, Wenn schwere Prüfungen seiner nicht zu schämen, ergehn Und sich Gefahren häu- stets bereit, Mit Freudigkeit fen! Sei unser Schuß, daß Sein Kreuz auf mich zu nehmen! keine Noth Uns und den Heiland scheide! Der Glaub' an des Erlösers Tod Mach' uns den Tod zur Freude! Erhör' uns, lieber Vater! E.£ icbich. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit Mein schwaches Herz regieren, Nie Haß und Zorn und Bitterkeit Zur Rache mich verführen! Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, Verdammt der Rachsucht Triebe. Gieb, daß den Feind," So wie den Freund, Mein Herz aufrichtig liebe! 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß ja nicht trachten! Laß mich mich die Ehren dieser Welt ter gläubig nenne; Daß weder Für eiteln Schatten achten, Leid, Noch Glück und Freud' Und nie nach Pracht, Nach Mich jemals von dir trenne! Hoheit, Macht Und großem Namen streben! Laß mich viel mehr Nach deiner Lehr' In wahrer Demuth leben! 2. Erfülle mich mit wahrer Neu', Wenn ich dich, Gott, be trübe! Gieb, daß ich alles Böse scheu' Und stets das Gute liebe! Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht Mit Vorsatz je verlegen! Der Seelen Heil, Mein ewigs Theil, Laß mich recht theuer schäzen! 602. f Mel. Durch Adams Fall ist ganz sc. ilf mir, mein Gott, verleihe mir, Daß ich nur dich begehre, Mein ganzes Glück nur such' in dir, Und dich allein verehre; Daß ich in Noth Dich meinen Gott Und Va3. Mein Gott, ich bitte dich: Verleih' mir einen festen Glauben, Der standhaft, treu und thätig sei, Und laß mir nichts ihn rauben! Gieb, daß ich mich Allzeit auf dich Und auf dein Wort verlasse, Und in der Nöth, Ja selbst im Tod, Dein Heil getroft umfasse! 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, Daß ich den Heiland 7. Betrug und List und Heuchelei Hilf mir mit Sorgfalt fliehen! Nie müss' ich mich durch Gleißnerei Um Menschengunst bemühen! Laß Ja und Nein Mir heilig sein! Laß mich nicht lieblos richten, Und Zank und Streit Freudigkeit, Mit Lieb' und Sanftmuth schlichten! Mit 8. Herr, lehre mich Enthaltsamkeit; Gieb mir ein rein Gemüthe, Daß ich in dieser Prü fungszeit Vor böser Lust mich hüte! Als Lügenfeind, Als Wahrheitsfreund Laß mich aufrichtig wandeln, Und jederzeit Nach 26 402 Allgemeine Bet- Lieder. Billigkeit Mit meinem Nächsten| 4. So fängt auch oft ein handeln! weiser Mann Ein Werk, das gut ist, fröhlich an, Und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, Und bauet doch im Sande. 5. Wie mancher war in Schon über alle Doch eh' er ste erstiegen, Fällt er zurück, und sieht, wie sehr Der Menschen Schlüffe triegen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, Der selbst mein Herz regiere, Und mich, wie 6. Drum fomm' ich mit Ge bet zu dir; Wirst du nicht, es dein Wort verheißt, Auf bester Vater! mir, Warum deinen Wegen führe! So wird ich fleh', gewähren? Erhörung mein Herz In Freud' und ist dein Werk, dein Ruhm; Schmerz Dir zu gefallen stre- So wirst du mich auch hören. 7. Verleihe mir das edle ben, Und du wirst mir, Gott! einst bei dir Den Lohn der Licht, Das sich von deinem Treue geben. 3. Rift. Angesicht In fromme Seelen senfet, Und sie zu dem, was wahr, was recht, Was gut und nüßlich, lenfet! 8. Flöß' mir die rechte Weis daß all' mein Thun heit ein, Daß Zweck und Mittel christlich fei'n, Die ich bei mir bestimme. Und Trug und Bosheit nimmermehr In meinem Herzen glimme! 9. Was mir und meinen Brüdern gut, Das gieb mit ein; was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre! Der höchste Zweck bei allem Thun Sei deine Lieb' und Ehre! 9. Gieb, daß ich stets den Müssiggang Sammt aller Trägheit fliehe; Daß ich der Welt mein Lebenlang zu dienen mich bemühe! Laß meinen Fleiß Zu deinem Preis, O Gott, mir seinem Sinn wohl gelingen. Und, segnest du Berge hin! Das, was ich thu', Dir Ehre dafür bringen! Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 603.h weiß, mein Gott! Und Werk in deinem Willen ruhn; Von dir kommt Glück und Segen. Dein Rath führt uns zwar wunderbar, Doch stets auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Men schen Macht, Daß, wär' auch alles wohl bedacht, Er seines Gangs sich freue. Dein Segen, Höchster! macht's allein, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch, Und denkt's mit Muth, Dies sei ihm, Herz mit dir jenes sei ihm gut; Doch täuscht Wegen! 10. Was dir gefällt, gefall auch mir! Zufrieden sei mein Bei allen deinen Nie will ich, Herr! er sich und fehlet. Oft sieht was dir mißfällt, In meiner er auch für schädlich an, Was Seele hegen. Gott für ihn gewählet. 11. Ist, was ich thu', eint Allgemeine Bet- Lieder. 403 Werk von dir, So segne es; Thun will ich je mehr und ist es von mir, So laß mich's mehr Vor aller Welt erheben, nicht vollenden! Was du nicht Und lebenslang zu deinem Ruhm willst, mißlinget doch; Nie kann Nach deinem Willen leben. fich's glücklich enden. P. Gerhard. 12. Wollt' aber ein erboster Feind, Wollt' etwa ein ver- Mel. Herr Jesu Christ, mein's ic. stellter Freund Mir den Ent- 604. Gott, befſen Hand wurf So laß, wenn dieser dir gefällt, Ihm, was er sucht, nicht glücken! die Welt ernährt Und jedem, was er braucht, gewährt, Laß mich mein Werk mit Freuden thun Und deinen Se gen auf mir ruhn! 13. Tritt du zu mir und mach' das leicht, Was mir schwer, ja unmöglich däucht! 2. Du sorgt für mich; doch Reichst du dir deine Hände; soll auch ich Mit allem Fleiß So kommt, was angefangen ist, Gewiß zum guten Ende. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch in's tiefe Meer Der bit tern Sorgen treten; So stärke mich der Glaub' an dich, Mit Freudigkeit zu beten! das thun, was mich Dein offenbarter Wille heißt. Verteity' mir dazu deinen Geist! 3. Hilf, daß ich in der argen Welt So lebe, wie es dir ges fällt! Mich von der Sünden Schuld befrein, Laß meine erste Sorge sein! 15. Wer betet, und dir, 4. Steht's erst mit meiner Gott! vertraut, Wird alles Seele wohl; Dann lehre mich das, wovor ihm graut, Mit auch, wie ich soll Dem Leibe Heldenmuth bezwingen. Du thun, was ihm gebührt, Daß heißest seine Sorgen fliehn, er nicht Stärk" und Muth Und hilft ihm sie erringen. verliert! 5. Und weil du Frömmigfeit sehr liebst, Und Frommen reichen Segen giebst; So giel daß ich die Sünde scheu', Und fromm und recht gesegnet sei! 6. Dich ruf ich an: Verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Mit Troß begehr' ich nichts von dir. Das, was mir nüß ist, gieb du mir! 7. Mit Beten geh' ich an mein Werk. Gieb du dem Leibe Dein Kraft und Stärk'! Mit dir fang' 26* 16. Zwar führt dein unerforschter Rath Den Frommen oft zum rauhen Pfad; Doch wer ihn muthig gehet, Wird endlich, Herr! durch deine Macht Zu fteter Wonn' erhöhet. 17. Du bist mein Vater; ich dein Kind. Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du zu voller G'nüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und rühmlich stege! 18. Dein soll sein Ruhm und Lob und Ehr'! Allgemeine Bet- Lieder. 404 ich die Arbeit an; Mit dir sei fie denn auch gethan! 8. Erleichtre mir der Arbeit Last! Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was mein Beruf mich heißt; Ich weiß, daß du mein Helfer feift. Denn daß vergoß er uns zu Gut', Und brachte für die ganze Welt Ein dir genügend Lösegeld. Deß trösten wir uns allezeit, Und hoffen auf Barmherzigkeit. 2. Die Obern teit' mit deiner Hand; Beschüß' und segne 9. Auf dich trau' ich mit unser Land! Dein Wort er Zuversicht. Ich weiß, mein halt uns frei und rein, Und Vater! du wirst nicht Bei laß uns dir geheiligt sein! meinem redlichen Bemühn Den Wen Armuth, Noth und Krank Nahrungssegen mir entziehn. heit drückt, Der werde, Herr, von dir erquickt! 10. Machst du doch dürre Berge naß, Bekleidest Lilien und Gras, Und sättigest der Vögel Heer; Und mich, mich liebst du noch viel mehr! 3. Dies alles- Amen! werde wahr; Erhör' und hilf uns immerdar, Vater auf dem höchsten Thron, Durch Chris stum, deinen eignen Sohn! So wirft du, Bater, Sohn 11. Ach, wüßt' ich nur, nach deinem Sinn, So lang' ich noch auf Erden bin, Mit und Geist! In Ewigkeit von deinen Gaben umzugehn; Wie uns gepreist. B. Ringwaldt. wohl würd' es dann um mich stehn! 12. Nun, treuer Gott, erhöre Eigene Melodie. mich! Mein Auge fiehet nur auf 606. Ach, Herr Gott Baz dich dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich foll! Doch sorg' auch du, so geht mir's wohl! 6. Wimmer. über uns! sed chit 2. Christe, du Sohn Gottes, Unser Erlöser! Erbarm' dich über uns! Mel. Vater unser im Himmelreich! ott Vater, denk' 3. Herr Gott, heiliger Geist! an Christi Blut! Erbarm' dich über uns! u 605. Gott Allgemeine Lobund Danklieder. Eigene Melodie. Und deiner Engel zahllos Heer 607. Hwie Herr Gott! Heilig ist unser Gott! err Gott! dich loben Singtdemuthvoll zu deiner Ehr': wir danken dir. Du warest, Herr! von Ewigkeit, Und schufft die Welt zu ihrer Zeit. Die ganze Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Der Herr, der große Gott! Weit, über alle Himmel weit, weite Schöpfung preist Dich, Vater, Sohn und heilgen Geist; Reicht deine Macht und Herrlich Allgemeine Lob- und Danklieder. 405 feit. Sie, die die Völker wun- in aller Noth! Laß dein Erbarderbar Befehrten, deiner Boten men uns erfreun, Wenn wir Schaar, Und sie, der Wahrheit Märtyrer, Erheben ewig dich, o Herr! Ja, deine ganze Christenheit Preist dich mit Freuden allezeit, Dich, Vater, auf dem Himmelsthron! Dich, zu dir um Hülfe schrein! Du, du bist unsre Zuversicht. Verlaß uns nicht! verlaß uns nicht! Amen! M. Luther. CULT Eigene Melodie. Jeſu Chrift, des Vaters Sohn! 608. Nun danfet alle Gott Und Mit Mund derkraft In Sündern neues Leben schafft! | und speist Und von der Kindheit an Mehr Gutes uns erzeigt, Als daß man's zählen kann! und Werken, Deß Weisheit, Güt' und Macht Wir allenthalDu, Gottes eingeborner Sohn! ben merken, Der uns erhält Du sahst auf uns von deinem Thron, Entschloffest dich, ein Mensch zu sein, Um uns vom Elend zu befrein. Dein Tod, der Leben für uns bracht', Entriß dem Tode seine Macht. Zur Rechten Gottes sigst du nun; dein Thun. - 2. Er, unser Vater, woll' Ein fröhlichs Herz uns geben! Er lasse uns, sein Volk, Und die, so näch uns leben, Des Friedens Anbetungswürdig ist Früchte sehn! Nach seiner Huld Einst kommst du und Treu' Steh' er uns jederwieder, welche Pracht!- zeit Und unserm Lande bei! Erwedst die Todten,- welche 3. Der ewig treue Gott Woll' Macht! Und rufft sie alle uns von allem Bösen Und, was vor's Gericht. Dann, Herr, uns schaden kann, Wenn's ihm ach, dann verwirf uns nicht! gefällt, erlösen! Er schüße vor Nun hilf uns, die du dir Gefahr, Und helf' uns allezeit, erwarbst, Als du am Kreuze Und führ' uns durch die Welt für uns starbst! Gerechtigkeit zu seiner Seligkeit! und ewigs Heil Sei jetzt und 4. Gott Vater, deiner Macht fünftig unser Theil! Regier' Sei Ehr' und Ruhm gegeben! dein Volk, Herr Jesu Christ, Sohn Gottes, deine Huld Soll Der du ihr Herr und König jede Zung' erheben! Geist Got bist! Mach' deiner deiner Kirche tes, deines Ruhms Werd' alle Grenzen weit, Und schenk' ihr Tage mehr! Dir, o Dreieiniger, Ruh' und Sicherheit! Cei Preis und Tank und Ehr'! M. Rinkart. Dich täglich preisen, Gott! ist Pflicht, Und unser Herz vergißt sie nicht. Behüte uns durch deine mel. Was Gott thut, das ist. Grad Vor Schande, Sünd' und 609. Du, Herr! haft alles Missethat! uns, o Herr und Gott, Sei gnädig uns Preis dir und Ruhm und Stärke! 406 Allgemeine Lob- und Danklieder. Schenfft du Herr! deine Weisheit, Güt' und| In meiner Noth, Nach Trauern Macht Rühmt jedes deiner und nach Leiden Werte. Dein Lob erzählt Die mir immer Freuden. ganze Welt, Und alle ihre Heere Berfund'gen deine Ehre. 7. Du, Herr! haft alles wohl gemacht. Muß gleich mein Leib vermodern, So wird er doch von dir bewacht; Du willst ihn wiederfodern Aus seiner Gruft, Wenn Christus ruft: Sink, Meer! fall', Erde, nieder! Gebt meine Todten wieder! 119 3. Du, Herr! haft alles wohl gemacht, Mit Weisheit uns er schaffen. Dein holdes Vaterauge wacht Für ans, auch wenn wir 8. Du, Herr! hast alles wohl gemacht; Und noch an jenem Morgen, Wenn deiner Stimme Donner fracht, Wirst du auch Dank Und Lobgesang Führst für uns sorgen. Mit Preis und schlafen. Auch diese Ruh', Herr! du uns von der Erden, Um schenfest du, Wie Thau, die Engeln gleich zu werden. Flur zu schmücken Und Pflanzen zu erquicken. 2. Du, Herr! hast alles wohl gemacht. So weit nur Sonnen glänzen, Strahlt deiner weisen Liebe Pracht. Wer kennet ihre Grenzen? Der Fisch im Meer, Der Vögel Heer Führt deine Vatergüte Mir preisend zu Gemüthe. 4. Du, Herr! haft alles wohl gemacht. Uns Menschen zu beglücken, Muß, wenn die Morgensonne lacht, Uns neue Kraft entzücken. Dein Vaterfinn Ist uns Gewinn; Du sorgest gut und weise Für unsre Freud' und Speise. 5. Du, Herr! haft alles wohl gemacht. Wir wollen auf dich hoffen; Denn deine Huld hat auf uns Acht, Auch wenn uns Leid betroffen. Mit unfrer Schuld Hast du Geduld, Und schenfest gern uns Armen Durch Jesum dein Erbarmen. 6. Du, Herr! hast alles wohl gemacht. Wird einst die Stunde schlagen, Wo keine Freude mich anlacht, Wo Kreuz mich heißet klagen; Dann hilfft du, Gott! Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. 610. Ko Dommt, laßt und Komm Gott erheben, Ihm Dank und Ehre geben, Daß wir so viele Gaben Von ihm empfangen haben! 2. Leib, Scele, Kraft und Les ben Hat uns der Herr gegeben. Er will auch in Gefahren Uns väterlich bewahren. 3. Er sorgt für Leib und Seele, Daß uns kein Gutes fehle. Wenn unsre Sünd' uns reuet, Schont er uns und verzeihet. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben. Der ist für uns gestorben, und hat uns Gnad' erworben. 5. Das Gute, das wir haben, Sind seiner Taufe Gaben, Das Mahl des neuen Bundes, Die Lehren seines Mundes. Allgemeine Lob- und Danklieder. 6. Er will ein ewigs Leben| Und aus nichts hervorgebracht; Uns, wenn wir treu sind, geben, Jede Sonn' hast du entzündet; Und dort noch größre Gaben, Durch dich prangt die MitterAls wir von ihm hier haben. nacht. Es hat deiner Allmacht Erde; 7. Wir bitten deine Güte, Hand Jene Veste ausgespannt, Daß sie uns stets behüte. Hilf Alle Himmel ausgebreitet, Neallen deinen Kindern! Hilf, gen, Sturm und Blis bereitet. Vater, selbst den Sündern! 2. Fluthen deckten unsre Allenthalben rauschte Du, sprachst dein allWerde! Und es senkte sich das Meer. zeigt unsre Erde sich, noch nassem Thone glich. Fluthen flohen auf dein Schelten; Da entsprangen viele Welten. 8. Erhalt' uns in der Wahr heit, Bis wir in voller Klarheit Meer. Dich sehn und deinen Namen mächtigs: Dort preisen! Hör' uns! Amen. Da Die L. helmbold. Mel. Allein Gott in der Höh' c. 611. Bis is hieher hat mich 3. Brunnen quellen in den Gründen; Rauschen zwischen Gott gebracht Durch seine große Güte; Be schenkt hat er mich Tag und Nacht Mit Ruhe im Gemüthe. Bergen fort. Um den Durst Bis hieher hat er mich erfreut, zu ſtillen, finden Thier' und Menschen solchen Ort. Gott Beschüßzt vor Gram und Herze- hat alles wohl gemacht! Singt leid, Und väterlich geholfen. in grüner Zweige Nacht 2. Anbetung, Ehre, Preis und Dank Sei dir für deine Vogel an den Flüssen, Die Treue, Der ich mich all mein 34 unserm Segen fließen. Jeder 4. Berge netzt dein milder Regen; Frucht bringt das gez tränfte Land. Korn und Most und Gras ist Segen, Deiner Liebe Unterpfand. Preis dir, Neberfluß Vater der Natur! 3. Hilf ferner auch, mein schmückt jede Flur, treuer Hort, Hilf mir zu allen Stunden! Hilf mir an all und jedem Ort! Hilf mir durch Jesu Wunden! Hilf mir, mein Gott, 5. Segen lässet auf uns fliein jeder Noth! Hilf mir im fen Jedes erste Morgenlicht. Leben und im Tod! Hilf mir, wie du geholfen! Schmückt die Gärten wie die Felder, Schmückt die Wiesen wie die Wälder. Lebenlang Mit jedem Morgen freue! In mein Gedächtniß schreib' ich's an: Der Herr hat viel an mir gethan, An mir und an den Meinen. 407 Bäche deiner Huld ergießen Sich, Herr! und versiegen nicht. Arbeit zwar ist unser Loos; Aber in der Erde Schooß Und err! du hast die des Meeres tiefen Gründen Welt gegründet Kann sie ihren Segen finden. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzb.- R. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 612. Her 408 Allgemeine Lobund Danklicder. 4. Wer hat das schöne Him melszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Durch Thau und Regen nett? 6. Was in Thälern und in Wiesen Und in Wäldern wächst und grünt, Kann der Mensch mit Lust genießen, Weil ihm alles nüßt und dient. Meer und Fisch und Bliß und Sturm, Feld und Thier und jeder Wurm, Alles kann sein Herz erfreuen; Alles dient ihm zum Gedeihen. 5. Wer schafft uns Wärme bei dem Frost? Wer schüßt vor Sturm und Wind? Wer macht es, daß man Del und Most Zu ihren Zeiten find't? 7. Herr, wie groß sind deine Werke! Wie sind ihrer doch so viel! Deine Weisheit, Güt' 6. Wer giebt uns Leben und Gedeihn? Wer schenkt mit treuer Hand Den Frieden, deß wir uns und Stärke Haben weder Maß erfreun Und unser Vaterland? noch Ziel. Du, der alles schützt! 7. Allgütiger! das kommt und liebt, Jedem Speis und von dir; Du, du mußt alles Freude giebt, Du, Gott! trägst thun. Dein Auge schüßt uns an allen Enden für und für, Schafft, daß wir mit Vaterhänden. ficher ruhn. Alles noch 8. Durch der Felder Laub und Blüthe Lebt und webt ein zahllos Heer; Aber uns macht deine Güte Selig, du Unsterblicher! Du bist unsre Sonn' und Schild, Wir sind deiner Liebe Bild; Drum weihn wir dir Lobaltäre. Dank sei dir und Preis und Ehre! W. F. Gerken. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. 613. h preife dich mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Und mach' auch meinen Brüdern fund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath! Daß du die Quelle bist, Aus der uns allen früh und spat Viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater! nicht von dir Allein gegeben werd'? 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer gut und treu, Und in der größesten Ges fahr Stehst du uns treulich bei. 9. Du strafft nicht gleich; du hast Geduld, Und schlägst uns nicht zu sehr. Ja endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Das Unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und die schon gegenwärt'ge Noth Verwandelst in 11. Wenn unser Herz einst seufzt und schreit; Wirst du gar leicht erweicht. Du giebst uns das, was uns erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit Gütern, die bestehn, Wenn dieses Leibes irdisch Haus Einst wird z Trümmern gehn. 13. Ermuntre dich, mein Herz, und sing' Und habe guten Muth! Allgemeine Lob- und Danklieder. 409 Dein Gott, der Ursprung aller| Und unsern Seelen auch schon Ding', Ist selbst dein höchstes hier Zufriedenheit gewährt. Gut.m 5. Er streut auf dieses Le14. Er ist dein Schatz, dein bens Pfad Viel' Freuden um Erb' und Theil, Dein Ruhm uns her. Die Noth, womit und Freudenlicht, Dein Schirm sein weiser Rath Uns prüfet, und Schild, dein Trost und lindert er. Heil; Schafft Rath, und läßt dich nicht! 6. Er trägt nach lieber Väter Art Uns Schwache mit Geduld; Er züchtigt wohl; doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das Gewissen auf, Ruft uns zur Bes 16. Hat er dich nicht von Ju- serung, Und stärkt uns, achten gend auf Versorget und ernährt? wir darauf, Mit Kraft zur Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment. Was er thut, was er läßtgeschehn, Nimmt stets ein qutes End'. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn, Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der für dich wacht! 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun, Und stell' das Murren ein! So wirst du hier in Frieden ruhn, Und dort höchst selig sein. P. Gerhard. Heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein Wort steht feft. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese Welt verläßt, Zum Glück der bessern Welt. 9. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank Für seine Freundlichkeit! Noch mehr wird sie eu'r Lobgesang In jener Ewigkeit. P. Gerhard. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2. 614.[ uf, Christen, brin- Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 615. ob sei dem allerget Preis und Ehr' Dem Herrscher aller Welt, Dem Mächtigen, der Erd' und Meer Und alle Himmel hält! höchsten Gut Aus freudigstem Gemüthe, Dem Gott, der große Wunder thut, 2. Frohlockt mit jubelreichem Dem Vater aller Güte, Schall Gott, unserm höchsten Gott, der allen Jammer stillt, Gut, Der große Wunder überall Dem Gott, der mich mit Troft Auch an uns Menschen thut! erfüllt! Gebt unserm Gott die Dem 3. Von unsrer zarten Kind- Ehre! heit an Hat er uns unterstüßt, Er, der allein uns helfen kann, Und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, wohnen, Wir alle preisen deine 2. Der Himmel Heere danfen dir, Beherrscher aller Thronen! Auch wir, die wir, o Vater! hier In deinem Schatten 410 Allgemeine Lob- und Danklieder. Macht, Die uns erschuf und mein Herze sich! Du bist mein noch bewacht. Gebt unserm Gott auf ewig. Gott die Ehre!: 8. Die ihr euch Gottes Kin 3. Was deine Macht geschaf- ber nennt, Gebt mit mir Gott sen hat, Das willst du auch die Ehre! Die ihr des Höchsten erhalten. Darüber will dein Sohn bekennt, Gebt mit mir weiser Rath Und deine Gnade Gott die Ehre! Der Herr ist walten, In deinem ganzen feiner außer ihm ist's mehr. Gott; ja Gott ist er, Und Königreich Herrscht Macht und Recht und Huld zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! Gebt unserm Gott die Ehre! sein Angesicht Mit froher Chr. 9. Kommt, laßt uns vor Bezahlt ihm 4. Ich rief zu dir in meiner furcht dringen! Noth: Vernimm, o Herr, mein die gelobte Pflicht, Und laßt Flehen! Da halfst du mir, ge- uns fröhlich singen: Noch treuer Gott! Und ließt dein stets hat Gott an uns gedacht Heil mich sehen. Ich danke, Und alles, alles wohl gemacht! Gott! ich danke dir Christen, Gebt unserm Gott die Ehre! danket Gott mit mir; Dankt ihm mit Freudenthränen! 3. 3. Schüß. ist noch nicht von ſeinem Volt 616. Ferheb ich vich. 5. Gott ist uns nah', Gott Mel. Vom Himmelkam der Engelic. rohlockend, Gott! Er ist der Frommen geschieden. Zuversicht, Schenkt ihnen Heil Als Vater sorgteft du für und Frieden. Mit Vaterhänden mich, Verschafftest ewigs Leben führt er die, Die ihm vertraun, mir, Und zogst mein ganzes und segnet fie. Freut euch des Herz zu dir. Herrn, ihr Frommen! 2. Durch Jefum mit dir 6. Wenn Menschenmacht nicht Huld von dir gekrönt, Ihm, ausgeföhnt, Mit Gnad' und helfen kann, Erhört er unsre meinem Mittler, unterthan, Klagen. Er nimmt sich unser Gehör' ich dir auf ewig an. mächtig an; Nie dürfen wir verzagen. Wenn feine Ruh' voll Dein Recht, dem ich ges 3. Wie heilig ist, wie segens uns mehr erfreut, Schafft er horchen soll! Wie mächtig wedt uns Ruh' und Sicherheit. Gebt unserm Gott die Ehre! zum Tugendlauf Das, Herr, was du verheißst, mich auf! 4. In deiner Kraft geh' ich einher; Was du gebietest, ist 7. So lang' ich lebe, soll mein Dank Dich, meinen Ret ter, ehren. Einst sollen meinen nicht schwer; Denn du verweis Lobgesang Auch deine Himmel hören. Mein Geift, o Gott, erhebe dich! In dir erfreu' gerst Muth und Licht Zum Guten deinen Kindern nicht. 5. Wer demuthvoll es nicht Allgemeine Lob- und Danklieder. 411 vergißt, Daß du des Menschen| Tod Das Leben uns errunStarke bist, Nimmt stets angen. Heilig, Selig Ist die Kraft und Weisheit zu; Die Freundschaft Und Gemeinschaft Stolzen nur erniedrigst du. Aller Frommen, Die durch dich zum Vater fommen. 6. Sei standhaft! rufest du mir zu. Ich kämpfe; wer vergilt, wie du? Wo beut sich mir ein König an, Der Ewig feiten geben kann? 7. Mit dir besieg' ich allen Reiz Der Sünde, Wollust, Stolz und Geiz. Gerüstet, Herr! mit deiner Kraft, Bekämpf ich jede Leidenschaft. 8. Und fehl' ich, so bestrafft bu mich zu meiner Warnung väterlich, Siehst meine Neue gnädig an Und hilfst, daß ich mich beffern fann. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, Sei nie von unserm Geiste fern, Mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weif und rein; Hilf uns getroft und siegreich sein Im Streit mit unsern Stärk' Lüsten! Leit' uns! uns, In der Freude, Wie im Leide, Gott ergeben Und der Tugend tueu zu leben. B. Crasfelins.(?) Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 9. Drum preifet dich mein 618. Singt unserm Gott ganzes sei bein Dank! Denn du, mein Gott! forgst gnadenvoll Für meiner Seele dauernd Wohl. frohes Lied! Er ist, und feiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er; Die Welt ist sein Gebiet. 2. Groß ist sein Nam'. Er will und spricht's, Da steht voll Herrlichkeit Der Welten Meng'; und er gebeut, So fallen sie in nichts. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 617. Jobfinget Gott! Dank, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Rebt er und herrschet weit und breit Mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, Bringet Frohe Lieder! gleich? Fallet nieder! Gott ist mächtig. Unaussprechlich groß und prächtig. 4. Er überschaut, was ift und war Im Himmel, Erd' und Meer, Und seiner Werke zahllos Lobsinget Gott! Dant, Heer Bleibt vor ihm offenbar. Die 2. Preis und Ruhm Sei von 5. Deß freuet euch! uns, deinem Eigenthum, Herr Lieb' ist Gott; Das Beste seine Jesu, dir gesungen! Du, Mitt- Wahl; Groß seine Thaten allzuler zwischen uns und Gott, mal Und heilvoll sein Gebot. Hast durch Gehorsam bis zum 6. Gerechtigkeit und Wahr3. Licht ist sein Kleid; un endlich reich, Ein Meer voll Seligkeit, Von Ewigkeit zu Ewigkeit Ist er; wer ist ihm 412 Allgemeine Lob- und Danklieder. heit ist Die Beste seines Throns.| den nicht, Und biete voller ZuLobt ihn, der auch des Erden versicht Dem Grimm der Feinde sohns, Des Menschen, nicht Truß.ders C. f. Gellert. vergißt! 7. Er kennet uns; er ist mir Mel. Lobt Gott, ihr Christen u. nah' Im Abgrund, in der 619. Mein Geiſt erſtaunt, Höh'; geh', Wohin ich fliehe oder Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein Flehn, Schafft meiner Seele Ruh', Sieht, wenn ich fehl' und Gutes thu', Und eilt mir beizustehn. sur Allmächtiger! Wenn er die Gnaden denkt, Womit du mich, mein Gott und Herr! So unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, Ganz deiner Güte voll, Und weiß vor heißer Dankbarfeit Nicht, wie es danken soll. 9. Er wog mir seine Gaben dar, Schrieb auf sein Buch auch mich Und meiner Tage Zahl, da ich Noch unbereitet war. schlief; 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das Gott nicht angehört. Herr! deine Huld, 4. Du wählst des Sterblichen die ewig währt, mein Loblied sein. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß In Nacht verborgen Bestimmtest du für mich das Loos, Das mich zum Leben rief. 1990 Soll stets Geschick, Eh' er geboren ist, Und so ward ich, o welch ein Glück! Schon als ein Kind ein Christ. 11. Wer fasset deiner Wunder Pracht, Die da sind, wenn du rufst? Ein jeder Staub, den du erschufft, Verkündigt deine Macht. 12. Hell strahlet aus dem fleinsten Halm, Gott! deine Weisheit her, Und Au' und Hügel, Luft und Meer, Sind deiner Ehre Pfalm. 13. Frohlockend preiset dich das Land, Das deine Milde tränkt; Und Korn und Wein und Freud' empfängt Der Mensch aus deiner Hand. 14. Herr! ohne deinen Willen fällt Kein Sperling hin; und ich? Ich freute nicht des Trostes mich, Daß deine Huld mich hält? 15. Ich fürchte, bleibest du mein Schuß, Gefahr und Schre5. Eh' ich noch sprach, ver nahmst du schon, Was noch kein Flehen war, Und neigtest zu des Weinens Ton Dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn in der Jugend ich vom Pfad Der Tugend mich verirrt, Hat mich höchst liebreich, Herr! dein Rath Darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr Vor Unglück und Gefahr Und vor dem Laster, das noch mehr, Als sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich Mein Leben mir geschenkt; Und deine Huld erquicte mich, Wenn Sünde mich gefränkt. de Allgemeine Lob- und Danklieder. E 413 9. Von Freudenstrahlenglänzt zu kurz, OHöchster! für dein mein Blick, Da du so hoch Lob. 3. s. W. Bachariä. mich liebst, Und mir der Erde ind 787 bestes Glück In treuen Freun- Mel. Nun lob', mein' Seel', den 2c. den giebst. 620. Groß find, Herr! deine Werke, Unendlich deines Reichs Gebiet. Wenn ich dein Thun bemerke, Erstaunt mein denkendes Gemüth. Wohin ich mich auch wende, Ent deck' ich deine Spur; An all' und jedem Ende Gehorcht dir die Natur. Des Segens Quellen strömen Auf uns in jeder Zeit, Du sprichst, und von dir nehmen Wir, was das Herz erfreut. 2. Dein ist, Herr! Preis und Stärke; Dich beten Erd' und Himmel an; Groß, groß sind deine Werke; Wer auf sie merkt, hat Luft daran. Mit freudigem Gemüthe, In deinem Dienst nie matt, Besing' ich deine Güte, Die keine Grenzen hat, Doch wo der Engel Heere Vor deinem Throne stehn, Will ich einst deine Ehre Mit mehrer Wärm' C. C. Sturm. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht Dies Herz, das fühlen kann, Dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, Als, Höchster! dir zum Preis. Dein Lob will ich vergnügt erhöhn, So gut ich fann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth Trau' ich allein auf dich; Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn frachend einst der Bau der Welt Sich aus den Angeln reißt, Will ich dich preisen, der mich hält, Dich, der mich leben heißt; 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz Mit starkem Arm erhob. Selbst Ewigkeiten sind erhöhn. Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. Mel. Nun danket alle Gott. Troft Und Gnade zu erwerben. 621. Mag doch der Spöt- Du wardst der Welt ein Licht; folg' ich seinem Schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich sein! ter Heer Sich Und deines Namens schämen; Ich freue mich, dein Heil, O Jesu! anzunehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur Dem, der es nicht versteht, und keiner spottet fein, Der Gottes Wege geht. 3. Hier kann ich freilich nicht Das große Wunder fassen: Ge sandt vom Ewigent Der Himmel Thron verlassen, Die Thaten Gottes thun Als eingeborner Und dann am Kreuz emDer Missethäter Lohn! 2. Du kamst, des Höchsten Sohn, Jm Leben und im Ster- Sohn, ben Uns Weisheit, Kraft und pfahn 414 Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 4. Doch kann mein Herz gar| Drum laß Jesum nur allein wohl Der Wahrheit Kraft Meines Mundes Losung sein! empfinden, Die meinen Geist belebt, Mich reiniget von Sünden; Doch hab' ich, Herr! in dir Gerechtigkeit und Heil geplagt, Und an der Seligfeit Der Ruhe finden, Gottversöhnten Theil. Spotter sich; 4. Ist mein Fleisch und Blut verzagt, Will die Welt die Zunge binden, Werd' ich immerfort Kann ich nirgende Brüsten freche Ach, so stärk foftürk 5. Dies müsse meine Lust und tröfte mich! An dir, o Herr! erwecken. 5. Fordert man von mir den Zu schwach, den ganzen Rath Grund, Dessen, was ich hoff Der Gottheit zu entdecken, und gläube; Ach, so leite Nehm' ich dein großes Heil meinen Mund, Daß er bei Mit Dank und Freuden an, der Wahrheit bleibe Und ein Und folge dir getreu Auf gut Bekenntniß thu'! Gieb ebner Tugendbahn. mir Kraft und Muth dazu! 6. Herr! deine Ewigkeit Wird mir mehr Licht gewähren, Und deine große Lieb' Im Schauen mir erflären. Unendlich ist mein Heil. O Glaube, der erfreut! Gelobet sei der Herr! in Ewigkeit. Gelobt 6. David glaubet und bekennt; Beides muß beisammen stehen, Und wer sich nach Christo nennt, Muß nicht Heuchelei begehen. Herr, davor behüte mich! Denn fie ladet Zorn auf sich. Mel. Jesus, meine 3uversicht. 622.6° ott, der du wahr7. Ach, du wollft mir Kraft verleihn, Daß ich lebe, wie ich gläube! Dies wird mir ein Zeugniß sein, Daß ich stets in Chrifto bleibe, Der als ein getreuer Hirt Mich, sein Schäflein, fennen wird. Und haftig bist, in dessen Herz und Munde Lau ter Gnad' und Wahrheit ist, So daß ich auf diesem Grunde Als auf Felsen bauen kann, Frische mich zur Wahrheit an! 8. Laß mich bis an meinen Zod Meinen Jesum recht be fennen, und noch in der lets 2. Dein Wort bleibet immer ten Nothy Seines Leibes Glied wahr. Wer sich einen Christen mich nennen! Leb' und sterb nennet Und es doch nicht offen- ich nur auf ihn; Weiß ich, bar Vor den Menschen hier daß ich selig bin. B. Schmolck. bekennet, Den bekennet auch dein Sohn nicht dereinst vor deinem Thron. S. Dach. Mel. Jefus, meine zuversicht. von Und 3. Unter deſſen Krenzesfahn 623. Hochbegnabigt Hab' ich Treue dir geschworen. von seinem Sohne, bleibet Gott Hält mein Glaube sich nicht dran, getreu, bekennt auch gern Set Ist die Krone schon verloren. nen Sohn, an den ihr gläubet! Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 415 Eifer und Beständigkeit Liebe, Hohn Könnten euer Herz wer sich Jefu freut! 2. Sanft und leicht ist Christi Joch; Denn was kann bei ihm euch fehlen? D, wie selig feid ihr doch Durch den Ret ter eurer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit Wartet euer nach der Zeit! verführen, Euren Antheil an dem Sohn Und dem Himmel zu verlieren? Nein, ihr Christen, wanfet nie! Fleht um Rettung auch für ste! 3. Freue deines Glaubens dich, Deines Gott's und seines Soh tes! Deine Seele rühme sich Deiner Hoffnung, seines Lohnes Frei, voll Muth und unverstellt, Freudig vor der ganzen Welt! 9. Seid getren bis in den Tod! Denn ihr glaubet nicht vergebens. Nach dem Tode führt euch Gott Zu der Wonne jenes Lebens. Ja, auf einen furzen Streit Herrlichkeit. Krönt euch seine J. A. Cramer. Eigene Melodie. 4. Hat gleich ſein Bekenntniß 624. Jeſu, meine Freude, und den; Dennoch seid getreu! denn ihr Sollet ewig selig werden. Was ist gegen solch ein Glück Dieses Lebens Augenblick? 5. Schämt euch seiner Lehre nie Vor den Frevlern, vor den Spöttern, Wenn sie ihn verschmähn, wenn sie Sich und ihren Wiz vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott Wider Jesum? wider Gott? 2. Unter deinem Schirme Können keine Stürme Mir erschrecklich sein. Felsen, ihr mögt splittern! Welt, du magst er6. Was vermag er wider zittern Und den Einsturz draun! euch? Welche Macht kann Was ist's mehr? Rings um mich euren Glauben, Gottes Bei- her Mag es donnern, frachen, fall, Gottes Reich Und des blizen; Jesus will mich schüßen. Himmels Wonne rauben? Haltet eure Kronen fest! Wehe dem, der Gott verläßt! 7. Welchen Kampf hat euer Herr Nicht für euer Heil geftritten! Jene Schaar der Märtyrer, Was hat die für 3. Donnert auch im Grimme Des Gesetzes Stimme; Jesus stillet fie. Mag der Tod sich nahen, Mich das Grab umfahen; Jesus laßt mich nie. Mich schreckt nicht Das Weltgericht. Freudig, da ich Jesum ihn gelitten! Schmach und sehe, Blick ich in die Höhe. Martern, selbst den Tod Litten sie getroft für Gott. 4. Wer ist, der den Glauben Meinem Herzen rauben, Ihn er8. Und der Spötter Wiß und schüttern fann? Bei der Feinde Leide, Meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, Herr, mein Heil! Hab' ich dich; Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden Nie recht glücklich werden. Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 416 Toben Stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht Des Mittlers Macht; Die fann aller Feinde Wüthen Fried' und Ruh' gebieten. voll Klarheit, Führt zur Wahrheit Und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Trost, und dort mein Lohn, Sohn Gottes 5. Lockt nur, Gold und Schäßze! und des Menschen Sohn, Des Ehre sei der Göße Der betrog- Himmels großer König! Von nen Welt! Mich sollt ihr nicht ganzem Herzen preis ich dich. blenden, Mich von dem nicht Hab' ich dein Heil, so rühret wenden, Der mich treu erhält! mich Das Glück der Erde wenig. Elend, Noth, Kreuz, Schmach Auf dich Hoff ich. Wahrlich und Tod Soll mich, ob ich's feiner Tröstet deiner Sich viel muß leiden, Nicht von vergebens, Wenn er dich sucht, Jesu scheiden! Herr des Lebens! 6. Weich', des Eitlen Liebe! 3. Durch dich nur fann ich Weicht, des Fleisches Triebe! felig sein; O. drück' mir tief Thoren täuschet ihr. Mich sollt in's Herz hinein Empfindung ihr, ihr Sünden, Nie mehr deiner Liebe, Damit ich ganz willig finden; Fliehet fern dein eigen sei, Aus Weltsinn von mir! Uleppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! Ihr be schweret das Gewissen; Euch bin ich entrissen. deinen Dienst nicht scheu', Gern deinen Willen übe! Nach dir, Nach dir, Den ich faffe, Nie verlaffe, Ewig wähle, Dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, Die Hoffnung, daß dein Angesicht Ich einstens soll erblicken. Du fannst indeß durch deine Kraft, Die müdent Seelen Ruhe schafft, Mich stärken und erquicfen. Tröst mich, Tröst' mich, Seligmacher, Daß ich Schwacher Auf der Erde Himmelsfreuden inne Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 625. Wie herrlich strahlt werde! der Morgenstern! D, welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! In finstre Seelen bringst du Licht, Die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Mein Hort! Ist Ihn, den Besten, Ihn, den 5. Und wie, Gott Vater! preis ich dich? Von Ewigkeit her haft du mich In deinem Sohn gez liebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, Er ist mein Bruder und mein Freund; Was ist's, das mich betrübet? Seele, Wähle 7. Weichet, Sorg' und Za gen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie Viel Angst und Müh'; Jesu! auch im bäng ften Leide Bleibst du meine Freude. 3. Franc. Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 417 Größten, Dir zum Freunde; Und dann fürchte keine Feinde! 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Leben durch6. Jhm, welcher Tod und Grab gedrungen. Bald ist nach kurzer bezwang, Jhm müsse froher Lob- Tage Müh' Das Kleinod uns gesang Mit jedem Tag er errungen. Dann singen wir schallen, Dem Lamme, daß er dir, Jesu Christ! Daß du ein würget ist, Dem Freunde, der Mensch geboren bist, In deiner uns nie vergißt, Zum Ruhm Engel Chöre Anbetung, Preis und Wohlgefallen! Tönet, Tö- und Ehre. net, Jubellieder, Schallet wieder, Daß die Erde Voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, Daß du der Erst' und Lepte bist, Der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland! mei nen Geist, Wenn er sich einst dem Staub entreißt, In deine treuen Hände. Ewig Werd' ich Dich dort oben Herzlich loben, Dem ich traue, Wenn ich nun dein Antlig schaue. p. Nicolai. 4. Hier soll, so lang' noch Sterblichkeit Und Sünden uns beschweren, Durch unsre ganze Lebenszeit Dich unser Dank verehren! Doch mehr preis unser Wandel dich, Und unser Geist bestrebe sich, Stets durch ein göttlich Leben Dich, Heiland, zu erheben! 5. Du kamst von deiner Allmacht Thron Auf unsre Erd' hernieder, Wardst arm und schwach, ein Menschensohn, Zur Rettung deiner Brüder. Wer wollte dir sich ganz nicht Mel. Ermuntre dich, mein c. 626. Gepriesen seift du, weihn? Ja, o Versöhner! Jesu Christ, Von wir sind dein, Und jeder der aller Menschen Zungen! Von Erlöften Soll deiner Huld jedem, der noch sterblich ist, sich trösten. Seist du, o Herr, besungen! Gelobet seist du 6. Was wären wir, Herr! von der wärst du nicht Für uns ein Schaar, Die einst, wie wir, Mensch geboren? Ach, ohne auch sterblich war, Nun heilig, ganz erneuert, Den ewgen Sabbath feiert! Trost und Zuversicht, Durch unsre Schuld verloren! Doch nun, da du, o Jesu Christ! In 2. In dieser höhern Brüder unserm Fleisch erschienen bist; Dank Soll unser Loblied schal Sind wir gefallne. Sünder len. Auch schwacher Menschen Versöhnt, sind Gottes Kinder. Lobgesang Hofft, Herr! dir zu 7. Schon hier, erhabner Gottesgefallen. Noch schauen wir, sohn! Sind wir durch Hoffnung ach, nur von fern! Die hohe selig. Die Freuden, die uns dort Seligkeit des Herrn, Wozu am Thron Erworben, sind unnach diesem Leben Du dort zählig. Dir, der sie gnadenvoll uns wirst erheben. erwarb, Der für uns Mensch - 27 418 Pflichten gegen Jesam, den Erlöser, insonderheit. ward, für uns starb, Sei ewig| Glaube uns entsündigt, Uns Dank und Ehre! Preis und Ehre! Anbetung, selbst verkündigt. &. C. Sturm. C. C. Sturm. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. 627. Nach bir verlangt, o Mittler, meine Seele, Mein Gott, den ich zum Heile mir erwähle! Zu deiner Ehre kamst du, Herr! vom Bösen Mich zu erlösen. 8. Ach, gingen wir nur deines Bundes Pfade! Denn alle deine Wege sind voll Gnade Und führen hin zu deinem Wohlgefallen, Wenn wir sie wallen. 9. Erbarmer, laß denn mich auch Gnade finden, Und reinige auch mich von meinen Sünden! 3war sind sie groß; doch größer, als mein Schade, Ist deine Gnade. 3. A. Cramer. 2. Daß, Heiland! die, die mich verderben wollen, Sich meines Falles nicht erfreuen sollen, Das hoff ich mit dem freudigsten Gemüthe Von deiner Güte. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich it. 3. Wen hat noch sein Ver- 628. Von ganzem Herzen traun zu dir gereuet? Wen, der dich anrief, hafst du nicht erfreuet? Ach, deine Menschen machst du gern aus Sündern Zu Gottes Kindern. 4. Du heißest: Gott mit uns! und nicht vergebens. Ach führe mich, mein Heil, den Weg des Lebens! Du fennst allein den Weg zum Vater; zeige Mir diese Steige! 5. Gedenke nicht als Richter meiner Sünden; Laß mein geängstigt Herz Vergebung finden! Du bist das Lamm, das sich für uns verbürget, Und bist erwürget! Gnade, Heiland! dürftet mich, Die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich dich, dich nur habe! Und wenn mein Herz im Tode bricht, Bist du doch meine Zus versicht, Mein Gott, der, weil er mich erlöst, Im Tod auch selbst mich nicht verstößt. Ach, Jesu Christ! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Gin Schlummer sei mir einst ber Tod! 2. Ach alles, Herr, hab' ich von dir; Den Leib, die Seele gabit du mir, Gabst mir mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih', Ein Bruder meinen Brüdern sei, Dies Heil wollst du mir geben! Laß, Mittler, 7. Du bist vom Himmel, Herr! mein Erfenntniß rein, Laß meis zu uns gekommen, Der Sünder nen Wandel heilig sein; Im Heil zu sein, nicht nur der From- Kreuz laß mich dir glaubend men; Und hast, daß Buß' und traun Und nur auf deine Hülfe 6. Du bist so gut, so treu, so voll Erbarmen, Und lockst mit freundlich ausgestreckten Armen Zu dir die Sünder; in den Tod gegeben Schaffst du ihr Leben. Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 419 schaun! Ach, Jesu Christ! Mein 3. Stehst du mit deiner Herr und Gott! mein Herr Kraft mir bei, So werd' ich und Gett! Sei mir's in mei stets mit fester Treu' Und ner leßten Noth! einzig dir anhangen. Nichts, Befriedigt 3. Einst, Jesu, ruh' in dei- was sonst Menschen wohlgener Hand Mein Geist, der fällt, Nicht Lust der Sinne, hier sein Heil empfand, Er- Ehr und Geld löst von jeder Plage! Mein mein Verlangen. still verwesendes Gebein Wird Kann mich Nichts Erde, doch nicht immer, sein, gen Recht ergößen Und be Erwacht an jenem Tage. Im glücken; Du nur kannst mein Tode läsfest du mich nicht, Du Herz erquicken. kommst, du kommst zum Weltgericht. Ach, Richter, laß mich ohne Graun Dich dann auf deinem Throne schaun! O Jesu Christ! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! So preis ich ewig dich, als Gott. M. Schalling. Ohn' dich von Schä4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die Seele Ruh' Und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Nothy hier drückt, So wird So wird er doch durch dich erquickt In seinen Kümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem Leide Volle Freude Mel. Wie schön leucht't uns der ic. Für ihn finden; Da wird all' 629.Jesu, Gottes ew- sein Trauern schwinden. ger Sohn, Ich 5. Noch hat kein Aug' es je nahe mich zu deinem Thron, gesehn, Es kann's auch hier fein Mein Heiland, meine Wonne! Mensch verstehn Und würdig Du wirst mein Innerstes ge- g'nug beschreiben, Was denen wahr; Denn dir ist alles dort für Herrlichkeit Bei dir offenbar Und heller als die und von dir ist bereit't, Die Sonne. Sehnlich ich, Dir vor allen Zu gefallen. Nichts auf Erden kann und soll mir theurer werden. Sehnlich Wünsch' dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Wird gegeben, Unser Leben Zu ergögen, Jit dagegen nichts zu schäßen. 2. Dies Eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher Inbrunst dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es mur zu sehr, Daß mit der That ich dich noch mehr, Mein Hei land! lieben sollte. Laß mich Gläubig Deine Güte In's Gemüthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen! 6. Drum laß ich billig dies allein, D Jesu! meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe, und mich in dem, was dir ge. fällt, Je mehr und mehr in dieser Welt Nach deinem Worte übe, Bis sich Für mich Jenes Leben Wird anheben, Wo die Frommen Aller Trübsal sind entnommen. 27* 420 Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, infonderheit. 7. Da werd' ich deine Gü-| sich sein Geist Von allen tigkeit, Die mich schon hier so Sündenflecken. In allem sah sehr erfreut, In vollem Umfang er immerdar Von Herzen, nie schmecken; Da seh' ich in dem zum Scheine, Auf das, was höchsten Licht Dein gnadenvolles seiner Brüder war; Nicht Angesicht, Bin immer frei von aber auf das Seine. Schrecken. Wohl mir! Preis dir, Der mir droben Aufgehoben Ewge Freuden! Herr! von dir soll nichts mich scheiden. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, Blieb niedrig und geringe, Entschlug sich alles Eigenthums, Er, Erbe aller Dinge! Arm ward er selber, daß wir reich Durch seine Armuth würden. Er ist der J. Heermann. Mel. Was mein Gott will, gescheh' ic. 630. Kommt, die ihr nicht Herr, sein ist das Neich; Doch gewohnetseid, Daß trug er fremde Bürden. ihr euch selbst entfaget, Die 6. War Gottes Hand auf ihr nur stets nach Eitelkeit, ihm gleich schwer; Fand er's Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, doch gut und billig, Und jeden Kommt, schauet Jesu Vorbild Tropfen Bluts war er Für an! Dies, dies muß euch be- uns zu opfern willig. Stets schämen. Kommt, lernt, geheilt zeigte er, daß keine Noth Ihn Fr von eurem Wahn, Hinfort je zum Murren reize; euch selbst bezähmen! ward gehorsam bis zum Tod, Ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen blieb Dem dienen, war ihm angenehm, sein Herz An ihm troß alles | 2. Gott war sein alles, nur an dem Hing seine ganze Liebe; Dem waren seine Triebe Von ganzem Herzen zugewandt; Sein Labsal war, den Willen Des Vaters, welcher ihn gesandt, Vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitel Spottes. Sein Sehnen war im höchsten Schmerz Nichts, als die Hülfe Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten. Er selbst hat euch, seid ihr gleich feit, Ganz heilig, ganz Gott schwach, Die Kraft dazu er eigen, Vermied er nie aus stritten. Schüchternheit, Sich, wie er 8. Hilf meinem Glauben, daß war, zu zeigen. Wenn er die ich dir, Mein Heiland, ähnlich Bosheit freveln sah, Sah er's werde! Bezähm' das Fleisch, mit heilgem Leide; Wenn vertilg' in mir Die Liebe dieser aber Gottes Wort geschah, Erde, Daß ich dein großes Beis War seiner Brust es Freude. spiel mir Allzeit vor Augen 4. Die Freude, die die Welt seße; Des Vaters Willen thun, verheißt, Verlangt er nicht zugleich dir, Für Freud' und schmecken, Und rein bewahrte Leben schäße! 3. 3. Rambach. Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. 421 Eigene Melodie. Mel. Jesu, deine heilgen Wunden. 631. me ich nicht! Er hat einen Jefum laß 632. Sei getreu bis an das Ende! sich für mich gegeben. Sollt ich nicht aus Dank und Pflicht An ihm hangen? ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm Bis an meines Le bens Ende. Ihm geb' ich zum Eigenthum Mich in seine treuen Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Wenn mein Augenlicht verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, Mich kein Labfal mehr erfrischt, Alle Sinne mir ersterben Und das matte Herz nun bricht, bricht, Laß ich meinen Jesum nicht! 4. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an seinen Blicken; Denn nach Lebens Müh' Wird er ewig mich erquicken. Dann seh' ich sein Angesicht, Und laß meinen Jesum nicht! dich, daß keine Noth Dich von deinem Jefu wende; Stets sei er dein Herr und Gott! Ist das Leiden dieser Zeit Doch nicht werth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 5. Nichts auf dieser Erde ist's, Was des Herzens Wünschestillet. Du allein, mein Jesu! bist's, Du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund Ja durch feine Zweifel rauben! Halte treulich jenen Bund, Den dein Herz beim Wasserbad, Fest mit Gott geschlossen hat! Wer nicht hält, was er beschworen, Geht der= einst gewiß verloren. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen den Gott, der dich liebt, Und erzeig' auch denen Liebe Deren Bosheit dich betrübt! dieses Thu' das, was dein Heiland that, Der auch für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeihn und friedsam leben. 4. Seigetreu in deinem Leiden! Keine Widerwärtigkeit Müsse dich von Jesu scheiden; Murr' auch nicht zur bösen Zeit! Machest du doch deine Schuld Größer nur durch Ungeduld! Selig ist, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget! 6. Dich, mein Jesu! halt' ich fest, Laß auch nichts von 5. Hat dich Kreuz und Noth dir mich scheiden. Weh euch, betroffen, Und Gott hilft nicht die ihr ihn vergeßt! Ihr be alsofort; Bleib' getreu in dei raubt euch aller Freuden. Senem Hoffen, Traue fest auf lig, wer mit Wahrheit spricht: Gottes Wort! Hoff auf Jeſum Meinen Jesum laß ich nicht! festiglich! Sein Herz bricht ihm C. Keymanu. gegen dich. Bald ist alles über 422 Pflichten gegen Jesum, den Erlöser, insonderheit. standen. Hoffnung machet nie nicht; Ich halte dich im Glau zu Schanden. 6. Sei getreu in allen Saallen chen, Treu beim Anfang, treu beim Schluß! Fürchte Gott, und laß ihn machen, nach seinem Rath er Eifere für seinen Ruhm! Lauben. Nichts fann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund. Die deiner Was sich nicht schämen, Die läßt muß! du dir nicht nehmen. 3. Dich, Jesu! laß ich ewig ter sei dein Christenthum! Sei nicht. Es machte dein Erbar zwar flug bei deinem Glauben; men Dir Marter, Angst und Doch auch ohne Falsch, wie Tod zur Pflicht; Du zahltest Tauben! Busdual für mich Armen. Aus Dankbarkeit Will ich erfreut Um Die deines Leidens willen Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesu! laß ich ewig nicht, Du stärfest mich von oben, Wenn der verworfne Bösewicht Und seine Heere toben. Ich flieh' zu dir; Du eilft zu mir, Wenn mich die Feinde baffen. Dich, 8. Nun wohlan! ich bleib' Freund! kann ich nicht lassen. im Leiden, Glauben, Lieben, 5. Dich, Jesu! laß ich ewig Hoffen fest, Treu, bis Leib nicht, Dich, Gottes größte und Seele scheiden. Jesus, der Gabe! Ich weiß, daß mir fein mich nie verläßt, Ift's, den Gut's gebricht, Wenn ic meine Seele liebt, Und dem dich, Herr! nur habe. Dir mag. fie sich ganz ergiebt. Ihm be ich, Welt! Für Gut und Geld, fehl' ich meine Sachen; Tenn Wonach Weltfinder laufen, ich weiß, er wird's wohl machen. Den Heiland nicht verkaufen. B. Prätorius. 6. Dich, Jesu! laß ich ewig nicht. Das Kreuz soll uns nicht Mel. Was Gott thut, das ist 2c. scheiden; Ist es doch jedes ich, Jesu! laß ich Gliedes Pflicht, Mit seinem 633. Dic ewig nicht; Dir Haupt zu leiden! Die Trau bleibt mein Herz ergeben. Mein rigkeit Währt kurze Zeit, Innerstes der Seele spricht: Die Angst geht bald vorüber. Dir will ich ewig leben. Du, Gestäupt bin ich dir lieber. du allein, Du sollst es sein, Du sollst mein Schaß auf Erden Und dort mein Reich thum werden. 7. Dich, Jeſu! laß ich ewig nicht; Nie will ich von dir wan fen. Wenn meine irdne Hütte bricht, Eterb' ich mit den Ge danken: Mein Freund ist mein, 2. Dich, Jesu! laß ich ewig 7. Sei getreu in jenen Stun den, Wo des Todes Schwert dir droht! Jesu Leben, Jesu Wunden Sei'n dein Trost bis in den Tod! Wer dann Furcht und Zweifel dämpft Und mit Jesu gläubig kämpft, Dem will er in jenem Leben Seine Ehrenfrone geben. Von den Pflichten gegen uns selbft. Und ich bin sein; Er ist mein Schatz und Tröster, Und ich bin sein Erlöster! 8. Dich, Jesu! laß ich ewig nicht. Wenn alles wird verbrennen, So will ich dich noch vor'm Gericht Getroft Erlöser nennen. Sieh' brüderlich Vom Thron auf mich; Stell' mich zu Isak maling Von den Pflichten gegen uns selbſt. Mel. Werde munter, mein Gemüthe.| Werden, wenn wir Gut's ver634. Das ich mich, mein richten, Oft von Eigennuß verDaß Gott! felbst liebe, führt. Nur gar selten trachten Kann dir nicht mißfällig sein; wir Nach dem wahren Ruhm Du, du pflanzest ja die Triebe bei dir; Und wie oft fehlt's Tief hiezu dem Menschen ein. uns am Wollen, Wenn wir Lenke du nur meinen Sinn Auf andern dienen sollen! die wahre Weisheit hin, Daß ich nicht mein Glückverfehle Und dafür mein Unglück wähle! 423 deiner Rechten Bei deinen from men Knechten! 9. Dich, Jesu! laß ich ewig nicht. Hier will ich dir vertrauen; Dort hoff' ich dich von Angesicht Zu Angesicht zu schauen. Mein Herz sehnt sich Recht inniglich, In jenen Himmelshöhen, Herr Jesu! dich zu sehen. E. Licbich. 2. Hilf mir, die mir schuldgen Pflichten Recht verstehn und mit Bedacht Auf das mein Bestreben richten, Was wahrhaftig glücklich macht! Wer dir, o du Höchster! lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur fennt der Seele Adel, Der nur liebt sich ohne Tadel. 104 4. Wir versäumen unsre Pflichten, Von Bequemlichfeit regiert; 5. Mach' mich, o mein Gott, in Gnaden Doch von solcher Unart frei, Daß ich nicht zu meinem Schaden Gegen mich verblendet sei! Pflanze selbst den Trieb mir ein, Mich vor allem dein zu freun, Auch nach Andrer Wohl zu trachten, Und sie als mich selbst zu achten! 6. Gieb mir dann auch das Vollbringen, Mich zu lieben, wie ich soll! Laß mich eifrig dar3. Doch wie oft und leicht nach ringen, Was mir dient zum verführet Eigenliebe unser Herz! wahren Wohl! Auch dem NächDurch den äußern Echein ge sten beizustehn, Auf ihn als mich rühret, Wünscht es Freud' und selbst zu sehn, Uleber alles dich wählet Schmerz; Sucht, und zu lieben, Daß, das hilf mir findet niemals Ruh'; Hofft sie, treulich üben! C. N. Hochmuth. und kommt nie dazu. Es verlieret sich in Dingen, Die kein wahres Glück uns bringen. Mel. Nun danket alle Gott. u willst es, Herr, 635. D. mein Gott! Daß ich mich selber liebe; Gieb, daß Von den Pflichten gegen uns selbst. 424 ich diese Pflicht Nach deiner Vor-| schrift übe! Ach, laß den selgen Trieb, Mich wahren Glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein Verderben sein! 7. O selig, wer darnach Mit heilgem Eifer trachtet, Und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der hat schon in der Zeit Die wahre Ruh' und einst Vollkommne Seligkeit. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz Sich deiner Liebe weihe! Gieb, daß ich überall Dein Auge kind- 8. Das sei mein Zweck und lich scheue! Wer als ein Christ Fleiß; O, segne mein Bemü sich liebt, Der flieht auch als hen! So wird das wahre ein Christ, Was deinem heilgen Wohl Nicht meinem Wunsch Rath, Gott! entgegen ist. entfliehen. So liebe ich mich 3. Kein schnöder Eigennuß so, Wie dir es wohlgefällt, Beherrsche meine Seele, Und Und über alles dich, Mein wenn zu meinem Glück Ich Gott! und nicht die Welt. Weg und Mittel wähle; So 3. 8. Diterich. laß mich dabei stets Auf Recht und Wahrheit schaun, Und Von der Sorge für die Seele. Auf Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. nie mein Wohlergehn andrer Elend baun! 4. Dein Fluch trifft jedes 636. Herr, meiner Seele Glück, Bei dem die Tugend leidet, Bei dem der, der es sucht, Gott! deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, Erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, Dies schreckliche Gericht! großen Werth, Den mir dein theures Wort ers flärt, Laß mich mit Ernst bedenfen, Und auf die Sorge für ihr Wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten Eifer lenken. 2. Welch Glück hast du ihr zugedacht! Wie viel hat deis ner Gnade Macht Nicht an ihr Heil gewendet! Du schufft sie, Gott! dein Bild zu ſein, Was Und hast, es in ihr zu erneun, Was Selbst deinen Sohn gesendet. Nicht 3. 3u groß für diese furze Ist's, Zeit, Bestimmt zum Glück der Ewigkeit, Lebt sie im Fleisch 6. Ein Gott ergebnes Herz, auf Erden, Durch Glauben Ein unverletzt Gewissen, Nur und Gottseligkeit zu größerer das allein fann uns Des Le- Vollkommenheit Im Himmel bens Last versüßen; Das bleibt reif zu werden. 5. Nie blende mein Gemüth Der Eitelkeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Lust Bergeht doch einst auf immer. hilft uns furze Lust? hilft uns eitle Pracht? ein vergänglich Gut was uns glücklich macht. uns auch im Tod, Und folgt 4. Mit großer Treue willst uns aus der Zeit Zum großen du sie Selbst durch des Lebens Segen nach Bis in die Ewigkeit. kurze Müh Zu diesem Ziele Von der Sorge für die Seele. 425 führen. O, laß mich nicht durch erfreun; Auch in der Ewigkeit eigne Schuld Das Heil, das durch dich Beglückt zu werden, deine Vaterhuld Ihr zuge- schufst du mich. Drum gab dacht, verlieren! an für mich, Mein Herr und 5. Mit dir, o Gott! vereint Gott! mein Herr und Gott! zu sein, Mich ewig deiner Dein einz'ger Sohn sich in Huld zu freun, Und dich zum den Tod. Trost zu wählen; Dies sei mein Fleiß und höchster Zweck! Laß mich dazu den rechten Weg Aus Leichtsinn nie verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir; Drum schaffe selbst, o Gott, in mir Ein Herz, das Sünde hasset, Das seine Schuld vor dir bereut, Und das zu deiner Gütigkeit Durch Christum Hoffnung faffet! 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine Kraft, Nach jenem Kleinod trachten, Das dein Ruf mir vor Augen stellt, Und alle Güter dieser Welt Wie nichts dagegen achten! 3. 3war seh' ich noch, o Geist des Herrn! Was auf mich wartet, nur von fern, Nur dunkel noch im Glauben; Noch wandl' ich nicht im Schaun; allein Mein Heil wird groß und herrlich sein. Herr, stärke diesen Glauben! Entreiß' mich dem, was eitel iſt, Der du mein Licht und Führer bist, Daß ich, der Welt entriffen, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich c. dir Hier leb', und einst auch 637. Mein Glück in meisterbe dir! Geist, unser Gott! ner Pilgerzeit, 3eig' uns im Tod das Heil des Herrn! So folg' ich ihm zum Grab auch gern. 8. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun, Und ruhig in dir leben; Und nach vollbrach ter Lebenszeit Wirst du mich, Herr! zur Seligkeit In deinem Reich erheben. 3. 8. Diterich. 2. Du trugst aus freier Lieb' und Huld, mein Versöhner! meine Schuld Und meiner Strafen Bürde. Wie bebtest du am Delberg nicht In Gottes furchtbarem Gericht, Auf daß ich selig würde! Ich bin auf deinen Tod getauft, Ein Heil, das mir so theu'r erkauft, Das sollt' ich von mir stoßen? ich? Ich hingehn und verleugnen dich? Nein! ach, ich lieb', O Jesu Christ! o Jesu Christ! Dich, der du mein Versöhner bist. Den hohen Werth der Ewigkeit Erfennet meine Seele. Du riefst mich, Vater, aus dem Nichts Zum frohen Anschaun deines Lichts. Dies danft dir meine Seele. Doch nicht, in dieser Welt allein Mich deiner Güte zu 4. Dein, Vater, Sohn und Geist! nur dein Will ich, will feines andern sein, Damit ich selig werde. Der Erde Weisheit tröstet nicht, Wenn ich nun 426 Von den Pflichten gegen uns selbst. sterbe; vom Gericht Befreit kein hören Und auf seinen Wandel Glück der Erde. Du, o mein schaun, Daß man falsche Wege Vater! du vergiebst mir jede flieht, Und mit Eifer sich bes Schuld; du, Jesu! liebst Wie müht, Seinem Bilde hier auf einen Bruder mich, und du, Erden Immer ähnlicher zu Geist des Herrn! rufft einst mir werden. zu: Nach deinem Kampf Nimm 5. hin den Lohn, nimm hin den Lohn Vor deines Gottes höchstem Thron! C. C. Sturm. Weisheit ist es, alles meiden, Was das Herz mit Neu' beschwert, Und sich hüten vor den Freuden, Die der Sündendienst gewährt; Eiteln Ruhm, der bald verblüht, Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 638. Qehre mich, Herr, Luft, die im Genuß verflieht, recht bedenken, Nicht für wahre Wohlfahrt Was wahrhafte Weisheit sei! achten; Nein, nach bessern Meinen Fleiß darauf zu lenken, Gütern trachten. Stehe mir aus Gnaden bei! 6. Weisheit ist es, Gottes Denn die Klugheit, die die Gnade Sich zu seinem Ziel er Welt Ohne Grund für Weis- sehn, Und auf seiner Wahrheit heit hält, Fördert nicht mein Wohlergehen Und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen Sich, Herr! deines Wortes Licht Nur allein zum Leit stern, wählen, Und mit fester Zuversicht Diesem Licht sich anver traun; Denn die folgsam darauf schaun Und ihr Hoffen darauf gründen, Werden Heil und Leben finden. 7. Weisheit ist es, stets bes denken, Daß wir hier nur Pilger sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, Wo die Seele Ruhe find't; Seine Augen un verwandt Nach dem ewgen 3. Weisheit ist es, darnach Vaterland Richten, und sich trachten, Recht mit sich bekannt hier bestreben, Wie man dro zu sein, Sich nicht schon voll- ben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster! unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, Des ren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe fie auch mir; Laß fie mich zu allen Zeiten Auf den Weg des Friedens leiten! 3. A. Freylinghauſen. tommen achten, llnd den Eigendünkel scheun, Gern auf seine Fehler sehn, Reuig fie vor Gott gestehn, Eifrig stets nach Besirung streben, Und doch nie sich stolz erheben. Pfade Diesem Glück entgegen gehn; Gern nach Gottes Willen thun, Froh in seiner Fü gung ruhn, Und, wenn Leiden uns beschweren, Hoffend mit Geduld ihn ehren. 4. Weisheit ist es, Chriftum ehren, Seiner Mittlerhuld vertraun, So auf seine Stimme Von der Sorge für die Seele. 427 Mel. Jauchzt unserm Gott se. ich einst vor dir bestehn? Wer 639. Did ich ruf ich an, in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. Gott, laß mich stets auf Erden Im Guten wachsen, stets vollkommner wer den! Verleihe mir zu diesem besten Werke Selbst Licht und Stärke! 2. Dein Wort, ich mög' es lesen oder hören, Erhebe täglich mehr durch seine Lehren Den trägen Geist, daß ich auf deinem Wege Nie wanken möge! 3. Auch gieb, daß ich es fühle, wie so nahe Du, Gott, mir seist, damit ich Kraft empfahe, Durch deine Gegenwart zu edlen Werfen Mein Herz zu stärken! 4. Etets sei mir Jesu Vorbild gegenwärtig, Daß ich zu allen guten Thaten fertig Und willig sei, zu ehren deinen Namen, Ihm nachzuahmen! 5. Es stärke mich der Trost, vor deinem Throne Einst 6. So werd' ich, Vater! täglich mehr auf Erden Im Guten völliger und treuer werden, Und so empfahn zu meinem besten Werke. Mehr Licht und Stärke. 3. A. Cramer. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr freveln fann, Gott um Erbarmung flehen; Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott! dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Gott! darüber meiden; Was hülfe mir's? nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' erseßen. zu empfahn der lleberwinder 5. Was führt mich zur ZuKrone; Mich stärfe der Gefriedenheit Schon hier in diesem danke: Gott wird richten! Leben? Was kann mir Trost Zu allen Pflichten! und Freudigkeit In Noth und Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; Nur Gottes Gnad', und dann ein Blick Auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingent trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten! Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht dereinst besteh', Sei meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 640. Mach meiner Seelen Seligkeit Laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die furze Gnadenzeit In Si cherheit verbringen? Wie würd' 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; Drum laß auch hier auf Erden Des Herzens wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden! Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb; Nichts in der Welt sei mir so lieb, Als du und deine Gnade! 428 Von den Pflichten gegen uns selbst. du nicht Vor Trägheit mich bes| dern sie sich mit den Jahren, schüßest, Und mich zur Treu' Wenn Gottes Geist in uns rein dieser Pflicht Mit Kraft nicht unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ewge Leben. 3. 8. Diterich. giert. Nur wachen muß der fromme Christ; Ihn stürzt kein Feind, wie stark er ist. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Herr, stärke mich durch deine Gnade In allem, was dir wohlgefällt, Und leite mich auf rechtem Pfade Durch die Gefahr der Prüfungswelt! Bis an das Ende meiner Zeit ErDie beste Tugend bleibt noch halte mich in Wachsamkeit! schwach. Doch, daß ich meine Seele rette, Jag' ich dem Denn 641.¹ icht, daß ich's schon ergriffen hätte! C.F. Gellert. Eigene Melodie. Tugend ohne Wachsamkeit Ver- 642. Mac Geist bereit, Jache dich, mein fiert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Wache stets und bete, Daß Leibe walle, Bin ich ein Kind, dein Herz zur bösen Zeit Nicht das strauchelnd geht. Der sehe von Gott abtrete! Denn schon zu, daß er nicht falle, Der, ist Mancher Christ Von Verwenn sein Nächster fällt, noch suchungsstunden Leider übersteht! Auch die bekämpfte böse wunden. Lust Stirbt niemals ganz in meiner Brust. 3. Das Herz ist voll Be trügereien In unsrer ganzen 2. Auf denn, und ermuntre dich Aus dem sichern Schlafe! Denn sonst glaub' es;- zeiget sich Bald darauf die Prüfungszeit. Sie zu erfor Strafe. Der fällt leicht, Dem schen, sie zu scheuen, Erfordert es däucht, Daß er sicher stehe stete Wachsamkeit. Oft dünft Auf der Tugend Höhe. ein Weg uns recht zu sein; Gott aber findet ihn nicht rein. 3. Wache! sonst stürzt Trug und List Dich in schwere 4. Er nur kennt ganz des Sünden. Du bist, falls du Herzens Tiefen; Doch wer schläfrig bist, Leicht zu übervor seinem Angesicht Lernt winden. Gott läßt zu, Daß Herz und Wandel ernstlich auch du. Wenn du sicher prüfen Bei seiner Wahrheit wallest, In Versuchung fallest. hellem Licht, Der wandelt 4. Wache, daß dich nicht die nicht in Finsterniß; Gott machet seinen Gang gewiß. 5. Zwar groß sind auch noch die Gefahren, Die unsreSchwachheit mit sich führt; Doch min fällen, Die dir Neße stellen! Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe! Wach' und sieh, Daß dich nie Die Verführer Von der Sorge für die Seele. 429 5. Wach' und hab' auf dich| meiner Seele! Eb' ich euch selbst Acht; Trau' nicht deinem selbst empfinden kann, Von Herzen! Leicht kann, wer es eurer ersten Bildung an, Bis nicht bewacht, Gottes Huld ihr vollendet werdet. verscherzen. Ach, es ist Voller Lift, Weiß sich selbst zu heucheln, Und mag gern sich schmeicheln. 6. Doch mußt du mit Wachfamkeit Auch Gebet verbinden. Was dir Stärk und Kraft verleiht, Ist bei Gott zu finden. Gatt verleiht Munterfeit Auf dem rechten Pfade Durch erbetne Gnade. 3. Er fennet, er durchschauet euch, Wenn ihr euch mir entziehet; Bemerkt euch, wenn ihr, Bligen gleich, Schnell auffahrt, schnell ents fliehet. Vergebens wünsch' ich: Sterbt! vergeht! Vergebens; aufgezeichnet steht Ihr all' in seinem Buche. gedenket ihrer gleich mir verbleiben! und 4. Der Herr 7. Nah' dich also mit Gebet doch, Wenn sie Oft zu Gottes Throne! Wenn schwinden. Sie dein Herz nur gläubig fleht, ich träume noch, Sie wären Hört er in dem Sohne. Er keine Sünden? Sie alle müs verheißt Seinen Geist, Leben sen an das Licht, Wenn er und Gedeihen Betern zu ver- erscheint, und sein Gericht Der leihen. Herzen Rath entdecket. 8. Nun, so will ich immerdar Wachen, flehn und beten, Und, vermehrt sich die Gefahr, Immer brünst'ger beten. In der Noth, Selbst im Tod, Werd' ich froh bestehen, Got tes Beistand sehen. 5. Dann wird das Siegel seines Buchs Vor aller Welt gebrochen, Das Urtheil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die sie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; Nicht einer ist vergessen. J. B. Freystein. 6. Seid heilig, seid von Gott Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. stets voll, Gedanken meiner 643.11mſonst, umsonst ver- Seele, Daß, wenn gerichtet hüllst du dich, Mein werden soll, Nicht einer dann Herz! in Finsternisse. Was kann mich quäle! Seid heilig! und ich Gott verbergen? ich? Was dann fürcht' ich nichts; Gott thun, waß er nicht wisse? Ver wird am Tage des Gerichts, birg dich in das dunkle Grab; Gleich Thaten euch belohnen. Das Auge Gottes schaut hinab. Er fennet alle Tiefen. 3. A. Cramer. 2. Wo ist die Nacht der Mel. Es wolle Gott uns gnädig ſein. Einfamkeit, Die mich vor ihm 644. Der du Verstadt, und verhehle? schon, eh' ihr noch seid, Gedanken Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens! Wo 430 Von den Pflichten gegen uns selbst. du mein Thun nicht selber lenfft, Herzen; Und was die Welt So leb' ich hier vergebens. Denn für Freude schäßt, Bringt nach wen dein Geist nicht neu gebiert, Reu', Elend, Schmerzen, Und Der bleibt der Sünd' ergeben; stürzt zuletzt zur Hölle. Und wen die Sünde noch regiert, Der ist zum rechten Leben Noch nicht hindurch gedrungen. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, Nichts lieber spricht und denket, Als 2. Drum, Vater, neig' dich was den Glauben stärkt und väterlich Zu deinem schwachen nährt, Und Luft zum Guten Kinde! Gieb mir ein from schenfet! Was mich zu jenem mes Herz, daß ich mich selber Leben bringt, überwinde! Bewahre meinen dir stets lebet, Mund, daß mir kein schlüpfrig allen Engeln singt, Wort entfalle; meinen Lippen freudig Lob erschalle, Den Nächsten zu erbauen! Vielmehr von nen Ruhm erhebet, dir Manch sei meine Freude! 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, Damit in meinem Glauben mich Kein frecher Thor bethöre! Hilf, daß kein Wiß der Läster sucht Mir Ohr und Herz ver gifte, Noch jemals, wie er tückisch sucht, Durch mich dann Zwietracht stifte, Nie mich zur Schmähsucht reize! 2. Fester stehet es, als Mau4. Mein Auge, Gott, beer, Wenn sich Sturm und wahre mir Vor unverschäm- Wetter regt. Immer weiß es ten Blicken Und vor unzuch alles auf uns schlägt. Ja, Wenn schon Die Unschuld Wuth tiger Begier, zu berücken! Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit Weit man ruht bei List und Doch auf diesem Kissen gut. über alles schätzen! Was 3. Aber ach! ein bös Gewis reiner Engel Aug erfreut, Das fei auch mein Ergößen; Was du liebst, mein Bestreben! 5. Behüte mich vor Schwel gerei, Die leicht das Herz verführet; Vor Trunkenheit, die ohne Scheu zu ärgern Lastern führet! Die Lust, die bloß den Leib ergößt, Verderbet oft die Wo man bei Dein Lob mit Und deiDas, das P. Gerhard. Mel. Gott des Himmels und der ic. 645. Großer Gott! ein gut Gewissen Ift der Christen Eigenthum. Wenn sie alles missen müssen, Bleibt doch dies ihr Eigenthum. Nimmt der Feind, raubt Gluth und Fluth; Dann giebt es noch Trost und Muth. sen Klagt den frechen Sünder an. Hat er, von Gott losges riffen, Böses unbesorgt gethan; Tritt es doch zulegt empor, Hält ihm alle Bosheit vor. 4. Darum laß der Frevler Rotten, Die der Sündendienst ergößt, Ueber das Gewissen ſpots ten; Es erwachet doch zuletzt, Von der Sorge für die Seele. 431 Und dann wird des Herzens Pein 4. Dir sei Preis! du schenkest Unerträglich schmerzhaft sein. 5. Herr, von dir kommt alles Gute; Mache mein Gewissen rein! Dir will ich mit frohem Muthe Unterthan und eigen sein. Beßre meinen Geist und Sinn, Bis ich dir gefällig bin! mir nun noch Zeit und Raum zu Buße. Herr! ich komm' und falle dir Mit Gebet und Flehn zu Fuße, Und mein ganzes Herz bereut Meine schon verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was von meiner Zeit verschwunden. Doch, wenn ich nach meiner Pflicht Treulich nüße alle Stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Weiß ich, daß du mein gedenkst. t 6. Herr, erhalte mich im Glauben; Schenk' mir meines Jesu Sinn; Nichts laß mir den Vortheil rauben, Daß ich dein Kind, Gott, stets bin! Lästert mich ein falscher Mund; Du kennst meines Herzens Grund! 6. O, so lehr' mich, daß die Frist, Die du mir hast zugemessen, Als ein schneller Strom verfließt, Und laß nimmer mich vergessen, Hier sei meine Prüfungszeit Zu dem Glück der Ewigkeit! 7. Säen muß ich hier mit Fleiß Zu der Ernte jenes Lebens. D, wie glücklich, daß ich Mel. Jesus, meine Zuversicht. 646. Gro großer Schöpfer, weiß, Dies geschehe nicht verHerr der Zeit!| gebens! Ewig freut sich seiner Gieb, daß ich bis an mein Ende Saat, Wer hier wohl geSo, wie mir dein Wort gebeut, fäet hat. Klüglich alle Zeit anwende, Die mir noch dein weiser Rath In der Welt beschieden hat! 8. Nun, laß deinen guten Geist Mich zu dieser Weisheit führen! Laß ihn, wie dein Wort verheißt, 2. Ach, wie flügelschnell ent- Meinen Wandel so regieren, fliehn Jahre, Tage, Zeit und Daß ich täglich Samen streu', Stunden! Eh' man's meint, sind Deffen ich mich ewig freu'! fie dahin, Als ein Bliz, der schnell verschwunden. Der ist flug, der seine Zeit Nüßlichen Geschäften weiht. J. Olearius. 3. Herr, vergieb durch deinen Sohn, Daß ich manche meiner Zeiten, Welche nun schon sind entflohn, Angelegt zu Gitelfeiten, Und in solchem Thun vollbracht, Das mir jego Kummer macht! 7. Ziehe mich von jedem Handel, Wo man falsche Ränke schließt, Weil dergleichen Lebenswandel Wider das Gewissen ist! Laß mich darauf fest beruhn, Nichts zu scheuen, Recht zu Thun. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 647. Was ist mein zeitlichs Leben, Daß du mir, Gott! gegeben? Ein unschäßbares Gut! Du gabst mir's, hier auf Erden Zum Him mel reif zu werden, Worauf mein wahres Glück beruht. 432 Von den Pflichten gegen uns selbst. 2. Hier wird die Saat ge- lorne Stunden, ach, die nagen streuet; Dort erntet man er- Das Herz zu spät mit Gram freuet Der Tugend Früchte ein. und Reu', Und den entflohnen Je länger ich hier wandle Und Augenblick Bringt fein Gebet, redlich vor dir handle, Je tein Flehn zurück. größer wird mein Glück dort fein. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, O Gott, mir innig theuer 3. Sollt' ich dies Glück mir sein; Laß mich die Zeit zu meirauben? Herr, laß mir, im nem Glücke Nie durch der Glauben Der fünftgen Ernte- Sünde Dienst entweihn, Nie zeit, Mein Leben auf der Er- durch die Lust der Eitelkeit, Die den So werth und wichtig doch das Herz zuletzt bereut! werden, Als dein Wort selbst es mir gebeut! 3. Noch ist es Tag; jest laß mich Werke Der Tugend wirken, eh' die Nacht, Wo niemand wirft, erscheint; jetzt stärke Mich deine Lieb' und deine Macht! Wie viel ist noch für mich zu thun! Und ich, ich sollte jest schon ruhn? 4. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde Des Lebens ungenügt vorbei! Auf, schwör es jeßt mit Herz und Munde Und sei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, Sei jeder Augenblick geweiht! 4. Mir selbst es zu verkür zen, Mich in den Tod zu stürzen, Ist wider meine Pflicht, Ist Undant deiner Güte. Ein redliches Gemüthe Verläßt ja seinen Standort nicht. 5. Gieb, daß ich flüglich fliehe, Was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt; Doch laß mich auch nicht zagen, Das Leben selbst zu wagen, Wenn mich die Pflicht dazu bestimmt! 6. In deine Vaterhände Befehl' ich, Herr! mein Ende Und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben Dir hier zum Dienst ergeben. Hilf du selbst meiner Schwachheit auf! 5. Dann seh' ich an der Lauf bahn Ende Getroft auf meine Tage hin, Und sage: Herr! durch deine Hände Empfing ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewerk; nicht mein, Dein ist der Ruhm, die Ehre dein! A. H. Niemeyer. 7. Was nüßt ein langes Leben Dem, der nicht Gott erge ben, Nachwahrer Tugend ftrebt? Wer sich im Glauben übet Und Gott und Menschen liebet, Nur der hat lang und wohl gelebt! Mel. Gott sei Dank durch alle ic. hristen! unser Le 3. 8. Diterich. 649. Chen eilt; Ohne S. 648. daß von meinen Raft und unverweilt Strömes Lebenstagen Doch seine kurze Zeit In das Meer feiner ganz verloren sei! Ver- der Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2C. Von der Sorge für die Seele. 433 2. Habt auf eure Stunden| Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Acht; Wirket Gutes! denn die 650. Der letzte Tag von deinen Nacht, Wo man nichts mehr wirken kann, Rückt, noch eh' ihr meint, heran. 3. Jest noch währt der Tag des Heils. Trefft die Wahl Mensch! eilt immer mehr herbei. Statt über ihre Flucht zu klagen, Erkauf und brauche fie getreu! Nimm mit erfenntdes besten Theils, Stellt euch lichem Gemüth Der nahen dieser Welt nicht gleich, Seid an guten Werken reich! Stunde wahr! sie flieht. 2. Getäuscht von tausend Eitelkeiten, Versäumst du deines Lebens Zweck, Verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, Und wirfft so sorglos Jahre weg; Und bist du denn, o Sterblicher! Des Nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu besißen, Sollst du des kurzen Lebens Zeit Als deine Saatzeitweislich nüßen Und thun, was dir dein Herr gebeut. Wie freund lich rufet er dir zu: Nur eins ist noth! was säumest du? 4. Drum eil', und rette deine Seele, llnd denke nicht: Ein ander Mal! Sei wachsam, bet' und überzähle Der Menschentage kleine Zahl! Sei fromm und wandle vor dem Herrn, Wär' auch dein Ende noch so fern! 4. Wisset, für die Ewigkeit Giebt euch euer Herr die Zeit! Weh' euch, wenn ihr sie verträumt Und in träger Ruh' versäumt! 5. Die Versäumung eurer Pflicht Straft sein ewiges Gericht, Und auf Mißbrauch jeder Kraft Folgt die strengste Rechenschaft. 6. Dies empfindet jeder Chrift, Der ein Christ in Wahrheit ist; Fingedenk der Ewigkeit Nüßt er weislich feine Zeit. 7. Jede Stund', in der sein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Geht zu seinem Vater hin, Wird ihm ewiger Gewinn. 8. Jede Stunde, die er nüßt, Waisen hilft und Wittwen schüßt, Dauert unverloren dort Stets in seinem Lohne fort. 5. Mit jedem dir geschenkten Morgen Erwecke dich, gewissenhaft Für deiner Seele Heil zu. sorgen, Und suche Gottes Licht Fleisch betäubt, Gott und sei- und Kraft! Sprich: O mein nem Nächsten lebt, Und hinauf Gott! ich will allein zum Himmel strebt! Leben deinem Dienste weihn. 9. Wohl dem, der an Jesum glaubt, Muthig fämpft, sein Mein und gern, 10. Wohl ihm! er entschläft im Herrn Ruhig und getrost Schaut, entrissen dem Gericht, Ewig, Gott! dein Angesicht. 3. A. Schlegel. 3 6. Erleucht' und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag! Gieb, daß ich das, was gut ist, wähle! Dazu giebst du mir diesen Tag. Was ist nicht 28 434 Von den Pflichten gegen uns selbst. jede Stunde werth, Die deine| auszukaufen, Die zu meiner SeLangmuth mir gewährt! ligkeit Deine Gnade mir verleiht! 7. Wohl mir, hab' ich aus allen Kräften Hier deinem Reiche nachgestrebt, In dir gefälligen Geschäften Die Pilgertage durch gelebt! Dann wohl mir, wenn ich sagen kann: Du nimmst mich, Gott, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende Vernimmst du, Herzenskündiger! In deine treuen Vaterhände Befehl ich erwartete noch heut' meinen Geist, o Herr! Er richt und Ewigkeit! schwingt, wenn seine Hütte 7. Deine Gnade steh' mir fällt, zu dir sich über Grab bei, Daß mein Leben auf der und Welt. C. F. Neander. Erde Reich an TugendfrüchUnd ich reif zum Him Nahet dann mein O, so stärk' und Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. ich hab' aus ten sei, mel werde! Ende 651. Hreiner Treu, Mir tröfte mich! 3. 8. Diterich. 5. Deine schonende Geduld Trage mich hier nicht vergebens; Ach, vergieb mir meine Schuld, Daß so manchen Theil des Lebens Ich zu meiner Seelen Wohl Nicht gebraucht so, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung Für mein Hauptgeschäfte achten, Und nach meiner Heiligung Mit so treuem Eifer trachten, Als Mich Gezum Heil, noch Zeit in Händen; Gieb, daß ich beflissen sei, Sie Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott c. auch weislich, anzuwenden! Denn 652. Wie fleucht haben wer zur der Deiner Vorsicht Wink mich ruft? Zeit! Wie eilen wir zur Ewigfeit! Wie mancher sinkt, eh' er's gedacht, In's Todes Nacht! O Seele, nimm dies wohl in Acht! 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten Stunden; Wie ein Traum sind sie dahin Und auf ewig 2. Dies Leben gleichet einem mir verschwunden. Nur der Traum. Gleich einem leichten Augenblick ist mein, Deß ich Wasserschaum Ist alle seine mich noch jest fann freun. Herrlichkeit. Der Strom der 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit Zeit Reißt schnell uns fort zur Mich, mein Gott, doch nie ver- Ewigkeit. gessen, Wie unschäßbar sei die Zeit, Die du hier uns zugemessen; Wie, was hier von uns geschieht, Ewge Folgen nach sich zieht! 3. Nur du, mein Gott! du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin; Mir bleibt's 4. Reize mich dadurch zum Gewinn, Wenn ich dein todt Fleiß, Eh' die Zeit des Heils und lebend bin. verlaufen, Mir zur Wohlfahrt, 4. So lang' ich noch auf Ers dir zum Preis Jede Stunde den wohn', Erwecke mich, o Got Von der Sorge für die Seele. 435 tessohn! Verborgen ist mein gutes Werkvollenden kann, Und Todestag; Gieb, daß ich wach', nüßzet jeden Augenblick Für Und, wenn er fommt, bereit Gott und seiner Brüder Glück. sein maglu nad 4. Nie abgeschreckt von Hin5. Was hilft die Welt in dernissen, Stärft er mit Got Todesnoth? Was Ehr" und tes Stärke sich; Bleibt in den Reichthum nach dem Tod? heiligen Entschlüssen Stets Bedent's, o Mensch! was eilest fest und unveränderlich, Und du Dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Ruh'. wenn er auch zu kämpfen hat, Wird jeder Vorsatz selbst zur That. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft! Mir ist ein beßres Gut bewußt. Dahin allein geht mein' Begier, Dies bleibet mir. Herr Jesu! mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' Und froh zu deiner Rechten steh?? D mein Erlöser, stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein Ende liebe dich! TO 3. Neander. 5. Beschwerden scheut er nicht, gerüstet Mit Selbstverleugnung, und entbehrt, Was seine Sinnlichfeit gelüftet. Wie groß der Güter Preis und Werth, Wie schmeichelnd auch" das Laster sei; Bleibt er doch seiner Pflicht getreu. 6. Er widerseßt mit festem Muthe Den Lastern sich, und kämpft für Gott. Ihn treff im Kampfe für das Gute Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 653. wie beglückt ist, Verfolgung, Spott und ſelbſt Ihm bleibet doch wer auf Erden der Tod; Mit allen seinen Kräften strebt, der Preis des Streits. Er Im Guten völliger zu werden, kämpft und ringt; denn Gott Und nicht für diese Welt nur gebeut's. FAGO lebt, Wer vorwärts dringt und nie vergißt, Daß seine Mel. Durch Adams Fall ist ganz sc. Seel unsterblich iſt! 654. Wir liegen täglich dem Streit, 2. nach seines Gottes Wegen, Was gut ist, leicht und schnell zu thun; Spricht nicht verdrossen mit den Trägen: Noch will ich schlummern, noch ich ruhn. Nein, er entreißt sich träger Ruh' Und eilt dem Kleinod muthig zu. Uns selbst zu überwinden, Die Welt, das Fleisch, die Eitelkeit, Die böse Lust der Sünden, Und was, dem Reich Satans gleich, zu widerstreben; Des Pflegt Gott Dawider sicht Licht, Das Des Glaubens 3. Voll von der Tugend edeln uns Gott selbst gegeben. Sorgen Denkt er, und denft 2. Viel stärker ist, wer selber mit Lust daran, Wie er, hier sich, Als andre überwindet, Ob fichtbar, dort verborgen, Einer der alten Schlange Stich Im 28* 436 Von den Pflichten gegen uns selbst. Herzen gleich empfindet. Geiz, den Sieg, Die Welt zu überFleisch und Blut, Neid, stolzer winden. Die Welt ist freilich Muth Herrscht nicht in seinen schlau und stark; Doch sei du Sinnen. Das Fleisch erliegt, in dem Herrn nur stark! So Der Glaube siegt; Er muß wird ihr Truß verschwinden. den Streit gewinnen. 4. Verändre dein vereitelt 3. Wer Gott also ergeben ist, Herz; Schwing' dich in Buße Wird schnöde Lüste hassen Und himmelwärts, Und tritt die wider alle Höllenlift Die Glau- Welt mit Füßen! Die Welt benswaffen fassen. Der schwere vergeht mit ihrer Lust; Nur, Streit Bringt nach der Zeit wenn du Gottes Willen thust, Die ewge Himmelskrone; Wer Wird Segen auf dich fließen. überwind't, Gewiß, der find't Sie dort zum Gnadenlohne. 5. Wenn du der Welt gekreuzigt bist, Und dir die Welt gekreuzigt ist, So bist du neu geboren; Doch, wenn dir noch der Lauf der Welt, Und wenn dein Thun der Welt gefällt; So bist du noch verloren. 4. Ach Gott, der du das Wollen giebst, Verleih' auch das Vollbringen! Der Geist ist willig, den du liebst; Das Fleisch ist schwer zu zwingen. Wer wird uns doch Von diesem Joch Des Leibes noch erlösen? Herr, reich an Huld, Vergieb die Schuld, Errett' uns von dem Bösen! 6. P. Harsdörffer. Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. 6. Dank sei dir, Jesu, starker Held! Du haft mich von der argen Welt Erlöset und erwählet. Du haft mich, da ich sie verließ, Dich gläubig meinen Heiland hieß, Den 655. Chrift, bist du klug, Deinen zugezählet. die Welt, 7. Steh mir, mein SchußDie Die deiner Seele Negze stellt; herr, fräftigst bei, Daß ich Fleuch sie, fleuch ihre Tücke! mit dir vermögend sei, Meid' ihren schmeichelnden Ge- Weltlust zu verachten! Nie sang! Sie lieben, ist dein Unter- blende mich hinfort ihr Reiz; gang; Sie fliehen, ist dein Glücke. Es lehre mich dein Wort und 2. Die Menge macht die Kreuz Die Welt für gar That nicht gut; Das, was nichts achten! der Große Böses thut, Ist dir die Welt von Freude vor, 656. Herbrechen Must Christen kein Geseße. Sagt Mel. Alle Menschen müssen sterben. wie D, so verstopfe bald dein Ohr! Ihr Rath ist faul Ge- du nicht an mir noch sehn! Auf schwäge. mein tägliches Versprechen Folgt 3. Führ' unablässig mit ihr ein tägliches Vergehn.. Ach, daß Krieg! Der Glaube schenket uns ich doch fester stände, Und mich Von der Sorge für die Seele. 437 nicht so wankend fände! Hörte| viel vergiebst! Ja, vor Scham doch in meinem Lauf Unbestand und Leichtsinn auf! muß ich nur schweigen, Wenn du mich so zärtlich liebst. Und ich sollte dich betrüben? Undanfbar noch Sünden lieben? Dir mein ganzes Herz nicht weihn? Ewig nicht dein eigen sein? 2. Herr! die Schwachheit meiner Kräfte, Meines Herzens böser Grund Und die liftigen Geschäfte Meiner Feinde sind dir fund. Nie darf ich mir selber trauen, Nicht auf mein Versprechen bauen. Meines Herzens Falschheit droht Alle Tage mir den Tod. 3. Ist schon ein Feind über wunden; Stellt sich doch ein andrer ein. Ja, sie wollen 7. Nein, mein Vater! dein zu bleiben, Ist mein Wunsch auf dieser Welt. Laß doch deinen Geist mich treiben zu dem, was dir wohlgefällt! An mir selbst will ich verzagen, Nichts auf meine Kräfte wagen. Gieb du mir nur Muth und Kraft! oft verbunden Meiner Seele So wird mir der Sieg verMörder sein. O, wie oft werd' ich besieget, Wenn mein Herz nicht wacht und frieget! Denn der Angriff geht dahin, Wo ich noch am schwächsten bin. schafft. 8. Will mein Fuß auf's neue gleiten, Regt sich Lust und Furcht in mir; Ach, so warne mich bei Zeiten, Und zeuch mich dann bald zu dir! Laß mich nicht mir selber 4. Dann muß ich die Freude leben; Sondern dir mich übermissen, Als dein Kind zu dir geben! So werd' ich, in Christo zu flehn, Und das flagende rein, Mich dir ganz zum Opfer Gewissen Läßt mich nur mein weihn. 3. D. Henzen. sehn, Spricht: du kommst doch nicht zum Ziele! Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Der Gefahren sind zu viele; 657. Selbft Engel find Herr! zu Art, Und der Kampf ist dir zu hart. Elend sehn, 5. Doch zur Welt fann ich Durch nicht treten; Denn sie giebt weiht, mir keine Ruh'. Darum sag' ligkeit, ich dann mit Beten Neuen Ernst und Eifer zu. Auch empfind' ich Glaubenstriebe; Denn des Vaters ewge Liebe Heißet mich nur zu ihm gehn Und um neue Gnade flehn. Weil sie nicht dir, Allmächtiger! Nicht dir gehorchen wollten, Ungehorsam nun entVerstoßen aus der SeDie sie bewahren sollten, Verbannt von deinem Angesicht Und aufbehalten zum Gericht. 2. Sie fühlen's, und versuchen doch Wie Satan, ihr Verführer, noch Dir, Herr! zu widerstreben. Der erste Mensch 6. Herr, wie muß ich mich verlor, durch ihn Verleitet, dir dann beugen, Wenn du mir so sich zu entziehn, Die Unschuld 438 Von den Pflichten gegen uns selbſt. und das Leben. Die Luft gebar die Sünd', o Gott! Und diese, ach! gebar den Tod. 7. Hilf uns in unserm Kampf, o Gott! Dann soll fein Leben, soll kein Tod Von deiner Lieb 3. Wenn wir nicht deiner uns trennen. Erscheint uns Wahrheit Licht, Wenn wir, auch ein täuschend Licht; Doch Allmächtiger! dich nicht zu täuscht, o Herr! dein Feind unserm Schuße hätten; Ber uns nicht; Wir werden ihn widerstände seiner Macht? Nun erkennen. Getroft! wir fam fönnen wir's, von dir bewacht; pfen nicht allein; Du hilfit, Wir können, Gott! uns retten, wir müssen Sieger sein! is Nun seiner Schlingen Täu- ord aladdi07 3. A. Cramer. schung sehn, Nun seiner Bosheit widerstehn. 4. Dir, Gott, ſei Dank! ſei 658. Wie felg, Sere fönnen's nun, wie sehr er tobt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, ift der Gerechte! Mit dir soll's Du bist sein Schild und großer uns gelingen. Dein Sohn Lohn. D, daß auch ich gerecht hat Satans Reich zerstört, sein möchte! D, wär' ich, was Zerstört fein Werk, und uns ich sein soll, schon! Ich, dir gelehrt Die Sünd' und ihn bezwingen. Mit ihm zertritt nun, wer nur glaubt Und ernstlich fämpft, des Mörders Haupt. bekenn' ich's, bin noch weit Bom Ziele der Vollkommenheit. o 5. Verführen fann er nun bloß den, Der schlummern will, nicht widerstehn, Nicht nüchtern sein, noch beten. Den, welcher, stark durch Gottes Macht, Kämpft, seine Schwachheit fühlt und wacht, 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, Was deinem Geiste and widerspricht! Wie oft befleck ich mich mit Sünden, Und billige sie selbst doch nicht! Wie oft verlaß ich deine Bahn, Und mein', ich hätte wohl gethan! 3. Wer kann, wie oft er fehle, merfen? Nur du durch untertreten. Der Glaube siegt, und zwinget ihn, Mit Schande ganz bedeckt, zu fliehn. Wird er nicht schaust mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stär fen; Drum nimm mein Herz, id o Bater, hin! O, mach' ich 6. Er reiz' uns, oder reiz' uns wünsche, rein zu sein Mich nicht zur Uebertretung unsrer von verborgnen Fehlern rein! Pflicht; Wer frevelt, wird sein 4. Von aller eitten Eigens Sclave. Wer seiner Missethat liebe Befreie mich durch deine sich freut, Gewarnt, und mit Kraft! Erweck und mehr in Beharrlichkeit, Verdient auch mir die Triebe Zu dem, was gleiche Strafe. Verschuldet ist wahre Beßrung schafft! Laß fein Untergang; Denn Selbst meinen Fleiß gesegnet sein Und verführung ist nicht Zwang. meine Heiligung gedeihn! En Von der Serge für die Seele. 439 5. Du wirst mein demuth- ziehen sie Mich zur Sünde, die volles Flehen, Wirst den, der ich flieh. dich bekennt und ehrt, D 5. Doch verzeihst du die GeGott der Gnade! nicht verbrechen Meiner fündigen Natur. schmähen; Du bist's ja, der Nicht die Schwachheit wirst du Gebet erhört. Mein Fels, mein rächen; Heil! ich traue dir; Das, was du nur. ich bitte, giebst du mir. 3. K. Lavater. Bösen Vorfah strafft Hätt' ich den Trost nicht; ich würde Unter meiner Mängel Bürde Ganz erliegen, und mich dein, Höchstes Gut! nie wieder freun. Mel. Jesu, der du meine Seele. 659. At, wann werd' ich von der Sünde, 6. Stellet mir denn hier auf Erden Lebenslang die Sünde Gott, mein Vater! völlig frei, nach, kann ich nicht vollkomDaß ich sie ganz überwinde, men werden, Bin und bleib' Ganz dir wohlgefällig sei? Noch ich hier noch schwach; Ach, ſo nicht, ich gesteh's mit Thränen, segne mein Bestreben, Kann ich mich von ihr entwöh- recht ich kann, zu leben, nen; Immer noch ereilt sie mich ich stets von Heuchelei Und versucht mich wider dich. von Bosheit ferne sei! 2. Längst hatt' ich den Schluß gefaffet, Dir mein Leben ganz 7. Wenn ich falle, laß mich's zu weihn, Alles, was dein merken, Laß mich streben auf Herze Haffet, Sollte mir ein zustehn; Eile, mich, dein Kind, Absicheu sein! Allen Vortheil, zu stärken; Lehre selbst mich alle Freuden, bir könnten scheiden, Wollt ich mit Verachtung fliehn, Nie am Sündenjoche ziehn. Die mich von fester gehn! Warne mich, sei mein Begleiter; Täglich führe, Gott, mich weiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit! B. Münter. So gez Daß Und 3. Gott! du saheft, wie ich's meinte, Wie ich alle Missethat, Der ich schuldig war, beweinte, Mel. Mache dich, mein Geiſt, bereit. Und dich um Bergebung bat; 660.Chrift, ſei achtſam, Sabst mein ernstliches Bestreben, bereit; Meinem Vorsaß treu zu leben; bet' und wache! Nah' ist Tob Sahst, daß ich nur immerdar, und Ewigkeit, Nah' ist Lohn Fromm zu leben, Willens war, und Rache. Hör'! Gott spricht. Säume nicht, Seinen Ruf zu hören Und zu ihm zu kehren! 4. Aber ach, wie oft empöret Sich die Leidenschaft in mir Und verführet mich und störet 2. Noch tönt nicht zum WeltMeine Freudigkeit in dir! Ueber eilung, Eigenliebe, Des geheimen Stolzes Triebe, Eh' ich's merke, gericht Der Posaunen Stimme, Stoch bebt dieser Erdball nicht Vor des Richters Grimme; Aber 440 Von den Pflichten gegen uns selbst. bald, Bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden Sollst du wieder werden! 2. Schaffet doch mit Furcht und Zittern, Freche Sünder allzumal, Daß, wenn jener 3. Kommt nun, eh', du es Tag wird wittern, Jhr der gedacht, Unter Sünd' und Freu- Hölle Angst und Qual Mit den Deines Lebens legte Nacht, erfreuter Seel' entgehet; Nicht Was wirst du dann leiden, zur Linken Jesu stehet! Schlagt Wenn dein Herz, Von dem den Weg zur Beßrung ein, Schmerz Deiner Schuld zer- Wollt ihr anders selig sein! rissen, Wird verzagen müssen! 3. Schafft, daß ihr mögt 4. Wenn vor deinem Antlig selig werden, Die ihr schon sich Jede Sünd' enthüllet; begnadigt seid! Flieht die Lüfte Wenn nun jede dich dieser Erden, Jaget nach der erfüllet; Heiligkeit, Folget Jesu Lehr Stärken und Leben, Bleibet eurem kann, Keine deiner Freuden; Gott ergeben! Fehler wird er Was wirst du dann leiden! Und ihr werjede, Ganz mit mit Dich nichts Graun dann 5. Ach, wie bang' um Trost und Ruh' An des Grabes Stufen, Nah' dem Untergang, wirst dein du dann verzeihn, det selig sein. 4. Jesu! unschuldigs Leiden Gründ'te unser Glück und Heil. Gern hätt' ich an allen Freuden, Die du uns erwarbest, Theil. Rein bin ich zwar nicht von Sünden; Aber 6. Noch, noch wandelst du, laß mich Gnade finden! Durch o Chrift! Auf des Lebens den Glauben bin ich dein. Pfade; Nah' zu deiner Ret- Sprich einst: Du sollst selig tung ist Dir des Ewgen Gnade. sein! Eil' ihr zu, Daß du Ruh' Für dein Herz empfindest Und Vergebung findest! Dann vergebens rufen: " Rette, Gott, Mich vom Tod! " Höre, Vater, Richter, Schöpfer und Vernichter!" F. B. Reik. Mel. Wacht auf, ihr Christen, alle. edenk', Christ, alle 662, Be Tage, Wie du einst mögst bestehn, Und durch den Tod ohn' Klage In's andre Leben gehn! Dein Zweck sei, Gott gefallen In Werken, Sinn und Wort; Denn Rechnung von dem allen Mußt du einst geben dort! An jedem Abend denke: Dies ist die lette Nacht! An jedem Morgen denke: Wird auch der Tag vollbracht? Du mußt der wahren Tugend Nicht bloß C. C. Sturm. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 661. Schaffet, daß ihr selig werdet, Ihr, die ihr euch Christen heißt, Euch auch chriftlich zwar geberdet, Aber nur von außen gleißt! Wiffet, daß der Herr einst 2. komme, Und dann richte Böf und Fromme! Nichts hilft dann der Heuchelschein Dem, der selig wünscht zu sein. Von der Sorge für die Seele. 441 dein Alter weihn; Es muß auch| fen kann, Der schäßt die Welt deine Jugend. Dem Herrn geheiligt sein. 3. Was uns die Welt kann geben, Ist nichtig und vergeht, Und selbst auch unser Leben Jst nichtig und vergeht. Ach, hänge deine Seele Nicht an die Lust der Welt! Sei flug, bedenk und wähle Nur das, was Gott gefällt! 4. Nie, nie mußt du vergessen, Hör' mich und folge mir!- Vielmehr stets wohl ermessen Drei Dinge über dir: Ein Ohr, das alles höret; Ein Aug', das alles sieht; Ein Buch, das alles lehret, Was auf der Welt geschieht. 5. Der du in allen Dingen Das Wollen giebst, o Herr! Gieb mir auch das Vollbringen Zu deines Namens Ehr'! Hilf, daß ich leb' und sterbe, Wie es dein Wort gebeut, Und nach dem Tod ererbe Des Himmels Herrlichkeit! 3. Cörber. geringe. 4. Wer Gott erkennt, fann der wohl noch Den Sinn auf's Niedre lenken? Nur, wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken! 5. Wenn dich die Laft der Leis den drückt; Schau' drum nicht muthlos nieder, Schau' frei empor, sprich: Mich erquickt Der Herr doch endlich wieder! 6. Der Christen hohes Bürgerrecht Ist dort im Vaterlande. Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht Und unter ſeinem Stande. 7. Dort ist das rechte Ra naan, Wo Lebensströme fließen. Blick' oft hinauf! der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Vaters Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne. Den leberwindern Kronen aus. Kämpf' auch um Sieg und Krone! 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, Der Gottheit Ruhm zu Mel. Ich dank' dir schon durch ic. fingen. Freund Gottes! sehneft 663.Chrift, erhebe Herz du dich nicht, Mit ihnen Gott singen? und Sinn! Was zu hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden! 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, Ein Fremdling und ein Wandrer! Wenn du furz hausgehalten haft, So erbt dein Gut ein andrer. 3. Was hat die Welt? was beut sie an? Nur Tand und eitle 10. Dort wohnt Gott Vater, Sohn und Geist, Mit Licht und Glanz umgeben. Welch Glüd, das dir dein Gott verheißt: Wo Gott lebt, sollst du leben! 11. Dort herrscht dein Hei= land, Jesus Christ; Und du, los von Beschwerden, Sollst dem, durch den du selig bist, An Klarheit ähnlich werden. Dinge! Wer einen Himmel hof- 12. Hilf stets, mein Heiland, 442 Von den Pflichten gegen uns selbst. hilf du mir, Daß ich den Geist| heil' ihn durch den Arzt, und erhebe, Und daß ich jetzt und ewig stärk' ihn wieder, Wofern, o Gott, dir zu Ehren denk' und lebe! ich noch durch längres Leben in memohone. Liebich. Dich fann erheben. E. de Dutra! Von der Sorge für den Leib. Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 8. Gieb mir Geduld in allen Leibesschmerzen, Daß ich voll Trostes dann in meinem Herzen 664. Mein Leib ist dein Auf deine Hülfe harr”, und meine Geschenk; du hast 3. A. Cramer. Plage Mit Muth ertrage! sein Leben Zum Dienste meiner 9. Zerstör' ich ihn nur selbst Seele mir gegeben. Ich soll ihn, nicht; ei, so werde Mein Leib Gott! erhalten, vor Gefahren einst wieder, was er erst war, Ihn treu bewahren. Erde! Er wird im Grabe schlum2. Ich soll ihn pflegen, soll mern, nicht vergehen, Einst auf zu edlen Werken Durch Nah- erstehen. rung ihn und auch durch Freude stärken, Soll ihn durch keine Mel. Gott des Himmels und ic. Weichlichkeit entehren, Nicht es Leibes warten selbst zerstören. und ihn nähren, 3. Du gabst ihn zur Em Das ist., o Schöpfer! meine pfindung vieler Freuden; Doch Pflicht. Muthwillig seinen Bau auch zur Duldung ehrenvoller zerstören, Berbietet mir dein Leiden, Daß er auch unter Unterricht. D, stehe mir mit ihrer edlen Bürde Verherrlicht Weisheit bei, Daß diese Pflicht würde. il mondol mir heilig sei! 665. Des 4. Ich soll, damit er Kraft dazu2. Sout ich mit Vorsatz das gewinne, Jhn härten, männlich verlegen, Was zur Erhaltung jede Lust der Sinne Beherr mir vertraut? Sollt ich gering schen, daß er nicht der Tugend ein Kunstwerk schäßen, Das du Mühe Vergärtelt fliehe. fo wunderbar gebaut? Weß ist mein Leib? er ist ja dein; Sollt' ich denn sein Zerstörer er nie die Seele niederdrücken sein? Yarada2) 5. Das will ich, seiner war ten, ihn erquicken; Doch soll Zur Sinnlichkeit, zur Trägheit 3. Ihn zu erhalten, zu be und zu Lüsten, Der Schmach schüßen, Giebst du mit milder der Christen! Vaterhand Die Mittel, die dazu uns nüßen, Und zum Gebrauch giebst du Verstand. Ist dir die Sorge nicht zu klein, Wie sollte sie es mir denn sein? 4. Geſunde Glieder, muntre Kräfte, Wie viel sind die, o Gott, nicht werth! Es stocken des Be 6. Unmäßigkeit und Völlerei entehre Nie seine Sinn' und Glieder! sie beschwere nie mei nen Geist; in Mäßigkeit zu leben Sei mein Bestreben! 7. Schleicht auch der Krant heit Gift in seine Glieder; So Von der Sorge für den Leib. 443 rufs Geschäfte, Wenn Krankheit| len selten jenes Leiden, Das die unsern Leib beschwert. Ist nicht der Erde größtes Gut Gefund heit und ein heitrer Muth? heitern Stunden trübt, Die uns deine Liebe giebt. 2. Frisch und thätig zu Geschäften, Stark zur Arbeit nach der Ruh', Strömet unsers Leibes Kräften Der Gesundheit Fülle zu. Kraftvoll regen sich die GlieJeden neuen Morgen wieImmer noch hat uns die Nacht Süßen Schlummer zugebracht. und mittis! 6. Laß mich, die Sinne und 3. Wunderbar erhältst und die Glieder Stets zu bewah- nährest Du den Leib, den du ren, achtsam sein! Drückt eine gebaut. Wenn du unser Schuß Krankheitslast mich nieder, So nicht wärest, Wenn dein Blick, flöße selbst Geduld mir ein! der alles schaut, Nicht sie sähe, Gewähr auch dann mir guten die Gefahren, Die uns drohen, Muth, Und segne, was der Arzt und bewahren Uns nicht wolldann thut! 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, Was meines Körpers Wohlsein stört, Daß nicht, wenn seine Kräfte leiden, Mein Geist den innern Vorwurf der hört: Du selbst bist Störer deider. ner Ruh', Zogst selbst dir deine Leiden zu! n3 test wunderbar; Wir erlägen der Gefahr. 4. Dft, wenn wir der Pflicht vergessen, Diesen Leib, fo fein gewebt, Treu zu schützen; wenn vermessen Er, der Staub, sich überhebt, Sorglos der Gefahr nicht achtet, Treuen, weisen Rath verachtet: Ist zum Helfen ausgestreckt Deine Hand, die uns bedeckt. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des Leibes Pflege zielt; Nein, stets in jenen Schranken bleibe, Die dein Geseb mir anbefiehlt; Des Körpers Wohl laß nie allein Den End zweck meiner Sorgen sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde Geh stets auf meinen edlern Geist, Daß er zum Himmel tüchtig werde, Ch' meines Lebens Faden reißt! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß! So leb' ich hier zu deinem Preis. 5. Laß uns dafür dankbar werden! Zwar ist unsre Hütte Staub, Nur gebaut für uns auf Erden, Bald des Grabes sichrer Raub, Mag auch einst in Trümmer fallen; Doch so lange wir hier wallen, Sei sie theuer uns solo 100 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 666. Welche freudenvolle und werth; Auch durch ſie ſei du geehrt! Tage Leben wir, o Gott, durch dich! Unbekannt mit Schmerz und Klage, Dievor uns vorüber wich, Schmecken wir des Lebens Freuden, Füh3. 8. Diterich. 6. Was sie vor der Zeit zerstöret, Was uns schwach und elend macht, Was Vermessenheit uns lehret, Was uns, ruhig Von den Pflichten gegen uns selbst. überdacht, Bitter, doch zu spät,| Ruh' mich freun; Doch keinen gereuet, Was der Tugend Ur- Augenblick Des Lasters Freuden theil scheuet, Laß- denn unser weihn. Leib ist dein Vater, ferne von uns sein! A. H. Niemenyer. Mel. Nun danket alle Gott. 667.D u, der so gern be 6. Vernunft und Tugend sei Gefährtin meiner Freuden; Dem Schwelger laß mich nie Sein furzes Glück beneiden! Was mir an Reichthum fehlt, Erfeßt Zufriedenheit. Der frohste den uns bereitet! Wie selig, Sinn wohnt stets Bei stiller wer von dir An Vaterhand ge- Häuslichkeit. leitet, Nur dann sich glücklich fühlt, Wenn er zu dir sich hält, Und jede Lust verschmäht, Die dir, o Gott, mißfällt! glückt, Gern FreuBr 444 - 7. Der Tag der Fröhlichkeit Sei nie bei mir verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, Zum Spielwerk nicht, geboren. Erhos lung sei er mir! Es stärke sich mein Muth, Das Gute mehr zu thun, So oft ich ausgeruht. 2. Wie selig, wenn sein Geist Zu dir, durch den er lebet, Durch den er denkt und wählt, Sich oft und gern erhebet; Wenn er die Freude fennt, Mit dir allein zu sein, Erstaunt, sich deiner Macht Und Herrlichkeit zu freun! 3. Wie felig, wenn er selbst Der Erde fleinre Freuden Mit Maß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaß wird Leiden. Nach Arbeit voller Müh' Ist Mel. Werde munter, mein Gemüthe. schuldlos ihr Genuß. Wer bloß 668. Cifrig sein feit und und der Verdruß. 4. O gieb, Allgütiger, Gieb, daß auch meine Seele, Wenn sie nach Freude strebt, Nie jene Freuden wähle, Die endlich doch gereun; Es schlage meine Brust, Vom Eiteln unverführt, Nur für die reine Luft! mein Wille, Reis nes Herzens, Gott! zu sein, In der Unschuld heitern Stille Dei ner Gnade mich zu freun! Keine Freude dieser Welt, Wenn sie noch so sehr gefällt, Laß mich wider mein Gewissen Wünschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine Güte Viel zu reich und freundlich ist, als daß sie aus Neid verbiete, Was das Leben uns ver süßt. Uns zum Besten nur gebeut Dein Gefeß Bescheidenheit, Zucht 5. Laß meine Tage mich Durch eitles Spiel nicht tödten, Mich vor der Tugend nie Bei mei nem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht Darf ich der 8. Nie foll durch meine Lust Der ärmre Bruder leiden. Der Tag, der mich beglückt, Sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt! wohl mir, Wenn er mich nie gereut! Nie scheid' er ohne Dank Für den, der mich erfreut! B. Münter. Von der Sorge für den Leib. 445 und Ordnung im Genusse, Mä-| frei; Ohne Frechheit, stets be ßigung im Üeberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, Unser Alter darf sich freun. Auch die Freude selbst ist Tugend; Aber heilig muß ste sein, Nicht ein Taumel, der bethört, Der Gefühl und Kraft zerstört, Der im Sturme wil der Lüfte Paradiese macht zur Wüste. dächtig; Immer unser selber mächtig. 8. Laß die Frechheit wilder Sitten Nimmer unser Herz entweihn! Laß es höre, was wir bitten! Stets der Unschuld Wohnung sein! Jeder strebe, wer ein Christ, Wessen Wunsch der Himmel ist, Daß durch Tugend unsre Erde Deiz nes Himmels Vorhof werde! 4. Nur in unbefleckten Herzen, Nur in einer keuschen Brust 9. Dann umfahn uns Heil Toben nie der Reue Schmer- und Segen, Göttliche Zufriezen. Sie bewohnet Ruh' und denheit Leitet uns auf unſern Luft. Unbeherrschte Sinulichfeit Wegen Zu noch größrer Selig Tödtet die Zufriedenheit; Sie vergiftet alle Freuden Und ver wandelt sie in Leiden. feit, Bis zum Heiligthum auch wir Aus dem Vorhof dringen; dir Reiner Herzen Opfer bringen; Ewig dir, o Gott! lobsingen. 3. A. Cramer. 5. Reiner Sinn und Unschuld schmücket Mehr als Schönheit; sie vermehrt Jede Luft, die uns entzücket, Jedes Glückes Reiz mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. und Werth. Reinen Herzen fließt 669. Heiligster! es wirft vor unJeder rein und hell; Denn sie hoffen voll Bertrauen, Selbst dein Antliß, Gott! zu schauen. 6. Daß er keusch und züchtig lebe, Unbefleckt an Geist und Leib, Ringe, wer dich ehret! strebe Jungfrau, Jüngling, 2. Wir sind zu schwach, der Mann und Weib! Vor Ver- Sinne Lust Und ihre falschen führung schüße sie, Freuden Mit jestem Sinn, mit Herz gehorche nie fühner Brust Zu hassen und zu lichen Begierde! meiden. Das Laster lockt uns ihre Zierde! von der Bahn Der Unschuld; nimm dich unser an, Und laß uns nicht verderben! Und ihr 3. Ach! wenn der Sinnlichkeit Betrug Auch uns, auch uns berückte! Hat er der Opfer nicht genug, Die er zum Abgrund Einer schändHeiligkeit sei -- 7. Laß uns fröhlich und gesellig, Sanft und willig zu erfreun, Liebenswürdig und gefäl lig, Aber nur durch Tugend, sein; Hold und ohne Schmei chelei; Stets bescheiden, und doch fre Seele nieder. Barmherziger! dir flehen wir Für uns und unsre Brüder. Du bist ja unser Vater, du! O, sende uns Erhörung zu, Uns allen, deinen Kindern! NG Von den Pflichten gegen uns selbst. 446 schickte, Wo Schand' und Jammer ihrer harrt, Und wo so mancher elend ward? So mancher unfrer Brüder!#n 4. Ach! wenn der Wollust tödtend Gift Auch unsre Kraft zu klein, zernagte; Wenn der, der nur haben; den Sünder trifft, Der Vorwurf uns verklagte: In mei ner lastervollen Brust Tobt Leidenschaft, glüht wilde Lust Und schrecklich wird mein Ende! 5. Ach! wenn der Wollust gift'ger Hauch Auch unsre Wangen bleichte? Ach! wenn sie un sern Lippen auch Den Zauber becher reichte? Wenn wahrer Unschuld hohes Glück Von uns entwiche, und zurück zu bessern Seelen kehrte! wie ein Dampf verschwinden. Un sterblich ist in mir mein Geist; Nur das, was keine Zeit entreißt, Kann seine Wünsche stillen. 2. Das alles ist für ihn Was Welt und Erde Nur Gott, das höchste Gut, allein Kann ihn mit Wonne laben. Darum ent schwinge dich, mein Herz, Der Erde; steige himmelwärts 3u Gott, dem ewig Guten! 3. D höchstes Gut, sei hier und dort Mir Reichthum, Lust und Ehre! Gieb, daß in mir fich fort und fort Das Sehnen nach dir mehre, Daß ich dich stets vor Augen hab', Mir selbst und allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen! 7. O Gott, Erbarmer, rette du Uns, deine schwachen Kinder! Wir eilen deinen Armen zu, Wir Reinen und wir Sünder. Erhalte uns der Tugend treu, Und fehlten wir, o Gott! so sei Erbarmer, und nicht Richter! 4. Hilf, daß ich meinen Wan del führ' Bei dir im Himmel oben, Wo ich werd' ewig sein bei dir, Dich schauen und dich kann mein Herz zu Und findet, Gott! Die wahre Ruh und Freude. nunchy die 5. Hierzu gieb mir von dei nem Thron, O Vater, Gnad und Stärke! Zerstör', o Jeſu, Gottes Sohn, Des Satans Reich und Werke! Dheilger Geist, steh du mir bei, Daß meine Sache dies nur sei: Gott über alles lieben! 1 D. Denicke. Mel. O Gott des Himmels und der. er Wollust Reiz zu Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 670. A 671.D widerstreben, laß, nein! mein Herz fann seine Ruh Höchster, meine Weisheit sein! Im Zeitlichen nicht finden; Gut, Sie ist ein Gift für unser Leben, Wollust, Ehre auch dazu, Mus Und ihre Freuden werden Pein. 6. Wie elend wären wir! be fleckt Das nagende Gewissen, Des Lebens furzer Reft bedeckt Mit Schande, hingerissen Von loben! So Schuld zu Schuld, der Welt frieden sein, verhaßt, Der Tugend Gräul, in dir allein der Erde Last, Durchseufzten wir das Leben! Von der Sorge für den Leib.. 447 Drum flet' ich demuthvoll zu dir:| mich zu rüsten, Aufdich, AllgeD, schaff' ein reines Herz in mir! 2. Die Wolluft fürzet unsre Tage, Sie raubt dem Körper seine Kraft, Und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage Sind Früchte dieser Leidenschaft. Der Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. gegenwärt'ger, seh'! Wer seinen Gott vor Augen hat, Flieht auch verborgne Missethat. haßt fich ſelber, der ſie liebt 672. Mein Leib foll, Gott! Und in ihre 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, Schwächt den Verstand, der Seele Licht, Sie raubt den Eifer edler Werke Und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Reu' und Gewissensschmerz In das ihr preisgegebne Herz. ulici 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde Zur Viehesniedrig keit hinab, Er schändet und entehrt die Würde, Die ihm sein weiser Schöpfer gab, Vergißt den Zweck, wozu er lebt, Da er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande; Schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewiffen Schande, Und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft giebt, Wird nie von dir, o Gott! geliebt. C. F. Gellert. 6. Den wirst du wiederum verderben, Der deinen Tempel Hier verdarb. Dein Himmelreich wird niemand erben, In dem die Fleischeslust nicht starb. Drum laß mich ihre Reizung fliehn Und keusch zu sein, mich stets bemühn! Mit allen seinen Gliedern; Dir soll ich ihn zum Dienste weihn, Zum Dienst auch meinen Brüdern. Gieb, daß ich dies dein Heiligthum Für sie und auch für deinen Ruhm Stets unbefleckt bewahre! 2. Gieb eine feusche Seele mir In einem feuschen Leibe, Damit auch er auf immer dir, D Gott, geheiligt bleibe, Daß rein und feusch mein Auge sei Und sittsam, daß ich's immer frei zu dir erheben könne! 3. Auch meine Zunge rede nie, Was schändlich ist zu hören! Nie laß der Unschuld Rechte sie Durch frechen Scherz entehren! Bestimmt zum Opfer des Gebets Und deines Lobes rede stets Mein Mund, was nüßt und bessert! 4. Mein Ohr laß dir nur offen sein; Taub bei der Wollust Bitten! Gut sei mein Herz, mein Wandel rein, Und ehrbar meine Sitten, Damit der Wollust Zauberei Mir nicht durch ihre Schmeichelei Der Unschuld Würde raube! 5. Was ist die Wollust? wahres Gift! Welch Elend, das die 7. Gieb, daß ich allen bösen Sclaven Unheiliger Begierden Lüsten Mit Muth und Nachdruck trifft In tausendfachen Strafen! widersteh', Und stets, dawider In welcher Schande Tiese sinft, 448 Von den Pflichten gegen uns selbst. Wer ihren Zauberbecher trinkt,| ehrte ich Deinen Sohn, entehrt' Verstrickt in ihren Neßen! auch dich Wenn ich frech und untein lebte, Dir durch Wollust widerstrebte! 6. Ach! wo die Unschuld fleucht, da flieht Der Tugend Ruh' und Stille; Da, wo der Wollust Flamme glüht, Fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert Mehr Segen, als das Schwert zerstört, Als Pest und Gluth zerstören. 7. In seinem Taumel, Gott! vergißt Der trunkene Verbrecher, Daß du allgegenwärtig bist, Ein Eiferer und Rächer, Verstockt sich, und verfolgt mit Spott Die Tugend, höhnt dein Wort, o Gott! Und seines Mittlers Ehre. 4. Gottes Geist wird stets bes trübet, Wo man unrein denkt und spricht, Und wer Fleischeslüfte liebet, Bleibt mit ihm im Bunde Wollust schändet unser Herz, Bringt Verachtung, Reu' und Schmerz. Die in solchen Sünden sterben, können Gottes Reich nicht erben. 5. Drum, o Herr der reinen Geister, Schenk' mir deines Geis stes Kraft! Meines Lebens gro Ber Meister, Leiter meiner Pils grimschaft, Unterdrücke du in mir Jede ſündliche Begier, Und gebietest zu Jede heit, Zucht und Heiligkeit, Und böse Lust bestreiten! du hasfest und verbietest Böſe Lust und Unkeuschheit. Dir fleh' ich durch Jesum Christ, Der mein Heil und Vorbild ist: Laß mich alles ernstlich fliehen, Was mich kann zur Wollust ziehen. 6. Tödt' in mir der Wollust Triebe, Tödte mein verderbtes Fleisch; Deine Furcht und deine Liebe Mache, Heiligster, mich feusch! Mache du mich selber rein, Laß mich dir allein mich weihn! Mich und alle meine Glieder Leg' ich, Vater! vor dir nieder. 2. Welche Würde, daß dem Bilde Deiner selbst ich ähnlich bin! Und für mich, ach Gott, wie milde!- Gabst du deinen 7. Kreuzige du meine Lüste, Heis lige mein fündlichs Herz; Dein Sohn dahin. D, wie sehr ent- Erbarmen, Jesu Christe, Und 3. Jesus wohnt ja durch den Glauben Selbst in mir mit seinem Geist; Dürft' ich wohl mein Herz ihm rauben, Das er seinen Tempel heißt? Ach, ich will sein Tempel sein. Soll mich Gottes Huld erfreun; Muß ich mich nicht selbst ents weihen, llnd mit Ernst die Wollust scheuen. 8. Heil dem, der deiner nie nicht. vergißt, Nicht dein Werf, Gott! zerstöret, Der immer reines Herzens ist, Der deinen Tempel ehret! Es wird ihm hier schon wohl ergehn, Dort wird er Gott und Jesum sehn; Denn rein war seine Seele. J. A. Cramer. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Bater! du 673. Heilger - Von der Sorge für den Leib. dein Leiden, Tod und Schmerz| fangs nichts als Freundschaft Tilge jede Sünd' in mir, Daß war; Ein langer llmgang macht mit Leib und Seel' ich dir, Dir dich dreist, Und du vergißt, zur Ehre, heilig lebe, Rein sie was Unschuld heißt. dir einst wiedergebe! Ond F. Fabricius. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Dein fühlend Herz wird's sich verzeihen, Daß es des Lasters Keim ernährt; Es wird nur seinen Ausbruch scheuen, Weil dieser vor der Welt entehrt. Das Kleinste wirst du übersehn, Und so zu großen Fehlern gehn. 674. Se( ei, aller Wollust Reiz zu wehren, O Mensch, ein Freund der Nüchternheit, Laß Speif und Trank dich nie beschweren, Und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, Und meid' oft selbst erlaubte Lust! 7. Ist's Sünde nur, die That vollbringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen? Nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? Soll bloß dein äußrer Wandel rein? Soll's nicht auch deine Seele sein? 2. Sei, um die Wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen Leib, Laß nicht dein Auge dir gebieten, Flieh' eiteln Scherz und Zeitvertreib! Des frechen Wißlings freier Scherz Erniedrigt und verdirbt dein Herz. 449 dich entreißst! 8. Begierden sind es, die uns schänden, Und die verlegen unsre Pflicht, Auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, Es 3. Entzieh' der Wollust ihre sei denn, daß du durch den Kräfte Im Schweiße deines An- Geist Der Lüfte Herrschaft gesichts! Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte; Nichtsthun das Netz des Bösewichts. Bei Trägheit und beim Müssiggang Bestegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du der Wollust Trieb bekämpfen, Eh' er die Freiheit dir verwehrt; So such ihn früh in dir zu dämpfen! Hat dein Herz etwas ihn genährt, Wollust Pfade; Und lockt dich Hast du ihn nicht sofort erstickt; Sowird erschwerlich unterdrückt. 9. Denk' oft den mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück! Er halte, fängit du an zu wanken, Dich doch vom Falle noch zurück. Dir giebt dein ganzer Lebenslauf Sie nicht zurück, giebst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der schmeichelnd ihre Bahn, rufe brünstig Gott um Gnade 5. Oft täuschen dich des Und Weisheit in Versuchung Lasters Triebe, Und du erblickst an! Erzittre vor dem ersten nicht die Gefahr; Oft wird Fall! Sonst fällst du mehr, das unerlaubte Liebe, Was an- als dieses Mal. C. F. Gellert. 29 450 Von den Pflichten gegen uns selbst. Mel. Wie lieblich ist, o Herr 2. Himmelreich verloren, zu dem mannigfaltig fein Knecht der Lüste taugt. 675. W sind die Gaben, Gott, laß mich ja dies Laster Wodurch uns, Herr, dein Wohlscheun, Mich mäßig stets, mich thun nährt, Und welche, Geist nüchtern sein! in und Leib zu laben, Uns täglich deine Hand gewährt! Auch das, was unser Mund genießt, Zeigt uns, wie freundlich, Gott! du bist. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, So laß es mit Vernunft geschehn Und, daß ich beides mir versüße, Mit Dank auf dich, den Geber, fehn, Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uns reichlich Speis und Freude giebst! ay 3. S. Diterich. 2. Du giebst uns Brod für unser Leben Und, unsre Herzen zu erfreun, Giebst du den traubenvollen Reben Mit segensreis cher Hand den Wein. Wie an- Mel. Du, o schönes Weltgebäude. genehm iſt der Genuß Von dem, 676. Gott! du biſt uns muß! endlich 3. Doch laß die Kraft, uns Und hörst fromme Beter gern; zu vergnügen, Die du in Speis Darum fleh' auch ich demüthig und Tranf gelegt, Mich nie, o Zu dir: Sei von mir nicht Höchster, so besiegen, Daß fie fern! Nie laß mich in Misse zum Schwelgen mich bewegt; Laß, deiner Gaben mich zu freun, Mich mäßig im Genusse sein! thaten, Nie in Schwelgerei gerathen! Gieb, daß ich nach deinem Sinn Mäßig stets und nüchtern bin! 4. Mit Sveis und Trank sein Herz beschweren, Steht wahren 2. Völlerei verbringt die Christen niemals an. Dadurch Gaben, Die du uns zur Nothwird das, was uns ernähren durft schenkst, Und nur zum Und unsern Geist erquicken vernünftgen Laben In dem Nüs fann, Gin Gift, das in die gungsbrauch beschränfft. Wen Adern schleicht, Und Krankheit, die Völlerei verführet, Schmerz und Tod erzeugt. Wird von Sinnlichkeit regieret, Wird 5. Die Schwelgerei raubt zur Wollust angefacht, Lebet uns die Kräfte Zu dem, was als ein Kind der Nacht. uns die Pflicht gebeut; Macht 3. Bei der Schwelgerei der träge zum Berufsgeschäfte, Un Thoren Wird das, was man tüchtig zur Gottseligkeit; Er hat, verzehrt, Geht des Geistes weckt Unordnung, Streit und Kraft verloren, Wird des Leibes Zanf, Und hindert den Gott Bau zerstört; Luft zur Arbeit ſchuld'gen Dank. Idm wird gemindert, Alle Munters 6. Wer sich den Bauch zum feit gehindert, Manches Böse Gott erforen unmäßig deine ausgedacht, Manche Missethat Gaben braucht, Der hat das vollbracht.***** in Von der Sorge für Ehre und guten Namen. 451 4. Alle Weisheit fällt und| Verlassen uns im Sterben, schwindet, Und das Herz wird Und bleiben hier zurück. lasterhaft. Zu dem ernsten Be 4. Laß mich in Demuth ten findet sich so wenig Lust, leben, Wenn mich die Welt als Kraft. Gottes Geist, der verehrt; Durch Stolz mich Fromme liebet, Wird durch nie erheben, Wenn sich mein Völlerei betrübet, Und zulegt Ansehn mehrt; Und schenkst du spricht Gottes Fluch: Sünder, mir der Erde Gut, O Vater, nun ist es genug! so bewahre Mich auch vor lebermuth! mise 5. Herr, laß dies mich oft erwägen: Schwelgerei und Trunkenheit Bringen uns um allen Segen In der Zeit und Ewigkeit! Nahrung meinem Leibe geben; Aber dabei mä Big leben, Das verlangest du von mir, Und mein Herz verspricht es dir. 6. Dein Beifall ist das Beste, Was ich mir wünschen kann; Wenn ich mich deß getröste, So hab' ich g'nug daran, Ob mir es auch am Lohn der Welt Mel. Wenn meine Sünd'n uc. 677. Herr, laß nach eitler Bei allen guten Thaten, Die nie ich Von der Serge für Ehre und guten Namen. 5. Dich kennen, meine Pflichten Mit Treu' und Redlichkeit Gewissenhaft verrichten, Wie mir dein Wort gebeut, Und überall mein Christenthum Nach Jesu Vorbild üben, Das ſei mein wahrer Ruhm! mals geizig sein! Gieb, daß 7. Nie laß mich Ruhm erdein Geist mich lehre, Der schmeicheln, Der mir doch nicht Ehre mich zu freun, Die ewig gehört; Nie als ein Gleißner lich vor dir besteht Und mit heucheln, Den Menschengunst bethört! Der Tugend meinen Fleiß zu weihn Und andrer 2. Nie blende mich der Glück zu fördern, Laß mein Schimmer Des Ansehns vor Bestreben sein! der Welt! Der Mensch ist mir von der Erde Zum Himmel übergeht! 8. Auf dieser Bahn der doch nicht immer Der, welcher Ehre Erhalte meinen Gang dir gefällt, Der Titel, Rang Durch deines Sohnes Lehre und Würden hat; Und wer Mein ganzes Leben lang! So damit sich brüstet, Ist fern werd' ich bei Verständigen vom Tugendpfad. Das Glück des guten Namens Mir g'nug gesichert sehn. 3. Nicht in Besig von Schäßen Und Gütern dieser Zeit 9. Gieb mir, o Herr, die Laß meinen Ruhm mich sehen! Gnade, Mich dieses Glücks zu Sie sind doch Eitelkeit, Sind freun; Leit' mich auf rechtem oftmals auch des Thoren Glück, Pfade, Ein solcher Mensch zu 29* Univ.- Bibl. Glessen 452 Von den Pflichten gegen uns selbst. sein, Den einst die Ehrenfrone| sprichst, so bin ich nichts. schmückt, Die ewig deine From Nichts, was ich hab', ist mein; men In jener Welt beglückt! Drum laß mich ewig fern H. E. Heeren. Von Stolz und Hochmuth sein! C.£. Gellert. Mel. O Gott, du frommer Gott. 678. err, der du alles Mel. Du, o schönes Weltgebäude. giebst, von dem 679. Schöpf von Erde; ei nicht Ges ich alles habe! Was ist mein Stand, mein Glück Und jede Sei nicht stolz, und fürchte gute Gabe? Mein ist es dich! Gott ist's, der auch dir nicht; es ist Ein unverdientes rief: Werde! Und dir sagt: Gut. Darum bewahre mich Dein Gott bin ich, Alles hab' Vor Stolz und Uebermuth! ich dir gegeben, Brauche mir 2. Wenn ich vielleicht der zum Ruhm dein Leben, Frage: Welt Mehr, als mein Nächster Wozu gab ich's dir? Und nüße, Und wenn ich mehr durch Demuth danke mir! Verstand, Als er besitzt, besize; Werke, Menschen! was erz 2. O, was rühmt ihr eure Bin ich drum mehr, als er? Onein! wer schenkte mir Ver- hebt ihr euch? Machet ihr euch stand und Tüchtigfeit? Gott! selbst an Stärke, Weisheit alles kommt von dir. und Vermögen reich? Wollt ihr euch des Gebers schämen? 3. Wenn mir ein größer Der's euch gab, der fann's Glück Nach deinem Rath beauch nehmen. Seid nicht sicher, gegnet, Wenn deine Gütigkeit feid nicht fühn, Noch undank, Mich mehr, als andre segnet; bar gegen ihn! Giebt diese deine Huld Mir 3. Weh' den Stolzen! weh' wohl zum Stolz ein Recht? den Spöttern! Schredlich wers Bin ich darum nicht auch, Was den sie vergehn. Sünder, die andre sind, dein Knecht? sich selbst vergöttern, Werden nicht vor Gott bestehn. Die nur, welche seinen Willen De muthvoll und treu erfüllen, Weil sie ihn und sein Gebot Ehren, haben Ruhm vor Gott. 5. Wie könnt' ich mich, o Gott! Des Guten überheben? Was ich besiz' ist dein. sprichst, so bin ich Leben. Du aus ihnen, Ohne bittern Stolz 4. Keinen Bruder zu verachten, Sei uns ewig theure Pflicht. Stolz sich zu erheben trachten, Führt zum Fall, ziemt Christen nicht. So wie Christus allen Du dienen, Auch dem Niedrigsten 4. Wenn ich, geehrt und groß, In hohen Würden stehe, Und andre neben mir In fleinerm Glücke sehe; Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft Viel würdiger, als ich? Von der Sorge für Ehre und guten Namen. 453 der ihn erhob, Und wählte für der Menschen Lob Selbst Schmach, um sie zu retten. 5. Herr, erhalte diese Lehre ( Swiglich in meiner Brust! Hochmuth, Stolz und eitle Ehre Sei mir ewig unbewußt! Laß mich wahre Demuth lieben, und durch deinen Geist mich üben, Allem bild nachzuahmen! Stolz mich zu entziehn, Allen ja allen Menschen zu: Lernt Ulebermuth zu fliehn! 8. Münter. 5. Ich bin sein Jünger. Heiland! ich Bekenne deinen Namen. Sei du mein Beispiel; stärfe mich, Dein VorDu rufft Demuth, und ihr werdet Ruh' Für eure Seelen finden! und gern, Das ist Gnade vor dem Herrn. