Gb 4 3 80 r Siehe! ich stehe vor der Thüre und klopfe Offenb.3,20. Verlag des katholischen Büchervereines. an. Gebetund Erbauungs- Buch für hatholische Kranke. Mit einer Borrede von Dr. D. Bonifaz von Haneberg, Abt O. S. B. Selig jener Knecht, den sein Herr, wenn er fommt, finden wird, in treuer Erfüllung seines Berufes. Matth, XXIV.- 46. BUCHER STTORIN ST VEREIN IN Mit Gutheißung des Hochwürdigsten Erzbischöflichen Ordinariates München- Freifing. München. Verlag des fatholischen Büchervereines. 1870. 45850 bu punndig af 4 380 98.4 18 Druck der F. S. Hübschmann'schen Buchdruckerei( E. Lintner.) Univ.- Bibl. Giessen dhi Vorwort Dieses Buch ist theils für die Kranken, theils für ihre Freunde, Pfleger und Besucher zusammengestellt worden. In vielen Fällen scheint die Krankheit nur dazu bestimmt zu seyn, in ein allzu geschäftiges Leben einen heilsamen Stillstand einzuführen. Mancher vergäße seine Seele und seine Bestimmung für den Himmel, wenn ihn nicht einmal ein Unwohlsein, das möglicherweise gefährlich werden könnte, nöthigte, einige Wochen lang das Bett zu hüten. Da gibt es stille Stunden; da tritt der Gedanke heran: Wie wäre es, wenn diese Krankheit zu einer ernstlichen Gefahr würde? Wäre bei mir alles so in Ordnung, wie ich es wünschte, wenn ich auf ewig von diesem Leben Abschied nehmen müßte? Aehnliche ernste Gedanken haben in vielen Menschen eine heilsame Aenderung hervorgebracht. Die Krankheit, welche zu solchen Gedanken Veranlassung gab, wurde ein Mittel der geistigen Gesundheit; sie wurde ein Merkstein im Leben und bezeichnet den Zeitpunkt, von wo an man erst recht zu leben verstand. Das Krankenbuch soll und will durch verschiedene Anregungen zu einem solchen glücklichen Umschwung beitragen, wo er nöthig ist. Jenen Kranken aber, die längst ihr Leben in Ordnung gebracht haben, will es dienen, um die Zeit der Prüfung tröstlich und verdienstlich zuzubringen. Wer mit frommem Sinne sich auf das Krankenlager legt, kann dort noch frömmer werden; wer in der Erkenntniß Gottes und seiner selbst bereits weit vorangekommen war, kann durch die Krankheit zur Vollkommenheit voranschreiten. Dazu sind langwierige, aber schmerzlose Krankheiten ganz geeignet. Doch die Einsamkeit, in die Kranke dieser Art häufig eintreten, macht nicht an und für sich besser. Da zeigt nicht nur das Gute, was man bereits errungen hat, sondern auch das Böse, wozu in jeder menschlichen Natur die Anlage da ist, seine Keimkraft. Das Gebet und die Betrachtung muß die schlimmen Re IV gungen niederhalten und die guten Keime unter den belebenden Einfluß der göttlichen Gnade bringen. Dazu sollen verschiedene Gebete und Betrachtungen dieses Buches dienen. Es sind auch einige Lesestücke beigefügt für den Fall, daß einem Kranken, der in seiner Einsamkeit einer geistigen Anregung bedarf, geeignete Bücher nicht zur Hand wären. Den meisten Kranken dieser Art wird eine gute Auswahl und gute Absicht bei der Benützung der Bücher am nöthigsten sein. Ausgeschlossen muß alles werden, was Leidenschaften weckt oder nährt. In dieser Richtung gibt das Buch einzelne Winke; es will aber ganz vorzüglich den gefährlich Kranken und ihren Freunden dienen. Wie man Kranken in ihren geistigen Bedürfnissen zu Hilfe kommen soll, kann kein Buch so vollständig fagen, daß nicht für einzelne Fälle eine ganz besondere Art der Einwirkung nöthig wäre. Der Krankenfreund wird vor allem in seinem Herzen das Licht des Glaubens und der aufrichtigen Theilnahme mitbringen müssen. Dieses Licht ersetzt in vielen Fällen das beste Buch, kann aber, wenn es fehlt, vom besten Buche nicht ersetzt werden. Indessen wird es dem Freunde der Kranken willkommen seyn, im Buche eine Anregung zu finden, die der rechten Tröstung und Belehrung den Weg bahnen kann. Manche Abschnitte eignen sich zum Vorlesen, andere können, wenn die Art der Krankheit es zuläßt, dem Kranken selbst zum Durchlesen in die Hand gegeben werden. Sämmtliche Gebete, Lehrstücke und Betrachtungen, welche das Buch enthält, wurden aus bewährten Schriften genommen. Die Auswahl und Zusammenstellung wurde von mehreren Ordenspriestern besorgt. Möge der Himmel diese Absicht so segnen, daß die hier dargebotenen Gebete und Lehrstücke vielen Kranken Trost und Hilfe zu bringen vermögen. München den 28. Mai 1870. Haneberg, Abt. Inhalt. Einleitung. Regeln für Kranke §. 1. Vertrauen auf Gott. §. 2. Empfange frühzeitig die heil. Sakramente §. 3. Bringe deine irdischen Angelegenheiten frühzeitig in Ordnung §. 4. Unterhalte dich am liebsten mit Gott §. 5. Gehorche dem leiblichen und geistlichen Arzte in Allem, was sie billigerweise fordern können §. 6. Betrachte, was dich umgibt, in einem übernatürlichen Lichte §. 7. Beobachte in den frommen Uebungen eine Tagesordnung §. 8. Sei auf Anfechtungen gefaßt. Regeln für Sterbende I. Abschnitt. Die Gebetsübungen des Kranken. 1. Gebete für alle Tage Morgen- Gebet Abend- Gebet. Kurze Weise, an der heil. Messe im Geiste Theil zu nehmen. Ein anderes Meß- Gebet Kräftiges Gebet um ein seliges Ende Eine heil. Meffe zur Verehrung des bittern Leidens und Sterbens Jesu 2. Gebete des Kranken in seinen verschiedenen Lagen und Gemüthsstimmungen Christliches Testament Anmuthungen beim Kusse des Kruzifires Gebet des Herrn Gebet um Wiedererlangung der Gesundheit Gebet nach überstandener Krankheit Seite 11235 7 9 14 16 16 18 19 21 29 30. 34 34 36 38 40 41 Ergebung in den Willen Gottes Gebet um Ergebung in den Willen Gottes Danksagung für die von Gott geschickten Leiden Christus ermuntert die Seelen zum Leiden Gebet um Geduld Gebet um Standhaftigkeit Gebet in Versuchungen Gebet des ehrwürdigen P. Zuchi Kräftige Mittel wider die Versuchung Gebet um Schutz gegen Versuchungen Tröstende Erwägungen für leidende und schwermüthige Christen In der Stunde großer Leiden Gebet zur heil. Mutter Gottes Maria in großer Trübsal Verlangen nach dem himmlischen Vaterlande Vertrauen auf Jesus und seine gebenedeite Mutter in Gewifsensäugsten Gebet um eine glückselige Sterbftunde zu Gott dem Vater Gebet um eine glückselige Sterbftunde zu Jesus, Maria und Joseph Gebet zum heil. Benediktus um einen guten Tod Gebet zur heil. Jungfrau und Martyrin Barbara um ein sel. Ende VI Bündniß mit Gott in der Stunde des Todes Verlangen nach dem Himmel. 3. Gebetsübung für die einzelnen Wochentage Am Sonntag Am Montag Litanei von allen Heiligen Erneuerung der Taufgelübde Litanei von der allerheiligsten Dreieinigkeit . Heldenmütthiger Liebesakt zum größten Troste der armen Seelen im Fegfeuer Litanei von den heiligen Engeln Gebet zum heiligen Schußengel Am Dienstag Gebet um beständigen Schutz der Engel Gebet der Kirche Am Mittwoch Aft der Aufopferung zum heil Joseph Litanei zum heil. Joseph Am Donnerstag Litanei von dem heiligsten Altarssakramente Gebet am Donnerstag Am Freitag Gebet am Freitag Kreuzweg- Andacht Andacht zum heiligsten Herzen Jesu Gebet zum heiligsten Herzen Jefu um einen glückseligen Tob Seite 42 43 44 45 46 46 47 48 48 49 50 53 55 56 57 59 60 62 63 64 67 68 68 68 69 72 72 78 80 80 81 82 84 84 84 85 88 88 90 91 91 91 N 103 104 Immerwährender Bund zum Lobe des göttlichen Herzens Jesu Am Samstage VII Rosenkranz von der unbefleckten Empfängniß der allerfeligsten Jungfrau, unserer barmherzigsten Mutter Lauretanische Litanei Salve Regina Gebet zu den fieben Schmerzen Maria's um ein seliges Ende Litanei von den sieben Schmerzen der allerfeligsten Jungfrau Maria Gebet zur schmerzhaften Mutter Gottes 4. Gebete für die Festzeiten Im Advente Auf Weihnachten Litanei vom allerheiligsten Namen Jefu In der Fastenzeit. St. Augustinus über den Tod des Herrn Bitte um fruchtbringende Betrachtung des Leibens Christi Litanei vom Leiden Jesu Christi Gebete am Grabe Christi Gebet zu den heil. fünf Wunden 3ur Ofterzeit Auf Christi Himmelfahrt In der Frohnleichnams- Oktav An den Festtagen Mariens Litanei zum heil. unbefleckten Herzen Maria II. Abschnitt. Tröstungen der Kranken. 1. Ermunterungen und Trostgründe für Kranke Trübsale, Leiden und Krankheiten kommen von Gott zu unserm Besten Gott nur kann unser wahrer Trost sein in Krankheit und Trübsal Ergebung in Gottes heiligen Willen Von den Versuchungen überhaupt Ungeduld Klagen Falsche Zuversicht über den Stand der Krankheit und Scheue vor einem Priester zu große Liebe und Anhänglichkeit an's Leben Mürrisches Stillschweigen gegen den Briester Falsche Schamhaftigkeit beim Beichten Gewissensangst Furcht vor dem Tode Schrecken des Gerichtes Furcht vor den Peinen des Fegfeuers Seite 105 106 106 108 110 111 114 117 118 118 119 121 123 123 124 125 128 130 131 133 135 136 138 140 140 144 146 148 149 150 151 152 153 154 156 158 159 160 Bangigkeit über die Auserwählung Verzweiflung Verzagtheit Verweigerung der Beichte Reichthum Haß und Abneigung Unreine Versuchungen Launenhaftigkeit Wenn der Kranke nichts vom Sterben wissen will In langwieriger Krankheit und bei großen Schmerzen Versuchungen wider den Glauben Lauigkeit und Trägheit Die einsamen Stunden der Nacht 2. Anmuthungen, welche mit dem Kranken erweckt werden sollen Glaube. Hoffnung Reue Liebe Verlangen nach dem Himmel Ein Kranken Segen 3. Regeln zum Kreuz tragen. VIII III. Abschnitt. Der Empfang der heiligen Sakramente. Beichtandachten Vorbemerkung Gebet vor der Gewiffenserforschung Beichtspiegel Reue und Leid nebst Vorsatz Seufzer einer bußfertigen Seele Litanei von der Liebesreue Gebet furz vor der Beicht Gebet nach der Beicht Zur Danksagung Die sieben Bußſpalmen Bußgebete. Gebet gegen die Hoffart Gebet wider den Geiz Gebet wider den Zorn Gebet wider die Unkeuschheit Gebet wider die Unmäßigkeit Gebet wider den Neid Gebet wider die Trägheit Seite 161 163 166 168 170 173 174 176 179 181 182 183 185 189 189 189 189 189 190 190 190 195 195 196 197 213 215 217 218 219 220 222 230 231 232 232 233 234 234 235 Communion- Andachten IX Vorerinnerung Erfte Communion- Andacht Zweite Communion- Andacht island IV. Abschnitt. Die kirchliche Spendung der heiligen Sterb Sakramente. 1. Die Spendung des heil. Altars: Sakramentes Vorbemerkung 2. Die heil. Krankenölung Litanei für Kranke 3. Die General- Absolution V. Abschnitt. Der Beistand in der Todesstunde. 1. Gebete des beistehenden Priesters Bei der Besprengung mit Weihwasser Bei Darreichung des Crucifires . Bei Darreichung des Rosenkranzes oder eines Bildes der seligsten Jungfrau Maria Bei Anzündung der Sterbeferze Empfehlung der Seele in die Hände des Herrn Gebet zu dem Herrn Jesus Christus über die einzelnen Theile feines Leidens Beim Sterben Letzte Seufzer, welche dem Sterbenden mit Auswahl zugerufen werden können. Segnungen über die Sterbenden 2. Gebete, welche von den Umstehenden dem Sterbenden vorgesprochen werden Andacht zu den sieben Worten Christi am Kreuze vor dem Tode Ergebung in Gottes Willen. Heilige Seufzer und sehnliches Verlangen nach einem glückseligen Tode Einige Fragen an den Sterbenden Bereitwilligkeit zum Sterben 3. Gebete, welche für die Sterbenden verrichtet werden Fürbitten zu Jesu, dem Gefreuzigten. Empfehlung der Seele des Sterbenden II Seite 235 235 236 239 ● 254 254 260 262 271 276 276 276 277 278 278 289 294 294 299 303 303 305 307 309 310 311 311 312 X Fürbitten und Zusprüche bei längerem und schwererem Todeskampfe Bitte zu Maria der schmerzhaften Mutter Gottes Litanei vom bittern Leiden Jesu Hingabe an Jesus 4. Gebete, unmittelbar vor und nach dem Verscheiden Letzter Segen Nach dem Abscheiden Litanei für die Abgestorbenen Die Sequenz ,, dies irae" Das Libera" Seite 314 316 316 319 319 319 320 322 323 325 My Einleitung. Regeln für Kranke. #piliod sid pitix S. 1. Vertraue auf Gott! Befällt dich, Christ, eine Krankheit, so werde nicht muthlos und verzagt! Der himmlische Vater schickt sie dir aus unergründlicher Liebe und zu deinem ewigen Heile. Zwar lag der Schmerz nicht in seinem ursprünglichen Plane. Gott wollte uns ohne Schmerz selig machen. Alles Weh kam erst durch die Sünde, eine Störung der harmonischen Weltordnung, auf die Erde. Der himmlische Vater ließ und läßt dasselbe nur zu, weil es wunderbar läutert, veredelt, heiligt und zur höchsten Stufe der ewigen Glorie führt, wofern man mit der Gnade Gottes geduldig darin ausharrt. Aber ich bin jung und habe bisher Gott zu dienen versäumt. Der Gedanke, vielleicht jetzt schon sterben zu müssen, ist unerträglich," so klagt so mancher Leidende in der Blüthe der Jahre. 11 - Ein junges Leben unter vielen Schmerzen und hartem Kampfe hingeben und aus Liebe zu Jesus, der für dich des bittersten Todes starb, es gerne hingeben, ist ein Martyrium, reicher an Verdiensten und an Ehre, als das längste, in Lauigkeit hingebrachte Leben. Ich wollte gerne leiden und sterben, klagt ein Anderer, wenn ich keine unmündigen Kinder hätte, für welche ich zu sorgen habe." Gott hat dir die Sorge für deine Kinder übertragen. Wirst du krank und scheidest du aus diesem Kathol. Krankenbuch. 1 2 Leben, so nimmt Er diese Sorge wieder in seine eigenen Hände. Wer wird besser sorgen? Er oder du? Was dich also immer beunruhigen mag, überlaß es mit kindlichem Vertrauen dem Vater im Himmel. Ihm empfiehl in kindlichem Gebete alle deine Anliegen. Er wird alles zum Besten lenken und in der äußersten Noth wunderbar helfen. Gebet te p §. 2. alvasi §. 2. Empfange frühzeitig die heiligen Sakramente! Wenn dich eine gefährliche Krankheit befällt, so emange schon anfänglich die heil. Sakramente, mag auch die Hoffnung auf Wiedergenesung eine wohl begründete ſein! So sorgst am besten für die Wohlfahrt des Leibes, wie der Seele. sgio suis an die sosis slidinygrana omo Die Ruhe des Gewissens, welche man durch eine auf richtige und reumüthige Beicht erlangt, die Vereinigung mit Jesus, der einst so viele Kranke heilte, die heil. Krankenölung, welche theilweise dazu eingesetzt wurde, Kräfte zur Wiedergenesung mitzutheilen, wofern diese dem Seelenheile ersprießlich ist, sind für den franten Körper ein wunderbarer Balsam. Der berühmte protestantische Arzt Tiſsot, der merkwürdige Beobachtungen in dieser Richtung gemacht hatte, ließ seine katholischen Patienten immer schon beim Beginne der Krankheit versehen. il Gott sucht dich heim, wenn er dich krank werden läßt. Er will, daß du von der ruhelosen und unseligen Welt, der du dich hingabest, zu seinem Vaterherzen, der Heimat deiner Seele zurückkehrest, wo einzig wahres Glück und dauernder Friede zu finden ist. Diese Bekehrung vollzieht sich aber vorzugsweise im würdigen Empfange der heil. Sakramente. Empfängst du sie nicht, so vereitelst du die liebevollen Absichten Gottes. spioni sist Wer wird ferner ergebener und gottgefälliger leiden? Der, welcher seine ewigen Angelegenheiten noch nicht ge 3 ordnet hat? oder der, welcher mit Gott ausgesöhnt und mit Jesus, seinem eingebornen Sohne, vereiniget ist? sais Endlich setzen sich diejenigen, welche den Empfang der heil. Saframente aufschieben, der Gefahr aus, unversehen in die Ewigkeit hinüberzugehen und vor dem heiligen und gerechten Richter zu erscheinen oder wenigstens die heil. Saframente in einem Zustande zu empfangen, in welchem sie unfähig sind, die ganze, in denselben enthaltene Frucht aus ihnen zu ziehen. Die heil. Sakramente wirken nicht, wie ein Zauberstab. Du hast dabei freithätig mitzuwirken. Erwarte auch nicht, daß die Angehörigen dich aufmerksam machen werden, wenn die Krankheit einen gefährlichen Charakter annimmt! Sie bieten meist alle Beredsamkeit auf, um dir unbegründete Hoffnung zu machen. Sie täuschen dich aus unchristlicher Liebe. Scheue dich nicht, das hochheilige Sakrament in dein Haus tragen zu lassen! Es ist ein muthiges, öffentliches Bekenntniß deines heil. Glaubens, das dir der Heiland mit seinen Gnaden und Tröstungen tausendfach vergelten wird. Die Gutgesinnten, welche dem Priester mit dem allerheiligsten Sakramente begegnen, verehren es, empfangen seinen göttlichen Segen und beten für dein Wohlergehen ein Vater unser. Die Uebelgesinnten werden an Tod und Gericht er innert, denen auch sie nicht entflichen können. icht entflichen §. 3. Bringe deine irdischen Angelegenheiten frühzeitig in Ordnung! Spa( Nach Craffet). dis mol silic Befriedige deine Gläubiger! Gib ungerechtes Gut zurück! Ungerechtes Gut oder auch zweifelhaftes, über dessen rechtmäßigen Besitz man absichtlich keine Aufklärung suchte, um nicht etwa zurückerstatten zu müssen, hat schon viele in die Hölle geführt.#ipe!! Hast du Jemanden schwer beleidigt, so suche ihm eine Genugthuung zu geben! Bist du beleidigt worden, so ver1* 4 zeihe aus ganzem Herzen und zeige dich versöhnlich! Scheide nicht, soviel an dir liegt mit einer Feindschaft aus dieser Welt! Mache möglichst bald ein Testament! Hast du über deine irdischen Güter für den Fall deines Ablebens die nöthigen Bestimmungen getroffen, so wirst du ohne zeitliche Sorgen in die Zukunft blicken und dich ausschließlich mit Gott und deinem Seelenheile beschäftigen können. Wenn du dich durch ein Testament freiwillig und aus christlicher Liebe zu Gunsten anderer deiner irdischen Güter begibst, so übst du einen großmüthigen Akt der Armuth und der christlichen Barmherzigkeit und erwirbst dir einen reichen Schatz im Himmel. Dieses große Verdienst verlierst du aber, wenn du es dem Tode überläßt, dir deine zeitlichen Güter abzunehmen und an andere zu übertragen. Im Testamente erfülle die Forderungen der Gerechtigkeit und christlichen Nächstenliebe! Die Gerechtigkeit verlangt, daß du den rechtmäßigen Erben lasfest, was nach Gesetz und Gebrauch ihnen gebührt. Was das lebrige betrifft, so hüte dich, die einen vor den andern zu bevorbezugen und so tödtliche Feindschaften zu säen! Den Dienstboten, welche dir viele Jahre treu gedient haben, bestimme außer dem Lohne ein entsprechendes Geschenk! Die christliche Nächstenliebe fordert, wenn und soweit die Vermögensumstände es gestatten, Legate an Arme, Wittwen, und Waisen, Wohlthätigkeitsanstalten u. s. f. zu machen, damit du den Segen der Armuth empfangest, von welchem die Schrift sagt, daß er den Zorn Gottes auslösche. Ist es billig, den Freunden, die dir körperliche und geistige Hilfe leisieten, Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu geben, wie viel mehr hast du Jesum Christum, den besten Freund, der sein Leben für dich hingab, dir seinen Leib und sein Blut im heiligsten Sakramente hinterließ, und dich zum Universalerben seiner unendlichen Verdienste einsetzte, in den Armen und Kranken zu bedenken. Vergiß Jesum Christum nicht in deinem Testamente", ermahnt der heil. Chrysostomus. Machest du ihn zum Miterben deiner Kinder, so wird 5 er sie in seinen Schutz nehmen und ihr Vater und Vormund sein. 36 Ordne in deinem Testamente fein eitles Leichengepränge an; bestimme vielmehr, daß deiner Seele durch Gebet und heil. Messen Trost, Erquickung und Erlösung bereitet werde. Die Erfahrung lehrt, daß habsüchtige und unbarmherzige Erben ihrer verstorbenen Wohlthäter nicht einmal mit einem Vater unser gedenken, geschweige ein heil. Meßopfer für sie darbringen lassen. Das Testament soll gerichtlich oder nach der gesetzlichen Form abgefaßt sein, damit es nicht eine Fackel der Zwietracht und eine Quelle endloser Prozesse werde. Derjenige wäre fürwahr ein gottloser Vater, der seinen Kindern Zank und Streit als Erbe hinterließe. Es ist daher nothwendig, daß du zuvor mit Gott und gewissenhaften und verständigen Männern Rath haltest.sk da Vergiß also nicht, wenn du Vermögen hast, im Testamente fromme Legate auszusetzen! Erwirb dir mittelſt des eitlen Mammons, ehe du ihn abgeben mußt, Freunde, die dir in der letzten Bedrängniß beistehen, und dich nach dem Tode in den Himmel aufnehmen. Wie kann, sagt der heil. Geist, der andern gut sein, der gegen sich selbst böse und unmenschlich ist? Was wird es dir helfen, den Kindern, Verwandten und Freunden große Reichthümer zu hinterlassen, während du in der Hölle bist und nicht einmal einen Tropfen Wassers hast, um deine lechzende Zunge zu kühlen. ostid bemalt§. 4. Unterhalte dich am liebsten mit Gott! Begehre nicht viele Besuche! Bleibe am liebsten allein! Gott hat dich in die Einsamkeit geführt, um da mit deiner Seele zu reden. Ziehe dem Umgange mit dem unendlich großen und guten Gotte keinen menschlichen vor! Klage deine Leiden nicht den Menschen! Sie verstehen es selten, 6 dich auf die rechte Weise zu trösten und du verlierst dabei den inneren Halt. Viel reden, besonders mit weltlich ge sinnten Menschen, geht überdies meist nicht ohne Sünde ab und entfernt dich von Gott, der Quelle alles Trostes.. Auch verminderst du durch unnöthiges Schaustellen deiner Leiden die Schönheit und Verdienstlichkeit deines gottergebenen Duldens. Sollte aber öftere Zerstreuung als Mittel gegen krankhafte Schwermuth oder Versuchungen nothwendig sein, so wähle dazu Personen, die dich nicht nur erheitern, sondern auch gleichzeitig erbauen. Klage dem Vater im Himmel mit demüthigem und vertrauendem Kindessinne deine Schmerzen, Sorgen und Betrübnisse! Er wird dein gebeugtes Herz jedesmal wunderbar erleuchten, stärken, aufrichten und trösten. Klagst du ihm allein deine Noth, so thust du seinem Vaterherzen heilige Gewalt an. Er, der beste Tröster, kann dich nicht ohne Trost lassen. Wenn ferner schon der Umgang mit guten Menschen veredelt: wie erhebend und heiligend muß der fleißige und innige Liebesverkehr mit dem großen Gotte sein. Nie ist der Mensch größer, als wenn er mit Gott redet. Folgst du endlich in stiller Ergebenheit deinem Heilande auf dem Wege des Kreuzes nach, so schaut der ganze Himmel bewundernd auf dich herab und wartet deiner eine Krone von ungeahnter Herrlichkeit. Sorge dafür, daß das Bildniß des Gekreuzigten sich an einem Orte befinde, wo du es immer sehen kannst und blicke oft zu Jesus auf, der an Leib und Seele alles gelitten, was ein Mensch leiden kann, nur in einem unendlich höheren Grade, und der die Leiden aller Menschen, auch die deinen, vorhersah, und in seinem mitleidigen Herzen mitfühlte! O wie gerne hat er für dich gelitten! Auch ein Bildniß Mariä sei in der Nähe! So oft du es andächtig betrachtest, sendet Maria dir Trost aus ihrem süßesten Mutterherzen. Im Gebete findest du Kraft und Stärke zur Ertragung aller Leiden und Ueberwindung aller Versuchungen. Bist du aber zu schwach, um ohne Nachtheil anhaltender beten 7 zu können, so genügt es zuweilen, die heil. Namen Jesu, Maria, Joseph auszusprechen oder flehend zu ihren Bildnissen emporzuschauen. Viel beten wäre in diesem Falle vom Nebel. Wisse, daß ergebenes Dulden in Christus eine ununterbrochene und die erhabenste Anbetung und Verherrlichung Gottes iſt. 919min §. 5. int Gehorche dem leiblichen und geistlichen Arzte in Allem, was sie billiger Weise fordern können. med nollst Lasse rechtzeitig einen gewissenhaften und erfahrenen Arzt rufen! Suche auch bittere Arzneien gerne zu nehmen! Jesus hat für dich bittere Galle gekostet. Halte dich genau an alle sonstigen Vorschriften des Arztes! Wer hiegegen fehlt, übertritt das 5. Gebot, welches fordert, daß wir auf vernünftige Weise für die Erhaltung der Gesundheit und des Lebens Sorge tragen. Hüte dich vor Anwendung abergläubischer Mittel! Sie wäre Sünde und würde dir daher in keiner Weise zum Heile dienen. Frage feine Quacksalber um Nath! Durch Anwendung verkehrter Mittel haben sie schon oft ein Uebel verschlimmert, ja unheilbar gemacht. Entdecke deinem Beichtvater alles, was dich beunruhigt! Offenheit thut vor allem noth, wenn du zum Frieden gelangen willst. Die Versuchungen verlieren viel von ihrer Macht, sobald man sie dem Beichtvater enthüllt. Dauert die Krankheit länger, so ist wiederholter Empfang der heil. Sakramente sehr zu empfehlen. sind radi04 colin toin CHIC §. 6. Betrachte, was dich umgibt, in einem übernatürlichen Lichte! ( Nach Scupuli). as Das Krankenzimmer siehe als dein Gethsemane und Golgatha an. Sprich öfter mit Jesus: ,, Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen; doch nicht mein Wille geschehe, sondern der deine!" Oder:„ Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" 8 Fällt dir das Liegen schwer, so denke an die harte Krippe, in welcher das Kind von Bethlehem lag, oder an das härtere Sterbebett deines Heilandes, das Kreuzesholz, die angenagelten Hände, das dornumflochtene Haupt, seinen tödtlichen Durst, seine unsägliche Bangigkeit und Trostlosigkeit! Der irdische Arzt erinnere dich an den himmlischen, der unsichtbarer Weise immer um dich ist, mit einer Liebe, Sorgfalt und Weisheit ohne Grenzen deine unsterbliche Seele zu heilen bemüht ist und dich von Sünde, Tod und Hölle erlösen und am füngsten Tage auferwecken und in sein himmlisches Reich führen will. Die Arznei rufe dir den Kelch, voll der herbsten Bitterkeit, den Jesus aus Liebe zu dir bis zur Hefe getrunken, in das Gedächtniß! Kannst du Nachts nicht schlafen, so leiste Jesu im Kerker Gesellschaft, wo Er die ganze Nacht unter Mißhandlungen und Verspottungen zubrachte! Oder denke an die traurige Nacht der Sünde und des Irrthums, in der Millionen Seelen schmachten, an die schauerliche Nacht, in welcher die armen Seelen seufzen! Durch deine Geduld kannst du vielen die Gnade der Bekehrung und Erlösung erlangen. Das Nachtlicht mahne dich hin und wieder an das ewige Licht, das vor dem Tabernakel brennt. Gehe zuweilen im Geiste dorthin, bete das liebeflammende Herz an, das dort ohne Unterlaß wacht und betet. Sage: O Jesus, ich vereinige mich auf das innigste mit dir; erleuchte, stärke mich jetzt und in der Stunde des Todes. Schlägt die Uhr, so denke: Bald ist alles vorüber; bald verwandeln sich meine Leiden in ewige Freuden! Oder sprich die heil. Namen Jesus", " Maria", Joseph" aus.is i diguen tid somr siden Kommen die ersten Sonnenstrahlen vom östlichen Horis zont und singen die Vögelein fröhlich in den Zweigen, so erblicke darin ein Bild des ewigen Ostermorgens und Allelujagesanges! Oder denke: ,, Bald geht dir die schönere, himmlische Sonne, Jesus auf und hörest du die süßeren Lieder der himmlischen Chöre! 9 Schimmern Mond und Sterne in dein Krankenzimmer, so denke: O wie schön muß es über den Sternen sein, wo Gott in seiner Herrlichkeit thront, wo die Heiligen heller glänzen, als die Sterne! Dort über den Sternen findest du Ruhe und Frieden. - §. 7. Beobachte in den frommen Uebungen eine Tagesordnung! Erlaubt dir der Arzt längerem Gebete obzuliegen, ſo beobachte dabei eine gewisse Ordnung! Dem Morgen- und Abendgebete, der Lesung, der Betrachtung u. s. f. sei, wo möglich, eine bestimmte Tagesstunde angewiesen. So wirst du mit Andacht, Ruhe des Geistes und ohne besondere körperliche Ermüdung deine frommen Uebungen verrichten können. Die Haft, welche sich sonst gerne einschleicht, ist der Andacht sehr schädlich. Vor der geistlichen Lesung bitte mit einem Ave Maria inständig um Erleuchtung. Alsdann lies! Halte von Zeit zu Zeit inne! Erwecke Anmuthungen der Bewunderung, des Dankes gegen Gott, der Selbstbeschämung u. s. f.! Zum Schlusse fasse einen Vorsatz und lege denselben in den heil. Herzen Jesu und Mariä nieder, daß sie ihn dir bewahren und ausführen helfen, und empfiehl ihnen alle Leidenden und Sterbenden, alle Menschen auf Erden und alle armen Seelen! §. 8. Sei auf Anfechtungen gefaßt. dan Das Krankenlager ist eine Fundgrube der größten Verdienste. Der arglistige Feind des Menschgeschlechts, der es weiß, bemüht sich daher, durch Anfechtungen jeder Art die Kranten in Sünden zu stürzen, jene Verdienste zu rauben oder soviel, wie möglich, zu schmälern. aid Idour Anhänglichkeit an das Leben. Der willige Tod aus Liebe zu Jesus ist kostbar in den Augen des Herrn, nach Beda 10 dem Ehrwürdigen eine Art unblutigen Martyriums; er löscht die Schuld des Lebens aus und führt zur höchsten Glorie. Um nun diese Bereitwilligkeit zum Sterben im Kranken zu zerstören, läßt ihm der böse Feind das Erdendasein in reizender Gestalt, die Ewigkeit aber voll Schrecken erscheinen, während in Wirklichkeit sogar das höchste Erdenglück nicht ohne vielfältige Bitterkeit ist, das ewige Leben dagegen eine allseitige schrankenlose Seligkeit ohne die mindeste Trübung darbietet. Erwecke öfter ein Verlangen nach dem himmlischen Vaterlande; bete fleißig um die Gnade eines guten, willigen Todes! * Aufschub der Bekehrung. Ein anderer wird versucht, den Empfang der heil. Sakramente von Woche zu Woche zu verschieben unter dem Vorwande, es habe damit keine Eile, oder aus thörichter Menschenfurcht, oder wegen eingebildeten Schwierigkeiten, verkehrtem Schamgefühle u. f. f. Lies§. 2 der Regeln S. 2 und Vorbemerkungen zur Beichtandacht. Kleinmuth und Verzweiflung. Dem Sünder kommt der Gedanke, er könne sich nicht mehr bekehren, es sei zu spät. So lange du lebst, beim letzten Athemzuge noch kannst du dich bekehren und haben die Worte der Verheißung: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befchre von seinem Wege und lebe" volle Geltung. Ein einziger Akt vollkommener Neue und des aufrichtigen Willens, um teinen Preis der Welt je wieder zu fündigen, verbunden mit der redlichen Absicht, sobald als möglich alle Fehltritte aufrichtig zu beichten, löscht alle Sünden des ganzen Lebens aus. Ein solcher Aft aber kann noch in der letzten Stunde erweckt werden und wurde vom reumüthigen Schächer wirklich erweckt. Freilich wird derselbe immer unwahrscheinlicher, je länger man ihn verzögert, obwohl die ausreichende Gnade dazu niemals fehlt. Aengstliche Seelen befällt die Besorgniß, sie hätten nie recht gebeichtet und bereut.-Die Güte und Barmherzigkeit Gottes - 11 ist ohne Grenzen. Er fordert nichts, was man nicht leicht erfüllen könnte. Noch keine Seele, die guten Willens war, ist verloren gegangen. Kranken, welche schwer heimgesucht sind, kommt der Gedanke, Gott habe sie verlassen. Wo die Noth am größten ist, da ist Gott am nächsten. Einer Seele, die er retten oder zu einer sehr hohen Stufe der Glorie führen will, sendet er große Trübsale.#thin Vermessenheit. Andere sucht Satan in den Wahn einzuwiegen, daß sie keine großen Sünden begangen haben, und von manchen Schwachheiten abgesehen, im Grunde die besten, tadellosesten Menschen seien, obwohl sie, wenn sie aufrichtig sein, oder sich mit der Gnade Gottes redlich prüfen wollten, bekennen müßten, daß sie sich in ihrem früheren Leben wenigstens manche bedeutende llebertretungen zu Schulden kommen ließen. So gelingt es ihm, eine wahre Bekehrung zu vereiteln oder wenigstens einer tiefer gehenden Neue und dem Eifer in Werken der Genugthuung den Lebensnerv abzuschneiden. Bete, wenn du so versucht wirst, oft und inständig um Erkenntniß deiner selbst und durchgehe zuweilen aufmerksam den Beichtspiegel! Wunderlichkeit. Eine häufige Versuchung der Kranken ist Wunderlichkeit, eine gewisse Geneigtheit zu mürrischem Wesen, übler Laune, Ungeduld und Zorn. In diesem Falle nimm dein Herz so zu sagen in beide Hände, unterdrücke die ersten Regungen des Zornes! Nede nicht, so lange du dich ungehalten fühlest! Ist es nothwendig, etwas zu sagen, so nimm dir vor und bemühe dich, es mit der größten Gelassenheit zu thun! Fällst du in einen Fehler, so verliere den Muth nicht; erwecke Reue, bitte beim Vater im Himmel ab und versprich ernstliche Besserung und alles ist gutgemacht. Küsse fleißig das Bildniß des Gekreuzigten und betrachte, wie unaussprechlich sanftmüthig, stille und freudig Jesus aus Liebe zu dir und zum himmlischen Vater in einem Meere der tiefsten Schmach, der herbsten Qual und äußersten Verlassenheit ausharrte. Auch bemühe dich, gegen 12 alle Menschen freundlich, liebreich und gütig zu sein, die erlittenen Beleidigungen vollkommen zu vergessen, die Erinnerung daran als eine schlimme Versuchung auszuschlagen, die Beleidiger in dein Gebet einzuschließen und ihnen Gnade und Erbarmung von Oben zu erflehen! Geistige Trägheit. Manche Kranke bilden sich ein, nicht beten zu können, während sie sich Stunden lang mit ihren Freunden unterhalten, ohne sich irgendwie belästigt zu fühlen. So kommt es, daß sie die überaus heilsamen und nothwendigen Uebungen der Andacht ohne vernünftigen Grund unterlassen und Schaden leiden. Andere dagegen überbürden sich mit frommen Uebungen oder beobachten keine Ordnung darin. Der Feind alles Guten will bewirken, daß ihnen das Gebet lästig werde oder sie dasselbe flüchtig und ohne Andacht verrichten. Wider den Glauben. Kommen Versuchungen gegen den Glauben, so verachte sie einfach und küsse mit inniger Liebe das Bildniß des Gekreuzigten! Sollten sie aber mit erneuerter Kraft zurückkehren, so verdemüthige dich! Denke: So hoch der Himmel über der Erde, sind Gottes Gedanken über denen der Menschen! Danke Gott, im Glauben der heil. Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer, Kirchenlehrer und unzähliger anderer erleuchteter und gottseliger Seelen leben und sterben zu dürfen! Bete öfter das geistliche Testament und grüble nicht weiter, sondern lenke deine Aufmerksamkeit ruhigen und heiteren Gemüthes auf andere Dinge! Wider die heil. Reinigkeit. Befallen dich unlautere Versuchungen, so entferne den etwaigen Anlaß dazu z. B. Personen, die du auf sündhafte Weise geliebt haft! Schaffe selbst die Bildnisse, Briefe, Geschenke solcher bei Seite; lasse sie nicht vor, auch wenn sie dich angeblich nur um Verzeihung bitten wollen; sie mögen ihre Sünden zu den Füßen des Heilandes beweinen. Schlage die Erinnerung an früher begangene Sünden sorgfältig aus dem Sinne; 13 denke nur im Allgemeinen an sie und erwecke fräftige Afte der Rene darüber, wünsche eher die Finger deiner Hand, dein Leben verloren, als gesündiget und Gott beleidiget zu haben! Behandle deinen Leib mit der größten Ehrbarkeit als einen Tempel des heil. Geistes! Unterdrücke mit großer Entschiedenheit die ersten gefährlichen Gedanken! Bezeichne dich bedächtig und vertrauensvoll mit dem Zeichen des heil. Kreuzes! Sprich die heil. Namen Jesus"," Maria", " Joseph" aus! Flüchte deine Seele in die qualvollen Wunden Christi! Geiz. Den Reichen flößt Satan unordentliche Anhänglichkeit an ihre zeitlichen Güter ein und hält sie ab, rechtzeitig ein den Forderungen des Christenthums entsprechendes Testament zu machen( siehe S. 3 der Regeln S. 3). Um den täuschenden Schimmer, der die irdischen Güter umgibt und schon so viele Seelen geblendet und in die Hölle gestürzt hat, zu zerstören, erwäge hin und wieder das Gleichniß vom reichen Manne, der größere Scheunen bauen will, dessen Seele aber in der folgenden Nacht vor den Richterstuhl Gottes gefordert wird( Luk. 12, 15-22), das Evangelium vom ungerechten Verwalter und das vom reichen Prasser und armen Lazarus( Luk. 16, 20), die Scheidung der Guten und Bösen( Math. 25, 33). Jeden versucht der böse Feind auf eigenthümliche Weiſe; so nämlich, wie er ihn bei seiner geistig- sittlichen Beschaffenheit am leichtesten überwinden und ihm den größten Schaden zufügen zu können hofft. Indessen verzage nicht! Jeſus steht dir bei. Er läßt dich nicht über deine Kräfte versucht werden. Insbesondere theilt er uns durch die heil. Krantenölung übernatürliche Stärke mit, um alle Versuchungen, die uns etwa bedrohen, mit Leichtigkeit überwinden zu können. Freilich dürfen wir nicht unterlassen, zu wachen und zu beten. - 14 Regeln für Sterbende. Sin Naht die Todesstunde, so nehme der Kranke öfter als bisher, das Crucifir zur Hand, betrachte es mitleidig und küsse es mit großer Innigkeit! isdes mbi Man geſtatte nicht, daß viele Personen sich im Zimmer des Kranken aufhalten. Die Besuchenden mögen in einem andern Zimmer für ihn inständig beten. Namentlich halte man solche Personen durchaus ferne, welche durch ihre Gegenwart den Sterbenden beunruhigen oder ihm Versuchungen bereiten könnten, z. B. solche, mit welchen er früber ein unerlaubtes Verhältniß pflog, auf gespanntem Fuße lebte u.s. w. Die Hölle bietet alles auf, eine abscheidende Seele zu verderben. Td Man sørge, daß der Sterbende die Generalabsolution erhalte. Auch ist zu empfehlen, daß sich derselbe hin und wieder die sakramentale Lossprechung von schon gebeichteten Sünden erbitte. Angesichts des Gerichts und der Ewigkeit erscheinen längst gebeichtete Sünden viel schwerer, wie früher. Sie werden jetzt intensiver bereut. Die Gnade des heiligen Sakramentes dringt deßwegen in die tiefsten Falten der Seele und reinigt sie mehr und mehr von ihren Missethaten( den Resten der Sünde, Begierlichkeit, Geistesblindheit, Willensschwäche, zeitlichen Strafen). Hat der Sterbende, von Satan geblendet, bis zum letzten Augenblicke schwere Sünden verschwiegen, so scheue er sich nicht, wenigstens jetzt noch im Bekenntnisse Nettung zu suchen und könnte es auch nur durch Zeichen mittelst der Finger geschehen. Man besprenge den Sterbenden zuweilen mit Weihwasser und erbitte ihm dabei den Schutz des Allmächtigen. Kann der Sterbende ohne Schmerz nicht einmal einen lauten Ton ertragen, so begnüge man sich, ihm von Zeit zu Zeit eine fromme Anmuthung zuzuflüstern, oder stille einen Sterbesegen über ihn zu beten, und befleißige sich, ihm die Gnade eines guten Todes zu erflehen. 15 Hat der Sterbende Kinder, so versammle er sie noch einmal, wenn er den Tod nahen fühlt, segne sie, ertheile ihnen einige heilsame Ermahnungen, ermuntere sie zur treuen Beobachtung der Gebote Gottes und der Kirche. Solche Abschiedsworte des sterbenden Vaters oder der sterbenden Mutter prägen sich der Kindesseele bleibend ein, begleiten sie durch das ganze Leben und werden in der Stunde der Prüfung und Versuchung zu einer warnenden Stimme. Jst der Sterbende außer Stande, zu beten, so spreche er wenigstens innerlich öfter die heiligen Namen Jesus",„ Maria", " Joseph" aus. Sie sind eine mächtige Schußwehr wider den bösen Feind. Glücklich, wer bei ſeine Seele aushaucht und den Händen seines Schöpfers übergibt! Nach dem Verscheiden bete man fleißig für die Seele des Verstorbenen, daß ihr heftiges Verlangen nach der himmlischen Heimat bald gestillt werde. Hon nolla ojard doun 300t th? dmu istided glding of sl.dan dis no thail pidunfini him sidstums tb2 be chiusdeh distid dan sud monclesala 190 m nói ulsonar sus od flasbian m3 monitorilo sais@ d dasid un and polit malloummed amigo dau bhaile day wis modis? nefroitid mod 1000 failid made pomiske d than the onl for mit entio adisit and nummisrdent? 1d sin # 019 mondisdəni do shonom 151 dum sémodal sdnb dan sdan tiadis dan anainnu similitello C s1757ams ti otro snim stust sid pain dan modis olle nie of quidrig spirchhe anis band in the SHism chanánd thi And astumit du modig, misd allotop ande mbilig manis sinden dni strof chom si 35 Erster Abschnitt. antial Die Gebetsübungen des Kranken. 107 1. Gebete für alle Tage. Morgen- Gebet. Sei gegrüßt, o allerheiligste Dreieinigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Ich bete Dich mit allen Engeln und Heiligen in tiefster Ehrfurcht an. Ich sage Dir herzlichen Dank, daß Du mich diese Nacht an Leib und Seele so gnädig behütet und mir zum Wirken meines Seelenheiles einen neuen Tag geschenkt hast. Ich empfehle mich inständig Deinem allmächtigen Schuhe und bitte Dich flehentlich um die Gnade, heute willig den glorreichen, aber dornenvollen Weg des Kreuzes wandeln zu können. Ich vereinige alle Leiden des heutigen Tages mit dem bittersten Leiden Jesu und Mariä und opfere sie Dir nach der Meinung ihrer heiligsten Herzen für die Ausbreitung des Reiches Gottes, zum Troste der armen Seelen, und insbesondere für meine Eltern und Geschwister, Freunde und Feinde, lebende und abgestorbene auf. allerseligste Jungfrau Maria, ich empfehle Dir alle Leiden und Versuchungen, die heute meiner warten. Hilf mir durch Deine mächtige Fürbitte so beten, leiden und kämpfen, daß ich dadurch meine Sünden abbüße, Deinem göttlichen Sohne gefalle 17 und des Himmelreiches würdiger werde! Heilige Namenspatrone, heil. Schußengel behütet mich, bittet für mich! u mome O Gott, ich glaube unerschütterlich alles, was Du geoffenbart hast und durch Deine heil. Kirche zu glauben vorstellest; denn Du bist die ewige Wahrheit. In diesem heil. Glauben will ich leben und sterben. Vermehre meinen Glauben! O Gott, ich hoffe von Dir alles Gute des Leibes und der Seele, besonders die Vergebung meiner Sünden, die Gnade der Beharrlichkeit und die himmlische Glückseligkeit; denn Du bist unendlich mächtig, gütig, getren und barmherzig. In dieser heiligen Hoffnung will ich leben und sterben. Stärke meine Hoffnung! O Gott! ich liebe Dich aus ganzem Herzen und über Alles; denn Du bist das höchste Gut und mein größter Wohlthäter. Aus Liebe zu Dir will ich ge= duldig leiden, alle Menschen, Freunde und Feinde aufrichtig lieben und jede Sünde sorgfältig meiden. In dieser heil. Liebe will ich leben und sterben. Entflamme meine Liebe! ( Wer täglich Glaube, Hoffnung und Liebe erweckt, gewinnt jedesmal einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen, und monatlich einmal einen vollkommenen Ablaß, wenn er die heil. Sakramente empfängt und für die Anliegen der Kirche betet.) Bündniß mit Gott. O Gott! Du weißt, daß ich jetzt nicht viel beten kann; darum foll mein Herz erstatten, was mein Mund nicht vermag. Ich mache daher folgenden Bund mit Dir: So oft heute mein Puls schlägt, wünsche ich Dich anzubeten, zu loben und zu verherrlichen. So oft ich Athem schöpfe, wünsche ich mir und allen Geschöpfen Gnade und BarmherzigKathol. Krankenbuch. 2 18 teit zu erflehen. So oft ich einen Schmerz empfinde, begehre ich, Dir eine Genugthuung für meine Sünden und die aller Menschen zu geben. So oft mein Herz schlagen wird, begehre ich, Dir für die Wohlthaten, die Du mir und allen Geschöpfen erzeigest, zu danken, und begehre ich, Dich von Herzen zu lieben und in allen Menschen diese Liebe zu entzünden. Ich bitte Dich inständig, den Willen für das Werk anzunehmen, wenn ich vor Schmerz und Schwachheit nicht an Dich denken kann. Abend Gebet. #Ich bete Dich an und grüße Dich, o allerheiligste Dreifaltigkeit! und danke Dir vom Grunde meines Herzens für alle Gnaden und Wohlthaten, die Du mir heute unverdienter Weise erwiesen hast. Auch für alle Leiden, die Du mir aus liebevollen und unergründlich weisen Absichten schicktest, danke ich Dir. Ach daß ich sie geduldiger, freudiger und in einer vollkommeneren Meinung ertragen hätte! Ich opfere Dir in Vereinigung mit Jesus und Maria Alles auf, was ich diese Nacht leiden werde. Ich bitte Dich, liebster Vater im Himmel, Du wollest mich diese Nacht gnädig beschüßen und mir erquickenden Schlaf oder wenigstens die Gnade wahrer Geduld gewähren. Dein heil. Wille geschehe in Allem! O gütigste, himmlische Mutter Maria! ich Dein krankes Kind rufe zu Dir um Erbarmen. Nimm mich unter Deine Obhut; hilf mir, daß ich weder durch Ungeduld noch durch Kleinmuth den Vater im Himmel betrübe, sondern mich vollkommen seinem heil. Willen ergebe! Erbitte mir, wenn es dem himmlischen Vater also gefällig ist, eine ruhige Nacht und laß mich bis zum Anbruche des Tages in Dein mütterliches Herz eingeschlossen sein! Heilige Namens 19 patrone, heil. Schußengel verlasset mich nicht, traget meine Schmerzen und Beängstigungen vor den Thron Gottes und bittet für mich um Kraft und Stärke, daß ich ausharre bis zum Ende! Lieber Vater im Himmel! ich bitte Dich inständig um Verzeihung aller Sünden, die ich jemals begangen habe, der wissentlichen und unwissentlichen, besonders jener, durch welche ich Dich heute beleidigte. Ich bereue sie von Herzen und nehme mir ernstlich vor, mich zu bessern. Namentlich verspreche ich Dir, morgen den Fehler N. N. nicht mehr zu begehen. O Jesus, Maria und Joseph, euch empfehle ich Leib und Seele, jetzt und in der Stunde meines Absterbens. Amen. Kurze Weise, an der heiligen Messe im Geiste Theil zu nehmen. Es wird zur heiligen Messe geläutet. Blicke herab, o, Herr, von Deinem Heiligthume und von der erhabenen Wohnung des Himmels und siehe das hochheilige Opfer an, welches Dir unser hoher Priester, Dein heiliger Sohn Jesus, für die Sünden seiner Brüder darbringt, und laß Dich über die Menge unserer Bosheit besänftigen! Siehe, die Stimme unseres Bruders Jesus ruft zu Dir vom Kreuze. Erhöre ihn, o Herr! Laß Dich versöhnen, o Herr! Merke auf ihn und säume um Deiner selbst willen nicht, o mein Gott, weil Dein Name über diesen Ort und Dein Volk angerufen ist, und thu' mit uns nach Deiner Barmherzigkeit! Bum Evangelium. ( Joh. 16, 21-23.) Das Weib, wenn es gebärt, ist traurig, weil ihre Stunde gekommen ist: wenn sie aber das Kind ge2* 20 boren hat, so denkt sie nicht mehr an die Angst we= gen der Freude, daß ein Mensch zur Welt geboren worden ist. Auch ihr habt jetzt zwar Trauer; aber ich werde euch wieder sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird Niemand von euch nehmen. Jum Offertorium. O Jesus, Du warst gehorsam bis in den schmählichen, schmerzlichen und trostlosen Tod des Kreuzes und hast dadurch den Vater im Himmel unendlich geehrt und uns Menschen ewiges Heil erworben. Auch ich will mein Wohlsein, meine Gesundheit und mein Leben hingeben, gerne leiden, so lange es Gott gefällig ist, sterben, wenn es Gott also will, um den Vater im Himmel zu ehren und den Himmel zu verdienen. Vereinige mein Opfer mit dem Deinen! Es läutet zur heiligen Wandlung. Ich bete jetzt Dich an- und ohne End, O Himmelsbrød, o großes Sakrament! O Jesu, mein Erlöser, segne mich, Und Herz Mariä Du, ich bitte Dich. Dir, o Jesu, sei mein Herz geschenkt, Und in das Deine immerdar versenkt! Mögen, o heiligstes und göttliches Sakrament, alle Menschen Dich erkennen, Dich anbeten, Dir danken ohne End! Omildreichstes Herz Jesu, das Du die Seelen zärtlich liebst, ich bitte Dich durch den Todeskampf Deines heiligsten Herzens und die Schmerzen Deiner makellosen Mutter, reinige in Deinem Blute alle Sünder der ganzen Welt, besonders jene, welche krank sind und mit dem Tode ringen. Herz Jesu, das Du Todesangst littest, erbarme Dich meiner, aller Kranken und Sterbenden. 21 - Tiitmisp to Geistliche Communion. 2013( Defter, auch während des Tages zu empfangen.) im Ich glaube, o Jesu, daß Du im allerheiligsten Altarssakramente wirklich, wahrhaft und wesentlich als Gott und Mensch zugegen bist. Ich hoffe auf Dich, o Quelle aller Güte und Barmherzigkeit. Ich liebe Dich über Alles, o höchstes, unendliches Gut,- und darum, weil ich Dich beleidiget habe, bereue ich von ganzem Herzen alle Sünden.- Nie mehr, o mein liebster Heiland, will ich Dich beleidigen. O wie sehr verlangt mich nach Dir! Weil ich Dich aber jegt sakramentalisch nicht empfangen kann, so komme, mein Herr Jesus Christus, geistiger Weise mit Deiner Gnade zu mir! Sprich, o mein Erlöser, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Komme, komme, o mein geliebtester Erlöser!- Mache, daß ich ganz Dein sei, und mich nichts mehr von Dir scheide in Ewigkeit! Amen. 7 - Ein anderes Meß- Gebet. Vorbereitungs- Gebet. O allerheiligste Dreifaltigkeit! ich habe ein sehnliches Verlangen, der Feier des Opfertodes Jesu anzuwohnen, und dadurch der unendlichen Verdienste und unschäßbaren Gnaden theilhaftig zu werden, die er uns durch denselben erworben hat. Da ich aber an das Krankenlager gefesselt bin, so vereinige ich mich im Geiste mit allen Gläubigen, welche heute das heil. Mesopfer anhören, und mit allen Priestern, welche es darzubringen die Gnade haben, und opfere Dir mit ihnen alle heiligen Messen, die auf dem Erdkreise gelesen werden. Ich opfere sie Dir, um Deine unendliche Majestät allerwärts anzubeten und die jungfräuliche Gottesmutter Maria und die Heiligen des heutigen 22 Tages zu ehren; um Dir eine Genugthuung zu geben für meine Sünden und die aller Menschen, auch für jene, derer wegen die armen Seelen im Reinigungsorte seufzen; um Dir in würdiger Weise für die unzähligen und unaussprechlichen Wohlthaten und Gnaden zu danken, die Du mir und allen Geschöpfen erwiesen hast und noch erweisen wirst; endlich um mir und meinen Angehörigen, Freunden und Feinden, allen Sündern und Irrenden, insbesondere auch allen Kranken und Sterbenden Gnade und Erbarmen zu erlangen. O segne meine Andacht. Gloria. Preis und Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find! Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich, wir danken Dir wegen Deiner großen Herrlichkeit. Herr! Gott! himmlischer König! allmächtiger Vater! Herr Jesu Christe, Du eingeborner Sohn, Herr Gott, Du Lamm Gottes, Du Sohn des Vaters, der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, er= barme Dich unser! Der Du sigest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesu Christe, mit dem heil. Geiste, im Ruhme und der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Gebet. Gott, der Du die Allmacht selbst und das ewige Leben bist, von Dir kommt die Gesundheit und jedes Heil für Alle, die an Dich glauben. Vertrauensvoll komme ich darum zum Throne Deiner Barmherzigkeit, und flehe Dich um Hilfe an. 23 Erhöre day Siehe, den Du lieb hast, ist krank! also mein Gebet; laß mich und alle mit mir Leidende wieder gesund werden, damit wir in Deiner Gemeinde mit Herzensfreude dafür Dir danken können durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - - Epistel. ( Jaf. 5, 13-16.) „ Ist Jemand unter euch traurig, so bete er; ist Jemand guten Muthes, so singe er Loblieder. Ift Jemand frank unter euch, so rufe er die Priester der Kirche zu sich und diese sollen über ihn beten, und ihn mit Del salben im Namen des Herrn; und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden auf sich hat, so werden sie ihm vergeben werden. Bekennet also einander eure Sünden und betet für einander, damit ihr das Heil erlanget: denn viel vermag das beharrliche Gebet des Gerechten.ª Evangelium. ( Math. 8, 1-14.) Zur selben Zeit, als Jesus vom Berge herabstieg, folgte ihm eine große Menge Volkes nach: und siehe, ein Aussägiger kam, betete ihn an und sprach: Herr, wenn Du willst, kannst Du mich reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sagte:, Ich will, sei gereinigt!" Und sogleich ward er gereinigt von dem Aussage. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, daß du es Niemanden sagest, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, welche Moses befohlen hat, ihnen zum Zeugnisse. Da er aber in Kapharnaum eingegangen war, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn und sprach: 24 Herr, mein Knecht liegt zu Hause gichtbrüchig und leidet große Qual. Und Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterworfen, und habe Kriegsleute unter mir; und wenn ich zu Einem sage: Geh! so geht er; und zu dem Andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Thu' das! so thut er's. Da nun Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrlich, sage ich euch, solch großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Aber ich sage euch, daß Viele vom Aufgang und Niedergang kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische sizen werden: die Kinder des Reiches aber werden in die äußerste Finsterniß hinausgeworfen werden; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Geh hin, und wie du geglaubt hast, so soll dir geschehen. Und in derselben Stunde ward sein Knecht gesund. Opferung. du So wie der Priester in Deinem Tempel sich nun anschicken wird, Dir, ewiger Gott! Brod und Wein zu opfern, so bringe ich mich selbst, Alles, was ich bin und habe, mein Leiden, meinen Willen, Dir zum Opfer dar. Ich bin bereit, Alles von Dir anzunehmen, Leben oder Tod, Gesundheit oder längere Dauer dieser Krankheit, wie es Dir gefällt und wie es mir zum Nüßlichsten ist. Dabei mache ich nun neuerdings den festen Vorsag, nie eine der Gaben zu mißbrauchen, sondern alle nach Deinen allerweisesten Absichten anzuwenden. So wahr Du mir im 25 heiligen Bußgerichte vergeben hast, so sei auch meinen Beleidigern von Herzen verziehen! Ganz vorzüglich aber soll mir die ernsteste Lebensbesserung am Herzen liegen. Ich gelobe Dir auch in diesem heiligen Augenblicke gänzliche Ergebung und Geduld in meinen Schmerzen, Gehorsam gegen meinen Beichtvater, sowie auch genaue Beobachtung dessen, was mein Arzt mir vorschreibt. Verschmähe also, o mein Gott! verschmähe dieses Opfer nicht, gib Deine Gnade und Deinen Segen dazu; es wird Dir wohlgefallen durch Jesum Christum. Amen. A Präfation. Mein Herz erhebe sich mit allen Engeln und Heiligen zu Dir, mein Gott und Vater! um Deine Güte dankbar zu preisen. Neige Dich zu meinem schwachen Lobgebete gnädig herab, wie Du die Lobgesänge der himmlischen Geister erhörest. Mit stiller Ehrfurcht stimme meine Seele in ihre Anbetung ein und rufe: Heilig, heilig, heilig ist der Herr unser Gott! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll. Hosanna dem Allerhöchsten, und gebenedeit sei, der da kommt in seinem Namen! Memento für die Lebendigen. Siehe mit Vaterhuld auf meine Fürbitte, die ich hier auf dem Krankenbette für das Wohl der ganzen Kirche, für unsere geistlichen und weltlichen Obern, für Freunde und Wohlthäter, ja für alle Menschen zu Dir emporschicke, o barmherziger Gott! Namentlich aber möchte ich in meinem Gebete eingeschlossen haben( N. N.) meine Eltern, Geschwister und Anverwandten, meinen Seelen und Leibesarzt, Alle, die mit Rath und That mein Uebel mir zu erleichtern suchen, alle kranken und bedrängten Christen. = 26 Gib zu, allwissender Gott, daß auch die Fürsprache Mariens und aller Heiligen uns in diesem Elende unterstüßen und die Nachahmung ihres gottergebenen Sinnes uns der Verheißungen Jesu Christi theilhaftig mache. Amen. Bei Aufhebung der heiligen Hostie. Sei gegrüßt, o Du mein Heiland und Erlöser, Jesus Christus, meine Hoffnung und Zuflucht! Du bist das ewige Wort des Vaters, Du bist der wahre Sohn Maria's! Du bist mein Gott und Alles! O Jesu, der Du am Stamme des heil. Kreuzes Dich Deinem himmlischen Vater geopfert hast, mache mich theilhaftig Deines heil. Leidens, Deines wahren Leibes und Blutes in diesem heil. Sakramente, jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen. Bei Aufhebung des heiligen Kelches. Sei gegrüßt, o du wahres und lebendiges Blut, das aus den heil. Wunden meines Herrn Jesus Christus geflossen, und mit seinem heil. Leibe in diesem Sakramente vereinigt ist. O theures Kleinod, o edles Blutbad, wasche und reinige mich von allen meinen Sünden, heile und stärke meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Amen. Nach der heiligen Wandlung. O barmherziger Jesu! komme mir zu Hilfe in diesen meinen Nöthen, und opfere Du selbst Dein Leiden und Sterben Deinem himmlischen Vater auf für alle meine Schuld und wohlverdiente Strafe. O mildreichster Jesu! alle meine Hoffnung, Trost und Zuversicht baue ich auf Dein bitteres Leiden und Sterben. Meine Seele versenke ich in die Tiefe Deiner heil. Wunden. O allerliebster Jesu! ich wünsche und begehre, daß Dein heil. Name mein Univ.- Bibl. Giessen 27 legtes Wort, Dein heil. Fleisch und Blut die legte Speise meiner Seele, Dein bitteres Leiden und Sterben meine letzten Gedanken seien. Ogütigster Jesu! an dem heil. Kreuz will ich mich festhalten. Es soll mein Schuß und Schirm gegen alle feindlichen Angriffe sein! O holdseligster Jesu! drücke deine heil. Wunden so sehr in mein Herz, daß ich Deiner nimmer vergesse. In Deine Hände empfehle ich meinen Geist, gleichwie Du Deinen Geist in die Hände Deines himm= lischen Vaters empfohlen hast. Vorbereitung zur geistlichen Kommunion. O sanftester und demüthigster Jesu, weil Du uns zurufst:, Kommet Alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken; darum trete ich mit demüthigem und vertrauensvollem Herzen zu Dir, und begehre, mich Deines heil. Leibes und Blutes, Deiner Gottheit und Menschheit bei diesem heil. Opfer und Sakramente, soviel mir möglich ist, theilhaftig zu machen und diese Engels- Speise auf eine geistige Weise zu genießen. milicui Komm, o Jesu, komm in mein Herz, erfülle und erquicke dasselbe mit Deinem Geiste und Deinen Gnaden! O Du Süßigkeit meines Herzens, o Du Leben meiner Seele! Verzeihe mir meine Sünden und Unvollkommenheiten, nimm von mir Alles, was mich abkehret von Dir! Ich bin verwundet, o Jesu, heile mich; ich bin schwach und ermattet, erquicke und stärke mich; ich bin verblendet, erleuchte mich; ich bin unwissend, belehre mich; ich bin hungrig, speise mich; ich bin durstig, tränke mich; ich bin unrein und befleckt, reinige mich! Meine Sünden und Unvollkommenheiten sehe und erkenne ich. O liebster Jesu! bekehre mich, führe und regiere mich, bereite Dir eine würdige Wohn 28 ung in mir, damit Du allzeit bleibest in mir und ich in Dir, der Du lebest mit dem Vater und dem heil. Geiste, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.com mad Denke, du kommunizirest mit dem Priester. Der Leib meines Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Hodnuárk Oheil. Mahlzeit, in welcher Christus genossen, das Gedächtniß seines bitteren Leidens erneuert, die Seele mit Gnaden erfüllt und uns das Pfand der künftigen Herrlichkeit mitgetheilt wird! ill O Christe Jesu, wasche und reinige mich von allen meinen Sünden mit Deinem heil. Blute und verleihe mir die Gnade, daß meine Seele, wenn sie vom Leibe abscheidet, vor Deinem Nichterstuhle rein und unbefleckt erscheine. Amen. Die Seele Christi heilige mich, Der Leichnam Christi erlöse mich, Jis Das Blut Christi tränke mich, Das Wasser der Seite Christi wasche mich; snis Das Leiden Christi stärke mich, O gütigster Jesu, erhöre mich, dan In Deine heil. Wunden verberge mich, Hon Von Dir laß nimmer scheiden mich, ad Vor dem bösen Feind beschüße mich, sonO In der Stunde meines Todes rufe mich, Und laß zu Dir kommen mich, Daß ich mit Deinen Heiligen lobe Dich, di In alle Ewigkeit. Amen. nid im ins Danksagung nach der geistlichen Kommunion. hO Jesu, Du Schönheit meiner Augen, Du Liebe meines Herzens, Du Freude und Frohlocken meiner Seele, Dir danke ich in Ewigkeit, Dich lobe und preise ich aus allen meinen Kräften, weil Du mich, 29 Dein unwürdiges Geschöpf, mit Deinem heil. Leib und Blut, auf geistige Weise gespeiset, und Deiner himmlischen Mahlzeit theilhaftig gemacht hast. O Du mein Heiland, mein Gott und Alles, durch diese unermeßliche Liebe nimm Alles weg von mir, was Dir an mir mißfällt; erneuere meinen Geist in mir, und erfülle meine Seele mit Deiner Gnade; entzünde meinen Willen mit dem Feuer Deiner Liebe, und mache denselben Deinem allerheiligsten Willen ganz gleichförmig, verwandle mich ganz und gar in Dich, damit ich künftighin sagen könne: Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Jum Segen. Es segne uns der Allmächtige Gott- Vater, Sohn und heil. Geist! Amen. Schlußgebet. O himmlischer Vater, nimm an von mir diesen schuldigen Dienst, den ich Dir durch die Theilnahme an diesem heil. Meßopfer geleistet habe; verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich darin begangen. Dir empfehle ich mich jetzt und zu allen Zeiten, und ergebe mich ganz in die Hände Deiner göttlichen Barmherzigkeit. Kräftiges Gebet um ein feliges Ende. O gütigster Herr Jesu! durch Deine Angst und Deinen blutigen Schweiß, durch Deine Geißlung und Krönung, durch deine lezten Worte am Kreuze und durch Deinen bitteren Tod bitte ich dich inbrünstig, laffe mich nicht eines jähen Todes sterben, sondern verleihe mir Zeit zur Buße, damit ich in Deiner Gnade scheiden, und Dich loben möge in Ewigkeit. Amen. Bewahre und beschüße und regiere mich, Gott Vater, Sohn und Gott heiliger Geist. Amen. 30 Eine heilige Messe zur Verehrung des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi. ( Besonders für die Freitage und die heilige Fastenzeit zu empfehlen.) Staffelgebet. Gedenke, o Jesu Christe! an die große Traurigkeit, an die Angst und Noth, welche über Dich gekommen war, als du im Garten auf Dein Angesicht niederfielst und Deinen himmlischen Vater flehentlich batest, daß er den Kelch des bittern Leidens, wenn es möglich wäre, von Dir nehmen wolle. Gedenke an Deinen schweren Kampf und blutigen Schweiß, und komme mir in meinen höchsten Nöthen zu Hilfe, da ich auch jetzt mit Dir am Delberg und in Todesangst bin. Ohne Deinen Beistand, o Jesu, kann ich nicht bestehen. Nimm deßwegen den bittern Kelch gnädigst von mir, lindere die Schmerzen und Angst meiner Krankheit! Sende Deinen heil. Engel vom Himmel, der mich innerlich in diesen Aengsten tröste und stärke, gleichwie Du, o Jesu, vom Engel getröstet und gestärkt worden bist. Erquicke und stärke mich mit dem herrlichen Kelche des ewigen Heiles! Amen. Vater unser 2c. Von der Collecte bis zum Offertorium. Gedenke, o Jesu Christe, an den traurigen Gang, den Du gethan, als man Dich bei der Nacht, mit Stricken und Ketten gebunden, zu Annas und Kaiphas geführt und dem ganzen hohen Rathe vorgestellt hat, als Du fälschlich angeklagt, mit einem grausamen Backenstreiche in Dein heil. Angesicht geschlagen, und als ein Gotteslästerer des Todes schuldig erklärt worden bist. Siehe, o Jesu, ich bin auf dem Wege, vielleicht bald vor Deinem Richter 31 stuhle zu erscheinen. O Jesu! erbarme Dich meiner, und lasse mich vor Deinem Angesichte nicht zu Schanden werden, erhalte mich durch Dein bitteres Leiden und Sterben, worauf alle meine Hoffnung beruht. Amen. Vater unser 2c. Offertorium. Gedenke, o Jesu Christe! wie Dein heil. Angesicht, welches die Engel mit Lust und Freude anschauen, bespieen und zerschlagen wurde, wie Du nach dem Nichterstuhle des Pilatus als der größte Miſsethäter hingeschleppt wurdest, und wie Du dort alle falschen Anklagen mit Stillschweigen angehört und gelitten hast! Gedenke, wie Du von Pilatus zu Herodes, und wiederum von Herodes in einem weißen Kleide zum Spotte zu Pilatus geschickt worden bist! Du aber, o Jesu, verlasse mich nicht, der Du soviel für mich gelitten hast; laffe nicht zu, daß der böse Feind über mich triumphire; tröste und stärke meine Seele wider allen Schrecken, lasse ihr die letzten Züge nicht zu schwer fallen. Und wenn der böse Feind mir zum Spotte und zur Verdammniß meine vielen und schweren Sünden vorhält, so bekleide Du mich mit dem hochzeitlichen Ehrenkleide Deiner Gerechtigkeit, welches Du mir mit Deinem theuern Blute und bitteren Tode erworben hast, damit ich so vor Deinem Richterstuhle bestehen und in die Gesellschaft Deiner Auserwählten aufgenommen werden möge! Amen. Vater unser 2. Präfation. Gedenke, o Jesu Christe! wie Du ganz blutig, mit Dornen gekrönt, mit einem zerrissenen Purpurmantel zum Spotte bedeckt und mit gebundenen Händen von Pilatus dem ganzen Volke vorgestellt worden bist. Gedenke an das mordsüchtige und blut 32 gierige Geschrei, welches die Juden gegen Dich ausgestoßen haben: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! Gedenke, wie der Richter Dich endlich gegen alles Recht zum Tode des Kreuzes verurtheilt hat! Siehe, o Herr, es toben und wüthen ebenso die unsichtbaren höllischen Feinde gegen meine arme Seele, um dieselbe in den ewigen Tod zu ziehen; Du aber, o Jesu, der Du die Verdammung zum Tode des Kreuzes ausgestanden hast, stehe ihr bei, damit sie dem Ürtheile des ewigen Todes entgehe, wende ab von meiner Seele das Urtheil der ewigen Verdammung, damit sie ewig bei Dir in Freuden leben möge! Amen. Vater unser 2c. Vom Canon bis zum Sanctus. Gedenke, o Jesu Christe! an den letzten schweren Gang, den Du von dem Richterstuhle des Pilatus bis auf den Calvarienberg mit Deinem schweren Kreuze beladen gethan hast, wobei Du manchmal vor Mattigkeit zu Deinem himmlischen Vater geseufzt! Auch ich, o Jesu, habe jetzt einen schweren Gang, auch ich habe einen hohen Berg zu besteigen; Du, o Jesu, hast mir zu Deinem ewigen Ruhme auferlegt, dieses Kreuz mit Dir zu tragen. Es fällt mir aber gar zu schwer, ich werde sehr beängstigt, bis ich zu meinem Ziel und Ende komme, und meine Seele in Deine Hände aufgeben kann. Ach! siehe mich, o Jesu, mit gnädigen Augen an, und erleichtere die Last meines Kreuzes, damit ich nicht erliege; stärke mich mit der Kraft des heil. Geistes, damit ich Deinen blutigen Fußstapfen nachfolgend den Berg beherzt hinaufsteige, alle Schmerzen mit Geduld überwinde, allen Anfechtungen standhaft widerstehe und in glorreichem Siege einstens zu Dir und Deinen Auserwählten gelangen möge! Amen. Vater unser 2c. 33 Wandlung. Gedenke, o Jesu Christe! der grausamen Beinen und Martern, die Du gelitten hast, als man alle Deine Glieder ausgespannt und Deine heil. Hände und Füße an's Kreuz geschlagen hat, indem Du zwischen Himmel und Erde, zwischen dem erzürnten Gott und dem sündhaften menschlichen Geschlechte in unaussprechlichen Schmerzen hingst, und Dich für die Sünden der ganzen Welt Deinem himmlischen Vater aufgeopfert haft! Ich bitte Dich, o gütigster Jesu! Du wollest Dein bitteres Leiden und Sterben für mich, der ich jetzt zwischen Leben und Tod in meinem Kreuze ohne Unterlaß seufze, Deinem himm= lischen Vater aufopfern und mir ein seliges Hinscheiden gnädig verleihen. Amen. Vater unser 2c. Communion. Gedenke, o Jesu Christe, an das legte Hinscheiden Deiner Seele, als Du Dein Haupt auf die Brust sinken ließest, und uns Menschen den legten Liebes- und Friedenskuß anbotest. Jefu, lasse mich diesen heil. Kuß genießen, in demselben lasse mich hinscheiden, lasse mich, mit Dir in ewiger Liebe verbunden, vor dem Angesichte Deines himmlischen Va= ters erscheinen. Amen. Vater unser ic. Schluß. Gedenke, o Jesu Christe, daß Du Deine heilige Seite mit einem Speere eröffnen ließest, damit Alle einen Zugang zu Deinem mildreichen Herzen, dem Brunnen des Lebens haben möchten! Lasse auch jetzt mir in meiner äußersten Noth diesen Weg offen stehen, damit ich in Deinem gnadenreichen Herzen meine Zuflucht habe, in diesem mich von allen SünKathol. Krankenbuch. 