GB 2633 21 Purperle. 1 D. Preten 4 2 Jaz Oppermoit 20 Zzz 7mmy 202 Jahren Leehold den 30 Marz 1884 H. Oppermane Me Lasset das Wort Thriſstäreich, lich unter auch wähnen, lehret und. vermähnet auch ſelbst mit Pfalmen und Lebgen sängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet Herrn in unrem Herzen. dem. fol. 3, 16. Hrönnrich Münch den 1. Weine Vieingenheinen, Juni 1868. B dieses Buch zum Confermation. am 30 Mai 1868. Heh. Oppermann Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Heffen. www Im Berlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt, 1868. Druck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. go 2633 GILERA 14 Univ.-Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. 716. Erste Abtheilung. Glaubenslehren. Nr. 10-289. Christliche Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nr. 10-41. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. und Größe Gottes 13-17. Auch 11. Majeſtät 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18. 20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. haftigkeit und Treue Gottes 30. 31. und Barmherzigkeit Gottes 32-39. muth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt 54-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge 70-73. Bestimmung des Menschen 74-77. Era WahrLiebe, Güte Geduld, Lang IV Erlösung 78-187. Sündhaftigkeit des Menschen Erlösung 78-83. Folgen der Sünde 84-88. und Veredlung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109. 704. 719. ( Weihnachtslieder) 110-119. 729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesut 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( Passionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( Osterlieder) 174-184. 705, 723. 724. 725. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706. 726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes Pfingstlieder) 188-197. 727. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209. 211. 728. 729. 730. 733. 734. 750. 754. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263, 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264-269. Auch 699. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709, 710. 748. Geligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273, 275, 288. 3 weite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt. 290. 292, 293, 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtigkeit IV keit der christlichen Tugend 291. 296. 310-312. 314, 318. 319, 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erfenntniß der Sünde und Reue 78. 79, 83. 294. 306, Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298, 299. 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326. 331-333. 335, 343-345. 347. 348, 504. 736. 738 740. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81, 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. 737. Gesinnung und Verhalten des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739, 752. 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714, 717. 718. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbstliebe Sorge für Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443. die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432- 435. Berufstreue 436- 439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448. 260-262. Genügsamkeit und Zufrieden= heit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453, 454, 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelasfenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit urd Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 410-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Nelternpflicht 417-521. Rindespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528, 529. Für Allgemeine Lieder bei @omm, heiliger Geist, Erfüll die Herzen dei ner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft zur Einigkeit des Glaubens! Halleluja! Halleluja! 90% der öffentlichen Gottesverehrung. In eigener Melodie. 2Schöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewigfeit, Vater der Barmherzigfeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Heiland! wir zu alsm stärk uns und erhalt uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! In eigener Melodie. 3ob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie benadigt ist ein Bolt, deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. brünstig seufzen 4 Liebster Jefu, wir sind dir: Erbarme dich! 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, hier, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des HimA mels Allgemeine Lieder 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsternikemuthsvoll In voriger Melodie. umhüllet, wenn nicht deines zu komm ich Geistes Kraft uns mit Licht 6 Demuthsvoll komm ich von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend merten: laß es uns zur Tugend stärken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 5 Herr Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unfern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein ste zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weis heit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke sur Vollbringung gus ter Werke. 3. Laß es sein mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine ſtarke Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der Gott! du bist mein Preis mein Herz sei ganz dein Eigentbum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses Stätte geh und so mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Er bei der öffentlichen 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör. tief ins Herz Hinein und laß mich nicht blos Hörer sein! steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Mel. Herr Jesu Christ, dich 8 Der er du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Chrift! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leie tet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. Gottesverehrung. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 3 9 Höchfteten dit, bas Diel. Liebster Jesu, wir sind Gott, wir danken daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schend uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vaters segen. Wer mur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang jegne A 2 Gott 4 Gott, dessen Wesen d Gott, unsern Eingang glei- und Lassen, segne uns mit chermaßen, segne unser täg- selgem Sterben nnd mach lich Brod, segne unser Thun uns zu Himmelserben. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Dasein Gottes. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? Vel. Kommt her zu mir 4. Nein, wahrlich nicht von 10 Wer könnte zwei- ungefähr entstanden Himbist, o Gott! der ganze Weltbau ist ein Zenge deines Lebens. Zu sichtbar ists, daß Güt' und macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bists, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. Ohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften. sche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 De er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vers gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seis nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleiz bet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke: seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern; weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltban ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang A 8 und 6 Gott, dessen Wesen und Ehre! Kommt, werdet kein Andrer sein, von dem Gottes Lobgefang, ihr alle ich Heil verlange. seine Heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erft Geschäft sei 12 ist nur Einer Herr und Gott Majestät u. Größe Gottes. In eigener Melodie. im Himmel und auf Erden. 13 Swingt, heilige 1 sein Gebot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist nur er Welt regierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott; sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Jhr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte vor seinem An gesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Bater der Natur? und Eigenschaften. tur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. stets vor dir voll Chrerbietung sein! 2. Du bist das Höchste Gut, du weißt von teinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lüft und Seligkeiten aufs mannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns ünmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vo'r dir Staub; auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen Mel. Nun danket alle Gott 14 Anbetungswürdger willst, deß Hoheit muß be-, mit stehn. furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 7 6. Stimm in dèr Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie jelig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben: das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befißet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den 24 ha 8 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe kund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbegreiflicher, dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. Gott, dessen Wesen 10. Sudeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Breisgesang dich, großer Gott, erhöhn. Mel. Fren dich sehr, o meine S. öchster, wer ists, der dir gleichet? 15 Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du der höhern Geister größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigteit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unverz änderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir mei nen Glauben, daß du bist und auch für mich, nie der Thor und Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir, dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 3190 Eigenschaften. 09 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum In eigener Melodie. 16 Erhabner Gott! was Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt res gierst, so sei mirs g'nug, daß du mich selig führst. reicht an deine Größe! Dent ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß beschränkt mein forschend Denten ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich von solchem Dünfel frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, macht und Rath. In eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine A 5 Wers Gott, dessen Wesen 10 Werte und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das tennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sizest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fas sen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jst Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir stnd leben sollte, ba ich noch un- 18 Gott, du bist von bereitet war. Ewigkeit, und dein und Eigenschaften. 11 dein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann, ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals fann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 7. Erd und Himmel wird vergehen; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehen. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! Mel. Erhabner Gott. 4. Sünden bleibst du ewig 19 Hert, gott, bu bift Feind; wehe denen, lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5 Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, A 6 ver 12 Gott, dessen veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigfeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir vera wandelt werden; du bleibest, wie du bist: denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er uns überwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir: mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel.Ich freue mich, mein Gott 205 Co wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn langst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! Wesen 3. Von Ewigkeit zu Ewigfeit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. Berg ins Thal sich stürzen, 5. Ob Felsen weichen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. Herz in mir; was klag ich 6. Was zaget denn mein ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe! 7. Was flag ich, der dein daß meine Missethat mich Wort noch hat, den Trost, einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte! 8. Was klag ich! Liebest du mich doch mit aller deis ner Liebe noch und willst mich ewig lieben, haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. Gott ist mein; und ewig, 9. Ja, ich bin Gottes, ewig wirst du's sein. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust und Eigenschaften. Lust, nicht du und deine Freuden. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf Christenmensch! 21 Nie bist du, Höch von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 13 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er: hebe; so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist; das tröst und beßre meinen Geist. 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug In eigener Melodie entfliehn und nichts mich 22 Augegenwärtiger! ich verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. A 7 4. Der 14 Wesen Allmacht Gottes. 4. Der Alles schuf, ist überall: o Donnerschall fürchterlicher in aller SünIn eigener Melodie. der Ohren! Sie fürchten 23 Herr! deine 201 AUkeinen Ueberfall: nun zittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in ge heimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. macht reicht ſo weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor tein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. Gott, dessen 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böjer Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er Fennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und Eigenschaften.- du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. D schenke mir Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. die Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott 24 Hen err, du erforschefst mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finster: niß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunklen erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniſſe, für 16 Gott, dessen Wesen für köstliche Gedanken! Un- wüßt ich gegen Gott noch. zählbar sind sie mir, denn nichts. sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Gute. 25 Wº o sind die Weifen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was fein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Betennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weifer, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war: wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnädig und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Jch denke stets: Gott kann mich finden, wie tief vers borgen ich auch sei. Vor ihm tann keine Nacht mich decken, fein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet seines Hers zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Auwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein und Eigenschaften mein Herz durchschaun. Er blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn. 17 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver schiedner Willen, wo jeder jeinen Weg erwählt, muß doch den deinen blos erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als unvernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zumn Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weifer Schöpfer aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe gan= sem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltban machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Mel. Gott des Himmels und der Erde. Menschen Rath und Beir 27 Unerforschlich ſei stand nicht. mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist AlIes, Gott, dessen Wesen 18 les, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Mel. Freu dich sehr, o meine Absicht seh? Pflicht ists, 28 Gott! vor deſfſen auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, wel cher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt: deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 3. Sollt ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste seßen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 5. Hier in meinem Bilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit: dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelft, ach! so tlage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen! was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht, vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! so laß uns nicht verschmerzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heiz und Eigenschaften. 19 heilig, aber wir sind ver- wir gethan, siehst du, gerechderbt, und wer kann zäh- ter Richter. len, großer Gott, wie oft wir fehlen? 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen: du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O so rei nige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht; unsers Wandelns größte Zierde jei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deiz nem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel Schon ist der Tag von Gott Gott! 29 Gerechter vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an; auf das allein, was 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Ge richt; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, Gott, dessen Wesen 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verleßt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vor gefeßt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst. Zur lung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verletet feine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. D drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Bersprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest: wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und der 31( a) Meicht, ihr Berfallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür; Erd und Eigenschaften. Erd und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 21 8. Jhm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felfen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehen: Ewig wird sein Bund bestehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getren. In eigener Melodie. 4. Dräut die Welt mir, 31) ott ist getreu! mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört: ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; sollte nicht mein Herz sich freun? sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist ge treu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken jeiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt ihr Hügel: Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut, auch Trübfal Gott, dessen Wesen 22 sal ists; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ge treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir als dann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Ver giß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! 3hm freu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, sei treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben; Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 32 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, feine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein 4. Und und Eigenschaften. 23 4. Und diesen Gott sollt 2. Er handelt nicht mit ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er follte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben: sein Wort bestärft ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. in Mel. Herzliebster Jesu! auchzt unserm Gott! uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wann ers sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Lust gewähren, die ihn verehren. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 7. Von Ewigkeit zu Ewigfeiten währet die GüteGottes jedem, der ihn ehret. Ach, 33 auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 8. So werd ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Gott, dessen Wesen 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. dem Laster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Ünglück und Gefahr; und vor 8. Ich sah, vor Krantheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn. Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und mir int wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 34 Wenn ich Mel. Mein Hott, das Herz sich mein Geist, Allmächtiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hocherfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebot noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 6. Wenn ich als Jüng- 35 Gott, deß starke ling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt. Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhälf, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als Ewger, dir zum Breis; ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. Jn Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. und Eigenschaften. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. die uns erhält. Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volt erhöht. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon jehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmels förper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke, 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lau: ter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. Dheilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen; bir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. el. Wer nur den lieben Gott 36 Koweit, Herr, deine Himmel 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Luft und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein: dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem', freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzench uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlig nicht! Herr! deine Huld erfreue die, die dich verehren; segne fie! B Mel. 26 Gott, dessen Wesen Mel. Herzliebster Jesu! 37 Got ift ist die Liebe! Gott kann nur Beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe. Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verlichen; und wie viel Sünden haft du mir aus Gnaden schon verziehen! D Gott, Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. voll 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmets Pracht und Sonne Mond und Sterne; so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich ein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren: nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt pergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, fannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte willen! Mel. Herr, wir fingen 39 Huldigt Gott, ihr frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ists in alle Ewigkeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh es und erhebe mich. Was ists, Univ.- Bial. Glessen und Eigenschaften. 27 ists, dasmich erschreckt? Mein und lockft mich hin zu dir heller Blick entdeckt nichts, durch die Liebe. Und wer als Liebe. Der kleinste dich ehrt und wiederkehrt, Wurm, der Donnersturm, o Preis dir! den begnadigst und Alles, Alles preiset sie. du. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor hof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und unterstüßt, durchlauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter ſei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohi erschien, du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Goit! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir ar men Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, ErMel. Ein Lämmlein geht varmer, mich noch liebſst. 40 mit welcher Cangund 2 duld Du mir Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 28 Gott, dessen Wesent duld trägst du die Men häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch fühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der sich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du In eigener Melodie. bu ihr Herz zu dir zu 41 Auer Welten Herr ziehn aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest voll Barmherzigfeit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich sche so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch vielmehr dieFrom= men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unire Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! keiner durd ganz Gebiete ist em Schauplaß deiner Güte. Sie ver herrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht mur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 2. DieserLangmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Leben, Zeit zur Behrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrning trachten.. 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! und Eigenschaften. o O daß wir, voll Reue, unsre Schuld bedächten und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, 29 und daß du unser schonest nicht nach Verdienst uns Lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deineGnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm dich unser aller! heiliger Geist. In eigener Melodie. 42 Allein Gott in der Höh sei Chr und 4. D heilger Geist, du Geist von Gott! Geleuchte, beßre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Dank für seine Gnade! Er. Auf deinen Beistand hoffen forget, daß uns nimmere mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn wir; ach! leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich ank und Anbetung wir, Herr, unser Gott und Vater dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland dir. Du littst für uns des Todes Bein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 2. Sa, Bater, wir erhe- 43 Danting ben dich mit freudigem Gemüthe; du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Le 3. Gelobet jeist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du haft durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. uns allen Licht und Heil den. Er flößet uns im Todesgebracht. Halleluja. schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern gött lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Bergebung finden und der Tugend Werth empfinMel. Mein ganzer Geift 45 Lobfinget Lobninget Gott! Dank, Preis und Chr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werte! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Hei lig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis und rein, hilfst uns getrost und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärt uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Mel. Von der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Es wolle uns Gott 46 Herr, err, unfer Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen; und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o va ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesit, emger Gottes sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns 31 zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. D laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. Schöpfung. Welt, Mel. Es ist das Heil uns 47 Wer schöne Mer machte diese das nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die 4. D heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Jm Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen." Werke und Wohlthaten Gottes. Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau: Erquicke Gaat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seeen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? 34 Werte und Wohlthaten Gottes. 32 hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, und in Staub selbst frohe Wesen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nüßen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeus gen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Lojinget Gott! er Welt zum Schauplaş seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Kühmt es, daß seine Gütiga feit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe: drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbſt bedurftest ihrer nie; Unendlicher! du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem Keiner oilo# Schöpfung.hu siv 33 ner gleicht an Liebe, wie werf auch ich mich nieder: an Stärke, kein Dant, fein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dant, dir ist es mehr als Lobge sang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. Herr, dein Preis fei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll. 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein, wil glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die fem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, solangich lebe, weichen! Mel, Gott der du die Menschen gott! 49 Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend ersten Athemzug. Zum Ge nuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermeffen mitten in der schö nen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vaterforge B5 weiht, 34 Werke und Wohlthaten Gottes. weiht, du bists, der auch nem Schöpfer Ehre! Mich, mich erfreut in der Stille, ruft der Baum in seiner wie im Sturme. Herr, dir Pracht, mich, ruft die Saat, will ich ganz vertraun und hat Gott gemacht; bringt mein Heil auf dich nur unserm Schöpfer Ehre! baun. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Sei Lob und Ehr dem enn ich, o 50 W Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärte! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majeſtät? Wer In eigener Melodie. ruft dem Heer der Sterne? 51 Die Himmel rühGottes Ehre, ihr Schall pflanzt feinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und Lauft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Naseinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du, Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt mei Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Verfündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühl los wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an meiner Gnade Theil! 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinten vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 52 Unf Mel. Herr wir singen nser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. Dihr, seiner Allmacht Heere, verkündigt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht ganz ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Almacht sprach zum Nichts: Es werde! da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der- Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott, voll Weisheit, Gott, poll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in wei36 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mir! ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach, ziehe von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie derSand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigteit prangt die Erde: wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Bertraue Gott! auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 530 Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie flein bist du! 3. Mir zeigen alle Elements te Macht, Güt und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokten, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne fein: mein leptes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen tur: sto Borsehung.nu st kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun dantet Alle Gott 54 Nichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißvergnügt in meinem Stande les ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in feinen Segenskelch des Leidens Bitterfeit. 7. Jm Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Biele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! B7 In 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein befondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 553 n allen meinen Tha: ten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohlgelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 7. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink ge= beut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So seinun, Seele, stille! dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner nes kann mir nichts ge- 56 D iemand gleich Mel. Es ist das Heil uns ir, unser Gott ist 3. Es schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heilsam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron und Scepter tragen. 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, wedt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Äuge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über Alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nuch heiligen Gefeßen. Du willst auch deis ner treuen Hut das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmert, und immer ists dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglükfen. 4 Wohl 6. Was über mich beschlos fen, dem will ich unverdros sen, getrost entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. Vorsehung. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Jch, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. sich auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guz ten träge. Doch du bist gnäs dig und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld. Drum hoff ich auf Verge: bung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod'macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verföhnet. 7. Herr! ewig will ich dei nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mtch ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 39 den Weisen, der keinen feines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Ärmes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. In eigener Melodie. Commt, kommt, den Herrn zu preifen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 57 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher! Jhm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; iste rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und ernenn? 4. Herr! dein ist alle Stärte, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich 40 Werke und Wohlthaten Gottes. sich erfreun. Auch wir er geben und frohe Zuversicht. freun uns ihrer; ihr Lob sei Wenn ich bekümmert war, unsre Pflicht; O Vater, oso seufzt ich und war stille, Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; wir le= ben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jezund Mel. Von Gott will ich, oder: Zeuch ein zu deinen Thoren. 58 Gott, der an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut! Du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meis ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verz borgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sora 6. Du hast mir wohl gerathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke fort und fort! Mel. Wer nur den lieben Gott gen. Ach, Bater, wie ver- 59 Fürwahr, du biſt, o mag mein stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Troft für mich. 3. Drückt mich auf mei nen Wegen gleich mancheLast und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüBest fie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unfern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ürsach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ge3. Nie Vorschung. sis 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ge dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen sei stets.unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles faffen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte 41 3. Schau die Werte feiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mein mich nicht, Gott, Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Setten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es ge schicht war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt ich mich. ( ei zufrieden, mein 60 Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Somn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er und Leben, Alles sei dir kann dich nicht hassen. heimgestellt! 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch er füllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That: er, er wirds wohlmachen. 5. Jst mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. In eigener Melodie. 61 deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen und auf dich Vertrauen seßen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung tann erquicken: Was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 Gott forgt für uns. Dank, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht; im Sonnenschein, sowie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Lehre, die vom Segen singt, ist sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speis' und Trank. 5. Fried 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aerndte schaun. Vorsehung.stole Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe 63 Noch och immer wech seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du 43 Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquicung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? ner Güte an. 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch: und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. Mel. Vom Himmel hoch stets gethan; du segneft und 64 Mein Auge sieht das Land mit deiGott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil fommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht geleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüße mich. Durch ſet= 3. Von deinem Himmel, Höchfter, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfeut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. D betet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 44 Werke und Wohlthaten Gottes. feine treue Baterhand wird meine Zuversicht! Ich bins aller Schade abgewandt. 14. Sein Schuy gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner, Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewig: feit! Mel. Gott Bater, an Erbarmen 65 Gott! ott! deine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du tannst mich nicht verlassen, 6. Mich schusst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Ho-. heit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bei Ballons Vorsehung. 45 9. Bei deiner Gaben Ueber- 4. Täglich warest du mir fluß erhalt mich mäßig im nahe: deine Weisheit lehrte Genuß; bewahr mich in der mich. Was ich hörte, was Dürftigkeit vor Schmach ich jahe, zeigte mir, o Va und unzufriedenheit. Du ter, dich. Ja, du kamst nährst mich immer; Preis mit neuem Segen jeden und Dank bring ich dir, Morgen mir entgegen. Was Gott, mein Lebenlang. nur je mir heilsamt war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte Mel. Jesu, meines Lebens Leben 66 Bester, weisefter Re- mir! Sandtest du auch eine gierer! Aller Welten Preis jei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, fei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgst mich väterlich. Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, feit deine ich hier schon walle, Vaterhuld verlieh? zu zählen sind sie nic. Nein, 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, jeh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dränn? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die veßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Bater, dei 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nüßt, dung, Allergütigster, mit wird sie mir geben und dir! Gib, o Vater, stets mich tragen mit Geduld. Empfindung deiner VaterLaß mich nur, du Aller liebe mir! Mache du mich beßter, immer inniger und immer reiner, daß mein fester hier mit dir vereinigt Herz auch einst noch deiner sein, deiner Gnade mich zu sich in deinem Reiche freu freun. und in dir. ganz selig 9. O der seligen Verbins sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch! 67 Gott! deine Macht, kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefften Schlünden; und noch begreift, bei aller Müh, der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stu fengang, uns deiner zu er freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, That, betreten sie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lautem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Neue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie du an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Bater, freun. Mel. Le Vorsehung. Ands Mel. Vom Himmel kam der er 68 licher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf dir, als Bater, fehn, aus allen Welz ten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun loßgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Feffeln auch entreißt, misch ich in eure selgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 47 verschwistert schuf, nur meiUnsterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen müssen ann 69 W auf vollenden, 7. Entzückt verninimt mein fchärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater singt; 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooßeruhn; eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, wer den deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eigennuß Werke und Wohlthaten Gottes. 48 gennuß wir ihr Beistand, sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Heil versäumen; Lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn. 118 Mel. Wer nur den lieben Gott s werde Gott von 71 6⁹ seines Odems Hauch, mein dir erhoben, du, Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seimein zu ein bin ich, Gott! ner Werke preist; ihn, der sein und seiner Liebe mich zu freun? Der Mensch. Seine Wür de und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott 70 ben, erfreulich ist mein Ursprung mir. Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. 2. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir nur, dem Thone seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Vorsehung. 49 ben, Gott, mich an; hab ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Jhn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? pfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann den fen; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie jammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, lieb gewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhin und Seligkeit! Nimmst du zum ErMel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott! ſei Preis bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzerleib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder fagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereifet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. Jch jauchze, daß ich sehen kann und hören und CS empfinden; 50 Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich mei nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer.d 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der. Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 3. Mich allen Wesen vorzuzichn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 5. Jhn schufst du zur Geselligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, er kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heilgen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich Mel. Mein erst Geschäft sei 73 welch ein Glück, erschuf, gib, daß ich ihn D ein zu sein! Wer kann genug cs preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne, dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Jch bin unsterblich! Golt, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und des Berufs, Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig stets er weisen. Vorsehung. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun danket alle Gott mächtig großer Gott, wer kann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jest noch Alles trägt. 74 51 Freund; laß mich auch Wahrheit lieben und mit stets munterm Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weiss heit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was du uns selbft gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütige ster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Las mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Mens schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. D bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. ( 2 Mel. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. 75 Idein Eigenthum, Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, Du schufft mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zunt Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd Mel. Schon ist der Tag von Gott cinzuſchn, wie dich, Herr! 76 Herr! lehre mich, den deine preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. wahren Werth des Menschen tief empfinden und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden! Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, als Mensch, vermag und bin durch deine weise Güte. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Sch rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein čerz, mein Mund, mein Wan del sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Peini. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Troft und Theil. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Brüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, bir, 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Frenden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Vorsehung. 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleischeslust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! für Andrer Glück und Leiden und sehtest auch mich in den Stand, das, was ich dachte. und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Jch fann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir. erheben und dir, den Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir dir ergeben sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese furze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr, wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel famt, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns Sie wichtig ist doch den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst dit uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücktet werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel € 3 von 8 54 Werke und Wohlthaten Gottes. durch Christum. von Gütern dieser Erden, Die Erlösung von Sünden von Ehre. Geld und Lust gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? Von der Sünde. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dieß 78 Du thut, bu schufft Mel. Auf meinen lieben Gott der kein nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heilig: keit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. b 5. Drum laß des Him mels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühit, damit ich nicht einst darbe. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, Gott, zu finden? 6. Ein Herz, daß dich, o Vater, liebt und deines Sohna sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Geseßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. 3. Hier ist kein Unter schied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkin der und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist feiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Luft und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünft uns Zwang Erlösung.dou st 55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, vers scherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir be kennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zut entsagen, der Beßrung nach zujagen. Dropou 300 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christunt schon auf Erden von Süns den frei zu werden. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir findlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! e 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vater huld nicht freventlich vers scherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt für den Nächsten, wie er Mel. Schon ist der Tag von Gott ein Mensch, 79 Bott, ist fünden soll? Wer hilft, so viel er Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir, fehlen. Sie sehn auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld, und ihr Vers derben, ihre Schuld vermehret unfre Schulden. 7. O großer Gott, hier -ftehUnly, Bral. Glesseg frei: wer dürfte sich erhe ben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du tennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden 56 Werke und Wohlthaten Gottes. stehen wir, verklagt von und Wahn zerstreut. Mach unsern Sünden. Vor dir, mich ledig von den Ketten Allheiliger, vor dir ist kei- trügerischer Sinnlichkeit! ner rein zu finden. Wie Tilg die Quelle meiner kümmert unfre Seele sich! Schmerzen, die Begier aus Wir alle fehlen wider dich! meinem Herzen! Tief im Erbarm dich unser aller! Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. Mel. Alle Menschen müssen sterben 5. Sieh, mich dürstet nach 80 Bater, heilig möcht dem Guten. Früh und ſpät thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorfaz trau ich nicht. Lot kende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh! Leben werd ich nicht vergehen: meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, faffe Muth! Endlich werd ich fromm und gut. el. Gott, du frommer Gott 81 Wer nur Ein Laſter liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern le= o Erlösung, dun sis 57 legen und gibt nicht selten 7. Denn Tugend wird uns das schreckliche Ver- ins Reich der ewgen Herrmögen, dann, dreist und lichkeiten, den Geist, der sie ohne Furcht vor des Ge- geliebt, vor Gottes Thron wissens Bein, auch jede begleiten. Und wie? mir andre Pflicht vorsäßlich zu Sterblichen wär dieses Glück entweihn. zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Gifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, fie uur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Im leßten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82 Sünde ist nie klein sie klein; doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Geseten, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, unt durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie lassen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? D, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Geset vers stehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 4. Sünd'gen wir mit lleberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollC 5 brach 58 Werke und Wohlthaten Gottes. brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervorgezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehrt Undant deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest jie geringe, ärgerst, aber besserst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trotz, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Geseß entehret! bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! Mel. Alle Menschen müssen gestärkt durch ihn, nicht bef- 83 Großer Gotter so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur innre böse Luft blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. habnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen: ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber sein! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Les 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben. 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Neu und Schre cken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zu= Erlösung. zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leicht sinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. D. wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinenHeiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dantbarkeit in mir; Bater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 59 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Chrerbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Folgen der Sünde. 840 bin yoch!' o wie veel. Jesus, meine Zuversich wie sanft ist, Herr, leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach, ist er entflohn, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht trank und müde. Keine wahre Frende blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an odes Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt nenen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid. Störer ihrer Fröhlichkeit, 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und € 6 Caa 60 Werke und Wohlthaten Gottes. von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie uns dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. O welch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! Mel. Auf, Christenmensch Sünde thut, 6. Wer Sünde ver85 Weder liebt nur wirst das Wort, das Heil Wahn, nur Träume, die ihn frügen. Er wandelt auf des Jrrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir tren und fern vom Selbstbetruge ſei! und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! Saatenfeld, was den Tuz gendfreund entzücket, dem sein Herz entgegenwallt, läßt die stumpfe Seele kalt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen; steh mir in Versuchung bei und erhalte selbst mich treu! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der troßt dem Mel. Herzliebster Jesu! wir ſind und leben; er bleibt 86 Wo ist wohl Noth und Elend auf der Erlösung. st 61 der Erde, das von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt nicht geboren werde? Ber= 8 Hott, wie schrecklich 87 nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde, 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, er-. schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zufunft Leben und nicht er: beben? 6. Die Lust zum Bösen fes selt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gefeß und dich! ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 7. O dit, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trosts genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott," verfolgen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Uleppigkeit: wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Ty rannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn( 7 ten 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strafe keines Elends sich, Gott, so heiß nach dir; Thränen, acht auf unsre allein das Fleisch verführt Laster nicht? der Gerechte, den Willen, macht ihn den der Verbrecher gelt ihni Sinnen unterthan, strebt, gleich; es sei kein Rächer? ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unter than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, sede wahre Lust erhöht, wenn den Lokkungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan fen sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 882! welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; o wie räthjelhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorfaß, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantafie; ich thu das Böse, das ich hasse, und schene oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du!, Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glanbe sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. Erlösung. In eigener Melodie. 63 Licht 4. Preiset ihn, ihr Jubels lieder der Sohn des HöchErlösung. 89 deiner Ehre. Er barm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan ken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so fegnen fann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenfest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreuen; daß wir verder ben willst du nicht. SUR erwacht, um Gottes zu sehn. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Ba terblick durch Jefum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Sieges lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt; tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. Mel. Mache dich, mein Geist 90 Unser Gott, der Herr der Welt, schaut der, Zukunft Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset Werke und Wohlthaten Gottes. 64 4. Preiset ihn voll Zuver sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten: folget ihm mit Freuden! 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf Mel. Mein erst Geschäft sei Preis den ich leb und sterbe. 91 Gedante, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen: und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. Christenheit soll mir fein Zweifel rauben: ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd ich stets irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, worum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mik Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch 65 zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. Erlösung. noch sterbend denken, wie follt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! 92 Mel. Schwing dich auf, Commt mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er sandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch und übernahm schwez rer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und erfreun, immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät und mit Gnad und Stärke, jammelt All uns in 93 Auseft, in mir und Mel. Vom Himmel hoch da Yuf! mein sein Reich, die wir danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preif ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie inwie nig seine Vatertreu, werth ihm deine Wohlfahrt sei. 4. Ehrfurcht und Gehor: sam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich de muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund 66 kund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu fei= ner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört, und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red lich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Allein Gott in der Höh 94¹¹ imm unfre Dank 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, mur seine Hülle sinkt hinab: dieß lchrte Jesus glauben. Mel. Sei Lob und Ehr dem ſicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Christen, laßt ihn der Welt bereitet hat. Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig les ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbar. mungsvoll bereitet. 2. Nach feinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns frer Schuld und Miſsethat ein Retter uns zu werden. Er gefühle an, die wir dir, Vater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dant sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unsrer Würde freuen. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Besten für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tugendliebe! O, daß ihm Keiner diesen Dant, fein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Bater! Möchten alle wir frei von der Sünde leben! Erlösung. 67 diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur Freyde für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwun gen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ules berwinder; die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Beil der Sünder. Gebro- 96 N fröhlich sein, daß Mel. Schon ist der Tag von un laßt uns alle chen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns him melan zur ewgen Wonne leitet. 170151 33 9 4. Wie hat uns doch der Herrso lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! du 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mitt lerhülfe baun, ihn mit Ges horsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns Gott uns Jesum fandte! Laßt uns des Gottes hoch ers freun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hieniedenkeimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist vers säumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! D wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, derGott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 stus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen!. 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt und fest zum Ziele wandelt, auch. wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür geprieſen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schwe ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7.O guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jeju beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 97 rhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dant! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Eünder, ist unfre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Mel. Erlösung, ste 69 Mel. Herzliebster Jesu ter nennen und zum Ge98 Gott, der du für horfam dir mein ganzes Leuns deinen Sohn ben willig ergeben. gegeben: o wer kann gnug- 8. Was mir dein Sohn, famt deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du in Erlösungswerke der Gnade Stärke! da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ewgen Heile, nun auch zu Theile! 9. 2: Dein ewger Sohn stirbt für die Menschentinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuz den, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld 99 ott verhieß, den In eigener Melodie.. eiland, den uns an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen! der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd erschienst. 5. Verdient Verachtung göttlicher Geseße, verdient Verschwendung unschätzbarer Schäße, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 2. Wie dein Nam ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut, deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 7. Ach! lehre mich recht 5. Preis sei dir in Ewigdeine Huld erkennen, voll keit! Auf! die ihr erlöset Zuversicht dich meinen Va seid, rühmt den, der mit Lehr 70 Werke und Wohlthaten Gottes. Lehr und That euch vom feiten wiederum uns zu be Tod erlösct hat! reiten. 6. Der du liebreich zu uns tamst, unsre Rettung übernahmist, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! 100 Mbem Gemüthe dern. Mit In eigener Melodie. frohlockenschau ich, Gott, voll Dantbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. D wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 015 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Ges liebter sterben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen Gnad und reichen Trost verleiht! Dwie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Selig 4. Ja, du zeigst aus weis ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Tu bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch SünWenn sie sterben, sterben fie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig fei mit Dant besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen dieſen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir danach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf tanio Erlösung. 71 auf dem Weg zum Les 4. Du hast durch deine ben. Lehren des Jrrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, werd unser herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unfer Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. eid 8. Uleberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur; so wird keine Creatur mich von dei ner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren u tamst herab 101 Dr. zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich genug erheben? Du schenkst uns nenes Leben und Herzensfreudig teit. Lapur 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demüthsvoll vor dir, verhüllt sein Antliß, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit ers, den, wird er zu blendend finden, auch er schaut nie sie ganz. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge kommst du zur Welt zurück. Danne ſteht der Völler Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. sty Mel. Kommt, kommt den 102 Mein Heiland, geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Alles beugen; denn göttEwigkeit. Du bist der Erst- lich groß ist, Herr, dein geborne vor aller Creatur, Werth. Du bist das Heil kamst zwar für uns Ver- der Erden. Wer auf dein lorne in menschlicher Natur; Wort nicht hört, der kann doch in der Menschheit Or nicht selig werden; mer den tratst du erst in der aber dich verehrt, dem Zeit; eh noch die Welt ges hilfst du vom Verderben, worden, warst du voll Herr- schaffst ihm Zufrieden lichkeit. heit und machst ihn einst zum Erben vollkomniner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein emger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht stars tes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr er: zeigen, die keinem Andern 5. Wie herrlich ist dein Name schon jest, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. MOINS 6. Sohn Gottes, ich ver ehre und bete dich in Demuth an; beschäme und bes kehre die, die dir noch nicht zugethan,' die deinem Wort nicht glauben und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen: laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Mel. Erlösung. Mel. Mein ganzer Geist 103 Wie nie groß, wie angebetet ift dein Nam, o Heiland, Jesu Christel wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerris, wie floh des Jrrthums Wolte! Als du kamest, hörtenTaube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Götzendienstes Nacht und seine Schatten Flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 73 nun machst du selig, die verföhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5 Vom Aufgang bis zum Niedergang erschaltet dir der Lobgefang erretteter Gerech ten. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Christ! wie herr lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann ers scheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, fomm doch selbst zu wir an dich glauben wollen! 104 Gott sei Dant in aller Welt, 4. deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns, von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Troft und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Väter Schaar Wunsch und 105 Mit Ernst, Trost war, was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron: denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menichen freund, wie dank ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen fein; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Reltung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor bir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie ſo gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun felig sein. all 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Elt willig in sein Reich, verabscheut und verLasset, was euer König hafset, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr geboten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben, ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Erlösung. 75 kommt das Leben: o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, ja, dir und unserm Nächsten Heiland treu, aufrichtig, ohne Heuchelei, zu denken und zu handein. Zu dir flehn mir: hilf uns Schwachen, daß wir machen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen; Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 Der kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er fommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Tünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friede fürst und Held, Rath, Va ter, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleideft dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst, der Welt zu gut, selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Troft, Bufriedenheit, Heil, Leben, erge Celigkeit! Sei hoch dafür gepriesen! D Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geift erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer wei ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. Mel. Befichl du deine Wege 107 ie soll ich dich Heil aller Sterblichen? Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen, gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst freute man dir Palmen: jept soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpfalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich erD2 heben Werke und Wohlthaten Gottes. 76 heben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben: o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier Keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du! 4. O du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum Staube zu mir hernieder3og? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, hast mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, tlagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hek 3hr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Rene still enre Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegiergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruth. nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Er: freun ist seine Freude und Wohlthun seine Lust. 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschüßt? 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, ver: fichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund be steht. Wohl ewig allen de nen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen 108 Der du uns das gen, Heil errun Mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekom: men; der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch mei ner angenommen und mein Bruder worden bist, sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Set gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr Erlösung. 77 Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. Herr, du hast es selbst ver- ten. Durch ihn bin ich mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Creatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völfer Segen, kamst, von Noth uns zu befrein; und wir können deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, oso hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu sein. 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt: hast der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrach= ter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset Zuversicht, glaubet fest, nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, fißt als Herr zu Gottes Rech 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Nun dantet alle Gott 109& auf den die Er ist er, Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt um: her! Werbrachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir. sehn den Sohn, den eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlor= nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D3 4. Er 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu frönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Trau rigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärte sein. 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquitfung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge weint, selber geduldet, gelitten. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harrten: peil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jeju. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herav, einst uns zum Himmel zu heben. ( Weihnachtslieder.) Wiel. Cobet den Herrn, den 110 hre sei Gott in und mit den Schaaren der der Höhe! der Herr ist geboren, Eündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! In eigener Melodie. 2. Schatten und Dunkel 1112obt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn.d bedeckte den Erdkreis; es irrten Völter umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwiefracht und haßten sich vor den Al6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen 2. Er fommt nach seines Baters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt fein Erdenglück, verlangt allhier tein Königreich von einem Augenblick. 5. Er fommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor feinem Lichte muß die Nacht des Aber glaubens fliehn. 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist tein Christ. Der Herr er: kennt die Seinen. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Jhr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speis sen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, Gott Mel. Allein Gott in der Höh 1130 timm auch du 112 Qast uns mit ehrfurchtsvollem Dank den Gott der Lieb er höhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herub und ward das Heil der Men schen. frohem Dant, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott, 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu ent dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deis nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen jeh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dankz bar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wounevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 aßt uns unserm Gott hocherfreut laßt uns heut ihm Berehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Chre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich: Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, ſteigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. tes 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zunt Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung. 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. tein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der eur innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der. euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich, schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, fuchet Ruh: er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; sittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, thr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Emig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so Mel. Jesu, meine Freude 115 Got ottes Sohn ist kommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kant, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. d 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, fann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. D5 4. Wann 82 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wann wir einst ermil- mich so herrlich hoch in deis den, führt er uns zum Frie- nem Sohn geliebet? den durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne uns sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier vers fucht, wie wir: überschwenglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Gilet! eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränten; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er den! Die Christenheit preiſt dich erfreut und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trö sten. Gelobt sei Gott! Gelobt feiGott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihrErlösten! In eigener Melodie. 116 2u! chicke dich recht feierlich des Heilands Fest mit Dan: ten zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 ott, beine Gnas Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du de sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu Erlösung. 83 Rath zu erheben! Denk an die nach deines Vaters dich ein, wardst Mensch und tamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich darge stellt, um sein so theures Le ben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! er wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starte Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Uleberwinder. 6. Dein, Sohn des Höchslen, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungsfraft und Freuden, die fiets währen, willst du auch mir gewähren. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. Olehre mich, den gro- 8. Ich sehe dich zwar hier ßen Werth von deiner Huld noch nicht doch du wirst recht fassen! Was reizte dich, wiederkommen und dann auf dieser Erd dich so her- schaun dich von Angesicht, abzulassen? Hier warteten Herr, alle deine Frommen. dein nichts als Noth, Ver- Dann werd auch ich, Herr achtung, Kummer, Schmerz. Jesu Christ, dich schaun, so und Tod, und doch kamst du auf Eiden, ein Menschensohn zu werden. herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste bin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deiMel. Vom Himmel kam der ne Menschenliebe. Du jaz 118 Dies ist der Tag, den gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, D6 was, hest mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu sein, 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ Herz erhöht. Gedanke volim Himmel und auf Erden ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht men Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 5. Dein König, Sion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Mel. Kommt, kommt, den Gott, deinen Willen thu 119 Vom Grab, dem gern: der dá tommt im Herrn! 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sicht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. an len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm er schien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mitt ler, Jesu Christ, und dan ten, Erlösung. 85 ken, daß er allen Erretter, dann dem Throne und schau Freund und Bruder ist. Er en deine Majestät. Nicht gleicht der Morgensonne mit mehr aus dunkler Ferne ihrem ersten Strahl, ver- dringt dann der Dank zu breitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben bis zum Grab. dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen ſei Ehre, dem Weltversöhner Dant. 3. Frohlockt, ihr Mitges nossen der Schwachheit und der Sterblichfeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd Hernieder kam Gottes ewger nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Chron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volt im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Be schwerden, ein schwaches Menschentind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Erfreue dich des mein Geist, das Gott für dich erkoren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch' für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott erfreun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, die Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, troß aller Macht des SpotD7 tes 86 Werfe und Wohlthaten Gottes. tes! Der ihn uns gab, blickt noch jeßt den Gözen dienen. hold herab auf seine from men Kinder und väterlich erbarint er sich der reuerfüllten Sünder. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 4. Mit dieser frohen Zu versicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jeju mich erheben und mit der 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth in und vertrauen. war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem em ganzen Erdtreis ist vom Herrn ein helles Licht er: schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Raum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu threm neuem Herrn. Sie kommen, angus beten. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen dei nen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsches chat ten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geb nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. 3. O wär uns nicht dein Mel. Christus, der ist mein Leben Licht, o Gott, so hell und 122 Dem großen We rein wir würden weihte der Vernunft zum Spott am heiligen Altar jeßt die Ge Erlösung. Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erem= pel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. Dif 4. Jest lag vor seinen Blicken das Kind, des Him mels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; on 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Grust; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge schen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf: und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Bib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum jeh. 87 Lieder: Heil mir, nun sch ich ihu! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Eimeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Mel. Kommt her zu mir 123 Entreiße dich, mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum sittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glanben 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Jch komme, Herr, mich dir zu weihn. Omache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wann dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jeſu. seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Bölfer rege; schon strömte frob es auf dem Wege nach dem erhellten kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir souten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos sein, wenn Trübjal, Noth und Tod uns dräun. In eigener Melodie. 124 ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. e bebte, wer ihn reden 125 J streben, zu er In eigener Melodie. mmer be hörte, bekannte seine Fehler, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. füllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Chri stenehre. 2. Heil dir schon auf Gr den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So, 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder, er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par teilos alle Thaten richten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frepler trifft fem Strafgericht. Erlösung. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wanfte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu geben. 4. Und vergebens drohte Kerter, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammest. 5. Tugend, Segensfülle, o Ziel des Ruhms, bu der Gottheit 126 Femmenheit, Mel. Liebster Jesu, wir find ührer zur VollWille, Geist des wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichfeit wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet und uns gibt, was wahrhaft nüzet. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdschem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weibst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, chriftlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeflärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden: 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesichrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beichwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Gut und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen. 5. Fürwahr, noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott ges geben, dafür ihm ewger Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahrs Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut preist. heit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ewgen Glüd zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. und dich, Erlöser siap 6. Ja, Preis fei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O, würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch dich selig fei! 2. Dieß war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Bergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre hellen Schein der 128 Theuer sei mir zu fein!! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem selgen Pfade mit sicherm Schritt allezeit, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam feit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. 2. Nur Erlösung. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir( Sott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unfre Pflichten treu erfüllen. 91 nen Lobgefang, den ich hocherfrent dir singe! Du befreist auch mich aus Gua: den von der Sünde Macht und Schaden. 3. Was die Weifen dieser Welt vor dir nicht erfor: schet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. mg oder 4. Tu entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, be ichwerte Geelen; es foll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stilleſt. 17. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre mei8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Etets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. sid ng Mel. Liebster Jefu, wir sind wir 129 Schon auf Erden Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Einz tracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigkeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre strent Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbangsten Leiden; sie erleuchtet un sern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 sern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erbenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stäre te zur Vollbringung guter Werke. erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest duzu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens rößter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, fegnen die, die uns betrüben. the 6 Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. 4. Die Betrübten zu erquicken; sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren. Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand Aller Kräfte. Hor Mel. Samücke dich, o liebe Seele 5. O wie hoch stieg dein 130 Heiland deine Erbarmen, Heiland, da du und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Gündern ließt verhöhnen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Lebenzu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß war die Quelle jener Trie be, die bein trenes Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heilzu dienen, bist inknechts: gestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf AUTO Erlösung.sise Haß nicht zu vergelten, bei ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu bez gegnen, die dich lästerten, zu fegnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedri gungen. Lob sei dir dafür gefungen! 8. Laß mich, Herr, zu reiz chem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! na 93 wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangeliumi. 3. Tu sabest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat: du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund, 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie 4. Tieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gebört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! Sho 15. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzuMel. Gott Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist bir, folgen eifrig sei! gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glanben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 6. Du bist es, Herr, vou dem das Amt, daß die Versöhnung predigt stammt: du machst durch trener Lehrer Mund noch jezt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es nuzen schafft! bias HS0911 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Siege Werke und Wohlthaten Gottes. 