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 6. Erhabner Gott! ich flag' 680. Mer gläubig ist und es dir Gebeugt, mit Reu' und Demuth liebt, Ist hoch bei Gott geachtet, Wenn er, was recht und gut ist, übt, Und andre nie verachtet. Gott ehrt ihn wieder; sein Gebet Wird nimmer von dem Herrn verschmäht, Der auch auf's Niedre schauet. Wehmuth: Mein Herz ist stolz; gewähre mir Der Christen Schmuck, die Demuth! Laß mich von allem Stolze rein, Nicht eitler Ehre geizig sein, Dich nur, nicht mich erheben! 7. Nimm deines Sohnes Demuth an Zur Tilgung 2. Den Stolz verfolgen meines Stolzes! Für mich Schmach und Spott, Wie oft schon auf der Erde! Denn ihm, ihm widerstehet Gott, Daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren setzt, Sich und was ich bin, Bin ich seiner Gaben unwerth schäßt, durch deine Gnade. An dem hat er Gefallen. ward er dir unterthan, Selbst bis zur Schmach des Holzes. Doch gieb zugleich mir seinen Sinn! Ich selbst bin nichts, E. Liebich. 3. Hat Gottes milde Va- Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich uc. terhand Fünf Centner dir gez 681. Gott, mein Ba du durch Anter, bei, sehn und Verstand Des Näch- Daß ich, weil ich hier walle, sten Glück erheben: Was bist du? immer Gottes Knecht! Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, Den Kleinsten zu verEin Schüler Jesu Christi sei, Damit ich dir gefalle! Laß mich in meinen Augen klein; Nicht stolz, nicht aufgeblasen sein, Der Demuth Jesu folgen. achten. 4. Der Herr von göttlicher Gewalt Ist auf der Welt erschienen Arm, niedrig und in Knechtsgestalt? Warum? um uns zu dienen! Er ehrte den, 2. Wer Christum und den Himmel sucht, Muß sich vom Stolz entfernen; Er muß durch deines Geistes Zucht Auch Chriſti Demuth lernen. Wer sie nicht 454 Von den Pflichten gegen uns felbst. n liebt, wer sie nicht lernt, Der Pfad, Den Jesus mir gewies ist noch immer weit entfernt sen, geh', Und ob ich auch im Von Seelenruh' und Himmel. Glauben steh'! 3. Das, was ich bin, mein 4. Du fennest unsers HerGott! bin ich Durch deine freie zens Tiefen, Die uns felbft Gnade. Durch diese Gnade leite unergründlich sind; Drum laß mich Der Demuth stille Pfade! mich oft und ernstlich prüfen, Denn nur durch sie gefall' ich Ob ich sei Christo gleich ge dir. Verleihe sie zum Schmuce sinnt? Befreie mich vom falschen mir! Stolz ist vor dir ein Wahn, Der auch den KlügGräuel. sten täuschen kann! 5. Wie fann der, der bei allem Wissen Des Herzens Auf Zustand sich verhehlt, wahre Beßrung sein beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht fennen, ist Verstand; Drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nie verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht! So täuschen mich Verführer nicht. 4. Du bist der Herr, ich bin dein Knecht; Wie bald bin ich nicht Erde! Gieb, daß ich alle zeit gerecht Vor dir erfunden werde; Und zeig' im Glanze deines Lichts Mir deine Hoheit und mein Nichts! Möcht' ich dies nie vergessen! E. Liebih. Mel. Wer nur den lieben Gott u. 682. W er bin ich? welche große Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die Wahrheit fage, Ulm mich so, wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht fennen lernt, 7. Bin ich jetzt von dem Bleibt von der Weisheit weit sichern Pfade, Der mich zum entfernt. Leben führt, noch fern: So 2. Ich bin ein Werk von wecke mich durch deine Gnade, deinen Händen; Du schufst Daß ich ihn ernstlich suchen mich, Gott! zu deinem Preis. lern'! Gieb mir zur Befrung Dazu mein Leben anzuwenden, Licht und Kraft! Du bist's, Das ist dein väterlich Geheiß. der beides in uns schafft. Doch leb' ich, als dein Eigen- 8. Ich muß es einmal doch thum, Auch wie ich soll, zu erfahren, Was ich hier war deinem Ruhm? und hier gethan. O, laß mich's Wo nicht bis dahin sparen, Reue nichts mehr helfen kann! 3. Ich bin ein Chrift nach dem Bekenntniß; Doch bin ich das auch in der That? Herr! Hier mache mich zum Himmel flug Und frei vom schnöden J. S. Diterich. öffne selbst mir das Berständniß, Recht einzusehn, ob ich den Selbstbetrug! 455 Von der Sorge für Ehre und guten Namen. Mel. O Gott des Himmels und der 2.| Fehlern ich ganz frei? Betrüg 683. Allwissend bist du, dich nicht, o meine Seele, Durch Gott! zu nennen; Mein Innerstes ist dir bekannt. Ach, möcht' ich mich doch selbst auch kennen, Mich, welchen dei ner Allmacht Hand Gebildet und nach weisem Rath Geführet und beglücket hat! falschen Wahn und Heuchelei! Du fehlst, wie er, fehlst noch wohl mehr; Rechtfertige dich nicht zu sehr! 7. Eröffne, Gott, mir das Verständnis, Daß ich ein Mensch und Sünder bin, Und bilde durch dies Selbsterkenntniß 2. Herr! was ich bin und was ich habe, Das bin und hab' ich bloß von dir, Doch oft verfenn ich deine Gabe, Und thu', als hätt' ich sie von mir; Und das reißt mich zum Stolze hin, Mich, der ich durch mich selbst nichts bin. Mein ganzes Herz nach Jesu Sinn! Durch Stolz beschimpf ich mich gar sehr; Doch wahre Demuth macht mir Ehr'. von der Sorge für sein und der Seinigen ehrliches Anskommen. 3. Mein Nächster ist aus gleichem Thone Mit mir, o Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zc. Gott! von dir gemacht; Wie 684. Ach treuer Gott! denn, sein nicht schone Und aufgeblasen ihn veracht'? Oft seh' ich den verächtlich an, Der das, was ich selbst, ist und kann. 4. Begnadigt hat mich deine ruf' zu dir, Mir Gnade zu gewähren, Daß eitle Sorgen nie in mir Den Seelenfrieden stören. Gieb, daß ich mich an dir stets halt'! So werd' ich stark, so kann Liebe Mit mancher schönen ich bald Den Aufruhr in mir Fähigkeit; Und doch verwen- dämpfen. den meine Triebe Sie mehr zum Dienst der Eitelkeit, Ais zur Befördrung deiner Ehr'. So sehr bin ich von Weis heit leer! 2. Du, der dem Vieh sein Futter schafft, Du solltest gute Gaben Uns nicht verleihn? durch deine Kraft Nicht auch uns Menschen laben? Du, der so Gras, als Blumen ziert, Du solltest nicht, was uns gebührt, An Kleidung gerne geben? 3. Die Menschenkinder liebest du, Sind sie vor dir gleich Sünder; Wirfst ihr Theil ihnen täglich zu; Denn sie sind deine Kin6. Sein mag es, daß mein der. Ob wenig, oder viel du Nächster fehle; Doch bin von giebst; Genug für sie, daß du 5. Vielleicht braucht die mein Bruder besser, Die deine Va terhuld ihm gab. Vielleicht ist seine Treue größer, Als die, die ich bewiesen hab'. Vielleicht hat er an deinem Heil Und deiner Huld mehr, als ich, Theil. 456 Von den Pflichten gegen uns selbst. sie liebst, Und nie ganz darben| ferne von mir sein! Du, Gott, läſfest. du giebst mir Kräfte; Dir laß sie mich auch weihn! 4. Was mir hier etwa nöthig thut, Mich redlich zu ernähren, Wollst du auch mir an Hab' und Gut, D großer Gott, bescheren, Daß ich und mein Geschlecht nach mir Nicht etwa unser Brod noch hier Mit Kummer betteln müssen! 5. Doch ohne Arbeit thust du's nicht, Und Arbeit fordert Beten. So will ich denn nach meiner Pflicht In diese Ordnung treten. Geheiliget fei dir mein Schweiß! Ach, Vater, segne meinen Fleiß Für mich und für die Meinen! 5. Hilf, was ich anfang', enden! Mit dir fang' ich es an. Gieb, daß mit meinen Händen Jch Gutes schaffen fann! 6. Laß, Höchster, deinen Segen Auf meiner Arbeit ruhn! Um deiner Liebe wegen Wollst du, wirst du es thun! Mel. In allen meinen Thaten. 686. 3um Fleiße ward das Leben Vom Schöpfer uns gegeben, Und nicht zu träger Rast; Dem Fleiße nur folgt Segen, Wie Frucht6. So will ich deine Gütig- barkeit dem Regen. Ohn' ihn feit Mit Herz und Munde prei- sind wir uns selbst zur Last. fen, Auch thätig die Ergeben- 2. Der Fleiß stärft unsre heit Der Seele dir beweisen. Kräfte, Schenkt uns gefunde Auch nach mir soll noch mein Säfte Und ein vergnügtes Geschlecht Dir danken, und dein Herz. So Gram, als trübe heilige Recht Mit treuer Sorg Sorgen, Hält Fleiß vor uns falt halten. D. Denicke. verborgen, Und schüßt vor mancher Krankheit Schmerz. Mel. Christus, der ist mein Leben. 3. Dem sündlichen Vergnü685. Gift, o Gott, dein gen läßt er uns nie erliegen; Wille: Mensch, Er lehrt, was mehr erfreut, iß dein Brod im Schweiß! Lehrt, Arme zu beglücken Und Hilf, daß ich ihn erfülle; Ver Kranke zu erquicken, Nur das leih' mir Lust und Fleiß! sei reine Seligkeit. 2. Gieb, daß der Hang zur 4. Drum laß, o Gott, auf Sünde Mich, wenn ich müssig Erden Doch nie uns träge bin, Nicht unbereitet finde! Ich werden! Du gabst der Kraft würd' ihr nicht entfliehn. uns viel. Dich, unsern Herrn, 3. Gieb, daß mir die Be- zu ehren Und Menschenglück schwerde Der Arbeit nie zur zu mehren, Sei immer unser Last, Und das nie sauer werde, höchstes Ziel! Was du geordnet haft! 5. Nie werden wir dann za4. Vorwißige Geschäfte Laß gen, Wenn andre troftlos kla Von der Sorge für ehrliches Auskommen. 457 gen, Nie einen Tag bereun. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Wenn Träge zittern müsſen, 688. Nach einem Rath, Dann spricht uns das Gewissen Getrosten Muth und Leben ein. 6. Und wenn nun edle Tha: ten Ulm uns gleich goldnen Saa ten Mit reichem Segen blühn; Wenn Tausende sich freuen Und heißen Dank uns weihen; Wie froh wird unser Herz dann glühn! 6. D. Hartmann. Mel. Gott, du frommer Gott. 687.Di ie Pflicht zur Arbeit hast Du, Herr! uns auferleget, Und Fleiß in dem Beruf Uns ernstlich ein gepräget. Der träge Müssiggang Ist dir, o Gott! verhaßt, Für uns der Laster Net Und unserm Nächsten Last. Bestimmt zum Fleiß auf Erden; Du willst es, daß wir alle hier Einander nüßlich werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, Recht eifrig und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret! 2. Hilf, daß vor trägerWeichlichkeit Ich standhaft mich bewahre, Und wo die Pflicht mir Müh' gebeut, Nie meine Kräfte spare! Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stärken. 3. Mit wahrer Vorsicht las mich nicht Die Zeit mit Nebendingen, Die weit entfernt von meiner Pflicht, Verschwenderisch verbringen! Das müsse mein Vergnügen sein, Mich den Geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget! 2. In deine Ordnung laß Mich willig mich bequemen, Die Bürden des Berufs Getrost auf mich zu nehmen! Wird gleich mein Angesicht Mit sau erm Schweiß benegt; Genug, daß du mich selbst In den Beruf gesetzt. 4. Ein heilger Trieb belebe mich, O Höchster, meine Pflich3. Bewahre mir mein Herz ten In deiner Furcht, gestärkt Vor eitlen Nahrungssorgen! durch dich, Mit Freuden zu Gieb mir mein täglich Brod! verrichten! Ein Herz, das sich Du sorgst für heut' und morgen. des Guten freut, Giebt zu der Laß mich an meinem Theil Arbeit Munterfeit, Versüßt Das Meine fleißig thun, Und uns ihre Lasten. dann mit Zuversicht In deiner Fügung ruhn! 5. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt Mit einem Herzen 4. Mit dir, mein Gott! schreit' wandeln, Das Geiz und Ehrich Zur Arbeit meiner Hände. sucht nie verstrickt, GewiffenGieb Kraft, daß ich sie auch zu deinem Preis vollende! Hier ist die Arbeit noch Verknüpft mit Müh' und Last; Dort finde ich die Ruh', Die du verheißen hast. los zu handeln! Mein Leben deinem Dienst zu weihn, So nüßlich, als ich fann, zu sein, Das sei mir Ehr' und Reichthum! 458 Von den Pflichten gegen uns selbst. 6. Dir zu gefallen, fei mein 4. Drum gieb, o Gott, daß Biel Bei allem, was ich thue! ich auf dich Bei meiner Arbeit So hat, es gehe wie es will, sehe! Mit Licht und Weisheit Doch mein Gewissen Ruhe. segne mich, Daß ich nie Wege Wer, Heiligster! dir nicht ge- gehe, Die mir dein heiligs fällt, Was nüßet dem die Wort verbeut! Nach deines ganze Welt Mit allen ihren Reichs Gerechtigkeit Laß mich Schäßen? vor allem trachten! 7. Gieb, daß mein Fleiß in 5. Laß Müssiggang und dem Beruf, Dazu mich auf der Trägheit mich, Als dir miß Erde Dein weiser Rath, mein fällig meiden, Und hilf, daß Gott, erschuf, mir eine Stufe ich, gestärkt durch dich, Voll werde, Worauf ich nachvollbrach Muth, mit Lust und Freuden ster Zeit Zur höheren Geschäftig- In meinem Stand geschäftig teit Des bessern Lebens steige! sei! Dein Segen fröne meine E. S. 3. Borchward. Treu', Daß fie auch andern nüße! Mel. Nun freut euch, lieben c. 689. Gott ist's, der das 6. Sei überall, mein Gott, Vermögen schafft, mit mir! Die Werke meiner. Das Gute zu vollbringen. Er Hände Befehl' ich, Allerhöchgiebt zur Arbeit Muth und ster! dir; Hilf, daß ich sie Kraft, Und läßt sie uns ge- vollende Zu deines großen lingen. Was man mit ihm je Namens Preis, Daß mir die unternimmt, Wird, wenn's mit Frucht von meinem Fleiß In feinem Willen stimmt, Nicht jenes Leben folge! ohne Fortgang bleiben. S. Liscov. Hauptzweck macht, Bor ihm 690: err! nichts Grden 2. Wer das zu seinem Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Gutes kann auf gerecht Und nach seinem Reiche tracht't, Bloß durch unsern Fleiß allein Dem giebt er auch auf Erden Ohne dich verrichtet werden; Vom ird'schen Gut mit milder Nur von dir kommt das Ge Hand So viel beim Fleiß deihn. Steht uns deine Vater in seinem Stand, Als ihm treu' Nicht mit Nicht mit Rath und wahrhaftig nüßet. Hülfe bei; Was kann dann 3. Gott ist der Frommen der Mensch vollbringen? Welche Schild und Lohn; Und frönt That fann ihm gelingen? er sie mit Gnaden ,. Was sollte 2. Gieb zu jeglichen Geschäfte, ihrer Feinde Hohn Und Miß- Dasich hier verrichten soll, Selbst gunst ihnen schaden? Mit seinem mir Weisheit, Lust und Kräfte, Schuß bedeckt er sie, Und seg. Daß es mir gerathe wohl! Laß net bei des Lebens Müh' Ihr mich deinen Segen sehn; Laß Herz mit Trost und Hoffnung. mein Thun von Statten gehn; Von der Sorge für ehrliches Auskommen. 459 Laß, was ich wohl angefangen, Du bist's, der uns den Fleiß Zum gewünschten Ziel gelangen! gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein Gott! be 3. Gieb mir, fleißig zu bedenken, Wozu ich gesezet bin! Deinen Geist laß stets mich lenken, Und regiere meinen Sinn, Daß ich als ein treuer Knecht Das, was du mir auferlegt, Wohl erwäg', und deinen Willen Suche treulich zu erfüllen! 3. Du gabst mit so viel an dern Trieben Uns auch den Trieb zur Thätigkeit Und, ihn auf's nüßlichste zu üben, Giebst du uns auch Gelegenheit. Du fennest unsrer Arbeit Müh', Und deine Kraft erleichtert sie. 4. Gieb, daß ich durch 4. Laß mich auf diese OrdMüssiggehen Keine Zeit ver- nung sehen, Ihr folgen und schwenden mag! Laß mich acht mich ihrer freun! Wie sollt' ich sam dahin sehen, Daß ich jeden Lebenstag So anwende, daß ich dir, Stets ergebner werde hier, Und mein Fleiß stets deine Ehre Und des Nächsten Wohlfahrt mehre! dabei irre gehen, Und nicht vielmehr gesegnet sein Von dir, der du der Arbeit Last Auch reichen Lohn beschieden haft? 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, Und sorge nicht, wie's werden soll. Ich geh' ihm doch gewiß entgegen Und bin des wahren Trostes voll: Mein Fleiß, o Höchster! ist vor dir; Du siehst ihn, du vergiltst ihn mir. 6. Ich tröste deß mich nicht vergebens, Blieb' er gleich unvergolten hier; Du reichst am Abend meines Lebens Auch mir der Treue Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigkeit Des nüßlichen Gebrauchs der Zeit. J. F. Mudre. 5. Dann darf ich mich meines Lebens Stets vor dir, mein Gott! erfreun. Mein Bemühn wird nicht vergebens, Wird nie ohne Segen sein. Du giebst mir gewiß, mein Gott! Was zu diesem Leben noth; mein ruhiges Gewissen mir selbst den Tod versüßen. Und Wird Mel. O Gott des Himmels und der ic. 691, Mit, it dir geh' ich an mein Geschäfte. Gott! du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, So lange du mich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. leben heiß'st. Laß, dieser Hoff 692. Laß mich, o Gott, gez mung mich zu freun, deinen Rath mir heilig sein! irdisch Gut verwalten! Gewähre 2. Der ehrt dich nicht, der mir Verstand und Kraft, Um feine Tage In trägem Müssig- weislich hauszuhalten, Wie es gang verlebt, und sich und mir näßt und dir gefällt, Daß andern auch zur Plage Das ich die Schäße jener Welt Darihm geliehne Pfund vergräbt. über nicht verliere! A 460 Von den Pflichten gegen uns selbst. 2. Mein Hab und Gut fommt| Sparsamkeit Und nüßlich an ja von dir Und deinem milden zuwenden. Gieb mir die KlugSegen. Nicht mir zum Fall heit, daß ich hier Durch sie strick gabst du mir Mein irdisches dem Nächsten, so wie mir, Des Vermögen. Du gabst für mein Lebens Müh erleichtre! und andrer Wohl Es mir; 8. Es kommt der Tag der hilf, daß ich's, wie ich soll, Rechenschaft. Dies laß mich Nach deiner Vorschrift brauche! stets erwägen! Dann brauche 3. Gieb, daß ich nicht in ich gewissenhaft Den mir ver Uebermuth Und Stolz gestür trauten Segen. Wohl dem, zet werde! Denn alles mir der mild ist; denn er hat In geschenkte Gut Verlaß ich, wie seinem Reichthum eine Saat Zu die Erde. Nie reiß' ein irdi- seiner ewgen Ernte! scher Gewinn Mein Herz zu 3. H. Hävecker. lleppigkeiten hin, Die beßre Sorgen hindern! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 4. Was hülfe mir die ganze 693. Die Güter, die id Welt allen ihren Sind eine Gott! aus deis Verblendete mich Gut und Geld, milde Gabe, Mich dir zu widerseßen? Verner Hand. Beim Brauchen schmäht' ich, was dein Wort deinen Willen Mit Sorgfalt begehrt, Was mir ein ewig zu erfüllen, Dazu gieb Weis Heil gewährt; Wie elend würd' heit und Verstand! ich werden? 5. Ach, meine Seele trachte hier Nach deines Geistes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, Kann ich nur diese haben! Besiz' ich, Höchster! deine Huld, Bin ich voll Glauben und Geduld; Was fehlt dann meinem Glücke? 2. Laß mich davondie Brüder, Des Heilands dürft'ge Glieder, Von Herzen gern erfreun, Für mich sie wohl anwenden, Nicht geizen, nicht verschwenden, Und mäßig im Genusse sein! 3. Wenn davon deine Ehre, Herr, zu befördern wäre; Sº mache mich bereit, Das, was ich bin und habe, Statt einer Gegengabe zu deinem Dienste 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurzel alles Bösen! Von Unruh', von Gewissens- gern zu weihn! 3. H. Pratje. pein Kann Reichthum nicht erlösen. Der Reichthum hilft im Mel. O Gott, du frommer Gott. am aß mich doch nicht, Tage des Gerichts; Da schüst 694. Lott, den Schä 0 er feinen Sünder. 7. Laß mich die Güter dieser Zeit Nie schwelgerisch verschwenden! Du gabst sie, sie mit fluß Doch die Zufriedenheit; Und Ben dieser Erden So sehr ers geben sein, Daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ulebers Von der Sorge für ehrliches Auskommen. 461 was ist ohne sie Des Lebens| Mel. Mein Jesus lebt! was 2c. Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut 695. Wohl dem, der beßre Schäße liebet, Wohl unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besiß Nicht bloß in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verliert's oft der, fein Bemühn gelingt. Als die uns diese Erde schenkt! Wohl dem, der Tugend ernstlich übet, Und daran reich zu werden denkt, Und in dem Glauben, deß er lebt, Sich über diese Welt erhebt! Dem 2. Wahr ist es, Güter zu 3. Ein Gut, das unsern Geist besißen, Das, das verwehret Wahrhaftig soll beglücken, Muß Gott uns nicht; Mit Weisnicht vergänglich sein, Muß für heit aber sie zu nüßen, Das, den Geist sich schicken. Der das ist unsre heilge Pflicht. Thor hat Geld und Gut, Und Sie dürfen unser Herz erwünscht sich stets doch mehr. freun, Und müssen Sporn Noch immer bleibt sein Herz zum Fleiße sein. Von wahrer Ruhe leer. 3. Wer nur nach jenem Gute 4. O Gott, fo wehre doch schmachtet, Das mit der Zeiten Der Habsucht niedern Trieben, Lauf vergeht, Wer nicht erst Und heilige mein Herz, Nie nach dem Reiche trachtet, Das Geld und Gut zu lieben, Das in Gerechtigkeit besſteht; Verman mit Müh' gewinnt, Bald fennet der nicht den Beruf, Zu prassend es verzehrt, Bald un- welchem Gott den Menschen ruhvoll bewacht, Und bald mit Fluch vermehrt! schuf? 4. Der Geiz erstickt die edlern Triebe, Erniedriget der Menschen Herz, Berdrängt der Tugend warme Liebe, Chut alles für ein schimmernd Erz, Und macht, selbst der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu seinem Gott. 5. Nichts läßt der Geiz uns recht genießen, So viel er immer 6. Wenn dies mir fehlt, an sich reißt; Er bringt uns um was sind Die herrlichsten Ver- ein gut Gewissen, llnd quältdurch gnügen? Nur süße Träume Habsucht unsern Geist; Er reißt sind's, Die unsern Geist be- durch schmeichelnden Gewinn trügen. Drum lenke, Gott, Uns blind zu jedem Frevel hin. den Wunsch Vom irdischen 6. Zum Meineid wird er sich Gewinn Durch deines Gei- bequemen Für jedes Vortheils ftes Kraft zu ewgen Gütern hin! for fi c. f. Gellert. Kleinigkeit. Der Arbeit Lohn wird er hinnehmen, So stark auch 5. Ein weises, frommes Herz, Das sei mein Schaß auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entriffen werden. Im Tode bleibt's auch mein, Und folgt mir aus der Zeit Zum feligsten Gewinn Nach in die Ewigkeit. 462 Von den Pflichten gegen uns selbst. der Taglöhner schreit. Er wird und Leben; Trau' auf ihn in dir der Wittwen Flehn, Der und sorge nicht! Er ist Vater; Waisen Thränen widerstehn. er wird geben, Was zum Leben dir gebricht, Geh' getrost zu ihm und sprich: Gott, mein Vater, segne mich! 7. Der Geizhals weiß nichts von den Freuden, Des Wohlthuns sich bewußt zu sein; Sein Herz bleibt bei der Brüder Lei- 5. Bet und sei nicht zwei den Doch fühllos, ungerührt felmüthig, Nicht des Meeres und klein. Und wo ist eines Wellen gleich! Sei getroft! Standes Pflicht, Die nicht denn er ist gütig; Bist du der Geiz entehrt und bricht? dürftig, er ist reich. Fürchte nicht! denn der weiß Rath, Der auch Kraft zu helfen hat. 6. Ja, du fennst die Noth der Armen, Ach, mein Gott! fie drückt auch mich. Doch ich fenne dein Erbarmen, Weiß, Starf du forgest väterlich. durch diese Zuversicht, Zag' ich, Mel. Gott des Himmels und der 2. auch im Mangel, nicht. 8. Ich will mich gern genügen laffen; Erhalte mich, mein Gott, dabei! Geiz will ich ewig fliehn und hassen Als schändliche Abgötterei. Ein frommes Herz, ein guter Muth Sei hier mein Theil, mein bestes Gut!.. Gellert. 696. We mich nicht, ihr Peicht und quält E. Licbich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Sorgen! Mein Verſorger lebt 697. Allein an deinem Wahrlich, ihm ist nichts verborgen, Was den Christen traurig macht. Was der Herr beschließt und thut, Eh ret ihn und ist mir gut. alles und gelegen, Gott, unser höchstes Gut! Dich über alles schäßen, Auf dich die Hoffnung setzen, Das giebt allein getrosten Muth. 2. Eh' noch Erd' und Him 2. Der du mich haft ernähret, mel waren, War mein Schick Viel Freude mir gewähret, Du fal ihm bekannt, Und den bist und bleibest mein. Du, Va Lauf von meinen Jahren Lenter und Regierer! Wirst Helfer, fet täglich seine Hand. Nichts Rath und Führer Auch durch geschieht von ungefähr; Alles fommt von oben her. mein ferners Leben sein. 3. Sollt' ich mich stark um Sachen, Die Sorg' und Unruh machen Und leicht vergeht, bemühn? Nach Gütern will ich streben, Die wahre Rube Sprich, ob geben und selbst im Tode nicht 3. Zähl', o Seele, deine Tage Bis zu der Geburt zu rück; Zähle Kummer, Müh und Plage; zähl' auch Freude, Heil und Glück. Gott nicht immerdar Weise, entfliehn.d mild und hülfreich war? 4. Auch Hoffnung kann erqui 4. Widme Gott dein Thun den. Was gut ist, wirst du ſchi Von der Sorge für chrliches Auskommen. 463 den; Du bist ja Herr der lindern ihre Schmerzen. Dies Welt. Dir will ich mich ersoll mir Glück auf Erden sein! geben; Glück, Trübsal, Tod und Leben Set dir, Gott, alles heimgestellt! musé 5. Was ich nach deinem Willen Mir wünsch, wirst du erfüllen, Und zwar zu rechter Zeit, Ohn' dir was vorzuschreiben, Soll, wie du willst, es bleiben; Dein Rath ift 5. Laß, weil ich leb' auf Erden, Mich immer lautrer werden, Scheun, was mich einst gereut! Einft führe meine Seele, Die ich dir, Herr, befehle, Zu deiner Wonn' und Herrlichkeit! 9. D. Dilthey. Mel. Singen wir aus Herzens 204 6. Soll ich hier länger le 699, 3weierlei bitt' ich von ben, Wollst du mir Kräfte geben, Um das mich zu bemühn, Was ewiglich bestehet! Das Irdische vergehet Und fliehet wie ein Strom dahin. ge währe mir, Der du alle Men-> schen liebst, Gern und alles reichlich giebst! Was mir gut ist, schenfe mir! Das nur bitte ich von dir; Eh' ich sterbe, gieb es mir! Mel. In allen meinen Thaten 2c. 2. Gieb, daß ferne von mir 698. Wenn ich, weil ich sei Lügen und Abgötterei, Arhier walle, Nur muth ohne Linderung, Reich meinem Gott gefalle Und Men- thum ohne Mäßigung! Wer fchen nüglich bin; So seh' ich zu arm ist, wer zu reich, Fre voller Freuden Auch selbst in velt leicht, und wird zugleich schweren Leiden 2uf meiner Sorglos für dein Himmelreich. Laufbahn Ende hin. m3. Gieb mir denn mein täg2. Es mag mir dann auf lich Brod! Darum bitt' ich dich, Erden Glück oder Unglück wer mein Gott! Heilige Geschäftig den, Ich nehm' es dankbar an; feit Segne mit Zufriedenheit! Es kommt aus Gottes Händen, Wenig, und ein Herz voll Muthy, Der leicht den Kummer enden Das, was gut ist, fröhlich thut, Und meinen Geist erfreuen fann. Ist der Erde größtes: Gut. 4. Stolz durch Glück und Ueberfluß, Möcht' ich leicht aus Ueberdruß, Dir zu dienen, dich, mein Gott! Leugnen, fragen: Wer ist Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, Weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 4. Ich will mich stets bestreben, zu andrer Glück zu leben, Will, wen ich kann, erfreun, 5. Doch wird Armuth allzuMit mitleidvollem Herzen Gern groß, Sieht der Mensch sich 3. Durch ungerechte Klagen Will ich nicht meinen Tagen Selbst ihren Werth entziehn; Zur Freude meines Lebens Soll feiner mir vergebens Und ungenügt vorüber fliehn. 464 Von den Pflichten gegen uns selbst. Anfang und ihr Ende! Gieb Rath und Kraft, damit mir auch gelinge, Was ich vollbringe! nackt und bloß; Ach, wie leicht vergißt er nicht Dein Gesetz und dein Gericht! Denft nicht, daß du Rächer bist, Raubet, 6. Gewähre mir nur deines was des andern ist, Bald Geistes Gaben! Somögen andre gewaltsam, bald mit List.mehr an Reichthum haben; Ist 6. So entferne denn von mir doch auch dein ewig Reich mir, Was mich scheiden kann beschieden! Ich bin zufrieden. von dir, Armuth, die Verzweiflung lehrt, Reichthum, der das Herz beschwert! J. A. Cramer. Mel. Wend' ab dein'n 3orn. ist's, Vater, was ich will, Dies 701. Du flagst, und fühist meiner Wünsche Ziel: Nicht zu wenig, nicht zu viel! left deines Stands Beschwerden, Bestrebest dich, bald glücklicher zu werden, Und siehest doch, daß du, so lang' du lebest, Vergebens strebest. P. Gerhard. Mel. Wend' ab dein'n 3orn 2c. 2. 2. Ja, flage nur! erlaubt 700. Gott forgt für mich, doch Gott die Zahren. Nur denke was helfen bange nach: Gereichte dein Begehren Sorgen Für den noch unge- Für dich auch wohl zu einem wissen andern Morgen? Ach, wahren Glücke? Ach, denk Unzufriedne machen ihrem Her- zurücke! zen Vergebens Schmerzen. 3. Nie giebt der Stand, nie 2. Es ist umsonst, wir fön- geben Erdengüter Zufriedenheit nen nichts erzwingen, Wenn und Ruhe der Gemüther. Ge wir auch Nächte durch mit nügsamkeit und Tugend kann Kummer ringen, Und noch so dem Leben Erst Ruhe geben. früh mit ängstlichen Geschäften Uns ganz entfräften. 4. Genieße denn, was dir dein Gott beschieden! Ein jeder 3. Mein Glück beruht, o Stand hat seinen eignen Fries Gott! auf deinem Segen. Verden, Ein jeder Etand hat seine trau' ich dir, geh' ich auf dei- eignen Leiden. Hier Last, dort nen Wegen; So wirst du mir, Freuden! was noth ist, täglich schenfen. Sollt' ich mich frånfen? 5. Gott ist der Herr, und theilet feinen Segen Nicht 4. Laß mich mit dem mir immer so, wie wir zu wünschen anvertrauten Pfunde Nur pflegen; Doch so, wie er es reichlich wuchern! deiner Hülfe gut für uns erfennet Und Stunde Wird schon nach dei- Heilsam nennet. nem Rathe mir begegnen, Mich, Herr! zu segnen. 6. Willst du vielleicht zu denfen dich erfübnen, Daß seine 5. So fördre denn die Arbeit Liebe dein vergess; verdienen meiner Hände! Gesegnet sei ihr Wir das auch, was er giebt? Von der Sorge für ehrliches Anskommen. und giebt die Gnade Das, was uns schade? ine 7. Verzehre murrend nicht des Lebens Kräfte! Beforge dem Herrn, und glaube nur! ftets nur die Berufsgeschäfte! Entfliehen müsse dir die Zeit des Lebens Niemals vergebens! 5. Wenn meine Augen thranen Und sich nach Hülfe sehnen, So flag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle Ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 6. Der du mir hier im Leben Schon größres Heil gegeben, Mir deinen Sohn geschenkt! Du wirst mir alles schenfen, Und mir zum Besten lenken, Was meinen Geist betrübt und fränkt. 7. Du führest, Herr! die Deinen Nicht so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich deinem Gott ergeben, Dies ist der Weg zur Ruhe und zum Leben. Herr, lehre mich, auf diesem Wege gehen! Erhör' mein Flehen! C. F. Gellert. 465 Siehst Du, Schöpfer der Natur! alles, was mir fehlet. Seele, was dich quälet, Befiehl Drum Mel. Nun ruhen alle Wälder. 702. Was soll ich ängst Und Der in der Noth verzagen? Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Kein wahres Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein Herz! für dich. 2. Was nüßt es, heidnisch forgen Und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Tage! Weißt, eh' ich dir's noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Das, 9. Dort bei der Frommen Herr! ist meine Pflicht. Ich will Schaaren, Dort werd' ich es fie treulich üben Und dich, mein erfahren, Wie gut du mich Vater! lieben; Denn du ver- geführt. Da sing' ich dir mit säumst die Deinen nicht. Freuden Nach überstandnen Lei4. Der du die Blumen klei- den Den Dank, der deiner Huld deft Und alle Thiere weidest, gebührt. C. C. Sturm. 8. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan; Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich Erlösten, Gewiß dereinst mit Ehren an. Von den Pflichten gegen den nächsten. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Nächsten sollet ihr Als euch selbst 703. Allen Menschen und von Herzen lieben. Chriſten, auch mir Hat der was Gott hier gebeut, Sei uns Herr dies vorgeschrieben: Euren Heilig allezeit! 30 466 Von den Pflichten gegen den nächsten. 2. Wir sind Bürger ciner vereint, Nach vollbrachtem Lauf Welt, Kinder eines Vaters, der Erden Ewig einst auch bei Brüder, Die er huldreich all' ihm sei'n, Seiner Lieb' uns ganz erhält, Alle eines Leibes Glie zu freun! C. F. Weiße(?). der, Die sein weiser Allmachtsruf Für einander alle schuf. Mel. Herzliebster Jesu, was hafst uc. 3. Gine sterbliche Natur Hat 704. Hilf, Gott, daß ich er allen den Nächsten red auch eine Hoffnung nur, Hoff- lich liebe, Durch lieblos Richten nung auf ein beßres Leben, nimmer ihn betrübe, Ihn nie Wenn wir nur in dieser Welt verleumde, noch durch falsche Redlich thun, was ihm gefällt. Ränke Sein Wohlsein kränke! 4. Und wir sollten uns ent- 2. Gieb, Herr, daß ich, der zwei'n? Lieblos uns einander ich selbst täglich fehle, Mit hassen? Uns, zu unsrer eignen Nachsicht seine Fehler gern verPein, Stolz und Neid beherr- hehle, Und, wenn er fällt, schen lassen? Wer kein Freund auf mich, der ich noch stehe, des Nächsten ist, Wär' der Mit Vorsicht sehe! Mensch, und wär' er Christ? 5. Was wir auch aus Got tes Hand Zum Voraus vor andern haben, Ansehn, Reich thum, hoher Stand, Leibes kräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht Von der Menschenliebe Pflicht. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte Und seiner Seele" Wohlfahrt theuer achte! Hat doch für ihn, o Gott! dein Sohn sein Leben Auch hingegeben. 4. Aufrichtig laß mich schäßen alle Gaben, Die andre deiner Huld zu danken haben! Mein Herz bewahre sich bei ihrer Freude Vor allem Neide! 5. An Lieb' und Güte laß Andern, mich dir auf Erden Stets ähn licher, mein Gott und Heiland, werden, Und gieb, damit ich willig mich drin übe, Selbst Kraft und Triebe! 6. Hoffmann. 6. Selbst der Gaben Unterschied Dient zum allgemeinen Besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem Kleinsten bis zum Größten, und nicht sich allein, Nüglich, wie er fann, zu sein. 7. Darum gieb uns, Gott, ein Herz, Voll von wahrer Menschenliebe, Daß an andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. und gern das übe, Was der 705. So jemand ſpri dein Liebe Sohn sie uns erklärt! 8. Diesem großen Menschenfreund Hilf uns allen ähnlich werden, Daß wir, hier mit ihm ist die Lieb', und will, daß ich Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, Und handelt ganz dawider. Gott Von den Pflichten gegen den nächsten. Den Nächsten liebe, gleich als dich durch Liebe preift mich. That sei die Lieb' und deinem Vorbild folget! Wahrheit! C. F. Gellert. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Mel. Gott des Himmels und der 2. 467 Und Glieder; Drum diene deinem 706. Laffet uns einander Nächsten gern! Denn wir sind lieben, einalle Brüder. Gott schuf die ander glücklich sehn, Niemand Welt nicht bloß für mich;| fränken und betrüben, Niemand Mein Nächster ist sein Werk, drücken, niemand schmähn! Jewie ich, hat mit mir Kindes der sei des Unrechts Feind, Jeder rechte. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So theu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als ste, verdient? Und bin ich mehr deß würdig? wahrer Menschenfreund! 2. Laßt uns halten Treu' und Glauben; Fliehn, was andern schädlich ist; Arm' und Schwache nicht berauben Durch Gewalt, Betrug und List! Welch ein Gräul vor Gott ist nicht Der, der Treu' und Glauben bricht! - 3. Nie laßt uns, was wir ver4. Tu schenkst mir täglich so sprechen, Widerrufen, weil's uns viel Schuld, Du Herr von reut; Nie, was zugesagt ist, bre meinen Tagen! Jch aber sollte chen, Oder schänden unsern Eid! nicht Geduld. Mit meinen Laßt uns, vom Betruge rein, Brüdern tragen? Dem nicht lieber arm, als treulos sein! verzeihn, dem du vergiebst? 4. Haffen laßt uns alle LiNicht lieben, die doch du, Herr! gen, Alle Falschheit! Jeder ſei liebst? Nicht sie in Noth er- Offenherzig und verschwiegen, quicken? In der Freundschaft fest und 5. Was ich den Frommen hier treu! Jeder nehme, wo er fann, gethan, Den Kleinsten auch von Sich gefränkter Brüder an! diesen, Das siehst du, mein Erlöser! an, Als hätt' ich's dir erwiesen; Und ich, ich soult ein Mensch noch sein Und deine Brüder nicht erfreun, speisen, tränfen, fleiden? Nicht 5. Laßt, was gut ist, gern uns lohnen, Wie eßunser Gottbelohnt, Und der Brüder Fehler schonen, Wie der Herr auch unser schont! Auch bei sehr gehäufter Schuld Trägt er uns doch mit Geduld. 6. Ein unbarmherziges Ge- 6. Also laßt, von Gott getrie richt Wird über den ergehen, ben, Uns einander gern und treu Der nicht barmherzig ist, und Und als seine Kinder lieben Ohne nicht Eilt, Armen beizustehen; 3wang und Heuchelei! D, wie Drum gieb mir, Gott, durch selig werden wir Einst dann deinen Geift Ein Herz, das dort, und sind's schon hier! 30* 468 Von den Pflichten gegen den nächsten. Mel. An Wasserflüssen Babylon.| nenden zu klagen, Und dem, der mir sein Herz vertraut, Die Redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen! 707. D er du die Liebe sel ber bist Und gern die Menschen segnest, Ja selbst dem, der dein Feind noch ist, 5. Laß mich mit brüderlicher Mit Freundlichkeit begegnest! Huld Des Nächsten Fehler decken, O, bilde meinen Einn nach dir, Durch Sanftmuth, Mitleid und Und laß mich doch, mein Hei Geduld Zur Beßrung ihn er land, hier, Wie du gewandelt, wecken; Und fündiget er gegen wandeln! Die fönnen keine mich, So freue meine Seele sich, Christen sein, Die sich nicht Ihm willig zu vergeben! Also andrer Wohlfahrt freun, werd' ich dich, Jesu Christ, Der menschenfeindlich handeln. du die Liebe selber bist! Auf's würdigste erheben. p. f. Hiller. Die 2. Dein Leben in der Sterb lichkeit War für die Menschen Segen; Dir folgten Lieb' und Mel. O Gott, du frommer Gott. Freundlichkeit Auf allen deinen 708. Gieb mit, o Gott du gingst, ging Herz, Das Wohlthun mit; Dein Wort, jeden Menschen liebet, Bei seis dein Werk und jeden Schritt nem Wohl sich freut, Bei seiner Begleitete Erbarmen; Du Noth betrübet, Ein Herz, das übernahmst die schwerste Vein, Eigennuß Und Neid und Härte Uns vom Verderben zu befrein, flieht, Das sich um andrer Und starbst zum Heil uns Glück, Wie um sein Glück, Armen. bemüht! 3. Auch jetzt noch auf der 2. Seh' ich den Dürftigen, So Himmel Thron Bist du das laß mich gütig eilen, Von dem, Heil der Sünder; Auch da bleibst was du mir giebst, Ihm hülf du, o Gottes Sohn! Ein Freund reich mitzutheilen, Nicht aus dem der Menschenkinder. Du schaffst eiteln Trieb, Groß vor der Welt den Deinen wahre Ruh', Und zu sein und mich verehrt zu sehn; die Verirrten suchest du Auf Nein, Menschen zu erfreun! rechten Weg zu leiten. Du hörst 3. Dies sei mein Gottes der Seufzenden Gebet, Und dienst! Auch unbemerkt von brauchest deine Majestät Nur, ihnen Müss andern stets mein Segen auszubreiten. Herz Mit Rath und Hülfe dies nen! Mich treibe Dank nicht erst Zu milder Wohlthat an; bild sehen! Erfülle mich mit Nein, was ich Brüdern thu', Lust und Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Betrübter Herzen Trost zu sein, Mich mit den 4. O, laß in meiner Pil grimschaft Mich auf dein VorDas sei dir, Gott, gethan! 4. Ein Trunf, mit dem mein Dienst Dem Durstigen begegnet; Fröhlichen zu freun, Mit Wei- Ein Blick voll Trost, mit dem 469 Von den Pflichten gegen den nächsten. Mein Herz Bedrängte segnet; Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. Tin Rath, mit dem mein Mund 709. Sollten Menſchen, andre meine Mir, o Gott! nicht theuer fein? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi Glieder, Christi, der für alle starb, Allen Gottes Huld erwarb. 2. Blute 5. Wenn je ein boshaft Herz Sucht Zwietracht anzu richten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten! Aus Schmähsucht störe nie Mein Mund des sind Nächsten Ruh'; Er rühme sein Kind. Verdienst, Deck' seine Fehler zu! 6. Die Rach' ist dein, o Gott! Du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, 3. Gottes Kinder wollt ich Wenn Menschen auf mich schel- hassen? Lieblos, unbarmherzig ten! Gieb, daß ich dem verzeihy, Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt, Den fegne, der mir flucht! Er hat all' aus einem Stammen lassen; alle Gottes; jeder ist sein Alle sind mit einem Blute Ihm erkauft und eines Throns Erben, Erben seines Sohns. sein? Meinem Feinde nicht verzeihn? Seine Schuld ihm nicht erlassen? Und der Herr erläßt mir doch Meine Schuld, und trägt mich noch! 4. Der du für die Uebelthäter Um Geduld datst, und die Last Unsrer Schuld getragen hast, Unser Mittler und Vertreter! Es versöhnte Gott durch dich Eine Sünderwelt mit sich. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich Wohlergehen Mit eingeschränktem Blick Bei mei nem Nächsten sehen; Noch stärker müsse mich Sein ewigs Glück erfreun, Noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein! 8. Den, der im Glauben 5. Wenn mein Herz vom wankt, zu leiten und zu stär- Hang der Sünde Hingerissen, ken; Den, der noch sicher ist Bei dich verkennt Und zu Haß feinen bösen Werken, Von der und Rach' entbrennt; Heiland, verfehrten Bahn Des Lasters ach, so überwinde Meinen Haß, abzuziehn; Dazu verleih' mir und laß mich sehn In den Tod Kraft Und segne mein Bemühn! für uns dich gehn! 9. O, heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe Durch deine Lieb' und Furcht zu wah ver Menschenliebe!- Wer nicht den Nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein! 3. 8. Diterich. Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr! unbemerkt. 6. Deine Thränen, wie sie flossen, Als dein Aug' um mich geweint, Laß mich sehn, o Menschenfreund, Und dein Blut vor Gott vergossen, Ausgeſchüttet, Herr, für mich, Und von Gott verlassen dich! 7. Dringe dann zu meinen Oh 470 Von den Pflichten gegen den nächsten. ren, Wort des Herrn: Ich liebte sei vergnügt, Wer demuthvoll dich; Wer den Bruder liebt, vor euch sich biegt! Genießt des liebt mich; Wer nicht liebet, ist Reichthums nicht allein; Laßt verloren; Gottes Zorn bleibt Dürftge durch euch fröhlich sein! über ihm; Gottes Zorn bleibt über ihm! 6. Was ist der Gottheit ewge Lust? Nur diese, daß sie, sich bewußt Des Guten, das auf andre fließt, Ihr Wohlthun liebreich selbst genießt. 7. Dies, Christen! ist Vollkommenheit, Dies giebt auch euch Zufriedenheit. Ahmt nach, dies ist der Wahrheit Ruf, Ahmt Gott nach, der zur Lieb' euch schuf! 3. A. Cramer. 8. Laß mich's hören, daß ich übe, Was dein Wille mir ge beut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; Daß ich, wie du liebtest, liebe, Feurig liebe, mild und treu, Sanft und leicht versöhnlich sei! ihr, meines Hauptes Christi, der für alle starb, Allen Gottes Gnad' erwarb, Lieben will ich euch, ihr Brüder! Für euch beten, euch 711. Dich, was ich bin. Mel. Wenn mein Stündlein u. urch Gott! bin erfreun, Wohlthun, dulden und verzeihn. 3. A. Cramer. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen. Auch das ist deine Gabe, Daß ich als Herr, mir zum Gewinn Und Nuß, Bediente habe. Sie leihen ihre Kräfte mir; Dies, Höchster! dies verdant' ich dir und deiner Güt' und Weisheit. 710.2 enn Gott dich über Brüder hebt, Dent', ob ein Mensch für sich nur lebt, Und ob die Würde, die Gott lohnt, Nicht auch in niedern Hütten wohnt? 2. Zu meinem Glück arbeiten fie Mit Aufwand ihrer Kräfte, Ertragen Druck und Last und 2. Sind dir viel Brüder un- Müh' Im nüßlichen Geschäfte, terthan, Sei sei kein Wüthrich, gieb, daß gegen ihre Treu fein Tyrann! Sei liebreich, und nicht bloß gerecht! Du bist, wie sie, des Höchsten Knecht. Ich niemals hart und fühllos sei, Nie mich des Dankes schäme! 3. Es nimmt ein jeder hohe Stand Sein Brod nur aus des Niedern Hand. Labsal, Bequemlichkeit und Pracht 3st aus den Hütten ihm gebracht. 3. Auch der geringste Diener ist Bestimmt zum ewgen Leben. Für ihn und mich hat Jefus Christ Sich in den Tod gegeben. Mein Diener ist, wie ich, dein Knecht, Und hat dereinst ein gleiches Recht Mit mir vor deinem Throne. 4. Verachtet sei in aller Welt, Wer Niedrige geringe hält. Wär' er, und was ihm gleicht, allein; Wo würden die Paläste sein? 5. Durch euch, ihr Reichen, Er muß und soll aus meiner 9. Glieder, 4. Laß mich ihm ſeinen fauern Stand Auf alle Art versüßen! Sorge für seine Seele. 471 Wenn Hand, Was er bedarf, genießen.| Dienste willig sein. Ihn tragen will ich, ihm ver- mich zu untertreten, Ihn Güte zeijn, Sein Pfleger, wenn er mehr erhißt; So will ich für frank wird, sein, Sein Todten- ihn beten Und Gott vertraun, bett erleichtern. 3. F. Feddersen. Gott schüßt! C. F. Gellert. Mel. Befiehl du deine Wege. 712. Nie will ich wieder fluchen, Wenn mir mein Hasser flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm fanft begegnen, Nicht drohen, wenn er droht. Schilt er, so will ich segnen. Dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, Vergalt die Schmach mit Huld; Die Wuth ergrimmter Knechte Ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht vergelten, Wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese Pflicht Wird leicht, wenn das Gewissen Für meine Unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren; So bessert mich mein Feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, Die er von mir erfann; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, Das Gute an ihm sehn, Und Gutes von ihm sprechen; Wie könnt' er länger schmähn? 5. Nie will ich je ermüden, Ihm thätig zu verzeihn, Und als ein Chrift zum Frieden Und Sorge für seine Seele, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 713. Laß meines Nächſten Gott, mich theuer achten; Laß mich nach seiner Seelen Heil Mit Ernst und Klugheit trachten! Sie schufft du zur Unsterblichkeit, Sie haft du selbst zur Seligkeit Durch deinen Sohn erlöset. 2. 3um Irrthum, zur Verschlimmerung, zu Sünd' und Eitelfeiten Durch List, und Zwang, durch Nöthigung Den Schwachen zu verleiten; Durch That und bös Erempel ihn In Laster und Verderben ziehn; D Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung Im Glauben und im Leben Durch Lehre, durch Erinnerung, Durch lehrreich Beispiel streben; Erkenntniß und Religion Und Tugend, die uns lehrt dein Sohn, Ihm suchen einzuprägen! 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest, Je mehr laß mich zu jeder Zeit Die Seelen, die du liebest, Zu retten hier beslissen sein, Und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, Sie dir, Gott, zuzuführen! 5. Laß mich den Kindern, Herr, mein Gott, Laß mich den Hausgenossen, Die du mir giebeft, dein Gebot Einschärfen Von den Pflichten gegen uns selbst. unverdrossen! Du gabst sie mir,| Daß ich willig unterlaffe, Was und deine Hand Wird dies mir er mir verbeut; und haffe, anvertraute Pfand Von mir einst wieder fordern. Was vor ihm ein Gräuel ist, Weil du meine Hülfe bist! in 6. Kann ich fein zeitlich Glück 3. Ach, wie fönnt' ich dies und Gut Den Meinigen er- empfinden, Und doch fühllos werben; So laß sie doch das Menschen sehn In der Sela größte Gut, Die Tugend, von verei der Sünden Wege des mir erben! Laß, Vater, mich Verderbens gehn, Und nicht sie dir erziehn! Laß mich selbst rufen, daß sie's hören: Gilet, Sünd' und Laster fliehn, Und Brüder, umzukehren, Wenn ihr stets behutsam wandeln! Wie ihr 472 7. Ach, hab' ich jemals eine Seel' Geärgert und verblendet, Durch Leichtsinn, Bosheit oder Fehl Sie dir, mein Gott! entwendet; Ist irgendwo, du Gott der Huld! Durch mein Verfehn, durch meine Schuld Ein Mensch zum Sünder worden: selig werden wollt, werden könnt und sollt! m 4. Auch für meiner Brüder Seelen Soll ich sorgen, nicht allein Für mein Heil; soll, wenn sie fehlen, Wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie sün digen und sterben, Und ich rief nicht vom Verderben, Wo ich konnte, sie zu dir; Forderst du ihr Blut von mir. | 8. D, dann verzeihe, Gott, verzeih' mir diese großen Sünden! Laß mich, laß ihn auf 5. Von des Irrthums Finwahre Neu' Noch Huld und sternisfen Selbst errettet, foll Gnade finden! Führ ihn zu auch ich Unterweisen deß Ge rück zur Heiligung; Laß mich wissen, Der von deinen Wegen durch eigne Besserung Ihn stär- wich; Soll ihm zeigen, was ken und erhalten! E. G. Küster. ihn blende, Auf daß er zu dir sich wende; Vor dem Fall Mel. Alle Menschen müſssen sterben. ihn warnen; ihn Bitten, weil 714. Jas, Jeſu, mich emer kann, zu fliehn; o pfinden, Welche 6. Nicht erbittern, nur erwei Seligkeit es ist, Daß du mir, chen; Ihm, wenn meine Bit um mich von Sünden Zu be- ten nicht Bis zu seinem Her frein, erschienen bist; Daß ich zen reichen, Durch mein Bei Gottes Wege walle; Daß du ſpiel sein ein Licht, Daß er liebreich, eh' ich falle, deutlich sehen möge, Wie so Gefahr mir offenbarst, Mich liebreich Gottes Wege Jedem, ergreifest, mich bewahrst! der sie lieb gewinnt Und be tritt, wie gut sie sind; Die 7. Sehnan allen meinen Freu den, Wie beglückt der Fromme ist; Sehn, wie froh ist, selbst im 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, Dein Erretteter sich freut, lleber alles dich zu lie ben, Dich und deine feit; bell Sorge für seine Seele. 473 Leiden, Jeder Gott ergebne 8. Gieb allen in dir frohen Chrift, Daß auch er der Lust der Erde Sich entreiß' und hei lig werde, Selig auch, wie ich, zu sein, Ewig deiner sich zu freun. Muth; Bewahr' ihr Leben und ihr Gut; Bewahr' ihr bestes Eigenthum, Des guten Namens Glück und Ruhm! J. A. Cramer. 9. In ihrer Noth verlaß sie nie, Und sind sie traurig, tröste sie! Gieb ihnen hier Zufriedenheit; Dort deines Himmels Seligkeit! 10. Wir alle, dort den Engeln gleich, Erheben einst in deinem Reich Dich ewig; ewig danten wir, O unser aller Vater! dir. 3. A. Cramer. 715. Mel. Herr Jesu Christ! dich zu 2c. ür unsern Nächsten bitten wir, O Vater! wie für uns, zu dir: Gieb, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm nüßlich ist! 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, Der du auch unsre Brüder liebst Und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, Mit Jesu ihnen alles schenkst, zu deinem Himmel ste auch schufft, Zum Glauben sie, zur Tugend rufft. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 716. Herr! Deine Langmuth ist Wer kann sie g'nug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos Und seiner Pflicht vergessen; Schonst du doch seiner lange Zeit, Und trägst ihn mit Barmherzigkeit, Und willst nicht sein Verderben. 4. Deß freun wir uns und danken dir Und beten brünstig, Gott! zu dir; Laß sie stets deine Kinder sein Und ewig deiner Huld sich freun! 2. Der Leichtsinn herrschet immerfort In der Verkehrten 5. Nimm ihrer väterlich dich Herzen, Die, Heiligster! mit an, Und leite fie auf deiner deinem Wort, Wie mit der Bahn, Und bilde sie für dei- Sünde scherzen; Und wilde nen Ruhm, zu deinem Erb' Sittenlosigkeit, Gestärkt durch und Eigenthum! falsche Sicherheit, Kennt oftmals feine Grenzen. 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir! dies ist ihr wahres 3. Wir flehn, Allmächtiger, Glück. Den, der durch dich sich zu dir, Du wollst dem Ulebel führen läßt, Mach' auch im Glauben treu und fest! wehren! Noch mancher fann 7. Entreiß' der Laster Tyrannei Die Sünder; mach', o Gott, fie frei, Daß sie nur deine Wege gehn, Und einst dein Vaterantlig sehn! das hoffen wir Sein Herz zu dir bekehren; Nur Beispiel, Schein und Lust der Welt Fst, was ihn in Verblendung hält, Daß er dem Bösen folget. - 474 Von den Pflichten gegen den nächsten. 4. Erbarme dich, getreuer Drum, Herr, von dem Gott, Der tiefgefallnen Seelen, der Sonnen Licht Auf Gut' und Die jetzt, verführt, in Sünden Böse scheinet, Und dessen Herz todt, Ihr wahres Wohl ver- vor Wehmuth bricht, Sobald fehlen! Der Wahrheit Licht er ein Mensch beweinet, Womit leuchte sie, Und Furcht und er sich So freventlich An deis Strafe schrecke die, Die nicht ner Macht vergangen! Laß aller die Liebe bessert! Schmerz Und sehnend Herz vor deinen Thron gelangen! 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt' in deinem Segen! Gieb ihnen Kraft, trop aller Welt zu gehn auf deinen Wegen; Und deine treue Va terhand Sei deinen Kindern wohl bekannt, treu verbleiben! Daß sie dir 3. Du schufft ja, was von Adam stammt, Zum wahren Glück und Leben; Willst allen auch, von Lieb' entflammt, Die Seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Die jego noch Bei dicken Finsternissen Sich selbst allhier 6. Ein Vater und ein Hirte Den Weg zu dir Durch Men meint Es treulich mit den Sei- schenwahn verschließen! nen. Mehr bist du, größter 4. Erweiche der Verstockten Menschenfreund! Du fannst's Herz; Bekehre die Verführten! nicht böse meinen. Drum traun wir dir und bitten dich: Erhalt uns ferner väterlich In deiner Furcht und Liebe! Ach, daß sie doch der Sünden Schmerz Und deine Gnade spürten, Und feiner nicht In dein Gericht Und strenges Urtheil fiele! Ach, leite fie Spät oder früh Zum vorges steckten Ziele! 7. Dir treu zu sein, ist frei lich schon Gewinn für dieses Leben; Doch wirst du einstens größern Lohn Den Treugebliebnen geben. Denn wandeln wir in deinem Licht, Wird uns im Himmel ferner nicht Des Lasters gehn Und deinen Preis ver Anblick fränken. 3. Weydenheim. 5. Erhalte, die im Glauben stehn Und dich als Kinder ehren, Daß sie stets weiter vor sich mehren! Hilf ihnen auf In ihrem Lauf, Wenn ihre Füße gleiten, und lehre sie Des Les Gott! zu deinem bens Müh' In deiner Kraft Heiligthum Komm' bestreiten! Mel. Durch Adams Fall ist ganz u. 717. ich anjeßt getreten, Und will, 6. Hilf, daß die ganze Chris wie für mein Eigenthum, Für stenheit Dich recht und heilig andre Menschen beten. Für sich ehre, Daß weder Hochmuth, Haß, allein Beglückt zu sein, Bringt noch Neid Dein heilig Wort Christen schlechte Freuden. Drückt verkehre! Laß dessen Macht Des mich kein Joch, So fränkt mich Irrthums Nacht, Des Lasters doch Des Nebenchristen Leiden. Reichbestreiten, Undseinen Schall Sorge für dessen Leben und Gesundheit. 475 Sich überall Zu deinem Ruhm| ich mich dessen freun; Soll's verbreiten! feinem, Herr! verkürzen, Nie 3. Beglückt durch deinen Soll ich der Kranken 7. Gieb, daß sich Ehre, Recht in Gefahr es stürzen, Vielmehr und Treu' Im ganzen Lande es aus Gefahr befrein. füsse, Daß jeder fromm und heilig sei, Und richte unsre Segen, Füße Vom Lasterweg Zum Himmelssteg, Daß deines Namens Ehre, Herr, durch dein Wort Sich fort und fort Bei allen Menschen mehre! pflegen; Dies fordert dein Gebot, Daß denen, die in Nöthen Nicht helfen, ja sie tödten, Der Zukunft ftrengste Strafen droht. 8. Gieb, daß die Armen immerzu Sich ihrer Arbeit nähren! Den Kranken wollst du sanfte Ruh', Betrübten Trost gewähren! Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem schenke Glück und Segen, Und bei Gefahr Laß sich die Schaar Der Engel um ihn legen! 4. Sind wir nicht alle Brüs der? Nicht alle Christi Glieder? Nicht alle, Vater, dein? Wie fann ich sie verachten; Es sehen, daß sie schmachten, Und fühllos, hart und grausam sein? 5. Ich soll den nächsten lie ben; Und hassen und betrüben Und quälen fönnt ich ihn? 9. Wir alle schreien; wir Und nur für meine Freuden sind ja Ein Werk von deinen Besorgt, von seinem Leiden, Um Händen; Dein Herz, ist Angst nur nicht mitzutheilen, fliehn? und Trübsal da, Laß nie von 6. Nein, Gott! ich will die uns sich wenden! Du bist ja Armen Erquicken, voll Erbarder, Dem nichts zu schwer; men Des Blinden Auge sein, Drum sprich in Jesu Namen Den Schwachen unterstüßen, Zu deren Flehn, Die vor dir stehn, Ein gnadenvolles Amen! Die in Gefahr sind, schüßen, Und, kann ich, sie daraus befrein. 7. M. Günther. Ich will, fie zu erfreuen, Selbst Müh' und Schmerz nicht scheuen; Auch das ist dein Gebot, Hat dech dein Sohn jein Leben Für mich dahin geMel. Nun ruhen alle Wäider. 718. Dein, bein ist unser geben, Für meine Rettung, in 3. A. Cramer. Gott! du hast es gegeben, Und nimmst dich seiner an; Gabe, Die Grabe ich kann. Sorge für dessen Leben und Gesundheit. Und diese große Mel. Wenn mein Stündlein x. soll ich bis zum 719. ich dich Mit brúSo treu beschüßen, als ür alle bitt' derlichem Herzen. Erbarmt dein 2. Nicht meiner Lüste Willen, Herz nicht ihrer sich; Wer linNur deinen zu erfüllen, Soll dert ihre Schmerzen? Erleichtre, 476 Von den Pflichten gegen den nächsten. was sie drückt, o Gott! Sei ihr| Sorge für dessen Ehre und Erretter in der Noth; Laß ihre Seele guten Namen. leben! 2. Sind die noch krant; fo 720. W ten Ghr Und Mel. O Gott, du frommer Gott. du des Nächheile fie, Und laß sie nicht verderben! Ach, frante Sünder Achtung suchst zu schmälern, laß doch nie In ihren Sünden Und von nichts lieber sprichst, sterben! Gieb, daß sie, durch Als von desselben Fehlern; Aus den Tod erschreckt und schnell Ehrsucht oder Neid Verkleinerst aus ihrem Schlaf erweckt, Erst seinen Ruhm Und seine Schwach, ihre Seele retten! heit rügst: Wo bleibt dein Chri stenthum? 3. Daß sie den Werth verlorner Zeit, Das Elend ihrer 2. Wenn du aus Argwohn Sünden; Doch dann auch deine bloß Von ihm nur Böses den Freundlichkeit Und ihren Trost fest, Und durch ein falsch Ge empfinden! Voll ernster Reue rücht Ihm schadest und ihn und voll Schmerz Empfinde ihr kränfeft; Wenn Leichtsinn oder zerschlagnes Herz, Daß du so Haß Ihn vor der Welt ent gern vergebest! ehrt: Bist du dann ferner noch Des Christennamens werth? 4. Hilf ihnen, daß sie deiner Huld Sich freudig überlassen, Und sich in Hoffnung zur Geduld Ermuntern, und sich fassen! Laß deinen Willen, Herr, allein Den ihren; ihre Freude ſein, Was du für sie beschließest! 3. Wer, wenn er Läftrer hört Und unter Spöttern sizet, Aus scheuer Menschenfurcht Nicht andrer Unschuld schüßzet; Wer aus Gefälligkeit Selbst ein Verleumder ist, und nichts zum Besten kehrt: Ist dieser auch ein Christ? 5. Den Kranken, der nun sterben soll, Laß, Vater, selig sterben! Er eile frei und wonnevoll zu deines Himmels Erben! Sein Geist, von Sünde ganz befreit Und zu des Sohnes Bild erneut, Geh' ein in deine Freuden! 4. O Mensch, bedenke doch! Gott hört an jedem Orte, Wo du zugegen bist, Ein jedes deiner Worte. Ach, er, der alles ſieht, Wie sollt' er dich nicht sehn, Wenn du dich frech erkühnst, Die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst; Wenn du die Tugend schändest; Dem Würdigen das 6. Den Kranfen, der durch dich genes't, Den lehre heilig leben! Der müsse dir, von dir erlöst, Sein Herz zum Opfer Lob, Das er verdient, entwen geben! Erwandle stets in Wach- dest: Verläumder! sieht's nicht famkeit, Nie mehr verführt zur Gott, Wie zügellos dann du Sicherheit, Der Ewigkeit ent- Ihn in den Seinen schmähst? J. K. Lavater. Dein Richter hört dir zu. gegen! Sorge für deffen Ehre und guten Namen. 477 6. Die Thränen zählt der| 4. Laß mich aufrichtig schäßen Herr, Die von gefränkten From- andrer Gaben, Die sie doch men, Die du entehret hast, auch von deiner Güte haben! Es Wehklagend vor ihn fommen. müsse nie mein Herz des Nächsten Es kommt, es fommt ein Tag, Freuden. Und Glück beneiden. Wo Gott einst vor Gericht 5. Gieb, daß ich nie zum Im Angesicht der Welt Auch Zorne leicht entbrenne, Nie dir dein Urtheil spricht. auch dem Feinde etwas lebles gönne, Und der an ihm bewiefnen Güt' und Treue Mich herzlich freue! 6. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden An Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden! Gieb Kraft dazu; so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden! 6. Hoffmann. 7. Du müsseft ferner nicht Des Nächsten Ruhm verlegen! Du müssest, was du ihm Entzogest, bald erseßen! Des Nächsten Ehre sei Dir theuer, wie dein Ruhm! Beschüß' und rette sie Stets als ein Heiligthum! 8. Wie hoch verbeut uns Gott Den Mißbrauch unsrer Zungen! Herr, halte sie zurück Von allen Lästerungen! Wer in den Menschen dich Und deine Gaben ehrt, Den Mel. Freu' dich sehr, o meine u. ehrſt auch du, und er Iſt sei- 722. Alles, was ich bin ner Ehre werth. 3. L. Paulmann. und Sorge für dessen habe und Güter. o Gott! aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe Hast du mir schon zugewandt! Vater! Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. ilf, Jesu, daß ich $ 721 meinen Nächsten all' mein Glück ist dein; Deiliebe, Durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verleumde, nicht durch falsche Ränke Sein Wohlfein fränke! nem Ruhm laß mich es weihn! Niemals laß mich mehr verlangen, Als was ich von dir empfangen! 2. Gieb, daß ich nachsichts- 2. Laß mich dankbar und voll des Nächsten Fehle, Wenn's zufrieden Im Genuß der Gümeine Pflicht erlaubt, der Welt ter sein, Die mir deine Huld verhehle; Und, wenn er fällt, beschieden; Mich an andrer auf mich, der ich noch stehe, Wohl auch freun; Nie auf Mit Vorsicht sehe! 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte! Wie viel hast du für ihn in Todesbanden Selbst ausge standen! fremdes größres Glück Neidisch jehn mit scheelem Blick; Nie, was du mir gabst, verachten, Und nach fremdem Gute trachten! 3. Jedem laß mich willig geben, Was er Recht, zu fordern, 478 Von den Pflichten gegen den nächsten. hat; Nicht den Obern wider- 8. Zwiefach laß mich Trug streben; Denn sie sind an dei- und Schaden Dem erstatten, der ner Statt! Gebe ich mit fro- ihn litt! Wer, mit Unrecht schwer hem Sinn Steu'r und Gaben beladen, Einst vor Gottes Thron gerne hin, So wird ruhiges hintritt, Wird verworfen im Gewissen Mir die herbste Pflicht Gericht, Bleibt vor jenem Antversüßen. liß nicht, Daß dem Sünder Rache flammet, Den sein eignes Herz verdammet. 4. Dem, der mühsam für mich schwitzte, Der mit seinen Kräften mir Und mit seiner Arbeit nüßte, 9. Heilger Gott! ein from Dem gebührt sein Lohn dafür. mes Leben Liebest und belohnest Halten, was mein Mund ver- du. Gieb mir Kraft, und laß spricht, Sei mir eine heilge mich streben, Fromm und gut Pflicht; Trug und Ausflucht zu sein, wie du, Daß mein laß mich fliehen, Niemand sei- Leben ohne Reu', hne Qual nen Lohn entziehen! mein Ende sei, Und mich, 5. Mach', wenn ich von an- wenn ich einst erwache, Un dern borge, Zum Ersatz mich recht nicht verdammlich mache! stets bereit! Redlichkeit sei meine 3. 3. Eschenburg. Sorge, Und mein Thun Gerechtigkeit! Vorschub, den ein Mel. Kommt her zu mir, spricht. o Gott! Freund mir thut, Ist nicht mein; 723. Derechtigkeit, Und Du liebst, ist fremdes Gut. Dankbar will ich meinen Brüdern Beistand, Rath und Hülf' erwiedern. 6. Eigenthum, das ich entwende, Würde Fluch und Tod mir sein; Aber, halt' ich meine Hände Vom Betrug und Raube rein, Dann halt' ich sie froh empor, Wenn ich bete; Got tes Ohr Wird des Frommen Flehn erhören, Welchen Laster nicht entehren. hasfest den, der sie entweiht, Am Nächsten Unrecht übet; Du bist's, der jedem seinen Lohn Ohn' alles Ansehn der Person Nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß deis nen Geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine Seele lenken; Nie komm' es mir doch in den Sinn, Aus Habsucht, mir nur zum Gewinn, Des Nächsten Recht zu kränken! 7. Hab' ich mich durch andrer Schäße Und durch Arglift 3. Pflanz' Redlichkeit in reich gemacht, Laß mich, Gott, meine Brust, Und laß mich wie ich's erseße, Bald und eif- stets mit wahrer Lust rig sein bedacht; Lieber arm und Liebe Pflichten üben! Ein Herz, dürftig sein, Als unrechten Guts das nur auf Unrecht denft, mich freun, Und nach bald Nur Schaden sucht und andre durchträumten Freuden Des fränkt, Wie kann das Brüder Gewissens Folter leiden! lieben? Sorge für dessen Habe und Güter. 4. Nie seufze jemand wider mich! Mein ganzes Herz be strebe sich, Dem Nächsten gern zu geben, Was er mit Recht verlangen fann, Und immerfort mit jedermann In Einigkeit zu leben! 479 5. Du hast weit mehr an mir gethan, Als ich dir je vergelten kann; Du übersiehst so manche Schuld, Und trägst mich immer mit Geduld. 6. Dir ähnlich, Vater! werd' auch ich, Wenn andern auch, nicht bloß für mich, Mein Herz voll reiner Liebe schlägt, Die Schwachen duldet und erträgt. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jedem also umzugehn, Wie ich's von ihm begehre, Damit ich feines Menschen Herz Durch meine Härte je mit Schmerz Und Kümmerniß beschwere! Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r uc. 725. jederzeit Bon aller mein Leben 6. Herr! mit dem Maß, damit ich hier Dem Nächsten meffe, Ungerechtigkeit! Wie könnt' ich wirst du mir Dereinst auch wie sonst der Deine sein Und dei der messen. Dies lehre mich Gener Gnade, Gott, mich freun? rechtigkeit; Ach, laß mich doch zu feiner Zeit Der Liebe Pflicht vergessen! P. F. Hiller. 2. Werseines Nächsten Rechte kränkt, Auf dessen Schaden boshaft denkt, Verleget des Gewissens Pflicht Und ehrt dich, Gott der Liebe! nicht. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 724. Mie werde meine 3. Du schriebst in jedes Herz, Seel' entweihto Gott! Tief ein der BilligVom Hang zur Ungerechtig- feit Gebot: Was du nicht keit! Bei Habsucht, Härte, Trug und List Wär' ich nicht Mensch, geschweige Christ. willst, das dir geschicht, Das thu' auch du an andern nicht! 2. Schon die Vernunft schärft mir es ein, Gerecht und billig stets zu sein, und macht dies mir zur strengsten Pflicht: Was dir mißfällt, thu' andern nicht! 4. Wenn ich dies heilige Gesetz Durch Ungerechtigkeit verletz', So sprech' ich selber über mich Dies Urtheil: Gott ist wider dich! 3. Das, was schon die Vernunft gebot, Verstärkt dein Wort noch mehr, o Gott! Es weiset deiner Kinder Sinn Mit Ernst auf Recht und Liebe hin. 6. Gerechter Gott, bewahre mich Vor allem Unrecht vä4. Drum soll das meine Freude terlich! Beging ich's ja, so sein, Was meinen Bruder fann sei mir's leid, Und zum Ererfreun; Mehr, als er hofft, saß mein Herz bereit! find' er bei mir, Mehr Rath und Hülf' und Dienstbegier. 5. Dein Wort schärft mir's noch tiefer ein, Kein schadenfroher Mensch zu sein; Es droht der Kränkung, dem Betrug Des Nächsten unfehlbarer Fluch. 7. Wer andern Schaden hat gethan Und irgend ihn erstatten Von den Pflichten gegen den nächsten. 480 kann, Doch deß sich weigert, findet nicht Vor dir Erbar mung im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, Kann nie dein Wohl gefallen ruhn, Wenn er nicht willig das ersetzt, Womit er andrer Recht verletzt. vor dir, o Rächer! Feft noch wie ein Palast stehn Und, was sie sich wünschen, sehn? 5. Würden der Bedrängten Zähren, Würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott! von dir begehren? Nicht auch schärfen Dein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen Ueber mich um Rache schrein Und 726, 2uer meiner H. E. Heeren. Mel. Jefu, der du meine Seele. [ ller meiner Brüder Rechte Sollen, ihr erster Rächer sein? Gott! mir heilig sein, Wenn 6. Eines Unterdrückten Thräich sie zu fränken dächte, Ihres nen, O, wie furchtbar sind nicht Kummers mich zu freun, Ueber die? Eh' es Ungerechte wähnen, sie mich zu erheben, Oder mir allein zu leben; Welchen Zorn verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Gericht! Treffen deine Pfeile ste. Und wenn du nicht eilen solltest, Wenn du, Richter! säumen wolltest; Harrt denn mein am Grabe nicht Ein noch schred licher Gericht? 7. Nein! ich will gerecht und billig, Selbst auch gegen Feinde, sein; Keinen drücken; lieber will ich Jedem, der mich drückt, verzeihn. Hab' ich macht, ich will sie nüßen, Die Bedrängs ten zu beschüßen; Eilen will ich, beizustehn Denen, die um Hülfe flehn. 8. Ungerecht will ich nie handeln, Immer billig; ich will gern 3. Jedes Unrecht will ich hassen; Will gerecht sein, fein Tyrann; Jedem geben, jedem laffen, Was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht Schonen, dulden und doch wanleiden, Als begehn; ich will deln Auf den Wegen meines mit Freuden Lieber niedrig Herrn. Er, der Richter aller sein und bloß, Als durch Un- Welten Wird mein schonen, mir recht reich und groß. vergelten, Wenn er mich voll 3. A. Cramer. 4. Sollt' ich, giebst du mir endet hat, Was ich meinen mehr Segen, Mehr, als andern, Brüdern that. mir Gewinn, Ihnen ungerecht begegnen, Weil ich reich und Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. be machtig bin? Darum, weil 727. Gerechter Gott, mich In oft Verbrecher 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, Ihnen das aus Eigensinn Oder Neid und Geiz versagen, Was ich ihnen schuldig bin; Könnt ich, ohne Treu und Glauben, Andern ihren Segen rauben: Welchen Zorn verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Gericht! Sorge für deffen Habe und Güter. 481 meinem Sinn und Wandel, Daß an Gaben fehlt, Die du mit nie mein Herz verführe sich zum weiser Güte Dem Nächsten hast Raub und Diebeshandel; Daß verliehn. O, neigemeinGemüthe, ich nicht durch Betrügerei Noch Dies Laster recht zu fliehn! Diebsgewinn, so flein er sei, Mir mein Gewissen schände! Laß mich am Nächsten Die Gaben; sie sind dein; 2. Ach, alles ungerechte Gut Mich freuen, nicht betrüben, Ist Brandmal im Gewiffen; Mit ihm dir dankbar sein! Sollt' Kein Christ fann es mit fro- ich scheel dazu sehen, Daß du hem Muth, Als Diebsgewinn so gütig bist? Der wagt es, genießen. Was nicht mit Recht dich zu schmähen, Der nicht sein eigen ward, Was Arglist zufrieden ist. und Betrug erscharrt, Bringt Fluch auf Gut und Seele. 3. 3. Mit dem mach' mich zufrieden, Womit du mich bedacht! Der Diebsgewinn für Dort hast du mir beschieden, furze Zeit Auf gottvergeßnen Was ewig glücklich macht. Mit Wegen Führt dem Gericht der allen Himmelsbrüdern Preif Ewigkeit Mit Höllenangst ent- ich in reinem Licht Dich da gegen; Groß, groß wird einst in Freudenliedern, Darin kein die Seelenpein Für Diebe und Neid sich flicht. H. E. feeren. Betrüger sein, Wird er hier nicht erstattet. 2. lieben Mel. In allen meinen Thaten 2c. 4. Lief laß Gericht und 729. Gieb, Gott, von Lieb Gott, Herz und Güte, Den sich drücken und schaudervoll( Trieb in mein Gemüthe, Mich hier in der Zeit Die Diebs- fremden Glücks zu freun! Bei begier ersticken! Stets laß mich meines Nächsten Schmerzen Laß sein auf meiner Hut, Daß kein fern von meinem Herzen Der mit Sünd' erhaschtes Gut Das Bosheit wilde Freude sein! ewge Gut mir raube! 2. Auf andrer Wohler5. O Gott, mein Gott, laß gehen Mit Wohlgefallen sehen, ehrlichs Blut In meinen Adern Gefällt ja dir, mein Gott! fließen, Und fegne wohlerworb- Durch schadenfrohes Lachen nes Gut Bei ruhigem Gewissen: Dem Nächsten Kränkung malaß mich bei innrer Redlichfeit dhen, Ist teufelischer Hohn und Und rechter Christenfrömmigkeit Spott. Des Himmels Glück erringen! H. Pape. Mel, Bestchl du deine Wege. 3. Wer sich des Guten freuet, Was deine Huld verleihet, Er find' es, wo er's find', Der ist 728. klagen, mich öfters quält; fühlt dessen Nagen, Wenn mir's 4. Der Stolz, die Eigenliebe Gott, ich muß dir's Daß Neid Mein Herz nach deinem Bilde Barmherzig, gütig, milde Und als ein wahrer Christ gesinnt. 31 482 Von den Pflichten gegen den nächsten. Sind freilich starke Triebe, Auf| liche Erbarmer, Den kein beandrer Wohlergehn Und auf drängter Armer Umsonst um die größern Gaben, Die sie seine Hülfe bat! von dir, Gott! haben, Mit scheelen Augen hinzusehn. 5. Jedoch du hilfst mir kämpfen, Hilfft Neid und Miß gunst dämpfen, Wenn ich nur wachsam bin; Und wenn ich auf dich sehe Und dich um Hülfe flehe, So hilfst du mir zum bessern Sinn. 3. Erhalte mir die Triebe Der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Gut's gethan: So laß um deinetwillen Mich andrer Klas gen stillen, So gut ich's durch mein Wohlthun kann! 4. Zum Fleiß in guten Werfen Laß mich die Hoffnung stärken; Vor dir, dem Herrn 6. Dein sind, o Gott! die der Welt, Der frohe Geber Gaben, Die ich und andre liebet, Sei, was man willig haben. Mit Weisheit hältst giebet, Ein Opfer, das dir du Haus, Und theileft unter wohlgefällt! allen Nach freiem Wohlgefallen 5. Laß mich hier reichlich Die Güter deines Hauses aus. fåen! Denn das, was hier ge 7. Beneid' ich meinen Nächschehen, Folgt uns aus dieser sten; So greift dich selbst, den Zeit. Wer gerne hilft und giebet Höchsten, Mein llnmuth tadelnd Und sich im Wohlthun übet, an. Gott, welche schwere Sünde, Der erntet reichre Seligkeit. Wenn ich mich unterwinde, Zu meistern, was du hast gethan! P. F. Hiller. 8. Jch Thor! ich ſelber 731. Wie felig lebt e Mel. O Gott, du frommer Gott. ein quäle Mit Unmuth meine Seele, Herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dies Laster Bon Zeit zu Zeit verhaßter; Auch andrer Glück sei meine Lust! h. E. Heeren. Der Chrifti Güte fennet, Großmüthig wohlzuthun Aus Menschenliebe brennet, Der, wenn ihn auch fein Eid Zum Dienst der Welt ver bind't, Beruf und Eid und Ant Schon in sich selber find't! Mel. In allen meinen Thaten. 2. Dir, Höchster! ahmt er 730. Wie groß ist deine nach, Dir als dein Bild z Milde! Du, aller gleichen. Durch Dienstbeflissen Vater, bilde Mein Herz nach heit Sucht er dies zu erreichen. deinem Sinn, Daß ich der Er hält für eignes Wohl Sich Noth der Armen Mich willig nicht allein gemacht; Er hält mög' erbarmen, Da ich ja auch sich für die Welt ihr Bruder bin! hervorgebracht. Von dir 2. Gieb, daß ich reichlich gebe, 3. Die Welt, denkt er, hat Mich wohlzuthun bestrebe, Wie Recht Auf meinen Dienst und mein Erlöser that, Der gött Kräfte. Ihr nüßen, ist für mich Sorge für dessen Habe und Güter. 483 Ein seliges Geschäfte. Als Glie- fegnen, sie beschüßen, Das ist, der schuf uns Gott, Als Bürger einer Welt, In der des einen Hand Die Hand der andern hält. o Gott! dein Werk allein. 4. So denft der Menschen freund, llnd dies ist sein Bestre ben, So treu, als er sich lebt, Zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil Sein eignes Himmelreich: Gr fühlet fremde Noth, Als träf ihn selbst der Streich. 2. Daß fie bei fremden Klagen Nicht, eh' jie wohlthun, fragen: Was wird uns denn dafür? Solch eine reine Milde, Die sie zu reinem Bilde Verklären foll, entspringt von dir. 3. So Samen auszustreuen, 3st ihre Lust; sie freuen Dann ihrer Aussaat sich. Wenn sie durch milde Gaben Die armen Brüder laben, Dann preisen ste, o Bater! dich. 4. Sie helfen in Beschwerden Nicht, um gesehn zu werden; Beglücken bloß aus Pflicht. Sie sind, wie du bist, gütig, Nicht stolz, nicht übermüthig, Beschämen, wenn sie wohlthun, nicht. 6. Was andrer Nothdurft 5. Des Dankes frohe Zähre heischt, Das reizet feine Triebe Ist ihres Herzens Ehre, Ja Auch ohne Ruhm und Lohn Seligkeit für sie. Fließt feine; Zurwahren Menschenliebe. Kein so ermüden Sie doch, in dir Stolz, noch Eigennuß Treibt zufrieden, Dir, Bater! nochihn zur Gütigkeit; Er steht zuahmen, nie. allein auf Gott, Der Liebe ihm gebeut. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, Mit Hülfe beizustehen; Sein Ansehn und sein Freund, Sein Stand, sein Wohlergehen Sind Mittel, die er braucht, Dem Nächsten nüß' zu sein Und jeden Leidenden Mit Troste zu erfreun. 6. Sie, aller Menschen Freunde, Sie sorgen selbst für 7. So laß mich auch gefinnt, Feinde Voll Großmuth, voll Mein Gott, durch Christum wer- Geduld. Du hilfst ja in Geden! Voll regen Eifers sei Mein fahren, Gott! auch UnLeben hier auf Erden, So nüß- dankbaren, Thust wohl Verlich, als ich fann, Dem Näch sten stets zu sein! ich einst, o Gott! der Liebe ein. Dann geh' In's Reich C. F. Gellert. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 732. Daß aß Christen sich bestreben, Nicht bloß für sich zu leben, Und Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen c. wohlzuthun sich freun, Gern 733. Wtig ist, 8 Herr! ie arm und ihren Brüdern nüßen, Sie 31* ächtern deiner Huld. 7. Sie finden schon hienieden Im Wohlthun Glück und Frieden; Weit mehr in jener Welt, In jenem höhern Lohne, Den einst vor deinem Throne Ihr menschenfreundlich Herz erhält. 3. A. Cramer. 484 Von den Pflichten Ach, welche Lasten trägt nicht der, Der bei des Reichen Ueberfluß Verschmachten oder darben muß! gegen den nächsten. der Arbeit ruh, Mich segneten! Hilf mir dazu! 3. A. Cramer. 2. Wie elend ist, wer alt Mel. Wie lieblich ist, o Herr u. und schwach Umher irrt ohne 734. Menn Menſchen fire Kleid und bei der ben, an Krankheit Qual und Noth Und Wohlthun, Vater! gleich Umsonst herbeiruft seinen Tod! zu sein; Wenn sie mit willigem 3. Wie elend ist, wenn um Gemüthe Durch Rath und ihn her Viel' Kinder rufen: Tröstung mich erfreun: Mit Brod! und er Tief auffeufzt, reichem Segen segne dann, Die und bei Müh' und Fleiß Doch weder Rath noch Hülfe weiß; 4. Wenn, ob er sich auch mühsam nährt, Er doch, von stillem Gram verzehrt, Hinwelft; wenn seine Thräne rinnt, Weil er nicht weiß, was Freu den sind! schwach. 9. D daß, durch meine Hand erquict, Viel' Arme, die die Noth gedrückt, Einst, wenn ich von ich nicht wieder segnen kann! 2. Es zeuge meiner Freude Zähre Von meines Herzens Dankbarkeit, Mit was für Eifer ich begehre, Was sie bes glückt, ihr Herz erfreut, Mit welcher Inbrunst mein Gebet Für sie zu dir, mein Vater, fleht! 5. Froh strahlt ihm nicht der Sonne Licht, Der Erde Schmuck erfreut ihn nicht, Ihm ist die Welt in voller Pracht öde, wie die Mitternacht. Doch 6. O du, der auch sein Vater ist, wie du, o Gott, der meine bist, Gieb du Empfindung mir in's Herz Für seine Leiden, seinen Schmerz! 7. Führst du ihn meiner Liebe zu; So gieb, daß mein Herz eh' leichtere die Last, Die du ihm aufgeleget haft! 4. Ich will fie lieben, will fie ehren, Will über mein Bes dürfniß ste Mit meinen Klas gen nie beschweren, Bescheiden nicht ruh', Bis ich ihm sein, doch lästig nie, Nie mür risch, neidisch, noch betrübt, Wenn ihre Hand auch andern giebt. 8. Mit Rath, mit Hülfe, wie ich kann, Nehm' ich mich meis 5. Kann ich, was ihnen scha nes Bruders an, Mit Troft, det, hindern, Befördern, was wo Hülfe nichts vermag, Mit ihr Wunsch begehrt, Mitleid, wo der Trost zu tern, was sie drückt, und line Erleichs dern, Was sie bekümmert und beschwert; Frohlocken will ich, Vater! dann, Wenn ich's durch deinen Beistand kann. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden Und ihres Glücks von Herzen freun, Voll Kummer über ihre Leiden Gern, wie ich fann, ihr Tröster sein; Und fann ich mindern ihre Noth, Mit Freuden will ich's thun, o Gott! Wahrheit und Aufrichtigkeit. 485 6. Und fann ich's nicht, o feiten sie! Trifft dennoch ste Gott, so dringe Mein brünstiges Gebet zu dir; Und was sie wünschen, das gelinge! Denn, Herr! 8. Nimm sie als deines fie thaten wohl an mir. Auf Reiches Erben, Wenn sie entjeden komme Freud' herab, Der schlafen, gnädig an! Erquicke Freude giebt, und Freude gab! sie in ihrem Sterben! Sie 7. Umfange sie mit deiner haben Menschen wohlgethan. Güte, Mit deiner Huld verlaß Belohne sie vor deinem Thron, sie nie! Stets sei ihr Helfer, Und groß und ewig sei ihr und behüte Vor Widerwärtig Lohn! 3. A. Cramer. Gefahr und Schmerz, So tröst' und heile selbst ihr Herz! Eigenschaften der Nächstenliebe. Mel. Jesu, der du meine Seele. Verschulden Der Verläumder 735. Laß mich, Höchster, Läftermund;, ſo laß mich's darnach streben, still erdulden! Einst wird doch Stets ein Wahrheitsfreund zu die Wahrheit fund. Darf ich sein! Zu des Himmels frohem ja nicht länger schweigen, Leben Gehen keine Lügner ein, Meine Unschuld zu bezeugen; Und vor deinem Angesichte So verleihe, daß dabei Herz Werden sie beschämt zunichte; und Mund voll Sanftmuth Denn vor dir sind immerdar fei! Aller Herzen offenbar. 5. Daß du, Herr, an jedem 2. Andern zu gefallen lügen, Orte Zeuge meines Wandels Leeren Schwäßern gleich zu bist, Daß nicht eines meiner sein, Heuchelnd Brüder zu Worte Deinem Ohr verborgen betrügen, Herr, das falle mir ist; Dies erwecke mein Genicht ein! Wahrheit leit' an müthe, Daß ich mich vor Lüallen Orten Mich in Werken gen hüte! Denn du liebst den und in Worten, Redlich sei Wahrheitsfreund, des Herzens Grund, Redlich allen Falschen Feind. sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ic. Gott! ein Gräul, Und bist 6. M. Weiler. unglückseligs Leben Ist gewiß Und ein 736. Aufrichtig, redlich, offen, ihr künftigs Theil. Hier schon Jesu Jünger, stets getreu Der trifft verdiente Schande Sie Wahrheit, die er nie verlegt Und bei Redlichen im Lande; Denn über alles liebt und schätzt. ein jeder Menschenfreund Ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein 2. Er, irrt er gleich, und oft und leicht Getäuscht von Heuchtern, haßt und fleucht Der schleiz 486 Von den Pflichten gegen den nächsten. chenden Verstellung Lift, Die als der Wahrheit Freund In Gott und ihm ein Gräuel ist. Wort und Werken handelt, Und 3. Er hast Verleumdung, das ist, was er scheint; Der Schmeichelei Und glatter Worte Recht und Treue liebet, Und Tauscherei; Betrügt mit seinem von dem Sinn der Welt, Die Auge nicht; Epricht, wie er Trug und Falschheit übet, Sich denkt; denft, wie er spricht. unbefleckt erhält! 4. Er rühmt für feinen Breis der Welt Der Großen Laster, und enthält Sich auch des Scheines vom Betrug; 3st flug, doch ohne Falschheit flug. 5. Was aus der Liebe Quelle fließt, Was seinen Brüdern nüßlich ist Und wohlgefällig Gott dem Herrn, Das redet er, und redet's gern. 2. Wohl ihm, daß sein Ge müthe Auf Treu' und Glauben hält! Ihn führet Gottes Güte Mit Ehren durch die Welt. Einst wird ihn Gott erhöhen, Wenn in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Entdeckt durch sein Gericht. 3. O Herr, laß alles Lügen Doch ferne von mir sein; 6. Entdeckt nicht alles, was Nie laß die Lippen trügen, er denkt; Verschweigt, was scha- Nie sei die Tugend Schein! det oder kränkt; Nimmt gern Grinnre mein Gewissen, Du des Irrenden sich an, Wenn hafsest Heuchelei, Damit ich ihn sein Rath erleuchten fann. stets beslissen Der Treu' und 7. Er spricht mit Wahl Wahrheit sei! und Vorbedacht; Scheut aber 4. Laß niemals mich ver keines Menschen Macht, Wenn sprechen, Was ich nicht halten Wahrheit und Gerechtigkeit Der Unschuld Rettung ihm gebeut. fann, Und nie Zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie laß mich Stolz verleiten, Nie 8. Wohl ihm! Gott, aller auch des Beispiels Macht, Als Lügen Feind, Der Gott der Wahrheit zu verbreiten, Was Wahrheit, ist sein Freund. Er fürchte nichts; er wird bestehn, Wenn alle Lügner untergehn. 9. Mit ihm ist Gott. Mit ihm ist Gott. Träf ihn Verleumdung oder Spott, Träf' ihn der Haß der ganzen Welt; für andrer Wohl Was achtet's der, der Gott mich reden müsse, gefällt? ich schweigen soll! 3. A. Cramer. Falschheit ausgedacht! 5. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Wahrheit Licht, Herr, meine Seele leiten, Das mit ich meine Pflicht Mit Klugheit üb', und wisse, Wann ich Und für Und wann 6. Wenn jemals, mich zu drücken, Des Feindes Rath ge lingt; Wenn er mit bösen Tüden tig wandelt, Der In Kümmerniß mich bringt: So Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 737.W ohl dem, der rich Wahrheit und Aufrichtigkeit, Bescheidenheit. 487 stärke meine Seele, Daß ich nicht heit Rechte schonen; Und wohl unterlieg', Hnd alles dir befehle! dem, der von Schmeichelei, List, Der Unschuld giebst du Sieg. Lästerung, Verstellung frei, Nicht 7. Ein Herz voll Treu' mit den Lippen sündigt! und Glauben, Daß Trug und Falschheit scheut, Soll Gewinn mir rauben, Menschengunst mir beut. Hier darf getrost ich sehen Auf dich; dort reichst du mir, Wo Falsche nicht bestehen, Der Treue Lohn dafür. D. Bruhn. 5. Auf deine Ehr' und andrer kein Wohl Soll stets mein Thun sich Den lenken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, Mich dies mit Ernst bedenken: Dein Lob, des Náchsten Chr' und Nuß, Der Tugend Ruhm, der Unschuld Schuß Belebe meine Zunge! 3. H. Hävecker. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß ic. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 738. Weh' dem, der frech 739. Vondir auf dieſe Welt und ungescheut Mit Falschheit und mit Lügen Die Wahrheit und sich selbst entweiht! Weh' dem, deß Worte trügen, Dem Schwur und Fluch Gewohnheit ist, Und der mit Tücken und mit List Den Nächsten hintergehet! gerufen, Stehn, Schöpfer! alle Menschen hier Auf vielerlei verschiednen Stufen, Und was sie haben, kommt von dir. Sie gleichen sich nicht an Gestalt, Än Neigung, Ständen und Gewalt. Ist Jesu Jünger, Der Wahrheit, 2. Nicht jeder hat, was andre 2. Die Falschheit schändet, haben; Und das ist Güte; denn bringet Müh', Ist eine Frucht du giebst Dem dieſe, jenem der Hölle. Sie will ich hassen, andre Gaben, Weil du uns daß ich nie Mich Lügnern zu- all', o Vater! liebst; Denn geſelle. Aufrichtig, offen, red- alle sollen glücklich sein, Und lich, frei einer sich des andern freun. stets getreu 3. Beglücken und beglücket die Gott liebet. werden, Ist aller Ruf, ist aller 3. Gieb mir, o Gott, ein Loos. Nur darum, Gott! ist der reines Herz, Und laß mich auf Erden Gering und arm; der Spottereien, Was schandbar ist, reich und groß. Der hat mehr und frechen Scherz Mit starkem Kraft; der mehr Verstand; Denn Eifer scheuen! Was ehrbar und jener braucht, was der erfand. was nüßlich ist, Das lehr' mich reden; als ein Christ Zu rechter Zeit auch schweigen! 4. Laß doch in meines Her zens Grund, Gott, deine Furcht stets wohnen! Gewissenhaft wird dann mein Mund Der Wahr4. Verschieden sind auch unsre Freuden, Verschieden aller Last und Müh' Und aller deiner Kinder Leiden; Der duldet jene, dieser die. Verschieden ist des Vaters Zucht, Verschieden auch Gewinn und Frucht. 488 Von den Pflichten gegen den nächsten. 5. Wer hat mich andern/ bebrt; Denn Demuth und Be vorgezogen? Wer wieder andre scheidenheit Ift unsre wahre Menschen mir? Du thuft es, Herrlichkeit. bloß dur Huld bewogen; 11. Gied, Herr, zu allen Denn alles Gute fommt von deinen Gaben Auch diese: Laß, dir. Ich gab dir nichts zu vor; ja ich Bin alles, was ich bin, durch dich. vom Stolze rein, Uns alles brauchen, was wir haben, Uns durch einander zu erfreun! 6. Und ich, ich sollte nicht Dann werden all' in deinem Reich bescheiden? Ich stolz und übermü- An Seligkeit einander gleich. thig sein? Ich den nicht achten? den beneiden? Mich, weil er 3. A. Cramer. Mel. Liebster Jesu, wir find bier. mehr empfing, nicht freun, Als 740. Qaß dir, Jefu, thit wär' ich mehr er, Auch besser dann, auch seliger? nem Herrn, der Uebungszeitauf Erden Auchmich, 7. Laß, Gott, in meinem deinen Schüler, gern Gleichges ganzen Leben Mich meines sinnt und ähnlich werden; Wil Glücks und Vorzugs nicht zu lig meiner Brüder Leiden Thei andrer Kränfung überheben, len, so wie ihre Freuden! Berkennen nie der Demuth 2. Gut, gefällig fei mein Pflicht, Nicht bloß auf meinen Sinn Bei beſcheidnen ſamften Vorzug fehn, Nicht andrer Sitten! Wenn ich mehr, als Gaben stel; verschmäßn! andre bin; Laß für ihee Wünsch und Bitten Offen stehn mein Herz, mich eilen, Wohlzuthun und mitzutheilen! 8. Ja, meine Brüder will ich ehren, Wie arm, wie niedrig fie auch sein. Sie fön nen mein nicht ganz entbehren, 3. Ungeftümer rauher Ton Ich ohne sie nicht recht mich Bleibe fern von meinem Munde! freun. Nimmt feiner meines Fern sei schnöder Spott und Glücks sich an; Wie arm, wie Hohn! Ach, es schmerzt die niedrig bin ich dann! trübe Stunde, Die ich meinen 9. Wer eitler Ehre gern ent- Brüdern machte, Bitter, ob behret, Und Tugend an Gerin der Wiß auch lachte. gern gern Erkennt und schäßt 4. Wo ich Menschen dienen und ehrt, der ehret Der Niedrig kann, Will ich schnell und wil feit und Hoheit Herrn. Wohl, lig dienen. Lang' gesäumt, heißt wohl ihm! denn Bescheidenheit faum gethan. In den heitern Belohnt ihn mit Zufriedenheit frohen Wienen Spiegeln ſich des Herzens Triebe, Fern von Ei gennuß, voll Liebe. 10. Sie schmüct das Alter, giebt der Jugend Reiz, Liebens würdigkeit und Werth, Giebt Glanz und Hoheit jeder Tugend, 5. Süße, Himmelsvolle Luft, Freud' und Segen zu verbreiten, Die eiteln Schimmer gern ent- Wohne stets in meiner Brust! Sanftmuth, Gefälligkeit, Dienstfertigkeit. 489 Borschmad felger Ewigkeiten! 6. Es muß gefallen, er geMehr, als Reichthum, Gold und biete, Er warn', er ftraf auch. Kronen, Jit's, wenn Brüder Er gebeut, Er warnt, er straft friedlich wohnen. A.6. Niemeyer, voll Lieb' und Güte, Mit Ernst und doch mit Freundlichkeit; Und tröstet er, wie leicht verfingist Sein Bruder, was ſein Mel. D Gott des Himmels und der 2c. Jicht mürrisch, 741. №fter, ungeſellig 3ſt, Kummer iſt! wer ein Chrift zu sein sich freut, It ohne Schmeichelei gefällig, Vereinigt Ernst und Freund 7. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich; Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und lichkeit, Ist traurig mit den sanft und anmuthvoll und Traurigen Und fröhlich mit freundlich Soll jeder Jünger den Fröhlichen. Jesu sein. Ach, wären wir's, ac, glichen wir In Freundlichkeit, o Jesu, dir! 2. Es liegt in feinem seiner Blicke, Als wie in einem HinAuflauernd, schadenterbalt 8. In allen Worten und frohe Tide Und Ha in lä- Geberden, In allen Thaten Belnder Gestalt. Sein Blid, las, o Herr, Uns aller Menfein Blick der Heuchelei, Itsen Freunde werden, liebreich, offen, qut und frei. Dir, Heiland, immer ähnlicher! So 3. Sein Antlig, heiter wie werden wir uns ewig freun der Norgen, Bird trüb und Und Gottes wahre Kinder sein. feine Freud' entflieht, Benn 3. A. Cramer. er Bekümmernis und Sorgen mel. Laffet uns mit Jefu zieben. du die In ſeines Bruders Auge ſieht, 742. Go Und strahlt in neuer Heiterfeit, Wenn ein Getrösteter sich freut. Menschen liebeft, Der du nicht ein strenges Recht; 4. Bescheiden, sittsam, ebrer- Sondern lauter Gnade übest bietig st, wer ein Jünger Jeiu An dem sündlichen Geschlecht! ist; Nie sclavisch, auch nicht Dein Geist müsse mich beleben, übermüthig, Wenn er vor an- Daß ich, Vater, als dein Kind, dern glücklich ist. Er wird, Liebreich sei, wie du, gesinnt! weil er wie Jesus liebt, Im Herr, du wollst den Sinn mir Glücklichmachen ganz geübt. geben, Der bei Fehlern Nach5. Durch liebliches Gesprách ficht zeigt, Und mit Sanfterheitert Er auch des Blöden muth spricht und schweigt! Angesicht, Und jedes Herz fühlt sich erweitert Und freu denvoller, wenn er spricht, Denn, was er sagt, und was er thut, Ist lehrreich, bessernd, wahr und gut. 2. Laß mich meines Rächsten schonen, Willig tragen seine Laft, und so lang ich hier soll wohnen, Bleibe Zanfsucht mit verhaßt! Dies ist ja, mein Gott! dein Wille. Hilf, daß ich mit Fleiß 490 Von den Pflichten gegen den nächsten. ihn thu', Und so Eintracht lieb", ermessen. Wie viel haft du als du! Gieb ein Herz mir, vergeben und vergessen! Ach, daß die Stille Und den Frie- führe mir doch deine große den sucht und liebt, Das statt Güte Recht zu Gemüthe! Rache Canftmuth übt! 2. Du segnetest mitleidig, die 3. C, wie wird das Herz be- dich schmähten, Man hörte dich schweret Durch des Zornes Lei für deine Mörder beten, Du denschaft! Zankfucht, Rachgier, zeigtest unter deiner Feinde To Haß verzehret Nach und nach ben Der Sanftmuth Proben. des Körpers Kraft, Kürzt das 3. Ach, glich' ich dir, o Hei Ziel von unsern Jahren, Macht land! ich bekenne, Daß ich zum Himmel ungeschickt. Herr, noch oft von schnellem 3orn der auf mich Schwachen blickt, entbrenne, Und mich vor dir Ach, du wollest mich bewahren, durch Trieb zu eigner Rache Daß des Jähzorns Raserei Nie Verwerflich mache. des Herzens Meister sei! mals, wenn mich andre hassen, Mich weiß zu fassen. 4. Dir, Herzensfündiger! dir 4. Wer mir flucht, den will muß ich's flagen, Wie wenig ich segnen, So wie mein Er noch mein stolzes Herz kann löser that, Und dem nachsichts- tragen, Wie schwer ich oft voll begegnen, Der zum Zanten Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, Und vor dich, 5. Vergieb mir, Herr, und Bei du Friedensfürst! Wenn du wende mein Verderben! Menschen richten wirst, Aus- Zorn und Haß läßt sich dein geföhnt mit ihnen treten. des Friedens, segne du mit deiner Kraft dazu! Gott Reich nicht erben; Und jener Mich Tag vergilt nach strengem Rechte Dem hartem Knechte. 6. So hilf mir denn die Rach begier ersticken; Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich versöhnlich finden lassen, Er lassen, Nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind, so gieb, daß ich ihn segne Und feinem Grimm mit Freundlich feit begegne, Daß mich das Böſe, das ich dann empfinde, Nicht überwinde! 5. Ewigs Heil ist dem beschieden, Der nach frommer Eintracht strebt, Höchster, gieb mir deinen Frieden, Der zur Sanftmuth uns erhebt! Er regiere Herz und Sinnen! Denn, wenn er das Herz regiert, Wird, was zu der Zwietracht führt, Niemals lebermacht gewinnen; Bis einst in der Herrlichkeit Ewger Friede uns erfreut. P. F. Hiller. 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmuth willen! So erb' ic auch im Lande deiner Stillen Die Mel. Wend' ab dein'n 30rn ic. 743. Herr! beine Sanft- Seligkeit, wozu fie jenes Leben muth nicht zu wird erheben.. S. uber. Sanftmuth, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. 491 Mel. Herzliebster Jesu, was bastic. Gedächtniß jener Schmerzen, Die 744. Set err, mein Erlöser, du in deinen schweren Leidensstunden Für mich empfunden! der du für mich littest Und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, Erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, Der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Wann schaltst du wieder, da man dich gescholten? Du fegnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde; Auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr! sollte mich den Deinen nennen, Und doch von Rachgier gegen andre 11. Du schüßest den, der redbrennen? Ich sollte jemals Haßlich vor dir wandelt Und übermit Haß vergelten, Und wieder all nach deinem Vorbild handelt; schelten? Drum laß in allem mich schon hier auf Erden Dir ähnlich 3. S. Diterich. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, Und so wie du den, der mir fluchet, ſegnen! Herr, mache gegen alle, die mich bassen, Mein Herz gelassen! 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren; O Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, Auf dich dann sehen! 4. Könnt ich wohl: Vater! zu dem Höchsten sagen, Und werden! Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. flehn, Rache hn, mir zu verzeihen, Und 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden Auch nicht bei dir, o Herr! Verge bung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet Und Feinde liebet. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, So lehre mich, ihr Unrecht übersehen; Und soll ten sie mich auch empfindlich fränken, An dich gedenken! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen Auf's neue das 745. Allen, welche nicht vergeben, du, Richter! nichtverzeihn; Trostlos werden sie im Leben, Trostlos auch im Tode sein; Unentlediget von Sünden, Nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie der Freund der 6. So heilige denn meiner Menschenfinder Böses nie verSeele Triebe, Mein Heiland, golten hat, Wie er für die durch den Geist der wahren Liebe, größten Sünder, Selbst für Daß nie die unglückselge Lust seine Mörder bat; So soll der Rache Bei mir erwache! auch der Christ verzeihen Und sich nicht der Rache freuen. 3. Wir geloben's dir mit Freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden; Nie zu dir um Rache schrei'n; Wollen vor dein Antlig treten Und für unsre Feinde beten. 492 Von den Pflichten gegen den nächsten. 4. Vater, mach' uns, deine und aller Menschen Freund! Frommen, Stark zu dieser Empört dein Herz dawider sich, schweren Pflicht! Wenn wir So sieh' auf ihn; besiege dich! in Versuchung kommen, So bestege sie uns nicht! Laß sie uns gerüstet finden; Laß uns ste schnell überwinden! 4. Wer hat von Sündern je erduldet So vielen Wider, spruch, als er, Der Schmach und Fluch doch nie verschuldet, Der frömmste, der gerechtste Herr? Und dennoch will er langmuthvoll, Daß keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen und sehr gern verzeihen, Gereichet dir zum wahren Ruhm. Sich, wenn der Bruder fehlt, nicht freuen, 3st Ehre für das Christenthum. nicht den, der schmähet, wies Gereicht dir 5. Mach' in unserm ganzen Leben Deinem Sohn uns gleich gesinnt; So stets willig zu vergeben Allen, die uns schuldig sind, Wie wir dich bei unsern Sünden Willig zum Vergeben finden! 6. Wohl uns! Gott verzeiht uns Sündern, Zürnet mit uns Schwachen nicht, Nimmt uns auf zu seinen Kindern, Geht mit der schmähn, uns nicht in's Gericht. Last selbst zum Wohlergehn. und beten, laßt uns fämpfen! Alle Rach' in uns zu dämpfen! 6. Was unserm Gott gefal len sollte, Denkt niemand recht im Zorne nach. Die Schmach, Mel. Wer nur den lieben Gott zc. die man bestrafen wollte, Ver B. Münter. 746. Chrift, durch deine mehrt man nur durch eigne eigne Rache Ver- Kein un bittre dir dein Leben nicht! geschehn gemacht, Wenn deine Vergelten ist des Höchsten Rachgier wild erwacht. Sache; Vergeben aber deine Pflicht. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, Liebt Feinde, segnet und verzeiht. 7. Die Rachgier reißt aus unserm Herzen Den Glauben und die Frömmigkeit, Bestrafet sich mit bittern Schmerzen, 2. Wahr ist's, von Menschen Stört des Gemüths Zufrieden Unrecht leiden, Ist Fleisch und heit, Verhindert Dank, Gebet, Blut ein herber Schmerz; Doch Vertraun, Und raubt den soll man sich am Zorn nicht weiden; Der Zorn entehrt der Christen Herz. Er soll nicht felbft sein Richter sein, Soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. Und diese Pflicht mußt du denn üben, So widrig sie dir immer scheint. Denn wer hat sie dir vorgeschrieben? Er, dein Vergelter sein. Muth, auf Gott zu baun. 8. Den Feind fann Sanst muth noch besiegen; Versuch's, und thu' nur diese Pflicht! Ent zeuch dies göttliche Vergnügen Doch deiner Seele selber nicht! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, Dein Vater und Sanftmuth, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. 493 9. Laß mich doch nie das folgen Jesu nach, Mag doch die Unrecht rächen; Und dies aus Welt uns höhnen. Liebe, Gott, zu dir! Ein gnädigs Urtheil wirst du sprechen; Verzeih' ich, du verzeihst auch mir. Von dir fommt auch der Sanftmuth Sinn; Nach dei ner Gnade gieb mir ihn! 3. F. Mudre. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich sc. 747. 2, Jeſu, gieb mir sanften Muth, Nach deinem Wort zu leben! Wie dürft' ich schwaches Fleisch und Blut So troßig mich er heben? Ich übte Rach'? ich hielte zorn? Mag wohl zu gleich ein süßer Born Auch bittres Waffer geben? 5. Wir tragen alle ja ein Joch, Die wir uns Christen nennen. Was wollen sich die Glieder doch An einem Leibe trennen? An Sanftmuth, Lieb' und Freundlichkeit Kann man Den Christen allezeit Als Gottes Kind erkennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad' In einem Herrn zu finden; Auch wäscht ein heilig Wasserbad Uns alle rein von Sünden, Da ein Mahl uns auch alle speist; denn ein Herz, ein Geist Uns auch alle speist; Wie sollte alle nicht verbinden? 7. Und haben wir denn 2. Ein Vater hat uns ja einen Geist, Wie kannst du gemacht zu seines Hauses Kin-" Racha" sprechen? Da dein dern, Das Leben hat ein Herr Leib Gottes Tempel heißt; Wie gebracht Uns ganz erstorbnen darf ich ihn zerbrechen? Nein, Sündern, So wie auch ein Bruder, Grimm sei von uns Geist uns regiert und in ein fern! Wir stehen einst vor himmlisch Erbe führt, Wenn Wenn einem Herrn; Der möcht' an wir ihn nur nicht hindern. uns sich rächen. 3. Mankisch. 4. Komm', Bruder, komm', reich' her die Hand! Wir wol len uns verföhnen; Uns auch 3. Mein Gott! wie darf denn ich, dein Kind, Den schwachen Bruder haffen? Ach, wie so große Schulden sind Mir selbst von dir erlassen! Wer wär' Der, Gott, durch dich mit mir ich, wenn nicht allezeit Ich wil vereint, Mich zärtlich und verlig blieb', mit Zärtlichkeit Den Bruder zu umarmen? traulich liebt, Mit mir fich freut, mit mir betrübt. Mel. Wenn wir in höchsten u. 748. welch ein Segen ist ein 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, In einem Geiste dann mit mir Der Nedlichkeit und von dem, was uns entbrannt, Tugend lebt, Mit mir nach Von Stolz und Neid entwöhnen. einem Ziele strebt! Verzeihn hält zwar die Welt 3. Gedanke, Wille, Neigung, für Schmach; Doch wir, wir That Sind Eins in beiden, 494 gegen den nächsten. Von den Pflichten um den Pfad, Den wir in dei nem Lichte sehn, Getreu und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und Besserung, Nicht eitler Lüfte Sättigung, Der wahren Liebe voll Gefühl Ist unsre Sehnfucht, unser Ziel. durch Gebet, durch Rath Und, wo wir fönnen, durch die That. 12. Vollenden wir dann unsern Lauf, So nimmt uns, Gott! dein Himmel auf. Un endlich ist die Seligkeit, Die uns zugleich vor dir erfreut. 13. Da hab' ich ewig jeden 5. Wir theilen brüderlich dein Freund, Der sich mit mir Licht, Das uns erleuchtet, jede durch dich vereint, Mir Herz Pflicht Uns zu erleichtern; seine um Herz, 0 Vater! giebt, Kraft Macht mich, ihn meine Mich zärtlich, treu und ewig tugendhaft. liebt. 3. A. Cramer. 6. Er, in Gefahr zu irren, hört Ruf, und kehrt, Durch meine 749. Das Glück iſt grof Auf meiner Warnung Mel. Nun danket all' und bringetu. groß, gerührt, Zurück vom Wege, der verführt. 7. Und falls ich strauchle; denn wie leicht Fällt nicht der schwache Mensch!- so meint. Gott schenkt In einem wahren Freund, Der als ein Christ rechtschaffen denkt Und treu es mit mir reicht Er seine Bruderhand 2. Man rühmt den Freund auch mir Und führet mich zurück zu dir. in jedermann, War' er auch nicht ein Christ. Doch weiß ich, daß ein Jonathan Als Chrift unschäßbar ist. 8. Stets durch einander redlicher, Stets edler und voll kommener, Verabscheu'n wir die Täuscherei Der Schmeichfer redlich, offen, frei. 3. Der Wahrheit und der Tugend hold, Besißet er mein Herz. Ich gäb' ihn nicht für 9. Kein Streit, kein Miß vieles Gold, Theil' mit ihm traun, kein Verdacht, Nichts, Freud' und Schmerz. was uns froh und traurig 4. Ich schmeckt des Lebens macht, Auch nicht des Glückes Süßigkeit In doppelt starfer Unbestand Trennt unsrer Liebe Kraft, Wenn mich das cole festes Band. Glück erfreut, Das folch ein Freund verschafft. 10. Wir theilen alles, Lust und Leid, Jn inniger Vertraulichkeit. Des einen Seligkeit versüßt Dem andern, was ihm schmerzlich ist. 11. Und trennst du mich und meinen Freund; Die Herzen bleiben doch vereint Durch Liebe, 5. Manch' Leid umwölfet mein Gemüth; Ich flag' es meinem Freund, Fühl, daß schon bald der Kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir ſeinguter Rath Des Leidens herben Schmerz, Freundschaft. 495 Oft hilft er mir auch mit der Welt, Scheint sie mir gleich That, Und froh dankt ihm mein Herz. gewogen! Wie oft hat mich der Schein Von ihrer Gunst betro7. Freimüthig, ohne Bitter gen! Wie freundlich that fie feit Straft er mich, wenn ich nicht, als wär' sie noch so fehl', Und seine Unvollkommen treu; Und doch war's weiter heit Hält er vor mir nicht hebt. nichts, Als leere Schmeichelei! 8. Manch' Wort zu unsers Gottes Ruhm Theil ich mit ihm vertraut, Und werd' in meinem( Shriftenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der Zeit, Da uns in jener Welt, Verklärt zum Glück der Ewigkeit, Nichts mehr am Wohlsein fehlt; 10. Da wir, vor Gottes Thron vereint, Von allen Mängeln rein, Ihn sehn, den allerhöchsten Freund, Mit ihm uns ewig freun. 11. O Gott, mein Gott, wie dank' ich dir, Wenn so ein Freund mich schäzt! Jch bitte dich, erhalte mir Dies Glück stets unverleßt! 12. Laß andre auch so glück lich sein! Mehr' wahrer Freunde Zahl, Die hier im Tugendschmuck sich freun Und dort am Himmelsmahl! H. E. Heeren. Mel. O Gott, du frommer Gott. 750. reund, der mir alles ist, Und der mir alles giebet; Freund, der es redlich meint, Und der mich herz lich liebet; Geprüfter Freund in Noth, mein Herr Jesu Christ, Im Tode auch bewährt, Der du mein nie vergißt! 2. Wie falsch ist nicht die 3. Sie schwur, mir beizustehn Im Unglück, wie im Glücke, Und ihr betrüglichs Herz Wars doch verstohlne Blicke Nur hin auf Eigennus, llnd faum verschwand mein Glück, Gleich brach sie Eid und Pflicht Jm nächsten Augenblick. 4. Wie wenig darf ich denn Der Welt mich anvertrauen! Mehr könnte ich auf Sand, Als ihre Freundschaft, bauen; Ind doch bedarf ich hier Auch einen treuen Freund, Der es so gut mit mir, Als mit sich selber, meint. 5. Wo find' ich diesen Freund, Daß ich ihn mir erwähle; Mit dem ich, er mit mir, Ein Herz sei, eine Seele? Herr, wähle du mir ihn! Wer wahre Tugend übt, Nur der ist es allein, Der mich von Herzen liebt. 6. Gieb den Freund mir, der mich Im Glücke nie beneide, Und dessen Her; sich nicht An Schadenfreude weide, Wenn mich ein Unglück trifft; Dem es zu Herzen geh'; Der helfe, wenn er fann; Der für mich bet' und fleh'; 7. Der, als ein Tugendfreund, Mich leit auf Tugendwegen; Der als des Lasters Feind, Mich warn' vor Lasterstegen; Der nie mit Bitterfeit Bestrafe meine Schuldz 496 gegen den nächsten. Von den Pflichten Vielmehr mit sanftem Geift Mich trag', und mit Geduld! sinn nicht zu rächen. Nicht durch Härte, wie ein Feind! Laß den Weisern freundlich schlagen Und des Schwächern Fehler deinen Feinden! Gieb mir der tragen! Beßrung folge stets Freundschaft Glück; Mach' auf Schuld, 8. Herr, bester Menschen freund, Selbst Freund von Hochmuth nieFeinde mir zu Freunden! Auch mals auf Geduld! schaff' in mir ein Herz, Das 4. Vater, haft du mir ges seinem Feind vergiebt, Und geben Solche Freunde; Dank dich und seinen Freund Recht- sei dir! Laß sie lange glück schaffen wieder liebt! lich leben, Und erhalte du fie 9. D, welch ein großes Glück, mir! Echenk auch Ruh' und Hier so ein Herz zu haben! Denn Tröstung allen, Denen du Beistand, Rettung, Trost, Dies nach Wohlgefallen Solche sind selbst Himmelsgaben. Wie Freunde nie bestimmst, Oder felig werd' ich einst Bei dir, bald sie ihnen nimmst! mein Jesu, sein, Wo so viel P. Gerhard. Freunde fich In deinem Himmel. Nun freut euch, lieben 2. mel freun! Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 751, Pater! meine Seele P. F. Hiller. 752. Welch Glück, o Gott, ist Freundschaft hier In diesem Bilgerleben! Sie kann im Unglück und im Glück schäßet inen Freund, der Tugend liebt, Den Uns Trost und Freuden geben. Sie knüpft der Tugend schönstes mein gleicher Sinn ergöget, Der Band; Vom Laster ab führt sein Herz für meines giebt, ihre Hand. Sie ist des Hims Der mich auch in Noth noch mels Vorhof. fennet, Den fein Unfall von 2. Der Freundschaft Pflicht mir trennet, Dessen Bund nach langer Zeit Ihn noch und auch mich erfreut. ist ächte Treu', Verschwiegenheit und Freude Bei unserm Glück, und Mitgefühl Bei allem 2. Wähle, Herr, mir und unsern Leide; Aufrichtig ist sie erhalte Einen solchen treuen stets bereit, Sowohl auf Zeit Freund! Daß die Liebe nicht als Ewigkeit Des Freundes erkalte, Sei das Herz in dir vereint! Argwohn laß uns niemals quälen, Unsrer Nei der Wunsch laß fehlen; Unsre Liebe, Herr, laß rein, Unfre Warnung redlich sein! 3. Hab' ich Schwachheit und Gebrechen, Herr, so lenke meiz nen Freund, Sich durch KaltWohl zu gründen. 3. Sie flieht vor Falschheit, Wanfelmuth Und Eigennuß und Neide; Haßt Argwohn, Nieder trächtigkeit Und List und Scha denfreude. Der Tugend nur reicht sie die Hand; Denn jedes lasterhafte Band Entehrt der Freundschaft Würde. Freundschaft. 497 Harter bei des andern Schmerz Šei niemals mein Vertrauter! 4. Jesu, bester Menschen-| Ling, ein stolzes Herz, Ein freund, Der du uns Sünder liebtest, Und nur, was groß und edel heißt, Zum Beispiel uns hier übtest, Ganz göttlich liebreich für uns starbst, Und Gottes Freundschaft uns er warbst, Uns ewig zu beglücken! 8. Ein Mensch, vom Laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine Best, Mich nicht durch ihn beflecken! Und 5. Schenk' mir auch einen wie kann der, der ohne Scheu frommen Freund,- Nur du Stets Gott verleugnet, Menfannst ihn mir geben- Der schen treu Und redlich sein edel und rechtschaffen denft, und bleiben? TOT Der mir in meinem Leben Ein 9. Doch hab' ich einen wahreines Tugendmuster sei, Und ren Freund Von dir, o Gott, bei mir standhaft und getreu erhalten; O, so laß dann mein Im Glück und Unglück stehe! warmes Herz Nie gegen ihn erkalten! Gieb, daß ich redlich dankbar sei, Verstellung, Leichtsinn, Schmeichelei Und Eigennuß stets fliehe! 6. Der meine Unvollkommenheit Mit sanfter Schonung trage; Mir Fehler ohne Bitter feit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor Sünden immerdar, Vor Irrthum, Schaden und Gefahr An Leib und Seele warne! 10. Gott, präge du der Liebe Sinn, So Freunden ein, als Feinden! Auch die, die meine Feinde sind, Die mache mir zu 7. Doch laß mein Herz vor Freunden! Bild' unser Herz sichtig sein, Mit wem es zur Einigkeit; Lehr' uns, daß Freundschaft machet! Ein Spot jene Seligkeit Nichts sei, als ter der Religion, Wer über Lieb' und Freundschaft! Tugend lachet, Ein WollüstJ. C. Wagner. Besondere für Obrigkeiten und Unterthanen. Gedenk' er stets der Rechenschaft, Die er dir geben soll! 3. Groß und voll Müh' ist Mel. Nun danket all' und bringet 2c. 753. Gott, deiner Stärke seine Pflicht Und er ein Menſch, freue sich Der wie wir; Wie sehr braucht er vor andern Licht Und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih' ihm dies, wenn 2. Begnadiget mit deiner er begehrt, Dir ähnlich, Gott, Kraft und deines Geistes voll zu sein; Und laß ihn, in dein 32 Standes- Fieder. König allezeit; Sein Auge sehe stets auf dich, Sein Herz sei dir geweiht! 498 Besondere Standes- Lieder. Bild verklärt, Sein Volk, wie| Ein ruhig Leben führe! Laß du, erfreun! sie der Unschuld Zuflucht sein, steuern! 5. Er zeig' auf seinem Throne Die Redlichen im Land' er sich Als deinen treusten Sohn; freun, Dem Unrecht kräftig Den Lastern sei er fürchterlich, Der Tugend Schuß und Lohn! 6. Beglückter Völker Liebe sei Sein edelster Gewinn, Und kein gerechter Seufzer schrei' Um Rache wider ihn! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, Des Friedens Glüd genießen! Laß ruhig unter ihrer Macht Das Leben uns ver fließen! Hilf uns, daß wir in Frömmigkeit Dir dienen und schon in der Zeit Die Frucht davon empfinden! 4. Beschirme fie durch deinen Schuß, Daß, die ihr Uebels gönnen, Mit ihrer List, mit ihrem Truß Ihr niemas scha den können! Nie fehle jeder guten That, Die sie sich vor genommen hat, Dein segnendes Gedeihen! 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu', Die du ihr unterge ben, Daß jedermann besliſsen sei, Nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihr des Lebens Müh'; Mit deinem Segen fröne sie, Und sei ihr Lohn auf ewig! J. A. Cramer. 6. Laß fie mit uns beslissen fein, In deiner Furcht zu leben, Mit uns dein Oberherrschaft scheun, Mit uns dein Lob er Du beben! Gieb, daß vor deiner gabst sie uns, auf Erden Mit Majestät, Die über alle Ho Wohlstand und mit Sicherheit heit geht, Wir alle tief uns Durch sie beglückt zu werden. beugen! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 754. Dank dir, Herr, für die Obrigkeit! J. S. Diterich. 7. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerech tigkeit; Und dann beschüß' ihn in Gefahr, Und wenn ein Feind ihm dräut! 8. Er wünsche nie des Helden Ruhm; Doch, führt er ein stens Krieg, zu schüßen Recht und Eigenthum, Dann schenk' ihm Muth und Sieg! 9. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, Daß er erreichen soll. D, wären seiner Tage viel, Und jeder segensvoll! 10. Sein werd in jedem Flehn zu dir Mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' Gott! so jauchzen wir preisen deine Macht. uns, Und Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, Was wahres Wohl mel. Allein Gott in der Höh' u. dem Lande schafft, Mit Sorg- 755. Du gründet, der falt wahrzunehmen! gewaltiger! 2. Gieb, daß sie, gleichge- Weltbeherrscher Thronen, Daß finnet dir, Uns väterlich regiere, wir, o aller Fürsten Herr! In Und jeder Bürger unter ihr sichern Hütten wohnen. Preis Für Obrigkeiten und Unterthanen. 499 deiner Huld, die sie erhält! Dein Mel. Nun komm', der Heiden ic. iſt ihr Reich, dein iſt die Welt; 756. Wer gehordt, the ihr Beherrscher. es mit Lust; 2. Unendlicher, regiere sie, der Bürger, sich bewußt, Daß Daß sie dir willig dienen! er nicht regieren kann, Sei ein Verlaß mit deiner Huld sie nie, guter Unterthan! Noch ihr Geschlecht nach ihnen! Huld, welche wohlzuthun sich freut, Und Weisheit und Gerechtigkeit Sei ihre schönste Krone! 2. Nie vermessen strebe der Höher, als er soll, und er Recht, Gelegenheit und Rath Und auch Kraft zu nußen hat! 3. Der ist niedrig; der ist groß. Ungleich ist der MenSchäme deines Etand's dich nicht! Nöthig 3. Gieb, Vater, daß sie, dir getreu, Dir ähnlich uns regieren! Nie müsse Stolz, nie Schmeiche- schen Loos. lei zu Lastern sie verführen! Laß in ihr eignes Herz sie ist doch deine Pflicht. schaun, Voll Furcht vor dir 4. Gut zu herrschen, das ist sich selbst nicht traun, Und schön. Schön ist's, jeden Weg dich um Weisheit bitten! zu gehn, Den der beste Führer weist, Den dein Gott dich wandeln heißt. 4. Gieb Frieden; halte sie zurück Von ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sei ihres Landes 5. 3ur gemeinen Wohlfahrt Glück; Sein Segen ihr Ver- sei Den Geseßen stets getreu! gnügen! Wenn aber Völker ste Wer hier gern gehorchen kann, zum Streit Durch Unrecht zwin- Der nur ist ein freier Mann. gen, dann gebeut Dem Siege, 6. Schaue Jesum Christum sie zu schüßen! an! Er, wie du ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, That, was das Gesetz gebot. 5. Es müsse, Gott, auf jedem Thron Dein Wort Verehrer finden! Auch Fürsten laß auf deinen Sohn Der Zukunft Hoffnung gründen! Sie auch sind Sünder, gleich wie wir; Laß Guade denn auch sie vor dir Bei ihren Fehlern finden! 7. Selbstbeherrschung ist sehr schwer. Jrrt dein Herrscher, strauchelt er; So verdamm' ihn nicht, und sprich: Er ist auch ein Mensch, wie ich! 8. Ach, wie oft verführt ihn nicht zur Vergessenheit 6. So weit dein Reich auf der Pflicht Schmeichelnd oder Erden geht, Flehn darum deine räntevoll Der, den er Christen. Erhöre gnädig ihr glücken soll. Gebet, Du Vater aller Christen! So weit dein Reich auf be= 9. Ehre dem, dem sie gebührt! Schoß und Zoll dem, Erden geht, Läß jeden deine der regiert! Was gefordert Majestät In seinem Fürsten wird, gieb gern; ehren! Gieb, als 8. Münter. gäbst du es dem Herrn! 32* 500 Besondere Standes- Lieder. 10. Ordnung und Gerech| 4. Gieb, daß mit sanfter tigkeit, Schuß und Fried' in Nachsicht fie Der Schwachen Sicherheit, Welch ein Glück, das, wer es hat, Nur durch seinen Fürsten hat! Einfalt tragen, Und, feimt nicht gleich der Same, nie An seiner Frucht verzagen! Ja gieb, daß sie ohn' Unterlaß Und ohne Bitterfeit und Haß Des Lasters Schand' entblößen! 11. Lebe selbst gewissen haft! Ihres Wandels Rechenschaft Laß dem Herrn; sieh' du nur zu, Daß du selbst gerecht seist, du! 5. Gieb, daß mit Rührung und mit Lust, Wenn sie uns unterweisen, Sie, ihres Segens sich bewußt, Der Tugend Werth uns preisen; Daß nicht allein ihr Unterricht, Daß uns selbst ihres Beispiels Licht Auf deine Wege leite! Für Lehrer und Zuhörer. Mel. Allein Gott in der Höh' fei 2c. 6. Laß sie den Irrenden zu rück Zu deinem Lichte führen; 757. Dein ist das Licht, Zhn, eifrig für ſein wahres das uns erhellt; Dein, Gott! das Amt der Lehrer. Welch ein Geschenk für deine Welt, Für deines Worts Verehrer! Dies lehr' uns deiner Boten Mund! So wird dein Reich uns allen fund, Kund auch der Weg zum Leben. Glück, Beschämen und recht rühren! Laß sie geduldig sein, gelind, Nicht stolz, noch hart; stets so gesinnt, Wie Dienern Christi ziemet! 2. O welch ein Amt, Betrug und Wahn Und Laster zu bestreiten, Und Seelen auf der Wahrheit Bahn Zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß jeden Lehrer 8. Belohne sie, und auch täglich mehr Den hohen Ruf schon hier! Dein Segen sei empfinden! 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott; So laß sie dann mit Freuden, Mit unerschrocknem Muth, o Gott, Für deine Wahrheit leiden! Du sendest sie; sie ehren dich. Umsonst Die empört die Hölle sich, Wahrheit zu vertilgen. mit ihnen! Doch laß sie ohne 3. Gieb ihnen deiner Weis- Lohnsucht dir und ihren Brüs heit Licht; Mehr' ihnen alle dern dienen! Laß sie mit Vors Gaben, Die sie für unsern Un- saß nie betrübt, Von allen terricht Von dir empfangen Redlichen geliebt, Geehrt von haben; Laß ihre Lehren wahr und rein, Fest ihren eignen 9. Und wenn sie, deinem Ruf Glauben sein, Ihr Leben fromm getreu, Durch deines Geistes und heilig! Gaben Viel' Seelen von der allen werden! 12. König, Fürst und Unterthan, Betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht Wird gerecht sein; sündigt nicht! 3. A. Cramer. Für Lehrer und Buhörer. 501 Tyrannei Der Sünd' errettet wonnevoll Die schaun, die ich haben; So laß am Tage des hier leiten soll. Gerichts Im Glanze deines Angesichts Sie deines Lohns fich freuen! 3. A. Cramer. Mel. Christum wir sollen loben 2c. 758. Das Amt der Lehrer, 9. Laß darum ihren UnterHerr! ist dein; richt, Weil sie, wie wir, auch Dein soll auch Dank und Ehre straucheln, nicht Verachtet wersein, Daß du der Kirche, die den; nimm dich dann Auch du liebst, Noch immer treue ihrer Schwachheit gnädig an! Lehrer giebst! 10. Fern sei von uns der Frevel, Gott, Durch Undank sie, durch Haß und Spott Zu frånfen, daß sie, was sie thun, Mit schwer beladnem Herzen thun! und 2. Gesegnet sei ihr Amt Stand! Sie pflanzen, Herr! von dir gesandt, Von Zeit zu Zeit dein heilig Wort, Und damit Licht und Tugend fort.. 8. Ermahnen, warnen, strafen ste, So weigre, wer sie hört, sich nie, sich nie, Zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst! 3. Wie freut ein treuer Leb rer sich, Wenn er, erleuchtet, Gott, durch dich, Den Jüngern Jesu gleich gesinnt, Viel' See len für sein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, Daß du uns treue Führer giebst, Die weise sind und tugendhaft, In Lehr' und That voll Geist und 11. Ach, wenn sie seufzten, würde nicht Alsdann uns treffen dein Gericht? Hast du nicht selbst gedroht: Wer sich An sie vergreift, verachtet mich? 12. Nein, Gott! wir wollen sie erfreun, Dankbare fromme Hörer sein; So führst du einst auch uns zugleich Mit ihnen in dein ewigs Reich. 3. A. Cramer. Kraft! 5. Laß uns, Herr, ihrer Lehr' uns freun; Gewissenhafte Hörer sein; ob dein Wort auch lehrt, Was 759. Gieb ihm, o Bater, und Kräfte man aus ihrem Bei Einführung eines neuen Predigers. man hit Selbst forschen, Mel. O Gott des Himmels und der 2c. 6. Und ist ihr Wort dein Zu seinem Amt, Beruf und Wort, 6 Herr; So laß uns Stand, Jhm, den zum Predigt weiser, heiliger Und besser werden, dir allein Zum Preis und auch, ste zu erfreun! amtsgeschäfte Du uns haft gnädig zugesandt! Hilf du ihm selbst! so nur allein Wird uns sein Amt gesegnet sein. 7. Daß jeder, so belohnt von dir, Frohlocke: Ja, Gott ist mit 2. Laß auf sein Pflanzen und mir! Im Himmel werd' ich Begießen Des Geistes Kraft von 502 Besondere Standes- Fieder. oben her Zum steten Segen auf Erbarmungstriebe Zur Selige uns fließen, Daß deines Wortes Kraft sich mehr', Und es für jenen Erntetag Frucht hundertfältig bringen mag! feit geleitet hat. Du wirst noch ferner mit uns sein; Wir alle, Heiland! sind ja dein. 3. Gieb, daß von dieser gan zen Heerde, Die deine Weisheit ihm vertraut, Kein Einziger verloren werde! Gieb, wenn sein Wandel uns erbaut, Daß auch sein Vortrag überzeugt Und selbst die größten Sünder beugt! 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet, Dein Vater hat uns sich erwählt, Wir sind als Chri sten längst getaufet Und deinen Kindern zugezählt. Erzhirte Jesu! wir sind dein; Drum laß uns dir empfohlen sein! 4. Laß ihn mit deines Geistes Waffen Der Wahrheit Feinden widerstehn; Und, muß er Laster hart bestrafen, Auf Menscben gunst nicht fnechtisch sehn! Gieb, wenn er tröstet, Kraft und Licht Und felsenfeste Zuversicht! 5. Knüpf zwischen ihm und uns die Bande Der Liebe und Verträglichkeit! Was ihm gebührt in seinem Stande, Šei jeder ihm zu thun bereit! Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, Der hält auch seine Diener werth. 6. O Gott! wir trauen dei ner Liebe, Die uns bisher mit Rath und That Alus göttlichem 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, Gott, zu deiner Rechten stehn, Und laß uns alle, seine Hörer, Mit ihm zum Him melreich eingehn! Da werden wir uns ewig freun, lnd ewig mit ihm glücklich sein! D. S. Georgii. mel. Schmücke dich, o liebe Seele. err! für Lieder vor der Copulation. Mel. Wie schön leucht't uns der 2. 761. Von dir, du Gott der Einigkeit! Ward 760.etheuren Lehrer Flehn zu dir wir, seine Hörer: Der du ihn uns haft gegeben, Schüße sein uns theures Leben, Stärke alle seine Kräfte, Eegne seines Amts Geschäfte, Und gieb ihm, wie er's verdienet, Einst den Kranz, der ewig grünet! J. H. Pratje. Pflichten der Eheleute. leben, Treu fich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben! 2. Du hast sie sich geneigt gemacht, Der Liebe Flammen einst der Ehestand geweiht; angefacht, Die ihre Brust ent weih' auch die zum Gegen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit stehn, das Gelübd' der Pflicht Und Eintracht abzulegen! Las sie, Vater, Dir ergeben Einig zünden; D, laß die Requng lau ter sein, Laß Untreu' nicht den Bund entweihn, zu dem sie sich verbinden! Immer Laß fie Dir ergeben, Friedlich leben, Einig Für Eheleute. 503 handeln, Fromm und heilig vor| Immer Bleibe Ihr Bestreben, dir wandeln! So zu leben, Daß dein Segen Auf ihr Haus sich möge legen! 3. Gott, der du so gern beglückit, So gern den Menschen Freude schickft, Sei gnädig ihren Wegen! Lehr' sie, in Noth 4. Auch die laß dir befohlen sein, Die in den Ehstand jetzt hinein Mit ernstem Beten gesich deiner freun, Gieb ihrem hen! Ihr ganzes Herz sei dir Stand und Fleiß Gedeihn, Laß geweiht; In Tugend und ihr Geschlecht im Segen! Laß Gottseligkeit Laß all' ihr Thun fie, Vater, Dir ergeben, Glück bestehen! Gieb, Herr, Daß lich leben, Freudig sterben! fich Lieb' und Treue Stets Mach' sie einst zu Himmels- erneue, Stets vermehre! Heil erben! J. 3. Eschenburg. sei ihnen! dir sei Ehre! 3. H. Pratje. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 762. uweiser Schöpfer! Nach der Copulation. deine Hand Ver Mel. Wie schön leucht't uns der- ic. knüpfte durch ein Liebesband 763. D ies Paar tam, gro Zu Die Das erste Paar auf Erden. Ber Jehovah! Vor Adams Hülfe ließest du dich mit seinem Ja und Ja, Eva während seiner Ruh' Aus Gelobte Lieb' und Treue; Beseiner Rippe werden. Dich, Herr! fest'ge nun mit deiner Hand Pries er, Und die Triebe Rein. Das jetzt gefnüpfte Cheband, fter Liebe Füllten beide Mit Daß feiner es entweihe! Laß der unschuldvollsten Freude. es, Wenn sie Dir zu leben 2. Bisher erhielt auch deine Hand Den dir gefäll'gen Ehestand Sich bestreben, Ihren Seelen Nie an Trost und Freude fehlen! In Heiligung und Eh- 2. Geuß deinen Segen auf fie ren. Der Frevler Unbesonnen- aus, Erhalte sie und bau' heit Konnt deiner Ordnung ihr Haus Und fördre ihre Festigkeit Durch Wahn und Werke! Zu ihrer Arbeit stärke Spott nicht stören. Ewig fie, Erleichtre ihres Standes Wird sich Troß dem Spotten Müh'! Erhör' uns, Gott der Frecher Rotten Durch dein Stärke! Laß sie Endlich, Gut Walten Deine Ordnung auch geleitet, Wohl bereitet, Mit den Frommen Zu des Lam3. Hilf, Herr, daß, die im mes Hochzeit kommen! Ehstand stehn, Allzeit auf deinen Wegen gehn, Dich fürchten und dich lieben, Und sich durch erhalten. 3. H. Pratje. Zanffucht, Stolz und Neid, Untreu' und keit Und Falschheit nie betrüben! Mel. Wie schön leucht't und der 2. 764.Ung heigion dur Ehstand Du, Schöpfer! segtest selbst ihn ein, 504 Besondere Standes- Lieder. Als du an Adam dachtest, Und| Gutes fehle! Laß niemals uns eine liebenswerthe Braut, Die den Bund entweihn; Fromm, du aus seinem Fleisch erbaut, züchtig, friedsam laß uns sein; Ihm zur Gehülfin brachtest. Ein Herz und eine Seele! Heilge, Stifter! Stifter! Dich erhöhen, Heilge, Geist der Liebe, Unfre Die in Ehen Dein fich freuen, Liebe, Und gieb Gnade, Stets Durch dich blühen und gedeihen. zu wandeln Gottes Pfade! 2. Wie glücklich lebt ein 6. Lenk' ab das Herz von frommer Mann, Wenn die leppigkeit Auf Freuden, die sein Herz ihm abgewann, Die man nie bereut, Auf Freuden Gott ihm ausersehen! Wie ächter Tugend! Selbst unser glücklich lebt an seiner Hand Hohes Alter sei Von drücken Die Fromme, welche sich verband, den Beschwerden frei, Noch Ihm hülfreich beizustehen! Heil munter, gleich der Jugend! euch! Heil euch, Fromme Gat- Segne, Šegne, Herr Gott, ten! Jauchzt im Schatten Sei- Vater Und Berather Fromner Güte; Jauchzt mit fröhmer Ehen! Segne, die auf dich lichem Gemüthe! nur sehen! J. A. Schlegel. 3. Ihr seid Gesegnete des Herrn. Von euch fliehn Haß und Argwohn fern; Um euch 765. Du willst, o Gu glänzt holder Friede. Mel. Jauchzt unserm Gott 2. Gott, du Stifter auch auch die Last der Leiden sich; der Ehen! Durch ihre Freuden Ihr traget sie gemeinschaftlich, unser Glück erhöhen, Daß sie euch nicht ermüde. Flehet! Flehet! Gott wird hören, Plagen wehren, Schmerzen lindern und des Kreuzes Bürde mindern. Wenn Mann und Weib vereinigt deis nen Willen Getreu erfüllen. 2. Wie viele Ströme sanfter süßer Triebe Entquellen nicht der ehelichen Liebe, Damit durch 4. Oft ftrecket weit sich um sie von Volk zu Volk die Erde ein Haus Ein rebenreicher Wein- Gesegnet werde! stock aus. So blühn auch Eh'- 3. Daß aller Kräfte doch zu genoffen. Sie sehen rings um einem Ziele Hinstreben müsſen, ihren Tisch Die Kinder fröhlich, einig im Gefühle Der alles munter, frisch Wie junge Früh- segnenden so milden Triebe Der lingssprossen. Sorgt nicht! Menschenliebe; Sorgt nicht! Wie viel Beter Zählt ihr, Väter! Zählt ihr, Mütter! Müh und Sorg' ist hier nicht bitter. 4. Nur darum sollten hier aus einem Blute Wir all' entſprin gen, all' aus einem Blute, 3u eines Gottes Kindern schon auf 5. Dein Rath hat uns auch Erden Vereint zu werden. wohl bedacht! Herr, habe ferner 5. Daß deine Menschen dies auf uns Acht, Daß uns kein doch fühlen möchten! Was würde Für Aeltern und Kinder. 505 von Geschlechten zu Geschlechten| fromme Freuden, Im Glück Für Heil und Wonne sich durch alle Zeiten Umher verbreiten! und Leiden. 8. Daß ihre Kinder sie zu deiner Liebe Früh bilden mögen, früh zur Menschenliebe; Daß sie, zum Glück der Welt sie zu erziehen, Vor Eifer glühen! 9. Wie werden sie dich, Stifter auch der Ehen, Mit 7. Daß sie, einander nimmer welchem warmen Danke stets zu betrüben, Die Tugend mehr, erhöhen, Daß wir entspringen als Luft der Sinne, lieben, all' aus einem Blute, Nur Sich selbst genug durch wahre einem Blute! 3. A. Cramer. 6. Sie wird sich weit verbreiten; hilf nur ihnen, Und gieb, daß Mann und Weib dir willig dienen, Und, was du, Herr, gebeutst, mit festem Willen Und froh erfüllen! Pflichten der Aeltern und Kinder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. 6. Wist, daß sie recht und 766. Groß ist, ihr Ael- irre gehn, Nach dem ſie euren tern, eure Pflicht. Wandel sehn! Sie sind durch Verzärtelt eure Kinder nicht! Beispiel leicht regiert. Weh', Pflanzt in ihr Herz, wenn's weh' euch, wenn ihr sie vernoch ist Zeit, Gehorsam und führt! Genügsamkeit! 7. Was hilft noch Anstand 2. Wohl euch, wenn ihrer vor der Welt, Wofern das fein's vergist, Was aller Weis- Herz Gott nicht gefällt? O, heit Anfang ist, Daß Liebe pflanzt in eurer Kinder Brust gegen Gott und Scheu Vor Zum Guten ja die wärmste Lust! ihm die beste Klugheit sei! 8. Gewöhnt sie an befohlne 3. Lehrt sie, wenn ihr Ver- Müh', An Fleiß, an Ernst; und stand erwacht, Gott fennen, lehret sie, Daß Arbeit feine seine Lieb' und Macht! Lehrt Sclaverei, Vielmehr das Glück sie auf seine Worte sehn, Und der Menschen sei! was sie lernen, auch verstehn! 