GNOVO) KONC Siche ich ſtehe vor der Thür und klopfe an. 66-4071 k Visx Gb 4071 Gesangbuch für die Gemeinden der evangelischen Kirche Aug. Conf. in Oberösterreich und Obersteiermark. Mit Bewilligung des Wohllöblichen t. t. Consistoriums A. C. in Wien. Nürnberg. onnis 10 Gb 4071 yo Juristars fon bimstaind Sie mi Univ.- Bibl. Giessen Vorwort. Vorwort. III 9 Bei der Regelung des Gesangbuchwesens in den deutschen Gemeinden der evangelischen Kirche A. C., welche dem Wohllöblichen f. f. Consistorinm A. C. in Wien unterstehen, befand sich unter den, den Gemeinden zur Wahl freigelassenen Gesangbüchern auch das Gesangbuch für die evangelisch- lutherische Kirche in Bayern. Die evangelischen Gemeinden A. C. Oberösterreichs und Obersteiermarks vereinigten sich in der Wahl dieses Gesangbuches, drückten aber den Wunsch aus, daß eine Anzahl von Liedern, welche den Gemeinden durch langjährigen Gebrauch besonders lieb und werth geworden waren, und sich in dem bayerischen. Gesangbuche nicht befinden, in einem, demselben hinzugefügten Anhange zusammengestellt werden möchten. Das Wohllöbliche f. f. Consistorium A. C. in Wien fand es jedoch mit Recht unangemessen, mit der Einführung eines neuen Gesangbuches, die eines Anhanges dazu zu verbinden. Es traf demnach die Anordnung, daß die für den Anhang bestimmten 88 Lieder IV Vorwort. mit den Liedern des bayerischen Gesangbuches in der Art verschmolzen wurden, daß man sie bei jeder Rubrik an geeigneter Stelle einfügte und mit einem Sternchen (*) bezeichnete, womit sich auch das Hohe königl. bayerische Oberconsistorium in München einverstanden erklärte. Da auf diese Weise eine ganz neue Auflage des Gesangbuchs nöthig wurde, so benüßte man diese Gelegenheit, um hie und da einzelne in dem bayerischen Gesangbuche vorkommende Wörter und Ausdrücke mit andern zu vertauschen und hie und da einen ausgefallenen Vers wieder zu restituiren. T Wallern bei Efferding, am 19. August 1856. Jakob Ernst Kochy, m/ p. Pastor, Senior und Superintendentur- Verweser. 10000r Eduard Mücke, bam Pastor zu Schladming und Senior der evangelischen Gemeinden A. C. in Steiermark. Inhalts- Verzeichniß. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder Nr. 1-15. Gebetlieder Nr. 16-39. Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder Nr. 40-55. Zweite Abtheilung. Hohe Fest- und Feiertagslieder. 1) Die hohen Feste und Festzeiten. Advent Nr. 56-66. Anfang des Kirchenjahres Nr. 67-68. Weihnacht Nr. 69-84. Neujahr Nr. 85-96. Epiphanias Nr. 97-101. ( Darstellung Christi Nr. 102-104.) Passionszeit und Charfreitag Nr. 105-126. ( Begräbniß Jesu Nr. 127-133.) Oftern Nr. 134--152. ( Dftermontag Nr. 153-156.) Himmelfahrt Nr. 157-168. Pfingsten Nr. 169-185. Trinitatisfest Nr. 186-194. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfest Nr. 195-196. -Kirchweihfest Nr. 197-198. Bußtag Nr. 199-202. Erntefest Nr. 203-205. Geburts- und Namenstag des Landesherrn Nr. 206-207 Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. il T QUE THE 1) Die heiligen Sacramente. Taufe Nr. 208-212. Abendmahl Nr. 213-227. ( Nach dem Abendmabl Nr. 228-333.) 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation 9tr. 234-238. Beichte Nr. 239-245. Ordination Nr. 246-247. Trauung Nr. 248-252. Begräbniß Nr. 253-258. ( Bei Kinderleichen Nr 259-261.) ev. Gesangb. f. Desterr. Vy Inhalts- Verzeichniß. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubenslieder. Nr. 262-268. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Rr. 269-284. Schöpfung und Erhaltung Nr. 285-292. ( Von den Engeln 9tr. 293-294.) Vorschung und Regierung Nr. 295-303. Gott der Sohn. VI Versöhnung und Erlösung Nr. 304-317. Jesuslieder Nr. 318-336. Gott der heilige Geist Nr. 337-340. Wort Gottes Nr. 341-353. Kirche und Reich Gottes Nr. 354-371. Missionslieder Nr. 372-380. Fünfte Abtheilung. Das chriftliche Leben. Sündenbekenntniß und Buße Nr. 381-398. Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 399--418. Kampf der Heiligung Nr. 419-435. Früchte der Wiedergeburt 9tr. 436-465. Kreuz- und Trostlieder vir. 466-499. Morgenlieder Nr. 500-525. Tischlieder Nr. 526-530. Abendlieder Nr. 531-554. ( Am Saluß der Woche Nr. 555-556) ( Am Sonntagabend 9tr. 557-558.) Haus- und Ehefstand Nr. 559-565. ( Kinder Nr. 566-567.) ( Freunde 9tr. 568.) Obrigkeit Nr. 569-573. Krieg und Friede Nr. 574-577. Mißwachs und Theuerung Nr. 578-580. Krankheit und euchen Nr. 581-583. Allerlei gemeine Noth Nr. 584-587. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Ted Nr. 588-619. ( Ted und Begräbniß von Kindern Nr. 620-632.. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 633-655. G 3010111108 Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. Erster Ghor. 1. Herr Gott, dich loben wir, Dich, Bater in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Beide Heilig ist unser Gott, Erster Chor. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl die theuren Märtrer allzumal Die ganze werthe Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heiligen Geist und Tröster werth 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfran Leib nicht hast verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sisst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben Theil hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Defterr. Gcsgbch. Zweiter Ghor. Herr Gott, wir danken dir. ehrt die Welt weit und breit. und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Chöre. der Herre Zebaoth! 3 weiter Chor. geht über Himmel und Erden weit. und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großemSchall. rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn. mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewiger Sohn du bist; zurlösen das menschlich Geschlecht; und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Neich; alles, das todt und lebend ist. die mit deim theurn Blut erlöset seyn; mit den Heiligen in ewigem Heil; und segen, das dein Erbtheil ist: 1 2 Lob- und Danklieder. Erster Shor. wart und pfleg ihr zu aller Zeit, 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, Sey uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, Eigne Melodie. 2. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Na men sein; sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechter Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Neich. 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, darzu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, strast nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend ist unser Sünd dahin. 3 weiter Chor. und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn dein Namen stetiglich. Beide Chöre. Amen! 3. Wie sich ein Mann erbarmet über sein junge Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nurStaub, ein nichtiges Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der vor aller Sünd und Miſſethat! sey uns gnädig in aller Noth! wie unser Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmermehr. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. stet und fest in Ewigkeit bei seiner 4. Die Gottesgnad alleine bleibt lieben Gmeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund bes halten. Er herrscht imHimmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Tobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, uno treibt sein heifigs Wort; mein Seel soll auch ver= mehren sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann, geb. 1487, † 1541. Eigne Melodie. 3. Nun danket alle Gett mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu Gut und noch jetzund gethan. uns bei unserm Leben ein immer 2. Der ewig reiche Gott woll fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, ja, uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott Lob- und Danklieder. dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rindfart, geb. 1586, † 1649. Eigne Melodie. 4. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden.:,: 2. Der Herr regierct über die ganze Welt, was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf, ihr Heiden! lasset das Trauern seyn, zu grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort fein Unfall schaden: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:,: Matth. Apelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. Eigne Melodie. 5. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten 3 Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Mecres Tiefe hin. 6. Er lasje seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sey er stets unser Heil, und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig eigen Ruh. uns drauf sein Angesicht dort in der Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Nun danket all' und bringet 2c. 6. Ich finge bir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich sing und mach auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seyst, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. ben wir auf dieser ganzen Erd, das 3. Was sind wir doch, was ha 4 uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöneHimmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt? Lob- und Danklieder. 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzuschr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehrenreicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sey; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, jing und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Nath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig frohlich seyn. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 7. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Sollt ich ihm nicht fröhlich seyn? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer Lob- und Danklieder. durch sein theures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch besleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer, durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Neich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir au sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere, hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan umgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schane neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Nuth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinnentgehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Guade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Le 6 ben, bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, gcb. 1606,+ 1676. Lob und Danflieder. = 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die Eigne Melodie. 8. Lobe den Herren, den mäch- alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! tigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lajset ten Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer ge- ner Noth: ach Gott, vernimm mein 4. Ich rief dem Herrn in meifällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der fünstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, fet Gott mit mir! Gebt unserr.. drum dank ich dir; ach danket, danGott die Ehre! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mit Amen! Ivachim Neander, geb. 16-10, † 1680. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; daner Gnade walten. In seinem rüber will er früh und spat mit seiganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! Viel. Es ist das Heil uns zc. 9. Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Janumer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der lleberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben man soll, o Gott, dein Lobgesang lang, o Gott, von nun an ehren; an allen Orten hören. Mein ganz zes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Lob und Danklieder. Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Ange ficht mitjauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! Job. Jak. Schüß, geb. 1640, † 1690. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt und täglich gibet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die felge Lebenskron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frieden hat mit Gott gestist: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch 6. Lobt Gott, der auch dich gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat Allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket ſeinem Namen. Mel. Allein Gett in der Höh 2c. 10. Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüthe; ein Jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen. Eigne Melodie. 2. Lobt Gott und allezeit die großen Wunderwerke, die 11. O daß ich tauſend ZunMajestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket seinem Namen. gen hätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stinım, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Kyriakus Günther, geb. 1650,+ 1704. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! Odaß mein Blut mitJauchzenwallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf! auf! braucht allen euren Fleiß, und stehet mun= ter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den 8 Lob- und Danklieder. Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sey, o allerliebster Bater, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für al les, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, daß du zu meinem Heil bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, daß dein erbarmungsvol les Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geſchicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor Andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinenliessten sei. 11. Jch hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles hast geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. ler Freuden in deinem steten Lobe 12. Wie sollt ich nun nicht volstehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 13. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zungeregt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen höhern Chor viel tausend HalleEngeln bin; da sing ich dir im luja vor. Job. Menger. geb. 1658, † 1731. Mel. Jeju, meines Lebens 2c. 12. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Tren und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, Lob- und Danflieder. tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sünden straßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Danf dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich ge führt die Lebenszeit, weiß ich fein Ziel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tansendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Berlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tauſendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr; mein Gott, zu jeder Frist, 9 und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 9. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward ich deiner Hülf doch innen. Tausend, tauſendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 11. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sey dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, cwig danfen dir! Ludwig Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Eigne Melodie. 13. Love den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel ge= 10 Lob- und geben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truß; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! Danklieder. lich. Zion, dein Gott forgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte fehrt er mit starker Hand zurückt, daß sie nur machen verkehrte Schritte, und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewig8. Nühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Ödent hat, rufe Amen und bringe Lob mitfrohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herruschmidt, geb. 1675,+ 1723. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Mel. Wachet auf ruft uns 2c. Glauben hält. Halleluja, Halle 15. Herr, wir singen deiner Iuja! Ehre, erbarm dich unser und er= höre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der ſo beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir schn, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie ſein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenfest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll, nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. Eigne Melodie. 14. Jehova, Jehova, Jehova! Deinem Namen sey Ehre, Macht und Ruhm. Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf in unsern Hallen das Heilig, Heiz dein Wort in Staub zerfällt, soll lig, Heilig! erschallen. Halleluja, Halleluja! Gebetlieder. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück. Von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht um Gottes Licht zu sehn. Gebetlieder. Eigue Melodie. 16. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder seyn und dich rufen an, und willt das Beten von uns han; gib, daß nicht bet allein der Mind, Hilf, daß es geh von Herzensgrund! 2. Geheilget werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behüt uns für falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit; der heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, für ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Lei11 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder, zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwuntgen, ein neues Lied werd ihm gesungen, uns segnet und begnadigtGott. Wir sind mit ihm versöhnt, ihr Lobgesänge tönt, tönt zum Himmel; erschallt schon hier, einst knieen wir an seinem Thron und beten an. Eichenburg, geb. 1743,+ 1820. besnoth; b'hüt uns, Herr, für Unfür theurer Zeit, daß wir in gutem fried und Streit, für Seuchen und Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unser Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und woblgerüst, und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Uebel uns erlös, cs sind die Zeit und Tage bös; erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärf unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das wir hiemit gebeten han; auf 12 dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Umen fein. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Gebetlieder. Eigne Melodie. 18. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, Nächsten nüßz seyn, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre ben, daß ich nicht wieder werd zu Gott, du kannst es mir wohl ge= Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. grund mein Feinden mög verge3. Verleih, daß ich aus Herzensben, verzeih mir auch zu dieser Dein Wort mein Speis laß allweg Stund, schaff mir ein neues Leben. seyn, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht beständig seyn ins End gib mir; von dir in dieser Welt abwenden; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag Niemand erwerben noch die uns errett vom Sterben. ererben durch Werk deine Gnad, Eigne Melodie. 17. In dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schan- meim den werd noch ewiglich zu Spotte; das bitt ich dich: erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil, bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und stel), hilf mir in meinen Nöthen. 3. Mein Gott und Schirmer, ſteh mir bei, ſey mir ein Burg, da rin ich frei und ritterlich mög streiz ten, wider mein Feind, der gar viel seind an mich auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und mit falschem G'dicht viel Neß und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr, in dieser G'fahr; b'hüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! derstreb; hilf, o Herr Christ, den 5. Jch lieg im Streit und wiSchwachen! An deiner Gnad alker machen. Kommt nun Anfechlein ich kleb; du kannst mich stär7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sey Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Natung her, so wehr, daß sie mich nicht men; die göttlich Kraft mach uns mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, umstoße; du kannst maßen, daß fieghaft durch Jesum Christum. du wirsts nicht lassen. Adam Reißner, geb. 1171, 1563. Amen! Paul Speratus, geb. 1484,+1554. Gebetlieder. THIS Eigne Melodie. Mel. Herzlich thut mich zc. 19. Herzlich lieb hab ich dich, 20. Laß mich dein seyn und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben; halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken; gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker, geb. 1532, † 1592. o Herr! Jch bitt, wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden! Die ganze Welt nicht freuet mich, nach Himm'l und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er löst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer mehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs branch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor fal scher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag ge duldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth. 13 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Scele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen schen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schailing. geb. 1532, 1608. Eigne Melodie. 21. O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. mit ich kann bestehen, laß fein un3. Hilf, daß ich rede stets, wonüßlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Nath bedarf, auch guten Nath erfind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Neichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, Gebetlieder. daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6. Sollt ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Näumlein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thn auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 9. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit loben! O heilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr! Dreieinger Herr und Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr! Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Christus der ist mein 2c. 22. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ! daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2- Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid hier und dorte sey Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns unischanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schußze bei uns, du starker Held! daß uns der Feind nicht truzze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Jojua Stegmann, geb. 1588,+ 1632. Mel. Kommt her zu mir zc. 23. Ach Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Miſsethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der zu helfen ein Meister ist, wie er ſich jelbst thut nennen. nem Wort gottselig leben immer2. Hilf, daß wir auch nach deifort, zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum. Amen! Samuel 3chner, geb. 1594, † 1635. Mel. Nuein zu dir, Herr Jesu 2c. 24. Vergib uns, lieber Herre Sünd und Missethat, vor Schaden Gott, du Vater aller Güte, all unfre uns behüte, und wend von uns dein streng Gericht, mit deinem Geist verlaß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein dir, Herr, allein stets dienen und gehorsam seyn. 2. Erbarm dich unser, Jesu Christ, du Brunnquell der Genaden, und hilf uns; denn allein du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volf aus aller Noth, das du mit deinem theuren Blut Gebetlieder. erlöset hast von Schuld und Pein der Sünden sein, mit Trost und Nath allzeit erschein. 3. Erhör, Gott Vater, unsre Bitt, hilf uns und sey uns gnädig! Herr Christ, hör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns ledig! Erhör uns, heilger Geist, zugleich in unsrer Noth nicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sünders Tod, o trener Gott: hilf uns endlich aus aller Noth! Mel. Ach, Jesu, dessen Treu zc. 25. Ach Gott, verlaß mich nicht! gib mir die Gnadenhände! achführe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit, sey du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubens- Zuversicht, sey meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach lasse dich bewegen; ach Vater, kröne du mit reichem Himmels- Segen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o 15 großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Frand, geb. 1659, † 1725. Me 1. Herr Christ, der einig zc. 26. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen. Zorn verschwinden, und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Komm, mich mit Kraft zu rüsten, und krenzge mein Begier sammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben fann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. Tule Ran Wedd 16 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Guadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. Gebetlieder. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen gedente zu erfüllen, und steh mir träftig bei! Ludw. Andr. Gøtter. geb. 1661, † 1735. Eigne Melodie. 27. Dir, dir, Jehova, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen: ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zench mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, und dir darob im Herzen sing und spiel. und ein Miterbe Jesu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Grasselius, geb. 1677, † 1724. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Geist und Wahrheit an; so hebt Glanz ze. dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im 28. Gedente mein, mein liebhöhern Chor. ster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? Das soll mein Trost im Tod und Leben seyn, wenn du nur ſprichst: Mein Kind, ich denke dein. 2. Gedenke mein; doch denke Gebetlieder. nicht zum Schaden der Sündenschuld, damit mein Herz beladen. Es reuet mich, was ich von Jugend an, auch unerkannt, hab wider dich gethan. 3. Gedenfe mein um meines Jesu willen! Laß ihn an mir sein Denkwort auch erfüllen und gültig seyn bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl gemacht. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Herz ausschütte, um etwas Guts im Namen Jesu bitte. Dein Heilger Geist steh meiner Schwachheit bei, daß jeder Wunsch in Jesu Amen sey. 6. Gedenke mein, daß ich stets christlich lebe, mit allem Ernst den Sünden widerstrebe. Ach, wirk in mir das Wollen und die That; mein Lebenlang sey du mein treuer Nath. 7. Gedenke mein und lasse mir genügen an deiner Huld, wenn ich muß unterliegen, wenn mich ein Kreuz und auch die Schwermuth drückt; denkst du an mich, so wird mein Herz erquickt. 8. Gedenke mein in frank- und schwachen Tagen; sey du mein Arzt, so darf ich nicht verzagen. Ist es mir gut, hilfst du mir wieder auf; fommt meine Zeit, schließ ich getrost den Lauf. 9. Gedenke mein, laß mich mein End bedenken und mich zuvor in Jesu Wunden senken. Verlaß mich nicht im letzten Kampf und Streit; Cesterr. Geigbth. 17 nimm mich zu dir im himmlischen Geleit. 10. Gedenke mein und denke auch der Meinen nach meinem Tod, laß Allen Hülf erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und werth, daß uns zugleich der Himmel sey beschert. 11. Gedenke mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank; mein Gott, gedenke mein! Joh. Matth. Englert, geb. 1661, † 1733. Mel. Mein Herzens Jesu 2c. 29. Ach Gott des Himmels, lasse mir und Allen auf der Erden den uns so väterlich von dir beschiednen Theil stets werden; gib Jedem immerdar nach Noth sein zugedachtes täglich Brod und ein genügsam Herze! 2. Gib Mäßigkeit und Dankbarkeit, wenn du uns viel beschie den; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. Leg dir traut, erstattest du durch Segen uns nur deinen Segen zu; wo man alle Mängel. frißt; laß ein abgöttisch Geizen, 3. Gib, daß uns keine Sorge das alles Nebels Wurzel ist, uns nicht zu Lüsten reizen; laß mich die Lügen nicht zum Schild, das Gold mir nicht zum Götzenbild, den Bauch zum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strick verlangen; gebrauch ich etwa dieser Welt, laß mich daran nicht hangen. Die Zeit ist kurz, uns ruft das Grab; laß mich das haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. 2 18 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um hauszuhalten, gesetzt in deine Güter bin, fie redlich zu verwalten. Es eilt ja schon der Tag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen deinen Gütern. Gebetlieder. 6. Gib Frieden und Zufriedenheit auf allen unsern Wegen; verleih uns frommie Obrigkeit und kröne sie mit Segen; die Untern lehre insgemein gewissenhaft, gehorsam seyn und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein und schüße unsre Grenzen; laß deiner Engel starke Schaar um uns bei drohender Gefahr zur festen Mauer werden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. 30. Bet- Gemeine, heilge dich mit dem heilgen Dele; Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund vom Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Nauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott aufgeschüttet; und da ist esus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das er= schallen! 6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet. 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Schnen nach dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh je und je, endliche Kommen. wie ers vorgenommen, auf sein 9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Bliß und Stimmen, die ergehn und ge schehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. SHHU HOD Christoph Gart Ludwig von Pfeil, geb. 1712, † 1784. d Mel. Mein Herzens- Jesu meine zc. 31. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du frönstuns mit Barmherzigkeit un eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver= nimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir Gebetlieder. so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Nuhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Me 1. Herr Gett, dich loben alle 2c. 32. Ich komme vor dein Angeficht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergib mir alle meineSchuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, cin Herz voll frommer Lieb zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 19 zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und tren in allen meinen Pflichten sey. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kamipfe mit der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gis deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Gemuß und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber ſeyn.in mir Befu 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sey, und nie ans Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders tren mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Nath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann Herr Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 3. Sey mein Beschüßzer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ift wohl einllebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing ich den Verstand: erhalt ihn mir, o Herr mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 5. Laß, deines Namens mich zu Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. D Gott, du frommer 2c. freun, ihn stets vor meinen Augen 33* Stell dich, Herr, wie du seyn; laß, meines Glaubens mich 2* Gebetlieder. 20 willst, ich fahre fort zu schreien, du wirst mich in der Noth mit Hilfe doch erfreuen; du hast mirs zugegesagt, drum muß es auch geschehn, ich will noch meine Lust an deiner Hilfe sehn. 2. Laß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz, und bringe mit den Segen. Kein Arbeit, Müh noch Kunst richt ohne dich was aus, wo du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. 3. Fünf tausend Mann hast du mit wenig Brod gespeiset, die dir aus Liebe sind, mein Jesu, nachgereiset; was zag ich denn nun viel, wenn Hülfe mir gebricht, wer sich auf dich verläßt, o der verdirbet nicht. 4. Ach, liebster Heiland, sieh, wie sehr ich mich doch kränke, wenn ich an meine Sünd und Missethat gedenke. Doch du sprichst ja zu mir: du bist mein liebes Kind, ich habe dich erlöst, ich starb für deine Sünd. 5. Jetzt ist die Gnadenzeit, jetzt steht der Himmel offen, jetzt hat noch jedermann die Seligkeit zu Hoffen. Wer diese Zeit versäumt, und sich zu Gott nicht kehrt, der schrei Weh über sich, wenn er zur Höllen fährt. 6. Sehr langsam kommt wohl oft, Herr Jesu, deine Stunde, es scheint, als ging nunmehr mein Hoffen gar zu Grunde. Doch ists gewiß, sie kömmt, und kömmt zu rechter Zeit, ersetzt auch den Verzug mit Fried und Seligkeit. I. Heermann, geb. 1585, 16-17. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 34. Nachdir, o Herr, verlanget mich, du bist mein Gott, ich hoff auf dich, ich hoff und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu Schanden, der dich schändt, und sein Gemüthe von dir wendt; der aber, der sich dir ergibt, und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 3. Herr, nimm dich meiner Seelen an, und führe sie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit leuchten mir im Steige, der uns führt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einges Licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht. Ich harre dein bei Tag und Nacht, was ists, das dich so säumend macht? 5. Ach, wende, Herr, dein Augen ab von dem, was ich gesündigt hab, und denk nicht an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf. 6. Gedenk an deine Gütigkeit, und an die große Süßigkeit, damit dein Herz zu trösten pflegt das, was sich dir zu Füßen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut dem, der sich prüft und Buße thut; wer seinen Bund und Zeugniß hält, der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut, und wenn die Noth am tiessten steht, so wird sein Kreuz zur Wonn erhöht. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein Geist, der schwebt in deiner Hand, du fichst, wie meine Seele thränt, und sich nach deiner Hilfe sehnt. 10. Die Angst, so in mein Herze dringt, und daraus so viel Seufzer zwingt, ist groß; du aber bist Gebetlieder. der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 11. Drum sieht mein Auge stets nach dir, und trägt dir mein Begehren für. Ach laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen ruhn. 12. Bedarf ich dein, so wende nicht von mir dein Aug und Angesicht; laß deiner Antwort Gegenschein mit meinem Beten stimmen ein. 13. Die Welt ist falsch, dee bist mein Freund, ders treulich und von Herzen meint. Der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzensgrund. 14. Zerreiß die Netz, heb auf die Strick, und brich des Feindes List und Tück, und wenn mein Unglück ist vorbei, so gib, daß ich auch dankbar sey. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn. Gib mir die Einfalt, die dich ehrt, und lieber duldet als beschwert. 16. Regier und führe mich zu dir, auch andere Christen neben mir, nimm, was dir mißfällt, von uns hin, gib neue Herzen, neuen Sinn. 17. Wasch ab all unsre Sünden rein, erlös aus aller Angst und Pein, und führ uns bald an deiner Hand ins ewge, selge Vaterland. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 21 uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. Mel. Allein Gott in der Höh zc. 35* O Bater, unser Gott, es ist unmöglich auszugründen, wie du recht anzurufen bist, Vernunft kanns gar nicht finden. Deßhalben gieß, wie du verheißst, selbst über 2. Daß er mit Seufzen kräftiglich uns mög bei dir vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zieh unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen, und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah, und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gibans des Glaubens Zuversicht, der Vater werd versagen nicht, was wir durch Christum bitten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was dir ge= fällt, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt mehr und mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Thun nicht bauen, laß einzig deiner großen Güt uns ganz und gar vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, so wollest du aus Gnad allein die Bitt uns doch gewähren! 7. Du Vater weißt, was uns ge= bricht, weil wir noch sind im Leben, es ist dir auch verborgen nicht, in was für G'fahr wir schweben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freudigkeit 22 in Jesu Christ empfangen, der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hilfe zu erlangen; drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Händ ohn allen Zorn und Zweifel. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will geschehe auch auf Erd, gib Brod, Fried, Nutz und Frommen, all unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Versuchung bei, erlös uns von dem Ulebel. Gebetlieder. 10. Dieß alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Kraft, die Ehre. Job. Scheffler, geb. 1624, † 1677 oder 3. Arndt. Mel. Schwing dich auf zu deinem 2c. 36. Sorge, Bater, sorge du, forge für mein Sorgen! Sorge felbst für meine Ruh heut sowohl als morgen; sorge für mich allezeit, sorge für das Meine, o du Gott der Freundlichkeit, sorge du alleine. 2. Sorge, wenn der Tag anbricht, für mein'n Leib und Seele, sorge, daß ich niemand nicht sie als dir befehle, sorg, o Höchster, für und für auch für meine Sinne, sorge, daß zuwider dir ich ja nichts beginne. 3. Sorg, und laß dein Wort uns auch bis an unser Ende, daß der Sakramente Brauch nie sich von uns wende; sorge für die Obrigfeit, Diener deines Wortes, und dazu für alle Leut jedes Stands und Ortes. 4. Sorge, großer Menschenfreund, für uns, deincKinder, sorge Herr, für Freund und Feind, sorge für die Sünder, sorge für mein Stücklein Brod, sorge doch für alle, die da sind mit mir in Noth, sorge, wenn ich falle. 5. Sorge, wenn ich schließe zu meine Augenlider, sorge, wenn ich bin zur Ruh, und erwach hinwieder, sorge für mein Amt und Stand, Wort, Vernunft und Dichten, für die Arbeit meiner Hand, Lassen und Verrichten. 6. Sorge für mein Hab und Gut, Ehr und guten Namen, sorge, wenn mir Leides thut der verkehrte Samen. Sorge, wenn zu Sünd und Spott mich mein Fleisch will leiten, sorge, wenn ich mit dem Tod muß am Ende streiten. 7. Sorge, Herr, wenn mich anficht Satan hier auf Erden, sorge, wenn ich vor Gericht soll gefordert werden, sorg für meine Grabesstatt, sorg in meinem Leben, sorge, wenn mein Geist nun hat dir sich übergeben. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg Rudolstadt, geb. 1640, † 1672. Mel. O Gott du frommer Gott ze. 37* Gib mir ein frommesHerz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichthum sein, den ich begehr zu haben; das soll sein meine Zier, mein Ruhm und schönste Pracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gib mir ein frommes Herz in allem meinen Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken; ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Steg, und führe mich, o Gott, den rechten Himmelsweg. 3. Gib mir ein frommies Herz; Gebetlieder. wenn man mich will verführen, ach! so laß deinen Geist mein Herze kräftig rühren; gib, daß ich nimmermehr auf bös Erempel seh, vielmehr, o Jesu! Dir, wie du vorgehst, nachgeh. 4. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch zuleßt bethöre; schleuß meine Ohren zu, gib deinem Worte Kraft, das sagt: Du forderst auch von Worten Rechenschaft. 8. Gib mir ein frommes Herz, so wirds mir auch wohl gehen; du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hilfe zugesagt, wenn die verdiente Straf die böse Notte plagt. 23 die Frömmigkeit gekrönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gib mir ein frommes Herz, wenn du mir das wirst geben, so will ich dankbar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz undSinn sich lenken himmelwärts; drum sag ich noch einmal: Gib mir ein frommes Herz. Mel. An Wasserflüssen Babylon zc. 5. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich 38. Wenn ich mein Herz vor dir, die Sündenlust und Eitelkeit verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gib mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe, und nur, was dir gefällt, in meinem Leben treibe; heut fromm sein, morgen bös und so im Wankelmuth bald Guts, bald Böses thun, stürzt in die Höllengluth. 7. Gib mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche, und daß ich nicht der Welt in ihren Sünden gleiche; ich will von ihrem Thun mich sondern gänzlich ab, und in der Frömmigkeit beharren bis ins Grab. 9. Gib mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben, und als ein Gotteskind das Himmelreich ererben. Im Himmel wird ja cinst Nach M. Erdm. Neumeiſter, geb. 1671, † 1756. mein Hort, in meiner Noth ausschütte, und auf dein wahrheitvolles Wort bei dir um Hilfe bitte, wenn meine Seele ruft und schreit, und dir, o Gott, das schwere Leid mit Ach und Seufzen klaget, wenn mein Geist durch die Wolken dringt, und dir ein Lippenopfer bringt: so bin ich nie verzaget. 2. Ich werde vielmehr frendenvoll, daß ich vor gutem Muthe nicht weiß, wo ich mich lassen soll, weil du mit deinem Gute mich als mit einem Thau erquickst, und dich mir so ins Herze drückst, daß ich die Güte schmecke; die Güte, die du bei der Last des Kreuzes so verborgen hast, als unter einer Decke. 3. Da wird mein Herz ein Gotteshaus, und deines Geistes Kammer, mein Jammer bricht in Thränen aus, und ist mir doch kein Jammer. Die Wehmuth stärket meinen Geist, daß ich nicht weiß obs Wehmuth heißt, weil alle Pein verschwindet; ich aber bei dem größten Wch als wie auf lauter Rosen geh, worin man Anmuth findet. 4. Du, Vater, läßst dein Angesicht mit solchem Licht mir blicken, 24 womit das große Sonnenlicht das Land pflegt zu erquicken, da nimmt dein heller Liebesstrahl von mir die Furcht sammt aller Qual und leichtert meine Seele, daß ich mit Trostes- lleberfluß, auch da ich heftig kämpfen muß, viel Freudenwechsel zähle! 5. Dann fällt die Angst von Herzen hin, mein Glaube schwebet oben, mir ist nicht anders in dem Sinn, als wär ein Stein gehoben; dir werf ich dann die Sorgen zu, mein Herz begibt sich in die Rub, und harret in der Stille bis du mich Wonne hören läßt, darauf besteht mein Glaube fest: Herr, es gescheh dein Wille. 6. So merk ich ja und bin gewiß, daß du mein Gott mich liebest, weil du selbst in der Finsterniß mir Licht und Freude gibest. Ich merke, daß mein Augstgeschrei bei dir in Christo kräftig sei, und dir das Herz kann brechen, sonst würdest du mir nimmermehr so reichen Trost und süße Lehr, mein Gett ins Herze sprechen. 7. So spür ich, wie dein tröstGebetlieder. Eigne Melodie 40. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, wirf alles heutas Welt ist, von dir hin! Her das Werk der Schöpfung angefangen, da diesem Nund das Licht ist aufgegangen. lich: Ja, mein Flehen schon vergnüget. Ist gleich der Nutz nicht alsbald da, wenn so mein Glaube sieget, so bin ich wie ein Ackermann, der in Geduld erwarten kann die schöne Frucht der Erden. Ich harre, Herr, bis daß einmal mein Trost nach überstandner Qual wird offenbaret werden. 8. Hilf denn, mein Gott, nach deiner Macht, schaff Nettung, Trost und Friede, gib aber, daß ich Tag und Nacht im Beten nicht ermüde, so will ich bis die Morgenröth mit Freuden über mich aufgeht, mit dir, o Vater, ringen. Ich fasse dich bei deinem Wort, und werde noch bei dir, mein Hort, davon den Segen bringen. Sonntags- und allgemeine 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles Irdsche ab; heut Jesus ist erstanden aus dem Grab; heut hat er sein ErMel. Wer nur den lieben Gott 2c. 39* Auf dich, mein lieber Gott, ich traue, ich bitte dich, verlaß mich nicht, in Gnaden meine Noth anschaue, du weißt gar wohl, was mir gebricht; machs mit mir, wiewohl wunderlich, durch Jesum Christ nur seliglich. Gottesdienstlieder. auch den Geist herabgesendet. lösungswerk geendet; heut hat er 3. Dieß heilge Heut heißt dich auch heilig seyn: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, daß er in dir mög seine Ruhe finden. 4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seelen eigen bleib; sie muß ja auch von Sonntags und allgemeine fieben einen haben, daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort zu hören; dieß laß dich heut die Wochenwege Ichren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schüßt und nährt: heut er dafür mit Dank will seyn gechrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten. Gottesdienstlieder. 25 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. Mel. Gott des Himmels zc. 41. Großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Tren auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort; selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigenthum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Gasy. Neumann, geb. 1618, † 1715. 7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die andern sechse zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur deiner Andacht lacht; der Schad ist ihr, dir aber wirds gedeihen; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am was dein Herz wünscht, Eigne Melodie. wird er dir geben gern; befiehl Gott 42. Beschwertes Herz, leg ab heut all deine Weg und Sachen und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirst aber du ihm nehmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den chrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. v. Virken geb. 1626,+ 1681. die Sorgen, erhebe dich, gebücktes Haupt; es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Nuhe eingeweiht; auf, auf, du hast vorhin viel Zeit dem Dienst des Herren abgestohlen. 2. Auf, laß Egyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tel gehn, ihm zu bezahlen deineh ten und zur Vermehrung seines Ruhms die werke deines Priesterthums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. erschienen und gebe auf dein Win- dienst Los mein Geist in deinen ken Acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal mit rei nem Weihrauch nicht bestreuet? Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter, geb. 1659, 1706. 26 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht Mel. Unser Herrscher, unser 2c. durchdringen, wenn dieser Leitstern 43. Thut mir auf die schöne mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt, und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer zu seinem Tempel eingeweiht; hier ist sein Herd, hier ist sein Feuer, die Fülle seiner Herrlichkeit, sein Heiligthum, seinStuhl der Gnade, sein Licht und Recht; dasHimmelsbrod, dieGeistesfrucht, und sein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großenSchlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Borgebirge. 7. Hier such ich mir ein Nest zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. Indessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnadenstrahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast begonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem FrohnPforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich seyn! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Jch bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel seyn. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeng das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Nede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise Univ.- Bibl. Giessen Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. mich mit Himmelsbrod, tröste mich) in aller Noth. Benj. Schmolc, geb. 1672, † 1737. Eigne Melodie. 44. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; un 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Angeficht in ewgen Heil und selgem Licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Sachsen. Weimar, geb. 1598, † 1662. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 45. Herr, öffne mir die Her zensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe seyn. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund; dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut; dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreicinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611,+1684. 27 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 46. Gott, du höchster Gnadenhort, verleih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. Kraft, der fest an Jesu Christo 2. Der einig Glaub ist diese haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger seyn. Herr, daß wir durch deinen Geiſt 3. Verschaff bei uns auch, lieber je mehr in deim Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Nuh. Konrad Hubert, † 1668. Eigne Melodie. 47. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen, laß, Herr Jeju, wohl gelingen. Tobias Slausniger, geb. 1619, † 1684. Mel. Liebster Jeiu, wir find 2c. 48. Nun Gott Lob! es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermehren; unser Gott sey hochgepreiset, daß er uns so wohl gespeiſet. 28 Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, Freud, wenn diese Welt vergehet, und uns mitgetheilt der Segen; wenn Himmel, Erde, Gut und Ehr so gehn wir mit Freud nach Haus, nicht mehr bestehet, und führ mich wandeln fein auf Gottes Wegen. in dein Reich zu deiner Herrlichkeit, Gottes Geist uns ferner leite und mein König, daß ich dich dort lob uns alle wohl bereite. in Ewigkeit. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segue unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenck, geb. 1634, 1681. Mel. Liebster Jeju, wir sind zc. 49. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stam melt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder. JUL 2. Laß dein Wort, das hier er schallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unfern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, geb. 1741, 1771. Mel. Gott, du frommer 2c. 50. Bleib ja bei mir, mein Gott, laß mich dein Wort regieren, so wird kein Jrrweg mich betrüben noch verführen; komm zu mir durch dein Wort, femm in der letzten Noth, bring mich zur Friedensstadt, ins Leben durch den Tod. 2. Komm mir zu Trost und Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 51. Gott versiegle nun das Wort in uns, das wir angehöret, daß die Herzen fort und fort bleiben von dem Geist gelehret, der uns durch das Wort erbaue, daß man dessen Früchte schaue. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 52* Wie selig ist der Ort zu nennen, wo Gottes Wort im Schwunge geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, ja, wo ein Gott ergebner Christ der Priester und das Opfer ist. 2. Die Welt bleibt wohl den Fleischeslisten, ein Christ demHimmel, unterthan. Mein Jesus trifft oft in der Wüsten, wie Jakob dort, sein Bethel an. Die reine Lehre bauet aus im neuen Leben Gottes Haus. 3. So treten wir im Geist zusammen, für unser Seelenheil bemüht, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht, so lesen wir und hören kann. an, was uns zum Himmel führen 4. Wie oft hat doch das Herz empfunden des Wortes Kraft, die Gnadenwahl, des Vaters Liebe, Jesu Wunden, Sein' Leib und Blut im Abendmahl, des Geistes Trost, der Zeugniß gibt: Gott hat uns je und je geliebt! Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 5. So dient er uns im Wort des Lebens, daß wir ihm dienen lebenslang. Der Menschen Satzung ist vergebens, uns martert kein Gewissenszwang. Der Kirchen Haupt ist Gottes Sohn, den stürzt fein Feind von seinem Thron. 6. Ach Herr, gib selber das Gedeihen, damit kein Wort vorüber. geht, daß wir uns unsers Glauben freuen, der nur allein vor dir besteht. Ach flöße uns recht deutlich cin das, was uns kann erbaulich sein. 7. Erhalt uns bei dem Glaubensgrunde, den du den Eckstein hast genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst bekennt. Kommt dann Verfolgung, Angst und Streit, so gib uns, Herr, Beständigkeit. 29 4. Ich freue mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstigen des Lebens Bäche fließen, wo Heil verkündigt wird für deine Kinder, und selbst für Sünder. 5. Mich lockt die Welt umsonst zu ihren Freuden, mein Geist soll sich auf deinen Auen weiden. Die Wahrheit, die uns deine Boten lehren, die will ich hören. 3. Dein Lob, verkündigt durch des Himmels Lieder, erschall in dei ner Christen Tempeln wieder! Laß Aller Lob, laß das Gebet von Allen dir wohlgefallen. 6. Ich nahe mich mit redlichem Gemüthe, nicht mit den Lippen blos zu deiner Güte, denn, was ein ernſtliches Gebet begehret, das wird gewähret. 7. Gott, welch ein Glück versprichst du deinen Kindern! Dieß lehre mich, damit ich von den Sündern, von ihrem eitlen Glücke, mich entferne, und fromm sein lerne. 8. Dein Tag erinnre mich an deine Liebe, damit mein Glaube sich im Guten übe; erinnre mich, daß Jesus starb, vom Bösen mich zu erlösen. 8. Und endlich baue in der Seelen dir ein lebendig Gotteshaus, so wird es nie an Wachsthum fehlen, du zierst es selbst von innen aus, bis wir in jenen Tempel gehn, und vor des Lammes Stuhle stehn. Nach Schmolc, geb. 1672,+ 1737. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. 53. Dieß ist der Tag, an welchem deine Frommen, Gott, in dein Haus, dich anzubeten, kommen mit Lob, Gebet und Dank dich zu verehren, dein Wort zu hören. 2. Ja dieser Tag sei dir allein geweihet, ihn feire gern, wer deiner sich Gib, daß er mir durch Mel. Liebster Jesu wir sind 2c. kein Geräusch der Erde entrissen 54. Selig sind die Gottes Wort werde. 9. Dich preiß ich, unsers Todes Uleberwinder, du hast an diesem Tage für die Sünder, die fern ven Gott im finstern Schatten saßen, dein Grab verlaſſen. 10. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde, gib, daß er immer heiliger mir werde. Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! sbr. 6hrist. Sturm, geb. 1740, † 1786. hören und zugleich bewahren; laß, mein Gott, mein Heil und Hort, mir dieß Glück auch widerfahren, daß mir das Gehörte bleibe, und zur Heiligung mich treibe. 2. Drück es sest dem Herzen ein, 30 so wird es kein Feind mir rauben, und ich werde selig sein auch bereits in meinem Glauben; meine Seele wird sich laben und des Himmels Vorschmack haben. Adventlieder. Met. Piebster Jesu wir sind hier 2c. 55* Höchster Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben hilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. Bweite Abtheilung. Fest- und Feiertagslieder. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schent uns deine Kraft dazu, gib zum WisWollen das Vollbringen, so wird sen auch das Wollen, und zum alles wohl gelingen. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sey mein Gott, mein Schöpfer reich von Nath. Eigne Melodie. 56. Macht hoch die Thür, die Heiland groß von That. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königsfron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unsre Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sey mein Gott, mein 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! mit sich lauter Freud und Wonn. Er ist die rechte Freudensomn, bringt Gelobet sey mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben Adventlieder. mitzugleich. Gelobet sey mein Gott voll Nath, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns dein Geist uns führ Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. und leit den Weg zur ewgen Se= 58. Herr Jesu Christe, Gottes ligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sey ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, geb. 1590,+ 1635. Mel. Nun komm, der Heiden 2c. Sohn, der du vom hohenHimmels= thron herab bist kommen in die Welt und uns zu Gut dich eingegeſtellt: 57. Gott sey Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gewendet hat. und Mund demüthiglich zu aller 2. Wir danken dir mit Herz Stund, daß du uns schenkest zum Erbtheil durch dein Zukunft das ewge Heil. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Schnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weilnun das End nicht mehr ist fern, du wollest uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen seyn. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohlzweigestammte Held, hat sich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Theil! Nichte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sey auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. we 7. Tröste, tröste meinen Sinn, ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 31 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, um 1643. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in die sterben feliglich, daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, geb. 1605, † 1657. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 59. Kommst die, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starter Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun- Sohn! Meine Einnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu 32 lieben dich, mein Licht, steht in mcinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Ecelen- Gast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gas ben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung meiner Schuld mich zu dir seyn hoch erhaben; dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christoph Hemburg, geb. 1505,+ 1681. 100 154 Mel. Valet will ich dir 2c. Adventlieder. 60. Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, seze mir selbst bie Fackel bei, damit, was dich crgötze, mir fund und wissend sey. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Neich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund uns kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürfteuch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr Macht. Er fommt, er kommt mit ihn wollet ziehen mit eures Armes Willen, ist voller Lieb und Luſt, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken mit ſeiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihn flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudenfaal. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676 Adventlieder. Mel. Aus meines Herzens 2c. 61. Nun jauchzet all, ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Seil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne ſtolze Pracht, boch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 33 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt seyn erhöhet; macht nicdrig, was hoch stehet, was krummt ist, gleich und schlecht. Me I. Bon Gvit will ich 2c. 62. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. Desterr. Gesgbd. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angſt zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hincin vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sevn. Vat Thilo, geb. 1607,+ 1662. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn cuch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen; der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all cur Klag und Beinen verwandelen in Freud. Er ists, der helfen kannz halt't cuce Lampen fertig und seye stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673. Mel. Ach, was soll ich Sünder ze. 63. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns sehret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt vom Himmelsthrone. Durch die der Höh! Welt erschall und geh: Hosianna in 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 3. Friede muß vom Himmel Zeit, daß der Herr der Herrlichkeit thauen; denn erschienen ist die sich im Fleische lässct schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nach Unterthanenpflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde 3 34 Adventlieder. Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanftmuth an; seine Gütigkeit die kann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 6. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will euer Recht verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 7. Seht den Helfer willig kom men, euch zu rathen in der Noth, in dem Leben, in dem Tod, den er hat auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 8. Seht, ihr Armeu, seht den Armen, der von seiner Armuth euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welterschall und geh: Hosianna in der Höh! 9. Herr, o Herr, laß wohl gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; drum wir alle billig fingen: durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 10. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns kehret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt vom Himmelsthrone. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! Christian Keymann, geb. 1607,1662. Mel. Aus meines Herzens 2c. 64. Auf, auf, ihr Reichsgenos= sen! Eur König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen; der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seyd fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Noth mit reichem Troft euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr, verlornen Kinder, in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. 5. Seyd fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welch er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst, noch Pein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Adventlieder. Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna fingen und ewig dankbar seyn. Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. me 1. Meinem Jesum 2c. 65. Hofianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2.Hosianna, sey gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch in deinen Thoren ein; du sollst uns willkommen feyn. 3. Hofianna! Friedensfürst, Eh renkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir 35 sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar seyn, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o so kennet Zion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, Hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck, geb. 1672, † 1737. Me 1. Jesus, meine Zuversicht zc. 66. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein König, komm zu mir, sich, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmuth ein; was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigenthum schon seit deinem Waſserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal 3* 36 mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sey in dir! 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Siller, geb. 1699,+ 1769. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Gelobet seyst du, Jesu Christ ic. 67. Nun kommt das neuc Kirchenjahr, des freut sich alle Chri stenschaar; dein König kommt, brum freue dich), du werthes Zion, ewiglich, Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnaden wort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey für seine Gnad gepreist, Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Joh. Ďlearius, geb. 1611, † 1684. Adventlieder. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 68. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs Neue den alten Hochbeschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. Ehr 2. Auf, Zion, Preis und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sey Gott, der sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sündent. Geist und mach uns durch die 4. Ach, Herr, gib uns den neuen Güte, die sich an uns aufs Neu erweist, erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hiczu erhalt uns, Herr, dein Wort sammt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Heuchlerischer Schein des Glaubens Hörer Thäter seyn, damit kein Kraft verläugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphiren. Heinr. Cornel. Hecker, geb. 1699, t 1743. Weihnachtslieder. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. 69. Gelobet feyst bau, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrielcis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoßz; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyricleis. 7. Das hat er alles uns gez than, sein groß Lieb zu zeigen an. Des fren sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, geb. 1483, 1546. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu. Eigne Melodie. 70./Vom Himmel hoch da 37 komm ich her, ich bring euch gute neue Mähr, ber guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne seyu. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus allcr Noth. Er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. die Gett, der Bater, hat bercit, daß 4. Er bringt euch alle Seligkeit, ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.) ( 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.) ( 6. Des laßt uns alle fröhlich seyn und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt.) ( 7. Merk auf, mein Herz, und sich dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? was ist das schöne Kindelein? es ist das liebe Jesulein.) Gast, denSünder nicht verschmähet ( 8. Sey uns willkomm, di cdler hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir?) ( 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß.) ( 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold Weihnachtslieder. 38 bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein.) ( 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du, König so groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich) 412. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut.) ( 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein.) ( 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, zu springen, singen immer frei das rechte Susannine schon, mit Herzenslust den süßen Lon.) 15. Lob, Ehr sey Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Mel. Vom Himmel hoch 2c. 71. Vom Himmel kam der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart. 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesu Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig freuen euch, daß Gott den Menschen wor= den gleich; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnenTeufel und die Höll: Ihr sieget durch Immanuel. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuver= sicht. Es mögen euch viel fechten an: dem sey Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht; ihr seyd nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle Zeit. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 72. Gottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen hie auf diese Erden in armen Geberden, daß er uns von Sünde freiet' und entbünde. 2. Die sich sein nicht schämen, und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 3. Die also bekleiben, und beständig bleiben, dem Herren in allem trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 4. Ei nun, Herre Jefu, schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Böhm. Brüder( Joh. Horn), 1544. Eigne Melodie. 73. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.:,: 2. Er kömmt aus seines Vaters Weihnachtslieder. Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.:;: 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:,: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust; die Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Neis,:,: 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.:,: 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran.:,: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel seyn! Wie könnt er doch seyn freundlicher, der liebe Jesus mein!:,: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sey Lob, Ehr und Preis!:,: Nit. Hermann, † 1561. Eigne Melodie. 74. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 39 aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns seyn gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verchret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allen Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut denStern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, ba hinfort euch kein Krenz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sey ge= trost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wuns den. 10. Die ihr arm seyd und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, 40 Weihnachtslieder. unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Jch bin rein um deinctwil len; du gibst gnug Ehr undSchmuck mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Beit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Mel. Gelobet feyst du, Jesu zc. 75. Wir singen dir, Imma10. Jch aber, dein geringster nuel, du Lebensfürst und Gnaden- Knecht, ich sag es frei und mein es quell, du Himmelsblum und Mor= recht: ich liebe dich, doch nicht so genstern, du Jungfraun- Sohn, viel, als ich dich gerne lieben will. Herr aller Herru! Halleluja! Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so Lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Bor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. Nuh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinfst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Luft. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so vielHerzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Menſchenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jafob fröhlich seyn! Halleluja! 6. Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz; und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlicb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O lieber Herr, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Theil an Weihnachtslieder. deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja. 16. So faß ich dich nun ohne Schen, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halİcluja. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 76. Ihr Christen außerkoren, hört gute neue Mähr; der Heiland ist geboren, er kommt auf Erden her. Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schaar, die Gott den Vater loben jetzt und fort im merdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut cuch von Herzen alle ob diesem KindeIein! Euch, euch ist es gegeben, euch ist das Heil bereit, daß ihr bei Gott follt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet Fried und Liebe; was wollt ihr traurig seyn? Den Himmel er den schenket, der an ihn glaubet fest; an diesen Schatz gedenket, er ist der allerbest. 41 und Hölle jetzt liegen ganz geschwächt; Gott gibt die Ehrenstelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1607,+ 1671. 4. Nun seyd ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war: Tod, Teufel, Sünd Eigne Melodie. 77. Ermuntre dich, mein ſchwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dieß ist die Nacht, darin cs fam und menschlichWesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freuen. 2. Willkomm, o süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Willkomm, o Jesi, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt cs seyn, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, ja selbst bein theures Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, o Wundernacht! dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. Weihnachtslieder. 42 5. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sey dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine G tigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. Eigne Melodie, ( Das Lied beginnt und schließt mit einem vom Chor gesungenen Halleluja.) 78. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann! Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 2. Sich doch, sieh, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle hart fich bettet dir zu Gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne! 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann, geb. 1607,+ 1662. Mel Da Christus geboren 2c. 79. Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippen findt, großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott; aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigfeit. Joh. Olearius, geb. 1611, 1681. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 80. Dieß ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Weihnachtslieder. Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wann Sonne, Mond und Stern vergehen vielleicht in noch gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel seyn. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sey meine Weihnachtwonne und lehre mich die Weihnachtkunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des Weihnachtglaubens voll. Caspar Friedr. Nachtenhöfer, geb. 1624, † 1685. 43 und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! Me I. Lobe den Herren, den 2c. 81. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! finget dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott 3. Sehet dieß Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Schet die Liebe, die ganz sich als Liebe mun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische, wer kann dieß Geheimniß verstehen? hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Ruh, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denu, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es seyn, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Trener Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren: wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erforen. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; Herr, nimm mich hin, hilf mir in findlichem Sinn ewiglich dir nur zu leben. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 82. Immanuel! der Herr ist hier und nimmt mein Fleisch an Weihnachtslieder. 44 fich! Immanuel; ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich?:,: 2. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns gibt, wie hat er uns so lieb!:,: 3. Was sein erbarmungsvoller Nath schon in der Ewigkeit von Jesu fest beschlossen hat, das thut er in der Zeit.:,: Heinr. Cornel. Hecker, geb. 1699, 1743. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Er, unser Heil und höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an.:,: 5. Du wunderbarer Gottmensch wirst auch mir Nath, Kraft und Held, mein Netter und mein Friedefürst, du Heiland aller Welt.:,: 6. Was mir zum Seligseyn gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nun an dir.:,: 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, 8. Durch Eines Sünde fiel die mein Heil, gewinn ich Herrlich- Welt; Ein Mittler ists, der sie crfcit.:,: 8. Gelobt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn, Christenheit!:,: 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommit zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern"; gelobt sey, der da kommt im Herrn. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Bäter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder werden wir. hält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sigt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sicht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. Mel. Vom Himmel hoch 2c. 10. Dieß ist der Tag, den Gott 83. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Je sum Christ im Himmel und auf Erden ist. gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christi. Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 84. Willkommen, Quell der Freuden, mein süßer Trost im Leis Neujahrslieder. 45 sein. den, mein Schutz im finstern Thal! geben muß Knechtsgestalt die deine Willkommen, Heil der Sünder, du Freund der Menschenfinder, willkommen tausend, tausendmal! 