94 ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigteit ein hellres Licht dereinst erfreut! Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie ie göttlich sind doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser jei! und selbst die Todten auferstehn. 4. Sein Segen speifte ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm ruhn. der Gottheit Fülle 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen gläubig an und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unfre Treu bis in den Tod ergeben sei! 2. Grbarmen war es vol ler Guaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Provheten selbst ge- 133 Kommt, die ihr er raffte in ihrem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Ausfat mußte vor ihm schwinden, der Etumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Macht wort hieß die Lahmen gehn nicht seid, daß ihr euch selbst ent: faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort cuch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Ihm dienen war ihn angenehm; ihm weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, poukommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln jab, war er voll edler Schmerzen; wenn aber Got tes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. lind rein bewahrte sich sein Gest, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb 95 ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm auszuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlasſen, blieb sein Herz an ihm, trop alles Špottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antlig Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erftritten. der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen sebe; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schätzem nist Mel. O Gott, du frommer Gott niebrig und geringe, entz 134 rscheine meinem Geist, nes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wie unschuldvoll, wie mitten durch sie hin mit rein, wie unentweiht von Festigkeit und Ruh. Sünde, floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz entrissen, durch frühen Druck geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vas ter los. 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreu zestod mit Freuden zu erfüllen: trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb: sten Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verlehet; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Irrende ge warnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundesband auf bessern Weg geführt. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war au Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwach heitsiünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche Mel. Wie groß ist des Allmächt. 135 Qaß mir die Feier da bittrer Feinde Dränen o großer Dulder, heilig umgaben, wo du gingst, sein! Sie lehre mich die dich, Heiliger, doch du gingst Sünde meiden und dir mein dort gan: Erlösung. ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Krenzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel fiehn und dich für deine Pein und Wunden mit tiefgerührtem Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig sein; sie soll mich stärfen, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir feliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. D 97 Tod gelassen sein, die Menschen, so wie du, zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane. und Golgatha! Jhr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser littund starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen, Tugend üben, in Noth und Mel. Herzliebster Jesu! 136 err, stärke mich, bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hoch heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst da= nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt Werke und Wohlthaten Gottes. 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich: ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! Ogib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melodie. 137 Jefu, meines Le sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben las: sen, ach, wiedank, wie dank, ich bir, mein Erlöser, gnug dafür. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! längst hast du dein Werk vollendet; Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Lei densbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal jei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornens aller mir zu gut hast du gelitten, mir die Lebenskron erstritten. Preis, Anbetung, Dant fei Erlösung. fei dir, Ehrfurchtswürdig- uns strömt Beßrungskraft ster, dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt: 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich. nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen lezten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Rub im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür. Herr Jesu Christ, und danfen dir, daß du so willig Mel. O Jesu Christ, meins 138 2n deine Leiden Wonn erhöhn. ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 99 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz; von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden alt. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich fehn, zu deines Himmels Mel. Schwing dich auf 139 Mein Erlöfer auch mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben droh 100 Werke und Wohlthaten Gottes. drohte; als die Stund er schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rath schluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder hafsen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er: lauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten: wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines KreuMel. Herzliebster Jesu! 140 Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig le ben! 10. Ja, 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete; so ist mein Heil schön so gewiß erstrebet, als Jejus lebet. Erlösung. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Wer: ke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken; so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken: dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! In voriger Melodie. ei hoch geprie101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Troft auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 141 deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahinzugeben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest unfre Schuld an dir bestra fen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dieß Heil doch 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödteté, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verganzes Leben bunden, nur dir, mein Heizum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Mel. Schwing dich auf 142 Meir Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und € 3 auch 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron jeßt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! D wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuben? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit vol ler Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Süns den. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Qust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Bein nun auch auf mich kommen; gib mir Weisheit, gib mir Kraft; du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün denreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Laß, mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs To: desthal noch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken geMel. Fren dich sehr, o meine S. hen. Du, Herr, haft aus 143 Junden, bei tiefen aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden lassen und fie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Grám an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit; so besieg ich auch die Schmerzen von dem letten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält dochTodesfurcht mich nicht; überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. In eigener Melodie 3. Will die Welt mein 144 Wenn mich die Herz verführen telkeiten Bahn, wo so Biele sich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 5. Auf dich se ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern amKreuz erworben haft. 2. O wundervolle Liebe, bedents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Šelbst seinen eingen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jeju Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jeßt und mein Lebelang für deine Todesschmer& 4 zen, 104 Werke und Wohlthaten Gottes. zen, o Jesu, Lob und Dank. mitleidsvollem Triebe zu Hilf, daß ich dir für deine unsrer Rettung gab, ach Treu auf ewig ganz erge- unter welchen Plagen schloß ben und thätig dankbar sei! sich dein Lebenslauf! Mit 5. Herr, laß dein bittres zittern und mit Zagen stiegst Leiden mich reizen, als ein du zum Delberg auf. Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir fündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Ändern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder mann, ohn' Eigennuß und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen leßten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du saheft Hohn und Wun den, dein Kreuz auf Gol gatha, den Tod, die Grabeshöhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstgefühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß be deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die Mel. Befiehl du deine Wege voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus 145 Du, der sich einst blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der 105 Erlösung. sprichst du: Freunde wacht! wacht mit mir und benah ist des Feindes 6. Der Menschen Heil zu nender Geduld. Erbarmend fördern, gabst du mit janftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch dù bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unferm Wohl! 7. D Freund der Men schenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an! tet; Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr ich sorglos ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröftung ein; Mel. Wenn mich die Sünden 146 Gint, als im sprich zu ihr: kämpf und Augstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flehte, bete! Bald ist die Krone dein! so dafandst du keinen Trost, kein 147 Bwerdet nie vers Mel. Herzliebster Jesu ekenner Licht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem Angesicht. messen! der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermännt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit scho3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im $ 5 Werke und Wohlthaten Gottes. 106 im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu lei den? 5. Uneingedenk des Hirten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich betennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Eingedent des Falles der beiz sern Jünger, streb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen, wir werden siegen. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig 148& rlöfer, der im Staube einst Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jeſu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugst allzeil geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod be lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müß uns dir verbinden zu erger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. 149 Christe, du Sohn Gottes, der trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser! 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser! 3. Christe, du Sohn Got tes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten lag, mit Angstschweiß bes 150 Wer kann die decket, tröste Leiden die Erlösung. die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt auch er nicht, was er that. 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich dir treu, folge ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu. 107 Trauer im bangen Todesschauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Biel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann ist auch mir der Tod Gewinn. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefft voll tiefer Mel. Befiehl du deine Wege 151 Der Herrscher alsich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? Wem waren dieß sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? € 6 3. Doch 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal- sanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die FalschMel. So schlummerst du heit zeuget, die Unschuld 152 Durst nach Blut, o Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden! 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die mi der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld fund. 5. O würde nie mit Räne ten der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränfen, ein Richterstuhl ent weiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Beugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß mei nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornenkranz ihn zum König frönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pilatus, stellet ihn Erlösung. 109 ihn zur Schau dar, eh er ein Gerechter, ward. frecher noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jest der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ach, uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 153 Seht, Mel. Schon ist der Tag von Gott welch ein Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde Keinen je, als ihn, so wird auch Keiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, Misfethäter Spott und feines Volts Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlichfeit des Heiden! die aufgebrachte wilde Schaar fah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch ftraft sie ihre Kinder. O Seele, dentkst du auch dabei an deine Sün7 Werke und Wohlthaten Gottes. 110 Sünden? Bist du frei von Schuld am Lode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. 8. D hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Loct mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und selbst int Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Hel denmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu und bittst mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbſt als Menschenretter. 5. Ach, sich ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieh, wie sein Blut zur Erde fließt; sich ihn im Tode ringen! In voriger Melodie. 154 Wie groß, o Herr, Sieh seine Wunden, seinen erscheinest du an be: Erlösung. bevolles Herz! Ach! sich ihn duldend sterben. 6. Hier denk an jenen Zweck zurück, der ihn hier: her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieh Menschenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. O Jesu, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige be schließen! Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldigster, du hattest Nichts 111. verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne, Sünd en ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie fann ich gnugsam deine Tren ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe: so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe und mich regiere! 8. Dann 112 Werte und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank verwegen dem tiefen Fall voll deine Huld betrachten! entgegen. dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen tren zu erfüllen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und fämpfet!. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Dro: hen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir schei: den. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. 156 Mel. Auf meinen lieben Gott ein Jesu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg und Wunden; die kleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwerdt gezückt, dein Petrus selbst erschrict; er flieht, eh Bande drohen; schämt sich, daß er geflohen: kehrt um und eilt Mel. Wenn mich die Sünden I 157 Von Furcht dahinläugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Neu und Schmerz, was hilfts, daß ich verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Bekennen will ich, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten: wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich ihren Herrn Erlösung. Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewigs keit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 113 Schild, o Gott; von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von Allen die schrecklichste Gefahr. 8. Ich will dich frei be kennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Nichter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund größten Sterbenden zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten jah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten fann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der gött liche, der größte Beter fleht liebreich noch für Miffethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug en 158 De 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen, so soll dieß Wort mir Troft verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, fommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! D Herr, laß an des Todes Pforte einst diesetrostesvollen Worte mich auch im lepten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jept entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O jelig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. -7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: Es ist vollbracht! D Wort des Sie ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden jage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigteſt sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes flerben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig fei Erlösung. 115 seinen Ruhm erhöhn? D. dank ich dir; bu brachtest weine fromm bei seinen Plagen und fröhlich sich ihn nach drei Tagen aus feinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehren, dort wirst du ihn als den Verklärten zur 160 Dosen, sobald Mel. Befiehl du deine Wege u, dessen Augen Rechten seines Vaters sehn. Mel. O Jesu Christ, meins 159 Du denkest in der D¹ tiefen Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sich, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich feit; ich sei so willig, Ans dern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. ihn vom Himmel mir. Du ihr seid haft verheißen: mein: wo ich bin, sollt ihr ewig sein! 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn: wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seis ner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzf in Gethses mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? 3st Jesu das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte; er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die fein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn ach, zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Lon: auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Lohnst, ist Tod! Der am Töchter komm seines Blutes Kreuz ist meine Liebe, dem Lohn! ich treu zu sein mich übe. 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuzgen ihn! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist 2c. bete, mein Geift, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft ent rückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Menschenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter, mein 161 er am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ! Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Krenz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewis sen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, feines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterben dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist Erlösung. bist mein Freund! Wenn ich wie ein Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, fieh hier dein Leben am 117 gefunden, zur tiefsten Dankbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingege ben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Christenpflichten mich täglich unterrichten und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam sein; auch meine Brüder lieben und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Blagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 60 00 11. Und Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich ge schlagen, mein Heil, und diese Blagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, und rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und soll ich endlich häufter Plagen fiel da so sterben, so laß dein Reich schwer auf dich, daß sie dich mich erben, mich so getrost, drang, zu klagen: Gott, wie wie du, in deine Vaterhände verläßt du mich! den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? Mel. Befiehl du deine Wege 163 Der er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern leßten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir sur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last ge7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil und auf des Le bens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Bein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, Erlösung. gehen und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel fehen! Mit heiligem Ent: zücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 119 ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich: in bange Klagen nie 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Jm Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott; der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. In eigener Melodie. 164 Ach, sieh ihn bul den, bluten, sterben! O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sich Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzess tod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165 r starb, der größJesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Dants dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Netter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Herz unsterblich einst besingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verz 120 Werke und Wohlthaten Gottes. verkennen, daß unser Herz in deinen Mienen, in deiner es besser meint mit Jefu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebe vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun. Seele Zuversicht; du flehst: Vergib, o Vater, ihnen: was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jesus, uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. In voriger Melodie. 166 Dut u Bester aller 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Beiniger gefleht ,4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesus Christ? Wie nun nicht freudig Gutes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünder mich: dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich: auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil erfleht. Menschentinder, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus Mel. Herzlich lieb hab ich dich ' m allen Adern strömt dein 167 11m Gnade für Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist welt rufst du, mein Heil, am Kreuz, gequält von fre cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann Bark wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewich ter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die thr euren Heiland ehrt, fühlt feiner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh, Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! Ge lobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! Erlösung. 121 ode Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! pertritt du mich bis an den Tod! 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärs ke mich mit neuer Kraft, Herr, Jesu Christ! Der lebte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den fanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein rea ges Blut, und flammt des Bornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Ge bet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D F zeuch Werke und Wohlthaten Gottes. 122 zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Him mel von der Erde! Tu bist der Deinen Schuppanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Bein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Vaters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfül len, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Fassung hielt: doch scht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm fei nen Geist empfiehlt und unfrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses legte Wort verdeinen Höhen klärt. erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz: ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von sei ner Göttlichkeit. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gesund ge: macht! So freubenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlicher Gelasfenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried und Ruh den kummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines ONS 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden tenen Seelenfrie den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod wie deiner sein. In Erlösung. In voriger Melodie. 169 Seht, Chriften, bricht. schet, Jesum scheiden, wie er im Tode ſtandhaft ist, wie nach den Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tr gendbahn stets wandelt, rus hig sterben kann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz, verschmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehn: das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterbensah. 3. Des ewgen guten Vaters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jeju größte Seligkeit. Jhn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. 123 wann sterbend unser Auge 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im leßten Augenblick: schalt nie, ward er gescholten, wiever; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den Borsap lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tu gend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, In voriger Melodie. 170 Gs ist vollbracht! Kreuze des sterbenden Ers lösers Mund. O Wort, voll Troft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opier ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Echein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde fracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Hell, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht.. 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider. meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun 2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre und hast doch in dir selbst Dankbarkeit begehrt! Laß das Leben. Gleich als Sterb: nach der Heiligung mich rin liche hält dich nun das Grab gen, dazu dein Tod mir umgeben. Kraft gewährt! Ostärke mich dazu mit Macht, bis meine Behrung ist vollbracht! 6. Dut littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außerschn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in folcher Last: laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! In eigener Melodie. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, 4. Jch weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen! denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 6. Jhr, die die Welt ge: fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Chrifto einst mei nes Leibs Erlösung 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken: Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost geden. ten. 171 o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns geIn voriger Melodie. storben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuz er ewges Heil blaßt, Martern Last, des Todes Qualen müde, findet mein Er Erlösung. dun l Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über gehn aller Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Aumächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfore 125 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver gessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb era messen. wenn ich still meinen Dank dir weine. Mel. Nun laßt uns den Leib 173 Ach, endlich, Dulz ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit ausguruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. 173 ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott demt ſche mich und siehe, wie 174 Heil ihm, bet ichs du es, der! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Netter der 3 ver= 126 Werke und Wohlthaten Gottes. verlorenen Sünder empfängt kommt der Herr von neuem ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. wieder, und Engelheere fol gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Tedten: weckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz um: geben, getrost zum Richters stuble gehn, dann wird euch der erstandne Held em Füh rer in der bessern Welt. s Rin Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und über wunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erichallt nun ein Triumphge ang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer vollendet m't Gottes Stärke; die Nacht 175ih letich des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Nuhm. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Tod ten au erwecken. Er verflärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöjer emig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird Der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist estanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gege= ben: mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er veripricht; dieß ist meine Zuversicht. 3 Jesus lebt; wer nun verzagt, sündigt wider Got tes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; fein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Neines Her zens will ich sein und den Lüsten Erlösung. Lüften widerstreben. Er vere läßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ges wiß, Nichts soll mich von Jeju scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, fein Leiden. gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner See le geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht; Herr, Herr, meine Zuversicht! 127 mel sind, der ist mein Vas ter, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein jegensreicher Weg za dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplah meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huid und Treu auf deiner Erde täglich neu, 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! Mel. Vom Himmel kam der 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der 176 Dish bet ich an, era meinen Geist erhebt, ich ſeh, durch Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Geligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. Erretter einer Sündenwelt! du, unfre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Jch nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis fet dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gubst und wieder nahmst. Mel. Ber nur den lieben Gott 4. Wer ists, der mich ver- 177 Aauf zur Freude! ( uf, meine Seele, dammen fann? Jch glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himdenn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundnem 10. Der du für unsre Seeten wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Werke und Wohlthaten Gottes. 128 nem Leide einft zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dein Tod erstanden ist. 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne Halt im Gedächtniß Jeium Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Sohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denkihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe beiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blie ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Christ lag in Todesbanden dem 178 Bringt Breis und land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gros ßen Trost ans rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er us Erlösungnu stad 129 er aufs herrlichste erklärt, lichkeit umgeben, mit als da er dich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meiner Seele Troft zu sein, len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! Mel. Jesu meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes verleihn mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Fries den mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! HalTeluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auf erstehen. Halleluja 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! Herr erstanden, er, des Höchsten Schn. Jesus hat gesieget; Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Un ser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Herrs scherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß. o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Gitelfeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Golt gefällt. Mich erquickt, 4. Macht, Ruhm und wenn Noth mich drückt, dort Hoheit immerdar dem, der nach überstandnen Leiden da ist und der da war! Gott mit seinen Freuden. Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewig: keit! 5. Sterb ich: meine Sees le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Bom Himmel tam der 180Grinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herr lichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden iſt. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, er ist dein König und dein Freund. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig fein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angeficht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. Bu Erlösung. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ifts, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, bas ist 181 ten, ejus lebt! Croblockt, ihr ChriLobsingt dem Ueberwinder! O betet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn prei: je jeder Festgesang und je: des Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 131 Christen, jauchzt! Er ist ers höht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo wal tet hier Gerechtigkeit? Wie konnt er hier schon enden? O 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein groz Werk volbracht und mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird felig sein. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! ßes uns 5. Schaut bin zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut ihn! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid Stunden ist Alles überwununverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach bangen den. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann stehn wir auf im Frieden! D Tag des Danks! Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wiss sen, was wir erben, 7. Erstanser, gib nur, daß mir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! F6 Mel. 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Erschienen ist ber herrlich meinem Wandel sei! So 182 ft erstanden komm ich nicht in dein Ge Jesus Christ, richt, wenn deine Stimme der unser Trost und Helfer zu mir spricht: Erwachenun! ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werMel. Kommt, fommt den det ihr mich wiedersehn. Er 183 Jobfinge, meine 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt und füh re mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiederfehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun, dich preifen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Ent schlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in 15 500 Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecten Heer. Du darfft nun nicht mehr be ben, sein Sieg hat dich be freit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Seligs teit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ge dante, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedante, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung.dus 133 Grab ist leer. Der tabt war, 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt im Dank! Jesus, lebet und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanten; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie fehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Troste und Ruh und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geift belehrt; die Gözentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 184 V om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet faum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. 3, Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe flieg: hinauf bis zu dem Sternenzelt sein Gieg, id negolie 7. Gedanke, der das Herz erhöht; wir werden aufers stehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner auf zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. O Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) Shiel Freu dich sehr, o meine mit 185 Herr, du fähift Freuden auf zu deiner Herr F7 lich 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken du die Nacht, die des Todes noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurückelege, daß ich stets dein bleiben möge! Thal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen und den Sieg für uns errun gen. 6. Kommst du endlich glor: reich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meis ne Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und vertlär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du selber woulst im Beten bei Mel. Herr, wir fingen deiner dem Pater mich vertreten! 186 11eber aller Him. ers 3. Lehre Welt verachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezzo seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte hebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichfeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deis ne Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sie ge! wir folgen dir mit Fréus den Erlösung. - den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 135 Mel. Vom Himmel kam dera 187 Auf, gefuZinger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seis nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stinim! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt, Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und Nimmst dein sind wir. du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein 3. Deine trauernden Erlösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in urferm Lei den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zich uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod sind wir vers föhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sol len wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir Hocherfreut ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antliß schaun. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Jhr Schup ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt fro: Her Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation tennt dich, und Jesum deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. Mel. Vom Himmel hoch da 188 Anbetung sei dir, Gott gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig: thum. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei: dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehu. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sieIn eigener Melodie. gen stark durch ihn, o Gotti 189 un bitten wir den heilgen Geist, 137 Thaten kund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gögenheer von seinen Bruntaltären. Boho Heiligung. di Geist, welchen Jesus Chri stus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Leh re, Alle, die im Jrrthum sind, bekehre. Erbarm dich! Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er barm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Grbarm dich Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! Wel. Kommt her zu mir 190 V Gottes Sohn Bollendet hatte sein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödte= ten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeigte neue Zünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. 191 Komm, otomm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwa chen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns außersehen hat. 2. Gib in unser aller See: Werke und Wohlthaten Gottes. 138 Seelen wahrer Weisheit helles Licht, daß wir uns zur Richtichnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns fräftig bei und mach uns vom Irrthum frei! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wah ren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit: so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht geniehrt. 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lan ae! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, förbre in uns deine Werke und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr uns uns sern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rau ben. Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifeind: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sols len sterben, o jo ftch mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 1920 beilger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Woh nung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Ver stand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäds Heiligung. dan sig gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wis sen Berieth uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darunt leiden Last uns jast muthloß nieder, laß uns wieder Trost empfins den und die Trübsal über winden! 139 Lebenszeit! du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns steis unbewußt die Eitelteit, die Sinnenlust mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 4. Stärk uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu wer: den! Und sind wir wo dem Falle nah, io jei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müß uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Her zensgrund mit Thaten, so: wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Christum ohni Aufhören recht zu ehren, nach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! Miel. Gott des Himmels und der 193 Heilger Geiſt, von komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leven: dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Einst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unfre 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich: von Begierden hingerissen, täuscht die trunks ne Seele sich, juchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jein leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, mein Heiland heilig wie sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade demnes Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten WerF6 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werke meiner Seele Kraft 6. Er schaff in mir ein und Lust und im Kampfe reines Herz, voll Dank für flöße Stärke mir in meine deine Huld, und er bewaff schwache Brust; gib mir ne mich im Schmerz mit Trost in jeder Noth; hilf Muth und mit Geduld! mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu dich sehr, o meine wann ich sterbe; zeige mei 195 Geist vom Vater nem von das und vom mir aufbehaltene Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. 194 Nicht Mel. Mein Gott, das Herz icht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Geligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst bein Geist das freudige Bes wußtsein mir, daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zu Tugend stärk er mich und zeige, wenn ichtraus rig bin, auch mir als Tröster sich. ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er: geben sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lente kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va ter liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! seinen Namen zu erhöhn, seinen Wil len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich ir gend mich verirrt, o so rühre du son Heiligung. size du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber benge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinautreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelapnes Herz: laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, du reines We sen, du hast nur reine Herzen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Hers, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Beffe: rung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meiner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelfeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit!. Del. Fren dich sehr, o meine 197 Der Bater liebeft, uns als trener Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt: demnthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit: und mein Herz 142 Werke und Wohlthaten Gottes. Her bleibt dir entriffen und wenn ich je ein Friedensband dem Dienst der Welt ge knüpfen kann, wenn meine weiht, wenn er nicht durch Hand zur Erleichtrung der seine Kraft die Gesinnung Beschwerden fann dem in mir schafft, daß ich dir Nächsten nüßlich werden. mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es mei ner Seelen nicht an Trost und Stärfung fehlen. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther befferst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5 Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis fie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach Mel. Wer nur den lieben Gott deinem Sinn, daß ich Lieb von und Sanftmuth übe une 198 Religion, Gott gegeben, mirs rechne zum Gewinn, sei ewig meinem Herzen werth! Heiligung, dimeshSER 143 werth! Wie dunkel ist der 6. Du lehrst mich glauWeg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins bekre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen: nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Wil: len thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. ben, lieben, hoffen, verfündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! Mel. Nun danfet alle Gott zur hellen Ginsicht meiner 199 Von Herzen preif Pflichten ich und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärtest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb. 5. Du gibst dem Geifte füBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den fichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dantbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Troft und Licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht, in dem dn wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit zweifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen taufend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft bas Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt, Pflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; fie Schuß, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erMel. Wer nur den lieben Gott 0 schüttert, der Zweifler wird 200 Dein Wort, ist Seebeschämt, des Spötters le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie derfehn im bessern Leben lieft. vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie demn From: men zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 5. Hier lernt der Weisefte der wahren Weisheit Schätze hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Etärke! Wer nicht des Glau bens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Chrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Jrrthums Finsternis, ver: kündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir woblaefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schap, weit köstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer gern that, was dein Wort gebeut, dem ist dein Gegen stets bereit. 5. So laß mich denn mit an meinem Herzen spüren! Lust betrachten die Wahr beit 7. So fann fein andres Buch die Größe Gottes preifen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunft wird so das Herg erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gottestraft Heiligung. 145 heit, die dein Wort mich 5. Hilf, daß sich von Zeit lehrt; laß mich auf das zu Zeit meine Kenntnisse gehorsam achten, was dein vermehren! Find ich manche Befehl von mir begehrt; Dunkelheit bei geheimnißso fließen Trost und See- vollen Lehren, laß mich lenruh auch mir aus dei- Zweifelsucht entfernen und nem Worte zu. in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Lichte immer rührenMel. Liebster Jesu, wir sind 201 Herr, mein Licht, der erkennen jener Herrlichfeit daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und mir, deinem Kind, gebühret! lich der zu nennen, der danach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Met. Gott, du frommer Gott 202 Coll dein verz Heiligung Heiligung geneſen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu les sen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich 3. Aber laß mich nicht zur allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: DGott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge- verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig bist. halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll vers stehn, die Wunder am Geseg, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Ver stand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt un endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was bein Wizz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ists, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from mer Christ, durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen ken. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des, Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift: und siehst du Dunkelheiten; so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heil verlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt Heiligung. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ lich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott.. Mel. Vom Himmel hoch, da 203 Gott, heilig fei dein Mel. Mein Gott und Herr Recht dem ganzen mensch 204 Gott ist mein Hort, lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, allerhöchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland iſt. 147 6. So preiset deine Chris stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Se ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Lust. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott ,. ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben: daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün2 den Werke und Wohlthaten Gottes. 148 den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichś nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, durch den leben, deine Güte jei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er mahnet, straft, befehrt und, wenn uns ein Leiden drüffet, uns mit reichem Trost erquicket. wir sind und 206 De Wahrheit bist Mel. Schwing dich auf du selbst die Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin sterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Hörer sein; denn wer deinen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. Thäter sein; treib uns da durch kräftig an, daß wir did vor Jedermann froh be kennen, kindlich lieben und mit Sünden nicht betrüben 3. Darum präge deine Lehien tief in unsre See len ein, laß sie uns mit Nußen hören und derselben 4. In der Seele Finster nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trof daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! G versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, gan zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt befehret: glaubt es freudig, Heiligung. freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! Geset. Mel. Gottlob, ein Schritt zur err, dein Ge Wort verspricht, wird und 207 Hé und dein muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? setz Gebot, wonach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gus ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was dubefiehlst, vollbringe. 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, tann die Wahrheit ügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 149 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beis fall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wit und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. Gott, 4. Am Tag der dir ges weihten Ruh laß mich, Gott, mit den Deinen in der Vers 7. Du bist Wahrheit! sammlung, so wie du beEwig soll mich von dir nichts fiehlst, vor dir erscheinen: trennen, mich die Welt, von- dann deiner im Gebet mich Arglist voll, nicht erschüt tern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfalleiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider$ 3 set= 150 seglichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Laß mich, wie du ge boten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigteit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Ueps pigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib Herr, daß mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sei, nicht karg und nicht verschwendrisch. ich 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich befleiße, das, was ich kann, ses nicht gut heiße; stets zeige Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähnund Lügen. → 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Her und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa cher, ich vermag es nicht, aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad und Stärke, daß ich, o Jeju, Gottes Sohn, stets auf dein Vor bild merke! Dheilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 208 Mort aus Got tes Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wah rer Freuden, Trost in al len Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glaus Heiligung. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns darges geben, willig gab ers Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ghre. Derwünschte dar. Lehre! Glauben schafft! Frohe Bots schaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen von der Welt uns allen In eigener Melodie. außersehen hat; was erst 209 Erhalt uns, Herr, dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, muth zur Tugend faſsen! 151 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel crben! Die heilige christliche Kirche. Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist dich unser Lobgejang! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft demGewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Richteramt, bleib unter unserm Voll verdammt! den 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allgemein, nicht mächtig die Vers folger sein! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 4 7. Ber 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Jrrthum frei und von der Sünde Sklaverei! Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. 210 Gint in feste Burg ist unser Gott, 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dant dazu haben: er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmn sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mel. Christus, der ist mein Leben ein gute Wehr und Wasz 211 Ach bleib mit deis fen; ner er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jeßt hat betroffen; der alt böse Feind, mit Ernst ers jeßt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist: auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir find gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht: das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen, uns, Herr Jesu Christ! damit fein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh uns deine Leh re, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ge währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgsam, dir getreu. 4. Komm uns mitkraft entgegen, hilf unsrer Schwach heit auf und stärke das Vermögen zum ernsten Tu gendlauf. 5. Hilf uns die Lüste dämpfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Troß bekämpfen, du sieggewohnter Held! 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Mel. Heiligung. Mel. Eine feste Burg ist 5. Entferne 3wietracht, 212 Herr, deine ir Krieg und Mord, erhalt uns che danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o JesuChrist, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du felbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund ents weihn, die heilige dir wieder. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirs che siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr kindlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche sie gen. 153 3. Eins ists, was deine Mel. Herzliebster Jesu Treuen kränkt: daß unter 213 Cwig, Jefit, Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, falt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht es wart ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen. wird dein Wort bestehen und Erd und Himmel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernich tet. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wiss senschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Leh: re, 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Fries den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen, Du hasts verheißen. 4. Wohl 5 Glessen 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die jederzeit mit Wahrheitssinn dir, Jesu, trauen! Was sie Verträglichkeit. Die Liebe dir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget. sie; Gott ist mit ihr; Freuden, womit du beloh- er ist ihr Schuß. neft da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lob: gesänge, wenn einst dein Volt, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. Mel. Erschienen ist der herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den 214 Lobfinget Gott! ganzen Raum der Welt. denn seine Macht vertrieb. des Über glaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubens: zwang; in harte Sklaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Ver8. Lobsingt, lobsingt dem. Herrn und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! folger Wuth! Wie strömte 215 Laß do, o Sefu, Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gotteslehre noch. O welch ein Wahn! dein Reich, auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glaus bensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; daschwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Éwig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Heiligung. 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß fie prüfen und dem AberglauHerrschaft rauben. 5. du bangen Finsternissen wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder. en die u ihr Licht in 217 Weine Kirche Mel. Ein feste Burg Christus und 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten. Gottes sist, hat Macht, ihr Er ist mit zu gebieten. Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürs sten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werIn voriger Melodie. 216 Schüe die Dei- den ihn, des Höchsten Sohn, nen, die nach dir sich nennen und dich, o Jeju, vor der Welt befennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. 3. Der Frevler mag die Wahrheitschmähn; uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, fein 66 156 Werke und Wohlthaten Gottes. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt nur hinweg von Angst und die Seligkeit nicht rauben. Schmers. Selig, wer dir 4. Auf, Christen, die ihr seine Zeit, seine Kraft, sein ihm vertraut, laßt euch kein Leben weiht! Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hüt: ten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, sie nahen sich dem Falle und dann wird dein Reich bestehn: Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jeßt noch blickt dein Unters than hochentzückt zu dir hin an. Mel. Gott des Himmels und der 218 Herrlich ists in König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freun de deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch Heiligung.com 157 noch blind vor Gößen kniet; Zeig uns allen nach der Zeit 221 Hier vor dir: deines Reiches Herrlichkeit! Mel. Liebster Jesu, wir sind err, wir stehen laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) 219 Di Mel. Sollt es gleich bisweilen ir, Gott, der so gern er( Nach der Taufe.) freuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die 222 auf deinen NaMel. Wer nur den lieben Gott getauft Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. men, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Jch bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott err, 220 selbst die Tauf befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir, sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: osegne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst!" 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt dieser Bund 67 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 223 ch bin getauft 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ge dacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und heilig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines ReiMel. Jesus meine Zuversicht ches Erben, o treuer Bater, 224 wig, ewig bin mich erklärt; es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater Sohn und Geist, getaufet! Des sen soll mein Herz sich freun, der Besserung und leite mich auf sicherm Pfade des Glau bens und der Heiligung. Gott mejnes Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. Heiligung. freun, ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Ge winn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! heilig will ich Vater, bin ich dein! sein: Heilig, ewig, 159 Gott, erkäufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. Das heilige Abendmahl. 3. Jch gelobt es, und dens Mel. Befiehl du deine Wege noch brach ich oft den Bund 225 Versammelt batz der schon Taufe, kämpfte und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch jus mein, Gott will noch mein Vater sein! Jedie Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Befenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jekt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergessen, was jeßt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jegt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entrei Ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin, für euch gege- Denn schon hienieden ge ben wird dieser Leib, dieß währt die Tugend euch BeBlut; o denket mein, ihr seligung. Lieben, so oft ihr solches thut! 2. Aber gebietet auf raus 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer heren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wan fet nicht! ten der Wahrheit mit Frenden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnismahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unsern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. Mel. Liebster Immanuel 226 Naht dem Altare, Unsterbliche, nahet und feiert hier den Tag der Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! 3. Bei den Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in F dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu han deln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Ein Lämmlein geht und 227 Du, Herr haft aus Barmher: zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühfelge, Heiligung. selge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja, zu dir erheb ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, fei auch mein Trost, mein 161 nem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du siehst, 228 Hier bin ich, Je oft fehle. zu len, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Jch fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du fiehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste fehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinem Worte treu und wirst ein glän big Herz voll Reu und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertraun auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ent rissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie start find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jest neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Jch übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes.. Gott, an dich; ich schwöre mühselig und beladen. Gott, dir beständge Treue vor dei mein Erbarmer, würdge nem Tische feierlich. Dein mich des Wunders deiner eigen will ich ewig sein. Du Gnaden. Ich liege hier vor starbst für mich; drum bin deinem Thron, Sohn Got ich dein. tes und des Menschen Sohn, 6. Nie will ich mich vor mich deiner zu getrösten. Ich Spöttern schämen des Dien- fühle meiner Sünden Müh; stes, den man dir erweist, ich suche Ruh und finde fie mich nie zu einem Schritt im Glauben der Erlösten. bequemen, den mein Ge- 2. Dich bet ich zuversicht wissen sündlich heißt. Olich flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! an, du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schul den abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, groBer Lebensfürst, den Bölfern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen lebent. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone 229 Jund suche dich, vereine mich mit dir; ich Mel. Ein Lämmlein geht und komme, Herr, Heiligung. 163 bin der Weinstock; bleib an du an mich gewandt! D mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Mel. Es ist das Heil uns 230 Ich ch preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann mei nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquichung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, solang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Jch fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. Zum ewgen Leben hast du dich für mich dahinges geben. 164 Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl er dann nahst du dich der Tus wecke mich, mit Ernst da: gendbahn, dann gehe zum nach zu streben! Herr, mache Altar hinan. mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Les ben. 5. Beschämt und mit ges beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, Mel. Gott Vater, an Erbarmen 231 Chrift, eile nie mit gern vergibt. Renigen die Schuld sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dul- 6. So, frei von Heuches ders Blut macht jedes Sün lei und Wahn, müss Jeder ders Laster gut! Weh dem, sich dem Mahle nahn, das der dieses Mahl entweiht du in deiner leßten Nacht, durch Selbstbetrug und Sio Herr, zum Denkmal uns cherheit! gemacht! Da dämpfe der Ge dank ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns tief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da ichenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh ente gegengehn! 2. Wer sich zu ihm uns würdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erst gib zurück, was deine el. Meinen Jesum laß ich nicht Hand durch Lift, durch Trug, 232 naht mit Un entwandt, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! Gemüth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! euch für die Fließt, der Lie4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du ent schlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: 2. Stärkt höhre Welt! Heiligung. 165 Liebe Thränen, fließet! Wer niglich, stärke für den Himvom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jebt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: Wir sind Brüder! denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinnuns zulehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! 5. Dentet seiner! Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den tet an den Menschenfreund. denkt an Jesum, dankt und weint! mel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund: und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden; fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben: laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine 6. Laßt mit heiligem Ges 233 Roller Ehrfurcht, Dank und müth all uns nahen dem Altare; wer von Lebens. kräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. Voll der seligsten Gefühle bete Jeder inden, komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denk: mal deiner Leiden und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben! 2. Ich empfind es jest aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, den Augen seßen, wie nur du gabst mit großer Treue der daran hat Theil, der ganz dich mir zum Dienste auf deine Stimme hört, mit hin; wiesest mir den Weg Gehorsam dich verehrt und zu Gott und ertrugst den in deinem Dienst auf Er schwersten Tod, mir im Le- den immer besser sucht zu ben und im Sterben sichre werden! Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tue gend selgem Pfade fest ein herzugehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorfaß, den ich dankbar zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theur er worbnes Heil und nie aus 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf. daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmhers zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Tren beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Wel. Schmücke dich, o liebe S. 234 Schicke dich, ers löfte Seele, gläubig nach des Herrn Be fehle seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll Heiligung. 167. voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erheTheil an seinem Segen. Romm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. ben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dant und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mitallen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! 4. D, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich gelob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost ge währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewissenßruhe schenken! 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben Mel. Schon ist der Tag von Gott 235 Ich will den Bund mit Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ge dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh foll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben ſei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich Herr, mit Dank des Bundes athme, will ich dein und heilgen Trank und geloben deiner Liebe mich erfreun vor dir aufs neu der Tuund sie noch sterbend preisen. gend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir ent schlossen und bereit. Reicht Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beß rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er stritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Chriftum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu Mel. Herr, wir singen 236 Herr, wir feiern sterben und seinen Himmel dein Gedächt niß. Uns freut das heilige Vermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es sen mit Danfgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, zu ererben, dieß ist des Le bens hohes Ziel. Jefu, hilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen: richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärt uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir ster; ben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. Der Chor. Mel. Herr, wir singen deiner 237 Herr, du wollst fie zu vorbereiten deines Mahles Seligkeiten; jei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich wür: dig nahen, durch dich ver: gessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein find sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwachen! Die gebengt von ferne stehen, können unerhört nicht flehn. Die Gemeinde. mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, tommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, fich freuen, laß sie stets in 5. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoherpriester, Jeſu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand des künftgenSchauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus $ ward Werke und Wohlthaten Gottes. 170 ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Cho 1. 2. Nehmt hin und eßt zum ewgen Leben; Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlertod werd in aller Welt verkündigt! Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis getrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser hin gegossen; suchtest, fandest keine Ruh! Deine Todes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien- seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret ten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen& starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem mittler Ehr! 14 di 17. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und Heiligung. 171 und trinkt! Jhr trinkt das mel. Shmücke dich, o liebe Seele den eiland, groß Tod ward er, in der Sün- 239 Han buld und der Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in je nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott 238 Ni Jimm hin den Dank für dei ne Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Bein mir immerdar zum Segen sein! 12. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, bir bis zum Tode tren zu sein; und feierlich gelob ichs dir: ſei du nun Hülf und Beistand mir! Treue, sieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in den Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! $ 2 5. Nein, Werke und Wohlthaten Gottes. 172 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da hingegeben: du starbst, der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4. D laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wah ren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüstennoch zu meiner Schan de dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich sollte mich erfühnen, den Hei land, der für mich auch Mel. Wann mein Stündlein Heiland, des starb, mir Gnade, Trost erwarb, Sünden zu verläugnen?? hohen 240 Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbar me dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Erret ter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht unbekehrt ent weihn 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes: sen mich hienieden deinen mir erworbenen Frieden im mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 7.0 wie wird mein Herz fich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Heiligung. weihn und den Entschluß, dir trei zu sein, mit Freudigkeit vollbringen. 241 Her Mel. Schmücke dich, o liebe Seele err, der du dein theures Leben für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weiz hen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seelel lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. 3ch gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 173 saß dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon ge brochen, was ich heute dir versprochen. 4. Was du hasfest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen; nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden: laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Lieb nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunfeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost er= quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zufunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? 3 Nach 174 Unsterblichkeit und Vergeltung. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 242 Vollbracht ist ' nun die heilge Feier; verkündigt ward von Unsterblichkeit uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! und Vergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 243 Die wallen, die Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einft mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig keit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal: tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er löset haſt! 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie ge trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Tod. 175 Mel. Was Gott thut, das ist Gott geboren. Für ihn ist, 244 Nur turz ist hier kämpft er nur als Held, die mein Aufent halt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch träftig wallt, wird einst entkräftet werdeir. Zer rüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. 2. Jch selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Le bensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tageweichen. D Tag des Danks, des Preisgefangs! wirst du meinen das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, tein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wann alles Andre scheitert. Wann Blicken 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur deines Leib Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O fei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! Mel. Jesus, meine Zuversicht 245 ste fällt das Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Gra bes Schooß, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben: hier ist unr H4 mein 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits Mel. Alle Menschen müsfen sterben ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub 246 Dir zu leben, beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehit, Jrrthum nicht für Wahrheit wählt. zu ewig, Vater, dein zu ſein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zuschließen; diese Gna de wünsch ich mir; sie ers bitt ich mir von dir! 2. Daß ichs fönne, las mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig bir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lich tern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingft du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Him mel ist. 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam feiner Pflicht, nie ein Aergernis auf Erden, auch näch meinem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! di da 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß Tod. 177 glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Ents zücken laß meine Seele fehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärt mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet Mel. Valet will ich dir geben 247 Gern will ich meine Seele, dich lobt, was meiner Seele, der du die Liebe bist. mich in dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was el. Nun laßt uns den Leib wärs, das mich betrübte? 248 Wie ficher lebt Dort schau ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. $ 10 5. Daß auch, was ich hin terlaffe, nie zur Ungerechtigkeit, nie zu Zank und bitterm Hasse meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augen blicken fei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müff ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen befehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letten Stunde mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub: und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk $ 5 in Unsterblichkeit und Vergeltung. 178 in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht wei jer macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unfers Leben fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dränt, so sei stets wachsam und vereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der lezten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein: dieß macht dich nicht von Sünden rein. 10. Der Zweck, zu wel: chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist: Tugend durch des Glau bens Kraft. 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht: drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein! 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, 0 Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr und sich vom Bösen kehrt, ein 249 Duter, für mein Mel. Wann mein Stündlein wirst, o Va ergläubig Herz, von Lieb füllt, dieß ist es, was in Christo gilt. Wohl- auch einst im Tode sorgen: nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine höch Tod. höchste Lust an meinem Heiland habe und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns sein kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende und voll Gedanken, Gott, an dich von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alle zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 179 mein Vater, dein im Leben und im Tode! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht den ten und empfinden kann, mich deinen Sohn vertre: ten! Geheiligt müss ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie du wollest! Mel. Wer nur den lieben Gott 250 ch will dich noch im erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg nest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn: mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, nein Heiland starbst? Er ist H6 durch Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 dich der Weg zum Leben, daß du am Kreuze mir er warbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual nnd Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrecken dräun: du hilfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sint ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin. Free Join 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein: wird es auch der künftge sein? Mel. Jesus, meine Zuversicht err, deiner Treu, mir zum Heil, noch Zeit in Händen, gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! 3. Laß mich bei der Flüch tigkeit meiner Tage nie ver geffen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch züm Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur WohlStunde auszukaufen, die zu fahrt, dir zum Preis, jede meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besse- 1 rung für mein Hauptge schäfte achten und nach mei251 treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei und ich reif zum Himmel werde! Na het Tod. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! ITUDTE Mel. Dein sind wir, Gott 252 Mein Leben steht Gottes 3. Die Blume pranget und fällt ab;. so blüht der, Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld; Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, sowie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. Sch nüße mit Zufries 253 Meine Lebensdenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich verfüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerfahrt? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 181 dein Wort; Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon. froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkomminen Welt. Den Meinen sag ich auf Du dank ich dir; du brachteſt ihn vom Himmel mir. hasts verheißen: Ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 57 5. Daß 182 Unsterblichkeit und Bergeltung. 5. Daß du dieses Herz mache du mich stets bereit erwirbst, fürchte Gott und hier in der Zeit zur Ewigbet und wache. Sorge nicht, feit! wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! 13. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die weil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Gs ist vollbracht! nahm dem Tode- seine Macht. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so mag es nahe, ferne ſein: die Erd ist allenthalben dein. 5. Drüm, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, 10 nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich so gilt mirs gleich und geht weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. 90 Erbe, das ewig dauert und besteht. in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blume muß gar schnell verblühn. Drum 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Mein ganzer Geist, Gult 255 Wie wird mir o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er: Tod. erwähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden. 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; e ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er jei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern unMel. Christus, der ist mein Leben 256 Jch geh einst ohne Beben zu meia nem Tode hin; denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. vergänglich, überschweng lich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel: ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterb: lichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; laß mich, Va ter, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 1135 Mel. Wann mein Stündlein 5. Wie wird mir dann, 257 W enn meine Zeit vorhanden ist, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitge2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr veifließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End empfehl 184 Unsterblichkeit und Bergeltung. pfehl ich dir, Herr, meine Mel. Herr, wir singen deiner Seele, die du hier zum 2. Wenn Angst und To desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget:- so wird mein Herz mit Troft beglückt, das sonst voll unruh zaget. Mich tröstet in der lezten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 258 Selig find des Himmels 3. Jch bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmer: 259 Was foraft du " gen. o so sterb ich dir; die frohe Hoffs nung hast du mir durch deinen Tod erworben. In eigener Melodie. sorgst ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüzen, es dankbar als ein Glück bésiten, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich dich zur Weisheit zu er nicht traurig schrecken, doch wecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll densi Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn.m 5. So wird mein Ster ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. ben, die Todten, die im stehung eingeweiht. Nach Herren sterben, zur Auferden letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden Müh. Gelobt sei Gott! ruhen sie frei von der Erde Vor seinem Thron, zu sei nem Sohn begleiten ihre Werke sie. and Jor 3. Ermattest du in dei nen Pflichten: so laß dens Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind Sprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine 185 meine Zeit, es auszuüben, zeitlich und im Glauben ist kurz und sie verfliegt geschwindig leicht. Ich leide; doch von Bosen mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Bust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. Tod. start Borse Tod. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist fie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen: so wirst du ihn nicht zitternd scheun: so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, Mel. Wer nur den lieben Gott um reich zu sein? Heit 260 Wer weiß, wie mir, wenn ich in Chrifto sterbe! Dann ist ein unbe flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. nahe 1 mein Ende! Hin geht die s Zeit, her kommit der Tod. Ach, wie geschwind, ach wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist Muth Unsterblichkeit und Vergeltung. 186 Muth und machs mit mei nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jest gesund noch bin, sint, eh ichs denke, fraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß; denn je ner ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und jagen kann in allen Fällen; Ju voriger Melodie. Herr, wie du willst, so schics 261 Noch leb ich. Db bei jemorgen le dem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetüm mel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquict. Er stärket mir dann meinen Muth und machts mit meinem Ende gut. 6. Ach, Bater, deck all meine Sünde um Jesu Christi willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkomm ne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth: drum be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. To 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers denkt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Ent: Tod. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. ile 13. 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, dü, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein leßter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes Wie bald, wie fern kann. schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der lezzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon crblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? D Mensch, ach, säum im Wohlthun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augen blick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 16. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nüße redlich meine Zeit und seh mit dir er gebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. G750 In voriger Melodie. 262 Wer weiß, wie bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen Unsterblichkeit und Vergeltung. 188 schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7 Wie leichtraubt Schmerz und Fieberhiße mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag.nl b 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst viel leicht zur Mitternacht! Owohl dann ewig dem, der wacht! 300 263 ch Mel. Was Gott thut, das ist bebe nicht vor Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab stuft schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augen: blick des Scheißens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Vers geltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla ge schweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saat der Leiden. and lod 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, be freit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engeb Gottes kommen. TIGHT 516 40 8 Auferstehung. bun 1791790 on In eigener Melodie, disti 264 elus, meine Bu versicht, lebt, und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange To desnacht mir auch für Ge danken macht? drur till 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Ver trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht d 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der? selbst den Tod empfand, hat für s Auferstehung. 189 für mich ihn überwunden; 9. Wo ist dein Triumph, auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 04. Dieser Körper nur ist Staub; er mur sinkt zurück jum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O selger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Seib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch seinen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimtu, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd un sterblich sein! 18. Seid getrost und hocherfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder wann sein mächtger Ruf erschallt, der durch alle Gräber Hallt! o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Chriften, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! dan mas 60 bin Mel. Wer nur den lieben Gott ch 265 bin feit geboren, für eine beßre Welt bestimmt: mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für dieſe Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt; was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein er bliebe, wenn kein Him mel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Ruh; er eilt erhabnern Gütern zu. dse 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Trie be so start, so tief in meine Brust. Er, der mit Schna fucht Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 fucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhern Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die fen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, vernichten: erhöhen, die man 266 Dera da lebet; In voriger Melodie. Lenz hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich freun; dort kann es nimmer glücklich sein. er bricht des Winters Fes feln los; der Blumen schö ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Lust mir zu: Unsterblich, fren dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bür: gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt, O, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In La 6. Jsts möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn fein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Bergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geift, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen und leitet mich zur Eeligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Jhr Thäler sinkt! Fallt Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein uenes Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! Auferstehung. in eigener Melodie. 2. Du, zur Unsterblich267 Auferstehn, ja, keit erlesen, schwingst dich I Wieder aufzublühn, empor und wirst du, mein Staub, nach schaust den Ursprung aller turzer Ruh; unsterblich Le- Wesen von Angesicht zu ben wird, der dich schuf, Angesicht; bewunderst deidir geben! Halleluja! nes Gottes Macht in jener 1902 Welten Bau und Pracht. werd ich gesät. Der Herr 14 3. Dann, Seele, wirst der Aerndte geht und sam- du das verstehen, was hier melt Garben uns ein, uns kein Sterblicher erklärt, was ein, die starben. Halleluja! hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Frrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 3. Tag des Danks, der Freudenthräne Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 150 4. Wie den Träumenden wirds dann mir sein. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, lein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. dn5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 191 Tim 1²204060 Mel. Wer nur den lieben Gott 268 Mar arum erbebst du, meine Gedanken Seele, bei dem Met. Jesus, meine Zuversicht dan das Grab? Nicht dich 269 Selig, Jeſu, find, umschließt einst seine le; nur deine Hülle finkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwefung Raub. friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch 192 Unsterblichkeit und Vergeltung. 2. Doch du willst, wir les desnacht riefft du einst: Es ben noch mühsam hier in ist vollbracht! Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 270 3. Du, du selber lebteſt hier vormals auch in Pilger Hütten. Noch unendlich mehr, als wir, haft du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jept den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampfplaß nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre To: Gericht. In voriger Melodie. fommt die Immer mmer näher Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Al les, Alles klar, wie ich leb: te, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler stehen dann und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sünden leben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin nenfreuden schmachtet, seines Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und verachtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort Gericht. 193 dort am Gnadenthron er selber sagen: Die Welt vere schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. geht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es fommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Grbringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen, Bieber dult et, lieber weint, bis fein großer Tag er scheint! 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren: nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei felig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Gnade wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, Betrübte sehn und nicht erand selbe 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, felbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu fein! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 Wenn ich auf Gottes gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, sein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! fr 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zumt Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn id getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Ges duld. 3. Oft will ich zu mir 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie men schenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nier erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. stal 7. Fühllose, wird derd Richter sagen, verschlossend habt ihr eure Hand, Iverachtet eurer Brüder Klagem Entweicht! Ich hab euch niest erkannt! Für den, der Brüs der nicht erfreut, ist freu denleer bie Ewigkeit! 3 8. So Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den lles bertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Bater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! 272 Hen Mel. Aus der Tiefe rufe ich err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten dir getren; so erschrikt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter, zu mir! Nimm an meis ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. 273 Shon ist der Tag von Gott be: stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Men schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, mur dem Alwissenden be kannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr heit unterliegen. Hier, we das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Büße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Gericht. 195 mehr Betrug und List; hier Met. Straf mich richt in deinem gilt lein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht! der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Rommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar, zu der, die ihm nicht folgiam war: Hinweg von mir, Ver brecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Ungesicht ftrahlt seliges Entzücken. in 6. Frohlockend ziehn sie das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, feinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; fein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. 274 Her, eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gegeben. Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst fommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefor dert werden. Dein Gericht schonet nicht: Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Wenn dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, hab' ich hier sie nicht tren verwendet, forglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich deint Gericht mir vor Augen schweben. Möcht ich mich stets meiner Pflicht treu zu sein bestreben, daß ich nie. thöricht sie aus den Augen feße, nie sie frech verlene! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einges dent der Rechenschaft nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Zeit 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr erfüllen. Unsterblichkeit und Vergeltung. dengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, wo: mit er Andre kränkte? Ge beugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Au gen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in Mel. Wann mein Stündlein 275 Groß wird des ihm sein Gewissen ſpricht: Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Bein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! Du bist ein Üebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 6. D Sünder, sichre Sünder, eilt, euch renvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: Beffre du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufge: nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt: o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Er: 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, be zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung raus Das künftige Leben. 197 rauben! Jest noch will Gott schon, ihren Retter zu er Erbarmer sein, will eure heben, und erwarten ihren Sünden noch verzeihn. O Lohn; hohe Himmelsgeister suchet seine Gnade. ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöjer Jesu Christ. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, UnsterblichDas fünftige Leben. In eigener Melodie. [ le Menschen 276 ben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch - damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. licher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen, alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Dieſe Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernisfen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden: sie verwandeln sich in Freuden; wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt: denn nach diesem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 1. Dort bei ihm ist wah 277 Gidh in der Welt, in Pilgrim bin res Leben; Millionen stehen 33 und 198 und kurz jind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stärket mich im Leiden. Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in je nem Leben. mels Herrlichkeit, den gros ßen Lohn der Treue. 2. Jezt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meis ne bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heiMel. Wer nur den lieben Gott lig und ganz selig sein; 278 Es ist noch eine dieß meine Seele. 4. Wenn mich der Zutunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket; so sterb ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Him 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un ter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. den für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich dies ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! Jn deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Ulebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein fro Das fünftige Leben. 199 für dieſes Lebens Blagen 279 Jeben und eine froher Lobgesang dir selbst mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. ch hoff mit nie gefühlter Regung Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. Dank. Froh janchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gefrönt von dir mit Preis und Chr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen faffen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft fie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt; dort aber wird sie siegen, dort ärndtet sie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Lafter folget Schande. Zwar geht es oft umher in glänzendem Gemande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klagen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 fehn 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. fehn. Gott leitet und regie- ben, der zum Leben, das ret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. dort ist, mich will erheben. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. Ist 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Jch fürchte nicht den Tod. Tie Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewigkeit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungsgeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst ver: breitet, Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lies 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trock: nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge schrei; denn du, Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. sinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, teine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und uns Das fünftige Leben. 201 unsre tausendfache Lust an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vater hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier fuch ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Mel. Wer nur den lieben Gott Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: 281 Nach einer Britz den Gott der Liebe werd ich fehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. Tage erwartet uns die Ewigfeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne GotDann tes mich erfreun. läßt Gewinn stets auf Ge= winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvolls kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und 311. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dant die 5 Schick 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schicfung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augen: blick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mem Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, daß er würget und Cherubim und Seraphim, und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionenmalen, noch fegnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter ciner Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie unaus. lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird, ohne Leid und Zähren, unser Le ben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Welcher Mensch auf Erden Keines Herz gekommen. faßt deines Himmels große Lebens Leiden werden Alle, Freuden? Doch nach dieses die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich Liebt, deine Baterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen Das künftige Leben. 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der bu hier noch bist, nur nach uns dieses Heil erwarb, als dem, was droben ist! am Kreuz er für uns starb. 9. Ohne Heiligung wird 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobfingt! 6. D, wer sollte sich nicht Mel. Schon ist der Tag von ſehnen, aufgelöst und dazu 283& inst, freuet euch, sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Balmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufft unfre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsere Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sor: gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff= nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins er-. ster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und sei ne Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. sterbliches Gebein wird, Er de, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. Mel. Der unsre Menschheit. 284 Unsterblichkeit! keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! mel. Schon ist der Tag von Gott Fühlt des Gedankens Selige 285 Wenn oft zu je feit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! ner Seligkeit mein Geist empor sich schwinget und, über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied singet; dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Le bens Last, die sonst so oft ermüdet. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir, sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgesang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beiſpiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend ed= dort wird die Nerndte uns ers freun. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend lie bet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deinem Das künftige Leben. 205 nem Angesichte; führst mich 2. Drum, o mein Geist, vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. ermanne dich! Nimm deine Last und gürte dich zum leßten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab mit aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgerstun den find verschwunden; allen Rummer tilgt ein füßerAbendschlummer. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiz ten. Und diese hohe Se ligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder und unjern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. [ 3. Und wenn nach einer turzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert haft, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen. Heer, kennst feine Noth, kein Leiden; mit neuer Kraft, Mel. Mein ganzer Geist, Gott 286 Wie freu ich mich mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des leßten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Woft vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da fein 37 Grab Unsterblichkeit und Vergeltung. 206 Grab, fein Stolzer drückt auf dich herab: dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Droben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben 287 De ben. 6. Hier nähret oft zu sei nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augenblick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröftlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! Labung geben, sie mit Him melskraft beleben! 8. Run trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jest ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden, Mel. Sei Lob und Ehr dem Der Freuden Quell ist, Gott, bei dir: dort in dem höhern Leben wird deine Va terhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was mei ner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende meh. ret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö ße kennen und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit ho: her Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier unumschränkt Gebiet weit still vertrauet, wenn er dein heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein ent zückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das fünftige Leben. 207 als hier, verstehen, dir dans Tod, die stets das Laster ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen lieben. O welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort ihnen zugesellt in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in mei ner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Schon ist der Tag, den Gott 288 Vergelten wirst du denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höheres Glück als wirklich vor sich siehet und doch bemerft, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Ginnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören. 5. Verbunden überdieß au sein mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und gegenseitig sich zur Last, weil jeder nur den andern haßt, zur Marter werden. ewgen 6. Und Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 6. Und wer in dieser Leidennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht und sich doch kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzens! D, Vater, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß besigen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vollendet freudig euren Pfad, bleibt, Christen, Gott er geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchs ten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge danken sind bestimmt, be lohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden ers quickte: das siehet der Ge rechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugendhaft and rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter fein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag 290 Wer Jefum fennt, verehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins Zwect vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets dens ken, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Chrift, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und 209 freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aber: glaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegen= 210 Gesinnung und Verhalten des Christenist immer noch nicht aufge wacht. Bedaure fie! legenheit, den Vortrag heil- umhüllt von dunkler Nacht, ger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 5. Entreiße dich der Dun kelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein; als Christ stets denken, handeln! is 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Froh: gefühl soust du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm er höhn und dankbar sein. 7. Er lenkt mil Liebe, was er schuf, und dir ertönt der fanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Gmpfinde deinen wie dein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts vajäumt. hohen Werth! Gott felbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist, Sampal 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er hebe deines Geistes Blid vom wandelbaren Erden: glück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche, stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglau bens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, Teite im Allgemeinen. 211 leite mich! Jch bin ein Christ durch Werk und That zu und liebe dich. Ich füble sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir tren zu sein. sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir fäen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich jäte hier für das künftge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen streun und mich dort der Aerndte freun! In eigener Melodie. den 293 er hat W Glauben, des sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt nnd Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht; 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Bierde sein in Ewigkeit. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht erne sei der Irr292 F thum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Mun: de ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde sind! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jesum fennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, teinen je betrübet, und Andre zu erfreun sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz sich 212 Gesinnung und Verhalten des Christen fich blähet und seinen Näch sten nie verlebt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz er freut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist: der, Gott, erbt deines Himmels Freu den, der ist dein Kind, der ist ein Christ! 294 Mel. Freu dich sehr, o meine S. öchster, denk ich an die Gü te, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Va ter, neu. Von wie man chen schweren Sorgen mach test du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rets tung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Äch, vergib, was ich ges than! Nimm mich doch ers barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ge beugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als im Allgemeinen. 213 bereit? als er für die Sünder starb, fiehlt, auch stets zu thun Fried und Freude im Ge wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dir zu lieben, dir zu leben, fei mein ernstliches Bestreben! 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige be dacht? und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib. mit Weisheit stets gewacht und keine böse Luft genährt und angefacht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle ich dem Triebe? Brach Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie ver theidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Üeber: Mel. O Gott, du frommer Gott ott, du erfor 295 Gott, schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und er freut? War ich, was er be 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, des eitlen Stel bekämpft die Sinnlichkeit, zes Reiz? Verschloß ich Aug scheut nicht des Kampfes und Herz der Mißgunst Schmerzen. Er eilet, wenn und dem Geiz? er fehlt, den Fehler zu be reun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben, vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn ha ben, als Christ, bei Weni: gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 9. Hab ich, wie Jefus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? be herrichet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? ver: mieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werfen! Vergebung ist bei dir! laß ihren Troft auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. In voriger Melodie. 296 Wer ter Gottes Wege geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm felbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Luft, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got tes Geift gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüten, des Freundes Glüld erhöhn, verlaßne Tugend schützen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth er freun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig sein. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüht sein Glüd, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eh. ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestärken; er muntert alle auf zu guten, edlen Werten. Mit Chriftenfinn nimmt er an ihrer Tugend Theil und denkt: Wir haben ja nur Herrn, Ein Heil! Einen 8. Das im Allgemeinen. gumis 215 8. Das Heil der Ewigteit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie. 297& hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorsak dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und, groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich dei ner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir, mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leiſe zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwer: muth wird und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir findlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich Du winkst, 0 verliert. Gott; Gehorsam ist mir Pflicht; mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein: ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getrei zu nüßen mich bemühn; zu großen Zwecken war dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Verhalten des Christen* gen umgeben, mein Blick jahre nicht! Laß mich Gna: in Labyrinthe sich verirrt, de vor dir finden, geh nicht der Sünde Reiz zu wider mit mir ins Gericht! Alle streben, die täuschend lockt, Sünden, die uns reuen, oft schwer dem Herzen wird, willst du väterlich verzei blick ich zu dir; du wirst hen. O so höre denn auch mir Muth verleihn, kein mich! meine Seele hofft Opfer, das die Pflicht ge auf dich. beut, zu scheun. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seis ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um kehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, will du Trost und 298 senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenfet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Se ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das findlich zu dir fleht: gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland. Mel. Alle Menschen müssen sterben ch erhebe mein suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Reiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Wil len mir; leite mich die rechte Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du sie heft mein Vertrauen! Siz cher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedente, Herr, der Sünden meiner JugendIDN 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, tren sein meiner ganzen Pflicht! Reine im Allgemeinen. Reine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Wel. Sollt ich meinem Gott 299 Bilden soll ich mich auf Erden, Gott, für deine Ewigfeit; hier in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähl test du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedent der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nurzu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge nügt zum Heil entflohn! wie viel kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich jaume länger nicht. 5. Zu befrein mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß Mel. Gott, du frommer Gott 300 ch blick empor zu ger, der Allen, die durchder Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesez, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die fo tief verborgen schlie K fen, 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel, vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. Mel. So fliehen unsre Tage 4. Nun schau ich pri 301 Mein Herz, Gott fend hin auf die durchlebten Tage, sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. Vater, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit, Er hat gesät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Jch unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden; ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; 2. Zwar hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Hei liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Hüld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ge sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt. sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, im Allgemeinen. 219 8. Hilf, daß ich gegen ben, gereiniget von MisseJedermann, von Stolz und that: wie feierlich war dann Neide frei, aufrichtig und, mein Eid des Glaubens so viel ich kann, zu dienen und der Frömmigkeit! willig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzu thun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhmi, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. Se nimm es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dieß, dieß ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Goit ein Gott, zu 302 Mein dem ich weinend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jest von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß meinen frommen Vorsaß nieder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jezt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Glend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reu voll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade fin2 den, 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den, du, meiner Seele höch: Herzen Freude bringen oder stes Gut! Noch einmal, Va- Schmerzen. ter, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu dich sehr, o meine 303 haffet, jchaf fet, Menschenfinder, schaffet eure Seligteit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen 3. Selig, wer im Glau ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Flei sches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, scht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Nei gung zu bezwingen; wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets serstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tagend rauher Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weißlich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich bes mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieß nur wollen und vollbring im Allgemeinen. im Allgemeinen. qunis bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der lieb sten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligfeit zu schaffen! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an ſei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh, flich die Lüſte dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist: sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sich, Besserung gelob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! K 3 Mel. 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohneHeuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott Vater, an Erbarmen 6. Hilf denu, o Vater, 305 So wahr ich lebe, hilf, daß ich noch heute, heute besfre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, und le nicht zum Tode fort! Gen will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit: erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann besi'r ich, dann bekehr ich mich, undGott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du; heut bekehre dich! Eh morgen fommt, kanns ändern sich. Wer jeßt gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. Mel. Wer nur den lieben Gott 306 Adh. Gott, wie mancher von den Tagen der mir beschied nen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. im 2. Gar oft empörte sich Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnesUnrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folg te Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis im Allgemeinen. 223 bis ich ganz frei von Feh- Weil es dein Unglück ist, lern bin! befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz befämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüfte dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer: allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg. Und dem entsageſt du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie fannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich er: kühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 6 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein; um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Wert von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Jst ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Beserung und Angst der Missethat die wahre Heiligung? R4 10. Ists 224 Gesinnung und Berhalten des Christen 10. Jsts gnug zur Se- dein hier versäumtes Glüc ligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, ſo ist kein leichter Werk, als deine Seligfeit. nicht ewiglich bereun! 15. Entschließe dich be herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. und läßt dich sein Geser erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gerent. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht dei ne Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weis heit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht fich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hö rest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Bein 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ge wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. 225 gnädig meine Schuld und heile mein verwundt Gewissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und Mel. Wer mur den lieben Gott 308 ie theuer, willig dir gehorsam ſein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! dem Genusse jein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? deine Güte, die alle Misse that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuver sicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich versöhnt zu sein, wenn er 309 Gott, er du unwas fällt, und nicht dein Wort on Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. fre Zuflucht bist. Herr, unser Mittler, Jeſu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kom men vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns K 5 nicht 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! 226 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Baterhuld! nicht dein Angesicht und geh Wort verheißt, sei Licht auf mit uns nicht ins Gericht! unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Fr renden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 3. Dein Segen komm auf unser Land! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Senchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns Leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie, in sichrer Ruh, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, sei nen Kindern, Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr lebtes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Wai sen Theil; vereitle der Ver folger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu dei ner Herrlichkeit! 7. Du nors im Allgemeinen. 227 siehst du mit Gnade an. 7. Du thust weit mehr, sucht redlich zu erfüllen, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn: stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt 310 an. mich doch Gott zu Ehren mel. Befiehl du deine Wege ft Gott für mich, 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts foll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Vatertreu vermindern oder rauben; Nichts, was es immer fei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? TrübR 6. fal? Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht ich aller Feinde! Er nimmt sich meiner au.. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Vater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer kann, 228 Gesinnung und Verhalten des Christen jal? Leiden? Schwerdt? ihn vertraun, ärndten Se Hunger? Blöße? Tod? ligkeiten. Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der mich geliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken: denu du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 9. 3ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuh, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt ich mich 311Meine Peines Herzens reinsteFreude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat fein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, Mel. Wann mein Stündlein an 312 Ich weiß, au wen hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier ge glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, daß Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein fur zer Streit, und herrlich ist Die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum ew gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3.0 Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erhebent. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glück, auf Ewig feit im Allgemeinen. feit und Himmel! Kurz ist der In eigener Melodie. Erde Herrlichkeit, vergäng- 313 Meinen Jejum lich alles Glück Zeit: im laß ich nicht! Er hat sich für mich gege ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt ge sandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich feſt an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. meine Zuversicht; Jesum laß ich nicht! Er ist meinen 5. Wenn mein Ange schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hangé stets an seinen Blicken: denn nach dieses Lebens Müh will er R7 ewig Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künstge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollen Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. H 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 229 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 230 Gesinnung und Verhalten des Christen Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Mel. Wie groß ist des Allmächt. Durch ihn erhalt ich tau ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versam melt sind. 314 Was wär ich send Gaben; durch ihn bin ohne dich ge wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts, wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag: ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der jie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht je dem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glau ben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin im Allgemeinen. Blinde, von Ren und Lust zugleich entbrannt. Ein jes des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gesep wir sprechen; denn ach, es drohte Lod und Pein! 231 10. Noch steht im wundervollen Glanze der hei lige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle: so war nur Unruh Mel. Kommt her zu mir der Gewinn. Ein eiſern 315 So hoff ich denn hielt an Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er ver: nichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Fener in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen, als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein selger Traum; und ewger Lieb und Treu ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligfeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden ſein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Mel. Jesus, meines Lebens Leben 316 Schweiget, bange Zweifel, schweiget! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott verjöhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten; Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sün den immer treu zu über: winden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig sein. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes sibet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Uuglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be schirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 3. Wer will ferner den Mel. Auf Christenmensch! verklagen, welchen Gott zum 317 Wer Gottes Wort darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel, sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. nicht und spricht: Ich kenne Gott! der trüget: in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Er Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. im Allgemeinen. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorjam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb; an seinem heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mich Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. Mel. Jesu, meine Freude 318 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier ie getroft und am Grabe Trost und Hoffheiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Er quickung fehlen. nung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern." 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärter, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelfeit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wie der ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeckt ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Se: ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getren im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! In eigener Melodie. 319 Wie wohl ist mir, Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Jch traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir ver geß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost; ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zu sammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn im Allgemeinen. 235 denn ich gehöre zu den Dei- warne meine Seele, daß sie nen. Bald wird nicht mehr nicht ihr Ziel verfehle! mein Auge weinen, bald Denn ein wahrer Christ werd ich völlig ruhig sein. sucht, was ewig ist. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich flagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 7. Ohne Prüfung ist hier fein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, Mel. Seelenbräutigam 320 Dir ergeb ich laß mich dich nur nicht ver lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! mich, Jeju, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir sündenrein hier auf Erden ſein! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Zrdschen hin; o dann 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten: ſo erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasſe, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein möge ewig freun! guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren such: ten; 4. Den fein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht; dich, den Lie bevollen, Weisen, dich, der Menschheit, Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu wer den, sei mein höchstes Ziel auf Erden! Mel. Gott im Himmel und auf 321 Jun kesum ervig zu verehren, ist mir süße, heilge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. In eigener Melodie. 2. Sollt ich den nichi 322 ins ift Noth, das und, Herr, dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfeh let. És wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichfeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weis heit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille im Allgemeinen. Wille niedrer Erdenlust ent rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. 4. Mit Vergebung meis ner Sünden, Herr, digst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 0237 Erden, entsündigt, geheiligt, dir ähnlich zu werden und tren dir zu bleiben im Leben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durch's Leben; wie jollt ich nach dir mich zu bilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jeju, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf In eigener Melodie. 323 Daß ich der Tuerflimme, wo unten tief dic Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, woin des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;- ach, Gott, erhöre mein Gebet! darum bet ich, flehe, weine. nur 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, sum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlaſſen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit - 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual macht, daß ich mich freue umfassen? deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde -reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz: Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt: Auf, folge! und Judäa krönt dich knieend vor dem Königssige. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blizen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir er wecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge richt; freudig, daß ich Je sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Jch fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich in's Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held und hält sein Wert nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: voll bracht! den letzten Athemzug verwendet. In eigener Melodie. 324 Jefu, meine Freu= im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue 4. Wer ist, der den Glau ben meinem Herzen rau ben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freuden: lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göze der betrognen Welt! Mich von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth im Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. Allgemeinen. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Bagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu lebt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 325 Auf dich, Erlöser stets zu sehen, so wie du warst gefinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. 239 nem heiligen Befeble gehorsam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Luft. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war seiCOUR - 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorg sam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du tämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Gefümmel, da war die Einsam feit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewie 240 Gesinnung und Verhalten des Christen jest bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelaffenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die härtesten Beleidigungen, im Leben und dem Tode nah! und starbft so rührend und erbauend, so freudig, stand haft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du, gefinnt zu sein, zu handeln, ist deiner Jünger größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. Mel. Gott, der du die Menschen 326 Welterlöfer, dich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, famst du, mardst uns Menschen gleich, gründetest ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Heren Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugft du deine Bürde, tratest sanft und stilt hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Nie drigkeit war, Herr, dein Loos und doch dein Ver. dienst so groß! 3. Mächtig selbst im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem groz Ben Weltenherrn. Nichts kann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, sie er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du er schienst, ist die Liebe Gottes dienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: Du sollst leben! heitert sei: nen Thränenblick. Ach, du blutetest am Krenze, trugest Schmach 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Gitlen im Allgemeinen Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; starbst für ihn, da= mit dein Tod ihn zum from= men Leben reize! Folgt er dir: o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. nnd reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank fei dir geweiht! Ja, durch dich ist heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erden: leben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! Mel. Auf, Christenmensch! 327 mir nach, spricht Christus, unser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 241 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum mahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun. 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wers bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn ver= ehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getrost und gern der Tugend Kampf beſtehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Mel. Es wolle Gott uns 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll 328 GB preiſe Gott, voll wer Jesum 2 Christ 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Christ als seinen Heiland fennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelet, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum eblen Strebent, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken; auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge schäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüste Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht wie Jefus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelműthig; er tröstet, beſſert, hilft und gibt sich gegen Feinde gütig, und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ibm gebietet. Ladajte 6. Der echte Jünger Jesu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. fl 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschreften; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Gra besstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todes: leiden des Himmels Seligkeit erwarb; drum jauchst er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Bilgerlauf zu jenen Seligfeiten den Geist, der dich ver: ehret, auf! Thm Wohnung zu im Allgemeinen. zu bereiten, bist du voran. gegangen. Mily Tad Isttart Mel. Auf, Chriftenmensch! 329 Du, deines Baters Met. Schwing dich auf zu 329 Debenbild, ihm 330 Spa mir schon ollt ich deine Güt erschienen, dich verlaffen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? gleich an an Menschenliebe, du warst o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihten Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu sein. 243 D hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach ge faßt und trugst der schwersten Leiden Laft. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gesinnt fein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! 2 Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu er warten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 por 244 Gesinnung und Verhalten des Christen vor Gott einst die Völker du vergabst mit edlem Herstehen und das Leben und zen deinen Feinden ihre den Tod ihm zur Seite Schuld; hörtest der Verlaßsehen; wann der Sichre nun nen Flehn, eiltest ihnen beizu spät aus dem Schlaf zustehn; tanntest feine hö erwachet, und der Spötter, hern Freuden, als die Lin der hier schmäht, glaubt drung ihrer Leiden. und nicht mehr lachet? 20 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich stre ben, deinem Beiſpiel nach zuleben. 1970 3: bi 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wante, wenn ich fehle schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt: dann, o dann 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! werd ich ihm und Wonn auf ewig erbent. 9 Mel. Freu dich sehr, o meine S. öttlicher, dich zu erheben 331 Göttlic 7790 1830 bad und mit frommer Zuversicht Mel. Meinen Jesum laß ich nicht meine 332 Sanft, o Chrift, deiner Tugend nachzustreben, iſt dein Ruf und Pflicht! Sieh ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen. ist Jesu Joch: und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit war tet unier nach der Zeit! 2.00 Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, fet im Allgemeinen. 245 seines Sohnes! Deine See- te nie, fleh um Rettung le rühme sich ihrer Hoffnung, auch für sie! feines Lohnes, voller Muth- 8. Sei getreu bis in den und unverstellt freudig vor Tod; denn du glaubest nicht der ganzen Welt! overgebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm trei denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? Mel. Auf, Christenmensch! 4. Schäme jeines Worts 333 Welch hohes Beidich nie vor den Frevlern, vor dem Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz ver göttern! Was vermag der Lästrer Spott wieder Jesum, wieder Gott! spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie enweiht, war rein wie deine Lehre; dein gan zer Wandel Heiligkeit; dein Entzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 5. Was vermag er, tobt er gleich wieder dich und dei nen Glauben! Softes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr, für dein ewges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. bau bad no 7. Und der Spötter Wiz und Hohn könnte je dein 4. Der Kummervollen Herz verführen, deinen An= theil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Rein, o Christ, nein, wan3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns mit selbst den Weg voran, Muth uns zu beleben; und ob dit littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. droj siglish Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg und Freude; und 23 246 Gesinnung und Verhalten des Christen und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet jei gleich dir in meis nem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, das mit ich, deinem Vorbild treu, auch Ändern gutes Beispiel fei! Mel. Wer nur den lieben Gott 334 Beglückt, beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an edeln Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, soricht nicht( so spre chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nüßt die Zeit zur Auss saat für die Ewigkeit. ht 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen ein gutes Werk vollenden kann, und nüßet jeden Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Jhn schrecken keine Hindernisse, durch eble Thaten stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsag doch zur That. 5. Er widerseßt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott: jo bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebent. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tus gend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Selig teit! Mel. im Allgemeinen. 247 Mel. Auf, Chriftenmensch 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen des Todes Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jeſu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Raub, wall ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein eiges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; ge= trost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 3. Noch weiß ich, daß ich 336 Du ſagit: ich bin laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser furzen Pilgerschaft! ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höh rer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chriftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 4. Solang ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun und dir, Allliebender, zu traun! 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, denLüsten widerstehen gewohnte Sünden lassen, 24 dieß, 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dieß ist des Herrn Befehl; sind in reiner Kindesliebe, dieß seiner Lehre Sinn; tein todter Glaube führt zur ewgen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen; Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen. Haft du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wern, Gutes auszuftreun, die Unschuld zu bes schüßen und selbst dent Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn- Eigennuß und, Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt! dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Denn wenn noch Leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Hei ligteit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bis daß dein Herz und Leben von diesem Rugme erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. 249 Mel. Wer nur den lieben Gott deiner Gnad und Huld ge337 Gott, bir gefällt wiß! fein gottlos Wesen; wer böf ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inni ger Beschämung sehn; durch vor dir Gnade den und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Borsay Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wan fen, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben fei: so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich 6. Erquicke mich mit deis nen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 338 Gott, ich will mich fen, ob ich redlich bin vor dir! Du fennst meines Herzens Tiefen: ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meis nem Wandel jei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigen liebe sind die Gößen diefer Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 25 4. Wie 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wie ein leichter Nebel Stärke, ganz der Tugend schwinden meine Tugenden mich zu weihn! Ich bin, vor dir; denn noch trennen Gott, dein Eigenthum: dieß Lieblingsfünden mich, o Heis sei mir der höchste Ruhm. ligster, von dir! Deine Liebe Was ist mir das Lob der trieb mich nicht zur Erfül- Erde, wenn ich deiner würlung meiner Pflicht; ich ver- dig werde! gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. Mel. O Gott, du frommer Gott 5. Dit gehorcht ich dei 339 Herr, höre mein Gebet und nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Men schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie fönnt ich dich vergessen, wie so undanks bar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freun! Mei- nen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Troft erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenf ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahu zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht: verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! JOST 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gu ten Werken sein; dir foll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! Enaie 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu sein; und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mirArmen! Gib meinem Geiste Licht; gib meinem Vorsaß Kraft, so kämpf ich glück licher im Allgemeinen. 251 licher mit Welt und Leis wann du ewig lohnst für denschaft. bijede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehn, daß Sünd uns elend macht; daß wahres Wohlergehn und innrer Friede nur aus reis nem daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 06. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß al lein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folg: sam sein und dann dir froh vertraun. 07. Ich bin ein Bilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Pein; laß diesen Wechsel mir doch Ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht um: sonst vertrauen, einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen und, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 Herr, wie lange gen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhen fann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder kühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, eilen, wirst du dann mich schüßen? 3. Ach ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getroft und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich 26 nicht 252 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht ungetreu mach und 5. Gib Eifer, Kraft und spottend triumphire, daß ich Muth zu meinen Pflichten; auch gefallen sei; daß sie so mag die Welt, wie ihrs sich nicht ihrer Siege rüh- gefällt, mich richten! Ehrt me, weil ich unterliege! mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. inpir u star 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir fingen, daß du Stärke gibst zum Ringen. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; ge recht wirst du einft richten und belohnen, mit Herrs lichkeit und Ehre deine Kine der, mit Schmach die Sün der. A& nondalsd Mel. Herzliester Jesu! 341 vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu and ind 2. Erforsche mich, sieh, 342Gott gib, ob ichs redlich meine; daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen! habe, Gott, 7. Vollend ich meines Les bens Prüfungsstunden und bis treu 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und mei nen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fale len? 1 tbs and als 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren! erfunden; wie schön verwan: deln sich dann meine Leiden in ewge Freuden. do 890* Min 1100 ROU FAC Mel. Wann mein Stündleind bin ein ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidenschaft im Dulden, wie im Handeln. escot 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest istr gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat er worben. 3. Mich im Allgemeinen. 253 3. Mich soll daher nicht Menschenliebe, die selbst Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Mer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muthim Leben und im Sterben. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werte fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein 4. Wenn ich mit immer Herz von Gott nicht schei- regem Triebe das Böse den! Er führt mich durch hasse, das mich elend macht, des Grabes Nacht zu jenem und als mein Glück das Licht der Freuden; wo, frei Gute liebe, wie sinnenreis von allem Erdenleid, in sei- zend auch das Laster lacht; nes Himmels Herrlichkeit und in Gefahr mein Her ich ewig mit ihm lebe.ist sich nie vergißt: dann gleich mich dem, der rein und heilig ist. auszubreiten ähn- 5. Wenn ich, um Tugend helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler stras fe, selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. Mel. Ach, sieh ihn dulden Verdiensten 343 Dicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahr27 heit 254 Gesinnung und Verhalten des Christen heit ehre, Feind der Falsch lebet, seiner Schwachheit nie heit bin, mein Wort nie vergißt, nie sich selbst voll breche, niemals lüge, und Stolz erhebet, wenn er groß brächt es mir auch einer und glücklich ist! Gottes Welt Gewinn: dann gleich Huld wird ihn erfreun und ich dem, der es aufrichtig das Himmelreich ist sein. meint und stets es ist, dem Gott wird Heil und ewges großen Wahrheitsfreund. Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. P 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn: nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin; dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, feines Wurms vergißt. 3. Selig ist, wer feine Sünde demuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er bort ganz glücklich werden. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beletdigern vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über thn stets wachen und ihn reich an Segen machen. dan Mel. Freu dich sehr, o meine S. Dommt laßt 5. die mit Ernst 344 muns Chrifti verlangen, heilig und ge recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Ers barmen Keinem ihre Hülf entziehn, Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmher: sigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig schen.is held 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feind. schaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Rinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Bonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser 255 Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke! In eigener Melodie. 345 Laß mich, o Herr, gen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt fein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig ſein, daß man an seinen Früchten merke, er sei tein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wann du mir Trübfal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wa= 256 Gesinnung und Verhalten des Christen Schmach. Uch wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthumb wachen, ringen, so will ich Ehrens fuchsin Christi dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. in 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt ge kreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ach, bas wahre Christenthum! lehre mich er kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig sein; daß ich bis an mein Ende übe daß Christenthum ohn Heuchel: schein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß Los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden mir meines Heilands Šinn! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! bum 1991 4. Regiere du felbst meine Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich be ruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt wer de, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! idak Had Mel. O Gott, du frommer Gott 347 Mein Schöpfer, mich todten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. a 2. Laß, da du heilig bist, mich im Allgemeinen. 257 mein Fels, ein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. INDIG mich alle Lüste fliehen und 7.0 Herr, meine Burg, mich nur um den Schap, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er kommt allein von dir. 63. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und rich tig Handeln; die Lust an den Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. the 54. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 8. 3ulegt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechte Vaterland. 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Jrdische verge het; weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erfenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wenn er auch Alles mißt. $ 16. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unfrer Tage Pest; und turz ist unsre Zeit. Mel. O Gott, du frommer Gott 348 Mein Bater und der du in diesem Leben zur Leuchte meinen Fuß dein heilig Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! usd 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und 258 Gesinnung und Verhalten des Christen und in der Hoffnung stark den mit Trost und froher und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige und achtsam mein Ge müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust er geben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzig keit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich SterbenHoffnung nicht! er me Mel. Wer nur den lieben Gott ergriffen 349 Nicht, daß ichs hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wach famkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe wallè, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Bust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 150 091 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hipe roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unfer Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. QUE 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des im Allgemeinen. des Neids, der Schmäh sucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmäh sucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft fchläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du e: ne Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entge: gen, regt Lei259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einsamfeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zant; fliehts Unmuth auch und Müssiggang? MS denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9 Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite: denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind Die der Wohlfahrt an. Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! In eigener Melodie. 350 Gott, du from mer Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gefund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß ich mit Fleiß thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu 260 Gesinnung und Verhalten des Christen 101 thu, zu der Zeit, da ich zu dir hinauf zu deinen soll; und was ich also thu, Freuden; es ruhe sanft der Herr, das gerathe wohl! Leib in seiner stillen Gruft, 3. Hilf, daß ich rede bis in dein Allmachtswort stets, womit ich kann be ins neue Leben ruft! stehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. bie 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber traMel. Was mein Gott will gen! Gib, daß ich meinen 351 Oft flagt dein Herz, mit wind, und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es chriftlich ist! Wilst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück: so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch ficher fei! 6.Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 00 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die fein Schwerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch feine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, ver wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein fein Fortgang wird Gefahr, jein Ende im Allgemeinen. THINGS 261 dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr befommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. Ende Nacht und Grauen. übe dich getreu und gern, Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undant zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte den ken? 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott iſt es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft: Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schäße. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfeseiner Hand, fliehn oder wählen müſsen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur und Freiheit ists sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tu gend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden und 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beiſpiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenfindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so turzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Chrift. sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich 262 Gesinnung und Verhalten des Christen dich, so viel dein Herz auch- deiner Thätigkeit. Wer blos wagt, stets neue Schwach- nach äußerem Glanze strebt, heit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stil len. der täuscht sich selbst, solang er lebt. 1911000 so Mel. Wer nur den lieben Gott 352 W er stets mit rei nem Wohlge fallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei vom Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, werjedem Laster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. i 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruh auf 5. Nie mache dir züm höchsten Zwecké dent Vortheil, den die Tugend bringt! Set fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. fja. rbun 9019 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so jet getrost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war fein Gewinn. 8. Jm Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster treu, das Jesus gab! Nichts im Allgemeinen. 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben, Quell! Sie leuchte mir in voller Klarndheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig sein. tprind ans In voriger Melodie. 353 Schön ist die Tu gend, mein Verlangen, und meiner gan zen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entz schlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott gefällt, bald deinen Sklavendienst, o Welt! 4. Jch Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, atleMel. Ein Lämmlein geht 354 Was hilft es mir, ein Christ sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preiſe. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaf= fen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ih rer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl= 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffart, Flei scheslüste, Geiz und andre Laster übe? die Schuld mir aufzudetken? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum tenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erwedt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, fann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich christlich lebe und vor dir Trost und Ruh, wann Lei- heilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebe! Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muth dann vor Augen schweben? und Kraft, damit ich Welt Was hilft mir in der letzten und Leidenschaft im GlauNoth, wann sich der schauer- ben überwinde und dann, volle Tod mir zeigt mit nach wohldurchlebter Zeit, feinen Schrecken, und mein den Lohn in jener Ewigkeit Gewissen wachet auf, von für meinen Glauben finde! Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobsinget Gott! er 355 Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur in allen ihren Zwecken Erkenntniß Gottes. 265 Zwecken zeigt Ordnung und, schreiten: so laß mich diesen Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein fünftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte der dem Mel. Wer nur den lieben Gott erdenstaub entreißt, wird 356 Mewohneft zwar sich zu dir erhebent. 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weis heit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. 5. Denn ganz kann meine Faffungskraft nicht deine Größe sehen, nicht alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel, will sie das ihr gefeste Ziel aus Vorwiß über im Lichte, dahin kein sterbLich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Aller höchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen fein i 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt: daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den M besten 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe mich, fein Zweifel sei mir hinderlich! re, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigeft, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet fich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegenkommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das ewges Heil verspricht! Nie mert ich drauf vergebens. Ich 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhnt. D führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Ber ständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Schon ist der Tag von Gott 357 Gott, der du mein Schöpfer Erkenntniß Gottes. 267 weise, heilig ist dein Wille. Ich lerne dich und deinen du bist der Wesen Fülle, und Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit uns ergründen. 6. So werd ich stets er leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größers Maas der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 18. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr ge horsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er heben, dein Sohn zunt Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten follen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! In eigener Melodie. 7. Gib, daß ich demuths358 Was ist im Him- voll aus meinem Staube mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; zu dir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer M 2 268 Pflichten gegen Gott. immer näher zu dir drin- deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. ge! 8. So werd ich immer besser dich erkennen und immer kindlicher dich Vater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, ogroßer Gott, und ganz dir leben. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unterthan auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein 359 Wie groß bist du, helles Auge scheun. Er o Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. innre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Ehrfurcht vor Gott, und Heilighaltung des Eides. Mel. O großer Gott, von 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth, von Zwang und Heuchelei daß ich, was dein Gefeß gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Chrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Mee. Wer nur den lieben Gott Wer kann, wer kann entflie- 360 Vor dir, o Gott um zu sich kindlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehr furcht, die dich kindlich preist. hen? 3. Wir alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht: willst, daß wir 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr, das meine Ehrfurcht meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, znwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Ünrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübfal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur vor Gott. 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! In voriger Melodie. 361 Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu klein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermeſsenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft vers M 3 säu 270 Pflichten gegen Gott. säumet hast. Wer Gott als mich regieren, mich stets Zeugen vor sich hat, der auf dich, den Höchsten, sehn! freut sich jeder guten That. Laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se ligteit. u ad 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Un recht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittags licht. 5. Den Höchsten öffente lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärfen, daß du dich edel schäßen lernst. Wer Gott dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudigteit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schup, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich nicht In 362 An dich, mein Gott, gedenten, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie be, wie werd ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich freundlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Gemüthe dent ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärte mir auch zum schwersten Werte; es wird mir leicht durch dich. 4. Du to Liebe zu Gott. 271 4. Du gabst mir aus Er- lich Gutes zu? Daß ich barmen den Sohn, der für ward, das war dein Wille; mich starb und liebevoll mir daß ich noch bin, das schaffst Armen die Seligkeit erwarb. du. Daß ich denke, daß ich Mit ihm ist Alles mein; wähle, dankt dir, Vater, du willst mirs gnädig schen- meine Seele; dantt dir, daß fen, willst liebreich an mich sie dich erkennt, dich durch denken und stets mein Va- Jesum Vater nennt. ter sein. Rott 5. Wie gut ists, dein gedenken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dieß bringt mir wahre Freude; dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 3. Heil und unvergänglich Leben thast du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken: mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt: du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein! Mel. Alle Menschen müssen 363 Gott der Liebe, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Floß aus deiner Se- 364 Du Bater deiner Menschentingensfülle mir nicht stünd- der, der du die Liebe selber M 4 bist Pflichten gegen Gott. 272 bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich mit allen Kräften sein! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Verschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt! Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ich nicht, wie ich soll, erfüllen: so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich befliffen sein! 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübfal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben meinGewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin: dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. In eigener Melodie. 365 Wenn zur Erdeiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so große Thaten: du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Er Liebe zu Gott. 273 3. Erbaue Kirchen; brich was Gott von uns vers dein Brod, das Volk der langt. Und wenn wir nicht Armen zu verpflegen, ent dieß Herz besißen: so wird reiß die Wittwen ihrer Noth ein Leben uns nichts nüßen, und sei der Waisen Schuß das mit den größten Thaund Segen; gib alle deine ten prangt. Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dieß ists, 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Seh nicht auf deine Werk allein; seh auf den Quell, aus dem sie ta men. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke; ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und er barmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit. M 5 274 gegen Gott. was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter Pflichten Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 366 Gott, deinen hei- sein. len, will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. * Dec du 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, vaVater, wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gesege mir immer gegenwärs tig sein; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Jm Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Willen treulich thu, so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getreu, halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. 2. Sei Gott getreu! Du mußt, als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Va ter waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir Freude in Gott. dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 4. Sei Gott getren in jedem Stand, in welchen er dich sezet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleßet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewis sen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten die nen müssen. 