9. So mehrt ihr guter 4. Besorgt für ihren Leib Bürger Zahl Durch eure Kinund mehr Für ihren Geist, seht der allzumál; Und könnt euch stets umher, Was ihrer Unschuld eurer Kinder freun, Wenn schaden kann, Und führt sie sie erwachsen und gedeihn. früh zur Tugend an! 10. Doch wenn ihr eure 5. Erstickt durch Unterricht Pflicht nicht thut, So fordert und Zucht Der ersten Sünden Gott der Kinder Blut Von Keim und Frucht, Damit sie eurer Hand; denn sie sind Gottes Ebenbild Früh werden, sein. Euch that er sie auf liebreich, sanft und mild! Rechnung ein. J. A. Cramer. 506 Besondere Standes- fieder. Mel. Gott des Himmels und 2c. das Kind der Pflicht; Schont 767 Herr, welch ein wich- weiſe Zucht des Ernstes nicht. tiges Für D, welch Aeltern, Kinder zu erziehn! Gieb Segen Für Aeltern, Kinder dazu Weisheit, Lust und Kräfte, und die Welt, Wenn fromme Und segne redliches Bemühn, Zucht auf deinen Wegen, O Wodurch man unter weiser Herr, des Zweckes nicht verZucht Der Kinder Herz zu fehlt! Lust strömt den Aeltern; bilden sucht! Glück und Heil Ist hier und dort der Kinder Theil. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, Und willst, sie sollen glücklich sein, Hast ihnen auch den Ruf gegeben, Sich gern zu andrer Dienst zu weihn; Zu allen beiden führet man Durch weise Zucht sie frühe an. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten Entsteht um desto mehr Gewinn, Je mehr die Kinder wohl gerathen, Erzogen, Herr! nach deinem Sinn. Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried'und Ruh Nimmt desto mehr auf Erden zu. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen Hierin mit Red- 9. Ach, aber welche Best auf lichkeit vollziehn, Und diese Erden. Jst nicht die böse Kinders Zwecke zu erfüllen Mit allem zucht! Sie häuft den Aeltern Ernste sich bemühn! Wohl ihnen selbst Beschwerden. Die oft her hier in dieser Zeit Und auch nach ihr Herz verflucht. Die in jener Ewigkeit! Opfer ihrer Grausamfeit Vers mehren vollends dort ihr Leid. 4. Sie baun das Wohlfein ibrer Jugend Und deines großen Namens Preis, Ziehn sie zur Weisheit und zur Tugend Durch eignen und durch andrer Fleiß, Und um Gedeihn fleht ihr Gebet Zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jüngen Seelen Vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen, Und ſich mit ihnen fromm zu freun, zu bilden ihre zarte Brust, Das, das ist guter Aleltern Luft. 10. Gott, lehr' eltern dies erwägen; Erweck' und stärke ihr Bemühn, Die Kinder unter dei nem Segen Zu deiner Ehr' wohl zu erziehn! O, laß sie einst so glücklich sein Und dessen sich im Himmel freun!.. Heeren. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen u. 768. Die Kinder, deren wir uns freun, Sind alle, Gott und Vater! dein; Sind deine beste Gab' o Herr! Be wahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht, Sie aufzuziehn in deiner Zucht; So. fteh', damit sie glücklich sei, Mit deiner Weis6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, Mit Freundlichkeit in ihr Gemüth Die edlern Triebe früh zu senken, Ift ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch widerstrebt heit ihnen bei! Für Aeltern und Kinder. 507 3. Gieb allen Kindern Lern-| IhreSchwa chheit unterstüßt, Siebegier, Zum Guten Luft, und erhalten, sie ernähret Und sie Furcht vor dir; Und laß sie gnädiglich beschüßt. Die sich dei meiden ohne Zwang Troß, Eines Anschauns freun, Engel ,. gensinn und Müssiggang! achten's nicht zu klein Unbemerkt oft vor Gefahren Unfre Kinder zu bewahren. 4. Gesegnet fei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht Dich recht erkennen; laß fie nie Gefährlich irren, leite fie! 3. Sollt' ich für so reiche Güte Dir nicht herzlich dankbar sein? Mit frohlockendem Gemüthe Mich nicht ihrer vor dir freun? O, wie theuer sind sie mir! Denn ein Segen, Gott, von dir Sind sie selbst, und wie viel Segen Echenkst du mir nicht ihretwegen! 5. Im Glauben mache sie gewiß! Bewahre sie vor Aer gerniß; Und kommt Verführung ihnen nah', So sei dein Beistand ihnen da! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort Vor Augen haben und dein Wort, Und sich befleißen jederzeit Der Tugend, Zucht und Frömmigkeit! 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, Die freudig deine Wege gehn, Und Bürger einst voll Lust und Muth, Zu thun, was edel ist und gut! 4. Du, mein Schöpfer und Erhalter! Bist von Kindheit an mein Gott, Und mein Gott noch einst im Alter; Sei auch meiner Kinder Gott! Segne und behüte sie! Deine Furcht erfüll' sie früh, Daß sie, dir zum Wohlgefallen, Jung schon deine Wege wallen! 8. Erhör' uns, Vater, Sohn 5. Wie viel lockende Geund Geist, Wenn dich auch fahren Warten ihrer in der Kind und Säugling preist! Welt! Ihr Verstand ist unerWie danken einst, o Vater, fahren, Welttand schimmert wir mit allen unsern Kindern dir! D. Denicke. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. und gefällt, Auch ihr Herz ist bald erweicht, Böses Beispiel haftet leicht, Trogig spots ten Frevler Gottes, Groß ist 769.S orge du für meine die Gefahr des Spottes. Kinder, Gott, deß 6. Gott! daß sie dir treulich Lieb' und Huld uns frönt! Zwar dienen, Ist nur dein Werk; auch sie sind vor dir Sünder; ach, nimm nie. Deinen heilgen Doch durch Jesum dir versöhnt. Geist von ihnen, ihnen, Daß ihr Auch sind sie dir, dein zu sein, Herz die Laster flieh', Und ich Deiner Liebe sich zu freun Und einst voll Zuversicht, Daß vom zu deiner Ehr' zu leben, Durch Gift des Lasters nicht Ihr den Taufbund übergeben. unschuldig Herz verderbe, Froh 2. Ihr Gelall hast du gehöret, fte segne, wenn ich sterbe! Besondere Standes- Fieder. 508 Mel. Jesus, meine 3uversicht. 770. Gott, mein Vater, 7. Nicht bitt' ich, daß du mit Leiden Sie hienieden ganz ver schonst; Nicht, daß du mit ste Dank fei dir! ten Freuden Ihre Tugend hier Du hast, was mir dient zum schon lohnst; Nicht, daß du sie Leben, Durch so liebe Aeltern hoch erhebst, Ihnen großen mir Ohne mein Verdienst ges Reichthum geb'st, Jeden An- geben; Hilf, daß ich für diese schlag gleich erfüllest, Jeden ihrer Wünsche stillest. Treu' Ehrfurchtsvoll und dank bar fei! 8. Gieb du ihnen, o Allweiser, 2. Hab' ich sie bisher bes Wie es längst dein Rath bedacht, trübt; So nimm von mir diese Das nur, was sie frömmer, wei Sünde! Hab' ich sie nicht ser Und zumHimmel reifer macht! g'nug geliebt, Wie es einem Nie kann eine ganze Welt Dem, treuen Kinde Dein Geseß und der aus der Gnade fällt, Nie Wort gebeut; Ach, so ist mir's mit allen ihren Schäßen Den Verlust der Seel' erseßen. 9. Doch die Bitte, die ich wage, Find' ein gnädiges Gehör! Kann es sein; laß ihre Tage Doch nicht ganz von Freuden leer! Werden sie geprüft durch dich;, so sei es väterlich, Und dann laß es ihren Seelen Nicht an reichem Troste fehlen! 10. Keines auch von ihnen werde- Das, das bitt' ich, Herr, mein Gott! Je den Freun4. Stärfe meine Willigkeit, Was sie fränket, stets zu mei den; Zucht, weil sie dein Wort gebeut, Reuvoll mit Geduld zu leiden! Hör' ich ihr Wort gern, als dein, Wird den zur Beschwerde, Noch den mir's Heil und Segen sein. Feinden je zum Spott! Nußbar laß der Welt sie sein, Daß Mel. Allein Gott in der Höh' ſei. fie sich durch dein Gedeihn Hare 771. Gott, mein Bate Vater, ten stets erwehren, sich ihres Fleißes nähren! 11. Der Triumphtag der Gerechten Sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß zu des Rich herzlich leid. 3. Weisheit, Stärke, Fried' und Ruh', O du Schöpfer und Erhalter, Lege meinen Aelternzu Und ein glücklich hohes Alter! Beten sie für sich und mich, So erhör' es väterlich! in's Herz geschrieben: Den Ael tern sollst du bis zum Tod Gehorchen und sie lieben! D dieser theuren süßen Pflicht ters Rechten Ihrer keines fehlen Vergesse meine Seele nicht! mag! Dann frohlock' ich: Rich ter, fieh'! Hier bin ich; hier sind auch die, Die dein Vater mir verliehen, Sie dem HimSie sei mir ewig heilig! 2. Von meiner ersten Kindheit an Erzeigten sie mir Gutes; Mehr, als ich je vergelten fann, mel zu erziehen. L. H. Schlosser. Erzeigten sie mir Gutes. Und Für Aeltern und Kinder. 509 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das Beispiel frommer Kin der! Der, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, Er war doch von Kindheit an Seinen. Aeltern unterthan. noch sind sie für mich, ihr Kind, So zärtlich und so gut gefinnt, Als Aeltern immer fönnen. So 3. Nun, weil ich lebe, will ich ste Auch wieder zärtlich lieben, Gern ihnen folgen, und sie nie Erzürnen, nie betrüben; werd' ich ihre Freude sein, Und 5. Freude sei es denn auch selbst dich, o mein Gott! erfreun, mir, Folgsam sein; denn das Und deiner Huld genießen. ist billig Und gefällig, Gott! vor dir. Mach' du selbst dazu. mich willig! Wohl mir dann! 3. H. Campe. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. es wird auch mein Dein verheißner Segen sein. 772. Gott, die fei mein Dank geweiht, Heilig dir mein ganzes Leben! Denn aus freier Mildigkeit Hast du selbst es mir gegeben, B. Schmolck. mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 773. ich bitte dich tlm Gott! In Laß Die zur Tugend mich erziehn. Weisheit und um Tugend. Ne2. Hilf, daß gegen sie mein giere du mich väterlich Herz Kindlich sei und nicht bloß meiner frühen Jugend! scheine, Und daß ich, trifft sie deinen Segen auf mir ruhn, ein Schmerz, Zu dir fromme Nur das zu lieben und zu Thränen weine, Für ihr Glück thun, Was dir, mein Gott, dir dankbar sei, Und mich ihrer gefällig! Freuden freu'! 2. Gieb, daß sich meine 3. Laß auf ihre Winke Aleltern freun, Mich tugendmich Kindlich und mit Sorg- haft zu sehen! Laß ihre Zucht falt achten; Ihren Wünschen an mir gedeihn Zu meinem selbst laß mich Noch zuvorzu- Wohlergehen! Das Gute, was kommen trachten; Gern, was sie mir gethan Von meinem sie vergnügt, vollziehn; Stets, ersten Odem an, O, das verwas ihnen mißfällt, fliehn! gilt du ihnen! H. E. Heeren. Für die Jugend überhaupt. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. dir. Erbarmer, weiche nie von 774, ch trete vor dein mir, Damit ich meine Wege Angesicht, Du Unsträflich gehen möge! Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht Um Weisheit und um Tugend! Mein ganzes Leben dank' ich 2. Mein Herz, vom Lasterdienst noch rein; Doch jung und unerfahren, Wie leicht, geblendet durch den Schein, Stürzt es sich 510 Besondere Standes- Lieder. in Gefahren! Ach, mache mich wende! Gott, meiner Jugend mir selbst bekannt; Herr, gieb Fleiß und Müh' Laß nicht ums mir Weisheit und Verstand, Stets auf dein Wort zu schauen, Und nie mir selbst zu trauen! sonst sein; segne sie! Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden.B. Münter. 3. Du pflanztest, Herr! in meine Brust Die Triebe zum Mel. Wie lieblich ist, o Herr u. Vergnügen: Ach, stärke mich, den 775. Wie wünſcht, wie Hang zur Der zu strebet meine besiegen! Dein unausbleibliches Seele, Stets weiser, besser stets Gericht Vergesse meine Seele zu sein! Doch, Vater, dem ich nicht! D, lehr'mich fromme Freu- mich empfehle! So Trieb, als den Von eiteln unterscheiden! Kraft dazu ist dein. Gott, ohne JUB 23 4. Wenn sich auf meiner Ju- den ich gar nichts fann, Nimm gend Bahn, Mich in ihr Netz meines Wunsch's und Trieb's zu ziehen, Verführer meiner dich an! Seele nahn; So laß mich flüglich fliehen! Ihr süßes Locken lenke nicht Mein Herz von dir und meiner Pflicht; Spotten und ihr Lachen nie mich wankend machen! 2. Daß du mich früh zum Guten lenktest; Zu dem, was edel ist, mir Lust, Und mit der Ihr Luft auch Kräfte schenktest; Das Laß dankt dir meine ganze Brust. Und nun folg' ich dir williglich; An deiner Hand, Herr! gleit ich nicht. 5. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, O Gott! unendlich wichtig; Denn er macht mich gerecht vor dir, Und meine Steige richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, Das sich zur Sündenliebe neigt, Noch Lust zum Widersprechen Laß meinen Glauben schwächen! 3. Der zarten Jugend süße Stunden, Wie kostbar, und wie schön sind sie! Was ich bis hieher hab' empfunden, Fühl' ich viel leicht im Alter nie. Mich, dessen Herz fein Kummer drückt, Macht Freude bald und leicht beglücht. 4. Dem sei mein Leben stets geweihet, Der mir's als Gott und Vater gab! Wer weiß, wie lang' es mich erfreuet? Vielleicht umschließt mich bald mein Grab. Kein Flehn führt einen Augen Von meiner Lebenszeit 6. Der Tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhal ter; Sie werde meiner Jugend Glanz Und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein! Laß feinen meiner Tage sein, Der nicht zu deiner Ehre blick Geschmückt mit Tugend wäre! zurück. 7. Ach, lehre mich den Werth 5. Wer bringet mir die Stunde der Zeit, Daß ich sie nie ver- wieder, Die ungenußt sich mit schwende, Daß ich mit fluger entzieht? Was ist so schnell, als Thätigkeit Auf Weisheit sie ver- das Gefieder Der Zeit? sie eilt Für die Herrschaft und das Gefinde. 511 nicht nur: sie flieht! Nur die Zeit bleibet und erfreut, Die ich, mein Vater! dir geweiht. regrer Fleiß Im Innern meis ner Seele lebte; D, wär' sie für die Tugend heiß! So dächt' 9. O, daß ich stets nach Wahr- ich einst mit Freudigkeit An heit strebte! O, daß ein immer meiner Jugendjahre Zeit. Pflichten der Herrschaft und des Gesindes. 776. Die herrschen Mel. Herzliebster Jesu, was haft 2c. wie leicht wird, wer regieret, ie Menschen mögen Zum Mißbrauch seines Ansehns oder nicht verführet Von Eitelkeit, dienen; Du bist ihr Herr, o vom Hange zum Gewinne, Gott! und giebest ihnen, Dir zu Vom Eigensinne! gehorchen als getreue Knechte, Geseß und Rechte. 8. Laß jeden denn auf deine Rechte sehen, Um seinem Hause flüglich vorzustehen! Giebjedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke! J. A. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. icht alle können 777.9 herrschen; viele sollen Gehorchen, wenn sie glücklich werden wollen. Sie sollen willig- Gott verlangt's von ihnen- Den Brüdern dienen. 2. Und diese heiligen Gesetze follen Sie halten, wenn sie glück lich werden wollen; Vereinigt alle durch der Liebe Bande In jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, Was er befiehlt, tyrannisch zu gebieten; Mit Härte zu beherrschen, die ihm dienen, Sich nie erfühnen; 4. Soll immerfort mit allem Ernst bedenken, Die, so ihm unterthan sind, nie zu fränken, Weil wir noch über uns für unsre Sünden Den Rächer finden; 5. Soll ihnen den versprochnen Lohn nicht schmälern; Soll gütig sein, und nachsichtsvoll bei Fehlern; Soll, wie so leicht er selber fönne fehlen, Sich nie verhehlen; 2. Da sie dir, Gott, weit mehr gehorchen müssen, Al ષ્ઠ Menschen, so laß wider ihr Gewissen Sie nichts thun! Herr, den Trieb, dir zu gefallen, Gieb ihnen allen! 3. Gieb ihnen ein gehorsam Herz und Treue, Daß jeder ſeines Russ vor dir sich freue! Mit Eifer laß sie ihrer Herrschaft Willen Mit Lust erfüllen! 6. Soll liebreich sein, geduldig und gelinde, Daß er vor Gott auch Gnade wieder finde, Und der, wie er belohnt, auch ihn belohne; Wie er schont, schone! 7. Doch, Gott, wie leicht, Zur Arbeit tråge! 4. Laß sie nichts mit betrü gerischen Händen Veruntreun, nichts verderben, nichts entwenden; Und keiner sei, wer Lohn empfängt und Pflege, 512 Besondere Standes- Lieder. 5. Laß sie der Demuth Bflich- dienen; Doch dien' ich redlich ten nicht vergessen, Daß kei- ihnen, So dien' ich dir, mein ner selbstflug, trogig und ver- Gott! Hilf mir, der Herrschaft messen Sich billigen Befehlen Willen Gewissenhaft erfüllen! widerseße, Sie nie verlege! Ihr Wille ist auch dein Gebot. 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuden Vollbringen; mit Gelassenheit auch leiden; Nicht gleich sie ha ben auch viel zu bereuen Um Rache schreien! 3. Laß mich nicht sündlich klas gen; Lehr' mich, was schwer ist, tragen; Auf deine Führung sehn; Klug reden, flug auch schweigen; Die größte Treu' erzeigen, Und stets gerade Wege gehn! 7. Wenn sie denn freudig, dir 4. Bei meiner Herrschaft Freude zum Wohlgefallen, Ihr Werk Sei fern vom Gram und Neide, verrichten, wohl dann ihnen al- Sei freudenvoll mein Herz! len! Wie werden sie im Himmel Wenn ich was Hartes leide; So und auf Erden Gesegnet werden! 8. Und müssen sie auch har ten Herren dienen; Wie wohl| sei du meine Freude, Und dein Trost lindre meinen Schmerz! 5. Gieb Weisheit, mich zu vergiltst du, Gott, das fünftig schmiegen; Recht thun, sei mein ihnen! Des Lebens Abend Vergnügen, Und Freude jede kommt; dann ruhn die Müden Pflicht! Da, wo ich geh' und In deinem Frieden. wandle, Da, wo ich bin und handle, Bin ich vor deinem Angesicht. 6. Du bist ja der Gerechte, Der Herr der Herrn und Knechte, Und aller Menschen Heil. Der Niedrigste auf Erden Kann groß im Himmel werden, Hat, Fürsten gleich, an dir, Gott! Theil. 7. Da wirst du mir auch loh per und der Geister, Mein nen. Bei dir werd' ich einst Schöpfer! ich bin dein. Du wohnen, Mich unter Engeln wolltest, ich sollt' werden, Du freun. Laß mich dies recht ers feßtest mich auf Erden, Und messen, Nie deiner, Gott, vers deiner soll mein Herz sich freun. gessen! Wie glücklich werd' ich 2. Du heißt mich andern dann einst sein! J. K. Lavater. 11 9. Verherrlichet empfahen sie vom Sohne Des Himmels Seligfeit zu ihrem Lohne, Und werden, sind sie in dein Reich erhoben, Dich ewig loben. 3. A. Cramer. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 778. DT u großer Herr und Meister Der KörPflichten des Kriegsstandes. Mel. Aus tiefer Nothschrei' ich zu dir.| Kriegsmann gläubig nieder. Er 779.or or dir, Jehovah!| betet, fleht, und bringet dir Das fällt allhier Ein Räuchwerk seiner Lieder. Er Für Ariegslente. 513 wünscht, daß deine Gnadenhand 7. Gieb, daß wir niemand Ihn auch in seinem Kriegesstand durch Gewalt Zum Seufzen AnMit Rath und Schuß erfreue. 2. Wie viele jeh' ich leider nicht, Durch ein zu freches Leben, Das durch Geseß und Wohlstand bricht, Ein bös laß geben, Mit dem beschiedenen Gehalt Zufrieden allzeit leben! Ein Herz, das Liebe fennt und fühlt. Und stets des Nächsten Wohl bezielt, Das, Erempel geben! Spiel, Fluch, wollest du uns geben! Bedrückung, Schwelgerei, Un- 8. Laß uns, Herr, das, was zucht und Atheisterei Muß uns gebührt, Allzeit mit Lust wohlanständig heißen. vollbringen! Wozu uns der Be3. Mein Stand, der dir geruf auch führt, In groß und fällig ist, Rechtfertigt feine Sünstleinen Dingen, Da laß uns den. Ich heiße gleichwohl auch treu und tapfer sein, Und nicht ein Chrift; Und will ich Gnade Gefahr, nicht Unlust scheu'n, So finden, So ist für mich fein wie man's von uns fordert! andrer Weg, Als nur allein der Tugendsteg, Den Jesus selbst gegangen. 9. Erinnre uns an unsern Eid, Daß wir ihn nie entweihen! So können wir zu jeder Zeit lns deiner Obhut freuen. Laß uns Soldaten insgemein Auch. weißt gute Streiter Jesu sein! ErWas hör' uns, Gott der Stärke! 4. Doch, Gott! du läßt, wo Unfraut steht, Auch guten Weizen blühen. Du auch, wo es arg zugeht, Gutes zu erziehen. Ach, stelle eine fromme Schaar Mir im- Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. ter zum Erempel dar, Nach 780. Herre Augen ihnen mich zu bilden! deß alles sehen, Herr, Höre meines Herzens Flehen, Und nimm meine Seufzer an! Höre Im Stande wahrer mich durch Jesum Christ, Der uns auf deinen für mich gestorben ist, Und Und immer auf der auch ein schwaches Beten Kräftigst pfleget zu vertreten! 2. Nunmehr nahen sich die Stunden, Da man uns auf's Schlachtfeld führt, Wo der Muth durch Tod und Wunden Ehre, Ruhm und Glück gebiert. Unsre Feinde rüsten sich. Uns droht Schuß und Hieb und Stich, und die Knechte schnöder Sünden Wissen nirgend Trost zu finden. 33 5. Für meine Brüder und deß Allmacht alles fann! für mich Fall' ich dir, Herr! zu Fuße; Erhalt uns immer gnädiglich Buße! Wegen gehn, die Vorschrift fehn, Die du uns haft gegeben! Laß 6. Mit innigster Entschlossen heit, Nur dir zur Ehr' zu leben, Laß uns dem Reiz der Sündlichkeit Stets ernstlich widerstreben! Zwar schlüpfrig ist der Kriegesstand; Doch leite uns mit deiner Hand, Daß wir ihn nie entehren! 514 Besondere Standes- Fieder. 3. H. Pratje. 3. Zwar ich dient' einst auch| Hilf uns fämpfen, hilf uns der Sünde, Sehr verderbt war siegen! Laß die Feinde unter die Natur; Doch du machtest liegen! mich zum Kinde Und zur neuen Creatur. Dies giebt mir an deinem Heil und an deinem Beistand Theil. Bin ich Kind; so bist du Vater, Schußherr, Helfer und Berather. 4. Hier erhebt sich mein Gemüthe, Und zieht Kraft und Freude an, Weil es sich auf 2. Für diese fnie'n und deine Güte Sichre Rechnung flehen wir, Du Herr der machen kann. Meine Bruft er- Heere! jetzt zu dir. Erfüll' zittert nicht, wenn auch alles mit deiner Furcht ihr Herz, weicht und bricht, Und zur Und lenk' es immer himmelRechten oder Linken Hundert wärts! oder Tausend sinken. 3. Fern sei von ihnen jeder zeit Troß, Härt' und Unges rechtigkeit; Von Ueppigkeit und Schwelgerei Sei ihres 5. Herr! du stehest mir zur Seiten; Mich deckt deiner Engel Wacht. Deiner Augen gütigs Leiten Acht. Läuft fein Eperling, ja fein Haar Ohne deinen Rath Gefahr; Herr! so fann mir nichts geschehen, Was du selbst nicht ausersehen. Mel. Erhalt uns, Herr, bei. 781. ür die, Herr! die Für man außgesandt Zum Kampfe für das Vaterland, Für das Heer, das aus Pflicht den Streit, Und allenfalls den Tod nicht scheut; Hält mich stets in guter Herzens Neigung frei! 4. Stärk ihres Glaubens Zuversicht, Und ihr Gebet verschmähe nicht! Gieb ihnen Und Muth und Freudigkeit, stärke ste zu jedem Streit! 6. Hohes, Tiefes, Tod und 5. Verleih', daß niemand Leben Trennt dich, Vater! nicht je den Eid, Den er geschworen von mir, Alles, was du mir hat, entweiht! Treu dem Ge gegeben, Seel' und Leib, em- wissen, treu der Pflicht, Vers pfehl ich dir. Ich bin dein, laß sie deine Treu' auch nicht! und du bist mein. Flöß' mir 6. Fern sei, was sonst leicht Kraft und Freude ein! Es sei schädlich ist! Laß Uleberfall und Leben, es sei Sterben; Laß dein Hinterlist, Laß Falschheit und Kind nur nicht verderben! Verrätherei'n Sich niemals ih res Unfalls freun! 7. Hilf uns, Vater, hilf uns fämpfen; Hilf uns, so es dir 7. Mit deinem Auge leite gefällt! Hilf das Heer der ste! Beglücke ihre Sorg' und Feinde dämpfen, Das sich uns Müh' Für Vaterland und entgegen stellt! Jesu Blut Königsthron! Dein Schuß fei dient zum Panier. Herr! dein ihrer Treue Lohn! Schwert und Schild ist hier. 8. Bedecke sie mit deiner Macht! Für den Hausstand überhaupt. 515 Zum Siege lenke jede Schlacht!| in dem Streit; So führe Führ' uns durch sie des Frie- ihn zur Seligkeit! Sei dann dens Glück; Führ'. sie, mit der Wittwen Trost, o Gott, Sieg gekrönt, zurück! Und lindere der Waisen Noth! 9. Und fällt auch jemand Pflichten des Hausstandes überhaupt. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'.| Brüder. Was er nur Gutes 782. Aus deiner milden kann und weiß, Das kommt Segenshand, Du Geber aller Gaben! Muß jedes Volk und jedes Land Des Segens Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du Haus, Und breitest deine Wohlthat aus Zum Flor und Glück der Völker. von dir hernieder. Was deine Huld uns zugewandt, Das fließet stets aus Hand in Hand Durch nützliche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott! wir preis sen dich Mit dankbaremGemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Segen ferner aus Auf unsern Ort,( unfre Stadt), auf jedes Haus Zu deines Namens. Ehre! H. E. Heeren. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, Wodurch die Länder blühen. Du schenkest jeg lichem die Kraft, Sich nüßlich zu bemühen; Giebst jedem Amt, Beruf und Stand, Wozu dein Rath ihn tüchtig fand, Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Zum Besten mitzuwirken. err, wie fromm und 783.$ err, gut bist du, Gott, mein Schuß auf allen Wegen! Du giebst meinem Hause Ruh', Freude, Nahrung, Glück und Segen. Könntest du für diefes Leben Mir wohl größre Güter geben? 2. Ach, erhalt' sie mir, mein 4. Du giebst den Schiffen Gott, Hilf mir treu und christihren Lauf Auf Strömen und lich handeln! Gieb Gesundheit, auf Meeren, Und hilft dem Fried' und Brod! Laß nach Flor der Handlung auf, Biel' deinem Wort mich wandeln! Tausende zu nähren. Zur Laß mich Freundschaft dankbar Nothdurft, zur Bequemlichkeit achten, und durch Recht nach Vertheilst du deine Gaben weit Wohlfahrt trachten! Durch manche Handelszweige. 3. Echent' den Meinen deine 5. Du fegnest auch des Künst- Huld; Laß sie nicht im Unglück lers Fleiß Zum Nußen seiner weinen! Meinem Feind vergieb 33* 3. Als milden Geber- zeigft du dich Dem Volk in jedem Lande, Verknüpfft die Völker unter sich Durch deine Segensbande. Vom fernen Ost, vom fernen Nord Strömt deine Segensquelle fort Zum Westen und zum Süden. 516 Besondere Standes- Fieder. die Schuld! Lehr' uns, wieder ner Pflicht Erfüllung strebt, uns vereinen! Laß mich fliehn Benn Eintracht und Zufries der Welt Verderben, Heilig leben, denheit Gin Haus zum Siz selig sterben! 3. F. Feddersen, des Segens weiht! 6. Denn denen, die dich scheu'n und ehren, O Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgs sam deinen Lehren, Und traun auf dich, und finden Ruh', Und finden Freude, deren Werth Und Dauer feine Zeit zerstört. Mel. Mein Jesus lebt! was zc. m Stillen wollen 784. 3m wir dich ehren, Dich, Gott, der frommen Wandel liebt, Und Bittenden, was sie begehren, Wenn's ihnen nüßt und wohlthut, giebt! Schon oft sind wir erquickt, erhört, Von deinem Thron zurückgefehrt. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr! von dir gesandt. Der Tod 2. Uns alle, die dir flehn, muß oftmals die auch scheiden, verbindet Des Blutes und der Die Blut und Treue fest vers Freundschaft Band, Und unser band. Oft stört des Grams und Dank, o Gott! empfindet Die Unfalls Wuth, Oft Krankheit milde Leitung deiner Hand. Er ihren heitern Muth. preift dich, großer Menschenfreund, Der uns in dieses Band vereint! 3. Wohl dem, der in dem Ehebunde In fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde Mit Se ligkeit und Lust durchwebt. Er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn Auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, Den du, ihr Vater, eins geschenkt. Du zürnst nicht ewig, fannst nicht hassen, Du Gott, det seiner Kinder denft, Und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, Durch Leiden sie zur Freude bringt! 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen Der Ehe Bund noch schöner macht, Wenn sie im Herzen Tugend hegen, Wenn in den Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der Aeltern Beispiel rührt Und auf den Weg des geliebt, Lebens führt! 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen; Einst werden wir uns wiedersehn, Vor Gottes Thron die Unsern fennen, Mit ihnen dankend vor ihm ftehn. Da, wo fein Tod mehr trennen fann, Stehn wirvereint, und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, Die unaussprechlich uns Dem Gott geheiligten Gemüthe Schon hier des Him 5. Wohl denen, deren Hausmels Vorschmack giebt, Durch genossen Die Furcht des Herrn Freundschaft uns zur Ewigs vor Augen schwebt, Wenn jeder keit, Zur Wonne der Verklärs treu und unverdrossen Nach sei- ten weiht. 3. 3. Eschenburg. Dritter Theil des Gesangbuchs. Enthält Lieder für gewisse Zeiten und Angelegenheiten. Neujahrs- Lieder. Mel. Herr Gott, dich loben wir. 785.91mächtger Herr der Zeit und Herr der Ewigkeit! Du schufst der Welten großes Heer, Schufst Himmel, Erde, Luft und Meer; Du ordnetest der Welten Jahr', Noch ehe Welt und Zeitlauf war. Dir singt, was denfet, Preis und Dank. Dir schallt auch unser Lobgesang: Was lebt und webet überall, Der Creaturen große Zahl, Der Menschen, wie der Würmer Heer, Die sättigtest du, Gott! bisher. Du theiliest Leben, Fried' und Ruh' Den Ländern und den Völkern zu. Durch deines Wortes Unterricht Schusst du in unsern Seelen Licht. Du stärkteft Müd' und Strauchelnde, Gabst Trost in Leibs- und Seelenweh', Erhobst schon viele durch den Sohn Nach Kampf und Sieg[ zum Gnadenlohn. Ewig ist unser Gott! Herrlich ist unser Gott! Nur er allein ist Gott! Ist Schöpfer, Herr und Gott! Preis sei dir, weiser Gott! Dich preist noch das verfloßne Dank sei dir, treuer Gott! Jahr, Das deiner Wunder Ehr' sei dir, starker Gott! Schauplaz war, Von deiner Dir, Schöpfer, Herr und Gott! Milde überfloß, In Segens- Nun steiget mit der Zeiten strömen sich ergoß. Die Sonne Lauf Der Erd' ein neues Jahr in entfernter Höh', Die Wol- herauf. Wer ist, der dich nicht fen, Regen, Wind und Echnee froh erhebt, Daß er auch dieUnd aller Elemente Kraft, Die ses Jahr erlebt? Dein Volk in deiner Allmacht Wint erschafft, deinem Heiligthum Eingt deiDie schwängerten der Erde ner Weltregierung Ruhm. Vor Und machten ihren deine höchste Majestät Kommt Schooß Reichthum groß. unser brünstiges Gebet. Mit 518 einem Munde beten wir Und bitten unser Heil von dir. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Weil mich sonst nichts Erhalte ferner deine Welt Und trösten kann! Sieh' auf meiner alles, was sie in sich hält! Be- Andacht Triebe, Und nimm schüß' und segne auch hinfort In meine Bitte an! Wenn ich diesem Jahre jeden Ort Und schlafe, wenn ich wach', Was jede Menschen, groß und klein, ich denke, was ich mach', DaUnd laß sie ganz sich deiner bei wollest du mich leiten! Im freun! Walt über alles Volk mer sei mir, Herr, zur Seiten! und Land Und fördre jeden Lebensstand, Vom ersten und erhabensten Zum legten und zum niedrigsten! Und nach dem Wechsel dieser Zeit Führ' alle uns zur Ewigkeit, Zum eigen größten Jubeljahr, Damit dann in der selgen Schaar Wir in der Nähe deines Throns, Jm Angesichte deines Sohns, Dir ewig, ewig ganz geweiht, Ganz fühlen unsre Seligkeit! Amen. Neujahrs- Fieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 786. Hilf, Herr Jeſu, laß 4. Gnade wollest du mir geben, Daß dies Jahr dir heilig sei! Laß mich fromm und christlich leben, Ohne schnöde Heuchelei! Laß mich, wie dein Junger soll, Aechter Menschenliebe voll, Gu tes wirken hier auf Erden, Selig dort im Himmel werden! 5. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr! Trage mich auf deinen Händen; Sei mein Helfer in Gefahr! Steh' mir bei in jeder Noth; Auch verlaß mich nicht im Tod! Gläubig will ich dich umfaſſen, Wenn soll die Welt verlasſen. 3. Rift. wir flehn! das Jahr geht an. Laß es neue Kraft mir bringen, Stets zu gehn auf deiner Bahn! Mel. Aus meines Herzens Grunde. Laß mich dir befohlen sein, 787. Helft Gottes et Schleuß in deinen mich ein! Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben! Güte preisen! Denn Gott ermüdet nicht, Die Treue zu beweisen, Die uns sein Wort verspricht. Schon endet sich ein 2. Laß dies Jahr ein Jahr Jahr der Gnade Mir und meinen der; Brüdern sein! Daß die Sünde mir nicht schade, mache dein Von unserm Leben wies Und Gott ist, o ihr Brü der! Noch immer, was er war. Verdienst mich rein! Der du für uns Sünder starbst Und uns Gottes Huld erwarbst, 2. Noch immer reich an Güte, Langmüthig, voll Geduld. Mit dankbarem Gemüthe Betrachtet seine Huld! Er war's, der unser Du kannst Sünd' und Schuld Land, Der unser Leben schüßte; vergeben; Ach, vergieb sie, laß mich leben! Er gab uns, was uns nüßte, Mit immer milder Hand. Neujahrs- Lieder. 3. Die Kirch' hat er erhalten, Und zu dem Unterricht Der Jugend und der Alten Auch seines Wortes Licht. Der uns ernähret hat, Ward nie des Wohlthuns müde, Gab lleberfluß und Friede, Beglückte Land und Stadt. 4. Er, der als Gott belohnte, Was gut ist, trug voll Huld Die Irrenden und schonte Der Sünder mit Geduld. Uns traf noch kein Gericht. Wir wären längst gestorben, In mancher Noth verdorben, Verträt' uns Jesus nicht. 519 Güte Ein neues Jahr mit Freuden an. Ach, daß mein Mund und mein Gemüthe Ihn nicht nach Würden preisen fann! Gott thut ja mehr, als ich begehrt'; Ich bin nicht des Geringsten werth. 3. Ich kann das Gute, Herr! nicht zählen, Daß mir von dir erwiesen ist; Doch preis ich dich von Grund der Seelen, Daß du mein Gott und Vater bist, Der mir bisher geholfen hat. Hilf ferner mir mit Rath und That! 4. Ach, willst du auf die Sünden sehen, Die ich im alten 5. Mit väterlicher Treue Jahr vollbracht; So kann mir Nimmt er sich unser an, Wenn anders nichts geschehen, Ats wir bei wahrer Reue Durch was mir Angst und Schrecken Jesum uns ihm nahn. Er will, macht. O Herr, gedenk' nicht was wir bereun, Umsonst und meiner Schuld; Schenk' mir gern vergeben, Und auch zum in Chrifto deine Huld! bessern Leben Uns Hülf' und Kraft verleihn. 5. Laß mich von neuem deinen Segen In diesem neuen Jahre sehn, Und es gefund zu rücke legen! Laß deinen Rath an mir geschehn! Denn was derselbe schickt und fügt, Macht mich beglückt, macht mich vergnügt. 6. Ich überlasse dir mein Leben Und dessen Länge, Freud' und Noth. Doch willst du mir mehr' Jahre geben; So 788. So ging, gottlob! gieb, daß ich dir bis zum Tod Mel. Mein Jesus lebt! was 2c. Durch Glauben, Liebe, Hoff nung treu Und auch dem Nächsten nüßlich sei! mit gutem Glücke Und besser, als ich selbst gedacht, Der Rest des alten Jahrs zu rücke; Der Herr hat alles wohl gemacht, Und macht es wohl noch fernerhin, Daß ich gesund und fröhlich bin. 7. Bringt mir dies Jahr mein legtes Ende; So trete solches selig ein! Ich gebe mich in deine Hände; So bleib' ich todt und lebend dein. Nun, ich befehle, 2. Ich trete nun durch seine 6. Sei, Vater, sei gepriesen! Du hast so lange schon Als Vater dich bewiesen Durch Christum, deinen Sohn. Wir bitten gläubig dich: Gieb Heil zum neuen Jahre! Gott, hilf uns; Gott, bewahre; Gott, segn' uns väterlich! p. Eber. 520 Herr! mich dir. So, wie du willst, so schick's mit mir! E. Uenmeister. Menjahrs- Fieder. Glück zu jeder guten That, Und segne die mit Heil und Rath, Die uns, o Gott, regieren! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 789. Gott schuf die Sonne thronen, 6. Laß Weisheit und Ge rechtigkeit Im Rath der Obern Laß Tugend und und den Mond, ganzen Lande Die Zeiten abzutheilen. Ermacht wohnen, Und Treu' und Liebe es, daß man sicher wohnt. Er bei uns sein! Dies, Vater, heißt die Zeiten eilen. Er wollst du uns verleihn Um ordnet Jahre, Tag und Nacht. Jesu Christi willen! C. f. Gellert. Auf, laßt uns ihm, dem Gott Laßt uns ihm der Macht, herzlich danken! Mel. Allein Gott in der Höh' sei zc. 2. Herr, der da iſt und der 790. Gott! du biſt det Von dankerfüllten Herr der Zeit, Zungen Set dir für das ver- Und selbst der Ewigkeiten; Laß floßne Jahr Ein heilig Lied mich doch jetzt mit Freudigkeit gesungen; Für Leben, Wohl- Dein hohes Lob verbreiten! fahrt, Trost und Rath, Für Ein Jahr ist abermal dahin. Fried' und Ruh', für jede That, Wem dank ich es, daß ich Die uns durch dich gelungen! noch bin? Bloß deiner Gnad' 3. Laß dies Jahr auch geseg- und Güte! net sein, Daß du uns neu geges ben! Berleih' uns Kraft, die ich an; Kraft ist dein In deiner geben. Furcht zu leben! Du schüßest treffen uns und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche trachten. 2. Dich, Ewiger! dich bet Dir will ich mich ers Dir, den fein Wechsel kann, Vertrau' id froh mein Leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, warest, bist und bleibest. Du 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und 3. Herr! ewig währet deine Freuden! Doch schadet uns Treu, Mit Huld uns zu begeg das Glück der Welt; So gieb nen; An jedem Morgen wird uns Kreuz und Leiden! Nur sie neu, Mit Wohlthun uns stärke mit Geduld das - -- segnen. Von Augenblic Augenblick Ist mir von Des Nächsten ihr stets neues Glück Wohl Herz, zu Und laß uns nicht in Noth zu und Schmerz Glück beneiden! thätig zugeflossen. 5. Hilf deinem Volke väter 4. Du hast auch im verfloßs lich In diesem Jahre wieder! nen Jahr Mich väterlich geleis Erbarme der Verlaßnen dich Und tet Und, wenn mein Herz voll unsrer armen Brüder! Gieb Sorgen war, Mir Troft und Neujahrs- Lieder. Hülf bereitet. Von ganzem Herzen preis ich dich; Auf's neue übergebe ich mich deiner weisen Führung. 521 2. Wir Erdenpilger wandern Von einem Jahr zum andern. Die schnelle Flucht der Stunden Wird faum von uns empfunden. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld Von den verfloßnen Tagen, Und laß, Herr, deine Baterhuld Mich Schwachen ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen! und 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, Gerecht vor dir zu wandeln: Laß mich, Herr, stets gewissenhaft Mit mir andern handeln! Dein belebe Herz und Muth, o du allerhöchstes Gut, nicht die Welt zu lieben! Geist 7. Die Welt vergeht; dies treibe mich, Die Lust der Welt zu fliehen! Um beßre Freuden müsse sich Mein Geist schon hier bemühen! Hier ist mein Vor- alles Herzleid wenden! bereitungsstand; Dort ist mein wahres Vaterland. Dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Hör' ferner unser Fleben, Uns mächtig beizustehen, Und gieb in unsern Leiden Uns deines Geistes Freuden! 8. Gott, lehre mich, hier meine Zeit Recht weislich auszukaufen! 9. Gieb mir und allen denen, Laß mich die Bahn zur Ewigkeit Die sich nach Hülfe sehnen, Mit heilger Vorsicht laufen! zu dir in Noth und Schmerzen Der Tage Last erleichtre mir, Vertrauensvolle Herzen! Bis meine Ruhe einst bei dir Rein Wechsel weiter störet! 10. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen, Und nach den Thränengüssen Die Freudenströme fließen! 3. S. Diterich. Dich, Und 3. 3war diese Wandertage Sind nie ganz frei von Plage; Wir gehn auf Brüfungswegen Der Ewigkeit entgegen. 4. Doch eilen treue Mütter Bei schwerem Ungewitter Und drohenden Gefahren, Die Kinder zu bewahren. 5. So eilet voll Erbarmen Auch Gott, mit Vaterarmen Die einen zu beschüßen, Wenn Trübfalswetter blißen. 6. Erhalter unsers Lebens! Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Wachen; Du weißt es wohl zu machen. 7. Lob dir, du täglich neue Und große Vatertreue! Lob sei den starken Händen, Die Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. 11. Dein reicher, milder 791.Mit Freuden laßt Segen Folg' uns auf unsern uns treten Vor Wegen! Laß Großen, Herr, Gott, ihn anzubeten, Vor Gott, und Kleinen Die Gnadender unserm Leben Bis hieher sonne scheinen! Kraft gegeben! 12. Sei der Verlaßnen Vater, 522 Neujahrs- Lieder. Der Irrenden Berather, Ter| entgegen eilt, Und wenn sie, Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kranken! Gieb fröhliche Gedanken Den fummervollen Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen! noch vor mir verborgen, Nach meinem Wahn zu sehr verweilt; So kommst du, eh' ich's mich versehn, Und hilfst mir, und erhörst mein Flehn. 14. Vor allem, Herr, verleihe Uns deinen Geist auf's neue, Der uns mit Tugend ziere Und uns zum Himmel führe! 15. Das wollest du uns geben, So lange wir noch leben! So gehen wir mit Segen Der Ewigteit entgegen. P. Gerhard. Mel. O Gott des Himmels und der ic. 792. Mein Herz, ermuntre dich zum Preise Des Gottes, der dein Vater ift! Bedenke, auf wie viele Weise Du ihm zum Dank verpflichtet bift! Bring' ihm, der stets dein Helfer war, Mit Freuden Ruhm und Ehre dar! 2. Herr! deine Hand ist immer offen, 3u geben, was mir nüßlich ist; Und doch bin ich oft schwach im Hoffen Auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch Hülfe widerfährt! 5. Du wählst und wirkest stets das Beste; Und wenn auch meine Noth sich häuft, So steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, So legt sich dein Erbarmen drein, Mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil; mein ganz Gemüthe Ist deines Ruhms, mein Retter! voll. O könnt' ich deine große Güte Nur so erheben, wie ich foll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, Gott! wie schwach ich bin. 7. Und hätt' ich auch viel' tau send Zungen; So würde deines Wohlthuns Breis Nie würdig g'nug von mir besungen, Auch bei dem allergrößten Fleiß; Denn mehr, Herr! als ich rühmen kann, hat deine Hand an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohl gefallen Auch auf des Herzens Redlichfeit, Und hörest selbst das schwache Lallen Der Deinen mit Zufriedenheit; Du hörst es, wie 3. Unendlich groß ist dein ein Vater pflegt, Der seiner Erbarmen, Nur wohlzuthun Kinder Schwachheit trägt. bist du gewohnt; Drum wird 9. Drum soll mir deine Huld. auch mir, o Gott! mir Armen, und Güte Beständig, Gott! vor Von dir nicht nach Verdienst Augen sein; Ich will mit red gelohnt. Noch immer steht lichem Gemüthe Mein Leben mir deine Treu' Mit Segen, deinem Lobe weihn, Bis ich voll Trost und Hülfe bei. kommner deinen Ruhm Erheb' im höhern Heiligthum. 4. Du bist es, der in mei nen Sorgen Mit Nettung mir Heur. Kath. von Gersdorf. Neujahrs- Lieder. 523 Mel. Bach' auf, mein Herz, und singe.| Daß sie nicht unterliegen, Daß 793. Crihallt, erfreute fie durch Chriftum fiegen! Lieder! neues 11. Dein Wort laß uns Jahr ist wieder; Ein Jahr, erfreuen, Wenn wir in Aengvom Herrn gegeben, Erscheisten schreien! Es schenk auf net, und wir leben. deinen Wegen Uns immer neuen Segen. 12. Nun, Herr! wir fallen nieder; Ach, fehre dich doch wieder zu uns und unsern Fluren Mit segensreichen Spuren! 3. Herr! wenn dein Geist uns führte Und unser Herz regierte, So famst du auch mit Segen Uns väterlich entgegen. 13. Laß alle, die dir dienen, Durch deinen Segen grünen! Den wilden Kriegen steure! Des Landes Wohl erneure! 4. Mit eines Hirten Freude Führst du uns auf die Weide, Beschirmst uns vor Gefahren, Kannst und willst auch bewahren. 5. Du hörst uns, wenn wir beten; Dein Sohn will uns Vergebung aller 14. Sei eine Burg den Frommen, Die betend zu dir kommen; Doch duld' auch, und befehre Der frechen Sünder Heere! 15. Rechtschaffenheit und Treue Befestige auf's neue! Sünden Soll, wer an ihn Du wirst um Christi willen, glaubt, finden. vertreten. Herr! unsern Wunsch erfüllen. 3. F. Mudre. 2. Der, welcher unsre Jahre Von Kindheit bis zur Bahre Gezählt und abgemessen, Hat uns noch nie vergessen. 6. Zu diesem Brunn des Lebens Fliehn Sünder nie vergebens; Der Zweifler nur verfaget und zaget. 7. O Herr von unserm Leben! zen Lebenstage, Ist abermal Was sollen wir dir geben? Dank, dahin Mit seiner Lust und Ruhm, Gebet und Flehen. Die Plage, wirst du nicht verschmähen. Theil Und wiederum ein. Von unsrer Pilgrim8. Laß in die künstgen Zeiten schaft Nunmehr zurückgelegt Dein Wohlthun uns begleiten; Durch Gottes Huld und Kraft. Gieb Frieden unserm Lande, Und Heil gieb jedem Stande! 2. Herr! deine Güte macht's, Die niemals, uns zu lieben, Er9. Schüß' uns mit deiner müdet; sie vergönnt, Daß wir Rechten, Und hilf uns, deinen noch übrig blieben. Nimm unsers Knechten! Nur du bist unser Herzens Dank Denn jepognädig Bater, Schuß, Tröster und an Für das, was du an uns ' Mel. Nun danket alle Gott. Sich diesen Trost, 794. Cin Jahr der Sterb Berather. 10. Die Traurigen und Armen Erquicke dein Erbarmen, In diesem Jahr gethan! 3. Wir schließen uns aufs neu' In dein so treues Sorgen, 524 Neujahrs- Lieder. In deine Obhut ein. wir wohl geborgen; Da sind den Schwanden wie ein Augens Da ist blick. Flohn zugleich auch meine das feste Echloß Vor aller Sünden? Nein! die werd' Feinde Truß; Da läuft dein Häuflein hin Und findet sichern Schuß. ich wieder finden, Wenn der Richter aller Welt seinen Thron mich stellt. 4. Gieb mit dem neuen Jahr 2. Wort, Gedanken, Tha Uns neue Etärk' im Glauben! tenheere, Dürftet ihr das Laß niemand uns den Grund Licht nicht scheun! Wo, wenn Der alten Wahrheit rauben! ich gestorben wäre, Würde Erneure Herz und Sinn, Und das geschenkte Licht Des ewig wahren Worts Erlösche bei uns nicht! meine Seele sein? Wär' ich jegt fern von den Sündern? Stünd' ich jetzt bei Gotted Kindern, Ganz von seiner 5. Entzünde neue Lieb' Und Lieb' entflammt? Oder wär' Sanftmuth in uns allen; Und ich jetzt verdammt? soll uns dieses Jahr Auch neue 3. Hab' ich den, der Leben Noth befallen, Co stärfe die giebet, Niemals undankbar Geduld, Und mache deine Treu', betrübt? Hab' ich Gott, der O Vater, über uns Mit jedem Morgen neu! 6. Gieb, daß wir mehr und mehr Den alten Menschen tödten! Verleih' an Seel' und Leib, Was jedem ist von nöthen, Und laß uns nur mit dem, Was deine Weisheit thut, Etets wohl zufrieden sein! Machst du doch alles gut! mich geliebet, Redlich wie derum geliebt? Lebte ich nach seinem Willen Deffentlich, und fromm im Stillen? War vor seinem Angesicht Jch ein Bei spiel jeder Pflicht? 7. Wem du in diesem Jahr, Von dieser Welt zu scheiden, Sein Ziel haft festgesest, Den laß als Christ mit Freuden, In, seinem Glauben fest, Beschließen seinen Laus! Dann nimm in deine Hand Die Seele gnädig auf! Henr. Kath. von Gersdorf. 4. Wie? darf ich's zu denken wagen? Wär' ich reifzur Ewigs feit? Was würd' mein Gewissen sagen, Wenn es hieß: Du stirbst noch heut'! Könnt' ich froh vor ihm erscheinen? Hätt ich nichts mehr zu beweinen? Ist, o Heiligster! vor dir Keine Sünde mehr in mir? 5. Vater! du fennst meine Sünden: Viel sind ihrer dieſes Jahr. Ach, mit Echam muß ich empfinden, Wie ich oft so treuMel. Alle Menschen müssen sterben. los war. Vater! es ist lauter Miederum ein Jahr Gnade, Wenn du auf des Leverschwunden! bens Pfade Nur noch ein, ein Jahr mir schenfft, Und mein Herz zur Tugend lenkst. 795.W Ach, es fommt nicht mehr zurück. Mehr, als achtmal tausend Stun Neujahrs- Fieder. 525 6. Gott! nur ein Jahr noch ganz zu weihn Und hinfort ein auf Erden! Noch droht mir Christ zu sein. 3.£. Lavater. der Sünden Schuld. Ich muß, ich will frömmer wer mel. Gott der Vater wohn' uns bei. den; Schon' und trage noch 796. Tausend Jahre sind faum vor dir, Kaum, darf ich es denken! Doch, du kannst noch Gnade schenken, Wenn, der dein Gebot entweiht, Herzlich seine Schuld bereut. einer unsrer Tage; Und zum Tode reif sind wir Am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bift. Du heißest uns entstehen Und deine Werke sehen. Du rufst, und wir vergehen. Wer, Unendlicher! ermißt Dein grenzenloses Leben? JahrWie tausende selbst geben Kein viel schreckliche Gefahren Hat, Maß zu deinem Leben. Du, wenn Tausend elend waren, du warst vor aller Zeit, Und Seine treue Vaterhand du wirst sein in Ewigkeit. reich von mir abgewandt! 7. Wie so manchen heitern Morgen Sab ich dieses Jahr gesund! Wie oft aß, befreit von Sorgen, Speisen, die Gott gab, mein Mund! Lieb8. Gottes Wahrheit konnt' ich hören, Frei zum Gotteshause gehn, Deffentlich ihn da verch ren, Neue Gnade mir erflehn. Oft empfand ich seine Liebe, Oft erwachten neue Triebe, Fromm zu sein, in meiner Brust; Ihn zu lieben, neue Lust. 9. Mußt' ich auch in Schmerzen ringen, O, so hielt mich seine Hand. Bald konnt' ich ihm froh lobsingen, Weil ich wieder Hülfe fand. Gott! dir dan fet mein Gemüthe, voll preif ich die Güte, kein Undanf mindern kann. Dich bet' ich im Staube an. DemuthDaß 2. Mit dir unveränderlich Ist deine Güt' und Stärke. Du erbarmst dich väterlich Der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht. Du sättigst uns mit Segen Auf unsers Lebens Wegen, wir dich lieben mögen. Herr! wir sehn dein Angesicht Auch sterbend noch voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade Folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit; Dann wedst du uns zur Ewigkeit. 10. Ach, verzeihe! rein Er barmen Dente meines Undanks nicht! Zeig' dem Neuenden und Armen, Der dich sucht, dein Angesicht! Dir nur will ich fünf tig leben. Eifrig will ich mich bestreben, Deinem Dienst mich 3. Auch das Jahr, du EwiDas wir vollendet haben, Wie erfüllt fam es daher Mit deiner Güte Gaben! Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue Uns wohlzuthun sich freue, Sich jeden Tag ernene. Unser Danf stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen Des Lebens vor dich treten, lind findlich zu dir beten; Und du Die ger! Neujahrs- Lieder. 526 haft mit treuer Hand, Was uns nicht gut war, abgewandt. einem Glücke, Von einem Gut für mich Durch dich bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl; Dort Rettung aus Gefahr! 4. Freudig, Gott! beginnen wir Dies neue Jahr des Lebens. Niemals noch vertrauten 3. Du wareft über mir; Du dir Mir Sterbliche vergebens; gabst dem Körper Stärke Und Also dieses Mal auch nicht! meinem Geiste Kraft Zu jedem Wir werden es erfahren. Du guten Werke; Und welche Freu wirst uns gern bewahren Vor den fand Ich auf des Lebens Unfall und Gefahren. Gott! Pfad Für Sinn und Herz, wenn du wirst dein Angesicht Mild ich Mit Unschuld ihn betrat! über uns erheben. Was nöthig ist zum Leben, Wirst du uns alles geben. Dankbar lehr' es uns empfahn Und unserm Ziel getrost uns nahn! 5. Die schon an dem Ziele stehn Der Pilgerschaft auf Erden, Lehre freudig zu dir gehn, Wenn sie gerufen werden! Führe 5. Mit jedem neuen Tag Er selbst sie durch den Tod! Ver- neu'rte sich dein Segen; Mich söhnt in deinem Sohne, Gieb leitete dein Aug' Auf meines ihnen vor dem Throne Des Lebens Wegen; Mein Leben bessern Lebens Krone! Ewig fröntest du mit Anmuth und gnadenreicher Gott, Du wollst Gedeihn, Und jeden Tag konnt' uns alle leiten Durch diese ich mich deiner Güte freun. Nacht der Zeiten In's Licht 6. So ging dies Jahr vorbei der Ewigkeiten! Herr der Ewig- Und jeder meiner Tage, Voll feiten! Dir, Dir leben und dir Proben deiner Huld, Sanft, sterben wir. 8. Münter. lieblich, ohne Klage. Nimm dafür meinen Dank In schwa chen Liedern an! Preis ewig Mel. Nun danket alle Gott. 797. Mit diesem Tage dir, o Gott, Der dies an mit geht gethan! C. F. Weiße. Du schenktest mir Verstand, Das Gute zu erkennen: Durch dich fühlt' ich mein Herz Bon frommem Eifer brennen, G treulich zu vollziehn; Und that ich es ja nicht, so gingst du doch mit mir, Mein Gott! nicht in's Gericht. dies Jahr zu Ende. Voll brünftigen Gefühls Erheb' ich Beim Schluß und Anfang des meine Hände Mit meinem Kirchenjahrs. Geist zu dir, Getreuer Gott! Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2. empor, Und trage mein Gebet 798. Dir, Bater!, bem Und meinen dir vor. Ehren, Dir, 2. Wo ist ein einziger Der wir angehören, Soll Herz und schnellsten Augenblicke, Die mir Mund jest fingen Und Preis vorüber flohn, Der nicht von und Dank dir bringen. Neujahrs- Lieder. 527 2. Noch leuchtet, uns zum Se-| Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. gen, Dein Wort auf unsern Wegen, Dies Licht, von dir bereitet, Das uns zum Leben leitet. 3. Noch hast du uns verschonet, Nach Sünden nicht gelohnet, Mit Langmuth uns getragen, Erhört Gebet und Klagen. 4. Selbst wahrer Todeskinder, Der frevelhaftsten Sünder, Hast du noch schonen wollen, Weil sie sich bessern sollen. 5. Du duldest uns auf Erden, Um frömmer noch zu werden. Das, was wir sehn und hören, Soll uns zu dir betehren. 6. Herr Gott von großer Treue! Wir preisen dich; erfreue Uns noch mit deinem Lichte; Schon'unser im Gerichte! 7. Wir preisen dein Erbarmen. Vergieb, o Gott, uns Armen! Du wollest länger schonen, Nicht nach Verdienst uns lohnen! 8. Wir wollen voll Vertrauen Auf deine Güte schauen, Dein heilsam Wort recht lernen, Vom Bösen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen Zeiten! Dein Auge laß uns leiten! Getreu sei jeder Lehrer, Und folgsam jeder Hörer! 10. Wenn, Vater, deine Frommen In deinen Tempel fommen, So wollest du gewähren, Was sie von dir begehren! 11. Dein Friede wohn' im Lande! Gieb Segen jedem Stande! Nach überwundnen Leiden Gieb uns des Himmels Freuden! err! deine Kirche 799. danket dir; Noch wohnt dein Wort im Lande, Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr Durch der Feinde Schaar; Dann, Herr Jesu Christ, Bestege Macht und List, Und herrsch' in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns; verlaß uns nie, Uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch' und schüße sie; Denn wir sind deine Brüder! Sie, die dir vertraut, Hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; Und die den Bund entweihn, Die heilige dir wieder! 3. Eins, Herr! ist, was dein Zion kränkt, Daß unter deinen Christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub' ist schwach, Kalt die Lieb', und ach, Sie bedenken nicht, Es wart' ein schwer Gericht Auf träge, sichre Christen. 4. treu. Und du, o Jesu! bist so Ach, daß wir frommer wären! Mach' alle Herzen rein und neu! Laß alle sich befehren! Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Liebe, Kraft; Gieb Entschluß und Muth, Zu wagen Ehr' und Blut, Zum Preise deiner Lehren! 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord; Erhalt' uns Ruh' und Frieden! Laß uns, gestärket durch dein Wort, Im Guten nie ermüden! Mach' uns leicht, was drüct; Gieb uns, was bes 528 Fieder am Geburtstage. glückt! Nach der Prüfungszeit| Mehr, als väterlich, für mich. Ruf uns zur Seligkeit Zu Welcher Dank ist wohl für deines Himmels Freuden! dich Groß genug, o mein Er halter! Meine ganze Lebenszeit Sei recht dankbar dir geweiht! 6. Herr, deine Kirche streitet noch; Hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! 4. Sicher hast du mich ges Hör' ihr findlich Flehn! Eil', leitet, Hieltest mich mit starker ihr beizustehn, Daß sie standhaft Hand, Hattest mir mein Glüd sei, Stets deiner Wahrheit treu! bereitet, Gh' mein Herz dich Hilf deiner Kirche siegen! noch gekannt; Ließest auch mit treuem Sorgen Für mich nie mals, niemals ab. Du sorgst heute, du sorgst morgen, Du versorgst mich bis in's Grab. Doch dir dankt ich nicht genug, Dir, der so viel Sorge trug! J. Neunherz. 5. Giebst du mir ein längres Leben, Oder einen frühen Tod? Am Geburtstage. Mel. Lasset uns mit Jesu ziehen. 800. Lieber Tag! seh' ich dich wieder? Sei mir festlicher gegrüßt, Weil du, würdig meiner Lieder, Meiner Tage erster bist. Heitrer lacht Willst du mir viel' Freuden mir heut' der Morgen, Schöner scheint die Sonne mir. O, wie freu' ich mich an dir! Froh bin ich und ohne Sorgen. Gott, der mich an's Licht gebracht, hat mir diesen Tag gemacht. geben, Oder Leiden, Schmerz und Noth? Wie du willst! von deinen Händen Nehm' ich alles findlich an. Besser, als ich wünschen kann, Wirst du endlich alles enden. Selbst 2. Dem ich meine Lieder für Leid und Traurigkeit Dank singe, Dem mein heißer Dank ich dir in Ewigkeit. gebührt, Herr und Schöpfer j 6. Nimm denn, Vater, mein aller Dinge! Treulich hast du Versprechen Eines neuen Wan mich geführt. Floß nicht seit dels an! Meine Treu' will dem ersten Tage, Der mir ich nie brechen; Dir gelob einst mein Dasein gab, Deine ich's heute an, Dir mein gan Huld auf mich herab Mit zes Herz zu geben, Dir zu mehr Segen, als ich sage? dienen bis in's Grab, Dir, Gott, wie ist mein Herz so voll, der mir mein Leben gab, Und Wie ich dich nun preisen soll! dir stets getreu zu leben, Bis 3. Da ich ungewiß noch ich einst nach dieser Zeit Lebe wankte, Jeder Schritt noch dir in Ewigkeit. strauchelnd war, Da fein Lallen dir noch dankte, Da schon Mel. Werde munter, mein Gemüthe. nahmſt du meiner wahr, Sorg- 801, er! bir fing und test im Alter Freudenlieder Lieder am Geburtstage. 529 verehre deinen Rath; Denn der als ein Chrift, Der mit dir zuTag kommt heute wieder, Da frieden ist; Der sein Kreuz, ich diese Welt betrat. Werfe wenn er sich freuet, Zwar nicht ich nun einen Blick Auf die sucht, doch auch nicht scheuet. vor'ge Zeit zurück, So hab' ich in allen Jahren Deine Se genshuld erfahren. 5. Groß, mein Gott! ist deine Treue, Liebe und Barmherzigfeit; Sie ist alle Morgen neue Und zum Wohlthun stets bereit. Groß ist deine Vaterhuld Und verschonende Geduld; Hast du doch in meinem Leben Proben g'nug davon gegeben! 2. Von der Kindheit bis in's Alter Trug michbeine Vaterhand. Du, mein Schöpfer und Erhal ter! Setteft selbst mich in den Stand, Meines Glückes mich zu freun, Dem Berufe treu zu sein, Und bei meinem Wohlergehen Auch dem Nächsten beizuftehen. 3. Wechselten in meinen Tagen Traurigkeit und Freude ab, Führten auch der Krankheit Plagen Mich oft nahe an mein Grab; Hast du doch, du Herr der Zeit! Auch noch stets die Traurigkeit Mir in Freude selbst verkehret Und mich flug zu sein gelehret. 6. Nun erhebet dich, o Vater! Mein in dir erfreuter Geist. Du, meiu Schußherr und Berather! Wirft mit Recht von mir gepreist, Daß du alles wohl gemacht, Mich bis hieher hast gebracht, Heute auch noch an mich denkest, Und mir deinen Eegen schenfest. 7. Fest bin ich darum entschlossen, Heilig und gerecht zu sein. Herzlich gern und unverdressen Schlag' ich deine Wege 4. Durch die Wirkung deiner ein. Herr! ich, leb' und sterbe Gnade Ist mein Herz nun zwei- dir; Du bestimmst das Ende felsfrei, Daß die Züchtigung mir. Nahe sei es oder ferne! nicht schade Und das Kreuz Wenn du rufft, so folg' ich fein Unglück sei. Darum leb' ich gerne. 3. F. E. Steffens. Ueber die vier Jahrszeiten: Frühlings- Lieder. 2. Das Land, das erst erstorMel. Es ist das Heil uns kommen her. ben lag, Erwacht und lebt nun 802 obt Gott, der uns den wieder. Es strömt mit jedem Frühling schafft, neuen Tag Der Segen neu Gott, der den Erdkreis schmücket, hernieder. Der Wurm, der in Der mit allmächtigreicher Kraft dem Staube webt, Der Vogel, Das, was er schuf, erquicfet! Der der in Lüften schwebt, Erfreut Herr erschafft, der Herr erhält; sich seines Lebens. Er liebt und segnet feine Welt; Lobsingt ihm, ihr Geschöpfe! 3. Der Erde Antliz ist verjüngt Und heiter glänzt der Himmel, 34 530 Ueber die vier Jahrszeiten. Gebirg und Thal und Wald er wir loben dich; Sind einst, wie flingt Von freudigem Getümmel, sie, unsterblich. Und gnädig schauet Gott herab, Der allen Sein und Leben gab, Auf seiner Hände Werke. 803. 6. B. Funck. Mel. Lasset uns den Herren u. och am Himmel steht 4. Doch fühllos nur und die Sonne, Länunbeseelt Sind Auen und Geger strahlt uns nun ihr Licht; filde, Auch hat er nicht das Alles Leben athmet Wonne, Thier erwählt Zu seinem Eben- Wonn' ist jedes Angesicht. bilde; Der Mensch nur freuet seiner sich, Kennt, fühlt, em findet inniglich, Und hofft ein ewigs Leben. Pracht des Frühlings senkt sich nieder In die Wälder, auf die Flur; Die erstorbene Natur Lebet auf und freut sich wieder. Opfre meinem Schöpfer Dank; Preis ihn fröhlich, mein Ge sang! 5. Lobsinget ihm, er ist uns nah; Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, Im Himmel, Erd' und Meere. Ich lobe, Gott! ich preise dich; Wo ich nur bin, bist du um mich Mit deiner Macht und Gnade. 2. Schreckenvolle Stürme heulen Nun nicht durch die Luft daher, Und die vollen Se gel eilen Ruhig wieder hin in's Meer. Nicht mehr strömen Res 6. Du rufft die Wolken gengüsse, Deren Fluth das Thal über's Land Und tränkest diese erfüllt, Und fein dicker Nebel Erde, Daß mit den Gaben hüllt Stadt und Land in Fins deiner Hand, Der Mensch gefternisse. Opfre meinem Schi sättigt werde. Thau, Regen, pfer Dank; Preis ihn fröhlich, Sonnenschein und Wind, Die mein Gesang! deiner Allmacht Diener sind, Erzählen deine Güte. 3. Munter zu der Arbeit wallet Nun der Landmann bin in's Feld, 7. Es strömen, wenn dein Und sein Freudenlied erschallet Donner dräut, Wenn Berg und Hoffnungsvoll dem Herrn der Thal erzittern, Gesundheit, Welt. Er vertraut die Saat Stärkung, Fruchtbarkeit Selbst der Erde, Ehrt durch fromme aus den Ungewittern. Dann Zuversicht Seinen Gott, und bricht die Sonne neu hervor, zweifelt nicht, Daß sie gut ge Und aller Creaturen Chor rathen werde. Opfre meinem Jauchzt und erfreut sich wieder. Schöpfer Dant; Preis' ihn fröh lich, mein Gesang! 8. Von dir fommt, was uns hier erfreut, Du Brunnquell 4. Seht, wie nun die jungen aller Gaben! Dort wirst du uns Triften Sind mit Heerden übers mit Seligkeit In reichen Strö streut, Und in heitern Frühlings, men laben. Dein freuen deine lüften Alles sich des Lebens freut! Engel sich; Auch wir, o Gott! Hört der Vögel frohe Chöre, Ueber die vier Jahrszeiten. 531 Hier der lauten Nachtigall, Dort| ruhe in der Erde, Reim' und der Lerche füßen Schall! Alles unser täglich Brod Unter deinen bringt dem Schöpfer Ehre. Bring' Augen werde! Wenig Samen auch du ihm Lob und Dank; streun wir aus, Viel Korn brinPreif' ihn fröhlich, mein Gesang! gen wir zu Haus. 5. Glänzend und im Feierfleide Prangt die blumenreiche Flur; Jede Blume lächelt Freude Vor dem Schöpfer der Natur, Der mit Thau die Erde tränket Und sie wärmt, bis ihre Saat, Wenn sie sich entwickelt hat, Sich in volle Aehren senket. Bringe meinem Schöpfer Dank; Preis' ihn fröh lich, mein Gesang! 2. Dieses hoffen wir, o Gott! Denn du merkst auf unsre Bitte, Giebst uns unser täglich Brod, Füllest damit unsre Hütte. Und wir geben, Vater! dir Nichts, als Lob und Dank dafür. 3. Gnädig gieb es, bitten wir, Weil wir auf der Erde leben! Unser Dank soll dich dafür, Bester Vater! stets erheben. Hier zwar ist er schwach und klein; Stärker soll er dorten sein. 4. Denn im Himmel wirst er verblühn! Wie ein Schiff, du ganz Deine Gnad' uns of vom Stoß der Winde Fortgefenbaren; Da sehn wir in führt, wird er entfliehn. Aber deinem Glanz, Was wir sind, dort, vor deinem Throne, Wird und was wir waren. Da wird ein ewger Frühling sein; Ewig deine Segenshand Erst in wird er die erfreun, Die dir vollem Licht erkannt. traun und deinem Sohne. 5. Dort im Himmel ernOpfre meinem Schöpfer Dank; ten wir, Dort in jenem höPreis' ihn fröhlich, mein Gesang! hern Leben, Besre Früchte, als 7. Diese Herrlichkeit der uns hier Unsre reichsten FelErde Ist ein Schatten von der geben. Deine Kraft und dem Licht, Das ich ewig schauen Freundlichkeit Mache uns dazu werde Dort vor Gottes An- bereit! 3. W. L. Gleim. 6. Dieser Frühling, wie geschwinde, O mein Gott, wird gesicht. Auch das freudenvollste Leben Hier auf Erden ist doch Sommer- Lieder. Lod Gegen jenes, das mir Gott Mel. O großer Gott, du reines uc. Dort Opfre Preis' ihn ewig, mein Gesang! B. Münter. verheißen hat zu geben. 805. Rund um mich her ist alles Freude Und fröhliche Zufriedenheit. Wie schön ist dieses Weltgebäude, Für uns zum Wohnhaus eingeweiht! Gelobt sei Gott! Hallelujah! In jedem Werk ist er uns nah'. Fied zur Saatzeit. 804.S Mel. Jesus, meine Zuversicht. egne alle Aussaat, Gott, Daß ste 2. Es prangt die Flur im bun34* 532 Ueber die vier Jahrszeiten. Früchte auch in diesem Jahr! ten Kleide Und lockt die Welt aller drohenden Gefahr Die zur Munterkeit. In jedem Vogel hüpft die Freude, Aus jedem singt Zufriedenheit. Lernt, Menschen, lernt hier eure Pflicht! Freut euch; vergeßt nur Gottes nicht! 8. 3u rechter Zeit laß uns erfreuen Wind, Regen, Thau und Sonnenschein! Dann sams meln wir durch dein Gedeihen Auch deiner Hand Geschenke ein; Und jeder Mensch und Blumengärten Pracht. Der jedes Land Küßt dankbar deine Menschen Augen zu entzücken, Vaterhand. Hat sie der Herr so schön ge= 3. Die Rosen lächeln, uns zu schmücken; Uns blüht der 3. A. Schlegel. macht. Olernet, Menschen, Mel. Es ist das Heil uns kommen u. vankbar sein; Lernt Gott vers 806. Tag erwacht, Er der traun, und sein euch freun! 4. Dort fammeln, uns zum freust du, was da webet, Und Nußen, Bienen Den besten Abends danfet deiner Macht, Saft den Blumen ab; Und hier Was auf der Erde lebet. Voll spinnt sich, uns auch zu dienen, Segens machst du unser Land Der Seidenwurm sein eignes Und schenfest uns mit milder Grab. Wie herrlich hat uns Hand Die Frucht, die uns Gott bedacht! Wie alles wun- ernähret. dervoll gemacht! 5. Selbst Felsen, die so traurig scheinen, Sind dir, o Mensch! zum Dienst geweiht. Die Quelle tröpfelt aus den Steinen, Und mit der Quelle Fruchtbarkeit. Der Baum beut seine Frucht dir dar. Nimm, Mensch, die Güte Gottes wahr! 2. Du giebst uns Regen früh und spät; Und jeder Grashalm zeuget Von dir, vor dessen Majestät Die volle Aehr' sich neiget. Daß Furch' und Fluren sich verneu'n, Dazu giebt deine Hand Gedeihn Durch Sonnen schein und Regen. 3. Du frönst mit unerschöpfe ter Hand Das Jahr in Som 6. Das Korn vergoldet nun die Felder, Die Aehren stehn merzeiten. Du träufelst auf vom Segen schwer. Es grü- das ganze Land Des Segens nen Wiesen, Gärten, Wälder Fettigkeiten. Es trieft von ih In Thal und Höhen um uns her. És trieft dein Segen über all, Gott! über Berg und über Thal. rem milden Guß Nun über Berg und Thal dein Fuß. Wir freun uns deiner Spuren. 7. Ja, Vater! jeder Grashalm zeuget Von deiner Freundlich feit und Güt', Zur Saat, die sich zur Ernte neiget, 4. Das Korn, von deinem Se gen schwer, Vergoldet nun die Felder. Die Freude hüpfet weit umher Auf Wiesen und durch Gieb Wälder In jedem Thier, das ferner Segen; und behüt' Bei du ernährst Und dem du Ulebers Weber die vier Jahrszeiten. 533 fluß gewährst Zur Stillung neu', Daß jede Creatur Dir feiner Triebe. freudig dankbar sei! 5. Der fromme Landmann bringt dir Dank Für deinen milden Segen; Dir schallt sein froher Lobgesang Aus vol ler Brust entgegen. Wir stimmen in sein Lied mit ein, Und sein; wollen dir, Herr! dankbar sein Volk Für so viel reiche Gaben. freun! 3. L. Kraft. 5. Es ströme auch dein Wort Gleich einem milden Regen Auf unser dürres Herz Mit tausendfachem Segen! Herr, laß uns alle reich An wahrer Tugend So kann sich Land und Auch deines Segens J. G. Schuberi. Bei erfolgtem Regen. Mel. Nun lob', mein' Seel', den ic. Bei großer Dürre. Wel. O Gott, du frommer Gott. 808. Ein milder Regen fin807. 2 allerhöchster fet auf Gott Im Himmel die dürre Flur. Wie labt sie Die sanfDer Lüfte und auf Erden, Dem Wolken, sich! wie trinket Ihn die verLuft und Wind Allzeit gehor- schmachtende Natur! sam werden! Was du befiehlst ten Ströme fühlen geschieht; Ach, laß auch unser weites Meer, Und die Geschöpfe Flehn Durch dich, Allmächtiger, fühlen Sich nicht mehr träg' Jest in Erfüllung gehn! und schwer. Gott spricht! daß Seufzen schweiget, Und Hig' und Dürre fliehn. Der Frommen Danklied. steiget Hinauf und preiset ihn. 2. Wir bitten findlich dich Um deinen Vatersegen. Erfreu' uns gnädiglich Mit einem milden Regen! Staub ist jeßt unser Land, Erstorben jede Flur, Es schmachtet Feld und Thier, Es trauert die Natur. 2. Mit Muth im Angesichte Beschaut des Ackers Herr sein Feld. Erquickt hat Gott die 3. 3war haben wir's ver- Früchte, Er, der Versorger dient; Denn groß sind unsre seiner Welt. Steif steht die Sünden, Und billig straftest Saat, die Aehren Vom Mark du; Doch laß uns Gnade der Erde voll, Das seine Menfinden! Vergieb uns unsre schen nähren Und Thier' erThu' auf die milde freuen soll. Weit schallt es Wirf einen Bater- in's Gefilde: Gott ist's, der blick Auf uns und unser Regen schickt! Auf, preiset ſeine Schuld! Hand! Land! Milde! Das Erdreich ist erquickt! 4. Befeuchte Berg und Thal! Erfrische matte Felder! Dein Regen träufle fanft Auf Wiesen, Garten, Wälder! Das Land, 3. Gott, laß uns nicht vergebens Die Gaben deiner Huld empfahn; Uns nicht, du Quell des Lebens, Dir undankbar und das lechzete, Erquicke, Herr, auf's fruchtlos nahn! Du sendest Thau 534 Ueber die vier Jahrszeiten. und Regen, Giebst milden Son-| Nach erfolgtem Sonnenschein. nenschein; Du eilft, mit deinem Mel. Nun danket alle Gott. Segen Uns alle zu erfreun. 810. Mein Gott, du bis uns nicht Und So manche Gab' empfahn; Laß nicht, du Quell des Lebens, Undankbar uns dir nahn! B. Münter. gleichwohl lauter Liebe; Steht's um uns Menschen gleich Oft fummervoll und trübe; Scheint's gleich, als dächtest du Bei unsrer Sündenschuld Nicht ferner mehr an uns Mit Vater treu' und Huld. Bei lang anhaltendem Regen. Mel. Wo Gott der Herr, nicht ic. 809. Gott, der du den Himmel ganz Mit Wolken kannst bedecken, Und bald der heitern Sonne Glanz Auch wiederum erwecken; Halt' deinen Regen jetzt zurück, Und laß der Sonne frohen Blick Landes Frucht kam dem VerUns wiederum erfreuen! 2. Die Wolken mußten stets Das Sonnenlicht bedecken. Wind, Regen, Wetter, Sturm Erfüllten uns mit Schrecken, Weil man nur Dunkelheit Und finstre Nebel sah; Und unsers derben nah. 2. Die Felder trauern überall; So Saat, als Früchte leiden. Des Regens überhäuf ter Fall Erstickt der Fluren Freuden. Der Segen, den du uns gezeigt, Und welf sich jetzt zur Erde neigt, Scheint wieder zu verschwinden. 3. Nun hast du Sonnenschein Uns wiederum gegeben. Die Felder sind erquict; Erfreut auch unser Leben. Wir preifen deine Huld, Die, Gott! auf unser Flehn Bei unsrer Küm merniß So liebreich hat gesehn. 4. Ja, Herr! wir preisen dich 3. Ach, möchte dieser An- Mit freudigem Gemüthe; blick, Gott, Doch unsre Herzen forg' auch fünftig noch Für rühren, Und uns, wie jede uns mit Vatergüte! Gieb uns andre Noth, Zur Sinnes zur rechten Zeit Thau, Regen, ändrung führen! Wer dich Sonnenschein! Von Herzen und dein Gebot entehrt. Der wollen wir Dir dafür danks ist ja nicht des Segens werth, bar sein. Den du sonst gerne schenkest. 4. Doch trauen wir durch Je- mel. Wach' auf, mein Herz, und u. fum Chrift Mit kindlichem Ge- 811. Crtönt, hr, Freeint, müthe, du lieder! Vater bist, Noch fest auf deine ste strahlt nun wieder; Wir sehn Güte. Nicht knechtsche Angst; sie, welche Wonne! Die lang nein, Kindessinn Treibt uns verhüllte Sonne.n zu dir mit Beten hin. Erhöre 2. Gott, welche Sorgen lagen unser Flehen! 3. Heermann. Auf uns in jenen Tagen, Da Ueber die vier Jahrszeiten. aus der Wolken Schoße Sich in der Natur Erschütterungen Fluth auf Fluth ergosse! Auch Güte, die sie schmücket und 3. Dank dir, der unser Fle- belebet, Selbst wenn sie bebet. hen, Das hin zu deinen Höhen So sehnend drang, erhöret, Und Sonnenschein gewähret! 4. Erhalt' den Himmel heiter, Und segne uns noch weiter! Las uns mit frohen Händen Die Ernte gut vollenden! 6. Fruchtbarer wird sie dann; wie deine Frommen, Geprüft zu werden, oft in Trübfal kom. men. Wir leiden, durch Geduld zu edeln Werfen Ung mehr zu stärken. 5. Wir wollen deine Güte Mit fröhlichem Gemüthe, Mit unserm ganzen Leben Hoch prei sen und erheben. C. e. Wis. 535 - Beim starken Donnerwetter. Mel. Jauchzt unserm Gott ic. 812. o Dommt, laßt uns Gott 8. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, In größrer Schönheit sie nach Ingewittern, Als schmückte fie nun eine neue Sonne Mit neuer Wonne. und seine Größ' erheben; Vor ihm, und nicht vor seinem Donner, beben; 9. Verderbenschwangre Dünst' Auch nicht denn er fann entfliehn, und Seuchen, Die uns schrecken und auch schüßen-und unsern Heerden drohn, entVor seinen Blizzen! weichen; Auch athmen wir, von leichter Luft umgeben, Mehr Kraft und Leben. 2. Euch tödten können sie und eure Heerden; Zerstörer sein, und auch Wohlthäter werden. Ihr aber sollt, wenn sie die Welt erschüttern, Nicht heidnisch zittern; 10. So steigt, wenn einst am größten aller Lage Für Fromme nicht mehr sein wird Leid und Klage, Empor aus deines Weltgerichts Getümmel Ein neuer Himmel. 7. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten Zu mannigfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trübfal sie bewähret, Nur mehr verkläret. 5. Von tiefer Ehrfurcht, Herr! vor dir durchdrungen, Sehn wir 3. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, Wenn Donner unterseinem Throne rollen; Nicht, daß, wo Bliße flammen, dann zur Rache Sein Zorn erwache. 4. Sie zeugen, Gott! wie alle deine Werke, Von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. 12. Wie sollten wir auch Gleich herrlich ist im Sturm, bei des Donners Toben, Allwie in der Stille, Dein Rath mächtiger! nicht deine Güte und Wille. Loben? Dir bringen wir für alle deine Werke Preis, Dank und Stärke. J. A. Cramer. 11. Wir werden dann zu einem neuen Leben Hervorgehn; werden dir entgegen schweben, In diesen neuen Himmel aufgenommen Mit allen Frommen. 536 Ueber die vier Jahrszeiten. Mel. Herzliebster Jefu, was hast zc.| schon' uns, Herr, verschon' uns, 813. Beim Bliß und Don dir zur Ehre! O Vater, höre! ner, in den Ungewittern, Wie pfleget da der Sünder Heer zu zittern! Sie, Mel. Befiehl du deine Wege. die ſo oft bei Blitz und Donner 814. Der Gott, vor deſſen fluchten, Sie, die Verruchten! gel niederfällt, Throne Der En 2. Ihr Herz verfündigt ihrer bösen Sache Des höchsten Rich ters wohlverdiente Rache. Sie ängsten sich, verstecken sich, und beben Für Gut und Leben. Spricht jetzt im hohen Tone Und schreckend mit der Welt. Die Menschen sinken nieder; Es bebet Wald und Flur. Der Blig sagt's Blißen wieder: Gott ist Herr der Natur! 3. Nicht so, Herr! wie um jene frevlen Sünder, Steht in Gewittern es um deine Kinder; Sie traun mit dir ergebenem Gemüthe Auf deine Güte. 2. Laß seine Stimm' dich rühren; Fühl ihn, fühl' ihn, mein Herz! Gott prüfet Herz und Nieren; Ach, schaue him. 4. Sie wissen, daß du vä- melwärts! Es rufen Gottes terlich regierest, Wenn du Kindern Selbst Donner Segen Gewitter über sie herführeft, zu; Sie rufen sichern Sün Und daß du, auch bei fürch- dern: Bekehrt euch! schauterlichem Blizzen, Sie könneft dernd zu. schüßen. 3. Wie zittern nicht die 5. Sie nehmen Wohl und Spötter! Sie quälet Höllen Weh' aus deinen Händen, Ver- pein; Denn Gott ist auch im sichert, daß sie ihnen sonst Wetter, Und Rache ist ja sein. nichts senden, Als was zu Wohin denkt ihr zu fliehen ihrer Seelen Wohlergehen Du In eurer Angst und Noth? haft ersehen. Könnt ihr euch ihm entziehen? An jedem Ort ist Gott. 6. Doch siehest du es gern, daß sie mit Beten Im Ungewitter findlich zu dir treten, Und sich, ihr Gut, ihr Wohlsein und 4. Doch du, der Frommen Va ter, Du, ihre Hülf, ihr Gott! Du bist auch mein Berather, ihr Leben Dir übergeben. Deckst mich zur Zeit der Noth. 7. So fommen wir denn Des Donners Stimme brause, auch mit unserm Flehen, Da Der Bliß. fahr' seine Bahn, wir sonst keine Hülfe vor uns Der Sturmwind tob' und sause; sehen, Sei unser Schuß nach deinem Wohlgefallen, Und hilf uns allen! 8. Laß dies Gewitter bald vorüberziehen, Die feuerschwangern Wolken bald entfliehen! VerDu nimmst dich meiner an. 5. Auf dich hofft meine Seele, Und du versäumst mich nicht. Dir, Vater! dir befehle Ich mich mitzuversicht. Jedoch, wenn ohne Schade Die Bliße übergehn; Ueber die vier Jahrszeiten. 537 So will ich deine Gnade Und| Mel. Jesu, mein Lebens Leben. dich, mein Gott! erhöhn. ott, durch dessen 816. Gott Macht und Stärke Nach dem Gewitter. Erd' und Himmel sich bewegt! Mel. O großer Gott, du reines uc. Wenn mein Herz die großen Werke Deiner Allmacht überlegt, So bekenn' ich's: viel zu wenig Fst mein Denken, höchster König! Deine Wege bleiben mir Unbegreiflich für und für. 815. Wie gnädig ift des Höchsten Wille! Der Donner schweigt, die Blige fliehn. Bard schmückt bei angenehmer Stille Der Sonne Glanz das feuchte Grün. Erhebe dich zum Lobgesang, Du, meine Seel', und opfre Dank! 2. O nimm bewundernd Gottes Güte Jm Bliz und Ungewitter wahr! Dem frohen for witter wahr! Dem frohen for schenden Gemüthe Stellt sich ein großer Schauplaß dar Von un gezählter Segensspur In jedem 2. Geb' ich auf des Himmels Kräfte Und auf Erd' und Wasser Acht, Wie ein jedes sein Geschäfte, Und, wozu es ist gemacht, Gleich auf dein Geheiß vollbringe; So find' ich in jedem Dinge Wunder, deren hohen Preis Ich nicht auszusprechen weiß. Werke der Natur. 3. Du, Herr! bringst des nen Orten her, Und sein unges Windes Brausen Aus verborgstümes Sausen Kommt ja nicht von ungefähr. Wenn die Wolfen sich ergießen Und die Bliße heftig schießen, Wenn der Donner tönt und fracht; Zeigst du deine große Macht. 3. Wenn bei erhißter Dünste Glühen Sowohl die Menschen, als das Vieh Den Odem matt und feuchend ziehen; Wie froh, wie munter werden sie, Wenn in die ängstlich schwüle Luft Der Donner fühle Winde ruft! 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, Getränket durch den Regenguß; Und wie vergnügt betritt die Weide Der neuve4. Doch vergißt du deine Liebe Gegen deine Kinder nicht. Sind die Wolken schwarz und trübe; Ihnen scheint dein Gnalebten Thiere Fuß! Der mun denlicht. Mitten auch im Sturm tern Vögel frohes Heer Ver- und Wetter Bist du Vater und kündigt des Erhalters Ehr'. Erretter; Schonest ihre Ban5. Auch ich will seine Güte gigkeit, Wenn ihr Herz in loben. Im Wetter, wie beim 2lengsten schreit. Sonnenschein, Werd' er von dir, mein Herz, erhoben! Du fannst dich seiner Gute Freun. Auch wenn des Donners Stimme brüllt, Ist er mein Helfer und mein Schild. 5. Wenn du sprichst, so muß sich stillen Regen, Donner, Bliz und Wind, Als die alle, deinen Willen Auszurichten, fertig sind. Sommer, Winter, Frost und K. F. Strefow. Hiße Ordnest du so, wie es nüße 538 Ueber die vier Jahrszeiten. Zu der Erde Fruchtbarkeit, Und ein; Gieb ferner deinen Segen! daß stets zur rechten Zeit. Laß unsre Früchte wohl ge 6. Denn dich jammert dei- deihn; Gieb Sonnenschein ner Kinder. Ob es dir gleich und Regen! Denn ohne deine ist bekannt, Daß sie böse sind Segenshand Bringt selbst ein und Sünder; Hört doch deine gutes fettes Land Uns nimmer, milde Hand Noch nicht auf, was es könnte. das Land zu segnen. Nein, 3. Vergebens ist all' unsre du läßt nicht immer regnen; Kunst und Arbeit spät und Es muß auch der Sonnen- frühe, Wenn deine Gnade, schein Nach dem Regen frucht deine Gunst Nicht segnet unsre bar sein. Mühe. Durch dich nur feimt 7. Wer ist, der die Liebes- der Same auf, Wächst, treibt, thaten Deiner Hand nicht seht Frucht und reift darauf. rühmen muß, Wenn du alles Du bist's, der alles giebet. wohl gerathen Und von dei 4. nem lleberfluß Uns die Fülle tiger, Läsfest nehmen? Muß ich mich Güte nicht billig schämen, Daß dich, Gott! mein träger Geift Wür dig g'nug nicht rühmt und Gieb ferner, o Allmäch Nach deiner Treu' und Zu unserm Thun den Segen her! Sei gnädig; und verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Des Feldes Frucht nicht treffen mag, Und wir nicht trauern dürfen! preift? 8. Ach, daß wir doch, wie wir sollten, Dir, Gott! lebten, dir allein; Nichts, als deinen 5. Entstehen Wetter und Ge Willen wollten, Dir gehorsam fahr, So laß den Blizz nicht möchten sein, Und von Erde, zünden! Vor großer Dürre Luft und Sternen Selbst Ge uns bewahr' Und gar zu troc horsam möchten lernen! Ach, nen Winden! Mach' auch die mach' du zu jeder Zeit; Erde nicht zu naß; llnd las uns Boden, Scheu'r und Faß zu dienen, uns bereit! Mit deinem Segen füllen! Dir Ernte- Lieder. Mel. Allein Gott in der Höh' sei c. 8 baut, Herr! deiner 6. Gieb das uns, was uns deine Hand. Jegt in der Hoff nung weifet; Und frönt dein 817. C Menschen Schaar Segen unser Land, O Herr, Auf dein Geheiß die Erde, Und dann sei gepreiset! Dann brins hofft dabei von Jahr zu Jahr, gen wir dir Dank und Ehr, Daß sie versorget werde; Denn Der du der Creaturen Heer du versprichst, du treuer Gott! Mit Wohlgefallen sättigst. Daß sie bei Fleiß und Müh' ihr Brod Von dir erhalten solle. 2. Bisher traf die Verheißung 7. Wir trauen dir, liebreicher Gott! Frei lassen wir dich walten. Du, Vater! fennst all' unsre Noth, Ueber die vier Jahrszeiten. 539 Haft lange Haus gehalten. Du| wenden, Was uns deine Huld wirst in deinem Eigenthum zu gewährt; Nie in Sünden es unserm Wohl, zu deinem Ruhm verschwenden, Daß es nicht Dich ferner gnädig zeigen. der Fluch verzehrt! Uleppig seiner Lüfte pflegen, Das ents zieht leicht deinen Segen. B. Kingwaldt. Mel. Werde Licht, du Volk der 2c. 7. Schenk' uns auch ver818. Gott im Himmel und gnügte Herzen! Stolz und auf Erden, Herr- Geiz laß ferne sein! Laß es scher in der ganzen Welt! Laß keinen neidisch schmerzen, das Herz voll Preises werden, Wenn auch andre mehr ge Da man dir zu Fuße fällt, Für deihn! Willig laß mit deinen den nahen Erntefegen Dank Gaben Uns die Dürftigen auch und Opfer darzulegen! laben! 2. Herr! dir jauchzen Feld und Auen; Wald und Hügel zeugt von dir. Ueberall läßt du dich schauen; Und undankbar schwiegen wir? Gleich als wenn nicht dir zur Ehre Feld und Au' so fruchtbar wäre? 8. Laß es deinem Wort gelingen, Daß auch wir zu deiner Ehr' Hier schon reichlich Früchte bringen! Stärke du uns immer mehr! Schent uns auch nach allem Leide Dort des Himmels Erntefreude! B. Schmolck. 3. Vater, du haft aus Erbarmen Uns Unwürdige er- Mel. Nun last uns Gott, dem ic. Commt, laßt uns haft Armen Milder Gaten viel 819. Gottlobfingen Und gewährt. Gott, der du viel Preis und Dank ihm bringen Gut's erwiesen, Sei gelobt Für seine Erntegaben, Die wir und hoch gepriesen! gesammelt haben! 4. Du hast Sonnenschein und 2. Der Herr hat uns geRegen Uns zu rechter Zeit ge geben, Was noth ist uns jum schickt, Daß man deinen rei- Leben Und freudigem Genusse, chen Segen, Wo man hin- Aus seinem Ueberflusse. schaut, nun erblickt, Und daß volle, reife Aehren Schon des Schnitters Hand begehren. 5. Ach, wer ist, der solche Güte Dir g Dir genug verdanken fann? Nimm ein dankbares Gemüthe Für die große Wohl. that an! Unser Mund soll stets Gott macht fatt erschallen: 3. Die Scheuern sind voll Segen; Denn er gab Thau und Regen. Der Frucht, der wir uns freuen, Gab er Schuß und Gedeihen. 4. Frohlocket seiner Milde, Daß Auen und Gefilde, Was wir gesäet haben, So reichlich wieder gaben! mit Wohlgefallen. 5. Frohlockt ihm, dem Erret6. Lehre uns auch wohl an- ter! Oft drohten Sturm und 510 Ueber die vier Jahrszeiten. Wetter Den Untergang der Am Ernte- Dankfeste. Saaten, Und doch sind sie gemel. Herr Gott, dich loben wir. rathen. err Gott! wir dan 820. Men dir. Herr Gott! 6. dich preisen wir. Im Štaube be ten wir dich an Für das, was du an uns gethan. Herr, Herr! Allgütiger! wer ist So liebend werth, wie du es bist? Was ist und lebt, das schufest du, lnd, was du schufft, das ruft uns zu: Sie sproßten auf und grünten, Ob wir's gleich nicht verdienten, Und schmückten die Gefilde Durch seine Batermilde. 7. Denn immer soll gebären, Uns alle zu ernähren, Der reiche Schooß der Erde, Daß jeder dankbar werde. 8. Mit freudigem Gemüthe Bewundert Gottes Güte, Die jeden Fleiß belohnet, Die uns so trägt, so schonet! 9. Wollt' er nach unsern Thaten Uns lohnen; alle Saaten Mit ihren Früchten stürben Im Keim, und wir verdürben. 10. Doch er ist immer gütig, Barmherzig und langmüthig, Und schafft, daß stets die Erde Verjüngt und fruchtbar werde. 11. Ach, preiset seine Gnade, Und wandelt seine Pfade, Daß seine Mild' und Treue Euch, weil ihr lebt, erfreue! Unendlich groß ist Gott! Unendlich stark ist Gott! Unendlich gut ist Gott! Wo ist ein solcher Gott? Ja, Herr! fein Sterblicher ermißt, Wie groß, wie stark, wie gut du bist. Die Erde, die uns Menschen trägt, Das Meer, das sich um sie bewegt, Ist vor dir, Herr, der ewig lebt, Ein Tro pfen, der am Halme flebt, 3ft nur ein fleiner Theil, ist faum Ein Punkt in deiner Schöpfung Raum. Doch fassen wir die Wunder nicht, Die täglich hier dein Arm verricht't. Gott! deine Weisheit, Huld 12. Wir pflügen, sä'n und und Macht Verkündiget so Tag, ernten. O, daß wir dankbar als Nacht. Dich predigt Son lernten, Ihm ähnlich uns der nenschein und Sturm, Der Ele Armen Mitleidig zu erbarmen! phant und auch der Wurm. Wie 13. Theilt aus, thut wohl, groß ist der Geschöpfe Zahl! Wer erquicket, Wen Noth und zählt die Millionen all, Die hier Mangel drücket! Gott wird durch Erde, Luft und Meer Sich euch länger schonen, Wird's froh bewegen? Du nur, Hert! ewig euch belohnen. Du kenneft ihre ganze Zahl; Du 14. Er sei von uns erhoben, liebst, belebst und nährst ſie all'. Auch dieses Jahr hat deine Hand Mit Frucht gesegnet unfer Land. Wir streueten den Sa men hin; Er feimte, schoß auf, Bis wir, ihn dort zu loben, Gebracht in seine Scheuern, Ein ewig Fest ihm feiern! H. Pape. Ueber die vier Jahrszeiten. 541 Hieltst du legen. Weil er allein Der Schaß will sein; So nimmt er andre Güter, Und bessert die Gemüther. ward Gewinn. Von dem, was| bracht, Muß sich die Hoffnung uns die Erde gab, Blizz, Sturm und Hagel ab. Gieb uns ein Herz voll Dank barkeit, Ein Herz, das jede Sünde scheut, Ein weises Herz, das nie vergißt Die Ernte, die noch fünftig ist! 4. Der Herr hat alles wohl gemacht! Es geh' nach seinem Willen! Zeigt sich auch gleich des Hungers Macht, Weiß er ihn doch zu stillen. Obgleich das Feld Nicht viel enthält, Kann man bei wenig Brocken Doch satt sein und frohlocken. Nicht bloß für dieses Leben schuf Uns deine Hand; dein großer Ruf Ruft uns einst von der Erde ab, Und dann sinkt dieser Leib in's Grab. Doch 5. Der Herr hat alles wohl herrlich wieder aufzublühn, gemacht! Das Feld mag traurig Sinkt dieser Leib in's Grab stehen; Wir lassen doch nicht dahin. Einst fommt dein Sohn, aus der Acht, Ihn möglichst und hält Gericht. Die hier zu erhöhen. Sein Wort verihm lebten, beben nicht. Sie schafft Uns Lebenskraft, Es ernten Freud' und Ehre ein. nennt uns Gottes Erben; Wie In derer Zahl laß uns auch fönnten wir verderben? sein! Amen. C. L. Wiß. 6. Der Herr hat alles wohl gemacht! So wollen wir stets denken. Hat gleich das Land das nicht gebracht, Was es sonst pflegt zu schenken; So wird von Gott Dennoch das nicht reichlich eingebracht, Liebt Brod Zur Nothdurft dem beer uns doch nicht minder; Er scheret, Der findlich ihn vers zieht das Herz Doch himmel- ehret. B. Schmolck. wärts, Ob wir gleich oft auf Erden Beim Mangel traurig Mel. Nun laßt uns Gott, den icwerden. 2. Der Herr hat alles wohl 822. Gott voll VaterD güte! Mit dangemacht! Im Nehmen und im fendem Gemüthe Erheben wir Geben Sind wir bei ihm stets nun wieder zu dir Gebet und wohl bedacht, Und fönnen ruhig Lieder. leben. Er nimmt und giebt, 2. Danf, Vater, für die Weil er uns liebt; Und seine Gaben, Die wir empfangen Hände müssen Wir stets in haben! Gabst du sonst mehr, Demuth küssen. 821. Mel. Was Gott thut, das ist ic. er Herr hat alles wohl gemacht! So denken Gottes Kinder. Ob man jetzt minder; Wir nehmen's doch als Kinder. 3. Der Herr hat alles wohl gemacht! Er zeigt uns oft den Segen; Und ehe man ihn einge- Pflichten, Was du uns gabst 3. Schuld war's ja nicht, nicht 544 Ueber die vier Jahrszeiten. für jene Welt Ein guter Baum,| dir; Nicht für der Felder Se der dir gefällt. J. A. Cramer. gen nur, Auch für den Schlummer der Natur. Winter- Lieder. Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. roßer Schöpfer, 825. Gerr der Welt, filberfarbenes Gewand 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, Von Frost und Eis und Sturm verheert; Gin Dect Berge, Hügel, Thal und Land. Dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: Lauf! Gehe unter! gehe auf! 3. Doch pflegt die Erde mütterlich Die ihr vertraute 2. Du nur bist und bleibst dir Saat, die sich Im nahen Frühgleich, Gut und unerschöpflich ling segensvoll Enthüllen und reich; Und in jeder Jahreszeit uns nähren soll. Sehn wir deine Herrlichkeit. 4. Nur nicht geräuschvoll; 3. Sie entzückt uns, wenn still, geheim. So nährt der voll Pracht Wald und Feld Tugend ersten Keim Ein Vater und Wiese lacht; Selbst des mit verborgner Lust In sei Winters Frost und Eis Zeigt ner schwachen Kinder Brust. uns deines Namens Preis. 5. So thut, was andre seg4. Auch durch nebelvolle nen kann, Ein guter und be Luft, Auch durch Regen, Schnee scheidner Mann; Sucht, wenn und Dust Segnest du uns, sein Thun nur Gott gefällt, guter Gott! Und bereitest uns nicht das Geräusch des Ruhms das Brod. der Welt. 5. Du bewahrst der Erde 6. Doch wachsen soll der Kraft, Sparst der Bäume Nah- Tugend Saat; Blühn soll, was rungssaft, Pflegst die Saat, er im Stillen that, zu reichen die segenvoll Sich im Frühling Ernten in der Zeit, 3u reis zeigen soll. chern in der Ewigkeit. 6. Nach des Winters falter 7. Wie unsrer Fluren Saat Nacht Lebet alles, alles lacht. durch dich Im Stillen feimet, Baume, Wiesen, Wälder blühn, väterlich, Obgleich von MenUnd das dürre Land wird grün. schen nicht bemerkt, Durch deine 7. Also blüht nach kurzer Zeit Kraft, o Gott! gestärkt. Aus dem Staub Unsterblichkeit. 8. Es brause fürchterlich um Neu und umgeschaffen einst Sind her Des Winters Sturm; wir, wenn du, Herr! erscheinst. 3. K. Lavater. auch der, auch der Ist deines Segens Diener, Gott, du Wohlthäter auch durch Noth! 9. Wie viele Freuden haben wir, Omilder Gott, auch jest von dir, Der du so väterlich une Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2. 826. Auch für den Winter danten wir, Herr, unser Gott und Vater! Wochen- Lieder. tragst, In unsrer Hütt' uns wärmst und pflegst! 545 wenn der Erde Schooß Auch uns bedeckt hat, auferstehn Aus stillen Gräbern, dich zu sehn; 13. Und auferweckt, das Feierkleid Der himmlischen Unsterblichkeit Anlegen, und vor deinem Thron Dich preis sen, Gott! und deinen Sohn. 14. Daß fernerhin fein Wechsel ist, Und du in allem alles bist, Gin Gott, der, wenn der Freund erwacht, 10. Durch alle Zéiten, Vater, sei Dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß jeden dei nen Ruhm erhöhn Und freudig deine Wege gehn! 11. Und jeder Wechsel deiner Zeit Entflamm' uns zu der Dankbarkeit, Die deinen Wil len gern erfüllt! Denn du bist immer gut und mild. 12. Du bleibst stets mächtig Ihn ewig, ewig selig macht. und stets groß. Wir werden, 3. A. Cramer. Wochen- Lieder. Schwachheit Schuld, Wie du verheißen, mit Geduld! 6. 3u meiner Arbeit, bitte Ermuntere und stärke Mit deinem Segen Erleichtre meine a. Beim Anfange der Woche. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 827. Die Woche fängt von neuem an. Was ich, hat Gott nicht bisher gethan! mich; Preis ihm! denn seine Gnad' fröne und Treu' War jeden Morgen bei mir neu. ste, sie, Sorg' und Müh'! 7. Laß mich bei gutem Wohl2. Wird sie auch diese Woch' ergehn Das Ende dieser Woche es sein? Ja, dessen darf mein sehn! Doch fann's nicht ohne Herz sich freun; Gott ist ja Trübsal sein, So flöß' mir väterlich gesinnt, Und ich ver- Trost und Hoffnung ein! ehr' ihn als sein Kind. 8. Erhältst du meine Lebens3. Was ist des Lebens furze zeit, So preist dich meine DankZeit? Bereitung auf die Ewig- barkeit; Doch sterbe ich, so sei feit. Wohl mir, wenn ich mein Tod nach Gottes Sinn Zur Ewig- dir, mein Gott! feit bereitet bin! Ein Uebergang zu I. h. Pratje. 4. Dich bitt' ich, der du Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. Bater heißt, Regiere mich mit 828. Mit ruhigem deinem mich auf ebner Bahn zu immer mehrer Tugend an! 5. Von wissentlichen Sünden rein, Laß mich dir ganz geheiligt sein; Und trage meiner müthe, Gestützt auf deine Güte, Will ich, mein Gott! mit Beten Die neue Woch' antreten. 2. Wie mancher Woche Tage, Bald unter Müh und Plage, Bald 35 546 Wochen- Lieder. auch bei gutem Glücke, Legt' näher schon, Als ich es glaubte; ich durch dich zurücke! doch mit Freuden Erfuhr ich, 3. Wie oft sah ich beklommen daß sie bald entflohn. Um mir Die neue Woche kommen; Mit noch länger wohlzuthun, Be ihr Verdruß und Sorgen Und fahlst du jedem Sturm, zu ruhn. Müh' an jedem Morgen! 3. Was hab' ich dir dafür 4. Doch halfst du überwin- gegeben? Ein dankbar Herz? den, Und schüßtest mich vor ein freudigs Lob? Ein from Sünden. Jetzt werf' ich frohe mes, tugendvolles Leben, Das Blicke Auf vor'ge Zeit zurüce. durch Gehorsam dich erhob? 5. Erfahrung hier im Leben Ach Gott! ich sehe meine Schuld. Hat mir den Muth gegeben, Wie unwerth bin ich deiner Nie ängstlich je zu zagen In Huld! meinen Wochentagen. 4. Wie unwerth deiner Vas tertreue! Ich fühl' es, tiefge beugt vor dir. Verwirf nicht mein Gebet voll Reue! Vergieb um Jesu willen mir! Nimm, Vater, mich Verlornen an, Mich, 7. Hilf, daß ich nicht verden sonst niemand retten kann! gebens Die Wochen meines Le- 5. Soll ich noch länger auf bens Zurücke möge legen; Nein, mir zum ewgen Segen! 6. Du reichst mir deine Hände Vom Anfang bis zum Ende: Durch dich stark und geführet, Thu' ich, was mir gebühret. 8. Die, welche mir auf Erden Die legte einst wird wer den, Die laß mich, Herr, zum Leben Der bessern Welt er heben. H. Pape. der Erde Im Leben sein; so hilf mir, Herr, Daß meine Seele frömmer werde, Mein Leben täglich heiliger, Daß ich im Glauben fest und treu Und eifrig im Gehorsam sei! 6. Laß deinen guten Geist mich leiten! Laß, wie du fors derst, mich durch ihn Stets aller Lüste Reiz bestreiten, Und der Verführer Wege fliehn Nicht achten auf den Ruf der Welt; Nur das thun, was dir, Herr, gefällt! 7. Baß morgen mich dein Lob besingen, Und jeden Tag, den du mir giebst, Nach deinem Willen so vollbringen, Daß du mich als mein Vater liebst! Einst führe mich zum Himmel ein! Da wird 2. Vermuthlich waren manche mein beßrer Sabbath sein. Leiden Und manche Stürme b. Beim Schluß der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 829. So wird die Woche denn beschlossen. Noch immer leb' ich, Gott! durch dich. Kein Tag ist ohne dich verflossen; Du schüßtest, du beglücktest mich; Bewahrtest Seele, Leib und Gut; Verliehst in Noth mir Hülf' und Muth. 6. Hoffmann. 517 Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. 5. Wir eilen mit dem Strom 830. 11wiederbringlich der Zeit Stets näher hin zur schnell entfliehn Ewigkeit; Du hast die StunDie Tage, die uns Gott verden zugezählt, Die letzte weislich liehn. Die Woche kommt und uns verhehlt. eilt davon; Vergangen ist auch diese schon. Morgen- Lieder. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, Für deinen Beistand in der Noth, Für tausend Proben deiner Treu! Denn deine Huld. war täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher guten That erfreut; Weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr! gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; Verzeit)' uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'! Um Christi willen sprich uns frei! 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Die unser Heil entscheiden soll; So führ' uns aus der Prüfungszeit Zu deiner frohen Ewigkeit! 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewigs Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! C. F. Neander. Morgen- Lieder. Lehrer mir Den Weg zum Himmel zeigen, Dann laß mein Herz 831.euch mich, Heili- empor zu dir In heißer Andacht Am Sonntag Morgen. Mel. Allein Gott in der Höh'sei Ehr'. ger, zu dir Am Tage deiner Ehre! Gieb, daß ich heute mit Begier Das Wort der Wahrheit höre! Laß diesen Sonntag dir allein, O Herr, mein Gott, geheiligt sein, Geheiligt deinem Namen! steigen! Gieb Lernbegier, Lust und Verstand, Daß mir dein Wille recht bekannt, Dein Rath mir heilig werde! 4. Gieb, daß des Wortes Geift und Kraft Mein ganzes Herz durchdringe, Ulnd ich treu und gewissenhaft, Was du mich lehrst, vollbringe! Laß mich durch deinen Unterricht Stets eifriger in meiner Pflicht, Im Glauben stärter werden! 2. Es freue meine Seele sich, Hin in dein Haus zu gehen! Dein göttlich Wort erleuchte mich; Laß schmecken mich und sehen, Wie freundlich du, mein Vater, bift, Wie dein Gesetz nur Liebe ist, Und selig, wer dir folget! 5. So wird dein Tag, o Vater! mir Ein Tag des Segens wer3. Dann, wenn der Wahrheit den; So set ich, und empfind 35* 548 Morgen- Lieder. ter, wenn ich fehle! in dir Den Himmel schon auf| Retter in Gefahr;. Ein Va Erden; So werd' ich nach der Prüfungszeit Zur Rub' in deiner Seligkeit, Zu deinem Anschaun, kommen. 3. H. Schrader. 9. Gieb mir ein Herz voll zuversicht, Grfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue! 10. Daß ich als ein getreues Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. 832. Mein erst Gefühl fei Kind Nach deinem Reiche ſtrebe, Fromm, züchtig und gerecht ge sinnt, Durch deine Gnade lebe; Preis und Dank; Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; Lobsing' ihm, meine Seele!: 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Ar 2. Mich selbst zu schüßen, ohne beit scheue; Mich gern an Macht Lag ich und schlief in andrer Wohlergehn Und ihrer Frieden. Wer schafft die Sicher- Tugend freue: heit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, Und schützt mich vor Gefahren? 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe! C.F. Gellert. Eigene Melodie. 4. Wer lehrt das Auge ſeine 833. Gott des Himmels zu Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt! Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält, Und mir's jetzt neu gegeben! und Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der du Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheis nen heißst, Dessen starke Hand die Welt, Und was in ihr ist, erhält! 6. Gelobet feist du, Gott der Macht! Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tages freue! 2. Gott! ich danke dir vont Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Ohne mein Verdienst bewacht, Und nach Arbeit, Sorg' und Last Ruh und Schlaf geschenket haft. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege 3. Wie die Nacht, laß auch wallen, Und lehre du mich die Sünden, Die mich drücketen, selber thun Nach deinem Wohlvergehn! Laß mich Trost und gefallen! Sollt' ich ferner Gnade finden, 8. Nimm meines Lebens was versehn! Deines Sohne gnädig wahr! Auf dich hofft Verdienst und Blut Mach' all meine Seele. Sei mir ein meine Fehler gut! Morgen- Lieder. 4. Hilf, daß ich mit diesem 4. Morgen Mich dir völlig weihen zum mag Und für meine Seele sorgen, und dem Sohne, Dem Geist Daj mir's, fommt meinTodestag des Herrn sei Ehre, Sei Und dereinst dein streng Gericht, Nie an Freudigkeit gebricht! Preis und Dank und Ehre! 5. Hör' meinen Dank, mein Flehen! Du kannst in's Herze sehen. Herr, dies mein schwaches Lallen, Ach, möcht' es dir gefallen! 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach dei nem Wort! Sei mein Schußherr nicht nur heute; Sei und bleib' es immerfori! Nur durch dich, mein Gott! allein Kann ich froh und sicher sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, Und was du mir zugewandt, Treuer Schöpfer! das befehle Ich in deine Vater hand. Schüß' und segne, dir zum Ruhm, Mich, dein Kind, dein Eigenthum! 6. Willst du ein Opfer haben? Hier bring' ich meine Gaben, Mich selbst! Leib, Seel' und Leben Sei dir ganz übergeben! Dir weih' ich mich auf's Zu fester Bundestreue; Du weißt, daß ich zur Gabe Für dich nichts Bessers habe. 7. neue 8. Dein Werk wollst du vollenden, Dich nimmer von mir wenden, Und mich in meinen Tagen Stets mit Verschonen tragen! 9. In allen meinen Thaten ist, beschüßze; Der mit Sorg- Wollst du mir selber rathen, falt auf mich acht'; Der auch endlich mich zu dir, Wenn ich selig sterbe, führ'! 7. Sende, Herr, von deinem Sige Deinen Engel, dessen Macht Mich, wenn's nöthig Mich stets zum Besten leiten, Zum Himmel mich bereiten! H. Albert. 10. Auf allen meinen Wegen Begleite mich dein Segen! Dein Wort sei meine Speise Auf meiner Pilgerreise! P. Gerhard. Eigene Melodie. 834. Wa 549 Steig' auf, mein Dank, Throne! Dem Vater ach' auf, mein Herz, und singe Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Dem Schöpfer aller Dinge, 835. Nun tret' ich wieder aus Ruh', Und geh' dem sauren Tage zu, Dent Gott mir auferleget. Zwar weiß ich nicht, was diesen Tag Für Unfall mir begegnen mag; Allein mich hegt und träget Mein 3. Dein Wort, Herr! ift getreuer Gott, und Schaden thut schehen; Ich kann das Licht noch Mir feine Last bei seiner Hut. sehen. Dein ist's, daß ich auf's 2. Zwar meine Bürd' ist tagneue Mich meines Lebens freue. lich neu; Doch ist das auch nicht Geber aller Menschen treuem Hüter! 2. Mit göttlichem Erbarmen Bedecktest du mich Armen. Schlaf, ſprachst du, ohne Grauen; Die Sonne sollst du schauen! 550 seine Treu'? Er träget meine Sorgen. Wer ist, der zum Vor aus vernimmt, Was ihm den Tag hindurch bestimmt? Bahnt jedes Tages Morgen Gleich einen steilen Weg zur Pein; Mit Gott kann der erstiegen fein. Morgen- Lieder. 3. Ach, wär' doch, hab' ich oft gedacht, Auch dieser Tag bereits vollbracht Mit allen seinen Plagen! Des Abends hab' ich dann verspürt, Wie wohl mich Gottes Hand geführt, Und meine Last getragen. Durch dein Wort wirkte deine Huld In mir viel Troft und viel Geduld. ich ihn an, den Tag, Und scheue nicht, was kommen mag. 7. Wird eine Last mir selbst zu schwer, So leg' ich sie auf dich, o Herr! Denn du bist mir gewogen. Ja, Würde, Bürde, Pflicht und Stand Befehl ich deiner Vaterhand, Die du mit nie entzogen. Beglückte die von Jugend auf Nicht meinen ganzen Lebenslauf? 8. Auch gebe ich in deine Hand, Die nah' und fern mit mir ver wandt, llnd andre treue Freunde.. Erhalte ihrer Seelen Ruh', Und ströme Segen auf sie zu! Er barm' dich meiner Feinde; Bes fehre sie, und sei ihr Gott! Set ihr, sei unser aller Gott! nicht, blöder Sinn, Die Last AntonUlrich, Herz.z.Braunſch.- Lüneburg. dir aufzulegen! Trag', was 4. Weil ich denn deß versichert bin; So weigre dich du fannst! Gott träget mit Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. Und folget dir auf jedem Schritt 836. Auch diesen frab Mit Gnade, und Segen. Mit Gott geh' immer froh daran! Wie leicht sind deine Leiden dann! Morgen Gabst du, Gott! nach der Nacht, In der mich, frei von Sorgen, Dein Vaterherz bewacht; Du, welcher 5. So freuet sich mein neuer uns erquichet Und unsre Kraft Muth, Wenn ich mich in des erneut, Für uns die Erdeschmus Höchsten Hut Kann eingeschlos- det, Uns jeden Tag erfreut! sen sehen. Doch, daß ich deß 2. Dir will ich mich ergeben, versichert sei, Muß ich ohn' Durch den ich leb' und bin; alle Heuchelei Auf seinen We Wie flüchtig eilt das Lebent gen gehen. Mein Gott be- zu seinem Ziele hin! Bald glückt nie meinen Steg, Ich ist es ganz verschwunden; Doch wandle denn erst seinen Weg. hängt an seiner Zeit Ind deren schnellen Stunden Das Heil der Ewigkeit. 6. Dann führ' mich, Gott, auf deiner Bahn, Auf der ich niemals irren fann; Bewahre 3. Dies reize meine Seele Zum mich vor Sünden! So streit' ich Fleiß imGuten an, Daß ich nichts als ein tapfrer Held Mit allen denk' und wähle, Was dir miß Lüften dieser Welt; Du hilfft fallen fann! Dann kann ich nicht mir überwinden. Mit Muth tret verderben, Ich fürchte nicht den Morgen- Lieder. 551 Tod, Ich werde selig sterben;| lebt; Ich werde froh und selig Denn ich bin dein, o Gott! sein, Wenn man den Staub C. C. Sturm. begräbt. 4. Dann tröstet mich der Glaube: Ich werde nicht ver gehn; Ich werd', erweckt vom Staube, Zum Himmel auf 838. De hin die Nacht; Mel. Nun danket all' und bringet 2c. er Tag da, daerstehn. Dies will ich nie vergessen, Und, dieser Hoffnung voll, Zu jeder Zeit ermessen, Was ich dann werden soll. Ich bin und lebe noch. Gott, der du wieder Tag gemacht; Wie gütig bist du doch! 5. Durch sie gestärkt, ermüde 2. Wer sorgt für uns zu Ich auch im Guten nicht; Mich jeder Zeit? Wer gönnt zur stärket Gottes Friede Mit Kraft Nacht uns Ruh'? Wer schenkt und Zuversicht. Ich sieg' in den Müden Munterfeit? Wer, jedem Streite. Des Sieges o mein Gott! als du? Lohn ist nah'. Wer weiß? vielleicht ist heute Des Kam pfes Ziel schon da! 6. B. Funk. 3. Gott! alles Gute fommt von dir; Du bist's, der alles kann, Und wie viel Gutes hast du mir, Mein Vater, schon gethan! Mel. Nun danket all' und bringet 2c. 4. Du, treuer Gott, durch den 837.9¹ un ist es Tag; mit ich bin, Der täglich mich erhält! frommem Dank O, schenke mir den rechten Sinn, Verlaß ich Bett und Ruh'. Zu thun, was dir gefällt! Herr, höre meinen Lobgesang; Mein erst Gefühl bist du! 5. An meine Arbeit will ich nun Mit Lust und Freude gehn. Man soll mich immer Gutes thun, Nie bös und träge sehn. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Jch fühle neuen Muth. Vor Tausenden bin ich beglückt, Die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank' ich dir, Dir die verjüngte Kraft; Denn beides, Vater! hast du mir Auf mein Gebet verschafft. 6. Denn wenn mit freudenvollem Trieb' Ich Gutes lern' und thu'; Dann bin ich Gott und Menschen lieb, Und hab' im Herzen Ruh'. 4. Ich nehm's aus deinen Hän- Mel. Aus meines Herzens Grunde. den hin Mit froher Dankbarkeit. 839. Dee morgen bir, es erste was ich bin, Sei ewig dir geweiht! 5. Mein ganzes Leben preise dich, Dein soll mein Herz sich freun! Nur, bester Vater, lehre mich, Fromm und dir treu zu sein! 6. Dann wird es niemals mich gereun, Daß ich den Tag durch Stunde Soll Gott! heilig sein. Das Herz stimmt mit dem Munte Zu Lobgesängen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen lalle; So weiß ich, es gefalle Dir doch durch deinen Sohn. 552 Morgen- Lieder. 2. Es hat mich deine Gnade| Kein Geiz sich in mein Herz, In dieser Nacht bedeckt, Daß mich kein Schmerz, fein Schade Verletzet, noch erschreckt. Der Schlaf hat mich erquict, Daß nun mit frischen Kräften Zu des Berufs Geschäften Mein Geist sich freudig schickt. 3. Beschirme mich auch heute, Wo man mir Nege legt! Hilf, daß ich widerstreite, Sobald das Fleisch sich regt! Laß mich den ganzen Tag Vor deinen Augen wandeln, Daß ich nicht bloß fromm handeln; Rein, fromm auch denken mag! 4. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von Falsch heit rein; Freimüthig, doch gefällig Und stark zur Tugend sein; Daß nichts den Muth bestürz', Kein Zorn die Liebe hindre, Den Ernst noch Sanftmuth lindre, Den Scherz noch Weißheit würz'! Und fremde Notherweiche Mich leicht zu edlem Schmerz! Kein Glück, das andern blüht, Vers leite mich zum Neide; Und fein Genuß der Freude Ver zärtle mein Gemüth! 8. Gieb, daß an diesem Tage Sich mir fein Unfall nah'! Jedoch, ist eine Plage Nach deinem Rathe da; So gieb, daß ich alsdann Dies Leiden nicht ver schulde, Nicht murre, christlich dulde; Froh dir vertrauen fann! 9. Wie bald ist's überwunden, Das Leiden dieser Zeit! Auf wenig bange Stunden Folgt Glück in Ewigkeit. Dies stärket mich in Noth, Daß ich nicht ängstlich zage. Am letzten meiner Tage Giebt dies mir Muth im Tod. 3. Matthesius. Mel. O Gott des Himmels und der 2. 5. Was dein Gebot verletzet, 840. Der frohe Morgen Laß nie mit Luft mich Wenn es die Welt ergößet, Und ladet mich zur Arbeit ein. Erweckt es mir doch Graun! Der Schlaf erquickte meine Glies Schnell wirkt des Lasters Gift. der; Nun will ich wieder thätig Nichts, nichts sei mir verhafter! sein. Mit frohem Herzen will Doch, daß mein Haß das Laster, ich nun, Nicht meinen Mitknecht trifft! Was meine Pflicht erfordert, thun. 6. Des Nächsten Ehre schmälern, Entehrt mein Christen thum. Ein Ruhm aus frem den Fehlern Ist ein nur schlechter Ruhm. Den laß mich immer fliehn! was gut ist, deuten, 2. Gott! dir sei Dank für diesen Schlummer, Und dir befehl' ich mich auf's neu'. In deinem Schuß bin ich vom Kummer, Bin ich von allen Nie schlimm, Sorgen frei. Du weißt es, Und, was mir nüßlich ist, Und seh' ich andre gleiten, Es giebst es, weil du gütig bist. jedem Aug' entziehn! 3. Du unterhältst mir meine 7. Bei Fleiß und Arbeitschleiche Kräfte, Damit ich sie gebrauchen Morgen- Lieder. 553 foll; Und treib' ich redlich mein| Schwachheit auf, Bis ich Geschäfte, O, so geräth es im mer wohl. Bei Treu' und Fleiß giebst du Gedeihn. Drum will ich treu und fleißig ſein. 4. Ich will es sein, so lang' ich lebe, So lange du mir Kräfte schenkst, Damit ich mir das Glück erstrebe, Daß du mit Beifall an mich denkst. Dann hab' ich hier Zufrieden heit und dort vollkommne Seligkeit. J. F. Seidel. Mel. Warum betrübst du dich ic. 841.m, hm, der das Licht vollende meinen Lauf! 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! Dies wirk' in mir zu meinem Heil, Und segne meinen Fleiß! Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner Hand. mich gesund erwachen ließ, Preis und froher Dant! neuen Morgens Heiterkeit Sei meinem Gott zuerst geweiht! 2. Sieh', Herr! ich unterwinde mich, Mit dir zu reden; Staub bin ich, Von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Codter lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank' ich dir. 7. Die Blume fleideft du mit Pracht, Nährst jeden Vogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; Du, mein Erbarmer! sorgft für mich. C. F. Neander. Mel. Nundanket all' und bringet 2c. entstehen hieß Und 842. Vernimm, o Herr, Sei Des Den früh mein Herz dir weiht! Es freut sich dein, und ist voll Dank, Daß sich der Tag erneut. 2. Ich lag und schlief in tiefer Ruh', Mir selber unbewußt; Du warst bei mir, mein Gott! der du nie, uns zu schützen, ruhst. 3. Nun steh' ich, durch den Schlaf erquickt, Wie neu geschaffen da, Und freue mich der Welt, entzückt, Daß ich sie wieder sah. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', Empfang' ich jezo wieder neu Aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wo 4. Der Arbeit müde, warf hin es blickt, Von Wundern ich mich Erschlafft auf's Lager deiner Huld entzückt. hin; Jeßt geh' ich wieder, froh 4. Dich, dem ich nicht ver- durch dich, Zu neuer Arbeit hin. gelten kann, Dich, Vater! 5. O gieb, daß ich auch diesen bet' ich findlich an; Ich opfre Tag In dir ergebnem Sinn dir mein Herz. Ein Herz voll Für mich und andre leben Dank und Zuversicht Ver mag! Denn dazu gabst du ihn. wirfst du, Hocherhabner! nicht. 5. O du, den meine Seele preist, Erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Chri stenpflicht! Er helfe meiner 6. Laß mich mit treuem Eifer thun, Was mein Beruf begehrt, und in der Ueberzeugung ruhn, Daß man dich so recht ehrt! 7. Ja, leite selber, Herr der 554 Morgen- Lieder. Zeit, Mich durch dies Leben hin,| Deine Liebe zu betrachten, Bis ich dort in der Ewigkeit Vollendet bei dir bin. Uleber alles dich zu achten! 5. Auch im Geräusch' der Welt soll mich Der heilige Gedank' an Mel. Wie schön leucht't uns der c. dich Oft still zu dir erheben. 843. Dich seh' ich wieder, Im dunkeln Thale wall' ich hier; Morgenlicht! Und Einst nimmst du mich hinauf zu freue mich der edlen Pflicht, dir, Zum Licht und höhern LeDem Höchsten Lob zu singen. ben. Auf dich Hoff' ich, Herr! Ich will, entbrannt von Danf- ich werde Mich der Erde Gern begier, O mildester Erbarmer! dir Mit heilgem Muth lob singen. Schöpfer! Vater! Deine Treue Rührt auf's neue Mein entschwingen, Dir dort ewig Lob zu singen. C. F. Neander. Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. Gemüthe. Froh empfind' ich 844. Der du mir neues Les Auch heute hast gegeben! Dir bring' ich meine Lieder zum Morgenopfer wieder. 2. Durch dich sind mir die Stunden Der stillen Nacht ver schwunden. Ich schlief in deinen Armen, O Vater voll Erbarmen! 3. Wie mancher hat voll Sorgen Geseufzet nach dem Morgen, Ob der sein Elend lindre Und seine Schmerzent mindre! deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du dich nicht so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setest du Jest einen neuen Tag hinzu. Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merfe Neue Stärke. Dich erhebe Meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, Auf ewig von mir fliche; Daß ich die furze Lebenszeit In christ licher Zufriedenheit Zu nüßen mich bemühe! Brüfe, Siehe, Wie ich's meine! Dir ist keine Meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Herr, für die armen Brü der, Vernimm des Mitleids Lie der! Ich bitte dich von Herzen Um Lindrung ihrer Schmerzen. 5. Was konnte mir vor ihnen Des Lebens Glück verdienen? Dir danke ich die Freude, Daß ich nicht, wie sie, leide. 4. Ich bin ein Chrift; o Herr, 6. Gieb Lust, Verstand und verleih', Daß ich des Namens Kräfte, Und segne mein Ges würdig sei; Mein Ruhm ist schäfte! Denn, Herr! an deinem deine Gnade. Denn ach, was Segen Ist alles ja gelegen. bin ich ohne dich? Ein irrend 7. Laß deinen Geist mich leis Schaf! Erhalte mich, Mein ten, und mich zu allen Zeiten, Hirt, auf deinem Pfade! Etärk Dir gleich, was recht ist, lieben, mich, Daß ich Stets mich übe, An Brüdern Gutes üben! Morgen- Lieder. 555 5. Beglücke du die Meinen; Dein Segen sei ihr Theil! Verlaß der Armen feinen; Sei der Betrübten Heil! Du, willig 9. Ich hoffe, Gott der Ehren! zum Erfreun, Eilst, jedem beiDu werdest mein Begehren Um zustehen; Doch soll der Liebe Jesu Christi willen zu deinem Preis erfüllen. 8. Und wollest du auch Leiden Mir diesen Tag bescheiden; So laß mich's glaubend wiffen, Daß sie mir nüßen müssen. Flehen Dir auch gefällig sein. 6. Wenn ich nach dir mich sehne, So ruht dein Fried" auf mir. Mein Eeufzer, meine Thräne, Erbarmer! iſt vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe, oder lebe; So bin C. F. Neander.. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 845. Umächtiger! ich hebe Mein Aug' empor zu dir. Lob dir, durch den ich lebe, Und neuer Dank dafür! Herr! deine Huld ist groß, ich ewig dein. Und niemals hat das Lallen Des Dantes dir mißfallen, Das aus dem Herzen floß. 3. Beschüßer unsrer Seelen! Ich traue stets auf dich. Was soll ich mir heut' wählen? D, wähle du für mich! Gieb, was mir nüßlich ist, Du, dem ich alles danke! Mein freudig ster Gedanke, Sei, daß du um mich bift! Mel. Ich dank' dir schon durch e. ( ei wach und heilge 846. Schlummer Des Lebens Tocht verlischt, Und daß mich, frei von Kummer, Ein fanfter Schlaf erfrischt, Das' dank' Zu Gottes Thron zu treten; hn, den fein Engel würdig preist, Mit Ehrfurcht anzubeten. 2. Er hat uns voll Barmich deiner Macht und deiner herzigkeit Aus nichts hervorVatertreue; Durch sie bin ich auf's neue Mit heiterm Muth erwacht. gezogen, Und unser Glück von Ewigkeit Allgütig abgewogen. 3. Gelobt sei, Vater, deine Treu'; Gepriesen deine Gütek Sie ist auch heute wieder neu; Froh dankt dir's mein Gemüthe. 4. Laß unser Herz zu jeder Zeit Auf deine Vorsicht bauen! Gieb auch in Nothuns Freudig feit Und findliches Vertrauen! 5. Erwecke uns zu unsrer Pflicht Bei dieses Tags Geschäften! Gieb unsrer Seele nöthigs Licht, Und Stärkung unfern Kräften! 4. Der schrecke mich von Sünde! Er leit' und feure mich Zur Tugend; er entzünde Stets mein Vertraun auf dich! Ach, das zerstoßne Rohr Willst du 6. Nimm dich auch heute unser ja nicht zerbrechen. Dies gnäs an Auf allen unsern Wegen, dige Versprechen Hält, Herr! Und leite uns auf ebner Bahn, mein Herz dir vor. Und schenk' uns deinen Segen! 556 Mel. Sie lieblich ist, o Herr. 847. ein Gott! auch die ser neue Morgen Verkündigt deine Gnade mir. Mit mir erwachen meine SorMuth! Und soll mich, Herr, ein Glück erfreun, So laß es mir durch dich gedeihn! C. C. Sturm. Mel. O Gott des Himmels und der ic. gen; Doch, Herr! auch mein 848. Boll Dank an dies sem neuen Vertraun zu werfe meinen Kummer hin Auf dich, durch den ich leb' und bin. Morgen- Lieder. gen Erhebe dich, mein Geist, zu Gott! Er wird für dich auch heute sorgen, und mit dir sein in jeder Noth. Er schüßte dich in dieser Nacht; Durch ihn gestärkt bist du erwacht. 2. Wem dant' ich's sonst, als deiner Güte, O Gott! daß mich fein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe Dank ich für Stärkung, Ruh' und Schlaf. Auch heute wollst du bei mir sein, Und mir zur Tugend Kraft verleihn!! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt! Es gehe mir nach deinem Willen, Du weiser Herrscher aller Welt! Schließ' mich in deine Vorsicht 3. Wie viele Tausend meiner ein! So bin ich todt und le- Brüder Sind jeßund nicht mit bend dein. mir erwacht, Und sehn nicht 4. Vergieb mir, Vater, alle diese Sonne wieder, Nicht Sünde; Bergieb, was ich nicht dieses neuen Tages Pracht! recht gethan! Nimm mich zu dei- Ich lebe noch, und mich erfreut nem Gnadenfinde Um meines Des neuen Tages Heiterkeit. Mittlers willen an! In seinem 4. Wie viele riß in Namen fleh' ich dich; Er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen! Denn wo wär' ich mir selbst genug? Behüte mich vor Missethaten, Vor böser Men schen List und Trug! Führ' du mich selbst auf ebner Bahn; Und was ich thu', sei wohlgethan! ihren Sünden, In Wollust, Zorn und Trunkenheit, Der Tod hinweg; wie viele finden Zur Buße ferner feine Zeit; Voll Scham und Reue sieht ihr Blick Auf die verschwundne Zeit zurück. 5. Erhalter, dir soll jede Stunde Von diesem Tage 6. Bewahre mir Leib, Seel' heilig sein! Ich wünsche jeszt und Leben, Verwandte, Freunde, mit Herz und Munde, Der Laster Hab und Gut! Willst du mir Pfad mit Ernst zu scheu'n, Das Kreuz zu tragen geben, Somit nicht in der Ewigkeit Mich gieb dabei auch Trost und einstens dieser Tag gereut. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, llnd hier hat jeder Tag sein Weh, Wo ich, indem ich älter werde, So manchen Fehltritt noch begeh'. Gott, der mich schüßet und ernährt, Wär' ich doch deiner Liebe werth! Morgen- Lieder. 6. Bewahre mich, o Gott der Liebe, Auch heute, wie du sonst gethan! Du kennst mein Herz und seine Triebe; Nimm meiner dich erbarmend an, So oft die Sünde mich betrügt Und mein zu schwaches Herz besiegt! 7. Regiere Sinne, Geist und Glieder Zum Dienste der Gerechtigkeit! Stärk' mich zum Nußen meiner Brüder zu dem, was mein Beruf gebeut! Laß mich die Armen gern erfreun, Und frei von Neid und Feindschaft sein! 8. So will ich froh den Tag vollenden, Vertraut mit dir und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; Ich, dein Erlöfter, zittre nicht; Und schließt sich heut' mein Pilgerlauf, So eilt mein Geift zu dir hinauf. 5. Zwar unvermischte Freuden Sind nicht der Christen Loes; Doch ist in ihren Leiden Des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, Und schau'n von ferne schon Die Wonne jenes Lebens, Ueberwinder Lohn. Der 6. Getrost, mein Geist, ers müde In deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede Mit ob fei Gott, der den Kraft und Zuversicht, Ermuntre Morgen Uns sen dich und streite! Des Sieges Lohn ist nah'. Getrost! vielleicht ist heute Des Kampfes Ende da. 6. B. Funk.. Mel. Ich dank' dir, lieber Herre. 849: 557 wieder auferstehn. Ach, taß mich's nie vergessen; Der heilgen Hoff nung voll, Laß täglich mich ermessen, Was ich einst werden soll! 4. Sellt' ich nach Reichthum trachten? Nie komm' es in mein Herz! Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden Soll meine Seele rein, Ein Tempel Gottes wer den, Ganz ihm geheiligt sein. det auf die Nacht; Der, wenn wir ohne Sorgen Entschlum mern, für uns wacht; Der uns im Schlaf erquicket Und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket ,, Und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gegeben, Herr! was ich hab' und bin; Und dies mein irdisch Leben 850. Cm Mel. O Gott des Himmels und der 2c. rmuntert euch, erquickte Gliéder! Die dunkle Nacht ist nun vorbei. Der neue Morgen zeigt sich wies der, UndGottes Güte ist euch neu.. Sie hat mich in der Nacht bedeckt Flieht schnell zum Tode hin. Und nun zur Arbeit aufgeweckt.. Bald ist sie ganz verschwunden, Der Wallfahrt kurze Zeit: Doch hängt an ihren Stunden Das Heil der Ewigkeit. 3. süßer, hoher Glaube, Nicht ewig zu vergehn! Es foll der Mensch vom Staube Einst 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden Bei meiner stillen. Ruh' bewacht, Daß mich der Reichthum seiner Gnaden Zu seis nem Preise tüchtig macht! Ich bin vergnügt, ich bin erquict, Und warte, was Gott heute schickt. Morgen- Lieder. 3. Mich wolle Gottes Geift| Du warst mein Schirm in die regieren; Er leite mich auf ebner ser Nacht, Erquicktest mich, er Bahn! Er helfe mir mein Werk hieltst mein Leben; Durch dich vollführen! In seinem Namen bin ich vergnügt erwacht. Wer fang' ich's an. Sein Segen bin ich, daß du mein ſo denkst, Mir einen Heilstag wieder fchentst? Und wird mein Sonnenschein, seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnädig finden! Dir hab' ich alles heimgestellt; Ach, nur behüte mich vor Sünden; Doch wenn das Fleisch aus Schwach heit fällt, So geh' mit mir nicht in's Gericht! Erbarm' dich, und verwirf mich nicht! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen Auch seine Plage mit sich führt; So laß, mein Gott, mich nicht verzagen, Wenn mich ein Kreuz, ein Unglück, rührt! Durch Hülfe deiner Gnadenhand Wird's bald und glücklich abgewandt. 6. Nun, Seel' und Leib sei dir ergeben! Wie wohl sind fie verwahrt bei dir! Entfliehet auch von meinem Leben Der letzte Rest noch heute mir; So sei durch Jesu Christi Blut Mein teßtes Ende sanft und gut! 7. Wohlan, deß tröst' ich mich im Glauben; Im Glück und Unglück bin ich dein. Aus deiner Hand soll mich nichts rauben; Dein will ich tobt und lebend sein. Und dies Lied stimm' ich täglich an: Was Gott thut, das ist wohlgethan! &. Heumeister. E. 2. Auch über mir ist deine Güte Noch stets an jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüthe Fühl' ich das Große deiner Treu'. Auch heute will ich dein mich freun, Und ganz mich deinem Dienste weihn. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln Und treu das thun, was dir gefällt, Gewissenhaft in allem handeln, Und standhaft fliehn die Lust der Welt. Auch dieser Theil von meiner Zeit Sei mir Gewinn zur Ewigkeit! Mel. Wie lieblich ist, o Herr 2c. 851. 4. Gieb mir auch heute, was mir nüßet; Vor allem doch ein ruhigs Herz, Das fich auf deine Vorsicht stüßet, Dir traut, auch in dem größten Schmerz! Du weißt, was mir zum Wohl gebricht, Versäumest auch mein Bestes nicht. 5. In diesem findlichen Ver trauen Will ich an meine Arbeit gehn; Auf deinen Beistand sicher bauen, Still deinerHülfentgegen sehn. Du führst mich auf der rech ten Bahn, Und nimmst mich einst mit Ehren an. 3. S. Diterid). Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 852. W enn ich einst von jenem Schlum mer, Welcher Tod heißt, aufers ich, dich, mein Gott! steh', Und von dieses Lebens will ich erheben; Kummer Frei, den schönern Mors Abend- Lieder. 559 gen seh'; O, dann wach' ich| Im Gericht mich einft verflage, anders auf. Schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag! an deinem Morgen. Er sei ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Herr, mein Gott, zu dir hinauf Müsse jeder Tag mich leiten, Mich zur Ewigkeit bereiten! f. 6. Klopflock. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, Abend- Lieder. Mel. Werde munter, mein Gemüthe.| meinem Werfe, Und schaff ein 853. Sink ich bald in je- reines Herz in mir! nen Schlummer, Aus dem Gott mich einst erweckt; D, so ruh' ich ohne Kummer, Weil mich seine Rechte deckt. Wohlthat wird mein Schlaf mir sein; Schön, verjüngt, von Schwachheit rein, Führt er mich aus meinem Grabe, Wenn ich ausgeschlafen habe. 2. Jeßt entschlaf' ich, aufzuwachen Noch für Tage dieser Zeit, um mich weiter aufzu machen Auf den Weg zur Ewigfeit. Gieb, Herr, daß ich täglich fei Reisefertig, leicht und frei Von den Bürden dieser Erde, Bis ich einst ganz himmlisch werde! F. G. Klopstock. Mel. In allen meinen Thaten. err, der du mir das 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen, Und dert den Lohn des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Ees gen, Eil' ich der Ruh' entgegen. Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl' ich, Vater! meinen Geist. C. F. Gellert. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 854. Leben Bis diesen 8559uf, o Seele, werde Tag gegeben; Dich bet' ich find- des Dankes Pflicht! Unfre munter Und bezahl' lich an. Ich bin viel zu geringe Sonne gehet unter; Unſers Der Treu', die ich besinge Und Gottes Güte nicht. Sie erschuf die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe Freu' ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir. O, gieb mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu der Sonne Pracht, Auch den Mond, deß Glanz der Nacht Leuchtet, und in jener Ferne Funfelt sie in jedem Sterne. 2. Und ich sollte sie nicht sin FOREVER 560 Abend- Lieder. gen? Stets sei sie mein Lob-| That. Sei gnädig, und vergefang! Sie half diesen Tag schone! Ja, Herr, in deinem vollbringen, Daß es meinem Sohne Sei gnädig meiner Fleiß gelang. Sie hat heute Missethat! mich genährt, Mir der Freuden viel bescheert, 4. Sieh' doch auf meine Vor Ge- Reue! Ich schwöre dir auf's fahren mich beschüßet, Meine neue, Mich treuer dir zu weihn. Schwachheit unterstüßet. Auf meine Augenlider Fällt 3. Angebetet, hochgepriesen schon der Schlaf hernieder; Seist du, treuer Gott, von mir! O, laß ihn sanft und stärkend Was du Gutes mir erwiesen, sein. C. C. Sturm. Danft mein ganzes Leben dir. Noch trägst du mich mit Geduld, Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Und vergiebst mir meine Schuld, 857. Wir sind, o Herri Vaterarmen, Voll Verschonen, voll Erbarmen. 4. Gieb jest bis zum frohen Morgen Meinem Leibe sanfte Ruh! Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen; Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir; Walt' allmäch tig über mir! Gott, beschüße all' die Meinen! Tröste die, in deiner Macht; Du hast uns an das Licht gebracht, Und schüßest unser Leben. Du kennest unsrer Monden Zahl, Und weißt, wann ich dem Ruhethal Den Leib soll übergeben. Wo jes der von uns sterben soll, Das siehest du, und machit es wohl. die zu dir weinen! 3. Rist. 2. Vielleicht schließt heute nur zur Ruh' Ein kurzer Schlaf die Augen zu Und fliehet mit dem Morgen. Vielleicht ist's Mel. Nun ruhen alle Wälder. 856.3 o eilig, wie die auch die lette Racht, Und Stunden Mir nun mein Lauf mit ihr vollunversehns verschwunden, Ver- bracht. Uns ist's, nicht dir fliegt die Lebenszeit. Der Pfad verborgen. Wen man von Rennst wird immer jäher; Ich rücke uns zuerst begräbt, täglich näher, O Vater! dei- du, wie sicher er auch lebt. ner Ewigkeit. 3. Uns schreckt der Grabges 2. Vielleicht hat deine Sonne dante nicht. Der dunkle Pfad Zum letten Malmit Wonne Und führt auch zum Licht; Wir sind Kraft mein Herz erquickt. Eh' sie mir wieder glühet, Bin ich vielleicht verblühet, Wie Gras verblüht, der Erd' entrückt. in deinen Händen. Getroft, ges troft! wir bleiben dein, Wenn wir dir unser Leben weihn; Du wirst uns auch vollenden. Drum 3. Ach, Gott! ich denk's mit sei willkommen, Ruh' der Nacht! Beben: Vor dir steht all' mein Wir schlummern sicher; denn Leben, Du siehest Lust und Gott wacht. S. Dach. Abend- Lieder. 