3 34 den reinige, und gegen alle höllischen Feinde beschüßt und beschirmt aus diesem Leben hinscheide. O Jesu! alle meine Hoffnung beruht in Deinem Tode. Dein Tod ist meine Zuflucht, mein Heil, mein Leben und meine Auferstehung. Ich kann nicht er schrecken wegen der Menge meiner Sünden, wenn ich an Deinen Tod gedenke; denn alle meine Miffethaten können ihn nicht überwinden. Die Geißel, der Speer, die Nägel rufen mit lauter Stimme mir zu, daß ich in Wahrheit mit Dir, o mein Jesu! versöhnt sei, wenn ich Dich nur liebe. O Du Liebe meines Herzens, sollte ich Dich denn nicht lieben? Wie wohl ist mir geschehen, o Jesu, daß Du Deine Seite mit einem Speere eröffnen ließest! Dort will ich eingehen und ruhen, dort soll meine Wohnung sein, weil ich sie erwählt habe. Amen. Vater unser 2c. 2. Gebete des Kranken in seinen verschiedenen Lagen und Gemüthsstimmungen. Christliches Testament. ( Fleißig zu erneuern.) Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Ich übergebe meine Seele Gott meinem Herrn, und den Leib von Erde den Würmern und der Verwesung. Ich verlasse freiwillig alle irdischen Dinge; denn sie sind eitel, Staub und Asche, eine lautere Betrübniß des Geistes. Nach Dir allein, mein Gott und mein Herr, ist mein Verlangen. Ich glaube an einen Gott, der einig in dem göttlichen Wesen, dreifach in den Personen ist: Vater, 35 Sohn und heiliger Geist. Er ist mein Schöpfer, Erlöser und Seligmacher. Ich glaube auch Alles, was Gott geoffenbart und durch die heil. katholische Kirche zu glauben vorgestellt hat, weil Gott die ewige Wahrheit ist, und seine Kirche nicht fehlen kann. es su misd mundimin Ich hoffe von der göttlichen Barmherzigkeit Verzeihung meiner Sünden, die Gnade und das ewige Leben, und vertraue auf den getreuen Gott und sein göttliches Versprechen und auf die unendlichen Verdienste meines lieben Jesu. Ich liebe Gott aus allen meinen Kräften, weil er das höchste Gut und aller Liebe werth ist. Uebles und Gutes nehme ich von Deiner Hand mit Dankbarkeit an; Deiner göttlichen Vorsehung, Deinem höchsten Urtheile überlasse ich mich gänzlich. Dein heiligster Name sei gepriesen in Ewigkeit! O Herr! ich bekenne es, daß ich unter allen Sündern die undankbarste Kreatur bin. Vielleicht ist Keiner mit Deinen göttlichen Gaben so freventlich umgegangen, als ich. O Gott! verzeihe mir, ehe ich von dieser Welt scheide, meine Sünden, gleichwie auch ich meinen Feinden um Deinetwillen verzeihe. Ich empfehle mich der Fürbitte der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes, des heiligen Josephs, meines heiligen Schußengels und meiner heiligen Patrone wie aller Heiligen Gottes. Ach, steht mir in der Stunde meines Todes bei! Nehmet die Bitten und Vorsäße Eures Dieners auf und bringet ſie vor das Angesicht meines Herrn, Eriösers und Richters! Ich widersage allen bösen Gedanken und Anfechtungen des Teufels. O Gott, himmlischer Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist. 3* 36 O Jesus, mein Erlöser! in Deine heiligen Wunden verberge ich mich. O Gott, heiliger Geist! Durch Deine Gnade stärke mich im Leben und im Tode. Amen. Anmuthungen beim Kusse des Crucifires. O Herr Jesu Christe! Du wahres Leben der Welt, ich bete Dich an, ich umfange und küsse Dich von Herzen, und sage Dir innigsten Dank für die unendliche Liebe, womit Du am Stamme des heil. Kreuzes so große und vielfältige Schmerzen um meinetwillen ausgestanden hast, besonders als Deine allerheiligste Seele von Deinem Leibe schied; ach, o mein Jesus, erbarme Dich meiner Seele, wenn sie einst vom Leibe scheidet! Aus herzlichstem Mitleiden, o Jesus! küsse ich Dein heiliges Haupt, welches um meinetwillen mit grausamen Dornen durchstochen, und tausendfach verwundet worden ist. Um der Schmerzen dieser grausamen Wunden willen bitte ich Dich, Du wollest wegnehmen von mir die Unruhe meines Gewissens und mich bewahren vor Kleinmüthigkeit und Verzweiflung. O heiliges Angesicht meines Herrn Jesu Christi! ach, wie übel bist Du zugerichtet, verspieen und zerschlagen! Mit herzlichstem Mitleid küsse ich Dich, und bitte Dich, o mein Jesus, wende Dein Angesicht nicht von mir, und verleihe mir die Gnade, Dein holdestes Antlig einstens im Himmel zu schauen, und mich ewig daran zu erfreuen! Olieblichster Mund meines Jesus und ihr holdseligen Lippen! wie seid ihr mishandelt und mit Galle und Effig getränkt! Ich küsse euch herzinnig, und bitte Dich, mein lieber Jesus! laß mich kosten 37 die Süßigkeit Deiner Liebe, und mache mir bitter die ganze Welt mit all ihren Freuden! Oihr heiligen Hände und Arme meines gekreuzigten Heilandes! wie seid ihr so schmerzlich ausgespannt und mit grausamen Nägeln angeheftet! Ich füffe euch mit innigster Liebe und bitte Dich, o Jesus! halte mich fest in Deinen Armen, damit ich nicht getrennt werde von Dir, meinem höchsten Gute! O ihr heiligen Füße meines Herrn Jesu Christi! wie grausam seid ihr von Nägeln durchbohrt und zerrissen! Ich küsse euch mit tiefster Ehrfurcht und Inbrunst, und bitte Dich, o Jesus! Du wollest mir die Gnade verleihen, daß ich Deinen Fußstapfen nachwandle auf dem Wege des Kreuzes, den Du gegangen! Seid mir gegrüßt, ihr heiligen Kniee meines göttlichen Heilandes! O wie oft hat euch mein Jesus zum Gebete gebeugt, welche Schmerzen habt ihr beim Fallen unter dem Kreuze empfunden! Ich küsse euch herzinniglich, und bitte Dich, o Jesus, neige mein Herz zu Dir, und entzünde es mit dem Feuer Deiner Liebe! O mein Jesus, ich umfange Dich, und wünsche Dein Kreuzesbild ganz in mein Herz einzudrücken! Ich danke Dir für alle Marter, Bein und Schmerzen, die Du an Deinen zartesten Gliedern erlitten, vereinige damit meine Schmerzen und bitte Dich, Du wollest mir gnädig verzeihen, was ich jemals mit meinen Gliedern gesündiget, und wollest die Schmerzen, welche ich jegt an meinen Gliedern leide, als eine geringe Abtragung für meine ungeheure Sündenschuld hinnehmen. Sei mir ein Jesus! und rette meine Seele aus den Schlingen des bösen Feindes, lasse sie nicht verloren gehen, sondern theilhaftig 38 werden der ewigen Seligkeit, die Du Allen verheißen hast, welche Dich lieben und mit Dir leiden. Amen. Das Gebet des Herrn. Vater unser! Ich bin frank und leide! aber Du bist noch mein Vater- bist Vater der Kranken wie der Gesunden, der Lebenden wie der Sterbenden Du sorgest für mich. Auf Dich vertraue ich in allen Leiden! Der Du bist in dem Himmel- das ewige Licht und Leben der Heiligen und auf Erden die Zuversicht der Leidenden und Kämpfenden. Wo der Vater ist, dahin gehören auch die Kinder. Dahin soll auch ich kommen. O ziehe mich von allem Zeitlichen ab, damit ich nach dem ewigen Leben verlange. Geheiliget werde Dein Name! Meine Krankheit sei nur Verherrlichung und Heiligung Deines Namens. Gib mir Gnade, daß ich alle Schmerzen von Deiner Vaterhand geduldig ohne Kleinmuth und Mißtrauen ertrage und mit Job Name des Herrn sei gepriesen!" Zukomme uns Dein Reich! Dein Reich im Menschen besteht in Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste; auf Erden ist die Kirche Dein Reich, im Himmel aber die Seligkeit in der vollendeten Herrlichkeit. Imm - - ausrufe: bausrufe:„ Der Herr, regiere Du alle meine Gedanken und Wünsche, ordne mein Thun und Lassen nach Deinen Geboten! Erhalte mich im wahren, katholischen Glauben, und nach meinem Absterben nimm mich auf in die himmlischen Wohnungen!- ng Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden! Dein Wille ist heilig, weise und liebevoll. Ohne Deinen Willen geschieht nichts. Auch die 39 schweren Leiden, die ich zu ertragen habe, kommen aus Deiner Hand. Vater, Dein Wille geschehe auch mit. mir in dieser Krankheit! Wie Dein göttlicher Sohn Jesus Christus in seinem Leiden sagte, so darf ich zwar auch sagen: Vater! laß diesen Kelch an mir vorüber gehen, wenn ich nur gleich beifüge wie Er: Doch nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine!" Leben oder Tod nehme ich willig von Dir an. Gib uns heute unser tägliches Brod! Jede gute Gabe kommt von Oben herab, von Dir, dem Vater des Lichtes also auch das Brod der Erde und das Brod des Himmels. Vater! nähre meinen Leib; noch viel mehr nähre meine Seele! Diese dürstet und hungert nach Dir. Speise sie mit Deiner Gnade, mit Deinem Worte, mit dem lebendigen Himmelsbrode! - Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern! Groß ist meine Schuld; vor Dir kann ich mich nicht verantworten. Doch Du bist barmherzig und von großer Güte. Dein eingeborner Sohn Jesus Christus starb für uns und hat uns hiedurch Vergebung der Sünden und das ewige Leben erworben. Auf diese Verdienste Deines göttlichen Sohnes seße auch ich meine ganze Hoffnung. Vater! vergib mir daher in Ansehung dieser unendlichen Verdienste alle meine Schulden und schenke mir ein versöhnliches Herz, damit auch ich denen gerne verzeihe, welche mich beleidigt haben. Führe uns nicht in Versuchung! Vater! wenn es möglich ist, laß keine Versuchung zu mir kommen, denn ich bin sehr schwach; findest Du aber für nothwendig, daß ich geprüft werde, so laß mich nicht fallen in der Versuchung, und sollte ich auch in meiner Schwachheit fallen, o so bilf mir wieder heraus und stehe mir bei, daß ich mich wieder er 40 hebe; denn ohne Deinen Beistand kann ich nicht siegen! Herr! hilf mir, daß ich nicht in Ungeduld und Kleinmuth verfalle! Laß mich mit Dir Eins sein; dann werde ich Welt, Fleisch und Satan überwinden. Erlöse mich von dem Uebel! Ja, Vater im Himmel! erlöse auch mich von der Sünde, von dem ewigen Tode, von Allem, was wahrhaft schaden kann! Du weißt mein Anliegen, Du siehst meine Noth, Du hörst mein Seufzen. Erhöre mich, stille meine Leiden, und führe mich in das ewige Leben. Amen, Amen! Es geschehe! and Gebet um Wiedererlangung der Gesundheit. Barmherziger Vater im Himmel! heilig und gerecht ist, was Du anordnest; Dein Wille geschehe auch an mir! Es ist vielleicht Dein Wille, daß ich bald wieder gesund werde, wenn ich Deine Barmherzigkeit gläubig anrufe. Das will ich voll Vertrauen thun. Mein barmherziger Vater! wenn es Dir wohlgefällig ist, so nimm dies Leiden von mir; Du kannst es; sprich nur ein einziges Wort, so werden mein Leib und meine Seele gesund. Mit meinem Erlöser, der am Delberg zu Dir flehte, bitte auch ich:„ Abba, lieber Vater! alle Dinge find möglich, nimm doch diesen bittern Leidenskelch von mir; aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!" Vater! ich bitte Dich mit dem dreimaligen Gebete Jesus am Oelberg, durch den blutigen Angstschweiß, den Dein geliebter Sohn auch für mich vergoß; erlöse mich von der Gefahr des Todes, und verleih mir die Gesundheit des Leibes, damit ich Dir noch länger diene, mein Seelenheil wirke, meine Sünden büße, und in dieser Gnadenzeit noch mehr Gnade von Dir erlange. 41 da mein gütigster Heiland! Du hast noch immer die Macht, gesund zu machen, welche Du, als Du noch auf Erden wandeltest, an so vielen Kranken, die an Dich glaubten, ausübtest. Ich rufe in eben diesem Glauben zu Dir: Jesus, Du Sohn Davids! erbarme Dich meiner! Du darfst nur wollen, und ich stehe auf und bin gesund. Erhöre mich nach Deiner unendlichen Barmherzigkeit, und schenke mir meine Gesundheit wieder! oder wenn meine Genesung mir schädlich wäre, laß mich mit Dir sterben, auf daß ich mit Dir lebe; laß mich mit Dir leiden, damit ich mit Dir herrsche. Amen. Gebet nach überstandener Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele! und Alles, was in mir ist, preise seinen heiligen Namen!- Jaich will den Herrn loben allezeit; denn er hat das Gebet seines Kindes nicht verschmäht. Schmerzen des Todes hatten mich umgeben; ich aber rief in meiner Noth zum Herrn. Ich flehte zu meinem Gott; und Er hat aus seinem Heiligthume meine Stimme erhört; und mein Flehen vor seinem Angesichte ist in seine Ohren gedrungen. Herr! mein Gott! ich habe zu Dir gerufen, und Du hast mich gesund gemacht. Ja, grundgütigster Jesus! daß ich von meinem Krankenlager wieder aufgestanden bin, daß ich mein Leben gefristet sehe und der so edlen Gesundheit wieder zu genießen anfange, dieß habe ich einzig Deiner Vatergüte zu danken. Anbetung, Preis und Ehre sei Dir dafür aus meiner ganzen Seele! Hättest Du nur Gerechtigkeit an mir ausüben wollen; o wahrlich eine noch größere Züchtigung hättest Du über mich verhängen müssen. Was o was hätte ich zu erwarten gehabt, wenn Du mit mir ins - - 42 Gericht gegangen wärest! Aber Du bist gnädig und barmherzig und von großer Güte und Treue! Du züchtigest uns zwar, aber Du übergibst uns dem Tode nicht, sondern willst uns durch die Züchtigung bessern und selig machen. Du verwundest und heileſt wieder. Du schlägst und Deine Hände machen wieder gefund. Dieses hab' ich an meinem Leibe und an meiner Seele schon mehrmal erfahren. Meine leibliche Gesundheit ist wieder hergestellt und die überstandene Krankheit hat meine Seele geheilet; denn durch sie zogst Du, mein Gott und Vater! mich von der Welt, an der ich mit unordentlicher Liebe hing, freundlich zurück und brachtest mich näher zu Dir, da ich mich von Dir entfernt hatte und meinen bösen Neigungen und Begierden gehorchte. Du schwächtest den Körper, um die Seele zu stärken. Du lehrtest mich öfter und kräftiger beten und brachtest mich zur Erkenntniß, wie eitel und zur Seligkeit ünnüß alle Güter der Welt, wie nichtig aller Reichthum und alles Ansehen der Menschen seien; da sie nicht einmal vor Krankheit schüßen, oder die verlorene Gesundheit wiedergeben können. Kurz, Du lehrteſt mich, der Welt absterben, um ein neues, Dir geheiligtes Leben anzufangen. sunnunduri. Ergebung in den Willen Gottes. Vater unsers Herrn Jesu Christi! wenn dieser Kelch nicht von mir tann genommen werden, so will ich ihn trinken; es geschehe Dein Wille. Du bist mein Herr und mein Vater. Als Herr kannst Du über mich verfügen, was Du willst; ich bin Dein Geschöpf; und als Vater wirst Du nichts Anderes über mich beschließen, als was Deinem Kinde heilsam ist. 43 Wie Abel das Beste aus seiner Heerde Dir opferte, opfere ich Dir mein Leben. es so Wie Christus am Kreuze Sein Leben Dir opferte, so opfere ich Dir das meine. phone Herr! Du bist gerecht und alle Deine Urtheile sind gerecht, und alle Deine Wege Barmherzigkeit und Wahrheit und Gerechtigkeit.( Tobias 3, 2). Er ist der Herr; Er thue, was vor Seinen Augen gefällig ist.( 1. Kön. 3, 18). Gott ist meine Barmherzigkeit und meine Zuflucht, mein Befreier, der mich aufnimmt; mein Beschüßer, auf Ihn hoffe ich.( Psalm 143, 2). Gebet um Ergebung in Gottes Willen. O mein Heiland und Erlöser, Jesus Christus! ich erinnere Dich an jenen schrecklichen Kampf, den Du auf dem Delberge gestritten hast, da Du Dich freiwillig dem Tode überliefertest, und bitte Dich durch diesen harten Etreit, Du wollest mir die Gnade verleihen, daß ich mich von ganzem Herzen in den Willen Deines himmlischen Vaters ergebe.- O gütigster Jesus! Du hast es selbst erfahren, wie bitter das Sterben dem Menschen fällt, da Dir die Angst des Todes den blutigen Schweiß ausgetrieben hat. Ich bitte dich durch diesen blutigen Schweiß verleihe mir die Gnade, daß ich mich von Herzen in Deinen göttlichen Willen ergebe! O liebster Jesus! gedenke, wie Dir damals zu Muthe war, als Du in der Angst Deines Herzens ausriefest: Mein Vater! wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; aber nicht, wie ich will, sondern wie Du willst." Verleihe mir die Gnade durch dieses angstvolle Gebet, daß ich mich vollkommen in Deinen göttlichen Willen ergebe.- Willst Du, o mein Vater im Himmel, daß ich noch länger leiden soll, so geschehe Dein Wille! Willst 44 Du mir noch länger das Leben lassen, so geschehe Dein Wille! Willst Du aber, daß ich von dieſer Krankheit nicht mehr aufstehe, sondern bald sterben soll, so geschehe Dein Wille! Dein Wille ge= schehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Dein Wille geschehe mit mir, in mir und durch mich in der Zeit und Ewigkeit! Dein Wille ist mir lieber als der meine, weil Dein Wille gut, der meine böse, Dein Wille gerecht, der meine verderbt, Dein Wille göttlich, der meine fleischlich ist. Darum rufe ich zu Dir mit den Worten Deines Sohnes! Vater! nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine." Gleichwie ein Kind die Sorge für sein Leben seinem Vater überläßt, so überlasse ich auch Dir, o Gott, meinem allerliebsten Vater, mein Leben. Schalte mit mir, wie Du willst, und vollbringe an mir, was Du von Ewigkeit her über mich verordnet hast; und wenn ich gegen Deine Anordnung etwas begehren sollte, so höre mich nicht. Ja, wenn Du mir freie Wahl lassen wolltest, so würde ich Dir antworten: O mein Gott! ich erwähle vom Grunde meines Herzens nichts Anderes, als was Du willst, auf daß Dein allerheiligster Wille mit mir und durch mich auf das vollkommenste geschehe in Zeit und Ewigkeit. Amen. - Danksagung für die von Gott geschickten Leiden. Allgütigster, himmlischer Vater, der Du mir nur aus Liebe diese Krankheit geschickt hast; ich danke Dir ganz demüthig dafür und nehme sie von Herzen gerne an. Gleichwie Dir Dein lieber Sohn für alle Leiden gedankt hat, ebenso begehre auch ich Dir zu danken für alle Schmerzen, die Du mir geschickt hast, und noch schicken wirst. So oft mich ein Schmerz befällt, so oft verlange ich, Dir dafür zu danken und 45 denselben zu Deiner größeren Ehre aufzuopfern. Und wenn ich dieses zu thun vergessen sollte, so ist es gleichwohl mein erstlicher Wille und inständige Bitte, Du wollest es so annehmen, als wenn ich wirklich Dank gesagt, und meinen Schmerz aufgeopfert hätte. So sei denn gebenedeit, mein lieber Gott und ewiges Lob Dir gesagt, weil Du mir nach Deinem göttlichen Willen thust und mich in Gnaden heimsuchst. Ich habe diese Krankheit nicht nur tausendmal verdient, sondern noch schwerere Strafen verschuldet, weil ich Deine göttliche Güte so oft mißbraucht, und Dir immer so nachlässig gedient habe. Ich achte es daher für die größte Gnade, daß Du mich hier in Gnaden heimsuchst, um mich in der anderen Welt nicht im Zorne zu strafen. So sei den gebenedeit in alle Ewigkeit und Dein heiliger Name werde ge= priesen von allen Kreaturen. Amen. Christus ermuntert die Seelen zum Leiden. Christus sprach zur Seel: O Tochter mein, Heb' auf dein Kreuz, schick dich darein. Es kann und mag nicht anders sein. Das Kreuz, das ich getragen hab', Mußt du, mein Kind, nicht werfen ab. O süßester Herr Jesu Christ, Ich weiß, daß Du so gütig bist, Dein Herz, so mild und liebreich ist, Warum bist Du denn mir so hart, Da ich doch bin so jung und zart? O liebe Seel, so glaub' mir frei, Daß in dem Kreuz dein' Wohlfahrt ſei. Ich durch das Kreuz Dich benedei, Dir hilf zu einem großen Lohn: Zum Thron, zum Scepter und zur Kron'". 46 Gebet um Geduld. Oliebreicher, gütiger Gott! siehe, wie elend und erbärmlich ich daliege, und wie ich mit Schmerzen beladen bin. Demüthig rufe ich zu Dir, und klage Dir ganz vertraulich meine Noth. Du hast mir diesen bitteren Kelch eingeschenkt, und ich will ihn auch aus Liebe zu Dir trinken; aber meine Natur ist so schwach und widerspenstig, daß ich oft wegen einer geringen Sache ungeduldig werde und Dich, meinen lieben Gott, betrübe. Ich nehme daher in dieser meiner großen Armseligkeit meine Zuflucht zu Dir und bitte Dich inständig, Du wollest mir eine standhafte Geduld verleihen. O himmlischer Vater, gib mir Geduld! O Jesus Christus, gib mir Geduld! O heiliger Geist, gib mir Geduld! O seligste Jungfrau, schmerzhafteste Mutter, o ihr Heiligen Gottes, erbittet mir von der allerheiligsten Dreifaltigkeit Geduld, damit ich diese meine Schmerzen zur Ehre Gottes übertragen und nimmer in Ungeduld gerathen möge. Ich weiß es, o mein Gott, daß diese meine Krankheit mir vom Himmel gesendet ist, und daß Du mir sie selbst zubereitet hast; darum nehme ich mir auch ernstlich vor, dieselbe mit Geduld zu ertragen und mich bei Niemanden, als bei Dir allein, zu beklagen. O Jesus Christus! ich bitte Dich durch die große Geduld, mit welcher Du Dein bitteres Leiden ertragen hast, verleihe mir die Gnade, daß ich mein Kreuz geduldig trage und Dir auf Deinen blutigen Fußstapfen nachfolge. Amen. Gebet um Standhaftigkeit. Barmherziger Gott! ist es Dein göttlicher Wille und gereicht es meiner Seele zum Heile, so nimm diese Krankheit von mir. Gereicht sie aber zu Deiner 47 größeren Ehre und zu meiner Seligkeit, so bin ich bereit, zu leiden, so lange es Dir gefällig ist. Verleihe mir nur, daß ich dadurch meine Sünden abbüße, meine Strafen bezahle, Deine Gnade in mir vermehre und ein seliges Ende erlange. Besonders aber verlange ich, Dich, meinen Gott, durch dieſe Krankheit zu ehren und Dir vollkommenes Wohlgefallen zu bereiten. Gedenke, o Gott, meiner großen Schwachheit, und lindere mir die Schmerzen nur in so weit, daß ich sie ruhig ertragen kann. Ich epfere Dir alle meine Seufzer und mein ganzes Leiden, und verschließe es, o Jesus, in Deine heiligen Wunden, in Dein geöffnetes Herz, damit sie da, mit Deinen Schmerzen vereinigt, Deinem himmlischen Vater zum höchsten Lobe gereichen mögen.- O lieber himmlischer Vater! schicke mir so viele Schmerzen, als Du willst und ich ertragen kann, verleihe mir aber auch Geduld und Standhaftigkeit, damit ich ausharre bis zur Stunde, da es Dir gefällig ist, alle meine Leiden hinwegzunehmen. Amen. Gebet in Versuchungen. Allersüßester Jesus! stehe mir bei, gütigster Jeſus! verlaß mich nicht, allermildester Jesus! durch die Kraft Deines heiligen Namens treibe diese Versuchungen von mir hinweg. mind Sieh o gütigster Jesus! wie der böse, arglistige Geist meine arme Seele ansicht und wider alle Billigkeit dasjenige Herz für sich stehlen will, welches Dein eigen ist und welches Du mit Deinem kostbaren Blute erkauft hast. O gütigster Jesus! laß nicht zu, daß mich der Feind in seine Gewalt bringe und seine Tyrannei an mir verübe. Dir, o Jesu! empfehle ich meine Seele, mein Herz und meinen Leib. Du weißt wohl, daß ich viel zu schwach bin und es 48 mir unmöglich ist, zu überwinden; deßwegen bitte ich Dich, o süßester Jesus! nimm Dich Deiner eigenen Sache an und stürze den schändlichen Geist durch die Kraft Deines heiligen Kreuzes und die Verdienste Deines bittern Todes. Amen. Gebet des hochwürdigen P. Zuchi. O meine süßeste Mutter, heilige Jungfrau Maria! sieh, ich, Dein Pflegekind fliehe gegen alle Sünde und Versuchungen unter Deinen Schuß. Dir weihe ich meine Augen, meine Ohren, meine Zunge, meine Hände und mein Herz, auf daß Du sie bewahrest vor jeder Befleckung. Hilf mir, o Mutter, daß ich niemals beleidige Jesum, Deinen Sohn, meinen Gott und Herrn! Wenn ich versucht werde, will ich sogleich zu Dir seufzen und rufen: Heiligste Jungfrau, ich bin versucht, komm mir zu Hilfe! Ich gehöre Jesu und Maria, denen ich mich auf ewig geschenkt habe. Kräftige Mittel wider die Versuchung. Seht das Kreuz des Herrn, flieht, ihr feindlichen Widersacher! es hat überwunden der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, Alleluja! Oder mache mit dem heiligen Franziskus auf das Herz ein Kreuzeszeichen und sprich: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! Amen. Oder sprich: Durch Deine heiligste Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängniß, o reinste Jungfrau, reinige mein Herz und meinen Leib im Namen des Vaters,+ des Sohnes und des heiligen Geistes, † Amen. O meine Gebieterin! o meine Mutter! ich opfere mich Dir ganz auf, und damit ich mich Dir ergeben bezeige, so weihe ich Dir heute meine Augen, meine 49 Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich ganz und gar. Da ich also Dein bin, o gütige Mutter, so behüte mich, schüße mich als Dein Eigenthum! O meine Gebieterin, o meine Mutter, gedenke, daß ich Dein bin, bewahre mich, beschüge mich als Dein Eigenthum! Gebet um Schuß gegen Bersuchungen. 1) O allmächtiger, ewiger Gott! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jeßt und ewig meine arme und sündige Seele in die Beschirmung der allerheiligsten Dreifaltigkeit und in die Kraft Deiner grundlosen Barmherzigkeit. Amen. 2) O Gott, mein Herr! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jetzt und ewig meine arme und fündige Seele in die Kraft und Bewahrung Deiner ewigen Gottheit und in die Verdienste der heiligen Menschheit Jesu Christi. Amen. 3) O Gott, mit uns! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jeßt und ewig meine arme und sündige Seele in die Verdienste Deines heiligen Lebens und in die Kraft Deines bittern Leidens und Sterbens. Amen. 4) O heiliger und unsterblicher Gott! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jest und ewig meine arme und sündige Seele in Dein gebenedeites, göttliches Herz und in die Tiefe Deiner heiligen fünf Wunden. Amen. 5) O unüberwindlicher und siegreicher Gott! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jezt und ewig meine arme und sündige Seele in die Beschirmung des heiligen Kreuzes, welches durch die Gottheit und Menschheit Jesu Christi am heiligen Charfreitage geheiligt und mit seinem kostbaren Blute besprengt worden ist. Amen. Kathol. Krankenbuch. 50 dan 6) gewaltiger Gott Sabaoth! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jetzt und ewig meine arme Seele in die Kraft und Gnade der heiligen Sakramente und in die priesterliche Konsekration, welche durch die ganze Christenheit heute verrichtet wird. Amen. 7) O starker und gewaltiger Gott! ich armer, elender Mensch empfehle und verschließe für jegt und ewig meine arme und fündige Seele in die Fürbitte und Verdienste der allerseligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen und in den Ablaß und die Gnaden, die durch die ganze Welt ausgetheilt und verdient werden. Amen. Tröstende Erwägungen für leidende und schwer. müthige Christen. drag dus sa Herr! Du 1) Vertraue auf Gottes Leitung. bist meine Zuversicht und meine Hoffnung von meiner Jugend an.- Auf Dich habe ich mich verlassen vom Mutterleibe an. Meine Seele harret nur auf Gott; denn Er ist meine Hoffnung; Er ist mein Schuß und meine Hilfe; ich werde nicht fallen. Wer in der Finsterniß wandelt und kein Licht hat, der vertraue auf den Namen des Herrn, und stüße sich auf seinen Gott. dan slöngus dire non ( 2) Gott bleibt immer die Liebe. Wie könnte ich sagen: Der Herr hat mich verlassen, und mein Gott hat meiner vergessen?- Kann ein Weib ihres Kindes vergessen, daß sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes, so will doch ich Deiner nicht vergessen, spricht der Herr. Siehe! in meine Hände hab' ich Dich gezeichnet. Fürchte Dich daher nicht; denn ich habe Dich erlöst; ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein. Kleinmüthiger! sieh! des Herrn Hand ist nicht verkürzt - - - 51 worden, daß Er nicht helfen könnte; und seine Ohren sind nicht taub geworden, daß Er nicht höre. d nd 3) Der Herr zählt deine Thränen. Herr, alle - meine Thränen hast Du gesammelt und gezählt. Du kennest meine Sehnsucht, und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. Selig find, die da Leid tragen; denn sie werden getröstet werden.-rimif 674) Ueberlasse dich Gott! Gib mir, mein Sohn! dein Herz, und laß Deinen Augen meine Wege wohlgefallen.- Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus Allem.-h thi 5) Deine Traurigkeit wird Freude werden. Das weiß ich gewiß, wer Gott dient, der wird nach der Prüfung getröstet, aus der Trübsal erlöst, und nach der Züchtigung findet er Gnade. Die Züchtigung, wenn sie da ist, dünkt freilich nicht Freude, sondern Traurigkeit; aber darnach bringt sie denen, die dadurch geübt sind, eine Frucht der Gerechtigkeit, die lauter Friede ist. 6) Wandle in Geduld. Es ist etwas Köstliches, geduldig sein und auf den Herrn hoffen. Wenn ihr um des Guten willen leidet und duldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen; indem auch Christus für uns gelitten hat,— der nicht wieder schalt, als er gescholten ward, und nicht drohte, da er litt. The mind 7) Gott hilft den Verlassenen, Gott wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Flehen nicht. Er wird den Armen erretten, der zu ihm ruft, und den Elenden, der keinen Helfer hat. Er wird gnädig sein den Geringen und Armen. Ja das Verlangen der Elenden Hörest Du, und bist nahe denen, die ein zerknirschtes Herz haben, und hilfft denen, deren Gemüth betrübt ist. wird zu Schanden, der Deiner harrt. Keiner 4* - 8) Der Herr erhört die Frommen. Der Herr thut, was die Gottesfürchtigen begehren. Er hört ihr Rufen und hilft ihnen. Er behütet Alle, die ihn lieben. Habe daher deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz verlangt. 9) Der Herr ist mit denen, die ihn lieben. Der Herr ist mit mir; darum fürchte ich mich nicht. Und wenn ich auch mitten im finstern Thale des Todes wandle, so fürchte ich kein Unglück, denn der Herr ist bei mir; er ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Er ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Und wenn sich gleich ein Heer( von Leiden und Trübsalen) wider mich lagert, fo fürchtet sich dennoch mein Herz nicht! Und wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn. Warum betrübst du dich also meine Seele? und bist so unruhig in mir?- Harre auf Gott, und sei versichert, du wirst ihm noch danken, daß er deine Hilfe dein Gott ist. 10) Der Herr führt die Seinigen durch Leiden zu Freuden. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. Der Herr wischt alle ihre Thränen ab.- Gutes will ich also thun, ohne müde zu werden; denn zu seiner Zeit werde ich ernten ohne Aufhören. Darum will ich es für lauter Freude halten, wenn ich in mancherlei Prüfungen gerathe. Welche der Herr lieb hat, die strafet und züchtiget er. 11) Warte Schweige! Ich will schweigen, und meinen Mund nicht aufthun; der Herr wird's wohl machen. Meine Seele unterwirft sich stillschweigend dem Herrn, der mir hilft; denn er ist der Fels meiner Zuversicht. 12) Sieh auf Christus! Lasset uns aufsehen - - - 52 ― - 53 zu Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, Der, da ihm Freude zu Gebote stand, das Kreuz erduldete und die Schande nicht achtete. Gedenke an ihn, der so großen Widerspruch von den Gottlosen erduldete, damit ihr den Muth nicht sinken lasset, und nicht unterlieget. Mußte nicht Christus leiden, und so in seine Herrlichkeit eingehen? Auch wir müssen durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. 13) Nach dem Kampfe dieses Lebens folgt die Krone der Seligkeit. Selig ist der Mann, der die Prüfung aushält; denn wenn er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die ihn lieben. Mit Paulus wird er am Ende seines Lebens sagen können. Ich habe einen guten Kampf gekämpft; ich habe den Lauf vollendet, und den Glauben gehalten; nun wartet auf mich die hinterlegte Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter an jenem Tage geben wird, nicht aber nur mir, sondern Allen, die seine Erscheinung lieb haben. In der Stunde großer Leiden. 1) Ewig sei Dein Name gelobt, o Du mein Gott! denn Du hast diese Prüfung und Trübsal über mich kommen lassen. 2) Ich kann dem Leiden nicht entfliehen; aber Eines kann ich und muß ich meine Zuflucht zu Dir nehmen, damit Du mir helfest, und Alles zu meinem Besten lenkest. - 3) Sieh, Herr! jetzt schmachte ich wirklich in großer Trübsal; mir ist sehr bange um das Herz, und schwere Plagen liegen auf mir. 4) Und jeßt, lieber Vater! was soll ich sagen? 54 Im Gedränge bin ich von allen Seiten. Rette Du mich aus dieser Stunde. mdi od 90 omdaal0 5) Doch, Du hast ja eben diese Stunde über mich kommen lassen, damit sich Deine rettende. Allmacht in ihrer Herrlichkeit offenbare, wenn ich tief erniedrigt und durch Dich errettet sein werde. sten 6) Herr! laß es Dir gefallen, mich aus dieser Noth zu reißen; denn ich bin arm und schwach. Ohne Dich- was kann ich thun, und wo will ich hingehen ohne Dich? som mid bose( 21 7) Geduld, o Herr! schenke mir auch dießmal! Mein Gott, sei Du meine Hilfe; dann werde ich nicht zittern, wenn auch gleich die schwerste Last auf mich stürzte. 8) Was soll ich inzwischen sagen? Herr, Dein Wille geschehe! ich habe sie wohl verdient diese Züchtigung. Diese Beklemmung des Herzens. 9) Es muß gelitten, es muß im Leiden ausge= harrt sein, und, o daß ich mit stillem, ruhigem Sinne ausharrte, bis die Prüfung überstanden ist, bis es mit mir wieder besser sein wird. 10) Doch, warum so bange, mein Herz? Die allmächtige Hand Gottes ist ja mächtig genug, auch diese Versuchung von mir wegzuheben, oder ihren Angriff so zu mildern, daß ich nicht gänzlich unterliege. 11) O Du mein Gott, Du Gott der Barmherzigkeit! Du hast es ja bei allen Leiden, die bisher über mich kamen, so gut mit mir gemeint. Du kannſt es auch jetzt nicht anders, als gut mit mir meinen. 12) Und so schwer es immer wird, zu leiden, so ist es doch für Deine Allmacht eine leichte Sache, zu helfen, so daß alle Zungen werden ausrufen müssen: Da ist der Finger des Allerhöchsten!( Nachfolge Christi B. III. K. 29.) 55 ( Siehe auch B. I. K. 12. B. II. R. 12. B. III. R. 16. 17. 18. 20. 21. 30. 35. 47. 48. 49. 50. 59. B. IV. R. 8. 9. 16.) maist le im is thi D Gebet zur heiligen Gottesmutter Maria in großer Trübfal. Heiligste Jungfrau Maria und Mutter meines Erlösers! bitte Deinen göttlichen Sohn für mich um Hilfe in meiner Trübsal! O Maria! Du Trösterin aller Betrübten, sende mir Trost aus Deinem Mutterherzen in meinen Leiden. O meine liebe Mutter Maria! Du Heil der Kranken! hilf mir, daß ich wieder gesund werde, wenn es zu meinem Heile ist. Schmerzhafteste Mutter Maria! die Du unter dem Kreuze so geduldig ausgeharret! hilf mir, daß auch ich geduldig ausharre. Maria, meine geliebteste Mutter! Du hast aus Liebe zu Deinem Jesus und aus Barmherzigkeit gegen mich Sünder, so viel ertragen! hilf mir, daß auch ich aus Liebe leite! O Maria! wie ergeben warst Du in allen Leiden in den heiligsten Willen Gottes! bitte für mich, daß auch ich mich vollkommen in den Willen Gottes ergebe! O Maria, mein Muster und Vorbild! der Wille Gottes ging Dir über Alles. Mir geschehe, sprachst Du immer, wie Du willst, o Gott;" erbitte mir die Gnade, daß kein anderes Wort aus meinem Munde komme, als:, Es geschehe von mir und an mir der heiligste heiligste Wille Gottes!" Unter Deinen Schuß und Schirm fliehe ich, heilige Gottesgebärerin, o verlasse mich nicht! O meine liebe Mutter Maria, Mutter der schönen Liebe, hilf mir Jesum lieben! O gebenedeiteste Jungfrau und Mutter Maria! in Dein reinstes, unbeflecktes Herz schließe ich mich ein! O Maria, unbefleckte Jungfrau, Du haft der Schlange den Kopf zertreten, hilf mir, daß V 56 ich alle Versuchungen des bösen Feindes überwinde! O gütigste Mutter Maria, in Deine Hände lege ich mein Herz mit all seinen Alengsten und Nöthen, Schmerzen und Leiden, übergib es Deinem geliebten Sohne zum Opfer! Oliebreichste Mutter Maria, bitte bei Deinem liebsten Sohne für mich um Vergebung meiner Sünden! Instan Liebste Mutter Maria, hilf mir, daß ich einen guten Kampf kämpfe! THE O demüthigste Jungfrau, hilf mir, daß ich mich mit Freuden der Hand Gottes unterwerfe! O barmherzige Mutter Maria! empfiehl mich Deinem Sohne, stelle mich vor Deinem Sohne, versöhne mich mit Deinem Sohne! O Maria, wenn es Gottes Wille ist, daß ich von dieser Krankheit nicht mehr aufkomme, so stehe mir bei in meinem legten Streite! Sei Mutter der Barmherzigkeit, Sei Königin gegrüßet! Des Lebens Trost und Süßigkeit, Durch die uns Leben fließet. Zu Dir, o Mutter, rufen wir, Mit Thränen seufzen wir zu Dir: Osteh uns bei im leßten Streit, O Mutter der Barmherzigkeit! Jesus, Maria und Joseph! Euch schenke ich mein Herz und meine Seele! Verlangen nach dem himmlischen Baterlande. Wie der Hirsch nach der frischen Wasserquelle, so verlangt meine Seele nach Dir, o Gott! Meine Seele dürstet nach dem starken, lebendigen Gott. Wann werde ich kommen und vor dem Angesichte Gottes erscheinen? Wann werde ich kommen, daß 57 ich sehe Deine Kraft und Herrlichkeit? Es dürstet mich, o Herr! Du bist die Quelle des Lebens! es dürstet mich nach Dir, dem lebendigen Gott! Ach wann werde ich den Tag der Freude und Fröhlichkeit sehen, den Tag, welchen der Herr gemacht hat, daß wir an ihm frohlocken und uns erfreuen? O welch ein herrlicher und schöner Tag, der keinen Abend und keinen Untergang hat, an dem ich hören werde die erfreulichen Worte: Gehe ein in die Freude Deines Herrn, in die höchste Sicherheit und sichere Ruhe, in die ruhige Fröhlichkeit und fröhliche Glückseligkeit, in die glückselige Ewigkeit und ewige Seligkeit. Komm, o Herr! komm und zeige uns Dein Angesicht, so werden wir selig sein. Komm und rette uns aus dem großen Meere und führe uns an das Gestade der ewigen Seligkeit, wo die Freude unendlich ist, die Fröhlichkeit ohne Traurigkeit, die Gesundheit ohne Schmerzen, das Licht ohne Finsterniß, das Leben ohne Sterben, alles Gute und nichts Böses, wo die Jugend niemals altert, das Leben nicht endet, die Schönheit niemals erbleichet, die Liebe niemals erkaltet. Regiere, o Herr, unsere Hoffnung und Zuflucht! unser Schifflein an Deiner Hand an dieses Gestade. Vertrauen auf Jesus und seine gebenedeite Mutter. O Jesu, Du guter, ewiger, getreuer Hirt! siehe, ich, Dein Schäflein, das lange Zeit herumgeirrt, entfernt von Dir, und das Du mit Krankheit nun heimgesucht, daß es zu Dir wiederkehre, rufe Dich an um Erbarmen und Gnade. Ach, ich habe freilich an Dir gar böse gehandelt, habe Dich verlassen, habe mich den elenden Lüsten dieser Welt hingegeben, habe Deine Liebe verachtet, Deine Wohlthaten miß 58 braucht und Dich, so viel an mir lag, aufs Neue gekreuzigt durch meine vielen Sünden! Ich habe verdient, daß auch Du mich verlaffest, daß Du mich verstoßest; doch ich will nicht verzagen, sondern fest auf Deine unendliche Liebe vertrauen. Gerade die Krankheit, womit Du mich heimgesucht hast, beweist mir, daß Du mich noch nicht verlassen hast, und meiner noch gedenkest! O wie groß ist Deine Liebe und Güte gegen mich! Nein, ich verzage nicht! Ich vertraue auf Dein Wort. Du hast gesagt, daß Du den Tod des Sünders nicht wollest, sondern daß er sich bekehre und lebe. In tiefster Demuth werfe ich mich zu Deinen Füßen, o Jesus, bereue vom Grunde meines Herzens alle meine Sünden und bitte Dich herzinnig, Du wollest mir um Deiner unendlichen Liebe willen verzeihen. i pod is In Deine ausgestreckten Arme flüchte ich mich, und in Deine heiligsten Wunden verberge ich mich, und hoffe in selben sichern Schuß zu finden wider alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde! Gekreuzigter Jesus, mir zu Liebe hast Du am Kreuze die entfeßlichsten Schmerzen, den bittersten Tod ausgestanden; Dir zu Liebe und um meine Sünden abzubüßen, will ich Alles leiden, was Deine Hand mir ſendet., laß nur Dein bitterstes Leiden an mir nicht verloren sein! Bewahre mich in den Versuchungen, stärke mich in den Schmerzen und verlaß mich nicht im legten Kampfe. Ich vereinige meine Schmerzen mit Deinen Schmerzen, meine Leiden mit Deinen Leiden, mein Sterben mit Deinem Sterben. Du bist meine einzige Hoffnung, mein Trost, meine Zuflucht! Durch Deine unendlichen Verdienste hoffe ich eine glückliche Sterbstunde. Erbarme Dich meiner armen Seele, und nimm sie auf in Deine heiligsten Hände! Dir opfere ich sie mit ihren Aengsten und 59 Betrübnissen, in Dein heiligstes Herz verschließe ich fie, o laß sie nicht verloren gehen. Amen. Jesus, der Gekreuzigte, sei in meinem Sinne+ Jesus der Gekreuzigte sei in meinem Munde †; Jefus der Gekreuzigte sei in meinem Herzen †; und in allen meinen Werken! Amen.id ndr O Maria, meine geliebteste, getreueste Mutter! ich bitte Dich, durch die mütterliche Liebe und Treue, mit welcher Du Deinem leidenden und sterbenden Sohne am Kreuze nahe gewesen, stehe auch mir bei in meinem Leiden, verlaß mich nicht, und nimm mich in Deinen Schutz! O Maria, fei mir eine mächtige Helferin um Deines süßesten Namens willen in meinen Versuchungen und Nöthen! Du kannst ja helfen, weil Du die gebenedeite Mutter des Sohnes Gottes bist, und Du willst helfen, weil Du auch meine Mutter bist und Dein Herz von Erbarmen gegen die armen Tünder überfließt!- Auf Dich sege ich daher, nach Deinem göttlichen Sohne, all mein Vertrauen und hoffe zuversichtlich, Du werdest mir Vergebung meiner Sünden, Ergebung in Gottes Willen, und eine glückselige Sterbstunde erbitten. Und naht diese Stunde, o dann, gütigste Mutter, verlaß mich nicht; sich mich dann an mit Deinen barmherzigen Augen, und nimm meine Seele unter Deinen mächtigen Schuß, daß ihr der Feind nicht schade, und sie glücklich den legten Kampf bestehe. Amen. Gebet um eine glückselige Sterbstunde zu Gott Bater. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr Himmels und der Erde! Du herrschest über Leben und Tod, in Deinen Händen liegt mein Wohl und Wehe, ich bin Dein Eigenthum, das Werk Deiner Hände. Du 60 hast die Zahl meiner Tage gezählt und bestimmt; den lezten Tag aber und die legte Stunde meines Lebens hast Du vor meinen Augen verborgen, damit ich wachsam sei, und immer bereit, wenn Du mich abrufest von dieser Erde! Siehe, ich will gerne sterben, und Deinem heiligsten Willen mich nicht widersezen, wenn Du mich rufest. Ich kann ja doch dem Tode nicht entrinnen und muß, früher oder später, vor Deinem Angesichte erscheinen. Doch, o mein gütigster Gott und Vater, wenn der leßte Augenblick meines Lebens kommt, dann verlaß mich nicht mit Deiner Gnade, und hilf mir, daß ich glücklich sterbe. Erbarme Dich meiner in dieser Stunde um Deines geliebtesten Sohnes willen, der für mich am Kreuze gestorben, damit ich nicht unglückselig sterbe, und der sich von Dir verlassen sah, damit ich nicht verlassen werde. Laß also, barmherzigster Vater! meine Seele nicht verloren gehen, die Du erschaffen hast, und an der das kostbarste Blut Deines göttlichen Sohnes hängt. Ach, wenn meine Seele verloren ginge, würde auch das Blut Deines Sohnes an ihr mit verloren gehen! Gleichwie Dein göttlicher Sohn seinen Geist in Deine Hände empfohlen hat, so empfehle ich Dir auch meinen Geist und bitte Dich flehentlich, Du wollest mir um der unendlichen Verdienste Deines göttlichen Sohnes willen kräftige Hilfe senden, damit ich den legten Kampf glücklich kämpfe, im Glauben und Vertrauen aushärre, und aus Liebe zu Dir, o höchstes Gut, meinen Lauf selig vollende. Amen. - - Gebet zu Jesus, Maria und Joseph um eine glückselige Sterbftunde. O mein gütigster, liebvollster Jesus! der Du für meine Seele Alles, selbst Dein Leben hingegeben 61 hast, damit sie nicht verloren gehe, o sei mir ein Jesus in meiner letzten Stunde, und rette fie aus der Gewalt ihrer Feinde! Ach, ich schwacher, elender Mensch, der so oft in die Versuchung gefallen, wie werde ich den legten, schweren Kampf bestehen, und der leßten Versuchung des bösen Feindes entrinnen, wenn Du mir nicht beistehest und den Feind von mir treibest? Um der Verlaffenheit willen, die Du am Kreuze für mich erduldet, um der Todesangst willen, die Du um meinetwillen gelitten, bitte ich Dich, verlaß mich in meiner letzten Stunde nicht, und stärke mich in meiner Angst und Noth, damit ich nicht verzage; erhalte mich im heiligen Glauben, richte mich auf in der Hoffnung, bewahre mich in der Liebe, und hilf mir, daß ich ganz ergeben meinen Geist in die Hände Deines himmlischen Vaters empfehle, damit er der ewigen Glückseligkeit theilhaftig werde. O laß doch Dein heiligstes Blut, Dein bitteres Leiden und Sterben an mir nicht verloren sein! O Maria, mildreichste Jungfrau! Du Heil der Kranken, Du Hoffnung der Sterbenden! ach, siehe, wie elend und armselig ich bin! Komm mir zu Hilfe in meiner Noth und gieße Trost in mein Herz, Du Trösterin der Betrübten! Du bist nach Gott meine einzige Hoffnung, und ich glaube, Gott könne mich nicht verlassen, so lange ich Dich zur Freundin habe; ja, ich glaube, daß ich nicht verloren gehe, wenn ich mich an Dich halte. So laß denn mein Vertrauen nicht zu Schanden werden! So ge= treulich, als ich es vermag, empfehle ich Dir und übergebe ich Dir meine arme Seele und verschließe sie in Dein allersüßestes Mutterherz, nicht nur jeßt, sondern ganz besonders in meinen Todesnöthen, wann ich von aller Welt werde verlassen sein. Sei alsdann meiner eingedenk, und stehe mir bei, wenn 62 meine Kräfte abnehmen, meine Aengsten sich vermehren, und meine Zunge Deinen heiligsten Namen wird nicht mehr aussprechen können. Erinnere Dich dann meiner flehentlichen Bitte, und nimm Dich treulich an meiner armen Seele, damit sie ein seliges Ende erlange. Amen. O getreuester Nährvater Christi, heiliger Joseph! Du bist von Gott zu einem besonderen Patron der Sterbenden verordnet, und als solchen verehren Dich alle andächtigen Seelen. Darum rufe auch ich Dich als meinen Patron an, und empfehle Dir meinen Austritt aus dieser Welt! D lieber, heiliger Joseph! erbitte mir die Gnade, daß auch mir das unaus= sprechliche Glück zu Theil werde, unter dem Beistande Jesu und Maria zu sterben!- O, führe zu meiner armen Seele, wenn sie den letzten Kampf kämpft, Dein geliebtestes Pflegekind Jesus und Deine hochheilige Braut Maria, damit der Feind ihr nicht nahen und sie getrost eingehen kann in das himm= lische Vaterland! Amen. 152 Gebet zum heiligen Benediktus um ein tid guten Tod. 10:( Aus dem Benediktiner- Brevier). ( Der heil. Benediktus offenbarte der heil. Gertraud: Wer mich fleißig an die Gnade erinnert, fraft deren ich stehend und betend verschied, dem will ich in der Todesstunde so getreu beistehen, daß ich allen gefährlichen Nachstellungen der bösen Geister, von denen ich ihn bedroht sehe, in jeder Richtung entgegentrete.") Glorreicher Patriarch, heil. Vater Benediktus, ich erinnere dich an jene Gnade, kraft deren dich der Herr durch ein so ruhmvolles Ende auszeichnen wollte, daß du den letzten Athemzug betend aushauchtest; wodurch du vor andern Heiligen so lieblichen Wohlgeruch verbreitest, daß alle, die ihn einathmen, wunderbare Freude empfinden. Ich bitte 63 dich, mir in meiner Todesstunde so treu beistehen zu wollen, daß du allen gefährlichen Nachstellungen der bösen Geister, die du auf mich einstürmen siehst, in welcher Richtung sie immer kommen mögen, entgegentretest, damit ich durch deine Nähe geschirmt, den Schlingen der bösen Geister glücklich entrinne, die ewige Freude erlange und selig sei ohne Ende. Amen.than and Gebet zur heiligen Jungfrau und Martyrin Barbara um ein seliges Ende. da schneeweiße Lilie, schöne Rose, unüberwindliche Martyrin Christi und Jungfrau Barbara, nimm auf das Gebet, welches wir zu dir ausgießen, eingedenk des Versprechens, das dir von Öben herab geschehen, und lasse nicht zu, daß wir unvorbereitet aus diesem Leben weggerafft, sondern zuvor mit wahrer reumüthiger Beicht und würdigem Genusse des heil. Frohnleichnams deines liebsten Bräutigams Jesu Christi versehen werden. Du vermagst viel bei Gott und bist in großer Gnade, weißt auch gar wohl, von wie vielen Uebeln wir umgeben sind, wie vielerlei Gefahren unser Leben unterworfen ist. Unter tauſend Fallstricken wandeln wir, es umgeben uns die grausamsten Feinde, die Welt, das Fleisch und der Teufel, und leicht mögen wir überwunden werden, wenn uns die göttliche Gnade nicht allzeit hält. Darum bitten wir dich flehentlich, o gütige Jungfrau, du wollest uns durch deine Verdienste und Fürbitten jene göttliche Gnade erwerben, welche uns zum seligen Leben nothwendig ist. Verachte uns nicht, die wir elend und unwürdig sind, sondern eben darum, weil wir elend und unwürdig sind, erhöre uns. Es mögen wohl unsere Sünden des gerechten Richters schweres Urtheil wider uns erwecken, aber du wirst leicht 64 die Gerechtigkeit in Barmherzigkeit, den bevorstehenden Spruch der Verdammniß in Gnade umändern. Deßwegen, o mildeste Jungfrau, sei unserer Schwachheit und Noth eingedenk; beschüße, die dich lieben, durch Deine Verdienste und Fürbitten, und wenn die legte Stunde kommen wird, so stehe am meisten denen bei, die deine Hilfe begehren, daß wir nicht durch Betrug des Feindes, noch durch begangene Sünden in Verzweiflung gerathen, sondern mit dir der ewigen Ruhe genießen mögen. Das verleihe uns, Jesus Christus, unser Herr, dem mit dem Vater und dem heil. Geiste alle Ehre und Herrlichkeit sei in Ewigkeit. Amen. T Bündniß mit Gott für die Stunde des Todes. Jesus, mein Herr, Gott aller Güte, Vater der Erbarmung! ich zeige mich vor Dir mit einem gedemüthigten, zerknirschten und beschämten Herzen: ich empfehle Dir meine leßte Stunde, und Alles, was nach derselben mich erwartet. Wenn meine Füße, keiner Bewegung mehr fähig, mich erinnern werden, daß meine Laufbahn auf dieser Welt zu Ende geht: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine zitternden und gelähmten Hände Dein Kreuzesbild nicht mehr ergreifen und festhalten können, sondern wider meinen Willen es hinfallen laffen auf mein Schmerzenslager: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine verdunkelten und vom nahenden Todesschauer gebrochenen Augen einmal noch zu Dir die matten und sterbenden Blicke wenden: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine kalten und bebenden Lippen Deinen 65 angebeteten Namen zum lezten Male aussprechen: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine bleichen und fahlen Wangen den Umstehenden ein Anblick des Mitleids und des Schreckens werden, und meine vom Todesschweiß durchnäßten Haare sich auf dem Haupte sträuben, das nahe Ende mir verkündend: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Ohren, bald nur für menschliche Reden auf immer geschlossen, sich aufthun werden, um Deine Stimme zu hören, da sie aussprechen wird das unwiderrufliche Urtheil, das mein Loos für die ganze Ewigkeit bestimmt: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Vorstellungskraft, von schauerlichen Schreckbildern beängstigt, in tödtliche Traurigkeit sinken will; wenn mein Geist, vom Anblicke meiner Sünden und von der Furcht Deiner Gerichte bedränget, gegen den Engel der Finsterniß kämpfet, der die tröstliche Aussicht auf Deine Erbarmungen mir nehmen, und in den Abgrund der Verzweiflung mich wird stoßen wollen: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn mein kraftloses Herz, von den Schmerzen der Krankheit erdrückt, und von den Schauern des Todes ergriffen, durch die Anstrengungen gegen den Feind meiner Seele gänzlich erschöpft sein wird: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn ich meine letten Thränen vergieße, die Zeichen meiner Auflösung! nimm sie an als ein Versöhnungsopfer, damit ich als ein wahres Opfer der Buße dahin scheide; in diesem schrecklichen Augenblicke, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Verwandten und Freunde, die um mich versammelt stehen, über meinen leidenden ZuKathol. Krankenbuch. 5 66 stand sich betrüben, und Deinen Namen für mich anrufen werden: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn ich den Gebrauch aller meiner Sinne verloren habe und die ganze sinnliche Welt mir verschwunden sein wird; wenn ich in den Bedrängnissen des letzten Todeskampfes erseufzen werde: dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn die letzten Kämpfe des Herzens meine Seele zwingen werden, von dem Leibe zu scheiden, nimm diese Seufzer auf als Wirkungen einer heiligen Ungeduld, zu Dir zu gelangen, und dann, o barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Seele, wie auf meinen Lippen schwebend, für immer aus dieser Welt ziehen, und meinen Leib bleich, kalt und starr zurücklassen wird, nimm diese Auflösung meines irdischen Daseins als eine Huldigung an, die ich Deiner göttlichen Herrlichkeit darbringe, und dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn endlich meine Seele vor Dir erscheinen, und zum ersten Male den unsterblichen Glanz Deiner Herrlichkeit schauen wird, o so verstoße sie nicht von Deinem Angesichte, sondern würdige Dich, in den Schooß Deiner Barmherzigkeit mich aufzunehmen, damit ich ewiglich Dich lobpreise. Dann also, o barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Gebet. Gott! der Du zum Sterben uns verurtheilet, aber die Stunde und den Moment des Todes uns verborgen hast, verleihe, daß ich in Gerechtigkeit und heiligem Bestreben alle Tage meines Lebens zubringe, damit ich würdig werde, in Deiner heiligen Liebe aus dieser Welt zu scheiden, durch die Verdienste unsers Herrn Jesu Christi, der mit Dir lebet und regieret 2c. 67 Verlangen nach dem Himmel. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, o Herr der Heerschaaren! Meine Seele verlanget und seufzet nach den Vorhöfen des Herrn. Meine Seele dürstet nach dem starken, lebendigen Gott; wann werde ich hinkommen. und erscheinen vor seinem Angesicht? Gott, o höchstes Gut! o ewiges Gut, wann werde ich Dich besigen und mich in Dir erfreuen? Selig sind, o Herr! welche in Deinem Hause wohnen; in Ewigkeit werden sie Dich loben. Darum, o Jesu! laß mich bald Deine Worte hören:„ heute wirst Du bei mir sein im Paradieſe." Denn besser ist ein Tag in Deinen Vorhöfen, als tausend hier auf Erden; besser die geringste Freude im Himmel, als alle Lust der Welt. O, wie sehr mißfällt mir die Erde, wann ich des Himmels gedenke! Ach, ich begehre aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein. Kein Auge hat's gesehen, kein Ohr hat's ge= hört, und in keines Menschen Herz ist es gestiegen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Komm, o komm, Du Gott meines Herzens! damit ich Dich befize, liebe und lobe ewiglich. Laß, o Herr! deinen Diener in Frieden fahren und meine Augen anschauen Deinen Gesalbten, unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir lebet und regieret zc. Hätt' ich Taubenflügel, Ueber Berg und Hügel Nähm' ich meinen Flug Hin nach jener Ferne, Weiter als die Sterne, Wo der Geist mich trug! Weiß ein Plätzchen dorten, Kann's mit schwachen Worten Ach! beschreiben nicht; Muß mit stillen Thränen Immer hin mich sehnen, Daß das Herz faſt bricht. Schatten ist die Sonne, Freudlos jede Wonne Dieser Erde mir, Wenn ich dorthin denke; Lieber Jesus, schenke Doch das Pläßchen mir! Ach, da drüben, drüben Wohnet all mein Lieben Jetzt und ewiglich. Kann nichts thun als flehen, Bald dahin zu gehen, Gott, erhöre mich! 5* Univ. Bibl. Giessen - 68 3. Gebetsübungen für die einzelnen Wochentage. Am Sonntag. Erneuerung der Taufgelübde. In Deinem geheiligten Tempel schwur ich Dir einst, o Gott! durch den Mund meiner Taufpathen ewige Anhänglichkeit, ewige Treue. Ich widersagte dem Teufel und allen seinen Werken; ich widersagte der Welt und ihrer Pracht; ich gelobte Dir, Alles zu glauben, was die heilige katholische Kirche uns zu glauben vorstellt, und diesem Glauben gemäß zu wandeln alle Tage meines Lebens. Heute erneuere ich vor Deinem Angesichte diesen heiligen Bund. Ich danke Dir, Gott, himmlischer Vater! aus Grund meines Herzens, daß Du mich damals aus unverdienter Gnade zu Deinem Kinde angenommen; ich danke Dir, Sohn Gottes, mein Heiland! daß Du in Deinem Blute mich abgewaschen und gereinigt; ich danke Dir, Gott, heil. Geist, daß Du in der heil. Taufe meine Seele gereinigt haft zu Deiner Wohnung. O hätte ich diesen Bund doch immer treu gehalten! Aber ach, ich habe ihn durch viele Sünden gebrochen, habe den heil. Geist betrübt und bin aus der Kindschaft Gottes in die Sklaverei des Satans hinabgesunken. Erbarme Dich, o Herr! Deines schwachen Kindes, und verzeihe mir meine Treulosigkeit. Ich habe es erfahren, daß die Sünde nur Elend ist und Qual, und daß nur bei Dir wahre Freude und Frieden gefunden wird. Darum erneuere ich nun den gebrochenen Bund, und bitte Dich: nimm mein Versprechen huldreich an, und schenke mir wieder Deine Gnade. Von nun an will ich allezeit standhaft kämpfen wider den Teufel, 69 die Welt und das Fleisch. Dir, dem dreieinigen, wahren und lebendigen Gott will ich stets anhangen durch Glaube, Hoffnung und Liebe. In der heiligen katholischen Kirche will ich leben und sterben, ihre Gebote treulich befolgen, ihre Heilsmittel fleißig gebrauchen, und die dadurch erlangten Gnaden treu bewahren und anwenden. O Gott! stehe mir bei, daß ich mein Versprechen halte, und zur Zeit der Anfechtung nicht abfalle. Gib, daß ich mit jedem Tage der Welt und Allem, was in der Welt ist, mehr absterbe; daß ich in der christlichen Vollkommenheit unablässig wachse, Dir allein lebe, Dir sterbe und dorthin gelange, wo Du selbst der übergroße Lohn derjenigen sein wirst, die ihrem Taufbunde bis zum Ende treu geblieben sind. Königin des Himmels, und ihr selige Geister, die ihr den Thron des Allmächtigen umgebet; heiliger Schußengel, dem ich anvertraut bin; du Heiliger, dessen Name ich trage, und ihr Auserwählte Gottes, himmlische Heerschaaren! euch nehme ich zu Zeugen der Verpflichtung, welche ich vor dem Angesichte Gottes erneuere. Helfet mir durch eure liebevollen Fürbitten, daß ich von Gott die Gnade er= halte, derselben treu nachzukommen, und demnach würdig werde, in eure Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Litanei von der allerheiligsten Dreieinigkeit. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! 70 Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Gott, einfach in der Natur, Gott, dreifach in den Personen, Gott Vater, Sohn und heil. Geist, Gott, Vater des Weltalls, das Du durch Deine Allmacht erschaffen hast, Gott. Vater eines Eingebornen, ewigen Sohnes, den Du aus Deiner Wesenheit gezeugt hast, Gott Vater, der Du uns an Kindesstatt angenommen bast, Gott Sohn, Eingeborner des Vaters, Gott Sohn, Ebenbild des Vaters, Gott Sohn, Glanz der Herrlichkeit des Vaters, Gott Sohn, Wort des Vaters, Gott Sohn, Weisheit des Vaters, Gott Sohn, Licht vom Lichte, Gott Sohn, wahrer Gott vom wahren Gotte, Gott Sohn, Wort des Vaters, das unter uns gewohnt hat, Gott heiliger Geist, Gott heiliger Geist, wesentliche Liebe der Gottheit, Gott heiliger Geist, der vom Vater und vom Sohne ausgeht, Gott heiliger Geist, den der Vater über uns ausgegossen hat, Dreieiniger Gott, Dreimal heiliger Gott, Dreieiniger Gott, Herr der Heerschaaren, Dreieiniger Gott, Herr aller Herrschenden, Dreieiniger Gott, der allein Unsterblichkeit hat, Dreieiniger Gott, der in einem unzugänglichen Lichte wohnet, Erbarme Dich unser! Dreieiniger Gott, groß in Deinen Rathschlägen, Dreieiniger Gott, unbegreiflich unsern Begriffen, Sei uns gnädig, erhöre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Sei uns gnädig, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Vor allem Uebel, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Vor aller Sünde, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Vor Deinem Zorne, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Vor dem Unglauben, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! 71 Vor den Verirrungen unserer schwachen Vernunft, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Vor dem stolzen Wahne, Deine Geheimnisse begreifen zu wollen, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit. Durch Deine Allmacht, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Durch Deine unendliche Weisheit, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Durch Deine liebevolle Gütigkeit, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Durch Deine unergründliche Herrlichkeit, bewahre uns, o allerheiligste Dreifaltigkeit! Wir armen Sünder. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir Deinen allerheiligsten Namen stets preisen. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir das Glück, Dich zu kennen, immer gehörig schätzen. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir den Glauben an Dich im Leben und im Tode sorgfältig bewahren. Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir Dich im Himmel einst ewig besigen. Wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt. Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. Erbarme Dich unser, o Herr! Heilige Dreifaltigkeit, höre uns! Heilige Dreifaltigkeit erhöre uns! Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns, Deinen Dienern, verliehen hast, im Bekenntnisse des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen, und in der Macht ihrer Majestät die Einheit anzubeten, laß uns nun, wir bitten Dich, durch die Festigkeit desselben jederzeit gegen alle Widerwärtigkeiten beschüßt bleiben; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Montag ( zum Troste der armen Seelen). Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! 72 Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jacobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Marcus, Bitte,( bittet) für uns! Alle heiligen Apostel und Evangeliſten, Alle Heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heiliger Fabianus und Sebastianus, Heiliger Johannes und Paulus, Heiliger Cosmas und Damianus, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle heiligen Märtyrer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, 73 Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Kirchenlehrer, Heiliger Antonius, Heiliger Benedictus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominicus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, Alle Heilige und Auserwählte Gottes, Sei uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, erlöse uns, o Herr! Von Deinem Zorne, erlöse uns, o Herr! Bitte,( bittet) für uns! Vom jähen und unversehenen Tode, Von ben heimlichen Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von den Gefahren des Erdbebens, von Best, Hunger und Krieg, Vom Geiste der Unkeuschheit, Vom Blizz und Ungewitter, Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß Deiner heil. Menschwerdung, Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heiliges Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Deine Begräbniß, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, Am Tage des Gerichts, Wir arme Sünder, Du wollest uns verschonen, Daß Du uns die Sünden verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße bekehren wollest, Daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß Du den apostolischen, obersten Hirten und alle geistlichen Stände in dem heiligen Glauben erhalten wollest, Daß Du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, Daß Du den hohen christlichen Königen und Fürsten Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß Du Deinem christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erhebeſt, Daß Du alle unsere Wohlthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß Du unsere Seele, wie die unserer Brüder, Freunde und Wohlthäter von der ewigen Verdammniß befreieſt, Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, erlöse uns, o Herr! Wir bitten Dich, erhöre uns! 75 Daß Du uns erhören wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Du Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. y. Und führe uns nicht in Versuchung, R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Psalm 69. O Gott! merke auf meine Hilfe; Herr! eile mir zn helfen. Schamroth und mit Schande bedeckt sollen sie werden, die meiner Seele nachstellen. Zurückbeben und erröthen sollen sie, die mir Uebels wollen. Plözlich vor Scham zurückbeben sollen sie, die mir zurufen: Ha, ha! Frohlocken aber und sich freuen in Dir sollen alle, die Dich suchen; und die Dein Heil lieben, sollen immer sagen: Hochgepriesen sei der Herr. Ich aber bin elend und arm; Gott, hilf mir. Du bist mein Helfer und mein Retter; Herr! säume nicht. Ehre sei 2c. V. Rette Deine Diener, B. Die auf Dich hoffen, o mein Gott! V. Sei uns, o Herr! ein starker Thurm B. Wider unsere Feinde. V. Der Feind vermöge nichts wider uns. R. Und der Boshafte dürfe uns nicht schaden. 76 v. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden B. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. X. Lasset uns beten für unsern heil. Vater N. B. Der Herr erhalte ihn, und belebe ihn, und mache ihn glücklich auf Erden und lasse ihn nicht in die Hände seiner Feinde fallen. V. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. B. O Herr! verleih' allen unsern Wohlthätern um Deines Namens willen das ewige Leben. Amen. V. Lasset uns beten für alle abgestorbene Christgläubige. B. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie ruhen in Frieden. R. Amen. V. Lasset uns beten für unsere abwesenden Brüder. B. O mein Gott! rette Deine Diener, die auf Dich hoffen. V. O Herr! sende ihnen Hilfe vom Heiligthum, R. Und von Sion beschüße sie. V. Herr, erhöre mein Gebet. B. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. V. Der Herr sei mit euch. R. Und mit Deinem Geiste. Gebete. O Gott, dem es eigen ist, uns allezeit Erbarmung und Schonung zu gewähren, nimm unser Gebet gnädig auf, damit wir und alle Deine Diener, welche in den Banden der Sünde gefesselt sind, durch Deine unendliche Barmherzigkeit davon befreit werden. Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser demüthiges Gebet, und schone unser, die wir unsere Sünden vor Dir bekennen, auf daß wir von Deiner Güte zugleich Verzeihung und Frieden empfangen. 77 Erweise uns gnädig, o Herr! Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf daß wir von allen Sünden befreit und von den Strafen, die wir dafür verdienen, errettet werden. O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget, und durch die Buße versöhnt wirst, siehe gnädig auf das demüthige Flehen Deines Volkes, und wende ab die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners, unseres Papstes N., und leite ihn nach Deiner Güte auf den Weg des ewigen Heiles, auf daß er durch Deine Gnade nur das, was Dir wohlgefällig ist, begehre und mit aller Kraft vollbringe. O Gott! von dem die heiligen Begierden, die rechten Entschlüsse und die guten Werke entspringen, gib Deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen Deinen Geboten ergeben, und unsere Zeiten durch Deinen Schuß von Feindes Furcht frei und friedlich sein mögen. Brenne mit dem Feuer des heil. Geistes unsere Herzen und Nieren, o Herr! damit wir Dir mit keuschem Leibe dienen und durch ein reines Herz gefallen. O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinen Verzeihung aller ihrer Sünden, damit sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch gottselige Fürbitten erlangen. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest unsern Handlungen durch Deine Gnade zuvorkommen, und dieselben durch Deinen Beistand begleiten, damit alle unsere Gebete und Handlungen von Dir ihren Anfang nehmen, und durch Dich beendigt werden. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du über die Le 78 bendigen und Todten herrschest, und Dich Aller erbarmest. welche Du aus ihrem Glauben und ihren Werken im Voraus als die Deinen erkennest, wir bitten Dich demüthig, laß alle diejenigen, für welche zu beten wir uns vorgenommen haben, mögen sie noch von dem gegenwärtigen Leben zurückgehalten, oder schon des Leibes entledigt sein, durch die Fürsprache aller Deiner Heiligen von Deiner Güte und Milde Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen; durch unsern Herrn, Jesum Christum 2c. Der Herr sei mit euch. Und mit Deinem Geiste. Es erhöre uns der allmächtige und barmherzige Gott. Amen. Und die Seelen der Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Heldenmüthiger Liebesakt zum größten Troste der armen Seelen im Fegfeuer. Inhalt des heldenmüthigen Liebesaktes. Der heldenmüthige Liebesakt besteht in einer freiwilligen Aufopferung, womit der Gläubige alle seine Genugthuungswerke in diesem Leben und alle Fürbitten, die ihm nach seinem Tode zu Theil werden können, den armen Seelen im Fegfeuer zu derer baldigen Erlösung zuwendet, und alle diese Werke in die Hände der seligsten Jungfrau Maria übergibt, damit sie dieselben jenen armen Seelen zuwende, welche sie aus dem Fegfeuer befreien will. Durch diese Aufopferung schenkt der Gläubige den armen Seelen nicht Alles, was er für sich durch seine guten Werke verdient, sondern nur die eine Frucht derselben, die Frucht der Genugthuung, das ist die Nachlassung der zeitlichen Strafe der Sünden. Die drei anderen vortrefflicheren Früchte, welche jedes im Stande der Gnade vollbrachte gute Werk hervorbringt, 79 werden durch diesen Liebesakt den armen Seelen nicht geschenkt, und können ihnen nicht geschenkt werden, weil sie persönlich sind. Diese drei Früchte sind: 1) Das Wachsthum der heiligmachenden Gnade; 2) die Vermehrung der himmlischen Herrlichkeit; und 3) die Frucht der Fürbitte oder des Erwerbens vieler anderer Gnaden für sich und für Andere, z. B. die Genesung der Kranken, die Standhaftigkeit der Gerechten, das Wohl der Kirche und des Staates 2c., wenn die Gebete und guten Werke hiefür aufgeopfert werden. Mehreres hierüber, sowie über die Ablässe und Beweggründe dieser Andachtsübung siehe das Büchlein: Heldenmüthiger Liebesaft zc." Nach einer zu Rom im Jahr 1853 erschienenen Schrift bearbeitet. 2c. Von P. Laurenz Hecht. Vierte, vermehrte Auflage. Einsiedeln 1862, bei Gebr. Karl und Nikolaus Benziger. Kräftige Gebetsformel zur Entrichtung des heldenmüthigen Liebesaktes. Himmlischer Vater! In Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und Mariä opfere ich Dir für die armen Seelen im Fegfeuer alle Genugthuungswerke meines ganzen Lebens auf, so wie auch alle und einzelne Werke, welche für mich nach meinem Tode fürbittweise werden aufgeopfert werden. Alle diese Werke übergebe ich in die reinsten Hände der unbefleckten Jungfrau Maria, damit sie dieselben jenen Seelen zuwende, welche sie aus dem Fegfeuer befreien will. Nimm, o mein Gott, dieses Opfer gnädigst an, und laß mich um dessen willen Barmherzigkeit bei Dir finden, und täglich in Deiner Gnade zunehmen. Amen. Es ist üblich und sehr heilsam, den heldenmüthigen Liebesakt täglich auf diese oder ähnliche Weise oder auch blos durch Erweckung der guten Meinung zu erneuern. Zur Gewinnung der Ablässe ist es nicht nothwendig, obige oder eine andere Gebetsformel auszusprechen, indem hiezu der bloße Wille und der im Herzen gefaßte Entschluß genügt. 80 Ablässe des heldenmüthigen Liebesattes. Um die Gläubigen zu diesem Liebesakte zu bewegen und den armen Seelen die größte Hilfe zu verschaffen, hat Papst Benedikt XIII. am 23. Aug. 1728 die Mitglieder dieser Andacht reichlich mit Ablässen beschenkt, welche Papst Pius VI. den 12. Dezember 1788 bestätigte, und die Papst Pius IX. den 30. September 1852 im Einzelnen wie folgt feſtgeſtellt hat: 1) Alle Priester, welche die genannte Aufopferung gemacht haben, erfreuen sich für ihre Person der Gnade eines privilegirten Altars an allen Tagen des Jahres. 2) Alle Gläubigen, welche diese Aufopferung gemacht haben, können an jedem Tage, an welchem sie die heilige Kommunion empfangen, einen vollkommenen Ablaß, der jedoch nur für die armen Seelen anwendbar ist, gewinnen, wenn sie eine Kirche oder ein öffentliches Bethaus besuchen und daselbst einige Zeit auf die Meinung des heiligen Vaters beten. 3) Ebenso können sie an allen Montagen des Jahres einen vollkommenen Ablaß gewinnen, wenn sie die heilige Messe als Fürbitte für die armen Seelen anhören, eine Kirche besuchen und wie oben 2c. beten. 4) Ferner können alle schon verliehenen oder noch zu verleihenden Ablässe, wenn sie auch sonst nicht für die armen Seelen zuwendbar sind, dennoch denselben zugewendet werden, sobald sie von den Gläubigen, welche diese Aufopferung gemacht haben, gewonnen werden. Am Dienstag. Gebet um beständigen Schutz der Engel. Treue Freunde und Gefährten auf dieser Lebensreise, heil. Engel! wir bitten euch fahret fort, wie bisher, eure Liebe und Sorgfalt uns zuzuwenden, euren Schuß und Beistand uns zu schenken. Seid unsere besonderen Fürbitter, und traget unsere Anliegen vor den Thron Gottes. Bewahret uns durch die Kraft, die euch Gott verliehen, vor allen Gefahren des Leibes und der Seele; schüßet uns gegen 81 die Feinde unseres Heiles und machet uns siegreich in allen Versuchungen zur Sünde; erwirket uns die Gnade, stets in der Furcht und Gegenwart Gottes zu wandeln; macht uns wachsam und vorsichtig, daß wir nicht durch Worte oder Werke einem jener Kleinen, die an Jesus glauben, Aergerniß geben, und ihre Engel, die allzeit das Angesicht des himmlischen Vaters schauen, zwingen, unsere Ankläger zu werden. Erbittet uns den Geist der Liebe, daß wir auch als Engel unter den Menschen wandeln, und unsere Freude gleich ihnen darin suchen, Unwissende zu belehren, Verführte dem Verderben zu entreißen, Gefallene aufzurichten, Irrende zurecht zu weisen, Schwache zu stärken, und Unterdrückte in Schuß zu nehmen. Stehet dann auch uns bei in Kreuz und Leiden, damit wir nicht kleinmüthig werden; stärket uns im Todeskampfe, und führet unsere Seele rein und unbefleckt zu Gott ihrem Richter. Amen. Gebete der Kirche. O Gott! der Du mit wunderbarer Weisheit Engeln und Menschen ihre Dienste anweisest, verleihe gnädig, daß die, welche im Himmel immerdar vor Deinem Throne stehen, auf Erden unser Leben beschüßen mögen; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Gott! der Du nach Deiner unerforschlichen Fürsorge Dich würdigest, Deine heil. Engel zu unserm Schuße zu senden, verleihe denen, die in Demuth zu Dir flehen, daß sie durch ihren Schuß und Schirm jederzeit bewahrt werden, und sich einst ihrer ewigen Gemeinschaft bei Dir erfreuen mögen, durch unsern Herrn. Kathol. Krankenbuch. 82 Litanei von den heiligen Engeln. Herr, erbarme Dich unser!- Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! — Gott Vater im Himmel! erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist! erbarme Dich unser! dun Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Königin der Engel, om, ban? blo Heiliger Michael, du Beschützer des Volkes Gottes, Heiliger Gabriel, du glorreicher Verkündiger der Menschwerdung Jesu Christi, Heiliger Raphael, du treuer Begleiter auf dem Wegedes Heiles, hurdisinil 1971 p SCA Heilige Cherubim und Seraphim, nad hd Heilige Thronen und Herrschaften, Heilige Kräfte, Gewalthaber und Fürstenthümer, m Heilige Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, mi 2012 #theitadme Bitte( bittet) für uns! Die ihr unsere Gebete vor den Herrn bringet, Die ihr uns in unsern Nöthen zu Hilfe kommt, Die ihr zum Dienste derjenigen ausgesandt seid, welche die Erbschaft des Heiles erlangen sollen, 1100 Die ihr euch freuet über einen Sünder, der Buße thut, Die ihr die Geburt des Heilandes den Menschen verfündigt habt, Die ihr Jesu nach seiner Versuchung in der Wüſte dientet, Die ihr Jesu zu Gethsemane tröstetet, Die ihr den frommen Frauen am Grabe die Auferstehung Jesu bekannt machtet, 24 HO Die ihr bei der Himmelfahrt Christi ſeinen Jüngern erschienen seid, divind, 2ÄNST d auche Die ihr mit ihm in seiner Majestät und Herrlichkeit kommen werdet zum Gerichte, he Die ihr alsdann die Gerechten von den Gottlosen absondern werdet, TOD Die ihr die Seelen der Gerechten zum Himmel führet, Sei uns gnädig!- Verschone uns, o Herr! 83 Sei uns gnädig!- Erhöre uns, o Herrlidsdi Q Von aller Gefahr und Versuchung erlöse uns, o Herr! Von allen Nachstellungen des bösen Feindes erlöse sc. Von aller Irrlehre und Spaltung Von aller Sünde- erlöse 2c. erlöſe 2c. - - Von einem schnellen und unversehenen Tode Vom ewigen Tode erlöse 2c. nd and - Wir Sünder, erlöse 2c. hid aild o rodici madj jou thim dun mand Daß Du uns verschonest, alla modnand todell d Daß Du uns verzeihest, wak na Daß Deine heil. Engel uns auf allen unsern Wegen schirmen und bewahren, 1500 Daß wir nach ihrem Beispiele Dich allzeit vor Augen haben, Daß es allzeit, wie ihre, so auch unsere süßeste Lust sei, die heil. Geheimnisse Deiner Liebe zu betrachten, d Daß wir Dich und Deinen heil. Willen, wie die heil. Engel immer klarer und lebendiger erkennen, Daß wir, wie sie, Deine Herrlichkeit unaufhörlich loben und preisen, 100 motors pilotulk Daß wir Deinen allerheiligsten Willen allezeit so freudig und treu, wie sie, erfüllen, mamin dun Daß wir, wie sie, Gutes wirken und Böses verhüten, wir nur können, Daß es stets auch unsere größte Freude sei, dem Nächsten nach Kräften zu helfen, Daß bei uns, wie unter Deinen Engeln, Eintracht und innige Liebe herrschen möge, drusplats Daß uns Deine heiligen Engel im Sterben freundlich umschweben, aufmuntern und stärken mögen, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß sie unsere Seelen nach ihrem Hinscheiden in die ewige Ruhe führen wollen, Daß sie am jungsten Tage unsere Leiber zur glorreichen Auferstehung aufwecken, Doa jiti Salo Daß wir mit ihnen in seligstem Frohlocken Dich ewig von Angesicht zu Angesicht schauen mögen, Durch die Fürbitte Deiner heiligen Engel, a O Du Lamm Gottes 2c.( dreimal) disp dom tripil Preifet den Herrn, ihr alle seine Engel; d Die ihr gewaltig an Kraft, vollziehet seinen Willen. Herr, erhöre mein Gebet, e stund biste nazinas Und laß mein Rufen zu Dir kommen. 6* 84 O ihr himmlischen Geister, die ihr in den lieblichsten Gefängen den gemeinschaftlichen Herrn lobpreiset, und euch seiner beseligenden Gegenwart immerdar erfreuet; beschüßet mich, besonders du, heiliger Schußengel meiner Seele und meines Leibes. Ich bitte dich, daß du getreulich und liebevoll mir beistehen, und mich vor jedem sichtbaren und unsichtbaren Uebel bewahren wollest; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet zum heiligen Schußengel. O Engel Gottes, Du mein Beschüßer! erleuchte, behüte, regiere und führe mich an diesem Tage( in dieser Nacht, Stunde.), da ich dir durch Gottes Güte anvertrauet bin. Allmächtiger ewiger Gott! Du hast mich, obschon ohne mein Verdienst, nach Deinem Ebenbilde erschaffen und Deinen heiligen Engel mir zum Schuße beigeordnet; verleihe mir, Deinem Diener, daß ich unter seiner Leitung und Beschüzung durch alle Gefahren der Seele und des Leibes glücklich hindurchgehe, und nach diesem Leben mit ihm zu den ewigen Freuden gelange; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Mittwoch. Akt der Aufopferung zum heiligen Joseph. Glorreichster Patriarch, reinster Bräutigam der Gottesmutter und Nährvater meines Herrn Jesu Christi, voll Vertrauen auf die Größe Deiner Heiligkeit und getrieben von der Liebe, welche Jesus und Maria gegen Dich gehegt,- erwähle ich Dich heute in Ihrer Gegenwart zu meinem besondern Patron, Beschüßer und Vater; ich nehme mir fest 85 vor, Dich allzeit hochzuverehren. Und weil ich weiß, daß Du vom ewigen Vater zum Haupte seiner heiligen Familie auf Erden bestellt wurdest, so wünsche ich, einer der andächtigen Diener und Freunde derselben zu sein; darum bitte ich Dich, mich in diese Zahl aufzunehmen. Ich bitte Dich, daß Du die Tugendakte, welche ich, obgleich das niedrigste Geschöpf, dem Jesuskinde und seiner jungfräulichen Mutter darbringe, mit den Deinen vereinest. Ich bitte Dich auch, o mein glorreichster Vater, erlange mir durch Deine großen Verdienste und durch Deine mächtige Fürbitte, so zu leben und zu leiden, daß auch ich, wie Du, im Tode mich des Beistandes Jesu und Mariens erfreue, und in ihren Armen meine Seele aus hauche. Amen. Litanei zum heiligen Joseph. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Joseph, Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! spind Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Du jungfräulicher Bräutigam Mariens, d Du Pflegevater Christi, Du gerechter Mann, Du Mann nach dem Herzen Gottes, Du Freude der Patriarchen, in the Du Beispiel der Jungfrauen, 0 Du Spiegel der Eheleute, Du Zierde des alten Testamentes, TO itim Jedias Bitt für uns! 86 Du Ehre des Hauses Davids, he Du Erkenner der göttlichen Geheimnisse, Man ve 10 Du Ernährer und Pfleger des eingefleischten Wortes Gottes, Du Bewahrer der himmlischen Schätze, Du Trost der seligsten Jungfrau Maria, Du Beschüßer ihrer Reinigkeit, Jism Du getreuer Helfer in allen ihren Nöthen, Du mächtiger Fürbitter für alle Deine Pflegekinder, Du Schutzpatron der Sterbenden, is th Heiliger Joseph, Du mächtiger Fürsprecher bei Gott, In allen unseren Nöthen, Tom 012 Im strengen Gerichte Gottes, Durch Deine ewige Auserwählung zum Pflegevater Jesu Christi, Durch Deine heil. Vermählung mit der seligsten Jungfrau Maria, In allen unseren Versuchungen, story wise bild im In allen Gefahren der Seele und des Leibes, In der Stunde des Todes, Durch die Betrübniß, welche Du hattest, als Du zu Bethlehem mit Maria keine Herberge fandest, d Durch den Schmerz, welchen Du bei der Weissagung des greisen Simeon im Tempel empfunden hast, Durch das Leidwesen, welches Dir die Flucht nach Egypten verursachte, pif Durch die Freude, welche Dir die Geburt des göttlichen Kindes gewährte, signi Durch die Freude, welche Du bei der Ankunft der heil. drei Könige hattest, 1191 18 Durch die Freude, welche Dein Herz erfüllte, als Du das göttliche Kind nach dreitägigem Suchen im Tempel mitten unter den Lehrern wieder fandest, Durch Deine Tugenden, b) re Durch den Schmerz, welchen Dir der Verlust des zwölfjährigen Jesus machte, isurpos que milit 00 Durch die Freude, welche Dir die Erscheinung des Engels im Schlafe bereitete, Bitt für uns! Durch Deinen heiligen Tod, Durch Deine ewige Seligkeit, Wir, Deine Pflegekinder, wir bitten Dich, erhöre uns! 87 Daß Du uns von Gott Gnade und Verzeihung unserer Sünden erlangen wollest, et Daß Du uns Jesum und Marien anempfehlen wollest, Daß Du allen Jünglingen und Jungfrauen die Reinigkeit des Herzens erhalten wollest, Daß Du allen Eheleuten Frieden und Einigkeit bewahren wollest, Daß Du allen Vätern und Müttern zu einer christlichen Kinderzucht verhelfen wollest, Daß Du Alle, welche Dich verehren, beschützen wollest, Daß Du den Sterbenden mit Jesus und Maria beistehen wollest, me petit amglied Daß Du den abgeschiedenen christgläubigen Seelen mit Deiner Fürbitte zu Hilfe kommen wolleſt, Daß Du uns Allen die ewige Seligkeit erbitten wollest, heiliger Joseph! Wir bitten Dich, erhöre uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! TOR Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßt seist Du Maria xc. V. Bitte für uns, o heiliger Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. 10 Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligsten Gebärerin geholfen werde, damit, was unser Vermögen nicht erlangt, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der Du lebest und regierest 2c. 10 88 Am Donnerstag. G inc Litanei von dem heiligsten Altarssakramente. * Herr, erbarme Dich unser! Herr, 2c. illo# 2 C #Q Christe, erbarme Dich unser! Christe, 2c. Herr, erbarme Dich unser!- Herr, 2c. Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel! erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist! erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! erbarme Dich unser! Jesu, der Du im heiligsten Altarssakramente als Gott und Mensch zugegen bist, Du lebendiges Brod, so vom Himmel gekommen ist, Du verborgener Gott und Heiland, Du immerwährendes Opfer des neuen Bundes, - Du würdigstes Opfer der Anbetung und Danksagung, Du wahres Versöhnungsopfer für Lebendige und Abgestorbene, Du unbeflecktes Lamm Gottes, Du Brod der Engel, Du Speise der Seele, Du Band des Friedens und der Liebe, Du himmlisches Verwahrungsmittel wider alle Sünden, Du Kraft und Wonne reiner Seelen, Du Urquell aller Gnaden, Du Trost der Betrübten, Du Arznei der Kranken, Du Wegzehrung der Sterbenden im Herrn, Du Unterpfand der künftigen Herrlichkeit 13 werdder G Sei uns gnädig!- Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig!- Erlöse uns, o Herr! Vom unwürdigen Genusse Deines heiligen Fleisches und Blutes, Von aller Lauigkeit bei dessen Empfange, Von der Begierlichkeit des Fleisches, an Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffart des Lebens, Von aller Lieblosigkeit gegen den Nächsten, Von aller Gefahr und Gelegenheit zu sündigen, Vom ewigen Tode, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Herr! 89 Durch Deine heilige Menschwerdung, candi ind n2 Durch Dein bitteres Leiden und Sterben, Durch Dein sehnliches Verlangen, mit Deinen Jüngern das Osterlamm zu essen, Durch die tiefe Demuth, womit Du Deinen Jüngern die Füße gewaschen hast, ang Ant Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher Du dieses heiligste Sakrament eingesetzt haſt, Durch Deine immerwährende Gegenwart im heiligsten Sakramente, Wir Sünder, Daß Du den Glauben, die Ehrfurcht und Andacht gegen dieses heiligste Sakrament in uns erhalten und vermehren wollest, Daß Du uns durch eine wahre Buße zum öfteren Empfange dieses heiligsten Sakramentes vorbereiten wollest, Daß Du uns dadurch mit Abscheu vor der Sünde und mit Liebe zur Tugend erfüllen wollest, Daß Du uns durch dasselbe in unserer Schwachheit stärken, und in den Betrübnissen trösten wollest, Daß Du in uns das Feuer Deiner Liebe entzünden wollest, Daß Du uns Alle mit dem Bande christlicher Liebe vereinigen wollest, Daß Du unsere Gemüther mit der Gnade Deiner Heimsuchung erleuchten und reinigen wollest, m Daß Du uns vor unserm Tode mit dieser himmlischen Speise stärken wollest, 4105 Daß Du uns durch sie der seligen Unsterblichkeit theilhaftig machen wollest, Jesu, Du Sohn Gottes und Heiland der Welt! O Du Lamm Gottes 2c. O Du Lamm Gottes 2c. O Du Lamm Gottes 2c. Verschone uns, o Herr! Erhöre uns, o Herr! Erbarme Dich unser, o Herr! Erlöse uns, o Herr! Wir bitten Dich, erhöre uns! Oheiliges Gastmahl, worin Christus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert, die Seele mit Gnaden erfüllt und uns ein Unterpfand der künftigen Herrlichkeit verliehen wird! 90 Du hast ihnen Brod vom Himmel gegeben, Welches alle Süßigkeit in sich enthält. O Gott, der Du in dem wunderbaren Sakramente ein Denkmal Deines Leidens hinterlassen hast, wir bitten Dich: laß uns die heiligsten Geheimnisse Deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Früchte Deiner Erlösung immerdar in uns erfahren mögen; der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. HDQ Geistliche Communion.site ( Seite 21.) MI 530 Gebet am Donnerstage, pacien wenn man zur Angst Christi läutet. Am Selberge sprach Jesus zu seinen Jüngern: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Und voll Ergebung in den Willen seines himmlischen Vaters betete er: Vater, wenn es möglich ist, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe." O mildester Jesus Christus! der Du wegen meiner und der ganzen Welt Sünden so große Angst und Betrübniß ausgestanden, blutige Schweißtropfen vergossen, und in Deiner Angst von einem Engel bist gestärkt worden; verleihe mir die Gnade, daß ich in aller Trübsal, Angst und Noth mich in den göttlichen Willen ergebe, mit Andacht und Inbrunst bete, und in jedem Leiden Trost und gegen jede Versuchung Kraft vom Himmel erlangen möge. Amen. ( 3 Vater unser und Ave mit Einlegung des Geheimnisses: Der für uns Blut geschwizzet hat und dem Glauben.) 91 band ogibl Am Freitag.mn stosmunshed soldour cilinde Gebet am Freitag, d läutet. wenn man zur Scheidung 1430 Es sind Finsternisse entstanden, als die Juden den Herrn Jesum gekreuzigt hatten, und um die neunte Stunde schrie der Herr Jesus mit lauter Stimme: Mein Gott! mein Gott! warum hast Du mich verlassen?" Und mit geneigtem Haupte gab er seinen Geist auf. Deßwegen, o Herr Jesu Christe! beten wir Dich an und loben Dich; denn durch Dein heil. Kreuz und unschuldiges Sterben hast Du die ganze Welt erlöst. TO MO O Herr Jesu Christe! durch die Bitterkeit Deines heiligen Leidens, das Du unsertwillen an dem Kreuze vollbracht hast, besonders in der Stunde, da Deine edle Seele von Deinem Leibe geschieden ist - bitte ich Dich, Du wollest Dich meiner armen Seele erbarmen, wenn sie von meinem Leibe scheiden wird, damit Dein Kreuz und Leiden an mir und andern Sündern nicht verloren gehe. Amen. O Jesus! Dir lebe ich, o Jesus! Dir sterbe ich, o Jesus! Dein bin ich todt und lebendig. Amen. ( 5 Vater unser und Ave Maria mit Einlegung der schmerzhaften Geheimnisse und der Glaube.) 11 in mG# 19 -91190 Kreuzweg- Andacht, nd his sind 1 ( Wer einen rechtmäßig geweihten Kreuzweg besucht und die Leiden des Herrn einige Augenblicke reumüthig und mitleidig betrachtet,- ein bestimmtes Gebet, das Vater unser u. a. ist nicht vorgeschrieben gewinnt dieselben Abläffe, wie der, welcher nach Jerusalem pilgert. Diese Wohlthat erlangen auch Kranke, welche den Kreuzweg nicht besuchen können, aber bei Betrachtung der Stationen einen mitleidigen Blick auf ein eigens zu diesem Zwecke geweihtes Crucifir werfen. Hast du aber kein derartiges Crucifir, so bete 92 dessenungeachtet fleißig den Kreuzweg. Die großen Gnadenschätze, durch welche die Kirche dazu aufmuntert, beweisen jedenfalls, daß diese Uebung Gott außerordentlich wohlgefällig und dir ungemein heilsam ist. Die verbreitetste und am längsten gebrauchte Andachtsübuug ist die nachfolgende.) am Vorbereitung. Ich arme, elende Kreatur werfe mich nieder zur Erde, und in tiefster Demuth bete ich an, Dich, meinen Gott und Herrn! An Dich glaube ich, auf Dich hoffe ich, Dich liebe ich über Alles, und darum ist mir von Herzen leid, daß ich Dich, als das höchste Gut, jemals beleidiget habe. Zu Deiner gröBern Ehre, zu meinem Heil und zur Erlangung der Ablässe, deren ersten vollkommenen ich für meine arme Seele, die übrigen vier vollkommenen und neun nicht vollkommenen für die armen Seelen im Fegfeuer( benanntlich für diese und diese N. N.) zu gewinnen gedenke, nehme ich diese Andacht vor und trete mit Deiner Gnade zur Nachfolge der schmerzhaften Mutter Maria, in Begleitung meines heiligen Schußengels den heiligen Kreuzweg an. I. Station. Geheimnis. Jesus wird zum Tode des Kreuzes verurtheilt. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Der unschuldige Jesus, der niemal ein Uebel gethan, wird zum Tode und zwar zum schmählichsten Tode des Kreuzes verurtheilt. Damit Pilatus für einen Freund des Kaisers gehalten werde, übergibt er Jesum dem Willen seiner Feinde, daß sie ihn nach Belieben tödten mögen. O erschreckliche Lasterthat: die Unschuld zum Tode verdammen und Gott mißfallen, damit man den Menschen gefalle! 93 Anmuthung. Ach, unschuldiger Jesus! ich habe gesündiget, ich habe den Tod verschuldet: damit ich aber lebe, nimmst Du das Todesurtheil willig an. Wie soll ich denn hinfür leben können, als Dir allein, o Jesu! So lang ich den Menschen zu gefallen suche, kann ich Dein Diener nicht sein. Lieber will ich also den Menschen und der Welt mißfallen, damit ich Dir allein gefallen möge. Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner. II. Station. Geheimnis. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Als Jesus das Kreuz erblickte, hat er nach demselben mit größter Begierde seine bluttriefenden Arme ausgeſtreckt, hat es liebreich umfangen, herzlich geküsset und mit Freuden auf seine verwundete Schulter genommen; und obschon er todtschwach war, frohlockte er doch wie ein Riese, seinen Weg zu laufen. Anmuthung. Sollte ich wohl ein Freund Jesu Christi sein können, wenn ich ein Feind des Kreuzes bin? O liebes, gutes Kreuz! ich umfange dich, ich küsse dich, ich nehme dich mit Freuden von der Hand Gottes an. Es sei ferne von mir, daß ich mich hinfür rühme als in dem Kreuze. Durch dieses soll mir die Welt gekreuziget sein, damit ich, o Jesu, allein Dein sei. Vater unser. Ave Maria. Gefreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner. 94 III. Station. Geheimniß. Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du 31 mayo 2ird un die Welt erlöſet. obimi? md thi punl S Betrachtung.. in Tami@ Hi, thi Als den lieben Heiland das schwere Kreuz auf seinen Schultern zu hart drückte, fiel er recht schmerzlich zu Boden. Nämlich meine Sünden und Missethaten sind wie eine schwere Last auf ihn überhäufet worden und haben ihn zu Boden gedrückt. Eine leichte und süße Bürde ward ihm das Kreuz, aber eine schwere und unerträgliche Last unsere Sünden. voimalS JI nistluch sist n Anmuthung. Ach, mein Jesu! Du hast meine Bürde auf Dich genommen und die schwere Last meiner Sünden getragen. Warum soll ich denn nicht auch Dein Joch auf mich nehmen, damit wir so, Einer des Andern Last tragend, das Gesetz erfüllen? Dein Joch ist süß und Deine Bürde ist leicht; darum trage ich es gerne, und nehme auch willig mein Kreuz auf mich, und folge Dir nach! Vater unser. Ave Maria.minol Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! mit Hind the IV. Station.foar di alle Geheimnis. Jesus, beladen mit dem schweren Kreuze, be301 61 gegnet seiner betrübtesten Mutter. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöſet. 191 ni eln smidi top 11989 Betrachtung. Was für ein schmerzlicher Anblick muß es gewesen sein da die betrübte Mutter Maria ihren allerliebsten 95 Sohn Jesum so gesehen hat, das schwere Kreuz daher tragen! Welch' unaussprechliche Schmerzen wird sie nicht in ihrem Herzen empfunden haben! Sie verlangte entweder für Jesus oder mit Jesus zu sterben. Bitte die schmerzhafte Mutter, daß sie dir in deinem Hinscheiden gütig begegnen wolle! Anmuthung. O Jesu! o Maria! o ihr betrübteste Herzen! ich bin Ursache eurer so großen und vielfältigen Schmerzen. Ach, daß auch mein Herz mit Schmerzen erfüllt würde! O du allerbetrübteste schmerzhafte Mutter! theile mit mir deine Schmerzen und laß mich empfinden dein Herzeleid, damit ich mit dir traure und du mir entgegen zu Hilfe kommest in der letzten Noth, in dem Tode! pact asui mislibe Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! and lotnitro in d V. Station. Geheimniß. Simon Cyrenäus hilft Jesu das Kreuz tragen. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.ndio im zidu sim@ ba Betrachtungen i him 9050 Simon Cyrenäus wird gezwungen, dem todtschwachen Jesus das Kreuz tragen zu helfen und Jesus nimmt ihn als einen Mitgehilfen, Weggefährten und Gespann des Kreuzes an. O wie gern ließe er auch dich zu, wenn du nur wollteſt! nur wolltest! er ladet dich ein; aber du weigerst dich. Schäme dich, daß du das Kreuz mur gezwungener Weiſe trägst. er ladet dich ein, rufet dich; aber du gibst ihm kein Gehör: 201701 agusa mad joten lAnmuthung. 2 mist: Jesu! wer sein Kreuz nicht trägt und Dir nicht nachfolgt, der ist Deiner nicht werth; ich will Dir deswegen das Kreuz tragen helfen; ich will 96 Dir auf dem Kreuzwege einen Mitgefährten und Gespann abgeben; in Deine blutige Fußstapfen will ich eintreten und Dir nachfolgen, damit ich zu Dir gelange in dem ewigen Leben! Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! VI. Station. . Geheimnis. Von Veronika wird Jesu ein Schweißtuch gereicht. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch dein heiliges Kreuz haft Du die Welt erlöset. Betrachtung. Veronika aus Andacht und Mitleiden reicht Jesu den Schleier ihres Hauptes als ein Schweißtuch dar, damit Er Sein todtenbleiches, verspeites, blutiges Angesicht möchte abtrocknen; Er aber hat selbem das Bildniß Seines allerheiligsten Angesichtes eingedrückt. Ein kleiner Dienst, eine große Belohnung! Welchen Dienst und Dank erstattest du deinem Heilande für so viele Wohlthaten? dir Anmuthung. O Jesu! was soll ich Dir vergelten für Alles, was Du mir und für mich gethan? Sieh ich übergebe mich Dir ganz und gar zu Deinem Dienste; Dir opfere ich mein Herz, drücke demselben tief ein Dein Bildniß, damit es in mir nimmermehr ausgelöscht werde in Ewigkeit! DR. Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! VII. Station. Geheimnis. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die Welt erlöset. 97 Betrachtung. Der schmerzvolle Jesus liegt abermal unter dem Kreuze zu Boden und mit seinem heiligsten Angesichte auf der Erde; und doch wird Jhm von den unbarmherzigen Henkersknechten nicht ein Augenblick zu- rasten vergönnt; Er wird mit Prügeln aufgetrieben und mit Stricken fortgezogen. So beschweren Jesum meine öfter wiederholten Sünden. Dieses sehe ich, und sollte noch hinfür Lust haben zu sündigen? Anmuthung. O Jesu! erbarme Dich meiner; reiche mir Deine barmherzige Hand und unterstüße mich, auf daß ich nicht mehr in die alten Sünden falle. Ich habe es gesagt, und diesen Augenblick soll mit allem Ernste der Anfang gemacht sein: Nimmermehr will ich fündigen! Du, o mein Jesu! stärke mich mit Deiner Gnade, ohne welche ich nichts vermag, daß ich meinen Vorsaß unverbrüchlich halten möge. Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! VIII. Station. Geheimniß. Jesus redet die über Ihn weinenden Frauen an. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Dieß andächtige Frauenvolk weinet über den leidenden Heiland; Er aber wendet sich zu ihnen und sagt: Weinet nicht über mich, sondern über euch und eure Kinder, welche schuldig sind: über die begangenen Sünden weinet! So weine denn auch du! Es ist Christo Nichts angenehmer und dir nichts nüßlicher, als die Zähren, welche aus Reue über die Sünden vergossen werden. Kathol. Krankenbuch. 7 98 Anmuthung. O Jesu, wer wird meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen ganze Thränenbäche, daß ich Tag und Nacht meine Sünden beweine! Ich bitte Dich durch Deine bitteren und blutigen Zähren, Du wollest mir die Gnade der Zähren verleihen und mein Herz so zerknirschen, daß aus den Augen häufige Zähren fließen und das Herz blutige Thränen vergieße, damit ich mein ganzes Leben lang Deine Leiden und meine Sünden beweinen möge! Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! stim nila IX. Station. MY JOUHE OR Geheimnis. Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Nachdem der abgemattete Jesus mit dem Kreuze zu unterst an dem Kalvarienberge angelangt, ist Er abermal zut Boden gefallen, und wäre kein Wunder gewesen, wenn Er Sein heiligstes Haupt ganz und gar zerquetschet hätte. Seine Liebe wird dadurch weder gebrochen, noch zum Unterliegen gebracht. Was für eine entsetzliche Last muß es um die Sünde sein! Jesum drücken sie so oft zu Boden; und mich, wenn ich durch die Verdienste des Leidens Christi nicht wäre erhalten worden, hätten sie gar bis in die Hölle gedrückt. Anmuthung. Barmherziger Herr Jesu! Dir sei unendlicher Dank gesagt, daß Du mich nicht hast in Sünden liegen und, wie ich wohl verdient hätte, nicht in die Tiefe der Hölle hast fallen lassen. Entzünde in mir einen neuen Eifer zu dem Guten, und erhalte mich beständig in Deiner Gnade, damit ich nimmer 99 mehr falle, sondern im Guten standhaft verharre bis an das Ende! Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! X. Station. Geheimnis. Jesus wird Seiner Kleidung entblößt. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Es werden dem lieben Heilande die Kleider ausgezogen, oder vielmehr hinweggerissen. Ach, mit wie großen Schmerzen wird auch sammt den Kleidern, welche in die Wunden und in das Blut ganz eingebacken, die anklebende Haut mit hinweggerissen und werden alle Wunden erneuert! Die Kleider werden Ihm ausgezogen, damit Er nackt und bloß sterbe. Wie gut würde auch ich sterben, wenn ich den alten Menschen sammt seinen Anmuthungen und bösen Begierlichkeiten würde ausgezogen haben! Anmuthung. Es geschehe, o Jesu! es geschehe, daß ich den alten Menschen aus- und einen neuen anziehe, welcher nach Deinem Wohlgefallen, Wunsch und Willen ist! Sollte es mir noch so empfindlich und schmerzlich vorkommen, so will ich doch meiner Haut nicht schonen. Alles Irdischen, alles Zeitlichen entblößt, verlange ich zu sterben, damit ich Dir ewig lebe! Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! XI. Station1. Geheimniß. Jesus wird an das Kreuz genagelt. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. 100 drodd Betrachtung. Nachdem Jesus seiner Kleider entblößet worden, wird Er auf dem Kreuze peinlichst ausgestreckt, und mit Händen und Füßen an dasselbe genagelt. D Schmerzen! o Marter I o Pein! Und Er schweigt, weil es dem himmlischen Vater so gefällt. Er erträgt es mit Geduld, weil Er mir zu Liebe leidet. Wie verhältst du dich in Kreuz und Leiden? Was für Ungeduld bezeigest du? was für Klagen führest du? Anmuthung. O geduldiges Lämmlein Jesu! ich verwerfe und verfluche meine Unvollkommenheit und Ungeduld. Nimm mich hin, kreuzige mein Fleisch mit seinen Begierlichkeiten und Lastern. Schneide, brenne, kreuzige in diesem Leben, wie Du willst, auf daß Du mich dort ewig verschonest. Ich strecke meine Arme aus und übergebe mich Dir völlig. In Allem geschehe Dein allerheiligster Wille! Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! XII. Station. Geheimnis. Jesus wird erhöhet und stirbt am Kreuze. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. Betrachtung. Sieh Jesum am Kreuze an! da hängt Er nackt und bloß. Jetzt kannst du die Wunden sehen, die Er aus Liebe zu Dir empfangen hat. Die ganze Gestalt des gekreuzigten Jesu ist voll Liebe;- das Haupt ist geneigt, dich zu küssen; die Arme sind ausgespannt, dich zu empfangen; das Herz ist offen, dich einzuschließen. O was ist das für eine Liebe! Jesus stirbt am Kreuze, damit der fündige Mensch lebe und von dem ewigen Tod erlöset werde. 101 potem pidzha Anmuthung. O allerliebster Jesu! wer wird mir geben, daß ich aus Liebe zu Dir sterben möge! Laß mich wenigstens der Welt gänzlich absterben. O, wie wird mir die Welt sammt allen ihren Eitelkeiten verleidet, wenn ich Dich, nackt und bloß am Kreuze hangend, ansehe! Nimm mich, o Jesu! in Dein eröffnetes Herz hinein; Dir gehöre ich ganz und gar zu. Anders nicht, als Dir, o Jesu! verlange ich zu leben und zu sterben. Vater unser. Ave Maria. Gefrenzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! XIII. Station. Geheimniß. Jesus wird vom Kreuze abgenommen und in den Schooß Mariä gelegt. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset. dim Betrachtung. 108 od not thim Vom Kreuze hat Jesus nicht wollen herabsteigen, sondern an demselben verharren bis an das Ende. Da er aber nach seinem Tode vom Kreuze herabgenommen worden, hat Er, gleich wie lebendig, also auch todt in dem jungfräulichen Schooße Mariä, seiner liebsten Mutter, liegen wollen. Sei beständig im Guten und laß nicht von dem Kreuze! Wer verharret bis an das Ende, der wird selig sein. Bedenke dabei, wie rein jenes Herz sein soll, von welchem der zarte Frohnleichnam Jesu Christi im hochheiligen Sakrament des Altars empfangen wird. Anmuthung. O Jesu! ich bitte Dich demüthigst, laß mich von Deinem heiligen Kreuze nicht los; ich verlange, daran zu leben und zu sterben. Erschaffe in mir ein reines Herz, damit ich mittelst der heiligen Com= 102 munion Deinen allerheiligsten Leib würdig empfangen möge, auf daß Du in mir und ich in Dir verbleibe und nimmermehr von Dir abgesondert werde. Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! # $ 1002959 XIV. Station. Geheimniß. Der heil. Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich; denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöſet. Betrachtung. Der Leichnam Christi wird in ein fremdes Grab gelegt. Er, der am Kreuze nicht hatte, wo Er sein allerheiligstes Haupt hinlegte, hat auch sogar kein eigenes Grab auf der Welt, weil Er nämlich von dieser Welt nicht war. Du, der du von dieser Welt eine so hohe Meinung hast, bist du nicht von dieser Welt? Verachte die Welt, damit du mit derselben nicht zu Grunde gehest! ud med sind Anmuthung. olors this sid O Jesu! Du hast mich auserwählt von der Welt; was soll ich denn suchen in der Welt? Du hast mich erschaffen zum Himmel; was soll ich denn in der Welt verlangen? Ferne von mir, o Welt, mit deinen Eitelkeiten! Auf dem Kreuzeswege, welchen mir mein Heiland und Erlöser mit seinen gebenedeiten Fußstapfen gebahnet hat, werde ich meinem Vaterlande, dem Himmel, zuwandern. Dort soll meine Wohnung sein in Ewigkeit!** Vater unser. Ave Maria. Gekreuzigter Herr Jesu Christe! erbarme Dich meiner! Aufopferung. O gütigster Herr Jesu Christe! ich sage Dir demüthigsten Dank für die große Barmherzigkeit, 103 welche Du mir auf diesem Kreuzwege verliehen hast Ich opfere Dir denselben auf zur Verehrung Deines bittern Leidens und Sterbens, zur Verzeihung meiner Sünden und zur Nachlassung der verdienten Strafen, zu Hilfe und Trost der armen Seelen in dem Fegfeuer. Endlich bitte ich Dich, o Jesu! demüthig, Du wollest Dein heiligstes Blut, Dein bitteres Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht lassen verloren werden! Amen. Andacht zum heiligsten Herzen Jeſu. Gebet der heil. Maria Margaretha Alacoque. O ewiger Vater! durch das Herz Jesu, der mein Leben, meine Wahrheit und mein Weg ist, komme ich zu Dir und bete Dich durch dieses anbetungswürdige Herz an für alle Menschen, die Dich nicht anbeten; ich liebe Dich für Alle, die Dich nicht lieben; ich erkenne Dich als Gott für Alle, die Dich aus freiwilliger Blindheit nicht als Gott erkennen wollen; ich verlange den Pflichten, welche alle diese gegen Deine Hoheit haben, durch dasselbe genug zu thun und deßhalb durchzieh' ich im Geiste die ganze Welt, aufsuchend die mit dem kostbaren Blute meines Bräutigams erlösten Seelen, um durch dieses heiligste Herz für sie genug zu thun; ja, alle diese Seelen umfange ich und opfere sie Dir auf durch dieses heil. Herz Jesu, mit der Bitte, Du wollest sie durch dessen Verdienste bekehren. O ewiger Vater! gestatte doch nicht, daß diesen Seelen mein Jesus noch länger unbekannt bleibe, und gib Gnade, daß sie nun ganz für denjenigen leben, der für sie alle gestorben ist! Daß sie dieses Leben noch nicht haben, siehst Du, und deßhalb bitte 104 ich inständig durch dieses anbetungswürdige Herz um die Gnade dieses Lebens. Ganz besonders aber opfere ich mit diesem heiligsten Herzen Deiner göttlichen Hoheit auf Deine Diener N. N., mit der Bitte, Du wollest sie mit Deinem Geiste erfüllen, damit sie durch die Vermittlung jenes heiligsten Herzens ewig bei Dir zu sein verdienen. Und Du, mein Geliebter! Du weißt ja Alles, was ich Deinem Vater durch Dein göttliches Herz zu sagen verlange, und so wie ich es Deinem Vater sage, sage ich es auch Dir, weil Du im Vater bist und der Vater in Dir ist; bringe also Du mit ihm all dieſes zu Stande! Was soll ich Dir aber erwiedern, o mein göttlicher Bräutigam! für die unzählbaren mir erwiesenen Wohlthaten, wie gebührenden Dank sagen? Dieß will ich nun durch deine göttliche Mutter thun, und deßhalb opfere ich Dir auf das heiligste Herz Deiner jungfräulichen Mutter, wie ich dem himmlischen Vater das Deinige aufgeopfert habe. Durch dieses heiligste Herz Deiner Mutter, welches von Liebe zu Dir ganz entzündet ist, liebe ich Dich, und: opfere ich Dir Alles, was sie auf Erden für Dich dachte, fühlte, that und litt, um hiedurch für alle schon empfangenen Gnaden den schuldigen Dank zu sagen und um fernere, zur Besserung meines Lebens und zur Heiligung meiner Seele nöthige Gnaden zu erbitten. Amen. 1 Gebet zum heiligsten Herzen Jesu um einen glückseligen Tod. O barmherziger Jesus! als ein so armer Sünder habe ich Ursache, beim Gedanken an den Tod, der meiner vielen Sünden wegen ganz sicher unglückselig erfolgen dürfte, zu zittern. Was könnte ich nun Besseres thun, um mein hierüber geängstigtes Herz 105 zu beruhigen, als in Deinem heiligsten Herzen eine sichere Zufluchtsstätte zu suchen! Deßhalb flüchte ich vertrauensvoll in dieses Dein heiligstes Herz, als in die Arche meines Heiles mit der herzlichsten Bitte, Du wollest mich im lepten, für eine ganze Ewigkeit entscheidenden Augenblicke, gegen alle Anfälle des bösen Feindes, der nach geheimer Offenbarung Kap. 12, 12- im großen Zorne sich einfinden wird, wissend, daß er wenige Zeit mehr hat, beschüßen, vertheidigen und nicht verlassen, wo mich Alles, Freunde und Bekannte, verlassen werden. O heiligstes Herz Jesu! Durch Deinen bitteren Todeskampf bitte ich, Du wollest mir die Gnade verleihen, daß ich mich durch ein frommes und heiliges Leben zu einem glückseligen Tode bereite, daß die leßte Handlung meines Herzens eine vollkommene Reue über meine vielen Sünden und die reinste Liebe zu Dir sein möge, und ich so in Dir meinen Geist aufzugeben und die süße Stimme vernehmen zu können gewürdiget werde: „ Komm, o Gebenedeiter meines Vaters! Amen. Immerwährender Bund zum Lobe des göttlichen Herzens Jesu. Oheiligstes Herz Jesu, das alle Liebe und alles Lob der Engel und Menschen, die je gewesen sind und noch sein werden, verdient! auch ich armer Sünder wünsche sehnlichst, Dich immerdar zu lieben und zu loben. Weil ich aber erkenne, daß zul schwach bin, um den vielen Anfällen der Feinde und den verdorbenen Neigungen des Herzens zu widerstehen, so vereinige ich mein Herz mit dem Deinigen zu einem ewigen Bunde und wünsche, daß Alles in und außer mir- alle Kräfte, Reden, Handlungen, Bewegungen, Herz- und Pulsschläge nur zu Deinem Lobe und zur immerwährenden Erneuerung 106 des Lobspruches sei: Gelobt, geliebt und gepriesen sei das liebreichste Herz Jesu von mir und allen Geschöpfen jegt und immer und in alle Ewigkeit. Amen. Am Samstage. Rosenkranz von der unbefleckten Empfängniß der allerfeligsten Jungfrau, mi unserer barmherzigsten Mutter. ( Wer den gnadenvollen ersten Augenblick im Leben der heil. Jungfrau andächtig verehrt, den wird Maria in seinem letzten Augenblicke nicht verlassen.) ame Dieser Rosenkranz besteht aus einer Medaille und drei Gesäßzlein, wovon jedes ein kurzes Gebet, ein Vater unser und 4 Ave Maria hat. Bei der Medaille spricht man nachstehende Worte: V. O Gott! merke auf meine Hilfe. B. Herr, eile mir zu helfen. Ehre sei Gott dem Vater 2c. dmit O Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen. 116 Hierauf sagt man folgendes Gebet: I. Ewiger, göttlicher Vater, ich bete Dich in tiefster Demuth an, und aus meinem ganzen Herzen danke ich Dir für jene höchste Macht, mit welcher Du die seligste Jungfrau Maria, Deine geliebteste Tochter, vor der Erbfünde bewahrt hast. Sodann betet man ein Vater unser mit vier Ave Maria und Ehre sei Gott dem Vater 2c. am Ende; vor jedem Ave Maria aber sagt man: Es sei gebenedeit die heilige, unbefleckte und reinste Empfängniß der seligsten Jungfrau Maria. II. Ewiger, göttlicher Sohn, ich bete Dich in tiefster Demuth an, und aus meinem ganzen Herzen danke ich Dir für jene unendliche Weisheit, mit 107 welcher Du die seligste Jungfrau Maria, Deine wahre und süßeste Mutter, vor der Erbsünde bewahrt hast. Sodann betet man ein Vater unser 2c.( wie oben). III. Ewiger, göttlicher Geist, ich bete Dich in tiefster Demuth an, und aus meinem ganzen Herzen danke ich Dir für jene unermeßliche Liebe, mit der Du die seligste Jungfrau Maria, Deine reinste Braut, vor der Erbsünde bewahrt hast. Hierauf betet man ein Vater unser 2c.( wie oben). Am Ende spricht man: Heiligste Dreieinigkeit, ich bete Dich in tiefster Demuth an, und aus ganzem Herzen danke ich Dir für jenen einzigen Vorzug, den Du der gebenedeiten und glorwürdigen Mutter der seligsten Jungfrau, der heiligen Anna, verliehen hast, indem sie die einzige unter allen auf natürliche Weise fruchtbaren Müttern war, die ein von der Erbschuld ganz reines Kind zur Welt gebracht hat. Hierauf sagt man dreimal: Ehre sei Gott dem Vater u.s. w. Ablässe. So oft die Worte: Es sei gebenedeit die heilige, unbefleckte und reinste Empfängniß der allerseligsten Jungfrau Maria! andächtig und reumüthig wiederholt, gewinnt man 100 Tage Ablaß. Außerdem hat Pius IX. durch Nescript vom 9. Januar 1852 demjenigen 100 Tage Ablaß verliehen, der dieses Nosenkränzlein mit reumüthigem Herzen betet, und vollkommenen Ablaß jenen, die es einen ganzen Monat lang täglich andächtig sprechen und nach verrichteter heiliger Beicht und Communion nach der Meinung Seiner Heiligkeit beten. So oft man die Medaille küßt mit den Worten: O Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen, kann man weitere 100 Tage Ablaß gewinnen. ( Das Rosenkränzlein muß jedoch von einem dazu bevollmächtigten Priester geweiht sein.) Lauretanische Litanei. hlour da rden Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! 108 Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Deilige Jungfrau der Jungfrauen. Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du reinste Mutter, Du keuschefte Mutter, Du unverletzte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebenswürdige Mutter, od wis sid thDE Du bewunderungswürdige Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weifeste Jungfrau, Du verehrungswürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Siß der Weisheit, Du Ursache unserer Freude, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Roſe, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Bitt für uns! 109 Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Bekenner, no dis Christe, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. 3100 19 O Du Lamm Gottes zc., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Laßt uns beten. Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, dit ztion Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Bitt für uns! Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von aller Gefahr. Odu glorwürdige und ge= benedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. d Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, ergieße Deine Gnade in unsere Herzen, damit wir, die wir durch die Bot 110 schaft des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt haben, durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden: durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Bitt für uns, o allerseligster Joseph! Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner allerheiligsten Gebärerin geholfen werden, damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte gegeben werde, der Du lebest und regierest Gott in Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßt seist Du Königin, Mutter der Barmherzigkeit! Unseres Lebens Süßigkeit, unsere Hoffnung sei gegrüßt! Zu Dir schreien wir elende Kinder Eva, zu Dir seufzen wir, trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. Sei auch unsere Fürsprecherin, wende Deine barmherzigen Augen zu uns und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. In aller Trübsal, Angst und Noth komme uns zu Hilfe, o allerseligste Jungfrau Maria! Amen. Maria, die ewige Jungfrau mit ihrem milden Kinde, wolle uns alle benedeien und segnen. Von dem schnellen und unversehenen Tod und von aller Gefährlichkeit erlöse uns Gott der Vater, Gott † der Sohn, und Gott der heil. Geist. Amen. 111 Gebet zu den ( Die schmerzhafte sieben Schmerzen Maria's um ein seliges Ende. rifolion Gottesmutter entläßt Niemand ungetröſtet). Der erste Schmerz. Gedenke, o allerbetrübteste Mutter Maria, was für ein Herzeleid Du empfandest, als Dein lieber Sohn von Dir Abschied nahm, der das Leben und der ganze Trost Deines Herzens war. Ach, wie jammervoll warst Du, als Du zum letzten Mal Deinem einzigen Kinde nm den Hals fielest und den Abschiedskuß gabest! Ich bitte Dich, o Maria, durch die bitteren Thränen, die Du damals vergossen, erbarme Dich über meine arme fündige Seele, wenn sie von diesem sterblichen Leibe wird abscheiden! Erinnere Dich alsdann dieses meines Gebetes, und wegen Deines traurigen Abschiedes begleite mich in meinem Abschiede von dieser Welt. Amen. THEA 12 Der zweite Schmerz. Gedenke, o allertraurigste Jungfrau Maria, an Deinen großen Jammer, als Du die Gefangennehmung Deines lieben Sohnes erfuhrest. Ich bitte Dich durch die Größe Deines Schmerzes, den damals Deine Seele leiden mußte, und durch alles Elend, das Du in dieser traurigen Charfreitagsnacht gelitten, stärke mich in der Nacht meines Todes und in den Schrecken meiner letzten Stunde, und bewahre mich, daß ich nicht in Kleinmuth falle. Amen. Der dritte Schmerz. Gedenke, o allermitleidigste Jungfrau Maria! der unaussprechlichen Qualen, die Du mit Deinem lieben Sohne ausgestanden, als Du ihn nackt an die Säule gebunden und so grausam geißeln sahest. Ach! Univ.- Bibl. Giessen 112 was hat da Dein treues mütterliches Herz gelitten! Wie hat jeder Geißelstreich Dich selbst so schmerzlich getroffen. Um dieser Marter willen erbarme Dich meiner, o Maria! und trage auch mit mir armen Sünder Mitleiden in meinen Nöthen, besonders aber in meinen lezten Stunden, gleichwie Du mit Deinem zerfleischten Kinde Mitleiden getragen hast. Laß meine arme Seele nicht verloren gehen, für welche Dein geliebter Sohn so viel gelitten hat. Opfere ihm auf seine schmerzliche Geißelung, die er für mich freiwillig erduldet, daß ich dadurch Gnade erlange und vor dem ewigen Tode bewahret werde. Amen. nian Der vierte Schmerz. Gedenke, o schmerzhafteste Mutter Maria! an jene traurige Stunde, als Dein heiliger, gebenedeiter Sohn mit Dornen gekrönt und voll blutender Wunden von Pilatus gleich einem verurtheilten Sünder dem Volke gezeigt wurde. Ach! wie haben diese Dornen Dein mitleidiges Herz durchstochen, wie warst Du innerlich bewegt, als Pilatus sprach: Sehet diesen Menschen! Ja, siehe an diesen Menschen, o Maria! und gedenke, daß es Dein eingeborner Sohn ist, der um meinetwillen Solches hat leiden wollen! So trage denn Sorge um mich, damit das Leiden DeinesSohnes an mir nicht verloren gehe, sondern zum Heile meiner Seele gereiche. Amen. Der fünfte Schmerz. Gedenke, o süßeste Jungfrau Maria! des unnennbaren Mitleides, das Du mit Deinem Sohne hattest, als er Dir mit dem schweren Kreuze beladen begeg= nete. Ach! wie groß war da Dein Leid, so groß, daß eine menschliche Zunge es gar nicht aussprechen kann, weil noch nie ein menschliches Herz solches 113 je empfunden! Durch das scharfe Schwert, das damals Deine Seele durchdrang, und durch alle Herzensqual, die Du ausgestanden, bitte ich Dich, daß Du auch gegen mich mitleidig sein wollest, wenn einmal mein Leib und meine Seele von einander scheiden müssen. Amen. Der sechste Schmerz. Gedenke, o allertreueste Mutter Maria! was für ein entseglicher Schmerz durch Dein heil. Herz ging, als Du den ersten Hammerschlag bei der Annaglung Deines Sohnes hörtest! Ach! wie zerriß und zerschlug er Dir das Herz! Ach, wie war Dir jetzt, als Du aufblickend Deinen Sohn, den Du so sorgsam gepflegt, am Kreuze hängen sahest! O Maria, wenn auch ich einst von den Schmerzen des Todes an mein hartes Sterbebett gefesselt bin, habe dann ein mütterliches Mitleid mit mir, wie ich jetzt auch ein wahres kindliches Mitleid trage mit Deinem Leiden, und erbarme Dich meiner. Amen. t Der siebente Schmerz. Gedenke, o gnädigste Jungfrau Maria, was Du in den drei schmerzlichen Stunden gelitten, da Du unter dem Kreuze Deines gebenedeiten Sohnes standest. Ach! wie schnitten die sieben Worte des sterbenden Heilandes durch Dein mütterliches Herz! Wie grausam littest Du in dem bittersten Tode Deines Jesu! Um dieser Schmerzen, um dieser allergrößten Noth willen, welche Du unter dem Kreuze Deines Sohnes gelitten, sei eingedenk, o Maria, daß Du auch mir, Deinem unwürdigen Kinde in seinen Todeskämpfen beistehen und mich in meiner letzten Noth trösten und stärken wollest. Durch den allerbittersten Tod Deines Sohnes Jesu flehe ich zu Dir, erwerbe mir von ihm Kathol. Krankenbuch. 8 114 eine gnädige Sterbstunde und eine selige Ewigkeit. Amen. Litanei von den sieben Schmerzen der allerfeligsten Jungfrau Maria. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Obetrübte Mutter Maria, O Maria, die Du zu Bethlehem in keiner Herberge Platz gefunden, Die Du in einem Stalle hast einkehren müssen, Die Du Deinen eingebornen Sohn in eine Krippe haft legen müssen, Die Du Deines Sohnes Beschneidung mitleidig haſt angesehen, Die Du hast hören müssen, Dein Sohn werde ein Zeichen sein, dem Viele widersprechen, Die Du von dem greisen Simeon gehört, daß ein Schwert Deine Seele durchdringen werde, Die Du über den Mord der unschuldigen Kinder bitterlich geweinet, Die Du nach Egypten fliehen und Dich dort kümmerlich mit Deinem Kinde haft aufhalten müssen, Die Du Dein verlorenes, zwölfjähriges Kind drei Tage mit Schmerzen aufgesucht, Die Du des Judas grausamen Haß und Neid gegen Deinen Sohn hast erfahren müssen, Die Du zu Jerusalem nach dem Abendmahle einen so traurigen Abschied von Deinem Sohne genommen, Die Du gehört, daß Dein Sohn von Judas verrathen und verkauft ward, Die Du erfahren, daß Dein Sohn dem Annas als Missethäter vorgestellt ward, Bitt für uns! 115 Die Du vernommen, daß Dein Sohn vor dem Hohenpriester Kaiphas fälschlich angeklagt ward, Die Du gehört, daß Dein Sohn in sein gebenedeites Angesicht mit einem grausamen Backenstreiche geschlagen ward, Die Du gesehen, wie Dein Sohn von den Schergen mißhandelt und zu Pilatus geführt ward, Die Du gehört, daß Dein Sohn von Allen zum Tode begehret ward, Die Du gesehen, wie Dein Sohn von Herodes mit einem weißen Kleide verspottet ward, Die Du hast dulden müssen, daß der Mörder Barrabas Deinem Sohne vorgezogen ward, Die Du Deinen Sohn mit Ruthen und Geißeln schrecklich zerfleischt, mit einem Spottgewande bedeckt und mit Dornen gekrönt gesehen, Die Du das ungerechte Urtheil gegen Deinen Sohn aussprechen hast hören müssen, Die Du Deinem Sohne, da Er mit dem schweren Kreuze beladen war, begegnet biſt, Die Du Deines Sohnes Hände und Füße mit groben Nägeln hast durchbohren hören, Die Du Deines Sohnes letzten Schrei am Stamme des heiligen Kreuzes tief betrübt vernommen, Die Du bei dem Todeskampf mit zerrissenem Herzen gestanden, Die Du den Leichnam Deines Sohnes in Deinen mütterlichen Schooß empfangen, Die Du von dem, in's Grab gelegten Leichnam Deines Sohnes traurig und trostlos Dich getrennt haſt, O Du Spiegel aller betrübten Seelen, O Du Helferin aller Kranken, O Du Stärke aller Schwachen, O Du Trösterin aller Kleinmüthigen, O Du Zuflucht der Sünder, Du allermitleidigste Mutter, O Du Königin aller Martyrer, Bitt für uns! Durch Deine Fürbitte, errette uns, o königin der Martyrer! Durch das bittere Leiden und Sterben Deines Sohnes errette uns, o Königin der Martyrer! 8* 116 Von übermäßiger Traurigkeit, errette uns, o Königin der Martyrer! Von gefährlicher Kleinmüthigkeit, errette uns, o Königin der Martyrer! Von aller Gelegenheit und Gefahr zu sündigen, errette uns, o Königin der Martyrer! Von den heimlichen Nachstellungen des Teufels, errette uns, o Königin der Martyrer! Von der Herzenshärtigkeit, errette uns, o Königin der Martyrer! Von der Unbußfertigkeit, errette uns, o königin der Martyrer! Von einem jähen und unversehenen Tode, errette uns, o Königin der Martyrer! Von der ewigen Verdammniß, errette uns, o königin der Martyrer! Wir arme Sünder, Daß Du den allgemeinen Hirten der Kirche Sammt seinen Schäflein im wahren Glauben durch Deine Fürbitte erhalten wolleſt, Daß Du Alle in der göttlichen Liebe und Hoffnung erhalten wollest, Daß Du uns von Deinem Sohne vollkommene Reue und Leid über unsere Sünden erlangen wollest, Daß Du Allen, die Dich in ihrer Noth anrufen, Trost und Hilfe verleihen wollest, Daß Du in unserm Todeskampf uns beistehen und beschüßen wollest, Daß Du uns ein seliges Ende erlangen wolleſt, O Du allerschmerzhafteste Mutter! Wir bitten dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Ave Maria 2c. y. In all unserer Trübsal und Angst B. Komm uns zu Hilfe,» allerseligste Jungfrau Maria! 117 Gebet. Verleih uns gnädig, o Herr Jesu Christe! daß die gebenedeite Jungfrau Maria, Deine liebe Mutter, bei Deiner göttlichen Majestät für uns arme Sünder in all unserer Noth und Betrübniß, insbesondere aber in der Stunde unseres Absterbens eine gütige Fürsprecherin sei, sowie sie bei Deinen Leiden hier auf Erden stets so mitleidig gewesen und so oft um Deinetwillen herzlich ist betrübt worden, vornehmlich damals, als Du, o Jesu, am Stamme des heiligen Kreuzes Deinen Geist hast aufgegeben- damit wir durch ihre kräftige Fürbitte von Dir, o barmherzigster Jesu! Gnade und Stärke erlangen, all unser Kreuz und unsere Trübsal geduldig zu ertragen, und mit Dir und Deiner glorwürdigen Mutter sammt allen Auserwählten uns nach diesem armseligen Leben in Deinem Reiche uns ewig erfreuen mögen, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet zur schmerzhaften Mutter Gottes. O allerbetrübteste Jungfrau und Mutter Gottes Maria! die Du Niemand verstoßest, Niemand verachtest, und keinen, der mit reuigem Herzen zu Dir kommt, ungetröstet von Dir laffest, siehe, ich betrübter Sünder komme mit herzlicher Andacht zu Dir und begehre, Dich findlich zu verehren und anzurufen. O Du mitleidigste Mutter Maria! Du weißt gar wohl wie es einem betrübten Herzen zu Muthe ist, weil Du auf Erden so viel Betrübniß gelitten hast. Ach, was für ein unaussprechliches Herzeleid littest Du damals, als Du Deinen todten Sohn auf Deinem Schooße hattest und seinen Leichnam, vom Haupte bis zu den Füßen voller Wunden, betrachtetest! Ach! 118 wer könnte sagen, was da Dein mütterliches Herz empfand, und wie viele bittere Zähren Du geweinet hast. Du umfingst ihn mit Deinen jungfräulichen Armen, drücktest seinen todten Leib ganz innig an Dein mütterliches Herz, legtest Dein todtkrankes Haupt auf sein erbleichtes Angesicht, während Deine Seele so mit Bitterkeit erfüllet war, daß alle Bitterkeit dieser Welt nicht kann damit verglichen werden. Gedenke, o mitleidigste Mutter Maria, an alle diese Schmerzen, die Du um Deinen lieben Sohn ausgestanden! Durch alle diese bitte ich Dich, Du wollest auch mir Mitleid erzeigen und mich in meinem betrübten Zustande trösten. O Maria! auf Deinen mütterlichen Schooß lege ich alle meine Anliegen und all meinen Kummer, in Dein mitleidiges Herz versenke ich alle meine Sorgen und Seufzer. Laß mich doch nicht ungetröstet von Dir hinweggehen, Du Trösterin der Betrübten, da Du ja schon so viele Sünder getröstet und erhöret hast. Ich bitte Dich, o Maria! hilf mir bei Gott Gnade erlangen und Erhörung meiner inständigen Bitten. Nimm den verwundeten Leib Deines Sohnes auf Deine Arme, zeige ihn in solcher Gestalt dem himmlischen Vater, wie er auf Deinem Schooße lag, und bitte ihn durch Alles, was er sammt Dir gelitten, daß er mir Barmherzigkeit erzeige und mich von allem Uebel des Leibes und der Seele erlöse. Amen. 4. Gebete für die Festzeiten. Im Advente. Vater im Himmel! welch heilige Erinnerungen führt uns diese anmuthige Adventzeit ins Gedächt 119 niß zurück. Recht lebendig will darum auch ich im Geiste mich in den alten Bund zurückverseßen, in welchem die Patriarchen, Propheten und frommen Israeliten mit so großer Sehnsucht der Ankunft des Messias entgegensahen und voll der süßesten Hoff= nung seufzten: Thauet, Himmel, den Gerechten, und ihr Wolken regnet ihn herab! Mit Bewunderung und Dank bete ich an Deine Weisheit und Liebe, womit Du schon vor der Sendung Deines göttlichen Sohnes dem Menschengeschlechte tröstend zu Hilfe kamst und freue mich der Gnadenfülle, die im neuen Bunde uns Christen zu Theil wurde. Auch ich armer kranker Mensch darf an Deiner Barmherzigkeit und Güte, o Gott! zu feiner Zeit zweifeln, sondern fest auf sie vertrauen in Noth und Tod; und das ist es eben, was mir Kraft und Muth verschafft, während dieser heiligen Zeit durch ein stilles, Dir ergebenes Leiden, durch besseres Nachdenken über mein bisheriges Verhalten, durch aufrichtige Reue und Buße auf das hohe Fest der Geburt unsers Heilandes mich vorzubereiten, auf daß Jesus Christus in seiner Liebe und Erbarmung neu geboren werde in meinem Herzen. Von ihm steht ja bei Deinem Propheten geschrieben:, Saget den Kleinmüthigen: Fürchtet euch nicht, sondern seid voll froher Hoffnung; denn Gott, Er selbst wird kommen und euch erlösen. Auf Weihnachten. Sei mir herzlich gegrüßt, du stille, heilige Zeit, in welcher geboren wurde Jesus, der genannt wird Christus; sei mir gegrüßt, du ärmlicher Stall zu Bethlehem, der da eingeweiht wurde zum ersten Tempel jenes ewigen Wortes, das Fleisch geworden und unter uns gewohnt hat; sei mir gegrüßt, du 120 geheiligte Krippe, worin gleichwie auf einem Altare in Windeln gewickelt, das Lämmlein Gottes lag, dem die Schaar der Engel zum Geburtsliede sang: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Sei mir aber ganz besonders in tiefster Anbetung und Ehrfurcht tausendmal gegrüßt, Heiland der Welt! der Du auch mir Friede und Freude gebracht, der ich voll des Glaubens, der Hoffnung und Liebe hier auf diesem Thränenlager zu Dir bete. Du bist ja auch für mich geboren und Lehrest mich aus der Krippe schon, alles Ungemach und alle Leiden mit Geduld zu ertragen. O göttliches Kind, welches mit Armuth und Noth, mit des Winters Frost und Kälte und mit gar mannigfachen Schmerzen schon beim Eintritt in die Welt zu kämpfen hatte, laß auch mich die Härte meiner Krankheit ohne Murren und Klagen Dir zu Lieb erdulden und sie dadurch recht verdienstlich machen für's ewige Leben. Heilige Gottesgebärerin Maria! Heiliger Nährvater Joseph! theilet eure Frenden und Leiden mit mir; laffet mich euch überallhin begleiten, wohin ihr mit dem göttlichen Kinde ziehet; tröstet und er= quicket mich, wie die Hirten und Weisen, wie Simeon und Anna, nur mit einem Anblicke des himmlischen Kindes, und ich werde gesund und frohlockend von dannen ziehen, oder im Frieden von hinnen scheiden. Amen. Sei willkommen! Sei willkommen, Trost der Frommen Du, o süßes Jefulein! Heil und Leben Willst uns geben Du, o liebstes Kindelein! Unsre Sonne, Licht und Wonne, Du, o herzig Jeſulein! Seelenweide Herzensfreude, Du geliebtes Kindelein! Sei umfangen Mit Verlangen Du, o theures Jesulein! Bei uns wohne, In uns throne, Du, o Himmelskindelein! 121 Uns regiere, Zu Gott führe Du, allmächtig Jesulein! Daß wir droben Ewig loben Dich, o liebstes Jeſulein! Deine Hände Zu uns wende, Du, o bestes Jeſulein! Ew'ges Leben Kannst Du geben, Du allgütig' Kindelein. Litanei vom allerheiligsten Namen Jeſu. ( 300 Tage Ablaß.) Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Jesu, höre uns! Jesu, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Du Abglanz des Vaters, Jesu, Du reiner Glanz des ewigen Lichtes, Jesu, Du König der Herrlichkeit, Jesu, Du Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria, Du liebenswürdiger Jesu, Du wunderbarer Jesu, Jesu, Du starker Gott, Jesu, Du Vater der zukünftigen Ewigkeit, Jesu, Du Verkündiger des großen Nathschlusses, Jesu, Du Mächtigster, Jesu, Du Geduldigster, Jesu, Du Gehorsamſter, Jesu, sanft und demüthig von Herzen, Jesu, Du Liebhaber der Keuschheit, Erbarme Dich unser! 122 Jesu, Du Liebhaber des Menschengeschlechts, Jesu, Du Gott des Friedens, Jeju, Du Urheber des Lebens, Jesu, Du Vorbild der Tugenden, Jesu, Du Eiferer der Seelen, Jesu, Du unser Gott, Jesu, Du unsere Zuflucht, Jesu, Du Vater der Armen, Jesu, Du Schazz der Gläubigen, Jesu, Du guter Hirte, Jesu, Du wahres Licht, Jesu, Du ewige Weisheit, Jesu, Du unendliche Güte, Jesu, Du unser Weg und Leben, Jesu, Du Freude der Engel, Jesu, Du König der Patriarchen, Jesu, Du Meister der Apostel, Jesu, Du Lehrer der Evangelisten, Jesu, Du Stärke der Martyrer, Jesu, Du Licht der Bekenner, Jesu, Du Reinigkeit der Jungfrauen, Jesu, Du Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig. Verschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig. Erhöre uns, o Jesu; Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von Deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Vernachlässigung Deiner Einsprechungen, Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Durch Deine Kindheit, Durch Dein göttliches Leben, Durch Deine Mühen und Arbeiten, Durch Deinen Todeskampf und Dein Leiden, Durch Dein Kreuz und Deine Verlassenheit, Durch Deine Todesschwächen, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine Auferstehung, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jesu! Durch Deine Himmelfahrt, erlöse uns, o Jesu! Durch Deine Freuden, erlöse uns, o Jesu! Durch Deine Herrlichkeit, erlöse uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesu! - 123 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,- erbarme Dich unser, o Jesu! Jesu, höre uns! Jesu, erhöre uns! - Laßt uns beten. O Herr Jesus Christus, der Du gesagt hast, bittet und ihr werdet empfangen; suchet und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgethan werden: wir bitten Dich, gib uns auf unser Flehen den Geist Deiner göttlichen Liebe, damit wir Dich mit ganzem Herzen, in Wort und That lieben, und nimmermehr von Deinem Lobe ablaffen. Laß uns, o Herr, Deinen heiligen Namen immerdar fürchten und lieben, weil Du niemals denen Deine Leitung entziehst, die Du in Deiner Liebe befestigest. Durch Jesum Christum Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. In der Fastenzeit. St. Augustinus über den Tod des Herrn. Meine ganze Hoffnung ruht auf dem Tode des Herrn. Sein Tod ist mein Verdienst und meine Zuflucht, mein Heil, mein Leben und meine Auferstehung. Die Menge meiner Sünden vermag mich nicht zu schrecken, wenn mir der Tod des Herrn vor die Seele tritt, denn meine Sünden vermögen ihn nicht 124 zu überwältigen. Lanze und Nägel rufen mir zu, daß ich wahrhaft mit Christus ausgeföhnt bin, wenn ich Ihn liebe. Longinus hat mir mit dem Speere die Seite Christi eröffnet, und ich bin hineingegangen, und ruhe daselbst in Sicherheit und in Frieden. Wer fürchtet, der liebe; denn die Liebe treibt die Furcht hinaus. Es gibt kein so kräftiges und wirksames Heilmittel gegen das Feuer der Unlauterkeit, als der Tod meines Erlösers ist. Am Kreuze streckt Er seine Arme aus, breitet Er seine Hände aus, bereit, den Sünder zu umarmen. In der Umarmung meines Heilandes will ich leben, und wünsche ich zu sterben. Dort werde ich in Sicherheit singen:„ Ich will Dich erheben, Herr! denn Du haft mich aufgenommen, Du hast meine Feinde sich nicht freuen lassen über mich." Pf. 29, 2. Bitte um fruchtbringende Betrachtung des Leidens Chriſti. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! Du blutetest für mich am Kreuze; siehe, ich liege im Staube vor Deinem Kreuze. Um Eines bitte ich Dich laß mich inniges, heilbringendes Mitleid mit Dir und mit Deiner geliebtesten Schmerzensmutter empfinden; laß mich mit Johannes unter dem Kreuze Ströme von Thränen an dem Fuße Deines Kreuzes vergießen, an dem Dein Blut für mich herabströmt. - O Du! von dem jede gute Gabe kömmt, erfülle dieses mein Verlangen zu Deiner Verherrlichung. Du, o meine Liebe am Kreuze! Deine Mutter und Dein Liebling Johannes neben dem Kreuze sollet mir stets im Herzen sein. Mein Herz muß sich immer mehr in der Liebe zu Euch erweitern, meine Em 125 pfindung muß immer mehr Eins mit der eurigen und mein Leben mit dem euern immer gleicher werden. Deine Kreuzigung sei meine Betrachtung, und die Schmerzen Deiner Mutter seien für mich ein Trost; die Thränen Deines Lieblings sollen für mich fließen: Wie könnte mein Auge Deinen schandervollen Tod ansehen, ohne daß mein Herz in Schmerzen zerfließen sollte? So oft ich Dein Leiden betrachte, Deine lezten Worte und Seufzer höre, oder Dich am Kreuze sehe; laß mich jene innigen Gefühle des Mitleides, der Liebe und des Gehorsams empfinden, womit Du so viele Fromme gelabet hast. ( Thomas von Kempis.) Litanei vom Leiden Jesu Christi. Herr, erbarme Dich unser! Herr erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott, Vater im Himmel, Gott, Sohn, Erlöser der Welt, Gott, heiliger Geiſt, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Jesu, der Du uns Menschen bis zum Ende geliebet, Jesu, niedergesunken auf Dein heiliges Angesicht, Jesu, in der Todesangst mit Blutschweiß überronnen, Jesu, vom Engel gestärket, Jesu, vom treulosen Judas mit einem Kusse verrathen, Jesu, von den Knechten mit Stricken gebunden, Jesu, von Deinen Jüngern verlassen, Jesu, dem Annas und Kaiphas als Missethäter vorgeſtellt, Jesu, vom Knechte des Hohenpriesters in's Angesicht geschlagen, Jesu, von falschen Zeugen angeklagt, Jesu, des Todes schuldig erklärt, Jesu, verspottet, angespieen, verhüllt und verhöhnet, Erbarme Dich unser! 126 Jesu, von Petrus dreimal verläugnet, Jesu, gebunden dem Pilatus überliefert, Jesu, von Herodes in einem weißen Kleide verspottet, Jesu, dem Mörder Barabas nachgesetzt, Jesu, mit Geißeln geschlagen und zerfleischet, Jesu, mit dem Purpurmantel schimpflich bekleidet, Jesu, mit Dornen gekrönet, Jesu, mit dem Rohr auf's Haupt geschlagen, Jesu, von den Juden mit einhelligem Geschrei zum Kreuze gefordert, Jesu, zum schimpflichsten Tode verdammt, Jesu, mit der Last des Kreuzes beladen, Jeju, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, Jesu, unter der Last des Kreuzes oftmal zusammengesunken, Jesu, Deiner Kleider beraubt, Jesu, mit Nägeln an's Kreuz geschlagen, Jesu, am Kreuze noch von den Juden verspottet und geläſtert, Jesu, mit Galle und Essig getränkt, Jesu, Dein Haupt in den Tod neigend, Jesu, mit einer Lanze durchbohrt, Sei uns gnädig! Berschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Jesu! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von Pest, Hunger und Krieg, Von allen Gefahren des Leibes und der Seele, Vom ewigen Tode, Durch Deinen heiligen Angstschweiß, Durch Deine schmerzliche Geißelung, Durch Deine schimpfliche Krönung, Durch Deine mühselige Kreuztragung, Durch Deine grausame Kreuzigung, Durch Deine heiligen Wunden, Durch Deinen bittern Tod, In der Stunde unseres Todes, Am Tage des Gerichtes, Wir Sünder. Wir bitten Dich, erhöre uns! Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jesu! 127 Daß Du uns durch Dein bitteres Leiden und Sterben verschonest, Daß wir in Angst und Noth nicht verzagen, Daß wir Schmach, Verspottung, Armuth und Widerwärtigkeiten geduldig ertragen, Daß Du uns zu wahren Liebhabern Deines Kreuzes machest, Daß Du uns die Früchte Deines Leidens mittheilen wollest, Daß Du, am Stamme des Kreuzes erhöht, uns von der Erde zu Dir hinaufziehen wollest, Daß wir durch die Kraft Deines Kreuzes den Teufel, die Welt und das Fleisch überwinden mögen, Daß wir in Deinem heiligen Blute von allen Sünden gereiniget werden, Daß Du uns verleihest, unser Kreuz täglich auf uns zu nehmen, und Dir bereitwillig nachzutragen, Daß aus Liebe zu Dir uns die Welt und wir der Welt gekreuzigt seien, Daß Du uns durch Dein Kreuz in unsern Todesnöthen schirmen und stärken wollest, Daß Du uns durch Dein Kreuz in Deine Glorie einführen wollest, Wir bitten Dich, erhöre uns! Jesu Christe! für uns geängstiget, verspottet, gegeißelt, gekrönet und gekreuziget, O Du Lamm Gottes 2c.( dreimal) Jesu, Du Gekreuzigter, höre uns! Jesu, Du Gekreuzigter, erhöre uns! O Jesu, wahrer Gott und Mensch, Heiland der Welt, unser Trost und unsere Hoffnung! ewigen Dank sagen wir Dir, daß Du Dich freiwillig und aus reiner Liebe zu uns armseligen Menschen so tief, so unbegreiflich tief erniedriget, Knechtsgestalt angenommen, und Dich den größten Schmerzen, ja selbst dem grausamsten Tode unterworfen hast, um uns aus der Dienstbarkeit der Sünde zu erlösen, und ewig selig zu machen. Erbarme Dich, erbarme Dich über uns Elende, Du gekreuzigter Jesu! damit Deine Mühe, Dein Leiden, das ganze Werk Deiner 128 Liebe an uns nicht verloren sei; sondern gib, daß wir uns noch heute zu Dir bekehren, Dir standhaft nachfolgen, willig dienen und stets nach Deinem Wohlgefallen leben, damit wir nicht als undankbare Geschöpfe am Tage Deines Gerichtes die schreckliche Stimme der Verwerfung hören mögen; der Du lebest und regierest mit dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - Gebete am Grabe Christi. Dank für das Leiden Jesu. ,, Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn." Phil. 1, 21. Ewiger Dank und Preis fei Dir, Reinster unter den Menschenkindern! Wie theuer muß ich Dir sein, da Du für mich das Kostbarste Dich selbst hingegeben hast! Jede Deiner Wunden ist ein Zeichen Deiner inbrünstigen Liebe zu mir, und jede sei meinem Herzen tief eingedrückt. O Dein Kreuz, wie ward es zum Baume des Lebens, der Ehre und Seligkeit, und welche himmlische Tröstungen fließen von ihm herab in das verwundete, leidende Menschenherz. Unter dem Kreuze will ich stehen, wo Maria und Johannes standen, und schauen und erwägen mit frommer Trauer, was Du, mein Gott und Heiland, für mich gelitten haſt und nach Verähnlichung mit Dir- dem Leidenden, trachten. of Dein Angesicht, einst so schön, und nun- to entstellt und nicht mehr kennbar! Es war die Lust der Engel, es glänzte auf Tabor heller, als die Sonne; und jegt ist alle Farbe und Schönheit verschwunden- und dies darum, damit ich Dein göttliches Angesicht ewig schauen könnte. Du bist aller Dinge, selbst Deiner Kleider ent 129 blößt worden, damit ich mein Herz von aller unordentlichen Liebe und Anhänglichkeit an irdische Güter entblöße, und so ganz frei Dir nachfolge, und mit dem Gewande der ewigen Herrlichkeit ge= schmückt werde. Du wurdest verspottet und verachtet, damit Dut mich Elenden wieder zu Ehren brächtest. Du wurdest angeklagt, damit ich an Dir einen Mittler erlangte. Du wurdest verurtheilt, um mich der ewigen Verdammniß zu entreißen; gebunden, um mich von meinen Sündenfesseln zu lösen; gegeißelt, damit ich nicht mit den Verworfenen gepeiniget werden möchte. Deine Krone war von Dornen, auf daß einst eine unverwelkliche Krone auf meinem Haupte glänze, wenn ich anders hier die Dornenkrone der Leiden Dir geduldig nachtrage. Man führte Dich aus Jerusalem, um Dich zu kreuzigen; dadurch sollte ich zurückgeführt werden in das himmlische Jerusalem, um dort mich ewig zu freuen. Du trugst Dein Krenz, damit ich mich selbst verläugne, mein Kreuz trage, und Dir nachfolge. Sie hefteten Dich an's Kreuz, damit mir die Welt und ich ihr gekreuziget werde. Dein Leib wurde hoch über die Erde erhoben, damit sich mein Herz erhebe zum Himmlischen. In der bittersten Todesangst fühltest Du Dich von Deinem Vater sogar verlassen, damit ich an Dir in allen Anliegen und im Tode einen allversuchten barmherzigen Hohenpriester haben möchte. Dein Herz zerfloß in Mitleid gegen Deine Mutter und den treuen Johannes, um mich Mitleid zu lehren. Du batest für Deine Kreuziger, damit ich meinen Beleidigern von Herzen vergebe, und Dir alles Gericht überlasse. Du vollbrachtest das Werk der Erlösung, um auch mir Verzeihung, Gnade und das Kathol. Krankenbuch. 9 130 ewige Leben zu erwerben. Du ließest Dein Herz durchstechen, damit Dein Herzblut mich von dem ewigen Verderben befreiete, und das Wasser, das herausfloß, mich reinigte von allen Sünden. Du neigst Dein Haupt- Erbarmer! neige es auch zu mir herab, zum Zeichen Deiner Liebe; mein Herz walle zu Dir auf, zum Zeichen meiner innigsten Gegenliebe. Ohne Dich kann ich nicht leben; mit Dir sterben ist mein Gewinn. An Deinem heiligen Grabe, o Du anbetungswürdigster Erlöser der Menschen! will ich den alten Menschen und alle Liebe zur Sünde, und alle Lust am Bösen ertödten und begraben; Dir will ich-- o stärke meinen schwachen Willen mit Deiner heiligmachenden Gnade- Dir will ich in meinem Herzen eine Wohnung bereiten, damit durch Dich der neue Mensch in mir erweckt werde, mit Dir vom Tode aufstehe, und im neuen Leben einer seligen Ewigkeit entgegen wandle. Amen. ( Thomas von Kempis). Gebet zu den heiligen fünf Wunden. O Du allerliebster und süßester Herr Jesu Christe, Dir sei Lob, Preis für Deine heil. fünf Wunden, die Du, an das Kreuz genagelt, an Deinem heil. Leibe empfangen! In die heil. Wunde Deiner rechten Hand verberge ich alle meine Sünden, böse Begierden, alle meine Undankbarkeit, Lauigkeit und Gleichgiltigkeit. In die heil. Wunde Deiner linken Haud lege ich alle durch meine Schuld geschehene Versäumniß guter Werke. In die heil. Wunde Deines rechten Fußes befehle ich all meinen Willen und mein Verlangen, alles Thun und Lassen meines Lebens. 131 In die heil. Wunde Deines linken Fußes opfere ich alle Gnaden und Wohlthaten, ja alles Gute, so Du mir Undankbaren an Leib und Seele je mitgetheilt hast und noch mittheilen wirst. Besonders aber, o Herr Jesu, in die heil. Wunde Deiner gnadenreichen Seite versenke ich alles Weltliche und Sündhafte meines Lebens, daß Du solches mit Deinem heiligsten Blute abwaschen, reinigen und heiligen wollest. Mit dem Feuer Deiner inbrünstigen Liebe verzehre den Rest der Sünden meiner Seele und vereinige mich ganz mit Dir! In Deine heil. Wunden verberge mich, daß der böse Feind keinen Theil an mir habe, und ich Dir allein lebe und mit Dir selig sterbe. Amen. Zur Osterzeit. Nun sind Deine namenlosen Qualen vorüber, auferstandener Heiland! Auf die heißesten Tage voll der Mühen und Schmerzen ward Dir nun die friedlichste Grabesruhe zu Theil, aus der Du nun als Ueberwinder des Todes und der Hölle glor= reich hervorgetreten bist. So nimmt auch das herbste Leiden ein Ende, und wer geduldig im Namen Jesu gelitten hat, an dem wird sich das Wort der Schrift erfüllen: Wer aussäet in Thränen, wird in Freude und Jubel ärnten." 1/ Herr Jesus! gib mir doch die Gnade, im lebendigen Glauben, in trostvoller Hoffnung, und in Herzlicher Liebe, sowie in freudigem Muthe auszuharren bei meinen Leiden, die ja doch alle enden müssen. Wie bald wurde die Schmach des Kreuzes gehoben, daß Du auferstandest aus dem Grabe, als Sieger aus dem blutigen Kampfe hervorgingest, und so auf das glänzendste Deine Allmacht und Gottheit bewiesest! 9* 132 O Dein Sieg, Herr Jesu! ist auch zu meinem Siege geworden über Tod und Grab! Tod! wo ist nun Dein Stachel, wo sind fortan Deine Schrecken? Mein Erlöser lebt, und auch ich werde auferweckt werden aus dem Erdenschooße; denn das Grab ist ja nur der Ort, wo das Waizenforn stirbt, um einst am allgemeinen Auferstehungstage, vereint mit dem unsterblichen Geiste, als schöner, Fruchthalm zu prangen. Sollte ich denn, o Herr! wenn Du mich rufest, nicht gerne folgen? Oder sollte ich wohl gar immer, entfernt von Dir, in diesem Jammerthale umherirren wollen, wo ein Mensch nach dem andern verschwindet, wo so viele Umstände und Gebrechen an die Hinfälligkeit des Körpers mahnen und die edelsten Wünsche der unsterblichen Seele nie vollkommen befriediget werden. Laß mich, glorreich erstandener Heiland! mein ganzes Leben und mein Leiden so einrichten, daß ich einst in das ewige Alleluja der Heiligen einzustimmen gewürdigt werde- Alleluja! Alleluja! Alleluja! Amen. Freue Dich, o Himmelskönigin! Alleluja! Der, welchen Du zu tragen würdig warst, Alleluja! Ist auferstanden, wie er es vorhergesagt, Alleluja! Bitt Gott für uns, Alleluja! V. Freue Dich und frohlocke, o Jungfrau Maria, Alleluja! B. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden. Alleluja! Gebet. O Gott, der Du durch die Auferstehung Deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, die Welt zu erfreuen Dich gewürdigt hast; verleihe gnädig, daß wir durch seine Gebärerin, die heil. Jungfrau Maria, 133 die Freuden des ewigen Lebens erlangen, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Auf Christi Himmelfahrt. Aus eigener Macht, gekreuzigter Menschenerlöser! erstandest Du vom Grabe, und aus eigener Macht erhobst Du Dich zum Himmel, wo Du zur Rechten Deines allmächtigen Vaters sigest, und nun ewig jene Herrlichkeit genießest, die Du auf Erden in Leiden und Schmerzen, in Blut und Tod dir erringen mußtest. Du zeigtest mir, daß der Weg zum Himmel über Gethsemane und Golgatha führe, vom Tode zum Leben, von der tiefsten Schmach zur höchsten Glorie. Noch ehevor Du hingingst, sprachst Du zu den Deinigen: Ich gehe, euch einen Ort zu bereiten" - wie tröstlich ist das für mich!-Meine Diener werden sein, wo ich bin" wie beseligend dieß in meiner Lage! O daß ich nur bald in Deines Vaters Hause wohnen dürfte, verherrlichter Heiland! Ja, wenn ich nach Deiner Anweisung die Welt verachte, mich selbst verläugne, mein Fleisch mit allen Begierlichkeiten kreuzige, die gegenwärtigen Schmerzen mit gottergebenem Sinne ertrage, und so mich als Deinen Diener und Nachfolger erweise: o dann darf ich sicher hoffen, das Land der Seligen zu schauen, und einst zu sein, wo Du bist, mein Jesus im Himmel! Stärke mich nur mit Deiner alles vermögenden Gnade, und öffne besonders dann mein geistiges Auge, wenn die Last dieser Krankheit mir zu schwer und dieses Weh mir unerträglich werden will, damit ich getrost hinsehe auf die Wohnungen der ewigen Freude, welche Du dort dem frommen Kreuzträger bereitet hast. Amen. - - 134 Zur heiligen Pfingstzeit. Gott heiliger Geist! Du Tröster aller Gläubigen, der Du von dem Vater und dem Sohne ausgehest und mit ihnen als derselbe Gott angebetet und ge= priesen wirst! Komm in mein Herz, und erfülle dasselbe mit Deinem himmlischen Troste. Gib mir die Gabe der Weisheit, vermittelst welcher ich selbst dieses mein Leiden in der Absicht auf mich nehme, um Dir allein damit zu dienen. Gib mir die Gabe des Verstandes, wodurch ich in die göttlichen Geheimnisse mehr und mehr eingeweiht, und von den Eitelkeiten dieser Welt gänzlich abgezogen werde! Gib mir die Gabe des Rathes, die mir die verborgenen Schlingen Satans entdecken helfen und alles das ergreifen heißt, was den Nugen meiner Seele befördert. Gib mir die Gabe der Stärke, daß ich vor Allem die Schmerzen meiner Krankheit mit jener Standhaftigkeit ertrage, wie die Apostel und Jünger, und so viele Bekenner Jesu, welche die größten Qualen und Beinen und die schwersten Prüfungen erduldet und bestanden haben. Gib mir die Gabe der Wissenschaft, daß ich im Lichte Deiner göttlichen Anweisungen den geraden Weg zum Himmel gehe. Gib mir die Gabe der Gottseligkeit, kraft welcher ich meine Ruhe und Freude nur in der Beobachtung Deines Gesetzes suche. Gib mir endlich die Gabe der findlichen Furcht, vermöge welcher ich schon bei dem Gedanken zittere, Dich jemals schwer zu beleidigen. Ja, erfülle mich, heiliger Geist! mit Deiner stärkenden Gnade, daß ich hienieden geistlich leben, mit Geduld leiden, einst selig sterben und jenseits zur Anschauung der ewigen Herrlichkeit gelangen möge. Amen. 135 Komm, o heil'ger Geist hernieder; Komm, entzieh' uns Deine Güter, Deines Lichtes Strahlen nicht! Vater, Dürftige zu laben, Spender aller guten Gaben, Schwacher Herzen stärkend Licht! Tröster Aller, die sich quälen, Süßer Gast der frommen Seelen, Angenehme Labungskost, Nach der Arbeit Ruhefühlung, Bei der Hitze sanfte Kühlung, In Bekümmernissen Trost! Wunderschöne Lichtesquelle, Komm, ergieß Dich und erhelle Unser Herz mit Deiner Huld! Ohne Deines Hauches Stärke Taugen nichts der Menschen Werke; All ihr Thun ist eitel Schuld. Komm, die Flecken abzuwischen, Dürres Erdreich zu erfrischen! Heile, wo die Wunde schwiert; Beuge, wo Verhärtung waltet; Wärme, wo das Herz erkaltet; Leite, was den Weg verliert! Gläubigen, die mit Vertrauen Fest auf Deine Hilfe bauen, Gib der sieben Gaben Pfand! Laß der Tugend, dem Verdienste Heil und Freude zum Gewinnste In des Himmels Vaterland! In der Frohnleichnams- Ottav. Hochgelobter Gott im allerheiligsten Sakramente des Altars, Jesus Christus, mein Herr und Erlöser! mit gerührtem Herzen vereinige ich mein Gebet mit der gläubigen Gemeinde, die mit frommem Jubel ihre Loblieder anstimmt zum Danke, daß Du, fleischgewor 136 dener Heiland! unter uns hast wohnen und verbleiben wollen bis an's Ende der Tage. Und ist mir auch nicht die Freude zu Theil geworden, im schön gezierten Tempel Dich anzubeten und mich frohlockend den feierlichen Umgängen anzuschließen, so will ich dennoch in meiner Krankenstube mich Deiner Güte erfreuen, und meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe erneuern zu Dir, im allerheiligsten Sakramente gegenwärtiger Gott! Du hast Dich gewürdigt, nicht nur in meinen gefunden Tagen mich so oft mit Deinem Fleisch und Blut zu nähren, sondern bist sogar in mein Kämmerlein gekommen, mich heimzusuchen und Einkehr bei mir zu nehmen. O bleibe bei mir mit der Fülle Deiner Gnaden und stärke mich, daß ich dieser Leidenslast nicht unterliege, sondern mit christlicher Fassung auch das Schwerste ertrage, womit Deine Liebe mich züchtigt. Sei und bleibe nur Du, o Jesus! mein Trost und meine Zuversicht, so lange ich lebe; und sterbe ich, so sei meine Wegzehrung in's ewige Vaterland und das Unterpfand meiner zukünftigen Herrlichkeit. Amen. ( Siehe die Litanei vom allerheiligsten Sakramente. S. 88). An den Festtagen Mariens. Wie waren mir doch immer Deine Festtage so lieb, o allerseligste Jungfrau Maria! Auch heute freute ich mich schon am frühesten Morgen, Dich mit so vielen Deiner Kinder im Stillen verehren und anrufen zu können, und mich dabei an die geheimnißvolle Wahrheit erinnern zu dürfen, die uns so eben die Kirche aus Deinem tugendreichen Leben vor Augen hält. - 137 Aber gerade das, was wir an diesem Tage mit Andacht betrachten, ermuthigt mich Elenden, zu Dir, dem Heile der Kranken, der Trösterin aller Betrübten, meine Zuflucht zu nehmen. Auf Dich setze ich ja nach Gott mein ganzes Vertrauen, und zweifle nicht, Du könnest und werdest mir bei Gott die Wiedererlangung der Gesundheit erbitten, nicht zu meinem Wohlleben, sondern um die mir noch verliehenen Tage zu Deiner Nachfolge zu benügen. Nimm meine von Deinem Sohne so theuer erkaufte Seele unter Deinen Mutterschuß und erflehe mir armen Sünder eine vollständige Aussöhnung mit Jesus, meinem Gott und Heilande! Kommt aber für mich der Abend meines Lebens, o dann, Hilfe der Sterbenden! steh mir bei im legten entscheidenden Augenblicke, auf daß ich froh und selig von hinnen scheide. Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! es sei noch nie erhört worden, daß Jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm, Deinen Beistand anrief, und auf Deine Fürbitte vertraute, jemals wäre verlassen worden. Von solchem Vertrauen beseelt, komme ich zu Dir, o Maria, Jungfrau der Jungfrauen, Mutter Jesu Christi! zu Dir eile, zu Dir flehe ich; seufzend und zitternd meiner Sünden wegen werfe ich mich vor Deinen Füßen nieder: verschmähe doch, Herrin der Welt, Mutter des ewigen Wortes! verschmähe meine Bitte nicht, sondern neige gütigst Dein Ohr und erhöre das Flehen meiner armen Seele in diesem Thale der Thränen jegt und besonders in der Stunde meines Todes, o milde, o gütige, o süße Inngfrau Maria! Amen. 138 Litanei zum heiligen und unbefleckten Herzen Mariä. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel- erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,- erbarme Dich unser! Unbeflecktes Herz Mariä, entflamme unsere Herzen mit der Liebe zu Jesus, von der Du brennest! Herz voll der Gnaden, Herz unter allen Herzen gebenedeit, Herz Mariä, Du Wonne des himmlischen Vaters, Herz Mariä, Du Gegenstand des innigsten Wohlgefallens für Gott den Sohn, Herz Mariä, Du angenehmste Wohnung des heiligen Geistes, Herz Mariä, Du Heiligthum der heiligsten Dreifaltigkeit, Herz Mariä, von den drei göttlichen Personen mit allen himmlischen Gaben geschmückt, Herz Mariä, Du Spiegel der göttlichen Vollkommenheiten, - - Herz Mariä, Du Sitz der Barmherzigkeit, Herz Mariä, Du Heerd der göttlichen Liebe, Herz Mariä, Du Schatzkammer aller Heiligkeit, Herz Mariä, dem Herzen Jesu in Allem ähnlich, Herz Mariä, Du sanftmüthigstes und demüthigstes unter allen Herzen, Herz Maria, in den göttlichen Willen vollkommen ergeben, Herz Mariä, Vorbild aller Tugenden, Herz Mariä, von einem Schwerte des Schmerzes durchbohrt, Herz Mariä, zuerst durch das Gelübde der Jungfrauschaft Gott geweiht, Herz Mariä, dem das anbetungswürdige Blut entflammt, das als Lösegeld der Welt geflossen ist, Herz Mariä, das den Sündern die Gnade der Bekehrung und des Heiles erwirkt, BANE Bitt für uns! AT 139 Herz Mariä, das sorgsam die Worte Jesu Christi bewahrte, größtes, Herz Mariä, Du edelstes, Du heiligstes, Du Du liebenswürdigstes unter allen Herzen, Herz Mariä, das der Liebe und Ehrfurcht des Himmels und der Erde würdig ist, Herz Mariä, unsere Zuflucht, unsere Hilfe, unser Trost, Herz Mariä, Du süße Hoffnung Deiner Verehrer, V. Unbefleckte Jungfrau Maria, durch die Sanftmuth und Demuth Deines Herzens! R. Mache unsere Herzen dem Herzen Jesu ähnlich! Bitt für uns! Lasset uns beten. Vater der Erbarmung und Gott alles Trostes, welcher Du das heiligste und unbefleckte Herz Mariä mit den nämlichen Gefühlen des Erbarmens und der Zärtlichkeit gegen uns erfüllet hast, von denen das Herz Jesu Christi, Deines und Ihres Sohnes, immer durchdrungen war, verleihe uns, die wir dieses jungfräuliche Herz andächtig verehren, daß wir durch die Verdienste desselben eine vollkommene Uebereinstimmung der Gefühle und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu Christi erlangen und bis in den Tod bewahren mögen; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir in Einigkeit des heil. Geistes als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zweiter Abschnitt. Tröflungen der Kranken. 1. Ermunterungen und Trostgründe für Kranke. Trübsale, Leiden und Krankheiten kommen von Gott zu unserm Besten. Du bist nun frant, und es fommt dir vielleicht recht schwer an, daß du so viel leiden müssest. Ja, du jammerst und klagest am Ende sogar: warum gerade du so zu leiden habest. Es ist ja der menschlichen Natur nichts gewöhnlicher, als über all das Elend und den Jammer dieser Welt zu klagen und sich dagegen zu wehren. Allein, meine Seele, nimm dich jetzt einmal hie und da des Tages zusammen, sowie es die Leiden und Schmerzen deiner Krankheit dir gestatten: und schaue einmal ruhigen Sinnes und willig vertrauenden Herzens hinauf zu deinem Jesus am Kreuze, denke an deinen Gott und Vater im Himmel. Dein Jesus, dein lebendiger Glaube wird dich etwas Anderes lehren: und dieß gerade in den größten Schmerzen. Der Christ weiß bestimmt und zuversichtlich, daß auch die Krankheiten, wie alle anderen Trübsale, von Gott kommen oder zugelassen werden und zwar aus den gerechtesten Ursachen. - oft gar nicht Oft sind Krankheiten die Strafe für große schwere Sünden: als Strafe verhängt von Gott so sehr in seinem Zorne als vielmehr nach seiner Gnade - und Güte, nicht um zu verderben, sondern um zur Buße einzuladen und zu retten den Sünder. ,, Die ich liebe," spricht er,, strafe und züchtige ich."( Sprüchw. 3.) Drum mach' und thue Buße." Wie in allen anderen Trübsalen müssen wir daher auch in Krankheiten unsere Schuld erkennen, und Gott um Verzeihung bitten, und mit dem Propheten ausrufen:„ Gerecht bist Du, o Herr, und recht ist Dein Gericht."( Ps. 118). 11 141 - Oft aber auch sucht uns Gott mit Krankheiten heim, um uns als in Gnaden aufgenommene Kinder in Zucht zu nehmen; um unsern Glauben, unsere Treue zu üben und uns Gelegenheit zu einem frommen Leben zu bieten. Denn gleichwie wir uns in Fülle des Reichthums gerne der Lässigkeit überlassen und müßig die Hände im Schooße halten, dagegen in Drangsal und Noth von selbst gezwungen sind, uns umzusehen: so auch macht irdisches Glück vergeßlich für's himmlische, so auch führen zeitliche Güter zur Verachtung oder doch zu Nachlässigkeit für ewige Güter. Ja, sogar gute Gesundheit und Glück in Unternehmungen geben Anlaß zur Sünde, zur Befriedigung lüsterner Neigung, zum Dienste des Leibes. O wie viele Menschen sehen wir in glänzenden Ehren, im Ueberflusse des Reichthumes, im vollen Genusse der Bequemlichkeiten des Lebens: sie wären nicht so böse, so maßlos und ungerecht, so rauh und hart, wären sie von Unglück gedrängt. Sie wären biedere, gute Menschen. So recht spricht daher David, der Prophet: Von des Menschen Mühsal wissen sie nichts, und mit den Menschen werden sie nicht geplagt; und so übermannt sie der Stolz, sind sie von Unrecht und Bosheit überdeckt. Wie aus Fett quillt ihre Sünde."( Ps. 72.) 11 Wie Schiffsleute bei gutem Winde und heiterem Himmel gehen wir zu Schmaus und Gesellschaft, und sorglos vor Gefahren vertändeln wir die Zeit bald mit Spiel und Geschäcker, und bald auch mit Schlaf und Trägheit. Wenn dann auf einmal und unverhofft der schwarze 142 Sturm aufsteigt, dann denken wir an unsere Lage und verlangen Hilfe von Gott und schreien zu Jesus, daß er sich unser erbarme und Fürsorge treffe. So ja zieht's uns im Glücke faul und träge zu Luft und Schlaffheit, im Unglücke denken wir an unsere Pflicht. Nichts führt so zur Frömmigkeit, als Widerwärtigkeit, und nicht leicht ist Jemand gefährlicher daran, als wer in Saus und Braus dahinlebt. Darum dürfen wir nicht alsbald den Muth sinken lassen und über unsere Lage jammern, als wären wir von Gott verlassen, wenn Mißgeschick uns heimsucht, wenn wir zumal krank werden. Im Gegentheil müssen wir vielmehr die Güte Gottes anstaunen, welcher gerade da besonders hilft, wo er zu schlagen scheint, und uns drängt, eingedenk des himmlischen Vaterlandes, die Erde zu verachten, voll Sehnsucht nach jenem seligen, unsterblichen Leben. Nicht so auf unsern Eigenwillen, als vielmehr auf unser ewiges Heil will Gott in dieser Weise Bedacht nehmen. Auch wissen wir von Gottes überströmender Liebe und Güte, daß er den Schultern der Seinigen nicht mehr auferlegt und nicht auf länger, als sie es tragen können. Daran erinnert uns der heil. Apostel Paulus in den gar lieben Worten: ,, Getreu aber ist Gott, welcher euch nicht versucht werden lassen wird über euere Kräfte, sondern mit der Versuchung auch das Gedeihen geben wird, daß ihr aushalten könnt."( 1. Cor. 10, 3.) So auch heißt es in den Sprüchwörtern( 1. c. 3, 11):" Die Zucht des Herrn, mein Kind, wirf nicht ab, und laß nicht ab, wenn du von ihm gezüchtiget wirst. Denn wen der Herr liebt, züchtiget er; und wie ein Vater an seinem Kinde hat er sein Wohlgefallen." Daher also müssen wir krankheiten und alle anderen Kümmernisse nicht nur mit Gleichmuth ertragen und bei uns erwägen, um wie Bittereres wir verdient hätten: sondern wir müssen auch des großen allmächtigen Gottes Güte und 143 seine väterliche Fürsorge für unser ewiges Heil daran erkennen und ihm danken ,, wohl wissend, daß denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereiche."( Röm. 8.) So hat der gepriesene Job, nachdem er alle Güter und alle Kinder und auch seine Gesundheit verloren hatte, dieß alles nicht nur ertragen, sondern noch obendrein seinem Gotte gedankt. Wie es dem Herrn gefallen hat," sprach er,„ so ist es geschehen; des Herrn Name sei gebenedeit. Haben wir Gutes aus des Herrn Hand empfangen, warum ſollen wir nicht auch das Böse ertragen?" In Nichts nun bedenklich über die väterliche Liebe Gottes zu uns zumal auf dem Krankenbette, wollen wir immer entschlossen uns Mühe geben, sowohl zu seinem Dienste noch länger auf Erden zu weilen, als auch aus diesem Leben in ein besseres überzugehen, wie Er es will: so daß wir immer das wollen, was Er will, und unser Wille dem Willen Gottes gleich werde in Allem. So hat es uns unser Herr und Meister Jesus Christus gelehrt durch sein eigenes Beispiel. Da das Ende seines Lebens nahte, fiel er traurig und betrübt auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du."( Matth. 26, 39). Und wiederum betete er und sprach: ,, Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe Dein Wille." Er auch lehrte uns beten: Vater im Himmel, Dein Wille geschehe!"( Matth. 6); und bekannt ist jenes Wort( 1. Könige 3.): Der Herr ist es; was gut ist in seinen Augen, thue er;" und wieder( 2. Kön. 15.) von David: ,, Habe ich Gnade gefunden in den Augen des Herrn, wird er mich zurückführen; spricht er aber: du gefällst mir nicht, so bin ich bereit; was gut ist vor ihm, das thue er." " 1 - 144 Gott nur kann unser wahrer Trost sein in Krankheit und Trübjal. Wirf auf den Herrn deine Sorge und er wird dich bewahren, und wird nicht wanken lassen den Gerechten auf ewig."( Pf. 54, 23.) Darauf sich beziehend, sagt so schön der Apostel Petrus: All euere Sorge werfet auf den Herrn, da Er für euch besorgt ist."( 1. Petr. 5, 7.) Ebenso der heil. Paulus ( Phil. 4, 5, 6):„ Der Herr ist nahe; um Nichts seid in Sorgen." Und der königliche Prophet wiederholt in jenen ganz Honigsüßen Worten( Ps. 32, 18):„ Siehe, des Herrn Auge schaut auf jene, die ihn fürchten, und die vertrauen auf sein Erbarmen, daß vom Tode rette ihre Seele Er, und nähre sie im Hunger." Ebenso Ps. 33, 16: Des Herrn Augen sind auf den Frommen, und auf ihrem Flehen ſeine Ohren." 11 - Wie in allen anderen Trübsalen und Kümmernissen, so auch auf dem Krankenbette müssen wir also alle Sorge auf den Herrn werfen, welcher ja für uns sorgt. Wenn die Kindlein vom Hunger geplagt werden, oder sonst ein Wehe fühlen, so laufen sie ganz richtig von Natur aus zum Vater oder zur Mutter, und überlassen ihnen alle Sorge. Sie kennen ja Niemand andern so gut, der sich um sie rühre, und von welchem sie zu erwarten hoffen, was sie brauchen. Es gibt Niemanden, welcher das Wehe der Kinder so fühlete, wie Vater und Mutter. Ahmen wir also die Kleinen nach und überlassen wir in gleicher Weiſe alle unsere Sorgen Gott dem Vater im Himmel. Gießen wir in seinen Schooß aus alles, was uns wehe thut; denn keinen Vater auf Erden, wenn auch noch so gut, und keine Mutter, wenn auch noch so lieb, gibt es, welche so herzlich ihr auch einziges Kind umfangen, wie uns der große, allgütige Gott. Darum verweiset er uns in der heil. Schrift so oft auf Betrachtung der Zärtlichkeiten von Eltern gegen 145 ihre Kinder, um uns dadurch die Liebe Gottes zu uns zu lehren und zu Herzen zu führen. Wie ein Vater sich erbarmt seiner Kinder, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten; er kennt ja sein Gebilde."( Ps. 111). Und Isaias 49: Sion spricht: Der Herr hat mich verlassen, und der Herr hat meiner vergessen. Kann wohl ein Weib vergessen sein Kind, so daß es sich nicht erbarme des Kindes ihres Leibes? Und wenn auch sie es vergessen hätte, ſo will doch ich nicht deiner vergessen." 11 Sehen wir die Beispiele der heil. Schrift. Als die einzige Tochter des Tempelvorstehers Jairus schwer krank darniederlag und in die letzten Züge kam, warf dieser seine Sorge auf den Herrn; und er erlangte, daß seine schon todte Tochter wieder erwecket wurde. Jenes gar armselige Weib, welches 12 Jahre am Blutflusse litt, hatte all ihr Vermögen an die Aerzte verwendet und keine Hilfe erlangt. Da faßt sie ein Herz und im Ungestüm ihres Vertrauens wirft sie ihre ganze Sorge auf den Herrn, und ihr Blutfluß wird gestillt. dio 11 Wollen wir im Hinblicke auf solche und ähnliche Beispiele auch uns zur Nachahmung aneifern lassen, wenn schwerer Kummer uns drängt und drückt. Tretet hin zu ihm und laßt euch erleuchten und euer Antlitz wird nie zu Schanden werden. Es rief der Arme da zum Herrn und Er vernahm's und half ihm aus allen seinen Nöthen." Und weiter: Kostet und sehet, wie gut der Herr ist; glücklich der Mann, der auf ihn vertraut.( Ps. 33, 6-9.) Der Satan hört freilich nicht auf, uns hart zu bedrängen und Zweifel einzuflößen, ob Gott sich um uns kümmere, und ob er uns helfen werde u. s. f.; und das Herz wird nicht wenig dadurch geängstigt. Auch geschieht es, daß wir oft lange auf Hilfe warten müssen, obwohl die göttliche Verheißung so bestimmt ist, daß wir durchaus in Nichts schwanten können. Das Herz wird durch solche Verzögerung dann schrecklich gepeinigt und zum WankelKathol. Krankenbuch. 10 146 muth getrieben. Aber immer bleibt ja doch der Trost stehen: Den Gerechten wird der Herr nicht schwanken lassen in Ewigkeit."( Pf. 54, 23). Und wenn auch Fluthen und Stürme heranbrausen, und entsetzlich an's Schifflein schlagen, so daß es zu versinken scheint, und wir fürchten von Gott verlassen zu sein: Ein Trost bleibt uns, und an diesem wollen wir halten mit ganzer Zuversicht: Gott ist unser Beschützer und Führer. Er bricht die Fluthen und Stürme des Meeres und weiset uns nach dem Sturme den sicheren Hafen. Die sich nach Kräften redlich bemühen, unterstützt er und bringt sie in sichere Ruhe. Daher in unserer Trübsal, rufen wir zum Herrn und der Herr erhört uns gewiß zur rechten Zeit.“ Denn so steht geschrieben: Ein Helfer zur rechten Zeit in der Noth."( Ps. 9, 10). Ergebung in Gottes heiligen Willen. Gott ist unumschränkter Herr über Leib, Seele und Leben, und Alles, was uns begegnet. Niemand kann sich seiner Macht entziehen, Niemand sich ihr widersetzen. So unsinnig und gottlos ist doch kein Mensch, daß er sich Gottes Allmacht widersetzen, und seine Gesundheit und sein Leben wider diese Macht behaupten, sie behalten und nicht Herlassen wollte, wenn sie Gott fordert. Was würde dieß ihm nützen? Aber sehr viele Kranke gibt es, die unwillig, ungeduldig, unzufrieden, traurig werden, wenn sie sterben oder leiden sollen; die sich nur Gottes Willen unterwerfen, weil sie ihm nicht widerstehen können; die sterben, nur weil sie müssen, und die sich, wenn sie könnten, dem Befehle und der Anordnung Gottes widersetzen würden. So stirbt aber ein Missethäter, der vom Henker zur Nichtstätte hingeschleppt wird. Ein Christ muß Christo nachahmen und freiwillig sterben wollen. Er muß ein freiwilliges, kein gezwungenes Opfer feines Lebens Gott darbringen. Daher ist er ganz ruhig, zufrieden, willig in seiner Krankheit. Er sieht mit 147 ruhigem Gemüthe der Auflösung seines Leibes zu, wenn es so in Gottes Willen liegt. Wenn es Gott ihm auch freistellen würde, gesund oder frank zu sein, zu leben oder zu sterben; so würde er feines von beiden wählen, sondern beides Gottes heiligem Willen heimstellen. Er weiß ja, daß Gott nichts will, als was gut ist. Kein Mensch muß sich mehr in Verläugnung seines eigenen Willens und in der Ergebung in den Willen Gottes üben, als der Kranke. Ganz muß er sich Gottes beliebigem Willen übergeben. Dieſe Uebergabe und Verläugnung muß alle Tage, alle Stunden fast geschehen und erneuert werden; sie muß bei jeder Gelegenheit geübt werden. Hast du dich ganz Gott übergeben, so nimm ja nicht wieder zurück, was du ihm geopfert haft. Seinen eigenen Willen zu suchen, wäre Gottesraub. Du würdest vom Altare rauben, was du darauf gelegt hast. wann Die Ergebung in den göttlichen Willen besteht aber darin, daß der Kranke nichts will, als was wie - weil es Gott will. Er mischt nichts von seinem eigenen Willen darunter. Er wünscht nicht, sagt nicht: wenn's doch nur Gottes Wille wäre, daß zc. Dieß heißt wünschen, Gott soll wollen, was der Kranke will. Er wünscht nichts, als daß der Wille Gottes an ihm vollkommen erfüllet würde. Er denkt und glaubt, so wie Alles geschieht, ist's wirklich Gottes Wille. Deswegen wünscht er auch nichts anderes. Er will keinen Tag länger, feinen kürzer leben; keinen Schmerz weniger empfinden, als ihm Gott bestimmt hat und ihn leiden lassen will. - Freilich ist der franke Christ immer noch Mensch. Seine Natur sträubt sich gegen die Schmerzen und den Tod. Oft kann er sich nicht einhalten, daß er nicht wünschte, die Schmerzen möchten ein wenig nachlassen; wenn er nur eine Stunde schlafen könnte; wenn sich nur die Sache änderte; wenn er nur bald aufgelöset würde, um von seinen Leiden befreit zu werden u. s. f. Aber er fasset sich sogleich wieder. Er vergißt der Worte Jesu nicht; immer hat er sie im 10* 148 Herzen, immer führt er sie im Munde: ,, Vater! nicht mein Wille, nicht wie ich will, sondern wie Du willst. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Ja, Vater, so war es Dir gefällig." Jmmer denkt und spricht er: Mir geschehe nach Deinem Worte. Er ist der Herr. Was ihm gut dünft, das thut er. Herr! ich bin Dein Diener und der Knecht Deiner Magd. Haben wir Gutes von der Hand Gottes empfangen, warum wollten wir nicht auch Uebels annehmen? Er gab's, er nimmt's. Sein Name sei gepriesen." Und Gott läßt uns nach der Ausführung des heil. Apostels Paulus, nie versucht werden über unsere Kräfte, sondern Er macht stets einen solchen Ausgang, daß wir es ertragen können."( 1 Cor. 10, 13.) Uebe dich unablässig in diesen Gesinnungen. Nichts macht deine Krankheit verdienstlicher, deinen Tod heiliger und erbaulicher, und deinen Lohn reichlicher. So ergeben starb Jesus. # 0: Von den Versuchungen überhaupt. Der Satan geht herum, wie ein brüllender Löwe und suchet, wen er verschlinge, so lange wir leben. Er wird unser nicht schonen, wenn wir erkranken und sterben sollen. Ja! er wird um so öfter und gewaltthätiger Anfälle auf den Kranken wagen, je schwächer er wird und je kürzer die Zeit seines Lebens ist; denn jetzt da noch, oder nimmer wird es ihm gelingen, uns zu stürzen. Die Anfälle, die er auf Menschen wagt, nennt man teuflische Versuchungen. Auch unser Fleisch, unsere verderbte Natur, böse Gewohnheiten, wohl auch Menschen, die um uns sind, verleiten oder reizen uns zum Bösen. Dieß wäre dann menschliche Versuchung, wie sie der Apostel nennt. Gott ist kein Versucher: Er will uns nicht zum Bösen verführen. Aber damit er uns bewähren und krönen kann, so prüfet er uns auf verschiedene Weise. Wir müssen ausharren und ihm Treue halten; denn er frönet nur den, der bis an's Ende verharret. Dieses sind göttliche Prüfungen, welche freilich - 149 nur aus unserer Schuld uns zur Sünde verleiten können. Wo aber immer diese Versuchungen oder Prüfungen herkommen mögen, so muß der Kranke sie alle gehörig aushalten und überwinden. Ich zeige zu deinem Unterrichte verschiedene Arten dieser Versuchungen und ihre Mittel an. Falsche Zuversicht über den Stand der Krankheit und Scheue e vor einem Priester. Es gibt Kranke, die sich entweder nicht krank oder doch nicht so gefährlich krank dünken, daß man ihnen einen Beichtvater oder den Seelsorger berufen soll, obwohl sie es oft gar sehr sind. Sie wollen nichts von einem Priester hören, nicht, wie sie sagen, als wollten sie die Pflichten eines Christen nicht befolgen, sondern, weil sie nicht gefährlich frant wären. Es gibt auch Kranke, die sich einbilden, sie gehören nicht unter diejenigen, welche schwer krank sind, oder die doch sich einbilden, sie wären nicht gar ſo gefährlich krank. Dieß ist zweifacher Betrug und Irrthum. Kennest du, mein Kranker, die betrügliche Schlange, den Teufel, nicht, der zu unseren ersten Eltern auch sagte: " Nein! ihr werdet gewiß nicht sterben?" Dadurch stürzte er sie in die Sünde, in ewigen Tod. Wie soll er dich anders zu Grunde richten, als da er dir immer weis macht: Du werdest noch nicht sterben? Dadurch raubt er dir die besten Stunden. Deine Umstände ändern sich plötzlich und du stirbst ohne Sakramente. Wie viele hat dieser Lügner schon so betrogen! Antworte dem Versucher: Eben darum, weil ich nicht so schwer krank bin, berufe ich meinen Seelsorger." Ja, berufe ihn, wenn auch nur, dich zu besuchen, dich zu trösten, und dich mit ihm zu besprechen. Gerade dieß ist die schickliche Zeit, deinen Beichtvater zu rufen, bevor du schwer erfrankest. Gewiß ist deine Seele schwer krant. Eile, ihr Gesundheit zu verschaffen. Kömmt noch schwere Krankheit des Leibes dazu, so mußt du zwei Aerzte 150 haben, die manchmal einander hinderlich fallen. Man kann nur um so leichter und gewiffer einen franken Körper heilen, wenn die kranke Seele schon geheilet ist. Denke an die Gefahr, hüte dich vor Betrug. Der Tod kömmt doch näher, je weiter du den Priester von dir entferneſt. „ Wer krank wird, der berufe die Priester." Jak. 5, 14. 10thung soling suside zu große Li 136 dum Zu große Liebe und Anhänglichkeit an's Leben. Es ist große und gefährliche Versuchung, wenn man nicht sterben will. Es ist aber ein ganz unnüßliches Bestreben. Wirst du wider den Allmächtigen dich sträuben? Kannst du ihn hindern, daß er nicht das Todesurtheil an dir zu vollziehen vermöchte? So jung, bei den besten Kräften, in dem schönsten Alter sterben: ist schwer. Aber Jesus starb für dich in dem kraftvollsten Alter. Gott hätte dich schon in deiner Kindheit, im Mutterleibe sterben lassen können. Du mußt ihm gefallen, weil er dich zu sich nehmen will; das Leben muß deiner Seligkeit im Wege stehen, deßwegen eilt er, dich aus der Gefahr zu retten. Bitten, banken solltest du, wenn du diese göttliche Wohlthat erkennetest. Langes Leben verlängert nur die Verbrechen, macht die Rechenschaft unverantwortlicher und den Tod fürchterlicher. Empöre dich wider den Herrn nicht. Du hast das Leben schon durch die angeerbte Sünde verwirkt. Unterwirf dich, huldige deinem einzigen Herrn, der dir für bas sterbliche ein unsterbliches Leben gibt. Bringe Gott dein Leben, wie Abraham das Leben seines Sohnes, den er so zärtlich liebte, zum Opfer dar, du wirst mit ihm gesegnet werden. Nun bist du ein viel reineres, Gott gefälligeres Opfer, als du es nach vielen Jahren sein würdest. Solch ein Opfer ist der lieblichste Geruch vor dem Herrn. Man ist gerne da, wo man seinen Geliebten findet. Betrachte das Leiden und den Tod Jesu und der heil. Martyrer. Betrachte die Hinfälligkeit, die vielen Gefahren und das viele Elend dieses Lebens. O wie schön ist 151 der Tod des Gerechten?" Nichtige Vorstellungen vom Tode; Er ist nur ein Uebergang in ein besseres Leben. Wer sein Leben zu sehr liebet, der wird es meistens bald verlieren; wer es gehörig hafset, bewahret es. Wer sein Leben mehr als mich liebt, der ist meiner nicht werth." Matth. 10, 37. Ungeduld. Warum bist du so ungeduldig und zürnest du? Leidest du mehr, als du verdienet hast? Du warst ja des ewigen Todes, ewiger Leiden schuldig; wie kannst du mit Recht über diese Leiden klagen? Die Ungeduld erschwert nur die Leiden und schaffet doch keine Hilfe. Sie raubt dir alles Verdienst, und du ziehest dir nur neue Strafen dadurch zu. Wollen sich deine Umstände nicht bessern, nicht ändern, so hat's der Herr, nicht der Arzt gethan. Erwarte die Hilfe von Gott; Er wird es recht machen. Noch wäre dir der Tod und die Gesundheit schädlich, deßwegen setzt dich Gott in diesen Zwischenstand, der, wenn du ihn nur wohl gebrauchen willst, für dich sehr vortheilhaft werden kann und gewiß werden wird. Gott will dir die Martyrerkrone zuerkennen; aber ohne Leiden gibt es feinen Martyrer. Nicht jeder, der leidet, ist ein Martyrer, ist der Krone werth. Nur wer viel mit Geduld leidet, wer in Geduld verharret, überkömmt die Krone der Unsterblichkeit. Durch Leiden will Gott nur die Sünde und böse Lust aus deinem Leibe und aus deinen Gliedern vertreiben. Wer die Sünde aufrichtig hasset, der ist froh, wenn er von ihr frei wird, wenn's auch noch so schmerzlich hergeht. Tausend Kranke leiden wirklich, leiden noch mehr, als du. Warum soll Gott deiner schonen, der so vieler Unschuldiger, der seines eigenen Sohnes nicht geschont, ja sogar ihn am Kreuze unter den größten Schmerzen verlassen hat? Geduld ist nothwendig allen Menschen, noch mehr dem Kranken. Denk an deine vielen, großen Sünden! 152 29 Was hättest du verdient, wenn Gott nach Gerechtigkeit strafen würde? Sei demüthig, es geschieht dir nicht zu viel. Mache alle Tage den Vorsatz, mit Geduld zu leiden. Bereite dich frühe Morgens dazu vor; bitte um Geduld; erinnere dich öfters daran; bitte deinen Krankenwärter, daß er dir alle Stunden diesen Vorsaß zu Gemüth führe. Lege neben dich das Cruzifirbild hin, betrachte und vergleiche Jeſu Leiden mit dem deinigen. Wie litt Jesus? So wie Er mußt du wenigstens leiden, da du das nicht leiden darfst, was Er litt. Schweige wenigstens und unterdrücke die erſte aufwallende Ungeduld. Liebe Jefum, du wirst ihm ähnlich; liebe ihn viel, du wirst ihm ganz ähnlich werden. Die Liebe duldet Alles." 1. Kor. 13, 7. 99 100 sid tin Klagen. Es ist, wenn gleich entschuldbar, allemal unrecht, ſo oft der Kranke klagt, weil er über das klagt, was er mit allem Rechte leiden soll; weil er nicht leiden will, was doch ihm gebührt und was er verschuldet hat; weil der unschuldige Erlöser litt und nicht klagte. Oder dünkt dich, du habest Ursache zu flagen? Hat aber Gott nicht mehr Ursache, Klage wider dich zu führen? Soll dein Erlöser nicht über dich klagen müssen? Hat dein Arzt, dein Krankendiener, so Manche, die sich mit dir schleppen müssen- viele andere Menschen nicht noch mehr Ursache, über dich zu klagen? Klage doch nicht, daß nicht zuletzt so viele und so mächtige Kläger gegen dich aufstehen. Ihnen geschah von dir unrecht, und sie wollen gerne nicht klagen, wenn nur auch du deine Klagen einstellest. Geschieht dir unrecht? Klage nicht, damit du das Unrecht verdienstlich ertragest. Geschieht dir recht? Wie darfst du klagen? Suche nicht deine Leiden durch Klagen dir zu erleichtern. Menschen können doch nicht helfen. Leide im Verborgenen, daß es die Menschen nicht wissen. Dein Vater sieht's; er weiß, was du leidest, und er wird's dir belohnen. Menschen 153 trost vermindert das Verdienst deines Leidens, ohne ihm abzuhelfen. Jesus war wie ein Lamm, das, da es zur Schlachtbank geführt wurde, seinen Mund nicht öffnete. Siehe! Satan will dir das Verdienst des Leidens rauben, indem er dich zu Klagen reizt. Laß dich nicht verführen! Sei demüthig; sei gerecht; bring jedes Leiden und jede Mißhandlung deinem Erlöser zum Opfer; klage nur Gott in's Geheim dein Leiden; klage nur über dich. Nede von deinem Leiden gar nichts, als mit deinem Arzt, der es wissen muß. Siehe immer auf dein Vorbild, auf Jesum. Haft du auch gerechte Klage, so schenke es Christo, wie dir Christus es schenkte. Jesus schwieg, Jesus redete nicht ein Wort." Mart. 14, 61. Lut. 23, 9. hise i sid moo insiem Mürrisches Stillschweigen gegen den Priester. Wie ein Mörder, der im Geheimen auf seine Beute lauert, suchet manchmal der Satan den Kranken vom Priester abzuziehen, oder den Seelsorger zu verscheuchen. Er erwecket daher in dem Kranken Unmuth, verdrüßiges Wesen. Der Priester wird ihm lästig und zuwider. Immer kömmt der Gedanke ihm in den Sinn: ,, wenn doch dieser Mann einmal fort wäre, wenn doch dieser nicht mehr zu mir kame." Dieses zu bewirken gibt der Kranke ihm gar keine Antwort, kein Zeichen seiner Zufriedenheit; ja, er läßt sich's durch sein mürrisches Wesen und Betragen geradezu anmerken, daß er ihn von sich entfernen möchte. Je eifriger der Seelsorger werden will, desto weniger gibt der Kranke Acht. Es wird große Tugend bei einem Seelsorger erfordert, wenn er nicht mit Unwillen den Kranken verläßt und sich beredet, er hätte kein Vertrauen zu ihm. Ist der Hirt verscheucht, so kann dann der höllische Wolf ungehindert über das verlassene Schaf herfallen. Einen Miethling, einen unerfahrnen, geistlosen Priester wird der Satan nicht vertreiben wollen; denn der Miethling flieht von selbst, oder der Satan hat nichts von ihm zu befürchten. 154 Sei auf deiner Hut, daß du dieser verderblichen Versuchung nicht unterliegest. Schätze es für eine große Gnade, wenn ein Priester dich besuchet. Tausende wünschten sich und baten um einen Priester, aber sie erhielten ihn nicht. Wenn du einen tugendhaften, eifrigen, bescheidenen und gewissenhaften Beichtvater verabscheuest, so ist es gewiß teuflische Versuchung. Du wählest dir den erfahrensten, flügsten Arzt für deinen Leib, warum nicht auch jenen Arzt für deine Seele, welcher der schicklichste ist, und bei dem du weniger zu fürchten hast, irre geführt zu werden? So oft du solch ein finsteres, trübes, mürrisches Wesen, besonders gegen einen Priester oder Beichtvater, gewahr wirst, bezeichne dich mit dem heil. Kreuzzeichen; befiehl im Namen Jesu dem Geiste der Finsterniß von dir zu weichen; thue dir Gewalt an, und antworte sanft: ,, Tauber und stummer Geist! Ich befehle dir, fahre von ihm aus, und komm nicht wieder in ihn zurück." Mart. 9, 24. Schamhaftigkeit beim Beichten. Auch versucht der Teufel den Kranken manchmal mit einer Schamhaftigkeit, die er nicht überwinden zu können glaubt. Merkst du in dir eine solche Schamhaftigkeit, mein Kranker? Getrauest du dir etwas Gewisses nicht zu beichten? Du bemühest dich umsonst, deinen Zustand zu verbergen, daß ihn nicht ein verständiger Mann vermuthen und errathen sollte. Lies!!- ich will dir's allein in's Herz hinein sagen, was es mit dir ist. Da ihnen der Teufel die Schamhaftigkeit, da sie sündigten, genommen hat, so gibt er sie ihnen nach der Sünde wieder zurück. Die ersten Menschen fingen erst an sich zu schämen, nachdem sie gesündigt hatten. Du bist so gar geschämig nur, weil du unverschämt warest! Du wolltest bei den Menschen und bei deinem Beichtvater angesehen sein, und für eine fromme, unschuldige Person gehalten werden. Aber du warst es nicht in der That. Du haft im Geheimen ein schändliches Lasterleben 155 geführet und Sünden verübet, worüber du dich hättest schämen müssen, wenn es auch nur Ein Mensch gesehen hätte, obwohl du vor Gott und deinem Schutzengel dich nicht geschämet hast. Du bist ein Heuchler, ein Gleißner bis daher gewesen. Du bist voll Arglist und Betrug. Du bist wie ein Pharisäer, ein angetünchtes Grabmal. Von Außen scheinest du fromm, andächtig, eine wahre weise Jungfrau zu sein, aber in der That vor Gott bist du ruchlos. Du hast deine Unschuld, deine Jungfrauschaft verloren! Du fürchtest die Schande vor Menschen, du fürchteſt, daß man dich für das ansehe, was du doch wirklich bist? Warum willst du es vor dem Priester verbergen, der einzigen Person, der dich gewiß nicht verachten, sondern dein Bekenntniß als eine großmüthige Buße ansehen, ja! der dich von der ewigen Schande vor dem ganzen Himmel, vor der ganzen Erde und Hölle befreien wird? Weißt du die Sache nicht anzugehen? Ich zeige dir dazu die Mittel. Denke: es ist zwar Schande, schamlos Sünden zu verüben, aber es ist große Ehre, und verschaffet dir Hochachtung bei deinem Beichtvater, vor Gott und den Engeln, nun einmal begangene schändliche Laster zu beichten. Wenn du deinem Arzt die Wunden deines Leibes aus übertriebener Scham nicht entdecken würdest, er könnte dich ja unmöglich heilen. Nicht anders verhält sich die Sache mit den geheimen Wunden deiner Seele, die du dem Arzt deiner Seele entdecken mußt. Wähle einen gottesfürchtigen, erfahrenen, klugen Priester, welcher gute Menschenkenntniß hat. Bei ihm hast du nur die halbe Schamhaftigkeit zu überwinden. Berufe einen Priester, den du nicht kennst und der dich nicht kennt, wenn du nur weißt, daß er Wissenschaft und Tugend besitzt. Hast du keinen andern Priester, als deinen Seelsorger, und kannst du dich nicht überwinden, dich ihm offenherzig zu entdecken, so berufe einen Priester oder Pfarrer in deiner Nachbarschaft, bitte ihn um einen Besuch. Dein eigener Seelsorger wird dagegen nichts einwenden, wenn du 156 ihm aufrichtig die Ursache deiner Unruhe selbst oder durch eine dritte Person entdeckest. is altos Gewissensangst. dimning thin Wenn du in deinem Leben die Stimme deines Gewissens immer betäubt, dein Ohr verschlossen und so zu sagen, ihm den Mund verstopfet hast, so bricht es auf deinem Todbette in jämmerliches Geschrei und Seufzen aus. Dazu darfst du freilich nicht gleichgültig sein. Aber manchmal ist's ein bloßer Lärm, ein leeres Geschrei, das keinen Grund hat und entweder von einer leeren Einbildung oder vom Teufel herkommt, der dich irre machen, und zur Verzweiflung bringen will. Du hörest gleichsam eine gräßliche Stimme in deinem Innersten, die dir zuruft: In deinem Leben hast du nie recht gebeichtet, nie eine wahre Reue erweckt, und nie einen aufrichtigen Vorsatz gemacht; alle deine Kommunionen waren gottesräuberisch; nie hast du Gott von Herzen geliebt, nie für Gott und die Ewigkeit, immer für das Zeitliche gelebt. Wie viel Gutes hast du unterlassen? Wie viel fremde Sünden auf dir? Viele Pflichten hattest du, aber sie alle übertreten, keine vollkommen erfüllt. Es ist nicht möglich, daß du Alles beichten und nachholen kannst. Du bist zu schwach, die Zeit ist zu kurz, deine letzte Beicht wird eben so, wie deine vorigen, beschaffen sein. Mein Gott! ich bringe keine Neue und Leid zu wegen!-- das habe ich nicht gebeichtet jenes auch nicht;- dieses ist mir gar nie eingefallen, daß ich's beichten sollte. Ich weiß nicht, wo ich anfangen und aufhören soll u. s. w. Was fange ich an? Paast thin and modif du Ich will dir sagen, was du thun sollst. Fasse Muth! es kann dir wohl geholfen werden. Willst du dir solche beißende Gewissensunruhen für das Todbett ersparen, so führe einen ordentlichen, frommen Lebenswandel, da du gesund bist, und empfange die heil. Sakramente mit eifriger Vorbereitung. Dieß zwar hast du versäumet. Geſetzt! - 157 du hast wirklich deine ganze Lebenszeit ungiltige Beichten abgelegt und gottesräuberische Kommunionen empfangen; verzweifle deßwegen nicht; dennoch kann dir gar wohl geholfen werden. Zante nicht lange mit deinem Gewissen; du gewinnst ihm doch nichts ab. Geschwind berufe einen gottesfürchtigen, klugen Beichtvater. Entdecke ihm deine Aengstigungen und thue Alles, was er dir sagt, auf das genaueste. Es wird ruhig werden. Halte dich an deinen Erlöser. Umarme sein Kreuz; verbirg dich in seine Wunden. Er, der dem Meere und den Stürmen gebot, wird auch deinen Unruhen gebieten, und große Heiterkeit wird zurückkehren. Gesetzt, der Priester ist zu weit entfernet; du kannst keinen berufen lassen, bis er kömmt, bist du vielleicht nicht mehr am Leben; was ist da zu thun? Dieß, mein Lieber! Schicke dennoch um einen Beichtvater und versuche Alles, gewiß und bald einen Priester zu bekommen. Unterdessen aber erwecke statt einer langen Erforschung deiner Sünden eine herzliche Liebe Gottes und eine vollkommene Neue. Strenge diese Liebe und Neue an, so viel du kannst. Habe den ernstlichen Willen und das Verlangen, recht beichten, und das hl. Sakrament würdig empfangen zu können. Haſt du Alles das gethan und es erreicht dich der Priester doch nicht, so wirst du doch gerechtfertigt und empfangest die Wirkungen des Bußsakramentes, ohne das Sakrament selbst empfangen zu können. Gott nimmt dein Verlangen für das Werk selbst an. Aber wohlgemerkt! wenn du Alles thust, um einen Priester und die Lossprechung zu erhalten, ihn aber unmöglich erlangen kannst, und wenn du die Liebe, Neue, und das Verlangen, zu beichten hast. Gott läßt feinem liebenden Sünder die Rechtfertigung und Seligkeit unmöglich werden. Denkspruch: Kommet zu mir ihr Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken." Math. 11, 28. 158 in Furcht vor dem Tode. Der Kranke wird manchmal von Furcht befallen, aus der er sich nicht erholen kann. Ihn schreckt der Tod. Ihn schreckt das Gericht, die Ewigkeit, die Peinen des Fegfeuers, seine Auserwählung oder Verwerfung. Die Furcht ist der Anfang der Weisheit und der Bekehrung. Selig ist der Mann, der immer in Furcht ist. Aber nie muß die Furcht übertrieben sein. Fürchte immer Gott zu mißfallen, und bestrebe dich immer ihm angenehm zu sein. Fürchte dich vor der Sünde, als vor dem einzigen Uebel. Sonst hast du nichts zu fürchten. Der Tod ist ein Schlaf. Ist der Tod auch kein sanfter Schlaf; ist die Trennung der Seele vom Leibe überaus schmerzlich, so ist sie eine Geburt zur Unsterblichkeit. Wie du bei deiner Geburt für diese Welt dich vom Leibe deiner Mutter losgerissen hast, so reißt sich deine Seele durch den Tod von deinem Leibe für die künftige Welt los. Der Gott, der dich aus Mutterleibe gezogen hat, wird auch deine Seele von ihrem Leibe losmachen. Eben der Gott, der dir auf diese Welt half, der dir auf dieser Welt fortgeholfen hat, wird dir aus dieser Welt auch hinaushelfen; denn er ist mächtig und gnädig. Heilige dich, bewahre die Gnade Gottes und den Stand der Gerechtigkeit, schließe dich an deinen Erlöser, sei in der Liebe vollkommen und der Tod wird dich nicht schrecken. Sammle dir jetzt gute Neigungen, übe dich jetzt in der Geduld, im Glauben, in der Hoffnung, Liebe, Rene und Sehnsucht nach Gott; bitte die göttliche Mutter, deinen hl. Schußgeist, deine hl. Sterbpatrone, daß sie dir in deinem Tode beistehen; sie werden dir zu Hilfe eilen, dich trösten, dir glücklich durchhelfen. Deine Todesängsten mögen Tage lang andauern, Gott ist mit dir; wen solltest du fürchten? Wenn du den Namen Jesu nur mit dem Herzen aussprichst, so muß der Satan mit seinem ganzen Anhange von dir weichen. Mache dich würdig, an den Segnungen und Gebeten der Kirche Theil nehmen zu können, und deine Mutter, 159 die Kirche, wird deiner bangen Seele Trost und Linderung verschaffen. Sie hat den Sterbenden auch hierin Vorsorge bereitet. Dentspruch:„ Wenn auch die Schrecken des Todes hereinbrechen, werde ich doch nicht beben; denn du bist bei mir." Psalm 22, 4. Schrecken des Gerichtes. Wer soll vor einem solchen Richter, bei einem solchen Gerichte, bei einer so genauen Untersuchung, bei einem ſo strengen Verfahren, bei einem so entsetzlichen Ausspruche und ewig geltenden Urtheile nicht zittern? Ja, fürchte dich vor Gottes Gerichten; aber die Furcht allein rettet dich nicht. Der Erlöser, welcher dir befahl, den zu fürchten, der Leib und Seele verderben kann, schützt dich auch vor übertriebener Furcht und gibt dir Mittel gegen sie. Wenn die übrigen Menschen vor Furcht verschmachten, so soll der Gläubige, der Gerechte, sein Haupt emporheben, und mit Sehnsucht den kommenden Richter erwarten. Denn er kömmt, ihm die Krone der Gerechtigkeit zu geben. Er kömmt, dich mit sich zu nehmen, weil er nun dir deinen Wohnort im Himmel schon zurecht gerichtet hat. Er kömmt, dich als seinen Miterben im Hause seines und deines Vaters zu erklären. Wer soll sich nicht auf die Ankunft seines Richters freuen? " 1 Aber o mein Gott! sagst du, ich bin ein Sünder. Ich habe viel Böses verübt. Meine Sünden sind viele und große; wie werde ich vor meinem Richter bestehen"? Du wirst nicht bestehen, und kannst ihm auf tausend Worte an dich nicht eines antworten. Willst du aber deine Laster noch länger fortsetzen? O! davor wolle Gott sein." Bereuest und hasfest du die Sünden? Ja! von ganzem Herzen". Hast du deine Sünden aufrichtig und reumüthig gebeichtet? Ich habe gethan, so viel mir mit der Gnade Gottes möglich war, und ich wäre bereit, es nochmal, es noch besser zu thun, wenn ich es im Stande wäre". Weil " 1 11 11 160 du dieſes gethan hast, so bist du schon gerichtet. Dein Nichter hat in der Person des Priesters schon das Urtheil gefällt, das Urtheil der Vergebung, der Begnadigung. Christus hat dich gerechtfertiget; wer wird dich verdammen? Er hat deine Sünden weggenommen und sie ganz aus deiner Seele getilget. Er kann sein Wort nicht widerrufen. Was auf Erde aufgelöset worden ist, bleibt auch im Himmel gelöset. Durch das Bußsakrament bist du ganz gereinigt, geheiliget, gerechtfertiget worden. Deine Sünden sind aus deiner Seele rein ausgetilgt, und deine Seele selbſt iſt mit der heiligmachenden Gnade und den Verdiensten Jesu ausgeschmückt. Du bist ein Kind Gottes; Jesus ist dein Bruder, Gott dein Vater. Er kömmt, dich wie den verlornen Sohn zu umarmen, und in den Himmel, in das väterliche Haus aufzunehmen. sis idig do th asandsht Lege eine wahre, aufrichtige, reumüthige Beichte ab. Sündige nicht mehr. Bewahre und vermehre die Gnade durch treue Mitwirkung. Leide, was dir Gott auflegt mit Geduld. Vertraue auf deinen Erlöser. Liebe viel. Bleibe in der Liebe und du hast dir nichts zu fürchten. Jesus kömmt zu dir, nicht dich zu verdammen, sondern dich selig zu machen. G Denkspruch. So spricht Jesus:„ Fürchte dich nicht! ich bin es!" Joh. 6, 20. Susti Furcht vor den Beinen des Fegfeuers. Das Fegfeuer ist ein jammervoller, schmerzlicher Zustand für eine gerechte Seele, welche von der Seligkeit aufgehalten wird, weil sie noch einige kleine Sündenmakeln mit in die andere Welt hinüberbringt, und der Gerechtigkeit Gottes nicht vollkommen genug gethan hat für die begangenen Sünden. Zwar hat ihr Gott die Sünden selbst nachgelassen, aber er fordert dafür noch Genugthuung. Wer sollte das Fegfeuer nicht fürchten, das die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes angezündet hat? Wer aber sollte das Fegfeuer nicht 161 auch lieben? Denn es reinigt die Seele von aller Makel und Sünde, so daß Gott an ihr sein Wohlgefallen haben kann. Wenn du die Sünde hafsest; wenn du wünschest daß Gott an dir sein Wohlgefallen habe, so mußt du auch wünschen, von aller Sünde ganz rein zu sein und mußt Alles nicht achten, wenn nur du rein und Gott gefällig wirst. Wenn du aber so große Furcht vor dem Fegfeuer hast, so wisse, daß du dich noch jetzt davon befreien kannst, durch folgende Mittel: durch eine recht vollkommene, eifrige Liebe Gottes. Wer viel liebt, dem wird viel vergeben; durch williges Leiden; durch Uebung verschiedener Tugendakte; durch heil. Ablässe, mit welchen die Kirche die Sterbenden gar reichlich versehen hat. 11 Denkspruch. Er hat euch durch seinen leiblichen Tod versöhnt, um euch vor ihm als heilige, unbefleckte und untadelhafte Menschen darzustellen." Koloss. 