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er fann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst dus auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei, und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, Mel. Schwing dich auf an jedem Ort dich seinen 368 Dei Deines Gottes Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ifts nicht Geligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret; einen Vater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch M 6 sein 276 Pflichten gegen Gott. sein göttlich Wort hier zum ren Lebens, himmlische VollGuten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. kommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitt ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwe sung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so lann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beß9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. 369 Habe Mel. Jesus, meine Zuversicht abe deine Lust am Herrn! Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich perkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That un verdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? In eigener Melodie. 370 ch freue mich, mein Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich fränkt, M 7 das 278 Pflichten gegen Gott. das muß, gelenkt von dir, seine Weisheit litte. Er sorgt mir Segen bringen. für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher fehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig, lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf Gott und nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit, wie viel mir nüßen. würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und Was zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Chre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott tennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns Trübsal auch versüßen. nicht auf Mel. Was mein Gott will 372 Vertrauen iſt des Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen: und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen, du segnest und erretteſt Vertrauen test gern und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelentet. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Menschen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein fühner Wunsch gewährt; er fündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld versichert ist, darf deinen Se gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. auf Gott. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir solIen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligfeit uns auch beim Leichtsinn schüßen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie ver messen; soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. In eigener Melodie. efiehl du deine Wege und AIles, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenft. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Un= 373 Bef dacht freuet und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet; so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt bei des Gewissens 280 Pflichten gegen Gott. wird auch Wege finden, die quäle, ein schönrer Morgen dein Fuß gehen kann. tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweiser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk Nichts hindern; du willst, so ists vollbracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wider stehn; o nähre keinen Zweifel; dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vorgenommen, was er vollenden will: aufs herrlichste wirds kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sist im Regimente und er führt Alles wohl. 8. Jhnt, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm Rath das Wert hinausge gebühret, mit wunderbarem führet, das dich bekümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott ver gißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf seinen Lohn; steh fest im größten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freude, des ewgen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. Mel. Was Gott thut, das ist 374 Der er Herr ist meine Zuversicht, 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weimein höchster Trost im Le- chet. Dein Heiland starb ben! Dem fehlt es nie an und er erwarb auf seines Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des BaTodes Hügel dir deines Glaubens Siegel. ters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerfe. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, Berubigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlas sen und sich im Kummer faſsen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt 282 Pflichten gegen Gott. blickt auf dich; dir will ich sehe, und sie nicht so früh mich ergeben. Sei du mein erscheint, als ich sie von Gott und einst im Tod mein ihm erflehe, weiß ich doch Fels, auf den ich traue, voll Zuversicht, daß sie mir bis ich dein Antlig schaue. nicht stets gebricht. 6. Dann, auch wenn, wie mir es scheint, selbst Mel. Jesus, meine Zuversicht. 375 Wer auf seinen der Hoffnung Trost ver Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sor gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, fann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 2. Fr, der Schöpfer als ler Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch uns zu helfen Macht. 3. Jhm, ihm ist es immer leicht, unfre Wünsche zu erfüllen: wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Nie mand hilft, wie er so gern, auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe Del. Sollt ich meinem Gott 376 Selig, wer mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthigwehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht er= Vertrauen auf Gott. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schickjal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des HöchMel. Herzlich lieb hab ich dich ſten milder Hand; und ist 377 Dir trau ich), Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der leßte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. faß ich Muth zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 283 auf Gottes Wort seg ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Golt, mein Gott verläßt mich nicht. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; dent ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh; soll doch Andrer Wohlstand nie Reid in meiner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du, Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier Pflichten gegen Gott. 284 hier mit dankerfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden die ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dul ders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei, Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlig schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache 378 Gele stille! ne Bei jedem Leiden, das mich fränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und was du thuft, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sichts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns: du hasts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen_turzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Bater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doc endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zus friedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen voll Dankes und voll Lobes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Mel. Bertrauen auf Gott. Mel. Auf schicke dich 379 G s herrscht ein Gott, der schüßt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wenn dir gebricht, was öfters lüstet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Enge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen, Sein sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 285 Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, kbmm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Was Gott thut, das ist 380 ot, bir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen be gegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten. 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wähleſt stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feſte. daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde dieſe Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie vergessen, so höre, was er mals muthlos finden. Dann spricht: sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 286 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lan de sichrer Freuden. et mitte 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freudenthränen, Chrift! Und könnt sie es vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemü the verlaß auf ihn dich fest; weil seine Vatertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chrift, wann dich begegnen kann, bricht einſt der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? Trübsal krän fet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lentet, ist auch von dir nicht fern. Mel. Wer nur den lieben Gott Erwach aus deinem Schlum: 382 Mein Hort ist Gott! Ihn mer, zu Gott erhebe dich; er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? laß ich walten; ich hoff auf ihn: er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Sei froh: dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: der Herr erbarmt 3. Der Herr erzieht hier sich nicht, der Herr hat mein seine Kinder zur Ewigkeit mit Vertrauen auf Gott. mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und je den Zweifel überwiegt! 5. dh harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benutze selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! und freu in meinem Amt 5. Daß ich gewissenhaft und Stande sei und meine schlussestärke mich, und dann Pflicht erfülle: zu dem Entvertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. Mel. Kommt her zu mir 383 G Erfülle redlich 384 Sollt ich meinem deine Pflicht und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Frenden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Brüfungen und Leiden. 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret; sollte der verlafsen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht: was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchste, forgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig for get Gott für mich! hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Gutschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jebt kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht der nahen Aerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leite Gott. denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Vater, bet ich lindlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit jehn. Mel. Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du will ich vertrauen. doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur da zu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Sollt er ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Bracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunst zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein: es gescheh dein Wille. Mel. In allen meinen Thaten 387 Was soll ich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegengehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizuſtehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu verN trauen, 290 Pflichten gegen Gott. trauen, das, Herr, ist meine sehe und es nicht ganz ver Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du verfäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den 388 Was zagſt du? Mel. Was Gott thut, das ist zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen stehe, was du mit mir ge than, kann ich doch deß mich trösten; du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From: men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er eilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht Die in dein Gemüth. Bitte, die du thateſt, ver nahm er, eh du bateſt. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Prei fe. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Vertrauen der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst Jesu Blüt sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die From men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. auf Gott. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff auf dich. Du lässest mich bald deine Hülte schauen. Dir, dir will ich vertrauen. 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten. 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld Er leitet Was zagen gut, wir haben Muth; es N Gles 2 mag Mel. Was Gott thut, das ist 389 Sin Gott regiert! wird bleiben. 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen: wir Freudenstunden, er weiß werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so megs uns übel gehen: wir werdens überstehen! wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns verfehn, und lässet uns viel Guts geschehn. In eigener Melodie. 390 Wer er nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf kei nen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnaden wille, wie sein Allwissenheit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und feget Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur ge treu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott jest, den verläßt er nicht. Gebet. ver was uns fehlt. 4. Or fennt die rechten 391 ABott reich Gebet. reich mir die Gnaden hände, daß ich die Bil grimschaft des Lebens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal: so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht; und wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth: o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach, Gott verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glau293 ben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach, Gott, verlaß mich nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 392 Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz be= gehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er lässet, was dir nüßt, geschehhen, ist, dir zu helfen, niemals fern; er thut, so du nurzu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir ges beut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Jst des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein, und N 3 Pflichten gegen Gott. 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft 4. Jch bin ja, Herr, in zur Dämpfung jeder Lei denschaft. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr: ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 6. Was kann züm Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr er quicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meinen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zu erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen In eigener Melodie. 393 h komme vor fann. ch dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterkeit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mä: Gebet. 295 mäßig in Genuß, so laß Herz, Gott ist ein Geist. mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was Er nicht wünscht, entehret Gott: Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß der mit seinem theuren Blut, uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir zn deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zy! NI 7. Bet 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 01 Comm betend oft und mit Ver gnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt rei ner Seelen: Gott sieht aufs 296 Pflichten gegen Gott. 7. Bet oft; Gott wohnt mit Dankbegier im höhern an jeder Stätte, an keiner Leben dienen! Es darf mein minder oder mehr; denk Geist, wie schwach er heißt, nicht: wenn ich mit Vielen sich aus dem Staube schwinbete, so find ich eh'r bei Gott gen und betend zu dir drinGehör. Ist, was du wün- gen. schest, recht und gut, so jei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffent: lich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Sei nen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der ver: einten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men schen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe iſt. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prü fen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erfalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und kindlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ge gen Brüder, so flich ich bekend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehler volles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Mel. Was Gott thut, das ist 395 Welch hohes Vor Ich fleh zu dir: verzeihe mir! recht schenkst du mir, o du, dem Sera: phinen mit Ehrfurcht und und du willst gern verzeihen und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Gebet. 297 6. Wenn Kummer mich nem Gott. Dieß kann mir zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht und edle Freunde fehlen, so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seiz nem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillem zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und. stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott. erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich: der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die sem kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ent decket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 7. Jn stillen Stunden denk ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich angetrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! und kann ich nicht mit 3uversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein ein bester Trost in diesem Le ben ist ein Gebet zu mei 298 Pflichten gegen Gott. 6. Ruf ich ihn an bei Wahn, was mir gebricht, dem Geschäfte des Standes, das müssest du gewähren; den er mir verlich, so sleh nicht, Wunder von dir zu ich nie umsonst um Kräfte; erflehn; nicht, andern Pflichder Gott der Stärke gibt ten su entgehn; nicht, träge mir sie. Er gibt aus väter- dich zum Segen durch Bitlicher Huld mir Segen, ten zu bewegen. Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott: er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 mie fanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren: nicht mit dem 3. Nein, guter Bater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dant, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, 310 kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt vertausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Vaterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wenn böfe Gebet. 299 böse Lust in mir sich regt, mir widerfährt, von dir, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau: dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 6. Wünsch ich bei kummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden, so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick ich, Gott, zu dir hins auf und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vie les Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen. Mel. Wer nur den lieben Gott u dir, o Gott, 398 3" das er er: heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich bekannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er messen, welch Heil von dir 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 kind Pflichten gegen Gott. 300 kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh und Heiterfeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen 399 Bott, beine Güte reicht so weit, soweit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! sei 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. thum, 400 Nicht um Reichum Chre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesizer wäre: ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß erflehet sich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Gaben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Aügütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein tindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deis ner Liebe stehen und dir, Vater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, Gebet. 301 Ja, um deiner Liebe willen 6. Wenn wir auf dem wirst du, was ich bat, verleihn. Pfad der Tugend straucheln, sovergibunsSchuldund Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gefränket hat. Das Gebet des Herrn. In eigener Melodie. 401 Bater, den uns Jesus offen baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, daß Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden, wie in je nem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewig treuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäße; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 7. Schüße uns in der Bersuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelstrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre und dein Tempel ist die Ewigfeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott ihr Christen 402& s freu der Fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sehe stets auf dich! sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines N 7 Gei 302 Pflichten Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft pon dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volt, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei nen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! gegen Gott. ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreichen soll: Herr, mache feiner Tage viel und jeden segensvoll! Allgemeine Fürbitte. 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner 403 hen beten wir, Mel. Wo Gott zum Haus alle Men= Kirche Schuß und Zier, ein edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und fein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 2. Dir tönet unser Lobgesang: wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle, alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite fie auf ebner Bahn; es sei zu deinem Dank. 303 nem Preis und Ruhm ein 2. Wenn Angst und Noth jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlig jehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie erfreun. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröfte sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir, dir, unser aller Vater, dir. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz.. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Here, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. Dank. Mel. Lobt Gott ihr Christen 8. Herr, für die Leiden 404 Du bists, bem dank ich dir, dadurch du Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in 304 Pflichten gegen Gott. in jeder Creatur, Gott, Herrn. Du hörst der Mendeine Freundlichkeit. schen Flehn und du errettest gern. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns, nach kurzer Brüfungszeit, zu ewgem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht ich Nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Mel. Nun dantet alle Gott 405 Durch dich Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Mutter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. großer Gott, durch dich bin ich vorhan den; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts: wenn du gebeutst, stets da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, die Himmel predi. gen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil kommt von dem 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Göt Dank. Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter: wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe wider streben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neße ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Nein, Unrecht trachten? Herr, wenn du mich.ehrst, mag mich die Welt ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wan del stets dir wohlgefällig fei! 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Reiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben, demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben allet nieder! faltet Gottes Hoheit an! men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns Mel. Sollt ich meinen Gott 407 Alles hast du mir gegeben, 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zumt 406 Dasein war, Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. Pflichten gegen Gott. 306 für mein Dasein und für In eigener Melodie. mich. In den Jahren mei 408 et he, Breis ner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entz ziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lentst, wie du mein Geschickt regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch künstig mir Segen, Trost und Heil von dir. und Ruhm, ihr Jubelchöre! jauchzt, Bejeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er= schafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinder! Kinder heißt er uns, uns Sünder: er ist Vater seiner Welt! 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zengen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern jaget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 6. Naht Dank. 307 merdar! 6. Naht euch zu ihm, und gut. Lob sei ihm imseine Kinder! Bittert nicht seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr; die Lieb ist er! Dentt den göttlichen Gedanken, fühlt ne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Chre, Breis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Brin get Ruhm, ihr Erdensöhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. 409 ¹ un danket Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von unfrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns, bei unferm Les ben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 Auf, Chriſten, und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, un serm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er strent auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser. Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm 308 Pflichten gegen Gott. ihm Preis und Dank für was dir gefällt, was nüßet, feine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Mel. Nun danfet Alle Gott 411 Der du von Jus Kindheit an gelehrt. mit Huld und Batergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend: sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Schäße tund. 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du vonJugend auf, mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wanfen: o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. Lob Gottes. 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelerMel. Mein Gott das Herz net, zu der das Laster führt. 412 Bon allen HimLeicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! meln dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh man sie sieht. 2. Du brauchst zwar unfers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit: dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer 5. Was gut und edel ist, sich Lob Gottes. sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melodie. err Gott, dich 309 sie preisen ewig dich, o Herr Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fizest du; mit Macht und Güte herrschest du. Du, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsere Missethat, im Grabe läsfest du du 413 Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewige keit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die gan= ze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich! dich, Sohn! dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unfer Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heiligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es be 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barm- für mich von seinem Seherzigkeit. Die Erd erfüll, gen? Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem- tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 414 rtöne, feiernder Gefang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Zelf, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In eigener Melodie. mir nicht alle Wälder, alle 415 Lobet den Herz reich ren, mächtigen Lob Gottes. 311 er uns huldreich begegnet! tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige kann, wie uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran: stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und verderben und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nähe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schentet, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübjal es tränket! 4. Lobet den Herren der große Barmherzigkeit übet, der wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch uit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe bescheret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar geseg net! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was Mel. Allein Gott in der Höh 416 ob Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost er füllt, dem Gott der allen Jammer stillt! Gebt unferm Gott die Ehre! 2. Gs danket dir des Himmels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Güte 312. Pflichten gegen Gott. Güte walten. In seinem Namen nennt, gebt unserm ganzen Königreich ist Alles Gott die Ehre! Ihr, die recht, ist Alles gleich. Gebt ihr Gottes Macht erkennt, unserm Gott die Ehre! gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth; ach, Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Volk geschieden: er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der In eigener Melodie. Herr, durchs Feuer und 417 Preis und Anbe Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an: der Allerbarmer neiget zu. unserm Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! tung sei un saam Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren: einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören; Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder; singt zu ſeinem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollteGott nicht von Herzen lieben? 3. Zwar kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von fei Lob Gottes. seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht ind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Seligfeit ists, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. Mel. Jesu, meines Lebens 418 Schöpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Ginne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Günden mein verführtes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt.. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so trenlich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ewge Pflichten gegen Gott. 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserkornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dant dafür. Met. Wer nur den lieben Gott 419 D könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank be weisen, den dieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freat! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 3.3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben und lässest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübjal her: doch siehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! 6. Wie soll ich nun nicht voller Frenden beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tief sten Seiden nicht freudig trauend auf dich sehn? Ja; tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein: so stimmn ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in selger Lob Gottes.ne 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über In voriger Melodie. 420 Gott, den alle meine Fassung weit geht, Wesen ehren, Schöpfer, deine Herrlichkeit. ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weißheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlfein schenkt; du bist es, der die Erde fleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth ichafft. 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt; der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deiner Macht. 4. u gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Echöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Her zens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 Was ich nur Gu tes habe, ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besize, wodurch ich Andern nüße gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine 02 Huld 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Trene, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun er heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor gezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt: dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und jedes Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheb lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham beren und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthumt flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte ausstolzem Wahn den Mangel mei422 Wie leicht ver ner kräfte: so lehre mich In eigener Melodie. ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth. 317 und doch nicht ganz mich Trag ich der Tugend Bürde wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendünfel frei, fie recht zu würdigen stets sorgsam sei! aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennus, und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, gejält! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl; und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. Olehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wahren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten 423 Gib, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein! Wer fann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, ge= denke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sies verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre: weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Sträfte im Heiligungsge schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. D3 8. Sollt Pflichten gegen uns selbst. 318 8. Sollt ich mich deß er heben, was da mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. Mel. O Gott, du frommer Gott err, 424 gibst, von den ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdien tes Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Ulebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch ster, nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, be size; bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigteit mich mehr, als Andre, segnet; gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich befiz, ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! 425 W Mel. Wer nur den lieben Gott er bin ich? Welche wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit jage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch wie ich soll zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du Demuth. 319 4. Du kennest meines Her- frei von Wahn und Selbstzens Tiefen, die mir selbst betrug! unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo Selbstliebe. gleich gesinnt? Befreie mich Mel. Gott, du frommer Gott vom falschen Wahn, der auch 426 Dein Wille ists, den ich soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu ſein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grängen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder EigenUnd wenn zu meinem Glück nuz beherrsche meine Seele! ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich ſelbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg er wählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schim04 mer! 320 Pflichten gegen uns selbst. mer! Der Erde Reiz ent- vor dir bestehn? Wer in dein flieht ja doch im Tod auf Reich wünscht einzugehn, immer. Was hilft uns muß reines Herzens werden. kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns ſelig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlett Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Je sum Christum zeiget. 7. O selig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst vollkommne Seligkeit! 3. Du rufest uns zur Heiligung: drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 8. Dieß sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427 Nach meiner Seele laß, und Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Heis Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Sie ier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Jrrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung sei! 3. Mein Vorsaß ist: Ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Nebe bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaub oft klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Brüfung Ständ. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, tann ich bestehn, follt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav der La05 ster 322 Pflichten gegen uns selbst. fter ist! Ich will nicht zagen. und doch nie sich stolz er: Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! heben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. Mel. Fren dich sehr, o meine 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das 429 Lehre mich, Herr, Herz beschwert; fern sich halbedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unfre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuver: sicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam arauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, da nách trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben von der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald.verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten: nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn: gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn chren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nách dem ewgen Vaterland rich ten und sich hier- bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Dieſe Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be stes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit fommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! In eigener Melodie. 430 Mache dich, mein Geist, wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Zeit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sich, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet fin den. 323 du, wenn du sorglos walleft, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nete stellen. 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestrei: ten. Gott läßt zu, daß auch 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luſt erwacht, schimpflich besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verl iht Festigkeit dir durch) sein: Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, beten, fle= hea, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es Mel. Alle Menschen müssen sterben däucht, daß er sicher stehe 431 11ufer Wandel iſt auf der im Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet 06 mich. 324 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, wenäher, immer näher zu. nig Schritte noch und geWort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! ren 2. Haltets fest, ihr theus Brüder, haltets feſt, dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Mel. Wer nur den lieben Gott Muthig blicket hin zum 432 Des Leibes wars Biele. Biele schon ergriffens, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 3. Nur, wie fromme Pil. ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beslissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch entgegen: Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 2. Sollt ich mit Vorsat das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schäzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch 3. Jhn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn mir es sein? voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des Zie 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die doch werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Jst nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 nicht der Erde größtes Gut ben, laß, Höchster, meine Gesundheit und ein heitrer Weisheit sein! Sie ist ein Muth? Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was mei: nes Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte die ser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Rene und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab: er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, Mel. Wer nur den lieben Gott 433 Der Wollust Reiz wird nicht von dir, o Gott, zu 07 6. Den 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lei bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. 326 Pflichten gegen 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüste freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn und keusch zu sein mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Allgegen wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat! Mel. In allen meinen Thaten 434 mas ist mein zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. uns selbst. 4. Mir selbst es zu verfürzen, mich in den Tod 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künftgen Aerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben: dir soll ichs wiedergeben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krantheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängsilich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienſt erge ben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu hanMel. Wer nur den lieben Gott deln strebe, je größer wird 435 Wie mannichfal mein tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, jo viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du segnest Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine vä- durch Trunk zu früh ins terliche Milde und Allmacht Grab gestreckt, von Gott zur jedes Jahr erneut, damit Rechenschaft gefodert, mit der Mensch, von Sorgen Schmach im Grabe noch befrei, sich sättige und dank deckt. Gott, laß mich ja bar sei. dieß Lafter scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinu, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und nichts von meinemlleberflusse durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi= 5. Mit Speis und Trant den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krantheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewis jens Geligkeit: sezt zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. 8. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mein Herz auf dich, den Geber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquictung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du haft uns Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt: für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deme Ordnung, Herr, laß willig mich bequemten und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß benet: wohlauf, du haſt mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Be Pflichten gegen uns selbst. 328 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungsforgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang jegne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward 437 3 das Leben vom das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freude zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geichäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleich tert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit, 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Gus ten werden; du gabst der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen, dann spricht uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich reifen Saaten mit reichen Früchten stehn; wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen; wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns kommen das 438 Gott ifts, der schafft, das Gute zu voll: bringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Erden Arbeitsamkeit und Berufstreue. 329 vom mit mil- Mel. Allein Gott in der Höh der Hand so viel beim Fleiß 439 Useiner Gegens in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schutz bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit jehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müssiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüßlich sei und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von meinem Flein in jene Welt mir folge! hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weißheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weiſe in das Land und segncest ihr Bemühen; du du bifts, der Jedem Kraft gibst dem Geiste Thätigkeit; verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güte deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wirtungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weif uns brauchen unsre Zeit nach un 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kräften! Hilf dein milder Segen. Nicht nüßlich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermöhelfen kann zu seinem bes gen; du gabst es mir zum fern Glücke! wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für Alle Vàter bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfrent, verbreitest. deinen Segen; du rufft: zum Segnen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Chrifto nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nügt und dir gefällt, da mit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ist 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintanzuseßen, was meiner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Gei: stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich dich kann Mel. Es ist das Heil uns err, laß mich 440 och gewissen: Hab ich nur, Höchſter, deine Huld, bin ich voll Glaubens und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Arbeitsamkeit und Berufstreue. 331 Nichts am Tage des Ge- 3. Ein Gut, das unsern richts. Da schüßt er feinen Geist wahrhaftig soll beSünder. glücken, darf nicht vergäng lich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, jein Herz bleibt freudenleer. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr. zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schap auf Erden! Sonst Alles ,. nur nicht dieß, kann mix entrissen werden. Dieß Mel. O Gott, du frommer Gett bleibt im Tod auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdschen lenfen; daß ſelbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reich sten Segen ärndte. 441 Saß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden jo meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besiß nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich 442 Ite Mensch auf Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. Erden: ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer mache 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Gei stes Kraft zu ewgen Gütern hin. 332 mache sich Beschwerden, wie Mel. Wenn mich die Sünden er den Mammon finden will! 443 Laß, Herr, nach als eitlen mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! Pflichten gegen uns selbst. Gott bejcheert, dem ist der größte Schaß gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei groBen Güteru; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besigt, hat einen Schap, der Niemand nüßt. Er 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. hatz und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut: mehr, 3. Nicht in Besiß von Schäßen und Gütern dieals sich selbst, liebt er dieser Zeit laß meinen Ruhm Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. mich sehen; sie sind doch Eitelkeit; sie sind doch nur des Thoren Glück, verlasſen uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reich-, ste bin. 4. Nicht Stand und äuüre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jefu Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 ju Beispiel üben, daß sei ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit erschuf? 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigkeit; und, Herr, dein Beifall lohnet mich mit Zufrieden heit. 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse meinem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmensch! 6. Um wenig Vortheil 444 Wohl den, der wird er schon aus dir mit beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 2. Wahr ist es, Gott ver: wehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit fie zu nügen. Sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb ſein. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten: ist die 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz. entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, di habst sie wohl= bedacht, 334 bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu spres chen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du fchweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Best der Welt. Pflichten gegen 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen Taffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. uns selbst. 2. Du schenttest mir Ver: stand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 Du gabst mir, Ewger, die fes Leben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Frende soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wol luft, Ehr und Gold nicht trachten, wonach der Mensch ſo lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und war es auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterrichtsei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 7. Wohl mir, wenn ich Nimm mit erkenntlichem es muthig wage, der gro- Gemüth der nahen Stunde Ben Hoffnung werth zu wahr: sie flieht! sein und diese kurzen lebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Seiten und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Netze stellt, wenn ich o se liger Gewinn!- als Sieger dort gekrönet bin! 9. gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. - Met. Wer nur den lieben Gott 446 seilt der lepte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage fleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen: ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich Nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil er= 336 Pflichten gegen uns selbst. erwähle, so huldvoll mir noch seine Jahre, eh er des Lediesen Tag. Was ist doch bens Werth versteht; er naeine Stunde werth, die deine het früher sich der Bahre, Güte mir gewährt! als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das ungenüßt vorüberfährt? 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt und einst im Glauben ſagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Mel. Wer nur den lieben Gott 447 Wo eilt ihr hin, Wiß, ein Verlust, der ewig reut, edlen Zeit. stunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Bilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 4. Menjch, sei ein Mensch! Fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nachzustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib be gräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß fei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gottschenfet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg ihn auf die Wage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel. Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 448 Blick hin in die vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelfeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für je des Leiden, daß er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Dent an die hingefloßnen Stunden, die der Alliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Neue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein 337 Glück; fo werden Fehler, die dich reun, selbft Mittel dir zur Weisheit sein. 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Saamen außzu= streun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Aerndte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh in das Vergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt.: Genügsamkeit und Zufriedenheit. mel. Wie groß ist des Allmächt. 449 Du flagst und fühlest Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst: du strebest glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nieschenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther P iſt Pflichten gegen uns sebst. 338 ist Tugend und Genügsam feit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht haft. Ein je: der Stand hat seinen Frie den, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich iſt. asad 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 450 nicht, ntebre ntehre mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterfeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet und deinem Nächsten fromint, als du? wenn er dich nährt, regiert und schüBet, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in beneide hohen Würden; nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward tein Ueberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, ent behret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestre Genügsamkeit und Zufriedenheit. bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vers traun, dich lieben müss ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 451 Ich nem Gott zu frieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freudensonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 452 Scheint mir freus denleer das 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stres ben, reich zu sein, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Bernt ich mäßiger bes gehren, mäßiger im Wünschen sein, jegt genießen, lich würd ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht zufriedenheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterhand; nicht, wie wirs zu wünschen pflegen: nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen: auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zu friedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still B2 und kind Pflichten gegen uns selbst. 340 findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf emge Freuden stärke dann mich auch im Leiden, nenadfosp die Streben nach Herzensund Gewissensruhe. In eigener Melodie. 453 Nicht auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Nicht Alle, die zu Christo sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu sein. Drum fuchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein, 4. Es ist und bleibt, wies immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schrek ken und Gefahren: du kannſt nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. In eigener Melodie. 454 Befiß ich nur ein Ge wissen, so ist für mich, wenn Andere zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, ich sein Kind und Erbe bin! daß 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Luft der Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann größer ſein? des 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müſsen; was kann alsdann dir deinen Tod verfüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ists; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 833 9. Was gibt mir Muth, wodie Güter nach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhim bei Gott. 11. Im Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme spre chen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nuv danket Alle Gott so 455 Du, der jo gern beglückt, Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Va=" terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir o Gott, gefällt! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu P 3 ſein 342 ſein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3. Wie jelig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Jhr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueberdruß. 4. D gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! Pflichten gegen uns selbst. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht töd ten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, erfeßt Zufriedenheit; der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröh lichkeit sei niemals ganz vers loren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Luft der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich, mein Geist 456 Viele iele Freuden streust du hin auf den Weg des Lebens, Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem Nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Wei sen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 getren, in den Taumel sintfen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge nießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlieBen. Deine Hand gab Ver. stand, Triebe zu beschrän ken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, ge gen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie Mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wante! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräf te; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir unMel. Gott des Himmels und der 457 Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nützlichen Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur be= ruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände: Hoffnung B4 flieht 344 Pflichten gegen flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 458 Daß aß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. uns selbst. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. bogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden feiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Mel. Was mein Gott will Himmel zeugt von ſeinem 459 Gott, immer groß an Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vater Geduld und Gelassenheit im Leiden. 345 Vaterhuld, vermehre meine mer Dulder, hier im GlauLeiden, vergeß oft des Berufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen beim Mangel froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. ben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach dieser Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut! 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, be: kämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh, umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht; du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, fann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, be stehen. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ists, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränfet. Gott ist Vater mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Brüfungszeit wirst du fro herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom Mel. Sesus, meine Zuversicht 460 Se deine Thrä- von oben her wird dann nenfaat, from: Trost ins Herz gegossen und 35 Dor 346 Pflichten gegen uns selbst.o vor dem verklärten Blick Sünde Lockung scheun? schwebt des Himmels ewges Wird nicht, wenn nie ein Glück. Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. 4. Was predigt ftärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt! Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wohltätig find schüßt, dann lernst du freuvertraun nur auf seine Hülfe baun. der Erde Leis den. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum bulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künstge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 7. Gott will, wie gute. Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträffich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Le ben der Unsterblichkeit. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle Geduld und Gelassenheit im Leiden. 347 des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede ſein. Mel. In allen meinen Thaten 462 hab in guten Jedh Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelaſſen 463 Vel. mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Allgegenwärtiger, ich J'n Trübsal, 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jept hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf MA Christ, sei unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater als ler Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu dei ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erstickt der. Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. V6 5. Auch Pflichten gegen uns selbst. 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertrauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 7. Zwar stört das Kreuz oft deine Ruh; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, steht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Raft, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verLassen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jeju, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu! 464 Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schul dig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessent. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, er: dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Christen Leiden? 5. Ist Geduld und Gelassenheit im Leiden. 349 5. Ist deren Qual, die bis hierher! zu dem Meere? deinen Rath verachtet, nach Ist er nicht auch dein Helfer Gottesfurcht und Glauben und Berather, dein bester nie getrachtet, und die nun Vater? büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? d 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jegt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott 9. Wenn ich nur nicht 465 Groß ist der Herr! mein Elend Die de, wenn ich als Christ gelafsen leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn hinaus herrscht sein Gesetz; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 7 3. Was 350 od Pflichten gegen uns selbst. 3. Was dich auch drückt, Mel. Wann mein Stündlein mein Herz, er rettet! Ber: 466 Wir trocknen un traun ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Verjage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertrane Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Le bens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank: zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist mun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher zur Felsenlast. Zagend Herz, heiße Tag; sie gingen vor, besieg den Schmerz! Drückt wir kommen nach. Wir wol- die Bürde gleich den Schwalen nicht verzagen! chen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht verzagen! Mel. Jesu, meine Freude 467 Chrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sor gen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du, wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie. mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlmachen. 3. Bürden abzunehmen, dazu dient kein Grämen; Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die 4. Du führst Christi Namen: treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der ſteht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohlmachen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoffnung kachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben, bleib, ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigener Melodie. 468 Gollt es gleich scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch im Sturm und Pflichten gegen uns selbst.ds 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 3n eigener Melodie. 4. Kann ich, ist die Noth 469 Warum follt ich) am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater lebet noch. 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beffre Leben. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide; leb mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Balme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. 5. Gott Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 5. Gott hat mich bei gus Hirt, Christus, wird mich ten Tagen oft ergößt; sollt ohn Ende laben. ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt; sie enthält Güter, die verschwinden. 11. Herr, utein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. In eigener Melodie. 470 Was Gott that, ist wohlgethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt mein Gott, der in der Noth ihm kindlich stille. Er ist mich wohl weiß zu erhal ten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen: er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld: er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 10. Sind nicht dieses Le bens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben; da mein ich mir selbst nicht helfen kann 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn Pflichten gegen uns selbst. 354 kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es fommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil mich gulegt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmer: zen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, und Elend treiben: wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nie verlaſsen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, be fehl ich meine Seel in meinen lépten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein Leben der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit: hier wohn ich noch in einer Welt, die In eigener Melodie. 471 Was mein Gott fein vollkommnes Glüct enthält. will, gescheh allzeit! Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege sieh fröhmeines Herzens Trost und lich hin zur Ewigkeit; da Theil; und stehst, nach dei- wirst du, frei von aller ner Vatertreu, mir stets Pein, ganz selig, ganz zumit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Nothvertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer des sen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem lebungsstand; denn bliebst du frei von allen Leiden, deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth jo fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht! Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege: hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem In eigener Melodie. 473 D Herr, mein Gott, den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein! 2. Du, du regierst, mit Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil 356 Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. Pflichten gegen uns selbst. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du nir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? Mel. In allen meinen Thaten 474 Was ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Gr den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott: so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, bo Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Ch ich mich selbft noch kann= 475 Wenn gleich aus te, eh 916 Mel. Schon ist der Tag von Gott war er mir schon mit Hülse ternacht Gewitter um mich nah.m bligen, so zag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 ten, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! mein Vater wacht, er wacht und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlasſen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergeſſe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe flichen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben: wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schane den. do 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: Wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deionen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist mein GeMel. In allen meinen Chaten 476 i mich, Gott, hienie den des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft, zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 358 Pflichten gegen den Nächsten. Gewinn. Muß gleich mein herzlich sollen wir uns einan Leib verwesen, wird doch der lieben; wohlthun, Elend mein Geist genesen; er eilt mindern hier, Keinen je bezu seinem Schöpfer hin. trüben. 8. O drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tieffte ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch nie mals unglückselig sein. Allgemeine Menschenliebe. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich Mel. Schwing dich auf 477 Heilig, heilig ist euch verfüifien. Alle, alle leben wir, um zu beglücken; und ihr seid nur den drücken. theurer mir, wenn euch Leidas Band, daß die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mir seine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle! 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freund lichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mic sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 6. Immer will ich, wie ich kaun, sie euch helfen tragen; kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücten, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er quicken. Mel. Allgemeine Menschenliebe. Mel. Jesus, meine Zuversicht 478 Allen Christen und auch mir hat der Herr dieß vorge schrieben: Euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig ſei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Ei= ner Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält; alle 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt, Eines Leibes Glieder, die 8. Diesem großen Mensein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beß res Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. schenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! 4. Und wir sollten uns einentzwein? lieblos uns ander hassen? Uns, zu uns rer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ansehn, Reich thum, hoher Stand, Leibesfräfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 359 dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu wer den; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, 360 Pflichten gegen den Nächsten. blickt, kehrte Freud und Liebe dringet, ärndtet dauHoffnung wieder, und die ernden Gewinn. Menschheit ward erquickt. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestrent, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. Dide 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich erbarme, fich mein Gott von mir! Ohne. Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn: sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. 5. Ob mich auch mein Nächster träntet: Jesus, denk ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn da hin; wen das Herz zur Mel. Gott, du frommer Gott 480 Gib mir, o Gott, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Allgemeine Menschenliebe. 361 mühn. voll 4. Ein Trunt, mit dem Kraft und segne mein Bemein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Mel. Wer nur den lieben Gott Aus Schmähsucht kränke nie 481 Vereinigt laßt uns Gutes wirken, mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Berdienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück er freun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wanki, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verfehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich: sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men'schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. O Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch Unly,-Bibl. Glessen 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aerndte den Samen für die Ewigteit. O laßt uns diesen Sa' men streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Auf, Christenmensch! Jemand spricht: ich liebe Gott und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern; denn wir find alle Brüder. Gott Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 482 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch sei nes Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver sühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Jch aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, daß dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billigfeit. Mel. Kommt her zu mir 483 Du liebst, o Gott Gerechtigkeit und strafest den, der sie ent weiht, am Nächsten Unrecht übet. Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles Anſehn der Person, nach sei 484 Richte nicht mit nen 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmernis beschwere! 363 Mel. Gott des Himmels und der Erde. 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die ticfern Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch kränten, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem Ver 364 Pflichten gegen den Nächsten. Vergehen meide mit Be- du gütigster Berather in scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterfeit! Menschen sind einzig deine Gaben; freundlich decke du deines du bists, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquickt. 7. Mit dem reinsten Her zen biete ihm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 2. Du lässest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Bu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 8. Sehe nicht des Nächsten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich wil lig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Arg wohn hegt und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun be strebe, sowie mein Hei land that, der göttliche Er barmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet willen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich fic nur stillen kann! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man Mel. In allen meinen Thaten 485 Du, aller Men willig giebet, ein Opfer, Vater, 7. Laß Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 gütig forscht, obs ihm ge bricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohl thum übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch! er dieser Er den Güter hat und sieht den Nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 486 Wer 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten fehret; nicht dem Verleumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht, 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schuß den Nächsten unterstüzet, doch nur aus Stolz, aus Eigens nuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet nicht aus Gehorfam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, dem 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; deni Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig ſein? Mel. Gott im Himmel und Frommen beizustehn, der 487 Seid Barmherz nicht zig, Menschen, Q3 Hö 366 Pflichten gegen höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Noth ist, Heil und 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder: allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen, so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, feids, wie er! Gcbt den Dürftigen und Armen: was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ge ben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! den Nächsten. Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. Mel. Befiehl du deine Wege 488 nach frommer Eintracht streben, mit Allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. lingen, der seinen Nächsten Doch dem nur kanns geliebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder kränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwist er regen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Uebereilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Witz be sigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhißt. Er freut sich ihrer Freuden, tropt und erbittert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Zorn entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch eigne Rache verwerflich sten Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit sein. 6. Mich selbst zu überwinden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst felig sein und mich in engem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 489 Mel. Herzliebster Jesu! err, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heil test selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Broben. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwerweiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu faffen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Nachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden laffen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen; so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu! 3. Ach, glich ich dir, 490 Herr, mein Verz o Heiland! bekenne, daß ich noch oft von schnellem föhner, du littest und noch zur für mich Q4 368 zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! Pflichten gegen den Nächsten. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du fegnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. noch so bitter kränken, an dich nur denken! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Fürcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren; o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann schen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! 6. So heilige denn mei- Mel. Christus, der ist mein Leben ner Seele Triebe, mein Heiz wahren Liebe, daß nie die unglückselge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht über: sehen, und sollten sie mich 491 Nie will ich wie der wenn mir mein Haffer flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 369 beten und Gott vertraun: Gott schüßt! ich segnen: dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth er- Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder ichelten, da er nicht wieder nicht vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir er sann; auch die will ich bez streiten, die er nicht wissen fann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen: wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu erz müden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu un tertreten, ihn Güte mehr erhißt, so will ich für ihn Mel. Alle Menschen müssen sterben danach 492 Laß mich, Höchstreben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. 2. Ändern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu sein und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Dr ten mich in Werken und in Warten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglückselges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Nedlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der VerQ5 leum 370 leumder Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fet! Pflichten gegen den Nächsten. 5. Daß du, Herr, an err, an je- dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit ſei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, mich nie zusagen brechen, die ich einmal gedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen Hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch Mel. Befiehl du deine Wege 493 der richtig wandelt, der als ein Wahr heitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit blos heueft nie Kreu und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen Hasset, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verleget, weil er an je dem Ort es sich vor Augen sebet: Gott merkt auf jedes Wort! stwiss verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäh sucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für Andrer Woh!, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß nich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt und Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind, Mel. Allein Gott in der Höb 494 blickt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. O, was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, im Freunde, Brüder; Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Trene Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jedes Land und wohn au jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen lettes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laſter. Mel. Werde munter, mein gäbe Welt Gewinn des Herzens innern Frie: 495 wir erscheinen, den hin? Hinweg mit Trug und Lügen! ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wirs meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine Q6 Huld 372 Huld verleiht, werde, dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Schwing dich auf 496 Redlichkeit! mit dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln: sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben. 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeu= gen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gotf, die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höchster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eitlen Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht Redliche zu drükken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen- Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermissen! 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer, Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarnten 497 Pon dir, de Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wan Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Wandel rein und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, dei: ne Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich jollte redlich mich bemühn, auch hinzuBescheidenheit. jichn; und leuchtet ihnen 498 Velt gerufen, Mel. Wer nur den lieben Gott on dir in fehlt stets mein Licht, so mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorglos bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa chen gern berückt und listig in sein Netz verstrickt. 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vas ter, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre Hhaben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 07 dir 374 dir Nichts zuvor und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und ſeliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren; wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbeh ren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an: wie Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499 ntfernet euch un= selge Spötter! Ihr zittert, wo Ser Fromme glaubt; mein Herz hat einen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich. nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben schau ich ihn einst im Himmel an. arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt ener Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztent Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Jhr Glückseligkeit wahrer Christen. 375 4. Jhr seid dahin. Des Andre ängstlich zagen, nichts Christen Größe geht auf, Schreckliches in der Natur. besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Christen Seele reich. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 5. Ein Blick in meine Zukunst treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Er den bleibet, ist sich des Him mels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Die legte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! mein Geist erblickt sein Vaterland. 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben und dann die innre Bein, mich selber zu verflagen, in meinem Buſen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Gin ruhig di Mel. In allen meinen Thaten 500 in ruhiges Gez Herz, dieß größte Gut. wissen laß, 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Er Glückseligkeit wahrer Christen. 376 Erlösten, darf ich mich dei ner trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein! Lästerzungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon sich rein und flicht auch sorgGott sam bösen Schein. wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverMel. Schon ist der Tag von Gott leht Gewissen, des Lebens 501 welch ein un allerbesten Theil, zu haben schäßbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses Hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgejöhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu entweihn; das sei mein größ ter Eifer! wall 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genng auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsaß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost ge nießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. Olaß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werten laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts dammlich an mir sei! ver2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Glückseligkeit wahrer Christen. 377 mer dich durch Jesum den schwersten Kampf geChrist, Allwissender, zum stritten. Gib, wenn ich erTroste. mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, tämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 502 Vom Geräusch der Welt ge schieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freuz de Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verz schwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens kurze Leiden, wenn jie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblik fen, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen: deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter feiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tau sendfaches Leid gelitten und Mel. Wer nur den lieben Gott 503 Wenn ich ein gut be, so hab ich große Geligfeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigteit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! 5. Die Glückseligkeit wahrer Christen. 378 5. Die Freudigkeit in mei nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet, eil ich der legten Stunde zu; dem Leibe, der nach Rast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele, darum sei be flissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder verbreitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lästert, sie nicht kränkt, nicht stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben chret, hält, was er schwöret: 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben gemüßt zu haben; Mel. Herzliebster Jesu! en wird, 504 We gott, die danken, feuich auch lebet; 1931111 7. Wer, züchtig in Gewer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott ,, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzemkampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlösten thes sind auf Erden in nach dieses Lebens kurzem Rampfe trösten; den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen Mel. Mein ganzer Geist, Gott hier auf Erden. Doch wann ist der Herr vor aller Welt unsre Se in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! D laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 505 Wie groß Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? ligteit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst un ter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater land; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir Mel. Schon ist der Tag von Gott gleich hier müssen streiten 506 Wie heiter fließt zu uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe sei: ner Weide, Gntes Mu hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mor= Glückseligkeit wahrer Christen. Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich Welten gewinne? Vergäng= beschüßt, gewährst mir Al- lich ist jedes Vergnügen les, was mir nüßt, lenkst der Sinne, Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanket und bricht. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz: wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du, wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz 2. Die Natur streut Lust und Wonne Jedem in den Bilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihni pflegen die Auen sich schöner zu schmücken. Die irdischen Gaben sind Labsal ihm nur; drum beut sie ihm süßer die holde Natur. mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und keine Reu mich fränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Fren den! 380 5. Die Bahn der Tuz gend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Lieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. D wer wollte dieſe Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefften Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben Glückseligkeit wahrer Christen. laben ihn wieder sanft kühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit. 508 mein Glaub ist bens Rub und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es mei nem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehr zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich je ner Herrlichkeit mit Rüh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, uud Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir füße Pflicht, und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Ge duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge, Ruh.d 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf: so richteſt du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Hei ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dant 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dank sei dir, Jesu, Hoheit dieser Welt: das Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Belehrt dein Evangelium fest hüter, daß er furch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wankt und fällt; kein irdisch Es macht mich rühig; es Gut ist ihm ein Reiz zur erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit: drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Lagen mich erquickt. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mitGeduld. Mel. Wer nur den lieben Gott 509 Dem Wandrer gleich, der auf der Reife das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung forgend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht Seelenruh und findt sie nicht; wünscht den Besitz von Gottes Gnade, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn ver läßt; er zagt, jein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besitz der Güter, der Ehr und 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht; gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt, Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geist. Dit bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte Dritte Abtheilung. 383 Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin! 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hansgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen das, was er ſoll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siz des Segens weiht! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! 5. Ja denen, die dich findlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgfam deinen Leh 384 Gesinnung und Verhalten des Christen Lehren und traun auf dich was mit der Frömmigkeit und finden Ruh; sie finden besteht! Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 2. O selig, wen die Herzen, gefaßt auf Freud durch und Schmerzen, vereint Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 6. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß der Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen fann keine Freude fehlen, tein Segen der Zufriedenheit. THE STUNTS 4. Sie mildert Sorg und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vereinten Streben durchs kurze Bilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen danMel. Wer nur den lieben Gott kend vor ihm ſtehn, da, wo 512 Von dir, Gott, nicht Trennung sind Ehe Tod den Neuvereinten fer- Freuden, du, der du Mann ner droht. und Weib erschusst und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unſers Bundes Endzweck sein! Mel. In allen meinen Thaten 511felig, wer zufrieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauei und fest auf das nur bauet, Der Ehestand. 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden in besonderen Verbindungen. den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage: so mildre sie der andre ihm! Das Glück, deß sich der eine freut, schaff auch dem andern Heiterfeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unfrer Tugend unser Glück. Mel. Mein ganzer Geist 513 Der er Ehestand soll heilig sein Du, Schöpfer, settest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! Vater! dich 385 erhöhen, die in Chen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ihren Bund entweihn; laß treu sie, züchtig, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lenke, lenke, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppigkeit auf Freuden, die R man 386 Gesinnung und Verhalten des Christen man nie bereut, auf Freuden echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam der ott, 514 Schöpfer, Stifter heil ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, gleichgesinnt, Allem gottesfürchtig sind! 3. 2aß sie einander innig: lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und feusch in Wort und Werken sein! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen deinen Ruhm erhöhn und deinen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Last und Müh: so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott die tugendhaft sich hier geliebt, einander ewig wiedergibt. Mel. Mein ganzer Geist 515 on dir, du Gott Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschloffen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben in besonderen Verbindungen. leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. 516 Gott der EiMel. Mein Gott, das Herz teht hin! Der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch sei nes Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. 387 Zucht heran, ohn Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüßlich sein? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Laster fliehn! 5. Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben enschen weis 517 Menute der Herzen weisen, from= Pflanz in aller Kinmen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzieher stehn; selig, wenn sie R 2 im ziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er ziehn: welch ein wichtiges Bemühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne 388 Gesinnung und Verhalten des Christen in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! im Gerichte ihre Kinder bemühn! Wohl ihnen hier vor dir sehn und dann sa: gen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; sie lehren Weißheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn, Vergelter, ewig sie! 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Herr! welch ein Mütter Lust, flößt Tugend wichtiges in Kinder schäfte für Aeltern: Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Luſt strömt den Aeltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimnit dann durch sie auf Erden zu. 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die versäumte Kinderzucht! Sie 5. Erstickt durch gute häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her: nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. Gott, lehr Aeltern dieß erwägen; erweck und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! Olaß sie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! Mel. Wo Gott zum Haus 519 Groß ist, ihr Neltern, eure Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie, auf seine Werke Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel, nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trop mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Jhr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wiß: nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, genügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt R 3 Geiz 390 Gesinnung und Verhalten des Christen Geiz und Neid aus ihrer kennen: laß sie nie gefähr Brust, macht ihnen Chri- lich irren, leite sie! stensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor jeinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht, sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, da mit sie glücklich sei, mit dei ner Weisheit ihnen bei! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan: ten einst, Allvater, wir mit Mel. Vom Himmel kam der 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern dir! ren uns freun, sind alle, Gott und Mel. Freu dich sehr, o meine Bater, dein; find deine 521 Meine Kinder, beste Gab, o Herr: sie, Barmherziger! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang: Trob, Eigensinn und Müßiggang! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach! wie viel Gefahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwinglich laß sie sein allen Lüsten, fromm in besonderen Verbindungen. fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie ver schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst: nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreiſe, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu erseßen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie ge prüft durch dich: o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Caster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres Fleißes nähren und durch ihn dem Mangel wehren! 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und 522 Kinder, die ihr noch eurer guten Neltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Nelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam sein; nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun; ohne Klügeln R 4 ihnen 392 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen traun und auf ihre meine Dankbarkeit, mein Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach: dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß vergeffet nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Vater, Dank sei dir: du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be glückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar Setrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich: o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwillen! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder; er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorgfalt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Chrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht bloß scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf er flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuß fei sin besonderen Verbindungen. sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden und erhör auch ihr Gebet, das für um 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen: so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 Menn Geschwiſter fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für freundlich mehren und erHöhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. unsrer Ael tern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben; sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 3. Mit entschlossnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot: theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird geſegnet und erfreut. Aeltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle R 5 Haus2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei ses. sanftes Herz und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen kränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 393 3. Gib ihnen deinen besten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet fei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! 394 Gesinnung und Verhalten des Christen Hausgenossen streben, sich Eigensinn ist Verlegung mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, dennoch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 526 D¹ u vertheilst der Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsaß fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers ſei? 4. Hochmuth, Stolz und 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf, Christenmensch! 527 Durch dich, Gott, bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dieß, höchster Herr, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Tren auch dantbar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er frank, jein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm ver in besonderen Verbindungen. vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleis ches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Haufe dienen! Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. 086 Für Dienende. Mal. In allen meinen Thaten. 528 Gott, ott, deinen weisen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich An dern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dieß ist dein Wille, dein Gebot! 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 4 Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsag nie betrüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle Zantsucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichtsinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, jei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er bereut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den 396 Gesinnung und Verhalten des Christen den Fleiß noch mehr ver- mir so werth, als obs das gelten, womit ich Menschen meine wäre. nüßlich war. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann Mel. Mein erst Geschäft sei 529 Berufen hast du entzogen werden. mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen seßen; und ko stet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verlegen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Jhrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier: gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. Für Wittwen. DISE HOT Mel. In allen meinen Thaten 530 Auf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dieß Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrüb ten in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. Für Waisen. 4. Auch mich wird er be merken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem In voriger Melodie. Gemüthe will ich auf sei- 531m Frühling meiJahre, Gott! sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland." 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsamkeit. Er sieht ja, wie ichs meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte; bis zu dem lets ten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt3. Doch wer war's, der erfundne Dulder ein. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danten für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein b 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. E 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R 7 sahn 398 Gesinnung und Verhalten des Christen sahn, Gott, zu deinen Fü- mühen, an Aeltern Statt Ben ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun, Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Jhr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die eltern wiedersehen, um die ich hier ge weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be ten: Lohn ihnen ewig, Menschenfreund! il 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind; o dann sei, treuer Bater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß in thäter. nur nicht dein Kind! Dankbarkeit gegen Wohl9. Es schlag von früher Mel. Wer nur den lieben Gott Jugend für Gottesfurcht und 532 Wenn Menschen und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Un recht thun und sehn mein Schmerz! Dp 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bestreben, an Güte und Wohlthun, Bater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun: mit reichem Segen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Jch will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Lei den gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er quicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort; o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus as Amt der Lehrer, Herr, ist 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleichgesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt. 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 2013 533 Da 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schäßen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht er klärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebentst. 8. Das 400 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. Das ist der Lehrer Zeit zum Leben in der bester Lohn, wenn ihrer Ewigkeit, gib, Herr, ihm Mühe Früchte schon sie Licht und Kräfte. Lehr hier in unsrer Tugend ihn, hilf ihm thun und leifehn, mit uns den Weg ten, dulden, streiten, beten, zum Himmel gehn. wachen, selig sich und uns zu machen. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 534 Wohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unsre heilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zn bilden uns hier in der 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone. Nach der Handlung. Over Rio Onl 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir in's Vaterland; du führst uns. in besonderen uns. Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Biede treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren; so laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund Bei der Confirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei mit dir vermählen! nem treuer dein! Antlig stehn, sind, Jeju, deine Glieder. Blick, wenn ver-. eint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, deinen Heiland, sie sind Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! Geiſt, das Gute, das dein 536 Stärté sie, deine Mel. Mitten wir im Leben tärke, Mittler, Wort verheißt, im Leben und im Sterben! theur Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach Sie über ihre Seelen! flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: tren zu sein dir bis an's Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! erneuen! 3. D laß fie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jest auf ihre Lebenszeit sich hier 402 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott! Heiliger Gott, Leh- Bund, den dein Herz durchs rer und Tröster! Dreieini- Wasserbad fest mit Gott ge ger Gott! Stärke sie, die schlossen hat! Denn wie leicht Deinen, in des Glaubens geht der verloren, der ihm Zuversicht und wahrer Tu treulos hat geschworen! gend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott ver geben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. In der Todesnoth laß sie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft bleib, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 537 Sei getreu in deis nem Glauben; laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben; halte treulich deinen 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden: murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getren in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an seine Treu dich feſt; glaub, daß er dich nicht ver läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein din besonderen dein Jesus dir will geben dort in seinem Freuden: leben! Mel. O du Liebe meiner Liebe 538 Mittler, schau auf sie hernieder, die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glie der dir geloben treu zu sein; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Frre fich zerstreun! Schüße sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in ihrer Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie ſtraucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm Verbindungen. 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Reines, feines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, verfiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; keinem laß die Krone rauben die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie treu im Glauben stehn! 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) mel. Christus, der ist mein Leben 539 ich dieſe jungen Vater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und Verhalten des Christen und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehen; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. O blick auf sie mit Segen, Allliebender herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! ( Die Confirmanden allein.) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. Dblick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 540 Kinder, dieser Tag des Bundes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures mundes hat der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Le ben ganz zu weihn. Ohei Vergesset dieses Tages nicht! lig sei euch diese Pflicht! ( Die Confirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen Verbindungen. 405 Herz es redlich meint! Dann gend sei! Hilf, daß unser Herz dir wird auch Gott euch Segen treu, standhaft unsre Tugeben; dann bleibt Gott ewig ener Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 ot ottes Gnade jei mit ench! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des 2. Heilig sei euch dieser Tag: heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was ener Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich unsre Seelen! Laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( 3um Schluß der Confirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh 542 Herr Gott was irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unjer Herz sei dir geweiht, unser Geist auf dich gerichtet! O wie felig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßré Leben. 4. Stärt uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns Bei Einweihung einer Kirche. vor der Macht der SünMel. Nun danket Alle Gott den! Gib, daß wir gewiſsen 543 Von heiligem Gehaft böse dacht 406 Gesinnung und Verhalten des Christen dacht tief durchdrungen, sei dann in den Bund erwachs Gott, dir heut von uns ner Christen ein. Lob, Preis und Dank gefungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fassen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur; Gott ewig treu zu sein, und tritt 6. Hier sollen wir ver eint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Entschluß der Besserung er neuern; erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Se gens sein, und seiner wird ich noch die späte Nachwelt freun. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 Last dankbar uns die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O welche Saat wird durch sie ausge streut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleißt ihr Werth? Wo in besonderen Verbindungen. Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weißheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit um her in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so seßen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 407 Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht: und immer zeig er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! wenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, Mel. Herr Jesu Christ, dich durch Freundlichkeit die Her: 545 Nach Gottes weis auch Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur 408 Gesinnung und Verhalten des Christen Vaterlandsliebe. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, Mel. Schon ist der Tag von fieht man der Bürger Wohl: 546 Das and, bas fahrt blühn. Gott mir väterlich zur Wohnung ange wiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen: es gibt mir Nahrung, Sicherheit, er hält Recht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets erkenntlich sein, durch nüßliche Geschäfte mich der ge meinen Wohlfahrt weihn; will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate frevelnd stören; will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern: will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihrs redlich meint, nüßt eurem Va 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 5. Šo knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und aller seitiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes sich erfreun, auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. offirin besonderen Verbindungen. Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier be stehn, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 Gott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände 311. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch ſo klein, 409 Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut; 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denft, nie andrer Bürger Rechte kränkt und fern von schlauer Ränke Lift zum Wohl des Landes thätig ist. Hob als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gesehen, die er gibt, Zeit, 7. Er weiß: nur des Gesebes Kraft, und wär es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Geseß und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich gewissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allenmeinen Pflichten weihn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548 Wer gehorcht, der Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter interthan! 2. Bist 410 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Bist du niedrig, bist ist, als seine Brüder, kenn du groß: sei vergnügt mit als Christ des bessern Adels deinem Loos! Schäm dich Werth und Pflicht; den fühl deines Standes nicht; nö- er, den entehr er nicht! thig ist ja Jedes Pflicht. 3. Zur gemeinen Wohlfahrt sei dem Geseze stets getreu! Wer ihm gern ge horchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt. Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe ſelbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sich nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein: Sündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der 549 Wer höher durch Geburt schon 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich, als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringen ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, das ihn erhebt! 5. Er haffe Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohl: thätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher, als Stlaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Va ter in besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Nie drige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt; 10. Und spricht bei seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. 550 Ge ewöhne Mel. Schon ist der Tag von dich, durch Wort und That, Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Geseg und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gott beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte find: Gott fennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. D wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, Ď Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es fuche Jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, beS2 lohne 412 Gesinnung und Berhalten des Christen Lohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie schone Greis und Weib nach Kampf und Müh, und Kind und Säugling, wenn sie den Lauf vollen- wie den Mann, der widerden! Zu deinen Freuden stehn nicht mag, noch kann! nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Gesebe bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Tren und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch wichtger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, Mel. Erschienen ist der herrlich wer ihn aus den Augen ſept 552 Wohlfer und frevelnd seine Pflicht verlett! a 4. Ehrt Wahrheit, Recht und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht be: freit. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schüßet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit euch Chrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer 8. Dann seid ihr wahre Helden, seid Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort beglück euch Gott! Der Landmann. THEO Schöpfer, denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und jegnest du auch mich; Ge lobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines An in besonderen Verbindungen.mp413 Angesichts arbeite ich: doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Un= schuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg und Ueberdruß; bei al thi Mel. Was Gott thut, das ist lem seinem Ueberfluß mehr 553 Gib, Höchster, daß und Gram. fromm 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. in 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. phanh 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich bane gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ändt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. Ewigkeit. Der Nachbar. treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie besipen, nach Möglichkeit zu schüßen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur 3 nicht 414 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht verschuldet, so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feind: schaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit da hin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, seid entfernt vont Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in engem Frieden leben. vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht; fann hei len und verwunden. lei, von Schmähung und Verstellung frei, was sünd: lich ist, nie rede! 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenten: Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht schenet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät be reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die und 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Worte trügen; der seinen Näch sten gern betrübt mit FalschNur Redlichteit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be gleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ; spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt sin besonderen Verbindungen. Spöttereien und frechen, sit tenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. ut 415 Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. ortat toping 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 welch ein Se ein gen Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit in Geiste bann mit mir für Wahr- 556 Freundes Hand In eigener Melodie. errlich an heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüder lich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel, nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freund4. Bom Jrren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Miß traun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig feit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, 416 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Freundschaft lehrt be- liebt, er sollte mir erlauben, scheiden sein, Andrer Vor züg ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rau ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühl los zu zerstören? 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 4. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gott heit Bild; allein sie lehrt auch, göttlich mild Glück um mich her verbreiten. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. 019D4S DY uddu 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf Mel. Es ist das Heil uns verschmäht, das unter Got 557 Der er weise Schöptes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. fer, dessen Ruf einst mächtig scholl: 63 werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte die se Erde nicht für den Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, falt und gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf be trübt und Härt und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. 2. Jhm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen SUST Mel. Kommt her zu mir 558 Die Thiere, deren Herr erwäg es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bür sin besonderen Verbindungen.#p 417 gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Bügerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nie der. di im 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer mer. Es ist das Heil uns Mensch, dir nah verwandt 559 Ron deiner Weisdurch innern Bau und Trie: be; sie zeigen oft des Dentens Spur, sind alle Kinder der Natur und freun sich ihrer Liebe. heit, Gott der Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 3. Du hast durch Geistes: übermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben müßt, von ihrem Leben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, und milde gegen sie zu sein und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was deine Hand gemacht, was dein Verstand hervorgebracht, gefällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieves Schöpfer, richten. 6. Zwar sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen; doch sollst du auch, wie Gott 2. Wie könnt ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! O nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der Sonne und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquichung: 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schützt vor Frost, um froh zu leben; wenn er der Hand des Künstlers nüßt, mir HausS5 ge= 418 Gesinnung und Verhalten des Christen geräth zu geben; wenn Zerstörer sein. Ich, ich Wohnung und Bequemlich will Gutes schaffen! keit, wenn hain und Garten mich erfreut; dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur mit frevelhaften Händen aus Schadenfreud, aus Haß entweihn, kann strafbar ihr 6. Ich will dem Urbild ähnlich sein, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern er freun, auch für die Nach welt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, stets leben! Gesinnung und Verhalten des Christen Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 560 Dich feh ich wie der, Morgenlicht, und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh em pfind ich deine Güte. it 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sebest du jest einen neuen Tag hinzu: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, solang ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu igen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Tenn ach, was bin ich ohne dich? Ein Frrender! Er halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale ir zu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 419 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 561 Vou Mel. Wer nur den lieben Gott Dank an diesem neuen Morgen, blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sor gen, mein Schuß zu sein In eigener Melodie. vor jeder Noth; du schüß: 562 Gott des Himtest auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. in 2. Wem dant ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig frendigem Ge müthe dank ich dir Stär tung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Vaterhuld. 3, Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferS6 stehen 420 Gesinnung und Verhalten des Christen stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr; verlass mich nicht und verleihe mir auch heute Müth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnaden zeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. fet und, was er schuf. er= freut! d 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Walfahrt turze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. D süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird michs nie vergessen! Der nicht vergehn. Ach, laß heilgen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geist! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. din in Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht: der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket In eigener Melodie. niliod: und unsre Kraft erneut: 564 Mein erft Ge die Erde Preis non zu besonderen Zeiten. i 421 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue: Sour Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, goftselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! any Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lob sing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und 10. schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? for) ard 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein Mel. Von Gott will ich iſt unser Leben. Du bist es, 565 Allmächtiger, ich hebe es uns jett neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer janften Nacht mich dieses Tags erfreue! and 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinen Wohlgefallen! ou oon 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle! empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heitrem Muth erwacht. 3. Be67Unlv, BisT. Glessen 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Beschüßer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen: wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch ſoll der Liebe Flehen dir auch 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! mie se wutno Mel. Gott des Himmels und 566 Gott sei Dant, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich). Herr, dir bring ich meine Lieder, und mein Herz erhebet dich; denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Pil gerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 5111 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich feiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich er freun; recht zu handeln, gib mir hent Stärke, Luft, Gelegenheit! i cibit di alber Mel. noise zu besonderen Zeiten. 423 Mel. Christus der ist mein Leben erflehen: Gib mir ein wei567 Noch läßt der ses Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 11. Daß ich, dir innig strauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wint, 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du for: nur Liebe, Gott, von mir. Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach dei nem Rath! 9. Nur Eins laß mich Gott, und lauter im Ge wissen: so finde mich der Tod! Mel. Es ist das Heil uns yn 568 fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zulezzt gedeihen. 2. Gott ists, der uns Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu 424 Gesinnung und Verhalten des Christen zu meiden, und das, was fallen, Herr, meines Her er mich wirken heißt, geschehe zens Lallen! stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise! #vide Herz, und Mel. Werde munter, mein In eigener Melodie. 569 Mach auf, mein woulst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 118 7. Jn allen meinen Tha: ten wollst du mir selber rathen: mich stets zum Be sten leiten, zum Himmel mich bereiten! finge dem Schöpfer aller 570 Wann ich einſt jenem Güter, dem frommen Men Schlummer, welcher Tod schenhüter! ter, mit heißt, auferſteh und, er2. Gott Vater, mit Er barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: Schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! löst von allem Kummer, jenen schönern Morgen seh: o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat sich erneuet. the og 2. Hilf, daß keiner mei ner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank sei dir! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vas ter und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Anbetung, Preis und Ehre! #door 5. Hör, Gütigster, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen; ach, möchte dir ge3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum dun noffind zu besonderen Zeiten. units 425 dunklen Thal ich gehe und ihren heiligen Gesang zum mein Freund nun um mich Himmel mich erhoben. Hier weint, lindre dann des hör ich, Gott, im Geiste Todes Pein und laß mich schon die Seligen vor deiden Stärksten sein; meinen nem Thron ihr Heilig, Freund gen Himmel wei Heilig! fingen.. sen und dich, Herr des Todes, preisen. GOOGTE Am Sonntagsmorgen. illud dwn 9 Es ist das Heil uns rohlockend, Va5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Mel. 571 ich zur Liebe und auf am Tage deiner Ehre, Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir finge. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Ge nuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblick der aufgehenden Sonne. In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Daß 426 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die stau nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! te; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolte Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen 4. Er läßt es finster wer: den und hüllt den Kreis Trost und Glück! der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins franke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majeſtät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. Eing Am Abend. 6. Groß, wenn der Morgen grauet; groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnen schein und Sturme, am Mel. In allen meinen Thaten 573 Nun sinkt die Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. Sonne der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des 238 Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner Gü7. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, der für nad zu besonderen Zeiten unni 427 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen so mancher Gott, gepriesen, mir und der reiche Segen? Du bists, Welt genüßt und jeden der Alles wohlgemacht. Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz re: gieret? Hat mich im Stillen oft mein Blick auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jeßt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wa chest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und werMel. O Gott, du frommer Gott den? Verehrt ich ihn im 574 Der Tag ist wie Staub? Empfand ich feine mit Dank, den Unfall mit Geduld? diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an gefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich be reuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unter3. Hab ich in dem Be- richtet? War zu des Mitruf, den Gott mir ange- Leids Pflicht mein Herz nicht wiesen, durch Eifer und zu bequem? Ein Glück, das Andre 428 Gesinnung und Verhalten des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be reit? hi on 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seeler. Vergib durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! that: gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Scha den, warst mir Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder: ben nicht. sia 4. Mit deinem decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke: auf daß, wann Schlaf erquicket, mein Geist erwacht und den befreit von Gram froh nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe kam. 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge mide, nie, du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von den der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auf: erleget hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dant meine Seele zu. in 2: Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan: verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Size gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! Schilde 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich sein und nimm mich, dei mir zu besonderen Zeiten.is 429 deinen Erben, in deinen In eigener Melodie. Himmel ein. 577 So fliehen unfre om Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö576 Herr, der bu sterin, eilt wieder zu uns her. du 2. mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht: wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüpet deine Macht. and Mel. In allen meinen Thaten 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hofe fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht ich Nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld; mit Reue fühl ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie trostvoll' ist mir die! 6. Jch eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flicht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich Gesinnung und Verhalten des Christen 430 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der trott mit un erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh Mel. In allen meinen Thaten mich 578 Die stillen Abend- lockt und ist gewiß, daß stunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. lasset uns er wägen den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dant entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir sei Chre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tagesluft beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du er weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Va terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abge: wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und segnen und erfreun. auch bei grauem Haar mich 6. Doch dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barm herzigkeit, solang es dir gefälnt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ auch jezt in dunkler Nacht getrost die Augen zu; ich fürchte keine Mel- So fliehen unsre Tage 579 Wer unter deiz irdsche Macht: du ficherst nem Schir- meine Ruh! Mel. zu besonderen Zeiten. 431 Mel. Freu dich sehr, o meine Mel. Werde munter, mein 580 Auf, o Seele, jei 581 Cink ich einst in jenen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch litten. 2. Jest entschlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last der Erde frei, von den Bürden dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüpet, mich in Schwachheit unterstüßet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib mun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, Mel. Wo Gott zum Haus nicht Feuersgluth plößlich 582 ch feh im AbendSchlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit mit 432 Gesinnung und Verhalten des Christen und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Jch blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. bibilh ang 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz erlischt in Nacht. 5. Sie sant und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jest sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. bu 6. So gehn auch wir der einst, erwacht vom Schlum mer unsrer lezten Nacht, schließt hier sich unser Le benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eitlen nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein! ani 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod: und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, trener, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na men nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unjern kranken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ist 584 Ginsam bin ich: aufgegangen;. die güldnen Sternlein prangen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. tiefe herricht um mich in der Natur! Unter einer dunk, len Hülle liegt der Farbenschmück der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Wel 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung zu besonderen Zeiten. 433 2. Welche Tiefen! Wel- Nacht erhellt, diesen Geist, che Höhen! Heilge Schauer fassen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Erän zen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und kein Lebensodem weht? der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich bei seiner heilgen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jest aufge schlagen da: und im Lande der fand ich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt; 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die 7. O bieß Schnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Jst mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiecht, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 Nob sei Gott, der den schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärf und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das 434 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Das Land, das erst die Sonne neu hervor, und erstorben lag, erwacht und Alles jauchzt zu dir empor, lebt nun wieder. Es strömt vor dem die Wetter schwei an jedem neuen Tag sein gen. Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel: Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut met. Gott, der du die Menschen herab, der allen Sein und 586 Bottes Sonne, öher hebt Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freu: de Quellen. 6. Selbst, wann, von Donnersturm bedräut, er ichrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell' aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er geben und einst dir als Christen freudig sterben! länger strahlt uns nun ihr Licht: Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Na tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro hes Loblied schallet laut em por zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde: bringt schon Hoffnungsvoll ihm Dant. Preis auch du ihn, mein Gesang! 3. Glän shr zu besonderen Zeiten. 435 3. Glänzend und im Feier- Auf Bergen, wie im Thal, kleide prangt die blüthen- ist Freud an Freude hingereiche Flur. Jede. Blume streut und Schönheit überall. duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gefang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 Der erneut. Erde Reize 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Bracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand: naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnens schein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 588 Weit um mich Freude, verschönt ist, Schöist Alles T2 pfer, 436 Gesinnung und Verhalten des Christen pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierfleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich; wohin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen, erblick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Uleberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! auf jeder segenreichen Flur, dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschützt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Lust. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie er frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt; erquict den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meiMel. Wer nur den lieben Gott 589 Allgütiger, bir ne Seele, und rühme deines ich singen lauter zu besonderen Zeiten. 437 erzähle, wie Vom Herrn der Zeit ge rufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen Zweigen und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu erfreun. ter Lobgesang herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Mel. Herzliebster Jesu! 590oweit nur Men= schen deine Welt bewohnen, bist du der Va= ter aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wässerst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du forgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß sie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmet bis in den Himmel. Im Herbst. Mel. Bom Himmel kam der 591 Geärndtet ist der Felder Saat. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und. Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. und gut ist Gott, der so viel 5. Wie liebevoll, wie mild Wunder thut! Das Kind, Greiß sei fröhlich ihm zum der Jüngling, Mann und Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und auch, wenn dein Herbst sich Gott noch väterlich: er, der naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg= nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht ſucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still keimt der TuT 3 gend 438 Gesinnung und Verhalten des Christen gend Saat hervor und reift was uns ernährt, mit väzur reichen Aerndt empor. terlichen Händen. Mel. Lobsinget Gott! er 592 Früh mit umz wölktem Angesicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhal ter! Er ist es, der die Schwa chen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 2. Verlassen steht die öde Flur entblößt von ihrem Segen; entkräftet fieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon daherzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnenihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen lezten Tagen! Im sive zu besonderen Zeiten. 439 ner, Gott, so fürchterlich er immer droht. Im Winter. 593 Nicht für der Fel. der Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weis ßes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde, Mel. Auf, Christenmensch! ſtill und groß, die zarte 594 Verschwunden iſt Pracht, Saat ihrem die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Stürm: auch er, auch er ist deines Segens Die8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und jättigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbrauft mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungssäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. T4 440 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Ozandre, zaudre nicht, Saat und Pflanzen wohl mein Herz, ihm liebreich zu- gedeihn; gib Sonnenschein zueilen! Fühl seinen Jam- und Regen! Der Landmann mer, seinen Schmerz, dein baut umsonst das Land, Brod mit ihm zu theilen! wenn, Vater, deine AllWer seines Nächsten Noth machtshand nicht seine Arvergißt, verdient nicht, daß beit segnet. er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr befizet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüBet! Ach, Vater, lindre je den Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh s baut, o Gott, 595 G hat bein Ge heiß der Menschen Hand die daß ihr Fleiß von dir ge segnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, eſſen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Re genfluth ihr zum Verderben werde! 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haſt lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Äerndte. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 596 Wir alle, men bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Se gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du zu besonderen Zeiten. 441 dich bewiesen, soll jeder der Beglückten sein. 2. Du schenktest Sonnen- bar sein; so gütig, wie du schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte doch im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast dit mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu faben, von neuem uns herabgesandt! Für deiner KinMel. Wach auf, mein der ist jeht ein voller Tisch 597 K Gottlobſingen uns bereit; du nährst den Frommen, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet haben! 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, All vater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genuſse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. Segen; denn er gab Thau 3. Die Scheuern sind voll und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unT5 fern 442 Gesinnung und Verhalten des Christen fren Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. daß wir dank voll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie beglücken. Bei sparsamer Aerndte. Mel. Was Gott thut, das ist 598 Preift, Chriften, mit Zufriedenheit, preist Gott, den Herrn der Aerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Menschen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? er sorgt ja doch, Gott forgt uns selbst beim Mangel für unser Leben. Olaßt noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn. Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segen reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. unser Brod wirst du in Noth und Theu rung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht nie mals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. Fle 443 quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jeßt die schmachtende Natur! Die sanften Ströme 599 Gott, die weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hiß und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. zu besonderen Zeiten. Flehen um Regen. Mel. Komm, o komm, du von großer Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! ren 2. Ach, dem todten dürSande gleichet bald, Herr, unser Land, und verfengt vom Sonnenbrande, welft die Frucht, die fraft voll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. 3. O erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 2. Mit Freud im Angesichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das sie erfreuen soll! Auf, preiseine Menschen nähren, das set Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Ga ben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Nach verliehenem Regen. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, kommt den 600 Gin milder Re- schaun. gen sinket erT 6 Flehen 444 Gesinnung und Verhalten des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, sie scheinet wieder! Mel. Mache dich, mein Geist und Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. 601 mer Klage füllt das Land: traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Beig uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Beit nicht am Herzen schade! Dir, nur dir, 2. Uns drückten bange Morgen, so oft sich Wolken an neuen thürmten und Regenwetter stürmten. Nach verliehenem Sonnenschein. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien gänz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder: doch du erhobft sie wieder. O Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. mit fröhlichemGemüthe. Ja, 6. Wir preisen deine Güte unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben! Beim Gewitter. Mel. Wie groß ist des Almächt. wollen wir gern zur Ehre 603 Der Mächtige und ganz ergeben. Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Mel. Nun laßt uns Gott 602 rönt, ihr Fren- Anbetend sinkt der Erdkreis denlieder! Sie nieder; der Wald ertönt, es bebt s zu besonderen Zeiten. 445 bebt die Flur und Blize 3. Dem Sünder nur, der sagens Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blikes Pracht. 5. Du reinigst durch den Bliß die Luft; dein Segen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Jhr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts kann Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott dem Mächtgen euch entzie 605 Wie gnädig ist des hen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. Mel. Lobt Gott, ihr Christen er hohe Him 604 sich, ein Wetter Gottes dräut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig erscheint. 6. Laß frei das Herz von engsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wird sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! sten Wille! Der Donner schweigt; die Blizze fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgesang! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den WeltenHerrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blizen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines Volks gedenkt! T7 3. Nimm 446 Gesinnung und Verhalten des Christen dieses Pfade mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüß auch Jahres Tage, als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem denk immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrichfen, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenußt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch, o Christ, dieß Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat ers dir gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin! Sie reichet dir nach kurzer Zeit es neuen Jah- das schönste Loos der Ewig3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blizz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Deres erster Mor- feit. gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 6. Weih jede Stunde dem de Stunde Bestreben für dein und dei ner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und segnest noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigfeit. Mel. Es ist das Heil uns 607 Du Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten: Gin Jahr ist abermals dahin. Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechſel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. 447 dich; aufs neue, Gøtt, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Ändern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Dlehre selbst mich meine Zeit recht weißlich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu segnen. Ich fenne keinen Augenblick, dá nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Mel. Allein Gott in der Höh Hülf und Trost bereitet. 608 Gott ruft der Von ganzer Seele Sonn und schafft 448 Gesinnung und Verhalten des Christen schafft den Mond, das Jahr drängten Glieder. Gib danach zu theilen; er schafft Glück zu jeder guten That es, daß man sicher wohnt, und laß dich, Gott, mit und heißt die Zeiten eilen; Heil und Rath auf unsern er ordnet Jahre, Tag und Fürsten nieder; Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr er theilen! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Mel. Schwing dich auf zu Ruh, für jede That, die 609 Gwig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll und Fülle, Trant und Brod hast du mild gewähret und in Wohlthat selbst 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der be zu besonderen Zeiten. selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deine Allmacht Hand liebevoll geleitet: daß du über Stadt und Land Nuh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gesungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen. 449 chem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 610 ott, mit allen seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, mans 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust erseßen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 450 Gesinnung und Verhalten des Christen gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vaterlande! Fried und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Christ, meins 611 wiederbring gelebt. lich schnell die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte Jahr tritt und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegen wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher bis zur Ewigkeit. Du hast wir leben in dem neuen schon. D Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Grabes Hügel ihn. 3. D Schauplat der Vergänglichkeit! schnelle O Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliehe meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Ge winn. 5. Auch komm ich durch die w zu besonderen Zeiten. 451 die Flucht der Zeit dir nä- ben bis hierher Kraft geher, Himmelsseligkeit! Gott lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. 3m Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, fein zehrend Feuer, teine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lob: gesang! Mel. Wach auf, mein 613 Mit Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Les geben! 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll Erbarmen und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizusteHen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen, und wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen! 10. Gib 452 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben; so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott Ceft steht dein 614 Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie brin: gen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank da für? 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von dei nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer fen uns zu richten: Gott, Richter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, und die, die deine Wege wal nung wenn wir len, zu freudenreicher Hoff hier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein geweih tes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm das Leben, das uns dort zu besonderen Zeiten. dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen: durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Plage 616 Du läßt den Tag in mein mich sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm( bis ist ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschützt. Glück. $ 10 2005 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glück lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 453 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, dank, ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest: dieß Alles, Vater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschentet, er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Vater, preist. 3. D, hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu, voll inniger Erkennt 454 Gesinnung und Verhalten des Christen kenntlichkeit dir thätig dankbar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. 3. Dem Mann hilf wir ken, hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag fei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäsfigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihn dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung sein! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab: dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh rer zu der bessern Welt! Die Lebensalter. Für die Jugend. Mel. Wer nur den lieben Mel. Werde munter, mein 617 er du den men 618 Unre indheit, schen schaffst und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild be reitest, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört: wilde Lüste muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Luft. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Neis od zu besonderen Zeiten. 455 3. Reiner Sinn und Un- Herz wird nur für Gott schuld schmücket mehr, als und Tugend, für Pflicht und Schönheit; denn sie mehrt Recht und Wahrheit glühn. jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortgeseptes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mäch tig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein daß Mel. Warum sollt ich mich bie Erde durch die Zugend 620 Hugend, imschöner werde. mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! Mel. Wie groß ist des Allmächt. begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. Sut 619 Mohl dem, der Was dein schwaches Herz seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er jät den Saa men jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüste dieſer Erden, die dein Herz voller 456 Gesinnung und Verhalten des Christen ler Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern nnd dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nüßt gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh; dann wirst du Himmelssegen er ben. jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: zum Ehr geiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen: zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir ich Neigung finden! 4. Wenn mir auf mei ner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Ver führer sich voll Arglist nahn, so laß mich weißlich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621h ihr und ihr La chen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß feinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz von Lastern zwar noch rein, doch sind zu besonderen Zeiten. 457 Für Jungfrauen. der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. Umgang mir Wenn Wiel. Ermuntre dich, mein ch will stiller 622 infamteit zu Verführung droht, so lehre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeitdurch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glück, lich werden. dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Des muth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein eitler Glanz und der Welt ist nicht der Schmuck, Für das Alter. USPE mer. Mein erst Geschäft sei Preis 623 Stets warst du meine sicht und bist es noch im u Al 458 Gesinnung und Verhalten des Christen Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerla lichkeit gehäufter Lebensjahre und steh am Rande meiMel. In allen meinen Thaten ner Zeit. Nah sind mir 624 Du, Herr von Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Batertreu, die mich bis hier her brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! meinen Ta gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Ju gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest mei nen Lebenslauf. 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen: wie sollte ich denn nicht von dir jeßt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. 2. Ich hatt oft große Sor gen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets er fahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vater treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Biele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freu den unter besonderen Umständen. 459 den erwarten meine Seele Kampfe krönt. An meida! ner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir ver6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem söhnt. Gesinnung und Verhalten des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl- dienste belohnt; hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da. wo uns nicht leuchtet die Sonne, ibr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute, dem Höchsten zum Breis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 625 3um In eigener Melodie. um Himmel erhebe dich, Freudengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlands liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, be schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab, und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben beseßt, die Auen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer den hier Fleiß und Ver7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich küßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur 11 2 kann, 460 Gesinnung und Verhalten des Christen kann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 626 Gs züchtigt deine leit uns zur Beſſerung! Laß Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu unfrer Seele: getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In 2. Du siehst des Landes Noth; sie tam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, wir Sünder. 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! 7. Herr, deine Büchtigung 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! unter besonderen Umständen. In eigener Melodie. 627 Menn wir in höchsten NöIn Kriegszeiten. then sein und wissen nicht, Mel. Wer nur den lieben Gott wo aus, noch ein, und fin= 628& s zieht, o Gott, den weder Hülf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Reftung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa gest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn, 461 6. Nur du bist unsre Zus versicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudevollem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. wetter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den da, wo Andre trostlos za Sinn, auf dich zu sehn und gen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jeßt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! ber 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so fassen 11 3 wir 462 Gesinnung und Berhalten des Christenflucht, Gott, bist du! wir in frommer Stille, voll von neuem zu. Unsre ZuZuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Frch werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du Zuversicht! Barmherziger, 630 Hin Angesicht, Mel. Wann mein Stündlein ast du denn ganz verlaß uns nicht! dein o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht; entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. In eigener Melodie. 629 Um Erbarmen fle= hen wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. Steh uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glühit! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenlcer und keine Ruh erquickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüzzen? 4. Du unter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du, erhabner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchem Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch: ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld: so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Gluth, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade then res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen, 463 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 8. Regiere du selbst un sern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend le ben! Wir lassen dich, Er310 Zur Friedensfeier. Mel. Herr Gott, dich loben 631 3u bir, Unendlicher, zu dir, gütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedensgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwerdt und Waffen sich bedräun: die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh und Einigfeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und U14 Angst 464 Gesinnung und Verhalten des Christen Angst und Noth und Tod vom Himmel uns schickte! umgab uns drohend; offen Preiset ihn hoch; weg ist das stand das Grab, und unsre härteste Joch, das unser Brüder sanken hin, bei Vaterland drückte. Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, ge schlichtet und nun beigelegt! 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 4. Das Schwerdt, das Bruderblut vergoß, ist wegz gelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jett freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! D segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wal len heißt im Pilgerthal, In Theuerung. laß deinen Geist den treuen Mel. Von Gott will ich nicht lassen 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis dei nem Namen! Sie sind er duldet, die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. nd Führer Aller sein! Dann 633 Du bester Troſt führ zur ewgen Ruh uns ein, Amen! Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Er Mel. Lobet den Herren, den 632 NamGnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden siti unter besonderen Umständen.mp 465 Erbarmender, ach, len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte Wel Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu erfreun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. len zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille; der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern: ich will nicht zittern. In Wassersnoth. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir Mel. Herzliebster Jesu! will 634 Jerrn zu jeder fannst stets uns retten und Zeit vertrauen und stets bewahren in den Gefahren! mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde SäuMel. Was mein Gott will 635 Wir sind in Noth; Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! Út 5 Du 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Du kannst die Wogen hem: men. Verbirg jept nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Christi willen. Ach, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Du schüßest, du erhältst, du hilfst in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nach überstandener Noth. 637 Gott, beffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher Mel. Nun danket Alle Gott 636, Ehr und schrecklichen Gewalt verwü Nob, Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. flets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt hast; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbar: men und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns. Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! unter besonderen Umständen. 467 Betrübte zu erfreun, barm- Glück mir zugewendet, als herzig durch die That zu Noth gesendet. ſein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 638 D u hast es mir gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenns nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewesen wäre, du hättest lieber 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 B Beglücke meine Reise; Gott, ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen 116 meinen 468 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Wegen begleite vä- 2. Vergeß ich dieser Wahrterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuhe mich! 2. Jch bin in deinen Hän den, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übers geben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, keine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! heit nicht, bin ich von Her zen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Uleppigfeit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der Mel. Sobt Gott, ihr Christen, 640 Auch außer mei- flöße Graun mir ein; vor nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Ge bein! 9. Mich lehre stets bein heilig Wort auf guten Wegen unter besonderen Umständen. 469 gen gehn und, wenn ich der Noth; bewahre sie vor kann, an jedem Ort im Sünden! Auch dort sei stets Tempel dich erhöhn! der Tugend Ruhm ihr unverlettes Eigenthum. 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 3. O tehren sie mir einst zurück; des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele, Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb= lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe Abwesende. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wiedergibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie felig werden dann wir sein! Mel. Der unsre Menschheit u, welchen kei 641 De Welt umschließt, der du allgegen wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf Mel. Allgegenwärtiger, ich allen ihren Wegen! Dieß 642 In unſerm Kumists, was, Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der U 7 seine 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in Bei ansteckenden Krankheiten. 470 Gesinnung und Verhalten des Christen feine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wenn deine Macht uns nicht Gebet, das, Herr, zu dir bewacht, so werden wir zu um Gnade fleht, dir, VaStaube. a ter, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgesang wird dann bei uns erschallen. 3. Ach, Viele janken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben feine Zuversicht, als nur zu 643 W Helfer, dir Mel. Ein lämmlein geht und kommen, deiner Güte: du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge beugte Sünder! Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder, Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir fahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 6. In deiner treuen Baterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Ent ferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! nd 9819 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt fein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der leßte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du hei left na unter besonderen Umständen. 471 left unsre Schmerzen. Odu und nie umsonst, um Hülfe Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sünden schuld auch dießmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ge währen kann! 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Era hebt ihn! Amen! Amen! In Krankheiten. 644 Sier Mel. Wie groß ist des Allmächt. ier lieg ich, Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlag, nen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Vater aller Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krantheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dieß stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? Mel. 472 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Alles ist an deinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott 645 Hilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, als meine Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber Fehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes fern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude jei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! por SHE tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobfing sing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mit ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Bergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, voll VaterHuld, mein Herz durch Glaulben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. 473 der Leiden sich meine Le- ruhige mein Herz und sprich: benskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Sei nur getrost und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Chrift! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn! 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 Gott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lentft und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deiner Tröstungen, wie Mel. Wann mein Stündlein viele hast du mir schon ins 648 Es ist dein Wille, Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Hel fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 3. O du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den füßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver 474 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Verhüte, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Tu Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwer4. Erquicke, Gott, und de zu Klagen mich und Thrästärke sie, die liebreich meinen zwingt; noch immer fleh ner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Ge duld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sün den rein, auf deinen Himmel hoffen! Des lezten ban= gen Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 3. Erbarm dich; eil mir beizustehen! verlaß mich, mein Helfer, nicht! Äch, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schickfal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch ich bin ohne Gram und Sorgen: du, Vater, kennst mein wahres Wohl. und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen; ich halte deiner Fügung still. Dein will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst nicht wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein Mel. Wer nun den Lieben Gott 649 Der Morgen geduldig mich, wie Jeſus, kommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit auer Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden: einst rückt mein unter besonderen Umständen. 475 mein Abend auch herbei; Ich bin getrost, wenn gleich dann, dann ist Alles überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, volend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. Mel. Wann mein Stündlein 650 № ach einer schmerzenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preifen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lindrung nur, ich danke vir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir er hebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht;, stärk ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schub, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. 189 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wenn wir in höchsten Schon 651 wieder Nacht; und Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist ſo öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und 476 Gesinnung und Verhalten des Christen und Schmerz, hat Gott dich stand mir, und herzlich dank liebend an mein Herz. ich dir dafür. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des from men Dulders Lohn. 5. O wär kein Himmel, der einst lohnt; du, Bater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ists möglich nicht, daß die ser Kelch vorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach! stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. und Mel. Wer nur den lieben Gott op 652 6( o ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beiden 2. Nur auf die Nacht wird mir jest bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz: da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräf teté Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieh, lästernder Gedanke, flich! Ein Gott der Liebe quälet nie, 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon kühl ent id unter besonderen Umständen. 477 entgegen; heim ziehen die leihn! Laß es die Quelle Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. Omich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! 653 A, Mel. Wer nur den lieben Gott könnt ich doch mit meinen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches Gliebern, Herr, deines Todes 654 Der mit ErbarMel. Wer nur den lieben Gott ank, dir, Mahl begehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. men auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwa: chen Trost und Kraft ver 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern: von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drüm schreckt mich nicht 478 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: Wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädges Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwählten Theil. gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Fürbitte für Kranke und met. Alle Menschen müssen sterben Leidende. 656 Gott der Tage, Gott der Nächte, unsre Seele harret dein. hofft auf deine starke Rechte, ferne Mel. Befiehl du deine Wege 655 Barmherziger, erheißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz: wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorübersein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Men schen weinen, viele Kranken schmachten jetzt! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen sett; troc neft liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue unter besonderen Umständen. 479 gestärkt durch deinen Geist, sah ich getrost hinab. Trene preisen! Gib den schreckte nicht das Grab; Kranten sanfte Ruh! Sterbenden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, dei nen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern; o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun danket Alle Gott Mel. Mein Gott, das Herz 658 B ald leg ich Sorg und Schmerzen ab und diesen Prüfungs657 die Erde nehme, was sie gab: ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum eigen Licht: er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. it welchemDank Gott, mein Lied erheben? Nur deine Baterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. 