561 Mel. In allen meinen Thaten zc.| schlaf' in sichrer Ruh'. Ich trau' 858, obfinge, Seel', und auf deine Gnade. Was iſt wohl, das mir schade? Mein Allmächtiger! bist du. Wie auch an diesem Tage Dein Gott dir wohlgethan! Ja, dankend fall' ich nieder und bringe meine Lieder. O Vater, nimm sie gnädig an! 2. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jeßt deine Treu' erhebe, Mich deiner Liebe freu. Du gabst mir Speis und Freuden, Bewahrtest mich vor Leiden, Und standst mit deiner Kraft mir bei. 3. Du lenktest Thun und Dichten, Da mir bei meinen Pflich ten Das Fleisch oft widerstand. Zu jeglichem Geschäfte Verliehst du Lust und Kräfte, Und führ test mich an deiner Hand. 4. Zwar straucht' ich oft und gleite. Ich weiß, mein Gott! 3. Du, Herr! haft mich die auch heute Sind meiner Fehler Bahn geleitet, Die mich zu deiviel. Doch du hast mich ge- nem Himmel führt; Mein Herz leitet, Und, wenn mein Fuß ge- zum Guten zubereitet, Gestärkt, gleitet, Doch nicht gestattet, daß gegründet und regiert; Du haft ich fiel. mir deine Gnad' entdeckt, Und gute Trieb' in mir erwect. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ein Gott! der Tag 859. Mein ist nun vergan gen. Du hast mit Huld an mich gedacht. Ich hab' ihn fröhlich angefangen, Und auch gesund zum Schluß gebracht. Du hast vom Morgen an bis ißt Mir wohlgethan und mich mich bes schützt. 2. Wie soll ich deinen Ruhm erhöhen, O Vater der Barm herzigfeit! Die Tage kommen und vergehen; Dein Wohlthun währet allezeit. Der Sonne erst' und legter Blick Bringt Heil, und strahlet Heil zurück. 5. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein. Gott! deine Liebe wollte, Die stille Nacht auch sollte Für mich reich an Erquicung sein. 6. Ich darf nicht ängstlich beben; Denn mir bewahrt mein Leben Der selbst, der mir es Schuldner bin. gab. Bis ich die Wallfahrt ichließe, Dort seines Lichts ge nieße, Zieht er von mir die Hand nicht ab. 7. Nun, Vater! ich befehle Dir Hube, Leib und Seele, Und 4. Wie viel hast du mir Gnad' erwiesen! Wie thätig hast du mich geliebt! Wie wenig hab' ich dich gepriesen! Wie oftmal hab' ich dich betrübt! Kein Tag, kein Augenblick geht hin, An dem ich nicht dein 5. Ach ja, gerechter Gott! mein Leben Verdammt undschbändet mich vor dir; Doch willst du mir die Schuld vergeben, Nicht handeln nach Verdienst mit mir. Durch ihn, der für mich g'nug 36 Abend- Lieder. 562 gethan, Siehst du mich Sünder| gnädig an. 4. Vergieb es, Herr, vergieb es mir! Ich bin vor dir ein 6. Der Leib, den Sorg' und Sünder, Nicht werth, erhört zu Arbeit schwächen, Sucht zur Er- sein von dir, Wie deine from quickung Bett und Ruh'. Herr, men Kinder. Ach, gehe nicht decke liebreich mein Verbrechen In dein Gericht! Mit deiner Batergnade zu! Sei Tags Verbrechen diese Nacht mein Heil und Licht! für mich sprechen! So schreckt mich Tod und Un fall nicht. Bei dieses Laß Jesum 5. Ich lege mich vor dir in Staub; Herr, Gnade laß mich finden! Längst wär' ich schon der Hölle Raub, Verflucht durch meine Sünden. Doch decke du 7. Gieb mir im Schlafe neue Kräfte, Daß ich dir ferner die nen kann! Willst du, se tret' ich mein Geschäfte Auch mor- Die Schulden zu; Durchstreich gen wieder fröhlich an; Doch sie, mir zu Gute, Mit meines endigt fich mein Lebenslauf, Mittlers Blute! So nimm den Geist, Herr Jesu, auf! Mel. Was Gott thut, das ist zc. Mein Wort, 6. So kann ich voller Zu versicht Mich jetzt dem Schlaf vertrauen. Herr, meines Lebens Kraft, dein Licht Laß mich im Dunkeln schauen! Hältst du die 860. M Gott! feift du, Wacht; So wird die Nacht, Da ich den Tag durchlebet. Wenn's auch die letzte wäre, O Vater, neig' dein Ohr mir zu, Da dich mein Geist erhebet! Du Herr der Nacht! Von deiner Macht Soll meine Mel. Christ, unser Herr, zum. Ein Tag der höchsten Ehre. Zunge fingen. Laß mir dein 861.Be Lob gelingen! leim Anbruch dieser stillen Nacht Will 2. Auf starken Händen trugst ich nicht schlafen gehen, Ich du mich Auf allen meinen We- habe denn erst überdacht, Was gen, Und jede Stunde gab durch diesen Tag geschehen. Hab' dich Mir, Vater! neuen Segen. mein Gott! was Gut's gedacht, Ich rief zu dir; Du schenktest So dant' ich's deiner Gnade; mir Das Heil aus deiner Höhe. Doch hab' ich was nicht recht Ich jauchze, da ich's sehe. gemacht, So hilf, daß mir's nicht schade Am Heile meiner Seele! 2. Gesund ist dieser Tag voll bracht. Doch wer kann mir ver heißen, Es soll auch nicht in dieser Nacht Mein Lebensfaden reißen? Wer bürgt für meine 3. Ich fehlete; doch auf mein Flehn Vergabst du mir die Sünde. Du züchtigtest, Herr! mein Versehn Als Vater nur gelinde. Du trugst Geduld; Doch deine Huld, Die stets zur Buße führet, Hat nicht mein Herz gerühret. 563 3. Herr! du erforschest mich, Dir faun ich nichts verhehlen. Du siehest jede That, Kennst jeden Rath der Seelen. Dir nah' ich mich im Staub, Und bitt' in Demuth dich: Erfahre, wie ich bin, Erforsch' und prüfe mich! 4. Mit Reue denk' ich jetzt Menge meiner Sünden. An dir, Gott! fündigt' ich; Laß mich Erbarmung finden! Gedenke nicht der Schuld. Der oft versäumten Pflicht; Verwirf mich Armen nicht Von deinem Angesicht! 5. 4. Und wenn ich denn nun diese Nacht Nach deinem Gna denwillen Gefund und ruhig hingebracht; So will ich auch erfüllen, Was jest mein Herz und Mund verspricht. Ich will dich herzlich preisen, Und mei nes warmen Danfes Pflicht Bornämlich so beweisen, Daß ich dich fürcht' und liebe. Allwissender! wer kann, Wie oft er fehle, merken? Sei gnädig! handle nicht mit mir nach meinen Werken; Vergilt mir Sünder nicht Nach meiner Missethat! Sieh' Jesum an, der mich Mit dir versöhnet hat! 6. Getroft leg' ich mich nun, Von Sorg' und Arbeit müde. Ich schlummre ruhig ein. Sterb' ich; so lös in Friede, Mein 6. P. Harsdörffer. Mel. O Gott, du frommer Gott. 862. Mein Gott! auch Gott, mich selig auf, Und führe dieser Tag Ist meinen Geist In deinen Himmel jest durch dich verflossen; Auch ein, Wo er dich ewig preist. heut' hab' ich von dir Viel Va terhuld genossen. Erfüllt mit Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Dankbarkeit, Bet' ich dich kind- 863. Nacht und Stille füh lich Und der ren wieder Uns Abend- Lieder. Lebenszeit? Ich kann ja plözlich sterben. Mein Gott, mach' dumich stets bereit, Mit Freudigkeit zu sterben, Und ewiglich zu leben! 3. Erhalt mich auch in dieser Nacht Durch deine große Güte! Wer ist's, wenn nicht dein Auge wacht, Der mich im Schlaf be hüte? Verleih' mir einen sanf ten Schlaf; Gieb, daß mich Der nichts betrübe! Du bist mein Hirte, dein Schaf; Dürft' ich von deiner Liebe Nicht Ruby und Schuß erwarten? Herr Hat viel an mir gethan! den milden Schlaf herzu; Die 2. Wer sonst, als du, mein von Arbeit matten Glieder Gott! Hat mir Gedeihn und Sehnen sich bereits nach Ruh'. Leben, Gesundheit, Unterhalt Aber du versäume nicht, Meine Und Freud' und Kraft gegeben?| Seele, deine Pflicht, Dich zu Wer war es sonst, als du, Gott noch zu Der mir in der Gefahr, Die Schuß dich zu ergeben! erhében, Seinem mir verborgen blieb, Mit Hülfe nahe war? m 2. Prüfe dich vor Gott, o Seele! Nüßtest du auch deine 36* 564 Abend- Lieder. Zeit? Und bist du, wenn er's 7. Höre, Vater, ach, erhöre, beföhle, Vor Gericht zu gehn, Was jest mein Gebet begehrt! bereit? Ach, erwäg' es still vor O Sohn Gottes, dir zur Ehre Werd' es mir durch dich gewährt! Heilger Geist, laß mit Vertraun Auf des Mittlers Blut mich baun! Hör', Drei3. Der du alles hast gesehen, einiger, mein Flehen! Amen! Führe mich nicht in's Gericht! ja! es wird geschehen! 3.frank. Reuevoll muß ich gestehen: Gott; Dent' an ihn und an den Tod! Heilge Gott auf's neu' dein Leben! Gott, dein Gott, will dir vergeben. Dit vergaß ich meine Pflicht, Mel. Freu' dich sehr, o meine u. Meines Lebens wahren Zwed, 864. Herr! es ist von mei Weg, Welchen Jesus mich ließ finden, derum ein Tag dahin. Lehre Thöricht irrt' ich hin zu mich nun Achtung geben, Ob Sünden. ich fromm gewesen bin! Zeige Schuld sich nicht verhehle! 4. Herrscher über Tod und du mir'e selber an! Hab' ich Leben! Du willst nicht des Sün- was nicht recht gethan; O, so ders Tod; Willst die größte gieb, daß meine Seele Ihre Schuld vergeben Denen, die dich suchen, Gott! Meine Seele suchet dich, Und mein Mittler spricht für mich. Darum laß mich Gnade finden Und vergieb mir meine Sünden! 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat. Ach, nur allzuviele Sünden In Gedanken, Wort und That! Denn wie oft verging ich mich, mein Gott, nicht wider dich! Wer fann merken, wer fann zählen, Wann, und auch wie oft wir fehlen? 5. Gieb nun bis zum frohen Morgen Meinem Leibe sanfte Ruh'; Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; Wenn ich schlafe, wachest du. Seel'. und Leib be fehl' ich dir; Walt allmächtig über mir! Sei auch du der Schuß der Meinen; Zähl' sie alle zu den Deinen! 6. Nur auf dich will ich vertrauen; Du bist meines Lebens Kraft. Wovor sollte deinen Willen mir denn grauen? Du bist's, als heut', erfüllen. der mir Hülfe schafft. Wenn 4. Heilig werde mein Gemüthe, dein Segen mich bedeckt, So Daß mein Schlaf nicht fündlich ist nichts, das mich erschreckt. sei! Steh' mit deiner großen Meine Seele und mein Leben Güte Auch in dieser Nacht mir Sei dir gänzlich übergeben! bei! Nimm dich meines Hauses 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch mit mir Geduld! Heile meiner Seele Schaden! Tilge meiner Sün den Schuld! Deine große Vatertreu' Werd' auch diesen Abend neu! So kann ich auch Künftig mehr, Abend- Lieder. 565 an! Wehre dem, was schaden| lich ein. Mein Gott wacht fann, Daß ich morgen mit den jegt in meiner Ruh'; Wie sicher Meinen Keinen Unfall darf fann ich sein! beweinen! 8. Gedanken, die ihr eitel seid, Stört meine Andacht nicht! Mein Herz ist ganz dem Herrn geweiht, und denkt an seine Pflicht. 9. Soll diese Nacht die lette 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, Ewig dir geheiligt sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zur Ehre ein! Oder haft du, weiser Gott, Heut' be sein In dieser Zeitlichkeit; Herr, stimmet meinen Tod; nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände! Ach, so so führ' mich zur Freude ein, Der nie ein Wechsel dräut! K. Neumann. Eigene Melodie. 10. Und also wach' und schlaf ich dir, Dir, meinem treuen Gott. Im Tod und Leben hilfst 865.9un fich der Tag du mir Aus aller Angst und 3.£. Herhog. geendet hat, Die Noth. Sonn' uns nicht mehr scheint, Schläft, wer sich abgemattet hat, Und wer zuvor geweint. Mel. Jauchzt unserm Gott 2c. 866. Entflohen sind auch 2. Nur du, mein Gott! fennst feine Ruh'; Du schläfst, du schlummerst nicht. Von feiner Finsterniß weißt du; Bei dir ist nichts, als Licht. dieses Tages Stunden; Noch haben wir des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, Durch den wir leben! 3. Gedenke, Herr, doch auch 2. Des Lebens Müh' und an mich In dieser finstern Elend zu versüßen, Giebt uns Nacht! Wie sicher, wie beglüct der Herr viel' Freuden zu gebin ich, Wenn dein Schirm nießen; Und welche Güter mich bewacht! schenkt er unsern Seelen! Wer fann sie zählen? 4. Verstatte doch der Bosheit nie, Daß sie mir schädlich fei! Verhindere, vereitle fie, Gewalt, Lift, Dieberei! 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, Und will vergeben. 5. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, Die mich bei dir verflagt; Doch aber deines Sohnes Huld Hat für mich gutgesagt. 6. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich soll vor's Gericht. Wie könnte ich verloren sein Bei solcher Zuversicht? 7. Drauf schließ' ich meine Augen zu, Und schlafe fröh 5. Uns wohlthun ist dein ewi4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Auch unser Herz erkennt's voll Scham und Reue. Du wollest es mit Ruh' und Trost erfüllen Um Chrifti willen! 566 Abend- Lieder. ges Vergnügen. Dein Aufsehn| Jesus mich erwecket, Unsterb schüßt uns, wenn wir hülflos lichkeit und Himmelezier. liegen, Und, wie entseelt, um- 5. Das Haupt, die Füß' und hüllt von Finsternissen, Von Hände Sind froh, daß nun zum uns nichts wissen. Ende Die Arbeit fommen sei. 6. Wär' dies für uns der Wohl mir, daß ich einst werde, legte Tag auf Erden; Soll Eitelkeit, o Erde, Bon aller O unser Schlaf ein Todesschlum- Last und Sorge frei!!! mer werden; Dann wedst du uns, die wir uns dir ergeben, Zum bessern Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder. Sehn wir er freut die Morgensonne wieder; Dann preisen wir mit heiterem Gemüthe, Gott! deine Güte. C. F. Neander. 6. Nun, meine müden Glie der, Geht hin und legt end nieder, Genießt des Bettes Ruh'! Doch endlich kommen Zeiten, Die euch kein Bett be reiten. Da deckt euch falte Erde zu. 7. Die Augen stehn verdrossen. Wer macht, wenn sie geschlossen? Wer sorgt für Leib und Seel? 867. Nun ruht schon auf Ich schlaf' in sicherm Frieden; Eigene Melodie. den Feldern, Denn du Städten und in Wäldern Das müde Volk der Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Sollt noch vor her beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt!- 2. Der Sonne Licht und Glänzen Entwich von unsern Grenzen, Und Dunkelheit trat ein. Weich immer hin, du Sonne; Gewährt zu meiner Wonne Mein Jesus mir doch seinen Schein! 3. In unmeßbarer Ferne Durchglänzt das Gold der sonsten war! Sterne Den blauen Himmelsfaal. Erstaunt werd' ich sie Du Wächter über Fsrael! 8. So wie ein Adler fizet und seine Jungen schüßet; So schüß auch mich, dein Kind! So bin ich wohl bedecket; Nichts, nichts ist, das mich schrecket. Id weiß, bei wem ich Zuflucht find. 9. Auch euch, ihr meine i ben! Soll nichts im Schlaf betrüben, Nicht Unfall, nit Gefahr. Gott laß euch rubig schlafen, Und sei euch, seinen Schafen, So gnädig, wie e P. Gerhard. Abendlied am Sonntage. sehen, heißt einst mein Gott Mel. Allein Gott in der Höh' fei Chr. mich gehen zu sich aus dies 868. Auf, Seele! Des noch einmal 4. Wie ich mich jetzt entfleide, beilgen Tages Segen, Den du So leg' ich, wenn ich scheide, mit frommer Christen Zahl Ge Auch diesen Leib von mir. O fei'rt, zu überlegen. Sein Segen Trost! mich überdecket, Wenn fließt durch diese Zeit, Sabafft Tisch- Lieder. 567 Seelenvuh' und Ewigkeit Dem,| Fromme soll Von deinem Geiste der ihn treu benußet. haben, Den Frieden Gottes, Seelenruh, Zum Guten Lust, und Kraft dazu, Trost, Freudigkeit und Liebe. 2. Wohl mir, Gott, daß dein guter Geist Mich zur Gemeine führte, Wo dich vereinte Andacht preift, Sie und dein Wort mich rührte! Mein Herz empfing da Unterricht, Erinnrung, War nung, Trost und Licht, Entschlossenheit zur Tugend. 5. Da that ich das Gelübde dir, Die Gaben treu zu nüßen; Ich bat, den Vorsatz stets in mir Mit Kraft zu unterstützen. Mein Tugendfleiß soll sich erhöhn, Nicht bloß beim Guten stille stehn; Nein, nach dem Besten ftreben. D 6. So hab' ich deinen Tag vollbracht; Jetzt leg' ich mich zur Ruhe. Verleih', daß ich, was ich bedacht, Auch forthin redlich thue! Ja, mas dein Wort durch deinen Geist Mich glauben, thun und hoffen heißt, Laß täglich 3. Von Weltgeschäften frei, stellt' ich Dies prüfend vor's Ge wissen. Erweckt zum Guten fleht' ich dich: Gott, mache mich befliffen, Nicht bloß beim Wissen zu beruhn; Hilf mir erkannte Pflichten thun, Entdeckte Fehler bessern! 4. Also vom Geist der Andacht voll, Spürt' ich erfreut die Gaben An mir, die jeder mich bedenken! Tisch- Lieder. a. Vor dem Eſsen. Und, schenktest du uns UeberMel. Nun danket all' und bringet 2c. fluß, Auch Dürftige erfreun! 869. Gott! was den Leib und seine Kraft Für dieses Leben nährt, Wird unserm Fleiß von dir verschafft, Wenn er dich findlich ehrt. 5. Doch laß uns deiner selbst uns mehr, Als deiner Gaben, freun! Was Beßres wirst du, Ewiger! Uns ewig einst verleihn. 3. B. Basedow. 2. O, laß uns allzeit dank Mel. Ogroßer Gott, du reines Weſen. e fein, Mit kindlich frommem 870. Gett vonaben! erfreun, Wenn du uns tränfst Wir preisen, wir erheben dich. und speis st! 3. Als dein Geschenk genie Ben wir Auch heute unser Brod, Genießen's froh und danken dir, Du überschüttest uns mit Gaben, Und sorgest für uns väterlich. Dein Segen macht uns alle reich. Herr! was ist deiner Güte gleich? Vater, unser Gott! 4. Laß uns doch immer beim Genuß Vernünftig, mäßig sein, 2. Wer fann die Creaturen zählen, Die deine milde Hand ernährt? Die Gaben, welche noth 568 Tisch- Lieder. sind, fehlen Dem nie, der find-| durch deinen Segen Satt wer lich sie begehrt. Die Erde giebt den mögen! J. A. Cramer. auf dein Gebot Uns allen unser täglich Brod. b. Nach dem Essen. Kinder; Nicht für die Frommen 872. Dank dem m nur segnest 3. Du sorgst für alle deine mel. Singen wir aus- Herzens Grund. milden Vater, Dank! selbst die Sünder Durch Re- Unser froher Lobgesang Rühme gen und durch Sonnenschein. den, den alles preist, Der uns Verkennen wir gleich deine segnet, der uns speist. Wie er Huld, So schonst du doch und Thier' und Vögel nährt, Hat er haft Geduld. auch uns das gewährt, Was den Leib erhält und nährt. 1 4. Laß uns denn deiner nicht vergessen, Wenn wir uns dei- 2. Gott zu loben, säumet ner Gaben freun! Laß, wenn nicht! Es ist. Seligkeit und wir trinken, wenn wir essen, Pflicht, zu empfinden, wie er Uns deine Güte theuer sein! liebt, Wie viel Gutes er uns Dir sei für Speise, dir für giebt, Wie er unser Leben Trank Und alles Gute Preis schüßt, Uns in Schwachheit und Dank! unterstüßt, Reichlich alles giebt, was nüßt. K. cumann. Mel. Jauchzt unserm Gott! er 2. 871. Auf dich, o Vater! schauen unsre Blicke, Daß deine Hand uns väterlich erquicke. Du siehest es, und giebst uns unsre Speise Zu deinem Preise. 2. Du segnest uns nach dei- wen? für euch! nem Wohlgefallen. Thust deine 4. Unser Vater, der uns milde Hand auf, und giebst liebt, Der uns, was uns gut allen, Was noth ist. Keiner ist, giebt, Giebt auch jetzt uns fleht, o Herr des Lebens! Zu Speis und Trank. Lobt den dir vergebens. Vater, sagt ihm Dank! Aller Segen kommt vom Herrn; Danft ihm und gehorcht ihm gern, Liebt ihn, freuet euch des Herrn! 3. Dankvoll schaut um euch umher! Gott erfüllet Land und Meer. Willig giebt auf sein Ge bot Euch die Erde Wein und Brod. Flur und Gärten blühn für euch; Berg und Thäler find so reich, Menschen und für 3. Zu deiner Ehr', liebreicher Vater! müssen wir unsre Speis' und unsern Trank genießen. Was wir zu unserm Unter halte haben, Sind deine Gaben. 5. Danken, danfen wollen wir 4. Laß, Vater, dies uns fei- Dir, o milder Vater! dir, Wol nen Tag vergessen! Laß uns sen deines Dienst's uns freun, mit Dank und Maßigkeit jest Willig auch zur Arbeit sein, Bis essen, Damit wir leben, und in deiner Seligkeit Nach voll Tisch- Lieder 569 brachter Lebenszeit Uns dein und Ehre bringen, Daß wir so Anschaun selbst erfreut. viele Gaben Aus seiner Fülle haben! 3. A. Cramer. 2. Er, der die Raben höret, Und jeden Sperling nähret, Der sollt' auch uns zum Leben Nicht unsre Nothdurft geben? asi 3. Sehr groß ist seine Güte. Mit sorgendem Gemüthe Denkt er an seine Kinder, Und selbst auch an die Sünder. 4. Nicht Nothdurft bloß, o Bater Und treuester Berather! Mel. Nun danket alle Gott. 873. Wi ir danken freudig dir Für all' die schönen Gaben, Die wir, oVater! jeßt Von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns, Giebst Nahrung, die erfreut, Giebst hier zufriednen Muih, Dort deine Seligkeit. 2. Undankbar laß uns nie, Auch Ueberfluß an Gaben Läßt Wie gut du bist, verkennen! du uns oftmals haben. Von wahrer Dankbarkeit Laß 5. Laßt uns nun für die Speiunser Herz entbrennen! Gehorsen, Die Gott uns gab, ihn preisam mach' uns dir llnd unserm sen, Und ihn, eh' wir aufstehen, Stand getreu, Daß unser Wan- Mit unserm Dank erhöhen! del stets Dir wohlgefällig sei! 3. Wenn deine Huld uns schon Auf Erden so beglücket; Wie wird uns sein, wenn uns Dein Himmel einft entzücket! Führ' uns dahin, und laß Uns da dein Antlig sehn! Dann wird dich unser Dank Auch würdiger erhöhn. J. A. Cramer. 6. Dank, Dank sei deiner Liebe! Auch dieses Dankes Triebe Soll uns die Lust entquillen, Was du willst, zu erfüllen. 7. Sei ferner uns zur Seite; Gieb, daß dein Geist uns leite, Und wir von deinen Gaben, So viel uns dient, stets haben! 8. Laß es vor allen Dingen Uns, Herr, durch dich gelingen, Mel. Nun laßt uns Gott, dem ic. Daß wir in jenen Höhen Die 874. Lastunserm Gott uns vollste G'nüge sehen! singen, Ihm Dank 3. H. Pratje. Wegen allgemeiner Volksangelegenheiten. Mel. An Wasserflüssen Babylon., unsre Schuld, Du bist des Scho875. Gerechter Gott, wie nens müde. Nun lagert deiner schrecklich drohn Strafen Heer, Gott! fich furchtbar um uns her, Und in uns ist kein Friede. Uns deines Zornes Flammen! Sie drohn nicht mehr; sie schlagen schon Hoch über uns zusammen. Du frugst uns lange mit Geduld; zu groß, zu schwer ward 2. Die freche Thorheit, deinen Sohn, Den Mittler, nicht zu ehren, Erhebt sich stolz, undspricht Allgemeine Volksangelegenheiten. Und ruft: Wer 6. Du bist die Liebe; wende wehren? Vom dich Zu ihnen, deinen Kindern! Throne bis zur Hütte zieht Vielleicht beweist dein WohlSie alles hin in ihr Gebiet, thun sich Noch mächtig an Läßt fich nicht widersprechen. den Sündern. Vielleicht läßt Der wahren Christen Zahl wird sich ihr stolzes Herz, Unbieg klein. Dir glauben, das muß sam gegen Qual und Schmerz, Thorheit sein; Dich fürchten, Durch dein Erbarmen rühren; ein Verbrechen. Bejammert seine Missethat; Läßt dich, der es begnadigt hat, Sich und sein Thun re gieren. 7. Doch mußt du strafen; so gescheh', Herr, unser Gott, dein Wille! Du, Erdkreis, zittre! Kö nige Und Völker, werdet stille! Gott zürnet, der das Meer ers regt Und Felsen in den Abgrund schlägt, Und aus den Wol fen bliget. Er, er verzehrt durch einen Hauch Den stolzen Sünder, wenn er auch Auf einem Throne fizet. 570 dir Hohn, will's mir 3. Wie Fluthen, die dein Zorn gesandt, Die Saaten zu zer nichten, So strömen Lafter hin in's Land Mit ihren schnöden Früchten. Nicht schüchtern, mit verhülltem Haupt; Nein, kühn und frech; als wär's erlaubt, Tritt fie einher, die Sünde, Und zweifelt nicht, hält's für gewiß, Daß jedes Werk der Finsterniß Lob und Belohnung finde. 4. Du aber denfft: Nun ist es Zeit, 3u ftrafen, die mich haffen. Der Sünde Schmach und Schändlichkeit Will ich fie fühlen lassen. Du gehst mit ihnen in's Gericht. Du schlägst fie; nur sie fühlen's nicht, Und Land, Das du so strafest, wollen's auch nicht fühlen. Sie tragen ihrer Lafter Schmach, Und geben darum doch nicht nach, Und wollen es nicht fühlen. 8. O du gerechte Vaterhand, Du wollst der Frommen scho nen, Die noch im sündenvollen wohnen! Sie, die den Dienst der Sünde flohn, Dir standhaft folgten, Gottessohn, Die rett' aus dem Verderben! Laß sie die Schrecken dieser Zeit Nicht sehn; laß sie mit Freudigs feit In deinem Namen sterben. 5. Ach, Herr! wie lange werden sie Selbst deinen Zorn nicht achten? Wird der gestrafte Sünder nie Nach deiner Gnade schmachten? Kannst du, vor dem die Hölle bebt, Vor wel B. Münter. chem zittert, was da lett, Und 876. Gszüchtigt und Abgrund Hand, OHöchster! Kannst du, du Allgewaltiger! jest das Land. Zu deinem Vater Kannst du, o Herr, du Echreck- herzen Erhebt in bittern Schmer lichster! Nicht Menschenherzen zen Sich das Geschrei der Ars beugen? men. Erhör' es mit Erbarmen! Mel. Wo soll ich fliehen hin. deine Allgemeine Volksangelegenheiten. 571 2. Du siehst des Landes Noth. 9. So stärke denn das Herz, Sie fam auf dein Gebot. Du Daß auch im größten Schmerz fannst mit starken Händen Sie findern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde Ver ändert Zeit und Stunde. s nie an Muth uns fehle! D, sprich zu unsrer Seele: Getrost! euch soll fein Leiden Von meis ner Liebe scheiden. 3. O Herr! wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht Bei allem, was wir dulden; Denn 10. Am Schluß von unserm Lauf, Dann flärt sich alles auf, Dann wird die Aussicht groß sind unsre Schulden, Und heiter, Dann weint fein Auge noch strafft du uns minder, Als weiter, Und dieses Lebens Leiwir verdient, wir Sünder! den Verwandeln sich in Freuden. 4. Ja, Vater! deine Huld Ist größer, als die Schuld. om. D. Bruhn. Mel. Ich hab' in Gottes Herz it. Gedenk, Herr, an die Deinen, 877. Die dich nicht fenten Die Gott! dir Gedente mit Erbarmen An die gebeugten Armen! 5. Verkürze, gnädger Gott, Die Dauer unsrer Noth! Laß, die voll Angst bir fleben, Trost und Erleichtrung sehen! Ver wandle alles Leiden In neue Lebensfreuden! Nach deinen Rechten fragen, Die müssen in der Zeit der Noth Mit banger Seele klagen. Beklemmt vom Schmerz, Verzagt ihr Herz, Und findet keinen Retter; Denn du bist nicht Die Zuversicht Der Sünder und der Spötter. 2. Ich aber darf auf dich allein Mit ganzer Seele trauen. Wie finster auch die Zeiten sei'n, Darf dennoch mir nicht grauen. Ich kenne dich Und weiß, daß ich Nach deinen Rechten frage, Weiß: deine Treu' Wird täglich neu, Und sorgt für meine 6. Doch wenn, Herr aller Welt, Es dir noch nicht gefällt, Die Trübsal zu entfernen; So stärk' uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Vor dir uns findlich beugen! 7. Ja, deine Züchtigung Leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfri Tage. gen erwecken, Auf dein Gebot 3. Nicht flagen will ich, Gott! zu merken, Und redlich Fromme vor dir, Nicht weinend zu dir stärken! stihl 202 treten. Mit Zuversicht,- die 8. Wenn dich das Herz nur giebst du mir- Mit Freuden liebt; So wird, was uns be will ich beten. Dein Angesicht trübt, Uns doch zum Heil Verbirgt sich nicht Vor denen, gedeihen. Wer deiner sich die dich ehren. Du merkst auf fann freuen, Dem wird auch sie, Verwirfst fie nie, Und eilst, deine Gnade Zum Licht auf sie zu erhören. dunkelm Pfade. 4. Du wollst mich in der bösen 572 Allgemeine Volksangelegenheiten. Weit schwerer oft zu Als selbst das widrige Zeit Mit deinem Schilde decken!| 4. Ist nicht ein ungestörtes Set' mich, o Gott, in Sicher- Glück heit Vor allen ihren Schrecken! tragen, Mich treffe nicht Dein Zorn Geschick, gericht; Du wollest meiner schonen; Drückt deine Hand Gleich Volf und Land, So laß mich ruhig wohnen! Bei desfen Last wit flagen? Die größte Noth, Hebt einst der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt uns doch im Grabe. 5. Gott, hilf mir, daß ich 15. An dem, was Seelen immer hier Ein göttlich Leben glücklich macht, Läßt du es führe, Und meine Freudigkeit feinem fehlen. Gesundheit, Wol zu dir Durch Sünden nicht lust, Ehr' und Pracht Sind verliere! Der Sünder Schmach nicht das Glück der Seelen. Folgt ihnen nach; Du zürnest, Wer deinen Rath Vor Augen und sie zittern; Doch mich hat, Dem wird ein gut Gewissen wird nie Dein Zorn, wie sie, Die Trübsal auch versüßen. Wenn du fie strafft, erschüttern. B. Münter. 6. Was ist des Lebens Herr lichkeit? Wie bald ist sie vers schwunden! Was ist das Leiden Mel. Was Gott thut, das ist zc. 878. Auf dich, und nicht dieser Zeit? Wie bald ist's übers auf meinen Rath wunden! Hoff' auf den Herrn! Will ich mein Glücke bauen, Und Er hilft uns gern. Seid fröh dir, der mich erschaffen hat, lich, ihr Gerechten! Der Herr Mit ganzer Seele trauen. Du, hilft seinen Knechten. der die Welt Allmächtig hält, Wirst mich in meinen Tagen mel. Aus meines Herzens Grunde. Höchsten Wer fie C.£. Gellert. Als Gott und Vater tragen. 879. Groß ist des offr 2. wäre? Du sahst von teit, Wie viel mir nüßen würde; nicht achtete, Welch' fühllos Herz Bestimmtest meine Lebenszeit, verriethe Derllnerkenntliche! Sie Mein Glück und meine Bürde. schüßt uns vor dem Tod, Erquis Was zagt mein Herz? Ist auch det uns im Leide, Verkehret es ein Schmerz, Der zu des Glau- in Freude, Und wendet alle Noth. bens Ehre Nicht zu besiegen 2. Und meine Lippen schwie gen? Ich selbst versagte mir 3. Du, Herr! weißt, was mein Das himmlische Vergnügen, Herz begehrt, Und hättest, was Gott! lobzufingen dir? Nein, ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's Herr! von meinem Dank Sei bat, gewährt, Wenn's deine jeder Morgen Zeuge, Und jeden Weisheit litte. Du sorgst für Abend steige zu dir mein Lobmich Recht väterlich. Nicht, was ich mir ersehe; Dein Wille nur geschehe! gesang! 3. Du wollst uns ferner leis ten, So unwerth wir's auch und; Theuerung. 573 Bleibst du zu allen Zeiten 4. Die Früchte laß gerathen; Doch väterlich gesinnt! sehn auf deine Hand; Du wirst vor Kümmernissen Uns wohl zu schüßen wissen. Dies glaubet Volk und Land! Wir Laß deine Hülf' uns sehn! Erquicke, du die Saaten, So oft fie traurig stehn! Herr, baue selbst das Land, Tränk es mit Thau und Regen, Gieb Sonnenschein und Segen Aus deiner milden Hand! 4. Ja, deine Huld ist größer, Als es der Mensch versteht; Dein Rath unendlich besser, Als 5. Erhör' uns, Vater, fröne was sein Wunsch erfleht. Herr, unsre Zuversicht, Dir froh uns zu ergeben, Dich dankbar zu erheben. Sei unfre liebste Pflicht! C. F. Neander. Das Jahr mit deinem Gut, Daß sich das Herz gewöhne Zu wohlgefaßtem Muth! Lehr es sich deiner freun, Stets Zutraun zu dir haben, Und deine Segensgaben Durch Mißtraun nie entweihn! Auf dich und deine Treu'. Oft 6. Allgütiger! wir hoffen hat uns Noth betroffen, Und der Armen, Beherrscher aller Welt, Du Vater nur ein mächtig Wort! Das da standst du uns bei. Sprich voll Erbarmen, Der ewig wird den Mangel heben; Wir Glauben hält, Du unsre Zu werden froher leben, Dich preiversicht, Zu dem wir alle sen hier und dort. p. F. Hiller. flehen, Auf den wir findlich Lieder wegen Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 880. D¹ bester Troft sehen, Verlaß, verlaß uns mel. Warum betrübst du dich zc. nicht! 2. Erbarmender, ach, wende 881. Vater, Vater, unser Gott! Wie Der Zeiten schweren Lauf! Thu' seufzet jedermann nach Brod! deine milden Hände, Uns zu Wie schmachtet mancher Mund! versorgen, auf! Was irgend Die Theurung drückt das ganze Leben hat, Nährst du mit Land, Und Mangel fühlet Wohlgefallen. Nähr' uns auch; jeder Stand. schaff uns allen Bei unserm Mangel Rath! 2. O Gott, o Gott! die Sorg' um Brod Geht über 3. Herr, der du uns auch alle Sorg' und Noth; Sie schufest, Steh' uns mit Hülfe drücket gar zu sehr. Sie raubt bei! Allmächtiger! du rufest zu allem Muth und Kraft, Dem Nichts, damit es sei. Das Und macht, daß Leib und Seel Helfen ist dir leicht; Du fannst erschlafft. dem Mangel wehren, In Ueberfluß ihn fehren, Wenn's uns unmöglich däucht. 3. Und manche harte Wucherer, Von wahrer Menschenliebe leer, Vergrößern noch die Noth. 574 Allgemeine Volksangelegenheiten. Ach, brich doch ihren harten Sinn, 11. Sie lehr' uns spar Und lente sie zum Mitleid hin! sam, mäßig sein, Uns deiner 4. Ach, siehe gnädig doch Gaben dankbar freun, Und Ulepherab! Du bist ja, der uns pigkeiten fliehn! Des Mangels Brod sonst gab, Der Vieh und und des Kummers Bild Mach Menschen nährt, Bei dem des uns mitleidig, mach uns Segens Fülle ist, Der selbst mild! h miss n den Wurm auch nicht vergißt. Wir bitten dich durch Durch welchen du uns gnädig bist: Gott, höre unser Flehn! Gieb nach Be Ach, öffne deine milde Hand dürfniß furzer Zeit Uns Sättis Doch wieder über unser Land! gung der Ewigkeit! 12. 5. Gott, aller Augen sehn auf Jesum Christ, dich; Erbarm' dich ihrer väter lich In dieser Theurungsnoth! 6. Du warest unserm Volke H. Pape. ja Vor Zeiten oft mit Hülfe mel. Lobet den Herren, denn 26. Deß trösten wir uns ter! jest. Du wirſt auch jetzt uns 882. r! obt Gott, den Lobt Gott, den gnädig sein Und uns von Retter, Der uns erhörte, Als unsrer Last befrein. wir in Nöthen schmachtend zu 7. Du hast in deiner Allmachts- ihm seufzten, Schmachtend zu hand Viel tausend Mittel, un ihm seufzten! Allmächtig half er fer Land Nach Schmachten zu uns in Dürr' und Hiße. Lobt erfreun; Laß uns auf unser Gett, den Retter! Lobt Gott, ängstlichs Flehn Die Wunder deiner Hülfe sehn! den Retter! 2. Dankt dem Erhalter! Danft 8. In dieser theuren Zeiten Lauf Schleuß aller Reichen dem Erhalter! Denn er erquict Herzen auf, Daß sie mildtha uns. Die Hügel lachen, Mentig sei'n, Und, wenn sie Brüschen jauchzen wieder, Menschen der darben sehn, Dann eilen, jauchzen wieder. Sein Fußtritt ihnen beizustehn! träuft von Fett auf dürre Auen. Dankt dem Erhalter! Danft dem Erhalter! 3.Danft seiner Allmacht! Danft seiner Allmacht! Er will, so regnet's; Die Himmel frau feln, Regenwinde wehen, Regen10. Nurgieb, daß diese Züchti- winde wehen, Die Bäche raus gung Zu unsrer Lebensbesserung schen, dürre Felder grünen. Uns leit', und zu dir zieh'! Die Danft seiner Allmacht! Dankt Theurung lehr uns recht den seiner Allmacht! Werth Des Brods, das deine Hand bescheert! 9. Wir glauben, treuer Vater! fest, Daß deine Hand uns nicht verläßt. Erfreue Volf und Land! So wird der jeg'ge Klag gefang Für dich zum wärmsten Lob und Dank. 4. Dankt feiner Güte! Dankt seiner Güte! Er hat Gefallen An Ansteckende Seuchen. 575 unserm Glücke, will uns nicht Laß uns, da du uns väterlich verderben, Will uns nicht verderben, Und tränft und sättigt uns mit seinem Segen. Dankt seiner Güte! Dankt seiner Güte! 411 5. Rühmt seine Treue! Rühmt seine Treue! Aus Güte läßt er Stets Saat und Ernte, Wärm' und Regen wechseln, Wärm' und Regen wechseln. Er hat, was er verheißen, auch erfüllet. Rühmt seine Treue! Rühmt feine Treue! J. F. Danneil. Zu dir jetzt haft gezogen, Die Sünden fünftig ernstlich fliehn; Dir aber, der du uns verziehn, Ganz unser Leben weihen! 5. Wie fürchterlich lehrt Hungersnoth Uns unser Nichts erfennen! O laß uns dich allein, o Gott, Stets unsern Helfer nennen! Lehr' uns, in allem auf dich schaun, Dich findlich fürchten, dir vertraun, Und jede Wohlthat schäßen! 6. Laß uns, schenkst du uns Ueberfluß, Uns nie durch Stolz erheben, Stets mäßig bleiben. im Genuß; Der Wollust widerstreben; Von dem, was deine Vatergnad' Uns mildreich giebt, durch Liebesthat Den Armen gern erfreuen! Mel. Allein Gott in der Höh' sei 2c. 883. D", u hast, o gnaden reicher Gott! In Theurung uns ernähret. In unfrer schweren Hungersnoth Die Nothdurft doch gewähret, Und nun hat deine Segenshand Von uns und unserm Vaterland Den Mangel abgewendet. 7. Und fünftig wollst du gnädiglich Vor Mangel uns bewahren! Dann ist kein Uebel 2. Dich jammerte der Men fürchterlich, Deckst du uns vor schen Leid, Du hört'st das Gefahren. Mit Lust, o BaSchrei'n der Armen, Du, Va- ter! wendest du Dem Lande ter der Barmherzigkeit! Sahit deinen Segen zu, In welchem auf sie mit Erbarmen. Groß Fromme wohnen. war die Noth, groß unsre Schuld; Noch größer war, Gott! deine Huld Und deiner Allmacht Stärke. E. G. Küster. Lieder wegen ansteckender Seuchen. dessen 3. Dir sei, o bester Vater, Dank, Anbetung, Preis und Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Geſang, Und Auge Thre! Erheb' ihn würdig, mein 884. Gott, beffen 24 höre! Der Höchste hält, was er verspricht: So lang' die Schöpfung steht, soll nicht Auf hören Saat und Ernte. Du bist allein kraft deiner Macht Der Trost hülfloser Schwachen. Wir bitten dich demüthiglich, Auch über uns zu wachen. 2. Wir hören, daß der Seu: 4. Gott! unfre Sünde war's, die dich zur Züchtigung bewogen. chen Gift Die nächste Nachbar 576 Allgemeine Volksangelegenheiten. schaft schon trifft; Und schreck-| flehen wir, Du wollest dich lich ist ihr Wüthen. Drum erbarmen! flehen wir Und schrei'n zu dir, Du wollest uns behüten! 3. Wie fürchterlich ist dein Gericht! Ach, unser Land betreff' doch nicht Die mörde rische Seuche! Hilf uns, 0 Gott, Hilf treuer Gott, Daß sie uns nicht erreiche! 3. Kein Reichthum schüßt, fein Stand, fein Ort. Hier weinen Wittwen, Aeltern dort, 4. Verschone uns mit dieser Und da verwaiste Kinder. Die Noth, Und handle nicht, lieb- Seuch' erreicht Auch den, der reicher Gott, Mit uns nach fleucht, Den Frommen, wie unsern Sünden! Barmherzig- den Sünder. feit, Barmherzigkeit Laß uns bei dir noch finden! 4. Arzt, Kunst und Vorsicht retten nicht. Wir haben keine Zuversicht, Als nur zu deiner Güte. Gebeut, o Herr, Dem Tod, daß er Nicht mehr, nicht weiter wüthe! Sieh' auf des Herzens Bangigkeit! Schau', wie uns unsre Schuld gereut! Ach, um des Mittlers willen, Der, da er starb, Uns Gnad' erwarb, Laß deinen Zorn sich stillen! 6. Streck über uns, Herr, deine Hand! Schüß' unser Volk, schüß' unser Land, Schüß' alles, was wir haben! Heil unsern Schmerz! Still' unser Herz, Laß deinen Trost uns laben! 7. Froh stimmen wir dein Lob, Herr! an, Und wollen jetzt dich, nicht erst dann, Wenn Trübsal da ist, suchen; Dir ganz uns weihn, Dein eigen fein, Und aller Sünde fluchen. 2. Der Seuchen Gift vers breitet sich Weit um uns her. Erbarme dich! Laß uns nicht plößlich sterben! Entreiß' dem Tod Uns, der uns droht! Entreiß' uns dem Verderben! 5. Wir übergeben Volk und Land In deine treue Vaterhand. Entfern der Seuchen Plage! Erquick' uns, Herr! Allgütiger, Gieb wieder frohe Tage! 6. Sei mit den Sterbenden; laß fie Dein Antlig schaun, und alle, die Noch leben, die bes wahre! Lindr' ihren Schmerz! Gieb, daß ihr Herz, Wie gern du hilfst, erfahre! 7. Laß unser gläubiges Gebet, Das zu dir, Herr, um Hülfe flebt, Durch Christum dir ges fallen! Der frohste Dank und Lobgesang Soll dann bei uns J. A. Cramer. Mel. In dich hab' ich gehoffet c. erschallen. 885. Gott! Du biſt unſre Wenn uns dein Auge nicht be- 886. Herr Gott wirst Hülf und Macht. Mel. In dich hab' ich gehoffet. vor dei Majestät wacht, Wer wer une Armen? Grretter! dir, Dir unser brünstiges Gebet, Mit Ansteckende Seuchen. 577 Angst erfüllt, sich nieder. O ich jetzt an mir spüre, Bezeugt treuer Gott, Bei unsrer Noth Erbarm' dich unser wieder! 2. Wie groß, o Gott, ist mir, daß ich meinen Tod Stets in und bei mir führe. Ja, jede Stunde, jede Zeit Erinnert mich unsre Noth; Sie kommt, fie der Sterblichkeit Und spricht: wächst, und Fall und Tod Be- Denk' an dein Ende! deckt das Land mit Leichen. Kein Widerstand Von Men schenhand Macht den Verderber weichen. 2. Die Schmerzen hast du auferlegt, Die meine Glieder plagen. Doch da mich deine Liebe schlägt, Willst du mir damitsagen: Des Todes Ursach'ist in dir; Dein Leben aber kommt von mir, Und steht in meinen Händen. 3. Ja, wahrlich! deine Vaterhand Will mich durch Leiden rühren und mich von dieser Erde Tand Zu edlern Sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer Vater sinn Mir, wo es nüs' ist, helfen. 3. Erbarme dich! erbarme dich! Und blicke jetzt auch väterlich Auf tiefgebeugte Sünder! Du kannst allein Mit Hülf' erfreun. Errett' uns, deine Kinder! 4. Errette mächtig jeden Ort Von dieser bösen Seuche Mord; Entferne Furcht und Plagen! Gieb, was uns gut; Gieb frohen Muth, Daß wir nicht ängstlich zagen! 5. Doch sollen wir gezüchtigt sein; So flöß' uns die Gesin nung ein, Daß wir bereitet stehen, Wenn dir's gefällt, Aus dieser Welt Vor deinen Thron zu gehen! 6. Beut denen deine Hände dar, Die jest in tödtlicher Gefahr, Umringt mit bangen Schre den; Und laß ihr Herz Im herbsten Schmerz Den Kelch des Trostes schmecken! 7. Laß, da die Demuth zu dir fleht, Laß, treuer Vater, dies Gebet Erhörlich zu dir bringen! So soll den Dank Dir lebenslang Das Herz zum Opfer bringen. Mel. Herr Jesu Christ, ich weiß ic. 887.Die ie Krankheit, o ge rechter Gott! Die 4. Du kannst den Blinden das Gesicht, Den Lahmen Kräfte geben; Selbst müssen, wenn dein Wort nur spricht, Verstorbne wieder leben; Und also kannst du auch allein Der Arzt in mei ner Krankheit sein; Wenn Menschenhülfe fehlet. 5. Beschlöffest du in deinem Rath, Ich sollte länger leben, So kannst du leicht auch in der That Den Mitteln Kräfte geben; Ist aber, daß ich sterbent muß, Nunmehr, o Gott! dein weiser Schluß, So bin ich's auch zufrieden. 6. Doch Eines bitt' ich: Heile nur Die Wunden meiner Seedie Kur Den Heilungszwed verlen! Dann mag im Leiblichen fehlen; Denn lebt mein Geist in dir, o Gott! Dann soll mich 37 578 Allgemeine Volksangelegenheiten. Krankheit nicht, nicht Tod Mit will ich erheben; Du hast es Bangigkeit erfüllen. 8. Urlsperger. gut mit mir gemacht. 2. Verschwunden sind die Leis Mel. Aus meines Herzens Grunde.den, Ich fühle neue Freuden; 888. I lobe dich und Das hätt' ich nie gedacht. Wer hob den Todesschlummer? Wer hemmte meinen Kummer? Der Herr, der alles wohl gemacht. 3. Nun wecket mich die Sonne zu neuer Lust und Wonne Nach ch singe, Herr! deiner Liebe Rath, Die mir so große Dinge Bisher erwiesen hat. Dich preisen ist mir Pflicht. Ich will mein neues Leben Dir ganz zu eigen geben. Mehr jeder sanften Nacht. Wer reicht hab' und kann ich nicht. zu meinem Werke Mir Muth, 2. Als in der Krankheit Gesundheit, Stärke? Gott, wel Schmerzen Die Seele fast vercher alles wohl gemacht. sanf, Und nun aus vollem 4. Herr über Tod und Le Herzen Zu dir mein Flehen ben! Wie kann ich g'nug erdrang; Da thatest du mir kund, heben Dich, deine Huld und Du fönnest uns das Leben Macht? Mein Mund soll nim Leicht nehmen und leicht geben; mer schweigen, Soll's aller Und machtest mich gesund. Welt bezeugen, Wie wohl du 3. Des Todes Angedenken alles hast gemacht. Hast du in mir erneut; Den Geist auf dich zu lenken, Mit Hülfe mich erfreut. Herr! nie vergeß ich dein. Ich will in Angst und Plagen Hinfort nie trostlos zagen, Im Glück mich deiner freun. 5. Preis dir, Gott meiner Väter! Du nur bist mein Er retter, Der auf mein Wohl gedacht. Vom Grabe komm' ich wieder. Nun sing' ich Freu denlieder Dir, der du alles wohl gemacht. 6. Dir ganz allein zu leben, Wie Sei forthin mein Bestreben; Dich, o Doch gieb auch auf mich acht! Hört's Laß mich in allen Jahren 68 Uns hel- fünftig auch erfahren, Ach! wenn wohl es deine Aufsicht macht! 4. Herr über Tod und Leben, Du Helfer in der Noth, kann ich g'nug erheben mein Herr und Gott! alle! Gott nur fann fen, uns erretten. wir Gott nicht hätten, Wer hülf' uns Armen dann? P. Gerhard und 3. A. Cramer. Mel. In allen meinen Thaten. 889. un hab' ich über wunden! Die Krankheit ist verschwunden, Die manche Angst gebracht. Ich fühl ein neues Leben. Dich, Gott! Mel. Von Gott will ich nicht. 890. Als ich in großen Angst um Hülfe rang Und aus dem vollsten Herzen Mein Flehn zum Himmel drang; Da hörte Gott mein Flehn, Der Treue, der Erhalter. Er half mir, und Ansteckende Seuchen. 579 mein Pfalter Soll seine Hülf all den Tod, Den Untergang erhöhn. uns drohen. Nun wüthet seiner 2. So lag ich auch,' ich Ar- Seuchen Heer Durch unser mer, In Sünden, Gott zum Vaterland nicht mehr. Sie sind Gräu'l; Kein Mensch war mein vor dir entflohen. Erbarmer, Mir fehlte Trost 2. Wir sahen dort und und Heil. Gott ging vorbei, sahen hier So viele Brüder und sah Mein Elend, mein Ver- sterben, Und allenthalben waren derben Und sprach: Du sollst wir Umgeben vom Verderben. nicht sterben; Denn ich, dein Da war kein Schonen; stündHeil, bin da. Furchtbarer, näher Und alle Kunst lich war die Gefahr vergebens. Nichts trieb des Würgers Macht zurück, Und uns schien jeder Augenblick Der letzte unsers Lebens. 4. Und doch, von dir zu schweigen, Wär' eine Frevelthat. Ich muß, ich will's bezeugen, Wie Gott errettet hat. Hört, Brüder, hört mir zu! Nur Gott fann Schuld vergeben, Nur preisen dich!-- Gezüchtigt haft er erhält das Leben, Und giebt du väterlich, Und väterlich geder Seele Ruh'. 3. Zu dir, du menschenretter! schrien Der Deinen bange Herzen. Du hörest uns; die Seuchen fliehn, Du heilest unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld! Nach unsrer Uebertretung Schuld Hast du uns nicht gelehnet. Gezüchtigt,- o wir 3. Herr über Tod und Leben! Du meiner Väter Gott! Wie soll ich dich erheben? Mein Heil, mein Herr, mein Gott! Was ist mein Lobgesang? Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Des höchsten Engels Dank. schonet. 5. O laßt uns ganz ihm 4. Wir wollen, weil du uns leben, Ganz Gottes Eigenthum, befreist, Gott! dich ewig Und jedes Tags Bestreben Sei loben. Sei ewig, Vater, Sohn seiner Gnade Ruhm! Ihm wei- und Geist, Von deinem Volk hen seine Zeit, Vor seinen Au- erhoben! Es bete dich, Erretter, gen wallen, Ihm dienen, ihm an; Dir danke, wer nur dangefallen Ift Ehr', ist Seligkeit. fen kann, Und diene deinem 3. A. Cramer. Namen, Und rühme: Gott ist Mel. An Wasserflüssen Babylon, unser Gott! Frohlockt! er hilft 891. Mir kommen, Hel- uns in der Noth. Frohlockt ihm! 6. Breitenau. Und Ruhm und Preis zu bringen; Des ganzen Volkes lauter Mel. Nun danket all' und bringet zc. Dank Soll, Retter! dir lob- 892. Du bist es, Sethert welcher Noth! Wir sahen über Und den bringtdirdas Land. Sein Dank gebührt! 37* 580 Allgemeine Volksangelegenheiten. Elend hat dein Herz gerührt,| Mund Deines Namens Ehre Und stark war deine Hand. fund. 2. Wenn Pest und Seuche zu uns drang, Rief es: Gott, rette mich! Du halfft uns auch; mit welchem Dank Verehren, Gott! wir dich? 2. Groß sind deiner Vorsicht Thaten; Du hilfft Menschen, hilfft dem Vieh. Beiden weißt. du wohl zu rathen; Väterlich sorgst du für sie. Wir auch 3. Wenn Angst und Noth haben das erfahren. Du haft uns überkam, Hört'st du, Gott! mit versöhnter Hand Jene Seuunser Flehn. Du halfft uns chen abgewandt, Die dem Viehe bald und wundersam, tödtlich waren. Uns hat diese ließ'st uns nicht vergehn. Gütigkeit Von sehr großer Und Noth befreit. 4. Du halfst, und hilfft noch ftets, o Gott! Denn du bist 3. So ersehen wir auf's fromm und gut, Und giebest neue, Daß dein Rath zwar oft auch zur Zeit der Noth Geduld betrübt; Aber, daß auch deine und Kraft und Muth. 5. Herr! für die Leiden danfen wir, Wodurch du uns geübt; Und für die Freuden danken wir, Die deine Hand uns giebt. Treue Bald uns Rettung wie der giebt. Durch dies Heil haft du gezeiget, Daß dein Öhr noch dem Gebet In Bedrängniß offen steht, Und dein Herz zu dem sich neiget, Der, wenn Last und Noth ihn drückt, Seufzer gläu big zu dir schickt. 4. Dank sei dir auch für das Gute, Das du durch der Seuchen Last, Durch die Schläge deiner Ruthe Väterlich gesuchet haft! Gieb zu deinem Zweck den Segen! Laß doch deine Züchtigung Uns zu wahrer Besserung nd zum Sündenhaß bewegen, Daß der Trübsal Bitterfeit Uns Mel. Lasset uns den Herren 2c. 893. Gott, dem an Voll- zur Seelenruh' gedeiht! kommenheiten 5. Sei gelobt, daß du der Kein erschaffnes Wesen gleicht, Plage, Da sie würgte, bald Und der uns, sie auszubreiten, gewehrt, Und nach manchem Einsicht, Sinn und Zunge reicht! trüben Tage Dich mit Huld Unser Herz, von Dank gerühret, zu uns gefehrt! Laß uns das Rühmt die Treue, Huld und nun dankbar haben, Was du Macht, Die bisher für uns ge- väterlich beschützt, Und uns wacht Und mit Wohlthun uns zur Erhaltung nüßt! Segne regieret. Freudig machet unser den Gebrauch der Gaben, Daß 6. Preif' Gott in seinem Heiligthum, Erheb' ihn, Volk des Herrn! Dies ist und bleibet stets sein Ruhm: Er hilft und rettet gern. 7. Vergiß nicht, Seele, dei nen Gott; Nicht das, was er gethan; Verehr' ihn, halte sein Gebot, Und bet' ihn ewig'an! C. F. Gellert. Krieg und Frieden. 581 er, wie du forderst, treu, Und tertreu' Auch fünftig uns bedas Herz genügsam sei! wahren; Steh' du, Allmäch6. Vater, nimm dich deiner tiger, uns bei, Und deck' uns Kinder Mit Verschonung fer- vor Gefahren; Breit' in der ner an, Und vergieb uns, wenn Welt den Frieden aus, Gieb wir Sünder Oft vor dir nicht Fried' im Land, in jedem Haus, recht gethan! Laß dir unser Und Nuh' auf unsern Grenzen! Glück und Leben Künftig auch empfohlen sein! Herz und Gü ter dir zu weihn, Wirst du 5. Und wenn ein Feind uns überfiel, So wollest du ihm wehren! Seß' du ihm Schranselbst uns Kräfte geben, Bis fen, Maß und Ziel; Heiß dich einst der selge Geist, Frei ihn zurückefehren! von Plagen, ewig preist. Beschüße fieder bei Kriegs- und Friedenszeit. mächtig unser Land; Laß Sicherheit durch deine Hand Sich über uns verbreiten!' 6. Gieb allen Mächtigen den Sinn, In Frieden zu regieren, und laß in Frömmigkeit fort Uns dein Verschonen ſpüMel. Es ist gewißlich an der Seit. 894.$ err err Gott! wir preiz sen deine Macht Mit freudigem Gemüthe. Du hin haft bisher für uns gewacht, Du hast aus großer Güte Vor Krieg und Raub und schwerem Leid, Das deine Hand den Sündern dräut, Uns väterlich behütet. dein Wort, Und laß in Ruby' ren; Erhalt uns deine Lehr', Segen blühen! an jedem Ort Glück, Heil und Eigene Melodie. 2. Wir häufen täglich unsre 895. Verleih uns Frieden Leben; Und doch bleibt uns, du Gott der Huld! Die Wohl that noch gegeben, Daß je dermann von uns in Ruh Sein' Arbeit und Beruf, wie 2. Gieb unserm König und du Befiehlest, kann verrichten. aller Obrigkeit Fried' und gut 3. In unserm Lande blißt Regiment, Auf daß wir unter fein Schwert, Unschuldige zu ihnen Ein geruhiges und stilEs ist von Feinden les Leben führen mögen In unverheert, Und frei von Krie aller Gottseligkeit und Ehrbargesnöthen. Uns schrect fein feit! Amen. M. Luther. Gott, zu unsern Zeiten! Es ift doch ja kein andrer nicht, Der für uns könne ſtreiten, Denn du, unser Gott! alleine. fürchterlicher Truß; Wir fönnen unter deinem Schuß Noch Mel. Wer nur den lieben Gott z. zieht, o Gott! 4. Laß, Höchster, deine Ba- 896. sein Kriegeswetter 582 Allgemeine Volksangelegenheiten. Jetzt über unser Haupt daher. 7. Und findet, Herr! dein Doch, bist du unser Schuß und weiser Wille Auch Züchtigungen Retter; So fürchten wir uns für uns gut; So fassen wir nicht zu sehr, Wie heftig auch in frommer Stille Dennoch Gefahr und Noth Den Völ zu dir den frohen Muth, Daß fern und den Ländern droht. du gewiß zur rechten Zeit, Uns 2. Gieb, Vater, in so trüben zu erretten, seist bereit. Tagen Uns nur den Sinn, auf 8. Du züchtigest doch stets dich zu sehn, Und da, wo andre mit Maßen, Und meinst es trostlos zagen, Mit Zuversicht immer väterlich. Auch uns zu dir zu flehn, Weil Menschen- wirst du nicht ganz verlassen; hülfe nie doch nüßt, Wenn uns Auch unsrer Noth erbarmst du nicht deine Rechte schüßt! dich. Wir sollen nur durch Angst und Bein Geprüfet und geläutert sein. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden. Du bist es, der die Welt regiert. Laß nun auch 9. Und muß nicht selbst bei alle inne werden, Daß dir allen Kriegen, Wenn uns ihr allein die Macht gebührt! Seid Wetter überzieht, Ein weiser böse, Völker, rüstet euch; Ist Rath verborgen liegen, Der Gott für uns, so fehlt eu'r auf das Wohl des Ganzen Streich. sieht? Du führst in fünft'ger Zeiten Lauf Auf ihren Trümmern Wohlstand auf; 10. So wie nach starfen Donnerwettern, Die unsern Himmel überziehn, Auch manchmal zünden und zerschmettern, Doch, wenn sie nun von uns entfliehn, Der Erde Frucht barkeit sich mehrt Und reicher Segen wird gewährt. Wagen dicht Gedränge Hat 11. Froh werden wir zu noch nicht immer Sieg gebracht. Der Sieg wird nur von deiner Hand, Wem du ihn gönnest, zugewandt. rühmen wissen, Wenn du und wieder wohlgethan: Gerecht ist Gott in seinen Schlüssen; Ihn bete alles dankbar an! Du blei 6. Drum fallen wir in deine best unsre Zuversicht. Verlaß Arme, O Vater der Barmher- uns nicht! verlaß uns nicht! sigkeit! Und flehen demuthsvoll: Erbarme Dich über uns zur Mel. Ach Gott, vom Himmel fich'. bösen Zeit! Laß Gnade doch für 897. Got E. S. 3. Borchward. Recht ergehn! So bleiben wir noch aufrecht stehn. ott, wie beklemmt macht unsern Sinn Die Fluth der Krieges4. Je weniger sich oft auch zeiget, Woher uns Hülfe noch entspringt; Je mehr Gefahr und Plage steiget, Und alles in Zerrüttung bringt: Um so viel mehr laß voll Vertraun Uns, Gott, auf deine Hülfe schau'n! 5. Was hilft der Streiter große Menge? Was ihrer Waffen große Macht? Der Ross' und Krieg und Frieden. 583 plagen! Sie bricht durch manche| Vatertreu' Was sie als Kinder Länder hin, Vielleicht in wenig hoffen! Stets warst du gnädig, Tagen. Entblößet hat der Für- bist's auch noch; Gedenk' an ften Zwift Das Schwert; die sie in Gnaden doch! Entreiß' Folge davon ist Verheerung, sie ihrem Jammer! Elend, Jammer. mel. Ach Gott, vom Himmel sieh' ic. 898, o großer Gotte du, wenn der Welt, Beherrscher aller Thronen, Der alle Macht im Zügel hält, Du Herr der Nationen! Schwer und beklommen heben wir Jest unser Herz empor zu dir Bei nahen Kriegesstürmen. 2. Wir alle müssen nun vor dir, Gerechter Gott! bekennen: nennen. auch hier Die Noth beträf, zu Denn sollten andre nur allein Der Strafe werth, mehr Sünder sein, Als wir, die du noch schonest? 3. Deswegen treten wir vor dich In Herzensreu' und Buße. 2. Ach Gott! wir sehn von Wir fallen dir demüthiglich, ferne schon Ein KriegesdrangGerechter Gott! zu Fuße. Ach, sal wittern. Die Mächtigen sei uns gnädig, schon', und auf Erden drohn; Und wie wend' Die Flamme, die uns viel Länder zittern! Sie drohen noch nicht brennt, Von uns Krieg, und fürchterlich Ziehn und unserm Lande! manche Kriegesheere sich Wie Wolken schon zusammen. 4. Sei gnädig, Gott, laß deine Hand Doch unser Volk 3. Zwar wissen wir, daß bewahren! Sei gnädig und ohne dich Sich feine Wetter laß unser Land Kein Krieges- thürmen, Daß deine Güt' und feu'r erfahren! Nimm so, wie Weisheit sich Verherrlicht auch man dem Auge thut, Uns, Va- in Stürmen. Darum ter, auch in deine Hut! Laßtraun wir unverrückt Auf dich, uns in Friede wohnen! verder alles weislich schickt, Wenn 5. Doch, falls ein Feind Krieg von ferne wittert. einst auf uns dringt; So wol4. Doch fönnen wir der lest du ihm wehren, Und alles, Bangigkeit Uns nicht so was Verderben bringt, Von ganz erwehren. Welch Jamunsern Grenzen fehren! Dein mer, welche Noth, welch Leid Schuß umgebe unser Land; Folgt nicht den Kriegesheeren! Erhalt den theuern Friedens- Der Krieg, der, was er fann stand Bei uns und unsern verderbt, Entvölfert Länder, Kindern! ach! und färbt Das Feld mit Bruderblute. 6. Auch anderwärts steh' denen bei, Die schon der Krieg 5. Der du wie Wasserbäche betroffen! Erfüll' nach deiner lenkst Die Herzen aller Fürsten; 584 Allgemeine Volksangelegenheiten. Der du auf lauter Wohl-| gefällt, Der Welten Nationen thun denkst, Wenn sie nach In Fried' und Ruh', im Krieg Blute dürften! Lenk' aller Für- und Streit; Führ' uns nur sten Herz und Sinn Vom Kriege einst nach dieser Zeit In's Land ab, zum Frieden hin, Nach dei des ewgen Friedens! nem weisen Willen! H. Pape. 6. Doch wenn nach deinem weisen Rath Selbst Krieg und Mel. Herzliebster Jesu, was bastu. Zum Wohl der 899. Herr, unter att Blutvergießen Saat Völker werden müssen, Des Segens Den erst die den werden, Die unterm Druck Nachwelt sehen foll; Dann gieb, von Nöthen und Beschwerden Gott, daß wir demuthsvoll Uns dir ganz unterwerfen. Mit frommem Flehn auf deine Hülfe schauen llnd dir ver trauen! 7. Dann dämpfe Grau samkeit und Wuth Auf bei- 2. Mach' alle die zu Schander Heere Seiten; Den Waf den, die dich hassen Und sich fenklang, den Heldenmuth Laß voll Stolz auf ihre Macht ver Menschenliebe leiten! Zulegt lassen! Ach, wende doch mit führ' wieder Fried' und Ruh' helfendem Erbarmen Dich zu Den Ländern und den Völfern zu Durch feste Freundschaftsbande! uns Armen! 3. Sei unser Beistand wider unsre Feinde! Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde; Ach, sprich, daß sie die Waffen, uns zum Segen, Bald nieder legen! 8. Auf dich vertrauet Volk und Land, Drückt gleich der Krieg es nieder. Du segnest einst mit milder Hand, Was Krieg uns raubte, wieder. Dein Segen kann uns wieder früh Aufhelfen ohne Sorg' und Müh'. Er helf' uns, Gott des Segens! 4. Lehr' uns, mit ganzem Vers Herzen dir vertrauen! gebens ist's, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir nur kann man Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 9. Auf Erden ist noch nicht das Land Vollkommnen Glücks; 5. Du bist der Held; nur du hienieden Ist nur der erste Le fannst ste bezwingen, Und uns bensstand, Hier wechseln Krieg des Friedens Kleinod wieder: und Frieden; Und aller Wech bringen. Wir traun auf dich; fel in der Zeit Entwickelt die laß uns Errettung sehen! Hör' Vollkommenheit, Die einst wird unser Flehen! sichtbar werden. J. Heermann. 10. Ogroßer Gott, o Herr mel. Singen wir aus Herzens ic. der Welt, Beherrscher aller 900.11m Grbarmen m Thronen! Regiere, wie es dir fle wir, Um Krieg und Frieden. 585 Erbarmen, Gott! zu dir. Um| Um Erbarmen flehen wir, Um Erbarmung flehn wir, Herr, des Vaters Huld zu dir; Um Gnädiger, Allmächtiger! Hör Errettung flehen wir. uns, rett' uns, hilf uns, Gott! Verwüstung, Schwert und Tod. 7. Send' herab von deinem Hilf! denn allenthalben droht Thron Deines Segens ersten Uns Sohn, Der zu Brüdern Feind und Freund Durch der Liebe Band vereint! Deinen Frieden und sein Glück Sende, Herr, zu uns zurück,* Deinen Frieden und sein Glück! 2. Ach, des Krieges Flam men glühn; Friede, Lust und Segen fliehn. Der Zerstörer zieht daher, Stürmet brausend wie das Meer. Wie ein Hagelsturm verzehrt Er die Länder; Blut begehrt, Blut und Tod, sein durstig Schwert. 3. Ach, o Gott! wer zittert nicht, Wenn auch Unschuld, Recht und Pflicht Uns mit Un erschrockenheit Streiten heißt, und Muth gebeut? Wird doch auch gerechter Muth Leicht zur dann Rache, leicht zur Wuth! Was vergießt er? Brüderblut! 9. 4. Zagend möchten wir vergehn, Wenn des Krieges Gräu't wir sehn. Um Erbarmen fles hen wir, Um Erbarmen, Gott! zu dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, Nicht an unsrer laster Schuld! Rett' uns, gieb indeß Geduld! 8. Der du, Allgewaltiger, Zu dem Meer sprichst: Bis hieher! Sprich, was unser Flehn begehrt: Fahr' in deine Scheid', o Schwert! Zu der Zwietracht sprich: Entweich'! Zur Verwüstung sprich: Entfleuch! Ist die Welt doch, Gott! dein Reich. Ach, die Völker beten Deine Macht frohlockend an, Und mit Harsen in der Hand Dankt dir jedes Volk und Land. Hör' uns, hör' uns! flehn wir hier; Um Erbarmen, Gott, zu dir, Um den Frieden flehen wir! J. A. Cramer.. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh' ic. 901. Ach Gott! wir tre ten hier vor dich 5. Alle, Fürst und Unterthan, Mit traurigem Gemüthe. Wir Knien vor dir und beten an. bitten dich demüthiglich: Rett' Was ist unsrer Waffen Macht, uns durch deine Güte! Schau, Wenn dein Eifer, Herr! er wie die große Kriegsgefahr wacht? Willst du in's Gericht Uns dringt, und wie sie ganz nun gehn; Ach, wie könnten und gar Uns zu verderben wir bestehn? Wir verzagen, drohet! wir vergehn. 2. Wir mögen, Vater, gar 6. Hoherpriester Jesu Christ, zu sehr Dies Leid verschuldet Der du hingegangen bist Durch haben. Wir schäßten nicht recht das Kreuz, durch deinen Tod, dankbar mehr Des Friedens In das Heiligthum zu Gott! theure Gaben. Des goldnen 586 Allgemeine Volksangelegenheiten. Friedens Glück und Ruh Ver-| Lobgesang Die Wunder seiner führte Land und Volk dazu, Kraft! Daß es der Sünde diente. 2. Wer ist ihm gleich? wer 3. Nun läßt der Krieg und ist, wie er, Der stets zu rech dessen Wuth, Da Fried' und ter Zeit Den Streitenden und Ruh' verschwunden, Uns füh- ihrem Heer Mit Macht: Seid len unsern Uebermuth In fum- still! gebeut? mervollen Stunden, Und sein 3. Er fieht der Völker Angst Gefolge, Herzeleid, Läßt mit und Müh, Und hilft sie über lebhafter Bangigkeit Uns unsre stehn; Er hört ihr Flehen, und Sünden sehen. läßt sie Hülf' und Errettung 4. D Gott! du bist die sehn. Liebe noch, Vist Vater, voll 4. Jüngst zitterte auch unser Erbarmen; Ach, sei durch Land, Es flehte, Herr! zu dir; Jesum Christum doch Die Zu- Du halfft ihm, und durch deine flucht für uns Armen! Vergieb Hand Herrscht stiller Friede hier. uns unsern Ulebermuth Und 5. Kein Krieg, fein feind alle Schuld; ach, laß uns liches Geschoß Muth Und Hoffnung zu dir fürchterlich; Wo Menschenblut faffen! Bedroht une sich sonst ergoß, Ergießt dein Segen sich. 6. Das Feld zu rechter Zeit der es baut; und erfreut, vertraut. 7. Mit jedem Tag lebt neuer Muth Zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vor Feindes Wuth Stört der Ge schäfte Lauf. 5. Du kannst, o Gott! der Fürsten Herz Wie Wasserbäche lenken; Ach, laß sie doch der Völker Schmerz Recht väterlich bedenken! Sprich du selbst ihnen mächtig zu, Daß sie den Ländern ihre Ruh' Und Wohlfahrt wieder schenken! 6. Ach, Gott, der du noch Vater heißt, Erhöre unser Flehen; Laß uns hinfort durch bringt Frucht Dem Landmann, Er sammelt ruhig Was er ihm an deinen Geist Den Weg der 8. Allgütiger! allein von dir Tugend gehen! Dann wär' Floß dieses Heil uns zu. Dein der Krieg für uns ein Glück, waren, sind und bleiben wir; Reicht' er uns deine Furcht Und unser Gott bist du. zurück. Mit der käm' auch der Segen. 9. Erweck' uns selbst durch deinen Geist Zur wahren Danks barfeit, Die dich durch from mes Leben preift, Und stets sich Mel. Nun danket all' und bringet 2. 902. Bringt Gott, ihr deiner freut! Christen, Preis 10. Lehr' uns des Friedens und Dank, Jhm, der den Frie großen Werth Mitweisem Ernst den schafft! Erhebt mit frohem verstehn, Und allem, was das Krieg und Herz beschwert, In deiner Furcht entgehn. 11. Daß Güte, daß Gerechtigkeit, Daß Redlichkeit und Treu, Vereinigt mit Zufriedenheit, Stets bei uns herrschend sei! 12. Durch unsre ganze Lebenszeit Leit' uns nach deinem Rath, Und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 5. Gott, unser Vater, sei gepreist, Der du die Herzen beugest, Und Könige durch deinen Geist Zu Friedensschlüssen neigest! Nur dir gebühret unser Dank, Nur dich preist unser Lobgesang, Der du so gern erfreueft. 6. Wehr' ferner nun nach deiner Treu', Wehr' mächtig Mel. Allein Gott in der Höh' ic. allen Kriegen! Daß uns der 903. Gott! unser froher Friede lang erfreu', Laß MenLobgesang Er- schenliebe siegen! sballet dir zum Preise. Ver- mit starker Hand Beschüße du Des Königs Und nimm gerührter Herzen Dank, Thron, das ganze Land Der du nach Vaterweise Uns jedes Standes Wohlfahrt! wiederum so wohlgethan Und alle Zwietracht abgethan, Der Bölfer dich erbarmet! 7. Wir traun dir's zu; nur wollst du auch Uns wahre Weisheit lehren, Daß wir des 2. Wie sehr ward nicht auch Friedens rechten Brauch In unser Land Von Kriegeslast be- Mißbrauch nicht verkehren, schweret, Von der zum Streit| Und nicht durch Stolz, durch erhobnen Hand Geängstet und leppigkeit, Durch Trug und verheeret! Nur du hast grö- Ungerechtigkeit Uns neue Noth ferm Leid gewehrt, Du hast bereiten!. Gebet und Flehn erhört Und diese Noth gewendet. 3. Wo Furcht und Angst die Herzen brach, Wo Mordgewehre schreckten, Wo Zucht und Ord nung niederlag, schlagne deckten; rück die goldne Zeit, Erholung, Shm jei allein die Ehre! Ruhe, Sicherheit Und deincs Segens Fülle. W. A. Teller. 13. Getroft sehn wir auf deine Hand, Und warten dei ner Güt', Und hoffen auf das Vaterland, Wo fteter Friede blüht. W. A. Teller. Frieden. 587 4. Der Landmann sammelt ungestört In ausgeleerte Scheuern, Was ihm sein Acer hat bescheert, Froh deine Huld zu feiern. Gerechtigkeit und Güt und Treu' Begegnen wieder sich auf's neu', Der Länder Glück zu bauen. 6 8. Erhebt, erhebt Gott immerdar, Den Geber aller Güter! Er ist und bleibet, was er war, Der Menschenfreund und Hüter. Stets herrDas Feld Er- lich, groß von Rath und That, Da kehrt zu- Hilft er, wie er geholfen hat. 588 Allgemeine Volksangelegenheiten. Lobgefang an einem Friedens- Mark des Landes ward vers Dankfeste. zehrt, Und Haus und Dorf und Stadt verheert. Mel. Herr Gott, dich loben wir. Da flehten reuend wir zu und Dank sei dir! Chöre preisen dich deiner Thaten sich. auch unser armes Land, Das Ruhe durch dich wieder fand, Und alles Volk, das zu dir dringt, Freut sich, dankt herz lich dir, und singt: 904. Dich, Herr! erheben dir, Durch Jesum Chriftum wir. Lob, Preis flehten wir; Und du erhörteft Der Engel das Geschrei, Brachst Schwert Und freuen und Spieß und Pfeil entzwei, Dich preist Verändertest der Fürsten Sinn, und zogst sie zur Versöhnung hin. Da kam zu unsers Lan des Glück Der Friede wie derum zurück. Wie sollten wir uns deß nicht freun? Wie sollten wir nicht dankbar sein? Herr! unser Herz, dein Eigens Namens Ruhm: thum, Ist voll von deines Und Wie groß ist unser Gott! Wie mächtig unser Gott! Wie gütig unser Gott! Im Krieg und Frieden Gott! Sehr lange trugst du unsre Lob sei dir, unserm Gott! Schuld Mit wundernswürdiDank sei dir, unserm Gott! ger Geduld. Von Zeit zu Zeit Preis sei dir, unserm Gott! war dein Bemühn, Durch Güte Im Krieg und Frieden Gott! uns zu dir zu ziehn; Doch Was hast du nicht an uns wir, verstockt und hart genug, gethan! Froh betet unser Land Verschmähten dieser Liebe Zug, dich an. Ja, unser freudiger Wir achteten nicht auf dein Gesang Bringt, Vater! dir Wort Und setzten unsre Sünden wärmsten Dank, den fort. Die Ruthe nahmst sein Beweis soll dieser sein, du da zur Hand Und züch- Daß wir dir Leib und Seele tigt'st uns und unser Land. weihn. Nur gieb uns deinen Du schicktest Feinde zu uns guten Geist, Der durch dein her, Und deren Hand ward Wort uns unterweist, uns sehr schwer; Furcht mar- unser Herz zu dir bekehrt, Der terte uns spät und früh, Die uns dich findlich fürchten lehrt, Mutter mit dem Säugling Der uns durch seinen Trieb schrie. Das Herz des Feindes regiert, Und uns den Weg war verstählt; Wie ward der zum Leben führt. Unterthan gequält! Zertreten wurde Saat und Gras, Ge frevelt ohne Unterlaß. Spieß, das Kugel nahm Den Sohn, den Der Nun hilf uns ferner, treuer Gott! Bewahr' uns vor gemeis Der ner Noth! Sei unsers Landes Schwert, die Schirm und Schuß, Und steure aller Feinde Truß! Vor Seuchen Mann, den Bräutigam. Das schüße deine Hand Das ganze Feuers- und Wassersnoth. 589 oft zu Dingen hin, Die deinen Zorn verdienen. Volk, das ganze Land! Laß unser Sinn, Reißt uns sehr allen Mißwachs ferne sein, Und reiche Ernten uns erfreun! Befördre unser aller Thun; Laß deinen Segen auf uns ruhn, Und führ' uns dann, wenn's dir beliebt, Zum Frieden, den. dein Himmel giebt! Amen. 3. H. Pratje. Lieder wegen Feuersnoth. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh' ic. 905. Vater der Barm5. Vergieb uns, Vater, unfre Schuld Um deines Sohnes wil len! Erzeig' uns deine Gnad' und Huld Um deines Sohnes. willen! Bewahre uns vor Feu'r und Gluth, Beschüße Leben, Hab' und Gut Um Jesu Christi willen! 3. H. Pratje. Mel. Auf meinen lieben Gott. Demuth flehen herzigkeit, Vou 906. In wir, Liebreicher Gnade, Treu' und Güte! Mit Gott! zu dir. Vergieb uns Demuth und mit Reu' und unsre Sünden, Und laß uns Leid, Mit redlichem Gemüthe Gnade finden! Um Christi wil Erscheinen wir vor deinem len schone! Ja, schone, Vater, Thron, Und bitten dich durch schone! deinen Sohn Um Gnade und Verschonung. fer Brand, Herr! 2. Schon mehrmal hat ein starjunfre Stadt unsern Ort verleßet, Und unser aller Nahrungsstand Gar sehr herabgeseßet. Und waren wir denn das nicht werth, Da wir dich nicht genug geehrt, Und sicher hingelebet? 2. Als jeder von Gefahr ließ'st du das geschehen, Was Entfernt und ruhig war; Da wir vor Augen sehen. Feu'r mußte plößlich Schrecken Und Sorg und Furcht erwecken. 3. Mit unhaltbarer Wuth Verbreitet sich die Gluth. Wie schlagen nicht die Flammen Hoch über uns zusammen! Sáumst du, uns beizustehen; So ist's um uns geschehen. 3. Doch alle vor'ge Züchtigung Und der erlittne Schade Bezielte unsre Besserung; dieser Zweck war Gnade. hast du ihn denn auch erreicht? Ist unser Herz durch's Feu'r erweicht, Geläutert und veredelt? Und Doch 4. Hier klagt uns das Ge wissen an; Wir müssen es ge 5. Da jedes Element Als stehen: Viel Böses haben wir seinen Herrn dich kennt, So gethan, Auf dein Recht nicht laß auf unser Flehen Als gesehen; Verkehrt ist stets noch Herrn des Feu'rs dich sehen! 4. Steh' denen gnädig bei, Die sich mit Fleiß und Treu Der Gluth entgegen legen; Begleit' ihr Thun mit Segen! Ohn' dich, du Herr des Lebens! Ist Menschenkraft vergebens. 590 Allgemeine Volksangelegenheiten. Sprichst du zum Feu'r: Steh'| Krieg und Brand! stille! Dann, dann geschicht du unser Vater bist, dein Wille. was uns selig ist! 3. H. Pratje. Gieb, weil Uns allen, C. F. Unger. Lieder wegen Wassersnoth. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. ott, dessen Macht 907. Gºt Mel. Nun ruhen alle Wälder. des Feuers Kraft 908. Die Flüsſe und die Zum Segen und Verderben schafft, mit welcher schrecklichen deine Ehre, Du Gott der HerrGewalt Verwüstet es! wie lichkeit! Sie fließen sanft und leicht, wie bald! stille, So lange es dein Wille 2. Heut' ist auch manches Nach deiner Weisheit Nath Haus verheert Und mancher gebeut. Menschen Glück zerstört. Auch 2. Doch sollen frevle Sündies hat deine Hand gethan; den Gerechte Ahndung finden, Doch beten wir dich findlich an. Chun sie auch dein Geheiß. Sie 3. Wir weinen; doch vereh- heben sich und schwellen 3u ren wir Auch deine Huld; sie schrecklich großen Wellen, Und half auch hier, Und hielt der treten aus dem alten Gleis. Flammen schnellen Lauf, Der Uebrigen zu schonen, auf. 3. Und wehe dann den Deichen! Sie zittern recht, und weichen, Als wären sie nur Sand. Der Fluthen Macht verzehret, Verwüstet und zer störet Die beste Saat, das beste Land. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir In unserm Jammer, Gott! zu dir. Laß uns nicht hülflos; tröste die, Die du ge beugt haft; segne sie! 5. Der, deß du schont'st, vergesse nicht Aus Undank seiner schönsten Pflicht, Der Pflicht, Betrübte zu erfreun, Barmher sig und auch mild zu sein! 4. In unsern Missethaten Sind wir dahin gerathen, Daß Daß, es kein Wunder wär', da uns andre Ruthen Nicht beugten, wilde Fluthen Sich schon ergössen um uns her. 6. Was du uns nimmst, das kannst du, Gott! Auch wieder5. Erbarm' in deinem Sohne geben, jede Noth In Heil ver Dich unser, Herr, und schone wandeln; weis' und gut Ist Der nicht erfüllten Pflicht; Ach alles, was dein Wille thut. gieb, daß wir uns bessern, 7. Gieb, wen du jest betrü- Und sprich zu den Gewässern: ben hast, Geduld zur Tragung Bis hieher fommt, doch wei seiner Laft! Erfreu' ihn, wenn ter nicht! er ausgeweint! Sei du sein erster, bester Freund! 6. Sei gnädig unsern Deichen, Daß sie der Macht nicht 8. Schüß' unser ganzes Va- weichen, So sehr der Wind terland Vor Mangel, Seuchen, auch stürmt! Durch deiner Vors Feuers- und sicht Walten Wollst du sie uns erhalten, So hoch sich auch das Waffer thürmt! 7. Nur laß uns das Vertrauen Auf Deich und Damm nicht bauen; Auf dich nur laß uns sehn! Denn ohne dein Beschüßen Kann Deich und Damm nichts nüßen. Was du, Herr! willst, das muß geicbehn. Wassersnoth. 591 Meeres Fluth Durch deine Macht bezwungen. Die Wellen brausten, Gott! Schon über uns daher. Da du: Nicht weiter! sprachst, Gehorchten Wind und Meer. 2. Wie tobten sie! doch du Bewiesest an uns Armen, Als wir um Hülse schrien, Dein mächtiges Erbarmen; Bewiesest, daß du nicht Von Herzen gern betrübst, Und, züchtigst du uns gleich, Uns doch noch immer liebst. 3. Das that dein Arm, 0 Gott! Der jeder Fluth gebieten Und Meere zähmen kann, Wie furchtbar sie auch wüthen. Du schüßest, du erhältst, Du hilfst 909., unfre Noth ist in jeder Noth. Du bist der Fluthen Herr; Du bist der Meere Gott. groß! Gott! wir fliehen bloß Zur dir und deiner Güte, Daß sie uns jetzt 4. Dir, Allgewaltiger, Laß behüte. Eil', in der Fluth Ge- uns nicht widerstreben! In Heifahren Uns mächtig zu be- ligkeit laß uns Nur dir zur wahren! Ehre leben, Der du zum Sturme Verstöre nichts! zur Verschone Land und Und zu den Wellen: C. N. Möllenhof. 8. Gedenk' an uns in Gnaden! Verhüte allen Schaden, Den das Gewässer thut! Das, was du uns gegeben, Uns, unser Gut und Leben, Vertraun wir findlich deiner Hut. 3. h. Pratje. Mel. Auf meinen lieben Gott. 2. Sieh' an, steh' an die sprichst: Noth, Das Elend und den Tod, Fluth: Den wir vor Augen sehen; Ach, Volk! laß uns nicht vergehen! Laß Ruht! uns, o Gott, nicht sterben; Hilf, ehe wir verderben! 3. Vergieb uns unsre Schuld, Mel. Nun ruhen alle Wälder. Und habe noch Geduld! Ach, laß 911. Dein Rath, Gott! um Sturm Sich und Wellen stillen! Wir wollen, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. geschehen; Denn deine Augen sehen Stets auf das Ganze hin. Auch deine strengen Fluthen, Die für uns scharfen Ruthen, Erfolgen bloß nach deinem Sinn. C. v. Stöcken, Mel. Nun danket alle Gott. 910. Qob, Preis und Dank sei dir, Allmäch- Wahrheit tiger, gesungen! Du haft des Klarheit! 2. Ach Gott, bring' diese Bei uns zur vollen Sie dient zu unsrer Reise- Lieder. 592 Ruh'. Du nimmst, Herr! und du giebest; Du ftrafest, und doch liebest, Und nach der Strafe feqnest du. 6. Du stärktest unsre Hände; Des Landes äußre Wände Sind 3. Dein väterliches Walten durch dich hergestellt. Gieb, daß Hat uns gesund erhalten Und sie feste stehen, Nie beben, nie Nahrung uns verschafft. Ganz vergehen, Wofern es deinem sind wir nicht vergangen; Nach Rath gefällt! unsrer Brust Verlangen War bei und mit uns deine Kraft. 4. Was wir gerettet hatten, Genossen wir im Schatten Der Ruh' und Sicherheit, Und unfern dürren Seelen Ließ'st du den Trost nicht fehlen, Der mehr, als Trost der Welt, erfreut. 7. Dank, Dank sei deiner Gnade; Gebessert ist der Schade; Wir haben festes Land. Vor ähnlichen Gefahren Wollst du uns stets bewahren! Beschüß' und segne Volk und Land! 5. Du hieß'st das Wasser fliehen Und in sein Ufer ziehen; Du steu'rtest Sturm und Wind. Wenn wir nach unsern Auen, dich erfreun. 8. Aus dankbarem Gemüthe Für deine große Güte Woll'n wir dir ganz uns weihn; Dir, Vater! uns ergeben, Nur dir zur Ehre leben Und durch Gehorsam 3. H. Pratje. Nach unsern Feldern schauen; So sehn wir, daß sie trocken sind. Reise- Lieder. Vor der Reise. fen Treu', Daß ich stets christMel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. lich wandle; Behutsam, flüge 912. J" n deinem Namen, lich und dabei Gewissenhaftig Herr mein Gott! handle! Regier' und leite mei Schick' ich mich jetzt zur Reife; nen Pfad! Verleih' mir Segen, Bewahr' mich vor Gefahr und Rath und That zu meinem Noth Zu deines Namens Preise! Thun und Lassen! Herr! Leib und Seel' befehl' 4. Bring' mich gefund zur rechten Zeit Zu den geliebten Meinen! Erhalte fie, schüß' sie vor Leid! Und wird der Tag erscheinen, Da wir uns fröhlich wiedersehn; Wie wollen wir dich dann erhöhn! Wie deiner Güte danken! 2. Schick deinen Engel vor mir her, Den Weg mir zu bereiten! Befiehl, daß er dem Unglück wehr' Und allen bösen Leuten! Nimm, Vater, meiner 5. Laß mich mein Pilgerleben gnädig wahr, Daß keine Angst, hier In deiner Furcht stets füh Verlust, Gefahr An Seel' und ren! Wo Hülfe noth ist, hilf du Leib mir schade! mir; Laß deinen Geist mich füh 3. Gieb mir nach deiner gro- ren! Und end' ich meine Pilgerich dir Nebst Ehr und Gut, und was du mir Auf Erden haft gegeben. Reise- Lieder. bahn, So nimm mich dort mit Ehren an! Bring' mich zu deiner Ruhe! 3. Gefenins. 593 scherzen andere ihr Heil; So laß mich nimmer, nimmer Theil An ihren Sünden nehmen! Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. 6. Nun, Vater! dir ergeb' 913. Jn Gottes Namen ich mich; Ich bin in deinen kann der Christ Händen. Bewahr' und führ' Getroft zu Schiffe gehen. Wenn mich gnädiglich, Hilf meinen er ein Jünger Jesu ist, Wird Lauf vollenden, Und laß mich Jesus ihm beistehen. Hier bin einst, wenn's dir gefällt, Nach ich, Herr, gedent' an mich! allen Stürmen dieser Welt Ich bin dein Jünger, welcher Den Hafen dort erreichen! dich zu lieben sich verpflichtet. 2. Ich weiß, ich bin in dies fer Zeit Stets mit Gefahr umfangen. Auch werd' ich in der Sterblichfeit Nie völliq Lieder auf der Reise. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Ruh erlangen. Erst dort, das 914. Du, welchen keine weiß hier, Bin Du Auch ich daheim, daheim bei dir. Der du allgegenwärtig bist Hoffnung, die mich stärket! Mit allem deinen Segen! 3. Dir, Herr! ist mein Be- bist, erhabner Jehovah! ruf bekannt, Und was der meinem fernen Freunde nah' Du Auf allen seinen Wegen; Du überstehst, o Gott! ihn nicht, Dein Aug' ist stets auf ihn mit fich führet. 4. Nimm dich, Herr, auch der Meinen an, Die ich zu rücke lasse! Daß fie fein Un fall treffen kann, Mein Bater, so umfasse weißt, Stand, Stand, daß mir's in meinem daß mir's in meinem Zur See zu gehn, gebühret. Bring' mich gesund, wohin ich gericht't. soll; Mach meine Schifffahrt 2. Ja, sei und bleibe du, o segensvoll; Führ' mich gefund Gott, Sein Schuß und Retter zurücke! aus der Noth, Erfülle sein Vertrauen! Laß ihn im Glanze deines Lichts Die Gnade deines Angesichts Von Tag' zu Tage schauen! Stärk ihn auf seiner Wanderschaft Bei jedem Schritt mit neuer Kraft! Mit deinem Schuß und Segen fie! Dich bitt' ich, sprich: Ich will sie nie Verlassen noch versäumen! 3. Die Trennung war für uns betrübt. Wir gaben dem, 5. Leicht fehl' ich; doch ver- den wir geliebt, Den Abschiedsleihe du, Daß ich behutsam fuß mit Thränen. Verzeih' es, wandle, Wohl merk auf al- daß wir uns nunmehr Nach les, was ich Nie frech seiner Wiederkunft so sehr Aus und strafbar handle! Ver Lieb' und Freundschaft sehnen! thu', 38 594 Reise- Lieder. Und trifft er glücklich wieder]| 5. Laß, Vater, meine Sün ein, Das wird ein Tag der den Vergebung bei dir finden, Freude sein. Und tilge meine Schuld! Ver4. Wann aber fommst du, leih' mir Muth und Kräfte Tag des Herrn, Tag, dessen ich Zum Heiligungsgeschäfte, Und gedenk so gern! Wann wird habe noch mit mir Geduld! dein Licht erscheinen? Tag der. 6. Leq' ich zum Schlaf mich auch die mir wiedergiebt, Die nieder, Weckt mich der Morgen ich entfernet auch geliebt, Die wieder zu meines Standes Seligen, die Meinen! Gott! Vflicht. Irr' ich auf dunkeln welch ein Anblick wird es sein; Wegen, Kommt Unfall mir ents Wie wird sich unser Geist dann gegen; So sei dein Wort mein freun! B. Münter. Trost und Licht! Eigene Melodie. allen 915. In ich meinen 7. Was du für mich beschlos fen, Dem will ich unverdrossen Mit Muth entgegen gehn. Kein Unfall je zu Soll den Höchsten rathen, Der alles schwer mir fallen, Mit dir will fann und hat. Er muß in ich ihn überstehn. allen Dingen, Damit sie wohl gelingen, Mein Helfer sein mit Rath und That. 8. Dir will ich selbst mein Leben Mit Freuden wieder geben, Wenn dein Rath es gebeut. Ob heute oder morgen, Dafür laß ich dich sorgen; Du 2. Nichts hilft mein banges Sorgen Vom Abend bis zum Morgen, Nichts meine Unge- fennst dazu, die beste Zeit. duld. Dir, Herr! hab' ich mein Leben und alles über geben; Ich traue deiner Vater huld. 9. So sei nun, Seele, stille! Dein Will' sei dessen Wille, Der dich erschaffen hat! 68 gehe, wie es gehe; Dein Vater in der Höhe Weiß stets zu allen Dingen Rath. P. Flemming. 3. Es fann mir nichts geschehen, Als was dein Rath ersehen Und für mich hat bestimmt. Mehr will ich nicht begehren, Will gern auch das 916. D befohlen; Dich, Mel. Befiehl du deine Wege. ir mein Weg entbehren, Was deiner Weisheit Rath mir nimmt. 4. Gerath' ich in Gefahren, Wirst du mich wohl bewah ren. Du bist's, der will und fann. Such' ich nur deinen Gehorsam zu erfüllen, du dich meiner gnäDir ist Vater! bet' ich an. ja nicht verhohlen, Was mit begegnen fann, Da ich dem wilden Meere Mein Leben an vertraut. Auf dich ist, dir zur Ehre, Mein Hoffen stets gebaut. Willen Nimmst dig an. 2. Ich bin in deinen Händen, Wo ich auch werde sein; Und Reise- Lieder. Hülfe fannst du senden, Wo ich auch möchte sein. Bin ich bei dir in Gnaden, Und denke stets an dich, Was könnte mir dann schaden? Was wär' mir fürchterlich? 3. Du, Herr! gebeutst den Stürmen; Sie sind in deiner Macht. Wenn Wellen sich auch thürmen, Werd' ich von dir bewacht. Dir gleichet sonst fein Retter, Gott, meine Zuversicht! Du bist im schwersten Wetter Mein Heil, mein Troft, mein Licht. 4. Dir sei denn nun mein Leben, Mein Geist, mein Leib, mein Gut, Voll Zutraun's übergeben; Halt' mich in deiner Hut! Leit' mich, stärk' meine Kräfte, Mehr' auch mein Christenthum Und segne mein Geschäfte Zu deines Namens Ruhm! 5. Gedenk an meine Lieben, Die ich zurücke ließ; Nichts müsse sie betrüben, Nicht Angst, nicht Kümmernis! Erhalt, o Herr, ihr Leben; Laß uns uns wiedersehn! Preis woll'n wir dann dir geben, und deinen Ruhm erhöhn. H. E. Heeren. Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr. 917. err, unser Gott, halter deiner Werfe! Du herr scheft über Wind und Meer Mit ungemeßner Stärke; Vom tiefsten Abgrund bis zur Höh, Da wimmelt's in der weiten See Von Wundern deiner Weisheit. 2. Das Ungeheu'r der Was 595 serwelt Scherzt in den wilden Meeren; Wird doch durch Menschenhand gefällt, Muß viele Tausend nähren. Ihn deckte unbefahrnes Eis; Ein klein Gewürm ist seine Speis. Du säte tigst, Herr! was lebet. 3. Manch unermeßlich Wasserheer Dringt aus dem finstern Eise, Durchstreift zu seiner Zeit das Meer, Und wird der Menschen Speise. Gott! aller Augen sehn auf dich; Tiefen strecket sich thum, deine Güte. Bis in die Dein Reich4. Du schaffst, daß menschlicher Verstand zur See die Wege findet, Daß Fleiß und Handlung Land an Land Und Volk an Volk verbindet. Der Länder Frucht, des Landmanns Schweiß, Des Künstlers Werk, der Bürger Freiß Wird hin und her verführet. 5. du, ret. Gott! darüber wachest Daß Handlung Länder nähNie sieht dein Auge müssig zu; Du bist's, der Unfall wehret. Du kennst der Deinen kleinstes Haar. Auch vor verborgener Gefahr Bewahrest du uns stündlich. 6. In dir nur leben, weben wir; Du hältst die Fluth in Rievon Du führst den Sturm geln. Der Winde Läuf hängt ab an Zügeln. Nie schläfst du, wenn wir zu dir flehn. Wenn's Zeit ist, läsfest du uns sehn, Wie Wind und Meer gehorchen. 7. Lobt ihn, so Sonnenschein, als Sturm! Lobt ihn, ihr fernsten Meere! Vom Wallfisch bis zum kleinsten Wurm Lobt ihn, 38* 596 Reise- Lieder. ihre Wasserheere! Lobt ihn, ihr 4. Dankt ihm, der stets den Menschen, die ihr's wist, Wie Seinen Treu gegenwärtig ist! groß er in den Wassern ist! Lobt ihn, ihr, seine Kinder. 110 S. C. Lappenberg. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 918. Cilst du nicht, uns Dankt ihm, ihr lieben Meinen, Die ihr mich froh begrüßt! Wohlan, gelobt dem Herrn, Ihn thätig zu verehren! So wird er ferner hören, Er hilft, er segnet gern. s. C. Lappenberg. beizustehen, Herr! so müssen wir vergehen. Höre Fieder nach der Reise. unsers Herzens Flehen; Laß uns Mel. O großer Gott, du reines u. deinen Beiſtand ſehen! Steur 920. Dank ſei dir, Bater des Windes strengem Wehen, meines Laß ihn, uns zu Gut', sich dre- Du hast mich froh zurückgebracht. hen, und den Sturm vorüber Ich flehte nicht zu dir vergebens; gehen! Dich soll unser Ruhm Du hast mich väterlich bewacht. erhöhen. 3. H. Pratje. Durch deine Gnade bin ich hier; Dein Schuß und Schirm war über mir. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 919. Gott, wie groß und prächtig Schallt deine Majestät! Die Stimme, die so mächtig In lau. ten Wettern geht, Die rief den Wind hervor. Der finstre Him mel stürmte, Und Well' auf Welle thürmte Sich wolkenhoch empor. 2. Wir taumelten zur Tie2. Nun kann ich in dem Kreis der Meinen Mich deiner Güte wieder freun, Mit ihnen frohe 3ähren weinen, Dir meines Dankes Opfer weihn. Mein Chun gelang, o Gott! durch dich; Du schüßtest, du beglück test mich. 3. Sei ewig, Gott, sei hochfen, 3um nahen Grab hinzu. gepriesen; Denn wie viel Gutes Wir bebeten, wir riefen: Herr, hast du mir Auf meiner Reiſe Herr! da neigtest du Dein Ohr nicht erwiesen! Mein armer in Gnaden her. Herr, hilf uns, Dank gefalle dir! Wie selig ift's, wir versinken! Du sprachst; und dir, Gott, vertraun! Mein Wohl auf dein Winken Verstummte will ich auf dich nur baun. Wind und Meer. H. E. Heeren. 3. Da lächelte die Sonne, Dein Himmel klärte sich. O Mel. Nun banket all' und bringet u. ottlob! die Reise Gott, mit was für Bonne Freu' 921. Gift vollbracht, Und ich des Lebens mich! Kommt, betet danfend an Den Vater ich bin wieder hier. Des Höchs unsers Lebens! Denn feiner sten Schuß und starke Macht traut vergebens, Wer recht nut War jederzeit bei mir. trauen fann. 2. Wie viel, wie mancherlei Reise- Lieder. 597 Gefahr Schleicht uns auf Rei-| hoben, Sah ich deiner Allmacht sen nach! Doch der getreuen En Hut. Sollte dich mein Geist gel Schaar Entfernt' all' Unge nicht loben, Da ich frisch und mach. froh an Muth Hier nun anges landet bin? Nimm mich selbst zum Opfer hin Für die Gnade, die mich deckte, Daß mich Sturm und See nicht schrecte! 3. Durch sie ging jeder Weg und Schritt Fm Segen sicher fort; Gesunde Glieder bring' ich mit An meinen vor'gen Ort. 4. Die Meinen hast du, Gott! bewahrt Vor Kümmerniß und Noth. Gesund hast du sie mir gespart, Und feinen traf der Tod. 5. Nimm hin den wohlverdienten Dank, Mein Gott, für dein Geleit! Zu dir auf steigt mein Lobgesang Mit Herzens freudigkeit. 3. Gott, du wollst nicht von mir weichen; Steh' mir bei mit Rath und That! So werd' ich das Ziel erreichen, Das mein Lauf noch vor sich hat. Führe mich nach dieser Zeit Hin zur frohen Ewigkeit! Wahre Ruh ist nicht auf Erden; mein im Himmel werden! J. E. Beer. Laß ste 6. Dein Auge hat mich wohl geführt Und hin und her ge- k bracht, Und deinen Schuß hab' ich verspürt, Sowohl bei Tag, als Nacht. Tägliche Seufzer. Mel. Befiehl du deine Wege. 923. as bein mich ſein 7. Ich opfre dir von neuem auf, Mein Schöpfer! Seel' und Leib. Regiere meinen ganzen Lauf, Daß er gesegnet bleib'! 8. Ist diese Reise gleich vorbei, So mach' mir'e doch be kannt, Daß ich hier nur ein und bleiben, Liebreicher Herr und Gott! Laß nichts von dir mich treiben, Nicht Spott, nicht Noth, nicht Tod! Laß meinen Fuß nie wanken; Gieb mir Beständigfeit! Dafür will ich dir danBilgrim sei, Und dort mein fen In alle Ewigkeit. Vaterland! J. J. Rambach. N. Selnecker. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Eigene Melodie. 922. Herr! die Reife ist 924. Was Gott thut vollendet, Welche ist wohl zu vollenden war. Dir, durch gethan! Gerecht ist stets sein den ich sie geendet, Bring' ich Wille. Ich folge ihm auf ſeifroh mein Danklied dar, Weil ner Bahn, Bin hoffnungsvoll mich deine Gnadenhand Durch und stille. Er ist mein Gott, die Fluthen an das Land Und Der in der Noth Mich wohl dabei so wohl geführet, Daß weiß zu erhalten; Drum laß fein Unfall mich berühret. 2. Wenn die Wellen sich erich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist 598 Reise- Lieder. wohl gethan; Er wird mich nicht| Da öffentlich erscheinet, Wie betrügen. Er führet mich auf treulich er es meinet. rechter Bahn; Drum laß ich mir genügen An seiner Huld, wohl 11nd hab' Geduld. Er wird Kelch mein Unglück wenden. Es steht in seinen Händen. 5. Was Gott thut, das ist gethan. Muß ich den gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn; Laß ich mich doch nicht schre den, Weil doch zuleßt Ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen. Dann weichen alle 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Er wird schon an mich denken. Er ist mein Arzt und will und fann Mir Schmerzen. ja kein Gift einschenken Für 6. Was Gott thut, das ist Arzenei. Gott ist getreu; Drum wohl gethan; Dabei will ich will ich auf ihn bauen Und verbleiben. Und verbleiben. Es mag mich auf seiner Güte trauen. die rauhe Bahn Gleich Noth 4. Was Gott thut, das ist und Elend treiben; So wird wohl gethan; Er ist mein Licht, Gott mich Doch väterlich In mein Leben, Der mir nichts seinem Arm erhalten. Drum Böses gönnen kann. Ich will laß ich ihn nur walten. S. Rodigast. mich ihm ergeben In Freud' und Leid; Es kommt die Zeit, 30( 1360 Bootpu FRAN AL 2 JUM REBU 11196) femper med now routeme som est dans ese Register. №o Xo Ach, abermals bin ich gefallen 500 Allwissender, vollkommner Geiſt 17 Ach, allerhöchster Gott Als ich in großen Schmerzen 890 Also hat Gott die Welt geliebt, 140 Am Kreuz erblaßt, 220 Am Kreuze rief der Sohn, 807 Ach, daß ich Gottes Weg verließ, 340 Ach, die zweifelnden Gedanken 534 97 497 Ach Gott! es hat mich ganz Ach Gott und Herr, Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach Gott, wir treten hier vor dich 901 Ach, Herr, Gott Vater! 593 606 Ach Jesu, gieb mir sanften Muth, 747 Uch, könnt' ich doch mit deinen 361 Ach, mein Gott, wer kann dies 100 Ach nein, mein Auge darf ich 477 Ach nein, mein Herz kann 670 Ach, rief doch seinen Richterblick 475 Ach, sieh' ihn dulden, bluten, 338 Ach, sterben wird den zweiten 453 Ach, treuer Gott! ich ruf' zu dir, 684 Ach, unsre Noth it groß! 909 Ach, wann werd' ich von der 659 Ach, wie ist der Menschen Liebe 571 Ach, wie verschieden ist die Welt 159 Ach, wie viel Böses wohnt in 474 Ach, wundervoller starker Held, 264 Allein an deinem Segen Allein Gott in der Höh' sei Ehr', Allein nach dir, Herr Jesu Christ! 510 Alle Menschen müssen sterben; 424 Allen Menschen und auch mir 703 Allen, welche nicht vergeben, Aller meiner Brüder Rechte 726 Alle Sünden schrein um Nache 102 Alles, was ich bin und habe, 722 Allmächtger Herr der 3eit 785 Allmächtiger! ich hebe Allmächtig großer Gott Allweiser Schöpfer! deine Hand Allwissend bist du, Gott! zu 745 Bedenk, Christ, alle Tage 662 Befiehl du deine Wege 567 845 Begrabt den Leib in seine Gruft, 430 Beim Anbruch dieser stillen Nacht 861 Beim Bliz und Donner in den 813 72 Bekenner Jesu, werdet nie 197 762 Besimmt war dir ein göttlich 167 683 Betet an, ihr Menschen, bringet 58 215 568 An dith, mein Gott! zu denken, 541 Auch diesen frohen Morgen 836 Auch für den Win er danken wir, 826 Auf, Christen, auf und freuet 263 Auf, Christen, bringet Preis und 614 Auf Christi Himmelfahrt soll sich 268 Auf deine Weisheit bauen, Auf dich, o Bater! schauen unsre 871 Auf dich, und nicht auf meinen 878 Auferstehn, ja auferstehn wirst 438 Auf ewig ist der Herr mein Theil 406. Auf felfenfeßiem Grunde Auf ihrem Felsengrunde sleht 457 Auf, meine Seele, finge! Auf, o Seele, werde munter Aufrichtig, redlich, offen, frei Auf, Seele, lobe deinen Gott, 359 Auf, Seele, um nun noch einmal 868 Aus deiner milden Segenshand, 782 697. Aus einem tief vor dir gebeugten 492 47 Aus Erde ward mein Leib erbaut, 68 Aus Gnaden sollichselig werden, 384 Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir; 491 515 32 855 736 600 Register. No 52 Betet an, laßt uns lobsingen Betet an vor Gott, ihr Sünder! 502 Bewahre mich, Herr, daß der 520 Bis hieher halfst du mir, mein 596 Bis hieher hat mich Gott gebracht 611 Bringt Gott, ihr Christen, Preis 902 Bringt Preis und Ruhm dem 247 No Der frohe Morgen weckt mich 840 Der Glaub' ist feste 3uversicht 514 Der Gott, vor dessen Throne 814 Der Hang zum Bösen wohnt 98 Der Heiland kommt; lobsinget 150 Der Herr hat alles wohl gemacht; 821 Der Herr ist Gott und keiner Der Herr ist mein getreuer Hirt; 177 Der Herr ist mein Vertrauen 573 Der Herr liebt unser Leben 187 Der Herr räumt seinen Kindern 417 649 Der Herrscher aller Lande 265 Der Himmel Ruf erzählt und 242 Der Länder sind noch viel, Der lette meiner Tage 13 316 198 3 358 665 839 48 241 904 Der letzte Tag von deinen Tagen, 650 Der Tag ist da, dahin die Nacht; 838 Der Wollust Reiz zu widerstreben, 671 Des Leibes warten und ihn Dank, Dank sei dir für dein Des Morgens erste Stunde Dank dem milden Vater, Dank! 872 Des Todes Graun, des Grabes 419 Dank dir, Herr, für dieObrigkeit! 754 Des Vaters Sohn, von Ewigkeit 157 Dank sei dir, Vater meines 920 Dich bitt' ich, Heiland aller Welt, 166 Das Umt der Lehrer, Herr! ist 758 Dich, dich, mein Gott! will ich 851 Das Elend ist dir, Gott! bewußt, 276 Dich, dreimal Heiliger! Das Glück ist groß, das Gott 749 Dich, Gott, der du mein Schöpfer 538 Das Grab ist leer; des Höchsten 258 Dich, Heiland, loben wir Das lezte Wort aus deinem 218 Dich, Herr, erheben wir Daß Christen sich bestreben, 732 Dich, Jefu, laß ich ewig nicht; 633 Daß Gottes Sohn, der Herr 115 Dich frönte Gott mit Freuden 240 Daß ich mich, mein Gott! selbst 634 Dich, mein Erbarmer, bitte ich: 585 Dazu schuf Gott des Menschen 91 Dich, o mein Gott und Bater; 117 Dein bin ich, Gott! zu deines 277 Dich ruf ich an, Gott, laß mich 639 Dein bin ich, Herr! dir will ich 480 Dich seh' ich wieder, Morgenlicht! 843 Dein, dein ist unser Leben; 718 Die dich nicht kennen und nicht 877 Deine Leiden, Gottes Sohn, 183 DieFeinde deines Kreuzes drohn, 455 Deine Salbung, Geist des Herrn, 306 Die Flüsse und die Meere Deines Gottes freue dich; 555 Die ganze Schrift mit allen Dein Heil, mein Christ, nicht 362 Die Güter, die ich habe, Dein Heil, o Gottes Volk! hat 161 Die hier vor deinem Antlig stehn, 335 Dein ist das Licht, das uns erhellt! 757 Die Himmel rühmen Gottes Ehr', 55 Dein Rath, Gott! muß geschehen; 911 Die ihr Christi Sünger seid. Dein Reich, o Gott! ist herrlich; 86 Die Kinder, deren wir uns freun, 768 Dein Volk, o Herr! singt frohen 463 Die Krankheit, o gerechter Gott! 887 Dein Wort, o Höchster! ist 312 Die Menschen mögen herrschen 776 Der am Kreuz ist meine Liebe; 210 Die Pflicht zur Arbeit haſt Der du dein Wort mir hast Der du die Liebe selber bist 281 Dieser Bau der Erden 707 Dies Paar kam, großer Jehovah, 763 Der du mir neues Leben 303 Dir, dir, du Höchster! will ich 367 844 Die Woche fängt von neuem an 827 Dir, Ewiger, sei dieser Tag 908 315 693 344 445 Der du uns als Bater liebest Der du Verstand und Jugend 648 Der Freuden Füll' ist, Gott! 444 Dir, Gott, sei Preis und Dank 63 370 Christ, aus deinem Herzen 569 Christ, bist du klug, so fleuch die 655 Christe, du Sohn Gottes, Christen, unser Leben eilt; Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden 660 Christ, sei achtsam, sei bereit! Christ, unser Herr und Heiland 329 Christus, der uns selig macht, 195 Christus ist erstanden 243 460 426 Register. No 577 Erbarm' dich, Herr! mein Erbarm' dich mein, o Herr, Ergebenheit in Gottes Willen Erhabne Majestät! 38 798 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, 434 6 178 433 505 Er ist erstanden, Jesus Christ, 253 880 Erkenne mein Gemüthe, 892 Er kommt, er kommt; geht ihm 129 Er kommt, er kommt zum Ermuntert euch, erquickte Ermuntre dich, mein träger Erniedrigt hatte sich bereits Erschallt, erfreute Lieder! Ertönt, ihr Freudenlieder! Erwürgt, erwürgt ist er, 314 850 93 144 188 211 667 96793 778 811 755 185 212 Dir, Herr und Vater dienen 372 Entflohen sind auch dieses Dir, milder Geber aller Gaben, 78 Dir sei mein ganzes Leben, Dir sei mein Weg befohlen; Dir, unserm Gott, ist niemand Dir, Vater, dir zu Ehren, Dir will ich herzlich dankbar Du bester Trost der Armen Du bist es, Herr! dem Dank Du, der allerhöchsten Liebe Du, der du die Wahrheit bist, Du, der kein Böses thut, Du, der Menschen Heil und Du, der so gern beglückt, Du großer Herr und Meister Du gründest, Allgewaltiger! Du hängst am Kreuz, die Du hast, o gnadenreicher Gott! Du hast, o weifer heilger Gott! Du Herr der Seraphinen, Es ist gewiß ein köstlich Ding, 580 Du, Herr! hast alles wohl Es ist noch eine Ruh' vorhanden, 450 Du, Herr! hast aus Barmberzigk. 348 Es ist, o Gott! dein Wille: 685 Du herrschest hier, o Gott! 442 G8 ist vollbracht! so ruft am Du Herr und Vater meiner 413 G8 kommt gewiß die letzte Zeit 441 Du klagst und fühlest deines 701 G8 lag die ganze Welt Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit 723 Es wolle Gott uns gnädig sein, 382 Durch Adams Sünde kam der 111 Es zieht, o Gott! ein Kriegesw. 896 Durch dich, Gott! bin ich, was 711 E8 züchtigt deine Hand, Du Stadt des Herrn dort oben, 451 Du stelltest dich zum Mittler Du Unsichtbarer, dessen Thron 39 Du Bater deiner Menschenkinder 550 Du weintest um die Sünderwelt, 226 Du weiser Schöpfer aller Dinge, 20 Du, welchen keine Welt umschl. 914 Du wiesest, Jesu! nicht die Du willst es, Herr mein Gott! 635 Du willst, o Gott, du Stifter 765 Erwürgtes Lamm! dein Leiden 236 883 Es baut, Herr! deiner Menschen 817 317| Es hilft uns unser Gott; 574 62 609 217 127 876 170 333 916 87 601 No 866 295 490 579 Fern ſei mein Leben jederzeit 725 Fliehet, traurige Gedanken, 396 Freiwillig hast du dargebracht 246 Freu' dich, du werthe Christenh. 120 Freu' dich sehr, o meine Seele! 420 Freund, der mir alles ist, 750 Freut euch, ihr Christen alle! 305 Frohlocke, mein Gemüthe ,. 231 616 rüh mit umwölktem Angesicht 823 Frohlockt dem Herrn; bringt 248 Für alle Kranke bitt' ich dich 719 Für die, Herr! die man 781 Für unsern Nächſten bitten wir, 715 Fürwahr, du bist, o Gott! 85 Fürwahr, du bist vor allen 199 Cifrig sei und fest mein Wille, 668 Frohlockend, Gott! erheb' ich Filst du nicht, uns beizunehn, 918 Gin' feste Burg ist unser Gott, 464 Ein Herz, o Gott! in Leid Ein Jahr der Sterblichkeit, Gin Kind, dem keines jemáls 142 Gin Lamm geht hin und trägt 229 Ein milder Regen sinket 581 794 808 Ein ruhiges Gewissen 398 Ein starker Schuß ist unser Einst geh ich ohne Beben 465 440 Gedenk', o meine Seele, Ein finkt der Leib in's kühle 446 Geist vom Vater und vom Endlich muß ich mich bekehren, 485 Gelobet seist du, Gott, 71 299 324 602 Register. No 122 Gottes Sohn ist kommen 136 Gott! grenzenlos, 24 126 Gott, heilig sei dein Nam' und 458 134 Gott, hilf mir, daß ich Buße 487 Sott! ich, dein tiefgefallnes Kind, 95 Gott im Himmel und auf Erden, 818 Sott ist mein Hort, 347 196 626 313 727 Gott ist's, der aller Enden 83 37 875 Gott ist's, der das Vermögen 689 Gottlob! die Reise ist vollbracht, 921 423 Gottlob! ich babe Friede funden; 395 322 Gottlob! mein Jesus macht mich 164 339 Gott! meine ganze Seele Gott, meine Seele finge dir! Gott, mein Vater, Tank sei dir! 770 Gott redet und ruft aller Welt, 279 Gott schuf die Sonne und den 789 Gott sei Dank in aller Welt, 114 Gott sei Preis und, Dank 88 84 378 Gelobest seist du, Gottes Sohn, Gelobet seist du, Jesu Christ, Gelobt sei Gott, der Freund Gelobt sei Gott! die Beit Gelobt seit du. Herr, unser Geplagter Jesu! ach, von allen Gepriesen seist du, Jesu Christ, Gerechter Gott, bewahre mich) Gerechter Gott! vor dein Gericht Gerechter Gott, wie schrecklich Gern will ich mich ergeben Geseg und Evangelium Getauft bin ich auf deinen Getreuer Gott, gedenke meiner 599 Getreuer Gott! wie viel Geduld 33 Getroft und freudig geh' ich hin; 422 Gieb Gott voll Lieb' und Güte, 729 Gieb Gott, wenn ich dir diene, 586 Gieb, Höchster, mir die Kraft, 521 Gieb ihm, o Vater, Glück Gieb mir, o Gott, ein Herz Gieb Reu' und Leid 759 708 377 Gott forgt für mich; was helfen 700 Gott sorgt für mich; was ſollt' 81 Gott! unser froher Lobgesang 903 Gott, unserm Gott, sei Lob Gott, unsers Herzens Trost und 389 Gott, unser Vater, der du bist 591 Gott Vater, deines Geistes Kraft 533 Gott Bater, denk' an Christi 605 Gott Bater, sende deinen Geist, 301 Gott, bor dessen Angesichte Gott, was den Leib und seine 869 Gott, welch ein tief Verderben, 290 Gott! wer dein Wort nicht hält, 525 Gott werde stets von dir erhoben 65 Gott! wer kann je was Gutes 592 Gott, wie beklemmt macht 36 897 №o 149 471 524 26 622 833 Glaube, Lieb' und Hoffnung sind Gott! deine Gnad' ist unser 392 Gott! deine Güte reicht so weit, 594 Gott! deinen heiligen Befehlen 559 Gott! deiner Stärke freue sich 753 Gott! deine weise Madst erhält 77 Gott, dem an Vollkommenheiten 893 Gott, der du die Menschen liebest, 742 Gott, der du die Wahrheit bist, Gott, der du wahrhaftig bist, Gott, der Herr, ist gegenwärtig. 373 Gott der Juden, Gott der Heiden 162 Gott der Wahrheit, dessen Treue 572 Gott des Himmels und der Gott, wie verderbt ist von Natur 94 Gott, dessen Auge immer wacht, 884 Gott will ich dienen, ihm allein; 557 Gott, deffen Hand die Welt Gott, wo ist Weh', wo Elend 106 Gott, dessen Macht des Feuers 907 Grabt mein verwesliches Gebein 430 Gott, deffen Stubl der Himmel 587 Großer Gott! ein gut Gewissen 645 Gott, dir gefällt kein gottlos 489 Großer Mittler, der zur Rechten 228 Gott, dir it kein Geschöpf 34 Großer Schöpfer; Herr der Welt, 825 Gott, dir sei mein Dank geweiht, 772 Großer Schöpfer, Herr der Zeit! 646 Gott, du bist beilig und gerecht 107 Groß ist des Höchsten Güte. Gott, du bist meine suversicht, 565 roß ist, ihr Ueltern! eure Pflicht. 766 Gott, du bist unendlich gütig 676 Groß sind, herr! deine Werke, 620 Gott, du bist unsre Hülf und 885 Gut und heilig ist dein Wille 558 Gott, du bist von Ewigkeit. 12 Gott, durch den wir sind und 325 Gott, durch dessen Macht und 816 Gott erschuf nicht unsre Seelen Gott, es ist deine Macht und 604 879 Habe deine Lust am Herrn! 554 66 Halt' im Gedächtniß Jesum 53 Hätte nicht, o Gott! dein Sohn 387 Register. 603 No No 506 60 673 Herr! ohne Glauben kann 787 Herr! stärke mich, dein Leiden 189 518 Herr, unser Gott, Allmächtiger! 917 Herr, unser Gott, laß nicht zu 899 Herr, vor dem die Seraphinen 590 Herr, welch ein wichtiges Gesch. 767 Herr, wie du willst, so schick's 600 Herr, wie fromm und gut biſt 783 Herr, wie mancherlei Gebrechen 656 Herzliebter Jesu; was hast du 206 Heute, wahrlich, ja noch heute, 213 Heut' ist uns die seit erschienen, 123 Hier bin ich, Herr! dein Ruf 286 Hier bin ich, Jesu! zu erfüllen 349 Hier liegt dein Volk zu deinen 501 Hilf Gott, daß ich den Nächsten 704 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, 786 Hilf, Jesu, daß ich meinen Hilf mir, mein Gott, verleihe Hoch am Himmel sieht die Hochbegnadigt von dem Herrn 623 Höchster! denk ich an die Güte, 483 Höchster, dessen starke Rechte Höchster Gott! in deinem Lichte 283 Höchster Tröster, komm hernieder 309 Hör' unser Beten, Geist des 307 721 Heilger Bater! du gebietest Helft Gottes Güte preisen! Herr, allerhöchster Gott, Herr! an dir hab' ich gefündigt 494 Herr Christ! dir danken wir. 261 Herr Christ! du bist mein Leben; 421 Herr! deine Allmacht reicht so 22 Herr! deine Kirche banket dir, 799 Herr! deine Langmuth ist sehr 716 Herr, deine Rechte, dein Gebot 318 Herr! deine Sanftmuth ist nicht 743 Herr! dein Geseß, das du der 319 Herr, den in lauten Chören Herr, der du alles giebst, Herr, der du mir das Leben Herr der Welt! Erbarme dich! Herr, deß Augen alles sehen, Herr! die Reise ist vollendet 922 Herr! die Welt gab dir nur 269 Herr! dir gelob' ich neue Treue 338 Herr! dir fing' ich Freudenlieder 801 Herr! du erforschest mich; 16 Herr! du hast die Welt gegr. 612 Herr! du haft im Wasserbade 289 Herr! du kennest mein Verderben. 96 Herr! du regierst, daß alles 74 Herr, du wollt uns selbst bereiten 342 Herr! es ist von meinem Leben 864 Herr! für diesen theuren Lehrer 760 Jauchzt unserm Gott! er ift 29 Herr Gott! dein Heiligthum 461 Sch armer Mensch, ich komm' 486 Herr Gott, den man dreieinig 42 Sch armer Mensch, o Herr! ich 496 Herr Gott! dich loben wir 607 Ich bin getauft nach Jesu Herr Gott! du bist die Zuflucht 15 Ich bin getauft und in dein Herr Gott! vor deiner Majestät 886 Ich bin ja, Herr! in deiner Macht 411 Herr Gott! wir danken dir 820 ch bin mir, Gott! bewußt Herr Gott! wir preisen deine 894 Herr, höre meine Worte, Herr, höre mein Gebet, 61 332 330 99 556 482 79 531 443 576 287 439 Ich bin, o Gott! dein Eigenthum Jch bin, und wer gab mir Ich denk' an dein Gerichte, Ich ergebe mich dem Willen Ich erhebe mein Gemüthe Sch freue mich der frohen Beit, Ich freue mich, mein Gott! in 553 Ich glaub' an Gott, den Einigen Sch habe nun den Grund Ich hab' in Gottes Herz und 575 Sch hab' o Gott! mir ernülich 481 Ich hoff', o Gott! mit festem 293 Ich komme, Friedefürst! zu dir, 507 Ich komme, Herr! und suche dich, 345 Sch komme vor dein Angesicht 598 46 Herr! ich hab' aus deiner Treu' 651 Herr Jesu Christ! dein theures 209 Herr Jesu Chri! du höchstes 509 Herr Jesu Christ! ich weiß es 415 Herr Jesu, gieb uns deinen 376 Herr Jeſu, zieh' uns für und 267 herr, laß nach eitler Ehre 677 Herr, mache meine Seele stille! 582 Herr, mein Erlöser, der du für 744 Herr, mein Erlöser! nur von 532 Herr, meiner Seele großen 636 Herr, mein Licht, erleuchte mich, 282 Herr! mit gerührtem Herzen 356 Sch lobe dich, und finge Herr! nichts Gutes kann auf 690 Ich preise dich mit Herz und 511 888 613 678 854 589 780 602 803 Register. №e Ich preise dich, o Herr, mein Heil 351 Ich schicke mich 604 No 706 468 735 Laß dein mich sein und bleiben 923 133 Laß dir, Jesu, meinem Herrn, 740 227 Laß doch in meines Herzens 545 11 Lasset uns den Höchsten preisen, 239 Laffet uns einander lieben, Laß meines Nächsten bestes Theil 713 Laß mich doch nicht, o Gott, 694 Laß mich doch, o mein Gott Laß mich, Höchster, darnach Laß mich, Jesu, nicht vergebens 350 Laß mich, o Gott, gewissenhaft 692 Laß, o Jesu, mich empfinden, 714 Laßt uns den besten Bater Last unserm Gott uns singen, 874 Laßt uns mit ehrfurchtsvollem 147 Laßt uns mit frohem Dank Laßt uns unserm Gott lobsingen! 141 Last uns zu Gott und seinem 601 Laß, Vater, deinen guten Geist 294 Lebt Christus; was bin ich Lehre mich, Herr, recht bedenken, 638 Lieber Tag, seh' ich dich wieder? 800 Liebler Jesu! wir sind hier, 374 522 Liebster Vater! ich, dein Kind, 493 137 Liebster Bater! wir sind hier, 379 192 Litanei 31 113 257 Ich sehe dich mit Beten Ich sehne, Gott, mein Schöpfer! Ich trete vor dein Angesicht, 774 Ich weiß, an wen ich glaube; 513 Ich weiß, an wen mein Glaub' 403 Ich weiß, mein Gott! daß all' 603 Ich weiß, und bin's gewiß, daß 516 Ich will den Bund mit meinem 343 Ich will vor meiner Missethat 489 Jesu! dein so theures Blut 153 Jesu, Freund der Menschenkinder 355 Jesu, meine Freude! 624 Jesu, meines Lebens Leben! 223 Jesus Christus, unser Heiland, 244 Jesus Christus, unser Herr und 245 Jesus, der uns selig macht, 168 Jesus lebt; mit ihm auch ich. 251 Jesus, meine Zuversicht, 255 Jesus nimmt die Sünder an! 385 Sezt leb' ich; ob ich morgen lebe, 412 Ihm, der das Licht entstehen hieß 841 Shr, die ihr euch von Christo Shr, die ihr wart verloren, Immanuel! du trankst im Im Stillen wollen wir dich In allen meinen Thaten In deinem Namen, Herr, mein 906 578 In Demuth flehen wir In diesem Pilgerleben In Gottes Namen kann der 913 In Gottes Reich geht niemand 288 Ist auch ein Gott? wer darf Ist Gott für mich, so dräue 401 8 589 912 858 784 Lob, Preis und Dank, Herr Jeſu 151 915 Lob, Preis und Dank sei dir 910 Lob sei dem allerhöchsten Gut 615 Lob sei Gott, der den Morgen 849 Lobsinge, Seel', und' sage, Lobsinget Gott, Dank, Preis 2obsingt in seinem Heiligthum 462 Lobt Gott, den Retter! Lobt Gott, der uns den Frühling 802 Lobt Gott, ihr Christen, freuet 135 Lobt Gott, ihr, seine Knechte! 274 617 882 Kein Christ murrt gegen seinen 584 Keine Sünd' ist klein zu schägen 101 Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich, 173 Klag' nicht, mein Herz, wie 530 König, dem kein König gleichet, 273 Komm' betend oft und mit 366 Komm', heiliger Geist, Herre 297 Komm', Pilger, zu dem Grabe, 165 Kommt, die ihr nicht gewohnet 630 Kommt, gebet Ehre, Preis und Kommt, laßt euch den Heiland 537 Kommt, laßt uns Gott erheben, 610 Kommt, laßt uns Gottlobsingen, 819 Kommt, laßt uns Gott und 812 Komm'' zu uns, Gottes guter 304 621 Mache dich, mein Geist, bereit, 642 Mag doch der Spötter Heer Meine Hoffnung stehet feſte Meine Lebenszeit verstreicht; Meinen Jesum laß ich nicht, 631 Mein Erlöser! auch für mich 186 Mein Erlöser! der du mich 43 Mein Erlöser, Gottes Sohn, 237 Mein erst Gefühl sei Preis und 832 Meine Seel', ermuntre dich, Mein Geist erstaunt, Allmächt. 619 Mein Glaub' ist meines Lebens 405 Mein Glück in meiner Pilgerzeit, 637 331 224 561 409 Register. 605 No №o 859 810 712 25 54 847 Nie bist du, Höcher! von und 19 862 Nie kann mein Herz dich, Jesu! 172 Nie werde meine Seel entweiht 724 Nie will ich wieder fluchen, Noch nie hast du dein Wort Noch war kein Himmel, Nun bitten wir den heiligen Nun Christen, laßt uns fröhlich 110 Nun danket alle Gott Nun endlich wachet mein Nun gottlob! es ist vollbracht 381 Nun habe Dank für deine Liebe, 357 Nun hab' ich überwunden! 298 Mein Gott! auch dieser neue Mein Gott! auch dieser Tag Mein Gott! der Tag ist nun Mein Gott! du bist gerecht Mein Gott! du prüfest Herz und 105 Mein Gott! du schenktest mir 4 Mein Gott! du wohnest zwar 540 Mein Gott! ich weiß wohl, daß 414 Mein Gott, zu dem ich weinend 499 Mein Heiland! deine Größe 116 Mein Heiland nimmt die Sünder 484 Mein Heiland! wenn mein Geist 425 Mein Herz, ermuntre dich zum 792 Mein Herz haßt billig alle Mein Jesu! du hast unfre Mein Jesus lebt; mag ich doch 250 Mein Jesus sigt zur rechten Mein Leib ist dein Geschenk; Mein Leib foll, Gott! dein 608 473 889 546 158 Mein letztes Wort, o Gott! feist 860 Mein Mund und Geist erhebt 125 Mein Schöpfer! deine Creatur 23 Mein Schöpfer, lehre mich wohl 488 Mein treuer Gott, dein gutes 292 Menschen, freut euch! Gottes 118 Mich drücket des Gesetzes Fluch, 478 Mir schauert nicht vor dir, o 418 Mit bewunderndem Gemüthe 109 Mit diesem Tage geht Mit dir geh' ich an mein Mit dir, o Höchster! Friede Mit Ernst, o Menschenkinder, Mit Freuden laßt uns treten Mit frohem Dank erschein' ich 346 35 Mit fröhlichem Gemüthe 30 595 41 394 O Gott, der du den Himmel 809 128 Gott des Himmels und der 56 791 O Gott! du bist der Herr der 790 Gott! du bist die Liebe Gott, du frommer Gott, Gott, du höchster Geist! Gottessohn, Herr Jesu Chrift! 517 Gott! ich muß dir's klagen, 728 O Gott! ich preife deine Güte, 69 Nach deinem Rath, o Gott! 688 Gott, mein Vater, steh' mir 681 O Gott, mein Vater, dein Gebot 771 Nach dir verlangt, o Mittler! 627 Nach einer Prüfung kurzer Tage 449 Nach meiner Seelen Seligkeit 640 Nacht und Stille führen wieder 863 Nein, murren will ich nicht Nicht alle können herrschen; 50 822 Gott! sobald der Tag erwacht 806 Gott Bater, steh' uns bei Gott, voll Vatergite! Gott, von dem wir alles haben, 870 Gott, wie groß und prächtig 919 Gott! zu deinem Heiligthum 717 583 777 503 Nicht, daß ich's schon ergriffen 641 O großer Gott, v Herr der Welt, 898 Nicht jede Besserung ist Tugend 529 O großer Gott von Macht, Nicht mürrisch, finster, ungesellig 741 Haupt voll Blut und Wunden, 204 Nicht um ein flüchtigs Gut der 300 Oheilger Geist, du höchstes Gut, 302 Nicht 3weifel, auch Mistrauen 124 Oheilger Geist, kehr' bei uns ein 308 Mit ruhigem Gemüthe Mit Seufzen klag' ich dir, o Mit starker Inbrunst sei 270 664 672 Nun ist der Tag der Seligkeit 121 Nun ist es Tag; mit frommem 837 Nun ruht schon auf den Feldern 867 Nun fich der Tag geendet hat, 865 Nun tret ich wieder aus der 835 828 365 466 663 Christ, durch deine eigne Christe, Eingeborner, Christ, erhebe Herz und O daß von meinen Lebenstagen 648 Odu, mein Mittler und mein 234 O du, unsre höchste Freude, 310 Deffentlich in der Gemeine, 360 454 89 9 Ewigkeit, wie fürchterlich 797 Oft geht es Sündern wohl, 691 Gott! aus deinen Werken 746 119 Register. No O Heiligster! es wirft vor dir 669 Oheiligster! wen nennst du dein? 535 Herr, mein Gott, durch den 82 O Herr, mein Gott! ich bitte dich 773 O Jesu Chriße, Gottes Lamm, 341 Jesu, dessen Treu' 155 Jesu! ewig wird dein Wort 459 Jesu, Gottes ewger Sohn, 629 O Jesu, wahrer Frömmigkeit 179 O Schöpfer aller Wesen 1 606 No 804 Segne alle Aussaat, Gott, Seht den leidenden Gerechten 219 Sebt, welch ein Mensch 205 146 222 679 846 657 Sei, aller WollustReiz zu wehren, 674 Sei, Christenheit, Sei getreu bis an das Ende! 632 ei hochgepriesen, Herr, für Seinem eignen Herzen heucheln, 104 Sei nicht stolz, Geschöpf von Sei wach, und heilge dich, Sei zufrieden, mein Gemüthe! 566 Selbst Engel sind gefallen, Selig sind des Himmels Erben, 431 Selig sind, Gott! die dein Wort 326 Sidhrer Mensch! noch ist es Zeit, 470 Singt unserm Gott ein frohes 618 Gink ich bald in jenen Sobald, o Gott! der Tag erwacht, 76 So eilig, wie die Stunden So gehst du, Jesu! williglich, 193 So ging, gottlob! mit gutem 788 So heiter, wie ein frommer Sohn Gottes, du mein Herr! 230 Sohn Gottes! ganz unschuldig 187 So hoff' ich denn mit festem 402 So jemand spricht: Ich liebe 705 Soll dein verderbtes Herz Sollten Menschen, meine Brüder 709 Sollt' ich meinem Gott nicht 80 Sorge du für meine Kinder, 769 73 Gorglos lebt in seinen Sünden 285 Sorgt, Christen, sorgt, daß ihr 260 So wahr ich lebe, spricht dein 469 So wird die Woche denn. Stärke, denn oft will er wanken, 519 Stärke, die zu dieſer Zeit Stärke, Jesu, Märke ſie Staub beim Staube, ruht ihr 432 Still wie ein Lamm mit ſanftem 207 Süßes Evangelium, 184 Prange, Welt, mit deinem Preist ihn, danket ihm mit Preis und Anbetung Prophete Jesu! du bist groß 49 174 Quelle der Vollkommenheiten, 552 Nund um mich ber ist alles 805 Still laß mich, Jesu, sein, O Tod! wo ist dein Stachel nun? 254 O unaussprechlicher Verlust, 92 O Vater, allerhöchster Gott! 369 O Vater der Barmherzigkeit! ich 495 O Vater der Barmherzigkeit und 90 O Vater der Barmherzigkeit, voll 905 O Bater, unser Gott! es ist 364 O Bater, Vater, unser Gott! 881 Owahrer Gott u. Menschensohn 225 O was ist das für Herrlichkeit, 391 Owelch ein Segen ist ein Freund, 748 O welch ein Trost für meine 386 O welch ein unschäßbarer Schaß! 393 Welt, fieh' hier dein Leben 208 O wie beglückt ist, wer auf O wir armen Sünder! O zeuch mich, Heiliger, zu dir 653 232 831 Chaffet, daß ihr selig werdet, 661 Schaff in mir, Gott, ein reines 291 Schafft mit Ernſt, ihr Menschenk. 528 Schau', großer Herr der 272 Schau, Sünder, wie dein Gott 235 Schicke dich, erlöste Seele, 352 Schöpfer aller Menschenkinder, 383 Schon ist der Tag von Gott 444 Schrecken muß dich überfallen, 452 Schuf mich Gott für Augenblicke? 67 Schwingt, heilige Gedanken 10 853 856 824 323 829 428 337 203 320 Tausend Jahre sind vor dir 7⁹6 Treusier Jesu! deine Wunden 152 266 900 Uleber aller Himmel Heere Um Erbarmen fleben wir, Umſonst, umsonst verhüllst du 643 Unendlicher, den keine Zeit Unerforschlich ſei mir immer 14 21 Register. 607 №o 407 738 752 720 Was sorgit du, Mensch! so Weg, Welt, mit deinen Freuden 191 Web' dem der frech und Web' mir, wenn Gott nicht wär', Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Weicht, und quält mich nicht, Bater! meine Seele schäßet 751 Welche freudenvolle Tage Bater, segne unsre Jugend, 380 Welch Glück, o Gott, iſt Verleib' uns Frieden gnädiglich, 895 Welch hobes Beispiel gabst du 181 Vernimm, o Herr, den Lobgesang 842 Wem Weisheit feblt, der bitte 284 Bersammeln meine Sünden sich 512 Wenn Christus seine Kirche 456 Versucht und prüft es ſelbst, 526 Wenn der Gedanke mich erschreckt, 252 Voll Blut und Wunden hängt 216 Wenn du des Nächsten Ehr' Voll Dank an diesem neuen 848 Wenn einst mein terbend Auge 427 Vollendet ist pein Werk; vollendet 262 Wenn Gott dich über Brüder 710 Voller Ehrfurcht Dank und 353 Wenn Gottes Liebe, deine Pflicht 527 Boll Inbrunst, Dank und Freude 354 Wenn ich die Gottesäcker seb), 408 Vom Grab, an dem wir wallen, 148 Wenn ich ein gut Gewissen habe, 399 Bom Himmel komm' ich her Wenn ich einst von jenem Vom Himmel ward der Engel 138 Wenn ich in meinem Grabe, 436 Von dem Staub, den ich bewohne 51. Wenn ich, o Schöpfer! deine Von dir auf diese Welt gerufen, 739 Wenn ich, weil ich hier walle, 698 Von dir, du Gott der Einigkeit! 761 Wenn Menschenhülfe dir gebricht 563 Bon dir kommt jede gute Gabe; 363 Wenn Menschen streben, bir an 734 Von Furcht dahin gerissen, 200 Wenn mich die Sünden kränken, 233 Von ganzem Herzen lieb' ich dich 628 Wenn sich, o Gott! mein Geift 539 Von ganzer Seele preis ich dich, 597 Wenn wir unsern Lauf Von Gettes Throne fließt Von Gott will ich nicht lassen 564 Vorbild wahrer Menschenliebe, 180 Vor dir, Jehovab! fällt allhier 779 Vor dir ist alles offenbar, 18 Vor dir, o Gott! sich kindlich 542 139 852 2 296 59 547 275 682 Wer bei dem Namen Gottes Wer bin ich von Natur? Wer bin ich? welche große Werde Licht, du Volk der Heiden! 160 Wer gehorcht, thu es mit Lust! 756 Wer gläubig ist und Demuth 680 Wer in dir gleich, du Einziger? 40 Wer kann alle Leiden zählen? 201 Wer keine Furcht vor Menschen- 544 Wer nur den lieben Gott läßt 560 Wer preist nicht seinen Retter 171 Wer sich im Geist beschneidet, 154 2er Sünde thut, liebt nicht das 108 Wer weiß, wie nabe mir mein 416 Wer will Gottes Auserwählte, 400 Wer zählt der Engel Heere 57 Wie arm und dürftig ist, o Herr! 733 Wiederum einjabrverschwunden 795 Wie dunkel wäre nicht. 5 No Unser Gott! wir danken dir 327 Uns heilig soll der Ehstand sein; 764 Uns zum Heile, uns zum Leben 182 Unwiederbringlich schnell 830 7 27 696 666 924 523 588 Wach' auf, mein Herz! die Nacht 259 Wach' auf mein Herz, und singe 834 Wachet auf! ruft euch die Stimme 467 Wachet auf! so ruft die Stimme, 437 Wachet auf vom Schlaf, ihr 435 Wär' dein Sohn, o Gott! uns 145 Warum betrübst du dich, mein 570 Warum willst du draußen stehen, 131 Was Gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Christ Was ich nur Gutes habe, Was ist mein zeitlich Leben, 647 Wie feierlich Bist du für mich, 336 Was ist vor deinem Angesichte 64 Wie fleucht dahin der Menschen 652 Was kann ich doch für Dank 504 Wie fürcht' ich mich, mein Herz 472 Was mein Gott will, gescheh' 562 Wie getroſt und heiter, Was sind wir, Herr und Gott! 75 Wie gnädig ist des Höchſten Was soll ich ängstlich klagen, 702 Wie göttlich sind doch Jesu 397 815 175 608 Register. No 730 Wir erfcheinen hier vor dir, 28 Wirf, blöder Sinn, 375 143 404 Wir freuen uns, Herr JesuChrift! 271 Wir glauben all' an einen Gott 44 Wir glauben all' an Gott allein, 45 Wir kommen, Helfer! dir Gesang 891 Wir liegen täglich in dem Streit 654 Wir Menschen sind zu dem, Wir sind, o Herr! in deiner Wo find' ich, Gott, den meine 551 Wo flieh' ich Sünder hin, 328 857 508 176 675 498 Wie groß ist deine Milde! Wie groß ist des Allmächtgen Wie groß ist unsre Seligkeit Wie groß, wie angebetet ist Wie grundlos sind die Tiefen 190 Wie herrlich strahlt der Morgent. 625 Wie kannst du doch, o sündlichs 103 Wie können Menschen, Staub 548 Wie lieblich ist dein Siegesgruß! 249 Wie lieblich ist doch, Herr, die 371 Wie liebreich, Jesu, ist dein Herz! 194 Wie mannigfaltig sind die Wie oft hab' ich den Bund Wie selig, Herr, ist der Gerechte! 658 Wie selig lebt ein Mensch 731 Wie selig seid ihr doch nunmehr, 429 Wie sicher lebt der Mensch, der 410 Wie soll ich dich empfangen, Wie sollt' ich meinen Gott nicht 549 Wie theu'r, mein Heiland, ift 156 Wie theu'r, o Gott, ist deine Güte, 388 Wie treu, mein guter Hirte, 280 Wie wichtig, Jesu, war das Werk, 169 Wie wichtig ist doch der Beruf, 70 Wie wird mir dann, o dann 447 Wie wünscht, wie strebet meine 775 Wie zärtlich, Jesu, ist dein Herz! 214 Willst du der Weisheit Quelle 543 Wir danken freudig dir 873 132 Wohlauf, mein Herz, verlaß die 163 Wohlauf, mein Herz, woblauf! 368 Wohl dem, dem seine Missethat 390 Wohl dem, der beßre Schäße 695 Wohl dem, der gottesfürchtig 536 Wohl dem, der richtig wandelt, 737 Wo ist der Unschuld Ruhm? 278 Wort aus Gottes Munde, 321 3euch, Chrenkönig, bei mir ein! 130 3euch ein zu deinen Thoren, 311 3ions Tochter, sei erfreut! 3itternd und mit Angst erfüllt 476 3um Fleiße ward das Leben 3um wahren Christenthume 3ur Grabesruh' 112 686 3war Petrus fiel, fiel tief; 3weierlei bitt' ich von dir; 334 221 202 699 Anhang zum Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden. Inhalt. I. Gebete für den öffentlichen Gottesdienst. II. Gebete für die Hausandacht. 1 III. Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage. IV. Biblische Vorlesungen an Festtagen. V. Geschichte des Leidens, Todes und Begräbnisses Jesu Christi. VI. Geschichte der 3erstörung der Stadt Jerusalem. Christe mot hud I. Gebete zum Gebrauch beim öffentlichen Gottesdienste. Um die Gabe, gern und andächtig zu beten. Nicht icht nur deine Majestät, o deiner Wohlthat und Gnade, und Gott! und deine Befehle ver- mache mich willig und emsig, Licht binden uns, dich mit unserm Ge- und Stärke und Ruhe für meine bete zu verehren; sondern unser Seele oft und gern in der Unterhaleigenes Bedürfniß überzeugt uns tung mit dir im Gebete zu suchen! auch von der Nothwendigkeit des Aber da ich von mir selbst, als von Gebets, und außerdem haben wir mir selbst, nicht recht weiß, was und es ja nicht bloß als Pflicht, sondern wie ich beten soll; so gieb mir deiauch als Wohlthat und Gnade zu nen heiligen Geist, der, als der betrachten, daß wir uns zu dir, wie Geist der Gnade und des Gebets, ein Kind zu seinem Bater, nahen mein kaltes Herz entzünde, mich im und das Anliegen unsers Herzens Geist und in der Wahrheit recht dir empfehlen dürfen. Und doch bin beten lehre, mein Gebet selbst mit ich oft so träge und verdrossen zum unaussprechlichem Seufzen bei dir Gebet, und doch lasse ich mich so vertrete, und mich der gnädigen Ergar leicht durch irdische Geschäfte hörung meines Gebets kräftigst verund Zerstreuungen davon abhalten, sichere! Thue das, o Gott, und eroder durch fremde Gedanken darin höre mich um deines lieben Sobnes, irre machen. Ach, vergieb mir, güti- Jesu Christi, unsers Heilandes und ger Gott, diese Trägheit, diese Ver- Fürsprechers willen! Amen. droffenheit, diese Geringschägung Vorbereitung auf den öffentlichen Gottesdienst. Wie sollen wir dir, liebreicher lesen, hören, betrachten und anwenGott und Vater! genugsam den zu können! Auch der heutige danken, daß du dein heiliges Wort Tag hat die selige bsicht, dieſe auch zu uns gebracht und bisher guten Wirkungen durch den Vorunter und erhalten hast; uns auch trag und die gehörige Beherzigung fo häufige Gelegenheit giebst, es zu deines Worts bei uns hervorzubrinunserer Befestigung im Glauben, gen. Möchte folches doch nicht zur Erweckung der Liebe gegen dich durch Zerstreuung des Gemütbs, und unsern Nächsten, und zur Grün- durch Mangel der Undacht und dung des Trostes und der Hoffnung durch Liebe der Welt bei uns verin allem Leiden, ja ſelbst im Tode hindert werden! Herr, erwecke un1* 4 Vorbereitung auf den öffentlichen Gottesdienst. fere Gemeine, diesen Tag nach dei- An diese Worte gedenke ich jetzt ner Absicht recht zu heiligen! Wache mit Zuversicht und Freude, da undu selbst über unsere Augen, daß sere Gemeine sich in deinem Nadurch dieselben sich keine Gedanken men und vor deinem Angesichte und Empfindungen bei uns ein- versammeln will, dich durch Beten, schleichen, welche die schuldige Auf- Loben und Danken demüthig zu merksamkeit unterbrechen! Deffne verehren, und durch dein Wort fich unsre Ohren deiner Wahrheit, daß auf ihrem allerheiligsten Glauben wir dieselbe gern und mit anhal- zu erbauen. So sei denn mit deitender Andacht hören, und regiere ner Gnade auch bei uns und unsre Herzen, daß sie sich durch dein segne uns! Stärke deinen Knecht, lassen! Lehre uns thun nach dei- Evangelium uns zu verkündigen! nem Wohlgefallen; denn du bist Gieb, daß er dasselbe lauter und unser Gott, und dein guter Geist rein, gründlich und erbaulich, mit führe uns stets auf ebner Bahn! freudigem Aufthun seines Mundes Wenn wir dich anbeten, oder zuvortragen möge! Aber laß dann deiner Ehre Lob- und Danklieder seinen Vortrag bei uns, seinen 3uanstimmen, so laß es stets im hörern, auch nicht fruchtlos und Geist und in der Wahrheit gesche- vergebens sein! Neige unser aller hen, damit du unser Gebet erhö- Herzen zur Aufmerksamkeit auf ren und unsern Dank gnädig an- dein Wort und zum Gehorsam nehmen könnest! Komm, liebrei- gegen dasselbe, damit wir auch der cher Gott, auch an diesem Tage großen und theuern Verheißungen, zu uns, uns zu segnen, und uns die du auf den rechtmäßigen weiser zur Seligkeit durch den Gebrauch beines Wortes geleget Glauben an deinen lieben Sohn, hast, hier zeitlich und dort ewig; Jesum Chriftum, zu machen! Er- lich theilhaftig werden mögen! höre uns um deiner ewigen Liebe Laß dein heiliges Evangelium seine erleuchtende, heiligende, beruhigende und seligmachende Kraft an uns allen beweisen! Laß es diewillen! Amen. 2. Getreuer Heiland, Christe Jefu! felbe auch beſonders an meinem gesagt: Wo Herzen zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. dein Name hier zeitlich und dort ewiglich gepriesen werden! Amen. Nach dem öffentlichen Gottesdienste. Lob ob und Preis und Dank sei dei-| immer mehr mit dir bekannt, im nem heiligen Namen, liebrei mer mehr deinem Bilde ähnlich cher Gott und Vater! daß du uns werden mögen! Drücke zu dem dein heiliges Wort abermals vor- Ende das Wort, das wir gehört tragen, uns an deinen Rath von haben, tief in unser Herz, und unsrer Seligkeit und an unsere Ber- segne die guten Eindrücke, die es pflichtung gegen derſelben erinnern, bei uns gemacht hat! Laß aud und uns mit dem Troste deiner mich insonderheit, o Gott, dasselbe gnädigen Verheißungen erquicken in einem feinen guten Herzen fiets laffen. Gieb, daß wir nicht bloß bewahren, und Frucht darnach Hörer deines Worts, sondern auch bringen in Geduld! Amen. Thäter desselben sein, und dadurch| 5 Das ordentliche sonntägliche Kirchengebet. Gelobet feist du, Gott und Ba| tungen und Fehler uns durch eine ter unsers Herrn Jesu Christi! wahre und ungeheuchelte Buße undaß du bei aller unsrer Unwürdig- ter deine gewaltige Hand demüthikeit immer doch noch uns den Weg gen; den ernstlichen Vorsag, uns des Lebens durch dein Wort be- von nun an durch den Beistand fannt machst, und an unsre Schul- deiner Gnade zu bessern, fassen, bigkeit uns erinnerst. Möchte doch und durch wahren Glauben an jeder Vortrag aus demselben, und Jesum Gnade und Vergebung der also auch der heutige solche Re- Sünden suchen und finden! Herr, gungen, Gesinnungen und Entschlie- der du barmherzig und gnädig, Bungen, in welchen wir dir gefal- geduldig und von großer Güte len können, in uns wirken! So bist! Erhöre uns und vergieb würden wir alle auch, so viel unser uns allen, die wir mit bußfertiallhier vor dir versammelt sind, dich gem und gläubigem Herzen zu dir nicht bloß mit dem Munde, sondern flehen, und dir einen neuen Geauch mit dem Herzen auf eine er- horsam heiliglich geloben; vergieb hörliche Art und Weise um Berge uns allen unsere Sünden um bung unsrer Sünden und um Ent- Jesu Christi, deines lieben Sohnes, schlossenheit und Kraft zur Besse- unsers Versöhners und Fürsprerung unsers Lebens anflehen, und chers willen! Amen. im Geiste und in der Wahrheit also zu dir beten: Wie viele nun unter euch, meine Freunde! diesem Bekenntniß und Allmächtiger, ewiger Gott und Gebet vón ganzem Herzen beistimBater unsers Herrn Jesu Christi, men, ihre Sünden ernstlich bereuen, der du heilig und gerecht, aber auch sich des Verdienstes Jesu in wahgnädig und barmherzig bist! Wir rem Glauben getrösten, und fest bekennen alle mit lebhafter Em entschlossen sind, ihre Gesinnungen pfindung und wahrer Demuth und ihr ganzes Leben durch Gottes unsrer Seelen, daß keiner unter Hülfe von Lage zu Tage immer uns vor dir ganz rein und un- mehr und mehr zu bessern, die dürschuldig sei. Vielmehr sind wir fen an der Gnade Gottes und an alle vor dir Sünder; obwohl der Vergebung ihrer Sünden keider eine sich immer mehr, als nesweges zweifeln. Dessen versichere der andere an dir verschuldet und ich, als ein Diener Gottes, sie zu sich strafwürdig gemacht hat. Un- mehrer Beruhigung ihres Herzens fer Gewissen wirft uns so vielen nach dem Inhalt unsers Evangelii Undank und Mißbrauch deiner in dem Namen Gottes, des Wohlthaten, so viele Vernachlässi- Vaters, des Sohnes, und gungen unsrer Pflichten, so viele des heiligen Geistes. Der Friede Nichterfüllung der besten Vor- des Herrn ſei mit euch! Amen. fäße und Angelobungen, so viele Aber sollten nicht noch manche lebertretung deiner Gebote vor, Seelen unter uns gefunden werden, daß wir, wenn du nach unsern denen es mit Buße, Glauben und Sünden mit uns handeln und nach Besserung noch kein rechter Ernſt unsern Missethaten uns vergelten ist? Sollten wohl nicht manche wolltest, alle Hoffnung deiner Gnade unter uns noch Kinder des Unglauund unsrer Seligkeit aufgeben müß- bens, noch Berächter der theuern ten. Möchten wir doch alle bei leb- Gnadenmittel, noch Knechte der hafter Erkenntniß unserer Uebertre- Sünden ſein, und als Ungerechte, Das ordentliche sonntägliche Kirchengebet. Betrüger, Hurer, Chebrecher und| deln, und immer stärker im GlauMeineidige dahingehen? Diesen ben und in der Liebe gegen dich 6 alle Gottes sagen, daß Gott ihnen, 3u dem Ende gieb deiner Kirche wofern sie nicht umkehren und an und unserm Lande jederzeit treue ders Sinnes werden, ihre Sünden und rechtschaffene Lehrer, und er zum Gerichte vorbehalten, und als fülle sie mit Licht und Weisheit, dann frafen werde. Laßt uns mit Freudigkeit und Kraft und aber Gott ernstlich anflehen, daß mit allen denjenigen Gaben, die er solche Sünder mit Langmuth ihnen zur gesegneten Ausrichtung und Geduld tragen, heilsame Ein- ihres Amts nöthig sind! Siehe drücke in ihre Seelen machen, sie in Gnaden auch auf die Schulen zu einer ungeheuchelten Buße er- und andere Erziehungs- Anstalten; wecken, und durch einen wahren insonderheit auf die hohe Schule Glauben zu Jesu und in seine zu Göttingen! Erhalte Lehrende Nachfolge ziehen wolle, damit auch und Lernende bei dem Einigen, sie mit uns des Heils, das Jesus daß sie deinen Namen fürchten, allen Menschen erworben hat, und laß die Jugend in diesen theilhaftig werden mögen. Dazu Werkstätten deines Geistes allents verleihe ihnen deine Gnade, o halben zu nüzlichen Unterthanen, Gott, und den Beistand deines zu rechtschaffenen Christen und zu heiligen Geiftes um Jesu Chrißi künftigen Bürgern des Himmels erzogen und gebildet werden! Alle Oberhäupter der Reiche und Länder, den Kaiser, alle christlichen Könige, Churfürsten und Herren nimm und erhalte in deinem Schuß! Erfülle ihre Her zen mit solchen Gesinnungen, die der heiligsten Religion deines Sob nes gemäß sind, und erquicke hie mit dem Troste und mit der Freude deines Worts! willen! Amen. Hierauf laßt uns in unserer Andacht ferner fortfahren, und dem Herrn, unserm Gott, das allge meine Wohl unsers Landes und Volkes demüthigst empfehlen! Deine Güte, o Gott! währet für und für, und deine Barmherzigkeit hat kein Ende. Wie auch wir dies bisher in so vielen geist und leiblichen Wohlthaten reichlich erfahren haben; also danken wir Unter diesen empfehlen wir dir dir dafür von Grund unsrer Seelen, und bitten dich demüthiglich falbten, unsern theuersten König bornämlich deinen Knecht und Ge und inbrünstig: Fahre auch fer= und Landesvater. Erhalte sein uni nerhin fort, uns wohlzuthun und mit deiner Gnade zu allem Schuß ſo kostbares Leben, und laß seine Regierung eine dauerhafte, christ und Segen über uns zu walten! liche, friedliche, gerechte, milde, Preis und Dank sei dir inson ruhm- und segensvolle Regierung derheit dafür, daß du dein Wort sein! Der Theilnehmerin seiner bisher lauter und rein unter uns heitern und trüben Stunden, unserer erhalten, zur geſegneten Berkündi- vielgeliebten Königin und Landesgung desselben deine Kraft und dei- mutter, verleihe die beste und be nen Geist gegeben, und dadurch ständigste Gesundheit! Befestige in immer mehr Erkenntniß des Heils ihrer Seele die frommen und men. und rechtschaffenes Wesen in Jesu schenfreundlichen Gesinnungen, die Christo unter uns gewirket haji! sie bisher bei jeder Gelegenheit ge Ach, gieb, daß wir und unsere äußert hat, und laß sie aus eigener Nachkommen bis an das Ende der Erfahrung erkennen, wie wohl die Welt in diesem deinen Lichte wan- jenigen es haben, deren Herr und Das ordentliche fonntägliche Kirchengebet. 