Rengshäuser Missionsharfe, Fieder zu Misfionsfeften und Missionsstunden. Zweite Anflage. Nengshauſen, Druck und Verlag des Beiferhauses. Preis 2 Sgr. Gb 4981 Rengshäuſer Miffioušharfc, Lieder zu Missionsfesten und Missionsstunden. Se Zweite Auflage. Nengshausen, Druck und Verlag des Beiserhauses. Preis 2 Sgr. go 49 81 ॐ Univ.- Bibl. Giessen Mel.: Christus der ist mein Leben. ch! bleib' mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 1. A 2. Ach! bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöfer werth, daß uns beid' hier und dorte sei Güt' und Heil beschert. 3. Ach! bleib' mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht, dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach! bleib' mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'. 5. Ach! bleib' mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll' die böse Welt. 6. Ach! bleib' mit deiner Treue bei nns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Dr. Jofua Stegmann. In eigner Melodie. [ llein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmer1* 2. A 4 mehr uns rühren kann kein Schade, ein Wohlgefall'n Gott an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n anbeten dich, für deine Ehr' wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. Jesu Christ! Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, nimm an die Bitt' von unsrer Noth, ers barm' dich unsrer Aller! 4. O heil'ger Geist! du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christ erlöset; durch große Mart'r und bittern Tod abwend' all' unsern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. Nicolaus Decius. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 3. Auf! last uns 3ion bauen mit fröhlichem Vers trauen im Namen Jesu Christ! Zion muß größer werden, so groß, daß auf der Erden kein Mensch mehr außer 3ion ist. 2. Seid ihr so wohl geborgen und lebt nun ohne 5 Sorgen, und wollet Brüder seh'n, die noch in Finsternisfen, vom Satan fortgerissen, ins ewige Verderben geh'n? 3. Ach, jetzt sind Millionen noch unter allen Zonen in Satans Hand und Reich, sie müssen Wohnung haben in Zion und sich laben am Lebensquell mit uns zugleich. 4. Ach feht! die armen Heiden ermangeln noch der Weiden für ihr trostloses Herz. Sie hören nichts von Gnade und wandeln auf dem Pfade, deß Ende ew'ge Qual und Schmerz. 5. O rettet diese Armen und sendet aus Erbarmen zu ihnen Gottes Wort! Laßt euer Herz entflammen und tragt mit Luft zusammen und sendet Glaubensboten fort. 6. Ihr nennet Jesum euer. Ist er euch wirklich theuer und wollt ihr seinen Ruhm, so dürft ihr es nicht sehen, daß Tausende hingehen ohn' Licht und Evangelium. 7. Auf, laßt uns Zion bauen mit freudigem Vertrauen, die schöne Gottesstadt! Wenn wir ans Werk erst gehen, wird sie bald fertig stehen. Wohl dem, der mitgebauet hat. M. Görde. Mel.: daß ich tausend Jungen hätte. 4. Ah ch! sagt mir nichts von Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja doch nichts ergößen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleis sches Schönheit dauert nicht, die Zeit fann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren, von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht, und was von Schmuck an ihm zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er fann mich über All's erheben, und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schäße geben, daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder liebe was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, so lang' ich wand're in der Zeit, so wird er mir's doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu' ich billig was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. Dr. Johann Scheffler( Angelus.) 7 5. Aus Mel.: Valet will ich dir geben. [ us irdischem Getümmel, wo Glück und Luft vergeht, wer ist mein Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung steht? Wer spornet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt: Jesus Christ. 2. Wenn Irrthum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebens- Licht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron, denn Christus ist die Wahrheit, der Eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, wenn bang' das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer gibt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. E. M. Arndt, Mel.: Balet will ich dir geben. 6. D er du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt, und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt; den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Hald, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. S 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Du haft dem ärmsten Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen, zu Liebe dich bemüht; und selbst den öden Norden, den ew'ges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vor's Angesicht geſtellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht, stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht. Auch sie haft du gegraben in deiner Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich: Werde! laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn; daß, wo man Gößen fröhnet, und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! wie viele finds noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd' aller Heiden Licht! Albert Knapp. 9 7. De Mel.: daß ich tausend Jungen bätte.d er beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind nicht Freunde viel; denn bei dem falschen Weltgetümmel steht Redlichkeit oft auf dem Spiel. Drum hab' ich's immer so gemeint: mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde, mein Jesus stehet felfenfest; wenn ich mich gar verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud' und Schmerz er's redlich meint: mein Jesus ist der beste Freunt. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nüßen kann; und scheinet denn das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an; doch hier ist es nicht so gemeint, mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich tödten, vergießt für mich sein eignes Blut; er steht mir bei in allen Nöthen, er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir niemals was verneint; mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab' ich's nun nicht recht gemeint? mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt' ich hunderttausend Feinde, 10 so frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind; mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck. 8. Dein Mel.: Straf' mich nicht in deinem Zorn. einen Frieden gib uns, Herr! laß uns deinen Frieden, daß wir Glaubenswanderer nicht im Lauf ermüden! Schritt vor Schritt wall' er mit, daß von seinem Wehen Müh' und Angst vergehen! 2. Würden auch die Füße wund hier im Thal der Schatten, uns erquickt dein Friedensbund, daß wir nicht ermatten. Freud' und Leid, Spott und Neid muß den Deinen frommen, um an's Ziel zu kommen. 3. Herr, du wallest selbst voran auch im finstern Thale, brach'st mit blut'ger Müh' die Bahn zum Verklärungsstrahle. Dir, o dir folgen wir mit gestärkten Schritten bis zu Salems Hütten. 