2. Zwar niedrig und geringe, Beherrscher aller Dinge, erscheinest du allhier; doch, was dem Augentfliehet, den Glanz, die Größe siehet mein Glaube selbst im Stall an dir. 3. Unendliches Erbarmen er weisest du uns Armen ohn aller Hoheit Schein. Uns Freiheit, Würde, Leben, ja Kronen cinst zu Neujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 85. Das liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum freuet sich heut Jedermann, erhebt sein Herz und Hände zu unserm Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren: im selgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns klar verkündet. 4. Mit dankerfüllten Lippen nah ich mich deiner Krippen, zwar arm ist nur mein Dank; doch laß ihn dir gefallen, des Säuglings schwaches Lallen ist, Herr, vor dir ja Lobgesang. 5. Die Sünde schlägt mich nieder, doch Hoffnung stärkt mich wieder, bald kömmt die Zeit heran, wo ich zu deiner Ehre in jene höhre Chöre den frohen Jubel mischen kann. 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott frönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Huth, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriakus Schncegaß, † 1597. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 86. Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so großer G'fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht dein Heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort! vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir flich'n der Sünde Bahn und fromm zu werden fahen an; kein'r Sünd im alten Jahr gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. Neujahrslieder. 46 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzusteh'n, mit dir in Himmel einzügehn; 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, geb. 1546,+ 1613. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 87. Das alte Jahr ist nun dahin; erneure, Jesu, Herz und Sinn, zu fliehen aller Laster Schaar in diesem lieben neuen Jahr. 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämmtlich haben Theil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein theures Blut. 3. Gedenke nicht der Missethat, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gehandelt wider dich; vergib und gib uns gnädiglich. 4. Vergib uns alle Sünd und Schuld, gib in der strengen Noth Geduld; dein guter Geist uns wohne bei, sein Hülf und Trost stets bei uns sey. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein uns wieder zugewendet seyn. 6. Laß deine Hülfe allezeit, du Menschenfreund, uns seyn bereit, bis wir einmal nach dieser Zeit eingehen in die Ewigkeit. Ernst( Shristoph Homburg, geb. 1605, † 1681. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. 88. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zut dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wann Noth und Trübsal blizzen, in seinem Schoße sizen. 5. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unjerm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sey) deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Noth und Leiden uns sehen beßre Zeiten. 10. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unver= sorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbe Neujahrslieder. trübtenSeelen, die sich mitSchwer muth quälen. 13. Und endlich was das Meiſte, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 14. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Mel. Werde Licht, du Stadt 2c. 89. Hilf, Herr Jesu! laß ge= lingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs Neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müsse mir durch dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 47 nimm, o Gott, mein Flehen hin. Sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wann ich schlafe, wann ich wache, wollest du, Herr, bei mir seyn; geh ich aus, steh mir zur Seiten, kehr ich heim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird vor allen dieß mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Verzeihung findt, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver= geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sey, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, 8. Jesu, richte mein Beginnen, zähme mir die Sinnen, Jesu, sey nur mein Begier; Jesu, sey mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Herzlich thut mich zc. 90. Durch Trauern und durch Plagen, durch Noth, durch Angst und Bein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dieß Jahr ist hingelegt; dir, Gott, scy Lob gesungen! Das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, hast reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, was irgend Neujahrslieder. 48 wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken und Herr, ich wills auch thum. Soll mich die Armuth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, be fichl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Nengsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? ich will gehorsam seyn. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel drin gen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? Mel. D Gott, du frommer 2c. ach, du nicht. habe zwar verdienet die rothe Höllen- 92. Ein Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Lebenstage, ist abermals dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blichen. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs Neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da findet allezeit dein Volk in Nöthen Schußz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Etärk im Glauben, laß gluth; du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Hent ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sey heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G.. Sacer, geb. 1635, † 1699. Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir mun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen seyn. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sey Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, geb. 1672, 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. 91. Jesus soll die Losung seyn, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jcsu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Neujahrslieder. uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten; verleih an Seel und Leib, was Jedem ist vonnöthen, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wenn du das Ziel bestimmt, den in dieſem Jahr zu scheiden, wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Henr. Kath. v. Gersdorf, geb. 1648, † 1726. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 93. Ein Jahr geht nach dem andern hin der Ewigkeit entgegen. Ach, möchte doch der träge Sinn dieß fleißiger erwägen! Ach, brächte doch ein jedes Jahr viel neue, gute Früchte dar! 49 les schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 4. Allein der treuc Heiland spricht: Laß ihn noch dieß Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dieß Jahr noch, mein Vater, auf. 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der als Desterr. Gesgbch. 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dieß Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+ 1735. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 94. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, die Tag und Jahr uns geben. Er schützet, was auf Erden wohnt, er sichert unser Leben; er ists, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, mit Preis und Dank erheben. 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sey dir für das versloßne Jahr ein heiLig Lied gesungen für Leben, Wohlfahrt, Trost und Nath, für Fried und Nuh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden 4 - Neujahrslieder. 50 nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Nath auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtig keit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey: dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Nun Iob, mein Seel 2c. 95. Herr, der du deinen Namen durch Wohlthun an uns herrlich machst, und über deinem Samen, den du erwählst, so liebreich wachst, Jehova, dessen Treue uns unverändert liebt, und stündlich sich aufs Neue uns zu bewundern gibt! Entflamme mein Gemüthe, das deinen Ruhm besingt, und für so reicheGüte ein armes Opfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! Erstaunend bet ich vor dir an. Wer bin ich Staub, ich Armer, daß du so viel an mir gethan? Anstatt im Zorn zu lohnen, wie ich um dich verschuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Geduld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht dafür gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von deiner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glauben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu seyn und ganz in dich zu dringen, fehlt zwar der Wille nicht, wohl aber das Vollbringen, zu dem ich mich verpflicht. 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entflohnen Gnadenzeit sind ungebraucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweibt! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind ungenützt vergraben und freventlich verschwendt! Wie war ich doch so träge, zu thun, was mir gebührt, wie langsam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade finden die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Last der Sünden von dem Gewissen abgethan. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärkeit, zeuch immer näher mich zu dir, und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glauben, Muth und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu deines Namens Breis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewig: feit den guten Samen säen, der sich der Ernte freut. 7. Soll mir ein Jahr der Leiden und Prüfungen bestimmet seyn; stellt sich auf allen Seiten bei mir des Krenzes Trübsal ein: mun so gescheh dein Wille; nur schenke mir Neujahrslieder. in dir Gelaffenheit und Stille und halte fest bei mir. Ich weiß, von guten Händen kommt doch nichts Böses her; das Kreuz, das sie mir senden, drückt doch niemals zu schwer. 8. Haft du, Herr meiner Tage, in diesem Jahr mein Ziel bestimmt, in dem der Wallfahrt Plage und Schmerz und Leid ein Ende nimmt: o mit welch großen Freuden, wenn deineGottesmacht ihr gnädig Vollbereiten an mir zu Stand gebracht, fink ich dir in die Hände und feire mit der Schaar, die triumphirt ohn Ende, mein Hall- und Jubel- Jahr! Andreas Rehberger, geb. 1716, † 1769. Mel. Der Tag der ist so freudenreich zc. 96. Ach wie kurz ist unsre Zeit auch in langen Jahren, und wie bald ist Freud und Leid nichtig hin gefahren! Ehr und Wollust, Geld und Pracht, Weisheit, Stärke, List und Macht muß ein Ende nehmen: ja, wer sich verborgen schäßt, dieser muß sich auf die lebt seines Wesens schämen. 2. Also wird die Zeit vergehn, bis wir selbst verderben, nur zwei Dinge bleiben stehn, wenn die an51 dern sterben: Welcher seinen Jesum sucht, diesem soll die Lebensfrucht nimmermchr verschwinden; und wer ihn verlassen hat, wird den Lohn der schnöden That dort erst recht empfinden. Mel. Valet will ich dir 2c. 97. OKönig aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Neich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur ewgen Seligkeit. 3. Wer nun keine Sündennoth im Gewissen spüret, als bis ihn der schnelle Tod vor den Richter führet; ach der weiß in Ewigkeit ganz von einer Gnadenzeit. Wer will Gott betrügen? der den Ausspruch hat gestellt: Wie der Baum im Tode fällt, also bleibt er liegen. 4. Ach! ihr sehet die Gefahr, fallet Gott zu Fuße, und begeht das neue Jahr in rechtschaffner Buße: Lasset euch den guten Geist jezzo, weil es heute heißt, zu dem Guten treiben; folget ihr dem Feinde nach, nun so kann das Ungemach nicht zurücke bleiben. 5. Laßt den Vorsatz ernstlich seyn, recht und wohl zu leben, denn wie kann der eitle Schein Gott die Ehre geben? Jesus hat sein Amt verricht; wacht und betet, daß euch nicht etwas widerfahre! Haltet Jesum euer Theil, dieser geb euch Glück und Heil zu dem neuen Jahre! Epiphaniaslieder. 2. Von deinem Neich auch zeugen die Drei aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König 4* Epiphaniaslieder. 52 wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, sigt nicht in festem Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßzen durch dein Macht und Gewalt, daß sie in Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf! Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden seyn von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb, geb. 1557,+1622. Eigne Melodie. 98. Werde Licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht; Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gefeffen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, che noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann: unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 4. Gottes Nath war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth; dein Erscheinen müsfe stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Nist, geb. 1607, t.1667. Epiphaniaslieder. Mel. Werde munter 2c. 99. Freuet euch, ihr Gottes Kinder! preiset mit mir Gottes Macht; freuet euch, ihr armen Sünder! laßt der Welt den Stolz und Pracht; freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich erstrekfet über alles, was da lebt; seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, webt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blizz und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben und kann Trost und Hoffnung geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs haben endlich gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euern Muth! Preiset Gottes Güt und macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius, geb. 1611,+1684. 53 bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen ſeyn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Neu; ach, mich schmerzet meine Sünde. Über du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm mein Opfer an! Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 100. Jeju, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm, ach nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des GlauMel. Wie schön leuchtet zc. 101. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich Keiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kanu ich selig seyn; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltfinn deinen Dienst nichtschen, gern deinen Willen übe. Nach dir, Epiphaniaslieder. 54 nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens werd erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, die Nuh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Schn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobge: sang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Nuhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlitz schaue. Joh. Ad. Schlegel, geb. 1721, † 1793. Darstellung Christi. Eigne Melodie. 102. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille. Getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mir, Herr, gezeiget hast, und machst bekannt, daß er sey das Leben mein und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du Allen fürgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Neich die ganze Welt heißen laden durch dein theur heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zürleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 103. Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Erempel dich, großer Gott, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sey unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schre den unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Gluth und Flamme, in noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Epiphaniaslieder. daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich hart und strafend an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Frank, geb. 1618, 1677. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. 104. Komm, Wandrer zu dem Grabe, komm, armer Erden sohn! An deinem Wanderstabe betrachte Simcon. 2. Er betet in dem Tempel hinauf zu seinem Gott, und blickt, die zum Erempel, getrost auf seinen Tod. 3. Gott hatte ihn geleitet, der 55 Tugend Bahn zu gehn. Der Trost war ihm bereitet, den Heiland noch zu schn. 4. Er sah ihn mit Entzücken, drückt ihn an seine Brust, und aus des Heilands Blicken strahlt ihm die süße Lust. Eigne Melodie. ( Christus, der uns selig macht 2c.) 105. hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir stets dir unterthan all Un5. Die Fülle seiner Freuden, das Heil aus Gottes Höhn, das Licht der blinden Heiden hat er im Fleisch gesehn. 6. Nun sah er ohne Beben auf seine Heimfahrt hin, denn Christus war sein Leben, und Sterben sein Gewinn. 7. Nicht mehr ein Glück hienieden war reizend für sein Herz, belebt von großem Frieden sah er nur himmelwärts. 8. Herr, leit mich auf dem Pfade der wahren Frömmigkeit! Gib mir durch Jesum Gnade, zum Sterben Freudigkeit. 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Himmels Höhen erwartet er mich schon. 10. Dann tönen meine Lieder: Heil mir! mun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir! nun fichst du ihn! Passionslieder. tugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, die Dankopfer schenken. Mich. Weiß( 1531). 56 Passionslieder. Eigne Melodie. 106. Ach, wir armen Sünder! unsre Missethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Noth, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, hätten wir seyn müssen ewiglich in Noth; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 3. Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzei get lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Gluth. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Darum wolln wir loben, danken allzeit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß sie treiben all Noth von uns fort, und daß wir stets bleiben an Got tes heilgem Wort. Kyrie eleiſon! Christe eleison! Kyrie eleison! Nach laus tibi Christe um 1559. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 107. Herr Christe, trener Heiland werth, ein Schöpfer Himmels und der Erd, nimm unser G'bet mit Gnaden an, zu deinem Lob und Preis gethan. 2. Dein Güt so groß ans Kreuz dich bracht, dadurch wir ledig sind gemacht; denn Adams Sünd und Bande schwer trägst du und lösest ste, o Herr! 3. Dein ist der hohe Himmelsthron, noch wirst du eines Menschen Sohn, und weigerst dich des Sterbens nicht, eins schmählichen Tods wirst hingericht. 4. Du läßt dir Bande legen an, auf daß wir Freiheit mögen han; die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Ungemach. 5. Ám Kreuz du hängest angehaft't, die Erd bewegest du mit Kraft, befiehlst den Geist ins Vaters Hand, und Finsterniß bedeckt das Land. 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchtest in des Va= ters Ehr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hülfe komm! Vincentius Schmuck, nadh rex Christe factor omnium, geb. 1565, 1628. Eigne Melodie. 108. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat geſprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? Dorn gekrönet, ins Angesicht ges 2. Du wirst gegeißelt und mit schlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket ans Kreuz gehenfet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jeju! habe dieß verschuldet, was du erdüldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Passionslieder. 57 Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. In Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, mich nicht beschämen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden. Dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenfrone: so will ich dir, wenn alles wird wohl= klingen, Lob und Dank singen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du 109. Jeſu, deine tiefen WunJoh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Zion klagt mit 2c. mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich fanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs Neue nicht mein Herz entzün den mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 01 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite setzen. den, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich dann in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, was mich kränket, mir dein Leiden Hülfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir daß bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß Passionslieder. 58 ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben, Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit; ich verberge mich in dich, welch Feind will verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. Eigne Melodie. 110. Du großer Schmerzen mann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sey Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Noth, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach, unfre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Theil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenfron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu Gut, wenn wir in Aengsten liegen, durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; Hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden seyn die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren seyn. Adam Thebesius, geb. 1596, † 1652. Mel. Herr Chrift, der einig zc. la 111. Wenn meine Sünd mich fränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst dein Sohn, o Gott, für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für solche Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Be= gier, daß mir nie komme aus dem Paffionslieder. Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch seyn Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn Eigennutz und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annchmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Eigne Melodie. 112. Jesu, meines Lebens Le ben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes- Sohn, mur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 59 mal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenfron aufseßen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen seyn geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jeſu, Dank dafür. 3. Wunden läsfest du dir schlagen; alle Marter trägest du, um zu heilen meine Plagen und zu sebzen mich in Ruh; ach, du hast zit meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausend6. Du hast dich mit Schmach bedecket, haft gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Üebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, cs kommt alles mir zut Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. Ernst( hristory Homburg, geb. 1605, † 1681. Passionslieder. 60 Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 113. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget mit Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird mattund krank, ergibt sich auf die Würgebank, entzieht sich allen Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornes Ruthen; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und burch Bluten. 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollt seyn meines Herzen Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichfeit bei Nacht und Tage singen, zum Freudenopfer bringen. Mein mich selbst auch dir zu aller Zeit Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu Gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollt ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen pieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es seyn mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schmecken will, soll mich dieß Manna speisen; im Durst solls meine Quelle seyn, bin ich verlassen und allein, soll es mein Tröster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben. Sett mir der Wehmuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anter. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Neiches Freuden, so laß dieß Blut mein Purpur seyn, ich will mich darein kleiden; es soll seyn meines Hauptes Kron, in Passionslieder. welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. O Welt, ich muß dich 2c. 114. Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben: dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großemSpott. 2. Tritt her und schaut mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal seyn. 61 Höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. lod 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 7. Du sebzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Nach und Eifer gehn, wie schrecklich seine Ruthen, wie zornig seine Fluthen, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Jch will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Muth; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Un= recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinen Geist gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tauſendThräb Passionslieder. 62 nen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Mel. Herzlich thut mich zc. 115. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst schimpfiret, gegrüßet seyst du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du Herr erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast! Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verzienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 4. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Bon dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kömmt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut ge= meint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am aller= bängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den lengsten kraft deiner Angst und Pein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich schn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir bliden; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Zion flagt mit Angst ze. 116. Sey mir tausendmal ges grüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt; ach, wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden, mir, Herr, in das Herz hin Passionslieder. ein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen feyn; du bist doch mein schönstes Gut, da mein gan= zes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, auf das Best ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Naum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. " Paul Gerhardt( nach Bernhard von Clairvaux), geb. 1606,+1676. Mel. Herr Jesu Chrift, du 2c. 117. Herr Jesu, deine Angst und Bein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit seyn, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 63 dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir auf gelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen seyn, laß Gnad für Necht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrngest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Nath und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht seyn, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod sein sanft beschließe meine Noth und selig ster= be. Amen! 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirft hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zusammt Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 118. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth empfandst in deinem Herzen. Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seelen seyn, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerath in Todesnoth, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sey umsonst dein theuer werthes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Joh. Scheffler, geb. 1624, 1677. Eigne Melodie. 119. du Liebe meiner Licbe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu Gute, als ein Schlachtschaf eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sely 64 nen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Athem endt; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. Passionslieder. 4. Liebe, die mit so viel Wunden, gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir geſtillet seyn. 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seiten ruh! 6. Liebe, die sich todt gekränket und für mein erfaltes Herz in ein faltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! Johann Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 120. Jesu, der du wollen büBen für die Sünden aller Welt durch dein theures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verdammten Adamskinder: ach), laß deine Todespein nicht an mir verLoren seyn! 2. Nette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt; hilf, daß mich dein Angstschweiß fühle, wenn ich Drangfalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sey. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden! Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort. Wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammniß dräuet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir! Kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sündendorn mir schade. Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Riemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 7. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen seyn, Passionslieder. wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein. Senk die Schuld, die mich beladen, in den Abgrund deiner Gnaden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 8. Ach, zerbrich des Eifers Ruthe, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 9. Jesu, komm, mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine Todespein, Leben, Heil und Himmel seyn! 65 Mutter wahr, die sollt du kindlich lieben. Eigne Melodie. 121. Als Jesus an dem Kreuze hing, der Tod schier Seel und Leib umfing, da hatt' er Angst und Schmerzen. Was da aus seinem Munde ging, das faß, o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Nede, wie er bat, betraf des Vaters Güt und Nath: Vergib dem Volk die Sünden; és kennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! 3. Das andre Wort, womit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. Zum dritten stund die Mut ter dar, da sprach er: Weib, das mich gebar, dieß ist dein Sohn geblieben; Johannes, nimm der Desterr. Gejgba). 5. Zum vierten rief er aus: Mich dürft! Wornach, du großer Lebensfürft? den Menschen Heil zut bringen. Wenn du von hinnen scheiden wirst, so wird es dir ge= lingen. 6. 3um fünften schrie er heftiglich: Mein Gott, mein Gott, entzeugst du dich? Wie? hast du mich verlassen? Ich leide Noth und ängste mich; doch kannst du mich nicht hassen. 7. 3um sechsten nehmet dieß in. Acht: Mein Leiden ist nunmehr vollbracht, so viel die Schrift erweiset. Ein Sünder, der in Buß erwacht, wird hier mit Trost gespeiset. 8. Das siebent ist sein letztes Wort: Herr, zeuch mit meinem Geiste fort; es geht nunmehr zum Ende; den übergeb ich dir, mein Hort, in deine Baterhände. 9. Wer recht hierüber in sich schlägt, wer Christi Pein und Wort erwägt und sich zu Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er ewig lebet. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel Wer weiß, wie nahe zc. 122. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden; die Lebenssonne geht zur Nuh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos seyn; das Herz der Trene wird gebrochen; den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die 5 66 höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! Passionslieder. 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her Hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Leichnam hin; dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Naum gemacht; o tröstlich Sort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Franck, geb. 1659, 1725. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 123. Seele, geh auf Golga= tha, seß dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich seyn, oso bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Noth! es ist ja mein Jesus todt. 3. Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gottes Lamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr: alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verstes Gut, immer vor den Augen schmähen; laß mich dich, du höchsehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier ein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmolc, geb. 1672, 1737. wel. Herziebster Jein, was 2c. 124. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Paffionslieder. Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem feligen Geschäfte mir neue Kräfte. Chrift Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 67 Mel. O Traurigkeit 2c. 125. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebenget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 4. Du hast's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Nath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den Todesbanden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christ. Friedr. Neander, geb. 1724,+ 1802. 5* 68 Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 126. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch dein theures Blut gemacht vor Gott ge= recht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtig Hand, daß wir im Krcuz geduldig seyn, uns trösten deiner schweren Pein, Passionslieder. 4. Und schöpfen drauß die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, † 1600. Begräbnis Jesu. Eigne Melodie. 127. Traurigkeit, o Her zeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott, des Vaters einige Kind, wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, der Herr ist todt; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. D Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat wärest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der heißes Blut sonder Neu anschauen. Jungfrauen, Niemand kann dein 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. Jesu, du mein Hülf und Nuh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge ſehnen. Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 128. Der bu, Herr Jesu, Nuh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. Lamm, getödtet an des Kreuzes 3. Wir danken dir, o Gottes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben seyn. Georg Werner, geb. 1607,+1671. Mel. D Traurigkeit, o Herzeleid 2c. 129. So ruhest du, o meine Nuh, in deiner Grabeshöhle, und erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die heiße Liebe Paffionslieder. die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; follte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir seyn ein Kämmerlein, da ich auf Nosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auf erstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken, und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomon Franck, geb. 1659,+ 1725. 69 nun mich um Kraft bewerben. Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. Mel. Christus, der uns selig macht ze. 130* Mein Erlöser, Gottes sohn, der du für mich littest, und erhöht auf Gottesthron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein so bittres Leiden! O wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden. 2. Dir, dem Herrn der Herrlich feit war es ja gegeben ohne Schmerzen, ohne Leib ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld, daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden, denn du starbst nach Gottes Nath für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, littest uns zu retten, daß wir in gewisser Nuh mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Bessrung ſchafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Krenz bereitet. Nicht vergebens darf ich 5. Froh kann ich ins Todesthal schon im Voraus schen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen, denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, denn du hasts in Händen, was du mir zum Heil verschafft gläubig anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reu'n mich meine Sünden, o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden, daß du auch für meine Schuld bist am Kreuz gestorben, und zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Neiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir, laß mich fröhlich scheiden! Herr so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 3. S. Diterich, geb. 1721, 1797. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 131* Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll 70 Trosts und heilger Freuden, du machst mir die Erlösung kund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. Paffionslieder. 2. Mein Jesus stirbt! Die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret fich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach. Du hast den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünden lag. Für uns hast du ge= nug gethan, Gott nimmt uns nun in Gnaden an. 4. Dankvolle Thränen, nezt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbar keit begehrt, laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. Er stärke mich, daß meine Treu und Besserung vollkommen sey. 6. Du, der du dich für mich gegeben, o Jesu, laß mich eifrig sein, zu deinem Dienste ganz zu leben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, meinHeiland, sei mein Ruhm, denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt sein. 7. Fühl ich zuletzt des Todes Schrecken, dann, Herr, erleichtre mir die Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du den Tod besieget hast. So geh ich in des Grabes Nacht mit Siegessang: Es ist vollbracht! Diterich, geb. 1721, † 1797. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 132* Begleite mich, o Christ! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was auch kein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann! 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten; erschrick und zittre frommes Herz! Sich deinen Netter, sich ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz? Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze Gottes Sohn, dein Leben! hier trug er unsre Sündenschuld, den, was nie ein Sterblicher emempfand in jenen bangen Stunpfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. Schmerzen nimmt er sich seiner 3. Geduldig bei den größten Feinde an, er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge feiner Pein und Schmach! D Mensch, den Nach und Zorn verführen, laß Passionslieder. dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen: so soll dies Wort mir Trost verleihn! Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 71 Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden. Der Heiland spricht. Es ist vollbracht! Wort des Sieges! Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Vollbracht ist nun des Leidens Bahn! 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, fommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seelen Trost verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn geſendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 2. H. Bachof v. Echt, geb. 1725, † 1792. Eigne Melodie.. 133* Wenn meine Seel den Tag bedenket, an welchem mein Erlöser starb, und ach! an Seel und Leib gekränket mir durch sein Blut das Heil erwarb, und was er noch zuletzt gesprochen, eh ihm sein liebend Herz gebrochen, so bet ich ihn bewundernd an; o mögt ich thun, wie er gethan. 7. Der Fürst des Himmels und 2. O Jesu, der du unter Schmerder Erde, von allem, was erquickt, zen am Kreuz für deine Mörder entblößt, wünscht, daß sein Durst batst, gib, daß mit leicht versöhngestillet werde. O Mensch, der dichtem Herzen auch ich verzeihe, wie so theur erlöst, der Heiland rufet bir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O selig, wer den Ruf erfüllet, denn wer den du thatst. Die Nache sei dir überlassen. Hilf, daß ich liebe, die mich hassen. Vergib den Feinden ihre Schuld. Gib ihnen Reue, mir Geduld. 72 3. Laß mich die Buße nicht verschieben bis auf den letzten Lebenshauch. Laß mich nur leben, dich zu fieben, so liebst du mich im Tode auch, und nimmst mich von des Kreuzes Leiden zu dir ins Paradies der Freuden, damit ich, wie im Leben treu, auch nach dem Tode felig sei. Passionslieder. 4. Wenn alles flieht, weils übel gehet, halt ich bei deiner Fahne Stand. Wer unter deinem Kreuz hier stehet, steht dort zu deiner rechten Hand. Laß mich die Wittwen und die Waisen als dein und meine Brüder speisen und wenn ich mir nicht helfen kann, so nimm dich meiner Nothdurft an. 5. Wie sollt ich nicht die Sünde haffen, da doch, der Sünde wegen dich, dich unsern Bürgen, Gott verlassen! Mir ist nun Gott nicht fürchterlich. Wenn ihn ein zornig Dunkel decket, wenn mich des Todes Schatten schrecket, erhört er mich, der gläubig spricht: Mein Gott, mein Gott verlaß mich nicht! Eigne Melodie. 134. Christ ist erstanden von 6. Du riefst: Mich dürftet, als dein Schmachten, dein Leiden unaussprechlich war; sie aber, deine Feinde brachten dir, ach! nur herben Essig dar. Soll ich den Kreuzfelch trinken müssen, so wirst du ihn schon hier versüßen, bis du mich dort, o Lebensfürst, mit Wollust ewig tränken wirst. der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ soll unser Trost seyn. Kyrieleis! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Herren Jesum Christ. Kyriclcis! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh seyn, 7. Es ist vollbracht! Gott ist versöhnet! Du rufft es laut vom Kreuz herab und gehst mit Ehr und Preis gekrönet, bald triumphirend aus dem Grab. Du hilfst, daß ich auch siegen werde, und geb ich einst der schnöden Erde, nach Gottes Willen, gute Nacht, auch rühmen kann: es ist vollbracht. Osterlieder. 8. Mein Geist sei deiner Hand empfohlen, wenn sich mein Haupt im Tode neigt. Dann kommst du, mich dahin zu holen, wo ewig aller Jammer schweigt. Ich weiß, du läsfest meinem Glauben nicht die verheißne Krone rauben, und führst nach irdisch kurzer Pein mich zu des Himmels Freude cin. Christ soll unser Trost seyn; Kyrieleis! Alte Kirche. Eigne Melodie. 135. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden; die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison! 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, Osterlieder. hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie cleison! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, als in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 136. Christ lag in Todesbanden, für unser Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich seyn, Gottloben und dankbar seyn und singen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod Niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unser Sünd, kein Unschuld war zu finden; davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in feim Neich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht, und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt; den Stachel hat er verloren, Halleluja! 137. Christus ist erstanden von des Todes Banden; des freuet sich der Engel Schaar und singt im Himmel immerdar. Halleluja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Osterlamm, daß wir uns freuen allesammt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehangen, kein Trost konnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Le= ben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen; die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 73 5. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unser Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird kräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Osterlamm speis uns heut allesammt, nimm weg all unser Missethat, daß wir dir singen früh und spat. Halleluja! Böhmische Brüder 1531. Eigne Melodie. 138. Gelobt sei Gott im Höchsten Chron sammt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat gemig gethan. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohu alle Klag. Halleluja:::: 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, vers fühnet Sünd und Missethat. Halleluja:,::,: Osterlieder. 74 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja:::: 5. O mache unser Herz bereit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen singen allezeit: HalleTuja:,::: Böhmische Brüder 1531. Eigne Melodie. 139. Erschienen ist der herr lich Tag, dran sich Niemand gnug freuen mag. Christ, unser Herr, heut triumphirt; all sein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben siegt und ward ihm Herr; zerstört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich seyn, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zum Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikol. Hermann, † 1561. Eigne Melodie. 140. Hent triumphiret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja! mit großer Pracht und Herrlichkeit, des danken wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! 2. Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert in aller Gestalt, Halleluja, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. Osüßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja, Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja, Halleluja! Er liegt besiegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür danken wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Es ist am End, Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, geb. 1619. Met. Heut triumphiret Gottes Sohn 2c. 141. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: Osterlieder. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halleluja:: läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja!:,: 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang. Halleluja:: Den drite ten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Halleluja.:: Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:,: 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja:,: Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 75 lichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja:,: ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:,: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und sich nicht regt, Halleluja:: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke tödten sich. Halleluja:: Da er durchs Todes Kerfer bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!:,: 7. Sein Reich ist nicht von die ser Welt; kein groß Gepräng ihm hie gefällt.Halleluja:,: Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste seyi. Halleluja!:: 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja:: der große Schatz, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja:: wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod zerdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Christi Herr12. Wunder groß, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja:,: Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!:,: 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Jch weiß, daß er mich herzlich liebt; Halleluja:,: wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:,: 14. Er nährt, er schützt, er tröftet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja:: Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja!:,: 15. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Halleluja:,: Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja!:,: 16. Mein Herz darf nicht entseßen sich; Gott und die Engel lieben mich. Halleluja:,: Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja!:,: 17. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Halleluja!:: Dort wollen wir auf beßre Weis erheben deinen Nuhm und Preis. Halleluja!:,: Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 76 Osterlieder. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 142. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte? Mit List und macht sie auf ihn drang; jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er ge fangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Naub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Ueberwinder. 4. Des Herren Nechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Nechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getödtet Jesus Christ, und sich, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Ber täglich hier durch wahre Neu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die rechte Ofterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier find wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. Tod, wo ist dein Stachel mun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius, geb. 1601,+1671. Mel. Es ist das Heil uns 20. 143. Der Hölle Pforten find zerstört; der Tod ist nun verschlungen; des Satans Neich ist ganz verheert; Lob sey dir, Gott gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starte Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröhlichfeit Herz und Gemüth erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel nen gegeben. Wir haben Christi Neich und macht; er ist Osterlieder. hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Scelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, geb. 1606,+ 1673. Mel. Erschienen ist der 2c. 144. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist, und hast den Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Misſethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener seyn. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron sammt seinem eingebernen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja! Mel. Nun frent euch, lieben 2c. 145. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues 77 Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sey erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und siehe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Schen weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Höllen Nachen; dein Jesus lebt, es hat kein Noth; er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt, als ein gekrönter Sieges= held; drum wirst du überwinden. 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum Osterlieder. 78 neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sey hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueber windern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurentii, geb 1660.+ 1722. Mel. Christus der ist mein Leben zc. 146. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret seyn, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. Mel. Werde munter 2c. 147. Jauchzet Gott in allen Landen! Jauchze, du erlösteSchaar! Denn der Herr ist auferstanden, der für uns getödtet war. Jesus hat durch seine Macht das Erlösungswerk vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gefommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Noth; alle Schuld, die mich beladas Gesetz hat er erfüllt, also Fluch den, ist bezahlt durch Christi Tod; und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängniß frei; und wie seineHöllenfahrt im Triumph vollzogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Danf und Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferErdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 8. Der Tod kann uns nicht scha- standen! den, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolch, geb. 1672, † 1737. Mel. Lasset uns den Herren 2c. 148. Weberwinder, nimm die Ofterlieder. Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsal men den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sey Dank, Halleluja! 79 Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sey Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt Hervor! Laß dir tausend Engel die nen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sey Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sey Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deis. nen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Frend und Wonne grünen da: Gott sey Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sey Dank, Halle huja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sey Dank, Halleluja! Christ. Ludw. Taddel, geb. 1706, † 1775. 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Mel. Vom Himmel hoch 2c. 149. Erinnre dich, mein Geiſt, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz er 80 höht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? Ofterlieder. 6. Vor seinem Thron, in seinem Neich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn, Herr, diese Herrlichkeit ist mein. 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Jch soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Nechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigfeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Chriftenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch aufer standen schon! 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets ernen. 12. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 150. Jesus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schreden? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn und. den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. Mel. Wachet auf, ruft zc. 151. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats vollbracht. Er, Ofterlieder. der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben jetner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigfeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Stau be, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns seyn, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht. Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Nuh! Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734,+ 1814. 81 höht. O Seele, dein Gefang erschall auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide: lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Stege Theil, den er erstritt. Send ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigfeit; zu aller Zeit ist er zur Hülfe uns bereit. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 152. Lobt den Höchsten, Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, gebet ber Freude Naum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erDesterr. Gesgbch. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie erneut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. Dftermontag. Mel Jesu, meines Lebens Leben zc. 153. 3ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thrä6 Osterlieder. 82 nen, ihre Seele voll Verdruß, und sie wechseln Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sey? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! hat neu boren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäffein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht bleiben, ach, so nimm auch mich mit dir; laß mich deine Freuden theilen, sey und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sey dir, o lieber Gast, daß du mich ge= Joh. Neunherz. tröstet hast. geb. 1663,+ 1737. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sey du auch allhier. Wenn die Teufel auf mich blizzen, wollst du trösten und beschüßen; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib mur in meinen Sinn, mel. Man lobt dich in der Stille 2c. 154. Lobsinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was dir der Herr zum Heil gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns Gott einst schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf; da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in Ofterlieder. jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer; der todt war, sieh, er lebet! Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott gekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Jhn bet ich an im Staube, ihn der mein Vater ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt! Der Herr ist mein Vertrauen, er starb für mich und lebt! C. Fr. Neander, geb. 1723, † 1802. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 155. Triumph, Triumph und Lob und Dank dem, der des Todes Nacht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte? der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spöt83 ter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihm und seine Lehre. Eigne Melodie. 157. Christ fuhr gen Himmel, was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heilgen Geist, zu Trost 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Hölle! fälle nur den Sieger. Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden sein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle! Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. J. D. Schiebeler, geb. 1741, † 1771. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. 156* Dein Heiland lebt, o Christenheit. Wohl dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, o Jesu, wir sind dein. Halleluja. 2. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist. Lob sei dir, Herr der Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Himmelfahrtslieder. Jein der armen Christenheit! KyrieTeis! Given2 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja! des folln wir alle froh seyn 6* Univ.- Bibl. Giessen Himmelfahrtslieder. 84 Christ will unser Trost seyn. Kyrieleis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrh. Eigne Melodie. 158. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christ gen Himmel g'fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sey Gott Lob, der Weg ist g'macht, und steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit großer Pracht! vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmel reich versperren. Am Glauben liegts: soll der seyn echt, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern: die sehn hinauf, und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis fie zusammen kommen, Halle luja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freu denreich, wann uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut; Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwick, † 1542. Mel. Erichienen ist 2c. 159. Nun freut euch, Gottes Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. Halleluja! 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ehr und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. Halleluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Ehr. Halleluja! hind 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, bei ihm zu seyn in Ewigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Halleluja! 5. Es hat mit uns nun nimmer Noth. Die Sünd, der Satan und der Tod allsammt zu Schanden worden sind durch Gottes und Marien Kind. Halleluja! 6. So danket nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobfinget mit der Engel Chor, daß es zum Himmel schall empor. Halleluja! 7. Gott Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. Halleluja! 8. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, schön es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 9. Oheilger Geist, du wahrer Himmelfahrtslieder. Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Halleluja! Erasm. Albertus,+ 1553. Mel. Erschienen ist 2c. 160. Es fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron. Er gehet ein zur Herrlich keit, die überall ist ausgebreit't. Halleluja! CLU 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht, wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja! 6. Gott Vater, sey von uns gepreist sammt deinem Sohn und heilgen Geist, der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. Halleluja! 85 Mel. Wie schön leucht 2c. 3. unser Fleisch, Herr Jeſu Christ, der du der Sünder 162. Ach, wundergroßer SieHeiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges seyn. Halleluja! 4. Laß seyn den Feind in uns gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft, tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empör. Halleluja! gesheld, du Sündenträger aller Welt, hent hast du dich gesetzet zur Nechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schaar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphirest, jubilirest; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Gottestinder in dein Reich, da wir ein ewig Freudenlied dir aufzuopfern sind bemüht. Halluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 161. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein hiemit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen. Josua Wegelin, † 1640. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim, dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majeſtät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für Himmelfahrtslieder. 86 und für nach deinem Neiche trachten. Laß unser Thun und Wandel feyn, wo Zucht und Demuth tritt herein, all Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Guade sey zu finden. 5. Sey, Jesu, unser Schutz und Schatz, sey unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allein uns zu Gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; komm schier, hilf mir, denn so sol Ien, denn so wollen wir am Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605, 1681. zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sey dein Verlangen, dorthin sey euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch singen: dich, Jesu, suchen wir! dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsres Hauptes Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schäpen, du trugesvolle Welt! Dein Koth kann nicht ergötzen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du seyn, daß wir den Heiland grüBen, ihn ewig nicht mehr missen? komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. s Mel. Beuch ein zu meinen 2c. 163. Gott fähret auf gen Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Fren den dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen seyn. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen Mel. Nch, Gott und Herr 2c. 164. Zench uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ und führ uns deine Himmelsstege. Wir irr'n sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. Himmelfahrtslieder. 87 3. Zeuch uns nach dir, so folgen fließen; drum wirk in mir kräftigwir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Ludämilia Elisabetha. lich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640, 1672. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe seyn; meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir feb und wohn, als in deinem Himmelsthron. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 165. Siegesfürft und Ehrenkönig, du verklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubi lirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein hier schrei auch Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit sch? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft mm über7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden d'rinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergößt. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+1769. Mel. Alles ist an Gottes 2c. 166. Jesus Christus herrscht als König; alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sey der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Gewalten, Mächte, die die Threnwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Neich. 4. Gleicher Macht und gleicher Himmelfahrtslieder. 88 Ehren sizzt er unter lichten Chören über Gottes Cherubim. Aller Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und ihr märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; alles sey ihm unterthänig; chret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 167. 3um Himmel bist du eingegangen, mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ; wie sollte mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Jch bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben und gingst verklärt zum Himmel ein; so muß sich auch mein Geist erheben, soll ich nicht todt in Sünden seyn. Ein neues Leben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Delberg fingen deine Leiden mit bittern Todesängsten an; am Delberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufgefahren bist; dann werd ich völlig aufgenommen, wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb ich nun im Glauben hier, im Schauen aber dort mit dir. Mel. Wachet auf ruft uns 2c. 168. Ueber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du haft die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesut, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Sitze, Sohn, auf meinem Throne, dir geb ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir, dein Geist. Himmelfahrtslieder. Er ists, der auch uns im Leiden mit Troft erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf deiner Bahn dereinst, wie du, die Kron am Ziel. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Baterland. Geweiht hast du uns Gott Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 169. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. Pfingstlieder. 2. Der du ein Tröster bist ge nannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 89 und dir durch deinen Tod. Wo du lebest, und Gott mit dir, da jollen wir auch mit dir leben ewiglich. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Muth. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn? Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern, dann sehn wir Welterlöser! dann führest du der hoch erfreut ganz deine Herrlichkeit, Wonn uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. B. Münter, geb. 1735, † 1793. deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Alte Kirche. Eigne Melodie. 170. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf vorhin seyn. 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, cin geistlich Salb an uns ge= wandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch Pfingstlieder. 90 in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Baters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten bleiben, die Trübsal uns nicht abs treiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen: Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. folgen gern und meiden der Seelen 172. Nun bitten wir den heilSchad. gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sey dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Eigne Melodie. 171. Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. D Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das scy dir, Herr, zu Lob gesungen: Halle luja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Bater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen: Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und getroft in deim Dienst beständig 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ tennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyricleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Dr. M. Luther, geb. Kyrieleis! 1483, 1546. Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. 173. O heilger Geist, du ewger Gott, du höchster Tröster in der Noth, von Herzensgrund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen lan. 2. Ach, sey mein Trost und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des Feindes List, erhalt mich fest an Jesum Christ; Pfingstlieder. 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen sey bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 4. Leit mich auf rechter, ebner Bahn, christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterblichkeit erlangen mög die ewge Freud. Mel. O Jefulein süß, o Jefulein mild 2c. 174. O heiliger Geist, o heili. ger Gott, du Tröster werth in aller Noth, du bist gesandt vons Himmels Thron, von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben alle sammt. heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerført. An Christum Niemand glauben kann, es sey denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort, lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 91 Danf allzeit und unser Lebenlang O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! 6. heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir singen dir Lob, Ehr und Eigne Melodie. 175. Zeuch ein zu meinen Thoren, sey meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgelicbter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiſte, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Neben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Fluthe mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilig Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schützt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten Pfingstlieder. 92 mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zant, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zu= sammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsrer Fürsten Thron, daß sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Sorgen für und für; vertreib den bösen Geist, der bir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Saz tans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. ben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 176. O du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht: Geift des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 12. Nicht unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich ster3. Du wirst aus des Himmels Throne, wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub ves kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell: laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein Pfingstlieder. pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich seyn dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Jch entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärfest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nöthig sey. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 10. Sey mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinte, sey mein Stab; wenn ich sterbe, sey mein Leben; wenn ich liege, sey mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein' Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 93 sonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig seyn zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten: zu dir kommen wir ge= treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 177. O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung seyn, o fomm, du Herzens3. Steh uns bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und Pfingstlieder. 94 schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sey dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müfsen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sey unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Nühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, geb. 1606, † 1673. Mel. Gott des Himmels 2c. 178. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigfeit! Deine Kraft sey nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen seyn. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sey um und an. Wirke Ren an Sünden Statt, wenn der Fuß gestiruchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Ruth. ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 6 Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Be= schluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Nuh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich'r uns mehrund mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Joachim Neander, geb. 1640, † 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 179. Gott, gib einen milden Regen; denn mein Herz ist dürr wie Sand. Bater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land! Laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und 160 Pfingstlieder. mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir seyn und lehren mich in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sey tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel seyn. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben fann und preisen mit den süßen Engelsweisen. Moriz Kramer, geb. 1646,1702. wel. Komm, heiliger Geist 2c. 180. Wer recht die Pfingsten feiern will, der werd in seinem Herzen still; Nuh, Friede, Lieb und Einigkeit sind Zeichen einer solchen Zeit, worin der heilge Geist regiert: der ist es, der zur Andacht führt. Er kann kein Weltgetümmel leiden; wer jenes liebt, muß 95 dieses meiden und Gott allein gehorsam seyn. 2. Sein Tempel ist da aufgericht; da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was Niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen, auszusprechen, was der Vernunft, dem Witz der Frechen und aller List zu mächtig ist. 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der Frommen Trost, der Böfen Spott. Die sich der Sündenlust entzichn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben; der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 4. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt. Es ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Zeugniß, das zum Glauben treibet und das Gesetz ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen kann. 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der uns erleucht, ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Nath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den erquickt, den Elend drückt. 6. Es ist der Ausfluß aus der Höh, der Weisheit unerschöpfte See, ein Wasser, das vom Un 96 recht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau und milder Negen, der das erzieht, was grünt und blüht. Pfingstlieder. 7. Es ist ein Del, des Lanterfeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die, uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuchelei. 8. Du theurer Gast und höchste Gab, sey unser Beistand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zuverficht, wehr aller Furcht, verlaß uns nicht, daß wir in Noth nicht unterliegen, vielmehr beherzt den Tod besiegen, wenn uns die Zeit das Ende dräut. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel. Jeju, meine Freude zc. 181. Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen: machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Sie gel der Geliebten, Geist voll Kath und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine theuern Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Muth, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. GoldnerHimmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, ser Licht; trag nach Zions Hügeln und durch Finsternisse sey du ununs mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien eroig uns erfreuen. Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Pfingstlieder. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 182. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sey nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Neu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blit machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sünden schlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr uns freudig vor Gott treten, sey uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Tribsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten Desterr. Gesgbd). 97 streben, schenk uns Kraft, tugenddaß wir nie stille stehen, treib uns haft und gerecht zu leben. Gib, an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sey in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, geb. 1713, 1780. Mel. Freu dich sehr zc. 183. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja nur um ihn bitten heißt; demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, sende ihn auch mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes 98 Preise heilig und zum Himmel weife. Pfingstlieder. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestren stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre du mich selber kennen, die verborgnen Sünden sehn, sie voll Reue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich) zu bes= sern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt: wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so seßze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! David Bruhn, geb. Mel. Liebster Jeſu zc. 184. Komm auf uns, o Geist des Herrn, lehr uns zu dem Bater beten, und beleb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten, so wird er um Chrifti Willen unser Bitten gern erfüllen. 2. O du Geist der Herrlichkeit, wohn und wirke in uns allen; jedes Herz sey dir geweiht, schmück es aus nach Wohlgefallen. Neich sind wir versehn mit Gaben, wenn wir deine Salbung haben. Mel. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 185* Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, den, Gott, zu meiner Seligs keit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligfeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir, dann schenket auch dein Geist, das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir, als Tröster sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. 1727, 1782. [ Siehe Lieder vom heiligen Geist]. ( Sbr. Fr. Neander, geb. 1723,+ 1802. Trinitatisfestlieder. Linco Trinitatis festlieder. Das Sanctus deutsch. Eigne Melodie. 186. Jesaia, dem Propheten, das geschah, daß er im Geist den Herren sizzen sah auf einem hohen Thron in hellem Glanz, seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran; sechs Flügel sah er ein jeden han; mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar, und mit den andern zween sie flogen frei; gen ander riefen sie mit großem G'schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat! Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar; das Haus auch ganz voll Nauchs und Nebel war. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. Eigne Melodie. 187. Gott, der Bater, wehn uns bei und laß uns nicht verders ben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben: für dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entflichen Teufels Listen mit Waffen Gotts uns fristen: Amen, Amen! das sey wahr, so singen wir Halleluja! 99 3. Heilig Geist der wohn uns bei u. s. w. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. Eigne Melodie. 112 188. Allein Gott in der Höh sey Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß; all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Bater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders: Lamm Gottes, heilger Herr und Gott! nimm an die Bilt von unsrer Noth; erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vor Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod! Abwend all unsern Jamm'r und Noth, darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, um 1526. 2. Jesus Christus wohn uns bei u. s. w. Mel. Nun danket alle 2c. 189. Du dreimal großer Gott, dem Erd und Himmel dienen, dem Heilig, Heilig! singt die Schaar der Seraphinen; du höchste Majestät, du Helfer in der Noth, du aller Herren Herr, Jehova Zebaoth! 7* 100 2. Dich bet ich jekund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Halleluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. Trinitatisfestlieder. 3. Mein Schöpfer! Mensch und Thier und alles andere Wesen läßt beiner Allmacht Pracht ganz klärlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich ja in der Natur: Stern', Element, Gewölf und alle Creatur. 4. Es muß dich Jedermann den treuen Vater preisen; du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erfrischest unsern Muth; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jesu, deine Lieb kann kein Verstand er gründen; das Halleluja singt dir, als dem wahren Christ, das menschliche Geschlecht, das nun erlöset ist. 6. Du nahmest Fleisch an dich und tratest in die Mitten, trugst unsre Sündenschuld, hast bis aufs Blut gelitten. Doch dieß dein Blut und Tod erwirbt uns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott nun können nehmen Theil. 7. O Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangelium bringst du das Volt zusammen, das Christum kennt und ehrt; du machest alles licht, gibst neue Feuergluth, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach, allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Bekehrer, du theilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns schafft. 9. Gott, Vater, Sohn und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, gepriesne Majestät, die ſtets zu benedeien: laß auf der rechten Bahn uns allezeit bestehn, und durch ein seligs End zu unserm Erb eingehn. 10. Laß, o dreieinger Gott, dein Gnadenantlig leuchten; dein edler Segensthau woll unser Herz befeuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; wir singen: Gloria! Gelobt, gelobt sey Gott! Mel. Nun danket alle Gott 2c. 190. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des VBaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Nath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sey der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Frenden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! Trinitatisfestlieder. 101 schone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Neich, die Kraft und Herrlichkeit. Sty Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. Eigne Melodie. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 191. Dreieinigkeit, der Gott 192. Wir glauben all an Eifingen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sey mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. heit wahrer Spiegel, o Licht vom Licht, als dessen Allmachtflügel sich um und um durch diesen Erdkreis streckt und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt! 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 3. O reicher Schatz, o unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht, wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich unterweisen wird, so bleibe ich verlobleibe ich verloren und verirrt. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen, in einem Drei, in Dreien Eins erkennen! Ach, lehr uns doch, Goit Vater, Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. 6. Gib, daß dies Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge! Dem großen Gott sey Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, singt alle Christenheit! 7. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernährung und vernen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, der uns hilft in aller Noth, den die Schaar der Engel preift, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist, und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sey gepreist zu aller Zeit! Tobias Glausnißer, geb. 1619,+1684. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 193. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr füür alle ſeine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sey in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sey auch dem Gotteślamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. Reformationsfestlieder. 102 3. Halleluja! Gott heilger Geist sey ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen! Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar und singet nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! Barthol. Grasselius, geb. 1677, † 1724. Mel. Gelobet jeist du Jesu Christ zc. 194. Preis ihn! er ſchuf und er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja. Eigne Melodie. 195. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Nüstung ist; auf Erd ist nicht seins gleichen. 2. Preis ihm! er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst hast du uns, Christe, dir. Dir leben und dir sterben wir. Halleluja. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst 3. Preis ihm! er führt des HimmelsBahn, führt den schmalen Weg hinan. Dein Tempel, heilger Geist, sind wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja. II. Kirchliche Feiertage. 4. Sing, Seele! Freudenthränen fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehova dir, dir leben und dir sterben wir. Halleluja. Klopstock, geb. 1724, † 1803. Reformationsfestlieder. du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen Kirchweihfestlieder. 103 stahn und kein Dank dazu haben; Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird sich Gott erbarmen. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 4. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen. Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz Eigne Melodie. 196. Wo Gott, der Herr, nicht hat neugeborn, die deiner Hülf erbei uns hält, wenn unsre Feinde toben; und er unsrer Sach nicht zufällt im Himmel hoch dort oben; wo er Israels Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List: so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Nath aufdecken. Wenn sies auss klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her und wolln sich hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Jedinse warten. 5. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg sind dir wohlbekannt: hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftig will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis. ans End beständig seyn, die Welt laß immer murren. Justus Jonas, geb. 1493,+ 1555. [ Siehe Kirche und Wort Gottes.] Mel. Wie schön leuchtet zc. 197. Kommt her, ihr Christen, voller Freud, erzählet Gottes Freundlichkeit, kommt her und laßt erklingen die Stimm des Dankes unserm Gott, laßt uns dem Herren Zebaoth mit frohem Mundesingen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. Kirchweihfestlieder. 2. Wir gehn in diesem Gotteshaus ein Jahr nun wieder ein und aus, und hören da verkünden den edlen Schatz, das Gnadenwort, das uns entdeckt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Einget, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genoſſen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden 104 an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Erempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 5. O große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. Kirchweihfestlieder. 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, da ihm das Reich genommen; er wünscht nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Weisen, laßtuns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jetzund nicht seyn voll Jauchzen unser Mund? Was Andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten seyn, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen sind zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler fest; wir hören Gottes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 9. Da Andre mit betrübtem Klang anstimmen müssen den Gefang, ja gar wohl gänzlich schweigen, da singen wir noch voller lichkeit, man darf sich fröhlich zeiFreud, man hört der Orgel Liebgen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 10. Bedenke dieß, o Christgemein, und jetzt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sey Gott, durch dessen Güt hier dieses Kirchhaus ward behüt vor feindlichem Zerstören. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 11. Ja, der du hier haft Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sey Gott an diesem Ort, allwo sein heilig theures Wort bisher so wohl gerathen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 12. Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; bewahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer seyn; so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Joh Chr. Arnschwanger, geb. 1625, 1696. Bußtagslieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 198. Ach, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erz schallt sein theures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß fie seine Tempel seyn. 3. O welch Heil ist bis hieher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der 105 sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jeſu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmolc, geb. 1672, 1737. Bußtagslieder. Eigne Melodie. 199. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen. Denn so du willt das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, für dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir Niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll laffen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeiget ward, und seines Gotts erharre. . 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist vielmehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. e 1. Aus tiefer Noth schrei ich zc. 200. Aus tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad uns woll vom Uebel freien, uns alle Sünd und Missethat, die unser 106 Fleisch begangen hat, als ein Vater verzeihen. Bußtagslieder. 2. Wir flehn: DO Gott Vater, sich an uns Armen und Elenden, die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und verleih, daß wir Buße thun, und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aus sprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir ja nicht lassen gebrechen. 4. Du willt nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammniß fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre, do 5. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, o wie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? Herr, sich uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Neu niedergeschlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß, und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getrost und frei, ohn arge List und Heuchelei, dein Joch zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch deine Boten zu, bezeug unser Gewissen; stell unser Herz durch sie zur Nuh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus für deim Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht: des Trosts laß uns genießen. 8. Erhalt in unsers Herzens Grund deinen göttlichen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollen-( den in aller Wahrheit, also der Kronen der Klarheit versichert werden. Amen! Böhmische Brüder 1531. Eigne Melodie. 201. Straf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone; ach, laß mich nicht seyn verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Nette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Armen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, schenk mir dein Erbarmen; heil die Seel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sich mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe Harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüſſen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; Heilger Geist, sey gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erHöret. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624, 1679. Bußtagslieder. Mel. Ich armer Mensch 2c. 202. Wir liegen hier zu deis nen Füßen, ach, Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sey. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestchn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeiget selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 107 5. Dieß theure Blut von deinem Sohne schreit für uns um BarmHerzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. OR 4. Der Mittler steht ja in der Mitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnaz denschein, so muß sein Blut verloren seyn. 7. Steck ein das Schwert, das uns will schlagen, den Würger laß vorüber gehn. Gib unser Brod in unsern Tagen. Laß feine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns theuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit. Laß Lieb und Treu fich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen und deine seyn mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jakobs schrein: Der Herr soll mein Gott ewig seyn! F Benj. Schmold, geb. 1672, 1737. 108 Erntefestlieder. Erntefestlieder. Mel. O daß ich tausend 2c. 203. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich als du kann Niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal seyn; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Was Gott thut 2c. 204. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so denken Gottes Kinder. Er siehet sie oft sauer an und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 13. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schatz will seyn, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns ge= sucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit ersetzen und Feld und Herz ergößen. Gratefestlieder. 6. Was Gott thut, das ist wohl-, gethan; das Feld mag ledig steben, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so wollen wir stets schlieBen, und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ifts geming zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß was uns noth; last in Geduld uns fassen: er wird uns nicht verlassen. Benj. Schmolck, geb. 1672, 1737. 109 stimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. n 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr in uns die Triebe zum thätgen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Batertreu auch unser ganzes Leben sey. 5. Du nährest uns blos aus Erbarmen; dieß treib auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gib jedem, was ihm nützlich iſt. 6. Thu deine milden SegensHände, uns zu erquicken, ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende, und mach in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 205* D daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, uns erfreust, ein jeder froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, seist, wie gern du unsern Mangel stillst, und uns mit Speif und Freud erfüllst! 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut, und ein erfenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast beCam mitICA B 7. Bewahr uns den geschenkten Segen, gib, daß uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, erquick auch ewig unsern Geist. [ Siehe Lob und Danklieder.] E. Liebich, geb. 1713, † 1780. 110 Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. Lieder zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. Mel. Reuch ein zu meinen 2c. 206. Dir, höchster Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig, du herrschest nah und fern, du unser Herr und Gott, an Ehren groß und prächtig, zum Schutze stark und mächtig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir und dir zur Ehre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, der, Höchster, widerstrebet dir selbst sowohl als ihr. 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den Kaiser ehre, wie es dein Wort uns heißt. Er trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes Gaben stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Es leuchte, Gott der Güte, dem Kaiser stets dein Licht; Gerechtigkeit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß, Herr, durch sein Bemühn die Frommen sicher wohnen; nie laß ihn Frevler schonen, selbst stets das Unrecht fliehn. 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du fegnest gern; wir bitten ohn Ermüden: Gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 207. Der Thron der Weltbeherrscher ist ein Schemel deinen Füßen. Sie sind nur Staub; du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Neich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ihr Herrscher. 2. Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn verlieren; bewahre stets vor Schmeichlern sie, daß die sie nicht verführen! Lehr sie ihr eigen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. 3. Gib Friede, halte sie zurück vor ungerechten Kriegen! Jhr Nuhm sey der, mit strengem Blick die Laster zu besiegen. Wenn aber Völfer sie zum Streit durch Unrecht reizen, dann gebeut dem Siege, sie zu schützen! 4. Unendlicher, regiere sie, daß sie getreu dir dienen; verlaß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit und Weisheit und Gerechtigkeit sey ihres Hauptes Krone. 5. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Jehova, Glauben finden; laß Fürsten auch auf deinen Sohn fest ihre Hoffnung gründen. Gott, sie sind Sünder so wie wir; Taufe. laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier in diesem Leben suchen. 6. Erhöre, Vater, dieß Gebet, sey gnädig uns und ihnen. So weit dein Reich, die Erde geht, soll, 111 Herr, dir alles dienen. Nimmst du dich allzeit unser an, so werden Fürst und Unterthan in deinem Schatten wohnen. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793 Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. 1. Die heiligen Sacramente. Taufe. Mel Es woll und Gott 2c. daselbst am Jordan hörte. Er 208. Christ, unfer Herr, zum sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle, und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit; der heilig Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir ge= taufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sanct Johann's die Taufe nahm, sein Werk und Umt zurfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, erfäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe gläuben soll, zu meiden Ketzerhaufen: Gott spricht und will, daß Wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhie der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset klar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar 5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig nerden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht. mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. Taufe. 112 6. Wer nicht gläubt dieser groBen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod, tief in der Höllen Grun= de. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rothe Fluth, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Mel. In dich hab ich zc. 209. Gott Bater, höre unsre Bitt, theil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade. Es sey dein Kind; nimm weg sein Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit seyn im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwerthster Gast, sammt Vater und dem Sohn ge= preist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund in dei nen Bund es werde aufgenommen. Nach der Taufhandlung. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sey Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 210. Lasset mich mit Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist; was sind alle Schäßze nüße, da ich einen Schatz besiße, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange die fer Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Jch bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens seyn. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig iſt. Erdmannn Neumeister. geb. 1671, 1756. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 1611 211. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe, denn das Himmelreich ist ihre. Taufe. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herz für und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jcsu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk ihm beiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Nebe auch im Glauben dich umgebe! 113 der Gnaden, wie selig ist dein Wasserbad! es heilet an mir allen Schaden, den Adams Fall verursacht hat. Die Sündfluth gehet überHin, wenn ich in dieser Arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schäße haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer Himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Le bensbuch zum Leben. Desterr. Gejgby. 1104 Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 212. Du unerforschlichs Meer 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre! ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die aus Gott selbst geboren find. Kein Ehrenstand ist diesem gleich: das ist mein Necht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet seyn. Ja, schreibe mich so fräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geist verfiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sey kein Hinderniß an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bundlein der Lebendigen und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenstande stch! Beuj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. 8 TE 114 Abendmahlslieder. monist bid Abendmahlslieder. slaid Eigne Melodie. 213. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, bu Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: gib uns deinen Frieden! Eigne Melodie. 214. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuten, gewissen Geist.[: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht:] und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Eigne Melodie. JULY 215. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geichlachtet, allzeit gefunden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden duldig, wie wohl du wardst verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! chlong 3. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein'n Frieden, o Jesu! rolla allobi 65 Nikolaus Decius, um 1526. Eigne Melodie. 300 main thi 216. Jesus Christus, unſer Heiland, der von uns den Gottes Zorn wandt, durch das bitter Leis den sein half er uns aus der Höllen Pein. 2. Daß wir nimmer des vergesfen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sey den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst iſt beträbet sehr. Irod 2001 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit; ist dir wohl, so bleib da von, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir 1502160 Abendmahlslieder. nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. midi bon 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 217. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste seyn, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Mel. O Jesu Chrift, meins 2c. 218. O Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 0115 nackt und bloß, blind arm: ach Herr, mich nicht verstoß.. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchenSündenfall; ich bin krank, unrein, 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. hur 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubensferz; in Neichthum meine Armuth kehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, dich Jchu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gib, was mir nützt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind; den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach laß mich meine 116 Tag in Nuh und Friede christlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermanu, g.b. 1585,+1647. Mel. Gott sey gelobet und 2c. 219. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte, fomm, mit Gnaden mich bewirthe! bei dir alleine find ich Heil und Leben; was ich darf, kannst du mir geben. Kyricleison! Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Israels Bergen in Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Ky rieleison! Abendmahlslieder. 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbst das Brod des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrieleison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scher= ze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Blutströpflein fließen aus deinen Wuns den, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wird damit mein Herze gerühret, wirds ven Stund an rein gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden son! Du bist ja der Arzt, den ich auch in mir gefunden. Kyrieleirufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 6. Du rufest Alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Missethat willst du verzeis hen, ihrer Bürde sie befreien. Kyricleison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände, und die schwere Last von mir wende. Mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Nebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenyein, in dir muß ich selig seyn. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, o komm, du schönste Krone! Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyricleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts seyn, das mich betrübe, deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht deiner Guad und Huld. Kyrieleison! 9. Dicß sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Le Abendmahlslieder. benssaft ertheilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig seyn in dir und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison! Joh. Heermann, geb. 1585, 1647. Eigne Melodie. 220. Schmücke dich, o liebe Seele! Laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 117 5. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Heilge Lust und tiefes Bangen nimmt mein Herze jetzt gefangen; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdroffen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sey zu deinem Tisch ge= laden; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Job. Franck, geb. 1618,+ 1677. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 221. Herr, du haft für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, we das Brod der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute num bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner wohlthat scherze. 2. Vtaume, bitt ich, mein Ge Abendmahlslieder. 118 müthe rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zum halben Himmel werden. im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seyst: drum erhöre, was ich bitt, theile mir dich felber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Manna seyn, daß die Wirkung dieser Speise fünftig in der That sich weise. bad 7. Laß mich deine Liebe schmeden und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost 8. Hilf mir recht ins Herze fas sen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch Niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir seyn und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke hid shim zum Gericht, was du, Jefu, für 222. Halt im Gedächtniß Je-. Mel. Es ist gewißlich) 2c. mein Leben zur Erlösung haft gegeben. 4. Nimm jeßt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth und mich sehne nach dem Brod, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. sum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu Gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe.. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe.pord 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seineHerrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. denke, daß du da bestehst und mit Abendmahlslieder. 119 ihm in sein Reich eingehst, ihm sus fort und fort aus Gnaden ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Syriakus Günther, geb. 1650, † 1704. Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sey ganz mein Herz crfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; misdin dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Mel. Es ist gewißlich zc. 223. Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dieß Lebensbrod, dieß theure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Noth und alle Qualen weichen. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. D Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu Gut, dich will ich jetzt empfangen. Mel. Ich ruhe nun in Gottes 2c. 224. Mein Jeſu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüther dich, Stifter dieser hohen Güter. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. Nach Valentin Ernst Löscher, geb. 1673, 1749. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Je2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtniß bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sey. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sey zerrissen, daß unsre Handschrift sey zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Ree Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie 120 neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. Abendmahlslieder. 5. Dieß Brod kann wahre Nahrung geben; dieß Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele seyn. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. Otheures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sey Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig seyn. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, 1735. Mel. An Wasserflüssen 2c. 225. Ich tomme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, meiner Sünden Müh; ich suche mich deiner zu getrösten. Ich fühle Nuh und finde sie im Glauben der Erlösten. du bist das Heil der Sünder. Du 2. Dich bet ich zuversichtlich an; hast die Handschrift abgethan, und an deines Leidens Macht und an wir sind Gottes Kinder. Ich denk dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haſt für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. mir! Er tilget deine Sünden und 3. So freue dich, mein Herz in läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! dieSchuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich ganzes Herz dir, Herr, zu weihn von nun an würdig seyn, mein und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch Abendmahlslieder. eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchteg Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 226. Herr, der du als ein stilles Lamm am martervollen Kreuzesstamm zur Tilgung meiner Sündenlast dich auch für mich geopfert hast. 2. Hier feir ich deinen Mittlertod; hier nährst du mich mit Himmelsbrod; hier ist das unschäßzbare Gut, das du mir gibst, dein Leib und Blut. 121 rückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; wenn Leib und Seel verschmachtet mir, doch lieb ich dich und bleib bei dir. 3. Hier labet mich als deinen Gast der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 4. O Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht. 10. Auch stärkt mich dieses MahIcs Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, mit Allen in den Kampf zu gehn, die mir nach meiner Seele stehn. 11. Es steuert allem Stolz und Neid, verküüpft zu Lieb und Einigkeit, gibt Trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten Borsatz fest. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz darnach begehrt, der Wohlihat ganze Größ ermißt und deiner Liebe nie vergißt. 6. Jch, Erd und Asche, bins nicht werth, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, o Höchster, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. OFFE 12. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, erquickt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges AbendJoh. Ndolph Schlegel, mahl. geb. 1721, † 1793. Mel. Wachet auf, ruft zc. 227. Herr, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sey mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu em= pfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig seyn. A= men, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir! Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724,+ 1803. 7. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 8. Du kommſt; geſegnet seyst 228. Gott sey gelobet und gebu mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. benedeiet, der uns selber hat gespeifet mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gib uns, Herr Gott, zu Gute. Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der 9. Jch liebe dich, Herr, unverNach dem Abendmahl. Eigne Melodie. Abendmahlslieder. von deiner Mutter Maria kam, und das heilge Blut hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrieleison! brod; hinfortkann mich nicht schre dken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! h 3. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jeſu, wohl, daß du mich lässest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unvergleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rath. dož 3. Gott geb uns allen seiner 4. Wie kann ichs aber fassen, Gnaden Segen, daß wir gehn auf Herr Jesu, daß du mit Begier dich seinen Wegen in rechter Lieb und hast so tief gelassen vom Himmels brüderlicher Treue, daß uns die saal herab zu mir? Du, Schöpfer Speis nicht gereue. Kyrieleison! allerDinge, besuchest deinen Knecht; Herr, dein Heilig Geist uns nim- ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, mer laß, der uns geb zu halten das fromm und recht, das gläubig rechte Maß, daß dein arm Christen- dir vertraue, damit nach dieser Zeit heit leb in Fried und Einigkeit. ich ja dein Antlitz schaue dort in Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. der Ewigkeit. spin 1483, † 1546. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 229. Wie wohl hafst du gelabet, o liebster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Siebsmahl, das ich preise, mit eis nem Lobgesang, wie hast du doch erquicket mein Leben, Herz und Muth! Mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir voll gemessen den edeln Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz in Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das edle Himmels5. Du bists, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, bist sehr groß von Güte, kein Unich bin arm, und du bist reich; du! recht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüthe, kann fehlen für und für: noch komimest du hernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? ein Herz, das ganz zerknirschet ist, 6. Ein Herz, das recht bereuet, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; hilf, daß ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sey von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. Abendmahlslieder. 7. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engelstrank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Joh. Rift, geb. 1607, † 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, den 2c. 230. O Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 15009) 2. Wie kann ich gnugsam schäben dieß himmelsüß Ergötzen und diese theuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken geſpeiſet und getränket, ja ſelbst dich mir geschenket? 123 kräftgehimmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir rism oid sofn ol bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du Werthres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. opic 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. me m 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für Lein Sehnen und heißvergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergesfen, daß du mir zugemessen die 13. Nun kann ich nicht verder= ben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. led ide8Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Weil nichts gemeiner ist 2c. 231. Gott Lob! ich bin aufs Neu erquicket mit Chrifti theurem Leib und Blut. Das Heil, das hier mein Geist erblicket, macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchzt und freuet sich; denn Jesus Christus starb für mich. 2. Gott Lob! die ganze Last der Sünden ist nun aus Gnaden weggeschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, hat Jesu Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freiheit Pfand beim Abendmahl aus seiner Hand. 3. Gott Lob! mein zagendes Gewissen fühlt sich in Jesu Tod gestillt. Ich seh die Handschrift ganz zerrissen, die mich vorhin mit Furcht erfüllt. Durch ihn bin ich mit Gott 124 versöhnt, werd an sein Baterherz gewöhnt. Abendmahlslieder. 4. Gott Lob! der süße Seelenfriede kehrt wieder in mein Herz zurück. Wie war ich doch so frank, so müde, bis meines Jesu Gnadenblick aufs Neue sich zu mir ge. lenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gott Lob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen; leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewigs Glück lacht mir von fern; drum harr und glaub und duld ich gern. 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben; der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach einst durchwallter Leidensbahn, und mit der auserwählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Marie Clara Silberrad, geb. 1650, † 1815. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 232. Danket, danket Gott mit Freuden, danket ihm mit Herz und Mund! Macht die großen Seligfeiten dieses heilgen Mahles kund, was der Herr für Gnade schenket, da er selbst uns speist und tränfet; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. me Tortidiers und sin 2. Ja, wir preisen Gottes Güte; denn sie währet ewiglich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesen! Jmmerdar sey er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu, und auch heute ward sie neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal Heilig, die dir dienen. Droben in dem Heiligthum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu feinem Frieden. Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nikol Kaiser, geb. 1734,+ 1800. Mel. Wie schön leuchtet zc. 233. Wir nahen uns, o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dieß komm auf ewig uns zu Gut und stärk in uns dein Leben. Amen, Amen! Welche Frenden nach dem Leiden warten droben wo wir dich ohn Ende loben. do tjel blat noe so godi mist Ispis abin thire tel and 8 Confirmation. II. Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation. OTTI dan dupl Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.. 234. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das bir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 3. dir und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu seyn gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werfen ab. vermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jefu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Bater, Sohn und heilger Geist, halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn; es sey in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 125 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unMel. Meinen Jesum laß ich 20. 235. Ewig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist getaufet. Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein. 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Bater habe! Deine Gnade macht mich rein; droben soll ichs ewig seyn. 3. Jch, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden; Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft gelobt, doch verletzt den Bund der Taufe. Wenn die Lust in mir getobt, ließ ich ab vom Glaubenslaufe. Aber nimm 126 mich wieder ein; dein, Herr, will ich ewig seyn.men Confirmation. 5. Ich entsag, o Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem erlösten Gotteskinde! Eure Lust ist Tod und Pein; ich will meines Gottes seyn. 194 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Ritterschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihu, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Echauen selig seyn. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723,+ 1788. Mel. Seelenbräutigam zc. 236. Von des Himmels Thron jende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu seyn: 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu Gut. 3. Nichte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zn verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 237. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meis ner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Neben zuströmt Kraft und Lebensfaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? den, der, was Jesus that, mir thut, 3. Wo ist solch ein Herr zu finmich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid! bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Nuss aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir mur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß CORISTA PANG Confirmation. ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. Mel. Eigene, oder: Mitten wir im Leben 2c. 127 uns deine Kinder, im Vertraum auf Jesu Tod und in der Tugend. 3. Lockt uns die verderbte Welt zu der Jugend Lüsten, dann, Herr, wollest du uns mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten uns und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in unsrer Brust! Heiliger Schöpfer, Gott! heiliger Mittler, Gott! heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! laß uns alle Feinde, alle Reizungen der Welt weit überwinden. 238* Stärkuns, Mittler, dein sind wir! Sieh, wir alle flehen: Laß, laß o Barmherziger, uns dein Antlitz sehen! Wach über unsre Seelen, hier stehn wir und geloben dir: Herr! dein Eigenthum sind wir. Heiliger Schöpfer, Gott! heiliger Mittler, Gott! heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß uns nie vergessen unsern theuern großen Eid. Erbarm dich unser! 2. Ach, wie viel gelobten auch, fest an dir zu halten, ließen aber treulos doch ihre Lieb erkalten. Verderben ward ihr Ende! Beständig laß uns alle seyn, die wir uns aufs neu dir weihn. Heiliger Schöpfer, Gott! heiliger Mittler, Gott! heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! stärk 4. In der Todesnoth laß uns, deine theur Erlösten, unsers Glaubens Zuversicht unaussprechlich trösten. Zähl uns zu deinen Erben! Einst führ die Unsern allzugleich mit uns in dein himmlisch Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! heiliger Mittler, Gott! heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott, laß uns nie vergessen unsern theuern, großen Eid! Erbarm dich unser! B. Münter, geb. 1735, † 1793. brom u Beichtlieder. ( hir's andun po bine in the Eigne Melodie. Holz mit Todesschmerzen, auf daß 239. Herr Jesu Christ, bu höch ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. stes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. Itd.fispund 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am 3. Fürwahr, wenn mir das kome met ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus nochy ein und müßte ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 128 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. Beichtlieder. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und wollte gern im Blute dein von Sünden abgewaschen seyn, wie David und Manasse: 6. So komme ich zu dir allhie in meiner Noth geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab beverzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Neu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir:: ich will mich bessern, hilf du mir! Mel Herzlich lieb hab ich zc. 240. Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie, beug in Demuth meines Herzens Knie und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich nicht Mel. Zion klagt mit Angst 2c. 241. Odu Schöpfer aller Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich feßo vor dich bringe, weil mein Herz in Aengsten steht. MeineSünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden; ach, Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest Alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. gangen. 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namens willen, und thu in mir die große Noth der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb, und 3. Dein Wort bleibet ungebrodir hinfort zu Ehren leb im kindlichen, das du einmal hast geredt; chen Gehorsam. 8. Stärkmich mit deinem Freudengeist, heil mich durch deine Bunden; hilf mir zu deines Namens Preis in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwaldt, geb. 1530, um 1598. nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlitz im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitz; ach, laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sich die Handschrift, die ich gebe hier in deine Hand, o Gott, drin du sprichst: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den mir zu leben, so will ich ihm alls Sünden, und begehr ewiglich mit vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen; ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demuth biegen meine Knie an diesem Ort, und Beichtlieder. bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sey doch gnädig mir; ich fall dir in deine Arme: ach Herr, meiner dich erbarme. 129 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich 2c. 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich 2c. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilet außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich 2c. 5. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich zc. 7. Jch verläugne nicht die Sünden, ich verläugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! denn er hat ersetzt den Schaden; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jetzo tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genieBen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquichung und zu Gut. Gib, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schneck, wie süß und wie freundMel. Meinen Jesum laß ich zc. lich du bist denen, die sich nach dir 243. Jesus nimmt die Sünder herzlich sehnen. an! saget doch dieß Trostwort Allen welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; fehet nur, die Guadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 9 Johann Heinrich Califius, geb. 1633, 1698. Eigne Melodie. 6. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich zc. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich 2c. Chr. Titius, geb. 1641, † 1703. 242. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir insGericht! Erbarmedich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Desterr. Gejgbd). 130 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Beichtlieder. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir, Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 6. Jch bin ganz getrosten Muths; ob die Sünden bluthroth wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen nagt mich nicht, Moses mich nicht verflagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Auch mich hat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdmann Neumeister, geb. 1671, † 1756. Mel. Jeju, meines Lebens Leben 2c. 244. Ich erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; denn ich kenne deine Güte, o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen. Deine Vatertrene ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vordir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auf mich! Meine Seele hofft auf dich! 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Di verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Frende schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen haft. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig Teben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Aus dem bayr. Gesangbuch von 181 Beichtlieder. Mel. Ich armer Mensch 2c. 245. Mein Jesus ist einFreund der Seelen, die in der Angst und Sündennoth nur ihn zu ihrem Trost sich wählen, der sie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölleniederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fließen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 131 barmen des liebevollen Vaters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, seinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahin gegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seines mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, ſo zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Netter und dein Freund. Heil Allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thränen und schenkt den Müden süße Nuh. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dieß, ihr angefochtnen Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zu gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Er bringt in seinen offnen Armen verföhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Er10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Theils! Flich heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn, weil dann ein Jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jesus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. 9* 132 Ordinationslieder. Ordinationslieder. Mel. D Gott, du frommer 2c. 246. Herr Jesu, der du selbst von Gott als Lehrer kommen und, was du aus dem Schoß des Vaters haft genommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt, fey für dein Predigtamt ge Lobt von deiner Heerd. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort mit groBen Schaaren, und baust durch die fen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und fest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Verföhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, famminilet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sey. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegebeit, erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund; was jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte selbst, bind das verwundte zu, das schlafende weck auf, das müde bring zur Nuh. 7. Bewahr vor Ketzerei, vor Menschenlehr und Dünkel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Aergerniß, vor Spaltung, welche trennt; erhalte rein und ganz dein Wort und Sacrament. zu deiner kleinen Heerde; was drin8. Bring, was noch draußen ist, nen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Worte, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zuſammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695, 1773. Mel. Wie schön leuchtet zc. 247. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du könig deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerden, du sichst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seclen, die sich ihm vertraun, Trauungslieder. durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 133 Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen, 5. Wenn einft dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! 6. Sey uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Carl Bickel, geb. 1737, 1809. Trauungslieder. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 248. Herr Gott, der du den Ghestand geordnet haft auf Erden, daß dein Geschöpf durch dieses Band soll froh und glücklich werden; o laß durch deinen Gnadenschein ihn allezeit voll Segen seyn und setze ihn zu Ehren. 2. Du wollst des Feindes Hinterlist durch deinen Schußz verwehren; du weißt, wie er geschäftig ist, dein heilsam Werk zu stören. Daß nun durch seine Bosheit nicht des Herzens Fried und Eintracht bricht, so steure seinen Werken. 3. Die Seelen laß in Lieb und Leid getreu beisammen stehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen Wegen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Nath und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand sich deiner Güte freuen, durch deine reiche Segenshand die Arbeit wohl gedeihen; so fehlet unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brod gleich müſsen eſsen. 5. Herr, wenn du Jemand segnen willt, so kann es Niemand wehren. Der Delkrug, welchen du gefüllt, ist niemals auszuleeren. Aus Mangel machst du Ueberfluß, und sprichst du nur ein Wort, so muß auch Wein aus Wasser werden. 6. Dringt auch das liebe Kreuz herein, so darf man nicht verzagen. Es muß ja wohl ein Wechsel seyn von gut und bösen Tagen. Du hast uns schon den Trost geſetzt, daß alle Dinge doch zuletzt zu unſerm Besten dienen. Univ.- Bibl. Giessen 134 7. Das Brod des Lebens wirst du uns im Himmel endlich schenken. Die Quelle deines Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam unsrer Seelen. Erdmann Neumeister, geb. 1671, 1756. Trauungslieder. Mel. Ich armer Mensch zc. 249. Es hat der Herr zu allen Zeiten der Seinen ganzen Lauf bedacht; er ist es, der auf allen Seiten von Anfang ihren Weg bewacht bis auf ein Haar von ihrem Haupt; wohl dem, der seiner Führung glaubt! 2. Er spricht: Befiehl mir deine Wege; sie sind in mir schon ausersehn. Trau meiner treuen Vaterpflege, so wird es gut und selig gehn; so geb ich dir auf jedem Schritt auch meines Geistes Leitung mit. 3. Sich nun, o Herr, auf diese Seelen und laß sie dir befohlen seyn; laß sie nur deine Wege wählen, mach sie mit deinem Bluterein, bis sie zu deinem Reich eingehn und ewig jauchzend vor dir stehn! Mel. Seelenbräutigam 2c. 250. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen; dir getreulich nachzu= eilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang; führst du uns durch ranhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nit. Ludwig, Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel. Jesu meines Lebens Leben 2c. 251. Mach, Herr, Ein Herz aus den zweien durch der Liebe festes Band; gieße Segen und Gedeihen auf den neuerwählten Stand; laß sie alt beisammen werden und viel Gutes sehn auf Erden. Steh bei ihnen in der Noth, und sey ewig unser Gott. Gaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Lobt Gott ihr Christen 2c. 252* Auf euch wird Gottes Segen ruhn; er hat ihn euch gewährt! Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach, sein Heil sollt ihr empfahn; das ihr dem Herrn gethan. kommt ihr nur dem Gelübde nach, 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. Gichenburg. geb. 1773,+ 1820. [ Siche Haus- und Ebestand.] Begräbnißlieder. Begräbnißlieder. Eigne Melodie. 253. Nun laßt uns den Leib begraben, daran wir kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er, und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu eim selgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen; dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die Helle Sonne. ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein theuer werthes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen ſterben. 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben sei= ner auserwählten Schaar, die er selbst mit Blut und Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt, wird doch Gott, was vor gewesen, wieder neu zusammen lesen. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unsre StraBen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicher Weis'. 135 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. 2. Weiß( 1531). 5. Jesus wird, wie er erstanden felber an dem dritten Tag, gleichfalls seine Reichsverwandten führen aus des Todes Schmach zu den dem ewgen Himmelsfrieden, er seinem Volk beschieden. Eigne Melodie. 254. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit! 6. Nuhet wohl und sanft im Kühlen eine noch so kurze Zeit; es läßt sich schon nahe fühlen die so frohe Ewigkeit, da ihr sollt mit neuem Leben euch vor Gottes Thron erheben. Friedr. Conrad Hiller, geb. 1662,+ 1726. Mel. Nun sich der Tag 2c. 255. Ei, wie so sanft entschliefest du nach manchem schweren Stand, und liegst nun da in ſüßer Nuh in deines Heilands Hand. 136 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; sein letztes Wort: Es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. Begräbnißlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dieß Gefilde säen, mit Hoffnung und Versicherung, viel schö- 257. Nun bringen wir den Leib ner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Angeficht im fühlen Erdenschoß! Du hast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so theur und werth, auch vollends durch die Welt. Gottfried Neumann, um 1736. Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nit. Ludwig, Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 256. Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf mit seinen Armen auf; das Waizenforn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seyd ihr doch so wohl gereist! Gelobt seyn eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. du bist; lern hier, was unser Le3. Hier, Mensch, hier lerne, was ben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die angewandt, so folgt der Lohn aus Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick, so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6.O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Jch bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! Begräbnißlieder. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlig ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, † 1780. Eigne Melodie. 137 weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! 2. Jhr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jezt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht; ach, weinet 2c. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach, weinet 2c. 4. Jhr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, weinet 2c. 258. Auferstehut, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach furzer Nuh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben, Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock. geb. 1724,+ 1803. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach weinet 2c. Mel. O Gott, du frommer 2c. 259. Ihr Eltern, gute Nacht! nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels= freuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht; ach, weinet, Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 260. Wenn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so nur dort oben vom Vater aufgehobüßt man sie nicht ein; sie werden ben, damit sie unverloren seyn. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, † 1758 Der Glaube im Allgemeinen. 138 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 261* Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein, Herr, hilfest mir; Die Wohnung, die mir nun beschieden, stellt eine sichre Kammer für. Mein Grab muß mir ein Bette seyn, o wie so süße schlaf ich ein. 2. Jch lieg und schlaf in Jesu Armen: er drücket mir die Augen zu. Mich überschattet sein Erbarmen, und seine Lieb ist meine Ruh. Wär auch mein Grab wie Jakobs Stein, so schlaf ich dennoch lieblich ein. Vierte Abtheilung. 3. Jch lieg und schlaf, mein Herze wachet, die Seele schauet Jesum an, der mein Gebeine grünend machet, so bald er schwingt sein Lebensfahn. Dann wird mein Glaube Schauen sein. Indessen schlaf ich fröhlich ein. 4. Ich lieg und schlafe nun im Stillen, stört mich mit euren Thränen nicht. Beruhigt euch in Gottes Willen, ihr, denen jegzund weh geschicht. Dort werden wir vereinigt sein. Nun gute Nacht! so schlaf ich ein. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Der christliche Glaube. Der Glaube im Allgemeinen. Eigne Melodie. 262. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, J: büt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Eh ren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben[: und vom Tod:| wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben, nach Der Glaube im Allgemeinen. diesem Elend(: ist bereit:| uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 263. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht Jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr, und daß ich drin verharre. 139 nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch chr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sey fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sey thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Infonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Nitterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit erlange. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünflein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke, geb. 1603. † 1680. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, 264. Der Glaub ist eine Zuauf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. versicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüthe zu Gott völlig gerichtet seyn und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sey, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sey lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr Erkenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfforn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig seyn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Nohr 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Vertrauen, und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat Der Glaube im Allgemeinen. 140 des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerf, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, bei dir seyn; sonst ist dein Glauben eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich wolln rühmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sey Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer mit daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter(?), geb. 1661, 1735. Mel. Nun lob, mein Geel 2c. 265. Ich weiß, an wen ich gläube. Mein Jesus ist des Glaubens Grund, bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sey auch noch so klug. Wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß unbeweglich seyn. 2. Herr, stärke mir den Glauben; dennSatan trachtet Nacht und Tag, wie er dieß Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach, segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint: so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben: soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben seyn. ImGlauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Erdmann Neumeister, geb. 1671,+ 1756. Mel. O Gott, du frommer 2c. 266. Herr, ohne Glauben kann dir Niemand wohlgefallen, ach, darum lege mir vor andern Gaben allen den wahren Glauben bei: denn der ist, wie du weißt, nicht Jedermannes Ding und kommt von deinem Geiſt. 2. Laß mich insonderheit, daß du seyst, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Bergelter seyst, und daß ihn deine Hand aus allen Nöthen reißt. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod getreu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sey. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erkennen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schußz und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund 141 Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Der Glaube im Allgemeinen. gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. 5. Mein König und Prophet, komm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir vermählen. Du sollst mein König seyn, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getren und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in die sem meinem Glauben; laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o theurer Seelenfreund! Peter Busch. geb. 1682, † 1744. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 268. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit, erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? Mel. Kommt her zu mir 2c. 267. So hoff ich denn mit fe stem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Necht zur Seligfeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Nuh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Secle Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott beilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, 142 und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. Wesen und Eigenschaften Gottes. 6. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. Mel. Nun lob, mein Seel zc. 269. Man lobt dich in der Stille, du hocherhabner ZionsGott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jedermann und deinen Ruhm vermehren, so 7. Wie groß ist meine Herrlichkeit, empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Nuhm besteht durch alle Ewigkeiten. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften. lang er lallen kann. 2. Dein müssen, Herr, sich freuz en die Gläubigen von ganzer Seel und unaufhörlich schreien: Gelobt sey der Gott Israel! Sein Name sey gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du Christoph Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. haft mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. Mel. Wunderbarcr König 2c. 270. Unumschränkteliebe, gön ne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis wärmend schmüden, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten Wesen und Eigenschaften Gottes. nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Nuh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Beß rung schaffen. 143 unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sey gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret und mit Nuhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+ 1735. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es seyn, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, allerDinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Jch senk mich in dich hinunter, ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. Mel. Wunderbarer König 2c. 271. Gott ist gegenwärtig; las set uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten; alles in uns schweige und sich innigst vor ihm benge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebucket dienen. Heilig, heilig, singen alle Engelchören, wann sie dieses Wesen ehren. Herr, vernimm 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im ſtillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Woich geh, sitz und steh, laß michdich erblicken und vor dir mich vücken. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. 144 Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 272. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. Wesen und Eigenschaften Gottes. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und Jür; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sey recht schaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur leben. die erheben, die im Glauben heilig 3. C. Zimmermann, geb. 1702, † 1783. Mel. D daß ich tausend 2c. 273. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sey, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig seyn. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Neich bestellt! Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin Wesen und Eigenschaften Gottes. ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, wo mit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Bater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Nuh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd und Himmel untergehn, dieß Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwe rer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. Eigne Melodie. 274. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergeſsen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit ummgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Baz ter, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum cilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Hermann, geb. 1707,+ 1791. Desterr. Gesgbd). 145 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächften gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn wie er. Je mehr ich dieß Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Scele, so treibt sic mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus 10 146 Wesen und Eigenschaften Gottes. Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Eigne Melodie. 275. Gott ist mein Lied! er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten: und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erz forschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sizzest ooer gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Nath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizuſtehn. 9. Er wog mir das, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seinesSchöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nachy Erden und biete selbst der Hölle Truß. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Eigne Melodie. 276. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Thn rühmit der Erdkreis, ihn preisen die Mecre; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt Wesen und Eigenschaften Gottes. und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 147 die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 6. Jch bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. Christi Fürchteg. Gellert. geb. 1715, 1769. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. Mel. Es ist das Heil 2c 277. Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich, wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzen= los in seinem ganzen Wesen. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, guädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne; du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, hast Frenden, Gott, die Fülle. ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Hecre. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Cramer, geb. 1723,+ 1788. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. el. Es woll uns Gott genadig zc. 3. Des Ewgen Thron umgibt 278. Anwissender, vollkommner Geist, deß Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich 10* 148 Wesen und Eigenschaften Gottes. schleußt, und dem sich nichts ent= kräftig Seel und Geist mit deinen ziehet; es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Was in der Finsterniß geschieht, das weißt du aufzudecken, und vor bas Licht zu bringen. heitern Blicken, laß, was geheime Schande heißt, sammt allen bösen Tücken mich stets sorgfältig meiden. I. 3. Rambad), geb. 1693, † 1735. 2. Selbst die Gedanken kennest du, eh sie in mir entſtehen, und was ich wünsche, rede, thu, das kann dein Auge sehen. Bor dir ist alles offenbar, du prüfest Herz und Nieren, und alle Gründe siehst du klar, die unser Thun regieren; nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh sie beten; ihr Seufzen wird von dir erhört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Nath beschließt, das ist dir unverborgen! dir, der du ihren Anschlag siehst, als wie den lichten Morgen, den keine Schatten decken. 2. Du sichst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder, bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, das sieht dein Auge allbereit als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, das was erst noch soll werden, und was nun ist, und 4. Ja Herr, du liebst, was recht was einst war im Himmel und auf und gut, und bist ein Freund der Erden. Wer sollte dich nicht fürch- Frommen. Wer deinen Willen 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen, du schüßest sie vor manchem Leid, darcin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. ten? gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Nächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn und Tod ist seiner Bosheit Lohn, oft schon in diesem Leben. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird dein Auge künftig doch die Finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches Gericht wird alles einst entdecken, was im Verborguen jetzt geschieht, und Schande, Furcht und Schrecken wird dann die Heuchler treffen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 279 Gerechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen, du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O! laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. 