7 Gott du bist! Leite, regiere und die Früchte des Feldes, der Gärten beglücke alle übrigen Prinzen und und Bäume, und laß uns das, Prinzessinnen, und schenke allen was du uns giebst, unter Dank Gliedern und Verwandten des könig- und Freude in christlicher Mäßilichen Hauses Leben und Gesund- gung genießen! Segne alle ehrbeit und alle, selbst bis in die Ewig- lichen und christlichen Arten des feit fortbauernde Glückseligkeit! Gewerbes, insonderheit die KaufMit deiner Weisheit und Gnade mannschaft, den Feldbau, die Viehsei, o Gott, bei allen denen, welche zucht, die Schifffahrt, den Fischvon unserm Könige zu öffentlichen fang, und gieb allen, die sich da= Landesgeschäften, sonderlich in die mit beschäftigen, täglich neue Ursen Herzogthümern, berufen find! sache, deine Weisheit und Güte Sie alle, von dem Höchsten bis mit zufriedenem Herzen zu preizum Niedrigsten, alle königlichen sen! Segne alle Künstler und Geheime, Regierungs- und son- Handwerker; und selbst denen, ftige Räthe, geistliche und welt die vom Tagelohn leben müsſen, liche, alle Beamte und Bediente, laß es bei gehöriger Arbeitsamkeit ( den Rath dieser Stadt) und alle und Treue an Speise und Freude andern obrigkeitlichen Personen nicht fehlen! wollest du mit dem Geiste der In deine Hände befehlen wir Rechtschaffenheit, Treue und Ge- endlich, liebreicher Bater! alle unwissenhaftigkeit ausrüsten, damit sere Mitbrüder, sammt und sonbei kluger und christlicher Ausrich- ders, welches Standes, Alters, Getung ihres Amts Gerechtigkeit ge- schlechts und Vermögens sie sein fördert, Bosheit aber gehindert mögen. Regiere alle Eheleute, und bestrafet werde, und wir un- Aeltern, Kinder, Herrschaften und ter ihnen ein stilles und geruhi- Gefinde mit deinem heiligen Geiste ges Leben in aller Gottseligkeit also, daß sie dich fürchten, und und Ehrbarkeit führen können! den ihnen obliegenden Pflichten Ja, Herr, unter ihnen laß Güte hauptsächlich um deinetwillen, der und Treue sich begegnen, und Ge- du ihrer aller Herr, Vater und rechtigkeit und Friede sich küssen! Gott bist, ein Genüge leisten! Breite deinen väterlichen Schuß Beschüße diejenigen, die du mit und Segen über unser ganzes Früchten des Leibes gesegnest hast, Land aus! Erhalte uns die gu- und sei in der Stunde der Entten, gesunden und ruhigen Zeiten, bindung ihre Stärke, ihr Trost die deine Langmuth und Erbar und ihre Hülfe! Bewahre alle mung uns bisher gegönnt hat! Entbundenen vor Schrecken und Wende alles, was wirkliche Land- andern schädlichen Vorfällen, und plage heißen, und Unglück und stelle ihnen die verlornen Kräfte Verderben über Land und Volk bald wieder her! Laß die Wittwen bringen könnte, ale: Theuerung, ihre Beschüßer, die Waisen ihre Seuchen und Krieg, in Gnaden Versorger, die Verlassenen ihre Rathvon uns ab! Bewahre unsern geber und die Einfältigen und BlöMarschländern ihre Deiche und den ihre menschenfreundlichen FürSchleusen! Laß die menschlichen sprecher finden! Laß es den Armen Anstalten zur Erhaltung dersel- nie an unterhalt und Trost fehlen, ben gedeihen, und schüße diese und mache diejenigen, die du mit und alle wasserreichen Gegenden Gütern gesegnet hast, willig und vor verderblichen Ueberschwemmun bereit, sich der Nothdurft ihrer Brügen, sowie das ganze Land vor der herzlich anzunehmen! Stärke alle verwüstenden Witterungen, Feuer- Leidenden zur Geduld durch kindschäden und andern Unfällen! Segne liche Ergebenheit in deinen Willen 8 Am ersten Advent- Sonntage. und durch glaubenvolles Vertrauen und nüglich sei, das weißt du, auf deine Borsehung und Regie: Herr! am besten. Wir überlassen rung! Erbarme dich aller Kranken und sei ihr Arzt! Siehe in Gnaden auf alle Sterbenden herab, und gieb, daß ihr Uebergang aus der Zeit in die Ewigkeit ihnen leicht, erfreulich und selig sei! solches lediglich deiner Weisheit und Güte. Dein Wille geschehe, und geheiligt werde in jedem Falle dein Name! Ja, dir, der du unser Gebet gern hörst und erhöref, oft auch nach deiner Leutfeligkeit Vielfältig, o Gott! sind unsere und Milde giebst, was wir nicht Bedürfnisse, so lange wir hier auf bitten und verstehen, dir Gott, dem der Welt leben. Oft sind manche Vater, Sohn und heiligen Geiste, derselben uns selbst nicht einmal sei Preis und Ehre und Dank in bekannt. Ob aber, wann, und wie alle Ewigkeit! Amen. viel Befriedigung derselben nöthig Am ersten Advent- Sonntage. Barmherziger Gott und Bater! nicht allemal mit erforderlicher durch deine Gnade fangen Andacht gehört, gelesen und be wir heute ein neues Kirchenjahr trachtet. Wir haben den Bund an. Möchten wir doch das eben der Gnade, den du in der heiligen vergangene und alle vorige 3eit Taufe mit uns gemacht hast, verunsers Lebens so angewendet ha- gessen, und es nicht geachtet, uns ben, daß wir uns deshalb vor dir durch fleißige und bußfertige Er nicht schämen dürften! An Ge- neuerung desselben deines Wohl legenheit, einen guten Gebrauch von gefallens zu versichern. Wir haben deiner Gnade und Langmuth zu das heilige Abendmahl entweder machen, hat es uns nicht gefehlt. gar nicht, oder doch nur selten Du hast dein Wort frei, lauter und öfters wohl ohne gehörige und rein unter uns erhalten, uns Prüfung und Vorbereitung ge durch Wohlthaten und 3üchtigun- nossen. Und wenn wir zu dir gen auf dasselbe aufmerksam zu beteten, dich lobten, dir dankten; machen gesucht, und durch deinen so geschah es wohl mehr mit den heiligen Geist unaufhörlich an un- Lippen, als mit dem Herzen. fern Seelen gearbeitet, um uns und daher kommt es, daß wir uns lauterer in der Liebe zu dir, recht- eben nicht rühmen können, in dem schaffener in unserm Christenthum abgewichenen Kirchenjahre viel weiund weiser zur Seligkeit zu ma- ser zur Seligkeit und viel vollkomchen. Aber was wollen wir es mener in der Gottseligkeit geworden leugnen? Deine gnädige Absicht ist zu sein. Herr, vergieb uns alle Un bei vielen unter uns unerfüllt lauterfeit im Christenthume, alle geblieben. Wir haben die Ver- Geringschätzung deiner theuern Gnafammlungen der Heiligen, wo die denmittel, alle Sorglofigkeit, dir zu Wunder deiner Gnade gepredigt dienen, und uns auf die Ewigkeit werden, nicht so fleißig, als wir recht vorzubereiten! Laß durch un konnten und sollten, wir haben sere Unart und Sünde dich nicht fie oft mehr aus fündlichen Ver- bewegen, uns die Glückſeligkeit, anlassungen, wenigstens mehr aus die wir bisher genossen haben, zu bloßer Gewohnheit, als aus dem entziehen! Erhalte uns dein Wort lautern Triebe, uns und andere lauter und rein! Segne diejenigen, erbauen, Wir hadie du zur Verkündigung desselben ben dein Wort wenig, und doch berufen hast, mit Erkenntniß, Klug Am Feste der Geburt Jesu Christi. 9 heit, Freudigkeit und Treue, und und Hoffnung dadurch in uns ergieb ihren Zuhörern einen Sinn, weckt oder befestigt werden! Segne der dein Wort gern böre, in ei- allen Gebrauch deiner heiligen nem feinen guten Herzen bewahre, Sacramente, und laß durch die und Frucht darnach bringe in Ge- Kraft derselben immer mehr Recht= duld! Segne alle und jede Ber- schaffenheit und Gottseligkeit unter kündigung deines Wortes! Segne uns befördert werden! Heilige uns insonderheit das theure werthe von nun an durch dein Wort und Wort, an welches die gegenwärtige durch deinen heiligen Geist durch Adventzeit uns vorzüglich erinnern und durch, daß unser Geist ganz, foll, das Wort nämlich, daß Jesus sammt der Seele und dem Leibe, Christus gekommen ist in die Welt, unsträflich erhalten werde auf die Sünder selig zu machen! Ach, den Tag der Zukunft Jesu Christi! laß diese große Wahrheit nie So wird dies Kirchenjahr uns aus unserm Gedächtniß entfallen! zu einem heiligen und von dir Gieb, daß fie uns stets gegenwär- begnadigten Jahre werden. Ertig bleibe, und so von uns erwo- höre uns um deiner Liebe willen! gen werde, daß Glaube, Liebe Amen. Am Feste der Geburt Jesu Christi. würden. armherzig und gnädig bist du,| Liebe immer doch recht beherzigen, Herr! geduldig und von gro- und durch diefelbe uns bewegen ßer Güte und Treue. Dieser lassen, uns vor dir zu demüthigen, Wahrheit erinnern wir uns heute, dich von ganzem Herzen für alle da wir das Gedächtniß der Ge- Beweise deiner Erbarmung und burt deines Sohnes Jesu Christi, Gnade zu preisen, und dieselben unsers Erlösers, feiern, mit De- also anzuwenden, daß dein, nie muth und Freude. Schon vor genug zu verehrender, 3weck an Grundlegung der Welt sahst du uns erreicht werde! Gieb, daß das Elend, in welches wir durch wir diese heiligen Tage insonderUngehorsam und Sünde gerathen heit dazu gebrauchen! Regiere Aber du faßtest auch Gedanken des Friedens über uns, machtest fie den Menschen gleich nach dem Falle bekannt, und führtest sie in der Fülle der Zeit hinaus, da du deinen Sohn in die Welt fandtest, daß er durch fein heiliges Evangelium uns er leuchten, durch seinen unschuldigen Wandel uns ein vollkommnes Beispiel der Gottseligkeit und Tu gend geben, durch sein Leiden und Sterben deiner Gerechtigkeit an unserer Statt ein Genüge leisten, und uns endlich selig machen sollte , welch eine Liebe haft du erzeigt, daß du deines eigenen Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast! Möchten wir dieſe deine uns durch deinen heiligen Geist also, daß wir uns alles dessen, was dir mißfällig sein kann, entäußern, die Versammlung der Heiligen und den öffentlichen Gottesdienst fleißig besuchen, dein Wort, daß darin verkündigt wird, mit stillem und aufmerksamem Geist erwägen und tief in unser Herz drücken! Insonderheit laß uns in diesen Tagen und sonst jederzeit die Geburt Jesu Christi also betrachten, daß wir dadurch gereizt werden, züchtig, gerecht und gottselig in dieser Welt zu leben! Reinige uns, o Gott, von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, damit wir desto williger und entschlosſener werden, mit der Heiligung in deiner Furcht fortzufahren, und aus uns 10 Am Neujahrs- Tage. eigener Erfahrung mit freudiger| und den Menschen göttliches WohlUeberzeugung sagen können: Noch gefallen und ewiges Heil verschafft immer bleibt es eine ewige Wahr- worden! Gelobt seist du, o Gott, heit, daß durch die Geburt Jesu und voll werde alle Welt deines Christi Gott in der Höhe geehrt, Ruhms! Amen. Friede auf der Erde ausgebreitet, Am Nenjahrs- Tage. einer Gnade Werk ist es, lieb- gedankt, haben ſie auch nicht recht und daß wir abermal ein Jahr unsers Le- noch durch Züchtigungen haben bens zurückgelegt haben. Wie wir uns leiten lassen, uns völlig unzählig viele Wohlthaten haben zu dir zu bekehren, und an unwir in dem Laufe desselben aus ferer täglichen Besserung zu arbei deiner Hand erhalten! Du hast ten. Sicher sind viele unter uns nicht nur unserm Lande über- in ihren Sünden dahingegangen, haupt ruhige, gesunde und frucht- und haben des Uebertretens von bare 3eiten gegeben; sondern du 3eit zu Zeit immer wohl noch hast dich auch an einem jeden mehr gemacht. Herr! so du mit unter uns insonderheit als den uns nach unsern Sünden handeln, Gott, der die Liebe und Güte und nach unsern Missethaten uns selbst ist, verherrlicht. Du hast vergelten wolltest; so müßten wir unser Leben und unsere Gesund- verzagen, und es uns nicht befremheit erhalten, uns vor manchem den lassen, wenn du dies neue Unglück bewahrt, uns aus man- Jahr uns zu einem Jahre der cher Verlegenheit herausgerissen, Angst und des Verderbens werden uns von manchem Kummer befreit, ließest. Aber du hast nicht Luft uns auf unsern Wegen geleitet, am Tode und Verderben der Sün unsere Geschäfte gesegnet, uns alles, der. Du willst vielmehr, daß fie was wir bedurften, gegeben, und sich bekehren und leben; und das uns manche Freuden geschenkt. hast du mit einem theuren, bei Lob und Ehre und Preis und deinem eigenen Leben geschwornen Dank sei dir, unserm Gott, Vater Eide bekräftigt. Daher kommen und Wohlthäter! Besonders aber wir jetzt zu dir, und erbitten uns sei dein Name für alles dasjenige, deine Gnade mit bußfertigem Her was du im Geistlichen an uns ge- zen. Nimm uns liebreich than hast, geprieſen! Du hast dein und vergieb uns alle Sünden, mit Wort lauter und rein unter uns welchen wir dich in dem verwichepredigen lassen. Du hast den Ge- nen Jahre beleidigt haben! Ber= brauch der heiligen Sacramente gieb sie uns um Jesu Christi willen, unter une erhalten, und hast nicht und gehe in dies neue Jahr, das aufgehört, durch deinen heiligen wir heute antreten, unter neuem Geist dahin an uns zu arbeiten, Segen mit uns hinein! Kröne daß wir zur Seligkeit mehr und dies Jahr mit deinem Gute, und mehr erleuchtet und geheiligt würden. Aber was haben wir von allen dieſen deinen Wohlthaten für einen Gebrauch gemacht? Ach, Herr! wir haben gesündiget, und müssen uns vor dir schämen. Wir haben auf, laß es uns in demselben an demjenigen, was wir bedürfen, nicht fehlen! Erhalte uns dein Wort in seiner Lauterkeit, und laß es gewissenhaft unter uns gepredigt werden! Erhalte Kirchen und Schulen, bir für deine Wohlthaten nicht recht die Werkstätten deines Geistes, und Am Nenjahrs- Tage. 11 segne die Bemühungen derer, gen Verheißungen über zeitliches welche du zu Lehrern in denselben Glück und Wohl sofern an uns, berufen haft! Erhalte unsern als es deinem heiligen Willen getheuersten König, seine Gemahlin fällig ist! Bewahre uns vor schädund sein ganzes Haus in dem lichen Landplagen! Befestige insonbisherigen Sinn der Gottseligkeit derheit unsere Deiche, erhalte unsere und in dem Genuß deines Segens! Schleusen, und schüße unsere Erhalte alle diejenigen, welchen Marsch- und andere wasserreiche du die Pflege der Gerechtigkeit oder niedrige Gegenden vor schädunter uns anbefohlen hast, in lichen Ueberschwemmungen! Frisle deiner Furcht, auf daß wir unter unser Leben, erhalte unsere Geihnen ein geruhiges und stilles sundheit, stärke unsere Kräfte, und Leben in aller Gottseligkeit und segne unsere Geschäfte! Segne Ehrbarkeit führen mögen! Erhalte den Bürger und den Ackersmann! unter allen Eheleuten das Band Segne Handlung, Ackerbau, Viehder Liebe und Treue! Rüste alle zucht, Schifffahrt und jedes ehrliche Meltern mit Klugheit in der Er Gewerbe! Sorge für Wittwen und ziehung ihrer Kinder, und alle Waisen, für Arme und Verlassene, Kinder mit rechtschaffenen Gesin- für Kranke und Sterbende! Und nungen gegen ihre Ueltern aus! sollte einer oder der andere von Erfülle alle Herrschaften mit Sanft- uns mit zu denen gezählt sein, muth und alle Dienenden mit Ge- die das Beitliche in diesem Jahre wissenhaftigkeit und Treue! Schaff mit dem Ewigen verwechseln solin uns allen, o Gott, ein reines len, so bitten wir dich: Um Christi Herz und gieb uns einen neuen Blut mach' du's mit unserm Ende gewissen Geist! Erhalte immer gut! Kurz, leben wir, so laß uns fromme Gedanken und Entschlie- dir leben, und sterben wir, so laß Bungen in uns! Behüte uns vor uns dir sterben! So soll unser wissentlichen, vorsäßlichen Sünden, Herz und Mund, es sei hier in und laß unsern Gang gewiß sein der Zeit, oder dort in der Ewignach deinem Worte! Erfülle aber keit, immer deines Lobes voll sein. auch in diesem Jahre deine gnädi- Amen. Am Tage der Offenbarung Jesu. Gott ott, der du die Weisen aus abscheulichen Sünden und Lastern Morgenlande durch eine außer- lebten. Finsterniß bedeckte diese ordentliche Erscheinung am Himmel Gegenden, und Dunkel die Völker, ermuntert haft, den Heiland der die in denselben wohnten. Aber Welt, der ihnen durch deine Pro- du erbarmtest dich über sie, und pheten bekannt gemacht war, zu ließest das Licht deines Wortes über ſuchen, und durch eben diese' Er sie aufgehen. Auch zu ihnen brachscheinung sie auch in das Haus test du die wohlthätige Religion geführt haft, wo sie ihn finden, Jeſu, deines Sohnes, und lehrteſt berehren und anbeten konnten! fie, dich und ihn heilſamlich erWir erinnern uns heute mit De kennen. So wurden sie von der muth und Freude an eine ähnliche Finsterniß zum Lichte, und von Wohlthat, welche du uns in unsern dem Dienste der Gözen zu dir, Vorfahren erwiesen hast. Diese dem lebendigen Gott, bekehrt. Aber waren Heiden, blinde Heiden, welche weil viele Srrthümer, Vorurtheile, uden ſtummen Gözen, wie sie ge- Aberglauben und Menschensakun= führt wurden, hingingen, und in gen die liebenswürdige und wohl= 12 Am Tage der Offenbarung Jesu. thätige Religion deines Sohnes| werden! Sende dein Licht und damals schon verunstaltet hatten, deine Wahrheit auch zu denen, und mit der Zeit immer mehr welchen du jegt noch ein unbeverunstalteten; so erwiesest du un- kannter Gott bist! Die dich aber sern Vorfahren die Gnade, daß bereits kennen, die laß durch dein du das Licht der Reformation Wort immer mehr erleuchtet und nachmals unter ihnen aufgeben geheiliget werden! Infonderheit ließest, und sie zur Erkenntniß laß nichts von heidnischen Lastern, des gereinigten und seligmachen nichts von meineid, Betrug, Afterden Evangelii brachtest. In die reden, Ungerechtigkeit, Diebstahl, sem deinen Lichte wandeln wir, Unmäßigkeit, Hurerei, Ehebruch ihre Nachkommen, noch, und die und dergleichen unter uns gehört nen dir nach deinem Worte und werden! Gieb, daß wir, als evanWohlgefallen. Wie sollen wir dir, gelische Christen, deinem Evano Gott! für diese Gnade genug gelio würdiglich wandeln und sam danken? Herr! unsere Vor- fruchtbar ſei'n an guten Werken! fahren waren aller Barmherzigkeit Ja, Herr! von aller Befleckung und Treue, die du an ihnen gethan des Fleisches und des Geistes, von hast, viel zu geringe, und wir sind allen Lüsten und Sünden wollen es gleichfalls; du aber bist würdig, wir uns reinigen und mit der dafür zu nehmen Preis und Ehre Heiligung in deiner Furcht fort und Lob und Dank. Unsere Seele fahren. Der Geist ist willig; nur erhebet dich, unser Geist lobet dich, das Fleisch ist schwach. Stärke und alles, was in uns ist, preiset uns durch deine Gnade, und laß deinen Namen. Laß es dir nicht unsern Glauben den Sieg sein, nur gefallen, dein heiliges Evan- der die Welt und alles dasjegelium fernerhin lauter und rein nige überwinde, was uns hindern unter uns zu erhalten; sondern will, dich und deinen Sohn ge laß es nach und nach auch den börig zu verehren! Thue das, und Ländern und Völkern, die noch in erhöre uns um deiner Liebe willen! heidnischer Finsterniß figen, bekannt Amen. Am Tage der Reinigung Mariä. UT nerachtet du, o Jesu! ein Herr in deiner Heiligkeit, Gerechtigkeit des Gefeßes warest; so unter- und Unschuld nachfolgen., er warfst du dich dennoch freiwillig leuchte uns durch dein Wort, dich dem Gesetze und erfülltest alle Ge- recht zu erkennen, und das, was du rechtigkeit, welche es von uns Men- für uns gethan und gelitten hast, schen fordern konnte. Habe Dank, uns im Glauben gehörig zuzueig o Jesu! habe ewigen Dank für diese nen! Aber regiere uns auch durch deine freiwillige Unterwerfung unter deinen heiligen Geist also, daß wir das Gefeß; denn sie ist uns zu Gute nach dem inwendigen Menschen Lust geschehen. Deine Heiligkeit ist un haben an dem Gesep deines himmfere Heiligkeit, deine Gerechtigkeit lischen Vaters und an deinem, den unsere Gerechtigkeit, deine Unschuld Sinn desselben erläuternden, Vorunsere Unschuld; denn du bist uns bilde! Mache uns willig und tüchvon Gott gemacht zur Weisheit, zur tig, nach seinen heiligen Geboten Heiligung, zur Gerechtigkeit und zur untadelig einher zu gehen! Reinige Unschuld. Und das wirst du wirklich auch, wenn wir dich uns im zu dem Ende unsre fündliche Natur und heilige unser verkehrtes Herz! Glauben dafür annehmen, und dir Stärke unser Vertrauen auf deinen, Am Tage der Verkündigung Mariä. .13 durch Thun und Leiden bewiesenen, Frieden, wie der fromme Simeon, Gehorsam, damit er uns von Gott dahin fahren, wo wir deinem zur Gerechtigkeit zugeeignet werde, himmlischen Vater als vollendete und mach' uns deinem Bilde immer Gerechte dargestellt werden, und ähnlicher! Laß uns gesinnet sein, die Seligkeit, die du uns so theuer wie du gefinnet warest, und wan- erworben hast, ewiglich genießen deln, wie du gewandelt hast! So sollen. Sei uns gnädig, und er= können wir, wenn die Stunde höre uns um deiner ewigen Liebe unsrer Auflösung eintritt, auch in willen! Amen. Am Tage der Verkündigung Mariä. G etreuer Gott und Vater! was| Herr Jesu, du Sohn Gottes, der du von Ewigkeit her nach dei- du dir gefallen lassen, uns zu ner unendlichen Weisheit und Liebe Gute Fleisch zu werden, und unfre zur Erlösung der Menschen, deren Natur anzunehmen! wie sollen Sünde und Elend du in dem wir dir für dies Geschäft deiner Lichte deiner Allwissenheit zum Liebe, ohne welches wir ewig hätBoraus sahest, beschlossen, was du ten verloren sein müssen, genugihnen durch heilige Männer vom sam danken? Gelobt sei dein Anfange an davon bekannt ge- heiliger Name, daß du dich so weit macht hattest, das brachtest du in zu uns heruntergelassen und under Fülle der Zeit wirklich zu ser Bruder geworden bist! Ehre Stande, und machtest den Anfang und Dank und Anbetung sei dir dazu damit, daß du der Jungfrau in alle Ewigkeit! Aber auch du, Maria durch einen deiner Engel o Gott heiliger Geist! hast Großes verkündigen ließest, daß sie durch an uns gethan. Denn du hast die die Kraft deines Geistes Mutter menschliche Natur des Sohnes Gotwerden und den Heiland der Welt tes in dem Leibe der Jungfrau gebären sollte. Auch durch diese Maria auf eine wunder- und ge= Verkündigung hast du auf mehr heimnisvolle Art gebildet, damit als eine Art und Weise für unsern unser Heiland ein solcher wäre, Glauben gesorgt. Doch es war ja als er sein sollte und mußte, heilig, stets bein Werk, und ist es noch im- unschuldig, gerecht, von den Sünmer, unsern Glauben, unsere Hoff- dern abgesondert, und dem nicht nung und unsern Trost auf einen nöthig wäre, zuerst für eigene Sünsolchen Fuß zu sehen, daß wir uns den Gott genug zu thun. Dies ernicht wiegen und wägen lassen dür- kennen, dies erheben wir mit gefen, sondern mit Ueberzeugung wis rührten und dankvollen Herzen. ſen können, an wen wir zu glauben, O, dreieiniger Gott! für alles, was wie wir ihn zu verehren, und was du uns zu Gute bei der Menschwir für die Zeit und Ewigkeit von werdung und durch die Menschihm zu erwarten haben. Wir bit- werdung Jesu Christi gethan haft, ten dich mit aller Inbrunst unserer danken wir dir herzlich, und bitten Seele, laß uns auch die Lehre von dich im Geiste und in der Wahrder Menschwerdung deines Sohnes heit, laß uns doch des Segens fets als ein theuer werthes Wort seiner Menschwerdung theilhaftig betrachten und so anwenden, daß werden! Gieb, daß diese große wir dadurch wider alle Versuchun Geschichte unserm Herzen stets ge= mit Trost und Freude, selbst in der Eindruck auf uns mache, daß wir men und Anfechtungen gestärkt und genwärtig bleibe und einen solchen Stunde des Todes, erfüllt werden! uns bestreben, Demjenigen, der uns Am Gründonnerstage. in Ansehung der Natur ähnlich| ja im Tode selbst, stets unser Vorgeworden ist, in Ansehung seines bild sein; aber stärke uns auch, Sinnes und Wandels wieder ähn- diesem Borbilde gern und mit aller lich zu werden! Laß seinen Gehor- Gewissenhaftigkeit zu folgen! Bilde sam gegen dich, seine Liebe zu uns, uns zu neuen Creaturen! Mache seine Selbstverleugnung in allen uns als solche stets fertig zu allen Leiden, sein Vertrauen auf deine guten Werken, und schaffe in uns, Hülfe in allen und jeden Vorfällen, was vor dir gefällig ist! Amen. Am Gründonnerstage. obi Mi Pit aller Inbrunst unserer Seele| uns zu dem Genuß des heiligen preisen wir dich, getreuer Abendmahls immer durch eine auf Heiland, Jesu Christe! daß du dich richtige Prüfung unser selbst also nicht nur für uns in den Tod da- vorbereiten, daß wir unsere Sün hingegeben; sondern auch, um uns den und Fehler lebhaft erkennen, des Segens deines Leidens und uns ihrethalben durch wahre Buße Sterbens theilhaftig zu machen, vor Gott demüthigen, und den in das heilige Abendmahl eingesegt, der Taufe mit ihm gemachten und in demselben unter dem geseg- Bund eines guten Gewissens er neten Brode deinen Leib uns zu neuern! Gieb, o Jesu, daß wir essen, und unter dem gesegneten bei dem Genusse des heiligen AbendWeine dein Blut uns zu trinken mahls deinen Tod stets also verzu geben versprochen hast. Wie kündigen, daß wir uns nicht follen wir diese deine Liebe genug- bloß der Geschichte deines Leidens sam erheben! denn sie that ja und Sterbens erinnern; sondern alles, was sie in diesem Stücke auch die Ursachen und Absichten that, zu unserm Heil und Segen, desselben ernstlich bedenken, und ohne unser Verdienst und Wür- uns dadurch in dem Haß gegen digkeit. Ach, gieb, daß wir diese die Sünde, welche dir ein solches deine Stiftung stets so hoch ach- Leiden verursacht hat, stärken, in ten, als sie es verdient, sie dem Glauben an dich, in dem verstümmeln, oder mit Menschen Vertrauen auf dein Verdienst und sagungen verfälschen und entehren! in der Liebe zu dir befestigen! Laß sie uns vielmehr deiner Ein- Gieb, o Jesu, daß wir nach dem segung gemäß stets verwalten, und Genusse des heiligen Abendmahle uns dieses theuern Gnadenmittels der Verpflichtung, die wir aber gern und oft bedienen! Aber laß mals auf uns genommen haben, es uns stets auf eine, wahren nie vergessen; sondern uns täglich Christen anständige, Art und Weise von neuem ermuntern und gebrauchen; nicht in 3weifel und wecken mögen, alles ungöttliche Unglauben an deinen Worten und Wesen sammt den weltlichen Lüßten Verheißungen; nicht in Leicht zu verleugnen, und dagegen züch finnigkeit, die den Genuß deines tig ,, gerecht und gottselig in dieſer Leibes und Blutes von dem Ge- Welt zu leben! Uleberhaupt aber nusse leiblicher Speisen nicht un: bitten wir dich, erhalte uns die terscheidet; nicht in Unbußfertigkeit theuern Mittel der Gnade, bein und Sünde, wodurch man an dei- Wort und die heiligen Sacramente nem Leibe und Blute schuldig frei und rein bis an das Ende der wird; sondern mit einem buffer Tage! Insonderheit aber laß bein tigen, gläubigen und geheiligten heiliges Abendmahl allen BekenHerzen! Gieb, o Jesu, daß wir nern deiner allerheiligsten Religion nie Am Aillen Freitage. 15 immer ehrwürdig, wichtig und hei-| genießen!) 2aß diese heilige Handlig sein, und bringe auch durch lung einen solchen Eindruck bei dasselbe Segen und Gedeihen über ihnen machen, der fie durch die deine Kirche! Laß deiner Erbar- ganze Zeit ihres Lebens nie völlig mung alle diejenigen empfohlen wieder verlasse und bei jedem nachsein, die sich an dem heutigen Tage maligen Genuß des heiligen Abend34 deinem Tische nahen!( Vor- mahls ihnen gegenwärtig und ernämlich aber sei denen unter ihnen sprießlich sei! Stärke ihren Glaugnädig, die heute nach öffentlich ben, ihre Hoffnung, und laß fie abgelegtem Glaubensbekenntniß das dein sein und bleiben hier zeitlich heilige Abendmahl zum ersten Male und dort ewiglich! Amen. K Am stillen Freitage. Ge etreuer Heiland, Jesu Christi!| beleidigten. Unser ganzes Leben wir erkennen es mit Demuth hätten wir ja, wenn wir nicht in und innigster Bewunderung unserer die abscheulichste Sicherheit ganz Seele, daß du dich unser so lieb- versunken gewesen wären, in Unreich angenommen hast. Für uns, rube und Angst und in fürchterdie wir Feinde Gottes, und der licher Erwartung der Dinge, die da ewigen verdammnis schuldig ge: kommen möchten, zubringen, und worden waren; für uns, die wir zulegt ewig verloren und verdammt weder Mittel, noch Wege wußten, sein müssen. Nun aber erlangen die beleidigte Gottheit zu versöh- wir, wenn unser bußfertiges Herz nen, und uns den Zugang zu der| dein Verdienst in wahrem Glauverscherzten Herrlichkeit der Kinder ben ergreift, Bergebung aller Gottes wieder zu eröffnen; für unserer Sünden, und mit derseluns bist du nicht nur in die Welt ben Friede mit Gott, Rube des und in's Fleisch gekommen; für Gewissens und ein sicheres Anrecht uns hast du dich nicht nur dem an dem Erbtheil der Heiligen im Geseg unterworfen und alle von Lichte. O wie groß ist deine Liebe demselben erforderte Gerechtigkeit erfüllet; ſondern für uns hast du auch das bitterste Leiden und zu zu uns! wie groß sind deine Verdienste um uns und unser Heil! könnten wir das erkennen, und legt den schmählichsten Tod am doch unempfindlich bleiben? KönnKreuze ausgestanden. Für uns ten wir das glauben, könnten wir opfertest du dich Gott, deinem das erfahren, und dir doch den himmlischen Bater, auf, und wur- Dank, den du so sehr verdienst, dest die Versöhnung für der gan- versagen? Nein, mein Jesu, unzen Welt Sünde. Tausend, tau- ser aller Seelen loben dich, und send Mal sei dir, liebster Jesu, was in uns ist, preiset deinen/ heiDank dafür! Denn dein Leiden, ligen Namen. Mit Demuth und und die darin enthaltene Genug: Freude sagen wir nochmals: Tauthuung für unsere Sünde ist der fend, tausend Mal sei dir, liebſster Grund aller unserer Hoffnung und Jesu, Dank dafür! Aber laß uns Freude. Was würden wir ohne auch nicht vergessen, daß der allerbieselbe gewesen, was zulegt ge-| beste Dank für das, was du m worden sein? wir, die wir ver- unsertwillen gethan und gelitten finstert und verblendet, von dem haft, der sei, daß wir auch den Leben, das aus Gott ist, entfernt, 3weck, den du außer der Versöhden Lüften und Eitelkeiten ergeben nung mit Gott, bei deinem Leiwaren, und Gott ohne Unterlag den und Sterben hatteſt, treulich 16 Am fillen Freitage. erfüllen. Du bist darum für alle| Wie du, wollen wir stets fo leben, gestorben, auf daß die, so da leben, daß wir am Ende unsere Lebens hinfort nicht ihnen selbst, sondern unsere Seele, wie du die deinige, dir, der du für sie gestorben bist, seinen Händen freudig übergeben lebten. Du hast unsere Sünden können. Kurz, dein Leiden und Gott an dem Kreuze darum ge- Sterben soll uns verpflichten und opfert, daß wir der Sünde abster- reizen, kindlich vor Gott zu wanben und der Gerechtigkeit leben deln und täglich an unserer Bessefollten. Du hast dich selbst für rung zu arbeiten. Dies ist der uns darum hingegeben, daß du Borsag, o Jesu! den wir an dem uns von aller ungerechtigkeit er heutigen Tage aus voller Ueberlösetest, und dir selbst ein Volk zeugung von unserer Schuldigkeit des Eigenthums reinigtest, das bor deine Augen von neuem und fleißig wäre zu guten Werken. wohlbedächtlich fassen. Aber was Nun, das soll denn auch hinführo würde dies uns helfen, wenn du unsere Sache und Sorge sein. ihn nicht stets gegenwärtig und Aus Dankbarkeit für deine Liebe, lebendig in uns erhieltest, und uns aus Dankbarkeit für dein Leiden Gnade und Kraft gäbest, ihn zu wollen wir unser Fleisch sammt erfüllen? So stärke uns dazu den bösen Lüsten und Begierden demnach durch deinen Geist! Gieb, Freuzigen, wollen wir alles Arge daß wir allen Lüsten und Sünden, hassen und dem Guten anhangen, auch denen, die unserm Temperawollen wir Gott und dir in ment die liebsten sind, entsagen, rechtschaffener Gerechtigkeit und uns selbst verleugnen, der Heili Heiligkeit dienen. Infonderheit gung ernstlich nachjagen, stets auf soll in solcher Dankbarkeit das, dich, den Anfänger und Bollen was du im Leben, Leiden und der des Glaubens, auf dich, das Sterben gethan hast, unser Vor- Muster aller Heiligkeit und Voll bild zu unserer Nachfolge sein. kommenheit, mit scharfen und ge Wie du, wollen wir Gott über heiligten Blicken sehen, und solcheralles, und unsern Nächsten als gestalt unsern Lauf freudig und uns selbst lieben. Wie du, wollen felig vollenden! Erhöre dies unser wir den Kelch, den dein himm- Gebet, o Jesu, um deines bit lischer Vater uns darreichen möchte, tern Leidens und Sterbens willen! geduldig annehmen und trinken. Amen. Am Osterfeste. Gelobet und gepriesen ſeiſt du, Borzügliche ſeiner Perſon und Lehre zu machen. was Jesu Christi, daß du diesen deinen würde das alles geholfen haben, Sohn, den du um unsrer Sünde wenn du ihn nicht wieder vom willen dahingegeben hattest, um Tode auferweckt; sondern ihn der unserer Gerechtigkeit willen vom Verwesung überlassen hätteſt? In Tode wieder erwecket hast! 3war diesem Falle hätten wir ja nie hattest du ihn auch in dem Stande mit Gewißheit und Ueberzeugung feiner tiefsten Erniedrigung durch versichert sein können, daß wir viele und große Wunder als deinen wirklich und völlig durch ihn mit Geliebten verherrlicht, um bei denen, dir ausgeföhnet worden. die diese Wunder sahen oder hör heit würde dem Evangelio, und ten, alles Aergerniß an seinen Schick Festigkeit unserm Glauben gefehlt falen zu verhüten, oder sie auf das haben. Und was würden wir ge= Wahr Am Ofterfeste. 17 wesen sein, was hätten wir erwar wie er vom Tode auferstanden ist, ten können, wenn wir auf einen so in unserm Gedächtniß halten, tobten und verweseten Heiland ge- daß er sich nie daraus verliere, und hofft hätten? Wahrlich! die thöricht wir uns fest entichließen, ibm für ften und elendesten Geschöpfe unter den Segen seiner Auferstehung berzder Sonne würden wir, und unser lich zu danken, den Segen selbst im fünftiges Schicksal würde ewiger Glauben zu ergreifen und zu beJammer und Tod gewesen sein. wahren, geistlicher Weise mit ihm Aber nachdem du die Bande seines aufzustehen, und in einem neuen, Todes aufgelöst, und ihn lebendig heiligen Leben zu wandeln! Ent= und herrlich am dritten Tage aus schlossen sind wir jest zwar, folfeinem Grabe wieder hervorgeben ches zu thun, und diese Entschlielaffen; so wissen wir, daß er deine sung ist schon ein Werk deiner Gerechtigkeit befriedigt, uns völlig Gnade; aber stärke uns nun auch, mit dir ausgeföhnt, und Leben und sie zu vollbringen! Gieb, daß wir unvergängliches Wesen für uns der Sünde und allen unordentaus dem Grabe mit an's Licht ge lichen Lüsten des Fleisches und der bracht hat. Nun wissen wir, an Welt immer mehr und mehr abwen wir glauben und was wir sterben, und dem, der für uns ge= hoffen können. Und wohl uns, storben und auferstanden ist, zu daß wir mit Gewißheit sagen kön- Ghren leben in Heiligkeit und Unnen: Jesus lebt, und wir sollen schuld! Herr! der du den durch das auch leben. Tank, herzlicher und Blut des neuen Bundes großen Hirs ewiger Dank sei dir, o Gott, daß ten der Schafe, unsern Herrn Jefum bu für unsern Glauben, für unsere Christum, von den Todten auferHoffnung und für die Rube wedket hast, mach' und fertig zu allen unfrer Seele so wohl gesorgt haft! guten Werken, und schaffe in uns, Heute feiern wir das Andenken was vor dir gefällig ist! So wird feiner glorwürdigen Auferstehung das Grab uns nicht schrecken; sonbom Tode. So gieb denn, daß dern sich uns als eine Rubekammer wir es auf eine würdige Art und darstellen. So dürfen wir vor der Weise thun! Laß und seine Auf- Verwesung nicht zittern; denn sie erstehung nicht bloß als eine jede ist der Weg zu einem geistigen unandere Geschichte; sondern so be sterblichen Leibe. So werden wir trachten und erwägen, daß sie den durch ihn zum ewigen Leben aufheilsamsten Eindruck auf unsere erweckt werden, und die Herrlichkeit, Seele mache! Zu dem Ende laß die du ibm gegeben hast, sehen. uns auf den Segen, der in seiner Ehre und Preis und Lob und Tank Auferstebung für uns liegt; aber sei dir, unserm Vater, und ihm, auch auf die Pflicht, dazu sie uns unserm Heiland und Fürsprecher, verbindet, sehen! Laß uns Jefum, in alle Ewigkeit! Amen. Am Tage der Himmelfahrt Jcfn. Wie groß und wichtig, o Gott, du endlich in die Herrlichkeit eingeist die Wohlthat, an welche führt, zu deiner Rechten gesegt, und der heutige Tag uns erinnert! Ten, zum Herrn und Haupt über alles welchendu um unserer Sünden willen erhoben. So mußte sein vollkomdahin gegeben und um unserer Ge- mener Gehorsam gekrönt, und er rechtigkeit willen wieder auferweckt in solchen Stand gesetzt werden, batteft, ihn, deinen lieben Sohn, baß in ſeinem Namen alle Kniee Jesum Christum, unsern Erlöser, hast derer, die im Himmel und auf 2 Am Tage der Himmelfahrt Jesu. 18 Erden und unter der Erde sfind, fich beugen, und ihn so wie dich felbst, verehren und anbeten müs sen. Ja! nun ist er recht würdig, auch seiner menschlichen Natur nach Preis und Ehre und Lob und Dank von uns und allen Engeln und Auserwählten zu nehmen. Aber Preis und Ehre und Lob und Dank gebührt auch dir, un ferm Gott, daß du durch diefe feine Erhöhung für unsern Glauben und für unsere Hoffnung so weislich und so väterlich gesorgt hast. Nimmermehr-hätten wir uns zu dir nahen, nimmermehr une Trost und Beistand in unsern Widerwärtigkeiten und Leiden von dir versprechen, nimmermehr ein ewiges Leben und eine ewige Seligkeit hoffen können, wenn du ihn nicht nach Leiden des Todes mit Preis und Ehre geschmückt bättest. Nun aber wissen wir, an wen wir glauben sollen, und sind gewiß, daß du unsere Beilage bis an jenen Tag der Wiederkunft Jesu vom Himmel bewahren wolleft. Herr, der du uns schon in der heiligen Taufe zu einer durch die Auferstehung Jesu Chrifti lebendigen Hoffnung wie dergeboren und uns ein Recht zu dem Erbe, das im Himmel aufbehalten wird, geschenkt haft, erhalte uns in diesem glückseligen Zustande! Räume durch deine Gnade alles aus dem Wege, was unsern Glauben schwächen und unsre Hoffnung vereiteln und tödten könnte! Wirke in une himmlische Gesinnungen! Und wenn wir durch dieselben geistlicher Weise mit Christo in bas himmlische Wesen verseßt sind, so laß uns diesen Gesinnungen gemäß auch wandeln und handeln! Laß unsere Herzen nicht an dem, was irdisch und vergänglich ist, gebeftet fein; ſondern laß uns nach bem, was droben, ist, wo Christus ist, trachten, damit sein Gebet: Bater, ich will, daß, wo ich bin, gegeben hast, daß sie meine Herr lichkeit seben," auch an uns erfül let werde! Aber vielleicht sind noch viele unter uns, denen diese Ge sinnungen, und mit denselben auch Glauben und Hoffnung unbekannte Dinge sind. Ach, laß diese, fich selbst betrügenden Seelen auf dem Wege zu ihrem ewigen Berderben doch nicht länger fortgehen! Er barme dich über site, und führe fit durch deinen Geist in die Ordnung des Heils! Bilde sie zu neuen Creaturen, denen Jesus, sein Evan gelium und sein beiliges Borbild nicht ergerniß und Thorheit mehr, sondern göttliche Weisheit und göttliche Kraft ist, damit sie um feinetwillen von dir mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet, und wenn er dereinst als Richter aller Welt er scheinen wird, auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden können! Ünd bu, o erhöheter Heiland, walte mit deiner Gnade über deine Kirche! Beweise dich als ihr Herr und Haupt! Erhalte, schüße, fegne fie und breite ihre Grenzen immer weiter aus! Erleuchte auch die Länder mit dem Lichte deines Evan gelii, wo jest noch Finsterniß und unkelheit, Unwissenheit, Aber glaube, Ruchloßigkeit und woh gar Abgötterei und Bielgötterei herrschen! Erbarme dich aller, unter welchen du bereits bekannt bist! Gedenke in Gnaden auch an uns, die wir uns nach deinem Na men nennen, und deinem uns hin terlaffenen Borbilde zu folgen ent schlossen sind! Laß uns dein fein und bleiben! Segne uns mit aller fei geistlichem Segen in himm lischen Gütern, und wenn wir aut Schwachheit, Unwissenheit oder lle bereilung fündiaen, so vertritt und bei deinem himmlischen Bater! Auf dich, o Jesu! boffen wir. Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden! Grböre uns um deiner ewigen Liebe auch die bei mir seien, die du mir und Erbarmung willen! Amen. 19 Am Pfingstfeste. Mie sollen wir dir, getreuer zu dem Worte, das ste predigen, Heiland, genugsam danken, Kraft und Gnade, und erwecke durch daß du, nachdem du zu deiner dasselbe viele Seelen, dem GözenHerrlichkeit eingegangen warst, die dienst und Aberglauben zu entsagen, Berheißung, welche du deinen Jün- dich mit uns anzubeten, dich im gern gegeben hattest, erfüllt, dei Glauben zu verehren, und dir in nen heiligen Geist über sie ausge- rechtschaffener Gerechtigkeit und Heigoffen, und sie mit allen denjeni ligkeit zu dienen! Salbeinsonderheit gen Gaben ausgerüstet hast, durch die Lehrer und Prediger, die du und welche sie willig und tüchtig ge- gegeben bast, mit deinem heiligen macht wurden, in alle Welt aus- Geiste, und mache sie zu gesegneten zugehen ,, und dein Evangelium Werkzeugen deiner Ehre! Über uns allen den Völkern, zu welchen deine auch selbst salbe mit den Gaben Weisheit fie führte, zu verkündi- deines Geistes zur Erleuchtung ungen! Dies thaten sie nicht nur sers Verstandes, zur Heiligung un mündlich, sondern auch schriftlich; sere Willens und zur Beruhigung und Dank sei dir, daß du ihre unsers Herzens durch die EmpfinSchriften bis auf diesen Tag in dung eines Friedens, den die Welt ihrer Lauterkeit und unverfälscht nicht geben kann, und einer Hofferhalten haft. Denn durch dienung, die selbst in die selige Ewiga selben ist das Licht deines Evan- keit hineinsiebt! Behüte uns vor gelii auch über unsere Bäter auf allen Sünden, durch welche der gegangen, und von ihnen auch zu Geist der Gnade betrübt wird, und fortgepflanzt worden. Lob und befestige uns das Siegel der und Ehre und Preis und Dank sei Seligkeit durch das Beugniß deidir für diese deine Wohlthat, ohne nes Geistes, daß wir Gottes Kinwelche Finsterniß und Dunkelheit der find! Aber auch dich selbst, o uns noch bedecken, und Aberglaube, Gott, heiliger Geist, bitten wir Abgötterei und Sünde noch unter demüthiglich: Erbarme dich über uns herrschen würden. Ach, laß dies uns, und verherrliche dich an uns Licht deines Wortes, das du einmal als einen Geist der Erleuchtung, über uns haft aufgehen lassen, stets der die Erkenntniß des Heils hell unter uns scheinen, damit wir, in uns anrichte, erhalte, befestige durch dasselbe in alle Wahrheit ge- und vermehre, als einen Geist des leitet, den rechten Weg zur Selig- Glaubens, der ein feliamachenfeit finden und betreten mögen! Und des Vertrauen auf Jesu Tod und da bu zu eben dem Ende das hei- Verdienst in uns wirke, als einen lige Predigtamt eingefegt haft, so Geist der Liebe, der uns mit Lřebe bitten wir dich von Grund unserer gegen Gott und den Nächsten erfülle, Seelen: Rüste alle diejenigen, welche als einen Geist des Gebets, ber duzu diesem Umte aussondern läs- uns beten lehre, und uns mit unausfest, mit deinem heiligen Geiste aus, sprechlichen Seufzern bei Gott verund mache fie freubig und stare, trete, als einen Geist der Freude. dein Evangelium also zu verkün- und des Trostes, der in allen digen, daß dein Name geheiligt, und Leiden, und selbst in der Stunde bein Reich immer weiter ausgebreitet bes Todes, uns stark und freudig werde! Auch wenn du Männer zu mache! Geist des Baters und des die dich noch nicht kennen; so gieb allem, was wir sind und haben. den Ländern und Völkern sendest, Sohned! dir übergeben wir uns mit 2* 20 Am Feste der heil. Dreieinigkeit. Bleibe bei uns! Wirke in uns,| dem Sohne sei Preis und Ehre in und erhalte und zum ewigen Le- alle Ewigkeit! Amen. ben! Dir und dem Vater und Am Feste der heil. Dreieinigkeit. Die Himmel erzählen deine Ehre, men, uns mit deinem himmliſchen Beste ver- versöhnt, und uns denn du, Gott Vater! nahmest und zu deinen Kindern; du, o Jesu, Sohn Gottes! zum Volk deines Eigenthums; und du, a Gott heiliger Geist! zu deinen Freunden und Lieblingen auf Erhalte uns, o dreieiniger Gott, diese Glückseligkeit! Gieb, daß wir uns derselben durch Widerspenstig keit und Sünde ja nicht verlustig machen! Und werden wir ja einmal von irgend einem Fehltritte übereilt; so gieb, daß wir unser Unrecht bald wieder erkennen, un fern Taufbund durch Buße und Glauben wieder erneuern, und dann desto fleißiger find, Glauber und gut Gewissen zu bewahren! Deine Gnade, o Jesu! deine Liebe, o Gott Bater! und deine Gemein schaft, o Gott heiliger Geist! fei, fo lange wir im Fleische wallen, bei und mit uns, und bringe und end lich dahin, wo wir mit allen En geln und Auserwählten ewig aus rufen werden: Heilig ist Gott der Bater! Heilig ist Gott der Sohn Heilig ist Gott der heilige Geift! uns Mensch geworden, unsere Sün- Alle Himmel, breieiniger Gott, find den und Strafen auf dich genom deiner Ehre voll! Amen.. kündigt deiner Hände Werke. Alles, gang zum Leben und zur ewigen was lebet, mebet und ist, sagt gleich Seligkeit wieder eröffnet haft! Preis am aus einem Munde: Gott ist und Ehre und Lob und Dank sei groß, und seine Herrlichkeit ist undir, o Gott heiliger Geist! daß du aus prechlich! Ja, allwissend, all- uns in diejenige Ordnung zu sehen weife, allgegenwärtig, allmächtig, und zu erhalten suchest, darin wir wahrhaftig, heilig, gerecht und gü an der Erlösung, die durch Jesum tig bist du, Gott, unser Gott! Christum geschehen ist, Antheil und würdig, von allen Geschöpfen haben können! Schon in der im Himmel und auf Erden zu Jugend, da wir auf deinen Nanehmen Preis und Ehre und Lob men, dreieiniger Gott! getauft und Dank. Und das bringen wir wurden, machtest du den Anfang, dir jeßt auch mit innigst gerühr- uns mit geistlichem Segen in tem Herzen dar. Einen guten himmlischen Gütern zu beglücken; Theil deiner herrlichen Eigenschaften und Werke konnten die Menschen zwar durch die Betrachtung der Schöpfung und Regierung der Welt erkennen, und diese Erkenntniß wurde ihnen ebemals durch die Beugnisse der Offenbarung, der du fie würdigtest, noch mehr aufgeklärt, erweitert und. befestigt. Aber daß du deinem Wefen nach Bater, Sohn und Geist seist, das war ein Geheimnis, dessen völlige Offenbarung den 3eiten des neuen Bundes vorbehalten blieb. Nun wissen wir, wer du bist, und wie verdient du dich um uns gemacht hast; und Dank sei dir, daß wir solches zu unserm Troste wissen! Preis und Ehre und Lob und Dank sei dir, Gott Vater, daß du von Ewigkeit her Gedanken des Friedens über uns gebegt und, um und Sünbern zu helfen, deines eigenen und eingebornen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle babin gegeben haft! Preis und Ehre und Lob und Dank sei dir, o Sohn Gottes, daß du fü 21 Am Tage der Geburt Johannis des Täufers. Gelobet feift du, Gott, unser Beruhigung! Laß uns auf deine Verheißungen trauen und bauen; aber auch so leben, daß unſer Bertrauen nicht in eine fleischliche Sicherheit ausarte! Gieb, daß wir uns vor deinen Trohungen fürchten, und alles, was dir mißfällt, ernstlich vermeiden! Gott, der du keines von den Worten, die auf das Werk unserer Erlösung ihre Beziehung batten, unerfüllt gelassen hast! Du hast alle diese Verheißungen treulich erfüllt. Erfüllt hast du bis zu jedem Umstande alles, Erhalte was in Absicht auf die Person uns stets im Glauben und göttund das Werk unsers Erlösers lichen Leben, damit wir der Verwar geredet worden, und darun- beißung, zu deiner Ruhe einzuter auch dasjenige, was die Pro: Fommen, nicht verfehlen! Aber pheten des alten Testamente von regiere uns durch deinen Geist dem Borläufer desselben vorher auch also, daß wir dir in deiner verkündigt, und einer deiner En Wahrhaftigkeit nachfolgen! Wahrgel dem Vater dieses Vorläufers, heit wohne in unserm Geiste, dem Priester Zacharias, zum Vor- Wahrheit sei in unserm Gebete, aus bekannt gemacht hatte. So Wahrheit in unserm Danke, gedachtest du in der Fülle der Wahrheit in unserer Buße, WahrSeit an deinen heiligen Bund und beit in unserm Glauben, Wahran den Eid, den du bei deinem heit in unsern Werken, WahrLeben geschworen hattest. Ja, er heit in unserm ganzen Christenfüllet hast du alles, was du je thum! Was wir bei unserer geredet, versprochen oder gedroht Taufe angelobt haben, das laß baft. Du bist nicht ein Mensch, uns auch halten, den Bund eines daß du lügest, noch ein Men guten Gewissens erfüllen, und dir schenkind, daß dich etwas ge- stets in rechtschaffener Gerechtigkeit reue. Dein Wort ist wahrhaftig, und Heiligkeit dienen! Auch in und was du zusagest, das hältst unserm Verhalten gegen unsern du gewiß; denn du bist Gott. Nächsten laß uns eine unsträfliche Ueberzeuge uns nicht nur von die Wahrhaftigkeit zu erkennen geben! fer beiner Wahrhaftigkeit; fon- 2aß uns nichts reden, als was dern laß sie auch einen gesegneten wahr ist; und wozu wir uns verEindruck zu unserm Troste, zu un- pflichten, das laß uns mit aller serer Warnung und zu unserer Er- Gewissenhaftigkeit auch erfüllen! munterung im Vertrauen auf dich keine 3weideutigkeit, keine Falsch und in der Nachfolge beiner beit, Peine Lüge, kein Betrug, Wahrhaftigkeit bei uns machen! kein Meineid mische sich in dos, Gieb, daß wir das Wort, darin was wir mündlich oder schriftlich du une deinen Rath von unserer mit unserm Bruder handeln! Seligkeit geoffenbaret hast, nicht Denn nur Gütigkeit und Gerech als Menschen, sondern wie es tigkeit und Wahrheit ist die Frucht denn auch wahrhaftig ist, als dein deines Geistes. Darin mit aller Wort annehmen! Wenn wir Lauterkeit des Herzens jederzeit dir gleich manches darin antreffen, zu dienen, das ist unser Vorsaß. bas unsere Bernunft nicht durch Stärke und in demselben durch ſchauen oder begreifen kann; so deinen Geist um deiner Ehre und fei, bir in Einfalt des Herzens Liebe willen! Amen. glauben, unsere größeste Ehre und 22 Am Tage der Heimsuchung Mariä. dir Erhel rhebe, meine Seele, den Herrn! wir, von abgefallene, in und du, mein Geist, freue Sünde und Elend gerathene Mens Gottes, deines Heilandes! schen, ewig verloren und verdich denn er hat, wie an dem ganzen dammt sein müssen. Nun aber menschlichen Geschlechte, also auch sind wir von der Obrigkeit und an dir Gutes gethan, und noch Gewalt der Finsterniß errettet, währet seine Barmherzigkeit über und in das Reich des Lichts, wo dir für und für. Ja, mein Gott! Gerechtigkeit, Friede und Freude du verdienst es, daß unsere Seele in dem heiligen Geiste ist, ver dich erhebe, und unser Mund vom segt. O, laß uns diese großen Dank, den unser Inwendiges Wohlthaten ja nicht verkennen, empfindet, überfließe; denn du noch weniger aber sie zur Sicher hast dich über uns, ehe wir noch beit mißbrauchen! Denn die fol waren, erbarmt, und Gedanken ches thun, die zerstreuest du in des Friedens und Segens über ihres Herzens Sinn, und läßest uns gehegt. Doch du hast nicht sie endlich inne werden, wie sehr nur alles beschlossen und gethan, sie sich selbst betrogen haben, was zu unserer Erlösung erfor: Gieb, daß wir es mit Demuth dert wurde, und daher selbst dei erkennen, was wir dir zu danken nes eingebornen Sohnes nicht ver- haben! Lehre uns die Weisheit, schont, sondern ihn für uns alle welche Tod und Leben, Fluch und dahingegeben; sondern du bemühst Segen, Beit und Ewigkeit frete dich auch noch immer, uns der vor Augen hat! Befestige in une Früchte dieser seiner Erlösung die Entschließung, deinem Rathe theilhaftig zu machen. Du hast von unserer Seligkeit mit aller und deinen Rath von unserer Selbstverleugnung zu folgen, und Seligkeit so deutlich geoffenbart, durch tägliche Buße und Erneues baß es nicht deine, sondern unsere rung unseres Taufbundes, durch eigene Schuld ist, wenn wir dich, beständige Geschäftigkeit im Glaus und den du gesandt hast, Jesum ben, und durch ununterbrochene Chriftum, nicht recht erkennen. Uebung in der Gottseligkeit un Du hast uns die theuersten Mittelfern Beruf und Erwählung fest ju der Gnade geschenkt, und sie mit machen, und uns auf die felige einer Kraft, selig zu machen alle, Ewigkeit gehörig vorzubereiten! die daran glauben, versehen. Du Aber da wir dazu den Beistand arbeitest durch deinen Geist bestän- deines guten Geistes unumgänglich big an unserer Erleuchtung und bedürfen, so bitten wir dich, Gott, Heiligung, und willst nur, daß unser Bater! in dem Namen deiz wir demselben nicht halsstarriger nes Sohnes, Jesu Christi, demüs Weise widerstreben sollen. Obrei- thiglich: Leite uns durch diefen deiz einiger Gott, wie groß sind deine nen Geist in alle Wahrheit und Verdienste um uns, die wir, in Gottfeligkeit! So soll unser Herz Vergleichung mit dir, nichts sind! deines Ruhmes voll sein, und unser Ohne deine ewige Liebe und Mund von deinem Lobe und Danke Erbarmung, o Gott Bater! ohne hier zeitlich und dort ewiglich übers deine theure Erlösung, Gott fließen. Gelobet fei, Gott! und Sohn! ohne deine Bearbeitung, Himmel und Erde sei deiner Ehre o Gott heiliger Geist! hätten voll! Amen. 23 Am Michaelis- Tage. Robe den Herrn, meine Seele, keit ausmachen werde, ihnen gleich und was in mir ist, preise zu sein, so laß uns, da unser gegenseinen Namen! Lobe den Herrn, wärtiges Leben mit dem zukünftigen meine Seele, und vergiß nicht, so genau zusammen hängt, und was er dir Gutes gethan hat, und die Zeit eine Vorbereitung auf die noch immer thut! Ja, groß und Ewigkeit ist, stets dafür sorgen, daß überschwänglich, o Gott! ist deine wir ihnen in ihren sittlichen Eigen= Barmherzigkeit über uns, die wir schaften schon hier in der Welt ähnStaub und Asche sind. Was ist lich werden! Laß ihre Reinigkeit doch der Mensch, daß du sein ge- und Heiligkeit für uns ein Vorbild benkst? und was ist des Menschen sein, dem wir nachfolgen, um ihrer Kind, daß du dich seiner annimmst, Vollkommenheit immer näher zu und selbst der vor deinem Thron kommen! Laß ihren Eifer, deine stehenden und auf deinen Befehl Befehle auszurichten, uns reizen, wartenden Engel dich zuweilen deinen Willen im Thun, Leiden und bedienst, ihn unvermerkt zu be- Tulden mit aller Selbstverleugnung schügen, zu leiten und zu erretten? gern zu vollbringen! Laß ihre BeHerr! zu geringe sind wir aller reitwilligkeit, uns auf deinen Bes Barmherzigkeit und Treue, die du fehl nüglich zu werden, uns verund durch den Dienst der Engel pflichten, ein Gleiches an unserm beweisest; du aber bist würdig, Nächsten zu thun, und einem jeden bon uns dafür Preis und Ehre gleichsam zum Engel zu werden! und Lob und Dank zu nehmen. Laß ihre Freude über all das Gute, Und diese Pflicht erfüllen wir jett was in der Welt ist und geschieht, mit gerührter und ehrfurchtsvoller besonders über die Ausbreitung der Seele. Je mehr aber deine Freund Wahrheit und Gottseligkeit, über lichkeit und Leutſeligkeit aus dieser die Bekehrung der Sünder und über deiner wohltbätigen Veranstaltung die Standhaftigkeit der Frommen hervorleuchtet, desto mehrern Fleiß eine gleiche Freude in uns erwecken; laß une anwenden, une derselben diese Freude aber in eine heilige Genicht verlustig und unwürdig zu schäftigkeit, so viel Gutes, wie immer machen! Der Schuß deiner Engel möglich ist, zu wirken, übergeben! it hauptsächlich für diejenigen be- Laß ihren Eifer, dich zu loben und zu stimmt, die dich findlich fürchten preisen, uns antreiben, für die Ausund in deinen Geboten und Wegen breitung deiner Ghre unter unsern So behüte uns denn Nebenmenschen mit Worten und vor allem demjenigen, was diesen, Werken zu forgen, damit dein Name dir gefälligen Eigenschaften entge: geheiligt, und dein Reich erweitert gen steht! Erhalte unser Herz bei werde! Bei der Schwäche und Undem( Finigen, daß wir deinen Na- vollkommenheit aber, welche uns in men fürchten, und in solcher Furcht allen diesen Geschäften und bei albor dir also leben, daß wir uns tem unsern guten Vorsaß noch anbeiner Gnade, die über alles geht, flebt, getrösten wir uns derjenigen und also auch des Schußes deiner Zeit, da wir mit ihnen vor deinem heiligen Engel, wann, wo und wie Throne stehen sollen. Da soll keine er uns nach deinem Rath nöthig Sünde uns vor dir mebr verunift, getrösten und erfreuen können: stalten. Da soll unser Gehorsam and da wir wissen, daß es einen gegen deine Befehle vollkommen sein. Theil unserer künftigen Glückselig: Da soll die Liebe gegen unsere Mitwandeln. 24 Am Feste der Reformation. erlöften uns ganz beleben. Da verkündigen. Da soll dein Ruhm soll das, was du thuft, die innigfle unser ewiges Geschäft, und dies der Freude unsers Herzens sein. Da Hauptinhalt unserer Gedanken und wollen wir die Wunder deiner Macht Worte sein: Heilig, heilig, heilig und Güte mit mehr Inbrunst des ist Gott, der Herr Bebaoth! Ale Geistes und mit reinen Lippen Himmel find seiner Ehre voll! Amen. Am Feste der Reformation. Vor dem Altare. Allmächtiger Gott, barmherziger brauch der heiligen Sacramente nach deiner Ginsehung nebst dem freien ungehinderten Bekenntniß Bater, der du das Licht aus der Wahrheit sind ja die größten der Finsterniß hervorgehen lassen! Wohlthaten, die du deinem Bolle Wir danken dir herzlich, daß du erzeigest. Diese theuern Gaben dich unser und unserer Borfahren, hast du uns und unsern Vorfah die in Finsterniß und Schatten des ren durch den Dienst Luthers Todes saßen, erbarmt, und uns und seiner treuen Gehülfen wie durch den treuen Dienst Luthers derum geschenkt; da vorhin dein und seiner Gehülfen zum Lichte Wort lange 3eit sehr theuer, uns des Evangelii gebracht hast. Wir bekannt, und verdeckt worden war, bitten dich, vertreib' durch deines daher Unwissenheit, Aberglaube heiligen Geistes Erleuchtung alle und Irrthum allenthalben in deiFinsternisse aus aller Menschen ner Christenheit herrschten. DaSeelen! Grhalte und deine Lehre gegen können wir durch deine in der wieder hergestellten Lauter- Gnade den richtigen Weg zum feit! Bewahre uns vor Undank, Leben, wie wahrhaftig Bußfertige, schändlichem Rückfall und vor der durch den Glauben an unsern List und Gewalt aller Feinde, daß einigen Mittler, ohne eigene Ge wir ruhig leben und auch würdig nugthuung Bergebung der Sün dem Evangelio wandeln mögen, den und freudigen Zugang zu dir um Jesu Christi, unsere Selig erlangen. Wir haben eine Lehre, dabei wir in der Rede Chrifti bleiben, und erbauet find auf den Grund der Apostel und Prophe ten; auch haben wir Gelegenheit und Freiheit, dein festes prophe tisches und apostolisches Wort in unserer Sprache zu lesen. Unsere Gewissen sind frei von dem 3wange menschlicher Gebote und von allem vergeblichen Gottesdienste. An un serer Seligkeit dürfen wir nicht zweifeln, wenn wir in der erkannten Ordnung des Heils zu beharren uns aufrichtig bemühen. Ja, wir haben auch die Freudigkeit machers willen! Amen. Auf der Kanzel. gnädiger Gott, du Vater des Lichts, der du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntniß der Wahrheit kommen! wir preisen an dem heu-, tigen Tage deine Gnade und Wahrheit, daß du dein allein felig machendes evangelisches Wort in seiner Reinigkeit und Lauterkeit bei der geseaneten Reformation wieder an's Licht gebracht, auch unser Land bald dadurch erleuch- und Hoffnung im Tode, daß deine tet, und une folches bisher mäc- Gläubigen alfobald zur Rube koms tig und gnädig erhalten hast. Ach men. In diesen und andern SchäHerr, du gnädiger und barmherzen der Erkenntniß hast du unsere ziger Gott! die reine Lehre nach Kinder reicher gemacht, als unfere beinem Worte, der rechte Ge- erwachsenen Vorfahren in jenen Am Feste der Reformation. 25 durch finstern Zeiten waren. Für diese| ren, daß sie uns von der Lauterkeit unaussprechlich großen Wohlthaten und dem rechtschaffenen Wesen in und deren bisherige Erhaltung Christo Jesu nicht abziehen! Steure find wir um so viel mehr schuldig, und wehre auch den Feinden und bir, o Gott! zu danken, je mehr abergläubischen Verfolgern der wir bekennen müssen, daß diese evangelischen Wahrheit, daß sie großen Vorzüge nicht von allen weder durch List noch Gewalt uns unter uns gebührend geachtet wor- schaden! Berhüte aber auch in den; sondern vielmehr manche Gnaden, daß die schädliche GleichKaltfinnigkeit Unglauben, gültigkeit in der Religion nicht, Unbußfertigkeit und gottloses Leben statt des grausamen Verfolgungsfie gemißbraucht und verachtet ha- geistes, noch der Unglaube statt ben. Dadurch hätten wir ja wohl des blinden Aberglaubens einberschuldet, daß du diese theuern reiße; sondern laß deine ChristenHeils und Gnadengüter auch von heit beides, die Wahrheit und und wieder wegnäbmest, wie nach den Frieden, in Liebe suchen! deinem gerechten Gerichte verschie- Weil es aber dein heiliger Wille denen Ländern und Städten schon ist, daß die, fo dein Wort widerfahren ist. Wir erkennen haben, auch im Gehorsam des aber, o heiliger Gott! dieses ein Glaubens danach leben sollen; so gerissene Verderben mit Scham, mache uns von Herzen gehorsam Wehmuth und Reue, und bitten dem Vorbilde der Lehre, welchem demüthig: Bergieb es und habe wir ergeben find! Komm auch Geduld mit und, um unsers Hei- mit deinem kräftigen Troste und landes, Jesu Chrifti, willen! Er Beistande allen zu Hülfe, die um zeige uns, o getreuer Bater, auch deines Namens und Wortes willen ferner deine Güte, sonderlich durch Verfolgung leiden! Gieb ihnen fernere Erhaltung der reinen Lehre Geduld und Standhaftigkeit, und unter uns und unsern Nachkom- schaffe nach deiner Weisheit ihnen men! Thue wohl an deinem evan- Schuß und Errettung! Erleuchte gelischen 3ion! Gieb demselben übrigens und bekebre alle, die noch Friede, daß sich deine Gemeine baue, im Srrthum stecken, auf daß sie mit und in deiner Furcht nach deinem una dir, o Gott, in reinem GlauLichte wandle! Gieb, daß dein ben und mit gutem Gewissen dieName sehr erhöhbet sei bei den nen, und dich ewig loben und preiMächtigen der Erde! Erhalte in sen mögen! Das thue alles in deiner Wahrheit alle diejenigen, Gnaden um unfers einigen Haupwelche diefelbe noch erkennen! Be- tes, Jesu Christi, willen! Amen. wahre und vor allen falschen LehAn den drei Bußtagen. Am ersten. Vormittags. muth erinnern wir uns, daß wir schon manche Tage dieser Art erlebt; aber dieselben nicht immer so, wie wir billig gesollt hätten, angewendet haben. Hast du an denselben durch dein Wort gleich manchen guten Gedanken, manche fromme Rührung, manche heilige Entschließung in unsern Herzen gewirkt; so haben wir sie doch nicht allemal recht thätig und lebendig 1. Vorbereitungsgebet. armherziger Gott und Vater! durch deine Gnade haben wir den heutigen Tag, der zum Fast-, Buß- und Bet- Tage bestimmt ist, erlebt; und jegt sind wir allhier bor beinem Angesicht versammelt, der Absicht desselben ein Genüge zu leisten. Mit Scham und De 26 Am ersten Buftage. bei uns werden lassen. Vergieb wir oft auch dasjenige versäumt uns diese Unart und Sünde um und unterlassen haben, was wit Jesu Chrifti, deines lieben Sohnes, nach deiner väterlichen Abficht unsers Heilandes und Fürsprechers um unsers eigenen Besten wil willen, und laß diesen Tag für len thun sollten. Mit innigster uns einen Tag des Trostes und Betrübniß unserer Seelen gedendes Segens werden! Gieb, daß fen wir jegt an die Undankbarwir unser Gemüth recht sam- feit für deine Wohlthaten, bie meln, und uns von allem, was wir bewiesen; an die Sorglofiguns zerstreuen und unsere An- keit für unser Seelenheil, die dacht hindern kann, losmachen! wir geäußert haben. Wie gleich Wenn wir zu dir beten, so flöße gültig sind wir oft gegen deine unserm Geifte eine solche Empfin- theuren Gnadenmittel, wie träge dung von deiner Hoheit ein, die zum Gebete, wie verdrosſen in uns erwecke, dich im Geiste und der Ausübung unserer Pflichten, in der Wahrheit anzurufen, aber wie langsam bei den Gelegenzugleich auch in der Zuversicht auf heiten, die wir hatten, uns zu deine Erbörung stärke! Wenn wir bessern oder unsern Brüdern nüßdein Wort hören und betrachten, lich zu werden, gewesen? D, wie so laß dasselbe seine Kraft zu un- vieles haben wir wider dich ge ferer Erleuchtung und Heiligung fündigt, haben wir, selbst bei al an und beweisen! Gieb, daß wir len Warnungen und Bestrafungen es in einem feinen guten Herzen unsers eigenen Herzens und Ge bewahren und Früchte danach wissens, wider dich gefündigt! bringen in Geduld! Bereite uns Und wie niederschlagend, wie drü durch daffelbe dir zu einem Volke, dkend müßte nicht die Erinnerung daß du lieben, schüßen und segnen dieser Tinge bei uns sein, wenn könnest! Amen. nicht das unsern Trost und unfre Hoffnung noch beleben könnte, daß du einem jeden Sünder, der seine Misfetbaten ernstlich und chriftlich bereuet, auf das Theuerste und Heiligste, selbst mit einem Gide bei deinem Leben, die Ver an 3. Bußgebet. Anbetungswürdiger Gott! Wenn uns Menschen betrachten, und unfere Gesinnungen und Handlungen dagegen halten; so müssen wir uns vor dir demüthigen und uns schämen. Herr! wir haben gefündiget und Unrecht vor dir gethan. Was würde es uns helfen, wenn wir solches leugnen woll ten? u fiehest ja nicht bloß die verkehrten Wege, auf denen wir wandeln; sondern du kennst auch die innersten Regungen, Begierden gebung seiner Sünden versichert Tod des Sünders; du willst viels mehr, daß er sich bekehre und lebe. Dieser Verheißung zufolge verzeihest du, liebreicher Vater! eir.em jeden gern seine Febler, der mit sich selbst darüber unus frieden und göttlich betrübt ist, zu Jesu im Glauben seine Zuflucht nimmt, und im Ernst auf eine wahre und gänzliche Besserung be dacht ist. So berzeihe denn auch uns, die wir mit gebeugtem Herz und Triebe unserer Seele. zen vor dir niederfallen, alle unſere Wie oft haben wir uns das Uebertretungen nach deiner Erbar. nicht erlaubt, was gefallen kann? dir doch nicht mung und Güte, Gott, unser Gott, verblendet der du die Liebe selbst bist! G8 ift geweſen, daß unser wahrer, unser ganzer Ernſt, find wir leider 2. Vorlesung. 1. Job. IV, 7:15; oder PS. CX. So Am ersten Bustage. 27 edlere Men| der Herrlichkeit, durch deinen heis gewesen sind, ligen Geist um Jefu Chrifti willen! Amen. Nachmittags. une zu beffern, und schen, als wir bisher zu werden. Aber wie könnten wir das aus eigenen Kräften? Wie könnten wir das ohne deine Hülfe? wir, die wir nicht tüchtig find, von uns selbst, als von und felbst, etwas Gutes zu gedenken, zu beschließen, vollführen? Du 1. Vorbereitungsgebet. du allein ütiger Gott und Bater! hier wir, uns vor dir zu müthigen, dich zu preifen, zu dir zu beten und Trost und Erquickung für unsere Seele bei dir zu suchen. so, bist es, der in uns wirken kann und muß beides, das Wollen und das Vollbringen. Und gern, ch, laß uns in dieser Absicht nicht recht gern hilfst du allen denen, vergebens vor dir versammelt sein! die fest entschlossen sind, dir in Reinige du selbst unser Herz und rechtschaffener Gerechtigkeit und erwecke es zur wahren Andacht, Heiligkeit zu dienen. Hilf denn damit unser Dienst dir gefalle! auch uns durch deinen Geist, da: Entferne von uns alle Gedanken mit der Vorfaß einer wahren und und Begierden, die uns daran hinbon Tage zu Tage stets zuneh- derlich sein könnten! Laß uns menden Besserung uns gelingen deine Allgegenwart stets vor Augen möge! Gieb, daß wir alle, ein haben, und unsere Herzen so zu bir jeder in seinem Stande, Berufe erheben, daß wir im Geist und in und Verhältniß, uns als Men der Wahrheit beten! Erhöre uns, schen und Christen beweisen, de wenn wir um Bergebung unserer nen es eine Freude ist, sich Sünden zu dir flehen, und laß den wie es dir gefällt, zu verhalten; Geist wieder fröhlich werden, den du als Menschen und Christen, die durch die in deinem Worte bezeugte fich darauf, daß du ihr Gott Abscheulichkeit und Strafwürdigkeit und Vater bist, verlassen, und in der Sünde beunruhiat und zer= der Versicherung deiner Liebe ru- schlagen hast! Stärke unsern Glauhig und selig sein können! Laß ben an denjenigen, den du, da er uns, was wir noch im Fleische selbst von feiner Sünde wußte, für zu leben haben, nicht uns selbst, uns zur Sünde gemacht hast, und ſondern dem, der, um uns zu rechne uns in ihm die Gered tigkeit suchen und selig zu machen, in zu, die vor dir gilt! Und da wir diese Welt gekommen ist, zu Gh- und heute dir zu einem neuen Geren leben! Und dazu laß uns horsam verpflid, ten, so gieb unserm unter anderm auch die Betrach- Vorsatz durch deinen Geist die Fe tung dieser seiner Ankunft in die stigkeit und Kraft, daß wir nie Welt, deren Gedächtniß wir näch- müde werden, Gutes zu thun, und stens gemeinschaftlich und feier: dir in red tichaffener Gerechtigkeit lich wieder begehen werden, kräf- und Heiligkeit zu dienen! Erhöre tigst erwecken! Gieb, daß wir uns um Jesu Chrifti willen! Amen. diese Tage deiner Ehre und der Anbetung deines Sohnes heiligen, - 2. Vorlesung. und sie in deiner Furcht also nöm. V, 8-19; ober VIII, 31-34. anwenden und hinbringen, daß Jefus dermaßen in stalt gewinne, daß uns eine Geunser Einn 3. Bußgebet. einn Bandel feinem bimmliſchen Anbetungswürdiger Gott! beine Bereite uns alle dazu,& du Gott und deine Treue ist groß. Du haft werde! Barmherzigkeit hat kein Ende, 28 Am ersten Bustage. in deinem Worte dich selbst dahin du selbst durch deinen Geist in unerklärt, daß du niemanden, der serer Seele auch die Entschließung, mit gebeugtem und hülfebegie- dir aus Dankbarkeit für dieſe rigem Herzen zu dir kommt, ver- Wohlthat mit einem kindlichen stoßen wolleft. Auf diese deine Gehorsam zu dienen! Denn bei Verheißung kommen denn auch dir ist ja die Vergebung der Sünwir zu dir und flehen um deine den, daß man dich fürchte. Oft Das Bewußtsein unsrer zwar hast du diese Entschließung Gnade. Sünden beunruhigt uns, und die schon in uns gewirkt; aber wir Gewißheit deines Borns über alles sind zu sorglos gewesen, auf deine gottlose Wesen der Menschen Rührungen zu merken, sie zu be ängstigt uns. O, wie oft, o, wie wahren und in Thätigkeit übergröblich haben wir wider dich gehen zu lassen. Auch diese Un gefündigt, dein heiliges Wort ver- art vergieb uns! Laß dich durch achtet, deine Wohlthaten, dadurch dieselbe nicht bewegen, deine Hand du uns zur Buße leiten wolltest, von uns abzuziehen; sondern fahre gering geschäßt, die Eitelkeiten und fort, an unsern Seelen zu arbei Lüfte der Welt geliebt, nach der ten, und sie so zu bereiten, daß Sinnlichkeit unsers Fleisches ge- wir dir gefallen können! Lenke wandelt, unsere Glieder zum unser Herz, dich kindlich zu fürchDienste der Sünden begeben, dich ten und zu lieben! Deffne unbeleidigt, unsern Nächsten betrübt sere Ohren zur Aufmerksamkeit und uns selbst entehrt und ge- auf deine Stimme, und unsern schändet, da wir so wenig nach Mund zum Preise deines Na der Vorschrift einer geläuterten mens! Führe und regiere uns Vernunft, als nach den Forderun hinfort also, daß wir nicht müde gen der allerheiligsten Religion, werden, wider die Sünde zu kämdie dein Sohn uns gelehrt hat, pfen, und der Heiligung, ohne gelebt haben! Dank sei es deiner welche niemand dich sehen wird, Gnade, daß du uns zur Erkennt- nachzujagen! Ein vollkommenes niß unserer Sünden gebracht und Beispiel und Muster dieser Heiligdurch deinen Geist eine göttliche feit darzustellen, das war ja eine Traurigkeit über dieselbe, eine mit von den Ursachen, um deren Sehnsucht nach deiner Begnadi- willen dein eingeborner und lie gung und ein gläubiges Ver- ber Sohn in die Welt kommen, trauen auf das theure Verdienst unsere Natur annehmen und sich deines Sohnes in uns gewirkt bast! dem Geseße unterwerfen mußte. Mit dieser Fassung unser Seele So laß uns also von ihm lernen, kommen wir nun jezt zu dir, zwar wie wir uns selbst verleugnen, und mühselig und beladen; aber auch uns dir mit Leib und Seele heiligen bußfertig und gläubig, und flehen sollen! Und da die Tage abermals um deine Erbarmung. Herr, gehe bevorstehen, welche dem Gedächtniß nicht mit uns in's Gericht, und seiner Menschwerdung und Geburt handle nicht mit uns nach unsern besonders gewidmet sind, ſo gieb, Sünden! Erbarme dich über uns daß wir, von allem Geräusche der nach deiner Güte, und vergieb uns Welt und von allen sündlichen und alle unsere Mislethaten nach deiner lärmenden Vergnügungen entfernt, Verheißung! Siehe zu dem Ende dieselben stille und andächtig bege: in Gnaden auf das Blut beines ben, und die große Wohlthat, die in Sohnes, das auch für uns vergossen denselben verkündigt wird, so bez ist, und entbinde uns um desselben berzigen, daß die Eindrücke davon willen von aller Schuld und Strafe uns antreiben, alles ungöttliche We unserer Sünden! Uber befestige! sen sammt den weltlichen Lüften zu Am zweiten Bustage. 29 verleugnen, und dagegen züchtig,| nicht uns und unfern Lüften; son= gerecht und gottselig in dieser Welt dern dem, der für uns gestorben zu leben! Erhalte unser Herz, und auferstanden ist, zu leben. Auf o Gott, stets bei dem Einigen, daß demnach, meine Freunde, und dewir deinen Namen fürchten, und müthiget euch vor Gott durch eine in findlicher Furcht vor dir auf ihm gefällige Buße! so werdet ihr dem, von Jesu uns vorgezeichne- durch Jesum Gnade vor ihm finden. ten, Wege einhergehen, damit wir, Heiliget diesen Tag durch Buße und die wir uns bier bestreben, seinem Gebet dermaßen, daß er ein Tag des Sinn und Wandel ähnlich zu wer- Heils und Segens für euch werden den, künftig auch einmal mit zu möge! Gott gebe euch dazu Weißseiner Herrlichkeit gelangen und heit und Kraft und Gnade um ihn sehen mögen, wie er ist! Er Jesu Christi willen! Amen. höre uns, o Gott, um deiner Liebe willen! Amen. Am zweiten. Vormittags. 1. Vorbereitungsgebet. er heutige Tag, geliebte Freunde in dem Herrn! müßte uns schon als Gedächtnißtag des Todes Jefu, unsers Erlösers, besonders wichtig sein, und und zur Demüthigung vor Gott und zur unge: heuchelten Buße verpflichten und erwecken, wenn er auch nicht durch unserer christlichen Obrigkeit Ver ordnung zu einem Fast-, Buß- und Bettage für uns bestimmt wäre. Er erinnert uns, wie Jesus, der bon feiner Sünde wußte, von Gott zur Sünde gemacht, und zur Verföhnung für unsere und der ganzen Belt Sünde am Kreuze gestorben fei. Und diese Erinnerung, wenn sie anders ernsthaft und lebhaft bei uns ist, muß uns ja wohl antreiben, unsere Sünden zu erkennen und zu bereuen; uns vor Gott, der zur Offenbarung des Ernstes seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit ein so theures Lösegeld für unsere Sünden forderte, zu demüthigen; ihn gnädige Vergebung unserer Sünden anzuflehen; unser Ber: trauen zu der Erhörung dieser Bitte auf das göttliche Verdienst Sesu Christi zu gründen; die Gnade Gottes des Baters und die Liebe Jeſu Christi durch eine ungeheuchelte Gegenliebe zu erwiedern, und was wir noch im Fleische zu leben haben, um 2. Vorlesung. pf. XXII, 1-22; oder Pf. XVI. 3. Bußgebet. Barmherzig und gnädig bist du, Herr! geduldig und von großer Güte. Dessen erinnern wir uns heute, an diesem Buß- und Bettage, der zugleich der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens deines Sohnes ist, mit Demuth und Freuden; mit Demuth, weil auch unsere Sünden eine Miturfache seiner Leiden waren, und mit Freuden, weil der ganze Segen seiner Leiden unser ist. Was wären wir gewesen, und wie elend bätten wir um unserer Sünden willen in alle Ewigkeit sein müs sen, wenn du nicht beschlossen häts test, dich unser anzunehmen, und uns aus dem Abgrunde unsers Verderbens wieder zu erretten! Aber was kostete es dir nicht, ehe du diesen deinen 3weck erreichen konntest? Deinen eigenen und eingebornen Schn, den Sohn, den du mit unendlichem Wohlgefallen umarmtest, mußtest du dahina geben; und er, dieser dein Sohn, mußte menschliche Natur annehmen, mußte Armuth, Verachtung und Schmach, mußte große Angst der Seele, mußte ausgesuchte Schmer zen am Leibe ausstehen, mußte endlich den schmählichsten und schmerzlichsten Tod am Kreuz erdulden, damit er für unsere Sünden genug 30 Am zweiten Bußtage. thäte, und mit dir versöhnte, und Sicherheit, gingen von einer Sünde und den 3ugang zum Leben und zur andern fort, fielen aus einer zur ewigen Seligkeit wieder eröff Missethat in die andere, und freu nete. Von dieser Seite her ist das zigten ihn, unsern Erlöser, da Leiden deines Sohnes den Menschen durch gleichsam auf's neue. Ach, gemeiniglich ganz angenehm. Sie Herr! so du molltest Sünde zufreuen sich und preisen ihn, daß er rechnen, wie könnten wir vor dir fich über fie erbarmt und ihnen bestehen? So du mit uns in's einen Antheil an deiner Gnade Gericht gehen wolltest; so könnten und Seligkeit wieder erworben wir dir auf Tausend nicht Eins hat. Aber wenn sein Leiden und antworten. Aber sei uns gnädig Tod ihnen auch als ein Berpflich- nach deiner Güte, und tilge untungsgrund zu einer wahren und sere Uebertretung nach deiner gro: ungeheuchelten Gottesfurcht bor- Ben Barmherzigkeit! Um des von der gestellt wird; wenn ihnen gezeigt theuern Leidens und Sterbend wird, daß sie um Chrifti willen Jesu Christi willen vergieb uns nun auch der Sünde absterben alle unsere Sünde! Dich aber, und der Gerechtigkeit leben müß- theuerster Erlöser, bitten wir de ten; wenn ihnen gesagt wird, daß müthiglich: Laß und nie verges fie, falls sie an seiner Erlösung sen, wie viel es dir gekostet, daß Theil haben wollten, sich auch von wir erlöset find; aber nie auch aller Befleckung des Fleisches und vergessen, welche Berbindlichkeit du des Geistes reinigen, und mit der uns dadurch auferleget haft! Bei Heiligung in der Furcht Gottes jeder Reizung zur Sünde erinnere fortfahren müßten: so sperret ihr uns an dein Leiden, welches die Fleisch sich wider den Gehorsam, deutlichste Darstellung wozu das Wort vom Kreuze Jesu Abscheulichkeit und Strafbarkeit fie verpflichtet und auffordert. Und unserer Sünden ist! Wenn die Lüfte hier müssen wir auch an unsere der Erde, wenn sündliche Vergnüeigene Brust schlagen, und uns gungen für unser leicht hinzureißenſelbst anklagen. O, wie oft haben des Herz gefährlich werden wollen; wir das Leiden und Sterben Jesu dann mach' es uns recht gegen Chrifti, wie oft die Absicht seines wärtig, wie undankbar für dein Leidens, wie oft die schuldige Dank- Leiden wir sein würden, wenn wir barkeit' für daffelbe, wie oft die nicht über uns selbst wachen, nicht daher erwachsende Verpflichtung zu uns selbst verleugnen, nicht wider einem heiligen Leben und Wan- die Sünde kämpfen wollten! Gieb, del, zur Gottesverehrung und daß wir um deinetwillen Freude Menschenliebe vergessen! Oft la- darin finden, überall Gutes zu sen wir zwar die Geschichte seines thun! Sollten wir aber in unserm Leidens und Sterbens, oft ward Christenthum matt, zum Guten sie und zwar von seinen Knechten verdrossen, und widerspenstig bei vorgetragen und erklärt; aber deinen Führungen und Schickungen was machte sie für Eindruck auf werden; so laß uns auf dich, den Anfänger und Bollender unsers Heils, aufsehen, und uns bestreben, dir in deinem Sinn und Wandel ähnlich zu werden! Herr! der Geiſt ist willig; aber bas Fleisch it schwach. Stärke uns also durch beine Kraft, und regiere und burd brauchten die Lehre von seiner Ge- deinen heiligen Geist also, daß wir nugthuung zur Vermehrung unserer| von nun an ganz aufbören, und unser Herz? Berstreuungen, Sorgen, Gitelkeiten, Geiz und Lüste bieser Erden schwächten die heiligende Kraft berselben. Wir blieben immer, die wir waren, Knechte der Sünden. Ja, wir machten Jesum wohl gar zum Sündendiener, miß 31 löser sein zu können. Nicht unser Verdienst, nicht unsere Würdigkeit hat dich vermocht, solches zu thun. Nur deine Liebe zu deinem himmlischen Bater, der fich über und zu erbarmen entschlossen war, und dein eigenes Verlangen nach unserm Heil konnten dich dazu bewegen. Wie sollen wir diese deine Barmherzigkeit und Güte dir vergelten? Herr! du bist würdig, von und zu nehmen Preis und Ehre und Lob und Dank. Nachmittags. 1. Vorbereitungsgebet. Gott, der du allenthalben bist Laß dir unsern demüthigen Dank und wirkest! du bist auch hier wohlgefallen! Aber erwecke und in deinem Heiligthum bei uns, und durch deinen Geist auch, von dieser fennest das Verlangen unserer beiner Wohlthat einen rechten GeSeele. So laß uns denn auch die brauch zu machen! Wenn das Geseligen Wirkungen deiner Gnaden- seg und unserer Sünden halber gegenwart empfinden! Laß auch droht; wenn unser Gewissen uns diese Stunde für uns eine Stunde ängstigt; wenn die Hand unsers fein, der wir uns noch in der Ewig- Richters im Himmel schwer auf feit freuen können! Segne das uns liegt; wenn wir nicht wissen, Wort vom Kreuze Jesu, das wir wo wir Rath und Trost finden hören werden, so an uns, daß wir sollen: dann laß uns recht beunsere Unwürdigkeit und Sünde denken, wie du gestorben bist, und fühlen, und uns durch wahre Buße alle unsere Sündenlast auf dich bor dir demüthigen; aber auch mit genommen und gebüßt haft! Aber freudigem Vertrauen zu beiner laß uns auch nie vergessen, daß Gnade in Jesu Christo erfüllet du neben unserer Bersöhnung und werden! Erhöre das Gebet, das Erlösung bei deinem Leiden auch wir im Namen dieses unsere Mitt den 3weck hattest, und von der lers und Fürsprechers vor deinen Herrschaft aller Ungerechtigkeit und Thron bringen! Wirke solche Ent- Sünde zu erlösen, und dir selbst schließungen in uns, die unser Herz in uns ein Volk zum Eigenthum veredeln und dir wohlgefallen! Er zu heiligen, das fleißig wäre zu halte dieselben aber auch stets in guten Werken! O treuer Heiland, uns, und treib uns dadurch an, laß uns weder des einen, noch bon nun an nicht mehr uns selbst, des andern 3wecks deiner Genugnicht der Welt; sondern dem zu thuung verfehlen! Du bist uns leben, der um unserer Sünden ja von Gott zur Weisheit, zur willen dahingegeben, und um unferer Gerechtigkeit willen aufer zur wecket ist! Erhöre uns um deiner als Liebe willen! Amen. Heiligung, zur Gerechtigkeit und Erlösung gemacht worden. einen solchen wollen wir dich demüthig und freudig annehmen und verehren. Heilige uns dazu durch deine Kraft, 2. Vorlesung. Ephes. I, 3-14; oder Sef. I, 2-20. und laß von deinem Leiden und Sterben, woran wir heute besonders erinnert werden, von dem Segen desselben und von unserer Pflicht und Schuldigkeit einen sol chen Eindruck bei uns zurückbleiben, der unsern Glauben au Am zweiten Bußtage. felbst zu leben und der Sünde zu dienen; mit neuem Ernst und Eifer aber anfangen, uns als deine Er löfete und als ein Volk deines Eigenthums, das zu guten Werken fleißig ist, zu betragen! Erhöre und um deines bittern Leidens und Sterbens willen! Amen. 3. Bußgebet. Getreuer Heiland, Jefu Chrifte! du bist in die Welt gekommen, um unser Bürge, Mittler und Fre Am dritten Bustage. vornehmen, dir gefällig sein! Siehe uns in Gnaden an, wenn wir uns durch eine wahre Buße vor dir demüthigen! Erhöre uns, wenn wir um gnädige Bergebung unserer Sünden in Jesu Namen zu dir flehen! Nimm unsern de müthigen und freudigen Dank ütiger und langmüthiger Gott gnädig an, und zeige uns noch Am dritten. Vormittags. 1. Vorbereitungsgebet. und an Aber! deine unzähligen Wohlthaten und Gott das thun, meine Freunde! so die Empfindung unserer Unwürdig- muß auch unsere Buße, so muß keit und Sünde treibt uns heute, auch unser Gebet und unser Dank uns zu dir zu naben. O wie viele, so beschaffen sein, daß jene keine o wie große Wohlthaten hast du Heuchelei und dieses Fein bloßes uns bisher bewiesen! Du hast uns Geplärre unserer Lippen in Got die theuern Mittel deiner Gnade tes Augen sei. Erweckt euch also, geschenkt und erhalten, und durch Gott im Geist und in der Wahrdeinen Geist unaufhörlich an un- heit zu dienen! Erhebet eure Her ferm Geiste gearbeitet, uns zu erzen zu ihm gen Himmel, und verz leuchten, zu bekehren, zu heiligen pflichtet euch, von nun an stets in und zur ewigen Seligkeit zuzube: kindlicher Furcht und findlichem reiten. Auch im Leiblichen hast du Gehorsam vor ihm zu wandeln, Barmherzigkeit und Treue an uns und von allen seinen geistlichen gethan, uns erhalten, uns versorgt, und leiblichen Wohlthaten denjeni uns beschüst, uns gefegnet. Noch gen Gebrauch, welchen er selbst in diesem Jahre hast du dich als fordert und erwartet, zu machen! einen Gott, der barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte, und Treue ist, unter uns Amen. verherrlicht. Denn du hast uns 32 dich stärke, und unsern Eifer, dir zu dienen, belebe! Erhöre uns um deines bittern Leidens und Sterbens willen! Amen. Herr, gieb uns allen dazu deine Gnade um Jesu Christi willen! geſunde, fruchtbare und ruhige 2. Vorlesung. Zeiten geschenkt. Du hast unsern 5. Mof. XXVII, 1:19; oder Jof. XXIV, 14-24. 3. Bußgebet. Ackerbau gesegnet, uns eine reichliche Ernte geschenkt, zur Einfammlung derfelben eine bequeme Witterung verliehen) und unsere Herzen mit Speise und Freude er- Unendlicher Gott! wie groß ift füllt. Das recht zu erkennen, dir deine Majestät und Herrlichkeit! für deine Wohlthaten zu danken, wie groß aber auch deine Leutselig und uns deiner ferneren Gnade keit! Beides bezeugt Erfahrung und zu allem Schuß und Segen zuSchrift, bezeugt es so deutlich und empfehlen, darum sind wir hier, stark, daß wir alle unsere, dawider in dem Hause, wo deine Ehre sich auflehnen wollende, Vernunft mohnt, vor dir erschienen. Laß unsere Bufammenkunft dir gebeiligt, und alles, was wir in derselben unter den Geborsam des Glaubens gefangen nehmen müssen. Und doch hat weder das eine, noch das an dere den Eindruck bei uns gemacht, den es billig bei uns hätte machen sollen. Deine Majestät und Herr lichkeit hat die Ehrerbietung und den die Prediger selbige mit Behut: Furcht vor dir in uns nicht erwedt, die du von uns berlangst, und deine famkeit und Klugheit vornehmen, *) Sollte Ernte und Witterung hier einige Aenderung erfordern, so wer. Am dritten Bußtage. 33 Leutseligkeit und Liebe die Gegen-| haben! Herr! wir erkennen, wir liebe, die sie verdiente, in uns bereuen die Unbesonnenheit und nicht entzündet. O wir unver- Widerspenstigkeit, die wir uns bisständigen, o wir undankbaren Ge- her haben zu Schulden kommen schöpfe! Wie oft haben wir deine lassen; wir erkennen, wir bereuen Allgegenwart und Alwissenbeit aus es von ganzem Herzen, daß wir den Augen gesest, wie oft deine so wider dich gesündigt haben. Gnadenwirkungen an unserer Seele Herr, Gott Vater im Himmel, er= verachtet, wie oft deine Wohltha- barme dich über uns! Herr, Gott ten übel angewendet, wie oft deine Sohn, der Welt Heiland, erbarme Geduld und Langmuth gemiß. dich über uns! Herr, Gett heili braucht! Ah, hätten wir von den ger Geist, erbarme dich über uns, jenigen Eindrücken und Entschlie- und vergieb uns alle unsre Sünde! Bungen, welche dein Wort und Um Jesu willen, der auch für deine Wohlthaten von Zeit zu Zeit uns genug gethan, um Jesu wilin uns erzeugt haben, immer den len, der dein Geser auch für uns rechten Gebrauch gemacht; welch erfüllt hat, vergieb uns, o Gott, einen Fortgang in der Heiligung alle unsere Sünde und allen Mißmüßten wir nicht schon gemacht brauch deiner geistlichen und leibbaben? Aber wie groß und viel- lichen Wohlthaten! Aber laß unfältig ist nicht unsere Untreue und sere Herzen auch von dem Gefühl unsere Verfündigung gegen deine Herablassung, Leutseligkeit und Gnade! und doch fährit du noch fort, uns zu dulden, uns zu schügen deiner unaussprechlich großen Leutseligkeit und Wohlthätigkeit so durchdrungen werden, daß wir uns aus Dankbarkeit besireben, dich mit uns zu fegnen. Auch die wahrer, reiner und thätiger Gegendiesjährige Ernte dient uns da- liebe zu verehren! Gieb uns ein bon zu einem Beweise. Herr, der du die Erde gegründet und Segen der Fruchtbarkeit in ste gelegt bast; der du Brunnen quellen läsſest in den Gründen, daß die Bäche zwischen Bergen und Hügeln dahinfließen; der du Gras für das Bich aus der Erde hervorkeimen läsfest und die Saat zur Nahrung und Ehre voll sein! Amen. der Menschen segnest! Du hast auch in diesem Jahre dich an uns dergestalt verherrlicht, daß wir beschämt und freudig fagen müssen: herzigkeit du an bergfend viel zu gering aller Barm: solches Herz, das deine Wohlthaten nicht nur recht erkennt und recht fühlt; sondern auch seine Lust darin findet, andere Menschen zu erfreuen und ihr Glück durch Wohl= thun zu befördern! Segne uns, Gott, unser Gott! segne uns, Gott! und alle lande sollen deiner Furcht uns, deinen Knechten, gethan hast. lich winst, und uns so manche gute Auch diese deine Güte sollte uns Gelegenheit, auch die gegenwärtige zur Buße und zu deiner Verherr- Stunde, dazu darbietest, daß wir lichung leiten. Aber mit welcher unsern Beruf und unsere ErwähGleichgültigkeit haben wir dieselbe fung durch deinen Beistand feit nicht angesehen, nicht hingenom- machen sollen! Laß sie für uns men, nicht genoffen! O wir gro- doch auch dazu geheiligt und gefeg= sen Sünder, die wir den Reich- net sein! Gieb uns einen solchen thum der Güte, die du im Geisi- Eindruck von deiner Gegenwart, der lichen und Leiblichen auf uns zu- alle Zerfreuungen des Geiſtes unter= fließen lasſen, so schnöde verachtet drücke; uns willig und stark zum 3 Nachmittags. 1. Vorbereitungsgebet. Qiebreicher Gott und Bater, der 34 Am dritten Bustage. Gebete mache; der feste Entschlie-| ten uns jegt vor deinem Angesicht Bungen, bor dir zu wandeln und auf's neue dazu; aber was sind wir, fromm zu sein, in uns erwecke oder und was vermögen wir, wenn du befestige, und uns mit Ruhe und und nicht stärkest und hilfit? Herr, Trost nicht nur jegt, sondern auch der du das Wollen gegeben hast, in der Stunde des Todes und an fördere in uns auch das Vollbrin jenem Tage des Gerichts erfülle! gen! Senke deine Liebe und Furcht Thue es und erhöre uns um Jesu in unsere Herzen, daß wir dadurch Christi willen! Amen. bewogen und geleitet werden, vor dir zu wandeln und fromm zu sein! Sollten wir aber durch böse Reizungen versucht werden; so bilf uns diefelben unterdrücken und besiegen! Ueberlaß uns nicht uns Heiligster und gerechter Gott! felbft, daß wir nicht verderben! Demuth un Sollten wir träge serer Seelen bekennen wir das matt werden wollen; so stärke Verderben, das uns von Natur uns, den Weg deiner Gebote mit anklebt, und die vielen Sünden, Freuden zu laufen! Gott, der du zu welchen wir uns durch dasselbe in's Verborgene fiehest, und unsere haben hinreißen lassen. Aber mit Herzen und Nieren prüfest; erleuchte, gleicher Demuth bitten wir dich reinige und heilige uns! Behüte auch im Namen Jesu Christi, dei uns vor aller Heuchelei, und laß nes Sohnes: Vergieb uns die uns in edler Einfalt und Recht felben nach deiner Gnade, die du schaffenheit unsers Herzens vor dir allen Busfertigen verheißen hast, einhergehen! Und sollten wir ja und bereite uns dir zu einem straucheln; so laß uns doch nicht Volke, an welchem du, weil es in gänzlich fallen! Sollten wir ja deinen Geboten und Wegen wanaus Schwachheit, Unwissenheit oder delt, hinführo deine Lust haben Uebereilung fündigen; so verwirf könnest! Du hast uns erschaffen in Christo Jesu zu guten Werken. Du hast uns durch sein Blut dir zu einem theuern Eigenthum er kauft. Du haft in der heiligen Taufe einen Gnadenbund mit uns aufgerichtet. Du verlangst, daß wir heilig sein sollen, wie du heilig in der Hoffnung und im Bertrauen bist. Alles fordert uns zur Dankzu dir werden! du heiliger Gott, barkeit und zum kindlichen Gehor- heilige durch deinen Geist und durg sam gegen dich auf. Aber wie sehr dein Wort uns durch und durch, haben wir es bisher daran erman- daß unser Geist ganz, sammt det geln lassen! Herr, handle nicht mit Seele und dem Leibe unsträflich ers uns nach unsern Sünden, und ver- halten werde bis auf den Tag der gilt uns nicht nach unsern Misse- Bukunft Jefu Chrifti, unsers Herrn! thaten! Entschlossen sind wir zwar, Thue es, und erhöre uns um dei dir hinfort zu dienen, und verpflich ner Liebe willen! Amen. uns doch nicht von deinem Ange sichte! Halte uns bei unserer rechten Hand und richte uns wieder auf! Gieb, daß wir immer fester im Glauben, immer reiner in der Liebe zu dir und unserm Nächsten, immer williger zum Gebet, immer stärker 2. Vorlesung. Apostg. XVII, 24-31 oder Pf. CXLV. 3. Bußgebet. ● Gebete für wöchentliche Betstunden. ie Gnade des Allmächtigen, des Großer Gott, Schöpfer und Herr Allweisen und Allgütigen sei unsers Lebens, Regierer unserer Tage, Vater unfer aller! bu erhörest über uns, heute und immerdar! Gebete für wöchentliche Betflunden. 35 Gebet; darum kommt alles Fleisch| vergiß nicht, was er dir Gutes gezu dir. Bu dir kommen also than hat! Dank sei dir für alle auch wir in dieser feierlichen Mor genstunde mit Danken und Beten. Fülle uns frühe mit deiner Gnade! Frühe wollest du unser Gebet hören! Wohlthaten in der Nacht und am Tage, für Rube, Friede, Sicherheit, Gesundheit, für Segen der Arbeit, für den Schuß der Obrigkeit, für gesunde Luft, für fruchtbares Wetter! Dank sei dir insonderheit für alle geistlichen Wohlthaten; für dein Wort, daß du uns gegeben, für alle Lehren und Ermahnungen, für allen Trost aus demselben, für den Beistand deines Geistes, für Führung eines rechtschaffenen und frommen Lebens! Wie find deine Wohlthaten doch so unendlich groß und ihrer so viel! Nur in dem Lichte jener Ewigkeit werden wir sie heller erkennen, und dir brünstiger dafür danken können. Wir wenden uns alle auch an diesem feierlichen Morgen mit Bitten und Flehen zu dir. Vor allen Dingen bitten wir dich um deine Gnade und um den Beistand deines Geistes zu einem Leben, das dir wohlgefällt, und uns zufrieden und ewig glücklich macht. Erhalte uns dein Wort und alle Wohlthaten des Christenthums! Erhalte uns den reinen, dir allein wohl= gefälligen Gottesdienst! Laß unser aller Seelen immer mehr und mehr durch die Predigt deines Worts erbauet werden! Segne unter uns das Predigamt und den Unterricht der Jugend in den Schulen! Stehe uns bei und stärke uns in allen Bersuchungen; unterstüße uns mit Muth und Kraft zu allem Guten und zur Erfüllung jeder Pflicht in den Tagen unsers Erdenlebens! Breite immer mehr thätiges Christenthum unter Jungen und Alten im Lande aus, und laß Liebe, Gerechtigkeit und Treue unter uns wohnen! Walte mit deiner Gnade auch ferner über unser Land und Volk und alle Menschen zu allem Schuß und Segen! Schüße und segne insonderheit unsern theuersten Landesvater und desſen ganzes Haus! Erhalte uns gute, fromme, gerechte 3* Wir bringen dir unser Dank opfer dar für die vielen, für die unzähligen Wohlthaten, die du uns in der verflossenen Beit erzeigt haft. Dank sei dir für deinen mächtigen Schuß in der vergangenen Nacht und in allen Nächten unsers Lebens! Wie viele Gefahren schweben über uns in der Dunkelheit der Nacht; wie viele un sichtbare Unfälle drohen uns, wenn alles schläft und wir uns selbst nicht helfen können! Aber du, Hüter Israels, du allgegenwärtiger und allmächtiger Schußherr der Deinen! schläfest, ja schlummerst nicht. Bei dir ist weder Nacht, noch Dunkelheit. Wenn du nicht Land und Bolk, wenn du nicht Städte, Flecken und Dörfer, wenn du nicht Häuser und Felder, wenn du nicht Menschen und Vieh und Habe und Güter beschüßtest; so wäre alle Vorsicht der Menschen umsonst. Durch deinen Schuß schlafen wir ruhig und sicher, und wachen am Morgen gesund und fröhlich auf, und gehen getrost an unsre Arbeit. Darum mußt du an jedem Morgen unser erster Gedanke sein; denn deine Güte ist alle Morgen über uns neu. An jedem neuen Morgen muß es unser erstes Geschäft sein, dir unfer Lobopfer mit gerührtem Herzen darzubringen. Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, dan ken dir feierlich in dieser öffentlichen Morgenversammlung. Wir danken alle dir, unserm Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns lebenslang erhält, der uns mehr Gutes thut, als wir aussprehen können. Jeder unter uns fage im illen Herzensgespräch mit dir: Lobe den Herrn, meine Seele, und Gebete für möchentliche Betstunden. Obrigkeiten, und fegne alle Stände! uns mit allem, was wir bedürfen. Erhalte Friede, Ruhe und Sicher: Schon hier auf Erden läsfest du heit in unserm geliebten Bater- uns unzählich viele Güter und Freu lande! Wende landverderbliche Pla- den genießen, und giebst und die gen, Seuchen und Mißwachs von Hoffnung einer unendlich größern uns ab, und behüte uns vor bö- und ewig dauernden Seligkeit im sen Witterungen, Feuerschäden und Himmel. Billig lobet dich unfre Ueberschwemmungen! Laß uns un- Seele; und alles, was in uns ist, ser Leben in dieser Welt so füh- preiset deinen heiligen Namen. Aber, ren und vollenden, daß wir durch o Gott! wie dürfen wir uns unter den Tod zu jenem Leben hinüber stehen, vor dir zu erscheinen? Du gehen, wo keine Abwechselung von bist heilig und gerecht; und wir Tagen und Nächten mehr sein sind Sünder. Doch auch dies ge wird! Erhöre dies unser Morgen- hört ja zu deinen verehrungswür gebet nach deiner ewigen Liebe digen Wohlthaten, daß du Šünder und Erbarmung um Jesu Christi mit Nachsicht und Schonen trägt, willen! Amen. und ihr Gebet um Vergebung der Sünden gnädig erhörst, wenn sie mit göttlicher Traurigkeit über die selben zu dir kommen, und ihr Vertrauen auf die theure Genugthuung deines Sohnes gründen. So verwirf denn auch uns nicht von deinem Angesicht! Sei uns gnädig und verzeih' uns alle un 3uvörderst danken wir dir von sere Sünden, uns, die wir sie mit Grund unserer Seelen für alles bußfertigem Herzen bekennen, fie das Gute, das du uns bisher aufrichtig bereuen, zu deiner Gnade am Leibe und an der Seele er- in Christo unsere Zuflucht nehmen, wiesen hast. Wie mannigfaltig, und dich um neue Erweckung und wie groß sind nicht deine Wohl- neue Kräfte zur Besserung unsers thaten! Was sind wir, was ver- Sinnes und Wandels demüthight mögen wir und was haben wir anflehen! Dir heiligen wir uns Gutes, das wir dir nicht zu dan- auf's neue, Herr, unser Gott! ken hätten? Du hast uns, da Stärke uns in diesem guten Bor wir noch nicht waren, unser Da- saße, und erfreue uns ferner mit ſein und unser Leben gegeben. deiner Gnade! Erhalte uns das Du hast uns nach deinem Bilde Licht deines Wortes, und laß uns geschaffen, und zu einer seligen durch die Kraft desselben immer Ewigkeit bestimmt; thust auch al- weiser und beiliger und seliger wer les, was nöthig ist, um uns dieser den! Laß deinen Schuß und deinen Bestimmung immer näher zu brin- Segen sich über unser ganzes Land gen. Du zeigst uns in deinem Worte und alle Einwohner desselben ver die Wege, die wir zu dem Ende breiten! Segne die Früchte des geben müssen, und arbeitest durch Feldes, der Gärten und Bäume, dasselbe und durch deinen Geist und laß uns dieselben im Frieden unaufhörlich an unsern Seelen, um mit dankbarem Herzen genießen! uns weise zur Seligkeit und dei- Entferne alles von uns, was uns nem Bilde immer ähnlicher zu ma- schädlich sein könnte, und gieb uns hen. Auch im Leiblichen erbarmst alles, was du uns heilsam und du dich über uns, wie sich ein Ba- nüglich zu sein erachtest! Schüse ter über Kinder erbarmt. Du er die Obrigkeit, die du uns gegeben hältſt, du beschüßest, du versorgest hast; segne ihre guten Absichten und 36 2. Herr err! wir treten jest mit unserm demüthigen Gebet vor dein allerheiligstes Angesicht. Erhöre es um deines lieben Sohnes, Jesu Chrifti, willen! Amen. 37 Gebete für wöchentliche Betstunden. Verordnungen, und gieb, daß wir ken. Wahrheit und Gerechtigkeit unter ihr ein geruhiges und stilles stehen um deinen Thron und Güte Leben in aller Gottseligkeit und und Gnade strahlen stets aus deiEhrbarkeit. führen mögen! Er- nem Antlig. Herr! wer ist dir barme dich aller Menschen! Er- gleich an Herrlichkeit? wer so weise, leuchte die Unwissenden und Ir- so gütig, so mächtig, als du biſt? renden, bessere die Lasterhaften, Wir, Geschöpfe deiner Hand, preistärke die. Schwachen und tröste sen dich, daß du uns nach deinem die Traurigen! Sei der Versorger Ebenbilde erschaffen, den Unterschied der Armen, der Beschüßer der Witt- des Guten und Bösen in unser wen und Waisen! Nimm dich der Herz gepflanzt, und unsere vorKranken und Elenden an, und nehmste Glückseligkeit darin geſeßt schenke ihnen, wenn es zu deiner hast, daß wir würdige GesinnunEhre und ihrem Heile dient, die gen mit Freuden in uns fühlen, borige Gesundheit wieder! Dir, o und christliche Tugenden mit allem Gott! überlassen wir unsere Schick- Wohlgefallen ausüben.- Wir danfale mit kindlicher Zuversicht. Dein ken dir für die treue Fürsorge, Wille soll unser Wille sein. Das mit der du stets über uns gewacht, zu thun und mit willigem Her- und für alle die Wohlthaten, die zen zu thun, was du uns zu thun wir aus deiner Baterhand empfanbefiehlst; das zu leiden, und mit gen haben. Vor wie mancher geduldigem, standhaftem Herzen zu Gefahr hast du uns bewahret! leiden, was du uns zu leiden auf aus wie mancher Trübsal erlegst, das soll der Ruhm sein, nach rettet! Deiner väterlichen Güte welchem wir treben wollen. So verdanken wir unzählige Freuden, lange wir leben, laß uns auf dem die wir bei der Betrachtung deiWege der Weisheit und Gottfelig- ner Werke, bei dem gesellschaftfeit nie stille stehen! sondern im- lichen Umgange mit vernünftigen mer nach höherer Weisheit und und christlich gesinnten Menschen Tugend streben! Und wenn das und bei dem Genusse deiner WohlEnde unsers Lebens uns bevorsteht; thaten empfunden haben. so laß uns unsern Lauf so vollen für den Unterricht und Beistand, Auch den, daß wir unsers Biels nicht den du uns verliehen hast, als verfehlen! Stärke uns mit deiner vernünftige Menschen und Chrigöttlichen Kraft, und nimm uns sten vor dir zu wandeln, für die endlich zum immerwährenden Ge- Leitung deines Geistes und für die nuß der seligsten Freuden in dein Geduld und Langmuth, mit der du himmlisches Reich auf! Erhöre uns uns getragen hast, danken wir dir um deines Sohnes, Jesu Christi, von ganzem Herzen. Wie sich ein unsers Herrn und Heilandes, willen! Bater über Kinder erbarmet, haſt du bei unsern Irrthümern und Fehlern dich über uns erbarmt. Du kennett unsere Schwachbeit, und Amen. 3. weißt, daß wir Staub und Afte sind. Gelobet sei dein Name in alle Ewigkeit! Borzüglich aber preisen wir dich für die Hoffnung, die du uns zu dem Stande einer vollkommenen Glückseligkeit in jenem Natur ist deinem Willen unter haft und zur Ewigkeit erschaffen, Die ganze ewigen Leben gegeben haft. Du worfen. Die Stimme der Weis- und dein Sohn hat uns zur Ewigheit spricht aus allen deinen Wer- keit erlöset. Wie sollen wir dieſe Großer Gott! wir erkennen deine unendlichen Vollkommenheiten, und vereinigen uns, mit Herz und Mund dein Lob zu verkündi gen Alle Dinge kommen von dir, 8 Gott! und deine Gegenwart is das Leben der Welt. 38 Gebete für wöchentliche Betstunden. Wohlthat dir vergelten? Lobe den gut sei. Wir wollen stets ein freuHerrn, meine Seele, und was in diges Vertrauen und eine demü mir ist, seinen heiligen Namen! thige Hoffnung zu deiner Güte bei Deine Güte, o Gott! hat uns die uns unterhalten. Wie könntest du unauflösliche Verbindlichkeit auf es uns an demjenigen, was wir gelegt, alle deine Gebote zu er bedürfen, jemals gänzlich fehfüllen und dem Vorbilde, das len lassen? Laß uns nur alledein Sohn uns hinterlassen hat, zeit mit Fleiß und Heiterkeit nachzufolgen. Wir erinnern uns den großen Endzweck unserer Bealso mit Scham und Reue, wie stimmung zu erfüllen suchen, und oft wir deine Gebote übertreten, ohne Klagen über das Berganund das Vorbild unsers Jesu aus gene, so wie ohne Furcht über den Augen gesegt haben. Wir fle- das Künftige, im Gegenwärtigen hen deine Gnade, die immer zum getreu sein, und das, was da ist, Vergeben bereit ist, demüthig an, es sei viel oder wenig, mit Freude daß fie uns alle unsere Fehltritte und Dank genießen! Selbst allen vergeben wolle. Es ist unser ernst- Leiden dieses Lebens, die uns tref licher Vorsaß, daß wir uns bef- fen sollen, unterwerfen wir uns fern wollen; und da dieser Vor in Geduld, und hoffen, du werdest fag dir nicht mißfallen kann, so uns nicht mehr auflegen, als wir hoffen wir, du werdest deine Gnade ertragen können, und alles endund Kraft zu gewissenhafter Aus- lich uns zum Besten dienen führung desselben uns nicht ver- lassen. Auch in der Stunde des sagen! Laß uns nicht in Bersu Todes sei unser Trost und unsere chungen zur Untreue, die für uns Hülfe! Im Glück und Unglück, zu mächtig sind, fallen! Laß die in gesunden und kranken Tagen, Lockungen des Lasters für uns nie im Leben und Sterben empfehlen zu reizend, und die Hindernisse wir unsere Seele in deine Hände. der Tugend für uns nie zu schwer Erbarme dich aller Menschen! werden! Laß uns nichts im Glau- Pflanze deine Erkenntniß in ihrer ten irre, oder in der Ausübung aller Herzen, und gieb, daß die der Tugend träge machen! Bei ganze Welt sich vereinige, dir ei den Prüfungen, die nach deinem nen reinen und dir wohlgefälliSathe über uns ergeben sollen, gen Dienst zu leisten! laß es uns an Weisheit und Ent- allem Aberglauben und Unglauschließung, unsere Nechtschaffenheit ben! Bekehre alle Sünder, und lauter und unverfälscht zu erhal- laß diejenigen, die feindlich gegen ten, nicht fehlen! Laß uns die uns gesinnt sind, nie vergessen, daß unglücklichen Folgen der Sünden wir einen Nächer, und sie einen glücklich vermeiden, in allen Ver- Richter an dir haben! Unsere Gönsuchungen bewährt bleiben, und zu ner, Freunde und Verwandten aber feiner Seit die Krone des Lebens laß deiner Gnade zu allem Schuß davon tragen, welche du denen, die und Segen empfohlen sein! Breite dich lieben, verheißen hast! Wir deinen Schuß und Segen aber auch freuen uns, Allmächtiger! daß du, über unser ganzes Vaterland aus! Steure über alles regiereft, und übergeben Segne deinen Knecht, unsern König, uns und alle unsere Angelegenhei- und sein ganzes Haus! Segne ten deiner Leitung mit der größten alle, die vor ihmr stehen, seine BeBeruhigung unserer Seelen. In fehlé zu vollziehen, und für das Unsehung der Güter dieses Lebens Beste des Landes zu sorgen! Segne überlassen wir uns ganz beiner Für alle Obrigkeiten und alle Diener forge. Weißt du doch am besten, der Religion! Gieb, daß alle Stände was und wie viel und nüglich und und Unterthanen durch eine genaue Brand- Tags- Ordnung. 39 and freudige Erfüllung ten das Ihrige zur ihrer Pflich-| herrschen! so wird auch Friede und allgemeinen Glückseligkeit unter uns wohnen. Wohlfahrt des Landes und Volkes Herr, sei uns gnädig, und erhöre mit beitragen! Laß Tugend und unser Gebet um Jesu Christi wilGerechtigkeit durchgängig unter uns| len! Amen. Von dem Stadischen Brand- Denktage. Ordnung des Gottesdienstes an dem jährlichen Denk- Tage des im Jahre 1659 am Donnerstage nach Pfingsten in Stade entstandenen großen Brandes. 1. Der Gottesdienst wird um 3/4 auf 8 Uhr mit einem der fol= genden Morgengesänge angefangen, und hierin jährlich abgewechselt: № 833. Gott des Himmels. № 843. Dich seh' ich wieder. 850. Ermuntert euch. 2. Wird vor dem Altare diese Collecte abgesungen: Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden! ( Chor.) und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten! von dem Seniore Ministerii aufgegebenen Tert gehalten. 6. Nach der Predigt wird das nachstehende Gebet abgelesen. 7. Nach dem Gebete und Friedenswunsche wird mit folgen= den Gesängen jährlich abgewechselt: 32. Auf, meine Seele. No 574. G8 hilft uns unser. 879. Groß ist des Höchsten. 3. Gleich nach der Collecte wird der 103te Psalm abgelesen. 4. 3um Sauptgefange wird jährlich mit folgenden Nummern abgewechselt: № 107. Gott du bist heilig. No 483. Höchster! denk' ich. N 501. Hier liegt dein Volk. № 905. Vater der Barmherzigk. 5. Wird die Predigt über einen 8. Vor dem Altare wird diese Collecte abgesungen: Herr Gott, gieb Fried' in deinem Lande! Lasset uns beten: err Gott, himmlischer Vater, der du nicht Lust haft an der armen Sünder Tode, läsfest sie auch nicht gern verderben; sondern willst, Lasset uns beten: daß ſie bekehret werden und leben! He err, unser Gott und Vater, der wir bitten sich herzlich, du wollest du heiligen Muth, guten Rath die wohlverdienten Strafen unserer und rechte Werke schaffet, gieb dei Sünden gnädig abwenden, und nen Dienern Frieden, welchen die und zu unserer Bekehrung und Welt nicht kann geben, auf daß Besserung deine Barmherzigkeit mil- unsere Herzen an deinen Geboten diglich verleihen um Jesu Christi, bangen, und wir unsere Zeit bei unsers Heilandes, willen!( Chor.) deinem reinen Worte und heiligen Sacramenten durch deinen Schuß still und sicher vor Gefahr und unglück leben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn! ( Chor.) Amen. 9. Der Segen wird gesungen: Der Herr segne dich und behüte dich tc. ( Chor.) Glück und Heil zu allem Stande. 10. 3um Beschluß wird gefungen No 327. Unser Gott! wir danken dir. 40 Gebet am Brand- Tage. | sind wir vor deinem Angesichte und unsern Nächsten oft verlegt versammelt, das Andenken eines und uns deiner Gnadenmittel nicht Tages, an welchem ehedem der so fleißig und andächtig, als es größte Theil dieser Stadt durch das Bedürfniß unserer eigenen eine entsegliche Feuersbrunst in Seelen wohl erfordert hätte, be Asche gelegt worden ist, mit buß dient haben. Hieran gedenken wir fertigen und gläubigen Gesinnun- heute mit herzlicher Betrübniß und gen zu erneuern. Unsere Vorfab Empfindung einer göttlichen Trauren haben es damals erfahren, daß rigkeit, die da wirket zur Seligkeit du die Sünden der Menschen im eine Reue, die niemanden gereuet. Borne heimsuchen könnest; daß Wir beugen uns daher vor dir, aber doch mitten in Strafen und himmlischer Bater! in dem Hause, Gerichten deine Barmherzigkeit kein wo deine Ehre wohnt, in tiefster Ende habe. Eben diese Erfahrung Demutb, und bitten bich im Nahaben auch ihre Nachkommen zu men deines Sohnes, daß du uns verschiedenen Seiten, und auch wir unsere Uebertretungen vergeben, selbst in unsern Tagen mehrmals unsere Sünden bedecken und uns gehabt. Du, großer Gott, hast sie unsere Missethaten nicht zurechnen und uns gezüchtigt, aber nicht wollest. Sagt und gleich unser Geaufgerieben; das Unglück über sie wissen, daß wir an dir allein ge und uns verbängt, aber ibm auch fündigt und übel vor dir gethan Grenzen geseßt, und oft nahe Ge- haben, so ist doch unser ganzes fahren von uns abgewendet, um Vertrauen auf deine unendliche uns durch den Reichthum deiner Barmherzigkeit und auf das VerGüte, Geduld und Langmuth zur dienst unsers göttlichen Erlöfers ge Buße zu leiten. Bis hieher hast richtet. Dessen Gerechtigkeit eignen du, Herr, uns geholfen, und so wir uns im wahren Glauben zu, weislich, als gnädig, dafür gesorgt, und gründen darauf die tröstliche daß in unserer wieder aufgebaue Hoffnung, daß du uns unsers vo ten Stadt Wahrheit und Gottselig- rigen Undanks und Ungehorsams keit, Recht und Gerechtigkeit, Be- wegen den Segen deines Wortes rufsarbeit und häusliche Geschäfte nicht entziehen, unsere begangenen ausgeübt und fortgeseßt werden Sünden nicht mit neuen Strafen können. Billig hätten wir dieſe belegen; sondern uns ferner mit beine liebreichen Absichten niemals Geduld tragen, unser gnädig scho verkennen, deiner großen Wohl- nen, und unsern dir gewidmeten thaten niemals vergessen, und es Dienst mit Wohlgefallen annehmen niemals unterlassen sollen, von dei werdest. Leite und führe du uns ner verschonenden Gnade rechten selbst durch deinen heiligen Geist Gebrauch zu machen. Allein wir auf ebener Bahn, damit wir einen müssen es vor dir, allwissender her: herzlichen Abscheu vor aller Gleichzenskündiger! gestehen, daß wir der gültigkeit in der Religion haben, heilsamen Lehre Jesu, welche doch das ungöttliche Wesen und bie in unsern Gotteshäusern öffentlich weltlichen Lüne verleugnen; bin verkündigt wird, nicht allezeit ge gegen aber züchtig, gerecht und folgt; sondern dem Evangelio oft gottselig in dieser Welt leben m³ungehorsam gewesen sind, daß wir gen! Als getreue Unterthanen bit. den Bund eines guten Gewissens ten wir zugleich dich, Bater des mit dir, unserm Gott, vielmels Lichts! um alle guten und alle voll Gebet am Brand- Tage. 41 fommenen Gaben für unsern ge- schen, unsere ganze Stadt in deiliebten König und die Königin, nen göttlichen Schuß, und gieb und das ganze Königliche Haus. Gnade, daß in ihr Ehre wohne, Erhalte, o König aller Könige, daß Güte und Treue einander besie allerseits im Besize und Ge- gegnen, Gerechtigkeit und Friede nusse einer dauerhaften, geistigen sich küssen! Erhalte in ihr die und leiblichen Wohlfahrt, und un- Wahrheit deines seligmachenden terstüge insbesondere unsern ge Wortes und segne die Kinderliebtesten Landesvater mit deiner zucht der Weltern und Borgesegten Kraft in der Regierung seiner dermaßen, daß durch ihre guten Staaten! Segne feine friedfertigen Lehren und Beispiele die Jugend Rathschläge und weisen Verfügun- zur Frömmigkeit und Tugend frühgen, damit auch wir unter ihm zeitig angehalten und zu nützlichen ein stilles und geruhiges Leben Gliedern des gemeinen Wesens führen mögen in aller Gottselig ausgebildet werde! Befestige du feit und Ehrbarkeit! Walte mit felbst, o Gott der Liebe, die Bande deiner Gnade zu allem Segen über der Freundschaft und Eintracht die zur Regierung der Herzog- unter allen Einwohnern der Stadt, thümer Bremen und Verden und und da dein Segen allein glück: ju allen geistlichen und weltlichen lich macht, so stehe du auch allen königlichen Landesgerichten verord- denen mit deiner Hülfe zur Seite, neten Räthe, und befördere durch die ihre Berufsgeschäfte in ihrem ihr obrigkeitliches Ansehen und Stande treulich verrichten, und ihre Amtsführung das Beste der durch ihren Fleiß etwas Gutes Kirche und des gemeinen Wesens! schaffen, auf daß sie haben zu ge Verherrliche auch deinen großen ben den Dürftigen! Für diese Namen an der Obrigkeit dieser deine großen Wohlthaten wollen Stadt, und sei selbst mit ihr im wir dich mit Worten und WerGerichte, damit sie den Segen der ken preisen, und zu deiner Ehre Gerechtigkeit über uns verbreiten, sagen: Der Herr hat Großes an und die besten Früchte ihrer stadt- uns gethan, deß sind wir fröhlich. väterlichen Bemühungen wahrneh- Erhöre dieses unser Gebet, o Gott, men möge! Nimm aber auch du, um Jesu Christi willen! Amen. wohlthätiger Versorger aller MenIn Stadischen Wochenpredigten. Wir danken dir, Herr unser Anfänger und Vollender unsers Glaubens, alle, welche noch auf dem Wege des Unglaubens in Lastern sicher wandeln; erhalte und stärke aber auch den Glauben in den Herzen derer, bei welchen deine Gnade ihn vermittelst des Worts schon hervorgebracht hat, daß er beständig und durch die Liebe thätig fei! Wir erkennen zwar die großen Woh!= thaten, welche du, liebreicher Gott und Bater! uns durch so manche Beweise deiner Güte bis auf diesen Tag erzeigt, und uns im Geistlichen sowohl, als im Leiblichen so gut Gott! dafür, daß du dein Wort reichlich und täglich unter und verkündigen, und uns dadurch zur Seligkeit, unterweisen läsfest. Bon dieser deiner Gnade machen wir auch an dem heutigen Wochen tage Gebrauch, und naben und in deinem Hause zu dir in dem Vertrauen, das du dich auch zu uns nahen, und das gehörte Wort an unfern Seelen fegnen werdest. Da deine Augen nach dem Glauben ſchauen, und es unmöglich ist, ohne ihn dir zu gefallen, so bekehre du, 42 Bußgebet in den Stadischen Wochenpredigten. versorgt hast, daß wir keinen Man-| Recht ergehen lassen. Befeſtige du gel an irgend einem Guten haben; unsern Borsag, unsere Buße im allein wir müssen es auch nach ge nauer Selbstprüfung bekennen, daß wir dich durch Uebertretung deiner Gefeße, durch Undank gegen deine Gutthaten, durch Verlegung der Liebe gegen dich und unsern Nächsten und durch öftere Versäumung unserer Christenpflichten beleidigt, wir dich allezeit im Geiste und in und uns deiner Gnade unwürdig der Wahrheit anbeten, dir mit neuen Gehorsam thätig zu erweisen, und uns durch fleißigen und andächtigen Gebrauch deiner Gnadenmittel in deiner Gemeinschaft zu erhalten! Schaffe in uns, Gott, ein reines Herz, und gieb uns einen neuen gewissen Geist, damit gemacht haben. Darüber sind wir Freude dienen, und uns von deidenn herzlich betrübt und bereuen ner Batertreue die Gnaden- Wohlunsere Sünden in bußfertiger Ge- thaten und Güter versprechen kön finnung und aufrichtiger Bekehrung. nen, welche du denen, die dich Unser Trost ist dabei dieser, daß fürchten und lieben, verheißen haft! du, barmherziger Gott! nicht willst Segne demnach einen jeden unter den Tod des Sünders, sondern uns in seinem Berufe und Stande, verlangest, daß er sich bekehre und und schenke uns die nöthigen Kräfte, lebe. Hat uns doch dein lieber unsere Geschäfte gewissenhaft ver Sohn selbst Leben und Seligkeit richten zu können! Nimm und erworben. 3u dem nehmen wir alle in deinen allmächtigen Schuh also unsere Zuflucht im Glauben, und milde Fürsorge! Leite und und zweifeln nicht, du werdest um alle nach deinem Rathe, und nimm dessenwillen unsere Uebertretungen uns endlich mit Ehren an um tilgen, und unserer Sünden nicht unsers Heilandes, Jesu Christi, mehr gedenken; sondern Gnade für willen! Amen. Verdensches Betstunden- Gebet. armherziger Gott und Vater! Weil wir aber in der vergannachdem wir abermals eine genen Woche wider dich, Herr Woche zurückgelegt, und in eine unser Gott! vielfältig gefündigt neue getreten find; so danken wir haben; so ist uns dafsſelbe herzlich dir für alle erwiesenen Wohltha- leid, und bitten alle um Gnade ten. Du hast dein Wort und die und Vergebung. Laß uns der hei Sacramente unter uns rein und ligen Char- und Marter- Woche lauter erhalten, Ruhe und Friede, deines lieben Sohnes, und dessen, auch tägliche Nahrung bescheret; was er durch sein Leiden, Kreuz und ob wir schon mit Sünden und Tod in derselben erworben, dich oft erzürnt, dennoch unser heilsam genießen! Gieb, daß wir in Gnaden verschent; uns zwar aus der alten Woche keine alte gezüchtigt; aber im 3orn nicht Sünde in die neue hineinnehaufgerieben, noch dem Tode über: men; sondern den alten sündlichen geben: Du haft der vorigen Menschen ausziehen, hingegen den Woche Tage und Plage uns neuen Menschen, der nach dir gez gnädig überwinden helfen, und schaffen ist, in rechtschaffener Ge läsfest uns mit Liebe und Gesund rechtigkeit und Heiligkeit anziehen! heit diese Woche Gieb uns mit dieser neuen Woche solche und alle andern Gutthaten neue Herzen, einen neuen gewissen sagen wir dir von Herzen Lob Geist und Kräfte, ein neues, bir wohlgefälliges Leben zu führen! antreten. Für und Dank. Verdensches Betstunden- Gebet. 43 Insonderheit laß deine Gnade alle heiligen Engeln über uns, daß fie Morgen über uns neu aufgehen, uns und die lieben Unsrigen auf und erhalte uns bei deinem reinen allen unsern Wegen behüten, ja Wort und rechtem Gebrauch der auf den Händen tragen, damit der heiligen Sacramente! Stärke auch böse Feind und sein Anhang keine mit Kraft aus der Höhe unsere Macht an uns finden! Ist es aber Landes- Herrschaft und alle christliche ferner dein Wille, und uns nüg Obrigkeit und alle frommen Re- und selig; so laß uns nicht dieſe genten, sonderlich an diesem Orte; Woche allein, sondern auch viele folfördere guten Rath und nügliche gende in guter Gesundheit und erThat, und wende in Gnaden ab wünschtem Wohlstande zurücklegen l Krieg, Pest, Theurung, Feuersbrunst, Gefällt es dir aber, lieber Bater, Wassers- Noth und sonst alles Herze- in der angehenden Woche mit Kreuz leid! Gieb uns Friede und Ge- und Trübfal uns heimzusuchen; so sundheit, auch Glück und Heil zu gieb Geduld, vergieb die Schuld, unserm Beruf und Stande! Und verleih ein gehorsam Herz, und weil wir nun mit der neuen Woche mache du uns das Kreuz nicht unsere Amts- und Berufs- Arbeit schwerer, als wir es ertragen könwieder antreten; so fange, o Gott, nen! Hast du endlich über einen von neuem an, uns zu fegnen; oder andern von uns beschlossen, laß uns das Werk, dazu du uns ihn in dieser Woche durch den zeitbeschieden, nun mit Freuden an- lichen Tod aus dieser Welt zu forgreifen, und führe durch deinen Se- dern; so gieb demselben ein seliges gen alles zu deiner Ehre, auch un- Ende hier, daß er dort ewig sei bei serer und unsers Nächsten Wohl- dir, und wir zulegt insgesammt fahrt glücklich hinaus! und wenn nach aller Mühe und Arbeit auf es uns bei unserm Stande und Erden bei dir im Himmel einen Nahrung sauer und schwer fällt; Sabbath nach dem andern feiern so laß uns gedenken an die Hoff mögen in ewiger Freude und Herrnung unsers Berufs im Himmel, lichkeit! Das verleihe, o Gott, in da alle unsere Arbeit desto völliger des heiligen Geistes Kraft, durch soll belohnt werden! Befiehl deinen Jesum Christum! Amen. II. Gebete zum Gebrauch bei der Hausandacht. 