4. Laß uns nur ohn' Unbestand dich im Glauben faffen. Treuer Führer, deine Hand wird uns nie verlassen. Ja, du wirst, Friedefürst, unsre Herzen stillen und mit Kraft erfüllen. Karl Bernhard Garve. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 9. Dein ein Wort, o Herr, ist milder Thau für trostbedürft'ge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au' den Himmelsbalsam fehlen; erquicht durch ihn 11 laß jedes blüh'n und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Saamen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchspaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für uns're Pilgerreise. Es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch' uns nicht, und leucht' in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht: da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt' ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte: wo wend'te ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör' ich dein„ fomm, du bist mein"! das rief mir nicht vergebens dein Wort des ew'gen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund: dein Wort ift Ja und Amen. Nie weich' es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Saamen; laß immerført 12 dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. D, sende bald von Ort zx Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören: und send' ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen, und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernhard Garve. In eigner Melodie. 10. Di ie wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zei chen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, fage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 11. Du großer Zionskönig, dem alles unterthänig und übergeben ist; vor dem die Erd' sich benget und selbst der Himmel neiget, hör' unser Flehn, Herr Jesu Chrift! 2. Vereint mit deinen Frommen, will auch dies Häuflein kommen vor deinen Gnadenthron. Laß unser schwaches Lallen dir, Vater, wohlgefallen und segne uns in deinem Sohn! 13 3. Kommt Schwestern! kommet Brüder! und fallt in Demuth nieder vor unsers Königs Stuhl. Jetzt ist die Zeit der Gnaden, wer hier nicht wird entladen vom Fluch, fällt in den Feuerpfuhl. 4. Laß, Herr, dein Wort recht kräftig und deinen Geist geschäftig in unsern Herzen sein! Laß immer mehr die Deinen auf dich nur sich vereinen durch Bruderliebe dich erfreu'n! - - 5. Tritt unter deine Füße das Reich der Finsterniffe! Dein Evangelium durchdring' der Menschen Herzen; zum Lohne deiner Schmerzen, laß sie erkennen deinen Ruhm! 6. Von Otaheitis Fluren breit deiner Gnade Spuren nach Süd' und Westen aus! Mit Juden, Türken, Mohren, und wer als Mensch geboren, erfülle deiner Ehre Haus! 7. So hör' denn unser Flehen, o Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt: daß balb die ganze Erde dein Gottes- Tempel werde. Wer's glauben kann, dem wird's gewährt. 8. Vereinigt euch, ihr Glieder- und singet Siegeslieder dem Lamm auf Gottes Thron! Stimmt froh in unsre Chöre, ihr großen Himmelsheere- und lobt den Vater und den Sohn! 81 14 In eigner Melodie. 12.& in' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und er uns aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alte böse Feind mit Ernst er's jetzt meint, groß' Macht und viel List sein' grausam Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Macht, den Gott hat selbst erkoren. Fragest du: wer der ist? er heißt: Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott! das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollt' uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürste dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't: Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ift bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, fte haben's tein'n Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Martin Luther. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 13. Cine Heerbe und ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen 15 wird! freue dich, du kleine Heerde, mach' dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt! daß die Nacht zum Tage werde, ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sich', das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste knie't durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine! macht dem Bundesengel Bahn! großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tag's der Herrlichkeit! Jesus Christus, du, die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! mach' dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolph Krummacher. 16 Mel.: Wachet auf! ruft uns die Stimme. 14. Giner iner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, du Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum; bereite dir zum Ruhm deine Kinder. Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil'gen Angesicht. 2. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig: drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 0107 In eigner Melodie. 15. der Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was Niemand verspůret, was Niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Lente, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; und in28 17 nerlich sind sie die lieblichsten Bräute, der Zierrath, die Krone, die Jesu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bilde des Irdischen auch; sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nöthigem Brauch; in leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor Andern nichts Sonderlich's machen, nur daß sie die Thorheit der Weltluft verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Gott durch sein mächtig Wort selber gezeugt; ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, die oben Jerusalem freundlich gesäugt. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und lieblich absingen, das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, ste kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, sie bleiben in Freuden, sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, 2 18 wenn er sich einst, wie er ift, öffentlich stellt, so wers den sie mit ihm, als Götter der Erden, auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel, als prächtige Lichter, auszieren; da wird man die Freude ganz offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erbe! und jauchzet, ihr Hügel! dieweil du den göttlichen Saamen geneußt: denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel, zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen auf's prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu! verborgenes Leben der Seelen! du himme lische Zierde der inneren Welt! gib, daß wir die heims lichen Wege erwählen, wenn gleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet; hier heimlich mit Chrifto im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Dr. Christian Friedr. Nichter. In eigner Melodie 16. Zahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Fabre e Licht! mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 19 2. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegeb'ne Thür brich herfür, brich herfür! 3. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem legten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 17. Guter Hirte, willst du nicht deines Schäfleins dich erbarmen und mich nach der Hirtenpflicht, tragen heim auf deinen Armen? willst du mich nicht aus der Qual holen in den Freudensaal? 2. Schau', wie ich verirret bin in der Wüste dieser Erden. Komm, und bringe mich doch hin zu den Schafen deiner Heerden. Führ' mich zu dem Schafftall ein, wo die heil'gen Lämmer sein. 3. Mich verlangt, dich mit der Schaar, die dich lobet, anzuschauen, die da weiden ohn' Gefahr auf den sel'gen Himmelsanen, die nicht mehr in Aengsten ftehn und nicht können irre gehn. 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, weil die Feinde mich umschränkt und mit Lift und Macht umgeben, daß ich armes Schäfelein keine Stund' kann sicher sein. 2* 20 5. O Herr Jesu! laß mich nicht in der Wölfe Rachen kommen, hilf mir nach der Hirtenpflicht, daß ich ihnen werd' entnomen; hole mich, dein Schäfelein, in den ew'gen Schafftall ein. Dr. Johann Scheffler( Angelus.) Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 18. Hallelujah! Lob, Preis und Chr' ſei unſerm Gott mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit't Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget; heilig, heilig! freilich, freilich, heilig ist Gott! unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah! Preis, Ehr' und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen und erlaben. 3. Hallelujah! Gott heil'ger Geist sei ewiglich von uns gepreis't, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Eya! Eya! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ew'ges Hostanna! 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. 21 Stimmt an mit aller Himmels- Schaar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, finget: heilig, heilig! freilich, freilich, heilig ist Gott! unser Gott, der Herr Zebaoth! Mel.: O Gott, du frommer Gott. 19. H err Jesu, du regierst zu deines Vaters Rechten, von Engeln hochgelobt, verehrt von deinen Knechten! Du haft für alle Welt am Kreuz ge nug gethan; nimm dich nun aller Welt in ihrem Elend an. 2. Dein Evangelium gieb allem Volk auf Erden, daß Jude, Heid' und Türk dadurch erleuchtet werden; in Oft, Nord, Occident und in dem heißen Land werd' hoch dein Ruhm erhöht, dein Name recht bekannt. 3. Auf Erden sei kein Knie, das sich vor dir nicht biege, und keine Kreatur, die sich im Staub nicht schmiege; kein Mund, der nicht bekenn': daß Jesus unser Herr, ein Heiland, König sei zu seines Vaters Ehr'. 4. Komm, froher Tag, o komm! der unsre Sehnsucht stillet und das Verheißungswort im ganzen Sinn erfüllet; es ist das Reich, die Macht, die Herrlichkeit und Kraft auf ewig unserm Gott und Christus nun verschafft. 5. Mit Herrlichkeit wird er in Ewigkeit regieren, doch in der Majestät ein Friedensscepter führen. Ihr 22 Völker! jauchzt ihm zu, preis' Jedes, wie es soll; ſei Erdkreis überall nur seiner Ehre voll! 6. Ihm fingt der Engel Heer, sein Llob beschäftigt immer des Cherubs starke Kraft, des Seraphs reinsten Schimmer. Der Harfenschläger Chor dort an dem gläfern Meer stimmt an das neue Lied: dem Lamm sei Lob und Ehr'. 7. Vier Thiere um den Thron, die Aeltesten auf Stühlen, erhöhn Gott und das Lamm, deß Herrlichkeit fie fühlen. O finfet, betet an! werft eure Kronen hin vor den, der spricht: ich war, ich werde sein, ich bin. 8. Ehr' sei dem höchsten Gott! dem Sohne gleich dem Vater, dem heiligguten Geist, der gläubigen Bes rather! die auserwählte Schaar, der Himmel weit und breit preif' dich, dreiein'ger Gott, in alle Ewigkeit! osim Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 20. Herr err! denke der Evangelisten zu Ind- und Heiden ausgeschickt. Verschaff' dir Schaaren wahrer Chriften dein Aug', das durch die Lande blickt, dein Herz, das nichts als lieben kann, sieh' doch die Noth der Völker an. 2. Ach, offenbar dich ihren Herzen, du Heiland! denn sie find ja dein. Du litteft tausend Todes- Schmerzen ja auch für sie; bring' sie herein, bis überall die Losung ist: gelobt, gelobt sei Jesus Chrift! - 23 21. H Mel. Freu dich sehr o meine Seele. err, wie sind noch viel der Heiden, die in Todesschatten gehn! komm, o Hirt, auch sie zu weiden: kannst du sie verirret sehn? Nimm der Herde selbst dich an, führe fie des Lebens Bahn; all auf weitem Erdenrunde füge zu dem Gnadenbunde. 2. Herr, laß deine Boten eilen, sente Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszutheilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt, dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen künden. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 22. Hier ier stehen wir von nah und fern, in einem Geist vor einem Herrn, vereint zu Dank und Bitte: o Jesu, sel'ge Majestät, gefreuzigt einst und nun erhöht, tritt ein in unsre Mitte! Stimm an, nimm an unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, deis ner Liebe Thun zu singen. 2. Was ein verborg'nes Senfkorn war, das brei 24 test du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächt'gen Zweigen. Zu Tausenden erwächst dein Bund, und öffnet Herz und Hand und Mund, für Gottes Heil zu zeugen; deinen reinen Lebenssaamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen; du weckft sie aus der Todesruh, und führst schon Erstlinge Herzu zu Salems heil'gen Hallen; spendest, sendest Licht und Segen allerwegen deinen Freunden, herrschest unter deinen Feinden! Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 23. Himmelan geht unfre Bahn, wir ſind Gäſte nur dort in Canaan durch die Wüsten kommen werden. Hier ist unser Pilgrims Stand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing' dich mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zwed erlesen. Ein von Gott erleucht'ter Sinn fehrt in seinen Ursprung hin. Sani dan 3. Himmelan! die Welt kann dir nur gebergte Gü ter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schäßen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 25 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bei meinem Schaße haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk' an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh', wo ich einmal hin gehöre. Hab' ich dieses Wort bewahrt, halt' ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk' ich all'zeit, wenn er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond, und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Šinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck. 26 In eigner Melodie. 24. Jeru erusalem, du hochgebaute Stadt, wollt' Gott, ich wär' in dir! mein sehnend Herz so groß Verlangen hat, und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Alle, und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag, o noch viel schön're Stund', wann wirst du kommen schier, da ich mit Luft, mit freiem Freudenmund die Seele geb' von mir in Gettes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt' der Element'; fährt auf Eliä Wagen mit engelischer Schaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu' auf die Gnadenpfort'; wie große Zeit hat mich verlangt nach bir, eh' ich bin fommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb' der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein' edle Schaar kommt dort gezogen schon? was in der Welt von Auserwählten war. Ich seh' die beste Kron', die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. Univ.