6. Laß mich, o höchste Majestät! dein helles Auge scheuen, das nie ein Heuchler hintergeht mit falschen Schmeicheleien. Durchdringe Wesen und Eigenschaften Gottes. das Feuer, das auf Sodom fällt, Egyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht, sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du dem Sünder lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du Herr ins helle Licht, wie recht und billig dein Gericht, dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib sel ber mir die Kraft dazu, wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt. Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster!" 9. Und weil vor dir, gerechter Gott, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Neue sehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. Nach 3. I. Rambach), geb. 1693, 1735. 149 dacht, so wird, wenn du Bergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O drücke dieß tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut! Gib, daß ich nie vermeſsen scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. Me 1. Wer nur den Iteben Gott 2c. 280* Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verletzt, du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gerene, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Hand uns zuge5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun. Du bist ein Fels; dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 6. Wie stark sind unsers Glaubens Grunde! Hier ist dein Wort, das niemals trügt; und daß dieß immer Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger! was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Erwägs mit Ernst, o meine Seele, und sich, wie treulich Gott es meint. Sei gern nach seines Worts Befehle der Wahrheit Freund, der Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, dem Tren und Wahrheit heilig sind. Nach 3. 3. Rambach, geb. 1693, 1735. Mel. Ein Lämmlein geht zc. 281* Getreuer Gott! wie viel Geduld erzeigest du uns Armen; wir häufen täglich Schuld auf Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verkehrt von Jugend auf; sein Sinn ist dir entgegen; und doch, o Vater, suchst du ihn von 150 Wesen und Eigenschaften Gottes. seinen Sünden abzuziehn zur Schuld barmherzig zu vergeben, Buße zu bewegen. gibst reichlich Glauben, Geist und Kraft, und dann am Ziel der Pilgerschaft ein ewig Freudenleben. 2. Der Menschen Elend jammert dich; wenn sie sich selbst verstocken, so willst du sie doch väterlich 7. Langmuth, der nichts gleidurch Güte zu dir locken. Wie tru- chen kann, leit uns durch dein Ergest du so lange Zeit die alte Welt barmen; sieh künftig auch geduldig mit Gütigkeit, bis sie die Fluth verHeeret. Wie lange sahst und riefest du dem Volk einst in der Wüste zu, bis sich ihr Herz bekehret. an die Schwachheit deiner Armen! Was hülf es, wenn dein Herz bisher voll Güt und Huld gewesen wär, und nun sich wenden sollte? Wenn deine mächtge Gotteshand, die bisher Strafen abgewandt, uns nun verderben wollte? 3. Du gibst dem Sünder Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen; du läsfest auch den argen Baum nicht ohne Pflege stehen. Du wartest sein, und suchest Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen; du schoneft sein von Jahr zu Jahr und Jesus bittet immerdar, eh er wird abgehauten. 4. Gerechter Gott! so große Huld erzeigst du frechen Sündern, und hast nicht weniger Geduld mit deinen schwachen Kindern; sie werden ja, wenn Fleisch und Welt und Satan ihnen Netze stellt, oft sicher, matt und träge; sie sträucheln, sié verirren sich, sie fallen oft, verlassen dich und deine heilgen Wege. 5. Wohl hättest du, o Herr, das Necht, sie wieder zu verlassen, und einen ungetreuen Knecht in Ewigfeit zu hassen. Doch nein, das kann dein Herze nicht, das von Erbarmen wallt und bricht, wenn deine Kinder fehlen! Es hat Geduld, so lang es fann, es nimmt sich ihrer Schwachheit an, und wacht für ihre Seelen. 6. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen, reichst ihnen beine Hände dar von Sünden aufzustehen; du lockest sie mit Vaterhuld, versprichst durch Jesum ihre 8. Drum, ewge Güte, trag uns noch um Christi Todesschmerzen! Erwecke recht und rühre doch die trägen sichern Herzen, daß deine Huld und Vatertreu uns ja fein Schild der Bosheit sei, daß wir das Arge hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum solcher Gütigkeit zur Buße leiten lassen. 3. Chr. Zimmermann, geb. 1702, † 1783. Mel. Man lobt dich in der Stille zc. 282* O Gott! du bist die Liebe, und wohlzuthun ist deine Lust, drum preist mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Wie so gar ohne Gränzen ist deine Gütigkeit, so weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht, und hast anch uns und allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu Wesen und Eigenschaften Gottes. erheben, sandtst du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben für uns Verlorne zab. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, als du! Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße, und fallen wir gebeugt, voll Neue, dir zu Fuße, voll Neu, die Beßrung zeigt: so schenkest du uns Armen auch Trost an deiner Huld, und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu, selbst un= serm Wunsch und Sorgen kommst du zuvor mit Vatertreu. Du Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht, und was wir nöthig haben, versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wolyl. 151 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 283* D Schöpfer, jedes deiner Werke macht deiner Größe Ruhm bekannt, verherrlicht deine Kraft und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand; denn alles ordnet deine Wahl nach Maß, Gewicht und Stand und Zahl. 2. Dein kleinstes Wert ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist, denn du wählest nur das Beſte, ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannigfaltig ist, wie gut, wie schön, was deine Weisheit thut! 3. Was du nach ihrem Nath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kömmt, wenn du rufest, wie er es angeordnet hat. Wem eigner Weisheit Rath gebricht, dem schenkest du Verstand und Licht. 4. Oft ist uns, Herr, dein Weg verborgen, dein Nath ist dennoch wunderbar. Der Ausgang deiner weisen Sorgen erhellt, was unbegreiflich war. Was du vollführest, das besteht, was widerstrebet, das vergeht. 5. Der Mensch hat seinen freien Willen, und dennoch muß, wie frei erwählt, er immer deinen Nath erfüllen, der seines Zicles nie verfehlt. Zu Schanden machst du Tück und List, und lehrst, daß du nur weise biſt. 6. Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich, was gut ist, nicht; damit sie stets das Beſte wähle, gewähr ihr deines Nathes Licht. Deckst du, was täuschen kann, mir auf, so wandl' ich sicher meinen Lauf. 7. Mich hat, o Vater, meines 5. Wer sollte dich nicht lieben? du hast uns ja zuerst geliebt, und bis tets tren geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnaden uns zu segnen, ist ewig deine Lust; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsre Lust! Zu chren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Theil. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den sebzest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe, voll Liebe zu dir sein. Diterich, geb. 1721, † 1797. 152 Lebens, dein Nath noch immer gut geführt. Wohl mir! ich lebe nie vergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führtgewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. Schöpfung und Erhaltung. Mel. Der Tag ist hin zc. 284* Herr Gott du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten, du wa rest schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor, dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du Höchster, du, nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zuMel. Dank sei Gott in der Höhe zc. 285. Du, meine Scele, finge, wohl auf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. bereitet, dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vers gehn, veralten wie ein Kleid, du aber bleibst in Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel mit der Erden, wie ein Gewand von dir verändert werden. Du bleibest wie du bist, denn keine Zeit endlichkeit. umgränzt, Herr, deines Seins Ün2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nützlich seyn; laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja keiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. 5. Das ist der Trost, die Hoffe nung deiner Knechte, du schützest sie mit deiner starken Rechte, du läß'st ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott, denn sie sind ewig dein. Schöpfung und Erhaltung. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stunden, vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists denn ges schehen mit seinem klugen Nath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sey Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Theil, das höchste Gut erleſen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, Schöpfung und Erhaltung. die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch' unzählge Heerde im großen, wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne, rothe Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. serLob gefallen. Deine Baters- Güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seyd bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du, meine Seele, singe fröhlich, singe, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wann sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte; die nimmt er der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, stürzt er mit Ungestüm. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Nuhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 153 4. Halleluja, bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, geb. 1640, † 1680. Eigne Melodie. 286. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unMel. Herr, wie du willst 2c. 287. Herr Gott, du bist von Ewigkeit und bleibest sonder Ende; die Welt so groß, das Meer so breit sind Werke deiner Hände; des Himmels Bau, der Erden Last, und was du, Herr, geschaffen hast, zeugt uns von deinem Wesen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im Himmel und auf Erden. 3. Jch ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein 154 Schöpfung und Erhaltung. Geist erwäget Tag und Nacht dein chet. Nichts ist, das deiner HerrHeil an allen Orten; mein mund lichkeit und deinen Thaten gleichet. bekennet Jedem frei, daß sonst kein Es ist kein Ding so groß und schwer, Gott und Herrscher sey, als du, das dir zu thun unmöglich wär. den wir verehren. 4. Ach, aber wie entsetzlich blind find Menschen, die doch sehen! Ja, Menschen, die vernünftig sind, verläugnen dich und schmähen: Wo ist der Herr? es ist kein Gott! Vermeßnes Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. Zeigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht, den Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? 6. Es muß ein großer Meister seyn, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesem allen Glanz und Schein, Kraft und Bewegung reichet. Gewiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz bewegt, den wahren Gott zu glauben. 7. Ach, Gott, erwecke doch die Welt, die ganz im Argen lieget, dich und dein Wort verächtlich hält und Sünd zur Sünde füget; du schlägest sie, sie fühlens nicht; ach, wenn fie doch dein Strafgericht noch zur Erkenntniß brächte. 8. Ich glaube, Herr, du bist mein Gott, und will es Alle lehren, sollt auch der fremden Kinder Spott sich noch darüber mehren; ich weiß ge= wiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. Martin Günther, geb. 1720. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 288. Herr, deine Allmachtreicht so weit, als selbst dein Wesen rei2. Du hast dieß große Weltgebäu allmächtig aufgeführet; es zeugen Erd und Himmel frei, daß fie dein Arm regieret. Dein Wort, das sie geschaffen hat, ist ihnen an der Pfeiler Statt. 3. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, so die Natur bewegen. Du hast gemacht der Ordnung Band und Hebst es auf durch deine Hand. 4. Die Größe deiner Wundermacht, die Christum auferwecket, der todt war in das Grab gebracht, wird kund und aufgedecket, wenn unsres blöden Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 5. O welche Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Leibes armen Nest mit Herrlichkeit umkleiden läßt! 6. O Allmacht, mein erstaunter Geist wirst sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Necht ein König heißt von Lebenden und Todten, mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. Ac), zünd in mir den Glanben an, der einzig an dir hange, daß mein Herz muthig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Nach Joh. Jak. Rambach).(?) Mel. Lasset uns den Herren 2c. 289. Gott, durch dessen Wort entsprossen Himmel, Erde sammt Schöpfung und Erhaltung. dem Meer, dessen Allmacht ausgefloffen in der Creaturen Heer, Engel machst du gleich den Winden und zu Flammen deine Knecht, daß dir dienet ihr Geschlecht, die zu deinem Preis sich finden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigfeit. 155 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer fleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel reg nen? wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesent unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Ster nen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufgeführet: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 3. Welche Zunge kann erreichen deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat solches je erdacht? Um von dir gespeist zu werden, reget sich das ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 4. Herr, dir wollen wir lobsingen, ewig rühmen, preisen dich, Jauchzen soll dir, Vater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du uns wirst Wohnung geben in der schönen Himmelsstadt, die kein Aug erschauet hat; da soll Herz und Mund erheben deinen Ruhm nach dieser Zeit in der süßen Ewigkeit. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Nuhmund Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sey gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Es ist das Heil 2c. 290. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Mel. Nun kommt der Heiden zc. Wege, die Liebe, die für Alle wacht, 291. Himmel, Erde, Luft und anbetend überlege, so weiß ich, von Bewunderung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! Meer zengen von des Schöpfers Ehr, meine Seele, singe du, bring auch jetzt dein Lob herzit. 2. Seht das große Sonnenlicht, 156 wie es durch die Wolken bricht! Mondesglanz und Sternenpracht jauchzen Gott bei stiller Nacht. 3. Seht, wie Gott der Erde Ball hat gezieret überall! Wälder, Felder, jedes Thier zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht wie fleugt der Vögel Schaar in den Lüften Paar und Paar! Donner, Bliß, Dampf, Hagel, Wind seines Willens Diener sind. Schöpfung und Erhaltung. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, wie sie steigen ab und auf! Von der Quelle bis zum Meer rauschen sie zu Gottes Ehr. 6. Ach, mein Gott! wie wunders lich zeigst du meiner Seele dich! Drücke stets in meinen Sinn, was du bist und was ich bin. 3. Neander, geb. 1640, † 1680. Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen 2c. 292 Menschen! euch gab Gott das Leben, er wird auch die Speise geben, der so gütig ist als reich, kleidet und versorget euch. 2. Ihm ist, was ihr heut und morgen nöthig habet nicht verborgen. Seid ihr arm, beruhigt euch: Gott ist gütig, Gott ist reich. 3. Seht die Vögel in den Lüften, jeder Wurm in Fels und Klüften, Fisch im Meere, Thier im Wald finden Speis und Aufenthalt. 4. Schämt euch dann mit Angst zu zittern vor entfernten Ungewittern. Denkt, wenn euch ein Unfall droht: Warum zag ich? lebt doch Gott! 5. Laßt euch Gottes Hände leiten, dann wird euer Fuß nie gleiten, glaubt, was er beschließt und thut, das ist heilig, weis' und gut. 6. Groß im Kleinen und im Großen will er keinen Wurm verstoßen. Sollte denn der Mensch allein seiner Sorg entzogen sein? 7. Nein, sein Nath hat schon hienieden euch, was ihr bedürft, beschieden. Nur was euch gereicht zum Heil, wird euch von dem Herrn zu Theil. 8. Trauet auf des Lebens Pfade, Menschen, traut auf Gottes Gnade! Glaubet, daß der Herr der Welt Alles, was er schuf, erhält. Von den Engeln. mel. O Welt, ich muß dich laffen 2c. 293. DuHerr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du wundergroßer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; ich rühme deine techte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüthen durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 157 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 4. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, feusch und rein, die der Menschen Freunde seyn, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demuth decken. Schöpfung und Erhaltung. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein; o laß mich nichts beflecken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich seyn. Nach Benjamin Schmolck, geb. 1672, † 1737. Mel. Freu dich sehr, v meine 2c. 294. Schußgott, dessen starke Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten gibt, der das menschliche Geschlechte wie ein treuer Vater liebt, der in dieser großen Welt alles, was er schuf, erhält, der als Herr der Engelschaaren alles kann und will bewahren. 2. Biele heilge Seraphinen singen dir ein Heilig für; zehnmal hunderttausend dienen, viele tau send jauchzen dir. Was bekannt und unbekannt, ist ein Werk von beiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 5. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott; diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht; Diener, die zu deinen Füfen dir in Ehrfurcht dienen müſsen. 6. Gott der Engel, Herr der Helden, ach, was sind wir Menſchen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unfres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im HimPh. Fr. Hiller, geb. mel ehren. 1699, 1769 Vorsehung und Regierung. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 295. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Nath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Songen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen. Vorsehung und Regierung. 158 als was er hat versehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erfieſt. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlepen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnade mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen: er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nath. Auf der Reise. 10. Jch zich in ferne Lande, zu nützen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, 311 dienen trenlich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, so bin ich doch bei Christen, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß den frommen sind wir so weit nun kommen, und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Indeß wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner seyn, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609, † 1640. Mel. Nun last uns Gott dem Herren ze. 296. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zum frischen Quellen, schafft Nath in schweren Fällen. Vorsehung und 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um deines Namens willen. Regierung. 159 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Nath werd ins Werf gebracht und seines Gangs sich frene; des höchsten Nath der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du sebest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blizest, vernimm mein Wort und Höre mich vom Stuhle, da du sißzest. 5. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Jch will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommseyn wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst ſchaun im Himmel droben, hoch rühmen, fing'n und loben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Nath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil sey deine Lieb und Ehre. 8. Jsts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs was du nicht wirkst, pflegt von ihm zurück und ändre meine Sinnen; selbst in Kurzem zu zerrinnen. Mel. Als Jesus an dem Kreuze 2c. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich 297. Ich weiß, mein Gott, daß deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen: was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, 160 so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor graut, mit tapfrem Muth bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. Vorsehung und Regierung. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn frendig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stchet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge; so hilf mun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, geb. 1607. † 1676. Eigne Melodie. 298. Alles ist an Gettes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer seyn. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was der Seele Ruh kann bringen, und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt; meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben: wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 299. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh ich noch geboren bin in diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Nauch im Winde. 4. Gott der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der auf ihn gestellét alles Herzeleid? Vorsehung und Negierung. Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott, der wirds wohl machen, wenn des Todes Nachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 6. Gott, der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunderlich: sey bereit zu Freud und Leid; Gott beficht nur deine Sachen, Gott, der wirds wohl machen. 161 in Oft und Westen aus; was Mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest cin; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten seyn; dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, se haft dus schon. aus deinem Buch gethan; wem aber Niemand will dieß Zeugniß weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharifäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sey? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund schn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, haſt du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Nuhm mag dir nicht taugen; du gibst den Nachdruck durch des Geistes Trich. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sicht sie, doch nie so frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sey von uns gebenedeict, der du uns tödtest und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Baterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; man 11 Ernst Stockmann, geb. 1634,+ 1712. Mel. Jehova ist mein Licht 2c. 300. So führst du doch recht felig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Tren nicht kann verläugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsamt auszu= sehn; doch triumphirt zuletzt dein hoher Nath. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Geseßen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsfnoten kann dein Schwert verleßen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei, was sich entgegen sett, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den aller härtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei.. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand Desterr. Gejgbd). 162 kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo Niemand meint, daß etwas deine sey, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, der wird am End ein Anders oft gewahr. Borsehung und Regierung. 9. D Ange, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir des Blickes Schärf und Sicherheit, der die Natur von Gnade unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind; dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne mun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 11. Drum muß die Creatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Jsts möglich, daß mich etwas noch betrübt? komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666,+ 1714 Mel. Was Gott thut, das ist zc. 301. Du, Herr, biſt meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht, dir hab ich mich ergeben. Du bist mein Gott; auf dein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt dein weiser Wille. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunderiverke. Herr, groß von Nath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Noth HülfundErbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sich auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; sich ihn im Kampf, sich sterbend ihn den Vater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Ruh auf Jesum Christum schauen und lernen Gott vertrauen! 6. Drum bebe nicht, wann um Vorschung und Regierung. 163 dich her sich Wetterwolken sammeln. Thal, fürcht ich doch keinen SchaGott hilft, wann Christen freuden leer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand empfehl ich mich, mein Wohlfeyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Chrift. Christian Sturm, geb 1740, † 1786. den; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich; auf seine Tren und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Fr. v. Meyer, geb. 1772,+ 1848. Mel. Es spricht der Unweisen zc. Mel. Befehl du deine Wege zc. 302. Der Herr ist mein getreuer 303* Nimmt Gott, dem wir Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, fann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebensthau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüth beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn; er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im finstern vertrauen, nicht unsers Werks sich an; will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann, will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? umsonst ists, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quält? Laßt euern Vater sorgen, er weiß es, was euch fehlt. Er, der uns selbst im Leiden so treu und zärtlich liebt, und uns so viele Frenden auch unerwartet gibt. 11* 164 Gott der Sohn. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung. Signe Melodie. 304. Nun frent euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in Ein mit Lust und Licbe sin-= gen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat; gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälet' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nichts, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will hasset Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trich, daß nichts denn sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammerts Gott in Ewig feit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: die Zeit ist hie zurbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sey das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Grden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du seyn; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu Gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben.. Da will ich seyn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollt du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich für der Menschen G'satz, davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zu Letze! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Mein Seel erhebt den ze. 305. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht mochten Versöhnung und Erlösung. g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, därein die Schlang Evam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 165 vertraut, der wird je nicht zuSchanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs sie ver- 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzens acht, dadurch sie in uns allen bracht Grund, du wollst nicht von mir hat den Tod, so war je noth, daß nehmen dein heilges Wort aus meiuns auch Gott sollt geben sein lienem Mund, so wird mich nicht beben Sohn, der Gnaden Thron, in schämen mein Sünd und Schuld, dem wir möchten leben. denn in dein Huld seß ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das scheint ins Ferne, weist mir den Weg zur Himmelspfort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479, 1534. 3. Wie uns nun eine fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tod gestorben, also hat Gott durch Christus Tod verneut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn hat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getödt't, genHimmel g'fahren, dadurch wir seyn von Tod und Bein erlöst, so wir vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Nath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch S'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster steden, den mag gar bald des Teufels Gwalt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem Eigne Melodie. 306. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güten; die Werke helfen nimmermehr, siemögen nicht behüten. Der Glaub sicht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan; er ist der Mittler worden. pleie 2. Was Gott im G'setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'seßz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so Gott der Sohn. 166 ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sünd ohn Maßen, wann Gleißners Werk er hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch mußt Gesetz erfüllet seyn, sonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns sing alte. 6. und wenn es nun erfüd ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ es Glaubens recht Gestalte: Nicht mehr denn lieber Herre mein! dein Tod wird mir das Leben seyn. du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer glaubt in mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihmdenSchein, so er die Werk nicht lasset. Sit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lico Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'ieß erkannt und schlägt das G'wissen nieder: 18 Evangelium kommt zur Hand and stärkt den Sünder wieder and spricht: Nur kreuch zum Kreuz Herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wollst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merfent. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wenn das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, das folln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser seyn, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr mit hohem Preis um dicser Gutthat willen Gott Bater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelsthrone, das täglich Brod noch heut uns werd, wohl unsrer Schuld verschone, als wir auch unsern Schuldgern thun, mach uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen! Paul Speratus, geb. 1-484. † 1554. Mel. Nun freut euch, licben 2c. 307. Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Versöhnung und Erlösung. Sünden todt, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt ich ganz verloren seyn und ewig leiden Qual und Pein um meiner Sünden willen. 2. Jetzt aber hab ich Nuh und Rast, darf nimmermchr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit findlichem Vertrauen; auf dieß sein theures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 167 Mittler, Bürge, Gnadenthron, der am Krenze sich erhöhte, gib, daß dich mein Glaube kenn und dich meinen Jesum nenn. 2. Du, mein süßer Jesus, bist mir geboren, mir gestorben. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erworben: gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigenthum stets sey. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad und hoff auf dich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir durch seine Marterfron erworben hat dein lieberSohn, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Geseßz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet; des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig seyn, der ichs mit Glauben faſse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o beilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 308. Gottes und MarienSohn, Priester, König und Prophete, 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des Todes Ueberwinder; laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst und Glaube seyn. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg hab ich Nuh im Tod und Grab gefunden; durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Nichter gehn. Gaspar Neumann, geb 1648. † 1715. Mel. O Gott, du fremmer zc. 309. Dut u wesentliches Wort, vom Anfang her gewesen, du, Gott von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Was hat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelstyron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth hat deine Gluth entflammt, die stärker als der Tod. 3. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen seyn und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. Gott der Sohn. 168 4. Laß gar nichts in mir seyn, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 5. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht seyn vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebenslicht, o Jefu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Mel. D Durchbrecher aller zc. 310. Du bist in die Welt gekommen, Gottes Sohn, du höchftes Gut, da hast du an dich ges nommen unser menschlich Fleisch und Blut; und wir allzumal, wir Sünder, sind durch dich mit Gott versöhnt, daß er nun als seine Kinder uns mit Heil und Gnade frönt. 2. Jch, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jcsu, o mein Leben, sage doch mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir denn mein Herz gefallen, ist die Gabe nicht zu klein? Ach, gewiß vor andern allen wird dir das gefällig seyn. Zwar das Opfer ist geringe und verächtlich anzuschn; doch weil ichs im Glanben bringe, wirst du solches nicht verschmähn. 4. Nun so legt mein Herz sich nieder, o Immanuel, vor dir; aber ich will auch hinwieder dein ge= treues Herz dafür. Ohne dieß kann ich nicht leben und nicht leben ohne dich; doch du hast dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Erd und Himmel fahre hin! Nichts ist neben dem zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde habe diese Herrlichkeit, daß ich auch, wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. 6. Owie hoch bin ich gesegnet! Ob mir Elend, Schmach und Noth, ob mir alles Kreuz begegnet, ob auch endlich selbst der Tod, Jesu, mich will von dir reißen, reißt mich dennoch nichts von dir; denn dieß Wort muß ewig heißen: Ich in dir und du in mir! 6. Neumeister, geb. 1671, 1756. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 311. Großer Mittler, der zur Nechten seines großen Vaters sitzt und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlig scheut. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erz worknen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch Versöhnung und Erlösung. deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trägest du auf deiner Brust, und an den gerechten Samen denfest du mit vieler Luft; du vertrittst, die an dich dir vereinigt bleiben; bitteſt in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Er barmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er andre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, haft du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 169 dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Bater beten; sprich für uns in letzter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach), geb. 1693, † 1735. Mel. Schmücke dich), o liebe 2c. 312. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine theur erlöste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft flichn. 9. Großer Mittler, sey gepriefen, daß du in dem Heiligthum so viet Tren an uns bewiesen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Scen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dränen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Necht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Neichen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem neberfluß der Echätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßzest Gott der Sohn. 170 deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinenSchutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich in Gehorsam üben: hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seitent. Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 313. Heiland, beine Menschenliebe war die Quelle jenter Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Krenz ins Grab gestrecket. I der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbormen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O bu Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar theures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden und den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Lästerung zu segnen, für die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte; diese Demuth, gleich den Tauben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret und durch Borsicht wohl bewahret. meiner Sünden Meng und Fle 8. Herr, laß deine Liebe decken den. Du hast das Gesetz erfüllet, mich wider dessen Stürmen deiner des Gesetzes Fluch gestillet; laß LiebeSchild beschirmen.Heilgemei nes Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735 Mel. Weil nichts gemeiner ist zc. 314. Herr err von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sündenheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. Versöhnung und Erlösung. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wortdankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu geschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sey; wenn Berge bersten, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine theuern Sacramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 171 die Mittel, welche allgemein, zum festen Grund des Glaubens seyn. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund. Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei. 9. Tu gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Theil daran; ich lag já mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Trost und Heil gehört mir mein besondres Theil. 7. Und fechten Satan, Welt und Lüste mich in dem bösen Stündlein an, gib, daß ich mit dem Schild mich rüste, der ihre Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so lasse du kein allzustark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, 10. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe seyn; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten Phil. Friedrich Hiller, bei. geb. 1699, 1769. Mel. O Jesu Chrift, meins 20 315. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein theures Blut das allerunschätzbarste Gut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienstauch noch so treu in seinem Dienst, gewänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab; 5. So will ich, wenn ich zu ihm 172 Gott der Sohn. komm, nicht denken mehr an gut den, für unsre Schuld und Misseund fromm, sondern: da kemmt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld selig wär! that ein Netter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft num? Hier ist sein Neberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Er öffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so licb! wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut sich bis zum Tod erniedrigt! 6. Wird dann die Frage vorgebracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sey meinem Herrn, fonnt ich was Guts thun, that ichs gern. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Frende seyn. 8. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: Dafür hing unser Herr am Kreuz. 9. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Muth. 10. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nik. Ludw., Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel. Es ist das Heil zc 316. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank er heben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, dus ist in seinen Händen; fein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertrau und seine Stimme hören, auf unsers Sattlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam chren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zich uns zu deinem Sohne! dort reicht er uns die Krone. Dort Er ging als Vorbild uns voran; haben wir an seinem Heil, an seiz nem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joh. Sam Diterich, geb. 1721, † 1797. Mel. D Ewigkeit, du zc. 2. Nach Nath kam er, sein Sohn, auf Er 317. Ich schäme mich des Heiz Jesuslieder. lands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Knie sich dankbar beuget. Gott, welch ein theures, werthes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geist bezeuget; ich soll durch Jesum Christum rein, durch ihn gerecht und selig seyn. 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget; die alle Kenntniß dieser Welt, und was sie Neizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Nuhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ists mein bestes Theil; in keinem Andern ist mir Heil und Necht zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld und 173 Seelenruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete voller Zuversicht; mich schreckt kein Ted und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich bericf, bist tren; gib, daß ichs auch im Glauben sey. Fr. W. Luder, geb. 1757,+ 1823. Jesus lieder. Eigne Melodie. 318. Wie schön leucht uns der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse; du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen, lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werthe Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna! himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß schr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis, edler Stein, die Flamme deiner Liebe. Ach, möcht es seyn, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe es entzündet. 4. Von Gott fommt mir ein Frendenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, Jesuslieder. 174 dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; er ist mein Schatz, ich bin sein Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Eia, Eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben. Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. 3wingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen: daß ich möge mit Jesu fein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, danft dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und D, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freuden: frone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 319. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll seyn, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird seyn dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, geb. 1590, † 1635. Eigne Melodie. 320. Meinen Jesum Laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jefum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle meine Sinne weichen; laß das lepte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebens Jefuslieder. faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 175 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällſt du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sey ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister; denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Manna seyn. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide. Jesu, meine Freude. Joh. Franck, geb. 1618, 1677. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jejum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, geb. 1607,+ 1662. Eigne Melodie. 321. Jesu, meine Freude, meiEigne Melodie. nes Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach lange dem Herzen bange und verlangt 322. Ich will dich lieben, meine ist nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. Stärke; ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Nuh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Jch lief verirrt und war ver2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß sie Unheil brüten, laß den Satan wüthen, mir steht Jesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar fichrer Nuh; Gottes Macht hält mich in Acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so drauen. 176 Jesuslicher. blendet; ich suchte dich und fand an ihr Joch mit Leib und Sinn; dich nicht; ich hatte mich von dir Liebe, die mich überwunden und gewendet und liebte das geschaffne mein Herz hat ganz dahin: Liebe, Licht; nun aber ist durch dich ge- dir ergeb ich mich, dein zu bleiben schehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, dit wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stchn: erleuchte Leib und Sccle ganz, du starker Himmelsglanz. 7. will Met Jesu, der du meine 2c. meine Krone; ich will dich lieben, meinen 324. Jeju, meiner Seele Leben, Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Gott des Himmels 2c. 323. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, ch als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir crgeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein 311 bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld gibet und mich fräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird bedecken mit dem Kleid der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, geb. 1624,+ 1677. meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben, jetze und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines Andern seyn. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt umfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schooß hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; Jesuslieder. du haft, was ich hab, gegeben, du haft meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 5. Jrr ich, sucht mich deine Liebe. fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern scyit. 177 2. Deine Liebesgluth stärket Muthund Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesgluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, troß daß mich was von dir scheide! Jch bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. Christ. Scriver, geb. 1629,+1693. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stanım! Gigne Melodie. 325. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! Desterr. Gejgbc. 7. Großer Friedefürst! wie haft du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich). 12 Jesuslieder. 178 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neu wiederum erfren, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn, oldiA 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum! in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Dreſe, geb. 1630,+1718. Eigne Melodie. 326. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuth Höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Tranerns scheiden, wenn mit so angenehmen Frenden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sey also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anfer reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ört gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Siz cherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Frenden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich Jefuslieder. lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Nuh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vors.smack feyn. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann als Jesus mich erfreuen. Oreicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660. † 1722. 173 größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? Eigne Melodie. 327. Eins ist noth; ach Herr, dieß Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dieß Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willt du dieses sinden, fuchs bei feiner Creatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beſte, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stammedes Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mih treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viele zum 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlans gen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles G'nügen, Fried und 12* 180 Freude jezo meine Seel ergött, weil auf eine fesche Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze er laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben, nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. Jesuslieder. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles seyn. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; fich, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Roth, und Jesum gewinne: Dieß Eine ist noth. Johann Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. Me 1. Seelenbräutigam 2c. 328. Wer ist wohl wie dut, Jesu, süße Nuh! Unter Vielen auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, füße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmedet, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen; ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria that, böchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, allerschönster Nuhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; scy du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. Seele gib, duß ich wachen mög und 10. Deines Geistes Trieb in die beten, freudig vor dein Antlih treten; ungefärbte Lieb in die Scele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag schn mich zur Nechten stehn. Joh. Auast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Jesuslieder. Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. 329. O wie felig find die Seelen, die mit Jesu fich vermählen, die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heißem Triebe stündlich nur auf seine Liebe und auf seine Nähe geht. 2. O wer fasset ihre Würde, die bei dieses Leibes Bürde im Verborgnen schon sie schmückt! Alle Himmel sind zu wenig für die Seele, der ihr König solches Siegel aufgedrückt. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich sein Angesicht in der Seele, die ihn kennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. 4. Nach Jehovas höchsten Ehren wird in allen Himmelschören nichts, das herrlicher, geschaut, als ein Herz, das er erlesen, und mit dem das höchste Wesen sich zu einem Geist vertraut. 181 bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig üben, dieses Königs Freund zu seyn? Muß man gleich dabei was leiden, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. nach Christian Friedrich Richter, ( aus Knapps Liederschatz), geb. 1676, 1711. Mel. Meinen Jesum laß zc 330. Seele, was ermüdst di dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu ova getreu. Sollt ich keinen Trost erbliden, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu sey. 8. Ohne Fühlen will ich tranen, 2.Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Nuh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du fie reichlich haben. Suche Jefum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, die das finstre Neich gebieret; laß nur den dein Labfal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Gch einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein gan: ander Wesen Heget, als dem Höchne. wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorget? Suche Je 182 sum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jesuslieder.. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bleib nicht liegen in dem Tod! bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes flieBet, und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 11. Sey im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, geb. 1684,+ 1754. sten Auen, hier wird ihn stets ein frischer Quell entdeckt; kein Ange kann die Gnade überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 331. Wie herrlich ists, ein Schäffein Christi werden, und in der Huld des treusten Hirten stehn!, Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, als unverrückt dem Heiland nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, das trifft ein solches Schaf bei seinem Hir3. Wie läßzt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein trener Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders seyn. 4. Das Schäflein bleibt in ſeines Hirten Händen, wenn gleich vor Zorn der ganze Abgrund schnaubt; es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage fehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. 6. Doch dieß ist nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der kristallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schaflein Jesu sey. Job. Jaf. Rambach, geb. 1693,+ 1735. tel. Wie wobl ist mir zc. ten alt. 2. Hier findet es die angenehm 332. Ich will dich immer treuer 183 welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flich zum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüthe, daß ich was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber iſt. 3. Adam Flessa, geb. 1694,+ 1776. FING Jesuslieder. lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Nuh: die Nuh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflöße vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wiſsen übersteigt. 2. Wie freundlich hast du mich ErbarMel. Den die Hirten lobten zc. wie ging mir dein men nach! Ich flohe dich und griff 333. Jesu, deiner zu gedenken, kann dem Herzen Frende schenken; doch mit welchen Himmelstränken labt uns deine Gegenwart! betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weihe; entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden seyn. Vertausch den Trieb nach Süßigkeiten mit der Begierde, still zu leiden, und mach in allem mich getren. Nimm hin mein Wollen, Cenken, Nichten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sey. 4. Mir ist am seligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicktet eine Nuh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. Omischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so sing ich recht zu lieben an. 2. Lieblicher hat nichts geflungen, holder ist noch nichts gesungen, sanfter nichts ins Herz gedrungen, als: Mein Jesus, Gottes Sohn! 3. Tröstlich, wenn man renig stehet, herzlich, wenn man vor dir slehet, lieblich, wenn man zu dir gehet, unaussprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; Niemand sehnt sich gnug nach dir. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sey. 6. Mit Maria will ich flehen; ich will früh zum Grabe gehen und ihm nach dem Herzen sehen mit den Augen des Gemüths. 7. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig; alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswerth. 8. Wenn du uns trittst vors Gesichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Eitle wird zunichte, und die Liebe glühet auf. 184 9. Milder Jefu, laß mirs glüden, laß mich deine Füll erquicken, laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie. Jesuslieder. 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, o Hirt der Heerde, fröhlich, wenn ich finden werde, selig, wenn ich dich erhalt. 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jesu, Glorie der Zeiten, gehst du? ich will dich begleiten; bleibt mein Herz nur dir zur Seiten, o so raubt dich Niemand mir. 13. Himmelsbürger, kommt ge= zogen, öffnet eurer Thore Bogen, ruft, von Freuden überwogen: Holder König, sey gegrüßt! 14. Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumschränkten Weiten, treibe weg die Dunkelheiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Himmels Heere, dich befingen unsre Chöre; du bist unsre Macht und Ehre, du hast uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in großem Frieden; er bewahrt sein Volk hienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, hat den vorgen Glanz empfangen; aber meines Geists Verlangen ist ihm dorthin nachgeeilt. 18. Jesus, den wir jetzt mit Loben und mit Pfalmen hoch erhoben, Jesus hat aus Gnaden droben Friedensstätten uns beſtellt. Nach Ludwia. Graf v. Zinzendorf, ( nach Bernhard v. Clairvaux), geb. 1700, † 1760. Mel. Jefu meine Freude zc. in den 334. Jesus ist mein Leben, dem ich mich ergeben fest bis Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Noth. Leid ich gleich in ſeinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphiren. 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenfeld; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Neich bestellt. Ihre Kron und Siegeslohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erernten nach dem Leiden, wo fein weckt, werden dort mit Freuden Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des HimmelsSchäßen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Qnälen bringet durch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden fränken, so laßt uns bedenken, daß nach Gottes Nath Jesus Straf erduldet, und was wir verschuldet, ausge= standen hat. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämPfen und die Sünde dämpfen. 6. Seyd getreu, ihr Herzen, bei des Krenzes Schmerzen bis an ener End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängniß wendt. Nach dem Nu folgt dem Weinen euch die Sonne scheieine Nuh; Gott wird lassen nach nen. Jesuslieder. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reich der Welt in sich lassen stören und sich zu dir kehren, sey ihr starker Held, sey ihr Schutz und starker Truß, Truß im Leben und im Sterben, bis sie alles erben. ( Aus Freylinghausens Gesangbuch.) 185 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebid), geb. 1713, † 1780. Mel. Was Gott thut zc. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 335. Didh, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. 336. Jesum lieb ich ewiglich, Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. sein Wort will ich treulich halten. Seine Liebe stärket mich, wenn mein Herze will erkalten. Er hat mich verbunden sich: Jesum lieb ich ewiglich. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Tren erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärfest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feinde toben. Ich flich zu dir; du cilst zu mir; wann mich die Feinde hafsen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt turze Zeit; bald ist es überstanden, und Nuh ist dann vorhanden. 2. Jesus läßt mir seinen Fried, denn er ist für mich gestorben. Seines Geistes reiche Güt hat er mir am Kreuz erworben. Dieß erquidet mein Gemüth: Jesus läßt mir seinen Fried. 3. Weiche weg, was Trauren heißt, Jesus will mich reichlich lohnen, Vater, Sohn und heilger Geist will in meinem Herzen wohnen. Mich erfreuet Gottes Geist: Weiche weg, was Trauren heißt. 4. Also liebt vom Himmelsthron Gott die Welt, daß er geges ben seinen eingebornen Sohn, und wir alle möchten leben. Muß ich heute gleich davon, liebet mich doch Gottes Sohn. 5. Wer an seinen Jesum glaubt, der wird nimmermehr verloren; niemand ihm den Himmel raubt, er ist ewig auserkohren. Ihm den Himmel niemand raubt, wer an seinen Jesum glaubt. 6. Weil mun Jesus mir ist hold, will ich gern vor sein Gerichte. Wenn ich heute sterben sollt, wird vor seinem Angesichte mich nicht Gott der heilige Geist. 186 quälen meine Schuld: Jesus ist und bleibt mir huld. 7. Jesus liebt mich für und für, drum will ich ihn wieder lieben. Er hat an des Himmels Thür mich sein Schäflein angeschrieben. Er ist selbst die Lebensthür: Jesus liebt mich für und für. 8. Jesus mir den Himmel weist, brum will ich ihm ewig trauen. Gott der heilige Geist. Mel. Kommt her zu mir zc. 337. Gott Bater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhörtvon deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vaterfinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. Jesus und sein Freudengeist führen mich auf grüner Auen. Er die Thür zu'n Schafen heißt, weil er mir den Himmel weist. 9. Jch bleib Jesu Eigenthum, bin sein Schaf und er mein Hirte. Er meinGotteslamm, mein Ruhm, träget meiner Sünden Bürde. Dieses ist und bleibt mein Nuhm: Ich bleib Jesu Eigenthum. ( hr. Sonntag, † 1717. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnaden werk und deines heiligen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht ſtündest bei, sich in die Asche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt darwider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon bei Haufen. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei; er tröst und macht das fet. Wenn uns des Unglücks WetHerze frei von allem, was uns kränter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt viel besser, als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, Gott der heilige Geist. daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 187 Mel. Herr Jesu Christ, meins zc. 338. Erneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet scyn. 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust; ach), rüst mich aus mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 10. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 11. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen; er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, läßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Er öffnct unsers Herzens Thor, wann sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen; er gibet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und lässets wohl gedeihen. 13. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen, keuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 14. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Toke bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre letzteQual, läßt uns hindurch zumHimmelsfaal getrost und fröhlich gehen. 15. Ofelig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur eigen Freud in Gottes Hütte tragen. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewyes Licht, von Angesicht zu Angesicht. Job Friedr Ruopp † 1708. 16. Nun Herr und Vater aller Güt, hör unfern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im engen Les ben labe. Paul Gerbardt. geb. 1606, 1676. Mel. Jesu, der du meine Seele ze. 339. Geist vom Vater und vom Sohne, gleicher Majestät und Kraft, in dem höchsten Himmelsthrone, gieße neuen Lebenssaft in mein Herz, Seel und Gemüthe, daß der Neichthum deiner Güte und die Stärke deiner Hand an mir Schwachen werd erkannt. 2. Komm erlendhte meineSinne; komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne und nicht nehme überhand. Deffne meiner Seelen Angen, daß sie zu er= kennen tangen der Geheimniß tiefen Grund, die uns lehret Christi Mund. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner Gottesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethöret citler Dunst. Komm, ach. komm, mein Herz entzünde, das ich nichts in mir entpfinde, als der 188 Liebe heiße Gluth, die allein in Jesu ruth. Gott der heilige Geist. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergibt, Jesum, den die keuschen Seelen sich für ihren Schaß erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge seyn. 5. Ach, der Unflath meiner Sünden ist dir mehr als mir bewußt. Du allein, Herr, kannst ergründen, wie die angeborne Lust, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, daß sonst nichts als Böses thut. 6. Gib mirkraft, zu wiederstehn, wenn die böse Lust fich regt. Laß es nimmermehr gescheln, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritter: lich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; tödt die Glieder, die auf Erden widerstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein Neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Scel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton sammt dem Vater und dem Sohn. Gottfr Hoffmann, geb. 1669.+ 1728. throne, Eines Wesens, Einer Kraft mit Gott Vater und dem Sohne, schwacher Seelen Lebenssaft: ach, ergieße deine Treu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust, in mir zu wohnen, habe. 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger, meiner Seelen helles Licht; kehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Weisheit, komm und leite mich zum rechten Weisheitsquell, geh und stehe mir zur Seite, mach mein finstres Herze hell; Himmelsglanz es ganz durchleucht, daß es Gottes Sinn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig tren; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 5. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Augen niederdrückt, wenn ich traurig und gebückt und vor Jammer muß vergehen, ach, so bleib du bei mir stehen. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeck mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was Mel. Freu dich sehr, v 2c. 340. Epler Geist im Himmels- die Welt pü: supt acenti; Welt luft nur die Seele fränkt; rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. Wort Gottes. 7. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, Píalm 12. Gigne Melodie. 189 daß mein Bitten kräftig sey; steh mir stets mit Seufzen bei, sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen; Wort Gottes. 341. Ach, Gott vom Himmel, sieh darein und laß dich des erbar men! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Ärmen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloz schen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wir erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, der ander das; sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten Alle gar, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? Johann Gottfried Herrmann geb. 1707, † 1791. benmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret seyn, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 4. Darum spricht Gott: Jch muß auf seyn; die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feuer sie6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sichs in uns nicht flechte! Der gettlos Hauf sich umher findt, wo dicse lese Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther. geb. 1483, 1546. Eigne Melodie. 342. Dieß sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener tren, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrie eleison! 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr; kein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen dich, vonHerzensgrund lieben mich. Kyrie eleison! 3. Du sollt nicht führen zu Unchrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleiſon! 4. Du sollt heilgen den siebten 190 Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison! 5. Du sollt ehrn und gehorsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! Wort Gottes. 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein Eh sollt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben bein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison! 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison. 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lüge. auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison! 10. Du sollt deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison! 11. Die Gebot all uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor ott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unserm Thun verTorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! otes Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Eigne Melodic 343. Herre Gott, dein göttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere Apostel mehr aus deim göttlichen Munde. Das danket dir mit Fleiß, daß wir erlebet hab'n die Stunde, 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der, die dich noch jezt verläugnen, und achten sehr auf Menschenlehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtu, dein Wort verachtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sey nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort; ists nicht ein teuflich Wesen? 4. Ich glaub g'wiß gar, daß es sey wahr, was Paulus uns thut schreiben. Eh muß geschehn, daß alls vergeh, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid viel hart verstockten Herzen; fehrn sie nicht um, werdn sie darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so bin ich der, dem sterben kommt zu Gute. Dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dank ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nit im Tod und auch im Leben. 6. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht im Herz Wort Gottes. und Glauben faffen. Gibst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. Baul Speratus(?), geb. 1484,+ 1554. 191 und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. Mel. Es spricht der Unweisen ze. 344. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte; zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und seyn an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 3. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Nott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüſte dämpfen. 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dajjelb annehmen jederzeit mit Sanstmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen! in Fels 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Nath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr er=leuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke. geb. 1603.+ 1680 Mel. Herre Gott, dein 2c. 345. Herr Zebaoth, dein heilges Wort, das du uns haft gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist worden fund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht, durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. 2. Dieß Wort, das jett in Schrif Wort Gottes. 192 ten steht, ist fest und unbeweglich; zwar Erd und Himmel untergeht, boch Gottes Wort bleibt ewig; kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll seyn ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, hell und Klar, die Nichtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entreißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erhalt dein heilges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, un ser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken. Christian Knorr von Roseuroth, geb. 1636,+1689. Mel. Herzlich thut mich zc. 346. Wohl dem, der Jesum liebet und dessen Himmelswort, der wird niemals betrübet vons Teufels Höllenmord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dich schon erqui cen, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort; dieß machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Wirst du gleich auch geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: fomm, hier ist Gottes Wort; dieß ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufcis List und Schrecken beschützen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin v. Hessen geb. 1638, 1683. Mel. Zeuch meinen Geist zc. 347. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein trener Zeuge Gottes seyn? 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs Wort Gottes. vor Gott verstellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? 3. Sollt ich den falschen Christent heucheln und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen selig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um deren Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Got tes sind? 193 die Gunst der Welt, die Manchen so gefangen hält. 12. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sey du mir nur bei Hohn und Sport nicht schrecklich, du getreuer Gott! 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Jezepfer hassen? Wer sind sie, die so zornigs lich ihr Herz verbittern wider mich? 6. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf und leichtverwehte Spreu. 7. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt und nur auf kurze Zeit hie währt. 8. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Jsts denn auf mich nur angesehen? Jst Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geiſt? 9. Wes ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage? Ists nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen kund? 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in Kurzem sehn, sollts auch durch Märtrerblut geschehn. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Zeugniß fest und freudig sey. Es ist gewagt! Gott steh mir bei. 10. Ei, follt mein Gott mich nicht auch schüßzen, wenn sie mit Wüthen auf mich blißzen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal seyn? 11. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um Desterr. Gesgbd). Johann Joseph Winkler, geb. 1670,+ 1722. Mel. O Durchbrecher aller 2c. 348. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Neichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun.. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig seyn beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw., Graf v. Zinzendorf. geb. 1700, † 1760. Mel. Ach Gott und Herr 2c. 349. Gott ist mein Hort, und 13 194 auf sein Wort soll meine Seele tranen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Wort Gottes. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seineKräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Secle Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Des Ewgen Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba ſage 7. Mich zu crneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nic; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum eigen Leben. is Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Ich armer Mensd) 20. 350. Dein Wert, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam chrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind besser, als alles Silber, Gold und Geld, ein Schatz, weit köstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer das thut, was dein Wert gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Beschl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Werte zu. 3. A. Gramer. geb. 1723. † 1788,( nad) dem bayt. Gejangbuch von 1811.) Mel. Liebster Jein, wir sind zc. 351. Herr, mein Licht, erleuchte mich, daß ich dich und mich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Wahrlaß mich dadurch weise werden. heit lehrt dein Wort auf Erden; 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort; lehre mich es recht verstehen; bilf du selbst mir, immerfort dentlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. Wort Gottes. 3. Aber laß mich nicht allein rich tig seinen Sinn verstehen; laß mich auch beflissen seyn, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müſsen. 195 dein Kern, Jesus aller Schriften Stern. 3. Ei, so stell mir Jeſum für, wie er hat gelehrt, gewandelt, und mit seinen Wunden hier als Messias wohlgehandelt, bis sein Kreuz und Tod zuletzt mich in Gnadenstand geſetzt. 4. Dieses alles laß in mir meinen schwachen Glauben stärken, und mich, ein Erempel hier, in den Stufen Jesu merken, daß ich würdig wandle so diesem Evangelio.. 