1, 22. Bangigkeit über die Auserwählung. Der göttliche Erlöser hat es seinen Jüngern vorausgesagt, daß ihre Namen im Buche des Lebens aufgezeichnet sind. Dir ließ er es nicht wissen, ob du selig oder verworfen wirst. Deßwegen mußt du dein Heil mit Furcht und Zittern wirken. Du mußt Alles thun, damit du gewiß selig wirst; hast du aber auch Alles gethan, so mußt du doch noch zittern, weil du nicht weißt, ob du ausharren wirst. Und vor wem mußt du zittern? Nur vor dir selbst. Denn du bist gar unstät. Wenn Gott dir selbst deine Seligkeit überließe, ſo müßtest du von dir Alles befürchten. Er will aber ſelbſt dein Schicksal entscheiden. Darum fürchte dich nicht! Er läßt dich nicht wissen, was er mit dir vorhat; aber so viel hat er dir doch sagen lassen, daß er den Tod des Sünders gar nicht will; daß er Sünder aufnimmt, sobald sie zu ihm sich bekehren; daß er ein Gott ist, der selig macht; daß er Niemand will zu Grunde gehen lassen; daß er ein Kathol. Krankenbuch. 11 162 Seligmacher aller Menschen, besonders der Gläubigen ist; daß Jesus Christus ein guter Hirt ist, der nur für die Sünder auf die Welt kam, der sein verlornes Schaf sucht, bis er es findet und es dann auf seinen Schultern zurückträgt; daß er niemand verläßt, der ihn nicht zuvor verläßt; daß ihm Niemand seine Schafe aus seiner Hand reißen kann; daß er die Liebe selbst ist und es weit besser mit uns meint, als wir selbst es meinen, und daß er von Allen keinen verliert, die ihm sein Vater gab. Ist Gott nicht gütig? Jst Gott nicht gerecht? Nun siehe: weil Gott gütig ist, so kann er ja einige rechtfertigen und auserwählen, ohne daß sie es verdienen. Und weil er gerecht ist, so kann er keinen verdammen, der es nicht verdient. Daß er dich nicht verdammen will, davon hat er dir Beweise genug gegeben. Du hast viele und schwere Sünden verübt. Er hätte dich schon lange verdammen können, wenn er gewollt hätte. Warum hat er dir dein Recht nicht angethan? Er muß also ganz andere Gesinnungen gegen dich tragen. Wer feindselig gegen Jemand gesinnt ist, übet Rache aus, sobald er nur kann. Gott hat bisher gegen dich nicht feindselig sich betragen. Er muß es also mit dir gut meinen. Du darfst ihm sicher trauen. Gott ist allmächtig. Kann er aus einem Menschen nicht einen Engel machen, der aus Nichts einen Menschen machte? Jesus ist dein Fürsprecher. Bei einem solchen Sachwalter verliert man seinen Handel nicht. Was würdest du thun, wenn du wüßtest, daß du gewiß unter den Auserwählten wärest? Das thue nun, da du es nicht weißt. Hoffe immer mehr, als du fürchteſt. Die Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden. Liebe recht vollkommen. Die Liebe verscheucht die Furcht. Liebe nur, du kannst nicht verloren gehen. Denkspruch. Dir, o Herr, empfehle ich meine Sache." Jerem. 11, 20.- 20, 12. 1331 Verzweiflung. Der Teufel sucht die Menschen zu verführen, indem er ihnen bei gesunden Tagen vorspiegelt, sie könnten sich auf ihrem Krankenbette leicht noch bekehren. Dadurch hält er sie in ihren Lastern und bösen Gewohnheiten fest. Die, Kranken, die lasterhaft bis an das Todbett gelebt haben, sucht er dann in die Verzweiflung zu stürzen, indem er ihnen vorspiegelt, nun wäre die Zeit zu kurz, der Mensch zu schwach, die Laster zu viele, eine vollkommene Beichte unmöglich, die Bekehrung zu spät, die Zeit der Gnade schon verflossen, das Urtheil schon gefällt; nun wäre nichts mehr zu hoffen. So viele Worte- so viele Lügen. Keiner von allen diesen Einfällen und Gedanken kommt von Gottes Geist, alle sind Eingebungen des Teufels. Willst du diesem Lügner und Betrüger glauben? Du hast dich von ihm betrügen und verführen lassen, da du deine Sünden bis hieher fortgeſetzt hast. Laß dich nicht nochmal betrügen, indem du verzweifelſt. 163 Höre doch, was Gott sagt, was Jesus Christus sagt: " Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu berufen, sondern die Sünder.- Wann immer sich der Gottlose bekehren wird, so wird er leben. Das ist der Wille des Vaters gar nicht, daß auch nur Einer verloren gehe. Und wenn deine Sünden roth wie Scharlach wären, sie sollen weiß, rein wie Schnee werden. Keinen, der zu mir kömmt, werde ich hinausstoßen." So sagt Gott. Kannst du an seinem Worte zweifeln? - - - Die Zeit ist zwar kurz. Du kommst spät zu deinem Gotte. Aber noch ist es an der Zeit, noch ist's nicht zu spät. Versäume nur keinen Augenblick. Der Mörder am Kreuze hatte nur noch wenige Stunden, und er bekehrte sich, und der Erlöser nahm ihn zu Gnaden auf. Heute noch," sagte er ihm,, wirst du bei mir im Paradiese sein." Wenn Jerusalem es nur noch den letzten Tag, der ihm zum Frieden war, erkannt, sich bekehrt hätte, der Erlöser 11* 164 hätte seine Thränen weggewischt, und sich wie ein Hirt über das verlorne und endlich wieder gefundene Schaf mit allen Engeln erfreuet. Die Taglöhner im Evangelium kamen auch erst die letzte Tagesstunde und sie bekamen eben den Lohn, sie bekamen ihn noch vor allen übrigen Taglöhnern, die den ganzen Tag mühselig gearbeitet hatten. Komme der verlorne Sohn, wann er will, wenn er nur endlich kommt, so nimmt ihn der Vater auf. Du bist nicht zu schwach. Die Gnade stärket. Und wenn du aus zu heftiger Neue stürbest, so wäre dein Tod kostbar in den Augen Gottes; du wärest ein Bußmartyrer. Der Mensch kann immer mehr, als er zu können sich beredet. Es bekehrten sich doch so Manche noch auf dem Todbette. Was andern möglich war, ist es dir auch, wenn du nur willst. Eben da, wo die Schwachheit am allergrößten ist, zeigt Gott seine Kraft, und er wird durch die schwächsten Werkzeuge am meisten verherrlichet. Eine vollkommene Beicht ist nicht unmöglich. Ein erfahrner, gewissenhafter Priester weiß die Sache möglich und leicht zu machen. Mit wenig Fragen, die du ihm leicht beantworten kannst, übersieht er deinen ganzen Zustand, deine Sünden, ihre Anzahl, ihre Größe, ihre Folgen, Alles was er wissen muß, über dich ein Urtheil zu fällen und dir alle Sünden zu vergeben. Er hat eine Macht ohne allen Vorbehalt. Er kann dir auf deinem Sterbebette alle Sünden vergeben, die er nicht, die kein Anderer in deinen gesunden Tagen dir hätte erlassen können, und die nur dem höchsten Oberhaupte der Kirche vorbehalten waren. Laß' deinen Beichtvater sorgen, wie er das Gewirre deines Gewissens entwickeln wird. Die Bekehrung ist noch nicht zu spät, denn sie ist noch möglich. Nur der Tod selbst macht sie unmöglich, weil dann die Zeit aufhört, und der Mensch nach dem Tode nicht mehr verändert werden kann. Die Bekehrung fordert keine so 165 lange Zeit. Auf einen Blick, den Christus auf den gefallenen Petrus warf, ward dieser bekehrt. Auf einen Schlag war Saulus ein Gefäß der Auserwählung. Die Gnade wirkt, wie die Allmacht Gottes, in einem Augenblicke die größten Wunder der Bekehrung. Gott erwartet von dir nur einen Willen, nur eine Entschließung. Wolle nur, und er wird vollenden, was er in dir angefangen hat. Es ist Betrug des Satans, wenn du glauben wolltest, die Zeit der Gnade sei schon verstrichen. Die Gnade hört nur mit dem Leben auf. Das Leben selbst ist Gnade und wird nur zur Bekehrung und Buße gegeben. Jonas war schon vom Ungeheuer verschlungen, aber noch bei Leben. Er bat zum Herrn, bereute seine Sünde und er fand noch Gnade. Mag dich der Tod, wie dieses Ungeheuer, bereits in seinem Nachen gefaßt haben, Gott doch hat ihm verboten, dich zu verschlingen. Er läßt dir noch, wenn auch wenige, aber doch genügsame Augenblicke, dich zu bekehren. Bitte, seufze; Gott verschmäht die Thränen und das zerknirschte Herz eines reumüthigen Sünders nicht. Wäre auch das Urtheil über dich schon gesprochen, so ist es doch noch nicht an dir vollzogen. Höre, was der Herr sagt:. „ Thut das Volk über dasjenige Buße, und bekehrt sich an dem, worüber ich wider dasselbe losbrach, so werde ich mich auch das Unheil gereuen lassen, welches ich ihm anzuthun beschlossen habe." Jerem. 18, 8. Gott überläßt es gleichsam dir, ob er sein Urtheil bestätigen und ausführen, oder zurücknehmen und dich begnadigen soll. Es ist nur um so größere Ehre und Verherrlichung für Gott, wenn er einen solchen unwürdigen Sünder begnadigt und zur Beschämung des Satans ihn noch rettet, da dieser Feind Gottes und der Menschen schon die Beute erhascht zu haben glaubt. Gott ist gewiß auf seine Ehre und die Ehre seines Sohnes bedacht. Thue Gott diese Unehre nicht an. Was heißt verzweifeln? fragt der heil. Augustin. Und er antwortet:„ Es heißt, sich einbilden, Gott sei nicht so gut, 166 als ich böse bin; er habe nicht so viel Gerechtigkeit, als mir abgeht; und meine Sünden seien größer, als seine Gnade." Was that Judas, der Verräther? Er bereute seine Lasterthat; aber so, daß er wegen ihrer großen Bosheit keine Verzeihung mehr hoffte. Dieß hieß eine noch bösere Buße thun, als die Sünde war. Der Unselige hat Gott weit mehr durch seine Verzweiflung, als durch seine Verrätherei beleidiget. biasjata modd del sab Schaue nicht auf deine vielen und großen Laster; nicht auf dich und deine Schwachheit; nicht auf die kurze Zeit u. s. f., sondern auf deinen Erlöser, auf Gott deinen Vater, auf die Macht und Güte Gottes, auf den Werth des Blutes und der Versöhnung, und hoffe wieder Hoffnung, hoffe auf Gott und Jesus Christus. Erwecke einen Akt der Hoffnung und übe dich immer darin. Denkspruch. Wer hat auf Gott gehofft und ist mit seinem Hoffen zu Schande geworden?" Eccli. 2, 11. noborg Verzagtheit. Nicht allemal wagt oder vermag es der Satan, den Sterbenden in Verzweiflung zu stürzen. Er setzt ihm also mit Zaghaftigkeit zu. Gib acht, mein Kranker, wenn du so zaghaft wirst, daß du zwar zugibst, es könnte sich jeder Sünder noch in seinem Todbette bekehren, beichten und Gnade erhalten; aber nur für dich wäre es schon zu spät; deine Zeit wäre zu kurz; wenn du auch beichten würdest, so könnest du unmöglich Gott dafür gehörig genugthun u. s. f., so ist dieß wahre teuflische Versuchung. Glaube also kein Wort davon. Denn nur mit dem allerletzten Augenblicke nimmt die Zeit der Buße und Bekehrung ein Ende. Die Gnade kann Gottes Barmherzigkeit noch im allerletzten Augenblicke verherrlichen. Daß Gott nicht unversöhnlich ist, siehest du ja augenscheinlich daran, daß er dir noch den vollen Gebrauch deiner Vernunft gestattet, und dem Priester 167 noch Zeit läßt, dir das heil. Sakrament der Buße zu ertheilen. Das thut man seinem Feinde nicht, den man verderben will. Höre, was der sonst strenge heil. Cyprian ( de Coen. dom.) sagt:„ Weder die Größe des Lasters, noch die Kürze der Zeit, noch das Ende der Stunde, noch die Greuel des Lebens schließt von der Vergebung aus, wenn nur eine wahre Reue und aufrichtige Aenderung des bösen Willens vorhanden ist." Die Kürze der Zeit und die Unmöglichkeit, Gott vollkommen genugzuthun, soll dich gar nicht zaghaft machen. Du hast dein ganzes Leben hindurch nie würdige Bußfrüchte gethan, und also deine Schulden bei der Gerechtigfeit Gottes immer aufgehäuft. Gott sah voraus, daß du es so lange anstehen lassest, bis du außer Stand bist, ihm genugzuthun. Deßwegen wollte sich Gott selbst an dir bezahlt machen, wie jener Herr im Evangelium, der seinen schuldigen Knecht in den Schuldthurm werfen ließ. Gott hat dich auf dieses schmerzhafte Krankenbett geworfen und läßt dich foltern und plagen. Nimm du das geduldig an, unterwirf dich dem Tode mit der Absicht, Gott dadurch genugzuthun! Die heil. Ablässe der Kirche ersetzen für dich, was du noch darüber leisten müßtest, aber zu thun nicht im Stande bist. Habe nur um so viel eine herzlichere Reue, um so viel inbrünstigere Liebe. Wer viel liebt, dem wird viel vergeben. Die Buße wird nicht nach Jahren abgezählt, sondern nach der Zerknirschung des Herzens berechnet" ( s. Aug. hom. 50). Bei Bußübungen, wenn du auch ein Laster auf dir hättest, das dich vom Leibe des Herrn trennete, ist nicht so sehr auf die Länge der Zeit, als auf die Größe der Reue zu sehen"( s. Aug. Enchir. c. 65). " Wenn auch Jemand die ganze Buße nicht leisten würde, so verschmäht doch Gott auch diese kurze und abgebrochene Buße nicht. Ein Augenblick löscht alle Sünden des Lebens aus."( s. Chrysost. 1. I. ad Theod. lap.) Gott wird ein " P 11 168 zerknirschtes Herz nicht verschmähen, und er kann eine Seele, die ihn liebt, unmöglich hassen. Denkspruch. Warum also bist du traurig, meine Seele, und warum verwirrest du mich? Hoffe auf Gott!" ( Pfalm. 42, 5.) 11 Verweigerung der Beichte. Wenn ein Bösewicht Jemanden umbringen oder zut Grunde richten will, so verbietet er demjenigen davon zu reden, der ihn verrathen und seine Absichten vereiteln könnte. Ja, er verstopft ihm den Mund, daß er nicht reden kann. So macht's der Teufel mit einem Menschen, den er in Sünden gestürzt hat. Er hält ihn ab, redet es ihm aus, daß er nicht beichten soll; ja er verstopft, so zu sagen, ihm den Mund, indem er allerlei Betrug ihm vormacht: es ſei noch immer Zeit; die Krankheit sei nicht so gefährlich; morgen wäre eine schicklichere Zeit; heute sei man gar zu schwach; es werde schon wieder besser werden u. s. f. Ja, der Satan verleitet den Kranken so weit, daß er gar nichts hören will vom Beichten. Es darf sich kein Priester vor ihm sehen lassen. Er geräth in Zorn und Unmuth, wenn man nur vom Beichten eine Meldung thut. Auf diese Weise hat es diesem bösen Geiste schon bei vielen gelungen, sie zu betrügen. Unvermuthet änderten sich die Umstände; es verfiel ihnen die Sprache; sie wurden wahnsinnig und starben in ihren Sünden, in denen sie gelebt hatten und noch einen Tag leben wollten. Willst du dich auch vom Teufel so unglückselig betrügen lassen? Es kömmt bei einem Kranken nicht auf's Wollen, sondern auf die Gnade Gottes an. Viele wollten beichten, wollten sich bekehren, aber sie konnten nicht mehr; weil sie die schickliche Zeit der Gnade, die ihnen Gott gab, nicht benützten, so war für sie keine Zeit mehr. Die Juden wollten nicht mit der Gnade mitwirken, da sie ihnen der Erlöser anbot. Was sagte, was that er ihnen? Siehe, ( 1 169 sprach er, euer Haus wird öde gelassen, d. i. verlassen werden. Ihr werdet in euren Sünden sterben. Ich gehe von euch. Ihr werdet mich dann suchen, aber nicht finden, sondern in euren Sünden sterben." Weil sie die Zeit ihrer Heimsuchung, gerade noch den Tag, der ihnen zum Frieden angeboten ward, nicht erkannten, nicht benützten, so beschloß Gott ihren Untergang. Dieser Tag, den du noch lebst, da die Krankheit noch nicht so überhand genommen hat, da du noch vollkommenen Gebrauch deiner Vernunft hast, ist dein Friedenstag- der Tag deiner Heimsuchung. Laß ihn ja nicht unbenüßt vorüberstreichen. Es ist vielleicht der letzte, an dem deine Beichte und Bekehrung geschehen kann. Gott läßt mit seiner Gnade nicht scherzen. Dein Herr ist vor der Thüre. Er klopfet an. Laß ihn nicht einen ganzen Tag vor der Thüre stehen und warten, wie deinen Knecht. Er möchte vorübergehen und nicht mehr wiederkehren. Der Kranfe kennt sich selbst nicht. Er weiß nicht, wie schlimm seine Umstände, wie gefährlich seine Krankheit ist. Niemand getrauet sich, es dir zu sagen, daß du sterben mußt, weil dich Niemand betrüben will. Aber Alle zittern darüber, daß du nichts vom Beichten hören magst. Welch ein Aergerniß für deine Kinder, für dein Gesinde, für deine Hausgenossen und Nachbarn, für alle deine Mitchristen, daß du die Pflichten eines kranken Christen nicht erfüllen willst! Was werden die Leute denken und sagen, wenn sie hören, du wolltest dich nicht zur Beicht entschließen? Können sie anders als vermuthen, du müssest ein sehr lasterhafter Mensch sein, du habest wenig Religion, weil du dich weigerst, dein Gewissen in Ordnung zu bringen? Was wird Gott, was Christus, dein Richter, sagen, wenn du, da sie dir die Hand bieten und nach dir ausstrecken, sie nicht ergreifest und vielleicht ohne Sakramente dahinstirbst. Versuche Gott nicht, mißbrauche die Gnade nicht, die Gott so Manchen versaget hat, die sie benützt hätten, wenn sie 170 Gott ihnen, wie dir, angeboten hätte. Mit Verzögerung machst du deine Sache nicht besser. Was du heute nicht zu können vorgibst, ist morgen eben so schwer und unthunlich, vielleicht gar nicht mehr möglich. Rufe wenigstens: Jesus, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner!- Jeſus, Du Licht der Welt, erleuchte meine Finsternisse! Jesus, sei mir armen Sünder gnädig! Jesus, gib mir Wollen und Wirken!- Jesus, errette mich von allen Nachstellungen und vor allem Betruge des Teufels! Verwirf mich nicht, entziehe mir Deinen heil Geist nicht, lehre mich Deinen Willen erkennen und vollziehen, ziehe mich nach Dir. Suche Deinen Diener, erleuchte meine Augen, daß ich nicht entschlafe im Tode; daß mein Feind nicht einmal sage: die Oberhand über ihn erhielt ich. - 11 - Bitte Gott, er möchte dich ja nicht ohne heil. Sterbsakramente aus dieser Welt wegnehmen. Wenn dir aber dann der Geist Gottes in's Herz leise hineinsagt:„ Wenn du nicht ohne heil. Sakramente sterben willst, warum machst du nicht jetzt gleich dazu Anstalten? Wer seid ihr, daß ihr den Herrn versuchet? Ihr schreibet der Barmherzigkeit des Herrn eine Zeit vor und bestimmt ihm den Tag nach eurer Willkühr."( Judith. 8, 11. 13).- Was kannst du hierauf dem Herrn antworten? Denkspruch. Auf! Der Bräutigam kömmt! Gehet ihm entgegen!" Math. 25, 6. Reichthum. Es ist etwas gar Seltenes, daß man reich ist, viele zeitliche Güter hat, und sie nicht liebt, sein Herz nicht daran heftet, nicht ungerne sie verläßt, und die Neigung gegen dieselben ganz in seinem Herzen erstickt. Daher hat der Reiche auf seinem Sterbebette manche Versuchungen zu erwarten. Nicht gerade nur Geldliebe, sondern die Anhänglichkeit an jede zeitliche Sache ist Geiz, ist Habsucht, ist Unordnung. So lange diese in dem Herzen eines Kranken 171 herrscht, ist alle Zubereitung zum Tode sehr verdächtig, sagt der heil. Gregorius( 1. 14. moral.) Das Herz, das von der Liebe zu irdischen Gütern beschwert ist, kannst du unmöglich zu etwas Geistigem erheben. Du magst es gestehen oder läugnen, so hast du eine zweifache Versuchung. Erstens hast du noch immer eine herzliche Neigung und Freude an den zeitlichen Gütern. Zweitens bist du unmäßig besorgt über die Austheilung deines Vermögens. Was die Anhänglichkeit und Liebe zu zeitlichen Gütern betrifft, so ist sie sehr unvernünftig. Du hängst dein Herz an irdische Dinge, die du doch verlassen mußt. Je feſter du daran klebst: desto schmerzlicher ist die Trennung. Warum willst du dir den Tod erschweren? Wir haben nichts in die Welt mitgebracht: ohne Zweifel können wir auch nichts mit hinausbringen."( 1. Tim. 6, 7.)„ Wie der Mensch nackt aus Mutterleib kam, so kehrt er wieder zurück, und nimmt von aller seiner Bemühung nichts mit."( Pred. 5, 14.)- Alles bleibt da, nur du mußt fort. Bald verschwindet Alles auf ewig von dir. All der Reichthum setzt keinen Augenblick zu deinem Leben hinzu. Du magst dich noch so fest an die Güter der Erde halten, der Tod reißt dich mit Gewalt weg und du kannst dich ihm nicht widersetzen. „ Was nützte uns die Hoffart? Was half uns Reichthum und Prahlerei? Alles ging vorüber, wie ein Schatten." ( Weish. 5, 8.)- Die Männer des Reichthumes schliefen ihren Schlaf und fanden am Ende nichts in ihren Händen." ( Pf. 75, 6.)-„ Wer im Schlafe Reichthümer sieht," sagt der heil. Augustin, ,, ist zwar schlafend reich; aber wenn er erwacht, ist er arm." So ergeht's dem, welcher sich Schäße gesammelt, und bei Gott nicht reich ist.( Luk. 11, 21). Was nützte es dem reichen Manne im Evangelium, daß er reich war und alle Tage im Ueberflusse lebte? Er starb und ward in die Hölle begraben. Was nüßte es, 172 daß jener Landmann solch großen Vorrath an Getreide hatte, und es nicht mehr unterbringen konnte? Er starb noch dieselbe Nacht und nahm nicht eine Hand voll mit. Der Reiche, der den Reichthum liebt, gleicht einem Kameelthiere, das mit Gütern und Schätzen hoch beladen ist. Das Kameel kann unmöglich durch ein Nadelöhr, und eben so wenig der Reiche durch die enge Pforte des Himmels eingehen. Niemand kann zwei Herren, Niemand kann Gott und dem Reichthum zugleich dienen. Wer den Reichthum liebt, kann Gott nicht lieben. Und wer Gott nicht liebt, der bleibt im Tode. Laß dich also doch von der unnüßen und verdammlichen Liebe zu irdischen Gütern nicht einnehmen. Da du sie verlassen mußt, so mache dir diese Trennung von deinen Gütern verdienstlich. Verlasse sie freiwillig, noch ehe sie dir der Tod mit Gewalt entreißt. Lege die Neigung und Liebe dazu ab. Entferne alle Kostbarkeiten und glänzenden Spielwerke aus deinen Augen, welche dein Herz zur Liebe des Geldes und zeitlicher Güter reizen könnten. Nun, da du sterben mußt, brauchst du mehr nicht, als einen Wanderstab. Nimm hier dieses Cruzifir. Dieß ist dir genug. Dieß laß dein Alles sein. Sieh! so hängt Jesus am Kreuze, nackt und arm! So ging er aus der Welt! Folge ihm nach; aber trag' ihm nichts nach, als dein Kreuz. Wegen Austheilung deines Vermögens sei unbekümmert. Die Obrigkeit tritt an deine Stelle und wird es jedem austheilen, dem du es in deinem Testamente vermacht hast. Du hast deine Pflichten als Vater, Ehemann gethan, indem du so viel gesammelt haſt, daß die Deinigen leben können. Sie kommen gewiß nicht zu kurz. Dieß ist genug und ist Alles, was du zu thun hatteſt. Uebertreibe deine Sorgfalt nicht. Besorge nun das einzig Nothwendige und size ruhig, wie Magdalena, zu den Füßen deines Erlösers. Denkspruch. ,, Was nützt es dem Menschen, wenn er 173 die ganze Welt gewänne, aber an seiner Seele Schaden litte?"( Matth. 16, 26.) Haß und Abneigung. Wenn man gleich die Beleidigungen verziehen, und sich mit seinem Beleidiger ausgesöhnt hat, so kann man nicht allemal die empfangene Unbild so vergessen, daß sie nicht öfter wieder in den Sinn fäme. Manchmal ist der Beleidiger boshaft genug und beleidigt auch nach erhaltener Vergebung wieder. Oft kömmt ein böser Ohrenbläser und erzählt, was dieser oder jener wider dich gesagt oder beschlossen hat. Oft kömmt der Beleidiger dem Beleidigten unter die Augen und es erneuert sich das Andenken an die empfangene Unbild. Auch der Teufel versucht den Kranken zum Unwillen, und sucht Haß und Abneigung in ihm rege zu machen. Stärke dich also gegen jede Aufwallung. Wache über dein Herz. Unterdrücke jeden Einfall der empfangenen Unbild. Weise mit Unwillen den Ohrenbläser von dir. Lerne deinen Beleidiger mit gutem Auge ansehen. Thue ihm Gutes. Vermache ihm etwas in deinem Testamente, deiner Leidenschaft recht entgegen zu streben. Denke: daß es Pflicht für dich ist, Feinden und Beleidigern nicht nur zu verzeihen, sondern sie auch zu lieben und ihnen Gutes zu thun. Gib dich nicht zur Ruhe, bis du sagen kannst: " Ich wünsche, Gott wolle mir auch so verzeihen und mich so behandeln, wie ich's meinem Beleidiger thue. Ich verzeihe, und liebe, die Feinde, wie Jesus verzieh, und seine Feinde liebte. ff 11 Denkspruch. Wenn ihr den Menschen nicht verzeihet, wird auch euch euer Vater eure Sünden nicht verzeihen." ( Matth. 6, 15.) Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels unterscheiden. Keiner ist aus Gott, der nicht gerecht lebt und seinen Bruder nicht liebt."( 1. Joh. 3, 10). Vergib uns unsere Schulden, wie wir vergeben. 174 11 Bösewicht! habe ich dir nicht die ganze Schuld nachgelaffen, weil du mich gebeten hast? Hättest du also nicht auch dich über deinen Mitknecht erbarmen sollen"?( Math. 18, 32). Liebet eure Feinde und thut denen Gutes, die euch hassen". ,, Vater! verzeih ihnen". Unreine Versuchungen. Die unreine Lust ist die hartnäckigste Leidenschaft, die auch in einem welken und halb erstorbenen Leibe noch nicht stirbt. Wer ihr in seinem Leben gedient hat, der wird von ihr noch sterbend beherrscht werden. Seine Gebeine stecken voll seiner jugendlichen Laster, welche ihn bis zu dem Grabe nicht verlassen werden".( Job 20, 11). Mache dich gefaßt, meine Seele! so schwach du bist, so mußt du doch zum Streite dich aufmachen und alle Anfälle dieses grimmigen Lasters zurückschlagen. Dreifache Versuchung steht dir bevor. Du wirst außer dir von den Gegenständen deiner Lüste, inner dir von deiner eigenen Begierlichkeit, und endlich auch vom unreinen Geiste versucht werden.( Gal. 4, 30). Sondere dich von jeder Person, die der Gegenstand deiner sündhaften Liebe und die Ursache deiner bösen Lüste war. Laß sie nicht mehr vor deine Augen kommen. Stoße sie von dir und dulde sie weder in deinem Zimmer, noch Hause. Wenn du dich dieses zu thun weigerst, so ist deine Buße und Bekehrung bloße Verstellung, dein Rückfall gewiß, und dein Untergang unausbleiblich.- Nicht genug! du mußt auch von dir entfernen Alles, was dich an diese Person erinnern, Neigung in dir erwecken kann. Fort also mit Bildern, Ringen, Tabatieren, Kleidern und allen Geschenken, die dir diese Person machte. Zermalme, so zu sagen, das goldene Kalb, das du angebetet hast. Schicke ihr's mit Verachtung zurück und behalte nicht das Geringste in deinem Hause. Endlich tilge auch das Andenken an diese Person aus deinem Sinne und Gedanken. Vergiß sie. Nede nichts mehr von ihr. Untersage es den Deinigen, daß sie 175 keine Meldung mehr von ihr machen. Setze an die Stelle eines solchen Bildes das Bildniß des Gekreuzigten. Nimm von solcher Person keinen Brief, keinen Boten, keine Nachricht mehr an; ja! wenn sie selbst kommen und als eine renige Büßerin erscheinen wollte, laß sie nicht vor deine Augen kommen. Sie soll vor den Füßen Jesu, wie Magdalena, nicht vor deinen Füßen weinen. Hüte dich, derlei verübte Sünden mit ihren Arten und Handlungen, oder Worten und Umständen, die dabei vorkamen, dir vor die Augen deines Gemüthes vorzustellen. Auch unter dem Vorwande sie zu bereuen, stelle sie dir nicht vor, sondern bereue sie überhaupt vor Gott. Suche immer in dir einen lebhaften Abschen und Haß gegen alle Unreinigkeit zu erhalten. Sei sorgfältig und sittsam, auch in deiner Krankheit behandle deinen Leib als ein Heiligthum und einen Tempel des heil. Geistes. Trage Ehrfurcht gegen ihn, hüte dich vor Unverschämtheit und Frechheit und bilde dir nicht ein, deine Krankheit entschuldige dich. Gestatte auch deinem Krankendiener nie, eine Frechheit an dir ausüben zu dürfen. Stelle gerade dahin, wohin dein Angesicht immer gerichtet iſt, ein Bild der göttlichen Mutter, oder eines Heiligen, oder die Leidensgeschichte Jesu, so daß du immer Gelegenheit zu guten Gedanken findest. Lieg nie müßig und gedankenlos auf deinem Krankenbette. Suche immer, so viel es deine Schwachheit geſtattet, gute Gedanken zu haben und zu unterhalten. Das stete Andenken an deine nahen letzten Dinge wird dich vor Sünden bewahren. Empfehle dich besonders der göttlichen Mutter. Rufe zu ihr, sobald du eine unreine Versuchung vermerkest. Verehre sie eifrig, du wirst mächtigen Schutz erfahren. li Sprich mit dem Munde oder wenigstens im Herzen die heiligsten Namen Jesus, Maria, Joseph öfter mit Ehrfurcht aus. Wiederhole diese heiligsten Namen öfter. Befiehl im Namen Jesu dem unreinen Geiste, von dir zu weichen. Besprenge dich mit Weihwasser, aber mit wahrem 176 Vertrauen auf die Fürbitte der Kirche, welche die geheime Kraft durch ihr feierliches Gebet diesem Wasser erhalten hat, daß es unreine Geister vertreibe. Bezeichne Stirne, Mund und Herz mit dem heil. Kreuzzeichen. Halte öfter das Crucifirbild in Händen. Bitte mit gläubigem Herzen um Stärke und Sieg und wirksame Gnaden. Trage bei dir einen Partikel des hl. Kreuzes. Gib den Eingebungen des unreinen Geistes kein Gehör, sondern befiehl ihm sogleich bei der ersten Versuchung zu weichen. Beschäftige dich immer mit guten Gedanken, dann findet der Satan keinen Eingang. Denkspruch:„ Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel, Amen. Heilige Maria, bitt für uns 2c. Lannenhaftigkeit. Es gibt Krankheiten, die den Menschen so zerrütten und unmuthig machen, daß er aufgebracht wird, wenn man noch so sanft ihm zureden wollte.( 1. Kön. 18, 10). Will man geistlich mit solch einem Kranken reden, so wird er unwillig; will man ihn trösten, so ist er mißtrauisch auf diesen Trost. Er ist finster und niedergeschlagen, denkt und redet nichts, als von seinem elenden Zustande, vom Tode, von Hölle und Verdammniß. Es ist gräßlich anzuhören. Aber mein lieber Kranker! dieß ist Alles bloße Krankheit. Es ist schwarze Galle oder Milzkrankheit. Man muß dir diese üble Laune zu gut halten und Gott selbst wird es dir vielleicht nicht so hoch anrechnen. Aber wie du dich selbst so plagen magst! Es ist dir doch bei deinem verdrießlichen Wesen nicht wohl. Es könnte dir leichter werden, wenn du mich nur hören wolltest. Ja, du bist krank, schwer krank. Aber Gott allein weiß es, ob diese Krankheit zum Tode ist. Vielleicht will dich Gott nur prüfen; denn das that er ja schon so manchesmal. Vielleicht will er durch diese Krankheit dich zur Erkenntniß und 177 zur wahren Reue bringen. Denn die Krankheit kann gar heilsam sein. Durch Krankheit wird man von begangenen Sünden gereiniget und von künftigen Sünden zurückgehalten. Wenn auch deine Krankheit eine wirkliche Strafe von Gott ist, so ist das ein Zeichen, daß er dich mit der Hölle verschonen will. Mit doppelter Hölle straft Gott nicht. Wer seine Krankheit willig annimmt und trägt, der hat sein Fegfeuer auf dieser Welt; ja, er ist ein Martyrer ohne Schwert, welchen Gott krönen, nicht verwerfen wird. Ein Christ soll gar nicht niedergeschlagen sein. Haben wir ja doch einen so guten Herrn, der einen freudigen Geber so gerne hat. Du kannst ihm kein köstlicheres Geschenk geben, als dein Leben, wenn er's fordert. Gibst du es ihm, so gib es ihm gerne und mit Freuden, du verlierst es nicht, sondern du findest es, sagt dein göttlicher Erlöser. Sei versichert, eine so große, kostbare Gabe, die du ihm mit Freuden bringst, wird er nicht verschmähen. Mich wundert, wie du so furchtsam sein kannst und immer von Verdammung sprichst, da du doch ein Chrift bist. Kaum kann ein Christ verdammt werden, da er so viele wirksame Mittel zu seiner Seligkeit zur Hand hat und sich ihrer mit so vielem Vergnügen bedienen kann. In unserm Glauben sterben die Frommen, wenn sie besser geworden sind; es sterben die Schlimmen, da sie nicht mehr so böse sind, als sie geworden wären, wenn sie länger gelebt hätten", sagt der Hl. Chrysostomus. Warum schauest du immer nur in die Hölle und niemals in den Himmel? past du doch im Himmel einen so großen, mächtigen Fürrecher, Jesum, deinen Erlöser, der deinen Handel ja leicht gewinnen wird. Ist doch der Himmel dein väterliches Haus, wo Gott, dein Vater, und alle Heiligen, deine Brüder, wohnen. Meinst du nicht, daß sie auch an dich denken, für dich bitten? Ueberlaß solche Kümmerlichkeit demjenigen, welcher nicht im wahren Glauben lebt und stirbt; denn er hat Niemanden, der sich so mächtig seiner annähme. Jesus Kathol. Krankenbuch. 12 178 Christus ist zwar ein Seligmacher aller Menschen, aber besonders seiner Gläubigen. Gott hat dich zum Himmel, wie jener König im Evangelium die Gäste zu seinem Hochzeitmahle eingeladen. Es kömmt nur darauf an, ob du kommen willst. Es ist schon Alles fertig. Nur diejenigen wurden ausgeschlossen, die nicht kommen wollten. Wie könnte dann Jemand traurig werden, da er zur Hochzeit gehen sollte? Kann der Freund des Bräutigams traurig sein, so lange der Bräutigam bei ihm ist? Gott ist die Liebe. Gr liebt dich, wie ein Vater sein Kind. Liebst du ihn auch, so liebt er dich ewig, nimmt dich zu sich und läßt dich nicht mehr. Ihm gefällt es und nichts ist ihm lieber, als wenn die Menschen, seine Kinder, unter einem solchen Vater froh und freudig sind. Er meint es gewiß recht herzlich gut mit dir. Owie thener hat dich dein Erlöser an sich gekauft! Wie viel Schmerzen, Seufzer und Blut hast du ihn gekostet! Was man so theuer kauft, wirst man nicht weg. Und wie kann der dich wegwerfen, der die Sünder überall aufgeſucht hat; der nur wegen der Sünde auf die Welt gekommen ist; der mehr Freude über einen einzigen bekehrten Sünder als über alle Gerechten und Unschuldigen hat? Du kennst Gott, kennst Jesum nicht, wenn du dir einbildest, sie wollen Menschen und Sünder nur verdammen. Glaube doch dem wahrhaftigen Gotte, denn er sagt und schwört es dir;„ Ich will nicht den Tod des Sünders". Fasse dich also und hänge diesen schwarzen Gedanken nicht nach, welche deine Krankheit in dir erweckt und der Teufel noch mehr verwirrt. Bezeichne dich öfters mit dem heilbringenden Kreuzzeichen. Sprich öfter mit Herz und Mund den heil. Namen Jesus aus, von dem ein heil. Bernhard versichert, daß er alle finstern, trüben Wolken aus dem Herzen vertreibe. Denke, rede, laß öfters dir vorlesen von den liebenswürdigen Eigenschaften Gottes, seiner Güte, Barmherzigkeit, Liebe, 179 Gnade zc.; von der Liebe und Wohlthätigkeit Jesu; von seinem Leiden, seiner Auferstehung und Himmelfahrt, seinen Verheißungen. Lies, durchdenke die heiligen Lieder und Psalmen. Die heil. Lieder und Harfentöne des Königs David haben die Schwermuth und den Plagegeist vom Könige Saul vertrieben. Angenehme Unterredungen vom Himmel, Erzählungen aus der heil. Schrift stärken und ermuntern das Menschenherz gar sehr. Die Geheimnisse unserer heil. Religion, die heil. Sakramente sind Balsam und Trost. Gebrauche ste. Denkspruch:„ Erfreuet euch im Herrn, ich wiederhole es, erfreuet euch immer". Phil. 4, 4. Wenn der Kranke nichts vom Sterben hören will. Sag mir doch, mein Lieber, wie sich deine Krankheit anläßt! Ich sehe, du hast viel zu leiden; hast keinen Geschmack an Speisen; keinen Schlaf; bist an allen Gliedern abgemattet, und ich kann mir es leicht einbilden, du klagſt lange nicht so viel, als du leiden mußt. Es will keine Arznei anschlagen und die Wirkung davon ist sehr gering. Es ist doch gewiß etwas sehr trauriges, wenn man den ganzen Tag an's Krankenbett angeheftet ist, keinen Schritt aus seinem Zimmer thun fann und immer nur leiden muß. Hast du dich selbst nicht beobachtet, daß in dir eine geheime Sehnsucht nach einem bessern Zustande aufsteiget? Freilich wären wir recht glückselig, wenn wir immer bei Kräften und gesund wären. Aber in diesem Leibe, den wir jeßt tragen, läßt sich das nicht erwarten. Wird man auch von einer Krankheit wieder gesund, so fällt man wieder in eine andere. Es gibt so verschiedene und tückische Krankheiten, bei denen man es gar nicht einmal vermuthet, daß sie ſo gefährlich sind. Oft, wenn man am besten daran zu ſein glaubt, kömmt noch ein Umstand dazu und macht unserm Leben ein Ende. - 12* 180 Es hat Leute gegeben, die zu viel auf ihre Kräfte, auf Jugend und Gesundheit traueten, und ehe sie es sich versahen, war's zu Ende mit ihnen. Ich habe Leute gekannt, die oft nur sich gestoßen, aufgeriget haben; manchmal setzte sich nur ein kleiner Fleck an das Fleisch oder Gebein. Sie achteten es nicht, und es kam gar geschwind dazu, daß der Brand den ganzen Fuß, oder den Arm angegriffen und so zugenommen hat, daß man ihn nicht mehr heilen konnte. So geht es auch mit innerlichen Krankheiten. Anfangs sind sie klein, unbedeutend, bloße Schwachheiten; man achtet sie nicht; man denkt, es werde wieder besser, und unvermerkt befindet sich der Kranke am Grabe. Nicht nur der Kranke oder Unverständige, selbst die geschicktesten Aerzte wurden oft von Krankheiten hintergangen, machten dem Kranken immer gute Hoffnung, und zu ihrem Erstaunen starb er, ohne zuvor sichtbare Zeichen seines so nahen Todes gewahr zu werden. Der Tod kann daher nicht schicklicher verglichen werden, als es unser göttlicher Erlöser thut, da er ihn einen nächtlichen Dieb, einen geheimen Mörder nennt, der gerade da kömmt, da man es nicht vermuthete. Ja! er saget es sogar noch vor, daß der Tod so plößlich kommen werde; und er mahnet uns recht nachdrücklich: wir sollen wachen, sollen uns bereitet halten, daß wir nicht unvorbereitet überfallen werden; und setzt noch selbst diese merkwürdigen Worte dazu:, Was ich euch, meinen Jüngern, sage, sage ich Allen: wachet!" Das geht also auch dich an, meine Seele. Denkspruch. Selig ist der Knecht, den sein Herr wachend antrifft. Diejenigen, welche bereitet waren, gingen mit dem Bräutigam zum Hochzeitmahle ein. Und die Thüre ward zuschlossen. Die Thörichten kommen zu spät; denn sie hatten es versehen. 11 181 In langwieriger Krankheit und bei großen Schmerzen. H " 1 ff Wenn ich dich trösten will, antwortest du mir:„ Dem nichts fehlt, der hat gut trösten." Wenn ich dich zur Geduld ermuntern will, so sagst du: Es läßt sich viel von Geduld reden, da man nichts zu leiden hat." Will ich dir mein Beileid zeigen, so erwiederst du: Man kann leicht Beileid tragen, wenn man kein Leid empfindet." Will ich deine Klagen und Ungeduld stillen, so sagst du: 2 Du möchtest mich leiden sehen, um meine Geduld zu erfahren." Was soll ich also? Soll ich deine Ungeduld gut heißen? Das würdest du selbst an mir tadeln. Soll ich stumm deine Klagen anhören? Aber wie könnte dich dieses trösten? Soll ich deine Schmerzen lindern oder wegnehmen? Und dennoch kann Gott nichts als Gutes wollen. Es muß also für dich sehr heilsam sein, daß du so lange und solch empfindliche Schmerzen leidest. Gott liebte gewiß seinen eingebornen Sohn, an dem er sein innigstes Wohlgefallen hatte. Nahm er ihm aber den Kelch seines Leidens weg? Erließ er ihm nur das geringste Leiden? Schonte er auch nur ein Glied seines Leibes? Hat er ihn nicht in seiner größten Angst, Verachtung, in seinen größten Schmerzen verlassen? Wie soll's dich Wunder nehmen, wenn Gott dich leiden läßt? Er würde dich leiden lassen, wenn du ihm auch vor Allen lieb wärest; ja, eben darum, weil du ihm so lieb bist, mußt du so vieles leiden, damit du seinem eingebornen Sohne um so ähnlicher werdest, du lst ihm um so mehr, je mehr du wie Jesus leideſt. Jeder Schmerz setzt einen neuen Edelstein in deine Krone der Herrlichkeit. Du hast dich aufgelegen, empfindest heftige Schmerzen, liegst wie im Feuer, du bist ein wahrer Märtyrer, wenn du es nur an Geduld nicht mangeln lassest. Gott ließ die heiligen Märtyrer auf Feuer, auf glühende Nöste legen, langsam braten, mit glühendem Eisen durchbohren, das Fleisch 182 mit eisernen Haken vom Leibe reißen, sie auf die Folter legen u. s. f. Und sie erfreuten sich, daß sie würdig geachtet wurden, mit Jesu leiden zu dürfen. Kein Seufzer, kein Klagewort kam aus ihrem Munde. Wie schön war das! Wie schön wäre es, wenn du zwar nicht eben das aber doch eben so leiden wolltest! Sie konnten es, sie thaten es. Du kannst es auch, nur mangelt dir noch das Thun. Wie viele tausend Menschen leiden wirklich eben diese, noch größere Schmerzen, leiden schon ganze Jahre und leiden sie gewiß geduldiger, als du. Und dennoch haben sie diese Hilfe nicht, diese Arznei nicht, nicht diese Pflege, nicht dies gute Bett, keine von allen deinen Bequemlichkeiten. Wie könntest du unzufrieden sein! Du liegst auf einem weichen Bette, und Jesus? Denkspruch. Sie hingen ihn an's Holz." Apostelgeſch. 5, 30. - - Versuchungen wider den Glauben. 11 Auch den Glauben sucht der Satan dem Sterbenden zu rauben oder wankend zu machen. Er geht herum wie ein brüllender Löwe, sagt der Apostel, und sucht, wen er verschlinge." Widerstehet ihm, stark im Glauben. Es mag dir einfallen wider den Glauben, was es sein mag, Zweifel oder Gotteslästerungen oder Irrthümer, du mußt mit dem Teufel weder scherzen noch zanken. Der göttliche Erlöser fertigte den Versucher kurz ab, indem er ihm befahl:„ Weiche von mir, Satan!" Mehr nicht, und zu jeder Versuchung antwortete er eben das. Hüte dich, daß du nicht nach den Beweggründen deines Glaubens viel nachgrübelst. Auch über die verschiedenen Glaubenspunkte suche nicht viel nach. Der Köhlerglaube ist hier der sicherste: ,, Ich glaube Alles, was Gott geoffenbart und die heilige katholische Kirche zu glauben vorgestellt hat, weil es Gott, die ewige Wahrheit, gesagt hat." Dieß ist Alles, was du denken, und wie du den Akt des theologischen Glaubens erwecken sollst. - 183 Damit du aber auf deinem Sterbebette diese Tugend vollkommen üben mögest, so lege in die Hände deines Beichtvaters das öffentliche Glaubensbekenntniß ab. Alsdann laß es gut sein, und begnüge dich mit dieser kurzen, aber Herzlichen Glaubensformel, besonders wenn du von Zweifeln solltest angefochten werden. Dein Glaube ist vollkommen genug; du wirst ihn doch nicht besser zu Stande bringen. Hüte dich vor Betrug unter dem Vorwande, einen vollkommenen Tugendakt zu erwecken. Denkspruch." Ich glaube! Herr, hilf meinem Unglauben." Mark. 9, 23. Lanigkeit und Trägheit. Eine der gewöhnlichsten Versuchungen des Kranken iſt die Lauigkeit, die Trägheit, die Trockenheit, das unaufgelegte Wesen in Allem, was geistig ist. Gar zu gerne läßt der Kranke Alles gut sein, und entschuldigt sich, er, könne nicht beten, nicht betrachten, keine guten Gedanken fassen. Immer beschäftigt er seine Gedanken mit sich selbst, immer nur mit seiner Krankheit, mit seinen Schmerzen, mit Hoffnungen der Besserung. Er nimmt gerne Besuche an und redet dabei nur von sich selbst, von seiner Krankheit, von seinen Schmerzen, u. s. f. oder nur von Dingen, die ihn gar nichts angehen, erkundigt sich um Nachrichten, die er nicht zu wissen braucht. Leute, die nicht wissen, einen Krankenbesuch anzustellen, suchen ihn mit verschiedenen Erzählungen zu unterhalten, und schwächen dadurch die kleine Andacht und das Wenige vom Geiste, das ihm noch übrig blieb. Solch ein Kranter kömmt mir vor, wie jene thörichten Jungfrauen im Evangelium, die schlummern und schlafen, indeß ihnen ihre Lampen unvermuthet erlöschen. Sie wollten sich erst mit Del versehen, da der Bräutigam schon vor der Thüre war. Du lassest dich vom Teufel betrügen. Wie? du kannſt nichts Gutes denken, nichts Geistiges reden, nicht beten, 184 nicht betrachten? Du kannst aber doch immer an deinen Körper, an deine leibliche Krankheit denken, davon reden, und wirst nicht müde dabei, fürchtest teine Schwächung. Deine Seele ist noch weit kränker. Könntest du nicht auch an diese Krankheit und an dieses Elend denken und davon reden? wenigstens so davon mit deinem Beichtvater, wie von leiblichen Krankheiten mit dem Arzte? Du kannſt schwätzen, aber nicht beten? Und nicht mit Gott beten, nur mit Menschen reden? Und doch sollst du bald mit Gott allein ewig dich beschäftigen, ewig mit ihm reden und umgehen? Du kannst vor Menschen seufzen und klagen, warum nicht auch vor Gott? Und dieß wäre doch das herzlichste Gebet! Du fannst nicht betrachten? Und dennoch vertiefest du dich in das Jrdische? Siehe, welcher Selbstbetrug! welche Versuchung! Gott hat dich auf's Krankenbett gelegt, damit du von der Erde, von deinen so vielen Geschäften abgezogen werdest, und Zeit findest, an dich und die Ewigkeit zu denken. Du aber sagst: ,, ich bin zu schwach!" Willst du also in dieser Gemüthsstimmung, in welcher du nun. wirklich bist, sterben? Willst du gedankenlos, wie wenn du keine Vernunft hättest, wie wenn du bloß Körper wärest, deine Zeit zubringen? Es konnten aber doch so manche Kranke vor dir beten und gottselige Gespräche führen. Die heilige Schrift nennt uns mehrere. Es beteten Todschwache, es beteten Sterbende; sie beteten in den größten Schmerzen. Warum könntest du allein es nicht? Jesus am Kreuze, was that, was sprach er, bis er verschied? Du kannst mehr, als du glaubst. Du kannst Alles in dem, der dich stärkt. Weißt du nicht, daß der Erlöser den Lauen aus seinem Mund ausspeit. Darum weg alle müßigen, eitlen, weltlichen, unnüßen Gespräche. Weg mit allen Nachrichten und Erzählungen von Dingen, die dich nun nichts angehen. Was geht dich jetzt die ganze Welt an, da du dem Himmel zu wanderst? Entferne von dir Menschen, die dich nur zer- 185 streuen, entferne von dir alle Neigungen zur Erde und zu irdischen Dingen. Nimm dich in Acht auch vor unnüßen, müßigen Gedanken. Alle deine Sorgen für den Körper ersticken den Geist der Andacht. Beschäftige dein Gedächtniß, deinen Verstand und dein Herz mit geistlichen Dingen. Versuche es, du kannst mehr, als du glauben magst. Thue dir nur etwas Gewalt an. Laß nicht ab vom Gebete, von Betrachtungen, von geistlichen Lesungen und Uebungen wegen deiner Schmerzen. Du mußt jetzt ersetzen, was du in gesunden Tagen ganz versäumt, oder nur mit kaltem Herzen gethan hast. Die Zeit ist kurz. Die Nacht bricht herein, in der Niemand wirken kann. Betrachte den sterbenden Erlöser; seufze um den hl. Geist; bitte um die Gnade, beten zu können; laß keine Besuche zu, welche nur müßig und geistlos sein würden. Laß dir öfter etwas aus einem geistreichen Buche vorlesen. Laß dir früh Morgens einen Denkspruch aus der Hl. Schrift sagen. Bete immer, aber ganz kurz, ganz aus dem Herzen. Bitte öfters den Priester, deinen Beichtvater, dich zu besuchen. Glaube nicht, daß jede Anstrengung dich schwächt; das Gebet erleichtert den Kranken. Liebe Gott; die Liebe ist ein Feuer. Denkspruch. Weil du lau bist, will ich dich aus meinem Munde ausspeien." Offenb. 3, 16.- ,, Seid ihr denn solche Thoren, daß ihr mit dem Fleische endigen wollt, was ihr mit dem Geiste angefangen habt?"( Gal. 3, 3). Die einsamen Stunden der Nacht. Es kommt für den Kranken eine Zeit, die ihm weit härter ist, als das Erwachen; es ist das Ende des Tages, die Stunde, wo der Abend aufhört und die Nacht beginnt. Während der Tageszeit ist doch immer die stille, sorgsame Thätigkeit seiner Wärter um ihn her bemerkbar und ersetzt ihm gewissermaßen die eigene Thätigkeit. Man beschäftigt sich mit dem Kranken, sucht ihn zu zerstreuen und zu ermuthigen, man liest ihm vor oder erzählt ihm etwas Erhei 186 terndes, und verhindert ihn somit, zuviel über sein Elend nachzudenken. Aber wenn die Nacht kömmt, nimmt dieser Beistand. ein Ende und der arme Kranke bleibt allein. Alle Kranken wissen, wie schwer die letzte Abendstunde zu ertragen ist. Die Zeit, wo auch die treueste Liebe endlich aufhört, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie allein. läßt mit dem zitternden Nachtlicht, Angesichts einer Reihe von schlaflosen Stunden. Für Alle ist die Zeit der Ruhe gekommen, nur für den Kranken nicht, denn ihm bringt die späte Stunde noch trostlose Aufregung. Die Unthätigkeit hat ihn müder gemacht, als die angestrengte Arbeit; dennoch findet er weder Ruhe noch Erquickung. Die Kraft, die er noch beſitzt, gereicht ihm nur zur Qual; denn Fiebergluth strömt durch seinen Körper und lastet schwer auf seiner Seele. Was kann ich sagen! kranker Christ! um dir dieſe Stunde zu erleichtern? welche Erinnerungen soll ich wachrufen, um dir in jezziger Leidenszeit Linderung zu gewähren? Mein Christ, es gibt gar viele Schmerzen, für deren äußerste Grade ich nur eine einzige Hilfe weiß. Dieſe letzte, aber stets allmächtige Hilfe fließt aus dem Leiden unsers Erlösers. Denkst du, das ewige Wort des Vaters, das mit einem einzigen Ausspruche die Erlösung der Welt hätte bewirken können, habe ohne triftige Ursache zu unserer Schwachheit sich herablassen, mit dem sterblichen Fleisch bekleiden, und den äußersten Grad unserer Schmerzen an sich erdulden wollen? Nein, erkennen wir vielmehr, o mein Bruder, an der Größe seiner That die göttliche Absicht. Der Erlöser wollte nämlich seine Auserwählten nicht nur von dem ewigen Tode befreien, er wollte auch während ihres ganzen Lebens fie trösten, stärken und erleichtern und alle ihre irdischen Schmerzen heiligen, indem er allen gleichsam das Gepräge seiner Geduld und seines Sieges aufdrückte. 187 Armer Kranker! Wenn du dich Abends allein und verlassen siehst, und Unruhe, Angst, schreckensvolle Vorstellungen auf dich einstürmen dann denke an Jesus am Delberge; denke, daß für dich, wie für alle Verlassene, der Erlöser des Menschengeschlechtes die fürchterliche Stunde im Garten von Gethsemane einsam durchkämpft hat. Die Welt ist jetzt ferne von dir, und beschäftigt sich mit ihren Vergnügungen, festlichen Gelagen, vielleicht dringt der Schall ihrer lärmenden Fröhlichkeit bis zu deinem Schmerzenslager. O beneide sie nicht um den Taumel des trügerischen Glückes! Vereinige, ohne Verdruß oder Unwillen über ihr Treiben, dieß dein Alleinsein mit der ersten Verlassenheit deines Heilandes, da er die größere Zahl seiner Jünger am Delberg zurückließ. - Aber auch deine nächsten Verwandten, deine liebsten Freunde und deine treuesten Diener haben dich verlassen. Es ist nicht Härte, nicht Treulosigkeit von ihrer Seite, aber sie sind schwach; ihr williger Geist erliegt der Schwäche des Fleisches; der Schlaf übt gewaltigere Macht, als die Liebe, und ihre Augen sind beschwert. Gönne ihnen ihren Schlaf; sie haben ihn wohl verdient durch ihre Sorgfalt während des Tages; verlange nicht, daß sie länger mit dir wachen sollen. Sei stark gegen dein Herz und lausche ihren ruhigen Athemzügen ohne herbe Gefühle. Fasse Muth und ergib dich darein, allein zu bleiben, einige auch diese schwerer zu tragende Verlassenheit jener deines Heilandes, da er seine drei bevorzugten Jünger zurückläßt und allein dem Leidenskelche entgegengeht. Uebermannt dich aber das Leid und die Angst des Alleinseins, daß du die armen Wärter deines Elendes aufweckest und Hilfe von ihnen verlangst; o so zürne ihnen nicht, wenn sie schlaftrunken vor dir erscheinen, dir kaum Antwort geben und nach ein paar eilig vollbrachten Dienste leistungen wieder in die Unempfindlichkeit eines gefunden Schlafes zurücksinken! Ferne sei von dir innerlicher Unmuth, 188 hartes Urtheil oder ungerechter Verdacht! Petrus, Johannes und Jakobus liebten Jesum und dennoch schliefen sie unter den Delbäumen Gethsemane's den Schlaf menschlicher Schwäche. Schweige auch dießmal wieder und vereinige auch dieß Verlassensein, das am allerhärtesten drückt, dem deines Heilandes, da er die Jünger ihrem Schlafe überläßt. Auch dir werden Schrecken, unbesiegliche Traurigkeit, Furcht und Angst nahe kommen, darum vereinige sie mit der äußersten Betrübniß und Seelenangst deines Erlösers, die ihn zu Boden niederdrückten. Wenn du deinen Thränen aber mit nicht mehr wehren fannst, gut, so weine, Jesus; auch er hat geweint. Willst du klagen, so klage: aber klage mit Jesus; auch er hat geklagt. Wenn du betest, daß die Angst aufhören möge, so flehe mit Jeſus; denn auch er hat gefleht; aber bete mit seinen Worten, da er sprach: Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!- - - - Ergib dich darein, allein zu sein, allein mit Jesus! Dieß, mein Christ, heißt dann nie allein sein in deinen Schmerzen, da ja der göttliche Freund dir immer gegenwärtig ist, immer wach bleibt, um dir beizustehen, und dir auch bald den Engel des innern Trostes zusenden wird, der all deine Angst beschwichtiget: Und es erschien ihm ein Engel und stärkte ihn. 189 2. Anmuthungen, welche mit dem Kranken erweckt werden ſollen. Glaube. Ich glaube an Dich, o allerheiligste Dreieinigkeit! an Gott den Vater, der mich erschaffen, an Gott den Sohn, der mich erlöset, an Gott den heiligen Geist, der mich geheiliget hat. O mein Gott! ich glaube Alles, was Du geoffenbaret hast, und durch Deine hl. Kirche zu glauben vor. stellest; denn Du bist die unfehlbare Wahrheit. Herr! vermehre meinen Glauben, und laß mich in demselben leben und sterben! Hoffnung. Deine Güte und Barmherzigkeit, o mein Gott! gehen über alle Deine Werke. Auf Dich setze ich alle meine Hoffnung; und sollten meine Sünden noch so groß und zahlreich sein, so sind Deine Erbarmnisse doch noch größer. Herr, Gott meines Heiles! Stehe mir bei im Leben und Sterben! Rene. O mein Gott! ich bereue von Herzen, Dich, mein höchstes Gut, beleidiget zu haben. Lieber will ich tausendmal sterben, als Dich, meinen liebsten Gott, auch nur einmal wieder beleidigen. Ach, könnte ich mit meinem Blute alle meine Sünden abwaschen! Erbarme Dich meiner, o Gott, um Deiner unendlichen Barmherzigkeit willen! Liebe. O mein Gott, ich liebe Dich, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüthe und aus allen meinen Kräften, weil Du unendlicher Liebe würdig bist. O mein Jesus! Wie Du aus Liebe zu mir gelitten hast und gestorben 190 bist, so begehre ich auch aus Liebe zu Dir zu leiden und zu sterben. In Deiner Liebe, o Jesus, will ich leben; in Deiner Liebe, o Jesus, will ich leiden; in Deiner Liebe, o Jesus, will ich verharren in alle Ewigkeit. Amen. Verlangen nach dem Himmel. Selig sind, die in Deinem Hause wohnen, o Herr! wo keine Thräne mehr fließt, kein Seufzer gehört wird, die Gerechten glänzen wie die Sonne am Firmamente, und Dich loben. Ein Kranken- Segen. Der Friede unseres Herrn Jesu Christi und die Kraft seines bitteren Leidens und Sterbens, das Siegeszeichen des heiligen Kreuzes t, die Reinigkeit der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria, der Segen aller Heiligen, und die Fürbitte aller Auserwählten Gottes bewahre dich vor allen sichtbaren und unsichtbaren Feinden jetzt und allezeit und vorzüglich in der Stunde des Absterbens. Amen. Es segne dich ewig der ewige Vater! Es segne dich, und stehe dir allezeit bei der eingeborne Sohn Gottes! Es erleuchte dir Sinn und Herz die Gnade des heiligen Geistes! Es segne dich die Jungfrau Maria mit ihrem göttlichen Kinde! Durch seine jungfräuliche Mutter verleihe dir Gott der Herr Heil und Frieden! 3. Regeln zum Kreuztragen. So lange wir in diesem Thale der Thränen sind und in diesem Orte der Verbannung leben, dürfen wir immer auf Kreuz und Leiden warten. Wir sind Christen; müssen also das Kreuz Jesu Christi tragen; wir sind Sünder, müssen uns also der Strafe unserer Sünden unterwerfen; wir sind zum Himmel bestimmt, müssen also den Weg des 191 Kreuzes gehen, um dahin zu kommen. Vom größten Monarchen hinab bis auf den letzten seiner Unterthanen hat jeder sein Kreuz. Oft haben selbst jene, die äußerlich die glücklichsten zu sein scheinen, im Grunde die empfindlichsten Leiden zum Antheile. Da wir uns also in der unabweisbaren Nothwendigkeit befinden, in dieser Welt zu leiden, so haben wir weiter nichts zu thun, als daß wir von unsern Kreuzen einen guten Gebrauch machen, und sie für den Himmel zu benützen suchen. Sich hier, was dir Gnade und Religion für Gesinnungen geben und einflößen. Betrachten wir selbe, und machen wir sie zur Nichtschnur unseres Betragens, und die Kreuze werden eines Tages der Gegenstand unseres Triumphes sein. 1) In jeder Widerwärtigkeit erkenne man gleich anfangs, daß man sie verdient, daß man sich selbe durch seine Sünden zugezogen hat, daß man noch viel größere verdiente, wenn uns Gott nach der Strenge seiner Gerechtigkeit und nach der Größe unserer Beleidigungen richten würde. 2) Man nehme also gleich seine Zuflucht zu Gott, und bitte demüthigst um die Gnade, die Kreuze in seinem Geiſte und nach seinem Herzen anzunehmen. Mein Gott! sage man zu ihm; Du siehst meine Leiden, komm mir zu Hilfe; ohne Deinen Beistand muß ich unterliegen. 3) Man empfange sie im Geiste der Buße für seine Sünden. Der einzige Gedanke: Ich habe die Hölle verdient, eine einzige Todsünde ist schon hinreichend, mich ewig dahin zu stürzen, und ich habe so viele Sünden begangen! dieser einzige Gedanke, sage ich, soll er uns nicht zu allen Leiden bereit finden, da wir dadurch ewigen Strafen entgehen können? 4) Man vereinige alle die Widerwärtigkeiten, so man auszustehen hat, mit dem Leiden Jesu Christi. Dieſe Vereinigung wird sie versüßen, wird sie heiligen, wird sie sogar leicht und tröstlich machen. Ich leide: ja! aber ich leide für meinen Gott; er leidet mit mir; ich vereinige meine Seufzer - 192 mit seinen Seufzern, meine Thränen mit seinen Thränen: was kann trostvoller sein, wenn man den Glauben hat? 5) Man bitte nie geradezu um die Befreiung von seinen Leiden, sondern einzig nur um die Erfüllung des göttlichen Willens in allen Dingen; er weiß besser als wir, was uns gut iſt. Sagen wir mit Jesu Christo: Ach Herr! möchtest Du doch diesen bittern Kelch von mir nehmen: aber setzen wir alsogleich mit ihm hinzu: Doch Dein Wille geschehe, nicht der meine. - 6. Man entziehe sich nicht feigherzig der Last des Kreuzes, das uns Gott auflegen will. Man sucht sich oft zu trösten, sich seiner Bürde zu entladen. Tragen wir jenes, das uns Jesus Christus darbietet; es kömmt von seiner Hand, und wird uns in sein Herz führen. 7. Man erinnere sich oft, was die Heiligen für den Himmel gelitten haben; man betrachte da einige in Gefängnissen, dort andere auf dem Blutgerüste, andere mitten im Kohlenfeuer; man betrachte die hl. Büßer in den Abgründen der Wüste, in härenen Kleidern, in ihren Thränen, und oft in ihrem Blute schwimmend. Was ist all mein Leiden mit ihren Leiden verglichen? 8. Man sage öfter zu sich selbst, daß endlich nicht mehr als zwei Wege zum Himmel führen: der Weg der Unschuld oder der Buße. Da nun der Weg der Unschuld für mich verfehlt ist: so steht mir nur noch der Weg der Buße offen, wenn ich mich retten will. Dieß ist das einzige Brett, das mich nach dem Schiffbruche noch in den Hafen tragen kann; der Herr trägt es mir an: soll ich es ausschlagen, und mich ewig unglücklich machen? 9. man sehe nicht jedes Kreuz für eine Strafe, noch weniger für Unglück an. Oft ist es eine außerordentliche Gnade Gottes, die uns prüfen, reinigen, uns von der Welt und von uns selbst losreißen, mit einem Worte uns zu ihm ziehen soll. Sind nun aber dieß Strafen oder sind Gunstbezeugungen? 193 10) Man spreche mit andern nicht so viel von seinen Leiden. Man verschafft sich dadurch oft nur eine gang natürliche Befriedigung. Indessen verwerfe man eine fluge Vertraulichkeit mit einem wahren Freunde, dem man sein Herz aufschließen will, nicht; doch muß es immer vorzüglich Gott sein, dem wir unsere Leiden vertrauen. Man habe nicht immer Sinne und Gedanken auf seinen Widerwärtigkeiten; dergleichen Bemerkungen über unsere Uebel machen unsere Lage nur schlimmer, statt sie zu versüßen. Ein Aft einer aufrichtigen Ergebung gilt mehr, als hundert derglei chen unnüße Betrachtungen. tindinni sjald ati dant 11) Man denke oft auf die Herrlichkeit und Glückseligkeit, die uns unsere Leiden im Himmel verschaffen können. Wir werden einst die ganze Ewigkeit durch den Herrn preisen, daß er uns Krenze zugeschickt hat, ohne welche wir unfehlbar zu Grunde gegangen wären. Viele Heilige wären ohne die Widerwärtigkeiten weiter nichts als Verdammte geworden. 12) Man denke endlich, daß sich unsere Leiden eines Tages enden vielleicht bald enden werden. Noch einige Tage Prüfungen, noch einige Tage Kämpfe: und dann o welch ein Trost! vor Gottes Angesicht in der Hofkleidung seines Sohnes, und mit dem Kreuze im Triumphe erscheinen zu können! - Uebrigens muß man sich nicht einbilden, daß man alles Verdienst seiner Leiden verliere, wenn man darüber empfindlich ist, und ihre Bürde fühlt. Gott verdammt die Empfindlichkeit nicht, sie ist eine natürliche Wirkung. Er fordert kein unempfindliches, sondern ein ergebenes Herz. Er verwirft die Thränen nicht; er heiligte sie; er weinte selbst über den Tod des Lazarus, und bat seinen Vater, den Kelch seines Leidens von ihm zu nehmen. Die erhabensten Seelen nehmen ihre Leiden nicht nur mit Unterwerfung, sondern auch mit Freuden an. Dieß sind die Gesinnungen großmüthiger und vollkommener Aber so heldenmüthige Gesinnungen fordert Gott Seelen. Kathol. Krankenbuch. 13 194 von Allen nicht; glückselig diejenigen, welche in einer so Heiligen Verfassung sind! apu Dabei hüte man sich, Gott jemals um Kreuz und Leiden zu bitten, aus Furcht, man möchte zu viel auf sich vertrauen. Oft gibt Gott mehr, als man verlangt, um uns unsere Schwäche fennen zu lernen und die Gesinnungen unserer Eigenliebe zu unterdrücken. Ziehen wir nun alle diese Beweggründe auf einen zusammen, und gehen wir auf unser großes Muster, auf Jesum Christum zurück, der das Haupt der Auserwählten, und in dieser Eigenschaft der Mann der Schmerzen ist. Er hat das Kreuz getragen, er reicht es uns, wie dem Simon von Cyrene, dar: nehmen wir es aus seiner Hand, tragen wir's in seinem Geiste. Er hat es mit seiner Person eingeweiht, durch sein Beispiel geheiligt, mit seinem Blute benett; er versüßt es mit seiner Gnade, und wird es einst in seiner Herrlichkeit belohnen und krönen. ( Beaudran). opliftmans itse dron mbin boulela it Joona 391 ag md Fnd pronss Bi Dritter Abschnitt. Der Empfang der heil. Sakramente. 129 Beicht- Andachten. Borbemerkung. 200 ind Schäme dich zu sündigen, aber schäme dich nie, eine begangene Sünde zu bekennen. Durch das aufrichtige und reumüthige Bekenntniß der Sünden erringst du wieder den Adel und die Würde der Seele, welche du durch die Sünde verloren hast. Wenn du deine Sünden ohne Rückhalt bekenneſt, ſo wirst du den verlorenen Frieden wieder finden, wunderbar getröstet werden, freudig die größten Schmerzen ertragen können, ruhig dem Tode entgegensehen, ja ihn als einen freundlichen Engel begrüßen, der dich aus diesem Thränenthale in die himmlische Heimat hinüberführt. Wenn du dagegen auch nur Eine schwere Sünde absichtlich verschweigst, so wirst du unruhig leben, unter der Last des Kreuzes erliegen, unglücklich sterben und am jüngsten Tage mit unerträglicher Schmach bedeckt werden. tim brdigbimus Der Priester kennt den Abgrund der menschlichen Schwachheit und Sündhaftigkeit, begräbt, was er in der Beichte hört, sogleich in seinem priesterlichen Herzen, und hat, da er selbst ein sündiger Mensch ist, das innigste Mitleid mit dem Beichtfinde, das ihm die bösartigen Geschwüre seiner Seele entdeckt, um Heilung zu erlangen. Ja, ein zerknirschter Sünder ist ihm lieber, als ein hoffärtiger Selbst= 13* 196 Gerechter. Bist du körperlich schwach, so ist nicht nothwendig, daß du dein Gedächtniß anstrengest, um die begangenen Sünden demselben einzuprägen. Es genügt vor der Beicht an der Hand des Beichtspiegels dein Gewissen zu erforschen. Der Priester wird dann auf deine Bitte dich fragen. Du haft ihm nur demüthig und aufrichtig zu antworten. Uebrigens läßt dich dein Gewissen das, worin du wirklich schwer gesündigt, nicht so leicht vergessen. Der böse Feind wird beständig bemüht sein, dir den Mund zu schließen, um die herrlichen Früchte des Bußsakraments zu vereiteln. Sei also standhaft im Bekenntnisse. Gebet vor der Gewissenserforschung. Gott heiliger Geist! Hilf mir, daß ich mein Inneres recht ergründe, damit ich nicht bloß jede äußere böse That und Unterlassung, sondern auch meine verborgenen Absichten und Beweggründe einsehe und alle Neigungen so durchschaue, wie ich einst vor Deinem Richterstuhle meine ganze Sündhaftigkeit erkennen werde! Geist der heilsamen Furcht Gottes! durchdringe mein Herz mit den Schrecknissen der Ewigkeit, und laß mich einen Tropfen jener Bitterkeit verkosten, die den Heiland meiner Sünden wegen mit Todesangst erfüllte. Doch, o lebendigmachender Geist! laß mich nicht verzagen. Wecke in mir das Vertrauen zum allbarmherzigen Erlöser! Erwecke in mir die Liebe, die mich in seine Arme zurückführe, mit dem festen Willen, ihn nimmermehr zu verlassen. Endlich, Du Geist der Wahrheit und Aufrichtigkeit! hilf mir alle Wunden meiner Seele ohne Eigenliebe, Bemäntelung oder Selbstbetrug dem Stellvertreter Christi, meines allwissenden Richters, demüthig offenbaren, damit ich durch Deine Gnade geheilet und geheiliget werde. So sei denn mit mir in dieser Stunde, dreieiniger 197 Gott! Vor Deinen Augen will ich das Geschäft meiner Heiligung anfangen, und mich also selbst richten, daß ich einst nicht noch von Dir gerichtet und verdammt werden müsse. Laß mich Alles mit Deiner Gnade vollenden nach Deinem Wohlgefallen durch die Verdienste des Blutes Jesu.isma - Heilige Maria, Zuflucht der Sünder! stehe mir jeßt, wie in meiner Todesstunde, mit Deiner Mutterliebe bei. Mein guter Engel! Du hast mich als Sünder nicht verlassen, ach hilf mir nun zu Deiner und des Himmels Freude Buße thun! Ihr, meine getreuen Schuppatrone N. N. bittet für mich mit allen Engeln und Heiligen, und ihr insbesondere, glückselige Büßer N. N., erflehet mir die Gnade, euch nachzuahmen, t durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. THER Beichtspiegel für Kranke, die noch bei guten Kräften eine GeneralBeichte ablegen wollen*). A. Ueber die zehn Gebote Gottes. Das I. Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine fremden Götter neben mir haben.* Untersuche, ob und wie oft du gesündigt hast: a) Gegen den Glauben, durch freiwilliges Zweifeln an einer Glaubenslehre, Kartenschlagen, Wahrsagerei u. s. f.? durch Lesen, Leihen, Kaufen, Verkaufen glauben- und sittenwidriger Schriften?- durch Abschließung oder Zulassung verbotener oder glaubensgefährlicher Ehebündnisse?- durch unnöthige Vertraulichkeit mit Ungläubigen oder Menschen *) Sollte ein bereits geschwächter Kranker obigen Beichtspiegel nicht mehr benützen können, so wird ein liebevoller Beichtvater ihm bei seiner Generalbeichte helfend an die Hand gehen. 198 von schlechten Grundsägen? durch Scherz oder Tadel über Lehren, Vorschriften, Ceremonien der Kirche und fromme Handlungen? durch Glaubensgleichgiltigkeit, indem du dachtest oder sagtest, es sei gleichgiltig, welcher Neligion man angehöre, oder den Uebertritt zur wahren Kirche Jesu tabeltest, Andere davon abhieltest? hast du nicht aus Menschenfurcht glaubenswidrigen Reden durch Wort oder Geberde Beifall gegeben? hast du dich nicht deines Glaubens geschämt und deßwegen öffentliche Religionsübungen unterlassen?- hast du der erkannten christlichen Wahrheit nicht widerstrebt? b) Gegen die Hoffnung, durch freiwillige Verzweiflung an Gottes Barmherzigkeit?- durch freiwilligen Kleinmuth, Mißmuth bei inneren Prüfungen und äußern Bedrängnissen? -- - durch allzu ängstliche Sorgen wegen des Zeitlichen? durch Unzufriedenheit mit den Fügungen Gottes?-Murren und Klagen gegen die göttliche Vorsehung? oder hingegen: durch vermessentliches Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes?- durch hochmüthiges Selbstvertrauen,- eigensinnige Unterlassung des Gebetes in Nöthen und Ver10000 suchungen? c) Gegen die Liebe, durch Verachtung heilsamer Ermahnungen oder Warnungen deiner Beichtväter, Eltern 2c.? durch Verdächtigung und Verkleinerung der Tugenden Anderer?- warst du nicht bereit, lieber eine Todsünde zu begehen, als einem Geschöpfe zu mißfallen, oder einen zeitlichen Verlust zu leiden? zc. - - - d) Gegen die Religion, durch seltene Erinnerung an Gott, an seine Wohlthaten zc.?- Unterlassung oder mangelhafte Verrichtung der schuldigen Morgen, Tisch- und Abendgebete? Nachlässigkeit in Erlangung und Vervollkommnung deiner Religionskenntniffe zc.?- hast du jeden Morgen durch eine gute Meinung Gott alle deine Gedanken Wünsche, Worte, Werke, Leiden und Mühseligkeiten 2c. aufgeopfert? Das II. Gebot: Du sollst den Namen Gottes, Deines Herrn, nicht eitel nennen." a) Durch Gotteslästerung: hast du nie Gott eine Vollkommenheit, als Güte, Weisheit, Gerechtigkeit 2c. abgeſprochen, oder ihm eine entgegengesetzte Unvollkommenheit zugeschrieben? über ihn, über die Heiligen, ihre Bildniſse oder ähnliche Dinge geſpottet, oder das heil. Kreuz, den Himmel, die heil. Sakramente oder andere heil. Sachen im Zorne zu Fluchwörtern gebraucht?- hast du nicht gesündiget durch unehrerbietiges Aussprechen des heil. Namens Jesus Anwendung abergläubischer Genesungsmittel mit Anrufung des göttlichen Namens, Sympathie 2c. scherzhafte Anwendung der heil. Schrift? Unehrerbietigkeit gegen gottgeweihte Orte, Personen oder Sachen; namentlich in der Kirche gegen das hochwürdigste Gut, oder beim Gottesdienste durch Schwätzen, Lachen, Herumschauen, Müßigsizzen 2c.?- Hast du keinen Gottesraub begangen durch den unwürdigen Empfang eines heil. Saframentes? Hast du dich zur Beichte und heil. Communion allzeit gut vorbereitet, dein Gewissen treu erforscht? War deine Neue aufrichtig, dein Vorsatz der Besserung ernstlich und kräftig? hast du die Mittel zur Besserung angewendet, die Gefahren und nächsten Gelegenheiten zur Sünde gemieden,- das ungerechte Gut wiedergegeben, deinen Beleidigern ausgeföhnt 2c.?- Hast du nicht absichtlich eine schwere Sünde oder einen merklichen Umstand in der Beicht verschwiegen, oder eine schwere Sünde so bemäntelt, daß sie dem Beichtvater nur als Kleinigkeit erschien, oder dich bei allgemeinen Ausdrücken gehalten, ohne deine schweren Sünden bestimmt und namhaft, nach der Zahl zc. anzugeben? Hast du nicht die Andacht Anderer lächerlich oder verdächtig zu machen gesucht, von Predigten und Gottesdienst nachtheilig gesprochen?-- Hast du nicht geweihte Sachen, wegen der Weihe, über ihren matedich mit - - 199 - - - - - 114 200 riellen Werth gekauft oder verkauft? oder durch ein grobes Laster die Kirche entheiligt? is thin apo b) Hast du nicht leichtfertig, d. h. ohne Noth, oder falsch, d. h. über eine erkannte Unwahrheit, oder zweifelhafte Sachen geschworen?- nicht geschworen, etwas Böses zu thun, oder etwas Gutes zu unterlassen? Hast du deine rechtmäßigen Eidschwüre, z. B. den Diensteid erfüllt? c) Hast du deine giltigen Gelübde treu beobachtet?- oder die Erfüllung derselben ohne rechtmäßige Ursache verschoben zc.? Das III. Gebot:, Gedenke, daß du den Sabbath heiligest." - Erforsche also, ob und wie du dagegen gesündiget haft: Durch freiwillige Versäumniß der heil. Messe an Sonnund Feiertagen, durch strafbare Verspätung, oder Unandacht und Zerstreuung bei derselben? Hast du, so oft du konntest, der Predigt beigewohnt? Hast du an Sonnund Feiertagen ohne wirkliche Noth keine knechtlichen Arbeiten verrichtet? Nicht zu viel den Vergnügungen und andern Zerstreuungen dich hingegeben oder mit Versäumniß des schuldigen Gottesdienstes Lustreisen unternommen 2c.? - 1 Das IV. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren. 4 Untersuche also, ob du als Kind, Dienstbote, Unterthan 2c. gegen deine Eltern, Herrschaften, Seelsorger und andere Vorgesetzte mit Worten, Werken und Geberden dich stets ehrerbietig erwiesen habest? Hörtest du ihre Ermahnungen, Verweise 2c. willig an? Hast du ihnen nicht frech und trotzig widersprochen? Dich mit ihnen gestritten?- Dich ihrer nicht geschämt? sie nicht verachtet, geschimpft, geschlagen 2c.?- Hast du in allen erlaubten Dingen ihren Befehlen und Wünschen ohne Murren, schnellen und pünktlichen Gehorsam geleistet? wider ihr Verbot keine gefährlichen Gesellschaften besucht? wider ihren vernünftigen - 2012 Willen dich nicht verlobt 2c.- Hast du deine Eltern auf: richtig geliebet? sie nicht durch Eigensinn und Widerseßlichkeit zum Zorn, Fluchen 2c. gereizt? sie nicht gehaßt? ihnen nichts Böses gewünscht? ihre Fehler nicht geoffenbart? sie nicht absichtlich gekränkt, und womit? Standest du ihnen in leiblichen und geistlichen Nöthen liebreich bei?- Haft du sie, besonders in ihrem hohen Alter nicht verlassen, verstoßen oder ihnen die Unterstützung entzogen?- Hast du für sie gebetet? Warst du treu? Hast du deiner Herrschaft nichts entwendet? ist ihr durch deine Nachlässigkeit nichts verdorben, oder von Anderen entwendet worden? - Hast du ihr allzeit fleißig gearbeitet, und in allen Dingen ihren Nußzen gesucht?- Hast du von ihr, von geistlichen oder weltlichen Obern nicht nachtheilig geredet? nie Andere gegen sie aufwiegeln wollen? oder Widerspenstige in ihrem Troße und Ungehorsam bestärkt? 3891 - Warst du als Vater, Mutter, Herrschaft oder Obrigkeit über die Deinigen stets wachsam, und für ihr geistiges und leibliches Wohl besorgt? Hast du alle deine Kinder im wahren Glauben erzogen, und darauf gesehen, daß sie darnach leben?- sie und die übrigen Pflichtempfohlenen zum Guten, zur Tugend und Gottesfurcht, zur heil. Messe und Predigt 2c. stets an und von schlechten oder gefährlichen Gesellschaften, Lustbarkeiten und jeglicher Sünde abgehalten?-( Wisse, daß Gott ihre Seelen einst von dir zurückfordern wird:„ Wer für die Seinigen, besonders für die Hausgenossen, keine Sorge trägt, hat den Glauben verläugnet, und ist ärger, als ein Ungläubiger. 1. Tim. V, 8.) Hast du die Fehlenden mit Sanftmuth und Liebe belehrt, ermahnt, gewarnt? die Schwachen mit Geduld ertragen?- Die Widerspenstigen mit Gelassenheit und aus reiner Absicht( sie zu bessern, nicht aber dich zu rächen), nach Gebühr bestraft? die Unverbesserlichen und Sittengefährlichen aber aus deinen Diensten entlassen? Warst du nicht strenger wegen eines aus Unvorsichtigkeit verursachten 1 202 zeitlichen Schadens, als wegen einer begangenen Sünde? Hast du nicht ein Kind dem andern unbillig vorgezogen?- Hast du den Deinigen in Allem mit gutem Beispiele vorgeleuchtet? ihnen nicht geflucht, sie nicht geschimpft, verwünscht 2c.?-- Warst du bemüht, den Neigungen deiner Kinder von frühester Jugend an eine gute religiöse Richtung zu geben? sie in der Demuth, Bescheidenheit, Schamhaftigkeit, Mäßigkeit, Selbstverläugnung, im Fleiße, Gehorsam 2. zu üben? Hast du sie nicht unvernünftig geliebt, ihnen nicht zu große Freiheit gelassen, sie gegen rechtmäßige Ermahnungen oder Bestrafungen nicht in Schutz genommen, in ihrer Gegenwart von ihren Lehrern, Erziehern 2c. nicht unehrerbietig oder nachtheilig gesprochen? Haſt du deine Kinder etwas Nüßliches für das Leben lernen lassen? und hiebei mehr darauf gesehen, daß sie tugendhafte Christen, als große, reiche Herren 2c. würden?- Hast du ihnen zur Wahl ihres Standes die gebührende Freiheit gelassen, sie nicht zu einer Ehe oder zum geistlichen Stande gezwungen? Hast du die Dienstboten nicht überbürdet, sie nicht hart oder lieblos behandelt, fie in Krankheit nicht verstoßen, oder hilflos schmachten lassen? Hast du ihnen die gehörige Nahrung gegeben? ihren billigen Lohn nicht vorenthalten, oder geschmälert 2c.? ihnen nichts Sündhaftes zugemuthet, oder erlaubt, oder geboten? Keine gefährlichen Zusammenfünfte, oder andere Sünden in deinem Hause geduldet 2c.? - - Das V. Gebot:, Du sollst nicht tödten." a) Mit Gedanken: durch Zorn, heimlichen Groll, frei. willige Abneigung, inneren Haß?- wie lang, und gegen wie viele Personen 2c. denselben getragen? Hattest du auch den Wunsch oder Willen, dich zu rächen, und wie?Hast du deinem Nächsten kein Uebel gewünscht, und welches? dich über sein Unglück, seinen Schaden, seine Kränkung 2. Vernicht boshaft gefreut, oder sein Glück beneidet?- 203 gabst du deinen Beleidigern von Herzen? 2c. Math. XVIII, 35. Mit Worten: durch ungeduldige, bittere, grobe, anzügliche Nedensarten? durch Schmähen, Schimpfen, Spotten, Verwünschen, Unbilde- Androhen zc.?- Mit Werken: durch eigene oder fremde leibliche Verletzung, oder Ermordung? Durch Beschädigung deiner Gesundheit( mit schädlichent Speisen, Getränken,- durch Zorn, Unsittlichkeit, vermessenes Steigen, Leichtsinn und Unvorsichtigkeit beim Baden, Laufen, Tanzen, bei Erhitzungen zc.)? oder der Gesundheit Anderer( durch Schlägerei, Verläumden oder andere dem Nächsten zugefügte Kränkungen) zc.? b) Durch Unterlassung: Hast du deinen Nächsten, er sei Freund oder Feind, Christ, Heide, Türke oder Jude, wie dich selbst aufrichtig geliebt und ihm alles Gute gewünscht? Warst du allzeit liebreich, gefällig, dienstfertig gegen Jedermann? theilnehmend, mildthätig und barmherzig gegen Arme, Bedrängte, Kranke? sanft und friedfertig im Umgange? dankbar gegen Wohlthäter?- Beteteft du für deine Beleidiger? Benütztest du als würdiges Kind Gottes die Gelegenheit, ihnen Gutes für Böses zu vergelten?- Zeigtest du dich bereitwillig zur Aussöhnung? Hast du dem Nächsten das ihm zugefügte Unrecht vor Sonnenuntergang wieder abgebeten und getrachtet, es gut machen?(, die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorne." Eph. IV, 26.) T c) Durch Aergerniß, wenn man nämlich der Seele des Nächsten schadet. Hast du nie Etwas gesagt, gethan oder unterlassen, wodurch Andere zum Bösen verleitet, oder vom Guten abgehalten werden konnten?( was besonders durch die neun fremden Sünden geschieht.) Warst du nie Schuld an den Sünden Anderer, indem du dazu riethst? sie befahlst? darein einwilligtest? dazu reiztest durch unsittliche Neden, durch schlechte Aufführung, unehrbare Kleidung, Ausgelassenheit, Zorn, Bücher zc.? oder ste lobteſt? dazu ſtillschwiegst( wo du sie durch Ermahnungen oder Anzeigen hättest verhindern können)? oder indem du( als Vorgesetzter dieselben nicht straftest? oder daran Theil nahmst( durch Mitsündigen, Verhehlen, Kaufen oder Verkaufen des geAnt stohlenen Gutes 2c.)? oder dieselben vertheidigteſt? was für Sünden des Nächsten bist du Schuld gewesen? bei wie vielen Personen 2c. 204 11 - - Das VI. und IX. Gebot:„ Du sollst nicht ehebrechen." Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib." Durch strafbare Veranlassung oder freiwillige Zulassung unehrbarer Gedanken oder Vorstellungen? Durch freiwillige, wollüstige Empfindungen, Anregungen, oder innere Belustigungen?- durch Wohlgefallen bei Erinnerung an früher begangene Sünden? durch freiwillige Lüsternheit oder Begierde, schändliche Tinge zu sehen, zu hören, zu thun 2c.?- Durch schmutzige, zweideutige Reden, schändliche Wize, schlüpfrige oder leichtsinnige Lieder? oder durch freiwilliges Anhören derselben,- Mitreden, Beifallgeben, dazu Lachen 2c.?- Durch einen allzu freien und leidenschaftlichen Umgang?-Vorwißige oder lüsterne Blicke auf unehrbare Gegenstände, auf sich,- auf Andere, auf üppige, freche, reizende Bilder zc.?- Durch Lesen, Kaufen, Verkaufen, Leihen 2c. schlüpfriger, sittengefährlicher Bücher( dergleichen durchgehends die Romane sind)? Durch Anfertigung, Ausstellung 2c. unanständiger Gemälde? unnöthiges Besuchen gefährlicher Gesellschaften? Verleitung Anderer zu denselben?- Hast du durch unehrbaren oder allzu ausgesuchten Kleiderpuz, Tänze, Schauſpiele, Zeichen, Geberden 2c. bei dir oder Andern nicht Versuchungen oder gar Sünden veranlaßt?- Geschah es absichtlich? Nahmst du dir sinnliche Freiheiten, leidenschaftliche Zärtlichkeiten gegen dich oder Andere heraus? oder ließest sie von Andern zu? und welche?- Hast du nicht durch unehrbare Berührungen an dir oder Andern gesündigt? Unterhieltest du keine abscheulichen, geheimen Gewohnheiten?- - - - 205 Treue, Eheleute! habet ihr euren Stand heilig gehalten, - eheliche Pflicht zc. beobachtet? nichts Böses gethan, gegenseitig gebilligt oder begehrt? 2c. Das hier Fehlende werden Schuldige aus ihrem Herzen zu ergänzen wissen; in Zweifeln befrage man den Beichtvater. Das VII. und X. Gebot:, Du sollst nicht stehlen." „ Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen noch Etwas, was sein ist." a) Hast du Niemanden das Seinige, als: Geld, Getreide, Geräthe 2c. ungerechter Weise entwendet? heimlich? oder öffentlich mit Gewalt? von oder aus einer Kirche? Hast du Niemanden um seine Rechte oder Gerechtsame gebracht? Hast du keine ungerechten Zinsen für geliehenes Geld genommen? nicht über den Werth verkauft, oder unter dem Werthe( von Armen und Bedrängten) angekauft?- Niemanden betrogen im Handel, mit Gewicht, Maaß, oder schlechten und verfälschten Waaren?- nicht bei kleinen Ungerechtigkeiten die Absicht gehabt, dieselben oft zu wiederholen, und also etwas Merkliches zusammen zu bringen?- Hast du nicht, unter dem Vorwande, dich schadlos zu halten, Anderen Etwas entwendet?- Von Niemanden Etwas geborgt oder gekauft, wissend, daß du es nie würdest zurückgeben oder bezahlen können? -- L - - - b) Hast du nicht fremdes Gut, z. B. gefundenes, ober den Dieben abgekauftes, unrechtmäßig geerbtes, ohne Noth erbetteltes 2c. ungerechter Weise behalten?- Hast du ge borgte Sachen unaufgefordert zur rechten Zeit zurückgegeben? - Warst du nicht Willens, sie dir zuzueignen?- Hast du nach Maßgabe deines Vermögens Almosen gespendet? - den Arbeitern ihren verdienten Lohn nicht entzogen, verringert, oder ohne Ursache verschoben? Hast du nicht durch Nachlässigkeit, Spiel, Leichtsinn, Ueppigkeit, Trunkenheit, Schwelgerei zc. deine Familie in Noth gebracht, und dich unfähig gemacht, deine Schulden zu zahlen? Hast du deine Steuerzinsen, Zehenten und sonstigen Ab11 gaben richtig gezahlt? den Landesherrn, den Staat oder die Stadt nicht betrogen? 2c. c) Hast du Niemanden an seiner Habe, durch Verwüstungen an Gebäuden, Bäumen, Vieh, Früchten 2c. ungerechten Schaden verursacht? oder durch schlechte Ar- beiten, übermäßige Forderungen, Versäumnisse, Verläumdung, Ehrabschneidung 2c. dem Nächsten an seinem Gewerbe oder Vermögen geschadet? Hast du nicht falsches Geld für gutes ausgegeben?- oder ungerechte Prozesse geführt?- deine Richter bestochen? oder, als Richter, dich bestechen lassen? Hast du nicht, um Andern zu schaden, Urkunden verfälscht, Testamente unterdrückt, sie unerfüllt gelassen 2c.- oder unfähige Menschen zu einem Amte befördern helfen? dein Amt,- oder fremde Güter nachlässig verwaltet?-Hast du fremden Schaden nach Kräften verhindert und abgewendet?- d) Hast du nicht an der Ungerechtigkeit Anderer, durch eine der neun fremden Sünden, irgend einen Antheil gehabt, als durch Rathen, Befehlen, Gutheißen, Reizen, Loben? ( wie oben im V. Gebot c). - - - 206 1 - - - - - e) Hast du nicht den Wunsch, oder den Willen gehabt, zu stehlen, zu betrügen, Andere um ihr Amt, ihre Kunden zc. zu bringen, oder ihnen einen andern Schaden zuzufügen, über frembes Eigenthum ohne rechtmäßige Gewalt zu verfügen, es heimlich zu behalten, Anderen zu einer ungerechten Handlung zu rathen, sie dazu zu bereden? 2c. Warst du mit deiner Armuth, deinen kargen Vermögensumständen zufrieden, bei zeitlichen Verlusten 2c. gleich Job, in den Willen Gottes ergeben? Hast du dem Nächsten sein zeitliches Glück von Herzen gegönnet? Warst du nicht neidisch, schadenfroh? 2c. nicht - - - Das VIII. Gebot:, Du sollst kein falsches Zeugniß geben wider deinen Nächsten." a) Hast du nie falsch gezeugt vor Gericht? war es für oder wider deinen Nächsten? welchen Schaden hat er da - durch erlitten 2c. Hast du Niemanden zur Ablegung eines falschen Zeugnisses veranlaßt, oder veranlassen wollen? Hast du dich nicht geweigert, die Wahrheit auszusagen, wo du rechtmäßig dazu aufgefordert warst? zc. b) Hast du nicht gelogen? in welchen Stücken? und wen hast du belogen? Geschah es auch in der Beichte? - Hast du durch Lügen Jemanden Verdruß oder Schaden verursacht? und welchen?- Hast du wahre, aber noch geheime Fehler des Nächsten nicht, ohne rechtmäßige Ursache, geoffenbart? oder ihm falsche boshaft angedichtet? und wie vielen Personen? aus welcher Absicht? und mit welchen muthmaßlichen Folgen für die Ehre, das Vermögen zc. des Verläumdeten? Hast du nicht sogar deine Vorgesetzten, geistliche oder weltliche Beamte, oder ganze Gemeinden, Genossenschaften 2c. in schlechten Ruf gebracht, sie verkleinert, oder bei den Untergebenen ihr Ansehen geschwächt? zc. Hast du ehrenrührerischen Gerüchten nicht zu leicht Glauben beigemessen? oder sie verbreiten helfen? und mit welchem Nachtheile für den Gefränkten? 2c.- Hast du nicht Ehrabschneidung oder Verläumdung mit Wohlgefallen angehört? durch Fragen zc. dazu Anlaß gegeben? mitgeredet? zc. Hast du die verletzte Ehre des Nächsten wieder zu ersetzen getrachtet? - 1 - - - - c) Hast du nie Freundschaft- oder Frömmigkeit geheuchelt? oder gegen deine Ueberzeugung Andern nach dem Munde geredet? und in welchen Stücken? nicht boshafter Weise, durch Ohrenblasen, Freunde mit einander entzweit? nicht anvertraute Geheimnisse ohne Ursache geoffenbart? nicht fremde Briefe aufgefangen, gelesen? 2c. Hast du den Nächsten( in seiner Gegenwart) nicht geschimpft? geschmäht? 2c. und wie? mit welchen Folgen? zc. Hast du dem Beleidigten zweckmäßige Genugthuung 2c. geleistet! und wie bald? Hast du nicht ohne hinreichenden Grund, bösen Verdacht auf Jemanden geworfen? oder ihn gar Andern geoffenbart? Das Thun und Lassen des - — 207 - 208 Nächsten nicht unnüßer Weise, oder gar aus Haß, Neid ic. getadelt? ihm bei löblichen Handlungen nicht böse Absichten oder Gesinnungen zugeschrieben? Hast du deinen Nächsten nicht allzustreng und lieblos beurtheilt? seine Worte und Handlungen nicht auf's schlimmste gedeutet?- Hast du nicht ohne Beruf die Fehler und Schwachheiten des Nächsten Bist neugierig ansgespähet? und aus welcher Absicht? du über seinen Sündenfall nicht froh gewesen? und über welchen?( denn so strafbar wie seine Sünde, ist hier deine boshafte Freude). Hast du die Ehre des Nächsten, so gut du konntest, zu vertheidigen und zu erhalten geſucht? die Ehrabschneidung verhindert? die Verläumdung widerlegt? 2c. Was du wünschest, daß die Menschen dir thun, das thue ihnen auch. So lautet das göttliche Gebot der Nächstenliebe. Thordse - - B. Ueber die fünf Gebote der Kirche. Das I. Gebot:„ Du sollst die gebotenen Feiertage halten." Das II. Gebot:„ Du sollst an den Sonn- und Feiertagen der heil. Messe mit gebührender Andacht beiwohnen." Ueber diese beiden Gebote erforsche dich ebenso, wie beim III. Gebote Gottes gesagt worden ist;( denn die Kirche vertritt Gottes Stelle auf Erden, wie Christus der Herr ſelbst lehrt:„ Wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch." Joh. XX., 21. Wer euch höret, der höret mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat." Luk. X, 11. So Jemand die Kirche nicht hört, so sei er dir, wie ein Heide und Zöllner." Matth. XVIII, 17. Das III. Gebot:, Du sollst die gebotenen Fasttage halten. Es sind die 40 Tage vor Ostern, die Advents-, Quatember- und Vigilienfasten. Auch sollst 209 du an den Freitagen und Sonnabenden dich von Fleischspeisen enthalten." Erforsche dich, ob du dieses Gebot beobachtet? und die deinigen dazu angehalten habest? Hast du nicht das Fasten getadelt? darüber gespottet?- Durch deine Uebertretung Aergerniß gegeben? 2c. - - Das IV. Gebot:" Du sollst wenigstens einmal im Jahre deinem verordneten Priester beichten, und in der österlichen Zeit das heilige Sakrament des Altars empfangen." Untersuche, ob du deine Beicht nicht, ohne wichtige Ursache, über ein Jahr verschoben?- ob du zur österlichen Zeit, und zwar in deiner Pfarrkirche die heil. Communion würdig empfangen habest?( Mit einer unwürdigen Beicht oder unwürdigen Communion wird dem Gebote der Kirche nicht nur nicht genug gethan, sondern man macht sich sogar noch des strafbarsten Gottesraubs schuldig, und beschleuniget seine ewige Verwerfung.)- Wer zur österlichen Zeit nicht communiciren kann, muß es später thun, sobald er Gelegenheit dazu findet. Das V. Gebot:, Du sollst zu verbotenen Zeiten keine Hochzeit halten." Diese verbotenen Zeiten sind die Adventszeit bis zu heil. drei Königen, und die vierzigtägige Fastenzeit. Auch an andern Buß- und Bitttagen des Jahres sind lärmende Hochzeiten und ähnliche Lustbarkeiten verboten. Siehe, ob und wie du dagegen gesündiget hast, durch Tanzen, Spielen, Besuchen des Theaters 2c.? oder Andern, so zu sündigen, Gelegenheit oder Veranlassung gabest? Erforsche dich ferner: C. Ueber die sieben Hauptsünden. Man durchgehe sie nicht so fast, um zu finden, was und wie oft man gesündigt hat, sondern um die WurzelKathol. Krankenbuch. 14 210 sünden zu entdecken und die geeigneten Mittel zur Besserung anwenden zu können. 1) Die Hoffart ist eine unordentliche Hochschätzung seiner selbst, welche macht, daß wir uns selbst zuschreiben, was Gottes ist, und Andere verachten. Töchter der Hoffart sind: a) stolze Anmaßung oder vermessenes Streben nach Dingen, die über unsere Kräfte oder Befugnisse sind. b) Ehrgeiz oder die ausschweifende Begierde, Andern den Rang abzulaufen, oder die Achtung streitig zu machen. e) Ruhmsucht, oder das kleinliche und niedrige Streben nach Menschenlob. Von dieser letzten stammen wieder sechs arge Fehler ab: 1) Prahlerei, das eitle Brüsten mit seinen wirklichen oder eingebildeten Vorzügen der Geburt, des Verstandes zc. 2) Gleißnerei, das Streben, seine Fehler zu verheimlichen, abzuleugnen, zu entschuldigen 2c. und, des Lobes wegen, Tugend und besonders Demuth zu heucheln. 3) Eigensinn, der überall Recht haben will, und bei seiner Meinung hartnäckig beharrt, Jedem widerspricht 2c. 4) Zank- und Streitsucht. 5) Zwietracht, Abneigung, Haß, Unverträglichkeit. 6) Ungehorsam. Zur Hoffart gehört auch das eitle Wohlbehagen an sich selbst, an seinem Vorrange, seinen Kenntnissen und Talenten, an seiner Gestalt, Geschicklichkeit oder andern Vorzügen; das aufblähende Betrachten und Bewundern derselben: Eitelkeit in der Sprache, im Anzuge, im Gange 2c. Untersuche also, ob und wie du in diesen einzelnen Stücken gesündiget haſt? 2) Der Geiz ist eine unordentliche Begierde, zeitliche Güter zu erlangen und die erlangten zu behalten. Die Hauptwirkungen des Geizes sind: a) Unbarmherzigkeit gegen Nothleidende. b) Unruhe des Geistes, die den Gedanken an Gott und die Sorge für das Seelenheil nicht aufkommen läßt. c) List und Betrug. d) Verschlagenheit oder Kunstgriffe in Worten. e) Meineid. f) Treulosigkeit und Verrätherei. g) Gewaltthätigkeit. 211 3) Die Unteuschheit ist eine unordentliche Begierde nach fleischlichen Lüsten. Wirkungen dieses Lasters sind: a) Blindheit des Geistes. b) Uebereilung und Unbedachtsamkeit. c) Unmäßige Lust, zu sprechen. d) Zotten und Possen. e) Unbeständigkeit. f) Eigenliebe. g) Abneigung gegen Gott. h) Liebe zur Welt. i) Abscheu vor dem künstigen Leben. k) Verzweiflung 2c. 4) Der Neid ist die Betrübniß, die man bei dem Glücke des Nächsten empfindet, weil man sich einbildet, dadurch herabgewürdigt zu sein: oder auch die unordentliche Frende, welche man bei dessen Unglück hegt.- Neid entsteht aus Eitelkeit; denn der eitle Mensch, weil er über Andere hervorzuragen verlangt, ist betrübt, wenn diese mehr, oder wenigstens ebenso, wie er, geschätzt werden.( St. Greg.) Neid ist die Quelle vieler Lafter. Namentlich erzeugt er: a) Ehrabschneidung und Verleumdung. b) Schmeichelei. c) Schadenfreude. d) Betrübniß über des Nächsten Wohlstand. e) Haß wider den Nächsten 2c. - 5) Die Unmäßigkeit( Fraß und Völlerei) ist eine unordentliche Begierde nach Speise oder Tranf. Daher entstehen die Sünden: ohne Bedürfniß, oder allzu koſtſpielige Speisen, oder mehr, als nothwendig, oder bloß aus Sinnlichkeit essen oder trinken; oder endlich, allzu sehr nach wohlschmeckenden Speisen oder Getränken streben. Auch dieses Laster bringt zahlreiche, höchstverderbliche Wirkungen für Leib und Seele hervor, nämlich: a) Stumpfheit des Geistes, welcher unfähig macht, recht zu beten, sein Amt recht zu erfüllen 2c. b) Ausgelassene Freude, die von unlautern Begierden 2c. begleitet ist. c) Geschwäßigkeit. d) Unehrbare Scherze und Possen. e) Körperliche Unreinlichkeit f) Alle Arten von Unzucht 2c. 6) Der Zorn ist eine heftige Gemüthsbewegung, oder eine unordentliche Begierde nach der Bestrafung eines Andern.- Man sündigt durch Zorn: wenn man sich vom Unwillen hinreißen läßt, oder zu schwer straft, oder aus 14* - - 212 selbstsüchtigen Beweggründen, aus Rachgierde zc. die Fehlenden züchtiget, oder auf eine gesetzwidrige Weise den Beleidiger bestraft wissen will 2c. Die heillosen Wirkungen des Zornes sind: a) Feindschaft. b) Zwietracht. c) Ehrabschneidung. d) Ohrenbläserei. e) Rachgierde. f) Schadenfreude. g) Flüche. h) Lästerung. i) Verwünschungen und zuweilen Mordthaten. 7) Die Trägheit( als Hauptsünde) ist ein Ekel und Widerwillen gegen den Dienst Gottes wegen der dazu erforderlichen Mühe und Selbstüberwindung. Kein Laster ist gefährlicher und schwerer zu heilen, als dieses, weil es den Menschen gegen alle Beweggründe der Besserung gleichsam gefühllos macht: dieß ist vorzüglich wahr, so lange die Trägheit in den Grenzen der Lauigkeit bleibt, und nicht von andern groben und auffallenden Sünden oder Verbrechen begleitet ist. Alsdann hält nämlich der Mensch seine Trägheit nicht für ein Laster; sondern höchstens nur für eine mittelmäßige Tugend, mit der er in den Himmel zu kommen sich beredet. Kein Laster ist Gott mehr entgegen, als die Trägheit; denn das eigentliche Mißfallen an gottseligen und tugendhaften Handlungen ist im Grunde ein Widerwillen und Abschen gegen Gott, als den Urheber, Stifter und Gebieter derselben.- Die Wirkungen der Trägheit aber sind hauptsächlich folgende: a) Bosheit, darin bestehend, daß man alle geistlichen Uebungen haßt, oder das gethane Gute bereuet, oder die göttlichen Wohlthaten verachtet, indem man z. B. wünscht, nicht geboren worden, nicht zur Erkenntniß Christi und der wahren Kirche gelangt zu sein. b) Lauigkeit, wenn man seine geistlichen Pflichten schläferig und nachlässig verrichtet, selten und mit schlechter Vorbereitung die heil. Sakramente empfängt, ungern Gottes Wort anhört 2c. c) Erbitterung wider den Nächsten, Eltern und Seelsorger, die den Trägen zur Frömmigkeit und Erfüllung seiner christlichen Pflichten ermahnen. d) Kleinmuth, weil wegen seines Mangels an gutem Willen ihm Alles höchst mühsam und 213 beschwerlich scheint. e) Verzweiflung, wenn er endlich die Tugend ganz aufgibt, weil er sie für unmöglich hält, und glaubt, Gott habe ihn verlassen. f) Zerstreuung des Geiſtes; da der Gedanke an Gott ihm keine Freude macht, so irrt er, gleich Kain, dem Erstverworfenen, herum, und sucht alle Gegenstände auf, von denen er Zerstreuung und Beruhigung hofft. Er flieht den ernstlichen Blick in sein Herz, sucht Gesellschaften und Vergnügungen auf, verlegt sich auf's Schwätzen und Auskundschaften eitler Neuigkeiten, mit welchen er seinen Geist erfüllt, und den Gedanken an Gott und sich selbst verdrängt. Neue und Leid nebst Borsat. O Gott! Du kennst die Größe und Menge meiner Sünden. Ach, ich darf meine Augen nicht zu Dir erheben, und kann nur mit dem Zöllner flehen: Gott, sei mir Sünder gnädig! Wie undankbar bin ich wieder seit meiner lepten Beichte gegen Deine Gnade gewesen, wie schwer habe ich mich gegen Dich verfündigt, wie nachlässig meine gefaßten Vorsäge gehalten! Wie schmerzt mich jetzt dieser Undank! Wie innig bereue ich es, so lieblos gegen Dich, so grausam gegen mich selbst verfahren zu sein! Ach, daß mein Herz doch ganz zerknirscht wäre bei dem Bewußtsein so großer Schuld! Dich habe ich beleidiget, o Gott der Liebe! der Du mich seit meiner Geburt mit Gnaden und Wohlthaten überhäuft hast; Dich, o mein Erlöser! der Du aus Liebe für mich Dein Blut am Kreuze vergoffen hast, um mich zu erlösen und selig zu machen; Dich, o göttlicher Geist! der Du mich in der heiligen Kirche erhältst, durch Deine Einsprechungen belehrst, und durch Deine Gnade zu allem Guten zu stärken bereit bist. Alles dieses habe ich verschmäht. Verzichtet habe ich auf jene ewige Ruhe, auf jene Verherr 214 lichung an Leib und Seele, auf jene unaussprechliche Wonne der seligen Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen. Ja, ich verzichtete auf die Anschauung, die Liebe und den Besig meines Gottes und Erlösers.- Und welcher Gefahr habe ich mich durch die Sünde ausgesezt? Ich weiß, daß den Unbußfertigen das furchtbare Urtheil gesprochen wird: weichet von mir, ihr Uebelthäter, in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist." Matth. 25, 41. Gerechter Gott! Mein Herz ist durchdrungen von Furcht vor Deinem Gerichte. Nein, ich will nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben erlangen, sei auch der Kampf noch so schwer. Aber, wer tilgt meine Sündenschuld? Wer hilft mir den Himmel gewinnen? O gepriesen sei Deine unendliche Barmherzigkeit, die mich durch die Gnade Jesu Christi erretten will! O Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes, erbarme Dich meiner! laß Dir um Jefu willen meine Reue gefallen. Reiche dem Gefallenen Deine väterliche Hand, auf daß ich wieder aufstehe! Aus innigster Liebe und weil ich Dich über Alles schäße, fasse ich den festen Entschluß, von jest an der Sünde zu entsagen. Ich haffe und verabscheue alle von mir jemals begangenen Sünden aus Furcht und Liebe. Nie will ich Dich vorsäzlich beleidigen, und wenn ich auch die ganze Welt dadurch gewinnen könnte! Mit allem Ernste will ich von diesem Augenblicke an ein neues Leben beginnen, im festen Vertrauen, daß Dein heiliger Geist mir dazu helfen wird. Keine Lockung der bösen Lust, kein Beispiel Anderer soll mich ferner zur Einwilligung in die Sünde hinreißen; aber auch keine Beschwerde, keine Furcht, Hab und Gut, Gefundheit und Leben 215 zu verlieren, soll mich abhalten, Deinen heiligen Willen zu thun. Darum, o mein Gott! will ich die gefährlichen Gelegenheiten zum Bösen meiden und alle Mittel gebrauchen, die zu meiner vollständigen Besserung nöthig sind. Darum will ich endlich das durch meine Sünden gestiftete Unrecht und allen verursachten Schaden nach Kräften wieder gut machen. Stärke mich, o Gott! in diesem heiligen Vorsage. Verlaß mich nicht im heißen Kampfe wider die Sünde; unterstüze meine Schwachheit, und hilf mir jede Versuchung überwinden. Gott, mein Vater! ich übergebe mich ganz Deiner Barmherzigkeit! Amen. Seufzer einer buffertigen Seele. 1. Ich komme zu Dir, o Herr, himmlischer Vater! wie der verlorne Sohn, und spreche beim Anblicke meines geistigen Elendes mit ihm:„ Ich will aufstehen, und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater! ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor Dir; ich bin nicht würdig, Dein Sohn zu heißen." Denn wie er, so bin auch ich irdischen Gütern und Wollüsten nachgegangen, und habe Dich, den Quell des lebendigen Wassers, verlassen. O Vater der Erbarmungen! nimm mich wieder auf in Christo Jesu, gib mir das Kleid Deiner Gnade wieder, und den Ring Deiner Liebe, und laß mich demüthig und zerknirscht zu Deinem Gastmahle gehen. Dir, o Gott! angehören, ist mein einziges Gut. Psalm 72. 2. Ich komme zu Dir, o Jesu, Du guter Hirt, denn ich habe mich verirrt, wie jenes Schäflein das verloren ging; suche Dein Kind und führe mich zurück auf den Weg Deiner Gebote. Nimm mich Unwürdigen auf Deine Schultern, und trage mich 216 zu der Heerde Deiner Auserwählten, damit ich ewig Deine Barmherzigkeit preise. THE KIDYE 3. Ich rufe zu Dir, o Jesu, Du gütiger Samaritan! Denn ich bin jener Unglückselige, der auf dem Wege von Jerufalem nach Jericho, von der Heimath des wahren Friedens zur Welt und ihren Lüsten, den Feinden meiner Seele in die Hände fiel. Siehe mich gnädig an, denn meine Seele ist des Gewandes Deiner Gnade beraubt, und mit vielen und tödtlichen Wunden bedeckt! Komm und heile sie mit Deiner Liebe, mit dem Oele Deiner Barmherzigkeit, und führe sie zurück in die sichere Zufluchtsstätte, in Deine heiligste Seitenwunde, zu Deinem göttlichen Herzen. 4. Ich komme zu Dir, mein Herr und Erlöser! wie der Zöllner zu Jericho; meine Ungerechtigkeit bekenne ich Dir und bin entschlossen, jeden Nachtheil, den ich Deiner Ehre und dem Heile meines Nächsten zugefügt habe, nach Kräften zu verbessern; denn was nüßt es mir, wenn ich die ganze Welt gewinne, und Schaden leide an meiner Seele? Gib mir ein Herz, das Deiner Gütigkeit entspricht, und nimm mit Zachäus unter die Deinen mich auf, denn Du bist gekommen, selig zu machen, was verloren war. 5. Ich falle Dir zu Füßen, o liebreichster Retter meiner Seele! und möchte, wie Magdalena, mit Strömen von Thränen alle Verirrungen meines eitlen und sinnlichen Lebens beweinen. Erseße meine Thränen durch die unendliche Kraft Deines Sühnungsblutes, und laß mich nicht von Deinen Füßen weichen, bis ich die süßen Worte höre: Dir werden Deine Sünden nachgelassen! 6. Ich fehre zu Dir zurück, o göttlicher Meister! den ich durch so viele Rückfälle in die Sünde von 217 neuem verläugnet habe, und flehe Dich an, daß Du jenen Blick Deiner siegreichen Liebe auf mich werfen wollest, mit welchem Du Deinen Jünger Petrus zu lebendiger Neue erweckt hast. O Jesu! verwirf mich nicht von Deinem Angesichte, sprich zu meiner Seele: dein Heil bin Ich. Psalm 34. 7. Ich erhebe mein Herz zu Dir, o König der Glorie! mit festem Vertrauen auf Deine unendliche Güte, daß Du, so spät ich auch zu Dir zurückkehre, die Huld mir erweisen wirst, welche dem Näuber neben Dir am Kreuze noch in seiner legten Stunde zu Theil ward. Sei meiner eingedenk im Reiche, wohin Du in Deinem Blute mir den Weg gebahnt hast, und erbarme Dich meiner, der Du, um der Buße willen, Dich Aller erbarmest. ( Buch der Weish. 11.) Amen. Litanei von der Liebestrene. ( Von Papst Pius VI.) Herr, erbarme Dich meiner! Christe, erbarme Dich meiner! Herr, erbarme Dich meiner! Gott Vater im Himmel, erbarme dich meiner! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich meiner! Gott, heiliger Geist, erbarme Dich meiner! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich meiner! Der Du Deine Allmacht und Güte vornehmlich durch Schonung und langmüthige Nachsicht offenbarest, erbarme Dich meiner! Der Du die Bekehrung der Sünder so geduldig und sehnsüchtig erwartest, erbarme Dich meiner! Der Du die Sünder zur Buße so liebreich einladest, erbarme Dich meiner! Der Du Dich über die Bekehrung der Sünder so hoch erfreuest, erbarme Dich meiner! Ach, daß ich gesündigt habe,- Bereue ich von Herzen! Daß ich so oft und schwer gesündigt habe,- Bereue ich von Herzen! 218 Daß ich mit Gedanken, Worten und Werken gesündigt, Daß ich so vorsäßlich und muthwillig Dich beleidigt, Daß ich so unzähliger Nachlässigkeiten und Versäumnisse mich schuldig gemacht, Daß ich Deine heil. Gebote so freventlich übertreten, Daß ich Deine Allmacht nicht gefürchtet, Daß ich Deine Liebe verachtet, Daß ich Deine Güte und Langmuth mißbraucht, Daß ich die Wunden und Schmerzen Deines Sohnes, meines Heilandes, erneuert habe, Daß ich mich Deiner Strafen in dieser und der andern Welt dadurch schuldig gemacht habe, Weil ich dich, mein Gott, durch meine Sünden beleidiget habe, Weil ich Dich durch dieselben erzürnet, Weil ich Dir durch dieselben mißfällig geworden bin, Weil ich Dich gleichwohl noch über alles liebe, Mit jener heftigen Liebesrene, die Deine Heiligen Büßer jemals empfunden haben, Mit jenem Abscheue vor jeder, auch der geringsten Sünde, den Deine heil. jungfräuliche Mutter stets in sich getragen hat, In Vereinigung mit jenem namenlosen Schmerze, den Dein göttlicher Sohn am Delberge wegen meiner und der ganzen Welt Sünden in seinem liebevollen Herzen empfunden hat, Vater unser 2c. Bereue ich von Herzen! Bereue ich sie von Herzen! Gebet kurz vor der Beichte. Heiligster Vater! Durchdrungen von der tiefsten Reue, mit festem Vorsage, im Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit, trete ich nun zu Deinem Diener, dem Priester, um meine Sünden zu bekennen. Ich weiß daß er an Deiner Statt mich richten wird. Du selbst hast ihm die Gewalt gegeben, Sünden zu erlassen oder vorzubehalten. O, so verleihe mir, daß ich so aufrichtig und wahr zu ihm rede, als wenn ich vor Dir, dem allwissenden Gotte, mein Bekennt 219 niß ablegte. Bewahre mich vor aller falschen Scham! Alles, was mir Dein Diener sagen wird, sei es in Güte oder Strenge, will ich in Demuth annehmen; er will ja meine Seele heilen und wirkt in Liebe. Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heil. Geistes bekenne ich meine Schuld. Der Herr sei in meinem Herzen und in meinem Munde, daß ich alle meine Sünden nach der Wahrheit bekenne. Gebet nach der Beichte. Vertraue, mein Sohn! deine Sünden find dir vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen, gehe in Frieden.( Matth. 9, 2; Luk. 7, 50.) Meine Sünden sind mir vergeben: o Worte, voll unendlichen Trostes! Gnädig hat der Herr auf mich herabgesehen, und seine Barmherzigkeit mir kund gethan. Eben noch ein schwerer Sünder, ein Kind des Zornes, von Schmerz gefoltert und durch Unfrieden zerstört, bin ich jegt durch die sakramentale Gnade gerechtfertigt, von allen Makeln der Sünde gereinigt, mit himmlischem Frieden und Troste erfüllt. Das ist die Wirkung Deines Blutes, barmherziger Erlöser! welches Du am Kreuze für mich vergoffen hast. Deinen heiligen Wunden, welche die Wunden meiner Seele heilten, verdanke ich meine Aussöhnung und mein Heil. Dein heiligster Name sei dafür in Ewigkeit gepriesen. Feierlich habe ich Dir, o Gott! angelobt, von jezt an Deinen heiligen Willen mit gewissenhafter Treue zu erfüllen, Dich, meinen liebenswürdigsten Vater, mit keiner Sünde mehr zu beleidigen. Und Du, Herzenskundiger! weißt, wie aufrichtig ich mein Versprechen zu erfüllen entschlossen bin. Ja, nimmermehr will ich von Dir mich trennen. Niemals will 220 ich mich durch eine vorsäßliche Sünde Deiner Gnade verlustig machen; wachen will ich über meine Begierden und Neigungen; jede Gelegenheit zur Sünde vermeiden, und vor Deinem heiligen Auge in Selbstverleugnung und Demuth wandeln als ein treuer Nachfolger Jesu. Aber, o Herr! vor dem mein ganzes Herz offen steht, Du kennst auch meine Hinfälligkeit und Schwäche; Du weißt es, wie schwach, veränderlich und unstät mein Wille ist. Ach, wie oft schon habe ich die nämlichen Vorsäge gefaßt, und sie doch nicht gehalten! Nur auf Dir beruht meine Hoffnung. All unsere Kraft kommt ja von Dir; Du gibst das Wollen und das Vollbringen des Guten. Darum bitte ich Dich im Namen und durch die Verdienste meines göttlichen Erlösers Jesu Christi: stärke und befestige meinen Willen durch die allvermögende Kraft Deiner Gnade; gib mir einen so tiefen Abschen vor der Sünde und einen so beharrlichen Eifer in der Vollziehung Deines heiligen Willens, daß nichts mehr von Deiner Liebe mich trenne, daß ich im Besige Deiner Gnade und Freundschaft bis an's Ende meines Lebens verbleibe. Heilige Maria und ihr Heiligen Gottes alle! bittet für mich am Throne des Höchsten um die Gnade der Beharrlichkeit im Guten, auf daß ich einst nach meinem Hinscheiden aus diesem Leben seine Güte und Barmherzigkeit ewig mit euch im Himmel loben und preisen möge. Amen. Zur Danksagung. Psalm 102. Gelobt sei Jesus Christus. Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen. 221 Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht seiner Wohlthaten, Der alle deine Missethaten verzeihet, und alle deine Schwachheiten heilet. natsi son m Der dein Leben vom Verderben rettet, dich mit Gnade und Erbarmung krönt. Der dein Verlangen mit Gütern erfüllt, daß sich deine Kraft wie die des Adlers verjüngt. Der Herr schafft Barmherzigkeit und Gericht Allen, die Unrecht leiden. 2001 HES Er hat kund gethan dem Moses seine Wege und den Kindern Israels seinen Willen. Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmüthig und von großer Erbarmung. Nicht auf ewig wird Er zürnen, nicht auf immer drohen. Nicht nach unsern Sünden that Er uns, vergalt uns nicht nach unserer Bosheit. Wie hoch der Himmel über die Erde ist, hat Er sein Erbarmen befestigt über die, so Ihn fürchten. So weit der Morgen entfernt ist vom Abend, so weit hat Er unsere Sünden von uns gethan. Wie sich ein Vater seiner Kinder erbarmt, alſo erbarmt sich der Herr über die, welche Ihn fürchten. Denn Er kennet unser Gebilde, und gedenket, daß wir von Staub sind. Der Mensch, wie Gras sind seine Tage, wie des Feldes Blume, also verwelkt er. Denn ein Lüftchen fährt darüber, und er ist nicht mehr, seine Stätte kennet man nicht mehr. Aber des Herrn Güte währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so Ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskinder: Ueber die, welche seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken, sie zu thun. 222 Der Herr hat im Himmel seinen Thron bereitet, und sein Reich wird über Alles herrschen. Lobet den Herrn, all seine Engel, die ihr mächtig an Kraft seinen Willen vollzieht, auf seiner Rede Stimme höret. Lobet den Herrn, alle seine Kräfte, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke; an allen Orten seiner Herrlichkeit lobe den Herrn, meine Seele! Ehre sei dem Vater u. s. w. Die sieben Bußpsalmen. Psalm 6. Herr! straf' mich nicht in Deinem Grimm, und züchtige mich nicht in Deinem Zorne! Erbarme Dich meiner, o Herr! denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine zittern. Und meine Seele ist sehr bestürzt; aber Du, o Herr! wie lange? Wende Dich, Herr, und errette meine Seele, hilf mir um Deiner Barmherzigkeit willen. Denn im Tode ist Keiner, der Dein gedenkt, und in der Hölle: wer wird da Dich loben? Ich habe mich abgemüht in meinem Seufzen, wasche jede Nacht mein Bett und beneße mit meinen Thränen mein Lager. Vom Gram ist verdunkelt mein Auge, veraltet bin ich unter allen meinen Feinden! Weicht von mir Alle, die ihr Böses thut, denn der Herr hat die Stimme meines Weinens erhört. Erhört hat der Herr mein Flehen; der Herr hat aufgenommen mein Gebet. Es sollen sich schämen und heftig erschrecken alle meine Feinde; sie sollen sich wundern und schämen gar schnell. Die Ehre sei dem Vater 2c. 223 Psalm 31. Selig diejenigen, deren Missethaten nachgelassen und deren Sünden bedeckt find. Selig der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zugerechnet hat, und in dessen Geist keine Falschheit ist. Weil ich geschwiegen, veralteten meine Gebeine, während ich schrie den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht lag schwer auf mir Deine Hand: in meinem Elend hab' ich mich bekehrt, während der Stachel in mir haftete. Meine Sünde hab' ich Dir kund gethan, und meine Ungerechtigkeit nicht verborgen. Ich habe gesagt: Ich will bekennen wider mich meine Ungerechtigkeit dem Herrn: und Du hast nachgelassen die Gottlofig= keit meiner Sünde. Um das soll zu Dir bitten jeder Heilige zur rechten Zeit: und in der Fluth vieler Wasser, die wird ihn nicht erreichen. Du bist meine Zuflucht in der Trübsal, die mich umrungen hat: Du mein Frohlocken, errette mich von denen, die mich umringen. Ich will dir Verstand geben und dich unterrichten in diesem Wege, den du wandeln sollst: Ich will meine Augen auf Dich heften." Werdet nicht wie Pferd und Maulthier, die keinen Verstand haben, mit Zaum und Gebiß bezwing die Backen derer, die nicht nahen zu Dir. Viele Geißeln kommen über den Sünder; wer aber auf den Herrn vertraut, den wird Barmherzigkeit umfahen. Freut euch in dem Herrn und frohlocket, ihr Gerechte! und jauchzet Alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid. Die Ehre sei 2c. 224 Psalm 37. Herr, straf' mich nicht in Deinem Grimme: und - züchtige mich nicht in Deinem Zorne. Denn Deine Pfeile stecken in mir, und du hast über mir stark gemacht Deine Hand. Es ist nichts Gesundes an meinem Fleische vor dem Angesichte Deines Zornes: kein Frieden ist in meinen Gebeinen vor dem Angesichte meiner Sünden. Denn meine Missethaten haben mein Haupt überstiegen: und gleich einer schweren Bürde haften sie auf mir. Meine Wundmale sind faul und verderbt worden von meiner Thorheit. Ich bin elend geworden und vollends gebeugt: den ganzen Tag betrübt umhergegangen. Denn meine Lenden sind voll der Täuschungen: und nichts Gesundes ist in meinem Fleische. Ich bin geplagt und gar sehr gedemüthigt: ich stöhnte vor Seufzen meines Herzens. Herr! vor Dir ist all meine Sehnsucht, und mein Seufzen ist vor Dir nicht verborgen. Mein Herz ist verwirrt, meine Kraft hat mich verlassen: und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. Meine Freunde und meine Nächsten haben sich genaht wider mich und sich aufgestellt: und die bei mir waren, sind ferne gestanden. Und die meiner Seele nachstellten, übten Gewalt: und die mir Böses wollten, haben übel geredet und List ersonnen den ganzen Tag. Ich aber, einem Tauben gleich, hörte nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. Und ich ward wie ein Mensch, der nicht hört: und der in seinem Munde keine Widerrede hat. Denn auf Dich, Herr! harre ich: du wirst mich erhören, Herr, mein Gott! 225 Denn ich habe gesagt: daß meine Feinde sich ja nicht freuen über mich! wenn meine Füße wanken, sprechen sie groß über mich. Denn für die Geißeln bin ich bereit, und mein Schmerz ist immer vor meinem Angesichte. Ich will anzeigen meine Mifsethat, und meiner Sünde gedenken. Dagegen leben meine Feinde und sind mächtig geworden über mich: und zahlreich sind geworden, die mich ungerecht haffen. Die Gutes mit Bösem vergelten, reden mir übel nach: weil ich dem Guten nachstrebte. Die Ehre sei 2c. Psalm 50. Erbarme Dich meiner, o Gott! nach Deiner großen Barmherzigkeit: und nach der Menge Deiner Erbarmnisse tilge meine Missethat. Mehr und mehr wasche mich von meiner Ungerechtigkeit: und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missethat erkenne ich: und meine Sünde ist vor mir allezeit. Dir allein hab' ich gesündigt und Böses vor Dir gethan: auf daß Du gerecht befunden werdest, in Deinen Worten und den Sieg erhaltest, wenn man über Dich urtheilt. Denn sieh' in Ungerechtigkeit bin ich empfangen: und in Sünden hat mich empfangen meine Mutter. Sieh' die Wahrheit hast Du geliebt: die himmlischen und verborgenen Dinge Deiner Weisheit mir geoffenbart. Besprenge mich mit Hyssop, so werde ich gereinigt: wasche mich, so werde ich weißer, als der Schnee. Gib meinem Gehör Freude und Wonne, so werden frohlocken die gedemüthigten Gebeine. Kathol. Krankenbuch. 15 226 Wende ab Dein Angesicht von meinen Sünden: und alle meine Missethaten tilge.on mansi, ihlic Ein reines Herz erschaff' in mir, o Gott! und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht vor Deinem Angesichte: und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude Deines Heiles: und mit dem fürstlichen( über die böse Begierlichkeit herrschenden) Geiste befestige mich. So will ich lehren die Ungerechten Deine Wege: und die Gottlosen werden sich zu Dir bekehren. Erlöse mich von den Blutschulden, Gott, du Gott meines Heiles! so wird mit Freuden meine Zunge Deine Gerechtigkeit preisen. Herr! öffne meine Lippen und mein Mund wird verkündigen Dein Lob. Denn wenn Du Opfer gewollt hättest, würd' ich ja freudig sie hingegeben haben: an Brandopfern wirst Du keinen Gefallen haben. Ein Opfer vor Gott ist ein betrübter Geist: ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz wirst Du, o Gott! nicht verachten. Thu', Herr! Gnade nach Deinem guten Willen an Sion, damit die Mauern Jerusalems erbaut werden. Dann wirst Du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer: dann wird man Kälber auf Deinen Altar legen. Die Ehre sei 2c. Psalm 101. Herr! erhöre mein Gebet und laß mein Rufen zu Dir kommen. Wende nicht ab Dein Angesicht von mir: an welchem Tage immer ich in Trübsal bin, neig' her 227 zu mir Dein Ohr; an welchem Tage ich immer Dich anrufe, wollest alsbald mich erhören. Denn meine Tage schwinden hin wie Rauch, und meine Gebeine verdorren wie dürres Reis. Ich bin getroffen wie Heu und mein Herz ist dürre: denn ich vergesse mein Brod zu essen. Von der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleische. Ich gleiche dem Pelikan in der Wüste: ich bin wie eine Eule in ihrer Wohnung. Ich bin schlaflos und wie ein einsamer Sperling auf dem Dache. Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde: und die mich loben, verschwören sich wider mich. Denn Asche effe ich wie Brod: und meinen Trank mische ich mit Thränen. Wegen Deines Zornes und Deines Unwillens: denn Du hast mich emporgehoben und niedergeworfen. Meine Tage gehen hin wie ein Schatten: und ich verwelke wie Heu. Du aber, Herr! bleibest in Ewigkeit: und Dein Andenken von Geschlecht zu Geschlecht. Du wirst aufstehen, Dich Sions erbarmen: denn es ist Zeit, sich seiner zu erbarmen, und die Zeit ist gekommen. Denn es gefallen Deinen Knechten seine Steine, und sie bedauern seinen Schutt. Und die Völker werden fürchten Deinen Namen, Herr! und alle Könige der Erde Deine Herrlichkeit. Denn der Herr wird Sion bauen, und gesehen werden in Seiner Herrlichkeit. Wird sehen auf das Gebet der Demüthigen, und nicht verschmähen ihr Flehen. 15* 228 Man schreibe dieses dem kommenden Geschlechte, und das Volk, das soll geschaffen werden, wird den Herrn loben.j Denn Er schaut herab von Seiner heiligen Höhe! der Herr schaut vom Himmel auf die Erde, Um zu hören das Seufzen der Gefangenen, um zu erlösen die Kinder der Erschlagenen: Daß sie zu Sion verkünden den Namen des Herrn und Sein ob zu Jerusalem, Wenn die Völker zu Einem Volke zusammenkommen, und die Könige, zu dienen dem Herrn. Hierauf sprach zu ihm der Mann im Laufe der Jahre seiner Kraft: die geringe Zahl meiner Tage thue mir fund! Rufe mich nicht ab in der Hälfte meiner Tage: Deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht. Im Anfange hast Du, o Herr! die Erde gegründet, und die Werke Deiner Hände sind die Himmel. Dieselben vergehen, Du aber bleibest: sie alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand veränderst Du sie, und sie werden verändert: Du aber bist derselbe und Deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder Deiner Knechte werden bei Dir wohnen, und ihr Same wird bestehen in Ewigkeit. Die Ehre sei 2c. Psalm 129. Aus den Tiefen rufe ich zu Dir, o Herr! Herr! erhöre meine Stimme, laß Acht haben Dein Ohr auf die Stimme meines Flehens. Wenn Du Acht haben wolltest auf die Missethaten, Herr! wer könnte dann bestehen, o Herr! Aber bei Dir ist Versöhnung: und um Deines 229 Gefeßes willen, harre ich auf Dich, o Herr! Meine Seele harret auf Dein Wort. Meine Seele hofft auf den Herrn. Von der Morgenwache bis in die Nacht hoffe Israel auf den Herrn: Denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit, und bei Ihm ist überreiche Erlösung. Und Er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. Die Ehre sei 2c. Psalm 142. Herr! erhöre mein Gebet, nimm zu Ohren mein Flehen nach Deiner Wahrheit: erhöre mich nach Deiner Gerechtigkeit, Und geh' nicht in's Gericht mit Deinem Knechte: denn vor Deinem Angesichte ist kein Lebender gerecht. Denn der Feind verfolgt meine Seele, beugt nieder zur Erde mein Leben, verseßt mich in's Finstere, wie die Todten der Vorwelt. Und mein Geist ist in mir geängstigt, mein Herz in mir verstört. Ich gedenke der alten Zeiten, ich überlege alle Deine Werke: über die Werke Deiner Hände denke ich nach. Ich breite meine Hände aus zu Dir: gleich Land ohne Wasfer dürstet meine Seele nach Dir. Geschwind erhöre mich, Herr! mein Geist verschmachtet: wende nicht weg Dein Angesicht von mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. Laß mich früh Deine Barmherzigkeit hören; denn auf Dich hoffe ich. Thu mir kund den Weg, worauf ich wandeln soll; denn zu Dir erheb' ich meine Seele. 230 Errette mich von meinen Feinden, o Herr! zu Dir bin ich geflohen. Lehre mich thun nach Deinem Willen; denn mein Gott bist Du: Dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn. 3 Herr! belebe mich um Deines Namens willen nach Deiner Gerechtigkeit: führe aus Trübsal meine Seele. Und nach Deiner Barmherzigkeit zerstreue meine Feinde und vertilge Alle, die meine See le quälen; denn ich bin Dein Knecht. Die Ehre sei 2c. Buß- Gebete. Mein Gott! ich erscheine vor Dir armselig und leer an verdienstlichen Werken, und habe nichts, wodurch ich für meine Sünden Dir Genugthuung leisten könnte. Aber ich bringe Dir die Verdienste Jesu, Deines geliebten Sohnes, dar, welche unendlich größer sind als alle Beleidigungen, die von mir und allen übrigen Geschöpfen jemals Dir zugefügt worden. Ewiger Vater! ich opfere Dir den Preis der Erlösung, den Er sterbend am Holze des Kreuzes für mich dargebracht. Sieh, o Herr! auf das Angesicht Christi, höre die Stimme seines Blutes, die für mich um Erbarmung ruft; und wenn meine Augen jetzt keine Thränen haben, um meine Sünden zu beweinen, und mein Herz nur innerlich sie verabscheuet, so schaue vielmehr auf die Thränen Deines Eingebornen Sohnes und auf alle die Blutstropfen, die Er im Leben wie im Tode für meine Vergehungen vergoffen hat. Verzeihe also, o mein Gott! meinem Stolze 231 und meiner Eitelkeit durch Deines geliebten Sohnes unaussprechliche Demuth. Durch seine heiligste Liebe und Barmherzigkeit vergib alle meine Habsucht und Regungen des Geizes, des Neides und der Mißgunst; durch die jungfräuliche Klarheit seines Leibes verzeihe alle Un lauterkeit meines Herzens und meiner Sinne; durch den Hunger und Durst, den Er in der Wüste und am Kreuze erduldet, alle meine Unmäßigkeit und Lüsternheit; durch die süße Sanftmuth und Milde des unbefleckten Lammes sei nachsichtig allen meinen Fehlern des Zornes, meiner Widerspenstigkeit, Rachsucht und Ungeduld; durch die liebreiche Emsigkeit und Sorgfalt, womit Er rastlos mein Heil wirkte, verzeihe alle meine Fahrlässigkeit und Lauigkeit. Durch alle seine Verdienste und unendlichen Vollkommenheiten verzeihe meine zahllosen Mängel und Gebrechen. Zur Genugthuung endlich für so viele Verschuldigungen will ich, wenn es Dir so gefällt, alle Mühseligkeiten, Betrübnisse und Widerwärtigkeiten bereitwillig ertragen, sie mögen nun geradezu von Dir oder durch Deine Geschöpfe, nach den Anordnungen Deiner göttlichen Fügung, mir gesendet werden, welcher ich von ganzem Herzen und bis zu meinem legten Athemzuge mich unterwerfe. Alles, o mein Gott, nur keine Sünde mehr! ( Heil. Franz v. Sales.) Gebet gegen die Hoffart. Unser Herr Jesus Christus hat sich selbst erniedrigt, und ist gehorsam geworden bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes; und ich elender Erdwurm, ich Staub und Asche, der tausendmal die Hölle verdient hat, sollte mich nicht scheuen, mich im 232 Herzen zu erheben? Sei mir gnädig, o Herr! ich erkenne und verabscheue meinen fluchwürdigen Hochmuth. Stürze mich nicht mit dem stolzen Lucifer in den Abgrund der Hölle: wende Dich, o Herr! zu mir, und entreiße ihr meine Seele; eile mir zu Hilfe, und errette mich um Deiner Barmherzigkeit willen. Ich will lieber in dem Hause meines Gottes der Geringste sein, als wohnen in den Hütten der Sünder. Ps. 83, 11. Gebet wider den Geiz. Was hab' ich im Himmel, und was will ich auf Erden außer Dir, Du Gott meines Herzens, und mein Antheil, o Gott, in Ewigkeit! Das Auge sieht sich nicht satt, und das Ohr hört sich nicht satt; ich werde ersättigt werden, wenn Deine Herrlichkeit erscheinet. Ach, warum habe ich denn bis jetzt dem Mammon so eifrig gedienet? Was wird es mir denn nüßen, wenn ich die ganze Welt gewinne, und an meiner Seele Schaden leide? Es schliefen ihren Schlaf alle Männer des Reichthums, und nichts fanden sie in ihren Händen. Bekennen will ich dem Herrn meine Ungerechtigkeit, und Du wirst, so hoffe ich! den Frevel meiner Sünde vergeben: alles ungerecht Erworbene will ich ersehen, den Nothleidenden helfen, und mich eifrig Deinem Dienste weihen. Eile mir zu Hilfe, o Herr! der Du mein Verlangen mit Gütern erfüllest. Pf. 102, 5. Gebet wider den Zorn. Ein Mensch hegt Zorn wider den andern, wie suchet er denn Heilung bei Gott? Er erzeiget keine Barmherzigkeit einem Menschen, der ihm doch gleich ist, und bittet für seine Sünden? Wer wird für seine Missethaten Verzeihung erflehen?" Mit diesen 233 Worten sprichst Du, Herr, mein Gott! zu mir durch Deinen Diener, den Sohn Sirachs. Und ich sollte künftig noch wagen, gegen Jemanden Zorn oder Haß zu hegen? Schone, o Herr! schone meiner Bosheit und Hartnäckigkeit, worin ich bis jetzt verharret bin. Aus ganzer Seele verzeihe ich jetzt Allen, die wider mich sich vergangen haben, und bitte flehentlich, Du wollest mich, o Herr! nicht strafen in Deinem Grimme, noch züchtigen in Deinem Zorne. Laß mich wie ein Tauber nicht hören, und wie ein Stummer meinen Mund nicht aufthun, wenn meine Feinde wider mich aufstehen und Gewalt üben, die meiner Seele nachstellen. Verlaß mich nicht, o Herr, mein Gott! weiche nicht von mir, denn Du bist meine Geduld. Pf. 70, 5. Gebet wider die Unkeuschheit. Vater! ich habe gesündigt wider den Himmel und vor Dir, und bin nicht mehr werth, Dein Sohn zu heißen: was soll ich Elender thun? Denn Dein Geist bleibt nicht im Menschen, weil er Fleisch ist. Ach, erbarme Dich meiner, erbarme Dich! Daß ich mit so vielen Tausenden Verworfener, welche die scheußliche Pest der Wollust in die Hölle gestürzt, nicht weggerafft worden bin, das verdanke ich allein Deiner unendlichen Güte. Sollte ich denn abermals das kostbare Blut, welches Du, o Jesu! zur Tilgung meiner Schuld vergoffen hast, viehischen Gelüsten zu Lieb' mit Füßen treten? Das sei ferne, o Jesu, das sei ferne von mir! Ich bitte Dich vielmehr, o Sohn der reinsten Jungfrau Maria! befreie mich vom Geiste der Unlauterkeit. Mehr und mehr wasche mich von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Sünde. Verwirf mich nicht von Deinem Angesichte, und Deinen heil. Geist nimm 234 nicht von mir. Schaffe ein reines Herz in mir! Pf. 50, 13. Gebet wider die Unmäßigkeit. Ich Elender! Dich, meinen Herrn und Gott, die Quelle des lebendigen Wassers, hab' ich verlassen, und grub mir Cisternen irdischer Ergögungen. Wahrhaftig, ich vergaß mein Brod zu essen, das Brod des Lebens, das alle Süßigkeit und allen Wohlgeschmack in sich begreift. Einst war noch die Speise im Munde der Kinder Israels, als schon der Zorn Gottes über sie herabstieg: und meiner hast Du so oft geschont, o Gott! da ich doch Dein Ebenbild durch Unmäßigkeit in Speise und Trank nicht selten den vernunftlosen Thieren gleich machte, ja unter dieselben herabwürdigte. Laß mich fortan Asche als Brod essen und meinen Trank mit Thränen mischen. Von nun an sei meine Speise, daß ich in Allem Deinen heiligen Willen thue, der Du mit dem Strome Deiner Freude uns tränkest. Pf. 35, 9. Gebet wider den Neid. Also, mein Gott! hast Du die Welt geliebet, daß Du Deinen eingeborenen Sohn dahin gegeben, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Du laffest Deine Sonne aufgehen über Gute und Böse, und den Regen herabfallen über Gerechte und Gottlose: und ich werde vom Neide geplagt, wenn es Andern wohl geht. Mir soll Alles nach Wunsch gehen, und das kleinste Glück des Nächsten betrübt mich! O unmenschliche Bosheit! o Gift der Hölle! Verzeihe, gütigster Vater! was ich bis jetzt dadurch gesündigt habe. Du bist freigebig und barmherzig: mache, daß auch ich von jetzt an, wie ein Auserwählter Gottes, anziehe 235 die Werke der Barmherzigkeit, Freigebigkeit und vor Allem die Liebe, welche ist das Band der Vollkommenheit. Coloff. 3, 14. Gebet wider die Trägheit. Wann, o mein Gott! werde ich endlich anfangen, Dich zu lieben und zu loben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen Kräften, wie es sich geziemt, da Du uns in immerwährender Liebe geliebet und Dich uns verbunden hast in Ewigkeit. Ach, meine Seele ist eingeschlafen vor Trägheit! Weh' mir, der ich bisher in Deinem Dienste so lau war, daß ich mit Recht anfange zu fürchten, Du möchtest mich aus Deinem Munde ausspeien.( Offenb. Johannis 3, 15.) Aber schone, o Herr! geh' nicht in's Gericht mit Deinem Knechte; denn vor Deinem Angesichte wird kein Sterblicher gerechtfertigt sein. Ich strecke meine Hände aus zu Dir; meine Seele ist wie ein Erdreich ohne Wasser vor Dir. Zögere nicht, mich zu erhören, o Herr! es schwand in mir mein Geist. Dein guter Geist aber wird mich führen in das rechte Land; und um Deines Namens willen wirst Du mich lebendig machen. Pf. 142, 11. Communion- Andachten. Vorerinnerung. Erwarte deinen göttlichen Heiland mit lebendigem Glauben. Er kehrt ebenso wirklich und wesenhaft unter deinem Dache ein, wie einst im Hause des Zöllners Zachäus und im Hause der Schwestern Maria und Martha von Bethanien. not arom din 191 Erweitere dein Herz und hoffe zuversichtlich, daß Jesus 236 Wunderbares in dir wirken werde. Er bringt deiner Seele Licht, Trost und Stärke. Er ist ihre stärkste Schutzwehr wider die Angriffe der Welt, des Fleisches und des bösen Feindes. Er legt den Keim der leiblichen Verklärung in dich. Nimm deinen Herrn und Heiland mit glühender Liebe und großer Begierde in deine Seele auf. Wünsche die Liebe und das Verlangen der Heiligen zu haben. Bleibe auf das Innigste mit Jesus vereinigt, empfiehl seinem mitleidigsten und freigebigsten Herzen alle deine Anliegen und sei gewiß, daß er Alles auf das Beste ordnen wird. Kehre am Communiontage fleißig in das Kämmerlein deines Herzens zurück und besuche dort deinen Herrn und Heiland, begrüße ihn, danke, opfere, bitte für dich und Andere, Lebendige und Abgestorbene. Erste Communion- Andacht. ( Bei der Spendung des heiligsten Sakramentes verwendbar.) llebung des Glaubens. Ich glaube an Dich, o liebster Jesus! und an Alles, was Du geoffenbaret hast und durch Deine Kirche zu glauben vorstellest; insbesondere glaube ich, daß Du unter der Gestalt des Brodes und Weines als wahrer Gott und wahrer Mensch gegenwärtig bist. Du hast gesagt: Nehmet hin, dieß ist mein Leib; dieß ist mein Blut." Dein Wort ist ewige, unfehlbare Wahrheit. An Dein Wort glaube ich. Uebung der Hoffnung. Ich hoffe auf Dich, o Jesus! Du hast uns die Vergebung der Sünden, die Gnade Gottes und das ewige Leben versprochen und durch Dein Leiden und Sterben wirklich erworben. Du hast verheißen:„ Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm; der wird ewig leben." Auf 237 Deine Allmacht, Güte, Treue und Barmherzigkeit hoffe und vertraue ich. Uebung der Liebe. Ich liebe Dich, o Jesus! aus ganzem Herzen, aus allen Kräften und über Alles. Aus Liebe willst Du zu mir kommen und mit mir vereinigt werden. Aus Liebe zu Dir verlange ich vollkommen vereinigt und ganz Eins mit Dir zu werden. Verzeihe mir um Deiner Barmherzigkeit willen alle meine Sünden. Ich bereue sie noch einmal von ganzem Herzen. Mache die Seele selig, die Du mit Deinem kostbaren Blute erlöset hast. Siehe! Deinen Händen. empfehle und übergebe ich meinen Geist, Leib und Seele, und alle meine Angelegenheiten. Ich liebe auch meinen Nächsten Freund und Feind, wie mich selbst, weil wir Kinder Eines Vaters sind, an Einem Tische des Herrn Theil nehmen und denselben Himmel erben werden. - -- Begierde nach Christus. O Jesus, mein Heiland und Erlöser, mein Gott und mein Alles! gleichwie ein Hirsch verlangt nach den frischen Wasserquellen, also verlangt meine Seele nach Dir. Komme, o Jesus! suche mich heim, stärke und erhalte mich in Deiner Gnade. Nach der heil. Communion. Begrüßung. Oliebreichster Jesus! nun habe ich gefunden, was ich gesucht habe, nämlich Dich, meinen einzigen Trost, meine einzige Hoffnung, den einzigen Schaß meiner Seele. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. 238 istigadtoff du Demuth. M O mein Jesus! woher kommt mir die Gnade, daß Du, mein großer Gott, Dich würdigest, zu mir zu kommen. Anbetung. O mein Jesus! ich bete Dich an als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und Seligmacher. Danksagung. O mein Jesus! ich sage Dir unendlichen Dank, daß Du Dich gewürdigt hast, bei mir einzukehren, mich mit Deinem heil. Fleische und Blute zu speisen. Aufopferung. O mein Jesus! ich opfere Dir auf meinen Leib und meine Seele und Alles, was ich habe, zu Deinem heiligen Dienste. Bitte. O mein Jesus! bleibe bei mir mit Deiner Gnade und stärke mich durch die Kraft dieses heil. Sakramentes jegt und in der Stunde meines Todes. Seele Christi, heilige mich; Frohnleichnam Christi, mache selig mich; Blut Christi, tränke mich; Wasser der Seite Christi, reinige mich; Leiden Christi, stärke mich; hale O gütigster Jesus, erhöre mich; In Deine heil. Wunden verberge mich; Von Dir laß nimmer scheiden mich; Vor dem bösen Feinde beschüße mich; In meiner Todesstunde rufe mich Mit Deinen Heiligen zu loben Dich, In Deinem Reiche ewiglich. Amen. 239 dan 3 weite Communion- Andacht. Vorbereitung zur Communion. Der Jünger. Wenn ich an Deine Würde, o Herr! und an meine Unwürdigkeit denke, so zittere ich sehr, und erröthe ich vor mir selbst. Denn gehe ich nicht hin zu Deinem Tische, so fliehe ich vor dem Leben; gehe ich aber unwürdig hin, so falle ich noch tiefer. Was soll ich also thun, mein Gott, Du mein Helfer, Du mein Rathgeber in allen meinen Nöthen? Zeige Du mir den rechten Weg, und unterweise mich, wie ich mich durch eine kurze Uebung zur heiligen Communion vorbereiten soll. Denn es ist mir doch nüßlich zu wissen, mit welcher Andacht und Ehrerbietung ich mein Herz vorbereiten solle, Dein Sakrament zu genießen. ( Thomas v. Kempis IV, 6.) Antwort Jesu. 1. Vor Allem sollst du in tiefster Demuth deines Herzens, voll Ehrerbietung, mit lebendigem Glauben und aus der reinen Absicht, Gott zu verherrlichen, zum Genusse des heiligen Sakramentes hinzutreten. So durchforsche denn dein Gewissen mit allem Fleiße und laß es, so weit deine Kräfte reichen, weder an wahrer Neue, noch an demüthigem Bekenntnisse deiner Sünden fehlen, damit dein Inneres lichthell und rein werde. Alles, was dich drücken, ängstigen und im freien Zugange zu Gott hindern könnte, soll nach deinem besten Wissen aus deinem Herzen verbannt sein. Alle deine Sünden sollen dir im Allgemeinen mißfallen, und jeder deiner täglichen Fehltritte insbesondere. Darüber sollst du wahres Herzeleid, so 240 viel es sein kann, in dir fühlen und nähren, und deine zerrütteten Neigungen und all den Jammer, der daraus entsteht, vor Gott in dem Innersten deines Herzens bekennen. 1902 2. Sieh, was du noch Alles an dir zu beweinen und zu verbessern hast!, Du bist noch so thierisch und irdisch gesinnt, so unbezähmt in deinen Leidenschaften, so voll Regungen der Fleischeslust, so unbewacht in den äußern Sinnen, so verwickelt in thörichten Einbildungen; noch so auswärts gekehrt zu dem, was außer dir, und so unachtsam auf das, was in dir ist; noch so fertig zur Ausgelassenheit, und so felsenhart zur Thräne der Neue und zum Schmerze der Buße; noch so vorschnell zu Allem, was freiere Lebensart ist und der Sinnlichkeit liebkoset, und so träge zum Ernst und heiligen Eifer; noch so gierig, Neues zu hören und Liebliches zu sehen, und so kraftlos, das anzufassen, was gering und unangenehm ist; noch so eilig zum Empfangen, so karg zum Geben und so geizig zum Behalten; noch so unüberlegt im Reden und so ungeübt im Schweigen; noch so ungestüm in Handlungen und so ungeordnet in Geberden und in Allem, was Ausdruck des Innern ist; noch so entzündbar zum Zorne und so reizbar, Andern weh zu thun; noch so nachsichtig gegen deine Fehler und so geneigt, Andere zu richten, und so strenge, sie zu bestrafen; noch so ausgelassen in heitern und niedergeschlagen in trüben Stunden; noch so reich an guten Vorsägen und so bettelarm an guten Werken." 3. Wenn du diese und andere Gebrechen, die dir dein Gewissen vorhält, mit innigem Schmerze und beschämendem Mißfallen an deinen Schwach heiten bekannt und beweinet hast, so ermanne dich zum festen heiligen Entschlusse, dein Leben zu bessern 241 und in allem Guten vorwärts zu schreiten. Endlich opfere dich selbst ganz, ohne etwas für dich zurückzubehalten, willig und ungezwungen auf dem Altare deines Herzens, zur Ehre Meines Namens; gib Dich Mir als ein ewiges Brandopfer hin, deinen Leib und deine Seele; übergib und überlaß dich mir mit aller Treue.( Thomas v. Kempis IV, 7.) Aufforderung und Entschluß zur Aufopferung ſeiner selbst. Anrede Jesu. 1. Wie ich mich am Kreuze mit ausgestreckten Armen und mit entblößtem Leibe für deine Sünden Gott, dem Vater, freiwillig geopfert, wie ich Mich ganz geopfert habe, so daß an Mir und in Mir nichts übrig blieb, was nicht ein Sühnopfer der Gerechtigkeit ward: so sollst auch du dich selbst und dich ganz mit allen deinen Kräften und Neigungen, sollst dich freiwillig und mit innigster Andacht täglich in der Messe Mir opfern. Was sollte ich dann von dir anders fordern, als daß du dich ganz an Mich ergebest? Alles, was du Mir sonst geben magst, dich ausge= nommen, das ist in Meinen Augen nichts; denn ich will nicht deine Gabe haben, sondern dich. - 2. So wie du, in Hinsicht auf deine volle Seligkeit, kein Genüge daran finden könntest, wenn du alle übrigen Dinge hättest und Mich allein nicht hättest: so kann Ich kein Wohlgefallen daran haben, wenn du Mir alle übrigen Dinge gäbest und dich allein nicht gäbest. Opfere dich mir und gib dich ganz für Gott allein dahin: und dein Opfer wird angenehm sein. Siehe! Ich habe mich ganz für dich dem Vater geopfert; Ich habe Meinen Leib und Mein Blut zum Tranke und zur Speise dahingegeben, Kathol. Krankenbuch. 16 242 damit wir ganz Eins, Ich dein und du Mein werden und bleiben könnten. Willst du aber immer nur an dir hängen bleiben, und nie dich selbst nach Meinem Wohlgefallen opfern, so wird dein Opfer nicht vollständig und unsere Vereinigung kann nicht innig und ganz werden. Wenn du also Gnade und Freiheit erlangen willst, so mußt du bei Allem, was du im Aeußern thust, eine innere Aufopferung deiner selbst, eine Hingabe deines ganzen Willens in die Hände Gottes vorangehen lassen. Denn deßhalb findet man so wenige Menschen, welche die wahre Freiheit und das rechte Licht haben, weil es so wenige Menschen gibt, die sich selbst verläugnen und opfern. Mein Wort, das Ich einst ausgesprochen habe, bleibt noch immer in seiner Kraft: Wer nicht allen Dingen entsaget, der kann Mein Jünger nicht sein( 2ut. 14, 33.). Wenn du also Mein Jünger werden willst, so gib dich ganz, mit allen deinen Neigungen, Mir zum Opfer hin. Antwort des Jüngers. 1. Herr! Dein ist Alles im Himmel und auf Erden. Darum möchte auch ich mich selbst als ein freiwillig Opfer Dir hingeben und aus freier Wahl ewig Dein sein und bleiben. So bringe ich denn in Einfalt meines Herzens mich selbst und mich ganz Dir zum Opfer dar, und weihe mich h ute zu Deinem Dienste und zur Lobpreisung Deines Namens auf ewig ein. Nimm mich also auf mit dem heiligen Opfer Deines Leibes, das ich Dir heute in Gegenwart der Engel, dieser unsichtbaren Zeugen und Mitanbeter, darbringe, damit es mir und Deinem ganzen Volke zum Segen werde. 2. Ich lege alle meine Sünden und Laster, die ich von der ersten Stunde des erwachenden Ge 243 wissens bis auf diesen Augenblick in Deinem Angefichte und vor Deinen heiligen Engeln begangen habe, auf Deinen Sühnaltar, damit Du sie mit dem Feuer Deiner Liebe verbrennen, alle Makel, die sie in mir zurückgelassen haben, austilgen, mein Gewissen von aller Schuld reinigen, mir die Gnade, die ich durch die Sünde verloren habe, wieder schenken und das Siegel der vollkommenen Verzeihung den Friedenskuß geben mögest! - 3. Was kann ich für alle meine Sünden thun, als sie mit demüthigem Herzen und thränendem Auge bekennen und Deine Gnade ohne Unterlaß anflehen? So flehe ich denn zu Dir, o mein Gott! So erhöre mich denn und laß mich Gnade finden, indem ich vor Dir dastehe und weine. Alle meine Sünden sind jetzt ein Gräuel in meinen Augen; nicht mehr will ich sie begehen; Reue und Schmerz fühl ich über sie und will dieß Reue- und Schmerzgefühl treu in mir bewahren; Buße will ich thun, so lang ich lebe; will Deiner Gerechtigkeit in Allem ein Genüge thun so gut ich es vermag( denn vollkommen vermochte es nur Einer, der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus, der sich selbst zur Erlösung für Alle dahingegeben hat.( 1 Thimoth. 2, 5. 6.). Verzeihe mir alle meine Sünden um Deines heiligen Namens willen. Mache selig die unsterbliche Seele, die Du mit Deinem köstlichen Blute erlöset hast! Sieh! Deinen Erbarmungen übergebe ich mich ganz, in Deine Hände lege ich mich und alle meine Hoffnungen nieder. Handle mit mir nicht nach meinem bösen, ungerechten Sinne, sondern nach Deinem guten, liebenden Herzen! 4. Jegt lege ich auch all mein Gutes, so wenig und unvollkommen es immer sein mag, als Opfer16* gabe auf Deinen Altar, damit Du es verbessern und Heiligen, damit Du es Dir gefällig und angenehm machen, damit Du alles Mangelhafte mir zum Guten lenken und mich, den trägen, unnügen Knecht, immer vorwärts zum herrlichen, seligen Ende meiner Laufbahn hingeleiten mögest! 244 5. Ich lege auf Deinen Altar nieder- alle heilige Wünsche aller Andächtigen und die geheimen Anliegen meiner Eltern und Freunde, Brüder und Schwestern und aller meiner Lieben, die mir oder Andern aus Liebe zu Dir wohlgethan haben, die sich und die Ihrigen in mein Gebet und Opfer empfohlen haben, sie mögen noch mit uns auf der Erde das Pilgerkleid tragen, oder schon heimgegangen sein ich bitte für sie Alle, daß sie an sich Deine helfende Gnade und tröstende Hilfe, Deinen Schutz vor Gefahren und Befreiung von Strafen erfahren und von allem Uebel erlöset Dir in heiliger Feier Dank- und Jubellieder singen mögen. 6. Endlich opfere ich Dir auch meine Gebete und Sühnopfer besonders für die, welche mich beleidiget, betrübet, gelästert, beschädiget, gekränket haben; auch für Alle die, welche ich betrübet, gekränket, beschädiget und mit Worten oder Thaten, mit oder ohne Wissen geärgert habe. Verzeih uns Allen mit einander alle Sünden und alle Beleidigungen, durch die wir einander betrübet haben! Nimm von unserm Herzen hinweg Alles, was Argwohn, Zorn, Erbitterung, Zank heißt, und das zarte Band brüderlicher Liebe auflösen oder schwächen kann. Erbarme, erbarme Dich, o Herr! Aller, die Deine Erbarmungen anflehen; gib Gnade Allen, die Deiner Gnade bedürfen, und bilde aus uns solche Menschen, die tüchtig und werth sind, Deine Gnade zu genießen und vollmündig werden, das ewige Leben zu erwerben. - - ― 245 Verlangen nach Vereinigung mit Christus. So komme ich denn zu Dir, mein Herr! damit mir wohl werde an Deinem Gnadentische; damit ich Labung finde bei Deinem heiligen Mahle, das Du aus überfließender Liebe für uns Arme zubereitet hast! Alles, was ich verlangen kann und suchen soll, Alles finde ich in Dir. Du bist mein Heil und meine Erlösung, meine Hoffnung und meine Stärke, mein Ruhm und meine Herrlichkeit. So erquicke denn heute die schmachtende Seele Deines Dieners; denn zu Dir, o mein Herr und Heiland, Jesus Christus! zu Dir erhebt sich meine Seele mit voller Zuversicht. Mit Andacht und Ehrfurcht möcht' ich Dich jezt empfangen und in meine Herberge einführen, möcht' wie Zachäus von Dir gesegnet, und den Söhnen Abrahams beigezählt werden. Meine Seele sehnt sich nach Deinem heiligen Leibe; mein Herz brennt im heiligen Verlangen, mit Dir vereinigt zu werden. Gib Dich mir, und Du hast mir genug gegeben; denn außer Dir tröstet doch kein Trost. Ohne Dich kann ich nimmer fein, nimmer leben ohne Deine Heimsuchung. ( Thomas v. Kempis VI, 3.) Anrufung der Heiligen. Ihr selige Engel und Auserwählte des Himmels, ihr liebe Schußheiligen, die ihr beständig in seliger Liebe des Allerhöchsten Willen thut, stehet mir bei in dieser wichtigen Stunde, und begleitet mich zu eurem Könige, meinem Erbarmer, und bittet für mich, daß mein Herz rein, mit Tugenden geziert, und ein würdiger Tempel des himmlischen Königs werde! Du vor Allen, reinste Jungfrau, die du würdig warst, die Mutter meines Erlösers zu sein, erflehe mir durch deine kräftige Fürbitte die Gnade, daß mein Herz deinem 246 Sohne eine wohlgefällige Wohnung sei. Gib du mir deinen Jesus, wie du Ihn den frommen Hirten, den heiligen drei Königen und dem alten Simeon dargereicht hast. - Komm, o Jesu! und weile nicht länger; mein Herz ist bereit! Komm, o Gott meiner Seele, mein Heil und das Leben meines Lebens! sei mein Heiland und mache mich selig. Nach der Communion. Ich habe Ihn gefunden, den meine Seele liebt. Ich will Dich festhalten, und nicht von mir lassen, mein Herr und mein Gott! damit ich mit Deinem Apostel sagen könne:, Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir."( Galat. 2, 20). Lobgesang. Hochpreiset meine Seele den Herrn. Und es frohlocket mein Geist in Gott, meinem Heile! denn Er hat meine Niedrigkeit angesehen. Großes hat an mir gethan, der da mächtig und dessen Name heilig ist. Seine Erbarmung währt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die Ihn fürchten. Er übet Macht mit Seinem Arme, zerstreuet die da stolz sind in ihres Herzens Sinne. Die Gewaltigen stürzt Er vom Throne, und die Niedrigen erhöhet Er. Die Hungrigen erfüllt Er mit Gütern, die Reichen läßt Er leer ausgehen. Er nimmt sich Israels, Seines Knechtes, an, eingedenk Seiner Barmherzigkeit. Wie Er zu unsern Vätern gesprochen hat, zu Abraham und dessen Nachkommen auf ewig. Ehre sei dem Vater u. s. w. 247 Aufopferung. Nicht bloß mein Herz, sondern Alles, was in mir ist, Alles, was mir angehört, soll nun Dein sein, göttlicher Erlöser! Du hast Dich ohne Rückhalt ganz in der heiligen Communion mir geschenkt, darum muß auch ich mich Dir ganz weihen, Dir aufopfern ohne irgend einen Vorbehalt. Zwar ist Alles, was ich habe, ein Geschenk von Dir; aber Du hast die Anwendung desselben mir überlassen. Ich bringe Dir nun Alles dar, opfere Dir ungetheilt Alles auf, so daß ich in Zukunft nicht mehr lebe, als durch Dich und in Dir, der Du mein höchster Schatz, mein Gott, meine Liebe und mein Alles bist. Ich opfere Dir auf meine Seele mit allen ihren Kräften. Ich opfere Dir auf meinen Verstand; Du sollst der Gegenstand meiner Gedanken, die Richtschnur meiner Urtheile sein, und von nun an will ich, erleuchtet in Deinem Glauben, die Güter dieser Erde gering, und nur Deine Gnade und Dein ewiges, himmlisches Reich hoch achten. Ich opfere Dir auf mein Gedächtniß, und will mich immer der Gnaden erinnern, die Du mir ertheilt, der Barmherzigkeit, die Du mir erwiesen, und der unendlichen Liebe, die Du mir erzeigt haft. Ich opfere Dir auf meinen Willen, damit er in Allem dem Deinigen gleichförmig werde. Ja, o Jesu! ich will immer Deinen Willen erfüllen, nicht den meinigen. Ich opfere Dir auf meinen Leib mit allen seinen Sinnen; heilige ihn mit Deiner Gegenwart und nie mehr, o Gott der Wahrheit! nie mehr will ich ihn entheiligen durch unerlaubte Begierden. Ueberhaupt opfere ich Dir Alles auf, was ich bin und was ich habe; Alles ist Dein; verfüge darüber nach Wohlgefallen; ich überlasse mich ganz den Füg= ungen Deiner göttlichen Vorsehung; ich will mit de 248 müthiger Unterwerfung Alles annehmen, was mir aus Deinen anbetungswürdigen Händen zukommen wird; Trübsale, Kreuz, Leiden und den Tod selbst, Alles will ich hinnehmen, Alles will ich tragen, um Deinem göttlichen Beispiele zu folgen, mein gekreuzigter Gott, und um Dir meine Liebe zu beweisen. Nimm, o süßester Jesu! dieses Opfer für Deine unermeßliche Liebe an; ich bringe es Dir dar aus ganzem Herzen, und damit es Deiner würdig sei, vereinige ich es mit demjenigen, welches Du am Kreuze Deinem göttlichen Vater für das Heil der ganzen Welt dargebracht hast. ( Lambruschini.) Danksagung und Bitte. Heiligster Vater, allmächtiger Gott! von ganzem Herzen danke ich Dir, daß Du mich Sünder, Deinen unwürdigen Diener, ohne mein Verdienst, einzig durch Deine gnadenvolle Erbarmung mit dem kostbaren Leibe und Blute Deines Sohnes, meines Herrn Jesus Christus, gesättigt hast. Ich bitte Dich, laß mir dieses heilige Geheimniß nicht zum Gerichte und zur Verdammung dienen, sondern laß es mir eine Segensquelle werden; laß mich dadurch stark im Glauben, fest im guten Willen werden; hilf mir, daß ich alle bösen Begierden in mir vertilge und reicher werde an Liebe, Geduld, Demuth und Gehorsam, wie an allen Tugenden. Mein Erlöser schüße mich vor den Nachstellungen meiner Feinde, vor allen heimlichen und offenbaren Gefahren. Er stille jeden Aufruhr der Leidenschaften in mir; Er hefte mein Herz unzertrennlich an Dich, meinen einzigen und wahren Gott; Er verleihe mir ein seliges Ende, und dann führe Er mich zu Dir, zu Deinem herrlichen Freudenmahle, wo Du mit diesem Deinem ge= 249 liebten Sohne und dem heiligen Geiste, durch Dich selbst Deinen Auserwählten das wahre Licht und unaussprechliche Befriedigung ihrer Wünsche, ewige Freude und Seligkeit bist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( St. Thomas v. Aquin.) Fürbitte für Andere. Ich bitte Dich auch, mein gütigster Heiland! in diesen gnadenreichen Stunden für alle meine Angehörigen, für meine Freunde und Wohlthäter, für Alle, die sich meinem Gebete empfohlen haben, für alle Mitglieder der katholischen Kirche, für alle Menschen endlich, für Lebende wie Abgestorbene. Erhalte die Frommen auf ihrem Wege, stärke die Schwachen, ermuthige die Verzagten, bekehre die Sünder! Tröste alle Betrübten, nimm der Armen Dich an, sei der Wittwen und Waisen Schuß und Vater, gewähre den Kranken Heilung und Linderung! Segne die Früchte der Erde, erhalte den Frieden der Völker, erhöhe Deine heilige Kirche, führe alle Menschen hinein in dieses Reich der Wahrheit! Führe uns Alle zu Dir, Dich ewig zu preisen und ewig zu besißen! Das verleihe uns, Herr, himmlischer Vater! durch Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. $ 5 Schluß: Gebet. Siehe mich an, glorreiche Jungfrau Maria! denn nun bin ich ein würdiger Gegenstand für deinen Anblick geworden. Nede für mich bei deinem geliebten Sohne, der mich mit Seinem Leib und Blut so gnädig erquickt hat. Opfere Ihm deine Dienste, meine Unvollkommenheiten zu ersehen. Sage Ihm 250 Dank statt meiner, und erwirb mir, daß Er mit Seiner sakramentalischen Gegenwart von mir nicht eher weiche, als bis Er Segen in meiner Seele zurückgelassen hat. Heilige Engel, ihr Diener des Allerhöchsten, die ihr sein Wort vollziehet, sehet den Eingebornen des ewigen Vaters, den ihr auf Seinen Befehl angebetet habt, da Er in die Welt eintrat, und machet, daß ich im Geiste und in der Wahrheit Ihm diene, wie ihr Ihm ehemals gedient habt und noch jetzt im himmlischen Vaterlande dienet. Ihr heiligen Erzväter und Propheten, ihr Männer des Verlangens! ihr Vertraute Gottes! fehet den Erlöser, der von Anfang der Welt verheißen wurde, den ihr so heiß verlangt, so lange erwartet habt und doch nicht sehen konntet. Machet, daß ich mit aller Inbrunst nach Ihm seufze, damit auch seine übrigen Verheißungen getreu erfunden werden, und ich die verheißenen Wirkungen dieses Sakramentes erfahre. Ihr heiligen Apostel Jesu und Herolde Seines göttlichen Evangeliums! fehet euren Meister, den ihr so sehr geliebt habt und erflehet mir, daß ich aus dem Grunde meines Herzens Ihn über Alles liebe und Theil an jenem Eifer nehme, den ihr hattet, da ihr von Seiner Hand diese göttliche Speise empfinget. Ihr unüberwindlichen Märtyrer! sehet Jesus den Gekreuzigten, dem zu Lieb' ihr euer Blut mit Freuden vergossen, bittet Ihn, daß Er mich immer am Kreuze möge leben und sterben lassen, damit ich Seiner Liebe wenigstens Etwas vergelte. Ihr seligen Bischöfe und Hirten der Heerde Jesu! sehet hier das unbefleckte Lamm, das ihr dem allmächtigen Gott auf den Altären so oft dargebracht habt! Erflehet mir durch eure Fürbitte, daß ich ein 251 würdiger Diener Gottes werde, mich durch gute Werke Ihm beständig aufopfere, und mit seinem heiligen Opfer mich vereinige. Ihr getreuen Diener Christi, ihr heiligen Mönche und Einsiedler! sebet euren lieben Herrn, für den ihr alle Freuden der Welt in dem Geiste und in der That verließet! Erwerbet mir, daß auch ich aus Liebe zu Ihm alle Güter dieser Welt verachte, vor keinem Uebel und keiner Verfolgung derselben mich fürchte, und zur ewigen Herrlichkeit gelange. Ihr reinen Jungfrauen! sehet euren Bräutigam, dem ihr mit größter Freude eure Keuschheit geweihet habt! Erflehet mir eine unversehrte Reinigkeit des Leibes und der Seele, daß ich nach vollendetem Lebenslaufe von allen Makeln rein dem Angesichte des Herrn möge dargestellt werden. O ihr Heilige Gottes! ihr Tröster meiner armen Seele! besonders ihr, meine Patrone und Beschüßer! sehet den Meister, Urheber und den Lohn eurer Heiligkeit und ganzen Glückseligkeit in mir. Erflehet mir durch eure Fürbitte bei dem Herrn, welchem ihr euch so sehr durch Worte und Beispiele in diesem Leben ähnlich gemacht habet, daß ich euch immer nachfolge und zum Ziele der mir vorgeschriebenen Vollkommenheit gelange und endlich, mit Verdiensten geschmückt, zu eurer Gemeinschaft zugelassen zu werden verdiene. ( Bona.) Gebete für die Anliegen der Kirche. ( Gewöhnlich neben Anderm zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses vorgeschrieben.) O Gott, Du höchster Hirt und Vater der Gläubigen! der Du durch Deinen heil. Geist den ganzen Leib der Kirche leitest und heiligest, der Du durch Jesum Christum die Herrlichkeit Deines Namens 252 allen Völkern kund gemacht hast; erhalte das Werk Deiner Erbarmung, damit Deine heil. Kirche wachse in allem Guten, sich ausbreite über die ganze Erde und in dem Bekenntnisse Deines heil. Namens standhaft ausharre. Daß Du Deine Kirche behüten und erhalten wolleft; wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser ic. Gegrüßet 2c. O Gott! der Du den Frieden gibst und die Einigkeit liebest, verleihe allen christlichen Fürsten, Deinen Dienern, vollkommene Eintracht; entferne alle Kriege und Zwistigkeiten, damit Deine Gläubigen in vollkommener Freiheit des Glaubens Dir dienen mögen. Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht verleihen wollest; wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Alle zur Seligkeit berufen, und nicht willst, daß einer verloren gehe, siehe gnädig herab auf die Seelen, welche die Arglist des bösen Feindes betrogen hat. Verleihe den Christen, daß sie alle Spaltungen aufheben, alle Irrthümer ablegen und zur Einheit Deiner Wahrheit zurückkehren, durch Christum, unsern Herrn. Daß Du die Feinde Deiner heil. Kirche demüthigen und bekehren wolleft;- wir bitten Dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Höchster und ewiger Hirt, Jesu Christe! ich empfehle Dir unsern heil. Vater, den Papst N. N., Deinen Stellvertreter auf Erden. Erhöre seine Gebete und erfülle seine Wünsche, die Deine Ehre und das Beste der Kirche bezwecken. Leite, erleuchte, 253 stärke, vertheidige, unterstüze ihn, damit er der Kirche jederzeit würdig vorstehe. Daß Du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in Deiner heil. Religion erhalten wolleft; wir bitten Dich, erhöre uns! - Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Ich glaube an Gott, den Vater zc. Gott der Erbarmungen! Du hast Deiner Kirche die Gewalt verliehen zu binden und zu lösen. Dankbar benüße ich die Gnade, die sie mir anbietet. Laß mich nicht vergessen, daß nur wahrhaft reuigen Sündern, welche ihr Herz durch Buße gereinigt haben, die Kraft des Ablasses und die Nachlassung der zeitlichen Strafen, die wir hier oder jenseits abzutragen haben, zu Theil werde. Erseße, was uns von den Bußübungen der ersten Christen abgeht, durch Deine Liebe und durch die unendlichen Verdienste Jesu Christi, in welchem alle Christen Gnade und Erlösung haben, und durch welchen wir von Deiner Erbarmung die Seligkeit des Himmels erwarten. Amen. Vierter Abschnitt. Die kirchliche Spendung der heiligen Sterb- Sakramente. 1. Die Spendung des heiligen AltarsSakraments*). Vorbemerkung. Im Krankenzimmer müssen bereitet sein: Gin Tisch mit einem reinen, weißen Tuch gedeckt; ein Erucifix zwischen 2 brennenden Kerzen; ein Gefäß mit Weihwasser; ein anderes Gefäß mit gewöhnlichem, reinen Wasser, das der Priester nach Ertheilung der heil. Communion zur Abspülung der Finger benützt und das alsdann dem Kranken, wenn er dessen bedarf, zum Trinken gereicht wird; für die heil. KrankenDelung, falls sie gespendet wird, ein Teller mit 5 Baumwollbällchen zum Abtrocknen der gesalbten Glieder und mit etwas Salz zum Reinigen der Finger; zum Abspülen der Letztern ein drittes Gefäß mit gewöhnlichem Wasser. Die auf dem Teller zurückbleibenden Reste werden, wenn Alles vorüber, verbrannt. Dem Kranken werde ein weißes Tuch unterbreitet. Wer das heil. Sakrament mit einem Lichte zum Kranken begleitet, gewinnt einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen; wer es ohne Licht begleitet einen Ablaß von 5 Jahren und 5 Quadragenen, und wer Jemand zur Begleitung *) Zur beliebigen erbaulichen Benutzung für den Kranken und bessen Umgebung; für Kranke, die des Lateins mächtig sind, sind die firchlichen Verrichtungen auch in dieser Sprache beigesetzt. 255 mit Licht sendet, einen solchen von 3 Jahren und 3 Quadragenen. Man gehe wenigstens im Hause dem heil. Sakramente mit einer brennenden Kerze entgegen und begleite es wieder zur Hausthüre. ( Der eintretende Priester spricht:) Pax huic domui. R. Et Friede sei diesem Hause omnibus habitantibus in ea. und Allen, die darin wohnen! Darauf fallen alle Anwesenden vor dem hochwürdigsten Gute auf dem Tische in die Kniee. Der Priester beſprengt den Kranken und das Gemach mit geweihtem Wasser und spricht dabei: Asperges me, Domine, Besprenge mich mit Hyssop, hyssopo et mundabor: la- Herr, so werde ich gereinigt vabis me et super nivem werden; wasche mich, so dealbabor. werde ich weißer, als der Schnee. Miserere mei, Deus, secundum magnam misericordiam tuam. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto: sicut erat Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heil. in principio et nunc et Geifte: wie es im Anfange semper in saecula saeculorum. Amen. Asperges me hyssopo, et mundabor: lavabis me et super nivem dealbabor. Erbarme dich meiner, o Gott nach Deiner großen Barmherzigkeit? Y. Adjutorium nostrum in nomine Domini. B. Qui fecit coelum et terram. war, so jezzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Besprenge mich mit Hyffop, Herr, und ich werde gereinigt werden; wasche mich, und ich werde weißer, als Schnee. Unsere Hilfe kommt im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat. 256 v. Domine exaudi orationem meam. R. Et clamor ad te veniat. y. Dominus vobiscum. B. Et cum spiritu tuo. Oremus. Herr, erhöre mein Gebet! Laß mein Flehen zu Dir kommen! Der Herr fei mit euch! Und mit Deinem Geiste. Lasset uns beten! Exaudi nos, Domine Erhöre uns, heiliger Herr, sancte, Pater omnipotens, allmächtiger Vater, ewiger aeterne Deus, et mittere Gott und würdige Dich, digneris sanctum Angelum Deinen heil. Engel vom tuum de coelis, qui custo- Himmel zu senden, damit diat, foveat, protegat, visi- er alle, die in diesem tet atque defendat omnes Hause wohnen, behüte, behabitantes in hoc habita- glücke, schirme, heimſuche und bewahre. culo. Per Christum Dominum nostrum. R. Amen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Sofort wird der Kranke, wenn es nicht vorher geschehen ist, Beicht gehört. Ist er dann durch das heil. Satrament der Buße mit Gott versöhnt, so erweckt der Priester Glaube, Hoffnung und Liebe mit ihm( wie oben). Darauf betet der Ministrant oder der Kranke das Confiteor. Confiteor Deo omnipo- Ich bekenne Gott, dem tenti, beatae Mariae semper Allmächtigen, der seligsten Virgini, beato Michaëli Jungfrau Maria, dem heil. Archangelo, beato Joanni Erzengel Michael, dem heil. Baptistae, beatis Apostolis Johann Baptist, den heil. Petro et Paulo, omnibus Apofteln Petrus und PauSanctis et Tibi, Pater, quia lus, allen Heiligen und Dir, peccavi nimis cogitatione, Vater, daß ich gesündigt habe verbo et opere: mea culpa, in Gedanken, Worten und mea culpa, mea maxima Werfen; aus meiner Schuld, culpa; ideo precor beatam meiner Schuld, meinergrößtent Mariam Virginem, beatum Schuld; darum bitte ich die Michaëlem Archangelum, ſeligste Jungfrau Maria, beatum Joannem Baptis- den heil. Erzengel Michael, tam, beatos Apostolos Pe- den heil. Johann Baptist, trum et Paulum, omnes die heiligen Apostel Petrus Sanctos et te, Pater, or- und Paulus, alle Heiligen are pro me ad Dominum und Dich, Vater, für mich Deum nostrum. bei dem Herrn, unserm Gotte, zu beten. 257 ( Der Priester spricht:) Misereatur tui omnipo- Es erbarme sich deiner tens Deus et dimissis pec- der allmächtige Gott! Gr catis tuis perducat te ad verzeihe dir deine Sünden vitam aeternam. R. Amen. und führe dich zum ewigen Leben! Amen. Ecce, Agnus Dei, ecce qui tollit peccata mundi. oup Indulgentiam, absolutiNachlassung, Lossprechonem et remissionem pec- ung und Verzeihung deiner catorum tribuat tibi omni- Günden ertheile dir der allpotens et misericors Do- mächtige und barmherzige minus. R. Amen. Gott! Amen. Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum, sed tantum dic verbo et sanabitur anima mea. Sehet an, das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt! Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingeheft unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. ( dreimal). Darauf reicht der Priester dem Kranken den Leib des Herrn mit den Worten: Accipe, Frater( Soror) Empfange, Bruder( SchweViaticum Corporis Domini ster), die Wegzehrung des Rathol. Krankenbuch. 17 258 t nostri Jesu Christi, qui Leibes unsers Herrn Jesu te custodiat ab hoste ma- Christi, der dich vor dem ligno et perducat in vitam bösen Feinde beschüßen und aeternam. Amen. zum ewigen Leben führen möge! Amen. Sumik ( Alsdann spricht der Priester, vor dem Sakramente knieend:) O sacrum convivium, in Oheil. Gastmahl, in quo Christus sumitur, re- welchem Christus genossen, colitur memoria Passionis das Andenken seines Leidens ejus, mens impletur gratia, erneuert, die Seele mit et futurae gloriae nobis Gnaden erfüllt und daß pignus datur.G Unterpfand der fünftigen Herrlichkeit gereicht wird! Herr, erbarme Dich unser. eleison. Kyrie, eleison. Christe, erbarme Dich unser. Kyrie, eleison. Christe, Pater noster..( secreto.) Herr, erbarme Dich unser. is di sin da Vater unser..( stille). spy. Et ne nos inducas in tentationen. B. Sed libera nos a malo. V. Salvum( salvam) fac famulum Tuum( famulam Tuam.) Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von a dem Uebel. B. Deus meus, sperantem in Te. y. Mitte ei auxilium de Sancto. B. Et de Sion tuere eum( eam). V. Esto ei, Domine, turris fortitudinis. R. A facie inimici. Rette Deinen Diener ( Deine Dienerin). O mein Gott, er( sie) hoffet auf Dich. Sende ihm( ihr) Hilfe von Deinem Heiligthume. Und von Sion schüße ihn( sie). Sei ihm, o Herr, ein starker Thurm. Wider den nahendenFeind. 259 Ty. Domine exaudi orationem meam. R. Et clamor meus ad te veniat. y. Dominus vobiscum. B. Et cum spiritu tuo. Oremus. Herr, erhöre mein Gebet. Und lasse mein Flehen zu Dir kommen. Der Herr sei mit euch. Und mit Deinem Geiste. Lasset uns beten. Domine sancte, Pater Heiliger Herr, allmächtiger omnipotens, aeterne Deus, Vater, ewiger Gott, wir te fideliter deprecamur, ut bitten Dich voll Vertrauen, accipienti Fratri nostro laß unserem Bruder( un( Sorori nostrae) sacro- serer Schwester) den Emsanctum Corpus Domini pfang des hochheiligen Leibes nostri Jesu Christi Filii tui, unsers Herrn Jesu Christi tam corpori quam animae fowohl dem Leibe als der prosit ad remedium sempi- Seele nach zu einem ewigen ternum. Qui tecum vivit et Heilmittel gereichen, der mit regnat in unitate Spiritus Dir lebt und regiert in Cinigsancti Deus, per omnia sae- feit des heil. Geistes, Gott von cula saeculorum. B. Amen. Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oremus. Lasset uns beten. Protege Domine hunc Bedecke, o Herr, diesen famulum tuum( famulam Deinen Diener( diese Deine tuam) subsidiis pacis et Dienerin) mit dem Schirme B. Mariae Virginis patro- des Friedens und da er( sie) ciniis confitentem a cunctis auf den Schuß der seligsten hostibus redde securum( se- Jungfrau Maria vertraut, curam). schüße ihn( sie) vor allen Feinden. Omnipotens sempiterne Allmächtiger, ewiger Gott, Deus, salus aeterna cre- ewiges Heil der Gläubigen, dentium, exaudi nos pro erhöre uns, die wir Deine famulo Tuo( famula Tua) Hilfe und Erbarmung für misericordiae implorantes Deinen Diener( Deine Die17* 260 auxilium, ut reddita sibi nerin) erflehen, damit er sanitate in ecclesia Tua( fie) Dir nach wieder ers gratiarum Tibi referat ac- langter Gesundheit in Deiner tiones. Per Dominum nos- Kirche danksage. Durch untrum Jesum Christum etc. fern Herrn Jesum Christum u. s. w. 2. Die heilige Kranken- Belung. ( Der Priester spricht:) Der heil. Apostel Jakobus sagt: ,, Ist Jemand krank unter euch, so rufe er die Priester der Kirche zu sich, daß sie über ihn beten, und ihn im Namen des Herrn mit Del salben; und das gläubige Gebet wird dem Kranken helfen, der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er in Sünden ist, so werden sie ihm nachgelassen werden." sati os Die heil. Delung gibt also Kraft und Stärke im Leiden und im Tode, löscht die Ueberreste der Sünde aus und hilft von der Krankheit auf, wenn es dem Seelenheile dienlich ist. Betet( beten Sie) nun in vollem Vertrauen auf Jesus Christus und voll kindlicher Ergebung in Gottes Willen:, Herr, hilf durch die Gnade des heil. Geistes meiner Schwachheit, heile meine Wunden, verzeihe mir meine Sünden, verleihe mir gnädig die volle, innerliche und äußerliche Gesundheit wieder, auf daß ich durch Deine gnädige Hilfe hergestellt werde." sepahing ( 3u den Umstehenden spricht er:) Andächtige und Geliebte im Herrn! Lasset uns Gott den Allmächtigen von ganzem Herzen anrufen und demüthig bitten, daß er uns gnädig erhöre, und durch das bittere Leiden und Sterben seines eingebornen Sohnes Jesus Christus, unsers Herrn, auch durch die Fürbitte seiner lieben Heiligen diesem Kranken alles verleihen wolle, was ihm an Leib und 261 Seele nütlich ist. Sprechet daher mit mir andächtig das Gebet des Herrn und den Englischen Gruß! on ( Alle knieen und beten:) Wird die heil. Delung allein gespendet, so ist vor der Litanei folgendes Gebet zu sprechen: V. Adjutorium nostrum in nomine Domini. B. Qui fecit coelum et terram. y. Dominus vobiscum. B. Et cum spiritu tuo. Oremus. Unsere Hilfe kommt im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Der Herr sei mit euch. Und mit Deinem Geiste. Lasset uns beten. Introëat, Domine Jesu Laß, o Herr Jesu Christe, Christe, domum hanc sub mit dem Eintritte Deines nostrae humilitatis ingressu unwürdigen Dieners in dieses aeterna felicitas, divina Haus ewige Glückseligkeit, prosperitas, serena lae- göttlichen Segen, himmlische titia, charitas fructuosa, Freude, fruchtbare Liebe, unsanitas sempiterna: effu- vergängliches Heil einziehen; giat ex hoc loco accessus den Dämonen bleibe hier daemonum, adsint Angeli jeder Zutritt verschlossen! pacis, domumque hanc de- Die Engel des Friedens serat omnis maligna dis- mögen da wohnen und der cordia. Magnifica, Do- böse Geist der Zwietracht mine, super nos nomen ferne bleiben von diesem sanctum tuum et benedic Hause. Verherrliche, o Herr, † nostrae conversationi, in uns Deinen Namen und sanctifica nostrae humili- segnefunsere Versammlung; tatis ingressum, qui sanctus heilige den Eingang Deines et pius es et permanes unwürdigen Dieners, der cum Patre et Spiritu Sancto Du heilig und gütig bist in saecula und es bleibft mit dem Amen. Vater und dem heil. Geiste in Ewigkeit. Amen. saeculorum. 262 Oremus et deprecemur Lasset uns zu unserm Dominum nostrum Jesum Herrn Jesum Christum beten Christum, ut benedicendo und flehen, daß er dieses benedicat hoc taberna- Haus und alle, die darin culum et omnes habitantes wohnen, segne, ihnen den in eo et det eis Angelum guten Engel sende, sie ihm bonum custodem, et faciat dienen und die Wunder seines eos sibi servire ad con- Geseges betrachten lehre; daß siderandum mirabilia de er alle feindliche Macht von lege sua: avertat ab eis ihnen abwehren, sie von aller contrarias potestates, eri- Furcht und Verwirrung bepiat eos ab omni formi- freie und in dieser gesund dine et ab omni pertur- erhalte, der mit dem Vater batione ac sanos in hoc und dem heil. Geiste lebt habitaculo custodire dig- und regiert, Gott von Ewignetur, qui cum Patre et feit zu Ewigkeit. Amen. Spiritu Sancto etc. B. Amen. Oremus. Lasset uns beten. Exaudi nos, Domine Heiliger Herr, allmächsancte, Pater omnipotens, tiger Vater, ewiger Gott, aeterne Deus et mittere erhöre uns und sende Deinen digneris sanctum Angelum heil. Engel, damit er dieses Tuum de coelis, qui cus- Haus und alle, die darin todiat, foveat, protegat, wohnen, beschüßze, beglücke, visitet atque defendat om- schirme, heimsuche und benes habitantes in hoc habi- wahre. Durch Jesum Chri taculo. Per Christum Do- ftum, unsern Herrn. Amen. minum nostrum. R. Amen. Dann folgt der Pf. 50. Miserere... und das Confiteor, Erbarme dich meiner und die offene Schuld. Litanei für Kranke. ( Mit Erwähnung der heil. Patrone der Pfarrkirche, des Bisthums, des Namenspatrons des Kranken u. s. f.) Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich seiner( ihrer)! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich seiner( ihrer)! Gott heiliger Geist, erbarme Dich seiner( ihrer)! Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, erbarme Dich seiner ( ihrer)! Heilige Maria, Mutter Gottes, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, 263 Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Alle Heilige Apostel und Evangelisten, Alle heilige Jünger des Herrn, Alle heilige unschuldige Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Alle heilige Martyrer, Heiliger Martinus, Heiliger Ulrich, Alle heilige Bischöfe und Bekenner, Alle heilige Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Katharina, Heilige Barbara, Heilige Afra, Alle heilige Jungfrauen und Wittwen, Alle Heilige Gettes, Sei ihm( ihr) gnädig! Sei ihm( ihr) gnädig! Sei ihm( ihr) gnädig! —— - - Verschone ihn( sie), o Herr! Erhöre ihn( sie), o Herr! Erlöse ihn( sie), o Herr! Von allem Uebel, erlöse ihn( sie), o Herr! Von aller Sünde, erlöse ihn( sie), o Herr! Von den Nachstellungen des bösen Feindes, erlöse 2c. S Bitte,( bittet) für( thn) ste! 264 Von Zorn, Haß, und allem bösen Willen, Von dem Geiste des Hochmuthes, Von zu heftigen Schmerzen der Krankheit, Von Ungeduld und Kleinmuth, Von allem Mißtrauen auf Gott, und von knechtlicher Furcht, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heiliges Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine glorreiche Auferstehung und wunderbare Himmelfahrt, Durch die Sendung des heiligen Geistes, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, Daß Du diesen Kranken trösten wollest, Daß Du ihm alle Sünden verzeihen wollest, Daß Du ihm die Schmerzen der Krankheit lindern wollest, Daß Du ihm Zeit und Gnade zur Buße schenken wollest, Daß Du ihm Deinen Frieden geben wollest, Daß Du ihm die Gabe der Beharrlichkeit verleihen wollest, Daß Du ihn von diesem Krankenbette zu neuem Leben erwecken wollest, Daß Du ihn einst in die ewigen Freuden einführen wollest, Erlöse ihn( sie), o Herr! Wir bitten Dich, erhöre uns! Du Sohn Gottes, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone ihn( sie) o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich seiner( ihrer), o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 265 ( Der Priester nähert sich dem Kranken und hält die Rechte über sein Haupt und spricht:) In nomine Patris et Im Namen des Vaters Filii et Spiritus+ Sanctit und des Sohnes t und exstinquatur in te omnis des heiligen Geistest werde virtus diaboli per imposi- in dir alle Macht des bösen tionem manuum nostrarum Feindes getilgt durch die et per invocationem om- Auflegung unserer Hände nium sanctorum Ange- und durch die Anrufung Patriarcharum, aller heiligen Engel, Patriarchen, Apostel, Martyrer, Befenner, Jungfrauen und aller Heiligen insgesammt. Amen. lorum, Apostolorum, Martyrum, Confessorum, Virginum atque omnium simul Sanctorum. Amen. ( Der Priester salbt die Augen, welche während dessen zu schließen sind, die Ohren, die Nase, den geschlossenen Mund, die innere Fläche der Hände, die obere Wölbung der Füße, welche deßhalb sorgfältig gereinigt werden sollen. Hiebei spricht er gleichzeitig:) f Per istam sanctam Durch diese heilige t Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit verdulgeat tibi Dominus, quid- zeibe dir der Herr, was du quid per visum deliquisti, durch das Gesicht gesündigt in nomine Patris et Filii+ haft, im Namen des Vaters et Spiritus Sancti. R. Amen. und des Sohnes † und des heiligen Geistes. Amen. Per istam sanctam f Durch diese heilige † Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit verdulgeat tibi Dominus, quid- zeihe dir der Herr, was du quid per auditum deliquisti durch das Gehör gefündigt in nomine Patris et Filii haft, im Namen des Vaters et Spiritus Sancti. Re. Amen. und des Sohnest und des heiligen Geistes. Amen. 266 Per istam sanctam+ Durch diese heilige t Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit verdulgeat tibi Dominus, quid- zeihe dir der Herr, was du quid per odoratum deli- durch den Geruch gesündigt quisti, in nomine Patris et haft, im Namen des Vaters Filii et Spiritus Sancti. und des Sohnes und des B. Amen. heiligen Geistes. Amen. Per istam sanctam † Durch diese heilige † Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit, verdulgeat tibi Dominus, quid- zeihe dir der Herr, was du quid per gustum deliquisti, durch den Geschmack gesünin nomine Patris et Filiit digt hast, im Namen des et Spiritus Sancti. R. Amen. Vaters und des Sohnes t und des heiligen Geistes. Amen. Per istam sanctam+ Durch diese heilige+ Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit verdulgeat tibi Dominus, quid- zeihe dir der Herr, was du quid per tactum deliquisti, durch das Gefühl gefündigt in nomine Patris et Filii haft, im Namen des Vaters et Spiritus Sancti. Be. Amen. und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Per istam sanctam+ Durch diese heilige t Unctionem et suam piis- Salbung und seine mildsimam misericordiam in- reichste Barmherzigkeit verdulgeat tibi Dominus, quid- zeihe dir der Herr, was du quid per gressum deliquisti, durch Schritt und Tritt gein nomine Patris et Filii fündigt hast, im Namen des et Spiritus Sancti. R. Amen. Vaters und des Sohnes t und des heiligen Geistes. genügt die Salbung Eines Bei ansteckender Krankheit Gliedes. 267 ( Darauf spricht der Priester:) Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Pater noster( secreto usque ad:) Y. Et ne nos inducas in tentationem. B. Sed libera nos a malo. V. Salvum( salvam) fac servum tuum( famulam tuam). B. Deus meus, sperantem in te. .. V. Mitte ei, Domine, auxilium de Sancto. B. Et de Sion tuere eum( eam). Y. Esto ei, Domine, turris fortitudinis. R. A facie inimici. y. Nihil proficiat inimicus in eo( ea). B. Et filius iniquitatis non apponat nocere ei. V. Domine exaudi orationem meam. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser..( stille bis:) Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Rette, o Herr, Deinen Diener( Deine Dienerin). mein Gott, er( sie) hoffet auf Dich. Sende ihm( ihr), o Herr, Hilfe von Deinem Heiligthume. Und von Sion schütze ihn ( fie). Sei ihm( ihr), o Herr, ein starker Thurm. Wider den nahenden Feind. Nichts vermöge der Feind wider ihn( sie). Und der Sohn der Bosheit vermöge ihm( ihr) nicht wieder zu schaden. Herr, erhöre mein Gebet. Und laß mein Flehen zu Dir kommen. B. Et clamor ad Te veniat. y. Dominus vobiscum. B. Et cum spiritu tuo. Der Herr sei mit euch. Und mit Deinem Geiste. Lasset uns beten. Herr und Gott, der Du Oremus. Domine Deus, qui per Apostolum Tuum Jacobum durch Deinen Apoftel Ja 268 locutus es: ,, Infirmatur quis| fobus gesagt haft: Wird in vobis, inducat Presby- Jemand frank unter euch, teros Ecclesiae, et orent so rufe er die Priester der super eum, ungentes eum Kirche, und sie sollen über oleo in nomine Domini, ihn beten und ihn mit Del et oratio fidei salvabit in- falben, und das Gebet des firmum et alleviabit eum Glaubens wird dem Kranken Dominus et si in peccatis helfen und der Herr wird sit, remittentur ei; cura, ihn erleichtern, und wenn er quaesumus, Redemptor nos in Sünden ist, so werden ter gratia Sancti Spiritus fie ihm vergeben werden; languores istius infirmi entferne, wir bitten Dich, ( infirmae), ejusque sana durch die Gnade des heiligen vulnera et dimitte peccata, Geistes von diesem( dieser) atque dolores cunctos men- Kranken alle Schwächen, heile tis et corporis ab eo( ea) seine( ihre) Wunden, verzeihe expelle, plenamque inter- ihm( ihr) alle Sünden, verius et exterius sanitatem scheuche von ihm( ihr) alle misericorditer redde, ut Leiden des Geistes und des ope misericordiae tuae res- Körpers und schenke ihm titutus( restituta) ad pris-( ihr) innerlich und äußerlich tina reparetur officia. Qui Gesundheit, damit er( ſie) cum Patre et Spiritu Sancto durdh Deine Barmherzigkeit vivis regnas Deus hergestellt, wieder zu seinen in saecula saeculorum.( ihren) früheren Geschäften R. Amen. tauglich werde, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geifte Ein Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. et Oremus. Lasset uns beten. Siehe, wir bitten Dich, mulum Tuum N.( famulam herab auf Deinen Diener N. tuam N)., in infirmitate( Deine Dienerin N.), der Respice, quaesumus, fa 269 sui corporis fatiscentem et( die), in der Schwachheit animam refove, quam cre- feines( ihres) Körpers fraftasti, ut castigationibus los darnieder liegt, und eremendatus( emendata) se quicfe die Seele, die Du ertua sentiat medicina sal- schaffen hast, damit sie sich, vatum( salvatam). Per durch Deine Heimsuchungen Christum Dominum nos- gebeffert und durch Dein trum. R. Amen. Heilmittel gerettet fühle. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Oremus. Lasset uns beten. Domine sancte, Pater Heiliger Herr, allmächomnipotens, aeterne Deus, tiger Vater, ewiger Gott, qui benedictionis tuae gra- der Du den kranken Körtiam aegris infundendo pern die Gnade Deines Secorporibus facturam tuam gens eingießest und so Dein multiplici pietate custodis, Geschöpf mit überreicher ad invocationem tui no- Liebe bewahrest, komme auf minis benignus assiste, ut die Anrufung Deines Nafamulum tuum( famulam mens gütig zu Hilfe, damit tuam) ab aegritudine li- Du Deinen Diener( Deine beratum( am) dextera tua Dienerin) von der Krankerigas, virtute confirmes, heit befreiest, ihm( ihr) die potestate tuearis, atque Gesundheit schenkest, ihn ecclesiae tuae sanctae cum mit Deiner Rechten aufrichomni desiderata prosperi- test, mit Deiner Kraft stärtate restituas. B. Amen. feft und vollkommen geheilt Deiner heiligen Kirche zurückgebeft. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. Wenn dem Kranten die General- Absolution sogleich zu ertheilen ist, werde sie hier gesprochen. Zum Schlusse nimmt der Priester ein Crucifir, oder das hochheilige Sakrament, wenn es da ist und spreche: 270 Dominus noster Jesus Unser Herr Jesus Christus Christus apud te sit, ut sei bei dir, daß Er dich † te deffendat. Intra te vertheidige. Er sei in dir, dağ Er dicht erquicke. Gr sei um dich, daß Er dich † bewahre. Er sei vor dir, daß Er dich+ leite. Er sei hinter dir, daß Er dich stärke. Er sei über dir, daß Er dich überall beschüße und † segne. Der heil. Geist fomme auf dich herab und bleibe über dir. Amen. sit, ut te refficiat. Circa te sit, ut te cont servet. Ante te sit, ut te det ducat. Post te sit, ut te confortet. Super te sit, ut te undique muniat et bene dicat. Spiritus sanctus descendat et maneat super te. B. Amen. Propitietur Dominus cunctis iniquitatibus tuis, B. Amen. Der Herr vergebe dir alle deine Vergehungen. Amen. Er heile alle deine Schwächen. Amen. Et sanet omnes languores tuos. B. Amen. Redimatque de interitu vitam tuam. R. Amen. Er errette dein Leben vom Untergange. Amen. Et faciat in omnibus bonis desiderium tuum. Und erfülle in allem Guten dein Verlangen, Qui solus in Trinitate Der, einzig in der Dreiunus Deus vivit et reg- heit, Ein Gott lebt und nat in saecula saeculorum. regiert von Ewigkeit zu EwigB. Amen. feit. Amen. Pax tecum. Der Friede sei mit dir! ( Darauf stellt der Priester das heil. Kreuz oder hochheilige Saframent an seinen Ort, streckt die Rechte aus und berührt, wenn es bequem geschehen kann, das Haupt des Kranken und spricht:) Sanet te Deus Pater, qui te creavit in carne. Sanet et Filius, qui pro te passus est in cruce. Es 68 heile dich Gott der Vater, der dich erschaffen. Es heile dich Gott der Sohn, der für dich am Kreuze gelitten hat. 271 Sanet te Spiritus Sanctus, qui tibi infusus est in baptismate. Es heilige dich der heilige Geift, der dir in der heiligen Taufe eingegossen wurde. Sancta et laudabilis Die heilige, lobwürdige Trinitas, unus Deus, gra- Dreieinigkeit, der Eine Gott, tiam suam ad profectum mehre in dir Seine Gnade salutis animae et corporis zum Wachsthume im Heile in te augeat, et ab omni an Seele und Leib und bemalo te liberet, ac in bono freie dich von allem Uebel, jugiter conservet. Qui vivit und behalte dich stets im et regnat in saecula sae- Guten, der lebt und regiert culorum. B. Amen. von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Kranke spreche mit Maria: Meine Seele preiset den Herrn und mein Geist frohlocket in Gott meinem Heilande; denn der Herr hat auf meine Niedrigkeit herabgesehen und hat große Dinge an mir gethan. ( Der Priester spricht:) Der allmächtige Gott, der Herr des Lebens, richte dich, ( euch, sie) auf mit Seiner Rechten t, stärke dich( Euch, Sie) mit Seiner Gnade, schüße dich( Euch, Sie) mit Seiner Macht und führe dich( Euch, Sie) zum ewigen Leben! Amen. 3. General- Absolution. ( Formula impertiendi indulgentiam plenariam in articulo mortis). Dieser Sterbefegen( vom Papste Benedikt XIV.) pflegt nach Empfang der heil. Sterbsakramente jenen Schwerkranken ertheilt zu werden, welche darum bitten, da sie noch bei gutem Verstande und Sinnesgebrauche sind, oder bei denen man überzeugt ist, daß sie bitten würden, wenn sie könnten, oder die schon Zeichen der Reue abgelegt haben, aber später 272 das Bewußtsein oder den Gebrauch der Sprache und Sinne verloren haben. Wenn der Priester das Krankenzimmer betritt, spreche er: Pax huic domui.. der Friede sei diesem Hause.. wie oben S. 255. Die Bedingungen zum wirksamen Empfange dieſes Segens, den der heil. Bater schwer Erkrantten durch die Hand des Priesters ertheilen läßt, und der mit einem vollkommenen Ablasse verbunden ist, sind vollkommene Reue, Bußfertigkeit, gänzliche Ergebung in den göttlichen Willen. ( Der Priester erwecke diese Gesinnungen etwa so:) Oliebster, himmlischer Vater, von Herzen bereue ich alle Sünden meines ganzen Lebens; gerne würde ich sie ungeschehen machen, wenn es möglich wäre, nicht bloß der verdienten Strafen wegen, sondern weil ich Dich beleidigt und von mir gestoßen habe, der Du einer grenzenlosen Liebe würdig bist. Um keinen Preis der Welt will ich wieder sündigen. Zur Sühnung meiner Sünden verzeihe ich aufrichtigen Herzens allen, die mich beleidigt haben. Zur Sühne will ich gerne leiden und sterben. ( Alsdann betet der Priester:) V. Adjutorium in nomine Domini. B. Qui fecit coelum et terram. Ne reminiscaris Do- Gedenke, o Herr, nicht mine delicta famuli tui der Vergehen Deines Die( ancillae tuae) neque vin- ners( Deiner Dienerin) und dictam sumas de peccatis nimm keine Rache wegen ejus. seiner Sünden. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Pater noster. y. Et ne nos inducas in tentationem. Unsere Hilfe kommt im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Und führe uns nicht in Versuchung. 273 B. Sed libera nos a malo. Sondern erlöse uns vom Ulebel. y. Salvum fac servum Rette, o Herr, Deinen tuum( ancillam tuam) Do- Diener( Deine Dienerin). mine. B. Deus meus, sperantem in te. v. Domine exaudi orationem meam. R. Et clamor meus ad te veniat. y. Dominus vobiscum. B. Et cum spiritu tuo. Oremus. mein Gott, er( fie) hoffet auf Dich. Herr, erhöre mein Gebet. Und laß mein Flehen zu Dir kommen. Der Herr sei mit euch. Und mit Deinem Geiste. Lasset uns beten. Clementissime Deus, Pa- Mildreichster Gott, Vater termisericordiarum et Deus der Erbarmungen und Gott totius consolationis, qui alles Trostes, der Du nicht neminem vis perire in te willst, daß Jemand verloren credentem atque speran- gehe, der an Dich glaubt tem: secundum multitu- und auf Dich hofft: siehe dinem miserationum tu- nach der Fülle Deiner Erarum respice propitius fa- barmungen gnädig auf diesent mulum tuum( ancillam Deinen Diener( diese Deine tuam) N., quem( quam) Dienerin) N. herab, welchen tibi vera fides et spes( welche) Dir der wahre christiana commendant. Glaube und die christliche Visita eum( eam) in salu- Hoffnung empfehlen. Suche tari tuo, et per Unigeniti tui fhn( fte) heim mit Deiner Passionem et mortem om- heilbringenden Kraft und nium ei delictorum suorum fchenfe ihm( ihr) um des remissionem et veniam cle- Leidens und Sterbens Deines menter indulge, ut ejus Sohnes willen in Deiner anima in hora exitus sui Milde Verzeihung aller seiner te judicem propitiatum in-( ihrer) Sünden, damit seine Rathol. Krankenbuch. 18 274 veniat, et in sanguine ejus-( ihre) Seele, in der Stunde dem filii tui ab omni ma- ihres Scheidens an Dir einen cula abluta transire ad versöhnten Richter finde und vitam mereatur perpetuam, durch das Blut Deines per eundem Christum Do- Sohnes von aller Makel minum nostrum. B. Amen. gereinigt, in das ewige Leben od einzugehen würdig sei. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ( Nach gebetetem Gonfiteor u. s. w. fährt der Priester fort.) Dominus noster Jesus| Unser Herr Jesus Christus, Christus filius Dei vivi, der Sohn des lebendigen qui beato Petro Apostolo Gottes, welcher Seinem heilsuo dedit potestatem li- igen Apostel Petrus die gandi atque solvendi, per Macht zu binden und zu suam piissimam misericor- löfen gegeben hat, nehme das diam recipiat confessionem Befenntniß deiner Sünden tuam et restituat tibi stolam nach Seiner mildreichsten primam, quam in baptis- Barmherzigkeit gnädig an mate recepisti, et ego fa- und stelle in dir jene urcultate mihi ab Apostolica sprüngliche Reinheit wieder sede tributa indulgentiam her, die du in der Taufe plenariam et remissionem empfangen hast; und ich omnium peccatorum tibi ertheile dir vermöge der mir concedo in nomine Patris vom apostolischen Stuhle et Filii et Spiritus Sancti. verliehenen Gewalt einen R. Amen. hd vollkommenen Ablaß und Nachlassung aller deiner Sünden im Namen des Vaters †, des Sohnes und Londoe des heiligen Geistes. Amen. Per sacrosancta humanae Durch das hochheilige Gereparationis mysteria re- heimniß der Erlösung erlasse ar 275 mittat tibi omnipotens Deus dir der allmächtige Gott alle omnes praesentis et futurae Strafen dieses und des künfvitae poenas, paradisi por- tigen Lebens, Er öffne dir tas aperiat et ad gaudia die Pforten des Paradieses sempiterna te perducat. und führe dich zu den ewigen Amen. Freuden. Amen. Benedicat te omnipotens 8 segne dich der allDeus Pater et Filius et mächtige Gott Vater †, Spiritus Sanctus. B. Amen. Sohn und heiliger Geist. nad Amen. Ist der Kranke dem Tode so nahe, daß weder das Confiteor noch die vorausgehenden Gebete verrichtet werden können, so beginnt man mit den Worten ,, et ego facultate" ( und ich ertheile dir... u. s. w.") shid 18* 1 Fünfter Abschnitt. Der Beisland in der Todesftunde. 1. Gebete des beistehenden Priesters. ( In Ermanglung eines solchen auch Laien gestattet.) Bei der Beſprengung mit Weihwaſſer. Der Segen des allmächtigen Vaters †, des Sohnes und des heil. Geistest komme über dich und bleibe allzeit bei dir. Das Blut Jesu des Gekreuzigten reinige, stärke und heilige deine Seele im Namen des Vaters †, des Sohnes † und des heil. Geistes †. Amen. Bei Darreichung des Crucifixes. Siehe hier das Kreuz Christi, deines Erlösers. Nimm es in deine Hand, küsse die heil. Wunden, und erwecke nochmals in deiner Seele eine herzliche Reue über alle deine Sünden! O Herr Jesu Christe, der Du so viele Schmerzen am Kreuze gelitten hast, besonders da Deine edelste Seele von Deinem heiligen Leibe schied, ich bitte Dich, erbarme Dich meiner armen Seele, besonders wenn sie von meinem Leibe scheiden wird. O gekreuzigter Jesus, ich bitte Dich durch Deine heiligen Wunden und durch alle Tropfen Deines kostbaren, unter tausend Qualen vergossenen Blutes, laß meine arme Seele nicht verloren gehen. 277 O gekreuzigter Jesus, ich bitte Dich durch die heiligen sieben Worte, die Du in banger Verlaffenheit am Kreuze sprachest, nimm meine arme Seele in Dein himmlisches Reich auf. Ich vereinige mein Leben, Leiden und Sterben mit Deinem allerheiligsten Leben, bittersten Leiden und Sterben und opfere es so Deinem himmlischen Vater auf, daß es Ihm zur höchsten Ehre, meiner armen Seele zum Heile gereiche. O Jesus, Dein Kreuz ist meine Hilfe und Stärke im Kampfe, mein Schuß und Schirm wider die Angriffe der Hölle, mein Trost im Leben und im Tode. Amen. Bei Darreichung des Rosenkranzes oder eines Bildes der seligsten Jungfrau Maria. O Maria, die Du voll des innigsten Mitleids und bittersten Wehes unter dem Kreuze Deines geliebten Sohnes standest, stelle Dich auch bei mir ein und verlasse mich nicht in meinen Nöthen. O Maria, gedenke, daß Dein sterbender Sohn Dich mir zur Mutter gab. O Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Barmherzigkeit, sei mir gnädig und barmherzig. O Maria, Trost der Betrübten, Heil der Kranken, Zuflucht der Sünder, wende Deine barmherzigen Augen zu mir. O Maria, durch die 15 heil. Geheimnisse des Rosenkranzes grüße ich Dich und flehe ich zu Dir, jetzt und in der Stunde des Todes. O Maria, mich geleit Auf der Reis zur Ewigkeit! Führ' mich an der Mutterhand In's ewig schöne Vaterland! si du Bei Anzündung der Sterbekerze. rLieber Bruder( liebe Schwester), diese brennende Kerze bedeutet das Licht des Glaubens. Es wurde dir in der heil. Taufe mitgetheilt. Es geleitete dich zum Tische des Herrn und zeigte dem Auge deiner Seele das süße Angesicht Jesu. Es erleuchte dir jegt die Nacht des Todes und führe dich zum ewigen Hochzeitsfeste! Siehe, schon kommt der Bräutigam. Eile ihm freudig entgegen! 278 Empfehlung der Seele in die Hände des Herrn. Ordo commendationis animae. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Alle heiligen Engel und Erzengel, Heiliger Abel, 296 Alle Gerechten, Heiliger Abraham, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Johannes, Alle heiligen Apostel und Evangeliſten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephan, Heiliger Laurentius, Alle heilige Martyrer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Augustinus, Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, Heiliger Benedikt, Heiliger Franziskus, E 10 0132 Bitt( bittet) für ihn( sie)! 279 Alle heiligen Mönche und Einsiedler, bittet für ihn( fie). Heilige Maria Magdalena, bitt für ihn( sie). Heilige Lucia, bitt für ihn( sie). No Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, bittet für ihn( sie). Alle Heiligen Gottes, bittet für ihn( sie). Sei gnädig, verschone ihn( sie), o Herr! Sei gnädig, erlöse ihn( sie), o Herr! Von Deinem Zorne, Von der Gefahr des Todes, Von einem bösen Tode, Von den Peinen der Hölle, Von allem Uebel, Von der Gewalt des Teufels, Durch Deine Geburt, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine glorreiche Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Gnade des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Erlöse ihn( sie), o Herr! Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du ihn( sie) verschonest, wir bitten Dich, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Gebet. Oremus. Proficiscere, anima chri- Ziehe hin christliche Seele! stiana, de hoc mundo in von dieser Welt, im Namen nomine Dei Patris omni- Gottes, des allmächtigen potentis, qui te creavit: Vaters, der dich erschaffen in nomine Jesu Christi, hat; im Namen Jefu Chrifti, Filii Dei vivi, qui pro te des Sohnes des lebendigen passus est: in nomine Spi- Gottes, der für uns gelitritus Sancti, qui in te ten hat; im Namen des effusus est: in nomine heiligen Geistes, der in dich Angelorum et Archange- ausgegossen worden; im lorum in nomine Thro- Namen der Engel und Grznorum et Dominationum: engel; im Namen der Thro 280 in nomine Principatuum nen und Herrschaften; im et Potestatum: in nomine Namen der Fürstenthümer Cherubim et Seraphim; und Mächte; im Namen der in nomine Patriarcharum Cherubim und Seraphim; et Prophetarum: in nomine im Namen der Patriarchen sanctorum Apostolorum et und Propheten; im Namen Evangelistarum: in nomine der heil. Apostel und Evangesanctorum Martyrum et listen; im Namen der heil. Confessorum: in nomine Martyrer und Bekenner; sanctorum Monachorum im Namen der heiligen et Eremitarum: in nomine Mönche und Einsiedler; im sanctarum Virginum, et Namen der heiligen Jungomnium Sanctorum et frauen und aller Heiligen Sanctarum Dei: hodie sit Gottes. Heute schon sei dein in pace locus tuus, et ha- Aufenthalt im Orte des bitatio tua in sancta Sion. Friedens, und Deine WohPer eundem Christum Do- nung im heiligen Sion minum nostrum. R. Amen. durch denselben Ghristum, unsern Herrn. Amen. Gebet. Oratio. Deus misericors, Deus Barmherziger Gott! güclemens, Deus, qui secun- tiger Gott! Gott, der Du dum multitudinem misera- nach der Größe Deiner tionum tuarum peccata Barmherzigkeit die Sünden poenitentium deles, et prae- der Büßenden tilgest, und teritorum criminum cul- die Schuld der begangenen pas venia remissionis eva- Vergehen durch die Gnade cuas: respice propitius der Vergebung auslöschest: super hunc famulum tuum fiehe gnädig auf diesen ( hanc famulam tuam) N., Deinen Diener( Deine Dieet remissionem omnium nerin) herab und erhöre peccatorum suorum tota fein( ihr) Flehen um Nachcordis confessione poscen- laß aller seiner( ihrer) Süntem deprecatus exaudi. den, die er( sie) aus dem 281 Renova in eo( ea), piissime Innersten seines( ihres) Pater, quidquid terrena Herzens verlangt. Stelle in fragilitate corruptum, vel ihm( ihr) wieder her, güquidquid diabolica fraude tigfter Vater! was immer violatum est: et unitati durch menschliche Gebrechcorporis Ecclesiae mem- lichfeit verdorben oder durch brum redemtionis annecte. die Arglist Satans befleckt Miserere, Domine, gemi- worden ist, und vereinige tuum, miserere lacryma- dieses erlöste Glied mit der rum ejus et non habentem Gemeinschaft des Leibes der fiduciam, nisi in tua mi- Kirche! O Herr! erbarme sericordia, ad tuae sacra- Dich seiner( ihrer) Seufzer, reconciliationis erbarme Dich seiner( ihrer) Thränen und lasse ihn( sie) der sein( die ihr) Vertrauen einzig auf Deine Barmherzigkeit setzt, an der Gnade Deiner Versöhnung Theil haben. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. mentum admitte. Per Christum Dominum nostrum. B. Amen. Commendo te omnipo- Theuerster Bruder( theutenti Deo, charissime fra- erste Schwester), ich emter( charissima soror) et přehle dich Gott dem Allei, cujus es creatura, com- mächtigen, und stelle dich mitto: ut cum humanitatis dem anheim, der dich erdebitum, morte interveni- schaffen hat, damit du durch ente, persolveris, ad Auc- Abzahlung deiner menschtorem tuum, qui te de lichen Schuld mit Hingabe limo terrae formavit, re- des Lebens zu deinem Schövertaris. Egredienti itaque pfer, der dich aus Staub animae tuae de corpore von der Erde bildete, zusplendidus Angelorum coe- rückfehrest. Möge also deiner tus occurat: judex Aposto- Seele, bei ihrem Ausgange lorum tibi senatus adveni- vom Körper entgegenkomat: candidatorum tibi Mar- men der glänzende Chor 282 tyrum triumphator exer- der Engel; mögen dich die citus obviet: liliata ruti- Apostel aufnehmen, welche lantium te Confessorum das Richteramt üben; möge turba eircumdet: jubilan- bir begegnen das siegreiche tium te Virginum chorus Seer der Martyrer; möge excipiat: et beatae quietis dich umgeben die Schaar in sinu Patriarcharum te der lilienreinen Bekenner, complexus adstringat: mi- und dich aufnehmen der tis atque festivus Christi Chor der jubelnden JungJesu tibi aspectus appareat, frauen und die Stätte der qui te inter assistentes Ruhe im Schooße der Patrisibi jugiter interesse de- ardhen dir zu Theil werden; cernat. Ignores omne, Jesus Christus zeige dir quod horret in tenebris, Sein mildreiches, göttliches quod stridet in flammis, Angesicht; Er lasse dich ewig quod cruciat in tormentis. unter jenen wohnen, die Cedat tibi teterrimus sa- Jhn im Himmel umgeben! tanas cum satellitibus suis: Nie sollst du die Schrecken in adventu tuo te comi- der Finsterniß, des unaustantibus Angelis contre- löschlichen Feuers Wehe, miscat, atque in aeternae die Peinen am Orte der noctis chaos immane dif- Qual erfahren! Von dir fugiat. Exsurgat Deus et weiche Satan mit seinem dissipentur inimici ejus: Anhange; er zittere, wenn et fugiant, qui oderunt du ankommst im Geleite der eum, a facie ejus. Sicut Engel, und fliehe in den deficit fumus, deficiant: Abgrund der ewigen Nacht. sicut fluit cera a facie Gott erhebe sich, und Seine ignis, sic pereant pecca- Feinde sollen sich zerstreuen tores a facie Dei: et justi und Alle, die Ihn hassen, epulentur, et exultent in fliehen vor Seinem Angeconspectu Dei. Confun- fichte. Wie der Rauch verdantur igitur, et erubes- schwindet, mögen sie vercant omnes tartareae le- gehen. Dem Wachse gleich, giones, et ministri satanae bas die Flamme schmilzt, 283 iter tuum impedire non werde die Bosheit vor dem audeant. Liberet te a Angesichte Gottes zernichtet! cruciatu Christus, qui pro Die Gerechten aber sollen te crucifixus est. zum himmlischen Mahle gelangen und jubeln vor dem Antlige des Herrn. Beschämt und zu Schanden werden sollen alle Heere der Hölle, und die Diener Satans sollen es nicht wagen, deinen Eingang in den so Himmel zu hindern. Liberet te ab aeterna Vom ewigen Tode bemorte Christus, qui pro freie dich Christus, der Sohn te mori dignatus est. Con- des lebendigen Gottes. Gr stituat te Christus Filius versetze dich in die lieblichen Dei vivi intra paradisi Wohnungen des himmlischen sui semper amoena viren- Paradieses, und der wahre tia, et inter oves suas te hirt wolle dich unter seine verus ille pastor agnoscat. Schafe zählen. Er spreche Ille ab omnibus peccatis dich los von allen deinen tuis te absolvat, atque ad Sünden, und stelle dich dexteram suam in electo- unter die Zahl seiner Ausrem suorum te sorte con- erwählten zu seiner Rechten. stituat. Redemptorem tuum Da mögest du deinen Erlöser faciem videas, et praesens schauen von Angesicht zu Ansemper assistens, mani- geficht, und immer ihm nahe, festissimam beatis oculis ihn, die lauterste Wahrheit aspicias veritatem. Con- mit seligen Augen sehen. Und stitutus( constituta) igitur fo, aufgenommen unter die inter agmina beatorum, Schaaren der Seligen möcontemplationis divinae gest du durch alle Ewigkeit dulcedine potiaris in sae- die Wonne der göttlichen Ancula saeculorum. R. Amen. Schauung genießen. Amen. 284 Oratio. Gebet. Suscipe, Domine, ser- Nimm hin, o Herr! vum tuum( famulam tuam) Deinen Diener( Deine Diein locum sperandae sibi nerin) in jenen Ort, wo salvationis a misericordia er( sie) von Deiner Barmtua. B. Amen. herzigkeit ewige Seligkeit hoffen darf. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae Herr, errette die Seele Deines Dieners( Deiner tuae) ex omnibus periculis Dienerin) von allen Geinferni, et de laqueis poenarum, et ex omnibus tribulationibus. R. Amen. fahren der Verdammniß, von den Schlingen der Strafen, und von allen Beängstigungen. Amen. Erlöse, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), Dienerin), wie Du den Enoch und Elias vom allgemeinen Tode dieser Welt befreiet hast. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae) sicut liberasti Henoch et Eliam de communi morte mundi. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti Noë de diluvio. B. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti Abraham de Ur Chaldaeorum. B. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti Job de passionibus suis. B. Amen. Befreie, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den Noa von der Sündfluth erlöset hast. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den Abraham aus Ur in Chaldäa errettet haft. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den Job von allen seinen Leiden erlöset hast. Amen. 285 Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae) sicut liberasti Isaak de hostia et de manu patris sui Abrahae. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti Loth de Sodomis et de flamma ignis. B. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den Knaben Isaak errettet haft, daß ihn die Hand seines Vaters nicht opferte. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den 2oth aus Sodoma und der Feuerflamme errettet haft. Amen. Libera, Domine, ani- Errette, o Herr, die Seele mam servi tui( famulae Deines Dieners( Deiner tuae), sicut liberasti Moy- Dienerin), gleichwie Du den sen de manu Pharaonis re- Moses von der Hand des gis Aegyptiorum. R. Amen. ägyptischen Königs Pharao errettet haft. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), wie Du den Daniel aus der Löwengrube errettet hast. Amen. Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti Danielem de lacu leonum. R. Amen. Libera, Domine, ani- Errette, o Herr, die Seele mam servi tui( famulae Deines Dieners( Deiner tuae), sicut liberasti tres Dienerin), gleichwie Du die pueros e camina ignis ar- brei Knaben aus dem Feuerdentis et de manu regis ofen und der Hand des iniqui. R. Amen. gottlosen Königs errettet Libera, Domine, ani- haft. Amen. mam servi tui( famulae Errette, o Herr, die Seele tuae), sicut liberasti Su- Deines Dieners( Deiner sannam de falso crimine. Dienerin), gleichwie Du die B. Amen. Susanna vom falschen Ver Tr 286 Libera, Domine, animam servi tui( famulae tuae), sicut liberasti David de manu regis Saul et de manu Goliae. R. Amen. dachte und vom Tode errettet hast. Amen. Errette, o Herr, die Seele Deines Dieners( Deiner Dienerin), gleichwie Du den David von der Hand des Königs Saul und von Goliaths Hand errettet hast. Amen. Libera, Domine, ani- Errette, o Herr, die Seele mam servi tui( famulae Deines Dieners( Deiner tuae), sicut liberasti Pe- Dienerin), gleichwie Du den trum et Paulum de car- Petrus und Paulus aus ceribus. B. Amen. R. Amen. den Kerkern errettet hast. Amen. Bet Et sicut beatissimam Und gleichwie Du die Theclam virginem et mar- feligste Jungfrau und Martyrem tuam de tribus atro- tyrin Thekla von drei graucissimis tormentis liberasti, famen Qualen erlöset hast, sic liberare digneris animam servi tui( famulae tuae), et tecum facias in bonis congaudere coelestibus. R. Amen. so würdige Dich auch die Seele dieses Deines Dieners ( dieser Deiner Dienerin) zu erlösen, und lasse fie mit Dir der himmlischen Güter sich erfreuen. Amen. Gebet. Oratio. Commendamus tibi, Do- Wir empfehlen Dir, o mine, animam famuli tui Herr! die Seele Deines ( famulae tuae) N. pre- Dieners( Deiner Dienerin) camurque te, Domine Jesu N. und bitten Dich, Herr Christe, Salvator mundi, Jesu Christe, Erlöser der ut propter quam ad ter- Welt, daß Du ste, für die ram misericorditer descen- Du voll Erbarmen auf die disti, Patriarcharum tuo- Erde herabgekommen bist, 287 rum sinibus insinuare non in den Schooß Deiner renuas. Agnosce, Domine, Patriarchen aufnehmen wolcreaturam tuam, non a left. Erkenne, o Herr, Dein diis alienis creatam, sed Geschöpf, das nicht von a te solo Deo vivo et fremden Göttern, sondern vero: quia non est alius von Dir, dem alleinigen Deus, praeter te, et non lebendigen und wahren Gott est secundum opera tua. erschaffen ist: weil sonst Laetifica, Domine, animam fein anderer Gott ist und ejus in conspectu tuo, et den Werken Deiner Hände ne memineris iniquitatum Nichts gleichkommt. Erfreue, et ebrietatum, quas sus- o Herr, seine( ihre) Seele citavit furor sive fervor mit Deinem Antlige, und mali desiderii. Licet enim gedenke nicht seiner( ihrer) peccaverit, tamen Patrem früheren Sünden und Ueberet Filium et Spiritum Sanc- tretungen, welche böse Lust tum non negavit, sed cre- in ihm( ihr) erwecket hat. didit, et zelum Dei in se Mag er( ste) auch gesünhabuit, et Deum qui fecit digt haben, so hat er( ste) omnia, fideliter adoravit. Dennoch den Vater, Sohn und heil. Geist nicht verläugnet, sondern geglaubt; er( sie) eiferte für Gott, und hat Gott getreulich angebetet. Oratio. Gebet. Delicta juventutis et Seiner( ihrer) jugendignorantias ejus, quaesu- lichen Sünden und Vermus, ne memineris, Do- nachlässigungen gedenke nicht mine: sed secundum mi- mehr, o Herr, sondern nach sericordiam tuam memor Deiner großen Barmherzigesto illius in gloria claritatis feit ftehe gnädig auf ihn tuae. Aperiantur ei coeli( fie) im Glanze Deiner collaetentur illi Angeli. Herrlichkeit herab. Die Him 288 mel mögen sich ihm( ihr) erschließen, die Engel sich mit ihm( ihr) erfreuen. In regnum tuum, Do- In Dein Reich, o Herr, mine, servum tuum( fa- nimm Deinen Diener,( Deine mulam tuam) suscipe. Sus- Dienerin) auf. Ihn( fie) cipiat eum( eam) sanctus nehme auf Michael, der heil. Michael Archangelus Dei, Erzengel des Herrn, welcher qui militiae coelestis me- Fürst der himmlischen Geruit principatum. Veniant walten zu sein verdiente. Ihm illi obviam sancti Angeli( ihr) mögen entgegenkommen Dei, et perducant eum die Engel Gottes und ihn ( eam) in civitatem coe-( fte) führen in das himmlestem Jerusalem. Susci- lische Jerusalem. Ihn( fie) piat eum( eam) beatus nehme auf der selige Apostel Petrus Apostolus, cui a Petrus, dem Gott die Schlüs Deo claves regni coelestis fel des Himmelreiches übertraditae sunt. Adjuvet eum gab. Jhm( ihr) möge beistehen ( eam) sanctus Paulus Apo- der heil. Apostel Paulus, stolus, qui dignus fuit esse der würdig war, ein außvas electionis. Intercedat erwähltes Gefäß zu sein. pro eo( ea) sanctus Jo- Für ihn( ste) bitte der heil. annes electus Dei Apo- Johannes, der außerwählte stolus, cui revelata sunt Apostel Gottes, dem die secreta coelestia. Orent pro himmlischen Geheimnisse geeo( ea) omnes sancti Apo- offenbart wurden. Für ihn stoli, quibus a Domino data( fie) mögen bitten alle heiest potestas ligandi atque ligen Apostel, denen Gott solvendi. Intercedant pro die Vollmacht gegeben, zu eo( ea) omnes Sancti et binden und zu lösen. Für Electi Dei, qui pro Christi ihn( fie) mögen flehen alle nomine tormenta in hoc Heiligen und Auserwählten saeculo sustinuerunt, ut Gottes, die für Christi Namen vinculis carnis exutus( ex- in dieser Welt Marter er uta) pervenire mereatur litten, damit er,( fie) frei 289 ad gloriam regni coelestis von den Banden des Fleisches, praestante Domino nostro würdig werde, zur HerrlichJesu Christo, qui cum Patre feit des himmlischen Reiches et Spiritu Sancto vivit et zu gelangen unter dem Beiregnat in saecula saecu- ftande unseres Herrn Jesu lorum. B. Amen. Christi, der mit dem Vater und dem heil. Geiste lebt und regiert in alle Ewigfeit. Amen. Hält der Todeskampf länger an, so lese man das 17. Kapitel und die Leidensgeschichte unsers Herrn Jesu Christi im Evangelium des heil. Johannes. Gebet zu dem Herrn Jesus Christus über die einzelnen Theile seines Leidens von dem Sterbenden oder einem andern für ihn zu sprechen. V. Adoramus te Christe| et benedicimus tibi. B. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum. Wir beten Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeien Dich. Denn durch Dein heil. Kreuz hast Du die Welt erlöst. Deus, qui pro redemptione O Jesu, Du wolltest zur mundi voluisti nasci, cir- Erlösung der Welt geboren, cumcidi, a Judaeis repro- beschnitten, von den Juden bari, a Juda traditore os- verworfen, von Judas mit culo tradi, vinculis alli- einem Kusse verrathen, mit gari, sicut agnus innocens Feffeln beladen, und wie ein ad victimam duci, atque unschuldiges Lamm, zur conspectibus Annae, Cai- Schlachtbank geführt werden, phae, Pilati et Herodis in- Du wolltest vor Annas und decenter offerri, a falsis Raiphas, Pilatus und Hetestibus accusari, flagellis rodes, wie ein Missethäter et opprobriis vexari, sputis hingeschleppt, von falschen 19 Kathol. Krankenbuch. 290 conspui, spinis coronari, 3eugen angeklagt, mit Geicolaphis caedi, arundine ßeln zerfleischt, mit Dörnern percuti, facie velari, ve- gefrönt, mit Verhöhnungen stibus exui, cruci clavis überschüttet, von Fäusten affigi, in cruce levari, inter mißhandelt, mit dem Rohre latrones deputari, felle et geschlagen und durch Veraceto potari et lancea vul- fpeiung entehrt werden; Du nerari: Tu Domine per ließeft Dein Angesicht verhas sanctissimas poenas hüllen, Dich Deiner Kleider tuas, quas ego indignus berauben, mit Nägeln an's recolo et per sanctam cru- Kreuz hesten, unter die cem et morten libera me Straßenräuber rechnen, mit ( famulum tuum N.) a poe- Effig und Galle tränken, nis inferni, et perducere und mit einer Lanze durchdigneris, quo perduxisti bohren. Durch diese Deine latronem tecum crucifixum. heil. Leiden, welche ich UnQui cum Patre et Spiritu würdiger verehre, und durch Sancto vivis et regnas in Dein heil. Kreuz und Deisaecula saeculorum. Amen. nen Tod befreie mich( Deinen Diener, Deine Dienerin N.) von den Strafen der Hölle und führe mich( ihn, ste) dahin, wohin Du den reuigenSchächer geführt hast, der Du mit dem Vater und dem heil. Geiste lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Drei fromme und nützliche Gebete für Sterbende mit 3 Vater unser und Ave Maria in den letzten Zügen zu sprechen. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Pater noster. Ave Maria. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Bater unser. Ave Maria. 291 Oratio. Gebet. Domine Jesu Christe, Herr Jesu Christe, ich per tuam sanctissimam ago- bitte Dich flehentlich durch niam et orationem, qua Deine heiligste Todesangst orasti pro nobis in monte und das Gebet, welches Du Oliveti, quando factus est auf dem Delberge für uns sudor tuus, sicut guttae verrichtet hast, da Dein sanguinis currentis in ter- Schweiß in blutigen Tropfen ram, obsecro te, ut multi- zur Erde rann, opfere und tudinem sudoris sanguinei, zeige die Menge jenes bluquem prae timoris angustia tigen Schweißes, den Du copiosissime pro nobis ef- in der Angst des Todes so fudisti, offerri et ostendere überaus reichlich für uns digneris Deo Patri omni- vergoßest, Gott dem allpotenti contra multitudi- mächtigen Vater als ein nem omnium peccatorum Sühnopfer für alle Sünden hujus famuli N.( famulae dieses Deines Dieners N. tuae N.) et libera eum( Deiner Dienerin N.) und ( eam) in hac hora mortis befreie ihn( sie) jetzt in der suae ab omnibus poenis Stunde seines( ihres) Abet angustiis, quas pro pec- sterbens von allen Strafen catis suis se timet meru- und Aengsten, die er( ſte) isse. Qui cum Patre et wegen seiner( ihrer) FehlSpiritu Sancto vivis et tritte verdient zu haben beregnas Deus in saecula fürchtet. Der Du lebst und saeculorum. B. Amen. regierst mit dem Vater und dem heil. Geiste Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr! erbarme Dich unser! Pater noster. Ave Maria. Bater unser. Ave Maria. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. 19* 292 Oratio. Gebet. Domine Jesu Christe, Herr Jesu Christe, der qui pro nobis mori dig- Du Dich würdigtest, für natus es in cruce, obsecro uns am Kreuze zu sterben, te, ut omnes amaritudines ich bitte Dich flehentlich, passionum et poenarum tu- Du wollest alle Bitterfeiten arum, quas pro nobis mi- Deiner Leiden und Beinen, seris peccatoribus susti- die Du für uns elende nuisti in cruce, maxime Sünder am Kreuze erduldet in illa hora, quando sanc- hast, besonders in jener tissima anima tua egressa Stunde, da Deine allerheiest de sanctissimo corpore ligste Seele von Deinem tuo, offerre et ostendere heiligsten Leibe geschieden, digneris Deo Patri omni- Gott dem allmächtigen Vater potenti pro anima hujus für die Seele dieses Deines famuli tui N.( famulae Dieners N.( dieser Deiner tuae N.) et libera eum Dienerin N.) aufopfern und ( eam) in hac hora mortis vorstellen. Befreie ihn( ſie) ab omnibus poenis et pas- jegt in der Stunde seines sionibus, quas pro pec-( ihres) Absterbens von allen catis suis se timet meruisse. Strafen und Beinen, die er Qui cum Patre et Spiritu( fie) für seine( ihre) Fehlsancto vivis et et Deus in saecula lorum. Amen. regnas tritte verdient zu haben besaecu- fürchtet. Der Du mit dem Vater und dem heil. Geiste lebst und regierst Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme Dich unser. Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleisón! Pater noster. Ave Maria. Oratio. Gebet. Domine Jesu Christe, Herr Jesu Christe, der qui per os prophetae di- Du durch den Mund des 293 ut xisti: In charitate perpe- Propheten gesagt hast: Mit tua dilexi te, ideo attraxi ewiger Liebe habe ich Dich te miserans: obsecro te, geliebt und erbarmend Dich eandem charitatem an mich gezogen; ich bitte tuam, quae te de coelis Dich flehentlich, Du wolleft in terram ad tolerandas eben diese Liebe, die Dich omnium passionum tuarum vom Himmel zur Erde herabamaritudines attraxit, offer- führte, um die Bitterkeiten re et ostendere digneris Deo aller Deiner Leiden zu erPatri omnipotenti pro anima dulden, Gott dem allmächhujus famuli tui N.( fa- tigen Vater für die Seele mulae tuae N.) et libera dieses Deines Dieners N. eum( eam) ab omnibus( Deiner Dienerin N.) aufpassionibus et poenis, quas opfern und vorstellen. Bepro peccatis suis timet se freie ihn( fie) von allen meruisse. Et salva ani- Strafen und Beinen, die mam ejus in hac hora er( sie) für seine( ihre) exitus sui. Aperi ei januam Sünden verdient zu haben vitae et fac eum( eam) befürchtet, und erlöse seine gaudere cum Sanctis tuis( ihre) Seele in dieser Stunde in gloria aeterna. Et tu, feines( ihres) Absterbens. piissime Domine Jesu Chri- Deffne ihm( ihr) die Pforten ste, qui redemisti nos pre- des Himmels und laß ihn tiosissimo sanguine tuo, mi-( fte) mit Deinen Heiligen serere animae hujus famuli fich in ewiger Glorie ertui( famulae tuae) et eam freuen. Liebreichster Herr introducere digneris ad Jesu Christe, der Du uns semper virentia et amoena mit Deinem kostbarsten Blute loca paradisi, ut vivat tibi erlöset hast, erbarme Dich amore indivisibili, qui a te der Seele dieses Deines et ab electis tuis nunquam Dieners( Deiner Dienerin) separari potest. Qui cum und führe sie in die ewig Patre et Spiritu Sancto vivit grünen und lieblichen Geet regnat in saecula sae- filde des Paradieses, daß culorum. Amen. fie Dir in untheilbarer Liebe 294 lebe und nimmermehr von Dir und Deinen Auser= wählten geschieden werde. Der Du mit dem Vater und dem heil. Geiste lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Beim Sterben. Kommt der Augenblick des Sterbens, so wird von den Umstehenden um so inständiger gebetet. Ist es der Sterbende nicht im Stande, den allerheiligsteu Namen Jesus auszusprechen, so thue es der Priester oder eine andere Person für ihn. Auch folgende Worte mögen ihm wiederholt vorgesprochen werden. Jesu! Jesu! Jesu! Jesu, Jesus! Jesus! Jesus! Redemptor mi! In manus Jesus, mein Erlöser! In tuas Domine commendo Deine Hände, Herr, empfehle spiritum meum. Sancta ich meinen Geist! Heilige Maria ora pro me. Maria, mater gratiae, mater misericordiae, tu me ab hoste protege et hora mortis suscipe. Maria, bitte für mich! Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Barmherzigkeit, schütze mich vor dem Feinde und nimm mich auf in der Stunde des Todes. Letzte Seufzer, welche den Sterbenden mit Auswahl zugerufen werden können.*) - O Jesus! mein Gott und Herr! komm und nimm meine Seele auf! Jesus! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! *) Dabei sei ein für allemal bemerkt, daß man den Sterbenden mit Bescheidenheit vorbeten und zusprechen müsse, um den todtfranken Menschen nicht durch Uebereifer mehr zu quälen, als ihm zu nützen. 295 An Dich glaube ich o ewige Wahrheit! und in diesem Glauben will ich sterben. Auf Dich hoffe ich, o unendliche Barmherzigkeit! und in dieser Hoffnung will ich sterben. Dich liebe ich, o allerliebenswürdigstes Gut! vom Grunde meines Herzens, und in dieser Liebe will ich sterben. O mein Gott! erbarme Dich meiner und sei mir armen Sünder gnädig. Jesus! die Finsternisse des Todes überfallen mich! O göttliches Licht, erleuchte mich, führe mich zum ewigen Licht! Ich glaube an Dich. O Jesus! die Schmerzen des Todes überfallen mich; o Jesus, meine Hoffnung, stärke mich, laß mich nicht zu Schanden werden!- Ich hoff auf Dich! Jesus! die Bande des Todes umgeben mich; o Jesus! meine Liebe, gekreuzigter Heiland, ziehe mich zu Dir, daß der ewige Tod keine Macht über mich habe. Ich liebe Dich! O mein Gott! erzeige Dich jegt in der Stunde meines Todes als ein barmherziger Vater. O Vater im Himmel, fiehe gnädig herab auf mich, Dein sterbendes Kind! O Vater im Himmel! ich habe gesündigt vor Dir; es reuet mich vom Herzen; vergib mir um Jesu, Deines Sohnes willen! - Mein Gott und Vater! meine Seele verlangt nach Dir, nimm sie auf in Deine Hände! O Jesus sei mir gnädig! O Jesus! sei mir barmherzig! O Jesus! verzeihe mir meine Sünden! O Jesus! ewige Wahrheit, an Dich glaube ich; in diesem Glauben leb' und sterbe ich! Jesus! göttliche Treue, auf Dich hoffe ich; in dieser Hoffnung leb' und sterbe ich! O Jesus! höchstes Gut, ich liebe Dich über Alles; in dieser Liebe leb' und sterbe ich! O Jesus! Dir ergeb' ich mich; ich will gerne sterben, weil Du es willst; nimm meinen Geist auf. Ich will sterben, o mein Gott! damit ich Dich nicht mehr beleidige. Ich will sterben, um ewig bei Dir zu sein! 296 O himmlischer Vater! nimm mein Leben hin zum Opfer!- Ich opfere Dir mein Leiden, meine Angst, meinen Tod in Vereinigung mit dem Leiden, der Angst und dem Tode Deines Sohnes Jesus! Mein Herr und Gott! stärke mich in dieser Stunde! Hilf mir, daß ich nicht zu Grunde gehe! S mein Gott! Du rufest mich zu Dir; siehe, ich bin bereit; Dein heiliger Wille geschehe! Ich liebe Dich, o mein Vater im Himmel! ich liebe alle Menschen aus Liebe zu Dir! Ich verzeihe allen meinen Beleidigern, verzeihe auch mir, mein Vater! Vater! sei mir gnädig! Vater! sei mir barmherzig! Vater! verzeihe mir meine Sünden! - - - - Jesus, Maria und Joseph! stehet mir bei! Jesus, Maria und Joseph! in Euere Hände empfehle und übergebe ich meine Seele! O Jesus! Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! O Jesus, sei mein Jesus! mein Heiland, mein Seligmacher! Gütigster Jesus! in Deine heiligen Wunden empfehle ich meine Seele! Heiliger Geist! unter Deinen göttlichen Schuß stelle ich meine Seele! O Gott! sei mir armen Sünder gnädig! O Jesus! ich glaube an Dich, erbarme Dich meiner! - Jesus! ich hoffe auf Dich, erbarme Dich meiner! O Jesus! ich liebe Dich über Alles, erbarme Dich meiner! - 297 O Jesus! sich an Dein heiliges Blut, das Du für mich vergossen hast; laß es an meiner armen Seele nicht verloren gehen! Oheiliger Geist, bleibe bei mir, und gib mir Kraft gegen alle Anfechtungen! Heilige Jungfrau Maria, Mutter der Barmherzigkeit! erlange mir bei Deinem göttlichen Sohne Verzeihung meiner Sünden! O Maria! reiche mir Deine hilfreiche Hand, und führe mich bald zu Jesus, Deinem göttlichen Sohne! O Maria, meine liebe Mutter! unter Deinen Schuß und Schirm fliehe ich!- Mein heiliger Schußengel! stehe mir zur Seite; beschüße mich in dieser Stunde, lasse dem Feinde meiner Seele keine Gewalt über mich! 1 - O mein heiliger Schußengel! nimm Dich meiner armen Seele an; führe sie vor das Angesicht Gottes!- Heiliger Joseph, hilf, daß Jesus mich errette aus der Gefahr! O Jesus! in Deinen heiligen Armen will ich sterben! O Jesus! ich schließe meine arme Seele in Dein heiliges Herz ein! Ő Maria! Du Mutter unsers Herrn Jesu Christi, versöhne mich mit Deinem Sohne; o bitte, daß er Gnade und Barmherzigkeit mir verleihe! Komm, o Jesus! stärke mich, denn ich bin schwach und kraftlos! Heiliger Schußengel! nur jetzt steh mir bei; nur jetzt verlaß mich nicht! Hilf mir streiten; hilf mir überwinden! 298 Ich widersage dem bösen Feinde, aller seiner Hoffart, allen seinen Werken! Ich glaube an Jesus, den Sohn Gottes; in diesem Glauben will ich sterben! Jesu! durch Deine schmerzhafte Kreuzigung und Deine Todesangst am Kreuze, erbarme Dich meiner! O Herr! ich verlange aufgelöst zu werden, und bei Dir zu sein; komm und nimm mich zu Dir! O Jesu! Dir zu Liebe leide ich, Dir zu Liebe sterbe ich. O Jesu! nach Dir ist mein Verlangen; ich bin jetzt auf dem Wege, vor Dir zu erscheinen, nimm mich in Gnaden auf! Sei mir, o Jesus! ein gnädiger Richter; laß Deine Barmherzigkeit über mich walten; verstoß mich nicht vor Deinem Angesicht! O Jesus! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Sei, o Jesu! im Tode mein Heil, und nach dem Tode meine Belohnung! Jesus! an Dich glaube ich! Jesus! auf Dich hoffe ich! Jesus! Dich liebe ich! Kommet mir zu Hilfe, ihr Heiligen Gottes! bittet für mich, ihr, meine heiligen Patrone! Stehe mir bei, heiliger Schuzengel! Kämpfe für mich, heiliger Erzengel Michael! Schüße mich, o heilige Mutter Gottes! Jesus! sei mir gnädig! Jesus! sei mir barmherzig! Jesus! verzeihe mir meine Sünden! Jesus! Dir lebe ich! Jesus, Dir sterbe ich! Jesus, Dein bin ich todt und lebendig! Jesus! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Jesus! Jesus! Jesus! Dein bin ich! - 299 Segnungen über die Sterbenden. Erster Sterbefegen. Durch das Zeichen+ des heiligen Kreuzes zeige der Herr Dir sein Angesicht, und sei Dir barmherzig.- Der Herr wende seine Augen zu Dir, und gebe Dir den Frieden. Dich segne Gott der Vater, der alle Dinge erschaffen, und Dir Leib und Seele gegeben hat. Dich segne Gott der Sohn, Dein Herr und Heiland, der für dich am Kreuze gestorben ist, und dich durch sein heiliges Blut und durch seinen bittern Tod erlöset hat. Dich segne Gott+ der heilige Geist, der dich in der heiligen Taufe durch seine Gnade geheiliget hat; er erhalte dich in dieser bis an's Ende deines Lebens. Der Friede unseres Herrn Jesus+ sei mit dir. Die Kraft seines allerheiligsten Blutes, das Zeichen des heiligen Kreuzes, der siegreiche Titel Jesu, des gekreuzigten Heilandes, Jesus+ von Nazareth, ein König der Juden; seine heiligen fünf Wunden mit dem daraus geflossenen Blute seien dir eine unüberwindliche Mauer gegen alle Versuchungen jetzt und im letzten Augenblicke deines Lebens. Im Namen Gottes+ des Vaters, und des+ Sohnes, und des+ heiligen Geistes. Amen. Reise hin, christliche Seele! von dieser Welt. Jesus Christus, der sich gewürdiget hat, für dich zu sterben, befreie dich vom ewigen Tode. Jesus Christus spreche dich los von allen deinen Sünden, und stelle dich zur rechten Hand in die Zahl seiner Auserwählten, damit du deinen Erlöser von Angesicht zu Angesicht anschauen, und mit allen Heiligen loben und preisen mögest in alle Ewigkeit. Amen. 300 3 weiter Sterbesegen. Ziehe hin, christliche Seele, im Namen des Vaters t, der dich erschaffen hat, im Namen des Sohnes t der dich erlöset hat, im Namen des heiligen Geistes †, der dich geheiligt hat! Ziehe hin, unsterbliche Seele, mit den heiligen Sakramenten versehen, im Blute des Lammes gewaschen, mit dem Kreuzet Christi bezeichnet. Ziehe hin, im Namen des Vaters † der dich nach seinem Ebenbilde erschaffen hat, im Namen des Sohnes t, der dich durch sein kostbares Blut erkauft hat, im Namen des heiligen Geistes †, der dich geheiligt hat. Siehe, der göttliche Bräutigam kommt; geh' ihm entgegen! Gehe hin, christliche Seele, im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit+, des Vaters, dessen Allmacht dich beschüße,+ des des Sohnes, dessen Barmherzigkeit dich begleite, heiligen Geistes, dessen feligmachende Gnade dich nicht verlasse. Gehe hin, im Namen des Vaters †, der dich für sein Kind erkenne, im Namen des Sohnes †, der dich für seinen lieben Bruder( Schwester) aufnehme, im Namen des heiligen Geistes †, der dich als sein auserwähltes Gefäß empfange. Gehe hin, im Namen des Vaters †, der dir die ewige Seligkeit zubereitet hat, im Namen des Sohnes t, der dir die ewige Seligkeit durch sein kostbares Blut erkauft hat, im Namen des heiligen Geistest, der durch die heiligen Sakramente dich der ewigen Seligkeit würdig gemacht hat. Gehe hin im Namen der allerseligsten Jungfrau Maria, die für dich bei ihrem Sohne fürbitten möge. Sie, die mächtige Frau und Mutter, schüße dich und begleite dich. 301 Das Kreuz Christi+ sei dein Schild gegen alle Anfechtungen des bösen Feindes. Gehe hin, im Namen Jesu, vor dem sich alle Kniee beugen müssen im Himmel, auf Erden und unter der Erde; im Namen Jesus, in dem Alle selig werden. Jesu Wunden seien deine Stärke auf der Reise in die Ewigkeit. Das Kreuz Christi sei dein Stab; die Verdienste Christi seien dein Reichthum; der Leib des Herrn sei deine Wegzehrung; dein heil. Schußengel sei dein Reisegefährte; Maria deine Helferin und Fürbitterin! - Ziehe hin, christliche Seele! zu deinem legten Ziel und Ende, zu dem du erschaffen bist. Die Kraft des Vaterst kräftige dich, die Weisheit des Sohnes t regiere dich, der Trost des heiligen Geistes+ erquicke dich! Gott, der Vater, nehme deine Seele auf; denn sie ist das Werk seiner Hände und sein Ebenbild. Gott, der Sohn, Jesus Christus, nehme deine Seele auf; denn sie ist sein Eigenthum, erkauft durch sein kostbares Blut! Gott, der heilige Geist, nehme deine Seele auf; denn sie ist sein Tempel, er hat sie geheiligt und geweiht. So gehe denn hin, christliche Seele, im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit+ des Vaters, † des Sohnes †, des heiligen Geistes. Der Segen der heiligsten Dreifaltigkeit ſei und bleibe bei dir in Ewigkeit. Amen. Dritter Sterbesegen. Scheide hin, christliche Seele! im Frieden. Der Segen unsers Herrn Jesu Christi erfülle dich! Die Kraft seines bitteren Leidens und Sterbens stärke dich †! Die Reinigkeit der unbefleckten Jung 302 frau Maria bedecke dich! Der Chor der Engel beschirme dich! Der Erzengel Michael kämpfe für dich!- Die Fürbitte aller Heiligen und Auserwählten helfe dir!- Jesu heiliges Blut wasche dich! Dich geleite der Schuß und Segen Gottes des Vaters †, der dich aus dem Nichts erschaffen, dich bewahre die Kraft Jesu Christi t, der für dich all' sein Blut vergoffen; dich erfülle der heilige Geist und segne dich t, der dich zu seinem Heiligthume geweiht hat. 11 Ich segne dich im Namen des Herrn †, der Himmel und Erde gemacht hat. Ich segne dich im Namen der glorreichen und unbefleckten Jungfrau und Mutter Gottes Maria+, die auch deine Mutter ist. Ziehe hin, christliche Seele! zu deinem Gott und Vater, der aus Liebe zu dir seinen Sohn auf die Erde gesendet hat. Jesus sei mit dir und begnadige dich mit seinen Verdiensten. Der heilige Geist sei mit dir, und bereichere dich mit seiner Liebe. Gott erbarme sich deiner und segne dich. Der Gott Ifraels sende dir Hilfe von seiner heiligen Wohnung. Der Herr sei dir gnädig, er verzeihe dir deine Sünden, und heile deine Wunden. Er segne deinen Ausgang aus dieser Welt † und segne deinen Eingang in die Ewigkeit+. Dieß Alles verleihe dir der allmächtige, barmherzige Gott, der Vater t, und der Sohnt und der heilige Geist †. Amen. - 303 2. Gebete, welche von den Umstehenden dem Sterbenden vorgesprochen werden. Andacht zu den sieben Worten Christi am Kreuze vor dem Tode. Gekreuzigter Heiland! Dein Tod ist mein Leben! Deine legten Worte am Kreuze sollen mein Trost in meinem Tode sein. Vater verzeih ihnen; denn sie wissen nicht, was fie thun." O Liebe! Du betest für Deine Feinde. Willig verzeih' ich Allen, die mich jemals beleidigt haben. Jesus! laß Dein Blut, Dein sterbendes Herz bei dem Vater für mich um Barmherzigkeit bitten! Ach! verzeih mir meine Sünden, und geh nicht in das Gericht mit Deinem Diener!- Wahrlich, ich sage Dir: heute wirst du bei mir im Paradiese sein!" O Barmherzigkeit! wer soll auf Dich nicht hoffen? auch einem büßenden Mörder versprichst Du das Himmelreich! Jesus! gedenke meiner in Deinem Reiche! Ach! in meiner lezten Stunde sich mich an mit Deinen barmherzigen Augen, daß ich wahre Reue gewinne, und einen seligen Tod erlange. Gütigster Jesus! laß mich bei meinem Absterben diese trostvollen Worte hören: heute wirst du bei mir im Paradiese sein. - „ Siehe Deinen Sohn! Siehe Deine Mutter!" O unendliche Güte! Du gibst dem geliebten Jünger eine solche Mutter. Jesus! in meiner Todesangst laß mich genießen die mächtige Fürbitte und den Schuß Deiner allerseligsten Mutter! Verleih mir, o Du allerzärtlichster Sohn! ein kindliches Herz gegen Maria, fie in meinem Leben so - 304 zu ehren und zu lieben, daß sie für mich bitte und in meiner Sterbestunde sich als eine liebreiche Mutter erzeige. Mein Gott! mein Gott! warum hast Du mich verlassen." göttliche Gerechtigkeit! Du überlaffest Jesus den Schmerzen und dem Tode für die Sünden der Welt! Jesus! in der Angst, in den Versuchungen und Schmerzen des Todes verlaß mich nicht, da mich die ganze Welt verlassen wird! Barmherziger Jesus! ich geh zu Grunde, wenn Du mich verlassest; Du allein bist meine Zuflucht. Verlaß mich nicht! 1 - In meinem lepten Ende tröste und stärke mich! Verbirg meine ächzende Seele in Deine Wunden und laß mich da mein Heil finden. Mich dürstet!" O Uebermaß der Liebe! Dein liebreicher Durst wird mit Galle und Esfig gestillt! und es dürstet Mache sie selig Dich nach dem Heile der Seele! durch Dein Leiden und Sterben, liebster Jesus! bewahre mich in meiner Sterbestunde von aller Ungeduld, und von allem Kleinmuth, daß ich Dir zu lieb Alles leide, und mit heftiger Begierde nach Dir seufze. Es ist vollbracht!" - O Gehorsam! bis in den Tod des Kreuzes hast Du den Willen des Vaters erfüllet! Jesus! Du haft das große Werk unserer Erlösung durch Deinen meine Tod vollendet!- Dir sei ewiger Dank! Liebe bis in den Tod soll die Vergeltung sein! Unendlich liebenswürdigster Jesus! laß mich in Deiner Gnade und Liebe mein Leben vollbringen und Alles erfüllen, was Du von mir verlangst, damit ich mit Freuden sterbe. Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist!" -- 305 Oliebevolles Vertrauen! also hast Du Deine heiligste Seele der Liebe des Vaters überlassen! Jesus! in Deine verwundeten Hände, welche Du am Kreuze ausgestreckt hast, mich zu umfangen, empfehle ich meine arme Seele!-nimm sie auf in die Arme Deiner Barmherzigkeit in jenem legten Augenblicke!- Sterbender Jesus! mit Dir will ich mein Leben beschließen in den Worten: Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Jesus! ich sterbe in Deiner Liebe, Dich zu loben und zu lieben in Ewigkeit. Amen. Ergebung in Gottes Willen. Herr! thue mit mir, wie es Deiner Barmherzigkeit gefällt. Mein Herz ist zu Allem bereit, was Dein göttlicher Wille ist! Du bist der Herr über Leben und Tod, was in Deinen Augen gut ist, das thu! Du bist der Herr! Ich sage: mein Gott bist Du; meine Schicksale sind in Deinen Händen; mach' mit mir, wie es Dir gefällt. Herr! führe mich und schalte mit mir nach Deiner Gerechtigkeit, O mein Jesus, und wie es mein ewiges Bestes ist! guter Hirt, sieh, Dein Schäflein flieht zu Dir, nimm meinen Geist auf! Dein bin ich, Du hast mich erkauft mit Deinem heiligen Blute, Dir übergebe ich mich, verlaß mich nicht! Glaube. Fest glaube ich Alles, o mein Gott, was Du geoffenbaret hast! Diesen Glauben soll mir Niemand rauben. Was Du gesagt, was Deine heilige Kirche lehrt, ist Wahrheit; Du hast es geIch offenbart, Dein Wort bleibt in Ewigkeit! widerfage dem bösen Feinde, dem Geiste der Lüge; ich halte mich an Dich, o Jesus, Du ewige Wahrheit! — - - - Hoffnung. Alle meine Hoffnung seße ich auf Dich, o mein Heiland! auf Deine unendlichen VerKathol. Krankenbuch. 20 306 dienste, auf Deine Verheißungen, auf Deine Allmacht und Güte! Du wirst meine Seele Deiner Hand nicht entreißen lassen, denn Dein ist sie, Du haft sie erkauft mit Deinem Blute!- Ich fürchte kein Uebel, denn Du, o Herr, bist bei mir, ich wante nicht; denn Du bist meine Stärke! Herr Jesus, mein König bist Du, und ich Dein Knecht, reiche mir Deine Hand, daß ich nicht falle! Liebe. Ich liebe Dich, o mein Gott, Du Quelle aller Güte, aus ganzem Herzen, aus allen Kräften. Nichts soll mich von der Liebe Christi scheiden! Was ist mein Verlangen? was meine Erwartung? Du, o Herr, mein Gott, Du bist meine Erwartung, mein Alles bist Du!- Dir bringe ich mein Herz zum Opfer, o nimm es ganz in Besig, mein Jesus! Mit Dir möcht' ich mich vereinigen, bei Dir will ich ewig sein und bleiben! Reue. Ach, mein Herr und Gott! wie reuet und schmerzt es mich, Dich mit so vielen Sünden beleidigt zu haben! Ach, erbarme Dich meiner nach Deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Menge Deiner Erbarmniffe tilge aus meine Missethaten! Wasche mich rein von meinen Fehlern und reinige mich von meinen Sünden!- Nimmermehr will ich fündigen!- Ich widersage dem bösen Feinde und allen seinen Werken und aller seiner Hoffart; ich verfluche alle und jede Sünde, und will den Tod gerne annehmen zur Buße für alle Beleidigungen, so ich Dir, o höchstes Gut, zugefügt habe!- O Maria, Zuflucht der Sünder! bitte für mich, daß ich Vergebung aller meiner Sünden erlange. - 1 - 307 chiariloat Heilige Seufzer und sehnliches Verlangen nach einem glückseligen Tode. JACK Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Mein Herr Jesu! nimm meinen Geist auf! Ich verlange aufgelöst und bei Christo zu sein! O Herr! laß mich sterben den Tod des Gerechten, und laß meine letzten Dinge ihnen gleich sein! O Herr! es ist genug! Nimm hin meine Seele; denn ich bin nicht besser, als meine Väter! sti Nun, o Herr, mache mit mir nach Deinem heil. Willen und laß meinen Geist in Frieden aufge= nommen werden. Mein Gott, meine Barmherzigkeit, meine Zuflucht! nach Dir verlange ich, zu Dir fliehe ich, zu Dir eile ich als der Quelle der Güte. Weise mich nicht zurück in der äußersten Gefahr. Siehe, zu Dir komme ich, mein Jesus! Nimm auf meinen Geist, den Du mit Deinem Blute erkauft hast. Zu Dir wende ich mich, mein Heiland, wende Du Dich auch zu mir, o meine einzige Hoffnung! Sich mich gnädig an, mache selig mich, und erlöse meine Seele, befreie sie aus dem Kerker des Leibes. O Jesu, Geliebter meines Herzens! meine Seele liebt Dich, und verlangt nach Dir, um bei Dir zu sein! Wann werde ich sehen Dein holdestes Angesicht, wann werde ich hören Deine süße Stimme? Wann kommt doch diese glückselige Stunde? wann kommt doch dieser glückselige Augenblick? O mein Jesus! laß mich bald aus Deinem göttlichen Munde die Worte vernehmen: Heute wirst Du bei mir im Paradiese sein. O Jesu! ich glaube an Dich, laß mich bald jene 20* 308 trostreichen Worte hören: Dein Glaube hat dich selig gemacht. id! 2db, etter O Herr, erhöre mich! Ach, erkenne mich doch als Dein Kind! O süßer Jesu! Du bist gestorben mir zu Liebe; wie armselig wäre es, wenn ich nicht auch Dir zu Liebe sterben wollte! O Herr, könnte das sein, daß Dein liebevolles Herz Jemand verstieße, der in solcher Noth seine Zuflucht zu Dir nähme? In alle Ewigkeit nicht! O Jesu! nimm mich auf mit dem treuen Knechte und laß mich bald die Worte vernehmen: Odu treuer Knecht, geh' ein in die Freude Deines Herrn!- - O Jesu! nimm mich auf, wie Du den Zachäus aufgenommen hast, daß auch an mir wahr werde: Heute ist meiner Seele Heil widerfahren, denn ich bin geworden ein Kind Abrahams! Ö Jesu! laß mich bald unter Jene kommen, von denen es heißt: Selig sind die Todten, die im Herrn sterben; sie ruhen von nun an aus von ihren Mühen. O Herr Jesu! geh' nicht mit mir in's Gericht; ach, ich bin voll Sünden, Du aber bist die Quelle der Barmherzigkeit! Erbarme Dich meiner! O Herr, verzeihe mir, und nimm in Frieden auf meinen Geist, den Du erschaffen haft! - O Maria, Du bist die Königin der Barmherzigkeit; durch Dich hoffe ich Vergebung meiner Sünden zu erlangen; Du bist die Pforte des Himmels, durch Dich hoffe ich in den Himmel einzugehen! Heilige Maria, Mutter der heiligen Hoffnung! Dein geliebter Sohn ist gekommen selig zu machen, was verloren; Du wirst ja auch eines armen Sünders nicht vergessen, der sich demüthigt, und um Deine Fürbitte Dich anfleht! O gütige Mutter Maria! gedenke, daß meinet 309 wegen Dein geliebter Sohn sein theures Blut vergoffen hat; komm mir in meinem Elende zu Hilfe! Mein Jesus! wasche meine Seele mit jenem kostbaren Blute, das aus Deinen heiligen Wunden für alle armen Sünder geflossen ist! O Jesus, bewahre mich in dieser Stunde, daß ich dem bösen Feinde nicht zum Raube werde! O mache mich theilhaftig, o Jesu, Deines Reiches und nimm mich zu Dir in Deine Seligkeit! Einige Fragen an den Sterbenden. Mein Christ! sind Dir Deine Sünden von Herzen leid? Bekennst Du auch, daß Du unrecht gethan, da du den lieben Gott so oft beleidigt und erzürnt hast? Sind dir deine Sünden vornämlich deßhalb leid, weil du Gott, deinen besten Vater, betrübt und beleidiget hast? Wenn dir Gott noch länger das Leben fristete, würdest du dich wahrhaft bessern? Begehrst du, daß dir Gott deine Sünden verzeihe? Willst du auch allen denen, die dich jemals beleidigt haben, verzeihen? Begehrst du auch Verzeihung von denjenigen, die dich jemals beleidigt haben? Wenn dich Gott in dieser oder jener Welt für deine Sünden strafen wollte, würdest du willig den Tod annehmen? Ergibst du dich auch vollkommen in den heiligen Willen Gottes? Willst du auch als ein getreuer katholischer Christ leben und sterben? Glaubst du Alles, was die römisch- katholische Kirche glaubt? 310 Bist du auch bereit, in diesem Glauben zu leben und zu sterben? Wenn du vielleicht bei deinem Hinscheiden etwas gegen den Glauben denken solltest, willst du jetzt schon dieß für nichtig und ungiltig erklären? Hoffst du auch auf die Barmherzigkeit Gottes, und vertraust Du fest auf die Verdienste des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi? Liebst du den lieben Gott, und begehrst du ihn vom ganzem Herzen zu lieben? Willst Du aus Liebe zu Ihm auch sterben? Ist dieses, was Du mir versprochen hast, auch dein ernster und fester Wille? Verlangst du auch, daß ich und alle Umstehenden vor Gott davon Zeugen sein sollen? od 197 Bereitwilligkeit zum Sterben. O mein Gott und Vater! Du willst, daß ich sterbe, Dein heiliger Wille geschehe!- Wie Dein göttlicher Sohn Jesus auf dem Selberg, will auch ich beten: Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du willst!- O himmlischer Vater! thue mit mir nach Deinem Wohlgefallen, und verwirf mich nicht von Deinem Angesichte! Mein Gott und Vater! Dir übergebe ich Leib und Seele, denn von Dir habe ich sie empfangen! Dir bringe ich gerne mein Leben zum Opfer, Dein heiliger Wille geschehe! Jesus, mein Heiland, Du rufst mich, siehe ich bin bereit! Ich bin Dein Schäflein, das Du oft ge= sucht, für das Du gestorben bist, lasse mich nicht verloren gehen, Du getreuer, guter Hirt! ich übergebe mich Dir, o verlasse mich nicht!- Sterben will ich, o Jesus, aus Reue, weil ich Dich, meinen gütigsten Gott, so oft beleidiget habe.- Du warst gehorsam, o Jesus, Deinem himmlischen Vater bis ― - 7 311 zum Tode am Kreuze, auch ich will mich dem Willen Deines himmlischen Vaters unterwerfen, und gerne sterben, weil er es verlangt!- Sterben will ich, o Jesus, um Dir, meinem gütigsten Heiland, auch im Tode nachzufolgen! Sterben will ich, o Jesus, weil auch Du für mich gestorben bist!- Ich will o mein Jesus, den Tod von Deiner Hand hinnehmen zur Abbüßung meiner Sünden; verachte nur meinen guten Willen nicht! Sterben will ich, o Jesus, aus Dankbarkeit für alle Gnaden, die Du uns armen Sündern durch Deinen Tod erworben haft! Sterben will ich, o Jesus, um recht bald zu Dir zu gelangen! In Deine Hände empfehle ich meinen Geist! - - 3. Gebete, welche für die Sterbenden verrichtet werden. Fürbitten zu Jesus, dem Gekreuzigten. Gütigster Herr Jesus Christus, Du Sohn der schmerzhaften Mutter und unbefleckten Jungfrau Maria, höre die Stimme Deines Dieners( Dienerin), gleichwie Du die Stimme des büßenden Schächers am heiligen Kreuze gehört haft! Vater unser. Ave Maria. ( In der Stille.) O gütigster Herr Jesu Christe, Du Sohn des lebendigen Gottes, siehe an mit Deinen mildesten Augen Deinen kranken Diener( Dienerin), gletchwie Du am heiligen Kreuze Deine gebenedeite schmerzenreiche Mutter angesehen hast! Vater unser. Ave Maria. ( In der Stille.) gekreuzigter Herr Jesu Christe! öffne Deinen holdesten Mund, und rede mit Deinem Diener( Die 312 nerin), gleichwie Du vom Kreuze herab mit dem heil. Johannes geredet und ihn Deiner gebenedeiten und unbefleckten Mutter anempfohlen hast! Vater unser. Ave Maria.( In der Stille.) Mein gekreuzigter Jesu! öffne diesem Deinem Diener( Dienerin) Dein liebevolles Herz, das Du zu einer Zufluchtsstätte für alle armen, reumüthigen Sünder gemacht hast. Vater unser. Ave Maria.( In der Stille.) O gütigster, barmherzigster Jesu! blicke mit Deinen mildesten, barmherzigsten Augen Deinen Diener( Dienerin) an, wie Du den reumüthigen Petrus angesehen, und vergib ihm, wie Du der reumüthigen Büßerin Magdalena vergeben hast. Vater unser. Ave Maria. ( In der Stille.) Empfehlung der Seele des Sterbenden. Wir empfehlen Dir, o Jesus, diesen Kranken, Deinen sterbenden Diener, wie Du in Deinem Tode Deinen Geist in die Hände Deines Vaters empfohlen hast. Wir empfehlen ihn Dir, o Jesus, verleihe ihm Trost in seinen Schmerzen! Laß, o Jesus, Deinen blutigen Angstschweiß ihm zur Labung gereichen! Verleihe ihm Geduld und Ergebung und laß ihn nicht zaghaft und kleinmüthig werden! Erquicte, o Jesus, sein beängstigtes Herz; laß seine Seele Ruhe finden in Deinem heiligsten Herzen! Nimm seine Seele auf, o Herr, in Deine heiligen Wunden! Erhalte seine Seele, o Jesus, für das ewige Leben, o laß sie nicht verloren gehen! O laß seine Seele zu Dir kommen, o Jesus, die Du durch Dein kostbares Blut erlöset hast! 313 Errette seine Seele, o Herr, vom ewigen Tode! Verleihe, o Jesus, daß seine Seele allen Anfechtungen des bösen Feindes widerstehe! Gib o Herr, daß der Sterbende nur an Dich denke, nur allein in Dir seine Freude suche! - Erleuchte ihn, o Herr, mit Deinem Lichte, auf daß er Deine Liebe erkenne, und Dein Erbarmen preiſe! Erhalte ihn immer und ewig in Deiner Liebe; gib, daß er nur Dich liebe und Dir diene! Wir empfehlen Dir, o Jesus, die fünf Sinne des Sterbenden, auf daß Du sie dem bösen Geiste verschließest, dem heiligen Geiste aber öffnen wollest! Wir empfehlen Dir, o Herr, alle Athemzüge Deines kranken Dieners, daß Du sie als lauter Lob- und Dankeszeichen für Deine Gnaden aufnehmen wollest! O Jesus! lösche aus seine Sünden durch Dein heiliges Blut, das Du am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hast! Wir empfehlen Dir sein noch übriges Leben, daß er Dir allein leben möge! Wir empfehlen Dir, o Jesus, seinen Geist in Deine Hände, damit der böse Feind keine Macht über ihn habe! Wir empfehlen Dir, o Jesns, seine Seele in Deine heilige Seite, welche Du uns zu Liebe hast wollen öffnen lassen! Wir empfehlen Dir, o Jesus, seine Seele in Dein heiligstes Herz, das Du uns zu Liebe hast verwunden lassen! Wir empfehlen Dir, o Jesus, seine Seele, wie Du Deinen Geist in die Hände Deines Vaters empfohlen hast! 314 Fürbitten und Zusprüche bei längerem und schwerem Todeskampfe. Bitte zum leidenden und sterbenden Erlöser. O Jesus! Du hast für unsere und der ganzen Welt Sünden auf dem Oelberg die bitterste Todesangst ausgestanden, dreimal_sankest Du zu Boden unter der Last der Leiden. Dein Schweiß floß wie Blut zur Erde nieder! Ein Engel kam und stärkte Dich in Deiner Angst. Um jener schmerzlichen Todesangst willen, die Du unser willen erduldet, sende diesem Kranken Deinen Engel, damit er ihm beistehe im Kampfe, und ihn nicht unterliegen laffe den Anfechtungen des bösen Feindes! Amen. O Jesus! Du ließest Dich aus Liebe zu uns auf dem Selberge von Deinen Feinden ergreifen, binden und schmählich fortschleppen; alle Deine Jünger verließen Dich; Niemand stand Dir zum Troste und zur Hilfe an der Seite. Siehe, dieser Dein franker Diener ist ergriffen und gebunden von den Banden des Todes; Angst und Schmerz umgeben ihn; Niemand kann ihm helfen; Niemand ihn trösten als Du allein, o Jesus! Verlaß ihn nicht; löse seine Bande, befreie seine Seele von ihren Alengsten, tröste ihn, und sei ihm nahe mit Deiner Hilfe, Du, sein Heiland und Erlöser! - - O Jesus! Dein geliebter Jünger Petrus verläugnete Dich dreimal. Welch ein Schmerz war dieß für Dein liebevollstes Herz! Gleichwohl sahest Du ihn wieder an mit dem Blicke der Gnade und der erbarmenden Liebe!- O laß doch nicht zu, gütigster Heiland! daß dieser Dein sterbender Diener Dich verläugne! Erhalte ihn im Glauben und in der Hoffnung auf Dich; vergib ihm seine Sünden, 315 und blicke ihn an mit Deinen mildesten Augen voller Liebe und Barmherzigkeit! O Jesus! gebunden führten sie Dich, das unschuldige Lämmlein, zu dem Landpfleger Pilatus, verklagten Dich dort fälschlich als einen Verführer des Volkes und schrieen: Kreuzige, kreuzige ihn! Und der ungerechte Richter gab nach, und verurtheilte Dich zum Tode des Kreuzes!- Siehe! Dein sterbender Diener liegt in schwerer Pein darnieder; ihn kreuzigen die Aengsten des Todes, den Dein heiliger Wille über ihn verhängt hat! Erbarme Dich seiner, o Jesus! und gib ihm Geduld und Ergebung! Laß nicht zu, daß er verzage, und stärke ihn mit der Kraft Deines heiligen Kreuzes! - - O Jesus! Du mußtest die schwere Last des Kreuzes hinauf tragen auf den Kalvarienberg; dreimal sankest Du schmerzlich zu Boden. Schwer war Dir die Last des Kreuzes, noch schwerer drückte Dich die Last unserer Sünden! Siehe, Dein sterbender Diener seufzt unter der Last seiner Sünden; die Qual des Todes ruht schwer auf ihm! O vergib ihm seine Missethaten; nimm hinweg die Last seiner Sünden, und gieße Trost in sein Herz, damit er ausharre bis zum Ende! Jesus! auf dem Kalvarienberg riffen sie Dir die Kleider herab und schlugen Dich mit spißigen Nägeln an's Kreuz! Drei Stunden hingst Du in qualvollster Pein am Kreuze, verlassen von Deinem himmlischen Vater und allen Deinen Freunden, verspottet und verhöhnt von Deinen Feinden!- Endlich riefst Du:„ Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist," neigtest Dein Haupt und starbst! Siehe, Dein sterbender Diener liegt hilflos auf dem Schmerzensbette; seine arme Seele ist daran, 316 das Kleid ihres Leibes abzulegen, und vor Deinem Gerichte zu erscheinen. Die Finsternisse des Todes umgeben sie, und die Angst vor Deinem Gerichte hat sie ergriffen! Ach, erbarme Dich, o Jesus, der armen Seele; verlasse Du sie nicht; laß ihr leuchten Dein Licht; verfahre gnädig mit ihr im Gerichte, und wenn sie scheidet vom Leibe, nimm sie gnädig auf in Deine Hände, o Jesus! - Bitte zu Maria, der schmerzhaften Mutter Gottes. O Maria, schmerzhafteste Mutter unter dem Kreuze! zu Dir flehen wir für unsern sterbenden Mitbruder ( Mitschwester), daß Du Deine mitleidigen Augen auf ihn richten, und eingedenk seiner bittern Noth und Angst, ihm beistehen wollest mit Deiner mächtigen Hilfe. Du bist die Trösterin der Betrübten, die Zuflucht der Sünder, das Heil der Kranken, die Hoffnung der Sterbenden! Du hast Deinen allerliebsten Sohn am Kreuze sterben sehen, und sein geliebtes Leben für uns geopfert. Um dieses Schmerzes willen, den Du damals unter dem Kreuze erduldet, verlaß diesen Sterbenden nicht! Tröste ihn in seiner Angst, stärke ihn in seiner Schwäche, hilf ihm im Kampfe, schüße ihn vor den Anfechtungen des bösen Feindes, segne ihn mit Deinen segensreichen Händen. Flehe für ihn um Erbarmen und Gnade, und zeige ihm nach diesem Leben, Jesum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes, o gütige, o süße, o milde Jungfrau und Mutter Maria! thi Litanei vom bittern Leiden Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 317 Jesus, der Du vor Annas und Kaiphas geführt wurdest, Jesus, der Du schmählich geschlagen wurdest, Jesus, der Du für einen Gotteslästerer gehalten und des Todes schuldig erkannt wurdest, Jesus, der Du mit größter Geduld diese Schmach ertragen hast, Jesus, der Du von Petrus dreimal verläugnet wurdest, Jesus, der Du den Petrus gnädig angesehen haſt, Jesus, der Du gebunden zu Pilatus geschleppt wurdeſt, Jesus, der Du von Herodes verachtet und verspottet wurdest, Jesus, der Du dem Mörder Barabas nachgesetzt wurdest, Jesus, der Du entblößt an eine Säule gebunden wurdest, Jesus, der Du auf's Grausamste gegeißelt wurdeſt, Jejus, der Du mit Dornen gekrönt wurdest, Jesus, der Du abscheulich verspottet, angespieen und geschlagen wurdest, Jesus, der Du das schreckliche Wort hören mußteſt: ,, Kreuzige ihn", Jesus, der Du vom ungerechten Richter zum Tode verurtheilt wurdest, Jesus, den die schwere Last des Kreuzes dreimal zu Boden drückte, Jesus, der Du wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurdest, Jesus, der Du auf dem Kalvarienberge entkleidet worden bist, Jesus, der Du mit Nägeln grausam an's Kreuz geheftet wurdest. Jesus, der Du zwischen zwei Mördern am Kreuze ge= hangen bist, Jesus, der Du am Kreuze geläſtert wurdeſt, Jesus, der Du mit Galle und Essig getränkt worden biſt, Jesus, der Du Dein Haupt neigtest und für uns am Kreuze starbst, Stärke Deinen Diener( Deine Dienerin) im Todeskampfe! Sei ihm( ihr) gnädig, o Jesus! Verschone ihn( sie), o Jesus! Von allen wohlverdienten Strafen, erlöse ihn( sie), o Jesus! Von aller Angst und Bedrängniß, erlöse ihn( sie), o Jesus! Von aller teuflischen Versuchung, erlöse ihn( sie), o Jeſus! 318 Von aller Kleinmüthigkeit und Verzweiflung, erlöse ihn ( fie), o Jesus! Von einem unglückseligen Tode, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Deine Liebe zu allen Menschen, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Deine Menschwerdung, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Dein heiliges Leben, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Dein heiliges Leiden, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Deinen heiligen Tod, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Deine Auferstehung, erlöse ihn( sie), o Jesus! Durch Deine Himmelfahrt, erlöse ihn( jie), o Jesus! Wir arme Sünder, wir bitten Dich erhöre uns! Daß Du diesem sterbenden Diener( Dienerin) mit Deiner Gnade beistehen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du ihm( ihr) Geduld und Ergebung in Deinen heiligen Willen verleihen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du ihn( sie) selig vollenden und in Deiner Liebe sterben lassen wollest, wir bitten Dich erhöre uns! Daß Du ihn( sie) nach seinem( ihrem) Tode in Dein himmlisches Reich aufnehmen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Du Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes 2c., erbarme Dich unser, o Herr! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. Gebet. O Jesus, unser Heiland und Erlöser, der Du für uns Menschen so große Pein gelitten hast und des bittersten Todes gestorben bist; wir bitten Dich durch Dein bitteres Leiden und Sterben, stehe diesem Deinem leidenden und sterbenden Diener( Dienerin) bei, daß er( sie) Dir mit Standhaftigkeit nachfolge. Erleichtere ihm( ihr) sein Leiden und Sterben, ver= süße ihm( ihr) durch Deine liebevolle Gegenwart seinen( ihren) Tod und erlöse seine( ihre) Seele von allen Versuchungen des bösen Feindes. Stärke und tröste ihn( sie), daß er( sie) bis an's Ende im Glauben an Dich, in der Hoffnung auf Dich und in der Liebe zu Dir ausharre, und wenn er( fie) vollendet hat, in Deinem Reiche Aufnahme finde. Amen. 319 Hingabe an Jesus. O Jesus, in Deine heiligen Arme befehle ich meine Seele! O Jesus, Du zärtlicher Freund aller armen Sünder, in Dein süßestes Herz befehle ich meine Seele! O Jesus, Du treuer Hirt, auf Deine heiligen Schultern lege ich meine Seele! O Jesus, mein göttlicher Heiland, in Deine heiligen Wunden befehle ich meine Seele! O Jesus, mit Leib und Seele, mit allen meinen Gedanken will ich mich in Dein Herz versenken, o laß mich nicht von Deinem liebevollsten Herzen getrennt werden. 1 - - 4. Gebete unmittelbar vor und nach dem Verscheiden. Letter Segen. Ziehe hin, christliche Seele, aus diesem zerbrechlichen Leibe im Namen des allmächtigen Gottes † des Vaters, der dich erschaffen; im Namen Jesu Christi, des Sohnes †; des lebendigen Gottes, der für dich gestorben ist; im Namen des heiligen Geistes t, der sich in dir ausgegoffen, und dich geheiligt hat. Jesus, der Gekreuzigte t, dein Heiland sei mit dir, und nehme deine Seele gnädig auf! O Herr Jesu! laß Deinen Diener( Deine Dienerin) sterben, wie Du gestorben bist! O Herr Jesus! laß ihn( sie) hören das Wort: Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein!" O Herr Jesus! laß ihn( sie) Dein wonniges Angesicht schauen, und ihn( sie) an Deiner Herrlichkeit theilnehmen! Amen. 320 Nach dem Abscheiden. B. Subvenite Sancti Dei, Kommet zu Hilfe, ihr occurrite Angeli Domini Heilige Gottes, kommet ent* Suscipientes animam ejus gegen, ihr Engel des Herrn; * Offerentes eam in Con- nehmet seine( ihre) Seele spectu Altissimi. auf und bringet sie vor das Angesicht des Allerhöchsten. V. Suscipiat te Christus, qui vocavit te, et in sinum Abrahae Angeli deducant Dich nehme Christus auf, der dich berufen, und die Engel mögen dich in Abrahams Schooß geleiten. te. B. Suscipientes animam Sie mögen deine Seele aufejus, Offerentes eam in nehmen und vor das Angesicht conspectu Altissimi. des Allerhöchsten bringen! y. Requiem aeternam dona ei, Domine et lux perpetua luceat ei* Offerentes eam in conspectu Gib ihm( ihr) die ewige Ruhe, o Herr und das ewige Licht leuchte ihm( ihr)! die Engel mögen deine Seele vor das Angesicht des Allerhöchsten bringen. Altissimi. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Pater noster etc. V. Et ne nos inducas in tentationem. B. Sed libera nos a malo. Amen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser xc. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. V. Requiem aeternam dona ei, Domine. B. Et lux perpetua luceat ei. V. A porta inferi. 321 B. Erue Domine animam ejus. V. Requiescat in pace. B. Amen. y. Domine exaudi orationem meam. R. Et clamor meus ad te veniat. Herr! gib ihm( ihr) die ewige Ruhe! Und das ewige Licht 2c. Von den Pforten der Hölle. Errette, o Herr, seine( ihre) Seele. Sie möge ruhen im Frieden. Amen. Herr, erhöre mein Gebet. Und mein Rufen laß zu Dir kommen. Oremus. Laßt uns beten. Tibi, Domine, commen- Dir, o Herr! empfehlen damus animam famuli tui wir die Seele Deines Dieners ( famulae tuae) N., ut de-( Deiner Dienerin) N. damit functus( defuncta) saeculo er( fie), der Welt abge= tibi vivat: et quae per storben, Dir lebe; tilge die fragilitatem humanae con- Sünden, welche er( ste) aus versationis peccata com- Schwachheit begangen, durch misit, tu venia misericor- Deine allerbarmende Liebe dissimae pietatis absterge. und Gnade. Durch Christum Per Christum Dominum unsern Herrn. Amen. nostrum. Amen. ( Dann besprenge der Priester den Leichnam mit Weihwasser und spreche:) Rore coelesti perfundat Mit himmlischem Thaue animam tuam Deus Pater erquiche deine Seele Gott t et Filius et Spiritus Vater †, Sohn und heil. Sanctus. Amen. Geist. Amen. Kathol. Krankenbuc 21 322 ald( 1) Litanei für die Abgestorbenen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich ihrer! A Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich ihrer! Gott heiliger Geist, erbarme Dich ihrer! Heilige Maria, bitte für sie! Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle Chöre der seligen Geister, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Alle heiligen Martyrer, Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, Alle heiligen Kirchenlehrer, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, Alle Heiligen Gottes, Sei ihr gnädig: verschone ihrer, o Herr! Sei ihr gnädig: erlöse jie, o Herr! Bittet für sie! Von den Peinen des Fegfeuers, erlöse sie, o Herr! Durch deine Menschwerdung und Geburt, erlöse sie o Herr! Durch deine Taufe und heiliges Fasten, erlöse sie, o Herr! Durch dein Kreuz und Leiden, erlöse sie, o Herr! Durch deinen Tod und dein Begräbniß, erlöse sie, o Herr! Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt, erlöse sie, o Herr! Durch die Ankunft des heiligen Geistes, erlöse sie, o Herr! Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du dieser abgeschiedenen Seele verschonest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du ihr verzeihest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du ihr alle noch übrige Sündenstrafe nachlassest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du sie aus dem Fegfeuer erlösest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du sie zur ewigen Seligkeit aufnehmest, wir bitten Dich, erhöre uns! Jesu, Du Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! 323 O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden * der Welt: gib ihr die ewige Ruhe! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib ihr die ewige Ruhe! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib ihr die ewige Ruhe! Vater unser 2c. Herr! gib ihr die ewige Ruhe! Das ewige Licht leuchte ihr! Herr! Lasse sie im Frieden ruhen! Amen. Herr! erhöre unser Gebet, und laß unser Rufen zu Dir kommen. Gebet. O Gott, Du Erschaffer und Erlöser aller Menschen! verleih' dieser abgeschiedenen Seele vollkommene Verzeihung und Nachlassung aller verdienten Sündenstrafe, damit sie von der Pein des Fegfeuers befreit, Dich als ihr leztes Ziel und Ende anschauen, lieben, und in alle Ewigkeit loben und preisen möge. Amen. Herr! gib ihr die ewige Ruhe; und das ewige Licht leuchte ihr! Diese und die Seelen aller Abgestorbenen sollen durch Gottes Barmherzigkeit im Frieden ruhen. Amen. Die Sequenz ,, dies irae", die bei dem feierlichen Seelengottesdienste für jeden Verstorbenen gebetet wird. Tag des Herrn! Tag der Rache! Nach der heil'gen Büchersprache Sinkt an dir in Staub die Welt! Ach wie werden wir einst beben, Seh'n wir Jesum niederschweben Zum Gericht, das streng' Er hält. 324 Die Posaune wird erschallen, Hörbar in den Gräbern allen, Jeder muß dann hin zum Thron. Tod! Natur! ihr werdet beben, Wann die Auserweckten geben, Rechenschaft dem Menschensohn! Dann wird sich ein Buch entfalten, Dort ist jede That enthalten Von dem menschlichen Geschlecht! Vor dem Richter wird zum Schrecken Das Verborg'ne sich entdecken Und nichts bleibt dann ungerächt. 1 Werd' ich Armer dann bestehen? Wen werd' ich um Hilf' anflehen, Da die Frommen kaum besteh'n? König Du, vor dem wir beben! Du verleihest ewig Leben; Laß mich nicht zu Grunde geh'n! Merk', o Jesu! auf mein Bitten! Denk', was Du für mich gelitten! Wirf mich nicht zur Hölle hin! Mich aufsuchend wardst Du müde Und Dein Kreuztod ist mein Friede: Deine Müh' sei mein Gewinn! Richter! Rächer aller Sünden! Laß bei Dir mich Gnade finden An dem Tag der Rechenschaft! Scham in meinem Angesichte Zitt're ich vor dem Gerichte; Laß, o Gott mich ungestraft! 325. Du hast jenem Weib' vergeben, Gabst dem Mörder ewig Leben: Gibst nicht mir auch Hoffnung Du? Unwerth zwar ist meine Bitte: Doch Erlöser, Du voll Güte! Wirf mich nicht der Hölle zu! Laß mich zu den Schafen stellen; Nicht den Böcken beigesellen: Dir zur Rechten will ich sein! 0 Wenn Du zu der Hölle Flammen! Alle Sünder wirst verdammen, Führ' mich in Dein Reich dann ein! O mit reuigem Gemüthe Wend' ich mich zu Deiner Güte, Nimm Dich, Heiland! meiner an! Wann ich an dem Tag der Rache Aus der Erde Staub erwache Und mich Deinem Thron muß nah'n! Das ,, Libera" beim Gang zum Grabe nach dem feierlichen SeelenGottesdienste. Bewahre mich, mein Herr und Gott! Bewahr' mich vor dem ew'gen Tod, Wann jener große Lag erscheint, Der alle Angst in sich vereint; Wann einst zerfällt der Erde Pracht, Wann das Gewölb' des Himmels fracht, Und über die entflammte Welt Gericht Dein schrecklich Antlig hält. 326 Furcht drängt sich in mein Herz hinein, Vor Schrecken zittert mein Gebein, Bedenk ich meine Rechenschaft Und Deines Zornes schwere Kraft. O Tag des Zornes, Tag der Rach', Voll Jammer und voll Ungemach! Du bist durch Deine Bitterfeit Der schrecklichste der ganzen Zeit! Erbarmer! Gott! ach schenke Du Den Abgestorb'nen ew'ge Ruh', Laß ihnen leuchten jenes Licht, Das ewig glänzt Dein Angesicht! 1 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 ¹5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8