1. Morgen- und Abendgebete. 2. Beicht- und Communion- Gebete. 3. Gebete in beſondern geistlichen und leiblichen Angelegenheiten. 4. Familien- Gebete. 5. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. Morgen- und Abendgebete. Morgensegen am Sonntage. mein zen, daß du mich und die lieben ein Gott und Vater im Him- Meinen auch in der vergangenen mell ich danke dir von Her- Nacht väterlich bewahret, und alle 44 Morgensegen am Sonntage. leite mich an diesem Tage durch deinen Geist, und hilf, daß ich und meine Mitchristen ihn also vollenden, daß dieser Ruhetag ge segnet für unsere ewige Ruhe sein möge; Erhöre uns durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn! Amen. Unfälle so gnädig von uns abge-| Gnadenreicher Gott, regiere und wandt hast. Du läßt uns aber mals diesen Ruhetag erleben, an dem wir von den Arbeiten der Woche ausruhen und uns zum Heile unserer Seele mit deinem Worte beschäftigen sollen. Heilig und für die Seele selig sei mir und allen Christen dieser Tag! O große Wohlthat, daß du uns in deinem Worte den Weg zum Himmel lehrest! Da sprichst du selbst mit uns, weisest uns, wie wir sein und wandeln sollen, und tröftest uns so väterlich, wenn wir dacht und der Ruh', Trost bedürfen; stärkest uns auch in allen Trübfalen und Beschwerden. O große Wohlthat, daß wir Laß in deinem Hause zusammenkomRegiere mich, o Gott, durch deinen guten Geift, Der durch die Predigt uns den Weg zum Leben weist! So bring' ich diesen Tag der Anvon allem Weltsinn fern, recht fromm und heilig zu. diesen Ruhetag im Leben hier auf Erden gewendet werden, men, und zu dir beten und fingen, 3u meinem ewgen Heil recht anund daselbst so viel Gutes aus deinem Worte vernehmen, das uns und laß mich dann dereinst mit unter den Sorgen dieses Lebens allen wahren Frommen aufrichten, vor Sünden bewahren, 3um ewgen Ruhetag in deinen und zur christlichen Frömmigkeit bewegen und stärken kann! Hilf, mein Gott, daß ich doch nicht so fehr an dem Irdischen hange, daß Himmel kommen. ich versäumte, diesen Tag zur Andacht bei deinem Worte, so zum Besten meiner Seele, anzu wenden! Laß mich auch heute dein Wort, das ich lese oder höre, recht zu Herzen nehmen! Laß mich heute durch dasselbe klüger und verständiger; aber auch rechtschaffener in meinem Christenthume werden! Laß mich diesen Tag mit guten Gedanken und frommen Vorfäßen vollenden, und auf die neue Woche gestärkt werden, recht christ lich, züchtig, gerecht und gottselig zu leben und alles auszurichten, was mir zu thun gebühret! Kein unordentliches Sündenleben müsse sich an diesem Tage bei mir und in meinem Hause finden; aber auch alle Tage meines Lebens müssen unter deiner Gnadenführung unsträflich und heilig sein, baß ich sammt den Meinigen dir diene in Heiligkeit und Recht schaffenheit, wie dir gefällig ist. Abendsegen am Sonntage. un ist auch wiederum dieſer heilige vollendet, mit gut für meine Seele war. Dank sei dir, mein Gott, großer Wohl thäter meines Lebens, für alles Gute, daß du mir heute am Leibe und Geiste erwiesen hast! Du hast mir dein Wort an's Herz gelegt, und ich bin an diesem Tage auf's neue erinnert, an meiner Besse rung zu arbeiten, und nach dem Ewigen zu trachten. Ach, wollte ich dieser Erinnerung nicht einges denk bleiben, so würde ja dieſer Tag für mein ewiges Wohl ver: loren sein. Nein, ich will nicht vergessen, was mir aus deinem Worte an's Herz gelegt ist. Ich will mich jest mit dem Borsag zur Ruhe legen, daß ich mich immer ernslich bemühen wolle, nach deinem göttlichen Willen, nach der Lehre und dem Erempel Jesu zu leben. Nein, nein! die nur immer: Herr, Herr! sagen, werden nicht in das Himmel reich kommen. Nicht diejenigen, die Abendfegen am Sonntage. 45 Arbeit gehn! nur mit dem Munde Jesum be- Mit Fleiß und Redlichkeit an meine kennen, und dir nur äußerlich dienen, werden in das Himmelreich eingehen, sondern diejenigen, die Morgensegen am Montage. bei rechtem Herzensglauben an Je: Mein himmliſcher Bater! durch Gnade bin an dielen thun. Nicht diejenigen, die sem Morgen wieder aus dem Schlafe dein Wort nur hören; sondern die erwacht, und gehe nun wieder an als Thäter desselben leben, sind die Arbeit, wozu du mich in meiselig. Ich muß alle Sonntage im- nem Stande berufen hast. Lob mer mehr bewegt werden, dich über und Tank sei deiner Vatergnade, alles kindlich zu fürchten und zu die mich und die Meinigen und lieben, auf dich allein zu vertrauen, alles, was unser ist, vor allem meinen Heiland zu lieben und Schaden in der Nacht behütet hat. ibm folgsam zu sein; auch meinen Walte auch gnädiglich über mir Nächsten zu lieben und recht zu und allen Meinigen an diesem thun. Ich muß immer mehr an- Tage, und gieb Muth, Kraft und getrieben werden, mich selbst von Segen zu jeder Arbeit! Dich kindallem bösen Sinn, von allen un- lich fürchten, und redlich arbeiten, reinen und bösen Lüsten zu reini- laß beisammen sein in unserm Legen, und gutes Sinnes und reines ben! Es ist dein Wille, daß ein Herzens zu werden. So laß mich jeder in seinem Stande durch reddenn mit dem Sinn jest einschla- liche Arbeit sich und die Seinigen fen, also unter deiner Gnade zu ernähren, und daß ein jeder im leben! So werde ich denn auch Lande ein rechtschaffener Unterthan mit ruhigem Gemüth, mit dem sein soll, der alles treu und redTrost deiner Batergnade und mit lich thut, was ihm zu thun gez der Zuversicht einschlafen, daß du, bühret. Es ist dein Wille, daß Schußherr der Deinen! auch in sich jeder ehrlich ernähren und dieser Nacht mich und die Mei- sein eigenes Brod essen soll. Es nen vor allem Unfall und Unglück ist dein Wille, daß wir durch redschüßen wirst. Gott, deine Gnade liche Arbeit etwas erwerben solund dein väterlicher Schuß walte len, damit wir die Unftigen verin dieser Nacht über mir und sorgen, der Obrigkeit und jedem meinem Hause und über aller Mitmenschen gerecht sein, und jemeiner Mitmenschen Leib und dem das Seine geben, auch unfern Seele nach deiner ewigen Er dürftigen Nächsten Gutes thun könbarmung durch Jesum Chriftum! nen. Dies weiß ich als ein Christ, Amen. Mit kindlichem Vertrauen, mein Bater! schlaf ich ein; Durch deinen Allmachtsschuß kann ich bewahret sein. Hausgenossen in dieser neuen Woche und gehe deswegen mit meinen stehe mir bei, daß alles wohl ge= an die Arbeit. Hilf, mein Gott, nem Thun und Lassen handeln, wie linge! Laß mich allezeit in meiDu wachst, wenn alles schläft; du fchlafft, ja schlummerst nicht; es recht is! Laß mich mit einem Ich schlafe ruhig ein mit frommer frommen Herzen ohne List und Mit kindlichem Vertraun auf deine und nach meinem Stande und meiFalschheit an mein Werk gehen, Suversicht, Macht und Güte. nem Vermögen viel Gutes unter Erquicke meinen Leib! vor Unfall! meinen Mitmenschen wirken! Laß mich behüte, meine Arbeiten und Berufsgeschäfte Und wenn's dein Wille ist, laß mich dir wohlgefällig und gesegnet sein, gesund aufstehn, und mir eine Leiter zur ewigen 46 Abendsegen am Montage. Seligkeit werden! Behüte mich und legen! Ich schlafe diese Nacht alle Menschen vor Faulheit und mit dem Wunsche und Borsage Müssiggang, vor Geiz, Betrug und Diebstahl und vor allem ungerechten Gute; und laß mich immer, fern von allen Laserwegen, ein gutes Gewissen bewahren! Deine Batergnade sei mit mir und allen Menfchen, und leite uns auf guten Wegen, durch Jesum Christum, unsern Erlöser und Vorgänger! Amen. Gott, mein Vater, segne du Alle Arbeit meiner Hände; Gieb Gesundheit, Fried' und Ruh', Daß ich alles wohl vollende; Stehe du mir mächtig bei, Daß mein Leben auf der Erde Ueberall rechtschaffen sei; Daß ich dort auch selig werde! ein, daß ich hinfort allen Fleiß anwenden will, nach Christi Sinn und Lehren zu leben, und ein gutes Gewissen zu bewahren. Bei einem guten Gewissen läßt fich's am ruhigsten schlafen, und bei demselben darf kein Grauen der Nacht mich schrecken. Leite mich und die lieben Meinen und alle Menschen durch deinen Geist, daß wir rechtschaffen seien im Herzen bei allem, was wir thun und las sen, und daß wir uns täglich üben, vor dir und vor der Welt ein gutes Gewissen zu haben! Das Ende eines jeden Tages rückt uns näher zur Ewigkeit. Regiere un ser ganzes Gemüth, daß wir uns täglich mehr dazu vorbereiten mögen, und daß wir also mit dem Unbruche der Nacht ohne Ang an auf eine selige Ewigkeit freuen köngütiger Gott! dafür und für nen! Bewahre uns denn nun ich das Werk desselben geendigt. O, du alles Gute des verflossenen Tages danke ich dir mit findlichem Herzen: Du thust an jedem Tage uns Menschen mehr Gutes, als wir wissen, mehr, als zu zählen ist. Möchten wir doch durch unser ganzes Leben dir dankbar genug dafür fein! Die Nacht ruft mich zur Ruhe, und meine müden Glieder verlangen nach Schlaf. Aber wir Menschen sollten uns doch am Abend nicht eher schlafen legen, ehe wir uns geprüft haben, wie wir den Tag vollendeten. Ach, mein Gott- und mein Bater! wenn ich mich prüfe, wie vieles ist dann an mir, das sträflich ist! Hätte ich auch nicht deckt mich zu; grobe oder vorsägliche Sünden be- Sch schlafe sanft in Frieden. gangen, so kleben mir doch viele 2aß, wenn's dein Baterwille ist, Schwachheiten und Fehler an, und mich morgen froh erwachen, ich bin mit Herzen, Mund und und als ein rechter frommer Christ That nicht ganz so, wie ich sein Ausrichten meine Sachen! foll. Gott, mein erbarmender Bater, sei mir durch Jesum Chrifitum gnädig, und laß mich doch Morgensegen am Dienstage. mit dem Kroft der Bergebung Mater und Erhalter mein burd auch alle in dieser Nacht gnädig: lich vor allem Unfall am Leibe und an der Seele, vor Feuers. brünsten, gefährlichen Krankheiten und andern Gefahren! Laß uns unter deinem allmächtigen Schuß ruhig schlafen, und morgen frisch, erquickt, mit neuer Lust und Kraft wieder an unsere Arbeit gehen! Sei und bleibe unser aller Bater und Wohlthäter, dur Jesum Chrisium, unsern Mittler und Heiland! Amen. Mein Gott, ich lege mich zur Ruh'; Erquicke du mich Müden! Nichts schreckt mich, dein Schuz Sünden mich Da ich wiederum Abendsegen am Montage. Dieser Tag ist nun wieder dahin, und Morgensegen am Dienstage. 47 meine Mitmenschen! deine Gnade an diesem Morgen| mich und die Meinigen und alle erwachte, so muß es mein erstes Geschäft sein, dich für deinen väterlichen Schuß in der vergange nen Nacht zu preisen. Durch dich lebe und webe ich noch, und Unglück hat mich und mein Haus durch deinen Schuß nicht betroffen. Darum sei deine Güte und Treue, die alle Morgen neu ist, von mir mit dankbarem Herzen gepriesen! O möchte ich doch jeden Tag, den du mir schenkst, also leben, daß mein ganzes Thun uud Lassen Dankbarkeit sei und dir wohlgefalle! Jch bitte dich in dieser Mor genstunde um deine Gnade zur Vater, deine Gnade walte über Führung eines rechtschaffenen Le= bens. Gieb mir doch mit jedem und mein ganzes Leben werde wahre mir mein Lebenlang, neuen Tage neue Erinnerungen zur christlichen Frömmigkeit und Frömmigkeit und Dank! Tugend, und hilf mir, daß solche Erinnerungen nicht fruchtlos bleiben! Liebe von reinem Herzen, bon gutem Gewissen, die aus heuchellofem Glauben kommt, ift die Hauptfumma des Christenthums. Wie könnte ich doch dir wohlgefallen, und mich deiner Wohlthaten freuen, wenn ich nicht Liebe gegen meinen Nächsten, geDich nur über alles lieben, dir Wahre Nächstenliebe üben, sei mein nur zu gefallen streben, Wenn einst alles wird aufhören, täglich Werk im Leben! Christentugend, ächte Liebe folgt folgt uns doch die Frömmigkeit; uns in die Ewigkeit. Abendsegen am Dienstage. Freunde und Feinde übte! Ach, bewahre doch allezeit mein Herz vor aller Lieblosig= ant erkennen möchte, was auch dem vergangenen Tage mir und den wiger Gott! von meinem flüchtigen Leben ist schon wieder ein Tag verflossen. Wenn keit! Bewahre mich vor Lügen, ich doch alles Gute recht dankbar List und Falschheit, vor Eigennus, Neid und Mißgunst, vor Haß und Feindschaft, Streit und Nache! Meinen am Leibe und an Laß mich immer mit allen denen, der Seele widerfahren ist! Ich die mir angehören, nach Liebe und bin zu schwach, dich genugsam zu Treue, Friede und Eintracht stre- preisen, und dir solchen Dank zu ben, und nachgebend und ver- bringen, als dir gebührt. Herr! föhnlich sein! Laß mich gern je- ich bin zu geringe aller Barmherdem dienen, wo ich kann, dich in zigkeit und Treue, die du an deider Liebe und Wohlthätigkeit nachnem Knechte gethan haft. Schlaf ahmen, und dem Frempel meines und Nacht erinnern mich an Tod Seilands folgen, der sich sogar aus und Ewigkeit. Wie ich mich jeßt Liebe für uns in den Tod gegeben nach vollendeter Arbeit zu Bette hat; damit ich jeden Abend mich lege; so werde ich mich nach vollbor dir und meinem Gewissen zur endetem ganzen Tagewerke meiRechenschaft fordern, um jeden Tag nes Lebens in's Grab legen. Der mit gutem Gewissen fröhlich endi- Schlaf ist ein Bild des Todes, gen kann! Bewahre denn auch heute die Nacht ein Bild der Ewigkeit! Unterstüge uns alle mit deinem Beistande zu allem Guten! Fördere und segne alle guten Geschäfte unserer Hände! Laß doch ferner deinen Segen über meinem Hause walten, damit ich an jedem Tage deine Wohlthaten lebhaft erkennen, und immer neue Ursachen zum täglichen dankbaren Preiſe derselben finden möge! Gott, mein Bater! dich preise ich, auf dich traue ich immerdar durch Jesum Christum. Durch ihn erhöre mein Morgengebet! Ümen. 48 Abendfegen am Dienstage. Ties soll ich billig jeden Abend Und in die Gwigkeit! laß mich recht bedenken. O, wie wohl muß deeifrig streben, nen zu Muthe sein am Abend ihDaß ich dir folge stets in meiner res Lebens, wie ruhig müssen die Lebenszeit, ihr Haupt in's Grab legen, die Durch Lieb' und Gutestbun dir folg' in Ewigkeit! Morgensegen am Mittwoch. Jah ch erwache diesen Morgen wiein ihren Lebenstagen fromm gelebt und ein gutes Gewissen bewahrt haben! Wie getrost müs sen die in die Ewigkeit gehen, die viel Gutes in der Welt zu wirken suchten, weil ihr Lebens- der gesund und fröhlich nach tag währte, ehe die Todesnacht der Ruhe der vergangenen Nacht, tam! Solchen Christen folgen im und dafür danke ich dir, mein Tode ihre Werke nach. O, daß Gott und Vater! Denn du bist doch auch ich einst so rubig und es, der mich und die Meinigen felig einschlafen möchte! Gott! du behütet hat, da niemand uns bebist ewig, und meine Tage sind hüten konnte, und tausend unsichtflüchtig und vergänglich. Daran bare Gefahren über uns schwebten. erinnere mich jeden Abend, ehe ich Leben und Wohlthat hast du auch mich schlafen lege, und bewege mein in der vergangenen Nacht an uns Gemüth, daß ich niemals leicht- gethan, und dein Aufsehen be finnig und ruchlos einen Tag des wahrte unsern Odem. Ich bitte Lebens verschleudere, an dem ich dich mit kindlichem Vertrauen, be nicht wirksam wäre zum Guten wahre mich und die lieben Meinen für meine Ewigkeit! Erneuere auch an diesem Tage, und so lange täglich den Wunsch und Willen wir noch in dieser Welt leben! bei mir, durch Auswirkung vieles Bewahre uns gnädiglich vor allen Guten nach dem ewigen Leben zu bösen Zufällen, auch vor Berdruß trachten! Mit diesem Wunsche und und Kränkungen, insonderheit vor Willen laß mich und die lieben Mei- allem dem, was uns die wahre nigen alle auch diese Nacht einschla- Seelenruhe rauben kann! Behüte fen! Dann soll Nacht und Finsterniß uns, daß wir nicht in Sünde und uns nicht schrecken, keine Gefahr Laster fallen, sondern dich immer uns bange machen. Denn ich liege vor Augen und im Herzen haben, und schlafe in ficherem Frieden, und in keine That willigen, welche weil du über uns wachst. Walte wider dein Gebot ist! Und nun auch in dieser Nacht mit deinem las mich unter deinem väterlichen Schuße über mir und den Meini- Beistande wieder an meine Arbeit gen, über Land und Volk und al- gebn! Wie sind doch oft der Sorlen meinen Mitmenschen; und deine gen und Beschwerden im mensch Gnade bleibe über uns alle, durch lichen Leben so viel, und wie Jefum Christum, unsern Fürspre- schwer liegen sie uns oft auf dem Herzen! lieber Vater im Him mel, stärke uns im Vertrauen auf dich, daß wir ja nicht ängstlich sorgen! Du sorgest ja für uns, und willst, daß wir alle unfre Sorgen auf dich werfen sollen. Sorget nicht! spricht ja dein lie Sohn, euer himmlischer Baz ter weiß, was ihr bedürfet! So Mein Heiland, Jesu Christ, Vor- laß une denn nur getroft unsere gänger hier im Leben Werke thun, und nicht versäumen, cher! Amen. Wenn ich mein Leben hier einst fromm vollendet habe, Des Lebens Abend kommt; so laß den Leib im Grabe Nach seiner Arbeit rubn! Ein Schlaf fei dann mein Tod, Und meine Seele nimm'zu dir hin- ber auf, o Gott! Abendsegen am Mittwoch. 49 was unsere Pflicht ist; dann aber Wer kann sie alle zählen? Und auf deine Batergüte und Treue o; wie große Wohlthaten für unhoffen, die alle Morgen neu ist! fere Seele! Der Trost unserer Du wirst helfen in allen Beschwer- Erlösung und der Vergebung unden; du wirst trösten in allem serer Sünden durch Jesum ChriKummer; du wirst alles wohl stum; die Hoffnung der seligen machen, wenn wir nur dich lieben; denn denen, die dich lieben, mus alles zum Besten dienen. So will ich denn nun gutes Muthes bei meiner Arbeit und bei dem Genusse des Guten sein, das du mir und den Meinigen giebst. Sei du mit uns allen, und verleihe uns, was uns zeitlich und ewig nüglich ist, durch Jesum Christum! Amen. Auferstehung und des ewigen Lebens, die er an's Licht gebracht bat durch sein Evangelium; die Wirkung deines heiligen Geistes an unfern Seelen durch dein Wort, die Kräfte zum Guten, die Stärkungen in Versuchungen, die Tröstungen in Leiden aus demselben. Gott! welche große Wohlthaten! Gütiger Bater, erhalte uns doch ferner in dem Genusse derselben! Gieb ferner mir und den lieben Meinigen alles das Gute, was uns nüglich ist, Gesundheit, Friede und Nahrungssegen! Erhalte gerechte Obern und treue Vorgesezte, und gieb jedem Stande und Hause Segen! Laß mich und alle Mitchristen durch deinen Geist immer mehr gebessert, und von der Vergebung der Sünden und ewigen Seligkeit versichert werden! Laß mich jest mit dem Troste zur Ruhe gehen, daß ich durch Jesum ChriAbendsegen am Mittwoch. stum im Leben und Tode bei dir Ghade finde! Hilf mir, daß ich chon wieder ist die Woche den Ueberrest meines Lebens ernsthalb geendigt. Dank sei dir, lich anwende zu meiner völligen mein Gott, daß du so weit gehol: Bekehrung und wahren Besserung! fen bast! An jedem Abend muß Laß uns, himmlischer Bater! in ich dankbar denken: Bis hierher der Nacht und am Tage immer hat mir der Herr geholfen; er mehr sehen und schmecken, wie wird denn auch ferner belfen, und gütig und freundlich du bist, und mit meines Gottes Hülfe werde durch tägliche Ursache der Dankich alles vollenden. O, wenn ich barkeit immer mehr zur kindlichere doch an jeden Abend die Bielheit Liebe und zum kindlichen Gehorund Mannigfaltigkeit deiner Wohl- sam gegen dich erwecket werden! thaten berechnen könnte, die wir Deine Güte sei denn auch über Menschen genießen! Wie viele find mir und den meinen in dieſer derselben im Leiblichen! Gesund- Nacht, wie wir auf dich hoffen, heit, Genuß so vieler Gaben, durch Jesum Christum! Amen. Speise und Trank, Arznei in Mit frohem Muthe schlaf' ich ein. Krankheiten; auch Ruhe, Friede, Steh' ich bei dir in Gnaden, Sicherheit, Fröhlichkeit; nicht we- Mein Gott! so kann ich ruhig ſein; niger so mancher Nahrungssegen Was follte mir dann schaden? in jedem Stande, fammt Regie- Regiere, Gott, mein Vater, mich, rung und Schuß der Obrigkeit. Daß ich unsträflich lebe, 4 Du, mein Vater, sorgst für mich; was will ich denn sorgen! Du sorgst immer väterlich, heute und auch morgen. Laß mich als ein frommer Christ alle Tage leben! So wirst du, was nüglich ist, mir im Leben geben; So kann ich mit Freudigkeit von der Welt einst scheiden, Und nach wohl durchlebter Zeit schmeck ich ewge Freuden. 50 Morgensegen am Donnerstage. Und daß ich als dein Kind an dich| Sinn, haben, und in der Nachfolge Mein Herz ganz übergebe! Bin ia dein Kind durch Jesum Christ, Christi wandeln muß! Wer Christi Sinn nicht hat, ist nicht sein, und hat nicht den rechten Glauben, der da tröstet und selig macht. Die Welt vergeht einst mit aller ihrer Lust; nur wer nach dem Willen Gottes lebt, der bleibt in Ewigkeit. Ich weiß es wohl, daß ich mich Morgensegen am Donnerstage. nicht in den Himmel hinein beten kann; ich muß ringen, binein Vater und Erhalter meines Le- kommen. Ich muß mich selbst bens! ich danke dir jegt mit bezwingen und böse Lüste über frohem Muthe, daß ich wiederum winden; ich muß ablassen vom diesen Tag durch deine Gnade er- Bösen und dem Guten nachstreben. lebet habe. Unter deinem allmäch- Sch muß mein Herz und meinen tigen Schuße habe ich sammt den Wandel reinigen, um bei einem lieben beharrlich guten Wandel den HimWir mel zu erlangen. Lieber himm und lischer Vater, stebe mir dazu bei durch die Gnadenführung deines Geistes, heute und alle Tage bis an mein Ende! Laß mich und die lieben Meinigen und alle Mit christen auch diesen Tag gottselig und glücklich vollenden! Erhöre midh durch Jesum Christum! Amen. Behüte mich, mein Gott, Meinen ruhig geschlafen. sind nun wieder erquickt, können mit neuem Muth an unser Werk gehen. Und das wollen wir thun mit dankbarem Gemüthe wegen aller deiner Wohlthaten, die du uns erzeigest. Deine Vatergnade stehe mir und allen Menschen bei zu allem guten Bornehmen, und helfe alles voll enden! Bornämlich aber bitte ich dich, stärke mich doch in allen meiLastern und vor Sünden; nen Lebenstagen, daß ich recht Hilf mir die böse Lust recht standstreiten und kämpfen möge gegen haft überwinden; bösen Lüste und Begierden! Ach, der Versuchungen zum Bösen sind alle Tage so viel in vor alle Laß unaufhörlich mich dem Guten nur nachstreben, Wie ſelig einst bei dir im rechten Vaterlande! Abendfegen am Donnerstage. und ganz nach Christi Sinn und der Welt! Fleisch und Blut, Welt deinem Willen leben! und Menschen wollen uns oft zu Wie selig bin ich dann schon hier dem verführen, was nicht recht, im Prüfungsstande! was nicht Tugend und Christen thum ist. Die bösen Sitten und Gewohnheiten, die bösen Aufführungen und Erempel können uns so leicht unvermerkt verderben. O Gott, mein Vater, hilf mir, immlischer Vater und Wohl daß ich da immer standhaft bleibe, thäter der Menschen, laß dir und nicht aufhöre, ein rechtschaffe den Dank meines Herzens wohl ner Christ im Herzen und Wandel gefallen, den ich auch an dieſem zu sein! Laß mich alle Tage be- Abend dir darbringe für alles Gute, denken, daß ich als ein Christ das du auch heute und allezeit mich nicht der Welt gleichstellen, mir und den Meinen erzeiget Aufführung derselben nicht an- ohne Aufhören. So oft wir an und die bösen Gewohnheiten und hast! Dir gebührt Dank und Preis nehmen muß; sondern daß ich einen dich denken, zu jeder Zeit des Ta ganz andern Sinn, nämlich Christi ges sollten wir nicht anders als So kann ich nicht verderben; So werd' ich als ein frommer Christ Einst deinen Himmel erben. Abendsegen am Donnerstage. 51 mit dankbarem Gemüthe an dich mir, daß ich sicher schlafe und denken. Ja, eben die Dankbarkeit fröhlich erwache. So laß mich follte in uns das beständigste denn auch diese Nacht sammt den Triebwerk sein, das alle bösen Ge- Meinigen so rubig schlafen und, danken und Begierden bei uns wenn es dein Wille ist, am Morzerstörte, und alle bösen Thaten gen zum fröhlichen Danke erwaverhütete. Sie sollte unser Ge- chen! Laß mich jeden Morgen müth lenken, daß wir beständig und jeden Abend in der Dankbarmit guten Gedanken umgingen, keit gegen dich, und eben dadurch und Gutes thäten, auch unsere in wahrer Gottseligkeit und 3uPflichten treu ausübten, und nur friedenheit gestärket werden! Nimm dir gefällig zu werden suchten. dieses Abendgespräch meines HerWie sich ein Bater über Kinder zens mit dir durch Jesum Chrierbarmet, so erbarmst du dich stum gnädig an, und erhöre mich, durch Christum über diejenigen, mein Gott und mein Vater! die dich fürchten, und du läsfest, Amen. bei ernstlicher Besserung, ihres Herzens ehemalige Uebertretung ferne von dir sein. Diese väterliche Barmherzigkeit muß mich ja täglich dankbarer machen, und mich bewegen, daß ich dir mich selbst und alle meine Glieder und Kräfte zum Opfer darbringe. Du schüßest mich und die Meinen und meine Mitmenschen am Tage und in der Nacht. Du kommst uns an jedem Tage mit deinen Wohlthaten zuvor. Darüber muß ich immer dankbar sein, und täglich bekennen: Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Sreue, eine Seele erhebet sich in diedie an den Meinen ser Morgenstunde abermals gethan haft. Ich will dich loben, zu dir, mein Gott und mein Vater! so lange ich lebe; ich will dir, und ich freue mich, daß ich, als ein, meinem Gott, danken, so lange Christ, durch Jesum Christum dich ich bin. Wenn ich mich zu Bette als meinen Vater und Wohlthäter lege, so will ich mit Dank an kenne, und zu dir beten kann. Ich dich denken; wenn ich erwache, bin bei meinem Christenthume fröhwill ich dankbar mit dir reden. lich, weil ich mich deiner väterlichen Wie wohl muß mir sein, und Vorsehung, sowohl in der Nacht, wie gottselig und zufrieden müssen als am Tage, tröslen kann. Mit meine Tage verfließen, wie muß fröhlichem Herzen danke ich dir, daß mir jede Arbeit von Händen gehen; deine väterliche Allmachtshand auch wenn ich an jedem neuen Tage in der vergangenen Nacht über mir die Dankbarkeit gegen dich neu und meinem Hause so gnädig geaufleben lasſe! Wie gutes Muthes waltet hat. Laß doch ferner deine kann ich bei jedem Anbruch der väterliche Vorsehung über mir und Nacht sein; wenn ich noch vor dem über allen Menschen walten! BeSchlaf dich und deine Wohlthaten hüte uns vor allem Uebel, behüte mir dankbar in's Gemüth drücke! unsere Seele! Behüte unsern AusDann liege und schlafe ich ganz gang und Eingang, und ſegne die Morgensegen am Freitage. mit Frieden; denn du, Herr! hilfft Geschäfte unserer Hände. O, daß Gott, meines Lebens Vater! Beschüßer und Berather! Ich schlafe ruhig ein; Ich fühle im Gemüthe Mich voll von deiner Güte, In dir kann ich nur fröhlich sein. Dir sei mein Erdenleben Dankbar zum Dienst ergeben Durch wahre Frömmigkeit! Laß mich auch einst mit Engeln, Ganz rein von Erdenmängeln, Dir danken dort in Ewigkeit! 4* 52 Morgensegen am Freitage. ich doch auch diesen Tag und alle Tage meines Lebens nach deinem Willen leben, und frei von Sündenverschuldung bleiben möchte! So lange ich mich noch von bösen Begierden und von Sünden beherrschen lasse, so lange bin ich noch ein elender Sclave, und kann mich nicht glücklich schäßen, wenn ich auch noch so viel Geld und Gut, Wohlleben und hätte. Nur dann bin ich frei und glücklich, wenn ich rechte Erkenntniß im Christenthume habe, und ohne 3wang, mit Lust und Vergnügen nach solcher Erkenntniß thue und wandle. Ich bin er rechtsein Herz ergiebt an did ein elender Sclave der Sünde, Du woulst mich sicher leiten. wenn ich in Unzucht und Unmä- Und führen überall Bigkeit lebe, oder wenn Geiz und Durch dieses Lebens Zeiten Habsucht, oder Hochmuth und In diesem Prüfungsthal, Štoiz, oder Haß und 3orn, oder Daß ich einst frei von Sünde andere böse Begierden mich re- Und Sündensclaverei gieren. Dann erst bin ich ein Beim Tode Gnade finde, Christ, und lebe in der rechten und ewig selig fei! Freiheit, wenn ich über alle bösen Begierden Meister bin, und keusch und züchtig, nüchtern und mäßig, zufrieden und genügsam, O Vater meines Lebens! Auf deine Führung traue ich; Auf dich hofft nicht vergebens, Dir hab' ich mich ergeben, Mein Gott! in Zeit und Ewigkeit; Dir fei mein ganzes Leben In wahrer Frömmigkeit geweiht! Hilf, daß ich auf der Erde Bon aller Sclaverei Der Sünde ledig werde; Von Sünd' und Irrthum frei, Die Wahrheit such' und liebe; Auch als ein Wahrheitsfreund Ehre Die Tugend lieb' und übe, recht Den Lastern ewig feind. Abendsegen am Freitage. Auch dieſer Tag ist wieder liebwie mancher von Leid reich und friedsam, und überall meines Lebens, frei christlich, tugendhaft und gottselig, und Unglück, vollendet. Möchte nach Chrißi Sinn und Vorbild ich ihn auch frei von allen Ver fündigungen vollendet haben! Für lebe. O mein Gott, so regiere mich durch dein Wort und durch das Erste danke ich dir, mein deinen Geist, daß ich alles Böse Gott! mit Inbrunst; denn du mit Gutem überwinde, und mich allein hast mich vor Kränkung selbst und alle bösen Begierden und Herzeleid und Unglück be bezwinge! Hilf mir, daß ich vom wahrt, das mich und die MeiniSündendienste frei werde, und gen hätte treffen können. Du im Dienste der Tugend lebe! hast mich auch sammt den MeiDazu schenke mir doch auch heute nen viel Gutes genießen lassen, und und alle Tage meines Lebens alles, was du schicktest, ist Güte Muth und Kraft, und laß mich und Wohlthat. Denke ich an das einst mein Leben also beschließen, Andere, mein Gott! so werde ich daß ich durch einen seligen Tod unruhig; denn wer kann merken, zu der herrlichen Freiheit deiner wie oft er fehle? Wie oft hab' ich Kinder im Himmel gelange! Sei wohl gefehlt? Du weißt es. Ich du mit mir und mit allen Men- bitte dich mit innigster Demuth, schen, und führe uns den Weg Vater und Erbarmer, vergieb mir zur ewigen Eeligkeit, durch Je meine Sünden, verzeih' mir auch fum Chrisium, unsern Seligmacher! meine verborgnen Fehler, und verfage mir den Trost der Vergebung Amen. Abendsegen am Freitage. Morgensegen am Sonnabend. auf diese Nacht nicht! Wie Eilt hin, ihr Erdentage, lange werde ich noch wohl Eilt hin zur Ewigkeit! schlafen und wieder erwachen? Wenn ich nur Sorge trage Auch das weißt du. O, daß ich In dieser Prüfungszeit, doch unter deiner Gnade meine Daß ich unsträflich lebe, Tage so vollendete, daß ich einst Vom Sündendienste frei; im Tode selig einschlafen und zum ewigen Leben fröhlich wieder erwachen möchte! Was wird es einst für ein schöner Morgen für alle fromme Christen sein, wenn sie nach dem Todesschlafe wieder erwachen! Und wie herrlich wird jenes ewige Leben in deinem Himmel sein! Da ist Befreiung von allem Irrthum und von aller Sünde; da ist die Erquickung nach Mühe und Trübsal; da ist ewiges Wachsthum in Erkenntniß, in Tugend und Seligkeit; da ist ewige Liebe und Freundschaft unter allen bollendeten Gerechten; da sind Freuden und Seligkeiten im Umgange mit Jesu! Ach, laß mich doch einst im Tode mit der Hoffnung einschlafen, dahin zu kommen! Das ist mein vornehmster Wunsch in der Welt. Und mit diesem süßesten Gedanken, einst dabin zu kommen, wollte ich auch gern diese und jede Nacht ein schlafen. Erhalte mir, mein himmlischer Bater, die künftige Aufer stehung und das ewige Leben stets in Gedanken! Lenke mein Herz und meine Sinne, daß ich nicht irdisch gesinnt sei; sondern immer mehr der Welt und den Lüsten absterbe, und bei. Tugend und Fleiß in o ott! du bist ewig, deine Jahre währen für und für. Aber wie eilen doch unsere Tage dahin! Sezt ist schon wieder der letzte Tag einer Woche da. Dank sei deiner ewigen Güte, daß du mich wieder so weit gebracht, und mich so weit meine Arbeit mit Gesundheit vollenden lassen! Es verfließt heute nun wiederum mit dieser Woche ein kostbarer unwiederbringlicher Theil der Gnadenzeit, die du mir zur Vorbereitung auf die Ewigkeit schenkest. Wenn ich doch alle vergangene Zeit so angewendet hätte, daß meine Gedanken und Begierden mehr geheiligt, mein Wandel mehr gebessert, und ich mehr in allen Tugenden und guten Thaten geübt wäre! wenn ich guten Werken trachte doch nicht so oft versäumte, was nach dem, was droben ist, wo zu meinem ewigen Frieden dienet! Christus ist! Hilf mir, daß ich Wie denken wir Menschen doch mit Reinigkeit des Herzens ganz leider mehr auf's Irdische, als zum Himmel hinwandle, von dan- auf das Eine, das wahrhaft noth nen wir unſern Herrn und Heiland ist! O Gott, ich bitte dich inwieder erwarten, um unsere Leiber brünstig, drücke doch das tief wieder aufzuwecken, und uns dann, in ſeinem unter den Geschäften mein daß ich meine zu führen! Verleihe in dieser und Arbeiten, auch in Leiden und Hoffnung mir und allen Christen Freuden, so anwende, daß ich zur dieſe Nacht Ruhe und Sicherheit feligen Ewigkeit, vorbereitet werde! unter deiner Gnade durch Jesum Laß alle Wohlthaten deiner Güte Christum! Amen. mich zur Besserung und zu aller 53 Wenn ich nur ernstlich strebe, Daß ich rechtschaffen sei: O Stunde, dann erscheine, Da ich entschlafen soll! So ruhen die Gebeine Im Grabe sanft und wohl. Mein Heiland weckt mich wieder Am schönern Morgen auf. Er ist das Haupt; die Glieder Nimmt er zum Himmel auf. 54 Morgensegen am Sonnabend. wirst mir und den Meinigen fer ner helfen! Es wird denn auch einst mein letter Abend, der Abend meines ganzen Lebens, kommen. Wie frühe oder wie spät? das sei deinem weisen Baterwillen heimgestellt! Sollte auch diese Nacht meine letzte sein; so ergebe ich Tugend und Gottseligkeit leiten! durch Gottes Beistand wiederum Laß mich alle Leiden und Wider- glücklich vollendet. Ich mache wärtigkeiten im Leben als deine nun einen Stillstand und Ruheräterlichen 3üchtigungen ansehen! punkt in meinen irdischen Geschäf Solche dünken mich zwar nicht ten. Gott, mein Vater! dich lobet Freude zu sein, wenn sie da sind; und preiset meine Seele für alle aber sie sind doch gewiß deine vä- deine Wohlthaten, für Schuß, Beiterlichen Schickungen. Eben da stand und Segen, für Ruhe, Friede, durch soll mein Glaube, meine Gesundheit, und für deine ganze Geduld und meine Frömmigkeit väterliche Führung. Bis hierher und Tugend geläutert und geübt, hast du, Herr! uns geholfen; du und meine Hoffnung gestärkt wer den. Hilf doch, daß ich sie dazu anwenden möge! Dann werden mir diese 3üchtigungen einst herrliche Früchte verschaffen, wenn ich unter deiner Gnade das Ende meines Glaubens, der Seelen Selig feit, davon bringe. Laß mir auch alle Lehren deines Wortes so nahe mich in deinen Willen, wenn ich an's Herz kommen, daß ich da nur selig sterbe. Möchte ich doch durch immer weiser und frömmer am Abend meines ganzen Lebens für die Ewigkeit werde, und ganz mit meinem Heilande sagen kön in den seligen Zustand eines Er- nen: Bater, ich habe vollendet löfeten meines Jesu komme! Ich das Werk, das du mir aufgegeben bitte dich mit kindlicher suver- bast, das ich thun sollte! Was sicht, untersüße auch heute mich ist das ganze Leben eines Menund die Meinen zu allem Guten! schen anders, als ein Tag in die Grhalte, beschüße und segne uns ser 3eit! Und die Pflichten un und alle Menschen nach deiner sers Standes und Berufs, auch Batergüte, der du der Vater un- die Pflichten der Liebe und Ge ser aller und der Vater unsers rechtigkeit, sammt dem ernstlichen Herrn Jesu bist, der uns liebet, Bestreben in aller Gottseligkeit und unser Seelenbirte ist! Er und Tugend zur Vorbereitung auf böre durch ihn unser Morgengebet! die Emigkeit, machen unser gro Bes Tagewerk im Leben aus, daß du uns aufgegeben hast. ruhig kann ich doch den Abend meines Lebens erwarten; wie sanft kann ich, wenn er da ist, mein Haupt niederlegen; wie fröhlich kann ich auf den herrlichen Morgen der Auferstehung und auf den ewigen Ruhetag und seligen Feiertag im Himmel hoffen, wenn ich nach bestem Vermögen mein Tagewerk vollendet habe! Gütiger Vater im Himmel, gieb mir, so lange ich noch Tebe, Muth und Kraft, alles wohl zu vollenden! Erhalte mich immer bei dem aufrichtigsten Willen, es zu er lepte Abend der Woche ist thun! Gieb, daß ich allezeit das da; die Arbeit derselben ist möglichste thue, was nur in meiAmen. Wie Abendsegen am Sonnabend. D Wie fließen fie dahin, die theuern Lebenszeiten, So wie ein schneller Strom in's Meer der Ewigkeiten! Verfloßne Zeit kehrt nie zurück! Gost, zu meinem ewgen Glück Laß mich doch jeden Tag, den ich noch leb' auf Erden, 3ur Himmelsbürgerschaft hier weiser, frömmer werden! Gott! jeder Tag in dieser Zeit Sei mir dereinst noch Seligkeit! Beicht- und Communion- Gebete. 55 nen Kräften ist, und nichts von Meinigen morgen wieder aufstehei dem wissentlich oder vorsäglich ver- so stärke und befestige uns an dem säume, was meine Pflicht ist, und heiligen Ruhetage durch dein Wort was meine ewige Seelenwohlfahrt zur Führung und Vollendung eiin diesem Leben von mir fordert! nes gottseligen Lebens, durch Jesum Nimm doch, wenn an mir etwas Christum! Amen. aus Schwachheit fehlet, meinen alle wacht mit dem Bei hellem Tageslicht, in Finsterniß das ich der Nacht. Gott! deinem Schuß allein vertrau' ich Leib und Seel', guten und redlichen Willen für die Du bist's, Allmächtiger, der über That an! Mit diesem Gedanken, mit dieser Bitte und kindlichen Vertrauen, durch Jesum auf dich sege, mit Liebe, Hoffnung und Verlangen nach dir laß mich und die Meinigen zu dieser Nacht ruhig ein- lang befehl. schlafen! Dein väterlicher allgegenwärtiger Schuß wird uns vor aller Gefahr und vor allem Unfall bewahren. Wenn ich sammt den Da deiner Führung ich mich lebensHilf mir mein Tagewerk im Leben wohl vollenden; und, wenn mein Abend kommt, mein Leben selig enden! 2. Beicht- und Communion- Gebete. Um Gnade zur Selbstprüfung. Her zu bedecken! Erbarme dich über err! du schauest vom Himmel mich, und gieb, daß ich nie von auf uns Menschen herab, und dem Wege der Wahrheit und der prüfest unsere Herzen und Nieren. Tugend weiche, welchen dein Wort Dein Auge dringet also auch in mir vorgezeichnet hat! Gieb, daß das Innerste meiner Seele. Du ich zu dem Ende hinführo mich tägfiehest die verborgensten Gänge mei- lich selbst prüfe, und nichts denke, ner Gedanken und die geheimsten wolle und thue, wobei ich nicht Triebfedern aller meiner Borte und meine Augen mit Freudigkeit zu Handlungen. Ich fühle meine Träg- dir aufheben könne! Amen. heit und mein Unvermögen, mich felbst recht kennen zu lernen. Ach, mache du mich mit mir ſelbſt recht Um wahre Buße. hab', o wider dich ge= meinen Blick in fündigt, und Uebels vor deinen das Innerste meines Herzens, damit Augen gethan. Was soll ich nun ich die großen Mängel und Gebre- zu dir sagen? Möchte ich mich dhen meines Geistes und meine un- meiner Sünden wegen doch recht erkannten Sünden sebe und fühle, fie ernstlich und recht tief vor dir demüaufrichtig bereue, und deine Gnade, thigen! Aber ich finde, daß ich über weil es noch heute heißt, in Jesu meine Schuld und Thorheit nicht Christo ernstlich suche! Prüfe mich so betrübt bin, als ich billig ſein und erfahre, wie ich's meine! Sehr sollte. Recht sehr hab' ich dich begeneigt bin ich, mich selbst zu täu- leidigt, und dadurch meine Seele ichen. Sehr gern will ich die Ver- und ihre Seligkeit in große Gefahr ſäumniß des Guten und die Aus- gesest. Das erkenne und bekenne übung des Böſen entſchuldigen, oder ich überhaupt zwar; aber ich weiß gar rechtfertigen. Aber rede durch doch auch, daß mir das Andenken dein Wort mächtig an mein Ge- und der Unblick meiner Sünden wissen, damit ich aufhöre, meine so schreckhaft und schmerzend nicht Blöße mit nichtigen Feigenblättern ist, als die Menge und Größe der= 56 Beicht- and Communion- Gebete. selben erfordert. Ach Gott! wenn Ich werde noch viele Schwachbeit ich an andere bußfertige Sünder bei mir gewahr, die ich bei besserm gedenke, so möchten meine Sünden Gebrauch der Erkenntniß und Kräfte, wohl so groß, als die ihrigen sein; die du mir verliehen hast, längst aber wo ist der Kummer des Her- hätte ablegen können. Meine Liebe zens, wo die Betrübniß, wo die gegen dich ist noch nicht so lauter, Thränen, die ich bei ihnen gewahr mein Gehorsam gegen deine Gewerde? Gott, der du eine göttliche bote noch nicht so vollkommen, Traurigkeit von denen, die deine mein Christenthum noch nicht so Gnade suchen, forderst, wirke selbst rechtschaffen, meine Sorge für das in mir ein lebhaftes Gefühl meiner Himmlische und Ewige noch nicht so Sünden! Zerbrich mein steinernes ernsthaft, und die Liebe gegen meine Herz, und gieb mir ein fleischernes Brüder noch nicht so stark und uneiund zerschlagenes Herz! Stelle mir gennüßig, als sie sein könnte. Und wie die Größe und Abscheulichkeit mei- oft thu' ich noch dasjenige, was dein ner Sünden in deinem Lichte so Wort und selbst mein Gewissen als vor, daß ich erkenne, wie sehr der- sündlich und dir mißfällig verdamjenige sich irre, der sich einbildet, met! Herr! wenn du Sünde zurech Sünde sei von so geringer Erheb- nen wolltest, wer würde vor dir beste lichkeit, daß sie keinen sonderlichen ben? und ich? was dürfte ich Abscheu und Haß verdiene! Mache von dir erwarten? Sei mir denn sie mir zu dem, was sie in deinen gnädig um Jesu Christi, deines eignen Augen ist! Der Gedanke, lieben Sohnes, willen! Aber da daß ich dich, meinen Schöpfer und mit du es sein könnest, so wirke in Gott, dich, meinen liebreichen Vater mir eine wahre und ungeheuchelte und Wohlthäter, mit meinen Sün- Buße! Denn auch Sünden der den so sehr beleidigt habe, erfülle Schwachheit, der Unwissenheit und mein Herz mit Traurigkeit und Uebereilung müssen erkannt und Reue, die niemanden gereuet! Führe bereuet werden. Sege du mich selbst, du mich auf den Weg der Buße, o Gott, in solchen Zustand, da die und auf diesem Wege zu dem Heil, Sünde mir als das größeste Uebel welches du mir in Jesu Christo zuvorkommt! Gieb, daß ich mir nie gedacht hast! Um desselben willen selbst schmeichle; sondern mich ſelbst segne dein Wort an mir zur Beför- richte, auf daß ich mit der Welt derung einer wahren und rechtschaf- nicht verdammt werde! Gieb, daß fenen Buße! Bekehre du mich, Herr! ich nicht nur jest, da ich zur so werde ich bekehret. Meine Hülfe stehet bei dir, und ich erbitte und erwarte sie von dir um Jesu Christi willen. Amen. Beichte und zum Abendmahl geben will, an Buße und Sinnesände rung gedenke; sondern laß dieſen Gedanken immer bei mir gegenwärtig und lebendig sein! Ja, mein Gott! täglich will ich mich meiner der du durch Fehler halber vor dir demüthigen; täglich will ich den Borsag, dir mit reinem Herzen zu dienen, bei mir erneuern. Laß dir meine Buße ge fallen, und segne meinen Vorſak um Jesu Christi willen! Amen. 2. Heiliger Gott, deinen Geist den guten Vorsaß, fromm und rechtschaffen vor dir zu wandeln, in mir hervorgebracht haft! Ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du mich bisher durch deine Gnade vor groben, wissentlichen Sünden bewahret, und mich auf den Weg deiner GeUm Vergebung der Sünden. bote geleitet haſt. Uber rein von Gott! mein Gewisſen überze allen bin ich doch nicht. mich, daß ich deine hei Beicht- und Communion- Gebete. 57 ligen Gefeße vielfältig gesündigt| mir alles recht von Herzen gehen, habe, und undankbar gegen deine was ich mit dem Munde fagen Wohlthaten gewesen bin. Ich er werde, und lege deinem Knechte kenne es mit Beschämung meines solche Worte in den Mund, welche Herzens und mit innigster Weh- meinem Seelenzustande am allermuth meiner Seele, daß ich mich angemessensten sind! Laß diese deiner Gnade gänzlich unwerth ge- Handlung für mich erbaulich und macht, und alle die Strafen ver- gesegnet sein um deiner ewigen Liebe dient habe, welche du auf die Ueber- willen! Amen. tretung deiner Gebote geseßt hast. Aber habe Mitleiden mit meinem Zustande, o Bater, und verwirf mich von deinem Angeſichte nicht! Bin ich dein Einige kurze Beichtformulare. Heiliger und gerechter Gott! meine dich sind Sohn, der von keiner Sünde wußte, von dir zur Sünde gemacht, auf daß ich in ihm die Gerechtigkeit würde, die vor dir gilt. Und du, Bater aller Barmherzigkeit und alles Trostes! versprichst um sei netwillen allen denen vollkommene Vergebung ihrer Sünden, welche mir rechten wolltest, ich dir auf so mannigfaltig, daß, wenn du mit Tausend nicht Eins antworten könnte. Wo sollte ich Trost und Beruhigung für meine Seele finden, wenn das Wort von der Versöhnung durch Jesum Christum mit Freuden an, und traue deinen mich nicht erquickte? Ich nehme es fie ernstlich bereuen, ihr einziges Verheißungen. Da aber niemand Vertrauen auf Jesu Christi Verdienst sehen, und fest entschlossen find, hinführo in kindlicher Furcht vor dir zu wandeln. Du, der du alle Dinge weißt, und der Menschen Herzen und Nieren prüfest, du weißt auch, daß mein Herz gerade also gefinnet ist. Daher unterwinde ich mich, die Vergebung meiner Sünden von dir zu erwarten; wenigstens, wage ich es, dich darum demüthigst anzuflehen. Sei bekehre sich denn rechtschaffen zu deiner Gnade theilhaftig wird, er dir, und bestrebe sich, nachmals in rechtschaffener Gerechtigkeit und lehre mich in beiden Stücken nach Heiligkeit vor dir zu wandeln; so deinem Wohlgefallen thun; denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn! Amen. um Jesu Christi willen! Sei ge= troft, mein Sohn! dir sind deine Sünden vergeben! Dies sei das Wort des Trostes, das mein betrübtes Herz aufrichte und erquicke! Und wie will ich dich preisen, wenn dein Geist meinem Geiste das Zeugniß giebet, daß ich dein Kind sei! Amen. Vor dem Hinzugehen zur Beichte. 2. laß mich Bergebung finden, und welche ich bisher gethan. Gott, nimm mich zu Gnaden an! Ach, um Jesu Christi willen laß mein Herz vor dir sich stillen! Beſsern will ich gern mein Leben, nie der Sünde mehr mich freun; ganz will ich mich dir ergeben, und dein Bild in mir erneun. Herr, zu diesem Heilsgeschäfte gieb du selbſt mir Muth und Kräfte! Amen. 3. Mein bin griff, dir meine Sünden feierlich zu bekennen, und dich um Bergebung derselben anzurufen. Laß Verdammniß verdienet habe. Ich ch weiß und gestehe es, mein Gott! daß ich ein Sünder bin, welcher deine Strafen und die ewige 58 Beicht- und Communion- Gebete. glaube aber doch, daß Jesus, dein trauen zu deiner unendlichen BarmSohn, auch mich erlöset habe. herzigkeit und auf die versöhnende Alle meine Sünden sind mir von Kraft des Blutes und Todes Jesu Herzen leid, und ich bitte dich de- kam ich zu dir, zwar mit Sünden müthiglich, vergieb sie mir um Jesu beschwert, und deswegen unruhig willen, und stärke mir die Versiche- im Gewissen; aber du beschämteſt rung davon im heiligen Abend- mein Angesicht nicht. Ich flehete mahl! Ich will durch deine Hülfe zu dir um Vergebung meiner Uebermein Leben bessern. Amen. tretungen und Sünden, und du erhörtest mein Gebet. Du gabft mir in deinem Worte die tröstende Versicherung: Deine Sünden find dir vergeben; und dein Geist giebt meinem Geist das Zeugniß, daß ich dein Kind, dein Eigenthum und ein Erbe aller deiner Seligkeiten bin. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, o du Liebhaber des Lebens, daß du mich so hoch begnadiget hast! Ach, wie freuet sich mein Herz deiner unendlichen Menschenliebe! Er wecke mich, dich immer mehr und mehr dafür zu loben und zu preisen! Ich wäre das undankbarste Geschöpf, wenn ich das Gute, das du an mir durch die Vergebung mei ner Sünden gethan hast je ver gessen könnte; wenn ich für deine Geduld, Langmuth und Erbarmung nicht von ganzem Herzen dankbar wäre; wenn ich deine Begnadigung nicht anwendete, mich derselben immer gewisser und würdiger zu ma chen. Laß mich sie durch vorfäßliche Sünden nie wieder verlieren; son dern durch treuen Fleiß in der Heiz obe den Herrn, meine Seele, und ligung bis an's Ende meines Lewas in mir ist, seinen heiligen bens bewahren! Dir, mein Gott! Namen! Lobe den Herrn, meine will ich von nun an ganz leben. Seele, und vergiß nicht, was er dir Dich will ich unaufhörlich preiſen. Gutes gethan hat, der dir alle deine Dir will ich durch Gehorsam und Sünde vergiebt, und alle deine Ge- Bertrauen danken, und noch in brechen heilt; der dein Leben vom jener Ewigkeit mit geheiligtem Herz Verderben errettet, und mit Gnade zen und verklärten Lippen ausru und Barmherzigkeit dich krönet! fen: Lobe den Herrn, meine Seele, Ach, mein Gott! wer kann die und vergiß nicht, was er dir Gutes Langmuth und Geduld, mit der du gethan hat! Amen. uns trägest, wer die Barmherzigkeit und Gnade, mit der du uns, wenn wir zu dir kommen, umarmest, aussprechen und genugsam Dies auch ich zu Vorbereitung zum Genusse des heiligen Abendmahls. ein ein Heiland! du hast ein Gedächtniß deiner unendlichen meinem Troste erfahren. Im Ber- Liebe gegen uns Menschen gestiftet, Kurzer Seufzer nach der Beichte. J ch danke dir, liebreicher Gott! daß du mein Herz durch die Gnadenverheißungen deines Wortes getröstet und erquicket hast. Laß mich dieselben in einem feinen guten Herzen bewahren, und nie etwas begehen, wodurch ich dei ner Gnade wieder verlustig werden müßte! Erhalte mein Herz stets bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte! Dir übergebe ich mich mit allen meinen Kräften, Sinnen, Gliedern. Dir will ich leben, und der Dank für alle deine Wohlthaten soll eine heilsame Anwendung derselben zu meiner Befestigung im Glauben und in der Gottseligkeit sein. Gieb du mir dazu den Beistand deiner Gnade um Jesu Christi willen! Amen. Danksagung für die Vergebung der Sünden. 59 Beicht- und Communion- Gebete. da du kurz vor deinem versöhnen- Daher komme ich auch jetzt, mich den Leiden und Sterben das hei lige Abendmahl zum Trost deiner Berehrer und zur Stärkung ihres Glaubens eingesept bast. Auch ich habe Erlaubniß, diese feierliche Handlung, und zwar gemeinschaftlich mit andern Christen, zu begehen. Wie glücklich bin ich, daß ich dich ,, o Jesu, den einigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, deine Lehre und dein Heil kenne! Wie glücklich, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, und zu deinen Erlöseten und Freunden mich zählen darf! für deinen Jünger und Verehrer öffentlich zu bekennen. Sch komme, dir für dein Leiden und Sterben und für die Einsegung des heiligen Abendmahls feierlich zu danken. Sch komme, meine Gemeinschaft mit deinen Bekennern zu unterhalten, und mich auf's neue zu einer brünstigen Liebe gegen dich und sie zu verpflichten. Ich komme, den seligen Borsag in mir zu erneuern, daß ich nicht mir selbst, sondern dir, der du mich so theuer erkauft haft, leben und dienen will. O Herr, laß mein Borhaben gesegnet sein! wie viel habe ich dir, mein Laß mich die Wunder deiner Barm Heiland, zu danken! Wie unwis- herzigkeit so erwägen, und dein send, wie verderbt, wie trostlos, heiliges Abendmahl so genießen, wie elend würde ich ohne dich daß Glaube, Liebe und Hoffnung und deine Gnade sein! Wie un- in mir gestärkt, und ich auf's erträglich würde mir die Last mei= kräftigste gereizt werde, die Verner Sünden, wie fürchterlich die sprechungen, die ich dir thue, mit Erwartung der damit verdienten unverbrüchlicher Treue zu halten! Strafen, wie schrecklich der An- Hilf, Herr Jesu, hilf und laß diese blick des Todes und der Gedanke heilige Handlung mir auf alle Art der Ewigkeit sein, wenn du nicht und Weise erbaulich und gesegnet selbst dich zum Opfer für unsere sein! Amen. Sünden dahingegeben, und selbst uns gelehret bättest, in welcher Ordnung wir an aller der Gnade und Seligkeit, die du uns daben könnten und sollten! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquickt, und alle Hoffnung, die mich belebt, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Kurzer Seufzer vor dem Hinzugange zum Altare. Peßt gehe ich, o Jesu! mit einem hin, das heilige Abendmahl zu genießen. Ach gieb, daß ich es würdiglich genießen, und dir für dein Leiden und Sterben lebenslang in treuem Gehorsam recht dankbar ſein Und wie höchst strafbar möge! Amen. würde ich sein, wenn ich dieser deiner Liebe oder nur Beim Empfange des Brodes. Dank, mein mit Kaltfinnigkeit und Gleichgül: Habe deinen Leib auch für mich tigkeit an schmäh fte gedächte! höchst strafbar, wenn ich mich wei- zur Versöhnung in den gerte, von derselben einen heilsamen lichsten Tod dahingegeben hast! Gebrauch zu machen, und dir die Hilf, daß ich mich dir wiederum Ehrerbietung, den Dank, den Ge- mit Leib und Seele zu einem Opfer, horsam, den ich dir schuldig bin, das da lebendig, heilig, und dir zu erweisen! Aber das will ich, wohlgefällig sei, ergebe! Amen. göttlicher Erlöser! mir nicht zu Schulden kommen lassen. Nein! ich will deiner liebreichen Einladung willig und mit Freuden folgen. Beim Empfange des Weins. aber dein Blut auch für mich, abe Dank, mein Heiland, daß 60 Beicht- und Communion- Gebete. und zur Vergebung meiner Sünschaft mit andern Christen habe den vergossen hast! Gieb, daß mein feiern, und in demselben seinen Gewissen durch die Kraft desselben für mich dahingegebenen Leib und immer mehr und mehr von allen sein für mich vergossenes Blut geUntugenden und Sünden gereini- nießen können. Erzeige mir und get, und ich willig und fähig ge- uns allen nun auch die Barmhermacht werde, dir, dem lebendigen zigkeit, daß wir auch der seligen Gott, mit reinem Herzen zu dienen! Früchte theilhaftig werden mögen, Amen. die seine Erlösung über uns bringen kann, wenn wir ihn als unsern Mittler im wahren Glauben annehmen, und seiner Lehre sowohl, als seinem Vorbilde von ganzem Herzen gehorsam werden! žaß uns insonderheit auch des Segens theilhaftig werden, den er mit dem würdigen Genuß des heiligen Abendmabls verknüpft hat! Laß uns durch seine Gnade getröstet, und durch seinen Geist geheiligt, im Glauben und Vertrauen gestärket, zu allen wahren Tugenden kräftig ermuntert, und in der Hoffnung des ewigen Lebens, mit Bewahrung eines guten Gewissens, vollbereitet werden! Befestige auch durch dies Liebesmahl das Band des Friedens, der Eintracht und Menschenliebe bei allen, die daran Theil genommen haben! Gieb, daß wir dadurch auf's kräftigste ermuntert und gereizt werden, uns so treu und redlich unter einander zu lieben, wie du uns in deinem Sohne geliebet hast! Dadurch beweisen wir, daß wir dir angehören, und deine Kinder find. Lank ſet ter! ich preise dich, daß du dir, daß du diese Gesinnungen deinen eingebornen Sohn Jesum bei uns durch den Genuß des hei Christum auch für mich dahingege- ligen Abendmahls auch in mir er ben hast, und erkenne es mit De- neuert haft! Gieb mir zur Untermuth meiner Seele für eine große haltung und Bethätigung derſel Wohlthat, daß ich das Gedächtnis- ben deine Gnade, um Jesu Chriſti mahl seines Todes jest in Gemein- willen! Amen. Barmherziger, himmlischer BaSelbstermunterung nach dem Genuk des heil. Abendmahls. Nun un bebe dich, mein Geist, zu deinem Gott empor, und danke ihm für die Gnade, der du durch den Genuß des Leibes und Blutes Jesu Christi im heiligen Abend mahl bist gewürdiget worden! Gott! ich bin viel zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. Aber denke auch daran, meine Seele, daß du dich heute von neuem zu aller Treue gegen deinen Heiland verpflichtet hast! Erfülle deine 3usage, und diene deinem Heiland, der so viel für dich gethan hat, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit! Ja, mein Jesu! das will ich thun. Stärke mich dazu durch deine Gnade! Amen. Danksagung nach dem Genuß des heil. Abendmahls. 3. In geist- und Leiblichen Angelegenheiten. Tägliche Erneuerung des Tauf-! Kinde aufgenommen, und väterlich bundes. für mich sorgen zu wollen versprochen; ich aber habe mich verpflichtet, Großer Gott! du hast mich, als dich als meinen Gott und Bater ich getauft wurde, zu deinem durch Anbetung, Glauben und Ge In geist- und leiblichen Angelegenheiten. 61 des Glaubens. horsam zu verehren. Deine 3u-| Um Erhaltung und Stärkung fage haft du treulich erfüllt; aber die meinige habe ich sehr oft unerfüllt gelassen, oder vielmehr übertreten. Herr, der du barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte bist, verzeihe mir alle meine Fehltritte, auch die jenigen, die ich selbst nicht weiß oder kenne! Siehe! ich komme ein Werk, nur dein Werk ist es, o Gott! daß wir an den glauben, welchen du gesandt hast. Daher danke ich dir von Grund meiner Seele, daß du mich nicht nur unter einem Volke, welchem die Lehre deines Sohnes göttliche jest reuig und gläubig zu dir, Weisheit und göttliche Kraft ist, die Busagen, die ich dir in der und von Aelteren, welche derselben beiligen Taufe gethan habe, zu von ganzem Herzen ergeben waren, erneuern. Ich übergebe mich dir, bast lassen geboren werden; sondern Gott Vater, Sohn und beiliger daß du mir auch selbst zu einer Geist! auf's neue mit Leib und lebendigen Erkenntniß seines EvanSeele; empfehle dir meine und geliums verholfen, und vermittelſt der Meinigen Wohlfahrt; gelobe derselben mich durch deinen Geist dir für die künftige Zeit mehr dahin gebracht hast, daß ich mir Ergebenheit, Gehorsam und Treue, getraue zu sagen: Ich erkenne und verspreche, alles ungöttliche den Wahrhaftigen, und bin in Wesen sammt den weltlichen Lüsten dem Wahrhaftigen, deinem geliebzu verleugnen, und züchtig, ge- ten Sohn, Jesu Christo; denn recht und gottfelig in dieser Welt was ich jest lebe, das lebe ich im zu leben. Gott! es ist mein Ernst, Glauben des Sohnes Gottes, der es ist mein rechter Ernst, durch mich geliebet, und sich selbst für alle meine Gesinnungen und Hand- mich dahingegeben hat. Wie soll lungen zu beweisen, wie sehr ich ich dir, mein Gott, für diesen den Werth der Glückseligkeit er mir geschenkten Glauben, ohne fenne, die du mir in der heiligen den ich weder hier in der Welt Taufe geschenkt hast. Aber wie ruhig, noch jenseits des Grabes würde ich das thun können, wenn selig sein könnte, genugsam dandu nicht mit deiner Gnade und fen! Ach, lobe den Herrn, meine Kraft mir zu Hülfe kämest? Herr Seele! lobe den Herrn, und verGott Vater, erbarme dich über mich, giß nicht, was er dir Gutes gedein Kind! Herr Gott Sohn, er- than hat! Aber fahre nun auch barme dich über mich, deinen theuer fort, mein Gott! das gute Werk, Erlöseten! Herr Gott heiliger Geist, das du in mir angefangen hast. erbarme dich über mich, dein Eigen zu unterhalten und zu vollendent thum! O dreieiniger Gott, bewahre Du kennest mich und die Gefahr, mich vor allem Rückfall aus deiner mit der ich von innen und von Gnade, und vollführe in mir das außen umgeben bin. Wie leicht gute Werk, das du in mir ange kann ich zu Gedanken und Gefangen haft! Bollführe es bis auf sinnungen, die mit dem Glauben den Tag meiner Erlösung! Dann nicht bestehen können, verleitet will ich in ligen Engel und aller vollendeten Glaube seine Rechtschaffenheit und Gerechten fröhlich ausrufen: Dem Kraft verlieren! Wie leicht kann Gott, der mich erschaffen, erlöset ich am Glauben und geheiliget hat, sei Preis und bruch leiden, und darüber die gar SchiffEhre und Lob und Dank und Glückseligkeit, darin ich jest stehe, Anbetung in alle, alle Ewigkeit! verscherzen! Ach gieb, daß weder Amen! das eine noch das andere je bei. 62 In geist- und leiblichen Angelegenheiten. mir stattfinde! Erwecke mich, das in diesem Lande der Prüfung walle einzige Nothwendige stets zu beden- nicht zu verlassen; sondern mich fen, und dafür angelegentlich zu mit der mächtigen Hülfe deines Erfülle sorgen, wie ich mich immer mehr Geistes zu unterstüßen. und mehr auf meinen allerheilig dies dein Wort an mir, und stehe fien Glauben erbauen und in mir bei, daß ich die mancherlei meiner Vereinigung mit Jesu er Bersuchungen, die mich von außen halten und befestigen möge! Laß und von innen zu betreten, glückmich zu dem Ende die Mittel der lich überwinden könne! Ich erGnade, die du dazu verordnet kenne die Gefahr wohl, worin ich haft, gern und gehörig gebrau- schwebe. Aber von mir selbst, als chen! Laß mich dein Wort fleißig von mir selbst, bin ich nicht verlesen, hören und betrachten! Laß mögend, derselben auszuweichen. mich täglich neue Nahrung für Mein Schuß stehet, o Bater! bei meinen Glauben in der gnädigen dir. Laß mich nicht umsonst zu Verheißung suchen, die du mir dir darum flehen! Laß mich nicht bei meiner Taufe gegeben hast! versucht werden über mein VerLaß mich das heilige Abendmahl mögen! Eile, mir beizustehen, oft, aber immer würdig genießen! Herr, meine Hülfe! Doch nie Laß mich nie aufhören, dich um werde ich wider den Rückfall aus deine Gnade und Hülfe im Geist deiner Gnade sicherer sein, als und in der Wahrheit anzuflehn! wenn ich mich eifrig bemühe, in Laß mich wider Lüste und Sün- meinem Christenthume immer lauden wachen und kämpfen, und terer und thätiger und an guten meinen Glauben stets durch Fleiß Werken immer fruchtbarer zu wer in guten Werken lebendig und den. Und, auch zu flehe ich um thätig beweisen! Und wenn ich deinen Beistand und Segen. Erdies mit Angelegenheit und Treue neuere täglich in mir den redthue, so segne meine Bemühun lichen Borsag, dich über alles zu gen also, daß meine Erkenntniß lieben, jeder, noch so gering scheiimmer richtiger und völliger, nenden Sünde zu widerstehen, meine Ueberzeugung immer fester alle bösen Begierden sogleich in und gewisser, mein Vertrauen zu der Geburt zu unterdrücken, alle deiner Gnade immer stärker und Gelegenheiten zur Sünde forg anhaltender, und mein Sinn und fältig zu meiden, stets über mich Wandel immer heiliger werde! selbst und mein Herz zu wachen, Wohl mir! und abermal: Wohl wider alles Böse, es habe Namen, mir! wenn ich mit Paulo sagen wie es wolle, zu kämpfen. Dein kann: Ich weiß, an wen ich glaube, Wort sei meines Fußes Leuchte und bin gewiß, daß er mir meine Beilage bis auf den Tag der 3ufunft Sefu Chrifti bewahren kann. Herr, schenke mir die Gnade, so zu denken, so zu glauben, so zu leben, so zu hoffen, um Jesu Christi meinen verwöhnten willen! Amen. und ein Licht auf allen meinen Wegen! Es lehre und erinnere, es warne und stärke, es tröste und erquicke mich, daß ich die Welt, und alles, was Sinnen angenehm ist, mit Freu den verleugne und entbehre; mein höchstes Vergnügen aber, meine Ruhe und Seligkeit in dir, und in dem Umgange mit dir im Gebete suche! Gieb, daß ich mit der Hei ligung in deiner Furcht treulich fortfahre, und im Guten immer wachse und zunehme, bis ich mit Um Bewahrung vor dem Rückfall, und um Befestigung im Guten. G etreuer Gott! du hast ver sprochen, mich, so lange ich In geist- und leiblichen Angelegenheiten. 63 andern Gläubigen hinankomme und gut zu finden, was dein Rath zur möglichsten Festigkeit im Glauben und Erkenntniß des Sohnes Gottes! Amen. für mich beschloß! Laß mich mit jeder Lage der Umstände, worin deine Vorsehung mich sehen dürfte, zufrieden sein, und stärke mich, alles, was du mir auflegeft, christlich und standhaft zu ertragen! Laß mich es immer lebhafter inne werden, daß wahre 3ufriedenheit nicht von unserm äußern Glücke abhange; sondern daß nur derjenige ihrer fähig sei, der dich zum Freunde hat!, dahin laß mich streben, daß ich in der Ordnung der Buße, des Glaubens. und der Heiligung dein Freund und Kind sei! So wird es mir nicht fehlen an irgend einem Gute, und alles, was mir begegnet, wird zu meinem Besten dienen müssen. Herr! das glaube ich; erhalte und stärke mir diesen Glauben um deiner Liebe willen! Amen. Um Zufriedenheit mit Gott bei seinen Führungen. He err und Vater meines Lebens! Ich erkenne es, daß alle meine Schicksale von dir abhangen, und freue mich, daß ich davon überzeugt bin. Unendlich ist deine Erkenntniß, deine Weisheit, deine Güte, deine Allmacht. Wie sollte ich mich denn nicht bei deinen Führungen und Fügungen beruhigen? Sicher darf ich's dir zutrauen, daß du das Beste für mich von Ewigkeit bestimmet babest, und den Lauf meines Lebens so ordnen werdest, daß deine wohl thätigen Absichten erreicht werden können. Laß diesen Gedanken bei allen Vorfällen meines Lebens stets bei mir gegenwärtig sein! so wird keiner derselben mich beunruhigen; sondern ich werde Gebet in kummervollen Umständen. durch diesen Gedanken allen Un Gott! du muth, allen Kummer, alle müthigkeit, die bei mir aufsteigen wollte, unterdrücken können. Deine Gedanken und Wege sind freilich nicht immer die meinigen, und meine Wünsche stimmen nicht immer mit dem, was du mich erfahren läsfest, überein. Aber würde es nicht kindischer Unverstand sein, wenn ich deine Wege tadeln, wider dich murren weißt es, welcher Kummer meine Seele jest beuget. Aber kommt nicht das Leiden, welches ihn verursacht, von dir? Sollte ich denn nicht glauben, daß dies Leiden mir nüglich, und jener Kummer mir unanständig sei? Ueberzeuge mich davon immer mehr und mehr, und stärke mich, dich durch Geduld und Hoffnung in meinem Leiden und mich un- zu ehren; zumal ich dasselbe durch glücklich achten wollte, weil du meine Thaten und Sünden wohl mich nicht gerade so, als mein verdient habe! Nur gar zu oft Herz es begehret, leitest? Wie oft vergaß ich unter den Zerstreuunwürde ich in mein Unglück ge- gen der Geschäfte, oder unter dem rennet sein, wenn meine Wünsche Genusse der Erquickungen dieſes wären erfüllet worden! 3war sind Lebens, meine Bestimmung für deine Wege für mich zuweilen rauh eine bessere Welt; vergaß deiner und hart; aber ihr Ende ist Glück Wohlthaten und meiner Pflichten; und Freude. Wunderbar ist dein vergaß meiner Sterblichkeit und Rath; aber du führest ihn herrlich der Rechenschaft, die ich einmal vor hinaus. Stärke mich, Vater, in dir abzulegen habe. Da fand es dieſem Glauben! Gieb mir dieſe weise Entschließung, alles zu billigen deine Weisheit und Güte nöthig, mich wieder auf dich und mich, auf 64 In geist- und leiblichen Angelegenheiten. dein Wort und meine Bestimmung| schäfte. Wie angenehm machst du aufmerksamer zu machen. Und das mir dadurch mein Leben auf Erdu sahest, daß solches nicht besser, den! Und zu wie vielem Danke als durch Entziehung einiger Gü bin ich dir für diese deine Wohlter und Glückseligkeit dieses Lebens, oder durch einige unglücksfälle und Leiden am Leibe geschehen könnte; so beschlossest du, zu versuchen, ob du auf diesen und dergleichen Wegen mich zur Sinnesänderung leiten und zu dir wieder ziehen könntest. Herr! ich weigere mich deswegen deiner Züchtigungen nicht, sondern demüthige mich unter deine gewaltige Hand. Gerecht bist du, Herr! und gerecht find alle deine Wege. Aber sie find eitel Güte und Wahrheit denen, die dich fürchten. Du legst uns wohl eine Last auf; aber du hilft uns auch. Dies erkenne, dies glaube ich, mein Gott! und nehme meine Leiden daher als eine Wohlthat von dir auf. Auch wenn mein Auge weint, dankt dir doch mein Herz, weil du alles wohl machest. Grhalte diese Hoffnung in meinem Herzen, und erfülle mich mit einer Geduld, die sich durch keinen Vorfall erschüttern läßt. Nur beweise mir auch die Treue und Hülfe, die du deinen leidenden Kindern versprochen hast! Laß mich nicht versucht werden über mein Bermögen; sondern mache, daß all mein Leiden ein solch' Ende gewinne, daß ich es könne ertragen! Gile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe! that verpflichtet! Ja, Herr! ich danke, herzlich danke ich dir dafür, und will auf das allergewissenhafteste mit derselben umgehn. 3war hätte ich durch meine vielen Sünden wohl verdient, daß du mich mit dieser oder jener Krank beit beimgesucht hättest; aber aus unverdienter Güte und Erbarmung haft du meiner verschonet. Erhalte mir denn diese Wohlthat auch ferner, so lange es dir gefällt und mir nüßlich ist! Aber regiere mich durch deinen heiligen Geist auch also, daß ich nie ein vermessenes und fündliches Vertrauen auf meine Gesundheit und Kräfte seße; nie auch durch Schwelgerei und Lüste den Grund zu allerhand schädlichen Krankheiten lege, oder durch andere Verfündigungen diese Ruthe bei dir verschulde! Gieb vielmehr, daß ich Gesundheit und Kräfte, ſo lange du site mir verleihest, lediglich zu deiner Ehre, zur Wahrnehmung der Geschäfte meines Berufe, zum allgemeinen Besten und zum wahren Nugen meines Nächsten, sonderlich aber der Meinigen, anwende! Herr! aus Dankbar= keit für die bisherige Gnade der Gesundheit verspreche ich, solches zu thun. Erhalte du dies Versprechen stets neu und gegenwärtig und lebendig in meinem Herzen, und laß mich sorgfältig sein, daſſelbe unter deinem Beistande redlich zu erfüllen! Frhöre mich um Jesu Chrifti, deines lieben Sohnes, un fers Heilandes und Erlösers willen! Amen. Amen. Bitte um Gesundheit und Kräfte. chöpfer und Erhalter meines Lebens! Wie soll ich dir für die Gesundheit des Leibes, die du mir bisher gegönnt hast, genugsam danken! Tes Abends gehe ich gefund zu Bette, die Nacht hindurch o gehe ich denn nun, mit neuer schlafe ich ruhig, und des Morgens Kraft geftärkt, wieder an die erwache ich gestärkt und munter, Werke meines Berufs. Deiner Gnade und gehe fröhlich an meine Ge- habe ich dies zu danken, o du güti= Um Segen zu den BerufsGeschäften. 65 In geist- und leiblichen Angelegenheiten. ger Erhalter meines Lebens! Denn Das hast du versprochen, das wirst du hast mir bisher Gesundheit und du erfüllen! Amen. Gebet eines Menschen von hinfälliger Gesundheit. meiner Arbeit Kräfte geschenkt; und die muß ich nach deiner Absicht, unter anderm auch zu redlicher und gewissenhafter Ausrichtung dessen, was mir in meinem Stande und Berufe ob- Uweiser Schöpfer und Gott! liegt, anwenden. Aber weil alle Du hast uns Menschen nicht unsere Bemühung ohne Gnade zu dem Ende in die Welt gefegt, und Segen von dir nichts nüßet daß wir unser Leben in derselben noch schaffet; so bitt' ich dich de- in trägem Müssiggange, und noch müthiglich: Sei allezeit mit mir weniger in Ueppigkeit und Lüsten, bei allem demjenigen, was ich vor- zubringen sollen. Tein Wille ist nehme, und laß es mir gelingen! es vielmehr, daß wir im Schweiße Unterstüße mich mit deiner Kraft, unsers Angesichts unser Bred essen, um recht viel Gutes verrichten und in demjenigen Stande und zu können! Bewahre mich bei Beruf, worin deine Weisheit uns meinen Geschäften vor unglück segt, uns treu, fleißig und geschäf und widrigen Begegnissen! Neige tig beweisen sollen. Darum giebst die Herzen der Menschen zu mir, du uns einen gefunden, mit durch deren Wohlwollen und vielen Fähigkeiten und Kräften Hülfe der erwünschte Fortgang versehenen Körper; wachest in befördert wird! unserer Jugend über unserm Leben Auf dir und deinem Segen beruht und unserer Gesundheit; ſstärkeſt ja alles. Unser Pflanzen ist nichts, von Zeit zu 3eit unsere Fähigund unser Begießen ist nichts, keiten und Kräfte, und machst wenn du nicht, o du Ursprung uns für die Welt immer brauchalles Glücks und Wohlergehens! barer und geschickter. Aber ſehe Gedeihen dazu verleihest. ich auf meinen Körper in ſeiSo hebe denn an, mein Gott, und nem jezigen Zustande; so finde ich, segne mich an diesem Tage! daß meine Gesundheit sehr hinSprich Ja zu meinen Thaten! fällig ist, und meiner Kräfte ſehr Hilf selbst das Beste rathen! Den wenig sind. Anfang, Mittel und Ende, o Gewissen mir das Zeugniß, daß 3war giebt mein Herr, zum Besten wende! Uebri- ich nicht durch eine unordentliche gens überlasse ich mich lediglich Lebensart, nicht durch Schwelgedeiner väterlichen Fürsorge, und rei und Wollust auf meine Gebin fest überzeugt, daß du mir sundheit losgestürmt und meine und den Meinigen das geben wer- Kräfte muthwillens geschwächt deſt, was zu unserer Nothdurft habe; und hätte ich aus Unwiſsenunentbehrlich ist. Das hoffe ich, heit, Unbedachtsamkeit oder Uebermein Gott! und gläubige Hof eilung etwas unternommen, bas ung auf dich läßt nicht zu einen schädlichen Einfluß auf meine Schanden werden. Nur bei dem Ei- Gesundheit und Kräfte gehabt hafer für die Arbeit meines Standes ben möchte; so hoffe und bitte ich, und Berufs laß mich nicht vergessen, daß du solches und meine jezige für meine Seele und für den Himmel wenige Tüchtigkeit zur Arbeit mir u arbeiten! Laß mich am ersten nicht zurechnen, sondern um Jeſu nach deinem Reiche und nach deiner Christi willen vergeben wolleft. Gerechtigkeit trachten, so wird mir Um deswillen trage ich das Leiden, und der Meinigen Nahrung und Geduld und Gelaffenheit. das Uebrige, was ich zu meinem das ich jetzt empfinde, mit christlicher Auskommen bedarf, nicht fehlen! schlechte Gesundheit und wenige dein Meine 5 66 In geist- und leiblichen Angelegenheiten. Stärke macht es inzwischen, daß Nun kommt es auf dich an, daß ich mehr und ernstlicher, als viel- du deinen Segen dazu gebest. Entleicht mancher andere, der gesund ziehe uns denselben nicht, ob wir und stark ist, an meine Hinfällig es durch unsere Sünden, besonders keit und Sterblichkeit gedenke. Jch durch unsere Geringschäßung deibitte dich, mein Gott, du wollest ner Wohlthaten, und durch unmir diesen Gedanken immer gegen- sern Mißbrauch deiner Gaben zur wärtig erhalten! Lehre mich be- Ueppigkeit, Schwelgerei und Verdenken, nicht nur, daß ich sterben schwendung wohl verdient hätten. muß; sondern auch, daß ich bald Du hast den Samen keimen und und plöglich sterben kann, auf daß aufgehen lassen, und uns bisher ich klug werde, und mich stets in eine frohe Aussicht zu einer guten guter Bereitschaft zu dem Ueber- Ernte gegeben. Auch die frucht gange aus der Zeit in die Ewig- tragenden Bäume versprechen dies keit finden lasse! Wenn ich sonst Jahr einen guten Gewinn. Dafür in meinem Stande und Hause danken wir dir von Grund unse nicht viel Gutes mehr schaffen kann; rer Seelen und bitten dich de so laß mich desto ernstlicher mit müthiglich, du wollest die Früchte Furcht und Sittern schaffen, daß unserer Felder, Gärten und Bäume ich selig werde! So lange ich in- ferner in deinen Schuß nehmen. zwischen noch lebe, will ich für Gieb nicht zu, daß sie durch nach mein Leben und für meine Kräfte theilige Witterungen oder schäd sorgen, und sie so wenig durch liches Ungeziefer verheeret, und daz heftige Affecte, Traurigkeit, Gram durch unsere Hoffnung vereitelt und Born, als durch Ueberneh- werde! Herr, der du deine' Sonne mung zu schwerer Arbeit noch mehr über Böse und Gute aufgehen, schwächen; aber doch so viel; als und deinen Regen über Gerechte nur immer möglich ist, arbeiten, und Ungerechte fallen läsfest, gieb damit ich nicht der Welt ganz un- uns, wenn es dir gefällt, eine mit nüß und unbrauchbar, und den Regen und Sonnenschein abwech. Meinigen nicht zu beschwerlich felnde gute und bequeme Witte werde. Verlaß und versäume du rung, damit die Früchte gehörig mich nur nicht, mein Gott; fon- aufwachsen und reifen und in die dern sei meine Stärke, meine Hülfe Scheuern gesammelt werden kön und mein Trost! Amen. den an deine Verheißung: So lange die Erde steht, soll nicht auf hören Samen und Ernte, Frost und Hiße, Sommer Tag und Nacht. nen! Und damit es auch dem Bieh an Nahrung und Freude nicht fehle; so schmücke auch die Wiesen und Weiden mit deinem Segen! Kröne dies Jahr mit deinem Gute, und laß deine unter vom Fette triefen! So wollen wir nicht nur dich feierlich loben und preisen, den Segen aus deiner mil und Winter, den Hand mit Demuth und Erz Vis hieher haft kenntlichkeit annehmen, und nach deiner Absicht zum Unterhalt un sers Leibes und Lebens in den ge hörigen Schranken der Mäßigung und Selbstverleugnung gebrauchen, sondern auch unsere dürftigen Brüdu sie erfüllt, und deine Weisheit, Güte und Treue ist uns Bürgé dafür, daß du solches auch fernerhin thun werdest. In deinem Namen und auf deinen Befehl baben wir auch dieses Jahr unsere der von deinem Segen erquicken. Felder und Gärten bestellt, und Denn du willst, daß auch sie eſſen den gehörigen Samen ausgestreut. sollen und fatt werden. Herr! aller Für die Früchte des Feldes. Meiser und allmächtiger Gott! erinnern In geist- und leiblichen Angelegenheiten. 67 Augen warten auf dich, daß du nicht mißbrauchen; sondern deiner ihnen Speise gebest zu rechter Zeit, Absicht gemäß anwenden! Freilich auch wir warten auf dich. Thue fehlt es immer noch an Menschen deine milde Hand auf, und sättige nicht, welche undankbar vergesſen, alles, was lebet, mit Wohlgefal- daß du es bist, der sie nicht nur len! Du kannst es thun; denn nothdürftig erhält und ernähret, du bist der allmächtige Herr der sondern überflüssig erquickt und Natur, und wirst es thun; denn erfreut; noch an Menschen nicht, du bist unser in Christo versöhn- welche, gleich den unvernünftigen ter, gütiger und erbarmungsreicher Thieren, ihre Speise gedankenlos Bater. Geheiligt werde dein Name, dahin nehmen, ohne auf dein Werk hier zeitlich und dort ewiglich! und auf die Geschäfte deiner Hände zu sehen und für deine Güte dir zu danken. Aber von solchem Unverstande, von solcher Unempfindlichkeit, von solchem undanke wolAmen. Danksagung nach der Ernte. Gott, unser Vater und Verfor- len ich und mein Haus uns weit ger! Auch in diesem Jahre entfernen. Wir wollen dich loben hast du dich uns nicht unbezeugt und deinen Namen erheben. Wir gelassen. Du hast uns viel Gutes wollen den diesjährigen Segen als gethan, uns fruchtbare Zeiten vom ein Geschenk aus deiner Hand beHimmel gegeben und unsere Her trachten und dir von Grund unsezen mit Speise und Freude er- rer Seele dafür danken. Wir fühfüllet. Du hast unsere Felder, Gär- len es nur gar zu wohl, wie wenig ten und Bäume deiner gnädigen wir mit dir rechten dürften, wenn Aufsicht gewürdigt, und von den du ihn uns versagt hättest, und Früchten derselben alle Arten von wie sehr wir ihn bloß deiner Güte Berheerung gnädigst abgewendet. zu danken haben. Aber wir fühDu hast unsere Weiden und Wielen eben sowohl, wie wenig und fen befeuchtet und erquicket, und schwach der Dank ist, den wir dir mit hinlänglichem Grafe bekleidet, dafür geben können. Aber bei ſeidamit auch das Vieh seine Nah ner Schwachheit und Unvollkomrung und Freude finden könne. menheit laß ihn, wenn er ein redAuch licher und herzlicher Dank ist, dir, o Gott, um Jesu Christi willen wohlgefallen! Desto mehr und freudiger können wir hoffen, daß du auch künftighin deinen Segen uns nicht vorenthalten werdest. Erhalte unser Herz, o Gott, nur stets bei dem Einigen, daß wir deinen Namen fürchten! So werden wir immer auch Brodes die Fülle haben und nie Mangel an irgend einem unentbehrlichen Gute leiden. Amen. zur Ginsammlung unserer Früchte hast du uns eine gute bequeme Witterung verliehen, und diejenigen, die sich mit der Einerntung beschäftigen, vor Gefabr und Schaden und besonders vor ansteckenden Seuchen und Krankheiten bewahret. Run haben wir also deinen diesjährigen Segen ein gebracht und können ihn in Ruhe, Sicherheit und Gesundheit fröhlich genießen. O, möchten wir es doch nie vergessen, daß du es bist, der und die Ernte jährlich und tren behütet! Möchten wir es doch mit demüthigem Dank erkennen, daß dieser Segen ein freiwilliges unverdientes Geschenk deiner Gnade sei! Möchten wir doch den SeBei starkem Donnern und Blitzen. onner und Bliz find Erscheinungen der Natur, deren du, gen, den du uns zugewendet hast, weiser und allgütiger Gott! dich zu 5* 68 In geist- und Leiblichen Angelegenheiten. deinen Absichten bedienst. Unleug- 1 du uns deine Blize sehen und bar haben sie immer ihren vielen deinen Donner hören läsfest. Die und großen Nugen, können aber Erde selbst bebet, und ihre Grundzufälliger Weise auch manches Un vesten zittern, wenn du im Donheil anrichten. Wir Menschen, die nerwetter redest. Und wohin wir mit deinen Absichten, sonderlich könnten wir vor deiner Hand fliein Ansehung des Ganzen, nicht hen, wenn du sie zu unserm Verrecht bekannt sind, und auf den derben wider uns ausstrecken wollSchaden, den sie anrichten kön- test? Wie viel schrecklicher aber nen, mehr, als auf ihren Nugen wird derjenige Tag sein, da Jesus ſehen, zittern vor dieser Naturer- unter Donner und Blig in seiner scheinung gar sehr, zumal wenn Herrlichkeit erscheinen wird, die unser Gewissen nicht in der gehö- Menschen zu richten! Wie wird rigen Verfassung ist. Aber die der Sünder alsdann zittern? Wie Welt zittere, so sehr sie wolle und wird der wünschen, daß Berge auf müsse; wir, o Gott! überlassen ihn fallen und Hügel ihn bedecken uns dir mit ruhigem Gemüthe. möchten! Aber wie geruhig und So sehr der Donner brüllet, so freudig in dir wird dann auch schrecklich die Blişe über unserm der Fromme und Gerechte fein, Haupte herfahren, so fürchten wir wenn die Himmel vom Feuer zeruns dennoch nicht; denn du bist gehen, und die Berge vor Hige bei uns, und ohne deinen Willen zerschmelzen werden! Ach Gott, kann uns nichts geschehen. Was uns aber geschieht, geseßt auch, der Blig schadete unsern Gütern, oder tödtete uns gar: so sind wir doch überzeugt, daß du es nicht böse mit uns meinest; sondern daß alles zu unserm Besten dienen müsse. Weil es dir, mein Gott! aber nicht zuwider sein kann, wenn wir in den Umständen, worin wir jetzt sind, unsere Zuflucht zu dir nehmen, und dich um Schuß und Hülfe anflehen; so kommen wir, Herr! zu dir, und bitten dich sege durch die Bearbeitung deines Geistes alle Sünder, und erhalte alle deine Kinder in demjenigen 3ustande, worin jener Tag ihnen kein Tag der Angst und des Schre ckens; sondern ein Tag der Freude und Wonne sein kann! Erhalte besonders auch mich in demselben um deiner ewigen Liebe willen! Amen. Gebet für die Bewohner der Marsch zur Zeit eines heftigen Sturmes. in tiefster Demuth unserer Seeütiger Gott! du haft dich nach len: Handle nicht mit Sündunsern Sünden, und vergilt uns fluth gnädig erklärt, daß du die nicht nach unsern Missethaten! Erde nicht wieder auf gleiche Art Erbarme dich über uns um Jesu und Weise versluchen und verderben Christi willen, und laß dies hefwollest. Gleichwohl läsfest du es zutige Gewitter ohne erheblichen weilen geschehen, daß diese oder jene Schaden vorübergehen! Schone Länder und Gegenden von, großen unser, und sei uns gnädig! Gr- und vielen Schaden anrichtenden, halte unsere Habe und Güter Ueberschwemmungen betroffen wer fammt den Früchten des Feldes! den, es sei nun, daß das Ganze der Insonderheit erhalte, wenn es dir Erdregierung solches erfordere, oder gefällig ist, unser Leben und un- daß die Bewohner solcher Länder sere Gesundheit, und bewahre uns und Gegenden auf ihre Sünden jest und künftig jederzeit vor und auf die damit wohlverdiente einem bösen schnellen Tode! Strafe aufmerksam gemacht, und Schrecklich ist es freilich, wenn nachdem sie durch Güte und Lang In geist- und leiblichen Angelegenheiten. 69 muth sich nicht zwingen lassen es um Jesu Christi willen! Bewollen, durch härtere 3ucht zur wahre unser Land vor einer verBuße erweckt und zu dir gezogen derblichen Wasserfluth! Erhalte unwerden sollen. Auch wir, o Gott! sere Schleusen und Deiche wider fiehen jest in den Umständen, darin die gegen sie andringende Gewalt! wir dies zu bedenken Ursache Gebeut dem Sturm, daß er sich haben. Als Herr der Natur bast lege; und sprich zu dem Wasser: du den Sturm über uns gerufen, Bis hierher sollst du kommen, und und wir hören sein Brausen und nicht weiter! Hier sollen deine stolToben mit Schrecken. Und wie zen Wellen sich legen! Laß diese besorgt müssen wir nicht für un- fürchterliche Witterung ohne großen fere Deiche und Schleusen und Schaden glücklich vorüber gehen, für unser Land sein; anderer Nach- und beweise auch dadurch, daß du theile, die der Sturm anrichten noch in Gnaden an uns denkeſt! kann, nicht zu gedenken. Wie So wollen wir dir unser Gelübde häufet nicht der Sturm das Was mit Freuden bezahlen, dir für deine ser wider uns zusammen, und mit väterliche Schonung kindlich danken, welchen schrecklich hohen Wellen und uns durch dieselbe erwecken schlägt dies nicht an unsere Deiche! lassen, hinführo vor dir zu wanAch, Herr! ziehest du deine Hand deln und fromm zu sein. So sei einen Augenblick von uns ab; so uns denn gnädig, o Gott, und müssen unsere Deiche und Schleusen hilf uns! Hilf uns um Jesu ihrer Gewalt weichen; unser Land Christi, deines lieben Sohnes, wilwürde mit Wasser überschwemmt, len! Amen. unsere Saaten verderbt, und was nicht sonst für Unglück unter Men schen und Bieh angerichtet werden! Und dürften wir über Ungerechtigfeit und Härte schreien, wenn Gebet, wenn ein starkes Donnerwetter oder ein heftiger Sturm glücklich vorübergegangen. mir ist, ſeinen obe den meine Seele, folches geschähe? Nein, mein was in Gott! du bist gerecht, und gerecht find alle deine Wege und Gerichte. heiligen Namen! Lobe den Herrn, Wir aber sind Sünder, die es meine Seele, und vergiß nicht, was nicht achteten, daß sie dich fürchte- er uns und unserm Lande Gutes ten, und in deinen Geboten und gethan hat, da er die große GeWegen wandelten. Wir hätten es fahr, die uns so nahe zu sein nur gar zu sehr verdient, daß du schien, gnädig von uns abgewenuns züchtigtest und straftest, da det hat! Herr! wir sind viel zu wir die Fage deiner gnädigen geringe aller Barmherzigkeit und Heimsuchung nicht gehörig ange- Kreue, die du uns erwiesen hast; wendet; sondern in denselben des du aber bist würdig, von uns zu Uebertretens nur immer mehr ge- nehmen Preis und Ehre und Lob macht haben. Aber, Herr, handle und Dank; und dies bringen wir nicht mit uns nach unsern Sünden, dir mit gerührtem und freudigem, und vergilt uns nicht nach unsern aber auch mit demüthigem und Miſſethaten! Der du uns, deinem ehrerbietigem Herzen. und hören Volke, und unserm Lande vormals wir etwa, daß anderwärts ein gnädig und bei ähnlicher Witte beträchtlicher Schade geschehen ſei; rung nachsehend und schonend ge- so bewahre uns vor geiſtlichem wesen bist, sei es doch auch jest, Stolze und Selbsterhebung! Laß und laß uns unser Vertrauen nicht uns da nicht denken, daß anumsonst auf dich sehen! Verschmähe dere vielleicht mehr Sünder, als unser Gebet nicht; sondern erhöre wir, oder wir vielleicht deiner 70 Familien- Gebete. Erbarmung und Schonung würdiger, als sie gewesen sein möchten! Wir, die wir vielfältig und oft gröblich wider dich gesündigt, und auf deinen Liebeszug durch Wohlthat und Segen nicht geachtet haben, hätten es ja wohl verdient, daß du uns mit strafender Hand heimgesucht, und uns erfahren las sen, was für Jammer und Herzeleid es bringe, wenn man dich nicht fürchtet, und in deinen Geboten und Wegen nicht wandelt. Es ist bloß ein Werk deiner freien und unverdienten Erbarmung, daß du unser geschonet hast. Nun, diese Schonung soll einen seligen und bleibenden Eindruck bei uns machen. Sie soll uns züchtigen, alles ungöttliche Wesen sammt den weltlichen Lüsten zu verleugnen, und dagegen züchtig, gerecht und gottselig in dieser Welt zu leben. Aber auch dieser Borsag ist ein Werk deiner Gnade. Herr, der du das Wollen gegeben hast, wirke in uns nun auch das Vollbringen dessen, was vor dir gefällig ist! Desto mehr können wir es alsdann erwarten, daß du mit deiner Erbarmung auch fernerbin über uns fortfahren werdest. Und darum bitten wir dich demüthig in dem Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn: Sei uns gnädig! Sei unserm ganzen Lande und Volke gnädig, und walte mit deiner Weisheit und Kraft über uns stets zu allem Segen! Amen. 4. Familien- Gebete. Gebet christlicher Ehelente. daß wir in keine Sünde willigen, und vorsäglich wider deine Ge iebreicher Gott und Vater! Wir bote thun! Erhalte die Gefindanken dir von Grund unserer nungen gegen einander, die bis Seele, daß du eine gegenseitige her unsere Freude gewesen sind, Freundschaft, Liebe und Zärtlichkeit und dazu gedient haben, daß wir in unsere Herzen gelegt und uns unser Leben uns versüßet, und unzum Ehestande mit einander ver- sere Beschwerden uns erleichtert einigt, uns auch während desselben haben! Aber laß uns nicht bloß so viel Glückseligkeiten und Freu- einer des andern Gehülfe in den den gegönnet hast. Von dem ersten Angelegenheiten dieses zeitlichen LeAugenblicke desselben an bis auf bens; sondern durch Ermunterung diese Stunde ist ja kein Tag ver- und Gebet auch auf dem Wege gangen, der uns nicht Gelegenheit zur Ewigkeit sein! Doch lehre uns gegeben hätte, deine Weisheit und nicht bloß auf uns allein; sondern Süte mit freudigem Herzen und auch auf die sehen, welche mit uns Munde zu preisen. Das alles er in einer nähern Verbindung ſte wecke uns, dich mit Lob und Dank hen! Gieb, daß wir unsere Kin zu verehren, den Pflichten, welche der weder verzärteln, noch durch du christlichen Eheleuten aufgelegt eine unvernünftige Behandlung er haft, ein Genüge zu leisten, und bittern; sondern sie in der Zucht unsern Ehestand stets in aller Gott- und Vermahnung zu dir erziehen, seligkeit und Ehrbarkeit zu führen! und die Freude haben, daß wir Wenigstens soll das Wort deines sie als Bürger und Erben dei Knechtes: Die Ehe soll bei allen nes Reichs bei guter Geſundheit ehrlich, und das Ehebette unbefleckt aufwachsen sehen! Behüte uns erhalten werden, uns jederzeit ge- vor aller Härte und Ungerechtig genwärtig und heilig sein. Gieb, keit gegen diejenigen, welche uns daß wir dich stets vor Augen und dienen! Laß uns liebreich und im Herzen haben, und uns hüten, gütig mit ihnen umgehen und fie Familien- Gebete. durch Unterricht, Bestrafung und du mich beschenk! Wie will ich Vorbild zu nüßlichen Menschen und mich bemühen, es so zu erziehen, zu guten, wahren Christen zu bil- daß ich es einmal mit Freuden den suchen! Wir und unser Haus wieder vor dein Angesicht hinstellen wollen dir, o Gott! dienen; wollen und sagen kann: Hier bin ich, mein bir mit ganzem, reinem und recht Gott, und das Kind, das du mir schaffenem Herzen dienen. Dies ist gegeben hast! Aber welche Weisunser Vorsatz. Gieb du uns zur heit, welche Klugheit, welche Treue, Ausführung desselben deine Gnade welche Geduld wird dazu nicht erund den Beistand deines heiligen fordert? Gott, mache du selbst Geistes, um Jesu Christi willen! mich durch deinen Geist zu dieſem großen Werke einer dir gefälligen Kinderzucht geschickt, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist! Amen. Amen. Gebet einer schwangern Frau. ch preise dich, mein lieber Gott! und danke dir von ganzem Herzen, daß du die Verheißung, Gebet einer Kindbetterin. gegeben, auch an mir erfüllt, und mich mit Leibesfrucht gesegnet hast. on ganzem Herzen danke ich dir, mein Gott! daß du mir zur Seit meiner Entbindung Ich bitte dich demüthiglich, du so gnädig gewesen, mein Leben erwollest dasjenige, was du in mir halten, mir Trost und Freudigkeit gebildet hast, deiner gnädigen Auf- und Vertrauen zu dir und Kraft sicht würdigen. Sind wir, ich und Stärke geschenkt, und mit dem und die Frucht meines Leibes, Anblick eines lebendigen, gesunden gleich Sünder; so erbarme dich und wohlgestalteten Kindes mich erüber uns doch um deß willen, der freut hast. Gott! du bist gnädig und ohne Sünden empfangen und ge- gut, und dein Wohlthun hat kein boren ist! Bergieb mir alles, Ende. Laß mich solches auch in was ich in Gedanken, Geberden, meinem Wochenbette erfahren! Ent= Worten und Werken wider dich ferne von mir alle gefährlichen 3ugesündigt habe, und laß die Frucht fälle, und laß meinen Gesundheitsmeines Leibes nicht um meiner zustand durch heftige GemüthsbeUlebertretung willen leiden! Bewegungen, als Schrecken, Gram und hüte meine Geſundheit und Kräfte! 3orn nicht zerrüttet werden! Siehe Bewahre mich während meiner meine mütterliche Zärtlichkeit gegen Schwangerschaft, wie vor allen hef: das Kind, das du mir geschenkt tigen Gemüthsbewegungen, also hast, gnädig an, und laß bei meiauch vor allen sonstigen schädlichen ner Sorgfalt und Treue mir das Vorfällen! Erhalte das Leben mei- Vergnügen zu Theil werden, daß nes Kindes, und befördere seinen ich sehe, wie es von Tage zu Tage Wachsthum! Rüste es mit Gesund wächst und gedeihet! Laß mein heit und Kräften des Leibes und Kind dein Eigenthum ſein und mit nüßlichen Fähigkeiten der Seele bleiben, demnächst an Weisheit und aus! Und wenn die Stunde meiner Gnade bei dir und den Menschen Entbindung eintritt; so sei mein nach und nach zunehmen, und ein Trost und meine Stärke, und er- nüßliches Mitglied der menſchlichen freue mich mit dem Anblick eines Gesellschaft und der Kirche deines gefunden und wohlgestalteten Kin Sohnes, Jesu Christi, werden! Mir des! Gott, wie will ich dir danken, selbst aber sjelle die verlornen Kräfte wenn du mein Gebet erhörest! Wie gnädigst wieder her, und erwecke will ich das Kind lieben, womit mich, Leben und Kräfte als ein 72 Familien- Gebete. neues Geschenk aus deiner Hand| und Erbarmung! Um Jesu Christi, anzusehen! Wie sollte ich bei die sen Gedanken Anstand nehmen können, Leben und Kräfte deiner Ehre zu widmen? Aber dazu bedarf ich deiner Gnade und deines Beistandes. Heilige mich also durch und durch, daß ich stets vor dir wandle daß wir uns bestreben, dir mit ei und fromm sei! Eben diesen Sinn nem reinen und tugendhaften Her gieb auch meinem Ehemann, mei- zen zu dienen! Sei unser Schuh nen Kindern, meinem Gesinde und und Schirm, und laß es uns nicht meinem ganzen Hause! Laß uns fehlen an irgend einem Gute! alle vor dir wandeln und fromm Dafür wollen wir dich hier in der sein! Amen. Seit, so lange wir leben, noch mehr aber dort in der Ewigkeit loben und preisen, und dir danken. Amen. Gebet einer Ehefrau, die ihren Kirchgang bei guter Gesundheit hält. deines lieben Sohnes, unsers Heilandes und Fürsprechers, willen vergieb mir alle meine Fehltritte, und erbarme dich auch ferner über mich und die Meinigen! Regiere uns mit deinem heiligen Geißt, Gebet der Aeltern für ihre Kinder. err, der du barmherzig, gnädig, geduldig und von großer Güte bist! Wie soll ich dir alle Wohl- inder sind deine Gabe, o Gott! thaten, die du mir erwiesen hast, und Leibesfrucht ist dein Ge vergelten, oder dir auch nur wür- schenk. Mit demselben hast du dig genug für dieselben danken? auch uns in unserm Ehestande be Meine Seele lobet dich, und mein gnadi Wir danken dir dafür Geist preiset deinen heiligen Navon ganzem Herzen, und bitten men, daß du mich während meiner dich zugleich demüthiglich: Mache Wochenzeit behütet und erhalten, durch deinen Geist uns weise und und mich so gestärket hast, daß ich willig, die gegen unsere Kinder uns meinen Kirchgang heute gesund obliegenden Pflichten treulich zu und vergnügt halten kann. O! erfüllen! Freilich sind wir schuldig, wo ist ein Gott, wie du bist? Al- für die Erhaltung ihres Lebens les, was in der Welt lebt und und ihrer Gesundheit zu sorgen, denkt, ist voll von Empfindung dei sie zu speisen und zu kleiden, und ner Güte. Auch ich will das, was dahin zu sehen, daß sie etwas du an mir gethan hast, nie ver- lernen, um der Welt zu nüßen, gessen. Immer sollen deine Wohl- und sich selbst demnächst den ges thaten mir gegenwärtig bleiben, De- börigen Unterhalt zu verschaffen. muth und Freude in meinem Herzen und das thun wir auch nach al wirken, und mich zum kindlichen lem Vermögen; aber damit haben Gehorsam gegen dich, welches der wir unsere Obliegenheit gegen he beste und dir der liebste Dank ist, noch lange nicht alle erfüllt. Sie verpflichten. Aber, gütiger Bater! sind eben sowohl, als wir, zur ohne 3weifel habe ich, wie sonst, also Ewigkeit bestimmt, und eben ſo auch während meiner Schwanger wohl, als wir, durch das Blut schaft und in meinem Wochenbette vielfältig an dir mich verfündigt, vieles unterlassen, was ich hätte thun, und vieles gethan, was ich hätte un terlasſen sollen. Herr, gedenke nicht meiner Uebertretung; gedenke aber haben, lassen wir in der Welt mein nach deiner großen Gnade zurück; nur die Kinder allein fol Jesu Christi theuer erkauft. Ohne 3weifel willst du also, daß wir vornehmlich sorgen sollen, sie zu dir und auf den Weg zum Leben zu führen. Alles, was wir sonst Familien- Gebete. 73 gen uns aus der Zeit in die Ewig| werke verwenden, und laß sie imfeit nach. O, daß wir dereint mer an Einsicht, Weisheit und freudig mit ihnen vor dein An- Geschicklichkeit, aber auch an Gnade gesicht treten und sagen könnten: bei dir und den Menschen zunehHier sind wir, Herr, und die Kin men! Lehre fie thun nach deinem der, die du uns gegeben hast! Laß Wohlgefallen, und dein guter Geist uns nie vergessen, o Gott, daß du führe sie auf ebner Bahn! Und unsere Kinder uns auf unsere Seele wenn wir sie demnächst von uns gebunden hast, und ihr Blut, wenn und in die Fremde gehen lassen ste durch unsere Schuld verloren müssen; so wache über ihnen. und gehen sollten, von unsern Händen ihrem Herzen! Bewahre sie vor fordern wollest! Herr! es ist unser Krankheit, Gefahr und Schaden; ernstlicher Vorsag, unsere Kinder noch mehr aber vor böser Gesellgewissenhaft und christlich zu er- schaft und Berführung, damit daß ziehen. Hilf uns alle Schwierig- Gute, das durch deinen Geist in feiten, die wir dabei antreffen möch- ihrem Herzen angerichtet ist, inten, glücklich überwinden, und zeige sonderheit die Liebe zu deinem uns selbst die beste Art und Weise, Worte, die Lust zum Gebet, der deinen Willen treulich zu erfülen! Abscheu vor der Sünde und die Gieb nicht zu, daß wir unsere Kin- Hochachtung der Religion und der der durch fündliche Nachsicht ver- Jugend nicht wieder aus demselzärteln und verziehen, oder durch ben vertilgt und ausgerottet werunvernünftige Behandlungen ihre den! Gieb, daß sie dich stets vor Liebe und Folgfamkeit ersticken, Augen und im Herzen haben und und sie erbittern; sondern laß uns sich büten, daß sie nicht von dem fie, in der Bucht und Ermahnung Vorbilde der heilsamen Lehre weizu dir, zu guten Bürgern, zu recht= chen, noch in eine vorsäßliche Sünde schaffenen Christen und zu künfti- willigen und wider deine Gebote gen Erben des Himmels erziehen! Laß uns vornehmlich dahin sehen, daß sie dich und den du gesandt hast, Jesum Christum, wohl erken nen, und durch Glauben Gehorſam und Anbetung gehörig verehren! Laß uns suchen, ihnen so wohl durch Unterricht, als durch unser Beispiel eine rechte Liebe thun! Gieb, daß wir keine Unehre und Herzeleid; sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, und in unserm Alter noch. Liebe, Achtung, Pflege und Trost von ihnen haben können! Erhöre uns, der du unser und unserer Kinder Gott bist, um deiner Liebe willen! Amen. und Hochachtung des wahren Chri- Gebet eines Kindes für seine stenthums einzuflößen! Laß uns alle Mittel und Gelegenheiten, foAeltern. recht ihren Geiſt, als ihr Herz Mit Demuth und Freude und ganzem anzu- dir, liebreicher Gott und Vater! zu bilden und es gottseligen Gesinnungen füllen, sorgfältig wahrnehmen! Aber segne dann auch unsere Sorgen und Bemühungen um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Heilandes, willen! Erhalte ihr Leben und ihre Gesundheit, und laß fie in aller Gottseligkeit dir zum Preise aufwachsen! Fleiß, den sie auf Erlernung guter dahin geht, mich zu einem wahren Wissenschaften, Künste oder Hand- Christen, zum Mitgliede deines daß du mir so liebe, gütige, fromme und christliche Aeltern gegeben haſt; Aeltern, die nicht bloß für meine Nothdurft, Bequemlichkeit und Vergnügen sorgen, und ein brauchbares Mitglied der menschlichen Gesellschaft aus mir zu machen suchen; sonSegne den dern deren Bemühen vornehmlich Familien- Gebete. Reichs und zum Miterben deiner die Freuden deines guten Geistes! Erhöre ihr Gebet und segne die Geschäfte ihres Berufs! Walte mit deiner Gnade stets über ihnen, und laß es ihnen nicht fehlen an irgend einem Gute! Berschone fie, wenn es deinem heiligen Willen gefällig ist, mit Krankheit, und halte Gefahr und Schrecken, Schaden und Unglück von ihnen zu rück! Findest du es aber ja nöthig, irgend ein Leiden über fie ergehen zu lassen; so laß sie doch nicht über ihr Vermögen verſucht werden, sondern unterstüße sie in demselben mit deiner Gnade und Stärke, und laß ihr Leiden zur Erreichung deiner seligen Absicht an ihnen gesegnet sein! Sei in ihrem Alter ihr Trost und ihre Kraft, und wenn die Stunde eintritt, darin sie zu ihren Vätern versammelt werden sollen; so sei ihnen um Jesu Christi willen gnädig, und laß ihren Uebergang aus der Zeit in die Ewigkeit für sie einen sanften und stillen, aber auch feligen Uebergang sein! In ihrem Leben, Leiden und Sterben verlaß und versäume sie nie; sondern zu aller Zeit und in allen Angelegen Angesichts Hülfe Seligkeit zu erziehen. O, wie sehr würde ich mich versündigen, welch eine schwere Verantwortung würde ich auf mich laden, wenn ich diese deine Wohlthat nicht gehörig erkennte, und diejenigen Pflichten, die du mir und allen Kindern in dem vierten Gebote auf die Seele gebunden hast, nicht treulich erfüllte! Vielleicht habe ich solches bisher nicht allemal so, wie ich wohl gefollt hätte, gethan; denn auch meines Herzens Dichten und Trachten ist von Jugend auf nicht so, als es billig sein sollte. Ach, vergieb mir aus Gnaden alles, womit ich mich wider meine Aeltern etwa vergangen haben möchte! infort will ich dein Bild an ihnen um deinetwillen recht zu verehren mich bemühen. Aber da ich den Beistand deines Geistes dazu bedarf, so regiere mich durch denselben also, daß ich sie weder durch Ungehorsam erzürne, noch durch Laster und Sünden betrübe! Erfülle mein Herz mit einer zärtlichen Liebe gegen sie, und mache mich willig, ihren Unterricht gern zu hören, ihre Zucht mit Demuth anzunehmen, ihren Warnungen heiten sei ihres und Ermahnungen zu folgen, ih- und ihr Gott! Amen. ren Befehlen zu gehorchen, und nach ihrem Beispiel in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit zu leben! Gieb, daß ich ihnen auf alle mögliche Art und Weise diene und gefällig werde, und wenn sie alt werden, und ich leben sollte, so laß mich alsdann suchen, ihre Liebe und Treue ihnen durch Pflege, Aufmunterung und Geduld zu vergelten! Da ich ihnen aber ihre Verdienste um mich unmöglich alle vergelten kann; so sei du, o Gott, an meiner Statt ein reicher Vergelter ihrer Liebe und Treue! Erhalte ihr Leben und ihre Gesundheit! Erhalte in ihnen die christlichen Gesinnungen, in welchen sie bisher vor dir gewandelt haben, und gönne ihnen Gebet einer Wittwe. Uweiser Gott und Bater! Es hat dir gefallen, mir und meinen Kindern den besten Freund, Versorger und Vertheidiger durch den zeitlichen Tod zu entreißen. Ich erkenne und empfinde nur gar zu sehr, wie viel ich und meine Kinder mit ihm verloren haben; bin aber doch auch gewiß überzeugt, daß du bei dieser Fügung ſehr weiſe und gute, obgleich mir unbekannte und verborgene Absichten gehabt habest. Daher ergebe ich mich mit Demuth und Geduld in deinen Willen, und hoffe gewiß, du wer deft uns nicht verlassen und verz fäumen. Zwar sind Wittwen und Familien- Gebete. 75 Gebet einer alten abgelebten Person. ob obe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Ja viel, unaussprechlich viel Gutes hast du von meiner Jugend an bis auf diese Stunde an mir gethan, mich) beschüßt, geleitet, gesegnet und zu einem Alter, an welches nur wenige hinanzukommen pflegen, gez langen lassen. Freilich fühle ich jest auch Unbequemlichkeiten, die mit einem hohen Alter verknüpft sind. Die Kräfte meines Geiles, Waisen gemeiniglich der Berachtung, der Lästerung, der Ungerechtigkeit, dem Betruge und der Uebervortheilung der Welt sehr ausgefegt. Aber du haft verſprochen, ein Richter der Wittwen, und ein Bater der Waisen zu sein; und diese deine Verheißung wirst du nach deiner Wahrheit, Treue und Güte nicht unerfüllt lassen, wenn wir uns selbst nur derselben nicht un würdig und unfähig machen. Ich will, als einer christlichen Wittwe gebührt, mich vor aller Befleckung des Fleisches und des Geistes enthalten, in kindlicher Furcht vor dir wandeln, meine Hoffnung allein auf dich segen, und meinen Trost in deinem Worte suchen. Und was meine Kinder anlangt, so will meines Leibes und meiner Sinne ich mich bestreben, sie in der Zucht sind sehr geschwächt; meine Hände und Vermahnung zu dir zu erzittern, meine Füße beben, und ziehen, und wahre rechtschaffene der Schlaf, der unruhig ist, ge= Christen aus ihnen zu bilden. Laß währt mir die Stärkung und Erdu nur meinen Unterricht, meine quicung nicht, die er sonst zu geWarnungen, meine Ermahnun- ben pflegte. Und doch habe ich gen, mein Beispiel und mein Ge- auch in den Umständen, worin bet für sie an ihnen nicht ver- ich jest bin, noch große Ursache, loren sein, sondern laß sie in al- deine Erbarmung und Güte zu ler Gottseligkeit als gute Pflanzen preisen. Ich bin durch dieselbe dir zum Preise und mir zur Freude weit besser daran, als mancher anaufwachsen! Bei diesen redlichen dere von meinem Alter. Tenn ich Bemühungen, zu welchen ich mir habe alles, was meine Nothdurft den Beistand deines Geistes demü- und Bequemlichkeit erfordert. Ich thigst und inbrünstig erbitte, laß bin frei von Kummer und Sores mir und meinen Kindern an gen, und meine Kinder und Haus= Schuß und Segen doch nicht feh- genossen machen es sich zu einem len! Steure der Bosheit derer, angelegentlichen Geschäfte, mich zu welche uns durch Verleumdungen unterhalten und aufzumuntern und zu kränken, und durch Ungerech- zu verpflegen. Wie soll ich es dir tigkeit zu schaden suchen möchten! vergelten, mein Gott! daß du die Grwecke uns Gönner und Freunde, Tage, von welchen andere sagen: die sich unserer Unschuld und gu- Sie gefallen mir nicht, mir so erten Sache wider List und Frével träglich machest! Herr! ich will mit Rath und That annehmen! deine Güte preisen, so lange ich Segne unsere Geschäfte, und laß lebe, und die Empfindung meines es uns nicht fehlen an irgend Herzens von dem großen Werthe einem Gute! Herr! du bist unser derselben auf alle Art und Weise Gott; wir hoffen auf dich. Laß bezeugen. Ich will sie vor den und nicht zu Schanden werden! Ohren der Meinigen laut erheben, und sie dadurch erwecken, sich mit mir zum Preise deines Namens zu verbinden. Aber wie vieles 76 Gebete für Kranke und Sterbende. habe ich wohl in meinem langen| an meine Sterblichkeit und an die Leben nicht wider dich gesündigt! Nähe meines Todes. Segne du Und zu wie manchen Fehltritten die Erinnerung dazu, daß ich mich mag auch mein Alter mich nicht durch deine Gnade stets in einer verleitet haben! Herr, vergieb mir guten Fassung auf denselben er alle, bekannte und unbekannte halte! Stärke meinen Glauben Uebertretungen um Jesu Chrifti und meine Hoffnung, damit ich zu willen, und regière mich durch dei- der Zeit, die dir gefällig ist, mit nen heiligen Geist also, daß ich dem alten Simeon in Friede da den Rest meines Lebens dir hin fahren könne! Soll ich aber ganz heilige, und die Muße von nach deinem Rathe noch einige häuslichen Geschäften, die du mir 3eit in dieser Welt leben; so sei gemacht hast, zur Betrachtung dei- nie ferne von mir, und zeuch ner Verheißungen und Wohltha- deine Hand nie von mir ab! Auch ten und zum kindlichen Umgange mir hast du ja die Verheißung ge mit dir im Gebete anwende! Be- geben: Ich will dich tragen bid hüte mich, wie vor Mißtrauen in's Alter, und bis du grau wirst. und Murren, also auch vor allen Ich will es thun! ich will heben andern Sünden, welche bei alten und tragen und erretten. So er Leuten eben nicht ungewöhnlich fülle denn auch an mir diese Ver find, sonderlich vor Eigensinn, heißung nach deiner Güte und Ungeduld, Heftigkeit und mürri- Treue! Sei mir auch in dem schem Wesen, damit ich denen, die noch übrigen Neste meiner Tage um mich sind, und mir so viele dasjenige, was du mir bisher Liebe und Pflege beweisen, nicht jederzeit gewesen bist, meines An zu lästig werde! Mein Alter erin gesichts Hülfe und mein Gott! nert mich täglich und augenblicklich Amen. 5. Gebete für Kranke und Sterbende. Gebet bei dem Anfange einer Krankheit. billig thige mich daher unter deine ge waltige Hand, erkenne und bereue alle meine Fehltritte von ganzem ei der Krankheit, von welcher Herzen, und bitte dich um Jeſu ich befallen bin, wende ich mich Christi willen um gnädige Berge: vor allen Dingen zu dir, bung derselben, damit ich meine mein Gott, von dem Krankheit Krankheit nicht sowohl als eine und Gesundheit, Leben und Tod eigentliche Strafe meiner Sünden, abhängen! Ich weiß nicht, ob ich sondern als eine väterliche Züchti dieselbe nicht etwa selbst veranlaßt gung ansehen dürfe. Gieb nut habe. Spricht mein Gewissen mich daß ich die seligen Absichten, die gleich von groben Unordnungen du dabei hast, mich zu prüfen, frei; so kann ich doch bei aller Be- läutern und näher zu dir zu hutsamkeit und Vorsicht leicht etwas hen, nicht vereiteln; sondere erfül gethan haben, das meine Gesund: len, und Ruhe für meine Seele heit in Unordnung gebracht hat. finden möge! Was es mit meiner Ueberhaupt aber sind ja der Tod Krankheit für ein Ende gewinnen und dessen Borboten, die Krank- werde, das ſteht allein bei dir. S heiten, der Sünden Folge und es deinem heiligen Willen gefällig, Sold, und ich bin auch ein Sün- so friste mir noch eine Zeitlang der, und mangele des Ruhms, den ich vor dir haben ſollte. Ich demümein Leben, und segne den Ge brauch der Arzeneien, die mir verz Gebete für Kranke und Sterbende. 77 ordnet werden, zur Herstellung unverdiente Geschenke deiner Ba= meiner vorigen Gesundheit! Dann tergüte. Habe ich so viel Angewill ich Leben und Gesundheit nehmes von dir empfangen und als ein neues unverdientes Ge- so lange genossen; sollte ich denn schenk aus deiner Hand betrach nicht auch das Unangenehme ge= ten; will es zu deiner Ehre und duldig annehmen, welches ich doch zur treuen Wahrnehmung dessen, immer unter deiner Baterhand emwas mir in meinem Stande und pfinde, und welches zu meinem Beruf obliegt, anwenden; will die Besten dienen muß? verlängerte Gnadenzeit zu einer gehörigen Vorbereitung auf die Ewigkeit gebrauchen. Erhalte du nur diesen guten Vorfaş nach meiner Genesung in meinem Heren fiets gegenwärtig und lebendig, und verleihe mir zur gewissen Ausführung desselben deine Gnade und den Beistand deines heiligen Geistes! Hast du aber beschlossen, meinem Leben durch diese Krankheit über kurz oder lang ein Ende zu machen; so unterwerfe ich meinen Willen dem deinigen, der heilig und gut ist, in aller Geduld und Gelassenheit. Nur laß meine Krankheit mir nicht zu schmerzhaft und zu schwer werden! Laß mich über mein Vermögen nicht versucht werden, sondern mache, daß mein Leiden ein solch Ende gewinne, daß ich es ertragen könne! Findet sich noch viele Anhänglichkeit an Auch mit dankbarem Preise deiner Güte will ich diese Krankheit annehmen; auch in derselben will ich dich ehren; dir sollen diese Tage heilig sein, mit dir soll sich meine Seele beschäftigen, soweit es nur die schwachen Kräfte des Leibes verstatten. Wohl mir jest, daß ich dich, den einigen Gott, kenne! Dich will ich als mein höchstes Gut lieben und ehren, an dir mich halten, auf dich hoffen. Das soll mir Trost und Seelenstärkung, selbst unter den größten Schmerzen, sein. In dir, meinem Gott, habe ich Stärke; deine Kraft ist in den Schwachen mächtig; deine Gnade und Treue weiche nicht von mir! Heilig sei mir dein Name! Wie glücklich bin ich, daß ich auch an Jesum Christum glaube, der Leben und unvergängliches Wesen an's Licht gebracht hat, der Welt und an dem, was in der und der mir den Eingang zu seiWelt ist, bei mir; so laß meine nem ewigen Reiche öffnet! Ach, Krankheit das Mittel sein, durch sollte ich noch nicht geschickt sein, welches dieselbe immer mehr und mit heiligem Wandel und gottmehr geschwächt und endlich ganz seligem Wesen zu dem seligen vertilgt werde, damit ich meine Reiche deines Sohnes; so laß mir Seele in völligem Vertrauen auf diese Krankheit noch eine Schule Jesu Verdienst und Fürbitte dei- zur völligen Zubereitung auf die nen Händen desto freudiger über. Ewigkeit werden! So ziehe nun geben, und das Ende meines meine Seele ganz vom Irdischen Glaubens, der erlangen möge! Amen. Seele Seligkeit, ab, reinige sie von allen ungöttlichen Gedanken, dämpfe alle verderbten Begierden, und pflanze Das Vater Unser eines Kranken. heilige Begierden und himmliſche immlischer Vater! mein Vater in kranken Tagen noch mein Bater! Reich komme! in gesunden Tagen; auch jetzt Leben und Kräfte, Gesundheit und Stärke, Munterfeit und Vergnügen gabst du mir. ich, lebend und sterbend, zu deiGesinnungen in dieselbe, damit nem Neiche tüchtig ſei! Dein Ich weiß nicht, was ich in dieſer Krankheit noch leiden soll; aber Es waren das weiß ich, daß du mir nicht 78 Gebete für Kranke und Sterbende. mehr auflegen wirst, als ich ertra| Erlösung von allem Uebel und gen kann, und daß du keine Last einen seligen Uebergang in dein auflegst, die du nicht auch tragen himmlisches Freudenreich sein! Lehilfit, auch daß du lässest alles ein bend und sterbend übergebe ich seliges Ende gewinnen. Darum mich dir, und will dich ewig preiwill ich als dein gehorfames Kind sen. Amen. mich vor dir demüthigen. Ich will geduldig und gelassen mich in deinen Willen ergeben. Mache es mit mir, wie es dir gefällt! Dein Wille geschehe! Du gabst mir in gesunden Tagen das tägliche Brod; versage mir auch in kranken Tagen nicht, was mir einiges Labsal geben kann! Ist es dein Baterwille, daß ich noch länger leben soll, so laß die Arzeneien zur Wiederherstellung meiner Gesundheit gesegnet sein! Ach Gott, barmherziger Vater! auch, daß diejenigen, die du höreft. ich bitte dich bei allen andern An- und errettest, dich preisen sollen. liegen vornehmlich um Bergebung So lobe denn du, meine Seele, meiner Sünden durch Jesum Chri- den Herrn, und vergiß nicht, was stum. In Krankheit müssen wir er dir Gutes gethan hat, da er Menschen es noch mehr und leb hafter, als sonst, erkennen, wie sehr wir auch bei dem besten Le ben Sünder sind. Ach, jest muß ich es auch mit lebhafter Betrübniß der Seele erkennen, wie unwürdig ich vor dir bin. Ich will, was ich noch kann, ungesäumt gut machen, und ersehen, was ich durch meine Sünde Böses angerichtet habe. Ich will künftig bei wahrer Besserung ein anderer Mensch werden. Ach, sei mir gnädig, und laß mich bei dem Troste der Verge bung meiner Sünden leben und sterben! Auch allen meinen Belei digern vergebe ich, und bitte dich: Vergieb auch ihnen ihre Sünden! dein Leben vom Verderben, dem es so nahe war, errettet, und mit Gnade und Barmherzigkeit dich ge krönet hat! In meiner Krankheit gelobte ich dir, mein Gott! Leben und Gesundheit, wenn du mich wieder aufrichtest, als ein neues Geschenk zu deiner Ehre und zur gewissenhaftesten Ausrichtung dessen, was mir in meinem Stande und Berufe obliegt, anzuwenden, und meine verlängerte Gnaden zeit dazu zu gebrauchen, daß ich mich auf den Uebergang aus der Zeit in die Ewigkeit gehörig vor bereitete. O, wie undankbar würde ich sein, wie sehr würde ich an dir mich versündigen, wenn ich Hilf mir denn alles überwinden, vergesſen wollte, meine Gelübde womit ich noch zu treiten habe! dir zu bezahlen, und meine 3usage die Welt und alle Sorgen und zu erfüllen! Nein, so undankbar, mein eigenes Fleisch und Blut, so dein vergessend will ich nicht auch alles, was mir den Tod schwer sein. In Kraft deiner Gnade, bie machen könnte, wenn ich in dieser ich mir demüthigst erbitte, will Krankheit sterben soll! ich die großen Zwecke, um de ren willen du mich in die Welt gesegt, und nun auch von meiner krankheit mich befreit baft, bedenken. Ich will jede Pflicht, die Und soll ich denn in dieser Krankheit die Welt verlasſen, so stärke mich zu einem feligen Abschiede! Laß dann meinen Tod eine selige Danksagung nach der Genesung. un weiß ich es aus eigener Erfahrung, mein Gott! daß du barmherzig und gnädig, geduldig und von großer üte, und denen nabe bist, die dich mit Ernst und Andacht anrufen. Ich rief in meiner Krankheit um Hülfe und Ge nesung zu dir, und du erhörtest mein Gebet. Aber du verlangst Gebete für Kranke und Sterbende. 79 du mir aufgelegt hast, gewissen- du willst, kannst du mir leicht helhaft ausrichten. Ich will Gnade bei dir auf dem Wege, den du mir in deinem Worte angewiesen hat, suchen. Ich will ernstlich trachten, meine Seele zu retten, und mich der Freuden jener bessern Welt zu versichern. Herr, der du dies Wollen mir gegeben hast, wirke in mir auch das Bollbringen! Bewahre mich insonderheit vor allem demjenigen, was meine Gesundheit wieder in Unordnung bringen könnte, und lehre mich heilsam be denken, daß, ob ich diesmal gleich dem Tode entronnen bin, ich doch einmal sterben werde, und nur die Beit, da solches geschehen dürfte, nicht weiß; damit ich mich ungesäumt in die Verfassung sege, und stets darin erhalte, in welcher ich sein muß, um meinem Ende freudig und getrost entgegen sehen zu können! Mein ganzes Leben soll dir, mein Gott, hinführo geheiligt sein. Lehre mich thun nach dei nem Wohlgefallen, und erhalte mich lauter und unanstößig bis auf den Tag Jesu Christi! Thue das, o Gott, und erhöre mich um dieses deines lieben Sohnes willen! Amen. fen, meine Schmerzen lindern, und selbst meine Krankheit von mir nehmen. Zwar leide ich das noch nicht, was ich mit meinen Sünden verdient habe, ich, der ich mich durch die Freuden der Welt und des Fleisches lange genug verleiten lassen, dir zu widerstreben. Ich weigere mich deiner Büchtigung auch nicht, ob sie meinem Fleisch und Blut gleich empfindlich int; denn ich weiß, daß du dabei die allerfeligsten Absichten hast. Aber mißfallen kann es dir doch auch nicht, wenn das Gefühl meiner Menschlichkeit den Wunsch einiger Erleichterung meiner Leiden bei mir rege macht; darum wage ich es, diesen Wunsch dir mit aller Demuth vorzutragen. Weisheit gemäß; so segne den GeIst es deiner brauch der Mittel, die ich nehme, zur Wiederherstellung meiner Gesundheit, wenigstens zur Linderung meiner Schmerzen! O Herr Jesu! der du in den Tagen deines Flei sches die größten Schmerzen erduldet hast, wirke diejenige Geduld und Hoffnung in mir, die du in derselben bewiesen hast! Und da du in derselben Mitleiden und Erbarmung gegen diejenigen, die auf gleiche Art, wie du, versucht werden, gelernt hast; so nimm dich Heiliger, aber auch barmherzi- auch meiner herzlich an, daß ich ger Gott! Du hast an dem nicht verderbe! Lindere wenigstens Elende und an der Qual der Men- meine Schmerzen so viel, als mögfchen keinen Gefallen, und ver- lich ist, zu dem Ende, damit ich spricht, dich zur Zeit der Noth über desto rubiger beten, und meine diejenigen, die dich anrufen, zu Seele durch christliche Betrachtunerbarmen, wie sich ein Vater über gen um so viel besser zu dir erseine Kinder erbarmet. Ich komme heben könne! Jesu, lieber Meister also jegt, da deine Hand schwer und Arzt, erbarme dich mein um auf mir liegt, auch zu dir. Herr, deiner Ehre willen! Amen. ſei mir gnädig, und versage mir in den heftigen Schmerzen, die ich empfinde, deine Erbarmung und Hülfe nicht! Siehe an meinen Jammer und Elend! denn Menschenhülfe ist hier von kei armherziger Gott und Vater! Bisher flebete ich um deine nem Nußen. Von dir allein muß Hülfe, und wartete auf die Erhömeine Hülfe kommen; und wenn rung meines Gebets. Ich hoffte Gebet in schmerzhaften Krankheiten. Gebet, wenn die Krankheit ſehr zunimmt. 80 Gebete für Kranke und Sterbende. von einer Zeit zur andern, es solle| Gebet eines Kranken vor dem dir gefallen, mich vor den Thoren Genusse des heiligen Abenddes Todes zurückzuführen, meine Krankheit von mir zu nehmen, die mahls. verlorne Gesundheit wieder herzu- ch liege hier vor dir, Gott! auf stellen, und mich noch eine Zeitlang meinem Krankenbette, und in dem Lande der Lebendigen zu flehe um Gnade und Erbarmung. erhalten. Aber ich erkenne wohl, Vielleicht ist die Zeit nahe, da ich daß es mit meiner Krankheit je aus der Zeit in die Ewigkeit überlänger, desto schlimmer wird, und gehen soll. Wie übel würde ich meine Kräfte sich immer mehr und daran sein, wenn ich diesen Uebermehr verzehren. Ich schließe dar- gang ohne völlige Versicherung aus, daß es dein Wille sei, mich deiner Gnade antreten müßte. durch diese Krankheit von der Welt Aber voller Sehnsucht nach deiabzufordern. Und nun, Herr! was ner Gnade und nach der Versoll ich sagen? Nichts anders, als sicherung derselben komme ich mit was dein lieber Sohn bei dem ihm gebeugtem und reuevollem Hernahe bevorstehenden Tode sagte: zen zu dir. Ich erkenne es, daß Dein Wille geschehe! Denn was ich ein Sünder bin, der deine du thust, das ist wohlgethan. Ich Gebote in seinen gesunden Tagen entfage aller Anhänglichkeit an der in Gedanken, Geberden, Worten Welt und an dem, was in der Welt und Werken unzählige Male überist. Sch achte mein Leben nicht treten hat. Was kann mich aber so theuer, daß ich es dir nach dei- in meiner Betrübniß darüber annem Rathe nicht gern wieder zu ders aufrichten, als das theure rückgeben sollte. Weiß ich doch, werthe Wort, daß Jesus Christus daß mir ein ungleich besseres Le kommen ist, die Sünder selig zu ben bei dir im Himmel aufbehal- machen. Dies ist der Grund meiten ist. So lange ich aber noch nes Trostes und meine Hoffnung. lebe, o dreieiniger Gott! so ge- So vergieb mir denn auch um denke an mich und segne mich! seinetwillen alle meine Sünden Sollte sich die Menschlichkeit noch und laß mir allen denjenigen Se zuweilen regen, und mich mit Be- gen zu Theil werden, den er mit kümmernissen beunruhigen wollen; dem würdigen Genuß des heiligen so erquicke meine Seele durch deine Abendmahls, wozu ich mich ange Trösungen, und unterdrücke alle schickt habe, verknüpft hat! Stärke Verfuchungen zur Ungeduld und dadurch meinen Glauben, und zum Mißtrauen! Versichere mich, heilige mich dergestalt, daß ich mich o Gott Vater, daß du auch mein in meiner gegenwärtigen Krank Bater seist, und ich dein Kind! beit durch Murren und Ungeduld Erbarme dich, o Herr Jesu, über nicht wider dich verfündige; sonmich, und hilf mir! Bollende, odern mich gänzlich deinem Willen Gott, heiliger Geist, dein Werk überlasse, und über das, was zeitin mir bis zur gänzlichen Verherrlich und vergänglich ist, in das, lichung! Dir befehle ich mich, o was ewig und bleibend ist, hineindreieiniger Gott! mit Leib und sehe! Infonderheit bitte ich dich, Seele. Mache es mit mir, wie mein Heiland, sei durch deinen du siehst, daß es mir nüglich und Geist Fräftig in meiner Seele, felig is, und nimm, wenn ich dein heiliges Abendmahl also zu sterbe, meinen Geist in deine genießen, daß es dir zum Preiſe, Hände auf! Amen. und mir zum Segen gereichen möge! Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. 81 Dankgebet eines Kranken nach mit Demuth und Freude. Ihrer dem Genusse des heil. Abend- ist mehr, als ich zählen kann, mahls. denn kein Augenblick meines Lebens blieb davon unbezeichnet und leer. Vor allen Dingen aber preiſe meines dich die Mie reichlich hast du mich, o Jeſu, in Lebens durch die Kraft deines heili- die du mir schenktest, daß ich zu gen Abendmahls und deiner gött- einem ewigen Leben von dir erlichen Verheißungen erquickt! Wie schaffen, durch deinen Sohn erkauft, soll ich dir genugsam danken, daß und durch den heiligen Geist be du dich meiner Seele so herzlich an- reitet worden. Wie unglücklich genommen hast! Lobe den Herrn, würde ich nun sein, wenn ich meine Seele, und vergiß nicht, was fürchten müßte, daß es bald und er dir Gutes gethan hat! So lange auf ewig mit mir aus sein werde. ich lebe, soll dein Lob in meinem Aber ich weiß, an wen ich glaube, Munde und in meinem Herzen sein. und bin gewiß, daß er mir Wie glücklich bin ich nicht! Meine meine Beilage bis an jenen Tag Sünden sind mir vergeben und meine bewahren kann und bewahren Seligkeit ist mir durch das theure wird. Nur das beugt und dePfand deines Leibes und Blutes müthigt mich vor dir mit desto versiegelt. Du bist mein und ich innigerer Beschämung, daß ich bin dein, und will dein leben und deine Wohlthaten nicht allemal dein sterben. Segne den Genuß recht erkannte und anwendete, deines heiligen Abendmahls so an und so manches mir in meinem meiner Seele, daß von nun an alle Leben wider dich zu Schulden meine Gedanken hauptsächlich auf kommen ließ. Doch du bist barmdich gerichtet und alle meine Ge- herzig und gnädig, geduldig und finnungen von reiner und bestän- von großer Güte. So vergieb diger Liebe zu dir entflammt ſein mögen! So werde ich meine Krankbeit und alles Leiden derselben gebuldig ertragen, und wenn ich meine Hütte ablegen muß, gern und in Friede dahin fahren können. Denn ich sehne mich, Herr Jesu! bald aufgelöst zu werden, um bei dir zu sein, und das Abendmahl mit dir im Himmel zu genießen. Dar warte ich mit Berlangen. mir denn allen Undank und Mißbrauch deiner Wohlthaten, alle Geringschäßung deiner Gnade, alle Fehltritte und Sünden um deswillen, der die Versöhnung für meine und der ganzen Welt Sünde geworden ist! Stärke meinen Glauben an ihn, und gieb mir durch deinen Geist die Versicherung, daß ich durch ihn dein Kind und ein Erbe des ewigen Lebens seil Welche Ruhe, welche Freudigkeit wird das mir wider den Tod, der mit starken Schritten auf mich zueilt, und wider die Schrecken desſelben geben! In Jesu Verdienst und in deiner Gnade finde ich meine auf Amen. Gebet bei Annäherung des Todes. ch sehe es, mein Gott! daß es meiner Seele. geht, und unterwerfe mich deinem heiligen Willen in tiefster Demuth Gerührt von der Menge der Wohlthaten, die du während meiner ganzen Wallfahrt mir ſo väterlich erzeigt hast, danke ich deinem heiligen Namen dafür nur den Uebergang aus dieser in jene Welt so viel, als immer möglich ist, oder, wenn du mich noch etwa durch einige Schmerzen und unangenehme Vorfälle prüfen willſt, ſo stärke mich, sie in christlicher Geduld und unwandelbarem Vertrauen 6 82 Gebete für Kranke und Sterbende. auf deine Baterliebe standhaft zu pfehlen im Namen Jesu Christi ertragen, und nimm endlich mei- und im Glauben auf deine theure nen Geist in deine Hände auf! Berheißung dir die vor uns lieDiejenigen, die ich in der Welt zu gende, mit dem Tode ringende rücklasse, und die meinen Tod be- Person. Erbarme dich über ihn weinen, empfehle ich deiner väter-( fie) und über uns! Verzeih' ihm lichen Aufsicht und Treue. Sorge( ihr) und uns allen unsere Sünfür sie, und behüte fie! Leite fie den! Heilige und stärke uns; nach deinem heiligen Rathe, und vornehmlich aber heilige dieſe kranke laß es ihnen nicht fehlen an irgend Person mit der Kraft deines heili einem Gute! Vor allen Dingen gen Geistes! Ach, gnädiger und erhalte ihr Herz bei dem Einigen, barmherziger Vater, ftehe die zerdaß fie deinen Namen fürchten und schlagenen Glieder und das bedir in rechtschaffener Gerechtigkeit klemmte Herz dieses( dieser) SterLindere und Heiligkeit dienen, damit sie der benden in Gnaden an! durch Jesum Christum erworbenen Seligkeit gleichfalls theilhaftig werden mögen! Da wollen wir denn, mit einander vereint, bei höherer Einsicht in die Wohlthätigkeit aller deiner Führungen, im höhern Genuß deiner Liebe dich würdiger, als hier geschehen konnte, erheben, und in der Gesellschaft der heiligen Engel fröhlich ausrufen: Heilig, heilig, heilig is Gott, der Herr Bebaoth! Alle Himmel sind seiner Ehre voll! Hallelujah! Amen. Kurzer Seufzer eines Sterbenden. ott! meine Kraft hat mich verist geschwächt. Ich bin nicht mehr im Stande, mich im Gebete anhaltend mit dir zu unterhalten. Aber in meinem Geiste ist doch der Geist der Gnaden und des Gebets noch geschäftig. Erhöre die stillen Seufzer, die er daselbst wirkt, und bei dir vertritt! E8 ist genug, Herr! so nimm nun meine Seele! Im Glauben auf Jesu Verdienst und Fürbitte neige ich mein Haupt und sterbe. Erbarme dich über mich! Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. ott! der du Leben und Tod in deinen Händen haſt! wir em und verkürze sein( ihr) Leiden; und zeige ihm( ihr) durch einen baldigen und sanften Tod dein Heil! Erhalte in ihm( ihr) den wahren Glauben und die auf deine Berheißung sich gründende Hoffnung! Laß deinen Geist, den Geist der Gnade und des Gebets, in seinet ( ihrer) Seele stets geschäftig fein, und erhalte ihm( ihr) mitten im Tode den Trost, daß er( sie) dein Kind und ein Erbe( eine Erbin) aller deiner Seligkeit sei! Gott! erhöre unser Gebet! Um Jesu Christi willen erhöre unser Gebet, und erlöse diese Person durch eine felige Auflösung von allem Uebel! Amen. Kurze Einsegnung eines Sterbenden. o ist denn nun an dem, theuerstes Kind Gottes! daß du deinen Lauf vollenden, und deine Seele Gott übergeben sollst. Gott sei ge lobt, der sie durch das Blut Jeſu gereinigt und unsträflich gemacht hat. Nur noch wenige Augenblicke geduldet, gewachet und gebetet! Ueber ein kleines bist du schon in die Eeligkeit verseßt, die dein Hei land dir erworben, und du von ihm gehofft hast. Da wirst du den ſehen und anbeten, den du geliebt hast, da du ihn noch nicht sahest. Und welche Freude, welche Wonne wird dich alsdann ergreifen! So gehe Episteln und Evangelien. 83 denn freudig aus der Zeit in die sein Angesicht auf dich und gebe dir Ewigkeit, aus der Unvollkommenheit Friede! Friede und Freude in alle zur Vollkommenheit, aus der Welt Ewigkeit! zum Himmel! Er aber, Gott der Bater, der dich erschaffen, erhalten und versorgt hat, segne dich und behüte dich! Er, Jesus Christus, der dich erlöst hat, erleuchte sein Angesicht über dir und sei dir gnädig; und der heilige Geist, der dich erleuchtet und geheiligt hat, erhebe So fahr' denn hin zu Jesu Christ, Du theu'r erlöste Seele! Das Bette deines Körpers ist Des Grabes stille Höhle. Da ruht er sanft, bis Gottes Sohn Ihn weckt und ihn verklärt, den Lohn Der Treue dir zu geben. Amen. III. Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage. Epistel, Röm. 13, v. 11 bis 14. Wei eil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, fintemal unser Heil jegt näher ist, denn da wir's glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber her: beigekommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts! Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Chriflum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde! Am 1. Sonntage des Advents.| euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir! Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; fobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter 3ion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Sünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volk breitete die Kleider auf Evangelium, den Weg; die andern hieben 3weige Matth. 21, v. 1 bis 9. von den Bäumen, und streueten fie auf den Weg. Das Volk aber, a fie nun nahe bei Jerusalem das vorging und nachfolgte, schrie kamen, gen Bethphage, an und sprach: Hosanna dem Sohne den Delberg, sandte Jesus seiner Davids; gelobet sei, der da kommt Jünger zween und sprach zu ihnen: in dem Namen des Herrn! Hoft= Gehet hin in den Flecken, der vor anna in der Höhe! 6* 84 Episteln und Evangelien. Am 2. Sonntage des Advents. habt, durch die Kraft des heiligen Geistes! Epistel, Röm. 15, v. 1 bis 13. Wi Evangelium, ir aber, die wir sind, Luc. 21, v. 25 bis 36. nd es werden foller der Schwachen Ge- an der Sonne und Mond und Es brechlichkeit tragen, und nicht Gefallen an uns selber haben. stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besse: rung! Denn auch Christus nicht an ihm selber Gefallen hatte; sondern wie geschrieben stehet: Die Schmach derer, die dich schmähen, ist über mich gefallen. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden braufen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnet feid unter einander, nach darum, daß sich eure Erlösung nahet! Jesu Christo; auf daß ihr ein- Und er sagte ihnen ein Gleichniß: müthiglich mit einem Munde lo- Sehet an den Feigenbaum und bet Gott und den Vater unsers alle Bäume! Wenn sie jeßt ausHerrn Jesu Christi! Darum neh- schlagen, so sehet ihr's an ihnen met euch unter einander auf, und merket, daß jeßt der Sommer nahe ist, also auch ihr, wenn ihr gleichwie euch Christus hat auf dies alles sehet angeben, so wisset, genommen zu Gottes Lobe! Ich fage aber, daß Jeſus Christus ſei Wahrlich, ich sage euch: Dies Gedaß das Reich Gottes nahe ist! ein Diener gewesen der Beschneidung, um Gottes, zu bestätigen die VerheiBung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal ſpricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Efaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird, zu herrder Wahrheit willen schlecht wird nicht vergehen, bis Himmel daß es alles geschehe. und Erde werden vergeben; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell wird er kommen über alle, die auf über euch! Denn wie ein Fallstrick Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn! schen über die Heiden, auf den NB. Ju den Jahren, da der 26, Sonntag werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung nach Trinitatis nicht einfällt, wird das für denselben bestimmte Evangelium an diesem Sonntage genommen. Episteln und Evangelien. 85 Am 3. Sonntage des Advents.| Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weihen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieſer ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1 bis 7. afür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt; aber darin bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Fin: stern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Solches aber, liebe Brüder! habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um euretwillen, daß ihr an uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn jest geschrieben ist, auf daß sich nicht reuet euch in dem Herrn alleeiner wider den andern um je- wege, und abermal fage ich: mand's willen aufblase. Denn wer Freuet euch! Eure Lindigkeit laffet hat dich vorgezogen? Was hast du kund sein allen Menſchen! Der aber, das du nicht empfangen hast? Herr ist nahe. Sorget nichts; So du es aber empfangen hast, sondern in allen Dingen lasset was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte? Da a aber Johannes im Gefängniß eure Bitte im Gebete und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden! Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig iſt, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach! Welches ihr auch gelernet und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das thut, ſo und saget Johanni wieder, was wird der Herr des Friedens mit ihr sehet und höret: Die Blinden euch sein! seben, und die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die die Werke Christi hörte, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jefus antwortete und sprach zu ihnen: Gebet hin, Evangelium, Matth. 11, v. 2 bis 10. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel, Phil. 4, v. 4 bis 9. 86 Episteln und Evangelien. Und Am ersten heil. Chrift- Tage. Epistel, nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Ueber welchen du sehen nd dies ist das 3eugniß Johan- wirst den Geist herab fahren und nis, da die Juden sandten von auf ihm bleiben, derselbige ist's, Jerusalem Priester und Leviten, der mit dem heiligen Geist taufet. daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und ich sahe es und zeugete, daß Und er bekannte und leugnete nicht, dieser ist Gottes Sohn. und er bekannte: Sch bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir 8 ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, Anwort geben denen, die uns gesandt haben. und züchtiget uns, daß wir sollen Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich verleugnen das ungöttliche Wesen bin eine Stimme eines Predi- und die weltlichen Lüfte, und züchgers in der Wüste: Nichtet den tig, gerecht und gottselig leben in Weg des Herrn! wie der Pro- dieser Welt, und warten auf die phet Efaias gesagt hat. Und die felige Hoffnung und Erscheinung gesandt waren, die waren der Herrlichkeit des großen Gottes den Pharisäern, und fragten ihn, der sich selbst für uns gegeben hat, und unsere Heilandes Jesu Christi, Tit. 2, v. 11 bis 14. 7 von aller und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Chri- auf daß er uns erlösete von stus bist, noch Elias, noch ein Ungerechtigkeit, und reinigte ihm Prophet? selbst ein Volk zum Eigenthum, Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit das fleißig wäre zu guten Werken. Wasser! aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenfeit des Jordans, da Johannes taufte. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher, denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offen= bar würde in Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugte, und sprach: Ich sahe, daß der Geist herab fuhr, wie eine Taube vom Himmel, und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn Evangelium, Joh. 1, v. 19 bis 34. Evangelium, Luc. 2, v. 1 bis 20. Da 8 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schä Bung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Dapids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln, Episteln und Evangelien. 87 und legte in eine Krippe; denn| geredet hat zu den Vätern durch sie hatten sonst keinen Raum in die Propheten, hat er am legten der Herberge. Und es waren Hir- in diesen Tagen zu uns geredet ten in derselben Gegend auf dem durch den Sohn, welchen er geFelde bei den Hürden, die hüteten sest hat zum Erben über alles, des Nachts ihre Heerde. Und siehe, durch welchen er auch die Welt des Herrn Engel trat zu ihnen, und gemacht hat. Welcher, fintemal er die Klarheit des Herrn leuchtete um ist der Glanz seiner Herrlichkeit fie, und sie fürchteten sich sehr. Und und das Ebenbild seines Wesens, der Engel sprach zu ihnen: Fürch- und trägt alle Dinge mit seinem tet euch nicht! siehe, ich verkündige kräftigen Wort, und hat gemacht euch große Freude, die allem Volk die Reinigung unserer Sünden widerfahren wird. Denn euch ist durch sich selbst; hat er sich gefeßt heute der Heiland geboren, wel zu der Rechten der Majestät in cher ist Christus, der Herr, in der der Höhe, so viel besser gewor Stadt Davids. Und das habt den, denn die Engel, sogar viel zum Beichen: Jhr werdet finden einen höhern Namen er vor ihnen das Kind in Windeln gewickelt ererbet hat. Denn zu welchem und in einer Krippe liegen. Und Engel hat er jemals gesagt: Du alsbald war bei den Engeln die bist mein Sohn, heute habe ich Menge der himmlischen Heerscha- dich gezeuget? Und abermal: Ich ren, die lobten Gott und sprachen: werde sein Vater sein, und er Ehre sei Gott in der Höhe, und wird mein Sohn sein. Und aberFriede auf Erden, und den Men- mal, da er einführet den Erstge= schen ein Wohlgefallen! Und da bornen in die Welt, spricht er: die Engel von ihnen gen Himmel und es sollen ihn alle Engel Gotfuhren, sprachen die Hirten unter tes anbeten. Von den Engeln einander: Lasset uns nun gehen spricht er zwar: Er machet seine gen Bethlehem, und die Geschichte Engel Geister und seine Diener sehen, die da geschehen ist, die uns Feuerflammen. Aber von dem Sohn: der Herr kund gethan hat! Und Gott! dein Stuhl währet von Ewigfie kamen eilend, und fanden keit zu Gwigkeit, das Scepter deibeide, Maria und Joseph, dazu nes Reichs ist ein richtiges Scepter. das Kind in der Krippe liegend. Du hast geliebt die Gerechtigkeit, Da sie es aber gesehen hatten, und gebasset die Ungerechtigkeit. breiteten sie das Wort aus, welches Darum hat dich, o Gott! gesalbet zu ihnen von diesem Kinde gesagt dein Gott mit dem Del der Freuwar. Und alle, vor die es kam, den über deine Genossen. Und du, wunderten sich der Rede, die ihnen Herr! hast von Anfang die Erde die Hirten gesagt hatten. Maria gegründet, und die Himmel sind aber behielt alle diese Worte, und deiner Hände Werke. Dieselbigen bewegte sie in ihrem Herzen. Und werden vergehen; du aber wirst die Hirten kehrten wieder um, prie- bleiben. Und sie werden alle versen und lobten Gott um alles, das alten wie ein Kleid, und wie ein fie gehört und gesehen hatten, wie Gewand wirst du sie wandeln, und denn zu ihnen gesagt war. sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbige, und deine Jahre Am zweiten heil. Chrift- Tage. werden nicht aufhören. Zu welchem Engel aber hat er jemals geſagt: Sebe dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel achdem vor Seiten Gott manch- deiner Füße? Sind sie nicht allmal und mancherlei Weise zumal dienstbare Geister, ausgesandt Epistel, Ebr. 1, v. 1 bis 14. 88 Episteln und Evangelien. zum Dienst um derer willen, die und Wahrheit ist durch Jesum ererben sollen die Seligkeit? Christum geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schooß ist, der hat es uns verkündigt. Evangelium, Joh. 1, v. 1 bis 18. ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter. Sondern er ist unter den Vormündern und pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder I'm m Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finsterniß haben es nicht begriffen. Es war ein Mensch, von Gott gefandt, der hieß Johannes. waren, waren wir gefangen unter Derselbige kam zum 3eugniß, daß den äußerlichen Sagungen. Da er von dem Lichte zeugete, auf aber die Zeit erfüllet ward, sandte daß sie alle durch ihn glaubten. Gott seinen Sohn, geboren von Er war nicht das Licht; sondern, einem Weibe, und unter das Geſez daß er zengete von dem Licht. gethan, auf daß er die, so unter Das war das wahrhaftige Licht, dem Geseg waren, erlösete, daß welches alle Menschen erleuchtet, wir die Kindschaft empfingen. die in diese Welt kommen. Es Weil ihr denn Kinder seid, hat war in der Welt, und die Welt Gott gefandt den Geist seines ist durch dasselbe gemacht und Sohnes in eure Herzen, der die Welt kannte es nicht. Er schreiet: Abba, lieber Vater! Alſo kam in sein Eigenthum, und die ist nun hier kein Knecht mehr; Seinen nahmen ihn nicht auf. sondern eitel Kinder. Sind's aber Wie viele ihn aber aufnahmen, Kinder, so sind's auch Erben Gotdenen gab er Macht, Gottes Kin- tes durch Christum. der zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen Am Sonntage nach Weihnacht. Epistel, Gal. 4, v. 1 bis 7. Evangelium, Luc. 2, v. 33 bis 40. eines mannes; fondern von Gott und sein Vater und Mutter wun geboren sind. das Wort ward derten von ihm Fleisch, und wohnete unter uns, und geredet ward. Und Simeon segnete wir fahen seine Herrlichkeit, eine sie, und sprach zu Maria, seiner Herrlichkeit als des eingebornen Mutter: Siehe, dieser wird gefest Sohnes vom Vater, voller Gnade zu einem Fall und Auferstehen vieund Wahrheit. Johannes zeuget ler in Israel und zu einem Zeichen, von ihm, ruft und spricht: Lieser dem widersprochen wird. Und es war es, von dem ich gesagt habe: wird ein Schwert durch deine Seele Nach mir wird kommen, der vor dringen, auf daß vieler Herzen Gemir gewesen ist; denn er war eber, danken offenbar werden. denn ich. Und von seiner Fülle war eine Prophetin, Hanna, eine haben wir alle genommen Gnade Tochter Phanuels, vom Geschlechte um Gnade. Denn das Geseß ist Aser, die war wohl betaget, und durch Mosen gegeben; die Gnade hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Und es Episteln und Evangelien. Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag- und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Evangelium, Luc. 2, v. 21. NB. Wenn Neujahr auf einen Sonntag fällt, so wird die auf den Sonntag zwischen Weihnacht und Neujahr verlegte Epistel mit dazu gezogen, und ist alsdann der ganze Tert: Gal. 3, v. 23. bis 4, v. 7. 89 UT nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde; da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Tage der heil. 3 Könige.. Epistel, Tit. 3, v. 3 bis 8. W Am Neujahrs- Tage. Epistel, ir waren auch weiland Un weise, Ungehorsame, Irrige, Dienende den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hafseten uns unter einander. Da aber erGal. 3, v. 23 bis 29. schien die Freundlichkeit und Leutfeligkeit Gottes, unsers Heilandes. he denn aber der Glaube kam, Nicht um der Werke willen der Gewurden wir unter dem Gerechtigkeit, die wir gethan hatten; se verwahret und verschlossen auf sondern nach seiner Barmherzigkeit den Glauben, der da sollte geoffen baret werden. Also ist das Geseß unser 3uchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Buchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glau ben an Christo Jesu. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche; hier ist kein Knecht, noch Freier; hier ist kein und nüß den Menschen. Mann noch Weib; denn ihr seid alle zumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist je gewißlich wahr. Solches will ich, daß du fest lehrest, auf daß die, so an Gott gläubig sind geworden, in einem Stande guter Werke erfunden werden. Solches ist gut Evangelium, Matth. 2, v. 1 bis 12. a Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes; siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak 90 Episteln und Evangelien. er, und mit ihm das ganze Jeru-| gleich; sondern verändert euch durch falem, und ließ versammeln alle Verneuerung neures Sinnes, auf Hohenpriester und Schriftgelehrten daß ihr prüfen möget, welches da unter dem Volk, und erforschte sei der gute, der wohlgefällige und von ihnen, wo Christus sollte ge- der vollkommene Gotteswille! Denn boren werden. Und sie sagten ich sage durch die Gnade, die mir ihm: 3u Bethlehem im jüdischen gegeben ist, jedermann unter euch, Lande. Denn also steht geschrie- daß niemand weiter von ihm halte, ben durch den Propheten: Und denn sich's gebühret zu halten; du Bethlehem im jüdischen Lande sondern daß er von ihm mäßiglich bist mit Nichten die kleinste unter halte, ein jeglicher, nach dem Gott den Fürsten Juda; denn aus dir ausgetheilet hat das Maß des soll mir kommen der Herzog, der Glaubens. Denn gleicher Weise, über mein Volk Israel ein Herr als wir in einem Leibe viele Gliez fei. Da berief Herodes die Weisen der haben; aber alle Glieder nicht heimlich, und erlernte mit Fleiß einerlei Geschäfte haben: also find von ihnen, wann der Stern er- wir ein Leib in Christo; aber unschienen wäre, und wies sie gen ter einander ist einer des andern Bethlehem, und sprach: Biehet Glied, und haben mancherlei Gahin, und forschet fleißig nach dem ben nach der Gnade, die uns geKindlein, und wenn ihr's findet, geben ist. so sagt mir's wieder, daß ich auch NB. Wird das Fest der heil. 3 Könige an diesem Tage gefeiert, so wird dieſe Epistel beibehalten. komme und es anbete! Als sie nun den König gehört hatten, z0gen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie dennd ſeine Eltern gingen de Stern sahen, wurden hoch er- Jahre gen auf das freut und gingen in das Haus, Osterfest. Und da er zwölf Jahre und fanden das kindlein mit Ma- alt war, gingen sie hinauf gen Je ria, seiner Mutter, und fielen nie- rusalem, nach Gewohnheit des Feder, und beteten es an, und thaten stes. Und da die Tage vollendet ihre Schäße auf, und schenkten waren, und sie wieder zu Hause ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. gingen, blieb das Kind Jesus zu und Gott befahl ihnen im Traum, Jerusalem, und seine Ueltern wuß daß sie sich nicht sollten wieder zuten's nicht. Sie meinten aber, er Herodes lenken. und zogen durch wäre unter den Gefährten, und ka einen andern Weg wieder in ihr men eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel fizen mitten unter den Leher fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da ste ihn sahen, entseßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Land. Am 1. Sonnt. nach heil. 3 Kön. Epistel, Röm. 12, v. 1 bis 6. durch die Barmherzigkeit Got tes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches fei euer vernünftiger Gottesdienst, und stellet euch nicht dieser Welt Evangelium, Luc. 2, v. 41 bis 52. Episteln und Evangelien. Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich geſucht habt? Wisſet ihrUochzeit zu Cana in Galiläa, nd am dritten Tage ward eine nicht, daß ich sein muß in dem, das da. Jemeines Vaters ist? Und sie verstan- und die Mutter Jesu war den das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Men schen. 91 Evangelium, Joh. 2, v. 1 bis 11. Am 2. Sonnt. nach heil. 3 Kön. Epistel, Röm. 12, v. 6 bis 16. sus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, sprach die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, daß thut! Es waren aber allda sechs steiuerne Wasserkrüge gesegt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: ir haben mancherlei Gaben Füllet die Wasserkrüge mit Wasser! nach der Gnade, die uns ge- und sie fülleten sie bis oben an. geben ist. Hat jemand Weissagung, Und er spricht zu ihnen: Schöpfet so sei sie dem Glauben ähnlich. nun und bringet's dem SpeisemeiHat jemand ein Amt, so warte ster! Und sie brachten's. Als aber er des Amts. Lehret jemand, so der Speisemeister kostete den Wein, warte er der Lehre. Ermahnet je- der Wasser gewesen war, und mand, so warte er des Ermahnens. wußte nicht, von wannen er kam; Giebt jemand, so gebe er einfäl- die Diener aber wußten's, die tiglich. Regieret jemand, so sei er das Wasser geschöpft hatten: ruft forgfältig. Uebt jemand Barm- der Speisemeister den Bräutigam, herzigkeit, so thue er's mit Lust. und spricht zu ihm: Jedermann Die Liebe sei nicht falsch. Hasset giebt zum ersten guten Wein, das Arge, hanget dem Guten an. und wenn sie trunken geworden Die brüderliche Liebe unter einan- sind, alsdann den geringeren; du der sei herzlich einer komme dem hast den guten Wein bisher behalandern mit Ehrerbietung zuvor. ten. Das ist das erste Zeichen, das Seid nicht träge, was ihr thun Jesus that, geschehen zu Cana in follt. Seid brünstig im Geist. Galiläa, und offenbarte seine HerrSchicket euch in die Beit. Seid fröhlichkeit. Und seine Jünger glaublich in Hoffnung, geduldig in Trüb- ten an ihn. fal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an; Am 3. Sonnt. nach heil. 3 Kön. herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröblichen, und weinet mit den Beinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen; fondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Epistel, Röm. 12, v. 17 bis 21. altet euch nicht selbst für klug! Bösem! Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann! Ist's mög= lich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede! Rächet 92 Episteln und Evangelien. euch selber nicht, meine Liebsten; euch, solchen Glauben habe ich in Aber ich sondern gebet Raum dem 3orn, Israel nicht gefunden. denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr! So nun deinen Feind hungert, so speise ihn! dürstet ihn, so tränke ihn! Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden; sondern überwinde das Böse mit Gutem! Evangelium, Matth. 8, v. 1 bis 13. sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich figen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus; da wird sein Heulen und 3ähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe bin, dir geschehe, wie du geglaubt haft! Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonnt. nach heil. 3 Kön. Epistel, Röm. 13, v. 1 bis 10. Redermann ſei unterthan der a Jesus vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich Obrigkeit, die Gewalt über wohl reinigen. Und Jesus streckte ihn hat! Denn es ist keine Obrigseine Hand aus, rührte ihn an keit, obne von Gott; wo aber und sprach: Ich will's thun, sei Obrigkeit ist, die ist von Gott gereinig! Und alsbald ward er verordnet. Wer sich nun wider von seinem Aussaß rein. Und die Obrigkeit sezet, der widerstrebt Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, Gottes Ordnung; die aber widerfag's niemand; sondern gehe hin streben, werden über sich ein Urund zeige dich dem Priester, und theil empfangen. Denn die Geopfere die Gabe, die Moses be- waltigen sind nicht den guten Werfohlen hat, zu einem 3eugniß über ken, sondern den bösen zu fürchten. fie! Da aber Jesus einging zu Willst du dich aber nicht fürchten Capernaum, trat ein Hauptmann vor der Obrigkeit, so thue Gu zu ihm, der bat ihn, und sprach: tes! so wirst du Lob von der Herr, mein Knecht liegt zu Hause selbigen haben. Denn sie ist Gotund ist gichtbrüchig und hat große tes Dienerin, dir zu Gut; thust Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich du aber Böses, so fürchte dich, Schwert ihn gesund denn sie trägt das machen. Der Hauptmann ant- nicht umsonst, sie ist Gottes Die wortete und sprach: Herr, ich bin nerin, eine Rächerin zur Strafe nicht werth, daß du unter mein über den, der Böses thut. So Tach gehest; sondern sprich nur seid nun aus Noth unterthan, ein Wort, so wird mein Knecht gesund! Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gebet er, und zum andern: Komme ber! so kommt er, und zu meinem Knecht: Thue das! so thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte will kommen und nicht allein um der Strafe willen; sondern auch um des Gewissens willen! Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn ſie find Gottes Diener, die solchen Schub sollen handhaben. So gebt nun jedermann, was ihr schuldig ſeid, Schoß, dem der Schoß gebühret, 3oll,' dem der Zoll gebühret, er sich, und sprach zu denen, die Furcht, dem die Furcht gebüh ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage ret, Ehre, dem die Ehre gebüh Episteln und Evangelien. 93 ret! Seid niemand nichts schul- eines Goldschmieds, und wie die dig, denn daß ihr euch unter ein Seife der Wäscher. Er wird sizen ander liebet; denn wer den andern und schmelzen, und das Silber liebet, der hat das Gefeß erfüllet. reinigen; er wird die Kinder Levi Denn das da gesagt ist: Du sollst reinigen und läutern wie Gold und nicht ehebrechen, du sollst nicht Silber. Dann werden sie dem tödten, du sollst nicht stehlen, du Herrn Speisopfer bringen in Gesollst nicht falsch 3eugniß geben, rechtigkeit. Und wird dem Herrn dich soll nichts gelüsten, und so wohlgefallen das Speisopfer Juda's ein ander Gebot mehr ist, das und Jerusalem's, wie vorhin und wird in diesem Wort verfaffet: vor langen Jahren. Und ich will Du sollst deinen Nächsten lieben zu euch kommen und euch strafen, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseßes Erfüllung. und will ein schneller 3euge sein wider die Sauberer, Ehebrecher und Meineidigen und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Taglöhnern, Wittwen und Waisen, und den Fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. ( 3uweilen auch die Sonntags= Evangelium, Matth. 8, v. 23 bis 27. esus trat in das Schiff, und fiehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger traten Evangelium, Luc. 2, v. 22 bis 32. in ihm, und weckten ihn auf. Und da die Tage ihrer Reinigung und sprachen: Herr, hilf uns, wir nach kamen, verderben! Da sagte er zu ihnen: brachten sie das Kindlein Jeſus Ihr Kleingläubigen, warum seid gen Jerusalem, auf daß fie ibn ihr so furchtsam? Und stand auf, darstellten dem Herrn,( wie denn und bedrohete den Wind und das geschrieben steht in dem Gesez des Meer; da ward es ganz stille. Die Herrn: Allerlei Männlein, das zum Menschen aber verwunderten sich ersten die Mutter bricht, soll dem und sprachen: Was ist das für ein Herrn geheiligt heißen) und daß fie Mann, daß ihm Wind und Meer gäben das Opfer, nachdem gesagt gehorsam ist? ist im Gesez des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwo junge TauAm Tage der Reinig. Mariä. ben. Und fiebe, ein Mensch war Epistel, zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm Mal. 3, v. 1 bis 5. und gottesfürchtig, und wartete auf Ziehe, ich will meinen Engel den Trost Israels, und der heilige senden, der vor mir her den Geist war in ihm. Und ihm war Weg bereiten soll, und bald wird eine Antwort geworden von dem kommen zu seinem Tempel der Herr, heiligen Geiste, er sollte den Tod den ihr suchet, und der Engel des nicht sehen, er' hätte denn zuvor den Bundes, deß ihr begehret. Siebe, Christ des Herrn gesehen. Und kam er kommt, spricht der Herr Zebaoth. aus Anregung des Geistes in den Wer wird aber den Tag seiner Zu- Tempel. Und da die Aeltern das kunft erleiden mögen? Und wer Kind Jesus in den Tempel brachwird bestehen, wenn er wird er ten, daß sie für ihn thäten, wie scheinen? Denn er ist wie das Feuer man pflegt nach dem Geseß; da 94 Episteln und Evangelien. nahm er ihn auf seine Arme, und| euern leiblichen Herren, nicht mit lobte Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Ifrael. Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen; sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht! Alles, was ihr thut, das thut von Herzen, als dem Herrn, und nicht den Menschen! Und wisset, daß ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht empfangen, was er unrecht gethan hat, und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt! Am 5. Sonnt. nach heil. 3 Kön. thut, der wird Epistel, Col. 3, v. 12. bis 4, v. 1. o ziehet nun an, liebe Brüder, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, De= muth, Sanftmuth, Geduld, und vertrage einer den andern, und Evangelium, Matth. 13, v. 24 bis 30. vergebet euch unter einander, foGleichniß vor, und ſprach: legte ihnen ein ander hat andern, gleichwie Christus euch ver- Das Himmelreich ist gleich einem geben hat, also auch ihr! Ueber Menschen, der guten Samen auf alles aber ziehet an die Liebe, die feinen Acker säete. Da aber die da ist das Band der Vollkommen Leute schliefen, kam sein Feind, heit, und der Friede Gottes regiere und säete Unkraut zwischen den in euren Herzen, zu welchem ihr Weizen, und ging davon. Da auch berufen seid in einem Leibe, nun das Kraut wuchs und Frucht und seid dankbar! Lasset das Wort brachte, da fand sich auch das Un Christi unter euch reichlich wohnen kraut. Da traten die Knechte zu in aller Weisheit; lehret und ver- dem Hausvater und sprachen: mahnet euch selbst mit Pfalmen Herr, hast du nicht guten Samen und Lobgesängen und geistlichen, auf deinen Acker gefäet? Woher lieblichen Liedern, und singet dem hat er denn das Unkraut? Er Herrn in eurem Herzen, und alles, sprach zu ihnen: Das hat der was ihr thut mit Worten oder mit Feind gethan. Da sprachen die Werken, das thut alles in dem Knechte: Willst du denn, daß wir Namen des Herrn Jesu, und dan- hingehen und es ausgäten? Er ket Gott und dem Vater durch sprach: Nein, auf daß ihr nicht ihn! Ihr Weiber, seid unterthan zugleich den Weizen mit ausraufet, euren Männern in dem Herrn, so ihr das Unkraut ausgätet. Laſſet wie sich's gebührt! Thr Männer, beides mit einander wachsen bis liebet eure Weiber, und seid nicht zu der Ernte, und um die Erntebitter gegen sie! Ihr Kinder, seid zeit will ich zu den Schnittern gehorsam den Ueltern in allen sagen: Sammelt zuvor das UnDingen; denn das ist dem Herrn kraut, und bindet es in Bündlein, gefällig! Ihr Väter, erbittert daß man es verbrenne; aber den eure Kinder nicht, auf daß sie Weizen sammelt mir in meine nicht scheu werden! Ihr Knechte, Scheuern! seid gehorsam in allen Dingen Epifteln und Evangelien. 95 Am 6. Sonnt. nach heil. 3 Kön.| redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich enn wir haben nicht den klu- Wohlgefallen habe; den sollt ihr gen Fabeln gefolgt, da wir hören! Da das die Jünger hörten, euch fund gethan haben die Kraft fielen sie auf ihr Angesicht, und und Zukunft unsers Herrn Jesu erschraken sehr. Jesus aber trat Chrifti; fondern wir haben seine zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Herrlichkeit selber gesehen, da er Stehet auf, und fürchtet euch nicht! empfing von Gott, dem Vater, Da fie aber ihre Augen aufhoben, Ehre und Preis durch eine Stimme, saben sie niemand, denn Jesum die zu ihm geschah von der großen allein. Und da sie vom Berge Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist herab gingen, gebot ihnen Jesus mein lieber Sohn, an dem ich und sprach: Ihr sollt dies GeWohlgefallen habe. Und diese sicht niemand sagen, bis des Men= Stimme haben wir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Drt, bis der Tag anbreche, und schen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis 27. euern iſſet ihr nicht, daß die, ſo in der den laufen, die Herzen. Und das sollt ihr für das laufen alle; aber einer erlanget Erste wissen, daß keine Weissagung das Kleinod? Laufet nun also, in der Schrift geschieht aus eigner daß ihr's ergreifet! Ein jeglicher Auslegung. Denn es ist noch nie aber, der da kämpfet, enthält sich eine Beissagung aus menschlichem alles Dinges. Jene also, daß ste Willen hervorgebracht; sondern die eine vergängliche Krone empfanheiligen Menschen Gottes haben gen; wir aber eine unvergänggeredet, getrieben von dem heiligen liche. Sch laufe aber also, nicht Geiste. als auf's Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streicht; sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Epistel, 2. Petri 1, v. 16 bis 21. Evangelium, Matth. 17, v. 1 bis 9. Un [ nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret bor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mofes und Elias; die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofi eine, und Elias eine. Da er noch alsó Evangelium, Matth. 19, v. 27. bis 20, v. 16. étrus sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und find dir nachgefolgt; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auchy sigen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels.. 96 Episteln und Evangelien. Am Sontage Seragesima. 8 ist mir ja das Rühmen nichts Und wer verlässet Häuser oder dir nicht Unrecht; bist du nicht Brüder oder Schwestern oder Ba- mit mir eins geworden um einen ter oder Mutter oder Weib oder Groschen? Nimm, was dein ist, Kinder oder Aecker um meines und gehe hin! Ich will aber Namens willen, der wird's hun- diesen Legten geben gleich wie dertfältig nehmen, und das ewige dir. Oder hab' ich nicht Macht, Leben ererben. Aber viele, die zu thun, was ich will mit dem da sind die Ersten, werden die Meinen? Siehest du darum scheel, Lesten, und die Leßten werden daß ich so gütig bin? Also werden die Ersten sein. Das Himmelreich die Leßten die Ersten, und die ist gleich einem Hausvater, der Ersten die Lehten sein. Denn viele am Morgen ausging, Arbeiter zu sind berufen; aber wenige sind miethen in seinen Weinberg. Und auserwählt. da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt. müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg! ich will euch geben, nüge; doch will ich kommen was recht ist. Und sie gingen hin. auf die Gesichte und Offenbarungen Abermal ging er aus um die des Herrn. Ich kenne einen Mensechste und neunte Stunde, und schen in Christo, vor vierzehn Jahthat gleich also. Um die elfte ren,( ist er in dem Leibe gewesen, Stunde aber ging er aus, und so weiß ich's nicht, oder ist er außer fand andere müssig stehen, und dem Leibe gewesen, so weiß ich's sprach zu ihnen: Was stehet ihr auch nicht; Gott weiß es), derselbige hier den ganzen Tag müssig? Sie ward entzückt bis in den dritten sprachen zu ihm: Es hat uns Himmel. Und ich kenne denselbigen niemand gedinget. Er sprach zu Menschen, ob er in dem Leibe oder ihnen: Gehet ihr auch hin in den außer dem Leibe gewesen ist, weiß Weinberg! und was recht sein wird, ich nicht; Gott weiß es. Er ward soll euch werden. Da es nun Abend entzückt in das Paradies und hörte ward, sprach der Herr des Wein- unaussprechliche Worte, welche kein berges zu seinem Schaffner: Rufe Mensch sagen kann. Davon will den Arbeitern, und gieb ihnen den ich mich rühmen; von mir selbst Lohn, und hebe an, an den Lezzten aber will ich mich nichts rühmen, bis zu den Ersten! Da kamen, die ohne meiner Schwachheit. Und so um die elfte Stunde gedinget wa- ich mich rübmen wollte, thäte ich ren, und empfing ein jeglicher seinen darum nicht thörlich; denn ich wollte Groschen. Da aber die Ersten ka die Wahrheit sagen. Ich enthalte men, meinten fie, sie würden mehr mich aber deß, auf daß nicht je empfangen, und sie empfingen auch mand mich höher achte, denn er ein jeglicher seinen Groschen. Und an mir sieht, oder von mir hört. da sie den empfingen, murreten sie und auf daß ich mich nicht der wider den Hausvater und sprachen: hohen Offenbarung überhebe, ist Diese Letzten haben nur eine Stunde mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, gearbeitet, und du hast sie uns nämlich des Satans Engel, der gleich gemacht, die wir des Tages mich mit Fäusten schlage, auf daß Last und Hipe getragen haben? Er ich mich nicht überhebe. Dafür ich antwortete aber und sagte zu einem dreimal dem Herrn geflehet habe, unter ihnen: Mein Freund, ich thue daß er von mir wiche. Und er hat Epistel, 2. Cor. 12, v. 1 bis 10. Episteln und Evangelien. 97 zu mir gesagt: Laß dir an meiner| ben sie, und zu der Zeit der AnGnade genügen; denn meine Kraft fechtung fallen sie ab. Das aber ist in den Schwachen mächtig! unter die Dornen fiel, sind die, Darum will ich mich am aller- so es hören, und gehen hin unter liebsten rühmen meiner Schwach- den Sorgen, Reichthum und Wolheit, auf daß die Kraft Christi bei lust dieses Lebens, und ersticken, mir wohne. Darum bin ich gutes und bringen keine Frucht. Das Muths in Schwachheiten, in Schma- aber auf dem guten Lande, sind chen, in Nöthen, in Berfolgungen, die das Wort hören und behalten in Aengsten um Christi willen. in einem feinen guten Denn wenn ich schwach bin, so und bringen Frucht in Geduld. bin ich stark. Herzen, Am Sonntage Quinquagesimä. Evangelium, Luc. 8, v. 4 bis 15. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1 bis 13. O a nuh viel Volks bei einander war, und aus den Städten enn ich mit Menſchen- und zu Jesu eilten, sprach er durch ein mit redete, und Gleichniß: Es ging ein Säemann hätte der Liebe nicht; so wäre ich aus, zu säen seinen Samen, und ein tönend Erz oder eine klingende indem er säete, fiel etliches an den Schelle. Und wenn ich weissagen Weg, und ward vertreten, und die könnte, und wüßte alle GeheimVögel unter dem Himmel fraßen nisse und alle Erkenntniß, und es auf. Und etliches fiel auf den hätte allen Glauben, also, daß ich Fels, und da es aufging, verdorrete Berge versezte, und hätte der Liebe es, darum, daß es nicht Saft hatte. nicht; so wäre ich nichts. Und Und etliches fiel mitten unter die wenn ich alle meine Habe den Dornen, und die Cornen gingen Armen gäbe, und ließe meinen mit auf, und erstickten es. Und Leib brennen, und hätte der Liebe etliches fiel auf ein gut Land, nicht; so wäre mir's nichts nüße. und es ging auf, und trug hun Die Liebe ist langmüthig und dertfältige Frucht. Da er das freundlich, die Liebe eifert nicht, sagte, rief er: Wer Ohren hat die Liebe treibet nicht Muthwillen, zu hören, der höre! Es fragten sie blähet sich nicht, sie stellt sich ihn aber seine Jünger, und spra- nicht ungeberdig, sie sucht nicht das chen, was dieses Gleichniß wäre? Shre, fie läßt sich nicht erbittern, Er aber sprach: Euch ist's gegeben, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie zu wissen das Geheimniß des Rei- freuet sich nicht der Ungerechtigches Gottes; den andern aber in keit, sie freuet sich aber der WahrGleichnissen, daß sie es nicht sehen, heit; sie verträgt alles, sie glauob sie es schon sehen, und nicht bet alles, sie hofft alles, sie dulverstehen, ob sie es schon hören. det alles. Die Liebe hört nimDas ist aber das Gleichniß: Der mer auf, so doch die WeissagunSame ist das Wort Gottes. Die gen aufhören werden, und die aber an dem Wege sind, das sind, Sprachen aufhören werden, und daß die es hören; darnach kommt der Erkenntniß aufhören wird. Denn Teufel, und nimmt das Wort von unser Wissen ist Stückwerk, und ihren Herzen, auf daß sie nicht unser Weissagen ist Stückwerk. glauben und selig werden. Die Wenn aber kommen wird das Vollaber auf dem Fels, sind die, wenn kommene, so wird das Stückwerk sie es hören, nehmen sie das Wort aufhören. Da ich ein Kind war, mit Freuden an, und die haben da redete ich wie ein Kind, und war nicht Wurzel; eine Beitlang glau- flug wie ein Kind, und hatte kin7 98 Episteln und Evangelien. dische Anschläge. Da ich aber ein| pries Gott. Und alles Volk, daß Mann ward, that ich ab, was kin- solches sah, lobte Gott. disch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Am 1. Sonntage in der Fasten, oder Invocavit. Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jest erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich's erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, dieſe drei; aber die mithelfer, daß ihr nicht veraber euch als Liebe ist die größeste unter ihnen. geblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit er= höret, und habe dir qm Tage des Jefu Resus nahm zu sich die 3wölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, Heils geholfen. Sehet, jest ist wir gehen hinauf gen Jerusalem, die angenehme 3eit, jegt ist der und es wird alles vollendet wer- Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Tiener Gottes in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Ge rüchte, als die Verführer und doch wahrhaftig, als die unbekannten und doch bekannt, als die Ster benden, und siehe! wir leben, als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viele reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben! Evangelium, Luc. 18, v.- 31 bis 43. den, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verſpeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Epistel, 2. Cor. 6, v. 1 bis 10. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege uns bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrohten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Sesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun foll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge! Und Jesus sprach zu ihm: Sei sebend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbalb ward fehend, und folgte ihm nach, und er Evangelium, Matth. 4, v. 1 bis 11. a ward Jesus, vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.. Episteln und Evangelien. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, fo sprich, daß diese Steine Brod werden! Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die 3inne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Got tes Sohn, so laß dich hinab! denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen! Wie derum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Ta sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen! Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Am 2. Sonntage in der Fasten, oder Reminiscere. 99 Heiligung und Ehren, nicht in der Lusiseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gefagt und bezeugt haben. Tenn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit; sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht noth euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Mace= donien sind. Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder! daß ihr noch völliger werdet. Und ringet darnach, daß ihr stille seid, und das Eure schaffet, und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben! Auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Epistel, 1. Thess. 4, v. 1 bis 12. Meiter, liebe Brüder! bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wanbeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Seſum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und, ein jeglicher unter euch wisse, sein Faß zu behalten in Evangelium, Matth. 15, v. 21 bis 28. nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Ty= rus und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! meine Tochter wird vom Teufel übel ge= plaget. Und er- antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm ſeine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach! Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht ge= sandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kin7* und 100 Episteln und Evangelien. dern ihr Brod nehme, und werfe| verwunderte sich Etliche aber es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, unter ihnen sprachen: Er treibt Herr! aber doch essen die Hündlein die Teufel aus durch Beelzebub, von den Brosamlein, die von ihrer den Obersten der Teufel. Die Herren Tische fallen. Da antwor- andern aber versuchten ihn, und tete Jesus und sprach zu ihr: Obegehrten ein Zeichen von ihm Weib, dein Glaube ist groß; dir vom Himmel. Er aber vernahm geschehe, wie du willst! Und ihre ihre Gedanken, und sprach zu ih= Tochter ward gesund zu derselbi- nen: Ein jeglich Reich, so es mit gen Stunde. ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: Sch treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, so bleibt das Ceine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Am 3. Sonntage in der Fasten, oder Oculi. Epistel, Ephes. 5, v. 1 bis 9. ( o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch! Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gefagt werden, wie den Heiligen zusteht! Auch schandbare Borte und Narrentheidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen; sondern vielmehr Danksagung! Denn das follt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Wenn der unsaubere Geist von Reiche Christi und Gottes. Lasset dem Menschen ausfährt, so durch euch niemand verführen mit verwandelt er dürre Stätte, suchet geblichen Worten! denn um dieser Rube, und findet ihrer nicht; ſo willen kommt der 3orn Gottes über spricht er: Sch will wieder umkehdie Kinder des Unglaubens. Darum ren in mein Haus, daraus ich geseid nicht ihre Mitgenossen! Denn gangen bin. Und wann er kommt, ihr waret weiland Finsterniß, nun so findet er's mit Besemen gekehret aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. und geschmücket. Dann geht er hin, Wandelt wie die Kinder des Lichts! und nimmt sieben Geister zu sich, Die Frucht des Geistes ist allerlei die ärger sind, denn er selbst; und Gütigkeit und Gerechtigkeit und wenn sie hinein kommen, wohnen Wahrheit. sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Evangelium, Luc. 11, v. 14 bis 28. esus trieb einen Teufel aus, Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: schah, da der Teufel ausfuhr, da hat, und die Brüste, die du gefogen redete der Stumme. Und das Volk haft! Er aber sprach: Ja, selig ſind, Episteln und Evangelien. 101 die Gottes Wort hören und be- Sch habe keinen Teufel; sondern wahren! ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. Epistel, Ebr. 9, v. 11 bis 15. Christus aber ist gekommen, daß Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß er sei ein Hoherpriester der du den Teufel haſt. Abraham zukünftigen Güter durch eine grö- ist gestorben und die Propheten, Bere und vollkommnere Hütte, die und du sprichst: So jemand mein nicht mit der Hand gemacht ist, Wort hält, der wird den Tod nicht das ist, die nicht also gebauet ist. schmecken ewiglich. Bist du mehr, Auch nicht durch der Böcke oder denn unser Vater Abraham, wel= Kälber Blut; sondern er ist durch cher gestorben ist, und die Propheten sein eigen Blut einmal in das sind gestorben? Was machest du Heilige eingegangen, und hat eine aus dir selbst? ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh ge= sprengt, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wie vielmehr wird das Blut Christi, der fich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler Jesus Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, des neuen Testaments, auf daß und er sah ihn, und freute sich. durch den Tod, so geschehen ist Da sprachen die Juden zu ihm: zur Erlösung von den Uebertre- Du bist noch nicht fünfzig Jahre tungen, die unter dem ersten Te- alt, und hast Abraham gesehen? stament waren, die, so berufen Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, sind, das verheißene ewige Erbe wahrlich, ich sage euch: Ehe denn empfahen. Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, Joh. 8, v. 46 bis 59. und ging zum Tempel hinaus, esus sprach zu den Juden: mitten durch sie hinstreichend. Evangelium, antwortete: Co ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid: aber ich kenne ihn und halte sein Wort. einer Sünde zeihen? So ich euch Am Feste der Verkünd. Mariä. aber Epistel, die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Jef. 7, v. 10 bis 16. Darum höret ihr nicht; denn ihr has, und ſprach: seid nicht von Gott. Da antwornd der Herr redete abermal zu Fordere dir teten die Juden und sprachen zu ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jeſus antwortete: es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe! Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, daß ich den 102 Episteln und Evangelien. Herrn nicht versuche. Da sprach| Der heilige Geist wird über dich er: Wohlan, so höret ihr vom kommen, und die Kraft des HöchHause Davids! It's euch zu sten wird dich überschatten. Darum wenig, daß ihr die Leute belei- auch das Heilige, das von dir gediget, ihr müsset auch meinen horen wird, wird Gottes Sohn Gott beleidigen? Darum so wird genannt werden. Und siehe, Elieuch der Herr selbst ein Zeichen sabeth, deine Gefreundte, ist auch geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger mit einem Sohne in schwanger, und wird einen Sohn ihrem Alter, und gehet jest im gebären, den wird sie heißen Im- sechsten Mond, die im Geschrei ist, mannuel. Butter und Honig wird daß sie unfruchtbar sei. Denn bei er essen, daß er wisse, Böses zu Gott ist kein Ding unmöglich. verwerfen und Gutes zu erwäh- Maria aber sprach: Siehe, ich bin len. Denn ehe der Knabe lernet des Herrn Magd; mir geschehe, Böses verwerfen und Gutes er- wie du gesagt haft! Und der Enwählen, wird das Land, davor dir gel schied von ihr. grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Am 6. Sonntage in der Fasten, oder Palmarum. Evangelium, Luc. 1, v. 26 bis 38. Epistel, Und nd im sechsten Mond ward Phil. 2, v. 5 bis 13. der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Gali in jeglicher ſei gesinnet, mie läa, die heißet Nazareth, zu einer war, welJungfrau, die vertrauet war ei- cher, ob er wohl in göttlicher Genem Manne mit Namen Joseph, stalt war, hielt er's nicht für einen vom Hause Davids, und die Jung: Raub, Gott gleich sein; sondern äufrau hieß Maria. Und der Engel Berte sich selbst, und nahm Knechtskam zu ihr hinein, und sprach: gestalt an, ward gleich wie ein Gegrüßet seist du, Holdselige, der anderer Mensch, und an Geberden Herr ist mit dir, du Gebenedeiete als ein Mensch erfunden. Er erunter den Weibern! Da fie aber niedrigte sich selbst und ward ge ihn sah, erschrak sie über seine gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode Rede, und gedachte: Welch ein am Kreuze. Darum hat ihn auch Gruß ist das? Und der Engel Gott erhöhet, und hat ihm einen sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Namen gegeben, der über alle NaMaria! du hast Gnade' bei Gott men ist, daß in dem Namen Jesu gefunden. Siehe, du wirst schwan- sich beugen sollen alle derer Knie, ger werden im Leibe, und einen die im Himmel und auf Erden und Sohn gebären, deß Namen sollst unter der Erden sind, und alle du Jesus heißen. Der wird groß 3ungen bekennen sollen, daß Jesus und ein Sohn des Höchsten ge- Christus der Herr sei, zur Ehre nannt werden, und Gott der Herr Gottes des Vaters. Also, meine wird ihm den Stuhl seines Vaters Liebsten, wie ihr allezeit seid ges David geben, und er wird ein Kö- horsam gewesen, nicht allein in mei nig sein über das Haus Jakob ner Gegenwärtigkeit, sondern auch ewiglich, und seines Königreichs nun vielmehr in meinem Abwesen; wird kein Ende sein. Da sprach schaffet, daß ihr selig werdet mit Maria zu dem Engel: Wie soll Furcht und Zittern! Denn Gott das zugehen, sintemal ich von kei- ist's, der in euch wirket beides, nem Manne weiß? Der Engel das Wollen und das Bollbringen, antwortete und sprach zu ihr: nach seinem Wohlgefallen. Episteln und Evangelien. 103 Evangelium, Denn aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Jes. 52, v. 13. bis 53, v. 12. Länge ausreden? Denn er ist aus Ziehe, mein Knecht wird weiß- dem Lande der Lebendigen wegge= lich thun, und wird erhöhet, rissen, da er um die Missethat meiund sehr hoch erhaben sein, daß nes Volkes geplaget war. Und er sich viele über dir- ärgern werden, ist begraben wie die Gottlosen, und weil seine Gestalt häßlicher ist, gestorben wie ein Reicher, wiewohl denn anderer Leute, und sein An- er niemand Unrecht gethan hat, sehen, denn der Menschen Kinder.noch Betrug in seinem Munde geAber also wird er viele Heiden wesen ist. Aber der Herr wollte besprengen, daß auch Könige wer- ihn also zerschlagen mit Krankheit. den ihren Mund gegen ihn zu- Wenn er sein Leben zum Schuidhalten. Denn welchen nichts da- opfer gegeben hat; so wird er Savon verkündigt ist, dieselben wer- men haben, und in die Länge leben, den's mit Lust, sehen, und die und des Herrn Bornehmen wird nichts davon gehört haben, die durch seine Hand fortgehen. Darwerden's merken. Aber wer glaubt um, daß seine Seele gearbeitet hat, unserer Predigt? Und wem wird wird er seine Lust sehen, und die der Arm des Herrn geoffenbaret? Fülle haben, und durch seine Erer schießt auf vor ihm fenntniß wird er, mein Knecht, der wie ein Reis und wie eine Wur- Gerechte, viele gerecht machen; zel aus dürrem Erdreich. Er denn er trägt ihre Sünden. Darhatte keine Gestalt noch Schöne; um will ich ihm große Menge zur wir fahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit, und lud auf sich unsere Schmerzen; wir aber bielten ihn für den, der geplagt, und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sünde wil len zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden find wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward; that er ſeinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scheerer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum, daß er sein Leben in den Tod ge= geben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. Am Gründonnerstage. Tert, Ja 1. Cor. 11, v. 23 bis 32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankte und brach's, und sprach: Nehmet, esſet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß! Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut. Solches thut, so oft ibr's trinket, zu meinem Gedächtniß! Denn so oft diesem Brod esset, und von dieſem Kelch trinket, follt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. von 104 Episteln und Evangelien. Welcher nun unwürdig von diesem Und sie gingen hinein in das Brod isset, oder von dem Kelch Grab, und sahen einen Jüngling des Herrn trinket, der ist schuldig zur rechten Hand sigen, der hatte an dem Leibe und Blute des ein lang weiß Kleid an, und sie Herrn. Der Mensch prüfe aber entsesten sich. Er aber sprach zu fich selbst, und also esse er von ihnen: Entsezet euch nicht! Ihr diesem Brode, und trinke von die suchet Jesum von Nazareth, den sem Kelche! Denn welcher un- Gekreuzigten; er ist auferstanden würdig isfet und trinket, der isset und ist nicht hier. Siehe da die und trinket ihm selber das Gericht, Stätte, da sie ihn hinlegten. Gebet damit, daß er nicht unterscheidet aber hin, und saget's seinen' Jünden Leib des Herrn. Darum sind gern und Petro, daß er vor euch auch so viele Schwache und Kranke hingehen wird in Galiläa; da wers unter euch, und ein gut Theil det ihr ihn sehen, wie er euch ge schlafen. Tenn so wir uns selber sagt hat. Und sie gingen schnell richteten, so würden wir nicht ge- heraus, und flohen von dem: richtet. Wenn wir aber gerichtet Grabe; denn es war sie 3ittern werden; so werden wir von dem und Entsczen angekommen, und Herrn gezüchtigt, auf daß wir nicht sagten niemand nichts; denn sie sammt der Welt verdammet werden. fürchteten sich. Am 1. heil. Ofter- Tage. Epistel, Am 2. heil. Oster- Tage. Epistel, Apostelgesch. 10, v. 34 bis 41. 1. Cor. 5, v. 6 bis 8. uer ist aber that seinen Mund ihr nicht, daß ein wenig Sauer: auf und sprach: Nun erfahre teig den ganzen Teig versäuert? ich mit der Wahrheit, daß Gott Darum feget den alten Sauerteig die Person nicht ansieht; sondern aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid! Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset und Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit! in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Sbr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,( welcher ist ein Herr über alles) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und an gegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohlgethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Beugen alles deß, er gethan hat im ganzen jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie ge tödtet und an ein Holz gehänget; denselbigen hat Gott auferweckt am dritten Tage, und ihn lassen offendaß Evangelium, Marc. 16, v. 1 bis 8. und nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Specerei, auf daß sie kämen und falbten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr früh, da die Sonne aufging. Und se sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzt war; denn er war sehr groß. Episteln und Evangelien. 105% bar werden, nicht allem Volk, alle dem, das die Propheten gesondern uns, den vorerwählten redet haben! Mußte nicht Christus Beugen von Gott, die wir mit solches leiden, und zu seiner Herrihm gegessen und getrunken ha- lichkeit eingehen? Und fing an ben, nachdem er auferstanden ist von Mose und allen Propheten, von den Todten. und legte ihnen alle Schriften. aus, die von ihm gesagt waren.. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget! Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, brach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. und sie spraEr sprach aber zu ihnen: Was chen untereinander: Brannte nicht sind das für Reden, die ihr zwischen unser Herz in uns, da er mit une euch handelt unterwegs, und seid redete auf dem Wege, als er uns traurig? a antwortete einer, mit die Schrift öffnete? Und sie stanNamen Kleophas, und sprach zu den auf zu derfelbigen Stunde, ihm: Bist du allein unter den kehrten wieder gen Jerufalem, und Fremblingen zu Jerusalem, der nicht fanden die Elfe versammelt und wisse, was in diesen Tagen darin die bei ihnen waren, welche spranen geschehen ist? Und er sprach chen: Der Herr ist wahrhaftig aufzu ihnen: Welches? Sie aber spra- erstanden und Simoni erschienen. chen zu ihm: Das von Jesus von Und sie erzählten ihnen, was auf Nazareth, welcher war ein Prophet, dem Wege geschehen war, und wie mächtig von Thaten und Worten er von ihnen erkannt wäre an bor Gott und allem Volk; wie ihn dem, da er das Brod brach. unsere Hohenpriester und Obersten oder Quasimodogeniti. überantwortet haben zur Verdamm- Am 1. Sonntage nach Ostern, niß des Todes, und gekreuzigt. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tez, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind früh bei dem Grabe gewe geboren, und wer da liebet den, fen, haben seinen Leib nicht gefunben, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche fagen, er lebe. Und etliche unter er da glaubet, daß Jesus seir W der Christ, der ist von Gott der ihn geboren hat, der lieber auch den, der von ihm geboren ist. Dar= an erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieng gingen hin zum Grabe, und ben, und seine Gebote halten. fanden es also, wie die Weiber fag- Denn das ist die Liebe zu Gott, ten; aber ihn fanden sie nicht. Und daß wir seine Gebote halten, und er prach zu ihnen: 1hr Theren seine Gebote sind nicht schwer. und träges Herzens, zu glauben Tenn alles, was von Gott geboren Evangelium, Luc. 24, v. 13 bis 35. Und nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen die sen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nabete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Epistel, 1. Joh. 5, v. 1 bis 13. 106 Episteln und Evangelien. Welchen ihr die Sünden, erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. ist, überwindet die Welt, und unser froh, daß sie den Herrn sahen. Da Glaube ist der Sieg, der die Welt sprach Jesus abermal zu ihnen: überwunden hat. Wer ist aber, Friede sei mit euch! Gleichwie mich der die Welt überwindet, ohne der der Vater gesandt hat, so sende ich da glaubt, daß Jesus Gottes Sohn euch. Und da er das sagte, blies int? Dieser ist's, der da kommt mit er sie an, und spricht zu ihnen: Wasser und Blut, Jesus Christus, Nehmet hin den heiligen Geist! nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen 3eugniß annehmen, so ist Gottes 3eugniß gröBer; denn Gottes 3eugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches 3eugniß bei ihm. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem 3eugniß, das Gott zeuget von seinem Sohn. Und das ist das Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Auch viele andere Zeichen Leben habt, und daß ihr glau- Jesus vor seinen Jüngern, die nicht bet an den Namen des Sohnes geschrieben sind in diesem Buche. Thomas aber, der 3wölfen einer, der da heißt 3willing, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sag ten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren aber mal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen haſt, Thoma! so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben! that Gottes. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jefus fei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. A Evangelium, Joh. 20, v. 19 bis 31. m Abend aber desselbigen Sabbathe, da die Jünger versam- Am 2. Sonntage nach Ostern, oder Misericordias Domini. melt, und die Thüren verschlossen, waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede ſei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger Epistel, 1. Petri 2, v. 19 bis 25. as ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott Episteln und Evangelien. 107 das Uebel verträgt, und leidet das Leben lase, auf daß ich's wiederUnrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, nehme. Niemand nimmt es von mir; sondern ich lasse es von mir selber; ich habe es acht zu lasſen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solches Gebot babe ich empfangen von meinem Vater. oder Jubilate. daß ihr sollt nachfolgen seinen Fuß- Am 3. Sonntage nach Ostern, stapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litt, er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigfeit leben, durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11 bis 18. iebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kommen wird! Evangelium, Joh. 10, v. 12 bis 18. Jich ch bin ein guter Hirte. Ein Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gefandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltbun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! guter Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und flieht, und der Wolf erhascht und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht Ich bin ein guter Hirte, und er-| Ihr Knechte, seid unterthan mit tenne die Meinen, und bin be- aller Furcht den Herren; nicht allein fannt den Meinen. Wie mich mein den gütigen und gelinden, sondern Bater kennt, und ich kenne den auch den wunderlichen! Bater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus biesem Stalle, und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Jefu Heerde und ein Hirte werden. Darum ihr mich nicht sehen, und aber über liebt mich mein Vater, daß ich mein ein Kleines, so werdet ihr mich esus sprach zu seinen Jüngern: Ueber ein kleines, so werdet Evangelium, Joh. 16, v. 16 bis 23. 108 Episteln und Evangelien. sehen; denn ich gehe zum Bater. Gott ist nicht ein Versucher zum Da sprachen etliche unter seinen Bösen, er versuchet niemand. Jüngern unter einander: Was ist Sondern ein jeglicher wird verdas, das er faget zu uns: Ueber sucht, wenn er von seiner eignen ein Kleines, so werdet ihr mich Lust gereizt und gelockt wird. nicht sehen, und aber über ein Darnach, wenn die Lust empfanKleines, so werdet ihr mich sehen, gen hat, gebiert sie die Sünde; und daß ich zum Vater gehe? die Sünde aber, wenn sie vollDa sprachen sie: Was ist das, endet ist, gebiert sie den Tod. Alle das er saget: Ueber ein Kleines? Irret nicht, liebe Brüder! Wir wissen nicht, was er redet. gute Gabe und alle vollkommene Da merkte Jesus, daß sie ihn fra- Gabe kommt von oben herab, von gen wollten, und sprach zu ihnen: dem Vater des Lichts, bei welchem Davon fraget ihr unter einander, ist keine Veränderung, noch Wechdaß ich gesagt habe: Ueber ein sel des Lichts und der Finsterniß. Kleines, so werdet ihr mich nicht Er hat uns gezeuget nach seinem sehen, und aber über ein Kleines, Willen durch das Wort der Wahrso werdet ihr mich sehen. Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge lich, wahrlich, ich sage euch: Ihr seiner Creaturen. werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber. ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an Tage werdet ihr mich nichts fragen. C Darum, liebe Brüder! ein jeg= licher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3 orn; denn des Menschen 3orn thut nicht, was bor Gott recht ist. Darum fo leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen! Epistel, Jac. 1, v. 12 bis 21. Evangelium, Joh. 16, v. 5 bis 15. un aber gehe ich hin zu dem, der und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet Am 4. Sonntage nach Ostern, babe, ist euer Herz voll Trauerns oder Cantate. geworden. Aber ich fage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hin gehe, so kommt der Tröjter nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und die Krone des Lebens empfangen, um die Gerechtigkeit und um das welche Gott verheißen hat denen, Gericht. Um die Sünde, daß sie die ihn lieb haben. Niemand sage, nicht glauben an mich. Um die wenn er versucht wird, daß er Gerechtigkeit aber, daß ich zum Ba= von Gott versucht werde; denn ter gehe, und ihr mich hinfort nicht elig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er Episteln und sebet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe cuch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Bater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am 5. Sonntage nach Ostern, oder Rogate. Epistel, Jac. 1, v. 22 bis 27. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget! Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, geht er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestalWer aber durchschauet in das vollkommene Gefeß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Höter, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. tet war. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Bunge nicht im Baum, fondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübfal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 23 bis 33. 109 ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werder in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei! Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet; es kommt aber die 3eit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Bater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Segt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon gekommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeg= licher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Friede habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost! ich habe die Welt überwunden. Am Tage der Himmelf. Christi. Epistel, Apostelgesch. 1, v. 1 bis 11. than, lieber Theophile! von 110 Episteln und alle dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen, ward, nachdem er den Aposteln, welche er Evangelien. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, stehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Marc. 16, v. 14 bis 20. ulegt, da die Elfe zu Tische saGeist Befehl gethan hatte. Wel- schalt ihren Unglauben und ihres chen er sich nach seinem Leiden Herzens Härtigkeit, daß sie nicht lebendig erzeigt hatte durch man- geglaubt hatten denen, die ihn ge cherlei Erweisungen, und ließ sich sehen hatten auferstanden. Und ſehen unter ihnen vierzig Tage sprach zu ihnen: Gehet hin in lang, und redete mit ihnen vom alle Welt, und predigt das EvanReiche Gottes. gelium aller Creatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen; sondern warteten auf die Berheißung des Va= ters, welche ihr habt gehört, sprach er, von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt fie Teufel. austreiben, mit neuen mit dem heiligen Geist getauft 3ungen reden, Schlangen vertrei werden, nicht lange nach diesen ben, und so sie etwas Tödtliches Tagen. trinken, wird es ihnen nicht schaDie aber, fo zusammengekommen den. Auf die Kranken werden sie waren, fragten ihn, und sprachen: die Hände legen, so wird es besser Herr, wirst du auf diese Seit wie mit ihnen werden. Und der Herr, der aufrichten das Reich Israel? nachdem er mit ihnen geredet Er sprach aber zu ihnen: Es ge- hatte, ward er aufgehoben gen bühret euch nicht zu wissen Beit Himmel, und fizet zur rechtent oder Stunde, welche der Vater sei- Hand Gottes. Sie aber gingen ner Macht vorbehalten hat; sondern aus, und predigten an allen Orihr werdet die Kraft des heiligen ten, und der Herr wirkte mit ihGeisles empfangen, welcher auf nen, und bekräftigte das Wort euch kommen wird, und werdet durch mitfolgende Zeichen. meine 3eugen sein zu Jerusalem und in ganz Judaa und Sa Am 6. Sonntage nach Ostern, maria und bis an das Ende der Erden. oder Graudi. Epistel, 1. Petri 4, v. 8 bis 11. o feid nun mäßig und nüchtern zum Gebet! Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe! denn die Liebe deket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er em pfangen hat, als die guten Haus halter der mancherlei Gnade Got tes! So jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort! So je mand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott 111 Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis R. 16, v. 4. W fürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam. die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit feiner Sprache redeten. Sie entsetter sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: enn aber der Tröster kommen Siehe, sind nicht diese alle, die wird, welchen ich euch sen- da reden, aus Galiläa? Wie den werde, vom Vater, der Geist hören wir denn ein jeglicher der Wahrheit, der vom Vater aus- seine Sprache, darinnen wir ge= gehet, der wird zeugen von mir. boren sind? Parther und Meder Und ihr werdet auch zeugen; denn und Elamiter, und die wir wohihr seid von Anfang bei mir ge- nen in Mesopotamien und in wesen. Solches habe ich zu euch Judäa und Kappadocien, Pongeredet, daß ihr euch nicht ärgert. tus und Asien, Phrygien und Sie werden euch in den Bann Pamphylien, Egypten und an den thun. Es kommt aber die Zeit, Enden der Lybien, bei Kyrene, daß, wer euch tödtet, wird meinen, und Ausländer von Rom, Juden er thue Gott einen Dienst daran. und Judengenossen, Kreter und Und solches werden sie euch darum Araber; wir hören sie mit unsern thun, daß sie weder meinen Ba- 3ungen die großen Thaten Gotter noch mich erkennen. Aber tes reden. Sie entsegten sich aber solches habe ich zu euch geredet, alle, und wurden irre, und spraauf daß, wenn die Zeit kommen chen einer zu dem andern: Was wird, daß ihr daran gedenket, daß will das werden? Die andern ich es euch gesagt habe. Sol- aber hatten es ihren Spott, und ches aber habe ich euch von Ansprachen: Sie sind voll süßen fang nicht gesagt; denn ich war Weins. Da trat Petrus auf mit bei eid). den Elfen, hob auf seine Stimme, und redete zu ihnen: Jhr Juden ,. liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund gethan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen! Denn diese sind nicht trunken, wie ihr meinet, intemal es ist die dritte Stunde am Tage. Sondern das ist es, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geißle auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Aeltesten sollen Träume haben. Und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie sollen weiſssagen. Episteln und Evangelien. darreicht, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Am 1. heil. Pfingst- Tage. Epistel, Apostelgesch. 2, v. 1 bis 18. nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da he ſaßen. Und man sah an ihnen die Bungen zertheilt, als wären sie feurig, und er sette sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geisles, und fingen an zu predigen mit andern Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jeruſalem wohnend, die waren gottes 112 Episteln Evangelium, Joh. 14, v. 15 bis 31. und Evangelien. Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht! Jhr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Bater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Bater geboten hat; stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen! Am 2. heil. Pfingst- Tage. Liebet iebet ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn fie sieht ihn nicht, und kennt ihn nicht. Shr aber kennet ihn; denn er bleibt bei euch, und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen; denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage wer* det ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine Gebote hat, und hält sie, der ist es, Epistel, Apostelgesch. 10, v. 42 bis 48. der mich liebt. Wer mich aber und der Herr hat und geboten und zu liebt, der wird von meinem zu dem Volk, ter geliebt werden, und ich werde zeugen, daß Jesus ist verordnet von ihn lieben, und mich ihm offen- Gott ein Richter der Lebendigen baren. Spricht zu ihm Judas, und der Todten. Von diesem zeunicht der scharioth: Herr, was gen alle Propheten, daß durch seiist es, daß du uns dich willst nen Namen alle, die an ihn glauoffenbaren, und nicht der Welt? ben, Bergebung der Sünden em Jesus antwortete und sprach zu pfangen sollen. Da Petrus noch ihm: Wer mich liebt, der wird diese Worte redete, fiel der heilige mein Wort halten, und mein Ba- Geist auf alle, die dem Wort zuz ter wird ihn lieben, und wir wer- hörten. Und die Gläubigen aus den zu ihm kommen und Woh- der Beschneidung, die mit Petro nung bei ihm machen. Wer aber gekommen waren, entsegten sich, mich nicht liebt, der hält meine daß auf die Heiden die Gabe des Worte nicht. Und das Wort, heiligen Geistes ausgegossen ward; das ihr höret, ist nicht mein: denn sie hörten, daß sie mit 3ungen sondern des Vaters, der mich geredeten, und Gott hoch priesen. Da fandt hat. Solches habe ich zu antwortete Petrus: Mag auch je euch geredet, weil ich bei euch ge- mand das Wasser wehren, daß diese wesen bin. Aber der Tröster, der nicht getauft werden, die den hei heilige Geist, welchen mein Vater ligen Geist empfangen haben, gleich senden wird in meinem Namen, wie auch wir? und befahl sie zu berselbige wird es euch alles leh taufen in dem Namen des Herrn. ren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Evangelium, Joh. 3, v. 16 bis 21. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn Episteln und Evangelien. 113 gab, auf daß alle, die an ihn| Meister! wir wissen, daß du bist glauben, nicht verloren werden; ein Lehrer von Gott gekommen; sondern das ewige Leben haben. denn niemand kann die Zeichen Denn Gott hat seinen Sohn nicht thun, die du thust, es sei denn gefandt in die Welt, daß er die Gott mit ihm. Welt richte; fondern daß die Welt Jesus antwortete und sprach zu durch ihn selig werde. Wer an ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage ihn glaubt, der wird nicht gerich- dir: Es sei denn, daß jemand tet; wer aber nicht glaubt, der ist von neuem geboren werde; kann schon gerichtet; denn er glaubt er das Reich Gottes nicht sehen. nicht an den Namen des eingebor- Nikodemus spricht zu ihm: Wie nen Sohnes Gottes. Das ist aber kann ein Mensch geboren werden, das Gericht, daß das Licht in die wenn er alt ist? Kann er auch Welt gekommen ist, und die Men- wiederum in seiner Mutter Leib schen liebten die Finsterniß mehr, geben und geboren werden? denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Röm. 11, v. 33 bis 36. welch eine Tiefe des Reich thums, beides, der Weisheit Nikodemus antwortete und sprach und Erkenntniß Gottes. Wie gar zu ihm: Wie mag solches zuge unbegreiflich sind seine Gerichte, ben? Jesus antwortete und sprach und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn zu ihm: Bist du ein Meiſter in erkannt? Ifrael, und weißt das nicht? Wahrgeber lich, wahrlich, ich sage dir: Wir ihm etwas zuvor gegeben, daß reden, das wir wissen, und zeugen, Oder wer ist sein Rathgewesen? Oder wer hat werde wieder das wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Beugniß nicht an. Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn 8 Evangelium, Joh. 3, v. 1 bis 15. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist; so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden! Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Episteln und Evangelien. 114 glauben, nicht verloren werden; sondern das ewige Leben haben. rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Neußerste ſeines Fingers in's Waffer tauche, und kühle meine 3unge; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Gedenke, wer in du dein Gutes emder Liebe bleibet, der bleibet pfangen hast in deinem Leben, in Gott, und Gott in ihm. Daran und Lazarus dagegen hat Böses ist die Liebe völlig bei uns, auf empfangen! daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus: denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis, Epistel, 1. Joh. 4, v. 16 bis 21. Laßt uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebt! So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hast seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er steht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch sei nen Bruder liebe. Evangelium, Luc. 16, v. 19 bis 31. Nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß die da wollten von binnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. So bitte ich dich, Da sprach er: Bater! daß du ihn sendest in meines Baters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. AbraSie haben ham, sprach zu ihm: Mosen und die Propheten, laß fie dieselbigen hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstände. s war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Am 2. Sonnt. nach Trinitatis. Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß; der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von fern und Lazarum in seinem Schooß, Epistel, 1. Joh. 3. v. 13 bis 24. erwundert euch nicht, meine Brüder! ob euch die Welt hafset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Todtschläger, und ihr wißt, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen Episteln und Evangelien. 115 hat, und wir sollen auch das Le-| men; darum kann ich nicht komben für die Brüder lassen. Wenn men. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein! Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die 3äune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge; sondern mit der That und mit der Wahrheit; Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm stillen, daß so uns unser Herz verdammet, daß Gott größer ist, denn unser Herz, und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammet, so voll werde! Ich sage euch aber, haben wir eine Freudigkeit zu daß der Männer keiner, die gelaGott, und was wir bitten, werden sind, mein Abendmahl schmecken den wir von ihm nehmen; denn wird. Und wir halten seine Gebote, und thun, was vor ihm gefällig ist. das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jefu Chrifti, und lieben uns 會 nd eter einander, wie er uns ein Und Jeſus antwortete und redete Gebot hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm, und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibt, an dem Geist, den er uns gegeben hat. abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß fie den Gästen zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommet zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und tödteten fie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu ſeinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Gäste waren's nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet! Und die Knechte gingen aus 8* Evangelium, Luc. 14, v. 16 bis 24. war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an, alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich! Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jest bin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich! Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genom Oder wechselsweise: Matth. 22, v. 1 bis 14. Episteln und Evangelien. 116 auf die Straßen, und brachten zusammen, wen fie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. und isfet mit ihnen. Er fagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verliert, der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er's finde? Und wenn er's gefunden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freun dinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn Seid nüchtern und wachet; denn ich habe meinen Groschen gefun euer Widerfacher, der Teufel, geht den, den ich verloren hatte! Also umber, wie ein brüllender Löwe, auch, fage ich euch, wird Freude und sucht, welchen er verschlinge. sein vor den Engeln Gottes Dem widersteht fest im Glauben, über einen Sünder, der Buße und wisset, daß eben dieselbigen thut. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu feinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird fein Heulen und zähnklappen! Denn viele sind berufen; aber wenige find auserwählt. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Petr. 5, v. 6 bis 11. o demüthigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Seit! Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er forget für euch! Leiden über eure Brüder in der Welt gehen! Der Gott aber aller Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Gnade, der uns berufen bat zu feiner ewigen Herrlichkeit in Chriſto Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Seit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. felbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Dem 2014 201 Evangelium, chon Luc. 15, v. 1 bis 10. 8 naheten aber zu ihm allerlei 3ölner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und spraeven: Dieser nimmt die Sünder an, Epistel, Röm. 8, v. 18 bis 27. dieser Beit Leiden der Herrlichkeit nicht geoffenwerth sei, die an uns soll baret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen; sondern um deßwillen, der sie un terworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Episteln und Evangelien. 117 werdet ihr auch nicht gerichtet; verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet; vergebet, so wird euch vergeben; gebet, so wird euch gegeben! Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euern Schooß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Wesens zu der herrlichen Freiheit barmherzig ist! Richtet nicht, so der Kinder Gottes. Denn wir wis: sen, daß alle Creatur sebnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie; son dern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig; doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man fieht, ist nicht Hoffnung: denn wie kann man deß hoffen, das man sieht? So wir aber deß hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigengleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns auf's beste mit unaus sprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn fei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister. Wenn der Jünger ist, wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! Evangelium, Luc. 6, v. 31 bis 42. Jefu falem esus sprach: Wie ihr wollt, daß euch die Leute thun follen, also thut ihnen gleich auch ihr! Und so ihr liebt, die euch lieben, was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber. woh wenn ihr euern Wohlthätern wohlthut, habt davon? Denn die Sünder thun das freundlich, und predigt ihr, selbige auch. Und wenn ihr leihet, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat! von denen ihr hoffet zu nehmen, denn ihre Missethat ist vergeben, was Danks habt ihr davon? Denn denn sie hat 3weifältiges empfandie Sünder leihen den Sündern gen von der Hand des Herrn um auch, auf daß sie Gleiches wieder alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme nehmen. Doch aber liebet eure eines Predigers in der Wüste: BeFeinde, thut wohl und leihet, daß reitet dem Herrn den Weg, machet ihr nichts dafür hoffet! so wird auf dem Gefilde eine ebne Bahn euer Lohn groß sein, und werdet unserm Gott! Alle Thäler sollen Kinder des Allerhöchsien sein, denn erhöhet werden, und alle Berge er ist gütig über die Undankbaren und Hügel follen geniedrigt werund Boshaftigen. Darum seid den, und was ungleich ist, soll barmherzig, wie auch euer Vater eben, und was höckericht ist, soll Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jef. 40, v. 1 bis 8. röſtet, tröſtet mein Bolk! ſpricht euer Gott. Redet mit 118 Episteln und Evangelien. schlecht werden. Denn die Herr-| Geistes voll, weisfagte und sprach: lichkeit des Herrn soll geoffen Gelobt sei der Herr, der Gott bart werden, und alles Fleisch mit Ssraels! denn er hat besucht und einander wird sehen, daß des erlöset sein Volk. Und hat uns Herrn Mund redet. Es spricht aufgerichtet ein Horn des Heils eine Stimme: Predige! Und er in dem Hause seines Dieners Dasprach: Was soll ich predigen? vid, als er vor Zeiten geredet hat Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des Herrn Geist bläset darein. Ja, das Volk ist das Heu. Das Heu verdørret, die Blume verwelket; aber das Wort unsers Gottes bleibt ewiglich. nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und die, Barmherzigkeit erzeigte unſern Bätern, und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Ba ter Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. sie gebären sollte, und sie ge- Und du, Kindlein! wirst ein Probar einen Sohn, und ihre Nach- phet des Höchsten heißen; du wirst barn und Gefreundte hörten, daß vor dem Herrn hergehen, daß du der Herr große Barmherzigkeit an seinen Weg bereitest, und Erkennt ihr gethan hatte, und freueten sich niß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsterniß und Schatten des To des, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist, und war in der Wüste, Und sie winkten seinem Vater, bis daß er sollte hervortreten vor wie er ihn wollte heißen lassen. das Volk Israel. mit ihr. Evangelium, Luc. 1, v. 57 bis 80. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutterantwortete und sprach: Mit nichten; sondern er soll Johannes heißen. und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Am 5. Sonnt. nach Trinitatis. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und feine 3unge aufgethan, und redete über alle Nachbarn, und und lobte Gott. Und es kam eine Gndlich aber ſeid alleſammt gleiß gesinnt, diese Geschichte ward alle ruchbar barmherzig, freundlich! Vergeltet auf dem ganzen jüdischen Gebirge. nicht Böses mit Bösem, oder ScheltUnd alle, die es hörten, nahmen's wort mit Scheltwort; sondern da zu Herzen, und sprachen: Was gegen segnet, und wisset, daß ihr meinest du, will aus dem Kind- bazu berufen seid, daß ihr den Selein werden? Denn die Hand bes gen beerbet! Denn wer leben will, Herrn war mit ihm. Und sein und gute Tage sehen, der schweige Bater Zacharias ward des heiligen seine 3unge, daß sie nicht Böſes Epistel, 1. Petr. 3, v. 8 bis 15. Episteln und Evangelien. rede, und seine Lippen, daß fie bin ein fündiger Mensch! nicht trügen! Er wende sich vom war ihn ein Schrecken Bösen, und thue Gutes, er suche men und alle, die mit ihm wa= Friede, und jage ihm nach! Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und feine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die da Böses thun. ren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten, desſelbigengleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Und wer ist, der euch schaden denn von nun an wirst du Menkönnte, so ihr dem Guten nach- schen fangen. Und sie führten die kommet? Und ob ihr auch leidet Schiffe zu Lande, und verließen um der Gerechtigkeit willen, so alles, und folgten ihm nach. seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht! Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen! Am Tage der Heimsuch. Maria. Epistel, Jes. 11, v. 1 bis 5. Evangelium, Luc. 5, v. 1 bis 11. 8 begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege; trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er feste sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simeon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, daß ihr einen 3ug thut! Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister! wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Nez auswerfen. Und da sie es thaten, beschlossen fie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerris. Und sie winkten ihren Gefellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und füllten beide Schiffe voll, also, daß fie sanken. 119 Denn es angekomDa das Simon Petrus sah, fiel er Jefu zu den Knien, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; ich It nd es wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Sfai, und ein 3weig aus seiner Wurzel Frucht bringen, auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem feine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande, und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem ſeiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Evangelium, 20 Luc. 1, v. 39 bis 56. Paria aber stand auf in den M Tagen, und ging auf das Gebirge endelich zu der Stadt Juda. und kam in das Haus zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab fich, als Glifabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief 120 Episteln und Evangelien. laut und sprach: Gebenedeiet bist Tode; so werden wir auch der du unter den Weibern, und gebe nedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Sind wir aber mit Christo gestorben; so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und Und Maria sprach: Meine Seele wissen, daß Christus, von den Toderhebet den Herrn, und mein Geist ten erwecket, hinfort nicht stirbt; freuet sich Gottes meines Heilandes; der Tod wird hinfort über ihn nicht denn er hat die Niedrigkeit seiner herrschen. Denn, das er gestorben Magd angesehen. Siehe, von nun an ist, das ist er der Sünde gestorben werden mich selig preisen alle Kin- zu einem Mal; das er aber lebt, deskinder. Denn er hat große Dinge das lebt er Gott. Also auch ihr, an mir gethan, der da mächtig haltet euch dafür, daß ihr der Sünde ist, und deß Name heilig ist. Und gestorben seid, und lebet Gott in seine Barmherzigkeit währet im- Christo Jesu, unserm Herrn! So mer für und für bei denen, die lasset nun die Sünde nicht herrihn fürchten. Er übt Gewalt mit schen in eurem sterblichen Leibe, ſeinem Arm, und zerstreuet, die ihr Gehorsam zu leisten in ihren hoffärtig sind in ihres Herzens Lüsten! Auch begebet nicht der Sinn. Er stößt die Gewaltigen Sünde eure Glieder zu Waffen der vom Stuhl, und erhebt die Elen- Ungerechtigkeit; sondern begebet den. Die Hungrigen füllt er mit euch selbst Gott, als die da aus Gütern, und läßt die Reichen leer. den Todten lebendig sind, und Er denfet der Barmherzigkeit, und eure Glieder Gott, zu Waffen der hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden; darnach kehrte sie wiederum heim. Gerechtigkeit! Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gefeße seid, sondern unter der Gnade. Am 6. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm, 6, v. 3 bis 14. Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sämmt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Evangelium, Matth. 5, v. 17 bis 26. esus sprach: Shr sollt nicht das Gesez oder die Propheten auf zulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Tenn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde zergehen, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüttel vom Geseze, bis daß es alles geschehe. Wer nur eins von diesen kleinsten Ge: boten auflöset, und lehrt die Leute So wir aber sammt also, der wird der Kleinste heißen ihm gepflanzt werden zu gleichem im Himmelreich; wer es aber thut Episteln und Evangelien. 121 Lehre, und lehret, der wird groß heißen| Herzen dem Vorbilde der im Himmelreich. Denn ich sage welchem ihr ergeben seid! Denn euch: Es sei denn eure Gerechtig- nun ihr frei geworden seid von keit besser, denn der Schriftgelehr- der Sünde, seid ihr Knechte geten und Pharisäer; so werdet ihr worden der Gerechtigkeit. Ich nicht in das Himmelreich kommen. muß menschlich davon reden um Ihr habt gehört, daß zu den Al- der Schwachheit willen eures Fleiten gesagt ist: Du sollst nicht sches. Gleichwie ihr eure Glieder tödten; wer aber tödtet, der soll begeben habt zum Dienst der Undes Gerichts schuldig sein. Ich reinigkeit, und von einer Ungeaber sage euch: Wer mit seinem rechtigkeit zu der andern; also Bruder zürnet, der ist des Gerichts begebet nun auch eure Glieder schuldig. Wer aber zu seinem zum Dienste der Gerechtigkeit, daß Bruder sagt: Racha! der ist des sie heilig werden! Denn da ihr Raths schuldig. Wer aber sagt: der Sünde Knechte waret, da waDu Narr! der ist des höllischen ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Feuers schuldig. Darum, wenn Was hattet ihr nun zu der Zeit du deine Gabe auf dem Altar für Frucht? Welcher ihr euch jest opferst, und wirst allda eindenken, schämet; denn das Ende derseldaß dein Bruder etwas wider dich bigen ist der Tod. Nun ihr aber habe; so laß allda vor dem Altar seid von der Sünde frei, und Gotdeine Gabe, und gehe zuvor hin, tes Knechte geworden, habt ihr und versöhne dich mit deinem eure Frucht, daß ihr heilig werdet; Bruder, und alsdann komm und das Ende aber das ewige Leben. opfere deine Gabe! Sei will- Denn der Tod ist der Sünden fährtig deinem Widerfacher bald, Sold; aber die Gabe Gottes ist dieweil du noch bei ihm auf dem das ewige Leben in Christo Jesu, Wege bist, auf daß dich der Wi- unserm Herrn. dersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerler den, du fen! Ich dir: Wahrlich, wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 15 bis 23. Evangelium, Marc. 8, v. 1 bis 9. Du der Zeit, da viel Volks da 3 war, und hatten nichts zu eſſenz rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn etliche Mie nun? Sollen wir fündigen, waren von ferne gekommen. dieweil wir nicht unter dem Seine Jünger antworteten ihm: Gese, sondern unter der Gnade Woher nehmen wir Brod in der find? Das sei ferne! Wisset ihr Wüste, daß wir sie sättigen? Und nicht? welchem ihr euch begebet zu er fragte sie: Wie viel habt ihr Knechten in Gehorsam, deß Knechte Brode?. Sie sprachen: Sieben. ſeid ihr, dem ihr gehorsam seid, Und er gebot dem Volk, daß sie sich es sei der Sünde zum Tode, oder auf die Erde lagerten. Und er nahm dem Gehorsam zur Gerechtigkeit. die sieben Brode, und dankte, und Gott ſei aber gedankt, daß ihr brach sie, und gab sie seinen JünKnechte der Sünde gewesen seid; gern, daß sie dieselbigen vorlegten, aber nun gehorsam geworden von und sie legten dem Volk vor. Und 122 Episteln und Evangelien. hatten ein wenig Fischlein, und er von den fünf Gerstenbroden; die dankte, und ließ dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen fahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß ste kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Oder wechselsweise: Joh. 6, v. 1 bis 15. arnach fuhr Jesus weg über Am 8. Sonnt. nach Trinitatis. an der Stadt berias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und seşte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Epistel, Röm. 8, v. 12 bis 17. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jefus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern; die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desſelbigen gleichen auch von den Fischen, wie 193 viel er wollte. o sind wir nun, liebe Brüder! Schuldner, nicht dem Fleische, daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müſſen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, ſo wer det ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Got tes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist 3eugniß unserm Geist, daß Gottes Kinder sind. Sind denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben Da hob Jesus seine Augen auf, und steht, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehnie. Spricht zu ihm giebt einer seiner Jünger, Andreas, wir der Bruder Simonis Petri: Es wir ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere! Es war werden. aber viel Gras an dem Ort. Evangelium, Matth. 7. v. 13 bis 29. efus fprach: Gehet ein durch die enge Pforte! denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, ber zur Verdammniß abführet, und ihrer sind viele, die darauf wanDa sie aber fatt waren, sprach deln. Und die Pforte ist enge, und er zu seinen Jüngern: Sammelt der Weg ist schmal, der zum Leben die übrigen Brocken, daß nichts führet, und wenige sind ihrer, die umkomme! Da sammelten sie, und ihn finden. Sehet euch vor vor füllten zwölf Körbe mit Brocken den falschen Propheten, die in Episteln and Evangelien. 123 Schufskleidern zu euch kommen; Am 9. Sonnt. nach Trinitatis.. inwendig aber sind sie reißende Wölfe! An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Kann man auch Epistel, 4. Cor. 10, v. 1 bis 13. liebe BrüTrauben lefen von den Dornen, der nicht verhalten, daß unoder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum sere Bäter sind alle unter der bringt gute Früchte; aber ein fau- Wolke gewesen, und sind alle ler Baum bringt arge Früchte. durch's Meer gegangen, und sind Ein guter Baum kann nicht arge alle unter Mofe getauft mit ber Früchte bringen, und ein fauler Wolke und mit dem Meer, und Baum kann nicht gute Früchte haben alle einerlei geistliche Speiſe bringen. Ein jeglicher Baum, der gegessen, und haben alle einerlei nicht gute Früchte bringt, wird geistlichen Trank getrunken; sie abgehauen und in's Feuer gewor- tranken aber von dem geistlichen fen. Darum an ihren Früchten Felsen, der mitfolgte, welcher war sollt ihr sie erkennen! Es werden Christus. Aber an ihrer vielen nicht alle, die zu mir sagen: Herr, hatte Gott keinen Wohlgefallen; Herr! in das Himmelreich kom denn sie sind niedergeschlagen in men; sondern die den Willen der Wüste. Das ist aber uns thun meines Vaters im Himmel. zum Vorbilde geschehen, daß wir Es werden viele zu mir sagen an uns nicht gelüsten lassen des Böjenem Tage Herr, Herr! haben sen, gleichwie jene gelüftet hat. wir nicht in deinem Namen ge- Werdet auch nicht Abgöttische, weissaget? Haben wir nicht in gleich wie jener etliche wurden, als deinem Namen Teufel ausgetrie- geschrieben steht: Das Volk sezte ben? Haben wir nicht in deinem sich nieder, zu essen und zu trinNamen viele Thaten gethan? ken, und stand auf zu spielen. Dann werde ich ihnen bekennen: Auch lasset uns nicht Hurerei Ich habe euch noch nie erkannt; treiben, wie etliche unter jenen weichet alle von mir, ihr Uebel: Hurerei trieben, und fielen auf eithäter! Darum, wer diese meine nen Tag drei und zwanzig tauNede hört und thut sie, den ver- send! Laßt uns aber auch Chrigleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen bauete. Da nun ein Plagregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde, und fließen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felfen gegründet. Und wer diese meine Rede höret und that sie nicht, der ist einem thörichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Plaßregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde, und stießen an das Haus, da fiel es und that einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsegte sich das Volk über seine Lehre; denn er predigte gewaltig, und nicht wie die Schriftgelehrten. stum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht! Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber! Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle! Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen; sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Re 124 Episteln und Evangelien. Evangelium, Luc. 16, v. 1 bis 12. Epistel, I esus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward Nomide ich euch, liebe Brüder! 1. Cor. 12, v. 1 bis 12. Gaben aber on vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und nicht verhalten. Ihr wisset, daß er forderte ihn, und sprach zu ihr Heiden seid gewesen, und hinihm: Wie höre ich das von dir? gegangen zu den stummen Gözen, Darum Thue Rechnung von deinem Haus- wie ihr geführt wurdet. halten; denn du kannst hinfort thue ich euch kund, daß niemand nicht mehr Haushalter sein! Der Jesum verfluchet, der durch den Haushalter sprach bei sich selbst: Geist Gottes redet, und niemand Was soll ich thun? Mein Herr kann Jesum einen Herrn heißen, nimmt das Amt von mir; gra- ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. Und es find mancherlei Aemter; aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen er zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkennt niß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Bunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unters scheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Spras chen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und theilet einem jeglichen Seines zu, nach dem er will. Denn gleichwie ein Leib ist, und hat doch viele Glieder; alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viele sind, sind sie doch ein Leib: also auch Christus. ben mag nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem amt geseßt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, fege dich, und schreibe flugs fünf zig! Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hun: dert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig! Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen, in die ewigen Hütten! Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu, und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, v. 41 bis 48. treu seid, wer will euch das Wahr- er die Stadt an, und weinte nd als er nahe hinzu kam, sab über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Episteln und Evangelien. 125ken zu dieser deiner Zeit, was zu deren noch viele leben; etliche aber deinem Frieden dient. Aber nun sind entschlafen. Darnach ist er ist es vor deinen Augen verborgen. gesehen worden von Jacobo, darDenn es wird die 3eit über dich nach von allen Aposteln. Am legkommen, daß deine Feinde werden ten nach allen ist er auch von mir, um dich und deine Kinder mit dir als einer unzeitigen Geburt, gesehen eine Wagenburg schlagen, dich be- worden. Denn ich bin der Geringste lagern und an allen Orten äng- unter den Aposteln, als der ich nicht sten, und werden dich schleifen, werth bin, daß ich ein Apostel heiße, und keinen Stein auf dem andern darum, daß ich die Gemeine Gotlassen, darum, daß du nicht ertes verfolgt habe. Aber von Gotkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. tes Gnade bin ich, das ich bin, und feine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade die mit mir ist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1 bis 10. ch erinnere euch aber, liebe BrüEvangelium, Lue. 18, v. 9 bis 14. Refus die sich selbst sermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein. Pharisäer, der andere ein 3öllner.. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott! daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch felig werdet, welchergestalt ich es euch verkündigt habe, so ihr's behalten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuförderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. nach der Schrift; und daß er ge= sehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfbundert Brüdern auf einmal, ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4 bis 11. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott... 126 Episteln und Evangelien. Nicht daß wir tüchtig sind von uns die Maße, und sprachen: Er hat selber, etwas zu denken, als von alles wohl gemacht; die Tauben uns selber; sondern daß wir tüch- macht er hörend, und die Sprachtig sind, ist von Gott, welcher auch losen redend. uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3, v. 13 bis 22. nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet; aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine Chri hristus aber hat uns erlöset von ist gebildet, Klarheit hatte, also daß dem Fluch des Gesetzes, da er die Kinder Israel nicht konnten an- ward ein Fluch für uns; denn es sehen das Angesicht Mofis um der stehet geschrieben: Berflucht ist jeKlarheit willen seines Angesichts, die doch aufhört; wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, über schwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verklärt war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen diese überschwengliche Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhört; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. dermann, der am Holze hänget, auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Liebe Brüder! ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Samen, als durch viele; sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Jch sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor be stätigt ist auf Christum, wird nicht un nd da er wieder ausging von aufgehoben, daß die Verheißung den Grenzen Tyrus und Sidon, sollte durch's Gesetz aufhören, wel kam er an das galiläische Meer, ches gegeben ist über vier hunmitten unter die Grenze der zehn dert und dreißig Jahre hernach. Städte. Und sie brachten zu ihm Denn so das Erbe durch das einen Tauben, der stumm war, und Geseg erworben würde, so würde fie baten ihn, daß er die Hand| es nicht durch Verheißung gegeben; auf ihn legte. Und er nahm Gott aber hat es Abraham durch ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Was soll denn das Geses? Es Ohren, und spüßte, und rührte ist dazu gekommen um der Sünde seine 3unge, und fab auf gen willen, bis der Same käme, dem Himmel, seufzte und sprach zu die Verheißung geschehen ist, und ihm: Hephata, das ist: Thue ist gestellt von den Engeln durch dich auf! Und alsbald thaten sich die Hand des Mittlers. Ein Mittler seine Ohren auf, und das Band aber ist nicht eines Finigen Mittler; feiner 3unge ward los, und redete Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das recht. Und er verbot ihnen, sie soll- Geseg wider Gottes Verheißungen? ten's niemand sagen. Je mehr er Das sei ferne! Wenn aber ein Ge aber verbot, je mehr sie es ausbrei- ses gegeben wäre, das da könnte teten, und verwunderten sich über lebendig machen; so käme die Verheißung frei geschenkt. Evangelium, Marc. 7, v. 31 bis 37. Episteln und Evangelien. 127 Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem| Oel und Wein, und hob ihn auf Gefeße. Aber die Schrift hat es sein Thier, und führte ihn in die alles beschlossen unter die Sünde, Herberge und pflegte sein. Des auf daß die Verheißung käme durch andern Tages reisete er, und zog den Glauben an Jesum Christum, heraus zween Groschen, und gab gegeben denen, die da glauben. fie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein! und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste ſei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Und siehe, da stand ein Schrift gelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister! was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Geset geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht ge antwortet; thue das, so wirst du leben! Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerufalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn, undante gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber vollbringen. Denn das Fleisch geungefähr, daß ein Priester diesel lüstet wider den Geist, und den bige Straße hinab zog, und da er ihn fab, ging er vorüber. Des selbigengleichen auch ein Levit, da Es begab sich aber, da ste wandelten, ging er in einen Markt; da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria, die setzte sich zu Jesu Füßen, und hörte seiner Rede zu, Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu, und sprach: Herr! fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß fie es auch angreife! Jesus aber antwortete, und sprach zu ihr: Martha, Martha! du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist noth. Maria hat das gute Theil erwählt, das soll nicht von ihr genommen werden. Am 14. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5. v. 16 bis 24. andelt im Geist! so werdet ihr üste des Fleisches nicht ihn, ging er vorüber. Ein Sama riter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn fah, jammerte ihn fein, ging zu ihm, verband ihm Geist wider das Fleisch. Dieſelbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regiert euch Stätte, der nicht unter dem Geseze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da find: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Sauberei, Feindjeine Wunden, und goß darein schaft, Hader, Neid, 3orn, Zank, Evangelium, Luc. 10, v. 23 bis 42. Und nd Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder heit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr ſehet! Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben's nicht gehört. 128 Episteln und Evangelien. Die Frucht aber des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Reuschbeit. folche ist das Geseß nicht. Welche aber Christo angehören, die kreu zigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. 3wietracht, Notten, Haß, Mord, sein, unter einander zu entrüsten Saufen, Fressen und dergleichen, und zu haffen! Liebe Brüder, so von welchen ich euch habe zuvor ein Mensch etwa von einem Fehl gesagt, und sage noch zuvor, daß übereilt würde, so helft ihm wieder die folches thun, werden das Reich zurecht mit sanftmüthigem Geist, Gottes nicht ererben. die ihr geistlich seid, und sieh' auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest! Einer trage des andern Last! so werdet ihr das Geset Wider Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der' betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet! Frret Gott läßt sich nicht euch nicht! spotten. Denn was der Mensch Wer fäet, das wird er ernten. auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, ber wird von dem Geist das ewige Laßt uns aber Leben ernten. Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören! Als wir denn nun 3eit haben, so laßt uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen! Evangelium, 2uc. 17, v. 11 bis 19. Und nd es begab sich, da er reifete gen Jerufalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begeg neten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern! Und es geschah, da fie hingingen, wurden sie rein. Giner aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo find aber die neune? Hat sich sonst keiner ge= funden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen! Evangelium, Matth. 6, v. 19 bis 34. esus sprach: Ihr sollt euc den, da sie die Motten und bet Rost fressen, und da die Diebe nachgraben und stehlen! Sammelt euch aber Schäße im Himmel da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nachgraben, noch stehlen! Denn wo euer Schap ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib liht Laßt uns nicht eitler Ehre geizig sein. Wenn aber dein Auge et Am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25. bis 6, b. 10. o wir im Geiste leben, so last Licht. uns auch im Geiste wandeln! Episteln und Evangelien. 129 Schalk ist, so wird dein ganzer gen; denn der morgende Tag wird Leib finster sein. Wenn aber das für das Seine sorgen! Es ist Licht, das in dir ist, Finsternis ist, genug, daß ein jeglicher Tag seine wie groß wird dann die Finsterniß eigene Plage babe. selber sein? Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem anhangen und den andern könnt nicht Gott dienen und dem mam mon. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 3, v. 8 bis 21. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet! Ift nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Him mel an! fie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern, und euer himmlischer Vater nähret fie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, unter den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichthum Christi, und zu erleuchten jedermann, welche da sei die Gemeinschaft des Geheimnisses, das von der Welt her in Gott verborgen gewesen ist, der alle Dinge geschaffen hat durch Jesum Christum, auf daß jest fund würde den Fürstenthümern und Herrschaften in dem Himmel an der Gemeine die mannigfaltige Weisheit Gottes nach dem Vorsag von der Welt her, welchen er bewiesen hat in Christo Jesu, unserm Herrn, durch welchen wir haben FreudigUnd warum forget ihr für die feit und Zugang in aller 3uverKleidung? Schauet die Lilien sicht durch den Glauben an ihn. auf dem Felde, wie sie wachsen! Darum bitte ich, daß ihr nicht fie arbeiten nicht, auch spinnen müde werdet um meiner Trübsie nicht. Ich sage euch, daß sale willen, die ich für euch leide, auch Salomo in aller seiner Herr- welche euch eine Ehre sind. Derlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, halben beuge ich meine Knie ge= als derselben eins. So denn gen den Vater unsers Herrn Jesu Gott das Gras auf dem Felde Christi, der der rechte Vater ist über also kleidet, das doch heute steht, alles, was da Kinder heißt im Himund morgen in den Ofen ge- mel und auf Erden, daß er euch worfen wird, sollte er das nicht Kraft gebe nach dem Reichthum vielmehr euch thun? ihr Klein- seiner Herrlichkeit, stark zu werden gläubigen! durch seinen Geift an dein inwenDarum sollt ihr nicht sorgen digen Menschen, und Christum zu und sagen: Was werden wir wohnen durch den Glauben in essen? Was werden wir trinken? euern Herzen, und durch die Liebe Womit werden wir uns kleiden? eingewurzelt und gegründet zu Nach solchem allen trachten die werden, auf daß ihr begreifen Heiden; denn euer himmlischer möget mit allen Heiligen, welches Bater weiß, daß ihr deß alles da sei die Breite und die Länge bedürfet. Trachtet am ersten und die Tiefe und die Höhe, auch nach dem Reiche Gottes und nach erkennen, daß Christum lieb haben seiner Gerechtigkeit, so wird euch viel besser ist, denn alles Wissen, folches alles zufallen! Darum auf daß ihr erfüllet werdet mit forget nicht für den andern Mor- allerlei Gottesfülle. 9 130 Episteln und Evangelien. Dem aber, der überschwenglich Leib und ein Geist, wie ihr thun kann über alles, das wir auch berufen seid auf einerlei Hoffbitten oder verstehen, nach der nung eures Berufs. Ein Herr, Kraft, die da in uns wirket, dem ein Glaube, eine Taufe, ein sei Ehre in der Gemeine, die in Gott und Vater( unser) aller, der Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von da ist über euch alle, und durch Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. euch alle, und in euch allen. Evangelium, Luc. 7, v. 11 bis 17. [ nd es begab sich darnach, daß Evangelium, Luc. 14, v. 1 bis 11. Und n nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten Nain, ging, und seiner Jünger der Pharisäer auf einen Sabbath, gingen viele mit ihm, und viel das Brod zu essen, und sie hielten Volks. Als er aber nahe an das auf ihn. Und siehe, da war ein Stadtthor kam, fiehe, da trug man Mensch vor ihm, der war wassereinen Todten heraus, der ein eini füchtig. Und Jesus antwortete ger Sohn war seiner Mutter, und und sagte zu den Schriftgelehrten fie war eine Wittwe, und viel und Pharisäern, und sprach: It's Volks aus der Stadt ging mit ihr. auch recht, auf den Sabbath Und da sie der Herr sah, jammerte heilen? Sie aber schwiegen still. ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Und er griff ihn an, und heilte Weine nicht! Und trat hinzu, und ihn, und ließ ihn gehen. rührte den Sarg an, und die Trä- antwortete und sprach zu ihnen: ger standen. Und er sprach: Jüng- Welcher ist unter euch, dem ſein ling, ich sage dir, stehe auf! Und Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, der Todte richtete sich auf und fing und er nicht alsbald ihn herausan zu reden. Und er gab ihn sei ziehet am Sabbathtage? Und fie ner Mutter. Und es kam sie alle konnten ihm darauf nicht wieder eine Furcht an, und priesen Gott Antwort geben. Er sagte aber ein und sprachen: Es ist ein gro: Gleichniß zu den Gästen, da er Ber Prophet unter uns aufge merkte, wie sie erwählten, oben an standen, und Gott hat sein Volk zu sigen, und sprach zu ihnen: heimgesucht. Und diese Rede von Wenn du von jemand geladen ihm erscholl in das ganze jüdi- wirst zur Hochzeit; so seze dich sche Land und in alle umliegenden nicht oben an, daß nicht etwa ein Länder. Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sißen. Sondern wenn o ermahne nun euch ich Gedu geladen wirst, so gehe hin, fangener in dem Herrn, daß und sehe dich unten an, auf daß, ihr wandelt, wie sich's gebührt wenn da kommt, der dich geladen eurem Berufe, darinnen ihr be- hat, spreche zu dir: Freund, rücke rufen seid, mit aller Demuth hinauf! dann wirst du Ehre haben und Sanftmuth, mit Geduld, und vor denen, die mit dir zu Tische vertraget einer den andern in sigen. Denn wer sich selbst erhö der Liebe, und seid fleißig, zu het, der soll erniedrigt werden, und halten die Einigkeit im Geist durch wer sich selbst erniedrigt, der soll das Band des Friedens. Ein erhöhet werden. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 1 bis 6. Episteln und Evangelien. 131 brochen wird. Den Gottlosen wird das Unglück tödten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der Herr erlöset die Seele. seiner Knechte, und alle die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Am Michaelis- Tage. Epistel, Psalm 34, v. 2 bis 23. ch will den Herrn loben allezeit, fein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß die Glenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den Herrn, und laffet uns mit einander seinen Naerhöhen: Herr suchte, antwortete er mir, und et- Wer ist doch der größeste im Himrettete mich aus aller meiner Furcht. melreich? Jesus rief ein Kind zu Welche ihn ansehen und anlaufen, sich, und stellte es mitten unter fie, deren Angesicht wird nicht zu Schan- und sprach: Wahrlich, ich sage euch, den. Da dieser Elende rief, hörte es sei denn, daß ihr euch umkehrt, der Herr, und half ihm aus allen und werdet wie die Kinder, so werseinen Nöthen. Der Engel des det ihr nicht in das Himmelreich Herrn lagert sich um die her, so kommen. Wer sich nun selbst erihn fürchten, und hilft ihnen aus. niedrigt, wie dies Kind, der ist der Schmecket und sehet, wie freundlich Größeste im Himmelreich. Und wer der Herr ist wohl dem, der auf ein solches Kind aufnimmt in mei ihn trauet! Fürchtet den Herrn, ihr, nem Namen, der nimmt mich auf, seine Heiligen! denn die ihn fürch- Wer aber ärgert dieser Geringsten ten, haben keinen Mangel. Die einen, die an mich glauben, dem Reichen müssen darben und hun- wäre besser, daß ein Mühlstein an gern; aber die den Herrn suchen, haben seinen Hals gehängt würde, und keinen Mangel an irgend einem Gute. er erfäuft würde im Meer, da es Kommt her, Kinder, höret mir zu! ich am tiefsten ist. will euch die Furcht des Herrn lehren. Wehe der Welt der Aergerniß Wer ist, der gut Leben begehrt, und| halber! Es muß ja Aergerniß komgern gute Tage hätte? Behüte deine men; doch wehe dem Menschen, durch 3unge vor Bösem und deine Lip- welchen ergerniß kommt! So aber pen, daß sie nicht falsch reden! Laß deine Hand oder dein Fuß dich ärbom Bösen und thue Gutes, suche gert; so haue ihn ab, und wirf ihn Frieden und jage ihm nach! Die Au- von dir! Es ist dir besser, daß du gen des Herrn sehen auf die Ge- zum Leben lahm oder ein Krüppel, rechten, und seine Ohren auf ihr eingehest, denn daß du zwo Hände Schreien. Das Untlig aber des oder zween Füße habest, und werHerrn stehet über die, so Böses thun, dest in das ewige Feuer geworfen. daß er ihr Gedächtniß ausrotte von Und so dich dein Auge ärgert, reiß' der Erde. Wenn die Gerechten es aus und wirf es von dit! Es schreien, so höret der Herr, und er ist dir besser, das du einäugig zum rettet sie aus aller ihrer Noth. Der Leben eingehest, denn daß du zwei Herr ist nahe bei denen, die zer- Augen habest und werdest in das brochenes Herzens find, und hilft höllische Feuer geworfen. denen, die zerschlagen Gemüth ha- Sehet zu, daß ihr nicht jemand ben. Der Gerechte muß viel leiden; von diesen Kleinen verachtet. Dennt aber der Herr hilft ihm aus dem ich sage euch: Ihre Engel im Himallen. Er bewahrt ihm alle seine mel seben allezeit das Angesicht. Gebeine, daß derer nicht eins zer- meines Baters im Himmel. Denn 9* Evangelium, Matth. 18, v. 1 bis 11. Du derselbigen Stunde traten die. 132 Episteln und Evangelien. des Menschen Sohn ist gekommen, sagt: Der Herr hat gesagt zu meiselig zu machen, das verloren ist. nem Herrn: Sege dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4 bis 9. eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Er fenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig gewor- Herrn, daß ihr nicht mehr wansage nun und in dem den ist, also, daß ihr keinen Manwangel habt an irgend einer Gabe, deln, wie die andern Heiden und wartet nur auf die Offenba- deln, in der Eitelkeit ihres Sinnes, rung unsers Herrn Jesu Christi, welcher Verstand verfinstert ist, und welcher auch wird euch festbehal- sind entfremdet von dem Leben, ten bis an's Ende, daß ihr un- das aus Gott ist durch die Unwissensträflich seid auf den Tag unsers heit, so in ihnen ist, durch die BlindHerrn Jesu Christi. Denn Gott heit ihres Herzens; welche ruchlos ist treu, durch welchen ihr berufen sind, und ergeben sich der Unzucht, seib zur Gemeinschaft seines Sohnes und treiben allerlei Unreinigkeit Jesu Christi, unsers Herrn. fammt dem Geiz. Ihr aber habt Christum nicht also gelernt; so ihr anders von ihm gehört habt, und in ihm gelehrt seid, wie in Jesu ein rechtschaffenes Wesen ist. So legt nun von euch ab, nach dem mand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Evangelium, on Matth. 22, v. 34 bis 46. Epistel, Ephef. 