- Bibl. Giessen 27 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen ins gemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnen lichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Hallelujah reine man fingt in Heiligkeit, das Hostanna feine ohn' End' in Ewigkeit. 8. Mit Jubelflang, mit Instrumenten schon in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tanfend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie vom Anfang gesungen das himmelische Heer. Dr. Johann Matthäus Meyfart. Mel.: Eeelen- Bräutigam. 25. J gesu! geh' voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen: führ' uns an der Hand bis in's Vaterland. 2. Soll's uns hart ergeh'n; laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, küm 28 mert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu! lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu' uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nicolaus Ludwig v. Zinzendorf. In eigner Melodie. 26. esu, komm doch selbst zu mir und verbleibe für und für; fomm doch, werther Seelenfreund! Liebster, den mein Herze meint. 2. Tausendmal begehr' ich dich, weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal schrei' ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Beimirsein nenn' ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht und was ihnen Freude macht, ist mir, süße Seelenfreud', ohne dich nur Herzeleid. 5. Nimm nur Alles von mir hin, ich veränd're nicht den Sinn. Du, o Jesu! mußt allein ewig meine Frende sein. 6. Keinem Andern sag' ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu'; dich alleine laff' ich ein; dich alleine nenn' ich mein. 29 7. Dich alleine, Gottes Sohn! heiß' ich meine Kron' und Lohn; du, für mich verwund'tes Lamm, bist allein mein Bräutigam. 8. D, so komm denn, süßes Herz, und vermind're meinen Schmerz; denn ich schrei' doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 9. Nun, ich warte mit Geduld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein woll'st ein füßer Jesus ſein. Johann Scheffler( Angelus.) Mel.: Mache dich, mein Geist, bereit. esus steht an deiner Thür mit dem Gnadenhammer, klopft und rufet: Deffne mir deines Herzens kammer! laß mich ein, werde mein, daß ich dich bewohne, in dir leb' und throne. 27. Je 2. Sieh', ich habe dein gedacht, eh' du noch geboren, und durch meine Liebesmacht dich für mich erforen. Schmach und Noth, Fluch und Tod litt ich deinetwegen dir zum Heil und Segen. 3. Deine Sünd' hab' ich gesühnt, deine Schuld getragen, dir die Seligkeit verdient und den Feind ge= schlagen, dessen List grausam ist, Seelen zu verderben, daß sie ewig sterben. 4. Thu' mir auf, ich bitte dich, deines Herzens Pforte und erwähl' im Glauben mich dir zum Fels 30 und Horte und zum Licht; säume nicht, dich an meinen Gaben feliglich zu laben. 5. Gnad' und Friede will ich dir überflüssig schenfen und mit Wonne für und für deine Seele tränken, Himmelswein, süß und rein soll dein Herz erquicken, dich der Erd' entrücken. 6. Meiner Unschuld Hochzeitskleid soll dich herrlich zieren, und ich selbst will hocherfreut dich zum Vater führen, daß er dich väterlich als sein Kind begrüße, in die Arme schließe. 7. Thu' mir eilend auf die Thür, eh' ich weiter gehe; ich, dein König, stehe hier, klopfe, bitt' und flehe. Pfeilgeschwind, armes Kind! und als hätt'st du Flügel, öffne Schloß und Riegel. 8. Wehe, wenn du mich verschmähst, ach, und bis ans Ende meiner Liebe widerstehst, und ich dann mich wende dort und hier weg von dir, und du gehst verloren; beffer, nie geboren! G. Knaf. - Mel: Nun ruhen alle Wälder. 28. J hr, die ihr Gott nun dienet, der euch mit ihm verfühnet, beweist euch, wer ihr seid; im Leiden tragt gedulbig, im Wandel lebt unschuldig, daß ihr Gott mehr, als Menschen scheut. 2. Im Kampf' seid heldenmüthig, seid teusch, ge 31 recht und gütig, dient Gott im heil'gen Geist, zeigt ungefärbte Liebe in Gottes Kraft und Triebe, und in dem Wort, das Wahrheit heißt. 3. Nehmt, als des Heilands Knechte, zum Streit für seine Rechte die Waffen in die Hand, durch Ehre und durch Schande, der Welt als Unbekannte, doch Gott und Christen wohl bekannt. 4. Scheinbar dem Tod gegeben, und siehe nun, wir leben; gezüchtigt, doch nicht todt; als traurig ob dem Leide, doch allezeit in Frende; die Freude bleibt auch in der Noth. 5. Zählt man euch zu den Armen, ihr seid nicht zu erbarmen, ihr seid und machet reich, ihr scheint als die Nichts haben, und habt die größten Gaben; denn was ihr habt, das bleibet euch. 6. Herr, der du mich verfühnest, mit deiner Kraft mir dienest, pflanz' solchen Sinn mir ein, so wart' ich dein in Treue; dir dient man ohne Neue; wo du bist, wird dein Diener sein. M. Philipp Friedrich Hiller. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 29. König, bem kein König gleichet, bessen Ruhm fein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne, als des Vaters 32 ew'gem Schne, den so viel Vollkommenheiten frönen, zieren und begleiten. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Heerde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben! dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Drauen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am Schönsten glänzen: wie viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durch's Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, fich von dir regieren lassen: und wie du, das Unrecht haffen. 4. In deinem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen! dir ist Niemand zu vergleichen, an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Geseße, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küffen, ehren, fürch 33 ten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben; daß ich einst nach Kampf und Leiden mit dir theile deine Freuden. Dr. Joh. Jak. Rambach. Mel.: Wachet auf! ruft uns die Stimme. 30. önig, Jefu, streite, fiege, daß alles balb dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboden; laß wehen deinen Lebensothem durchs ganze weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn. Amen! Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Hallelujah für und für. - In eigner Melodie. 31. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daßß ich Jeſum möge sehn! Meine Seel' ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu empfangen, und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolfen bricht: O, wann werd' ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen Univ.- Bibl. Giessen 130 34 Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen: Bring uns, Herr, ins Paradies! G. Knak. In eigner Melodie. 32. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Pfalter und Harfe wach' auf! lasset die Musicam hören. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt, hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bes reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge= segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Saa 35 men. Er ist dein Licht, Seele! vergiß es ja nicht! lobende schließe mit Amen! Joachim Neander. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 33. Mach ach' dich auf und werde Licht, Zion! denn dein Licht ist kommen. Sage, Zion! hörst du nicht, wie sich Gott dein angenommen? wie er sei nen Sohn gesandt, der den Fluch von dir gewandt? 2. Ach, die Herrlichkeit des Herrn ist dir längst schon aufgegangen; warum hältst du dich so fern, feine Gnade zu empfangen? Mach dich auf und werde Licht! Thne Buße, säume nicht! 3. Mach' dich auf und werde Licht, daß der Welt geholfen werde! Viele Völker sehen nicht; Finsterniß bedeckt die Erde. Zion, es ist deine Pflicht. Ach, vergiß die Armen nicht. 4. Merke das Verheißungswort: Heiden, die noch irre gehen, werden bald an ihrem Ort auch das Licht und Leben sehen; Königen, die noch in Nacht, wird dein Heil und Glanz gebracht. 5. Hebe deine Augen auf! Sieh', wie sie von ferne fommen. Schon hat mancher wilde Hauf deinen Je sum angenommen, ist aus Satans Reich und Macht schon in Gottes Reich gebracht. MO 6. Mach' dich auf und werde Licht! Sollten Hei3* 36 den sich bekehren, ach und Zion wollte nicht? Zion, laß dich doch belehren! Mach' dich auf und werde Licht! 3ion, Zion, säume nicht! M. Görcke. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 34. Mein Herze! laß dich Jeſum leiten, auf, auf! der Weg geht himmelan. Reiß' dich von allen Eitelkeiten, in die man sich verwickeln kann. Auf dieser Welt ist doch kein Heil, halt' du dich an das beste Theil! 2. Es ist dein Kleinod nur dort oben, laß Herz und Schaß beisammen sein. Ein Geist, der sich zu Gott erhoben, nimmt auch schon hier den Himmel ein. Auf dieser Welt ist doch kein Heil, verlange du das befte Theil. 3. O, was für Luft wird dich umschließen, nachdem du alle Last bestegt! so laß dich nicht den Weg verdrießen, obgleich er voller Dornen liegt. Mit aller Welt ist doch kein Heil; Maria wählt das beste Theil. 4. Ergreif' die Krone, die im Himmel rechtschaffnen Kämpfern beigelegt. Fleuch über alles Weltges tümmel! Ein Christ, der Christi Namen trägt, liebt außer Christo auch kein Heil: drum wähle dir das beste Theil. Benjamin Schmolck. 37 Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 35. Mein ein Heiland! laß mich in dir bleiben und nie aus dir, dem Weinstock, gehn, daß ich nur könne recht bekleiben und auch in stetem Wachsthum stehn, daß meine Frucht in wahrer Treu' doch alle Tage reicher sei. 2. Ich soll und will mich nicht begnügen mit einer kleinen Fruchtbarkeit; drum laß mich stets an dir nun liegen, und schneide doch die Eigenheit, die wilden Reben weislich aus, so kommt gewiß mehr Frucht heraus. 3. Ich kann mich selbst nicht weiter bringen, ich weiß, ich kann nichts ohne dich; allein in dir soll's mir gelingen, du regest und belebeft mich; da deine. Kraft mich immer treibt, wenn nur mein Geist in dir verbleibt. 4. Drum laß das Wort nur stets erschallen und gleichsam meine Losung sein: bleib', bleib in mir, sonst wirst du fallen! es nehme dies mich also ein, daß ich in dir auch steh' und geh' ganz unverrückt, und innig fleh'. 5. Ja, schränke mich von allen Seiten nur immer enger in dich ein, laß mich nur stets dein Auge leiten; dein Leben soll mein Vorbild sein, dein Wort mein Licht und fester Stab, und meine Ruh' dein Tod und Grab. 6. Da bin ich recht in deinen Händen, und ruh' in deines Willens Rath; da wirst du schon dein Werk 38 vollenden; denn, was dein Kind vonnöthen hat, das weißest du und giebst es auch, es ist ja dies dein Vaterbrauch. 7. Drum sei die Sorge meiner Seele dir nur recht kindlich heimgestellt. Ich lieg' in deiner Wunden- Höhle, da hab' ich Schuß vor Sünd' und Welt, ja Hüll' und Fülle, Stärk' und Kraft, die immer alles Gute schafft. 8. Ich will, dein Geist soll mich nur treiben, ich will nur bloß dein Werkzeug sein; mein Herz soll deine Werkstätt' bleiben; so soll in dir, in dir allein mein Tagewerk zu Ende gehn und in der Rechnung wohl bestehn. Karl Heinrich v. Bogazky. STESC Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 36. Mein Heiland! du haſt uns gelehrt: wer nicht von Herzen umgekehrt, recht niedrig wird und Kindern gleich, der kommt nicht in das Himmelreich. 2. So laß uns Kinder findlich sein; an Jahren sind wir jung und klein; die Unart aber wächst bald groß, und reißt uns Arme von dir los. 3. O Jesu! nimm uns, nimm uns hin; gieb uns den fel'gen Kinderfinn, daß wir in deinem Willen ruhn, und nicht nach unserm Willen thun. 4. Mach' uns voll froher Zuversicht zur Gnade, 39 die dein Wort verspricht; o, zeig' uns, wie man Buße thut, und gieb uns Glauben an dein Blut! 5. Den Eigenwillen brich entzwei; mach' uns von Troß und Tücken frei. Regier' uns selbst mit deiner Hand, und trag' uns bis in's Vaterland. 6. Ein Kind bleibt niemals gern allein: es will bei seiner Mutter sein; es hängt der Mutter herzlich an: so mach' uns Herr! dir zugethan. 7. Ein kleines Kind hat keine Lust, als nur an seiner Mutter Bruft. Da ruhet es im ganzen Haus am freudigsten und liebsten aus. 8. Herr! gieb auch uns den edlen Sinn, der stets nach dir sich sehnet hin, der stets bei dir, o Jesus Christ! am freudigsten und liebsten ist. 9. Gleichwie ein sanftes, liebes Kind demüthig, niedrig ist gesinnt: so zieh' uns auch mit Demuth an, mit Liebe gegen Jedermann! 10. Reiß aus den Stolz und Heuchelschein, laß uns des Lichtes Kinder sein, ob deren Seelen Tag und Nacht dein Liebesange freudig wacht! Ernst Gottlieb Woltersdorf. 37. M In eigner Melodie. einen Jesum laff' ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, 40 als ein Glied an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Jesum laff' ich ewig nicht, weil ich soll auf Er den leben. Ihm hab, ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't. Meinen Jesum laff' ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen, weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jefum laff' ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht aller Frommen Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jefum laff' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet, Jesum sucht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht. Meinen Jesum laff' ich nicht. 6. Jefum laff' ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten, Christus läßt mich für und für zu dem Lebens Bächlein leiten. Selig, der mit mir so spricht: meinen Jesum laff' ich nicht. M. Christian Keymann. S Mel.: Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. 38. Mir ir nach! spricht Christus, unser Held, mir nach! ihr Christen alle; verleugnet euch, 41 verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt ener Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für mit heil's gem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele. Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthsöle; mein Geist, Gemüthe, Kraft und Einn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu rein's gen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspført'. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf steh'n, wenn er den Feldherrn sieht angeh'n. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird sie ohn' mich verlieren; wer sie in mir verlieren scheint, wird fie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel' nachgehen, und wohlgemuth, getrost und 42 gern bei ihm im Leiden stehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Dr. Johann Scheffler( Angelus.) 39. Nit Mel.: Werde manter, mein Gemüthe. ichts Verdammlich's ist an denen, die in Christo Jesu sind; darum still die Fluth der Thränen, die aus deinen Augen rinnt. Weinteft du gleich tausend Jahr', ei, so würdest du fürwahr für die kleinste deiner Sünden dadurch doch kein Mittel finden. 2. Schaue nur nach Christi Blute; dieses, dieses macht dich rein, das soll bei zerknirschtem Muthe dein erquickend Labsal sein. Er ruft selber: komm herzu, daß dein Glaube sich zur Ruh' hier in meine Wunden lege und dich nichts verdammen möge. 3. Was soll dich verdammen können? Gott ist hier und macht gerecht. Ist wohl eine Schuld zu nennen, welche der gerechte Knecht, Jesus Christus, nicht gebüßt? Wie er Aller Heiland ist, also bleibet er alleine auch insonderheit der deine. 4. Sein Verdienst ist dir gegeben in dem Evangelio; seine Gnade, Heil und Leben machen hier die Seele froh, hier schließt Jesu Herz sich auf; drum vertrane fest darauf, daß an dir, hast du gleich Sünden, nichts Verdammliches zu finden. 43 5. Schon im heil'gen Wasserbade hat dich sein Vers dienst geschmückt, und das Zeichen seiner Gnade, Got tes Bild dir eingedrückt. Nunmehr bist du Gottes Kind, drum sei immer treu gesinnt; denn Gott wird- haft du gleich Sünden- nichts Verdammlich's an dir finden. 6. Sein Verdienst wird dir geschenket, da sein wahrer Leib dich speis't und sein wahres Blut dich tränfet. Was sich hier für Liebe weis't, spricht sogar kein Engel aus. Darum folgt gewiß daraus, daß an dir und deinen Sünden nichts Verdammliches zu finden. 7. Nun getrost! auf solchen Glauben leb' und sterb' ich als ein Chrift: ihn soll mir kein Teufel rauben, ob er noch so grausam ist. Nichts Verdammlich's ist an mir, denn mein Heiland, mein Panier, spricht mich frei von jenen Flammen, so daß nichts mich kann verdammen. 8. O mein liebster Jesu! leiste, leiste Kraft nach deiner Treu', daß mein Wandel nach dem Geiste und nicht nach dem Fleische sei. Also steh' ich allemal sicher in der Gnadenwahl, und ich fass' den Trost zusammen: nichts kann mich in dir verdammen. Mel.: Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 40. daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze 44 Welt erfennte, daß du bist König, Gott und Herr! Zwar brennt es schon in heller Flamme, jeßt hier, jest dort, in Oft und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 2. Beleb', erleucht', erwärm', entflamme je mehr und mehr die ganze Welt, und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held! Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin! 3. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schaar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil doch Jedem offenbar; schmelz alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heil'gen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. In eigner Melodie. 41. S baß ich tausend zungen hätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt' ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O, daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o, daß mein Blut in Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht; ach, wär' ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 43 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte, zu Gottes meines Herren Preis; mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! ihr schwachen Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater! unendlich Lob für Seel' und Leib. Lob sei dir, mildester Berather! für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nußen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu! sei gepriesen, daß dein ers barmungsvolles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerther Gottes Geist! für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach! wo was Gut's von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? bist du es 46 nicht? o reicher Gott! wer schüßet mich auf meinen Wegen? du bist es, Herr Gott Zebaoth! du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern füff' ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu Gute! und ist mir eine sanfte Laft: sie macht mich fromm und zeugt dabei, daß ich dir lieb und theuer sei. 11. Ich hab' es ja mein' Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreulich haft hindurch geführt; denn in der größesten Gefahr wurd' ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deis nem steten Lobe stehn? wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? ja, fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß' ich mich jetzt aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los und rufe mit erhöhter Seele: mein Gott! du bist sehr hoch und groß. Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit! 14. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich bie Zunge regt; ich will dir Frendenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach, nimm dies arme Lob auf Erden, mein Gott! in allen Gnaden hin; im Himmel soll es beffer 47 werden, wenn ich bei dir verkläret bin; da fing' ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. Johann Menger. Mel.: Wachet auf! ruft uns die Stimme. 42. Rüftet euch, ihr Christenleute! die Feinde ſuchen hat eu'r begehrt. Wapnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüften; besteget ste, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Ståre fet euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit. So frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; furz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt vers höhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenfron'. 48 4. Jesu, stärke deine Kinder, und mach aus denen Ueberwinder, die du erfanft mit deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Gieß' aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arens?- Mel.: Meinen Jefum lass' ich nicht. 43. Sei getren bis in den Tod, strebst du nach brich getroft durch alle Noth, greif nach dem verheiß'nen Lohne, der aus Gnaden dir bestimmt, wenn dein Lauf ein Ende nimmt. 2. Es wird Niemand dort gekrönt, der nicht tapfer hier gestritten; wer hier von der Welt verhöhnt, Schmach und Ungemach erlitten, der bekommt dort einen Kranz, heller als der Sonne Glanz. 3. Steht dir dieses Kleinod an, werde nicht im Kämpfen müde; nur auf Christi Leidensbahn kommt man zum erwünschten Friede, und es bringt nur Schweiß und Fleiß den verheißnen Ehrenpreis. 4. Haft du einmal in der Welt unter Christi Fahn' geschworen, ach! so räume nicht das Feld, sonsten geht der Sieg verloren; kämpfe, bis der Feind erlegt, und dein Arm die Palmen trägt. 