5. Nun, ich leb und sterbe drauf, diese Lehre zu befennen, keine Schande hält mich auf, dieses meinen Ruhm zu nennen. Jeſus bleibt mein und 4. Folg ich seinem Unterricht, so werd ichs an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find ich manche Dunkelheit bei des Glaubens hohen Lehren: laß mich Zweifelsucht entfernen und in glauben 6. Immer lenke meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Gewinn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter dieſer Zeiten gegen jene Herrlichdroite feiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Nach Heinrich Goru. Hecker, geb. 1699, † 1743. von Joh Sam. Diterich, geb. 1721,+ 1797. Mel. Meinen Jejum laß ich nicht zc. 352. Süßes Evangelium, das wie Milch und Honig schmecket, und mir Christi Priesterthumdurch viel Klarheit aufgedecket; du bist meines Glaubens Nuhm, süßes Evangelium! 2. Du bist eine Gotteskraft, selig machend die da gläuben, es kann deine Wissenschaft Jesum nur ins Herze schreiben. Jesus ist allein gelium. Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. el. Jeju, meine Freude 2c. 353* Wort des höchsten Mundes, Engel unsers Bundes, Wort, du warst nie stumm! Bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was die Opferschatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Nath. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen, und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet alle Straf und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dieß fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre, o erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünde Todten, ma chen Jesu Boten dieses Leben fund, 13* Kirche und Neich Gottes. 196 lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, theuer ist der Bund. Aller Welt wird vorgestellt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug. Kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug! Jesu Blut stärkt euren Muth. Gott ist hier, der euch geliebet, und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet, wenn Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 354. War Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten mußt verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns feßen alle. Kirche und Reich Gottes. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wär'n als die ein Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Bogel des Stricks fommt ab, ist unser Seel entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Vertrauen evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. Dr. Martin Luther, geb. 1483,+ 1546. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evange lisch sterben. Secker, geb. 1699, † 1743. Eigne Melodie. 355. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib beim Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Lutber, geb. 1483, † 1546. Mel. Erhalt uns, Herr 2c., 356. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlichs Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwer'n, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständig Kirche und Reich Gottes. keit, daß wir dein Wort und Sacrawent rein b'halten bis an unser End. 3. Du aber selbst dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und Wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirchen Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. is 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 197 2. Der Gott, der mir hat ver= sprochen ſeinen Beiſtand in dem Leid, jetzt in meiner Traurigkeit. Ach), will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vor= hin, erbarmen? 6. Ten frechen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die bei deim Wort sich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen starter Schüßz! dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. Nit. Selnecker, geb. 1532, † 1592. 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter seyn, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? rod 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders seyn? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Job. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 357. Zion flagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, fericht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Noth, und läßt mich mit Jammer pressen! Meiner hat er ganz vergeſsen, die Mel. Kommt her zu mir 2c. 358. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens 198 Kirche und Reich Gottes. Mel. Zion klagt mit Angst 2c. seyn, dich gänzlich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davon 360. Zion, gib dich nur zufriedir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Nach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gidion, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut anHangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. Jak. Fabricius, geb. 1593,+ 1654 ( Gustav Adolphs Schlachtgefang bei Lüßen.) dild Mel. Herzliebster Jesu zc. 359. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine; steure den Feinden, ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Teufel, feine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere; Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohne Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und 868 Erde. Mattbä. Avelles von Löwenstern, geb. 1594, † 16-18. den, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, jo liebt er auch, dieß ist sein geliebter Brauch: Zion, lerne dieß bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. GUA 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise seyn; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; kränkt der Neid dir Herz und Muth, kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigfeit; sey getrost und wohlgemuth; denn der Herr ists, der es tbut: Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der Kirche und Reich Gottes. macht dich von allem frei. Für die Trühsal, Spott und Hohn gibt er dir die Frendenkron: Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne bricht anjetzt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensønne, Jesus Christus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedensfuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jetzt kannst du von Freuden sagen. 199 4. Ach, sich doch, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da Eins das Andre nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 8. Frenct euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, um 1860. 5. Ach, Herr, Hilf solchem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, und das Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie lieblich ists, wenn Brüder sich in rechter Treu verbinden, im Haus des Herrn einmüthiglich sich stets zusammenfinden, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Gleichwie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der ringsumher den ganzen Ort mit Wohlgeruch erfüllet, und wie vom Hermon fällt der Thau ringsum auf Zions Berg und Au und alles Land erquicket. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 361. Vater Barmherzigfcit, der du dir deine Heerden gefammelt zur Apostelzeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Neich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstrent sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von dem Zank und Streit hinwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe tebe. 8. Also fleußt Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alle Zeit und alle Himmelsgüter. Heiur. Georg Neuß, geb. 1654, † 1716. Eigne Melodie. 362. Fabre fort, fabre fort, Zion, fahre fort im Licht! mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort! fahre fort, fahre fort! 12. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Schen Trübfal, Angst Kirche und Reich Gottes. 200 mit Spott und Hohne, sey bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen, Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, bringe ein, Zion, bringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben; sey nicht wie die Andern todt, sey du gleich den grünen Neben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderlicbe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden; auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Job. Euseb. Schmidt. geb. 1669,+ 1745. Mel. Jeju. bilf siegen 2c, 363.Großer Immanuel, schane von oben auf dein erlöstes, erkauf tes Geschlecht; siehe doch, wie die Tyrannen noch toben, wie sie verkehren die Wahrheit und Recht! Lügen und Irrthum muß gelten auf Erden; Unschuld und Wahrheit muß Ketzerei werden. 2. Seelen, die sonsten sehr eifrig gerungen, werden jetzt müde und schlafen fast ein. Scheints doch, als wenn sie der Arge bezwungen, nicht mehr so eifrig im Kampfe zu seyn. Alles wird irre, weil Argwohn regieret und auch einfältige Herzen verfuhret. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, welche die himmlische Mutter gebiert; wie auch die Brüder einander nicht kennen, herzlich Freundschaft sich täglich verliert, Viele sich scheiden und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit kränkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu meinen, recht zu gebrauchen, was du uns geschenkt. Wolln wir dir dienen in heiliger Stille, sagt man, es sey das nur eigener Wille. 5. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, komm doch, o Jesu, und mache dich auf; rett uns von Allen, die trotzig uns höhnen und uns aufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. 6. Willige Opfer wird alsdann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden erklingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Zions Errettung erscheinet und uns zur völligen Freude vereinet. Ghrift. Andr. Bernstein, † 1699. Kirche und Reich Gottes. Mel. Wie groß ist des c. 364. Ich lobe dich von ganzer Seelen, daß du auf diesem Erden treis dir wollen eine Kirch erwählen, o Gott, zu deines Namens Preis, darinnen sich viel Menschen finden zu einer heiligen Gemein, auf daß von allen ihren Sünden fie Christi Blut nun wasche rein. 2. Du rufest auch noch heut zu Tage, daß Jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll; deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden Alle, die man findt, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus vielen Zungen der Völker eine Kirch erbaut, darinnen dein Lob wird besungen, die deinem Worte gläubig traut; du hast ihr Christum ja ge= geben zu ihrem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kirche glaubt. 4. Wir wollen auf nichts Andres gründen, als auf den Grund, den du gelegt; hilf uns aus Gnaden überwinden, weil stets auch noch der Feind sich regt; und wo noch Runzeln sind und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geschenkt. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und frommen Leben bis ans End; ach, laß uns ja den Schaß nicht rauben: dein heilig Wort und Sacrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Geistessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Tren sich rüsten zur ungefärbten Einigkeit. Fr. Gour. Hiller, geb. 1662, † 1726. 201 Mel Mein Herzens- Jesu zc. 365. Ich glaube, daß die Heiligen im Geist Gemeinschaft haben, weil sie in Einer Gnade stehn und Eines Geistes Gaben. So Viele Christus machet rein, die haben all sein Gut gemein und alle Himmelsschäßze. 2. Zwar nicht das gleiche Schicksal fällt hienieden jedem Gliede; es danern noch in dieser Welt die äuBern Unterschiede: dem Einen fällt ein armes Loos, der Andre ist geehrt und groß; das will ein Christ nicht ändern. 3. Doch in der neuen Creatur ist keiner klein, noch größer: wir haben Einen Christus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist Allen gleich geschenket. 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind sie alle Kinder; der Reichthum macht hier keine Ehr, die Armuth keinen Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Neiche arm seyn kann, der Arme reich an Gnaden. 5. Die Sonne der Gerechtigkeit will Allen Gnade geben; der Geist gibt Allen allezeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, so wie der Himmel uns umgibt; wir haben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, Eine Seligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Ein Necht, Ein Vaterherz im Leid, Ein Segen steht uns offen. Uns führt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Nuh, allein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir ziehen an ein herzliches Erbarmen; und wenn 202 Kirche und Neich Gottes. ben. das Herz nichts weiter kann, so nur das kann sie vollkonimen laseufzt es für die Armen. Denn solch new did 300 ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz, das hat gewiß kein Leben. 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Hauptes willen; wer seiner Brüder Lasten jaßt, lernt das Gesetz erfüllen, wo Christus uns zum Vorbild geht; dieß könig lich Gebot besteht in Einem Wörtlein: Liebe! sosioristall 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegangen, mit dem ich als ein Kreuzgenoß Gemeinschaft soll erlangen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! es ist der Heiland, Jesus Christ, der Sohn des Aller höchsten. 10. Ich will mich der Gemeinschaft nicht der Heiligen entziehen; wenn meine Brüder Noth ansicht, so will ich sie nicht fliehen. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, so laß mich an der Herrlichkeit auch einft Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 366. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die süßen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schaar, die um das Lamm beständig war, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wunderliebe sehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heiigen Geist, das ist, was ihre Seele speist; 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns umschlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Bater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süBen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hie wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater licht und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottes Ruh; die Kraft durchbringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann: macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an; sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Ange, Hand und Fuß, bis zu dem völ Kirche und Neich Gottes. ligen Genuß des großen Guts: ich, ich ihn ihnen! Aus Bunsens G.-B. 367. Wenn Christus feine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Nechten Gottes sist, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebent, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 203 2. Dein Neich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenfindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch befehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glanben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drehn erschreden! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bededen. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt unsGeduld in Noth und Kraft und MuthimTod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715.+ 1769. Mel. Es it das Heil 2c. 368. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Neich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren, Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 5. lns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Nuh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Jrrthumm und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf cbner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenfinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, und Herr, alle deine Frommen, freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Guadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balthaf. Münter, geb. 1735,+ 1793. 204 Kirche und Reich Gottes. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 369. Jeju, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Nath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der, Christenheit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Du willst sie als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heit; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. Zu friedenheit und Himmelsruh ließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fälle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Nuf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beſchüßeſt ſie durch deines Geistes Weisheit. 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht tranen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich deinen Engeln zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preifen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. Job. Sam. Diterid), geb. 1721, † 1797. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott 2c. 370* Auf ihrem Felsengrunde steht die Kirche Jesu Christi. Ob du Kirche Christi! Gottes ewger Erd undHimmel untergeht, bestehst Sohn schützt von seinem Thron dich, die ihm vertraut. Du stehſt, von ihm erbaut, wie ein Gebirg im Meere. 2. Was kann dir Satan thun, der sich stolz wider Gott empöret? Sei ruhig, ob er gegen dich und Christum sich verschwöret. Christus überwand ihn mit starker Hand. bar sie auch ist, ist dir ein Spott geSeine Macht und List, wie furchtworden. drohn zu Schanden dich zu machen, 3. Was können Spötter, die dir die thöricht träumen, daß du schon vergehst, wenn ſie nur lachen? Ihre Pfeile sind Spreu verweht vom Wind, ruhig ſiehst du zu. Sie selbst vergehn, und dudu Kirche Jeſu, bleibest. 4. Was können Feinde, welche sich in deinem Schooße nähren, der falscben Christenheer, die dich durch ihre Sünd entehren? Ihrer Laster Lohn wartet ihrer schon. Dich, 0 Kirche, nicht, sie selbst wird das Gericht des Sündenrächers treffen. 5. Erhebe dich und trau auf Gott! Preis ihn mit Harf und Psalter! Er selbst, Jehova Zebaoth), er selbst ist dein Erhalter, huldreich sieht er hier seine Luſt an dir Missionslieder. Herrlich wird er dort,( denn Wahrheit ist sein Wort) dich segnen und erhöhen. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott 2c. 371. Herr, beine Kirche danket dir, noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Herr Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns! verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schüßze sie, denn wir sind deine Brüder! Sic, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 205 ach, sie bedenken nicht, es wart' ein schwer Gericht auf träge sichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu, ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren! Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft. Gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren! 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhält uns Ruh und Frieden! Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfung Zeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 3. Eins, Herr, ist, was dein Zion fränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb und, 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr findlich Flehn, eil ihr beizustehn, daß fie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! Missionslieder. Eigne Melodie. 372. Es woll uns Gott genädig jeyn und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleu st zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werf, und was ihm liebt auf Erden, und Jesus Chri: stus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott be: fehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Nichter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns Missionslieder. 206 segen Vater und der Sohn, uns segen Gott der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nunsprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, geb. 1483, t 1546. Mel. Her Jeju Cbrift, meine 2c. 373. Seju Ghriste, wahres 3. Ich lasse, spricht das A und Licht, erleuchte, die dich kennen, vom exgen Evangelio die Botnicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihreSeel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnaden schein, die in Irrthum verführet seyn, auch die, so heimlich sichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. schaft uun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll sein bercit, mit mir sich zu versöhnen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedenshall; den Völkern, Sprachen, Zungen wird meine Gnade weit und breit, der Reichthum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Etummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sey. 5. Erleuchte, die da sind ver= blendt; bring ber, die sich von uns getrennt; versammle, die zeritreuet gehn; mach jeste, die im Zweifel stehn: 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Job, geermann geb. 1585. † 1647. Mel Ewigkeit, du 2c. 374. Die Macht der Wahrheit bricht herfür und klopft an vieler Herzen Thür, daß man sie woll einlassen; des Reichs Erkenntniß gehet auf und führet ihren schnellen Lauf durch aller Völker Straßen; ja, das Erkenntniß sammt dem Reich eröffnet sich nun allzugleich. 2. Seht, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Muth und Kraft den Wahrheitszengen, die er aussendet spät und früh; was sie gehört, posaunen sie und könnens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm das eige Evangelium. 5. Es hören die Geheimnisse jeßt Würdge und Unwürdige, die hier auf Erden leben; sie hören dieſe Freudenpost, dieß große Zeugniß nun getrost und können sich ergeben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. 6. Ich habe die Unwissenheit bisher in der vergangnen Zeit aus Gnaden übersehen; nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so überschen nicht, wie bis daher ge= schehen. Die Wahrheit will, wie sichs gebührt, mit Dank seyn zu Gemüth geführt. 7. Jch, ich will machen alles neu; die Creatur soll werden frei vom Dienst der Eitelkeiten. Wohl dem, der dieses fassen kann, und nimmt in meinem Sohn mich an zu diesen frohen Zeiten. Wie selig ist, der die= Missionslieder. 207 Mund gelegt. O siche, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen ten, so euch in der Finsterniß vor- Schaaren, die in der Kraft Evanmals ganz umgeben hatten, zu dem wahren Licht gebracht, und euch Arme nicht veracht't; lobet seine große Güte stets mit dankbarem Gemüthe. gelisten seyn; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Neich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daßß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! sen Tag des Heiles jetzt erkennen mag! Aus v. Raumer's Ges.-Buch. Eigne Melodie. 375. Auf, ihr Heiden, lobet Gott, der euch aus des Todes Schat2. Alle Völker, preiset Gott, der aus unverdienter Gnade hat durch seinen Sohn gemacht, daß der alte Fall nicht schade, der euch hilft durch Christi Cod aus der Sünd und aller Noth; preiset solche große Güte stets mit dankbarem Gemüthe. 3. Gnad und Wahrheit, die da ist durch den Herren Christum kommen, so wir auch von seiner Füll durch den Glauben angenommen, walte mächtig allezeit über uns in Ewigkeit; rühmet solche große Güte stets mit dankbarem Gemüthe. Mel. Dir, dir Jehova zc. 376. Wach anf, du Geiſt der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt dur dringt und aller VölkerSchaa= ren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brännte! möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände! Gib Knechte, die in trener Arbeit stehn! Herr der Ernte, siehe doch darcin: die Ernt ist groß, die Zahl der Kuechte klein, 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sey fein Ort ohn dejjen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bepre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hinden kann, das räume bald aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach unsbald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sey. i 8. Laß jede hoh und niedreSchule die Werkstatt deines guten Geiſtes seyn; ja, sige du nur auf dem Suhle und präge dib der Jugend selber ein, daß trene Lehrer überall erſtehn, die für die ganze Kirche betend flehn. Ga.1 cinr. v Bogazky, 2 Tych, 1690, † 1774 208 Missionslieder. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 377. Herr, wie sind noch viel der Heiden, die in Todesschatten gehn! Komm, o Hirt, auch sie zu weiden; kannst du sie verirret sehn? Nimm der Heerde selbst dich an, führe sie des Lebens Bahn; all auf weitem Erdenrunde füge zu dem Gnadenbunde. 2. Herr, laß deine Boten eilen, sende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszutheilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen fünden. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel. Nun komm, der heiden zc. 378. Jesu, bittend kommen wir mit den Deinen jetzt zu dir; hör auf unser kindlich Flehn; was wir bitten, laß geschehn! 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen seyn; schenk uns allen deinen Geist, den dein theures Wort verheißt. 3. Weck die todte Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit; mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit kräftig schallen weit und breit! Allen Heiden werde kund deiner Gnade Friedensbund. 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiches Lauf hemme keine List noch Macht; schaffe Licht in dunkler Nacht. 6. Gib den Boten Kraft und Muth, Glaubenshoffnung, Liebesgluth; laß viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Thränensaat! of 7. Zion, danke deinem Herrn, was du bittest, thut er gern; ja, er kommt mit seinem Reich; was ist seinen Freuden gleich? Mel. Wie schön leuchtet 2c. 379. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher Jesu Christ, wie thener deinem Volke! Wie hell wards in der Finsterniß durch deine Lehre, wie zerriß, wie floh des Jrrthums Wolke! Als du, Herr, kamst, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Götzendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht sie, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Frenden. Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn an dich sie glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichs keit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun mit Preis und Ruhm gekrönt, num Sünde und Buße. machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel hassen. Sündern willst du Heil und Leben wieder geben; richtest Alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher, Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Nuh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Nach dem bayr. Ges.- Buch von 1811. Mel. Mein Herzens Jesu 2c. 380. Wir sind vereint, Herr 209 Jesu Christ, in deinem heilgen Namen; der Menschensohn allein du bist, der säct guten Samen; der Acker ist die ganze Welt; o pflanze selbst im wüsten Feld dir deines Neiches Kinder! 2. Ja Erstgeborner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebetet werden. Das glauben und drum hoffen wir, die du zum Werke rufst, von dir auch unsrerSaat Gedeihen. 3. Gib uns durch deines Geistes Kraft, Herr Jesu, heiße Liebe, die Eintracht, Muth und Eifer schafft, daß sich ein Jeder übe, für sich und Andre stets zugleich nach dem verheißnen Gottesreich vor allem Ding zu trachten. 4. Was wirds doch einst für Freude seyn, wenn deine Schnitter ernten, und Alle dann sich ewig freun, die deiner harren lernten! Wir harren dein; o siege du in deinen Gliedern, bis die Nuh für Gottes Volk erscheinet. Rud. Stier, geb. 1800. Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 381. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Heffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein TröDesterr. Gesgbch. ster kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöthen helfen 14 210 kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. Sünde und Buße. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuct mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Ted und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sündenlast; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglanben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen; vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hülf mir send, dädurch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werthen heilgen Geist, der allezeit uns Hülfe leist, daß wir ihm seyn zum Dienst bereit hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Jobain Schneefing, † 1567. Eigne Melodie. 382. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden; da ist Niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welte Enden, und wollt los seyn des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flich ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so seyn, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müs sen, fo fabr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, geb. 1550.+ 1618. Mel Vater unser 2c. 383. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bes heit kfehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dicß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nitt in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen thenern Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich seyn auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar ſtets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem böſen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad bat dir zugesaget Gett von wegen Christi Blut und Ted; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du Sünde und Buße. 211 mußt sterben, ist dir fund, verbor- doch was ich haben will, ist alles gen ist des Todes Stund. mir zu Gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; el morgen kommt, kanns ändern sich; wer heutist frisch, gesund und roth, ist morgen krank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen: dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schweigen. 7. Hilf, o Herr Jefu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod Hinrückt, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sey bereit. Johann Heermann, geb. 1585,+ 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 384. Wo o soll ich flichen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? wo kann ich Nettung finden? Wenn alle Welt Herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Guadentröpflein fließen. 3. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu Gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief versenke. 4. Du bist der, der mich tröst, weil du mich hast erlöst. Was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 5. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse, und mich darauf verlasse; wer sich zu dir mur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 6. Mir mangelt. zwar sehr viel; 8. Dein Blut, der edle Saft hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Nachen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Aus tiefer Noth zc. 385. Bater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Nath, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst mei= 14* 212 ner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sich an mein täglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blui, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu Gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Bater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. Sünde und Buße. 5. O heiliger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wennt mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trup und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. mel. Ad) Jeju, dessen Treu 2c. 386. D Jesu, voller Kraft! Heiland, voller Güte! laß deine Lieb und Kraft erfüllen mein Gemüthe; ich weiß sonst keinen Trost auf dieser ganzen Welt, wo nicht sich deine Gnad mir Armen zugefellt. 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen einer Sünde, die ich mit Traurigkeit und tiefster Neu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs aller= greulichste uns durch und durch verderbt! 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Nengsten angeklaget! Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschreckt, und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt! 4. Doch bleib ich immer noch in meinem Elend liegen, und kann nicht über mich und meine Sünde siegen; mich schließet ihre Macht in ihre Fesseln ein; ich mi: ß ein Sklav der Lust und meines Fleisches seyn. sterniß der Höllen durch Blut und 5. O Jesu, der du hast die FinTod besiegt, du kannst die Feinde fällen, die jetzo wider mich und meine Seele stehn; sprich nur Ein Wort, so muß ihr Troß und Macht vergehn. Quelle deiner Wunden, dadurch 6. Ach, laß mir offen stehn die hab ich doch schon die Sünden überwunden; dem Vater bin ich ja durch dich schon ausgeföhnt, daß mich nun seine Gnad durch dein Verdienst bekrönt. 7. Dieß glaub ich, fühl ich schon die Menge meiner Sünden, drückt mich gleich ihre Last, muß ich gleich Zorn empfinden, so weiß ich doch, du hast schon solchen Zorn geſtillt, der Sünden Macht zerstört und das Gesetz erfüllt. 8. Jch wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; läßt du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh weg, der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried und Nuh in deinem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm' dich suchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will Sünde und Buße. ich hier und dort, und keines Andern seyn. Eigne Melodie. 387. Jesu, der du meine Seele haft durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennoth fräftiglich herausgerissen, und mich folches lassen wissen durch dein gnadenreiches Wort: sey doch jetzt, o Gott, mein Hort. 213 zen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben glaubensvoll. soll, wenn er nur 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod ansicht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rift, geb. 1607, † 1667 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, følget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergib mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu Gut; und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, v so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sey. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seyd von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerel. Es ist gewißlic) 2c. 388. Ich will von meiner Misfethut zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Nath hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfin= den; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden. Verkehrt istWille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du mun, o Vater, mich entbinden. 3. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluthen; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sey, hast du mich 214 auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruthen. Sünde und Buße.. 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein! eines Andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Sündenschuld zerrissen. Mel. Herr, wie du willst zc. 5. Die Thorheit meiner jungen 389. Schaff in mir, Gott, ein Jahr, die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; sie sind nicht zu ergründen. Und ihrer keine ist so klein, daß sie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlt von Sünden gro ßen Schmerz, die ihm sind angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu; ach mache, daß es wieder sey, wie du es hast erschaffen. 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dieß alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flich zu deinen Wunden; laß mich da eingeschlossen seyn und bleiben alle Stunden; du hast ja, o du Gotteslamm, all unsre Sünd am Kreuzesstamm gebüßt und überwunden. 9. Dieß stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke, und gnädig wiederkehr zu mir, nicht meiner Schuld gedenke, und alle meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. ber alles leiden, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen Scheide. 10. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der schnöden Lüste Eitelkeit und lieLouise Henriette," Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627,+ 1667. ( Nach dem Vayreuth G..G.) 2. Gib mir auch einen neue!! Geist, der wie du sey gesinnet, der stets dir anhangt allermeist und was du willt, beginnet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glanben üb in sanftem Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich), allerliebster Bater, nicht, weil Jesus mich verfühnet. Ach, laß doch nun und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sey und bleibe; beherrsche mein Herz, Sinn und Muth durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülse tröste mich, hilf und vergib die Sünden, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Troy Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein heilger Geist erhalt mich 215 wohnest, ich liege tief gebeugt ver dir. Herr, der du richtest und belohnest, wie tief ist Sünd und Schuld in mir! Wie hoch, wie heilig dein Gebot! O Abgrund tiefer Seelennoth! Sünde und Buße. doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweislungsjoch verderbe meine Seele; sey du mein Freund, o Herr, allein; ach laß mich deine Freude seyn und führe mich zur Freude. Ludám Glis., Gr. zu Schwarzb. Rudolstadt, geb. 1640 † 1672. Eigne Melodie. 390. An dir allein, an dir hab ich gesündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt. Sich, Gott, auch m.inen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Eeufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem andern riefe, es würde doch vergeblich seyn. Mein Schreien steigt zu dirempor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott derLangmuth und Geduld. 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Sohnes willen, du bist ein Gott der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Rebt mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner llebertretung Menge das ängstliche Gewissen regt, das dich als einen Nichter schent, der Rechnung heischt und Strafe dränt. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flchen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert, geb. 1715.+ 1769. 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du kannſt und willst vergeben aus deiner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und gibt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mi b erfrenen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Nichter aus Gnaden Mel. Wer nur den lieben, zc. 391. Herr, der du in der Höhe frei und selig seyn. O Licht, das 216 durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! Sünde und Buße. 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz das jeder Jünger trug: o endlich wird ein Tag erscheinen, da du mir rufft: Es ist genug! Nur sey mein Leiter, bis cs tagt, mein Trost, wenn alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! 11. O Bater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Verföhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaz ben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigenthum. Paul Gottlieb Werthof,+1767. Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. 392. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seclenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, nen. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nüßzte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gefündigt, Gott, mein Vater ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach, vergib, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich von Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was deint Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sey; dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797, wiel. er nur den lieben Gott ze 393. Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen; wer bös ist, bleibet Sünde und Buße. nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn, durch Christum vor dirGuade finden und standhaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 3. O stärke mich in dem Gedanten, gib meinem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 217 ach Herr hab mit mir Geduld! Jch darf mich kaum lassen nennen deinen Knecht, die Schuld ist groß. Herr mach mich aus Gnaden los. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. 2. Laß dich meine Noth erbarmen! Sieh doch wie Herz, Hand und Mund mehrt die zehen tauſend Pfund. Hilf aus Gnaden, hilf mir Armen, schone, nimm den Bürgen an, der für mich hat gnug gethan. 3. Hilf, daß ich auch mög vergeben, wie du mir vergeben hast meine schwere Sündenlast, allen, die in diesem Leben mich mit ihrer Zung undThat oft beleidigt früh und ſpat. 4. Laß dein Wort mein Herz erschrecken, da du bräuest Höllenpein, wo wir unversöhnlich sein. Laß dein Wort in mir erwecken Güte 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Secle, wenn sic dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeitmich ungestörtes Glück erfreut. 3. S. Diterich, geb. 1721, 1797. und Barmherzigkeit, Liebe, Freud und Einigkeit. 5. So will ich dich ewig preisen, daß du mir aus Sündennoth hilfst durch deines Sohnes Tod. Ich will Lob und Dank erweisen dir für deine Gütigkeit hier und dort in Ewigkeit. 3. Olearins, geb. 1611, † 1684. 394 Lieber Gott, ich muß bekennen, daß ich bin in deiner Schuld; We 1. Ad) Gott und Herr 2c. 395. Mein Gott und Herr! ich bin nicht der, so vor dir kann bestehen. Erbarmedich, laß über mich) für Strafe Gnad ergehen. 2. Nicht ohne Neu bekenn ich frei: ich sei der größte Sünder! Doch liebest du noch immerzu als Vater deine Kinder. 3. Jdy bin dein Kind, hat gleich die Sünd, ach leider, mich verderbet; so wirst doch du nicht geben zu, daß ich drum werd enterbet. 4. Mein Jesus hat an meiner Statt, als er für mich gestorben, Sünde und Buße. 218 was ich nicht kann, genug gethan; nimms an, er hats erworben. 5. Denk an den Tod, denk an die Noth, die er am Kreuz gelitten, da er für mich so ritterlich mir hat das Heil erstritten. 6. Nichts kann von ihm, so lang ich bin, mich, liebster Vater, rauben. Er ist ja mein, und ich bin sein, ich halt ihn fest im Glauben. 7. Jch bleibe sein, er bleibet mein, und will mich nicht verlassen. Ihm hang ich an, wie sollte dann sein Vaterherz mich hassen? 8. Ich weiß, daß mir jetzund von dir die Sünden sind vergeben. Laß mich hinfort nach deinem Wort, und dir zu Ehren leben. 9. Welt, gute Nacht! bald ist vollbracht mein Glauben und mein Hoffen. Werd ich gleich hier verfolgt von dir, der Himmel steht mir offen. 10. Da werd ich sein ganz engelrein, und preisen Gottes Namen in Ewigkeit, die mir bereit durch Jesum Christum Amen. P. Fing,+ 1674. Mel. Au Wasserflüssen Babylon 2c. 396 König, beffen Maje D dessen stät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget! Der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin, und wo ich mich . nur wende hin beflecket und unfläthig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmels licht, Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, die ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen, drum schlag ich reuig an die Brust, und will von Herzen büßen. Ich bin, o Bater, ja nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du hörst, so bet ich mit zerkuirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Abba, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Nuhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Negiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben, du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster ben ruht allein auf deiner Gnade, mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt so dann das letzte Stündlein an, sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beiräthig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! V. E. Löscher, geb. 1675, † 1749. Rechtfertigung und Gnadenstand. Mel. Alle Menschen müssen sterben zc. 397* Lieber Gott, verzib die Sünde, streich sie durch mit Christi Blut, daß ich wieder Ruhe finde, und ergreife frischen Muth. Jesus bat ja müssen sterben, ei so laß mich nicht verderben. Was ich durch den Fall verdient, hat er wieder ausgefühnt. 219 Kind, falle vor dir nieder, du weißt, was wir Menschen ſind, und er barmst dich wieder. Groß ist meine Sündens buld, die mich innigst reuet, größer deine Baterhuld, die mich noch erfrenet. 2. Ach, ich habe bald mit Werken, bald mit Worten dich betrübt; doch so kann mich wieder stärken, daß dein Sohn uns herzlich liebt. Habe leider oft die Schranken meiner Pflicht auch mit Gedanken übertreten hier und dort, doch es tröstet mich dein Wort. 2. Zwar ich bins nicht nerth zu dir kindlich aufzuſchen, doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmſt mein Flehen, kennst mein Inneres, sieht mich, wenn ich vor dir weine, und vergibst mir väterlich, wen: ichs redlich meine. 3. Alle Sünder, die nur kommen, hast du ja, o frommer Gott, so gar tröstlich aufgenommen, ci so wird mich auch der Tod nicht verschlingen, sondern gläube, daß ich in der Gnade bleibe, und bei Gott versichert bin: Christi Tod ist mein Gewinn! 4. Drum so seusz ich im Vertrauen, Jesu nimm dich meiner an, laß mich auf dich gläubig bauen, weil mir keiner helfen kann ohne deine große Güte. Herr, ach stärke mein Gemüthe, daß ich einst zu seiner Zeit bei dir leb in Ewigkeit. 3. Dieß, dieß soll in jeden Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Bater, dir, stets die Sünde hajsen, nie vergejsen, daß du mir ſo viel Schuld erlassen. 4. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der dem Gnade suchenden freien Zutritt gönnet. Sing es, Seele, vor dem Herrn, fleuß vor Freuden über, Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, er begnadigt lieber! 5. Ewig byt du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele! Auch wenn ich, dein prauchelnd Kind, noch aus Schwa heit fehle, so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und Mel. Christus, der uns selig madyt zc. 398* Liebster Bater, ich dein verzeihst dem, der wiederkehret. Gnadenstand. Rechtfertigung und Mel. Es ist das Heil uns 20. 399. Der Glaube macht allein gerecht durch Christum, ders erworben; kein Werk erwirbt uns Himmelreich, weil alls an uns ver dorben; doch ist ohn Lieb der Glaube 220 todt; drum, willst du meiden ewge Noth, thu Buße, glaub und liebe. 2. Die Liebe ist des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen; dabei nur glaube recht und schlecht, daß blos durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seyst gerecht, und flich, zu seyn der Sünden Knecht: Gott will uns all bekehren. Rechtfertigung und Gnadenstand. Mel. Dank sei Gott in der Höhe zc. 400. den durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? Was acht ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. Ich bin bei Gott in Gna- Widersacher Nott? 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag durch tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten: der Sieg bleibt den noch mein. 3. Ich kann um dessentwillen, der mich geliebet hat, gnug meinen Unmuth stillen und fassen Trost und Nath; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. 4. Daß weder Tod noch Leben und feiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürsten thum, kein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts was die Zukunft hegt, nichts, welches hochgelegen, nichts, was die Tiefe trägt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Christi Tod und Sterben; ihn fleh ich gläubig an, der mich Mel. Valet will ich dir ze. 401. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Schen, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sey, und daß in allen Fällen er mir zur Nechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth; in ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, fein Rechtfertigung und Gnadenstand. Unheit mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 221 chen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen, soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armuth, keine Bein, fein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung seyn. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sey klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig seyn, ist voller Frend und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesu Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 11. Wer sich mit dem verbin bet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. Eigne Melodie. 402. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöhle? Merkest du nicht Satans List? er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; dich will ich lassen sorgen, dem ich nich zugelagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zerbre2. Schüttle deinen Kopf und sprich: fleuch, du alte Schlange! was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Jst dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs Leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Chriftt Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Miſsetha 222 ten; damit ist der ganzen Welt und auch mir gerathen. Nechtfertigung und Gnadenstand. 4. Christi Unschuld ist mein Nuhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen ſelten wohl ohne Zucht und Nuthen; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich flichen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 5. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. Mel. O Jesu Christ meins 2c. 6. Nun auf dieſen heilgen Grund 403. Herr Jesu Chriſt, dein bau ich mein Gemüthe, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. theures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 7. Jch bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Krenz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten, den er einig recht bewußt, endlich zuge= traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. warten. 10. Gottes Kinder sehen zwar 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Todes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebensfraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dieß mein Labsal seyn: dein Blut macht mich von Sünden rein. Jebann Olearius, geb. 1611, † 1684. Mel. Mit meinem Gott geh ich) zc. 404. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getrost, wenn ich dir hier zu meinem Theil mir wähle. Du Herr bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seele? Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mach mich die Welt doch has sen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmerniehr verlajjen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Dn gibst mir Theil an seinem Heil: dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint, wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir tren, wenn Berg undHügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Feis und Heil drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. Eigne Melodi:. 405. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, die Freundschaft immer auf die Gleichen und läugnet, daß sich Gott gesellt mit denen, die ihn nicht erreichen; ist Gott schon alles und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 2. Mein Geel, mein Immanuel, mein Mittler konnte Mittel finden, sich meiner hochbedrängten Seet, die ihn herabzog, zu verbinden; mein Salomo, mein Jonathan, mein Bräutigam, mein Gott und Mann kam von dem Himmel auf die Erden, mein Muth- und Blutesfreund zu werden, ein Leib und Geist, mein Fleisch und Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher ſehu, du Ursprung wahrer Frenz den. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 223 9. Noch hats fein menschlich Chr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Salomo Liscow, geb. 1640, † 1689. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja was er redet, hat und thut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut was er gelei= stet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, das räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Nußen, Lust und Ehr bei unfrem Bund im höchsten Grade; er heischet von mir sonst nichts mehr als Glauben, und ich nichts als Guade. O wohl der Wahldie uns gefügt! weg Neu und Tausch, ich bin vergnügt in ihm und er mit mir zufrieden; drum bleibt bei beiden ungeschieden ein Herz und Mund, ein Ja und Nein! 224 mein Freund ist mein, und ich bin sein! Rechtfertigung und Gnadenstand. 5. Zwar kann er aller Christen Muth mit seiner Liebe sattsam weiden; wir dürfen um das höchste Gut nicht eifern, noch einander nei den. Durch unsern größesten Genuß erschöpft sich nicht sein Ueberfluß; so will ich ihn zwar keinem läugnen, doch mir vor allen Andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin seyn! 6. Mein Freund ist meiner Seele Geist, mein Freund ist meines Le bens Leben; nach ihm, der mich sein eigen heißt, und sonst nach keinem will ich streben, dem ich mich, der sich mir ergibt, den ich und der mich wieder liebt, von dem ich nichts mehr kann begehren, der mir nichts Beßres kann gewähren. Dieß Licht verdunkelt jeden Schein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn ihn ist mir der Himmel trüb, die Erd ein offner Höllenrachen; hingegen kann mir jeine Lieb die Einöd selbst zu Eden machen. Ohn ihn ist mir trotz aller Meng die Weil zu lang, die Welt zu eng; ich bin, wenn Feind und Freunde fliehen, wenn sich die Engel selbst entziehen, zwar einsam, aber nicht allein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib und meine Seel, die er erfituf und auch erlöfte, hier nährt und salbt mit seinem Oel, bis er dort beide ewig tröste. Sein ist mein Muth, sein ist mein Sinn, sein ist, was ich vermag und bin; ja was ich in und an mir habe, ist alles seine Gnadengabe, die macht mich auch vom Undant rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweiht, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und ahndet meine Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. Es zürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der Nichter ist mein be ster Freund; drum schreckt mich nicht die Weckposaune. Ob Erd und Himmel bricht und fracht, ob Leib und Seele mir verschmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem GrabesStein: mein Freund ist mein, und ich bin sein. Ghrift. Wegleiter, geb. 1659.+ 1706. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 406. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. das alles Denken übersteigt; es find 2. Es ist das ewige Erbarmen, die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen seyn; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. Rechtfertigung und Guadenstand. 225 4. O Abgrund, welcher alle erfreut: O Abgrund der BarmherSünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Mel. Wer nur den lieben 2c. beständig schreit: Barmherzigkeit, 407. Ich weiß von keinem anBarmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. dern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von feinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Nath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 6. Wird alles Andre weggeris sen, was Seel und Leib erquicken fann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. herzigkeit. Job. Andr. Nothe, geb. 1688,+ 1758. 7. Beginnt das Irdische zu drüden, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geiſt zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ſicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerten, so fällt wohl alles Nühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hochDesterr. Gejgbch. 5. Jch kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seusze stets: Herr, stch 15 226 mir bei, daß ich dein rechter Jünger sey! Rechtfertigung und Gnadenstand. 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets ver ihm wandelnd auf ihn sch, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm flch, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 5. Kein Teufel soll den Trest mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin. So leb ich denn und sterbe drauf. Auf Christum schließ ich meinen Lauf. Joh. Erust Wenigk, um 1732. Mel. Wer nur den lieben 2c. 409. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich daß und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Mel. Wer nur den lieben 2c. 2. Jch hatte Gottes Zorn ver408. Ich bin im Himmel an- dienet und soll bei Gott in Gnaden seyn; er hat mich mit sich selbst ver fühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind!- Erbarmung hats so treu gemeint. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 8. Jch bleib im tiefstenDemuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig seyn. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam seyn, so reißet nichts den Grund mir ein. Carl Heinr. v. Bogazky. geb. 1690, † 1774. geschrieben; ich bin ein Kind der Seligkeit. Was kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erkanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 3. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Stunden aufgeschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und läßt das Lebensbuch mich sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinder Zahl. 4. Dicß laß ich kein Geschöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Nühmen seyn; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Neth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Er Rechtfertigung und Gnadenstand. barmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. 227 in Jesu namen, in dem ist Ja und Amen, was Gott uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben; denn Gott vergibt dort keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. Mel Unser Herrscher, unser 2c. 410. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel; Gottes Gnade weicht mir nicht; und der Friede hat dieß Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht! Dieses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, daß ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade, man hat Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dieß in allen Nöthen zu. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Bein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein: daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 5. Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket haft; auch dieHölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. 5. Ach Gott, laß meiner Seclen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich betend beuge, so sey dein Geist mein Zenge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin! Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden hin. Pb. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 411. Die Sünden sind vergeben! das ist ein Wort zum Leben für den gequälten Geist; sie sinds Mel. Beschränkt, ihr Weisen 2c. 412. Mein Heiland nimmt die Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Nuh und nettung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel seyn, den'n Moses schon den Stab gebrechen und sie der Hölle zugesprochen, wird 15* 228 diese Freistatt aufgethan: mein Hetland nimmt die Sünder an. Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun da er denn sein eigen Leben zur theuern Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenfet, schwingt über sie die Gnadenfahn: meinHeiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu ewig währendem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ergen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowoh! wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie fireckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Neuethränen, und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heilant nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Betrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte walYen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sün der heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten ererschienen? Onein! verlaß die Sün denbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und ge bückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegengeht; wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denu, ar mer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht; ich habs zu arg gemacht, ich hab die Güter ſeiner Gnaden zu lang und schändlich umgebracht; er hat mich oft umſonst geladen. Wofern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst feine Gnade finden. Er hilft, went Nechtfertigung und Gnadenstand. sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 229 Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das biet't dir Gott aus Gnaden an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seclenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. Leop. Franz Friedr. Lehr, geb. 1709,+ 1744. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? sags, wenn du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 13 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesit schreiben, was Gott in seinem Wort anpreißt, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. Mel. O daß ich tausend zc. 413. Aus Gnaden soll ich selig werden; Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden: hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin; Gott der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 6. Aus Gnaden! doch du, sichrer Sünder, denk nicht: wohl an! ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Nuh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 6. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Dann, wann der Sünder sich bekchret, so lernt er erst, was Gnade sey; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blö= den Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wanns unter den Verzweiflungsschmerzen nicht sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sünd= liches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 3. Aus Gnaden! merk dieß Wort: aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein 230 10. Aus Gnaden! die wird mich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost trop aller Schrecken und Zweifel fort nachkanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Christian Ludw. Scheidt, geb. 1709,+ 1761. Rechtfertigung und Gnadenstand. Mel. Wie groß ist des 2c. 414. Verlaß mich nicht, bis ich sterblich seyn. erfalte! Erleuchte mich, mein Lebenslicht! Stärk mich, daß ich dich glaubig halte, o Herr, du meine Zuversicht! Führ mich in meinen Prüfungsjahren den Weg, den ich nicht finden kann! Ich bin, wie meine Väter waren, dein Bürger und dein Wandersmann. 2. Erhör mich, wann ich zu dir schreie, gib meiner Seele große Kraft; umgürte mich nach deiner Treue mit Waffen deiner Nitterschaft! Und wenn gleich Löwen nach dem Raube, der Feind nach meiner Seele brüllt, dann sey dein Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! wer will verdammen? Ich bin versöhnt durch Christi Blut. schensohnes mit aller deiner Selig5. O komm, du Blut des Menfeit! Gib mir zur Rechten deines Thrones das Erbe deiner Herrlichkeit! Ich mag sie nicht, die Erdenkronen, sie sind für meinen Wunsch zu klein! Weg, Staub, ich soll bei Jesu wohnen, ich soll, wie er un3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; verbirg im Aufruhr meiner Sünden dein gnädig Antlitz nicht vor mir! Was willst du mit dem Staube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht; prüfft du, so ist von deinen Knechten kein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich leben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe mei= nes Vaters Gut! Ich bin sein Kind, tes kommen, den großen Bundes6. Zum selgen Anschaun Getfürsten sehn, mit Gottes Heer, mit tausend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden, mehr Glück genießen, als ich weiß: das, und nach vollbrachtem Kampf der Herr, sind deines Neiches Freuden, Preis. nem Streiter, der durch die Liebe 7. So gib denn Glauben deithätig sei. Mach mich getrost, in Hoffnung heiter, demüthig, keuſch, versöhnlich, treu, gutthätig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still im Spott, zum Tode reif, voll Ruh im Herzen, arm vor der Welt, und reich in Gott. 8. Und wird nun bald der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Nuh: dann fächte mir, jenes Lebens zu. Dann sey mein wenn Freunde weinen, die Freude Ende, wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im TriWonnen einzugehn! umph durch deine Hände zu deinen A. 65. 2. Hering, † 1770. Mel. O daß ich tausend zc. 415. Gott, deine Gnade bringt Seelenruh. Tein ists, die Sünden uns Leben; sie schafft uns Heil und Rechtfertigung und zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnädig an, die sich voll Reue zu dir nahn. Gnadenstand. 231 8. O laß mich dieß im Glauben fassen und, Vater, mich voll zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt ſie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! J. S. Diterich, geb 1721, † 1797. 2. Uns, uns Verlorne zu erret ten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sey deiner Trene, die Niemand gmug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Rene um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Du retteſt ihn von allen Plasen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann getrost und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ist, der für mich litt und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. D Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Seys auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? Mel Schwing dich auf zc. 416. Deines Gottes frene dich, dank ihm meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dränen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit cin Borschmacjener Se: ligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Frenden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; selbſt der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 232 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ichnicht vergebens. Wann mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. Rechtfertigung und Gnadenstand. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Nüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraum auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter, geb. 1735,+ 1793. Mel. Wie schön leuchtet der Mor genstern 20. 417. Es ist etwas, des Heilands sein ,, ich dein, o Jefu, und du mein!" in Wahrheit sagen können, ihn seinen Bürgen, Herrn und Ruhm, und sich sein Erb und Eigenthum ohn allen Zweifel nennen. Selig, fröhlich sind die Seelen, die erwählen ohn Bedenken, ihrem Jefu sich zu schenken! 2. Schau an die Welt mit ihrer Lust und alle die an ihrer Brust in heißer Liebe liegen, sie essen und sind doch nicht satt, sic trinken und das Herz bleibt matt, denn es ist lauter Trügen. Träume, Schäume, Stich im Herzen, Höllenschmerzen, ewges Quälen ist die Lust betrogner Seelen. 3. Ganz anders ists bei Jesu sein, mit seinen Heerden aus und ein auf seinen Matten gehen! Auf diesen Auen ist die Luft, die Gottes= menschen nur bewußt, im UeberTriebe, süßer Liebe, Fried und Lefluß zu sehen: Hülle, Fülle reiner ben, Stärke, Licht und viel Vergeben! sem Glück ruft dein Erlöser dich zu4. Schau, armer Mensch, zu dierück von jenem Grundverderben; er kam deßwegen in die Welt, und gab für dich das Lösegeld durch Leiden und durch Sterben. Laß dich willig doch umarmen! sein Erbarmen, Schmach und Leiden sind ein Meer von Seligkeiten. 5. Von Stund an kann ich nicht mehr mein, der Welt und ihrer Lüste sein, die mich bisher gebunden! Mein Herr, den ich so sehr betrübt, der aber mich vielmehr ge= liebt, der hat mich überwunden. Nimm mich gänzlich, Herr, schon heute dir zur Beute, und zum Lohne deiner blutgen Dornenkrone. 6 Ach mach mich von mir selber frei und stehe mir in Gnaden bei, stärk meinen schwachen Willen durch deines werthen Geistes Kraft zu üben gute Ritterschaft, den Vorsatz zu erfüllen, bis ich endlich, schön 233 schwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünder schändlich Joch in meinem Lauf auf Erden; ich übe kindlich meine Pflicht, doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. mein Trost ist dieß: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerisſen! Dir, dir verdank ich meine Ruh, dit heiltest meine Wunden zu, du ſtilltest mein Gewissen. Und fall noch in meinen Lauf, so richtest du ich mich wieder auf. Kampf der Heiligung. zeschmücket und entrücket allem Leiden, bei dir darf in Salem weiden! 3. Chr. Storr, geb. 1712, † 1775. Mel. eigene, oder: D Ewigkeit, du Donnerwort 20. 418* Mein Glaub ist meines Lebens Nuh, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herz zen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du bast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Seligkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch und Staub, nicht mehr des Todes ewger Raub, du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, ist deines Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift, mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu: hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich jage nach der Heiligung, ich ringe nach der Beſſerung des Herdes Geistes Kraft den neuen Men= zens und des Lebens. Ich fühle, daß schen in mir schafft. 8. Dank dir, o Vater, Dank und Stuhm! du lehrtest mich das Christenthum feft glauben, willig üben. Dir Gott, mein Helfer, Lob und Preis! Ich lieb es immer noch und weiß, ich werd es ewig lieben. Jetzt und mein künftig Lebenlang bring ich dir, Höchster, Preis und Dank. B. Münter, geb. 1735, † 1793. Kampf der Heiligung. Mel. Was mein Gott will c. seinen Bund, o Mensch in deinem 419. Sey Gott getren, halt Leben, leg diesen Stein zum erſten 234 Grund, bleib ihm allein ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. Kampf der Heiligung. 2. Sey Gott getreu, laß keinen Wink des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dieß höchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebescheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das brichter nicht, das sollst du fühnlich glauben. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleßzet? Wer seine Gnad zum Schilde hat, dem kann kein Teufel schaden; ist diese Wehr um einen her, so bleibt ihm wohl gerathen. 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. Tod und laß dich nichts abwenden; Sey Gott getreu bis in den cr wird und kann in aller Noth dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Neiv mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergößen. Michael Frank, geb. 1609,+ 1 67. Mel. Machs mit mir, Gott ze. 420. Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verläugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demithigkeit, voll Liebe meine Seele, mein Mund der sleußt zu jeder Zeit von süßem Sanstmuthöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. lich ist, zu flichen und zu meiden, 4. Ich zeig euch das, was schädund euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, Kampf der Heiligung. ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren, wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 235 in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird ihn offenbar bekennen vor der Engel Schaar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 7. So laßt uns nun dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemuth, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, geb. 1624,+ 1677. 7. Sostreit denn wohl, streit keck und kühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dieß Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Johann Scheffler, geb. 1624, † 1677, Mel. Machs mit mir. Gott 2c. 421. Auf, Christenmensch! auf, auf zum Streit! Auf, aufzum Ule: berwinden! In dieser Welt, in die fer Zeit ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, dich, o Christ, zu fällen und zu fangen; streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn haft geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserforen; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie Keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermes sen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Ted berührn in Grigkeit. 5. Wer überwindet, der soll dort Wiel. Her Jesu Christ, did) zu zc. 422. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth o Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Nath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigenthum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Reuß, geb. 1654, † 1716. 236 Kampf der Heiligung. Met. Freu dich sehr, o meine 2c. 423. Schaffet, schaffet, Men schenkinder, schaffet eure Seligkeit; banet nicht wie freche Sünder nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög gesche: hen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben fämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Krenzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ists, der des Geistes Del und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. so laßt uns um ihn gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat bei Christen keine Etatt; sündlich Neden, üppig La chen schwächt den Geist und macht 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senft ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Bittern will ich vor der bis ich seinen Beistand finde, in der Sünde und dabei auf Jesum sehn, Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, Amen! Gott versiegle dieß in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft Wert, daß ich wache, bete, ringe und Stärk und regiere selbst das und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gv: ter, geb. 1661. † 1735 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg felget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum bei 424. Durchbrecher aller gelegten Lohne. Eigne Melodie. Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist: übe ferner dein Gerichte witer unsers Adams Sinn, bis dein Kampf der Heiligung. treues Angesichte uns führtaus dem Kerfer hin. 237 Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein trener Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerfer laß die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns ſelbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns, zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 2. Jsis doch deines VatersWille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil dec kreu zes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Creatur um Erlösung seufzen, beten von der Schwachheit der Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Befres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durchgebrochen stehen frei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Bernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum so wahr du biſt gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz voll-= kommen und verklärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gefreuzigt seyn, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan; du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit brichtherein. Gottfried Arnold, geb. 1666, † 1711. Me 1. Straf mich nicht in 2c. 