480 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Wann mein Stündlein er nun kommt, nicht achten 659 Gott, wann mein und mit getrostem Blick sterbend Auge bricht, mein letter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehen und auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. O Gott, du frommer Gott angstvoll mich beweinen: 660 Schon naht ſich ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hinaefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fordert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir fol gen will ich gern. 2. Breis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, dir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und feine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht." 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ge ring, der Treu viel zu ge ringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besonderen o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf: so krönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. ch eile meiner , Umständen. 481 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verleßen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Siß der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr Willkommen! hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 661 ins ewge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 4. O drum getrost, mein Geist! O sieh, in welche göttkurzen Pilgerlebens Müh verwandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! lieg ich wie gebunden da; dort werd ich 662 eine Hände Mel. Wer nur den lieben Gott gch fasse, Vater, voll von Kraft und Leben, dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, 482 Gefinnung und Verhalten des Christen Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ist Noth, ein gutes End, ein selger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft mel. Christus, der ist mein Leben erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 4. Auch jest, auf meinem Sterbebette sich meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lindere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lent auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. Jhr eitlen Güter die ser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, wann das Eitle weicht, der mir Lebens 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach und bringe mir sie selig nach! 663 Bald iſt ſie nun die turze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Tha ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott gesegnet hat. 4. Sie reifen nun entgegen dem großen Aerndte tag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder: so selig stirbt ein Christ! Mel. Jesus, meine Zuversicht 664 Selig sind, die i dem Herrn, in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, daß fie ewge Ruhe erben, daß von nun an sunter besonderen an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröstend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, Umständen. 483 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft errungen, auch in meiner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. In eigener Melodie. o Tod, wann du willst, 665 Christus, der ist zu meiner mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. mein Leben und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben: in Frieden fahr ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben: denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben: mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth: nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, bald hier-, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich voll € 2 ende 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Bein, feinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor undschaut nichts, als Selge, nichts, als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick: dann, dann wohn ich bei Verklärten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 484 Gesinnung und Verhalten des Christen ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott 666 u, Herr und Vater meiner Tage, du weißt, daß ich; dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz abzuziehn, 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Ge rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun! 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es him melwärts! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Jch lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. von der Weltlust zu ent 667 ott erfichet Mel. Herr, wir singen deiner eil dir, Seele! fernen und um den Himmel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Le ben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, foll ewig dein mich freun. 2. Welt unter besonderen Umständen. 485 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schauen; Dank dir! mir 669 Nicht lang ein ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Siz der Wonne. 2. D Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und Mel. Ermuntre dich, mein 668 Gott, öffne dei eingedenk der Rechenschaft und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. nen Himmel mir! Bald nahn die lezten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; * 3 vor 486 Gesinnung und Verhalten des Christen vor mir säh ich den Richterthron, an dem zum wohl verdienten Lohn Verdammung mich durchbebte. 4. Jest kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertre: ten. Ihm war mein Dasein hier geweiht, und er hat meine Šeligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorg falt! Gute Nacht! 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Ge fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht, getreue Mutter; gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr an dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib vermest zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; Gute Nacht! Das sterbende Kind. 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mensch, die geben, Mel. Wer nur den lieben Gott sterbe schon, 670 Jedoch ich sterbe, du seiſt, wie ich, nur Aſch und Staub. Bei meinem Grabe lenkt den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 6. Jch sterbe schon; lernt Alle sterben! Bielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmels herrlichkeit, so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! Für unter besonderen Umständen. 50 487 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Mel. Freu dich sehr, o meine nter Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! 671 Unt manchen bangen Schmer= zen ist er schon dem Tode nah. Er, so theuer matt hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verz schwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von dei ner Gnade! Mel. Dein sind wir, Gott 672 Du woulft erhören, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jeto deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Haup tes Haar, sein Todesfahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl, er leidet jegt zum lestenmal. Ach, fei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf: nimm ihn zu deinem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Von dir er quicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm 6. In 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld den Muth! X4 488 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. In ihm vermehre deine Amen! Entschlaf in jenem Ruh, sein armes Herz er- großen Namen, vor dem quicke du! Geift Gottes, laß sich Erd und Himmel beugt! ihn mit Vertraun auf Je- Deine Laufbahn hat ein sum schaun und so entgehn Ende! Dein Vater nimmt des Todes Graun! in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gefrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erHöhn! 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Erständne nimmt dich auf! 3. Nimm von uns den leßten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster- schauen deines Gottes Licht! benden. Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod ter, du, nach kurzer Ruh Mel. Herr, wir fingen 673 Sei gesegnet, wirst du zum Leben auferAmen! stehn. Der 8. Ach, Gnade, Gnad er geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre sie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seis nem Tod; ihn segne, segne, segne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht; tröst ihn vor deinem Angeficht! unter besonderen Umständen. 489 Der Tod des Frommen. zum Vater seine Hände, um dankend sich zu freun: Breis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie fanft fehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgers leben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von feiner Angst betroffen, fieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor: nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Ent zücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröftet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und vers läßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende Beim Tode guter Aeltern. 675 Gothmerz trifft Mel. Auf, schicke dich tott unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 8. D Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Hers zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns sein X5 490 Gesinnung und Verhalten des Christen sein stetes eifrigstes Ge gehen, damit wir einst, schäfte; uns zu erziehn nach wann du erscheinst, im bes Gottes Sinn, dem weihte sern Land die Aeltern wieer mit Wonne Zeit und dersehen! Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht tel. Der unsre Menschheit allzeit nach Pflicht ganz 676 met reiften fie, willig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie bluftet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, unser Joch, wie du uns selbst so gnädig hast verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und fest den Pfad der Tugend Beim Tode Hoffnungsvoller Kinder. 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! ch selbst, ich selbst ergieb sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben jah. 4. Herr unter besonderen Umständen. 491 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag ich 4. Herr, ich verehre dein streben. Ach, meine HoffGebot, nur laß mich mei- nung sank ins Grab und ner Kinder Tod, ach, laß alle Lust mit ihr hinab. mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefühlen der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir: du, du vertrautest fie nur mir. nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar sein; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freudenz thränen! Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein mich mit ihnen freun, und ewig 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; gesichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ists in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. Beim Tode eines guten Chegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir Mel. Der unsre Menschheit 677 s ist nicht mehr, 678 2h, hier nicht mehr! ach, für mich nicht fern von mir! Du bist mehr mein theures Kind! nicht mehr auf Erden hier, Wie freudenleer ist nun o theure, gute Seele! Dich mein Erdenleben! Wie eine sucht umsonst mein trüber Rose sah ichs blühn; und Blick: du kehrst nicht mehr weis und fromm es zu er- zu mir zurück, was auch ziehn, war immer mein Be- mit dir mir fehle. 2. Der X6 492 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß; du ruhest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! mein banges Herz, erheitre dich und ſtille deine hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Dhr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freudenvolle Stunde! Jch eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre höhren Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! erheitre jede Dunkelheit und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedante! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib Grab und 679 Mir gehn ans wissen's doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer inter besonderen ihrer Bilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 6. O sichrer Mensch, be finne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi In voriger Melodie 680 Nun bringen wir Blut: machs nur mit meiRuh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde were den muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. Umständen. 493 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zulegt der Tod. 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein An: tlig ewig sehn! * 7 Mel. 494 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Jesus, meine Zuversicht. Begrabt den Leib 682 Senkt den Leich Be in nam, ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, rub, zerfallendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einft nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib 681 bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr: er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht, 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch.. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in unsrer leßten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung. enkt nun den 683 Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, unter besonderen Umständen. 495 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit; wenn nicht, denn Jesus kommt wir uns hier der Tugend und hält Gericht. weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode Mel. Schwing dich auf schon, empfängt der Auser= 684 Laßt dem Tode Lohn. 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht, 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todes: thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge drückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jeßt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Jhn erweckt kein Klageton! trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Aerndtefeld! Hier ruhen sie, Christen, unsre Brüder, kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre Va 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Vaterland schlummre er hie nieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Er scheine! Ruf er dann: wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Ster ben hat erkauft zu Himmelserben? laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er er standen, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. ihr werder leben! Der das Leben 686 fromme ChriMel. Nun laßt uns den Leib gib denn, selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ: die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. 4. Nein, die karn der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erkalten, 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft! Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. 2. Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Truß; hier findet der Bedrängte Schuß, hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier unter besonderen Umständen. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 497 Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterbli cher beschließet des Lebens turzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei voit Beschwerde in deine milden Ärme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frieden den sanften Schlaf der Müden; hier find er die erseufzte Ruh; Mel. So schlummerst du 4. Sowie in heilgen Hainen naht sich hier den Ge687 och stehen wir, beinen nicht Frost, nicht o Gott, dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnad:. 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört fein Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst 3. D gib uns Kraft, ge wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! erweckt. 6. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erMel. In allen meinen Thaten wacht. Heil d'esem todten 688 Da stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Staube, so singt der Christenglaube; auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Be= 498 Gesinnung und Verhalten des Christen Betrübte! Dort wandelt der Mel. Christus, der ist mein Leben Geliebte im hohen Himmels: 690 Das Grab ift tief licht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! und stille und schauderhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. Mel. Gott des Himmels und der 689 Rubig ist des Todes Schlummer und der Schooß der Erde fühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Lei denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmähsucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Feh: ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Schooß. Der Freundschaft Rosen fallen nur auf des 3. Verlaßne Bräute ringen umsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath zu. 5. Das arme Herz, hienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ewgen Frieden nur, wo es nicht mehr schlägt. 3. Unsre Seufzer, unfre Mel. Seelenbräutigam Thränen werden ewig dann 691 Still erheben wir gestillt; unsre Wünsche, unfer Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott unter beſonderen 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Umständen. 499 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich nieMel. Christus, der ist mein 692 Verzeih der tie- derreißt, darf unser Geiſt liebest unfen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 1 was geschiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst: her kommt der Tod. Bei Beerdigung eines Verunglückten. sern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verdcrben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 3ur frühen Gruft uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er 500 Gefinnung und Verhalten des Christen 2. Er nahm dich auf zum 2. Wenn der Säugling, Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte dei nes Lebens Lauf. kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sinket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwache Herz, hilffl du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheis den. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In fteter Ruh, in uns gestörtent Frieden wohnt nun dein Geift, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Ga ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. D gebts ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! zieht ja in sein Vaterland. Er 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wiedergeben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694 W enn der Stifter 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns unsre Herzen unaussprech- dort als Glück erscheinen. lich tiefe Schmerzen. der Geschlech. ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach, dann fühlen Mel. unter besonderen Umständen. 501. Mel. Alles ist an deinem Segen vergehet, nur das Eitle 695 Grdentöchter, Erz bleibt zurück. Wie die Gottdenföhne, seid heit unvergänglich, wie der nicht stolz auf Reiz und Himmel überschwenglich ist Schöne; troket nicht auf des Christen wahres Glück. eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Am Grabe eines edlen Lebens Quell versiechet, und des Starken Arm erschlafft. und verdienten Mannes. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn so Mel. Alle Menschen müssen sterben früh, so dumpf, so schaurig 696 Wer mit Lust und die edler, fräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. D was ist des Grabes Höhle eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinabzusehn! Úeber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ewgen Vaters Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühen; Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit bestehet; nur der Erde Glück seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt klag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schäßen kann. 2. Laßt uns alle heute tlagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn. Am 502 Gesinnung und Verhalten des Christen Au Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu, wir sind Mel. Auf, Christenmensch! 697 Sanft, wie er gez 698 eweihter Drt, wandelt hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Aerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet und gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Je= fus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des HimmelsBürgerwerden! Trost und Gelübde auf Gräbern. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge weint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Gei stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vers nunft unter besonderen Umständen. 503 nunft und guter Wille er hat die Macht des Todes hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauz en. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deiihr sollt leben. nen zugesagt: Ich leb, und 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume dero Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jest, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sklavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ewge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns ein Heiland 699 des Todes Raub; er wird 3. Wird gleich mein Leib doch wieder leben und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebildt erheben, wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen." 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. D welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem det= 504 Gesinnung und Verhalten des Christen deinen Engeln gleich, voll- geben. Was wir hier kenkommne Lust genießen. nen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sichrem Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be schieden. Kein Schmerz, tein Leiden stört euch im Ge nusse reiner Freuden. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in die ser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheitunßmehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach zustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! In eigener Melodie 700 ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom men! Jhr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen, 4. Abgetrocknet sind all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns seh nen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Mel. Wann mein Stündlein wie felig feid 701 Schwer liegt der Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! D laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich, nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiedersehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich 2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Himmel erben? Wer wollt in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich danach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. unter besonderen Umständen. 505 ich höre schon des Geistes wie wirst du unser Glück Stimme wehen; sie ruft mir zu in fanftem Ton: Du wirst sie wiedersehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben un- Mel. Hallelujah! Bringet Ehre ter Gottes Hut wirst du sie 702 Wiedersehn! mit lauten 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, da mit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, forts hin uns nie zu trennen. 6. So seid getrost und freuct euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! Wiedersehn, o Wiedersehn, D erhöhn; wie tröstest du die Seele! gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Zu deinen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd euch wiederssehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! D, ich seh den Y Him 506 Anhang. Himmel offen, winkt der ruf ich mit schon blaffem Herr mir, heimzugehn! Munde: Ewig, ewig WieTheure, in der letzten Stunde dersehn! Anhang. 4. Du vergiebest Sünde, numschränkte hörst der Sünder Flehen, Mel. Wunderbarer König 703 blöden Augen, die zum Jrdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher er hoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich has sen! Herr, wer kann das faſſen? stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Born erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbar men. 6. Höchster! sei geprie sen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszu üben und die Welt zu lieben! Mel. Anhang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 704 Die Erb ist Jesu Christi, sein, wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des. hohen Segens werth, sich seiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mitt ler, sich bekehret und gläus big wird und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer, in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer frommist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sun der, kommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er 507 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde treu den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geift 705 Triumph! Triumph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet! gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und. Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph das Grab ist leer. Fest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, 2) 2 macht Anhang. 508 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge Tage werdens fein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets sorgen: was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! D Gott, schent uns dieß Le ben. Mel. Es ist das Heil uns 706mit it lautem Schall frohlocken wir; der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum unfer Muth nicht hin; durch Jesum wissen wir, wohin Mel. Nun danket alle Gott uns unsre Wallfahrt füh- 707 el Gelobst seist du, ret. o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vor urtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf mei nen Wegen sein! 2. Laß mich im Forschen. doch die Wahrheit nie ver fehlen und nie, was schäd lich ist, für wahres Heil erwählen! D Höchster, leite selbst den forschenden Ver stand: so wird, was du mich Lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Anhang. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. A 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! 708 Mel. Auf, Christenmensch! err, du bist meine Zuversicht! Du lebst; auch ich werd leben! Du wirst mir, was dein Wort perspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! 509 nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals Mel. Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erhöhter Jefu Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der= einst zu rechter Zeit in groBer Kraft und Herrlichkeit vom Himmelwiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! Y 3 2. Wer 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Anhang. 510 2. Wer faßt, o Heiland, jeßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und Mel. Befiehl du deine Wege schafft ein neues Leben. Auf 710 Ich bette, ein deinen Erd und Meer das große unzählbare Heer der Todten wieder geben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf und keiner fehlt. Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Ge wissen lehren: du haltest einst Gericht. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bift. 5. D gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jezt der Himmel preist, aus al ler Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herr liches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Men schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deis nem Richterthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Froh Anhang. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen, erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Bein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Ges wichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Beit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 511 Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 7. Ist dann dein Tag vor handen, wird diese Welt vergehn, so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Bessrung reicht? Vom Trosté leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von den zuleßt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sünden dienste zugebracht, zu dei6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß 24 mich D Mel. Wer nur den lieben Gott 711 ott, hilf mir, nem Borngefäße macht. daß thue, weil mich noch deine Anhang. 512 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir ges geben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Süns dendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaf fenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glück lich einst, mein Gott, bei dir! mir deine Treu mit Se gen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen In voriger Melodie. 712 Mein Herz, era brein, mich vom Verderben muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst ge lohnt. Noch immer steht zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Ret ter, voll. O könnt ich deine große Güte doch so erhe ben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lal Anhang. Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Sch will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! ch will, mein 713 nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 513 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen aus allen ten sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsſe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Allein Gott in der Höh 714 Stimmt unferm Gott ein Loblied an mit freudigem Ge müthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem Y 5 er 514 er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch lich schenket, was uns nüßt: drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum dan tet seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen! Anhang. 7. Lobt Gott, ihr starten Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat: ja, Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! In eigener Melodie. 715 in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Her ren, wann Satans Wuth, die Höllenrott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlin gen und in die höchfte Noth zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab: wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedan fen, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie Nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue: weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Anhang. 515 4. Hab Acht auf mich mich nicht ungeduldig werund steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab Ucht auf mich. den und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen, damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab 9cht auf mich, so will ich ewig preisen dich. Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die schöne Pforte führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu di gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich 26 vor 516 vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. Anhang. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Sam: forn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht ge= deihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen raus ben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. In eigener Melodie. 717 Wunderbarer Rönig, Herrscher von uns allen, laß dir un ser Lob gefallen. Deines Vaters Güte haft du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Zungen singen, laß die Stimmen flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe finge deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Hal leluja singe, welcher Christum nennet, sich von Her zen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so slimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2.0 Anhang. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! daß mein Blut mit Jauch zen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 517 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch lies besmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhers gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte fingen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Marum willst du hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Y 7 518 meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Hei land, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. Anhang. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Got tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht ge reue. mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich er blicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jezo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, GottesLiebenimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen Mel. Schwingt, heilige Gedanken 720 er heilge Chriſt man ist die Weide, da ist kommen, recht fröhlich ist. Leuchte der theure Gottessohn; deß erst freun Anhang. 519 freun sich alle Frommen 2. Wir gehn dahin und am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin: die Sünde liegt ge fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Weltgetümmel auf einem fichern Steg. 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schooße sißen. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten, geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein. Mel. Wach auf, mein Herz, oder Nun laßt uns Gott, den Herrn 721 Nun un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starten Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera 520 rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. Anhang. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den Hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer muth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Sefus foll die Loz 4. Unsre Wegen wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leit stern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein.Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bestes Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Schuß und Hort, bleib uns Losung fort und sein, da fort. ein neues Jahr erschienen;" Jesu Name soll allein de nen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jefu Name, Jeſu Wort in der Gemeinde len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. Mel. Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege 723 ch geh zut deiz nem Grabe, du großer Ofterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß di mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub 811 Anhang. 521 zu legen, was Asch und Palmen, die dein Volk dir Staub vermehrt; weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückst mir die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht, heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dant, Halleluja! 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 Uebe eberwinder, nimm die 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel fauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Šehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, oso jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dant, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuch tung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen 522 gen, o jo fördre du den Lauf; rufe nächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! Anhang. 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! Mel. Odu Liebe meiner Liebe 725 Wandle leuchtender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich im nächtgen Flor; doch jezt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus, deine starken Felfen bebten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, fag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auf erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerun Anhang. 523 rungen, frei gemacht? Oder höchstverklärte Majestät! liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth? Alle Himmel sind zu we nig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblict? 5. dann laß dich nicht bedecken länger nicht die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft! Wache auf zum neuen Leben, steig hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könnteft auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Mel. Alle Menschen müssen sterben 726 Siegesfürst und Ehrenkönig, 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir träftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Her: Anhang. 524 Herzens Pforten stehen of fen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir bgeschieden drinnen, in das Himmelreich verseßt, da mich Jesus nur ergößt. In eigener Melodie. 727 Zeuch ein zu dei nen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit bei den gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 6. Du bist ein Geist der Lie be, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß Neid und Streit. Der Feind schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrig tei Anhang. keiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmüct, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottes furcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr 728 Ach bleib bei uns, HerrJesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar ficher, faul und kalt; gib Glück zu deinem 525 Wort, gib, daß es schall an allem Ört. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei jept kommen haufenweiß herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich Heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß: dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Es ist das Heil uns kommen 729 Die Feinde deines Kreuzes drohn dein Anhang. 526 dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum fonnt auch feine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herre schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinen fanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Valet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Geseß erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschentinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Strei ter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer Anhang. 527 daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weißheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leis den, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, Mel. Mein ganzer Geist, Gott 731 Jesu, Herr der das folgsam hört, ein Herz Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du seguen willst und trösten. voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein 2. Wohl deinem Volk, Un3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir blei ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschüßt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein: die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen, darauf sein Zeichen steht. Unly, Bibl. Glessen 528 Anhang. Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, frü: Her, später gehts zum Ster ben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieiniger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Du hasts geschenkt und auf732 Gott, Bater, al- erbaut, dir ists geheiligt und ler Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heil gen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herz zen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, vertraut mit Herzen, Händen, Zungen: Ach hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Schmerzen tilg in Gnaden; Heil uns ganz vom Sündenschaden. Mel. Dir, dir, Jehovah voller Klarheit; heilge uns 733 Wach auf, du in deiner er2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Gotteshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegens gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 3. D Anhang. 529 2. D daß doch bald dein kein Ort ohn dessen Glanz Feuer brenute! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! Herr der Nerndte, siehe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Je, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. Osiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider fahren und brich in Satans Reich und macht hinein. breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 7. O beffre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege: vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geiftes sein. Ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die träftig vor den Riß der Kirche stehn. 5. Ach, daß die Hülf aus Mel. Jefus meine Zuversicht Zion kame! daß dein 734 Eine Seerde und Hirt! Wie Geist, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die 3 Herr 530 Anhang. Herrlichkeit des Herrn nas het dämmernd sich den Heis den; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du trener Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rauscht verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Je sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. Dehre wieder, fehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke 735 Ke reuigbittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht. 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamfeit zurüct, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein nenes Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder: neues Leben trink in seiner Liebes huld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Trost für alle Schmerz zen Anhang. zen; Er kann alle Wünden heilen, macht von allen Flekten rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 531 ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an: wer ists, der mich verdammen tann? 5. Rehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr, ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott 736 h weiß von keiz macht mich rein und klein nem zu Jesu ernstlich Grunde, als den der Glaub in Christo hat: ich weiß von feinem andern Bunde, von feinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn- nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten 32 De= 532 Anhang. Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reiBet nichts den Grund mir ein. 4. Himmelan: mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach, himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will alMel. Jesus, meine Zuversicht 737 eiteln die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, dro ben unser Vaterland. Mel. Schon ist der Tag von Gott 2. Himmelan schwing dich, 738 Such, wer da will, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn fehrt in seinen Ursprung hin. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch Anhang. durch ihn zu Theil; uns der nichts zu vergleichen, macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. der alle Königskronen wei chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach: du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ach, sucht doch den, last Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und teiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis: bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 Ich will dich ims mer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben; nun schenfst du mir die wahre Ruh: die Ruh, mit 533 3. Ich hange nicht an ird'schen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein, dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du, mehr übrig ſei. 4. Mir gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer finn auf große Thaten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend 33 das Anhang. 534 das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Gute, durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. Mel Was Gott thut, das ist 740 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Ei= nem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen: aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanfen: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schup, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Mel. 535 mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; 741 Erb ich bin. Laß. dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! Anhang. Mel. Es ist das Heil uns err wie du willst im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit: wenn ab all UnGeligkeit: wenn av all Un gerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, perleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freu: den. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. 742 Sieh hier bin ich, lege mich vor deinen Thron. Chrenkönig, kindSchwache Thränen, lich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr ich bitt dich, lenke 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 4." Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wolluſt, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches fucht die Ewigkeit. Laß dich finden; laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! Mel. Besteht du deine Wege in Wohlstand 743 ohne Gleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er ge sinnt; ein Christ ist durch den Anhang. 536 den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End: er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. Mel. Wer nur den lieben Gott größer Kreuz, 744 mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Oselig ist der Mann ge schäßt, den Gott in Kreuz und Trübsal segt. 2. Je größer Kreuz je beffre Christen: das Kreuz, ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in man cher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last: die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert haft. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläßt nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter duften wohl, wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht her, wenn nach dem Pol. Wo kämen er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegan gen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je ( n ha n Y. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod: denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 745 Mohl einem Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 537 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht be wahrt! 6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Aeltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund; wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind zu dienen Herrn und Bott nach ſeinem Willen 746 auf Erden und Mel. Befiehl du deine Wege bin und Gebot! hab Anhang. 538 hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland, hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe; die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das Meist iſt Ei telkeit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, daß wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher geseffen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, fo scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich schei de, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmüt ket haft; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von - schnöden Anhang. 539 schnöden Dingen in meinem in Christo stirbt!, O selig, Erbtheil ruhn. wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 7. Was suchst du, Mensch bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Woh ohlauf, wohl an, zum leßten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Rein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was frauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein ſanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm ſegnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! Das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags turzer Frist durch Jeſum Chrift für Gottes Volt vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, 8. Was sorgst du bis zum lesten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schaß ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, tein, Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl und Bett in Sarg und zum Wanderstab, aus Wieg Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blühtzu schön tein Wangenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du Anhang. 540 Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer: mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgebn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor, des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all zugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; be reitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt: Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Jesu, führ uns ein! harren bein: Amen, dein laß uns ewig sein! Herr Wir Mel. Herr wir fingen 748 Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgag kömmt! Steht auf, die Lampe nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und hala ten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der En gel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, fein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Mel. Anhang. Mel. Liebster Jesu, wir sind 749 dein segne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Las sen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. In eigener Melodie. 750 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jefum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, bedein arme heit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. 541 Glanze bei uns, du werMel. Chriftus. der ist mein Leben 751 A ch bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trupe, noch fäll die böse Welt. Treue bei uns, mein Herr 6. Ach bleib mit deiner und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth.in In eigener Melodie. 752 Izhaten laß ich Alles kann und hat; er den Höchsten rathen, der muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. MESUR 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch ertiest. 38 4. Sch Anhang. 542 4. Jch traue seiner GnaIn eigener Melodie. den, die mich vor allem 753 Beficht du deis vor allem schüßt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. ne Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein fräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhäng: niß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir ge beut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor gen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Wert kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn. wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wiederstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott Anhang. 543 Gott nicht zurücke gehn: 10. Wirds aber sich bewas er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß dochendlichkommen zu seinem Zweck und Ziel. finden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Frend. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 7. Auf! Auf! gib deinnem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sist im Regimente und führet Alles wohl. 8. 3hn, ihn laß thun und walten: er ist ein wei ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach be fümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver ziehen und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich bege ben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott, der du ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 2. Gott, wenn ich schwö 332 rend Anhang. 544 rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel- seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und Lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frepler auch noch da dich schmähn und frech vor bir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrek ken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verder ben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedent, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwe genheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt; Nichts hat sie, was dich lie, i schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiz land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost • nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. zwar seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Rich ter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. int des Anhang. Ridd Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nin rihen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im samen Gebet: Allmächtiger Gott- 33 3 545 dir 546 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor. Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Frie dens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und. immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden uit orbell 1 und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei m't euch.- Chor: Und mit deinem Geifte. Der Geistliche: Allmächtiger Gott 11 durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. 15 Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geift freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. Mel. Nun danfet Alle Gott. 1. Preis, Ehr und Lob sei dir. In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern. Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret, hds 449 Und Anhang. d? Und auf manch strengem Gang dati Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht hatt Und unser Vaterland 2nd 10 36 mi Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht== Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Chor: Amen. Amen. Amen. 128 Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; 412 Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih, 0$ 10 Wo man den Glauben wahrt. 3 Du wollest seine Treu Vergelten durch die Treue, Womit Ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. 547 Der Geistliche: Laßt uns beten- Segne uns um deiner Liebe willen. Amen! V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste 33 4 Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Jhm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. dall Der Geistliche: Der Friede Gottes zc.0 548 Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan, 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Jm höchsten Himmelsthrone, Shm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jeßund und immerdar, Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Choral Anhang. Choral- Gefänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr, Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! 549 Der Geistliche: Im Namen 3002 Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der 550 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe.- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. - Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja. Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren. Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlifchen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret: Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe. Hilf uns aus aller Noth. Der Geistliche: Laßt uns beten 351 Shor: Halleluja. Halleluja. Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreiein'gen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jezund und immerdar. Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Vater unser Der Geistliche: Segen. 551 Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Register. Nr. Ach bleib bei uns Herr 728 Ach bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach Gott, verlaß mich 391 Ach Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach könnt ich doch mit 653 Ach sieh ihn dulden, bl. 164 ch welch ein Kampf 88 Allein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 22 Allgegenwärtiger! ich Algütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich bebe 565 Allmächtig grofer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdiger G. 14 An deine Leiden denk. 138 An dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 640 Auf, Christen, bringet 410 Auf, Christen, laßt uns 95 Auf, dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja auferst. 267 Auf, freue dich, mein 93 Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger fr. 187 Auf, meine Seele auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 Nr. 66 Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W. 373 753 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt ist, 334 Begrabt den Leib in s. 681 Bekenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besiß ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisefter Reg. Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Christ, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G.! 149 Chrift eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein 2. 665 Christ, wann dich Trüb. 381 323 458 Dank und Anbetung 43 Dank, Vater, dir, der 654 Das Amt der Lehrer. 533 Das Grab ist tief und 690 Das Land, das Gott 546 Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. Da stehen wir, die Dei. 688 Dein bin ich Gott! D. 70 Deines Gottes freue 368 Dein Heil, o Christ, n. 392 Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchst. 200 Dem ganzen Erofceis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich Dem Wandrer gleich. Den größten Sterbend. 158 6 509 553 Nr. 329 159 78 Dir, Gott, der so aern 219 Dir, Gott, sei Breis u. 72 Dir immer ähnlicher zu 343 Dir trau ich, Gott, u. 377 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der 2. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters Du denkest in der tief. Du, der kein Böses thut, Du, der sich einst voll. 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Auge floff. 160 Du gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, haft aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr, von meinen 624 Du kamst herab zum 101 Du klagst und fühlest 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Ch. 336 Du Vater deiner M. 364 Du vertheilst der M. 526 Du weiser Schöpfer Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören 6. 672 26 Register. Nr. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen s. 617 Der du selbst die Wahrh.206 Der du stets unsre Zufl. 8 Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil er. 108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind er. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt, I. 106 Der heilge Christ ist F. 720 Der Herr ist Gott und 11 Der Herr ist meine 374 Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet, was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt u. 649 Der Tag ist wieder hin; 574 Der weise Schöpfer, d. 557 Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erft. 606 Dich bet ich an, erst. 176 Dich, Jesum laß ich ewig 740 Dich kennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder, 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erde ist Jesu 704 Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir 520 Dies ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Thiere, deren Herr 558 Die Zunge, die vern. Dir dank ich für mein Dir ergeb ich mich 433 535 51 554 615 320 56 246 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Eine feste Burg ist 210 Ein Gott regiert; was 389 Ein Herz, o Gott, in 464 554 Register. Nr. 97 Ein milder Regen sintet 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Ginsam bin ich tiefe 584 Eins ist Noth! Und H. 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Bl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unfelge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Erhabner Gott, wasg 16 Erhalt uns, Herr, 209 750 Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist, 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne feiernder Gef. 414 Ertönt, ihr Freudent. 602 Es baut, o Gott, auf 595 G3 eilt der letzte von Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf, der A. 297 Es herrscht ein Gott, 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr, für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur einer Herr Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer 3. 328 Es werde Gott von dir 71 109 446 12 Nr. Es zieht, o Gott, ein K. 628 Gs züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 Tallet nieder, fallet 406 571 Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund, 614 Frohlockend, Vater, Frohlockt ihr Christen, 181 Früh, mit umwölftem 592 126 Führer zur Vollkom. Für alle Menschen bet. 403 676 Für deinen Himmel Fürwahr, du bist, o G. 59 Geärntet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott 516 Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib, Gott, wenn ich d. 423 Gib Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 366 Gott, deine heiligen Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End. 58 98 Gott, der du für uns Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 555 Nr. 667 193 477 174 23 Habe deine Lust o 3. 620 Hallelujah, bringet Ch. 408. Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott Seilger Geist, von 6. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Tod. Herr, deine Allmacht Herr deine Kirche dank. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Gesetz und 207 Herr, der du alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Herr, du wollst siend 237 Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus deiner 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich, dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang.5 Herr! welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst so f. 741 Herr, wie lange muß 340 24 185 337 37 31 17 Register. Nr. Gott, der zumi Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewigt. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist kom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 Gott, immer groß an 459 Gott ist die Liebe, Gott Gott ist getren, sein H. Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! Gott ist, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, St. Gott sei Dant, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns. O 62 Gott Vater aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor desfen Anges. Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich f. Großer Gott, erhabues Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Aeltern, 519 Groß wird des Sünd. 275 514 28 87 83 Hab Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 556 Register. Nr. 228 Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der K. 645 Himmelan gebt unsre B. 737 Höchster, dent ich an 294 Höchster G., wir d. 19 Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Christ! 6. 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach J. 223 Ich bin in meinem G. 451 Ich bin, o Gott, dein 75 Ich bin zur Ewigkeit 265 Ich bin ein Gast auf 746 Ich blick empor zu dir 300 Ich denk an deinen G. 710 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich fasse, Bater, deine 662 Ich freue mich mein G. 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir 341 Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges L. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 393 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Sch will dem Hern zu 634 Ich will den Bund mit 235 Ich will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Jch will in stiller Einf. 622 Ich will, mein Gott, du 713 je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, 324 Jesu, meines Lebens 2. 137 Jesum ewig zu verehr. 321 jus lebt, mit ihm 175 Jejus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Losung s. 722 Jm Frühling meiner J. 531 Immer näher kommt 270 mmer sich bestreben 125 In allen meinen Th. 55 752 In Gottes Namen f. 568 In Trübsal, Christ, ſei 463 642 In unserm Kummer 3st Gott für mich, so 310 Kehre wieder, fehre w. 735 kein Lehrer ist dir 3. 131 Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 522 Komm, betend oft und 394 Komm, o komm, du G. 191 Komm, heiliger Geist kommt die ihr nicht 133 Kommt, kommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Kommt mit Dank vor 92 kommt und laßt uns 344 79 Laß dankbar uns die 544 Zaß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eitlen 443 Laß mich doch nicht, o 441 Laß mich, Höchster, d. 492 4 Register. Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 Laßt dem Tode seinen 684 Laßtuns mitehrfurchtsv. 112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr und Dank sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, 415 Lob, Preis und Ehre br. Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge, meine Seele, 183 Lobsinget Gott! Dant 45 Lobsinget Gott, denn i. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 3 Mache dich, mein Mein Auge sieht, o Gott Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott, 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinsie 311 Mein ganzer Geist, G. 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V., 301 Mein Hort ist Gott! 382 Mein Jesu, für dein 156 430 64 557 Nr. Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, deffen 347 Mein Vater und mein 348 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschent. 105 Mit Freuden, laßt uns 613 Mit frohlockendem 6. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dank 657 Mit welcher Langmuth 40 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzenv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsv, 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem 632 Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, n. 453 Nicht, daß ichs schon 349 Nicht für der Felder 593 Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von Ungefähr! 54 Nicht um ein flüchtig 194 Nicht um Reichthum, 400 Nie bist du, Höchster, 21 Niewillich wieder sluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dantgef. 94 Noch immer wechseln 63 Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m. 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 Nun danket Alle Gott 409 Nun ist das alte Jahr 612 567 558 Register. Nr. Nr. 601 Nun laßt uns alle fröhl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 Oblickt hinauf zur G. 494 E. Ob wir sind, wie wir 495 Durst nach Blut, o 152 daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 Golgatha, zu deinen 168 Gott, den alle Wesen 420 O Gott, der du mein 357 Gott, des Himmels 53 O Gott, deß starke H. 35 O Gott, du bist mein Sanft, o Christ, ist 3. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöfte S. 234 Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Schön ist die Tugend, 353 Schon naht sich meines 660 651 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. 418 Schüße die Deinen, Schöpfer, Gott, Herr Schweiget, bange 3w. 2 216 316 153 572 60 73 269 Gott, du frommer 350 Ogroßer Gott, du r. 196 Heiland, dessen hoh. 240 heilger Geist, kehr 192 D Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der H. 731 Kinder, dieser Tag 540 könnt ich dich, mein 419 Oselig, wer zufrieden 511 Ostimm auch du mit 113 O welch ein Glück, ein welch ein Segen ist 555 welch ein unschäßb. 501 Welt, sieh hier dein 162 wie sanft ist, Herr, 84 O wie selig seid ihr Owie unaussprechlich 282 Preist, Christen, mit 598 Preis und Anbetung 417 Nedlichkeit, mit dir Religion, von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Ruhet wohl, ihr Todt. 685 Ruhig ist des Todes 689 Schwer liegt der Tr. 701 13 Schwingt, heilige G. Sehet, Christen, jehet 169 Seht, welch ein M. Seid' barmherzig, M. Sei getreu in deinem 537 Sei gesegnet! Amen, Sei hoch gepriesen, H. 141 Sei Gott getreu, halt 367 Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein Selig Jesu, sind die Selig sind des Himmels 258 Selig sind, die in dem 664 Selig wer mit stillem 376 Senft den Leichnam, 683 Senkt nun den Leib Siegesfürst und Ehr. 726 Sieh diese jungen S. 539 Sieh, hier bin ich, Chr. 742 Sink ich einst in jenen 581 So fliehen unsre Tage 577 So gib denn fromme 686 So hoff ich denn mit 315 So ist mit aller seiner 652 So Jemand spricht, ich 482 682 700 496 Säe deine Thränens. 460 Soll dein verderbtes 202 ASUS 487 673 Register. Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So wahr ich lebe! f. 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so Stärke, Mittler, stärk 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such wer da will ein 738 Sünde ist nie klein zu Theuer sei mir allez. 128 Thut mir auf die sch. 716 Triumph! Triumph! 705 20 82 559 Nr. 412 559 497 Viele Freuden streust 456 Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an diesem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem 119 Vom Todesthal hinauf 184 Von allen Himmeln Von deiner Weisheit Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Von Herzen preis ich 199 Vor dir, o Gott, sich 360 Wach auf, du Geiſt der 733 Um Erbarmen flehen 629 Um Gnade für die Wach auf, mein Herz, 569 Unerforschlich sei mir Wachet auf! ruft uns 748 Unschuldigster, du hatt. 155 Wandle leuchtender u. 725 Unier Gott, der Herr 90 Wann wir unsern Lauf 69 Unser Gott ist groß Warum erbebst du, m. 268 Unser Wandel ist im 431 Warum sollt ich mich 469 Unsern AusgangsegneG. 749 Warum willst du doch 386 Unsre Kindheit unsre 618 Warum willst du dr. 719 Uns strömt aus deiner 439 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Unsterblichkeit, Unst. Unter manchen bangen 671 Was ich nur Gutes h. 421 Unumschränkte Liebe Was ist im Himmel, 358 472 Was ist mein Leben Unwiederbringlich Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will, 471 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 167 27 52 284 703 611 Weber aller Himmel 186 Ueberwinder nimm 724 Bater, den uns Jesus 401 Vater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laßt uns 481 Vergelten wirst du den 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 560 Register. Nr. 333 Wie groß ist unsre S. 395 Wie groß, o Herr, ersch. 326 217 694 Wie groß, wie angebetet Wie heiter fließt mein Wie im Herbste fällt Wie leicht verkenn ich Wie manntgfaltig sind 475 271 Wie sanft, mein Vater. 503 570 50 Wie fanft sehn wir den Wie sicher lebt der M Wie soll ich dich empfang. Wie theuer, Gott, ist Wie viele Freuden dank 257 532 144 285 34 627 365 504 375 425 Welch hohes Beispiel Welch hohes Vorrecht Welterlöfer, bich zu lieb. Wenn Christus seine Wenn der Stifter bet Wenn Geschwistes ftomm 525 Wenn gleich aus ttefer Wenn ich auf Gottes Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von jen Wenn ich, o Schöpfer, Wenn meine Zeit vorh Wenn Menschen streben Wenn mich die Sünden Wenn oft zu jener S Wenn ich mein Getst Wenn wii. in höchsten Wenn zur Erfüllung Wer wird v Gott, die Wer auf jetnen Gott Wer bin ich? Welche We biefer Erden Güter Wer geperdhi ber thus Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht Wer hat den Glanben, Wer höher durch Geburt Wer Jesum kennt, ber Wer iann die Leiden We könne zweifeln, Wei machie diese schöne 47 We mit Luft und Eifer 696 We nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Lafter liebt Wer stets mit reinem Wer Sünde thut der Wer unter detrem Sch. Wer weiß, wie bald in Wer weiß, wie nahe Wer zahti, Unendlicher Wiedersehn! mit lauten Wie freu ich mich der Wie getrost und Heiter 132 Wie gnädig ist bes Wie göttlich sind doch Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß tit des Alm 32 486 548 296 317 81 352 En 85 579 262 260 68 Wie wichtig ist doch der Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o Will mic, o Gott, hien. 702 286 318 605 Willst du der Weisheit Willst du die Buße noch Wir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir kommen, Helfer, Wir sind in Noth, laß Nr. 505 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unster 524 679 293 747 444 Wir trocknen unsre Thr. 466 549 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 447 296 Wohlauf, Wohlan, zum 150 Wohl dem, der begre 10 Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig Wohl dem, der seines Wohl einem Daus, da Wohl mir, o Schöpfer Wohlthätig sind der Erde 461 Wohl urs! Wohl uns 534 86 208 25 717 Wo ist wohl Noth und Wort aus Gottes Mund 26 sind die Weisen, die Wunderbarer König, H. 154 103 506 245 422 435 397 674 248 Bu bir, o Gort, bas Bu bit, Unendlicher, 107 308 Sum Fleiße ward tas 3um Himmel erhebe Bur frühen Gruft 38 77 255 319 476 361 75044 643 1635 euch ein zu deinen Th. 727 398 510 493 619 745 552 631 437 625 693 Gebete zur Hausanda ch t. Morgengebet am Sonntage. Großer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden! bei dir ist Allmacht, Weisheit und Güte, und du bist würdig, von Allem, was auf Erden und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebet zu werden! Dich preiset meine Seele für deinen mannigfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet hast, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht, und insonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern wirst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und zu unserer näheren Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft ge heiliget. wie gesegnet wird er auch mir sein, wenn ich ihn nach dieser deiner liebreichen Absicht, zur Erquickung und Heiligung meiner Seele durch dein seligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sei gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissensfreiheit verleihest! Verherrliche dich heute, o Gott, in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemeinen Segen! Heilige du selbst die Opfer unsers Gebets und unsrer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwissen der! derheit meinen und der Meinigen du kennest insonSeelenzustand. Ach laß uns auch heute die göttliche Kraft deines A Wor Abendgebet am Sonntage. Wortes also an unseren Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröstungen beruhiget und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestiget werden. Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten er füllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns beflei: ßigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unseren leiblichen Geschäften verstatteſt, werde doch insonderheit zur wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths, und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott! daß wir nicht durch unnöthige Geschäfte und unnüße Zerstreuungen den Segen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich verherrlichen, und es beweisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses alsdann beweisen, wann du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unsern Nächsten an den Tag zu legen! Heilige, o Gott! auch alle unsere Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichts vergnügen, als was mit Versicherung deiner Gnade genof sen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführet werden, damit also dein Tag uns in allem eine wahre Vorberei tung zu deiner ewigen Anbetung, und zu der ewigen Ruhe und Seligkeit sein möge, die du den Deinen verheißen hast. Segnest du, Herr! deinen Tag zum ewigen Heil unserer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlassen. Du, mein himmlischer Vater! weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch auf diese Woche und auf die ganze Zeit unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath, und nimm uns endlich zu Ehren an, um Jesu Christi willen. Amen. 2 Abendgebet am Sonntage. hädiger und liebreicher Gott! dein Name iſt herrlich in Allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, denn die Himmel. Dank sei dir für die erneuerten Gelegenheiten Gebet am Sonntage. 3 ten, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Christen zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören, und dadurch unterrichtet, gestärket und auf die Wege der wahren christlichen Tugend geleitet zu werden! Gib mir, o Gott! daß ich nun auch die Vortheile, die du mir verschafft, gehörig nüßen möge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden lassen, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Absichten, zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferleget sind, und gemäß den Verheißungen, die ich zu gewarten habe. Vergib mir, gütiger Vater! die Unvollkommenhei= ten, die meine Andacht heute noch begleitet haben. Vergib die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamkeit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Ruhetage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlischer gesinnt wer den möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so lange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Antheil erwählet, und auf kein schöner Erbtheil die Aussicht hätte; sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte sei, sondern daß mir eine festgegründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Gib, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe, und als ein Bürger des Himmels lebe. Ja, mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott! geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwernisse, Gefahren und Versuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege zum Himmel aufstoßen, und laß mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Tugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deiner Heitigen im Lichte wartet. Gelobet sei dein Name, o liebreicher Gott! der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wohlthaten an Leib und Seele begnadiget hast! O laß die Empfindungen deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preisen möge. Und nun, o Gott, nimm a 2 mich 4 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beschüße mich vor allem Uebel, und erquicke mich durch eine sanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meinigen. Thue ihnen Gutes und segne sie mit allen solchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmherzigkeit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erhöre, gütiger Vater! dies mein unvollkommenes Gebet, und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaden gefallen. Erhalte mich mein kurzes und ungewisses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Tröste und stärke mich in meinen letten Augenblicken, und nach dem Tode sei du mein Theil und großer Lohn, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn! Dir, mein himmlischer Vater, ſei Lob, Preis und Ehre jetzt und immerdar! Amen. Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von Neuem an. Deine eige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher überschüttet hat, gehe denn auch heute mir von Neuem auf, wie die Morgenröthe! Wer bin ich, o Gott! daß du mich bis hierher gebracht hast? Jch bin ja, leider! noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue, leider nicht immer, noch völlig, was ich thun sollte. Meine Gedanken sind eitel; mein Herz ist bald trobig, bald verzagt. Ach, so siehe denn, mein Gott! mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin. Gedenke aber, lieber Vater! an deines Sohnes Gehorsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht, und von dir gesegnet sei. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hand von mir ab. Gott, mein Heil! Lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Jch weiß nicht, was mir in die ser angefangenen Woche begegnen wird: behüte du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte meinen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthums verrücken Abendgebet am Montage. rücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und dadurch Alles, was ich thue, in dir gethan sein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit bei einer gewissenhaften Sorgfalt, und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeihen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft zufließen lassen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir dabei eine Last auf, so hilf mir auch, und laß mich allezeit erfahren, daß du der seist, der uns von allem Uebel erlöset hat, und noch ferner erlösen wird. Segne die Meinigen, und zeige ihnen dein Heil. Und wie Alles auf dich, mein Gott! wartet, so segne auch heute und in diefer Woche alle gute Nahrung und dir wohlgefällige Arbeit, und gib, daß ein Jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Gewissen vor dir wandele. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf, und erfülle Alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Denke an uns alle und segne uns: segne, die dich fürchten, beide, Kleine und Große; segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, und um seiner kräftigen Fürbitte willen. Amen. 5 Abendgebet am Montage. Liebreicher Gott! ich danke dir und bete deine Macht und Güte an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan und mich so reichlich gesegnet hast. Von deiner Gnade, o mein Gott! bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen, meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffet, alle meine geistliche und leibliche Nothdurft in Gnaden angesehen; ja, überhaupt meiner Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, o Herr! wie du, der du dich so hoch gesehet hast, und doch auf das Niedrige so gnädig siehest? Nun, o mein Gott! da du nicht nur wohnest in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch bei denen, die zerbrochenen und zerschlagenen Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist der a 3 Gede Morgengebet am Dienstage. Gedemüthigten und das Herz der Zerschlagenen; so bitte ich dich demüthig: Tilge alle an mir noch befindliche Sündenflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi! 6 Du bist der Herr, nach dessen Worte Alles geschehen, und dem Alles dienen sollte; wie finde ich hingegen meinen Willen deinem heiligen Willen so sehr zuwider, und mein Herz so kalt gegen das Andenken deiner Gnadengegenwart! Um Christi willen, schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler! Erfülle ferner an mir deine gnadenreiche Verheißung: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sei; du erfüllest vielmehr Himmel und Erde und umgibst auch mich, wo ich size oder liege. So sei demnach auch in dieser Nacht nicht ferne von mir; eile, auch mir beizustehn, Gott, meine Hülfe! Beweise auch an mir deine große Gnade, du Heiland derer, die auf dich hoffen! Beschirme mich und Alles, was du mir verliehen hast, unter dem Schatten deiner Flügel. Sei du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Vater! wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns Alle, und auch für mich dahin gegeben hast, so schenke mir und Allen, die ihn angenommen haben, heute und allezeit mit demselben alles Andere, was wir an Leib und Seele bedürfen. Amen, um Jesu willen, Amen. Morgengebet am Dienſtage. Got ott deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Trene, die du an mir beweisest, ist sehr groß. Ein Tag sagt es dem andern und eine Nacht thut es kund der andern, wie geschäftig du Herr! in jedem Augenblicke meines Daseins zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bist! du schaffest es, daß ich sicher ruhe. Wann Finsterniß die Erde bedeckt, und wann ich selbst von mir nichts weiß, dann wachest du, mein Leben zu bewahren. Aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Tage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu erwecken; du machest es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tages erfreuen kann. Was ist denn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu erkennen fähig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Vater meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch jetzt wieder wie neu Abendgebet am Dienstage. 7 neu empfangen habe, dafür zu danken, und deinen Namen zu preisen? Dieß sei denn auch jetzt, in dieser frühen Morgenstunde, mein erstes Geschäft. Meine Seele lobe dich, den Herrn, und Alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich, und vergesse des Guten nie, das du bis diesen Augenblick an mir ge than hast! Daß ich sicher und ruhig geschlafen habe; daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat; daß ich das Licht dieses Tages eben so gesund wieder erblicke, als ich es gestern verlöschen sah; daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder gebrauchen, sondern auch mit erneuerten Kräften gebrauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken und von den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen kann, der einem vernünftigen Wesen anständig ist: das Alles, o Gott! habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichsam von Neuem geschenket hat, erkennen und schäßen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Gib, daß ich heute in Allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbindungen, in welche ich kommen kann, dich vor Augen und im Herzen habe, und an deine Gerechtigkeit, an dein heiliges Gebot und an meine zukünftige Rechenschaft vor dir, dem Allwissenden, fleißig denken möge. Dadurch werde ich am sichersten bewahret werden, daß ich in keine Sünde willige, noch irgend Etwas mit Vorsag thue, was wider dein Gebot ist. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte: denn die dich, Herr! fürchten, haben keinen Mangel an irgend einem Gute, das wahrhaftig glücklich macht! Erhöre mich um des Mittlers willen, in dessen Namen ich zu dir bete. Amen. Abendgebet am Dienſtage. ch freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit jede jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, a 4 mei 8 Abenbgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viel geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genugsam beweisen? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiliget sein! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommner sein! Aber, o mein Gott! wie weit bin ich noch von dem Ziele der christli chen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an meine Sünde ge dente! Ach Herr! ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heilung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott! in diesem guten Vorsaze. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich Alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich Alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein als den heutigen; laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unfrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott! tröste alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Trübsale der süßen uhe beraubet sind. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott! übergebe ich meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem weis sen 9 Morgengebet am Mittwochen. sen Rath und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Jch bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen. Morgengebet am Mittwochen. Gott ott! Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demithigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geiſtliche und leibliche Vortheile, die ich besiße. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedecket, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du dich meiner so väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gefeße übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichen Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher Nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilist uns nicht nach unseren Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott! daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sei mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsaß, alle unordentliche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem a 5 Wil 10 Abendgebet am Mittwochen. Willen meines Fleisches, oder nach dem Beispiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Ach Herr! stehe mir selber mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsaß mit Treie zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich Nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Segne insonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unseres Berufes treulich erfüllen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller un serer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. armherziger Gott! nach deiner Verordnung bedeckt jest wiederum Finsterniß unser Erdreich; bei dir aber, du Vater des Lichts! muß auch die Finsterniß Licht sein. Auch diesen Tag legte ich unter deinem gnädigen Schuße. zurück, und preise deinen heiligen Namen für alle deine gute und vollkommene Gaben, die mir deine Gnade heute geschenket oder erhalten hat. Ich danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verliehen und bisher bewahret hast, sondern auch und vornehmlich, daß du dein heiliges Wort noch immerfort meiner Seele Teuchten lässest, als ein Licht auf meinen Wegen. Zwar muß ich, o mein Gott! auch heute vor dir bekennen, daß ich nicht stets nach diesem heiligen Lichte gewandelt habe. Stelle aber meine heutige mir bewußte lebertretung nicht im Zorne vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte; sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnädig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gott! da es jetzt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Kraft, Morgengebet am Donnerstage. 11 Kraft, vor wem sollte mir grauen? Wann meine Augen geschlossen sind, so laß deine Augen über mir offen stehen. Laß meine Seele und meinen Leib und Alles, was ich habe, unter deiner liebevollen Fürsorge wohl verwahret sein. Sorge für mich und die Meinigen; sorge für alle Menschen! Erbarme dich aller Armen, aller Kranken und Elenden! Hilf ihnen und lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! Gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken können und laß sie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Güte erwachen, und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören; o! so vergib mir, was ich von diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine theure Verheißung, daß du mich um jeiner großen Erlösung willen als völlig begnadigt annehmen, und bei dir ewig selig machen wollest. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! durch Jesum Christum. Amen. Morgengebet am Donnerstage. Gott ott: Quelle meines Lebens und desselben Erhalter! mein Gott, durch dessen Güte ich von Neuem einen Tag anfange, sei du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen sein. Noch sind Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten. Deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich mir nahen durfte. Daß ich heute von Neuem thätig in meinen Geschäften, unb zu meinem und meines Nächsten Nuben wirksam sein kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dir. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Wer ist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr, als du, meine sicherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Allweiser, Gütigster, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Bater. Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mehr sein, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich und dein will ich ewig bleiben, dir sei mein Schicksal gänzlich heimgestellt. Regiere a 6 du 12 Abendgebet am Donnerstage. du es nach deinem Wohlgefallen! Dein Wille ist auf alle Weise der beste: dein Wille geschehe! Führe mich immer nach deinem Rath: dein Rath ist Seligkeit für mich. Ich kenne tein seliger Glück, als das, dir zu gehorchen: dein Wille allein sei mein Gesep! Sei du allein der Herr meines Herzens! Herrsche du über seine Gesinnungen, über seine Neigungen, über seine Wünsche; verstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in dasselbe einzu schleichen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen, ist mein erster Wunsch; so lange ich denken kann, will ich so denken. Ich empfehle mich und die Meinigen auch an diesem Tag deinem mächtigen Schuße. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen: sei mein, sei aller Menschen Beschüßer! Sollen meiner Tage noch mehr werden, so seien sie dir alle geheiliget! Laß mich keinen, und auch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde. Gott, deine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern! aber auch mit jedem Tage lasse mich deiner Liebe und Güte würdiger werden. Erhöre mich und erfülle meine dir wohlgefälligen Wünsche, wie du es mir und Allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verheiBen hast. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstage. bermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk er war, dir müssen auch noch seine lezten Augenblicke geweihet, dir müssen die leßten meiner heutigen Empfin dungen heilig sein! Nur deiner Huld allein, unendlich gütiger Gott! habe ich es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen hast! Alles, was ich bin, und was ich habe, bin ich, und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir heute erwiesen! Wie viel Böses hat dein gnädiger Schuß von mir abgewendet! du bist doch nur allein mein wahres und auch mein höchstes Gut; du wirst es ewig sein. Da ich dich habe, was sind mir Himmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißvergnügen meiner Tage in Heil und erhöhet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, ſo weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner 13 Morgengebet am Freitage. ner Güte! Was wird dann jene sein, wo der Freuden die Fülle vor deinem Angesichte, und volle Seligkeit zu deiner Rechten ist! Welche Glückseligkeit wartet dann auf mich in dem Stande meiner Vollendung! O, wann wirst du, Vater! mich würdig finden, mich unter deinen Hausgenossen aufzunehmen? Könnte doch nur mein Leben dir immer angenehm sein, und mein Wandel dir immer gefallen! Mit allsehenden Blicken erforschest du mein Herz. O möchte es doch immer rein, doch immer rechtschaffen von dir erfunden werden! Herr ich gelobe es dir, und will es auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du mir nur bei meiner natürlichen Schwachheit, und erseße mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlasse ich mich in Allem, was meine Glückseligkeit befördern kann. Jeßt überlasse ich mich der Ruhe: laß mir, laß den Meinigen, laß diesem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Beschirmung widerfahren; verhüte gnädig unglück und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder erwachen, so sei ferner mein Gott, wie du es bisher gewesen bist; so führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe; so laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, mich immer würdig meinem Berufe betrage, und schon auf Erden mein Wandel im Himmel sei! Amen. Morgengebet am Freitage. eiland der Welt! Treuester Mittler! du bist darum fort nicht ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Denken von Neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach, laß mich nie vergessen, wie viele Mühe und Arbeit dir meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue und dich, o Gottes Sohn! lebenslang für meinen höchsten und besten Freund halte, indem ja Niemand größere a 7 Liebe 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge, sehe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Gnade, solche auch ernstlich zu hassen und zu vermeiden. Du riefest an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ach! bitte deinen himm lischen Vater für mich, daß er weder heute noch jemals mich verlasse, noch versäume. Du trugest dein Kreuz selbst zu deinem Tode, und unterwarfest deinen Willen dem Willen deines himmlischen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Willen in findlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme, und dir auf allen Wegen deiner Tugenden beständig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deinen nicht vergaßest, sondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch heute dieser deiner treuen Fürsorge ebenfalls genießen. Wende dadurch alles Uebel von mir ab, und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten haft. O Herr Jesu! du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Völker in dir gesegnet würden: laß auch mir deinen reichen Se gen an Seele und Leib und zu allen guten Verrichtungen zufließen. Bilde mich nach deinem Sinn; und wie du so gar für deine Feinde, die dich gekreuzigt haben, voll Sanft: muth batest: so gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat, erbarme dich Aller, und bekehre Alle, die dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was sie thun, wann sie dich verwerfen und durch vorsäßliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehr göttliche Kraft und göttliche Weis heit werden. Gedenke an mich und alle die Meinen, Herr! der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrschest, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese sein. In deine Hände befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geist; du haft uns erlöset, Herr! du getreuer Gott! Amen. Abend 15 Abendgebet am Freitage. Abendgebet am Freitage. O Gott, der du mich auch diesen Tag erhalten hast, ich danke dir für deine fortgeseßte Sorge und Güte gegen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich demüthig um Vergebung wegen jedes Vergehens, dessen ich mich schuldig gemacht habe, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeiden suche. Laß mich fest überzeugt sein, daß ich nie dir wohlgefallen könne, wofern nicht ein heiliges und nüßliches Leben führe, und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abscheu sein werde. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf, und da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind: so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That, irgend einer Sache schuldig sein, die dir mißfallen könnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen, und jeder lasterhaften Neigung widerstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne, und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Gnade sei, und wie sehr ich der beständigen Führung deines Geistes bedürfe. Laß mich als ein weiser Christ vorsichtig auf Erden wandeln, und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Welt und ihre Herrlichkeit ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch oft auf rauher Bahn wandeln muß, fortzusegen. Wache auch in dieser Nacht über mich, über die Meinigen und über alle Menschen, insonderheit über alle nothleidende und bekümmerte Menschen mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! Und wenn es dein gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll; so nimm mich, als dein um Christi willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an, und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Erlöſeten 16 Morgengebet am Sonnabend. löseten da sein sollen, wo er ist. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben soll; so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die Absichten, wozu du deinen Menschen Leben und Kräfte gibst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an durch Jesum Christum, deinen ewigen und eingebornen Sohn, um dessen Willen du auch mich zu lieben und zu erhören verheißen hast. Amen. Morgengebet am Sonnabend. Allmächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieſer und durch du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde, so viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den leßten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erlebet. Ich preise dich, o Bater! für solche unzählige Wohlthaten, und bitte dich herzlich: Gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem Danke dafür ehre. Laß mich stets vor dir, o allwissender und allgegenwärtiger Gott! wandeln und fromm sein; Laß mich immer wohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher seiest, alle meine Worte hörest, alle meine Werke schauest, alle meine Gedanken bemerkest, und alle meine Wege erforschest. Laß auch heute alles mein Thun gesegnet sein. In deinem Namen fange ich es an. Sei mit mir und laß es zu deiner Ehre und mei nem und Anderer Nußen wohl gerathen. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig sein, und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen diene, sondern dein Knecht sei, der du einem Jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, redlich dabei handle und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit und was mir deine Hand gege ben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Noth Abendgebet am Sonnabend. 17 Nothdurft haben möge. Soll ich nach deinem Willen an diesem Tage, oder sonst mit Noth und Trübsal beleget werden: so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzage; stärke mich, daß ich Geduld habe und auf dich hoffe. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlassenen Gebet von dir erhöret sein und schaffe ihnen Rath und Trost. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott! denn ich hoffe auf dich. Meinen Leib und meine Seele und alle die Meinigen, meine Ehre und Alles, was ich habe, empfehle ich jetzt und allezeit in deine mächtige Obhut. Ach Herr! sei mein Schuß und mein Heil, mein Helfer und Erretter heute und so lange ich hier bin. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen! A nen. Abendgebet am Sonnabend. Durch deine Güte, o Gott! Schöpfer und Erhalter meines Lebens! habe ich nun von Neuem eine Woche verlebet; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ernsten Augenblicke näher gekommen, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreicht! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufriedenheit und Unruhe, Empfindungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit! wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mir mein Leben ohne dich sein, Urheber meines Daseins, und meines Daseins höchstes Gut! Nur deine Güte giebt den Augenblicken meiner Tage einen Werth. Du ließest mich werden, um mich glücklich zu machen; du läsfest meiner Tage mehr werden, um mein jeziges Glück zu verlängern, und mir Zeit zu geben, für mein künftiges wirksam sein zu können. Unter der Leitung deiner gnädigen Vorsehung sind alle Theile meines Schicksals Mittel zu meiner Seligkeit, und muß Alles, selbst das, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dienen. Wie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegte Woche gewesen! In wie vielen Fällen habe ich in derselben den 18 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung zc. den Segen deiner weisen Führung empfunden! Dank sei dir dafür, ewig gütiger und liebreich himmlischer Vater! Wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preisen? Ich will dich lieben, dir vertrauen, dir gehorchen: dieß sollen mir die heiligsten meiner Pflichten sein. Schon hier will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommener thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen; dein Wille ist mein Geset. Vergib mir gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du in deinem Sohne, Jesu Christo, geoffenbaret hast, wenn ich dawider gehandeit habe. Laß dir meine aufrichtige Reue darüber wohlgefallen. Stärke mich in der Ausführung guter Vorfäße und Entschließungen, die ich gefasset habe, mich zu bes sern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurückfalle oder neue Sünden begehe. Sei in dieser Nacht mein Schup! Deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich, und Alle, die mir angehören, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde! Laß mich den morgenden heiligen Tag zu deinem Preise erwachen, und gib, daß ich ihn so begehe, wie es dir angenehm und meiner Seele heilsam ist. Erhöre mich, mein Gott! um meines theuersten Erlösers Jesu Christi willen! Amen. Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! Ich bekenne und klage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Allwissender Gott! du stellest auch unsere unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte. Ach! gib mir die Größe, Abscheulichkeit und Mannigfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, und stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernstlich bereue. Gebet um Vergebung der Sünden. 19 reue. Eine jede Sünde verdienet ja den Fluch; denn du sagst selbst: Verflucht ist, wer nicht alle Worte dieses Geseges erfüllt, daß er darnach thue; und wer auch nur an einem Gebote sündiget, der ist das ganze Gesetz schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur Ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzähligmal gesündiget und deine Gebote übertreten habe. Dieß laß mich doch, o ge= rechter Gott! lebendig erkennen und zugleich den Reichthum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit so väterlicher Langmuth bis hierher bewiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten; die ich Undankbarer aber oft so gering geschäßet, und wohl gar gemißbraucht und verachtet habe. O Herr Jeſu! der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergossen hast: laß mich aus diefer theuren Erlösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden sei, da es dich so viel gekoſtet hat, sie zu bezahlen, auf daß ich so mühselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig, und dein heiliges Blut und theures Leiden an mir nicht verloren sei. O heiliger Geist! der du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer kräftigen Ueberzeugung von der Sünde anfängst: erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue, und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben fliehe, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. Erhöre mich, o Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Gebet um Vergebung der Sünden. 10 Herr! du haft liebreich gesprochen: Wer zu mir kommt, werde hinaus deine Verheißung komme ich zu dir, und glaube fest, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich komme aber als ein Mühseliger und Beladener. Es drücket und beschweret mich der Sünden Last. Ach Vater! vor dir habe ich gesündiget, und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich dich beleidiget! Wie unvollkommen ist die Beobachtung meiner 20 Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. meiner Pflicht bisher gewefen! Wie oft habe ich deinen heiligen und guten Willen entgegen gehandelt! wie oft in Gedanken, Worten und Werken, auch noch unwis sentlich gesündiget! und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem geistlichen Guten! Ich erkenne, daß ich durch mich selbst deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber, o Gott! der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist und ihm gern alle seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und glaubigem Herzen in Christo deine Gnade sucht: siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an, und sei auch mir um Jesu Christi willen gnädig! Jch jeze, in völliger Ueberzeugung von meiner Unwürdigkeit und Verwerflichkeit, allein auf deine freie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen, und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um seines theue ren Leidens und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden, und befestige meinen guten Vorsap, dir künftig mit mehrerer Treue und Sorgfalt gehorsam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, deinen Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen, nach deinem Wohlgefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter gelangen möge. Erhöre mein demüthiges Ges bet, nach deiner großen Barmherzigkeit, um Jesu Christi, meines theuersten Erlösers willen! Amen. Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. Göttlicher Erlöser! Herr Jesu! du haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glau bens ein, und du läsfest mich noch jett zu dieser Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes und deines für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Unterpfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glücklich Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. 21 lich bin ich, o Herr! daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquickt, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir dann nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der Undankbarste, der Niederträchtigste unter den Sterblichen sein, wenn ich deiner vergäße, wenn ich mit Raltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Er löser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich komme als ein mühfeliger und beladner Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern und den heiligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit den Gläubigen zu unterhalten und mich aufs Neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. O Herr! laß mein Vorhaben gesegnet sein. Gib nicht zu, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß 22 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Laß mich die Wander deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Erhöre mich, mein Heiland! um deiner ewigen Liebe willen! Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. mich sündhaften Menschen nicht verworfen, sondern du deinen Sohn, Jesum Christum, auch zu meinem Mittler und Seligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem gött. lichen Worte glaube und darnach lehe, so bin ich gewiß mit dir versöhnt, völlig von dir begnadigt. Deffen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen durch das heilige Abendmahl meines Erlösers, Jesu Christi, durch welches ich jeho die Versicherung davon empfangen habe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue, und den aufrichtigen Vorsatz der Besserung bei mir hege. Ach! wie soll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit genugsam danken! Nimm das schwache Lobopfer meines gerührten Herzens gnädig an, bis mein künftiges Leben beweiset, daß ich ganz von deiner Vaterhuld durchdrungen bin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfahen. Sie soll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren und meinen Wandel leiten. Herr! segne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerstehen und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Und da ich jetzt den redlichen Vorsaß, mich deinem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gnadentafel erneuert habe; so bitte ich in Demuth: Hilf du selbst der du alles Gute in uns schaffeft, mir ihn treulich vollbringen. Laß mich durch das Andenken des Todes deines Sohns die Sünden in mir tödten, damit, so lange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet und sich selbst für mich gege Gebet in Noth und Trübfal. 23 gegeben hat, Gib mir Kraft, dich auch in den Trübsalen dieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu chren, und im Leben, Leiden und Sterben meine künftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen, bis ich endlich zu deiner vollkommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigfeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat! Erhöre mich, Gott, mein versöhnter Vater! um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. * * * mein Heiland, du hast mich abermals in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das kräftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben und dein theures Blut vergossen hast. Durch dich habe ich Friede mit Gott und einen freien Zutritt zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben; denn du hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der deinige sein. Dir will ich leben, dir will ich sterben! Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seligkeit sein. Stärke mich, o Herr! in diesem heiligen Vorsaze, und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Ende! Amen. Gebet in Noth und Trübfal. Großer und heiliger Gott, der du die ganze Welt mit höchster Weisheit regierest! ich glaube deine allgemeine Vorschung; ich glaube von Herzen, daß Alles, was mich und 24 Gebet in Noth und Trübsal. und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise heilige und gütige BVeranstaltung so eingerichtet ſei, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann, und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott! habe ich gespro chen: Dein Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schwer und fast unerträglich. Soll ich denn nun wider rufen, was mein Mund so oft wiederholet hat? Das sei ferne! Viel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen und deine heilige Regierung verehren. D Herr! du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich Alles, was ich leide, und noch weit mehr verdienet habe. Blos Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich wegen meiner Sünden mit zeitlichen Pla gen, und nicht mit dem ewigen Verderben heimsuchest. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich als meinen barmherzigen, als meinen in Christo Jesu versöhnten Vas ter. Ich weiß, daß deine heiligen Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegenwärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Sie soll mich die Folgen meiner Vergehungen empfinden lassen; sie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen. Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen, und mein ganzes Leben zu meiner wahren Se ligkeit nur nach deinem Willen einzurichten. Herr! laß diese gesegneten Endzwecke an mir erreichet werden, und erfreue mich wieder zur rechten Zeit mit deiner gnä digen Hülfe! Du erhörest, du rettest Alle, die dich in kindlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit er warten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwach heit mächtig sein! Unter deinem Schuß, mit Hülfe deis ner göttlichen Liebe kann ich Alles ertragen. Ich will auch gern Alles ertragen, Alles ausstehen und erdulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe. Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja endlich wird Gebet eines Kranken. 25 wird die Stunde erscheinen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinübergehen werde. Dann wird meine Trübsal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen. Was betrübst du dich denn, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebet eines Kranken. err, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmels und der jeden andern Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt: lehre mich erkennen, daß Alles, was mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorschung nur auf dich sehen und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers, Ehre zu Nuße machen möge. Du hast mich jest mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere meine Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon; verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sondern sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich dadurch gebessert werde und auf die Absicht, die du bei dieser Züchtigung hast, merke, damit sie auch an mir erreichet werde. Ist fie eine Strafe für meine Sünden, so laß sie meine Seele kräftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit zu dienen. Laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir zu gefallen und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll, so schenke mir den Genuß meiB ner 26 Gebet bei anhaltender und heftiger Krankheit. ner vorigen Gesundheit und Stärke wieder und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gib, daß ich diese Welt als ein rechtschaffener Christ verlassen möge! Gib, daß ich sie verlasse mit ei ner ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergehungen und Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser, Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch ihn erworbenen ewigen Seligkeit, und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände, als in die treuen Hände meines Schö pfers und barmherzigen himmlischen Vaters! Erhöre mich, o Gott, um Christi willen! Amen. Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. eiliger, aber auch barmherziger Gott, der du über chest, auch verheißen hast, die zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen: ich komme jegzt, da deine Hand schwer auf mir liegt und deine Pfeile tief in mich ge drungen sind, mit meinem Gebet vor dich, und bitte dich demüthig: Versage mir in dieser heftigen und an haltenden Krankheit deine Hülfe und deinen Beistand nicht! Sei mir gnädig, o Gott! denn ich bin schwach: heile mich; denn meine Gebeine sind erschrocken: hilf mir um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jams mer, und laß dir mein Elend zu Herzen gehen! Von dir allein kann meine Hülfe kommen; wenn du willst, fannst du mir wohl helfen, meine Schmerzen lindern und mich wieder gesund machen. Jch bekenne zwar, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte allein zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere mich auch deiner Züchtigung nicht, und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Indessen wage i es dennoch, deine Barmherzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Uebertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln und mich nicht in deinem Zorne, sondern mit Maaße züchtigen wollest. Befreie mich Gebet nach der Genesung von einer Kranth. 27 mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leide. Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In Allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gib, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen mit einer gänzlichen Ergebung in denselben und mit einem völligen Vertrauen, daß du, Herr, Alles wohl mit mir machen werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine Alles regierende Vorsehung, und las auch diese schmerzhafte Strankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt von dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du verheißen hast denen, die dich lieb haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte: ich slehe darum um Jefu Christi, meines Heilandes, willen! Amen. Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. nt hi hibil Hott, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist Allen, die auf dich trauen! auch ich weiß es jept aus eigner Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich und halfest mir wieder von meiner Krankheit, so, daß ich dich jeßt mit fröhlichem Herzen dafür preisen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der mein Leben vom Tod errettet und mich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit! O daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthuft, zu einer treuen Beobachtung deiner Geseße und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig hüten, daß ich nicht wider dich fündige, damit mir nicht noch etwas Alergeres widerfahre! Laß die öftere Erinnerung an die Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich Alles dasjenige sorgfälz tig vermeide, was mich von Neuem auf das Krankenbett 62 werfen Gebet eines Sterbenden. werfen, und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sei, und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung: gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemüht sei. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plößlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere seyn wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, da mit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theueren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst; so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird! Amen. 28 Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gott! da es dir, als dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu seyn scheinet, mich aus dieser Welt abzufordern; so danke ich dir in der tiefsten Demuth meines Herzens für deine un zähligen geistlichen und leiblichen Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen Leben so väterlich erzeigt hast, und bitte dich inbrünstig, du wollest mich auch bei mei nem Ulebergange in die Ewigkeit nicht verlassen noch versäumen. Wende dich, o Bater! mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jammer und meine Noth, und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtere mir mein Leiden, und verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Soh nes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Christi! Laß deinen freudigen Geist, den rechten Tröster, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Unge duld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe, und mir das Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 29 das Zeugniß gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade stehe und vor Nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Leben selig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast ihn erlöset, Herr, du getreuer Gott! Ach, Herr Jesu! auf dich gründet sich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzittern will, und gib mir Lust, abzuscheiden und bei dir in der Seligkeit zu seyn, die du mir so theuer erworben hast. Ach, Gott, heiliger Geist! verlaß mich nicht in dieser lezten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele, und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget haft, und die also dir allein zugehören, demüthig und gläubig. Herr! laß mich, deinen Diener( deine Dienerin), in Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände, und erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen haft. Erhöre mich um Christi willen! Amen! Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater! der du den Tod und das Leben in deinen Händen hast! Du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jegt in tiefster Demuth vor dein heiliges Angesicht und bitten dich für diese krante Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth außer dir, ihrem mächtigen Schöpfer, Niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem Glauben auf feine theure Verheißung: Sei ihr um Christi willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangene Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht wer6 3 den, 30 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. den, sondern laß auch diese ihre legten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sei du durch deine Kraft in ih rer Schwachheit mächtig! Lindere und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Tröste sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr du starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele, und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Se ligkeit. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe, und um deines bitteren Leidens und Sterbens willen: Erbarme dich auch jetzt über dieſe sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die kräftige Wirkung zu dir gezogen und ihr Herz nach dir und deinem Heil gelenket hast; so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben komme. Wenn ihre Augen finster geworden sind; so er halte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glau bens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, so sei, Herr Jeju. ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland! nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr! und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchsten Liebe willen! Amen. 311 9000 drotull ddioza to your at pi mined Sinde idi Jaunol log and 12 diajalin Ibin Das 8-102 m np ustunde end Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. 6.5 s war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufrühr werde im Volk. 2. Und da nun Jesus war zu Bethanien in dem Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichen Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser um mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbige den Armen geben; und sie murrten über sie. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch; und wenn ihr wollt, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies Wasser auf meinen Leib gegossen, damit ist ſie 64 zuvor 32 Historie vom Leiden Christi. zuvor kommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dieß Evange lium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. Es war aber gefahren der Satanas in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh, und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen, und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Betrum und Johannem und sprach: Ge het hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserfrug; folget ihm nach in das Haus, da er hinein geht, und sagt zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist herbei kommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, da selbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. TOR Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet densel Historie vom Leiden Christi. 33 denfelben, und theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reiche. 9402 slourd ved 108 193 Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, und brachs, und gabs den Jüngern, und sprach: Nehmet, esjet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch), nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den, und sprach: Trinfet Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinen Gedächtniß. Und sie tranken Alle daraus. 194 5. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jscharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethel, wußte Jesus, daß ihm der Vatter hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. b 5 Da 34 Historie pom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe, sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jept nicht; du wirsts aber hernach erfahren. doi. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht Alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht Alle rein. aliano andupind stadsourture 2009 So Yipptoksebi 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach aber: mal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? 3hr heißet mich Meister und Herr, und saget recht da ran; denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es thut. Nicht sage ich von euch Allen: ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod iffet, der tritt mich mit Füßen. Jegt fage ichs euch ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich auf nimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 7. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Gei ste, und zeugete, und sprach: wahrlich, wahrlich, ich sage euch Historie vom Leiden Christi. 35 euch, einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere: Bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und beschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird. Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagsts.job Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische jaß, an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchete den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Jscharioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte Niemand über Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hätte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist aufs Fest; oder, daß er den Armen Etwas ebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und es war Nacht. 8. Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man 66 gnädige 36 Historie vom Leiden Christi. gnädige Herrn Ihr aber nicht also; sondern der GröBeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener, Denn welcher ist der Größefte? der zu Tische sizet, oder der da dienet? Ist's nicht also, der zu Tische sizet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener Jhr aber seids, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reiche, und sizen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels. og otodilsdal sid rat bist sedaisbion 800 Da sprach Jesus: Nun ist des enschen Sohn vers kläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann er kennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet, bare de unpoldne so 3000 di Bior adoitetun son hi smak mn birinder sistToCitin 1940 aurin filo ni nadsomrd bus 100 Ob tem sho bamb 9. 592 Ord: up to ans sangan bides distin hinn bi him of BAD Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, fannſt du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er ench möchte sichten, wie den Waizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht auf höre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin be reit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er Historie vom Leiden Christi. 37 Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. o tom att fonsid hd ed Veda ait obl Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwerdt; denn ich sage euch: Es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Eude. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 10. b Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch Alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgern, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jejus iprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal yerläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sepet euch hie, auf daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jaco. 67 bum 38 Historie vom Leiden Christi. bum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hie, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 11. MONST Do da Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und ftnteete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Kelche! doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon! schläfst du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater! ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinte ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant worteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin und betete zum drittenmale dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und er betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. L ORA 12. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach 311 Historie, vom Leiden Christi. 39 zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was ichlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist getommen, und des des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf, und laßt uns ge hen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Diener der Hohenpriester und Pharijäer, der Neltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen und Schwerdtern und mit Stangen. oi, od 25 nd dir 19190 DOT OTHE ADMOD bi Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. non ug mot 19 dill ma nd othe if we ongi dur onsì Als nun Jesus wußte Alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. bit mens w eli smink ISSUE is Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Jch bins, wichen sie zurücke und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben hast. DRO 0003 50 nil 0 i 13. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da Historie vom Leiden Christi. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petvo: Stecke dein Schwerdt in die Scheide. Denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. 40 notted om onsic durmor 14. d dito aghi Husd; Holek mi nottiar snad hop rustidost mis Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwerdtern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch), und habe gelehret im Zempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß. Das ist aber Alles geschehen erfüllet würden die Schriften der Propheten. ließen ihn alle Jünger und flohen. auf daß Da ver Und es war ein Jüngling, der folgte ihmt nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren, und sloh blos von ihnen. mu isdesan bilinal in odur sin nd dac dan istrik mi B 15360p 316 mnd si 15. duu shh3 750 die stienol main alsind Sivirdo kost Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, und führeten ihn aufs Erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Caipha3, Historie vom Leiden Christi. 41 Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk.big titeor adidto or Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, ( das ist zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jefu von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palaft. Petrus aber stand draußen vor der Thür. 31919 Da ging der andere Jünger, der dem Hohenprieſter bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Betrum hinein. 1D 700 Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht, danieden mitten im Palast; denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sah Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmete. Und sah eben auf ihn, und sprach: Und du warst auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor Allen, und sprach: Weib, ich bin's nicht; ich kenne sein nicht Ich weiß auch nicht, was du sagest.ortolling in ndi nasil 16. Aber der Hohepriefter fragte Jesum um feine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Jch habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe Nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbige wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gefandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Tun 17. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähte der Hahn, und eine andere Magd sah ihn, und hub abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem Jefu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein Anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal, und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht und tenne auch den Menschen nicht. OUDE nalund über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer; deine Sprache verräth dich. 101 1910000 Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Befreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu ver fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähte der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich, und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jeſu, als er zu ihm gesagt hatte: Che der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verläugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. 35119 790 TILLER 18. Die Hohenpriester aber, und die Aeltesten, und der gange Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse stimmten nicht Historie vom Leiden Christi. 43 herzu nicht überein. Zulegt standen auf und traten zween falsche Zeugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er jagte: 3ch kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmte noch nicht überein. nomie 19 210 Hombre mis ad hoisist night quris Und der Hohepriester stand auf unter ihnen, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete Nichts. dionik now is # 3 japnite ranisi thin on Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagst es, ich bins. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn, sitzen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt haben wir seine Gotteslästerung gehöret; was dünket euch? Sie aber verdammten ihn Alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Gundul 19. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn... nou standous Des morgens aber versammelten sich alle Hohenprieſter, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volts, und der ganze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? sags uns. Er aber sprach zu ihnen Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich saber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht dain los. 44 Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie Alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagets; denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde. 310 3and dialis 150 bin 20. 30 dolldere tothora o Und der ganze Haufe stand auf und banden Jesum, führeten ihn von Caiphas vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sah, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, und er hentte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und fein Eingeweide ausgeschüttet. 9190 Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund gewor den Allen, die zu Jerusalem wohneten, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. 21. Historie vom Leiden Christi. 45 21. mum@ 201 AT THE MOS Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringt ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten aber, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.tetromino du bon 7001 22. Da fingen an die Hohenpriester und die Aeltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Jus den König? Jesus stand vor ihm und antwortete; Redest du das von dir selbst, oder habens dir Andere von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet: was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden dryb kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwor tete: Du sagst es. Ich bin ein König: ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit 2 Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. and no J0190 Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er Nichts. Pilatus aber fragte ihn aber Historie vom Leiden Christi. abermal und sprach: Antwortest du Nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen: hörest du nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. dorbian tonte 396 46 Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im gan zen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. di oot 130 Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter He rodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, wel cher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. dioak niet sthight qol Idun un 13 Do dill Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm fehen. Und er fragte ihn Mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seis nem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. MOT HE musa bi Wal Ich 913 191 baTal 1900 1191 10 di spiguen ontt 24, # Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht. Denn ich habe euch zu ihm gefandt, und sehet, man hat Nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und los geben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nachGewohnheit dem Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel Historie vom Leiden Christi. 47 übel berüchtigt, nämlich einen Ulebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war, ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennt Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richtftuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du Nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute Viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufen, und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch viel mehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. 26. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte und zogen 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus pund legten ihm einen Burpurmantel dit, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gegrüßet feist du, lieber König der Juden. Und schlugen ihm ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee, und beteten ihn an. Moxy him mis nd 27. d piatur Mas 032 mdp 5050) hort din Da ging Bilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und sein Purpurtleid Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen fie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Bilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetze soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm feine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jest sus antwortete: Du hättest teine Macht über mich, went sie dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du dies jen los, so bist du des Kaisers Freund nicht. Denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser, in 28. buiten bir sid piing st and pol Sped, roning mo tudi a Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und sezte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heill Bet Historie vom Leiden Christi. 49 Bet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Oftern, um die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg, mit dem! freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König treusigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben kei nen König, denn den Kaiser. ndi ildomon Da aber Pilatus sah, daß er Nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er, dem Volke genug zu thun und urtheilete, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. 29. standinse dinr rdt ismdat ondi Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führesd ten ihn hin, daß sie ihn freuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Sis mon, der vom Feld kam, der ein Vater war Alexandri und Ruffi, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, d und legten das Krenz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volts und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Löchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Ünfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Ulebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. CS 30. Und 50 Historie vom Leiden Christi. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht: Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen und Gallen vermischet zu trinken, und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den andern zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Üeberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jesus gekreuziget ist, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht der Juden König, sondern, daß er ge sagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewürfet durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laſſet uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da jaget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sah zu. 32. 63 Historie vom Leiden Christi. 51 32. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und feiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und- den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu jeiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund' an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen. Vfui dich: wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen: Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Krenze. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volke, und sprachen: Er hat Andern geholfen, und kann sich selbst nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gefreuzigt waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selbst. 33. Aber der Uebelthäter einer, die da gekreuzigt waren, lästerte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, ftrafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar sind wir billig darinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt, und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich fage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese seyn. 34. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunteStunde, und C 2 die 52 Historie vom Leiden Christi. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, nnd sprach: Eli! Eli! lama ajabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! Mein Gott! warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie es höreten, sprachen sie: Er rufet dem Elias. bitt and 1910 1500 1901 1 Darnach, als Jesus wußte, daß Alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß mit Essig, und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm dar zum Munde, und tränkete ihn, und sprach mit den Andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme.s Da nun Jesus den Esfig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist anf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke, von oben an, bis unten aus, und die Erde er bebte und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. will Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen ſie an ihre Brust, und wandten wieder um. nou dos 89 eln dril sin Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das Alles, unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viele andere, Historie vom Leiden Christi. nd nonnit od 910 1900 35.0 scoile und istry) andere, idie mit ihm hinauf gen Zerufalem gegangen wareniojo nuah file tila ontet dittlaujag sh marttonis teistsbismlodna i ang stalnog doim to fod horat mtordd 2s.gif Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn desselben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da tamen die Striegstnechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: 3hr sollt ihni kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.ou bute dil moindt redor sin da notlog Sid dan aldad no Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, wels cher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden: der wagets, und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Papilionac Jefu. 100 10130970 19/01 ndo atto du, m 53 Bilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundiget von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jeſu, der abgenommen war, und wickelten ihn in reine Lein( aradimo C 3 wand, Historie vom Leiden Christi. wand, und banden ihn in leinene Tücher, mit Spe zereien, wie die Juden pflegten zu begraben. 54 Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget war, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war; daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thüre des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die fepten sich gegen das Grab, und andere Weiber, die da auch waren Jesu nachgefolget nach Ga liläa, und beschaueten, wohin, und wie sein Leib geleget war. Sie kehreten aber um, und bereiteten die Spezereien und Salben, und den Sabbath über waren sie still nach dem Geset. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, tamen die hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zn Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß die ser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Bilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. bomt daue Jasik dus ndand Episteln ( SD a n ge De Episteln und 2001RAK [ i auf alle Sonntage und hohe Fest e. a Am I. Sonntage des Advents. Epistel, Römer 13, v. 11-14. ieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf,( ( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Femand Etwas wird sagen, so c4 sprecht: silEpisteln sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er fie euch lassen. Das geschah aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Bion: Siehe, dein König kommt zu dir fanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Keleider darauf, und fepten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben die Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg., Das Volt aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohn David. Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Wöhe. sansdor untinapsara tngalip axler5៤១atigur nammot ndos rischi Tsibilrid dan model of 3190 for mis mond Am II. Sonntage des Advents. Deus i a beinbil 3m 16 di modi Epistel, Röm. 15, p. 4- 13. st 3 s 56 solg w; tomon esisle sadomund Tai bun alle and Jolyong Lieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das iſt uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsern Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich jage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Be schneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volt. Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jesse, und der aufers stehen und Evangelien. 57 stehen wird zu herrichen über die Heiden, auf den wer den die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr pöllige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. momis fud dry, 19 tuo 19119% dir wid ngEvangelium Lucä 21, v. 25-36.d ( bord dull 91100 sidotsd euts, usudi storstadt dine Yesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werund das die den brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen fol Ten auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich, be wegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft. und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu gesche hen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf darum, daß sich eure Erlöfung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so fehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dieß Alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es Alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrickt wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. silior 119301AL adol chid arrado Am III. Sonntage des Advents. Pick DHTT Epistel, 1. Cor. 4, 1-5. Dafür halte uns Jedermann, nämlich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suc 5 madh chet 58 Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl Nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichem von Gott Lob widerfahren. Evangelium Matth. 11, v. 2-10. Da a aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, fandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir ei nes Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Ausjäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrie ben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 4, v. 4-7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal fet und Evangelien. 59 jet fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sor get Nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu.rad olsur trol t od 75 Evangelium, Joh. 1, v. 19-28. ha t HTTECH in Ind d dieß ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerufalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt babent, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, jo du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriehmen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. groter150 Am heitigen Christtage. Epistel, Titum 2, v. 11-14. s ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit c 6 60 Episteln d lichkeit des großen Gottes und unsers Heilands Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken, on nsduni au isdn nodost) nG Ha pusstur nsis, sarą dau 796 19giod od 950 lubé 50 moo ju shill dat du 1979o Evangelium Lucă 2, v. 1-14. di nstgorted dan STDOF DIE Onu 910 19790 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schazung war die allererste, tund geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war, und Jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethle hem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Da vids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, fei nem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, tam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hir ten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Heren leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volt widerfah ren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott, und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. s bootjirbedre Stop 4491938sod modug tool risd Hadi Am und Evangelien. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers 19 and neuen Testaments. 61 di steinisy do Epistel, Ap. Gesch. 6. u. 7. Cap. 1012 C tephanus aber, voll Glaubens und Kräften, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Cyrener, und der Aleranderer, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir ha ben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten, und die Schriftgelehrten, und traten herzu und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath, und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesep. Denn wir haben ihn hören fagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstöreny und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen und sahen ſeint Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jefu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen dieſe Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief erdel 910) schorgi dindows 5900 Evangelium Matth. 23, v. 34-39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgel ehrzu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und c 7 dersel Episteln m derselben werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet fie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut au des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen the getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über dies Ge ichlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Sehet, ener Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr wer bet mich von jest an nicht sehen, bis ihr sprecht: Ge lobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn.nsr 62 Am Tage St. Johannis des Apostels und Justin Evangelisten. OTO Epistel, Sirach 15, v. 1-8. ( olches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund auf thun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen Nichts von ihr. Evangelium Joh. 21, v. 15-24. ja sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wollteft. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht; sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. om Gauge Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel, Galat. 4, v. 1-7. ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit pom 64 Episteln vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, was ren wir gefangen unter den äußerlichen Sapungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesez gethan, auf daß er die, so unter dem Geseße waren, erlöjete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kins der seid, hat Gott gejandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ift nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Goftes durch Christum, 1901 198 196 bor 103 2mthdo70K er Evangelium, Luc. 2, v. 33-40.n Und nd sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefest zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Ge schlechte Asser, die betaget, und hatte gelebet mar m sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige traf auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie Alles vollendet hatten nach dem Gefeße des Herrn, tehreten sie wieder in Ga liläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm.to 150 AR 190 thnk Sm909 19:09 Am neuen Jahrstage sid Basi mcpiftel, Galat. 3, p. 23-29. 3 samat and mattin on Junte dirij #DG dem Gefen verwahret und verschlossen auf den Glauben, der und Evangelien. 65 der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gefez unfe Buchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel enér getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie iſt kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einerin Chrifto Jesu. Seid ihr aber Chrifti, so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. muilsprov Evangelium Luc. 2, v. 21. da bi otsoma e da reint mist duff Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er ini Mutterleibe empfangen ward.d abist monis ug dnu 400 140 Jigmir e d ordenis dziar Your Sy dall Da aber e 50 mou bumed otoo sius onmog nitsduos snis Am Sonntage nach dem neuen Jahre. CHOTION hammadsit pipion du pistel, Titum 3, v. 47. dull Hobi a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des emigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist gewißlich wahr. Evangelium Matth. 2, v. 13-15. Da die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und flieh in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß 66 Episteln de daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, daß der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meis nen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Christi. Epistel, Jesaias 60, v. 1-6. 330 Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese Alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Cameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba Alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium Matth. 2, v. 1-12. a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdi kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und find gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftge lehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus und Evangelien. 67 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 1-6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Guttes, daß ihr cure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig, und Gott wohlgefällig ſei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern, daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Leibe viele Denn gleicher Weise, als wir in Einem Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir Viele Ein Leib in 68 Episteln du in Chrifto, aber unter einander ist Einer des Andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die ims gegeben ist.mod smal mi3) bilfred ist od Tol mudi rei androgört bin disodig gruisid dit Evangellum, Luca 2, v. 42-520ird one un tating Infos proludo ijo in bildört a Jeſuszwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, anach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen blieb das Kind Jesuszu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Tagreise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sißen mitten unter den Leh vern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte. Und Alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum haft du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen re dete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. elle ent 070 37 3/09/134 190 7900 Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 219 ANO dilu Advisgi du Epistel, Röm. 12, v. 6-16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der uns so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt Je mand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. und Evangelien. 69 Luft: Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, han get dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einan der sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrer bietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig int Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung', geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, fjegnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet ench herunter zu den Niedrigenstöise and ast 9800 doll statinis dEN 19tdi 1d astma ndi insloturist gaduni thin ndi 19psis Evangelium, Joh. 2, v. 1-11.shut d stru stim usg logm3 mi mi sit ndnnt Und ud am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm; Sie haben nicht Wein. Jesus spricht aur ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das thut. 68 waren aber allda fechs steinerne Wasserkrüge gesest, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten fie bisboben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gevon wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum Ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren, du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galilaa, und offenbarte, seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. bipilis 1750g of dintr time 839 oud of distoisenrine durs, toda pitligt Tul Am 70 Episteln Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 17-21, Lieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem, fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn: wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1-13. Da Jejus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam, und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags Niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gefund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest: sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele und Evangelien. 71 Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Jsaal und Jacob im Himmelreich sizen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Anecht ward gesund zu derselben Stunde. isd n Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 13, v. 8-10. ( eid Niemand Nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den Andern liebt, der hat das Gesetz erfüllet. Denn da das gesagt iſt: Du sollst nicht ehebrechen: Du sollst nicht tödten: Du sollst nicht stehlen: Du sollst nicht falsch Zeugniß geben: Dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist; das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesebes Erfüllung. 602 md. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. E ejus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt war, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf, und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Am Episteln Am V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Colosser 3, v. 12-17. o zichet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Und vertrage Einer den Andern, und vergebt euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Üeber Alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Pfalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. 72 Evangelium, Matth. 13, v. 24-30. Jefus esus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da äber die Leute schliefen, käm sein Feind und fäete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker ge fäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnit tern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündelein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am und Evangelia. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2. Petri 1, v. 16-21. Wir ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir cuch fund gethan haben die Kraft und Zukunft un seres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das Erfte wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 73 STAS Swis Evangelium, Matth. 17, v. 1-9. unt Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jaeobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Betrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr! hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. Jefus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen D auf Episteln. aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jefum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 74 Am Sonntage, Septuagesimä genannt. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24-27 und 10, v. 1-5. Wiffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen Alle, aber einer erlanget das Kleinod. Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine un vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Unge: wisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht Andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke, und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mit folgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium, Matth 20, v. 1-16. esus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und Evangelia. 75 stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Leßten seyn. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Am Sonntage, Sexagesimä genannt. Epistel, 2 Cor. 11, 19-33 u. 12, 1-9. Nieben Brüder! Zhr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Shr vertraget, so cuch Jemand zu Knechten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand froßet, so euch Jemand in's Angesicht fireichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi;( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen $ 2 wesen. 76 Episteln gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habé oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühnen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus, der Landpfleger des Königs Areta' verwahrete die Stadt der Damascer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen Nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen;( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies und hörete unaussprech liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit, und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fausten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal den Herrn und Evangelia. 77 Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi in mir wohne. Evangelium, Lucă 8, v. 4-15. a nun viel Volts bei einander war, und aus den niß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er jäete, fiel Etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen; und nicht ver stehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege fird, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. D 3 Um Episteln 78 Am Sonntage, vor der Fasten, Esto mihi genannt. Epistel, 1 Cor. 13, v. 1-13. mit und mit zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versepte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich Nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget älles, sie glaubet Alles, jie hoffet Alles, sie duldet Alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen auf hören werden, und die Sprachen aufhören werden und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug, wie ein Kind, und hatte findische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeht erkenne ich es stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangelium, Lucä 18, v. 31-43. esus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird Alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird über: und Evangelia. überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne angingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie noch mehr: Du Sohn Davids erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott. 79 Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1-10. Nieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme 3eit, jept ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend. ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnisfen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch Waffen der Ges rechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, d4 80 Episteln. Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siche, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch Viele reich machen; als die Nichts inne haben, und doch Alles haben. Evangelium, Matth. 4, v. 1-11. in daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jedem Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es steht gefchrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das Alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Am und Evangelia. Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. 81 Epistel, 1 Thess. 4, v. 1-7. eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisſe, sein. Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott Nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinten Bruder im Handel, denn der Herr ist. Rächer über das Alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Und nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids! erbarme dich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst, Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am d5 82 Episteln an Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Epistel, Ephef. 5, v. 1-9. S seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns gelicbet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber, und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidungen oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. IN MANSOR Evangelium, Lucä 11, v. 14-28. Jefu Yesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst un eins wird, das wird wüste und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben. sie ere Kinder aus? Darumt werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein und Evangelia. 83 ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe, und findet sie nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet er's mit Besen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches reoete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am IV. Sonntage in der Fasten, Lätare genannt. Epistel, Galater 4, v. 21-31. Kaget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet ge= schrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten Etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berg Sinai, das zur Kuechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann 84 Episteln Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaacs nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jest auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium, Joh. 6, 1-15. D arnach fuhr Jesus weg über das Meer, an der Stadt darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranten that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und septe sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein Jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode, und zween Fische, aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß Nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, des Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkete, daß sie kommen würden, und ihn und Evangelia. ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. 85 Am V. Sonntage in der Fasten, Judica genannt. Epistel, Ebräer 9, v. 11-15. Shriftus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherprieſter der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollfommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den llebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium, Joh. 8, v. 46-59. Jesus esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird hälten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. $ 7 Da 86. Episteln Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre Nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, cuer Bater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus spräch zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Am VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum genannt.ispana Epistel, Phil. 2, v. 5-11. in Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm knechts- Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Ge berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist; daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen Aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der und Evangelia. 87 der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1-9. Am heiligen Ostertage. Epistel, 1. Cor. 5, v. 6-8. Soner uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium, Marc. 16, v. 1-8. nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Spezerei, auf daß sie kämen, und Jesum salbeten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sizzen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht 88 Episteln nicht hier. Siehe da, die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch geſagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entseßen angekommen, und sagten Niemand Nichts, denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Epistel, Apostelgesch. 10, v. 34-41. Metrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun ich Wahrheit, Berjon nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,( welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und ange gangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Alles dessen, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium, Lucä 24, v. 13-35. Und nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von und Evangelia. 89 Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften er sollte Israel erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche jagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus sol ches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie tamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, Episteln. Gu Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. 90 Am Osterdienst age. Epistel, Apostelgesch. 13, v. 26-33. hr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie Alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galilää gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu un sern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium Lucä 24, v. 36-47. Da sie aber davon redeten, trat er ſelbſt, Jeſus, mitten zu ihnen: Friede mit euch. Sie erschracken aber, und fürchteten sich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bins selber; fühlet mich, und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr jehet, daß ich habe. Und da und Evangelia. 91 da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubeten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier Etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseim, und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß Alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. 10 Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4:10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel; der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evan Episteln. Evangelium, Joh. 20, v. 19-23. Am fm Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigete er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch: Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 92 Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Epistel, 1. Betri 2, v. 21-25, enn dazu feid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellte es aber dein heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seele. Evangelium, Joh. 10, v. 12-16. guter Hirt. I Leben für die Schafe; ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und flieht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber flieht, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirt, und er: und Evangelia. 