49 5. Es ist aller Christen Pflicht, Glauben und Gewissen halten; laß von deiner Trene nicht, bis dein Herze wird erkalten; deine Kron' ist schon bereit't in der süßen Ewigkeit. Benjamin Schmolck. In eigner Melodie. 44. Seelen- Bräutigam, Jeſu, Gotteslamm! habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von dem Sündenschlamm, Jesu, Gotteslamm! 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott! Trost in Noth und Tod! du bist darum Mensch geboren, zu erseßen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, falbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für, deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm! deine Liebesflamm' mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram; Held aus Davids Stamm! 50 7. Großer Friedefürst! wie hast du gebürst't nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, wie du riefst: mich dürft't! großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen, denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, du mein ganzes Jch! ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun den meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich auf's Neu' wiederum erfren', freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich auf's Neu' mich mit dir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenfron'; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen, denn die Ehrenfron' folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich Alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so rittterlich du gekämpft für mich. 31 15. Du, mein Preis und Ruhm, werthe Saronsblum'! in mir soll nun Nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Saronsblum', du mein Preis und Ruhm. Adam Drese. Mel.: Eine feste Burg ist unser Gott. 45. Slange Chriftus Chriſtus iſt, wird ſeine Kirche dauern. Nicht Menschenwiß, noch Macht und List zerstören ihre Mauern. Der starke Gottes- Sohn, hoch auf des Vaters Thron, der bleibt ihr Schutz und Hort; vor seinem Geist und Wort flieh'n alle Höllenmächte. 2. Preis dir, o Kirchenoberhaupt! noch währet deine Gnade. So lang' an dich die Kirche glaubt, verderbet sie kein Schade. Dank dir, Herr Jesu Christ! daß du noch bei ihr bist, dein Licht und Recht ihr gönnst, sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürsten! 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, bas une auflöslich bindet, hast du ihr Haus, troß Sturm und Fluth, auf Felsengrund gegründet. Die Kirche wähltest du zum Size deiner Ruh'; du schmücktest sie mit Heil, gabst ihr zum Erb' und Theil die reichen Him melsgüter. 4. O, sei und bleib' ihr Schuß und Hort zur Weltversuchungsstunde. Es schall' in ihr dein Krenzeswort 4* 52 mit Kraft aus aller Munde. Erhalté dir zum Ruhm auch unser Heiligthum! sein Leuchier wanke nicht, rein brenne dir sein Licht, bis Erd' und Himmel sinken. Karl Bernhard Garve. Mel.: Christus, der ist mein Leben. 46. S ( o lang' ich hier noch walle, soll dies mein Seufzer sein: ich sprech' bei jedem Falle: Herr! hilf mir, ich bin dein. 2. Wenn ich am Morgen wache und schlafe Abends ein, befehl' ich Gott die Sache: Herr! hilf mir, ich bin dein. 3. Geh' ich an die Geschäfte, bitt' ich, daß sie ges deih'n, ihn um Verstand und Kräfte: Herr! hilf mir, ich bin dein. 4. Will sich mein Fleisch vergehen, betrogen von dem Schein, so halt' ich an mit Flehen: Herr! hilf mir, ich bin dein. 5. Wenn mich die Sünden fränken, so kann ich noch allein an den Versöhner denken: Herr! hilf mir, ich bin dein. 6. Fühl' ich mich schwach im Beten, und ist mein Glaube klein, soll mich sein Geist vertreten: Herr! hilf mir, ich bin dein. 7. Wenn ich in Leidenstagen bei seiner Ruthe wein', 53 8. so will ich kindlich sagen: Herr! hilf mir, ich bin dein. Will Satan mich berauben, und macht die Welt mir Pein, ruf' ich getrost im Glauben: Herr! hilf mir, ich bin dein. 9. Macht auch mein Herz mir Grauen, der Herr sei nicht mehr mein, so seufz' ich voll Vertrauen: Herr! hilf mir, ich bin dein. 10. In meinen letzten Stunden schäßz' ich mich heil und rein durch meines Heilands Wunden: er hilft mir, ich bin sein. M. Philipp Friedrich Hiller. In eigner Melodie. 47. önster Herr Jeſu, Herrscher aller Enden, Gottes und Mariä Sohn: dich will ich lieben, dich will ich ehren, du, meiner Seele Freud' und Kron'. 2. Schön sind die Wälder, noch schöner sind die Felder in der schönen Frühlingszeit! Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonnen, noch schöner leucht der Monden, und die Sternlein allzumal: Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all' die Engel im Himmelsfaal. 4. Alle die Schönheit Himmels und der Erden ist nur gegen ihn als Schein. Keiner auf Erden lieber kann werden, als der allerschönste Jesus mein. 54 Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 48. hut mir auf die schöne Pforte, führet mich in zion ein; ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr! zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh' doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heil'ge du Leib, Seel' und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heil'ge du, Herr! Mund und Ohr, zieh' das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeih'n. 5. Stärk' in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels- Brod, tröste mich in aller Noth. 55 7. Deffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, laffe mir dein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal zu des Lammes Ehren- Saal. Benjamin Schmolck. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 49. Unsern Ausgang fegne Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen! Jesu, segne unser Sterben und mach uns zu Himmels- Erben. Hartm. Schenk, † 1681. Mel.: Dir, dir, Gehovah, will ich singen. 50. Mach auf! du Geist der ersten Zeugen, die auf der Mau'r als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getroft dem Feind entgegen gehn; ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O, Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt'' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. D; gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hülf uns 56 widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht.hinein. O, breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! In eigner Melodie. 51. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne: wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit frohem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf! der Bräut'gam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kömmt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn! Hostanna! wir folgen All' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen, mit Menschen- und mit Engel- Zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schon. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel, hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir, und singen dir das Hallelujah für und für! Dr. Philipp Nicolai. Um 1598. 