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei, denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Ba- 425. Mache dich, mein Geist, ters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Nuhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Bersuchung kommen. 238 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sünden unvermuthet finden. Kampf der Heiligung. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. Mel Wachet auf, ruft zc. 4. Wache, daß dich Satans List 426. Rüstet euch, ihr Christennicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an fi bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit cs nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann ich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei, mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrict, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er soll was geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. bet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. dar wachen, flehen, beten, weil die 10. Drum so laßt uns immernäher treten; denn die Zeit ist nicht Angst, Noth und Gefahr immer weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, † 1720. 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Geleute; die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan hat selbst eur be= gehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, und stehet in des Herren Kraft. sten, besieget sie, die ihr seyd ChriStärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Frende. Wohlan, so seyd zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Todten wccken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind verföhut; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. und mache die zu leberwindern, die 4. Hilf, o Jesu, deinen Kindern Kampf der Heiligung. du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erbeben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getren an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends,(?)+ 1721. 239 sches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen und laßmich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; laß dann viel heller doch deine mir o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüsen die Geiſter. Eigne Melodie. 427. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens; sich, wie die Finsterniß dringet herein; wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zuseyn; Satan der sinnet auf allerhand Ränke, wie er mich sihte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig antaufet, oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüthen die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerinnen. 3. Jesu, hilf siegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gcbrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; laß es zu meiner Demüthigung dienen, und mich doch schmecken dein kräftig Verfühnen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröthe und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödte. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Flei7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du ſchläfeſt und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verheißen, mein Fürsprech zu seyn; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, bilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn fein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß seyn ein verschüchtertes Neh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen. Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gerriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, 240 dir bleib ich ergeben, du mir fiegen, mein Heil, Trost und Leben! Johann Heinrich Schröder, geb. 1666,+ 1728. Kampf der Heiligung. Eigne Melodie. 428. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ninge, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Neich; will der Satan wiederstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ninge, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der gan= zen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ninge mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perlerrungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Nückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Wassen; fliche träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele falt und sicher, frech und stolz, frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von feiner Wollustpflege, hält sich stelber nichts zu Gut. 14. Wahre Treuhat viel zu weinen spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, wann Gott wird er scheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sey; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Kampf der Heiligung. Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 241 de selbst zu scheun, laß, Vater, mich beslissen seyn. 6. Aus Liebe laß mich alles teiden, was mir dein weiser Nath bestimmt. Auch Trübſal führt zu ewgen Freuden; wer ihre Laſt gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit! Joh. Jos. Winkler, geb, 1670, † 1722. Mel. Weil nichts gemeiner ist 2c. 429. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode seyn. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn; so werd ich deinen Himmel erben wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Balthasar Münter, geb. 1735,+ 1793. 4. Laß mich um deines Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebent. Kaunichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 430. Herr, stärke meinen schwachen Muth, dich treulich zu bekennen und troß der Feinde Hohn und Wuth den Deinen mich zu nennen. Gib, daß ich ohne Heuchelei durch deine Gnade stark und frei dein ewig Lob verkünde. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste SünDesterr. Gejgbch. 2. Jch weiß, es geht der Zeugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht erleuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Frieden ſtören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Nede. 4. Und doch will ich verzagen nicht, mag fie gleich drohn und lügen; denn Gottes Wort und Gottes Licht muß doch am Ende siegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? 16 242 Hat er doch mein Herz aufgethan, das trotzge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar verFehrte, der Allen helfen will und kann, gleichwie er mich bekehrte: sein Scepter bleibt in Ewigkeit; zuletzt doch werden weit und breit die Starken seine Beute.stan Kampf der Heiligung. 6. So bleib ich ruhig denn dabei, von seiner Huld zu zeugen, und stören soll mich kein Geschrei, ihm meine Knie zu beugen! Es hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Furcht vor dieser Welt mich treibt, ihn zu verläugnen. 7. Und will die Welt, nach seinem Rath, mich drum mit Füßen treten: er lehrt für ihre Missethat mich glaubig flehn und beten. Und regt sich nocy des Zornes Flamm: ein Blick auf ihn am Kreuzesstamm dämpft ihr unheilges Feuer. 8. Der Feinde Fluch verkehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter harten Schlägen, hilft, daß ich ohne Heuchelei von seiner Gnade stark und frei durch Wort und Wandel zeuge. Aus Knapp's Liederschaß. Mel. Ach Gott vom Himmel sich 2c. 431* Schau, liebster Gott, wie meine Feind, damit ich stets muß kämpfen, so listig und so mächtig seind, daß sie mich leichtlich dämpfen! Herr, wo mich deine Gnad nicht hält, so kann der Teufel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünde stürzen. ched onll 2. Der Satanas mit seiner List im Anfang gar süß locket, drauf, wenn die Sünd begangen ist, das Herze er verstocket. Er treist mit ar Trug und mit Gewalt von einer Sünd zur andern bald und endlich in die Hölle. 3. Der Welt Art ist auch wohl bewußt, wie die kann Anlaß geben zu Augenlust, zu Fleischeslust und hoffärtigem Leben. Wenn aber Kreuz und Noth angeht, ein jeder da zurücke steht, die Freundschaft hat ein Ende. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lajſen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Welt nicht hassen; die kurze Freud gefällt ihm wohl, drum wills nicht, daß ich meiden soll des Teufels Netz und Stricke. 5. Jun muß ich Armer immerfort mit diesen Feinden streiten, sic ängsten mich an allem Ort, und sind mir stets zur Seiten; der Sa tan segzt mir heftig zu, die Welt läßt mir gar keine Nuh, mein Fleisch zur Sünd mich treibet. 6. Zu dir flieh ich, o treuer Gott, ich weiß sie nicht zu stillen; hilf, Vater, hilf in dieser Noth um Jefu Christi willen. Verleih mir deines Geistes Stärk, daß meiner Feinde List und Werk dadurch zerstöret werde. 17. Laß diesen deinen guten Geiſt allzeit, was du heißst, und mich mich innerlich regieren, daß ich thu nicht laß verführen, daß ich dem Argen widersteh, und nicht von deinem Weg abgeh zur Nechten oder Linten. Tor Torgullos 8. Ob böse Lust noch mannigfalt mich ansicht, weil ich lebe, so Hilf, daß ich ihr also bald im Anfang widerstrebe, und daß ich ja vergeſſe nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 9. Gib, daß ich denke jederzeit dgn snd Kampf der Heiligung. an die vier letzten Dinge, und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe, damit ich mög mein Leben lang dir dienen ohne Furcht und Zwang in willigem Gehorsam. 243 denheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade, nur ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 10. Gott, Bater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich empfinden, o Jesu Christe steh mir bei, daß ich kann überwinden. Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern.ANONE David Denicke, geb. 1603, † 1680. Mel. Sei Lob und Ehr dem höchsten 2c. 432* Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen! Wie würd ich einst vor dir bestehn! Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung slehen das ist der Weg zum Leben nicht, denn uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, nichts sei zu groß, nichts mir zu lieb, es dir nicht aufzuopfern. d 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und ist die Welt mir hinderlich, sie und ihr Glück verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüBest, und mich zur Tren in dieser Pflicht mit Kräften unterſtützeſt? Ostärke mich, mein Gott, dazu, so find ich schon hier wahre Nuh, und dort daß ewge Leben. Diteric), geb, 1721,+ 1797. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 433* Der du uns mit deinem Blute dir zum Eigenthum erwarbst, und uns Sündern uns zu Gute schmachvoll an dem Kreuze starbst! Ach wie dienen deine Christen immer noch der Sünde Lüsten, leben ohne Besserung, fern von ihrer Heiligung. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mirs? Kann auch die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen?) sim ni dolc 5. Was führt mich) zur Zufrie2. Herr, du littst, uns vom Verderben, von der Sünd uns zu befrein; und wir wollen lieber sterben, lieber ihre Knechte sein? Glauben immer noch in Sünden unsers Lebens Ruh zu finden, und vergessen dein Gebot, deine Schmach und topallod four deinen Tod. 3. Ach, wann werden wirs erkennen, warum du gestorben biſt? Wann uns nicht blos christlich nennen, sondern thun, was christlich ist? Wann um deines Todes Witten, Jeju, dein Gesetz erfüllen, und 16* 244 den Lüften widerstehn, weil sie deine Leiden schmähn? 4. Wer dich sicht von Gott verLassen in der tiefsten Traurigkeit, dich, Erlöser, sicht erblassen nach vollbrachtem schweren Streit, und läßt doch zum Dienst der Sünden seine Lüste sich entzünden, der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gnade Theil. Kampf der Heiligung. 5. Meiden könnt er sein Berderben, Hülfe gibt ihm Gott genug; aber, seht, er selbst will sterben, denn sein Glaub ist Wahn und Trug. Er bekennet deinen Namen, ohne doch dir nachzuahmen, rühmet seines Glaubens sich, und verläugnet, Herr, doch dich. 6. Ach wenn uns der Trieb der Sünde reizet wider unsre Pflicht, Heiligster, so überwinde uns der Krieb zur Sünde nicht! Lehr uns muthig ihn bekämpfen, und die Macht der Lüste dämpfen, steh uns in Versuchung bei, und erhalt uns dir getreu. 7. Jesu lehr auf dich uns schauen, und die Sünde reiz uns nie. Laß dein Beispiel uns erbauen, stärke selbst uns wider sie! Ach, die Absicht deiner Schmerzen präge tief in unsre Herzen, daß wir, von der Sünde rein Heiligster dir ähnlich fcin. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 434 Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich), den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mirs gegeben? Wie lange währts? so ists dahin. 4. Ginst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Vestreben, ganz heilig ihm zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. Wel. Wer nur den lieben Gott: c. 435* Giv, Gott, daß ich dich recht erkenne, gib, daß ich fern von Heuchelei nicht blos mich Christi Jünger nenne, gib, daß ich, was ich heiße, sei, und wirk in mir zu deinem Ruhm, o Herr, das wahre Christenthum. der Erde, daß ich, der ich unsterb 2. Entreiß mein sinnlich Herz lich bin, zu deinem Bild erneuert werde, und gib mir meines Jesu Sinn! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, o Gott, das wahre Christenthum.is Seele, ach zeuch sie meinem Hei 3. Dir nur ergeb ich meine land nach, daß ich den schmalen Weg erwähle, und Ehre such in Christi Schmach. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, o Gott, das wahre Christenthum. 4. Gib mir zum Kampfe Muth und Kräfte, hilf, daß ich deiner Liebe treu, ans Kreuz den alten Menschen Hefte, und dein rechts affner Diener ſei. Ach wirk in mir zu deinem Nuhm, mein Gott, das wahreChristenthum. 5. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, lebendig, fest und thä 245 Erde, was mich beruhigt und erfreut. Wenn ich mit dir vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit, drum wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum. Früchte der Wiedergeburt. tig sein, daß ich bis an mein Sterben übe das Christenthum ohn Heuchelschein! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, o Gott, das wahre Christenthum. 6. So hab ich schon auf dieser Früchte der Wiedergeburt. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 436. Zwei Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wollest du nicht weigern mir, weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei, auch Lügen ferne von mir sey; Armuth und Neichthum gib mir nicht, doch solches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren keind und Weib, oder kein Noth und Mangel scy, und auch kein Üeberfluß dabei. Eigne Melodie. 437. Von Gott will ich nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret sehr, reichet mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sey, wo ich woll, im Land. 4. Sonst wenn zu satte ich würd seyn verläugnet ich den Herren mein, und saget: Was frag ich nach Gott? ich bin versorgt in aller Noth. 2. Wann sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, Macht und Gnad bewährt bilfet so findt fich Gott gar balde; sein aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 5. Oder wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie man cher thut. 6. Des Herren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deim Stand treu und fleibig bist und thust, was dir befohlen ist. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben; er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähe ret; lobt ihn ins Himmels Thron. 246 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. Früchte der Wiedergeburt. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neugeboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; da= ran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; die felb ohn einig Ende, dieweil ich Christum fenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad. Auch Gott, der heilig Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sey Lob, Ehr und Preis. Ludw. Helmbold, geb. 1532, † 1598. Mel. Was mein Gott will zc. 438. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu sezzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du Jeſu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz siz cherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du trener Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz ernen, errette Leib und Seele. Ach, höre, Herr, dieß mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Jahrb. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 439. Herr, deine Rechte und Gebot, darnach wir sollen leben, wollst du mir, o getreuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich zum Guten willig sey, und ohne Falsch und Heuchelet, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunſt, Gewalt, Pracht, Neichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Früchte der Wiedergeburt. Zeit auch heilig bringen zu mit Tanken und mit Beten, daß ich hab alle Lust an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 247 doch daß es Niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg und Treu laß mich, wann sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank erweisen. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Necht und deinen beilgen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mängel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troßz und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfarth Jedem gönn, schau, ob ich Jemand Lucas Diande:, geb. 1534, † 1604 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich ven ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. dienen könn, und thu es dann mit Frenden. 7. Unreine Werk der Finster: niß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Nänkeschäme; mein Herz von Geiz und Unrecht fehr, und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. 440. Kommt und laßt euch Jesum lehren, kommt und fernet allzumal, n elche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl; die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund, und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben. In 2. Selig sind, die Demuth haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für: denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich ſelbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklage ihr und andrer Leute Sünd; welche deßbalb traurig gehn, oft vor Gett mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröſtet werden. 4. Selig sind die fremmen Her. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut heiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abschen habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; 248 zen, man Sanftmuth spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, gerne weichen Jedermann; die nicht suchen eigne Nach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr beschützen, daß sie noch das Land besitzen. Früchte der Wiedergeburt. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behüflich find mit Rath, auch womöglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden wer: den reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, wel chen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott mit Frenden. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sey; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, BeMel Freu dich sehr, o meine 2c. trug und Unrecht haſsen: die wird 441. Wohl dem, der den HerGott satt werden lassen. ren scheuet und sich fürcht vor seinem Gott! Selig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot; wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. nach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 9. Selig find, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Ängst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und her 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 2. Seine Kinder werden stehen, wie die Rosen in der Blüth; sein Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häufer senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schüßt und macht, daß nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen im mer fest; wohl dem, der die Noth der Armen ihm zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den wird Gott, das höchste Gut, aus der Fülle seiner Gaben, als der liebste Vater, laben. 249 mit dem gehts viel anders zu: er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt kein Gottloser nicht. Sum-. ma: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. P. Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Früchte der Wiedergeburt. 5. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten hoch ergößt; was die milde Hand ausstrenet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, das den Sünder Mel. Freu dich sehr, v meine 2c. plagt, bleibt der Muth ihm unbe- 443. Sey getreu bis an das nommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Pein bleibt das Herz, das sich allein seinem Gott und Herrn ergiebet und in ihm die Brüder licbet. Ende, daure redlich aus den Streit! Leidest du gleich harte Stände, endlich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit, ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem FrendenPaul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. leben. Mel. Werde munter, mein 2c. Pf. 1. 442. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spötter Freundschaft fleucht, und von ihren Sesseln weicht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier als aufsüßer Weide Tag und Nacht verharrend bleibt; dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte gibt; seine Blät= ter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott gibt Glück zuseinen Thaten, was er macht, muß wohlgerathen. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, 2. Sey getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer meineidig ihm geschworen. 3. Sey getreu in deiner Liebe, gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, ſoll Gott anders dir vergeben. 4. Sey getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht mit Web und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Nein, sie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, wer da träget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd cr= 250 füllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, seinherz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sey getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Noth dich von deinem Jefu wende, seyy ihm tren bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jefus dir will geben dort in jenem Frendenleben. Benjamin Prätorius um 1661. Früchte der Wiedergeburt. Mel. Lasset uns den Herren 2c. 444. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, doch himmlisch seyn, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folgedir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier macht dorten reich. Thränensaat die erntet Lachen, Hoff nung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Negen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Frend mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod ret tet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleis, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, un ser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, tranter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig aub bei dir. Sigm. v. Bi ken, geb. 1626, † 1681. Mel. D Gott, du frommer zc. 445. V. Serfuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in cuch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demuth und Geduld, in Sanftmuth, Freundlichkeit, in Lieb, dem Nächsten stets zu dienen seyd bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset ſeine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, ernenert Herz und Muth, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wiedergeben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Guade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde uno auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnadenthrone sein ein Früchte der Wiedergeburt. gebornes Kind; er liebt uns in dem Sohne, setzt Liebe gegen Haß; wer gläubig dieß erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächſten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; slucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 251 bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt(?), 1719. 8. Setzt Gott uns auf die Prob. ein schweres Kreuz zu tragen: der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren Unge berd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 446. Gott, mein einziges Vertranen, Gott, du meine Zuversicht! Meine Augen zu dir schauen, deine Hülf versag mir nicht: laß mich nicht vergeblich schreien, sondern hör und laß gedeihen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 9. Man lernet nur dadurch sein Glend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst, erfennet sich für nichts, sucht blos in Christo Kraft der Quelle alles Lichts; 2. Du hast mich von Kindes= beinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz gerührt, daß mirs Hülf und Nahrung sende, Noth und Trübsal von mir wende; drum halt ich dir ferner ſtill: Gott, dein Will ist auch mein Will.i 3. Führe mich, wohin du denkest, daß es mir am besten ist; enn du nur, mein Gott, mich lenfeſt, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich dir, mein Gott vertrauen, und auf deine Gnade bauen; laß mich dir nur halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in sol cher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sich, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden, und mit Galle sein getranft, mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück seyn umschränkt; doch will ich es alles tragen, und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 5. Bin ich gleich veracht auf Erden, und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. Wenn mich alle Menschen laſſen, will ich mich auf Gott verfassen: 252 so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sey dir heimgestellet, schaff es, wie du willt mitmir: Tod und Leben mir gefället, willig, wil lig folg ich dir; wird des Kreuzes Joch mich drücken, wirst du wieder mich erquicken. Drum will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Früchte der Wiedergeburt. 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach mich weder arm noch reich; christlich leben, selig sterben, so werd ich, den Engeln gleich, Heilig, Heilig, Heilig! singen und dir mein Lobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, Leib und Gut; alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals fühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Elif Eleonora, Herzogin zu Sach. ſen- Meiningen, geb. 1658,+ 1729. Eigne Melodie. 447. Es kostet viel, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Scele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit bedenket, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets ins Himmlische versenket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich seyn, so lieblich im Gesichte, dieweil ihm da die wesentliche Pracht vollkommen macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn; im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn, und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie liebreich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, als Gott allein. nicht, dich durch die Macht der Fin7. Auf, auf, mein Geist, ermüde sterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verz heißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun! Christian Friedrich Richter, geb. 1676. † 1711. Mel Gs fostet viel zc. 448. Es ist nicht schwer ein Christ zu seyn und nach dem Einn des reinen Geistes leben. Zwarder Natur geht es gar sauer ein, sich Früchte der Wiedergeburt. immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 253 frommen Bater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so ſelig ist! 2. Du darfst ja nur ein Kindlein seyn; du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott die macht dir gar keinen Schmerz, eigner Unlust schafft in dir dein Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht Noth. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeb= lich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, sich mein Elend gnädig an! so ists gethan. 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Rub; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, 1711. Mel. O liebster Herr Jesu 2c. 449. Sieh, wie lieblich und wiesein ists, wenn Brüder friedlich seyn; wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und Liſt. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen HUL kan. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, mach uns alle, Groß und Klein, durch dein Evangelium ganz zu deinem Eigenthum. 5. Besitz dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülse merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; dein Bater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs Neu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn: drum darjit du nur dem 5. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt seyn. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen feinen Schmerz; knüpfe selbst durch deine Hand dus geweihte Brüderband. 7. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sey dem Höchsten allezeit, der, wie er ist Drei in Ein, uns in ihm läßt Eines ſeyn! Michael Müller, geb 1673,+ 1701; und Christian David, gev. 1690, 1751. 251 Früchte der Wiedergeburt. Mel. Nun sich der Tag 2c. 450. Mert, Seele, dir das große Wort: wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die Andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sey von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. dann muß Sorg und Kummer cher Zeit christliche Gelaſsenheit? kommen. Sprich, wo bleibt zu solcher Zeit christliche Gelassenheit? 5. Wenn dir jede Kleinigkeit dein verwöhntes Herz zerstrent, und was sich nicht nach dir strecket, Ungeduld und Zorn erwecket: sage, wie gelangest du zu der wahren Christenruh? 6. Gott schickt alles, was geschicht, es gefall uns oder nicht, entstehe, wie es wolle, daß man dran sich prüfen solle; es ist alles gut gemeint, ob es noch so widrig scheint. 7. Gott hat, wie es sich gebührt, nun so lange Zeit regiert; drum so pfer ferner machen. Endlich fingst laß in allen Sachen deinen Schödu mit Bedacht: Gott hat alles wohl gemacht! Job. Christoph Ruben, um 1712. Mel. Machs mit mir Gott 2c. 452. So Jemand spricht: ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat 3. Unser Geist ist oft verkehrt, die Liebe Gottes nicht. daß er, was ihm dünft begehrt, uns ds3. Wer seines Nächsten Ehre gar oft zur sauern Bürde, wenn es schmäht und gern sie schmähen hönicht verhindert würde. Wohlund ret, sich freut, wenn sich sein Feind selig ist man dran, wenn es Gott vergeht, und nichts zum Besten kehallein gethan. in di ret, nicht dem Verleumder widerMel. Meine Seele, willst du zc. 451. Seele, wenn du stetswillst ruhn und dir immer Gutes thun, suchst du aller Angst und Plagen dich beständig zu entschlagen, willst du haben, was besteht: laß es gehen, wie es geht. 2. Wenn du, o mein lieber Christ, annoch eigenwillig bist, wär es auch in solchen Dingen, die Gott scheinen Ruhm zu bringen, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. 4. Wenn der Ausgang nicht er= pricht, der liebt auch seinen Brufüst, was das Herz sich eingebildt, der nicht. und der Sinn sich vorgenommen, ar 4. Wer zwar mit Nath, mit Früchte der Wiedergeburt. Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüzet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 255 hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn und Gott in Brüdern nicht erfreun? 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur forglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 12. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gibmir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. Mel. Machs mit mir Gott 2c. 453. Wer Gottes Wort nicht der trüget; in solchem ist die Wahrhält und ſpricht: Ich kenne Gott! beit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß ſteigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, ſtets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 3. Durch Jesum rein von MisseWer solche Hoffnung zu ihm hat, that, sind wir nun Gottes Kinder. der flieht den Nath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben: Sprich oft: 4. Alsdann bin ich Gott ange= Gott ist die Lieb, und mir hat er nehmn, wenn ich Gehorsam übe. sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, er die Gebote hält, in dem ist was ich bin, ist dein; sollt ich gleich dir nicht gütig sein? wahrlich Gottes Liebe. Ein täglicy thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott Tagen! Ich aber sollte nicht Gezin ihm, wer in der Liebe bleibet. duld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als Die Lieb ints, so die Cherubim, Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lies; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. as 10. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Ghrifti. Fürchteg. Gellert. get. 1715, † 1759. 256 Früchte der Wiedergeburt. Mel. Was Gott thut, das zc 454. Auf Gott und nicht auf meinen Nath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Nath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewisfen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichfeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Christi Fürchteg Gellert. geb. 1715, † 1769. Mel. Herzliebster Jesu ze. 455. Herr, mein Versöhner, der du für mich littest und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, er= weck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich), Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Nachgier gegen Andre brennen? Ich follte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu ver zeihen, und Nache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du, vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse und Nachgier hasse. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth wie du, den, der mir fluchet, ſegnen. meinem Feind begegnen und ſo, Hafsen, mein Herz gelaſſen. Herr, mache gegen Alle, die mich 9. Will zu der Nachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren. Früchte der Wiedergeburt. widerso laß, o Herr, mich, ihr zu stehen, auf dich dann sehen. 25. 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unschlbar dort Gnad und Leben finde! 10. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 3. G. Diterich, geb. 1721, † 1797. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Leiden sollen mich, mein Herr und Gott, je Mel. Schwing dich auf 2c. 456. Sollt ich jetzt noch, damir mals von dir scheiden. Sünde, schon deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? Welt und Eitelkeit und des Fleis sches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balth. Münter, geb. 1735,+ 1793. 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruhgefunden! Mittler, Heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Necht an deinem Tod wieder fahren lassen. 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? gibt sie mir die Zuversicht, daß ich troß dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 457. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 5. Nettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre num zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? Desterr. Gejgbch. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Mengemeiner Sünden mein Herz vor seinem Nichter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Nach ist ein Gebet, das um Bergebung für ihn fleht. 17 258 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nichtklagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich, so fleh ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. Früchte der Wiedergeburt. 7. Wenn meine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft bezwing ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 3. B. Müller, geb. 1738,+ 1824. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh zc. 458* D himmlische Barmherzigkeit, die Jesus uns anpreiset! Ach, wer ist doch zu dieser Zeit, der sich getreu erweiset? Der, gleich wie Gott der Vater, ist barmherzig, wie auch Jesus Christ, und das aus Herzensgrunde. 2. Daß Gott barmherzig, spricht der Mund, und wer ist, der's nicht glaubet? Allein macht Gott dieß also fund, daß er zur Nachfolg treibet, so ist verschlossen Herz und Ohr, und wankt der Glaube wie ein Rohr, weil mans unmöglich achtet. 3. Von Gott will man Barmherzigkeit in seinem ganzen Leben, ja daß sie möge weit und breit sich über uns erheben. Allein soll man Barmherzigkeit am nächsten thun, wie Gott gebeut, so will man sich nicht regen. 4. Ach denke, daß der Höchste dir Barmherzigkeit erzeiget, daß dich die Güte überführ, und du auch seist geneiget zu geben dem, der dürftig ist, und gar ein Glied von Jesu Christ: dieß ist des Herren Wille. 5. Es wird ein grausames Gericht dort über den ergehen, der dieses hat erkannt im Licht, und läßt es nicht geschehen. Das Wissen, das entschuldigt nicht, man muß aus= üben, was Gott spricht, das ist die rechte Liebe. 6. Wie mancher Neiche stößet aus, und weist von Thür und Pforten die Armen, die vor seinem Haus die Noth mit vielen Worten ausschütten, daß ein Felsenstein darüber sollt mitleidig sein, allein man wills nicht hören. 7. Ach, laß mein Herz barmherben, aus wahrer Liebe, nicht zum zig sein, und nach Vermögen geSchein, wenn ihre Stimm erheben die Armen in der Hungersnoth, daß sie an meinem Stücklein Bred, o Jesu, sich erfreuen. 8. Du gibst Barmherzigkeit ohn End, mir Armen auf der Erden, so laß auch wieder Herz und Händ mit freundlichen Geberden austheilen, was du mir beschert, daß auch der Arme werd ernährt, durch den bescherten Segen. 9. 3st unbarmherzig gleich die Früchte der Wiedergeburt. Welt, und hat ihr Herz verschlossen, so laß mich thun, was dir gefällt, und helfen unverdrossen; laß mich dem Vater ähnlich sein, der überflüssig schenket ein Barmherzigkeit und Güte. 10. Ja Bater, gib mir solchen Sinn, daß ich von deinen Gaben, die du mir gibst, geb andern hin, die Dürftigen zu laben; laß mich nach deinem Ebenbild sein licbreich, gütig, sanft und mild, dieß bitt ich herzlich. Amen! 2. Laurentii, geb. 1660, † 1722. 259 chen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Ihn endlich zu ermüden, will ich ihm oft verzeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 459* Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. 10. Wenn mich zu untertreten ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten, und Gott vertraun Gott schüßt. Gellert, geb. 1715, † 1769. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Buth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Ich will nicht wieder schelten, da er nicht wieder schalt, ich will den haß vergelten, wie er den Haß vergalt. — Mel. Ach Gott vom Himmel sich zc. 460* Wenn einer alle Ding verstünd, mit Engelzungen redte, wenn der zugleich weissagen könnt, den Wunderglauben hätte, daß er verseßte Berge hin, und hätte nicht der Liebe Sinn, so wär es alls vergebens. 2. Wenn einer auch all seine Hab austheilete den Armen, und thäte nicht dieselbe Gab aus Liebe und Erbarmen, wenn er sich brennen ließ dabei, und hätte nicht der Lieb und Treu, so wär es ihm nichts nüße. 3. Die Lieb ist lauter Sanftmuth voll, ist gütig und gelinde, daß man, es komme wie es woll, nichts Bitters an ihr finde. Wenn einer etwas Guts verricht, so eifert und mißgönnt sie nicht, sie thut nichts Ungeschicktes. 4. Die Lieb nicht aufgeblasen ist, die Lieb beschimpfet feinen, sie sucht nicht ihren Nuß mit List, sie rathet dem Gemeinen, entrüft ſich nicht. Ob man viel sagt vom Nächsten, über den man klägt, sie kehret Alls zum Besten. 5. Die Lieb sich allda nimmer freut, wo unrecht wird gerichtet, der Wahrheit und Gerechtigkeit 17* 5. Verläumdung dulden müssen ist schwer, doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen zu meiner Ehre spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich flug verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen fann. 8. Durch Huld will ich mich rä 260 von Herzen sie beipflichtet; des Nächsten Mängel sie verträgt, bebecket und zurücke legt, und sie ihm nicht aufrücket. Früchte der Wiedergeburt. 6. Die Lieb vom Nächsten gern das Best ohn Argwohn glaubt in Allem. Sie hofft noch seine Beßrung fest, wenn er in Sünd gefallen. Wo man ihr Leid thut ohn Verschuld, verträgt sie alles mitGeduld, wird auch dabei nicht müde. 7. Nun wenn zuleßt die Wissenschaft und alles wird aufhören, behält die Lieb doch ihre Kraft, und wird sich noch vermehren, wenn wir dort in der Seligkeit einander bei der höchsten Freud vollkommen werden lieben. 8. Herr Jefu, du stellst selber dich zum Vorbild wahrer Liebe, verleih, daß dem zufolge ich die Lieb am Nächsten übe, daß ich in allem, wo ich kann, Lieb, Tren und Hilfe jedermann, wie ich mirs wünsch, erweise. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 461* Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, durch eigne Schuld ihn zu zerstören, verbietet mir dein Unterricht. Oflehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüBen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Ber4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt für des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. Drum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn ich je Schmerzen leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gib guten Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Nath gedeih'. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meinem Geiste, Gott, geweiht, daß er zum Himmel weiſer werde, noch hier in dieser Prü2. Sollt ich, o Herr, geringe fungszeit. So wird sich Leib und schätzen, was deine Hand mir an- Seele dein in jener bessern Welt ervertraut? Den wundervollen Bau verletzen, den du als Schöpfer selbst erbaut? Weß ist mein Leib? cr ist freun! Diterich, geb. 1721, † 1797. ja bein, sollt ich denn sein Zerstös Mel. Wer nur den lieben Gott zc. rer sein? 462* Der Wollust Neiz zu wi derstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden wers den Fein. Drum fleh ich demuths Früchte der Wiedergeburt. voll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 261 Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 463* Herr, laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage, sie raubt dem Körper feinekraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selber, der fie liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Secle Licht, sie raubt den Eifer guter Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht, führt Neue, führt Gewissensschmerz in das ihr preisgegebne Herz. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Se= gen, zu keinem Fallstrick gabſt du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl, drum gib, Herr, daß ich, wie ich soll, und christlich es gebrauche. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande. Schon vor der Welt sind sie ein Spott! Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Den wird Gott wiederum verderben, der seinen Tempel hier verderbt. Die Keuschheit wird den Himmel erben, da Wollust das Verderben erbt. Laß mich vor ihrer Lockung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergänglich wie die Erde, hilf, daß ich nie zumuebermuth dadurch verz leitet werde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weitzum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergeſſe. 4. Was hülfelmir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widerseßen, verschmäht ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt, wie elend würd ich werden! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne MisGellert, geb. 1715, † 1769. 5. Mein größtes Trachten, Herr, sei hier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, kann ich nur diese haben! Besitz ich, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glaubens und Geduld, was fehlt zu meinem Glücke? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Sünden und Gewissenspein kann Neichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts, da schützt er keinen Sünder. 7. Gib mir die weise Sparsamkeit, nicht Güter zu verschwenden, 262 die du mir gabst, um in der Zeit sie nüßlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Nechenschaft, das laß mich stets erwägen, so brauch ich, Gott, gewisser:haft den mir vertrauten Segen, damit ich in der Ewigkeit noch von den Gütern dieser Zeit den reichsten Segen erndte. Früchte der Wiedergeburt. 3. H. Hävecker. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 164. Ist der Gewinn so groß, wer hier gottsfürchtig ist, und für und für, o Gott, sich läßt begnügen? so gib mir ein vergnügtes Herz, wie du es auch wirst fügen. 2. Die Menschen wählen dieß und das, auch mein Herz wünscht oft ohne Maaß, wie andere zu leben. Ach, gib mir ein vergnügtes Herz, das Jesu sei ergeben. 3. Sind andere voll Macht und reich, sind sie in hohen Ehren gleich, und ich im Spott und Hohne; so gib mir ein vergnügtes Herz, dem Jesus mur die Krone. 4. Sind andere in Fröhlichkeit, und guten Tagen allezeit, und ich im Kreuz und Leide, so gib mir ein vergnügtes Herz, dem Jesu nur die Freude. 5. Sind andre, denen nichts gebricht, auch denen stets ihr Wunsch geschicht, das mir nicht widerfähret, so gib mir ein vergnügtes Herz, das Jesu nur begehret. 6. Jch sterbe, wenn es ist dein Will, ich habe wenig oder viel, wie dir es ist gefällig, so gib mir ein vergnügtes Herz, und was mir nuß und felig. mel. Mir nach spricht Christus zc. 465* O Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Exempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, Wandel, rein von aller Schuld, war jeder Tugend Tempel, dein Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es nuhm und Scelenruh, ihn treulich zu erfüllen, dir keines Eigenruhms bewußt, war ihn zu preisen deine Lust. 3. Wenn wo dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmerzen; doch wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. That vor aller Welt mit Freuden. 4. Ihn chrtest du mit Wort und Du warst bereit nach seinem Nath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du auch, Herr Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht. 6. Von ihm verlassen blieb dein Herz an ihm trotz alles Spottes. Dein Hoffen war im bängsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hoffteft, ist geschehn: Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Nechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, deß 263 meinen Gott, gefinnt gleich dir, weit über alles schätze, mit Freuden seinen Willen thu, und ganz in seiner Fügung ruh. Kreuz- und Trostlieder. du so würdig bist, o selig, wer dir ähnlich ist. 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Muster setze, und Kreuz- und Trostlieder Eigne Melodie. 466. Was mein Gott will, gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht von Brandenburg- Gulmbach, geb. 1522,+ 1557. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. das g'scheh allzeit; sein Will der ist der beste; zu helfen den'n ist er bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, 467. Hif, Helfer, hilf in Angst und züchtiget mit Maßen: wer Gott vertraut. fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. und Noth; erbarm dich mein, o trener Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 2. Ich trau auf dich, mein Gott und Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erz löser bist. 3. Des frcu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein; verlaß mich gänzlich auf dein Nam'n; hilf, Helfer, Hilf, drauf sprech ich Am'n! Martin Moller, geb. 1547,+ 1606. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Witlen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; o frontmer Gott! Sind, Höll'und Tod hast du mir überwunden. Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. 468. Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir in dieser 4. Noch Eins, Herr, will ich bit- Zeit; der schmale Weg ist Trübfal ten dich, du wirst mirs nicht versa gen: wenn mich der böse Geist an ficht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren deinem Namen; wer das begehrt, dem wirds voll, den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht 264 Kreuz und Trostlieder. mein Sinn. Bei dir mein Herz hör mein Begier: O mein HeiTrost, Hülf und Nath allzeit gewiß land, wär ich bei dir! gefunden hat; Niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. Martin Moller, geb. 1547, † 1606. Eigne Melodie. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern seyn so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; fein Elend mag so bitter seyn dein süßer Trost der linderts fein. 469. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Noth, der kann mich allzeit retten aus Trübfal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Tren auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sey. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt! Erhalt mein Herz im Glauben rein, fo leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, 2. Ob mich mein Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingartner, um 1609. Mel. Bon Gott will ich nicht zc. 470. Was willt du dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel; vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen, und för Kreuz und Trostlieder. dern deine Sachen, wie dirs wird selig seyn. 265 mein Herz, haft du mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. 2. Denn Gott verlässet Keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, getrost mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann Niemand verhindern, aus allen Menschenkindern, so viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch selbst aus der Höl= len der Satan tropiglich mit seinen Rottgesellen sich setzet wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Nänfen lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verſtoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib wieder Sonnenschein nach trübem Negen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Züchtigung nicht scherze. zu deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit; solls seyn, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben: was Gott will, das geschicht. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfressen; mitt'n in der Noth denk ich an Gott, wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; beut mir dein Händ und mach ein End, auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich hilf mir mein Widersacher all bestreiten, 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sey es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, geb. 1585, † 1647. 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden und mich allzeit in deinem Haus laß finden zu Preis und Dank mit Lobgesang; hilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen! Jak. Peter Schechs, geb. 1607,+ 1659. Mel. Herzlich thut mich zc. Eigne Melodie. 471. Ach Gott, erhör mein Seufzen und Wehklagen, laß mich in meiner Noth nicht gar verzagenz 472. Befiehl du deine Wege, du weißt mein Schmerz, erkennst 266 und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Kreuz- und Trostlieder. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit felbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geklüt; und was du dann erlesen, das treibst du starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Nath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fah ren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Negente, der alles führen soll: Gott sißt im Negimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Nath die Sach hinausgeführet, die dich befümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du kind der Trene, du hast und trägst davon mit Nuhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Roth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege unsre Wege gewiß zum Himmel ein. und Tren empfohlen seyn, so gehen Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Eigne Melodie.A 473. Gib dich zufrieden und sey stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden 267 bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Ninder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Leib zur Nothdurft stillen. Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten! Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wann die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! Kreuz- und Trostlieder. Fülle; ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und fennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzen deiner Seelen und des Herzens stilles Klas gen; und was du keinem darfst er zählen, magst du Gott gar fühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch bez schweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Notten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so flar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus das könnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müſsen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht 268 Kreuz- und Trostlieder. vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unfre Lenden, bis in das Grab, da wird sichs enden. Git dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da fie den Grund, der nicht kann brechen, den eigen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Was mein Gott will 2c. 474. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Krenz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich würf ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht geschaffen in dies Leben; mein Gott ists, der mich zugericht, mir Leib und Seel gegeben; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sey mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Führwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbanet, der hat schon längst in seinem Nath ersehen und beschauct aus wahrer Tren, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, ſo muß es seyn, das End wird dich erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmcl gleichwie ein Dampf verschwinden. 8. Ei mun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nußz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnen 269 Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Notten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten; laß sie spotten, laß sie lachen! Gott mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. Kreuz und Trostlieder. schein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen reis sen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Eigne Melodie. 475. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmeu? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein ſtille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Smerz ewiglich ergößzen. Hier ist kein recht Gut zufinden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein HirtChris stus wird mich ohn Ende laben. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm, meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehmers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 5. Gott hat mich bei guten Tas gen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und scharf mit Maßen sein Eigne Melodie. 476. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ibn alle 270 zeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Eigne Melodie. 2. Was helfen uns die schweren 477. Gott sorgt für dich, was Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar verzagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlassen. Trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen haſſen. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körulein Speis der Gott, der Alles träget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. Kreuz- und Trostlieder. 3. Man halte nur ein wenig stille und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nüßlich sey; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket feine Heuchelei, so kommt Gott, eh wir uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshiße, daß du von Gott verlassen seyst, und daß ihm der im Schoße site, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und sebzet jeglichem sein Biel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Neichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir wer= den nen; denn welcher seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht! Georg Neumark, geb. 1621, 1681. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nöthig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Guad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Simon Bornmeiſter, geb. 1652,+1688. Eigne Melodie. 478. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. hat er drum nicht aufgehoben; hilft 2. Hülfe, die er aufgeschoben, er nicht zu jeder Frist, hilst er doch. wenns nöthig ist. Kreuz- und Trostlieder. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben: so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 271 gethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenten; er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift eins schenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich geſinnt. 5. Troß dem Teufel! Troß dem Drachen! ich kann ihre Macht verlachen! Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer nei den; will sie mich nicht länger leis den, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Nichter meiner Sach). 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel frieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Ich will ihr ja gerne lassen, was ich doch nur müßte hassen; sie hab, was ihr wird zu Spott, und laß mir nur meinen Gott. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergößzt mit süßem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigaft, geb. 1649,+ 1708. 10. Ach Herr, wenn ich dich mur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Litius, geb. 1611, † 1703. Eigne Melodie. 479. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl= Mel. Wer nur den lieben 2c. 480. Ich lasse Gott in allem walten, er mach es, wie es ihm gefällt: ich will ihm gerne stille halten, so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so bin auch ich sehr wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein 272 Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der setzt mich in vergnügte Nuh: weil ich mit allem, was Gott fügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. Kreuz- und Trostlieder. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßzet, und nicht, wie Andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergözet mehr, als wär ich dem Reichsten gleich. Ich bin mit Wenigem vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein Seelenschade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie mancher fällt aus Gottes Gnade durch Reichthum in die Höllengluth? deshalben bin ich wohl vergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand: wie mich der Himmel hat berufen, wie mich selbst führt des Höchsten Hand, und wie ers end lich mit mir fügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 6. Jch achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch immer sey; ich laß mich auch nicht zaghaft machen durch seinen Grimm und Wütherei. Wie's Gott in beiden Fällen fügt, so bin und bleib ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, wie sehr er gleich sonst schreckt und quält; ich leb in allem höchst vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 8. Mein Wille soll sich stets verpflichten, sowohl im Leben als im Tod nach Gottes Willen sich zu rich ten, so hat es mit mir keine Noth: weil ich mit dem, was Gott verfügt, im Lebn'n und Sterben bin vergnügt. Eigne Melodie. 481. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und star ken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denfen, alle Noth zum Besten lenken. unser Herr Gott noch. Seele, so bedenke doch: lebt doch verzagst du doch? Sollt der schlum2. Gott lebet noch! Seele, was mern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat ers schaffen, sollte dieser hören nicht? wo den Frommen weh geschichet. Gott ist Gott, der hört und sichet, Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. verzagst du doch? Der den Erdens 3. Gott lebet noch! Scele, was kreis verhüllet mit den Wolken weit let, ist von uns nicht fern und weit. und breit, der die ganze Welt erfülWer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Secle, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was mit Kreuz beladen? nimm zu Gott verzagst du doch? Bist du schwer nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwaz chen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. verzagst du doch? Wenn dich deine 5. Gott lebet nech! Seele, was Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in 273 dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. Kreuz- und Trostlieder. das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir seyn. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch; lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, † 1719. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Vaters Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Nuh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket, alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen, und was sie betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 482. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmts an, wie es geht; geht es nur zum Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 6. Amen! es geschiehet, wer zu Jesu flichet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Casp. Schade, geb. 1666, † 1698. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 483. Mein Herz gib dich zu frieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sey still und halt dich wie ein Lamm. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott bei dir zu seyn aller Ort und Zeiten und mag Keiz nen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, fagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getrene, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er joll es seyn, Desterr. Gejgbch. 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stilleseyn und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und licblich seyn. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: 18 274 nach Weinen schafft er Lachen, nach Negen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. Kreuz- und Trostlieder. 5. Indeß ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein seyn. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter sondern Nuthen finds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da flichen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den eignen Willen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch schei= den von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe øder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Neben, der Tod seyn ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz und bleib geschie. den von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. Joh. Anast. Freylinghausen. geb. 1670, † 1739. mel. Meinen Jesum laß ich 2c. 484. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Tribsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Nath, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste es wohl hinaus, sieht es gleich verWohlfahrt sichet. Denn du führst kehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe. Endlich zeige mir das Loos in der Anserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Troß sey aller Pein! dennoch, dennochy selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 485. Je größer Kreuz, je näher Gott; bei Sündenlust und WeltHimmel; wer ohne Kreuz, ist ohne getümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod; o selig ist der Mann gez schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott streicht uns an den Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nie ein Thränenthan hinein. Das Gold Kreuz und Trostlieder. wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Berlen in gesalzner Fluth. 275 Kreuze je länger und je lieber seyn; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort meinkreuz diekrone trägt. Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz je mehr Gebete; zerriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? Mel. Jesu, meine Freude zc. 486. Scele, sey zufrieden; was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fajse frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brod, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein sindets hier nicht Nuh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Že größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth, das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verleßet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sirn mit Sorgen hin! drüdet gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein. 5. Kronen sollen tragen, die des Krenzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich auszuhalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich 18* 276 will mich verschreiben, Gott getreu zu seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Ringe recht zc. 487. Gott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen ringsum schwelTen, wenn du nur bei Jefu bist. 2. Wer sich kränket weil er den ket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzu sehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sey. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße scyn die süsse, die dir Jesu Nuthe gibt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände sind ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Jsts beschwerlich, scheints gefährlich, dei nem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wann die Stunden sich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens seyn. 11. Eignen Willen zu erfüllen, Leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. sehnen nach der stillen Willensruh! 12. Drum wohl denen, die sich Wenn wir wollen, was wir sollen, fällt auch das Vollbringen zu. sen, die schon in der Uebung stehn, 13. Hoch zu preisen sind die Weidie das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld: wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen fahren mit den Schaaren, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. Mel. Herr, wie du willst zc. 488. Wie Gott mich führt, ſo will ich gehn, ohn alles EigenwähLen; geschieht, was er mir auserfehn, wirds mir an Keinem fehlen: folge williy Schritt für Schritt in wie er mich führt, so geh ich mit und findlichem Vertrauen. 2. Wic Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, ob Kreuz- und Trostlieder. 277 auferlegt, die Laft der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getren. 3. Gott ist und bleibt getren; er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wann große Noth entsteht; Gott ist und bleibt getren. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sey, Seele, nur getrost; Gott ist und bleibt getren. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübsalsgluth bewähren. Nimm an von Gottes 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich tren im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm schei- Hand den Kreuzkelch ohne Schen; ten? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getren. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuletzt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubensanter. Lampertus Gedicke, geb. 1683,+ 1735. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nütze sei: so liebt der Höchste dich); Gott ist und bleibt getren. gleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sey ihm hiermit ganz heimgestellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Nath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. Mel. Ach Jesu, dessen Treue zc. 489. Gott ist und bleibt getreu; sein Herze bricht vor Lieben, pflegt er gleichwohl einmal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sey, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getren. 12. Gott ist und bleibt getren; er hilst ja selber tragen, was er uns Mel. O Welt, ich muß dich zc. 490. Was ists, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schützet; er schützet, den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, ch ich ihnBaternannte, war er mir schon mit Hülse nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen 278 ist dem Gott nicht verborgen, der alles ficht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. Kreuz- und Troſtlieder. 4. Jch lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück 311 Iegen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, fey mir von dir gewähret! Gott bu gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiberfahren, wenn Gott mich will be wahren? und er, mein Gott, bewahret mich. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715. 1769. Mel. Wenn wir in höchsten ze. 491. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du kannst es thun, du lieber Gott; denn du bist groß von Rath und That, wie's mancher Chrift erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, Hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs sicherlich 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, bu treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du willst es thun, du Amens- Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf num Allen in der Welt, wie, wo und wenn es dir ge fällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar feyn; hilf, Jesu, hilf! du kannst allein. T Joh. Jak. Lang. geb. 1646, † 1690. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 492. Sey stille, müdgequältes Herz, das nur am Kummer fles bet! Nicht die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet. Zuletzt verzagt, wer immer flagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sey stille, sinne nicht zu weit; was willst du dir erfinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub! er hat uns schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sey stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht vermögen! halt fest an Gott mit Zuversicht; darauf liegt aller Segen. Folg seinem Nath, geh seinen Pfad; laß dir den Herrn der Wel ten weit über Menschen gelten. der 4. Sey stille, hast du lang gez weint und wirds noch immer trüiber, sag nicht: weil mir fein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber! O Kreuz- und Trostlieder. harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allen reißen. 5. Sey stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen; laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen. Du fuchest Ruh; die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 279 tes flöß ihm ein, und wenn des Glaubens Grund will wanfen, so müß ihm das zur Stüßze seyn. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, das du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wiederfand: dein Ang begegne meinem Schnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jesu angeblickt. 5. O du, mein freundlichster Negierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sey ferner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimathland! halt mir dein Ohr für alles offen, was ich dir klag im Kämmerlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen seyn. 6. Sey stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Noth der rechte Anblick zeigen; da da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner, geb. 1749,+ 1818. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen 2c. 493. Gefreuzigter, zu deinen Füßen hebt aus dem Staube sich empor mein Herz, wenn es von Gram zerrissen; es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr, dein Herz, die Ruhestatt der Armen, die Niemand sonst erquicken kann, dein Herz, das zärtlich voll Erbarmen den Leidenden ist zugethan. to p 2. Du, unser heilger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit jeder Noth bekannter, erfahrner Arzt und Seelenfreund, eröffne du dein Herz dem Matten als eine stille Felsenkluft, wo Kühhungen ihn janje umpchatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz herab; so sich auch mich an und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns seyn, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Liebe, Glaube die kühnsten Bitten sicht erhört! Christi. Adam Dann, geb. 1758, † 1837. 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sey in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidensfelch versüßt; das gib als Balsam deinem Kranken, den Frieden GotMel. Herr Jesu Christ meins 2c. 494* O süßes Wort, das Jesus spricht zur armen Wittwe: Weine nicht! Es kommt mir nie aus meinem Sinn, zumal wenn ich betrübet bin. 2. Es wird nicht leis geredt ins Ohr, sondern laut unterm freien Thor, so daß es höret jedermann, und sich darüber freuen kann. 3. Er redets aber zu der Zeit, da Tod und Leben war im Streit, 280 drum soll es auch erquicken mich in Tod und Leben kräftiglich. Kreuz- und Trostlieder. 4. Wenn Noth und Armuth mich anficht, spricht doch mein Jefus: Weine nicht! Gott ist dein Vater, tran nur ihm, erhört er doch der Naben Stimm. 5. Bin ich sehr kraftlos, frank und schwach, und ist nichts da als Weh und Ach, so tröst't mich Jesus noch und spricht: Ich bin dein Arzt, drum zage nicht. 6. Raubt mir der Feind mein Gut und Hab, daß ich muß fort mit einem Stab, sagt Jesus wie der: Weine nicht! denk was dem frommen Job geschicht. 7. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, gönnt man mir keinen Siz im Land, ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht. 8. Wenn um mich Band und Ketten sind, ich habe Feind und falsche Freund, spricht Jesus: Weine nicht, und glaub, dir kann nicht schaden Asch und Staub! 9. Neißt mir der Tod das Liebste hin, sagt Jesus: Weine nicht, ich bin, der's wieder gibt, gedenké dran, was ich zu Nain hab gethan. 10. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Noth: Ich bin das Leben, weine nicht! wer an mich glaubt wird nicht gericht! org 16151 03 11. O süßes Wort, das Jesus spricht in allen Nöthen: weine nicht! Ach klinge stets in meinem Sinn, so fähret alles Trauren hin. 3. Höfel, geb. 1600, † 1683. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 495* Gettes Wille, Gottes Nath muß auch meinen Willen tenken. Er, der mich erschaffen hat, kann nie sein Geschöpfe kränken. Wenn er nimmt und wenn er gibt. thuts ein Vater, der mich liebt. 2. Willig folg ich, wie er will, führt er gleich durch rauhe Wege. Ohne Murren bin ich still, treffen mich gleich seine Schläge, denn noch hat er stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist sein ten. Ihn allein, den treuen Hort, Wort, was er zusagt wird er hallaß ich über alles walten. Wer sich seiner Hilfe freut, schmeckt auch seine Freundlichkeit. 4. Drum, mein Herz, verzage nicht, der im Himmel wird schon sorgen; o sein Trost ist Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit, endlich kommt die rechte Zeit. Haupt, sollt er denn mein Unglück 5. Fällt ohn ihn kein Haar vom wählen? Wer in Demuth an ihn glaubt, der wird nie das Ziel verfehlen. Ihm vertraum ist süße Pflicht, er vergißt die Seinen nicht. 