4, v. 17 bis 32. a aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten vorigen Wandel, den alten Menfie fich. Und einer unter ihnen, schen, der durch Lüste in Irrthum ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, sich verderbet! Erneuert euch aber und sprach: Meister, welches ist im Geist eures Gemüths, und zieht das vornehmste Gebot im Gesez? den neuen Menschen an, der nach Jesus aber sprach zu ihm: Du Gott geschaffen ist in rechtschaffener sollst lieben Gott deinen Herrn Gerechtigkeit und Heiligkeit! Darum von ganzem Herzen, von ganzer legt die Lügen ab, und redet die Seele und von ganzem Gemüthe! Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Dies ist das vornehmste und größeste Nächsten, fintemal wir unter einGebot. Das andere aber ist dem ander Glieder sind! 3ürnet und gleich: Du sollst deinen Nächsten lie- fündiget nicht; lasset die Sonne ben als dich selbst! In diesen zweien nicht über eurem 3orn untergehen! Geboten hanget das ganze Gesek Gebet auch nicht Raum dem Lästeund die Propheten. rer! Wer gestohlen hat, der stehle Da nun die Pharisäer bei ein nicht mehr; sondern arbeite und ander waren, fragte sie Jesus und schaffe mit den Händen etwas Gusprach: Wie dünket euch um tes, auf daß er habe, zu geben dem Christo? Weß Sohn ist er? Sie Dürftigen! Laßt kein faul Geschwäg sprachen: Davids. Er sprach zu aus eurem Munde gehen; sondern ihnen: Wie nennt ihn denn Da- was nüglich zur Besserung ist, da vid im Geist einen Herrn, da eres Noth thut, daß es holdselig fei Episteln und Evangelien. 133 zu hören! Und betrübet nicht den werdet nicht unverständig; sondern heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung! Alle Bitterkeit und Grimm und 3orn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch sammt verständig, was da sei des Herrn Wille! Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter cinander aller Bosheit! Seid aber unter von Psalmen und Lobgesängen einander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch vergeben hat in Christo! und geistlichen Liedern; singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen, und saget Tank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes! Evangelium, Matth. 9, v. 1 bis 8. ja trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siebe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben chigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach Warum denkt ihr so Arges euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandle! Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, bebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. er: in in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke! 3iehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels! Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen; sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deß willen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget! So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen geſtiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid! Vor Am 20. Sonnt. nach Trinitatis. allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes! Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Epistel, Ephef. 5, v. 15 bis 21. ROOIP Anstatt des Evangelii wird jedesmal ein freier Tert genommen. o febt nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen; sondern als die Weisen, und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Beit! Darum Am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10 bis 20. 134 Episteln und Evangelien. Anhalten und Flehen für alle für euch alle, und thue das Gebet mir gegeben werde das Wort schaft am Evangelio, vom ersten mit freudigem Aufthun meines Tage an bisher; und bin desMundes, daß ich möge kund ma- felbigen in guter Zuversicht, daß, chen das Geheimnis des Evangelii, der in euch angefangen hat das welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln möge, und reden, wie sich's gebühret. Evangelium, gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinen Joh. 4, v. 47 bis 54. Gefängniß, darinnen ich das EvanInd nd es war ein Königischer, deß gelium verantworte und bekräftige, Sohn lag krank zu Kaper- als die ihr alle mit mir der Gnade naum. Dieser hörte, daß Jesus theilhaftig seid. Denn Gott ist mein kam aus Judäa in Galiläa, und 3euge, wie mich nach euch allen ging hin zu ihm, und bat ihn, verlangt von Herzensgrunde in Jesu daß er hinab käme und hülfe sei- Christo. Und daselbst um bete ich, nem Sohn, denn er war todt- daß eure Liebe je mehr und mehr frank. Und Jesus sprach zu ihm: reich werde in allerlei Erkenntniß Wenn ihr nicht Zeichen und Wun- und Erfahrung, daß ihr prüfen mö der fehet, fo glaubet ihr nicht. get, was das Beste sei, auf daß ihr Der Königische sprach zu ihm: feid lauter und unanstößig bis auf Herr, komme hinab, ehe denn mein den Tag Christi, erfüllt mit Früchten Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: der Gerechtigkeit, die durch Jesum Gehe hin, dein Sohn lebt! Der Christum geschehen( in euch) zur Mensch glaubte dem Wort, das Ehre und Lobe Gottes. Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da bemerkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Beichen, daß Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis, 3911 meinem Bruder, der an mir fündigt, vergeben? It's genug, siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal; sondern siebenzigmal siebenmal. Darum iſt das Himmelreich gleich einem Kö nige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezah len, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir! ich will dir's alles bezahlen. Da jammerte den ich euer gedenke( welches ich Herrn desselbigen Knechts, und ließ allezeit thue in allem meinen Gebet ihn los, und die Schuld erließ er ch danke meinem Gott, so oft Evangelium, Matth. 18, v. 21 bis 35. etrus trat zu Jesu und sprach: Epistel, Phil. 1, v. 3 bis 11. Episteln und Evangelien. 135 ihm auch. Da ging derselbigemeinschaft seiner Leiden, daß ich Knecht hinaus und fand einen sei seinem Tode ähnlich werde, damit ner Mitknechte, der war ihm hun ich entgegen komme zur Auferste= dert Groschen schuldig, und er hung der Todten. Nicht daß ich's griff ihn an und würgete ihn und schon ergriffen habe, oder schon sprach: Bezahle mir, was du mir vollkommen sei; ich jage ihm aber schuldig bist! Da fiel sein Mit- nach, ob ich's auch ergreifen möchte, knecht nieder und bat ihn und nachdem ich von Christo Jesu ersprach: Habe Geduld mit mir! griffen bin. Meine Brüder! ich ich will dir's alles bezahlen. Er schäße mich selbst noch nicht, daß wollte aber nicht; sondern ging ich's ergriffen habe. Eins aber fage hin und warf ihn in's Gefängniß, ich: ich vergesse, was dahinten ist, bis daß er bezahlte, was er schul- und firecke mich zu dem, das da dig war. Da aber seine Mit- vorne ist, und jage nach, dem vorknechte folches fahen, wurden sie gesteckten 3iele nach, dem Kleinod, ſehr betrübt und kamen und brach- welches vorhält die himmlische Be= ten vor ihren Herrn alles, was rufung Gottes in Christo Jesu. Wie fich begeben hatte. Da forderte ihn sein viele nun unser vollkommen sind, Herr vor sich und sprach zu ihm: die lasset uns also gesinnet sein, Du Schalksknecht! alle diese Schuld und sollt ihr sonst etwas halten, habe ich dir erlassen, dieweil du das laffet euch Gott offenbaren; doch mich batest. Soûtest du denn dich so ferne, daß wir nach einer Regel, nicht auch erbarmen über deinen darein wir gekommen sind, wandeln, Mitknecht, wie ich mich über dich und gleich gesinnet sein. Folget mir, erbarmt habe? Und sein Herr liebe Brüder, und sehet auf die, die ward zornig und überantwortete also wandeln, wie ihr uns habt ihn den Peinigern, bis daß er be zum Vorbilde! Denn viele wanzahlte alles, was er ihm schuldig deln, von welchen ich euch oft ge= war. Also wird euch mein himm- sagt habe, nun aber sage ich auch lischer Vater auch thun, so ihr mit Weinen, die Feinde des Kreuzes nicht vergebet von eurem Herzen, Christi, welcher Ende ist die Verein jeglicher seinem Bruder seine dammniß, welchen der Bauch ihr Fehler. ( Hott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, 1 Am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, v. 8 bis 21. von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Jab ch achte es alles für Schaden gegen der überschwänglichen Erkenntniß Christi Jeſu, meines Herrn, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus a gingen die Phärisäer hin und dem Geset, sondern die durch den hielten einen Rath, wie sie ihn Glauben an Christum fommt, näm fingen in seiner Rede, und fandten lich die Gerechtigkeit, die von Gott zu ihm ihre Jünger sammt Herodis dem Glauben zugerechnet wird, Dienern, und sprachen: Meister! wir zu erkennen ihn und die Kraft wissen, daß du wahrhaftig bist und seiner Auferstehung und die Ge- febrest' den Weg Gottes recht, und Evangelium, Matth. 22, v. 15 bis 33. 136 Episteln und Evangelien. fragest nach niemand; denn du Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ift's recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe, oder nicht? Epistel, Col. 1, v. 9 bis 14. erhalben auch wir, von dem an, da gehört ben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß ſeines Willens in allerlei geistlicher Daß ihr Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Jhr Heuch ler, was versuchet ihr mich? Weifet mir die 3ins- Münze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Weisheit und Verstand. wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar ſeid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kai sers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist! Da sie das hörten, verwunderten aller Geduld und Langmüthigkeit fie sich, und ließen ihn und gin- mit Freuden. Und danksaget dem gen davon. An demselbigen Tage Bater, der uns tüchtig gemacht traten zu ihm die Sadducäer, die hat zu dem Erbtheil der Heiligen da halten, es sei keine Auferste- im Licht, welcher uns errettet hat hung, und fragten ihn und spra- von der Obrigkeit der Finsterniß, chen: Meister! Moses hat gesagt: und hat uns verseßt in das Reich So einer stirbt und hat nicht seines lieben Sohnes, an welchem Kinder, so soll sein Bruder sein wir haben die Erlösung durch Weib freien und seinem Bruder sein Blut, nämlich die Vergebung Samen erwecken. Nun sind bei der Sünden. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. uns gewesen sieben Brüder. Der erste freiete und starb, und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Desselbigena Jesus solches mit ihnen gleichen der andere und der dritte redete, siehe, da kam der Oberbis an den siebenten. Zulegt nach sten einer, und fiel vor ihm nieder allen starb auch das Weib. Nun und sprach: Herr, meine Tochter in der Auferstehung, welches Weib ist jest gestorben; aber komm' und wird sie sein unter den sieben? Sie lege deine Hand auf sie, so wird haben sie ja alle gehabt. Jesus sie lebendig. aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes. In der Auf- Und siehe, ein Weib, das zwölf erstehung werden sie weder freien, Jahre den Blutgang gehabt, trat noch sich freien lassen, sondern sie sind von hinten zu ihm, und rührte gleich wie die Engel Gottes im Him- seines Kleides Saum an. Tenn mel. Habt ihr aber nicht gelesen von sie sprach bei sich selbst: Möchte ich der Todten Auferstehung, das euch nur sein Kleid anrühren, so würde gesagt ist von Gott, da er spricht: ich gesund! Da wandte sich Jesus Ich bin der Gott Abrahams und der um, und sah sie, und sprach: Sei Gott Isaaks und der Gott Jakobs? getrost, meine Tochter! dein Glaube Gott aber ist nicht ein Gott der hat die geholfen. Und das, Weib Todten, sondern der Lebendigen. ward gesund zu derselbigen Stunde. Und da solches das Volk hörte, Und als er in des Obersten Haus entsezten sie sich über seiner Lehre! kam, und sah die Pfeifer und das Evangelium, Matth. 9, v. 18 bis 26. Episteln und Evangelien. 137 BWeichet! denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff fie bei der Hand, da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am 25. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel, 1. Thess. 4, v. 13 bis 18. Wi ir wollen euch aber, liebe Getümmel des Volks, sprach er fliebe auf die Berge, wer im zu ihnen: jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen! Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen! Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath! Denn es wird alsdann eine große Trübſal sein, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden Brüder, nicht verhalten von verkürzt, so würde kein Mensch denen, die da schlafen, auf daß ihr selig; aber um der Auserwählten nicht traurig seid, wie die andern, willen werden die Tage verkürzt. die keine Hoffnung baben. Denn So alsdann jemand zu euch so wir glauben, daß Jesus gestor- wird sagen: Siehe, hier ist Chriben und auferstanden ist; also wird stus, oder da; sollt ihr's nicht Gott auch, die da entschlafen sind, glauben. Denn es werden falsche durch Jesum mit ihm führen. Christi und falsche Propheten aufDenn das sagen wir euch als ein stehen, und große 3eichen und Wort des Herrn, daß wir, die wir Wunder thun, daß verführet werleben und überbleiben in der 3u- den in den Irrthum( wo es mögkunft des Herrn, werden denen lich wäre) auch die Auserwählten. nicht vorkommen, die da schlafen, Siehe, ich habe es euch zuvor gedenn er selbst, der Herr, wird mit fagt. Darum, wenn sie zu euch einem Feldgeschrei und Stimme sagen werden: Siehe, er ist in des Erzengels und mit der Posaune der Wüste; so gehet nicht hinaus! Gottes hernieder kommen vom Siehe, er ist in der Kammer; so Himmel, und die Todten in Christo glaubet es nicht! Denn, gleichwie auferstehn zuerst; dar- der Blig ausgeht vom Aufgang, nach wir, die wir leben und über- und scheinet bis zum Niedergang, bleiben, werden zugleich mit den- also wird auch sein die Zukunft selbigen hingerückt werden in den des Menschen Sohnes. Wo aber Wolken, dem Herrn entgegen in ein Aas ist, da sammeln sich die der Luft, und werden also bei dem Adler. Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander! werden Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Episte!, 2. Petri 3, b. 3 bis 13. Evangelium, Matth. 24, v. 15 bis 28. Menn enn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwülung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte;( wer das liefet, der merke darauf!) alsdann Unb nd wisset das auf's erste, daß in den legten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner 3ukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur 138 Episteln und Evangelien. gewesen ist. Aber muthwillens| werden vor ihm alle Völker verwollen sie nicht wissen, daß der sammelt werden. Und er wird fie Himmel vor Beiten auch war, von einander scheiden, gleich als dazu die Erde aus Wasser und ein Hirte die Schafe von den wird die im Wasser bestanden durch Gottes Böcken scheidet, und Wort. Dennoch ward zu der Schafe zu seiner Rechten stellen, 3eit die Welt durch dieselbigen und die Böcke zur Linken. mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jegund und die Erde werden durch sein Wort geſparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin bungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Sch bin durFins aber sei euch unverhalten, stig gewesen, und ihr habt mich ihr Lieben! daß ein Tag vor getränket. Ich bin ein Gast gedem Herrn ist wie tausend Jahre, wesen, und ihr habt mich beherund tausend Jahre wie ein Tag. bergt. Ich bin nackend gewesen, Der Herr verzieht nicht die Ver- und ihr habt mich bekleidet. Ich - heißung, wie es etliche für einen bin frank gewesen, und ihr habt Verzug achten; sondern er hat mich besucht. Ich bin gefangen Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde; sondern, daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hize zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen; wie sollt ihr denn geschickt fein, mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hite zerschmelzen werden! Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. gewesen, und ihr seid zu mir ge kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr! wann haben wir dich hungrig geſehen, und haben dich gespeiset? Ober durstig, und baben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gaft gesehen und beherbergt? Oder nakend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan, habt einem unter dieſen meinen geringsten Brüdern, daß habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen z denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Matth. 25, v. 31 bis 46. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr Ich enn aber des Menschen Sohn habt mich nicht beherbergt. kommen wird in seiner Herr- bin nackend gewesen, und ihr habt lichkeit, und alle heiligen Engel mich nicht bekleidet. Ich bin frank mit ihm, dann wird er sißen auf und gefangen gewesen, und ihr dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und habt mich nicht besucht. Evangelium, W Episteln und Evangelien. 139 Da werden sie ihm auch ant- Herrn Jesum Christum, der für worten und sagen: Herr! wann uns gestorben ist, auf, daß, wir haben wachen oder schlafen, zugleich mit oder durftige gesehen hungrig ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn Gast oder nackend oder krank oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: thut! Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Evangelium, Matth. 25, v. 1 bis 13. D ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Am 27. Sonnt. nach Trinitatis. Epistel ,. 1. Thess. 5, v. 1 bis 11. N° on den Seiten aber und Stunden, liebe Brüder! ist nicht noth, euch zu schreiben; denn ihr felbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie wer- 3ur Mitternacht aber ward ein den sagen: Es ist Friede, es hat Geschrei: Siehe, der Bräutigam keine Gefahr; so wird sie das Ver- kommt; gehet aus, ihm entgegen! derben schnell überfallen, gleichwie Da standen diese Jungfrauen alle der Schmerz ein schwangeres Weib, auf, und schmückten ihre Lampen. und werden nicht entfliehen. Ihr Die thörichten aber sprachen zu den. aber, liebe Brüder! seid nicht in der klugen: Gebet uns von eurem Finsterniß, daß euch der Tag wie Dele; denn unsere Lampen verlöein Dieb ergreife. Ihr seid allzu schen! Da antworteten die klugen mal Kinder des Lichts und Kinder und sprachen: Nicht also, auf daß des Tages; wir sind nicht von der nicht uns und euch gebreche; gehet Nacht, noch von der Finsterniß. aber hin zu den Krämern, und So lasset uns nun nicht schlafen, kaufet für euch selbst! Und da sie wie die andern; sondern lasset uns hingingen, zu kaufen, kam der wachen und nüchtern fein! Denn Bräutigam, und welche bereit wadie da schlafen, die schlafen bes ren, gingen mit ihm hinein zur Nachts, und die da trunken sind, Hochzeit; und die Thür ward verdie sind des Nachts trunken. Wir schlossen. Zulegt kamen auch die aber, die wir des Tages sind, sollen andern Jungfrauen, und sprachen: nüchtern sein, angethan mit dem Herr, Herr, thue uns auf! Er antKrebs des Glaubens und der Liebe wortete aber und sprach: Wahrlich, und mit dem Helm der Hoffnung ich sage euch, ich kenne euer nicht. zur Seligkeit. Denn Gott hat uns Darum wachet! denn ihr wiffet wenicht geseßt zum Born; sondern die der Tag noch Stunde, in welcher Seligkeit zu besigen durch unsern des Menschen Sohn kommen wird. 140 ise marianne dra nh IV. Biblische Vorlesungen an Festen und ähnlichen Tagen. Am 1. Advent- Sonntage. Vormittags. Ps. 40, v. 6 bis 18. err, mein Gott! groß sind nach meiner Seele stehen, daß fie die umbringen: zurück müssen sie fallen und zu Schanden werden, die mir Uebels gönnen. Sie müſ sen in ihrer Schande erschrecken, 4Nachmittags. Ps. 24. danken, die du an uns beweisest, Es müssen sich freuen und fröhdir ist nichts gleich; ich will sie lich sein alle, die nach dir fragen; verkündigen, und davon sagen, und die dein Heil lieben, müssen wiewohl sie nicht zu zählen sind. sagen allewege: Der Herr sei Opfer und Speisopfer gefallen dir hochgelobet! Denn ich bin arm nicht; aber die Ohren hast du und elend; der Herr aber forget mir aufgethan. Du willst weder für mich. Du bist mein Helfer Brandopfer, noch Sündopfer. Da und Erretter, mein Gott! verziehe sprach ich: Siehe, ich komme, im nicht! Buche ist von mir geschrieben. Deinen Willen, mein Gott! thue ich gern, und dein Geseg habe ich in meinem Herzen. Ich will pre- ie Erde ist des Herrn, und digen die Gerechtigkeit in der gro- was darinnen ist; der Erdßen Gemeine; fiehe, ich will mir boden, und was darauf wohnet. meinen Mund nicht stopfen lassen, Denn er hat ihn an die Meere Herr! das weißt du. Deine Ge- gegründet, und an den Wassern rechtigkeit verberge ich nicht in bereitet. Wer wird auf des Herrn Und wer wird meinem Herzen, von deiner Wahr- Berg gehen? heit und von deinem Heil rede stehen an seiner heiligen Stätte? ich, ich verhehle deine Güte und Der unschuldige Hände hat, und Treue nicht vor der großen Ge- reines Herzens ist, der nicht Lust hat zu loser Lebre, und schwöret nicht fälschlich. Der wird den Segen vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlig, Jakob, Sela. Madhet die Thore weit, und die Thüren in der Welt hoch, daß der Ehren einziehe! Wer ist derselbige König der Ehren? Es ist der Herr stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit. Machet die Thore weit, und die meine. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten! Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß nicht sehen kann, ihrer ist mehr, denn Haare auf meinem Haupte, und mein Herz hat mich verlassen. der König Laß dir's gefallen, Herr, daß du mich errettest; eile, Herr, mir zu belfen! Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir ich Biblische Vorlesungen 2c. 141 Thüren in der Welt hoch, daß der wollen wir entfliehen, so wir eine König der Ehren einziehe! Wer ist solche Seligkeit nicht achten? derselbige König der Ehren? Es Welche, nachdem sie erstlich gepreist der Herr Bebaoth; er ist der digt ist durch den Herrn, ist sie König der Ehren! Sela. auf uns gekommen durch die, so es gehört haben. Und Gott hat ihr 3eugniß gegeben mit 3eichen, Wundern und mancherlei Kräften und mit Austheilung des heiligen Geistes nach seinem Willen; denn er hat nicht den Engeln unterthan bie zukünftige Welt, davon wir aber einer an $ 0 Am 1. Weihnachts- Tage. Vormittags. Jes. 9, v. 2 bis 7. as Bolk, so im Finstern man delt, großes Licht, und über die da wohnen im fin einem Orte, und spricht: Was ist stern Lande, scheint es helle. Du der Mensch, daß du sein gedenkst, machst der Heiden viel; damit und des Menschen Sohn, daß du machst du der Freuden nicht viel. ihn heimsuchst? Du haft ihn eine Vor dir aber wird man sich freuen, kleine Zeit der Engel mangeln lafwie man sich freuet in der Ernte, sen; mit Preis und Ehre hast du wie man fröhlich ist, wenn man ihn gekrönet, und haft ihn gefest Beute austheilt; denn du hast das über die Werke deiner Hände. Joch ihrer Last und die Ruthe Alles hast du unterthan zu seinen ihrer Schulter und den Stecken Füßen. ihres Treibers zerbrochen, wie zur alles hat unterthan, hat er nichts In dem, daß er ihm Seit Midian's. Denn aller Krieg gelassen, das ihm nicht unterthan mit ungestüm und blutiges Kleid sei; jest aber sehen wir noch nicht, wird verbrannt und mit Feuer daß ihm alles unterthan sei. Den verzehrt werden. Denn uns ist aber, der eine kleine Zeit, der Engel ein Kind geboren, ein Sohn ist gemangelt hat, sehen wir, daß es uns gegeben, welches Herrschaft Jesus ist, durch Leiden des Todes ist auf seiner Schulter; und er gekrönet mit Preis und Ehre, auf heißet Wunderbar, Rath, Kraft, daß er von Gottes Gnaden für Held, Ewig- Bater, Friedefürst, alle den Tod schmeckte. Denn es auf daß seine Herrschaft großziemte dem, um deß willen alle werde, und des Friedens kein Dinge sind, und durch den alle Ende auf dem Stuhle Davids und Dinge sind, der da viele Kinder seinem Königreiche, daß er's zu hat zur Herrlichkeit geführt, daß er richte und stärke mit Gericht und den Herzog ihrer Seligkeit durch Gerechtigkeit von nun an bis in Leiden vollkommen machte. SinteEwigkeit. Solches wird thun der mal fie alle von Einem kommen, Eifer des Herrn Bebaoth. beide, der da heiligt, und die da geheiligt werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen jarum sollen wir desto mehr Brüdern, und mitten in der Gewahrnehmen des Worts, das meine dir lobsingen. Und aberwir hören, daß wir nicht bahin mal: Ich will mein Vertrauen fahren. Denn so das Wort fest auf ihn segen. Und abermal: Siehe geworden ist, das durch die Engel da, ich und die Kinder, welche mir geredet ist, und eine jegliche Ueber- Gott gegeben hat. Nachdem nun tretung und Ungehorsam hat em- die Kinder Fleisch und Blut haben, pfangen seinen rechten Lohn; wie ist er's gleichermaßen theilhaftig ge= Nachmittags. Ebr. 2. Biblische Vorlesungen 142 worden, auf daß er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel. Und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Le= ben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an fich; sondern den Samen Abrahame nimmt er an sich. Daher mußte er aller Dinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er bakmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Am 2. Weihnachtstage. Dormittags. Jef. 7, v. 10 bis 14. und nd der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe! Aber Abas sprach: Ich will's nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: It's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidigt, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Im manuel. berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns schei den von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung, oder Hunger oder Blöße oder Fähr lichkeit oder Schwert? Wie ge schrieben steht: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen übers winden wir weit um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum noch: Gewalt, weder Gegenwärtiges noch 3ukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Creatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Am Sonntage nach Weihnacht. Vormittags. P. 90. err Gott! du bist unsre 3uflucht Berge worden, und die Erde und du, Besten dienen, die nach dem Bor Gott! von Ewigkeit zu Ewigkeit. fag berufen sind. Denn welche er Der du die Menschen läsfest sterben, zuvor versehen hat, die hat er auch und sprichst: Kommt wieder, Menverordnet, daß sie gleich sein sollten schenkinder! Denn tausend Jahre dem Ebenbilde seines Sohnes, auf sind vor dir wie der Tag, der ges daß derselbige der Erstgeborne sei stern vergangen ist, und wie eine unter vielen Brüdern. Welche er Nachtwache. Du lässest, sie dahin aber verordnet hat, die hat er auch fabren wie einen Strom, und find Nachmittags. Röm. 8, v. 28 bis 39. ir wissen aber, daß denen, die an Festen und ähnlichen Tagen. Gras, das doch bald welk wird, ich vor oder hernach thue, und das da frühe blühet, und bald hältst deine Hand über mir. Solwelk wird, und des Abends ab- ches Erkenntniß ist mir zu wundergehauen wird und verdorret. Das lich und zu hoch; ich kann es nicht macht dein 3orn, daß wir so ver begreifen. Wo soll ich hingehen gehen, und dein Grimm, daß wir vor deinem Geiste, und wo soll so plößlich dahin müssen. Denn ich hinfliehen vor deinem Angeunsere Missethat stellest du vor sichte? Führe ich gen Himmel, dich, unsere unerkannte Sünde in's Licht vor deinem Angesichte. Darum fahren alle unsere Tage dabin durch deinen 3orn; wir bringen unsere Jahre zu, wie ein Geschwäg. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinen Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden! Herr, febre dich doch wieder zu uns, und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade! so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebenlang. Er freue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden! 3eige deinen Knechten deine Werke, und deine Ehre ihren Kindern! Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich, und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er förso bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, stehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröthe, und bliebe am äußersten Meer; so würde mich doch deine Hand daselbst führen, und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsterniß möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein; denn auch Finsterniß nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsterniß ist wie das Licht. Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du warst über mir im Mutterleibe. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl. Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war. Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer eine so große Summe! Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein, denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. Ach, Gott, daß du tödtest die Gottlesen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten! Denn fie dern! Nachmittags. Pf. 139. Herr! du erforschest mich und reden von dir läſterlich, und deine kennest mich. Sch size oder Feinde erheben sich ohne Ursache. stehe auf, so weißt du es, du ver- Sch hasse ja, Herr! die dich hassen, stebst meine Gedanken von ferne. und verdrießt mich auf sie, daß sie Ich gehe oder liege, so bist du um sich wider dich sezen. Ich basſe fie mich, und siehst alle meine Wege. in rechtem Ernst; darum sind fie Denn siehe, es ist kein Wort auf mir feind. Erforsche mich, Gott, meiner Bunge, das du, Herr! nicht und erfahre mein Herz, prüfe mich, 143 Biblische Vorlesungen 144 und erfahre, wie ich's meine; und stehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege! Tode, und ernähre sie in der Theurung. Unsere Seele barret auf den Herrn, er ist unsere Hülfe und Schild; denn unser Herz freuet sich sein, und wir trauen auf feinen heiligen Namen. Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Am Neujahrs- Tage. Vormittags. Pf. 33. Creuet euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn schön preisen! Nachmittags. Pf. 67. Danket dem Herrn mit Harfen, und lobfinget Gott ſei uns gnädig, und fegne zehn Saiten! Singet ihm ein neues Lied; macht es gut auf Saiten spielen mit Schalle! Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Güte des Herrn. Der Himmel ist durch's Wort des Herrn gemacht, und alle sein Heer durch den Geist seines Mundes. Er hält das Wasser im Meere zusammen wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe in's Verborgene. Alle Welt fürchte er sein Antlig leuchten! Sela. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott! die Völker, es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierst die Leute Es danken dir, auf Erden. Sela. Gott! die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! den Herrn, und vor ihm scheue Am Feste der Erscheinung Christi. sich alles, was auf dem Erdboden wohnt! denn so er spricht, so ge= schieht's, so er gebietet, so steht es da. ber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat, da wir todt waren in den Sünden, hat er uns sammt Christo lebendig gemacht; denn aus Gnaden seid ihr selig geworden. Und hat uns sammt ihm auferweckt, und sammt ihm in das himmlische Wesen gesegt in Christo Jesu, auf daß er erzeigte in den zukünftigen Zeiten Der Herr macht zunichte der Heiden Rath, und wendet die Gedanken der Völker. Aber der Rath des Herrn bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volke, deß der Herr ein Gott ist, das Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Der Herr schauet vom Himmel, und sieht aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. Er den überschwänglichen Reichthum lenkt ihnen allen das Herz, er seiner Gnade durch seine Güte über merkt auf alle ihre Werke. Einem uns in Christo Jesu. Denn aus Könige hilft nicht seine große Macht, Gnaden seid ihr selig geworden ein Riese wird nicht errettet durch durch den Glauben, und dasselbige seine große Kraft. Roffe helfen nicht aus euch; Gottes Gabe ist es. auch nicht und ihre große Stärke Nicht aus den Werken, auf daß fich errettet nicht. Siehe, des Herrn nicht jemand rühme. Auge sieht auf die, so ihn fürch- sind sein Werk, geschaffen in Chrifto ten, die auf seine Güte hoffen, sesu zu guten Werken, zu welchen daß er ihre Seele errette vom Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir Denn wir Vormittags. Ephef. 2, v. 4 bis 22. an Festen und ähnlichen Tagen. 145 erwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien, noch rufen, man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmende Tocht wird er nicht auslöschen; er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte, und die Inseln werden auf sein Geset warten. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schafft und ausbreitet, und die Erde macht darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleische Heiden gewesen seid, und die Borhaut genannt wurdet von denen, die genannt find die Beschneidung nach und seine Stimme wird dem Fleische, die mit der Hand geschieht, daß ihr zu derfelbigen Beit waret ohne Christum, fremd und außer der Bürgerschaft Israel und fremd von den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet, und waret obne Gott in der Welt. Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid, und weiland ferne gewesen, seid nun nahe geworden durch das Blut Chrifti. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins hat gemacht, und hat und ihre Gewächse; der dem abgebrochen den Saun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Geſetz, so in Geboten gestellt war, auf daß er aus zween einen neuen Menschen in ihm selber schaffte und Friede machte. Und daß er beide versöhnte mit Gott in einem Leibe durch das Kreuz, und hat die Feindschaft ge tödtet durch sich selbst, und ist gekommen, bat verkündigt im Evangelio den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir den 3ugang alle beide in einem Geiste um Bater. So fseid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge; son dern Bürger mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt, wächst u einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geiste. Bolke, so darauf ist, den Odem giebt, und den Geist denen, die darauf gehen: Ich, der Herr, habe dir gerufen mit Gerechtigkeit, und babe dich bei deiner Hand gefaßt, und habe dich behütet, und habe dich zum Bunde unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden, daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängniß führen, und die da sigen in Finsternis, aus dem Kerker. Jch, der Herr, das ist mein Name, und will meine Ehre feinem andern geben, noch meinen Ruhm den Gößen. Siehe, was kommen soll, verkündige ich zuvor, und verkündige neues; ehe denn es aufgehet, lasse ich es euch hören. Eins get dem Herrn ein neues Lied! Sein Ruhm ist an der Welt Ende, die im Meere fabren, und was darinnen ist, die Inseln, und die darinnen wohnen. Rufet laut, ihr Wüsten, und die Städte darinnen. fammt den Dörfern, da Kedar wohnet! Es jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höben der Berge! Lasset fie dem Herrn die Ehre geben, und seinen Ruhm in den Inseln verfündigen! Nachmittags. Jef. 42, v. 1 bis 12. Siebe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn; und mein Aus-| 10 146 Biblische Vorlesungen Am Tage Mariä Reinigung.[ die meine Person im Fleisch nicht gesehen haben, auf daß ihre Herzen ermahnt und zusammen gefaßt werden in der Liebe zu allem Reichthum des gewissen Verstandes, zu erkennen as da von Anfang war, das das Geheimnis Gottes und des wir gehört haben, das wir Vaters und Christi, in welchem gesehen haben mit unsern Augen, verborgen liegen alle Schäße, der das wir beschauet haben und unsere Weisheit und der Erkenntniß. Ich Hände betastet haben, vom Worte fage aber davon, daß euch niedes Lebens,( und das Leben ist er mand betrüge mit vernünftigen schienen, und wir haben gesehen, Reden. Denn ob ich wohl nach und zeugen und verkündigen euch dem Fleische nicht da bin, so bin das Leben, das ewig ist, welches ich aber im Geist bei euch, freue war bei dem Vater, und ist uns mich und sehe eure Ordnung und erschienen,)- was wir gesehen und euren festen Glauben an Christum. gehört haben, das verkündigen wir Wie ihr nun angenommen habt euch, auf daß auch ihr mit uns Ge- den Herrn Chriftum Jesum, so meinschaft habet, und unsere Ge- wandelt in ihm, und seid gewurmeinschaft sei mit dem Vater und zelt und erbauet in ihm, und seid mit seinem Sohne Jesu Chrifto. fest im Glauben, wie ihr gelehrt Und solches schreiben wir euch, auf seid, und seid in demselben reichdaß eure Freude völlig sei. Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehabt haben und euch verkündigen, daß Gott ein Licht ist, und in ihm ist keine Finsterniß. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in Finsterniß, so lügen wir und thun nicht die Wahrheit. So wir aber im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist; so haben wir Gemeinschaft unter ein ander, und das Blut Jesu Christi, feines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen: Wir haben keine Sünde; so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er und die Sünde vergiebt, und reinigt uns von aller Untugend. So wir sagen: Wir haben nicht gefündigt; so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Vormittags. 1. Joh. 1. Nachmittags. Col. 2. Js hlaffe euch aber wissen, welch einen Kampf ich habe um euch und um die zu Laodicea und alle, lich dankbar! Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Sagungen, und nicht nach Chrifto. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaf tig; und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstenthümer und Obrigkeit, in welchem ihr auch beschnitten feid mit der Beschneidung ohne Hände, durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleische, nämlich mit der Beschneidung Christi, in dem, daß ihr mit ihm begraben feid durch die Taufe, in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferwecktet hat von den Todten, und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr todt waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches, und hat uns geschenkt alle Sünde, und ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war, welche durch Sagungen entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel gethan, und an das Kreuz geheftet; und hat que gezogen die Fürstenthümer und die an Festen und ähnlichen Tagen. 147 lehrten, und getödtet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, schone dein selbst, das widerfahre dir nur nicht! Aber er wandte fich um, und sprach zu Petro: Hebe dich, Satan, von mir! du bist mir ärgerlich; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Da sprach Jefus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne fich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir! Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Denn es wird je geschehen, daß des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und alsdann wird er vergelten einem jeglichen nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reiche. Am Sonntage Invocavit. Vormittags. Ein Stück aus der Leidensgeschichte Jesu Christi. Gewaltigen, und sie Schau getragen öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. So laffet nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonden oder Sabbather, wel ches ist der Schatten von dem, das zukünftig war; aber der Körper felbst ist in Christo. Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einber gebet in Demuth und Geistlichkeit der Engel, deß er nie feine gesehen hat, und ift ohne Sache aufgeblasen in sei: nem fleischlichen Sinn, und hält sich nicht an dem Haupt, aus welchem der ganze Leib durch Gelenke und Fugen Handreichung empfängt, und an einander sich enthält, und also wächst zur göttlichen Größe. So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Sagungen der Welt; was laffet ihr euch denn fangen mit Sagungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Die da sagen: Du sollst bas nicht angreifen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht an rühren, welches fich doch alles unter Händen verzehret, und ist Menschengebot und Lehre, welche haben einen Schein der Weisheit durch selbst erwählte Geistlichkeit und Demuth, und dadurch, daß fie des Leibes nicht verschonen, und dem Fleisch nicht seine Ehre thun zu seiner Nothdurft. Fasten- Zeit. Am Sonnt. Quinquagesima. Vormittags. Ein Stück aus der Leidensgeschichte Jesu Christi.( Siehe diese Geschichte am Schlusse.) Nachmittags. Matth. 16, v. 21 bis 28. on der Beit an fing Sesus an, und zeigte seinen Jüngern, wie er müßte hin gen Jerusalem gehen, und viel leiden von den Aeltesten und Hohenpriestern und Schriftge Vo Nachmittags. 1. Cor. 1, v. 18 bis 31. enn das Wort vom Kreuz ist eine Thorheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben: Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen. Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? 10* 148 Biblische Vorlesungen Hat nicht Gott die Weisheit dieser| daß, so einer für alle gestorben ist, Welt zur Thorheit gemacht? Denn so find sie alle gestorben. Und er ist dieweil die Welt durch ihre Weis- barum für alle gestorben, auf daß heit Gott in seiner Weisheit nicht die, so da leben, hinfort nicht ihnen erkannte, gefiel es Gott wohl, durch selbst leben; sondern dem, der für thörichte Predigt felig zu machen sie gestorben und auferstanden ist. die, so daran glauben. Sintemal Darum von nun an kennen wir die Juden Zeichen fordern und die niemand nach dem Fleisch. Und Griechen nach Weisheit fragen. Wir ob wir auch Christum gekannt haben aber predigen den gekreuzigten Chri- nach dem Fleische, so kennen wir stum, den Juden ein Aergerniß und ibn doch jegt nicht mehr. Darum, den Griechen eine Thorheit. Denen ist jemand in Christo, so ist er eine aber, die berufen sind, beiden, neue Creatur; das Alte ist verganJuden und Griechen, predigen wir gen, siehe! es ist alles neu geworChristum, göttliche Kraft und gött- den; aber das alles von Gott, der liche Weisheit. Denn die göttliche uns mit ihm selber verföhnt bat Thorbeit ist weiser, denn die Men- durch Jesum Christum, und das schen sind, und die göttliche Schwach- Amt gegeben, das die Versöhnung heit ist stärker, denn die Menschen predigt. Denn Gott war in Chrifto, find. Sehet an, liebe Brüder, euren und versöhnte die Welt mit ihm Beruf! nicht viel Weise nach dem selber, und rechnete ihnen ihre SünFleisch, nicht viel Gewaltige, nicht den nicht zu, und hat unter uns viel Edle find berufen; sondern was aufgerichtet das Wort von der Verthöricht ist vor der Welt, das hat söhnung. So sind wir nun Bots Gott erwählt, daß er die Weisen zu schafter an Christi Statt; denn Gott Schanden mache. Und was schwach vermahnet durch uns. So bitten ist vor der Welt, das hat Gott er wir nun an Chrifti Statt: Laffet wählt, daß er zu Schanden mache, euch versöhnen mit Gott! Denn was stark ist. Und das Unedle vor er hat den, der von keiner Sünde der Welt und das Verachtete bat wußte, für uns zur Sünde gemacht, Gott erwählt, und das da nichte auf daß wir würden in ihm die ist, daß er zunichte mache, was et Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. was ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von welchem auch ihr herkommet in Christo Jefu, welber uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und Am Sonntage Oculi. Dormittags. zur Heiligung und zur Erlösung, auf Ein Stück aus der Leidensgeschichte daß( wie geschrieben steht), wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn! Jesu Christi. Am Sonntage Reminiscere. Vormittags. Ein Stück aus der Leidensgeschichte Jesu Christi. Nachmittags. 2. Cor. 5, v. 14 bis 21. enn die Liebe Christi dringet uns alfo, fintemal wir halten, Nachmittags. Ebr. 12, b. 1 bis 15. arum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Beugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und auffeben auf Jesum, den Anfänger und Bollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, an festen und ähnlichen Tagen. 149 erduldete er das Kreuz, und achtete| tere Wurzel aufwachse und Unfrieder Schande nicht, und ist gesessen den anrichte, und viele durch diezur Rechten auf dem Stuble Got- selbe verunreiniget werden! tes! Gedenket an den, der ein folches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mutbe matt werdet und ablasfet! Denn ihr habt noch nicht bis auf's Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde, und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet, als zu den Kindern: Mein Sohn, achte nicht geringe die 3üchtigung des Herrn, und olches redete Jesus, und hob verzage nicht, wenn du von ihm feine Augen auf gen Himmel, gestrafet wirst! Denn welchen der und sprach: Bater, die Stunde ist Herr lieb hat, den züchtigt er; er hier, daß du deinen Sohn verkläreft, stäupet aber einen jeglichen Sohn, auf daß dich dein Sohn auch ver den er aufnimmt. So ihr die kläre; gleichwie du ihm Macht haft 3üchtigung erduldet, so erbeut sich gegeben über alles Fleisch, auf daß euch Gott als Kindern; denn wo er das ewige Leben gebe allen, die ist ein Sohn, den der Vater nicht du ihm gegeben hast. Das ist aber züchtigt? Seid ihr aber ohne das ewige Leben, daß sie dich, daß 3üchtigung, welcher sie alle sind du allein wahrer Gott bist, und den theilhaftig geworden, so seid ihr du gefandt hast, Jesum Christum, Bastarde und nicht Kinder. Auch erkennen. Jch habe dich verkläret fo wir haben unsere leiblichen auf Erden, und vollendet das Werk, Bäter zu 3üchtigern gehabt, und das du mir gegeben hast, daß ich es fie gescheuet; sollten wir denn thun sollte. Und nun verkläre mich, nicht vielmehr unterthan sein dem du Bater, bei dir selbst mit der Klargeistlichen Vater, daß wir leben? heit, die ich bei dir hatte, ehe die Und jene zwar haben uns ge- Welt war! Ich habe deinen Namen züchtigt wenig Tage nach ihrem geoffenbart den Menschen, die du Dünken; dieser aber zu Nuß, auf mir von der Welt gegeben hast. Sie daß wir seine Heiligung erlangen. waren dein, und du haft sie mir Alle 3üchtigung aber, wenn sie gegeben, und sie haben dein Wort da ist, dünkt ste uns nicht Freude, behalten. Nun wissen sie, daß alles, sondern Traurigkeit zu sein; aber was du mir gegeben hast, sei von darnach wird sie geben eine fried- dir; denn die Worte, die du mir fame Frucht der Gerechtigkeit denen, gegeben haft, habe ich ihnen gegedie dadurch geübt sind. Darum rich- ben, und sie haben es angenommen, tet wieder auf die lässigen Hände und erkannt wahrhaftig, daß ich und die müden Knie, und thut von dir ausgegangen bin, und glaugewisse Tritte mit euren Füßen, ben, daß du mich gesandt haft. Ich daß nicht jemand strauchle wie ein bitte für sie, und bitte nicht für die Lahmer; fondern vielmehr gesund Welt; sondern für die, die du mir werde! Jaget nach dem Frieden gegeben bast; denn sie sind dein. gegen jedermann und der Heili- Und alles, was mein ist, das ist gung, ohne welche wird niemand dein, und was bein ist, das ist den Herrn sehen! Und fehet darauf, mein, und ich bin in ihnen verklädaß nicht jemand Gottes Gnade ret. Und ich bin nicht mehr in der versäume, daß nicht etwa eine bit- Welt; sie aber find in der Welt, Am Sonntage Lätare. Vormittags. Ein Stück aus der Leidensgeschichte Jesu Christi. Nachmittags. Joh. 17. 450 Biblische Vorlesungen und ich komme zu dir. Heiliger| Welt kennt dich nicht; ich aber Bater, erhalte fte in deinem Na- kenne dich, und diese erkennen, daß men, die du mir gegeben hast, daß fie eins seien, gleichwie wir! Die weil ich bei ihnen war in der du mich gefandt haft. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan, und will ihnen kund thun, beinem die Liebe, damit du liebst, sei in ihnen, und ich in ihnen. Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren ohne daß verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt haffet fie; un wir denn find gerecht ge= denn sie sind nicht von der Welt, worden durch den Glauben; wie denn auch ich nicht von der so haben wir Friede mit Gott durch Welt bin. Sch bitte nicht, daß unsern Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen 3ugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das; sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübfal Geduld bringet, Geduld aber bringet Erfahrung, Erfahrung aber bringet Hoffnung, Hoffnung aber läsfet nicht zu Schanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausge goffen in unser Herz durch den hei ligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren, nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Chriftus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je viel mehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn so wir Gott versöhnt find durch den Tod seines Sohnes, ba wir noch Feinde waren; vielmebr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnt find. det ward. Gerechter Vater! die nicht allein aber das; sondern wir du sie von der Welt nehmest; sondern daß du sie bewahrest vor dem Uebel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit! dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich beilige mich selbst für fie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für fie; sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß fte alle eins feien, gleich wie du, Bater! in mir, und ich in dir, daß auch sie in uns eins feien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß fie eins seien, gleichwie wir eins find. Ich in ihnen, und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eins, und die Welt erkenne, daß du mich gesandt haft, und liebest site, gleichwie du mich liebest. Bater! ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß fie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben haft; denn du hast mich geliebt, ebe denn die Welt gegrünAm Feste der Verkündigung Mariä. Vormittags. Röm. 5. an festen und ähnlichen Tagen. 151 rühmen uns auch Gottes durch| Wo aber die Sünde mächtig ge unsern Herrn Jesum Christum, worden ist, da ist doch die Gnade durch welchen wir nun die Verviel mächtiger geworden, auf daß föhnung empfangen haben. Der gleichwie die Sünde geherrscht hat halben, wie durch einen Menschen zu dem Tode; also auch herrsche die Sünde ist gekommen in die die Gnade durch die Gerechtigkeit Welt, und der Tod durch die zum ewigen Leben durch Jefum Sünde, und ist also der Tod zu Christum, unsern Herrn. Gelobet sei Gott und der Vater allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben; denn die Sünde war wohl in der Welt bis auf das Geseß; aber wo kein Geses ist, da achtet man der Sünde nicht; sondern der unsers Christi, Tod herrschte von Adam an bis der uns gefegnet hat mit allerlei auf Mosen, auch über die, die nicht geistlichem Segen in himmlischen gefündigt haben mit gleicher Ueber Gütern durch Christum! Wie er tretung wie Adam, welcher ist uns denn erwählt hat durch denein Bild deß, der zukünftig war. felbigen, ehe der Welt Grund geAber nicht hält sich's mit der legt war, daß wir sollten sein Gabe, wie mit der Sünde; denn heilig und unsträflich vor ihm ſo an eines Sünde viele ge- in der Liebe. Und hat uns berstorben sind, so ist vielmehr Got- ordnet zur Kindschaft gegen ihn tes Gnade und Gabe vielen reich selbst durch Jefum Chriftum nach lich widerfahren durch die Gnade dem Wohlgefallen seines Willens, des einigen Menschen Jesu Christi. zu Lobe seiner herrlichen Gnade, Und nicht ist die Gabe allein über durch welche er uns hat angeeine Sünde, wie durch des eini- nehm gemacht in dem Geliebten, gen Sünders einige Sünde an welchem wir haben die Fr alles Verderben; denn das Ur- lösung durch sein Blut, nämlich theil ist gekommen aus einer die Vergebung der Sünden, nach Sünde zur Verdammniß; die dem Reichthum seiner Gnade, Gabe aber hilft auch aus vielen welche uns reichlich widerfahren ist Sünden zur Gerechtigkeit. Denn durch allerlei Weisheit und Klugso um des Einig en Sünde wil- heit. Und hat uns wissen lasſen len der Tod geherrscht hat durch das Geheimniß seines Willens nach den Einen; vielmehr werden die, seinem Wohlgefallen, und hat daffelſo da empfangen die Fülle der bige hervorgebracht durch ihn, daß Gnade und der Gabe zur Ge- es gepredigt würde, da die Zeit errechtigkeit, herrschen im Leben füllet war, auf daß alle Dinge zudurch Einen, Jesum Christum. fammen verfaffet würden in Chrifto, Wie nun durch Einer Sünde die beide, das im Himmel und auch Verdammniß über alle Menschen auf Erden ist, durch ihn selbst. gekommen ist; also ist auch durch Durch welchen wir auch zum ErbEines Gerechtigkeit die Rechtferti- theil gekommen sind, die wir zuvor gung des Lebens über alle men- verordnet find nach dem Vorsage fchen gekommen. Denn gleichwie des, der alle Dinge wirket nach dem durch eines Menschen Ungehorsam Rath seines Willens, auf daß wir viele Sünder geworden sind; also etwas feien zu Lobe seiner Herrlichauch durch eines Gehorsam wer- keit, die wir zuvor auf Chriſtum den viele Gerechte. Das Geses hoffen. Durch welchen auch ihr aber ist neben eingekommen, auf gehört habt das Wort der Wahrdaß die Sünde mächtiger würde. Heit, nämlich das Evangelium von Nachmittags. Ephef. 1, v. 3 bis 14. 152 Biblische Vorlesungen eurer Seligkeit, durch welchen ihr auf daß wir Friede bätten, und auch, da ihr glaubtet, versiegelt durch seine Wunden find wir ge worden seid mit dem heiligen Geiste heilet. Wir gingen alle in der Irre der Verheißung, welcher ist das wie Schafe, ein jeglicher sahe auf Pfand unfers Erbeß zu unserer Er- seinen Weg; aber der Herr warf lösung, daß wir sein Eigenthum unser aller Sünde auf ihn. Da würden zu Lobe, seiner Herrlichkeit. Am Sonntage Palmarum. Vormittags. er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer, Ein Stück aus der Leidensgeschichte Jesu Christi. und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Bolka geplagt war. Und Ziehe, mein Knecht wird weislich er ist begraben wie die Gottlosen, thun, und wird erhöhet und und gestorben wie ein Reicher, wiesehr hoch erhaben sein, daß sich viele wohl er niemand Unrecht gethan über dir ärgern werden, weil seine hat, noch Betrug in seinem Munde Gestalt häßlicher ist, denn anderer gewesen ist. Aber der Herr wollte Leute, und sein Ansehen, denn der ihn also zerschlagen mit Krankheit. Menschen Kinder. Aber also wird Wenn er sein Leben zum Schulder viele Heiden besprengen, daß auch opfer gegeben hat, so wird er Samen Könige werden ihren Mund gegen haben, und in die Länge leben, und ihn zuhalten; denn welchen nichts des Herrn Bornehmen wird durch davon verkündigt ist, dieselben wer- seine Hand fortgehen. Darum, daß den es mit Luft sehen, und die feine Seele gearbeitet hat, wird er nichts davon gehört haben, die wer- feine Lust sehen, und die Fülle den es merken. Aber wer glaubt haben. Und durch sein Erkenntunserer Predigt? Und wem wird niß wird er, mein Knecht, der Ge der Arm des Herrn geoffenbart? rechte, viele gerecht machen; denn Denn er schießt auf vor ihm wie er trägt ihre Sünde. Darum will ein Reis und wie eine Wurzel aus ich ihm große Menge zur Beute dürrem Erdreich. Er hatte keine geben, und er soll die Starken Gestalt, noch Schöne; wir fahen zum Raube haben, darum, daß ihn, aber da war keine Gestalt, die er sein Leben in den Tod gegeben uns gefallen hätte. Er war der bat, und den Uebelthätern gleich Allerverachtetste und Unwertheste, gerechnet ist, und er vieler Sünde voller Schmerzen und Krankheit; getragen hat, und für die Uebeler mar so verachtet, daß man das thäter gebeten. Angesicht vor ihm verbarg; darum baben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit, und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der ge= plagt, und von Gott gesclagen und wäre. um Am Grün- Donnerstage. Vormittags. Pf. 111. ch Herrn von ganz unſerer Miſſethat willen verwundet, banger der im Stath der Fromund um unserer Sünde willen zer schlagen. Die Strafe liegt auf ihm, men und in der Gemeine. Groß sind die Werke des Herrn; wer ihrer Nachmittags. Jef. 53. an festen und ähnlichen Tagen. 153 achtet, der hat eitel Lust daran.| erstanden sei von den Todten! Und Was er ordnet, das ist löblich und siebe, er wird vor euch hingehen herrlich, und seine Gerechtigkeit blei in Galiläa; da werdet ihr ihn bet ewiglich. Er hat ein Gedächt sehen. Siehe, ich habe es euch ge= niß gestiftet seiner Wunder, der sagt. Und sie gingen eilend zum gnädige und barmherzige Herr. Gr Grabe hinaus mit Furcht und giebt Speise denen, so ihn fürchten, großer Freude, und liefen, daß fie er gedenkt ewiglich an seinen Bund. es feinen Jüngern verkündigten. Er läßt verkündigen seine gewalti- Und da sie gingen, feinen Jüngen Thaten seinem Volke, daß er gern zu verkündigen, siebe, da beihnen gebe das Erbe der Heiden. aegnete ihnen Jesus, und sprach: Die Werke seiner Hände sind Wahr- Seid gegrüßet! Und sie traten zu heit und Recht; alle seine Gebote ihm, und griffen an seine Füße, find rechtschaffen. Sie werden er- und fielen vor ihm nieder. Da halten immer und ewiglich, und sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet geschehen treulich und redlich. Er euch nicht, gehet bin, und versendet eine Erlösung seinem Volke; kündigt es meinen Brüdern, daß er verheißt, daß sein Bund ewig: fie gehen in Galiläa! daselbst werlich bleiben soll. Heilig und hehr den sie mich sehen. Da fie aber ist sein Name. Die Furcht des bingingen, fiebe, da kamen etliche Herrn ist der Weisheit Anfang; von den Hütern in die Stadt, und das ist eine feine Klugheit; wer verkündigten den Hohenpriestern darnach thut, deß Lob bleibt alles, was geschehen war. Und sie - ewiglich. famen zusammen mit den Aelte= sten, und hielten einen Rath, und gaben den Kriegsknechten Geld genug, und sprachen: Saget: Seine Jünger kamen des Nachts, und stablen ihn, dieweil wir schliefen! Und wo es würde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen, und schaffen, daß ihr ficher seid. Und sie nahmen das Geld, und thaten, wie sie gelehrt waren. Solches ist eine gemeine Rebe geworden bei den Juden bis auf den heutigen Tag. Aber die elf JSünger gingen in Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus fie beschieden batte. Und da sie ihn sabert, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen, und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gebet birr und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des hei= ligen Geistes! Und lebret fle halten alles, was ich euch befohlen babe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Am ersten Oster- Tage. Vormittags. Matth. 28. A m Abend aber des Sabbaths, welcher anbricht am Morgen des ersten Feiertags der Sabbathen, tam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu bese: ben, und siehe, es geschah ein groBes Erdbeben; denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu, und wälzte den Stein von der Thür, und feste sich darauf. Und seine Gestalt war wie der Blizz, und sein kleid weiß als der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden, als wären fie todt. Aber der Engel antwortete, und prach zu den Weibern: Fürchtet euch nicht! ich weiß, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, fuchet. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, und ſeht die Stätte, da der Herr gelegen hat! Und geht eilend hin, und fagt es seinen Süngern, daß er auf- Ende. 154 Biblische Nachmittags. 1. Petr. 1, v. 3 bis 21. Vorlesungen tern, und feget eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jefu und unsers Herrn Jesu Chrifti, stellt euch nicht gleich wie vorder uns nach seiner großen Barm- hin, da ihr in Unwissenheit nach herzigkeit wiedergeboren hat zu den Lüften lebtet; sondern nach einer lebendigen Hoffnung durch dem, der euch berufen hat, und die Auferstehung Jesu Chrifti von heilig ist, seid auch ihr heilig in den Todten, zu einem unvergäng- allem euren Wandel! Denn es lichen und unbefleckten und un- steht geschrieben: Ihr sollt heilig verivelklichen Erbe, das behalten sein; denn ich bin heilig. Und wird im Himme! euch, die ihr fintemal ihr den zum Vater anaus Gottes Macht durch den Glau- rufet, der ohne Ansehen der Perben bewahrt werdet zur Selig- son richtet nach eines jeglichen feit, welche zubereitet ist, daß fie Werke; so führet euren Wandel, offenbar werde zu der letzten Beit, so lange ihr hier wallet, mit in welcher ihr euch freuen wer- Furcht, und wisset, daß ihr nicht det, die ihr jegt eine kleine 3eit mit vergänglichem Silber oder Golde ( wo es sein soll) traurig seid in erlöset seid. von eurem eiteln Wanmancherlei Anfechtungen, auf daß del nach väterlicher Weise; sondern euer Glaube rechtschaffen und viel mit dem theuern Blute Chrifti, ale föstlicher erfunden werde, denn eines unschuldigen und unbefleckten daß vergängliche Gold, das durch's Lammes. Der zwar zuvor versehen Feuer bewähret wird, zu Lobe, ist, ehe der Welt Grund gelegt ward; Preis und Ehre, wenn nun ge- aber geoffenbaret zu den letzten Beioffenbaret wird Jefus Christus, ten um euretwillen, die ihr durch welchen ihr nicht gesehen, und ihn glaubet an Gott, der ihn auf doch lieb habt, und nun an ihn erweckt hat von den Todten, und glaubet, wiewohl ihr ihn nicht ihm die Herrlichkeit gegeben, auf fehet; so werdet ihr euch freuen daß ihr Glauben und Hoffnung zu mit unaussprechlicher und herr- Gott haben möchtet. licher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit ,, nach welcher Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch ge= Am zweiten Oster- Tage. Vormittags. 1. Cor. 15, v. 1 bis 22. herinnere euch aber, liebe Brüauf welche und welcherlei Beit deuder! des Evangelii, das ich euch tete der Geist Christi, der in ihnen verkündigt habe, welches ihr auch war, und zuvor bezeugt hat die angenommen habt, in welchem ihr Leiden, die in Christo sind, und die auch stehet, durch welches ihr auch Herrlichkeit darnach. Welchen es selig werdet, welchergestalt ich es geoffenbaret ist; denn sie haben es euch verkündigt habe, so ihr's bes nicht ihnen selbst, sondern uns dar- halten habt, es wäre denn, daß ihr gethan, welches euch nun verkün- es umsonst geglaubt hättet. Denn bigt ist durch die, so euch das Evan- ich habe euch zuvörderst gegeben, gelium verkündigt haben, durch den welches ich auch empfangen habe, heiligen Geist vom Himmel gesandt, daß Christus gestorben sei für un welches auch die Engel gelüstet zu sere Sünden nach der Schrift, und schauen. Darum, so begürtet die daß er begraben sei, und daß er Lenden eures Gemüths, seid nüch- auferstanden sei am dritten Tage an Festen und ähnlichen Tagen. 155 nach der Schrift, und daß er ge-| geworden unter denen, die da schlasehen worden ist von Kephas, fen. Sintemal durch einen Mendarnach von den 3wölfen. Dar- schen der Tod, und durch einen nach ist er gesehen worden von Menschen die Auferstehung der mehr denn fünfhundert Brüdern Todten kommt; denn gleichwie ste in auf einmal, deren noch viele le- Adam alle sterben, also werden sie ben; etliche aber sind entschlafen. in Christo alle lebendig gemacht Darnach ist er gesehen wor= werden. Pöchte aber jemand sagen: Wie den von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am legten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werden die Todten auferste= werth bin, daß ich ein Apostel hen? Und mit welcherlei Leibe werheiße, darum, daß ich die Gemeine ben sie kommen? Du Narr! das Gottes verfolgt habe. Aber von du säeft, wird nicht lebendig, es Gottes Gnade bin ich, das ich sterbe denn. Und das du säest, ist bin, und seine Gnade an mir ist ja nicht der Leib, der werden soll; nicht vergeblich gewesen; sondern sondern ein bloß Korn, nämlich ich habe viel mehr gearbeitet, Weizen, oder der andern eins. Gott denn sie alle; nicht aber ich, son- aber giebt ihm einen Leib, wie er dern Gottes Gnade, die mit mir will, und einem jeglichen von dem ist. Es sei nun ich oder jene; Samen seinen eigenen Leib. Nicht also predigen wir, und also habt ist alles Fleisch einerlei Fleisch; son= ihr geglaubet. So aber Christus dern ein ander Fleisch ist der Mengepredigt wird, daß er sei von schen, ein anders des Viehes, ein den Todten auferstanden, wie sa- anders der Fische, ein anders der gen denn etliche unter euch, die Vögel. Und es sind himmlische Auferstehung der Todten sei nichts? Körper und irdische Körper. Aber Ist aber die Auferstehung der eine andere Herrlichkeit haben Todten nichts, so ist auch Christus die himmlischen, und eine andere nicht auferstanden. Ist aber Christus die irdischen. Eine andere Klarnicht auferstanden, so ist unsere beit hat die Sonne, eine andere Predigt vergeblich; so ist auch euer Klarheit hat der Mond, eine Glaube vergeblich. Wir würden andere Klarheit haben die Sterne; aber auch erfunden falsche Zeugen denn ein Stern übertrifft den Gottes, daß wir wider Gott gezeu- andern nach der Klarheit. Also get hätten, er hätte Christum auf auch die Auferstehung der Toberweckt, den er nicht auferweckt ten. Es wird gefäet verweslich, hätte, fintemal die Todten nicht auf und wird auferstehen unverweserstehen. Denn so die Todten nicht lich. Es wird gefäet in Unehre, auferstehen, so ist Christus und wird auferstehen in Herrlichnicht auferstanden. Ist Christus keit. Es wird gesäet in Schwachaber nicht auferstanden, so ist euer heit, und wird auferstehen in Glaube eitel, so seid ihr noch in Kraft. Es wird gesäet ein natüreuren Sünden. So sind auch die, licher Leib, und wird auferstehen ſo in Chrifto entschlafen find, ver ein geistlicher Leib, Hat man loren. Hoffen wir allein in diesem einen natürlichen Leib, so hat man Leben auf Christum, so find wir auch einen geistlichen Leib. Wie die elendesten unter allen Menschen. es geschrieben steht: Der erste Mensch Nun aber ist Christus auferstanden Adam ist gemacht in's natürliche von den Todten, und der Erstling| Leben, und der letzte Adam in's auch Nachmittags. 1. Cor. 15, b. 35 bis 58. 156 Biblische Vorlesungen geistliche Leben. Aber der geist- Auf Christi Himmelfahrt. fiche Leib ist nicht der erste; sondern der natürliche, darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Vormittags. Pſ. 47. roblocket mit Händen, alle Bölzwingen, und die Leute unter unsere Füße. Er erwählet uns zum Erbtheil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebet. Sela. Gott fährt auf mit Jauchzen, und der Herr mit heller Posaune. Lobsinget, lobfinget Gott, lobsinget, lobsinget unferm Könige! Tenn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden, lobfinget ihm flüglich! Gott ist König über die Heiden, Gott sigt auf ſeinem heiligen Stuhl. Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volke, dem Gott Abrahams; denn Gott ist sehr erhöhet bei den Schilden auf Erden. ist, solcherlei sind auch die irdi- licem Schall! Denn der Herr, der schen, und welcherlei der bimm- ulerhöchste, ist erschrecklich, ein grolische ist, solcherlei find auch die Ber König auf dem ganzen Erdhimmlischen. Und wie wir ge- boden. Er wird die Völker unter uns tragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Da von sage ich aber, liebe Brüder! daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben bas unverwesliche. Siehe, ich fage euch ein Gebeimniß: Wir werden nicht alle entschlafen; wir werden aber alle verwandelt werden. Und dasselbige plößlich in einem Augenblick, zur Zeit der legten Posaune; denn es wird die Posaune schallen, und die Todten werden auferstehen un verweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unvermesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anzieben das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unfterblichkeit; dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben sieht: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gefeß. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben bat durch unsern Herrn Jesum Christum! Darum, meine lieben Brüder, seid feft, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werke des Herrn, fintemal ihr wiffet, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn! Nachmittags. Gbr. 9, 24. bis 10, 14. Am ersten Pfingst- Tage. Vormittags. Joel 3, v. 1 bis 5. und nd nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Aeltesten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selbigen Zeit bei des, über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen. Und will Wunderzeichen geben im Himmel und auf Erden, nämlich Blut, Feuer und Rauchdampf. Tie Sonne soll in Finsterniß, und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anru an festen und ähnlichen Tagen. 157 fen wird, der foll errettet werden.| weckt hat, eure sterblichen Leiber Denn auf dem Berge 3ion und zu lebendig machen, um beß willen, Jerusalem wird eine Errettung sein, daß sein Geist in euch wohnt. wie der Herr verheißen hat; auch bei den andern Uebrigen, die der Am zweiten Pfingst- Tage. Herr berufen wird. Nachmittags. Röm. 8, v. 1 bis 11. Vormittags. 3ach. 12, b. 1 bis 10. o ist nun nichts Berdamm. Dies ist die Last des Worts vom spricht der liches an denen, in Jesu find, die nicht nach dem Fleische wandeln; sondern nach dem Geiste. Denn das Geseß des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesege der Sünde und des Todes. Denn das dem Gefeße unmöglich war,( fintemal es durch das Fleisch geschwächt ward,) das that Gott, und fandte seinen Sohn in der Gestalt des fündlichen Fleisches, und berdammte die Sünde im Fleisch durch Sünde, auf daß die Gerech tigkeit, vom Gefeße erfordert, in und erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geiste. Denn die da fleischlich sind, die find fleischlich gesinnt; die aber geistlich find, die find geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein, ist der Tod, und geistlich gefinnt sein, ist Les ben und Friede. Denn fleischlich gefinnt sein, ist eine Feindschaft wider Gott, fintemal es dem Gesebe Gottes nicht unterthan ist; denn es vermag es auch nicht Die aber fleischlich find, mögen Gott nicht gefallen. Ihr aber feid nicht fleischlich; sondern geistlich, so anders Gottes Geift in euch wobnet. Wer aber Christi Geist nicht bat, der ist nicht sein. So aber Chriftus in euch ist, so ist der Leib zwar tobt um der Sünde wil len; der Geist aber ist das Leben um der Gerechtigkeit willen. So nun der Geist deß, der Jesum von den Todten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird auch derselbige, der Christum von den Todten auferHerr, der den Himmel ausbreitet, und die Erde gründet, und den Odem des Menschen in ihm macht. Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten allen Völkern, die umher find; denn es wird auch Juda gelten, wenn Jeruſalem belagert wird. Dennoch zur selbigen 3eit will ich Jerusalem machen zum Laststein allen Völkern; alle, die denselbigen wegbeben wollen, sollen sich daran zerschneiden; denn es werden sich alle Heiden auf Erden wider sie versammeln. 3u der Zeit, spricht der Herr, will ich alle Roffe scheu, und ihren Reitern bange machen; aber über Jerusalem will ich meine Augen offen haben, und alle Rosse der Völker mit Blindheit plagen. Und die Fürsten in Juda werden sagen in ihrem Herzen: Es feien mir nur die Bürger zu Jerufalem getroft in dem Herrn Bebaoth, ihrem Gott! 3u der Zeit will ich die Fürsten Judas machen zum feurigen Ofen im Holz, und zur Fackel im Stroh, daß sie verzehren beide, zur Rechten und zur Linken, alle Völker um und um. Und Jerusalem soll auch fürder bleiben an ihrem Orte zu Jerusalem. Und der Herr wird die Hütten Juda's erret ten, wie vor Seiten, auf daß fic nicht hoch rühme bas Haus Davids, noch die Bürger zu Jerufalem wider Juda. Zu der Zeit wird der Herr beschirmen die Bürger zu Jerusalem, und wird geschehen, daß, welcher schwach sein wird unter ihnen zu der Seit, wird sein wie David, und das Haus Davids wird ſein. 158 Biblische Vorlesungen wie Gottes Haus, wie des Herrn| Vater; wie sprichst du denn: Beige Engel vor ihnen. Und zu der Zeit uns den Bater? Glaubst du nicht, werde ich gedenken, zu vertilgen alle daß ich im Vater, und der Vater Heiden, die wider Jerusalem gezo in mir ist? Die Worte, die ich zu gen find. Aber über das Haus euch rede, die rede ich nicht von mir Davids und über die Bürger zu selbst. Der Vater aber, der in mir Jerusalem will ich ausgießen den wohnt, derselbige thut die Werke. Geist der Gnade und des Gebets, Glaubet mir, daß ich im Vater, denn sie werden mich ansehen, wel- und der Vater in mir ist! Wo chen jene zerstochen haben, und wer nicht, so glaubet mir doch um der den ihn klagen, wie man klaget ein Werke willen! Wahrlich! wahrlich! einiges Kind, und werden sich um ich sage euch: Ber an mich glaubt, ihn betrüben, wie man sich betrü- der wird die Werke auch thun, die bet um ein erstes Kind. ich thue, und wird größere, denn diese thun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Bater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrbeit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie sieht ihn nicht, und kennt ihn nicht; ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch, und wird in euch sein. Nachmittags. Apost.- Gesch. 2, v. 32 bis 47. Am Feste der Dreieinigkeit. Vormittags. Joh. 14, v. 1 bis 17. Und nd er sprach zu seinen Süngern: Fuer Herz erschrecke nicht! Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten; und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen, und euch ju mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingebe, das wisset ihr, und den Weg wif set ihr auch. Spricht zu ihm Tho= mas: Herr! wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Sch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kenntet, fo fenntet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennt ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige und den Vater! so genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich sieht, der sieht den Nachmittags. Jef. 48, v. 10 bis 22. Am Johannis- Tage. Dormittags. Luc. 3, v. 2 bis 22. a Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, 3acharia's Sohn, in der Wüste. Und er fam in alle Gegend um den Jordan, und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünde. Wie geschrieben stehet in dem Buche der Rede Jesaia's, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Be reitet den Weg des Herrn, und machet seine Steige richtig! Alle an Festen und ähnlichen Tagen. 159 Thäler sollen voll werden, und alle in seine Scheure sammeln, und Berge und Hügel sollen erniedrigt Spreu wird er mit ewigem Feuer werden, und was krumm ist, soll verbrennen. Und viel anderes mehr richtig werden, und was uneben ist, vermahnte und verkündigte er dem soll schlechter Weg werden. Und Bolke. Herodes aber, der Vierfürst, alles Fleisch wird den Heiland da er von ihm gestraft ward um Gottes sehen. Da sprach er zu Herodias willen, seines Bruders dem Volk, das hinaus ging, daß Weib, und um alles Uebels willen, es fich von ihm taufen ließe: Ihr das Herodes that; über das alles Otterngezüchte, wer hat denn euch legte er Johannes gefangen. Und gewiesen, daß ihr dem zukünftigen es begab sich, da sich alles Volk 3orn entrinnen werdet? Sebet taufen ließ, und Jesus auch getauft zu, thut rechtschaffene Früchte der war, und betete, daß sich der HimBuße, und nehmt euch nicht vor, mel aufthat, und der heilige Geist zu sagen: Wir haben Abraham fuhr hernieder in leiblicher Gestalt zum Vater! Denn ich sage euch: auf ihn wie eine Taube, und eine Gott kann dem Abraham aus Stimme kam aus dem Himmel, diesen Steinen Kinder erwecken. die sprach: Du bist mein lieber Es ist schon die Art den Bäumen Sohn, an dem ich Wohlgefallen an die Wurzel gelegt. Welcher habe! Baum nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete, und sprach zu ihnen: Wer zween Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, der thue auch also. Es kamen auch die 3öllner, daß sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister! Was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: For- loben immer und ewiglich. Ich will dert nicht mehr, denn gefegt ist! dich täglich loben, und deinen NaDa fragten ihn auch die Kriegs- men rühmen immer und ewiglich. leute, und sprachen: Was sollen Der Herr ist groß und sehr löblich, denn wir thun? Und er sprach und seine Größe ist unaussprechlich. zu ihnen: Thut niemand Ge- Kindeskinder werden deine Werke walt noch Unrecht, und laßt euch preisen und von deiner Gewalt begnügen an eurem Solde! Als sagen. Ich will reden von deiner aber das Volk im Wahn war, und herrlichen schönen Pracht und von dachten alle in ihrem Herzen von deinen Wundern, daß man folle Johanne, ob er vielleicht Chriftus reden von deinen herrlichen Thaten, wäre, antwortete Johannes, und und daß man erzähle deine Herrsprach zu allen: Ich taufe euch mit lichkeit; daß man preife deine große Wasser; es kommt aber ein Stär Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. ferer nach mir, dem ich nicht genug- Gnädig und barmherzig ist der Herr, sam bin, daß ich die Riemen seiner geduldig und von großer Güte. Der Schuhe auflöse; der wird euch mit Herr ist allen gütig, und erbarmt dem heiligen Geist und mit Feuer fich aller seiner Werke. Es sollen taufen. In desſelben Hand ist die dir danken, Herr! alle deine Werke, Wurfschaufel, und er wird seine und deine Heiligen dich loben, und Tenne segen, und wird den Weizen die Ehre deines Königreiche rübAm Feste der Heimfuchung Maria. Vormittags. Pf. 145. ch will dich erhöhen, mein Gott, Jo du König! und deinen Namen Nachmittags. Pf. 96. 160 Biblische Vorlesungen men, und von deiner Gewalt reden, lich 3orn halten. Er handelt nicht daß den Menschenkindern deine Ge- mit uns nach unsern Sünden, und walt kund werde und die ehrliche vergilt uns nicht nach unserer MissePracht deines Königreichs. Dein that. Denn so hoch der Himmel Reich ist ein ewiges Reich, und über der Erde ist, läßt er seine Gnade deine Herrschaft währet für und für. walten über die, so ihn fürchten. Der Herr erhält alle, die da fallen, So fern der Morgen ist vom Abend, und richtet auf alle, die niederge- läßt er unsere Uebertretung von schlagen sind. Aller Augen warten und sein. Wie sich ein Vater über auf dich, und du giebst ihnen ihre Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Speise zu seiner Seit. Du thust Herr über die, so ihn fürchten. deine Hand auf, und erfüllest alles, Denn er fennt, was für ein Gewas lebet, mit Wohlgefallen. Der mächt wir find; er gedenkt daran, Herr ist gerecht in allen seinen We- daß wir Staub find. Ein Mensch gen, und heilig in allen seinen Wer ist in seinem Leben wie Gras, er ken. Der Herr ist nahe allen, die blüht wie eine Blume auf dem ibn anrufen, allen, die ihn mit Felde. Wenn der Wind darüber Ernst anrufen. Er thut, was die geht, fo ist fie nimmer da, und Gottesfürchtigen begehren, und hört ihre Stätte fennet sie nicht mehr. ihr Schreien, und hilft ihnen. Der Die Gnade aber des Herrn währt Herr behütet alle, die ihn lieben, von Ewigkeit zu Ewigkeit über und wird vertilgen alle Gottlosen. die, so ihn fürchten, und seine GeMein Mund soll des Herrn Lob rechtigkeit auf Kindeskind bei desagen, und alles Fleisch lobe, fei- nen, die seinen Bund halten, und nen heiligen Namen immer und gedenken an seine Gebote, daß sie ewiglich. darnach thun. Der Herr hat ſeinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts! Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Wil len thut! Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele! Nachmittags. 1. Chron. 30, v. 10 bis 18. Am Michaclisfeste. Vormittags. Pf. 103. Lob obe den Herrn, meine Seele, und mas in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan bat, der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler! Der Herr schafft Gerechtigkeit und Nachmittags. Pf. 104. Am Reformations- Feste. Vormittags. Matth. 11, v. 20 bis 30. Gericht allen, die Unrecht leiden. Da fing er an, bie Städte u in Er seine Wege Mose lassen, die Kinder Israel sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer badern, noch ewig= sten seiner Thaten geschehen waren, und hatten sich doch nicht aebesſert, Wehe dir, Chorazin! Webe dir, Bethsaida! Wären solche Thaten an festen und ähnlichen Tagen. zu Cyrus und Sibon geschehen, als bei euch geschehen sind; sie hätten vor 3eiten im Sack und in der Asche Buße gethan. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergeben am jüngsten Gericht, denn euch. Und du, Kapernaum, die du bist erhaben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinunter gestoßen werden; denn so zu Sodom die Thaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, fie stände noch heutiges Tages. Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Lande erträglicher ergehen am jüngsten Gerichte, denn dir. Bu derselbigen Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde! daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und haft 1. Abtheilung. Das Leiden Jefu am Oelberge. 161 es den Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater! denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge find mir übergeben von meinem Vater, Und niemand kennt den Sohn, denn nur der Vater, und niemand kennt den Vater, denn nur der Sohn, und wei es der Sohn will offenbaren. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch, und lernet von mir! denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig; fo werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joc ist sanft, und meine Last ist leicht. V. Die harmonische Geschichte des Leidens, des Todes und des Begräbnisses Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. a Jesus und feine Jünger nach dem Genuß des Osterlamms und der Einsegung des heiligen Abendmahls den Lobgesang gesprochen hatten, ging er hinaus nach feiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir; denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferNachmittags. Pf. 119, v. 29 bis 52. stehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermebr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich fage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, so wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und 11 162 Die harmonische Geschichte der feine Jünger. Judas aber, der ihn nun schlafen und ruhen? Es ift verrieth, wußte den Ort auch; denn genug. Sehet, die Stunde ist geJesus versammelte sich oft daselbst kommen und des Menschen Sohn mit seinen Jüngern. Da sprach wird überantwortet in der SünStehet auf, und Jesud zu ihnen: Seget euch hier, der Hände. uns stebe, gehen! bis daß ich dort hingebe und bete. laffet Und er nahm zu sich Petrum und mich verräth, ist nahe; betet Jakobum und Johannem, die zween aber, auf daß ihr nicht in AnfechSöhne Bebedäi, und fing an zu tung fallet! trauern, zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir, und betet, auf daß ihr nicht in anfechtung fallet! Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelche; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon! schläfft du? vermochtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 3um andern Mal ging er hin, betete und sprach: Mein Bater! ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschebe dein Wille! Und er kam, und fand sie abermal schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antwor= teten. Und er ließ sie, und ging abermal bin, und betete zum britten Mal, und redete dieselbigen Worte. Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der 3wölfen einer; da er batte zu sich genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er vor ihnen her, und kam dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Beichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es; den greifet und führet ihn gewiß! Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's; wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich's fei; suchet ihr denn mich, so laffet diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welhes er sagte: Ich habe der feinen verloren, die du mir gegeben haft. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßt ſeist du, Rabbi! und küßte ihn. Jesus Es erschien ihm aber ein Engel aber sprach zu ihm: Mein vom Himmel und stärkte ihn. Freund, warum bist du gekoms Und es kam, daß er mit dem men? Juda! verräthst du des Tode rang, und betete heftiger. Menschen Sohn mit einem Kuß? E war aber sein Schweiß Da traten sie hinzu, und legten wie Blutstropfen, die fielen auf die Hände an Jesum, und grifdie Erde. fen ihn. Und er stand auf vom Gebet, und Da aber sahen, die um ihn waren, kam zu seinen Jüngern, und fand was da werden wollte, sprachen fie fie schlafend vor Traurigkeit, und zu ihm: Herr! sollen wir mit dem sprach zu ihnen: Ach, wollet ihr Schwert breinschlagen? Da hatte des Leidens, des Todes IC. Simon Petrus ein Schwert und 30g es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und bieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen! Und zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide! denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Bater bitten, daß er mir zuschickte mehr, denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührte sein Ohr an, und heilte ihn. 3u der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptdeuten des Tempels und den Ueltesten, die über ihn gekommen waren: Jhr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich gefessen bei euch und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand gekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren, und floh bloß von ihnen. 2. Abtheilung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. Die Schaar aber und der Oberdie der Juden nahmen Jesum, und banden ihn, führten ihn auf's erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäber, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden 163 rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und eltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führte Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, danieden mitten im Palaft; denn es war kalt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmte sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehrt in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet babe! fiehe, diejelbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet; fo beweise eš, daß es Unrecht sei! habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas batte ihn gebunden geſandt zu dem Die Hohenpriester aber und die Aeltesten und der ganze Rath ſuchten falsch 3eugniß wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden keins, wiewohl viele falsche 11* 164 Die harmonische Geschichte Beugen herzu traten; denn ihre liläa. Er aber verleugnete vor 3eugnisfe stimmten nicht überein. ihnen allen und sprach: Weib! 3ulest traten herzu zween falsche ich bin's nicht; ich kenne ihn nicht! 3eugen, und sprachen: Wir haben ich weiß auch nicht, was du ſagst. gehört, daß er sagte: Ich fann Und er ging hinaus in den Vorund will den Tempel Gottes, der hof, und der Hahn frähete. Und mit Händen gemacht ist, abbrechen, als er zur Thür hinaus ging, und in dreien Tagen einen an sah ihn nebst ber vorigen eine dern bauen, der nicht mit Händen andere Magd, die sprachen zu denen, gemacht ist. Shr Zeugniß aber die dabei standen: Dieser war stimmte noch nicht überein. Und auch mit dem Jesu von Nazareth. der Hohepriester stand auf unter Da sprachen sie zu ihm: Bist du fie, und fragte Jesum und sprach: nicht seiner Jünger einer? Und Antwortest du nichts zu dem,' daß ein anderer sprach: Du bist auch diese wider dich zeugen? Jesus der einer. Und er leugnete aberaber schwieg still und antwortete mal, und sprach: Mensch, ich bin's nichts. Da fragte ihn der Hohe nicht, und schwur dazu: Ich kenne Und über priester abermal, und sprach zu des Menschen nicht. ihm: Ich beschwöre dich bei dem le- eine kleine Weile bei einer Stunde bendigen Gott, daß du uns sageft, bekräftigte es ein anderer mit ob du seist Christus, der Sohn des denen, die dabei standen, und sprach: hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Wahrlich, du bist auch der einer; Du sagst es, ich bin es; doch sage denn du bist ein Galiläer und ich euch: Von nun an werdet ihr deine Sprache verräth dich! Spricht sehen des Menschen Sohn siten zur des hohenpriesters Knechte einer, rechten Hand der Kraft, und kom- ein Gefreundter deß, dem Pemen in den Wolken des Himmele. trus das Ohr abgehauen hatte: Da zerriß der Hohepriester seine Sabe ich dich nicht im Garten Kleider, und sprach: Er hat Gott bei ihm? Da fing er an, fich gelästert, was bedürfen wir weiter zu verfluchen und zu schwören: Beugniß? Siehe, jeßt habt ihr seine Ich kenne des Menschen nicht, Gotteslästerung gehört; was dün- von dem ihr sagt. Und alsbald, fet euch? Sie aber verdammten da er noch redete, krähete der ihn alle, und sprachen: Er ist des Hahn zum andern Mal. Und der Lodes schuldig. Herr wandte fich um, und fab Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt batte: Ehe der Hahn zweimal kräbet, wirst du mich dreimal verleugnen; und er ging hinaus, und weinte bitterlich. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten; etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihn in's Angesicht( besonders die Knechte) und sprachen: Beiffage uns, Christe! Wer ist's, der dich schlug? Und viel andere Lästerung sagten fie wider ihn. Simon Petrus aber war( wie oben erwähnt worden) draußen im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Thürhüterin, und da fie Petrum unter den Knechten bei dem Feuer sah, schauete sie ihn an, und sprach zu ihm: Und du warst auch mit dem Jesu aus GaDes Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftge lehrten und die Weltesten des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihn tödteten. Und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? suge es uns! Gr aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubt ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und Lasset mich dennoch nicht los. Darum des Leidens, des Todes 2c. 165 von nun an wird des Menschen Sohn| kaufte, welchen sie kauften von den fißen zur rechten Hand der Kraft Kindern Israel, und baben sie geGottes. Da sprachen sie alle: Bist geben um einen Töpfersacker, als du denn Gottes Sohn? Er aber mir der Herr befohlen hat. sprach zu ihnen: Ihr saget's; denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter 3eugniß? Wir haben's selber gehört aus seinem Munde. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringt ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser Das Leiden Jesn vor dem welt- nicht ein Uebelthäter, wir hätten 3. Abtheilung. lichen Gerichte. und nd der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führten ihn von Kaiphas vor das Richt haus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesfez! Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllt würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da das sah Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt Da fingen an die Hohenpriester ward zum Tode; gereuete es ihn, und die Aeltesten, ihn bart zu verund brachte herwieder die dreißig klagen, und sprachen: Diesen finden Silberlinge den Hohenpriestern wir, daß er das Volk abwendet, und den Aeltesten, und sprach: und verbietet, den Schoß dem KaiIch habe übel gethan, daß ich ser zu geben, und spricht, er ſei unschuldig Blut verrathen habe. Christus, ein König. Da ging PilaSie sprachen: Was gehet uns das tus wieder hinein in das Richthaus, an? da fiehe du zu! Und er warf und rief Jesum, und fragte ihn die Silberlinge in den Tempel, und sprach: Bist du der Juden Köhob sich davon, ging hin, und er- nig? Jesus stand vor ihm, und anthenkte sich selbst, und ist mitten wortete: Redest du das von dir selbst, entzwei geborsten, und sein Ein- oder haben es dir andere von mir geweide ausgeschüttet. Aber die gesagt? Pilatus antwortete: Bin Hohenpriester nahmen die Silber- ich ein Jude? Dein Volk und die linge, und sprachen: Es taugt Hohenpriester haben dich mir übernicht, daß wir sie in den Gottes- antwortet, was hast du gethan? Fasten legen; denn es ist Blut- Sesus antwortete: Mein Reich ist geld. Sie hielten aber einen Rath, nicht von dieser Welt; wäre mein und kauften eines Töpfers Acker Reich von dieser Welt, meine Die darum, zum Begräbniß der Pil- ner würden darob kämpfen, daß ich ger. Und es ist fund geworden den Juden nicht überantwortet allen, die zu Jerusalem wohnen, würde. Über nun ist mein Reich also, daß derselbige Acker genannt nicht von dannen. Da sprach Pila wird auf ihre Sprache: Akel tus zu ihm: So bist du dennoch dama, das ist: ein Blutacker, bis ein König? Jesus antwortete: Du auf den heutigen Tag. Da ist er- sagst es, ich bin ein König; ich bin füllt, das gesagt ist durch den Pro- dazu geboren und auf die Welt gepheten Jeremias, da er spricht: Sie kommen, daß ich die Wahrheit zeuhaben genommen breißig Silber- gen soll; wer aus der Wahrheit ist, linge, damit bezahlt warb der Ver- der hört meine Stimme. Spricht 166 Die harmonische Geschichte geben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte Pilatus zu ihm: Was ist Wahr-| daß des Todes werth sei. Darum heit? Und da er das gesagt, ging will ich ihn züchtigen und los= er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er berFlagt ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Hörst du nicht, wie bart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr ver wunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erregt damit, daß er gelehrt hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. aber zu der 3eit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der bieß Barrabas, welcher war um eines Aufruhre, der in der Stadt geschab, und um eines Mordes willen in das Gefängniß geworfen. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern; welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barrabam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet batten. denn ich babe heute viel erlitten im Traume von seinetwegen! Da aber Pilatus Galiläa börte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernabm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denfelbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum Und da er auf dem Richtstubl sab, ward er sehr froh; denn er faß, schickte sein Weib zu ihm, und bätte ihn längst gern gesehen, ließ ihm sagen: Habe du nichts denn er hatte viel von ihm ge- zu schaffen mit diesem Gerechten; bört, und hoffte, er würde ein Beichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwor= Aber die Hohenpriester und Aeltete aber nichts. Die Hobenprie- testen überredeten und reizten das ster aber und Schriftgelehrten stan- Volk, daß fie um Barrabas bitten den, und verklagten ihn bart. sollten, und Jesum umbrächten. Da Aber Herodes mit seinem Hofge- antwortete nun der Landpfleger, und finde verachtete und verspottete ihn, sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr legte ihm ein weißes Kleid an, unter diesen zween, den ich euch soll und fandte ihn wieder zu Pilato. losgeben? Da schrie der ganze Haufe Auf den Tag wurden Pilatus und und sprach: Hinweg mit diesem, und Herodes Freunde mit einander; denn aieb uns Barrabam los! Da rief zuvor waren sie einander feind. Pi- Pilatus abermal zu ihnen, und wollte latus aber rief die Hohenpriester und Jeſum loslassen, und sprach: Was die Obersten und das Volk zusam- soll ich denn machen mit Jeſum, den men, und sprach zu ihnen: Ihr habt man Christum nennt? Sie schrieen diefen Menschen zu mir gebracht, abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er als der das Volk abwendet; und aber sprach zum dritten Mal zu febet, ich habe ihn vor euch verhört, ihnen: Was hat er denn Uebels geund finde an dem Menschen der than? Ich finde keine Ursache des Sachen keine, deren ihr ihn beschul- Todes an ihm; darum will ich ihn digt, Herodes auch nicht. Denn ich züchtigen und loslassen. Aber sie babe euch zu ihm gefandt; und sehet, lagen ihm an mit großem Geschrei, man hat nichts auf ihn gebracht, und forderten, daß er gekreuzigt des Leidens, des Todes 20. würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward; gedachte er dem Bolke genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschehe, nahm Was ser, und wusch die Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war in's Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; aber Jesum ließ er geißeln, und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und riefen zuſammen die ganze Schaar, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und segten sie auf sein Haupt, und gåben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, spotteten ihn, und sprachen: Gegrüßt seist du, der Juden König! und gaben ihm Backenstreiche, speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn beraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an 167 tes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Bon wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ibn losließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatba. Es war aber der Rüsttag in Ostern um die fedste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antwor= teten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuzigt würde. 4. Abtheilung. ihm finde. Also ging Jesus heraus, Die Kreuzigung und der Tod und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener faben, schrieen fie und sprachen: Kreugige, Freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und Freuziget ihn! denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gefeß, und nach dem Gefeß soll er flerben; denn er hat sich selbst zu Got Jesu. a nahmen die Kriegsknechte Je= fum, den fte verspottet batten, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden fie einen Menschen, der vorüber ging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Bater 168 Die harmonische Geschichte Alexandri und Ruffi war; den| lato: Schreib' nicht: der Juden zwangen fie, und legten das Kreuz König; sondern daß er geſagt auf ihn, daß er's Jesu nach trüge. habe: Ich bin der Juden König! Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Und die Kriegsknechte, da fie JeJefus aber wandte sich um zu sum gekreuzigt hatten, nahmen seine ihnen, und sprach: Ihr Töchter Kleider, und machten vier Theile, von Jerusalem, weinet nicht über einem jeglichen Kriegsknecht ein mich; sondern weinet über euch selbst Theil, dazu auch den Rock. Der und über eure Kinder! Denn fiehe, Rock aber war ungenäht, von oben es wird die Zeit kommen, in wel- an gewirkt durch und durch. Da cher man sagen wird: Selig find sprachen sie unter einander: Laßt die Unfruchtbaren und die Leiber, uns den nicht zertheilen; sondern die nicht geboren haben, und die darum loofen, weß er sein soll, Brüste, die nicht gesäugt haben! auf daß erfüllt würde die Schrift, Dann werden sie anfangen zu die da sagt: Sie haben meine fagen zu den Bergen: Fallet über Kleider unter sich getheilt, und uns! Und zu den Hügeln: Decket haben über meinen Rock das Loos uns! Denn so man das thut am geworfen. Solches thaten die grünen Holz, was will am dürren Kriegsknechte. Und fie saßen allda, werden? und hüteten sein. Es war aber um die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Und das Volk stand und fab zu. Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebelthäter, daß fie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf ebräisch Golgatha, das ist verdeutschet: Schädelstätte, und fie gaben ihm Myrrhen in Wein zu trinken; und da er's schmeckte, wollte er's nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn daselbst und die zween Ulebelthäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken; Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet. Jefus aber sprach: Bater, vergieb ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie thun. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen? Hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige berab vom Kreuz! Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volke, und sprachen: Er bat andern geholfen und kann ihm selber nicht belfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes; so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wir's seben, und glauben ibm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Krieasknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so bilf dir selber! Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, und sehte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt, als die Urfache seines Todes. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuzigt ist. Und es war geschrieben auf ebräische, griechische und Aber der Uebelthäter einer, die lateinische Sprache. Da sprachen da gehenkt waren, lästerte ihn, und die Hohenpriester der Juden zu Pi- sprach: Bist du Christus, so bilf des Leidens, des Todes 2c. 169 dir selbst und uns! Da antwortete| Und als er das gesagt, neigte er der andere, strafte ihn und sprach: das Haupt, und gab seinen Geist Und du fürchtest dich auch nicht vor auf. Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir empfan gen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es stand aber bei dem Kreuze Jefu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er lieb batte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, fiebe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: Siebe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsterniß über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, und sprach: Eli, Eli, Lama, Asabthani! Das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Etliche aber, die da standen, da sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elias. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da fie faben, daß er mit solchem Ges schrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraFen sie sehr, und priesen Gort, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volk, daß dabei war, und zusah, da sie sahen, was da geschah; schlugen sie an ibre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm ousGaliläa waren nachgefolgt, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren, und hatten ihm gedient, und sahen das alles. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als fie aber zu Jesu kamen, da ste saben, er schon gestorben war, brachen ihm die Beine nicht; sondern Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß voll Esfig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllte ihn mit Effig, und steckte ihn auf ein Rohr von Ysop, und hielt's ihm dar zum Munde, und tränkte ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun Jefus daß den Effig genommen hatte, sprach sie er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Bater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. der Kriegsknechte einer öffnete feine Geite mit einem Speer, und als bald ging Blut und Wasser heraus. 170 Die harmonische Geschichte des Leidens, des Todes 2. Und der das gesehen hat, der hat| reien, wie die Juden pflegten zu bees bezeugt, und fein 3eugniß ist graben. Es war aber an der Stätte, wahr, und derselbige weiß, daß er da er gekreuzigt ward, ein Garten, die Wahrheit fagt, auf daß auch ihr und in dem Garten ein neues Grab, glaubet; denn solches ist geschehen, das war Josephs, welches er hatte daß die Schrift erfüllet würde: Ihr lassen in einen Felsen hauen, in follt ihm kein Bein zerbrechen. Und welches niemand je gelegt war. Daabermal spricht eine andere Schrift: selbst hin legten fie Jesum um des Sie werden sehen, in welchen sie Rüsttags willen der Juden, dieweil gestochen haben. der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen groBen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, und die Weiber, die mit Jesu gekommen waren aus Galiläa; die folgten nach, segten sich gegen das Grab, und beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um, und bereiteten Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesez. Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer fämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste! Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; geht bin, und verwahrt es, wie ihr wisſet! Sie aingen hin, und verwahrten das Grab mit Hütern, und verfies 5. Abtheilung. Das Begräbniß Jesu. arnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Borsabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph; der war ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel; denn er war ein Jünger Jesu, doch beimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam Jesu geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander, bet hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn in leinene Tücher mit Spece- gelten den Stein. ng dr 171 VI. Die Geschichte von der Berstörung der Stadt Jeruſalem. Is die Zeit berbeinahete, daß| gewesen, Jesus, genannt Anani, Gott über Jerusalem und das eines gemeinen Mannes Sohn, weljüdische Volk den endlichen 3orn cher, ale er gen Jerusalem gekomgehen lassen wollte, wie die Prophe- men auf das Fest der Lauberhütten, ten und der Herr Christus selbst aus einem besondern Geiste geschrieen ihnen gedrobet und zuvor gesagt hat: O, ein Geschrei vom Morgen! batten; sind diese nachfolgenden 3ei-, ein Geschrei vom Abend! O, chen vorher gegangen. Es ist am ein Geschrei von den vier Winden! Himmel ein Comet gesehen wor- O, ein Geschrei über ganz Jeruſaden, wie ein Schwert gestaltet, lem und den Tempel! Eine elende welcher ein ganzes Jahr gegen der Klage über Braut und Bräutigam! Stadt über gestanden, und von je: Ein Geschrei über alles Volk! Und dermann ist gesehen worden. Eben folch klägliches Schreien trieb er in den Tagen der ungesäuerten Tag und Nacht an einander, und Brote, am achten Tage des Mo- lief wüthend in der Stadt umber. nats April, um 9 Uhr in der Nacht, Und wiewohl ihn etliche mit Geis ist bei dem Altar im Tempel ein Beln und Ruthen straften, die diese folch hellglänzendes Licht erschienen, Worte als eine böse Deutung über daß jebermann meinte, es wäre die Stadt nicht gern börten; so Tag. Gin ehernes, großes, starkes börte er doch nicht auf. Und als Thor am innern Tempel, daran man diesen Menschen dem Landzwanzig Männer heben mußten, pfleger gebracht, welchen die Römer wenn man es aufthun wollte, wel damals zu Jerusalem hatten, der ches mit starken eisernen Riegeln ihn auch mit Geißeln bart bis auf verwahret war, hat sich um die das Blut stäupen und peitschen ließ; fechste Nachtstunde ſelbst aufgethan. bat er voch mit keinem Worte Gnade Den 21. Juni bat man in der Luft gebeten, bat auch nicht eine Thräne und in den Wolken an vielen Or- fallen lassen; sondern ohne Unterten des Himmels Wagen schweben, laß überlaut geschrieen: Wehe, wehe und sich wie eine große Rüstung von dir, o du armes Jerusalem! AlbiReutern und Knechten an den Wol- nus, der Richter, hat ihn als einen ten zusammenzieben und mit Ge- Thoren verachtet. Dieser Mensch prassel in der Nacht schlagen sehen. aber ist sieben Jahre an einander Vor dem Pfingsitage, als die Prie- nicht viel mit Leuten umgegangen; fter inwendig im Tempel bereiten sondern allein gegangen wie ein wollten, was zum Feste gehöret, Mensch, der etwas bei sich tief behaben sie ein großes Getümmel und sinnet oder dichtet, und hat immerGepolter und hernach eine Stimme bar diese Worte von fich hören gehört, welche gerufen hat: Lasset laffen: Wehe, wehe dir, o du aruns von hinnen wegziehen! Wie mes Jerusalem! Und von solchem wohl etliche sagen, das sei gesche- Rufen ist er nicht müde geworden. hen zu der Zeit, da der Vorhang Ale aber nun die Stadt von den im Tempel unter Christi Leiden Römern belagert worden, ist er auf zerrissen ist. Auch ist ein Mensch den Mauern umbergegangen, und 172 Die Geschichte bat immer geschrieen: Wehe über| er Flavium Vespastanum mit ſeiden Tempel' und über das ganze nem Sohne nach Syrien. Volk! Und zulegt hat er auf eine Es ist um diese Zeit im ganzen Zeit wie dazu gesagt: Wehe auch mir! In dem Worte ist er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden, und also todt geblieben. Diese und andere große Beichen sind vorher gegangen, ehe Jerusalem zerstört worden ist. schreibt, eine gemeine Sage und ein Gerücht gewesen, daß eben um diese Beit etliche, die aus Judäa kommen würden, sehr groß und sehr prächtig in aller Welt werden sollten. Und wiewohl das an dem geistlichen Reiche Christi also wahr ward, da der Name Chrifti, welher aus dem jüdischen Stamme geboren ist, durch die Predigt des Evangelii in aller Welt groß ward; so haben es doch etliche von den zwei Vespaftanus verstanden. Nun wollen wir auch von der Berstörung selbst reden. Da die Juden, wie Stephanus sagt, als Mörder und Verräther den ge= rechten und unschuldigen Christum getödtet hatten; ist es mit dem ganzen jüdischen Reiche in Die Juden aber zogen diese Weisallen Ständen immer ärger gesagung auf sich, und nachdem ihnen worden. Die Hohenpriester hoben etliche Schlachten wider die Feinde an und übten Tyrannei wider geriethen, wurden sie stolz, machten die andern Priester; unter den drei Hauptleute, und griffen mit andern Gewaltigen war aller- Gewalt die Stadt Askalon an; lei Haß und Neid, und schickte da sind sie in zwei Schlachten darsich alles zur Uneinigkeit im Re- niedergelegt worden, und haben gimente, und ließ es sich ansehen, ohne die Hauptleute, die umgedaß eine große Aenderung und 3errüttung des Reichs vorhanden wäre. Aus solchem 3wiespalt und Hasse der Gewaltigen unter sich erhoben sich Rotten und allerlei 3ertrennungen, und außerdem trug fich allerlei Unglück zu, viel Raubens und Mordens in und außer der Stadt Jerusalem, und schickten fich alle Sachen, daß beide Regimente des Volks, das geistliche und weltliche, zu Trümmern gehen kommen sind, an die zwanzigtausend Mann verloren. er= wollten. Nachdem zog also Bespaftanus auf Befehl des Kaisers nach Galiläa, welches ein volfreiches Land war, verwüstete und verheerte alles durchaus, und war des Mordens, Raubens und Brennens kein Ende; da wurden viele tausend Juden und auf einmal in die funfzigtausend wehrhafter Männer schlagen ohne Weiber, Kinder, ge meinen Pöbel und Landvolk. Das Daher geschah es auch, daß der Kriegsvolk hat da weder Alt, Kaiser Nero Cestium Florum in noch Jung verschonet, nicht der das jüdische Land schickte, und als Schwangern, nicht der Kinder in er den Juden sehr hart war, und der Wiege. Sechstausend junger in vielen Dingen seinen Geiz, Stolz Männer hat Bespasianus auf einund Muthwillen übte; haben ihn mal als leibeigene Leute geschickt, die Juden verjagt, und als er mit an dem Isthmus zu ihnen zu schlagen kam, hat er fünf Achaja. Dreißigtausend tausend Mann der Seinigen ver- Kriegsleute sind zu der Zeit auf loren. Also wütheten die Juden einmal für Leibeigene verkauft. durch Gottes Verhängniß, daß fie Fünftausend haben sich aus Vers sich auch wider die Römer festen, zweiflung selbst von hohen Felsen und von ihnen abfielen. Als aber herabgestürzt. der Kaiser Nero das erfuhr, schickte graben in jüdische 3u der Zeit war ein trefflicher von der Zerstörung der Stadt Jeruſalem. 173 Mann, sehr gelehrt, weise und ver- aus dem Winterlager erheben, und ständig, priesterlichen Amtes, unter nahm Gadara, die Stadt, ein, den Juden, und der Obersten einer und erschlug durch seinen Hauptim Kriege, mit Namen Josephus; mann Placidus an die dreißigals er im ersten Schrecken mit tausend Bürger auf der Flucht, etlichen Wenigen in eine Höhle zweitausend nahm er gefangen; geflohen bei der Stadt Jotapata in Galiläa, ward er ergriffen und zu Vespaftanus geführt, und als er demselben prophezeiete, er würde noch Kaiser werden, hat er ihn gnädig erhalten; und der selbe Jofephus hat uns geschrieben, was wir von dieser Geschichte wissen. der andere Pöbel und flüchtige Haufe stürzte sich in den Jordan, und ihre todten Körper find im Jordan bis an den See Asphaltitis fortgeflossen, welchen man das todte Meer nennt. Darauf find jenseit des Jordan bis gen Macharon allenthalben alle Juden von den Römern überfallen worden und im großen Schrecken umgekommen. Es war beim Ausgang des Winters, im Anfang des Frühlings, als Vespasianus hörte, daß Nero todt wäre; er lag zu Cäsarea, und machte sich eilend auf. Er hatte alle Städte der Juden eingenommen außer etlichen Schlössern, welche einige fremde Krieger innehatten, und hatte allenthalben die Städte mit römischem Kriegsvolk beseßt, daß er Jeruſalem, welches allein übrig geblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen konnte. Eben damals ist Vespastanus von seinem Kriegsvolk zum Kaiser aufgeworfen worden; er zog deshalb nach Aegypten; von da wollte er nach Stalien gehen, und übergab Titus indessen das Kriegsheer wider die Juden. Als dies in Galiläa geschah, ist ein Haufe gesammeltes, freches, räuberisches Volk gen Jerusalem gekommen, da hat einer der großen Herren, Johannes, zuwege gebracht, daß er durch diese Rotte das Regiment an sich brächte. Da ist abermal ein heimliches Morden, viel Räuberei und Plündern zu Jerufalem gewesen, und hat es sich allenthalben zum großen Unglück geschickt, und ist die arme Stadt allenthalben sehr geplagt worden. Es sind um diese Zeit etliche Hohepriester erschlagen, und viel Blut, auch sogar im Tempel, vergossen worden. Josephus schreibt, daß zwölftausend von den besten und edelsten Juden in die sem Lärmen umgekommen sind, deren Güter und Häuser man dem Pöbel und Knechten zu plündern gegeben. Etliche meinen, daß diefes die Römer durch List zugerichtet haben. Titus aber, als er Kundschaft balber an einige Derter nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er nicht von den Juden gefangen ward; darnach schlug er sein Lager auf bei Skopos, eine Viertelmeile von der Stadt, und theilte sein Kriegsvolk, um die Stadt an mehr als einem Orte zu belagern. Mittlerweile war ein großes und mächtiges Volk aus allen Städten, von allen Orten auf das OsterAls nun zu derselbigen 3eit die feft, des Gottesdienstes halber, zu JeGadarener sich den Römern wider- rusalem zusammen gekommen. So segten, mußte sich Vespasianus eilend war auch, wie oben angezeigt wor So war nun damals schon, ehe das rechte Wetter sie überfiel, Jerufalem mit dreierlei Unglück geplagt, nämlich mit dem Kriege der Römer, mit Aufruhr und allerlei Meuterei in der Stadt, und mit den Tyrannen, welche sich durch Gewalt und Lift, einer nach dem andern, aufwarfen, und ist um der Herrschaft willen viel Blut vergossen worden. 174 Die Geschichte den, zuvor in der Stadt viel zu- und nach großer Arbeit ist die dopfammengelaufenes Volk, welches aus pelte Mauer erobert und eingeGaliläa war vertrieben worden. nommen worden. Um dieselbige Es waren drei Parteien in der Beit ist eine unzählige Menge Stadt, welche die Einigkeit und das Volks Hunger gestorben, wie JoRegiment je länger, je mehr zer- sephus schreibt. Um einen kleinen rissen, wie es zu gehen pflegt. Ein Bissen Brod haben sich oft die Theil hatte den Tempel inne, unter besten Freunde gehauen und gedenen war Eleazar, der Oberste, stochen; die Kinder haben den Aelein Sohn Simons; mit dem biel: tern, Bater und Mutter den Kinten es die 3eloten, ein böses, heuch- dern oft die Speise aus dem lerisches Volk, das den Bürgern Munde gerissen; da hat weder sehr feind war. Den untern Theil Bruder, noch Schwester sich des der Stadt hatte Johannes inne, andern erbarmt. Ein Scheffel welcher ein Unfang allerlei Un- Korn hat viele Gulden gegolten; glücks war. Den obern Theil hatte etliche haben aus großem Hunger Simon inne mit zwanzigtausend Kuhmist, etliche die Riemen von Idumäern, welche erfordert waren, die Stadt vor der 3eloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schüßen. Da man derselben Gäste gern wieder los gewesen wäre, hat man ihrer nicht los werden können. den Sätteln, das Leder von den Schilden und dergleichen abgenagt und gegessen; etliche haben noch Heu im Munde gehabt und find also tobt gefunden worden; etliche haben in den heimlichen Gemächern gesucht, sich mit Unflath und Mist vor dem Hunger zu erretten, und ist eine solche große Menge Hungers gestorben, daß Ananias, Eleazar's Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung zu Titus geflohen, angezeigt hat, daß hundertundfunfzehntausend todte Körper in der Stadt gefunden und begraben seien. Hegesippus schreibt, daß allein zu einer Pforte viele tausend Leichen hinausgetragen worden, und daß bei sechshunderttausend Menschen während der Belagerung todt geblieben sind. Die Juden hatten noch die Burg Antonia inne, welche eine starke Festung war; auch hatten sie noch den Tempel, von welchem eine Brücke in die Stadt ging. Diese Festung zu erobern, koftete viel mehr Arbeit, als alle andern Oerter. Titus aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und theilen würde, ward doch die 3eit zu lang, und bielt an und vermahnte das Kriegs: volk, die Festung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Ge fahr dabei war, so gerieth doch den Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so unzähligem Belke überladen und überhäuft wäre, rüstete und stärkte sich in großer Eile, die Stadt zu belagern und eine Wagenburg um fie zu schlagen( wie Christus zuvor gesagt hatte), dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängte und ängstete. Da das die Juden saben, versuchten fie das Neußerste, es zu hindern, zu wehren und ihm zuvorzukommen; aber es war aus mit ihnen, da war kein Glück mehr; unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen spielen; darum ging ihnen kein Anschlag, noch Rath von Statten, da war lauter Uneinigkeit. Und ist in dieser Seit in der Stadt ein Aufruhr entstanden, daß eine große Menge Volk bei dem Tempel erschlagen ward. Die Stadt Jerusalem war sehr fest an dem Orte, da man zu der Stadt kommen Fonnte, fie hatte drei Mauern; darum rückte das römische Kriegsvolk mit ganzer Macht hinan, um die Stadt zu stürmen, von der Berstörung der Stadt Jerusalem. 175 Römern alles, und war kein Sieg, Babylon, verbrannt ist, und ist der noch Glück mehr bei den Juden. Tag sonderlich der Unglückstag für Als nun die Römer das Schloß den Tempel gewesen. Von dem inne hatten, gab der Trompeter ersten Tempel und seiner Erbauung mit der Posaune ein 3eichen, und an, welche Salomo vollführt, bis wurden die Juden, welche in dem auf das zweite Jahr des VespaSchlosse waren, alle erschlagen. fianus, da der Tempel gänzlich Etliche sind von den Mauern ge ist verwüstet worden, find 1102 worfen worden; etliche find bei Jahre; von der Zeit aber, da man der Nacht eilend in die Stadt ge den andern Tempel wieder ankommen. Darauf hat sich das gefangen zu bauen, welches geKriegsvolk nunmehr gegen die, schehen ist im zweiten Jahre des welche den Tempel inne hatten, Königs Cyrus, find 569 Jahre vers der Sache ernstlich angenommen. flossen. Da nun die Juden so geängstigt wurden, und keine Hoffnung der Errettung war, starben viele Tausende Hungers; doch blieben die übrigen auf ihrem Bornehmen. Josephus schreibt, daß sich in den Tagen, als der Tempel verbrannt und verwüstet worden sei, ein erschrecklicher und greulicher Fall begeben, welchen man bei den Nachkommen kaum glauben wird. Es war eine ehrliche Frau, welche reich und von gutem Geschlecht war, jenseit des Jordans, aus Furcht mit den andern gen Jerusalem geflohen. Als nun die Stadt ſo hart bedrängt und mit Hunger geängstigt ward, hat sie ihr kleines kindlein in der Wiege( mit was für Jammer und Schmerzen, ist wohl zu denken) geschlachtet, und Die Juden, welche den obern die eine Hälfte gebraten und geOrt der Stadt inne hatten, find gefen; als die Kriegsknechte umzum Theil in die Stadt gesloben; her gelaufen und Speise gesucht, aber viel mehr sind durch Feuer hat sie ihnen die andere Hälfte und Schwert umgekommen. Die vorgesetzt. Die Kriegsknechte aber Priester haben kläglich gebeten und haben sich vor dem greulichen Angeflehet, daß man ihnen das Le blick entfegt und sich doch des elenben fristen möchte; aber da ist den Weibes erbarmt, und die Sache Gnade bei Gott und den Leuten den großen Herren zu Jerusalem ausgewefen. Titus hat, wie He- geoffenbart. gefippus schreibt, geantwortet, ſo ihr Tempel und Gottesdienst da: bin sei, bedürfe man der Priester nicht mehr. Man sagt, Titus sei Willens gewesen, den Tempel zu verschonen um der Religion willen! aber es war aus. Gott schickte es, daß da kein Verschonen war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Drohen, noch Vermabnen zu bewegen gewesen, die festen Derter zu übergeben; merkte das Krieg8volk, daß ihnen an diesem Orte nicht anders, als mit Hunger, welches dann lange dauern würde, oder mit Feuer beizukommen wäre. Daher haben etliche der Kriegsknechte Feuer in den Tempel geworfen; das ist angegangen, und ist also dieselbige Stunde das herrliche, treffliche und föstliche Gebäude, welches damals hoch und weit berühmt war, ver brannt und zu Asche geworden. Dieser schreckliche Fall hat sie bewegt, daß sie von dem Tage an bedacht gewesen, sich zu ergeben, und fie find mit Titus zu einer UnterDie Verwüstung des Tempels ist redung und Unterhandlung gekomden zehnten Tag des Monats Au- men. Aber weil sie zu lange ge= gust geschehen, denselbigen Tag, das barrt hatten, Friede zu machen, und der erste Tempel vom Könige zu fie um Friede und Freiheit baten, 176 Geschichte der Berstörung Jerusalems. da ste schon ausgehungert und auf's| einzelne wüste Gebäude und Thürme Höchste bedrängt waren; wurde übrig geblieben, allein nur öde, zum nichts daraus, und ist die Stadt 3eichen, daß daselbst ehemals eine nur wenige Tage kümmerlich auf Stadt gewesen wäre. Und ist also gehalten worden. Mittlerweile ist Jerusalem verwüstet und zu Grunde eine unzählige Menge Volk aus verderbet den achten Tag des Sepgroßer Angst und höchster Noth me tember, im fünften Monat darnach, gen des unerträglichen Hungers als die Stadt zuerst belagert wor aus der Stadt in das Lager, den den. Der Gefangenen bat Titus Feinden in die Hände, gelaufen; bei siebenzehntausend, alle junge, da bat man fie sehr wohlfeil ver- starke Mannspersonen, nach Alerankauft. Damals haben die Kriegs- dria geschickt, um daselbst wie leibknechte von ungefähr gesehen, daß eigene Knechte Steine zu tragen ein Jude aus seinem eigenen und zu arbeiten. Viele Juden hat Miste Gulden gelesen, welche er man wie das Vieh gar wohlfeil eingeschluckt gehabt; da ist bald verkauft; zweitausend hat man hin ein Gerücht durch das ganze La und wieder in die Länder durch das ger unter dem Kriegsvolk gegan- ganze römische Reich ausgetheilt, daß gen, die Süden, welche heraus in man fte, wenn man Schauspiele gedas Lager geflohen, hätten Gold halten, zum Gepränge von den wileingeschluckt; denn es waren etliche, den Thieren hat zerreißen lasſen. welche wegen fleißigen Besuchens sonst nichts, als Gold, wegbringen oder vor den Soldaten behalten konnten. Dies Gerücht gab nun Ursache, daß von den Kriegsknechten, welche dachten, sie würden, bei allen Juden Gold finden, über zweitausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten wurden; und ihrer wären noch viel mehr umgekommen, wenn Titus nicht bätte ausrufen und gebieten lassen, daß man die Gefangenen nicht tödten follte. Die Menge aller Gefangenen, die am Leben geblieben, sind an der 3ahl fiebenundneunzigtausend, da doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehnmalhunderttausend in der Stadt gewesen sind, welches mehrentheils Fremde und nicht Bürger, wiewohl alle von jüdischem Stamm und Geblüte, gewesen sind. 18 nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheert hatte; befeste er den Ort des Landes mit etlichen Kriegsknechten um der umliegenden Endlich ist die Stadt Jerusalem Länder willen, und rückte bis an erobert, und weder Jung, noch Alt den Fluß Euphrat; denn soweit verschont worden; doch hat man ging damals das römische Reich. ein Gebot ausgerufen, daß man Als aber diese gewaltige, berühmte aller elenden Leute, die zu keiner und heilige Stadt Jerusalem verWehr oder Widerstand vermögend wären, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von den Feinden schrecklich geplündert, angesteckt und verbrannt, der größte Theil zerrüttet und verwüstet worden; wenige Gebäude sind stehen geblieben, daß man nur etliche römische Kriegsvölker datinnen hat zur Besetzung lasfen können. So sind auch etliche liches Ende genommen. stört worden, hat man gezählt vom Anbeginn der Welt 4034, vom Anfang der Stadt Rom 823, nach dem Leiden Christi 40 Jahre. Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgenlande, we= gen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum ein elendes und jämmer தியயை Inches Centimetres Blue 12 3 spe 4 Cyan K 2 5 16 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 18 3/ Color 12 B.I.G. Black 8