57 Mel.: Wie schön leucht't uns der Morgenstern. eß ist das Fest? zu wem empor schallt der 52. Chor mit frohen Feierliedern? Es gilt des großen Königs Ruhm, dem Priester in dem Heiligthum, dem Haupt von vielen Gliedern! Droben loben ihn, den Meister, reine Geister, aber Sünder preisen ihn als Gottes Kinder. 2. Wenn ich dereinst erhöhet bin, will ich sie Alle zu mir ziehn!" so hat sein Wort gesprochen; o süßes Licht, o sel'ges Wort, das geht durch Erd' und Himmel fort, der Tag ist angebrochen! Zeuget! beuget euch, ihr Höhen, Inseln, Seen, Länder, Meere; Kinder Gottes, bringt ihm Ehre! 3. Es thut's ein Tag dem andern fund, es tont aus tausendfachem Mund das Wort von seinem Lichte; und wendet sich ein Sonnenjahr, so glänzen auf dem Dankaltar viel neue Lebensfrüchte: neue, trene Schwestern, Brüder, Christi Glieder, Hörer, Lehrer, seines Reiches Ruhm und Mehrer. 4. Und Saaten, für den Sohn gesä't, viel Liebesgaben, viel Gebet, viel Wunder seiner Gnade; und Hoffnung, wo nicht Hoffnung schien, in dürren Wüsten frisches Grün und neugebahnte Pfade; Hosianna Da vids Sohne auf dem Throne! sleggekrönet jauchzt sein Volk, das er versöhnet. Univ.- Bibl. Giessen 58 5. Fest steht in Ewigkeit dein Thron! so singen wir, o Gottes Sohn, am Tage deiner Ehren; weit streckst du von des Vaters Haus das Scepter deines Reiches aus, und Niemand wird dirs wehren! Machtvoll, prachtvoll, unabwendlich wird doch endlich, Herr! den Deinen ganz dein hoher Rath erscheinen! 6. Nicht Macht und Weisheit dieser Welt, nicht, was dem klugen Fleisch gefällt, das hast du nicht erforen; dein Lebenswort, dein Geist und Blut, das ist's, was alle Wunder thut, was dir uns neu geboren; helle Quelle ew'ger Wahrheit, gieße Klarheit, Kraft und Milde in des Todes Nachtgefilde! - 7." Ich fomme bald!"- so zengest du; o fomm und weck aus todter Ruh, die noch bein Heil nicht kennen! daß Alle gläubig auferstehn, dem Bräutigam entgegen gehn, daß alle Lampen brennen. Fass' uns! laß uns treue Hände bis zum Ende vor dir heben, bis du kommst, den Lohn zu geben. Albert Knapp. In eigner Melodie. 53. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ifst der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm ges bührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 59 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nie bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer gibt dem Geiste nene Kraft? wer läßt mich so viel Guts' genießen? Ift's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, zu wel chem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte find ste dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich! Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immer 60 dar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchteg. Gellert. In eigner Melodie. 54. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern, voll und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jeffe! Du, Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, haft mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und Herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Du meines Herzens werthe Kron', wahr'r Gottes und Marien Sohn, des Himmels großer König! mit Freuden rühm' ich deine Ehr', dein's heil'gen Wortes süße Lehr' ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Gieß' sehr tief in mein Herz hinein, o du, mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe, daß ich beständig in dir bleib', und mich kein Unfall von dir treib', nichts fränke noch betrübe. In dir laß mir ohn' Aufhören sich vermehren Lieb' und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 61 4. Von Gott fommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich gnädig thust anblicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröft' mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held! du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich sich selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unfall mich betrübet. Eia! Eia! himmlisch Leben wird er geben mir bort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Eingt unserm Gott recht oft und viel, und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich erschallen dem allerliebsten Jefulein, dem wunderschönen Bräut'gam mein zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und O, der Anfang und das Ende! Er wird mich auch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, deß klopf ich in die Hände. Amen! Amen! komm, du schöne Freudenkrone, bleib' nicht lange! deis ner wart' ich mit Verlangen. Dr. Philipp Nicolai. Um 1598. 62 In eigner Melodie. 55. W enn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Trene nie vergißt: weiß ich nichts vom Leide, fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg' an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; laffe still die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf' ich fröhlich ein, ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Fluth mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab' ich auch die Welt; und des Himmels reiche Gabe meinen Blick noch oben hält. Tief versenkt im Schauen, fann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland; und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand: längst vermißte Brüder find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Fr. L. v. Hardenberg( Novalis.) In eigner Melodie. 56. Wo findet die Seele die Heimath der Ruh'? Wer deckt sie mit schüßenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, we Sünde 63 nicht komme, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht: die Heimath der Seelen ist droben im Licht! 2. Verlasse die Erde, die Heimath zu sehn, die Heimath der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimath der Seele, der Brant? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruh'plaß und Heimath der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommt Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh im Schooße des Mittlers, ich eile dir zu! 4. Wie freut sich ein Jeder, im Himmel zu sein! Wo Viele schon prangen von Sünden ganz rein; die hier schon im Leben mit Jesu verwandt, sind droben geschmücket mit heil'gem Gewand. Rein, rein, rein, rein von Sünden rein ziehn droben errettet die Seligen ein. - 5. Ach, theuerster Jesu, verseßze uns bald dorthin, wo dir ew'ges Hallelujah schallt! Das Herz in uns brennet von inniger Gluth, mit himmlischen Zungen zu preisen dein Blut. Still, still, still, still- wie bald kann's sein, so holt mich mein Jesus auch zu sich hinein. 6. Drum auf, liebe Seele, die Heimath ist nah'! 550 LE 11 es 12 5 A 64 Nach wenigen Tagen, so sind wir schon da. So kämpfe nun muthig und mach' dich bereit, schon winket die Krone nach Kampf und nach Streit. Frend', Freud', Freud', Freud'- ewige Freud' erwartet den Dulder nach Trübsal und Leid. In eigner Melodie. Dieht in Frieden eure Pfade! mit euch des 57. 3 großen Gottes Gnade und seiner heil'gen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. 14244 Des వీ Inches 1 Centimetres Blue 2 Rengshäuser 2 3 4 Cyan 15 144 Farbkarte# 13 Green 3 fa Druck und Verlag des Beiferhauses. Preis 2 Sgr. 8 Yellow 6 10 Red 5 LO 11 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8