6. Wein ich oft vergebens hier, trüget oft mein irdisch Hoffen, nur Geduld! einst steht auch mir jenes Buch des Lebens offen. Dort seh ich, wie wunderbar Gottes weise Führung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht werth der Herrlichkeit, die dort offenbar soll werden. Herr du hast, rühm ich alsdann, Großes stets an mir gethan. Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Jeins meine Zuversicht zc. 496. Ach mein Herze, gib dich drein, schicke dich in Gottes Willen Kreuz- und Trostlieder. nur dein Jesus kann allein alle deine Sorgen stillen. Richte dich nach seiner Huld, er gibt Trost und auch Geduld. 2. Gchst du hier die Dornen bahn, ist dein Trank vermischt mit Gallen, nimm es nur geduldig an, also hat es Gott gefallen. Glaube nur, was dieser thut, es ist alles recht und gut. 281 fest, wenn sich Wind und Sturm erregen. Mag der Adler doch sein Nest auf die höchsten Berge legen; wer des Schöpfers Huld vertraut, hat auf einen Fels gebaut. 3. Bleibe deinem Gott getreu! Ob das Kreuz auch bringetSchmerzen, hast du dennoch stets dabei Nuh und Trost in deinem Herzen. Nichts besiegt auf dieser Welt einen Sinn, der Gott gefällt. 4. Schicke dich in Gottes Brauch! Christen müssen dulden, hoffen, hat doch deinen Heiland auch manches Ungemach betroffen. Der weiß, wie dir es thut, leide nur mit frohem Muth. 4. Gott, mein Lohn! wenn mir die Welt nur mit List und Lügen lohnet. Wer sich an den Nichter hält, der im Himmel droben wohnet, dessen Unschuld krönt die Zeit, und stürzt aller Feinde Neid. 5. Gott, mein Licht! so muß die Nacht sich in hellen Tag verwandeln. Wenn Aegypten Nebel macht, kann ich doch in Gosen wandeln. Auch mein Grab wird lichte sein durch das Licht von Gottes Schein. 6. Gott, mein Gott! das ist der Schluß, er ist mir, ich ihm ergeben. Wenn ich auch gleich sterben muß, geh ich doch zu Gott ins Leben. Niemand raubt den Trost mir nicht: Gott mein Schild, Fels, Lohn und Licht. Tid for 1510 B. Schmolc, geb. 1672, † 1737. 5. Kronen folgen auf den Streit, kämpfe nur mit festem Glauben. Jesus ist nicht immer weit, niemand kann sein Herz dir rauben. Bete, leide, lebe rein, selig wird dein Ende seyn! B. Schmolck, geb. 1672, † 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 497* Gott mein Trost! wer fragt darnach, ob mich gleich die Welt betrübet, und viel tausend Ungemach mein verlaßnes Herz umgibet? Gottes süße Tröstung macht, daß man auch auf Dornen lacht. 2. Gott, mein Schild! wenn alles bloß deckt er mich in seiner Hütten, ja ich ruh in seinemSchooß, wenn die Feinde noch so wüthen. Gottes Schild ist stark genug wider aller Welt Betrug. 3. Gott, mein Fels! so steh ich Mel. Gott des Himmels und der Erden 2c. Seicht und quält mich 498* We nicht ihr Sorgen! mein Versorger lebt und wacht. Meinem nichts verborgen, was den Chriſten traurig macht. Was mein Gott beschließt und thut, chret ihn und ist mir gut. O 2. Eher noch als Berge waren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den Lauf von meinen Jahren lenket täglich seine Hand. Nichts geschicht von ungefähr, alles kommt von oben her. 3. Zähl, o Seele, meine Tage bis auf die Geburt zurück, zähle Kummer, Müh und Plage, zähl auch Freude, Heil und Glück. Sag, 282 ob Gott nicht immerdar weise, mild und hilfreich war? 4. Widme Gott dein Thun und Leben, tran auf ihn und sorge nicht! Er ist Vater, er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh getrost zu ihm und sprich: Gott, mein Vater, segne mich! 5. Bet und sei nicht zweifelmüthig, nicht des Meeres Wellen gleich. Sei getrost, denn er ist gütig, bist du dürftig, er ist reich. Fürchte nichts, denn der weißNath, der auch Kraft zu helfen hat. 6. Ja, du kennst die Noth der Armen: ach mein Gott, sie drückt auch mich. Doch ich kenne dein Erbarmen, und vertrau allein auf dich. Stark durch diese Zuversicht, zag ich auch im Mangel nicht. Morgenlieder. Mel In allen meinen Thaten 2c. 499* Wenn ich nur Gott gefalle, so lang ich hier noch walle, und Menschen nüßlich bin, so seh ich voller Freuden, auch selbst in Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 500. Die helle Sonn leucht jeßt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob! der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Tenfels Macht. schweren Leiden, auf meiner Laufbahn Ende hin. 2. Mir mag, o Gott, auf Er den Glück oder Unglück werden! ich nehm es dankbar an. Es kömmt aus Gottes Händen, der leicht, was kränket, enden und meinen Geist erfreuen kann. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter seyn, 3. Durch ungerechte Klagen will ich nicht meinen Tagen selbst ihren Werth entziehn. Zur Freude meines Lebens soll keiner, Gott vergebens und ungenützt vorüber fliehn. Morgenlieder.- 15 4. Ich will mich stets bestreben, für andrer Glück zu leben, will, wenn ich kann erfreun; mit mitleidvollem Herzen gern lindern ihre Schmerzen, das soll mein Glück auf Erden sein. 5. Laß, weil ich leb auf Erden, mich immer lautrer werden, nie meine Seele, die ich dir, Herr, bez thun was einst gereut. Einst führe fehle, zu deiner Wonn und Herrlichkeit. 3. Daß unser Herz im G'horsam leb, deim Wort und Willen nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was ein Jed'r ausrichten ſoll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann, † 1561. 283 und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504.+ 1565. Morgenlieder. Eigne Melodie. 501. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde dazu mein Lebelaug, o Gott in deinem Thron, bir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern Herren, dein cingebornen Sohn; 2. Und daß du mich aus Gnas den in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sey dir, Herr übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. Mel. Herr Gott, dich lobeu alle 2c. 502. Das walt Gott Bater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron, man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Ned vernimm. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammers thal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 3. Jch rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Nuh und Friede zuge= bracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten feyn. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Frenden diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Uebel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen undSach; denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so spredch ich Amen 284 vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar ſeind. Morgenlieder. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein llebels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. Martin Behemb, geb. 1557, † 1622. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 2c. 503. heilige Dreifaltigkeit, du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beiſtand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz, noch mich iu Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, stch mir kräftig bei, Christ, mein Erlöser, bei mir sey, o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich; erleucht mich, Herr, genädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557.+ 1622. Eigne Melodie. 504. Ich danke dir, o Gott, in deinem Throne durch Jesum Christum, deinen lieben Sohne, daß du mich wollen diese Nacht bewahren vor Schaden und für mancherlei Gefahren, und bitte dich, wollr mich an diesem Tage behüten auch vor Sünden, Schand und Plage. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Händ befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele; dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sey und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung rer Stadt und Land laß wallen, reichlich benedeie; die Pest von uns dein Wort in Nuh und Fried noch länger schallen. Wend Theurung ab, dein Segen laß uns füllen nach deinem Wort und väterlichen Willen. 4. Jch bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, infonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seyn gleich hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du sie bewahren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. und gefangen, tragen, o Herr, nach 5. All, welche sind betrübt, krank dir in Noth Verlangen, die wollest du von allem ihren Böjen aus lauz ter Gnaden endlich gar erlöjen; all arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, ein selges End uns insgesammt beschere! Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 505. In dieser Morgenstund Bater, in dem Himmel oben; was will ich dich loben, o Gott, mein du für Gnade mir stets thust erweisen, will ich jetzt preisen. licht lassen kommen, auch durch die 2. Du hast mich an das TagsTauf in dein Reich aufgenommen, Morgenlieder. und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von SchuldundSünden. 3. Du gibest mir den heiligen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. 285 auf daß ich möge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zuletzt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sey heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deiner Engel Schaaren ich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat erschrekket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Jch bitt, du wollest über mir fort walten, und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhie gewesen, dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir Vater, der du mit dem Sohne und heilgen Geist regierst in einem Throne; gib, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schutz seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. Eigne Melodie. 506. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 3. Reichenwald oder J. Gesenius, geb. 1601,+1671. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Nath ist für meine Missethat. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in mein's Berufes Werken, 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint 236 und dein Gericht, ich davor er schrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret seyn. Morgenlieder. mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprech allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 8. Gott heilger Geist du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sacrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübfal untergeh, 507. Bor deinen Thron tret zuleßt mit Freuden überwind. daß ich im Herzen Trost empfind, Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, geb. 1604, † 1668. ich hiemit, o Gott, und dich demüthig bitt; ach wend dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu deinem Ebenbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, de nur ein Schritt, ja nur ein paar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Nothdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der's gut im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Gesetz für 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Lelb und Seel in deinen Schuß ich dir befchl. 13. Hilf, daß ich sey von Herz zen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechts schaffen sey, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib. Morgenlieder. 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich). Bodo v. Hodenberg, geb. 1604, † 1650. 287 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehe den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. Eigne Melodie. 508. Die ie güldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebanet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sey mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in Allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet: Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen seyn abegewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sey Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück vermehren sind seine Werke und Thaten allein. Wennwir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch broben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Austoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und. Tücke trib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie bir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt 288 du alleine, hast niemals keinen zu fehre betrübt. Morgenlieder. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Frende die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im Himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 509. Lobet den Herren alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Löbet den Herren! 2. Der unser Leben, daß er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. D. treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Nicht unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und alle deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem zc. 510. Wach auf, mein Herz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. 3. Ja Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, war ich in deinem Schooße, dein Flügel mich beschloße. 4. Du sprachst: mein Kind nun liege; Troßz dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder find mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmäh en; du kannst ins Herze schen, und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So willst du mun vollenden, dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen, Morgenlieder. den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 10. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort fey meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. 289 Glieder, dem höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet, und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 3. Er ist mein Schutz gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken mich grausam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein Leben sey ferner ihm ergeben; hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben ist kehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abschen vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. Eigne Melodie. 511. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unfer matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre kalten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher seyn. 5. Ach, du Ausgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh, und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßzen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636,+ 1689. Mel. Nun laßt uns Gott zc. 512. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Defterr. Gejgbch. 9. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch dei nes Geistes Senden ich möge glücklich enden. 10. Sib, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß sich mein Glaube mehre und dich mit Früchten ehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte und die 19 290 sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung leiden, so hilf mirs kräftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schütz alle hart Geplagten, erfreue die verjagten, gib Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. Morgenlieder. 15. Erhör auch alle Beter, bekehr die Uebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlge fallen. 16. Insonderheit am Endeninm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Lassen, geb. 1636, † 1692. ordion sid Mel. Ich armer Mensch zc. 513. Mein Gott, mun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; mun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nütze wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn.biid denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 4. Vergib mir, Bater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht be ging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. om hings done 1012 Mel. Hüter, wird die Nacht zc. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz dieSchatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott ugovor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag R pise 10 514. Seele, du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. Morgenlieder. fibren und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen und auch in die Thäler lacht. 291 Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre seyn; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 7. Denk, daß er auf deinen Wegen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch die Schmach verborgner Flecken kann entdecken und errathen, was du thust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne, seh die Sonne, wann des Todes Nacht vorbei. Friedr. Rudolph Ludw. Freih. v.Canty, geb. 1654, † 1699. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie seyn mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Frand, geb. 1659, † 1725. Mel. Mein Herzens. Jesu zc. 516. Erhebe dich, o meine Seel! die Finsterniß vergehet; der Herr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus nd deinem daß er was Gutes indirschaff, indem er dich erleuchtet. 2. Jm Licht muß alles rege seyn und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Bögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig seyn; Gott ists, der uns erleuchtet. Mel. Freu dich sehr zc. 515. Gott, du Licht, das ewig bleibet, daß ohn allen Wechsel ist, das die Finsterniß vertreibet, der du bleibest, wie du bist; ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich seyn des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach), erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht 19* 292 betrügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns er= leuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sey auf unsern Glaubens- Wegen; fo hilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. Morgenlieder. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sey die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit steht auf diesem Grund und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erlenchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, † 1713. Mel. Nun sich der Tag zc 517. Nun sich die Nacht geendet hat, die Finsterniß zertheilt, wacht Alles, was am Abend spat zu seiner Ruh geeilt.do 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt euren Schlaf beiseit, zum Lobe Gottes seyd bedacht; denn es ist Dankenszeit. 3. Und du des Leibes edler Gast, du theure Seele du, die du so sanft geruhet hast, dank Gott für seine Nuh. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur G'nüge dankbar seyn? Mein Leib und Seel ist dir verpflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir geb ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, dieweil ich sie empfangen hab von deiner Liebeshand. 6. Und diese deine Liebeshand hat heut bei mir gewacht, und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein; drum konnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich seyn, die er auf mich gericht. 8. Vor Wasser- und vor Feuersnoth hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod heut diese Nacht behüt. 9. Hab Dank, o Jesu, habe Dank für deine Lieb und Tren, hilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dankbar sey. 10. Gedenke, Herr, auch heut an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich Noth, Jammer, Angst und Plag. 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt, nimm meine Seufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. mich diesen Tag begehn; sonst 12. Ach laß, o Jesu, keine Sünd wohl bei dir beſtehn. möcht ich armes Sündenkind nicht 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitelkeit, damit bis an mein kühles Grab ich alles Böse meid. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, Morgenlieder. damit ich selig sagen mag: wohl dem, der Jesum hat! 293 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sey: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun cin Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 15. Wohl dem, der Jesum bei fich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig seyn. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. Joh. Friedr. Möckhel, geb. 1661,+ 1729. M el. Erschienen ist der zc. 518. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz ſucht Gottes Angesicht: drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muths: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar seyn dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein täglich Brod; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Berichius, um 1700. 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! Mel. O Gott, du frommer 2c. 519. Sesu, süßes Licht, nun D ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs Neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, 294 mit Geist, heut diesen ganzen Tag, das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sey dein Eigenthum, mit ihr dich heut verz mähle in deiner Liebeskraft; da haft du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. Morgenlieder. 4. Da sey denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohmung und zum Haus. Ach, aller= liebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seelen seyn dein Bildniß eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu schmücke mich mit Weisheit und mitLiebe, mitkeuschheit und Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich love inniglich, mein Gott, zu aller Stund. Eigne Melodie. 520. Gott Lob! Nun ist die niß ist überwunden, das Licht des Nacht verschwunden, die FinsterHimmels triumphirt; das Erdreich, so die dunklen Schatten mit ihrer Macht umgeben hatten, der güldnen Sonne Klarheit ziert. 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und singe dem Vater aller Geister bringe Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht; erkenne seine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs Neute ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O daß doch mit der äußern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, da ran die Sonne, mein Jesus, meines Geistes Wonne, möcht scheinen zu des Schöpfers Ehr! 4. O daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Sonnen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! O daß ihr Einfluß starker Triebe mich führte zu ihr selber hin! 5. Dieß ist mein Wunsch und mein Begehren, du Bater, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Ja dazu; so werd ich auch nach diesen Tagen und überstandnem Leid und Plagen genießen dort des Lichtes Nuh. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Mel. Gott des Himmels und zc. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und 521. Höchster Gott durch deilenke, daß alles nur gescheh zu deinen Segen konnt ich fröhlich und nes Namens Ruhm, und daß ich gesund diese Nacht zurücke legen; unverrückt verbleib dein Eigen- dafür preist dich Herz und Mund; thum. denn du willst für alle Treu nichts, als daß man dankbar sey. Joachim Lange, geb. 1670, † 1744. Morgenlieder. 2. Segne hente mich von Neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 295 Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darcin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Nund der Erden, lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 3. Segne mich mit deinem Geiste, daß er hent mit seiner Kraft mei nem Glauben Beistand leiste, daß er gute Werke schafft, und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner seyn. ir pe 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu Gute mildiglich vergoffen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen kann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wandels Nichtschnur seyn. Leuch tet mir dieß Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brod und was irgend sonst mir noth. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Nechte tracht. G 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäste fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll Demuth ſey. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671, 1756. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne seyn. 8. Nur die Decke vor den AuEigne Melodie. 522. Hüter, wird die Nacht der gen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein heltes Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine seyn. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedr. Richter, geb. 1676,+ 1711. 296 Morgenlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. Werkzeug nur sey meine Seel, den 523. Die Nacht nunmehr ver- Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei von aller Plag gesund läßt sehen diesen Tag. 2. Wir bitten dich), du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner alle zeit. 3. Darneben gib uns Fried und Nuh, und was uns nöthig ist dazu, durch deine starke Gnaderhand beschüße uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. Jesu Christ, erbarme dich, hör unser Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Noth. Mel. Ich dank dir schon 2c. 524. Jesu, meines Lebens Licht, nun ist die Nachtvergangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor Andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs Nen, es sey auch dir verschrie ben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl; im Geiste dich verkläre, dein 6. Mein treuer Hirte, sey mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sey du alleine meine Lust, mein Schatz, mein Trost und Leben; kein andres Theil sey mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeug mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen; zieh mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allem. 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach, halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fäll noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerb. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. Mel. Ich dank dir schon 2c. 525. Mein erst Gefühl sey Seele! Der Herr hört deinen LobPreis und Dank; erhebe Gott, o gesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet feyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Trene, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. Tischlieder. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen.png 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sey mir ein Netter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 297 Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch Beine Gnade lebe, 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer 9. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Tischlieder. Eigne Melodie. 526. Nun laßt uns Gott, dem Herren, danksagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieſelben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmboldt, geb. 1532,+ 1598. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! Mel. Wann wir in höchsten zc. 527. Bescher uns, Herr, das täglich Brod; vor Theuerung und vor Hungersnoth behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding Abendlieder. 298 du Schöpfer bist, und aller.: Thier sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lohn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theuerung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nil. Hermaun,+ 1561. 528. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm em= pfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Noth; du bist das rechte Lebensbrod. KE Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 529. Herr- Gott, Bater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. Mel. Christum wir sollen 2c. 531. D selges Licht, Dreifaltigkeit, du hochgelobte Einigkeit, die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz hinein. 2. Des Morgens, Herr, dich rühmen wir, am Abend beten wir zu dir, und preisen deine Herrlich feit von nun an bis in Ewigkeit. 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit, 3. Damit wir leben feliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Um 1589. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 530. S Ppeis uns, Bater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, welche wir jetzt vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585,+1647. Abendlieder. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, mit sammt dem werthen Heilgen Geist sey nun und immerdar gepreist. Mel. Ghriftum wir sollen 2c. 532. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben Abendlieder. mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhenfein und vor dem Satan sicher seyn. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker seyn; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nichtfalln in Sünd und Schand. 299 3. Laß uns einschlafen mit gus ten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu deim Preis richten. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heiligs Blut; das war des ewgen Baters Rath, als er uns dir geschenket hat. 6. Befichl dem Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Eigenthum; gib uns die lieben Wäch ter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sey selbst ihr Vormünder, des Feindes Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Neich zukomme, dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, Böhmische Brüder. erlös uns. Amen! 7. So schlafen wir im Namen bein, dieweil die Engel bei uns seyn. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, † 1553. Nach: Christe qui lux es et dies. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 534. Hinunter ist der Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. 2. Dir sey Dank, daß du uns den Tag vor Schaden, Fahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir han erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß uns schlafen mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt uns heut, o lieber Gott! Nikolaus Hermann,+ 1561. Eigne Melodie. 533. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen, Gott walts zu Frommen nach seim Wohlgefallen, daß wir uns legen in seim G'leit und Segen, der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sey selbst unser Schußherr! Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 535. Jesu, treuster Heiland mein, ich geh in mein Schlafkämmerlein; ich will mich legen in die Nuh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus 300 Gnaden mir, schädliche Träum treib all von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um bas Haus. 3. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod; vor allem Uebel und Gefahr mich und all fromm Christen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. Abendlieder. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 536. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Erlöser List, uns b'hütet hast vor aller ' fahr durch deiner lieben Engel Schaar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu uns rer Nuh, o rechn es unsrer Seel nicht zu, was wir leider! gesündigt han, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 3. Laß dein Engel stets bei uns seyn, die uns allzeit bewahrenfein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln- und Lei= besnoth behüt uns, lieber Herre Gott; in deinem Namen schlaf'n wir ein, hilf uns, dein armen Kindelein. 5. Es g'scheh, wie's kann, wir sind ja dein, erworb'n durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kindlein sind wir für und für. 6. Amen, Amen! zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht; Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nik Selnecker, geb. 1532, † 1592. Fitn Eigne Melodie. 537. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet und was sie dunkle Nacht dringt allenthalben soll, auf diesen Tag vollendet; die alle Welt zur Ruh. zu, bringt Mensch und Thier und 2. Ich preise dich, du Herr der vor aller Noth und Plage durch Nächt und Tage, daß du mich heut deine Hand und hochberühmte Macht hast unverleßzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster deinen Gnadenschein in Ewigkeit ist, gestrebet; laß alle Schuld durch bei dir verloschen seyn. ungehindert schaue, indem ich mich 4. Schaff, daß mein Geist dich daß der Leib auf diesen schweren der trüben Nacht vertrane, und Tag sich seiner Kraft sein sanft er= holen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Ender Finsterniß bewahren, auf daß gel Schaaren mich vor der Macht ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sey. lange Nacht bedecken und in die Ruh 6. Herr, wenn mich wird die des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. allen Frommen mich zu dem Glanz 7. Und laß hernach zugleich mit des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag beſtimmt, dem keine Macht sein Licht und Klarheit nimmt. Joiua Stegmann, geb. 1588, † 1632 Eigne Melodie. 538. Der Tag mit seinem Lichte 301 Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sig auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Abendlieder. fleucht hin und wird zu nichte; die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erdenkreis. Der Tag der ist geendet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will fingen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. des ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen; ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir neu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Uebertreten zur Rechten und zur Linken ins MeeresTiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 539. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was euremSchöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit, la 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlieder, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend 302 dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Nuh ein Bettlein in der Erd. Abendlieder. 7. Meine Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie verschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dieß Kind soll unverlebet seyn. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waf= fen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Gigne Melodie. 540. Werde munter, mein Gemüthe, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, welch er hat gethan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschüßzet und erhalten. di dist 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid 1.nd vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbeschädigt fondi blieben. 3. Keine Klugheit kann vers stehen deine Güt und Wunderthat; ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treibeSatansList und Tück, Gott, durch deine Macht zurück. Du alleine fannst mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Vergehn durch seine Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 6. O du Licht der frommen Sees len, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Nuh, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach, bewahre mich vor Schreden, schüße mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich Abendlieder. nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 9. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Nath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein ſehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen. Mel. Werde munter, mein 2c. 543. Unfre müden Augenlieder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Ta= ges Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht bedacht des Berufes schmalenSteg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. Johann Rist, geb. 1607, † 1667. Eigne Melodie. 541. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu; ach Gott ins Himmels Throne, über uns wach bei Tagund Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Trup dein Engel uns bewahren. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei dir seyn, 4. Ach, Herr, laß mich Gnad all Uebel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hülfuns leift an erlangen, gib mir nicht verdienten unserm letzten Ende. dan di Mel. Herr Jesu Christ, meins ic. 542. Gott Lob! Der Tag ist nun dahin, drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, daß ich den Abend hab erlebt, und deine Gnad ob mir auch schwebt. 303 2. Ach, Herr, sey gnädig, hab Geduld, vergib mir alle Sündenschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich, Heri, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigfeit. Lohn; laß mich deine Hut umfan= gen, sich an deinen lieben Sohn, der nimm den Bürgen an! Dieſer hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, und man von der dop Nuh aufstehet. 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sey bei uns stets werth; dein Neich komm, dein Will ge= schehe unser Brod werd uns be 304 schert, und vergib uns unsreSchuld, fchent uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck, geb. 1618. † 1677. Abendlieder. Eigne Melodie. 544. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet; die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret: tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum feyn gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll: doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schatz, mein Eigenthum. Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, packet euch, Hier habt ihr nichts zu schaffen; dieß Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in guter Acht, Schuß; drum sey auch allen Teuihr Heer und Lager hälts im feln Trutz! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke seyn, mein Bette dein Erbarmen; mein Schirm sey deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein Geist in mein Herz ergeußt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfan= gen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Jesu, du bist mein und ich auch bin und bleibe dein. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend seyn, daß Jesus wache nicht allein. 9. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlaf sein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jeſu, Jesu, gute Nacht. 4. Verschmähe nicht dieß arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. Eigne Melodie. an: es ist doch herzlich gut gemeint, 545. Nun sich der Tag geendet o Jesu, meiner Seelen Freund! hat, und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Schutzherr auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Jch fürchte keine Noth, auch selbsten nicht den Tod; denn wer mit 2. Nur du, mein Gott, hast keine Nast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir vers haßt, weil du bist selbst das Licht. Abendlieder. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich kann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig seyn? 305 und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Job. Friedr. Herzog, geb. 1647, † 1699. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Batertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Ünglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Nath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle Mel. Werde munter 2c. 546. Herr, es ist von meinem sicher schlafen. Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind Desterr. Gesgbch. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 547. Gott Lob! Ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollen20 306 det; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich schnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben flenßt, und alle Gnade sich ergenßt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. Abendlieder. 3. O daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke; ach, komm, eh mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; die Lampen sind geschmücket. 519 4. Doch sey dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das Erbe schenken. 6. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalem dert oben. 7. Wenn auch die Hände lässig fino, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz ich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geh, Seele, frisch im Glanben dran und sey nur unerschroden; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du haft, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm France, geb. 1663, 1727. Mel. O Traurigkeit zc. 548. Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn schnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sey du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt mun ach, daß nichts Veränderlichs meiherein, die Finsterniß zu mindern; nen Lauf möcht hindern! Ehr am tiefen Himmel flimmert; 5. Das Sternenheer zu Gottes wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Nuh dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will bei solcher Still der süßen Nuhe pflegen; laß Abendlieder. die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald fich legen. 8. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 9. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! o wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung Heilig, Heilig! finget. 12. O Jesu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. 307 also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. Mel. Jesu, meine Freude zc. 20. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns seyn. Sey du Schloß und Niegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein! Deck uns zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt? Drum hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Nube meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmold, geb. 1672, 1737. Ioh. Anast. Freylingbaufen, geb. 1670, † 1739. 549. Hirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den vergangnen Tag; sey die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sey mein Nuhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Baterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir; ELES Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 550. Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Nuh und Stille strecket. meine Seel, mert auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgends hast du Nuh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder; das Vöglein fleugt zu seinem Neste wieder; die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gefehret seyn! 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplaß und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 20* 308 4. Necht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sey! 5. Bergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch bieß und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. Abendlieder. 6. Da nun der Leib sein Tagz werk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. doar mit 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunfel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille seyn. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket; mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! mein müder Geist im Herrn jept ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget seyn. 10. Im Finstern sey des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerhard Tersteegen, geb. 1697,+1769. Mel. O Welt, ich muß dich zc. 551. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs Neue in deine Batertrene und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Naheseyn. daß du mich stets umgibest und rufft 3. Daß du mich herzlich liebest, zu dir hinein, daß du vergnügst al feine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig seyn. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sey ein Wandern zur großen Ewigkeit. D Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Eigne Melodie. 552. Mein Auge wacht jest in der stillen Nacht; nun ist mein Herz bedacht, dich Gott zu loben. Ach, schenke mir Kraft, zu lobsingen dir mit deinen Heilgen hier und denen droben. 2. Die stille Zeit sey, Jesu dir geweiht; laß nichts die Einfamkeit vor dir entweihen. Schleuß selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Ruh mög in dir freuen. 3. Wie preis ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach hätte doch mit größrer Treue noch sich deinem sanften Joch mein Herz gebogen. 4. O Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freund Abendlieder. lich zu und schenktest süße Nuh mir im Gebete. 309 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 5. Herr, ich bin dein und will es ewig sein; ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rath das Werk vollenden. Ich trau es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. Wis 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o hauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächtgem Triebe. 8. Beim Sturm der Welt sey Anfer, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Bein nimm mich o Liebe, ein, so harr ich findlich dein, bis daß es taget. 9. Preis, Lob und Ehr sey dir je mehr und mehr, Jehova hoch und hehr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen! Gerb Terſteegen, geb. 1697,+ 1769. 4. Sey auch nach deiner Lieb und macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb 1715, 1760. Mel. O Welt, ich muß dich 2c. 554. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hof fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Mel. Mit meinem Gott geh ich 2c. 553. Für alle Güte sey gepreift, Gnaden, und in dem Himmel iſt Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; deinName sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geiſt. Christi. Fürchteg Gellert, geb. 1715,+ 1769. 700 m 310 Abendlieder. Zum Wochenschluß. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 555. Gott Lob! die Woch ist auch dahin; drum ich dir billig dankbar bin, daß ich die Zeit hab überlebt, und deine Gnad noch ob mir schwebt. 2. Gott Lob für seine Güt und Tren, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Trost, Nath und Hülfe schafft. 3. Was ich verschn, vergib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud und endlich beine Seligkeit. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611,+1684. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 556. So ist die Wochenumgeschlossen, doch, trener Gott, deinHerz ze nicht; wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. les; ach, bu verfagst mir solches nicht: gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Miſſethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig seyn. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da dit die Stunde haft bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder schen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preisen, was du mir fünftge Woche gibst; du wirst es in der That beweisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Nath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, geb. 1671, 1756. 3. Hat mich bei meinen Wochen: tagen das liebe Kreuz auch mit befucht, so gibst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. Sonntagsabendlied. met. Nun sich der Tag geendet hat z. 4. Nur Eines bitt ich über al 557. Nun bricht die finstre Abendlieder. Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede vor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du sichst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; brum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig seyn. 311 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig seyn. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge schehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu verfehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sich meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. Mel. D Welt, ich muß dich lassen 2c. 558. Der Sabbath ist vernach Herzenswunsch erfüllt; Gott gangen, ich habe mein Verlangen hat mich unterweiset, mit Lebensbrod gespeiset und meiner Seele Durst geſtillt. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam seyn. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Nuh; v Bater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sey. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Nuh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. Odu dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist er= schienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumnt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, geb. 1672, 1737. 9. Gib Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßreden, der unbedacht, hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefält, fo hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. TOG Haus- und Ehestand. Mel. We Gott zum Haus zc. 559. Wohl dem, der in Gotts Furchte steht und auch auf seinem Wege geht; dein eigen Hand 312 dich nähren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deim Hause seyn, wie eine Neb voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen gesund und frisch. Haus- und Ehestand. 3. Sieh, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenfindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerufalem, für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein und mit Güte stets bei dir sein, daß du sehen wirst Kindeskind, und daß Israel Friede findt. Dr. Mart. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Wie schön leuchtet zc. 560. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande da dein Segen ist, im Stande, heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wann sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt bei sammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem da wie der Hauf im Himmel felbst sich freue; fein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Neben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Seyd gutes Muths! wir find es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen. Jedennoch wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. König wird behende machen, daß Leide, meide nur ein wenig; unser die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! gib Nath im Kreuz, in Nöthen Nuh, in Aengsten Trost und Freude; des sollt du haben Nuhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. und of Mel. Werde munter, mein 2c. 561. Wer den Ehstand will erwählen, daß er ihn bei guter Ruh, ohne Sorge, Gram und Quälen möge glücklich bringen zu, fange es mit Beten an; so ist es recht wohl gethan, und Gott wird es also fügen, daß es beide kann vergnügen. 2. Dann ist es wohl angefangen 313 ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. Haus und Ehestand. wenn Gebet und reifer Nath beiderseits vorhergegangen; da verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knüpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen bringet Ehre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht die Heirath an, wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. Mel. Wo Gott zum Haus zc. 562. Wohl einem Hauß, wo Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! Mel. Schwing dich auf 2c. 563. Fang bein Werk mit Jesu an Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu Morgens auf, geb mit Jesu schlafen; führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang seyn, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer seyn stets in deinen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! Christ. Carl. Ludw. v. Pfeil, geb. 1712,+1784. 6. Wohl, wenn die Elterngläubig sind, und wenn sie Kind auf Kindeskind versäumen nicht am 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüthen; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, o so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben: endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein 314 Sach sey dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Jesu, in deim Namen, laß es doch seyn wohlgethan! Darauf sprech ich: Amen! Haus- und Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 564. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Haufe seyn; gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus Allen; dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Haufe möge fehlen. Neiche gleiche Seelenspeise auch zur Neise durch dies Leben uns, die wir uns dir er geben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen seyn bereit, voll Dehmuth, sanft und linde. Liebe übe jede Secle; Keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet scyn auf ine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüthe, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Neichthums böje Gäste: denn wenn das Herz an demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersezzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und oben dich in deinem Hauſe Carl Johann Phil. Spitta, geb 1801. og Mel. Werde munter, mein 2c. 565. So Porge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und berathen. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund zugeeignet als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchen Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgez kürzt; aber deine Batertrene bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet seyn und Haus und 3 mit dankbarem Gemüthe solchen Glücks- und Segensschein rühmen und für Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammlen Andre große Schäbe, suchen in der Welt ihr Heil, daß fie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in feiner Noth und in keinem Kreuz verberben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schüßze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins fühle Grab versenken und bie Seligkeit uns schenken. Ehestand. 2. Verzeihe mir die Miſsethat, die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 315 3. Gib mir ein Herz, das dankbar scy und meiner Eltern Eifer schen, nicht thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerleget. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Bater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sey dein Nam gechret! Ludw. Heinr. Schlosser, geb. 1663,+ 1723. 4. Laß oft mir kommen in den Einn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gib meinen Eltern Fried und Nuh, es decke sie dein Segen zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen, bes Hüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Neich der Ehren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Mel. Machs mit mir Gott 2c. 567: Herr, mein Vater, dein Gebot sei mir ins Herz geschrieben: den Eltern sollst du bis zum Tod gehorchen und sie lieben, o dieser lieben theuren Pflicht vergesse meine Seele nicht. 2. Von meiner ersten Kindheit an erzeigten sie mir Gutes, mehr als ich je vergelten kann, erzeigten sie mir Gutes. Noch immer sind sie für ihr Kind so zärtlich noch, so gut gesinnt. will ich sie weil auch wieder zärtlich lieben gern ihnen folgen und sie nie erzürnen und betrüben; so werd ich ihre Freude sein, und einst, o Gott, auch ewig dein! Kindes Fürbitte. Mel. Mit meinem Gott geh ich zc. 566. frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden haft gegeben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Leben. 316 Freundschaft. Freundschaft. Mel. Jeju meines Lebens 2c. 568. Herr, ich bitte dich, erwähle mir aus aller Menschen Meng eine fromme, heilge Seele, die an dir fein kleb und häng, auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hülfe leiste, Trost, der in der Noth besteht, Hülfe, die von Herzen geht. 2. Laß mich Davids Glück erleben, gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. DO wie groß ist meine Habe, o wie köftlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß dich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert. 4. Gute Freunde find wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! der hat einen schweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 5. Nun, Herr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab! Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Obrigkeit. Mel. In dich hab ich gehoffet ze. 569. Da er du kannst nichts als gütig seyn, du wollest deiner Güte Schein, o Herr, all denen gönnen, die sich mit Mund und Herzensgrund allein zu dir bekennen. 2. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unsres Landes Krone; laß immerzu seyn Fried und Ruh auf seinem Stuhl und Throne. 3. Halt unser liebes Baterland in deinem Schoß und starker Hand, behüt uns allzusammen vor falscher Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen. 4. Nimm all der Deinen eben wahr und treib, o Herr, die böse Schaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 570. heilige Dreieinigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die Obrigkeit. deine treue Baterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Nemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg Rudolstadt, geb. 1637,+ 1706. 317 8. Er fördre freudig deinen Ruhm, und denke stets daran: auch sein Land sei dein Eigenthum, und er dein Unterthan. Mel. Ich finge dir mit Herz und Mund 2c. 571: Gott, deiner Stärke freue sich der Kaiser allezeit! Sein Auge sehe stets auf dich! seyn Herz sei dir geweiht! 9. Um seinen Thron sei immerdar Necht und Gerechtigkeit; beschütz ihn mächtig in Gefahr, wenn Feindesmacht ihm dräut. 10. Er wünsche nie der Helden Nuhm, doch zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigenthum, so folg ihm Muth und Sieg. 11. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, das er erreichen soll: Herr mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 12. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht; erhör uns Gott, dann jauchzen wir, und preisen deine Macht. Gramer, geb. 1723, † 1788. 2. Begnadiget mit deiner Kraft, und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er bir geben soll. 3. Der über Christen Gott von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, ein rechter Mensch und Christ. 4. Groß und voll Müh ist seine Pflicht, und er ein Mensch wie wir; ach, er bedarf vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 5. Sei du sein Licht, sein Hort, sein Schild, laß ihn dir ähnlich sein! Laß menschenfreundlich ihn und mild sein Volk wie du erfreun. 6. Er zeig auf seinem Throne sich als deinen treusten Sohn, dem Laster sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn. Mel. Gott erhalte Franz den 2c. 572* Gott! du theilft von deiner Fülle allen Landen reichlich aus: Gnadenworte, Friedensstille über Kirche, Schul und Haus! Samen, Erndte, Sonnenschein, Regen, alles ruht in deiner Hand. Mit dem besten deiner Segen, segne unser Vaterland! 2. Die am Hirtenstab uns führen, ihnen sei dein Wort gewährt, die uns schüßen und regieren: rechte Wage, starkes Schwert! daß sich Güt und Treu begegne, Friede und Gerechtigkeit. Herr! regiere, stärke, segne, segne unsre Obrigkeit. 3. Gott verleihe Heil und Leben dem Gesalbten auf dem Thron! Deinen Geist laß ihn umschweben, sei sein Schild und großer Lohn! Mehre seines Stammes Reiser in die fernste Zeit hinaus, leite, segne 7. Beglückter Völker Liebe sel sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei gen Himmel wider iha! 318 unsern Kaiser, segne unser Kaiserhaus. 4. Herr! so lang am Himmelsbogen deine Sonne seguend steht, Herr so lang auf Land und Wogen deiner Allmacht Odem weht; Herr! so lang hier Pilger wallen hin zur Heimath allzugleich: Schau herab mit Wohlgefallen, fegne unser Desterreich! Krieg und Friede. Bernhard Friedrich Wehrenfennig. geb. 1805,+ 1855. Me 1. Herr Christ der einig Gottes 2c. 573* Au Obrigkeit Gott ſetzet als seine Ordnung ein, wer sie da für nicht schäßet, wird ohne Straf nicht sein. Man soll in Ehren halten, die Gottes Stell verwalten, der sie drum Götter nennt. 40 2. Was sie Amtshalber heißen, muß man nicht weigern sich, Gehorsams zu befleißen, wärn sie gleich wunderlich. Gott kann ihr Herz bald lenken, damit sie doch bedenken, daß sie sein unter ihm, 3. Und daß sie von dem Leben, was hier durch sie geschicht, Gott Rechenschaft einst geben dort müssen vor Gericht. Auf daß von ihnen werde ihr anvertraute Heerde geliebet und gepflegt. 4. Durch sie uns Gott verleihet Nuh, Sicherheit und Schutz, wir sind durch sie befreiet von böser Lente Truß. Daß alle, die uns hassen, zufrieden uns doch lassen, das schafft die Obrigkeit. Eigne Melodie. 574. Verleihuns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Dr. Martin Luther, geb. 1483,+ 1546. Schoß, Schatzung, Dienst und 5. Daher ihr auch gebühret Pflicht, denn was ihr Amt mitfühsoll mans auf Begehren ohn Mur= ret durch solches wird verricht, und ren und Beschweren entrichten williglich. 6. Wenn man zu Dienst nur stehet vor Augen und zum Schein, daß man der Straf entgehet, da ist das Herz nicht rein. Der hat ein gut Gewissen, der stets dahin beflisfen, daß er die Obern liebt. 7. Ach Herr, verleih uns allen, daß wir nach deinem Wort, den Obern zu gefallen sein willig immerfort, daß wir als treue Glieder dem Haupt nicht sein zuwider, das für uns sorgt und wacht. 8. Gott, der du uns gegeben im Leben und deiner Furcht allzeit. christliche Obrigkeit, erhalt sie lang Gib ihr auch Kraft und Gnade, daß Sünde, Schand und Schade durch sie werd abgewandt. Krieg und Friede.no mist Mel. Nun Lob, mein Seel 2e. 575. Gott Lob! nun ist ers schollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sol len die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf! und nimm nun wieder dein Saitenspiel her Krieg und Friede. por, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüthe und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Stras und großen Zorn, weil fiets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sünden- Dorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Ruth, und dennoch muß man fragen: wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 319 Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 3. Sey tausendmal willkommen, du theure, werthe Friedensgab! Jebt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 6. Ach, laß dich doch erwecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als der letzte Schreckendich schnell und plößlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sey unerschrocknes Muths; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts; er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt bei Gott ihr leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Me 1. Herr, wie du willst zc. 576. Herr, der du vormals haft dein Land mit Gnaden angeblicket, und des gefangnen Jakobs Band gelöst und ihn erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; je 4. Das drückt uns Niemand besser in unsre Seel und Herz hinein, all ihr zerstörten Schlösserund Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber voller Leichen und tapfrem Heldenschweiß von Männern, derengleichen auf Erden 2. Herr, der du deines Eifers Gluth zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz! ach unser Heil! nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geh in dein Herz und denke nach was Gott bisher gesendet, das haft du ausgelacht. Nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Frende haben? Ach, genß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. Krieg und Friede. 320 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Nuh und alles Unglücks Ende. 6. Ach), daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Noth nach Wunsch und also enden, daß sein Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 577. Herr Gott, dich loben wir, regier Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Gluth in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danfen dir. 6. Herr Gott, dich loben wit, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Baterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenſtamm und bes sen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Mißwachs und Theuerung. Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, 321 o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir. Jobann Franck, geb. 1618, † 1677. Mißwachs und Theuerung. Mel. Jeju, bilf siegen 2c. 578. Christen erwarten in al lerlei Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stür men und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsichtes Land; wenn fie bekümmerte Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Nechten und Linken, hauet und frisset das blinkende Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verz klärt. Wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen sie Gottes Gerechtigkeit loben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen uns Schlossen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hitzigem Schein; kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Nathe des Höchsten verborgen, wann und wo Jedem sein Ende bereit; sind es nicht alles unnöthige Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen! men, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfechtung und Noth duldest, und wisse, was Gott will erquicken, muß erst mit Jesu durch Leiden und Tod. Willst du mit leben, so mußt du mit sterben; anders kann Keiner den Himmel ererben. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir einstens auf ewiger Weide unter den Engeln und Menschen zu Theil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sammeln dieSchaaren der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wann er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hülfe nicht sichtbarlich schaue. Christian Ludw. Edeling, † 1742. 5. Zweifel und Sorge geziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Secle, verlangst du, zur Ruhe zu komDesterr. Geigbch. In Dürre. 186 Mel. Adh, Gott vom Himmel ic. 579. Ach Herre, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet, mit unsrer Sünd und Missethat, 21 322 daß unser Feld nicht grünet, daß Vich und Menschen traurig seyn; wenn du zuschleußt den Himmel dein, so müssen wir verschmachten. Mißwachs und Theuerung. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gib Negen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsre Noth doch stillen vom Himmel mit dem Negen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich kann er nicht regnen. 4. Es steht in feines Andern Hand, daß er sollt Negen geben; den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein; solchs kannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster! Bei anhaltender Nässe. Mel. Ach, Gutt vom Himmel 2c. 580. Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, und kannst hinwiederum behend das Sonnenlicht erwecken: halt doch mit vielem Regen ein, und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. kenne, der du krankheit auf mich legst und des Leidens Hiß erregst, daß ich davon glüh und brenne: brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert und der 2. Die Felder trauern weit und breit; die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben; bu zeigest uns, was wir gesollt; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Tren, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält sich so hart dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sey im Himmel und auf Erden. Krankheit und Seuchen. GO Gigne Melodie. 581. Gott, den ich als Liebe mals kommt von dir. 105 Liebe Negung mindert, die mir oft2. In der Schwachheit scy du kräftig, in den Schmerzen sey mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krankheit streng und hef tig; denn was jetzt den Leib bewegt Krankheit und Seuchen. was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jeßt nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott von dir. Mel. D Welt, ich muß dich zc. 582. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlichs Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Nuhe in mir mindern, unterstüße du das Herz. 323 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Nuh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geiſt noch kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 6. Hilf mir, daß ich ganz beschei= den, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Le= ben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich feftiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter, geb. 1676,+1711. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenfen, und was mir gut ist, wird geschehn. ( 191992 Chrifti. Fürchteg. Gellert. geb. 1715, 1769. Mel. Herr Jesu Chrift, du zc. ans 583. D frommer und getreuer Gott Aller, die auf dich hoffen! Es hat uns eine große Noth durch deine Hand getroffen. Dein Zorn der 21* Allerlei gemeine Noth. 324 drückt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt mit schwerrer Krankheit nieder. 2. Du bist gerecht, und dein Gericht kann unser Keiner strafen; von wegen unsrer Sünd geschicht, daß wir so schnell entschlafen. Ja unsre große Missethat dich so gar hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. 3.Herr, vergib, und straf uns nicht im Zorn so gar geschwin: de; kehr doch dein Baterangesicht zu deinem lieben Kinde. Laß fallen den gerechten Grimm, zu Gnaden uns aufs Neu annimin um deines Namens willen. 4. Sieh, Herr, wie wir betrübet gehn, kraftlos, mit Furcht umge= ben, in Angst und großen Sorgen stehn, und in viel Kummer schweben. All unsre Nahrung welket sehr; Lehramt und andre OrdEigne Melodie. 584. Wenn wir in höchsten Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Nath, ob wir gleich sorgen früh und spat: Allerlei gemeine Noth. 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Nettung aus der Angst und Noth, nung mehr geht nicht in vollem Schwange. 5. Laß ab von uns mit deiner Ruth, thu deinen Grimm aufheben; was hast du Nuß an unserm Blut? du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahrheit fest, der seinen Zorn bald fahren läßt, wenn man dich herzlich bittet. 6. Dein Will gescheh; wir bitten all, in Noth uns nicht verlasse; hilf uns nach deinem Wohlgefalln, du weißt die rechte Maße, und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hicrin soll Hülf geschehn, des wolln wir dir vertrauen. 3. Und heben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Heu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung. 7. O heilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sollen, stärke, daß man des Glaubens Nitterschaft an ihrem End vermerke, und sie also mit Fried und Freud den Abschied nehmen aus der Zeit in Christo, unserm Herren. 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten bich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unser Noth, weil wir jetzt stehn verlas sen gar in großer Trübfal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unser Sünden groß, sprich uns derselb'n aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach ung pon allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden dan Allerlei gemeine Noth. 325 ken dir, gehorsam seyn nach dei- bei Tag und Nacht auf deine Güte nem Wort, dich allzeit preifen hie und dort. Paul Eber, geb. 1511, † 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 585. Nimm von uns, Herr, du trener Gott, die schwere Straf und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und thenrer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. * Jinst 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist auf Menschen Hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpjen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten; wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer. Amen! Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sey. 4. Gedenk an deins Sohns bit tern Tod, sieh an sein heilig Wunden roth, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord, verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir seyn. Martin Moller, geb. 1547, † 1606. Mel. Da Christus geboren war zc. 587. Trener Wächter Israel, des sich freuet Leib und Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit: o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr, hilf, ach hilf, schütz deine Ehr; wir ver= derben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 586. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen 326 Gluth, wiederbracht das höchste Gut. Vom Tode. 4. Sizest jetzt ins Vaters Neich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abfchlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Nuhm dir erkauft zum Eigenthum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Zittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Troßz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir Hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Notten trenn, daß dich alle Welt erfenn, aller Herren Herren nenn. Eigne Melodie. 588. Mitten wir im Leben find mit dem Tod umfangen; wen fuchen wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unser Misse 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuren kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 10. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! so wird dein Bolk freuen sich, dafür ewig preisen dich. sidando Sechste Abtheilung. Von den leßten Dingen Vom Tode. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Heiliger Herre Gott, heiliger, star= that, die dich, Herr, erzürnet hat. fer Gott, heiliger, barmherziger heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrieleison! 327 wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk kömmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. Vom Tode. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Nachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? das bist du, Herr, als leine. Es jammert dein Barmhergigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth. Kyrieleison! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn flichen hin, da wir mögen bleiben? zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. Eigne Melodie. 8. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, thu dich befinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu 589. D Welt, ich muß dich las- Gott bekehren und von ihm Guad sen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewig Vaterland; mein Geist will ich aufgeben, darzu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädig Hand. begehren, im Glauben sey du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst all irdische Sachen sollt du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende; wohlan, zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes zc. 590. O Mensch, bedenk zu dieser Frist, was dein Ruhm ist auf 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott abzogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glanben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sey. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen 328 Vom Erden; denn nicht allhie dein Bleiben ist, du mußt zur Leiche werden. Es ist dein Leben wie ein Heu, und fleugt dahin, gleichwie die Spreu, welche der Wind verjaget. 2. Gedenk, du bist hier nur ein Gast und kannst nicht länger bleiben; die Zeit läßt dir kein Nuh noch Nast, bis sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, das dir Christus hat zugewandt, durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen gegeben: dazu der Engel Brüderschaft, ein gar herrliches Leben; mit solcher Wonne, Freud und Luft, die auch kein Mensch hat hie gekost, noch je ein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund und solches wohl betrachten. Die Luft der Welt geht bald zu Grund; die sollen wir verachten und warten auf das höchste Gut, das uns ewig erfreuen thut. Das helf uns Christus. Amen! Joh. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 591. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deines Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bitter Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht. all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht mehr b'sinnt, und mir all Tode. menschlich Hülf zerint: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel voni Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der Erd sein Nuh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Urständ mir verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sey und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Reich, da soll er dann mit mir zuBand und ihn mitnehmen in mein gleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! Schuld; hilf, daß wir warten mit 8. Ach Herr, vergib all unser Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, beim Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, geb. 1511,+1569. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 592. In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, ja Christi Blut und Som Tode. 329 G'rechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd Nikolaus Hermann, † 1561. Eigne Melodie. eingehn; mit Fried und Freud ich 594. Herr, wie du willst, so allschicks mit mir im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben; erhalt mich nur in deiner Huld! sonst wie du willst, gib mir Geduld; dein Will der ist der beste. zeit bin. 3. Dank hab, mein Tod! du führest mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein; Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, geb. 1511, † 1569. 2. Zucht, Ehr und Tren verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falEigne Melodie. 593. Wenn mein Stündlein scher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligfeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse; mein Seel an meinem lebten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bez wahren. 2. Mein Sünd mich werden kränten sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Soll ich einmal nach deinem Nath von dieser Welt abscheiden, verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Amen! Casp. Melissander, geb. 1540, † 1591. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit dei= nem Cod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Tod's Furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir Eigne Melodie. 595. O Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, darauf du dein Blut haft gewandt. 3. Zur Neis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das 330 Leiden dein in meiner lopten Todespein: dein Blutschneiß mich tröst und erquick; mach mich frei durch dein Band und trick. Vom Tode. Glanz und ähnlich sei deim klaren Leib auch gleich den lieben Entgeln bleib. 5. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß sein mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Sallentrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. 14. Wie werd ich dann so fröhlich seyn, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schaar ewiglich schaun dein Antlizz klar. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu Gut, bewahr mich vor der HölMartin Behemb, geb. 1557, † 1622. Eigne Melodie. len Gluth; die heiligen fünf Wun- 596. Valet will ich dir geben, den dein laß in Augst meine Zuflucht sein. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. du arge, falsche Welt! Dein sündlich, böses Leben durchaus mir nicht gefällt; im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier: da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 18. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß seyn mein Wanderstab, mein Nuh und Rast dein heilig Grab; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider sein. 13. Alsdann mein Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll 2. Rath mir nach deinem Herich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden set mich in dein Erbgut. Muth, laß selig mich abscheiden, 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich seyn. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner coth, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut't zu todt. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offue Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 10. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am jüngsten Tag erweck mein Leib; Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe 5. Schreib meinen Nam aufs dein Gericht, welchs das erschreck- Beite ins Buch des Lebens ein, und lich Urtheil spricht. Bündlein ein der, die im Himmel bind mein Seel gar feste ins schöne grünen und vor dir leben frei; so Vom Tode. 331 ander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wen den zu dir, Herr Christ allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein Eigne Melodie. 597. Herzlich thut mich verlan Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich singen: Gott Lob! es ist vollbracht. Christoph Knoll, geb. 1563,+ 1621. will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sey. Valerius Herberger, geb. 1562,+ 1627. gen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust, abzuschei= den von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm mur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn granen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu 3. Obgleich füß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seel fährt hin, des fren ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? Mel. Herzlich thut mich zc. 598. Ich hab mich Gott ergeben, den liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden seyn. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 2. Mein Weg geht jeßzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 6. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! trauert nicht allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit ein3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen; ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig 332 Vom ja in Acht! In Gottes Fried und Freude, fahrt mir bald alle nach. Johann Siegfried, geb 1564, † 1637. Eigne Melodie. 599. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in mei nem Leiden; versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Jst alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr; du wirst mich nicht verderben; ach, du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben, verlassen meine lieben Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Nuht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwin get, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur einThränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Nettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig ſeyn, weil ich ſo wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Job. Herm. Schein, geb. 1586, † 1630. Mel. O Jesu Chrift, meins 20. 600. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut erlöst. Tode. 2. O Gott Bater! regier du mich mit deinem Geist beständiglich; laß deinen Sohn, mein Trost und Leb'n, allzeit in meinem Herzen schweb'n. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir seyn. 4. Herr Jesu Christe, hilf du dir, und nachmals mit dir aufermir, daß ich ein Zweiglein bleib an steh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. Nach Pb. Melanchthons: Nil sum, nulla miser novi solatia. Von Joh. Leon, um 1607. Eigne Melodie. 601. Herr Gott, mun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel müd gestritten, schick mich fein zur sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich ewgen Ruh; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. hast, hab ich mit wahrem Glauben 2. Wie du mir, Herr, befohlen mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen saal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. zum 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren, wird ren mit Kron und Ehr, will sonst mich recht führen, im Himmel zienichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Michael Altenburg(?), geb. 1583, 1640. Vom Tode. Eigne Melodie. 602. Christus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dan nen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm seyn. 333 sein Weg ein End mög han: so hab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Nosen stehen unter Dornen spizig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestümen Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mir Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamm gebricht! 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Nath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, laffen uns bei keinem Muth. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag: wann wir nur geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. 7. Und laß mich an dir kleben und bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Simon Graf(?), geb. 1603,+ 1659. Eigne Melodie. 603. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, müh sich findt an allem End; unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sey du jetzt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach, sey du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlaſſe. 7. In dein Seite will ich flichen auf meim bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in mein himmlisch Vaterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 4. Ob mir schon die Augen 334 brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine Zung nichts mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. Vom Tode. 9. Fren dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sehn in Ewigkeit mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Gaſpar von Warnberg, um 1620. Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. 604. Herr, num laß in Friede, lebenssatt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsschaa= ren, selig und im Stillen, doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns seßt in Frenden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfct, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen, mit der Christen Haufen über Sünden klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig seyn von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Scepter träget, eine schöne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergötzet und zur Ruh gefeßzet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kams mer; da liegt aller Jammer; fröh lich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Todten werden erstehen von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. und Ehre bringen, rühmen seine 10. Ihme will ich singen, Lob Güte mit Seel und Gemüthe, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen! Dav. Böhme, geb. 1605,+ 1657. Eigne Melodie. 605. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Trost und Nath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Toderingen? wenn allen Sinnen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Vom Tode. Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem Gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 335 Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 4. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich mein wahres Theil in deinen offnen Wunden finden. Hier lach ich aller Macht und Noth; laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jeßzt kann ich keines Andern seyn. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. 5. Die frommen, heilgen Seelen, sie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbes wohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in glei ches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. Mel. Herzlich thut mich zc. 606. Ich bin ein Gaft auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu..bil 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Her zens zugebracht. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu derheimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Bater trösten wird, 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Nath. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und 8. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihn wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je minder find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzelcid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 11. Was icy bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn 336 Vom mein Ziel ausgemessen, so tret ich denn hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. d12. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst Andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun, und frei von allen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Eigne Melodie. 607. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zei= ten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichfeiten. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nich tig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat liebgewonnen und manch schönes Werk erfonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es Tode. kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist gleichwie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck, geb. 1609, † 1667. Mel. Ich hab mein Sach Gott zc. 608. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzens Grund, wie schweigt davon der träge Mund! Traum, ein nichtger, leerer Was2. Das Leben ist gleichwie ein serschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dicses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich trauc dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Nuh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet TR Vom Tode. mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das seyn, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joach. Neander, geb. 1640,+ 1680. 337 ber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken; es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen Jammer, der mich troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen; es Andreas Grypbius, ist vollbracht! geb. 1616, 1664. Del. Es ist genug 2c. 609. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden; ich sehne mich, von hier zu scheiden; es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeinehuld! gebüßet, und in Jesu Wunden hab ich die rechte Freistatt funden: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! weg Krankheit, Schmerz und Pein! weg Sorgen! weg Verdruß! Sein Golgatha foll mir ein Thabor seyn; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von Beschwerd und Banden gehen; es ist vollbracht! Mel. O Welt, ich muß dich zc. 610. Die Herrlichkeit der Erden muß Nauch und Asche werden; nicht Stein noch Erz bestehn. Was uns hier kann ergößen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und diefer Mund erblichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan. 3. Es hilft fein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein euges Grab zu weit. 4. Dieß alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nüßen; dieß alles stirbet, wenn man ſtirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womitwir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt in Trümmer fällt? 6. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese 22 4. Es ist vollbracht! hier schweb ich frei von Noth; wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrod und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! der Leib mag immerhin der Würmer Speise seyn; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Gott wird mein Fleisch und Bein, wenn er die GräDefterr. Gejgbd. 338 Welt, die eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehens fällt: Vom Tode. 7. So wachsen wir auf Erden und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns befinnen, der Erden sagen gute Nacht. anita 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Stromverflossen, und wessen wird das Künftge seyn? 10. Verlache Welt und Ehre sammt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen kann. 11. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, geb. 1616, † 1664. Eigne Melodie. 611. Es ist genug! so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemach schon reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte fehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet: es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gotte trennet, was täglich mein Gewissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund ge= macht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mitThränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Wann ists genug? 4. Es ist genug! wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz, ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Bruft abnaget, zurücke legt und zu mir saget: es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kömmt, nun gute Nacht, o Welt! ich fahr ins Himmelhaus, ich fahre sicher hin im Frieden; mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! Franz Jvachim Burmeister,+ 1668. Mel. Liebster Jesu, wir sind z 612. Liebster Bater, soll es seyn, daß ich heut an diesem Tage lestmals mit Gebet erschein und dir meine Noth vortrage, ach, so richte meine Sinnen nach den hoHen Himmelszinnen. 2. Tausend und viel tansendmal sey, o Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sey deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Neich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kom Vom Tode. men, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Tarum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Neich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, só mich soll davon abkehren. Komm, o König, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 7. Täglich Brod und mancherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Bater, mild und treu nair Zeit Lebens auch bescheret. Nun du Himmelsbrod willst geben, laß ich gern dieß arme Leben. 12. Mach mich alles Nebels los, gib der Sündennoth ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und fannst, erlösen. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüthe. 339 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist der Himmelskönig. Zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nie vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. 9. Nun, o Vater, laß du mir alle Schulden seyn vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Bater, haft geheißen. Aller Born und Nach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch Niemand hassen. Mel. D Herre Gott, dein göttlich zc. 613. So komm, geliebte Todesstund, komm, Ausgang meiner Leiden; ich seufze recht von Herzensgrund nach jenen Himmelsfreuden. Ach, liebster Tod, komm bald heran, ich warte mit Verlangen, in weißen Kleidern angethan vor Gottes Thron zu prangen. 2. Ihr schwachen Glieder scheut euch zwar, so früh enseelt zu werden; die Seele selber kann nicht gar ohn alle Pein der Erden, darinnen sie bisher gelebt, den letzten Abschied ſagen; bald ist fie freudenvoll, bald schwebt ſie wieder voller Zagen. 3. Doch, Jesu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich, Lebensfürsten, finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Leben, mein Berlangen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem Licht umfangen. 4. Drum sterb ich nicht in diesem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kurs zer Noth ist dort ein ewig Schwe22* 11. Nückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß fie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du Beit Ludwig von Seckendorf, geb. 1626. † 1692. 340 ben voll Herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligkeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. Vom Tode. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen, und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen. Der letzte Schritt zur Seligkeit geschicht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? 6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib der Erben, wirf alles Eitle willig hin; die Erd muß Erde werden. Die Seele bleibt in Gottes Hand in ewigem Vergnügen, das Menschenweisheit und Verstand zu fassen nicht genügen. 7. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind unverloren; der Leib wird nur der Last befreit und himmlisch neu geboren. Denn was man hier ver weslich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald es aufersteht, voll Glanz und Schönheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwachen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Zahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder kleiben, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, beschaue Gott in Frenden. 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir find und ewig Heilig! singen. O Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärten Leibe sich vor Gottes Stuhl vermählen. 10. Gott selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich erquicken; ihn werde ich in seinem Licht zur Wonne mir erblicken. Und was all meine Lebenszeit von ihm mir Guts geschehen, das wird imlicht der Ewigkeit vor meinen Augen stehen. Phil Jak. Spener, geb. 1635, † 1705. Eigne Melodie. 614. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. End bedenken, und wenn ich ein3. Herr, lehr mich stets mein mal sterben muß, die Seel in Jeſu Wunden senken und ja nicht ſparen meine Buß. Mein Gott, ich mit meinem Ende gut. bitt durch Christi Blut, machs nur 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit fey vorge stellt. Mein Gott ich bitt durch 341 Met. Jesus, meine Zuversicht 2c. 615. Liebster Jesu! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß kämpfen, wenn der Tod die Glieder bricht, hilf, daß ich ihn möge däm= pfen und durch deinen Kreuzestod überwinden alle Noth. Vom Tode. Chrifti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesuzu, darin ich mich fest glaubig winde; das gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, macho nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Jch habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; daher bist du mir auch ge= wogen, hast mich zum Kind genom men auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 2. Trener Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwahen; ja, du hast dich mir verpflicht, daß du willt mich selig machen; meine Kräfte neigen sich, o mein Jeſu! stärke mich. 3. Starker Jesu! laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; und die Sünde macht mir bange; mich erschreckt zwar das Gericht, aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jefu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du fichst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß sie mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zu. 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch sie aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Bach. Herrmann, geb. 1643, † 1716. 11. Ich leb indeß mit dir vergnüget und sterb ohn alles kümmerniß; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Mel. Wer weiß, wie nahe zc. Christi Blut machst dus mit mei- 616. Ich sterbe täglich, und nem Ende gut. mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen Nem. Juliane v. Schwarzburg. Rudolstadt(?), geb. 1637,+ 1706. 342 lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär! Vom Tode. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Burm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Neich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig UnMel. Jesus, meine Zuversicht 2c. glück oder Glück hängt nur an eis 617. Meine Lebenszeit vernem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. gesegnen, so segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen mir bes gegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich seyn. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig seyn. 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen seyn. Doch schlage nur mit Baterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wann der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Ange, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! BerschlieBen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht Benjamin Schmolck, geb. 1672, 1737. streicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. Bom Tode. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich; Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 343 Freuden faßt nie ein sterblich Herz. Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sünder den Kelch des Todes trank. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bercit, es Gott zu geben, wann er, ihr Herr gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Aus dem bayr. Gesangbuch v. 1811. Mel. Valet will ich dir zc. 618. Die auf der Erde wallen, Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. die Sterblichen sind Staub. Sie 619. Geht nun hin und grabt blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme rust; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spöt: ter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einft mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden sind nur Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in wette Ferne, reise 344 hin zu jenem Glauz, worin ihr er bleichet ganz. 6. Jhr, die nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig seyn. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu Gut. Vom Tode. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt; hochyvom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moriz Arndt, geb. 1769. Tod und Begräbniß von Kindern. Me 1. Ermuntre dich, mein 2c. 620. Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Necht an bir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich sollst seyn meines Hauses Zier; wollte sagen: Bleib bei mir; du an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. es gut; Gott aber meints noch bes3. So sagt mein Herz und meint Muth; in Gott ist sie noch größer. fer. Groß ist die Lieb in meinem Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem will, daß er nah an seinem Thron Sohn; und der mir ihn gegeben, im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rath, o schönes Wort, und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann Keinem Leid ges schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. also: ich will nicht um dich wei7. Nun es sey ja! und bleib nen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Nuh, da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit Vom Tode. Andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerbardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Herzlich thut mich zc. 621. So hab ich obgesteget; mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich). 345 heit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 2. Denft, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seyd doch unbetrübt. 3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jetzo wei= net und gar so kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 8. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts! er hat es Necht, bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand. Daß es so bald geschehen, thut Gottes Baterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die SchwachMel. Es ist genug zc. 622. Zeuch hin mein Kind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Jch leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind. 2. Zeuch hin, mein Kind; der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg; da= rum befiehlt er dir, jetzt wieder ab 346 zuziehen. Zeuch hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! Vom Tode. 3. Zeug hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Nuh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. Zeug hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du fichest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast im Herren überwunden: zeuch hin, Gottfr. Hoffmann, geb. 1658,+ 1712. mein Kind! Ende, bedenke deinen Tod, der Tod kommt oft behende, der heute frisch und roth kann morgen und ge= schwinder hinweg gestorben sein, drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. der Höllen Angst und Leid; daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird verpflegt, dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten, und deinen Nichterstuhl, laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Mel. Ach Herr, mich armen 2c. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 623* Bedente, Mensch, das 624. O Mensch, gedenk ans Ende! willst du nichts Ulebels thun, der Tod bringt oft behende das allerletzte Nun. An einem Augenblicke hängt ewig Wehl und Weh, drum denke wohl zurücke, wohin dein Ende geh. 2. O Mensch, gedenk ans Ende! wer weiß ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende, drum mache dich bereit, wenn du sollst Nechnung ge= ben von dem was du gethan, damit dein eigen Leben dich nicht verklagen kann. 3. Mensch, gedenk ans Ende! 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran, und wird den Lohn bekommen nach dem, was er gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, B. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Vom Tode. flirb stets den Sünden ab, gib dich in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt dich an Christi Blut! Stirbst du in Jesu Wunden, so ist dein Ende gut. B. Schmolck, geb. 1672,+ 1737. Mel. eigene, oder: Jesus meine Buversicht 2c. 347 nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unferm Heil. 5. Der Tod bringt Seelen vors Gericht, da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Nath der Herzen offenbar. 6. Weil denn der Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, und forsche nach, ob du ein Christ durch Glauben und durch Tugend bist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein: dieß macht dich nicht von Sünden rein. 625 Sterblicher, du gehſt vorbei, wo man mich hat hingeleget, ich und du sind einerlei, wenn man dich zu Grabe träget. Meine Gruft ist dein Prophet, daß es dir, wie mir ergeht. 2. Dieser Staub ist auch vorhin Fleisch und Bein, wie du, gewesen. Wie ich jetzund Asahe bin, so wird man von dir auch lesen. Man ver gißt im Tode mein, so wird dein vergessen sein. 3. Heute mir und morgen dir, du mußt endlich an den Reihen, darum stirb in Zeiten hier, so darfst du den Tod nicht scheuen. Du hast keine Todesfrist, Mensch, bedenke was du bist! B. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Herr Jesu Christ meins Lebens 2c. 626 Wie ficher lebt der Mensch, der Staub, sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz von Lieb erfüllt, das ist es, was vor Gott einst gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie, du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel nach dem du strebſt, und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 2. Der Jüngling hofft des Greiz ses Ziel, der Mann noch seiner Tage viel, und zu viel Jahren noch ein Jahr, wer längst schon reif zum Tode war. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Codes sein, und wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht, Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, und lehre selbst mich, was der Tod dem unbekehrten Sünder droht. 13. Damit ich lernen mög, ob 348 Vom ich auch dich verchre, Gott nur dich, ob ich auch deinem Rufe tren, ob ich dir ganz ergeben sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, und jeder Sünde widersteh, und gläubig in des Todes Nacht einst rufen könn: es ist vollbracht. Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 627* Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigfeit, dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick, doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Stub nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt, bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfter leidet, das Laster öfter glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergist, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit fein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden, dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Den Golt der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Tode. Wille mein Will und meine Wohl fahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun, dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, daß wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah, da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung in Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Hei lig singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Se raphim, und alle Engel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehu; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies, da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Ers den fand. 11. Da ruft möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: ,, Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du!" D Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Netter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erben doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie Vom nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! ( hr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Tode. 349 Erndtetag, wird er ein neues Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. Mel. Aus meines Herzens 2c. 7. Dir bleib ich, Herr, ergeben, dir, großerLebensfürst; der du mich 628* Der lepte meiner Tage einst zum Leben, zum Himmel führen wirst. Ich harre dieser Zeit getren in deinem Bunde, ich freue mich der Stunde, die ewig mich befreit. 8. Dann geh ich frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn, mir bricht nach kurzem Schlummer ein ewger Morgen an. Heil mir! er ist nicht fern. Der letzte meiner Tage, er kommt und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn! B. Münter, geb. 1735, † 1793. ist mir vielleicht nicht fern, o dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf, ich trete hin zum Throne, und Gott setzt mir die krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt, was fürcht ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn. Damit ich selig werde, entschwing ich mich der Erde, der ich versöhnet bin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft, mich hebt zu höhrer Würde mein Bater, der mich ruft. Sein Bote heißet: Tod! Fr, furchtbar nur den Sündern, willkommen Gottes Kindern, führt mich hinauf zu Gott. 4. Jch, der Gefahr entrounen, geh aus dem Kampf hervor, hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub empor. Da tret ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder, in ihre hohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 629* Jezt leb ich, ob ich morgen lebe, ob diesen Abend? weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, dann kenn und thu ich meine Pflicht, dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Nechenschaft. 5. Gottschaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, bem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. Jch darf zu ihm mich nahn, für meinen Kampf auf Erden von ihm gekrönt zu werden, sein Kleinod zu empfahn. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von ihm gesät. Die Freudenzeit wird kommen, da reif die Erndte steht. Alsdann am 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab, so sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh ers besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht! 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Nuh! Ach, streb und ringe nach dem Himmel, eil einer bessern Heimath zu. Wie bald verfließt die Prüfungszeit, und dann, ach, kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten! Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten, wer weiß obs morgen möge lich ist? Nur dieser Augenblick ist 350 dein, der nächste wird vielleicht nicht sein. 5. Es sei, o Vater meines Lebens, die Warnung: wachet, seid bereit! an meiner Seele nicht ver=gebens, verloren nicht die Gnadenzeit! Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! Sippel, geb. 1744, † 1796. Vom Tode. Mel. Ich hab mein Sach Gott zc 630. Ich bin ein Pilger in der Zeit und walle nach der Ewigfeit, mein Leib ist ein beseelter Staub, ein Gras, ein Laub, und bald, ach bald, des Todes Naub. 2. Bald kämpft mein Leib mit Schwäch und Schmerz, bald freut, bald ängstet sich mein Herz, bald wird ein Unglück, bald ein Freund von mir beweint, dann kommt der Tod, der lezte Feind. 3. Mein Ziel ist dir, o Gott, be kannt, du schiebst es längst in deine Hand. War doch, eh ich geboren war, mein kleinstes Haar vor deinen Augen offenbar. 4. Du, Gott, haft nicht den Tod gemacht, ihn hat die Sünd auf uns gebracht, daß er uns eine Wohlthat ist, das dankt der Christ dir, der du uns so gütig bist. 5. Hilf, Vater, daß er mirs auch sei, hilf, daß ich von der Sünde frei, dir leb in meiner Pilgrim schaft, durch deine Kraft im Glauben fest und tugendhaft! 6. Dir, Gott, dir meiner Tage Herrn, dir leb und leid, und sterb ich gern. Du stärkst mich, wenn mir Kraft gebricht, ich wanfe nicht; Geduld ist ja des Christen Pflicht. 7. So komme, wenn er will, der Tod, und führe mich zu dir, mein Gott! Gib nach dem Leiden dieser deines Sohnes Seligkeit. Zeit, nach Sorg und Streit mir Löwen,+ 1771. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 631* Hinauf, mein Herz, mit den Gedanken! Dein Jesus schließt den Himmel auf, hier läufst du noch in vielen Schranken, dort en det sich dein saurer Lauf. Hinauf zu demselben kommst du hin. zu Gott mit deinem Sinn, denn 2. Erblicke nur den Kreis der Erden als eine rechte Pilgerstadt, die wird einmal verzehret werden, wachst du dann von deiner Nuh, wenn diese Zeit ein Ende hat. Ersag an, o Mensch, wo bleibest du? 3. Der Himmel und die weite Hölle sind dir aus Gottes Wort bekannt, in welchen ehmals seine Stelle der Arme und der Reiche fand, jedoch mit großem Unterscheid: der kam ins Wohl, der fuhr ins Leid. bon 4. Willst du nun auch in Himmel kommen, wo Lazarus in Frieden saß, und wo sein Mund mit allen Frommen der Freude süßen Honig aß, so fürchte Gott, und bleibe rein, hier kannst du schon im Himmel sein. ben, der reichen Güter Ueberfluß, 5. Im Himmel ist das beste Leda will uns Gott viel Gutes geben, das ewig bei uns bleiben muß. Im Himmel wohnet unser Heil, im Himmel ist das beste Theil. 6. Gewöhne dich dann von der Erden, weltmüdes, himmelsehnend Herz, so sollst du hier schon selig werden, und dein bisher erlittner Schmerz wird ewiglich geendet sein, sobald du gehst zum Himmel ein. 351 Glücke hie aus der Welt dort in den Himmel ein. Ach laß, Herr Jesu, bald die frohe Stimm erschallen, daß ich vor deinem Thron soll selig niederfallen. 3. So sei es denn! die dunklen Angen brechen, das Herze stößt, die Sinne werden matt, die Zunge kann kein lautes Wort mehr sprechen, weil ihr der Tod die Kraft benommen hat. Drum sei das lezzte Wort an meinem Lebensende: Nimmi, Jesu, meine Seel in deine Liebeshände! Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Eigne Melodie. 632* Nun, Jesu, schlägt die letzte Lebensstunde, erbarme dich, sonst ists um mich gethan! Nimm diese Bitt aus meinem schwachen Munde, mich aber selbst zu Gnaden bei dir an! Durchstreiche Sünd und Schuld mit Blut aus deiner Seite, so bin ich wohl versorgt, wenn ich von hinnen scheide. 2. Verkürze nur Augenblicke, die bis zum Tod für mich noch übrig sein. Das Sterben führt mich zu dem wahren wengen Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Eigne Melodie. 633. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Dann wird das Lachen werden theur, wann alles wird vergehn im Feuer, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welte Ende. Darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und erund nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kahl bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd einge= zeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sey, wenn du nun wirst er= scheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. neuen. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; da dann gewißlich Jedermann wird hören, nas er hat gethan in seinem gan= zen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet, 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, konum doch, du Nichter groß Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 352 und mach uns bald in Gnaden los von allem llebcl. Amen! Barth. Ringwaldt, geb. 1530, 1598. Eigne Melodie. 634. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: wo seyd ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sey dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mitCymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, tein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Bhil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. Eigne Melodie. 635. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir; mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes trene Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Jm Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. Ehrenburg, sey nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort, wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland; 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit Strahl. hell umgeben, mit sonnenlichtem 7. Wann dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man fingt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. 353 ben; keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht Allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. Joh. Matth. Meyfart, geb. 1590, † 1642. Mel. O wie selig seyd zc. 636. wie mögen wir doch unser Leben so der Welt und ihrer Lust ergeben, und uns selbst scheiden von der Frommen Nuh und tausend Freuden? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein Jeder seinen Lohn soll sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Nath gefunden; dein Kreuz und Leiden führet mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinr. Albert, geb. 1604, † 1668. 4. O was wird er für ein Urtheil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, wenn er wird finden, wie wir hie gelebt in lauter Sünden? Eigne Melodie. 637.Dwie selig jeyd ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu1 Gott gekommen! Ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüste baffen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiDesterr. Gesgbch. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei 23 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 354 dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Eigne Melodie. 638. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit hat nur kein Ziel; sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht vonHerzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuht der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen! Betracht es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! D Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Job Rist, geb. 1607, † 1667. Eigue Melodie. 639. Alle Menschen müſsen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jeju Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird seyn das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5.Da die Patriarchen wohnen, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen fizzet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da insanfter Ruh! der großen Freud und Wonne! jepund gebet auf die Sonne, jeßund gebet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket diese große Herrlichkeit; jepund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 355 lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar! Heilig, Heilig, Heilig! klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Johann Georg Albinus, geb: 1624,+1679. Eigne Melodie. 640. Welt, ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird seyn der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts benn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krankheit los, und der Traurigkeit entnommen, rube sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligfeit. 3. Was ist hier die Erdenfreude? Nebel, Dunst und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Haide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Noth, Müh und Furcht, zuleßt der Tod; aber dort ist alle= zeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O, wer nur dahin gelanget, wo jeßund der schöne Chor in vergüldnen Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? daß ich mich doch mög besprechen mit dem Schönsten für und für. Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jest will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: komme, und nicht: geh. Welt, bei dir ist Angstgeschrei, 356 Sorge, Furchi und Heuchelei; in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Johann Georg Albinus, geb. 1624, † 1679. Eigne Melodie. 641. Jesus, meine 3nversicht und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Aschen werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier franket, seufzt und fleht, wird bort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich seyn. 8. Seyd getrost und hoch erfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627,+ 1667. Mel. Valet will ich dir zc. 642. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, ämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seyd des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Jhr flugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit auchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröthe zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seyd nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone mun vertraut. 357 wahrer Buß bereit, zu leben in der Ewigkeit. 2. Besitzest du die ganze Welt mit höchster Ehr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: ihr Todten, kommet vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest Gottes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sternen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und fort, was ewig! für ein Donnerwort. Ach, keiner Zeiten Zeit befreit dich von der ewgen Ewigkeit. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seyd, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Throu mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 643. D Sündenmensch, be denk den Tod, der letzten Stunde Angst und Noth; mach dich mit Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 644. Himmelan geht unfre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erle= sen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Nuh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 358 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolc, geb. 1672, † 1737. so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauterkronen in deiner Hand auf mich. 6. meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems FriedensHäuser; da heißts: Halleluja! ba trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Mel. Valet will ich dir 2c. 645. Ich geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 2. Du fiegeft in der Erde und 646. Jerufalem, du schöne, hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube fehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, Benjamin Schmold, geb. 1672, † 1737. da man Gott beständig ehrt und das himmlische Getöne: Heilig, Heilig, Heilig! hört; ach, wann komm ich doch einmal hin zu deiner Bürger Zahl? 2. Ach), wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelenfreund, dort auf deinen Salemsauen, wo man nicht mehr klagt Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Stand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker seyn. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht sinken, wär das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. 359 mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmer= mehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. Nach Friedr. Conrad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 647. Wer sind die vor Gottes Throne? was ist das für eine Schaar? träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar; Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, wann er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sey bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, daß auch in der Noth entnommen, als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 360 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wann ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sey dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenck, t 1727. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel. Wachet auf, ruft zc. 2. Verschwendet ist die Gnaden648. Selig find des Himmels zeit! Wie viele ſeiner Stunden sind Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Ho fianna! vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke sie. bens ihm verschwunden! Er hat in dem Dienst der Eitelkeit vergedes Lebens Zweck verfehlt, o welche Neuergreift und quält zu spät nun seine Seele! 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sank hinab, wie wir ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Mel. Es ist gewißlich an 2c. 649. Groß wird des Sünders Elend seyn, unendlich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert. Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724,+1803. 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Ulebermuth, womit er Andre fränkte? Gebengt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte; nun klagen ihn die Seelen len an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Nichter. 6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrung sey noch immer Zeit, und Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. jern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben. Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Joh. Christi. Grot, geb. 1733,+ 1800. 361 rückt der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigfeit und Gnad und Nettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Junerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, hast auch mich erlöst! 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme! Neizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich wird der Sünder Pein und groß der Frommen Wonne seyn! Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734, † 1814. Mel. D Ewigkeit, du 2c. 650. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er uns zu versöhnen kam, kommt einst zu richten wieder; nicht fern ist seiner Zutunft Zeit, in aller seiner Herrlich keit steigt Jesus dann hernieder; vernimms, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich! 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Nächer, Gott? Hört, Sünder, hörts mit Beben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt; bald kommt der Nichter und vergilt! her weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorne decken; denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, frachend stürzt, in Trümmern fällt, wann selbst die Himmel zittern, und vor den Richter hingeMel. Straf mich nicht ze. 651. Herr, ich bin dein Eigenthum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Nuhm hast du mirs gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, 362 meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben! daß ich nie thöricht fie außer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Nechenschaft, nur, was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vor= bereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 652* Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen, dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ach fäm die Stunde bald heran, die Stunde der Erlösung! Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln gleich im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich Herr Christ, im Tode nicht verbleibe, und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir mein Haupt zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. P. Busch, geb. 1682, † 1744. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 653* Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterb: lichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch, so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch, es glaubt und erhebt sich wieder! Jestärkt durch ihn mein Herz sich doch, sus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürch Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. terlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Got tes Ruh ist unvergänglich, überschwänglich, die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, laß mich einst in Frieden enden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird fie erst spät zertrümmert, laß mich, Bater, reiche Saaten guter Thaten einst begleiten vor den Thron der 363 Eigne Melodie. 654* Der Gerechten Seelen find in Gottes Hand, nichts mehr tann sie quälen: selig ist ihr Stand. 2. Ohne Klagen stehen sie vor seinem Thron, wo sie ewig sehen Gott und seinen Sohn. 3. Auf den Kelch der Leiden schenkt er ihnen Wein seiner ewgen Freuden in dem Himmel ein. 4. Durch den Kreuzesorden sind sie wohlgeübt, Freunde Gottes worden, Seelen, die er liebt. Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort aubeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir und bringen deinem Namen Preis und Ehr auf ewig. Amen! Klopstock, geb. 1724, † 1803. 5. Amen! Siegespalmen tragen sie allda, fingen Lobespsalmen und Halleluja! Chr. K. L. Freiherr von Pfeil, geb. 1712, † 1784. Mel. Wie schön leuchtet zc. 655* Wie herrrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Wer tonnte sie erwerben? Du Jesu, der du pe erwarbst, als du für deine Menschen starbst, ach hilf mir sie erwerben! Einen Strahl nur ihrer Sonne, ihrer Wonne gib mir Schwachen, mir mein Ende leicht zu machen. Nach Dr. Abasverus Fritsch, geb. 1629, 1701. 364 Negister. ( Nach den Nummern der Lieder.) Nr. 25 Ach bleib bei uns, Herr Jesu 356 Ach bleib mit deiner Gnade. 22 Ach Gott des Himmels, lasse. 29 Ach Gott, erhör mein Seufzen 471 Ach Gott, gib du uns deine 23 Ach, Gott und Herr, wie groß 382 Ach Gott, verlaß mich nicht.. Ach, Gott vom Himmel.. 341 Ach Gott, wie manches 468 Ach, Herre, du gerechter Gott 579 * Ach, mein Herze, gib dich. 496 Ach wie flüchtig, ach wie.. 607 Ach, wie heilig ist der Ort.. 198 * Ach, wie kurz ist unsre Zeit 96 Ach, wir armen Sünder... 106 Ach, wundergroßer Siegesheld 162 Allein Gott in der Höh... 188 Allein zu dir, Herr Jesu Christ 381 Alle Menschen müssen sterben 639 Alles ist an Gottes Segen. 298 * All' Obrigkeit Gott seget.. 573 * Allwissender, vollkommner. 278 Als Jesus an dem Kreuze. 121 Am Kreuz erblaßt.. 125 An dir allein, an dir hab. 390 Auf, auf, ihr meine Lieder. 512 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 64 Auf, auf, mein Herz. 40 Auf, Christen, laßt uns unsern 316 Auf, Christenmensch! auf ,. 421 Auf Christi Himmelfahrt. * Auf dich, mein lieber Gott, Auf diesen Tag bedenken wir 158 Auferstehn, ja auferstehn... 258 * Auf euch wird Gottes Segen 252 Auf Gott und nicht auf... 454 Auf, ihr Heiden lobet.... 375 161 39 .... Nr * Auf ihrem Felsengrunde steht 370 Auf meinen lieben Gott... 469 Aus Gnaden soll ich selig. 413 Aus meines Herzens Grunde 501 Aus tiefer Noth laßt uns.. 200 Aus tiefer Noth schrei ich.. 199 * Bedenke, Mensch, das Ende 623 Befichl du deine Wege.... 472 * Begleite mich, o Christ, wir 132 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 237 Bescher uns, Herr, das täglich 527 Beschränkt, ihr Weisen dieser 405 Beschwertes Herz, leg ab.. 42 Bet- Gemeine, heilge dich. 30 Bleib ja bei mir.... 50 Bringt her dem Herren Lob 10 Christe, du Beistand deiner. 359 Christe, du bist der belle Tag 532 Christe, du Lamm Gottes.. 213 Christen erwarten in allerlei 578 Christ fuhr gen Himmel... 157 Christi Blut und Gerechtigkeit 315 Christ ist erstanden.... 134 Christ lag in Todesbanden. 136 Christ, unser Herr, zum... 208 Christus der ist mein Leben 602 Christus ist erstanden..... 137 Danket, danfet Gott mit.. 232 Das alte Jahr ist nun dahin 87 Das alte Jahr vergangen.. 86 Das liebe neue Jahr geht an 85 Das walte Gott, der helfen 518 Das walt Gott Vater und. 502 Deines Gottes freue dich.. 416 * Dein Heiland lebt, o... Dein Wort, o Herr, bringt. 366 Dein Wort, o Höchster, ist. 350 156 Dennoch bleib ich stets an. 484 Der Abend kommt, die Sonne 550 Der du, Herr Jefu, Rub.. 128 Der du fannst nichts, als. 569 Der du uns als Vater liebest 483 * Der du uns mit deinem Blute 133 * Der Gerechten Seelen 654 Der Glaube macht allein.. 399 Der Glaub ist eine Zuversicht 264 Der Herr, der aller Enden. 296 Der Herr ist Gott und keiner 277 Der Herr ist mein getreuer. 302 Der Hölle Pforten sind... 143 * Des Leibes warten und ihn 461 * Der lette meiner Tage.. 628 Der lieben Sonne Licht und 544 Der Sabbath ist vergangen. 558 Der Tag ist hin, mein Geist 548 Der Tag mit seinem Lichte. 538 Der Thron der Weltbeherrscher 207 Der unsre Menschheit an.. 650 * Der Wollust Neiz zu widerstreben ... Register. 365 Du bist in die Welt..... 310 Du bist zwar mein und... 620 Du dreimal großer Gott... 189 Du großer Schmerzenmann. 110 Du, Herr, bist meine Zuversicht 301 Du Herr der Seraphinen.. 293 Du, meine Seele, finge... 285 305 Durch Adams Fall.. Durch Trauern und durch. 90 Du unerforschlichs Meer der 212 Du Vater deiner. 429 462 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht 335 Die auf der Erde wallen.. 618 Die Christen gehn von Ort 256 Die Feinde deines Kreuzes. 368 Die güldne Sonne, voll Freud 508 Die belle Sonn leucht.... 500 Die Herrlichkeit der Erden. 610 Die Himmel rühmen..... 276 Die Macht der Wahrheit.. 374 Die Nacht ist kommen, drin 533 Die Nacht nunmehr vergangen 523 * Dieß ist der Tag, an welchem Dieß ist der Tag, den Gott Dicß ist die Nacht, da mir. 80 Die Sonn hat sich mit ihrem 537 Dieß sind die heilgen zehn. 342 Die Sünden sind vergeben. 411 Dir, dir, Jehova, will ich Dir, höchster Herr und König 206 Dreieinigkeit, der Gottheit. 191 53 83 27 195 327 ... 309 Du wesentliches Wort Eler Geist im Himmelsthrone 340 Gin feste Burg.. Gin Jahr der Sterblichkeit. 92 93 Gin Jahr geht nach dem.. Gin Lämmlein geht und trägt 113 Gin reines Herz, Herr.... 422 Gins ist noth; ach Herr.. * Einst selig dort zu werden 434 GEi, wie so sanft entschliefest 255 Erhalt uns, Herr, bei.... 355 Erhebe dich, o meine Seel. 516 Erinnre dich, mein Geist.. 149 Ermuntert euch, ihr Frommen 642 Ermuntre dich, mein schwacher 77 Erneure mich, o ewges Licht 338 Erschienen ist der herrlich.. 139 Es fäbret heute Gottes.. Es hat der Herr zu allen.. 160 249 306 ... ... s ist das Heil uns.. * Es ist etwas, des Heilands Gs ist genug, so nimm. Es ist gewißlich an der Zeit 633 Es ist nicht schwer, ein Christ 448 Es ist vollbracht! Grift. 122 Gs ist vollbracht, Gott Lob 609 * Es ist vollbracht! ruft nach 131 Es kostet viel, ein Chrift.. 447 Es woll uns Gott genädig 372 Gwig, ewig bin ich dein.. 235 Fahre fort, fahre fort, Zion 362 Fang dein Werk mit 563 24 .... 417 611 366 Freu dich sehr, o meine... 603 Freuct cuch), ihr Christen.. 78 Freuet euch, ihr Gottes Kinder 99 Fröhlich soll mein Herze... 74 Früh morgens, da die Sonn 141 Für alle Güte sey........ 553 Gedenke mein.... Register. 28 Gebt hin, ihr gläubigen... 273 Geht nun hin und grabt mein 619 Geist vom Vater und vom. 339 Gekreuzigter, zu deinen Füßen 493 Gelobet sey der Herr, mein 190 Gelobet fenst du, Jesu Christ 69 Gelebt sey Gott im höchsten 138 * Gerechter Gott, bor dein.. 279 * Getreuer Gott, wie viel... 281 Gib dich zufrieden und sey stille 473 * Gib Gott, daß ich dich recht 435 * Gib mir ein frommes Herz 37 Gott, deine Gnade bringt uns 415 Gett, deine Güte reicht so weit 31 * Gott! deiner Stärke freue sich 517 Gott, den ich als Liebe kenne 581 Gott, der Vater, wohn uns 187 Gott, der wirds wohlmachen 299 Gott des Himmels und der 506 Gott, dir gefällt kein..... 393 Gott, du Licht, das ewig.. 515 * Gett, du theilst von deiner. 572 Gott durch dessen Wort... 289 Gottes Sohn ist kommen.. 72 Gottes und Marien Sohn. 308 Gott fährt auf gen Himmel 163 Gott, gib einen milden Regen 179 Gott ist gegenwärtig; lasset 271 Gott ist mein Hort 349 Gott ist mein Lied.. 275 Gott ist und bleibt getreu.. 489 Gott lebet noch.. 481 Gott Lob! Der Tag ist nun 542 Gott Lob! die Woch) ist auch 555 Gott Lob! ein neues Stirchenjahr 68 ..... 94 57 Gott Lob! Ein Echritt zur 547 Gott Lob! ich bin aufs Neu 231 Gett Lob! Nun ist die Nacht 520 Geit Lob! Nun ist erschellen 575 Gott mein einziges Vertrauen 446 * Gott, mein Trost! wer fragt darnach)..... 497 * Gottes Wille, Gettes Nath 495 Gott ruft der Sonn und.. Gott sei Dant durch alle Welt Gott sei gelebet und..... 228 Gott forgt für dich), was.. 477 Gott Vater, böre unsre Bitt 209 Gett Bater, sende deinen Geist 337 Gott versiegle nun das Wort 51 Gett vor dessen Angesichte. 272 Gott wikis machen, daß die 487 Greßer Gott von alten Zeiten 41 Großer Immanuel, fchaue.. 363 Großer Mittler, der zur... 311 Groß wird der Sünder Elend 649 Halleluja, jauchzt ihr Chöre 151 Halleluja! Lob, Preis und. 193 Halt im Gedächtniß....... 222 Heiland, deine Menschenliebe 313 Herr Christe, treuer Heiland 107 Herr, deine Allmacht reicht. 288 * Herr deine Kirche danket dir 371 Herr deine Rechte und Gebot 439 Herr, dein Wort, tie etle. 348 Herr, der du als ein stilles 226. Herr, der du deinen Namen 95 Herr, der du in der Höhe. 391 Herr, der du mir das Leben 554 Herr, der du vormals bast. 576 Herr, du hast für alle Sünder 221 Herr, tu wollst uns vorbereiten 227 Herr, es ist von meinem Leben 546 Herr Gott, der du den Ehestand 248 Herr Gott, dich leben wir. 1 Herr Gott, dich leben wir, regier 377 * Herr Gott, du bist die Zuflucht 284 Herr Gott, du bist von... 287 .... Herr Bett, nun schleuß den 601 Herr Gett, Vater im. 529 Herr, ich bin dein Eigenthum 651 Herr, ich bitte did), erwähle 568 Herr Jesu Christ, dein theures 403 Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes 44 Register. ... Gut, sich doch 239 Herr Jesu Christ, du höchstes 58 Gut, wir kommen..... 217 Herr Jesu Christe, Gettes. Herr Jesu Christe mein... 219 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 591 Herr Jesu, deine Angst und 117 Herr Jesu, der du selbst von 246 Herr Jesu, Gnadensonne.. 26 Herr Jesu, Licht der Heiden 103 * Herr, laß mich doch..... 463 Herr, mein Licht, erleuchte. 351 Herr, mein Versöhner, der du 455 Herr, nun laß in Friede.. 604 Herr, öffne mir die Herzensthür 45 Herr, ehne Glauben kann. 266 Herr, stärke meinen schwachen 430 Herr, stärke mich, dein Leiden 124 Herr, unser Gott, laß nicht 586 Herr, von unendlichem 314 Herr, vor deinem Angesicht. Herr, wie du willst, so schicks 594 Herr, wie sind noch viel... 377 " Herr, wir singen deiner... Herr Zebaeth, dein heilges. 345 Herzlich lieb hab ich dich).. Herzlich thut mich verlangen 597 Herzliebster Jesu, was hast. 108 Heut triumphiret Gottes... 140 Hilf, Helfer, bilf, du fannst 491 Hilf, Helfer, hilf in Angst. 467 Hilf, Herr Jesu! laß gelingen 89 Himmelan geht unsre Bahn 644 * Himmel, Erde, Luft und Weer 291 Hinauf, mein Herz, mit den 631 Hinunter ist der Sonnenschein 534 49 15 19 .... 367 549 392 Hirte deiner Schafe...... Höchster, denk ich an Höchster Gott, durch deinen 521 * Höchster Gott, wir danken dir 55 Höchster Tröiler, fomm.... 182 Hesianna Davids Sobne.. 63 Hesianna! Davids Sohn.. 65 Hüter, wird die Nacht der. 522 Jauchzet Gott in allen Landen 147 Jauchzet, ihr Himmel..... 81 Ich armer Mensch doch gar 600 Ich armer Mensch), ich) armer 242 Ich bin bei Gott in Gnaden 400 3ch bin ein Gast auf Erden 606 * Ich bin ein Pilger in der Zeit 630 Jch bin getauft auf deinen. 234 Ich bin ja, Herr, in deiner 605 Ich bin im Himmel...... 408 Ich danke dir für deinen Tod 118 Ich danke dir, o Gott, in. 504 Ich erhebe mein Gemüthe..244 Ich freue mich der frohen Zeit 652 3h freue mich, mein Gott. 404 Ich geh zu deinem Grabe. 645 Ich glaube, daß die Heiligen 365 Jch habe nun den Grund. 406 Sch hab in Gottes Herz und 474 Ich hab in guten Stunden 583 Ich hab mich Gott ergeben 598 Sch komme, Herr, und suche 225 Ich komme vor dein Angesicht 32 Ich lasse Gott in allem... 480 * Ich lieg' und schlafe ganz. 261 Ich lobe dich von ganzer.. 364 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 18 Sch schäme mich des Heilands 317 Ich finge dir mit Herz und Ich sterbe täglich 6 616 Ich und mein Haus wir find 564 Ich weiß, an wen ich gläube. 265 Ich weiß, an wen mein Glaub 268 Ich weiß, mein Gett, daß. 297 Ich weiß von keinem andern 407 368 Ich will dich immer treuer. 332 Ich will dich lieben, meine. 322 Ich will von meiner Missethat 388 Je größer Kreuz, je näher. 485 Jehova, Ichova, Jehova 14 Jerusalem, du hochgebaute. 635 Jesaia, dem Propheten, das 186 Jesu, bittend kommen wir.. 378 Jesu, deiner zu gedenken... 333 Jesu, deine tiefen Wunden. 109 Jesu, der du meine Eecle. 387 Jesu, der du wollen büßen. 120 Jesu, geh voran... 250 Jesu, großer Wunderstern.. 100 Jesu, hilf siegen, du Fürste 427 Jesu, meine Freude 321 Jesu, meiner Seele Leben.. 324 Jesu, meines Lebens Leben 112 * Jesum lieb' ich ewiglich.. 336 Jesus Christus herrscht als. 166 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod.. 135 216 334 76 Jesus lebt, mit ihm auch ich 150 Jesus, meine Zuversicht... 641 Jesus nimmt die Sünder an 243 Jesus soll die Losung seyn 91 * Jeht leb' ich, ob ich morgen 629 Ihr Christen außerforen.. Ihr Eltern, gute Nacht... 259 Immanuel! der Herr ist hier 82 In allen meinen Thaten.. 295 In Christi Wunden salaf ich 592 In dich hab ich gehoffet.. 17 In dieser Morgenstund will 505 * Ist der Gewinn so groß. 464 Ist Gott für mich Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus ist mein Leben. Register. 401 Komm auf uns, o Geist des 184 Komm, Gott Schöpfer, Komm, heilger Geist, o. Komm, heiliger Geist, Herre 171 170 169 312 210 Komm, o tomm, du Geist des 178 * Komm, Wandrer, zu dem.. 104 Kommst du, kommst du, Licht 59 Kommt her, ihr Christen,.. 197 Kommt und laßt euch Iesum 440 König, dem kein König Lasset mich mit Freuden Lasset uns mit Jesu ziehen. 444 Laß mich dein sern und... Liebe, die du mich zum Bilde 323 * Licber Gott, ich muß.... 394 * Lieber Gott, vergib die... 397 Liebster Jcsu, laß mich nicht 615 Liebster Jesu, wir sind hier, 20 8 13. deinem Worte.... 211 Liebster Iesu, wir sind hier, dich und. 47 * Liebster Vater, ich, dein Kind 398 Liebster Vater, soll es seyn. 612 Lobeden Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine. Lobet den Herren alle, die ihn 509 * Lobsinge, meine Seele, dem 154 Lobt den Höchsten, Jesus lebet 152 Lobt Gott, ihr Christen, alle 73 Mache dich, mein Geist, bereit 425 Mach, Herr, Ein Herz.... 251 Dachs mit mir, Gott, nach) 599 Macht hoch die Thür..... 56 Man lobt dich in der Stille 269 Mein Auge wacht... Mein bester Trost in diesem 457 * Mein Erlöser, Gottes Sohn 130 Mein erst Gefühl sey..... 525 Meine Lebenszeit verstreicht. 617 Meine Seel ist stille.. 482 Meinen Jesum laß ich nicht 320 * Mein Glaub ist meines... 418 Mein Gott, nun ist es wieder 513 * Mein Gett und Herr, ich bin 395 Mein Heiland nimmt die.. 412 Mein Herz, gib dich zufrieden 483 tein Jesu, der du vor dem 224 552 369 D du Schöpfer aller Dinge 241. D Ewigkeit, du Donnerwort 638 frommer Gott, ich danke 566 frommer und getreuer Gott 583 580 Gott, der du das..... Register. Mein Jesus ist ein Freund 245 * Menschen, cuch gab Gott. 292 Merk, Seele, dir das große 450 Mir ist Erbarmung.. 409 Mir nach, spricht Christus. 420 Mit Ernst, o Menschenkinder 62* Mit Fried und Freud ich.. 102 D Mit meinem Gott geh ich. 541 Mitten wir im Leben 588 Gott, du bist die Liebe 282 Gott, du frommer Gott 21 46 Gott, du höchster.. Gottes Sohn, Herr Jcsu 263 O Gott, von dem wir alles 203 D Haupt voll Blut und.. 115 heilger Geist, du ewger. 173 heilger Geist, kehr bei uns 177 D heilige Dreieinigkeit.... 570 Oheilige Dreifaltigkeit. 503 Morgenglanz der Ewigkeit. 511 * Nach dir, o Herr, verlanget 34 * Nach einer Prüfung furzer. 627 * Nach meiner Seele Seligkeit 432 * Nicht um ein flüchtig Gut 185 * Nie will ich wieder fluchen 459 Nimm von uns, Herr, du. 513 * Nimmt Gott, dem wir.... 303 * Noch nie hast du dein Wort 280 Nun bitten wir den heilgen 172 Nun bricht die finstre Nacht 557 Nun bringen wir den Leib. 257 Nun danket alle Gott.... Nun danfet all und bringet 5 Nun freut euch, Gottes Kinder 159 Nun freut euch, lieben.... 304 Nun, Gott Lob! es ist. 48 Nun jauchzet all, ihr Frommen 61 * Nun, Jesu, schlägt die legte 632 3 67 253 Nun kommt das neue Nun laßt uns den Leib Nun last uns gebn und Nun laßt uns Gott, dem Nun lob mein Seel den Nun preiset alle. 88 526 Nun ruhen alle Wälder... 539 Nun sich der Tag geendet hat 545 Nun sich der Tag geendet, mein 551 Nun sich die Nacht geendet hat 517 * O daß doch bei der reichen 205 D daß ich tausend Zungen König, dessen Majestät 396 O Lamm Gottes unschuldig 215 O Mensch, bedenk zu dieser 590 * Mensch, gedent ans Ende 624 * O Schöpfer, jedes deiner.. 283 11 du allersüßte Freude... 176 du Liebe meiner Liebe.. 119 * selges Licht, Dreifaltigkeit 531 DSündenmensch, bedenk... 643 süßes Wort, das Jesus 494 Tod, wo ist dein Stachel 142 D Durchbrecher aller Bande 424 O Traurigkeit, o Herzeleid. 127 heiliger Geist, o heiliger D Herre Gott, dein. * 174 343 * Herr, mein Vater, dein.. 567 bilf, Christe, Gottes Sohn 105 himmlische Barmherzigkeit 458 D Jerusalem, du schöne... 646 Jesu Christe, wahres Licht 373 Jesu Christ, meins Lebens 595 D Jesu, du mein Bräuigam 218 Jesu, Herr der Herrlichkeit 247 Jesu, Licht und Heil der 369 O Jesu, meines Lebens Licht 524 D Jesu, meine Wonne.. 230 519 Jesu, süßes Licht Jesu, treuer Heiland mein 535 Jesu, voller Kraft..... 386 * Jesu, wahrer Frömmigkeit 465 DKönig aller Ehren.. 97 2 4* 370 QVater der Barmherzigkeit, der 361 OBater der Barmherzigkeit, ich 385 * Bater, unser Gott, es ist 35 O Welt, ich muß dich lassen 589 O Welt, sich hier dein Leben 114 O wie mögen wir doch unser 636 O wie selig seyd ihr doch, ihr 637 Dwie selig sind die Ecclen 329 * Preis ihm, er schuf und er 194 Ninge recht. 428 Ruhet wohl, ihr Tortenbeine 254 Nüstet euch, ihr Christenleute 426 Echaffe in mir, Gott, cin. 214 Echaffet, schaffet, 423 Schaff in mir, Gott, cin... 389 * Echau, liebster Gett, wie... 431 Schmücke dich, o liebe Eccle 220 Echmückt das Fest mit Maien 181 Schußgott, dessen starke Stechte 294 Schwing dich auf zu deinem 402 Seele, du mußt munter... 514 Seele, geh auf Golgatha Seelenbräutigam Seele, sey zufrieden Seele, was ermüdst du dich 330 Seele, wenn du stets willst 451 Selig find des Himmels.. 648 * Selig sind, die Gottes Wort 54 Sey getreu bis an das Ende 443 Sen Gott getreu. 419 123 325 486 .... .. ... ... .. Sey Lob und Ehr dem höchsten 9 Scy mir tausendmal gegrüßet 116 Sey stille, müdgequältes Herz 492 Siegessürft und Ehrenkönig 165 Sich, dein König kommt zu 66 Sich, wie lieblich und wie. 449 So führst du doch recht selig 300 So hab ich obgesicget.. 621 So hoff ich denn mit So Jemand spricht: ich liebe 452 So ist die Woche nun 556 So komm, geliebte Todesstund 613 Sollt es gleich bisweilen... 478 267 ..... .... Register. 7 36 Eollt ich aus Furcht ver... 347 Sellt ich jetzt nod), da mir. 456 Sellt ich meinem Gett nicht Serge dech für meine Kinder 565 * Eorge, Vater, sorge du... So ruhest tu, o meine Ruh 129 So wahr ich lebe, spricht... 383 Epeis uns, Bater, deine... 530 * Etårt' uns, Mittler, dein. 238 Straf mich nicht in deinem 201 * Stell' did, Herr, wie du. 33 * Sterblicher, du gebst vorbei 625 Such, wer da will....... 319 * Süßes Evangelium, das wir 352 Thut mir auf die schöne... Treuer Wächter Ifrael.... 587 43 * Triumph, Triumph, und Lob 155 * Ueber aller Himmel Heere. 168 Neberwinder, nimm die Palmen 148 Unsre müden Augenlider... 543 Unumschränkte Liebe, gönne 270 Balet will ich dir geben.. 596 Vater unser im Himmelreich 16 Vergib uns, lieber Herre Gott 24 Verlaß mich nicht, bis ich). 414 Verleib uns Frieden gnädiglich 574 Versuchet euch doch selbst.. 445 Berzage nicht, du Häuflein. 358 Bom Himmel hoch da komm 70 Vom Himmel kam der Engel 71 Bon des Himmels Thron.. 236 Von Gott will ich nicht lassen 437 Vor deinen Thron tret ich. 507 Vor G'richt, Herr Jesu, stch 240 Wach auf, du Geist der.. 376 Wach auf, mein Herz, die Nacht 145 Wach auf, mein Herz, und 510 Wachet auf, ruft uns die.. 634 War Gott nicht mit uns.. 354 Warum sollt ich mich denn 475 Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt...... 479 Register. 371 Wie soll ich dich empfangen 60 * Wie wird mir denn, o dann 653 Wie wehl hast du gelabet.. 229 Wie wohl ist mir, o Freund 326 Willkommen, Held im Streite 146 * Willkommen, Quell der... 84 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns. 126 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser... 536 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom... 144 Wir danken Gett für seine 528 Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer. Wir glauben all an Ginen 262 ...... 192 Gett, Vater..... Wir liegen bier zu deinen... 202 Wir Menschen sind zu dem. 344 Wir naben uns, o Gottes.. 233 Wir sind vereint, Herr Jesu 380 Wir singen dir, Immanuel.. 75 Wo Gott, der Herr, nicht bei 196 Wobl dem, der den Herren. 441 Wohl dem, der Jesum liebet 346 Wohl dem, der in Gotts.. 559 Webl dem Menschen, der nicht 442 Wohl einem Haus, wo Jesus 562 Womit soll ich dich wohl.. 12 Wo soll ich flichen hin 384 * 28ert des höchsten Mundes 353 Wunderbarer Gnadenthron. 79 Wunderbarer König.. 286 Zeuch ein zu meinen Thoren 175 3euch hin, mein Kind.... 622 3euch und nach dir.... 164 Bien, gib dich nur zufrieden 360 Zion klagt mit Angst und. 357 3um Himmel bist du..... 167 3ween der Jünger gehn mit 153 3wei Ding, o Herr, bitt ich) 436 Was Gott thut, das ist wohls 204 ... getban, se denken.. Was iste, daß ich mich quäle 490 Was mein Gott will, das.. 466 Was willt du dich betrüben 470 Weicht, ihr Berge, fallt... 410 * Weicht, und qualt mich nicht 498 Welt, ade, ich bin dein müde 640 Wenn Chrisius seine Kirche 367 Wenn dein herzliebster Sohn 307 * Wenn einer alle Ding' 460 * Wenn ich, mein Herz, vor dir 38 * Wenn ich nur Gott gefalle 499 Wenn ich, o Echöpfer, deine 290 Wenn kleine Himmelserben 260 * Wenn meine Seel' den Tag 133 Wenn meine Sünd mich).. 111 Wenn mein Stündlein. 593 Wenn wir in höchsten Nöthen 584 Werde lidt, du Stadt der 98 Werde munter, mein Gemüthe 540 Wer den Ehstand will erwäblen 561 Wer Gottes Wort nicht hält 453 Wer Gott vertraut, bat... 438 Wer ist wohl wie du..... 328 Wer nur den lieben Gott läßt 476 Wer recht die Pfingsten feiern 180 Wer sind die ver Gottes... 647 Wer weiß, wie nahe mir.. 614 Wie fleucht davin der.... 608 Wic Gett mich führt, so will 488 Wie groß ist des Amächtgen 274 Wie groß, wie angebetet ist 379 Wie heilig ist die Stätte bier 223 * Wie herrlich ist die neue. 655 Wie herrlich ists, ein Echäflein 331 Wie berrlich strablt der.... 101 Wie schön ists dech, Herr.. 560 Wie schön leucht uns der.... 318 Wie selig ist der Ort zu.. 52 * Wie sicher lebt der Mensch, 626 CE # 910 94 San BONNE 27141 OGKOTON CA Inches 1 Centimetres Blue 2 3 141 Cyan 4 111,30 6 17 21 5 Farbkarte# 13 Green Coxona 18 Yellow 9 | 10| ₁1 11 Red 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 17 17 16 3/ Color 18 19 B.I.G. 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