93 erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate genannt. Epistel, 1 Petri 2, v. 11-20. als die und Pilgrime, enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Und führët einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterrreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Ulebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen; als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist die Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium, Joh. 16, v. 16-23 eber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und U steines, werdet denn ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und 94 Episteln und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie; Was ist das, das er saget: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Jhr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Epistel, Jacobi 1, v. 17-21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum, so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium, Joh. 16, v. 5-15. un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz und Evangelia. 95 Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, so will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch Viel zu sagen, aber ihr könnet es jett nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verfündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verfündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel, Jacobi 1, v. 22-27. ( eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stunde an davon, und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschanet in das vollkommene Gefeß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig jein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist citel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evan 96 Episteln Evangelium, Joh. 16, v. 23-30. marg Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater in meinem so wird ers euch geben. Bisher habt ihr Nichts gebeten in mei nem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich fage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott aus gegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfft nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. ed istibi 15lin mutlsprou immundse drit Am Tage der Himmelfahrt Christi. sid 38 1301901 19 opunio5 Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1-11.1. Istus ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte auserwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig gezeiget hatte durch mancherlei Er weisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang. und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jeru falem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem hei ligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: und Evangelien sprachen: Herr wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret ench nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat. Sondern ihr werdet die Kraft des H. Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er jolches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Marci 16, v. 14-20. 97 Zute Quleßt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Ges het hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird se lig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird's ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sipet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am VI. Sonntage nach Ostern, Erandi genannt. Epistel, 1 Petri 4, v. 8-11. o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe, & denn ( 98 ensi Episteln du denn die Liebe decket auch der Sünden Menge, Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dieuct einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort, So Jemand ein Amt hat, daß er es thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem jei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium; Joh. 15. v. 26 bisa 16pb849 Categ kommen citch der fenden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, ber vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Baun thun. Es fommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden fie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, anf daß wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch 11901 1909790 mo a do 2 Am heiligen Pfingsttage si add thojag de busi dap Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren ſie bei es schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man jah an ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig, und er feste sich auf einen Jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heil. Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszuspre chen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Voll, das un ter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, tam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hö rete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entbus dunt din me und Evangelien. 299 entsetten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn Jeglicher seine Sprache, barinnen wir geboren sind? Barther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in India, und Capadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Bamphylia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Eyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber. Wir hören sie mit unsern Bungen die großen Thaten Gottes reden. Sie ents fehten sich aber Alle und wurden irre, und sprachen Ei ner zu dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie find voll füßen Weins. Pou dis di hird gu hub 1901201 1100 bun di an 27 d Evangelium, Joh. 14, b. 23-31. 2010 Jehin W er mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch gerebet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Trö ster, der H. Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch Alles lehren, und euch erinnern Alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden laffe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich Euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erfchrecte nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Sch gehe hin und komme wieder zu ench. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch feuen, daß ich gesagt habe: Jch gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich, und nun hab ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht viel mit cuch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. d abilpe 1119 e 2 Am 100 Episteln dim AmPfingstmontage te Epistel, Aposts Geicha 10, p. 42-48) De er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Mich ter der Sebendigen und der Todten. Von diefemnt zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die gan ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen, Da Petrus noch diese Worte vedete, fiel der H. Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Betro gekommen waren, ent setzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser weh. ren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl fie zu taufen in dem Namen des Herrn is app ad opredo Janis panor montobe todon mismi de 900 19015070 is de 01 Evangelium, Joh. 3, v.16: 21. mis ni 39d. 19.0mm numite snist ovog foc sid dan tid ejus prach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt gepuur ins daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornén Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht; denn ihre Werte waren böse. Wer Arges thut, der hasfet das Licht, und fontmt nicht an das Licht, auf daß seine Werte nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werte offenbar werden, denn sie sind in Gott gethanat nadal Um und Evangelien. Am Pfingstdienstage. Epistel, Apost. Gesch. 8, v. 14-17. ja aber die Apostel höreten zu Jerufalem,/ daß Sasie zu ihnen Petrum und Johannem, welche, da sie hiz nab tamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jefu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist.ruolo o di 19 ilid 2nd 900 id odissid un bun and bitrat and motoröd drur motopopeirn éshist mon 101 Deto doar 1910 Evangelium, Joh. 10, 8.1-11 Tim v. anitt stotruortmo moniliog madraid dro stop thi sisid and y Jefus spre Yesus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thüre hinein gehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein Hirte der Schafe. Demselben thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er rufet jeine Schafe mit Namen, und führet sie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelaffen, gehet er vor ih nen hin, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen feine Stimme. Einen Freniden aber folgen sie nicht nach, sondern flichen von ihm, denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diejen Spruch fagte Jesus zu ihnen fie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen jagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schafe haben ihnen rucht gehorchet. Ich bin die Thür, so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird einund ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. dise di a 1011903 1907901 e 3 Am 102 Episteln m di set Am Sonntage Trinitatis. dingus os uniy rdi 150mor Stor spur ognie blidui nou bus sórie nspo Epistel, Röm. 11, v. 33-36. bi mu welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weis heit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflidy sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkanut? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihin, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. alminn han spaima Im Evangelium, Joh. 3, v. 1-15. and tsdisld 3091 na our tell s mar aber ein Mensch unter den dst, sid. tto Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jeju bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jejus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was von Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Shr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläfet, wo er will, und du hörest sein Saujen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geborensift. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag jol ches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist Du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahr lich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, dass wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und, ihr nehmet Tod unser und Evangelien. 103 unser Zeugniß nicht an? Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen fage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand vom met hernieder gekommen ift, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Echlange, erhöhef hat: also muß des Menschen Söhn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben habendose пошке tilgio i 970 19 Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16-219 Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freidigkeit hadie ben ani Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, fo sind auch wit in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Bein. Wer sich aber fütchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner denn wer feinen Bruder nicht liebet, det er fiehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht fiehet? Und dies Gebot haben wir voit ihm daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebeadse onders god und te na shini and drier Evangelium, Luca 16, v. 19-311 ured mot esito Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Burput und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Ramen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwäten und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckteit ihm seine Schwärenais Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooßur Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, and sah Abraham 19TIT!! e 4 von sils Episteln 104 von ferne und Lazarum in seinen Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wajser tauche, und kühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamine. Abraham aber sprach: Bedente, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses entpfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft bejeftiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, fönnen nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham aber sprach zu ihm: Si: haben Mofen und bie Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Spid Todten auferstünde. ( burs sont dénu Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13-18. Berwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brü der. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Toptschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet jeinen Britder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laſſet ums nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. spidsha 192 EvanHiloc und Evangelien. dur Evangelium, Lucä 14, p. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acter gekauft, und mit hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochfen gekauft, und ich gehe jept hin, sie zu befehen; ich bitte Dich, entschuldige mich. Und der Dritte iprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht fommen. Und der Knecht kam, und sagte das feinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Hans voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 105 49 1941 300 usdAm III. Sonntage nach Trinitatis. insid nad pistel, 1 Petri 5, v. 6-11.4 and its 300 mi todral 196 Jasil Thin usd jaille 190 o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welthen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Beit Leidet, vollbee 5 106 is Epiſteln vollbereiten, stärken fräftigen und gründen. Demſelbigen sei Chre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Maffio0 3130 um bun bir tenEvangelium, uca 15, v. 1-10. 3D DGang nanalo ne dimmi bou & nabeten aber zu Jefu allerlei Zöllner und Sünder daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrijtgelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er jagte aber zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unWelcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, er der verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis baß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, soleget er es auf die Achseln mit Frenden. Und wenn er heimt tommt ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Frende sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Grojchen hat, so fie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und tehre das Haus, und suche unit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, frufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Frenet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. At not und in Holst, noda nd dun ne med bading sdi slung Q 149 950 16 800 Am 910 Andain, gouts 2796 IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 18:23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deswillen, der sie unterworfen hat auf Hoffmung. Denn auch die Creatur frei werden wird von 8 attiaz und Evangelien. 201 von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlidhjen Freiheit der stinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir felbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, fehnen nus auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf Tanfers Leibes Erlösung! Gu sisi nstadelsp ir radn slapj 10 nindi tim ti din no 390 snur fi insek blat, art, digingis 190 anis 15 Evangelium, sul red i pigus om sid esid nondi uca 6, 9. 36-42.m t musi sid sol in sd torbil Aarum seid barmherzig wie auch euer Vater barm herzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Berdammet nicht, so werdet ihr auch nicht ver fo wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben, denn eben mit den Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einen Blindeit den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jün ger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was iehest du aber einen Splitter in deines Bruders Ange und des Balkens in deinent Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie fannst du hagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. le bon opptunas..VI m 190 madis tik rabid and susitos Am M.Sonntage nach Trinitatis. flod di una s po Epistel, 1 Petri 3, v. 8-14.00 d ( Sudlich aber seid alleſammt gleich gefinnet, mitleidig, thes mit vojem, oder Scheltwort mit Scheltwort: sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen e 6 ſeid, 108 Episteln jeid, daß ihr dén Segen beetbet, Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß fie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch jelig. Fitrch tet euch aber vor ihrem Tropen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. malloj oil genin 29d tistim ie thrud astoo # 10( hun mak amundi DEUR 1190 Tan Tir Evangelium, Lucă 5, v. 1-11. then of pa mur panja 136 Es begab sich aber, daß sich das Volk zu Jeju drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Neve, da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er sezte sich, und lehrete das Volk aus dem Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu St mon Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und iprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will thaten, sen sie eine große Menge Fische, und ihr Ne zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll, also daß sie jan ten. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen, und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten. Deffelbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Bebedät, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si mon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen und Evangelien. 109 Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Bande, und verließen Alles, und folgten ihm nach. stug amu süni toin in dod yi smisl de 9097 9108 atbin 964 49-102 290 teguls and must bon di pani onu, ndai shuj di u Am VI. Sonntage nach Trinitatis sid tun 15dai# atöl broni a do Epistel, Röm. 6, v. 3-11. di s6lk.or iset ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Chrift getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Chriftus ift auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber jammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der gleich dieweil wit wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinsort der Sünde nicht dienen. Denn, wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Chriftus, von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem Mal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet cuch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu unserem Herrn. bit dru dotied/ 2 lakbad singl and un que 200 thi Evangelium, Matth. 5, v. 20-26. Shide it Alldog nandi 15306 Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit befder Schriftgelehrten so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder jagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber fagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig Darum, e 7 wenn 110 milsEpifteln nu wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst," und witst allda eingedent, daß dein Bruder Etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann fontit und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihmn auf dem Wege bist, auf daß dich der Widerjacher nicht bermateins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerter geworfen. sage bir, wahvlich, du wirst nicht von dannen herauekommen, bis du auch den lezten Heller bezahlest! 15 dit hod nd og nd sid Am VII. Sonntage nach Trinitatis. TL ban apoio Epistel, Röm. 6., v. 19-23. ch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einet Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun aud enre Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß fie heilig werden. Denn ba ihr der Sünde Knecht waret, da ma ret ihr frei von der Gerechtigteit. Was hattet ihr mun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jest Schämtet: denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. 1136101 medadra tisthilris E Evangelium, Marc. 8, 6. 1-9. shqariy silni 3" 100 300119 tada) Qu der Zeit, da viel Volts da war, und hatten Nichts zu effen, vief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Bolts, denn sie haben ittin drei Tage bei inir verharret, und haben nichts zu esſen und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, deun Etliche siduri?, waren und Evangelien. waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie jättigen? Und er fragte jie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volt, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die jieben Brode und dankete, und brach sie, und gab sie jeinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und sie leg ten dem Bolte vor. Hud hatten ein wenig Fischlein, und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie af sen aber, und wurden satt, und hoben die übrigen rocten auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. anniinics bon spodnnos bon sprinng HIV m Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. O Epistel, Nöm. 8, v. 12-17. ann o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht den Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müſsen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, fo werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Rinder. Denn, ihr habt nicht einen frechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müsset, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba! lieber Vater. Derfelbige Geist gibt Zengniß unjerm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Chrifti; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. ehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafstleidern zu ench kommen, inwendig aber sind jie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie ers kennen. Kann man auch Tranben lesen von den Dor nen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Banm bringet arge Früchte. Ein guter Baum tann nicht arge Früchte 112 Epiſtelnu Früchte bringen und ein fauler Baum fann nicht gute Früchte bringen, Sin jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer gewor fen, Darum an ihren, Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich fommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir ſagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen gemeisjaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in del nem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen betennen! Ich habe euch noch nie erkannt: weichet Alle von mir, ihr Ulebelthäter..pig epul 30isubi dmu borgi 12) Spidlubi ue id lain mmist: di borg o duli 19 stdal AmIX. Sonntage nach Trinitatis kastingte tredning nisa sitöd undien spistel, 1 Cor. 10, v. 6-13. 09790101 1190 75dmist 9id Join 910, mirsC as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelü jiet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk sebte fich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasſet uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht verjuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener Etliche murrten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum wer sich läk fet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung be treten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es föunet ertragen. Evangelium, ucä 16, v.1-9. mom oshik ris deng0² 1196 219 120 de grad Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter und Evangelien. 113 Güter ungebracht. Und er forderte ihn und sprach zu in/ hm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von demem Haushalten, denn du fannst hinfort nicht mehr Sanshalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was joll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schämte ich mich zn bet teln. Sch weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesebet werde, das sie mich in ihre Hänfer nehmen. Und er tief zut sich alle Schildner seines Herrn, und sprach zu dem ersten! Wie viel bist dintel nem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del Und er sprach zu ihur; Nimm deinen Brief, seper dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem an dern: Du aber, wie viel bist Du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch: Ma chet euch Freunde mit dem ungerechten Maminon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Bo G100 big in de schille u najje ure vin Trinitatis. bule 1915 191 v. 1-11. junt pinDONE V. Britber, wisjet, daß Helden on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thne ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet. Und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist, Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allem. Jn einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu revon einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist, einem Andern die 19 Am X. Sonntage nach GHR 1976 103 HONES so tbm m Epistel, 1. Cor. 12, 114 Episteln Gmi die Gabe gefund zu machen, in deutselbigen Geist; einen Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung einem Andern. Geister zu unterscheiden; einent Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen aus zulegen. Dies aber Alles wirket derselbige einige Geishi und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem erswilly Evangelium, Euca 19, 841-48 1968 Und ud als er, der Herr Jesus, nahe hinzufam, sah el die sis Stadt an, und weinete über sie, und sprach. Wenn du es wüßteft, so würdest du auch bedeuten zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun iſt es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängiten. Und werden dich ichleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, das yum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihren: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus ihr aber habt es zur Mördergrube gemacht. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohene priester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Bolt trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn.si jpilsjtb9790 dpi ariar 750 15ded 10 To Am XI. Sonntage nach Trinitatis jos d Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. Far O ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch weldjes the auch selig werdet, welcher Gestalt ich es ench verklin diget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denujudaß ihr3 umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvör derst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben fei für unsere Sünden nach der Schrift. Und daß er begraben sei, und daß er Tauferstandew fei am dritten Tage, nachy der Schrift und daß er gesehen worden ist von Stephas, darnachy von den Zwölfen. Dar 19DTIE nach 115 und Evangelien. nach ist; et gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einital, dereri noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Ja cobo, darnach von allen Aposteln. Am lesten nach Allen istire auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, Cours 151ONG sondern Gottes Gnade, die mit mir is jniso Tou es ist. 192 bid n Evangelium, Sucä 18, v.9-14 hid 390f er Herr fagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner Der Pharisäer stand und betete bei Ach selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bint wie andere Lente, Räuber, Ungerechte, Chebrecher, ober auch wie dieser Zöuner. Jch faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zölner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott jei mir Sünder gnädig. Ich fage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor fenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer werden. sich selbst erniedriget, der wird eihöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. ng b hun bun Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-11. ai end in solches Vertrauen- aber haben wir durch Chriſtum an Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns jelber, Etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder ( bħn Ifrael 116 asis Epistelnu Jib Zirael nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis) um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhövetz wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdamm niß prediget, klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigteit prediget, überschwengliche Klarheit Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klar heit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, bas da auftöret; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet.tur nodop Evangelium, Marc. 7, v. 31-37.0 wieder ausging von den Tyrus und Sydon, kam er an an das Galiläische Meer, mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volte besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßete und rührete seine Zunge, und sah anf gen Himmel, feufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist: Thue dich auf, und alsbald tbaten jid) jeine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maßen, und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht, die Tauben TOYOT macht er hörend, und die Sprachlosen redend. TEC NUDE. DR M18 fod GAN da zen Ind im XII1. Sonntage nach Trinitatis.d TOURNA bit illage Epistel, Galater 3, v. 15-22.5nd udt 151 Lichen Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. man nicht wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Num ist ja die Verheißung Abraham und seinem Santen gus gesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen als durch viele, jondern als durch einen; durch deinen Samen welcher ist Christus. Ich jage aber davon Das Testad ment, das von Gott zuvor bestätigt, ist auf Christin wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gefeß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach Denn so das Erbe durchi 12036. das und Evangelien. FOTTH das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetzg Es ist dazu gekommen umoder Sünde willend bis der Same kämend dem die Verheißnng geschehen ist, und sist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlevs. Gint Mittlerbaber ist nicht eines Einzigen Mittleri Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetzge geben wäre, daß da könnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeß. Aber die Schrift hat es Alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung täme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. sid 19th HOTTIME 1991 duo Evangelium, Luc. 10, v. 23-371ptond gir esus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da jehen, das ihr fehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich felbft rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist benn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Gerusalem hinab gen Jeriche, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlu gen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegeno Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester diefelbe Straße hinab zog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kain bei die Stättep und sah ihn, ging er vorüber. Eitt Sa mariter aber reifete, und kam dahin, und da er ihn sah, jdminterte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunslend den, 118 usils Epifteln u den und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte fein. Des andern Tags reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pfleged sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder tomme. Welcher dünket dich, der unter diesen breien der Nächste sei gewesen bem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach( Der die Barmherzigkeit an ihm that, Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue deßgleichen. e hin, und the NX X DE aard 68 Linige Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. no mi c it is Epistel, Gal. 5, v. 16-24. madnour Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüſte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch getüftet wider den Geist, und den Geift wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesez. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigteit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Bant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor gefagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Giltig teit, Glaube, Sanftmuth, Reuschheit. Wider solche ist das Gefen nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden.ord to an Evangelium, Luc. 17, p. 11-19 1900, en Lapo 1090 Qu Und nd es begab sich, da Jesus reifete gen Jerusalemt, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausfäßige Männer, die standen von ferne, und und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! d erhoben ihre Stimme Und da er fie sah, sprach er zu ihnen: Behet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, dafie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, ba er fah, daß er gefund worden war, fehrete er um, und prei fete und Evangelien. 119 fete, Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angelicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war neiSamariter. Jefus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst feiner gefunden, der wieder umlehre, und gebe Gott die Chre, denn dieser Fremdling Under sprach zu ihm: Stebe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Sot ollet deft sid ret 190 Am XV. Sonntage nach Trinitatis.on Epistel, Gal. 5, v. 25. bis 6, v. 10, o wir im Geist leben, so laffet uns uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, un ter cinander zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, jo ein Mensch etwa von einem Fehler übeveilet würde, jo helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des Andern Bast, so werdet ihr das Geset Christi erfüllen. So, aber sich Jemand läsfet dünten, er sei Etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher prüfe aber sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten. Denn was der Mensch jäet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch jäet, der wird von dem Fleisch das Verderben, erndten Wer aber auf den Geist jäet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn atum Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossent. no 11:39 Evangelium, Matth. 6, v. 24-34. Folna Niemand kann zweien Herren dienen, entweder, er wird einen hafsen, und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: 919) 120 Epiſteln euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinten werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleibung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie eindten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht betleidet gewesen ist, als derjelben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also Fleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns fleiden? Nach solchem Allem trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß Alles bedürfet. Trachtet am Erften nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephejer 3, v. 13-21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübfale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derohalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und in Christum zu wohnen durch den Glauben in curen Herzen, und durch die Liebe eingewur zelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da jei die Breite und die Länge, und Evangelien. 121 ge, und die Tiefe, und die Höhe: auch erkennen, daß, Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wiffen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglisch thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigs teit. Amen. 310-2017 Yomb? 11-17. dull mnd Juo, joil in eine Stadt, isid tu Evangelium, Eucä 7, v. Und nd es begab sich darnach, daß Jesus mit Namen Rain, ging, und seiner Jünger gingen piele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alle eine Furcht an, und preifeten Gott, und sprachen; Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heim gesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegenden Länder. 11909157 dad Herrn, Am XVII. Sonntag nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, p. 1: 6. So o ermahne nun cuch ich Gefangener in dem daß ihr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen feid, mit aller Demuth und Sanft muth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Gin Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoff ming cures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube. Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch All, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evange F Episteln Evangelium, Lucä 14, v. 1-11. 11nd nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihmt, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Jsts auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten oben an zu sizzen, und sprach zü ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müjfest dann mit Schaam unten an sißen. Sondern, wenn' du geladen wirst, so gehe hin, und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst Du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden. 122 Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4-9. chdante meinem Gott allezeit eurethalben für die daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Pre digt von Christo in euch fräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. und Evangelien. 123 Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34-46. Join Da aber die Pharisäer höreten, daß Jeſus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, verfuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geses? Jefus aber sprach zu ihm: Du solist lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragete sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geiste einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antwors ten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet eie Wahrheit, ein glicher mit seinem Nächsten, fintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasſet die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehf 2 le 124 Episteln le nicht mehr, sondern arbeite; und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. odat un 190 1990 brig an Evangelium, Matth. 9, v.1-8.5d b a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und führ da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sab, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieſer lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum dentet ihr so Arges in euren Herzen? Wetches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. C Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 5, v. 15-21. o jehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da jei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für Alles Gott und dem Bater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unferthan in der Furcht Gottes. 1290 urit 1-14. to Evangelium, Matth. 22, v. Tordiven Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der ſeinem Sohdaß fie und Evangelien. 125 sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und Alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, Höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitliches kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Am XXL. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. Zuleßt meine Brüder, seid start in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und Alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gef 3 sties 126 Episteln stiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Frie dens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr aus) löschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. diumst) ishialin ir Evangelium, Joh. 4, v. 47-54. Dopoar jellmak Und Ind es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohn, denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Stönigische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die fiebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. di 100# 2 ch nu Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. ma dun bleibtis 3D poln( bj s Epistel, Phil. 1, v. 3-11. ches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eut rer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage ann bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen vond euch Allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich und Evangelien. 127 Denn ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch Allen verlanget von Herzensgrunde, in Christo Jesu. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde, in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Frü ch ten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23-35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit ſeinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Kuecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezablete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Sollest du denn dich nicht auch erbarmen, über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. f4 Am Episteln Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17-21. JQUDIS.. olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde, Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Berdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 128 Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern und spra chen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Da rum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie spra chen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da fie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Da a Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Colosser 1, v. 9-14. es höret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß feis nes OFI 129 und Evangelien. nes Willens, in allerlei geistiger Weisheit und Ver stand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken. Und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in affer Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und dankjaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Grbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseket in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Titise 901 INSC 09 119 1990/1190 hilade 106 ST151967 spai allouhod npl: 15 nad pont ponk Evangelium, Matth. 19, v. 18-26. a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Klei des Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Boll ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff fie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Ant XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Theff. 4, v. 13-18. Wi ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhaltert von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn Con 130 Episteln m Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaunte Gottes hernieder tommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. di si 190ir Evangelium, Matth. 24, v. 15-28. 1101 1108) 130 We enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Phropheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte,( wer das lie set, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, Etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet, So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi, und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Frrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste so gehet nicht hinaus. Siehe er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleich wie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Nie und Evangelien. Niedergang: also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. 131 Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. Wi ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Allen nimmt zu gegen einander. Also, daß wir uns Euerer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von euerer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes,-über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübjal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht: wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wun derbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. 25, v. 31-46. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, daß euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Jch f 6 bin 132 Episteln d bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränketa Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Jcht bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Jch bin frant gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herrid wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krant oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten, und sagen: zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt, ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zum Linten: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewigen Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln.o Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht ges speiset. Jch bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Jch bin nackend gewesen, und ihr habt.< mich nicht bekleidet. Jch bin frant und gefangen gewes sen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wird dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krant, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich fage euch: Was ihr nicht gethan habt ein nem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nichts! gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. 115 Am XXVII, Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Petri 3, v. 3-14. Lieben Brüder, wisſet das aufs Erste, daß in den lebten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüften wandeln, und sagen: Wo ist die VerheiBung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen find und Evangelien. sind, bleibet és Alles, wie es es vom Anfang der Crea tur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nichtswissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Him mel jezund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammniß der gottlosen Men schen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug( achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jeder mann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hipe zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt fein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihv wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hike zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf war ten follet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet.dll citedlyg 053- snien and on trattber90.516 133 Evangelium. Suche am IV. Sonntage nach Epiph. Sitatimit3( bon Spothree IV MA und Evangelien. 135 Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jacobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedäo, daß sie ihre Neße flickten, und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und fol geten ihm nach. Am Tage St. Thomä. Epistel, Ephes. 1, v. 3-6. chem elobet jei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistli Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium, Joh. 20, v. 24-29. homas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwildie andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen was ren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott. Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubeſt du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Am 281 Episteln und Evangelien auf den Aposteltagen und einigen anderen 2 kirchlichen Festen. endadać 101 dular. Am Tage St. Andreä. Epistel, Röm. 10, v. 8-18. Dies ies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er ein Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat; so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zu mal Ein Herr, reich über Alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie Nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieb lich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht Alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, v. 18-22. A [ ls nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder, die warfen ihre Neße ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße, und folgten ihm nach. Und Episteln nu voiman Am Tage Pauli Belehrung. ad Epistel, Apostelgesch. 9, p. 1-22. aulus aber schnaubte noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohen priester und bat ihn um Briefe gen Damascus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerne ſalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damascus tam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die GErde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfol gest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel lecken. Und et sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret, denn sie höreten eine Stimme, und sahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde und als er seine Augen auf that sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führeten ihn gen Damascus, und er war brei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trant nicht. Es war aber ein Jünger zu Damascus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saul mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ana nias, zu ihm hinein kommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwore fete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesema Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hohen priestern, zu binden Alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen und vor den Kind dern 136 nowe u 196 id prip und Evangelien. 137 dern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend, und mit dem hei ligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damascus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. Sie entsetten sich aber Alle, die es höreten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörete Alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr träftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. Evangelium, Matth. 19, v. 23-30. it sd CESTDOT 5min ejus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich fage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes tomme. Da das seine Jünger höreten, entsepten sie sich sehr, und sprachen: Je! wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Betrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles verlassen, und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür? Jefus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird siten auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Bater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Aecker um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber 138 Episteln d Aber Viele, die da sind die Ersten, werden die Leßten, und die Leßten werden die Ersten sein. JUBILI Am Tage Mariä Reinigung. Epistel, Maleachi 3, v. 1-4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er tommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird site zen und schmelzen, und das Wasser reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Inda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium Lucä 2, v. 22-32. Und Ind da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn, ( Wie denu geschrieben stehet in dem Geset des Herrn: Allerlei Männlein, das zum Ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen.) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Geseß des Herrn: ein paar Turtelfauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen, und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach deut Geseß, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in und Evangelien. 139 in Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. MUA C 130 TIME TO a samo Am Tage Matthäi. Ispub Epistel, Apostelgesch. 1, v. 15-26. Und nd in den Tagen trat auf Betrus unter die Jünger, und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Haufe bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist, durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Amt mit uns überkommen. Dieser hat erworben, den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhentet, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist tund geworden Allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalms buch: Ihre Behausung muß wüste werden, und sei Niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfahe ein Anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Jofeph, genannt Barsabas, mit dem Zuramen Juft, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! Aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zweien, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. AU FONT wd Evan 140 Episteln dd Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. u derselbigen Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicten. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sauft, und meine Last ist leicht. to difer siad d Am Tage der Verkündigung Mariä. dido Epistel, Jesaias 7, v. 10-16.5ted 197 Und nd der Herr redete abermals zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie hei Ben Immanuel. Butter und Honig wird er efsen, daß er wisse, Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gu tes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlas sen sein von seinen zween Königen. to put Evangelium, Lucä 1, v. 26-38. Und nd im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David, und die Jung und Evangelien. 141 Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist du holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrack sie über seine Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Rame follst du Jefus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchften genannt werden. Und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl feines Vaters David geben. Und er wird ein König fein über das Haus Jacob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von teinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kontmen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und gehet jest im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist tein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du geſagt haft. Und der Engel schied von ihr. usd 400 And 10 d * Am Tage Philippi und Jacobi. Dd Hobi i unGpistel, Ephes. 2, v. 19-22. Nieben Brüder, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und Gottes Hausgenoffen, erbauet auf dem Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geist. proste noult i en ont 1 Evangelium, Joh. 14, v. 1-14. 1 750 Jefus ſprach zu ſeinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In 142 Epiſteln i In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, wollt ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so tennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr zeige uns den Bater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Bater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf der Bitten werdet in ehret werde in dem Sohn. Was ihr meinem Namen, das will ich thun. Am Tage Johannis des Täusers and d Epistel, Jesaias 40, v. 1-5. Pröstet, tröstet mein Volt, spricht euer Gott. Nedet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel follen erniedriget werden und was ungleich ist, soll und Evangelien soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. 310 143 Evangelium, Lucä 1, v. 57-80. Wilf Und nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich Alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn und diese Geschichte ward Allen ruchbar auf dem ganzen füdischen Gebirge. Und Alle, die es hörcten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weisfagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Ifrael, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand Aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund; und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest; und Erkenntniß des Heils gebeft jeinem 144 Episteln seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; auf daß er erscheine denen, die da sipen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Apost. Gesch. 12, v. 1-12. Um m dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an Etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er töbtete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Bröde. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckete ihn auf, und sprach: Stehe behend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgete ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sjähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich. ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich und Evangelien. 145 sich selbst kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. de Evangelium, Matth. 16, v. 13-19.4 Gegend lippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes, der Täufer. Die Anderen, du seiest Elias. Etliche, du seiest Jeremias, oder der Bropheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich fei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden fein, und Alles, was du auf Erden lösen wirst, foll auch im Himmel los sein. auft ad Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Röm. 12, v. 9-18. Di ie Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Qingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für tlug. Vergeltet Nie 146 Episteln om Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Frieden. dide bhag 151317 adalhor: thoma, 1990 thin. Evangelium, Ruc. 1, v. 39-56. 5 tod bun Ma aria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich, zu der Stadt Juda. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des het ligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubt hast, denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Hei landes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstrenet die hoffärtig sind in ihres Herzens Einn. Er stöBet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen erfüllet er mit Gütern und läffet die Reichen leer. Er dentet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monden, darnach fehrete sic wiederum heim. Am Tage St. Jacobi.ind Epistel, Röm. 8, v. 28-39. Wi ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsay berufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines Sahnes. und Evangelien. 147 Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir hiezu sagen? Jft Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns Alle dahin gegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht Alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da ge recht machet. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer uns von oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder. Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem Allem überwinden wir weit, unt deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwär tiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch feine andere Creatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesus ist unserm Herrn.cdrot 28. du Din tour do hidrond Evangelium, Matth. 20, p. 20-23. st Hoobid dodidadide nou mopitiound) ya trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwertete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinten, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden. Aber das Sißen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater.ne Am Episteln Am Tage Bartholomäib bo Epistel, 2. Cor. 4, p. 7-10. 30misd W ir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. ad as Evangelium, Lucä 22, v. 24-30. 148 Sindo s erhob sich aber ein Zank unter den Jüngern, wel cher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen heißt man gnädige Herri. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Die ner. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische fizet, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß der zu Tische siget? Jch aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich, und sizen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. Am Tage St. Matthäi, mina Epistel, 1. Cor. 12, p. 4-11. dr hadist v. dind $$$ s sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen evzeigen sich die Gaben des Geistes, zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern her Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund und Evangelien. 149 gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen Seines zu, nachdem er will. 300 0101 722l do Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und Ind da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sizen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viel Zölner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und lernet was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. non 10 Am Tage St. Michaelis. iord Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7-12. Und nd es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihrer Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers Gottes feines Christus geworden, weil der Vertläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden, durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebet, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evan o Epiſtelit Evangelium Matth. 18, v.1-10, spand 284 lois 7905690 ONTS TO u derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu, und 150 sus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehrt, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun felbst erniedriget, wie das Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Ge ringsten einen, die an mich glauben, dem wäre beſser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt würde, und er erfäufet würde im Meer, da es am Tiefsten ist. Wehe der Welt der Nergerniß halber! Es muß ja Aergerniß kommen. Doch wehe den Menschen, durch welchen ergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiße es aus, und wirf es von dir, es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet; den ich sage euch: Ihre Engel im Himmel se hen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Just516 bandi stan undion sdn. 1930 juill sit ht Ina Bo Am Tage Simonis und Judä. 100 duir nodstop Epistel, 1. Betr. 1, v. 3-9.50/ pur Jalliger elobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel. Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der legten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jegt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, mit und Evangelien 151 tungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, gu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht geſehen und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit, bts nd it Evangelium, Joh. 15, v. 17-25. eius sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, haiset, so wisset, daß sie mich vor euch gehaffet hat. Wä: ret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das Alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre, und hätte es ihnen gesagt, hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich haffet, der hasset auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werte gethan unter ihnen, die kein Anderer gethan hat, so hättet sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und hassen doch beide, mich und meinen Vater. Doch daß erfüllet werde der Spruch in ihrem Gese geschrieben: Sie hassen mich ohne Ursache. ulard Am Tage der Kirchweihung. VER Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 2-5. 10 Und ich Johannes jahe die heilige Stadt, das neue Jerufalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und 152 Episteln und Evangelien. und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache Alles neu. Evangelium, Lucä 19, v. 1-10. na Und Jeſus zog hinein, und ging durch Jericho. Und da war ein war ein Oberster der Zöllner, und war reich. Und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend herrieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich Jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 100 100 10 ENDE, 1917 Verlag der Invalidenanstalt. Gedruckt in der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Set dit is dan djar 1108) at eischt is m 118d dun bart, bihi p 198 291119 Schom hi odsie nsspring untilshiq Gull mistat di Der kleinei tin aspidi non moun pun majordo fr 2nd umad mist risuf drie 930 hargt ani diD. M. Luthers. Frage und Antwort für die Kinder, so da sollen CASTOR confirmirt und zum erstenmal zur Communion muts, sirdspse dall od 197790Q tid om bgelassen werden. dar idroc 1911 95 Till dut di and lum drasdini mint en in Bist du ein Christ? up si 4 Ju 15 do 1bt spidispid ne Ta, Herrid distis is onder di argi dmu i stund amm( br Woher weißt du das? sus nslis Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. bi susp Welches ist denn die christliche Lehre? 1950 19 73019 100 11511 thn 19 196 nams un neitt stor odlin med för Die in den Schriften Mosis, der Propheten stel verfasset und begriffen ist. und Apoforram( br uribid an Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehrend utip to mad 19401196 200 mhom Fünf. da nobul in 1910 Das erste? Die zehn Gebote Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Gottes. Das andere? Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Salrament der heiligen Taufe. Das Das bleibmast bed of finite Herrn oder das Sakrament des you dzak Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. ivrhursthudlot nght thi01 Wozn Das erste Hauptstück. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? G Daß wir erkennen: erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herrn Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen persöhnet und vereiniget werden. 2 00 Hallot Hauptstüc.fdal ishin at duur uailed, jedi mont andid Das erste Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? fillaj nG Du sollst teine andere Götter haben neben mir. duni Jur and Was ist das? 10 nej 819 Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, ließen und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes, deines Herrn, nicht unnützlich führen. atau adr do Was ist das? 2100 sil Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselbigen in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. 19 Body Das dritte Gebot? mit filloj µ3 Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wat wil bie Br Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten: sondern dasselbige heilig halten, gern hören und lernen. Hu estud HADIC Das vierte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das: 360 Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen: sondern Das erste Hauptstück. 3 dern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten. hills os ustun 1ei thonn Das fünfte Gebot? Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun: sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir kensch und züchtig leben, in Worten und Werken, und ein Jeglicher seinen Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot? Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen: sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot? Du sollst kein falsches Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und Alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechtens an uns bringen: * 2 sondern 4 Das erste Hauptstück. sondern ihn, daffelbe zu behalten, förderlich und dienst. lich sein. HORTS 1 dan toc millor thin on Das zehnte Gebot? d d HOUT Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder Alles, was sein ist. HD) Dettolo stdaro mi Was ist das? and and ind me Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abbringen, oder abwendig machen: sondern bei dentsel bigen anhalten, daß sie bleiben, und thun, was sie schuldig sind. op ons dirl stind nat traile 100. 379) Om de carton cand ur sig - starker, ein Väter Was jagt nun Gott von diesen Geboten allen? stad Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen so mich lieben, und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? now afry Gott drohet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute Allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und ihm vertrauen, und gerne thun nach je seinen Geboten. Wozu sind uns die zehn Gebote nuß? Zu zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes Born über die Sünde, dadurch wir verursachet werden, Vergebung der Sünden, und Trost wider Gottes Born und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. ing des Zum Andern lehren sie, welches die guten Werke feien, so die Gläubigen und Neugebornen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Können Das andere Hauptſtück. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes ist bit Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böſe an. Röm. am 7. 7900 di drick dorite thanse Wer hat denn das Geset und die zehn Gebote Gottes 167900 To 2nd erfüllet? 101 100) nllon, gille Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Geset genug gethan, anders nicht, als ob wir selbst das Geset gehalten hätten. Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glanben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, obschon Mangel an denselbigen ist. stilt 5 vid andDas andere Hauptstück. Guri sid Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artitel des christlichen Glaubenssil Dies sind sies atdotGE Sni Der erste, von der Schöpfung. Der andere, von der Erlösung. Der dritte, von der 1sdord too Heiligungsordnst 35p) rade i Wie lautet der erste Artikel ww2 nating der Schöpfung. Sin dun m and Jala Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? dier thin C Tu HD 30nü 10 Ich glaube, daß mich Gott erschaffen hat, sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Aecker, Vieh und alle Güter, mit aller Rothpurst und Nahrung des Leibes und Lebens, . reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschüßet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und * 3 bewahret, Das andere Hauptstück. bewahret, und das Alles aus lauter väterlicher götte licher Güte und Barmherzigkeit, ohn' all mein Verdienst und Würdigkeit, das Alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu sein, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. ndougalp phi 1960 redupis Wie lautet der andere Artikel?! PO NA MOT 6 huim 3nd It IDIER 14 Von der Erlösung. on umi. 1odies! Ich glaube an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist; geboren von Maria, der Jungfrau; gelitten unter Pontio Pilato; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zu der Höllen; am dritten Tage auferstanden von den Todten; aufges fahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. and lli 191 sup Was ist de TEST 18 19 131.2700 11900 Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Men schen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene, in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von dem Tode, lebet und regieret' in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. #intrantre no Wie lautet der dritte Artikel? das? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; Berge Das andere Hauptstück. Vergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben, Amen. ducia dayoti rybi! TE OHN NOTHING IN Billy and list) Jub mai e mira Was ist das? End de 19dal Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, fammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jefu Chrifto er hält, im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergibt, und am jüngsten Tag mich und alle Todten auferwecken wird, und mir, sammt allen Gläubigen in Christo Jesu, ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahru ailistid mag ma Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? 7 Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? stock, mo Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Ind äris nor 41stma 696 Sind denn drei Götter? Nein, es ist nur ein einiger Gott, welcher sich unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat, Was ist der gnädige Wille Gottes? dato in dreien und Jons ndi THUR Daß er uns will unsere Sünde vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. Wozu nützet uns die Erkenntniß des göttlichen. Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. * 3 Wer 8 Das andere Hauptstück. Wer ist nun Christus, unser Erlöser, in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und Maria geboren wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Herr. Oder Fürzer: STURI Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch, oder' Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen, perlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels. The Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus, dein Herr, bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden, und auch bei dir ſet? Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über Alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüpet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herr liches Reich nach diesem Leben aufnehmen. hu ondid 19 Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig 2 nand Durch kein ander Wert, als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesit Christi, und durch sein allerbitterstes Leiden und Ster ben; das halt ich mit festem Glauben, und darauf steht all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Chriftuin? brit catio Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket and gibt mir sie, durch sein heiliges Wort und Evangelium" und die heiligen Sacramente. g. ok dan sny mo trade opilise is for and toin abigion) he drithes draudip Das dritte Hauptstück. 9 Hot19 Jamist ustu autird man in 1980 a tisto Das dritte Hauptstücdour so HOTION Inge bun 419700 Vom Gebet des HERRN. pirmste esttal Wie lautet das Gebet des Herrn? atract qui indrunen, J. 19 Es lautet also? do mitoilt dm. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist based in samhlug Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren treben Vater. Wie lautet die erste Bitte? Judi daw Geheiliget werbe dein Name. imigil and tul ada) andi 391 dirirdlufull Was ist das? bus id fsdim10 19: UST 196 Cod praisdysi Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; abers wit bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. han i 20e 1500 750 His Wie geschieht das? mamist nollo du Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes darnach) leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, da behüteuns vor, lieber himmlischer Vater. rosado ntlied Bitte? du inde Hot and; ad amend, asmom Do sist Wie lautet die andere Dein Reich komme. oid mouent ist das? aunter sd Jur the Was ist de Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet, von ihm selbst; aber wir bitten in in diesem Gebet, daß es auch zut uns komme. que jusd, mus Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geiſt gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Wie * 5 10 Das dritte Hauptstück. of 56 10 Die dritte Bitte? abtu) usmie Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. dit He TIN Oidou enu 796 Was ist das? tour 2190916 Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne un ser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. 316 Wie geschieht das? Anlt Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da iſt des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und din ang do guter Wille. Toc AS A SITUDS. Die vierte Bitte? Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in dieſem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. SOMO under Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehöret, als Essen, Trinten, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Acter, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Bucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte? Was heißt denn täglich Brod? Hom Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben 20151101 unsern Schuldigern. machilise and Hot Spnd todd Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselben Was ist das? willen Das dritte Hauptstück. 11 willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, habens auch nicht verdienet, sondern er wolle uns Alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohl thun denen, die sich an uns verfündigen. si mai l rettidie nie Die sechste Bitte? Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in die sem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schand und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte? Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuleßt, wann unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? busni Bibli Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten seien dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wozu dienet das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen: Alles, was zur Aufrechthaltung dieses zeitlichen, und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derohalben von ih ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. olear emot * Das 12 Das vierte Hauptstück. Das vierte Hauptstück. 29/910 1911 Vom Sacrament der heiligen Taufe. 001100 01 schig sa at his Was sind die heiligen Sacramente? in no 2905580 Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Ele menten) die unsichtbaren verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergibt. 931 Ini Wozu sind die Sacramente eingesept? of Zur Bestätigung unseres Glaubens an die göttliche Verheißung. MH 396 Wie viel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe, und das Abendmahl des Herrni 750 anty 200 binG Zum Ersten: fed miled and Was ist die Taufe nd bildigt*** BUI Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern, und macht uus zu Erben aller seiner himmlischen Güter.blot ad astusdad enut Ober and shurdhdeo mo spin Wat gut dan Ingil Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. Hoidise dog infotban in Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi ant lebten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. d must mani Zum $ 13 Das vierte Hauptstück. Zum Andern: Was gibt oder die Taufe? Sie wirket 4 Bergebung, der Sünden, ertöjet vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißungen Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am lesten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. dothie Chant Zum Dritten: 130 19 HoH VÄDne u Wie kann Wasser solche große Dinge thun? 1opq. Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wert Gottes, so mit und bei de Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das isi: ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus fagt zum Tito am dritten Capitel: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben feien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. dinyat in roll d Zum Vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen. Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? o Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, das gleichwies Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln.pind out * 7 Das fünfte Hauptstück. Wozu nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu ſeinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. bl Warum sprichst du in der Auslegung des Catechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? 14 Der Herr Christus hat uns dieses Alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufo hat er es uns geschenket und zugeeignet. TURNER pe ter Das fünfte Hauptstück.netht Jital thuid laulVom Abendmahl des Herrn, adandag dil munl$ 15k Vom Sacrament des Altars. oder ste strongl Pro Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. hiat masd banžiams 1520 Was ist das Sacrament des Altars? 13 AMP Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein, uns effen und zu trinken, von Christo jelbst eingeseßt.on Christen zu s ano Wo stehet das geschrieben? 109d0 p So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostel, Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: 13 Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin Das fünfte Hauptstück. 15 hin und esset, das ist mein Beib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. nem Gedächtniß 191 Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große 20 Dinge thun? n mai es Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Bergebung der Sünden, welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. 9730 Wer empfängt denn solch Sacrament würdiglich? Fasten und leiblich sich zubereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort für euch erfordert eitel gläubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nüße? r Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater sein und bleiben. sid 16 Von der Beichte. 10 bleiben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Blütes stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest du und bekennest dieses Alles von Herzen, was du von der christlichen Liebe jebund gesagt hast? Ja Herr. Willst du dich denit auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und be kenneft, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und getreulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christi. Von der Beichte. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünden bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche 17 Von der Beichte. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten: Ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seieft; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, gornig, unzüchtig, gehässig gewesen seieft; ob du Jemand Leib gethan haft mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, vercahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? Allgemeine Beichte. ch bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerlei wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, gegen Gott, meinen Herrn, gröblich gefehlt habe, und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig wor den bin. Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er, um des Todes Jesu Chrifti, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Ich will ins Künftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes, mein Leben bessern und frömmer werden. 18 Gebete. Anhang. I. Wie ein Haus- Vater sein Gefinde soll lehren Morgens und Abends sich segnen. Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen. Darauf sprich den Glauben und das Vater Unser, und so du willst, noch eins der nachfolgenden Gebete: I. Morgengebet. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Leben wohlgefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und Alles in deine Hände. Dein heis liger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. II. Tischgebet. Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf und sättigest Alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser, und dieß folgende Gebet. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich, der allem Fleische seine Speise gibt, Die Haustafel. 19 gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen; der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und auf seine Güte warten. Darnach das Bater Unser, und dieß folgende Gebet. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. III. Abendgebel. Ich danke dir, mein lieber, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich die sen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und Alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. II. Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Lection ihres Amts und Dienstes zu bewahren. Sin Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. in Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht gehäffig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Faus wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3. Tit. 1. Was 20 Die Haustafel. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seel sorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10, 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Cor. 9. 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Aeltesten, die wohl vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden. Item, ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. 1. Timoth. 5, 17. 18. 2uc. 10. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch vorstehen in dem Herrn, und euch ermahnen. Habt sie desto lieber, um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Thess. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 13. Von der weltlichen Obrigkeit. edermann sei unterthan der Obrigteit, die Gewalt von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit ſeget, der widerstrebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1. 2. 4. Von Die Haustafel. 21 Von den Unterthanen. ebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen; derohalben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind -Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zu. erst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gett, unserm Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2. 3. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seien. Tit. 3, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zu Rache über die Ulebelthäter, und zu Lobe den Frommen. 1. Petri 2, v. 13. 14. Den Ehemännern. hr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, als schwächsten zeug seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Coloff. 3, 19. Den 22 Die Haustafel. Den Ehefrauen. Die ie Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht so schüchtern seid. 1. Betri 3, 6. Den Eltern. Jhr. Chr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht schen werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4. Den Kindern. hr Kinder seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir es wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. hr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens als Chrifto, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn, und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein Jeglicher Gutes thut, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei Knecht oder Freier. Ephes. 6, 5. 6. 7. 8. Den Hausherren und Hausfrauen. hr Herrn, thut auch dasselbige gegen sie, und laffet einen im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephef. 6, 9. Der Die Haustafel. Der gemeinen Jugend. hr Jungen, seid den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth: denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri 5, v. 5. 6. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einfam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet\ Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim. 5, 5. 6.. Der Gemeine. Liebe lebe deinen Nächsten, als dich selbst; in dem Worte find alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1. £ Ein Jeder lern sein Lection, So wird es wohl im Hause stohn. پر 23 Frigentna 12 You Verlag der Invalidenanstalt. Gedruckt in der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. U Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 4+ 4, 6 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 80